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ARCHIV
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NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN verbindunct mit
PROF. DR. LE UCK ART IN GIESSEN
HERAUSGEGEBEN
Dß P. H. THOSCHEX.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
ZWEI UND BBEISSIG8TER JAHBaANG.
TLweitev fiSand.
Berlin,
N 1* c 0 1 a i s c h e V e r 1 a g s b u c h li a n d 1 u n g.
(A. Effert und L. Lindtner.)
1866.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1865. Von Dr. G. Hartlaub . 1
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre 1864
und 1865. Von Rud. Leuckart (Zweite Hälfte) . . 35
Echinodermata 35
Coelenterata 66
Ctenophora 67
Hydromedusae 70
Siphonophora . . . ' . . . . 103
Polypi 106
Porifera 118
Protozoa 133
Infusoria 135
Rhizopoda 143
Gregarinae 152
Bericht über dei Leistungen in der Naturgeschichte der Säu-
gethiere während des Jahres 1865. Von Troschel . 155
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1865. Von Troschel 180
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1865. Von Troschel 193
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während dee Jahres 1865. Von Troschel . 220
luhalt.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Entomologie während der Jahre 1865—1866.
A . G e r s t a e c k e r.
Insekten
Orthoptera
Neuroptera
Coleoptera
Erste Hälfte
Von
Seite
281
280
344
ou7
3G5
Beriebt über die Leistiiiigeu iu der Naturgescbichte
der Vögel wäbreud des Jabres 1865,
Von
Dr. G. Hartlaub
in Bremen.
Die ornithologische Literatur der letzten Jahre zeigt
sowohl ihrem UmfaDge als auch ihrem Inhalte nach nur
geringe Schwankungen. Die Vögelkunde Europa's bleibt,
wie dies leicht erklärlich, am stärksten vertreten, ohne
jedoch sehr hervorragende Spitzen darzubieten. Für die
aussereuropäische ist die von A. v. Pelzeln bearbeitete
Ornithologie der Novara-Reise von entschiedener Bedeu-
tung. Madagascar fährt fort ein vielversprechendes Ziel
und Feld für zoologische Forschungen zu sein, obgleich
verschiedene rühmliche Anstrengungen in dieser Rich-
tung bis jetzt nur massige Resultate geliefert haben. Es
will uns scheinen, 'As hätten sich die reicheren Gebiete
des Inneren der wissenschaftlichen Untersuchung bis jetzt
entzogen. Was indessen von Vögeln auf Madagascar
Neues entdeckt wurde, scheint dem selbständigen durch-
aus eigenthümlichen Charakter der dortigen Fauna zur
Bestätigung zu dienen. Schlegel fährt fort uns mit
neuen Formen und Arten der Leidner Sammlung und
insbesondere der Papualänder bekannt zu machen. Wir
zollen der Productivität! dieses ausgezeichneten Gelehrten
unsere ganze Bewunderung. Die grosse Mehrzahl der
als neu beschriebenen amerikanischen Arten lieferten die
schmalen mittleren Gebiete dieses Welttheils. Der reiche
Catalog der contlnental-australischen Vögel blieb ohne
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahr^. 2. Bd. A
2 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Zuwachs. Kaum lässt sich mehr von der hier einschlägi-
gen Litteratur sagen. Denn Gould's ^Handbook" ist
ein mittelmässiges Werk, dem die Wissenschaft oder viel-
mehr der Fortschritt derselben wenig Dank schuldet.
Es wird den Lesern dieser Jahresberichte nicht
entgehen, dass in der systematischen Anordnung des vor-
liegenden eine Aenderung vorgegangen ist. Der fort-
schreitenden Entwickelung der Wissenschaft Rechnung
tragend, habe ich das seit 1846 von mir diesen Berichten
zum Grunde gelegte System meines edlen Freundes
Georg Robert Gray als nicht genügend im Einklang
stehend mit der anatomischen Begründung und Berech-
tigung neuerer Ansichten, aufgegeben. Der anstatt des-
sen von mir vorläufig angenommenen und hier zuerst
befolgten Classification liegt ein Schema zum Grunde,
welches kürzlich von Prof. Spencer F. Baird In
Washington mitgetheilt wurde, und welches im Wesent-
lichen mit den von Prof. Liljeborg in üpsala aufge-
stellten Ansichten (Proced. Zool. Soc. Lond. Jan. 66)
übereinstimmt. Der Vorzug wissenschaftlicher Conse-
quenz wird dieser Anordnung jederzeit zuerkannt bleiben.
P. Harting: „Description de l'appareil 6plsternal
des Giseaux.^ Broch. 8. Utrecht 1865. c. tab.
A. Weitzel: „Die Furcula,'^ ein Beitrag zur Gsteo-
logie der Vögel : Zeitsch. für die ges. Naturw. Band 24.
p. 317—359.
W. K. Parker: „On the sternal apparatus ofBirds
and other Vertebrata" Proceed. Zool. Soc. p. 339.
L. A. Segond: „Application des principes de Mor-
phologie ä la Classification des oiseaux.^ Rev. zool. 1864.
p. 263.
James A. Dana: „On parallel relatlons of the Ver-
tebrata and on some characterlstics of Reptilian Birds."^
Sehr ausführlich. Behandelt Archaeopteryx. Die Jungen
seien ohne Zweifel lange und vollständig unbefiedert ge-
wesen, u. s. w.
der Vögel während des Jahres 1865. 3
H. P. Blackmore; ^,Remains of Birdseggs found
at FIslierton near Salisbury*^ communic. by Sir W. Jardine :
Edinb. New Philos. Journ. 19. p. 44.
Cabanis' ^Journal für Ornithologie'^ imd A. New-
ton's „the Ibis" nahmen beide ihren ungestörten Fortgang
lind brachten ^ute Beiträge, anf die ihres Ortes näher
eingegangen werden soll.
Leo p. Jos. Fitzinger: ^lieber das System imd
die Characteristik der natürlichen Familien der Vögel. '^
Sitzungsber. kais. Acad. d. Wissensch. 3 Abtheil.
Von H. Schlegel's: ^Museum d'IIistoire naturelle
de Pays Bas" erschienen neue Lieferungen. Die 6te ent-
hält Scolopaces. Man staunt ob der colossalen Menge
von Individuen^ die hier verzeichnet stehen und die aller-
dings die nähere Erkenntniss der Art wundervoll erleich-
tern müssen. So besitzt die Leidner Sammlung 63 Exem-
plare von Numenius phaeopus, 40 von Totanus calidris
u. s. w. In der Auffassung und Definition bleibt S ch le-
ge 1 sich treu. Prosobonia wird einfach wieder Tringa
(leucoptera Gm.). Ja Ibidorhyncha Struthersii, eine durch
und durch eigenthümliche Form, wird als Numenius auf-
geführt u. s. w.
„Index ad Gar. Luc. Bonaparte Gonspectus generum
avium*' auct. 0. F insch. Leiden. Brill. 23 S. Format des
Gonspectus. Sehr nützlich. Den Gebrauch des Bona-
parte'schen Werkes nicht wenig erleichternde Arbeit. Es
erstreckt sich dieser Index auch auf die im ;, Gonspectus*^
zuerst beschriebenen neuen Arten.
A. V. Pelzeln: lieber Farbenveränderungen bei
Vögeln: Verhandl. zoolog. botan. Gesellsch. in Wien. Jahrg.
1865. Sehr instructiv. Es wird unterschiedlich behan-
delt AlbinismuS; Melanismus, Ghlorismus, Erythrismus.
Zahlreiche Beispiele.
Von A. ßrehm's „Thierleben" liegt jetzt eine
grössere Anzahl von Heften des ornithologischen Theils
vor uns. Wenn man den eigentlichen Zweck dieser
grossen Arbeit, also den, durch ansprechende lebensvolle
und wahre Schilderung das Interesse an der Natur und
4 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
deren Studium zu heben, für dasselbe eine allgemeinere
Betheiligung, eine weitere Verbreitung zu erobern, streng
im Auge behält, so wird man in gerechter Anerkennung
des Geleisteten diesen Zweck als erreicht betrachten
müssen. Wo Brehm nicht aus eigener Anschauung
schöpfen konnte, sind die besten Quellen, ist die Erfah-
rung anderer gewissenhaft benutzt. Ueber trocknere Ca-
pitel weiss ein glückliches Darstellungstalent den Leser
leicht hinwegzubringen. Bei dem durchaus gerechtfer-
tigten Bestreben populär zu sein, ist die wissenschaftliche
Basis nicht eingebüsst. Die grosse Mehrzahl der Kupfer
verdient alles Lob, viele derselben sind reizend zu nen-
nen. So erscheint uns denn auch die Anerkennung, die
Brehm's „Thierleben^ in einem bei uns in Deutschland
sehr ungewöhnlichem Grade gefunden hat, eine wohlver-
diente zu sein und wir wollen, obgleich persönlich einer
derartigen Behandlung des Gegenstandes ferner stehend,
gern in dieselbe einstimmen.
Dr. R. L. Brehm: „Bilder und Skizzen aus der
Thierwelt im zoologischen Garten zu Hamburg" 1. Band
8. mit 20 Illustrationen und einem Vorwort von Dr. A.
E. Brehm. Ein hübsches unterhaltendes Buch, in das
man sich gern ein wenig vertiefen mag. Spizaetos Isidori
av. jun., Helotarsus ecaudatus, Gyps. Rüppelli, Pterocles
alchata, Syrraptes paradoxus, Botaurus stellaris, Dacelo
gigantea sind vortrefflich abgebildet. Den zahlreichen
Freunden zoologischer Gärten wird dieses Buch eine sehr
willkommene Erscheinung sein.
„Reise der östreichischen Fregate Novara u. s. w.
Zoologischer Theil. Erster Band: Vögel, von A. v. Pel-
zein. I.Band gr. 4. 176 S. mit guten chromolithographi-
schen Kupfertafeln. Auf die Wichtigkeit dieser Publica-
tion ist bereits hingewiesen worden. Oft nur Namen, oft
mehr Notizen über Lebensweise , Fortpflanzung u. s. w.
Die weniger bekannten unter der von der Expedition
explorirten Lokalitäten waren die Insel St. Paul (5 Arten),
die Nicobaren (34 Arten), Borneo (60 Arten), Manila (10
Arten), die Insel Puynipet in der westcarolinischen So-
der Vögel während des Jahres 1865. 5
niavingruppe mit 7 Arten: Myzomela rubratra, Acroce-
phalns Orientalis, Chalcopsitta rubiginosa, Calornis colum-
bina (? Ref.), Ardea jiignlaris, Totanus brevipes, Anous
pileatus ; ferner die Stewartgrnppe mit 5 Arten, worunter
Carpophaga Frauenfeldtii ; Tahiti mit 9 Arten, worunter
Ptilinopus oopa und Chiloe mit 11 Arten. Dann folgt
ein Verzeichniss der beobachteten Seevögel mit genauer
Bezeichnung des Fundortes. Die Kupfertafeln schildern:
Milvago crassirostris , Pelz. n. sp. ad. und juv., Volvoci-
vora Schierbrandti, P. Collocalia Linchi mit Nistfelsen,
Mecistura Swinhoei und Hypsipetes nicobariensis, Mega-
podius nicobariensis und Eudyptes chrysocome, beide
in reizenden Gruppen in landschaftlicher Umrahmung;
schliesslich 20 verschiedene Eier. Bei den Falconiden
werden die Farbenveränderungen ausführlich besprochen.
Bei den von den Mitgliedern der Expedition gesammelten
Arten werden das Geschlecht und die Farbe der Weich-
thelle angegeben.
,,Ist Stimme und Gesang eines Vogels ein ausrei-
chendes Artkennzeichen ?'^' von W. Pässler: Gab. Journ.
für Ornith. Jahrg. 13. Heft 4.
Europa.
Gh. F. D u b 0 i s : Gatalogue systematique des Oiseaux
de l'Europe" Brochüre von 16 S. Recht nützliche und
ziemlich vollständige Zusammenstellung, aber wieder al-
lerlei thörichte nomenklatorische UebergrifFe.
Haliaethos leucoryphus wird H. Pallasii! Erithacus calliope
wird ignigularis! Cygnus olor soll tubercuhrostris heissen! Serinus
githagineus wird desertorum ! Selbstverständlich ward kein vernünf-
tiger Ornitholog diese Namen recipiren.
Von A. Frltsch's „Vögel Europas*' sahen wir Ta-
fel 37 — 40. Es geht langsam vorwärts mit diesem Werke.
Prof. J. Buckman „Insect depredation and the
protection value of small birds.^ Quart. Journ. of Sc.
Juli 1865.
A. Newton setzt seine interessanten Mittheilungen
6 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
über die Vögel Spitzbergens fort: Ibis p. 199 und 496.
Es wurden 27 Arten beobachtet.
Dr. A. J. Ma Imgren: „Neue Anzeichnungen über
die Vogelfauna Spitzbergens : Gab. Journ. f. Orn. p. 192
(übersetzt aus Ofvers. Kongl. Vetensk. Acad. Handl.)^
von hervorragender Wichtigkeit. Es brüten auf Spitz-
bergen: Plectrophanes nivalis, Lagopus hemileucurus,
Aegialites hiaticula, Tringa maritima , Phalaropus fulica-
rius, Sterna macroura, Larus eburneus, Rissa tridactyla,
Larus glaucus, Lestris parasitica, Lestris ßuffoni, Procel-
laria glacialis, Bernicla brenta, Bernicla leucopsis, Anser
segetum, Anas glacialis, A. mollissima und A. spectabi-
lis. Die Westküste und der Storfjord wurden hauptsäch-
lich explorirt.
H. W. Wheelwrigt hat ein kleines Bändchen
„k. spring and summer in Lapland^ veröffentlicht, worin
zahlreiche hübsche Beobachtungen über die Vögel um
Quickjock, wo der ,,old Bushman^ mehrere Monate ver-
weilte, verzeichnet stehen. Ein grösseres Werk desselben
Verfassers „Ten years in Sweden^ u. s. w. soll mehr com-
pilatorisch und darum weniger werthvoll sein.
Robert Collett: „0 versigt af Christiana Omegns
ornithologiska Fauna." NytMagaz. forNaturvidenskab. Phy-
siogr. Forening III. part 3. p. 231. Es werden 244 Arten
verzeichnet, darunter 169 brütende.
Von C. SundevaM's „Svenska Foglarna^erschien
Heft 16. Die Kupfertafeln reichen bis 64, der Text bis
5. 196. Die in Farbendruck ausgeführten Abbildungen
werden mit jedem Hefte besser. Wir stellen Sunde-
V a 1 1 so hoch, dass wir es sehr bedauern , den schwe-
dischen Text dieses schönen Werkes nicht lesen zu
können.
H. L. Sa xby : „Ornithological notes from Shetland."
Zoolog, p. 9091—9096 u. s. w. Gute Bemerkungen. Der
Verf. lebt auf ünst, der nördlichsten britischen Insel.
J. Gould: „The Birds of Great-Britain^ part 5 and
6. Es nimmt dieses grossartige Prachtwerk nach Art der
früheren Publikationen des Verf.'s einen langsamen aber
der Vögel während des Jahres 1865. 7
stetigen Fortgang. Unter den abgebildeten Arten be-
findet sich auch die amerikanische Crncirostra leucoptera.
A. Gr. Moore: „Or the distribution of Birds in
Great Britain dnring the nesting-season." Es werden in
dieser fleissigen Arbeit Provinzen und Subprovinzen an-
genommen, unter gewissenhafter Benutzung der vorhan-
denen Lokalfaunen und Angabe der vorhandenen Lücken.
Henry Stevenson: „The Birds of Norfolk, with
remarks on their habits and migration^ with 4 coloured
illustrations bj Wolf. 293 Arten. (10 Shill.)
Rieh. Laishley: British „birds-eggs'^ colored pla-
tes. New edition. 130S.
J. B. Rowe: „A Catalogue of the Mammals, Birds,
Reptiles etc. indigenous to or observed in the county of
Devon" Plymouth 1863. Behandelt 268 Arten. (N e w-
ton Ibis p. 222). Scheint als lokaler Beitrag nicht un-
wichtig zu sein.
F. C. Bridgeman und G. 0. M. Bridge man
liefern „notices on the Birds of Harrow" in J. G. Mel-
vill's Buch" Flora of Harrow. London 1864. Nur wenige
Seiten.
„Charakterzeichnungen der vorzüglichsten deutschen
Singvögel" von Ad. und Carl Müller. 'Mit 11 Illu-
strationen auf Holz gezeichnet von Ad. Müller. Die
Manier etwas hart. Der Text ist ganz hübsch geschrie-
ben und besticht durch eine anziehende Beimischung von
Gemüth und Humor.
Pässler fährt fort uns Mittheilungen über die Vö-
gel Anhalts zu machen. Caban. Journal.
„Zu Borkum im Entenloche" nennt sich eine wenn
auch etwas breit doch sehr lebhaft und ansprechend ge-
schriebene Skizze aus dem Vögelleben auf jener Insel
von dem Freiherrn Ferdinand v. D roste Hülshoff.
Caban. Journ. Heft 5. Eine zweite Mittheilung im 6ten
Hefte des 12. Jahrgangs behandelt „die Vögel Borkums."
Sehr hübsch.
A. V. Homeier schildert uns ebendaselbst seine
8 Hartlaub: Bericht üb. cl. Leist in d. Naturgeschichte
ornithologischen Streifereien über die böhmisch-schlesi-
schen Grenzgebirge.
L. Holtz: „Beobachtungen über die Vögel Neu-
vorpommerns.^ Gab. Journ. Jahrg. 13. Heft 2. S. 124.
Rob. Tobias: ;,Die Wirbelthiere der Oberlausitz*'
in Abhandl. d. naturforsch. Gesellsch. zu Görlitz, Bd. 12.
Vögel auf S. 64—92. Zählt 267 Arten auf mit kurzen
Angaben über die Standorte, die Zugzeit u. s. w. Gelegent-
lich ein arger Irrthum So z. B. fehlt Accentor alpinus
,,nicht selten auf dem Riesengebirge und in die Zittauer
Gegend herabkommend^ den» Riesengebirge gänzlich.
Blasius Hank: Bericht über den Vögelzug wäh-
rend des Frühlings 1863 in der Umgebung von Mariahoff
in Obersteiermark." Mittheilung des naturw. Vereins in
Steiermark Heft 1. p. 32—36 und Heft 2. p. 55—56.
Joh. Zelebor berichtet in der Wiener Jagdzeitung
ganz ansprechend über seine ornithologische Ausbeute an
der Theiss und unteren Donau. Er traf daselbst auf
manches Seltnere: Aquila imperialis, Falco lanarius, Ar-
dea egretta u. s. w. Zwischen Tultscha und Ismail grosse
Brutstationen von Ardea garcetta, A. comata, Ibis falci-
nellus und Garbo pygmaeus.
„Bulletin de la Societe ornithologique Suisse, tome I.
part 1." Es enthält diese neue Publikation verschiedene
ganz interessante Mittheilungen, auf welche der specielle
Theil dieses Berichts zurückkommen wird. Als Mitar-
beiter nennen sich V. Fatio und G. Lunel.
Henry Giglioni veröffentlicht im Ibis: „Notes
on Birds obscrved at Pisa and in the neighbourhood."
Es verrathen diese auf ziemlich zahlreiche Arten bezüg-
lichen Noten ein gutes Beobachtungstalent.
„Storia naturale degli uccelli che nidificano in Lom-
bardia od illustrazione delle raccolta ornithologica dei
fratelli Ercole e Erneste Turati, scritta da E u g e-
nio Bettoni, con tavole lithografate e colorate prese
dal vero da 0. Dressler" vol. I. fasc. 1—3. fol. Jede
Lieferung enthält zwei Tafeln. Abgebildet wurden bis
jetzt Ardea minuta, Calamoherpe turdoides, Pratincola
der Vögel während des Jahres 1865. 9
rubetra, Alcedo ispida, Cotnrnix communis, Curruca atrica-
pilla. Es sollen jährlich fünf Lieferungen erscheinen. Ein
jedenfalls vielversprechendes Unternehmen , dessen bis
jetzt erschienener Theil alles Lob verdient. Die Abbil-
dungen sind vortrefflich zu nennen.
Th. v. Gonzenbach: Beobachtungen über die
Vögel in der Gegend von Messina. Ber. über die Thä-
tigkeit der St. Gallischen naturwissensch. Gesellsch. für
1862-63. p. 104—136.
Tommaso Salvadori: Catalogo degli uccelli di
Sardegna con note e osservazione etc. (Atti Soc. Italian.
di Science natur. VI)^, ist von C. Bolle vortrefflich in
unsere Sprache übertragen v^orden. Caban. Journal für
Ornith. Heft I. Es werden in dieser ausgezeichneten Ar-
beit manche der seltneren Arten sehr ausführlich be-
sprochen, so Falco Eleonorae, Gypaetos meridionalis etc.
Eine gute physiografische Einleitung schildert das ebenso
eigenthümliche als reiche Gebiet der Insel.
Ch. A. Wright giebt Nachträgliches zu seinen
Vögeln Maltas. Ibis 6. p. 459.
;,Die Insel Cjpern ihrer physischen und organischen
Natur nach geschildert von Dr. F. Unger und Dr. W.
Kotschy" 1 Vol. 8. Wien. In diesem Werke werden
89 Vögelarten als auf Cypern vorkommend aufgezählt.
In Capt. Spratt's Werk: ,, Travels and researches
in Greta" hat der uns von früher her wohlbekannte Drum-
mond Hay eine zeitgemäss umgearbeitete Ausgabe seiner
vor 23 Jahren veröffentlichten Liste der Vögel Greta' s
gegeben. Anstatt des Falco subbuteo figurirt hier F.
Eleonorae. Die Buchfinken Creta's könnten wohl spodio-
genys sein u. s. w. Aber leider \Yar Drummond Hay seit-
dem nicht wieder auf der Insel.
Pierre Daniloff: ,,Catalogue des oiseaux de la
partie sud-est du gouvernement d'Orel." Bullet. Soc. Imp.
Natur. Mose, tome 37. p. 452— 464.
LordLilford: ,,Notes on the Grnithology ofSpain"
im Ibis p. 166. Sehr interessante eingehende Arbeit über
ein verhältnissmässig nur wenig bekanntes Gebiet.
10 Hart la üb: Bericht üb. d. Leist. in d- Naturgeschichte
C. A. Kroener: ^ Apercu des Oiseaux de TAlsace
et des Vosges.^ Strassb. 1865. 8.
M. Vincelot: „Essay etymologique sur TOrnitho-
logie de Maine et Loire ou les moeurs des oiseaux expli-
ques par leurs noms." 1 Vol. 8. Angers. 244 S.
A. de la Fontaine: „Faune du pays de Luxem-
bourg. Oiseaux I. Luxemb. 1865. 8.
Asien.
Von Gould's „Birds of Asia^ erschien part 17 mit
den prachtvollen Abbildungen von Harpactes Hodgsoni,
Harpactes Diardi, Harpactes oreskios, Harpactes Rein-
wardtii, Harpactes Mackloti, Catreus Wallicliii, Dromolaea
picata, Dromolaea opistholeuca, Saxicola capistrata, Sa-
xicola leucomela, Saxicola montana, Saxicola atrogularis,
Pluvianus aegyptius, Badytes citreoloides, Anthus agilis
und Phyllopneuste tristis.
R. C. Beavan: On various Indian Birds^' im Ibis
VI. p. 401. Nach einer Schilderung der betreffenden
Lokalitäten allerlei Biologisches über einzelne Arten. Es
wurde hauptsächlich umDarjeeling und Barrackpoore ge-
sammelt und die Eier der folgenden Arten konnten der
Zool. Soc. präsentirt v^rerden: Athene radiata, Cypselus
affinis, Caprimulgus albonotatus, C. asiaticus, C. monti-
colus, Merops viridis, Arachnothera asiatica, Dicrurus ma-
crocercus, Malacocercus terricolor, Pycnonotus pygaeus,
Copsychus saularis, Thamnobia cambayensis, Corvus cul-
minatus und splendens, Dendrocitta rufa, Pastor contra,
Pastor tristis, Passer indicus, Crocopus phoenicopterus,
Turtur risorius, Turtur cambayensis, Lobivanellus goensis,
Oedicnemus crepitans.
Dr. J. Shortt: „Account of a Heroury and Bree-
ding-place of other Water-birds in Southern India." Journ.
Proceed. Linn. Soc. VIII. p. 94. Scheint nicht allzu cor-
rect hinsichtlich der Bestimmung der Arten zu sein.
R. S vs- i n h o e macht nach wie vor interessante brief-
liche Mittheiluugen aus Formosa an den Herausgeber des
der Yögel während des Jahres 1865. 11
Ibis p. 346 u. s. w. üeber viele der seltneren Arten wer-
den instructive Beobachtungen mitgetheilt, so z. B. über
Ceriornis Caboti, Garrulax auritus, die Urocissaarten For-
mosa's und China's, über Scops japonicus, über Circus
aeruginosus von Amoy, über Euplocaraus Swinhoei, Ardea
goisagi und andere mehr.
Milne Edwards, den wir hier zuerst als schrift-
stellerisch thätig auf unserem Gebiete kennen lernen,
liefert einen ^Rapport sur diverses collections envoyees
au Museum par le pere Armand David. ^ Archiv, du
Mus. d'Hist. natur. Das Gebiet, der nördlichste Theil
China's und die Mongolei, wird physiographisch geschil-
dert. Dann folgen Bem.erkungen über manche der we-
nigst bekannten Arten, als Crossoptilon auritum, Pucrasia
xanthospila, Ibidorhyncha Struthersii, die um Si-wan in
der Mongolei nicht selten ; über Emberiza castaniceps
und seltnere Pallasische Ammern, ferner über Suthora
Webbiana, Accentor montanellus, Abrorms Armandi n.
sp., Orocetes gularis, Bombycilla phoenicoptera, Accipi-
ter Stevensoni aus der Umgegend von Si-wan in der Mon-
golei, Turdus Davidianus und Carpodacus Davidianus n-
sp., einer Art, deren ^ wir für gleichartig mit rhodope-
plus halten und deren $ uns gleich mit rhodochlamys zu
sein scheint. Die neuen Arten sind abgebildet. Zu dem
Wichtigsten des hier Mitgetheiiten zählen wir den endli-
chen Aufschluss über das Wohngebiet von Ibidorhyncha.
H. B. Tristram: „On the Ornithology of Pale-
stine.^ Ibis n. s. Vol. I. p. 67. Zählt zu den besten Bei-
trägen, deren dieser Bericht zu gedenken hat, und ist
durchweg von ungewöhnlichem Interesse. Das ganze
merkwürdige Gebiet wird uns nach allen Richtungen hin
in seiner natürlichen Beschaffenheit geschildert. Die
tiefe Spalte des Jordanthaies ist ein tropisches enclave
und wird von einer gänzlich abweichenden und lokal dif-
ferenzirten Thierwelt bewohnt. Hier lebt Nectarinia osea,
Cypselus abyssinicus, Hirundo rufula, Crateropus chaly-
baeus, Ixos xanthopygius, Drymoeca gracilis u. s. w. Von
Raubvögeln wurden 43 Arten erlangt. Sie spielen in der
12 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
thierischen Oeconomie Palästina's eine hervorragende
Rolle.
E. Blyth veröffentlicht im Ibis p. 27— 50, sehr
werthvoUe ^identifications and rectifications of synonymy"
über indische Vögel. Kaum eines Auszugs fähig. Viel
unerwartete Aufschlüsse.
Afrika.
Orazio Antinori's im vorigen Berichte bespro-
chener Catalogo descrittivo u. s. w. ist von Dr. R. Hart-
man für Cabanis' Journal für Ornithologie gut übersetzt
und mit trefflichen Anmerkungen versehen worden. Heft
I. p. 67.
Ebenso Leit h- x\dams' Aufsatz über die Vögel
Aegyptens im 6. Hefte des 12. Jahrgangs.
A. Leith -Adams „Notes on the mummied bodies
of the Ibis and other birds found in Egypt^ in Edinb.
New Philos. Journ. XIX. p. 173—183.
Rodolphe Germain: ^Catalogue raisonne des
oiseaux observes dans la subdivision Milianah (Algörie)
de Nov. 1856. — Nov. 1858 : Archiv, du Mus. d'Hist. na-
tur. Tome I. p. 52. Viele Arten werden nur kurz, andere
etwas eingehender besprochen, so z. B. Vultur fulvus,
Passer hispaniolensis in zwei constanten Rassen von ver-
schiedener Grösse, Parus Ledouci , die genau dieselben
Oertlichkeiten bewohnt wie Garrulus cervicalis, nämlich
sieben- bis achthundert Metres hoch über dem Meere, wo
der Winter andauernd Schnee hat; ferner Ixos obscurus,
Erithacus Moussieri u. s. w. Jedenfalls ein nicht unwich-
tiger Beitrag.
J. H. Gurney fährt fort „additional lists*^ von den
Vögeln Natals zu geben. Ibis Heft 3. Im Ganzen ver-
zeichnete er bis jetzt 283 Arten. In der letzten Sendung
von der Mündung des Monacusiflusses jenseit der nord-
östlichen Grenzen der Colonie befanden sich auch Orio-
lus galbula, Calamoherpe arundinacea und Phyllopneuste
trochilus.
der Vögel während des Jahres 1865. 13
In David und Charles Livingstone's ^Narrative
of an expedition to tlie Zambesi and its tributaries etc., finden
sich im Texte zerstreut zahlreiche kleinere auf die dortigen
Vögel bezügliche Notizen. Die merkwürdigen Gewohn-
heiten der Indicatorarten werden besprochen. Das 4te
Capitel schildert das reiche Vogelleben am Shire. Grosse
Flüge von Falco vespertinus verlassen Abends die Pal-
men, die ihnen während der Hitze des Tages eine Ruhe-
stätte gewährten. Paarweise fliegt Buceros eristatus ab
und zu. Ein ungeheurer Schwärm dieser grossen Art
wurde bei Chibisa's Dorf beobachtet. W^icderholt rühmt
Livingstone den Gesang der Vögel im tiefen Innern
Afrikas. Dann schildert er die hochzeitlichen Spiele
einer schwarzen gelbschultrigen Webervogelart im Shu-
pangagebiete. Im wilden Sturm auf dem Nyassas^e er-
scheint ein Flug der abenteuerlichen Cosmetornis vexil-
larlus u. s. w.
Referent beschrieb In den Proceed. of the Zool.
See. Lond. sieben neue von J. J. Monteiro in Benguela
entdeckte Vögel p. 86.
J. J. Monteiro: „Notes onBirds collected in Ben-
guela etc. Proceed. Zool. Soc. Lond. p. 89. Behandelt
70 Arten, von denen ein Theil nur namentlich aufge-
führt, ein anderer aber durch sehr interessante Beobach-
tungen Monteiro's uns besser bekannt wird.
H. Schlegel; Contributions ä la Faune de Mada-
gascar et des Isles vcisines d'apres les decouvertes de M.
Fr. Pollen et van Dam." Die Inseln sind Nossl-be
und Mayotte. Die besprochenen 12 Arten sind Tinnun-
culus punctatus, Ni'sus hrtitus n. sp., Noctua Polleniin. sp.,
Coua Reynaudii, Xenopirostris Damun. sp., Tchltrea mu-
tata, Dicrurus Waldenii n. sp., Zosterops flavifrons Poll.,
Columha Pollenii n. sp., Ptilopus Sganzinl. Also bis
jetzt nur eine sehr massige Ausbeute an Neuigkeiten.
A. Newton: List of animals collected at Mohembo
(Madag.) byM. W. T. Gerrard. Unter den 44 Vögeln
dieses Verzeichnisses befanden sich Artamia rufa, Ellisia
14 Hartlaub: Bericht üb. d, Leist, in d. Naturgeschiclite
tjpica^ Numida tiarata^ Canirallus kioloides, Biensis tjpus,
Cisticola madagascariensis.
Edw. Newton: ^Notes of a visit to the Island of
of Rodriguez. Ibis p. 146. Von Didus nazarenus wurden
in einer Höhle einige Knochen gefunden, nämlich femur
dext., humerus sin. und tarso-metatars. slnist. Von Vö-
geln wurden übrigens beobachtet : Agapornis cana, Fou-
dia ßavicans n. sp., Drymoeca rodericana n. sp., Numida
tiarata, Gygis Candida, Sterna velox, Numenius arquata,
Strepsilas interpres. Schon als erste Notiz über die Fauna
eines kleinen aber zuvor völlig unbekannten Gebietes von
grossem Interesse.
Amerika.
Prof. Spencer F. Baird's „Review of American
Birds'^ kennen wir bis zu S. 256. Jedenfalls wird diese auf
ein ungewöhnlich vollständiges und reichhaltiges Material
begründete sehr fleissige Arbeit des Sachkundigsten unter
den Ornithologen Amerikas unsere Kenntniss von den Vö-
geln dieses Landes sehr wesentlich bereichern, wenn auch
das hier zur Anwendung gebrachte Princip einer grossen
Vervielfältigung der Arten nach Maassgabe ihrer geo-
graphischen Verbreitung nur theilweise Nachahmung fin-
den wird.
Elliott Coues: „Ornithology of a prairie-journey
and notes on the birds of Arizona." Ibis p. Iö7. Ein
eifriger Ornitholog, der von seiner Competenz bereits
vollgültige Proben abgelegt hat, schildert uns hier sehr
anziehend die Vögel der von ihm bereisten nocli wenig
bekannten Gebiete des Westens. Ueber viele Arten wird
eingehender berichtet, so z. B. über die Spechte Arizona's.
Der sehr veränderlichen Farbe der Iris wird specielle
Beachtung geschenkt.
J. W.V.Müller: „Reisen in den vereinigten Staa-
ten, Canada und Mexiko." Dritter Band: Beiträge zur
Geschichte, Statistik und Zoologie von Mexiko. Vögel
S.553. Das hier mitgetheilte Namenregister der Vögel
Mexiko ist jedenfalls das vollständigste der bis jetzt ver-
der Vögel während des Jahres 1865. 15
öfFentlichten und schon deshalb von entschiedenem Werthe.
611 Arten; zu einzelnen Bemerkungen. Als neu werden
beschrieben: Trogon erythronotuSj Tachyphonus Schlag-
intweitiiy Melospiza pectoralis und Aimophila tolteha.
H. G. Dresscr: „Notes on the birds of Southern
Texas." Ibis p. 312. Die Lokalität wird eingehend ge-
schildert. Was über die einzelnen Arten mitgetheilt
wird, verräth den geübten Beobachter und liest sich an-
genehm.
P. L. Sclater und O. Salvin: ;,Notes on a col-
lection of birds from the Istmus of Panama." Proceed.
Zool. Soc. p. 342. Der Sammler dieser Vögel war James
M'Leannan. Die Bearbeitung ist eine eingehende und
der ungewöhnlichen Sachkenntniss Sclater's und Sal-
vin's entsprechende. Die Hauptlokalitäten werden ihren
geographischen und naturgeschichtlichen Zügen nach ge-
schildert. Die Zahl der auf der Landenge von Panama
bis jetzt beobachteten Arten beträgt 389.
O. Salvin: „The Sea-birds and Waders of the Pa-
clfic-coast of Guatemala." Ibis p. 187. Sehr interessant.
Pelecanus erythrorhynchus^Recurvirostra occidentalis, auch
Mycteria americana wurden daselbst angetroffen.
R. A. Philip pi und C. L. L and b eck: „Beiträge
zur Ornithologie von Chile" in Trosch. Archiv p.561.
Die Mehrzahl der von diesen beiden Forschern als neu
eingeführten Arten scheint sich in der That als unbe-
schrieben herauszustellen. Die Beschreibungen sind gut
und ausführlich.
Lawrence: „List of Birds from near St. David,
Chiriqui, New Grenada, collected by M. Fr. Hicks." Ann.
Lyc. N.-York. Nov. 1865. 39 Arten.
Lawrence: „Catal. of a collection of birds made
by M. Holland at Greytown, Nicaragua." Ann. Lyc. of
Newyork. ib. 61 Arten.
16 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in [d. Naturgesc hichte
Australien.
Auf Gou Id's ;,Handbook of the birds of Australia/
2 Vol. 8., wurde bereits in der Einleitung kurz und in nicht
gerade schmeichelhafter Weise hingedeutet. Der glänzen-
den äusseren Ausstattung des Buches entspricht der ko-
lossale Preis. 650 Arten. Viel neue Gattungen, grössten-
theils nicht einmal charakterisirt. Tabellarische Ueber-
sicht der geographischen Verbreitung. Index. Für die-
jenigen, welche die „Birds of Australia" nicht besitzen,
immerhin brauchbarer, als Reichenbach's von Fehlern wim-
melnde üebersetzung.
E. P. Ramsay: „List of Birds received from Port
Denison, Queensland.'^ Ibis n. s. 45 Arten.
E. P. Ramsay beschreibt die Nester und Eier ver-
schiedener neuseeländischer Vögel. Ibis. p. 154. Anthor-
nis melanura, Rhipidura flabellifera, Creadion caruncula-
tus, Platycercus auriceps u. s. w.
E. P. Ramsay: „Notes on birds breeding in the
neighbourhood of Sydney." Ibis p. 298. Bespricht die
Fortpflanzung von Pardalotus striatus, Chelidon arborea,
Chelidon ariel, Gymnorhina tibicen, Myiagra plumbea,
Myiagra carinata, Corvus coronoides, Myzomela sangui-
nolenta und Parra gallinaea.
Henri Jouan: „Notes sur la Faune ornithologi-
que de la nouvclle Caledonie." Mem. Soc. Imper. Sc.
nat. de Cherbourg für 1863. p. 197—248. Von 65 nam-
haft gemachten Arten werden 4 als zweifelhaft bezeich-
net. 11 Arten fehlen dem Verzeichniss Verreaux's und
Desmur's, unter ihnen Circus Jardinii.
Ueber die Vögel der Mac-Keansinsel (Phönixgruppe).
Es ist diese kleine V4 Meile lange und V2 Meile breite
Coralleninsel mit Guano bedeckt und unbewohnt. Die
beobachteten Arten waren: Tachypetes aquila, legt ein
grosses weisses Ei; Sula piscatrix, fusca und cyanops,
jede Art für sich colonieenweise brütend ; Sula fusca,
macht ein flaches aus Reisern erbautes Nest; Puffinus nugax
und sphenurus; die erstere Art gräbt sich gewundene
der Vögel während des Jahres 1865. 17
tiefe Höhlen und legt ein weisses Ei ; P. sphennrus legt
sein ebenfalls weisses EI in Steinhaufen ; Sterna panaya^
lunata^ Grygis Candida, Anous stolidus un,d parvulus. Von
Seeschwalben lebt Sterna panaya in grossen Schaaren bei-
sammen und legt auf blosser Erde ein weisses rothbraun
geflecktes Ei in Steinlöcher ; Gygis Candida brütet im No-
vember und legt ein weisses griinlich-rothbraun geflecktes
Ei auf CoraJlenbänke. Auch Phaeton phoenicurus soll auf
der Mac-Keansinsel brüten.
Capt. F. W. Hutton berichtet höchst interessant
und ausführlich „on some of the birds inhabiting the
Southern Ocean.^ Ibis p. 276. Eingeschlossen sind wich-
tige Beobachtungen des Herrn Richard Harris auf
den Prinz Edward-Inseln und auf Kerguelens Land. Chio-
nis minor ist gemein auf beiden Ijokalitäten. Viel über
seltnere Procellarien. lieber die Albatrosse wird eben-
falls ausführlich und zum Theil nach neuen Anschauungen
berichtet. Für den besten Flieger wird Diomedea fuli-
ginosa erklärt.
Walter Buller: ;,Notice of the remains of the
Moa and other birds formerly inhabiting New-Zealand."
Zoolog, p. 9197— 9200. Es wird hier der Beweis zu füh-
ren gesucht, dass grosse Vögel aus den. Gattungen Pa-
lapteryx, Brachypteryx Owen und Aptornis noch im un-
bekannten Innern leben könnten. Wir theilen diese An-
sicht nicht.
Siibclass. I. Incessores.
Ordn. 1. Passeres.
a, 0 seines.
Turdidae. Neue Arten: Cathnrus gracilirostris So\a.i. Proceed.
1864. p. 580. Costarica. — Tnrdns davidianus M. Edw. Nouv. Arch.
du Mus. I. p. 26. Nordchina. — Copsijclms seychellarum Newt. Ibis
pl. 8. p. 332.
Die Novaraexpedition erwähnt des bekannten Turdus fumidus
Archiv für Naturg. XXXII. Jahrg. 2 Bd. B
18 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
Müll, unter dem Namen T. vulcanus Temm. Gipfel des Pangerango,
11,000' hoch.
Ueber Copsychus saularis von verschiedenen Lokalitäten vgl.
V. Pelz. Novar. Vög. p. 72. Nest und Eier. Sclaters Copsychus cey-
lonensis sei eine gute Art.
Cinclidae. E. Crisp: »On the anatomy and habits of the
Water-Ouzel (Cinclus aquaticus)« Proceed. Zool. Soc. p. 49.
SaxiCOlidae. Neue Arten : Gerygone anclandica Pelz. Nov. p. 64.
Scheint in der That verschieden von G. flaviventris, igata und mo-
desta (Insel Norfolk) zu sein. — Gerygone neglecta "Wall. Proceed.
Z. S. p. 475. Waigiou, Mysol. — Gerygone palpebrosa Wall. ib. Aru-
inseln. — Melanodryas picata Gould, Handb. II. p. 285. Nordau-
stralien.
lieber Pratincola pastor am Cap vergl. Nov. p. 64. Nest
und Eier,
A. V. Homeyer schildert Pratincola rubetra als Spottvogel.
Caban. Journ. p. 295.
Saxicola specfabilis Hartl. Proceed. Zool. Soc. p. 428. pl. 23
(fig. opt.) ist schliesslich nur die bifasciata der Planch. color. La-
yard schildert die Lebensweise dieses Vogels. Proceed. Z. S. p. 619.
SylviidaO. Neue Arten: Drymoeca rodericana Newt. Proceed.
Z. S. pl. 1. flg. 3. Insel Rodriguez. Ausführlich darüber noch Ibis
p. 150. — Malurus leuconotus Gould, Ann. Mag. N. H. p. 60. Inne-
res Australien. — Abrornis Arnaudi M. Edw. Arch. Mus. Par. I.
p. 22. pl. 2. Nordasien.
Calamoherpe affinis Hodgs. wurde auf hohem Meere zwischen
Ceylon und St. Paul erlegt. Novar. Vögel.
Nest und Eier von Cisticola schoenicola abgebildet. Bullet.
Soc. Orn. Suissel. pl. 1.
Ei von Drymoeca subruficapilla und von Dr. maculosa abgeb.
Novar. Vögel tab. 6. fig. 3. p. 62 und fig. 4. p. 62.
Paridae. Ausführliche Beobachtungen über die Fortpflanzung
von Paroides pendulinus veröffentlicht H. Giglioni Ibis p. 52.
Neue Arten: Orites i ephrono tu s Günih., Ibis p.95. pl. 4, Klein-
asien; Umgegend des Dorfes Havancore. Rücken rein grau. Lebt
ähnlich wie die Schwanzmeise Europa's. — Mecistura Sicinhoei, Ze-
leb. Nov. Vög. p. 66. pl. 3. Shanghae. — Polioptila plumbiceps Lawr.
Proceed. Acad. Philad. p. 37. Venezuela.
Abbild. Sitta Krüperi, Ibis pl. 7 (fig. opt.).
S c 1 a t e r giebt eine Ueb ersieht der ihm bekannten zwölf Sit-
taarten. Ibis p. 306.
Gerthiidae. M. A. Girtanner theilt interessante Notizen über
der Vögel während des Jahres 1865. 19
Tichodroma phoenicoptera mit. Verhandl. der St. Gallen naturf.
Gesellsch. p. 63 — 64. Er konnte den Vogel längere Zeit in der Ge-
fangenschaft beobachten. Höhe über 10,000 Fnss. Beim Erklettern
der glattesten verticalen Felswände werden die Flügel zu Hülfe ge-
zogen. Der Schwanz bleibt dabei ganz aus dem Spiele. Man ver-
gleiche damit die Beobachtungen des englischen Reisenden Mog-
gridge um Mentone. (Ibis.)
TrOglodytidae. Neue Arten: Cyphorimis Lawrencii Sclat. Pro-
ceed. Z. S. p. 345. Panama. Ist cantans Lawr. — Thryolhorus hrun-
neus Lawr. Ann. Lyc. N.-Y. Nicaragua — Thryolhorus atrogularis Salv.
Proceed. Z. S. 64. p. 180. Costarica. — Thryofhonis thoracicus. Id ib.
lieber Salpornis spilonota schreibt beachtenswerth Blyth,
Ibis p. 48. Die generische Stellung sei zwischen Sitta und Certhia.
üeber die Lebensweise von Tatare longirostris vergl. Zelebor
in Vög. Navar. Exp. p, 60.
Timaliidae. Neue Arten: Crateropns gymnogenys Hartl. Pro-
ceed. Z. S. p. 86. Angola. — Garrvlax rubiginosns Blyth, Ibis p. 46.
— Garriilax poliocephalns Bl. ib. Malacca. — Tiraalia quadrislriata
Bl, ib. Malacca. — Timalia bicolor Bl. ib. Malacca. — Turdinus mu-
rinus Bl. ib. Sumatra. (Salom. Müller.)
Abbild. Ei von Malacocercus griseus. Novar. Exped. Vögel,
tab. 6. fig. 6.
BrachypOdidae. Neue Arten: Criniger tristis Blyth. Ibis p. 47,
Malacca. — Otocompsa fnscicaudata Gould, Proceed. Z. S. p. 664.
Südindien.
Ueber Pycnonotus sinensis vergl. Novar. Exped. Vögel p. 75.
Und ebendaselbst über Hypsipetes nicobariensis p. 76. Diese letztere
Art singt sehr angenehm.
Motacillidae. Neue Arten: Enicnrus gvttattis Gould, Proceed.
Z. S. p. 664 Sikkim. — Enicurus sinensis Gould, ibid. p. 665.
Ueber die Bachstelzen Indiens vergl. Blyth Ibis p. 48.
Dr. Alt um: »Unsere Bachstelzen.« Caban. Joum. p. 245.
(Motac. alba, boarula, flava.)
SylyiCOlidae. Neue Arten: Granatellus Pehelnii Sei. Proceed.
Z. S. p. 64. pl. 33. fig. 1. Madeirafluss m Brasilien. — Dendroica
Graciae Coues in Baird's Rev. Amer. B. p. 210. Arizona. — Den-
droica Adelaidve Baird 1. c. Portorico. — Geothlypis melanops Baird
1. c. Oestl. Mexiko. — Geofhhjpis poliocephala Baird ib. Westliches
Mexiko. — Grayiatellus FrtfncjV/e Baird 1. c. p. 232. Tres Marias, Me-
xiko. — Basilenierus melanogenys Baird ib. p. 248. Costarica.
S c 1 a t e r erläutert im Ibis S. 89 die vier nahe verwandten Ar-
ten Dendroica virens, occidentalis (= niveiventris Salv.), Townsendii
und chrysopareia Sei. von Texas und Guatemala.
20 Hartlaiib: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Abbild. Granatellus venustus. Proc. Z. S. 1864. pl. 3.3. fig. 2.
Hirundinidae. Neue Arten: Procne fnrcata Baird, Rev. of
Amer. B. p. 278. Chile. — Frocne cryptoleucaB. ibid. Cnba, Florida
Keys ? — Stelgut ofteryx fulvigula B. ib. p. 318. Costarica. — lU-
rundo fretensis Gould, Handb. I. p. 110. Nordaustralien.
Vireonidae. Neue Arten : Hylophilus acuticandns Lawr. Pro-
ceed. Acad. Philad. p. 37. Venezuela. — Prionochilus aureolimbatus
Wall. Proceed. Z. S. p. 477. pl. 29. fig. 1. Nordcelebes.
MaSCicapidae. Neue Arten: Fhilentoma nnicolor Blyth, Ibis
p. 46. Borneo. — ßutnlis caerulescens Hartl. Ibis p. 267. Natal. —
Tehitrea Spekei Hartl., Proceed. Z. S. p. 428. Inneres Ostafrika. —
Muscicapa helianthea Wall., Proc. Z. S. p. 476. Celebes. — Cyornis
rufigula. Id. ib. Celebes. — Cyornis rußfrons Wall. 1. c. Borneo.
— Rhipidura longicauda Wall. ib. Sumatra. — Bhipidura lorrida.
Id. ib. pl. 28. Ternate. — Rhipidura cinerea Wall. ib. Ceram. — llylo-
phorba ruhicilla Sclat., Proceed. Z. S. p. 326. pl. 13. Madagascar.
Diese neue Form ist den indischen Hyloterpe verwandt.
Pucheran schreibt ausführlicher über Muscicapa tricolor
Vieill. Es sei diese Art keineswegs gleichartig mit M. melanoleuca
Q. et Gaim. Rev. et Mag. de Zool. p. 65.
A. V. Homeyer beschreibt seine Kunde von Muscicapa parva.
Gab an. Journ. für Ornith.
Ueber Tschitrea paradisi vergl. Novar. Exp. Vög. p. 77. Das
Weibchen sei ganz weiss. Ceylon.
Ueber Rhipidura flabellifera ibid. p. 77. Zelebor theilt interes-
sante Beobachtungen mit.
Laniidae. Neue Arten: Dryoscopus guttalvs Rd,vi\., Proc. Z. S.
p. 86. Angola. — Xenopirostris Damii PoU., Schleg. Contrib. Madag.
p. 10. Nordwestl. Madagascar. — Artamns melanops Gould, Annais
and Mag. N. H. p. 60. Inneres Australien. — Dicrnrus marginatus
Bl., Ibis p. 40. — Dicriirus levcops Wall., Proceed. Z. S. p. 478.
Celebes. — Dicrums Waldenii Schleg., Contrib. Madag. p. 14. Insel
Majotta. — Campephaga amboinensis Hartl., Cab. Journ. p. 156. —
Graucalus concretus Hartl. 1. c. Borneo. — Volvocivora Schierbrandi
V. Pelz. Hartl. Cab. Journ. p. 161. Borneo. — Volvocivora melanura
Hartl. ib. — Volvocivora vidim Hartl. ib. Arracan.
Ref. behandelt die Gruppe der Campephaginen monographisch.
Caban. Journ. für Ornith. p. 435. Sämmtliche Arten nach eigener
Untersuchung beschrieben.
»Note sur l'Oxynotus ferrugineus« par Fr. Pollen. 4. St.
Denis auf Reunion, mit Abbild. Fortpflanzung noch unbekannt.
Ueber die Lebensweise desDicrurus der Nicobaren vgl. Novar.
Exped. Vögel p. 82. Gesang sehr wohlklingend.
der Yögel während des Jahres 1865. 21
Abbild. Ei von Laniarius boulboiü. Novar. Exped. Yögel
taf. 6. fig. 3. Auch das Nest.
Oriolidae. lieber Oriolus macrourus Bl. auf den Nicobaren
vergl. Novar. Exp. Vögel p. 74.
Paradiseidae. Bernstein schreibt über eine prachtvolle von
ihm für neu gehaltene Paradisvogelart : Schlegelin calva. (— Diphyl-
lodes Wilsoui Cass.). Tydskr. Dierk. T865. p. 320. Waigiou. Gute
Abbild, Ebendaselbst wird über Paradisea rubra berichtet, über
welche Art v. Rosenberg allerlei Irrthümliches beigebracht habe.
Nectariniidae. Neue Arten: Arachnothera vagans Bernst. Ne-
derl Tydschr. Dierk. p, 322. Waigiow. — Nectarinia flavostriata
Wall, Proceed. Z. S. p. 478. pl. 29. fig. 2. Celebes. (= N. lodoisia
Salvad.) — Nectarinia porpbyrolaema'WsiW. 1. c- Macassar. — Necta-
rinia Greyi Wall. Menedo. — Nectarinia insignis Gould, Proceed.
p. 663. Penang.
Sehr anziehend schreibt C. J. Anderson über die Irrisor-
art des Daraaralandes. Ibis p. 250. Die Individuen variiren ausser-
ordentlich nach Alter und Geschlecht.
lieber einige capische Nectarinien berichtet Zelebor in der
Exped. Novar. Vögel p. 53. N. famosa und violacea wurden näher
beobachtet.
Ramsay beschreibt im »Ibis« p. 85 die Lebensweise von
Nectarinia australis um Port Denison.
Abbild. Nectarinia osea, Ibis pl. 2. ^ $ und Nest.
Molliphagidae. Neue Arten: Zoslerops lateralis Temm. Java,
Sumatra. — Zoslerops chlorates Müll. Moretai. — Heleia Mülleri
Hartl. Timor. — Heleia friqida'MüW. Sumatra. ^ Zoster ops ßavi-
frons Pollen in Schleg. Contrib. Madag. p. 15. Majotta. — Zosterops
fusca Bernst. 1. c. p. 323. Waigiou. — Ptilotis rostrata Wall., Proc.
Z. S. p. 478. Neuguinea, Waigiou, Mysol.
Ref. unterzog in Gab. Journ. für Ornithologie die gut um-
schriebene Gattung Zosterops einer kritischen Revision. Zweiund-
fünfzig Arten konnten als sicher beschrieben werden. Es gruppirt
sich diese zierliche Form am besten geographisch. Abtheilungen
sind höchstens von subgenerischem Werthe.
Schlegel behandelte im »Jaerbookje« der Gesellschaft »Na-
tura artis magistra« die neuseeländische Form Prosthemadera. Für
ihn ist dieser merkwürdige Vogel Lamx3rotornis novae Zelandiae.
Sehr niedliche Abbildung.
Tanagridae. Neue Arten: Tachyphonus rubrifrons Lawr., Pro-
ceed. Acad. Philad. p. 106. Panama, — Euphone Annae Cass., Pro-
ceed. Ac Phil. p. 172. Costarica, — Arremon rnßdorsalis Cass. ib.
p. 170. Costarica. — Buarremon crassirostris Cass. ib. Costarica. —
22 Hartlaiib: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lanio lencolhorax Salv., Proceed. 64. p. 381. Costarica. — Ckloros-
pingus filealvs Salv. ib. Costarica. — Embernagra superciliosa Salv.
ib. Costarica. — Bvarremon Ocai Lawr. Ann. Lyc. N.-Y. Mai 1865.
Yalapa. — Iridomis Reinhanlti Sclat., Ibis p. 495. Peru. — Saltalor
isthmicus Sclat., Proc. Z. S. p. 351. (= striatipectus Lawr.) — Tana-
gra olivina Natt., Sclat. 1. c. p. 607. Cujaba.
lieber Euphone fulvicrissa Sclat. vergl. Proceed. Z. S. 1864.
p. 349.
Abbild. Ettcometis Cassinii Lawr., Proc. Z. S. 1864. pl. 30.
Ploceidae. Neu: Foudia flavicans Newt., Proceed. Z. S. pl. 1.
Insel Rodriguez. (Ibis p. 148.) — Hijphnntomis Royrei Verr., Hartl.
Cab. Journ. p. 97. — Estrelda nitidvla n. Ibis p. 269. Natal. §. — Mit-
nia trisHssima Wall., Proc. Z. S. p. 479. Neu-Guinea. — Munia for-
mosana Swinh. Ibis p. 356.
lieber die Fortpflanzung von Hyphantornis aurifrons und Plo-
ceus capensis vergl. Novar. Expedit. Vögel p. 89. tab. 6. fig. 8 und
tab. 6. fig. 9. (Eier.)
Fringillidae. Neue Arten: Aimoptila tolteca v. Müll. Mexiko.
p. 584. — Passer canicapillus Bl., Ibis p. 46. — Poospiza oxyrhyncha
Natt., Sclat. Proceed. Z. S. 64. p. 608. Brasilien. — Chrysomilris
Bryantii Cass., Proc. Ac. Phil. p. 89. Costarica. — Spermophila pi-
leata Natt., Sclat. 1. c. Brasilien. — Spermophila Hicksii Lawr., Ann.
Lyc. N.-Y. Nov. 65. Panama. — Spermophila badiiventris. Id. ib.
Nicaragua. — Spermophila fortipes. Id. ib. Neugranada. — Spermo-
phila collaris. Id. ib. Chirigui. — Corpodactis davidianns M. Edw.,
Nouv. Arch. du Mus. Par. I. p. 19.. pl. 2. fig. 2 und 3. Tartarei.
Eine hübsche Notiz über Fringilla coelebs in Mingrelien bei
Radde in Peterm. Geogr. Mittheil. p. 18. Lebt familienweise in den
baumartigen Buxusbeständen oberhalb Dshwari.
John Cassin: »Examination of the Birds of the genus Chry-
somitris.« Proceed. Acad. N. Sc. Philad. p. 89. Es werden hier 16
Arten in subgenera vertheilt.
Rud. Meyer: »Zur Naturgeschichte des Girlitz« im fünften
Bericht des Ofifenb. Vereins für Naturkunde 1864. p. 43—50.
lieber die Fortpflanzung von Crithagra flaviventris und Cri-
thagra canicollis vergl. Novar. Exped. Vögel p. 94. pl. 6. fig. 10. Ei.
Alaudidae. Neue Arten : Pijrrhulauda modesla Finsch. Cab.
Journ. f. Orn. p. 412. Canarische Inseln. — Certhilauda Frobeni
Landb. Trosch. Arch. p. 62. Peru bis 10,000 Fuss hoch. — Certhi-
lauda isabellina Landb. 1. c. Peru, Cordilleren. — Geobamon fns-
ciala Landb. 1. c. Chile. — Anthns parvus Lawr. Proc. Ac. Philad.
p. 106. Panama.
der Vögel während des Jahres 1865. 23
E. P. Ramsay schreibt über die Fortpflanzung von Miraffra
Horsfieldii. Proceed. Z. S. p. 689.
In Troschers Archiv verbreiten sich Philippi und Land-
beck über die Lerchen Chile's p. 57. Sehr instructiv über Certhi-
lauda cunicularia, Certhilauda nigrofasciata u. s. w.
IctoridäO. Neu : Quiscalus microrhijncfius Sclat. Proceed. Zool.
Soc. 1864. p. 353. Panama. Ist uropygialis Lawr.
Stnrnidae. Neue Form : Charitomis Albertinae Schleg. Nederl,
Tydschr. Dierk. III. p. 1. Insel Sula Mangouli. Steht Streptocitta
torquata generisch zunächst.
lieber die Fortpflanzung von Notauges bicolor vergl. Novar.
Exped. Vögel p. 87.
Und ebendaselbst über die Lebensweise von Calornis affinis
auf den Nicobaren p. 87.
Corvidae. Neue Arten : Dendrocitta himalayensis Bl. Ibis p. 45.
— Corvus mecßarhyjiclms Bernst. Tydschr. Dierk. p. 323. Waigiou.
Ist = C. fuscicapillus Wäll.
G. F. Mathews schreibt im »Zoologist« über Cyanopica
Cooki in der Umgegend von Lissabon.
J. C. H. Fischer: »Ueber die Fortpflanzung von Nucifraga
caryocatactes« in Kroyers Tidskr. 1864.
Ueber Lycocorax obiensis, von Bernstein auf den Obi- In-
seln entdeckt, vgl. Gab. Journ. p. 410.
b. Clamatores.
üpupidao. Neue Art : Upupa devorata Hartl. Proceed. p. 86.
Angola,
DendrOCOlaptidae. Neue Arten : Synallaxis nigrifumosa Lawr.
Ann. Lyc. N.-Y. Nicaragua. — Synallaxis pitdica Sclat. Proceed. Z.
S. 1864. p. 354. (= brunneicaudalis Lawr.) Panama, — Philidor ru-
fohrunneiis Lawr. 1. c. Costarica. — Anabaz-cnops iineatus Lawr. 1. c.
Costarica. — Margaromis rubiginosa Lawr. 1. c. Costarica. — Mar-
garornis guttata. Id. ib. Quito, Labrador.
PterOptOChidae. Neu sind : Pteropjochus thoracicvs Sclat. Pro-
ceed. Z. S, 1864. p. 609, Madeirafl. Brasiliens. Weniger typisch. —
Pteroptoclius castaneus Phil. Landb. in Trosch. Arch. Nat. p. 36.
Lebt 5000' hoch in der Provinz Colchagua.
Formicariidae. Neue Arten: Formicivora schisticolor Lawr.
Ann. Lyc. N.-Y. Nov. 65- Costarica. — Thamnophilus llollandi. Id.
ib. Nicaragua. — Thamnophilus nigricristatns Lawr. Proceed. Acad.
N. Sc. Philad. p. 107. Panama. — Thamnistes affinis Salvad. Atti
dell. Soc. Ital. Sc. nat. vol. 7. Haiti. — Anaeretes cristatellus Salvad.
24 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
1. c. Haiti. — Myrmeciza immaculata Sclat. Proceed. Z. S. Panama.
— Myrmeciza haemosticia Sclat. ib. p. 382. Costarica. — Myrmeciza
stictoptera Lawr. Ann. Lyc. N.-Y. Costarica. — Myrmeciza marqi-
nata Lawr. 1. c. Brasilien. — Grallaria dives Sclat. 1. c. CostaTica.
— Hypocnemys jlavescens Sclat. ib. p. 609. Brasilien. — Hypocncmys
striativcnlris Salvad. 1. c. — Myrmotherula minor Salvad. 1. c. Bra-
silien. — Dasylhamnus slrüiliceps Lawr. Ann. Lyc. N. H. of N.-Y.
Mai 65. Costarica. — Dasythamnus rußvenlris. Id. ib. Neugranada.
üeber Gymnocichla nudiceps vergl. S c lat er Proceed. Z. S.
1864. p. 356. Ist = Pithys rufigularis Lawr.
Tyrannidae, Neue Arten : Myiarchus venezitelensis Lawr. Pro-
ceed. Acad. N. Sc. Philad. p. 38. — Myiobius mfescens Salvad. 1. c.
Brasilien, — Myiobius capitalis Salv. Proc. Z. S. 1864. p. 583. Co-
starica. — Empidonax pygmaeus Coues Ibis p. 537. Arizona. — Empi-
donax flavescens Lawr. Ann. Lyc. N.-Y. Costarica. — Camptostoma
flaviventre Sclat. Proceed. 64. p. 358. Panama. Ist imberbe von Lawr.
— Contoptis Ivyuhris Lawr. 1. c. Costarica. — Setopkaya auranliaca
Baird Rev. of Ann. B. p. 261. Costarica. — Setophaga torquata. Id.
ib. p. 261. Costarica. — Basileuterus mesoleucus Sclat. Proceed. Z.
S. pl- 19. flg. 1. Demarara. — Rhynchocyclus cerviniventris Salvad.
— Muscisaxicola cinerea Phil., Landb. Trosch. Arch. Naturg. p. 78.
Cordillere von Santiago. — Muscisaxicola rvbricapilla. Id. ib. p. 90.
Prov. Colchagua, 5 — 6000' hoch. — Muscisaxicola ßavivertex. Id. ib.
p. 98. Santiago. 7 — 12000 Fuss hoch. — Muscisaxicola nigrifrons. Id.
ib. Cordillere, 8000' hoch.
Philipp! und Landbeck gaben in Troschels Archiv für
Naturg. eine sehr eingehende monographische Arbeit über die Mus-
cisaxicolen Südamerika's. Sie kennen 15 Arten. Viel Gutes über
Verbreitung und Lebensweise.
Abbild. Basileuterus einer eicollis. Proceed. Zool. Soc. pl. 19.
fig. 2. — Basileuterus semicervinus ib. pl. 10. fig. 1. — Basileuterus
uropygialis ib. pl. 10. fig. 2.
Gotingidae. Neue Arten: Myiadestes mclanops Salv. Proceed.
Z. S. 1864. p. 583. pl. 35. Costarica. — Pipra Natter eri Sclat. ib.
pl. 39. Borba in Brasilien. — Piprites griseiceps Salv. 1. c. p. 583.
— Carpodectes nitidus Salv. Proceed. Z. S. pl. 36. Sehr interessante
neue Form. Ganz weiss. — Pachycephala brunnea Wall. Proceed.
Z. S. p. 478. Bandagruppe. Salwattie.
0. Salv in: »Note on the Costarica Bell-bird (Chasmarhyn-
chus tricarunculatus). Ibis p. 90. pl. 3. mas et foem.
Ordn. 3. Strisores.
Coraciadae. Wir danken Sclat er eine sehr instructive Mit-
der Vö^el während des Jahres 1865. 25
theilung über die Struktur der merkwürdigen madägascarischen
Form Leptosoma. Proceed. Zool. Soc. p. 682. Es will darnach
scheinen, als habe man diesen Vogel aus seiner bisherigen Stellung
bei den Cuculiden zu den Coraciaden zu verweisen.
Alcedinidae. Man liest mit Interesse bei v. Pelz ein, wie
Natterer die Unterschiede des abyssinischen Halcyon von dem
collaris der Sundainseln auffasste : Novar. Vögel p. 45. Zwischen
Exemplaren der Bremer Sammlung von den beiden Lokalitäten ha-
ben wir niemals genügende unterschiedliche Merkmale zu erkennen
vermocht.
Bucconidae. Ueber die Fortpflanzung von Megalaema indica
berichtet Capt. Beavan. Ibis p. 411.
Gapitonidae. Tetragonops Franzü wurde am Fusse des Tur-
rialba in Costarica erlegt. Ibis p. 551. Einiges über die Lebens-
weise. — Tetragonops rhamphastinus scheint jetzt etwas öfter nach
Europa zu gelangen.
Bucerotidae. Neue Arten: Tockus elegans Hartl. Proc. Zool.
Soc. p. 8. pl. 4. B enguela. Steht Buceros flavirostris Rüpp. zunächst.
— Tockus Mo7iteiri Hartl. ib. p. 91. pl. 5. Benguela. Monteiro
schildert die Lebensweise dieser Art. Proceed. p. 91. — Tockvs pul-
chrirostris Schleg. Nederl. Tydschr. Dierk. pl. 4. Goldküste. — Bu-
ceros Nagtglasii Schleg. ib. c. fig. opt. Goldküste. Ziemlich verein-
zelte Form.
Caprimulgidae, Neue Arten : Hydropsalis Ypanemae Natt. v.
Pelz. Verhandl. Zool.-bot. Gesellsch. zu Wien. Brasilien. — Hydro-
psalis pallescens Natt. ib. Matto -grosso. Nur ein Weibchen.
V. P e l z e 1 n schreibt ausführlich über gewisse merkwürdige
Geschlechtsunterschiede in Structur und Colorit bei den Caprimul-
giden. Novar. Vögel p. 35.
Ueber Caprimulgus ruficoUis in Malta vergl. C. A. Wright
Ibis p. 464.
Ueber die indischen Caprimulgusarten albonotatus, asiaticus
und monticolus schreibt sehr belehrend Beavan Ibis p. 406. Le-
bensweise, Fortpflanzung.
Cypselidae. Neu: Cypsehis acntiranchiBlyi'h, Ibis p. 45. Nepal.
— Cypselvs infiimatus Sclat. Proceed. Z. S. p. 64. Borneo. — Chae-
tura bisculala Sclat. 1. c. p. 609. pl. 34. Brasilien.
P. L. Sclater: »Notes on the genera and species of Cypse-
lidae.« Proceed. Z. S. p. 593. Zur Einleitung Wichtiges über
die Anatomie der Segler. Das Sternum ist von grösster Bedeutung.
Es werden sodann gut beschrieben Cypselus mit 16, Panyptila mit 3,
Chaetura mit 15, Cypseloides mit 4, Collocalia mit 6 und Dendro-
chelidon mit 5 Arten.
26 Hartlaub: Bericht üb. tl. Lcist. in d. Naturgeschichte
üeber CoUocalia Linchi und nidifica vergl. Novar. Yög. p.33.
Collocaha cinerea wurde auf Tahiti erlegt.
Cypselus apus kommt in Afganisthan vor. — lieber den Herbst-
zug dieser Art schrieb Alex. v. Homeyer. Gab. Journ. p. 311.
Sclater schreibt berichtigend über die Synonymie und Ver-
breitung von Cypselus galilaeensis, der allerdings mit C. abyssinicus
Streub. gleichartig ist.
TrOChilidae. Als neu wurden beschrieben : Diphlogaeua hes-
perus Gould, Ann. Mag. N. H. p. 129. Ecuador. — Chalybura aenei-
cauda Lawr. Proceed. Acad. Philad. p. 38. Venezuela. — Chalybura
Carnioli. Id. ib. Costarica. — Pauycldora parviroslris Lawr. ib. Co-
starica. — Oreopyra hcniilevca Salv. Proc. Z. S. 64. p. 585. Costarica.
— Oreopyra caloJacma. Id. ib. — Selasphorus flammnla. Id. ib. Costa-
rica. — Eiipherusa nhieicauda Lawr. Ann. Lyc. N. H. of N.-Y. Mai.
Costarica.
Prof. H. Bur meist er: ȟeber die von Azara beschriebenen
Colibriarten.« Cab. Journ. für Ornith. p. 225. Und id.: »Sobre los
Picaflores descriptas por D. Felix de Azara«. Anal, del Mus. publ.
de Buenos Ayres etc. I. p. 65. Nicht unwichtig. Das ȧlanco de-
baxo« und der »cola de tixrera« sind Helioraaster Angelae. Der
»Pintado« bleibt noch dunkel. Auch Proceed. Zool. Soc. p. 466.
Ordn. 3. Zygodactyli.
Gucnlidae. Neue Art: CucuUts monosyllabicus Swinh. Ibis
p. 545. Formosa.
G. Dawson Rowley schreibt über gewisse Thatsachen in
der Oeconomie des Kukuks. Ibis p. 178. Wichtig für unsere Kunde
von der Fortpflanzung.
Denselben Gegenstand behandelt Jules Vi an. Causer. orn.
in Rev. et Mag. de Zool. p. 40.
E. P. Ramsay: »Note upon the Cuckows found near Syd-
ney.« Ann. Mag. N. H. p. 290., Behandelt Chalcites lucidus, Cucu-
lus inornatus, Cuculus cinerascens. Die Fortpflanzung dieser Arten
ist der unseres Kukuks ähnlich. Acanthizae, Maluri und Meliphagae
müssen ihre Nester hergeben.
Musophagidae. Ueber Corythaix Livingstoni berichtet Mon-
te iro. Proceed. Zool. Soc. p. 92. In Benguela ist diese Art weit
seltener als C. paulina.
Picidae. Coues berichtet sehr hübsch von den Spechten
Arizonas und namentlich von der in unseren Sammlungen noch so
seltenen westlichen Gattung Sphyrapicus, die er als eine sehr na-
der Vögel während des Jahres 1865. 27
türliche bezeichnet. Die drei bekannten Arten dieser Gattung, Sphy-
rapicus nuchalis, Williamsonii und thyreoideus kommen sämmtlich
in Arizona vor. Coues beschreibt die merkwürdige Struktur der
Zunge und belehrt uns, es nähre sich diese Form nicht sowohl von
Insekten als vielmehr von der weichen inneren Rinde gewisser
Bäume.
Capt. Beavan beschreibt das Weibchen von Picus mahrat-
tensis, so wie Nest und Eier von dieser Art.
Psittacidae. Neue Arten: Nasitema piisio Sclat. Proc. Zool.
Sog. p. 620. pl. 35. Salomoninseln. — Ptistes coccineoplerus Gould,
Handb. II. p. 39. Von erythropterus wohl nur als lokale Form zu
unterscheiden. — Chrysolis Natter eri Finsch. Gab. Journ. für Orn.
p. 411. Brasilien. — Lorius Wallacei Finsch ib. Waigiou. — Conw
rus ocularius Sclat. Proc. Z. S. p. 367. Ob wirklich verschieden von
pertinax?
Wichtige Beiträge und Berichtigungen zu R. o s e n b er g's »Ue-
bersicht der Papageien des indischen Archipels« veröffentlicht Dr.
Bernstein, Nederl. Tydschr. Dierk. p, 325. Dasyptilus Pesqueti
lebt also z, B. nicht auf Jobie, sondern nur auf der Nordwestecke
von Neuguinea. Microglossum aterrimum und alecto seien zwei ganz
verschiedene Arten. Nasitema pygmaea kommt auch auf Wai-
giou vor.
lieber die Palaeornisarten der Nicobaren vgl. Novar. Exped.
Vögel p. 97.
Als einziger und in geographisch-zoologischer Hinsicht gewiss
sehr interessanter Fundort für Chalcopsitta rubiginosa stellt sich
nach Ermittelung der Novaraexpedition die kleine zum Archipel der
Carolinen gehörige Insel Puynipet heraus.
Gnathosütace Heinei Gab. ist nicht neu, sondern bereits von
Souance als Conurus icterotis beschrieben.
lieber Ghrysotis augusta von Dominica schrieb Sclater Proc.
Z. Sog. p. 437.
K. Parker: »On the Osteology of Microglossa alecto.« Pro-
ceed. Z. S. p. 235.
Ordii. 4. Accipitres.
Strigidae. Eine neue Art ist ?ioctua Pollenii Schleg. Gontrib.
Madag. p. 9. Nordwestl. Madagascar.
Gas sin schreibt über Wagler's Otus stygius nach Exempla-
ren von Mirador bei Veracruz. Proceed. Acad. N. Sc. Philad. p. 5.
Abbild. Strix ßammea pull. Rev. et Mag. de Zool. pl. 9.
28 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
FalCOnidaO. Neue Arten : Polyborns Auduboni Cass. Proceed.
Acad. Philad. p. 2, Texas, Mexiko. — Mihago crassirostris v. Pelz.
Novar. Vögel p. 3. Chile. — Limnaetos africanns Cass. ib. p. 4. —
Circus Wolfi Gurn. Proceed. Z. S. p. 823. Neucaledonien. Erinnere
zumeist an C. Maillardi Verr. — Leucoplemis prmceps Sclat. Proc.
Z. S. p. 429. pl. 24. Costarica. — Acdpiler aeqnalorialis Wall. Proc.
Z. S. p. 484. Batchian, Gilolo, Morty, Salwattia, Waigiou. — Acci-
piter Mülleri Wall. ib. Waigiou, Mysol. ~ Accipiter bnilus, Pollen
in Schleg. Contrib.Madag. p.8. Majotte. — Astur Mirandollei Schleg.
Nederl. Tydschr. Dierk. Goldküste. — Aslur spectabilis Schleg. ib.
Goldküste.
Gute Bemerkungen über die geographische Verbreitung der
Raubvögel bei v. Pelz ein Novar. Exped. Vögel p. 31.
Ebendaselbst vergl. man über Geranoaetos melanoleucus,
Micrastur concentricus, M. gilvicollis und M. macrorhynchos Natt.
S. 9—12.
lieber die Fortpflanzung von Haliastur leucosternus schrieb
Ramsay im Ibis p. 83.
R. S w i n h o e über Accipiter virgatus auf Formosa. Ibis p. 108 ;
und über Circus spilonotus ebendas. p. 230.
lieber einige der dubiösen Raubvögel Levaillant's verbreitet
sich J. Ca s sin in den Proceed. Acad. N. Sc. of Philad. Der »Ba-
cha« könne gleichartig sein mit einer der verwandten indischen
Arten. Jedenfalls sei der altausgefärbte Vogel bis jetzt in Afrika
nicht gefunden. — Den »Blagre« könne er weder mit Haliaetos leu-
cogaster noch mit H. vocifer für gleichartig halten. Du Chaillu's
Exemplare seien jüngere Vögel. Das Farbenkleid des alten Vogel's
kenne man noch nicht.
J. H. Gurney hält Accipiter gularis und A. virgatus für
zwei ganz verschiedene Arten. Ibis.
lieber die Raubvögel Spaniens schrieb anziehend und beleh-
rend Lord Lilford. Ibis p. 170.
lieber zwei spanische Exemplare von Aquila naevioides (A.
Adalberti Brehm) vergl. Sclat. Ibis p. 359.
Schlegel möchte Falco punctatus von Madagascar mit Gur-
ney's Falco Newton! für gleichartig halten. Contrib. Faune de
Madag. p. 7.
Abbild. Circus cineraceus, Rev. et Mag. Zool. pl. 25, 26. —
Pernis apivorus pull. ib. pl. 10. — Aquila naevioides. Ibis pl.5.
Valturidae. T. Salvador!: »Descrizione di una nuova spe-
cie d'Avoltojo« (Gyps africana). Gaz. offic. del regn. d'Ital Nr. 126.
Wird G. moschatus das Herz. P. v. Würtemberg sein (»rostro com-
presso, elongato, nigro«). Nordöstl. Afrika.
der Vögel während des Jahres 1865. 29
Ordo. 5. Pullastrae.
Dididae. lieber neue reiche Funde von Didus-Knochen auf
Rodriguez vergl. Ibis p. 350.
A. Newton über einige neuerlich entdeckte Knochen der
grössten Didusart (D. nazarenus). Ann. Mag. N. H. p. 61.
A. Newton: »On a memorable discovery ofDidine bones in
Rodriguez.« Proceed. Z. S. p. 715.
Golumbidae. Neue Arten: Treron nasica Schleg. Observ. Ne-
derl. Tydschr. Dierk. Borneo. — Carpo-phaga Frauenfeldtii v. Pelz.
Novar. Vögel p. 106. Insel Stewart. Aehnelt C. Sundevalli. —
Chalcophaps longtrostris Gould, Handb. 11. p. 119. Port Essigton. —
Chalcophaps formosana Swinh. Ibis p. 357 und ib. p. 541. Beschrei-
bung des Weibchens. — Lopfwphaps ferruginea Gould 1. c. p. 137.
Nordaustralien. — Chalcopelia Brekmeri Hartl. Ibis p. 236 und Gab.
Journ. p. 97. Gabon. Könnte dennoch mit Ch. puella zusammen-
fallen. — Coliimba Pollenii Schleg. 1. c. Majotta. — Ptilinopus cae-
sari7ius Hartl. Caban. Journ. p. 413. Feejeeinsehi. Ist sehr wahr-
scheinlich nur ein jüngeres Farbenkleid von Ptil. Mariae. — Ptili-
nopus Benisleinii Schleg. 1. c. Batchian. Ist = Ptil. ochrogaster
Bernst. Ternate, Halmaheira. Und auch = Carpophaga formosa Gr.
Proceed. 1860. p. 360. — Ptilinopus kugouianus Schleg. 1. c. Luzon.
— Ptilinopus insolitns Schleg. ib. pl. 3. fig. 3, Neucaledonien. —
Geotrygon albiventer Lawr. Proceed. Acad. Philad. p. 108. Panama.
»Die Tauben des Münsterlandes« von Dr. AI tum. Caban.
Journ. Heft 5.
A. R. Wallace: »On the Pigeons of the Malay Archipelago.«
Ibis p. 365. Ausführliche treffliche Arbeit. Verbreitung und Le-
bensweise eingehend besprochen. Treron 14, Ptilinopus 31, Car-
pophaga 30, Jantoenas 3, Macropygia 11, Turacoena 3, Reinward-
toena 1, Turtur 5, Trugen 1, Henicophaps 1, Caloenas 1, Phlegoe-
nas 4 , Chalcophaps 6 , Geopelia 2 , Goura 2 Arten. Im Ganzen
118 Arten.
Schlegel: »Observations sur les Colombar Voisius de Tre-
ron aromatica (vernans, nepalensis griseicauda, nasica, fulvicoUis,
olax.et bicincta). Nederl. Tydschr. Dierk.
Schlegel bildet Didunculus in seinem Werke »Dierentuin«
livr. 6 unter dem Namen Treron strigirostris ab.
P. L. Sclater: »Note on the breeding of a ground pigeon
(Phlegoenas Bartletti) in the Zool. Soc. Menagerie.« Proc. Z. S.
p. 232. Diese Art ist = Pampusana criniger Pucher.
Ueber Ptilinopus Sganzini auf Majotta verg. Schleg. Contrib.
Madag. p. 16. -
80 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschicbte
lieber Carpophaga aenea Var. der Nicobaren vergl. Novar.
Exped. Vögel p. 103.
A. Newton über das Ei von Diduncnlus. Proc. Z. S. p.256.
Ab))ild. Phlegoenas tristigmata. Ibis pl. 9.
Megapodidae. lieber Megapodius nicobariensis vergl. Novar.
Exped. Vögel p. 110. t. 4 und t.6. fig. 12, 13. Ei.
Abbild, Megacephalon maleo in Scbleg. Diertuin p. 215.
Subclass. II. Cursores.
Ordn. 6. dallinae.
Chionididae. Abbild. Chionis minor in Schleg. Diertuin.
Phasianidae. Neue Art: Argus GrayiEWioi , Ibis p. 425 (? Ref.)
Abbild. Gallophasis Diardi in Schleg. Diert. — Crossoptilon
auritum. Nouv. Arch. duMus. Par. I. pl. 1. — Agelastos meleagrides
in Schleg. Diertuin, — Pucrasia xanthospila Gr. ibid. fig. opt. —
Phasianns veneratus in Schleg. Diert.
Crossoptilon auritum wurde lebend von Peking nach Paris
gebracht. Crossoptilon mandschuricum steht jetzt in zwei schönen
Exemplaren im Turiner Museum.
Ausführliches über Euplocamus Swinhoei bringt Swinhoe
Ibis p.539. Neue Exemplare.
Tetraonidae. G. Elliot: »A monograph of the Tetraoninae
or family of the Grouse« part 1, 2. fol. 12 color. Tafeln, Die Ab-
bildungen sind sehr schön. Jeder Theil kostet 20 Thaler. Part I
enthält: Centrocercus urophasianus, Dendrogapus obscurus, Pedio-
caetes columbianus, Canace Franclini, Bonasa umbelloides, Lagopus
leucurus. Und part II. Bonasa Sabini, Canace canadensis, Lyrurus
tetrix, Pediocaetes phasianellus, Bonasa sylvestris, Lagopus scoticus.
Und part III. Cupidonia cupido, Tetrao urogallus, Dendrogapus Ri-
chardsoni, Lagopus persicus und Lagopus albus.
Newton hält Lagopus persicus im Britt. Mus. für eine blosse
Varietät von L. scoticus mit falschem Habitat auf der Etikette.
Perdicidae. Neue Arten: Oclontophorvs melanotis Salv. Proc.
Z. S. 1864. p. 586. Costarica. — Tvmix rvfilotus Wall. ibid. 1865.
p. 480. Macassar. — Tumix rostrafa Swinh. Ibis p. 543, Formosa. —
Francolinus Grantii Hartl. Proceed. Z. S. p. 665. pl. 39. fig. 1. Unia-
muezi. — Cotumix caineana Swinh. Ibis p. 351. Hongkong.
Abbild. Francolinus icteropus Heugl, Proceed, Z. S. tab. 39.
fig. 2. — Perilix cinerea puU. Rev. et Mag. Zool. pl. 4. — Colurnix
vulgaris pull. ib. pl. 8.
der Vögel während des Jahres 1865. 31
Ordu. 7. Brcvipeniies.
Struthionidae. J. Bianconi: »Observations sur rEpiornis
maximus« Rev. p. 47. Von Interesse. Glaubt aus dem sorgfältigsten
vergleichenden Studium des Os tarso-metatarsi bei den verschiede-
nen Klassen der Vögel den Epiornis zu den Raubvögeln stellen zu
müssen.« On est amene ä mettre TEpiornis tout pres du Condor.«
W. S. Dallas: »lieber die Federn von Dinornis robustus.
Ann. Mag. N. H. p. 66 und Proc. Z. S. p. 265.
Hei Stevens in London wurde ein Moa-Ei zum Verkauf aus-
geboten.
lieber das durch Herrn Thomas Allis in der Sitzung der
Linnean Society vorgezeigte vollständige Skelett mit etwas Haut
und Federn von Dinornis robustus vgl. Natur. Hist. Rev. 1864. p. 636
und »Zoologist« p. 9195 — 97. Es wurde dieses kostbare Skelett in
einem Sandhügel 100 Meilen von Dunadin auf der Mittelinsel Neu-
seelands gefunden. Mit ihm Eierschalen und Knochen von fünf em-
bryonischen Individuen.
lieber Casuarius Bennetti vgl. Mem. Soc. Imp. Sc. de Cherb.
IX. p. 322-327.
Reizende Abbildungen der straussartigen Vögel giebt Schle-
gel's »Dierentuin.« So z. B. Casuarius uniappendiculatus .
Ordu. 8. Cirallae.
Otididae. Neue Art: Otts picturataRsirÜ. Proceed. Z. S. pl. 6.
fig. opt. Angola. Zu Eupodotis gehörig.
W. H. Cullen schreibt über den Kehlsack des Männchens
von Otis tarda. Volle Bestätigung dieser Bildung. Cullen konnte
den Vogel in Custendje in Bulgarien beobachten, wo derselbe sehr
häufig ist. Es scheint dieser Sack Luft zu enthalten und zum Her-
vorbringen jenes eigenthümlichen Tons beizutragen, den man nur
zur Zeit der vollen Ausbildung jenes Organs hört. Wasser enthält
dieser Sack niemals.
Gharadriidao. Abbild. Chaetusia leucura Licht. Ibis pl. 10.
opt. — Strepsilas collaris pull. Rev. zool. pl. 3. — Oedicnemus cre-
pitans pull. ib. pl. 5. — Cursorius isabellinus pull. ib. pl. 15. —
Cursorius chalcoptertisSchleg. Dierent. — Oedicnemus recurvirostris ib.
Eine neue Art ist Cursorius bisignatus Hartl. Proceed. Z. S.
p. 87. Angola.
Charadrius pluvialis und Strepsilas interpres wurden auch
von den Naturforschern der Novaraexpedition an den verschieden-
sten Lokalitäten der Erde angetroffen.
32 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Scolopacidae. Ueber die Schnepfen von Formosa schrieb aus-
führlicher K. Swinhoe Ibis p. 231. Die von ihm beobachteten
Arten waren Gallinago solitaria, Gallinago stenura, Gallinago burca,
Rhynchaea sinensis. Auch anatomisches.
Ueber Ibis falcinellus vgl Novar. Exped. Vögel p. 125. Und
ebendaselbst sehr instructiv über Totanus brevipes p. 130.
Abbild. Scolopax rusticola pull. Rev. zool. pl. 12. — Die
Schnäbel von Tringa platyrhyncha und subarquata sehr sorgfältig.
Bullet. SüC. Orn. Suisse pi. 1. — Prosobonia leucoplera Schleg. Die-
rent. — ?sumenins Struthersii ib.
Ardeidae. Sehr ausführlich über Ardea jugularis. Novar. Ex-
ped. 108. Nicobaren, Insel Puynipet, Tahiti.
Abbild. Balaeniceps rex Schleg. Dierent. — Mycleria crume-
nifern ibid. (sehr hübsch.)
Ballidae. Neue Arten: Forzana moluccana Wall. Proceed. Z.
S. p. 480. Amboina, Ternate. — Porzana rußpennis Wall. ibid. Bor-
neo. — Aramides Xelebovi v. Pelz. Nov. Exped. Vögel p. 133.
Nach S a 1 V i n wäre Corethrura guatemalensis Lawr. nur die
bekannte Art rubra. Ibis p. 238.
Gould beschreibt das Ei von Parra gallinacea. Ann. Mag.
N. H. p. 70.
Abbild. Fulica alra pull. Ptev. zool. pl. 14. — GalUnula chloropus
pull. ib. pl. 7. — Heliornis personala Schleg. Dierent. — Habroptila
Wallacei ibid. — ISotoi'nis Mantelli ibid. — Parva cristata ib.
Dr. Kutter: »Ein Beitrag zur Fortpflanzungsgeschichte von
Gallinula pusilla in der Umgebung von Kottbus. Gab. Joum. p. 334.
Subclass. IlL Natatores.
Ordn. 9. LaraelUrostres.
Phoenicopteridae, S. J. A nd e r s o n giebt werthvolle Auskunft
überPhoenicopterus erythraeus und Ph. minor. Ibis p. 64. Er konnte
beide Arten im Damaralande beobachten.
Abbild. Phoenivoplerus parvns. Schleg Diert. reizende Gruppe.
Anatidae. J. P. van Wickevoort Crommelin: »Hybri-
des des Canards« in Nederl. Tydschr. Dierk. p. 294. Beschreibt
Bastarde von Anas boschas und crecca, A. acuta und penelope, A.
sponsa und boschas, A. galericulata und boschas.
Abbild. Anas nigra pull. Bev. zool. pl. 6. — Anas inollissima
pull. ib. pl. 11. — Fulignla cinerea. Schleg. Diert. — Cygnus nigri-
culiis ibid. — Anser canagicus ibid.
der Vöofel während des Jahres 18G5. 33
Ordn. 10. Stegauopodes.
Sulidae. Als neu wird beschrieben: Sula sinicadvena Swinh.
Ibis p. 109. Formosa. (? Ref.) Swinhoe meint Sula bassana an
der Küste von Slam beobachtet zu haben. Sicher ein Irrthum !
üeber Sula variegata vergl. Novar. Exped. Vögel p. 157.
Graculidao. J- G. C o o p e r über Graculus Bairdii, Gruber
MS. in Proceed. Acad. Philad. p. 5. Von den californischen Faral-
lones-Inseln. Genaue Beschreibung. Diagnostische Merkmale sehr
schwach!! soll G. violaceus zunächst stehen. James Ilepburn
giebt noch eine »Note on Graculus Bairdii.«
Ordu. 11. Longipeiiups.
Laridae. Ueber Sterua vittata auf der Insel St. Paul sehr in-
teressant : Novar. Exped. Vögel p. 152.
Und ebendaselbst über Anous pileatus p. 155.
PrOC6llaridae. üeber Prion vittata auf der Insel St. Paul vgl.
Novar. Exped. Vögel p. 147. t. 6. fig. 14. Ei.
Abbild. Thalassidroma pelagica pull. Rev. et Mag. de Zool. pl. 2.
Ordu. 13. Pygopodes.
Alcidae. Immer mehr vervollständigt sich unser Wissen vom
grossen Alk, an dessen Verschwundensein vom Erdboden zu zwei-
feln jetzt kaum noch möglich ist. Auch das Jahr 1865 hat eine
Anzahl wichtiger und interessanter Beiträge zur Naturgeschichte
des merkwürdigsten der Vögel gebracht.
An einer Lokalität »of ancient interment« an der Küste von
Caithness wurden verschiedene Knochen von Alca impennis gefun-
den, so der rechte und linke Humerus, die rechte und linke Tibia
u. s. w. Auf Funk-Island wurden wieder einige natürliche Mumien
des Vogels gesammelt. Ibis p. 117.
Was v. Baer über das Aussterben des grossen Alks sagt
(Bullet. Acad. St.Petersb. VI. p. 514) scheint nur Wiederholung nach
Steenstrup zu sein. A. Newton.
Owen veröffentlicht in den Transactions of the Zool. Soc. of
London eine vollständige Abhandlung über das Skelett von Alca
impennis, mit zwei illustrirenden Tafeln. Newton tadelt, wie uns
scheint, mit Recht, dass nicht eine iebensgrosse Abbildung des Os
coracoid., des wichtigsten Knochens im Vogelskelett, gegeben sei.
Dieser erscheine auf der von Owen gegebenen Tafel halb versteckt
vom Humerus.
Archiv f. Naturg. XXXll. Jahrg. Bd. 2. C
34 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc.
»The GareFowl and its Historians.« Natur. Hist. Rev. p.467.
Eine vortreffliche Abhandlung, deren Verfasser sich — warum? —
nicht nennt. Alle wichtigeren den grossen Alk betreffenden Fra-
gen werden eingehend und mit eminenter Sachkenntniss erörtert.
Geschichte, Osteologie. Es sei allerdings möglich, dass der Vogel
noch existire. Noch immer seien einige der wichtigsten Lokalitäten
an den Küsten Islands und Neufundlands ununtersucht geblieben. .
Abbild. Fraterctda glacialis. Ibis pl. 6. Prachtvolle Abbild,
von Wolf. — Monnon frateicula pull. Eev. zool. pl. 1.
Sphoniscidae. lieber Eudyptes chrysocome auf der Insel St.
Paul berichtet Novar. Exped. Vögel, p. 140. pl. 5. Schöne Abbildung.
Bericht über die T^isseiischaftlichen Leistiiugen in der
Naturgeseliichte der niederen Tbiere während der
Jahre 1864 und 1865.
Von
Dr. Rud. Leuckart,
Professor der Zoologe und vergl. Anatomie in Giessen.
(Zweite Hälfte.)
U. Echinodermata.
Die seit J. MüUer's berühmten Entdeckungen nicht
wieder im Znsammenhange geprüfte Entwickehmgsge-
schichte der Echinodermen wird von A. Agassiz zum
Gegenstande umfassender Untersuchungen gemacht (on
the embryologv of Echinoderms 30 Seiten in Quart mit
4 Tafeln, from the memoirs of the American academy
Vol. IX. 1864, im Auszuge übersetzt in Annal. des sc.
natur. 1865. T. III. p. 367, so wie weiter embryology of
the starfish, ßß Seiten in grossem Quarto mit 8 Tafeln,
als erste Abtheilung von L. Agassiz's Contributions to
the nat. bist. unit. states. Vol. V. Cambridge 1864). Ob-
wohl im grossen Ganzen eine Bestätigung der Müller'-
schen Angaben, involviren diese Untersuchungen doch
insofern einen unleugbaren Fortschritt, als sie die Ein-
zelvorgänge der Echinodermen-Entwickelung erschöpfen-
der behandeln und in mehrfacher Beziehung auch genauer
und vollständiger kennen lehren. Wir werden später,
bei der Betrachtung der einzelnen Gruppen, fast überall
Gelegenheit finden, auf die hier vorliegenden Beobach-
tungen zurückzukommen und erwähnen hier nur dasje-
nige, was sich als wichtig für die Beurtheilung des Ge-
36 Louckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
sammttypus daraus ergeben hat. Das Erste, was nach
vollendeter Dotterklüftung, und zum Theil noch während
derselben, geschieht, ist die Absetzung einer Rinden-
schicht, deren Zellen sich mit zarten Flimmerhaaren be-
decken. Nach der Geburt entsteht an dem einen Pole
der Dotterkugel eine Depression, die immer tiefer wird
und sich unter gleichzeitiger Streckung des Embryo zu
einer cylindrischen Höhle gestaltet, die in der Achse des
Körpers bis etwa zur Mitte desselben hinzieht. Der
Embryo gleicht jetzt den jungen Coelenteratenlarven, und
zwar so vollständig, dass Verf. kein Bedenken trägt, ihn
geradezu denselben zu parallelisiren und daraus einen
neuen und seiner Meinung nach sehr wichtigen Grund
für die natürliche Verwandtschaft der Cuvier'schen Ra-
diaten zu entnehmen. Trotzdem muss der Verf. übrigens
zugeben (embr. starf. p. 9), dass die verdauende Höhle der
Akalephen- und Polypenlarven nicht durch Einstülpung,
sondern selbständig im Centrum des Thierkörpers ent-
steht und desshalb denn auch der primitiven Darmhöhle
der Echinodermenlarven nicht homolog ist. Aus glei-
chem Grunde soll auch die OefFnung dieses Hohlrau-
mes, obwohl in physiologischer Beziehung übereinstim-
mend — auch bei den Echinodermenlarven dient dieselbe
auf dem hier vorliegenden Entwickelungstadium zur Ein-
fuhr und Ausfuhr von Wasser und Nahrungsmaterial —
und nach gleichem Plane (the plan of radiation) angelegt,
bei Coelenteraten und Echinodermen keineswegs dasselbe
Gebilde darstellen. Die Anfangs völlig radiäre Bildung
der jungen Echinodermenlarven wird übrigens bald ver-
ändert. Die eine Langseite derselben plattet sich ab,
und gleichzeitig .wird auch das blinde Ende der primitiven
Verdauungshöhle, das bis dahin die ursprüngliche Achsen-
lage eingehalten hatte, dieser Fläche zugewendet. Es
nähert sich derselben allmählich bis ]zur Berührung und
bricht schliesslich an ihr nach Aussen hindurch, so dass
der Darm dann an beiden Enden eine OefFnung trägt.
Die letzt entstandene Oeffnung übernimmt alsbald nach
ihrer Bildung die Funktion der Nahrungszufuhr, während
der niederen Tliiere während der J. 1864—1865. 37
die frühere Oeffniing von da an bloss noch als After fim-
girt. (Schon Krohn und Hensen haben die erstgebil-
dete Oeffnung des Echinodermenkörpers als den späteren
After erkannt.) Noch bevor übrigens der Durchbruch
des Mundes geschieht, ist das frühere blinde Ende des
Darmschlauches Sitz einer neuen — bisher übersehenen —
Bildung geworden. Es haben sich aus demselben zwei
Seitentaschen hervorgestülpt, die eine Zeitlang wie ein
Paar Magenanhänge aussehen, dann aber sich abschnüren
und zwei selbstständige hohle Körper bilden , welche
rechts und links neben dem Darmapparate gelegen sind.
Der eine dieser beiden Säcke bleibt geschlossen; während
der andere, und zwar beständig der rechte, wenn man die
Larve mit der Mundöffnung auf der Bauchfläche nach vorn
gelegen denkt, auf der Rückenfläche sich nach Aussen
öffnet. Diese Oeffnung ist der seit Müller's Unter-
suchungen so wohl bekannte Wasserporus und der zuge-
hörige Sack die erste Anlage des späteren Wassergefäss-
systems. Nach der Bildung dieses Apparates macht die
Entwickelung des jungen Thieres rasche Fortschritte.
Während sich der Darm in die bekannten drei Abschnitte
gliedert, entstehen in der Mittellinie vor und hinter dem
Munde zwei halbmondförmige Quer -Wülste, die unter
gleichzeitiger Formveränderung des bis dahin noch ziem-
lich einfach gestalteten Körpers in die bekannte Flim-
merschnur der Echinodermenlarven auswachsen. Nach
J. Müller sind diese Larven bekanntlich bilaterale Ge-
schöpfe. Unser Verf. will solches nicht anerkennen. Die
Echinodermenlarven sollen nicht mehr und nicht minder
bilateral sein, als die Spatangiden und Psoliden und die
Holothurien überhaupt — und da- alle diese Thiere trotz
der scheinbar bilateralen Anordnung ihrer Organe von
Jedermann als Radiärthiere betrachtet w^ürden, so müss-
ten auch die Formen des Pluteus, der Auricularien und
Bipinnarien dafür gelten, um so mehr, als die Urform der
Larve eine entschieden radiäre sei. Der Verf. glaubt
auf diese Weise die Behauptung von Müller entkräftigt
zu haben, dass die Entwickclungsgeschichtc der Echino-
38 Leuckart: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschiclite
dermen den Uebergang eines entschieden bilateralen
Thieres in ein Strahlthier factisch nachweise, eine Be-
hauptung, die sich natürlich mit der Annahme einer ty-
pischen Bedeutung des strahligen Baues nicht gut ver-
trägt und der Agassiz'schen Lehre von der natürlichen
Einheit der Radiaten, der auch von unserem Verf. bei
verschiedenen Gelegenheiten — natürlich unter Verdam-
mung der Coelenteraten — das Wort geredet wird, nichts
weniger als günstig ist. Ref. kann es getrost dem Leser
überlassen, darüber zu urtheilen, ob das Raisonnement
unseres Verf.'s die Schwierigkeiten beseitigt, die seiner
Auffassung im Wege stehen. Die Echinodermenlarven
sind ganz nach Art der Bilateralthiere gebaut („appa-
rently bilateral"), darüber kann kein Zweifel sein; wenn
man sie trotzdem als Strahlthiere betrachten will, so muss
man weiter auch zugeben, dass der radiäre Bau durch
gewisse Modifikationen in den bilateralen überführt, dass er
mit anderen Worten kein Typus, sondern, wie die bilaterale
Anordnung der Organe, bloss eine Bauweise ist , in
der bestimmte Typen, d. h. bestimmte Combinatlonen von
Organen, ihre Ausprägung finden. Aus diesem Grunde
betrachtet denn auch Ref. seine Gruppe der Coelentera-
ten nach wie vor als eine typische Abtheilung des Thier-
reiches, die trotz der Uebereinstimmung, welche in den
geometrischen Verhältnissen des Baues mit der Gruppe
der Echinodermen obwaltet, von letzterer verschieden
ist. Die Organe, um die es sich in beiderlei Gruppen
handelt, sind nach Agassiz's eigener (oben angeführ-
ten) Aussage von einander verschieden — und das nicht
bloss in der Art ihrer Ausführung — ; die mit dieser
Aussage contrastirende Behauptung (embr. of Echinod.
p.26), dass die Radien (speromeres) der Echinodermen
mit denen unserer Coelenteraten vollständig homolog
seien, kann desshalb ebenso wenig über das Schicksal
unserer Coelenteraten entscheiden , wie die von Neuem
hier (embr. of starf. p. 66) wiederholte Angabe, dass die
von Prof. Agassiz bei gewissen ausgebildeten Echino-
dermen nachgewiesene (und in gewisser Beziehung auch
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 39
bei den frühesten Jiigendformen existirende) continnir-
liche Verbindung der Wassergefässe mit den Verdauungs-
werkzeugen die Einrichtung des coelenterischen Appara-
tes, der morphologisch bekanntlich bloss die Leibeshöhle
repräsentirt, wiederhole. Unter solchen Umständen kann
Ref. denn auch nicht zugeben, dass die Echinodermenlar-
ven mehr als eine gewisse oberflächliche Aehnlichkeit
mit den Hydroidzuständen der Akalephen oder den Rip-
penquallen besitzen. Der Vergleich der flimmernden
Pluteus-Arme mit den Flimmerfortsätzen von Euramphaea
wird ebenso wenig, wie der des Tornariakörpers mit den
in der Gesellschaft dieser durchsichtigen Wesen sich in
ähnlicher Weise fortbewegenden jungen Ctenophoren
(1. c. p. 64) ausreichen, die hervorgehobene Homologie zu
begründen. Doch wir wollen wieder zu dem realen In-
halte der vorliegenden Arbeiten, zu den Beobachtungen
unseres Verf.'s zurückkehren. Das junge Echinoderm hat
also im Laufe der Zeit die durch Mü 11 er's Untersuchun-
gen so wohl bekannte bilaterale Larvenform angenom-
men. Es lebt darin längere oder kürzere Zeit und schickt
sich sodann zu seiner weiteren Metamorphose an. In
Betreff dieser späteren Umwandlung kommt unser Verf.
zu einem etwas abweichenden Resultate. Nach der Dar-
stellung von Müller sollte sich das Perisom des Echi-
noderms bekanntlich im Umkreise des Larvenmagens
entwickeln, so dass der letztere mit dem Wassergefäss-
system in das Innere des neuen Thieres eingeschlossen
würde. Unser Verf. lässt das Wassergefässsystem an
diesen Vorgängen einen noch innigeren Antheil nehmen.
Aber es ist nicht bloss derjenige Theil des Apparates, der
durch den Porus dorsalis nach Aussen führt und bei M ü 1 1 e r
ausschliesslich als Wassergefässsystem benannt wird, son-
dern auch der gegenüberliegende geschlossene 8ack, dessen
Beziehungen letzterem unbekannt waren. Beide Gebilde
wachsen, wenn gleich bei den verschiedenen Arten in
verschiedener Weise, und bilden schliesslich, indem sie
in der Mittellinie des Rückens zusammenstossen — ohne
jedoch zu einem gemeinschaftlichen Körper zu verschmel-
40 Lenckart: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturgeschichte
zcn — lind auf der Oberfläche des Magens polsterartig
sich ausbreiten, eine Art Haube, die den grossesten
Theil dieses Organes überzieht. Der eine, linke Sack,
der ohne Ausmündung ist, kommt dabei mehr nach dem
Rücken, der andere mehr nach der Bauchfläche hin zu lie-
gen. Die Aussenwand dieses Wassergefässsystems nun ist
es, und nicht die Oberfläche des Larvenmagens, auf der
die Bildung des neuen Perisoms vor sich geht. Auf der
rechten Hälfte des Wassergefässsystems entsteht das api-
cale Segment des Echinodermenleibes, während das orale
Segment der mehr ventral gelegenen linken Hälfte den
Ursprung verdankt. Beide Segmente sind übrigens kei-
nesweges von Anfang an geschlossene Scheiben, sondern
offene spiralig gekrümmte Blastemstreifen, deren äusserer
Rand schon frühe in fünf Ecken auswächst. An dem
oralen Segmente wird diese pentagonale Bildung durch
fünf Aussackungen des Wassergefässsystemes eingeleitet,
die schon von Müller gesehen und als die ersten An-
deutungen der späteren Radiärgefässe mit dem dazuge-
hörigen endständigen Ambulakralanhange erkannt sind.
Den Aussackungen entsprechend bilden sich in dem api-
calen Segmente sodann fünf Verkalkungspunkte, die An-
lagen der fünf Armschilder, an deren Innenrande später
in derselben Weise die fünf Interbrachialia ihren Ur-
sprung nehmen. So wenigstens verhält es sich bei den
Seesternen, deren Entwickelungsgeschichte von unserm
Verf. am vollständigsten erforscht ist. Die beiden Seg-
mente des neugebildeten Echinodermenkörpers haben
einstweilen übrigens eine sehr abweichende Lage. Statt
parallelen Ebenen anzugehören, bilden sie Anfangs mit
einander einen sehr merklichen, fast rechten Winkel, der
nach vorn zu offen ist, so ziemlich in derselben Richtung,
in der die Segmente auch geschlitzt sind. In dieser
Richtung verläuft der Oesophagus der jungen Larve,
der während der Entwickelung des Echinodermenkörpers
bekanntlich immerfort fungirt und Nahrungsstoffe in hin-
reichender Menge zur Bestreitung der Ausgaben der
Metamorphose zuführt. Mit der Grössenzunalime des Echi-
der niederen Thiere während der J 1864 — 1865. 41
nodermenkörpers wird diese Scliiefstellimg immer mehr
ausgeglichen und die Form der Segmente immer schei-
benartiger. Wenn die Segmente dem Schlüsse sich an-
nähern, dann beginnt der Larvenkörper, der bis dahin,
von gewissen Verschiebungen seiner Organe abgesehen,
ziemlich unverändert geblieben war, rasch zu schrumpfen.
J. Müller führt die definitive Formgestaltung der Echi-
nodermen bekanntlich auf eine Abtrennung derselben
von dem Larvenkörper zurück ; in den von unserm Verf.
näher beobachteten Fällen handelte es sich dagegen nur
um eine Schrumpfung, die trotz der Schnelligkeit, mit
der sie eintritt und die einzelnen Theile des Larvenkör-
pers befällt, in allen Phasen zur Beobachtung gebracht
werden konnte. Die Hartgebilde, die (bei den Pluteus-
formen) in den Larvenkörper abgelagert sind, werden
eingeschmolzen und mit ihren Materialien eben so wie
die Weichtheile für den Aufbau des Echinoderms nutzbar
gemacht. Mit diesem Schwunde des Larvenkörpers geht
natürlich auch der Larvenmund und selbst der Oesophagus,
der zu der Körpermasse des Echinoderms eine radiale
Lage hat, verloren. Die Stelle desselben wird durch eine
Neubildung vertreten, welche die Mitte des oralen Seg-
mentes mit der Einmündungssteile des früheren Oeso-
phagus in Verbindung setzt. Es ist natürlich nicht gut.
möglich, dem Verf. in die Einzelnheiten seiner Untersu-
chungen zu folgen. Wir w^erden darüber später noch Eini-
ges nachtragen und erwähnen nur noch so viel, dass die
Entwickelung der Echinodermen von unserem Verf. als
eine Metamorphose angesehen wird. Die Beobachtungen,
die Weissmann über die Metamorphose der kopflosen
Dipterenlarven angestellt hat, lassen diese Ansicht nur
als berechtigt erscheinen. (Ueber die Entwickelung der
Echinodermen vgl. auch das entsprechende Capitel in
den schon früher erwähnten Seaside studies by Mrs. and
Mr. Agassiz p. 123— 140).
Stuart unterscheidet (Zeitschrift für wissenschaftl.
Zoolog. Bd. XV. S. 104 mit Abb.) an dem Körper der
Echinodermcnlarven drei scharf von einander gesonderte
42 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gewebsbildimgen: zu äusserst eine einfache Epithellage
mit kleinen^ runden Wimpcrzellen^ dann eine ziemlich
starke Muskelschicht mit Fasern^ deren Fibrillen in der-
selben Weise, wie bei den Froschlarven, durch Ablage-
rung auf der Wand der Bildungszellen entstanden sind,
und schliesslich eine mächtige Bindegewebsmasse mit stark
entwickelter Zwischensubstanz und einzelnen elastischen
Fasern. Die Kalkstäbe sind mitten in die Bindege-
websmasse eingelagert, was auf ein der Knochenentwlk-
kelung der Wirbelthiere analoges Verhalten hindeutet.
Die Darmwand erscheint anatomisch und histologisch als
eine directe Fortsetzung der Körperwand, nur dass die
Bindegewebslage dünner ist und der Zwischensubstanz
fast völlig entbehrt.
Norman's Abhandlung „on the genera and species
of british Echinodermata^ enthält eine Zusammenstellung
der an England's Küste bisher beobachteten Stachelhäu-
ter. Die seitForbes neu hinzugekommenen Arten sind,
wie die einzelnen Geschlechter, Familien und Ordnungen,
sorgfältig von unserem Verf. beschrieben. Die Nomen-
klatur zeigt von der bei uns gebräuchlichen mehrfache
Abweichungen. Da die Küstenfauna Englands vielleicht
von allen am meisten durchforscht und am besten be-
kannt ist, so bildet die Abhandlung einen wichtigen
Beitrag zur Kenntniss der geographischen Verbreitung
der niederen Seethiere. Der bisjetzt allein veröffentlichte
erste Theil (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XV. p. 98—129)
behandelt die Crinoiden, Ophiuriden und Asteroiden.
Scytoilermata.
Die schon im J. B. 1862 (S. 185) annoncirten „Bei-
träge zur Naturgeschichte der Synapta digitata'' von A.
Baur, die inzwischen in den Verhandl. der K. L.-C. d.
Akad. Bd. 31. (mit 8 Kupfertafeln) erschienen sind, be-
stehen aus drei Abhandlungen, von denen die erste (51 S.
in gross Quarto) über „die Anatomie der Syn. digitata^
handelt, während die zweite (60 S.) deren „Metamorphose
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 43
und Entwickelimg "^ schildert und die dritte (119 S.) den
sog. Sclmeckenschlaiich oder wie unser Verf. sagt, ^die
Eingeweideschnecke (Helicosyrinx parasita ß.)'^ in der
Leibeshöhle derselben zum Gegenstande hat. Da nach
den Auseinandersetzungen des Verf. 's kein Zweifel mehr
bestehen kann^ dass der Müller'sche Schneckenschlauch
einen Parasiten darstellt, der trotz seiner einfachen Wurm-
form den Mollusken zugehört, so bleiben uns bloss die
beiden ersten Abhandlungen zum Berichte übrig. Sie
enthalten eine Monographie der Synapta digitata, die un-
sere bisherigen Kenntnisse über dieses Thier beträcht-
lich fördert und über die Vorgänge der Holothurienme-
tamorphose vielfach neues Licht verbreitet. Wir dürfen
sie dem Besten zurechnen, was uns die letzten Jahre in
dieser Richtung gebracht haben. Unser Bericht kann den
reichen Inhalt des Werkes natürlich nicht erschöpfen.
Der Kalkring der Synapten und der Holothurien
überhaupt ist nach dem Verhalten des Nervensystemes
kein Analogen der Laterne des Seeigels, wie man ge-
wöhnlich annimmt, sondern dem oralen Segmente der
Seeigelschale mit den Aurikeln zu vergleichen; er re-
präsentirt eine Verkalkung des Perisoms, die zum Schutze
des Nervenringes und der Ursprungsstellen seiner fünf
Stämme dient. Sonst unterscheidet man in dem Perisom
unserer Thiere ausser einer Cuticula und der darunter
hinziehenden, stellenweis pigmenthaltigen Zellenschicht
eine dicke, geschichtete und compacte Bindegewebslage,
auf der nach innen die Muskelsubstanz aufliegt. Die In-
nenfläche der Leibeswand wird von einem flimmernden
Epithelium bekleidet und ist an gewissen Stellen über-
diess noch mit den seit Müller bekannten pantofFelför-
migen Wimperorganen besetzt, die Verf. für völlig solide
hält, wie er denn überhaupt zu der Ansicht gekommen
ist, dass die Leibeshöhle völlig abgeschlossen sei und die
Annahme sog. Wasserlöcher für die Synapten auf einem
Irrthum beruhe. Der Darmkanal ist nicht bloss mit einem
Muskelmagen versehen, sondern besitzt auch eine Art
Kloake, obwohl von den sog. Wasserlungen bekanntlich
44 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
keine Spur vorhanden ist. Die Auszeichung derselben
beruht in zahlreichen radiären Muskelfasern^ die sich an
die Leibeswand inseriren und das betreffende Darmstück
stark erweitern können. Ein eigentliches Blutgefässsy-
stem fehlt, da die zwei Darmgefässe weder unter sich in
Verbindung stehen, noch auch irgend welche Verästelun-
gen abgeben. Gegen die Leibeshöhle sind die Blutge-
fässe gleichfalls abgeschlossen. Das Wassergefässsystem
beschränkt sich ausschliesslich auf das Kopfsegment der
Synapten. Die früheren Beobachter beschrieben aller-
dings fünf Längsgefässe, welche entlang den fünf Längs-
muskeln an der Körperwand hinlaufen sollten, allein diese
Gebilde sind von unserem Verf. als Theile des Nervensy-
stems erkannt worden. Der Steinkanal communicirt mit
der Leibeshöhle durch eine einzige Oeffnung, welche die
Form einer verästelten Spalte hat und an dem Endsegmente
gefunden wird. Die Tentakelbläschen erscheinen als kurze
und stumpfe Hervorragungen. Die Angaben unseres
Verf's. über das Nervensystem bestätigen die merkwürdige
Thatsache, dass dasselbe eine röhrenförmige Bildung be-
sitzt. Es besteht aus einem centralen Mundringe und fünf
Längsstämmen, die davon ausgehen, sich aber nirgends
verästeln. Von Ganglienzellen und Nervenfasern ist nir-
gends eine Spur ; man findet unter der äusseren struk-
turlosen Hülle nichts Anderes, als eine körnige Masse,
die den Achsenkanal umgiebt und aus gleichartigen, hier
und da reihenweis angeordneten Körperchen zusammen-
gesetzt ist. Dass die Pigmentflecken der Mundscheibe als
Augen zu betrachten seien, stellt Verf. in Abrede, da
sich dieselbe in Nichts von den übrigen Pigmentflecken
unterscheiden. Dagegen aber beschreibt derselbe (wie
Thompson, J. B. 1862. S. 197) zehn rundliche Gehör-
blasen mit zitternden Otolithen, die paarweise den Nerven-
stämmen kurz nach ihrem Ursprünge (gewöhnlich noch
während des Durchtrittes durch den Kalkring) aufsitzen.
Die Genitalschläuche enthalten in ihrem Innern fünf war-
zige Längsleisten, deren zelliges Parenchym zur Brunst-
zeit die Eier bildet, während sich die darüber hinziehen-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 45
den Epithellalzellen In stecknadelförmige Samenfäden ver-
wandeln.
Dass sich die Synapta Inhaerens nach den Beobach-
tungen unseres Verf.'s aus der Müller'schen ;,Auricu-
laria mit Kalkrädchen^ entwickelt, ist schon bei Gele-
genheit der oben angezogenen ersten Mittheilungen von
uns angemerkt worden. Die specielle Darstellung die-
ser 'Metamorphose, die sich Verf. damals vorbehalten
hatte, bildet nun den Hauptinhalt der zweiten hier vor-
liegenden Abhandlung. Die Form und Organisation der
Larven ist im Wesentlichen schon durch Müller be-
kannt geworden ; was uns hier vorzugsweise interessirt,
ist das sog. Puppenstadium, das man mit um so grös-
serem Rechte also benennen kann , weil die Thiere
während desselben nicht bloss wesentlichen innern Struk-
turveränderungen und Entwickelungsvorgängen unterlie-
gen, sondern auch darin verharren, ohne Nahrung zu sich
zu nehmen und ohne zu wachsen. Fragt man nach dem
Grunde dieser Unthätigkeit des Darmkanales, so findet
man denselben darin, dass gerade die Umgebung des
früheren Larvenschlundes und dessen Substanz den Haupt-
sitz der jetzt stattfindenden Entwickelungsvorgänge ab-
giebt. Der Beginn dieser Metamorphose datirt übrigens
schon aus dem Larvenleben. Er knüpft an die Schick-
sale des gestielten kleinen Säckchens an, das neben dem
Darmkanale das einzige innere Organ der Auricularia
ist und schon durch J. Müller als die erste Anlage
des späteren Wassergefässsystemes erkannt wurde. Die-
ses Bläschen umwächst nämlich in Ringform den Schlund
des Larve und treibt dabei an der Convexität der Krüm-
mung der Reihe nach zehn Hohlknospen, die abwechselnd
grösser und kleiner sind und eine Zeitlang in derselben
Querebene beisammen liegen. Später richten sich die fünf
grösseren Blindschläuche auf, bis sie die Wand des Schlun-
des der Länge nach berühren. Sie entsprechen den fünf
primitiven Tentakelschläuchen, während sich die damit ab-
wechselnden kleinen Aussackungen durch Theilung in die
fünf Paar Gehörbläschen verwandeln. Während die hier
46 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
kurz beschriebenen Bildimgsvorgänge in der Umgebung
des vordersten Darmabsclinittes geschehen, bemerkt man
zu den Seiten des mittleren Darraabschnittes (Magens)
zwei längliche Wülste oder vielmehr Scheiben, die eine
längere Zeit hindurch in ihrer primitiven Form verhar-
ren (Müller's ,,wurstförmige Körper^^) und erst gegen
Anfang des Puppenlebens eine weitere Veränderung ein-
gehen. Sie bilden die erste Anlage der späteren Leibes-
wand, wenigstens des Rumpftheiles, der also ursprüng-
lich bilateral ist und sich aus zwei symmetrischen Hälf-
ten zusammensetzt, welche durch Breiten wachsthum zu
einer Hülse um den Darmkanal sich vereinigen und als
solche nach hinten bis zum After, nach vorne bis an
den Ringkanal sich verlängern. In der Puppe bekommen
die Eingeweide vorzugsweise dadurch die Form eines Ho-
lothurienembryos, dass sich um die primitiven Tentakel-
äste des Ringkanales der Kopftheil der Leibes wand aus-
bildet, wodurch der Schlund der Larve in den Mund oder
Kopf einer Holothurie sich verwandelt. Zunächst ist
es. eine fast ungeformte Bildungsmasse von ziemlicher
Grösse, die aus der Umwandlung dieses Organes hervor-
geht. Sie wird, wie früher der Schlund, von den fünf
Tentakelschläuchen umfasst und hängt an der Stelle des
jetzt oblitterirten Larvenmundes mit der Leibeswand zu-
sammen. Anfangs solide, lichtet sich diese ßildungsmasse
später in der Mitte, um dann in der Peripherie sich an-
zusammeln und die Tentakelschläuche einzeln zu umhül-
len. Zwischen den Tentakelschläuchen verlängert sich die
Bildungsmasse in fünf bandförmigen Streifen, die an den
bereits gebildeten hülsenförmigen Rumpftheil des Perisoms
sich anlegen, damit verschmelzen und allmählich bis zum
After auswachsen. Ueber die Natur dieser Bildungen
kann kein Zweifel sein ; es sind die fünf Längsmuskeln,
die auf diese Weise vom Kopftheile aus ihren Ursprung
genommen haben. Die junge Holothurie wird somit in
ähnlicher Weise im Innern der Auricularia angelegt, wie
der Echinorhynchus im Innern seines Embryo. Nur in-
sofern findet sich — von den specifischen Bildungsver-
der niederen Thierc während der J. 1864 — 1865. 47
Lältnissen natiirlicli abgesehen — zwisclicn beiden ein
Unterschied; als bei dem Echinoderm der Darm nnd das
Wassergefässsystem in das definitive Thier übergehen. Wie
der junge Echinorhynchns,, so nimmt auch die junge Ho-
lothurie (Embryo Verf.) anfangs nur einen kleinen Theil
des Larvenkörpers ein. Die Leibeswand des letztern bil-
det gewissermaassen einen Mantel um die Holothurie, der
nur an drei Stellen, an After, Mund und Rückenporus,
mit derselben zusammenhängt. Der Mund liegt natürlich
in der Tiefe zwischen den Tentakeln, die gegQii den ob-
litterirten Larvenmund hin convergiren und in eine
eigene weite Vorhöhle eingeschlossen sind, welche die
Stelle des früheren Larvenschlundes einnimmt. So weit
gebildet, beginnt die junge Holothurie zu wachsen. Die
einzelnen Theile des Echinoderms werden deutlicher,
der Contour des Perisomes mit seinen fünf Längsstreifen
und den schon früher angelegten Skeletbildungen hebt
sich mehr von dem des Darmes ab; es erscheint die Lei-
beshöhle mit der Polischen Blase. Durch fortgesetztes
Wachsthum wird schliesslich die ganze Puppenhülle aus-
gefüllt. Ist solches geschehen, so wächst die junge
Holothurie sogar mit den Tentakeln voran aus dem Vor-
derrande der Puppenhülse hervor. Das bis dahin noch
regungslose Thier fängt an durch Muskelkontractionen
sich zu bewegen. Der Mund öffnet sich mit dem Freiwer-
den der Tentakel nach Aussen. Die Wimperreifen ge-
hen allmählich ein, ohne dass jedoch eine Häutung statt-
findet. Im Gegentheil, die ursprüngliche Puppenhaut
persistirt in ganzer Ausdehnung — auch vor den Tenta-
keln, wo kein „Aufbrechen^, sondern bloss ein Her-
vorstülpen ohne Aufhebung der Continuität stattfindet —
und wird zur Epidermis, in der noch eine längere Zeit
hindurch die ursprünglichen Kalkrädchen der Larve er-
kannt werden. Mit dem Verschwinden der Wimperreifen
oblitterirt das ganze Stück des primitiven Steinkanales,
welches mit Durchbohrung des Perisoms nach Aussen
mündete. Der bleibende Steinkanal ist nur ein Theil des
ursprünglichen. Die kleine Holothurie hat jetzt alle wo-
48 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturgeschichte
sentliclicn Tbeile einer Synapta mit Ausnalime der Anker,
ist aber verhältnissmässig plump gebaut und mit nur fünf
einfachen Tentakeln verseben. Docb das Tbiercbcn
wäcbst alsbald in die Länge und vermehrt seine Tenta-
kel, anfangs auf 8, dann später auf 12, die, kaum voll-
zählig , dann auch alsbald sämmtlich beginnen sich zu
verästeln. In dieser Altersstufe (bei etwa 6 — 8 Mm. Länge)
entstehen die Anker, Anfangs als gerade Stäbe, die dar-
auf T-förmig werden und an der Wurzel schliesslich von
einem allmählich sich llächcnhaft ausbreitenden Flecht-
werk umwachsen werden. Mit zunehmendem Wachsthum
bilden sich immer neue und grössere Anker, so dass die
spätem mitunter 3 Mal die Dimensionen der ersten ha-
ben. Gleichzeitig mit diesen Gebilden zeigen sich an der
Innenfläche der Tentakelbasis, Anfangs sehr vereinzelt,
die ersten Saugnäpfe, die übrigens ausschliesslich dem
Perisom angehören. Die pantoffelförmigen Wimperor-
gane Hessen sich erst bei Thieren von etwa lOMm.Xänge
auffinden. Die Genese des Nervensystems ist dem Verf.
entgangen, doch ist derselbe der Meinung, dass es sich ohne
besondere embryonale Anlage durch blosse histologische
Differenzirung hervorbilde. Bei den kleinen Synapten
der späteren Zeit war es deutlich zu beobachten , wäh-
rend die Entwickelung der Genitalien in eine Zeit fällt,
die der Verf. festzustellen ausser Stande war. Die Frage,
ob die Entwickelung der Echinodermen unter den Begriff
der Metamorphose oder des Generationswechsels falle, be-
antwortet Verf. — bestimmt mit Recht — zu Gunsten der
ersten Annahme.
Die Mittheilungen, die AI. Agassiz (on the Em-
bryology of Echinoderms 1. c. p. 22—24) über die Ent-
wickelung der Holothurien macht, betreffen die Cuvieria
squamata , deren Larven und Pupj)en aber so undurch-
sichtig sind, dass es unmöglich war, die Vorgänge der
Metamorphose genauer zu studiren und dem Bekannten
etwas Neues hinzuzufügen. Die Tentakel sind, wenn sie
zuerst nach aussen hervorgestreckt werden, einfach und
beginnen erst dann sich zu verästeln, wenn die Ambu-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 49
lacralfiissclien liervorsprossen. Die Angabe , dass die
jungen Holotluirien ohne After seien, bedarf wohl der wei-
teren Bestätigung.
Die Seaside studies in natural history by Mrs. a.
Mr. Agassiz enthalten (p. 95 — 101) Beschreibungen und
Abbildungen zu Synapta tenuis Ayr., Caudina arenata
Stimps., Cuvieria squamata K. et D. mit den zugehören-
den Jugendfornien, Pentacta frondosa Jag.
Den Genusnamen Sporadipus will Grube für die-
jenigen Holothurien beibehalten wissen , bei denen äus-
sere Form, Grösse und Vertheilung von beiderlei Füss-
chen übereinstimmen. Die Insel Lussin u. s. w. S. 99.
Ebendas. auch Beschreibung und Diagnose von Spora-
dipus scabra und Holothuria catanensis Gr.
Peniocta piperata n. sp.. mit P. frondosa verwandt, aber nur
IVg" lang und mit unregelmässigen Ambulacralreihen, aus Puget
Sund. Stimpson Proceed. Acad. sc. Pbilad. 1864. p. 161.
Ebendaher P. popvlifer n. sp. mit acht grossen und zwei klei-
nen Tentakeln, von denen die erstem fast wie Pappelblätter ausse-
hen, 2" lang. Stimpson 1. c.
Echiiiitla.
A. Agassiz untersucht die Entwickelungsgeschichte
von Toxopneustes Drobachiensis (on the embryol. ofEchi-
noderms p. 1—22) und schildert namentlich die allmäh-
liche Ausbildung sowohl der Larve, wie auch des späteren
Seeigels, dessen erste Anlage dem Verf. jedoch nur unvoll-
ständig bekannt geworden ist. Die Arme der Larve, die,
wie bei allen Echiniden, eine Pluteusform hat, sind nicht
absolut starr, wie bisher angenommen wurde, sondern be-
wegen sich klappend, wie die Radien eines geschlitzten
Medusenmantels. Sie verlieren ihre Beweglichkeit erst
nach der Anlage des Seeigels, dessen Perisom dieselben
verschiebt und im Laufe der Zeit allmählich zur Resor-
ption bringt. Die Stacheln, die sich bekanntlich schon
frühe bilden, stehen Anfangs sämmtlich am Rande der
Schale, die zuerst eine ziemlich flache Form hat. Ihre
Zahl ist gering, die Grösse dafür aber um so bcdeuten-
Archiv für Naturg. XXXIT. Jahrg. 2 Bd. J)
50 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
der. Der Gestalt nach von den Stacheln der ausgebil-
deten Seeigel verschieden, gleichen sie fast den Sta-
cheln einer Cidaris. Erst später bedeckt sich auch die
Rückenfläche, die statt der Skeletstücke Anfangs blosse
Pigmentflecken trägt, mit Stacheln. Die Mundfläche, auf
der sich nach Innen von den ersten Ambulacralfiissen in
den einzelnen Radien noch zwei weitere kürzere Fuss-
paare entwickelt habei], ist um diese Zeit mit Kalkzellen
gepflastert, die in der Mitte der Scheibe eine kleine runde
Oeffnung lassen, in welche die Zähne hinein vorspringen.
Oberhalb der Zähne, die bis zum Schalenrande i^eichen,
entwickelt sich ein Netzwerk von Kalknadeln. Der Apex
besteht Anfangs nur aus einer einzigen grossen Kalkplatte,
welche die Afteröffnung deckt, also die Analplatte ist, um
die herum sich dann die übrigen Platten in spiraliger
Anordnung entwickeln. Die allmähliche Ausbildung des
Seeigels nimmt einen Zeitraum von mehreren Wochen
in Anspruch und führt durch eine Reihe von Zuständen
hindurch, die in anderen Familien bleibend vorgefunden
werden. Der Parallelismus zwischen diesenFormen und der
Entwickelungsgeschichte wird durch zahlreiche Beispiele
erörtert und — in Uebereinstimmung mit den Ansichten
von L. Agassi z — als massgebend für die Systematik
der Seeigel in Anspruch genommen.
Die von Wyville Thomson in der Fortsetzung
seiner Abhandlung „on the embryology of the Echino-
dermata" (nat. bist. rev. 1864. p. 581 — 611) gelieferte Dar-
stellung der Seeigelentwickelung enthält eine Zusammen-
stellung der Beobachtungen von Mülle r, K r o h n, D e r-
bes u. A.
Wie A. Agassiz berichtet, werden die Excre-
mente der Seeigel durch die Thätigkelt der Interambu-
lacral-Pedicellarien an der Seitenfläche des Körpers fort-
bewegt, ohne die Ambulacralorgane zu berühren. Proceed.
Boston Soc. nat. bist. Vol. IX. p. 329. (Seaside studies
p. 106.)
Nach den Beobachtungen und Zusammenstellungen
von Fischer bohrt Echinus llvidus nur an felsigen Kü-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 51
sten, niclit aber an sandigen, üebei' die dabei thätigen
Organe ist Verf. zu keiner Entscheidung gekommen. Sur
les perforations de l'Echinus lividus, Annal. des sc. natur.
1864. T. I. p. 321—332.
Lütkens ^Bidrag til kundskab on Echiniderne"
(Videnskab. Meddelelser fra da naiurh. Forening Kjöben-
havn for 1863. p. 68 — 207. Tab. I und II mit Nachtrag
p. 368 — 371) enthält Studien, die an die reiche Echini-
densammiung des Universitätsmuseums in Kopenhagen
anknüpfen und, mit bewälirter Gewissenhaftigkeit von
unserem Verf. durchgeführt, nicht bloss zur Erweiterung
unserer Artenkenntniss und Systematik dienen, sondern
auch mancherlei interessante Beiträge zur Lehre von der
geographischen Verbreitung liefern. Der erste Abschnitt
der Arbeit (p. 68 — 128), der über die Echiniden Westin-
diens handelt, bietet uns eine sorgfältige Beschreibung
von 19 verschiedenen Arten, die freilich sämmtlich schon
früher bekannt waren. Es sind von regulären Echiniden
aus der Familie der Cidariden Cid. medularia Lmk., aus
der der Diademen D. antillarum Phil., der der Echinen
Echinometra lucunter L., E. Michelini Des., Fsilechiiius
(n. gen. = Ljtechinus A. Ag.) variegatusLmk., Tripneu-
stes ventricosus Lmk., Echinocidaris punctulata Lmk., von
irregulären aus der Familie der Clypeastriden Clypeaster
rosaceus L., Ol. prostratus Rav., Meilita pentapora Gmel.,
M. hexapora Gmel., Encope emarginata Leske, Moulinia
cassidulina Desm., aus der Familie der Spatangoiden
Brissus columbaris Lmk., Meoma ventricosa Lmk., Pla-
gionoius pectoralis Lmk., Moera atropos Lmk., aus der
der Oassiduliden schliesslich Echinoneus semilunarisLmk.
und Rhynchopygus (Cassidulus) Oaribaeorum Lmk. . (Die
noch ausser diesen Arten für westindisch ausgegebenen
Formen hält Verf. sämmtlich für mehr oder minder apo-
kryph.) Von Encope beobachtete Verf. Formen ver-
schiedener Grösse, von denen die jüngsten nur 18 Mm.
gross waren und erst ein einziges Loch, das dem vor-
deren Interradius entsprach, besassen. Die anliegen-
den zwei Radien zeigten Einschnitte, zu denen sich bei
52 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Exemplaren von 37 Mm. auch die drei andern Radialein-
schnitte gesellten. Bei ausgewachsenen Thieren (von 82
Mm.) waren die Ausschnitte sämmtlich in Löcher ver-
wandelt. Der zweite Abschnitt (p. 128 — 137) bringt Mit-
theihnigen über die Echiniden von der Westküste Ame-
rikas besonders Centralamerikas mit Beschreibungen von
Echinocidarls longispina n. (= Ech. stellata Ag.?), Cly-
peaster liiisei n., Encope Stokeesii Ag. und Agassizia Ovu-
lum n., während der dritte Abschnitt (p. 137 — 186) Be-
merkungen über verschiedene Geschlechter und Arten
enthält und der vierte und letzte die geologische Ent-
w'ickelung der einzelnen Gruppen zum Gegenstande hat.
Dem zweiten, an systematischen Bemerkungen und
Winken so reichen Abschnitte entnehmen wir folgende
Notizen.
Die Cidaris tubaria Lmck. hält Verf. für eine Goniocidaris Ag.
Des. und zwar die G. geranioides Ag. D. Die lebenden Repräsen-
tanten der Echinen glaubt Verf. — mit Desor — am natürlichsten
in zwei Gruppen oder Reihen eintheilen zu können, in die Oligopo-
ren und Polyporen, je nachdem dieselben nur drei oder mehr Po-
renpaare in ihren primären Ambulacralplatten besitzen. Zu der ersten
Gruppe gehört ausser dem Gen. Echinus s. st. und Verwandten auch
das von unserem Verf. neu aufgestellte Gen. P silechinns, zu der
anderen die Toxopneusten mit den Verwandten. Toxopneustes 11-
vidus und T. droebachiensis sind keine klimatische Varietäten, son-
dern, wie auf Grund einer eingehenden Vergleichung nachgewiesen
wird, zwei verschiedene Arten. Unter dem Namen E. granulatus
Gould sind wahrscheinlich zwei von einander verschiedene Arten
zusammengeworfen, von denen nur die eine mit T. droebrachiensis
(var. groenlandica) identisch ist, während die andere nach wie vor
als T. granulatus bezeichnet werden darf. Das Gen. Holopneustes
ist mit Amblypneustes so nahe verwandt, dass es höchstens als ein
Subgenus betrachtet werden kann. Ebenso glaubt Verf. die Echi-
nometren nicht von den eigentlichen Echinen abtrennen zu dürfen.
Er hält sie für Formen, die zumeist den »toxopneusten« (polyporen)
Echinen verwandt seien, obwohl er eine Art kennt und beschreibt
{Ech. arhacia n. aus Guinea), die nach der Bildung ihrer Ambula-
crallöcher den Oligoporen angehört. Die Heliocidaris homalostoraa
Val. nimmt Verf. als Typus eines besonderen Gen. Antkocidaris
in Anspruch, deren Art er charakterisirt als :
Echini circulares, dense et fortiter tuberculati, toxopneusti,
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 53
poris in singula serie curvata c. 8, ambulacris in pagina inferiori
testae dilatatis, petaloideis, poris multiseriatis, ori][icio inferiori testae
mediocri, decies inciso, incisuris distinctissimis, haud vero profundis.
Dififert a Toxopneuste forma peristomatis et ambulacrorum partis
inferioris.
Ebenso charakterisirt er ein mit Echinometra verwandtes Gen.
n. (an subgen. ?j Ellipsechinus mit E. macroslomus n. Echini
parum elliptici, haud plane circulares, dense et fortiter tuberculati,
toxopneusti. poris in singula serie curvata c. 8, ambulacris in pagina
inferiori testae dilatatis , petaloideis , poris multiseriatis , orificio
inferiori testae magno, decies inciso, incisuris latissimis. Differt ab
Echinometris (typicis) , quibuscum ceterum convenit, forma partis
inferioris ambulacrorum.
Weiter beschreibt Verf. als neu: Echinus (Psammechinus) rer-
rnculatus, aus Japan (= Scaphechinus mirabilis A. Ag.) und Chae-
todiscus (n. gen.) sctitella mit folgender Gattungsdiagnose:
C h aet 0 lischn s n. gen. Clypeastridum, disco orbiculari-pen-
tagono, depresso, piano, apice et ore centralibus, incisuris lunulis-
que nullis, ano marginali, ambulacralibus latis, fere clausis, poris
sparsis tamen ad marginem fere continuatis, lineis ambulacralibus
paginae inferioris dichotomis, undulatis. Differt ab Echinarachnio
praecipue ramificatione linearum ambulacralium, a Scutellis forma
testae, ano marginali, poris ambulacralibus extimis sparsis.
Encope macrophora Rav. erhebt Verf. gleichfalls zum Typus
eines besondern Genus nov.
Ravenellia Lütk. Encopis vic. Testa crassa„ oblonga, po-
stice gibbosa, Innula interambulacrali maxima, incisuris ambulacra-
libus rudimentariis ; apice testae et ore excentricis, ante medium,
ambulacris angustis, haud plane petaloideis, apice omnino apertis,
anteriore brevissimo, posterioribus duplicis longitudinis, valde diva-
ricatis, fortiter armatis, in adultis fere genuflexis ; ano in margine
anteriori lunulae interambulacralis ; lineis ambulacralibus paginae
inferioris parum ramosis.
Die Ansicht von Sars, dass der nordische Brissus fragilis
Koren dem Gen. Tripylus Phil, zugehöre, kann Verf. nicht beistim-
men, da die Zahl der Genitalporen allein nicht maassgebend ist, und
die betreffende Art sonst von Schizaster nicht abweicht. Mit Rück-
sicht auf das Verhalten der Saumlinien stellt Verf. folgende Ueber-
sicht über die — lebenden und ausgestorbenen — Genera der Spa-
tangidengruppe auf:
A. Entopetale (und subanale) Saumlinie vorhanden.
«. Peripetale Saumlinie fehlt. Echinocardium. Lovenia (Gual-
tieria).
ß. Peripetale Saumlinie vorhanden. Breyenia.
54 Leuckart: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
B. Entopetale Saumlinie fehlt.
a. Peripetala (und laterale) Saumlinie fehlt.
«. Ebenso die subanale. Hemipatagus (Toxaster, Enalla-
ster, Isaster, Epiaster).
ß. Subanale Saumlinie vorhanden. Spataugus (Micraster).
b. Peripetale Saumlinie vorhanden.
(c. Laterale Saumlinie vorhanden, subanale fehlt. Agassizia,
Schizaster, Tripylus, Desoria, Moei'a (Periaster. Linthia,
Prenaster).
ß. Laterallinie fehlt.
t Marginallinie fehlt.
* Mit geschlossener SubanalUnie : Brissus, Brissopsis,
Kleinia (Toxobrissusj, Eupatagus, Plagionotus.
** Mit offener Subanallinie : Meoma, Atrapus.
*** Ohne Subanallinie: Abatus, Leskia (Macropneustes,
Hemiaster).
ff Marginallinie vorhanden , ohne Subanallinie ( Pevi-
cosmus).
Der oben (Bd. 31. S. 236) erwähnte Tauschoatalog
des Museums für vergleichende Zoologie zu Cambridge
zählt in N. II. p. 17 — 28 folgende neue Seeigel auf, die
von A.Agassi z bestimmt und kurz charakterisirt sind:
Gymnocidaris — ein neues für Cicaris metularia und Ver-
wandte aufgestelltes Genus — minor Sandwichs -Inseln, i^emnoci-
d ar i s (n. gen.) canuUculala Carolina-Ins., C kond r oci d aris (n. gen.)
gigantea Sandwichs-Ins., Garelia cincta ebendah., Ecliinolhrix aperta
Gesellschafts-Lis., Eck. scutata Sandwichs-Ins., Uiadema pancispinum
ebendah., D. mexicanum Acapulco, D. glohulosum Gesellschafts-lns.,
Ecliinocidaris Davisii Küste Massachusetts , Eck. incisa Panama,
Echino str ephns (n. gen.) aciculahis Sandwichs-Ins., Acvocladia
ctispidala (= A. trigonaria Mich. non Ag. - ) Mauritius, Echi-
nometra Vanbrnnti Acapulco. Eck. rupicola Panama, Ech. microhi-
berculata Sandwichs-Ins., Ech. viridis Florida, Ech. plana Hayti,
P ar asal enia (n. gen.) yratiosa Gesellschafts-lns., Toxocidaris
(n. gen. — mit Heliocidaris Delalandi Ag.. mexicana Ag.j francis-
cana, Lytechinus attantictis Bermudas-lns. , Bolelia granulala Saudi
wichs-lns., B. rosea Acapulco, Tripneustes depressus Guayamas, Hip-
ponoe violftcea Sandwichs-Ins., iL nigricans Gesellschafts-lns., Sylo-
noclypus roliindus Acapulco Fthap hi d oclypu s (n. gen., auf Cly-
peaster scutiformis gegründet) microluberculalus Kingsmills-Ins., Py-
gorhynchus pacißcus Acapulco — Repräsentant eines sonst bloss
fossilen Genus — , Kleinia nigra ebendah., A anthobrisstis (n. gen.)
üarrelti Kingsmills-Ins.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 55
Diagnose der neuen Genera:
Tem no ei d aris A. Ag. Von Cidaris — einem Genus, das Verf.
nur auf C. tribuloides, baculosa und einige andere Arten beschränkt
wissen will — und den übrigen verwandten Geschlechtern durch
eine eigenthümliche Bildung des Apex verschieden. »The abactinal
System deeply notched inthe angles of the interambulacral plates.«
C ho ndr 0 cidaris A. Ag. The whole test, with the excep-
tion ofthe scrobicular circle, covered with very small, closely-packed
granules, supporting minute spines. Spines resembling those of the
genus Rhabdocidaris. Median ambulacral area convex.
Echinost )• ephus A. Ag. Small sea-urchias with tubercles
resembling those of Plolopneustes in their arrangement, with narrow
poriferous zones, pores arranged in arcs. Abactinal system raised
above level of abactinal part of test. Large genital plates occupying
nearly the whole of this system. Actinal system large, circular,
uo indentations. Spines long, slender, longitudinally striated. Test
convex near actinal portion, flattened above, the greatest diameter
being nearer the abactinal pole. Auricles of medium size, with a
large opening and no connecting ridge. Teeth provided with trans-
verse arc.
F arasaleni a A. Ag. Resembles Salenia in having the ab-
actinal System raised. There are only four anal plates, as in Echi-
nocidaris, otherwise resembles Echinometra. The genital and ocu-
lar plates are smooth. Pores in pairs, forming an irregulär verti-
cal line.
Xanthobrisstis A. Ag. This genus is ciosely allied to
Meoma Gr.; differs from it by the position of the vertex, which is
near the anterior extremity. Lateral ambulacra of equal size, an-
terior ambulacrum in a deep groove. Subanal fascicle heart-shaped,
with lateral branches extending to the side of the anal system.
Derselbe Forscher veröffentlichte auch eine Ueber-
sicht über die von Stimpson in dem nördlichen stillen
Ocean aufgefundenen und gesammelten Seeigel (Proceed.
Acad. nat. sc. Philadelphia 1863. p. 352 — 361). Die Arbeit
ist um so werthvoUer, als sie nicht bloss eine Beschrei-
bung zahlreicher neuer Arten (und Gattungen) enthält,
sondern auch über die vor vielen Jahren schon von
Brandt in seinem Prodromus beschriebenen Martens-
schelArten, die zum Theil an den von Stimpson be-
suchten Localitäten gesammelt wurden, neue Aufschlüsse
giebt. Als neu erv^ähnen wir von den hier aufgeführten
47 Arten:
56 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Phyllacanthus fnstigera^ Diadema nudum, Tr i c k o d i a d e, m a (n.
gen.) liodgersii, Echinonietra hrtinnea, G lyf loci dar is (n. gen.) cre-
nularis, Toxociduris nnda, T. crassispina, T. gtohviosa, T. depressa,
Psamrttechinns intermedius^ Ps. •pidch.errimns, Toxopneusfes carnosvs,
Microcyphus elegans, Anthec ki nu s (n. gen.) rosens, Te m no tr e m a
(n. gen.) sculpta, Laganvm Pntnami, Scapheckinus mirabilis, Lobo-
fhora texta, Maretia alta, Lnrenia triangulär is, Echinocardium Stimp-
sonii — von denen übrigens mehrere A)ten schon vor Agassiz von
B a r n a r d als neu erkannt und charakterisirt sind. Die Diagno-
sen der neuen Genera lauten wie folgt:
Tricho d i a d e m a A. x\g. Ambulacra of a true Diadema ;
pores arranged in irregulär vertical arcs of three pairs of pores ; not
spreading near the actinal region, Two rows of large tubercles in
the ambulacral space. Interambulacral area to the abactinai re-
gion ; on each side of these rows tubercles smaller than the am-
bulacral, arranged in vertical rows and not in oblique rows, as is
usual in the Diademmatidae. Abactinai System almost circular,
which distinguishes this genus at once from all other known gener a
of this family. Shell thick; tubercles crenulated; spines resembling
those of Echinothrix, but stouter and more taperiug.
G ly p l 0 cid aris A. Ag. Pores arranged, as in Heliocidaris,
in narrow irregulär rows; do not spread near actinostome. Tuber-
cles crenulated ; spines tapering, long. Two principal rows of in-
terambulacral and ambulacral tubercles ; miliaries not numerous.
An the chinn s k. Ag. Small pentagonal sea-urchins, with
prominent abactinai System and openings at angles of plates. The
ambulacra convex, projecting beyond the level of interambulacral
Space, which is quite depressed. Median ambulacral and interam-
bulacral Space free from spines. The bare space follows the line
of plates and is not sunken, as in Microcyphus and Temnopleurus ,
but slopes gradually to the edge of the plate. Tubercles very mi-
nute, somewhat larger round the mouth, where they are arranged
in diverging rows, extending about half way to the abactinai area,
while they are scattered irregularly on the portion of the plates
which they cover partially. Pores arranged in single pairs in a
vertical row.
Temnotrema A. Ag. Small sea-urchins, almost globular,
with marked grooves at the sutures of the plates, as in Salmacis.
Two principal vertical rosvs of tubercles; smaller tubercles crowded
irregularly over the rest of the plate, Abactinai system pentago-
nal, with prominent angles, the anal system consisting of four pla-
tes as in Echinocidaris. Spines like thosc of Salmacis, though finer
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 57
in Proportion and more deeply grooved. Paires of pores arranged
in a Single vertical row.
Scaphechinus Barn. Closely allied to Echinarachnius. It
has, however, remarkable points of difference in the small number
and great thickness of the walls joining the two floors, as well as
in the mode of branching of the grooves on the lower surface,
which is exactly that of the fossil genus Scutella. It has the am-
bulacral rosette of Echinarachnius and the depression of the inter-
ambulacral space on the upper surface of Arachnoides.
Bölsche zählt in seiner „Zusammenstellung der
bisjetzt bekannten Echiniden aus der Gruppe der Diade-
miden^ (Archiv für Naturgesch. 1865. I. S. 324—336. Tab.
XIII) 9 Arten des Gen. Diadema Pet., 11 des Gen. Echi-
nothrix — darunter als n. sp. E. Petersü von den Fidji-
Inselu — , 5 Astropyga^ 1 Trichodiadema. Garelia Ag.
und die damit vollständig übereinstimmende Savignya
Des. sind von Echinothrix nicht hinreichend verschieden,
da die ausserordentliche Kleinheit der Stachelschuppen
wohl kaum ein generisches Merkmal abgeben kann. Ausser
der neuen Art finden namentlich Diadema setosa Rumpf
(D. turcarum Auct.) und Ech. turcarum Schynvoet (E.
calamaris Pall.) eine eingehende Berücksichtigung. Die
von A. Agassiz beschriebenen und voranstehend er-
wähnten neuen Formen sind dem Verf. noch nicht bekannt
gewesen.
Ueber die Beziehungen von Echinus melo, Ech. sphaera und
Ech. Flemingii vgl. Grube, Insel Lussin u. s. w. S. 101.
Toxopneustes drobachiensis Ag, und Echinarachnius parma Gr.
sind die in den Seaside studies by Mrs. and Mr. Agassiz (p. 101 —
108) abgebildeten und beschriebenen Eepräsentanten der nordame-
rikanischen Seeigel.
Scutella japonica n. sp. bildet ein Mittelglied zwischen den
Gattungen Scutella, Scaphechinus und Echinarachnius, die desshalb
denn auch kaum generisch aus einander gehalten werden können. Mit
Echinarachnius und Scaphechinus stimmt dieselbe durch die rand-
ständige Lage der Mundöffhung, mit Scutella und Scaphechinus in
der Verzweigung der Bauchfurchen, mit Scutella und Echinarachnius
endlich darin, dass die Ambulacralblätter mit den Interambulacral-
räuraen in derselben Ebene liegen, v. Märten s, Berl. Monatshefte
1865. S. 140—142.
Ebendas. beschreibt v. Martens auch (S. 143) eine neue —
58 Lcuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturg'eschichte
recente — Form des Gen. Nucleolites, N. epigonus aus Japan, die
sich von der schon früher bekannten N. recens M. Edw. vorzugs-
weise durch den fast vollständigen Schwund der Furche des hinte-
ren Interambulacralraumes auszeichnet.
Asterida.
lieber die Entwickelung erhielten wir die schon
oben erwähnte ausgezeichnete Arbeit von A. Agassiz:
Embryology of the starfish (66 Seiten in gross Quart mit
8 Tafeln schöner Abbildungen). Dieselbe bildet den ersten
Theil des fünften Bandes der berühmten Contributions
to the nat. bist of United statcs und behandelt die Me-
tamorphose von Asteracanthion beryllinus Ag. und Ast.
pallidus Ag. (im Auszuge schon 1863 in den Proceed.
american. Acad. of arts and sciences), die, Dank der mit
Glück von unserem Verf. angestellten künstlichen Befruch-
tungsversuche, von den ersten Entwickelungsvorgängen
an vollständig zur Beobachtung gebracht werden konnte.
Verf. theilt die Entwickeliingsgeschichte der von ibm
untersuchten Seesterne in sechs Stadien, von denen das
erste die Embr jonalvorgänge im Ei umfasst, während die
anderen als Scyjjhistomastadium, Tornariastadium , Bra-
chinastadium, Brachiolariastadium und Echinodermensta-
dium unterschieden werden. Das Tornariastadium beginnt
mit der Bildung des Larvenmundes, die der Abtrennung
des Wassergefässsystems von dem Magen nachfolgt, und
sofort durch das Brachinastadium, das sich durch die Ent-
wickelung des Wasserporus und die Vereinigung der beiden
Wassercanäle vor der von ihnen überwachsenen Mundöff-
nung charakterisirt, zu dem durch den Besitz der Arme und
der Wimperschnur ausgezeichneten Brachiolariastadium
hinführt. Das von Müller beschriebene eigenthümli-
che „Schlauchsystem", das den ganzen Leib der See-
sternlarven durchzieht und diese von den übrigen Jugend-
formen der Echinodermen anatomisch unterscheidet, ist
nach den Untersuchungen unseres Verf.'s nichts Anderes,
als der vordere Theil des Wassergefässsystems, das wäh-
rend der Entwickelung der Brachinaform , wie schon
der niederen Thiere während des J. 1864 — 1865. 59
oben erwähnt, ein excessives Waclisthum eingeht. Die eigen-
thiimlichen sog. Brachiolararme dienen nach der Meinung
des Verf. 's zum Anhaften und sind den zapfenförmigen Fort-
sätzen zu vergleichen, mittelst deren die Echinasterarten
ohne Pluteuszii stand sich in der Bruthöhle der Mutter oder
an anderen Körpern befestigen. Sie sind noch unverändert,
wenn der Schwund des Larvenkörpers anderweitig bereits
sehr merkliche Fortschritte gemacht hat. Die Arme der
jungen Seesterne sind breit und kurz nnd mit zugespitzten
Ambulacralröhrchen versehen, die in zwei Reihen stehen.
Die Bildung der Saugscheiben geschieht — mit Ausnahme
des ersten unpaaren Tentakels (des Oculartentakels), der
beständig scheibenlos bleibt — erst später. Die Stacheln
haben auf der stark gewölbten Apicalfläche eine regel-
mässige Anordnung. After und Madreporenplatte liegen
auf der Oralfläche nahe dem Rande und wandern erst
später von da auf die Rückenfläche. Die Madreporen-
platte bezeichnet in allen Fällen die Schlussstelle der
Scheiben und lässt sich somit denn auch ganz gut zur
Orientirung über die relativen Lagenverhältnisse der
Arme verwerthen. Bei der Analogie, welche die Bil-
dungsverhältnisse des jungen Asteracanthion mit den blei-
benden Zuständen anderer Seesterne zeigen, erlaubt die
Entwickelungsgeschichte desselben auch mancherlei Rück-
schlüsse auf die Systematik.
Sars bringt die schon im vorigen Jahresber. (S. 118)
angezogene Arbeit ,.on e ny Art Brachiolaria" mit eini-
gen Veränderungen zum Wiederabdrucke, Vidcnskabsselsk.
Forhand] . for 1863.
In Agassi z, seaside studies p. 111 finde ich die
Angabe, dass die Seesterne ihre Beute mit dem nach
Aussen umgestülpten Magen umfassen und aussaugen.
(Ich erinnere mich übrigens, gelegentlich auch Schnecken
im Inneren des — eingezogenen — Magens angetroffen zu
haben.) Die Ambulacralröhren ohne Saugnäpfe sollen vor-
zugsweise zum Wühlen im Schlamme dienen. Als Typen
der nordamerikanischen Formen werden beschrieben und
auch meist abgebildet: Asteracanthion beryllinus Ag., Cri-
60 Leuckart: Bericht üb d. Lcist. in d. Naturgeschichte
bella. oculata Forb., Hippasteria phrygiana Ag., Cteno-
discus crispatus K. et D., SoJaster endeca Forb.
Jourdain's Beobachtungen ^über die Augen von
Asteracanthion rubens" (Cpt. rend. 1865. T. 60. p. 103,
übersetzt in Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XV. p. 238)
stimmen ilirem wesentlichen Inhalte nach mit den An-
gaben von Mettenheimer und Häckel, die übrigens
dem französischen Forscher unbekannt geblieben zu sein
scheinen. Die von Pigment umgebenen hellen Kügelchen
der Augenpapillen hält Verf. für Linsen, die zur Con-
centration des Lichtes dienten. Eigentliche Bilder sollen
von den Seesternen nicht gesehen werden; die Augen
derselben seien „photoscopische" und keine „idoscopische^
Apparate.
V. Märten s beginnt (Archiv für Naturgesch. 1865.
I. S. 345 — 360) die Publication seiner Untersuchungen
„über ostasiatische Echinodermcn'' mit der Aufzählung und
Beschreibung der japanischen und chilesischen Öeesternc,
unter denen wir neben der Asterias rubens und anderen
genügend bekannten Formen folgenden Arten begegnen:
Linckia (Scytaster Müll.) semiregularis var. Japonica n., L.
(Scytaster Müll.) semiseriata n. sp., Luidia maculata Müll. var. qui-
naria n., Archaster hesperus M. Tr. (= Stellaster sulcatiis Mob.),
Goniaster equester Retz. (= Stellaster Childreni M. Tr. und St. gra-
cilis Mob.), Goniaster tiibercidosns n. sp., G. Mülleri n. sp., G. (Sub-
gen. nov. Ogmaslei) capella Mr. Tr., Astropecten velitaris n. sp.
Die Untergattung Ofjmaster v.M. unterscheidet sich von
Goniaster dadurch, dass die fünf innersten Bauchplatten an ihrer ado-
ralen Seite tief gespalten sind.
Der Unterschied zwischen Stellaster und Goniaster (Goniodiscus
und Astrogonium Mr. Tr.), der hauptsächlich auf den Stacheln der
unteren Randplatten beruht, ist von so geringem Gewicht, dass man
beide Gattungen kaum zu trennen im Stande ist.
Norman's Verzeichniss brittischer Echinodermen
enthält (1. c. p. 115—129) 18 verschiedene Astcridenar-
ten, die sich über 11 Geschlechter vertheilen. Darunter
neu : Asiropecleji aGtcularis.
Grube handelt (Bcr. über die naturwiss. Sect. der
Schlesischen Gesellsch. 1864. Ö. 51) über einige noch un-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 61
beschriebene oder doch nicht hinreichend bekannte See-
sterne des BresLauer Museums : Oreaster muricatus, der
bereits vonLinck und öeba abgebildet^ aber bisher
mit 0. turritus M. Tr. verwechselt worden^ Ophidiaster
clathratus von den Viti-Inseln (in der Anordnung der
Porenfelder am meisten mit O. porosissimus verwandt,
aber mit viel längeren Armen), Chaetaster californicus,
Solaster gracilis (mit 8 Armen) von Honkong. Ausser-
dem berichtet Verf. noch über zysfQi Asi^n Asteracantidon,
von denen die eine trotz ihres Fundortes Honkong mit
dem mittelmeerischen A. tenuispinus identisch zu sein
scheint, während die andere, die aus Californien stammt,
vielleicht mit Asterias gigantea Stimpson zusammenfällt.
V. Martens liefert eine Beschreibung zweier See-
sterne aus Costarica, des bis dahin nur unvollständig
bekannten Oreaster armatus (Gray) M. Tr. und des Aste-
ropecten o o e lacaiit hus n. sp. Berl. Monatshefte 1865.
S. 56— 59. In einem Nachtrage (ebendas. S. 144) wird
hinzugefügt, dass Goniodiscus conifer Moeb. eine Jugend-
form des oben beschriebenen Oreaster sei, deren Natur
desshalb verkannt wurde, weil bei Oreaster Anfangs
— wie bei Goniodiscus und Astrogonium — sowohl die
unteren, wie die oberen Randplatten zur Bildung des
Randes beitragen.
Gray beschreibt (Proc. Zool. soc. 1864. April, Ann.
and Mag. nat. bist. 1865. Vol. XV. p. 61—64) ein dritthalb
Fuss langes schlankes und stachelförmiges Thierfragment,
das er als Armskelet eines sonst unbekannten seesternarti-
gen Echinodermen {Myriosteon Higginsü) ansehen
möchte. Bei dem Mangel aller Ambulacraltheile ist
diese Deutung um so weniger gerechtfertigt, als auch der
histologische Bau abweichend zu sein scheint. Die durch
radiäre Ausläufer verbundenen kleinen Schildchen, welche
die Oberfläche des Stachels — mit Ausnahme der einen
etwas eingedrückten Fläche — bedecken, erinnern mit
den am Rande angebrachten Poren vielleicht eher an die
Hautbildungen gewisser Krebse, als an die Skeletplatten
der Ästenden und Echiniden.
62 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ophiurida.
A. Aga ssi z piibJicirt (Embr. of Echinodermata 1. c.
p. IV — 22) Beobachtungen über die Entwickehing zweier
üphiuriden; der Opbiopholls bellis Lym., deren Embryo-
nen in den nach Aussen abgelegten Eibüscheln direct
(d. h. ohne Piuteuszustand) in Echinodermen auswachsen,
und der Amphiura squamata, die uns ein neues Beispiel
der durch Müller bekannt gewordenen Ophiuridenmeta-
morphose bietet. Charakteristisch für diese Metamorphose
ist der Umstand, dass die beiden Öcheibenflächen noch
vor der Resorption des Pluteus mit ihren Rändern ver-
schmelzen, also viel früher, als das namentlich bei den
Seesternen der Fall ist. Die neugebildete Scheibe der
jungen Ophiuriden zeigt übrigens einstweilen noch kei-
nerlei Kalkablagerung; die einzigen Kalkstücke, die vor-
handen sind, gehören den Armen an. Später vermehren
sich die Anhänge dieser Arme insofern auf eine ungleiche
Weise, als die neuen Stacheln an der Basis, die neuen
Ambulacralfüsschen aber an der Spitze, dicht hinter dem
ersten sog. Oculartentakel, hervorknospen. Astrophyton
gleicht in der Jugend mehr einer Asteronyx oder einer
Asteroporpa als der definitiven Form, indem die Scheibe
cirkeirund ist und keine Spur der späteren Rippen er-
kennen lässt, auch die Arme nur einfach gespalten sind.
Die Bildung der Rippen geschieht erst nach drei Mal
wiederholter Spaltung.
Der erste Band des illustrated catalogue of the Mu-
seum of the comparative zoology at Harward College
(Cambridge 1865, 200 Seiten in gross Octav mit 4 colo-
rirten Tafeln und zahlreichen Holzschnitten) ist den Ophiu-
riden und Astrophytiden gewidmet. Er ist von Lym an
bearbeitet und enthält die Beschreibungen von 105 Arten,
die sämmtlich den amerikanischen Küsten angehören und
drei Fünftheile der bisjetzt überhaupt bekannten (guten)
Arten, deren Menge nach den Aufzählungen unseres
Verf.'s etwa 180 beträgt, ausmachen. Die Beschreibungen,
denen auch manche werthvoUe Notizen über andere Arten
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 68
eingefügt sind, beruhen überall auf eignen Untersuchun-
gen und Vergleichungen mit Originalexemplaren, die der
Verf. in den Europäischen Museen (Wien, Berlin, Leyden,
Paris, Kopenhagen u. s. w.) aufgesucht und sorgfältig
studirt hat. Manche bis dahin unbedenklich als verschie-
den angesehene Arten (^besonders von Müller und T ro-
se hei, so wie von Lütken) haben sich dabei als iden-
tisch erwiesen, wie denn auch die Nomenclatur vielfach
(zu Gunsten der älteren Benennungen von L a m a r c k,
Link, Say, S e b a) abgeändert worden. Selbst der fast
allgemein acceptirte Genusnamen Ophioderma Mr. Tr. hat
nach dem Principe der Priorität der Lamark'schen Be-
nennung Ophiura Platz gemacht. Eigentliche neue Arten
sind in dem vorliegenden Werke nur wenige beschrieben
— wir haben deren nur eine einzige gefunden — dafür
aber sind in dasselbe die ausführlichen Beschreibungen
aller derjenigen Arten übergegangen, die Verf. früher
(vgl. J. B. 1859. S. 163, 1860. S.-293, 1861. S. 196) nur
kurz charakterisirt hatte. Nur insofern ist dabei eine Ver-
änderung eingetreten, als Verf. inzwischen einige früher
als neu aufgestellte Arten jetzt als Synonyma von anderen
älteren Species aufführt. So z. B. Ophiocoma molaris und
0. sannio bei 0. scolopendrina Lmk. und O, pica M. Tr.
(— O. lineolata M. Tr.). Das Gen. Ophiolepis M. Tr. wird
auf den Typus der O. annulosa beschränkt, während die
Formen der O. Januarii Lütk., so wie die Oph. impressa und
Oph. pacifica desselben Autor zur Aufstellung zweier neuen
Gattungen 0 phio oer amis und Op ^^o -s o;?a Veranlas-
sung geben. Die Ophiolepis imbricata M. Tr. (= Oph.
tessellata Lym.) ist von unserem Verf. schon früher in
einem besonderen, hier beibehaltenen Gen. Ophioplocus
abgetrennt. Ebenso sind auch die schon früher von Lüt-
ken ausgeschiedenen Gattungen von unserm Verf. auf-
genommen. In ähnlicher Weise hat Verf. von dem Gen.
Amphiura Forb., das auf die Verwandten der A. filifor-
mis 0. Fr. Müll, beschränkt wird, die neuen Gattungen
0 j)}i i o p hr a (j mu s (mit Amph. Wurdemani Lym.),
Ophiocnida (mit Araph. hispida Lütken, A. scabriu-
64 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Natureceschichte
Scilla Ltitk., A. neapolitana Sars^ und Ophiopholis A. Ag.
(mit Ampli. cordifera Lym. = A. elongata Liitk.) abge-
trennt.
Die Diagnosen der neuen Gen. lassen wir hier folgen :
Ophio cer amus Lym. Disk covered with radial shields and
stout scales, none of which are surrounded by a belt of small ones.
Over the base of each arm a small notch in the disk. Genital sca-
les concealed. Teeth, Tooth-papillae. Mouth papillae. Side mouth-
shields small and not meeting within. Arm-spines arranged along
the outer edge of the side arm - plates. ISTo supplementary pieces
to te Upper arm-plates. Two genital slits, beginning outside the
mouth- shields.
OphioZ'Ona Lym. Disk covered with radial shields and stout
scales, each larger one, above, being surrouded by a belt of smaller
ones. Over the base of each arm a small notch in the disk. Ge-
nital scales thick and conspicuous. Teeth. No tooth-papillae Mouth-
papillae. Side mouth-shields wide and nearly or quite meeting
with in. Arm-spines arranged along the outer edge of side arm-pla-
tes. No supplementary pieces to the up^Der arm-plates. Two genital
slits, beginning at the side's of the mouth-shields.
0 ph i ophr agmus Lym. Disk small and delicate, furnished
with uncovered radial shields and covered with naked scales ; the
scales along the edge of the disk are turned up, so as to make a
little fence. Teeth. No tooth-papillae. Six mouth-papillae to each
angle of the mouth. Arms slender, even, more or less flattened.
Arm-spines short and regulär, arranged along the sides of the side
arm-plates.
Ophiocnida Lym. Disk small and dehcate, furnished wäth
uncovered radial shields; its coat of naked, overlapping scales, is
beset with small thorns. Teeth. No tooth-papillae. Six mouth-pa-
pillae to each angle of the mooth. Arms slender, even, more or less
flattened. Arm-spines short and regulär, arranged along the sides
of the side arm-plates. Two genital slits to each interbrachial space.
Hemipkolis A. Ag. Disk, above , covered with rounded,
rather thick scales, and wäth large radial shields ; below nacked.
At the base of each arm disk slightly indented. Teeth. No tooth-
papillae. Two mouth-papillae to each angle of the mouth. Side
mouth-shields touching each other, so as to from a continuous ring
round the mouth. Three short tapering arm-spines. Two genital
slits, beginning outside of the mouth-shields.
Li Betreff des Gen. Ophiocoma Ag. hebt Verf. hervor, dass
Oph. bidentata und Oph. Nilssonii M. et Ti'. kein Artenrecht zu be-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 65
anspruchen hätte. Oph. variabilis Gr. sei identisch mit Oph. Schön-
leinii, die selbst wiederum eine Varietät von 0. erinaceus M. Tr.
(= 0. tartarea Lym.) zu sein scheine. Ebenso hält Verf. dieOphio-
coma dentata M. Tr. für ein halbwüchsiges Exemplar von 0. echi-
nata Lmk. (= Oph. crassispina M. Tr. und 0. serpentaria M. Tr.).
Oph. dentata Lütk. soll mit Oph. brevipes Lütk. identisch sein.
Ebenso wird Ophiocoma arctica M. Tr. zu Ophiacantha spinulosa
M. Tr. gezogen, Ophiura rosularia Gr. zu Ophiacantha serosa M. Tr.,
Ophiolepis scolopendrica M. Tr. zu Ophiura (Ophiopholis Lym.) bellis
Johnst., Ophiothrix caribaea Lütk. und Oph. Kroyeri Lütk. zu Oph.
violacea M. Tr.
Für Ophiopholis bellis Lym. und Astrophyton Agassizii Stimps.
vergl. ferner die hübschen Abbildungen in Agassiz seaside studies
p. 115—120.
Nach Norman (1. c. p. 104 — 115) enthält die briti-
sche Küstenfauna 16 Ophiuriden, die sich über 8 Genera
vertheilen.
Ljungman berichtet (Ofvers. kongl. vetensk. akad.
Förhandl. 1864. p. 857. Tab. XV) über Scandinavische
Ophiuriden, besonders über Amphiura tenuisinna n. sp.,
A. squamata delle Ch., A. norvegica n. sp. und Ophiactis
clavigera n. sp. Ophiura affinis Lütk. wird mit Oph. Nor-
manni Hodge zusammengestellt.
Pelmatozoa.
C a r p e n t e r's Abhandlung, researches on the struc-
ture, physiology and development of Antedon s. Comatula
rosaceus (Proc. roy. Soc. Lond. XIV. 1865. p. 276— 278
Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XVI. p. 200— 202) beschäf-
tigt sich in dem bisjetzt allein vorliegenden ersten Theile
mit der Entwickelung des Kalkskeletes, die viel compli-
cirter ist, als man bisher vermuthet hat, insofern nämlich
die zuerst vorhandenen 10 Kalkplatten (5 Oralia, 5 Ba-
salia), die den primitiven Kelch zusammensetzen — vgl.
J. B. 1864. S. 120 — von dem theils zwischen, theils
auch vor denselben sich entwickelnde Radialia allmählich
überflügelt und verdrängt werden. Das sg. Centrodor-
salstück ist das persistirende oberste Stengelglied, das im
Laufe der Zeit sich mächtig verbreitert und nicht bloss
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. E
66 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
die zu einer kleinen Rosette reducirten Basalia, sondern
auch die — zuerst gebildeten — untern Radialia vollstän-
dig überdeckt. Das mit der Basalrosette zusammenhän-
gende sg. _^Herz'^ ist nichts weniger als ein blutführender
Apparat und scheint mit den davon auslaufenden Strän-
gen eher eine Beziehung zu dem Skelet zu besitzen.
Norman zählt in seinem Verzeichnisse britischer
Echinodermen (1. c. p. 100 — ^104) vier Arten des Gen.
Comatula (Antedon Fr^minville 1811) auf: Ant. rosaceus
Link, A. Milleri Müll., A. Sarsii Dub., A. celticus Barr.
III. Coelenterata.
Huxley wiederholt seine systematischen und mor-
phologischen Ansichten über die Coelenteraten und theilt
dieselben nach wie vor in die Classen der Hydrozoa und
Actinozoa (mit Einschluss der Ctenophoren). Lectures
etc. p. 20. Von den letztern aus glaubt derselbe — durch
die Bryozoen — einen Uebergang zu den Molluskoiden
statuiren zu können. Die Poriferen werden den Protozoen
zugerechnet.
A. Agassiz hält die Aufstellung einer besonderen
Gruppe der Coelenteraten für ebenso unberechtigt, wie
sein Vater, dem ersieh auch sonst in Betreff der Morpho-
logie und Systematik der Radiaten vollständig anschliesst.
So nicht bloss in den oben schon erwähnten Untersu-
chungen über Echinodermen und den Seaside studies,
sondern namentlich auch in der von ihm herausgegebe-
nen vortrefflichen Monographie über die nordamerika-
nischen Acalephen, welche den zweiten Band des lUustrated
catalogue of the Museum of compar. Zooiogy at Harvard
College (Cambridge 1865, 226 Seiten in gross Quart mit
360 Holzschnitten) ausmacht und in mehr als einer Bezie-
hung eine wichtige Bereicherung unserer Litteratur ge-
nannt werden darf.
M ö r ch möchte unter Bezugnahme auf die Aehn-
lichkeit, welche die Medusen mit einer schwimmenden
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 67
Lima hätten, die Akalephen und die davon nicht abtren-
nenden Anthozoen mit den Mollusken vereinigen (!),
dafür aber den Coelenteraten die Lumbricinen, Hirudineen,
Anneliden, Echinodermen, Nematoden, Tunicaten, Bryo-
zoen, Brachiopoden und Rhizopoden überweisen. Annais
and Mag. nat. bist. 1865. Vol. XVI. p. 412—414.
Die ^^Bemerkungen über Ctenophoren und Medusen"
von Claus (Zeitschrift für wiss. Zool. 1864. S. 384— 393.
Tab. 37 u. 38) behandeln verschiedene anatomische Ver-
hältnisse und werden später noch besonders von uns an-
gezogen werden.
Clark tritt der Annahme gegenüber, dass die Nes-
selkapseln in Zellen entständen, und behauptet, dass diese
sg. Zellen blosse Ballen einer amorphen Zwischensub-
stanz darstellten. Ann. and mag. nat. bist. 1864. T. XIV.
p. 396.
1. Ctenophora.
K ö 1 1 i k e r macht einige Mittheilungen über den
feineren Bau der Ctenophoren (Bericht u. s. w. Wrzb.
naturw. Ztg. Bd. V. S. 7), namentlich über die Structur
der Gallertsubstanz , die, wenn auch in Manchem (Vor-
kommen von Spindel- und sternförmigen Zellen, so wie
feinerer und stärkerer geschlängelter Fasern) derjenigen
der höhern Schirm quallen ähnlich, doch dadurch ein an-
deres Gepräge und eine höhere Stellung erhalte, dass
sie namentlich in der oberflächlichen Körperlage und um
die verdauende Höhle herum, aber auch in radialer Rich-
tung von zahlreichen kernhaltigen Muskelfasern durch-
zogen wird. Bei Bolina und Idyia fand Verf. an den
Chymuskanälen von Zeit zu Zeit Stigmata, die von flim-
mernden Zellen begrenzt waren und vielleicht mit den
Genitalschläuchen einen Zusammenhang besitzen. Dass die
sg. Ganglien und Nerven wirklich die gewöhnlich ihnen
zugeschriebene Bedeutung haben, möchte Verf. bezwei-
feln, da sie — was Ref. für die fast wie quer gestreifte
Muskelfasern mit ribi-illärer Textur aussehenden Nerven-
68 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Stämme bestätigen kann — in deutlich zuckender Bewe-
gung gesehen wurden.
Claus spricht sich über die geometrischen Verhält-
nisse desCtenophorenbaues in wesentlich derselben Weise
aus, wie es Ref. bei Gelegenheit des darauf bezüglichen
Aufsatzes von Fr. Müller (J. ß. 1861. S. 201) gethan
hat, und bemerkt dann in Betreff des Gehörorganes,
dass das die Otolithen einschliessende Säckchen keine
geschlossene Blase darstelle, sondern von breiten hya-
linen Fasern gebildet scheine, welche der Länge nach
an einander liegen und an der Spitze aus einander wei-
chen. (So nach Untersuchungen bei Cydippe pileus. Ref.
hat inzwischen bei einer kleinen noch unreifen Nizzaer
Cydippe dasselbe Gebilde untersucht und das Säckchen
hier aus vier radiär gestellten Blättern bestehend gefun-
den, die wie die Kelchblätter einer ßlüthenknospe an
einandar schliessen und durch Druck sich vielfach strei-
fenförmig schlitzen.) Der unterhalb dieses Organes gele-
gene sog. Ganglienknoten liess weder Ganglienzellen
noch austretende Nerven erkennen, so dass die nervöse
Natur desselben zweifelhaft blieb. Eine 2 Mm. lange
Otenophorenlarve mit schon angelegten Senkfäden besass
in der Nähe des hinteren Körperpols zwei Kränze von
Schwimmplatten. (Auch Wright beschreibt eine Cte-
nophorenlarve mit Flimmergürtel statt der Rippen, J. B.
1858. S. 200). Eine zweite kugelförmige Larve mit einem
uniformen Wimperüberzuge auf der mit Nesselorganen
dicht besetzten Haut, mit vorstülpbarem Magenrohre und
vier tentakelartigen Filamenten in der Tiefe des Leibes ge-
hört sonder Zweifel (wie Sicyosoma Gegenb. und CalH-
phobe Busch) zu den Polypen.
Auch A. A g a s s i z veröffentlicht in seiner hübschen
Monographie der Nordamerikanischen Akalephen, deren
erster Abschnitt (p. 7 — 40) den Ctenophoren gewidmet
ist, zahlreiche Beobachtungen über die Entwickelungs-
geschichte dieser Thiere, deren Werth wir um so höher
veranschlagen müssen, als dieselben Eier und Larven
bekannter Abstammung betreffen und bei der Mehrzahl
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 69
der Arten (Bolliia alata, Mnemiopsis Leidyi n., Mcrtensia
Ovum, Pleurobrachia rhododactyla, Idjia roseola) bis zum
vollen Abschluss der Metamorphose fortgeführt sind.
Die Eientwickelung wurde nur bei Pleurobrachia (Cydippe)
rhododactyla beobachtet, deren Embryonen bereits bei der
Geburt im Wesentlichen die Bildungsverhältnisse des spä-
teren Thieres besitzen. Nur in sofern findet sich ein
Unterschied von den erwachsenen Quallen, als die kur-
zen Flimmerrippen (wie auch bei anderen Arten) nur
auf das aborale Segment des Körpers beschränkt sind
und paarweise sg dicht neben einander stehen, dass de-
ren zunächst nur vier vorhanden zu sein scheinen.
Die Anlage der Flimmerrippen gehört zu den frühesten
Bildungsvorgängen, die überhaupt zur Beobachtung kom-
men. Sie treten mit dem Gehörorgane (Auge Ag.) auf
und lassen sich schon zu einer Zeit unterscheiden, in
der sonst noch keinerlei innere Organe vorhanden sind.
Magen und Leibeshöhle (Ambulacralhöhle Ag.) entstehen
unabhängig von einander und treten erst späterhin, wenn
die letztere bereits ihre ursprüngliche Form verloren
hat, mit einander in Zusammenhang. Die Tentakel bilden
sich als einfache cylindrische Auswüchse, an denen dann
später die Seitenzweige hervorknospen. Sie wachsen
so rasch, dass sie noch während des Eilebens das Dop-
pelte der Körperlänge erreichen. Bei Mertensia ist die
nachembryonale Entwickelung eben so wenig auffallend,
wie bei Cydippe. Aber anders bei den geflügelten Rip-
penquallen (Bolina, Mnemiopsis), die nach den Beobach-
tungen unseres Verf.'s in der Jugend auffallender Weise
den jungen Cydippen so ähnlich sehen, dass sie kaum
davon unterschieden werden können. Nicht bloss, dass
ihnen die späterhin bekanntlich fast bilaterale Bildung
einstweilen noch vollständig abgeht, auch darin spricht
sich diese Uebereinstimmung aus, dass beide Formen
den gleichen Tentakelapparat besitzen. Erst nach län-
gerem Larvenleben beginnt die Umgestaltung. Die Rip-
penkanäle wachsen in ungleicher Weise, die einen mehr,
die anderen weniger, und mit ihnen nehmen dann auch
70 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
die einzelnen Radien eine differente Bildung an. Die
den stärker wachsenden Gefässen angehörenden Radien
— die übrigens bei den verschiedenen Formen zu den
Tentakeln eine verschiedene Lage haben — erheben sich
über die MundöfFnung und entwickeln sich zu flügei-
förmigen Lappen, während die Tentakel selbst ihr
Wachsthum einstellen und schliesslich zu kleinen Knö-
pfen werden, an denen freilich immer noch einige kurze
fadenförmige Seitenzweige in dieser oder jener Anord-
nung (bei Bolina und Lesueuria quastenartig, bei Mne-
miopsis zweizeilig ) persistiren. Die äussere Körper-
oberfläche ist bisweilen mit gruppenweis zusammenge-
häuften Nesselkapseln versehen. Die schlingenförmigen
Anastomosen der Rippengefässe entstehen erst nach der
Anlage der Flügel, wie denn auch bei der (beständig
tentakellosen) Idyia Anfangs die Verästelungen der Rip-
penkanäle fehlen. Auffallend ist bei letzterer auch die
Weite der radialen Aussackungen der Leibeshöhle, die
auf den Querschnitten Anfangs fast das Bild eines acht-
strahligen Polypen gewähren. Für das Nähere müssen
wir, wie auch für die Charakteristik der einzelnen For-
men, auf das Original verweisen.
Im Ganzen führt unser Verf. 20 Arten auf, acht Lobatae (4 Bo-
hnen, 2 Mnemiopsiden, 1 Lesueuria, 1 Ocyroe), fünf Saccatae (1 Mer-
tensia, 2 Pleurobrachien, 1 Janira, 1 Dryodora), sechs Eurystomeen
(1 Beroe, 4 Idyien, 2 Idyiopsis), die zum grossen Theile ausführlich
beschrieben sind. Als neu bezeichnet Verf. Bolina microptera (=
B. septentrionalis Ag.), Mnemiofsis Leidyi und Lesneuria hyboptera.
Die beiden letztgenannten Genera werden auf Grund genauerer Unter-
suchung aus der Familie der Mnemilden entfernt und den Boliniden
zugesellt.
2. H y (1 r 0 m e d u s a e.
Kölliker liefert ein Verzeichniss der von ihm an
der Westküste Schottlands im Firth of thc Clyde beob-
achteten (21) Ilydromcdusen mit zahlreichen meist die
äussere oder innere Organisation betreffenden Bemer-
kungen und einem Excurse über den Bau der Bindesub-
stanz (Bericht u. s. w. Wrzb. naturw. Ztg. Bd. V. ö. 1— -6).
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 71
Von letzterer unterscheidet Verf. mehrere Formen, eine
zellige Bindesubstanz, welche die Tentakelachse zahlrei-
cher Hydroidpolypen und Medusen (der Aeginiden u. a.)
durchzieht und eine Fortsetzung des inneren Leibes-
epithels darstellt, die man irrthümlicher Weise nicht selten
für contractu gehalten hat — die Contractionen dieser
Tentakel hängen überall von einer unter dem äusseren
Epithel gelegenen Muskelschicht ab — , die homogene
gallertige Bindesubstanz, die der Zellen entbehrt, aber oft-
mals von Fasern durchzogen ist und (v^ie schon lange vor
Claus von Ref. beobachtet worden) durch Abscheidung
zwischen Ectodern und Endodern entsteht, und schliess-
lich die nur bei den höheren Medusen (Rhizostoma, Aurelia,
nicht Cyanea) vorkommende einfach gallertige Binde-
substanz mit runden, zackigen oder sternförmigen Zellen
neben den Fasern.
De Filippi's Abhandlung „sopra due idrozoi'^
(Mem. della Reale Accad. delle sc. di Torino 1865. T. XXIII,
13 S. in gross Quart mit 2 Kupfertafeln) betrifft das Me-
dusen-Gen. Eleutheria und einen neuen Hydroidpolypen
aus der Familie der Corynoiden.
Acalephae.
Noschin macht (Bullet. Acad. imp, des sc. de St»
Petersbg. T. VIII. p. 218 mit Abb.) einige Mittheilungen
über die schw^ärmenden Larven von Rhizostoma Aldro-
vandi, und erwähnt dabei, dass die innere Haut derselben
acht vorspringende Längsfalten bilde, aber weder „Ca-
näle^ (Frantzius) , noch „solide Stränge'^ (Semper) er-
kennen lasse. Die Angabe, „dass bei den Rhizostomen-
Larven sich die äussere und innere Haut fast unmittel-
bar berühren, und man also nicht von einer ausgebil-
deten Leibeshöhle sprechen dürfe, da solche nur in der
Anlage vorhanden sei" ist Ref. unverständlich und wird
nur desshalb angezogen, weil Verf. später zu beweisen
hofft, „dass dieses bei den meisten Coelenteraten der
Fall sei." (Die Leibeshöhle der Coelenteraten liegt be-
72 Leuckart: Bericht ül). d. Leist. in d Naturgeschichte
kanntlich nicht zwischen Ectoderm und Entoderm, son-
dern wird von letzterm umschlossen.)
Die bei den hydroiden Jugendzuständen der echten
Akalephen in den Leibesraum vorspringenden Längs-
wülste, die von früheren Beobachtern gelegentlich als
Gefässe in Anspruch genommen wurden, bilden nach den
Untersuchungen von Clark (Amer. Jour. Sc. and Arts
1864. T. XXXVII. p. 63) einen Theil des bei diesen Thie-
ren sehr kräftig entwickelten Muskelapparates.
Die Ordnung unserer Akalephen, die früher bloss
die Rhizostomiden und Medusiden umfasste, ist in der
jüngeren Zeit bekanntlich mehrfach mit noch anderen
Formen bedacht worden. So von Huxley und seinen
Nachfolgern mit der Lucernariaden, und von Agassiz
mit den Aeginiden. In der schon mehrfach erwähnten
Monographie der nordamerikanischen Akalephen, die wir
dem Jüngern Agassiz verdanken, wird unsere Gruppe
in einem noch weiteren Umfang genommen , indem ihr
auch die G eg enbaur'schen Trachynemiden, die Verf.
als jugendliche Circen wiedererkannt haben will , so
wie die Geryoniden zugerechnet werden, beide als Fa-
milien einer gemeinschaftlichen, von den Aeginiden (Ha-
plostomeae) verschiedenen Unterordnung der Trachynemi-
dae, der auch die Gen. Persa und Aglaura zugehören sol-
len. Die Starrheit des Schirmes und der Tentakel werden,
wie die directe Entwickelung als Gründe für diese Stel-
lung angeführt. Interessant ist die Angabe, dass der
Mundstiel der Circen eben so allmählich, wie der der
Geryoniden aus der Tiefe des Schirmes hervorwächst.
Von den (p. 40 — 64) als nordamerikanisch angeführt 29
Arten — 2 Rhizostomeen, 14 Medusiden (Semaeostameen
Ag.), 3 Haplostomeen, 5 Trachymeniden, 5 Lucernariaden
— werden nur Dactylometra quinquecirra (Des.), Cam-
panella paohyderma n. sp. , Trachynema camschaticum
(Less.) und T. digitale (Fab.) genauer beschrieben.
Cyanea arctica Per. (= C. Postelsii Stimps.) dürfte vielleicht von
allen Scheibenquallen die grosseste sein. Verf. maass Exemplare, deren
Scheibe TVa' im Durchmesser hatte und deren Tentakel bis 120'
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 73
Länge besassen. Dactylometra quinquecirra wird regelmässig von klei-
nen Fischen (Clupeiden) begleitet, die unter dem Schirme der Meduse
Schutz und Nahrung suchen, aber selbst auch gelegentlich von dem
gefrässigen Räuber verzehrt werden. Campanella pachyderma hat
— abweichend von dem gewöhnlichen Verhalten der Aeginiden —
gefässartige Radialkanäle mit Ririggefäss und einen ziemlich langen
rüsselförmigen Magen. Die vier Tentakel zeigen eine basale An-
schwellung mit Pigment und einfachem Otolithen. Die'Genitalien von
Tachynema (Circe) digitale hängen unter der Form von langen
Blindschläuchen aus der Tiefe der Glocke bis auf den Magen
herab. Die Randkörper der Lucernariaden haben, wie schon Clark
beobachtete, bei den Jugendformen genau die Beschaffenheit von
Tentakeln.
Norman beschreibt die schon im J. B. für 1862.
S. 216 erwähnte neue Meduse unter dem Namen Cyaiica
imporcata. Nat. bist. Transact. of Northumberl. and Dur-
ham Vol. I. 1865. p. 11 mit Abbild.
Stein macht Mittheilungen ^über die Quallen der
Ostsee" (Medusa aurita , Cyanea capillata) , Sitzungsber.
der Gesellsch. Isis. Jahrg. 1864. S. 15— 19.
S e m p e r erwähnt in seinem Reiseberichte (Zeit-
schrift für wiss. Zool. ßd. XIV. S. 426) zweier neuer
Charybdeiden, von denen die eine sich durch eine höchst^
eigenthümliche Bildung der Geschlechtsorgane auszeich-
net. Zur Zeit der Geschlechtsreife treten hier nämlich
Fortsätze der Scheibensubstanz in die Nebentaschen des
Magens ein, welche die Innenwand derselben vor sich
hertreiben und allmählich in förmliche kleine Bäumchen
auswachsen, unter deren Ueberzuge sich dann die Ge-
schlechtsstoffe entwickeln.
unter den Namen Medusites deperditus und M. an-
iiquus beschreibt Haeckel (Zeitschrift für wiss Zool.
Bd. XV. S. 504— 514. Tab. XXXIX) die Abdrücke zweier
fossiler Medusen von ziemlich ansehnlicher Grösse, deren
letztere als eine acraspete oder phanerocarpe Form ge-
deutet wird, während die erstere, die schon von Beyrich
beschrieben ist, wahrscheinlich eine craspedote oder cry-
ptocarpe Art darstellt. (Auch in dem grossen Medusen-
werke Agassiz's wurde eine fossile Meduse aus dem
74 Leuckai't: Bericht üh. d. Leist. in d. Naturgeschichte.
Heidelberger Museum erwähnt, auf die Verf. durch meinen
Onkel Fr. S. Leuckart aufmerksam gemacht wurde.)
Hydroidea.
Wir haben in unseren Berichten schon bei verschie-
denen Gelegenheiten auf die grossen Schwierigkeiten
hingewiesen, die der beschreibenden Zoologie aus der
eigenthümlichen Lebensgeschichte der Hydroiden er-
wachsen. Die einseitige systematische Betrachtung der
gymophthalmen oder craspedoten Discophorenist unzurei-
chend, da sie einen grossen Theil der Hydroiden (die
Formen mit sessilen Geschlechtsthieren) ausschliesst, und
die getrennte Behandlung der medusoiden und hydroiden
Entwickelungszustände ersclieint als ein Nothbehelf, der
wohl geduldet aber nicht gerechtfertigt werden kann.
Unter solchen Umständen bleibt nur übrig, die beiderlei
Zustände mit einander zu combiniren, wobei dann na-
türlich der Schwerpunkt der Betrachtung mehr den po-
lypoiden Formen, als den in ihrer Entwickelung so ausser-
ordentlich wechselnden medusoiden zugewandt wird. Ref.
hat eine derartige Behandlung von jeher als die natür-
lichste betrachtet (J. B. 1856. S. 233 u.a.a. O.) und freut sich
heute eine Arbeit anziehen zu können, die dieses Princip
zum ersten Mal in consequenter Weise zur Geltung
bringt. Es ist eine Arbeit von All man, dessen Ver-
dienste um die Geschichte der Hydroiden wir schon so
vielfach hervorzuheben Gelgenheit fanden. Sie trägt den
Titel: on the construction and limitation of Genera
among tlic Hydroida und ist in den Annais and Mag.
nat. bist. 1864. Vol. XIII. p. 345— -380 (Zusatz ebendas.
Bd. XIV. p. 59 und 61) veröffentlicht. Natürlich haben
dabei — mit wenigen Ausnahmen — einstweilen nur die-
jenigen Arten Berücksichtigung gefunden, die in beiderlei
Zuständen bekannt sind. Aber diese sind so vollständig
gesammelt, dass wir die Arbeit zugleich als eine syste-
matische Zusammenstellung unserer heutigen Kenntnisse
über die Entwickelungsgeschichte der Hydroiden benutzen
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 75
können. (Einstweilen liegen übrigens mir die auf diese
Weise bearbeiteten Tubiilarien und Campanularien vor.)
Die Inconvenienzen einer doppelten Nomenclatur sind da-
durch beseitigt, dass der Verf. überall den älteren Benen-
nungen— sei es der Polypen, sei es der Medusen — den
Vorzug gegeben hat. Die Arten sind bloss namentlich
aufgeführt, die Genera aber sämmtlich von dem gleichen
Gesichtspunkte charakterisirt, so dass unsere Kenntnisse
auch nach dieser Richtung hin beträchtlich gefördert
werden. Trotzdem sehen wir uns — aus räumlichen
Gründen — ausser Stande, in unserm Berichte viel mehr
als eine Uebersicht der von unserem Verf. berücksichtig-
ten Genera zu geben und derselben die Diagnosen der
neuen Geschlechter anzufügen.
I . Tubulariae.
1. Farn. Clavidae. Gen. Clava Gmel. (7 Arten, sämmtlich mit
sessilen Geschlechtsthieren), Tubiclava Allm. (1 Art mit sessilen Ge-
schlechtsth.), Campaniclava n. sp. (1 Art, C. cleodorae Gegenb. mit
freien Geschlechtsth.), Turris Less. (1 Art, T. neglecta Forb-., freies
Geschlechtsthier, dessen Hj'droidzustand als Clavula Gossii Wr. be-
schrieben wurde), Cordylophora x\llm. (2 Arten mit sessilen Ge-
schlechtsth.), Corydendrium van Ben. (1 Art mit freien Geschlechtsth.).
2. Fam. Podocorynidae. Stylactis n. gen. (= Podocoryne
Sars p. p. mit St. fucicola S. und St. Sarsii Allm. = Pod. carnea S.,
Lwei Arten mit sessilen Geschlechtsth.), Podocoryne Sars (2 Arten
mit freien Geschlechtsth.), C orynopsis n. gen. (C. Alderi Hodge
mit freien als Bougainvillia beschriebenen Geschlechtsth.), Dipliira
Greene (= Diplonema Gr. ein freies, mit Steenstrupia verwechseltes
Geschlechtsthier , dessen Hydroidzustand mit Coryne fritillaria St.
identisch oder doch nahe verwandt ist).
3. Fam. Hydractinidae. Hydractinia van Ben. (2 Arten mit
sessilen Geschlechtsth.), R hizocl i n a n. gen. (Rh. areolata Aid. mit
freien Geschlechtsth.).
4. Fam. Laridae. Lar Gosse (1 Art mit noch unbekanntem
Geschlechtsth.).
5. Fam. Corynidae. Coryne Gartn. (5 Arten mit sessilen Ge-
schlechtsth.) , Syncoryne Ehrbg. p. p. (7 Arten, im geschlechtl. Zu-
stand = Sarsia Forb.), Zauclea Gegenb. (Z. implexa, im Hydroidzu-
stande als Coryne implexa Aid. = C. Briaraeus Allm, beschrieben),
Corynitis M'Cr. (1 Art mit freien Geschlechtsth.), Candelabrum Bl.
76 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
( 1 Art = Lucernaria phrygia Fabr. = Myriothela arctica Sars mit ses-
silen? Geschlechtsth.).
6. Fam. Pennaridae, Vorticlava Aid. (2 Arten mit noch un-
bekannten Geschlechtsth.), Acharadria Wr. (1 Art mit noch unbe-
kannten Geschlechtsth.), Heter actis n. gen. (mit der medusen-
tragenden Corymorpha? annulicornis Sars), Stauridium Duj. (St. pro-
ductum mit vierstrahligen Medusen), Cladomena Duj. (Cl. radiatum
mit achtstrahligen Medusen), Pennaria Goldf. (2 Arten mit freien
Geschlechtsth.), Globiceps Ag. (1 Art mit freien Geschlechtsth.).
7. Fam. Clavatellidae. Clavatella Hincks (Cl. prolifera mit
Elentheria Krohn non Duj.).
8. Fam. Eudendridae. Eudendrium Ehrbg. (11 Arten mit
sessilen Geschlechtsth.) , Atractylis Wr. p. p. (3 Arten mit sessilen
Geschlechtsth.), Bimeria Wr. (I Art mit sessilen Geschlechtsth.),
Garveia Wr. (1 Art = Eudendrium bacciferum Allm,, mit sessilen
Geschlechtsth.), H e t er oco rdyl e n. gen. (//. Conybearei n. sp. mit
sessilen Geschlechtsth.), Perigonimus Sars (8, zum Theil früher mit
Atractylis vereinigte Arten mit freien Geschlechtsth.), Bougainvillia
Less. (3 Arten, deren Hydroidzustände früher als Eudendrium oder
Margeiis beschrieben wurden).
9. Fam. Dicorynidae. Dicoryne Allm. (1 Art mit sessilen
Geschlechtsth.).
10. Fam. Tubularidae. Tubularia L. p. p. (enthält mit Ein-
schluss von Parypha und Thamnocnidia Ag. 12 oder 13 sichere Ar-
ten, sämmtlich mit sessilen Geschlechtsth.), Ectopleura Ag, (1 Art
mit freien Geschlechtsth.) , Hybocodon Ag. (1 Art mit sessilen Ge-
schlechtsth.), Corymorpha Sars p. p. (2 Arten mit freien Geschlechts-
thieren, die nur einen Eandfaden tragen), Amalthea Schm. (enthält
3 Corymorphaarten mit vier Tentakeln an den freien Geschlechts-
thieren), M onocanl o s n. gen. (M. glacialis Sars, M. pendula Ag.,
Corymorphen mit sessilen Geschlechtsth.), Nemopsis Ag. (1 Art mit
freien Geschlechtsth.), Acaulis Stimps. (1 Art mit freien Geschlechts-
thieren).
II. Campanulariae.
1. Fam. Campanularidae. Campanularia Lam p. p. (incl.
Clytia p. p. und Platypyxis, fünf sichere Arten mit Eucope-Medu-
sen), Obelia Per, (4 Arten, deren Hydroidzustände als Laomedea
beschrieben sind), Laomedea Lam. p. p, (9 Arten mit sessilen Ge-
schlechtsth.), Hincksia Ag. (1 Art), Gonothyraea n. gen. (G. Lo-
veni Allm., G. gracilis Sars mit sessilen Geschlechtsth.) , Trichydra
Wr. (1 Art mit noch unbekannten Geschlechtsth.), Calycella Hincks
(4 Arten mit sessilen Geschlechtsthieren, deren Inhalt schliesslich in
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 77
eine Acrocyste entleert wird), Campanulina van Ben. (2 Arten mit
freien Geschlechtsth.)
2. Farn. Aequoridae. Zygodactyla Brdt. (Z. vitrea Gosse, die
einzige Aequoride bekannter Abstammung.)
3. Farn. Thaumantidae. Thaumantias Gegenb. (Th. incon-
spiciia Forb., deren Hydroidzustand nach Wright mit Campanu-
laria raridentata Aid. nahe verwandt ist.)
4. Farn. Leptoscyphidae. Leptoscypkus n. gen. (L. tenuis
All. mit Lizzia-artigen Medusen), Lafoea Lam. (4 Arten mit freien
Geschlechtsth.)
5. Fam. Lineolaridae. Lineolaria Hincks (1 Art mit noch
unbekannten Geschlechtsth.).
Als Probe der von unserem Verf. geübten Behandlung lasse
ich hier die Diagnosen der neu aufgestellten Genera folgen. (lieber
die Terminologie des Verf. vgl. die früheren Berichte.)
Rh iZ'O cline Allm. Coenosarc forming an adherent Stratum
supported by a solid chitinous expansion. Polypites developed at
intervals from the free surface of the coenosarc ; tentacles filiform,
in a Single verticil round the base of a conical metastome. Gono-
phores phanerocodonic, sessile on the free surface of the coenosarc.
Umbrella, at the time of liberation, deep bell-shaped; manubrium
large, with a four-lipped mouth, but not extending beyond the
margin of the umbrella; four radiating canals continued distally by
four marginal tentacles with bulbous bases; three shorter tentacles
developed in each interradial space.
Heter actis Allm. Polypite solitary, born on the summit
of a simple rooted hydrocaulus; two verticils of tentacles, a proxi-
mal and a distal ; the tentacles composing the proximal verticil long
and annulated, those composing the distal verticil short and capitate.
Gonophores phanerocodonic, borne upon peduncles, which arise from
the body of the polypite at the distal side of the proximal verticil
of tentacles. Umbrella in the form of a shallow bell, with four ra-
diating canals, one large marginal tentacle and three rudimen-
tal ones.
Heter ocordylus Allm. Coenosarc consisting of a simple or
branched hydrocaulus, which arises from a creeping, filiform and ana-
stomosing hydrorhiza, the whole invested by a chitinous periderm.
Polypites fusiform, with-a single verticil of filiform tentacula round
the base of a conical metastome. Gonophores adelocodonic, borne
by gonoblastidia, which are depeloped (solely?) from the hydrorhiza ;
sporosacs of the ordinary kind, destitute of tentacles and cilia and
incapable of locomotion.
Monocaulos Allm. Polypite solitary, borne on the sura-
78 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit of a simple rooted hydrocaulus ; both hydrocaulus and hydro-
rhiza invested by a very delicate periderm ; polypites flask-shaped,
with two sets of filiform tentacles, a proximal set longer and thi-
cker, and arranged in a single verticil near the base of the poly-
pite,' and a distal set shorter and thinner, and scattered over a
zone close to the summit of the polypite. Gonophores adelocodo-
nic, on simple or branched peduncles, which spring from the body
of the polypits at the distal side of the longer tentacles.
Gonothyraea Allm. Hydrocaulus branching, rooted by a
filiform hydrorhiza; hydrotheca bell-shaped, with entire or serrated
margin, and destitute of operculum ; tentacula surrounding the base
of a large, very contractile metastome. Gonophores adelocodonic.
Sporosacs in the form of imperfect Medusae (meconidia), carrying
round the rudimental codonostome a circle of filiform tentacula, and,
when mature, supported on the summit of the gonangium, where
they lie entirely external in its cavity.
Leptoscyphus Allm. Hydrocaulus simple or branchmg,
attached by a creeping filiform hydrorhiza; hydrothecae with an
operculum composed of converging lanceolate segments. Polypites
cylindrical when extended; tentacula surrounding the base of a co-
nical metastome. Gonophores phanerocodonic. Umbrella, at the time
of liberation, deep bell-shaped or conical; manubrium pendent
from a conical projection from the roof of the umbrella, of mode-
rate size, with the mouth surrounded by four short capitate tenta-
cula • rakiating canals four, each terminating distally in a bulb,
without evident ocellus, each bulb giving origin to a Cluster of two
or three tentacles ; a single marginal tentacle with a bulbous base
is also developed from the centre of each interradial space.
Den auf diese Arbeit bezüglichen Nachträgen (1. c.) entneh-
men wir die Notiz, das s Verf. den Namen Heteractis -weil schon m
der Botanik vergeben - in Heterostephanus verwandelt wissen
will. Für Candelabrum wird die Sars'sche Benennung Myriothela
restituirt, unter der uns zum ersten Male eine richtige Darstellung
vom Baue und der Natur des betreffenden Thieres geboten wurde.
Auch die systematische Stellung des Thieres wird verändert; es
dürfte eher den Tubulariden als den Coryniden zugehören und am
besten neben Acaulis einzuschalten sein.
Ebendas. (p. 57-61) giebt AI Im an auch noch die Beschrei-
bungen einiger neuer Arten {Perigonimns vestitns, Bovcjainvillia fru-
ticosa, im Hydroidzustande nahe mit B. ramosa verwandt, Tubuln-
ria humilis, T. attenuata und Campannlina repens), so wie Beschrei-
bung und Abbildung des schon oben charakterisirten Gen. Hetero-
cordyla. In Betreff der von Coryne implexa aufgeammten Zanclea
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 79
wird (p. 63) raitgetheilt, dass die Nesselknöpfe an den Tentakeln
dieser Meduse während der Schwimmbewegung in Form von langen
Fäden hervorragen . und durch einen aufsitzenden Schopf zarter
Flimmerhaare in beständiger Vibration erhalten werden.
Auch A. Agassiz hält es für DÖthig, bei der Clas-
sification der Hydroiden die Beschaffenheit des sg. Hy-
drariums in gleicher Weise, wie die der Geschlechtsthiere
zu berücksichtigen. Nach diesen Principien ist denn auch
das System entworfen, das er den von ihm beobachteten
nordamerikanischen Hydroiden (North American Acale-
phae 1. c. p. 64 — 198) zu Grunde legt. Es sind — nach
Ausschluss der von Prof. Agassiz bekanntlich gleich-
falls den Hydroiden (Subord. Tubularida) zugerechneten
Siphonophoren — mehr als 130 verschiedene Arten, die
hier aufgezählt und zum grossen Theile vollständig, na-
mentlich auch mit Berücksichtigung der Abstammung
und Metamorphose, beschrieben werden. Der letzten hat
der Verf. — wie schon seine Mittheilungen über die
Entwickelungsgeschichte und die Vermehrung der Rand-
fäden beweisen (J. B. 1862. S. 232) — eine besondere
Aufmerksamkeit geschenkt, was um so dankenswerther
erscheint, als darüber bisjetzt verhältnissmässig erst wenig
bekannt war. Wir werden bei der Aufzählung der von
unserem Verf. ausführlicher beschriebenen Arten Gele-
genheit finden, die wichtigsten der hierüber festgestellten
Thatsachen anzuziehen, erwähnen aber in Betreff dieser
Arten schon vorher, dass deren grössere Mehrzahl — auch
der neu aufgestellten Genera — bereits durch die Con-
tributions to the nat. bist. United states T. IV (J. B. 1862.
S. 235) seines Vaters bekannt geworden ist.
1. Subord. Sertulariae Ag.
Fam. Oceanidae Esch. (non Gegenb.). Die freien Medusen
haben im ausgebildeten Zustande eine ziemlich flache Glocke mit dün-
nen hohlen Eandfäde n, vier Radiarkanäle und einen kurzen Magen.
Gehörkapseln. Das Hydrarium hat geringelte oder gestielte Am-
men. (Dürfte den grossesten Theil der Geg enbau r'schen Eucopi-
den umfassen.)
Oceania languida A. Ag. Hat bei der Geburt nur zwei Rand-
fäden und zwei Tentakelstummel, neben denen jederseits ein Oto-
80 Leuckart: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
lithenbläschen vorhanden ist. Die letztern vermehren sich während
der Bildung neuer Tentakel durch eine Art Knospung.
Eucheilota ventricularis McCr. Die Seitencirren der Tentakel
entstehen erst nach Auswachsen der letztern. Euch, duodecimalis
A. Ag. Nimmt während der Ausbildung der (weiblichen) Geschlechts-
organe eine so abweichende Gestalt an, dass man die Art vielleicht
generisch abtrennen muss.
Clytia bicophora Ag. Hat Anfangs vier Bandfäden und acht
Otolithenblasen an der fast kugelförmigen Glocke, nimmt aber spä-
ter während der Vermehrung der Anhänge (16 Fäden, 16 Kandkör-
per) eine so abweichende Gestalt an, dass — darnach zu urtheilen —
die von Gegenbaur beschriebenen Eucope campanulata, E. thau-
mantioides, E. affinis wahrscheinlich derselben Art angehören.
Farn. Eucopidae Gegb. (p.p., umfasst die Arten des Medu-
sengenus Tintinnabulum Dal.). Die polypoiden Zustände zeigen
oft eine grosse Aehnlichkeit, während die Geschlechtsthiere auffal-
lend verschieden sind oder doch wenigstens im Verlaufe der weite-
ren Metamorphose verschieden werden. Stammen von Laomedea ab.
Eucope diaphana Ag. Vermehrt die Anfangs nur in 24facher
Anzahl vorhandenen soliden Tentakel bis auf etwa 300, während die
Zahl der Randbläschen (8) unverändert bleibt. Mit der Ausbildung
der Scheibe tritt später auch ein Segel auf, das Anfangs fehlte. Stam.mt
von einem mit Laomedea geniculata Auct. verwandten Hydroidpolypen
ab. Euc. alternata n. sp. (= Thaumantias diaphana juv. Ag.), Euc.
polygena n. sp. , Euc. parasitica n. sp, , Euc. pyriformis n. sp. (=
Laom. gelatinosa Leidy), Euc articulata n. sp., Euc. (?) fusiformis
n. sp., wird schon mit 48 Tentakeln geboren.
Obelia commissuralis McCr. mit 16 Tentakeln bei der Lösung
von Laom. geniculata Stimps.
Fam. Aequoridae.
Rhegmatodes A. Ag. mit einer grösseren Zahl von langen
Randfäden, als Radiärkanälen. Rh. tenuis A. Ag. mit einigen 30 Ra-
diärkanälen und kaum doppelt so vielen langen Randfäden, 3—4''
gross ; Rh. floridianus Ag. mit etwa 20 Radiärkanälen und 60 Rand-
fäden.
Stomobrachium tentaculatum Ag. mit 12 Radiärkanälen und
etwa 30 - 40 Tentakeln zwischen je zwei derselben.
Halopsis A. Ag. mit sog. zusammengesetzten Augen (d. h.
mehreren Otholithen in derselben Randkapsel), H. ocellata n. sp. hat
bis zu einer Grösse von 1" Scheibendurchmesser nur vier Tentakel,
bei Vf.," aber bereits deren 12. In der Jugend ist die Glocke un-
gewöhnlich hoch, mit 8 entwickelten Tentakeln, 8 Tentakelstummeln,
zu deren Seite im erwachsenen Zustande je ein Cirrus angebracht
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 81
ist, und vier Randbläsclien zwischen je zwei Radiärkanälen. Bei den
ausgewachsenen Formen findet man einen dichten Kranz von Ten-
takeln und ebenso viele Girren am Scheibenrande, f/. cmciala n.
sp. mit drei Randkörpern zwischen je zwei Radiärkanälen und weni-
ger zahlreichen Tentakeln. Von H. ocellata wurden mitunter Exem-
plare mit zwei Mundöffnungen gesehen (vielleicht erste Andeutung
einer Quertheilung, wie Kölliker sie bei Stomobrachium beob-
achtete.)
Zygodactyla groenlandica Per. et Les. (= Medusa aequorea
Fab.), wächst bis zu 15" im Durchmesser und hat dann nicht selten
100 Radiärkanäle mit 3—4 langen retractilen Tentakeln zwischen
je zweien derselben. Die kleinsten Exemplare besassen dagegen
kaum die Grösse eines Nadelknopfes. Sie zeigten vier Radiärkanäle
und 24 Randfäden. (Die bereits vorhandene Genitalanlage macht
übrigens zweifelhaft, ob diese winzigen Medusen in Wirklichkeit zu
Zygodactyla gehören.) Z. cvassa n. sp mit nur 42 Radiärkanälen
und stark entwickelten Genitalien, Z. cyanea Ag.
Crematostoma flava A. Ag. mit einem weiten konischen Ma-
gen, der beständig über den Scheibenrand herabhängt. 60—80 Ra-
diärkanäle.
Aequorea albida A. Ag.
Farn. Gery on opsida Ag. mit Eirene coerulea Ag., Tima for-
mosa Ag. ;32 lange Tentakel und zahlreiche Tentakelrudimente, zwi-
schen denen je ein Randbläschen steht. Die Jugendformen haben nicht
bloss weniger Tentakel, sondern auch einen nur kurzen Rüssel und
keine Randbläschen. Die Planulae verwandeln sich in eine kleine
Campanularia mit Schleier an der Tentakelbasis) und Eutima lim-
pida A. Ag.
Fam. Pol y o r chidae A. Ag, Charakteristisch sind die zahl-
reichen kurzen Seitenzweige an den vier Radiärkanälen (wie bei Olin-
dias Müll.) und die in Schlauchform — je zu vier an einem Canale
- von der Tiefe der Glockenhöhle herabhängenden Genitalien. Po-
lyorchis penicillata (Eschsch.)
Fam. Laodiceidae Ag. (= Thaumantiadae Gegenb.).
Lafoea calcarata Ag. mit zahlreichen Tentakeln von dreierlei
Form und Grösse. Bei der Geburt hat die Meduse einen hohen,
fast konischen Schirm und nur zwei Tentakel, die einander gegen-
überstehen. Dazwischen zwei Tentakelstummel. Die Polypen des
Hydrariuni haben wenige dicke Tentakel und erinnern in anderer
Beziehung an die Tubularien, obwohl die Anwesenheit von (aller-
dings nur kurzen) Stielen an den Bechern sie als Campanularien er-
weist. Die Gonophoren sind von colossaler Grösse und immer nur
mit einer reifen Mediisenknospe versehen. Ist die Tentakelzahl der
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. F
82 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
Meduse auf 16 gestiegen, dann bilden sich zwischen denselben cir-
renförmige Anhänge und schliesslich noch keulenförmige solide
Zapfen.
Laodicea (= Cosmetira Forb.) cellularia A. Ag.
Farn. Melicert idae Ag. (die übrigens nach Jugendform der
Medusen und Beschaffenheit des Hydrarium kaum von der vorher-
genden Familie getrennt werden können).
Gonionemus A. Ag. von Melicertum namentlich durch die
Bildung der Genitalien verschieden, die in alternirenden Vorsprüngen
an der ganzen Länge der (vier) Radiärkanälen angebracht sind. G.
vertens A. Ag. Lebt schaarenweis.
Melicertum campanula Esch. Hat, wie die jungen Lafoeen An-
fangs nur zwei ausgebildete Tentakel und einen sehr hohen Schirm.
Wenn der zweite Satz Radiärkanäle entsteht, ist die Zahl der Ten-
takel bereits auf 16 gestiegen. Randkörperchen fehlen bekanntlich
beständig. Die Thiere schwärmen in Menge und produciren Pla-
nulae, welche sich in kleine Campanularien mit Schleier zwischen
den Grundstücken der Tentakel umbilden. M. georgicum A. Ag.
Staurophora laciniata Ag. gleicht Anfangs den jungen Melicer-
ten und verwandelt erst bei beginnender Geschlechtsreife den bis
dahin schmächtigen Magen in ein geschlitztes Kreuz. Erreicht einen
Durchmesser von 6 — 8".
Plychogena n. gen. mit Genitalien, die in Form von schar-
fen, mitunter wieder gespaltenen Falten rechtwinklich von den
(vier) Radiärkanälen abgehen und bis zur weiten Mundöffnung sich
verfolgen lassen. Zahlreiche Tentakel, die keulenförmige Randza-
pfen zwischen sich nehmen. Pf. lactea n. sp.
2. Subord. Tubulariae Ag.
Fam. Nemopsidae Ag.
Nemopsis Bachei Ag. hat in der Jugend nur vier Tentakel an
jedem Radialkanale. Das Hydrarium, das Mac Cready in der See
auffischte und als eine schwimmende Form beschrieb, ist (wie die
nahe verwandte Acaulis Stimps.) wahrscheinlich nur das abgerissene
Kopfende einer Tubularine.
Fam. Bougainvilliae Ag.
Bougainvillia superciliaris Ag. knospet an einem Eudendrium
und trägt bei der Ablösung vier Zwillingstentakel und ebenso viele
cylindrische Fortsätze am Mundrande. Ebenso Margeiis, deren Ent-
wickelungsgeschichte an Margeiis carolinensis Ag. beschrieben wurde.
Das Hydrarium erreicht eine Länge von 8— 10" und wächst auf Fu-
cus vesiculosus.
Eucle?i(lrium tenue n. sp. mit traubig zusammengruppirten ses-
silen Geschlechtsthieren.
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 83
Lizzia trägt in der Jugend einfache Tentakel, denen dann die
übrigen paarweise sich hinzugesellen. Die interradialen Tentakel
fehlen Anfangs. L. grata A. Ag.
Dysmorphosa besitzt zeitlebens (acht) einfache Tentakel. D.
fulgurans n. sp. producirt am Magensacke Knospen, die bei ihrer
Abtrennung schon die Anlagen einer dritten Generation erkennen
lassen. Die interradialen Tentakel fehlen anfangs.
Farn. Nucleiferae Less.
Turris vesicaria A. Ag. mit vielfach gefalteten Geschlechts-
drüsen am oberen Magenende, die gnirlandenartig von einem Ra-
diärkanale zum anderen hinziehen.
Turritopsis nutricula Mc Cr. hat in der Jugend vier steife
Tentakel und ein schlankes Magenrohr.
Stomotoca atra A. Ag. mit nur zwei langen Randfäden und
etwa 80 kurzen Tentakeln. Die Genitalien bestehen aus einer Dop -
pelreihe von Falten, die dem mittleren Drittel des Magensackes
angehören.
Fam. Williadae Forb. (= Berenicidae Ag.)
Willia ornata Mc Cr. Die Jugendform mit vier einfachen Ra-
diärkanälen. Randfäden, von denen zwei etwas länger sind, als die
beiden andern. Die Verästelung der Radiärgefässe geht Hand in
Hand mit der Vermehrung der Tentakel, indem die Radiärkanäle
nach der Anlage der letztern sich etwas krümmen und von der
Convexität des Bogens einen Ausläufer nach dem neuen Tentakel hin
hervorwachsen lassen. Die zwischen den Radialkanälen von dem Ring-
gefässe emporsteigenden Röhren verlaufen in der Dicke des Schir-
mes und enthalten Haufen von Nesselkapseln. Aehnliche, nur kür-
zere rücklaufende Röhren finden sich (ohne Nesselkapseln?) auch-
bei der nahe verwandten Proboscidactyla.
Fam. Sarsiadae Forb.
Coryne rosaria A. Ag., Syndictyon reticulatum A. Ag., mit
einem Hydrarium, welches dem von Coryne mirabilis gleicht. Die
junge Meduse, die schliesslich grösser wird, als das Polypen köpf-
chen, hat TentakeL deren Nesselzellen ein Spiralband zusammen-
setzen, dessen Touren nach dem Ende zu stark vorspringen. Auch
die Oberfläche des Schirmes ist mit Nesselkapseln bedeckt, die zu
einem förmlichen Netzwerk zusammengruppirt sind. Der Mund-
stiel ist anfangs nur kurz, wächst aber nach der Abtrennung all-
mählich über den Glockenrand hinaus. Gleichzeitig verlieren auch
die Tentakel das frühere Nesselband. Auch bei Dipurema conica
A. Ag. hat der Magensack Anfangs eine nur unbedeutende Länge.
Fam. Ortho corynidae A. Ag. Enthält Medusen mit Nes-
selknöpfen an den Tentakeln (Zanclea Gegenb.) und Hydroiden, die so
84 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in cl, Naturgeschichte
ausgezeichnet sind, dass man sie mit Recht von den Pennarien ab-
trennen darf.
Hieher Corynitis Mc Cr,, Gemmaria Mc Cr. {G. cladophora n.
sp,), Candelabrum Bl. (=: Myriothela Sars).
Farn. Pennaridae Mc Cr.
Pennaria tiarella Mc Cr. producirt Medusen mit vier stum-
meiförmigen Tentakeln und einem kurzen 'mundlosen ?) Magenstiel,
die noch während des Zusammenhanges mit ihrem Hydrarium ge-
schlechtsreif w^erden. In der Wand des Magenstieles entstehen 4 — 5
grosse Eier oder Samenballen, die nach der Reihe den ganzen In-
nenraum der Glocke ausfüllen und die umgebende Wand unregel-
mässig — meist bis zum Platzen — auftreiben.
Fam. Tubulariadae Johnst.
Enphysa virgulata n. sp. Entv^ickelt die Geschlechtsstoffe in
der Magenwand und ist keineswegs ein Knospensprössling von
Hybocodon (Agassiz) , da dessen Sprösslinge mit dem Mutterthiere
durchaus identisch sind. Die Glocke ist trotz der ungleichen Aus-
bildung der Tentakel symmetrisch.
Ectopleura ochracea A. Ag. mit vier Radialreihen von Nessel-
kapseln auf der Oberfläche der Glocke. (Ganz ähnliche Medusen
kennt Ref. aus der Nordsee um Helgoland.)
Corymorpha pendula Ag. mit asymmetrischen Medusen. Ebenso
Hybocodon prolifer Ag.
Parypka microcephata u. sp. Thamnocnulia lubtdarioidcs n. sp.
In den Seaside-studies on nat. bist, ist gleichfalls eine Anzahl
der hier angezogenen Formen mit ihren Jugendzuständen und Hy-
droidpolypen beschrieben und abgebildet (p. 49 - 76).
Durch HäckePs „Beschreibung neuer craspedoter
Medusen aus dem Golfe von Nizza'' (Jenaische Zeitschr.
für Med. u. Naturv^^iss. 1864. I. p. 325 — 342) werden un-
sere Kenntnisse von den Hydroidmedusen durch eine
Anzahl nicht bloss neuer, sondern auch genau untersuch-
ter und sorgfältig beschriebener Alten bereichert. Es
sind folgende:
Fam. der Geryoniden. Geryonia (Subgen. n. Carma-
rina haslata) mit sieben Centripetalkanälen in jedem Interradial-
raum und einem langen vom Magengrunde herabhängenden Gal-
lertzapfen, der bisweilen aus der Mundöffnung hervorragt. Jugend-
form, wie bei anderen Geryoniden, Eurybia-artig mit 12 starren
Tentakeln (6 radialen und 6 interradialen), die später den sechs blei-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 85
benden Platz machen, und 6 interradialen Randbläschen. Liriope
eurybia, von L. exigua Lt. = L. ligurina Haeck. hauptsächlich da-
durch verschieden, dass die vier starren Interradialtentakel bei den
geschlechtsreifen Thieren geschwunden sind.
Farn, der Octorchiden. Diese von Haeckel neu aufgestellte
Familie charakterisirt sich durch die merkwürdige Vertheilung der
Genitalien auf je zwei getrennte Stellen der Radialkanäle, so dass ein
Genitalschlauch am Magenstiel, ein anderer weit davon entfernt an
der Subumbrella liegt. 0 clor chis Gegenbauri n. gen. et n. sp. Ma-
genstiel lang und solide wie bei den Geryoniden, mit kleinem, vier-
lappigen Magen; vier Radialkanäle, acht ziemlich lange Tentakel
und ebenso viele Randbläschen mit 6 — 10 glänzenden Kugeln, je
eines zwischen zwei Tentakeln. Ausserdem noch zwei Reihen pig-
mentirter Tentakelrudimente am Schirmrande, eine äussere und eine
innere, die letztere mit Nebententakeln.
Fam. der Geryonopsiden. Tima Cari. Zwei und dreissig
Haupttentakel, zwischen denen je 4 — 6 Nebententakel und zwei Rand-
bläschen.
Fam. der Aequo rid en. Mitrocoma Amme n. gen. et n. sp.
Mit flacher Magenhöhle unter dem dicken Gallertmantel und einem
vierlappigen niedrigen Mundsaume. Vier Radialkanäle. Schirm-
rand äusserst zierlich mit 5 — 600 zarten Tentakeln gesäumt, die
dreierlei Formen zeigen, indem zwischen je zwei hohlen Haupt-
tentakeln (Gesammtzahl 80) vier feine solide Nebententakel und da-
mit abwechselnd drei kurze und gleichfalls solide Kolbententakel
ansitzen. Randkörperchen 80, je eines zwischen zwei Haupttenta-
keln, von sehr eigenthümlichem Bau.
Fam. der E u c o p i de n. P hialidium ferrugineum, durch rothe
Färbung und grössere Zahl (24), wie Länge der Tentakel von Ph.
viridicans Lt. verschieden.
Fam. der Thau mantiaden. C osmelira punctata mit 2 — 400
Tentakelanhängen dreierlei Form und Ocellenflecken an wenigstens
der Hälfte (64) der Haupttentakel. Mund, Magen, Canäle, Genita-
lien, Haupttentakel und ein Doppelstreif längs des Cirkelkanales blass
rosenroth , Genitalien und Haupttentakel überdiess schwarzge-
sprenkelt.
Fam. der Aeginiden. Cunina rhododactijla. Mit 8 — 16 Ra-
dien, und ebenso vielen Tentakeln, die je etwa die Länge des Schei-
bendurchmessers haben und gegen die konische Spitze hin intensiv
rosenroth gefärbt sind. Zwischen den Tentakeln (und Magensäcken)
springt der Rand des sonst sehr massiven Mantels in Form eines
halbkreisförmigen Lappens vor, der je 3 — 8 Randkörperchen trägt.
8H Louckail: Bericht üb. d. Leisi. in d. Natuigcschichte
Die Randkörperchen sind zungenförmig und enthalten je einen Kry-
stall. Sie sitzen auf einem niedrigen, mit langen steifen Borsten
besetzten Kegel, der durch eine eigenthümliche sehr lange keulen-
förmige Spange gestützt wird.
Farn, der 0 c e a ni d e n. Tiara sntaragriina mit hohem Buckel
auf der 'Glocke, 12 langen Randfäden, 12—28 Ocellarkolben, rothem
Magen und smaragdgrünen Gefässen.
Farn, der Sarsiaden. Dipurema dolichogaster mit einem
Magenstiel, der drei Mal die Länge der Mantelhöhle hat. Magen durch
eine bleibende Einschnürung in zwei Kammern getheilt, die auf ihrer
Aussenwand die Geschlechtsprodukte entwickeln, so dass diese als
zwei vollkommen getrennte Hohlcylinder erscheinen, von denen der
untere vier Mal länger ist, als der obere. Die Basis des Magen-
stiels mündet in eine kuglige , halb im Mantel gelegene dritte
Kammer, von der die vier Radialkanäle ausgehen. An der Basis
und der Spitze der vier Radialtentakel bildet das Gastrovasculärsy-
stem gleichfalls eine kammerartige Erweiterung.
Fam. der Tu bul a riden. Euphysa meditei ranea, bis auf die
Färbung (Mund, Mantelrand und drei Ocellen von Purpurfarbe) mit
der Forbes'schen Art übereinstimmend. Genitalien in der Peri-
pherie des Magensackes. Steenstrupia cranoides. Die Geschlechts-
produkte entwickeln sich auch hier in der Magenwand, bleiben aber
auf die mittleren zwei Dritttheile beschränkt.
Fam. der Bougainvilliden. B ougainv illia maniculaia
mit vier bandförmigen Tentakelbüscheln am Schirmrande, von denen
jedes aus vier einfachen Fäden besteht, und vier doppelt gabelspal-
tigen Mundarmen.
Fam. der Cytaeiden. Cybogaster gemmascens n. gen. et
n. sp. Von Cytaeis besonders durch einen soliden Magenstiel von
meist cubischer Form unterschieden. Das eine untersuchte Exem-
plar war noch nicht geschlechtsreif, trug dafür aber am unteren
Rande des Magenstieles vier Knospen, von denen die älteste fast so
gross, wie der Magen selbst war.
Aus der Familie der Trachynemiden beobachtete Verf. auch
das Gegenbau r'sche Gen. Rhopalonema, dem er (als Rh. umbi-
licatum) auch die von Ref. beschriebene Calyptra umbilicata zurech-
net. Ref. glaubte früher (J. B. 1856. S. 241) in dieser Form den
erwachsenen Zustand von Sminthea leptogaster Gegenb. wiederer-
kannt zu haben. Wenn die Art zu Rhopalonema gehört, dann muss
der von den radialen Tentakeln hergenommene Genuscharakter (»Ten-
takel keulenförmig«) gestrichen werden.
Die ausführliche Darstellung und Abbildung der hier
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 87
kurz charakterisirten Arten hat sich der Verf. für eine
grössere Arbeit vorbehalten, die unter dem Titel: ;,Bei-
träge zur Naturgeschichte der Hjdromedusen" erscheinen
soll und in ihrer ersten Abtheilung bereits vorliegt. Die-
selbe behandelt ,,die Familie der Rüsselquallen oder Ge-
ryoniden'^ Leipzig 18i 5. 194 S. in gross Octav mit 6 Ku-
pfertafeln und in den Text gedruckten Holzschnitten —
bes. Abdruck aus der Jenaer Zeitschrift für Medicin und
Naturkunde). Nach einer historischen Einleitung (S.3 — 8)
giebt Verf. hier zunächst eine Erörterung über die Orga-
nisation (8. 8 — 21) der Geryoniden und eine systematische
Uebersicht über die bisher beschriebenen Arten (S. 21 —
33), worauf er dann die Anatomie und Metamorphose zu-
nächst von Liriope s. Glossocodon eurybia (S. 33 — 74)
so wie von Geryonia s. Carmarina hastata (S. 74 — 105) fol-
gen lässt.
Die Untersuchungen, die diesen Darstellungen zu
Grunde liegen, sind von unserem Verf. theils am Mee-
resstrande, theils nach der Rückkehr von dort an wohl-
conservirten Exemplaren zu Hause angestellt worden.
Unter den letztern fand sich eine Anzahl von Indivi-
duen (7 von 23), die in ihrem Magen eine lange Aehre
knospender Medusen einschlössen. Schon während des
Aufenthaltes in Villa franca war dem Verf. diese Aehre
an einzelnen Exemplaren aufgefallen, aber unbekannt mit
der Thatsache , dass Krohn bei den Geryoniden eine
Knospung im Magengrunde beobachtet hatte (J. B. 1861.
S. 234), und getäuscht durch die lose Beschaffenheit der
Aehre, glaubte derselbe damals, dass es sich hier um ein
zufällig verschlucktes Gebilde von unbekannter Herkunft
handele. Und diese Vermuthung musste um so näher
liegen, als die Knospen der Aehre acht Strahlen aufzu-
weisen hatten und nicht sechs, wie es bei einer Ab-
stammung von den Geryonien doch zu vermuthen gewe-
sen wäre. (Aus gleichem Grunde hat auch Fr. Müller
offenbar das von ihm schon früher beobachtete Vorkom-
men einer derartigen Knopenähre in dem Magen einer
amerikanischen Geryonide ebenso gedeutet. Vergl. J. B.
88 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
1861. a.a.O.). J^ie zu Hause fortgesetzten Untersuchun-
gen belehrten nun aber unseren Verf. von der überra-
schenden Thatsache, dass der Stiel der Knospenähie im
Grunde des Magens festsass und überhaupt nichts anderes
war; als eine dolchförmige Verlängerung des bei Carma-
rina (und Glossocodon) frei in die Magenhöhie hineinra-
genden und früher als eine Art Zunge gedeuteten Magen-
zapfens. ^ Die knospenden Medusen ergaben sich unter
solchen Umständen als die Brut der Geryoniden. Aber
Bau und Form dieser Brut war von den Mutterthieren
auffallend verschieden und an den grösseren Knospen
(1 Mm. im Durchmesser) — bisweilen wurden gegen 100
Knospen in den verschiedensten Entwickelungszustän-
den an dem MagenstielC; der dann weit nach Aussen her-
vorragte, aufgefunden — schon so weit difFerenzirt, dass
man darin mit Bestimmtheit eine Cunina erkennen konnte,
eine Meduse also, die einer den Geryoniden bisher in
unserem Systeme sehr fernstehenden Familie (den Aegi-
niden, die von Einigen sogar den höheren sog. Akalephen
zugerechnet werden) zugehört. Eine genauere Unter-
suchung liess sogar über die Specics keinen Zweifel. Es
war dieselbe Art, die Verf. in der oben erwähnten Ue-
bersicht der Nizzaer Medusen als C. rhododactyla beschrie-
ben und beständig in der Gesellschaft von Carmarina
hastata gelischt hatte. Die kleinsten Exemplare dieser Cu-
nina, die Verf. beobachtet hatte, massen allerdings bereits
3 Mm. , waren also ungefähr 3 Mal so gross, wie die
grossesten Knospensprösslinge, allein ihre Uebereinstim-
mung mit denselben wai- trotzdem eine so vollständige,
dass die Identität als bewiesen angesehen werden darf.
Da beide Thiere, die knospende Geryonide ebenso gut,
wie die Cunina geschlechtsreif sind, so kann die gene-
tische Beziehung zwischen beiden nicht nach den Ge-
setzen des Generationswechsels gedeutet werden. Wir
haben hier vielmehr ein neues Beispiel desselben ge-
schlechtlichen Dimorphismus, den wir oben bei Asc. ni-
grovenosa geschildert und als Beispiel einer „Heterogo-
nic" gedeutet haben. In sofern findet sich allerdings ein
der niederen Thiere während .1er J. 1864-1865. 89
LJnterscliiecl, als die zweite Generation bei Asc. nlgro-
venosa in Folge eines geschlechtlichen Zeugungsaktes
entsteht, während sie bei unseren Medusen durch Knos-
pung ihren Ursprung nimmt. Da neben dieser Knospung
auch noch eine geschlechtliche Fortpflanzung existirt,
deren Endziel bis jetzt noch unbekannt Ist, der Entwicke-
lungscyclus der Geryonien also compliclrter erscheint,
als der von Asc. nigrovenosa, so mag man denselben
mit unserem Verf. einstweilen immerhin als eine beson-
dere Form betrachten und AUoeogenesIs helssen. Es
versteht sich übrigens von selbst, dass Häckel diese
Vorgänge der Knospcnbildung, über die er schon früher,
bald nach der Entdeckung, (in den Monatsheften der K.
Akad. zu Berlin 1865. S. 85— 94 — übersetzt in den Ann.
nat. bist. Vol. XV. p. 437 ff. — ) eine vorläufige Mitthei-
lung veröffentlicht hatte, in der hier vorliegenden Mono-
graphie ausführlich (S. 115 — 125) behandelt. Der Dar-
stellung derselben folgt dann die Anatomie von Cunina
rhododactyla (S. 125 — 138) und eine Erörterung über die
Verwandtschaft und den Generationswechsel zwischen den
Geryoniden und Aeginiden (S. 139 — 160). Zum Schlüsse
findet auch noch der histologische Bau der Geryoniden
(S. 160 — 183) gebührende Beachtung. Die Abbildungen
sind meisterhaft gezeichnet und ausgeführt, wie denn
überhaupt die ganze Arbelt eine der ausgezeichnetsten
und wichtigsten Ist, die unsere LItteratur über Coelente-
raten aufzuweisen hat. Der Reichthum an neuen That-
sachen, den die Arbeit enthält, Ist so gross , dass der
nachfolgende Bericht keinen x\nspruch darauf machen
kann, denselben zu erschöpfen.
Die Hauptcharaktere der Geryoniden findet Verf. in
der Anwesenheit eines cylindrischen oder konischen so-
liden Magenstieles, der von (4 oder 6) getrennten Radlär-
kanälen durchzogen wird, und in der Bildung der Geni-
talien, die blattartige Erweiterungen dieser Kanäle dar-
stellen und niemals In die Schirmhöhle hinein voisprln-
gen. Randbläschen 8 oder 12. Ausser den hohlen Ra-
dialtentakeln oft noch kurze und starre Interradialanhänge.
90 Leuckari: Bericht üb. d. Leist. in d. Natura e schichte
Die Larve soll ausserdem noch bisweilen eine dritte Zone
provisorischer Radialtentakel besitzen. Bei der Aufstel-
lung der Gattungen berücksichtigt Verf. neben der Zahl
der Radien vorzugsweise die Anwesenheit, resp. den Man-
gel des Zungenkcgels und die Tentakelzahl, zwei Mo-
mente, deren systematischer Werth vielleicht nicht über
allen Zweifel erhaben ist, da die letztere — nach den
eigenen Beobachtungen des Verf.'s — mancherlei indivi-
duelle Schwankungen zeigt, und der Zungenkegel nach
beendigter Knospung möglicher Weise zu Grunde geht.
Unter solchen Umständen dürfte das Geryonidensystem
unseres Verf.'s im Laufe der Zeit vielleicht noch einmal
wesentliche Veränderungen erleiden. Die Arten mit vier
Centripetalkanälen (Subfam. Liriopida) bilden die Gen.
Xanthea Less. (acht Tentakel, kein Zungenkegel), Li-
riope Less. (vier Tentakel, kein Zungenkegel), Glos-
so Conus n. gen. (acht Tentakel mit Zungenkegel) und
Glossocodon n. gen. (vier Tentakel mit Zungenkegel),
während die sechsstrahligen Arten in dem Gen. Leuckar-
tia Ag. (keine Centripetalkanäle am Ringgefässe, kein
Zungenkegel), Geryonia Per. (mit vielen Centripetalkanä-
len, aber ohne Zungenkegel) und Carmarina n. gen.
(mit vielen Centripetalkanälen und Zungenkegel) zusam-
mengestellt werden. Das Gen. Xanthea enthält 5 Arten
(mit X. ligurina — Geryonia exigua Lt.), Liriope 4, Glos-
soconus 2 und Glossocodon 1 (Liriope eurybia Hack.).
Ebenso kommen auf Leuckartia zwei Species (L. hrevi-
cirrata = Medusa proboscidalis Forsk. und L. lojigicir-
rata = Ger. proboscidalis Lt.), auf Geryonia 3 ((r. um-
hella — Ger. proboscidalis Gegenb., G. ßmgiformis = G.
hexaphylla Per., G. oo/ioides = G. hexaphylla Brdt) und
auf C armarina n.gen. 1 (C. hastata Hack.). Der Lip-
penrand der Geryoniden trägt einen dicken Wulst von
Nesselzellen. Seine Form ist ausserordentlich variabel,
je nach den wechselnden Contractionszuständen, meist aber
4- oder 6- eckig, je nach der Zahl der Radien. Von den
Ecken nach dem Magengrunde ziehen schmale, in der
Mitte bisweilen rinnenförmig ausgehöhlte Bänder, die von
der uiedeien Thicre während der J 1804 — 18G5. Ol
grossen einzelligen Drüsen gebildet werden und vielleicht
als Magendrüsen aufzufassen sind. Die Radialkanäle ver-
laufen mit den sie trennenden Längsmuskelbändern an
dem Magenstiel eben so oberflächlich, wie an dem Schirm,
wo sie bekanntlich nur von der sog. Subumbrella be-
deckt sind. Die Geschlechtsprodukte entwickeln sich bei
beiden Geschlechtern aus dem subumbralen Epithel, wel-
ches die untere, der Schirmhöhle zugekehrte Wand der
blattförmig flachen Ausstülpung der Radialkanäle beklei-
det. Die Eier drängen mit zunehmender Grösse die
Muskelfasern der aufliegenden Subumbrella auseinander.
Sie springen immer weiter nach Aussen vor und werden
durch Platzen des üeberzugs frei, ohne in das Vascular-
system überzutreten (so auch bei anderen Craspedoten,
Mitrocoma u. s. w.). Der Rand des Schirmes enthält aus-
ser dem Ringgefässe und dem Nervensysteme, das bei
den Geryoniden unzweifelhaft vorhanden ist, in seinem
untersten Theile einen Knorpelring, von dem bei Car-
marina mehrere kurze hakenförmig gebogene Fortsätze
abgehen, die in der Aussenfläche des Gallertmantels in
radialer Richtung emporsteigen (^Mantelspangen). Auch
die Larvententakel enthalten einen von dünner Muskel-
lage überzogenen Knorpelstab. Das Nervensystem, das
sich während des Lebens nur schwer erkennen lässt, ver-
läuft zwischen Ringgefäss und Knorpelring und schwillt
an der Basis der einzelnen Randkörperchen zu einem
Ganglion an, das einen deutlichen Zellenbau hat. Die
radialen Ganglien sind grösser, als die interradialen und
entsenden vier Nerven, ein Sinnesnerv zu den Rand-
körperchen, zwei Tentakelnerveu (einen für den radialen
Haupttentakel, einen zweiten für den radialen Nebenten-
takel) und einen vierten, der an den Radialgefässen em-
porsteigt und bis zum Magen sich verfolgen lässt. Von
den interradialen Ganglien gehen nur zwei Nerven ab,
ein Sinnesnerv und ein Tentakelnerv (Spaugennerv). Die
Randkörperchen, die bei den Geryoniden in die Mantel-
gallerte des unteren Schirmrandes eingeschlossen sind,
enthalten an der Basis, wo sie dem Ganglion des Ner-
92 Leuckart: Bericht ül). d. Leist. in d. Naiiirgeschiclite
vcnringes aufsitzen, eine polstertormige Anhäufung von
Ganglienzellen (Basalganglion) , von der jederseits ein
Nervenstrang (Sinnesnerv) ausgeht, der bügeiförmig an
der Innenwand des Bläschens emporsteigt, um sich am
vorderen Segmente desselben mit dem der anderen Seite
zu einem zweiten inncrn Nervenknoten (Sinnesganglion)
zu vereinigen, der eine zellcngefüllte kuglige Kapsel dar-
stellt und die in der Jugend gewöhnlich aus mehreren
kleinen Körpern bestehende Concretion in sich einschliesst.
Die functionelle Bedeutung dieser Randkörperchen dürfte
schwer festzustellen sein, doch ist Verf. am meisten ge-
neigt, darin ein „gemischtes Sinnesorgan" zu sehen, das
in gleicher Weise zur Perccption des Lichtes wie der
Schallwellen bestimmt sei. Velum, Subumbrella und Lar-
vententakel sind mit quergestreiften Muskelfasern ausge-
stattet, während die radialen Haupttentakel blosse glatte
Muskelzellen aufzuweisen haben. Dafür ist aber auch die
Bewegung der letztern von einem andern, mehr wurmar-
tigen Charakter. Die Entwickelung der sechsstrahligen
Geryonien geschieht durch eine ganz ähnliche Metamor-
phose, wie sie durch Ref. und Fr. Müller für die vier-
strahligen schon seit längerer Zeit bekannt geworden ist.
Die jüngsten Larven sind kuglig und am Rande der klei-
nen und flachen Schirm höhle, die Verf. niemals geschlos-
sen sah, mit (4 oder 6) starren Tentakeln, den radialen
Nebententakeln , versehen, zu denen sich nach einiger
Zeit noch ebenso viele Interradialtentakel hinzugesel-
len. Sind diese letztern, die rasch wachsen, etwa 3 — 4
Mal so lang geworden als die erstem, dann zeigt sich
die erste Anlage des Gastro vascularsystems und zwar da-
durch, dass das bis dahin aus vollkommen gleichartig aus-
sehenden Zellen zusammengesetzte Epithel des Entoderma,
welches die Schirmhöhle auskleidet und das Velum über-
zieht, durch DifForenzirung einen breiten Randstreif mit
4 oder 6 radiären Ausläufern hervorbildet. Wo die Ra-
dialstreifen sich kieuzen, in der Mitte der Schirmhöhlen-
wölbung, wird bald darauf eine kleine MundöfFnung
sichtbar, welche unmittelbar in die sich aushöhlenden Ka-
der niederen Thiere wälu^end der J. 1864 — 1865. 93
näle hineinführt. Der Magen entwickelt sich erst später^
wenn bereits die interradialen Randkörperchen mit ihrem
(anfangs den ganzen Innenraum ausfüllenden) Sinnes-
gauglion angelegt sind. Er entwickelt sich durch röhren-
förmige Verlängerung des wulstig verdickten Mundsau-
mes, also im Grunde der Schirmhöhle, die von jetzt an
immer weiter wird, und nimmt erst nach dem bei Glos-
socodon paarweise stattfindenden) Auftreten der radialen
Haupttentakel und der Bildung der radialen Sinnesbläs-
chen durch Auswachsen des Magenstielcs allmählich die
spätere Form an. Mit dem Magenstiele entsteht auch be-
reits der Zungenkegel (der übrigens bei Glossocodon
beständig ohne Knospen beobachtet wurde).
Die erste Anlage dieser Knospen zeigt sich als eine
kleine kreisrunde Scheibe von ungefähr V20 Mm., welche
nichts Anderes als eine locale Wucherung des Zungen-
epithels ist. Während dieselbe anfänglich aus ganz gleich-
artigen Zellen besteht, tritt alsbald eine Differenzirung
derselben in zwei verschiedene Blätterschichten ein, eine
äussere hellere , welche der Zungenoberfläche dicht an-
liegt (Ectoderm), und eine innere dunklere (Entoderm),
welche zunächst nur als ein sehr kleines rundes Scheib-
chen in der Mitte der erstem sichtbar ist. Anfangs so-
lide, bildet die letztere sehr bald durch centrale Einstül-
pung eine Höhlimg. Es ist die erste Anlage des Gastro-
vascularapparates, der durch röhrige Verlängerung der
Lippenränder zunächst eine Flaschenform annimmt, dann
aber später, wenn das hintere kolbenförmige Ende der
Knospe scheibenartig auswächst, auch die taschenförmi-
gen Radialkanäle aus sich herausbildet. Das Entoderm,
welches dieses Höhlensystem in sich^einschliesst, verwan-
delt sich dabei in das Epithel des Gastrovascularappara-
tes, während das Ectoderm alle übrigen Körpertheile und
Gewebe hervorbildet. Die Gallertsubstanz wird zwischen
beiden Blättern abgelagert, zuerst in der Peripherie des
auswachsenden Schirmes. Sie wird immer massenhafter,
je mehr der Schirm sich ausbildet und die Meduse sich
unter gleiclizeitiger Vorkürzung des Magenrohres durch
94 Leuckarl: Bericht üb. d. Leist. in d. Natureeschichte
Entwickelung von Velum, Tentakeln und Sinnesorganen
in eine Cunina verwandelt. Die letztern werden anfangs
wie die Radialkanäle in 8-facher Anzahl angelegt. Erst
nach der Abtrennimg tritt eine Vermehrung der Radien
ein (bis 16) und eine beträchtliche Zunahme der Rand-
körperchen. Ausser den Radiärkanälen (den sog. Magen-
taschen) besitzt Cunina rhododactyla übrigens auch ein
deutliches Ringgefäss, das früher übersehen wurde. Die
Geschlechtsprodukte entwickeln sich bei beiden Geschlech-
tern in der unteren Wand des Magens^ aber immer nur
an den Intervallen zwischen je zwei Radiärkanälen und
an dem Aussenrande dieser letztern selbst. Die Lage
der Genitalprodukte und die taschenförmige Bildung der
Radiärkanäle erinnert an die Verhältnisse in den gleich-
falls taschenartigen Genitalerweiterungen der Geryoni-
den. Auch sonst finden sich zwischen den Cuninen und
Geryoniden noch mancherlei anatomische Berührungs-
punkte, so dass auch von diesem Gesichtspunkte aus
die frühere systematische Stellung der beiden Fami-
lien kaum gerechtfertigt erscheint. So findet sich bei
Cunina namentlich dasselbe Knospelscelet im Mantelsaume,
nur schwächer entwickelt, aber trotzdem mit densel-
ben centripetalen Spangen, wie bei Geryonia. Ebenso
stimmen auch die Tentakel durch ihren Bau mit den
Larvententakelu der Geryoniden. Der Nervenring ist an
der gleichen Stelle angebracht, nur schwächer entwickelt,
und mit so vielen Ganglienknoten versehen, als Sinnes-
organe vorhanden sind. Der Epithelialüberzug der Gang-
lien besteht aus kleinen kernhaltigen Zellen, die je ein
langes und feines starres Borstenhaar (Tastborste?) tra-
gen, das neben den Randkörperchen hervorragt. Dass
die Bildung der letztern mancherlei auffallende Beson-
derheiten zeigt, ist schon oben gelegentlich erwähnt|wor-
den. Aber die Verschiedenheiten reichen nicht aus, die
Verwandtschaft mit den Geryoniden — die besonders bei
einer Vergleichung mit den Larvenformen hervortritt —
zu verwaschen, so dass Verf. allen Grund hat, dieselben
mit den Aeginiden fojtan in eine gemeinschaftliche Fa-
der niederen Thiere während der J. 18G4 — 1865, 95
milie, die wegen der flachen Form der Genitaiblätter die
Familie der Phyllorchiden genannt wird, zu vereini-
gen. Die in dem zellenlosen Gallertgewebe der Craspe-
doten vorkommenden gabelspaltigen Fasern glaubt Verf. als
Protoplasmastränge in Anspruch nehmen zu können, wel-
che ursprünglich die Zellen der — vor Ausscheidung der
Gallertmasse — nahe an einander liegenden Epithelschich-
ten der obern und untern Schirmfläche verbanden und auch
später noch zwischen denselben sich ausspannen. Die
Epithelzellen der äusseren Manteloberfläche sind übrigens
nach unserem Verf. ohne membranöse Umhüllung und
von Protoplasmasträngen durchzogen, die von den Kernen
ausgehen und von einer Zelle direkt in die andere über-
treten. Auch die Zellen des Ringknorpels erscheinen als
membranenlose Urzellen, die in eine homogene Zwischen-
substanz eingelagert sind, während das Knorpelskelet
der Tentakel aus gewöhnlichen Zellen von ansehnlicher
Grösse besteht, die nur wenig Intercellularsubstanz zwi-
schen sich nehmen und ein Protoplasma enthalten, das
von zahlreichen mit heller Flüssigkeit gefüllten Vacuolen
durchsetzt ist. Das Bild dieser Zellen erinnert oftmals
so vollständig an die von Protoplasmasträngen durchzo-
genen Pflanzenzellen, dass man wohl vermuthen darf, es
möchten diese Stränge auch in den Knorpelzellen wäh-
rend des Lebens in einer beständigen Bewegung begrif-
fen sein.
Wie Häckel, so beobachtete auch N o s chi n (Bul-
let. Acad. imp. des sc. St. Petersb. T. VIII. p. 215 mit
Abbild.) die Sprossung einer Cunina an dem Zungen-
kegel von Geryonia hastata. Da die Beobachtungen ganz
unabhängig von Häckel — und schon vor demselben —
angestellt sind, glaubt der Verf. seine Cunina in der C.
discoidalis Keferst. et Ehl. wiederzufinden. Die Darstel-
lung des Verf. ist übrigens ziemlich aphoristisch und lautet
auch in sofern etwas abweichend, als der Zungenkegel
oft mehrere Knospenähren — die Abbildung zeigt ein
Exemplar mit dreien — tragen soll. Eine geschlechtli-
che Vermehrung wurde an den knospenden Geryonien
96 Leuckart: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
niemals beobachtet (obwohl die Abbildung stark entwik-
kelte Geschlechtsorgane erkennen lässt), wesshalb Yerf.
denn auch kein Bedenken trägt, den hier verliegenden
Fortpflanzungsmodus als einen einfachen Generations-
wechsel zu deuten.
A 1 1 m a n sucht (Ann. and Mag. nat. bist. 1865. T. XV.
p. 468 — 474) die interessante Entdeckung von Häckel
dadurch mit den gewöhnlichen Vorgängen der Entwicke-
lungsgeschichte bei den Hydroiden in Einklang zu brin-
gen, dass er die Geschlechtsorgane sowohl von Geryo-
nia, wie auch von Cunina als selbstständige individuelle
Bildungen (gonosacs, sessile Geschlechtsthiere), betrach-
tet und die genetischen Beziehungen der beiden Me-
dusen unter dem Gesichtspunkte des gewöhnlichen Po-
lymorphismus auffasst. Allerdings sollte man dann nach
Analogie der Hydroidpolypen nur eine einzige Gene-
ration von Geschlechtsthieren erwarten, also entweder
nur bei Geryonia oder bei Cunina Geschlechtsorgane
vermuthen, allein Verf. erinnert daran, dass es auch bei
den Hydroidpolypen einzelne Fälle gebe, wie z. B. (nach
Wright) bei Hydractinia echinata, wo die Geschlechts-
thiere (gonosacs) sowohl an eigenen Ammen (Gonoblasti-
dien), wie auch gelegentlich direkt an dem Stamm der Er-
nährungspolypen (trophosome) hervorsprossen. Dazu kom-
men die zahlreichen Fälle von Sprossung bei geschlecht-
lich entwickelten Medusen, die hier gleichfalls angezogen
werden können und nur insofern verschieden sind, als
die — ebenfalls geschlechtlich entwickelten — Spröss-
linge hier gewöhnlich dieselbe Bildung besitzen, wie ihre
Eltern.
Claus wiederholt seine Behauptung, dass der sog.
Nervenring der Medusen mit dem Nervensystem Nichts
gemein habe, und sucht durch eine detaillirte Darstellung
desselben den Nachweis zu liefern, dass es sich dabei
nur um eine Epithelialbildung handele. Die Eucope (E.
variabilis Cl.) , die Verf. bei seinen üntersucfiungen zu
Grunde legte, bot ihm zugleich Gelegenheit die Vorgänge
der Tcntakolbildung zu studiren. Dabei macht Verf. auf
der niederen Thiere während der J. 1861 — 1865. 97
ein Paar Zellenwülste aufmerksam, die an den Abgangs-
stellen der Tentakelröbren in die hier constant vorkom-
mende Erweiterung des Ringgef ässes hineinspringen. Ref.
kennt diese Bildungen an derselben Eucope, die Claus
untersuchte , und kann die Bemerkung hinzufügen^ dass
sie nicht bloss, wie Verf. zu glauben scheint, bei derEnt-
wickelung der Tentakel eine Rolle spielen, sondern auch
später noch von Bedeutung sind, indem sie (in einer ganz
ähnlichen Weise, wie K upf er von den sog. Klappen
aus dem Rückengefässe der Clepsinen nachgewiesen hat,
vgl. Bd. XXXI S. 248) die Körnchenzellen liefern, die als
Blutkörperchen in dem Gastrovascularapparate der Me-
dusen umhertreiben. Uebrigens zeichnet sich die Eucope
variabilis nach unserem Verf. vor den verwandten For-
men dadurch aus, dass sie im geschlechtsreifen Zustande
noch beträchtlich (von 3 — 9 Mm. Durchmesser) wächst und
auch ihre Tentakel und Randkörperchen (von 16 auf 24
u. 28) vermehrt. Als neu für die Fauna von Helgoland,
wo die Eu. variabilis zur Beobachtung kam, wird noch
Eu. polystyla Gegenb. und Oceania pileata Forsk. aufge-
führt. Zeitschrift für wissensch. Zool. 1864. Bd. XIV.
S. 388 if. mit Abbild.
Bei einer den Craspedoten zugehörenden kleinen
Qualle von Manila beobachtete Semper (a. a. 0. S. 422)
in jedem Randkörperchen ein wirkliches mit Linse und
Pigment versehenes Auge vor der — zahlreiche Concre-
mente in sich einschliessenden — Blase.
Diese Coexistenz von Randbläschen und Augen spricht
wohl kaum zu Gunsten der jetzt auch von Fr. Mülle r
vertretenen Ansicht, dass die erstem selbst als Augen fun-
girten; (Ueber die Randbläschen, der Hydroidquallen,
Archiv für mikr. Anat Bd. I. S. 143—147 mit Abbild.)
Verf. stützt seine Deutung auf den Bau der Randbläschen,
in denen er das den sog. Otolithen tragende Körper-
chen (Zelle nach Ref., Hörhaare nach Hensen) als einen
soliden Apparat erkannt hat, den er dem Nervensystem
zurechnet und als eine Retina in Anspruch nimmt. Die
Beobachtungen desVerf's. stützen sich auf Untersuchung
Archiv für Naturg. XXXII. Jahrg. 2 Bd. G
98 Leuckart: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
einer bis jetzt noch unbeschriebenen Qualle (Aglauropsis
Agassizii) , die sich durcb ihre Gestalt, die Bildung des
Magens und 'der Geschlechtsorgane an Aglaura hemi-
stoma anschliesst, sich aber durch Vierzahl der Geschlechts-
organe und der Strahlgefässe, so wie durch die grosse
Zahl der Randbläschen davon unterscheidet. Der Innen-
raum der Randbläschen ist weit, wie bei Eucope, wäh-
rend andere Arten (z. ß. Cunina) schmale Randkörper-
chen besitzen, deren Innenraum von der Mü Uer'schen
Retina und der Linse fast völlig ausgefüllt wird.
Wie schon oben bemerkt ist, nimmt auch Hacke 1
diesen Körper als einen nervösen Apparat in Anspruch.
Wir verweisen in dieser Hinsicht auf die früheren Mit-
theilungen und erwähnen nur noch so viel , dass Verf.
eine vorläufige Mittheilung über seine Untersuchungen
schon in den VerhandL der Schweizer naturforsch. Gesell-
schaft zu Zürich (1864. S. 526) publicirt hat. Die Frage
nach den Randkörperchen und dem Nervensysteme der
Medusen dürfte dadurch so ziemlich zum Abschluss ge-
kommen sein.
Den Mittheilungen KöUiker's (Bericht u. s.w., a.a.O.)
entnehmen wir die Notiz, dass Willsia keine Gehörbläs-
chen, sondern Ocellen besitzt und in der Jugend {Vj^")
nur sechs Radiärkanäle mit sechs ausgebildeten Fang-
fäden hat. Bei Euphysa aurata liegen die Geschlechts-
organe als eine zusammenhängende Lage in der ganzen
Länge der Magenwand, wie bei Steenstrupia rubra, nur dass
hier die Enden des Magens frei bleiben. Lizzia blondina
wurde in sehr verschiedenen Formen beobachtet, die keinen
Zweifel Hessen, dass die ausgebildeten Thiere mit ein-
fachen, der Zahl nach freilich sehr schwankenden (?) Ten-
takelfäden versehen sind und keine Tentakelbüschel tra-
gen, wie die Jugendformen. Claparede, der vielleicht
dieselbe Form beobachtete und daran eine Entwickelung
der Eier direkt zu kleinen Medusen beschrieb (J. B.
1860. S. 310), hat nach der Vermuthung des Verf.'s junge
noch nicht abgelöste Knospen für Eier gehalten. Bei
einer wahrscheinlich zu Stomobrachium Brdt. gehörenden
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 99
Aequoride mit 97 — 100 langen Tentakeln zählte Verf. an
Exemplaren von 6 — 8'" acht bis fünfzehn Radialkanäle,
von denen aber nie mehr als 7, bei kleinen Exemplaren
nur 5, das Ringgefäss erreichten. Die Kanäle zeigten
bereits sämmtlich eine Geschlechtsanlage, doch war diese
nur bei denjenigen, welche den Ringkanal erreichten, so
ausgebildet, dass man sie mit unbewaffnetem Auge sehen
konnte. (Nach den Beobachtungen von A. Agassiz
ist wohl anzunehmen, dass sämmtliche Radialkanäle mit
der Zeit das Ringgefäss erreichen.)
De Filippi handelt über den Bau und die Fort-
pflanzung von Eleutheria, die er am liebsten als Reprä-
sentanten einer eigenen kleinen Medusenfamilie (Medusae
repentes) ansehen möchte. Die Thiere, die derselbe in
zahllosen Exemplaren aus einem Aquarium auffischte,
stimmten mit der Beschrei bung von H i n c k s und K r o h n,
während die von Claparede (in der Zahl der Radien)
und von Quatrefages (in der Bildung der Arme) ab-
weichen und vielleicht verschiedene Arten zum Gegen-
stande haben. In der ersten Woche trug ein jedes Exem-
plar Gemmulae, je eine in den Interradien, und meist von
verschiedener Entwickelung. Die Knospung geht von
dem Ringgefässe aus, das sich mit der anliegenden Lei-
besmasse zu einem knopfförmigen Vorsprunge entwickelt,
welcher sich abplattet und dann durch Bildung der Ten-
takel und des Mundstieles zu einer neuen Eleutheria
wird. Später bildet sich an der Stelle der Knospe eine
Anzahl von Eiern, die noch an ihrer Brutstelle zur kleinen
Planulac werden, ohne — dem Anscheine nach — der
Befruchtung zu bedürfen. (Verf. konnte überhaupt keine
männliche Eleutheria auffinden.) Die Eier sind ohne
Dotterhaut und entwickeln sich — nicht zwischen Ento-
derm und Ectoderm, sondern — nach aussen von dem
Epithelium des Gastrovascularapparates in der Gallert-
substanz des Schirmes. (Sopra due idrozoi 1. c. p. 1 — 11.
Tab. I.)
Krohn wird durch neuere Untersuchungen „über
Tetraplatia volitans*' (Archiv für Naturgeschichte 1865. 1.
100 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
S.337 — 341. Taf. XIV) in der schon früher ausgesproche-
nen Vermuthung bestärkt, dass dieses merkwürdige Thier
die Larve einer Qualle darstelle. (Vergl. J. B. 1853.
S. 421.)
Der vierkantige Leib, der bis 8'" lang wird, hat an dem
einen Ende eine Mundo ifnung, die in einen weiten Hohlraum führt,
und trägt ungefähr in der Mitte seiner Höhe an jeder Fläche ein
flügeiförmiges Segel, das durch seine klappenden Bewegungen den
Körper schwimmend forttreibt. Da diese Segel an ihrem Bande
je zwei Otolithen enthalten, so liegt die Vermuthung nahe, dass
dieselben als Theilstücke der späteren Scheibe zu betrachten sin(i,
die dann freilich in ungewöhnlicher Weise ihren Ursprung nehmen
würde. Die ausgebildete Qualle gehört vielleicht zu der [Gruppe
der Aeginiden (Ref).
Hinck's' Abhandlung über die Entwickelungsge-
schichte der Zoophyten (Quarterly Journ. science 1865.
p. 401—418 mit 2 Taf.) behandelt die Fortpflanzungsver-
hältnisse der Hydroidpolypen, ist aber Ref. bis jetzt noch
nicht zu Gesicht gekommen.
Ebenso v^enig Hin ck s, on the medusoid of a tubu-
larian zoophyte and its return to a fixed condition after
the liberation of the ova. Rep. 34. brit. Assoc. Bath 1864.
Transact. p. 99.
Unter dem Titel: „Tubularia not parthenogenous*^
(Amer. Journ. Sc. and Arts 1864. Vol. 37. p. 61—65)
schildert Clark den histologischen Bau von Tubularia
und die Vorgänge der Medusoidenknospung mitsammt
der Eibildung, die schon ausserordentlich frühe, noch
vor Entwickelung der Radialgefässe , anhebt. Die Ver-
änderungen der Gewebsschichten, die dabei stattfinden,
sind zu complicirt, als dass wir die Darstellung des Verf.'s
hier im Detail wiedergeben könnten , wir beschränken
uns desshalb auf die Bemerkung, dass Verf. auch die
Muskelschicht, die nach seinen Untersuchungen bei zahlrei-
chen (allen ?) Hydroiden zwischen Ectoderm und Entoderm
hinzieht, von vorn herein an der Bildung der Genital-
knospen participiren lässt. Wenn der Verf. schliesslich
zu dem Resultate kommt, dass sich die Geschlechtsknos-
pea sämmtlicher Hydroiden nach demselben Typus ent-
der niederen Tliiere während der J. 1864 — 1865. 101
wickeln, so ist das eine neue Bestätigung für eine An-
nahme, die in Deutschland und England nur noch we-
nige Widersacher finden möchte. Auch die Rückfüh-
rung der Gallertsubstanz auf eine Ausscheidung zwischen
den beiden Zellenlagen der Knospen ist nicht so neu,
als es nach der Darstellung des Verf. erscheinen könnte.
An den von Syncoryne pulchella n. sp. aufgeamm-
ten kleinen Medusen beobachtete AI Im an (Ann. and Mag.
nat. bist. 1865. Vol. XV. p. 465—468) einige Tage nach
der Ablösung in dem Aquarium eine eigenthümliche, mit
Recht wohl als abnorm gedeutete und auf die Mangelhaf-
tigkeit der Ernährung zurückgeführte Metamorphose. Er
sah, dass die Thiere ihren Schirm umklappten und dann
allmählich immer mehr resorbirten, so dass schliesslich
kaum mehr, als der polypenartige Mundstiel übrig blieb.
(Aehnliche regressive Metamorphosen haben offenbar zu der
früher öfters ausgesprochenen Behauptung Veranlassung
gegeben, dass die Hydroidmedusen, statt geschlechtsreif
zu werden, sich wieder in Polypen verwandelten.) Auch
eine Doppelmissbildung kam Verf. bei diesen Medusen
zur Beobachtung.
Tubiclava cornucopiae und Eudendrium annulatum,
zwei neue Hydroidpolypen der brittischen Küste mit ses-
silen Geschlechtsthieren. Norman, Annais and Mag. nat.
bist. 1864. T. XIII. p. 82, 83 mit Abbild.
Bei einer späteren Gelegenheit (Ibid. 1865. T. XV. p. 261)
macht Norman die erstgenannte Art zum Typus eines eigenen
Genus Merona mit folgender Diagnose : Coenosark *consisting of
erect or semierect simple tubes, which arise at intervals from a
creeping, filiform hydrorhiza, the whole invested hy a chitinous pe-
riderm. Polypites issuing from the distal^ extremity of the tubes,
claviform, with scattered filiform tentacula. Gonophores consisting
of moolbery-like masses of sporosacs, supported on short gono-
blastidia, which arise from short tubulär openings of the hy-
drorhiza.
Der von de Filippi (sopra due idrozoi 1. c. p. 11
— 13. Tab. II) beschriebene neue Corynoidpolyp wird
Halih otry s (n. ^Qn.) /«ctcoZa benannt und folgender-
maassen charakterisirt : Polyparium tubulosum, erectum,
102 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
filiforme, ramulis parum numerosis obsessum et distanti-
bus. Polypi claviformes ramularum extremitati coniuncti;
tentacula capitata, numerosa, distantia. Gonophora sim-
plicia, haud medusiformia, capitulis affixa. Zwischen Ec-
toderm und Entoderm unterscheidet man eine deutliche
Muskellage. Stamm und Zweige sind von einer dünnen
Hornscheide überkleidet.
Nach KöUiker (Actes Soc. helvet. sc. nat. Geneve
1865. p. 91) sind auch die Arme von Hydra vulgaris mit
Muskelfasern ausgestattet, doch sollen dieselben mit den
Epidermoidalzellen in Zusammenhang stehen und als fa-
denartige Ausläufer derselben zu betrachten sein.
AI Im an beschreibt den Bau und die Anordnung
der bei Plumularia cristata (Aglaophenia pluma) und
Antennularia antennina zwischen den Polypenzellen vor-
kommenden und zum Theil damit eng verbundenen Nes-
selknöpfe , und urgirt die merkwürdige Thatsache, dass
das Parenchym dieser Gelilde trotz seines continuirlichen
Zusammenhangs mit dem Ectoderm des Polypen eine
homogene Substanz sei, welche dem Parenchym des Amö-
benkörpers gleiche und, wie dieses, die Fähigkeit habe,
sich pseudopodienartig aus der umhüllenden Chitinwand
hervorzustrecken. Bei Aglaophenia existirt eine Com-
munication zwischen dem unteren (unpaaren) Nesselknopfe
und der dicht anliegenden Polypenzelle, durch welche
das Pseudopodium direkt in die letztere übertreten kann.
On the occurrence of amoebiform protoplasm and the
emission of pseudopodia among the hydroida, Annais and
Mag. nat. history 1864. T. XIII. p. 203-206. PL XIV.
Kirchenpauer giebt eine üebersi cht über die bis
jetzt bekannten Arten des Gen. Dynamena Lamour. und
vermehrt den Catalog derselben mit acht neuen Arten.
„Neue Sertulariaden nebst allgemeinen Bemerkungen über
die Gattung Dynamena^ (Verhandl. der K. L. -C. Akad.
Bd. XXXI. Dresden 1864. 16 Seit, in gross Quart mit
1 Tafel).
Den generischen Charakter der Gattung Dynamena, zugleich
den Hauptunterschied von den verwandten Formen, sieht Verf. in
der niederen Thiere während der J. 1864— 1865. 103
der Wachsthumsweise des Polypenstammes, die darin besteht, dass
der nach oben zu breiter gewordene Apex durch eine am unteren
Ende gegabelte Spalte in drei Lappen getheilt wird, von denen die
zwei seitlichen durch Grösse sich auszeichnen und zu Polypoiden
werden, während der mittlere die Fortsetzung des Stammes dar-
stellt. Bei Sertularia entstehen durch Spaltung des Apex immer
nur zwei Lappen, von denen dann abwechselnd bald der rechte,
bald der linke einen neuen Polypoiden bildet, während bei Plumu-
laria, bei der gleichfalls immer nur zwei Lappen entstehen, die
Polypen sich in ganzer Länge an derselben Seite entwickeln. Die
(30) Arten des Gen. Dynamena werden je nach der Bildung des
Polypenbecherrandes in sieben verschiedene Gruppen vertheilt und
durch folgende neue Formen bereichert: Dyit. /Mcernari« Nukahiwa,
D. conferta Carpentaria, D. australis Port Philippi, D. penna Bass
Str., D. fascicnlata Sidney, D. marginata Südsee, D. dentata Austra-
lien, D. pluridentata Gap d. g. H.
Giebel beschreibt ein Exemplar von Dana's Mil-
lepora moniliformis, das nicht bloss die Identität dieser
Form mit M. gonagra M. Edw. ausser Zweifel stellt, son-
dern auch den Nachweis liefert, dass die Vertheilung der
Milleporen in ästige oder blattartig sich erhebende und
knollige Formen durchaus unnatürlich ist. Auch die Glie-
derung des Stockes bedingt keinen specifischen Charak-
ter; sie rührt vielmehr nur daher, dass sich zahlreiche
Individuen gleichzeitig neben einander ansiedeln und in
ungleicher Weise entwickeln. Hallische Zeitschrift für
die ges. Naturwissensch. 1865. Bd. XXV. S. 503—505.
Millepora insignis n. sp. Kingsmills-Ins., Heliopora compressa
n. sp. ebendaher, Poecillopora stiffructicosa n. sp. Tahiti, P. ramicw
losa n. sp. Kingsmills-Ins., P. stellata n. sp. Zanzibar, P« capitata
n. sp. Acapuleo, Verrill, Bullet. Mus. comp. Zool. Cambr. No. 3.
p. 59. 60.
Siphonophora.
A. Agassi z (North american Acalephae p.66) wie-
derholt die Behauptung seines Vaters, dass die Siphono-
phoren mit den Hydroiden vereinigt werden müssten, da
sie ja doch nichts anderes als schwimmende Hydroiden
seien. Man kann diese Thatsache anerkennen — wie ich
das schon im Jahre 1847, also vor Vogt (1848) und
104 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclate
Agassiz (1849) gethan habe — und doch die Meinung
haben, dass die specifischen Eigenthümlichkeiten unserer
Thiere eine selbstständige Stellung derselben rechtferti-
gen. Trennen wir doch auch die Wasserkäfer von den
Wasserwanzen, obwohl beide schwimmende Insekten sind.
Ebendaselbst wird gegen die vermeintlicher Weise
von Ref. vorgeschlagene Trennung der Siphonophoren in
zwei Unterordnungen und die von ihm vertretene Zu-
sammenstellung von Physalia und Porpita mit Agalma
polemisirt — mit Unrecht, denn Ref. hat niemals, weder
eine Eintheilung der Siphonophoren in zwei Gruppen,
noch eine Vereinigung so heterogener Formen gut ge-
heissen. Er geht sogar noch weiter, als A. Agassiz,
der unsere Siphonophoren über drei Unterordnungen
(Diphyidae, Physophorae und Porpitae) vertheilt, indem
er eine Zusammenstellung der Physaliden und Velelliden
(mit andern Worten eine Unterordnung der Porpitae Ag.)
für gezwungen und unnatürlich hält, und diese beiden,
morphologisch so scharf gezeichneten Gruppen, die nur
durch Abwesenheit der Schwimmglocken und Grösse ihres
pneumatischen Apparates einige Aehnlichkeit haben, ge-
sondert aufführt.
Die hier (1. c. p. 200, auch Seaside studies p. 76) zum
ersten Male ausführlich beschriebene und abgebildete
Nanomia cara A. Ag. (vgl. J. B. 1863. S. 134) kann nur
insofern als Repräsentant eines besondern Agalmidenge-
nus betrachtet werden, als sie, wie Agalmopsis, zweierlei
Nesselorgane besitzt, keulenförmige, die mit den entspre-
chenden Gebilden der eben erwähnten Art übereinstim-
men und denselben auch insofern gleichen, als sie zuerst
gebildet werden, und schraubenförmige, wie sie sonst nur
bei Haiistemma vorkommen. Der pneumatische Apparat
wird (wohl irriger Weise) als ein Oeltropfen beschrieben,
der in eine besondere ovale Blase eingeschlossen sei.
Männliche und weibliche Geschlechtsthiere sollen nur
geringe Verschiedenheiten darbieten und an verschiede-
nen Stöcken knospen — eine Angabe, die trotz der an-
gezogenen Autorität (S a r s ) für Agalmopsis unrichtig
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 105
ist und auch für Nanomia nicht näher begründet wurde.
Was der Verf. über die Entwickehmg der Stöcke mit-
theilt, stimmt mit den Angaben von Gegenbau r, Claus
und andern Beobachtern überein. Nur insofern findet
sich eine Abweichung , als der Verf. die zu Colonieen
auswachsenden Polypen nicht bloss aus Eiern entstehen
lässt, sondern zum Theil auch von den Ernährungsthieren
anderer Colonien ableitet. Er will die Beobachtung ge-
macht haben, dass einzelne dieser Anhänge, die zugleich
tentakellos seien, einen Oeltropfen in ihrem unteren Ende
ansammelten und dann von dem Stamme sich abschnür-
ten. Solche abgelöste Individuen sollen in Nichts von
den aus den Eiern hervorgegangenen jungen Polypen
verschieden sein und wie diese durch Knospung in eine
neue Colonie auswachsen.
In Betreff der Frage nach der individuellen Natur
der verschiedenen Anhänge entscheidet sich der Verf.
dahin, dass nur die Polypen (mit und ohne Mund), die
Schwimmglocken und Geschlechtsthiere als Individuen
zu betrachten seien. Die Deckstücke und Tentakel wer-
den als Organe gedeutet und den Polypen zugerechnet,
die (bis auf den Mutterpolypen und die eben erwähnten
abfallenden Knospen) eigentlich Medusen wären. Man
müsse, um diese Behauptung zu würdigen, an die asym-
metrischen Medusen, besonders Hybocodon, anknüpfen, bei
denen der eine Radius vor den übrigen entwickelt sei.
Wenn die Verkümmerung der letztern bis zum Schwunde
hinführe, dann bliebe von der Meduse ausser dem Ma-
gensacke nur noch ein einziger Radius mit Tentakel
übrig, und diese drei Gebilde seien bei unseren Siphono-
phoren in den sog. Polypen mit Deckstück und Tentakel
repräsentirt. (Aber dann müsste doch wohl der Tentakel
von der Spitze des Deckstückes ausgehen und nicht gleich
den Deckstücken und den Polypen an dem gemeinschaft-
lichen Körperstamme resp. einer Aussackung desselben
aufsitzen !)
106 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
3. P 0 1 y p i.
Anthozoa.
Schon in einem früheren J. ß. (für 1862. S. 269)
haben wir der umfangreichen Untersuchngen gedacht,
die Lacaze-Duthiers im Auftrage der französischen
Regierung über die Edelkoralle angestellt hat. Diese
Untersuchungen , die unseren Verf. nicht weniger als
drei Jahre lang an den Küsten Algiers beschäftigten,
liegen uns jetzt in einer von Seiten des französischen
Ministeriums für den öffentlichen Unterricht publicirten Mo-
nographie vor (histoire nat. du corail, 371 S. in gr. Octav
mit 20 theilweise colorirten Kupfertafeln). Es ist ein
ausgezeichnetes Werk, das uns nicht bloss die Lebens-
geschichte eines sonst nur wenig gekannten Thieres nach
allen Richtungen hin vollständig kennen lehrt, sondern
auch die commercielle Bedeutung desselben erörtert und
die Korallenfischerei mit den dabei üblichen Methoden
zur Darstellung bringt. Die für uns besonders wichtigen
Theile des Werkes sind diejenigen, welche die Organi-
sation (p. 55 — 124) und die Fortpflanzung mit Einschluss
der Entwickelungsgeschichte (p. 125— 208) behandeln. In-
dem wir für letztere auf die schon früher gebrachten
Mittheilungen verweisen, heben wir aus dem reichen In-
halte der Monographie weiter noch Folgendes hervor.
Der Leib der Polypen besteht aus zwei von einander
verschiedenen Schichten, die beide eine zellige Beschaf-
fenheit besitzen. Die eine dieser Schichten bildet die
äussere Leibeswand, während die andere den gesammten
Höhlenapparat auskleidet. Die letztere besteht aus gros-
sen Flimmerzellen mit grobkörnigem, zum Theil fettigem
Inhalte. Die Zellen der Aussenschicht sind klein und
hell und mit zahlreichen Nesselkapseln durchsetzt, die je
von einem hellen Hofe (Bildungszelle? Ref.) umgeben
werden. In der Rinde enthält diese Schicht die roth-
gefärbten Kalknadeln, von deren Massenhaftigkeit be-
kanntlich die rothe Färbung der Korallen abhängt. Mus-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 107
kelfasern konnten nicht nachgewiesen werden. Der
sogenannte Magen der Einzelthiere wird von unserem
Verf. als Oesophagus bezeichnet und das, wie es scheint,
mit allem Rechte, da die NahrungsstofFe gewöhnlich in
der dahinter gelegenen Leibeshöhle gefunden werden.
Aus der letztern entspringen zahlreiche Kanäle, die sich
(unter häufiger Anastomosirung) in der Rinde verbreiten
und die Polypen des Stockes sämmtlich zu einem ge-
meinschaftlichen Systeme vereinigen. In diesem Ka-
nalapparate circulirt eine weissliche Ernährungsflüssig-
keit (Milch) mit zahlreichen beigemischten Körperchen,
die grösstentheils der inneren Bekleidung des Höhlen-
systemes entstammen. Zur Zeit der geschlechtlichen Fort-
pflanzung werden auch Zeugungsstoffe, namentlich Sa-
menkörperchen, darin vorgefunden. Besondere Wasser-
öffnungen existiren nicht; was man dafür in Anspruch
genommen hat, sind die Anlagen neuer Polypen, die
zwischen den vorhandenen selbstständig hier und da in
der Rinde hervorknospen. Die erste Andeutung dieser
Neubildung ist ein Zellenhaufen, der die äusseren Be-
deckungen vor sich hertreibt und sich schliesslich öffnet,
worauf dann an seinem vorderen Pole die Arme hervor-
knospen. Das Wasser der Ernährungsflüssigkeit wird
ausschliesslich durch die Mundöffnungen der Polypen
aufgenommen. Nach Lage und Bildung lassen sich zwei
Systeme von Ernährungskanälen unterscheiden, ein mehr
oberflächliches, das vorzugsweise den Zusammenhang mit
der Leibeshöhle der Polypen vermittelt und ein engmaschi-
ges Netzwerk darstellt, und ein tieferes, das dicht auf dem
sog. Achsenskelete aufliegt und aus parallelen Längska-
nälen besteht, deren Abdrücke die bekannte Canelirung
des Achsenskelets zur Folge haben. Unterhalb der ein-
zelnen Polypen haben diese Längsgefässe gewöhnlich eine
nur unbedeutende Dicke. Uebrigens stehen auch diese
Längsgefässe sowohl mit einander, wie mit den Röhren
des oberflächlichen Gefässnetzes in vielfacher Communica-
tion. Im Centrum des Achsenskelets unterscheidet man
ein meist dreikantiges blatt- oder bandförmiges Gebilde,
108 Leuckart: Bericht üb cl. Leist. in d. Naturgeschichte
das von einer mehr oder minder dicken Rinde umgeben
wird, deren concentrische Schichten die successive Ab-
lagerung seiner Masse kund thun. Das blattartige Ach-
sengebilde ist das erste, was von dem Skelete überhaupt
entsteht, wie man ebenso wohl an der Spitze der wach-
senden Zweige, wie auch bei den sich selbstständig ent-
wickelnden Embryonen mit Bestimmtheit nachzuweisen
vermag. Besonders überzeugend bei den letztern, bei de-
nen dieses Organ schon vor der ersten Knospung in der
Tiefe der Rinde — nie oberflächlich , so dass die be-
kannte Edward'sche Annahme von dem peripherischen
Ursprünge des Gorgonidenskeletes durchaus grundlos
erscheint — als ein rinnenförmig gebogenes Blatt im Um-
kreis des Magens seinen Ursprung nimmt. Es entsteht
durch Verklebung früher isolirter Kalknadeln, die dem-
selben dann auch ihre rothe Farbe mittheilen. Die spä-
tere meist dreikantige Form nimmt dieses Skeletstück
erst an, nachdem der Anfangs solitäre Polyp durch Knos-
pung eine kleine Kolonie gebildet hat. Da die grös-
seren, d. h. die zuerst gebildeten Polypen in der Regel
in drei Längsreihen über einander stehen, die erste Kos-
pung also nach drei Radien hin geschieht, so erscheint
diese Form auch durchaus in Einklang mit den gegebe-
nen Verhältnissen. Die um diesen Kern später sich ab-
lagernden Schichten enthalten gleichfalls zahlreiche Kalk-
nadeln, die in eine kittartige Zwischensubstanz eingela-
gert sind. Die Geschlechtsstoffe sind in gestielte Kap-
seln eingeschlossen, die den radiären Scheidewänden der
Leibeshöhle anhängen und zur Zeit der Reife eine ver-
hältnissmässig beträchtliche Grösse besitzen. Sie entste-
hen Anfangs im Innern der Scheidewände, drängen sich
aber mit zunehmender Grösse immer mehr hervor. Ihre
Reife ist eine successive, so' dass die Production der Em-
bryonen den grössten Theil des Sommers über andauert.
Jeder Polyp enthält etwa 12 — 15 solcher Kapseln, die in
der Regel sämmtlich den gleichen Inhalt (Samen oder Ei)
in sich einschliessen. Die Befruchtung geschieht vor dem
Austreten der Eier aus den — um diese Zeit freilich auf-
der niederen Thiere während der J, 1864 — 1865. 109
geplatzten — Kapseln. Die flimmernde Larve bleibt (in
den Aquarien) etwa 10 — 15 Tage frei beweglich und
nimmt nicht selten schon vor dem Festsetzen durch Ab-
plattung eine scheibenförmige Gestalt an. Ebenso kann
man in ihnen bereits die spätem zwei Schichten unter-
scheiden, nur dass einstweilen noch die Nesselzellen und
rothen Kalknadeln vermisst werden. Die letztern entste-
hen immer erst nach dem Festsetzen^ w^ährend die erstem
schon nach Annahme der Scheibenform, also bisweilen
noch während der freien Bewegung, angelegt werden.
Die rothen Korallen sind übrigens nicht die einzi-
gen Polypen, die L a c aze- D u thier s während seines
Aufenthaltes an der Afrikanischen Meeresküste studirt
hat. Auch die bis jetzt erst so selten im lebenden Zu-
stande untersuchten und so unvollkommen gekannten
Antipathiden haben ihm vielfachen Stoff zu Beobachtun-
gen geboten. Die Resultate dieser Studien sind in zweien
Abhandlungen niedergelegt, Memoire sur les Antipathai-
res (Annales des sc. natur. 1864. T. IL p. 169—239. Tab.
XIII — XVIII) und Deuxieme mem. sur les Antipathai-
res (ibid. 1865. T. IV. p. 5—62. PL I— IV), die unsere
Kenntnisse über diese Thierformen vielfach bereichert ha-
ben. Die seit Dana und Milne Edwards ziemlich
allgemein acceptirte Ansicht , dass die Antipathiden zu
den Actinien (Zoanthiden) eine grössere Verwandtschaft
hätten, als zu den Alcyoniden, hat sich vollkommen be-
währt, aber es hat sich gleichzeitig herausgestellt, dass
die äussere und innere Gestaltung derselben weit man-
nichfaltiger ist, als man früher vermuthen konnte. Neben
den bisher ausschliesslich bekannten Arten mit sechs Ten-
takeln giebt es andere, die durch Tentakelzahl (24) und
hohe anatomische Entwickelung kaum hinter Zoanthus
zurückstehen. Ebensowenig, wie die Tentakelzahl, kann
auch die Bildung des Achsenskelets als maassgebend an-
gesehen werden, seitdem Verf. die Entdeckung machte,
dass es Antipathiden giebt, die, ausser Stande ein eigenes
Skelet zu erzeugen , die Hautgebilde von Gorgoniden
überziehen (Bebryce moUis).
110 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Die erste der beiden Abhandlungen ist einem Po-
lypen gewidmet, der das Schicksal gehabt hat, unter sehr
verschiedenem Namen bezeichnet zu werden, je nachdem
man bloss das Achsenskelet desselben oder auch die
Rinde vor Augen hatte. Es ist eine Antipathide mit
glattem Achsenskelet (Leiopathes Gr.), die in Anbetracht
ihrer grossen und schönen Polypen mit 24 cylindrischen
Tentakeln von abwechselnder Länge den Typus eines
neuen Gen. Gerardia darstellt und als Q. Lamarki be-
zeichnet wird, weil J. Haime dieselbe als Antipathes
Lamarki benannt hatte. (Es ist dieselbe Art, bei der
Haime die — offenbar von einem Schwamm herrüh-
renden — Kieselspicula gefunden haben wollte, J. B. 1857.
S. 80). Das Achsenskelet gehört übrigens nur zum gerin-
geren Theile unserer Gerardia. Es stammt von verschiede-
nen Gorgoniden (Muricea placomus, Gorgonia subtilis u. a.)
und wird nach der Ansiedelung des neuen Polypen mit
einer dünnen Kruste überzogen, die dann selbstständig sich
verästelt. Der Leib des Polypen besteht, wie die weiche
Rinde desselben, aus zweierlei Schichten, die einen aus-
schliesslich zelligen Bau zu besitzen schienen. Die Aus-
senfläche ist während des Lebens von einer klebrigen
Substanz überzogen, an der zahlreiche mikroskopische
Hautgebilde haften bleiben, die man um so leichter für
normale Einlagerungen halten könnte, als sie zum grossen
Theile von Polypen herstammen. Die Geschlechter sind
in der Regel auf verschiedene Stöcke vertheilt, doch
finden sich auch männliche und weibliche Thiere in der-
selben Kolonie. Die Genitalkapseln bleiben, wie bei den
Actiniaden, in dem Parenchym der radiären Scheide-
wände eingeschlossen. Die Entwickelung dieser letztern
zeigt nichts Auffallendes, es müsste denn das sein, dass
die dazwischen eingeschlossenen Recessus sich an dem
Boden der Leibeshöhle in Kanäle fortsetzen, die nach
allen Richtungen in die Rinde übertreten und sich hier
zu einem dichten Netzwerke vereinigen. Eine Schichtung
dieses Netzwerkes, wie bei Corallium, ist nicht vorhan-
der niederen Thiere während des J. 1864 — 1865. 111
den. (Einen vorläufigen Bericht über diese Untersuchun-
gen vergl. Cpt. rend. 1864. T. 59. p. 88—89.)
Die zweite Abhandlung bezieht sich auf die echten
Antipathesarten, A. subpinnata und A. larix, namentlich
die erstere. Die Polypen derselben sind klein und ein-
zeilig gestellt. Sie haben sechs stummeiförmige Tenta-
kel, die sie nicht einziehen können, und eine Mundöff-
nung, die einen länglichen Schlitz darstellt. Von den
sechs radiären Scheidewänden sind vier abortiv und nur
zwei, die den Ecken des Mundes entsprechen, von nor-
maler Entwickelung. Mesenterialfäden finden sich eben-
falls nur an diesen beiden Scheidewänden. Eine Schich-
tung des Körperparenchyms konnte nur unvollständig
beobachtet werden, wie denn auch das Canalsystem des
sog. Sarkosoma den Untersuchungen des Verf.'s entzogen
blieb. Das Skelet hat eine ausschliesslich hornige Be-
schaffenheit und ist, wie bei der Mehrzahl der Antipathi-
den, mit Spitzen besetzt, die keineswegs etwa als ver-
kümmerte Zweige zu betrachten sind. Die Nesselkapseln
liegen gruppenweis beisammen. Die freie Oberfläche des
Thierstockes ist in ganzer Ausdehnung mit einem Flim-
merüberzuge bekleidet. (Cpt. rend. 1. c. p. 192 — 195.)
Die Beobachtungen, die unser Verf. über die
Entstehung des Achsenskelets von Corallium rubrum aus
verklebten Kalknadeln gemacht hat, veranlassten densel-
ben, auch die Gorgoniden auf die histologische Zusam-
mensetzung ihres inneren Skelets zu prüfen. (Histologie
du polypier des Gorgones. Annales des sc. natur. 1865.
T. III. p. 353—366. PL XIV). Es gelang ihm auch wirk-
lich, bei Pterogorgia sulcifera (Pt. suberosa Milne Edw.)
ein Achsenskelet aufzufinden, das die schönsten und mas-
senhaftesten Kalknadeln in sich einschliesst. Bei ande-
ren Arten war der Kalkgehalt nicht an besondere Ein-
schlüsse gebunden, und in noch anderen (Gorgonella Val.)
ist derselbe bekanntlich überhaupt so gering, dass Kalk-
nadeln darin nicht vermuthet werden können. In ande-
rer Hinsicht (namentlich in dem Verhalten der Wachs-
thumsschichten) ergaben sich bei einzelnen Arten übri-
112 Leuckart: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
gens mehrfache Anhaltspunkte für die differentielle Dia-
gnose (Cpt.-rend. 1. c. p. 252— 255).
Was die Geschlechtsverhältnisse der Alcyonidpoly-
pcn — Gorgoniden, Alcyoniden, Pennatuliden — betrifft,
so sind diese Thiere ihrer grösseren Mehrzahl nach diö-
cisch und keineswegs monöcisch, wie man nach dem Ver-
halten von Corallium vermuthen könnte. Wo die Eier,
wie es oftmals der Fall ist, eine hochrothe Färbung ha-
ben, da reicht schon eine flüchtige Betrachtung hin, diese
Thatsache zu constatiren. Die Befruchtung geschieht
überall im Innern des weiblichen Körpers und gewöhn-
lich sogar im Innern der Eikapseln. Die junge Brut wird,
wie bei Corallium, in allen Arten unter der Form flim-
mernder Embryonen geboren. Lacaze-Duthiers, sur
le sexe des Alcyonaires, Compt. rend. 1865. T. 60. p. 840
—848, Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XV. p. 453— 456.
Kölliker liefert insofern eine Ergänzung der hier
angezogenen wichtigen Beobachtungen, als er auch bei dem
Gen. Antipathes die Existenz gefässartiger Verlängerungen
der Leibeshöhle in die lebendige Rinde hinein ausser
Zweifel setzt Gleichzeitig überzeugt sich derselbe von
der Richtigkeit der Angabe, dass das Achsenskelet von
Corallium aus einer Verklebung von Kalknadeln hervor-
gehe. Actes soc. helv. sc. nat. Geneve 1865. p. 92.
Wie unsere Kenntniss über den Bau und die Le-
bensgeschichte der Polypen vorzugsweise durch Lacaze-
Duthiers gefördert wurde, so unsere Artenkenntniss
besonders durch V e r r i 1 1.
Vor Allem ist hier der den Polypen und Corallen
gewidmete dritte Tauschkatalog des Museums für verglei-
chende Anatomie in Cambridge (N. 9. p. 29—60) hervor-
zuheben, in dem V er rill folgende meist neue Arten
und Gattungen charakterisirt.
I. Alcyonaria.
Renilln Danae (= R. reniformis Hercl., iioii Fall, Lam. und
Ag.) Rio-Janneiro, /?. peltata Missisippimündung, R. palnla Cumana,
R. amethystina Panama — Arten, die zum Theil übrigens der wei-
ter unten zu erwähnenden Critik von Fr. Müller gegenüber einer
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 113
weiteren Revision bedurften — , Stylatnla (n. gen.) gracilis Cali-
fornien, St. (Virgularia) elongata Gabb, Funiculina Forbesii (= Pa-
vonaria quadrangiüaris Jobnst. p. p.) Schottland, Pteroides Futnami
Hongkong , Pterogorgia setosa Ehrbg. (L, p. p.), Pt. acerosa Ehrbg.
(= Pt. pinnata M. Edw.), Pt. americana Ehrbg. (= Pt. pinnata
Dana, Pt. Ellisiana M. Edw.) , Pt, bipinnata Cumana, Leptogorgia
(purpurea Pall., L. sangiünolenta Pall.) L. rifjida Acapulco, L. ampla
Californien , Rhipidogorgia stenobrachis Val. (= Rh. Engelmanni
Hörn), Rh. Agassizii Acapulco, Rh. media ebendah., Xiphigorgia ci-
trina Dana (= G. anceps Esp., G. citrina Esp. ?, Pterog. fasciolaris
Ehrbg.), Plexaura crassa Ellis et Sol. (non M. Edw. nee Dana = G.
vermiculata Lamk., PI. arbusculum Duch.), PI. dichotoma Esp. (=-
G. multicauda Lam. p. p., G. heteropora Lam,, G. crassa Ellis, G.
brevis Duch.), — die Gen. Rhinogorgia und Gonidora Gr. kann Verf.
nicht für verschieden von Plexaura anerkennen — Mnricea laxa
Florida, 17. eleyans Charleston, M. robusla Acapulco, M. hebes eben-
daher, M. appressa Panama, Funcella extans Azoren, Parisis (n.
gen.) fruticosa Sulu-See, Melitodes (anstatt des bereits vergebenen
Genusnamens Melitaea Gr.) virgata Fitschi-Inseln (= Melitaea ochra-
cea Dana p. p.), Titanideum (n. gen.) suburosum EH., Ammothea
nitida Zanzibar, Spongodes capitata Hongkong, Sp. giganlea ebendah.
II. Zoantharia.
Madrepora nobilis Dana (= M. secunda Dana), M. acuminata
Kingsmills-Ins., M. diffusa ebendah., M. parvistella Singapore, Syn-
ar aea (n. gen.) irregularis Sandwichs-Ins. , S. convexa Gesellsch.-
Inseln, Alteopora excelsa Singapore, A. retnsa ebendah., Balano-
phyllia elegans Californien, Coenopsammia radiata Gesellschafts-Ins.,
Stylophora stellata Kingsmills-Ins., Stylaster elegans Ebon-Ins.,
Styl, tenuis Schifferins., Distichopora nitida Ebon-Ins., Oculina ar-
buscula Charleston, 0. implicata Cap Hatteras, Phyllangia dispersa
Panama, IsophylUa sinuosa St. Thomas, Fungia concinna Zanzibar,
F. serrulata Kingsmills-Ins., F. Haimei {= F. discus M. Edw. — non
Dana) Zanzibar, F. vatida ebendah., Lobactis conferta Kingsmills-
Ins., Herpetolitha ampla Zanzibar, Ilalomitra tiara Kingsmills-Ins.,
Trachyp ora (n. gen.) lacera Singapore, Phyllastraea explanata
Tahiti, Echinopora //ea:« osa Singapore, Acanth opora (n. gen.) hor-
ridaDana, Pavonia varians Sandwichs-Ins., Siderastraea radians Pall.
(eine mit Pavonia nahe verwandte Fungiacee und keine Astraea,
wie irrthümlicher Weise bisher angenommen wurde), Pachyseris
fluctvosa Kingsmills-Ins., Clavar ina (n. gen.), scabiicula Dana,
Cerianthus americanus Charleston, Halicampa albida Ag. , Dysactis
pallida Ag., Rhodactinia (= Tealia Gosse) Davisii Ag. (= Act.
obtruncata Stimps.), Aulactinia (n. gen.) crt/n7fl/a Charleston, Me-
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. JJ
114 Leuckart: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
In'divm niarfiinatujn Lesnenv (der amerikanische Repräsentant von M.
dianthus), Cereus sol Charleston (nahe mit C. beUis verwandt).
Zur Charakteristik der neuen Gen. giebt Verf. folgende
Diagnose :
Stylatula Verr. Elongated, slender, nearly cylindrical; near
the base naked, bulbous at the end. Pinnae short, supported by
numerous strong radiating spines, the polypes clustered on their
Upper surface. Axis sub-cylindrical, extending through nearly the
whole length.
tarisis Verr. Corallum irregularly br an ching, nearly in a
plane. The axis consists alternately of calcareous and suberous
Segments, of uniform thickness, traversed by numerous narrow sul-
cations. The branches originate from the calcareous segments.
Coenenchyma persistent, rather thin, somewhat membranous, with
a rough surface. Cells prominent, arranged irregularly on all sides
of the branchlets, but öfter absent on the median surfaces of the
larger branches.
Ti t anideum Ag. Closely allied to Briareum, but has a
more distinct axis, which is spongy and very spiculose, but firm
and less porous than that of the latter. The cells are scattered on
all sides and not prominent.
Synaraea Verr. (= Porites p. p.). Corallum irregularly
branched or glomerate. Cells without distinct walls, the septa ru-
dimentary; six prominent paliform lobes Surround the central ca-
vity, which has a rudimentary or very small, tubercular columella;
outside of the pali are other similar points or granulations, scat-
tered between the cells, which are not distinctly circumscribed, but
öfter separated for some distance by a porous coenenchyma.
Trachyp ora Verr. Corallum explanate, thin; below echi-
nate and coarsely costate; above with scattered polyp centres de-
stitute of walls, with one or two cycles of septa, radiating at the
centres, but becoming subparallel between them, as in Halomitra,
strongely dentate or lacerately lobed, the strongest lobes surroun-
ding the polyp centres ; columella loose, trabicular.
Acanthopora Verr. Corallum ramose, solid, the cells being
filled below as in Oculina. Costae between the cells represented
by series of spines. It differs also from Echinopora in its polyp.
Clavarina Verr. Corallum compact, branching. Cells im-
perfectly circumscribed, but not confounded in series. Septa and
walls thickened, the former lacerate-toothed, with paliform teeth at
the bases. Columella rudimentary.
Aulactinia Ag. Column elongated, upper portion capable
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 115
of involntion. Walls with prominent Verrucae in longitudinal rows
on the lipper portion; the marginal ones larger, trilobed, the lobes
again subdivided on tbe lower side. Tentacles short, subequal.
Sadann bearbeitete V e r r ii 1 die von Stimpson im
nördlichen stillen Ocean gesammelten Polypen und Co-
rallen: Synopsis of the Polyps and Corals of the North
pacific exploring expedition, deren Beschreibung in einem
zweibändigen Werke niedergelegt ist. Der erste der
beiden Bände behandelt die Madreporarien und Actina-
rien, der zweite die Alcyonarien. Beide enthalten ausser
neuen Arten mancherlei Aenderungen der Classifikation
und Systematik. Wir geben darüber die nachfolgende
Uebersicht, die wir — da uns das Werk von V er rill
bis jetzt noch nicht zu Gesicht gekommen — den Mit-
theilungen der Ann. an d Mag. nat. hist. Vol. XVI. p. 191
— 197 entnehmen.
Ordo I. Madreporaria.
Subord. 1. Staui-acea (M. rugosa) mit den Familien : Stauri-
dae, Cyathophyllidae, Cyathonoxidae, Cystiphyllidae.
Subord. 2. Fungacea mit den Familien: Cyclolithidae, Lopho-
seridae, Fungidae, Merulinidae.
Subord. 3. Astraeacea mit den Familien: Lithophyllidae, Mae-
andrinidae, Eusmiliidae, Cyathophyllidae, Stylinidae, Astraeinae, Ocu-
linidae, Stylophoridae.
Subord. 4. Madreporacea (M. perforata) .mit den Familien :
Eupsammidae, Gemmiporidae, Poritidae, Madreporidae.
Ordo n. Actinaria.
Subord. 1. Zoanthacea mit den Familien: Zoanthidae und
Bergidae.
Subord. 2. Antipathacea mit den Familien Antipathidae und
Gerardidae.
Subord. 3. Actinacea mit den Familien : Actinidae, Thalas-
sianthidae, Minyidae, Ilyanthidae und Cerianthidae.'
Ordo. III. Alcyonaria.
Subord. 1. Alcyonacea mit den Familien : Alcyonidae, Xeni-
dae, Cornularidae, Tubiporidae.
Subord. 2. Gorgonacea mit den Familien: Gorgonidae \ Plex-
auridae, Primnoidae, Gorgonellidae. Isidae, Corallidae, Briaridae-
Subord. 3. Pennatulacea mit den Familien: Pennatuhdae,
Pavonaridae, Veretillidae, Renillidae.
116 L e 11 c k a r t : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Von neuen Arten werden in den Ann. nat. hist. erwähnt und
kurz beschrieben: Stophanoseris lamellosa, Heterocyallms alternala,
Balanophyllia ca^ensis, Eupsammia Slhnpsonii, Metridinm ßmbriatuw,
Amin on actis (n. gen.) rubricoUum, Halocampa capensis^ Cerianthvs
Orientalis, Nephthya thyrsoidea, Parisis laxo, Veretillum Stimpsojiii,
V. baculatmn. (Aus dem Amer. Journ. arts and sc. ersehe ich, dass
der den Alcyonarien gewidmete zweite Band mit 2 Tafehi Abbildun-
gen ausgestattet ist und 2 Pennatuliden, 4 Pavonariden, 9 Gorgoni-
den und 8 Alcyonien als neue Arten aufführt.)
Das den Actiniarien zugehörenden, gen. Ammonactis wird
charakterisirt: Column elongated, subcylindrical, with well deve-
loped basal disk, covered, as in Phellia, with a persistent epidermis
extending to near the summit, naked above; but differs in having
a lobe-like tubercle below each tentacle, distinct from the raargin.
Tentacles long and numerous.
Die hier schliesslich noch von demselben Verf. zu
erwähnende Revision of the polypi of the eastern Coast of
the united states (46 Seiten in Quart mit 1 Tafel), aus den
Mem. Bost. Soc. nat. hist. 1864. Vol. I ist dem Ref. gleich-
falls noch nicht zu Gesicht gekommen.
In den Seaside studies by Mrs. and Mr. A. Agassiz
finden sich Beschreibung und Abbildung von Rhodactinia
Davisii Ag. , Arachnactis brachiolata A. Ag., Bicidium
(== Philomedusa Fr. Müll.) parasiticum Ag., Halcampa al-
bida Ag., Astrangia Danae Ag., Alcyonium carneum Ag.,
als Repräsentanten der nordamerikanischen Actinien, Ma-
dreporen und Alcyonidien (p. 5—20).
Gosse beschreibt unter dem Namen Aegeon Äl-
fordi eine durch Grösse und Schönheit ausgezeichnete
brittische Actinie aus der Gruppe der Antheaden (Ann.
and Mag. nat. hist. 1865. Vol. XVI. p.41. PL VII mit
Nachtrag von AI fort, ibid. p. 448) und giebt von dem
neuen Genus folgende Charakteristik:
Base adherent to rocks with a moderate tenacity; broader
than the medium diameter of the column. Column irregularly di-
stensible, not mucous, somewhat versatile, but generally forming a
tall, erect, thick pillar, the summit expanding; the margin tenta-
culate; the surface longitudinally fluted (as if composed of a multi-
tude of slender vertical cylinders placed in contact side by side),
each cylinder studded with a single vertical row of minute warts.
der niederen Tliiere wäJirend der J. 1864—1865. 117
No suckers or loopholes. Substance pulpy, membranous. Disk ex-
panded, membranous, concave, revolute. Tentacles numerous, in
several rows , long , lax, irregularly flexuous , scarcely retractile.
Mouth not ordinarly set on a cone, but pouted after the reception
of food; lip thin. Gonidial tubercles prominent. Acontia wanting (?).
Eclwardsia Allmanyii und E. Goodsiri nn. sp. Mc Intosh,
Proceed. roy. Soc. Edinb. T. V. p. 394.
Semper hebt (Zeitschrift für wiss. Zool. Bd. XIV.
S. 422) die Thatsache hervor, dass die Anzahl der Sta-
cheln an den scharfen Kanten des Polypariums von Fla-
bellum zur Bestimmung der Species ganz unwichtig ist,
und bestätigt die Vermuthung von Milne Edwards,
dass Fl. Owenii, wie Fl. Stockesii blosse Jugendzustände
eines viel höheren Polypariums darstellen. Gleichzeitig
berichtigt er die eingäbe, dass Blastotrochus, dessen Thier
ganz dem von Flabellum gleicht, immer nur eine Ge-
neration von Knospen trägt, durch die Beschreibung eines
Exemplares, an welchem gleichzeitig drei Generationen
leben. Dazu kommt dann noch die Bemerkung, dass die
einzelnen Knospenharben mehrfache Sprossen hinter ein-
ande;' hervorbringen.
Fr. Müller unterwirft das von Gray (J. B. 1860.
S. 346) neu aufgestellte Gen. Herklotsia einer strengen,
aber gerechten Critik und liefert den Nachweis, dass es
von Renilla nicht verschieden ist. Auch die von dem-
selben Autor unterschiedenen drei Arten sind in hohem
Grade zweifelhaft, da die Gestalt der Scheibe, die Strei-
fung ihrer ünterfläche, die L'B.n^Q und Form des Stieles
während des Lebens in einem beständigen Wechsel be-
griffen sind. Maassgebend dabei ist zum Theil die Fül-
lung mit Wasser, die durch eine in der Mitte der oberen
Scheibenfläche gelegene grosse Oeffnung hindurch vor
sich geht. Auch an der Spitze des Stiels hat Renilla eine
kleine Oeffnung, aus der bisweilen ein zarter Wasser-
strahl hervorspritzt, wenn man eine aufgeschwellte Scheibe
aus dem Wasser nimmt. „Ein Wort über die Gattung
Herklotsia'^, Archiv für Naturgesch. 1864. I. S. 352—358.
In einem Nachtrage zu dem voranstehend erwähnten
118 Leiickart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Aufsätze macht M. Schnitze (ebcndas. S. 359) darauf
aufmerksam^ dass dieselben Wasseröffnungen auch bei
Pennatula vorhanden seien. Die grössere Oeffnung liegt
hier auf der Rückseite des Schaftes, bei Pennatula rubra
auf der Grenze von Fahne und Stiel, am Ende der hier
verlaufenden Längsrinne, bei Pteroieides japonicum wei-
ter nach oben, in der Höhe des (von unten gerechnet)
sechsten polypentragenden Armes. Pteroieides spiculum
liess die Oeffnung nicht auffinden. Die kleine OefFnung
auf der Spitze des Stieles scheint überall vorzukommen.
Mc Into sh schildert die verschiedenen Contractions-
zustände der Polypen von Alcyonium digitatum (Notes
on the polyps of Alcyonium) Proceed. roy. Soc. Edin-
burgh Vol. V. p. 393.
Rhizoxenia alhicolor n. sp. Norman, Ann. and Mag. nat. hist.
T. XIIL 1864. p. 84.
Johnson beschreibt unter dem Namen Juncella flagellnm n.
sp. eine sieben Fuss hohe unverästelte Gorgonide von den Azoren,
Annais and Mag. nat. hist. 1864. T. XIX. p. 149, Proceed. Zool.
Soc. 1863. Nov.
Gabb stellt (Proceed. Californ. Academy nat. sc. 1863. T. II.
p. 167) unter andern neuen Polypen eine Virgularia (Stylatula Verr.)
elongata auf.
4. Porifera.
Die schon im letzten J. B. (S. 161) ihren Hauptre-
sultaten nach kurz angezogenen Untersuchungen IC Ol-
li ker's über den Bau der Spongien sind inzwischen in
den Icones histologicae p. 46 — 74 ausführlich dargelegt
und durch trefÜiche Abbildungen (Tab. VHI u. IX) er-
läutert. Die Spongien, so sagt unser Verf. in der allge-
meinen Charakteristik dieser Geschöpfe, sind die ersten
unter den niederen Thieren 7- Verf. rechnet dieselben
zu den Protozoen, obwohl er (S. 74) ausdrücklich her-
vorhebt, dass ihre Gesammtorganisation am meisten an
die der Coelenteraten sich anschliesse — bei denen eine
Zusammensetzung aus vielen zelligen Elementen leicht
und mit Bestimmtheit nachzuweisen ist. Bei den einfachsten
der niederen Thiere während der J 1864— 18G5. 119
Formen derselben (Hörn- und Kieselspongien) sind diese
Elemente nur wenig verschieden und erscheinen vor-
zugsweise als Parenchymzellen und als Flimmerzellen,
während bei den höher stehenden Gattungen (den Gummi-
oder Rindenschwämmen) auch eine Art Rindensubstanz
sich hervorbildet und öfters eine grössere Verbreitung
gewinnt, ferner auch verschiedene Fasergewebe auftre-
ten, die zum Theil an Bindegewebe, zum Theil an Mus-
kelgewebe erinnern, ohne dass es jedoch gelingen wollte,
Bewegungserscheinungen an denselben zu beobachten.
Andere (jrewebe und vor Allem das Nervengewebe fehlen
gänzlich, dagegen spielen geformte Zellenausscheidungen
bei vielen Spongien eine grosse Rolle. Sie stellen das
sog. Hornskelet dar, während bei anderen Arten Ab-
scheidungen von kohlensaurem Kalk oder Kieselerde in
Gestalt der sog. Nadeln oder Spicula eine harte Grund-
lage für die weichen Theile bilden oder zu besonderen
Zwecken Verwendung finden (p. 46). Was übrigens die
Parenchymzellen betrifft, so sind diese nicht bloss mei-
stens ohne selbstständige Wandungen, sondern auch —
worauf übrigens schon die Beobachtungen von Li eber-
kühn hindeuten — von einer ausserordentlichen Wandel-
barkeit, wie man sie bis jetzt noch von keinem anderen
vielzelligen Organismus kennt und vielleicht nur in den
Verhältnissen der Myxomyceten wiederfindet. Die Spon-
gienzellen sind nämlich im Stande, je nach Zeit und Um-
ständen mit ihrem Protoplasma bald zu einer einzigen
zusammenhängenden Grundmasse zusammenzutreten, die
keine Spuren von Zellen, nur Kerne zeigt, bald auch
wieder als gut begrenzte gesonderte Gebilde aufge-
treten, an denen sich hier und da ^vielleicht selbst eine
Hülle hervorbildet. Die Eier zeigen die bekannte Zu-
sammensetzung und sind bald einzeln, bald zu mehre-
ren (bis acht) unter der Flimmerbekleidung der Wim-
perorgane eingelagert. Bei gewissen Hornspongien be-
obachtete Verfasser auf der Aussenfläche des Schwamm-
körpers eine förmliche Cuticula, die er als eine Ab-
sonderung der äussersten Parenchymzellen in Anspruch
120 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Natur geschiclite
nimmt, also wesentlich auf dieselbe Welse entstehen lässt,
wie die Hornfasern, die nicht selten auch mit verbrei-
terten Enden in die Cuticula übergehen. Die Angaben
über den Bau der Hartgebilde sind zu umfangreich, als
dass wir den Versuch machen könnten, dieselben voll-
ständig wiederzugeben. Wir beschränken uns desshalb
auf die Bemerkung, dass Verf. die Existenz eines zusam-
menhängenden Kieselgerüstes für Dactylocalyx bestätigt
und in den Kieselfasern desselben noch deutliche Spuren
eines Achsenkanals auffand. Die Bildung der Kieselna-
deln betreffend, ist Verf. der Meinung, dass dieselbe
mit der Ausscheidung des von ihm entdeckten Achsen-
fadens anhebt, um den sich dann — immer noch im In-
nern der Schwammzellen — die Kieselsubstanz allmäh-
lich schichtenweis ablagert.
Nachdem der Verf. in der hier angedeuteten Weise den feinern
Bau der Spongien erörtert hat, geht er (S. 63) dazu über, eine
Anzahl typischer Gattungen aus den verschiedenen Familien zu
beschreiben. Aus der Fam. der Kalkspongien ist es vorzugsweise
Duüstervillia und Nardoa (N. spongiosa n. sp. aus Villa Franca),
die Berücksichtigung finden, von den Hornspongien Cacospongia
cavernosa Schm. , Spongia elegans Nardo (= Sp. tuphr. Mart.),
von den Lederschwämmen Corticium candelabrum Schm., Gummina
ecaudata Schm., von den Kieselspongien Halichondria ventilabrum
Johnst., Reniera aquaeductus Schm., Esperia tunicata Schm., Raspai-
lia viminalis Schm., Clathria coralloides Schm., Suberites domun-
cula Nardo, von den Rindenschwämmen, welche Verf. für die am
höchsten organisirten Spongien hält, besonders Ancorina Verruca
Schm. Die innere Organisation, die Verf. vornämlich in Betracht
zieht, zeigt mancherlei bisher erst wenig erkannte Eigenthümlich-
keiten, doch will es dem Ref. fast bedünken, als ob wir eine volle
Einsicht in die hier vorliegenden Verhältnisse erst allmählich gewin-
nen könnten. Von besonderem Interesse ist die Thatsache, dass die
Stelle der kughgen Wimperorgane in vielen Fällen (Nardoa, Spon-
gelia) von förmlichen Wimperkanälen vertreten ist. Die mächtig ent-
wickelte Röhrensubstanz der Lederschwämme steht in deutlichem
Zusammenhang mit den Wasserkauälen und zeigt zahlreiche kugHge
Erweiterungen. Die Epithellage der Röhren besteht aus sehr distin-
cten Cylinderzellen, die denselben auf den ersten Bhck einige Aehn-
lichkeit mit Drüsenschläuchen geben.
0. Schmidt veröffentlicht ein „Supplement der
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 121
Spongien des adriatlschen Meeres, enthaltend die Histo-
logie und systematische Ergänzungen" (Leipz. 1864. 48 S.
in FoHo mit 4 Kupfertafeln). Die hier niedergelegten
Beobachtungen weichen, so weit sie den feineren Bau
der Spongien betreffen , weit von denen ab, die in der
voranstehenden Arbeit Kolli ker's und den älteren Un-
tersuchungen Lieberkühn's veröffentlicht sind. Die
Existenz distincter Schwammzellen wird in Abrede ge-
stellt. Nach unserem Verf. besteht das Parenchym der
Spongien aus einer zusammenhängenden Masse unge-
formter contractiler Substanz, die hier und da allerdings
gewisse geformte Bestandtheile (Zellen der Wimper-
körbe, Pigmentzellen, Eier u. s. w.) in sich einschliesst,
und auch, wie die Entwickelungsgeschichte (der brom-
beerförmigen Embryo) zeigt, aus verschmolzenen Zellen
entstanden ist, selbst aber keinerlei histologische Diffe-
renzirung erkennen lässt. Die zahlreich eingebetteten
Kerne lassen übrigens auch für das ausgebildete Thier kei-
nen Zweifel^ dass diese Masse morphologisch als Zellen-
inhalt (Protoplasma im Sinne M. Schultze's) aufzu-
fassen sei. Die hornigen Skeletbildungen sollen, wie die
auch von Schmidt in der Peripherie mancher Horn-
schwämme beobachtete cuticulare Grenzschicht, unmittel-
bar durch die Verdichtung der Sarcode entstehen. Die
so häufig in der äusseren Scheide der Hornfasern vor-
kommenden gelblich grünen oder gelblichen Körper, die
früher als normale Bestandtheile gedeutet wurden, erkennt
Verf. als Parasiten (einzellige Algen!), die durch über-
mässige Vermehrung die Fasern zum Zerfall bringen,
wogegen er die feinen Fibrillen der Filiferen, die K ö 1-
liker (a. a. O. S. 49) als Fadenpilze in Anspruch nimmt,
nach wie vor als genuine Schwammbildungen betrachtet.
Das Köpfchen der Fibrillen, das Verf. früher als eine
Art Spore aufzufassen geneigt war, ist eine sich ablö-
sende Kapsel mit einer zum Austritte aus derselben be-
stimmten Zelle. Die Frage nach der Individualität der Spon-
gien beantwortet Verf. dahin, dass es Spongien gebe, die
als Einzelwesen, und andere, die als polyzoische Stöcke
122 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliichto
aufzufassen seien. Weder die Scliwaramzellen noch die
Wimperkörbe repräsentiren die Individuen, sondern die
Einheit des Wassergefässsystems. „Mit demselben Rechte,
womit man eine Actinie, eine Qualle, einen Seestern für
einen einheitlichen Organismus hält, sind diejenigen
Schwämme, welche (wie Sycon , Ute, Caminus Vulcani,
Thetya, Suberites domuncula u.a.) regelmässig nur eine
Ausströmöffnung besitzen, als Einzelindividuen aufzufas-
sen^. Trotzdem trägt Verf. kein Bedenken, die Spongien
den Protozoen zuzurechnen. Er erkennt allerdings sehr
wohl, dass das Wassergefässsystem, „diese für den Spon-
gientypus jedenfalls wichtigste Einrichtung'^, nirgends bei
den Protozoen, auch nicht den Infusorien, in analoger
Weise entwickelt ist, aber die histologische Ueberein-
stimmung (das Vorkommen der Sarkode) dünkt ihm so
entscheidend für die systematische Stellung unserer Thiere,
dass er die schon mehrfach von andern Seiten hervorge-
hobenen Beziehungen der Poriferen mit den Coelentera-
ten nicht einmal einer Prüfung für werth hält.
Der zweite systematische Abschnitt des Schmidt'-
schen Werkes (S. 22 ff.) enthält Ergänzungen und Berich-
tigungen zu den „Spongien des adriatischen Meeres'^,
über die wir in dem letzten J. B. ausführlich berichtet
haben. Der Reichthum und die Bedeutung dieser Zu-
sätze wird zur Genüge aus folgender Uebersicht her-
vorgehen.
I. Calcispongiae (S. 22— 24).
Das Genus Ute Schm., das schon früher aufgestellt war, wird
mit mehreren neuen Arten (U. glabra, U. chrysalis) bereichert und —
nach Ausschluss von U. capillosa, die ein echter Sycon ist — jetzt
folgendermaassen charakterisirt : Spongiae solitariae (ut Gen. Sycon
et Dunstervillia) sacciformes vel fusiformes, plus minusve peduncu-
latae, osculo anterior i Corona spiculorum non munito.
Granfia clathrus n. sp., Gr. solida Schm. mit ref. char.
II. Ceraospongiae (S. 24 — 30).
Das Gen. Ditela Schm., das sich durch die Existenz eines be-
sondern oberflächlichen Fasersystemes charakterisiren sollte, muss
eingehen und die D. nitens dem Gen. Spongia einverleibt werden.
Was Verf. früher für besondere Fasern hielt, ist hinterher als eine
der niederen Thiere wälu-end der J. 1864—1865. 123
junge Faserbildung erkannt worden. Die von unserem Verf. zum
Zwecke der künstlichen Schwammzucht mit dem dalmatinischen
Badeschwamme. (Sp. adriatica) vorgenommenen Experimente haben
ausser Zweifel gestellt, dass die Theilstücke desselben zu neuen
Schwämmen auswachsen und solches auch noch dann thun, wenn die
natürliche Oberfläche fast nirgends erhalten ist.
CacospojHjia cardiielis n. sp.
Spongelia pallescens und incrustans ^chm. fallen zusammen.
Als neu werden beschrieben: Sp. ßstularis, Sp. perforala.
Hircinia oros n. sp, (mit Oscula, die wie Eeihenvulcane neben
einander stehen).
Sarcotracjvs mvscarnm n. sp.
III. Gummineae (S. 30— 33).
Das von Schmidt aufgestellte Oenus Gummina ist nach-
träglich als identisch mit Chondrosia Nardo erkannt worden. Der
Genusnamen muss also verändert werden, während die Charakteri-
stik dagegen bleibt, da Nardo im Unrecht war, wenn er seine
Gattung bloss aus Zellen zusammengesetzt sein liess und die darin
befindlichen Kieselkörper als dem Schwämme eigenthümlich ansah.
IV. Corticatae.
Die Charakteristik von Stelleta Schm. muss dahin abgeändert
werden, dass die Kieselsterne nicht bloss in der Rindenschicht, son-
dern, wiewohl seltener, auch in dem inneren Körper vorkommen.
Neu ist: St. dorsigera, St. Helleri, St. pnmex (= Tethya pumex
Nardo).
Ancorina aaptos n. sp. — eine Ancorina ohne Anker!
V. Halichondriae (S. 33— 40).
Esperia nodosa n. sp., Esp. hacillaria n. sp.
Clathria pelligera n. sp. (mit einer aus Fibrillen bestehenden
Oberhaut), Cl. ovoides n. sp.
Raspailia typica Nardo.
Suberites bistellatus Schm. (= Tethya bistellata Schm.) —
trotz der Anwesenheit von Kieselsternen ein entschiedener Suberites.
Myxilla tiidens n. sp., M. incohens n. sp.
Ueniera (jrossa n. sp., R. compacla n. sp., R. aurantiaca n. sp.,
R. amorpha n. sp., R. ainbigua n. sp., R. lahyrinlhica n. sp., R. (?)
fronticulata n. sp.
Vioa celata Schm. (= Cliona celata Lbrk.)
VI. Halisarcinae. (S. 40, 41.)
Die ältere Angabe, dass die Halisarcihen der fibrinösen Ele-
mente gänzlich entbehrten, ist dahin zu limitiren, dass, wie bei den
124 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
übrigen Spongien, so auch hier ein Theil der Sarcode Faserform an-
nehmen kann. Wenn nun somit auch das Hauptmerkmal der Fa-
milie gefallen ist, so dürften die dahin gerechneten Formen doch
einstweilen schon wegen ihrer Weichheit und Formlosigkeit beisam-
men bleiben.
Halisarca fjvttvla n. sp.
Die neuen Arten sind mit wenigen Ausnahmen von der süd-
dalmatinischen Küste, deren Artenzahl damit auf 96 gestiegen ist.
Unter diesen finden sich 79 diesem Kreise eigenthümlich. Dazu
kommen dann 10 Arten, die ausschliesslich in Quarnero gefunden
werden (Gesammtzahl des Quarnero 27), 11 (unter 18) aus Triest,
15 aus dem venetianischen Lagimengebiete, das eine völlig abgeschlos-
sene Schwammfauna zu repräsentiren scheint, so dass die Zahl der
adriatischen Spongien jetzt auf 134 Species gestiegen ist. Eine
Vergleichung mit der englischen Schwammfauna, die Verf. aller-
dings nur unvollständig kennt, zeigt viele auffallende Verhältnisse,
unter denen wir hier nur den fast völligen Mangel von Horn-
schwämmen in den englischen Meeren hervorheben wollen. Diesel-
ben werden durch zahlreiche Formen mit Kieselnadeln in einem
festen Fasergerüste (Corneosilicispongiae) ersetzt, die im Habitus
zum Theil eine grosse Aehnlichkeit mit Esperia haben und durch
Clathria, Easpailia , Axinella in die mehr lockern Halichondrien
übergehen. Besonders zahlreich ist in dem brittischen Meere die
Gattung Keniera vertreten, auf die eine ganze Reihe von John-
s 1 0 n'scher Arten zurückzuführen ist. Gummineen sind an der Brit-
tischen Küste bis jetzt noch nicht gefunden.
Liebe rkii hn's „Beiträge zur Anatomie der Kalk-
spongien" (Archiv für Anat. ii. Physiol. 1865. S. 732—748.
Tab. XIXj belehren uns über eine Reihe von wichti-
gen Unterschieden in den Organisationsverhältnissen der
Schwämme und eröffnen durch Rückführung derselben
auf ein gemeinschaftliches Schema eine bessere Einsicht
in den Bildungsplan dieser merkwürdigen Geschöpfe.
Den Ausgangspunkt der Li e b er kü h n'schen Unter-
suchungen bildet das Gen. Grantia, dessen Körper be-
kanntlich aus einem Netzwerk verzweigter cylindrischer
Röhren besteht, deren Enden weit offen sind. Diese Oeff-
nungen repräsentiren die sog. Oscula; das Gen. Grantia
gehört demnach zu den polyzoischen Schwämmen. Die
Röhren enthalten einen cylindrischen Hohlraum, dessen
Innenfläche bis an den Rand der Ausströmungsöffnungen
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 125
flimmert. Die Einströmungsöffnungen sind mikroskopisch
und durchbrechen an den verschiedensten Stellen die aus
contractilem Parenchym gebildete Wand des HohlcyUn-
ders. Die Syconen, die bekanntlich zu den monozoischen
Schwämmen gehören^ enthalten in ihrem Innern gleich-
falls einen Hohlraum, der durch eine endständige weite
OefFnung nach Aussen führt. Aber die Innenfläche die-
ses Hohlraums ist nicht eben, sondern, wie eine Bienen-
wabe, mit zahlreichen Gruben besetzt, die je in eine
kegelförmige kleine Nebenhöhle hineinführen. Die Ne-
benhöhlen liegen in der Leibeswand und sind im Innern
mit einem Flimmerepithelium bekleidet, während die
eigentliche Innenfläche des Leibesraumes der Wimper-
haare entbehrt. Die Nebenhöhlen sind also die Wimper-
organe der Syconen, wie auch daraus hervorgeht, dass
sie durch eine Anzahl kleiner Poren beständig Wasser
in sich übertreten lassen. Mit der Grösse des Körpers
nimmt die Zahl der Wimperhöhlen allmählich zu und
zwar in der Richtung von oben nach. unten, so dass man
bei jungen Exemplaren oft noch das ganze untere Kör-
perdritttheil ohne derartige Bildungen antriift. Dafür
ist dann aber die Innenfläche der Körperhöhle von
einem uniformen Wimperüberzuge bedeckt, wie bei den
Grantien. Die Wimperorgane entstehen also durch Aus-
buchtungen der wimpernde Körperfläche. Dunstervillia
verhält sich genau wie Sycon, nur dass die Einströmungs-
öfFnungen durch Verdickung der peripherischen Kör-
perschichten zu förmlichen (flimmerlosen) Canälen wer-
den. Ebenso erscheint Nardoa als eine Grantia mit feinen
Röhren, die der vorstehenden Enden entbehren und zu
einem äusserst dichten Netzwerk verflochten sind. Cha-
rakteristisch für die Kalkschwämme ist hiernach die mäch-
tige Entwickelung der Wimperapparate und, wie Ref.
hinzufügen möchte, die einfache Bildung und Weite des
Höhlensystems. Bei den übrigen Spongien erhält das
Höhlensystem eine viel zusammengesetztere Organisation.
Die frühere einfache Höhle löst sich in ein System von
mehr oder minder verästelten Canälen auf, in dem die
126 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Wimperapparate (unter der Form von Hohlkugeln^ Stücken
von Kugelschalen, kürzeren oder längeren Röhren) nur
eine wenig hervorragende Rolle spielen.
Der Verf. hat es leider unterlassen, die Resultate
seiner Untersuchungen bis in die letzten Consequenzen
zu verfolgen. Er würde sonst, glaubt Ref., nothwendi-
ger Weise zu der Ueberzengung gekommen sein, dass die
Poriferen dem Typus der Coelenteraten zugehören, wie
wir das — wenn auch früher nicht so entschieden, wie
heute — schon seit lange durch die Stellung, die wir
denselben in unseren Berichten angewiesen, als unsere
Meinung angedeutet haben. Um die Berechtigung dieser
Ansicht zu erkennen, braucht man eine Grantia nur mit
einem Hydroidpolypen zu vergleichen. Die Flimmerhöhle
im Innern ist die Leibeshöhle, die an den Enden der
die einzelnen Polypen repräsentirenden Zweige durch
eine Mundöffnung nach Aussen führt. Die Abwesenheit
der Tentakel wird man gegen diese Deutung nicht gel-
tend machen wollen, zumal dieselben ja auch schon bei
den Siphonophoren und Ctenophoren fehlen. Selbst die
functionelle Bedeutung als „Ausflussöffnung'' kann hier
Nichts entscheiden, da die sog. Mundöönung auch bei
den übrigen Coelenteraten bekanntlich als Auswurfsöff-
nung vielfache Verwendung findet. Die Einlassöönungen
entsprechen den gleichfalls bekanntlich bei den Coelen-
teraten fast allgemein verbreiteten sog. Wasserlöchern,
durch die auch hier schon das Wasser in das Innere
eintritt. Allerdings sind nun nicht alle Poriferen so
einfach organisirt , wie die Kalkschwämme , vielüaehr
ist die Mehrzahl derselben mit einem Höhlensystem
versehen, welches mit der weiten Leibeshöhle der Gran-
tien und Syconen nur geringe Aehnlichkeit hat, allein
es ist zur Genüge bekannt, dass der coelenterische Ap-
parat auch sonst durch peripherische Ausstülpung und
Verästelung die mannichfachsten Formen annimmt. Und
das nicht bloss in den verschiedenen Gruppen der Coelen-
teraten, sondern gelegentlich auch bei nahestehenden Ar-
ten, wie das Verhalten der Velellen zu den übrigen Si-
der niederen Tliiere während der J. 1864—1865. 127
phonophoren zur Geniige nachweist. Und verschiedener
als die ebengenannten Thiere, als z. ß. Diphyes und Ve-
lella, dürften auch die Grantien und Spongien in Betreff
ihres Höhlensystems kaum einander gegenüber stehen.
Die Eigenthümlichkeit des histologischen Baues muss
gegen die sprechende Analogie der morphologischen Bil-
dung zurücktreten, und das um so mehr, als die oben
(S. 102) angezogenen interessanten Beobachtungen von
Allmann das Vorkommen der Sarkode auch bei echten
Coelenteraten ausser Zweifel gestellt haben, üeberdiess
dürfte der histologische Unterschied zwischen Hydra und
Actinia kaum minder beträchtlich sein, als zwischen Hydra
und Spongia.
Die Resultate der oben erwähnten Schwammzucht-
versuche, die Prof. Schmidt mit Unterstützung des k.
k. österreichichen Ministeriums, so wie der Handelskam-
mer und Börsendeputation in Triest, während eines Zeit-
raums von vier Jahren in den dalmatinischen und quarne-
rischen Gewässern angestellt hat, sind ausführlich darge-
legt in der „Austria^ Jahrg. 1865. No. 28. Wir entneh-
men daraus die Thatsache, dass die angehefteten Theil-
stücke aller Wahrscheinlichkeit nach binnen drei Jahren bis
zur merkantilen Verwerthbarkeit heranwachsen, obwohl
die diametrale Vergrösserung in dem ersten Jahre nur
wenige Linien beträgt. Die anfangs mehr kubischen Stücke
nehmen dabei eine kuglige Form an, wie es denn auch
mitunter vorkommt, dass ein scheinbar abgestorbenes Stück
unterhalb der todten Rindenschicht aus dem lebendigen
Kerne ein kugliges neues Individuum entwickelt.
Duchassaing de Fonbr essin und G. Miche-
lotti, dieselben Forscher, deren Untersuchungen über
die Polypenfauna der Antillen wir in einem unserer letz-
ten Berichte rühmend hervorheben mussten, publiciren
jetzt eine ähnliche Arbeit über die „Spongiaires de la
mer caraibe^ (naturkund. Verh. van de Holl. Maatsch.
der Wetensch. te Haarlem 1864. Bd. XXL Thl2. 115 S.
in gross Quart mit 24 colorirten Tafeln) und beschreiben
darin eine beträchtliche Menge nicht bloss von neuen
128 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Arten^ sondern auch neuen Genera. Die Erweiterung,
die unsere Kenntnisse (besonders über die Hornschwämme)
dadurch erfahren, erstrecken sich auch auf die Systema-
tik ; die VerfF. erklären es geradezu für unmöglich, die
Mehrzahl ihrer Formen den bisher — auch von den neue-
sten Forschern — unterschiedenen Gruppen einzureihen,
und haben sich desshalb genöthigt gesehen^ ein neues
System der Spongien aufzustellen, dessen Uebersicht wir
hier mit den neu beschriebenen Gattungen folgen lassen.
Wir schicken voraus, dass die Charaktere der einzelnen
Gruppen den Hartgebiiden entlehnt sind, deren Structur
und Vorkommnisse weit mannichfaltiger erscheinen, als
man bisher angenommen hat.
I. Dictyospongiae. Eponges ä reseaii corne garni de spicu-
les. Fibres formant un lacis.
1. Farn. Euspongiae. Reseau corne bien developpe ; les
spicules siliceuses y manquent ou n'apparaissent qu'ä l'etat rudi-
in entaire.
a. Penicillatae. Les fibres cornees se reunissent pour former
des nervures, des pinceaux ou des colonnes, mais elles ne sont ja-
mais distinctement separees comme dans les autres tribus.
Gen. n. Evenor, Spongia Auct. (incl. Cacospongia Schm.),
Tuba n.
b. Heterogenae. Fibres distinctes les unes des autres et de
deux qualites.
Gen. n. C a 1 1 y s p 0 n g i a.
c. Homogeneae. Fibres cornees, creuses, tres rigides, egales
entre elles et susceptibles d'anastomose pour former des mailles,
mais elles ne se reunissent jamais en faisceaux.
Gen. n. Luffaria.
2. Fam. Lithospongiae. Le reseau est forme par des
fibres siliceuses, les corps qui en resultent sont deci dement pierreux.
Gen. n. L i t h o s p o n g i a.
3. Fam. Halispongiae. Les spicules siliceuses sont tres
developpees et predominent sur les autres.
a. Armatae. Les spicules sont aciniformes ou semblables ä
des aiguilles : les unes forment ou renforcent les mailles, les autres
s'entrecroisent de maniere ä intercepter les mailles.
Gen. P olyth er s e sn., llyrtios n., Ag alas n., Amphim e-
don n., Thalisias n., P and ar o s n., Pkorbas n.
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 129
b. Subarmatae. Un seiil Systeme de spicules aciniformes.
Gen. Nip hat es n., Acamas n., Arcesios n., Terpios n.,
Tethya Auct., Geodia Auct.
c. Tricuspidatae. On y trouve des spicules tricuspidees qiü
peuvent etre melangees avec des spicules aciniformes ou exi-
ster seules.
Gen. n. Ey ry a d es,
11. Oxyspongiae. Le resean corne n'existe pas ou bien il est
conpletement atrophie.
a. Imperforantes. Les spicules nombreuses soutiennent la
partie molle de l'animal.
Gen. M edon n. (Hieher auch, vielleicht als Repräsentant einer
besondern Abtheilung Halisarca Auct.)
b. Perforantes. Les spicules bien que developpees remplis-
sent un office secondaire pour le soutien des parties molles des
animaux.
Gen. Vioa Nardo. EuryphyUa n.
Evenor n. gen. Tissu corne et rüde, ayant un aspect liche-
niforme ou fuciforme, forme par des rameaux tres-lächement ana-
stomoses entre eux; vus au microscope ces rameaux se montrent
composes de fibres intimement unies entre elles dans certaines pla-
ces, tandis qu a l'endroit des dichotomies plusieurs d'entre elles
deviennent libres sur de petites parties de leur longeur. Sp n. E.
fucifonnis.
Spongia Auct. a. Espcces arrondies, gibbeuses ou lobees.
Sp. cavernosa Lam., Sp. havbara n., Sp. coelosia n., Sp. cerehrifor-
tnis n., Sp. gossypina n., Sp. ntilis n., Sp> maeandriformis n., Sp.
tubulifera Lam., Sp. lapidescens n., Sp. vermiculata n., Sp. lacinu-
losa Lam., Sp. feneslrata n. b. Esp, comprimees ou flabelliformes :
Sp. discus n., Sp. circularis Duch. de Fonbr., Sp. complanata Duch.
de. F., Sp. fusca n., Sp. obliqua n., Sp. musicnlis n. c. Esp. arbo-
rescentes: Sp. manus BL, Sp. Marquezii n., Sp. clava Herculis n.,
Sp. rubens PalL, Sp. Isidisn., Sp. Barlholomaeiu., Sp, Haarjensenii n.,
Sp. dumelosa n. , Sp. napiformis Duch., Sp. Guadnlpensis n., Sp.
Krebbrcsii n.
Tu b a n. gen. Ces spongiaires se presentent sous forme de
tubes tantot simples et isoles, tantot rameux, tantot reunis par leur
cotes et prenant une disposition flabellee. La cavite centrale se
prolonge jusqu'ä la base de la masse, et sa paroi interieure offre
des faisceaux de fibres disposes sous forme de nervures qui apres
avoir parcouru toute l'etendue du tube viennent souvent se termi-
ner en depassant l'orifice qui lui donne une garniture de cils plus
ou moins longs; d'autres fois ces nervures ne se prolongent pas
- Archiv für Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. I
130 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
sous forme de cils autonr de l'ouverture qui alors peut etre garnie
seulement d'une espece de fraiige ou collerette d'un tissu tres-mince
et tres transparent ; chez quelques uns il n'y a ni cils, ni frange,
l'orifice du siphon ou tube est alors nu. A. Orifice du siphon for-
tement ciüe. a. Tissu fin, surface exterieure munie de processus
spiniformes encroütes. 7'. sancta crucisn., T. sororian., T. conican,,
T. lineala n., T. megastoma n., T. bursaria n., T. anuigera n. ; b.
Tissu grossier, surface exterieure herissee de pinceaux de fibres
non encroütes. T. digitalis Lam., T. incerta n., T. pavonina n., T.
crispa n.; B. Orifice du siphon plutot frange que cilie, T. lortolcn-
sis n., T. longissima n., T. vaginalis Lam., T. siihenerxyia n., T. pli-
cifera Lam., T. scrobiculata I^am. C. Orifice nu. T. irregularis n.,
T. Sagoti n.
Callyspongia n. gen. A. Esp. scyphiformes ou tubuleuses.
C. Eschrichtii n., C. bullata Lam. B. Esp. rampantes ou dendroides :
C. fallax Duch. (=: Sp. papillaris Lam.), C. lenerrima n.
Luffaria n. gen. A. Esp. fistuleuses: L. Sebae n. L. rn-
picola n., L. nuciformis n., L. insularis n., L. rigida Esp.; B. Esp.
phytoides: L. fulva Lam., L. picea n. ; C Esp. encroütantes globu-
leuses ou lobees : I. applicata n.
Lithospongia n. gen. L. Iowa n.
Polytherses n. gen. Une partie des fibres reunies en fais-
ceaux ou en colonnes qui viennent se rendre ä la surface de la
masse et qui s'y terminent en rendant sa surface herissee d'autant
de tubercles ou appendices spiniformes qu'il y a de colonnes. De
plus les mailles interceptees par ces tubercules ou ai^pendices sont
fermees par un tissu ayant plus ou moins l'apparence d'etre corne,
mais forme de fils excessivement tenus, moniliformes, intimement feu-
tres. Dans les mailles un tres-grand nombre de spicules excessive-
ment petites repandues dans l'epaisseur et s'entrecroisants en tous sens.
A. Esp. campaniformes : P. campana L., P. lintt?inabnlnm n.; B. Esp.
flabellees : P. llngniformis n. , P. tristis n., F. annata n., P. margi-
nalis n. , P. ignobilis n. ; C. Esp. lobees ou globuleuses: P. longi-
spina n., P. acuta n., /*. felicc n. , P. capitata n. , P. colvmnaris n.,
P. cylindrica n.
Hyrlios n. gen. Differe de Polytherses en ce que l'encroü-
tement ne contient plus de fils longs et tenus. H. pvoteus n., H.
vilis n., H. niusciforinis n.
A gelas n. gen. Deux systemes de spicules, dont le premier
serve a renforcer les parois de leur fibres qui sont creuses et cor-
nees, pendant que les spicules du second Systeme fönt saillie par
l'une de leur extremites dans les mailles du reseau. L'encroüte-
der niederen Tliiere während des J. 1864 — 1865. 131
mentmince et tres-finement poreux. Texture fibreuse. A. rJispar n.,
A. rudis n., A. albo-lntea n., A. dilatata n.
Amphimed on n. gen. Especes non encroütees, n'etant pas
garnies de pinceaux fibreux qui les rendent herissees. La surface
poreuse ou reticulee, l'interienr spongieux. Les parties cornees du
reseaii plus ou moius atrophiees disparaissent presque complete-
ment chez certaines especes. A. Esp. a surface reticulee. A, com-
pressa n., A. urbovesccns n. B. Esp. a surface poreuse ou cellu-
leuse a l'etat sec. A. variabilis n., A. ferox n., A. dilatata u., A,
viridis n., A. noli tätigere n (erregt bei Berührung während des Le-
bens einen empfindlichen Schmerz), A. leprosa n.
Thal i Sias n. gen. Les portions cornees du reseau sont
atrophiees et les mailies ne sont fermees que par des faisceaux
de spicules. Leur surface ne presente pas de pinceaux fibreux,
mais eile est en general lisse et recouverte d'un encroütement per-
sistant. Th. ignis n. (brennt beim Berühren), Th. carbonaria Lara.,
Th. subtriangularis Duch., Th. hians n., Th. varians n., Th. virgul-
tosa Lam., Th. saxicava n.
P a nd ar OS n. gen. Peu ou point d'encroütement. La sur-
face pourvue de pinceaux ou de proeessus fibreux. qui la rendent
herissee. Le reseau corne fortifie par des sjpicules tende plus ou
moins ä disparaitre. A. Esp. phytoides: P. arbusculum n., P. pen-
nuta n., P. lugubris n., P. angulosa n. ; B. Esp. flabelliformes: P.
acanlhifolium n., P. juniperina Lam., P. Walpersii n.
Phorbas n. gen. Le reseau cartilagineux tres-developpe,
les fibres se reunissent souvent pour former des faisceaux plus ou
moins forts et epais. Ph. Viccquensis n., Ph. amaranlhns n.
Niphates n. gen. Les spicules sont intracellulaires, simples
et rares, en sorte que la plupart des mailies en sont dcpourvues.
Tissu compose d'un reseau corne en tout semblable ä celui des
eponges vraies; surface peu ou point encroütee sans reseau regu-
lier, iY. erecla n., i\. venosa n., A'. Thoniasiana n.
Ac a m a s n. gen. Les spicules intracellulaires remplacees
par des spicules qui forment uue couche serree autour des tubes
et servent ä les renforcer en y adherant sur tonte leur etendue.
Les fibres cornees grossieres renferment ä i'ordinaire du carbouate
de chaux. A. laxissima n., A. violacea n
Arcesios n. gen. Les spicules sont groupees autour de
centres nombreux d'oü elles partent en rayonnant. A. prominula n.,
A. porosa n., A- hostilis n.
Terpios n. gen. Des especes membraniformes, qui n'offrent
pas de trace de reseau, mais sont composees d'une poulpe gelati-
neusc farcie de spicules ou distribuees sans ordre ou reunies en
132 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
fascicules disposes en eventail. T. corallina n. , T. Desboniin., T.
aurnnliaca n., T. lenuis n., T. cladocera n., T. Janiae n., T. nigra n,,
T. echinata n., T. fugax n.
Tethya globum n.
Geodia gibberosa Lam., G. carihoea n.
Eyryaäcs n. gen., ^. potabilis n.
Medon n. gen., itf. imberbis n., iW. barbata n. Stechen beim
Berühren.
Vioa Duvernoysii Buch., V. dissociata Duch.
Euryphylla n. gen. Habitent des galeries irregulieres
qu'elles se creusent dans l'interieur des Madrepores. Les galeries
sont tapissees par le tissu des parasites, qui sont en tout sembla-
bles ä ceux des Vioa habitans les coquilles. Ev. Intens n., En.
dubia n.
Grote, remarks on the spongiadae of Cuba and
description of a new species of Ambulyx from Brazil
(Annais of the Lyccum nat. bist. New- York Vol. VIII.
p. 195 — 207) ist Ref. noch nicht zu Gesicht gekommen.
Cruvelli beschreibt eine Anzahl Schwämme au
der Sammlung in Pavia, unter ihnen als neu Tethya Do-
nati, Geodia pyriformis und 0, Johnstoni. Mem. Inst.
Lombard. Mil. IX. p. 325—339. Tab. X, XI.
Von besonderem Interesse ist die Entdeckung eines
Schwammes , der ausser dem hornigen Faserskelet auch
noch Hornnadeln von sternförmiger Bildung in sein Pa-
renchym einschliesst. Der Schwamm hat eine schöne
Goldfarbe und überzieht als dünnes Häutchen mehr oder
minder grosse Strecken von Steinen und Tangen. Die
Fasern sind schwach verästelt, bilden aber, übereinstim-
mend mit zwei andern noch nicht beschriebenen Schwäm-
men desselben Fundortes (St. Katharina), kein zusammen-
hängendes Geflecht, sondern steigen entweder ganz ge-
trennt empor oder verkleben doch nur hier und da mit
einander. Fasern wie Nadeln bestehen aus einer mit
Mark gefüllten Achse und einer geschichteten Rinde. F r.
Müller, dem wir diese interessante Entdeckung ver-
danken, benannte den Schwamm D ario inella aurea
(Archiv für mikr. Anatomie Bd. I. S. 344—353. Tab. XXI)
und stellte für das neue Genus folgende Diagnose auf:
der niederen Tliiere während der J. 1864—1865. 133
D a r tc incUa Fr. M. Ceratospongiae fibris dendroideis in rete
non conjnnctis et spicnlis magnis stelliformibus in cali caustico so-
lubilibus praeditae.
Beiläufig erwähnt Verf. noch der Thatsache, dass die
Kieselnadeln der Corneo-silici-spongiae anfangs isolirt sind
und erst nachträglich von dem Horngewebe, das übri-
gens bei ganz nahe verwandten Arten eine sehr ungleiche
Ent Wickelung hat , eingeschlossen werden. Die von
Schmidt bei Spongelia fistularis an der Oberfläche ge-
sehenen hervorragenden Röhren glaubt Yerf. auf Grund
einer von ihm gemachten Beobachtung als Wurmröhren
in Anspruch nehmen zu können.
Dactylooalyx Boioerhankii n. sp. von Madeira, trägt
auf dem continuirlichen Kiesclfaserskelete eine Rinde mit
isolirten Kieselbildungen verschiedener Form. John-
son in den Ann. and Mag. nat. hist. 1864. T. XIII. p. 257.
Barboza de Bocage entdeckt an der Portugie-
sischen Küste eine neue Art des Gen. Hyalonema {H.
lusitamGum), Proceed. zool. Soc. 1864. June. ..
Die Natur und systematische Stellung von Hyalo-
nema betreffend, so bezweifelt Gray übrigens nach wie
vor die Richtigkeit der Sc hu Itz e'schen Ansicht, dass
dasselbe den Spongien zugehöre. Annais and Mag. nat.
hist. 1865. T.XIII. p.m.
Laurent, rech, sur l'hydre et l'eponge d'eau douce
Paris 1865 mit colorirtem Atlas in Folio.
* IV. P r 0 1 0 z 0 a. .
Kolli k er spricht sich in seinen Icones histologi-
cae (p. 1 fP.) mit Entschiedenheit dahin aus, dass weder
die thierischen und pflanzlichen Zellen, noch auch die
Organismen beider Reiche durch eine scharfe Kluft von
einander verschieden sind. Alle Unterschiede, die man
in früheren Epochen als durchgreifend bezeichnen zu kön-
nen glaubte, seien vor den Forschungen unserer Tage ge-
fallen, dagegen aber habe es sich (seit Cohn und Max
134: Lcuckart: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgoscbichte
Schnitze) herausgestellt, dass die Elemente beider Reiche
durch das Vorkommen derselben zähen, flüssigen, stick-
stoffhaltigen »Substanz (Sarkode, Protoplasma, Cyto-
plasma K.) bezeichnet seien, welche die mannichfaltigsten
Bewegungen zeige und diese bald durch bleibende faden-
artige Gebilde, oder wandelbare Ausläufer, oder contrac-
tile Blasen äussere, bald auch dadurch, dass sie ohne be-
sondere Organe zu bilden im Innern der Zellen einer
mehr oder minder auifallenden Verschiebung unterliege.
Der Ansicht von G egenbaur, dass die Thiere niemals
einen einzelligen Organismus darstellten, kann Verf. ebenso
wenig beipflichten, wie der Annahme von S chultze, dass
statt der eigentlichen Zellen ein hüllenloses Protoplasma-
klümpchen mit Kern das eigentliche typische Formelement
der Thiere sei, obwohl er zugiebt, dass solche Bildungen
als vorübergehende oder auch bleibende Entwickelungs-
zustände von Zellen häufig vorkommen und namentlich
bei den Protozoen nichts weniger als selten sind. Um
den allgemeinen Bau der letztern verständlich zu machen,
erinnert Verf. an ^die Vorgänge der Zellcnbildung im
Ei, worauf hin er dann den Satz ausspricht, dass die
Protozoen Wesen seien „die von der einfachen oder in
Furcliung begriffenen Eizelle sich wenig unterscheiden
und auch in ihren höchsten Formen von den eigentlich
vielzelligen Thieren sehr wesentlich abweichen. ^^ (Dieselbe
Ansicht ist früher schon einmal von Pcrty ausgespro-
chen worden.) Ausser den Spongien unterscheidet Verf.
noch die Classe der Radiolarien (S. 35 — 45), Rhizopoden
(S.25— 34), Infusorien (S. 9—24) und Gregarinen (S. 7 u. 8).
Schmidt (Supplement zu den Spongien u. s. w.
S.21) sieht den einzigen positiven Charakter der Proto-
zoen in der Sarkodenatur des Körperparenchyms — und
muss das auch, sobald er die Poriferen denselben zurech-
net, während nach Ausschluss dieser Thiere die Kleinheit
und Einfachheit der Organisation (Mangel einer Leibes-
höhle u. s. w.) als typisches Merkmal in den Vordergrund
tritt. Consequenter Weise legt Verf. auch auf die Eigen-
schaften der Sarkode ein bedeutendes Gewicht, so dass
der niederen Tliiere während der J. 1864—1865. 135
er sich berechtigt sieht^ die Abtlieilung der Protozoen zu
gliedern
I) in Protozoen ohne Pseudopodien: 1) Infusorien;
2) Spongicn;
II) in solche mit Pseudopodien: 3) Radiolarien; 4)
Acyttarien.
1. Infiisoria.
Die Infusorien mit Einschluss der Amöben be-
trachtet Köliiker (a. a. 0.) auch noch jetzt als Or-
ganismen , deren Leib, wenn auch in mancher Bezie-
hung eigenthiimlich gebaut, im Ganzen doch nur als
einer einfachen Zelle gleichwerthig angesehen werden
darf. Eine Cuticula ist nicht überall entwickelt (z. B.
nicht bei den Oxytrichinen) und da, wo sie vorkommt,
in Kalilauge von 25 — 30% leicht löslich, also keineswegs
chitiniger Beschaffenheit. Die Wimpern, die scheinbar
der Cuticula aufsitzen, gehören überall der Rindenlage des
Thieres an. Ob die Saugröhren der Actinetinen mit Recht
vom Verf. den Pseudopodien zugerechnet werden, dürfte
sehr zweifelhaft sein, zumal es Arten giebt — wie Ref.
eine solche beobachtete — , in denen dieselben nicht bloss
eine doppeltconturirte Rindenschicht und eine von kör-
niger Substanz durchzogene Achsenröhe erkennen las-
sen, sondern auch bei der Contraction der Quere nach
sich falten. Die in der Haut mancher Epitricha einge-
lagerten stäbchenförmigen Körperchen wurden bei Para-
maecium aurelia als deutliche Nesselorgane erkannt. Der
Unterschied zwischen Rinden- u^nd Innensubstanz des
Körpers ist allerdings im Allgemeinen festzuhalten, doch
muss man dabei berücksichtigen, dass dieser Unterschied
nur ein relativer ist, wie namentlich daraus hervorgeht,
dass die Rindenmasse je nach der Menge der aufgenom-
menen Nahrungsmittel eine sehr verschiedene Dicke be-
sitzt. Die Speiseröbre (mitunter auch der Enddarm) wird
von einer Fortsetzung der Cuticula ausgekleidet. Ein
eigentlicher Darm wird natürlich in Abrede gestellt, wie
130 Luuckart: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
denn auch die eontractile Blase ohne besondere Membran
sein soll. Von einer Ausmündung der letztern hat
sich Verf. nicht überzeugen können. Balbiani's An-
gaben über die Geschlechtsverhältnissc werden im Allge-
meinen bestätigt, jedoch mit dem Zusätze, dass dieselben
mehrfach über das Thatsächliche hinausgingen. Ein Aus-
treten der Samenfäden aus den Kapseln wurde ebenso
wenig beobachtet, wie ein Eindringen derselben in den
Nucleus. Die bei nicht conjugirten Thieren nicht selten
vorkommenden grossen Fadenkapseln, die anf den er-
sten Blick gleichfalls für Samengebilde gehalten werden
könnten — und von den ersten Beobachtern auch wirk-
lich dafür gehalten wurden — betrachtet Verf. mit Bal-
biani als parasitische Bildungen. Sie unterscheiden sich
von den echten Samenfäden namentlich dadurch, dass
sie sich in Kalilauge nicht lösen. Ob die Eier nach
Aussen abgelegt werden oder sich im Innern des Mut-
terthieres zu Embryonen entwickein, lässt Verf. unent-
schieden. Die Opalinen betreffend, so hält Verf. dieselben
für Entwickelungszustände höherer Thiere, da sie (0.
ranarum) in ihrem Parenchym zahlreiche echte Zeilen -
kerne einschliessen und sich aus kleinen eiartigen Kör-
perchen entwickeln.
Perty macht in der Schweizer naturf. Gesellsch.
zu Zürich 1864 (Verhandl. S. 527—536) eine Reihe von
Mittheilungen über Infusorien. Er bestätigt die Existenz
einer Copulation und Einkapselung, glaubt auch die nach
Aussen abgelegten Eier in Form von farblosen Kugeln
mit Molecularbewegung (0,0003 — 0,0005'") bisweilen im
Sumpf Wasser aufgefunden zu haben und erklärt schliess-
lich säramtliche sog. Phytozoidien (Flagellaten und Vi-
brionen) für Pflanzenkeime oder Pflanzen. Auch die
Amöben möchte Verfasser am liebsten von den Thieren
ausschliessen. Die sog. Purpurmonaden (Chromatium
Perty), mehrere Gonien und die Algensippe Merismopoe-
dia wurden als Zustände desselben Wesens erkannt,
wie denn auch Chlorogonium Nichts, als den Schwärm-
zustand einer Alge darstelle. Ebenso giebt Verf. an, die
der niederen Thierc während der J. 1861 — 1865. 137
Umwcandliing der braiingriinen Varietät von Cryptonio-
nas polymorpha in Scliimmelsporen beobachtet zu haben.
Die contractilen Räume, die auch bei unzweifelhaften Al-
gensporen vorkommen, glaubt Verf. am natürlichsten als
ein Kreislaufsorgan in Anspruch nehmen zu dürfen.
In den Berner Mittheilungen (No. 539. S. 90— 94),
in denen Perty gleichfalls die Frage nach der Identität
gewisser Algen und Infusorien behandelt, wird auch noch
die Astasiäengattung Eutreptia Perty als schwärmende
Entwickelungsform einer — noch unbestimmten — Con-
ferve in Anspruch genommen.
Mecznikoff spricht sich auf Grund seiner Beob-
achtungen dahin aus, dass die sog. acinetenartigen Em-
bryonen von Paramaecium aurelia, wie Balbani be-
hauptet, Parasiten seien. Er sah einen dieser Schwärm-
linge nach kurzer Bewegung an ein Paramaecium sich
anheften und binnen 20 Minuten in dessen Inneres ein-
dringen. Der Parasit gehörte dem Gen. Sphaerophrya
an. Nicht selten sind diese Parasiten übrigens bloss äus-
serlich an ihrem Wirthe befestigt. Andere Sphaerophryen
{Sph. sol n. sp.) leben nach Art gewöhnlicher Acineten
als Räuber von Vorticellen und Stylonychien und ver-
mehren sich während des Ernährungsprocesses durch
dichotomische Theilung. Bevor die Bildung zu Ende ist,
zieht das sich abtheilende Segment seine Saugfüsse ein,
die nicht eher wieder hervorgeschoben werden, bis das
Segment, welches nach seiner Ablösung eine kleine Strecke
fortschwimmt, zur Ruhe kommt. „lieber die Gattung
Sphaerophrya", Archiv für Anal u. Physiol. 1864. S. 258
-261. Tab.'vil. A.
Carter beschreibt den Theilungsprocess einer Po-
dophrya (P. fixa) und macht dabei auf den Umstand
aufmerksam , dass die Theilsprösslinge nicht bloss ihre
Saugfüsse, sondern auch die Flimmerhaare nach Belieben
einziehen und wieder entwickeln. Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. XV. p. 287, 288 mit Abbild.
Nach Pouch et soll die Annahme einer Theilung
bei den Infusorien und namentlich den Vorticellen auf
138 Lcuckai't: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturöeschichte
einer Täuschung beruhen. Missbildungen und Fälle von
Parasitismus sollen die früheren Beobachter vielfach irre
geführt haben. Compt. rend. 1864. T. 58. p. 1079—1081.
Desgouttes berichtet (Compt. rend. 1864. T. 59.
p. 462, 463) über die muthmassliche Befruchtung der Eier
von Amphileptus fasciola. Er sah mehrfach Exemplare,
die unter Beihülfe anderer Individuen einen ziemlich
grossen Ballen ablegten, der dann von diesen letztern
eine längere Zeit mit der Bauchfläche bedeckt und auf-
und abgeschoben wurde. In einem Falle wurde der
Ballen, nachdem er dieser Procedur unterworfen war, von
seiner Mutter so lange umhergestossen, bis er zerbarst
und seinen Inhalt unter der Form zahlreicher kleiner
eiartiger Körper hervortreten liess.
Bei Chilodon cucullus und Euplotes Charon will
L i n d e m a n n (Bullet. Soc. imper. de Moscou 1864. p. 548
— 557 mit Abb.) nicht bloss das Ausschwärmen zahlrei-
cher iSpermatozoen, sondern auch ein massenhaftes Aus-
treten kleiner Sporen beobachtet haben, in Folge dessen
bei den ersten Thieren das Leben der Mutter erlosch,
während bei den zweiten dagegen eine Umwandlung des
rückbleibenden Körpers in eine Vorticella nachfolgte. Ob-
wohl A^erf. angiebt, die Entwickelung der ausgestossenen
Sporen in neue Chilodonten gesehen zu habeu; kann man
sich doch des Verdachtes nicht erwehren, dass er bei
seinen Beobachtungen mehrfach das Opfer einer Täu-
schung gewesen sei. Zur Aufstellung und Formulirung
bestimmter „Entvvickelungsgesetze^^ dürften dieselben
noch lange nicht ausreichen.
G r i f f i t h s bestreitet (Quarterly Jouru. micr. sc. 1864.
p. 295) die Contractilität der Blasen bei den Infusorien —
Vorticellen — und sucht das bekannte Bild der Pulsa-
tionen durch die Annahme zu erklären, dass der Körper
in Folge seiner Bewegungen zu dem Focus des Mikros-
kopes eine wechsehidc Stellung anuehme. Ebenso be-
hauptet er, dass die Angabe L ach m an n's von der Exi-
stenz radiärer Ausläufer an der Blase der Vorticellen
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 139
eine durch Verwechselung mit Flimmerhaaren entstandene
Täuschung sei.
Coste analysirt die Erscheinungen, die das Auftre-
ten von Chilodon cucullus in Heuinfusionen begleiten,
und findet dabei Nichts, ^Yas auf eine Generatio aequivoca
hindeute. Encystirung, Thcilung, Trockenstarrc — das
seien die Momente, die hier in Betracht kommen und un-
ter Umständen leicht zu einer Täuschung veranlassten.
Developpemcnt des infusoirs ciiies dans une maccration
de foin, Annal. des sc. natur. 1864. T. II. p. 240—247,
Cpt. rend. 18o4. T. 59. p. 14:^
Die Entgegnung von Pouche t (embryogenie des
Infusoires ciiies, Cpt. rend. 1. c. p. 276 — 281) dürfte kaum
geeignet sein, die Beobachtungen Co ste's zu widerlegen.
Auch Meuni er experimentirt mit den im Heustaube
massenhaft gefundenen Colpodakapseln und h'efert den
Nachweis, dass dieselben durch eine Temperatur von
l(X)o (C?) ihre Keimkraft verlieren. Sur la resist vit.
des Kolpodes encyst. Cpt. rend. T. 61. p. 991—993.
Bei dieser Gelegenheit dürfte übrigens auch wohl
an die Beobachtungen von Stein erinnert werden, durch
welche die Lebensgeschichtc des lleuthierchens schon
lange vor Coste aufgeklärt wurde. Vgl. Infusionsthier-
chen auf ihre Entwickelung untersucht 1854. S. 15.
Die schon in dem letzten J. B, angezogenen „nach-
träglichen Bemerkungen über den Stiel der Vorticellen"
von Mecznikoff (Archiv für Anat. u. Physiol. 1864.
S. 291 — 302) sollen die Angaben des Verf. über das Ver-
halten der im Innern dieses Stieles enthaltenen contracti-
len Substanz gegen Electricität und chemische Reagen-
tien gegen die Vorwürfe der Ungenauigkeit und Unzu-
verlässlgkeit in Schutz nehmen, die Kühne denselben
gemacht hat. Vgl. J. B. 1863. S. 163.
Während M e c z n i k o f f somit durch seine Expe-
rimente die Annalmie von der muskulösen Natur des
contraktilen Streifens in den Vorticellenstielen zu wider-
legen sucht, erklärt 0. Schmidt (Supplement zu den
140 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturg-esehichte
Spongienn. s. w, S.20) die Längsstreifung unter der Ober-
haut von Stentor für den optischen Ausdruck einer Fa-
serschicht, deren Elemente sich, ganz wie Muskelfasern,
in verschiedenen Contractionszuständen verdickten und
schlängelten. Ebensolche Fasern beobachtete Verf. auch
bei Trachelius ovum, dessen Bewegungen ausschliesslich
durch den Hautmuskelschlauch vermittelt werden, wäh-
rend das ungeformte Rindenparenchjm mit dem Sarko-
denetze nur als Ernährungsorgan functionirt. Das trich-
terförmige Gebilde in der Nachbarschaft der Geschlechts-
drüse, in dessen Nähe die Sarkodemasse dieses Balken-
netzes am meisten concentrirt ist (Wassertrichter Stein),
lässt deutliche Längs- und Ringmuskelfasern erkennen
und repräsentirt den Schlundtrichter der übrigen Infuso-
rien , während die an der Basis des Halses nahe dem
Körperrande gelegene zweite Oeffnungmitder Geschlechts-
drüse in direkter Verbindung steht.
Kölliker ist am meisten geneigt, die contractilen
Fasern der Stentoren und Vorticellen als Muskelfibrillen
in Anspruch zu nehmen, als Gebilde also, deren Vorkom-
men in einem einzelligen Organismus nichts Auffallendes
habe. Bei Stentor wurde an diesen Fasern während der
Contraction eine deutliche Querstreifung beobachtet. A.
a. O. S. 14.
Nach Kühne's Beobachtungen zeigen die aus dem
Körper zerrissenen Stentoren hervorgetretenen „Sarkode-
tropfen'^ bei Anwendung elektrischer Beize deutliehe
Contractionserscheinungen. Untersuchungen über das
Protoplasma S. 39.
James Clark sucht den Nachweis zu liefern, dass
die Cilio - flagellata durch ihre Organisationsverhältnisse
(Mund mit Oesophagus, contractile Blase, Nucleus und
Nucleolus) mit den übrigen Infusorien übereinstimmten
und somit evidente Thiere seien, allein die Form, die er
dabei zu Grunde legt und als ein Peridinium (P. cypri'.
pedium n. sp.) bezeichnet, gehört offenbar zu den gewöhn-
lichen Infusorien und nicht zu den sog. Flagellata, wie
schon der Umstand beweist, dass der ganze Körper der-
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 141
selben^ mit Ausnahme des einen kuppenförmig abgerun-
deten Endes, das Verf. von einem rudimentären Panzer
bedeckt sein lässt, mit einem uniformen Flimmerbesatze
überzogen ist. Ein Schopf von grösseren Flimmerhaa-
ren und zwei quere Fh'mmerkränze, die in der Nähe der
Enden den Leib umgürten, geben dem Thiere allerdings
einige Aehnlichkeit mit einer Peridinium , dürften aber
doch, den übrigen auffallenden — äusseren und inneren
— Unterschieden gegenüber, kaum als maassgebend in
Betracht kommen. Silliman's Amer. Journ. sc. and arts.
1865. p. 393 — 402 mit eingedruckten Holzschnitten, Proofs
of the animal nature of the cilio-flagellate Infusoria, as
based upon investigations of the structure and physiology
of one of the Peridiniae. (Ann. and Mag. nat. bist. 1865.
Vol. XVL p. 270 ff.)
Wie Ref., so urtheilt auch Carter, indem er (An-
nais and Mag. nat. bist. 1. c. p. 399) die Beziehungen des
Clar k'schen Peridinium zu den echten vegetabilischen For-
men dieses Genus mit denen vergleicht, die zwischen der
Astasia limpida Duj. (=: Trachelius trichophorus Ehrbg.)
und dem Gen. Euglena obw^alten. Carter glaubt in
dem Peridinium cypripedium das E h r e n b er g'sche üro-
centrum turbo oder doch eine sehr nahe verwandte Form
wiedererkannt zu haben.
Die Bewegungen der sog. Flagellaten, die von man-
chen Zoologen noch heute als bezeichnend für die thie-
rische Natur dieser Organismen betrachtet werden, sind
nach den von Cohn darüber (Ber. über die Thätigkeit
der naturwiss. Section der Schlesischen Gesellsch. im
Jahre 1864. S. 35) angestellten Expei-imenten, wie die der
Zoosporen, durch die chemische Einwirkung der darauf
wirkenden Lichtstrahlen bestimmt. Die betreffenden Kör-
per werden von dem Lichte (aber nur den chemisch wirk-
samen, besonders den blauen Strahlen) angezogen und
tragen die farblose Hälfte ihres Körpers dabei nach vorn
— natürlich, es ist ja bloss die Eigenschaft des Chloro-
phylles durch Einwirkung der Lichtstrahlen die Kohlen-
säure zu zersetzen. Nur die grüne Hälfte des Körpers
142 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesöhichte
scheidet also Sauerstoff aus , nur sie also ist es, die den
Impuls für die Bewegungsrichtung abgiebt.
Fresenius berichtet über die von ihm in den See-
wasseraquarien des Frankfurter zoologischen Gartens auf-
gefundenen Infusorien (zool. Garten 1865. No. 3 u. A, 17 S.
mit 1 Tafel). Es sind, ausser einigen nur unvollkommen
beobachteten Formen, zwölf Arten, die einzeln von un-
serem Verf. beschrieben und abgebildet werden. Die
meisten derselben (besonders die Arten der Gen. Con-
dylostoma, Styloplotes, Uronychia) sind bisher schon als
Seewasserbewolmer bekannt gewesen. Zum ersten Male
beschrieben sind Halteria tenuicollis,, Ezq^lotes extensus^
Aspidisöa leptaspis, Oxytricha riihra, gleichfalls ein See-
bewohner, wurde von unserem Verf. nicht bloss in dem
Aquarium, sondern auch im Torfwasser aufgefunden, wäh-
rend umgekehrt Loxophyilum meleagris (vielleicht auch
Aspidisca costata), bisher bloss als Süsswasserform be-
kannt, mit den übrigen Arten zusammen das Aquarium
bewohnten. Avich Vaginicola crystallina lebt in dem
Frankfurter Seewasser, ist aber auch früher schon einmal
im Seewasser beobachtet.
Die von Die sing begonnene „Revision der Prothel-
minthen" enthält in ihrem ersten Theile (Sitzungsber. der
math. naturw. Gl. der k. Akad. der Wissenschaften 18Ü5.
Bd. LH. S. 287 — 402) eine systematische Zusanimenstel-
lung unserer neueren Erfahrungen über die von dem Verf.
bekanntlich als Mastigophora bezeichneten Inf. flagellata.
Der zweite Theil (ebendas. S. 505—580) behandelt die
Ciliaten (Amastiga Dies.) mit Ausschluss der Vortlcelli-
nen und Stentorinen, die Verf. bekanntlich den Bryozoen
überweist.
Ninni handelt (Atti dell imp. reg. Instituto Veneto
1864. P. X. p. 1203) über die schon früher in unseren Be-
richten erwähnte Epidemie, der die Krebse der Lombar-
dei und Venetiens fast aller Orten erlegen sind, und lie-
fert eine Beschreibung und Abbildung der Vaginicolen,
deren Parasitismus ( an den Kiemen ) wahrscheinlicher
Weise die tödtliche Krankheit verursacht hat.
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 143
2. Rhizopoda.
Die Rbizopoclen schliessen sich nacb Kölliker's
Darstellung (Icones liistologicae 1. c.) durch den einfa-
chen Bau ihrer Leibessubstanz eng an die Infusorien an,
indem sie vorzugsweise aus einfacher contractiler Sub-
stanz bestehen, in der sich nicht einmal besondere Or-
gane, noch auch eine Scheidung in einen festern und flüs-
sigem Theil unterscheiden lassen. Trotzdem aber ist
Verf. der Ansicht, dass sie eher als höhere Organismen
aufzufassen sind und mehrzellige Wesen darstellen, de-
ren Elemente freilich alle mit einander verschmolzen sind.
Die in die homogene Substanz eingelagerten Körner zei-
gen je nach den Nahrungsverhältnissen einen merklichen
Wechsel, so dass man annehmen muss, dass sie aus der
Nahrung sich bilden und beständig entstehen und verge-
hen. Die Innenfläche der Schale ist überall von einer un-
verkalkten Cuticula überzogen, die auch die Porenkanäle
auskleidet und durch Ausziehen der Kalksalze isolirt
dargestellt werden kann. Verf. hält dieselbe für die
eigentliche Grenze des Thierleibes und lässt die Kalk-
schale durch Auflagerung von Aussen her darauf sich bil-
den und zAvar durch einen aussen auf der Schale aufliegen-
den dünnen Belag von Sarkode, der gewissermassen eine
zweite weiche Cuticula darstelle. Die Radiolarien werden
von unserem Verf. in genauem Anschluss an die Darstel-
lung von Haeckel behandelt. Sie zeigen im Wesent-
lichen eine grosse üebereinstimmung mit den Rhizopo-
den, unterscheiden sich davon aber durch ihre unzweifel-
hafte Vielzelligkeit. Die Centralkapsel dürfte möglicher-
weise als eine Zelle mit eigenthümlich umgebildetem Inhalt
zu betrachten sein, obwohl ihre kolossale Grösse manches
Bedenken erregt. Die Skeletbildungen werden als Aus-
scheidungen im Innern der Sarkode in Anspruch ge-
nommen.
Kühne unterwirft die physiologischen Eigenschaf-
ten des Protroplasma einer experimentellen Prüfung (Un-
144 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tersuchungen über das Protoplasma und die Contractilität,
Leipzig 1864. 158 S. in Octav) und entwickelt dabei An-
sichten; die im Wesentlichen — so weit sie uns hier in-
teressiren — mit den Anschauungen M. S c hui tze's über-
einstimmen. Die Bewegungserscheinungen von Amoeba
(S. 39—53) und Actinophrys Eichhorni (S. 54—68) finden
dabei in gleicher Weise, wie auch die der Myxomyceten
Berücksichtigung. Von den zahlreichen interessanten
Resultaten der hier mitgetheiiten Experimente erwäh-
nen wir nur das eine, dass die Contraction aller der
hier namhaft gemachten Organismen auf äussere (electri-
sche) Reize eintritt und die Anwesenheit von Sauerstoff
voraussetzt.
Reichert's Mittheilungen über die sog. Körnchen-
bewegung an den Pseudopodien der Polythalamien (Ar-
chiv für Naturgeschichte 1864. S. 191— 194) enthalten eine
Replik gegen M. Schnitze, die sachlich nichts Neues
bringt.
Dagegen aber haben die neueren Untersuchungen
Reichert's „über die contractile Substanz und deren
Bewegungserscheinungen bei den Polythalamien und eini-
gen anderen niederen Thieren" (Monatshefte der Berl.
Akad. 1865. S. 491—502 und Zeitschrift für Anat. und
Physiol. 1865. S. 749—761), die an Gromia oviforrais an-
gestellt sind, zu Resultaten geführt, welche von den früheren
Aufstellungen des Verf.'s mehrfach verschieden sind und
sich in unverkennbarer Weise an die seit Dujardin-
Schultze fast allgemein verbreitete Sarkodetheorie an-
nähren. Der Verf. giebt jetzt wenigstens so viel zu, dass
die contractile Substanz der Rhizopoden der zusammenge-
setzten Struktur entbehrt und eine eigene Form der con-
tractilen Gewebe repräsentirt, die — im Gegensatze zu
der Muskelfaser — bei der Zusammenziehung in der
Längsrichtung wächst und ausser der Contraction auch
noch andere Funktionen (Assimilation) besitzt. Auch die
Existenz von wirklichen Verästelungen wird jetzt aner-
kannt. Nur insofern ist Verf. unverändert der früheren
Ansicht geblieben, als er die Existenz einer Körnchen-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 145
Strömung leugnet und die scheinbaren Körnchen nach wie
vor als optische Trugbilder (Ausdruck schlingenförmiger
Contractionswellen) in Anspruch nimmt. Die durch die
Contraction verschobenen Theilchen sollen nach der Rück-
kehr in den Ruhezustand genau wieder in 'der Ordnung
und in dem Lagenverhältnisse vorliegen, in welchem sie
sich beim Beginne der Contraction befanden.
Haeckel handelt „über den Sarkodekörper der
Rhizopoden^ (Zeitschrift für wissensch. Zool. 1865. Bd. XV.
S. 342— 370 mit Taf. XXVI) und spricht sich dabei auf
Grund umfassender älterer, wie neuerer Untersuchungen
entschieden und überzeugend für die S c hui tze'sche An-
sicht von der Protoplasmanatur des Rhizopodenparenchym.s
aus. Die — ältere — Auffassung von Reichert bezeichnet
er in allen Beziehungen als vollkommen verfehlt und in
keiner Weise der Natur entsprechend. Dass die strömenden
Körner keine Contractionserscheinungen (Schlingen); son-
dern genuine Bestandtheile des Rhizopodenkörpers sind,
geht schon daraus hervor, dass sie sich physikalisch und
chemisch von der Sarkode unterscheiden und bei man-
chen Acanthometriden durch eine mitunter sehr pronon-
cirte rothe Färbung auszeichnen. Verf. Kalt dieselben
für assimilirte Substanzen, welche durch die chemische
Thätigkeit der verdauenden Sarkode aus den aufgenom-
menen Nahrungsbestandtheilen gebildet sind und später
selbst wieder in Sarkode umgebildet werden. So viel ist
jedenfalls gewiss, dass die Quantität der Körnchen je
nach der Menge der aufgenommenen Nahrung grossen
Schwankungen unterliegt. x\uch die extracapsulären gel-
ben Zellen werden nicht selten von der strömenden Be-
wegung stärkerer Pseudopodien erfasst und fortgerissen.
Lässt man auf einen Büschel ausgestreckter Pseudopodien
einen starken mechanischen oder chemischen Reiz einwir-
ken, so ziehen sich dieselben, indem sie kürzer und dicker
werden, zurück und verschmelzen zu einer vollkommen
homogenen Gallertmasse. Das Material, welches den
neueren Untersuchungen unseres Verf.'s zu Grunde liegt,
ist von demselben in Nizza und Villa franca zusammen-
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. K
146 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gebracht. Es bestand aus 26 verschiedenen Radiolarien,
von denen die grössere Mehrzahl von unserem Verf.
schon früher in Messina beobachtet und in seinem gros-
sen Radiolarienwerke (J. B. 1862. S. 292) beschrie-
ben ist.
Die neuen Arten {Acanlhodesmia polybrocha , Cystidosphaera
echinoides, Heliosphaera capillacea, Lilholoplws ligurintis, Ac tinelius
purpureus, A. pallidiis) gehören bis auf die zwei letztgenannten schon
bekannten Gattungen an. Das neue Gen. Actinelius, welches
diese beiden bilden, ist eine Acanthometride, die sich dadurch cha-
rakterisirt, dass die kuglige Centralkapsel derselben von einer
unbestimmten Anzahl unsymmetrisch vertheilter radialer Stacheln
durchbohrt wird, welche in deren Centrum mit keilförmig zuge-
spitzten Innern Enden in einander gestemmt sind. Bei Acanthodesmia
polybrocha Hess sich mit aller Sicherheit feststellen, dass das Kiesel-
skelet direkt (durch Verkieselung) aus der Sarkode hervorgeht.
Ausser den hier erwähnten Radiolarien beschreibt Verf. noch
einen andern verwandten Organismus, der vielleicht den einfach-
sten Typus in der Classe der Rhizopoden und zugleich eines der
allerniedrigsten Wesen in der gesammten Organismenwelt reprä-
sentiren dürfte. Es ist ein nackter und einfacher, vollkommen ho-
mogener Sarkodeklumpen von ziemlich ansehnlicher Grösse, der
keinerlei Differenzirung und Organisation, selbst nicht einmal einen
Kern erkennen lässt und nach allen Seiten zahllose feine Pseudopo-
dien ausstrahlt. In hohem Grade contractu, vermag der Körper
sich je nach Umständen in eine dünne Fläche auszubreiten und
fremde Körper von ansehnlicher Grösse zum Zwecke der Verdauung
vollständig zu umfliessen. Auch eine Theilung in zwei völlig
gleichartige Körper wurde beobachtet. Verf. schlägt zur Bezeich-
nung dieses merkwürdigen Organismus, dem sich vielleicht die
Amoeba porrecta Seh. am nächsten anschliesst, die Benennung F /• o-
t o g e ne s primordialis vor.
Im Gegensatze zu den Angaben von Kölliker
und anderen Forschern behauptet Clark, dass die sog.
Vacuolen von Actinophrys vollständige Zellen seien, die
in eine amorphe Zwischensubstanz eingelagert wären.
Durch Hülfe eines ausgezeichneten Linsenapparates will der-
selbe die Wandungen dieser Zellen deutlich unterschieden
haben. Die Pseudopodien, die der amorphen Zwischen-
substanz zugehörten, sollen mit den Zellen der periphe-
rischen Lage alterniren. On the cellular structure of
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 147
Actinophrys Eichhorni, Silliman's Amer. Journ. Sc. and
arts. 1864.' p. 331, 33i.
Carter handelt über englische und indische Süss-
wasserrhizopoden und macht bei der Beschreibung der
einzelnen Arten mancherlei Angaben über den Bau und
die Beschaffenheit ihrer Elementartheile.- On fr esh water
Rhizopoda of England and India, with illustrations, An-
nais and Mag. nat. bist. 18(i4. T. XIIL p. 18-39. Tab. I u. IL
Als neu beschreibt Verf. Amoeba monociliala von Bombay
(mit einer starken Geissei und Zotten am hinteren Körperende),
Difßugia. compressa Engl., D. urceolala ebendah., D. Bombayensis,
D. elliptica Bombay , D. peltigeracea Engl. , Euglypha compressa
ebendah., Actiiiophrys paradoxa }iomh2iy, Acanthocystis turfacea Engl.
Von bekannten Arten berücksichtigt Verf. bes. Echinopyxis aculeata
Ehrbg., Arcella vulgaris Ehrbg., A. patens Gl. et L., Cyphoderia
raargaritacea Schlum., Actinophrys Eichhorni Ehr., die er mit Aus-
nahme der vorletzten sämmtlich in Bombay auffand. Amoeba qua-
drilatera Cart. sah Verf. in einem Uhrgläschen sich mit einer ge-
stielten Kapsel umgeben. Was der Verf. früher als Stärkemehlkügel-
chen in Anspruch nahm, wird jetzt als Fortpflanzungskörper ge-
deutet (Diffl. compressa), obwohl der Beweis für die Kichtigkeit
dieser Auffassung nirgends geliefert ist. Der Ursprung der be-
treffenden Gebilde wird auf den Kern zurückgeführt (xircella vulga-
ris). Euglypha und Cyphoderia besitzen einen Körper, der in der
Mitte eingeschnürt ist. Die vordere Hälfte allein dient zur Ver-
dauung, W'ährend die helle hintere Hälfte den Kern und zahlreiche
scharf begrenzte Körner in sich einschliesst. Auf der Grenze bei-
der ^btheilungen unterscheidet mau (Euglypha) zwei pulsirende
Bläschen.
Wal lieh unterwirft — nach dem Beispiele Car-
penter's — die Frage nach der Variabilität der be-
schälten Süsswasserrhizopoden einer näheren Untersuchung
und findet dabei, dass die Mehrzahl nicht bloss der bis-
her unterschiedeneu Arten^ sondern auch der aufgestell-
ten Genera unhaltbar sei. Weder Form, noch Grösse,
noch Beschaffenheit der Schale geben nach den umfang-
reichen Beobachtungen unseres Verf.'s sichere Unter-
scheidungsmerkmale ab, da die chemische und physika-
lische ßeschaftenheit des Wassers, so wie das Körperge-
wicht und andere äussere Umstände vielfach modilicirend
148 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
auf dieselben einwirken. Nur zwei Genera betrachtet
Verf. als natürlich^ das Gen. Diffiugia (mit Arcella), das
durch die Beschaffenheit seines Körperparenchyms und
seiner Pseudopodien an Amoeba sich anschliesse, und
das Gen. Euglypha (mit Cyphoderia und Lagynis), das
mehr mit Actinophrys verwandt sei. In dem erstem wird
bloss eine einzige Art (D. proteiformis Ehrbg.) mit meh-
reren Subspecies und Varietäten unterschieden (D. mitri-
formis Wall._, D. globularis Duj., D. Arcella Ehrbg., D.
marsupiformis Wall.), in dem andern zwei Species (E. al-
veolata Ehrbg. und E. margaritacea Schi.) On the extend
and some of the principal causes of structural Variation
among the difflugian rhizopods. Ann. and Mag. nat. bist.
T. XIII. p. 215-245. PL XV u. XVI.
Euglypha spinosa und E. globosa, zwei neue indische Arten
mit sehr charakteristischer Schalenbildung , beschreibt Carter,
Ann. and Mag. nat. hist. Vol. XV. p. 290 mit Abbild.
Parker und Jones behandeln in der Fortsetzung
ihrer verdienstvollen Untersuchungen „on the nomencla-
ture of the Foraminifera" gemeinschaftlich mit Brady
(Annais and Mag. nat. hist. 1865. T. XV. p. 225— 232 u. T.
XVI. p. 15—41) die Arten von Bat seh und die 1826 von
d'Orbigny herausgegebenen (hundert) Foraminiferen-
modelle. Der letztern Abhandlung sind einige Bemer-
kungen über die von Reuss und F ritsch (1866) ge-
arbeiteten und gleichfalls in einer Centurie verkäuflichen
Gypsmodelle hinzugefügt.
Von faunistischen Arbeiten haben wir zu nennen
Brady, on the rhizopodal Fauna of the Shetlands, Trans-
act. Linnaean Soc. T. XXIV.
Desselben Catalogue of the recent Foraminifera
ofNorthumberlaad andDurham,Nat. bist. Transact. Northh.
and Durh. Vol. I. PL XII und
Parker and Jones, on some Foraminifera from
the North-iVtlantic and Arctic Oceans, including Davis
straits and Baffin's Bay, Philos. transact. 1865.
Referent hofft im nächsten Berichte diese Arbei-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 149
ten, die er bis jetzt noch nicht gesehen hat, specieller
berücksichtigen zu können, und erwähnt einstweilen nur
so viel, dass dieselben sowohl in zoologischer, wie auch
in thiergeographischer Hinsicht mancherlei Interesse dar-
bieten sollen.
Gray hebt gegen M. Schnitze die Verschieden-
heit seines Gen. Pustularia von Polytrema hervor und
stellt in Abrede, dass die Kieselnadeln in Polytrema und
Carpentaria von parasitischen Spongien herrührten. An-
nais and Mag. nat. bist. 1864. T. XIII.
Wallich erklärt sich dagegen sehr entschieden zu
Gunsten der S chu 1 tze'schen Ansicht von der Abstam-
mung dieser Kieselnadeln und macht für dieselbe die
Thatsache geltend, dass sich die Skeletstücke der Fora-
miniferen — und mit Ausnahme der Dictyochiden auch
der Polycystinen — niemals um einen Achsenfaden (va-
cuolar or sarcodous stolon) herum bildeten. On the
process of mineral deposit in the Rhizopods and Öponges,
as affording a distinctive character. Annais and Mag,
nat. bist. 1864. T. XIII. p, 72—82.
Auch bei Globigerina und Haliorama sieht man
nicht selten Spongiennadeln und selbst pelagische Dia-
tomeen in dem Innenraume der Kammern. Ibid.
Von fossilen Foraminiferen erwähnen wir hier —
ausnahmsweise — das merkwürdige Eozoon canadense,
dessen gigantische Massen in Canada tief unterhalb des
silurischen Systems vorkommen und mit Nummulites die
meiste Verwandtschaft zu haben scheinen. Vergl. Car-
penter, on the structure and Affinities of Eozoon cana-
dense, Proceed. roj. Soc. 1864. Dec, Annais and Mag.
nat. bist. 1865. Vol. XV. p. 525—328. In neuerer Zeit
ist dieses merkwürdige Fossil übrigens auch in Europa
mehrfach aufgefunden.
Die schon im letzten Jahresberichte (S. 167) ange-
zogenen wichtigen Beobachtungen von Cienkowsky
über die Monaden und deren amöboide Zustände bilden
in weiterer Ausführung den Gegenstand einer höchst in-
teressanten Abhandlung, die unter dem Titel: „Beiträge
150
Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
zur Kenntniss der Monaden" in dem Archiv für mikr.
Anatomie I. S. 203-232 (Tab. XII-XIV) erschienen ist
und über die Natur dieser niedrigsten thicrischen W esen
eine neue Perspective zu eröffnen scheint. Als Monaden
bezeichnete unser Verf. früher diejenigen einzelligen Cxe-
schöpfe, deren Schwärmsporen in Amöbenzusland über-
gehen und nach Amöbenart fremde Körper nls Nahrungs-
stoffe in sich aufnehmen. Die Bildung der Sclmärm-
sporen geht im eingekapselten Zustande vor sich, der
sieh unmittelbar nach der Aufnahme der Nahrung -noch
vor Verdauung derselben - ungefähr in derselben Weise
entwickelt, wie bei Trachelius. Der Verf. hat sich übn-
o-ens davon überzeugt, dass nicht alle Monaden Zoospo-
ren mit Flimmerhaaren erzeugen, vielmehr manche dersel-
ben durch Theilung ihres Inhaltes direkt Amöben produ-
ciren die in vierfacher Anzahl neben einander entstehen
und durch die Form ihrer Pseudopodien an Actinophrys
erinnern. Hiernach thcilt Verf. die Monaden in zwei Grup-
pen : Zoosporeae und Tetraplastae. In der ersten Gruppe un-
terscheidet derselbe sodann drei Gattungen: Monas, Fi^eu-
dospora und Colpodella. Die erste (mit Monas amyl>)
ist dadurch ausgezeichnet, dass die zugehörigen Amöben
der contractilenVacuolen und Oytoblasten entbehren, die
bei Pseudopora beide vorhanden sind. Fs. volvociB n_sp.
lebt anVolvoxcolonien, die durch Verschlucken der Ein-
zelzellen allmählig völlig ausgeplündert werden. Be_i Gol-
podella fehlt der amöboide Zustand völlig. Die einzige
bekannte Art, C. pugnax n. sp., durchbolu;t - trotz Abwe-
senheit eines festen Organs - die Zollhülle der Chla-
midomonaden und nimmt mit dem hintern, dem Flimmer
haare gegenüberstehenden Körperende den Inhalt der-
selben vollständig in sich auf. Bei Bodo, die gleichfalls
hierher gehören dürfte, geschieht die Nahrungsaufnahme
durch Umhüllung. Bei eintretendem Wassermangel um-
o^iebt sich der Schwärmer mit einer derbhäutigen Kapsel,
aus welcher derselbe auch nach längerer Trockniss durch
Benetzen wieder hervorkriecht. Die Monaden, welche
in ihren Zellen statt der Schwärmer actinophryidenartige
der niederen Thiere während der J. 1864 — 1865. 151
Amöben erzeugen, lassen sich in zwei Gattungen Vampy-
rella n. iind Nuclearia n. eintheilen. Zu der ersten
gehören rothe Amöben ( Vampyr. spirogyraen.j V. pendula^
V. vorax, von denen die letztere durch Umhüllung fremde
Körper, meist Diatomeen , in sich aufnimmt , während
die erstem Algen anstechen), zu der zweiten ähnliche,
aber farblose mit Cjtoblasten versehene Amöben {ß. de-
licatula mit mehreren Cjtoblasten, N. simplex mit nur
einem). Die Nahrungsaufnahme von Nucl. delicatula ge-
schieht durch Hülfe langer Pseudopodien, die in Confer-
venfäden versenkt werden und sich hier vielfach verä-
steln, während Vampyrella dieselben in ähnlicher Weise,
wie Colpodella aussaugt. Die Aehnlichkelt , die diese
Amöben mit Actinophrys zur Schau tragen, veranlasste
Verf. auch die letztern in den Kreis seiner Untersuchun-
gen zu ziehen, und bot ihm Gelegenheit, auch bei diesen
Thieren die Existenz eines Ruhezustandes mit nachfolgen-
der Theilung und Encystirung der Theilstücke zu beob-
achten.
Zu der Gruppe der Monaden gehört sonder Zwei-
fel auch das von Carter (Ann. and Mag. nat. hist. Vol.
XV. p. 289 mit Abb.) als neu beschriebene C oll o die-
tyon triciliatumj das folgende Diagnose trägt:
Pyriform, straight or slightly bent upon itself, bifid
at the small extremity, at the larger one an indentatlon,
from w^hich spring three cilia. Structure transparent,
cancellated, composed of globular cells, with a strongly
marked greenish granule here and there in the triangu-
lär Spaces between them. Locomotive, swimming by
means of the cilia; subpolymorphic , flexible, yielding,
capable of assuming a globular form or one more or less
modified by the body it may incept ; enclosing crude ma-
terlal for nourishment in stomachal spaces and ejecting
the refuse, like Amoeba. Provided with a nucleus and
contracting vesicles. Bombav.
152 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
3. Ciregariuae.
Durch die Beobachtungen Lieberkühn's (Beitrag
zur Kenntniss der Gregarinen, Archiv für Anat. und
Physiol. 1865. S. 508—511) wird es ausser Zweifel ge-
stellt, dass die Bewegungen der Gregarinen durch die
Contractionen der nicht selten — wie Leidy und Ref.
schon vor vielen Jahren nachgewiesen haben, (J. B. 1852.
S. 158) — längsgestreiften Corticalschicht bedingt wer-
den. Bei dem Regenwurme findet man nicht selten
grössere und kleinere Gregarinen im Inneren von Zellen,
besonders von Samenzellen, die mit den Cystenmembranen
nicht verwechselt werden dürfen, die man mitunter gleich-
falls im Umkreis einzelner noch beweglicher Gregarinen
antrifft. Zur Bildung der Pseudonavicellen ist die Ein-
kapselung nicht in allen Fällen nothwendig, wie man
gleichfalls bei dem Regenwurme constatiren kann. Eben
so wenig ist es allgemein gültig, dass die Gregarinen
in den sog. Ruhezustand übergehen müssen, wenn es zur
Psorospermienbildung kommen soll, vorausgesetzt aller-
dings, dass man nach Leyd ig's Vorgang die Psorosperm-
behälter der Fische als Gregarinen in Anspruch nimmt.
Mayer macht (Archiv für Anat. und Physiol. 1864.
S. 264) darauf aufmerksam, dass er schon mehrere Jahre
vor J. Müller die Psorospermien der Fische beobachtet
und beschrieben habe.
Lindemann überzeugt sich (Bullet. Soc. imp.
Moscou 1865. p. 282), dass die bei den Mordwinen der
Wolga in ungeheurer Menge schmarotzenden Läuse und
Phthirien in ihrem Darme sämmtlich Gregarinen und
Psorospermienbehälter enthalten, und constatirt auf expe-
rimentellem Wege, dass die von ihm an den Haaren be-
obachteten Psorospermien (vgl. hierüber weiter 1. c. 1863.
p. 425) von diesen Parasiten abstammen. Wenn Verf.
aber auf eine Identität dieser Bildungen mit den in in-
neren Organen gelegentlich aufgefundenen Psorospermien
zurückschliesst und die Behauptung ausspricht, dass die-
der niederen Thiere während der J. 1864—1865. 153
selben durch die Benutzung von CoifFuren mit Psorosper-
mienhaaren entständen — ^man erkläre den Damen die
Bedeutung ihrer Coiffuren, und es wird eine geringere
Anzahl Unschuldiger der Wassersucht^ der Angina pec-
toris und anderen Krankheiten unterliegen" — so dürfte
solches denn doch erst des Beweises bedürfen.
Nach den Beobachtungen Stieda's (Archiv für pa-
tholog. Anat. Bd. XXXII. S. 150. Tab. III.) gehen die
bekannten Psorospermien der Kaninchenleber ausserhalb
ihres Trägers eine weitere Entwickelung ein^ indem der
körnige Inhalt derselben in vier kleinere Kugeln zerfällt,
deren eines Segment zu einem gekrümmten diaphanen
Stäbchen mit Endanschwellungen wird. Verf. beobach-
tete diese Phase nach sechswöchentlicher Aufbewahrung
in verdünnter Chromsäure und ist der Meinung, dass die
betreffenden Gebilde sehr frühe Entwickelungsstufen eines
thierischen Parasiten seien. Die jüngsten Psorospermien
sind einfache kleine Körnerhaufen, die — wie es Ref. auch
für die Katze und das Schaf bestätigen kann — zwischen
die Epithelzellen eingelagert sind und sich hier mit einer
Schale umkleiden.
In den Psorospermienschläuchen eines trichinisirten
Maskenschweines fand Pagenstecher (Verhandl. des
med. naturhist. Vereins zu Heidelberg 1865. Bd. IV. S. 21)
ausser den gewöhnlichen Bildungen zahlreiche Spermato-
zoiden ähnliche Körperchen , deren Köpfe etwa zehn
Mal kleiner waren, eine längliche Form besassen und
in der Mitte eine Einschnürung erkennen Hessen. Die
Schwänze waren deutlich zu beobachten und befähigten
die Körperchen zu einer raschen Bewegung.
Kühn hebt (Mittheilungen des landwirthsch. Insti-
tutes der Universität Halle 1865. S. 68) die Thatsache
hervor, dass die „Psorospermien" dieser Schläuche gruppen-
weise in grössere Blasen eingeschlossen seien. Der Borsten-
besatz auf derCuticula der Schläuche wird in Abrede gestellt
und mit Virchow (Archiv f. pathol. Anat. 1864. Bd.XXII.
S. 357) irrthümlicher Weise auf anhängende Fleischfasern
zurückgeführt. Uebrigens ist Verf. der Meinung, dass diese
154 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc.
sog. Psorospermienschläuche keine parasitischen Thiere,
sondern Pflanzen seien, die der Gruppe der Mycophyceten
zugehörten und im Wesentlichen mit den Chvtridieen
übereinstimmten. Am nächsten sollen sie der Gattung
Synchytrium de ßary stehen, die dadurch charakterisirt
ist, dass aus einer Zoospore mehrere zu einem Sorus ver-
einigte Sporangien sich bilden. Bis zur vollständigen
Aufklärung ihrer Naturgeschichte möchte Verf. unsere
Gebilde desshalb denn auch diesem Genus (als S. Mie-
scherianum) zurechnen. Verf. beobachtete die Schläuche
auch bei Hühnern.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1865.
Von
Troschel.
Reichert lieferte einen Beitrag zur feineren Ana-
tomie der Gehörschnecke des Menschen imd der Säuge-
thiere, mit 3 Tafeln. Abhandl. der Berliner Akad. 1864.
p. 1—60.
In dem zweiten Hefte der ^Untersuchungen zur ver-
gleichenden Anatomie der Wirbelthiere. Leipzig 1865"
behandelte Gegenbaur p. 1^135 den Schultergürtel
der Wirbelthiere. Ein Auszug aus dieser wichtigen Ar-
beit würde in unseren Berichten zu viel Raum erfordern.
Die Hand und der Fuss, ein Beitrag zur verglei-
chenden Osteologie der Menschen , Affen und Beutel-
thiere von Lueae. Abhandl. der Senckenbergischen na-
turforschenden Gesellsch. V. p. 275—332 mit 4 Tafeln.
Verf. vergleicht diese Organe des Menschen mit einer
ziemlichen Anzahl von Affen, des Gorilla, Chimpanse,
Drang, Hylobates leuciscus, Colobus guereza, Cynoce-
phalus mormon und hamadryas, Gebus capucinus, Otoli-
cnus senegalensis, und einigen Beutelthieren, Phalangista
ursina und Phascolarctos cinereus. Verf. schliesst: Somit
sind denn allein bei dem Menschen die Endglieder der
Extremitäten in Hand und Fuss vollständig geschieden
und in ihren Functionen vollkommen getrennt.
Seh weigger-Seid e 1 hat in M. Schnitzes Archiv
für mikroskopische Anatomie I. p. 309 die Samenkörper-
chen mehrerer Säugethiere beschrieben und abgebildet.
156 Troschel: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
Es kommt ihm besonders darauf an zu zeigen, dass sie
nicht homogene Gebilde sind, sondern in mehrere durch
Form und chemisches Verhalten wohl unterscheidbare
Abschnitte zerfallen.
Von la Valette St. George schrieb ebenda
p. 402 über die Genese der Samenkörper.
His stellte Untersuchungen über den Bau des Säu-
gethier-Eierstockes an. M. Schultze's Archiv für mikros-
kopische Anatomie L p. 151—202 mit vier Tafeln.
Ebenso Kupffer über die Entwickclung des Harn-
und Geschlechtssystems ib. p. 233—248 mit einer Tafel.
Bekanntlich hat Thury vor einigen Jahren eine
Theorie aufgestellt in Betreff der Entstehung der Ge-
schlechter beim Menschen und bei den Säugethieren. Sie
geht im wesentlichen dahin, dass wenn das vom Eierstock
abgelöste Ei in der ersten Hälfte der Befruchtungsfähig-
keit befruchtet wird, ein weibliches Thier entstehe, da-
gegen in der zweiten Hälfte ein männliches. Thury
hatte seine Beobachtungen bei solchen Thieren angestellt,
die nur ein Junges gebären. Nun hat Coste Tliiere
untersucht, die mehrere Junge zugleich zur Welt bringen,
und er fand das Gesetz hier nicht bestätigt. Bei Kanin-
chen lagen die verschiedenen Geschlechter in dem Uterus
ohne Regel durcheinander. Comptes rendus 8. Mai 1865;
Revue et mag. de zoologie 17. p. 174.
Thury giebt Gründe an, weshalb er solche Säuge-
thiere zu seinen Untersuchungen gewählt hat, welche
nur ein Junges zur Welt bringen, und fährt weitere Ex-
perimente an. Actes de la soc. helvetique des sc. nat.
reunie a Geneve p. 97.
Doebner schrieb über die Farbenabänderungen
der ^Säugethiere und Vögel, namentlich in Weiss und
Schwarz. Zool. Garten p. 3. Er zählt die Säugethiere
auf, von denen die Königl. Central - Forstlehranstalt zu
Aschaffenburg weiss abgeänderte Arten besitzt.
In einem besonderen Buche „die Zug- und Wander-
thiere aller Thierklassen in populärwissenschaftlichen Dar-
stellungen und Schilderungen von Carl Cornelius.
der Säugethiere während des Jahres 1865 157
Berlin ISQb'^ sind p. 11 — 62 die wandernden Säugethiere
behandelt. Den Wanderratten^ Lemmingen, den Walfi-
schen und vielen anderen wird daselbst vorzugsweise Be-
achtung geschenkt.
lieber die Ueberwinterung der Säugethiere im zoo-
logischen Garten zu Frankfurt a. M. giebt Max Sclimidt
einige beachtensw^erthe Andeutungen. Zool. Garten p. 293.
In „Bilder und Skizzen aus dem zoologischen Garten
in Hamburg von Brehm und Zimmermann. Hamburg
1865^ finden sich mehrfache Schilderungen von Säuge-
thieren : die Hirsche p. 1 — 20, der Wombat p. 80 — 85, die
Affen (Schimpanse, Nachtaffen, Fuchsmaki) p. 116 — 130,
die Raubthiere (Polarfuchs, Rothluchs, Karakal, Silber-
lucbs, Prairiewolf, Indischer Schakal, Wolfshund, Scha-
brackenschakal, Schleichkatzen, Rasse, Fischotter) p. 214
—261, die Känguruhs p. 262—270, die Nagethiere (Mexi-
canischer Greifstachler , Wasserschwein), das Mähnen-
schaf p. 280 — 283. Der Text von Brehm ist eine ange-
nehme Leetüre, für ein grösseres Publicum bestimmt ;
die Bilder in Holzschnitt von Zimmermann sind sehr
lebendige hübsche Darstellungen.
Pagenstecher hat im zool. Garten p. 280. die
geographische Verbreitung der Thiere in geistreicher Auf-
fassung behandelt, und dieselbe namentlich an den Säu-
gethieren der einzelnen Erdgegenden erläutert. Verf.
nimmt 8 Faunalgebiete als hinlänglich gesondert an, und
wenigstens 5 Perioden wesentlich verschiedener Land-
und Faunal-Verbindungen sind anzunehmen, um die Ver-
wandtschaften jetzt getrennter Gebiete zu erklären. Diese
Perioden werden als 1) die der Beütler, welche Austra-
lien mit Amerika, 2, die der Edentaten, welche Asien,
Australien, Amerika und Afrika, 3) die der Halbaffen,
welche Africa, Asien und Madagascar, 4) die der Einhufer
und Elephanten, welche Asien, Afrika Europa und Ame-
rika verbanden, 5) die der Hörn- und Geweihtragenden
Wiederkäuer, welche ein charakteristisches Contingent zu
der nördlichsten neuesten Thierausbreitung bildeten, wäh-
rend in einem andern Abschnitt derselben die sehr be-
158 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
zeichnende partielle Entwickelung der Antilopen Afrika's
fällt. Auf einer Karte sind die Faunengebiete mit Far-
ben bezeichnet.
Sur les indications que peut fournir la Geologie,
pour l'explication des differences que presentent les
faunes actuelles, par M. Pu eher an. Revue et magasin
de Zoologie 17. Verf. erörtert in einer Reihe von Ar-
tikeln eine Anzahl von Faunengebieten, namentlich in
Rücksicht auf Säugethiere und Vögel. Es würde zu weit
führen hier die interessanten Einzelheiten auszuziehen,
zumal die Arbeit in dem vorliegenden Jahrgange noch
nicht abgeschlossen ist.
Für die Förderung der Kenntnisse einzelner Faunen
sind folgende Arbeiten zu erwähnen;
lieber die Säugethiere des nördlichen und westli-
chen Theiles von Island giebt Eins t er walder in der
Zeitschr. für die gesammten Naturw. 26. p. 323 einige
Notizen. Polarfüchse und Eisbären kommen vor, ausser-
dem lebt keinerlei Säugethier in den Bergen, da die
Rennthiere allein im Osten Islands im wilden Zustande
vorkommen.
Zu der im Jahr 1853 veröffentlichten Fauna des
Charkowschen Gouvernements fügt Czernay Bulletin
de la soc. imp. de Moscou 38. p. 60 vier Säugethiere
hinzu, nämlich: Vesperugo Nathusii Kays. Blas., Mustela
EversmanniLichtst., Cricetus frumentarius PalL var. nigra
und Hypudaeus glareola Schreb.
Barboza du Bo c ag e verzeichnete fünf seltene
Säugethiere aus Westafrika, welche sich im Museum zu
Lissabon befinden: Gaiago Monteirii Barth, Zorilla albi-
nucha Gray, die Verf. lieber Z. flavistriata nennen möchte,
Bdeogale nigripes Puch., Crocidura aequatorialis Puch.
und Bayonia velox (Cynogale velox du Chaillu). Letzteres
Thier, welches du Chaillu zu den Carnivoren, Gray unter
dem Namen Mythomys velox zu den Nagern zählte, ist
ein Insektivore und wird beschrieben, auch sein Schädel
abgebildet.
der Säugethiere während des Jahres 1865. 159
Peters zählt 11 Säugethiere auf, die von Wel-
witsch in Angola beobachtet wurden Proc. zool^soc. p. 400.
Newton nennt vier Säugethiere, welche Gerrard
zu Mohambo in Madagascar gesammelt hat : Microrhyn-
chus laniger, Pteropus Edwardsii, Vesperus minutus und
Ericulus nigrescens. Proc. zooi. soc. p. 833.
Armand David brachte Notizen über die Fauna
von Pekin. Der Tiger ist nicht selten; häufiger noch
der Leopard. Drei Arten Wölfe und zwei bis drei Füchse
sollen dort leben. Die Pelzthiere, wie der Seeotter und
der Marder sind sehr selten geworden. Ein Hase kommt
vor, das Stachelschwein, der Dachs und zwei Maulwürfe.
Capreolus pygargus und Antilope gutturosa sind sehr
häufig. Nouvelles archives du museum 1. Bulletin p. 7.
lieber die Thierwelt Australiens hielt Pagenste-
cher in Frankfurt a. M. einen durchgearbeiteten interes-
santen Vortrag. Derselbe ist im Zool. Garten p. 441 ab-
gedruckt. Zahlreiche Bemerkungen über die Säugethier-
fauna der verschiedenen Südsee-Inseln sind eingestreut.
0. Finsch ,,Neu-Guinea und seine Bew^ohner. Bre-
men 1865^^ wirft p. 18 einen Blick auf die Säugethiere
dieser Insel, ohne jedoch näher auf dieselben einzugehen.
Nach ihm giebt es nur zwei Neu -Guinea eigenthümlich
angehörige Säugethiere.
Im dritten Bande p. 537 von Bar. v. Mülle r's
Reisen in den vereinigten Staaten, Canada und Mexico
findet sich ein Systematisches Verzeichniss der Wirbel-
thiere Mexiko's. Von Säugethieren sind daselbst 106
Arten aufgezählt, nämlich 3 Quadrumana, 17 Chiroptera,
4 Insectivora, 26 Carnivora, 43 Rodentia, 1 Multungula,
6 Bisulca, 2 Edentata, 1 Cetacea und 3 Marsupialia. Keine
neue Arten.
Zu der Beschreibung verschiedener mexicanischer
Säugethiere von Henri de Saussure in der Revue zool. von
1860 gab der Verf. in derselben Revue 17. p. 256 ein
kleines Supplement. Felis mexicana wird für identisch
mit Felis canescens Swains. erklärt; der Mazameque des
Ilernandoz war damals zu Cervus raexicanus gebracht,
160 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nun hat sich Verf. überzeugt, dass es kein Hirsch, son-
dern AntÜQcapra americana sei; Cervus cariacus von Cuba
bestätigt sich als C. nemoralis Smith.
Unter dem Titel „der Naturforscher am Amazonen-
strom. Leben der Thiere, Sitten und Gebräuche der Be-
wohner, Schilderung der Natur unter dem Aequator und
Abenteuer v^ährend eines elfjährigen Aufenthaltes von
Henry Walter Bates^ ist Leipzig 1866 eme Ueber-
setzung von des Verfassers The Naturalist on the River
Amazon 1863 erschienen. Zahlreiche Schilderungen des
Thierlebens machen das Buch zu einer angenehmen und
lehrreichen Lectilre, bereichern die Naturgeschichte, und
bilden einen werthvoUen Beitrag zu der geographischen
Verbreitung der Thiere. , .
Es ist hier der Ort, um Nachrichten über einige
Museen einzuschalten:
Zufolge der List of vertebrated animals living in
the gardens of the zoological societv of London hatte
iener zoologische Garten am 1. Januar 186d einen Reich-
thum von 272 Säugethier-Arten. Es waren 60 Quadru-
mana, 1 Chiropteron, 1 Insectivore, 66 Carnivora, 2 Pm-
nipedia, 39 Rodentia, 1 Proboscid, 66 Artiodactyla,^ 9 Fe-
rissodactyla, 1 Cetaceum, 4 Edentata, 21 Marsupialia, 1
Monotrema. Im Jahre 1862 besass der Garten 188 bau-
ffethiere, 1863 hatte er deren 229.
Aus einer besonderen kleinen Schrift ,das zoolo-
gische Museum der Königl. Universität zu Halle" von
Giebel ersehe ich, dass die Sammlung derzeit 852 Sau-
gethierbälge, 4600 Vögelbälge, über 1000 Amphibien
100,000 Insecten u. s. w. enthält, womit natürhch nicht
Arten sondern Exemplare gemeint sind.
Hyrtl hat einen Katalog des Vergleichend - anato-
mischen Museums an der Wiener medicinischen Facultat
im Jubiläums -Jahre 1865 herausgegeben, nebst einem
Anhang: Katalog der in der Privatsammlung des Heraus-
gebers befindlichen Skelete, Gehörorgane und mikrosko-
pischen Injections-Präparate. Wien 1865. 8. Es ist wohl
werth daraus mitzutheilen, dass die Summe der Präparate
der Säugethiere während des Jahres 1865. 161
beträgt: aus der Klasse der Säugethiere 1680, der Vögel
572, der Amphibien 994, der Fische 1174.
Krefft's Catalogue of the Mammalia in the Col-
lection of the Australian Museum. Sydney 1864 kenne ich
nicht aus eigener Ansicht. Er ist nach dem Muster von
Gray's List of Mammalia in the British Museum bear-
beitet und umfasst 283 Arten, nämlich '45 Primates, 62
Ferae, 59 Marsupialia, 57 Rodentia, 7 Edentata, 7 Pachy-
dermata, 35 Ruminantia und 11 Cetacea.
Quadrnmana.
Mivart hat in einem Aufsatze » Contributions towards a
more complete knowledge of the axial skeleton in the Primates«
Proc. zool. SOG. p. 545 die Wirbelsäule der Primates speciell unter-
sucht und verglichen. Er theilt dieselben folgendermassen ein:
Subordo I. A nt hr op oi dea. Fam. I. Hominidae. Gatt. Homo.
Fam. II. S imiidae. Subfam. 1. Simünae. Gatt. Troglodytes, Si-
mia , Hylobates. Subfam. 2. Semnopil/iecinae. Gatt. Semnopithecus,
Colobus , Subfam. 3. Cynopithecinae. Gatt. Cercopithecus , Macacus,
Inuus, Cynocephalus. Fam. III. Cebidae. Subfam. l.Cebinne. Gatt.
Ateles, Lagothrix, Cebus, Subfam. 2. Mijcelinae Gatt. Mycetes ; Sub-
fam. 3. Filkeciinae Gatt. Pithecia, Brachyurus. Subfam. 4. Nycti-
pithecinae. Gatt. Callithrix, Chrysothrix, Nyctipithecus. Fam. IV.
Hapalidae. Gatt. Hapale. — Subordo II. L e wwr oit/ert. Fam. V.
L emur idae. Subfam. 1. Indrisinae. Gatt. Indris ct., Subfam. 2.
Letnurinae. Gatt. Lemur ct. Subfam. 3. JSycticebinae. Gatt. Nycti-
cebus , Loris , Perodicticus, Arctocebus. Subfam. 4. Galagininae.
Gatt. Galago. Fam. VI. Tarsiidae. Gatt. Tarsius. Fam. VII.
Cheiromyidae. Gatt. Cheiromys.
Catärrhinae. Crisp beschreibt den Penis-Knochen von Tro-
glodytes niger und Simia satyrus. Proc. zool. soc. p. 48.
Murie konnte ein frisches im zoologischen Garten zu London
gestorbenes Exemplar von Presbytes albigena Gray untersuchen.
Er fand, dass dieser Affe zur Gattung Cercocebus gehöre, und nennt
ihn deshalb Cercocebus albigena. Proc. zool. soc. p. 740. Seine afri-
kanische Herkunft ist festgestellt.
Colobus guereza stimmt nach Murie sehr gut in der Anatomie
mit Semnopithecus überein. Proc, zool. soc. p. 744.
Mivart machte Proc. zool. soc. p, 43 Bemerkungen über die
Myologie von Cercopithecus sabaeus.
Flatyrrhinae. Gray charakterisirte vier neue Ateles - Arten
Arcliiv f. Natuig. XXXII. Jahrg. '2. iid. L
162 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
des Britischen Museums in Proc. zool. soc. p. 732 : Ateles grisescens
Sclater, cucuUahis, fusciceps Fräs, und vellerusus. Nähere Angaben
über das Vaterland sind nicht gegeben.
Von Ateles cucuUatus Gray giebt Murie die Maasse und
einige Bemerkungen über die Eingeweide ib. p. 739.
Gray beschreibt Proc. zool. soc. p. 824. pl. 45 einen neuen
Affen Cebus leucogetiys aus Brasilien und bringt bei dieser Gelegen-
heit die 16 Arten der Gattung, die sich im Britischen Museum be-
linden, in eine schematische Uebersicht. Die Verschiedenheit der
Scheitelhaare bietet Gelegenheit zu sechs Gruppen. Die neue Art
hat die Scheitelhaare zurückgebogen , eine kurze aufrechte Leiste
über jeder Augenbraue bildend. Farbe schwärzlich.
C. Wagner beobachtete zwei Monate hindurch einen leben-
den Nachtaffen (Nyctipithecus trivirgatus) in der Gefangenschaft.
Zool. Garten p. 304.
Sahuis. Giebel vergleicht Zeitschr. für die ges. Naturwis-
senschaften 26. p. 257 die Skelete von Hapale oedipus und Hapale
rosalia, so wie den Schädel von Hapale penicillata.
Gray hat einige ältere Exemplare von Hapale im Britischen
Museum wieder untersucht und bringt sie in den Gruppen der Gat-
tung unter. Proc. zool. soc. p. 733. Die Gruppen sind : 1) Hapale.
Ohren nackt, vorstehend, mit einer Binde langer Haare quer über
der Innenfläche der Ohrmuschel, einen Büschel bildend, Schwanz
geringelt; dahin Hapale aurita Geoffr. 2) Jacchus. Ohren nackt,
mit einem Büschel langer Haare am Vorderrande der Ohröffnung,
Haare an den Seiten des Kopfes lang, Schwanz geringelt. J. vul-
garis, albicoUis, penicillatus und leucocephalus zieht Verf. zu einer
Art als Hapale jacchus zusammen. 3) Cebuella. Ohren klein,
mit zerstreuten kurzen Haaren, ohne Ohrbüschel, in den langen
Pelz des Kopfes versunken, Schwanz geringelt. Dahin Hapale pyg-
maea Spix. 4) Mico. Ohren nackt, vorstehend, ohne Ohrbüschel,
Schwanz einförmig schwarz. Dahin Hapale melanura Geoffr. (Jacchus
leucomerus Gray). _;'p r,^ *
Der Gattung Midas fügt Gray ib. p. 735 hinzu: Midas Icw
cogenys und rufoventcr (Midas elegantulus Slack, Jacchus rufoven-
ter Gray).
PrOSimii. Schlegel setzt in Tijdschr. voor de Dierkunde
HI. p. 74 in einem Aufsatze über die Fauna von Madagaskar die
Verschiedenheit der Arten der Gattung Lemur auseinander.
Rudolph Meyer hat von dem kleinsten der bekannten
Affen, Otolicnus Demidoffii, eine Abbildung in natürlicher Grösse
geliefert, auch eine Beschreibung nebst Messungen beigefügt. Das
Thier maass vom Scheitel bis zur Schwanzwurzel lU Cm., Länge
der Säugethiere während des Jahres 1865. 163
des Schwanzes 18 Cm. Sechster Bericht des Offenbacher Vereins für
Naturkunde p. 53.
Sclater verglich den Galago Monteiri Bartl. mit Galago
crassicaudata und der Var. Kirkii Gray. Er konnte nur Verschie-
denheiten der Färbungen wahrnehmen und kam zu dem Schluss,
dass auch G. Monteiri nur eine Varietät von G. crassicaudata sei.
Proc. zool. soc. p. 61.
Mivart und Murie gaben Proc. zool. soc. p. 240 Bemer-
kungen über die Anatomie von Nycticebus tardigradus, die sich
besonders auf die Muskulatur beziehen.
Nach Bartl ett liebt das Aye-Aye besonders das Zuckerrohr,
dessen Saft es geschickt aussaugt. Annais nat. bist. 16. p. 142.
Peters gab kurze Andeutungen über das Milchzahngebiss
von Chiromys. Berliner Manatsber. p. 221.
Volitantia,
In den Jahrbüchern des Vereins für Naturkunde im Herzog-
thum Nassau, Heft 17 und 18 Wiesbaden 1862. 1863, welches jedoch
erst Ende 1865 erschien, ist p, 261 — 593 eine Abhandlung von C.
Koch enthalten unter dem Titel: Das Wesentliche der Chiropteren
mit besonderer Beschreibung der in dem Herzogthum Nassau und
den angrenzenden Landestheilen vorkommenden Fledermäuse. In
den einleitenden Kapiteln bringt Verf. viel Interessantes über die
Lebensweie, den Winterschlaf u. s. w. vor, und man erkennt den
durch langjährige eigene Beobachtung geübten Sachkundigen. Nach
der systematischen Zusammenstellung der Fledermäuse Europa's
kommen in diesem Welttheile 34 Arten vor, nämlich 1 Dysopes,
1 Plecotus, 8 Vespertilio (2 Myotus, 2 Isotus, 4 Brachyotus), 1 Mi-
niopterus, 18 Vesperugo (2 Cateorus , 6 Meteorus , 2 Hypsugo, 6
Nannugo, 2 Pannugo), 1 Synotus, 4 Ehinolophus. Als im Herzog-
thum Nassau und dessen nächster Umgebung vorkommend werden
dann schliesslich 18 Arten ausführlich beschrieben, die nach Bla-
sius 5, nach Kolenati aber 10 Genera vertreten. — In geogra-
phischer Beziehung theilt Verf. das Gebiet in zwei Abtheilungen^
wovon die wilden Gegenden des Taunus, der Kheinebene, des unte-
ren Lahnthaies und der Wetterau die erste , die höheren Gebirgs-
punkte und der nördliche Abfall des Taunus, der Westerwald, das
obere Lahnthal, die Dillgegenden die zweite bilden. Sechs Arten
finden sich ständig in beiden , nämlich auritus, murinus, seroti-
nus, pipistrellus, barbastellus und hipposideros ; drei Arten gehören
der ersten Abtheilung an: Daubentonii, Nathusii und Noctula; vier
Arten der zweiten : Bechsteinii, Nattereri, mystacinus, Leisleri; eine
164 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Art gehört im Sommer nur den tiefergelegenen wasserreichen Ge-
genden an, überwintert aber in den Gebirgen: dasycnemus ; eine Art
überwintert umgekehrt in warmen Gebietstheilen und sucht im
Sommer die Gebirge auf: discolor ; zwei Arten gehören entschieden
noch südlicheren Gegenden an, verirren sich aber zuweilen hierher:
ciliatus und ferrum equinum ; eine Art ist eine der entschiedensten
Wanderfledermäuse, welche im Sommer weit gegen Norden vor-
kommt, aber den Winter in wärmeren Gegenden verbringt und in
Nassau nur auf der Durchreise erscheint: Nilsonii. — Schliesslich
giebt Yerf. beachtenswerthe Winke über die Jagd, Präparation,
Nutzen und Schaden u. dgl. m. Die Fledermäuse werden als nütz-
liche Thiere anerkannt, theils weil sie zahlreiche Insekten vertilgen,
theils weil ihre Excremente einen sehr kräftigen Dünger geben.
Peters gab eine Uebersicht der Gattungen der Chiroptera
nach der von ihm befolgten systematischen Ordnung. Berliner Mo-
natsber. p. 256.
Derselbe las ferner ib. p. 351 über Flederthiere. Daselbst
finden sich kritische Bemerkungen über Vespertilio soricinus Pall.
= Glossophaga amplexicaudata, — Ergänzungen der Beschreibung
von Choeronycteris opercularis Lichtst., — die Beschreibung einer
neuen Gattung Rhinophylla pumilio aus Brasilien, verwandt mit
Hemiderma brevicaudum, — und folgender neuen Arten: Artibeus
fallax aus Guiana und Surinam, Artibeus concolor aus.ßurinam, Ar-
tibeus (DermanuraJ quadrivittatus ebendaher und Nycteris grandis
aus Guinea.
Derselbe gab ib. p. 503 eine Uebersicht der Vampyrarten,
so weit sie ihm bekannt geworden sind. Dabei beschrieb er als
neue Arten: Schizostoma ßeknii aus Cuyaba, und stellt als neue Sub-
genera auf: C hrotopterus auf Yampyrus auritus, Phylloderma
auf eine neue Art Ph. stenops aus Cayenne.
Die Gattung Antrozous Allen, welche bisher zu den Yesper-
tiliones gestellt wurde, hält Peters ib. p. 521 für am nächsten
verwandt mit Nyctophilus und stellt sie, wenn auch nur provisorisch
zu den Megadermata.
Die 15 von Spix in seinem Werke »Simiarum et Vesperti-
lionum Brasiliensium species novae Monachii 1823« beschriebenen
Fledermäuse unterwirft Peters einer kritischen Betrachtung, und
bildet einige Schädel ab. Berliner Monatsber. p. 568.
Im Jahre 1861 hatte Tomes nach einer Sammlung Osburn's
die Fledermäuse Jamaica's beschrieben. S c 1 a t e r veröffentlicht nun
Proc. zool. soc. p. 61— 85 die hinterlassenen Notizen von Osburn,
die Beschreibungen , Maasse und Bemerkungen über Vorkommen
und Lebensweise enthalten.
der Säugethiere während des Jahren 1865. 165
Huxley beschreibt Proc. zool. soc. p. 386 den Magen von
Desmodus rufus, und bildet ihn in Holzschnitt ab.
Pieropus palmarum v. Heuglin Leopoldina 1865. p. 34 vom
weissen Nil.
]\yctinomus jugularis Peters Proc. zool. soc. p. 468 von Mada-
gascar. Diese Art wird als neues Subgenus M orm opterus be-
zeichnet, welches sich von Nyctinomus durch die Zabnformel unter-
scheidet; es hat |- Backenzähne, im Alter vier, in der Jugend secbs
untere Vorderzähne.
Allen stellt Proc. Philadelphia p. 173 eine neue Gattung der
Fledermäuse auf, die er C orijnorhinu s nennt. Er hatte früher
unter der Gattung Synotus Blas. Keys, europäische und amerikani-
sche Arten vereinigt; für letztere ist nun die neue Gattung be-
stimmt. Dahin C. macrolis und Townsendi.
Sowerby beobachtete, dass Fledermäuse (Plecotus auritus)
die Insekten mit Hülfe ihrer Schenkelflughaut fangen. Annais nat.
bist. 16. p.301.
Insectivora.
In der Zeitschr. für die gesammten Naturw. 26. p. 1 macbte
Giebel nähere Angaben über Erinaceus libycus Ehrbg., und ver-
gleicht namentlich das Skelett mit dem des europäischen Igels, wo-
nach er durch einzelne sehr erhebliche Form- und Grösseneigen-
thümlichkeiten von demselben abweicht.
Tupaja splendidula Gray Proc. zool. soc. p. 322. p. 12 von
Borneo ist dunkel rothbraun, mit schwarz verwaschen; Schwanz
dunkel rothbraun, unten blassroth, Schulterstreif gelb ; Kopf konisch,
doppelt so lang, wie seine hintere Breite.
Austen schilderte die Lebensweise der Wasserspitzmäuse
(Crossopus fodiens) Annais natur. bist. 16. p. 302; Proceed. zool.
soc. p. 519.
Crocidura ferruginca und fusco-murina v. Heuglin Leopoldina
1865. p. 36, erstere aus dem Lande der Ridj-Neger, letztere aus den
Sümpfen der Meschra-el-Reg.
All man hält die Insectivorengattung Potamogale für nahe
verwandt mit Solenodon, jedoch hat sie so auffallende Eigenthüm-
lichkeiten, dass sie eine eigene Familie bilden müsse, welcher er
den 'NamenP 0 tarn og alidae beilegt. Die Abhandlung soll in den
Transactions of the zool. soc. publicirt w^erden. Proceed. zool.
soc. p. 467.
Das von Du Chaillu Cynogale velox genannte Thier, wurde
später (1861) von Gray Mystomys genannt. Bocage hat es Proc.
zool. soc. 1865 unter dem Namen Bayonia, All man in einem Vortrage
166 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
in der Zool. soc. als Potamogale beschrieben. Diese Synonymie wird
von Gray Annais nat. hist. 16. p. 425 zusammengestellt. Die Gat-
tung hält er für nahe verwandt mit Myogale.
Peters bestätigt seine früher (vergl. vorj. Bericht p. 40)
fragliche. Einreihung der Gattungen Ericulus und Echinogale in
die Familie Centetina nach eigener Anschauung, und setzt auch die
Gattung Potamogale in dieselbe Familie. Berl. Monatsber. p. 286.
Nach F e i 1 n e r kommen in Californien zwei Maulwürfe vor,
einer glänzend silbergrau, der andere schwarz und sammetartig.
Annual report of the Smithsonian Institution for the year 1864. p. 424.
Gray hat die Goldmaulwürfe des Britischen Museums einer
Revision unterworfen, sowohl die ausgestopften Exemplare wie die
Schädel. Er meint die Form der Schnauze hänge von dem Aus-
stopfer ab, die Krallen der Yorderfüsse variiren nach dem Alter,
und so unterscheidet er nur zwei Species : Chrysochloris aurata und
villosa. Proc. zool. soc. p. 678.
Carnivora.
Ursina. Eine kleine Notiz von Gray über das Betragen des
Kinkajou, Cercoleptes caudivolvulus s. Proc. zool. soc. p. 680.
Mustelina. Gray hat bei einer Revision der Gattungen und
Arten der Musteliden des Britischen Museums Proc. zool. soc. p. 100
— 154 die Familie in Sectionen und Tribus getheilt:
1. Section. Äcatithopodo. Füsse rund; Zehen kurz, ge-
krümmt, mehr oder weniger durch Haut verbunden, das letzte Glied
in die Höhe gebogen; Krallen kurz , comprimirt , spitz, retractil.
Tribus 1. Mustelina. Kopf länglich, Zehen schwach gehäutet,
Schwanz cylindrisch, Landthiere. A. Digitigrada. Sohlen der Hin-
terfüsse behaart, vorn mit vier kahlen Wülsten; Körper langstrek-
kig, Afterdrüsen entwickelt; Schwanz dünn, Höckerzähne kurz,
quer. Gatt. Martes mit 9 Arten, Putorius 4 A., Mustela 10 A.,
Vison 6 A., Gymnopus 4 A. B. Subplantigrada. Sohlen und zwi-
schen den Wülsten behaart; Körper kräftig, Schwanz kurz, buschig;
keine Afterdrüsen, Lückenzähne f. Gatt. Gulo 1 A. C. Flanti-
grada. Sohlen der Hinterfüsse kahl, schwielig; Körper langstrek-
kig; Afterdrüsen deutlich, Lückenzähne |, Höckerzahn länglich,
quer. Gatt. Galera 1 A., Grisonia 1 A. Tribus 2. Lutrina. Kopf
flach, Füsse normal, subdigitigrad, rund, Zehen mit Schwimmhäuten,
Schwanz dick, nach ..hinten dünner, deprimirt; Höckerzahn länglich,
quer; Nase convex und unten behaart, ohne mittlere nackte Längs-
furche; Wasserthiere. A. Schwanz konisch, ganz behaart. * Sohlen
der Füsse zwischen den Ballen kahl. Gatt. Barangia 2 A., Lontra
der Säiigetliiere während des Jahres 1865. 167
3 A., Lutra 6 A., Nutria 1 A., Aonyx 4 A. ** Sohlen der Füsse
zwischen den Ballen schwach behaart, die beiden inneren Hinter-
zehen mit einem Haarstreifen an der Innenseite der unteren Fläche,
Schnauze nackt, quer. Gatt. Hydrogale 1 A. *** Sohlen der Füsse
zwischen den Ballen behaart, Schnauze zwischen den Naslöchern
kahl und in einem Winkel auf den oberen Rand vorgezogen. Gatt.
Latax 1 A. B. Schwanz fast cylindrisch, verlängert, mit Haaren
bedeckt und mit einer schmalen franzenähnlichen Ausdehnung je-
derseits, Hinterfüsse verlängert. Gatt. Pteronura 1 A. Tribus 3.
Enhxj (Irina. Kopf flach, Füsse gross, verlängert, flossenartig,
oben und unten behaart; Schwanz kurz, cylindrisch, Backenzähne
massiv , mit flachen Kronen ; Seethiere. Gatt. Enhydris 1 A. —
H. Section. Platy p oda, Füsse lang, Zehen gerade, Krallen vor-
stehend, stumpf. A. P l ant ig r ad a. Hinterfüsse breit, flach, Soh-
len kahl, schwielig fast bis zur Ferse, Zehen kurz, dick, Krallen
dick ; Körper plump ; Schwanz kurz ; Ohren kurz, rund. Tribus 4.
Meli na. HÖckerzahn gross, länglich, Gaumen hinten vorgezogen;
Fleischzahn mit zwei mehr oder weniger deutlichen Höckern am
inneren Lappen. Gatt. Arctonyx 1 A., Meles 3 A., Taxidea 1 A.,
Mydaus 1 A. Tribus 5. Mellivorina. Höckerzahn quer, band-
artig, Gaumen hinten nur schwach vorgezogen, Fleischzahn mit
einem kleinen inneren Lappen und einem einzigen Höcker ; Pelz un-
ten schwarz. Gatt. Mellivora 2 A. Tribus 6. Mephitin a. Hök-
kerzahn länglich, vierseitig ; Gaumen hinten kaum vorgezogen, hin-
tere Oeffnung in einer Linie mit den hinteren Backenzähnen, Schä-
del kurz, Nase breit, Pelz schwarz mit weissen Streifen. Gatt. Go-
nepatus 1 A., Mephitis 3 A., Spilogale 1 A. A. Sv bdigitigrada.
Hinterfüsse ziemlich schmal. Sohlen behaart, vorn mit einem schma-
len, langen dreieckigen Ballenraum ; Zehen ungleich, Krallen lang,
dünn; Höckerzahn quer. Tribus 7. Zorillina. Fleischzahn läng-
lich, mit einem kleinen vorderen Innenlappen mit einem einzigen
Höcker. Gatt. Zorilla 2 A. . Tribus 8. H elictidina. Fleischzahn
dreieckig mit breitem Innenlappen und zwei konischen Höckern,
Schwanz cylindrisch. Gatt. Helictis 4 A..
In einem Nachtrage von Gray ib. p. 680 werden die beiden
Arten der Gattung Mellivora unterschieden und der Schädel von
Arctonyx collaris abgebildet.
Bischoff hielt Münchener Sitzungsber. 1865. I. p. 213 einen
Vortrag über das Vorkommen eines eigenthümlichen Beutels an der
Placenta der Fischotter, Lutra vulgaris ; ferner ib. p. 339 über die
Ei- und Placenta -Bildung des Stein- und Edel-Marders, Mustela foina
und martes, und des Wiesels, Mustela vulgaris.
Tiemann schildert das Benehmen eines Hausmarders, Mu-
stela fuina, den er von erster Jugend au gezähmt hatte, der aber
168 Troschol: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ßpäter, in Folge der Brunstzeit, ganz unbändig wurde. Zool. Gar-
ten p. 98. — Auch Baron v, Freyberg berichtet ib. p. 394 über
zahme Marder. Er nennt Wasser als ein bewährtes Hülfsmittel
bei der Zähmung. Er strafte sie mit dem Wasserstrahle einer
Handspritze.
Max Schmidt beobachtete denNörz (Vison lutreola) in der
Gefangenschaft, und beschrieb namentlich die Art, wie er seine Nah-
rung zu sich nimmt. Ein Holzschnitt von Susenbeth veranschau-
licht den Nörz in verschiedenen Stellungen. Zool. Garten p. 168.
— Meyer zeigt ib. p. 438 an, dass der Nörz im Lauenburgischen
vorkomme.
Viverrina. Viverra SchlecjelU Pollen Tijdschr. voor de Dier-
kunde HI. p. 78 von den Inseln Mayotte und Nossi-Faly bei Mada-
gascar; verwandt mit Viverra indica.
Ganina. Tiemann beschreibt den Bastard eines nackten
afrikanischen Hundes und einer Wachtelhundin. Zool. Garten p.430.
Aucapitaine macht bemerklich, dass in Corsica die Füchse
grösser werden als im südlichen Europa, während im Gegentheilo
die anderen Säugethiere, Pferde, Kinder, Hirsche, Schafe kleiner
bleiben. Dem Verf. sind zweimal schwarzschwänzige Füchse, Vul-
pes alopex Sehr., vorgekommen, namentlich ist aber die Varietät
häufig, welchePrinz Bon aparte Vulpes melanogaster genannt hat.
Verf. weist nach , dass dieser Fuchs als Species zu streichen ist.
Revue et magasin de Zoologie 17. p. 3.
F e i 1 n e r berichtet über einen kleinen prairie dog, welcher
in Californien vorkommt. Annual report of the Smithsonian insti-
tution for the Year 1864. p. 424.
Feiina. Blyth führt einige Beispiele an, dass in Indien
Löwen vorkommen und erlegt sind. The Natural history review
July 1865. p. 453.
Eine neue Katze Felis (LeopardusJ jacobita aus Bolivia be-
schrieb Cornalia Rendic. R. Ist. Lombardo I. p. 241; Natural
hist. review 1865. p. 298. Die Diagnose lautet: Felis villosa, cinerea,
subtus et intus albida; maculis brunneis pallidis plenis rotundatis
aut ovato-elongatis, seriatim dispositis, per latera corporis descen-
dentibus, maculis ventralibus rubiginosis aut laete fulvis, artubus
externe nigrofasciatis, interne parce nigromaculatis. Cauda elongata
cciput attingente, annulis latis, perfectis 9 brunneis.
Piimipedia.
Re inhar dt beschrieb den Zahnbau des neugeborenen Jungen
on Cystophora cristata, welches das Museum in Kopenhagen aus
der Säugethiere während des Jahres 1865. 169
Grönland erhalten hatte. Vom Milchzahngebiss fanden sich an jeder
Seite des Oberkiefers sechs Zähne, nämlich zwei Vorderzähne, ein
Eckzahn und drei Backenzähne ; im Unterkiefer jederseits vier,
nämlich 1 Eckzahn und 3 Backenzähne. Nat. Foren. Vidensk. Med-
delelser 1864. p. 248.
Bemerkungen über das Milzzahngebiss von Phoca barbata von
Steenstrup vergl. in derselben Zeitschrift p. 269. — Hier finde
ich eine Schrift von Corneles de Graveres citirt, die mir nicht
bekannt geworden ist : »Het gebit der finfoetigen zoogdieren (Pinni-
pedia), Groningen 1864.«
lieber das Betragen eines Seelöwen oder Ohrrobbe berich-
tete Bartlett Annais nat. bist. 15. p. 496. Das Thier steht auf
allen vieren, die Hinterbeine unter dem Bauche, die Vorderbeine
ruhen auf dem Fussgelenke mit auswärts gewendeten Füssen; es
läuft etwa so schnell wie ein Mensch laufen kann. Es brüllt wie
eine Löwin aber weniger laut. Das beobachtete Exemplar war sehr
gezähmt.
Rodentia.
»De orde der knaagdieren door Van der Hoeven« ist die
Ueberschrift eines Aufsatzes, der mir durch die Güte des Verf. zuge-
kommen ist. Es ist mir unbekannt, ob er in einer Zeitschrift, oder
selbstständig erschienen ist. Darin wird die Ordnung der Nage-
thiere im Allgemeinen geschildert. Zahlreich an Arten spielen sie
trotz der Kleinlieit der Individuen eine grosse Rolle in dem Haus-
halte der Natur.
Giebel macht darauf aufmerksam, dass die Oeffnung in dem
Jochfortsatze vieler Nager von dem Foramen infraorbitale verschie-
den ist und einem Theile des Masseter zum Durchgange dient.
Dieses vom Verf. sogenannte Masseterloch zeigt mancherlei Verschie-
denheiten und bietet im Verhalten zum Unteraugenhöhlenloch Ei-
genthümlichkeiten, die nach dem Material des hallischen Museums
untersucht , für die einzelnen Familien -. und Gattungen näher be-
zeichnet werden. Zeitschr. für die gesammten Naturwissenschaften
25. p. 427.
Do ebner spricht von einem Hasenschädel und einem Eich-
hörnchenschädel , bei denen die Schneidezähne stark entwickelt,
lang hervorragen. Der zool. Garten p. 116. — Zwei dergleichen Ha-
senschädel bildete R. Meyer ib. p. 328 ab.
Myomorpha. Arthur de l'Isle sucht in einer ausführlichen
und gründlichen Abhandlung Annales des sc. nat. IV. p. 173 nach-
zuweisen, dass Mus rattus und alexandrinus nicht specifisch ver-
schieden seien, sondern dass erstere eine schwarze Varietät der
170 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
letzteren sei. Er findet völlige anatomische Uebereinstimmung so
wie gleiche Lebensweise, allmähliche Uebergänge in der Färbung;
er erweist durch Thatsachen, dass beide sich kreuzend eine frucht-
bare Nachkommenschaft erzeugen. So sicher Verf. von seiner An-
sicht überzeugt ist, so hat Referent doch die entgegengesetzte Ue-
berzeugung gewonnen. Er hat Gelegenheit gehabt, durch die Güte
des Hrn. v. Nathusius einen echten Schädel von M. alexandrinus
zu sehen und sich auf das Bestimmteste von der specifischen Yer-
schiedenheit zu überzeugen. Referent kann sich den Irrthum des
Verf. nicht anders erklären, als dass er eine Varietät von Mus rat-
tus fälschlich für Mus alexandrinus genommen hat.
Nach der Untersuchung eines Balges und Schädels von Cri-
cetomys gambianus Waterh. fand Giebel die Unterschiede von Mus
und Cricetus im Schädel und Zahnbau erheblich. Zeitschr. für die
ges. Naturwiss. 26. p. 136.
Peters giebt Proc. zool. soc. p. 397. pl. 20 eine Abbildung
von Platacanthomys lasiurus Blyth und weist diese Gattung in die
Familie der Mäuse , in die Verwandtschaft von Phloeomys und
Meriones.
Einige Theile des Skeletes von Jaculus labradorius beschreibt
Giebel in der Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 25. p. 272.
Bulger schildert Proc. zool. soc. p. 682 Fiber zibethicus als
ein muthiges, kampflustiges Thier.
In Deutsch-Oesterreich haben sich neuerlich am Ufer des Neu-
baches, unweit Wohnuta Biber gezeigt und Wohnungen angelegt.
Zool. Garten p. 74. — Ueber Biberzucht schrieb Schlegel in
derselben Zeitschrift p. 367. Indem auf die Wichtigkeit der Biber-
zucht in zoologischen Gärten hingewiesen wird, v/ofür freilich noch
keine Bezugsquellen der Anfänge bestehen, berichtet Verf. über die
Bibergehege auf den Fürstlich - Schwarzenberg'schen Gütern bei
Eothenhof, Wittingau u. s. w. — Ebenda p. 401 stellt Fitzinger
dasjenige zusammen, was ihm über die Verbreitung und das allmäh-
liche Verschwinden des europäischen Bibers bekannt geworden ist.
— Brehm bemerkt ib. p. 474, dass im Hamburger Garten ein Bi-
berpaar aus Amerika wohl gedeiht und Bauten angelegt hat.
Hystrichomorpha. Hystrix malabarica Sclater Proc. zool. soc.
p. 352. pl. 16 aus der Provinz Cochin ist verwandt mit H. leucura,
aber die Stacheln sind theils orange und schwarz, theils weiss und
schwarz geringelt und der Schwanz ist länger. Thier und Schädel
sind abgebildet.
Erethizon (Echinoprocta) ru f es cens Gray Proc. zool. soc. p. 321
pl. 11 aus Columbien. Verf. findet Veranlassung die Gattung in
zwei Sectionen zu theilen. Erethizon hat den Rücken mit lan-
der Säugethiere während des Jahres 1865. 171
gen Borstenhaaren und kurzen Stacheln bedeckt, E. dorsatus und
epixanthus. Echinoproct a, wohin die neue Art gehört, hat den
Eücken mit einer Art langer dünner Stacheln bedeckt, welche hin-
ten kürzer, dicker und steifer werden.
üUersperger theilt im Zool. Garten p. 73 mit, dass sich
Aguti's in der Gefangenschaft in Europa stark vermehrten und
meint, sie möchten sich auf dem Lande leicht züchten lassen.
Pagen Stecher spricht von einem Paar Maras (Dolichotis
■patagonica), welche er im zoologischen Garten zu Madrid sah. Zool-
Garten p. 381.
Bemerkungen über Dolichotis patagonica und Lagostomus
tridactylites von Leybold finden sich im Korrespondenzblatt des
zool. -miner. Vereins zu Eegensburg 19. p. 114. Sie wurden in San-
tiago de Chile lebend beobachtet.
Lagomorpha. Nach genauerenUntersuchungen von Hilg endo rf
unterscheiden sich die Schneidezähne der Hasen von denen aller anderen
Nager dadurch, dass sie ringsum von Schmelz bedeckt sind, hinten
jedoch in viel dünnerer Lage. Die oberen Schneidezähne von Lepus
callotis aus Mexiko und Lepus nigricoUis aus Indien sind gabiig
schmelzfaltig , die entsprechenden Zähne der afrikanischen Hasen
bilden durch eine einfachere Einbuchtung des Schmelzes einen Ue-
bergang von jenen zu den anderen Hasenarten. Die oberen Back-
zähne junger Hasen sind mit einer halbmondförmigen Schmelzröhre
versehen. Die unteren Backzähne bestehen anfangs aus zwei ge-
trennten Schmelzlamellen, die erst später verwachsen. Die Milch-
zähne besitzen geschlossene Wurzeln. Das Kiefergelenk der Hasen
ist freier als bei anderen Nagern und gestattet eine seitliche Bewe-
gung wie bei den Wiederkäuern. Berliner Monatsber. p. 673.
Lepus microlis v. Heuglin Leopoldina 1865. p. 32 aus Afrika.
Edeutata.
Gray, Revision of the genera and species of entomophagous
Edentata, founded on the examination of the speciraens in the Bri-
tish Museum. Proc. zool. soc. p. 359. Verf. , der auch noch die
Schnabelthiere hierher zählt, giebt folgende Eintheilung der Ordnung:
Divisio I. C at ap hra c ta. Körper mit Schuppen oder einem
Panzer bedeckt. Fam. 1. Manididae. Körper mit Schuppen
bedeckt, Schwanz ausgebreitet, Krallen beim Gehen seitlich gebo-
gen. Gatt. Manis mit 2 Arten, Pholidotus mit 4 A., Smutsia 1 A.
Fam. 2. D asypodida e. Körper mit einem hornigen, aus Schil-
dern gebildeten Panzer bedeckt. Tribus 1. Dasypodina. Rücken-
panzer dicht an den Rücken des Thieres angeheftet, durch freie
Gürtel, die den Schulterpanzer von dem Beckenpanzer trennen, in
172 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
drei Theile getheilt ; Becken frei vom Beckenpanzer; mehrere Gür-
tel; Füsse kräftig", Hinterzehen frei, Krallen gross; Schädel nicht
mit dem Stirnpanzer verschmolzen; Schwanz lang. a. Digitigrada.
Gatt. Tatusia 4 A. b. Plantigrada. Gatt. Prionodos 1 A., Dasypus
2 A., Euphractus 2 A., Xenurus 2 A. Tribus 2. Tolypeutina. Schul-
ter- und Beckenpanzer gross, convex, drei Gürtel nur mitten am
Rücken angeheftet, der seitlich unter dem Panzer mit Haaren be-
deckt ist ; Füsse schwach, die vorderen mit langen ungleichen Kral-
len, auf deren Spitzen das Thier geht, die hinteren keulenförmig
mit flachen ovalen Nägeln, hinterer Theil der Füsse rund, beschil-
det; Schädel mit dem Stirnpanzer verschmolzen; Schwanz kurz.
Gatt. Tolypeutes 2 A. Tribus 3. Chlamydophorina. Rückenpanzer
hinten in einen Rücken- und Beckenpanzer getheilt; der Becken-
panzer mit dem Becken verschmolzen; Füsse kräftig, Zehen ver-
bunden, Krallen gross. Gatt. Chlamydophorus 1 A., Burmeisteria
1 A. — Divisio H. Körper mit Haaren oder Stacheln bedeckt.
Fam. 3. Orycter opidae. Körper mit Borsten bedeckt, Kopf ko-
nisch, Mund klein. Gatt. Orycteropus 2 A. Fam. 4. Myrmeco-
phagidae. Körper mit Haaren bedeckt , Kopf konisch , Mund
klein. Gatt. Myrmecophaga 1 A., Tamandua 2 A., Cyclothurus 2A.
Fam. 5. Or nithorhynchid a e. Körper mit Haaren oder Stacheln
bedeckt, Mund schnabelförmig, Hinterfüsse der Männchen gespornt.
Gatt. Piatypus 1 A., Echidna 1 A.
In der obigen Abhandlung sind als neue Arten beschrieben
Pholidotus africanus pl. 17 vom Niger, Dasypus vellerosus pl. 18 von
Santa Cruz de la Sierra, Cyclothurus dorsalis pl. 19 von Costa rica.
Leybold hat Dasypus minutus lebend beobachtet. Korres-
pondenzblatt des zool.-min. Vereins in Regensburg 19. p. 114.
Solidungula.
Bizio untersuchte eine im Darme des Pferdes gefundene
Concretion von kugliger Gestalt chemisch , bildete sie auch ab.
Atti delP Istituto Veneto IX. p. 393.
Layard theilte an Dr. J. E. Gray Nachrichten über ein
neues Zebra aus Südafrika mit, welches er Equus Chapmanni nennt.
Sclater erkennt darin das Thier des zoologischen Gartens in Lon-
don , welches er früher für Equus Burchelli gehalten hatte, und
liess es pl. 22 abbilden. Proc. zool. soc. p. 417.
Multungula.
Zufolge einer Nachricht von Heysham in der Times of In-
dia warf ein Elephant zu Thyetmyo ein männliches Kalb am 3.
der Säugethiere während des Jahres 1865. 173
August 1865, welches 175 Pfund wog und 2' 10' hoch war. Die
Tragzeit war 593 Tage. Schon im 13. Monat der Tragezeit bemerkte
man, dass der Elephant Milch hatte. Proc. zool. sog. p. 731.
Fitzinger stellte eine Revision der bis jetzt bekannt ge-
wordenen Arten der Familie der Borstenthiere oder Schweine (Se-
tigera) an. Wiener Sitzungsber. 50. p. 383. Es werden 19 Arten
in 7 Gattungen unterschieden, nämlich: Sus scrofa L., leucomystax
Temm,, sennaariensis Fitz.; cristatus Wagn., barbatus S. Müll., vit-
tatusBoie, timoriensis S.Müll., verrucosus Boie, celebensis S.Müll.,
Potamochoerus larvatus Graj^ penicillatus Gray; Porcula papuensis
Fitz. , salviana Hodgs. ; Ptychochoerus plicifrons Fitz. ; Phacochoe-
rus Aeliani Cretschm., aethiopicus Fr. Cuv. ; Porcus Babyrussa Wagl;
Dicotyles labiatus Cuv. und torquatus Cuv. Die Gattungen sind cha-
rakterisirt, ebenso alle Species, die Syonymie ist zusammengetragen.
Die neue Gattung Ptychochoerus hat Verf. auf das japanesische
Schwein, welches Gray Centuriosus pliciceps nannte, gegründet,
und citirt dabei seinen Namen Ptychochoerus plicifrons aus dem
Führer durch den zoologischen Garten in München, welcher im
Jahre 1862 oder 1863 erschienen zu sein scheint.
Fitzinger machte in Sitzungsber. der Wiener Akademie
p. 181 ; Annais natur. hist. 15. p. 80 eine Bemerkung über Cen-
turiosus pliciceps Gray , nennt die Art Ptychochoerus plicifrons
und vermuthet, dass dieses Schwein nicht aus Japan stamme, son-
dern aus Abyssinien. — Gray hält die Behauptung, dass es aus
Japan direkt nach England gebracht sei, aufrecht, und vermuthet,
dass das von Fitzinger beschriebene Exemplar nur ein Bastard
von Centuriosus pliciceps und dem gemeinen Hausschwein der Berk-
shire Rasse sei. — Ebenda spricht sich auch Sclater über diesen
Gegenstand aus. Er ist der Ansicht, dass der Centuriosus pliciceps
aus China stamme, und eine domesticirte Rasse sei.
Brauer giebt Zool. Garten p. 414 eine Copie des Sukotyro
nach Nieuhof 1682, und vermuthet, dass er die wilde Stammart des
Larvenschweines (Centuriosus pliciceps Gr.) sei.
Mivart beschrieb Proc. zool. soc. p. 329— 352 ausführlich
die Myologie des Hyrax capensis. Er sagt am Schlüsse, dass man-
che Charaktere, wie die Anheftung des Sterno-mastoideus an die
Mandibel, die Entwickelung des Sterno-scapularis, die sehr geringe
Grösse des Deltoides, die enormen Verhältnisse des Triceps und die
grosse Ausdehnung des Brachialis anticus u. s. w. zwar die Ver-
wandtschaft des Hyrax mit den Hufthieren zu bestätigen scheinen,
dass aber andererseits sich manche Aehnlichkeiten mit den Nage-
thieren finden. Er fühlt sich ausser Stande aus der Betrachtung
des Muskelbaues allein definitiv festzustellen, welcher Ordnung der
Säugethiere Hyrax zugehöre.
174 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ruminaiitia.
Tylopoda. The Camel, its anatomy, propostions, and paces
by Elijah Walton. London 1865. Dieses Prachtwerk in gr.
Fol. enthält 94 Tafeln mit Abbildungen, deren Originale im Orient
während der Jahre 1862— 64 vom Verf. angefertigt wurden. Sie sol-
len dem Anatomen, Naturforscher und Künstler nützen. Der Text
ist ganz kurz gehalten.
Crisp erörtert einige Punkte aus der Anatomie und der Le-
bensweise des Kameeis, Camelus bactrianus. Proc. zool. soc. p. 257.
Das männliche Thier besitzt am Nacken hinter den Ohren zwei drü-
sige Erhabenheiten mit dunklem Sekret; bei der Begattung legt
sich das Weibchen nieder. Ferner wird das Gewicht einiger inne-
ren Organe angegeben, so wie die Capacität und Gestalt der Ab-
theilungen des Verdauungskanales.
Devexa. Crisp fand in der Placenta der Giraffe, die ein
Gewicht von 13 V4 Pfund hatte, 156 Cotyledonen, die grösste Zahl
unter den Wiederkäuern. Proc. zool. soc. p. 328.
Cervina. Ueber das Wachsthum des Stirnzapfens der Geweihe
vergl. Lieberkühn in Reichert und Dubois Archiv für Anatomie
1865. p. 404.
Swinhoe hält seinen Cervus hortulorum für identisch mit
C. mantchuricus Blyth, von dem Gray einen alten Bock als C. pseu-
daxis abgebildet hat. Proc. zool. soc. p. 1.
In Südböhmen wurde ein Eehweibchen geschossen, welches
ein Geweih trug. Zool. Garten p. 75.
In einer ausführlichen Arbeit über die Familie der Moschus-
thiere, Recherches anatomiques, zoologiques et paleontologiques sur
la famille des chevrotains, von Alphonse Mi Ine Edwards An-
nales des sciences nat. II. p. 49—167 werden die von einigen Auto-
ren aufgestellten Arten der Gattung Moschus alle als Varietäten einer
und derselben Art M. moschiferus betrachtet, deren Osteologie be-
schrieben wird. Nach einer Schilderung der Organisationsverhält-
nisse der Gattung Tragulus werden in ihr als Species Tr. javanicus
Pall., Napu Raffles, Kanchil Raffles, Stanleyanus Gray und Meminna
Knox beschrieben und abgebildet. Zahlreiche andere von verschie-
denen Autoren beschriebene Arten werden theils als Antilopen oder
junge Hirsche, theils als Varietäten der genannten Species gedeutet.
Von der Gattung Hyoemoschus wird die einzige lebende Art H.
aquaticus beschrieben und abgebildet. Es muss aulfallen, dass des
von G 0 1 df u s s beschriebenen Moschusthieres aus der Braunkohle des
Siebengebirges unter den fossilen Fprmen keine Erwähnung ge-
schieht. Zum Schlüsse eine systematische Uebersicht der Arten mit
der Synonymie.
der Säugethiere während des Jahres 1865- 175
CaviCOrnia. Sclater gab in Proc. zool. soc. p. 60 eine Ab-
bildung von Autilocapra americana aus Californien, die lebend nach
London gebracht worden ist. — Bartlett zeigte ib. p. 718, dass
diese Gattung näher den Hirschen als den Hohlhörnern verwandt sei.
Die Hörner werden abgeworfen, nachdem bereits neue Hörner dar-
unter entstanden sind , die weich und mit langen, weichen , fast
weissen Haaren bedeckt sind. Er vergleicht das Thier der Giraffe
in Beziehung auf die Beine und Füsse und in der gänzlichen Ab-
wesenheit der Afterhufe und Klauendrüsen; wogegen doch auch
Aehnlichkeiten mit den wilden Schafen in Farbe und Habitus nicht
fehlen.
Von Constantin Glitsch erhielten wir im Bulletin de la
soc. imp. de Moscou 38. p. 207 Beiträge zur Naturgeschichte der
Antilope saiga Fall. Eigentlich in Asien einheimisch hat sie sich
massenhaft im südlichen Europa ausgebreitet. Verf. hält es für
wahrscheinlich, dass sie bei den vielen Verfolgungen, denen sie aus-
gesetzt ist, bald ganz aus Europa verschwinden werde. Mitte De-
cember tritt die Brunstzeit ein, die Tragzeit ist fünf Monate und
Mitte Mai vereinigen sich die Mutterthiere in ansehnlichen Trupps,
um fast zu gleicher Zeit in Gesellschaft ihre Jungen abzusetzen.
Interessant sind dann die Schilderungen der jungen Thiere, der Ge-
selligkeit , der Schmarotzer , der Jagd und der Zähmung dieser
Antilopen.
Auf einen Schädel, den du Chaillu von Gaboon einsandte,
gründete Gray Proc. zool. soc. p. 204 eine neue Art Cephalophus
longiceps.
Dass auch Schafe eine Art Ueberlegung haben, davon erzählt
Schmidt Zool. Garten p. 397 ein Beispiel. Eine kleine Haidschnuk,-
kenheerde verschaffte sich dadurch die Aepfel eines Baumes, dass
der Bock kräftig gegen den Baum anrannte und ihn so schüttelte.
Indem Bruch ein Schema für vergleichende Thiermessungen
vorlegte, giebt er als Beispiel die Tabellen für einige Rinderracen
zum Nachweis der Wichtigkeit solcher Messungen. Zool. Garten
p. 161 und 201.
Getacea.
Sirenia. Gray unterscheidet Annais nat. bist. 15. p. 130 die
beiden Arten Manatus, nämlich M. senegalensis und americanus.
Zu ersterem gehören M. nasutus Wyman, Vogelii Owen , Owenii
du Chaillu, zu letzterem australis Tilesius, latirostris Harlan, fluvia-
tilis Illiger. — M. senegalensis hat keine Nasenbeine, oder wenn im
Fleische vorhanden, sind sie nicht in einer Vertiefung an den Sei-
ten des Stirnbeins und Oberkieferbeins enthalten ; der Vorderrand
176^ Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
des Stirnbeins ist gerundet und dick, einen gebogenen Hinterrand
für das Nasenloch bildend; der untere Theil des Winkels des Unter-
kiefers convex, gerundet, vorspringend; der obere Incisiv-Rand des
Unterkiefers concav. mit erhabenen Rändern, mit zwei kleinen be-
sonderen konischen Tuberkeln, die in eine Grube des Oberkiefers
passen. — M. americamis mit deutlichen dicken fast cylindrischen
Nasenbeinen, die in einem Ausschnitte an der Seite des Vorderran-
des und einer Grube am Oberrande des Stirnbeins liegen; Vorder-
rand des Stirnbeins quer, dünn, zerrissen oder gezähnt; der untere
Theil des Winkels des Unterkiefers mit einem comprimirten, zwei-
theiligen Vorsprung, welcher oft runzlig ist; der Oberrand des
Unterkiefers vorn flach, mit einem centralen, grossen, konischen
oder comprimirten, spitzen Tuberkel, der in eine Grube des Ober-
kiefers passt.
Brandt wiederholt seine Ansicht, dass die Rhytina Stellen
bereits seit fast hundert Jahren (1768) ausgestorben sei. Bulletin
de St. Petersbourg IX. p. 279.
Derselbe fügte seiner Arbeit über die Nasenbeine der Si-
renien einige Ergänzungen hinzu. Bulletin de St. Petersbourg
VI. p. 111.
Delphinidas. Bei Euböa wurde eine merkwürdige Doppel-
missgeburt eines Delphins (Delphinus delphis) gefangen. Siehe das
Nähere im Zool, Garten p. 351.
Cope standen 30 Stücke aus der Delphinfamilie zur Unter-
suchung zu Gebote, die 22 Arten angehörten. Als neu beschrieb er
Proc. Philadelphia 1865. p. 198 und p. 278 : Beluga rhinodon, decli-
vis, concreta, Hyperodon semijunctus^ Delphinus erebennus, asthenops
und crotapkiscus.
Layard theilte an Gray Notizen über die Wallfische des
Cap mit. Letzterer glaubt darin zwei neue Species zu erkennen,
die er Ziphitis Layardi und Hyperoodon capensis nennt. Die Schädel
sind in Holzschnitt abgebildet. Proc. zool. soc. p. 357.
Die Uebersendung von sechs Delphinschädeln nach London
durch Layard veranlasste Gray, der darunter eine neue Art Steno
capensis erkannte und eine neue Gattung P etror hy nchus auf der
vorher genannten Hyperoodon capensis gründete, ib. p. 522 eine
Eintheilung der Ziphiidae zu geben. Er unterscheidet drei Sektio-
nen: 1. Hyperoodontina. Zähne vorn im Unterkiefer konisch,
Schnabel mit einer hohen Leiste jederseits, gebildet durch die Er-
hebung des Oberkieferknochens. Gatt. Hyperoodon , Lagenocetus.
2. Epi odon tina. Zähne vorn im Unterkiefer cylindrisch oder
konisch, Schnabel konisch, Zwischenkiefer hinten erweitert, eine
mehr oder weniger grosse Höhle um die Spritzlöcher. Gatt. Aliama,
Epiodon, Petrorhynchus. 3. Ziphiina. Zähne an der Seite des
der Säugethiere während des Jahres 1865. 177
Unterkiefers comprimirt, Schnabel subcylindrisch, einfach ; Zwischen-
kiefer linear, schlank, an den Seiten der Spritzlöcher etwas ange-
schwollen. Gatt, Berardius, Ziphius, Dioplodon. Alle diese Gattun-
gen mit je 1 Art, nur Ziphius mit deren 2.
Burmeister beschrieb einen Delphin, welcher bei Buenos
Ayres im August 1864 gefangen wurde, als neue Gattung Zip hi o-
rhynchus cryptodon. Revista farmaceutica de Buenos Ayres Tom.
IV. no. 15. Octubre 1865. Sie ist sehr verwandt mit Ziphius Guy.,
unterscheidet sich aber durch die Lage der beiden grossen Zähne
des Unterkiefers. Demnach steht die neue Gattung zwischen Zi-
phius und Hyperoodon,
Derselbe berichtet ferner vorläufig über einen grossen Del-
phin, der das Männchen von Delphinorhynchus micropterus ist,
dessen Weibchen Dumortier beschrieben hatte. Da erst eine wei-
tere Vergleichung des Schädels lehren soll, ob es dieselbe oder
eine nahe verwandte ist, welches letztere dem Verf. wahrscheinlicher,
so giebt er ihr den Namen Delphinorhynchus austratis. Das Thier
war 12 Fuss 4 Zoll lang und hatte in der Mitte des Bauches 7 Fuss
Umfang. Zeitschr. für die ges. Naturwissensch. 26. p. 262.
Gray beschrieb drei neue Delphine aus dem Museum in Li-
verpool, welche Capt. Walker auf einer Reise von Indien nach
Liverpool gefangen, aufbewahrt und gezeichnet hatte: Delphinus
Moorii, Walkeri und Clymene punctata. Proc. zool. soc. p. 735.
Gill beschrieb Proc. Philadelphia p. 177 zwei neue Delphine
aus Californien , die sich in der Smithsonian Institution befinden :
1 agenorhynchus obliquidens und Phocaena vomerina.
Zu dem im vorigen Jahre (vergl. vor. Ber. p. 55) beschrie-
benen Orca meridionalis bemerkt Flower Proc. zool. soc. p. 470,
dass diese Art in die Gattung Pseudorca Reinh. gehört. Zwei Ske-
lete, die er gleichfalls von Tasmania erhielt, gehören der Gattung
Globiocephalus an.
Phocaena spinipinnis Burmeister Proc. zool. soc. p. 228 hat
die Rückenflosse weiter nach hinten als die europäische Art, und am
Vorderrande mit drei Reihen Stacheln besetzt. Das beschriebene
Exemplar wurde im La Plata gefangen und ist im Museum zu
Buenos Ayres aufbewahrt.
Auch Gray beschreibt ib. p. 318 eine neue Art Phocaena
tuherculifera, welche in der Mündung der Themse gefangen wurde.
Sie hat die Rückenflosse in der Mitte des Rückens, und diese trägt
am Vorderrande eine Reihe Tuberkeln. Er unterscheidet die drei
Arten durch Diagnosen.
Gatodontidae. Gray beschrieb eine neue Australische Art
Wallfische Catodon Kreßii nach der Photographie einiger Wirbe,
welche ihm von Krefi't nach Stücken aus dem Museum zu Sidneyl
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. M
178 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
übersandt war. Der Atlas ist wenig breiter als hoch, der Central-
canal ist oben erweitert. Diese Art bildet eine neue Untergattung
Meganeuron. Proc. zool. soc. p. 439.
Murie beschreibt zwei missgebildete Unterkiefer vom Ca-
chelot (Physeter macrocephalus). Proc. zool. soc. p. 390.
Gray glaubt ib. p. 529 die Physeter von den Catodon als
besondere Familie Fhyseteridae trennen zu müssen. Sie sind
charakterisirt durch die länglich runde Gestalt des Kopfes, die
Spritzlöcher hinten am Scheitel, mit einem kleinen unterhalb ge-
legenen Munde, und durch eine hohe comprimirte Rückenflosse und
eine ovale Brustflosse. Die Genera Kogia und Euphysetus werden
als verschiedene aufrecht erhalten.
Krefft beschrieb eine neue Art Euphysetus Mac Lemji, welche
in einem 10 Fuss 8 Zoll langen Exemplare bei Manly-Beach bei
Sydney gestrandet war. Schädel und Knochen der Vorderglied-
maassen sind abgebildet. Proc. zool. soc. p. 708.
Balaenopteridae. Auf einige Knochen eines Finnfisches von
Formosa glaubte Gray Annais nat. bist. 16 p. 148, Proc. zool. soc.
p 725 eine neue Species Balaenoptera Swinhoei gründen zu können.
Bur meist er nannte eine neue Art im Museum zu Buenos
Ayres Balaenoptera patachonica und beschrieb sie mit Abbildung
des Schädels und einiger Knochen. Proc. zool. soc. p. 190.
Gray erhielt einen der mittleren Nackenwirbel, der an der
Küste von Devonshire angespült, worden war von einem Wallfisch,
den er der Balaenoptera (Eschrichtius) robusta Lillj. angehorig
glaubt, einer Art, die noch nicht an den britischen Küsten vorge-
kommen war. Proc. zool. soc. p. 40.
Burmeister vermuthet in einem Schulterblatt des Museums
zu Buenos Ayres eine neue Art Sibbaldius aniarcticus, dessen Träger
bei dem Flusse Salado gestrandet war. Proc. zool. soc. p. 713.
Flower zieht ib. p. 472 den von ihm im vorigen Jahre
rvergl vor. Ber. p- 54) angewendeten Namen Physalus latirostris
zurück, indem er diese Art für identisch mit Ph. Sibbaldii Gray halt.
Murie hat in Proc. zool. soc. p. 206-227 über die Anatomie
eines Physalus antiquorum von 60 Fuss Länge, der bei Gravesend
gefangen war, geschrieben.
Ueber einen Physalus antiquorum, der bei Pevensey Bay,
Sussex, gestrandet war, berichtete Flower ib. Das Thier war 67 Fuss
lang - Lillj eborg tritt ib. p. 730 nach Untersuchung der Ske-
lete in Paris der Ansicht Flower's bei, dass Benedenia Knoxu Gray
Jugendzustand von Physalus antiquorum sei.
Cope unterscheidet Proc. Philadelphia p. 178 eine neue Art
Megaptera osphyia, wovon er ein vollständiges Skelet von 50 Fuss
Länge im Museum zu Niagara Falls in Canada untersuchen konnte.
der Säugethiere während des Jahres 1865. 179
Balaenidae. Cope beschrieb Proc. Philadelphia 1865. p 168
eine Art Balaena, die bei New- York häufig vorkommen soll, die er
Balaena cisarctica nennt, und mit B. australis vergleicht.
DIarsupialia.
Shute beobachtete das Gebären eines Opossum. Die Mutter
lag bei der Geburt auf der rechten Seite und hatte den Körper so
gekrümmt, dass die Vulva fast der Mündung des offenen Beutels
gegenüber lag. Es waren 7 Junge, zu deren Geburt 4 Stunden
gehörten ; die Mutter blieb 36 Stunden in derselben Lage und ver-
weigerte alle Nahrung. Eine Hülfe mittels der Lippen oder der
Schenkel bei der Uebertragung in den Beutel wurde nicht wahr-
genommen. Proc. Boston Soc. IX, p. 332.
Petrogale lotipicavda Gray Proc. zool. soc. p. 324 von Neu-Süd-
Wales, zeichnet sich durch einen langen und buschigen Schwanz aus.
Murie erklärt Proc. zool. soc. p. 838 Phascolomys lasiorhi-
nus Gould für identisch mit Ph. latifrons. Er nimmt in der Fa-
milie Phascolomyidae die Gattungen Phascolomys Geofifr. mit drei
Arten Wombat Per. Les., platyrhinus Owen und magnus fossil, und
Lasiorhinus Gray mit 1 Art L. latifrons Owen an. Eine hübsche
Abbildung des Thieres von latifrons, so wie die bildliche Darstel-
lung der Schädel der drei lebenden Arten begleiten diese Ab-
handlung.
lonotremata.
Owen beschrieb die Beutel, die Michdrüsen und die Jungen
von Echidna hystrix. Es sind zwei Beutel vorhanden, Y2 ^o^^ t,ief
und % Zoll lang, etwa Vj^ Zoll von einander entfernt, mit einer
nach der Mittellinie gerichteten longitudinalen Oeffnung. In ihnen
ist keine Spur einer Warze vorhanden, jede Milchdrüse endet mit
zahlreichen Ausführungsgängen im Grunde des ihr entsprechenden
Beutels. Es war nur ein Junges vorhanden, Verf. schliesst aber,
dass das vorliegende Weibchen zwei Junge geboren habe, von denen
das eine verloren gegangen sei, und dass wahrscheinlich jedem
Beutel ein Junges angehört habe. Das Junge war etwa 1 Zoll lang,
sein Mund ist eine Querspalte. Es wird beschrieben. Proc. royal
soc. March 1865; Annais nat. bist. 15- p. 419.
Bericht über die Leistungeu in der Herpetologie
während des Jahres 1865.
Von
Troschel.
Brandt äusserte sich bei üeberreichung einer Ab-
handlung über die Classification der kaltblütigen Rücken-
markthiere schon vorläufig dahin, dass eine Vereinigung
der Fische mit den Amphibien und Reptilien nicht an-
nehmbar erscheine. Bull, de St. Petersbourg.
Das Verzeichniss der Amphibien des Herzogthums
Nassau, mit 24 Arten (vergl. Ber. 1859. p. 268), hat Kirsch-
baum in den Jahrbüchern des Vereins für Naturkunde
im Herz. Nassau 17 und 18 Heft p. 86 wieder abdrucken
lassen.
Venance Payot verzeichnete die Reptilien der
Umgebungen des Montblanc mit näheren Angaben über
Aufenthalt, die Höhengrenze des Vorkommens, Häufig-
keit u. s. w. Es sind 7 Lacerta, 1 Anguis, 11 Schlan-
gen, wobei die verschiedenen Varietäten von Vipera als
Arten gezählt sind, und 19 Batrachier. Annales des
sciences physiques et naturelles d'agriculture et d'in-
dustrie de Lyon VIII. p. 456.
Steindachner giebt an, dass sich die Reptilien-
fauna von Tenerifa auf 5 Arten beschränkt, von denen
der Laubfrosch die Hauptrolle spielt. Wiener Sitzungs-
ber. 51 p. 404.
Newton nennt Proc. zool. soc. p. 837 als auf Ma-
dagascar vorkommend: Chamaeleon bifurcus Brongn., Pe-
lophilus madagascariensis Dum. Bibr. und Hetaerodus
madagascariensis Dum. Bibr.
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie ct. 181
Eine kurze Notiz über die Amphibien Neu- Guineas
findet sich in Otto Finsch Neu-Guinea und seine Be-
wohner- Bremen 1865. p. 30.
Der Prinz Max zu Wied hat im 32. Bande der
Schriften der CaroL Leop. Akademie ein Verzeichniss der
auf seiner Reise in Nordamerika beobachteten Reptilien
veröffentlicht und dadurch zur vollständigeren Kenntniss
derselben beigetragen. In diesem Werke sind 16 Schild-
kröten, 4 Eidechsen, 12 Schlangen und 16 Batrachier ab-
gehandelt. Ausführliche Beschreibungen, Massangaben
und Bemerkungen über Vorkommen und Lebensv^eise
sind bei den meisten Arten gegeben. Sieben Tafeln mit
Abbildungen schmücken das Werk; darauf sind darge-
stellt: Cistudo Carolina, Emys pileata mas et fem., Emjs
orthonyx, Emys elegans, Gymnopus olivaceus, Menopoma
alleghaniensis, Menobranchus lateralis und die Köpfe von
Crotalus durissus und Coronella doliata. Die Abbildun-
gen sind farbig nach der Natur gemalt.
Cope zählt 17 Batrachier aus Michigan auf. Proc.
Philadelphia p. 84.
Baron v. Müller verzeichnete in seinen Reisen in
den Vereinigten Staaten, Canada und Mexico Band III.
p. 595 als in Mexico lebend 269 Amphibien, nämlich 4
Loricati, 16 Chelonii, 77 Saurii, 127 Ophidii und 45 Ba-
trachii. Unter einer Anzahl vom Verf. in Mexico ge-
sammelter Reptilien, die derselbe dem Bonner Museum
schenkte, glaubte Referent zwei Schlangen und einen
Frosch als neu beschreiben zu müssen, s. unten.
In einem dritten Beitrage zu der Herpetologie des
tropischen Amerika von Cope Proc. Philadelphia p. 185
wird ein Alligator, eine Anzahl Schildkröten, einige Ei-
dechsen und Batrachier beschrieben. Die neuen Arten
werden unten namhaft gemacht.
In der ,,List of vertebrated animals living in the
gardens of the zoological society of London, third edition,
1865" sind 75 Reptilien enthalten, 11 Schildkröten, 1 Al-
ligator, 13 Eidechsen, 27 Schlangen, 23 Batrachier.
Aug. Dumeril gab einen di'itten Bericht über die
182 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Menagerie der Reptilien des Pariser Museums. Seit dem
zweiten Berichte 1861 sind 44 Arten hinzugefügt worden,
so dass nunmehr seit der Gründung der Anstalt im Jahre
1838 im Ganzen 237 Arten in dieser Menagerie gelebt
haben. Ueber die einzelnen Arten werden Bemerkungen
beigefügt. Nouvelles archives du Museum I. Bulletin p. 31.
Die Sammlung der Reptilien des Pariser Museums
enthielt nach dem Berichte desselben Verf. ib. p. 47
Ende 1864 die beträchtliche Zahl von 1551 Arten in 421
Gattungen. Es sind 137 Schildkröten in 23 Gattungen,
545 Saurier in 143 Gattungen, 619 Schlangen in 170 Gat-
tungen und 250 Batrachier in 85 Gattungen.
Chelonii.
Strauch hat seine chelonogischen Studien (vergl.
Bericht über 1862. p. 626) nicht aufgegeben, sondern eine
weitere schätzenswerthe Abhandlung ,,die Verlheilung der
Schildkröten über den Erdball" veröffentlicht. Mem. de
Tacad. imp. des sc. de St. Petersbourg VIII. no. 13.
Die Arbeit besteht aus zwei Abschnitten. Der erste Ab-
schnitt enthält ein vollständiges Verzeichniss aller gegenwärtig be-
kannter Schildkröten-Arten nebst Angabe der Fundorte oder auch
des Verbreitungsbezirks der einzelnen Species. Die erste Familie
Testtidinida zerfällt in 2 Tribus und 23. Genera mit 165 Species,
nämlich 25 Testudo, 4 Chersina, 1 Pyxis, 3 Ciuixys, 2 Manouria, 4
Terrapene, 5 Emys, 58 Clemmys, 1 Dermatemys, 1 Platysternon, 1
Macroclemmys, 1 Chelydra, 2 Staurotypus, 4 iVromochelys, 13 Ci-
nosternon; — 1 Peltocephalus , 5 Podocnemis, 6 Sternothaerus, 3
Pelomedusa, 16 Platemys, 3 Hydromedusa, 5 Chelodina und 1 Che-
lys. Die zweite Familie Trionychida enthält nur drei Gattungen
mit 24 Arten, nämlich 17 Trionyx . 4 Cycloderma und 3 Emyda.
Die dritte Familie Cheloniida zerfällt in 2 Tribus und 3 Gattungen
mit 5 Arten, nämlich 1 Dermatochelys, 2 Chelone und 2 Thalasso-
chelys. Demnach erkennt Verf. 194 Arten an. — Im zweiten Ab-
schnitte schildert Verf. zuerst die Verbreitung der Arten innerhalb
der einzelnen Faunengebiete, deren er folgende sieben angenommen
hat: das circummediterrane mit 6 Arten, das afrikanische 31 A., das
asiatische 52 A., das australische 7 A,, das südamerikanische mit
Einschluss von Westindien 34 A., das nordamerikanische 43 A. und
daß Meeresgebiet 5 A. ; dann bespricht er den Verbreitungsbezirk
während des Jahres 1865. 183
der ganzen Ordnung, sowie der einzelnen Familien, Tribus und
Gattungen. Nur 3 Arten kommen zwei Gebieten zugleich zu, von
13 Arten ist das Vaterland unbekannt.
Unter den Reptilien bezeichnet Cornelius vorzugsweise
einige Schildkröten als wandernde Thiere. Die Zug- und Wander-
thiere, Berlin 1865. p. 143—147.
Francis Brown berichtete über den Fang einer Sphargis
coriacea bei Saco Me von 8 Fuss Länge. Proc. Boston Soc. IX.
p. 326.
Cinostermim berendtianum Cope Proc. Philadelphia p. 189,
Tabasco.
Gray beschreibt Annais nat. bist. 15. p. 159 Sternothaervs
(Notoa) Adansotiii von Westafrika, welche Art nur nach einem Schilde
als Emys Adansonii Schweigg. beschrieben war.
Claudius angustatus Cope Proc. Philadelphia p. 187. Die
Gattung steht zunächst Chelydra; die äussere Erscheinung nähert
sie den Cinosternidae an, und soll sich von Staurotypus Salvinii
nur durch die ünbeweglichkeit des vorderen Brustbeinlappens, die
Abwesenheit der Inguinal- und Axillarplatten, und die Gegenwart
des Mesosternalknochens unterscheiden. Die Gattung ist an die
Grenze der Emydidae zu stellen.
Gray stellte Proc. zool. soc. p. 323 eine neue Gattung Te-
trath yr a in der Familie Trionychidae auf, und weist ihr die Stelle
neben Cyclanosteus an. Sie hat bedeckte Füsse und nur zwei Paare
Knochenschwielen am Brustbein, während Heptathyra deren 7 und
Cyclanosteus 9 besitzt. T. Baikii aus Westafrika.
Derselbe erkannte ib. p. 422 seinen Cyclanosteus Petersii
für den älteren Zustand von Cryptopus senegalensis Dum. Bibr.,
den er Cyci. senegalensis genannt hat. Er geht dann auf die Ent-
wickelung der Knochenschwielen des Brustbeins ein, und unterschei-
det schliesslich die Genera Heptathyra, Cyclanosteus und Tetrathyra.
Saiirii.
Grocodilini. Die Schrift von Brühl »Laqueus Owenii und La-
queus tympanicus petrosi. Wien 1865 mit drei Tafeln bildet einen
Nachtrag zu des Verf. Schrift über das Skelet der Krokodilinen
(Vergl. Berichte über 1862. p. 629). Den früher von dem Verf.
Ossiculum Owenii genannten Knochentheil der Krokodilinen sieht er
nun nicht mehr als seibstständigen Knochen, sondern als Bestand-
theil des Occipitale laterale an, und nennt ihn Laqueus Owenii; —
den Annulus tympanicus accessorius ebenso als Bestandtheil des
Petrosum und nennt ihn Laqueus tympanicus Petrosi. In einem
Anhange handelt Verf. über den Laqueus Owenii der übrigen Kep-
184 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
tilien und Vögel und sein Verhältniss zu deren Cochlea ossea, und
giebt literarische und sonstige Bemerkungen über den Krokodil-
Carpus.
Haughton beschrieb die Musculatur der Hinterbeine des
Krokodils. Annais nat. bist. 16. p. 326. pl. 16.
Alligator helois Cope Proc. Philadelphia p. 185 unbekannten
Fundortes; das beschriebene Exemplar befindet sich im Museum
zu München.
Geckones. Sphaerodactylus glancus Cope Proc. Philadelphia
p. 192 aus Yukatan.
Helodermidae. Kaup hatte Gelegenheit ein jüngeres Exem-
plar von Heloderma horridum zu untersuchen. Er zeigte namentlich,
dass es Gaumen- und Pterygoidzähne besitzt. Archiv für Natur-
gesch. p. 33.
Igaanini. Laemanctus alticoronatus Cope Proc. Philadelphia
p. 192 aus Yukatan.
Ptenopiis n. gen. Gray Proc. zool. soc. p. 640 unterscheidet
sich von Phrynocephalus durch die kleinen deutlichen, vertieften
Ohren, mit linearer senkrechter Oeffnung. Pt. maculatus pl. 38. fig. 1
aus Damaraland in Südafrika.
Centrotrachelus n. gen. Strauch Bulletin de St. Peters-
bourg VI. p. 477 zwischen Stellio und Uromastix, steht Uromastix
durch den Gesammthabitus und durch die Bildung des Schwanzes
nahe, unterscheidet sich jedoch von ihr durch die ungleichartige
Beschuppung des Kückens und durch die Anwesenheit von Dornen
auf Hinterhaupt, Nacken und Halsseiten. C. As77iussii aus Persien.
Zonurldae. Cordylosaurus Gray Proc. zool. soc. p. 641
aus der Familie Zonuridae und zu der Gruppe mit grossen flachen
Borsalschuppen und fünf Zehen an allen Füssen. C. trivirgatus
pl. 38. fig. 2 aus Damaraland in Süd-Afrika- Die Gattungen dieser
Gruppe Platysaurus, Cordylosaurus, Pleurostrichus und Gerrhosaurus
werden charakterisirt.
Scincoidei. Teratosdncns n. gen- Strauch Bulletin de St.
Petersbourg VI. p. 480 aus der Scincoidenfamilie, Kopf kurz, dick,
granulirt wie bei den Geckonen ; Rumpf und Extremitäten , mit Aus-
nahme der fein granulirten Flexorenseite des Vorderarms und Ober-
schenkels, mit gleichartigen Spindelschuppen bedeckt; Zehen an den
Rändern sehr stark gekämmt; Schwanz mit Spindelschuppen gedeckt,
zeigt aber auf der Oberseite der zwei letzten Drittel dachziegel-
artig über einander gelagerte breite, von rechts nach links convexe
Schilder, die nach der Schwanzspitze zu allmählich an Grösse ab-
nehmen und deren jedes etwa die Form einer breiten, mit der Con-
vexität nach hinten gerichteten, Sichel oder eines menschlichen
während des Jahres 1865. 185
Nagels besitzt ; nur ein sehr kleines oberes, kein unteres Augenlied ;
Zunge kurz, an der Spitze gespalten mit Schüppchen bedeckt. T.
Keyserlingii aus Persien.
Amphisbaenae. Gray gab Proc. zool. SOG. p. 442 eine Ueber-
sicht der Amphisbaenen. Er unterscheidet 4 Familien : 1 Farn. Tr o-
g onophidae Gatt. Trogonophis mit 1 Art. 2. Fam. C hirotidae
Gatt. Chirotes mit einer 1 Art. 3 Fam. Amphishaenidae 1 Tri-
bus Amphisbaenina Gatt. Blanus mit 1 Art, Amphisbaena mit 6
Arten, Cynisca mit 1 Art, Br onia n. gen. mit 1 neuen Art ßr.
hrasiliana aus dem tropischen Amerika, Sarea mit 1 Art, Cadea mit
1 Art. 2 Tribus Anopinina Gatt. Anops mit 2 Arten, Baikia
n. gen. mit einer neuen Art B. africana aus Westafrika. 4 Fam.
Lepidosternidae 1 Tribus Lepidoslernina Gatt. Lepidoster-
non mit .3 Arten, worunter L. Grayii Smith MS. aus Südamerika
neu. 2 Tribus Cephalopellina Gatt. Cephalopeltis mit 1 Art,
Monotrophis mit 1 Art, D alophia n. gen. mit einer neuen Art B.
Welwitschii aus Angola.
Serpent«s.
Die zweite Text - Lieferung von Jan's Iconographie generale
des Ophidiens behandelt die Familien Uropeltiens, Tortriciens und
Boidiens. — Die erstere dieser Familien umfasst vier Gattungen :
Uropeltis Cuv. mit 1 Art, Rhinophis Hempr. mit 4 A., Coloburus
D. B, mit 1 A. und Plectrurus D. B. mit 1 A. Alle Arten sind
asiatisch. — Die Tortriciden enthalten drei Gattungen : Tortrix
Oppel mit 1 A., Cylindrophis Wagl. mit 2 A., Xenopeltis mit 1 Art.
Die Gattung Tortrix ist amerikanisch, die übrigen sind asiatisch. Die
Familie der Riesenschlangen zerfällt in drei Tribus, nämlich die
Eryciden mit 5 Gattungen: Plastoseryx Jan mit 1 A., Pseudoeryx
Jan mit 1 A,, Wenona Baird Gir. mit 1 A., Lichanura Cope mit 1 A.
und Eryx Oppel mit 4 Arten ; dann die Boaeiden mit 12 Gattun-
gen: Tropidophis D. B. mit 3 A., Enygrus Wagl. mit 3 A., Platy-
gaster D. B. 1 A., Leptoboa D. B. 1 A., Boa L. 4 A., Acranto-
phis Jan 1 A., Eunectes Wagl. 1 A., Pelophilus D. B. 1 A., Ho-
malochilus Fisch. 1 A., Chilobothrus D. B. 2 A., Epicrates Wagl.
3 A., Xiphosoma Wagl. 3 A. ; endlich die Pythoniden mit 4 Gattun-
gen: Morelia D. B. 1 A., Python Cuv. 4 A., Liasis Gray 2 A. und
Nardoa Gray 1 A. Die Familie besteht also aus 39 Arten, deren
eine in Europa, Afrika und Asien lebt, 6 in Afrika, 2 in Asien, 6
in Asien und den Asiatischen Inseln, 3 in Australien, 20 in Ame-
rika, 1 ist unbekannter Herkunft.
Typhlopidae. In einem Nachtrage zu seiner Abhandlung über
186 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Typhlopina beschrieb Peters Berliner Monatsber. p. 259 zwei neue
Arten: Typklops (OniichocephaUis) Güutheri aus Nordaustralien und
obtusus aus dem Thale des Shireflusses, Mossambique. Ferner wer-
den mehrere Arten als Synonyma von anderen erkannt.
Calamaridäd. Calamaria flaviceps Günther Annais nat. hist.
15. p. 90 von Borneo.
Oligodon Waandersii Günther ib. p. 91 von Boni.
Günther ist der Meinung , dass die Schlangengattungen
üriechis Peters, Microsoma Jan, Urobelus Reinh., Polemon Jan und
Miodon Dum. zu einer und derselben Gattung zu vereinigen sind.
Annais nat. hist. 15. p. 90.
Coronellidae. Simetes vertebralis Günther Annais nat. hist. 15.
p. 91 von Bandjermassing.
Pliocercvs dimidiatus Cope Proc. Philadelphia p. 190 von
Costa Rica.
Natricidae. Enumerazione sistematica degli Ofidi appartenenti
al gruppo Potamophilidae per il Prof. Jan. Archivio per la zoolo-
gia Yol, III. p. 201—265. In diesem Verzeichnisse führt Verf. 81
Arten mit 12 Gattungen auf: Tropidonotus Kahl mit 35 Arten,
wovon neu T. intermedia aus Ostindien, collaris Mexico, scaliger,
glaphyros Nordamerika, Kennicotli Nordamerika, ornatus, incertus,
5ii6ra(/»a<tt5 Columbien, wies owje/flw WS Mexiko; Amphiesma D. B. mit
10 Arten, substolatum Schi, von Borneo, schistaceum aus Ostindien
und brackiura aus Bengalen neu; Is chno gnathus mit 3 Arten;
Leionotus n. gen. mit glatten Schuppen in 17 Reihen, Schnauze ohne
Anhang, 7 Supralabial schilder, 1 Art L.Schlegeli von Ashantee; C a-
lopisma D. B. mit 5 Arten; Helicops Wagl. mit 11 Arten, neu
//. Wagleri Brasilien, Ägnssizi Nicaragua, Spixii Brasilien, scalaris
Venezuela, infrataeniatus Surinam; Tr et ayiorhinu s D. B. 1 Art;
H er p et on Lac. 1 Art ; Homalopsis Kühl 3 Arten, wovon robustus
aus Brasilien neu; Hypsirhina Wagl. mit 7 Arten, wovon Bo-
courti von Siam neu; Campylodon D. B. 1 Art; H emi odontus
D. B. 3 Arten, wovon chalybaeus von Singapore neu. ^
De B e 1 1 a schrieb kritische Bemerkungen über die italieni-
schen Arten der Gattung Tropidonotus Kühl. Er berichtigt die
Synonymie, bespricht die geographische Verbreitung u. s. w. An-
genommen werden drei Arten, nämlich T. natrix L. mit den Varie-
täten murorum Vest., minax Schreib., nigra Jan, Cetti Gene; — T.
tesselatuslj2MT. mit drei Varietäten concolor Jan, albo-lineataBonap..
decipiens Betta; — T. nipertnus Latr. mit einer Varietät chersoides
Wagl. Atti deir Istituto Veneto X. p. 513—542.
Oskar Herklotz hatte eine Coluber natrix, die 311 Tage
ohiiö^_ Nahrung zu nehmen und ohne Winterschlaf lebte ; dann wurde
während des Jahres 1865, 187
sie wieder gefüttert und befand sich wohl. Verhandl zool.-bot.
Gesellsch. 15. p. 379.
Tropidonotus sundanensis Günther Annals nat. hist. 15. p. 95.
pl. 2. fig. D von Sumatra. — Tr. Baronis Mülleri Troschel in v. Mül-
ler's Reisen 1. c. p. 610 aus Mexiko.
Tropidoclonium storerioides Cope Proc. Philadelphia p. 190 aus
Mexiko.
Li mnophis n. gen. Günther Annals nat. hist. 15 p. 96. Kräf-
tig gebaut, cylindrisch, Kopf wie bei Tropidonotus, Schwanz ziem-
lich kurz; Schuppen glatt, kurz, in 19 Reihen, Anal- und Subcau-
dalschilder getheilt; ein vorderes und zwei hintere Frontalia, Zü-
gelschild vorhanden; Kieferzähne in einer ununterbrochenen Reihe,
allmählich nach hinten an Grösse zunehmend, der letzte deutlich
grösser als der vorhergehende, und nicht gefurcht. L. bicolor von
Angola.
Golubridae. Coluber (Lielaphis) batjanensis Günther Annals
nat. hist. 15. p. 93. pl. 2. fig. A von Batjan.
Spilotes megalolepis Günther Annals nat. hist. 15. p. 93 aus
Südamerika.
M egablnh es n. gen. Günther Annals nat. hist. 15. p. 92, eine
gigantische Ablabes mit der Physiognomie von Herpetodryas, mit
der Bezahuung von Ptyas, und mit einem ganzen Analschilde. M.
olivaceus von Manado.
Dryadidae. Dromicus Godmanni Günther Annals nat. hist. 15.
p. 94 aus Guatemala.
Psammophidae. Psammophis tn'grammus Günther Annals nat.
hist. 15. p. 95. pl. 2. fig. E von dem River S. Nicoiao in Westafrika.
Dendrophidae. Akaelulla frcnata Günther Annals nat. hist. 15.
p. 94. pl. 2. fig. B, ohne Vaterlandsangabe.
Defidraspididad. Dendraspis WelwitsckH von Angola, inter-
medius und polylepis vom Zambesi Günther Annals nat. hist. 15.
p. 97. pl. 3.
Viperidae. Im Correspondenz - Blatt des zool. - min. Vereins
in Regensburg XIX. p. 143 ist aus der »deutschen Klinik ein Bericht
über die Vipern abgedruckt, welcher von Soubeiran verfasst und
von der Kais. Französ. Gesellsch. für Acclimatisation herausgegeben
ist. Es wird über den Vipernbiss, seine Folgen und die Heilung
gehandelt; dann über die Feinde der Vipern (Wildschwein und
Igel). Erstaunlich ist die Menge der Vipern, welche während der
Jahre 1856 bis 1861 in Folge einer Prämie eingeliefert wurden,
57045 in 6 Jahren im Arrondissement Chaumont. — Nach Waltl
ib. p. 154 giebt es um Passau keine giftige Schlange; nach v. Sie-
bold kommt Pelias berus mit ihren Varietäten an mehreren Orten
Bayerns vor. - Ueber die Verbreitung der Vipera berus L. in
188 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Bayern schreibt im Anschlüsse hieran Jaeckel ausführlich. Sie ist
in Bayern weit verbreitet und findet sich im Gebirge bis 6000' hoch
und im Flachlande. Zahlreiche Fundorte werden aufgeführt. Eine
Anzahl von Unglücksfällen in Folge des Bisses, die theils geheilt
wurden, theils mit dem Tode endeten, wird erzählt.
Ein Beitrag zur Kenntniss vom Bau des Rückenmarkes von
Vipera berus Lin. Von J. Grimm. Reichert und Dubois Archiv für
Anat. 1854. p. 502. Taf. XII.
Eduard Brandt entdeckte bei Pelias berus einen ductus
caroticus, welcher die Carotis communis mit dem transversalen
Theile des linken Aortenbogens verbindet, der meist später oblite-
rirt und dann ein Ligamentum caroticum ist. Auch bei Tropido-
notus natrix fand sich ein solcher, soll aber erst näher untersucht
werden. Bulletin de l'acad. de St. Petersbourg IX. p. 273.
lieber eine zweiköpfige Viper (Vipera aspis Merr.) schrieb D e
Betta und bildete sie ab. Atti dell' Istituto Veneto X. p. 916.
Tav. 14.
Heinzel wurde von einer Pelias chersea am rechten Daumen
gebissen und schildert genau die Krankheitserscheinungen. Der Biss
selbst war sehr schmerzhaft. Schade, dass er nicht Spirituosen an-
gewendet hat, die so sehr gegen den Schlangenbiss empfohlen wor-
den sind. Verh. zool.-botan. Gesellsch. 15. p. 493.
Crotalidae. Crotalus intermedius Troschel in v. Müllers Reisen
1. c. III. p. 613 aus Mexico. — C. ravus Cope Proc. Philadelphia
p. 191 aus Mexiko.
Caudisona polysticta Cope ib. p. 191 aus Mexiko.
Batrachii.
Baudelot hat Untersuchungen über das Gehirn
des Frosches angestellt, die darauf ausgehen die Thätig-
keit der einzelnen Abtheilungen, und die Wirkung von
Verletzungen zu ermitteln. Annales des sciences naturel-
les III. p. 5.
lieber die erste Anlage des Gehörorganes der Ba-
trachier machte Schenk Beobachtungen. Wiener Si-
tzungsber. 50. p. 347.
Hyrtl wies nach, dass das Herz der Batrachier
gefässlos ist, und dass die sogenannte Herzvene vielmehr
eine Bulbusvene ist. Bei den ungeschwänzten Batrachiern
sind zwei Bulbusveaen vorhanden, eine vena bulbi anterior
während des Jahres 1865. 189
und posterior, bei den geschwänzten Batrachiern fehlt
die Vena bulbi posterior. Wiener Sitzungsber. 50. p. 42.
Stieda hat die Haut des Frosches gründlich unter-
sucht in Reichert und Dubois Archiv für Anat. 1865.
p. 52. Die Haut besteht aus einer bindegewebigen Grund-
lage (Cutis) und einer zelligen Bedeckung (Epidermis).
Die erstere besitzt kleine kugelförmige Erhebungen (Pa-
pillen), welche durcb die senkrecht aufsteigenden Binde-
gewebsbündel gebildet werden. Auf der Haut ist zwi-
schen den Augen ein kleiner weisslicher Fleck sichtbar
(Stirnfleck), der einer Erhebung der tiefen Cutisschichten
entspricht, und in welcher ein aus runden Zellen be-
stehendes Organ ohne Ausführungsgang (die subcutane
ötirndrüse) liegt.
Cope veröffentlichte seine Ansichten über die Clas-
sification der oberen Gruppen der Batrachia salientia in
Natural history review 1865. p. 97.
Verf. unterscheidet vier Hauptgruppen 1) Agio ss a mit den
Fam. Pipidae, Dactylethridae und Palaeobatrachidae, 2) Bufoni-
formia Fam. Rhinophrynidae, Engystomidae, Brachymeridae, Bufo-
nidae und Dendrobalidae, 3) Areif era die folgende weitere Ein-
theilung erfahren: a) Sacralfortsätze breit, Wirbel opisthocoelisch,
Fam. Discoglossidae Kippen, Diapophysen des ersten Schwanzwir-
bels, äussere Metatarsen durch Schwimmhaut getrennt, Asterophry-
didae keine Rippen oder Schwanzwirbelfortsätze, äussere Metatarsen
verbunden, b) Sacralfläche breit, Wirbel procoelisch, Fam. Sca-
phiopodidae Endphalangen einfach, Hylidae Endphalangen mit ange-
schwollener Basis und dünnem gekrümmten klauenförmigen Ende.
C) Sacralfortsätze cylindrisch, Wirbel procoelisch, Fam. Cystignathi-
dae. 4} Rani for min Fam. Ranidae. — Die grösseren Familien
sind weiter bis auf die schematische Unterscheidung der Genera
eingetheilt, die wir jedoch hier wegen Mangel an Raum nicht wie-
dergeben können.
Ha ml in fand noch gegen den Winter im Maine
Froschlarven, die in der Entwickelung weit zurück waren.
Er schliesst daraus, dass wenigstens ein Theil der Jun-
gen von einer oder mehreren Arten überwintern, und
erst im kommenden Frühlinge ihre Entwickelung fort-
setzen. Dasselbe scheint ihm auch bei Urodelen statt zu
190 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
finden, da er noch am 17. October Salamander mit Kie-
men antraf. Proc. Boston soc. X. p. 79.
Untersuchungen über die Entwickelung des Kopfes
der ßatrachier von Stricker. Reichert und Dubois
Archiv für Anat 1864. p. 52. Taf. I.
Aug. Dumeril fügte den wenigen bisher bekann-
ten Beispielen von Polymelie bei ungeschwänzten Batra-
chiern einige neue hinzu. Es handelt sich um eine Rana
viridis und eine Rana temporaria mit je drei Hinterbei-
nen. Comptes rendus CO; Revue et mag. de Zoologie 17.
p. 170; Nouvelles archives du Museum I. p. 309. pl. 20 in
ausführlicher Darstellung.
Auch Cisternas beobachtete einen Alytes obste-
tricans mit drei Hinterbeinen. Revue et mag. de Zoolo-
gie 17. p. 287.
Hylae. Cope stellte Proc. Philadelphia p. 194 eine Synopsis
der Genera der Familie Hylidae zusammen. Darin figuriren zwei
neue Gattungen : Dryov^ elicles hat keine Frontoparietal-Fontanelle,
keine Cranial - Dormeossification, keine Rückentasche, kleine durch
das Ethmoideum getrennte Präfrontalia, keine Kiele oder Drüsen;
Typus Hyla aurantiaca. — Smilisca hat eine Frontoparietalfonta-
nelle, Zehen nicht gegenüberstellbar, mit Schwimmhäuten, Schädel
und Fontanelle breit, obere Ethmoidplatte breit, Finger nicht ge-
genüberstellbar, ein verlängerter spitzer, flacher Postorbitalfortsatz
des Frontoparietalknochens , Gestalt kräftig. Gegründet auf ein
Skelet einer neuen Art S.- dmdlnia in der Sammlung von Hyrtl in
Wien. — Daselbst wird auch die Gattung P haryng odon beschrie-
ben, die keine Frontoparietalfontanelle hat, deren Schädel oben
mit einer Dormeossification verwachsen ist, deren Praefrontalia sich
berühren, und die eine Reihe Parasphenoid-Zähne hat. Eine neue
Art Ph. petasafus aus Yukatan.
Eine Notiz über das Betragen eines Laubfrosches (Hyla ar-
borea) in der Gefangenschaft gab Glaser. Zool. Garten p. 113.
Hyla gracilipes und Staufferi Cope Proc. Philadelphia p. 194
aus Mexiko.
Ranae. Rana adtrita Troschel in v. Müller's Reisen 1. c. III.
p. 116 aus Mexiko.
AglOSSa. Ueber die Gattung Dactylethra vergleiche Ho gg
in Annais nat. hist. 16 p. 120. Er macht darauf aufmerksam, dass
er zuerst die Familie Dactylethridae aufgestellt habe.
Caudata. Milde sah bei Meran eine Salamandra maculosa
während des Jahres 1865. 191
in kurzer Zeit 33 Junge gebären. Verhandl. zool.-bot. Gesellsch.
15. p. 961.
Hemidaclylivm pacificum Cope Proc. Philadelphia p. 195 von
Süd-Californien.
Spelerpes cephalicus, orculus und lineolus Cope Proc. Phila-
delphia p. 196 aus Mexico.
Reichenbach bildete Nova Acta Acad. Leopold. Carol.
XXXII. 1. eine eigenthümliche Varietät eines Triton ab, die in einem
Tümpel bei Meissen gefangen wurde. Er hält sie für eine rothgelbe
Varietät von Triton cristatus.
In einer besonderen Schrift »Cryptobranchus japonicus, sche-
diasma anatomicum quod almae et antiquissimae universitati Vin-
dobonensi ad solennia saecularia quinta pie celebranda dicat dedi-
cat Josephus Hyrtl. Vindobonae 1865. 4.«, welche von 14 Ta-
feln begleitet ist, wird die Anatomie eines Exemplares von 2V2 Fuss
Länge abgehandelt, namentlich die Osteologie, Splanchnologie und
Angiologie. Verf. stimmt der Ansicht Van der Hoeven's bei, dass
der Eiesensalamander trotz der fehlenden Kiemenöffnung mit Me-
nopoma Alleghaniense generisch zu verbinden sei, und dass der
Gattung der Name Cryptobranchus verbleiben müsse.
Schon vorher gab Hyrtl in den Wiener Monatsber. 50 p. 18
eine kurze Inhaltsanzeige einer zu veröffentlichenden Abhandlung
über die Anatomie des Riesen-Salamanders (Cryptobranchus japoni-
cus Hoeven). Unter den als neu bezeichneten Resultaten wird an
die Spitze gestellt, das Fehlen des Kniegelenkes, was Verf. Ago-
narthrose nennt, ebenso halten die Cartilagines tarsi et carpi nur
durch Bandmasse zusammen, ohne Gelenk, und die Articulationes
metacarpo- und metatarsophalangeae, sowie alle interphalangeae
sind zu soliden Bandfugen umgewandelt; auch alle Articulationes
costo-vertebrales gehören dahin u. s. w.
lieber Siredon pisciformis vergl. Ho gg Annais nat. bist. 16
p. 122.
A. Dumeril machte der Pariser Akademie Mittheilung über
die Fortpflanzung des Axolotl (Siredon mexicanus s. Humboldtii)
Comptes rendus 60. p. 765 ; Revue et mag. de Zoologie 17. p. 142.
Die Menagerie der Reptilien besass in einem Aquarium 5 Männ-
chen und ein Weibchen. Er beobachtete am 18. Januar 1865 grosse
Aufregung bei ihnen, und die Männchen stiessen Flocken von Sper-
matozoiden aus. Am 19. begann das Weibchen zu laichen. Die
Erscheinung wiederholte sich am 6. März. Nach 28 — 30 Tagen
schlüpften die Embryonen aus. Sie hatten eine Länge von 0,014
bis 0,016 Metres. Die Kiemen bestehen anfänglich aus drei cylin-
drischen sehr kurzen Anhängen, die sich dann allmählich weiter ver-
ästeln. Die schon beim Ausschlüpfen angedeuteten Vordergliedmassen
1Ö2 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie.
entwickelten sich kaum merklich, von den hintern Gliedmassen war
nach zwei Monaten noch keine Spur.
Dumeril beobachtete ferner an den Larven des Siredon,
dass einige im September ihre Kiemen verloren, ebenso die Haut-
leiste des Rückens und Schwanzes und dass der Körper mit weissen
unregelmässigen Flecken besäet wurde. Sie bestanden also eine
Metamorphose. Die Aufklärung dieser Erscheinung, da doch die
älteren Thiere, welche die Eier gelegt hatten, noch die Kiemen be-
sassen , wird noch erst zu entdecken sein. Comptes rendus 60 ;
Revue et mag. de Zoologie 17. p. 399.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1865.
Von
T r 0 s c h e 1.
Verschiedene Fische können bekanntlich verschieden
lange Zeit ausser Wasser leben. Der Stör lebt mehrere
Stunden^ der Hecht etwas weniger, der Hering nur eine
Minute. Poluta hält diese Fähigkeit abhängig von der
Lebenszähigkeit der animalischen Faser; sie stehe im
umgekehrten Verhältniss mit der SauerstofFmenge , die
zur Unterhaltung des Lebens im Organismus erforderlich
ist. Er behauptet die Lebensdauer ausser dem Wasser
werde begünstigt: durch eine cylindrische Form des Fi-
sches, die Gegenwart von Wasser in den Kiemenhöhlen,
die Abwesenheit von Schuppen ; umgekehrt : die compri-
mirte Körpergestalt, das Zusammenfallen der Kiemen-
blätter in eine Masse, das Vorhandensein von Schuppen.
Annales des sciences naturelles IV. p. 62,
Cornelius unterscheidet in seinem Werke „Die
Zug- und Wanderthiere. Berlin 1865.^ p. 151 Standfische, die
ihren Geburtsort gar nicht oder nur wenig verlassen und
die in stehenden oder fliessenden Gewässern leben. Einige
derselben verändern zur Laichzeit oder durch atmosphä-
rische Einflüsse veranlasst, ihren Wohnsitz wenigstens
auf einige Zeit, so die Bachforelle und der Lachs (ist
doch gewiss ein eigentlicher Zugfisch), die Alba(C7prinus
alburnus) und die Piere (Cyprinus phoxinus, über dessen
Züge, Fang und Zubereitung in der Lenne bei Altena
interessante Mittheilungen gemacht werden). — Von strei-
chenden Fischen, den Strichvögeln entsprechend, erwähnt
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. Jj"
194 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Verf. nur solche, die auf s Land gehen: Muraena anguilla,
Doras costata und Anabas scandens. — Es giebt aber
auch wahre Zugfische, von denen manche nur wandern
um die Zugfische zu verfolgen, andere sich wegen des
Laichens zusammenschaaren, wo dann Schilderungen ein-
zelner Arten beigegeben sind.
Hollard versucht die Bedeutung der einzelnen
Theile des Gehirns der Fische im Vergleich zu denen
der höheren Wirbelthiere festzustellen. Er geht von den
drei primitiven Hirnbläschen der Wirbelthiere aus, dem
epencephalischen, masencephalischen und dem prosence-
phalischen. Ersteres theilt sich in zwei Unterregionen, Ca-
lamus und kleines Gehirn, letzteres theilt sich auch und
giebt vorn ein vorderes und ein mittleres]Gehirn u. s. w.
Comptes rendus April 1865. p. 768 ; Revue et mag. de
zool. 17 p. 145 ; iVnnals nat. hist. 16 p. 72.
Mayer legte seine Ansichten über die Chorda dor-
salis bei den Fischen in unserem Archiv p. 342 nieder ;
die letzte Arbeit des nunmehr verstorbenen, bis zu seinem
Ende thätigen Anatomen.
Langhans hat in der Zeitschr. für wiss. Zoologie
15 p. 243 — 306 Untersuchungen über die Sclerotica der
Fische veröfi'entlicht. Er hat zahlreiche Arten der ver-
schiedenen Familien und Ordnungen untersucht. Wenn-
gleich manche Familien in der Bildung der Sclerotica
eine Uebereinstimmung haben, so bieten doch andere nach
den Gattungen Verschiedenheiten, die darauf hinzudeuten
scheinen, dass sich die Sclerotica als systematischer Cha-
rakter kaum werde verwerthen lassen. Andererseits geht
aus den Angaben des Verf. hervor, dass die Arten einer
Gattung in dieser Beziehung niemals verschieden sind.
Es werden sechs Gruppen unterschieden: 1) Fische, bei
denen die Sclerotica nur aus faserigem Bindegewebe be-
steht, 2) aus einer homogenen, dem faserigen Bindege-
webe sehr nahe stehenden Substanz, 3) aus Knorpel, 4)
aus Knorpel und Bindegewebe, 5) aus Knochen, Knorpel
und Bindegewebe, 6) aus Knochen und Knorpel. Alle
(untersuchten) Ganoiden und Elasmobranchii gehören in
während des Jahres 1865. 195
die dritte, Pedfcukti, Gadoidei, GhauHodonfidae, Bali-
stm, Gymnodoates Lophobranchii iu die vierte, Sparoi-
do.,_ Sciaeno.de,, Labyrinthiformes, Mugiloidei, Notacan-
de Cluom,des Scomberesoces, Cyprinoidei, Salmone.,
?eben r t? "° f«"fte Gruppe; alle anderen Familien
geben Gattungen in verschiedene Gruppen
Bruch hat Beobachtungen und Experimente über
die Bedeutung der Fischflossen bei der Bewegung al
gestel t. Sechster Bericht des Offenbacher VefeTn! (l
Naturkunde p. 38-62. Er wählte dazu den gemeinen
btichlmg, Gasterosteus gymnurus Cuv. Das Hauptbe-
wegungsorgan ist bekanntlich der kräftige muskulöse
Schwanz d>e Flossen sind zwar thätig bei der Bewegung,
haben jedoch nur unbedeutenden Einfluss auf sie Ver
Stummelungen Entfernung von Flossen, blieben auf die
sammthchen Ortsbewegungen ohne allen Einfluss und
kerne emz.ge derselben wurde durch Wegnahme einer
Flosse aufgehoben oder auch nur in merklicher Weise
m derThatigkeit des gesammten Rumpfmuskelsystems
und semer einzelnen Abschnitte die Ursache und das
Vermögen der Ortsbewegungen bei den Fischen suchen
Gegen bau er schrieb über die Brustflossen der
iische (Untersuchungen zur vergleichenden Anatomie
der W,rbelth.ere. Heft 2. Leipzig 1865. p. 136-176). Als
Ergebmss stellt Verf. folgende Sätze hin: 1) die Flos-
senskelete der Fische zeigen in allen ihren vielfältigen
Modificationen deuthche verwandtschaftliche Beziehun-
gen untereinander. Als Grundform kann die bei den
sich alle ubngen erklären. 2) Die Veränderung des pri-
mären Flossenskelets von den Selachiern zu d!n Ganoi-
(len und von diesen zu den Teleostiern geschieht haupt-
sachlich durch Reduction. ^
U A-^^^Jt" ^"^ '" '^^'" Jenaischen Zeitschrift für
Medicin und Naturwissensch. IL p. 121 den Knochen des
^chultergürtels bei den Fischen eine neue Deutung ge-
196 Troschel: Bericht üb. d L eist., in d. Ichthyologie
geben. Die sogenannte Scapula erklärt er für ein knö-
chernes Suspensorium, welches den Knochenfischen eigen,
ohne Homologie bei den übrigen Wirbelthieren ist. Der
von ihm getragene Knochen, Cuvier's Humerus ist die
Clavicula. Hinter ihr liegen zwei oder drei aus einer
gemeinsamen knorpligen Anlage hervorgehende Stücke,
an welche der sog. Carpus der Fische eingelenkt ist.
Diese Anlage entspricht der knorpligen Anlage der ein-
heitlichen Schulterknochen der übrigen Wirbelthiere, aus
der ein dorsales Stück der Scapula, und ein ventrales das
Coracoideum hervorgeht. Die Bauchflosse selbst fasste
Ref. als eine vielarmige Extremität auf, indem er die an
Scapula und Coracoideum sich anschliessende Reihe von
Stücken für mehrere Humeri hält u. s. w.
Carl Voit hat die in den Schuppen von Alburnus
lucidus und in der Schwimmblase von Argentina sphy-
raena vorkommenden irisirenden Krystalle chemisch un-
tersucht und darin Guanin gefunden. Zeitschr. für wiss.
Zoologie 15 p. 515.
Hyrtl fand bei mehreren Knochenfischen, dass der
Ductus choledochus sich als normales Vorkommen in eine
Appendix pylorica öfi'net, nämlich bei Fistularia tabaca-
ria, Fistularia serrata, Aulostoma chinense, Acanthurus
schal, Otolithus regalis und Hemitripterus acadianus. Wie-
ner Sitzungsberichte 50. p. 39.
Es war zu erwarten, dass die Beobachtung der Ent-
wickelung und des Wachsthums der Fische manches In-
teressante bieten würde. Eine Notiz von Agassiz (Com-
ptes rendus Jan. 1865. p. 152; Annais nat. bist. 16. p. 69;
Annales des sc. nat. III. p. 55) bestätigt dies, und wird
zu Forschungen in dieser Richtung anregen. Er sagt,
dass er zeigen kann, wie gewisse kleine Fische zuerst
Gadoiden oder Blennioiden gleichen und dann allmäh-
lich in den Typus der Labroiden und Lophioiden über-
gehen ; — ferner wie gewisse Embryonen Froschlarven
gleichen und allmählich die Form von Cyprinodonten
erlangen, — wie gewisse Apoden in Kehlflosser und Bauch-
flosser, und gewisse Weichflosser in Stachelflosser umge-
während des Jahres 1865. I97
bildet werden, endlich dass man eine natürliche Classi-
fication der Fische wird gründen können auf die Bezie-
hung der embryonalen Entwicklung zu ihrem Bau im
erwachsenen Zustande. Neuerlich hat Verf. entdeckt, dass
Argjropelecus hemigymnus Cocco der Jugendzustand von
Zeus faber ist. - In Folge dieser Mittheilung hat Kner
Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien 15. p. 287 eine
genaue Vergleichung eines jungen Zeus faber von 51/2
Centim. mit Argyropelecus vorgenommen, und Differen-
zen gefunden, die kaum als durch Wachsthum und Um-
wandlung ausgleichbar erscheinen.
Pagenstecher fand im Mai 1865 junge Fischen
m den Kiemen von Unio pictorum, von denen er nicht
zweifelte, dass es Cyprinoiden seien. Ihm scheinen andere
hier angeführte Beobachtungen darauf zu deuten, dass
die Jungen verschiedener Arten von Süsswasserfischen in
Muscheln schmarotzen. Verhandl. des naturhist. medize
Vereins zu Heidelberg. Bd. IV. p. 4.
Untersuchungen über die Entwickelung der Bach-
forelle von Stricker, Furchungsprocess, finden sich in
den V^iener Sitzungsber. 51. 2. Abth. p. 546.
Sehr günstige Berichte über Fischzuchtversuche, an-
gestellt von dem Rentamtmann Riedel zu Erbach auf den
gräfl. Erbach'schen Gütern bei Michelstadt im Odenwalde,
werden in der Zeitschr. des landwirthschaftlichen Vereins
für Rheinpreussen 1865. p. 193 mitgetheilt. Der Ref. der
Section Fischzucht beabsichtigt Versuche mit der Ueber-
siedelung von Madui-Maränen in die rheinischen Berg-
seen, z. B. den Laacher-See, so wie des Zanders in die
rheinischen Gewässer. (Die früheren Versuche den Zan-
der westlich über die Elbe zu verbreiten, wie sie z. B.
1849 von Frankreich unter Leitung von Valenciennes
ausgeführt wurden, sind entschieden misslungen, und so
entsteht leider auch für diese Versuche wenig Erfolg in
Aussicht. Ref.)
Kn er setzte in den Wien. Sitzungsber. Bd. 51. p. 499
das specielle Verzeichniss der während der Reise der
Fregatte Novara gesammelten Fische fort (vergl. vor. Ber.
198 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d Ichthyologie
p. 84). Diese 2. Mittheilung bringt die Familien Trigli-
dae mit 20, Trachinidae mit 5, Sciaenidae mit 4, Poly-
nemidae mit 4, Sphyraenidae mit 3, Trichinridae mit 3,
Scombridae mit 8, Carangidae mit 38, Gobiidae mit 21,
Blenniidae mit 15, Teuthididae mit 8, Acronnridae mit 4,
Nandidae mit 2, Labyrinthici mit 7, Mugilidae mit 10,
Ophiocephalidae mit 5 Arten. Einige neue Arten s. unten.
Von der Reise der österreichischen Fregatte Novara
erschien die zweite Abtheilung der Fische bearbeitet von
Kner. Sie enthält die Triglidae, Trachinidae, Sciaeni-
dae, Polynemidae, Sphyraenidae, Trichiuridae, Scombri-
dae, Carangidae, Gobiidae, Batrachidae, Pediculati, Blen-
niidae, Teuthididae, Acronuridae, Nandidae, Labyrinthici,
Atherinidac, Mugilidae, Ophiocephalidae, Gobiesocidae,
Fistularidae, Pomacentridae, Labridae, Chromides. Aus-
serdem ein Nachtrag. Beschreibung zahlreicher Arten,
die zum Theil abgebildet sind. Nur wenige neue Arten.
Europa. In einem Aufsatze von Finster walder
über den nördlichen und westlichen Theil Islands und
seine Bewohner (Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 26.
p. 311) finden sich auch Notizen über den Fang des Bunt-
hai's, aus dessen gewaltiger Leber Thran ausgeschmolzen
wird, und anderer Fische. Im süssen Wasser kommen
nur zwei Fische vor: eine Art grosser Forellen, die frisch,
getrocknet oder geräuchert ein vorzügliches Nahrungs-
mittel geben, und der Lachs, der im August und Septem-
ber in die Flüsse geht und in bedeutender Menge ein-
gesalzen nach Copenhagen verhandelt wird.
Krauss berichtete in den Württembergischen Jah-
resheften 21. p. 165 wieder über einen am 10. März im
neuen Hafenbassin in Heilbronn gehaltenen Fischzug. Er
ergab 70 Centner, was Verf. auf 100000 Fische schätzt.
Es waren 99 Procent Alburnus lucidus, V2 ^^oc. Albur-
nus bipunctatus und Squalius leuciscus, V4 Pi'oc. Chon-
drostoma nasus und Squalius cephalus, V4 Proc. Leuciscus
rutilus, Perca fluviatilis und Abramis brama; ferner einige
Hechte, Acerina cernua, Abramis dolabratus, Telestes
Agassizii, 1 Rhodeus amarus und 1 Karausche.
während des Jahres 1865. 199
Jaeckel theilt Ichthyologisches aus seinem Tage-
buche von 1864 mit, meist Nachträge zu seiner früheren
Abhandlung über die Fische Bayerns. Er werden hier
besonders einige Bastardfische berücksichtigt. Correspon-
denz- Blatt des zool.-min. Vereins in Regensburg XIX.
p. 33-51.
Zu dem im vor. Berichte p. 87 erwähnten Catalogue
preliminaire des poissons d'eau douce de Portugal con-
serves au museum d'histoire naturelle de Lisbonne gab
Steindachner einen Nachtrag, Lisbonne 1865. Er ent-
hält zwei weitere Arten Gasterosteus brachycentris C. V.
und Aloso finta, und die Beschreibung eines Bastards
von Barbus Bocagei und Chondrostoma polylepis.
In einem Anhange zählt Steindachner die von
ihm im Guadiana bei MertoU gefundenen Fische auf:
Barbus Bocagei, Barbus comizo, Chondrostoma polylepis,
Anguilla fluviatilis, Mugil cephalus und Mugil capito.
Canestrini schrieb in Memorie della Acad. di
Torino 21. 1864. p. 359 über einige wenig bekannte oder
neue Fische des Mittelmeers. Daselbst sind abgebildet:
Cerna macrogenis Sassi tav. 1. fig. 1, Laeviraja bramante
Sassi tav. 1. fig. 2 — 5, Centrolophus crassus C. V.? tav. 2.
fig. 1, Laemargus rostratus Müll. Henl. tav. 2. fig. 2 — 4, und
eine neue Art Centrolophus porosissimus p. 365. tav. 2. fig. 5.
Afrika. Während eines 17tägigen Aufenthaltes in
Santa Cruz an der Ostküste von Tenerifa gelang es Stein-
dachner 70 Fischarten zu sammeln, von denen 52 als
eigene Arten in Valenciennes Ichthyologie des lies Ca-
naries angeführt sind ; die übrigen sind neu für die Fauna
dieser Inselgruppe. Es folgt das Verzeichniss der Arten.
Die Beschreibung einiger noch unbestimmten Arten bleibt
vorbehalten. Wiener Sitzungsber. 51. 1. Abth. p. 398.
Asien. Während des Jahres 1865 erschienen von
Bleeker's Atlas ichthyologique des Indes orientales neer-
landaises die 17—20 Lieferung. Sie enthalten den Schluss
der aalartigen Fische, denen nun im Ganzen 49 Tafeln
gewidmet sind, und womit denn auch der vierte Band
geschlossen ist. Zum fünften Bande gehören dann die
200 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Gruppen Antennarii, Ostraciones, Gymnodontes, Balistes.
Ueber den Inhalt der einzelnen Gruppen finden sich unten
weitere Angaben.
Ein Verzeichniss der bis jetzt von Amboina bekann-
ten Fische, welches Bleeker Tijdschr. voor de Dier-
kunde II. p. 270 veröffentlicht hat, enthält 935 Arten.
Deuxieme notice sur la Faune ichthyologique de l'ile
de Harouko par Bleeker Tijdschr. voor de Dierkunde
III. p.41. Verf. kennt von dieser Insel 36 Arten.
Jon an gab in den Memoires de la soc. imp. des
sciences nat. de Cherbourg XI. p. 257 — 328 Nachrichten
über einige Fische des französischen Cochinchina. Er
beobachtete 80 Arten. Unter den Süsswasserfischen ge-
hören viele den Labyrinthfischen und den Siluroiden an;
unter den Seefischen gehören 6 zu den Percoiden, keine
Labrus, Julis, Scarus und Balistes, 2 oder 3 Chaetodon,
die Sparoiden sind wenig zahlreich, mindestens 9 Scom-
beroiden, viele Gobioiden, wenigstens 11 Clupeoiden, 2
Rochen konnten nicht beschrieben werden, weil sie in
Stücke zerlegt auf den Markt kommen. Die übrigen 78
Arten sind beschrieben, aber meist nur der Gattung nach
bestimmt. Verf. glaubt, dass seine Beschreibungen aus-
reichen werden, um die Identität mit den Fischen von
Indien und Siam feststellen zu können. Das Verzeichniss
enthält nach Familien: 6 Percoiden, 2 Cataphractus , 1
Pomacentrus, 2 Sparoiden, 2 Squamipennen, 6 Labyrin-
thici, 9 Scomberoiden, 1 Teuthys, 1 Mugil, 8 Gobioiden
einschliesslich 1 Blennius, 1 Chironectes, 8 Siluroiden, 5
Cyprinoiden, 3 Scomberesoces, 11 Clupeoiden, 3 Pleuro-
nectae, 2 Aale, 1 Syngnathus, 3 Tetrodon, 3 Selachier.
Day lieferte ein Verzeichniss der Fische, welche er
zu Cotschin an der Malabarischen Küste Indiens während
eines mehrjährigen Aufenthaltes gesammelt hat. Proc. zool.
soc. p. 2—40 und p. 286—318. In dem ersten Abschnitte
sind die Stachelflosser, im zweiten die Weichflosser, die
Verf. gemeinschaftlich Anacanthini nennt, abgehandelt.
Im Ganzen hat der Verf. etwa 211 Arten gesammelt,
unter denen viele als neu beschrieben sind. Von ihnen
während des Jahres 1865. 201
kommen 122 auf die Stachelflosser^ unter denen die Gat-
tungen Caranx (9), Mesoprion und Mugii (je 6), Serranus,
Sciaena, Polynemus, Stromateus, Gobius und Ophioce-
phalus (je 4) am reichsten an Arten vertreten sind. Unter
den Weichflossern sind 15 Siluroiden, 18 Cyprinoiden,
16 Clupeaceen, 9 Plectognathen und 11 Selachier ver-
zeichnet.
Amerika. Putnam bemerkte Proc. Boston Soc.
X. p. 64; dass alle Fische aus dem Milwaukee River, viel-
leicht mit einer Ausnahme, auch im Lake Superior und
Champlain vorkommen^ und dass von den 40 — 50 Arten
dieser grossen Seen nur 4 oder 5 in einem derselben vor-
kommen, die nicht allen gemeinsam wären, so dass nur
eine ichthyologische Fauna durch die ganze Gegend der
Grossen Seen mit Einschluss des Champlain herrscht. Da-
gegen erstreckt sich diese Fauna nicht auf die grösseren
Seen im Maine. Ferner seien die Fische des Andros-
coggin River verschieden von den Seen an seinen Quel-
len und wenige Arten gehen aus dem Flusse in die Seen.
Cope's Verzeichniss der kaltblütigen Wirbelthiere
von Michigan (vergl. vor. Ber. p. 91) ist fortgesetzt. Ei-
nige neue Arten sind daselbst beschrieben. Proc. Phila-
delphia p. 78.
Als Anhang zu obigem Verzeichniss zählt Cope ib.
p. 85 die Fische auf, welche Hammond aus dem Platte
River bei Fort Riley mitgebracht hat. Es sind 24 Arten,
unter denen ein Lepidosteus neu.
Das Verzeichniss Mexikanischer Fische ^ welches v.
Müller in seinen Reisen III. p. 621 giebt, enthält 143
Arten, nämlich 66 Acanthopteri , 18 Pharyngognathi, 56
Physostomi und 3 Plectognathi. Einige Arten, die dem
Referenten neu schienen, sind beschrieben und unten
nachzusehen. lieber mehrere Arten sind kritische Be-
merkungen beigefügt.
In einer brieflichen Mittheilung berichtet Agassiz
über die Erfolge seiner ichthyologischen Forschungen
am Amazonenstrom. Danach sind zahlreiche neue Arten,
Gattungen, selbst Familien in Aussicht gestellt. In jenem
202 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
grossen Becken lassen sich mehrere ichthyologische Fau-
nen bestimmt unterscheiden. So sind die Arten, welche
den Parafluss vom Gestade des Meeres bis zur Einmün-
dung des Tocantins bewohnen, verschieden von denen
in dem Wassernetze zwischen dem Para und dem eigent-
lichen Amazon. Die Arten des Amazon unter dem Chin-
gon unterscheiden sich von denen, welche man oberhalb
findet; die vom untern Laufe des Chingon unterscheiden
sich von denen des untern Laufes des Topayos u. s. w.
Annales des sc. nat. IV. p. 382.
Der zoologische Garten in London enthielt am 1.
Januar 1865 an lebenden Fischen 51 Arten. List of ver-
tebrated animals living in the gardens of the zoological
society of London, third edition.
Dipno].
Paulson hat die Epidermis von Protopterus annectens
histiologisch untersucht. Bull, de St. Petersbourg p. 141.
Er hatte Gelegenheit sie von dem Exemplare zu nehmen,
welches Leuckart lebend in Giesen besass. Nachdem das
Thier 5 Monate gelebt hatte, fand man es eines Tages
mit einer weisslichen Schicht belegt; dann scheint es
bald gestorben zu sein. Zwischen den in drei Schichten
liegenden Zellen finden sich zahlreiche einzellige Drüsen,
welche fast die ganze Dicke der Epidermis einnehmen
und nach aussen münden. Verf. behauptet, die blattar-
tige Hülle, in die man den Fisch eingehüllt findet, sei
weder Blatt, noch abgestossene Epidermis, sondern ver-
härteter Schleim, der sich in starker Kalilösung nicht
löst. Eine Zellenstruktur ist nicht nachzuweisen, man
sieht nur eine Schichtung , welche durch allmähliches
Absondern und Verhärten entstanden ist.
Teleostei.
Acanthopteri.
Percoidei. Lahrax Schoenleinii Peters Berl. Monatsber. p. 95
aus Celebes.
während des Jahres 1865- 203
Peters hat 14 Bloch'sche Originalexemplare der Gattung
Serranus aufs Neue untersucht, und nach den , neueren Grundsätzen
mit der neueren Synonymie verglichen. Die hier zur Sprache ge-
brachten Bloch'schen Arten sind: Holocentrus maroccanus , vires-
cens, argentinus, ongus, auratus, Cephalopholis argus = Bodianus
guttatus, Bodianus boenak, Alphestes afer, Epinephelus ruber, Ho-
locentrus coeruleopunctatus, Epinephelus marginalis, Perca macu-
lata (wohin Verf. S. catus Val., cubanus Poey und impetiginosus
Müll. Trosch. zieht), Alphestes sambra und Holocentrus albostria-
tus. — Gelegentlich bemerkt Verf. Serranus trimaculatus sei von
dem trimaculatus Val. verschieden und nennt die Bleeker'sche Art
S. fasciatomaculatus.
Eine neue Gattung Trisotropis Gill Proc. Philadelphia
p. 104 ist äusserlich kenntlich an der länglichen Form, die hinteren
Naslöcher, die einen durch einen horizontalen Vorsprung in eine
obere und untere Kammer getheilt sind , durch die Flossen u. s. w.
unterscheidet sich aber hauptsächlich durch die Bildung des Schä-
dels. Dahin gehören zahlreiche Arten: Serranus dimidiatus Poey,
cameleopardalis Poey, cardinalis C. V., interstitialis Poey, falcatus
Poey, arara Val,, brunneus Poey, latepictus Poey, cyclopomatus Poey,
felinus Poey, rivulatus Poey, repandus Poey, petrosus Poey, tigris
C. V., undulosus C. V., acutirostris C. V. und eine neue Art Tr.
reticulatus von Barbados.
M. Coy sagt, dass fast alle Schuppen der Fische aus der
Gattung Arripis die fächerförmige Bildung an der Basis haben, auf
deren Abwesenheit ursprünglich diese Gattung gegründet war ; auch
fancj er nicht 17 — 50 Appendix pyloricae, wie sonst angegeben, son-
dern etwa 160. Die sechs australischen Arten Centropristes Geor-
gianus Cuv., C. salar Richards., C. Tasmaniens Horab., C. truttaceus
Cuv., Perca trutta Cdv. und wahrscheinlich Perca marginata Cuv. er-
klärt Verf. alle für verschiedene Alterszustände einer und derselben
Art. Annais nat. hist. 16. p. 187.
In einer Synopsis der Gattung Pomoxys Raf. unterscheidet
Gill vier Arten: P. hrevicauda, intetmedius, Storerius (Centrarchus
hexacanthus C. V., Poraoxis nitidus Girard) und 'protacanthus. Proc.
Philadelphia p. 64.
Bryttus oculatus Cope Proc. Philadelphia p. 83 aus dem See
Whittlesey, Minn. — Br. mineTopas Cope ib. p. 84 aus Minnesota.
Cirrhitidae. Ueber Cirrhites punctatus C. V. vergl. Bleeker
Tijdschr. voor de Dierkunde IH. p. 174.
Sphyraenidae. Bleeker hält eine Sphyraena vom Cap für
identisch mit Sph. vulgaris, eine von den Antillen mit Sph. Commer-
sonii, und beschreibt beide Tijdschr. voor de Dierkunde IL p. 263.
204 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Cataphracti. Uranidea spilota Cope Proc. Philadelphia p. 82
aus Michigan.
Triglops pleurostictus Cope Proceed. Philadelphia p. 81 aus
Groenland.
Nach Kner ist bei Sebastes marmoratus C. V. der Luftgang
aus der Schwimmblase in den Darmkanal deutlich nachweisbar.
Wiener Sitzungsber. Bd. 51. p. 499.
Trachinidae. Zur Gattung Caulolatilus Gill (Dekaya Cooper
Proc. California Acad. 1864) zählt Gill Proc. Philadelphia p. 66 vier
Arten : Latilus chrysops C. V., C. affinis von Cap St. Lucas, Dekaya
anomala Cooper und Latilus princeps Jenyns.
Sciaenidae. Cormna MoorU Günther Annais nat. hist. 16. p. 48
aus dem Gambia.
Bleeker erkennt in Tijdschr. voor de Dierkunde IL p. 254
die Gattung Isopisthus, welche Gill auf Ancylodon parvipinnis 1862
gründete, an, und giebt eine neue Gattungsdiagnose. — Ausserdem
beschreibt er aus der Sciaenoidenfamilie folgende Arten : Ancylodon
jaculidens C. V., Otolithus amazonicus (Johnius amaz. Cast.), 0. ca-
yennensis Gthr., Johnius adustus (Corvina adusta Jen.), Nebris mi-
crops C. V., alle von Surinam.
Sparidae. Synagris grammicus Day Proc. zool. soc. p. 14 von
Cotschin.
OphiOCephalidae. Opkiocephalus diplogramma Day Proc. zool.
soc. p. 36 von Cotschin.
Mugilidae. Keferent machte auf die eigenthümliche Be-
festigungsweise der Zähne an den Lippen bei der Gattung Mugil
aufmerksam. Von dem oberen und unteren Rande des Zwischen-
kiefers entspringt eine Schicht elastischer Fasern, die sich mehr-
fach verästeln, auch hier und da wieder vereinigen und die dicke
Lippe durchsetzen. Hier vereinigen sich die Zweige der benach-
barten Faserstämme und aus beiden Schichten zu kleinen Köpfchen,
die dann die einzelnen Zähnchen tragen. Ebenso sind die Zähn-
chen am Unterkiefer befestigt. Auch der Vomer und die Zunge
sind zuweilen mit konischen Zähnen besetzt. Eine gründliche Un-
tersuchung der Zähne würde sehr zu einer sicheren Unterscheidung
der Species beitragen. Verhandl. des naturh. Vereins der preuss.
Rheinlande und Westphalens, Sitzungsber. p. 130.
Mugil poicilus Day Proc. zool. ^soc. p. 33 von Cotschin. — M.
crenidens Kner Novara - Expedition p. 229. Taf. 9. Fig. 4 von Neu-
holland.
Myxus analis Kner Wiener Sitzungsb. 51. p. 504 von Shanghai;
Novara-Expedition p. 231. Taf. 10. Fig. 1.
AtherinidaO. Chirostoma siccnlwn Cope Proc. Philadelphia
p. 81, Michigan.
während des Jahres 1865. 205
Trichinridae. Die beiden Fische der englischen Küste, welche
Hoy Transact. Linnean Soc XL p. 210 als Trichiurus lepturus be-
stimmte, hält Gill Annais nat. hist. 15. p. 43 für verschieden; der
erste scheint ihm ein Trachypterus gewesen zu sein, in dem zwei-
ten glaubt er eine Art der Gattung Evoxymetopon zu erkennen.
Trichiurus malabaricus Day Proc. zool. soc. p. 20 von Cotschin.
JSeal 0 t u s nov. gen. Johnson Proc. zool. soc. p. 434. Körper
langstreckig, comprimirt, unvollständig mit zarten Schuppen be-
kleidet; Mundspalte tief; kleine Zähne in den Kiefern und am
Gaumen, keine am Yomer; erste Dorsale bis zur zweiten reichend,
falsche Flossen hinter der zweiten Dorsale und der Anale; jede
Ventrale besteht aus einem einzigen kleinen Stachel; ein dolchför-
miger Stachel hinter dem After; kein Kiel am Schwänze; Schwanz-
flosse ausgebildet; 7 Kiemenhautstrahlen. iV. tr'ipes von Madeira.
Scombridae. Nach At wo od Proc. Boston Soc. X. p. 66 unter-
scheiden die Fischer an der amerikanischen Küste vier Makrelen,
unter denen Scomber vernalis und grex, die er nur als Altersver-
schiedenheiten ansieht und demnach glaubt, dass sie vier Jahre
brauchen, um ihre volle Grösse zu erlangen. Sie erschienen zu ver-
schiedenen Zeiten.
Scott berichtet, dass in Devonshire ein Exemplar von Or-
cynus alalonga getödtet wurde. Es war 24 Zoll lang. Annais nat.
hist. 16. p. 268.
Centrolophus porosissimus Canestrini Memorie della accad. di
Torino 21. p. 365. tav. 2. fig. 1 aus dem Mittelmeer.
Lunel revidirte die Arten der Gattung Brama im 18. Bande
der Memoires soc. de Geneve. Ausser den bekannten Arten Brama
Ptaji Bl. S., Dassumieri C. V., Orcini C. V., Raschii Esmark, Agas-
sizi Poey, Brevorti Poey, wird eine neue Art Brama Saussurii von
Cuba beschrieben und abgebildet. Zur Vergleichung ist auch eine
Abbildung von Brama Raji gegeben.
Gasterosteidae. Ransom beobachtete den Nestbau von Ga-
sterosteus pungitius. Transactions of the Midland Scientific Asso-
ciation; Annais nat. hist. 16. p. 449. — Glaser theilte Bemerkun-
gen über den Stichling Gasterosteus aculeatus, den er im Aquarium
beobachtete mit. Zool. Garten p. 189.
Gasterosteus micropus Cope Proceed. Philadelphia p. 81 von
Kansas.
Canestrini sucht zu zeigen, dass in Italien nur eine Art
Gasterosteus existirt, indem er G. aculeatus, brachycentrus, argy-
ropomus und tetracanthus nur als Varietäten ansieht. Archivio per
la zoologia III. p. 308.
Carangidao. Caranx melanostetkos Day Proc. zool. soc. p. 23
von Cotschin.
206 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Nandidae. Jerdon macht für die Gattung Catopra Priori-
tätsansprüche geltend. Er nannte sie in Madras Journal of Lite-
rature and Science von 1849 oder 1850 Pristolepis. Annais nat. hist.
16. p. 298. Günther erwiedert darauf ib., dass er nach des Verf.
Beschreibung diese Gattung nicht erkannt habe.
MastacembOlidae. Mastacembalus Guentheri Day Proc. zool,
soc. p. 37 von Cotschin.
Gobiidae. Canestrini zeigte Archivio per la zoolgia III.
p. 301 Geschlechtsunterschiede bei Gobius jnmctatissimus an. Der
Bauch des Weibchens ist gelb, Bauch- und Afterflosse grau, Rük-
kenflosse ohne Fleck; beim Männchen ist der Bauch grau, Bauch-
und Afterflosse grösstentheils schwarz, hinten an der Rückenflosse
ein oder zwei dunkelblaue Flecken.
Gobius nicobaricns Kner Wiener Sitzungsber. 51. p. 502 von
Sidney. — G. malabaricus Day Proc. zool. soc. p. 27 von Cotschin.
— G. bifrenatus Kner Novara-Expedition p. 175. Taf. 7. fig. 3 von
Sidney. Ebenda ist auch G. nicobaricus als fraglich neue Art be-
schrieben.
Bleniidae. Steenstrup hat bei dem Studium der Entwicke-
lung der Embryonen von Blennius viviparus gefunden, dass die
verhältnissmässige Unvollkommenheit der inneren Befruchtung zu
vielen Fällen von Monstrosität der Jungen führt ; die häufigsten und
auff'allendsten scheinen ihm die zu sein, wo das junge Thier sich
um sich selbst gedreht zeigt, und wo durch eine Annäherung der
Bücken- und Bauchflächen, die Rücken- und Afterflosse neben ein-
ander liegen. Actes de la soc. helvetique des sc. nat. reunie ä Ge-
neve p. 95.
Blennius paucidens von Rio-Janeiro und maoricus von Auck-
land Kner Wiener Sitzungsber. 51. p. 502. Beide Arten sind abge-
bildet in Novara-Expedition p. 194. Taf. 7. Fig. 5 und Taf. 8. Fg. 3.
Cristiceps argyropleura Kner Wiener Sitzungsber. 51. p. 502
von Sidney; abgebildet Novara-Expedition p. 199. Taf. 7. Fig. 4.
Bleeker erklärt die Gattung Xiphasia Swains. = Xiphoga-
dus Gthr. für der Blennioidenfamilie angehörig, nahe Petroskirtes
und beschreibt eine neue Art Xiphasia trachypareia ohne Vater-
landsangabe. Verslagen koninkl. Akademie Amsterdam 17. p. 193
mit Abbildung.
Gill stellte Annais Lyceum New -York VIII. p. 138 eine neue
Gattung PI agi 0 tr emns auf, in der Nähe von Nemophis, so dass
sie in der Familie Nemophidae eine eigene Subfamilie bilden soll.
PL spilistius aus dem chinesischen Meere.
Derselbe gründet ib. p. 141 eine Gattung Chaenopsis
Poey MS. als Typus einer eigenen Familie Chaenopsidae in der
Nähe der Blennioiden. Sie unterscheidet sich von ihnen durch den
während des Jahres 1865. 207
langstreckigen Körper und den Kopf, der hinter der Deckelregion
viereckig, vorn conisch ist mit spitzer Schnauze. Ch. ocellatus von
Matanzas in Cuba.
Pediculati. Bleeker theilt Atlas ichthyologique Vol. V. p. 1
— 24 die Abtheilung Antennarii in drei Familien : L ophioidei mit
der Gatt. Lophius, Malthcoidei mit der Gatt. Malthe und Ha-
lieutea und C hironect oidei mit den Gatt. Antennarius Comm.,
Saccarius Gthr., Brachionichthys Blkr., Chaunax Lowe und Ceratias
Kroyer. Die letzte Gattung wird den übrigen als Subfamilie ge-
genübergestellt, und Verf. vermuthet, dass die unvollständig be-
kannte Gattung Himantolophus eine dritte Subfamilie bilden könnte.
Im Indischen Archipel kommen 1 Halieutea und 24 Antennarius vor,
neu A. Güntheri (A. leprosus Blkr. olimj. Sie sind auf 7 Tafeln
abgebildet.
Anacanthini.
Gadidae. G. 0. Sars, der Sohn des berühmten Zoologen,
hat die Entwickelung d^ Embryonen im Ei von Gadus morrhua
geschildert. Das Junge schlüpft am 16. Tage aus, 14 Tage später
ist der Dottersack vollständig absorbirt. Dann ragt der Unterkiefer
bedeutend über den Oberkiefer hervor, der sehr steil in die Höhe
steigt. Die folgenden Veränderungen beschränken sich meist auf
die inneren Organe. So entwickeln sich die Kiemen deutlich; das
Blut, was ganz farblos war, nimmt eine schwach gelbliche Farbe
an; der Darmkanal hat an Länge zugenommen u. s. w. Vid. Sel-
bkabets Forhandlingar for 1865.
Gill gründet auf Gadus proximus Gir. eine neue Gattung
Mi er 0 gadus , wohin wahrscheinlich auch Gadus tomcodus Mitchell
gehört. Die Eigenthümlichkeiten des Schädels werden hauptsäch-
lich zur Feststellung der Gattung benutzt. Proc. Philadelphia p. 69.
Lycodidae. Gill sucht zu erweisen, dass Ophidium imberbe
Montagu = Muraenoides gunnellus ist. Annais nat. hist. 15. p. 40.
Pleuronectae. Nachdem Thomson Annais nat. hist. 15. p. 361
den Aufsatz von Steenstrup über die Schiefheit der Flundern (vgl.
vorj. Ber. p. 97) im Auszuge mitgetheilt, spricht er seine Ansicht über
diese Thatsache dahin aus: dass das Auge der blinden Seite allerdings
auf die Augenseite übergeht, jedoch nicht quer durch den Schädel,
sondern unter der Haut, indem es bei seinem Fortschritt das Stirnbein
seiner Seite verschiebt ; der Raum durch welchen seine Nerven- und
Gefässverbindungen gingen, werde im erwachsenen Schädel durch
die unsymmetrische hintere Hälfte des Gelenkfortsatzes des rechten
Praefrontale angezeigt, das habe seine normale Beziehung zu dem
rechten Frontale durchaus beibehalten. — Den Ausdruck »Wände-
208 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie.
rnng« des Auges hält deshalb der Verf. nicht für ganz richtig. Das
Auge verändert sich wenig in seiner wirklichen Lage. Bei dem
Wachsthum des Fisches werden die umliegenden Theile gleichsam
nach ihm entwickelt, wodurch diese eigenthümliche Schiefheit her-
vorgebracht wird. — Verf. sagt zum Schlüsse, dass die Augenseite
der Pleuronecten in jeder Beziehung die bessere sei, und es sei
daher unrecht beim Anrichten dieser Fische die Seite nach unten
zu legen.
Steenstrup hat bei gewissen Pleuronectes eine weite Com-
munication zwischen den beiden Kiemenhöhlen entdeckt, welche
dem Wasser die freie Circulation in beiden Kiemenapparaten ge-
stattet. Actes de la See. helvetique reunie ä Geneve p. 94.
Pseuclorhombus malayanus von Java und neglectus von Celebes ;
Platophrys polyophthalmus Sumatra, PL (Arnoglossus) intermedius
Celebes und tapeinosoma Sumatra Bleeker Tijdschr. voor de Dier-
kunde III. p. 43.
Bleeker weist die Identität der Gattungen Apionichthys
Kp. und Soleotalpa Gthr. nach, vermuthet auch dass A. Dumerili
Kaup. und S. unicolor Gthr. specifisch übereinstimmen. Die Art ist
im Holzschnitt abgebildet. Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 306.
Pharyngognathi.
Labridae. Eine Berichtigung über Labrus pulcher Ayres von
Günther s. Proc. Philadelphia p. 77 (vergl. vor. Ber. p. 99.)
Pseudolabrus rubiginosus (Labrus rubiginosus Schi.), Halichoe-
res poecilepterus (Julis poec. Schi.) und pyrrhogramma (Julis pyrrh.
Schi.) alle drei von Japan beschreibt Bleeker in Tijdschr. voor
de Dierkunde IL p. 251.
Thysanocheilus n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. Nov.
1864, Annais nat. hist. 15. p. 77. Ambo labia margine fimbriato,
dentes acuti uniseriales supra et infra, in medio ossis intermaxilla-
ris 4, inframaxillaris 2 dentes canini, 2 quoque supra ad oris angu-
lum; totum caput, labiis exceptis, squamis minutis tectum nee non
guttur penitus clausum ad isthmum usque ; trunci squamae magnae ;
linea lateralis continua, simplex; pinnae ventrales in filum prolon-
gatae, caudalis rotundata. Tli. ornatus von den Samoa-Inseln.
Cheilinus melanopleura Bleeker Tijdschr. voor de Dierkunde
III. p. 134 von Amboina.
Lepomis longispinis Cope Proc. Philadelphia p. 83 aus Südca-
rolina.
Pseudoscarus flavomarginatus Kner Novara-Expedition p. 262.
Taf. 10. Fig. 2 von Java.
während des Jahres 1865. 209
Pomacentridae. Powacenlvus adnslns und llavivenler Troschel
in V. Müller's Reisen III. p. 633 aus Mexiko.
Ghjphidodon cochinensis Day Proceed. zool. soc. p. 38 von
Cotschin.
Chromides. Hemichromis an(jolensis Steindachner Catalogue
preliminaire ct. 1. c. p. 7 von Angola.
Scomberesoces. lieber den Jugendzustand von Belone gab
Putnam Proc. Boston Soc. IX. p. 325 einige Nachricht. Das junge
Exemplar war völlig ausgebildet, nur dass die Schuppen noch nicht
entwickelt waren. Die Seiten des Körpers waren schön gezeichnet
mit dunklen sternförmigen Flecken; der Oberkiefer war sehr dünn
und gekrümmt und erreichte die Spitze des Unterkiefers nicht, der
an der Spitze schwach hakig war; die Zähne waren entwickelt; der
kurze Oberkiefer erinnerte an die Gattung Hemirhamphus.
Bei einer Revision der Hemirhamphus-Arten des Indischen Ar-
chipel in Tijdschr. voor de Dierkunde III. p. 136 nimmt Bleeker vier
von GiU unterschiedene Gattungen an, giebt ihnen jedoch verbesserte
Charaktere, und fügt ihnen eine v. Hasselt'sche, sowie eine neue
Gattung hinzu: I. Praeintermaxillartheil des Unterkiefers glatt, zahn-
los. A. Rudimentär, von Länge der Schnauze. Gatt. Oxyporham-
phus Gill, Oberkiefer bildet nur eine kleine fast halbkreisförmige
Platte, Körper hoch, Brustflossen länger als der Kopf, Schwanzflosse
gablig. Typus H. cuspidatus Val. - B. Viel länger als die Schnauze,
Oberkiefer vor der Schnauze spitzbogenförmig verlängert, a. Dor-
sale beginnt vor oder über dem ersten Analstrahl. Gatt. Hemirham-
phus Cuv. (Hyporhamphus Gill) Körper massig verlängert, weniger
als doppelt so hoch wie breit, Pectoralen kürzer als der Kopf ohne
Unterkieferschnabel; Zähne des Zwischen- und Unterkiefers drei-
spitzig oder conisch; Schwanzflosse gablig. Typus H. Brownii Yal.
— Euleptorhamphns Gill, Körper sehr lang, doppelt so hoch wie breit,
Pectoralen viel länger als der Kopf; Zwischenkieferzähpe einfach,'
Unterkieferzähne dreispitzig; Schwanzflosse gablig. Typus E. Bre-
voortii Gill. — Gatt. Zenarchoptems Gill, Körper massig lang, we-
niger als doppelt so hoch wie breit, Pectoralen kürzer als der^Kopf ;
Zwischenkiefer- und Unterkieferzähne einfach, conisch; Schwanz-
flosse nicht ausgeschnitten; Männchen mit einem oder mehreren
Strahlen der Dorsale oder Anale heteromorph. Typus H. dispar
Val. — b. Dorsale beginnt entschieden hinter dem ersten Strahl
der Anale. Gatt. Dennugenys v. Hass. Körper massig lang und
weniger als doppelt so hoch wie lang; Dorsale kürzer als die Anale
und hinter den ersten Strahlen der Anale beginnend; Pectoralen
kürzer als der Kopf; Zähne im Zwischen- und Unterkiefer einfach,
conisch; Schwanzflosse abgerundet. Typus D. pusillus v. Hass. ~ n.
Praeintermaxillartheil des Unterkiefers an beiden Seiten bis zur Spitze
Ajchiv f. Natur-. XXXII. Jahrg. 2. Bd. r\
210 Troschel: BericM üb. d. Leist. in d. Iclithyologie.
mit Zähnen bewaffnet, Oberkiefer vor der Schnauze spitzbogenför-
mW verlängert. Gatt. Hemirhamphodon Blkr. Körper massig lang
und weniger "als doppelt so bocb wie breit; Dorsale vor der Anale
beginnend und mehr als doppelt so lang wie die Anale; Pectoralen
kürzer als der Kopf; Zähne im Zwischen- und Unterkiefer emfach,
conisch; Schwanzflosse abgerundet- Typus H. phaiosoma Blkr.
Verf. beschreibt dann aus der Gattung Hemirhamphus 11
Arten, von Zenarchopterus 3 Arten, von Dermogenys 2 Arten und
von Hemirhamphodon 2 Arten. Neu ist nur Uemirhamphus neglctus.
Jagor machte die Entdeckung, dass einige Arten von Hemi-
rhamphus lebendig gebärend sind, nämlich H. fluviatilis Blkr. und
viviparus n. sp. von der Insel Samar in dem Baseyflusse. Dies
theilte Peters der Berliner Academie mit. Berliner Monatsber.
Bleeker schrieb in Tijdschr. voor de Dierkunde HL p. 105
über die Arten der Gattung Exocoetus des indischen Archipels.
Er unterscheidet 13 Arten, unter denen neu: E. ollgolepis, bmchy-
soma, neglectus, spilonotopterus, katoptron, opisthopus. Auf Exocoe-
tus mento gründet Verf. eine eigene Gattung P ar exo c oelus, die
sich durch den Besitz von Vomer-, Pterygoid- und Zungenzähnen,
sowie durch einen comprimirteren Körper und einen vorspringenden
Unterkiefer auszeichnet. Exocoetus micropterus Val. setzt er m die
Gattung Cypsilurus, vermuthet aber, dass dieselbe in zwei bis drei
Gattungen werde zerfallen müssen.
Exocoetus PolJeni Bleeker ib. p. 130 ist eine neue Art aus
dem atlantischen Ocean. Ebendaher wird auch E. bicolor Val. be-
schrieben. T7. -U
Horace Mann beobachtete den Flug der fliegenden Fische
im Caraiben-Meere. Proc. Boston Soc. X. p. 21.
Physostomi.
Siluridae. Macrones armatus Day Proc. zool. soc. p. 289 von
Cotschin. ^^^ n i -u-
PseudobagruschrysensB^yVvoc. zool. soc. p. 290 von Cotschm.
Pimelodus Baronis Mülleri Troschel bei v. Müller Reisen HI.
p. 636 aus Mexiko.
Synodnnlis guHalus und laheo Günther Annais nat. hist. 15.
p. 452 von Westafrika, wahrscheinlich aus dem Niger.
Bleeker konnte einen Fisch vom Cap von dem Synodontis
arabi Val. nicht unterscheiden und beschrieb ihn als Hemisynodon-
tis schall. - Den Silurus japonicus Schi, versetzt er in die Gattung
Parasilurus. Tijdschr. voor de Dierkunde IL p- 266.
Cyprinidae. v. Siebold bestimmte einige Cyprinoiden des
während des Jahres 1865. 211
Neuchateier Museums, offenbar die Originalexemplare von Agassiz.
Von dem Abramis melaenus Agass. bestimmte er das kleinste Exem-
plar als Blicca Bjaerkna, das grösste als Abramis Leuckarti, den
er für einen Bastard von Leuciscus rutilus und Abramis brama
hält. Den Leuciscus prasinus Agass. hält er für eine schöne Va-
rietät von Leuciscus rutilus, den Leuciscus rodens Agass. für Sqüä-
lius leuciscus, den Leuciscus majalis Agass. für ein junges Exem-
plar dieser Art. — Coulon macht darauf aufmerksam, dass die
dortigen Fischer diese Fische ganz allgemein unterscheiden. Bulle-
tin de la soc. des sc. nat. de Neuchätel VIL 1. p. 113.
Canestrini zählt die Cyprinen von Modena auf. Archivio
per la zoologia III. p. 312. Es sind 12 Arten, nämlich 1 Cyprinus
1 Carassius, 1 Tinea, 2 Barbus, 1 Gobio, 1 Albumus, 1 Scardinius,'
1 Leuciscus, 1 Squalius, 1 Telestes, 1 Chondrostoma.
Eine vorläufige Notiz über einige Cyprinoiden-Gattungen, die
von Girard für Formen des pacifischen Abhanges Nordamerikas ge-
gründet waren, macht Gill Proc. Philadelphia p. 69.
Labeo melanampyx und Denisonii Day Proc. zool. .soc. p. 298
von Cotschin.
In die Nähe von Bleeker's Genus Lepidocephalichthys stellte
Day Proc. zool. soc. p. 295 eine neue Gattung P l atacant hus.
Körper länglich, etwas comprimirt, Rücken niedrig, ein fleischiger
Kiel auf dem Rücken, mitten zwischen dem Ende der Rückenflosse
und dem Anfang der Schwanzflosse, mit welcher er vereinigt ist-
Deckel- und Suborbitalgegend beschuppt; Augen bedeckt; Schnauze
stumpf; 8 Fäden, 2 an der Schnauze, 4 an den Oberkiefern, 2 an
dem ünterkieferende; Naslöcher einfach; Dorsale über den Ventra-
len in der Mitte des Körpers ; der innere Strahl der Brustflossen
bildet einen breiten flachen Dorn von halber Länge der weichen
Strahlen; Schwanzflosse ausgerandet; keine Schwimmblase. PI. agren-
sis von Trichoor bei Cotschin.
Garra malabaricaDa.y Froc. zool. soc. p. 297 aus dem Kurria-
vanoor-River bei Cotschin.
Puntius proctozysron Bleeker Verslagen koninkl. Akad. Am-
sterdam 17. p. 198 von Siam, ist abgebildet. - P. parrah, punctatus
und vittatus Day Proc. zool. soc. p. 301 von Cotschin.
Barilius Bakeri Day Proc. zool. soc. p. 305 von Cotschin.
Cyclocheilichthys pinnauratus Day Proc. zool. soc p. 300 von
Cotschin.
Perilampus anrolineatus Day Proceed. zool. soc. p. 306 von
Cotschin.
Canestrini erklärt sich gegen Kessler's Ansicht, dass in
Europa zwei Arten der Gattung Phoxinus existiren, bis sicherere
212 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Unterscheidungsmerkmale aufgefunden werden. Archivio per la zoo-
logia III. p. 307.
Brachygramma Day Proc. zool. soc. p. 304 verwandt mit
Rasborichthys in der Subfamilie Catlae : Körper länglich, compri-
mirt; Schnauze breit, deprimirt, Praeorbitalknochen dreieckig mit
abwärts gerichteter Spitze ; keine Bartfäden ; Augen ohne Fettmem-
bran; Mundöffnung massig, schief; obere Symphyse ausgerandet,
untere oben hakig; Schuppen klein, hinfällig; Seitenlinie abwärts
gekrümmt, über den Ventralen plötzlich endigend ; Basis der Dorsale
schuppenlos, sie entspringt hinter dem Anfang der Anale; Anale
mit wenigen Strahlen, ohne Schuppen am Grunde; Caudale tief ge-
lappt; Schlundknochen gross, oval, an der freien Fläche concav
oder löffeiförmig 1. 2. 3. 3. 2. 1. B. Jcrdonii von Cotschin.
Alburnus rubrifrons Cope Proc. Philadelphia p. 85 aus den
Zuflüssen des AUegheny.
In einer hübsch geschriebenen Monographie »das Rothauge,
Leuciscus rutilus«' schildert Warnimont die Lebensweise und die Ei-
genthümlichkeiten dieses Fisches. Societe des sciences nat. de Lu-
xembourg VIII. p. 321—358.
Canestrini hält Leuciscus aula, rubella, pagellus, scardi-
nus und pauperum, die Bonaparte unterschieden hatte, sämmtlich
derselben Species angehörig. Archivio per la zoologia III. p. 302.
Canestrini hält es für wahrscheinlich, dass Squalius albus
Bonap. specifisch mit Sq. cavedanus übereinstimme. Archivio per
la zoologia III. p. 306.
Eine neue Cyprinoidengattung Er icj/mī Cope Proc. Phila-
delphia p. 87 hat keine Bartfäden, und zeichnet sich besonders durch
Schleimgruben am Suborbitale, Interoperculare und am Unterkiefer
aus. E. buccata aus Pensylvanien.
Canestrini hält Cobitis larvata De-Fil. nicht für specifisch
verschieden von Cobitis taenia. Archivio per la zoologia III. p. 304.
ISemacheilus triangularis Day Proc. zool. soc. p. 295 von
Cotschin.
Cyprinodontes. Fnndulus aureus von Grosse Isle, Michigan
und F. sciadicus von Nebrasca Cope Proc. Philadelphia p. 78
Pseudoxiphophorus rcticulatus , Gambnsia modesta und plumbea
Troschel bei v. Müller Reisen p. 638 aus Mexiko.
Gharacini- P hago n. gen. Günther Annais nat. bist. 15. p. 209.
pl. 5 vom Habitus wie Spiuachia, Dorsale kurz, in der Mitte der Kör-
perlänge, Fettflosse dünn, stielförmig, Anale kurz, Caudale gabiig.
Ventralen dicht vor den Rückenflossen; Körper langstreckig mit
sehr grossen runzligen Schuppen, einen Panzer bildend; Seitenlinie
ununterbrochen, Bauch flach, Kopf knochig, die Wangen von einem
grossen Infraorbitalknochen bedeckt, Mundspalte weit; Zwischen-
während des Jahres 1865. 213
kiefer und Oberkiefer beider Seiten verschmolzen mit einer Reihe
dreispitziger Zähne, dahinter eine zweite Reihe kleiner Zähne,
ebenso im Unterkiefer, Gaumen zahnlos; Kiemenspalten massig,
Kiemenhaut an den Isthmus angewachsen. Ph. loricatus von West-
afrika.
P s alidostomn n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. 50. p. 99:
corpus elongatum, caput depressum subacutum, oris rictus amplus,
ossa supra- et inframaxillaria forcipis ad instar mobilia, dentibus
in medio caninis validis paucis, ad latera vero uniserialibus brevi-
bus lobatis armata; retro hos in ambis maxillis fascia mediana
trigona dentiiim velutinorum; pronotum carinatum, abdomen rotun-
datum; pinna dorsalis retro ^2 corporis longitudinem et p. ven-
trales inchoans, p. adiposa supra anaiis finem sita; caput nudum,
squamae trunci ctenoideae, linea lateralis continua ; radii bran-
chiostegi 4, pseudobranchiae nullae. Ps. caudimaculatum aus dem
weissen Nil, ist abgebildet.
Salmones. Auf Kner's Veranlassung, welcher vermuthete,
dass die sterilen Salmoniden vielmehr Bastardformen seien, hat ein
intelligenter Fischer Köplinger diese Vermuthung durch Expe-
rimente bestätigt. Maiforellen wurden durch Befruchtung von Salm-
ling - Rogen durch Lachsforellen-Milch erzielt, von diesen nunmehr
1 Jahr alten Bastarden wiegen 6—8 Stück zusammen 1 Pfund, sie
sind von weisslich grüner Färbung. Ferner wurden künstliche Ba-
starde hervorgebracht von Forellen-Männchen und Salmling- Weib-
chen, die sich von jungen Maiforellen durch gelblichgrüne Fär-
bung unterscheiden, und an Grösse im ersten Jahre so zurückblei-
ben, dass erst 12—18 Stück zusammen 1 Pfund wiegen. Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien 15. p. 199.
Günther sprach Proc. zool. soc. p. 197 seine Ansicht dahin
aus, dass die Salmonen in den britischen Gewässern artenreicher
seien, als man bisher geahnt hatte. Er unterscheidet bisher 11
Arten.
Im Neckar bei Heilbronn wurde am 22. Nov. 1865 ein Lachs
(Trutta salar L.) von S\'.^ Fuss Länge gefangen, wie KraussAVür-
tembergische Jahreshefte 21. p. 276 berichtet.
Günther tauft seinen Salmo cambricus in Salmo Perisii um.
Annais nat. bist. 15. p. 75.
Salmo killinensis Günther Proc. zool. soc. p. 698. pl. 40 von
Loch Killin.
Thymallns tricolor Cope Proc. Philadelphia p. 80 von Mi-
chigan.
Sternoptychidae. L e u c k a r t hat die glänzenden Flecke von
Chauliodus Sloani untersucht. Er fand in ihnen einen linsenförmi-
gen Körper, dahinter auch eine glaskörperartige sulzige Substanz
214 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
und eine Pigmentlage. Diese Flecke sind jedenfalls augenähnlich,
wenn Verf. auch noch Anstand nimmt, sie wirklich für Augen zu
erklären. Die Zahl derselben ist auf mehr als 1000 zu veranschla-
gen. Ganz ähnlich verhalten sich die Pigmentflecken auch bei Sto-
mias boa, während bei Scopelus Humboldtii weder eine eigene
Linse, noch auch ein Glaskörper aufgefunden werden konnte. Amt-
licher Bericht der Vers, deutscher Naturforscher in Giessen p. 153.
Glupeidae. Stolephoms suHnnmensis Bleeker Tijdschr. voor de
Dierkunde III. p. 178 von Surinam. Nach dem Verf. gehören auch
Engraulis macrolepidota und Poeyi Steindachner in diese Gattung.
Engraulis auratus Day Proc. zool. soc. p. 312 von Cotschin.
Von Alosa menhadeu fand Atwood Proc. Boston Soc. X. p. 67
nur zwei Grössen, grosse und kleine, welche letzteren niemals Laich
führen, und schliesst daraus, dass diese Fische in einem Jahre ihre
volle Grösse erlangen. Sie sollen im Winter laichen.
EsOCidae- Esox cypho Cope Proc. Philadelphia p.78 von Mi-
chigan. Dabei Bemerkungen über die Arten der Gattung Esox.
Apodes. Harting beobachtete vier weibliche Aale mit ganz
entwickelten Eierstöcken, worin die Eier 1,75 Mm. im Durchmesser
hatten. Sie waren Mitte Juli an der Küste von Holland gefangen
und nur 21 bis 28 Centimeter lang bei der Dicke eines Fingers.
In jedem Individuum war nur ein Eierstock anwesend, der sich als
ein langer ganz geschlossener Sack längs dem Rücken erstreckt.
Die Wände der Eier sind aus 10 — 12 concentrischen Lagen gebil-
det, und durch sehr feine Porenkanälchen durchbohrt, deren Zahl
Verf. in jedem Ei auf 4 Millionen schätzt. Album der Natur
1865. N. 89.
Soubeiran versichert, dass die Versuche, junge Aale an den
Flussraündungen zu fangen, und in die Binnengewässer zu setzen
ungünstige Erfolge hatten. Comptes rendus Sept. 1865. p. 424 ;
Annais nat. hist. 16. p. 384; Revue et mag. de Zoologie 17. p. 276.
Weitenweber zeigt an, dass im neapolitanischen Salpi-See
im Juni 1865 eine ungewöhnliche Sterblichkeit der Aale eingetreten
ist. Es sollen mehr als 1500 Centner todter Aale an das Ufer ge-
worfen sein. Die Ursache ist nicht bekannt. Zeitschrift Lotos 15,
p. 112.
Die sechste Familie der Aale Gymnothoracoidei ist nach
Bleekers Atlas ichthyologique im indischen Archipel durch 58
Arten vertreten, nämlich 7 Echidna, 40 Gymnothorax, 1 Priodono-
phis, 3 Strophidon, 1 Thyrsoidea, 5 Gymnomuraena. — Daran schliesst
sich die Abtheilung Synbranches Fam. Synbranchoidei, die in
zwei Phalanx zerfällt wird: a) Fneumohranchini Gatt. Amphipnous
b) Sijnhranchini Gatt. Monopterus 1 A. und Synbranchus 2 A. —
Ferner die Abtheilung Leptocephale s. Verf. stimmt der Ansicht
während des Jahres 1865. 215
von Carus, als seien diese Fische Jugendzustände anderer Familien
nicht bei, mit Ausnahme von Esunculus, der nicht in diese Familie
gehöre. Verf. kennt sehr junge Cepola und Enchelyopus die aber
schon alle wesentlichen Charaktere der ausgewachsenen Thiere be-
sitzen. Die sechs Arten des indischen Archipels gehören alle der
Gattung Leptocephalus an, indem Verf. seine früher aufgestellte
Gattung Leptocephalichthys jetzt unterdrückt.
Callechclys melanotaetiia und Pisoodonophis moluccensis Bleeker
Tijdschr. voor de Dierkunde IL p. 213 von Amboina.
Bleeker beschreibt ib. p. 233 einige Aale von Surinam, näm-
lich Brnchyconger savnnna (Conger savanna Cuv.), Ophicfähys inter-
linctus (Ophisurus intertinctus Rich.j, Opinchthys mciyniocnlis (Scy-
talophis magnioculisKp.), Ophichthys parilis (Ophisurus parilis Rieh.),
Ophisurus gutltdalus (Pisoodonophis guttulatus Kp.), Ophisurus ocu-
latus Schi., Echidna catenala (Gymnothorax catenatus Bl.), Gymno-
thorax alerrimus (Thyrsoidea aterrima Kp.), Gymnothorax funebris
Ranz., Synbranchus marmoratus Bl.
Leptocephalus malabaricus Day Proc. zool. soc. p. 308 von
Cotschin.
Pleetognathi.
Von Bleeker erhielten wir Tijdschr. voor de Dierkunde III.
p. 8 ein revidirtes Systema Balistidorum, Ostracionidorum Gym-
nodontidorumque. Die Diagnosen der Familien, Subfamilien und
Gattungen sind gegeben. Daran schliesst sich ib. p. 20 Synonyma
Balistidorum, Ostrocionidorum Gymnodontidorumque indo - archipe-
lagicorum hucusque observatorum revisa adjectis habitationibus ci-
tationibusque ubi descriptiones figuraeque eorum recentiores re-
periuntur.
Bleeker unterscheidet unter den Gymnodonten 3 Familien :
1) Or thr ag or i sc 0 id ei^ 2) Te t raodont oidei a) Diodontiformes
Gatt. Chilomycterus Bib., Diodon L., Atopomycterus Verr., Paradio-
don Blkr., TrichodiodonBlkr., b) Telraodontiformes Gz.ii. Tetraodon
L., Crayracion Klein, Leiodon Swains., Chonerhinus Blkr., Ephippion
Bib., Canthogaster Swains. Im indischen Archipel kommen vor
2 Diodon, 1 Chilomycterus, 3 Paradiodon, 2 Chonerhinus, 17 Cray-
racion, 2 Leiodon, 8 Tetraodon, 6 Canthogaster. 3) Tr i od ont oidei
Gatt. Triodon Rwdt, eine indische Art. Zu dieser Abtheilung ge-
hören 10 Tafeln. Atlas ichthyologique und Tijdschr. voor de Dier-
kunde III. p. 16.
Crayracion cochinensis und Leiodon viridipunctafus Day Proc.
zool. soc. p. 315 von Cotschin.
Notices zoologiques, anatomiques et histiologiques sur l'Or-
216 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
thragoriscus ozodura, suivies de considerations sur l'osteogenese des
Teleostiens en general par P. Harting. Verh. der Amsterdamer
Akademie Bd. XI. Verf. hatte Gelegenheit ein am 30. Nov. 1864
bei Helder gefangenes Exemplar frisch zu untersuchen. Es war
1,48 Metres lang und wog 158 Kilogramm. Der ganze Fisch und
die anatomischen Details sind auf 8 Tafeln abgebildet.
Bleeker sieht Atlas ichthyologique V. p. 25—42 die Familie
Ostracionoidei als eine besondere Abtheilung der Fische au. Er
erkennt nur drei Gattungen an : Ostracion mit den Subgen. Ostracion
Art., Laetophrys Swains., Tetrosomus Swains., Acanthostracion Blkr. ;
Aracana mit den Subgen. Aracana Gr., Capropygia Kp., Kentroca-
pros Kp., Anoplocapros Kp. und Centaums Kp. Im indischen Ar-
chipel kommen 13 Arten vor, die auf 4 Tafeln abgebildet sind. Die
Charaktere der Genera und Subgenera sind auch Tijdschr. voor de
Dierkunde III. p. 15 abgedruckt.
In Tijdschr. voor de Dierkunde II. p. 298 bespricht Bleeker
die Arten, welche mit Ostracion quadricornis L. verwechselt worden
sind. Er unterscheidet 0. quadricornis L., tricornis L. = macula-
tus Holl., guineensis Blkr., Gronovii Blkr. (quadricornis Bl.) und
notacanthus Blkr. Letzterer ist abgebildet.
Die Balistes werden von Bleeker Atlas ichthyologique in
zwei Familien unterschieden 1) Triacanthoidei a) Triacant/iifor-
mes pinna ventralis utroque latere e spina solitaria formata; cauda
gracilis, pinna biloba Gatt. Triacanthus Cuv., Acanthopleurus Ag.
fossil, b) Paratriacanthiformes pinnae et ventrales e spina et radiis
mollibus composita; cauda brevis compressa, pinna integra Gatt.
Triacanthodes Blkr., Hollardia Poey. Im indischen Archipel kom-
men 6 Arten Triacanthus vor. 2) Balisteoidei werden in der
folgenden Lieferung erscheinen. Es liegen 17 Tafeln für diese Ab-
theilung vor.
In der Tijdschr. voor de Dierkunde III. p. 8 ist auch schon
die Uebersicht der Gattungen der letztgenannten Familie gegeben,
sie zerfällt in zwei Subfamilien : 1) Balistidiformes corpus ob-
longum scutis rhomboideis scabris vestitum; dentes, maxilla supe-
riore serie externa 8 serie interna 6, maxilla inferiore 8; pharyn-
geales conici superiores uniseriati, inferiores biseriati; pinna dorsalis
spinosa bene evoluta triacantha ; spina ventralis rudimentaria ; mem-
brana brauch, radiis 6, Gatt. Leiurus Swains , Erythrodon Rüpp.,
Melichthys Swains., Balistes Art., letztere mit den subgen. Paraba-
listes, Pseudobalistes, Balistapus, Balistes, Canthidermis. 2) Mona-
canthiformes corpus oblongum vel elongatum, squamis parvis
irregularibus oculo nudo frequenter inconspicuis vestitum ; dentes
maxilla superiore serie externa 6 serie interna 4, maxilla inferiore
6; pharyngeales superiores et inferiores uniseriati, inferiores inter-
während des Jahres 1865. 217
dum nulli ; pinna dorsalis spinosa diacantha vel monacantha, mem-
brana rudimentaria velnulla; spina ventralis rudimentaria vel nulla;
membrana branchiostega radiis 6 ad 3. Phalaux 1) Monacanlhini spinae
dorsales 2, os pelvis apice nudum spina ventral! mobili vel immobili
armatum ; apertura branchialis post oculum vel sub oculo ; cutis spi-
nulis plus minusve conspicuis scabra; vertebrae minus quam 20,
Gatt. Monacanthus Cuv., Chaetodermis Swns., Paramonacanthus Blkr.,
Amanses Gray, Pseudomonacanthus Blkr., Liomonacanthus Blkr.,
Oxymonacanthus Blkr. Phalanx 2) Aluterini spinae dorsales 2, den-
tes compressi, os pelvis totum sub cute reconditum; spina ventralis
nulla ; apertura branchialis post oculum vel sub oculo ; cauda com-
pressa ; vertebrae 21 vel minus quam 21, Gatt. Brachaluteres Blkr.,
Acanthaluteres Blkr., Ceratacanthus Gill, Paraluteres Blkr., Pseuda-
luteres Blkr., Aluteres Cuv, Phalanx 3) Psilocephalini os superum
dentibus compressis, mento cirrho carnoso ; spina dorsalis unica
rudimentaria flexilis ; apertura branchialis ante oculum ; vertebrae 29
vel 30; membrana branchiostega radiis 3. Gatt. Psilocephalus Swns.
Triacanthvs macrurus Bleeker Tijdschr. voor de Dierkunde III.
p.51 von Java und Neu-Guinea.
Lophobranchii.
Pkyllopteryx eqnes Günther Proc. zool. soc. p, 327. pl. 15 von
Port Lincola in Süd-Australien. In dieselbe Gattung gehören aus-
serdem Ph. foliatus Shaw (Syngnathus taeniopterus Lac.) und Halich-
thys taeniophorus Gray.
Ganoidei.
Lepidosteus otarius Cope Proc. Philadelphia p. 85 aus dem
Platte River.
In einer vorläufigen Anzeige einer Arbeit zur Kenntniss der
Entwickelungsstufen der ganoiden Fischformen von Brandt, Bul-
letin de St. Petersbourg VIII. p. 536, wird besonders darauf einge-
gangen den Platz zu bezeichnen, welchen die störartigen Formen
in der Klasse der Fische einnehmen. Verf. nennt die störartigen
Fische Antacaei. Er reiht *ie den vorweltlichen Panzerganoiden, die
in zwei Typen zerfällt werden: 1) Arthrothoraces mit den Familien
Pterichtydes, Heterosteides und Coccosteides, 2j Aspidocephali mit den
Familien Cephalaspides und Menaspides, als dritten Typus an und
findet sie im wesentlichen mit jenen im Einklänge. Es wird jedoch
angedeutet, dass die Antacaei sich schon in einigen Beziehungen den
Knochenfischen mehr nähern als die alten Panzerganoiden. — Nach
einem Bericht über den zweiten Theil seiner Beiträge zur Kennt-
218 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
niss der Entwickelung'sstufen der Ganoiden von Brandt ib. IX,
p. 43, bildet derselbe einen Commentar zum ersten, da sie umfas-
sendere monographische Details über die beiden Abtheilungen der
vorweltlichen Panzerganoiden enthält. Sie führt den besonderen
Titel: Zur Charakteristik der Agassiz'schen Cephalaspiden als Glie-
der zweier typischen Hauptgruppen der Panzerganoiden.
Selachii.
Eine Notiz über die Entwickelung der Selachier und insbe-
sondere Raja batis gab Wyman Proc. Boston Soc. IX. p. 334.
Squali. Atwood hält einen grossen Haifisch für neu, und
beabsichtigt ihn Carcharies tigris zu nennen. Proc. Boston Soc.
X, p. 81.
Mustelus canis ist nach Atwood sehr häufig an den Ameri-
kanischen Küsten. Proc, Boston soc. X. p, 81.
In dem Hafen von Marion wurde, wie Swasey berichtet, ein
Haifisch (Alopias vulpes) von 13 Fuss Länge gefangen, der 400 Pfund
wog. Proc. Boston Soc. X. p. 75.
Gill beschreibt einen riesigen Haifisch von 20 Fuss Länge
aus dem Californischen Meerbusen als Typus eines neuen Genus in
der Familie Ehinodontidae unter dem Namen Micristodon pun-
clatus. Proc. Philadelphia p. 177.
Lei US n. gen. Kner Wiener Sitzungsber. Nov. 1864, Annais
nat. hist. 15. p. 77. Rostrum obtusum, modice productum; dentes
supramaxillares parvi, acuti, pluriseriales et mobiles, inframaxilla-
res numero 26, uniseriales, lati, apice medio praelongo, in laminam
immobilem coaliti, antrorsum spectantes ; foramina temporalia semi-
lunaria ; pinnae parvae et inermes, prima dorsalis anali opposita et
secundae vicina, analis nulla; cutis laeviuscula; fissurae branchiales
5, parvae. L. ferox aus Australien.
Rajae. Robin über die Erscheinungen und die Richtung
der Entladung des electrischen Apparates der Rochen. Annales
des sc. nat. IV. p. 342.
Narcacion Polleni Bleeker Tijdschr. voor de Dierkunde III.
p. 171 von der Insel Bourbon.
Aetobatis Inticeps Gill Annais Lyceum New York YIII. p. 135
von Californien nebst Uebersicht der Familie Myliobatides.
Steenstrup beschrieb bei Chiroptera vampirus ein Fil-
trum, welches bei der ganzen Gruppe der Cephaloptera und Cera-
toptera vorkommt. Dieser Apparat, bestimmt alles Wasser zu fil-
triren, welches aus dem Munde zu den Kiemen strömt, besteht aus
einem von zahlreichen Löchern durchbohrten Knorpelstücke, vor
während des Jahres 1865. 219
welchem die kleinen Crustaceen und Molkisken angehalten werden,
die diesen Thieren als Nahrung dienen sollen. Actes de la soc.
helvetique des sc. nat. reunie ä Geneve p. 95.
Cjclostomi.
August Müller beschrieb die Befruchtungs -Erscheinungen
im Eie der Neunaugen. Schriften der phys.-ökon. Geselläch. zu Kö-
nigsberg V. p. 109.
Philipp! ist es gelungen, die chilenische »Anguilla« zu Ge-
sicht zu bekommen; er beschreibt sie in unserem Archiv p. 107 als
Petromyzon acutidens.
Leptocardii.
Bickmore fing ein Exemplar von Amphioxus an einer Sand-
bank bei Beaufort N. C. Put n am glaubt es übereinstimmend mit
Branchiostoma caribaeum, dessen Verschiedenheit von der europäi-
schen Art jedoch zweifelhaft gelassen wird. Proc. Boston Soc. IX.
p. 333. Vergl, auch eine Bemerkung von Pickering ib. p. 346.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1865.
Von
Troschel,
Ein neues ausschliesslich den Mollusken gewidmetes
Organ haben wir diesmal zu begrüssenf Es erscheint
unter dem Titel American Journal of Conchology von
George W. Tryon jr. Philadelphia, jährlich ein Band
in vier Heften. Der erste Jahrgang 1865 ist von 27 Ta-
feln begleitet und jedes Heft enthält das Portrait eines
berühmten amerikanischen Conchyliologen, in diesem Jahre
Thomas Say, Isaac Lea, C. B. Adams und Augustus Gould.
Möchte das Unternehmen einen guten Fortgang haben.
Keferstein hat die Mollusken in Bronn's Klassen
und Ordnungen des Thierreichs zu Ende geführt (s. unten
Cephalopoden). Am Schluss legt er seine Ansichten
über die typischen Verschiedenheiten der Thiere dar. Er
weist den Mollusken, deren wesentlichen Charakter er in
den Besitz eines (meist schalentragetiden) Mantels und eines
aus drei Ganglienpaaren bestehenden Nervensystems (eins
über dem Darmtractus, zw^ei unter demselben gelegen)
setzt, die Stelle zwischen den Arthropoden und den
Vermes an. Dagegen spricht doch die sehr vollständige
Entwickelung eines Bauchstranges bei den allermeisten
Vermes und auf die Ausbildung des Nervensystems als
wichtigstem animalischen Organ ist doch gewiss ein hoher
Werth zu legen. Als Klassen innerhalb der Mollusken
werden unterschieden: Cephalopoda, Pteropoda, Gastro-
poda, Acephala, Brachiopoda, Tunicata und Bryozoa.
Die 23. Lieferung von Pfeiffer's Novitates con-
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesch. etc. 221
chologicae, welche 1865 erschien^ enthält Abbildung' en
von Arten der Gattungen Cylindrella, Trochatella, fle-
licina, Lucidella^ Balea^ Clausilia und Pupa. Nur eine
Cylindrella ist neu.
Aus der Dunker'schen Abtheilung derNovitates con-
chologicae erschienen 1865 die 8. und 9. Lieferung mit
Arten der Gattungen Pecten, Tivela, Solen, Cultellus,
Callista, Sunetta, Tapes, Diplodonta, Lucina, Donax, Do-
sinia. Darunter mehrere neue Arten.
lieber Lovell Reeve's Conchologia iconica or iigures
and descriptions of the shells of Molluscous animals konnte
leider im vorigen Jahre nicht berichtet werden. Im Jahr
1864 erschienen die Lieferungen 236 — 243, im Jahre 1865
die Lieferungen 244 — 251, im Jahr 1866 die Lieferungen
252 und 253. Durch den Tod des Verfassers ist wohl
das Weitererscheinen dieses kostbaren und durch die
Abbildungen hochwichtigen Conchylienwerkes in Frage
gestellt. Obgleich mir eine Nachricht über das weitere
Schicksal des Werkes bisher nicht bekannt geworden ist,
ziehe ich die beiden letzten erst im laufenden Jahre er-
schienenen Lieferungen mit in diesen Bericht, um nicht
in die Lage zu kommen, wegen ihrer im folgenden Be-
richte noch einmal auf dieses Werk zurückkommen zu
müssen, falls dasselbe mit dem Tode des Verfassers seine
Endschaft erreicht haben sollte. In den vorliegenden 18
Lieferungen sind die Monographien der Gattungen Venus,
Tapes, Meroe, Solarium, Marginella, Sigaretus, Unio, An-
cillaria, Ovulum, Erato, Carinaria, Tornatella, Pyrami-
della, Cerithium, Eulima, Vertagus enthalten. Wir kom-
men unten am entsprechenden Orte auf die einzelnen
zurück. Möchte der Wunsch seine Erfüllung finden,
dass wenigstens die begonnenen und noch nicht abge-
schlossenen Monographien vervollständigt werden möchten.
Von Jeffreys British Conchology erschien 1865
der dritte Band, welcher den Rest der Conchiferen, die
Solenoconchia und die Gasteropoden bis Littorina ent-
hält. Eine eingehende Anzeige von diesem Bande findet
sich in Annais nat. bist. 16. p. 443.
222 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Mörch bat sich auf eine Erörterung über die Be-
grenzung der Abtheilung der Mollusken eingelassen.
Annais nat. bist. 16. p. 411. Er spricht seine Ansichten
aus, ohne sie genügend zu begründen, wie es eine so
"wichtige Frage erfordert. Es scheint, als ob er geneigt
wäre, die Platybelmia mit den zwittrigen Mollusken zu
vereinigen.
Morse entwickelt seine Ansichten über die Classi-
fication der Mollusken in einem Aufsatze „ A Classification
of Mollusca based on the principle of cephalization in
Proceed. of the Essex Institute IV. p. 162.'^ Er sieht die
Haupteigenthümlichkeit in dem sackförmigen Körper und
nennt die Abtheilung deshalb Saccata. Die Charaktere
sind folgende: Thiere von verschiedener Form, ohne
strahligen Bau und ohne Gliederung; Magen und Ein-
gew^eide in einem fleischigen Sack eingeschlossen, der
geschlossen oder oifen sein kann, an einem oder an bei-
den Enden; die Plaupt-Nervenmasse besteht aus Ganglien,
welche am Schlünde anliegen oder ihn umgeben; der
Darm krümmt sich nach innen oder hat eine Beugung
nach aussen; Herz an der äusseren Beugung des Darmes.
Sechs Gruppen ersten Ranges werden unterschieden, 1)
die Polyzoa haben den Sack geschlossen, indem Mund
und After sich nahe einander am hinteren Pole des Sackes
öffnen; der Mund liegt terminal, der Darm krümmt sich
nach oben und der After liegt dorsal ; die Nervenmasse
findet sich zwischen Mund und After; kein Herz. 2) Die
Brachiopoda haben den Sack geschlossen und immer
hinten einen Einschnitt des Sackes ; der Mund entfernt
sich von dem hinteren Ende, der After liegt dorsal, das
Herz ventral ; die Nervenmasse liegt in der Krümmung
des Darmes. 3) Bei den Tunicata ist der Sack hinten
ofi*en; der Mund liegt im Grunde des Sackes, der After
endet hinten und dorsal ; das Herz liegt vorn und etwas
dorsal; die Nervenmasse ist nach hinten und liegt zwi-
schen den beiden Oeffnungen wie bei den Polyzoa. In
diesen drei ersten Gruppen ist der Sack vorn geschlos-
sen, die meisten sind mit dem Vorderrande angewachsen.
der Mollusken während des Jahres 1865. 223
Sie vereinigen sich zu einer natürlichen Abtheilung, die
Milne Edwards Mollnscoidea, Dana Anthoid- Mollusca
nannte. 4) Die Laraellibranchiata haben den Sack vorn
und hinten offen, den Mund immer vorn, den After hinten,
Herz dorsal. 5) Bei den Gasteropoda ist der Sack vorn
offen, hinten geschlossen j der Mund liegt vorn, der After
vorn und ventral, Herz dorsal. 6) Bei den Cephalopoda
ist der Sack ebenfalls vorn offen, hinten geschlossen; der
Mund vorn, der After ventral, das Herz hinten und etwas
dorsal. Diese Verschiedenheiten sind durch schematische
Zeichnungen anschaulich gemacht. Wegen anderer Be-
ziehungen müssen wir auf die geistreiche Schrift selbst
verweisen.
Indem Mörch Annais nat. bist. 16. p. 385 den sy-
stematischen Werth der Organe bespricht, welche als
fundamentale Charaktere in der Klassification der Mol-
lusken angewendet sind, erklärt er das Herz und die
Generationsorgane für besonders werthvoll. Der Penis
scheint ihm der beste Anzeiger der Sensibilität des Ner-
vensystems zu sein, und daher von systematischer Be-
deutung. Er fehlt den Fischen, tritt zuerst bei den Rep-
tilien auf und wird mehr und mehr entwickelt bei den
höheren Vertebraten. Verf. führt w^eiter aus, dass bei
den Mollusken die Zwitter mit den best entwickelten
männlichen Begattungsorganen versehen seien, und dass
die mit getrennten Geschlechtern entweder einen Penis
haben, der stets ausserhalb liegt, nicht retractil (nicht
durchgreifend richtig), oder gar keinen Penis besitzen.
Den Cephalopoden wird eine niedrigere Stellung ange-
wiesen. So entsteht das folgende System :
Series I. M ono locar dia. Herz mit einer Vorkammer, Be-
gattung zwischen 2 Individuen.
1. Klasse Androgyna (Musivoglossata olim). Alle Indivi-
duen mit gleichen Geschlechtsorganen, beide Geschlechter vereinigt;
immer mit einem Receptaculum seminis (gestielte Blase) ; Penis re-
tractil; Zungenzähne meist vielreihig; vorherrschend mit Kiefern
versehen: P ulm onat o, Geophila (Phyllovora, Agnatha), Hygro-
philo (Planorbis, Physa, Limnaea, Siphonaria, Ancylus, Auricula),
Tectibr anchia (Pyramidella, Obeliscus, Odostomia, Chemnitzia,
224 Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
Actaeon, Bulla, Aplysia . Notarchus), Pteropoda Gymnosomata
(Clione, Pneumodermon, Janthina?), Thecosomata (Clio, Hyalaea ct.),
Gymnobranchia Pygobranchia (Doridae ct.), Fleurognatha (Pleu-
rophyllidia, Dendronotus, Tritonia, Bornella, Aeolis, Glaucus ct.),
Fellibranchia (Tethys, Chionera, Hermaea, Elysia, Limapontia, Pelta ct.)
2. Klasse Ejophallia (Arthroglossa olim) Geschlechter ge-
trennt; Penis nicht retractil, oft in der Kiemenhöhle oder in dem
Tentakel verborgen); Mund vorherrschend ein Saugraund, die Ra-
dula mit nicht mehr als sieben Zahnreihen. Tacnio gl ossa Zunge
mit 7 Zahnreihen, mit umgebogener Schneide, Larven der marinen
Arten schwimmend. Rostrifera mit kurzer, nicht retractiler Schnauze,
a) Terrestria (Cyclostomacea, Truncatella). b) Fluviatilia (Ampulla-
ria, Palludina, Melania, Potamides, Cerithium, Turritella, Littorina,
Lacuna, Velutina, Onchidiopsis), c) Parasitica die Eier in im Inne-
ren der Schale angehefteten Taschen (Vermetus, Crepidula, Hippo-
nyx, Capulus), d) Pelagica Heteropoda (Firoloides , Pterotrachea,
Cardiapoda, Peltaria, Carinaria, Helicophlegma. Atlanta, Bellerophon,
Onustus). e) Strombi. Proboscidifera mit retractilem Rüssel (.Natica,
Ovula, Pedicularia, Trivia, Cypraea, Cassis, Dolium, Pyrula, Triton,
Trichotropis, Aporrhais. — Rhuchigl o s a a Zunge mit nicht mehr
als drei Zahnreihen, mit nicht umgebogener Schneide; Rüssel lang,
retractil (ohne Backenplatten?); Eier in Knorpelkapseln abgelegt,
welche die Jungen nach vollendeter Metamorphose verlassen (Mar-
ginella, Voluta, Harpa, Oliva, Ancillaria, Bullia, Nassa, Buccinum,
Fusus, Fasciolaria, Turbinella, Murex, Purpura (Magilus?), Mitra. —
Toxoglossa Mund mit einem Saugsegel; Zunge (?) mit pfriem-
förmigen Zähnen die einen inneren oder äusseren Giftkanal haben ;
die Eikapseln wahrscheinlich wie bei den vorigen (Conus, Pleuro-
toma, Clionella, Terebra, Cancellaria).
Series II. Diotocardia. Herz mit zwei Yorkammern, Ge-
schlechter getrennt, aber ohne männliches Begattungsorgan.
3. Klasse P s eud o phallia (Aspidobranchia olim) Zunge mit
Seitenzähnen von verschiedener Gestalt, Penis rudimentär? Ent-
wickelung nur von Chiton und Dentalium bekannt. Rhipi do-
glos sa- Mittlere Zähne breit mit umgebogener Schneide , meist
5. 1. 5, Seitenzähne comprimirt, sehr zahlreich mit umgebogener
Spitze. Terrestria (Helicina) Fluviatilia (Neritina), Marina (Nerita,
Turbo, Trochus, Haliotis, Fissurella, Emarginula). — Heteroglossa
(Docoglossa Troschel) Spitzen der Zähne schwarz (ist nicht richtig),
die Seitenzähne der vorigen fehlen. Cyclobranchia (Patella, Tectura),
Polyplacopliora (Chiton, Chitonellus), Cirrobratichia (Dentalium, Si-
phonodentalium). — C eplialop o da a) Dibranchiata, b) Tetrabran-
chiala.
4. Klasse Acephala (Dithyra). Dimyaria, Heleromyaria (My-
der Mollusken während des Jahres 1865. 225
tilacea et Ostreacea), Monomyaria (Pecten, Spondylus, Lima, Tri-
dacna).
Dasselbe System mit eim'gen Abänderungen ist auch
Journal de Conchyl. 13. p. 396 abgedruckt.
Mörcb hat in Annais nat. bist 16. p. 73 seine An-
sichten über die Homologie der Mundtheile der Mollus-
ken niedergelegt. Unter den harten Theilen, welche den
Eingang des Mundes bewaffnen^ unterscheidet Verf. Ober-
kiefer {maxillae) wie sie bei den Pulmonaten vorkom-
men, Ober- und Unterkiefer bei den Cephalopoden, Sei-
tenkiefer {mandihulae)^ wie bei den Aeolidien und
Diphyllidien, B ack enplatten (ckeeJc-plates), die kein^
schneidenden Rand haben und nur zum Schutze der
Mundhöhle dienen, wie bei den Taenioglossen. Dem Re-
ferenten scheinen alle diese Organe morphologisch gleich-
bedeutend ; sie sind Verdickungen der Chitinhaut, welche
die Mundhöhle überzieht. Ferner unterscheidet Verf. den
G r e i f k r ag e n {prehensile collar Hancock) der einigen
Nacktkiemern zukommt, die ausstülpbaren Backen-
polster von Pleurobranchus, und die Backenhaken
{liarpagae) bei Clione und Pneumodermon. Diesen letz-
teren entsprechend sieht Verf. die Greifarme der deca-
poden Cephalopoden an. Zweifelhaft ist ihm die Deutung
der Pfeile der Conus. — Der eigentliche Mund ist die
vordere Oeffnung des Bulbus pharyngeus, häufig zu einem
Rüssel verlängert, der dann aus einer Spalte, dem fal-
schen Munde, hervortritt, die mit Lippen oder Palpen
versehen ist. Bei den Acephalen sind die Palpen durch
zwei Paare blattartiger Ausdehnungen dargestellt. Bei
den Calyptraeiden ist ein Paar solcher Palpen vorhan-
den, innen gefurcht wie bei den Acephalen, bei Capulus
bilden sie eine lange Röhre mit oberem schmalen Schlitz,
bei Dentalium und Siphonodentalium bilden sie eine ge-
schlossene flache Röhre. Bei den Doriden sind die Pal-
pen fadenförmig, oder blattartig, oder sie stossen in einem
Halbkreise zusammen, oder sie werden zum Mundsegel.
Bei Conus ist dieses Segel zu einem grossen Saugnapfe
entwickelt; bei den nackten Pteropoden ist es in einige
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. P
226 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
conische Arme getheilt, die mit zahlreichen Sangnäpfen
besetzt sind, nnd die den Furchen der Palpen der Ace-
phalen und Calypträiden entsprechen sollen; bei den Ce-
phalopoden sind diese Arme noch mehr entwickelt. —
Unter dem Namen Velum, wie es Loven nennt, sind drei
verschiedene Arten confundirt; 1) dasMundsegel {Pro-
histion), durch die Palpen oder Lippen gebildet, ein
Greif- oder Locomotionsorgan, Cephalopoden und Larven
vonDoris), 2) das Tentacular sege 1 (Mesohistion) etwas
vom Munde entfernt, Pleurobranchus, Aplysia, Clione,
3) das Pos ttentacular sege 1 (Metahistion) LarYen. Yon
Rissoa , Chiropteron und Macgillivraya. Diese Abhand-
lung erschien im August 1865, und kam erst in meine
Hände, als das 6. Heft meines Gebiss der Schnecken be-
reits gedruckt war. Ich bedaure dies sehr, weil ich sonst
Gelegenheit genommen haben würde, meine Bedenken
gegen einige Auffassungen des Verf. ausführlicher darzu-
legen, als es mir hier der Raum gestattet.
Derselbe Verf. äusserte sich ib. p. 117 über den
Deckel und seinen Mantel (lobus operculigerus, pomato-
chlamys). Er zählt die Ansichten der verschiedenen Au-
toren über die morphologische Bedeutung des Deckels
auf, und scheint sich der Ansicht anzuschliessen, der
Deckel entspreche der zweiten Schale der Muscheln.
Gould möchte eine Uebereinstimmung in der Ter-
minologie der Conchylien eingeführt wissen. Bei den
Muscheln müsse das Ende, welches bei der Bewegung
vorn ist, das vordere und das entgegengesetzte das hintere
Ende genannt werden, die Entfernung der Wirbel von
dem entgegengesetzten Rande die Hohe, die Entfernung
des vorderen Endes vom hinteren der Längsdurchmesser,
die Entfernung der einen Schale von der anderen der
Querdurchmesser; die Anwachsstreifen will er Längs-, die
radialen von den Wirbeln Querstreifen nennen; für die
gebräuchlichen Bezeichnungen aequilateral , vordere und
hintere Seite will er aequipartite, hinterer Theil, Segment
oder Section einführen. An den Schnecken will er die
Spiralen Streifen vertical, die Anwachsstreifen longitu-
der Mollusken während des Jahres 1865. 227
dinal nennen ii. s. w. Einer gleichen Terminologie mögen
wohl dieselben Hindernisse im Wege sein, wie der Ein-
führung gleicher MünzC; gleichen Maasses und Gewich-
tes, dessen Nützlichkeit jeder anerkennt, wobei aber jeder
seine Gewohnheit für die beste hält. Proc. Boston soc.
X. p. 77.
Caspar Veiten schrieb eine Inaugural - Disserta-
tion ,,de sensu olfactus Gasteropodum Bonn 1865.^ Er
versucht durch die Anatomie , durch Experimente mit
stark riechenden Substanzen, sowie durch Analogie mit
den Geruchsorganen der Fische nachzuweisen, dass die
Fühler aller Schnecken, sowohl der auf dem Lande wie
der im Wasser lebenden, der Sitz des Geruchsorganes
seien, und zwar bei den Landschnecken alle vier Fühler.
Eine Notiz von Binney, Gould und Picke ring
über die Erosion von Schnecken s. Proc. Boston Soc. IX.
p. 327.
Es ist wohl nicht uninteressant für die Leser dieser
Berichte aus Amer. Journ. of Conchologv I. p. 378 zu
erfahren, dass dio Conchyliensammlung der Academy of
natural sciences of Philadelphia 13000, die des Dr. Jay
12000, die des Dr. Newcornb 10000, die des Herausge-
bers der Zeitschrift Mr. Tryon 8000 Arten enthält. Die
Sammlungen des Museums of Comparative zooJogy in
Cambridge, die der Smithsonian Institution in Washing-
ton, die des Mr. Isaac Lea und die des Wagner Free
Institute of science in Philadelphia sollen jede über 5000
Arten umfassen.
Fischer zeigt im Journal de Conchyl. 13. p. 65 an,
dass Coste versucht hat, Venus mercenaria und Ostrea
virginica var. canadensis aus Amerika an den französi-
schen Küsten zu acclimatisiren. Die eingelegten Thiere
erhalten sich am Leben, haben sich aber noch nicht fort-
gepflanzt.
Cloue hat lebende Helix yucatanea Mor. erhalten,
die sich vermehrten. Er hofft sie zu acclimatisiren. Ib. p.68.
In faunistischer Beziehung sind folgende Schriften
zu erwähnen :
228 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lieber die geographische Verbreitung der Pulmona-
ten theilte Keferstein, Göttinger Nachrichten p. 9,
seine Ansichten mit. Er hält die Pulmonaten für beson-
ders geeignet zur Erkenntniss der Verbreitungsgesetze^
und sie führen ungezwungen zu der Hypothese der ge-
sonderten Schöpfungsmittelpunkte. Wo keine natürlichen
Hindernisse in den Weg treten, findet man weit ausge-
dehnte Faunengebiete, wie im nördlichen Theil der alten
Welt und in Nordamerika; andererseits erweisen sich
natürliche Hindernisse, Gebirge, Wüsten und Meere als
scharfe und dauernde Grenzen. Am schärfsten abgegrenzt
sind die Inseln. Verf. nimmt dann 34 Pulmonaten -Pro-
vinzen an, die aufgezählt werden. Dieser Aufsatz ist ein
Auszug aus des Verf. Fortsetzung von ßronn's Klassen
und Ordnungen der Weichthiere.
Europa. Tasle veröffentlichte in Bulletin de la
soc. polymathique du Morbihan 1864 ein Supplement zu
seinem Verzeichnisse der im Departement du Morbihan
(vergl. vor. Ber. p. 125), lebenden Mollusken, worin er
46 Arten aufführt.
Catalogue des Radiaires, des Annelides, des Cir-
rhip^des et des Mollusques marius, terrestres et fluviati-
les recueillis dans le departement de la Loire-Inferieure
par Frederic Cailliaud. Nantes 1865. Nach einer Anzeige
dieses Buches von 323 Seiten nebst 5 Tafeln im Journ.
de Conchyl. 13. p. 439 enthält das Mollusken-Verzeichniss
451 Species, von denen mehr als 100 Land- und Süss-
wasser- Arten. Beobachtungen über die bohrenden Mol-
lusken, Teredo, Pholas, Gastrochaena, Saxicava sind hier
niedergelegt ; zwei neue Arten sind abgebildet, eine Odo-
stomia und eine Modiola. Auch Dreissena polymorpha
kommt in der unteren Loire vor.
Ein erstes Verzeichniss der Mollusken von Saint-
Jean de Luz vom Jahre 1858 wurde von M ab ille Jour-
nal de Conchyl. 13. p. 248 vervollständigt. Zwei Arten
werden beschrieben und mit neuen Namen belegt.
Bourguignat hat eine Malacologie de la Grande
Chartreuse, Paris 1864. 8. herausgegeben. Aus der An-
der Mollusken während des Jahres 1865. 229
zeige im Journal de Concliyl. 13. p. 70 sieht man, dass
in der genannten Gegend Frankreichs 80 Arten vorkom-
men, unter denen sechs neue, die unten namhaft gemacht
werden.
Faune conchyliologique marine du departement de
la Gironde et des cotes du sud-ouest de la France, par
le Dr. Paul Fischer. Actes de la soc. Linneenne de
Bordeaux, tome 25. Nachdem im ersten Capitel die Be-
schaffenheit des Gestades der Gironde dargelegt ist, sind
die Capitel 2 — 8 der Austernzucht der Gironde und eini-
ger Mollusken, Murex erinaceus, Mytilus, Venus merce-
naria, Ostrea virginica gewidmet. Im 9. Capitel werden
177 Arten aufgezählt. Im letzten Capitel endlich wird
die geographische Verbreitung der malacologischen Fauna
erörtert. Diese Fauna ist eine gemischte, nämlich aus
der celtischen Fauna (Manche, Bretagne) und der Lusita-
nischen (Portugal, Mittelmeer, Nordafrika).
Gysser stellte die Molluskenfaunen der beiden äus-
sersten nordöstlichen und südwestlichen Grenzländer des
politischen Deutschlands vergleichend zusammen. Malak.
Bl. p. 78. Von den aufgezählten 136 Arten Badens feh-
len in der Provinz Preussen 53 Arten, wogegen in der
Provinz Preus'sen 9 Arten vorkommen, die in Baden fehlen.
E. V. Martens hat über die Molluskenfauna Würt-
tembergs geschrieben. Württembergische naturw. Jahres-
hefte 21. p. 178—217. Er geht zuerst die literarischen
Erscheinungen über diesen Gegenstand durch, zählt dann
die württembergischen Nacktschnecken auf, 4 Arion und 5
Limax, macht dann Zusätze zu dem früheren Verzeichniss
betreffs der Artbestimmung, lässt ferner eine Aufzählung
der württembergischen Mollusken folgen, 93 Pulmonaten,
1 Landdeckelschnecke, 5 Taenioglossen, 1 Rhipidoglosse,
14 Muscheln, — oder 74 Landschnecken und 41 Wasser-
thiere, zusammen 115 Arten. Zum Schluss Betrachtun-
gen über die Verbreitung der einzelnen Arten in den
Strom - Gebieten des Landes mit Berücksichtigung der
geognostischen Bodenverhältnisse.
Von Schröc kinger-Neud enberg hat eine sv-
230 Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
stematische Aufzählung von Oesterreichs gehäustragenden
Bauchfüssern und Muschelthieren zusammengestellt. Ver-
handl. zool.-bot. Gesellsch. 15. p.303. Ein einfaches Namens-
Verzeichniss von 649 Schnecken und 217 Muscheln.
Bielz veröffentlichte in Verhandl. des siebenbür-
gischen Vereins für Naturwissensch. zu Hermannstadt XVI.
p. 132, 158, 173, 204 und 223 ein systematisches Verzeich-
niss der Land- und Süsswasser - Mollusken des österrei-
chischen Kaiserstaates. Daselbst sind verzeichnet 6 Arion,
7 Limax, 2 Amalia, 1 Testacella, 4 Daudebardia, 1 Glan-
dina, 3 Succinea, 6 Vitrina, 15 Hyalina, 6 Zonites, 99
Helix, 12 Buliminus. Eine Fortsetzung steht zu erwarten.
Bei den Species sind die Verhältnisse des Vorkommens
und die Provinzen angegeben, in denen sie gefunden sind.
Lehmann lieferte Malak. Bl. p. 91 einen Beitrag
zur Molluskenfauna von Carlsbad und Franzensbad in
Böhmen, indem er die dort gesammelten Arten, 80 an
der Zahl, aufzählte. In der Festgabe für die Naturfor-
scherversammlung in Carlsbad 1862 (die dem Referenten
nicht bekannt gevs^orden ist) war p. 137 die Fauna der
Umgebungen von Carlsbad, Marienbad und Franzensbad
von Glückselig und S c h ö b 1 zusammengestellt, die nur
59 Molluskenarten enthielt, unter denen 14 von unserem
Verf. nicht aufgefundene Arten waren. Die Verschieden-
heit der Faunen von Carlsbad und Frtinzensbad besteht
besonders in dem viel reichlicheren Vorhandensein der
Süsswasser - Mollusken in Franzensbad, weil dies reicher
an Seen und Teichen ist.
Pirona lieferte einen Prospectus der Land- und
Süsswasser-Mollusken, welche bisher in Friaul gesammelt
worden sind. Das Verzeichniss bringt 136 Arten, nämlich
4 Limax, 2 Vitrina, 4 Succinea, 40 Helix, 4 Giandina, 1
Achatina, 5 Bulimus, 16 Pupa, 13 Clausilia, 1 Carjchium,
3 Acicula, 2 Pomatias, 1 Cyclostoma, i Auricula, 8 Lim-
neus, 1 Physa, 6 Planorbis, 1 Segmentina, 1 Ancylus, 2
Valvata, 7 Paludina, 3 Neritina, — 2 Anodonta, 7 Alas-
modonta, 2 Unio, 3 Cyclas, 2 Pisidium. Atti dell' Istituto
Veneto X. p. 675—708.
der Mollusken während des Jahres 1865. 231
Wilhelm Schleicher hat die Land- und Süss-
TTasser-Conchylien des Oetscher-Gebietes aufgezählt, wo-
bei namentlich das Thal der kleinen Erlauf genau durch-
sucht wurde. An Wasserschnecken und Muscheln ist die
Gegend arm. Das Verzeichniss enthält 3 Succinea, 2
Vitrina, 31 Helix, 2 Achatina, 2 Bulimus, 8 Pupa, 6 Ver-
tigo, 10 Clausilia, 1 Carychiura, 1 Acicula; 2 Planorbis,
I Physa, 6 lämnaea, 2 Ancylus, 4 Paludina; 1 Unio, 1
Cyclas, 3 Pisidium, also 66 Landschnecken, 15 Wasser-
schnecken, 5 Muscheln, zusammen 86 Arten.
Das Verzeichniss der Mollusken, welches Ven an ce
Payot von den Umgebungen des Mont-Blanc zusammen-
gestellt hat, enthält 4 Arion, 7 Limax, 4 Vitrina, 2 Suc-
cinea, 41 Helix, 2 Achatina, 5 Bulimus, 20 Pupa, 3 Acme,
II Clausilia und 1 Cyclostoma, zusammen 100 Arten. An-
nales des sciences physiques et naturelles d'agriculture et
d'industrie de Lyon VIII. p. 474.
Dem Korrespondenzblatt des zool. - min. Vereins zu
Regensburg XIX. p. 139 entnehme ich die Notiz, dass
Stossich im Programm der Realschule in Triest ein
Verzeichniss der im Golfe von Triest vorkommenden Mol-
lusken veröffentlicht hat. Es umfasst 115 Gattungen mit
317 Arten, ist nach Chenu geordnet mit Angabe der
Fundstellen. Ein Fusus dem F. corallinus in der Form
annähernd, von Pirano, wird als F. Titii bezeichnet, fer-
ner Uissoa salina ebenfalls von Pirano. Delphinula calcar
Lam. soll ein jugendlicher Turbo rugosus, Laevicardium
laevigatum L. ein junger L. oblongum Gm., und Spon-
dylus aculeatus Chiaje eine Varietät -des Sp. gaederopus
L. sein. — Das Programm selbst ist mir nicht zu Hän-
den gekommen, und ich weiss auch nicht, in welchem
Zusammenhange es mit der im vor. Ber. p. 126 erwähnten
Schrift desselben Verf. steht.
Spiridione Brusina gab ein grosses Verzeich-
niss neuer Dalmatinischer Conchylien in Verhandl. der
zool.-bot. Gesellsch. in Wien 15. p. 1 — 42. Die zahlreichen
neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Pfeiffer verzeichnete 14 Mollusken- Arten aus der
232 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Dobriidscha, unter denen eine Succinea und eine Hyalinca
neu. Malak. Bl. p. 100.
Afrika. Reibisch hat, veranlasst durch eine Samm-
lung des Dr. Stube 1 in Dresden, ein Verzeichniss der
bis jetzt an und auf den Capverdischen Inseln gefundenen
Mollusken zusammengestellt. Es enthält 21 Muscheln und
87 Schnecken nebst 1 Cephalopoden, Spirula Peronii. Ma-
lak. Bl. p. 125.
Das 5. Heft von Bourguignat's Malacologie de
l'Algerie enthält die Gattungen Planorbis, Phvsa, Lim-
naea, Ancylus, Brondelia, Cyclostoma , Acme , Bythinia
und Hydrobia. Mehrere neue Arten der Gattungen Pla-
norbis und Acme.
Als Anhang zu einem Werke von Duveyrier
„Les Touaregs du Nord" hat Bourguignat die Land- und
Süsswasser-Mollusken der Sahara bearbeitet. Er beschreibt
mehrere neue Arten, s. unten. Das Werk ist mir nur
aus einer Anzeige im Journal de Conchyliologie 13. p. 92
bekannt. Da die Sahara ein allmählich ausgetrocknetes
Meer ist, darf man sich über die malacologische Armuth
nicht wundern. Die meisten Landschnecken, welche man
in den Oasen der Sahara findet, sind Formen der mittel-
meerischen Küsten.
Ed. V. Martens hat angefangen eine Uebersicht
der Land- und Süsswasser-Mollusken des Nil- Gebietes zu
geben. Malak. Bl. p. 177. In dem vorliegenden Abschnitte
sind behandelt 1 Limax, 1 Parmacella, 5 Vitrina, 18 Helix,
wovon eine neu (hier werden 9 pseudo-ägyptische Arten
besprochen), 6 Achatina (Limicolaria), 1 Achatina (Ho-
morus), 3 Buliminus, 2 Chondrus, 2 Stenogyra, 1 Clau-
silia, 1 Pupa, 1 Succinea, zusammen 43 Landschnecken;
ferner 1 Paludina (Vivipara), 1 Paludina (Cleopatra), 3
Bithynia, 2 Melania, 1 Neritina, also 8 Wasserschnecken.
Do hm verzeichnete 20 Land- und Süsswasser-Con-
chylien, welche Kirk am Zambesi und im See Nyassa
im östlichen tropischen Afrika gesammelt hatte. Unter
ihnen befinden sich sechs neue Arten.
Asien. Bei der nunmehr sicheren Aussicht, dass
der Mollusken während des Jahres 1865. 238
die Meerenge von Suez werde durchstochen werden, wo-
durch den Naturforschern eine herrliche Gelegenheit ge-
boten sein wird, die Uebersiedelung der Tliiere von einem
Meere in das andere und die Vermischung der Faunen
zu constatiren, hielt es Vaillant für wichtig mit mög-
lichster Sorgfalt die malacologische Fauna des Busens
von Suez zu erforschen und zu verzeichnen. Er wird
dadurch künftigen Forschern einen Anhalt geben bei
Beantwortung der Fragen : ob die übergesiedelten Arten
ihre Charaktere verändern; ob sich die verwandten Arten
kreuzen und neue Varietäten bilden werden; ob diese
letzteren vorübergehend oder constant sein werden. Das
Verzeichniss der Mollusken aus dem Busen von Suez
enthält 1 Cephalopoden, 31 Schnecken und 56 Muscheln.
Unter letzteren sind fünf neue Arten beschrieben. Jour-
nal de Conchyl. 13. p. 97— 127.
Fischer spricht sich ib. p. 241 über die Faunen
des Mittelmeers und des Rothen Meers bei der Meerenge
von Suez sehr entschieden dahin aus, dass keine einzige
Art beiden Meeren gemeinschaftlich sei. Die Angaben
Philippi's glaubt er dadurch erklären zu müssen, dass
die Sammlungen von Ehrenberg und Hemprich, die im
Rothen Meere sowohl, wie in Aegypten und Syrien zu-
sammengebracht waren, später nur dem Rothen Meere
zugeschrieben worden seien.
Tristram berichtete über die Land- und Süsswas-
ser-Mollusken von Palästina. Es werden 119 Arten ver-
zeichnet, nämlich 3 Limax, 1 Testacella, 2 Succinea, 49
Helix, 15 Bulimus, 8 Pupa, 8 Clausilia, 8 Tornatellina, 1
Glandina, 2 Planorbis, 2 Limnaeus, 1 Cyclostoma, 3 Bi-
thinia, 4 Melania, 7 Melanopsis, 3 Neritina, 2 Cyrena, 7
Unio. Mehrere Arten sind als neu beschrieben. Proc.
zool. soc. p. 530.
Von Issel erschien in den Acten der Accademia di
Torino Tom. XXIL 1865 „Catalogo dei Molluschi raccolti
dalla missione italiana in Persia aggiuntavi la descrizione
dalle specie nuove o poco note. Das Verzeichniss ent-
hält 73 Schnecken und 15 Muscheln, nämlich 4 Nassa, 1
234 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Columbella, 1 Ricinula^ 1 Planaxis, 1 Oliva, 2 Cerithium,
2 Melania, 2 Melanopsis^ 1 Solarium, 1 Paludina, 7 Bi-
thynia, 2 Nerita, 4 Theodoxus (Neritina), 1 Turbo, 3 Tro-
chus, 1 Rotella, 1 Patella, 1 Dentalium, 1 Succinea, 1
Zonites, 8 Helix, 10 ßuHmus, 2 Pupa, 5 Clausilia, 2 Cy-
clostoma, 2 Planorbis, 1 Aiicylus, 5 Limnaea — 1 Venus,
1 Cytherea, 1 Cardium, 1 DIdacna, 4 Monodacna, 3 Adacna,
1 Mytilus, 3 Dreissena. Die geringe Zahl der gesammel-
ten Conchylien erklärt Yerf. dadurch, dass der grösste
Theil des Persischen Landes eine sterile Wüste ist; aber
hauptsächlich wird wohl die schnelle Reise die Schuld
tragen. Es sind 21 Land- und Süssw^asserconchylien in
Armenien und Imerezien gesammelt, 22 im nördlichen
und mittleren Persien, 17 marine von der Insel Ormus
und bei Bedder-Abbas, 13 fossile von Baku die noch alle
im kaspischen Meere leben, 7 aus dem kaspischen Meere,
3 marine und 4 terrestre von Trapezunt, und endlich 3
marine und 1 terrestre von Silioria. Die sechzehn neuen
Arten sind unten genannt, sie stammen aus Persien, aus
Baku und aus Armenien. Die neuen Arten sind auf drei
Tafeln abgebildet.
Nachträglich sind „Vorläufige Diagnosen einiger neuen
Gastropoden- Arten aus dem Nordjapanischeh Meere" von
V. Schrenck im Bulletin de l'acad. de St. Petersbourg V.
p. 510 zu melden. Die 11 Arten sind unten namhaft ge-
macht.
Swinhoe gab eine Liste von 96 irrten Mollusken,
die er neuerlich in Formosa gesammelt hatte. Proc. zool.
soc. p. 196.
Australien. Catalogue of the specimens of the
Australian land-shells in the collection of James Cox.
Sydney 1864. Diese Schrift ist mir- nicht bekannt ge-
worden, es findet sich eine Anzeige von ihr in den Malak.
Bl. Litteratur p. 8. Danach werden in dem Werkchen
aufgezählt 133 Arten und Varietäten von Helix, 17 Buli-
mus, 12 Vitrina, 8 Succinea, 6 Pupa, 1 Vertigo, 1 Balea,
1 Diplommatina, 1 Truncatella, 2 Cyclostoma, 1 Lepto-
poma, 2 Cyclophorus, 7 Pupina, 2 Pupinella, 1 Callia, 1
der Mollusken während des Jahres -"ISeS. 235
PTydrocena, 5 Helicinca. Eine ziemliche Anzahl neuer
Arten s. imten.
An gas hat ein Verzeichniss aller bis jetzt bekann-
ten marinen Mollusken von Südaustralien nebst Bemer-
kungen über ihr specielles Vorkommen und ihre Ver-
breitung zusammengestellt. Proc. zool. soc. p. 155 und
p. 613. Besonders reich vertreten ist die Familie Tro-
chidae, von der 52 Arten aufgezählt sind. Im Ganzen
enthält das Verzeichiiiss über 130 Schnecken und gegen
100 Muscheln.
Pease beschrieb Proc. zool. soc. p. 512 neue Gat-
tungen und Arten mariner Mollusken von den Inseln der
centralen Südsee. Verf. hat es versäumt, den Fundort
näher zu bezeichnen. Am Schlüsse ist ein Verzeichniss
Pease'scher Manuscriptnamen angehängt mit besserer Be-
stimmung.
Mousson bestimmte die durch Dr. GraefFe für
GodefFroy in Hamburg gesammelten Land- und Süsswas-
ser - Conchylien einiger Inseln des pacifischen Oceans.
Journal de Conchyliologie 13. p. 164. Er verzeichnet 45
Arten von der Samoa- Gruppe und 52 Arten von den
Fidschi-Inseln. Darunter viele neue Arten.
Auch von den Gambiers Inseln, der östlichen Gruppe
der Niedrigen Inseln erhielt Crosse ib. p. 217 einige
Arten.
Das Verzeichniss der Landschnecken, welche V^al-
lace im Malayischen Archipel gesammelt hat, enthält 125
Arten, nämlich 27 Stenopidae, 74 Helicidae, 20 Cyclo-
phoridae, 3 Helicinidae, 1 Truncateilidae. Die neuen Ar-
ten sind von H. Adams beschrieben. Proc. zool. soc.
p. 405.
Von Souverbie und Montrouzier erhielten wir
wieder im Journal de Conchyliologie 13. p. 150 die Be-
schreibung einiger neuen Conchylien von der Insel Art
in Neu-Caledonien.
Amerika. In den Smithsonian miscellaneous col-
lections erschienen zwei für die Molluskenfauna Nord-
amerika's sehr wichtige Arbeiten von W. G. Binney,
236 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
unter dem Titel „Land- and fresh-water shells of Nortli-
America.^ Sämmtliche Gattungen und Arten sind aus-
führlich charakterisirt, mit der vollständigen Synonymie
versehen, und allermeist in Holzschnitten sehr kenntlich
abgebildet. Von mehreren ist auch die ZungenbewafFnung
bildlich dargestellt. Diese Arbeiten werden sich daher
vorzüglich eignen, die Bestimmung der amerikanischen
Conchylien zu erleichtern und sicherer zu machen.
Die erstere dieser beiden Schriften enthält die Pul-
monata Limnophila and Thalassophila im Ganzen mit 131
Arten. In die Unterordnung Limnophila gehören 12 Au-
riculidae, nämlich 1 Alexia, 1 Carychium, 4 Melampus,
3 Tralia, 1 Leuconia, 1 Pedipes, 1 ßlauneria; ferner 115
Limnaeidae, nämlich 32 Limnaea, 1 Pompholix, 1 Carinifex,
23 Physa, 7 Bulinus, 27 Planorbis, 2 Segmentina, 18 An-
cylus , 2 Acroloxus , 2 Gundlachia. Die Unterordnung
Thalassophila umfasst nur 4 Siphonaria.
Die zweite Abtheilung bringt die Ampullariidae mit
1 Pomus, Valvatidae mit 5 Valvata, Viviparidae mit 9 Vi-
vipara, 1 Tulotoma, 4 Melantho, 2 Lioplax, Rissoidae mit 5
Bythinella, 2 Tryonia, 1 Cochliopa, 3 Gillia, 3 Somato-
gyrus, 10 Amnicola, 3 Fluminicola, 2 Pomatiopsis, Cy-
clophoridae mit 1 Chondropoma, Truncatellidae mit 5
Truncatella, Neritidae mit 5 Neritella, Helicinidae mit 6
Helicina.
Carpenter beschreibt 25 neue Arten von Califor-
nien. Journal de Conchyl. 13. p. 129.
Newcomb gab ein Yerzeichniss der Helices, wel-
che die Westküste Amerikas, nördlich von Cap St. Lucas
und westlich von den Rocky Mountains bewohnen, nebst
Bemerkungen über einige Thiere und ihre specielle Ver-
breitung. Es sind 43 Arten.
Carpenter fügte dem Catalog der Reigen Mazatlan
Collection einige neue Arten hinzu, unter denen auch
eine neue Gattung enthalten ist; s. unten. Proc. zool.
SOG. p. 268.
Einen Beitrag zur Kenntniss der Molluskenfauna
von Mexiko erhielten wir durch Ed. v. Mar tens Malak.
der Mollusken während des Jahres 1865. 237
Bl. p. 1 — 18 nebst Zusatz p. 151, der die mexikanischen
Binnen-Conchylien aus den Sammlungen von Deppe und
Uhde im Berliner Museum einer kritischen Revision un-
terwarf. Er bespricht in dieser Arbeit 51 Landschnecken,
13 Süsswasser-Conchylien und 5 Brakwasser-Conchylien.
Zwei Arten, eine Succinea und eine Cyrena sind hier
als neu beschrieben. Verf. sagt: in Mexiko begegnen
und durchkreuzen sich im Allgemeinen die nord- und
südamerikanische Fauna, speciell: 1) die kalifornische
(Arianta), 2) die von Texas, Louisiana und andern süd-
lichen Staaten Nordamerikas (Polygyra), 3) die der west-
indischen Inseln (Liguus), 4) die des eigentlichen Central-
Amerika und der nordwestlichen Ecke von Südamerika
(Mesembrinus, Liostracus), welche vier man als Glieder
eines grösseren Ganzen, der mittelamerikanischen Fauna
betrachten könnte. Diese wäre charakterisirt durch die
Gattungen Cylindrella, Glandina und Orthalicus.
Ein Verzeichniss der bei Davenport in Jowa durch
Sheldon gesammelten Conchylien vonTryon enthält 102
Arten, nämlich 22 Helicidae, 16 Limnaeidae, 2 Strepoma-
tidae, 4 Vivip.aridae, 5 Amnicolidae, 1 Valvata und 52
Unionidae.
Ein Verzeichniss der Mollusken der Umgegend von
Grand Rapids in Michigan von Currier in Am er. Journ.
of Conchology I. p. 292 enthält 32 Helicidae, 6 Pupadae,
1 Auriculidae, 24 Limnaeidae, 2 Strepomatidae, 1 Vivi-
paridae, 4 Amnicolidae, 2 Valvatidae, 33 Unionidae, 10
Corbiculidae.
Ein Catalog der Mollusken von Staten Island von
Hubbar d und Sanderson Smith Annais Lyceum New-
York VIII. p. 151 enthält 31 marine Schnecken, 40 marine
Muscheln, 5 Süsswassermuscheln, 7 Süsswasserschnecken
und 32 Landschnecken, zusammen 115 Arten.
Das Verzeichniss der Mollusken von Little Gull
Island, welches Sanderson Smith ib. p. 194 giebt, ent-
hält nur 21 Arten. Es ist eine sehr kleine Insel an der
Nordspitze von Long Island, die einen Leuchtthurm trägt.
In den Transactions of thc Nova Scotian Institute
238 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
of natural sciences of Halifax IL part 1. 1864 ist ein Ver-
zeichniss der Mollusken der Bermudas mit 120 Arten
enthalten. Ist mir nicht aus eigener Ansicht bekannt.
Von Guadeloupe beschreibt Crosse im Journ. de
Conchyl. 13. p. 27 eine Anzahl neuer Conchylien, die
auch abgebildet sind.
fephalopoda.
Als Schluss der Mollusken in ßronn's Klassen und
Ordnungen des Thierreiehs, fortgesetzt von Keferstein
erschien die Klasse der Cephalopoden. Nach einer viel-
seitigen, ausführlichen, auf gründlichster Benutzung der
Literatur begründeten Schilderung des anatomischen Baues
und der Entwickelungsgeschichte folgt die Classification.
Liier theilt Verf. die Unterordnung Decapoda in calci-
phora und chondrophora ; erstere mit den Fam. Spiruli-
dae, Belemnitidae und Sepiadae, letztere mit den Gruppen
Myopsidae (Fam. Loligidae und Sepiolidae) und Oigopsidae
(Fam. Cranchiadae, LoligopsidaC; Cheiroteuthidae, Thysa-
noteuthidae, Onychoteuthidae).'
Von H e n s e n erhielten wir in der Zeitschr. für
wiss. Zoologie 15. p. 155—242 eine sehr eingehende Schil-
derung des histologischen Verhaltens des Auges der Ce-
phalopoden. Der Verf. hat auch das Auge einiger He-
teropoden, Gasteropoden und Lamellibranchiaten mit in
die ITntersuchung gezogen. Eine sehr wichtige Arbeit.
Keferstein hat in den Göttinger Nachrichten 1865.
p. 355. Beiträge zur Anatomie des Nautilus pompilius ge-
liefert, in Folge einer Untersuchung eines männlichen
und eines weiblichen Exemplares. Die Tentakeln will
er nicht nach Valenciennes Vorgange als Analoga der
Saugnäpfe anerkennen, sondern nimmt jeden für sich als
Analogen eines Dibranchiatenarms, wobei die Scheiden-
bildung bei den Greifarmen der Decapoden (wie dem
Ref. scheint unzutreffend) in Vergleich gezogen wird.
Die Radula ist abgebildet. Der Inhalt der Gehörbläs-
chen besteht aus kleinen schleifsteinförmigen Krystallen.
der Mollusken während des Jahres 1865. 2&9
DerSipho ist eine röhrige Ansstülpnng des Körpersackes,
ein in den Kammern zurückgebliebener Theil desselben,
durch welchen die in den Kammern enthaltene Luft er-
neuert wird. Diese Abhandlung ist aus des Verf. Fort-
setzung des Bronn'schen Werkes entnommen; und auch
von 6 Tafeln desselben begleitet.
Hetei'opoda.
Reeve zählt in der Conchologia iconica Part. 248
drei Arten der Gattung Carinaria auf, von denen aber
nur zwei auf einer Tafel abgebildet sind.
Clasteropoda.
Gegen Ende des Jahres 1865 erschien die erste Lie-
ferung des zw-eiten Bandes von des Referenten „Gebiss
der Schnecken.'^ Diese behandelt die Gruppe Toxoglossa,
worauf ich unten zurückkomme, bringt m einer Einlei-
tung die Ansichten des Verf. über die Classification der
Schnecken. Es werden unter den Gasteropoda dioecia
sechs Ordnungen unterschieden: Taenioglossa, Toxoglossa,
Rhachiglossa, Ptenoglossa, Rhipidoglossa und Docoglossa,
wie sie ja auch schon seit einigen Jahren in unseren
Berichten angewendet sind. In der Ordnung Taenio-
glossa, die im ersten Bande abgehandelt worden ist,
glaubt Ref. die Familien passend nach folgendem Schema
ordnen zu können:
I. Eine nicht einstülpbare Schnauze. 1. Athmung
durch Lungen, Fam. Aciculacea, Pomatiacea, Cyclotacea,
Cjclostomacea. 2. Athmung durch Lungen und Kiemen,
Fam. Ampullariacea, Truncatellacea. 3. Athmung durch
Kiemen, a) Die Seitenplatten der Radula bandförmig,
nach der Spitze breiter, Fam. Valvatae, Paludinae, By-
thiniae, Lithoglyphi, Hydrobiae, Ancyloti, Tbiarae, Pa-
chychili, Melaniae; — Rissoae, Littorinae; — Cerithia-
cea, Potamides, Planaxes; — Turritellae, Fossari, Hippe-
nycidae. b) Die Seitenplatten der Radula plattenförmig
240 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit langen Kammzäbnen^ Farn. Pediculariacea, Amphipe-
rasidae. c) Seitenplatten der Radula krallenförmig, mehr
oder weniger deutlich dreikantig; Fam. Vermetacea, Ca-
pulacea, Trichotropidae. d) Seitenplatten der Radula sehr
schmal und lang, fast fadenförmig, oft rinnenförmig, Fam.
OnustidaO; Alata^ Aporrhaidae. IL Ein von der Spitze
aus einstülpbarer Rüssel, a) Seitenplatten krallenförmig,
Fam. Velutinidae, Naticacea, Gypraeacea, Triviacea. b)
Seitenplatten fehlen, Fam. Marseniadae. III. Ein von der
Basis aus einstülpbarer Rüssel, Fam. Cassidea, Doliacea,
Ranellacea, Tritoniacea, Sycotypidae.
Eine kurze Bemerkung von Crosse im Journal de
Conchyl. 13. p. 240, in welcher er sich gegen des Refe-
renten Classification der Schnecken ausspricht, veranlasst
die folgende Gegenbemerkung. Wenn Verf. als Beispiel,
dass dies System zuweilen sehr verwandte Thiere trenne,
die Cyclostomen und die Helicinen anführt, so hätte er
keine unglücklichere Wahl treffen können. Sie haben
eben nichts weiter mit einander gemein, als die Lungen-
athmung. Der Deckel der letzteren hat schon viel mehr
Uebereinstimmung mit Neritina, und von der sonstigen
Organisation der Helicinen ist bisher noch fast nichts
bekannt. Die anatomische Untersuchung einer Art hat
mich belehrt, dass die Helicinen in aller Beziehung den
Neritinen nahe stehen.
In einem Programm der Herzogl. Realschule zu
Coburg, Ostern 1865, ist eine Abhandlung von Eber-
hard „über die Schneckenzungen^ mit fünf Tafeln Ab-
bildungen enthalten. Nach einer allgemeinen auf die
Einrichtung, Zierlichkeit, Präparation und den wissen-
schaftlichen Werth dieser Zungen hinweisenden Einlei-
tung in populärer Darstellung bildet er eine grosse Zahl
von Arten aus allen Ordnungen der Schnecken ab, sämmt-
lich Originalabbildungen und im Ganzen brauchbar. Die
Schrift wird theils dazu beitragen die Kenntniss dieser
schönen Bildungen in weitere Kreise zu verbreiten, theils
fördert sie die wissenschaftliche Kenntniss mancher bisher
noch nicht untersuchten Arten.
der Mollusken während des Jahres 1865. 241
Taenioglossa.
Cyclotacea. Bei Gelegenheit einer Note über das Gebiss eini-
ger Genera gedeckelter Landschnecken in Amer, Journal. Conchol. I.
p. 45. pl. 5 bildet Bland die Kiefer von Cyclotus stramineus und
Megalomastoma cylindraceum, so wie die Eadula von Megalomastoma
Antillarum und Cyclotus stramineus ab.
Cyclotus longi])ilns von Celebes, fuhninulalus Celebes, cam-
pamilatus Japan v. Martens Berliner Monatsberichte 1865. p. 51.
Pteiocyclos rVilsoni Pfeiffer Proc. zool. soc. p. 831. pl. 46. fig. 12
von Formosa. — Pt, pciva Pease Amer. Journ. of Conchology I.
p. 290 von Polynesien.
Älycaeus japonicus V. Martens Berliner Monatsber, p. 51 von
Yokohama.
Cyclophorus crnenlus v. Martens Annais nat. bist. 16. p. 429
von den Philippinen, — C. upolensis ßlovsson Journal de Conchyl.
13. p. 180 von den Samoa Inseln. — C. heUulus von Borneo und
ciliocinctns von Java v. Martens Berliner Monatsber. p. 52. — C.
scnlarifoi-mis Pease Amer. Journ. of Conchology I. p. 289 von Po-
lynesien. Wird vom Verf. als Typus einer neuen Gattung P wp oi-
dea angesehen, deren Charaktere bis nach Entdeckung mehrerer
Arten vorbehalten bleiben.
Leptopoma achatinum Crosse Journal de Conchyl, 13. p. 229
von den Philippinen ? — L. ßloussonl v. Martens Berliner Monats-
ber. p, 52 von Timor. — L. scalare H, Adams Proc. zool. soc. p. 416.
pl. 21. fig. 9, 10 von Waigiou,
0. Semper giebt im Journal de Conchyl. 13. p. 289 eine
vorläufige Notiz über die Familie der Diplommatinaceen. Er nimmt 4
Genera an, nämlich Paxillus Adams mit 4, Palaina Semper mit 17,
Arinia x\dams mit 2, Diplommatina Bens, mit 18 Arten; dazu noch
7 Diplommatinae dubiae sedis. Auch Opisthostoma Blanf. und Clo-
stophis Bens, werden vermuthungsweise in diese Familie gezogen.
— In einem Nachtrage ib. p, 294 zeigt Semper, dass die von
Mousson kürzlich beschriebene Pupa problematica (s. unten) in die
Diplommatinaceen-Familie gehöre und daselbst eine eigene Gattung
bilde. Er nennt sie Moussonia typica.
Semper liess Journ. de Conchyl. 13. p, 406, pl. 12 seine Ke-
gistoma ambiguum und Pupina difficilis abbilden. Bei dieser Ge-
legenheit bespricht Verf. die Charaktere, welche als unterscheidend
für die Gattungen Pupinella, Pupina, Registoma und Callia benutzt
werden, aber Uebergängen unterworfen sind, so dass er glaubt,
mindestens die letztgenannten Gattungen seien nur etwa Sectionen
eines und desselben Genus.
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. Q
242 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Pvpina Pfeifferi H. Adams Proc. zool. soc. p. 416. pl. 21. fig. 11,
12 von Batchian. — jP. Wilcoxi Cox Catalogue 1. c. p. 32 von Neu-
HoUand.
Ptipinella Macgillivrayi und Wharloni Cox ib. p. 32 ebendaher.
Callia amboinensis v. Martens Berliner Monatsber. p. 53 von
Amboina und Ceram.
Hydrocaena parvula Mouss. Journ. de Conchyl. 13. p. 184, Sa-
moa-Inseln. — H. msularis Crosse ib. p. 223. pl. 6. fig. 7, Gambiers-
Inseln. — //. margincUa aus Siam und Jti. turbinata aus Cochinchina
Morelet ib. p. 226.
Realia ochrostoma , variabilis , scalariformis , affinis , laevis
Pease Amer. Journ. of Conchology I. p. 287 von Polynesien.
Omphalotropis zebriolata pl. 14. fig. 11, perforata ib. fig. 12,
conoidea, bifilaris, bilirata pl. 14. fig. 13 Mousson Journ. de Conchyl.
13. p. 181, Samoa-Inseln. — 0. otala pl. 14. fig. 10 und parra Mous-
son ib. p. 198, Fidschi-Inseln.
AmpuUariacea. Ampullaria pagoda Morelet Journal de Con-
chyl. 13. p. 227 von Cambodje.
Lanistes ISyassanus Dohrn Proc. zool. soc. p. 233 aus dem
See Nyassa in Afrika.
Truncatellacea. Truncatella mstica Mousson Journal de Con-
chyl. 13. p. 186. pl. 14. fig. 8, Samoa-Inseln. — T. (Taheitia) cla-
thraia Adams und Angas Proc zool. soc. p. 54. pl. 2. fig. 2 von den
Salomonsinseln. — T. (TaheiliuJ Wall acei B.. Adams ib. p. 416. pl. 21.
fig. 13, 14 von Waigiou.
Acme Lallemanli und Lelourneuxi Bourguignat Maiacologie de
l'Algerie Hft. 4.
PaludinaCBä. In einem Aufsatze »über ostasiatische und neu-
holländische Paludinen« Malak. Bl. p. 144 unterzieht v. Martens
eine Anzahl von Reeve abgebildeter Arten einer kritischen Revision,
die namentlich die Artnamen berichtigt. Eine neue Art wird be-
schrieben.
Paludina affinis und polita v. Martens Annais nat. bist. 16.
p. 256 von Australien. — jP. purpurea v. Martens ib. p. 428 eben-
falls aus Australien. — F. Eyriesi Morelet Journ. de Conchyl. 13.
p. 227 aus Cochinchina. — Vivipaia Sclateri von Japan, siamensis
Siam, helieiformis Centralafrika, punctata Westafrika, Jeffreysii, ca-
pillata, Rober tsonii letztere drei aus dem See Nyassa sind neue
Arten von v. Franenfeld Proc. zool. soc. p. 658; Verhandl. zool.-
bot. Gesellsch. 15. p. 531, sämmtlich auf Taf. 22 abgebildet. — Vi-
vipara contectoides Binney Land- and fresh-water shells of North-
America III. p. 23, die bisher mit Pal. vivipara verwechselte ame-
rikanische Form. — V. inornata Binney Amer. Journ. of Concho-
der Mollusken während des Jahres 1865. 243
ogy I. p. 49. pl. 7. fig. 1 aus Mexiko. — Val. purpurea v. Härtens
Malak. Bl. p. 150 aus Australien.
Melantho Decampi Currier Amer. Journ. of Conchology I.
p. 49. pl. 7. flg. 2, 3 aus Alabama.
Bilhynia Uzielliana fig. 9 — 10 und B. Meneghiniana fig. 12—13.
Issel 1 c. p. 19 erstere von Kerman im südlichen Persien, letztere
fossil von Baku.
Assiniinea suhrotundata Carpenter Annais nat. hist. 15, p. 28
Vancouver District, vielleicht eine grosse Hydrobia.
Auf vier Tafeln in den Yerhandl. zool.-bot. Gesellsch. 15.
p. 525 hat V. Frauenfeld eine Menge früher von ihm beschrie-
bener und einiger neuen Paludinen abbilden lassen, nämlich : Hxj-
drobia Seemanni , consociella, conigata, Pleneri, Gunnii, declinata,
Reevei, spelaea; — Bythmia meridionalis^ Schraderi, umbvalica, tri-
stis, africana, verliyinosa, perfecta, Shuttleicorthii, proxima, Letochae,
Adamsii, Wälder doijfii, Schwabii; — Amnicola Schrökingeri, exilis,
jloridana, Kotschyi, orientnlis, diemetise, monlenegrina, tachoensis; —
Lithoghjphus notatus, Bnschn Bank., crassiusciila, Cumingii, afßnis,
lurbinatus, dejlexa, pcnuiuincus, pygmaevs; — Paludinella lala.
Stimpson »Researches upon the Hydrobiinae and allied
forms in Smithsonian Miscellaneous collections.« Verf. fasst die Fa-
milie Rissoidae in weitem Sinne, und theilt sie nach folgendem
Schema in Subfamilien :
A. Deckel concentrisch . Bythiniinae.
B. Deckel spiral.
a. Deckel paucispiral Skeneinae.
b. Deckel subspiral.
1. Deckel mit einem inneren Fortsatz . Rissoininae.
2. Deckel ohne inneren Fortsatz.
* Fuss ohne Seitenbuchten.
t Mittelplatten der Radula mit Basalzähnen am hinte-
ren Rande Rissoinae.
tt Mittelplatten der Radula mit Basalzähnen an der Ober-
fläche hinter den Seitenrändern . Hydrobiinae.
** Fuss mit Seitenbuchten Pomatiopsinae.
Die beiden letzten Subfamilien behandelt Verf. hier einge-
hender. Er begrenzt die ihnen zugehörigen Gattungen mit Ver-
werthung der verschiedenen Organe, namentlich auch der Mundbe-
waffnung, und bringt die Hydrobiinae in folgende Uebersicht:
A. Deckel kalkig Stenothyra Bens.
B. Deckel hornig.
a. Schale langstreckig, nur 1 deutlicher Basalzahn jederseits an
der Mittelplatte.
1. Schale glatt.
244 TroRchol: lioricht üb. d. Leist. in d Naturg-eschichto
* Innenlippe verdickt , . , , Tricula Bens.
** Innenlippe nicht verdickt,
f Ruthe einfach.
§ Apex stumpf, Windungen convex, Mittelplatten ohne
mittleren Basalfortsatz . Littorinella Braun.
§§ Apex spitz, Windungen flach, Mittelplatten mit mitt-
lerem Basalfortsatz . . Hydrobia Hartm.
ff Ruthe zweiästig.
§ Apex stumpf, Mittelplatte ziemlich lang, äussere Sei-
tenplatte nicht gezähnelt . Bythinella Moq-Tand.
§§ Apex spitz, Mittelplatte sehr kurz, äussere Seiten-
platte deutlich gezähnelt . Paludestrina d'Orb.
2. Schale mit Sculptur.
* Schale gekielt Pyrgula Christ. Jan.
** Schale längsgefaltet .... Tryonia Stimpson.
b. Schale kurz, 2 bis 4 Basalzähne jederseits an der Mittelplatte.
1. Schale eiförmig-conisch, Windungen mit Dornen, Schneide
der Zwischenplatten mit vielen (11) gleichen Zähnen.
Potamopyrgus Stimps.
2. Schale deprimirt, knglig oder eiförmig. Schneide der Zwi-
schenplatten mit wenigen (5—8) ungleichen Zähnen.
* Schale deprimirt, Basis gekielt, Nabel weit
Cochliopa Stimps.
** Schale nicht deprimirt, Basis nicht gekielt, Nabel eng
oder geschlossen.
t Ruthe einfach, 2 Basalzähne Gillia Stimps.
ff Ruthe zweiästig oder geflügelt, 3 oder 4 Basalzähne.
§ Schale dünn , durchbohrt, äussere Seitenplatte mit
ebenso vielen oder mehr Zähnen als die innere.
0 Schale gross, kuglig, Tentakel spitz, Ruthe sehr
gross, comprimirt . . Somatogyrus Gill.
00 Schale klein, eiförmig, Tentakel cylindrisch, Ruthe
klein, nicht comprimirt Amnicola Gould Hald.
§§ Schale dick, undurchbohrt, äussere Seitenplatte mit
weniger Zähnen als die innere.
0 Ruthe zweiästig mit schlanken Aesten.
Lithoglyphus Mühlf.
00 Ruthe geflügelt an einer Seite, nicht zweiästig. .
Fluminicola Stimps.
Die obigen Gattungen Cochliopa, Typus Amnicola Rowellii
Tryon, Fluminicola, Typus Paludina nuttalliana Lea, Gillia,
Typus Melania altilis Lea, P omat opyrgus, Typus Amnicola coroUa
Gould, und Tryonia Typus T. clatkrata n. sp. sind von Stimp-
der Mollusken während des Jahres 1865. 245
son bereits im Amer. Journ. of Conchology T. p. 52 charakterisirt
worden.
Trj'on beschreibt ib. p. 219. pl. 22 folgende neue Arten dieser
Gruppe: Amnicola Uirbinifovmis Californien, similis Manilla, G ab-
bin n. gen. von Amnicola durch paucispiralen , kalkigen Deckel
unterschieden, G. australis Neu -Süd -Wales, Pomatiopsis intermedia
Oregon, Somalogyrus aureus und parvtilus Tennessee, Hydrobia cali-
fornica Californien, glabra Bolivia.
FaUidinella castanea Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 28,
Vancouver District, vielleicht aberrante Assiminea.
Frauenfeld verharrt bei der Ansicht, dass Amnicola lustrica
Say eine Schnecke, nicht ein Phryganeen-Gehäuse sei. Verhandl. zool.-
bot. Gesellsch. 15. p. 264.
Hydrobia Dnveyrieri Bourguignat bei Duveyrier 1. c. aus der
Sahara,
lieber die Verwandtschaft von Tanalia, Philopotamis und Pa-
ludomus schrieb Blanford in Transactions of the Linnean Soc.
Vol. 24. p. 165. Er erklärt dieselben für nahe verwandt mit Me-
lania und beschreibt die 5 bekannten Arten von Philopotamis, von
denen 4 auch abgebildet sind. Die zahlreichen ceylonischen Arten
von Paludomus reducirt er auf zwei, nämlich chilinoides und tan-
joriensis. Die Arten sind abgebildet, ebenso die Deckel.
Monographie du nouveau genre fran^ais P al adilhia, par
M. J. Bourguignat, Paris 1865. Drei neue Arten P. pleurotoma^
Moitessieri und Gervaisiana bilden die Gattung, welche durch einen
oberen Einschnitt an der Aussenlippe ausgezeichnet ist. Die Scha-
len sind sehr zerbrechlich, die Mündung ist nie vertical, sondern
an der Basis stark vorgezogen, die Aussenlippe ist vorgezogen und
geschweift. Die Arten sind im Alluvium des Lez und der Mossou
(Herault) gefunden; ein Exemplar auch lebend im süssen Wasser
bei Montpellier. Vergl. auch Kevue et raagasin de Zoologie 17.
p. 120, wo auch auf pl. 13 die drei Arten abgebildet sind.
Melaniacea. Tryon hat in drei früheren Artikeln (vergl.
den Ber. über 1863. p. 280 und 1864 p. 138) die Synonymie der
Familie Strepomatidae, welche in Nordamerika leben, zusammenge-
stellt. In einem vierten Artikel Proc. Philadelphia p. 19—36 giebt
er Ergänzungen und Berichtigvmgen in der Synonymie dör früheren.
Sein Verzeichniss umfasst damit über 500 Arten und 300 Synonyme.
— In Amer. Journ. of Conchology I. p. 97 schrieb Tryon über die
Classification und die geographische Verbreitung der Strepomatidae.
Daselbst ist auch eine Synopsis der Genera und Subgenera einge-
fügt, welche durch die typischen Arten auf Taf. 17 dargestellt sind.
Er unterscheidet drei Sectionen: 1) Mündung in einen Kanal aus-
gezogen, Gatt. Jo Lea mit dem Subgenus Pleurocera Kaf. und An-
246 Troschel: iJericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gitrema Hald. mit den Subgeneribus Lithasia Hald. und Strephoba-
sis Lea. 2) Mündung winklig, ohne Kanal, Gatt. Eurycaelon Lea,
Goniobasis Lea, Schizostoma Lea und Meseschiza Lea. 3) Mündung
ganz und abgerundet , Gatt. Anculosa Say. In die erste Section
gehören 126, in die zweite 307, in die dritte 31 Arten. Schliess-
lich warnt Verf. nicht junge Stücke für ausgewachsene zu nehmen,
wodurch viele Synonyme entstanden sind; scharfe Enden, dünne
Schale, besonders die häufig zerbrochene dünne hellgefärbte Aus-
senlippe und die Abwesenheit des Callus auf der Spindel sind Zei-
chen der Jugend.
Haldeman will ib. p. 298 den Namen Leptoxis aufrecht
erhalten.
In derselben Zeitschrift folgt p. 299—341 eine Monographie
der Strepomatidae, in welcher die Arten mit kurzen Diagnosen in
englischer Sprache charakterisirt und sämmtlich in recht hübschen,
kenntlichen Holzschnitten abgebildet sind , so dass sie ein werth-
volles Hülfsmittel zur Bestimmung der Arten dieser Gruppe bilden
werden.
Von den 12 bisher beschriebenen Species der Gattung Jo er-
kennt Tryon Amer. Journ. Conchology I. p. 41 nur 5 als gute
Arten an. Sie sind mit ihren Varietäten auf pl. 3 und 4 abgebildet.
Pleurocera Conrndi Tryon Amer. Journ. Conchology I. p. 38.
pl. 1. fig. 9 aus Tennessee und Alabama.
Tryon gab Amer. Journ. of Conchology I. p. 236 eine Ue-
bersicht der Goniobasis - Arten von Oregon und Californien , und
bildete 11 Arten auf pl. 24 ab.
Gotiiohasis tvanslncens aus Canada und interlinenla aus In-
diana Anthony Amer. Journ. Conchology I. p. 36. pl. 1. fig. 1 — 3-
— • G. grmninea und catabaea Haldeman ib. p. 37. pl. 1. fig. 4 — 7,
letztere aus Nordcarolina. — G. Haldemani Tryon ib. p. 38. pl. 1.
fig. 8 vom Erie-See.
Melanin clavulus Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 202 von
den Fidschi-Inseln. — M. cimansulcata Gassies ib. p- 212, Neu-Ca-
ledonien. — M. nodicimla und Victoriae Dohrn Proc. zool. sog.
p. 234 aus dem See Nyassa. — M. ruhropnnctata Tristram ib. p. 541
von Palästina. — M. gloriosa Anthony Amer. Journ. of Conchology I.
p. 207. pl. 18. fig. 2 von Pegu. — M. relifera Japan, brunnescens
Philippinen, unicolor Tahiti, miUepiinctata Amazonenfluss Tryon ib.
p. 216. pl. 22. fig. 1—4. — M. La?idaueri Brot. Malak. Bl. p. 176
unbekannten Vaterlandes.
Bourguignat hat (bei Duveyrier 1. c.) Melanopsis Maresi,
die er als fossil beschrieben hatte, im Süden von Tunis auch lebend
gefunden. — M. Doriae Issei 1. c. p. 16. fig. 7— 8 von Kennan im
der Mollusken während des Jahres 18ß5. 247
südlichen Persien. — J/. Ammonis und eremita Tristram Proc. zool.
soc. p. 542 von Palästina,
RiSSOacea. Rissoina expansa Carpenter Annais nat. hist. 15.
p. 399 von Mazatlan.
Rissoa compacta Carpenter Proc. Philadelphia p. 62 Puget
Busen. — B. Cooperi Tryon Amer. Journ. of Conchology I, p. 222.
pl. 22. fig. 13 aus Californien.
Bei Rissoa stellte Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 181 eine
neue Gattung Amp hi th alamus auf: Testa Rissoidea, nucleo magno,
apertura labio producto, labro subpostice juncto, subito in adulta
contracto. A. irichisus von Sta. Barbara. — A. obesus und pupoides
H. Adams Proc. zool. soc. p. 754 Lord-Hoods-Insel.
Barleeia subienuis, rimnta, haliotiphila Carpenter Journal de
Conchj'l. 13. p. 144 von Californien.
Cerithiacea. Die Gattung Cerithium umfasst bei Reeve Con-
chologia iconica 149 Arten auf 20 Tafeln. Keine neue Arten.
Die Monographie von Vertagus ist ebenda part 253 mit zwei
Tafeln begonnen.
Cerühwm monachus Crosse und Fischer ist Journal de Con-
chyl. 13. p. 45. pl. 3. fig. 17, 18 abgebildet. — C, Jadertinum, suh-
cylindricnm, acicula, minimum Brusina Yerh. zool.-bot. Gesellsch. 15.
p. 16 von Dalmatien.
Bittium esuriens und fasligiatmn Carpenter Annais nat. hist.
15. p. 181 von Sta. Barbara. — B. attenuatum, quadrißlatum Car-
penter Journ. de Conchyl. 13. p. 142 von Californien.
Cerithiopsis miinita und columna Carpenter nat. hist. 15. p. 32
Vancouver District. — C. purpurata und fortior Carpenter ib. p. 397
aus Californien. — C. intercalaris Carpenter Proc. zool. soc. p. 281
von Guacomayo.
Triphoris Angasi und Pfeifferi Crosse Journ. de Conchyl. 13.
p. 46. pl. 1. fig. 12, 13 und 14, 15, St. Vincent Busen. — Tr. con-
nalum Montrouzier ib. p. 153. pl- 5. fig. 5, erwachsenes Exemplar.
Plannxis brevicnlus Deshayes bei Issel 1. c. p. 13. fig. 5 — 6 von
der Insel Ormus. — VI. abbrcviata Pease Proc. zool. soc. p. 515 von
den Südseeinseln.
Turritellacea. Turritella spina Crosse und Fischer ist Journ.
de Conchyl. 13. p. 44. pl. 3. fig. 13, 14 abgebildet.
Mesalia lacteola und subplanata Carpenter Proc. Philadelphia
p. 62, Puget Busen.
Eglisia Macandreae H. Adams Proc. zool. soc. von Gibraltar.
Verf. setzt diese Gattung, die bisher zu den Turritellidae gezählt
wurde, zu den Pyramidellidae.
Für Turbo quadricarinatus Brocchi und andere fossile Arten
gründet Sem per eine eigene Gattung JUafÄi/t/ß, testa turriculata,
248 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
apice revoluto, abrupte dextroverso, anfractibus in speciebus typicis
cingulis transversis et striis longitudinalibus reticulosis; apertura
integra, subrotimda, basi nonnnnquam subeffusa ; labro acuto, labio
adnato, columella laevi non plicato. Unter den verzeichneten 11
Arten kommt M. quadricarinata auch lebend an den Cyclopeninseln
bei Sicilien vor.
Hipponycidae. Hipponyx tumens Carpenter Annais nat. bist.
15. p. 180 von Sta. Barbara.
Pyramidellidae. Die Gattung Pyramidella ist bei Reeve Con-
chologia iconica part 250 in 45 Arten auf 6 Tafeln dargestellt. Keine
neue Art,
Pyramidella pupaeforinis Souverbie Journal de Conchyl. 13.
p. 152. pl. 5. flg. 4 von der Insel Art.
Chemnitzia crebrifilata, stylina und virgo Carpenter Annais
nat. hist. 15. p. 395 von Sta Barbara. — Ch. caeJata Carpenter ib.
p. 400 von der Westküste Nord-Amerikas. — Ch. tridentata und au-
ranlia Carpenter Journal de Conchyl. 13. p. 147 von Californien.
Turbonilla pygmaea Brusina Verhandl. zool. -bot. Gesellsch.
15. p. 22 von Dalmatien. — T. gracillima Gabb Proc. California III.
p. 186 von Californien.
Dunkeria laminata Carpenter Annais nat. hist. 15, p. 396 aus
Californien.
Odostomia satura, Gotildii, nnciformis, avellana, lenuisculpla
Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 29 Vancouver District. — 0. in-
flata Carpenter ib. p. 395 aus Californien. — 0. straminea Carpen-
ter Journ. de Conchyl. 13. p. 146 von Californien. — 0. aciculina
und bulimoides Souverbie ib. p. 150, pl. 5. fig. 2 und 3 von der Insel
Art. — 0. moulinsiana Fischer ib. p. 215. pl. 6. fig. 9 aus der Bucht
von Arcachon , Gironde. — 0. Nagli, Novegradensis, vitrea Brusina
Yerhandl. zool. -bot. Gesellsch. 15. p. 20 von Dalmatien.
Eulimacea. Von der Gattung Euliraa sind bei Reeve Concho-
logia iconica Part 252 33 Arten auf 4 Tafeln abgebildet, womit die
Monographie jedoch nicht beendet ist. Keine neuen Arten.
Evlima Thersites Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 396 von
Sta Barbara. — E. micans Carpenter Proc. Philadelphia p. 63, Ca-
lifornien. — E. aiigur Angas Proc. zool. soc. p. 56 aus Südaustra-
lien. — E. falcata Carpenter ib. p. 280 von Acapulco. — E. subpel-
lucida Pease ib. p. 515 von den Südseeinseln.
Leioslraca producta Carpenter Proc. zool. soc. p. 273 von
Mazatlan.
Mucronalia involvta Carpenter ib. p. 272 von Mazatlan.
PediCUlariacea. Zur Vergleichung mit einer neuen fossilen
Art ist im Journal de Conchyl. 13. p. 58. pl. 4. fig. 2 Pedicularia
der Mollusken wälircnd des Jahres 1865. 249
sicula abgebildet. — P. pacißca Pease Proc. zool. sog. p. 516 von
den Südseeinseln.
Amphiperasidao. Die Gattung Ovulum besteht bei Reeve Con-
chologia iconica aus 66 Arten, die auf 14 Tafeln abgebildet sind.
Als neu figuriren Ovulum alabaster Senegal, imlicum Bombay, ar-
cuatum, liviilum Panama, antillarum Westindien.
Vermetacea. Mörch macht nachträgliche Bemerkungen zu
seiner Uebersicht der Vermetidae und beschreibt dabei Tenagodus
(Pyxipoma) Möbii von Manilla und Thylacodus melanostomus von Zan-
zibar als neu. Proc. zool. soc. p. 98.
Tenagochis Bernardii Mörch ist im Journ. de Conchyl. 13.
p. 23. pl. 4. flg. 2 abgebildet worden.
Mörch glaubt mit Deshayes, dass die Schale der merkwür-
digen Cryptobia Michelini durch ein mit Tenagodus verwandtes
Mollusk gebildet werde, dass die Röhre später durch einen Sipun-
culus bewohnt werde, der die Wände zerstört und so die zweite
Species Cr. madreporinä Modeer (Cr. Heteropsammiarum Desh.) er-
zeugt. Journ. de Conchyliologie 13. p. 11.
Gapnlacea. Crepidvla immersa Angas Proc. zool. soc. p. 57.
pl. 2. fig. 12 aus Süd- Australien.
VaniCOridae. Narica insculpta Carpenter Proc. zool. soc. p. 280
von Acapulco.
Velntinidae. Velutina prolongata Carpenter Annais nat. bist.
15. p. 32 Vancouver District.
Naticacea. Natlca sanguinohnta Brusina Verhandl. zool. -bot.
Gesellsch. 15. p. 19 von Dalmatien. — JV. bicincta Schrenck Bulletin
de St. Petefsbourg V. p. 513.
Die Gattung Sigaretus enthält bei Reeve Conchologia iconica
26 Arten auf 5 Tafeln. Neu : Sigaretus incisus Malacca, coarctatus
Singapore, hnnescens, nitidus Philippinen, oblongus, eximius Malacca,
peUucidns Malacca, pictv.s Adelaide, argeriteus Australien, fibula.
Cypraeacea. Cypraea Thomasi Crosse" Journ. de Conchyl. 13.
p. 57 und p. 214. pl. 6. fig. 3 ohne Angabe des Fundortes. — C, rhi-
noceros Souverbie ib. p. 156. pl. 5. fig. 1 Insel Art. — C. fusco-ma-
culata und Candida Pease Proc. zool. soc. p. 515 von den Süd-
seeinseln.
Triviacea. Bei Reeve Conchologia iconica Part 246 erschie-
nen von der Gattung Erato drei Tafeln mit 18 Arten. Neu sind
darunter E. minuta Philij)pinen und pcllucida Bombay.
Tritonidae. Bursa (Apollon) proditor Frauenfeld Verhandl.
zool.-botan. Gesellsch. 15. p. 894 von St. Paul.
250 Troschel; Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Toxoglossa.
In der ersten Lieferung des zweiten Bandes des
^Gebiss der Schnecken'^ liat Referent die Ordnung
Toxoglossa abgehandelt. Es sind 11 Arten Conus, 11
Terebraceen, 11 Pleurotomaceen, 1 Cancellaria und 2 Ad-
mete untersucht ; Halia priamus ist nach der Untersuchung
Fischer's hierher gezogen. In der Familie Conoidea scheint
die bauchige oder einfach kegelförn:»ige Gestalt der Schale
einen höheren systematischen Werth zu beanspruchen,
als ob sie gekrönt sind oder nicht. In der Familie der
Terebraceen scheinen die Gattungen Hastula, Acus, Myu-
rella und Terebra wichtige Differenzen im Gebisse zu
haben; hier wäre ein reicheres Material wünschens werth
gewesen. Unter den Pleurotomaccen entfernt sich die
Gattung Turris auöallend von Bela und Defrancia. Die
Cancellarien und Admete bedürfen noch weiterer Unter-
suchungen an reicherem Material.
Conoidea. Crosse beschrieb Journal de Conchyl. 13. p. 299.
pl. 9 und 10 dreizehn neue Arten Conus aus der Cuming'schen
Sammlung: Conus Moussoni Seychellen, viirmilio, Carpenteri Neu-
Guinea, seculor •, anabathrum , Lizardensis Lizardinsel, Frauenfeldi
Madagascar, signifer, Macei Vizagapatam, circumsignatus, tribnnus
Californien, archetypns, anaglypticns Antillen. — Sowerby beschrieb
Proc. zool. soc. p. 518. pl. 32 vier Arten: C. subcarinatus von den
Nicobaren, slraturatus von Borneo , sagiltatns und mullicatenatus
ohne Vaterlands-Angabe.
Terebracea. Referent machte eine vorläufige Mittheilung
über das Gebiss der Gattung Terebra. Sitzungsber. der niederrhei-
nischen Ges. in Bonn p. 52 in den Verhandl. des Vereines der
preuss. Rheinlande und Westphalens. 22. Jahrg. 1865. Desgleichen
über das Gebiss der Gattungen Pleurotoma und Cancellaria ib.
p. 118.
Myurella simplex Carpenter Annais uat. bist. 15. p. 395 von
Sta Barbara.
PleurotOmacea. Pleurotoma Jelshii und Antillartim Crosse
Journal de Conchyl. 13. p. 33. pl. 1. fig. 6-7 von Guadeloupe. —
FL (Surcula) perversn und Carpcnleriana Gabb Proc. California III.
p. 183 von Californien.
Drillia moesta Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 181 von Sta.
Barbara. — D. torosa, aurantia, pcnicillata Carpenter Jouru. de
der Mollusken während des Jahres 1865. 251
Conchyl. p. 145 von Californien. — D. incisa, cancellala Carpenter
Proc. Philadelphia p. 62, Puget Busen. ~ D. e6Mrnert Carpenter Proc.
zool. SOG. p. 280 von Californien.
Bela excnrvnla Carpenter Proc. Philadelphia p. 63, Puget Busen.
Clathurella Lffllemantiana und Letottrneiixiana Crosse und Fi-
scher Journal de Conchyl. 13. p. 423 Südaustralien. — Cl. constricta
und crystallina Gabb Proc. California III. p. 184 von Californien.
Daphnella effusa Carpenter Annais nat. bist. 15. p. 29 Van-
couver District. — D. aspera Carpenter Journal de Conchyl. 13.
p. 146 von Californien. — 7). clalhrata Gabb Proc. California III.
p. 185 von Californien.
Mitromorpha n. gen. A. Adams Annais nat. bist, 15. p. 322
testa elongato - fusiformis , utrinque acuminata, anfractibus planis
transversim liratis ; apertura angusta, columella recta, leviter trans-
versim lirata; labro acuto, intus laevi, postice vix sinuato. M. li~
rata von Japan. — M. filosa Carpenter ib. p. 182 von Sta. Barbara.
Cytharopsis n. gen. A. Adams Annais nat. bist. 15. p. 322,
testa fusiformis, utrinque acuminata, Cytharaeformi ; anfractibus con-
vexis, costellis longitudinalibus et liris transversis cancellatis ; aper-
tura angusta, columella transversim sulcata, labro extus varicoso,
intus valde lirato, postice leviter sinuato, canali antice subproducto,
acuminato, ad sinistram inclinato. C. cancellata von Japan.
Mangelia crcbricostata, interfossa und tahulala Carpenter An-
nais nat. bist. 15. p. 28 Vancouver District. — M. variegata, nitensy
angulafa Carpenter ib. p. 394 von Sta. Barbara. — M. hamata und
cerea Car]3enter ib. p. 399 von Panama. — M. Vincentina Crosse und
Fischer Journal de Conchyl. p. 422. Taf. 11. fig. 6 Südaustralien. —
M. levidensis Carpenter Proc. Philadelphia p. 63, Puget Busen. —
M. hexagona Gabb Proc. California III. p. 185 aus Californien. — M.
sulcata Carpenter Proc. zool. soc. p, 272 von Mazatlan. — M. al-
bolaqueata Carpenter ib. p. 280 von Panama.
Die Gattung Ea{)hitoma Bellardi anerkennend beschreibt Bru-
sina Verhandl. zool. -bot. Gesellsch. 15. p. 4 R. rosea, polita, San-
drii von Dalmatien als neu.
Stirn pson bildete die Radula von Clionella buccinoides
Gray (Buccinum sinuatum Born, Pleurotoma buccinoides Lam.) in
Amer. Journ. of Conchology I. p. 62. pl. 9. fig. 13 ab. Die Kadula
ist sehr eigenthümlich. Verf. sieht in ihr eine Zwischenstufe zwi-
schen den Odontoglossa Gray's und den Toxoglossa und eine neue
diesen gleichwerthige Gruppe, die er TomoglOSSa nennen will. Er
vermuthet, dass alle Clavatulinae , d. h. die Pleurotomiden deren
Deckel den Nucleus am inneren Bande hat, hieher gehören werden.
Gäncellariacea. Cancellaria moilesta Carpenter Annais nat.
252 Troschel: Bericht üb. d. Loist. in d. Naturgeschichte
bist. 15. p. 32 Vancouver District. — C. (Narona) Cooperii Gabb
Proc. California III. p. 186 von Californien.
Rhachiglossa.
Volutacea. Sowerby gab von seiner Volnta Ellioti eine
Abbildung Journal de Conchyl. 13. p. 25. pl. 3. fig. 19. — Valuta pu-
milio Brusina Verhandl. zool, -bot. Gesellsch, 15. p. 13 von Dalma-
tien. — V. fusilla Schrenck Bulletin de St. Petersbourg V. p. 514
von Japan, — V. (Älcithoe) Kreuslerae AngasVroc. zool, soc. p. 55.
pl. 2. fig. 3 aus Südaustralien. — V. (Lyria) Arckeri Angas ib. p. 55.
pl. 2. fig. 4, 5 aus Westindien.
Marginellacea. Die Monographie der Gattung Marginella ist
bei Reeve Conchologia iconica mit 157 Arten auf 27 Tafeln dar-
gestellt. Neu Marginella Newcombi Cap, vittata, quadrilineata , de
Bwr^Äiac Swan-River, ovum, hondurasensis , hibalteata Wesiindien,
livida, guttula, tribalteata, navicella, effulgens St. Thomas, alabaster,
imtnersa, cantharus, rufescens , Traillii Malacca , simplex Australien,
attenuata Sydney, prjrulnm St. Thomas, electrum, annulata, dens Bor-
neo, compressa, volutiformis, obscura, paxillus, afßnis St. Thomas,
sordida, bullula Borneo, olivella Australien, corusca Singapore, bul-
losa Borneo, seinen, ros, encaustica Ceylon, infans Singapore, epi-
grus Marocco, pisum Australien.
Marginella subtrigona und regularis Carpenter Annais nat.
hist. 15. p. 387 aus Californien.
Volutella pyrifoimis Carpenter Journ. de Conchyl. 13. p. 148
von Californien.
Stimpson gründete eine den Marginellen ähnliche Gattung
Cy s tisc US, die er als den Typus einer eigenen Familie Cystis-
cidae ansieht. Die Radula mit einer Platte in jedem Gliede ist
allerdings sehr eigenthümlich. C. capensis vom Cap Amer. Journal
of Conchology I. p. 55. pl. 8. fig. 2.
FaSCioIariacea. Turbinella lUdalgoi Crosse Journal de Con-
chyl. 13. p. 316 und 414. pl. 14. fig. 1. Verf. spricht sich bei dieser
Gelegenheit gegen die Gattung Latirus aus.
Latirus gibbus Pease Proc. zool. soc. p. 53 nebst Bemerkun-
gen über L. prismaticus Mart, gemmatus und violaceus Reeve, die
alle in der Südsee leben.
Siphonalia fuscozonata Angas Proc. zool. soc. p. 56. pl. 2.
fig. 7, 8 aus Südaustralien. — S. fuscotincta Carpenter Annais nat.
hist. 15. p. 399 von Sta. Barbara.
Mitracea. Milra infrafasdata Souverbie Journal de Conchyl.
13. p. 155. pl. 5. fig. 7 von der Insel Art. — M. striata, columbulae
und picta Brusina Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 14 von Dal-
der Mollusken während des Jahres 1865. 253
matien. — M. Rosetlac Augas Proc. zool. soc. p. 55. pl. 2. fig. 6 ans
Süd-Australien. — M. snüala Pease ib. p. 512 von den Südseeinseln.
— M. nigrivans Pease ib. p. 514 von den Südseeinseln.
Mitroidea n. gen. Pease Proc. zool. soc. p. 514 testa mitri-
formis, columella multiplicata, antice valde truncata. M. multipli-
caia von den Südseeinseln, Gehört zu den echten Mitraceen, da
die Aussenlippe innen glatt ist.
Ttirricula pulillus Pease Proc, zool. soc, p. 514 von den Süd-
seeinseln.
Fusacea. Buccinum filiceum Crosse und Fischer ist Journal
de Conchyl. 13. p. 49. pl. 3. fig. 15, 16 abgebildet. — B. pericochlion
Schrenck Bulletin de St. Petersbourg V. p. 513 von Japan.
Fusvs Schrammi Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 31. fig. 9
von Guadeloupe. — F. Lincolnensis Crosse ib. p. 53. pl. 2. fig. 4 von
Port Lincoln. — F. Helleri Brusina Verb. zool. -bot. Gesellsch. 15.
p. 8 von Dalmatien. — F. jessoensis Schrenck Bulletin de St. Pe-
tersbourg. V. p. 513 von Japan.
Chrysüdomus rectirostris Carpenter Proc. Philadelphia p. 64,
Puget-Busen.
Stimpson gab uns Kenntniss von dem Gebiss der Gattung
Busycon, der er die Stellung in die Nähe von Neptunea anweist.
Amer. Journ. of Conchology I. p. 60.
NaSSacea. Nassa Deskayeslana Issel 1. C. p. 9. fig. 1—2 von
der Insel Ormus. — N. compacta Angas Proc. zool. soc. p. 154 von
Südaustralien. — N. obliqua Pease ib. p. 513 von den Südseeinseln.
Stimpson erhebt Amer. Journ. of Conchology I. p. 61 Nassa
obsoleta zur eigenen Gattung Ilyänassa.
Golumbellacea. Colvmbella Yorhensis Crosse Journal de Con-
chyl. 13. p. 55. pl. 2. fig. 6 von Yorkes Halbinsel. — C. funiculata
Souverbie ib. p. 157. pl. 5. fig. 8 unbekannten Fundortes, — C.Sou-
verbiei Crosse ib. p. 161, pl. 5. fig. 9, Insel Art. — C. isabellina Crosse
ib. p. 229. — C. marmorea, decollata Brusina Verh. zool-bot, Ge-
sellsch. 15. p. 9 von Dalmatien. — C. Doriae Issel 1. c. p. 12. fig, 3—4
von Bender-Abbas am Persischen Meerbusen. — C. intermpta Angas
Proc. zool. soc. p. 56. pl. 2. fig. 9, 10 aus Südaustralien. — C. hu-
merosa Carpenter Proc. zool. soc. p. 281 von Acapulco.
Änachis penicillata Carpenter Annais nat. bist. 15. p. 398 aus
Californien.
Amycla tnberosa Carpenter Annais nat. bist. 15. p. 398 aus
Californien.
Engina fnsiforniis und ocata Pease Proc. zool. SOG. p. 513 von
den Südseeinseln.
Olivacea. Die Monographie der Gattung Ancillaria ist bei
Reeve mit 51 Arten auf 12 Tafeln abgehandelt. Als neu ist dar-
254 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gestellt Ancillaria pyramidalis von Neu-Seeland, contusa, marmo-
rata, sarda, monilifera Swan Eiver, hullioides, oryza, fasciata.
Muricea. S t i m p s o n kritisirt die Begrenzung der Familie
Muricidae, die er mit Recht auf die Gattung Murex und deren
nächste Verwandte beschränkt. Er zieht auch Eupleura H. et A.
Adams dahin und gründet auf Fusus cinereus eine neue Gattung
Urosal pinx Amer. Journ. of Conchology I. p. 56.
Mwex abyssicola Crosse Journ. de Conch. 13. p, 30. pl. 1.
flg. 4, 5 von Guadeloupe. — M. Fricki Crosse ib. p. 57 aus Califor-
nien. — M, inglorius Crosse ib. p. 213 zur Abtheilung Ocinebra
gehörig.
Fischer bezeichnete den Murex erinaceus als einen Feind
der Austern, der ihre Schalen durchbohrt, um den Einwohner zu
fressen. Diese Schnecken sollen in den Austerparken an den fran-
zösischen Küsten trotz aller gegen sie angewandten Mittel über-
hand nehmen. (Ob die Bemerkung des Verf., dass die Nassa und
Natica nur todte Thiere verzehren, richtig ist, scheint mir nicht
ausgemacht. Ref.) Journal de Conchyl. 13. p. 5.
Ocinebra Poulsoni Carpenter Journal de Conchyl. 13. p. 148
von Californien. — 0. interfossa Carpenter Proc. Philadelphia p. 64
Vancouver.
Muricidea barbarensis Gabb Proc. California III. p. 183 von
Californien.
Typhis Yatesi Crosse Journal de Conchyl. 13. p. 54. pl. 2. fig. 3
aus dem St. Vincent-Busen.
Purpuracea. Purpura humilis Crosse Journal de Conchyl. 13.
p. 51. pl. 2. fig. 2 aus dem Vincent-Busen. — P. mannorata Pease
Proc. zool. soc. p. 515 von den Südseeinseln.
Ricinula adelaidensis Crosse Journal de Conchyl. 13. p. 50.
pl. 2. fig. 1, Südaustralien.
Pease erörterte die Synonymie von Sistrum cancellatum
Q. G., Purpura fenestrata Blainv., P. elongata Kien, Proc. zool.-
soc. p. 52.
Macron Wriyhiii H. Adams Proc. zool. soc. p. 753 von Pata-
gonien. Verf. will Macron als eigenes Genus von Pseudoliva tren-
nen, weil der Deckel krallenförmig ist, w^äbrend er bei Pseudoliva
wie bei Purpura gebildet ist.
Corallobia scnlptilis Pease Proc. zool. soc. p. 513 von den
Südseeinseln.
Stimpson erhebt Fasciolaria ligata Mighels und Adams
zur eigenen Gattung P tychatr ac tus und stellt sie gemäss der
Radula als eigene Familie Ptychatractidae in die Nähe der Pur-
puraceen. Amer. Journ. of Conchology I. p. 59. pl. 8. fig. 8.
der Mollusken während des Jahres 1865. 255
Pteuoglossa.
SCäläriHä. Scalaria Indianorum, lincta Carpenter Annais nat.
hist. 15. p. 31 Vancouver District.
Scalaria delicatula und co«so/-s Crosse und Fischer sind Journ.
de Conchyl. 13. p. 42. pl. 3. fig. 9, 10 und 11, 12 abgebildet.
Opalia borealis Gould bei Carpenter Annais nat. hist. 15.
p. 31 Vancouver District. — 0. bullala Carpenter ib. p. 397 von Sta.
Barbara.
Crossen n. gen, A. Adams Annais nat. hist. 15. p. 323, testa
turbinata, umbilicata, alba; anfractus convexi, cancellati, simplices
aut varicibus instructi ; apertura orbiculata, antice in angulum ca-
naliculatum producta; umbilico callo funiformi coarctato et circum-
cincto. C. miranda und bellula von Japan.
Solariacea. Bei Reeve Conchologia iconica Part 237 ist die
Gattung Solarium mit 21 Arten auf drei Tafeln dargestellt. Keine
neue Art.
Torinia conica Pease Proc. zool. soc. p. 514 von den Süd-
seeinseln.
Janthinacea. L acaze-Duthiers beschreibt sehr genau die
Art, wie die Janthinen ihren blasigen Schwimmapparat bereiten.
Es geschieht mittelst des vorderen Theils des Fusses, welcher durch
Krümmung ein Luftbläschen umschliesst, mit Schleim umhüllt, und
an den Schwimmapparat anklebt. Letzterer ist an .dem hinteren
Theil des Fusses befestigt. Yerf. vervollständigt dadurch die An-
gaben von Adams über diesen Gegenstand in Annais and mag. nat.
hist. 1862. X. p, 417, die auf eine mir selbst unbegreifliche Weise
in dem damaligen Berichte unberücksichtigt geblieben sind. Anna-
les des Sciences nat. lY. p. 329. Auf Taf. 15 erläutern einige Ab-
bildungen diesen Gegenstand. Ist übersetzt in Annais nat. hist.
17. p. 278. ^
Rhipidoglossa. ^
PrOSOrpiBacea. Bland fügte Annais Lyceum nat. hist. New-York
VIII. p. 155 den beiden Gray'schen Gattungen der Proserpinaceen
eine neue Proserpinella hinzu: testa depressa, laevigata, utrin-
que callo nitido obducta; paries aperturalis lamina 1 munitus; aper-
tura lunaris; peristoma simplex, rectum. P, Berendti aus Mexico.
Helicinacea. Helidna pHcaHUs Mousson Journ. de Conchyl.
13. p . 178, Samoa-Inseln. — //. vitiensis Mousson ib. p. 198 Fidschi-
Inseln. — //. Pazi Crosse ib. p. 221. pl. 6. fig. 8, Gambiers - Inseln.
— U. pacifica Pease Amer. Journ. of Conchology I. p. 291 von Po-
256 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lynesien. — H. Zoae von Halmaheira und gutlula von den Molukken
Pfeiffer Malak. Bl. p. 124. — //. gladstonensis Cox Catalogue 1. c
p. 34 aus Neuholland.
Ueber Helicina viridis Lam. vergl. v. Martens und Pfeiffer
Malak. Bl. p. 174 und 175.
Neritacea. ISavicella pala Mousson Journ. de Conchyl. 13. p. 189,
Samoa-Inseln. — N. undvlata Mousson ib. p. 206, Fidschi-Inseln.
ISeritina humerosa Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 188,
Samoa-Inseln. — N. vüiensis Mousson ib. p. 204, Fidschi-Inseln. —
N. (Theodoxus) Doriae Issel 1. c. p. 23. fig. 14— 16 von Kerman im
südlichen Persien. — iV. rubida Pease Proc. zool. soc. p. 514 von
den Südseeinseln.
TrOChOidoa. Pkasianella puncfulata, pulloides und elatior Car-
penter Annais nat. bist. 15. p. 179 von Sta. Barbara ; vielleicht Va-
rietäten von Ph. compta. — Ph. crassa, exigna Brusina Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 23.
CoUonia Frichi und eucharis Crosse Journ. de Conchyl. 13.
p. 55, erstere von Californien, letztere unbekannten Vaterlandes.
Astralimn Guadelonpense Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 36.
pl. 1. fig. 10, 11 von Guadeloupe.
Trochus JSordmannii, subfuscescenSf jessoensis, iridescens, glo-
bularius Schrenck Bulletin de St. Petersbourg V. p. 511 aus Japan.
Auf Monodonta limbata Phil, gründet Brusina Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 25 eine eigene Gattung Danilia mit
folgenden Charakteren : testa conoidea, imperforata, cingulis trans-
versis et lineis elevatis longitudinalibus clathrata, labro extus varice
marginato, dente columellari crasso ad basin.
Zizyphinus candidns Brusina Verhandl. zool. - bot. Gesellsch.
15. p. 25 von Dalmatien.
Calliostoma variegotnm Carpenter Proc. Philadelphia p. 61,
Puget Busen. — C. tricolor Gabb Proc. California III. p. 186 von
Californien. — C. aequiscnlpta CarT^enierVroc. zool. soc. p. 279 von
Acapulco.
Ptychosfylis n. gen. Gabb Proc, California III. p. 187:
testa Calliostomati similis, conoidea, spira elevata, apertura sub-
quadrata, columella antice truncata, plicis obliquis duabus induta,
labro acute, umbilico nuUo. P. caffea Gabb von Californien.
Gibbula purpurata, elala, gibbosula, Ivunisci, Linnei Brusina
Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 26 von Dalmatien.
Trochiscus convexus Carpenter Annais nat. bist. 15. p. 180 von
Monterey.
Margarita tenuisculpta, lirulata, inßata Carpenter Proc. Phi-
ladelphia p. 61, Puget Busen.
der Mollusken während des Jahres 1865. 257
VUrinella ornata und tenuisculpla Carpenter Proc. zool. soc.
p. 271 von Mazatlan.
Stomatia Kutschigi^ azonea Brusina Verhandl. zool. -bot. Ge-
sellsch. 15. p. 29 von Dalmatien.
FiSSUrellaCda. Fissurella concatenata und omicron Crosse und
Fischer sind Journal de Conchyl. 13. p. 41. pl. 3. fig. 1 — 3 und 4 — 6
abgebildet.
Emarfjinnla bella Gabb Proc. California III. p. 188 von Ca-
lifornien.
Deshayes erklärt Journal de Conchyl. 13. p. 230 die Gat-
tungen Schismope Je£fr. und Woodwardia Crosse et Fischer für
identisch mit Trochotoma Delongchamps. Sie unterscheidet sich
von Pleurotomaria durch den geschlossenen Einschnitt des Labrum,
der dadurch zu einem Loche wird. Eine neue Art Trochotoma Ter-
quemi aus dem Sande von Bordeaux wird beschrieben und pl. 7.
flg. 1 abgebildet. — Crosse erwiedert darauf ib. p. 237, dass ver-
muthlich die Gattung sich ganz so zu Trochotoma, wie Scissurella
zu Pleurotomaria verhalten würde , indem Trochotoma wahrschein-
lich im Innern der Mündung perlmutterartig wäre, was sich bei
dem fossilen Zustande noch nicht habe unterscheiden lassen. In
diesem Falle würden die vier Genera beizubehalten sein.
Den 27 bereits früher im Journal de Conchyl. aufgezählten
Arten der Gattung Scissurella fügt Semper ib. 13. p. 283 wieder
8 hinzu, meist fossile, aber auch zwei lebende Sc. Koeneni von
Bohol und Hoerncsi von Luzon. — Scissurella rimuloides Carpenter
Proc. zool. soc. p. 271 von Mazatlan.
Docoglossa.
PatellaCGä. Patella calamus Crosse und Fischer ist Journal
de Conchyl. 13. p. 42. pl. 3. fig. 7, 8 abgebildet. — F. alticostata
und Gealii Angas Proc. zool. soc. p. 56 aus Südaustralien; erstere
ist abgebildet. — P. latistrigata Angas ib. p. 154 von Südaustralien.
AcmaeaCOä. Acmaea scabrilirata und suhundulata Angas
Proc. zool. soc. p. 154 von Südaustralien. — A. filosa, subrotundata,
vernicosa Carpenter ib. p. 276 von Panama. "
Lepeta caecoides Carpenter Proc. Philadelphia p. 60 Puget Busen.
Gadiniidae. Ro we m a n. subgen. Gadiniae Cooper Proc.
California III. p. 188 : animal tentaculis ultra testam porrectis, latis,
compressis, margine anteriori rotundato, pectinato, pes mediocris,
circularis; testa Gadiniae similis. R. radiata von Californien.
Gbitonidae. Chiton AlbrechtH und Lindholmii Schrenck Bul-
letin de St. Petersbourg V. p. 511 von Japan. — Ch. (Lophijms)
perviridis Carpenter Proc. zool. soc. p. 511 aus dem Stillen Meere.
Archiv f. Nuturg-, XXXII. Jahrg. 2. Bd. ^
258 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lepidopleurns Adamsii und tenuisculptus Carpenter Proc. zool.
soc, p. 274 von Panama.
Acanthopleura nigropunctala Carpenter Proc. zool. soc. p. 511
von den Gesellschafts-Inseln.
Iscfutochiton (Trachydernion) reliporosus, trißdis, pseudoden-
tiens , ßvctens Carpenter Proc. Philadelphia p. 59, Puget Busen. —
/. elenensis und expressus Carpenter Proc. zool. soc. p. 275 von
Panama.
Callochiton pulchellus Carpenter Proc. zool. soc. p. 276 von
Panama.
Slenochüon juloides und Microplax Grayi (vergl. vor. Ber.)
sind Proc. zool. soc. pl. 2. fig. 15 und 16 abgebildet.
Mopalia Kennerleyi , sinuata und imporvata Carpenter Proc.
Philadelphia p. 59, Puget Busen.
Dentaliacea. Dentalium recUus Carpenter Proc. Philadelphia
p. 59, Puget Busen.
Sars beschreibt von seiner Gattung Siphonodentalium vier
neue Arten von den Lofoten: Siphonodentalium lopholense , affine^
subfusiforme und pentagotium. Vid. Selskab. Forhandlingar for 1864
mit Taf. 6 und 7.
Auf Dentalium clavatum Gould. gründet Stimpson eine neue
Gattung H elonyx, die sich durch die Verengung des vorderen
Endes der Schale auszeichnet. Amer. Journ. of Conchology I. p. 63.
pl. 9. fig. 14.
Pulmonata.
Leydig „zur Anatomie und Physiologie der Lun-
genschnecken.^ Max Schultze's Archiv für mikroskopi-
sche Anatomie I. p. 43. Verf. erörtert einige Ergebnisse,
die er schon im Frühjahr 1861 gewonnen und in seinem
Buche „vom Bau des thierischen Körpers 1864^ benutzt
hat, über den Bau des Nervensystems und der Sinnes-
organe. Er hebt als Eigenthümlichkeiten namentlich her-
vor, dass die Seitencommissuren des Schlundringes jeder-
seits doppelt, und damit im Zusammenhange die untere
Ganglienmasse aus einer vorderen und hinteren Partie
besteht, wie es bereits Berthold entdeckte. Verf. ver-
gleicht die vordere Partie den Fussganglien, die hintere
den sogenannten Kiemenganglien der Muscheln. Danach
unterscheidet sich der Schlundring der Schnecken von
dem der Muscheln wesentlich nur durch die Länge der Com-
der Mollusken während des Jahres 1865. 259
missuren bei den letzteren. — Schliesslich behandelt Verf.
die Frage über die Aufnahme von Wasser in den Körper
und Abgabe durch die Niere. Die Aufnahme ist Verf.
mit Gegenbaur geneigt bei den Landschnecken durch den
Mund stattfinden zu lassen^ die Abgabe finde entschie-
den durch die Oeffnung der Niere statt.
Zufolge der Untersuchungen von Keferstein über
den feineren Bau der Augen der Lungenschnecken (Göt-
tinger Nachrichten 1864 p. 237) besteht das Auge der
Schnecken aus einer Sclerotica, welche vorn sich zu einer
durchsichtigen Cornea verdickt^ aus einer sich der Ku-
gelform sehr nähernden Linse und aus einer der Linse
fast an Dicke gleichkommenden Retina. Diese lässt drei
Schichten unterscheiden, eine äussere, blasse, feinkörnige
und zellige, eine mittlere, stark pigmentirte, eine vordere
klare, hinten mit zelligen, vorn mehr mit stabförmigen
Gebilden, und zeigt im Ganzen sich aus Fasern zusam-
mengesetzt, in denen an bestimmten Stellen Zellen oder
Körner eingelagert sind und die an anderen Stellen von
Pigment umhüllt -werden.
Mörch hat im Journal de Conchyl. 13. p.265 eine
Eintheilung der Landschnecken gegeben. Nach Bespre-
chung des systematischen Werthes mehrerer Organe er-
klärt er die Zungenbewaffnung für ein Merkmal ersten
Ranges, und erkennt ihre Beziehung zu dem Kiefer an,
der von viel mehr Arten bekannt und viel leichter zu
untersuchen ist. Deshalb gründet er seine Eintheilung
auf den Kiefer. Er wiederholt dann seine frühere Ein-
theilung (vergl. Ber. über das Jahr 1859. p. 340; fügt
aber eine Abtheilung Elasm ognatha hinzu, deren Kie-
fer hufeisenförmig ist mit hinterer viereckiger Platte in
der Mitte schneidend , vorspringend. Dahin die Gattun-
gen Janella (Triboniophorus), Aneitea, Omalonyx, Suc-
cinea. Darauf folgt ein Abschnitt über den systemati-
schen Werth der Schale, worin alle einzelnen Thelle
besprochen werden. — In dem Schlüsse dieses Aufsatzes
ib. p. 376 giebt Verf. ein Verzeichniss der Landschnek-
260 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ken, über welche bereits anatomische Angaben vorhanden
sind; es enthält 94 Arten, eine verhältnissmässig sehr
kleine Zahl.
Gaddc lieferte einen Beitrag zur Kenntniss der
Zungenbewaffnung bei den Pulmonaten als Inauguraldis-
sertation: ,,Bidrag tili kännedomen om Tungans bewäpning
hos Pulmonaterna. Lund 1865. 8." Verf. giebt zunächst eine
kurze historische Darstellung dessen, was bisher über die
Mundbewaffnung der Schnecken bekannt geworden ist, und
schildert dann den Bau der Mundtheile im Allgemeinen
und die der Pulmonaten im Besonderen. Dann werden
die Zungenplatten von folgenden Arten beschrieben und
abgebildet : Arion ater L., fasciatus Nillss., flavus Nillss. ;
Limax agrestis L., maximus L., cinereo-niger Nillss., mar-
ginatus Müll. ; Helix pomatia L., arbustorum L., nemo-
ralis L., hortensis Müll., hispida L., Lymnaea stagnalis
Lam., auricularia Lam. und ovata Lam.
In seiner Malacologie de la Grande-Chartreuse, die
ich leider nur aus einer Anzeige in dem Journal de Con-
chyliologie p. 70 kenne, setzt Bourguignat eine Theorie
auseinander, nach welcher sich die Zwittenschnecken
nicht gegenseitig befruchten sollen. Er behauptet, dass
bei der Begattung jedes Individuum bald die Rolle des
Männchens, bald die des Weibchens spiele, nie beide zu-
gleich, wie es doch allgemein angenommen wird. Er ist
der Ansicht, dass, wenn ein Individuum als Männchen
fungirt, die innere oder Hodenpartie der Zwitterdrüse die
Spermatozoiden ausscheidet, während die äussere oder
Ovarialpartie wie geringelt und atrophirt ist, und dass
das Umgekehrte stattfindet, wenn daß Individuum als
Weibchen fungirt. Er behauptet ferner, dass der Lie-
bespfeil nicht als Reizorgan diene, sondern als Zaum, um
die Ruthe in dem Moment festzuhalten, wo die Oeffnung
des Samenkanals die Oeffnung der Samentasche erreicht,
damit sie nicht zuweit vordringen und so die Befruch-
tung verhindern könne. Die Bourguignat'sche Theorie
weicht zwar von der Steenstrup'schen Ansicht ab, indem
Verf. annimmt, dass die Thiere wirklich Zwitter seien,
der Mollusken während des Jahres 18G5. 261
indessen erinnert sie doch an dieselbe. Die Herausgeber
des Journal de Conchyliologie sprechen schon ihre ge-
gründeten Bedenken gegen diese neue Theorie aus, na-
mentlich dass man bei zwei aus der Begattung gelösten
Helices zwei Spermatophoren fände. Yerf. will seine
Theorie in einem anderen Werke weiter entwickeln. Man
muss auf seine Beweise sehr gespannt sein.
Sanders, On the anatomy of the generative organs
in certain Pulmogasteropoda. Quarterly Journal of mi-
croscopical science V. 1865 ; Transactions XIII. p. 89. Verf.
bestätigt, dass dieselbe Drüse zur selben Zeit Zoospermen
und Eier secernirt , und ist der Meckel'schen Ansicht
entgegen, dass jeder Schlauch doppelt sei und einen dop-
pelten Ausführungsgang habe. Er adoptirt den Ausdruck
„dichogamisch."
Limacea. Bielz hat in den Verhandl. des siebenbürgischen
Yereins für Naturwiss. in Hermannstadt 14. p. 147 und 207 eine
Revision der Nacktschnecken Siebenbürgens vorgenommen. Verf.
erwähnt 2 Arion, 1 Amalia und 4 Limax, auf welche letzteren be-
sonders sich die berichtigenden Bemerkungen beziehen.
Lawson, On the general Anatomy, Histology and Physiologie
of Limax maximus. Quarterly Journal of microscopical society III.
1863. p. 10—37 mit Taf. 2 und 3.
Limax erythrus und eubalius Bourguignat Malacologie de la
grande Chartreuse. — Im vorigen Jahre hatte v. Frauen feld
einen Limax Schwabii beschrieben. Dessen Artgültigkeit erkennt
Heynemann nach Ansicht lebender Exemplare an. Verhandl. zool.-
bot. Gesellsch. 15. p. 533. — L. pectinatus und bicolor Selenka Ma-
lak. Bl. p. 105, mit der Anatomie auf Taf 2 dargestellt von Sydney.
Letztere Art erklärt Verf ib. p. 173 für identisch mit Limacus
Breckworthianus Lehmann.
Binney hat Ariolimax Columbianus Mörch nebst Kiefer
und Radula abgebildet. Amer. Journ. of Conchology I. p. 48. pl. 6.
fig. 11—13.
Arion Dnpuganus Bourguignat Malacologie de la Grande
Chartreuse.
Keferstein unterschied Zeitschr. für wiss. Zoologie 15.
p. 118 eine neue Art Veronicella Bleekerii von Java und beschrieb
deren Anatomie. Er erklärt Veronicella Blainv. und Vaginulus Fer.
für identisch und giebt dem ersteren Namen als dem älteren den
Vorzug.
262 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Janellidae- Kefer stein hatte Gelegenheit einige zweiten-
takelige Nackt Schnecken zu untersuchen. Er zeigt, dass alle bis
jetzt bekannten Arten zu einer Familie Janellidae gehören und er-
kennt drei Gattungen an: Jan eil a Gray mit 1 Art, AneiteaGva.y
mit 1 Art und Triboniophorus Humbert mit 3 Arten, indem er
zu der letzteren zwei neue Arten Tr. Schütteii und Kreßii, beide
von Sydney, hinzufügt. Diese Familie gehört in die Nähe der Li-
maeiden und wird vom Verf. folgendermassen charakterisirt : Schale
ganz rudimentär, aus einem oder mehreren kleinen Stückchen an
der Unterseite des Mantels bestehend ; Thier limaxartig , Körper
nicht vom Fusse getrennt, zwei augentragende, contractile Tenta-
keln, Mantel klein, in der vorderen Körperhälfte, nicht schildartig
erhaben, von derselben Beschaffenheit wie die übrige Körperober-
fläche; After und Athemloch an der rechten Seite des Mantels; Ge-
schlechtsöffnung rechts , hinter dem Tentakel. Die Arten leben in
Australien. Zeitschr. für wiss. Zool. Bd. 15. p. 76.
Derselbe beschreibt ib. p. 446 die Anatomie der Janella bi-
tentaculata Q. G.
Helicea. Testacellea. Ueber das Gebiss von Cylindrella
saeva und Macroceraraus signatus vergl. Bland Annais Lyc. New-
York VIII. p. 160.
Cylindrella Paivana Pfeiffer Novitates conchologicae p. 258.
pl. 65. fig. 8, 9 von Jamaica. — C. coakuilensis Binney Amer. Journ.
of Concholgy I. p. 50. pl. 7. fig. 4, 5 aus Coahuila. — C. Remondii
Gabb ib. p. 208. pl. 19. fig. 10—13 aus Mexiko. — C. clara, cristal-
lina, mixta, Teneriensis Wright und C. Heynemanni Pfeiffer Malak.
Bl. p. 119 von Cuba.
Yitrinea. Vitrina msseola und utiguiculus Morelet Journ. de
Conchyl. 13. p. 225 aus Cochinchina. — V. planilabris Cox Proc.
zool. SOG. p. 617 von Neu-Süd-Wales.
Nanina samoensis, upolensis, ßrmostyla pl. 14. fig. 7,Schmeltziana
Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 165 von den Samoa-Inseln. —
IV. unisulcata und microcomis Mousson ib. p. 191, Fidschi-Inseln.
Stenoptis Guildincji Bland Annais Lyceum New - York VIII.
p. 157 aus Venezuela mit Bemerkungen über das Thier.
Zonites Dumontianus Bourguignat Malacologie de la Grande
Chartreuse. — Z. vitiensis Mousson Journ. de Conchyl. 13. p. 193,
Fidschi-Inseln.
Hyalina sinulabris v. Martens Berliner Monatsber. p. 53 von
Siam. — H. MalinoiDskii Zelebor Malak. Bl. p. 101 aus der Do-
brudscha.
Helicacea. Notizen über Physella, Helix caduca und Helix
bilineata von Berendt finden sich Malak. Bl. p. 207.
Tryon bildet in Amer. Journ. of Conchyl. I. p. 47. pl. 6 die
der Mollusken während des Jahres 1865. 263
Kiefer von neun Exemplaren von Helix Tryoni Newc. ab, um die
Abweichungen innerhalb einer Species zu zeigen.
Aucapitain e hat in der algerischen Sahara 12 Exemplare
von H. lactea gesammelt, nachdem es dort seit 5 Jahren nicht ge-
regnet haben soll. Er packte sie in eine Kiste und fand sie nach
3V2 Jahr noch lebend. Letourneux stellt darüber einige Betrach-
tungen an. Revue et mag. de Zoologie 17. p. 212 aus der Gazette me-
dicale de l'Algerie 1865. p. 9.
Paul Rocher beobachtete, dass die Landschnecken in der
Sahara das ihnen nöthige Wasser aus einigen Pflanzen ziehen, na-
mentlich aus Atriplex Halimus Zygophyllum cornutum, an denen
sie Morgens oft zu Hunderten sitzen. Comptes rendus. Revue et
mag. de zool. 17. p. 271.
Nach der Angabe von de Lamare bereitet Caulier, Apo-
theker in Paris aus Helix pomatia eine Substanz, Helicine genannt,
zur Heilung der Lungenschwindsucht.
Georg Martens hat sich wieder mit den Bändern der
Hain- und Gartenschnecke, Helix nemoralis und hortensis, beschäf-
tigt. Württembergische Jahreshefte 21. p. 218.
Der Liebespfeil von Helix aethiops Bielz aus Siebenbürgen
weicht dergestalt ab, dass Referent diese Art für verschieden
von Helix arbustorum erklärt. Yerhandl. des Vereines der preuss.
Rheinlande und Westphalens Sitzungsber. p. 70.
Helix intersecta Michaud non Poiret wird von Mabille //.
ignola genannt. Journal de Conchyl. 13. p. 255.
Ueber das Vorkommen der seltenen Helix constricta Boub6e
(von Pfr.) berichtet Crosse ib. p. 369. Den bisher bekannten Fund-
orten St. Martin d'Alberou, Lourdes, St. Jean de Luz und San Se-
bastian fügt er les Eaux-chaudes hinzu, wo sie die Marquise Paulucci
in Menge fand.
Helix Binneyana Morse wird von Tryon in H. Morsei umge-
tauft. Amer. Journ. of Conchology 1. p. 188.
In einem vierten Hefte von Bourguignat's Mollusques nou-
veaux, ligitieux ou peu connus, Paris 1864, welches mir nicht zu
Händen gekommen ist, handelt Verf. über eine Varietät von H.
Ehrenbergii Roth, die er chilembia nennt; über die Gruppe von
Helix spiriplana, wobei zwei neue Arten: H. Michoniana aus Kur-
distan und //. Escheriana Mouss. MS. aus Mesopotamien.
Helix Basilessa, Anax und Travancorica aus Travancore, pe-
dina von Bombay, chloroplax vom Himalaya Benson Annais nat. bist.
15. p. 11. — //. (Corilla) odontophora Benson ib. p. 175 von Ceylon. —
//. phorochaelia und Bourniana Bourguignat Malacologie de la Grande
Chartreuse. — H. Wamieriana aus dem südlichen Tunesien, Duveyrie-
riana aus der Oase Mechounech bei Biskra Bourguignat bei Devey-
264 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
rier l. c. — //. Iransarata Mousson Journ. de Conchyl. 13. p. 194,
Fidschi-Inseln. — H. Villandrei, occlusa , rhiz-opodarum Gassies ib.
p. 210, Neu-Caledonien. — //. dicaela Morelet ib. p. 226, Siam. —
H. myoiftphala von Nagasaki und qiiadrivohis von Borneo v. Här-
tens Berliner Monatsber. p. 53. — H. consperta Bland Annais Lyc.
New-York VIII. p. 163 aus Californien. — H. Blakeana und declivis
von Japan, Cronhhitei aus Oregou, Bowelli von Arizona Newcomb
Proc. California III. p. 179. — //. (Dorcasia) compta von Batchian
fig. 8, H. (Plnnispira) aspasia von Batchian fig. 2, 3, f/. (Geotro-
chus) waigiuensis fig. 6, 7, turris von Waigiu fig. 4, 5, Blanfordi von
Neu-Guinea fig. 1 sind neue Arten von Henry Adams Proc. zool.
soc. p. 414. pl. 21. — H. carmelita ib. p. 532 und Masadae p. 535
Tristram von Palästina. — H. aridomm Neu- Süd -Wales, flosculus
Norfolk-Insel, urarensis Neu-Süd-Wales, Greenhilli Queensland, splen-
descens Salomons- Inseln, nautiloides Neu-Süd-Wales Cox ib. p. 695.
— //. vesta, Spermani, Granti, Swinhoei, Formosensis, bacca^ mellea
Pfeiffer ib. p. 828. pl. 46. fig. 4 — 10 von Formosa. — H. Liberiae
und Africae Brown Amer. Journ. of Conchology I. p. 136. — H.
(Polygyra) Behrii und anilis Gabb ib. p. 208. pl. 19 aus Mexiko. —
//. (Macrocyclis) Voyana Newcomb Amer. Journ. of Conchology I.
p. 235. pl. 25. fig. 4 aus Californien. — H. cerinoidea Anthony ib.
p.351. pl. 25. fig. 3 von Nordcarolina. — H. Wrighti Gundlach und
arctis tritt Pfeiffer Malak. Bl. p. 118 von Cuba. — H. Zoae, Gysseriana
und Lor^Mim Pfeiffer ib. p. 121 von den Molukken. — H. Blomfieldi,
Mitchellae, Mastersi, Stroudensis, marmorata, Slrangeoides, Parramat~
tensis , Lyndhurstensis , tnicroscopica , conoidea , paradoxa , Krcfjfti,
Belli^ Morti, Leichardti, Älexandrae, Scotti, Macleayi, Sydneyensis,
Mnrphyi, lirata Cox Catalogue 1. c. p. 19—38 von Neuholland. Da-
selbst wird Helix costulata Cox in H. Saturni, H. Forbesi in cerea,
H. inconspicua Forb. in Crotali umgetauft.
Palula complementaria und hystricelloides Mousson Journal de
Conchyl. 13. p. 168. pl. 14. fig. 5, 6 Samoa-Inseln. — P. cryophila v.
Martens Malak. Bl. p. 182 aus Abyssinien bei Bayeta 10000 Fuss
über dem Meere.
Bulimus Smithei Benson Annais nat. hist. 15. p. 15 von den
Gebirgen bei Roopur und Fagoo. — ß. Doriae fig. 29 - 32 am Ispha-
han, analolicus fig. 33 — 36 aus Anatolien, Isselianus fig. 37—40 aus
Armenien, chilanensis fig. 41—44 von Ghilan Issel 1. c. — B. Uriae
Tristram Proc. zool. soc. p. 537 von Palästina. — B. Swinhoei, sphae-
roconus und incerlus Pfeiffer ib. p. 830. pl. 46. fig. 1 — 3 von For-
mosa. — B. auris und tenuilabris von Venezuela, Juarezi aus Me-
xiko Pfeiffer ib. p. 831. — B. Lehmanni und Anguillensis Pfeiffer
Malak. Bl. p. 123 von der Insel Anguilla in Westindien. — B. Walli,
der Mollusken während des Jahres 1865. 265
Onslowi, Jachsonensis Cox Catalogue 1. c. p. 24 aus Neuholland. Da-
selbst wird B. trilineatus no. 397 in B. Quoyi umgeändert.
Achatina leplospira vom Soomeysur - Gebirge, Fairbanki vom
Mahabaleshwar - Gebirge , Vadalica von Vadale bei Ahmednugger
Benson Annais nat. hist. 15. p. 14. — A. calabarica Pfeiffer Proc.
zool. SOG. p. 832 von Alt Calabar.
Achatina californica Pfr. ist von Bland Annais Lyc. New-
York VIII. p. 166 in Holzschnitt abgebildet.
Pseudachatina elongata Pfeiffer Proc. zool. soc. p. 832 von
Gaboon.
Pupacea. Plecostoma n. gen. H. Adams nat. hist. 15.
p. 177. Testa conica, umbilicata, anfractus ultimus solutus, pro-
tractus, sursum flectus, inde retrorsum extensus, apertura simplex,
peristoma subverticale, expansum. PL De Crespignii von Borneo.
Buliminus Kirkii Dohrn Proc. zool. soc. p. 232 aus Mo-
zambique.
Tryon giebt Amer. Journ. of Conchology I. p. 285 die Unter-
schiede von Bulimus (Napaeus) marginatus Say und fallax Say an.
Partula canalis Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 172, Sa-
moa-Inseln. — P. lirata Mousson ib. p. 196. pl. 14. fig. 4, Fidschi-
Inseln. — P. leucolhoe^ calypso, thetis Semper ib. p. 417. pl. 12 vom
Palaos Archipel.
Achafinella AlexanSri Newcomb Proc. California III. p. 182
von den Sandwich-Inseln.
De Betta Esame critico intorno a tre molluschi del genere
Glandina Schum. Die drei Arten Glandina acicula Müll., Jani de
Betta und Hohenwarti Rossm. sind abgebildet. Atti dell' Istituto
Veneto IX. p. 537. (Die genannten Arten gehören zur Gattung
Cionella.)
Bourguignat beschreibt im 4. Hefte seiner »Mollusques
nouveaux, Paris 1864« vier neue Arten Femssacia Rothi, Saulcyi,
Michoniana und Monssoniana aus Syrien und Palästina. Dabei theilt
Verf. die Gattung Ferussacia in zwei grosse Sectionen Zua und
Euferussacia und verzeichnet 51 bekannte Arten dieser Gattung.
Tornatellina Hidalgoi Crosse Journal de Conchyl. p. 219. pl. 6.
fig. 6 Gambiers-Inseln.
Stenogyra tipoletisis Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 175,
Samoa-Inseln.
Subulina (Coeliaxis) Layardi Adams und Angas Proc. zool.
soc. p. 54. pl. 2. Fig. 1 vom Cap.
Macroceramus maculatus Wright Malak. Bl. p. 119 von Cuba.
Clausilia plicatula Mabille von Drap, wird von Mabille in Cl.
Pauli umgetauft. — CL erivanensis fig. 52 — 54 aus Armenien und
Lessonae fig. 55 — 57 von Ghilan Issel 1. c. p. 41. — CL genezere-
266 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
thana und medlyc oft i TristrarOi Proc. zool. soc. p. 539 von Palästina.
— Cl. Swinhoei und Sheridani Pfeifer ib. p. 830 von Formosa, erstere
ist pl. 46. flg. 11 abgebildet.
Pupa problematica Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 176,
Samoa- Inseln wird von Semper zu Diplommatina gestellt (s. oben).
— P. Paivne Crosse ib. p. 218. pl. 6. fig. 5, Gambiers - Inseln. — P,
armeniaca Issel 1. c. p. 39. fig. 45 — 47 vonErivan. — P. libanotica und
hehraica Tristram Proc. zool. soc. p. 538 von Palästina. — P. Kingi,
Ramsmji, Nelsoni, Mnstersi Cox Catalogue 1. c. p. 28 aus Neuholland.
Pupa truncatella wurde von Bielz Verh. Siebenbürg, Vereins
zu Hermannstadt 14. p. 228 im Kerzer Gebirge lebend beobachtet;
er giebt an, dass sie augenlos sei.
Bland bildete Annais Lyc. New-York VIII. p. 167 Pupa Ro-
wellii Newc. und Pupa californica Rowell in Holzschnitt ab.
Ennea laevigata DohrnTroc. zool. soc. p. 232 vom SeeNyassa.
Isthmia ventricosa und Bollesiana aus Maine, corpulenta von
dem Ostabhange der Sierra Nevada 6500' über dem Meere und Pu-
pilla Blandii von Missouri sind neue Arten von Morse Annais Ly-
ceum New-York p. 207.
Streptaxis decipiens Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 228 aus
Chili. — St. Kirkii Dohrn Proc. zool. soc. p. 232 vom See Nyassa.
Succinea. Succinea Sillimani aus dem Humboldt-See, Ne-
vada, Stretchiana vom westlichen Abhang der Sierra Nevada 6500'
über dem Meere., Verrilii aus dem Salzsee, Insel Anticosti Bland
Annais Lyc. New-York VIII. p. 167. — S. japonica Newcomb Proc.
California III. p. 181 aus Japan. — S. globosa Tristram Proc. zool.
soc. p. 531 von Palästina. — S. virgata v. Martens Malak. Bl. p. 50.
Taf. I. Fig. 6, 7 aus Mexico. — S. Dunkeri Zelebor ib. p. 101 aus
der Dobrudscha. — S. tenuis Morelet Journal de Conchyl. 13. p. 225
aus Cochinchina. — S. Nortoni, Macgillivrayi, rhodostoma, Eucalypti
Cox Catalogue 1. c. p. 27 aus Neuholland.
Anricnlacea. Melmnpus albus Gassies Journal de Conchyl. 13.
p, 211, Neu - Caledonien. — M. Siamensis von Siam, nucleolns von
Amboina und Ceram, sulcnlosus von Amboina, edentvlus von Flores
V. Martens Berliner Monatsber. p. 54.
Cassidula multiplicata von Banka und ßaveola von Ceram v.
Martens Berliner Monatsber. p. 54.
Limnaeacea. Bei einer Aufzählung der in den Vereinigten
Staaten lebenden Arten der Gattung Physa nimmt Tryon 60 Arten
an. Amer. Journ. of Conchology I. p. 165. — Derselbe beschreibt
ib. p. 223. pl. 23 als neu: Physa propinqua Idaho, Cooperi Califor-
nien, sparseslriata Californien, diaphana Californien, malleata Ore-
gon , distinguenda Californien , poUHssima Californien , occidentalis
Californien, primeana Long Island, lata Juniata River.
der Mollusken während des Jahres 1865. 267
Bulinns Bp.rlandierianus Binney Amer. Journ. of Conchology
I. p. 51. pl. 7. fig. 8 aus Texas.
Planorbis euchelins, ngrattlus, nnmidicus, evphaeus, diaphanel"
lus^ Raymondi Bourguignat Malacologie de l'Algerie Hft. 4. — PI.
Horneri Britisch Amerika und oregonensis Oregon Tryon Amer.
Joum. of Conchology I. p. 231. pl. 22.
Aus Planorbis Newberryi Lea bildete Binney eine eigene
Gattung Carini fex Land and Freshwater shells p. 74, die später
von Lea Megasystropha genannt wurde. Die Schale ist Amer. Journ.
of Conchology L p. 50. pl. 7. fig. 6, 7 abgebildet.
Limnaeus Defilippii fig. 62 — 63 und L. Lessonae fig. 64 — 65
Issel 1. c. p.45, erstere aus dem See Goktscha 5500 Fuss ü. M.
letztere von Baku. — L. Rowellii Californien, zebra Minnesota,
Gahbii Californien, Binneyi Oregon, Brownii Ohio Tryon Amer. Journ.
of Conchology L p. 22-^. pl. 23. — Tryon verzeichnet ib. p. 247 die
50 Arten der Gattung Limnaea, welche in den Vereinigten Staaten
leben. — Reibisch beschrieb Limnaeus ovatus var. Stiibeli und L.
auricularius var. Ribeirensis von den Capverdischen Inseln. Malak.
Bl. p. 131.
ÄmphipneilStea. Keferstein beschreibt Zeitschr. für wiss.
Zoologie 15. p. 86 die Geschlechtsorgane von Peronia verruculata
Cuv. (Onchidium Peronii). Ihre Eigenthümlichkeit besteht darin,
dass die keimbereitenden Organe sich hinten neben dem After und
der Lungenöffnung münden, dass der Same in einer äusseren Rille
nach vorn geleitet wird, und dort wieder in einen Canal eintritt,
der ihn zu einem ausstülpbaren Penis leitet. Obgleich Verf. die
Athmung durch Kiemen neben den Lungen in Zweifel zieht, hält
er doch die eigene Familie Onchidiacea fest. Für die Species be-
hält er den Cuvier 'sehen Namen verruculatum bei.
Notobranchiata.
Von Meyer und M ö b i u s erschien der erste Band
einer Fauna der Kieler Bucht, Leipzig bei Engelmann,
dessen besonderer Titel ,,die Hinterkiemer oder Opistho-
branchia der Kieler Bucht^ anzeigt, welche Gruppe von
Thieren zunächst abgehandelt ist. Die Verfasser haben
mit Energie mehrjährigen Fleiss und Anstrengung auf-
geboten, um die Thierwelt dieses kleinen und armen
Meerestheiles zu erforschen und sie fanden ihren Lohn
in einem grösseren Reichthum zierlicher Formen als sie
erwarten durften. Nach einer Schilderung der geogra-
268 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
phischen und physikalisclien "Verhältnisse; der Beschaffen-
heit des Bodens und der Vertheilung der Thiere, der Art
ihres Fischens und Sammeins, stellten die Verf. eine
Vergleichung der Fauna des Kieler Busens mit Faunen
anderer Meergegenden an. Mit Ausnahme einer neuen
Art Embletonia Mariae wohnen die Thiere der Kieler Bucht
auch an den Küsten von Norwegen und Grossbritanien.
Es folgt dann eine Darstellung der anatomischen und
Lebensverhältnisse der Hinterkiemer im Allgemeinen. Be
sondere Sorgfalt haben die Verf. auf die Untersuchung
der Mundtheile gewendet, deren bildlicher Darstellung
sechs Tafeln gewidmet sind. — In dem speciellen Theile
sind die einzelnen Arten beschrieben nnd auf je einer
Tafel mit mehrfachen Details sehr gut abgebildet. Die
Arten sind: Pontolimax capitatus Müll., Elysia viridis
Mont., Embletonia Mariae n. sp., E. pallida Aid. Hanc,
Aeolis alba Aid. Hanc., Ae. Drummondii Thomps., Ae.
papillosa L., Ae. exigua Aid. Hanc, Ae. rufobranchialis
Johnst., Dendronotus arborescens Müll., Polycera ocellata
Aid. Hanc, quadrilineata Müll., Ancula cristata Aid.,
Doris pilosa Abildg., D. proxima Aid. Hanc, D. muri-
cata Müll., Philine aperta L., Acera bullata Müll., Cylichna
truncata Mont. — Die Ausstattung des Werkes ist vor-
trefflich.
Hancock schrieb über die Structur und Homologien
der Nieren bei den Nudibranchiaten. Die birnförmige
Blase, welche Verf. und Embleton früher für ein Pfort-
ader-Herz nahmen, und die sich in das Pericardlum öffnet,
erklärt er nun für zur Niere gehörig und beschreibt die
Organe bei einer Anzahl von Nacktschnecken. Die Niere
ist bei diesen Schnecken in zwei Hauptkammern getheilt,
die Pericardial-Kammer und die eigentliche Renal-Kammer
und diese communiciren mittelst der birnförmigen Blase
mit einander. Auch bei den Muscheln und bei den Bra-
chiopoden ist die Niere aus zwei Kammern zusammenge-
setzt. Schliesslich wird ein Vergleich mit den Nieren
der Cephalopoden angestellt. Ein Wassergefässsystem
der Mollusken während des Jahres 1865. 269
stellt nicht mit den Nieren in Beziehung*. Transactions of
the Linnean Society XXIV. p. 511— 530 mit 6 Tafeln.
Alexander Stuart hat Zeitschr. für wiss. Zoo-
logie 15. p. 94 die Entwickelung einiger Opisthobranchier
seine Aufmerksamkeit geschenkt. Er erklärt u. A. die
Flimmerhaare entschieden für Muskeln. VergL auch Ar-
chivio per la zoologia p. 322.
Tritoniacea. Lacaze-Duthiers machte der Pariser Aca-
demie eine Mittheilung über die grosse Menge von Nerven und
ihre Endigung in dem Mundsegel von Thetys leporina. Comptes ren-
dus Nov. 1865. p.906; Annais nat. hist. 17. p. 157. — Derselbe
äussert sich ib. p. 1101 und Annais 17. p. 238 auch über die Cir-
culation von Thetys leporina.
Actaeonidae. Der Gattung Tornatella sind bei Reeve Con-
chologia iconica vier Tafeln gewidmet, auf denen 22 Arten abge-
bildet sind. Als neu ist T. fvmata aus Australien bezeichnet.
Tornatella punctocoelatn Carpenter Journ. de Conchyl 13. p. 139
von Californien.
Ringicula australis Crosse Journal de Conchyl. 13. p. 44. pl. 2.
fig. 5 aus dem Spencer-Busen, Südaustralien.
GylichnidäB, Cylidma planata Carpenter Journ. de Conchyl.
13. p. 139 von Californien.
Volvula cylindrica Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 179 von
Sta. Barbara.
Bullidae. Bulla eumicra Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 40.
pl.2. fig. 8 Südaustralien.
Laona n. gen. A. Adams Annais nat. hist. 15. p. 324, testa
semiovata, tenui, rimata, striis incrementi lamellosis rugosa, spira
celatae ; anfractu ultimo magno rotundato ; apertura ampla, obli-
qua, rotundato-ovalis, labio recedente arcuato, labro simplici. L.
zonata von Japan,
Fhilinidae. Bullaen Angasi Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 38.
pl. 2. fig. 8 aus dem Meerbusen St. Vincent, Südaustralien.
EntOCOnchae. In einer Note über Müller's Entoconcha be-
schäftigt sich Crosse mit der Frage, ob sie nicht ein Jugendzustand
einer anderen bekannten Schnecke sein möge. Durch die Arbeit
vonBaur ist diese Frage wohl erledigt. Journal de Conchyl. 13. p. 9.
nonopleurobranchiata.
Tylodina fungina Gabb Proc. California III. p. 188 von Cali-
fornien.
270 Troschel: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
Ampullacera maculata Mousson Journal de Conchyl. 13. p. 203.
pl. 14. flg. 3 Fidschi-Inseln.
Ancyhis reticidatus Gassies Journal de Conchyl. 13, p. 212,
Neu-Caledonien. — A. altus Klamath River und subrotundatus Ore-
gon Tryon Amer. Journ. of Conchology I. p. 230. pl. 22. fig. 15
und 14.
Uypobranchia.
In der Familie der Pleurophyllidien formulirt Bergh die Cha-
raktere der Gattung Sancara nun folgendermassen: Caruncula
tentacularis nulla; rhinophori disjuncti ; pallium antice non conti-
nuum, sed medio in collum transiens, laeve. Er fügt der mittel-
meerischen Art S. quadrilateralis eine neue S. iaira aus Japan hinzu.
Diese Art ist anatomisch ausführlich beschrieben. Videnskabelige
Meddelelser naturh. Foren, i Kjöbenhavn 1864. p. 178. tab. 3.
Pteropoda.
Alex. Agassiz beobachtete Spirialis Flemingii in der Ge-
fangenschaft. Bei Tage hielten sich die Thiere am Boden ruhig,
und wurden erst nach dem Dunkelwerden munter. Verf. glaubt,
sie kommen zu gewissen Stunden an die Oberfläche, um Nahrung
zu suchen. Proc. Boston Soc. X. p. 15.
Spirialis recurvirostra Costa Rendiconto dell' Accad. di Na-
poli IV. p. 125.
Brachiopoda.
Auf Eudes-Deslongchamps Abhandlung über
den Mantel der ßrachiopoden Memoires de la Societe
Linneenne de Normandie XIV, nebst drei Tafeln (vergl.
vorj. Ber. p. 221) komme ich nach nunmehriger eigener
Einsicht wieder zurück. Der Mantel ist aus zwei Häuten
zusammengesetzt; zwischen ihnen sind grosse Sinus, die
sich gegen den Rand verzweigen, und nach den Gattun-
gen Verschiedenheiten zeigen, nach oben vereinigen sie
sich zu einer grossen Lacune. Verf. betrachtet die Sinus
als Mantelvenen, gewöhnlich vier in jeder Schale. Mitten
auf jedem Sinus verläuft eine Arterie, die sich gleichfalls
der Mollusken während des Jahres 1865. 271
verästelt. Zwischen den Mantelschichten, und zwar in
den Sinus liegen auch die Generationsorgane, bald Ovula,
bald Spermatozoiden, bald beide zugleich enthaltend. Zu-
weilen sind zwei in jeder Schale und nehmen die seitli-
chen Sinus ein, in anderen Fällen finden sich in einer
Schale vier, in der anderen nur zwei. In der Familie
der Terebratuliden hat die grosse Schale vier, die kleine
zwei Geschlechtsdrüsen, bei den Strophomenideen ist es
umgekehrt. Demnach hat der Mantel vier Functionen :
Bildung der Schale, Respiration, Circulation und Gene-
ration. — Den Haupttheil der Arbeit bildet die Unter-
suchung der Spicula, über welche Verf. schon 1860 eine
vorläufige Mittheilung gemacht hatte. Die Spicula liegen
im lunern der inneren Mantelschicht an den grossen
Stämmen der Sinus; sind Kalkplättchen von verschiedener
Gestalt oft von einer Mittelplatte oder einem Mittelpunkte
zackig ausstrahlend ; haben den Zweck die dünnen Wände
der Venen und Arterien zu schützen, und sind von an-
derer Form an den Venen und an den Arterlen; sie fehlen
gänzlich bei den Lingulldeen und Rhynchonellideen. —
Endlich werden die Verschiedenheiten des Mantels und
der Spicula bei den Gattungen Terebratulina, Epithyris,
Kraussina, Megerlea, Morrisla, Argiope und Thecidea be-
schrieben und abgebildet.
Terebratula unguicula Carpenter Proc. zool. soc. p. 201 aus
Californien.
Terebratulina Cailleti Crosse Journ. de Conchyl. 13. p. 27. pl. 1.
flg. 1 — 3 von Guadeloupe.
V. Frauenfeld sammelte Kraussina pisum bei St. Paul. Ver-
handl. zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 894.
LamellibrancMaia.
Eine kurze Notiz über die Bearbeitung künstlicher Perlen
machte Fischer im Journal de Conchyl. 13. p. 64. Die Chinesen
schreiben die Erfindung einem Eingeborenen von Hutchefu Namens
Ye-jin-Yang zu.
Im Bulletin trimestriel du comice agricole de l'arrondisse-
ment de Toulon 1864. p. 141 findet sich eine Notiz über die Au-
272 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
sternzucht von Raoulx. Die Austern heften sich am liebsten an
den senkrechten Wänden an; die meisten finden sich 2,25]Mletres unter
dem mittleren Wasserstande, dann nehmen sie allmählich nach der
Tiefe von 9 Metres ab, wo sich nur noch wenige finden. Verf.
schliesst also, dass es überflüssig ist den Austern-Bassins eine grös-
sere Tiefe als 2Y2 Metres zu geben, und dass es zweckmässig seiin
wird, die Bassins mit Kalkstein-Blöcken zu füllen, um möglichst
viele senkrechte Wände herzustellen. Vergl. auch Revue et magasin
de Zoologie 17. p. 126.
OstreaCGä, Informazione sulle pratiche attivate e che si
vanno attivando a cura del cav. d'Erco pel migliore coltivamento
delle Ostriche e de' Mitili nel Veneto Estuario, del dott. G. D. Nard 0.
Atti deir Istituto Veneto IX. p. 951.
Ostrea lurida Carpenter Journal de Conchyl. 13. p. 137 von
Californien.
Pectineä. Pecten aequisulcalns, paucicostatus und squarrosus
Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 179 von Sta. Barbara. — P.
Hindsii Carpenter Proc. Philadelphia p. 58 Puget-Busen.
Lacaze Duthiers beschreibt Annales des scienc. nat. IV.
p. 347, pl. 15 die eigenthümliche Lagerstätte , welche sich Lima
hians herrichtet. Verschiedene Gegenstände des Meeresgrundes,
Algen, Steine, Schneckenhäuser und dergl. sind durch seidenartige
Fäden zu einer Hülle verbundeu, deren Höhlung wiederum durch
Fäden ausgekleidet ist, in denen das Thier wohnt. Die Fäden ver-
gleicht Verf. mit dem Byssus der Muscheln.
Arcacea. Barhatia (Acar) laminata Angas Proc, zool. soc.
p. 697 von Süd- Australien.
Nucalacea. Leda fossa Baird Carpenter Proc. Philadelphia
p.58 Puget-Busen.
Yoldia Cooperi Gabb Proc. California III. p. 189 von Cali-
fornien.
Najades. Von der Gattung Unio sind bei Reeve Conchologia
iconica auf 30 Tafeln 160 Arten abgebildet. Neu sollen sein Unio
corium Mexiko, vellicatus Guatemala, moretonicus Australien, hi-
caelatus, gnbernaculum, obliquiradiatus, carinthiacus, fuligo, aereus.
Morel et erklärt seinen Unio abnormis für identisch mit
Unio gravidus Lea, seinen U. imperialis mit U. Hainesianus Lea
und seinen U. mandarinus mit U. scobinatus Lea. — Er beschreibt
dann U. misellas und pellis-lacerti als neu, beide von Siam, Journal
de Conchyl. 13. p. 19. — U. paivanus Morelet ib. p. 227 von Siam.
— U. Rothi aus Syrien, umbonatus aus Spanien, subreniformis aus
Catalonien, penchinalianus ebendaher, graellsianus und coiirquinianus
von Valencia Bourguignat Revue et mag. de zool. 17. p. 336. Da-
selbst sind auch U. Valentinus Rossm. und hispanus Moq. Taud. be-
der Mollusken während des Jahres 1865. 273
schrieben und sowie die neuen Arten abgebildet. — U. Wrigktii, lor-
tuosus, rufofuscus Lea Proc. Philadelphia p. 75 aus China. — U. do-
liaris Georgia, proietisus Nord-Carolina, pnnctatus Tennessee, amnhilis
Georgia, Lyonii Tennessee, proprius (ieorgia, Cromwellii Georgia,
marginis Georgia sind neue Arten von Lea Proc. Philadelphia p. 88.
— U. Simonis und episcopalis Tristram Proc. zool. soc. p. 544 von
Palästina. — U. striatissimus Tennessee, distans Ohio, deviatus Ten-
nessee, sacculus Tennessee Anthony Amer, Journ. of Conchology I,
p. 155. pl. 12. — U, peguensis Anthony ib. p. 351. pl. 25- fig. 2 von
Pegu in Britisch ßnrmah.
Einschliesslich einer neuen Art Monocondylca cambodiensis
kennt Petit de la Saussaye von dieser Gattung 14 Arten und
eine zweifelhafte. Von ihnen wohnen 8 in Südamerika, 4 in Asien,
2 in Oceanien. Journal de Conchyl. 13. p. 15. Die neue Art ist
abgebildet. — Wheatley hat das Petit'sche Verzeichniss revidirt.
Er nimmt 13 Arten aus Asien, 8 aus Südamerika, 2 aus Oceanien,
1 aus Europa an. Amer. Journ. of Conchology I. p. 65. pl. 12. —
M. peguensis und crehristriata Anthony ib. p. 205. pl. 18 von Pegu.
Conrad macht auf die Verschiedenheit der südamerikani-
schen Gattung Monocondylaea d'Orb. und der asiatischen Pseudodon
Gould aufmerksam, und zählt die 13 Arten der letzteren auf. Mo-
nocondylaea mardinensis Lea erhebt er zur Gattung Le guminaia,
Monocondylaea crebristriata zur Gattung Trigonodon. Amer. Jour-
nal of Conchology L p. 232.
Pseudodon ellipticum Conrad ib. p. 352. pl. 25. fig. 1 von
Cambodia.
Alasmodon impressa Tennessee und rhombica Michigan An-
thony Amer. Journ. of Concho logy I. p. 157. pl. 12.
Houghton hat über die Anatomie von Anodonta cygnea
geschrieben. The intellectual observer VI. 1865. p. 67. mit Abbild.
Anodon subangulata, imbricataj opalina, flava, subinflata, pal-
lida, glandulosa, irisa7is alle aus Michigan, papyracea unbekannten
Vaterlandes, micans aus Texas sind Arten von Anthony Amer. Journ.
of Conchology I. p. 158. pl. 13-16.
Auf Triquetra lanceolata Lea gründet Conrad Amer. Journ.
of Conchology I. p. 234 eine neue Gattung Arcona i a.
Castalia Crosscana Hidalgo Journal de Conchyl. 13. p. -316,
Ecuador; abgebildet ib. p. 429. pl 14. fig. 2.
Mytilacea. MyUlus Baldl Brusina Verhandl. zool. -bot. Gesellsch.
15. p. 39 von Dalmatien.
Mytilus (ModiolarcaJ coenobila Vaillant Journ. de Conchyl. 13.
p. 122 von Suez.
Modiola fornicata Carpenter Annais nat. bist. 15. p. 178 von
Sta. Barbara.
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. S
274 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliichte
Litkodomus Lessepsianus Vaillaiit Journal de Conchyl. 13. p. 123
von Suez.
Fischer bestätigt Journal de Conchyl. 13. p. 128 die Angabe
Lamarck's, dass Le Ropan Adanson's, Lithodomus caudigerus Lam.,
bei Algier vorkommt, also eine weite Verbreitung hat.
0. Semper sucht nachzuweisen, dass die Gattung Julia Gould
(vergl. Bericht 1861. p. 265) nahe verwandt sei mit Prasina Desh.
(vergl. Ber. 1863. p. 301). Er hofft, die Entdeckung neuer Arten
dieser Gattungen werde Aufklärung über ihre Differenzen und über
ihre systematische Stellung geben. Journal de Conchyl. 13. p. 296.
Dreissecacea. Unter der Ueberschrift »eine eingewanderte
Muschel« hat E. v. Martens mit grosser Belesenheit eine Zusam-
menstellung der litterarischen Angaben gemacht, welche sich auf
die Ausbreitung der Dreissena polymorpha beziehen. Diese Muschel
ist zuerst beobachtet in Südrussland 1768, im Donaugebiete 1824,
im deutschen Ostseegebiet 1825, im Elbegebiet 1828, im Rheinge-
biet 1826, im Seinegebiet vor 1862, im Loiregebiet 1863, in Eng-
land 1824. Der zool. Garten p. 50 und 89.
Diese Arbeit rief mehrere Mittheilungen über das Vorkommen
der Dreissena polymorpha in verschiedenen Gegenden hervor. So
von Ja e ekel ib. p. 196 in Bayern, von Staude ib. p. 228 ebenfalls
in^Bayern, und Buchenau ib. p. 278 in der Weser.
Merian zeigt an, dass Dreissena polymorpha nunmehr auch
an der unmittelbaren Grenze der Schweiz, im Kanal von Hüuingen
in zahlreichen Exemplaren gefunden sei. Verhandl. der naturf.
Gesellsch. in Basel IV. 1. p. 94,
Mörch beharrt bei seiner Ansicht, dass Sander's Pinna flu-
viatilis für Dreissena polymorpha zu bestimmen sei, wogegen sich
v. Martens ausgesprochen hatte. Verf. will an die Einwanderung
der Dreissena in neuerer Zeit nicht recht glauben. Er giebt zu,
dass der Holzhandel viel zur Ausbreitung der Dreissena beigetra-
gen hat, sieht aber die Ursache der ersten Auffindung an Schiffs-
plätzen und Holzplätzen darin , dass solche Oerter die leichtest
zugänglichen für den Naturforscher sind, und dass dort Arbeiten
vorgenommen werden, welche die Dreissenen zum Vorschein bringen.
Malak. Bl. p. 110.
« Mörch vermuthet, dass die Tubularia caspia Pallas nichts
anderes sei als der Byssus von Dreissena polymorpha. Journ. de
Conchyl. 13. p. 14.
Dreissena Eichwaldi Issel 1. c. p. 52. fig. 71—73 fossil von Baku.
Astartidae. Astarte comfacta Carpenter Proc. Philadelphia
p. 57 Puget-Busen.
Gouldia australis Augas Proc. zool. soc. p. 459 von Port-
Jackson. tf-Ujft .1:.
der Mollufiken während des Jahres 1865. 275
Lazaria subquadrata Carpenter Annais nat. hist. 15. p. 178
von Sta. Barbara.
Galeommidae. Llbratula n. gen. Galeommidarum Pease
Proc. zool. soc p. 512 testa aequivalvis, vaivis planis, seroilunari-
bus, medio ligamento junctis, margine cardinali recto, serrato. L.
plann von den Südseeinseln.
Scinlilla semiclausa , lactca , rosea , ohionga Sowerby Proc.
zool. soc. p. 517. pl. 32. fig. 1 — 6 von Borneo.
Leptonidae. TelUmya tumkla Carpenter Proc. Philadelphia
p. 58 Puget-Busen.
LaseidaO. KelUa ClnronU und rotundafa Carpenter Journ. de
Conchyl. 13. p. 136 von Californien. — K. Boglici, Spatangi, Da-
nili Brusina Verhandl. zool. -bot. Gesellsch. 15. p. 38 von Dalmatien.
Pythina rvgifera Carpenter Proc. Philadelphia p. 57 Puget-
Busen. — P. striatissima Sowerby Proc. zool. soc. p. 517 von
Borneo.
Montacvta ohtusa Carpenter Proceed. zool. soc. p. 270 von
Mazatlan.
UngUlinidae. Diplodonta Samgnyi Vaillant Journ. de Conchyl.
13. p. 124 von Suez. — D. hullata Dunker Novitates conchologicae
p. 76. tab. 26. fig. 1-3 von Ceylon.
Lucinacea, Lucina tenuilamella Brusina Verhandl. zool.-bot.
Gesellsch. 15. p. 37 von Dalmatien. — L. tennisculpta Carpenter Proc.
Philadelphia p. 57 Puget-Busen. — L. vndata Carpenter Proc. zool.
soc. p. 279 von Californien. — L, camosa von Port Natal und mi-
rahilis Dunker Novitates conchologicae p. 76. pl. 26. fig. 4—6 u. 7 — 9.
S a r s beschrieb in Vid. Selskab. Forhandlingar for 1864 das
Thier von Cryptodon Sarsii Phil, nach äusseren und inneren Or-
ganen und erläuterte es durch zwei Tafeln mit Abbildungen.
Cryptodon serricatvs Carpenter Proceed. Philadelphia p. 57
Puget-Busen.
Chamacea. Bemerkungen über die Anatomie von Tridacna
elongata , welche im Busen von Suez lebt, gab Vaillaut Comptes
rendus Octbr. 1865. p. 601 ; Annais nat. hist. 16. p. 381.
Der erste Abschnitt der Abhandlung selbst »Recherches sur
la famille de Tridacnides« von Vaillant Annales des sc. nat. IV.
p. 65 — 172 nebst Tafel 8 — 12 behandelt in sehr eingehender Weise
die Anatomie dieser Muscheln. Eine interessante Arbeit, die Man-
ches Wichtige für die Anatomie der Muscheln überhaupt enthält,
und in der auch einige physiologische Punkte auf experimentellem
Wege erörtert werden, z. B. die Temperatur, die Kraft des Thieres
und dgl.
Cardiacea. Cardlnm Helleri Brusina Verhandl. zool. -bot. Ge-
sellsch. 15. p.36 von Dalmatien.
276 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Monodacna Lessonae Issel 1. c. p. 49. fig. 67—71 fossil von Baku.
Gyrenidae. In Smithsouian misccllaiieous collections No. 145
erschien Monograph of american Corbiculadae, recent and fossil, by
Temple Prime. Alle Gattungen und Arten sind beschrieben, viele
in Holzschnitt abgebildet. Im Ganzen werden 111 Arten angenom-
men, nämlich 13 Corbicula, 36 Cyrena, 42 Sphaerium und 18 Pisi-
dium. Batissa und Velorita Gray sind in Amerika nicht vertreten.
Neu scheinen folgende lebende Arten zu sein : Corbicula perplexa
Südamerika, Cyrena regalis Südamerika, meridionalis Südamerika,
ordinaria Südamerika, colorata Westindien; Sphaerium contractum
Nordamerika, parvulum Portorico, vir irfawfe Westindien, cwüiewse Cuba;
Fisidium simite Westindien, ullramontanum Californien, consangui-
neum Cuba.
Cyrena (Corbicula) Bocourti und castanea Morelet Journ. de
Conchyl. 13. p. 228 aus Cochinchina. — C, cordala Wiegmann MS.
bei V. Martens Malak. Bl. p. 65 aus Mexiko.
Ueber die Geschlechtsorgane und die Entwickelung von Cy-
clas hat Paul Stepanoff in unserem Archiv p. 1 geschrieben;
die Abhandlung ist also allen unseren Lesern zugänglich.
GlaUCOnomyidae. Glanconome oblonga Prime Annais Lyceum
New-York VIII. p. 107 von Singapore.
Veneracea. Römer behandelte wieder in den Malak. Bl. ei-
nige Untergattungen der Gattung Venus, indem er eine kritische
üebersicht sämmtlicher ihnen angehörigen Arten gab. So p. 13
Mercenaria Schum. mit 7 Arten, p. 139 Gemma Desh. mit 1 Art,
p. 141 Gomphina Mörch mit 4 Arten, p. 153 Anaitis Römer mit
26 Arten.
Von Römer's Monographie der Molluskengattung Venus er-
schien die 2. und 3. Lieferung. In der zweiten ist die Gattung
Tivela mit 33 Arten zu Ende geführt, von denen T. levidensis tab. 7.
fig. 6 neu ; in der dritten beginnt die 2. Section Meretrix des Sub-
gen. Cytherea mit 6 Arten. Text sehr gründlich , die Abbildun-
gen naturgetreu und schön.
Die Gattung Venus ist bei Reeve Conchologia iconica Part
236, 237 von Taf. 24 bis 26 fortgesetzt und mit 141 Species zum
Abschhiss gebracht. Als neu sind daselbst bezeichnet Venus cu-
neiformis , tasmnnica, Sallei aus dem Caraiben Meere , irregnlaris
Gaboon, Layardi Ceylon, cerina, globuhts.
Ebenda ist die Gattung Tapes mit Taf. 7 — 13 zu Ende ge-
führt; sie enthält 75 Arten. Neu sollen sein T. orientalis Bombay,
occidentalis Westindien, faba, bicolorata, livida, vernicosa, amphide<,~
moides Rothes Meer, ferruginea Philippinen, arcticn Arctisches Meer.
Die Gattung Meroe schliesst ib. mit drei Tafein und 12 Arten
ab. Neu sind Meroe magnifica Japan und hians Bombay.
der Mollusken während des Jahres 1865. 277
Venus Kennerleyi CarpenterProc. Philadelphia p. 57 Puget-Busen.
Mercenaria fulgurans Tryon Amer. Journ. of Conchology I.
p.297. pl. 26. fig. 1— 3 aus Florida.
Psephis tellimyalis Carpenter Journ. de Conchyl 13. p. 135
von Californien. Vergl. die Gattungscharaktere, auf Chione Lordi
gegründet Proc. Philadelphia p. 56.
CalUsla Gotthnrdi Dunker Novitates conchologicae p. 73. tab. 25.
fig. 1-3 vom üpolu.
Amiantis nov. subgen. Callistae ist von Carpenter Annais
nat. bist. 15. p. 178 auf Cytherea callosa Conr. gegründet.
Sunetta (Meroe) concinna Dunker Novitates conchologicae
p. 74. tab. 25. fig. 4 — 6 von Amboina.
Lioconcha ISewcombiana Gabb Proc. California III. p. 189 von
Californien.
Dosinia temiilirata, subdichotoma, ceylonica und regularis Dun-
ker Novitates conchologicae p. 80. tab. 27, die ersten drei von Ceylon,
die letzte unbekannten Fundortes.
Clemenfia subdiaphana Carpenter Proceed. Philadelphia p. 56
Puget-Sound.
Tapes laciniata Carpenter Journ. de Conchyl. 13. p. 136 von
Californien. — T. IJöberti Brusina Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 15.
p. 32 von Dalmatien, — T. Schnellianus Dunker Novitates concho-
logicae p. 75. tab. 25. fig. 7 — 9 von Japan.
Saxidotnns brevisiphonatus Carpenter Proc. zool. soc. p. 203
von Vancouver-Insel oder Japan.
Tellinacea. Psammobia (Psammotaea) connectens v. Martens
Annais nat. bist. 16. p. 431 von Banka bei Sumatra. — Ps. rubro-
radiata Nuttal MS. Carpenter Proc. Philadelphia p. 55 Puget-Sound.
Tellina semilaevis Querimba-Inseln, depauperata Philippinen,
7noluccensis Molukken, praetexta, dissimiiis, incongrua und iridella
alle vier aus Japan v. Martens Annais nat. bist. 16. p. 429. — T.
rostrata Brusina Verh. zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 32 von Dalmatien.
Cycladell a n. gen. Carpenter Proc. zool. soc. p. 270 testa
bivalvis, tenuis, aequilateralis, aequivalvis, haud hians, umbonibus
planatis; ligamentum tenuissimum, externum; cardo linea curvata,
dentibus lateralibus distantibus, cardinalibusl-ransversis, haud radian-
tibus. C papxjracea von Mazatlau, früher von Hanley als Tellina
eburnea ? bezeichnet.
In der Familie der Tellinaceen stellte Carpenter Journ. de
Conchyl. 13. p. 134 eine neue Gattung Oedalia auf: Testa inflata,
tenuis, aequivalvis, aequilateralis, cycladiformis ; margo haud hians,
haud sinuatus; ligamentum et cartilago externa; dentes cardinales
3 — 2 bifidi, laterales nulli; sinus pallii magnus. Oe, subdiaphana Yon
Californien.
278 Troschel: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Die Frage ob Tellina balthica L in die Gattung Teilina ge-
höre, erörterte Eecluz Journ. de Conchyl. 13. p. 401. Er kommt zu
dem Kesultate, dass sie weder eine Psammobia noch eine Sangui-
nolaria sei, sondern der Typus einer Section der Gattung Telüna,
die sich durch ein einziges Kiemenblatt an jeder Seite auszeichnet.
Angtthis Gonldii Carpenter Journ. de Conchyl. p. 132 von
Galifornien. — A, modestus Carpenter Proc Philadelphia p. 56 Puget-
Sound. — A. decvmhens Carpenter Proc. zool. soc. p. 278 von Panama.
Macoma yoldiformis und expansa Carpenter Proc. Philadelphia
p. 55 Puget-Sound.
Gastrana japonica V. Martens Annais nat. hist. 16. p. 431 von
Japan. ■' ^'"^ -^^ -^ •*'«:
Donax euglyptus von den Molukken und splendens vom Schwa-
nenfluss Dunker Novitates conchologicae p. 78. tab. 27. fig. 1 — 4 u. 5 — 8.
Scrobicularia /"atiA/rt Brusina Verhandl. zool. -bot. Gesellsch. 15.
p. 34 von Dalmatien.
Syndosmya slricjilloides Yaillant Journ. de Conchyl, 13. p. 125.
pl. ß. fig. 1 von Suez.
Thyella n. gen. A.Adams Proc. zool. soc. p. 754 unterschei-
det sich von Semele durch die Abwesenheit der Seitenzähne, durch
die bauchigere Form' und durch die Lage des inneren Ligamentes.
T/i. pulchra von Singapore.
Erycina tumida, Bielz-i, trigona Brusina Verhandl. zool. -bot.
Gesellsch. in Wien 15. p. 34 von Dalmatien.
Cumingia Deshayesiana'YQi\\2iQ.i Journal de Conchyl. 13. p. 126.
pl. 6. fig. 2 von Suez.
Mesodesma obtusa Crosse und Fischer ist Journ. de Conchyl.
13. p.428. pl. 11. fig. 4 abgebildet.
Mactracea. Mactra amygdala und pingnis Crosse und Fischer
sind Journ. de Conchyl. 13. p. 426. pl. 11 abgebildet. — M. sericea
Brusina Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 15. p. 33 von Dalmatien.
Spisula Adelaidae Angas Proc. zool. soc. p. 697 von Süd-
Australien.
Darina declivis Carpenter Proc. zool. soc. p. 203 von der
Vancouver-Insel.
Heterocardia Dennis oni H. Adams Proc. zool. soc. p. 754.
Anatinacea. Periploma Angasi Crosse und Fischer ist Journ.
de Conchyl. 13. p. 427 pl. 11. fig. 1 abgebildet.
Neaera pectinata Carpenter Proc. Philadelphia p. 54 von Pu-
get-Sound.
Pandora (KennerUa) ßlosa Carpenter Proc. Philadelphia p. 55
aus dem Puget-Busen. ■'" ' - '"i'
der Mollusken während des Jahres 1865- 279
Myoiiora convexa Angas Proc. zool. soc. p. 57. pl. 2. fig. 13,
14 von Neu-Caledonien.
Gorbulacea. Sphaenia ovoidea Carpenter Proc. Philadelphia
p. 54 aus dem Puget-Busen.
Solenacea. Solen rosaceus Carpenter Annais nat. hist. 15.
p. 177 von Sta. Barbara. — S. hrevissiinns v. Martens ib. 16. p. 432
von Singapore. — S. Lischkeanus Dunker Novitates Conchologicae
p. 70. Tab. 24. fig. 1 aus dem rothen Meere.
Pholadacea. Carpenter taufte Proc. zool. soc. p. 2U2 seine
Pholaden -Gattung Netastoma in N ett as t om ella um.
Folgende neue Arten der Pholadenfamilie beschrieb T r y o n
Amer. Journ. Conchology p. 39. pl. 2 : Aavea Newcombii Australien,
Fenilella parva Californien, P. cnrvata Fucastrasse.
Crosse hebt hervor, dass nach Mariot im Cosmos in Co-
chinchina ein riesiger Baum wachse, der Cay-dan, der bei Ver-
letzungen ein Harz oder einen Firniss liefert, welcher das Holz,
welches mit ihm überzogen wird, vollständig und auf lange Zeit
gegen die Zerstörungen von Teredo schützen soll. Journal de Con-
chyl. 13. p. 67.
JSausitora n. genus Teredininarum Wright Transactions Lin-
nean Soc. 24. p. 451 : testa globosa, regularis, a valvis duabus ae-
qualibus curvatissimis, bilobatis, quarum facies externae striatae ;
sine cardine vero; ligamentum rudimentale; valvarum pars interior
processu lato curvato et insuper lamella accessoria lata instructa,
Animal vermiforme; paliium tubulatum; siphones longissimi , ad
finem bifurcati, quorum foramina fimbriata ; palata siphonalia longa,
interior corporis facies plana, exterior convexa, stipes longus, cur-
vptus, acutus. IS. Dunlopei von Bengalen, ist auf tab. 46 abgebildet.
Tunicata.
Lacaze-Duthiers beobachtete bei la Calle eine neue As-
cidienform, welche er Chevreulius callensis nannte. Es ist eine
Ascidie mit zwei Schalklappen wie bei den Muscheln, einer oberen
und einer unteren, und Verf. weist auf die Beziehungen zwischen
den Tunicaten und Brachiopoden hin. Das Thier gehört zu den
einfachen Ascidien und stellt eine Art Cylinder dar, mit einem Ende
angew^achsen ; am freien Ende bewegt sich die eine Klappe wie ein
Deckel auf einer Dose und lässt, wenn sie geöffnet ist, die beiden
Oeffnungen sehen, wie sie bei anderen Ascidien vorkommen. Comptes
rendus ; Revue et mag. de zool. 17. p. 202 ; Annales des sciences
nat. IV. p. 293. pl. 5. — Es scheint angemessen, hier schon auf eine
spätere Bemerkung von Joshua AI der Annais nat. hist. 17. p. 152
280 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte ct.
aufmerksam zu machen, welcher nachweist, dass dieselbe Gattung
bereits 1855 von Stimpson unter dem Namen Schizascus und später
von Macdonald unter dem Namen Peroides aufgestellt sei, und dass
der Stimpson'sche Name die Priorität habe. — Mörch glaubt so-
gar diese Gattung auf Ehrenberg's Rhodosoma verecundum Symbolae
physicae p. 3. 1828 zurückführen zu können. Annais nat. hist. 17.
p. 313.
Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistiiiigeu im
Gebiete der Entomologie während der Jahre 1865 — 06.
Von
A. Gerstaecker.
Erste Hälfte.
Eine übersichtliche Darstellung der Organisation
und Entwickelungsgeschichte der Arthropoden im Ver-
gleich mit den übrigen Thiertypen hat C. Claus in sei-
nen ^ Grundzügen der wissenschaftlichen Zoologie,^ des-
sen erster, die wirbellosen Thiere umfassender Theil im
Jahre 1866 (Marburg, 8. 3608.) erschienen ist, geliefert.
Auf die Grenzen eines die gesammte Zoologie umfas-
senden Handbuches beschränkt, hat Verf. sich es vorwie-
gend zur Aufgabe gestellt, die in den meisten ähnlichen
Werken mehr in den Hintergrund tretenden allgemeine-
ren Verhältnisse eingehender zu erörtern, während er die
Systematik nur so weit heranzieht, als sie der Lehre von
der Organisation zum Verständniss dient. Sich durch
Reichhaltigkeit des Stoffes wie durch die Gewandtheit
der Darstellung in gleichem Maasse empfehlend, kann
das Werk des Verf.'s als Hinweis dienen, wie die Zoolo-
gie in zeitgemässer Weise behandelt und besonders auch
gelehrt werden muss.
Auch der dem Ref. durch Prof. Keferstein zur
Bearbeitung übertragene fünfte Band des von H.G.Bronn
begonnenen umfangreichen Werkes : „Die Classen und
Ordnungen des Thierreiches, wissenschaftlich dargestellt
Archiv f. Naturg. XXX 11. Jahrg. 2. Bd. T
282 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
in Wort und Bild/ welcher den Typus der Gliederfüss-
1er, Arthropoda zu umfassen bestimmt ist, hat es vorwie-
gend mit einer Darstellung der diesen Thierkreis be-
treffenden allgemeineren Verhältnisse, wie der äusseren
und inneren Organisation, der Entwickelungsgeschichte,
Lebensweise, den Beziehungen zu der übrigen Natur, der
örtlichen und zeitlichen Verbreitung, der allgemeineren
Systematik n. s. w. zu thun. Ref. hat die Ausarbeitung
desselben nicht nur in Rücksicht darauf, dass die eines
Rufes geniessenden Handbücher über allgemeine Ento-
mologie sämmtlich veraltet sind, sondern auch, dass eine
die gesammten Arthropoden umfassende Darstellung bis
jetzt überhaupt noch ein Desiderat ist, übernommen, ohne
sich dabei die Schwierigkeit, sie in befriedigender Weise
zu lösen, zu verhehlen. — In den vier bis jetzt vorliegen-
den ersten Lieferungen des 5. Bandes (p. 1 — 192) hat Ref.
in sofern einen von dem ersten Verfasser des Werkes
abweichenden Weg eingeschlagen, als er den einzelnen
Classen eine Gesammtdarstellung des Typus und der
ihnen gemeinsamen Organisations Verhältnisse vorausge-
schickt hat. Der ganzen Anlage des Werkes entspre-
chend, das Thierreich in der wissenschaftlich allein be-
rechtigten aufsteigenden Reihenfolge von den einfachsten
zu den höchst entwickelten Organismen darzustellen,
werden unter den Arthropoden auch die Crustaceen zu-
nächst in Betracht gezogen werden. Auf die niedrigsten
Ordnungen dieser (Cirripedien, Copepoden) beziehen sich
daher auch die bis jetzt vorliegenden acht Tafeln.
Das seit einigen Jahren langsam fortschreitende Werk
Milne Edwards': „Legons sur la physiologie et l'ana-
tomie comparee^ beginnt in dem 2. Hefte des 8. Bandes
(Paris 1865) die Lehre von der Fortpflanzung, in welcher
jedoch die wirbellosen Thiere, obwohl sie offenbar den
eigentlichen Schlüssel zum Verständniss der hier in Be-
tracht kommenden Vorgänge liefern, etwas summarisch
abgehandelt werden. Für die Arthropoden kommen darin
eigentlich nur die Abschnitte über die Spermatozoon
(p. 346 f.) und über die Fortpflanzung durch Parthenoge-
der Entomologie während der J. 1865—66. 283
nesis (p. 375 f.) in Betracht, üebrigens ist eine speziel-
lere Darstellung ihrer Fortpfianzungsorgane noch für den
9. Band in Aussicht gestellt.
Die von Dana erfundene und nach ihm besonders
von Packard ausgebeutete ;,Cephalisation" bei den
Arthropoden hat dem mit klarem Urtheil begabten B.
Walsh zu einer Meinungsäusserung über derartige An-
schauungen -Anlass gegeben: On certain entomological
speculations of the New -England school of naturalists
(Proceed. entom. soc. of Philadelphia III. p. 207 if.). Be-
dürften solche Phantasiespiele überhaupt einer Wider-
legung, so würden die von Walsh ausgewählten und
erörterten Beispiele, besonders den Insekten entlehnt
sich jedenfalls in hohem G-rade dazu eignen, üebrigens
werden von Dana (On cephalisation, No. IV. Explana-
tions drawn out by the Statements of an Objector in:
Silliman's Americ. Journ. XLI. 1866. p. 163 ff.) diese Ar-
gumente nicht anerkannt und seine Theorie festgehalten.
Habeat sibi !
Ha e ekel hat in seinem auf die Descendenz-Theo-
rie begründeten ^^natürlichen System des Thierreichs'^
(Generelle Morphologie der Organismen, 2. Bd. Einlei-
tung), welches sich vorwiegend spekulativ verhält und
im Einzelnen auch nicht frei von irrigen Anschauungen
ist, die Arthropoden als eine besondere Abzw^eigung des
Glied erthier-Typus, welcher nach ihm zugleich Würmer,
Rotatorien und Infusorien einschliesst, aufgefasst und in-
nerhalb der Arthropoden die Crustaceen als Cladus I:
Carides (Kiemenathmende) den übrigen, als Cladus II :
Tracheata (Bronn) vereinigten, gegenübergestellt.
Die Classe der Crustaceen zerfällt nac^h dem Verf. in sieben
Unterklassen: 1) Archicarida (Urkrebse) hypothetisch, bis jetzt
unbekannt. 2) Pectostraca, Haftkrebse (Rhizocephala, Cirripedia).
3) Ostracoda. 4) Copepoda. 5) Branchiopoda (Phyllopoda , Clado-
cera, Trilobita). 6) Poecilopoda (Xiphosura und die fossilen Gi-
gantostraca). 7) Malacostraca. — Unter den Tracheaten nimmt Yerf.
vier Classen an, von denen die erste : Protracheata, Urkerfe jedoch
nur in der Einbildung existirt. Die zweite: Arachnida vertheilt er
in zwei Unterklassen: Pseudarachnae (Tardigrada und Pantopodaj
284 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und Antarachnae mit den beiden Legionen der Arthrogastres (wie
beim Ref.) und Sphaerogastres (Araneae und Acara), Dritte Classe :
Myriapoda, vierte : Insecta. Auch unter diesen sollen zwei Unterklassen :
Masticantia und Sugentia bestehen. Erstere umfassen die Tocoptera
(= Gymnognatha Burm.), Coleoptera und Hymenoptera, letztere die
Hemiptera, Diptera und Lepidoptera. Die Anwesenheit, resp. der
Mangel der Metamorphose ist für den Verf. systematisch ohne Be-
lang; ein der Classe mehr Kundiger würde mit besseren Gründen
nachweisen können, dass die Bildung der Mundtheile von sekundärer
Bedeutung ist, in so fern Orthopteren und Homopteren unter allen
Insekten die nächsten verwandtschaftlichen Beziehungen zu einander
erkennen lassen, während die Neuropteren sich mehr den Coleopte-
ren anschliessen.
C. Cornelius hat in seiner populär- wissenschaftlichen
Darstellung: „Die Zug- und Wanderthiere aller Thier-
klassen'^ (Berlin 1865. 8.) auf S. 213—331 auch die bis
jetzt unter den Arthropoden zur Kenntniss gekommenen
Wanderungen und Massenzüge in ansprechender Weise»
geschildert.
I. K. Lord, The naturalist in Vancouver Island and
British Columbia. London 1866. (2 Vols. in 8.) — Der
Text nimmt fast ausschliesslicli auf Wirbelthiere Rück-
sicht; vereinzelte auf Insekten bezügliche Angaben sind
unwesentlich und theils sogar offenbar irrthümlich. In
einem Appendix zu Vol. II. (p. 263 — 284) werden die auf
der Reise gesammelten Crustaceen von Spence Bäte
(p. 309— 344), die Insekten und Arachniden von Walk er
aufgezählt und die darunter befindlichen neuen Arten
beschrieben. Unter den Insekten sind nur die Coleopte-
ren durch eine grössere Anzahl von Arten vertreten, die
übrigen Ordnungen (mit Ausnahme der ganz fehlenden
Orthoptera) nur durch wenige. Von Arachniden wird
überhaupt nur eine Art (Nephila plumipes Koch) er-
wähnt.
Reise der Oesterreichischen Fregatte Novara um die
Erde in den Jahren 1857—59. Zoologischer Theil. (Wien
gr. 4.). — Von den die Gliederthiere behandelnden Ab-
schnitten des Werkes, so weit sie während d. J. 1865 — 66
publicirt worden sind, haben dem Ref. — meist durch
gütige Uebersendung von Seiten der Hrn. Verfasser —
der Entomologie während der J. 1865—66. 285
zur Einsicht vorgelegen: 1^ ^Zweiter Band, 3te Abth.:
Crustaceen beschrieben von Dr. Cam. Heller." Wien
1865. (280 pag. c. tab. 25). Ein umfangreiches Werk,
welches sich über alle Ordnungen der Crustaceen ver-
breitet. — 2) „Zoologischer Theil, Formicidae von Dr.
Gust. Mayr." Wien 1865 (119 pag. c. tab. 4). — 3) „Zoo-
logischer Theil, zweiter Band, 2te Abth. Lepidoptera von
C. und R. Felder.« Heft 2. Wien 1865. — 4) „Zoolo-
gischer Theil, Zweiter Band : Neuroptera, bearbeitet von
Friedr. Brauer.« Wien 1866. (104 pag. c. tab. 2). —
Für den spezielleren Inhalt dieser sehr splendid ausge-
statteten Publikationen ist auf die betreffenden Classen
und Ordnungen zu verweisen.
In Graeffe's „Notizen über die Fauna der Viti-
Inseln« (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien
XVI. p. 585 ff.) werden auch einige Mittheilungen über
die jenen Inseln eigenthümlichen Arthropoden aller Clas-
sen gemacht.
G. Belke, Notice surl'histoire naturelle du district
de Radomysl, gouvernement de Kief (Bullet, d. nat. de
Moscou 1866. I. p. 491 ü\). Verf. stellt auf S. 497—525
ein systematisches Namensverzeichniss der von ihm an
der bezeichneten Lokalität beobachteten Arthropoden aller
vier Classen zusammen. Die Insekten sind reichhaltiger,
die übrigen Classen nur durch wenige Arten vertreten.
Meek and Worthen, Notice of some new types
of organic remains from the Coal measures of Illinois
(Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1865. p. 41 —
53). Die hier beschriebenen Formen gehören sämmtlich
den Arthropoden an und stammen aus demselben Lager,
welches das von Dana als zweifelhaftes Neuropteron
beschriebene Insekt geliefert hat. Die darunter befind-
lichen Wasserbewohner scheinen sämmtlich (?) mit Süss-
wasser-Formen näher verwandt.
Von Crustaceen werden aufgeführt: BeUinurus Banae n. A.,
Acanthotelson (nov. gen.) Stimpsonii und inaequalis. Die Gat-
tung scheint den Verff. zwischen den heutigen Amphipoden und
Isopoden die Mitte zu halten, indem nur ein Paar der Abdominal-
286 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Anhänge griffeiförmig, die anderen fünf zum Schwimmen organisirt
sind; sie würde demnach eine besondere Familie Acanthotelsonidae
constituiren. — Palaeocaris (nov. gen.) typus. Auch diese Gat-
tung bildet nach den Verff. ein Mittelglied zwischen den lebenden
Formen, indem sie durch die mit einer Schuppe versehenen Fühler,
die Form der Schwanzanhänge und die langen schlanken Beine an
die macruren Decapoden erinnert, durch den siebenringligen Tho-
rax dagegen mit den Amphi- und Isopoden übereinstimmt (demnach
vielleicht ein Gampsonychus. Ref.) — Äntlirapalaemon gracilis n. A.
— Zu den Myriopoden wird Antliracerpes (nov. gen.) typus, ein
wurmförmiges, 19 Körpersegmente zeigendes Thier, an dem jedoch
keine Extremitäten sichtbar sind, gerechnet. — Als fra gliche Raupe
gilt den beiden Verff. ein anderes, durch lange, büschelförmig ge-
stellte Haare ausgezeichnetes Fossil, welchem der Name Palaeo-
campa (nov. gen.) anthrax beigelegt wird.
1. Insekten.
Ueber die Muskelkraft der Insekten hat F. Pia te au
ebenso umfassende als in ihren Resultaten interessante
Untersuchungen angestellt: Sur la force musculaire des
Insectes (Bullet, de l'acad. d. scienc. de «Belgique, 2. ser.
XX. p. 732—757 und XXII. p. 283—308). Dieselben be-
ziehen sich der Mehrzahl nach auf die Prüfung der Zug-
kraft während des Ganges oder Laufes, ausserdem aber
auch auf dieKraftäusserungen, welche auf das Fortschieben
fremder Körper gerichtet sind, so wie auf das lieben von
Lasten während des Fluges und Sprunges. Die Zugkraft
wurde besonders an Käfern und Hymenopteren, die Stoss-
kraft an grabenden Insekten (Lamellicornlen), die Flug-
kraft bei beschwertem Körper an Libellen, Apiarien und
Dipteren, die in gleicher Weise erschwerte Sprungkraft
bei Acridiern erprobt. Um die beiden ersten Arten der
Muskelaktion festzustellen, bedurfte es der Construktion
eigener Apparate. Die Zugkraft wurde auf einer mit
Musselin beklebten Ebene, welche mit Glas überdacht
war, in der Weise geprüft, dass ein dem Insekt um die
Mitte des Leibes gebundener Faden über eine leicht be-
der Entomologie während der J. 1865—66. 287
wegliche Rolle geleitet und an seinem anderen Ende mit
einem Wagebrett in Verbindung gesetzt wurde, dessen
Gewicht durch aufgeschütteten Sand allmählich vergrös-
sert werden konnte. Zur Ermittelung der Stosskraft
wurde ein Hebel construirt, dessen einer Arm in ent-
sprechender Weise beschwert werden konnte, während
der andere mit einer innerhalb eines Tubus herumdreh-
baren Scheibe, welche das Insekt aus ihrer Lage zu ver-
schieben veranlasst wurde, in Verbindung gesetzt war.
Die auf ihre Tragekraft während des Fluges und Sprun-
ges zu untersuchenden Insekten wurden durch Wachs-
und Bleiklümpchen, welche ihnen mittels eines Fadens
an den Leib gehängt wurden, beschwert. Das überein-
stimmende Resultat aller dieser verschiedenartigen Ver-
suche besteht darin, dass die Insekten einerseits eine
unverhältnissmässig grössere Muskelkraft als die Wirbel-
thiere besitzen (wie dies bereits Straus-Dürkheim
in Betreff der Sprungkraft der Insekten nachgewiesen
hat^ Ref.) und dass andererseits ihre Muskelleistung im
umgekehrten Verhältniss zu ihrer Körpergrösse und ihrem
Gewicht steht.
Nach R e gn i e r's und Q u e t e 1 e t's Untersuchungen zieht der
Mensch nur 0,86, das Pferd sogar nur 0,67 seines Körpergewichts,
während einige Insekten mehr denn das 30- und 4:0-fache ihres eige-
nen Gewichtes ziehen. Die meist an einer grösseren Individuenzahl
derselben Art festgestellten Versuche ergaben im Durchschnitte
folgende Zahlen (durch Division der gezogenen Last mittels des
Körpergewichtes: Carabus auratus 17,4, Nebria brevicoUis 25,3,
Necrophorus vespillo 15,1, Silpha livida 24,4, Ocypus morio 17,0,
Quedius fulgidus 29,6, Cetonia aurata 15,0, Trichius fasciatus 41,3,
Melolontha vulgaris 14,3, Anomala Frischii 24,3, Oryctes na^icor-
nis 4,7, Geotrupes stercorarius 9,8, Onthophagus nuchicornis 14,4,
Donacia nympheae 42,7, Crioceris merdigera 39,2. — Bombus terrestris
16,1, Bomb, rupestris 14,5, Apis mellifica 20,2. — Eine vermehrte
Zahl der Beine erhöht keineswegs die Zugkraft, denn Lithobius forfi-
catus zog viel weniger als manche Hexapoden, nämlich nur 10,5.
Einen Unterschied ergab bei manchen Insekten der Verlauf des Fa-
dens an ihrer Bauch-, resp. Rückenseite; bei letzterer Anordnung
zog Geotrupes stercorarius 5,7, Onthophagus nuchicornis 3,0, bei
ersterer der Geotrupes 9,8, der Onthophagus 14,4, — An den bei-
den letzteren Arten und an Oryctes nasicornis wurde die Stosski^aft
288 Gerstaeöker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. ira Gebiete
erprobt ; sie ergab sich für Oryctes zu 3,2, für Geotrupes zu 28,4,
für Onthophagus zu 92,9. — Auffallend gering erscheint im Verhält-
niss zur Leistung der Beinmuskeln diejenige der Flügelmuskeln bei
einer Belastung des Körpers ; doch zeigte es sich auch hier, dass
die leichtesten Insekten im Verhältniss die bedeutendste Last hoben :
Aeschna grandis 0.79, Libellula vulgata 1,01, Lestes sponsa 0,71,
Agrion puella 0,74, Bombus terrestris 0,63, Apis mellifica 0,78, Eri-
stalis tenax 1,48, Syrphus corollae 1,84, Calliphora vomitoria 0,93,
Musca domestica 1,77, Trichius fasciatus 0,15, Anomala Frischii 0,20,
Macroglossa stellatarum 0,41. — Beim Sprunge zeigte sich die Trage-
kraft der Oedipoda grossa als 1,6, bei Oedipoda parallela als 3,3
ihres Körpergewichtes, während die mittlere Höhe beim Sprunge
beider nahezu gleich (32,5 — 31,7 Centim.) war; Locusta viridissima
ergab eine Tragkraft von 1,07. — Nach diesen Ergebnissen gilt das
Gesetz von der wachsenden Muskelkraft im umgekehrten Verhält-
niss zum Körpergewicht nicht nur für Insekten einer und derselben
Familie und Gruppe, sondern auch im Grossen und Ganzen. Ver-
theilt man nämlich die 21 vom Verf. auf ihre Zugkraft untersuch-
ten Insekten in drei Gruppen, von denen eine die leichtesten, eine
zweite die schwier sten, die dritte aber die mittelschweren Arten
umfasst, so ergiebt sich für die leichtesten eine Durchschnittszahl
von 26,2, für die mittelschweren von 19,0 und für die schwersten
von 9,2. Ein ähnliches Verhältniss bieten auch zwei in Bezug auf
die Flugkraft gebildete Gruppen, nämlich 1,3 (leichtere) und 0,5
(schwerere). — Verf. wendet sich am Schlüsse seiner Abhandlung
noch gegen mehrere seinen Untersuchungen entgegengestellte Ein-
wände, z. B. gegen den, dass die Sphex-Arten im Fluge Raupen
trügen, welche ihr eigenes Körpergewicht beträchtlich überstiegen ;
seine Versuche ergaben jedoch, dass Sphex sabulosa im Fluge nur
Körper von 0,636 zu tragen im Stande sei, schwerere dagegen im
Gehen fortschleppe. (Letztere Erörterung findet sich auch unter
dem Titel: Sur la force musculaire des Insectes, 2. memoire in den
Compt. rend. de l'Institut de France Tom. 61. p. 1133 abgedruckt.
Die ganze Abhandlung, in's Englische übersetzt : On the muscular
force of Insects in: Annais of nat. hist. 3. ser. XVII. p. 139 ff.).
Black wall, Facts relative to the movements of
Insects on dry, polished, vertical snrfaces (Jonrn. of the
Linnean soc, ZoologyYIII. p. 136 ff.). Verf. vertheidigt
die Ansicht, wonach Fliegen und andere Insekten nur da-
durch im Stande sind, an glatten senkrechten Wänden
emporzulanfen, dass sie an den haarförmigen Papillen (?)
ihrer Fusssohlen. eine klebrige Substanz absondern. Die
der Entomologie während der J. 1865—66. 289
Meinung, dass dabei der Luftdruck in Betracht käme,
sucht er mit dem Nachweis zu widerlegen, dass Fliegen
auch an den Wänden eines ausgepumpten Recipienten
heraufzuklimmen im Stande seien (wobei er jedoch hin-
zufügt: so lange ihre Körperkraft dies gestatte), so wie
dass sie häufig noch an den Wänden sitzenbleiben, nach-
dem sie die Fähigkeit der Ortsbewegung eingebüsst
hätten.
lieber das Fliegen der Insekten hat F. A. Mühl-
häuser (22. — 24. Jahresbericht der PoUichia, Dürkheim
1866. p.37 — 42) in einem daselbst abgedruckten Vortrage
eigenthümliche Ansichten kundgegeben.
Verf. meint, dass die Flugmuskeln nur bei den Schmetterlin-
gen und Libellen, welche beim Fluge sichtbar mit den Flügeln
schlagen und flattern, quergestreift sind und sich unmittelbar an
die Flügel ansetzen, während bei allen mit vollkommenem Fluge
ausgestatteten Insekten — als solche werden von ihm speziell Käfer und
Dipteren namhaft gemacht — die Flugmuskeln aus »einzelnen haar-
förmigen, der Nerven entbehrenden, langen und starren Fäden von
dunkler Farbe« bestehen und sich auch nicht an die Flügel selbst
anheften, sondern den Brustkasten der Länge nach und in schräger
Richtung durchziehen. Während Verf. den von solchen flugkräfti-
gen Insekten hervorgebrachten summenden oder pfeifenden Ton den
Flügelschwingungen zuschreibt, und aus seiner Höhe resp. Tiefe so-
gar die Zahl der letzteren berechnen will, giebt er nachher zu, dass
jene Laute auch nach Wegnahme der Flügel bestehen bleiben und
also nicht von denselben abhängen. Die eigenthümliche Flugweise
jener Insekten veranlasst ihn jedoch zu der Annahme eines »beson-
deren,« den übrigen Formen und auch den Wirbelthreren fehlenden
»Organes,« welches er Syrigma nennt, über welches er aber keine
spezielleren Angaben macht.
Untersuchungen über die Physiologie des Herzens
bei den Insekten hat Alex. Brandt (Bullet, de l'acad.
de St. Petersbourg X. p. 552 — 561 , M e 1 a n g e s biologi-
quesVL p. 101— 114) angestellt. Er weist durch Ver-
suche nach, dass die Automatie des Herzens beim Fluss-
krebs und bei verschiedenen Insekten (Locusta, Lepidop-
teren-Raupen) nicht, wie Milne Edwards glaubt, auf
die Systole beschränkt, sondern eine vollkommen systo-
lisch - diastolische sei. Bei Durcbschneidung der äusse-
290 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ren Muskeln des Krebsherzens oder der Flügelmuskeln
bei Insekten, ja selbst bei vollständiger Herausnahme des
Herzens aus dem Körper fährt dasselbe zu pulsiren fort.
Auf leise Berührung mit einer Nadelspitze reagirt das
Insektenherz durch eine nur lokale Pulsation oder
durch eine anhaltende lokale Einschnürung. Einzelne
Induktionsschläge bewirkten eine oder auch eine Anzahl
örtlicher Pulsationen; schwächere Ströme steigerten die
Zahl der Pulsationen , welche aber dabei kleiner wurden.
Bei sehr genäherten Elektroden Hess sich jede beliebige
Stelle des Herzens tetanisiren; der Tetanus dauerte ent-
weder so lange, wie der Strom währte oder er überdauerte
denselben um eine bis zwei Minuten, oder er war in wie-
der anderen Fällen ein bleibender. Auch ein Einfluss der
Sonne und des Luftzutritts auf die Wiedererzeugung der
Pulsationen war nachweisbar.
Nie. Wagner, Influence de l'^lectricite sur la for-
mation des pigments et sur la forme des ailes chez les
Papillons (Compt. rendus T. 61. p. 170 ff., 24. Juli 1865,
Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVII. p. 245 ff.). Verf.
hat Versuche über den Einfluss der Elektricität auf die
Flügelfärbung bei Vanessa urticae angestellt, indem er
intermittirende Induktionsströme auf die Puppen dieser Art
einwirken Hess. Während sehr starke Ströme auf das
Pigment sowohl als auf die Flügelmembran zerstörend
einwirkten, verwandelten weniger starke das Roth in
Orange, daa Schwarz in Roth, so dass also bei der in Rede
stehenden Art die schwarzen Flecken der Flügel ganz
beseitigt wurden. Dagegen riefen die schwächsten Ströme
und zwar besonders constante das Erscheinen des schwar-
zen Pigmentes hervor; doch trat dasselbe dann stets in
unmittelbarem x\nschluss an die bereits vorhandenen
Flecke auf. Ströme von mittlerer Stärke auf den äusse-
ren Flügelrand applicirt, machten denselben (vermuthlich
durch Atrophie) geradlinig.
M. Girard, Note relative ä des experiences sur l'action des
courants electriques sur les chrysalides de Lepidopteres (Annal. soc.
entom. dei*'rance 4. ser. VI. p. 207 ff.) hat die vorstehenden W agner'-
der Entomologie während der J. 1865 - 66. 291
sehen Versuche, einen elektrischen Strom gegen die Flügeldecken
von Schmetterlingspuppen wirken zu lassen, nachgemacht, aber bei
Papilio Machaon durchaus negative Resultate erhalten.
W. Blasius, üeber die Gesetzmässigkeit in der
Gewichtsabnahme der Lepidopteren von dem Zustande
der ausgewachsenen Raupe an bis zu dem des entwickel-
ten Schmetterlinges (Zeitschr. f. wissensch. Zool. XYI.
p. 135 — 177). Verf. hat das zuerst von Newport durch
eine kleine Reihe von Wägungen festgestellte Gesetz von
der allmählichen Gewichtsabnahme der Insekten während
des Puppenzustandes einer erneueten und sehr detaillir-
ten Prüfung unterworfen und dabei nicht nur die New-
p ort'schen Angaben in allen Punkten bestätigt gefunden,
sondern sie auch noch durch den Nachweis vervollstän-
digt, dass diese Gewichtsabnahme, wenn sie gleich in
stetem Fortschreiten begriffen ist, sich doch als eine je
nach den einzelnen Entwickelungsphasen des Individuums
verschieden schnell verlaufende zu erkennen giebt. Be-
greiflicher Weise konnte ein derartiges Resultat nur durch
eine oftmalige , in kleinen Intervallen vorgenommene
Wägung eines und desselben oder einer Anzahl gleich-
artiger und in demselben Entwickelungsstadium befindli-
cher Individuen erzielt werden. Yerf. hat dazu einer-
seits zehn Raupen der Vanessa urticae, welche sich
gleichzeitig behufs der Verpuppung aufgehängt hatten,
verwandt, um dieselben, auf ein Uhrglas placirt, in Zeit-
räumen von ein bis zwei Stunden mehrmals vor der Ver-
puppung, sodann während des Verpuppungsactes selbst,
während der zehn Tage des Puppenstadiums, endlich im
Zustand des Schmetterlinges von dem Augenblicke an,
wo er seine Hülle durchbricht bis nach der Harnentlee-
rung, einer Wägung zu unterwerfen. Auf die Gewichts-
abnahme während des Puppenstadiums wurden ausserdem
noch zahlreiche einzelne Puppen der Vanessa Jo, theils
vom Verf. selbst, theils von Wicke (dessen Angaben
hier mit aufgenommen sind) angestellt. Da die Unter-
suchungen Newport's eine direkte Abhängigkeit der
Gewichtsabnahme von bestimmten Lebensthätigkeiten des
292 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
in der Entwickelung begriffenen Individuums erkennen
lassen, so war Verf. durch die Ermittelung einer in ge-
wissen Perioden rapideren, in anderen langsameren Ge-
wichtsabnahme im Stande, eine Gesetzmässigkeit in Be-
zug auf die Intensität der inneren Umwandlung nachzu-
weisen.
Die vor der Verpuppung untersuchten zehn Raupen, welche
nebst dem ihnen als Unterlage dienenden Uhrglaae bei der ersten
Wägung 10,024 gr. schwer waren, Hessen nach Verlauf von acht
Stunden schon eine Gewichtsabnahme bis auf 9,958 gr. erkennen.
Die mittlere stündliche Gewichtsabnahme stellte sich in sechs ver-
schiedenen Intervallen auf 6,50 — 8,33 — 7,50 — 11,83 — 7,04 —
6,34 mllgr. oder bei Zusammenfassung von I. II. und III. IV, auf
7,50 — 9,82 — 7,04 — 6,34. Ein Schluss von der Gewichtsabnahme
auf die Intensität der Umwandlungsthätigkeit würde als Resultat
ergeben: Während der 10 bis 12 Stunden andauernden Umwandlung
einer Raupe der Van. urticae zur Puppe findet während der ersten
drei Stunden eine schnelle Steigerung der inneren Thätigkeit statt,
welche in der zweiten Hälfte der vierten Stunde ihr Maximum er-
reicht; das allmähliche Herabsinken erfolgt sodann in der Weise,
dass die Thätigkeit zu Anfang der achten Stunde ebenso stark ist,
wie in der ersten Hälfte der dritten Stunde. Nach der Abstreifung
äex Raupenhaut bewirkt die starke Wasserverdunstung , auf wel-
cher das Trocknen der Puppe beruht, eine beträchtliche Gewichts-
abnahme; zehn frische Puppen gingen in 31 Stunden von 9,979 auf
9,843 gr. herunter. Während des eigentlichen Puppenzustandes
wogen zehn Individuen zusammen 9,843, nach fünf Tagen 9,780 gr.;
am sechsten Tage acht Individuen 9,259, am zehnten aber nur noch
9,204 gr. (incl. Uhrglas) . Die mittlere stündliche Gewichtsabnahme
betrug am ersten Tage 1,59, am zweiten 1,28, am dritten 0,86, am
vierten 0,64, am fünften 0,52, am sechsten 0.54 milligr. Diese Re-
sultate, mit denen an zahlreichen einzeln gewogenen Puppen der
Vanessa Jo in Vergleich gebracht, ergaben als allgemeines Gesetz,
dass in der ersten Zeit des Puppenstadiums die Intensität der Ge-
wichtsabnahme ziemlich schnell, aber nicht plötzlich abnimmt, wäh-
rend sie in der letzten Zeit derselben schnell und bisweilen sehr
plötzlich zunimmt. Dies auf die Umwandlungsthätigkeit übertra-
gen, so ist dieselbe während des ersten Viertheils des Puppenstadiums
zwar eine verhältnissmässig bedeutende, aber von vorn herein in
schnellem Sinken begriffen. Im zweiten Viertheil erreicht sie ihr
Minimum , nimmt während des dritten wieder allmählich zu, im
letzten schnell und zuweilen plötzlich. In der letzten Stunde vor
dem Auskommen des Sehmetterlinges erreicht sie ihre bedeutendste
der Entomologie während der J. 1865—66. 293
Höhe, ohne indessen gegen die letzten Tage überhaupt gesteigert
zu sein. Das Gewichtsverhältniss zwischen der Puppe (kurz vor dem
Ausschlüpfen) und dem Schmetterling (vier Stunden nach dem
Ausschlüpfen) stellte sich wie 0,4385 : 0,2365 gr., wie 0,4275 : 0,2395,
wie 0,3626 : 0,2322 u. s. w., zwischen der Puppe und dem seines
Harnes entledigten Schmetterling wie 0,317 : 0,155 oder wie
0,385 : 0,230. — Im Anschluss an diese durch zahlreiche Zahlenzu-
sammenstellungeu belegte Resultate macht Verf. noch Mittheilungen
über quantitative Bestimmungen des Wassergehaltes bei Raupen
und Puppen. Während zu erwarten stand, dass der Wassergehalt
mit der Gewichtsabnahme sich allmählich vermindere, hat die Erfah-
rung das Gegentheil herausgestellt; er zeigte sich in der Puppe
grösser als in der Raupe und bei ersterer im Wachsen begriffen. Als
Durchschnittszahlen von Untersuchungen an vier Puppen ergaben
sich : 76,190 Proc. Wasser (Va Stunde alt), 76,695 (3^/, Tage), 77,404
(6V2 Tage) und 78,118 (11 Tage alt, kurz vor dem Ausschlüpfen des
Schmetterlings). Es geht daraus hervor, dass das Wasser im Kör-
per der Puppe viel weniger intensiv abnimmt als die festen Theile.
Ferner lässt sich bei circa 76 "/o nach der Verpuppung und circa
78 % vor dem Ausschlüpfen berechnen, wie viel Gewichtsverlust die
Oxydation und wie viel die Wasserverdunstung bedingt : bei 57 millgr.
Totalverlust würden 34,55 auf letztere, 22,45 auf erstere kommen.
Auch ergiebt sich, dass das Verhaltniss zwischen der Menge der
ausgeathmeten Kohlensäure und dem Wasser während der verschie-
denen Puppenperiode nicht gleich bleibt ; vom dritten bis sechsten
Tage reducirt sich nur die Hälfte des Gewichtsverlustes auf Was-
serverdunstung.
Nach Peligot's Untersuchungen (Etudes chimiques
et physiologiques sur les vers ä soie in: Compt. rend.
de rinstit. de France Tom. 61. p. 866—876) beruht das
Wachsthum der Seidenraupen auf der Assimilation eines
Theiies des in den Maulbeerblättern enthaltenen Stick-
stoffes undv zwar verhält sich dieselbe in allen Entwicke-
lungsstadien gleich. Um die vom Insekt ausgeathmete
Kohlensäure zu produciren, findet ein beträchtlicher Ver-
lust an Kohlenstoff statt; fast ein Dritttheil des aufge-
nommenen Kohlenstoffes wird auf dem bezeichneten Wege
wieder abgegeben. Eine Ausscheidung von Stickstoff
scheint während des Wachsthums nicht stattzufinden. Der
Verlust an Wasserstoff, welchen die Analysen nachwei-
sen, scheint einem Verlust von Sauerstoff' zu entsprechen,
294 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
so dass man annehmen kann, ein beträchtlicher Theil der
Nah rungs Stoffe werde in Form von Wasser ausgeschieden.
— Verf. belegt diese Resultate mit zahlreichen Wägun-
gen und Analysen der Maulbeerblätter^ der Seidenraupen,
ihrer Exkremente und der Blattabfällc.
H. und L. Landois haben (Zeitschr. f. wissensch.
Zoolog. XV. p.307 — 327) nach dem Vorgange Harting's
(für den menschlichen Körper) Untersuchungen über die
numerische Entwickelung der histiologischen Elemente
des Insektenkörpers angestellt. Es wurden dazu 70 Indi-
viduen der Raupe des Smerinthus populi, welche an einem
und demselben Tage aus den Eiern geschlüpft waren und
in verschiedenen Phasen ihrer Entwickelung auf die nu-
merischen und Grössen-Verhältnisse ihrer histiologischen
Elemente geprüft wurden, in Anwendung gebracht. Die
Untersuchungen der beiden Verf. erstrecken sich auf
die Nervenzellen, die Nervenfasern, die Blutkörperchen,
die Muskelfasern, die Magenzellen, die einzelligen Drü-
sen, die Zellen der Malpighi'schen Gefässe und Serikterien,
die zelligen Elemente der Ovarien, die Zellen des Fett-
körpers, das äussere Körper-Integument und schliesslich
auf die Entwickelung der Gewebe kranker Raupen.
Für die verschiedenen Theile des Nervensystems hat sich er-
geben, dass die Ganglien des centralen Nervensystems albnählich
an Grösse zunehmen, dass die kleinen und grossen Ganglienzellen
sich allmählich während des Raupenstadiums vermehren, dass beide
zuerst kleiner werden, bald aber an Grösse zunehmen und in der
Folge sich in ihrer Grösse ziemlich constant bleiben. Im Puppen-
stadium vermehren sich die grossen sowohl wie die kleinen Gang-
lienzellen ganz bedeutend, bleiben dagegen in ihrer Grösse ziemlich
constant, wenn sie nicht gar etwas abnehmen. Die Nerveuröhren
nehmen während des Wachsthums der Raupe deutlich zu, so dass
zwischen dem kleinsten und dem grössten der untersuchten Indi-
viduen sich ein auf das Doppelte gesteigerter Unterschied (0,007 und
0,014 Mill.j herausstellt. — Die Blutkörperchen nehmen während
des Raupenstadiums an Zahl zu, bis diese kurz vor dem Puppensta-
dium am grössten ist. Während des letzteren tritt eine deutliche,
im Stadium der Image noch eine viel bedeutendere Verminderung
ein. Ihre Grösse nimmt zwar kurz nach dem Ausschlüpfen der
Raupe aus dem Eie ein wenig ab, bleibt aber dann während aller
der Entomologie während der J. 1865—66. 295
EntwickeluRgsstadien dieselbe. — Die an einem und demselben Hin-
terleibsringe gemessenen Muskel-Primitivfasern zeigten eine Grös-
senzunahme von 0,0219 bis zu 0,3073, ergaben mithin ein beträcht-
liches Wachsthum der Muskeln ; ob sich auch die Zahl der Primi-
tivfasern mehrt, ist noch zweifelhaft, während eine vollständige
Neubildung von Muskelfasern feststeht. — Die Magenzellen nehmen
während des Raupenlebens sowohl an Zahl als an Grösse zu, die
einzelligen Drüsen, die Zellen der Serikterien und die Sekretions-
zellen der Malpighi'schen Gefässe nur in der Grösse, dagegen nicht
an Zahl. Beides ist wieder der Fall bei den Epithelialzellen der
Ovarien , während die Zellen des Fettkörpers entschieden keine
Grössenvermehrung, wahrscheinlich aber auch keine Steigerung in
der Zahl erfahren. Die Epithelplättchen des Körper-Integumentes
nehmen mit dem Wachsthum des Thieres an Grösse zu; während
der Entwickelung des Schmetterlinges ^nden nicht allein Neubil-
dungen der Haut statt, sondern diese selbst ist auch einer bedeu-
tenden Ausdehnung fähig.
Generali, lieber die Farbenverändernngcn des Blu-
tes bei einigen Insekten, wenn dasselbe der atmosphäri-
schen Luft ausgesetzt wird (aus dem Annuario della so^
cietä dei naturalisti di Modena I. 1866 in den Annais of
nat. bist. 3. ser. XVIII angeführt). Hat dem Ref. noch
nicht zur Einsicht vorgelegen.
L. Landois, Ueber die eigenthiimliche Verschluss-
vorrichtung an den Tracheen der Läuse (Zeitschr. f. wis-
sensch. Zoolog. XV. p. 499. Taf. 38. Fig. 5). — H. Lan-
dois, Der Stigmenverschluss bei den Lepidopteren (Ar-
chiv f. Anat. u. Physiol. 1866. p. 41—49. Taf. II a). —
H. Landois und W. Thelen, Der Tracheenverschluss
bei Tenebrio molitor (ebenda 1866. p. 391— 397. Taf.Xb).
Alle drei Mittheilungen liefern den Nachweis eines beim
Ursprung der Tracheenstämme (hinter den Stigmen) ge-
legenen, durch einen Muskel beweglichen Chitinappara-
tes, welcher die Communikation des Tracheenlumens mit
dem Stigma zu suspendiren geeignet ist. Bald besteht
derselbe (Phthirius) aus einem einfachen Stäbchen, des-
sen eines Ende einem von der inneren Körperwand ent-
springenden Muskel zum x\nsatz dient und durch Druck
den spiraligen Theil des Tracheenrohrs von dem hinter
dem Stigma liegenden spiralfreien abschliesst, bald (Va-
296 Gersta ecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
nessa iirticae) ist er dadurch complicirter, dass zwei an-
einander bewegliche Chitinbalken oder (Tenebrio) neben
einem Hebel noch ein Verschlussring vorhanden ist.
An den Stigjnen der Raupe von Vanessa nrticae fand Verf.
den Ursprung eines jeden Hauttracheenstammes mit zwei Chitinbal-
ken versehen^ deren einer (»Verschlussbügel«) ankerförmig, der an-
dere (»Verschlusshebel«) zweiarmig erscheint; beide sind unterein-
ander durch das »Verschlussband« in Continuität , während ihre
gemeinsame Anspannung durch einen Muskel bewirkt wird, welcher
sich an den einen Arm des Vcrschlusshebels inserirt. Am dritten
und vierten Körperring der Raupe, welchen die Stigmen äusserlich
fehlen, ist an dem ihnen entsprechenden Tracheenstamme dennoch
ein, wenngleich einfacherer Verschlussapparat vorhanden. Die ganz
verschieden geformten Stigmen der Puppe haben dieselben Bestand-
theile des Schliessapparatest die Chitinbalken jedoch von wesentlich
anderer Gestalt; beim Schmetterling ist der Verschlussbügel kaum
zu bemerken, der Verschlusshebel dagegen um so kräftiger entwik-
kelt. — Bei der Larve von Tenebrio hat der Verschlussring, wel-
cher dem Bügel und Bande bei den Schmetterlingen in Gemeinschaft
entspricht, die Gestalt eines Näpfchens ohne Boden, dessen Seiten-
wand an der einen Seite niedriger und dünner ist. Auf die dünnere
Seite drückt der kurz kegelförmige Hebel mit seinem breiten Ende,
während sich an das spitze die bewegenden Muskeln anheften. (Bei
der Puppe und dem Käfer ist der Apparat der gleiche.) — Dass
dieser Apparat für die Respirationsthätigkeit von gross ter Bedeu-
tuno- ist, glaubt L. aus verschiedenen Versuchen schliessen zu dür-
fen. Einige Käferlarven, welche in reines Sauerstoffgas versetzt wur-
den, lebten darin munter weiter ; unter lebhafter Ozon-Entwickelung
starben sie erst nach acht Tagen.
L. Landois, üeber die Function des Fettkörpers
(Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XV. p. 371f.) unterschei-
det am Fettkörper der Insekten Respirations- und Nah-
rungszellen, welche den Tracheen-Endzellen und Paren-
chymzellenM. S ch u 1 tz e's entsprechen. Verf. glaubt, dass
in ersteren der Gas-Umtausch zwischen Blut und Tracheen
bewirkt werde.
M. Schultz e's bereits im vorigen Jahresber. p. 57 f.
angeführte Untersuchungen über die Leuchtorgane der
Lampyriden sind jetzt im Archiv f. mikroskop. Anat. I.
1865. p. 124— 137. Taf. 5u. 6. („Zur Kenntniss der Leucht-
organe von Lampyris splendidula") in ausführlicherer
der Entomologie während der J. 1865—66. 297
Weise publicirt worden. Verf. bestätigt die Angabe
Kölliker's und Leydig's von der AnfüUung der dor-
salen Schicht der Leuchtorgane mit harnsauren Cry-
stallen, deren gewöhnliches Fehlen dagegen in der ven-
tralen durch den Polarisationsapparat festgestellt werden
konnte. Er unterscheidet danach leuchtende Parenchym-
zellen und nicht leuchtende Uratzellen. Indem er die
durch Anwendung von Osmium - Säure erzielten histiolo-
gischen Resultate (vergl. vorig. Jahresber.) eingehender
schildert, bemerkt er noch, dass von den sternförmigen
Tracheen - Endzellen das Leuchten zuerst auszugehen
scheine, sich von diesen aber auf die Parenchym-Zellen
ausbreite. Zwar fehlen, wie dem Verf. der Versuch
mit Osmium - Säure zeigte , die Tracheen-Endzellen auch
den übrigen Organen nicht, wie bereits Leydig nach-
gewiesen; doch ist für die Leuchtorgane wenigstens die
grosse Menge derselben auf kleinem Räume charakte-
ristisch.
Künckel, Recherches sur les organes de secretion
chez les Insectes de l'ordre des Hemipteres (Compt. ren-
dus T.63. 1866. p. 433— 436) glaubt, dass das Sekret der
beiden den Hemipteren eigenthümlichen Paare von Spei-
cheldrüsen, welche er in ihrer Struktur und in dem Ver-
lauf ihrer Ausführungsgänge erörtert, nur eine digestive
Wirkung habe. Die von Blattläusen und anderen He-
mipteren an den Blättern der Pflanzen verursachten miss-
farbigen Flecke, Verdorrung u. s. w. sind von dem Sekret
der Speicheldrüsen unabhängig, da letzteres, in Pflanzen-
theile eingeimpft, keinerlei Veränderung zur Folge hat.
— Die als Glandulae odoriferae bekannten Organe der
Pentatomiden hat Verf. bei Larven und Nymphen an
derjenigen Stelle, wo sie sich bei den Imagines vorfin-
den, vollständig vermisst. Der Umstand, dass den Lar-
ven derselbe intensive Geruch eigen ist, veranlasste ihn
jedoch, sich weiter nach diesen Drüsen umzusehen und
er fand sie auch schliesslich dem Rückentheil des Hinter-
leibes anliegend und in die oberen Hautdecken ebenfalls
mit zwei Ausführungsgängen ausmündend. Sie sollen
Archiv f. Natura XXXII. Jahr;,'. 2. lid. U
298 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
bei der Umwandlung zum geschlechtsreifen Individuum
dort atrophiren und sich sodann an der Baucliseite aus-
bilden (?).
H. Landois, ^jDie Raupenaugen (Ocelli compositi
mihi)^ in: Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XVI. p.27 — 43.
Taf. 2, glaubt nach den von ihm citiiten Werken M al-
pig hi's^ Herold's und C. Vogt's annehmen zu dürfen,
dass die Raupenaugen bis jetzt weder ihrer Zahl noch
Struktur nach näher bekannt seien und macht daher
Mittheilungen über dieselben. Was er über die Lage
und verschiedene Grösse derselben beibringt, ist je-
doch allgemein bekannt, ihr Zusammenhang mit dem
Gehirn, die Dreitheilung der Cornea und der Linse be-
reits von Leydig (Auge der Gliederthiere, 1864) erör-
tert. Als unter der Linse liegend beschreibt Verf. ein
sternförmiges pigmentirtes Gebilde, welches im Centrum
dreieckig durchbohrt ist und daselbst drei eigenthümliche
Anhängsel trägt ; letztere , von schleifenförmiger Ge-
stalt, w^erden als Irisschleifen, das sternförmige Gebilde
selbst als Iris bezeichnet. Der Crystallkörper , dessen
nervöse Beschaffenheit Verf. (mit Leydig) auch für das
Raupenauge anerkennt, steckt in einem Umhüllungskör-
per, welcher von einer Muskelschicht umgeben ist; diese
wird nach aussen wieder von zwei „Umhüllungshäuten"
bedeckt. Nach Erörterung der Tracheen und der Inner-
vation des Auges diskutirt Verf. die Frage, ob die Rau-
pen einfache oder zusammengesetzte Augen haben und
kommt dabei zu dem Resultat, dass das hier vorliegende
Sehorgan zwischen einfachen und facettirten Augen die
Mitte halte. Ein Vergleich mit letzteren wird spezieller
durchgeführt. (Seine am Eingang der Abhandlung ge-
gebene Zusage, auf J. Mülle r's Arbeiten über das In-
sektenauge einzugehen, hat Verf. wohl vergessen.)
Für die Verschiedenheit des optischen Verhaltens
zwischen Scheitel- und Netzaugen der Insekten ist ein
von Schön feld angestellter und in der Bienenzeitung
1865. XXI. p. 88 ff. (Kleine Beiträge zur ßienenkunde.
Vom Gesicht) mitgetheilter Versuch lehrreich. Während
der Entomologie während der J. 1865—66. 299
eine in das Zimmer genommene Biene sonst gleich auf das
Fenster zufliegt und diesem Liclitdrange auch dann folgt,
wenn man ihre Netzaugen mit Lack überzieht und die-
selben für die Lichtstrahlen unzugänglich macht, bleibt sie
ruhig sitzen, sobald eine gleiche Procedur mit den Ocellen
vorgenommen wird. Mit überklebten Scheitelaugen auf-
gescheucht, fliegt sie gQgen die Decke auf, stösst aber
überall an. Verf. schliesst hieraus, dass die Biene nur
mit den einfachen A. u g e n in die Ferne sieht,
und dass die beiderlei Augen ein verschiedenes Sehfeld
haben, in der Weise, dass, wo die Thätigkeit der Ocel-
len aufhört, diejenige der Netzaugen beginnt. Mit letz-
teren möchte die Biene, nach der Ansicht des Verf.'s, in
der Dämmerung und innerhalb des Stockes sehen.
V. Siebold, üebcr Kakerlakbiidung der Bienen
(Bienenzeitung 1866. XXII. p. 73 f.) führt das Vorkommen
von rothen oder farblosen Augen bei Drohnen der Honig-
biene auf eine mangelhafte, resp. ganz fehlende Pigment-
bildung im Auge zurück. Von Literesse ist die (ebenda
XXII. p. 56) mitgetheilte Beobachtung, dass Drohnen mit
derartigen Augen blind und nicht das Flugloch aufzufin-
den im Stande sind.
„lieber das Gehörorgan von Locusta" hat Hensen
im Anschluss an seine Untersuchungen über das Gehör-
organ der Decapoden erneuete Mittheilungen gemacht
(Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XVI. p. 190—207. Taf. 10).
Er constatirt zunächst, dass die durch v. Siebold ge-
gebene Darstellung in allen Hauptsachen durchaus cor-
rekt sei, während er sich mitLeydig mehrfach im Wi-
derspruch befindet, besonders darin, dass die Blasen und
Stäbchen der bandförmigen Fortsetzung des Ganglion
mehrere Reihen bilden sollen. Verf. weist in Ueber-
einstimmung mit v. Siebold an Meconema und Locusta
eine einzelne Reihe solcher Blasen mit Stiften nach,
abweichend von ihm die Zusammensetzung der Tracheen-
blase aus zwei isolirten Stämmen und den bis jetzt über-
sehenen, neben der Hörleiste herablaufenden, mit grossen
Ganglienzellen besetzten Nerven. Die Stifte fand Verf.
300 Gerstaecker: ßericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
nicht, wieLeydig, vierkantig, sondern als drehrunde,
unten zugespitzte, hohle Gebilde, in deren Inneres ein
mit dem Nerven in Verbindung stehender Faden (Chorda)
hineinragt. Die Entdeckung, dass die an dem Ende der
Stifte hervortretende Verdickung durch eine Verdoppelung
ihrer Membran hervorgerufen wird, hat den Verf. dazu
geführt, in denselben das Analogen eines unentfalteten,
nach dem Typus der Crustaceen-PIaare gebauten Haar-
gebildes zu vermuthen, eine Annahme, welcher der Zu-
sammenhang mit der Tracheen- Membran nicht wider-
streitet. Verf. erörtert ferner noch die den einzelnen
Stiften entsprechenden vier Zellen, den Zusammenhang
der Chorda mit den zu den Ganglienzellen verlaufenden
Bändern, so w^ie schliesslich die Analogieen des ganzen
Apparates mit dem Gehörorgan der Decapoden-
Pfarrer J ä c k e 1 (Regensburger Corresp. -Blatt XX.
p. 99 ff.) lieferte einen „Beitrag zu der Frage, von wel-
chem Sinne die Insekten bei Aufsuchung ihrer Nahrung
geleitet werden." Er glaubt, dass sich zur Erledigung
dieser Frage besonders Macroglossa stellatarum eigene,
welche nach seinen Erfahrungen sich mehr durch den
Geruch als durch das Gesicht leiten lasse.
H. Lande is (Archiv f. Anatom, u. Physiol. 1866.
p. 50 — 58. Taf. II b) hat Untersuchungen über die Ent-
wuckelung der büschelförmigen Spermatozoon bei den
Lepidopteren veröffentlicht, deren Ergebnisse zwar nicht,
wie der Verf. zu glauben scheint, durchaus neu sind,
welche aber die früher (1849) von H. Meyer in Zürich
über denselben Gegenstand angestellten im Einzelnen
vervollständigen. Besonders hat Verf., welchem dieMey-
er'sche Abhandlung entgangen ist, das Verhältniss der
„Tochterzeilen" zu den „Hodenzellen" und die Hervor-
bildung der Spermatozoen aus den in Continuität bleiben-
den ersteren genauer verfolgt. Die Entwickelung der
Samenfäden in den zuerst kugligen, später retortenförmig
ausgezogenen „Hodenkugeln" ist dagegen die Entdeckung
Meyer's, welcher dieselbe auch (Archiv f. Anat. u. Phy-
siol. 1866. p. 288) für sich in Anspruch nimmt.
der Entomologie während der J. 1865— ÜG. 301
Die bei der Raupe getrennten Hodenkörper nähern sich ein-
ander bei der bevorstehenden Verpuppung und verschmelzen wäh-
rend derselben vollständig. Jeder Hode enthält vier durch Septen
getrennte Hodenkammern, welche ihrerseits mit den »Hodenkugeln«
prall angefüllt sind. Letztere sind 0,1 Mill. grosse kuglige Schläuche,
welche 0,019 Mill. grosse kuglige Zellen (»Hodenzellen«) einschlies-
sen. In diesen bilden sich nun 0,0034 Mill. grosse Tochterzellen,
welche sich in demselben Maasse zu perlschnurartigen Strängen ver-
binden, als die zuerst kugligen Hodenzellen eine erst birn- , dann
retorten- und endlich keulf'örmige Gestalt annehmen. An diesen
perlschnurförmigen Strängen werden die knotenartigen Verdickungen
allmählich kleiner und vereinzelter, bis durch ihr gänzliches Ver-
schwinden die fadenförmige Spermatozoe entstanden ist. Ein Büschel
solcher am Grunde vereinigter Samenfäden ist dann der schliess-
liche Inhalt einer Hodenkugel. — Verf. hat experimentell festge-
stellt, dass Nahrungsmangel einen hemmenden Einfluss auf die Ent-
wickelung der männlichen (und ebenso der weiblichen) Geschlechts-
organe ausübt. Wenn er als Parallele hierfür die Biene heranzieht,
deren Arbeiter »bei dürftigem Futter« nur verkümmerte Gesöhlechts-
organe entw^ickelten, so ist dieser Vergleich nicht zutreffend ; denn
auf die Hervorbildung von Königinnen und Arbeitern wirkt weniger
die »reichliche,« resp. »dürftige,« als vielmehr die verschieden-
artige Nahrung bestimmend ein.
Eine umfangreiche Abhandlung F. Leydig's: Der
Eierstock und die Samentasche der Insekten, zugleich
ein Beitrag zur Lehre von der Befruchtung (Nov. Act.
Acad. Leopold. Carol. XXXIIL p. 1—88. Taf. 1— -5. —
Separat- Abdruck, Dresden 1866. 4. 88 pag. c. tab. 5) bringt,
wie alle Arbeiten dieses ausgezeichneten Forschers, für
die darin behandelten Organe vieles neue und wichtige
Detail zur Kenntniss, wiewohl sich Ref. nicht ganz des
Eindruckes erwehren kann, als wäre Verf. darin gewis-
sen, die Befruchtungstheorie betreffenden Fragen nicht
ganz vorurtheilsfrei entgegengetreten. Die Abhandlung
beginnt mit einer Darlegung der vom Verf. an 18 In-
sekten verschiedener Ordnungen (Carabus, Silpha, Sta-
phylinus, Timarcha, Apis, Formica, Smerinthus, Harpyia,
Tachina, Musca, Scatophaga, Aeschna, Decticus und eini-
gen den genannten nahe verwandten) angestellten Unter-
suchungen, welche sich besonders auf die Verbindung
der Eierstöcke mit dem Rückengefäss, auf die Struktur
302 Gers ta eck er: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
der Eiröhren und Eier selbst, so wie zum Theil auch auf
die Samentasche und deren x\usführungsgang gerichtet
haben. In einem zweiten Abschnitt fasst Verf. sodann
die von ihm gewonnenen Resultate übersichtlich zusam-
men und stellt sie mit den von Anderen gemachten An-
gaben in Vergleich. In Betreff der Eiröhren sucht Verf.
geltend zu machen, dass man sie bisher mit Unrecht in
ihrer ganzen Ausdehnung als ,, Eierstock'^ bezeichnet hat,
während sie im Grunde dem grösseren Theile nach nur
als Eileiter angesehen werden können. Bei Necrophorus
und Timarcha weist Verf. als Grenze von Eierstock und
Eileiter an den einzelnen Eiröhren eine nach innen vor-
springende Klappe, welcher äusserlich eine Einkerbung
entspricht, nach; ersterer, als am oberen Ende der Eiröh-
ren sitzend, ist bereits von Malpighi iii seinen Abbil-
dungen des Seidenspinners kenntlich gemacht worden.
In Betreff der Verbindung der Ovarien mit dem Rücken-
gefäss hebt Verf. zunächst hervor, dass sie zuweilen (Lu-
canus, Musca, Scatophaga) überhaupt fehlt, dass aber, wo
sie vorhanden ist, eine Gefässverbindung im Sinne von
Joh. Müller entschieden nicht nachweisbar ist; nur die
Peritonealhülle der Eiröhren setzt sich ohne Unterbre-
chung in die entsprechende Schicht des Herzens fort, sie
selbst hören für sich blind geschlossen auf. Die Eiröhren
aller vom Verf. untersuchten Insekten zeigten eine äus-
sere Peritonealhülle, eine Tunica propria und ein unter
dieser liegendes Muskelnetz; die über den Inhalt des
Endfadens von Joh. Müller und Stein gemachten An-
gaben versucht er auf einander zurückzuführen und be-
spricht sodann wiederholt die Bildung des Eies, an wel-
chem Keimbläschen, Dotter und Dotterhaut als Umbildun-
gen der Eizelle hingestellt werden. Von besonderer
Wichtigkeit auch für die Bedeutung der Mikropvle er-
scheint die vom Verf. an Carabus und Osmia gemachte
Beobachtung, wonach der obere Eipol durch eine stiel-
artige Basis mit dem Keimlager längere Zeit hindurch
verbunden bleibt; bei seiner Ablösung bleibt die Mikro-
pvle gleichsam als Narbe zurück Das Eindringen der
der Entomologie während der J, 1865—66. 303
Spermatozoen durch die Mikropyle in die Dottermasse
zweifelt Yerf. nach sein-en Beobachtungen geradezu an;
er sah sie bei verschiedenen Insekten zwar das Ei um-
geben, auch in grösserer Menge dem oberen Eipol anlie-
gend, aber nirgends die Dotterhaut durchsetzend. Er
ist daher eher zu glauben geneigt, dass sie durch die
Dotterhaut hindurch mittels eines flüssigen, ihnen eigenen
Stoffes wirken, als dass sie sich der Dottersubstanz selbst
beimischen. Ueberhaupt ist ihm die Mikropyle, als wel-
che er nur die eine grössere OefFnung des oberen Ei-
poles gelten lässt, in ihrer Beziehung zur Befruchtung
des Eies zweifelhaft, besonders weil sie gerade den mit
den grössten Zoospermien ausgestatteten Formen , wie
Polyphemus, Ixodes, Cypris fehlt. — Dass die Samen-
tasche der Bienenkönigin eines Muskelnetzes vollständig
entbehre, macht Verf. v. S i e b o 1 d und L e u c k a r t ge-
genüber wiederholt geltend ; dass durch den mit querge-
streifter Muskulatur versehenen Samengang bei der Be-
fruchtung der einzelnen Eier jedesmal ein Quantum Sperma
entleert werde, scheint ihm wenig glaublich, vielmehr
vertritt er die iVnsicht, dass bei vielen Arthropoden die
in das Receptaculum eingebrachten Spermatozoen gar nicht
in nähere Berührung mit den Eiern zu kommen brau-
chen. (Dass indessen bei der Bienenkönigin eine allmäh-
liche Entleerung der Samentasche vor sich geht, wird
Verf. nicht bestreiten können. Ref.) Dieser Anschauung
gemäss spricht Verf. auch die über die Parthenogenesis
der Bienen gemachten Beobachtungen (Befruchtung der
weiblichen und spontane Entwickelung der männlichen
Eier) lediglich als eine „Behauptung" an, gegen welche
er einige bereits von Kyber an Aphiden festgestellte
Thatsachen anführt, auch Nahrung und Temperaturgrade
als bei der Eientwickelung in Betracht kommende Fakto-
ren geltend macht, ohne indessen nach des Ref. Ansicht
damit eine ganze Reihe unbestreitbarer Thatsachen zu
widerlegen.
H artig hat in einer botanischen Abhandlung: „Der
Füllkern, diaphragmatische und intercellulare Zellkern"
304 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
(Karsten's Botanische Untersuchungen p. 278 ff.) auf
S. 298—303. Taf. 18 auch Untersuchungen „über den Füll-
kern des Eierstocks und der Samengefässe bei den In-
sekten^ mitgetheilt und dieselben durch Abbildungen er-
läutert. Da der Gegenstand überhaupt nur des Verglei-
ches halber mit den in den Pflanzenzellen vorgehenden
Yeränderungen herangezogen ist, so bedient sich Verf.
auch der gleichen Nomenklatur, welche erst in die zoo-
logische Ausdrucksweise zu übertragen wäre.
In Betreff der Eientwickelung stellt Verf. den zwischen »den
Geradflüglern, Netzflüglern und Saugern« (?) einer- und »den Schmet-
terlingen, Fliegen und wespenartigen Insekten« andererseits beste-
henden Unterschied so dar , dass sich bei ersteren »der ganze,
nackte Zellenschlauch,« bei letzteren dagegen nur »der sekundäre
Zellkern« zum Eie ausbilde , während »alle übrigen Theile des
primitiven Zellenschlauches« den Nahrungsdotter herstellen. Die
Spermazellen betreffend, so entwickelt sich bei Schmetterlingen,
Käfern, vielen Netzflüglern und Fliegen in einer Zelle ein ganzes
Bündel von Spermatozoon, bei den Tipularien, Hymenopteren, Li-
bellen und einigen Orthopteren (Locusta) dagegen nur je eines.
Die grössten Spermazellen besitzt nach seinen Beobachtungen (Fig. 7)
Sciara Thomae, wo sie 0,04 Mill. im Durchmesser sind und wo der
spiralig gewundene Samenfaden selbst 0,002 Mill. dick ist.
La Valette geht in seiner Abhandlung: „Ueber
den Keimfleck und die Deutung der Eitheile^ (Archiv f,
mikroskop. Anat. II. p. 56 ff., Taf. 4) auch auf die histio-
logische Beschaffenheit der Eier von Insekten (und Isopo-
den) ein. Die vom Verf. beobachteten Eier aus den Geni-
talanlagen einer Libellen-Larve zeigten stets zwei Keim-
flecke, einen grösseren und einen kleineren; ersterer
war dunkler, in der Form schwankend und enthielt die
als „Körner des Keimfleckes'^ bezeichneten hellen Stellen.
Die an letzteren vom Verf. wahrgenommenen Verände-
rungen liessen sie ihm als Vacuolen erscheinen.
Weis mann hat seine Untersuchungen über die
spezielleren der Insekten-Metamorphose zu Grunde lie-
genden Vorgänge jetzt auf einen zweiten, der Musca vo-
mitoria gewisserraaassen entgegengesetzten Typus, wie er
sich bei der Larve von Corethra zu erkennen giebt, aus-
gedehnt und die Resultate derselben in seiner Abhandlung
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 305
tiber ;,Die Metamorphose der Corethra plumicornis^ (Zeit-
schr. f. wissensch. Zoolog. XVI. p. 45— 121. Taf.3— 7)
niedergelegt. Die Larve dieser Art wurde einerseits wegen
ihrer besonderen Durchsichtigkeit, andererseits deshalb
gewählt, well ihr mit deutlichen Gliedmaassen ausgerüste-
ter, deutlich abgesetzter Kopf gleich von vorherein einen
anderen Entwickelungsmodus voraussetzen liess. Verf.
weist an derselben zunächst die während ihres Wachs-
thums eintretenden Veränderungen nach. Als solche sind
gewisse, erst nach der vierten Häutung auftretende Cu-
tikularbildungen, wie der starke Büschel langer vom
Stirnfortsatz entspringender Borsten, besonders aber die
sich allmählich hervorbildenden zusammengesetzten Au-
gen zu erwähnen. Das der aus dem Eie schlüpfenden
Larve bereits zukommende Augenpaar wird nämlich spä-
ter zum Nebenauge, während das sich später ausbildende
direkt in die Netzaugen der Puppe und Imago übergeht.
Auch das gesammte Tracheensystem der beiden letzten
Entwickelungsstadien ist in der Anlage schon bei der
jungen Larve anzutreffen. — In Betreff der Anlage der
Imaginalscheiben weicht nun die Corethra-Larve in viel
höherem Maasse von derjenigen der Musca vomitoria ab,
als Verf. dies früher (für Chironomus und Simulia) an-
genommen hatte. Erstens werden dieselben nicht schon
im Eie angelegt, sondern sie entstehen erst nach der
letzten Häutung der Larve, also während dem der Ver-
puppung unmittelbar vorangehenden Stadium; zweitens
aber liegen sie nicht in der Leibeshöhle, sondern zwi-
schen der Cuticula und der Hypodermis, als deren Neu-
bildungen sie anzusehen sind. Die sechs in den Tho-
raxringen der Chironomus- und Corethra-Larve angelegten
Thoracalscheiben-Paare (drei dorsale und drei ventrale)
sind im Grunde nur einfache Ausstülpungen der Hypo-
dermis. welche allmählich zu Anhängen (Gliedmaassen)
auswachsen und die Hypodermis selbst zu grubenförmigen
Einstülpungen zurückdrängen. Eine Analogie zwischen
ihnen und den Imaginalscheiben der Musca-Larve besteht
nur in sofern , als sich auch bei Corethra u. s. \v. das
306 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Nervensystem bei der Neubildung betbeiligt, indem näm-
licb der von dem betreffenden Brnstganglion ausgebende
Nerv in sie aufgenommen wird und die vom Neurilem
ausgebenden Wucberungen das Baumaterial für die Aus-
bildung der inneren Gewebetbeile abgeben. In gleicber
Weise, wie aus den ventralen Platten die drei Beinpaare,
so entsteben aus den dorsalen die Kiemen (am Protborax),
die Flügel und Scbwinger der Puppe ; dass in die den
letzteren entsprecbenden Ausstülpungen ein Nerv aufge-
nommen wird, liess sieb mit Sieberbe it ermitteln, wäb-
rend es für die Plügel zweifclbaft blieb. Am Kopf gebt
die Hervorbildung der bei der Mücke sebr verscbieden
gestalteten Mundtbeile tbeils (Mandibeln, Oberlippe) durcb
Scbrumpfung der bereits vorbandenen, tbeils (Maxilleu
und Unterlippe) durcb Neubildungen vor sieb; letztere
entstebt ebenso wie die Fübler (aucb bei der jedesmali-
gen Häutung der Larve) durcb Ausstülpung der Hypo-
dermis. Aucb die beiden flossenförmigen Anbänge des
Hinterleibsendes bei der Puppe entsteben nacb der vier-
ten Häutung der Larve gleicbzeitig mit und in gleicber
Weise wie die Tboracalscbeiben, so dass sie als dorsale
Anbänge des betreffenden Segments anzuseben sind. Die
Gescblecbtsdrüsen werden bei Coretbra wie bei den Mus-
carien bereits im Eie angelegt, docb tritt eine deutlicbe
Gescblecbtsdifferenz erst nacb überstandener vierter Häu-
tung der Larve bervor. — iVm Scbluss seiner — aucb
an anatomiscben und bistiologiscben Details sebr reicben
— Abbandlung gebt Verf. auf einen umfassenden Vergleicb
zwiscben der Entwickelung der Muscarien- und Coretbra-
Larveein: er bezeicbnet erstere als discontinuirli cbe,
letztere als c o n t i n u i r 1 i c b e Entwickelung und stellt die-
jenige der Coretbra als das eine Extrem unter den metabo-
len Insekten und als zunäcbst mit der Ametabolie verwandt
bin. Der scbärfste Unterscbied tritt in der Anwesenbeit
resp. dem Mangel eigentiicber Imaginalscbeiben bervor;
jene (die Muscarien charakterisirend) würde die sieb nacb
diesem Typus entwickelnden Insekten als „Discota/^ dieser
(Coretbra) die übrigen als „Adiscota" zu bezeicbnen An-
der Entomologie während der J. 1865—66. 307
lass geben. — Ein Resunie dieser Untersuchungen ist als
Vortrag in dem Annitl. Bericht über die 39. Versamml.
Deutscher Naturforscher zu Giessen p. 155 f. (^^Ueber die
Entwickelung der Tipuliden, als zweiter Typus der In-
sektenmetamorphose^) abgedruckt.
Fr. Brauer, Ueber Insektenmetamorphose. Ein Vor-
trag gehalten im Vereine zur Verbreitung naturwissen-
schaftlicher Kenntnisse in Wien. (Wien 1865. 31 pag. in
12.) Verf. erörtert darin in sehr anziehender und all-
gemein verständlicher Weise die der Metamorphose zu
Grunde liegenden spezielleren Vorgänge mit Berücksich-
tigung der neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse, so wie
die verschiedenen Abstufungen und Modifikationen, unter
welchen sie auftritt.
Packard, Observations on the development and
position of the Hymenoptera with notes on the morpho-
logy of Insects (Proc. of the Boston soc. of nat. bist. X.
p. 279—295, Annais of nat. bist. 3. ser. XVIII. p. 82—99).
Verf. verfolgt an Bombus fervidus die allmählichen Ver-
änderungen, welche die ausgewachsene Larve bei ihrer
Umbildung zur Puppe und diejenige, welche letztere
während der Ausbildung der Image eingeht. Er glaubt
drei zwischen der Larve und Imago eintretende Mittel-
formen, welche er als Semipupa, Pupa und Subimago be-
zeichnet, annehmen zu können und neigt sich zu der An-
sicht, dass jede derselben durch eine Häutung eingeleitet
werde. Die von ihm gegebene Abbildung (im Holzschnitt)
des zweiten Entwickelungsstadiums der Semipupa ist da-
durch von Interesse, dass sie die Zusammensetzung des
Brustkastens der Hymenoptera aculeata aus vier Pvingen
(d. h. aus drei Thorax- und dem ersten Hinterleibssegment
der Larve) zur vollen Evidenz bringt. Für die ganze
Entwickelung vom Ei bis zur Imago glaubt Verf. „w^e-
nigstens zehn" (?) Häutungen annehmen zu können. —
Auf die Morphologie der Insekten im Allgemeinen ein-
gehend, nimmt Verf. für den Insektenkörper im Ganzen
20 Ursegmente an, von denen 7 auf den Kopf, 3 auf den
Thorax und 10 auf den Hinterleib kommen. Die Myrio-
308 G e r s t aecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
poden als mit selbstständigem Kopftheil versehen, be-
trachtet er als eine Ordnung der Insekten, welche nach
seiner Ansicht in den Hymenopteren ihren höchsten Aus-
bildungsgrad erreichen. Für diese Ordnung nimmt er
wieder die Honigbiene als das vollkommenste Insekt in
Anspruch, aber aus dem sonderbaren Grunde, weil sie
den höchsten Grad der „Cephalisation" erkennen lassen
soll (in wie fern mehr als eine Wespe oder ein Ichneu-
mon ? Ref.).
Die umfassenden und wichtigen Mittheilungen W e i s-
mann's über die embryonale Entwickelung der Insekten,
deren im letzten Jahresberichte ausführlich gedacht wurde,
hat EL Mecznikow zum Ausgangspunkt fernerer Un-
tersuchungen auf demselben Gebiete genommen. Die
Ergebnisse derselben sind in drei Abhandlungen : Ueber
die Entwickelung der Cecidomyien-Larven aus dem Pseud-
ovum (dies. Archiv f. Naturgesch. XXXI. p. 304 — 310),
Untersuchungen über die Embryologie der Hemipteren,
vorläufige Mittheilung (Zeitschr. f. wissensch. Zool. XYI.
p. 128 — 132), besonders aber: Embryologische Studien an
Insekten (ebenda XVI. p. 389—500. Taf. 23— 30) niederge-
legt. Verf. hat seine Untersuchungen an dem Ei von
Simulia, an den Keimkörpern der viviparen Cecidomyien-
Larven, an den Eiern von Corisa, Gerris, Aspidiotus und
Psylla, an den Keimen der viviparen Aphiden, endlich
an den Eiern von Teleas angestellt. Dieselben auch nur
in ihren wichtigsten Einzelheiten vorzuführen, würde ein
sehr umfangreiches Referat erfordern; wir müssen uns
daher in Rücksicht auf den hier vorgeschriebenen Raum
darauf beschränken, aus den vom Verf. am Schluss sei-
ner ausgedehnten letzten Abhandlung zusammengestellten
„Rückblicken und Vergleichen'^ dasjenige hervorzuheben,
was von den durch W e i s m a n n gewonnenen Erfahrungen
abweicht, resp. dieselben in ihrer Allgemeinheit modificirt.
In Betreff des Blastoderms bei den Insekten steht Verf.
mit Weismann in sofern im Widerspruch, als er mit
Leuckart und Claparede diesen Prozess nicht als im
Gegensatz zu der Dotterfurchung stehend auffasst. Auch
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 309
bei partieller Fiirchung (Nebalia, Baianus) zeigt sich etwas
dem KeimhautblasteiQ Analoges, ebenso bei totaler (Cle-
psine, Sacculina); es wird hier durch den Bildungsdotter
repräsentirt. Ob die Entstehung der Keimkerne, wie sie
Verf. in einzelnen Fällen (Miastor, Aphiden) aus dem
Keimbläschen beobachtet hat, bei den Insekten im Allge-
meinen vorkommt, muss dahin gestellt bleiben ; in keinem
Falle können dieselben aber (nach Weismann) als Neu-
bildungen in Anspruch genommen werden, wie dies die
Sommereier der Daphnien erkennen lassen. Die Bildung
des Keimstreifens betreffend, so geht sie in mannigfalti-
gerer Weise vor sich, als dies die W ei smann'schen Un-
tersuchungen vermuthen lassen. Zwar existirt nach der
Ansicht des Verf.'s zwischen dem regmagenen und areg-
magenen Keimstreifen Weismann's kein fundamentaler
Unterschied, da ein Reissen der Keimhaut in keinem von
beiden Fällen stattfindet, im letzteren vielmehr nur der
Rückentheil der Keimhaut sich von dem Keimstreifen
loslöst und sich in das sogenannte Amnion verwandelt.
Dagegen tritt eine sehr verschiedene Anlage des Keim-
streifens bei den Hemipteren auf. Eine Verdickung des
Blastoderms fällt hier ganz weg, vielmehr wandelt sich
dieses fast ganz in das Amnion um ; der Keimstreifen
aber bildet sich durch das Wachsthum eines im Grunde
des Blastoderms liegenden Hügels. Nur mit dem Kopf-
ende dem Blastoderm verbunden, ragt er in das Innere
des Eies hinein, entweder vollständig, oder nur theilweise
vom Dotter umgeben. Von den hier auftretenden Modi-
fikationen ist die bei Corisa vorkommende derjenigen der
Dipteren am nächsten stehend; als gerades Band der
ßauchfläche aufliegend, weicht er nur in seiner Entste-
hung ab. Bei Gerris wächst er dagegen schon in Form
eines breiten Bandes in den Dotter hinein, welcher den
Embryo lange Zeit umgiebt ; auch macht sein hinteres
Ende bereits eine selbstständige Krümmung, welche nicht
derjenigen des Eies folgt. Den höchsten Grad der Ab-
weichung lässt der Keimstreifen aber erst bei den Ho-
mopteren (Aphis, Aspidiotus, Psylla) erkennen, wo sich
310 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
seine Krümmung auf einen ganzen Körperabsclinitt er-
streckt und wo dieselbe die Form eines 8 annimmt, des-
sen entgegengesetzte Windungen sicli auf eine lange
Strecke dicht aneinander legen. Aphis zeigt von Aspi-
diotus und Psjlla nur sekundäre Unterschiede, welche
von der abweichenden Ernährung des Embryo abhängig
sind; dieselben reduciren sich auf die geringe Quantität
des Nahrungsdotters, welcher dagegen bei Coccus und
Psylla den ganzen Embryo umgiebt. — In Betreff des
Mangels diöerenter Keimblätter bei den Insekten stimmt
Verf. zwar der Hauptsache nach Weis mann bei, macht
aber auf die Scheidung zweier Blätter (Haut- und Ner-
venmuskel-Blatt) an den Extremitäten dieser Classe und
darauf aufmerksam, dass sie an den Keimstreifen des
Scorpions durchaus deutlich auftreten. — Besonders wichtig
erscheint an den Untersuchungen des Verf.'s der Nachweis
der provisorischen Embryonalhäute ; während die äussere
derselben, das mit der serösen Hülle der Wirbelthiere zu
vergleichende Amnion, um den ganzen Eiinhalt lose her-
umliegt, deckt die zweite, das dem Wirbelthier- Amnion
gleich zu stellende Faltenblatt nur den Keimstreifen, mit
dessen Rändern sie sich verbindet. Unterschiede in Be-
treff der Bildung des Amnion bestehen darin, dass das-
selbe bald (Simuiia, Chironomus) nur aus dem vom Keim-
streifen erübrigten Reste des Blastoderm, bald (Aphis
und andere Hemiptera) aus dem grössten Theile desselben
hervorgeht. Ebenso entsteht das Faltenblatt theils (,Dip-
tera) aus der Vereinigung zweier besonderer Falten nach
der Bildung des Keimstreifens, theils (Corisa, Aphis)
gleichzeitig mit der letzteren aus einem Theile des Keim-
hügels. Meist sind beide Embryonalhäute vorhanden;
eine Ausnahme machen die Muscinen, welchen das (In-
sekten-) Amnion fehlt und Teleas , welcher Gattung es
ausschliesslich zukommt. — Ueber die Bildung der Fort-
pflanzungsorgane macht der Verf. die wichtige Angabe,
dass bei den mit Keimstöcken versehenen Formen (Mia-
stor, Aphis) der eigenthümlichen Fortpflanzungsweise auch
eine besonders frühe Entstehung und starke Ausbildung
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 311
der dazu dienenden Organe entspricht. Eine Abweichung
existirt zwischen beiden in der verschiedenen genetischen
Beziehimg ihrer elementaren Zellen zu einander. Bei den
Cecidomyiden-Keimen haben nur die Keim- und Dotter-
bildungszellen einen gemeinschaftlichen Ursprung und
zwar aus den Polzellen; die Epithelzellen dagegen ent-
stehen aus besonderen kleinen Embryonalzellcn. Bei den
viviparen Aphiden dagegen bilden sich aus letzteren so-
wohl die Keim- undDotterbildurigs-, als die Epithelzellen
hervor.
Gleichfalls in unmittelbarem Anschluss an Weis-
mann hat Th. K up ff er Untersuchungen ^über das Falten-
blatt an den Embryonen der Gattung Chironomus" ange-
stellt und darüber Mittheilungen in M. 8 c h u 1 tz e's Archiv
f. mikrosk. Anat. II. p. 385—397, Taf. 20 gemacht. Verf.
stimmt den Beobachtungen Weismann's, so weit sie
die Ausbildung der Keimhaut betreffen, vollständig bei,
kommt aber in Betreff des Faltenblattes zu denselben
Resultaten wie Mecznikow. Auch nach seinen Un-
tersuchungen findet ein Zerreissen der Keimhaut nicht
statt, sondern Kopf- und Schwanzfaite bestehen aus zwei
Blättern, welche gegeneinander wachsen und sich gleich-
zeitig immer mehr von einander entfernen. Das äussere
Blatt legt sich der Innenseite der Eihaut an und bildet
die „Embryonalhülle^ (Amnion Mecznik.), das innere, mit
den Rändern des Keimstreifens zusammenhängende ist
das .jFaltenblatf^ Weismann's. Verf. stellt auch seiner-
seits einen Vergleich der Embryonalhülle der Insekten
mit der serösen Hülle der Wirbelthiere und des Falten-
blattes der ersteren mit dem Amnion der letztern an,
hält denselben aber nicht für durchführbar; die Rolle des
Faltenblattes ist eine viel wichtigere, da sie auf die Em-
bryonalanlage selbst gerichtet ist.
Eine Umhüllungshaut hat auchA. Do hm (nach einer
kurzen Notiz: Zur Embryologie der Arthropoden, Central-
blatt f. d. mediz. Wissensch. 1866. No.54) an den Eiern einer
unbestimmten Phryganide beobachtet; er glaubt, dass die-
selbe durch Spaltung aus der Koimhaut hervorgeht. Für
312 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
diese und den Keimstreifen nimmt Verf. eine erste, für
die Entstehung des Rückengefässes , der Speichel- und
Malpighi'schen Gefässe eine zweite spontane Zellen-
schöpfung an. An der Bildung des Nervensystems und
der Tracheen betheiligen sich nach seinen Beobachtungen
Zellen aus beiden Perioden.
Die im vorigen Jahresberichte S. 37 ff. erwähnte ei-
genthümliche Fortpflanzung gewisser Cecidomyia-artiger
Tipularien durch eine grössere Anzahl aufeinanderfolgen-
der Generationen von ammenartigen Larven hat während
der J. 1865 — 66 nicht nur von verschiedenen Seiten her
die vollste Bestätigung erfahren , sondern ist auch in
ihren Einzelheiten näher erforscht worden. Die Resultate
der im Folgenden angeführten Beobachtungen lassen sich
der Hauptsache nach dahin zusammenfassen, dass I) meh-
rere und sogar verschiedenen Gattungen angehörende
Cecidomyiden sich zeitweise nur durch Larven-Erzeugung
fortpflanzen, dass 2) auf eine Reihe von Larven-Genera-
tionen eine aus Puppen hervorgehende geschlechtlich
entwickelte Generation (geflügelte Männchen und Weib-
chen) folgt und 3) dass die in den Mutterlarven erzeug-
ten jungen Larven ihren Ursprung nicht aus dem Fett-
körper, sondern aus spezifischen Keimstöcken nehmen.
Zunächst wiederholte N. Wagner in einer briefli-
chen Mittheilung an V. Siebold („Ueber die viviparen
Gallenmückenlarven," Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XV.
p. 106 — 116. Taf. 8) die Versicherung, dass er das Aus-
schlüpfen der jungen aus den Mutter -Larven in einer
Reihe von Fällen mit blossem Auge beobachtet habe,
hält aber dabei noch an der Vorstellung fest, dass die-
selben sich aus dem Fettkörper hervorbilden. Nach un-
endlicher Vermehrung bis auf hundert Tausende verpupp-
ten sich bei ihm die Larven vom 6. bis 8. Juni; die Ima-
gines, welche sich nach drei bis vier Tagen aus den Pup-
pen entwickelten, bildet Verf. auf Taf. 8 nach beiden
Geschlechtern stark vergrössert ab. Die auffallend gros-
sen Eier des Weibchens erreichen fast die Länge des
Hinterleibs und sind nur in sehr geringer Anzahl (fünf)
der Entomologie während der J. 1865—66. 313
vorhanden. Die GenitalöfFnnng ist sehr breit; ein be-
sonderer Legeapparat fehlt dem Weibchen. Die Fort-
pflanzung durch Larven compensirt mithin die geringe
Reproduktionskraft der Imago.
Ref. (Sitzungsbericht d. Gesellsch. naturf. Freunde
zu Berlin vom 16. Mai 1865) fand gegen Mitte Mai's
gleichfalls lebendig gebärende Cecidomyiden-Larven un-
ter der Rinde von Buchen (später auch von Carpinus be-
tulus und Acer) in der Umgegend Berlins. Die gröss-
ten Mutterlarven maassen 4 MilL, zwei derselben, abge-
sperrt, producirten zusammengenommen 22 Tochterlarven.
(Im Sommer 1866 hat Ref. die Larven zur Verpuppung
gebracht und zahlreiche Imagines erzogen.)
Leuckart, Die ungeschlechtliche Fortpflanzung der
Cecidomyien-Larven (dies. Archiv f. Naturgesch. XXXI.
p. 285—303, Taf. 12) fand ähnliche Larven Anfang Ja-
nuar's bei Giessen unter der Rinde eines pilzkranken
Apfelbaumes; die grössten derselben maassen etwa 2 Hill.
Die an denselben vorgenommenen Untersuchungen des
Verf.'s waren besonders auf die Quelle gerichtet, welcher
die sogenannten Embryonaltheile Wagner's entstamm-
ten und es glückte ihm, einen wirklichen Keimstock in
zwei hellen, rundlichen Ballen nachzuweisen, welche sich
in der hinteren Hälfte des zehnten Leibesringes und zwar
auf der Rückenseite vorfanden und einen Durchmesser
von 0,034 — 0,04 Mill. zeigten. Dieselben waren durch ein
Paar dünne Bindegewebsstränge an zwei Malpighi'sche
Gefässe befestigt und bestanden aus einer zarten, struk-
turlosen Umhüllungshaut und einer Anzahl bläschenför-
miger Zellen. Letztere bildeten sich bei Grössenzunahme
des Organes zu abgeplatteten Balleji, welche bläschen-
förmige Kerne einschlössen, aus, um sich schliesslich vom
Keimstocke loszulösen und sich in der Leibeshöhle zu
Embryonen zu entwickeln. (Uebersetzung in's Engli-
sche: „On the asexual reproduction of Cecidomyide Lar-
vae^ in: Annais of nat. bist. 3. ser. XVII. p. 161 tf. pl. 1.)
Verf. nimmt hiernach die Keimballen der Cecidomyien-Lar-
ven als »Keimfächer, welche nach dem Typus der Eibildung in
Archiv für X.ifurg XXXll. Jahrg. 2. IUI. V
314 Gor staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
ihrem Inneren einen Fortpflanzungskörper erzeugen« in Anspruch.
Ihre Analogie mit den Geschlechtsdrüsen der übrigen Insekten geht
schon aus ihrer Lage hervor, welche derjenigen der Genitalanlagen
bei den Larven durchaus entspricht. Die Fortpflanzung der Cecido-
myiden sieht Verf. als eine besondere Art des Generationsw^echsels
an, welche sich zunächst derjenigen der Aphiden anschliesst.
In unmittelbarem Anschliiss an Levickart's Beob-
achtung stehen M e c z n i k o w's Untersuchungen „lieber
die Entwickelung der Cecidomyien-Larven aus dem Pseud-
ovum" (ebenda XXXI. p. 304 — 310), welche die von dem
Keimbläschen eingegangenen Theilungen, die Bildung
der Polzeilen und des Blastoderms, die Anlage der Kopf-
und Schwanzkappe so wie die allmähliche Segmentirung
des Embryo betreffen.
Hanin, Neue Beobachtungen über die Fortpflanzung
der viviparen Dipterenlarven (Zeitschr, f. wissensch. Zoo-
log. XV. p. 373— 390. Taf. 27) fand gleichfalls lebendig
gebärende Cecidomyien-Larven und zwar in dem feuch-
ten Kehricht winkel eines Hauses zu Charkow, in wel-
chen sehr verschiedenartige Abfälle vegetabilischer Sub-
stanzen zusammengeworfen worden waren. Die von ihm
nach ihren äusseren Merkmalen und ihrem anatomischen
Bau näher beschriebenen Mutterlarven maassen bis 3 Mill.,
die eben ausgeschlüpften jungen nur 0,9 Mill. in der
Länge. Gleich Leuckart weist er ein besonderes, die
Embryonen producirendes Organ in dem Körper der Lar-
ven nach. Dasselbe ist nach ihm ein im elften Leibes-
ringe gelegener „Eierstock," welcher einer inneren
Ausbuchtung des jederseitigen Fettkörperstranges ent-
spricht und aus dessen vorderem und hinterem Ende ein
dünnes Ligament hervorgeht, welches die Anheftung an
die benachbarten Organe vermittelt. Verf. konnte diesen
„Eierstock^ schon in den jüngsten, noch von ihrer Hülle
umschlossenen Larven nachweisen; er beschreibt die in
demselben durch Zellenvermehrung vorgehenden Verän-
derungen, die allmähliche Ausbildung der Eier, welche
sich in einem bestimmten Stadium der Reife ablösen, um
sodann in der Leibeshöhle ihre weitere Entwickelung zum
Embryo einzugehen.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 315
Mein er t, Endnu et par ord om Miastor tilligemed
bcmaerkninger om spiredannelsen hos en anden Cecido-
myia-Larvc og om aeggets dannelse og udvinkling i dy-
rerigt overhovedet (Natiirliist. Tidsskr. 3. Raek. III. 1865.
p. 225 ff.)- — Observations on the reproduction of the Ce-
cidomyidac (Annals of nat. hist. 3. ser. XVIII. p. 496 ff.,
Anuales d. scienc. natur-, Zoolog. 5. ser. VI. p. 16 — 18).
Der grössere Theil der Abhandking wird durch eine Dis-
kussion über die vom Verf. aufgestellten Charaktere der
Gattung Miastor eingenommen, welche durch die von L o e w,
Winnertz u. A. geltend gemachte Sjnonymie mit He-
teropeza u. s. w. hervorgerufen worden ist. Ausserdem
macht Verf. weitere Mittheilungen über die Keimbildung
und Fortpflanzung der Larven , welche er jetzt an zwei
verschiedenen Formen beobachtet hat. Aus Larven, wel-
che unter Pappelrinde gefunden wurden und mit der von
Pagen Stecher beschriebenen übereinstimmten, erzog
er eine neue Gattung von Cecidomyiden, welche er unter
dem Namen 0 ligarces beschreibt. (Vgl. Diptera!)
Einer umfangreichen Besprechung unterzog diese,
nunmehr vielseitig bestätigte und ihrem ganzen Kreislauf
nach bekannt gewordene Fortpflanzungsweise der vivipa-
ren Cecidomyiden v. Baer im Bullet, de l'acad. de St.
Petersbourgix. 1866. p. 64— 136. c. tab. 1 („lieber Prof.
N. Wagner's Entdeckung von Larven, die sich fort-
pflanzen, Hrn. Ganin's verwandte und ergänzende Beob-
achtungen und über die Pädogenesis überhaupf^). Nach
einer Rekapitulation der von Wagner, M ein er t, Pa-
genstecher und Hanin (hier „Ganin^ geschrieben)
beigebrachten Beobachtungen und mit gleichzeitiger Be-
rücksichtigung einer vorläufigen, im Göttinger gelehrt.
Anzeiger publicirten Mittheilung der Leu ckar t'schen
Entdeckung, geht Verf. auf einen Vergleich zwischen der
Fortpflanzung der Cecidomyiden und Aphiden ein und
erörtert das Verhältniss beider zum Generationswechsel
und zu der bei ausgebildeten Insektenweibchen auftretenden
Parthenogenesis. Um die schon während des Larvensta-
diums, d. h. bei noch deutlich ausgeprägter Larvenform
316 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
vor sieb g-ehcnde Fortpflanzung von der Partbenogenesis
inn engeren Sinne zu sondern^ schlägt Yerf. für die Re-
produktion der Aphiden und Cecidomyidcn die gemein-
same Bezeichnung ^Paedogenesis" vor, obne jedoch dabei
die zwischen ihnen bestehenden w^esentiichen Unterschiede
einer- und die Annäberu ng der (gleichsam als Nymphen
anzusprechenden Aphiden - Ammen) zu den geschlechtli-
chen Insekten- Weibchen andererseits zu verkennen.
Auch Ref. hat unter dem Titel: „Fortpflanzungsfä-
hige Insektenlarven^ (Ergänzungsblätter, herausgeg. vom
bibliogr. Instit. zu Hildburghausen I. p. 675 — 679) ein
Resume über die jene Art der Fortpflanzung betreffenden
Beobachtungen der verschiedenen Autoren gegeben und
dieselbe auch im 5. Bande von Bronn's Classen und
Ordnungen des Thierreiches (Arthropoda p. 174 ff.) be-
sprochen. Er findet seinerseits eine nähere Beziehung
zwischen der Partbenogenesis eigentlicher Weibchen und
der Fortpflanzung der Aphiden-Ammen als zwischen die-
ser und dem Lebendiggebären der Cecidomyiden-Larven.
In letzterer Art der Fortpflanzung sieht er einen Vor-
gang, welcher dem eigentlichen Generationswechsel weit
näher steht, als irgend eine bis jetzt unter den Arthro-
poden zur Kenntniss gekommene Reproduktionsweise.
Endlich bringen auch die Annales des sciences natu-
relles (Zoologie 5. ser.IV. p. 259— 289. pl. 13 u. 14 a) eine
Zusammenstellung der über denselben Gegenstand vor-
liegenden Beobachtungen unter dem Titel: „Observations
sur la reproduction parthenogenesique chez quelques lar-
ves d'Insectes Dipteres, par Mm. N. W a g n e r, Meine r t,
Pagenstecher et Ganine." Der Verfasser derselben
ist nicht genannt.
Für die Existenz einer „wahren Partbenogenesis"
bei den Insekten stellen sich allmählich immer zahlrei-
chere Zeugnisse ein, wiewohl auch die Versuche, eine
derartige Fortpflanzungsweise in Frage zu ziehen, noch
immer fortdauern. Letztere werden mit Gründen, erstere
mit Thatsachen gestützt, welche wenigstens vorläufig eine
andere Erklärung nicht zulassen. Die neu hinzugekom-
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 317
menen Beobachtungen betreffen theils solche Arten, für
welche die Parthenogenesis bereits festgestellt, theils
solche, bei denen sie noch nicht beobachtet worden ist.
Um mit der Honigbiene zu beginnen, so hatte Ref.
(Sitzungsbericht der Gesellsch. naturf. Freunde vom 17.
Octbr. 1865, Archiv f. Anatom, u. Physiol. 1865. p. 762 ff.,
Bienenzeit. XXII. 1866. p. 5 f.) Gelegenheit, eine grössere
Anzahl von Bienenköniginnen, welche als drohnenbrütig
erkannt worden waren, zu untersuchen und sie als un-
befruchtet nachzuweisen. Von einem ausgezeichneten
Bienenzüchter, Hrn. Lehrer Vogel zu Lehmannshöfel,
wurden nämlich in einem Aegyptischcn Bienenvolke, wel-
ches eine fruchtbare Mutter besass, Ende Septembcr's
etwa zwanzig auffallend kleine Königinnen bemerkt, wel-
che, ohne von dem Weisel abgestochen oder verfolgt zu
werden, die Drohnenzellen mit Eiern belegten. Dieselben
erwiesen sich dem Ref. sowohl nach ihrem äusseren Kör-
perbau als nach der Entwickelung ihrer Ovarien, des
Receptaculum seminis u. s. w. als wirkliche Weibchen,
doch zeigte sich bei sieben untersuchten Exemplaren das
Receptaculum durchweg leer von Sperma. An einem
achten Exemplar bestätigte v. Siebold (Bienenzeitung
XXIL p. 8 ff.) dieses Verhalten. Dieselben verhielten
sich mithin ganz wie die längst als drohnenbrütig bekann-
ten flügellahmen Königinnen. Aber nicht nur durch sie,
sondern auch durch die Arbeiterbienen der Aegyptischcn
Race erhält die Parthenogenesis eine neue Bestätigung.
Vogel (Bienenzeitung XXII. p. 1 ff.) veranlasste solche
Arbeiterbienen durch Wegnahme der Königin zum Eier-
legen; die aus ihren Eiern hervorgehenden Drohnen hat-
ten ein gelbes Schildchen, welches nur den Arbeitern,
nicht der Königin und den von ihr abstammenden Droh-
nen eigen ist, schlugen mithin ganz nach ihren Erzeuge-
rinnen ein.
Nicht nur der vorstehenden, sondern auch zahlreichen seit
langer Zeit gemachten Beobachtungen an flügellahmen Königinnen
steht die irrthümliche Ansicht Reinhard's (Berl. Ent. Zeitschr.
IX. p. 13, Anmerkung) gegenüber, wonach an Bienenkönigin-
318 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisscDsch. Leist. im Gebiete
nen niemals eine Eierlage vor dem Hochzeitsfluge
zur Kenntniss gekommen sei.
Eugster (Bienenzeitung XXI. 1865. p. 92) beob-
achtete wiederholt, dass eierlegende Arbeiterbienen sofort
durch einen schwereren und dickeren Hinterleib, ausser-
dem auch durch mehr glänzenden Körper kenntlich
seien. Dieselben werden nach ihm von den iibrigen Ar-
beitern gefüttert und überhaupt wie Königinnen be-
handelt.
Ein von J. Pitra (ebenda XXI. p.75 — 80) geschrie-
bener Artikel „gegen die Parthenogenese der Bienen^
reducirt sich im Grunde nur auf Wortklauberei, da Verf.
die Nichtbefruchtung der Drohneneier durch die Mutter
vollständig anerkennt, ihre Entwickelungsfähigkeit aber
durch Vererbung von der Grossmutter erklären will. —
Schönfeld, „Für die Parthenogenesis" (ebenda XXII.
1866. p. 121 ff.) weist dergleichen rein spekulative An-
sichten zurück.
Ueber Wespen wird in den Proceed. of the entom.
soc. of London 1866. p. 6 wiederholt die Angabe ge-
macht, dass Arbeiter-Individuen nach Wegnahme des be-
fruchteten Weibchens und nach Zerstörung des von die-
sem angelegten Nestes ein neues, wenn gleich unvoll-
kommenes Nest aufführten und in die Zellen desselben
Eier ablegten. Smith nimmt diese von Sto ne in ihrem
Entstehen beobachteten Zellen für Arbeiter - Zellen in
Anspruch und glaubt daher, dass die Parthenogenesis
dadurch eine Ausdehnung auf die spontane Erzeugung
weiblicher Eier erhalten habe. (?)
Reinhard (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 1 ff.) glaubt
nach Widerlegung der W^ a 1 sh'schen Hypothese von dem
Dimorphismus der Cynips aciculata und auf Grund der
massenhaften Züchtungen der agamen Cvnlpiden, bei
welchen stets nurW^eibchen erzielt worden sind, sich zu
der Annahme berechtigt, dass von letzteren überhaupt
keine Männchen existiren, und dass die Fortpflanzung der
Art hier ausschliesslich auf parthenogenetischem Wege
erfolge. Auch für die Rhoditcs-Arten hält er angesichts
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 319
des sehr seltenen Vorkommens die Parthenogenesis für
die Regel.
Dass die aus der Züchtung der agameu Cynipiden gewonnenen
Erfahrungen den Glauben an die Nicht-Existenz der Männchen nahe
legen, ist natürlich. Trotzdem erscheinen solche Annahmen^ abge-
sehen von ihrer Unwahrscheinlichkeit, gegenwärtig um so missli-
cher, als bei anderen ebenso häufig aufretenden Arten (Phyllopoden,
Branchiopoden) die Männchen gleichfalls lange Zeit vergebens ge-
sucht, aber schliesslich (bei x^pus erst nach 100 Jahren) trotzdem
gefunden w^orden sind. Auch von der bis jetzt nur im weiblichen
Geschlechte bekannten Psyche helix hat Claus (Sitzungsber. d, Ge-
sellsch. f. d. gcsammt. Naturwiss. zu Marburg, Juli 1866) vor Kur-
zem das Männchen entdeckt (vgl. Lepidoptera!).
Eine neue Erweiterung ist dem Kreise der sich
parthenogenetisch fortpflanzenden Insektenformen durch
den Nematus ventricosus Klug erwachsen, über welchen
eine interessante Beobachtung von Kessler (Die Le-
bensgeschichte von Ceutorhynchus sulcicollis Gyll. und
Nematus ventricosus Klug. Cassel 1866. 8. p. 60flP.) vor-
liegt. Die vom Verf. aus Larven erzogenen Weibchen
dieser Blattwespe *) legten wiederholt, ohne von (gleich-
zeitig überhaupt nicht vorhandenen) Männchen begattet
worden zu sein, an dargereichte Stachelbeerzweige sofort
nach dem Auskriechen aus dem Cocon ihre Eier ab, aus
welchen sich Larven entwickelten. Die aus diesen erzo-
genen Blattwespen erwiesen sich bis jetzt sämmtlich als
Männchen. Nach den von Claus angestellten Unter-
suchungen waren alle jene parthenogenetischen Weibchen
zwar mit einem Receptaculum seminis versehen, doch
zeigte sich letzteres leer von Sperma.
Als Zweifler an der Parthenogenesis tritt ein Herr
M. Schlenzig (Mittheilungen aus dem Osterlande XVL
1864. p. 161 ff.) in seinen „Ansichten und Erfahrungen
hinsichtlich der Parthenogenesis bei den Schmetterlingen,
*) In Milne Edwards's Legons sur la physiologie et l'ana-
tomie comparee VIII. p. 379 findet sich übrigens die Notiz, dass be-
reits Thom (On the gooseberry caterpillars) den Nematus ribesii
als eine sich parthenogenetisch fortpflanzende Art beobachtet
habe. Ref.
320 Gerstaeckei: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
bezüglich auch bei den Bienen" auf. Er hat jedoch die
V. Siebold'sche Schrift über Parthenogenesis im Ori-
ginal nicht gelesen und geht auf die Fälle von regulärer
Parthenogencsis überhaupt nicht ein, sondern constatirt nur,
dass er bei der Züchtung von Schmetterlingen nie eine
spontane Fortpflanzung, wohl aber wiederholt eine Be-
fruchtung unter Umständen beobachtet habe, welche leicht
zu der Annahme jungfräulicher Eierlage veranlassen
konnten.
Verf. erzählt eine Keihe von Fällen, wo in der Gefangenschaft
erzogene Schmetterlingsweibchen durch von aussen eindringende Männ-
chen oder von solchen durch den schmalen Spalt eines Fensters,
einer Schachtel u. s. w. hindurch begattet wurden, wie sie bereits
vom Pastor Scheven gegen die spontane Eierlage geltend ge-
macht worden sind. Ein vom Verf. berichteter Fall möchte indessen
trotz seiner Abneigung gegen die Parthenogencsis und trotz seiner
gegentheiligen und zugleich sehr abenteuerlichen Deutung gerade
für eine solche sprechen. Ein von ihm erzogenes und nach seiner
ausdrücklichen Angabe unbefruchtet gebliebenes Weibchen der Li-
paris dispar legte an die Wand des Zimmers seinen Eierhaufen, mit
der Afterwolle überzogen, ab. Als dasselbe bereits den Tag zuvor
getödtet und gespannt war, flogen zwei Männchen durch das Fen-
ster hinein und auf das Eiergelege los, auf welchem sie sich län-
gere Zeit aufhielten. Da aus diesem später die Raupen ausschlüpf-
ten, glaubt Verf eine nachträgliche Besamung der Eier durch jene
Männchen annehmen zu dürfen. (Da Verf. in derselben Zeitschrift
p. 171 ff. die Raupe der Notodonta carmelita und der Acronycta
alni als bisher ganz unbekannte, »von denen man noch in keinem
entomologischen Werke sichere Nachricht findet,« beschreibt, so ist
seiner Beurtheilung der Parthenogencsis ebenfalls nicht allzuviel
Gewicht beizumessen.)
Ein anderer Versuch, die Parthenogencsis wenigstens
für die Aphiden-Ammen zu widerlegen, ist mit anschei-
nend gewichtigeren Gründen von Balbiani in einer
vorläufigen (übrigens ausführlichen) Mittheilung : „Repro-
duction et embryogenie des pucerons (Compt. rendus T.
62. p. 1231, 1285 und 1390 ff.), in's Englische übersetzt;
On the reproduction and embrjogeny of the Aphides
(Annais of nat. bist. 3. ser. XVIIL p. 62 und 106 ff.) ge-
macht worden, jedoch nur , um ebenso schnell, wie er
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 321
aufgetaucht, wieder vergessen zu werden. Der Ansicht
Leenwenhoek's und Reaumur's folgend, dass die
Aphidcn Hermaphroditen sein müssten, glaubt Verf. schon
in den jüngsten Keimen der Ammen, kurz nach der Aus-
bildung des Blastoderms die erste Anlage männlicher
und weiblicher Geschlechtsorgane beobachtet zu haben.
Die von der Keimhaut eingeschlossene Dottermasse
schnürt sich nämlich nach ihm in zwei Zellengruppen
ab, von denen die eine (mittlere) sich zu den Ovarien,
die andere (excentrisch gelegene) sich zu der männlichen
Geschlechtsdrüse ausbilden soll. Letztere, bisher als Bil-
dungsdotter angesehen, geht während der Entwickelung
des Embryo derartige Umbildungen ein , dass sie bei
letzterem in Form von zwei zur Seite des Darmes lie-
genden Strängen auftritt ; einen Ausführungsgang dersel-
ben will Verf. in den weiblichen Geschlechtsapparat und
zwar bei der Vereinigung der Tuben beobachtet haben.
Freilich bringt Verf. für die Hodennatur dieser Stränge
keinen eigentlichen Beweis bei; denn dass die sich in
ihren Zellen bildenden Körnchen von 0,001 — 0,002 Mi 11.
Durchmesser keine Amöben sind, kann doch kein Grund
sein, sie für Spermatozoon zu halten, ebensow^enig wie
der Umstand, dass Verf. einigemal solche Körnchen In
dem Endfach der Keimröhren gesehen zu haben glaubt.
Bei den doppeltgeschlechtlichen Aphiden ist diese grüne
männliche Geschlechtsdrüse nach B. gleichfalls vorhanden;
doch ist nicht sie es, welche sich unter Verkümmerung
der weiblichen Ovarien beim Männchen zu den Hoden
ausbildet, sondern letztere sollen durch Umwandlung der
weiblichen Geschlechtsdrüse hergestellt werden. Die
letztere Angabe würde schon allein genügen, den An-
gaben des Verf.'s das grösste Misstrauen entgegenzutra-
gen; in Wirklichkeit entbehren dieselben jeder reellen
Basis, da die bekannte grüne Dottermasse der Aphiden
nach der Ausbildung von Embryonen in den Keimstöcken
dieselbe BeschafiPenheit zeigt wie vor derselben. — Aus
den Compt. rendus sind die Angaben des Verf.'s auch In
Guerins Rev. et Magas. de Zool. 2. s^r. XVIII. p.309,
322 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
339 und 344 fF. und in das Journal de rcnnat. et de la
physiol. III. p. 449 — 464 übergegangen).
Ueber regelwidrige Zwitterbildung bei den Insek-
ten liegt auch aus d. J. 1865 — 66 eine grössere Anzahl von
Mittheilungen vor, offenbar durch das grössere Interesse,
welches die Beobachtung der Bienen-Hermaphroditen die-
sen Missbildungen zugewandt hat, hervorgerufen. Leider
wird noch immer fast ausschliesslich der äussere Körper-
bau solcher Individuen in Betracht gezogen.
An eine Uebersetzung der v. Sieboi d'schen Mit-
theilungen über Bienenzwitter: Sur les abeilles hermaphro-
dites (Annal. d. scienc. nat., Zoolog. 5. ser. III. p. 197 —
206) knüpft Blanchard die Bemerkung, dass auch der
Französische Bienenzüchter Ilamet eine hermaphrodi-
tische Honigbiene beobachtet und in der Zeitschrift:
l'Apiculture III. 1860—61. p. 225 erwähnt habe.
Ein über denselben Gegenstand auf der 39. Ver-
sammlung Deutscher Naturforscher in Giessen von Leu-
ckart gehaltener Vortrag ist in dem amtlichen Bericht
über diese Versammlung (Giessen 1865. p. 173 ff.) und in
der Bienenzeitung XXII. 1866. p. 133 ff. abgedruckt. Verf.
bestätigt durch die Untersuchung von 44 zwitterhaft ge-
bildeten Individuen des Eugster'schen Bienenstockes, die
bereits durch v. Siebold u. A. hervorgehobene grosse
Wandelbarkeit der äusseren Körperbildung dieser Her-
maphroditen, deren einzelne Körpertheile er durchgeht
und für welche er die relative Häufigkeit männlicher und
weiblicher Bildung durch Zahlen feststellt. Auch die
Untersuchung der Geschlechtsorgane, so weit dieselbe
bei Spiritus -Exemplaren zu ermöglichen war, hat eine
Bestätigung der v. S iebo 1 d'schen Angaben gewinnen
lassen. In Betreff der den Hermaphroditismus bedingen-
den Ursachen stimmt Verf. mit v. Siebold so weit
überein, als er sich gleichfalls der Ansicht von einer un-
vollkommenen Befruchtung der Eier zuneigt. Nur weicht
er darin ab, dass er nicht einer zu geringen Anzahl von
Spermatozoon — deren schon ein einziges die Entwicke-
iung regulärer Individuen bewirken kann — sondern
der Entomologie während der J. 1865 — 6G. 323
einer Abnormität des ihnen beigemengten Drüsensekrctes
die Schuld der irregulären Ausbildung beimisst.
Nach einer Mittheilung v. Siebold's (Bienenzeitung
XXI. 1865. p. 14 ff.) hat sich in dem Eugster'schen Bie-
nenstocke, dessen alte, bisher die Zwitterbienen erzeugende
italienische Königin im Frühling 1865 gestorben ist, von
Neuem eine zwitterbrütige Königin Deutscher Race vor-
gefunden. Die von ihr abstammenden Hermaphroditen
lassen daher auch keine gelben Zeichnungen am Hinter-
leibe erkennen. Die abgestorbene Königin erwies sich
als durchaus normal und nirgends zwitterhaft gebildet.
Ein gemischter Zwitter des Dyticus latissimus wurde
von Alt um (Stettin. Entom. Zeit. 1865. p. 350 f.) be-
schrieben und (ebenda 1866. Taf. 2) abgebildet. Die rechte
Seite desselben ist vorwiegend männlich, die linke par-
tiell weiblich, indem die Furchen der Flügeldecken nur
theilweise zum Ausdruck gelangt sind ; auf der rechten
Seite zeigen die Tarsen nur andeutungsweise männliche
Form und Struktur. Verf. fing diesen Hermaphroditen
mit einem Männchen in copula, erkannte ihn auch als
solchen, sah sich aber trotzdem nicht veranlasst, „das
werthvolle Objekt dem anatomischen Messer anzuver-
trauen.^ Er rechtfertigt dies damit, das. „bekannter
Maassen Insektenzwitter mehrfach und wiederholt anato-
misch untersucht worden seien." (Mundus vult decipi!)
Butler (Proceed. zoolog. soc. of London 1866.
p. 173) bildete im Holzschnitt einen Zwitter von Danais
Ismare Gram, (rechts weiblich, links männlich) ab : auf
das Weibchen hatte Verf. zuvor eine besondere Art : Dan.
Ismareola begründet.
Fallou, Note sur un nouveau.cas d'hermaphrodisme
chez un Lepidoptere Rhopalocere du genre Argynnis, A.
Paphia (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 496.
pl. 11. fig. 10). Ein nicht vollständig regulär getheilter
Zwitter, welcher zwar links durchaus männlich, rechts
aber nicht ganz w^eiblich ist, da im rechten Vorderflügel
die Zeichnung und Färbung beider Geschlechter mit ein-
ander combinirt erscheinen.
324 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
W. Edwards (Notes npon Papillo Asterias and
Saturnia Promethca hermaphrodites, Proceed. entom. soc. of
Pliiladelphia IV. p. 390). Der Zwitter von Papilio Asterias
ist ein vollkommen median getlieilter, rechts männlich,
links weiblich, derjenige der Sat. Promethea ein gemisch-
ter: linker Fühler und linker Vorderfltigel männlich,
rechter Fühler und linker Plinterflügel weiblich; die Flü-
gel rechts sind gleichfalls weiblich, doch der hintere männ-
lich gemischt.
Rogenhofer, Fünf Schmetterlingszwitter (Ver-
handl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien XV. p. 513fF.).
Einer derselben gehört der Erebia Medea ö. V. an und
ist vorwiegend rechts männlich, links weiblich, doch hier
mit männlicher Beimischung. Von den vier übrigen
der Saturnia pavonia (carpini) sind zwei vorwiegend männ-
lich, einer mehr weiblich und einer unregelmässig bunt
gescheckt.
Ein halbirter Zwitter der Liparis dispar (rechts männ-
lich) wurde von Tieffenbach (Berl. Ent. Zeitschr. IX.
Taf. 3. lig. 8) abgebildet.
AI tum (Stett. Ent. Zeit. 1865. p. 350) fing Dyticus
latissimus mas mit Dyt. diraidiatus fem. in Begattung.
Nach Girard (Annal. soc. entom. de France 4. ser.
VI. p. 427) wurden von weiblichen Attacus Arrindia,
welche sich mit männlichen Attacus Bauhiniae begattet
hatten, fruchtbare Eier abgelegt, aus denen Raupen her-
vorgingen. Die Aufzucht derselben gelang jedoch nicht
aus Mangel an Futter.
Stone (Wasps and their parasites in 1864, Proceed.
entom. soc. of London 1865. p. 62 ff.) theilte interessante
Beobachtungen über verschiedene in Wespennestern pa-
rasitiiende Insekten mit. Von Coleopteren ernährt sich
Rhipiphorus paradoxus im Larvcnzustande von den Larven
der Vespa vulgaris; Verf. beobachtete in einem Fall eine
noch junge Larve des Käfers, welche sich mit dem Kopfe
in eine bereits ausgewachsene der Wespe eingefressen
hatte und konnte ihr rapides Wachsthum feststellen.
Schon nach 44 Stunden hatte sie fast ihre volle Grösse
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 325
erreicht und die ganze Wespenlarve mit Ausnahme der
Haut und der Mandibeln aufgezehrt. — Von Hymenopte-
ren schmarotzen Anomalon vesparum und eine kleine
Ichneumoniden-Art in den Zeilen derselben Wespe. Von
Dipteren legen Volucella pellucens und bombjlans ihre
Eier in die Nester, ebenso Anthomyia incana, von welcher
Verf. zwei Weibchen bei der Eierlage in den Nestern
von Vespa rufa und sylvestris antraf. Die Larven der
letzteren Art werden auch häufig von zahlreichen Ex-
emplaren eines Acarus angegriffen, welche sie aussaugen
und die Brut vernichten.
Ref. (Sitzungsbericht d. Gesellsch. naturf. Freunde
zu Berlin vom 16. Mai 1865) fand in der Leibeshöhle
überwinterter Weibchen von Bombus terrestris die Sphae -
rularia bombi zu 1 bis 3 Exemplaren. In einem Fall Hes-
sen sich in der Leibeshöhle derselben Art zahlreiche
kleine Schlupfwespen -Larven (Chalcidier?) nachweisen,
welche den Tracheenstämmen ihres Wirthsthieres anhaf-
teten.
Giraud, Memoire sur les Insectes qui habitent les
tiges seches de la Ronce (Annal. soc. entom. de France
4. ser. VL p. 443— 500). Diese durch eine Fülle inte-
ressanter Beobachtungen sich auszeichnende Arbeit bildet
gleichsam eine Fortsetzung und Ergänzung der im J. 1840
(nicht 1860, wie ein Druckfehler in der Abhandlung be-
sagt) durch Dufour und Pe.rris über denselben Gegen-
stand gemachten Mittheilungen. Verf. zählt circa 50 aus
den dürren Zweigen von ,Rubus fruticosus erhaltene In-
sekten, den Ordnungen der Hymenopteren und Coleopte-
ren angehörend, auf, welche zum Theil (10 Apiarien,
3 Vesparien, 1 Pompilide , 7 Crabroninen) in denselben
ihre Brutzellen anlegen, theils, wie eine grössere Anzahl
Ichneumoniden, Chalcidier und Chrysiden (auch eine Ste-
lis) in jenen parasitiren. Zu letzteren gehört auch eine
als Parasit der Osmia tridentata nachgewiesene Zonitis-
Art. Die Larven zwxier Melyriden scheinen auf den
Raub anderer in den Brombeer-Zweigen lebender Insek-
tenlarven auszugehen. (Auf die specielleren in dieser
326 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist, im Gebiete
Arbeit enthaltenen Beobachtungen ist an ihrem Ort näher
eingegangen.)
B. Walsh, On phytophagic varleties and phyto-
phagic species, with remarks on the unity of coloration
inlnsects (Proceed. entom. sog. of Philadelphia V. p. 194
— 216) theilte im Anschluss an seine im Jahresber. 1863 —
64. p. 86 ff. erwähnte Abhandlung wieder verschiedene,
allgemein interessante Beobachtungen über Nord-Ameri-
kanische Insekten aus den Ordnungen der Lepidopteren,
Coleopteren und Hymenopteren mit^ in welchen er einen
Hinweis auf die Hervorbildung constanter Varietäten,
so wie von Arten und Gattungen theils durch Vererbung
bestimmter Eigenthümlichkeiten, theils durch die Abhän-
gigkeit von äusseren Lebensbedingungen, wie veränderte
Nahrung u. dgl. zu erblicken glaubt.
Für Datana ministra Drury führt Verf. den Nachweis, dass
die Imago ebenso auffallend variire (Dat. contracta Walk., perspicua
Grote), wie die Kaupe, welche auf der Wallnuss einfarbig schwarz,
auf Eichen, Apfelbäumen u. s. w. bunt gestreift vorkommt. Dage-
gen erwiesen sich ihm Halesidota tessellaris Smith (= Antiphola
Walsh) und Harrisii Walsh (=: tessellaris Harr.) trotz der nicht zu
unterscheidenden Imagines nach Zuchtversuchen mit den constant
verschiedenen Kaupen als selbstständige Arten. In der Ceramby-
ciden-Gattung Arhopalus stehen sich drei in ihren Nahrungspflanzen
sehr divergirende Arten: Arh. robiniae Forst., pictus Drury und
infaustus LeC. nach ihren Merkmalen so nahe, dass man an der
Artverschiedenheit zweifeln könnte, ebenso Callidium antennatum
Newm. (== violaceum Lin. ?) und janthinum LeC. Bei Conotrache-
lus renuphar lassen sich zwei in der Grösse auffallend verschiedene
Racen aus der Wallnuss und Pflaume unterscheiden. Von den bei-
den sich äusserst nahe stehenden: Doryphora 10-lineata Say und
Dor. juncta Germ, lebt erstere als Larve von Solanum, letztere von
Juglans. (Vgl. auch Ichneumonidae !)
Ueber die ersten Stände einer Reihe von Insekten
verschiedener Ordnungen, so wie über die Lebensweise
und Metamorphose derselben machte Frauenfeld in
seinen zoologischen Miscellen IX. und X. (Verhandl. d.
zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien XVI. p. 535 u. 961 ff".)
eingehende Mittheilungen.
Bach, Ueber die Befruchtung der Pflanzen durch
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 327
Insekten (22. — 24. Jahresbericht der Pollichia, Dürkheim
1866. p. 133 — 138) berührte einige der bekannteren hieher
gehörigen Fälle, z. B. die Befruchtung von Aristolochia
clematitis durch Cecidomyia penuicornis.
Nach Kingston (Proceed. entom. soc. of London
1865. p. 124) ist Physianthus albicans eine Insekten fan-
gende Pflanze. Die leiseste Berührung der Stamina durch
den Rüssel eines Insektes, welcher in das Nektarium ein-
gebracht wird , bewirkt eine feste Schliessung der Sta-
mina und Antheren. Verf. hat Pflanzen mit Dutzenden
von Insekten, welche durch dieselben gefangen worden
waren , insbesondere zahlreiche Exemplare der Plusia
gamma beobachtet.
Guerin, Note sommaire sur un fait d'hibernation
des animaux articules (Comptes rendus T. 60. p. 448 f.
Rev, et Magas. de Zoolog. 2. ser. XVII. p. 56 ff.) machte
wiederholt auf die (schon von verschiedenen Englischen
Beobachtern zur Kenntniss gebrachte) Ueberwinterung der
Mutterwespen in einem Zustande von Lethargie und mit
einer eigenthümlichen Lagerung der Flügel, welche auf
die Bauchseite zwischen die Beine eingeschlagen sind,
aufmerksam. Ein von ihm im September eingefangenes
und in einem kalten Raum aufbewahrtes Exemplar verfiel
am 27. November in den V^inter schlaf, aus dem es durch
Berührung, Umdrehung u. s. w. dann nicht mehr zu er-
wecken war. Dabei streckte es jedoch jedesmal unwill-
kührlich seinen Giftstachel weit hervor und bei unvermu-
theter Berührung einer solchen Wespe wurde Verf. sogar
heftig in den Finger gestochen. Dieselbe hatte sich vor
dem Antreten des Winterschlafes mit den Beinen an einen
fremden Gegenstand angeklammert und hielt diese Stel-
lung bis zum Frühling inne.
Nach Mittheilungen im Bull, de la soc. entom. de
France 1865. p. 4 ff.) wurden am 24. Januar in der Um-
gegend Autun's zahlreiche Exemplare der Cvnips aptera
auf dem Schnee herumlaufend gefunden, am 21. Januar
1865 mitten in Paris ein unversehrtes Exemplar der Macro-
glossa stellatarum gefangen, in der Normandie im Okto-
328 Gerstaecker: Berieht üb. d. wisseiisch. Leist. im Gebiete
ber 1865 von Boisduval u. A.Maikäfer (Mel. vulgaris)
fliegend bemerkt. — Fallou fand am 15. September, zu
welcher Zeit sonst die Raupen leben, Schmetterlinge von
Vanessa levana.
C. Fritsch (Denkschrift, d. Akad. d. Wissensch. zu
Wien, Math.-naturw. Classe XXIV. 1865. p. 13 tf.) ver-
öffentlichte „Ergebnisse mehrjähriger Beobachtungen über
die periodischen Erscheinungen in der Flora und Fauna
Wien's, in welchen (p. 20 — 36) auch die verschiedenen
Ordnungen der Insekten (so wie einige xlrachniden und
Grustaceen) berücksichtigt werden.
In Gleichem hat Kawall (Corresp. -Blatt d. natur-
hist. Vereins zu Riga XV. p. 47 und 146 ff., XVl. p. 35 ff.)
phänologische Beobachtungen zusammengestellt , welche
sich auf die Jahre 1847 — 1865 erstrecken und in welchen
neben Pflanzen ganz besonders die Insekten (verschiedener
Ordnungen) nach dem Datum ihres Erscheinens vermerkt
worden sind.
Grube (Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur, Bericht
der naturw. Sekt. 1865. p. 42) machte Mittheilung über
grosse Aphiden-Sch wärme, w^elche von Mitte Oktober's
bis Mitte November's in Breslau auftraten und der Aphis
convolvuli Kalt, (oder der Aph. dianthi Sehr.?) ange-
hörten.
Nach Bond (Proceed. entom. soc. of London 1865.
p. 114) wnirde in Coburg am 28. Aug. 1865 durch wol-
kenähnliche Schwärme von Ameisen, welche sich über
dem Kirchthurm bewegten, Feuerlärm veranlasst.
Ratzeburg hat im Anschluss an seine „Forstin-
sekten" unter dem Titel: „DIeWaldverderbniss oder dauern-
der Schade, welcher durch Insektenfrass, Schälen, Schla-
gen und Verbeissen an lebenden Waldbäumen entsteht"
ein neues Prachtwerk begonnen, dessen erster Band (in 4.
298 S. mit 35 Taf. und zahlreichen Holzschnitten) im J. 1866
publicirt worden ist. Bildeten in dem früheren Werke
des berühmten Verf.'s die Insekten das eigentliche Objekt
der Erforschung und Darstellung, so sind es in dem vor-
liegenden die Nutzbäume, welche in pathogenetischer und
der Entomologie während der J. 1865—66. 329
nosologischer Beziehung sehr umfassend erörtert werden.
Die Insekten kommen in demselben nur so weit in Be-
tracht, als sie durch ihre Eingriffe die Entwickelung des
Baumes schädigen und hemmen oder selbst seine Exi-
stenz in Frage stellen. Die zahlreichen Special-Beobach-
tungen, welche dem Verf. seine Stellung und seine lang-
jährige rastlose Thätigkeit auf diesem Felde zugeführt
hat, werden hier zu einem Gesammtbilde vereinigt, wel-
ches eine Fülle praktisch wichtiger und auch vielfach
wissenschaftlic h interessanter Resultate erkennen lässt und
wenn dieselben sich gleich vorwiegend auf die Bäume und
die Forstkultur beziehen, so geht doch die Naturgeschichte
der schädlichen Insekten auch in dem vorliegenden Werke
keineswegs leer aus. Für alle wichtigeren, auf die Kie-
fer und Fichte (in dem vorliegenden Bande zunächst ab-
gehandelt) angewiesenen Arten, welche theils Verzwei-
gungs-, theils Verwaltungsfehler hervorrufen, werden
reichhaltige neue Erfahrungen mitgetheilt und die Zahl
der bisher bekannt gewordenen Fichten - Feinde sogar
um mehrere neue (Bombyx antiqua, Noctua segetum und
pisi, Tinea abietella) bereichert. Eigentliche Nachträge
und Ergänzungen zu den „Forstinsekten^ hat sich Verf.
für den zweiten Band vorbehalten.
Erb er, Ueber die auf der Seestrandkiefer, Pirius halepensis
Mich, lebenden schädlichen Insekten (Verh. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien XV. p. 943 — 946) erwähnt als solche : Cnethocampa
pityocampa, Nephopteryx pinae, Eetinia pinicolana , Otiorhynchus
Goerzensis und Dendroctonus pinae, über deren Schädlichkeit er
einige Mittheilungen macht.
Perris (Bullet, soc. entom. de France 1865. p. 17 f.)
berichtete über die sehr ausgedehnten Verheerungen des
Bombyx pityocampa an den Kiefern Südfrankreichs.
Der Ueberhandnahme der Art wird einerseits durch län-
gere Trockenheit während der Entwickelung des Spin-
ners in der Puppe, andererseits durch hohe Kältegrade
während der Winterruhe der Raupe eine Schranke ge-
setzt; durch beide werden zahlreiche Individuen gctödtet.
In den Nestern todter Raupen ist der Dermestes aurichal-
ceus in Menge anzutreffen.
Archiv f. Natnrg. XXXII. Jahrg. 2. ISd. W
330 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Ucber landwirthschaftlich schädliche Insekten liegt
zunächst eine Arbeit von L. Tasche nberg vor^ welche
von dem Prenss. Landes-Oeconomie-Collcgium mit dem
ersten Preise gekrönt worden ist und den Titel führt:
„Naturgeschichte der wirbellosen Thiere, die In Deutsch-
land so wie In den Provinzen Preussen und Posen den
Feld-, Wiesen- und Weide-Culturpflanzen schädlich wer-
den^ (Leipzig 1865. 8. 288 S. mit 7 col. Taf.). Dieselbe
ist für den Gebrauch des praktischen Landwirthes be-
rechnet und passt sich demBedürfnIss eines solchen nicht
nur durch zweckmässige Auswahl der wichtigsten und
am häufigsten schädlich auftretenden Arten, sondern
auch durch die ebenso gewandte und anregende, als
allgemein verständliche Darstellung an. Dass Verf. meist
nur genügend Bekanntes reproducirt und verhältnlssmäs-
slg wenige Arten (Agriotes , Ceutorhynchus, Barldius,
Cephus) selbstständig beobachtet hat, liegt in der Natur
einer Preisschrift, welche in drei Jahren ausgearbeitet
werden sollte.
H. Creuzburg, Die Vertilgung der Raupen und schädlich-
sten Insekten überhaupt. Weimar 1866. (157 S.). Wird in den
Zeitungen angepriesen.
Kühn (Abhandl. d. naturf. Gesellsch. zu Halle IX.
Sitzungsbericht p. 3 f.) erzog Cecldomyia destructor und
Oscinis frit aus Puppen, welche sich Im J. 1864 in Ge-
meinschaft und massenhaft In Roggenhalmen dicht über
der Wurzel vorfanden.
L Ingen felder, Die Kirschfliege, Trypeta signata
Meig (22. — 24. Jahresbericht der Pollichia, Dürkhelm 1866.
p. 125 — 130) mit einem Zusatz von Bach (ebenda p. 131).
Verf. beschreibt nach eigenen Beobachtungen die Lebens-
weise der genannten Fliege (== Tryp. cerasi Linn.) wäh-
rend Ihrer verschiedenen Entwickelungsstadlen, welche
er näher charakterlsirt. Zugleich schlägt er Mittel zur
Vertilgung oder wenigstens zur Verminderung dieses am
Rhein den Kirschen sehr schädlichen Insektes vor.
Richter (Ein schädliches Insekt, Zeltschr. f. d. ge-
sammt. Naturwiss. XXVII. p. 134) berichtet über starke
der Entomologie während der J. 1865—66. 331
Verwüstung' eines Roggenfeldes durch massenhaftes Auf-
treten der Typhlocyba picta Fab. Die Art bedeckte in
allen Stadien der Entwickelung die unteren Theile der
Roggenhalme und saugte besonders die Blätter aus. (Die
Darstellung erinnert ganz an das schädliche Auftreten des
Jassus sexnotatus. Ref.)
WuUschlegel; Ueber Vorkommen und Lebens-
weise der Halmwespe, Ceplius p5^gmaeus (Mittheil, der
Schweiz. Entom. Gcsellsch. II. p. 153 — 156). Nach des
Verf.'s Beobachtung legt das Weibchen in einen Weizen-
halm je ein Ei, aus welchem die Larve in 7 bis 12 Tagen
ausschlüpft. Mitte Juli's ist sie ausgewachsen und findet
sich dann im untersten Theil des Halmes oder selbst oben
in der Wurzel ; die Verwandlung findet erst im April
oder Mai des nächsten Jahres statt, in welchem die Wespe
nach 10 bis 14 Tage die Puppe verlässt. Als Parasit
zeigte sich Pachymerus calcitrator, welcher sogar häufiger
als der Cephus selbst aus den Stoppeln ausschlüpfte. —
Jm Jahre 1865 waren in der Schweiz stellenweise V^ bis
V4 der Weizenhalme durch die darin befindliche Larve
umgeknickt und zeigten unvollkommen ausgebildete
Körner.
Nach Boisduval (Bullet, soc. ent. de France 1866.
p. 47) wurde die Larve der Tenthredo adumbrata Klug
in der Normandie den Birnbäumen durch Menge schäd-
lich. Die Blätter wurden von der (bekannten) schnecken-
förmigen, schleimigen Larve vollständig skeletirt und da-
durch dem Baum so viel Saft entzogen, dass fast alle
Früchte vor der Reife abfielen.
IL F. Kessler, Die Lebensgeschichte von Ceuto-
rhynchus sulcicoUis G7II. und Nematus ventricosus Klug,
Beitrag zur Kenntniss und Vertilgung schädlicher Gar-
ten-Insekten (Cassel 1866. 8. 65 pag.). — In dieser von
besonderem Beobachtungstalent zeugenden, selbstständig
erschienenen Schrift liefert Verf. eine umfassende, durch-
weg auf eigenen und sehr sorgsamen Beobachtungen be-
ruhende Darstellung von der ganzen Entwickelung der
beiden genannten Arten, welche ebenso wichtig für die
332 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Naturgesciiichte, wie in Rücksicht auf den bedeutenden
von ihnen verursachten Schaden erscheinen muss. Von
Nematus ventricosus hat Verf. fünf aufeinander folgende
Generationen für einen Sommer festgestellt.
Künckel, Note sur les ravages causös par le vers
gris (Agrotis segetum) dans les plantations de betteraves du
nord de la France (Annal. soc. entom. de Fance 4. ser.VI.
p. 129 ff.) berichtet über Verwüstungen der Runkelrüben
durch die Raupe der Agrotis segetum.
In den Proceedings ent. soc. of London 1866. p. 26
wird die ausgedehnte Zerstörung der Baumwollen-An-
pflanzungen in Louisiana durch den ^^Heerwurm,'^ als
welcher hier die Raupe der Heliothis armigera bezeichnet
wird, beschrieben und Geschichtliches über früheres mas-
senhaftes Auftreten desselben beigebracht.
B e n n e 1 1 (Wanderings in New-South- Wales I. p. 265,
Proceed. ent. soc. of London 1865. p. 129) berichtet über
massenhaftes Auftreten einer Eulenraupe , welche ver-
muthlich der Agrotis spina Guen. angehört und in Au-
stralien unter dem Namen des „Bugong'^ bekannt ist. Sie
findet sich vom November bis Januar in Neu-Süd- Wales
auf Granitfelsen und wird von den Eingebornen gesam-
melt, um sie zu verspeisen.
Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch.
zu Wien XVI. p. 641 u. 839 &.) machte Mittheilung über
schädliches Auftreten der Athalia spinarum (Larve ver-
wüstend am Hederich), des Meligethes aeneus (am Raps)
und des Malachius aeneus (welcher als Käfer die Getrei-
deähren angefressen haben soll) in Oesterreich. — Ebenda
p. 945 ff. handelte auch F. Loew über einige schädliche
und massenhaft auftretende Insekten.
J. Buckman, The depredations of Insects and the protec-
tive value of small birds (Quarterly Journ. of science II. 1865.
p. 429 ff.) machte Sitonia (sie !) lineata Lin. und crinita Oliv, als Zer-
störer der Erbsenblätter in England namhaft. Alauda vulgaris und
Mo.tacilla alba erwiesen sich als eifrige Verfolger beider Rüs-
selkäfer.
Nach Pera gallo (Bullet, soc. entom. de France
1866. p. 45) wurde Cionus fraxini de Geer bei Nizza den
-»
der Entomologie während der J. 1865 — 66. B83
Oliven schädlich; und zwar nicht nur die binnen 10 bis 12
Tagen sich vollständig entwickelnde Larve, sondern auch
der Käfer, welcher gleich jener die Blätter benagt.
Girard, Sur l'emploi de poulaillers roulants pour combattre
les ravages des larves de Hannetons (Aunal. soc. entom. de France
4. ser. VI. p. 571 ff.). Verf. empfiehlt zur Ausrottung der Enger-
linge die von Giot vollgeschlagenen transportablen Hühnerställe,
welche beim Pflügen eines Feldes zu beiden Seiten desselben auf-
gestellt und den Tag über geöffnet w^erden.
Fr. Th. Koppen, Ueber die Heuschrecken in
Südrussland. Nebst einem Anhange über einige andere
daselbst vorkommende schädliche Insekten. (St. Peters-
burg 1866. gr. 8. 214 pag. — Separatabdruck aus: Horae
societ. entom. Rossicae III. 1866. p. 81— 294.) — Verf. hat
während eines dreijährigen x\ufenthaltes im südlichen
Russland ausgiebige Gelegenheit gehabt, die Wanderheu-
schrecke (Pachytylus migratorius) , zu welcher er den
Pach. cinerascens Fab. als Varietät zieht, in ihrer £nt-
wickelung, Lebenswelse und nach den durch sie ange-
richteten Verheerungen genau zu beobachten und liefert
in dem vorliegenden Werke eine ebenso gediegene als
inhaltsreiche ^lonographie dieses für Süd- Russland in
ökonomischer Beziehung so wichtigen Insektes. Die von
ihm selbst über die Begattung, Fortpflanzung, Entwicke-
lung, Ernährung, Wanderung u. s. w. dieses gefährlich-
sten aller Saaten- Verwüster gewonnenen Erfahrungen
bringt er überall mit den von früheren Beobachtern ge-
machten Angaben in Vergleich und eröffnet dadurch die
nähere Kenntniss derjenigen Literatur, welche in Russi-
scher Sprache geschrieben, bisher so gut wie unbekannt
war. Besonders ausführlich wird auch die Chronik der
Heuschreckenzüge und die gegen^ ihre üebergriffe in
Anwendung gebrachten Mittel erörtert. Ausser der ^.Van-
derheu schrecke geht Verf. noch auf den Caloptenus ita-
licus und einige andere , zuweilen schädlich werdende
Arten aus den Gattungen Stauronotus, Pezotettix und
Stenobothrus ein und liefert in einem Anhange nicht nur
ein Verzeichniss der in der Krim überhaupt als schädlich
auftretenden Insekten verschiedener Ordnungen, sondern
334 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
auch faunistische Beiträge durch Aufzählung mehrerer von
ihm aufgefundener bemerkenswerther Arten.
Auch V. MaHnowsky in seinen ^Beiträgen zur
Naturgeschichte der Wanderheuschrecke, Acridium mi-
gratorium Lin." (Vcrhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien XV. p. 67 — 76) machte Mittheilungen über einen
von ihm Ende August's des J. 1864 beobachteten Zug,
welcher über Tuldscha sich in nordöstlicher Richtung
nach Bessarabien wandte. Die von ihm angestellten Be-
obachtungen betreffen hauptsächlich die Begattung, über
welche er eine Reihe interessanter Angaben macht. Die
Eiergelege fand er von sehr verschiedenem Umfang, aus
26, 32, 65, 83 und 95 Eiern bestehend. Die durch den
Schwärm in der Umgegend Tuldscha's strichweise ange-
richteten Verwüstungen dauerten über acht Tage an.
Am 15. September wurden die Heuschrecken sparsamer,
doch kamen einzelne noch bis zum 18. October vor.
Ueber massenhaftes Auftreten des Acridium pere-
grinum in der Umgegend von Beirut und Jaö'a und die
am 30. März 1864 beobachteten Züge berichtete Suquet
durch Lucas (Bullet, soc. entom. de Franc 1865. p. 32f.).
Lallemant, Notice sur l'invasion des sauterelles
enAlgörie (Acridium peregrinum) in: Annal. soc entom.
de Belgique IX. p. 37 — 44, mit einem Zusatz von Selys-
Longchamps (ebenda p. 47 f.). Verf. beschreibt darin
zwei Wanderzüge aus den J. 1864 und 1865 und macht
Angaben über die Eierablage und die Entwickelungspha-
sen der Larven. Die durch diese Art heimgesuchten
Länderstriche waren buchstäblich von Heuschrecken be-
deckt, so dass ein einziger Besitzer auf seinem Grund-
stück 17 quintaux (circa 9,180,000 Individuen) vernichten
musste.
Auch in den Proceedings entom. soc. of London
1866. p. 23 werden Heuschreckenschwärme in Algier,
Oran und Constantine mit den durch sie angerichteten
Verwüstungen erwähnt. Die Larven erschienen zuerst
im April und stiegen vom Gebirge in die Ebene herab.
der P^ntomologie während der J. 1865—66. 335
(Die Art ist nicht näher bezeichnet, doch ist gleichfalls
Acrid. peregrinum zu verrauthen.)
„Les Sauterelles au Senegal'^ ist der Titel eines
Aufsatzes, welchen Guerin aus der Feuille officielle du
Senegal, 29. Novbre. 1864 in der Rev. et Magas. de
Zoolog. 2. s^r. XVIII. p. 316 ff. abgedruckt hat. Zahl-
reiche und schnell aufeinander folgende Heuschrecken-
schwärme , welche die Französische Colonie am Senegal
heimsuchten, vernichteten nicht nur sämmtliche ßaumwol-,
len-PÜanzungen, sondern beraubten nachträglich auch die
verschiedenartigsten Bäume gänzlich ihres Laubes.
Blanconi, Intorno ad alcuni Insetti perforatori dei
metalli (Memorie della accad. di Bologna, ser. 2. Tom. YI.
1866. p. 439—455. c. tab. 1). Verf. handelt, indem er
die früheren Angaben über metalldurchbohrende Insek-
ten reproducirt, umständlich über Urocerus juvencus, Ano-
bium domesticum und Scleroderma domestica (letztere
auf der beifolgenden Tafel als Mutilla nov. spec. ? abge-
bildet). Am Schluss der Abhandlung stellt er die ganz
neue Ansicht auf, dass die Larven der üroceriden nicht
xylophag, sondern carnivor seien, sich nämlich von den
Larven xylophager Insekten ernährten; an letzteren wür-
den von den Urocerus -Weibchen ihre Eier abgesetzt.
Die Durchbohrungen von Bleiplatten, Kartätschen u.s.w.
rühren nach seiner Ansicht nicht von den Larven der Si-
rex und Anobien her, sondern von der ausschlüpfenden
Image.
Thom. Hutton, On the reversion and restoration
of the Silkworm, Pt. IL with distinctive characters of
eighteen species of silk-producing Bombycidae (Transact.
entom. soc. of London 3. ser. IL p. 295 — 331. pl. 19). Die
vom Verf. in dieser Fortsetzung seiner früher in diesen
Berichten angezeigten Arbeit gemachten Mittheilungen
über Ostindische Seidenspinner sind mit besonderer Rück-
sicht auf die praktische Verwerthung derselben abge-
fasst und beziehen sich daher vorwiegend auf die Cha-
raktere der Raupen, ihre Lebensweise, Nahrungspflan-
zen, den Seidengehalt ihrer Cocons u. s. w. Zunächst
336 Gers ta ecke r: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
handelt Verf. über sechs in Ostindien domesticirte
Arten , welche von den Seidenziichtern bisher als Va-
rietäten des Bombyx mori angesehen worden sind und,
wenn sie gleich vom Verf. als selbstständige Species gel-
tend gemacht werden, in der That wohl kaum genügende
Anrechte auf solche besitzen. Den hierauf hinweisenden
Abbildungen der Raupen gegenüber bleibt Verf. wenig-
stens den wissenschaftlichen Beweis ihrer spezifischen
Verschiedenheit schuldig. Neben Bombyx mori werden
als solche Arten Bomh. textovj Croesi, fortunatus, Arra-
canensis und Sinensis aufgeführt. Wild lebende Arten
sind ferner Bombyx Huttoni Westw., Bengalensis Hutt.,
subnotata Walk., Horsfieldi und Sherevilli Moore, religio-
sae Hei f., fünf Arten der Gattung Ocinara Walker (von
denen zwei als neu beschrieben und weiter unten an
ihrem Ort erwähnt werden) und Trilocha varians Moore.
Sie werden zum Theil gleichfalls in ihrer Lebensweise
erörtert.
In einer Anmerkung zu Capt. Hutton's Abhandlung macht J.
Mitchell (Transact. entomol. soc. of London 3. ser. II. p. 443 f.)
geltend, dass der von der Raupe gesponnene Seidenfaden nicht, wie
Hutton behauptet, einfach sei, sondern aus zwei im Gespinnst ne-
ben einander verlaufenden Fäden bestehe.
Girard, Notes diverses sur la sericiculture (Annal.
soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 427 ff.) giebt Berichte
über die Zucht verschiedener Racen des Bombyx mori und
über diejenige der Saturnia Yama-Mai. Letztere wurde im
J. 1866 im Akklimatisations - Garten zu Paris von einer
Krankheit ergriffen, welche die Raupen kurz vor dem
Einspinnen befiel und sie tödtete.
Zucht des Japanischen Eichenspinners Yama-Mayu
(welche Schreibart hier als die richtige empfohlen wird);
Berichte über einige im Sommer des J. 1865 in Deutsch-
land damit angestellte Versuche (Tijdschr. voor Ento-
mol. IX. p. 67 — 93). Ist eine Zusammenstellung von neun
Berichten aus verschiedenen Gegenden Baierns, aus
Preussen, Salzburg, Verona u. s. w. über die Zucht dieses
Spinners.
Ferner sind über diesen Gegenstand zu vergleichen : W u 1 1-
der EntüTTologie während dei- J. 1865—66. 337
sc hie gel, lieber die Zucht vonYama-Mai im Jahre 1866 (Mittheil,
d. Schweiz. Entom, Gesellsch. II. p. 151 ff.), — Zuchten des Japani-
schen Eichen-Seidenspinners Bombyx Yama-Mai (Zeitschr. f. Akkli-
matisation III. 1865. p. 294 — 305). — Zuchten des Japanischen Ei-
chen-Seidenspinners von G. A. Töpfer, W. Kamphansen und
J. Wullschlegel (ebenda IV. 1866. p. 39— 60). — de France,
Bombyx Yama-Mayu, der Japanische Eichen-Seidenspinner, im Freien
gezogen und fortgepflanzt zu Oliviers in Frankreich (ebenda IV.
p. 122 — 124). — Dr. Haupt in Bamberg, Berichte über Zuchten
des Japanischen Eichen-Seidenspinners, Bombyx Yama-Mayu, welche
im J. 1865 in Deutschland angestellt worden sind (ebenda IV. p. 124
—128 und 265 ff.).
AI. Wallace's ^Ailanthiculture, or thc prospect
of a new English indiistry (Transact. entom. soc. of Lon-
don 3. ser. V. 1866. p. 185— 245. pl. 15— 16) ist eine von
der Entomological society in London gekrönte Preisschrift,
welche einen ausfüLrlichen Bericht über die in England
geglückte Zucht der Satiirnia Cynthia mit Rücksicht auf
ihre praktische Verwerthung enthält.
V. Gredler, Bericht über Zuchtversuche der Saturnia Cyn-
thia in Bozen (Regensburger Corresp. - Blatt XX. p. 50 — 56). —
Zuchten des Ailanthus-Spinners, Bomb. Cynthia (Zeitschrift f. Akkli-
matis. III. 1865. p. 91 u. 305 ff., IV. p. 265 ff.). — Zucht des Bomb.
Arrindia (ebenda III. p. 90 u. IV. p. ^65 ff.).
Guerin, Sur un nonveau genre de Bombycide s^-
negalais producteur de soie (Compt. rendus T. 60. p. 162).
— Memoire sur un nouveau sous-genre de Bombycide
producteur de soie (Rev. et Magas. de Zoolog. 2. ser.
XVII. p. 26 ff.). — Ein neuer Seidenspinner, Feidherbia
Bauhiniae Guer. (Zeitschr. f. Akklimat. III. 1865. p. 66 f.)
— Filature de la soie de ce Bombycide (Compt rendus
T.60. p.341).
T a b 0 u r i n, Memoire sur un nouveau syst^me d'edu-
cation des vers a soie (Annal. soc. d'agricult. de Lyon
3. ser. X. 1866. p. 400 ff.). — Zuchten des Japanischen
IVJtiulbeer-Seidenspinners, Bomb, mori Japonica (Zeitschr.
f. Akklimat. IIL 1865. p. 89 u. 177—184 und IV. p. 265 ff.).
Duseigneur, Maladie des vers k soie. Inventaire
de 1864 — 66. (Annal. soc. d'agricult. de Lyon 3. ser. IX.
1865. p.lff., X. 1866. p.553u.624ff.) - Mouline, Ob-
338 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
scrvations relatives ä la maladie des vers ä soie (Compt.
rendus T.61. p. 413, 480 u. 638 f., T. 62. p. 620 f. — Rev.
etMagas. deZoolog. 2. ser. XVII. p. 271 ff.). — Pasteur,
Observations sur la maladie des vers a soie (Compt. ren-
dus T.61. p. 475 u. 506). — Guerin, Note sur l'epide-
mie des vers a soie (ebenda T. 60. p. 1306). — Pasteur,
Nouvelles 6tudes sur la maladie des vers h soie (ebenda
T. 63. p. 126 ff.). In demselben Bande der Comptes ren-
dus p. 142 — 416 finden sich ausserdem Mittheilungen über
die Krankheiten des Seidenwurms von Comb es, ß c-
ehamps, Joly, Tigri, ßalbiani, Chevreul, Gue-
rin und Achard.
Meiner t will in seiner Abhandlung über die Cara-
podeen (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. 111. p. 400 ff.) die
Eintheilung der Insekten in Mandibulata und Haustellata
dahin geändert wissen, dass die Eleutherata, ülonata,
Piezata und Glossata zusammen die eine, die Antliata und
Rhynchota die andere Ilauptgruppe bilden. Erstere stim-
men darin überein, dass Mandibeln und Maxillen aussen
am Mundrande eingelenkt sind, während bei letzteren
diese Organe mit ihrer Basis in das Innere des Kopfes
hineinragen. (So wenig sich die Richtigkeit dieser An-
gabe bestreiten lässt, so muss doch die einseitige, dicho-
tomische Eintheilung der Insekten nach den Mundthei-
len überhaupt als eine veraltete angesehen werden, da
sie den übrigen verwandtschaftlichen Beziehungen nicht
entspricht. Die vom Verf. in Verbindung gebrachten
Dipteren und Hemipteren stehen sich nach allen übrigen
Merkmalen gerade am fernsten, während Orthopteren
und Homopteren trotz ihrer diametral verschiedenen Mund-
theile zahlreiche Uebereinstimmungen erkennen lassen.
Dass die Lepidopteren sich den Hymenopteren in d^r
Mundbildung zunächst anschliessen, ist übrigens bereits
vom Ref. geltend gemacht worden.) — Bei der Charak-
teristik des Körperbaues der Campodeen (Japyx, Campo-
dea) geht Verf. nochmals auf die Schaum'sche Segmen-
der Entomologie während der J. 1865—66. 339
tirungs-Theorie ein und widerlegt dieselbe ausführlich
auf Grund der Zahl der Hinterleibssegmente, der Anwe-
senheit, resp. dem Mangel der Stigmen und Ganglien.
Der im Jahre 1866 abgeschlossene dritte Band von
Herklots's „Bouwstoffen voor eene Fauna van Neder-
land/' welcher dem grösseren Theile nach während der
J. 1864 — 66 pviblicirt worden ist (sein Beginn datirt vom
J. 1859), enthält wieder verschiedene Beiträge zur Kennt-
niss der Niederländischen Insektenfauna , besonders ein
Verzeichniss der Dipteren von van der Wulp, der Mi-
crolepidopteren von de Graaf und der Orthopteren von
Sn eilen van V ol le nho ven (Vgl. diese Ordnungen!).
H. Siebke, Entomologisk Reise i Romsdals Amt i
Sommeren 1864 (NytMagaz. for Naturvidensk. XIV, 1866.
p. 375—388) und : Entomologiske Undersogelser, foretagne
i Sommeren 1865 (ebenda p. 389— 420) verzeichnete die
von ihm an verschiedenen Orten Norwegens gesammelten
Insekten aus den Ordnungen der Dipteren und Coleopte-
ren, ohne indessen die übrigen (besonders Hymenopte-
ren, Hemipteren und Lepidopteren) ganz unbeachtet zu
lassen.
Franc. Disconzi, Entomologia Vicentina ossia
Catalogo sistematico degl' Insetti della provincia di Vi-
cenza. (Padova 1865. 8. 316 pag. c. tab. 18). Verf. giebt
darin eine systematische Aufzählung der bekannteren Vi-
centinischen Insekten aller Ordnungen mit besonderer
Berücksichtigung der schädlichen und nützlichen Arten.
Dem Artenverzeichniss der einzelnen Familien sind kurze
Charakteristiken einzelner angefügt. Wegen seiner Dürf-
tigkeit hat das Verzeichniss nicht einmal ein faunistisches
Interesse und könnte höchstens an Ort und Stelle dazu
dienen, ein solches in erweitertem Maasse zu wecken.
A. Becker stellte (Bullet, d. natur. de Moscou 1866.
II. p. 202 ff.) ein Namensverzeichniss der von ihm wäh-
rend einer Reise in die Kirgisensteppe, nach Astrachan
und an das Caspische Meer gesammelten Insekten zusam-
men. Am meisten werden in demselben die Coleopteren
und Lepidopteren berücksichtigt.
340 Gerstaecker: Bericht üb. d wissensch. Leist. im Gebiete
M 0 t schiilsky , Cataloguc des Insectcs regus du
Japon (ebenda 1866. I. p. 163—200). Das Verzeichniss
erstreckt sich über Insekten aller Ordnungen und sogar
auf einige Mvriopoden. Da die kurzen Diagnosen und
Charakteristiken, mit welchen Verf. die von ihm für neu
gehaltenen Arten versehen hat, zur Erkennung derselben
nicht geeignet sind, hat Ref. davon abgesehen, die Namen
dieser neuen Arten in den vorliegenden Bericht aufzu-
nehmen.
Snellen van Vollenhoven, Mededeeling om-
trent de toezendingen, in de laatste jaren ann's Rijks Mu-
seum voor Naturlijke Historie gedaan, in betrekking tot
de Entomologie (Verslag. cnMededeel. d. Kon. Akad. van
Wetenschap. 2. Reeks, 1. Deel p. 210—223). Verf. hebt
in dieser Mittheilung die hervorragendsten Bereicherun-
gen an Insekten, welche dem Leydener Museum aus den
Ostindischen Besitzungen und von der Goldküste Afrika's
zugegangen sind, hervor.
Ach. Costa (Annuario del mnseo zoologico della R. Univer-
sitä diNapoli 11.1864. p. 19 — 125) publicirte systematische Verzeich-
nisse der in der Neapolitanischen Universitäts - Sammlung befind-
lichen Insekten aller Ordnungen und machte die von ihm als neu
angesehenen, theils Italienischen, theils exotischen Arten durch Dia-
gnosen bekannt.
F. Loew's „Zoologische Notizen^ (Verhandl. d.
zoolog.-botan. Gesellch. zu Wien XVI. p. 945 ff.) enthalten
auch einige Mittheilungen über Insekten verschiedener
Ordnungen.
Lestes fusca fand Verf. überwinternd. — Ein Neuropteren-
Verzeichniss aus Istrien. — Züchtung einiger Tachinarien und Try-
peta-Arten. — Bastardirung von Zygaenen. — Züchtung verschiede-
ner Ichneumoniden. — Frass einiger Blattwespen. — Lebensweise
einiger Coleopteren-Larven.
Eine Abhandlung von 0. Heer: „Fossile Hjme-
nopteren aus Oeningen und Radoboj" (Neue Denkschrift,
d. allgem. Schweizer. Gesellsch. f. d. gesammt. Natur-
wissensch.XXIl. — 4. 42 pag. mit 3 Taf.) bildet eine Er-
gänzung zu des Verf.'s „Insektenfauna der Tertiärgebilde
von Oeningen und Radoboj", in welcher die Bearbeitung
der Entomologie während der J. 1865—66. 441
eines reichhaltigen^ dem Verf. nachträglich zugegangenen
Materials an tertiären Hymenopteren niedergelegt ist.
Es werden in derselben 41 neue Arten bekannt gemacht,
welche dem grösseren Theil nach der Familie der For-
micarien^ ausserdem den Apiarien^ Yesparien, Sphegiden,
Ichneumoniden und Uroceridcn angehören und für deren
einige auch neue Gattungen errichtet werden.
Unter den fünf neuen Apiarien wird eine der Gattung der
Honigbienen zuertheilt und Apis adamitica genannt; die übrigen
gehören den Gattungen Bombus und Anthophorites an. Die Vespa-
rien sind nur durch eine neue Art [Vespa crcibroniforrnis) vertreten
Die Ameisen gehören den Gattungen Formica, Poneropsis nov.
gen. (auf Arten mit drei Cubitalzellen, wie Ponera fuliginosa und
affinis Heer, begründet) , Imhoffia, Attopsis und Myrmica an und
belaufen sich auf 23 neue Arten. Die Sphegiden sind durch 1 Sphex
Sph. gigantea) von 14^4 Lin- Länge, die Ichneumoniden durch 2
Ichneumonites, 1 Pimpla und 1 Bracon, die Uroceriden durch eine
neue Gattung Urocerite s (Arti Ur. spectabiUs) vertreten; letz-
tere stimmt mit Sirex und Tremex in allen wesentlichen Merkmalen
überein und unterscheidet sich besonders durch gerade Hinterschie-
nen und erweitertes erstes und zweites Glied der Hintertarsen. —
Ausser den neuen Arten erläutert Verf. auch noch zahlreiche früher
von ihm bekannt gemachte durch nachträgliche Zusätze und durch
Abbildungen weiterer Exemplare,
C. und L. V. Heyden, Bibioniden aus der Rheini-
schen Braunkohle von Rott und: Fossile Insekten aus der
Braunkohle von Salzhausen (in Meyer und D unk er,
Palaeontographica XIV. p. 19—35. Taf. 8 u. 9). In er-
sterer Abhandlung werden 1 Bibio?, 20 Protomyia- und
2 Plecia - Arten als neu beschrieben und abgebildet, in
letzterer 1 Bibiopsis, 1 Pentatoma und 8 Colepteren, welche
den Gattungen Lebia, Attagenus, Sphenoptera, Helops
und Lema zugeschrieben werden. Ein anderer Abdruck
wird für ein Clythra-Larvengehäuse in Anspruch genom-
men. (Die Annahme, dass die Käfer gerade den genann-
ten Gattungen angehören sollen, hätte wohl einer spe-
zielleren Begründung bedurft, da sie durch die Abbildun-
gen z. B. für Lebia, Attagenus und Lema eher widerlegt
als unterstützt wird. Ref.)
Als Muster einer paläontographisch-entomologischen
342 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch, Leist, im Gebiete
Untersuchung ist die Arbeit H. Ilagen's über „die Neu-
roptera des lithographischen Schiefers in Bayern,^ Pars I.
Tarsophlebia, Isophlebia, Stenophlebia, Anax. Mit 4 Tafeln
Abbildungen. (Cassell866. 4. — Separatabdruck aus Pa-
laeontogTcaphica XV. Bd.) , welche bei den Orthopteren
eine nähere Berücksichtigung findet, zu erwähnen. Man
gewinnt aus derselben die Uebcrzeugung, dass eine s org-
same Untersuchung fossiler Insekten, gestützt auf ge-
naue Kenntniss der lebenden Formen, zu verlässlicben
Resultaten über das Verhältniss beider zu einander füh-
ren kann. Von der Mehrzahl der Untersuchungen im
Bereich der untergegangenen Insektenformen lässt sich
eher das Gegentheil behaupten.
Eine höchst merkwürdige neue Insektenform aus dem
Todtliegenden hat A. Dohrn (Palaeontographica XIII.
p. 338 — 344. Taf. 41) unter dem Namen Eugereon Boek-
hingi bekannt gemacht. Verf. entwirft von derselben
eine sehr eingehende und, Avie sich Ref. durch Ansicht
des Originales überzeugt hat, den Hauptsachen nach zu-
treffende Beschreibung, welche einen verhältnissmässig sehr
kleinen Kopf, mit weit hervorstehenden, linearen, einem
Saugrüssel gleichenden Mundtheilen, langgestreckte, mit
zweigliedrigem Tarsus versehene Vorderbeine und an-
nähernd gleich gebildete Vorder- und Hinterflügel von
beträchtlichem Umfang und complicirtem, durch dichtma-
schiges Netzwerk verbundenem Geäder, als wichtigste
Merkmale hervorhebt. Verf. findet darin mit Recht eine
Combination von Charakteren, wie sie keiner der auf die
lebenden Insekten begründeten Ordnungen zukommt und
entwickelt die Ansicht, dass sich in Eugereon eine Ver-
einigung des Hemipteren- und Neuropteren -Typus dar-
stelle. Der darauf zu begründenden selbstständigen Ord-
nung möchte er den (von Burmeister schon in anderem
Sinne verwandten) Namen Dictyoptera beilegen. (Die
Flügel lassen jedoch eher den Typus der Orthopteren-
Familie Ephemerina, wenn gleich in complicirterer Ade-
rung, die Mundtheile mehr denjenigen der Dipteren als
der Hemipteren erkennen. Ref.)
der Entomologie während der J. 1865—66. 343
In einer zweiten Abhandlung: »Zur Kenntniss der Insekten
in den Primärformationen« (ebenda XVI. p. 129 fF., Taf. 8) spricht
sich Verf. schon etwas zurückhaltender über das von ihm präsu-
mirte Mittelding zwischen Hemipteren und Neuropteren aus und
modificirt auch in etwas die früher von ihm gegebene Deutung der
Mundtheile. Im Anschluss daran beschreibt er gleichfalls aus dem
Todtliegenden einen Flügel, für welchen er den Namen Fulgora
Ehersi aufstellt und eine Blattina Bemigii aus einem über der Stein-
kohlenformation liegenden Schieferthon Rheinbaierns. (Aus der Ab-
bildung des Fnlgoraflügels geht zur Evidenz hervor, dass er weder
einer Fulgorine angehört, noch überhaupt ein Vorderflügel sein
möchte; seine ganze Anlage und Aderung weist vielmehr deutlich
auf den Hinterflügel einer Blattine hin, an dem das zarthäutige
Hinterfeld dem grössten Theil nach verloren gegangen ist.)
V. Elchwald (A mtl. Bericht über die 39. Versamml.
Deutscher Naturf. p. 170) erwähnt aus dem Mergelschie-
fer Ostsibiriens, welchen er dem Wealden zuzurechnen
geneigt Ist, über zwei Zoll lange Insektenlarven, welche
er als den Ephemerlden angehörig zu erkennen glaubt.
Er schlägt für dieselben vorläufig den Grattungsnamen
Ephemeropsis vor.
8cudder, On the fossil Insects from Illinois, the
MIamla and Hemeristia (81111man's Americ. Journ. XL.
p. 268 ff.) und: On the Devonlan Insects of New-Bruns-
wlck (Boston soc. of nat. bist. 11. Jan. 1865. Flugblatt)
giebt vorläufige Nachricht über einige in den Kohlenla-
gern von Illinois und im Devon gefundene Insectenreste,
in welchen er einerseits Mittelformen zwischen lebenden
Locustinen und Neuropteren, andererseits zwischen letz-
teren und Pseudoneuropteren zu erkennen glaubt. (Nach
den im J. 1867 gegebenen Abbildungen der solche Mit-
telformen repräsentirenden Palaeopterina und Hemeristina
des Verf.'s geben sich dieselben nur als Perlarien und
Ephemerlden zu erkennen.)
Ref. (Sitzungsbericht d. Gesellsch. naturf. Freunde
V. 21. Febr. 1865) machte auf eine 25 Mill. lange Phas-
mlden-Larve im Bernstein, vermuthlich der Gattung Pseu-
doperla PIct. angehörig, aber schon durch ihre Grösse
von den beiden bekannten Arten dieser Gattung verschie-
den, aufmerksam.
344 . Gerstaecker: Bericht üb, d. wissensch. Leist. im Gebiete
Von besonderem Interesse ist der durch Menge
gelieferte Nachweis eines Strepsipteren im Bernstein.
(Ueber ein Rhipidopteron und einige andere im Bern-
stein eingeschlossene Thiere, Schriften der naturforsch.
G eselisch, in Danzig, Neue Folge I. Bd., 3. u. 4. Heft.
Danzig 1866.) Verf. begründet auf das einzige bis jetzt
von ihm beobachtete männliche Individuum, welches er
durch Abbildungen im Holzschnitt erläutert, eine neue
Gattung Triaenay deren wesentlichste Abweichung von
den lebenden in der ganz verschiedenen Tarsenbildung
liegen würde.
An den siebeiigHedrigen Fühlern ist das dritte und vierte
Glied nach innen in einen Ast ausgezogen, welcher an Länge etwa
der Vereinigung der drei Endglieder gleichkommt und den Fühlern
in ihrer Gesammtheit ein dreizinkiges Ansehn verleiht. Sehr auf-
fallend sind nach der vom Verf. gegebenen Abbildung die Beine
gebildet; die Schiene ist auffallend kurz, kaum von der Länge des
Metatarsus, die fünf Tarseuglieder sämmtlich langgestreckt, be-
sonders das letzte, welches zwei lanzettliche Fuss-
klauen trägt. — Die im Bernstein befindliche Art: Triaena ter-
tiana ist im Körper 3 Mill. lang und hat 7 Mill. Flügelspannung.
Auch Mermiten haben nach Menge's Mittheilung
(ebenda) schon während der Bernstein-Epoche die Lei-
beshöhle der Insekten bewohnt. Ein von ihm abgebilde-
ter Chironomus ist von zwei solchen (Mermis matutina)
umgeben, während eine dritte eben im Begriff ist, sich
aus dem Körper der Mücke hervorzubohren.
Orthoptera.
J. Lubbock hat seine im vorigen Jahresbericht
p. 115 erwähnte Abhandlung über die Entwickelung des
Chloeon dimidiatum im 25. Bande der Transact. of the
Linnean soc. of London Pt. 2. p. 477—492. pl. 58 und 59
beendigt. Verf. geht in diesem zweiten Theil zunächst
auf die drei letzten (19. — 21.) Häutungsstadien der Larve
ein, welche in die Wintermonate fallen, durch längere
Zwischenräume (von 14 — 30 Tagen) getrennt sind und
unter denen das 19. sich von den vorhergehenden da-
der Entomolog-ie während der J. 1865 — 66. 345
durch unterscheidet, dass wahrend desselben zuerst sexuelle
Differenzen (in der Form des Kopfes und des vorletzten
Hinterleibssegnientes auftreten. Während des letzten (21.)
Stadiums bedecken die Flügelscheiden das dritte Hinter-
leibssegment zur Hälfte oder selbst ganz. Verf. beschreibt
von diesem Stadium näher die Mundtheile, Digestionsor-
gane und den Kiemenapparat und schildert das Aus-
schlüpfen der Subimago, deren Unterschiede von der
Imago erörtert werden. Den Schluss der Abhandlung
bildet ein Vergleich der verschiedenen Entwickelungs-
modi der Insekten ; eine Metamorphose bindet sich nach
des Verf.'s Ansicht an den geringen Grad der Ausbil-
dung, in welchem ein Insekt das Ei verlässt, die Gestalt
der Larve hängt in weiter -Ausdehnung von den äusse-
ren Lebensbedingungen ab. Er unterscheidet hiernach
eine Entwickelungs-Metamorphose von einer Adaptations-
Metamorphose.
Basch (Zeitschr. f. wissensch. Zoolog. XV. p. 56 —
75. Taf. 5) publicirte Untersuchungen über das Skelet
und die Muskeln des Kopfes von Termes flavipcs Koll.,
welche er mit Angaben über die von ihm angewandten
Präparations-Methoden einleitet. Verf. unterwirft zunächst
das seiner Appendices entledigte Kopfskelet, sodann
die einzelnen Mundtheile und die Fühler einer speziel-
len Schilderung, ebenso nach dem Vorbild von Straus-
Dürkheira die allen diesen Theilen eigenthümliche
Muskulatur, welche zugleich in ihrer Funktion näher er-
örtert wird. Auch die Muskeln des Schlundes werden
wegen ihrer nahen Beziehungen zu denjenigen der Mund-
theile, besonders der Unterkieferpaare, mit in Betracht
gezogen. Die dargestellten Verhältaisse sind durch sehr
exakte Abbildungen erläutert.
Snellen van Vollenhoven, Naaralijst van Ne-
derlandsche Regtvleuglige Insekten, Orthoptera (in: Her-
klots's Bouwstoff. voor eene Fauna van Nederl. IIL p. 34
—39) zählte 4 Forficulinen, 7 Blattinen, 4 Grylliden, 8
Locustinen und 12 Acridier, im Ganzen 35 Arten als in
den Niederlanden einheimisch auf.
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Hrt. X
346 Gorsta ecken Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Von Pictet wurden in seinem unter der folgenden
Ordnung erwähnten Werke : Synopsis des N^vropteres
d'Espagne (Gen^ve 1865) als in Spanien einheimisch 69
Pseudoneuropteren (3 Termiten, 1 Psocus, J5 Perlarien,
7 Ephemeriden und 42 Odonaten) aufgezählt.
Zur Kenntniss ausländischer Pseudoneuropteren lie-
fert ßrauer's Bearbeitung der auf der Weltumsegelung
der Novara gesammelten Neuropteren (vgl. diese Ordnung!)
wichtige Beiträge.
Eine vorzügliche, diese Ordnung betreffende mono-
graphische Arbeit hat C. Brunner in seinem „Nouveau
Systeme des Blattaires" (Viennc 1865. 8. 426 pag., avec
13 planch.) geliefert. Dieselbe ist von der zoologisch-bo-
tanischen Oesellschaft zu Wien herausgegeben.
Termitina. F. Ja gor (Reiseskizzen: Singapore,Malacca, Java
p. 58 £f.) machte nähere Mittheil im gen über den von ihm in der
Nähe Singapore's beobachteten Termes gilvus Hag. In einem Land-
hause hatten die Termiten einige mit Oelfarbe gestrichene hölzerne
Pfeiler, welche das Gebäude trugen, fast aufgezehrt, ohne jedoch
die äussere Farbenschicht zu verletzen; ihre Anwesenheit wurde erst
dadurch bemerkt, dass Jemand mit seinem Stock einen dieser Pfeiler
durchstiess. Etwa 30 Schritt vom Hause entfernt wurde von einem
Malayen das Nest in feuchtem Rasen aufgefunden. Aeusserlich war
nur eine leichte, kaum merkliche Erhöhung wahrzunehmen, unter
welcher einige Zoll tief der Boden zuerst fester wurde, bis dann in
der Tiefe von einem Fuss eine unregelmässige, wabenartige Schich-
tung zum Vorschein kam. Den Kern des Baues bildete die Kam-
mer der Königin, w eiche etwa die Form eines Stückes Toilettenseife
ohne Ecken zeigte, überall gleich dicke Wände hatte und die fast
zwei Zoll lange Königin ziemlich eng umschloss; als einziger Zu-
gang diente ein kleines trichterförmiges Loch, in welches nur Ar-
beiter eindringen konnten. Bald nach Oeffnung des Baues stellten
sich kleine schwarze Ameisen ein, welche sofort einen Kampf mit
den Termiten eingingen und sie in ihren Bau schleppten, — Wä-
gungen, welche Verf. in Gemeinschaft mit dem Ref. an Spiritus-
exemplaren dieser Art vornahm, ergaben, dass die Königin 5,200,
ein unbefruchtetes Weibchen 0,0G8, ein Arbeiter 0,005 Gr. schwer
war. (Von Termes bellicosus wog die grösste vorhandene Königin
16,135, ein unbefruchtetes Weibchen 0,490 Gr.)
Layard (Proceed. entomol. soc. of London 1866. p. 12) be-
richtet über ausgedehnte Verwüstungen, welche eine Termiten-Art
der Entomologie wälnend der J. 1865—66. 347
auf St. Helena verübte. Dieselbe wurde vor etwa 20 Jahren von
der Westküste Afrika's her eingeführt, trat aber erst während der
letzten zehn Jahre als besonders schädlich hervor. In James Town
wurde die Cathedrale gänzlich und ebenso Alles, was aus Holz ge-
baut war, zerstört, besonders auch die Bibliothek und in dieser
vorzüglich die theologischen Werke. Verf. schreibt dies weniger
der Neigung der Termiten zur Gottesgelahrtheit als dem Umstände zu,
dass diese Werke von dem Publikum seltener als leichtere Lektüre
in Anspruch genommen werden.
Brauer (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XV. p. 977.
Neuropteren d, Novara p. 45 ff.) beschrieb Calotermes improbus Hag.
nach einem von Neu-Seeland stammenden Exemplar und Stolotermes
rtificeps n. A. Neu- Seeland, Termes longirostris Nicobaren, Eutermes
fumigatus und Rhinotermes intermeäius n. A. Sidney.
Blattina. Brunn er (Nouveau Systeme des Blattaires) ver-
theilt nach Vorausschickung einer eingehenden Charakteristik des
äusseren Körperbaues der Schaben und nach vollständiger An-
führung der sie betreffenden Literatur (in alphabetischer Keihen-
folge der Autoren) die 52 von ihm theils nach anderen Autoren
angenommenen, theils neu aufgestellten Gattungen und Familien 11
verschiedenen Gruppen zu, deren Unterschiede er gleich denjenigen
der ihnen angehörenden Gattungen in einer analytischen Tabelle
erörtert. 1) Ectobidae mit den Gattungen P]ctobiaWestw., Ana-
plecta Burm. und Äphlehia (nov. gen., für Blatta marginata, ma-
culata Schreb. u. A.) 2) Phyllodromidae mit den Gattungen:
(^eratinopter a (nov. gen.: Blatta diaphana Fab.), Loboptera
(nov. gen.: Bl, decipiens Germ., limbata Charp.), Temnoptery x
(nov. gen.: Bl. tarasca Sauss.), Phyllodromia Serv., Psendophyl-
lodromia (nov. gen.: Ps. ornata n. A. Philippinen), Apolyta
(nov. gpn.:Bl. vestita Burm.), Thyrsocera Burm.. Ischnoptera Burm.
und Nyctibora Burm. 3) Epilampridae mit den Gattungen Pa-
ratropes Serv.. Phoraspis Serv., Parapho raspis (nov. gen. : Phor.
pallens Serv.), Epilampra Burm., Homalopteryx (nov. gen.: Epi-
lampra Macassariensis de Haan), Opistlioplatia (nov. gen.: Po-
lyzost. orieutalis Burm., Bl. iiturata Serv.). 4) Periplanetidae
mit den Gattungen Polyzosteria und Perip^laneta Burm., Deropeltis
Burm. und Archiblatta Vollenh. 5) Chorisoneurida e mit den
Gattungen Oxyhalo a (nov. gen.: Proscratea fulviceps Burm.),
Chorisoneura (nov. gen.: Phyllodr. nigrifrons Serv., Bl. discoi-
dalis Burm.). Ar eolari a (nov. gen. mit zwei neuen Arten von Ba-
tavia und den Philippinen), Cassidodes (nov. gen.: C. Jigata n. A
Philippinen), Hypnorna Stäl, Eleutheroda (nov. gen.: Bl. dytis-
coides Serv. 6) Panchloridae mit den Gattungen Gyna (nov.
gen.: Panchl. maculipennis Schaum), Panchlora Burm., Nauphoeta
348 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Burm., Zetobora Burm., Philohora (nov. gen.: Zetob. conspersa
und conspurcata Burm.), Oniscosoma (nov. gen. mit zwei neuen
Australischen Arten) . 7) P e r i s p h a e r i d a e mit den Gattungen
Perisphaeria Burm., Parasphaeria (nov. gen.: Bl. ovata Blanch.
= Poiyz. Valdiviana Phil.), Derocalymma Burm., Proscratea Burra.,
Hormetica Burm., Homalodemas Stäl und Gromp hadorhina
(nov. gen.: Horm. portentosa Schaum). 8) Corydidae mit den
Gattungen Corydia Serv., Melestora Stäl, Euthyrrhapha Burm.,
Latindia Stäl. Holocompsa Burm., Z>'/aj)/iawrt (nov. gen.: D. Fieber i
n. A. Brasilien = Hypercompsa fenestrina Sauss.). 9) Hetero-
gamidae mit den Gattungen Heterogamia Burm. und Homoeo-
gamiaBurm. 10) Blaberidae mit den Gattungen Monachoda Burm.
und Blabera Burm. 11) Pauesthidae mit den Gattungen Para-
hormetica (nov. gen.: Horm. monticoUis Burm.), Dasyposoma
(nov, gen. : Cryptocercus punctulatus Scudd.), Panesthia Serv. und
Paranauplioeta (nov. gen.: Nauph. circumdata de Haan, lyrata
Burm.). — Was die Feststellung der Gattungen betrifft, so hat Verf.
die meisten der von früheren Autoren begründeten auf die in
nächster Verwandtschaft mit einander stehenden Arten beschränkt
und ihnen dadurch eine grössere Schärfe verliehen. Ist dies nicht
in allen Fällen gleichmässig geschehen, wie z. B. bei Periplaneta,
aus welcher die mit P. pallipalpis zunächst verwandten Arten wohl
besser ausgeschieden worden wären , so liegt dies offenbar nur
daran, dass dem Verf. hier ein weniger umfangreiches Material an
Arten zum Vergleich vorgelegen hat, als anderswo. So weit Ref.
bis jetzt Gelegenheit gehabt hat, die Arbeit des Verf. auf das Ma-
terial der hiesigen Sammlung zu prüfen, kann er sich im Uebrigen
mit der Abgrenzung seiner Gattungen nur einverstanden erklären
und ebenso der Deutung der Bu rmeister'schen Arten meistens
beipflichten. Möglicher Weise ist indessen seine Zetobora trans-
versa die ächte Zet. signaticollis Burm., in jedem Fall seine Para-
tropa elegans = P. phalerata Er., seine Par. subsericea = elegans
Burm. Dass einige vom Verf. beschriebene Gattungen und Arten
mit den von Saussure bekannt gemacliten Amerikanischen (Dia-
phana Fieberi = Hypercompsa fenestrina Sauss.) und einigen aus
anderen Welttheileu stammenden (Polyzosteria maculata = cuprea
Sauss.) zusammenfallen, liegt bei der fast gleichzeitigen Publikation
in der Natur der Sache; trotzdem scheint aber die Zahl der Syno-
nyme nicht einmal eiue erhebliche zu sein. Weshalb Verf. den Na-
men der Perisphaera glomeriformis Luc. mit Der. aenea vertauscht
hat, ist dem Ref. nicht ersichtlich. — Die der Arbeit beigefügten
Abbildungen je einer typischen Art aller Gattungen sind bei der
sehr charakteristischen Auffassung ihres Habitus für die Bestimmung
sehr erleichternd, ebenso die sie begleitenden Darstellungen des
der Entomologie während der J. 1865— (56. 349
Hinterleibs und der Flüo^el ; bei letzteren laufen jedoch einige Un-
genauigkeiten im Geäder mit unter. In ihrer Totalität ist die Ar-
beit des Verf.'s ohne Frage als eine vorzügliche Leistung anzusehen.
A. Costa, Di alcuni Ortotteri Blattidei (Rendiconto della Ac-
cad. scienc. fisiche di Napoli V. 1866. p. 308 f.) erwähnt vorläufig
zweier neuer Europäischer Arten als Ectohia montana xon ditn Ahruz-
zen, mit Ect. Nicaeensis zunächst verwandt und Ect. ferr um-equi-
num mit E. lapponica näher verwandt. Zwei ausländische Arten
unbekannten Vaterlands werden als Froterodia (nov, gaw.) pun-
ctatissima und Zetobora cassidea erwähnt.
van Hasselt, Jets over het blaartrekkened vermögen der
Blatta Americana (Tijdsskr. voor Entomol. VIII. p. 98 f.) besprach
die vonVinson gemachte Angabe, wonach Blatta Americana, wenn
sie über schlafende Menschen hinwegläuft, auf der Haut derselben
ein Herpes-artiges Exanthem verursachen soll.
Mantodea. Cl. Mulder, Mededeeling over Toxodera denti-
culata Serv. (Verslag. en Mededeel. d. Kon. Akad. van Wetenschap.
2.Reeks, 1. Deel, 1866. p. 239— 245) vervollständigte Serville's Be-
schreibung der seltenen Toxodera denticulata, von welcher ihm ein
Exemplar aus Java zugekommen ist.
Phasmodea- Bat es, Descriptions of fifty-two new species of
Phasmidae from tlie collection ofMr. W. Saunders, with remarks
on the family (Transact. Linuean soc. of London XXV. 1866. p. 321
— 359. pl. 44 u, 45). Die im W e s t w o o d'schen Werke aufgeführten
Arten der Familie belaufen sich auf 471, welchen später noch 17
weitere hinzugefügt worden sind; nach Zugang der in der vorlie-
genden Arbeit beschriebenen 52 stellt sich die Zahl der bekannten
Ai.'ten auf 540. — Wiewohl Verf. den vom Ref. gegen die Einthei-
lung der Familie nach der Ausbildung, resp. dem Mangel der Flug-
organe gemachten Einwendungen eine Begründung zuerkennt und
sie dadurch unterstützt, dass er den ungeflügelten Acanthoderus bufo
Westw. der gewöhnlich in beiden Geschlechtern geflügelten Gattung
Heteropteryx zuweist, schliesst er sich dennoch der von W e s t w o o d
eingeführten Systematik an, da die übrigen Körpertheile nach sei-
ner Ansicht keine besseren Eintheiluugs-l^erkmale darböten. In
Betreff der im Gebiet des Amazonenstromes vorkommenden Arten
giebt Verf. an, dass die meisten selten seien, dass sie gefrässig und
träge in ihren Bewegungen und dass einige die Fähigkeit besitzen,
eine stinkende Flüssigkeit von sich zu geben, sobald sie beunruhigt
werden. — Als neue Arten beschreibt er folgende: Bacillus grami-
neus , aspericollis und Gueinzii Port Natal, imteUifer Darjeeliug,
Scytale Ceylon, Bacteria cyrtocnemis, Amazonica und laUcauda Ega,
comis Bogota, serricauda uud Sakai Ega, culmus Brasilien, Loncho-
350 Gersta e cker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
des Doreyanus und hispa Neu- Guinea, ßavicornis, grallator, auscul-
tator, furcatus und denticauda Ceylon, personatus Buru, plidlango-
des Batchian , dispar Sarawak , forcipattis Celebes, asperatus und
Bussellü Darjeeling, Fhihalosoma extensmu \aier]. unbek., maximum
Sumatra, Calanietum Caffernland, ÄcantJwderus Mouliotii Cambodja,
gramdus Gilolo, spiniventris Timor und Buru, Heteropteryx West-
icoodii Menado, Dimorphodes manciis Batchian und Ternate, Platy-
crania Alpheus Westw. mas Amboina, Podacauthus viridiroseus Gray
mas Moreton-Bay, Phamna castaneum, patidum und quadratum Ama-
zonien, Necroscia longiceps Kaioa-Insel bei Batchian, cephalotes Neu-
Guinea, pictipes Cambodja, viridilineata Ceram, frondosa Menado,
lacteipennis Gilolo, acutipennis Ceylon, Janus Celebes, styligera und
mustea Sulu-Inseln, agrionina Menado, graminea Batchian, tenebrosa
Ceylon, smaragdida Gilolo und Batchian, conicipennis Sumatra und
torquata Cambodja. — Auf den zwei beifolgenden Tafeln sind zwan-
zig Arten nach dem Vorbild von West wo od'schen Abbildungen
dargestellt.
Kaup, Description of two new species of the genus Bacillus
(Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 577 f.) machte Bacillus
Gerhardii und Geisovii als n. A. aus Neu-Seeland bekannt. ~ Phi-
lippi (Stett. Entom. Zeitung 1865. p. 64) Bacteria unifoUata als
n. A. von Valdivia.
Murray, On the habits of the Prisopi (Annais of nat. bist.
3. ser. XVIII. p. 265 ff.) theilte die ihm durch Fry zugegangene
interessante Notiz mit, dass Prisopus flabelliformis ein Wasser-In-
sekt sei, welches im Innern Brasiliens sich den Tag über in Bächen
aufhalte, wo es mitten im Strome an Steinen angeklammert gefun-
den v/ird. Beim Einbruch der Dunkelkcit verlässt es das Wasser,
vermuthlich um der Nahrung und der Begattung obzuliegen. Mur-
ray hält diese Angabe für durchaus glaubwürdig und versucht den
Nachweis, dass die eigenthümliche Körperbildung der Gattung, ins-
besondere die Aushöhlung der unteren Köri)erseite, die verlängerten
Flügeldecken, die Erweiterung und Bewimperung der Beine u.s. w.
dem Aufenthalt im Wasser durchaus entsprächen.
Locustina. Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor
Entomol. VIII. p. 106 ff., pl. 7) machte unter dem Namen Macro-
lyristes (nov. gen.) imperator eine sich durch besondere Grö^:öe
auszeichneude Heuschrecken - Form von Java und Borneo bekannt,
welche er mit Mecopoda in Vergleich bringt. Zu der Abtheilung
mit zweispitzigem Prosternum und elliptischen Gehörspalten der
Vorderschienen gehörend, zeichnet sich dieselbe durch kuglige Au-
gen, durch die mit zwei lappenartigen Fortsätzen behaftete Stirn,
lanzettlich zugespitzte Deckfiügel und an der Basis schwach ver-
dickte llinterschenkel aus ; der Prothorax ist oberhalb flach, beider-
I
der Entomologie wäli rend der J. 1865 — 66. 351
seits gekielt und sägeartig gezähnt, das St ridulationsorgan des Männ-
chens von sehr complicirter Bildung.
In einer sich der Charakteristik dieser Gattung anschliessen-
den Abhandlung: Ontleedkundige aanteekening over Macrolyristes
imperator Voll., vergeleken met eenige andere regtvleugeligen (ebenda
VIII. p. 111— 121. pl. 8 u. 9) handelt C. Mulder über die innere
Organisation der genannten Locustine und zwar besonders über die
auf der Grenze zwischen Kau- und Chylusmagen einmündenden An-
hangsdrüsen, welche er nach ihren bei verschiedenen Orthopteren
(Gryllodea, Acridiodea, Locustina) vorkommenden Modifikationen
näher in Betracht zieht.
Lucas (Bullet, soc. entom. de France 1866. p. 39) erwähnt
einer im Leben blassgelben Varietät der Locusta viridissima aus
Frankreich (wie sie auch in den Gebirgen Deutschlands nicht selten
vorkommt. Ref.),
Acridiodea- Tetrix Iwiosina Sn eilen van Vollenhoven
(Tijdschr. voor Eutomol. VIII. p. 65 f. , pl. 1. fig. 6— 8) ist eine
durch den Habitus sehr ausgezeichnete neue Art von den Molukken
(Insel Gebeh).
Ach. Costa (Annuario del museo zoolog. diNapoli II. 1864.
p. 58 f.) diagnosticirte Choriphylh(m granulatum als n. A. unbek. Va-
terl., Tettix hufo n. A. Port Natal. — Discotettix nov. gen., von
Tettix durch die Fühler, an welchen die den drei letzten Gliedern
vorhergehenden zusammengedrückt und erweitert sind und durch
den Prothorax, welcher sich über den Kopf hin in Form eines Her-
nes erhebt und im Uebrigen mit zahlreichen kurzen und dichten,
theils seitlichen, theils Rückendornen besetzt ist, unterschieden. —
Art: Bise, armatus von Borneo. — Ebenda p. 129. Taf. 1. fig. 2
wird Porthetis hrevicornis als n. A. aus Italien beschrieben und ab-
gebildet.
ForfiCUlina. H. Dohm publicirte (Stett. Entom. Zeit. 1865.
p. 68 — 99) den Schluss seiner Monographie der Dermapteren , in
welchem die vier noch übrigen Gattungen der Familie : Sparatta
Serv. mit 5, Lobophora Serv, mit 10, Opistho cosmia nov. gen.
(Ancistrogaster Stäl pars) mit 13 und Forficula Lin. (sens. strict.)
mit 27 A, abgehandelt werden. Die neue Gattung Opistho cosmia,
welche sich in der Tarsen-, Fühler- und Hinterleibsbildung zunächst
an Forficula anschliesst, unterscheidet sich von dieser durch den
Prothorax, welcher sehr viel schmaler als der Kopf ist, so wie durch
die langen und schlanken Beine.
Japygidae. Meinert, »Campodeae, en familie af Thysanu-
rernes orden« (Naturhist. Tidsskr. 3.Raek. III. p. 400 — 437) vereinigt
die Gattungen Japyx llalid. und Campodea Westw. zu der Familie
352 Gerstaecker: Bc^'icht üb. d. wissenscii. Leist. im Gebiete
»Campodeae,« welche er nach diesen beiden Formen in ihren einzel-
nen Körpertheilen sehr eingehend schildert. Erst nach Vollendung
seiner Arbeit ist dem Verf. die Haliday'sche Beschreibung der
ersteren Gattung bekannt geworden, doch hat er noch den für die-
selbe gewählten Namen adoptirt. Die beiden von Me inert be-
schriebenen Arten sind Japyx solifugus Hai. (welchen Verf. gleich-
falls aus Italien erhalten hat) und Ccünpodea fragilis, fragliche neue
Art aus Dänemark, zu welcher Campodea staphylinus Gerv., succi-
nea Nie. und Lepisma minuta 0. F. Müller als zweifelhafte Synonyme
citirt werden.
Eine Notiz von Haliday. Ün Dicellura, a new genus of In-
sects belonging to the stirps Thysanura (Journ. of Linn. soc, Zool.
VIII. p. 162 f.) bezieht sich offenbar auf das schon im vorigen Jah-
resbericht als Japyx aufgeführte Insekt, dessen Namen Verf. vermuth-
lich nachträglich geändert hat.
Poduridae. 0. Hermann (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. XV. p. 485 ff.) theilte Beobachtungen über massenhaftes Auf-
treten einer Podura - Art auf der Oberfläche des Wassers und am
Rande eines Sumpfes während des Winters mit. Er berichtet über
die schon Ende März vor sich gehende Copulation und die bei nie-
driger Temperatur nicht unterbrochene Häutung der Poduren.
PsOCinä. Hagen, Beitrag zur Kenntniss und Synonymie der
Psociden (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 188— 196 und p. 233— 244)
lieferte eine spezielle, mit kritischen Bemerkungen verbundene Re-
vision der von den verschiedenen Autoren bis jetzt bekannt gemach-
ten Psocinen. Für die Kenntniss der Literatur und der Arten gleich
wichtig.
Derselbe (Verhandl. d. zoolog.-botan. GescUsch. XVI. p.201
— 222) veröffentlichte eine »Psocinorum et Embidinorum Synopsis
synonymica.« in welcher er die Psocinen unter 21 Gattungen ver-
theilt, deren Charaktere in einer Uebersichts-Tabelle analysirt wer-
den. Auf die verschiedene Zahl der Fussglieder und auf Abwei-
chungen im Flügelgeäder hin w^erden 9 neue Gattungen von Psocus
abgetrennt, welche als Myopsocus, Elipsocus, Polijpsocus, Stenopso-
ciis, Dypsocus, llii/rsopsocu.s, Galopsociis, Epipsocus und Peripsociis
bezeichnet werden. Sämmtliche beschriebene Arten, 136 an Zahl,
werden mit Citat der Beschreibung und Synonymie alphal)etisch auf-
geführt. In gleicher Weise werden die wenigen bis jetzt bekannt
gewordenen Embidinen vorzeichnet.
Derselbe (Entomol. monthly magaz. II. p.9ff.) beschrieb
Psocus marmoratus, adustns und personatus als n. A. von Madera.
Derselbe (ebenda II. p. 121 — 124) gab eine »Synopsis of the
Psociua without ocelli.« Den drei bis jetzt bekannten Gattungen der
der Entomologie während der J. 1865—66. oöo
»Atropina« : Atropos Leach, Clothilla Westw. und LachesillaWestw.
fügt Verf. eine vierte Pso quill a nov. gen., hinzu. Sie hat gleich
den beiden erstgenannten dreigliedrige Tarsen, den Meso- und Me-
tathorax , wie Clothilla , getrennt, einen schlanken Fühlerschaft,
kurze geäderte Vorderflügel, schlanke Schc^nkel und die Endglieder
der Tarsen kurz und gleich, — Art: Psoqu. marginepimctata, viel-
leicht von Hamburg. — Neue Arten sind ferner: Ätropos resinata
aus Copal, formicaria bei Königsberg unter Formica fuliginosa, ölea-
gina Ceylon, Clothilla cmmilata Europa, inqidlina Europa.
Derselbe, On some aberrant geuera of Psocina (Entom.
monthly magaz. II. p. 148 u. 170 ff.) beschrieb Ampliientomum in-
cultum n. A. aus Copal, gregarium , superhum und caudatum von
Ceylon, Ferientomum (nov. gen., auf Amphient. trichopieryx Hag.
gegründet) mortuum aus Copal, triste und morosum Ceylon, Embi-
doscopus (nov. gen., vom Ansehn einer Embia, aber mit kürzerem
Plinterleib ohne Appendices) Intens Cuba, Empheria reticuiata Hag.
aus dem Bernstein, Tliylax (nov. gen., von Empheria durch weite
auseinanderstehende Ocellen, kürzere, 40gliedrige Fühler, quer ring-
förmigen Prothorax, lange und schmale Flügel u. s. w. unterschie-
den) fimbriatum aus Copal.
M'Lachlan (New genera and species of Psocidae, Transact.
entom. soc. of London 3. ser. V. p. 345 ff.) beschrieb ThyrsopJwrus
bellus als n. A. aus Brasilien. — Neuro sema nov. gen., mit neun-
gliedrigen, haarigen Fühlern, deren beide Basalglieder klein, das
dritte lang und gekrümmt ist, besonders ausgezeichnet durch zahl-
reiche hyaline Aederchen der Flügel, wodurch die Membran der-
selben in kleine Zellenräume getheilt wird. — Art:. Neur. apicalis
Neu-Guinea. — Eremopsocus nov. gen., von den Psocus-Arten
aus der Gruppe der Pp, lineatus durch die Fühlerdifferenz bei bei-
den Geschlechtern unterschieden; die des Männchens sind verdickt
und dicht behaart, die des Weibchens fadenförmig. — Art : Er. in-
fumatus Brasilien. — Psocus griseipennis n. A. Australien, fraternus
Assam, pcdlipes Adelaide, femoratus Nord-China, grisescens Pt. Na-
tal, infectus Bogota, cosmopterus Malacca (Berg Ophir), striatifrons
Süd- Australien, imbecilhis Mauritius. — Nachträglich ordnet Verf.
die von ihm beschriebenen Psocus - Arten^ unter die neu errichteten
Ilagen'schen Gattungen ein,
Brauer (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. XV. p. 908,
Neuropt. d. Novara p. 50) beschrieb Psocus nigricornis n. A. aus
Rio-Janeiro und australis Neu-Holland.
Perlariae. Pictet (Synopsis d. Nevropt. d'Espagne p. 12 E.
pl. 2) machte Perla Hagenii, viridinervis, Nemoura umbrosa und la-
custris als n. A. aus Spanien bekannt.
Brauer (Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. 2vV. p, 908,
354 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Neuropt. d. Novara p. 51) Grixjopteryx reticulata und tessellata als
n. A. von Rio- Janeiro.
M^Lachlan (Transact. entom. soc.of London 3. ser. V. p. 354)
begründete auf Chloroperla prasina Newm. (= Hermes prasinus
Walk.) eine neue Gattung Stenoperla. Maxillartaster mit zwei
kurzen, gleich grossen Basalgliedern, die übrigen abgeflacht, das 3.
und 4. doppelt so lang als das 2., das 5. kürzer als das 4te. Vor-
derflügel sehr schmal, verlängert, gleich den hinteren von sehr zahl-
reichen Queradern regelmässig durchzogen.
Derselbe (Entom. monthly magaz. I. p. 216) erwähnt einer
eigenthümlichen Art, die Eier abzusetzen, bei den Weibchen von
Leuctra geniculata und fusciveutris. Dieselben hatten im Fliegen
das Endsegment des Hinterleibes aufwärts gebogen und den Eier-
klumpen längs der Rückenseite des Abdomen bis gegen die Hinter-
flügel hin abgesetzt.
Libellulina. Selys-Longchamps, Synopsis des Agrionines
(Bullet, d. Tacad. d. scienc. de Belgique 2. ser. XX. p. 375—417).
In dieser Fortsetzung seiner Uebersicht der Agrioninen beginnt
Verf. die letzte derselben angehörige Gruppe der Agrionen im enge-
ren Sinne, welche die drei Gattungen Argia Ramb., Agrion sens.
strict. und Telebasis Selys umfasst , mit der Gattung Argia, aus
welcher fünfzig ihm bekannte Arten nach gewohnter Weise eine
vorläufige Charakteristik erfahren. Die Gattung zerfällt in drei an
Umfang sehr ungleiche Untergattungen , von welchen Hyponeura
Seiys zwei (Hyp. Funcki Sei. und lugens Hag.) , Onycliargia Hag.
eine (On. atrocyanea Sei.), Argia sens, strict. dagegen 47 Arten
umfasst.
Brauer (Dritter Bericht über die auf der Novara gesammel-
ten Neuropteren. Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XV. p. 501
—512, 905 und 978 f. — Neuropteren der Novara, p, 52 ff. Taf. 2)
machte folgende neue Gattungen und Arten dieser Familie bekannt:
Agrion (Isehnura) Asiaticum und hieroglyphicum China, Aurora
Taiti, spinicauda Polynesien , (Pyrrhosoma) cerinorubellmn Ceylon,
Anax Julius China, concolor Brasilien, Aesclma macromia und excisa
Brasilien, cornigera Columbien, castor Brasilien, TaMtensis, Stau-
rophlebia (nov. gen. Aeschninorum) magnifica Brsisilien, Gynacan-
tha Idae Borneo, Macromia elegans China, Cordulia Novae Zealan-
diae , Gompho macromia (nov. gen. Libellulinarum) paradoxa
Chile, Tramea brevistyla Melbourne, Libellula (Erythemis) corallina
Chile, {JDiplax) bipunctata Taiti, (Diplax?) chloropleiira Chile, (Di-
plax ?) anomäla Rio - Janeiro, dlbicauda Shanghai, leontina Chile,
Caledonica Neu-Caledonien, petalura Hongkong, subfasciolata Cap,
(Bythemis) infernalis Ceylon, Nannophya australis Sidney, Agrio-
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 355
noptera (nov. gen., auf Libellula insignis Ramb. begründet) Nl~
cobarica.
Derselbe (Bericht über die von Bar. Ran sonnet am Ro-
then Meere und auf Ceylon gesammelten Neuroptereu, Verhandl. d.
zoolog -botan. Gesellsch. XV. p. 1009 ff.) beschrieb Libellula Eanson-
netii n. A. Tor am rothen Meer, glaucan. k. Ceylon, pruinosaBurm.
fneglecta Ramb.) und Euphaea splendens Heg. fem. von Ceylon.
Ferner (Beschreibungen neuer exotischer Libellen , ebenda XVI.
p. 563 ff.) Tramea Loetvii, Bosenhergii und coronata Ceram , Poly-
neura decora Amboina , Bamhiirii Celebos und Duivenbodei Neu-
Guinea.
Scudder, Notes upon some Üdonata from the isle of Pines
(Proceed. Boston soc. of nat. bist. X. p. 187 — 198) beschrieb Agrion
Maria n. A., Agr. (Ischnura) coecum Hag., Aeshna virens Ramb.,
Macromia Cuhensis n. A., Tramea insuiaris Hag., Libellula auripen-
nis Burm., angustipeunis Ramb., vinosa n. A., Dysthemis frontalis
Burm.j pleurosticta Burm., Mesotliemis Poeyi und GundlacMi n. A.,
Diplax ochracea Burm., Justiniana Hag., abjecta Ramb. nud Peri-
themis Domitia Drury von der Pinien-Insel.
Derselbe, Notes on some Odouata from the White Moun-
tains of New-Hampshire (ebenda X. p. 211 ff.) Cordulegaster lateralis
n. A., Aeschna constricta Say, eremita n. A., iwopinqua n. A., Cor-
didia eremita, forcipata, Sktirtleffii , WalcJüi und elongata n. A.,
Diplax rubicundula Say.
M'Lachlan (Entomol. monthly magaz. II. p. 117 f.) Notes
on the occurrence of Aeshna borealis and other Dragou flies at
Rannoch. Erstere Art wird in ihren Merkmalen erörtert.
Selys-Longchamps, Additions aux Odonates d'Algerie
(Bullet, de l'acad. d'Hippone 1865. p. 40) ist im Bullet, soc. entom.
1866. angezeigt.
Einen wichtigen Beitrag zur Kenntniss fossiler Libellulinen
lieferte Hagen in seiner Abhandlung über die Ncuropteren des
lithographischen Schiefers in Baiern (Palaeontographica Bd. XV).
Es werden in demselben folgende Gattungen und Arten ausführlich
erörtert und dart^estellt: Tarsoplilehia nov. gen., von allen be-
kannten lebenden Odonaten durch verlängertes Basal- und kurzes
zweites und drittes Tarsenglied abweichend, im Uebrigen den Ca-
lopteryginen zunächst verwandt. — Arten : Tars. (Heteropblebia)
dislocata Westw'. und eximia n. A. — Isophleh ia nov. gen., eine
riesige Calopteryginen-Form, welche sich durch grosse Flügel, de-
ren hinteres Paar an der Basis erweitert ist, sehr langes Ptero-
stigma, den an der Basis geraden Sector principalis, kürzeres Spa-
tium quadrangulare, in der Mitte verengtes Spatium discoidale, lan-
gen und geraden unteren Sector trigonalis, freie Postcosta, lange
oi-6 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
und kräftige Beine und lange, blattartige obere Appendices aus-
zeichnet. — Arten: Is. Äspasia und Helle. — Stenophlehia nov.
gen., grosse Gomphinen-Formen umfassend, welche eine besondere,
Gomphoides und Lindenia zu coordinirende Legion bilden. Flügel
schmal, fast gleich, Triangel klein, schmal, schief, getheilt; ein in-
nerer Triangel fehlt, der Nodus zurückgezogen , die Retikulation
dicht, quadratisch ; das Spatium basale getheilt, Membranula acces-
soria inittelgross ; Hinterleib lang und schlank, an der Basis auf-
getrieben, an der Spitze erweitert; Beine lang. — Arten: Sten.
Amphitrite, aequalis Hag. (Heterophlebia) und Phryne. — Schliess-
lich wird noch Anax Buchi näher erörtert, welche Eigenschaften
der Aeschniden und Gomphideu in sich zu vereinigen scheint, aber
nicht, wie früher vom Verf. angegeben, zu den Calopterygideu
gehört.
Ephemerina. Eaton, Notes on some species of the Ortho-
pterous genus Cloeon Leach. as limited by M. Pictet (Annais of
nat. hist. 3. ser. XVHI. p. 145 — 148). Verf. bemerkt über die Lar-
ven der Eintagsfliegen, dass sie neben animalischer Kost auch ve-
getabilische zu sich nehmen, und dass wie bei den Libellen-Larven
eine partielle Darm - Respiration bei ihnen nachweisbar sei. Die
Gattung Cloeon Pict. zerfällt er nach Unterschieden der Nymphe
und der Imago in zwei Gattungen: 1) Cloeopsis nov. gen., für
Gl. diptera Lin. errichtet; Nymphe mit sechs Paar doppelten und
einem Paar einfacher Kiemenblätter, Imago mit zwei Flügeln und
zwei Afterborsten. 2) Cloeon sens. strict. Nymphe mit sieben
Paar einfacher Kiemenblätter , Imago mit vier Flügeln und zwei
x\fterborsten, die dritte verkümmert. Von drei hierher gehörigen
Arten: Gl. Rhodani Pict., pumilum Burra. und bioculatum Lin. giebt
Verf. Abbildungen der für sie charakteristischen Hinterflügel und
charakterisirt dieselben nach lebenden Exemplaren.
Pictet (Synops. d. Nevropt. d'Espagne p. 24 ff. pl. 3) beschrieb
Baetis flavida und sylvicola als n. A. aus Spanien, Hagen (Entom.
monthly magaz. II. p. 25) Cloe Maderensis als n. A. von Madera,
von wo zugleich Cloe diptera Lin. erwähnt wird.
Alb. Müller, Observatious on the habits of Oligoneuria
Rhenana Imh. (Entom. monthly magaz. I. p. 262). Nach Angabe
desVerf.'s erscheint die Art Anfang September's bei Basel in Menge.
Der Eierklumpeu ist nach seinem Austritt aus dem Hinterleib so-
fort so hart, dass er wie Glas zersprengt werden kann.
Tuffen West, Description of the skin cast by an Epheme-
ron in its pseudimago condition (Transact. microscop. soc. of Lon-
don, new ser. XIV. 1866. p. 69 f. pi. 7) enthält Nichts, was nicht all-
gemein bekannt wäre.
der Entomologie während der J. 1865— G6. 357
Neuroptera.
Ein sich durch splendiden Druck und sauber aus-
geführte, colorirte Tafeln auszeichnendes Werk hat Ed.
P i c t e t unter dem Titel: Synopsis des Nevropteres
d'Espagne (Geneve 1865. gr. 8. 123 pag. avec 14 pl.) her-
ausgegeben. Dasselbe ist durch die Publikation von
24 neuen Arten veranlasst, welche Verf. neben einer
grösseren Anzahl bereits bekannter auf einer mehrmonat-
lichen Reise nach Malaga, Granada, San Udefonso und
den Französischen Pyrenäen selbst gesammelt hat. Nach
dem Usus seiner Landsleute hat Verf. die Neuropteren
noch im Linne'schen Sinne beibehalten, in welchem sie
auch viele Orthopteren umfasst. Was dem Verf. aus
eigener Anschauung bekannt gew^orden ist, hat er wie-
derholt selbstständig beschrieben, die übrigen Arten (mit
Einschluss der Portugiesischen) nach den Angaben frühe-
rer Autoren aufgenommen, so dass das Werk den Cha-
rakter einer Fauna erhalten hat. Von den 142 aufgezähl-
ten Arten gehören 68 den Orthopteren, 74 den Neuropte-
ren (6 Sialinen, 45 Hemerobinen, 2 Panorpiden und 21
Phryganiden) an. In einem Anhang wird die geogra-
phische Verbreitung der Spanischen Arten im übrigen
Europa u. s. w. erörtert.
Eine ausführliche Besprechung der Pictet'schen Arbeit un-
ternahm Hagen (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 281— 302), indem er
an eine Reihe von Arten kritische und ergänzende Bemerkungen
knüpfte.
Eine besonders gediegene und sorgsame Bearbeitung
ist den während der Reise der Oesterreichlschen Fregatte
Novara gesammelten Neuropteren durch Brauer (Wien
1866. 4. 104 pag. mit 2 Taf.) zu Theil geworden. Es
werden in diesem schön ausgestatteten Hefte 56 neue
Arten bekannt gemacht, von denen 37 den Orthopteren
(Pseudoneuropteren) angehören und unter welchen die
Libellulinen am reichsten vertreten sind. Auch mehrere
neue Gattungen aus den Familien der Phryganiden und
Libellulinen werden aufgestellt. Zwei schön ausgeführte
858 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Tafeln enthalten Abbildungen der hervorragendsten neuen
Formen.
Einen vorläufigen Bericht über diese Ausbeute der Novara
mit Diagnosticirung der darunter befindlichen neuen Gattungen und
Arten hat der Verf. in den Verhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch.
1865. p.415, 501, 903 u. 975 ff. erstattet.
Hagen, The Neuroptera of Madeira (Entomol. montlily
magaz. IL p. 8, 25, 59 u. 75 ff.) gab eine Aufzählung der
von W o 1 1 a s 1 0 n auf Madera gesammelten Neuroptcren
und Pseudoneuropteren und beschrieb die darunter be-
findlichen neuen Arten. Das Verzeichniss umfasst 2 Ter-
miten, 4 Psocinen, 2 Ephemerlden, 4 Odonaten, 6 Heme-
robiden und 8 Phryganiden.
Derselbe stellte ein Verzeichniss der um Zürich
vorkommenden Neuroptercn (incl. Pseudoneuropteren)
nach den Mittheilungen Bremi's zusammen (Stett. Entom.
Zeit. 1865. p. 228 ff.) Notizen über die Lebensweise einiger
Arten sind beigefügt.
M'Lachlan, A ncw genus of Hemerobidae and a
new gcnus of Perlidae (Transact. entom. soc. of London
3. ser. V. p. 353 ff.).
Hemerobiidae. Hagen, Hemerobidarum Synopsis synonymica
(Stett. entom. Zeit. 1866. p. 369—462) lieferte eine erneuete, sehr
umfangreiche, alphabetisch angeordnete Uebersicht aller bis jetzt
pubiicirten Gattungen und Arten dieser FamiUe mit vollständigen
Citaten und Synonymen. Durch dieselbe ist einer gründlichen Be-
arbeitung des gegenwärtig bekannten Materials, welche in der That
als ein Desiderat hingestellt werden kann, auf dem literarischen
Gebiete der Weg in umfassendster Weise geebnet. Den Bestand an
Gattungen und ihre Vertheilung unter 7 Gruppen (Unterfamilien)
fasst der Verf. in einer dem speziellen Theile vorausgeschickten
Uebersicht zusammen, indem er den Gruppen sowohl als Gattungen
kurze diagnostische Merkmale hinzufügt. 1) Myrmeleonidae : Pal-
pares, Stenares (nov. gen.: Palpares harpyia Gerst.), Famoxis
(nov. gen.: Palpares luteus Thunb., contaminatus Burm), Toma-
tares (nov. gen.: Palpares citrinus Hag.), Dimares (nov. gen.:
Myrm. elegans Perty), Stilbopteryx, Acanthaclisis, Glenurus (nov.
gen. : Myrm. pantherinus Fab. , anomalus Ramb. u. A.), Creagris,
Gymnocnemia, Megistopus, Formicaleo, Myrmecaelurus, Macronemu-
rus, Myrmeleon und (?) Euptilon. 2) Ascalaphidae : Haplogenius,
Byas, Ascalaphus, Puer, Theleproctophylla, Cordulecerus. Suphalasca,
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 369
Hybris, Oncogaster , Bubo und Colobopterus. 3) Nemopteridae :
Nemoptera, Halter, Brachystoma und Himantopterus (die drei letz-
ten als Untergattungen angedeutet). 4) Mantispidae : Mantispa und
Trichoscelia. 5) Hemerobidae : a) Subcosta cum radio conjuncta:
sector priraus radio parallelus, sectores ceteros emittens : Nymphes,
Osmylus , Nov. gen. (für Osm. strigatus Burm.) , Polystoechotes,
Psychopsis, Ormismocerus? und Sisyra. — b) Subcosta et radius
separati, sector primus radio parallelus, sectores ceteros emittens:
Ithone, Berotha, Dilar, Sartena und Psectra. — c) Subcosta et radius
separati, radius sectores omnes emittens: Micromus, Hemerobius,
Megalomus , Prepanopteryx und Drepanicus (?). 6) Chrysopidae :
Chrysopa, Belonopteryx, Hypochrysa, Ankylopteryx, Apochrysa und
Meleoma. 7) Coniopterygidae : Coniopteryx und Aleuronia. (Diese
Vertheilung und Anordnung der Gattungen kann wohl zum Theil
nur für eine provisorische angesehen werden, wie denn auch die
Haltbarkeit mehrerer noch näher zu begründen wäre.) Die 751 auf-
gezählten Arten der Familie vertheilen sich nach der vorstehenden
Uebersicht auf 56 Gattungen.
Brauer (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch.XVI. p. 983 —
992. Taf. 19) stellt Zusätze und Berichtigungen zu der vorstehenden
Arbeit Hagen's zusammen, welche dem grösseren Theile nach die
von ihm selbst publicirten und nach ihrer Metamorphose erörterten
Arten betreffen. Im Anschluss hieran charakterisirt er eine neue
Gattung Myiodactylus , welche er mit Nymphes Leach zu einer
besonderen Gruppe Nymphidae vereinigt und welche sich von jener
durch kürzere, breitere und abgerundete Flügel, deren 5te und 6te
Längsader einfach sind, so wie durch unbewehrte Schienen unter-
scheidet. — Art: Myiod. osw^/^o icZes Moreton - Bay, Taf. 19. fig. 3
abgebildet.
Derselbe (Vierter Bericht über die auf der Novara gesam-
melten Neuropteren, Verhandl. d. zool.-botan.Gesellsch. XV. p. 903 ff.
— Neuropteren der Novara p. 30 ff.) machte als n. A. bekannt :
Apochrysa coccinea Amboina , Nicobarica , Ankylopteryx anomdla
Nikobaren , immaculata Vandiemens - Land , Doleschalii Amboina,
V-rubrum Taiti , Chrysopa naesonympha JNikobaren , Ätala Rio- Ja-
neiro , Formicaleo longicornis Nikobaren, Myrmeleon Nicoharicus
ebendaher.
Derselbe (Verhandl. d. zool.-botan. Gesellsch. XV. p. 1015 f.)
beschrieb Isoscelipteron Indicum als n. A. aus Ceylon und stellte mit
Berücksichtigung der fünf bekannten Arten die Charaktere der
Gattung nochmals fest.
Pictet (Synops. d. Nevropt. d'Espagne p. 60ff. pl. 6— 8) gab
Beschreibungen und Abbildungen von folgenden neuen Spanischen
3BT) Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Arten: Chrysopa nigropunctata, geniculata, Meyeri, Guadarramensis,
thoracica, Granadensis, riparia und monticola.
H. Shimer, Description of the imago and larva of a new
species of Chrysopa (Proceed. entom. soc, of Philadelphia IV, p. 208
— 212) machte Chrysopa Illinoiensis als neue Nord-Amerikanische
Art nebst ihrer Larve bekannt. Letztere beobachtete Verf. im Leben
und beschreibt von derselben eingehend ihre Jagd auf Blattläuse,
die Anfertigung des Puppencocons und das Hervorgehen der Puppe
aus demselben vor dem Ausschlüpfen der Imago. Die Entwickelung
der letzteren erfolgte einen Monat nach dem Einspinnen; aus einer
nur mit vier Beinen versehenen Larve entwickelte sich eine regulär
ausgebildete Imago. Das Insekt zeigt sich noch Ende November's
und Anfang December's bei warmen Wetter im Freien.
Hagen (Stett. Entom.. Zeit. 1866. p. 291 ff.) unterwarf die
Gattung Dilar Ramb. einer spezielleren Charakteristik und unter-
schied drei derselben angehörige südeuropäische Arten: Dil. Ne-
vadensisRamb., meridionalis und Turcicus. Auch mehrere Spanische
Chrysopa-Arten werden näher erörtert.
Derselbe (Entomol. monthly magaz. II. p. 59 ff.) führt Mi-
cromus aphidivorus Sehr., Hemerobius humuli Lin. , nervosus Fab.,
Chrysopa vulgaris Schn.^ Myrmeleon alternans Brüll, und catta Fab.
als auf Madera einheimisch an und giebt von letzteren beiden Arten
ausführliche Beschreibungen.
M'Lachlan (Transact. entom. soc. of London 3. ser. V. p. 353)
begründet auf Hemerobius viridipennis Walk, eine neue Gattung
Rapisma, durch Grösse und Robustheit des Körpers, so wie durch
lederartige Vorderflügel ausgezeichnet. Von Ithone Newm. durch
die breite Basalhälfte der Area costalis , durch den Mangel eines
Nervus recurrens, durch den unter den Prothorax zurückgezogenen
Kopf u. s. w. abweichend.
Derselbe , Notes on three little known species of British
Hemerobidae (Entomol. monthly magaz. II. p. 268 if.) beschrieb Si-
syra Balii (= Hemerob. nitidulus Dale, nee Fab.), Hemerobius pel-
lucidus Dale (= fuscescens Walleugr.) und Hemer, dipterus Burm.
nach Englischen Exemplaren.
Derselbe, Observations of the habits of the ant-lion, Myr-
meleon formicarius (ebenda II. p. 73 f.) erwähnt der Zucht dieser
Art aus Larven, welche er aus Frankreich mit nach England
brachte. In Grossbritannien ist bis jetzt keine Art dieser Gattung
entdeckt worden.
Derselbe (Proceed. entom. soc. of London 1866. p. 6) er-
hielt Maulbeerzweige aus Indien mit reihenweise abgelegten Eiern
einer Ascalaphus- oder Myrmeleon - Art. Die Anordnung der Eier
der Entomologie während der J. 1865—66. 361
war dieselbe, wie sie Brauer für Ascalaphus macaronius angege-
ben hat.
W. Saunders (Proceed. entom. soc. of London 1866. p. 7)
beschrieb merkwürdig angeordnete, langgestielte Chrysopa(?) -Eier
aus Neu-Süd-Wales, welche auf einem Stück Baumrinde zwei alter-
nirende Reihen bildeten, je nach der Reihe Stiele von verschiede-
ner Länge hatten und deren Längsachsen in verschiedenen Richtun-
gen lagen.
Sialidae. Siah's nigripes'Piciet (Synops. d. Nevropt. d'Espagne
p. 52. pl. 4) n. A. aus Spanien, Corydalis Hecate M^Lachlan (De-
scription of a new Neuropterous Insect belonging to the genus Co-
rydalis Latr., Journal of Entomol. IL p. 499. pl. 20) n. A. aus Bra-
silien, Clicmliodes distmctus^Y ^ilker (in J. K. Lord's The naturalist
in Vancouver-Island and British Columbia IL p. 334) n. A. British
Columbia.
M'Lachlan, Sialis fuliginosa Pict., a species new to Britain
(Entomol. monthly magaz. IL p. 107) erörterte die Unterschiede der
in England neu aufgefundenen Sialis fuliginosa Pict. von Sialis lu-
taria durch Abbildung der Flügel.
Trichoptera. Rob. M'Lachlan, Trichoptera Britannica, a
mouograph of the British species of Caddish- flies (Transact. entom.
soc, of London 3. ser. V. p. 1 — 184. p. 1 — 14). — Der umfangreichen
Arbeit des Verf.'s ist neben ihrem faunistischen Werth auch eine
allgemeinere Bedeutung für die systematische Kenntniss dieser zwar
mehrfach, aber in vieler Beziehung doch nur mangelhaft bearbeite-
ten Familie zuzusprechen. Das ansehnliche, vom Verf. für die Bri-
tische Fauna nachgewiesene Material, welches sich auf 127, unter
43 Gattungen vertheilte Arten beläuft, wird sie für die meisten Ge-
genden des nördlichen und mittleren Europa's als ein den Arten-
bestand derselben vollständig oder wenigstens nahezu umfassendes
Handbuch erscheinen lassen, welches für die Unterscheidung wie
für die Determination der Arten einen gleich sicheren Anhalt gewährt.
In ersterer Beziehung hat Verf. die früheren Arbeiten und ganz
besonders die Kolenati'sche weit überholt, indem er die zur Art-
unterscheidung wesentlicheren , freilich aber auch schwieriger zu
untersuchenden Körpertheile, wie die männlichen Geschlechtsorgane,
das Flügelgeäder u. s. w. einer spezielleren Beachtung unterzogen
hat; in letzterer war ihm zwar durch die bereits von Hagen vor-
genommene Reduktion der K o 1 ena ti'schen Namen auf die früher von
Stephens und C u r t i s bekannt gemachten Arten der Weg gebahnt,
ohne dass er jedoch dadurch weiterer Berichtigungen in der Nomen-
klatur ganz überhoben gewesen wäre. — Verf. betrachtet die Tricho-
pteren im Sinne seiner Landsleute als besondere Tnsektenordnung
Archiv für Natur- XXXII. .h-.hrg. 2. lid V
362 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und demnacli die sonst als Gruppen angesehenen Limnephiliden, Seri-
costomiden u, s. w. als Familien, deren er wie bisher sieben annimmt.
Indem er jede einzelne derselben nach ihren verschiedenen Ent-
wickelungsstadien charakterisirt , stellt er die ihnen angehörigen
Gattungen zunächst in einer analytischen Tabelle zusammen, um
ihre Merkmale sodann spezieller zu erörtern: die Phryganiden um-
fassen deren 3 , die Limnephiliden 10 , die Sericostomiden 6, die
Hydroptiliden 2, die Leptoceriden 6, die Hydropsychiden 11 und die
Rhyacophiliden 5. Neue Gattungen sind nur in den Gruppen der
Leptoceriden {Triaen ödes nov. gen., für Leptocerus bicolor Gurt,
und Mystacida conspersa Ramb.) und der Hydropsychiden, in letz-
terer drei aufgestellt: Wormaldia nov. gen., für Hydrops, occi-
pitalis Pict., Ecnomus, für Philopot. tenellus Ramb. und Neu-
reclipsis , für Phryg. bimaculata Lin., letztere beide schon in
einer früheren Arbeit vom Verf. angegeben. Ebenso ist eine An-
zahl von Arten theils hier zuerst vom Verf. bekannt gemacht, theils
neu benannt worden. Von den 14 die Arbeit illustrirenden Tafeln
ist eine der Darstellung seltener resp. neuer Arten, eine den frühe-
ren Ständen, sechs dem Flügelgeäder und sechs der Erläuterung
der Genitalringe gewidmet.
Desselben »A synonymic list of the British Trichoptera«
(Entom. Annual for 1865. p. 29 — 36) ist nur ein aus der vorherge-
henden i.\rbeit ausgezogenes synonymisches Arten-Verzeichniss.
Derselbe, Descriptions of new or little-known genera and
species of exotic Trichoptera, with observations on certain species
described by Mr. F. Walker (Transact. entom. soc of London,
3. ser. V. p. 247—278. pl. 17 — 19) machte folgende neue Gattungen
und Arten bekannt: Phrygauea Japonica und Limnephiliis (Glypho-
taelius) admorsus n. A. aus Japan , Phryg. Maclachlani (Holostomis)
White fem. aus Ostindien. — Py cno centr ia nov. gen., aus der
Sericostomiden-Gruppe, mit Silo verwandt, aber beim Männchen in
Vorder- und Hinterflügeln mit Längsfalten versehen und durch die
aneinandergerückten Sporenpaare der Hinterschienen ausgezeichnet.
— Art: Pycn. funerea Neu-Seeland. — Ganonema nov. gen., aus
der Leptoceriden- Gruppe, gleich der folgenden Gattung durch die
Einmündung des Radius in den ersten Apikal-Sektor, anstatt in den
Costalrand ausgezeichnet; Art: Gan. pallicorne Sumatra. — Äso-
t ocerus nov. gen., vielleicht nur sexuell von der vorhergehenden Gat-
tung unterschieden. — Avt: Äsot. ochraceellus Samwak. — Notana-
tolica nov. gen., auf Leptocerus magnus Walk. (fem. L. canescens
M'Lachl.), oppositus und cephalotes Walk., cognatus M'Lachl. und
Not. Gilolensis n. A. Gilolo begründet. — Setodes hemerobioides n.
A. Celebes, Anisocentropics flacicaput Nord-Australien , Macronema
Saundersii Mysol, WaUacei Neu-Guinea. dulce Mysol. — Steno-
der Entomologie während der J, 1865 — 66. 363
psyche nov. gen., aus der Hydropsychiden-Gruppe durch dreispor-
nige Vorderschienen, lange und schmale Flügel, kleine, geschlossene
Diskoidalzelle und fünf Gabeladern (1. bis 5.) der Vorderflügel leicht
kenntlich. — Art: Sten. griseipennis Ostindien. — Leptopsyche
nov. gen., derselben Gruppe angehörig und in dieser durch ofiene
Diskoidalzelle der Vorderflügel ausgezeichnet. — Art : Lept. gracüis
Dorey. — Neso psy ehe nov. gen., mit sehr langem, gekrümmten,
unterhalb gewimpertem zweiten Gliede der Lippentaster; Sporen
3. 4. 3. , die Endsporen der Hinterschienen ungleich, der eine ge-
krümmt, massig lang , der andere kräftig, gedreht, sehr lang. —
Art : Nes. flavisignata Celebes. — Hydropsyclie Eclwardsii n. A.
Melbourne. — Sciops nov. gen., von Hydropsyche durch geglätteten
Kopf und Flügel, die schwach gesägten Fühler und die behaarten
Taster, deren Endglied dünn und den vorhergehenden vier zusam-
men an Länge gleich ist. — Arten: Sc. unicolor Celebes und octo-
maculata Borneo. — Polycentropus orientaUs n. A. Celebes. — Psi-
lochor ema nov. gen., Vorderflügel in der Kühe fast eben, schmal,
mit parallelem Vorder- und Hinterrande und langen, fast gleich
schmalen Spitzenzellen; Endgabeln an 1. bis 5. vorhanden. Schien-
sporen 2. 4. 4. — Art: Psü. mimicum Neu-Seeland. — Ueber einige
Walke r'sche Arten bringt Verf. theils synonymische Bemerkungen,
theils Berichtigungen in der Charakteristik bei.
Derselbe, Description d'un genre nouveau et d'une espece
nouvelle d'Insectes Trichopteres Europeens (Annal. soc. entom. de
France 4. ser. VL p. 175 — 180. pl. 8. fig. 1 — 5). Die beschriebene
neue Gattung Molannodes gehört der Leptoceriden-Gruppe an
und unterscheidet sich von Molanna durch kürzeres Basalglied der
Kiefertaster, kürzere und breitere Vorderflügel und durch gegabel-
ten Diskoidalast. — Art: Mol. Zelleri n. A. aus Meseritz.
Hagen (Stett. Ent. Zeit. 1865. p. 205 u. 217 ff.) lieferte eine
Reihe von »Beiträgen zur Kenntniss der Phryganiden.« 1) Einen
reichhaltigen Nachtrag zu der die Gehäuse von Helicopsyche be-
treffenden Nord-Amerikanischen Literatur, 2) Eine Beschreibung
von folgenden Italienischen Arten: Phryganea elegans Pict. var.,
maculata Costa, testacea Gmel., fuliginosa Costa, Hydropsyche Pic-
tetii Costa ; Lasiocephala taurus Costa hält H. für identisch mit
Mormonia basalis Kol. 3) Neue Phryganiden- Arten von Madera :
LimnepJbüus cinctus, Stenophylax ohlitus, Hydroptüa atra, Hydror-
cTiestria insularis, Hydropsyclie Maderensis, Polycentropus flavosti-
eins, Tinodes cinerea, grisea und Ägapetus punctatus. 4) Eine sehr
reichhaltige Zusammenstellung der Phryganiden aus der Umgegend
Zürichs nach Bre mi's Mittheilungen, 101 Arten umfassend. 5) Zu-
sätze über Phryganiden-Gehäuse.
Derselbe (Entomol, monthly magaz. IL p. 75 ff.) beschrieb
364 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Limnephüus cinctus, Stenophylax ohlitus, Hydroptüa atra, Hydro-
psyche Maderensis, Tinodes cinerea und grisea, Folycentropus flavo-
stictus {!) und Agapetus punctatus als n. A. aus Madera.
Derselbe, Description of a genus of Caddish-flies, of which
the larvae construct cases known as Helicopsyche (Entomol. monthly
magaz. IT. p. 252 £f.). — Derselbe in : Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 244.
Thom. Bland, Note on certain Insect larva-sars. described as
species ofValvatae (Ann als of the Lyceum of nat. hist. of New- York
VIIL 1865. p. 144 ff.). — Bland erhielt nach seiner Mittheilung die
als Valvata arenifera bekannten schneckenförmigen Phryganiden-Ge-
häuse mit lebenden Larven und setzte sie in ein Aquarium. Im
Frühling 1863 entwickelten sich aus den Puppen die der Gattung
Helicopsyche angehörigen Imagines. — Hagen, welchem die erzo-
genen Exemplare zugesandt wurden, wies zuerst (Stett. Entom. Zei-
tung), nach Bestimmung der Art als Notidobia boreaüs Hag., die
Helicopsyche-Gehäuse der Gattung Notidobia zu. Später (Entomol.
monthl. magaz.) erkennt er die Gattung Helicopsyche als selbststän-
dige an, welche er zu den Sericostomiden bringt und zwischen Mor-
monia und Dasystoma stellen will. Er theilt derselben die beiden
Nord- Amerikanischen Arten : Helicopsyche borealis (Notidobia) Hag.
= glabra Hag. (Gehäuse) und Helic lutea (Notidobia) Hag. zu und
bildet die Imago im Holzschnitt ab.
Brauer (Zweiter Bericht über die von der Novara gesam-
melten Neuropteren , Yerhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch. XV.
p. 415 ff. — Reise der Novara, Neuropteren p. 5 ff. Taf. 1) machte
folgende neue Gattungen und Arten bekannt: Hydromanicus (nov.
gen. Hydropsychidarum) irroratus Batavia , Nyctiophylax nov.
gen. Hydropsychidarum) Sinensis Shanghai, Macronema pseudoneura
Ceylon, Tetracentron (nov. gen. Leptoceridarum) sarothropus
Auckland und Neu - Seeland , Mystacides Brasilianus Rio - Janeiro,
An omalo Stoma (nov. gen. Rhyacophilidarura) alloneiira Neu- See-
land, Calamoceras (nov. gen. Sericostomidarum) marsupus Gi-
braltar. Saetotricha (nov. gen. Sericostomidarum) ptychopteryx
Sidney und Helicopsyche Ceylanica, letztere nach Larve, Puppe und
Gehäuse aufgestellt (Imago unbekannt).
Pictet (Synops. d. Nevropt. d'Espagne p. 88 ff. pl. 9— 14)
machte als n. A. aus Spanien bekannt: Sericostoma Baeticum, Pyre-
naicum, Selysii, Granjae, Silo Graellsii, Mortnonia fimbriata, My-
stacides Braueri, Hydropsyche pallida und Bhyacophila meridionalis.
M'Lachlan (Proceed. entom. soc. of London 1866. p. 28)
führt seine Gattung Sciops auf die früher publicirte Hydromanicus
Brauer zurück und bestätigt (Ueber Lasiocephala taurus Costa, Stett.
Entom. Zeit. 1866. p. 361) nach einem Original-Exemplare der Costa'-
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 365
sehen Art die schon von Hagen vermnthcte Identität derselben
mit Mormonia basalis Kol.
Dr. Walser, Trichoptera Bavarica : Die bisher in der Um-
gebung von Schwabhausen in Oberbaiern aufgefundenen Phrygani-
den, deren bekannte Larven und Gehäuse, nebst generellen Notizen
über letztere. Ein Beitrag zur Baieriscben Neuropteren - Fauna
(17. Bericht d. naturhistor. Vereins in Augsburg 1864. p. 29 — 75).
Die Arbeit des Verf. ist eine auf den Gegenstand recht speziell ein-
gehende, welche die Kenntniss der einheimischen Phryganiden, be-
sonders in Bezug auf Larven und Gehäuse vielfach vervollständigt
und bereichert. Verf. hat in der Umgebung seines Wohnortes 52
verschiedene Arten zusammengebracht, welche er je nach ihrem Vor-
kommen in fliessendem oder stehendem Wasser und je nach dem
Material, aus welchen die Larven ihre Gehäuse anfertigen, gruppirt.
Er bildet zwei Abtheilungen: Rhyacophilae (Larven in fliessendem
Wasser) und Limnophilae (Larven in stehendem Wasser) und theilt
die jeder derselben angehörenden Arten weiter folgendermassen
ein: 1) Mit Thieren bauend (Zoolegae). 2) Mit Vegetabilien bauend
(Phytolegae). 3) Mit Mineralien bauend (Minerolegae). Letztere
zerfallen wieder in: a) Mit Steiuchen bauend (Chalicolegae) und
b) mit Sand bauend (Psammolegae). Die theils kürzeren, theils aus-
führlicheren Beschreibungen, welche Verf. von den Larven und Ge-
häusen der meisten von ihm aufgezählten Arten giebt, so wie seine
Angaben über Erscheinungszeit. Häufigkeit u. s. w. der Imagines sind
vielfach beachtenswerth.
Ueber massenhaftes Vorkommen zweier Stenophylax- Arten im
Innern von Eisgrotten in der Schweiz berichtete M'Lachlan (Pro-
ceed. entom. soc. of London 1865. p. 116).
van Hasselt, Jets over de Phryganiden (Tijdschr. voor En-
tomol. IX. p. 211 ff.) ist historischen Inhalts.
Coleoptera.
Der im J. 1866 publicirte 7. Band von Lacordai-
re's Genera des Coleopteres behamdelt auf 620 Seiten
die Systematik der ;,Ciirciilionides phan^rognathes aposta-
simerides," der Scolytides (Bostrichen), Brenthides, An-
thribides und Bruchides. (Letztere vier Formengruppen
hat Verf., vv'ie bereits im vorigen Jahresberichte bemerkt
wurde, als eigene, den Cnrculionen gleichwerthige Fa-
milien abgetrennt). Die grosse Abtheilung der phane-
rognathen Curculionen, welche Yerf. als .,Apostasimeri-
366 Gerstaecker: Bericht üb. d. v/issensch. Leist. im Gebiete
des'^ bezeichnet, deren Abgrenzung von den ^jSymmeri-
des" er jedoch selbst als eine nicht ganz scharfe hin-
stellt, zerfällt nach ihm in zwei Phalangen, von denen
die erste durch gegliederte Fühlerkeule und zweilappiges
drittes Tarsenglied, die zweite durch compakte Fühler-
keule und (fast immer) ungetheiltes drittes Tarsenglied
charakterisirt ist. Erstere zerfällt wieder in zwei Sek-
tionen : a) Epimeres mesothoraciques non ascendantes :
Gymnetrides, Derelomides, Lemosacides, Alcidides, Ha-
plonycides, Euderides, Nerthopides, Camarotides, Mene-
machides, Cholides, Cryptorhynchides, Zygopides, Tachy-
gonides, Ramphides, Isorhynchides, Trypetides, Antlia-
rhinides , IJlomascides , Epipedides und Pyropides. b)
Epimeres mesothoraciques ascendantes; Pterocolides, Ceu-
torhynchides, Peridinetides, Pantotelides und ßaridiides.
Letztere (mit compakter Fühlerkeule) umfasst die sechs
Gruppen der Campyloscelides, Calandrides, Strombosce-
rides, Oxyrhyuchides, Sipalides und Cossonides. — In
der Familie der Bostrichinen vereinigt Yerf. die Hylesi-
nen Erichson's mit den eigentlichen Bostrichen zu
einer einzigen Hauptgruppe und nimmt daher deren nur
zwei: Scolytides vrais und Platypides (scr. Platypodides !)
an ; erstere werden sodann wieder in sechs kleinere Grup-
pen zerlegt. — Mit der Familie der Brenthiden werden
naturgemäss die Uloceriden Schon he rr's verbunden,
aber als eigene Hauptgruppe behandelt, während die ge-
nuinen Brenthiden in zwölf Untergruppen zerfallen. —
In der Familie der Anthribiden unterscheidet Verf. zu-
nächst zwei Legionen nach der Einlenkung der Fühler;
bei den Tropideriden und Basitropiden entspringen sie
von den Seiten, bei den Araeoceriden und Xenorchesti-
den auf der Oberseite des Rüssels nahe den Augen. Die
Tropideriden zerfallen in 17, die Basitropiden in 4 Grup-
pen (Basitropides, Eugonides, Anthribides und Brachytar-
sides). — Die Familie der Bruchiden endlich, innerhalb
welcher die Gattung Urodon als besondere Gruppe Uro-
dontides den übrigen (Bruchides vrais) gegenübergestellt
wird, weist Verf. als nach den Mundtheilen, Fühlern und
der Entomologie während der J. 1R65 — 66. 367
Tarsen wesentlich verschieden von den Anthribiden, da-
gegen in ihrer fast vollständigen Uebereinstimmiing mit
den Chrysomelinen nach, so dass man unwillkührlich zu
der Frage veranhisst wird, weshalb er dieser nahen Ver-
wandtschaft nicht dadurch einen thatsächlichen Ausdruck
gegeben, dass er die Familie den Chrysomelinen unmit-
telbar angereiht oder sie letzterer sogar einverleibt hat.
Eine umfangreiche Abhandlung von Schioedte:
Danmarks Buprestes og Elateres (Naturhist. Tidsskrift 3.
ßaek. III. 1865. p. 441— 568. Taf. 15. — Separat- Abdruck :
Kjöbenhavn 1865. 8. 128 pag. c. tab. 1. — Ins Englische
übersetzt: On the Classification of Buprestidae and Elate-
ridae, with special regard to the Danish Fauna in: An-
nais of nat. bist. 3. ser. XVIII. p. 173 u. 327 ff.) behandelt
in einem der Gattungs- und Artcharakteristik vorausge-
schickten allgemeinen Theil nicht nur verschiedene, die
verw^andtschaftlichen Beziehungen der Buprestiden und
Elateriden speziell berührende Punkte . sondern geht
gleichzeitig auf so verschiedene, die Coleopteren im All-
gemeinen betreffende Verhältnisse, wie die Lebensweise
und Morphologie der ersten Stände, die Anatomie der
Larven und Imagines, die Abgrenzung grösserer Grup-
pen innerhalb der Ordnung u. s. w\ ein, dass sie hier
näher berücksichtigt zu werden verdient. Wie in vielen
seiner früheren Arbeiten zeigt Verf. auch in der vorlie-
genden, dass selbst einem so vielfach behandelten Thema,
wie es die einheimischen Bupresten und Elateren sind,
sich bei gründlichem Studium noch zahlreiche neue Seiten
abgewinnen lassen.
Von den zehn Abschnitten, in welche die Einleitung zerfällt,
beschäftigt sich No. 2 mit einer Diskussion der sich gegenüberste-
henden Ansichten Erichson's und Loew's über das Verhältniss
des Kopfes und Prothorax der Buprestiden-Larven. In Anbetracht
der bis in das grosse Prothorax-Segment hineinragenden mächtigen
Mandibular-Muskeln sah E r i c h s o n die vordere Hälfte desselben
als zum Kopf gehörig an, während Loew den Prothorax in eine
vordere und hintere Hälfte zerfallend betrachtete. Nach Schi oe dt e
ist das Recht auf beiden Seiten zur Hälfte , indessen der eigentliche
Sachverhalt bisher nicht genau erkannt worden. Verf. weist nach.
368 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
dass sich der Kopf mit seinem gTÖsseren hinteren Abschnitt tief in
das Prothorax-Segment bis zum ersten Stig-menpaare hineinerstrecke
und äusserlich von diesem umhüllt, dennoch seine eigenen Wandungen
besitze; innerhalb dieser entspringen auch die grossen Oberkiefer-
Muskeln, welche also nur scheinbar den Prothorax ausfüllen. — In
No. 3 und 4 widerlegt Verf. die Ansicht, wonach die Larve von
Melasis eine nähere Verwandtschaft mit den Larven der Buprestiden
als mit denjenigen der Elateren habe, bezweifelt auch , dass die
Holzgallerieen, in welchen sie von Noerdlinger undPerris ge-
funden worden ist, ihr eigenes Werk seien. Nach ihrer gesammten
Körperbildung und nach ihren Mundtheilen sei diese Larve nicht
zum Ausnagen von Gängen in Holz befähigt, vielmehr wiesen letz-
tere auf eine flüssige und vermuthlich animalische Nahrung hin.
Ueberhaupt stimme die Melasis- (und Fornax-) Larve in allem We-
sentlichen mit den Elateren-Larven überein. für welche Verf. gleich-
falls in überzeugender Weise eine vorwiegend carnivore Lebensweise
geltend macht. — In No. 6 widerlegt derselbe die Ansicht La-
cordaire's, wonach die Buprestiden sich von den Elateren durch
einen sichtbaren und grossen Trochantin unterscheiden sollen und
macht gegen Kiesenwetter geltend, dass bei beiden Familien
der Prothorax in übereinstimmender Weise aus Pronotum, Pro-
sternum und Epimeren bestehe, und dass mithin letztere nicht den
Elateriden abgehen. — In Capitel ß. diskutirt Verf. die Frage:
deutet die habituelle Aehnlichkeit zwischen Bupresten und Elateren
auf wirkliche Affinität hin, sind beide nur der verschiedene Aus-
druck eines und desselben Typus oder nicht? Nach Schioedte's
Auffassung sind beide Familien sehr verschieden organisirt, die Bu-
prestiden nach ihrer äusseren und inneren Körperbeschaffenheit vor-
wiegend zum Fluge, die Elateren vorwiegend zum Sprunge. Der
den letzteren bedingende Mechanismus der Elateren an Vorder- und
Mittelbrust fehlt den Buprestiden vollständig, während er bei den
Eucnemiden, Throsciden und Cebrioniden im Wesentlichen vorhanden,
wenn auch nicht zur vollkommeneren Ausbildung gelangt ist. Wo
letzteres der Fall ist , wie bei den Eucnemiden , tritt dafür ein
stärkeres Flugvermögen und daher eine Annäherung an die Bupre-
stiden ein. Verf. erörtert sodann die vielfachen Analogieen zwischen
Elateren imd Carabiden, welche er sowohl in der Lebensweise der
Larve als in der Körperstruktur des ausgebildeten Käfers findet, —
Die innere Anatomie betreffend (No. 8), so weichen die Elateren von
den Buprestiden durch den Mangel vesikulärer Tracheen und der
Speicheldrüsen, durch den kurzen Darrakanal, den einfachen Oeso-
phagus, den Mangel der beiden seitlichen Hörner des Chylusmagens,
nur vier Vasa Malpighi, freie Hoden, drei Paar Vesiculae semina-
les, getrennte Thoraxganglien und acht Abdominalganglien ab. —
der Entomologie während der J. 1865—66. 369
Nach allem diesem hält Verf. Biipresten und Elateren für sehr ver-
schieden organisirte Typen, welche unter einander viel weniger Af-
finitäten zeigen, als jede dieser Familien mit anderen, üeberhaupt
zeigen die als Serricornia vereinigten Familien wenig Homogenes ;
schon nach der inneren Anatomie gehören sie zwei Reihen von
Formen an. Die Elateren, Cyphoniden und Lampyriden haben nur
vier Yasa Malpighi mit freien Enden, die Buprestiden, Anobiiden,
Melyriden und Clerier dagegen sechs Vasa Malpighi, deren Ende
am Darm befestigt ist.
Eine gleichfalls interessante Abhandlung- von Schi-
oedte: „De tunnelgravende biller Blediiis, Heterocerus,
Dyschirius og deres Danske arter^ (Naturhist. Tidsskr. 3.
Raek. IV. p. 141 — 167) ist bei den Familien der Carabiden,
Staphylinen und Hcteroceriden näher zu berücksichtigen.
Eine zusammenhängende Behandlung der drei genannten
Gattungen begründet Yerf. auf ihre übereinstimmende un-
terirdische Lebensweise.
K. Lindemann^ lieber den Bau des Skeletes der
Coleopteren. Das Skelet der Brust und des Kopfes (Bul-
let, d. natur. de Moscou 1865. I. p. 25—100. Taf. 4). Der
Aufsatz verdient als Curiosität immerhin gelesen zu wer-
den, ist aber nicht geeignet in diesen Berichten berück-
sichtigt zu werden.
Gleichzeitig mag hier erwähnt werden, dass Verf. ebenda 1865.
II, p. 147 f. Taf. 4) zwei der gemeinsten Europäischen Käfer als neu
beschreibt, nämlich Silpha thoracica als u. A. Oiceoptoma Goloivat-
scJiovii und Byturus tomentosus als n. Gatt, und A. Horticola
(nov. gen. Endomychidarum !) urbana. — Als »neues Faktum von
hohem Interesse« theilt Verf. (1866. 11. p. 314) mit, dass acht von
ihm beobachtete Käfer bei ihrer Verwandlung die Puppenhaut ab-
streiften. (Wie wunderbar!)
Von C. G. Thomson's „Skandinaviens Coleoptera,
synoptiskt bearbetade'^ ist im J. 1865 der siebente (394 pag.)
und im J. 1866 der achte Band (409 pag.) erschienen,
letzterer mit einem systematischen Gattungs- und Artcn-
verzeichniss von LXXV pag., welches sich auf alle acht
Bände bezieht. Der siebente Band enthält die Bearbei-
tung der Series 12.: Rhvnchophori Latr. mit den Fami-
lien der Bruchidac, Anthribidae, Rhinomaceridae und At-
telabidae (welche als Stirps 1. Isotoma zusammengcfasst
370 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
und der Stirps 2. Anisotoma gegenübergestellt werden);
letztere begreifen die Familien: Apionidae, Curcnlioni-
dae, Cossonidae, Tomicidae und Platypodides in sieb. —
Im achteil Bande sind die 13. bis 15. Series: Longicornes,
Phytopbagi und Aphidipbagi abgehandelt. Unter erste-
ren sieht Verf. die Prionidae^ Gerambycidae, Lepturetae
und Lamiidae als selbstständige Familien au. Unter den
Phytophagen vereinigt er die Familien Donaciidae, Orso-
dachnidae und Crioceridae als Stirps 1. Eupoda, die Ga-
lerucidae und Chrysomelidae als Stirps 2. Cyclica, die
Hispidae und Cassididae als Stirps 3. Fronticornia. Die
Aphidipbagi beschränken sich auf die Familie Cocci-
nellidae.
Mulsant's Histoire naturelle des Coleopteres de
France ist mit folgenden Abschnitten fortgesetzt worden :
Tribu des Terediles (Anobiides und Dorcatomides) in:
Annal. soc. Linneenne de Lyon XII. p. 1 — 284. — Tribu
des Colligeres (Anthicini) , ebenda XIIl. p. 89— 282. —
Tribu des Fossipedes (Cebrio) et Tribu des BrevicoUes
(Dascillidae) in: Annal. soc. d'agricult. de Lyon IX. p. 338
— 461. Verf. hat die Bearbeitung dieser Abschnitte unter
Mitwirkung von Rey vorgenommen.
de M a r s e u 1 , Cataiogue des Coleopteres d'Europe
et des pays limitrophes. Paris 1866. (8. 131 pag. — Se-
paratabdruck aus: l'Abeille, Tom. III). Ein mit den neue-
ren Entdeckungen bereichertes Artenverzeichniss, welches
sich durch besseres Papier und übersichtlicheren Druck
vor dem früheren des Verf.'s vortheilhaft hervorthut.
Im Bulletin soc. entom. de France 1866. p. 5 f.) spricht sich
Verf. mit Bezug auf den vorstehenden Catalog über das massenhafte
Publiciren sogenannter neuer Arten aus. Bei der Redaktion des
sich auf 14000 Arten erstreckenden neuen Verzeichnisses hat sich
ihm herausgestellt, dass in weniger als drei Jahren 740 Arten dop-
pelt beschrieben worden sind.
Fauvel, Coup d'oeil sur la distribution geographi-
quC; en France, des Insectes Coleopteres carnassiers, avec
une carte explicative (Memoires d. 1. soc. Linneenne de
Normandie XIV. 1865) 32 pag. in 4. Unter der Bezeich-
nung : carnivore Coleopteren fasst Verf. die Carabiden,
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 371
Dyticiden und Gyrinidcn zusammen, deren geographische
Verbreitimg in Frankreich er in recht übersichtlicher
Weise erörtert. Er bringt den Artenbestand Frankreichs
mit demjenigen Gesammt-Europa's in Vergleich und hebt
für die von ihm angenommenen zehn Verbreitimgs-Di-
strikte die ihnen eigenthümlichen, so wie die sie am mei-
sten charakterisirenden Arten hervor. Auch überall vor-
kommende, so wie die sich auf verschiedene Distrikte
ausbreitenden Arten finden Berücksichtigung.
Von 14000 Europäischen, auf 1650 Gattungen vertheilten Ar-
ten finden sich in Frankreich circa 7000 Arten (in fast 1000 Gatt.)
vor. Europa umfasst 2150, Frankreich etwa 1000 Carnivoren, wel-
che sich hier auf 100, dort auf 120 Gattungen vertheilen. Von den
10 geographischen Provinzen, w^ eiche Verf. für Frankreich annimmt,
verdienen eigentlich nur acht diesen Namen; denn die oceanische
Provinz erstreckt sich auf alle Meeresufer, die alpine auf sämmt-
liche Hochgebirge. Für die übrigen sind zum Theil die hauptsäch-
lichsten Flussgebiete (Rhein, Seine, Loire, Garonne, Rhone) be-
stimmend gewesen; doch sind einige derselben (Rhone, Loire) nach
dem oberen und unteren Laufe getheilt. Als allen Provinzen ge-
meinsam haben sich 143 Arten (110 Carabiden, 33 Dyticiden und
Gyriniden) ergeben; dem nördlichen und centralen Gebiet gleich-
zeitig zukommend, aber dem südlichen fremd sind 30 Carabiden
und 5 bis 6 Hydrocantharen ; dem mittleren und südlichen dagegen
sind 40 Carabiden und 5 Hydrocantharen gemein. Das Meeresgebiet
hat 50 ihm eigenthümliche Arten ; die Alpenregion umfasst Vs sä,mmt-
iicher Arten.
Godelinais, Catalogue des Coleopteres du depar-
tement d'IUe-et-Vilaine (Memoires d. 1. soc. d. scienc.
phys. et natur. du depart. d'Iile-et-Vilaine 1. 1865) ist im
Bullet, soc. entom. 1865. p. 83 angeführt.
Desb rochers des Logos, Notice sur l'entomo-
logie de Bourbonnais, suivie de la^ description de trois
espöces nouvelles (Assises scientif. du Bourbonnais 1866).
Nach einer Mittheilung im Bullet, soc. entora. 1866. p. 76
giebt Verf. in dieser Arbeit eine vollständige Liste der
in Bourbonnais vorkommenden Käfer und beschreibt drei
Arten als neu.
Derselbe Verf. machte (Bullet, soc. entom. 1865. p. 13 f.) meh-
rere für die Französische Fauna neue Arten namhaft.
372 Gerstaecker: Bericht üb, d. wissenscli. Leist, im Gebiete
W e n c k e r et S i 1 b c r ra a n n ^ Catalogue des Co-
leopteres de l'Alsace et des Vosges, avec les descriptions
d'especes nouvelies par Mr. W e n c k c r et B r i s o n t de
ßarnevillc. Strassbonrg 1866. 8. — Unter mehr als
3000 aufgezählten Arten werden 8 als neu beschrieben.
Aube, Descriptlon de nouvelies especes de Coleo-
pteres de France (Annal. soc. entom. de France 4. ser.
VI. p. 161 — 164). Beschreibung von fünf neuen Arten
verschiedener Familien.
Perris, Descriptlon de quekjues nouvelies especes
de Coleopteres, rectifications et notes (ebenda 4. ser. V.
p. 505 ff.). Beschreibung von acht neuen Arten verschie-
dener Familien aus Spanien und Corsika; im Anschluss
daran einige synonymische Bemerkungen über früher vom
Verf. bekannt gemachte Arten.
Derselbe, Descriptions de quelques Insectes nou-
veaux (ebenda 4. ser. VI. p. 181 — 196). Beschreibung
von sechszehn neuen Arten verschiedener Familien aus
Süd-Frankreich, Corsika, Spanien und Nord- Afrika.
Boieldieu, Quelques Coleopteres nouveaux des iles
d'Eubee et Baleares (ebenda 4. ser. V. p. 1 — 11. pl. 1).
Sechs neue Arten von Euboea und den Balearen, den
Familien der Buprestiden und Melasomen angehörig.
Chevrolat, Descriptions de Coleopteres d'Espagne
nouveaux ou peu connus (Rev. et Magas. de Zoolog. 2.
ser. XVII. p. 347 u. 390 ff. , XVIII. p. 24, 100 u. 321 ff.).
Beschreibung von 51 neuen Arten verschiedener Fami-
lien, welche Verf. während einer Reise nach Spanien im
J. 1865 gesammelt hat. (Die im 17. Bde. der Rev. et
Magas. beschriebenen Arten datlren vom J. 1865.)
P i 0 c h a r d de 1 a B r u l c r i e , Rapport sur l'excur-
sion faite en Espagne par la societe entomologique de
France pendant les mois d'Avril, Mai et Juin 1865 (An-
nales soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 501 — 544). ~
Kiesenwetter, Eine entomologische Exkursion nach
Spanien im Sommer 1865 (Berl. Ent. Zeitschr. IX, p. 359
— 396). In -beiden : Schilderungen von Illrlebnissen und
Aufzählungen der gesammelten Käfer.
der Entomologie während der J. 1865 — GG. 373
Coleopteres nouveaux trouves eii Espagne pendant
l'excursion de la societe cn 1865 (Annales soc. entom.
de France 4. ser. VI. p. 345 — 426). Die Carabiden wer-
den von Vuille f ro y nndPutzeys, die Arten der übri-
gen Familien von Brisout de ßarneville beschrie-
ben; im G-anzen 78. — Einige neue Arten diagnosticirte
auch Kiesenwe tter (ßerl. Ent. Zeitschr. IX. p. 359 ff.)
und beschrieb in seinen ^Beiträgen zur Käferfauna Spa-
niens'^ (ebenda X. p. 241 ff.) die Malacodermen.
Gl. Hampe, Beschreibungen einiger neuen Käfer
(Berl. Ent. Zeitchr. X. p. 371— 378). Acht neue Arten
verschiedener Familien aus Stcyermark, Croatien und
Italien.
J. Wanke wicz, Description de quelques Coleo-
pteres nouveaux trouves en Lithuanie (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. V. p. 297 fF.). Fünf neue Arten ver-
schiedener Familien aus Lithauen.
F. Morawitz^ Kleinere Mittheilungen über Russi-
sche Coleopteren (Horae societ. entom. Rossic. II. p. 167
— 175). Verf. verzeichnet einige seltnere bei St. Peters-
burg aufgefundene Arten und theilt die genauere Bestim-
mung einer Anzahl von Becker bei Sarepta aufgefun-
dener Käfer mit , unter denen er einige als neu be-
schreibt.
Die Käfer von Tyrol, nach ihrer horizontalen und
vertikalen Verbreitung verzeichnet vonVinc. Gredler.
Zweite Hälfte: Dascillidae bis Schluss. Bozen lb66. (12.
p. 235 — 491). Verf. setzt hierin seine im vorigen Jahres-
berichte erwähnte Aufzählung der Käfer Tyrols auf die
noch übrigen Familien fort und bringt gleichzeitig über
zahlreiche Arten kritische Bemerkungen bei; Angaben
über die Futterpflanzen der Larven , über Lebensweise
und Fundorte sind zum Theil von speziellem Interesse.
Als neu werden in diesem zweiten Theile 19 Arten be-
schrieben, zum ersten noch verschiedene Nachträge ge-
liefert. Die Gesammtzahl der aufgezählten Arten be-
trägt 3218.
K. Dietrich, Systematisches Verzeichniss der bis-
374 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
her im Canton Zürich aufgefnndenen Käfer. Zürich 1865.
(4. 240 pag. — Separatabdruck aus den Neuen Denkschr.
d. allgem. Schweiz, naturf. Gesellsch. XXI.^ mit gleicher
Paginirung). Eine sehr sorgfältige Arbeit, welche 1872
Arten aus 515 Gattungen namhaft macht und bei jeder
die speziellen Fundorte und die Erscheinungszeit ver-
zeichnet. Die verhältnissmässig geringe Artenzahl erklärt
sich aus der Kleinheit des Areals und aus der Terrain-
beschaffenheit ; Hochgebirgsformen fehlen dem Canton
ganz. Verf. erörtert einleitungsweise das Verhältniss der
dortigen Fauna zu derjenigen der Schweiz im Allgemei-
nen; er entwickelt ihren Charakter aus der geographi-
schen Lage und den klimatischen Verhältnissen von Zürich
und Umgegend.
W. Medicus, Verzeichniss der in der Pfalz vor-
kommenden Käfer (20. u. 21. Jahresbericht der Pollichia
p. 65 — 98). Ist ein einfaches Namensverzeichniss von 1846
Arten, welche sich auf 440 Gattungen vertheilen.
Zwei entomologische Riesengebirgs-Exkursionen mit
spezieller Erwähnung der auf denselben gefundenen selt-
neren Käfer beschrieb Pfeil (Berl. Ent. Zeitschr. IX.
p. 219 — 233) ; andere für Schlesien und das Riesengebirge
in Betracht kommende Arten erwähnte Gerhardt (ebenda
p. 292 f.).
Sammelbe richte über bemcrkenswerthere Arten lie-
ferten Beth.e (Stett. Entomol. Zeit. 1866. p. 202 f.) für
Stettin und Heringsdorf, Klotze (Berl. Ent. Zeitschr. X.
p. 292 f.) für Hamburg, Scriba, Eichhoff u.A. (ebenda
p. 405 f.) für verschiedene Gegenden Deutschlands.
Die Käfer Borkums verzeichnete AI tum (Stettin.
Entom.Zeit. 1865. p. 144—147). Es werden deren 65 na-
mentlich aufgeführt, einige in ihren Abweichungen er-
örtert.
Rye (Entom. Annual f. 1865. p. 37— 80 und 1866.
p. 47 — 121) verzeichnete die neuerdings in England auf-
gefundenen Arten (in der ersten Aufzählung 69, in der
zweiten 105), über welche er zum Theil synonymische
und anderweitige Angaben beibringt.
der Entomologie während der J. 1865—66. 375
Derselbe ^British Beetles, an introdnctlon to the
study of oiir indigenons Coleoptera^ (London 1866. 12.
280 pag. with 16 pl.) ist vorwiegend populären Inhalts,
jedoch mit einem systematischen Namensverzeichniss der
in England einheimischen Käfer versehen.
Rye and Sharp Coleoptera at Rannoch (Entom.
monthly magaz. IL p. 49 — 53). Mittlieilungen über eine
Anzahl in Pertshire gesammelter Arten.
L. V. Heyden (Stett. Ent. Zeit. 1866. p. 250— 259)
gab eine genauere Bestimmung der von Staudinger
und Wocke in Finmarken gefundenen Coleopteren und
berichtigte damit mehrfach die früher von Schneider
gegebene Aufzählung.
Fairmaire, Notice sur les Coleopteres recoltes par
M. J. Lederer sur le Bosz Dagh (Asie mineure) in;
Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 249 — 280.)
Verf. verzeichnet darin die reichhaltige Ausbeute L e-
derer's vom Bosz-Dagh und beschreibt 27 darunter be-
findliche neue Arten, ebenso mehrere weniger bekannte.
Fairmaire et Coquerel, Essai sur les Coleopte-
res de Barbarie, 4. partie (ebenda 4. ser. VI. p. 17 — 74).
Ist eine Fortsetzung der im J. 1859 — 60 begonnenen Ar-
beit der beiden Verff. Die neuen 'Arten, verschiedenen
Familien angehörig, werden von Fairmaire beschrie-
ben, ausserdem auch zahlreiche genügend bekannte.
Mulsant et Godart, Description de quelques Co-
leopteres nouveaux ou peu connus (Annal. soc. Linneenne
de Lyon XII. p. 447 — 456). Acht neue Arten verschie-
dener Familien aus Algier.
Coleoptera Atlantidum, being an enumeration of the
Coleopterous Insects of the Madeiras,- Salvages and Ca-
naries, by V. Wo 1 las ton. London 1865. (8., 526 pag.,
Appendix 140 pag.). Verf. giebt in diesem neuen Werke
eine nochmalige systematische Zusammenstellung aller
bis jetzt auf den genannten Inselgruppen aufgefundenen
Coleopteren, deren Zahl sich mit Einschluss von 75 neuer-
dings durch Crotch auf Madera und den Canarien nuf-
gefundenen, welche in einem Appendix beschrieben wer-
37G Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
den, auf 1449 Arten stellt. Von diesen sind 1039 jenen
Inselgruppen eigenthümlich; 410 zugleich über Europa
und Nord-Afrika verbreitet. Den Canarischen Inseln kom-
men von j'enen 1449 Arten 1007^ den Salvages 24, der
Madera-Gruppe 661 zu.
In einer der Aufzählung vorangeschickten Einleitung geht
Verf. nochmals auf die Eigenthümlichkeiten der dortigen Coleopte-
ren-Fauna, wie z. B. auf die dominirenden Formen (Laparocerus,
Acalles, Tarphius, Helops, Calathus, Hegeter, Dromiup, u. A.), auf
die Sandbewohner, die auf Euphorbien und Pinus angewiesenen Ar-
ten u. s. w. ein. Bei den einzelnen Arten wird auf die früheren
Arbeiten des Verf.'s. in welchen sie beschrieben, hingewiesen, bei
vielen aber noch ergänzende, theils geographische, theiis synonymi-
sche Zusätze gemacht. Ein systematisches Artenverzeichniss am
Schluss der Arbeit erörtert die Verbreitung der einzelnen Species
über die drei Insel-Gruppen und die einzelnen Eilande.
Cofjuerel, Faune de Bourbon (Ile de la reunion),
Coleopteres (Annal. soc. entomol. de France 4. ser. VI.
p. 292 — 340. pl. 7). Verf. hat in vorstehender Abhandlung
eine Uebersicht der Coleopteren-Fauna von Bourbon zu
geben begonnen, welche sich, wie alle seine Arbeiten,
durch sorgsame Behandlung des Gegenstandes auszeich-
net. Dieselbe ist durch schätzenswerthe Bemerkungen
über das Clima , die Vegetations- und Culturverhältnisse
der Insel, so wie über den Charakter ihrer Insektenfauna
im Allgemeinen eingeleitet. Der bis jetzt publicirte Theil
besteht in einer Aufzählung und Beschreibung der auf
Bourbon einheimischen Carabiden, Staphylinen, Eucnemi-
den und Lamellicornien.
Des Ref. „Beitrag zur Insekten- Fauna von Zanzi-
bar,*' Berlin 1866. (8. 49 pag. — Separatabdruck aus dem
Archiv f. Naturgesch. XXXIII, 1. p. 1—49) giebt Nach-
richt über eine auf der Expedition des Baron von der
Decken nach dem Kilimandjaro durch Dr. Ke rsten zu-
sammengebrachte Sammlung von Insekten, unter welchen
zunächst die reicher vertretenen Coleopteren spezieller
berücksichtigt werden. Die bisher völlig unbekannt ge-
bliebene Insektenfauna des Inneren Zanzibars lässt nach
dem vorliegenden Material eine viel grössere üeber-
der Entomologie während der J. 1865—66. 377
einstimmung mit Port Natal als mit Mossambique er-
kennen. Von 91 speziell verzeichneten Arten aus den
Familien der Carabiden (31), Dyticiden (1), Gyriniden (5),
Palpicornien (2), Staphylinen (6), Histeren (11) und La-
mellicornien (excl. Coprophagen: 34 A.) erwiesen sich 58
als neu, die übrigen als bereits aus anderen Theilen
Afrika's bekannt. Unter den als neu beschriebenen Ar-
ten ist besonders eine vom Kilimandjaro -Gebirge stam-
mende, in einer Höhe von 8000' gefundene Carabus-Art
erwähnenswerth, da sie die erste aus der Tropenzone zur
Kenntniss gekommene ist.
Bates, On a collection of Coleoptera from For-
mosa, sent home by R. Swinhoe (Proceed. zoolog. soc.
of London 1866. p. 339 — 355) ist gleichfalls ein bei der
bisherigen Unbekanntschaft mit der entomologischen
Fauna von Formosa interessanter faunistischer Beitrag.
Von 285 gesammelten Arten vrar etwa die Hälfte mit
bereits vom Malayischen Archipel bekannten identisch,
die übrigen muthmasslich neu. Verf. hat jedoch unter
letzteren nur 38, welche den besser bekannten und um-
fassend bearbeiteten Familien der Carabiden, Lamellicor-
nien, Elateriden, Cerambyciden und Chrysomelinen an-
gehören, beschrieben. Von diesen sind 16 sehr nahe mit
spezifisch chinesischen, 14 mit weiter über das östliche
Asien verbreiteten und 2 mit Philippinischen Arten nahe
verwandt. Auch einen Damaster hat Swinhoe auf
Formosa entdeckt; doch ist derselbe unterwegs abhanden
gekommen.
Motschulsky, Essai d'un catalogue des Insectes
de rtle de Ceylan (Bullet, d. natur. de Moscou 1866, IL
p. 393 — 446) ist ein umfangreiches Verzeichniss angeb-
lich neuer, jedoch unzureichend diagnosticirter Käfer aus
Ceylon, welchem eine wissenschaftliche Bedeutung nicht
beigelegt werden kann. Wir beschränken uns darauf,
durch diese Notiz auf die Publikation hingewiesen zu
haben.
Snellen van Volle nhoven, Beschrijving van
eenige nieuwe soorten van Coleoptera uit Oost-Indie (Tijd-
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. Z
378 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
sehr, voor Entomol. IX. p. 222— 229. pl. 11 u. 12). Verf.
beschreibt hier sieben den Dynastiden und Curculionen
angehörige Ostindische Arten.
Pascoe, List of described species of Australian
Heteromera (Journ. of Entomol. II. p. 493 — 499). Ein
systematisches Artenverzeichniss der bis jetzt beschrie-
benen Australischen Melasomen, Lagrlarien^ Pediliden,
Anthiciden, Pyrochroiden, Mordellinen, Rhipiphoriden,
Vesicantien und Oedemeriden.
Derselbe, Notices of new or little-known genera
and species of Coleoptera (ebenda IL p.443 — 493. pl. 18
und 19). Beschreibungen zahlreicher neuer Gattungen
und Arten verschiedener Familien, besonders aus derje-
nigen der Melasomen, oft nur kurz hingeworfen und nicht
immer zu einer sicheren Bestimmung ausreichend.
Le Conte's im vorigen Jahresberichte p. 172f. er-
wähnter „List of the Coleoptera of North-America" ist
im J. 1865 — ()6 mit p. 57 — 70 bis zu der Familie der Sal-
pingiden und desselben Verf.'s „New species of North-
American Coleoptera, prepared for the Smithsonian In-
stitution^ mit p. 87 — 168 (von den Cyphoniden bis gleich-
falls zu den Salpingiden) fortgesetzt worden. In letzterer
Arbelt wird abermals eine sehr beträchtliche Zahl neuer
Gattungen und Arten bekannt gemacht.
Derselbe, List of Coleoptera coUected in the
mountains of Lycoming County (Proceed. acad. nat. scienc.
of Philadelphia 1866. p. 346— 348). -- List of Coleoptera
coUected near Fort Whipple, Arizona, by Dr. El Hot
Coues in 1864—65 (ebenda 18G6. p. 348— 349). Ersteres
Verzeichniss enthält 145, letzteres 87 Arten; alle sind
nur namentlich aufgeführt, mehrere übrigens als neu be-
zeichnet.
Derselbe, Additions to the Coleopterous fauna of
the United States, No. 1. (Proceed. acad. nat. scienc. of
Philadelphia 1866. p. 361— 394.) Die hier gelieferten Be-
schreibungen neuer Arten bilden nach des Verf.'s Angabe
ein erstes Supplement zu dem vorher erwähnten, für die
Smithsonian Institution bearbeiteten Catalog und erstrecken
der Entomologie während der J. 1865—66. 379
sich zunächst auf die Familien der Carabiden bis Malaco-
dermen (incL). Auch ergänzende und berichtigende Be-
merkungen zu bereits bekannten Arten sind vielfach
beigefügt.
Ausserdem wurde die Nord-Amerikanische Coleopte-
ren-Fauna durch folgende, auf einzelne Familien bezüg-
liche Arbeiten Le Conte's zur näheren Kenntniss ge-
bracht: Note on the species of Myodites Latr., inhabiting
the United States (Proceed. acad. nat. scienc. of Phila-
delphia 1865. p. 96 ff.). — Notes on the species of Har-
palus inhabiting America north of Mexico (ebenda 1865.
p. 98 ff.). — On the species of Galeruca and allied genera
inhabiting North - America (ebenda 1865. p. 204 ff.). —
Prodromus of a monograph of the species of the tribe
Anobiini of the family Ptinidae inhabiting North- America
(ebenda 1865. p. 222 ff.). — Revision of the Dasytini of
the United States (ebenda 1866. p. 349 ff.).
J. Bland, Descriptions of several new species of
North-American Coleoptera (Proceed. entom. soc. of Phi-
ladelphia IV. p. 381 — 384). Beschreibung von neun Ar-
ten verschiedener Familien aus dem Colorado-Territorj.
Hörn, Descriptions of some new genera and spe-
cies of Central-American Coleoptera (Proceed. acad. nat.
scienc. of Philadelphia 1866. p. 397— 401). Die vom Verf.
bekannt gemachten zwei neuen Gattungen gehören den
Lamellicornien (Ruteliden) und Melasomen an.
Chevrolat setzte seine „Coleopteres de l'ile de
Cuba (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 21 — 36)
mit Beschreibungen von 34 ferneren Lamellicornien (Me-
lolonthiden, Dynastiden und Cetoniarien) fort.
Th. Kirsch, Beiträge zur Käferfauna von Bogota
(Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 40— 104. Taf. 3 und X. p. 173
— 216). Eine umfangreiche Arbeit, welche auf eine von
Lindig in Bogota zusammengebrachte reichhaltige Samm-
lung von Coleopteren gestützt, nahe an 200 neue Arten
zur Kenntniss bringt; eine ansehnliche Zahl derselben
bilden Typen neuer Gattungen.
Rojas, Etudes entomologiques (Annal. soc. entom.
380 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
de France 4. ser. VI. p, 229 ff.) machte Mittheilungen über
die Lebenswelse einiger Columbischer Käfer; 1. Sur le
Zea Mais Lin. et les Coleopteres qui vivent dessus. 2.
Sur riieurc de la fecondation de quelques Coleopteres.
3. Sur les migrations du Golofa Porteri Hope.
Die Mais - Plantagen werden hauptsächlich von verschiedenen
Trachyderiden, ausserdem von Pteroplatus-, Calopteron-, Pygolam-
pis- und Gymnetis-Arten, je nach der Lokalität in verschiedener Zahl
heimgesucht. — Die Tageszeit, zu welcher sich die Columbischen
Käfer begatten, variirt nach den Arten in gleicher Weise, wie im
Inlande ; die Trachyderiden in der Mittagssonne, Acrocinus longi-
manus am frühen Morgen, Ancistroma farinosum in der Abenddäm-
merung u. s. w. — Von Interesse sind die Angaben des Verf.'s über
die Wanderungen des Scarab. (Golofa) Porteri, welche jährlich zu
einer bestimmten Zeit, im Mai stattfinden und von einer grossen
Anzahl Individuen in Gemeinschaft unternommen werden. Ein vom
Verf. beobachteter Zug bestand wohl aus 2500 bis 3000 Individuen,
welche von Ost nach West dem Gebirge zu, regelmässig zu zweien
nebeneinander marschirten und dabei ein eigenthümliches knisterndes
Geräusch hervorbrachten.
Goureau, Notes sur les larvcs de quelques In-
sectes et sur les lieux qu'elles habitent (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. VI. p. 169 — 174). Verf. erörtert die Le-
bensweise der Larven von zehn inländischen Coleopteren^
der Mehrzahl nach den Curculionen angehörig.
Die in diesen Berichten bereits erwähnte Mittheilung von
Hagen s über Ameisengäete findet sich nochmals in der Berl. Ent.
Zeitschr. IX. p. 105 ff. abgedruckt.
Synonymische Bemerkungen über verschiedene Europäische
Käfer theiltc Kraatz (ebenda X. p. 300 u. 413 ff.) mit.
Garabidae. — Cicindelidae. — Catalogue de la collection de
Cicindeletes de M. le baron de Chaudoir. Bruxelles 1865. (gr. 8.
64 pag.). Ein systematisches Gattungs- und Artenverzeichniss der
reichen Sammlung des Verf., in welchem das Vaterland, das Citat
der ersten Beschreibung der Arten, die hauptsächlichsten Varietäten
und Synonymen angeführt sind, und welches in einem Anhang
(p. 49_64) die Charakteristik neuer Arten enthält. Der Umfang
der hier catalogisirten Sammlung ergiebt sich aus folgenden Zahlen:
Pogonostoma 11, Ctenostoma 24, CoUyris 59, Derocrania 5, Tricon-
dyla 19, Dromica 28, Dromicidia 1, Therates 20, Euprosopus 2,
Hiresia 12, Megalomma 1, Physodeutera 1, Caledonica 3, Distipsi-
dera 4, Jansenia 3, Ophryodera 1, Bostrichophorus 2, Odontochila 55,
der Entomologie während der J. 1865—66. 381
Gen. dub. 3, Oxygonia 1, Thopeutica 6, Peridexia 6, Heptodonta 6,
Cratohaerea 1, Chilonycha 3, Eucallia 1, Prepusa 1, Dromochorus 1,
Cicindela 328 (unter 41 Gruppen vertheilt), Eurymorpha 1, Chiloxia 1,
Oxychila 9, Pseudoxychila 4, Platycbile 1 , Phaeoxantha 9, Tetra-
cha 32, Megacephala 4, Manticora 4, Chaleposomus 1, Omus 3 und
Pycnochile 1 Art, im Ganzen 673 Arten. — Neue Arten : Ctenostoma
Fryi und ohlitum Brasilien, Dromica alhivittis Pt. Natal, Saundersii,
variolata Lagoa-Bay, Grutii, cordicolUs Pt. Natal. Myrmecoptera
laeta Tatum gehört nach Chaud. nicht zu Dromica, sondern ist mit
Bostrichophorus näher verwandt ; auch Dromica Westermanni Schaum
wird ausgeschieden und zu einer besonderen Gattung Jan senia
(der Cicindeliden - Gruppe angehörig) erhoben. Auf Cicind. scro-
biculata Wied. wird eine neue Gatt. Dromicidia errichtet. —
Therates scapularis n. A. Mysol, Schaumii (Dejeanii var. ?) Singa-
pore, Cicindela?' chlorida Malabar, Heptadonta eugenia Cochin-
china, Odontocliila exornata i^chm. Goeb. ?) Cambodja, riigosiceps und
tetragrammica Malabar, chloropleura Hindostan, pupilligera Neu-Gui-
nea, (Calochroa) flavoUneata und MouTioti Laos, flavovittata Coroman-
del, tristrigafa West-Afrika, lineifrons Cambodja, Pseudoxychila an-
gustata Peru, ceratoma Vaterl. ? , Tetracha australis aus dem Inne-
ren Neu -Hollands, longipennis Amazonien, confusa Brasilien, Ger-
maini südlich von Mendoza aufgefunden.
Hörn, Descriptions of some new Cicindelidae from the Pa-
cific coast of the United States (Proceed. acad. nat. scienc. of Phi-
ladelphia 1866. p. 394— 397). Verf. beschreibt als n. A.: Omus lae-
vis aus den Gebirgen Californiens, Cicindela senilis von San Fran-
cisco, vibex Oregon und Gahhii Californien. — Elf andere Nord-
Amerikanische Arten werden in ihrer geographischen Verbreitung
durch Angabe neuer Fundorte erörtert.
Bat es (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 340 f.) machte
Cicindela Kaleea und psilica, Collyris Formosana als n. A. von For-
mosa bekannt.
Ref. (Beitrag z. Insektenfauna v. Zanzibar p. 9) Myrmecoptera
nobilitata n. A. von Zanzibar, Mac Leay (Proceed. entom. soc. of
New-South-Wales I. p. 58) Tetracha basalis n. A. Port Denison.
Carabici. — Chaudoir (Rev. "et Magas. de Zoolog. 2.
ser. XVIII. p. 108 — 110) lieferte ein »Supplement ä la monographie
du genre Peleci«m,« in welchem er folgende weitere Arten der
Gattung bekannt macht: Peleciiim humeratum und foveicolle Brasi-
lien, microphthahnum, globipenne, subdentatum und subcoecum eben-
daher, striatipenne Minas Geraes.
Derselbe (ebenda 2. ser. XVIII. p. 70 — 73) beschrieb Än-
ihia {Pachymorpha) omostigma n. A. Benguela, Polyhirma semisutu-
382 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisseasch. Leist. im Gebiete
rata und suturella vom Zambesi, brevivittis und Mouffletii n. A. Ben-
guela. Verf. stellt ferner seine Polyhirraa circumcincta als identisch
mit Pol. divisa Boh. und seine Pol. scutellaris als identisch mit P.
opulenta Boh. hin.
Chaudoir, Essai sur les Fero7iiens de l'Australie et de la
Nouvelle-Zelande (Bullet, d. nat. de Moscou 1865. II. p. 65— 111).
Verf. charakterisirt in dieser Arbeit folgende neue Untergattungen
und Arten: Homalosome (Omalosoma Boisd.) cyanea (Casteln.), mar-
ginifera und cordata n. a., cyaneocincta Boisd., Trichosternus (nov.
gen., durch eine Anzahl starrer Haare an der Spitze des Proster-
num ausgezeichnet) Vigorsn (Gory), Renardi, subvirens, antarctica,
rectangula, dilaticeps und curia, Prionophorus (nov. gen., auf
Feronia Flindersii White begründet) crenatipes Melbourne, Pachi-
dius (nov. gen.) sulcatus Moreton-Bay, Notono mus (nov. gen.,
auf Feronia AustralasiaeDej. begründet) aeneomicans, triplogenioides,
subiridescens, variicollis, Kingii, politula, discodera,ingrata, nitidicollis,
opacicollis, mediosulcata, molesta, gravis und accedens, Prosopog-
mus (nov gen.) impressifrons Neu-Seeland, Bhabdotus (nov. gen.)
reflexus Neu-Seeland, Lo xodactylus (nov. gen.) carinulatus und
amaeropterus Melbourne, Steropus cyaneo-cinetus , diseopunctatus,
obesulus, cycloderus, iriditinctus, Holcaspis (nov. gen., auf Oma-
seus elongatus und sylvaticus Blanch., Pterostichus vagepunctatus
White u. a. begründet), ovatella, Bhytisternus (nov. gen.) lio-
pleurus, laevilaterus, cyathoderus, puellus und miser, Ceneus (nov. gen.,
für Fer. coracina Er. = Hypherpes chalybeipennis Chaud. errichtet)
monochrous , Ghlaenioidius (nov. gen., für Fer. prolixa Er.)
herbaceus Nord-Australien.
Bates, On the species of Agra of the Amazons region (Trans-
act, of the entomol. soc. of London 3. ser. II. p. 359 — 383j und:
New species of Agra in the collection of W. Saunders (ebenda
p. 385—387. pl. 20). — In ersterer Arbeit giebt Verf. eine Aufzäh-
lung und Beschreibung von 44 bis jetzt im Thal des Amazonenstro-
mes beobachteten Agra-Arten, von denen er die meisten auf seiner
Expedition in mehr oder weniger zahlreichen P^xemplaren gesam-
melt hat; die wenigen ihm unbekannt gebliebenen werden mit den
von den betreffenden Autoren gegebenen Diagnosen aufgeführt.
Der Charakteristik der Arten schickt Verf. Angaben über die Le-
bensweise, Häufigkeit und Verbreitung derselben, ebenso über die
sexuellen Unterschiede, welche je nach den Gruppe«, mehrfache Mo-
difikationen erkennen lassen, voran. Ueber letztere ist bereits nach
einer früheren Mittheilung des Verf.'s in diesen Berichten Auskunft
gegeben; in Betreff der Lebensweise wäre besonders hervorzuheben,
dass die Agra gleich den Brachinen, wiewohl viel schwächer, bom-
bardiren. — Mit Einschluss der vom Verf. als neu beschriebenen
der Entomologie während der J. 1865 - 66. 383
Arten stellt sich die Zahl der gegenwärtig bekannten etwa auf 140;
die von Bates hinzugefügten 16 tragen folgende Namen: Agridia
phoeniGoclera, Ägra anguinea, mustela, scrutatrix, calUctis, Chaudoiri,
bicostata, hremcornis, riihrocuprea, aurata, gaudiola, graminea, op-
tima, laticcps und pliaeogona, ferner chryseis (fem.) und curtula (mas),
von denen Verf. es fraglich lässt, ob sie mit Agra subaenea Chaud.
zusammenfallen. — Die zweite Arbeit enthält die Beschreibung und
Abbildung von vier neuen Arten aus der Saunder s'schen Samm-
lung: Ägra Valentina Yeneznels,, dominula Fern, Saunder sHVeru und
occipitalis Brasilien.
Lansberge, Description de deux especes nouvelles du genre
Agra originaires de l'interieur de la Guyane hoUandaise (Annal. soc.
entom. 4. ser. VI. p. 75 f.) machte Agra Surinamensis und quadrise-
riata als n. A. bekannt.
Chaudoir, Corrections et additions a la revision du genre
Agra d'apres les especes de sa collection (Annal. soc. entom. 4. ser.
VI. p. 77 — 104). Seit seiner im J. 1861 publicirten Revision der
Agra-Arten hat Verf. einen reichhaltigen Zuwachs erhalten, so dass
er gegenwärtig 4 Agridia und 106 Agra sens. strict. verzeichnen
kann. Zu vielen der früher von ihm gegebenen Beschreibungen
bringt die vorliegende Arbeit des Verf.'s Zusätze und Berichtigun-
gen, welche sich theils auf die Nomenklatur, theils auf die Grenzen
der Arten selbst beziehen ; auch verschiedene seiner eigenen Samm-
lung noch fehlende Species werden beiläufig in ihrer Verwandtschaft
erörtert. Als neu werden folgende beschrieben: Agra pliaearthra
Rio-Janeiro, macrodera Franz. Guyana, pidla Rio-Janeiro, striato-
punctata Peru , bifaria und longula Rio-Janeiro , soror Cayenne,
biexeisa Ega, smaragdina Minas Geraes , Fryi St. Catharina, Tru-
quii Mexiko, resplendens Vaterl. unbek., metallica Rio-Janeiro, Bon-
vouloiri Rio-Grande und fooeipennis Bahia. — Von den in neuerer
Zeit bekannt gemachten Arten bespricht Verf. besonders die durch
Bates am Amazonenstrom aufgefundenen, welche er zum Theil noch-
mals charakterisirt.
Derselbe lieferte (ebenda 4. ser. VI. p. 105 — 114) eine »Mo-
nographie du genre Platyderus,« in welcher er zunächst die Unter-
schiede der Gattung Platyderus Steph. von Orthomus erörtert, da-
gegen ihre Identität mit Loxandrus LeC- als wahrscheinlich hin-
stellt. Die Zahl der vom Verf. aufgezählten und charakterisirten,
auch in ihrer Synonymie erörterten Arten beträgt 19, von welchen
nur zwei: PI. düatatus aus Südfrankreich und Spanien und quadri-
colUs aus dem Asturischen Gebirge als neu beschrieben werden.
Putzeys, Revision des Clivinides de l'Australie (Stett. Ent.
Zeit. 1866. p. 33—43) führt 2 Scolyptus und 20 Clivina als in Au-
stralien einheimisch an und beschreibt folgende als neu: Clivina
384 Gerstaecker: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
procera, prominens, rugithorax, juvenis, lepida, vagans, cava, dimi-
diata, sellata, verticalis, melanopyga, heterogena, angustula und bi-
plagiata. Dieselben werden unter fünf näher charakterisirte Gruppen
vertheilt.
Mac Leay, On the Scaritidae of New-HoUand (Transact.
entom. soc. of New-South-Wales I. p. 176—198) gab als Supplement
zu seinen früheren Mittheilungen über Australische Scaritiden Be-
schreibungen von folgenden neuen Formen: Carenum nigerrimum,
amhiguum, subquadratum, striato-punctatuni, coracinum, substriatu-
liim, subrugosulum, glaberrimum, undulatum, Biverinae, interruptum,
obscurum, simile, Murrumbidgense, laterale, siibporcatulum, striato-
pimctatum, frontale, subcostatum und campestre. — Euryscaphus
nov. gen., von Carenum durch schwächer beilförmige Lippentaster,
längere und mehr fadenförmige Fühler und den breiteren, fast
kreisrunden Hinterleib unterschieden. — Vier Arten: Eur. angula-
tus, dilatatus, minor und bipunctatus. — Scaraphites intermedius,
Scarites approximatur , Waterhousei , subporcatulus , Jacksoniensis,
planiusculus, Gnathoxys Murrumbidgensis nnd Dyschirius Stephensii.
Am Schluss giebt Verf. eine Zusammenstellung sämmtlicher bis jetzt
bekannt gewordener Australischer Scaritinen : Carenum 60 A., Eu-
ryscaphus 6 A., Scaraphites 9 A., Scarites 8 A., Gnathoxys 10 A.,
Ceratoglossa 2 A., Clivina 6 A., Dyschirius 1 A.
Derselbe (ebenda I. p. 155 ff. pl. 15) machte (Description of
a new genus of Carabideous Insect) eine angeblich neue Gattung
Illaphanus bekannt, welche durch den Mangel der Augen und
ihre geringe Grösse (7^ lin.) sich offenbar an Anillus anschliesst und
von dieser vielleicht überhaupt nicht generisch abweicht. Dass die
Gattung nicht, wie Verf. meint, den Harpaliden, sondern den Subu-
lipalpen angehört, lässt die Abbildung der Mundtheile leicht er-
kennen; letztere werden übrigens in sofern unrichtig beschrieben,
als die Squama der Maxillen und die Stipites der Unterlippe als
erstes Tasterglied, das Endglied der Taster aber als »membranöser
Anhang« ausgegeben wird. — Die Art: III. Stephensi ist von blass-
gelber Färbung und nach dem Verf. das erste augenlose Insekt,
welches aus Australien zur Kenntniss gekommen ist.
Derselbe (Proceed. entom. soc. of New-South-Wales I. 1865.
p. 55 f.) machte Carenum mucronatum und Scaraphites laticollis als
n, A. aus Süd-Australien bekannt, ferner (ebenda I. 1866. p. 58f.),
Gnathoxys Blissii und foveatus vom Swan-River, Dyschirius Mastersii
von King- George's -Sund.
Putzeys lieferte (Stett. Entom. Zeitung 1865. p. 332— 344)
unter dem Titel: »Remarques sur les Amaroides« ein Resurae aus
einer von ihm unternommenen umfangreichen Arbeit über die Amara-
Gruppe, welches in einer Uebersicht der vom Verf. angenommenen
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 385
Gruppen und der ihm bekannten Arten, so wie in der Beschreibung
einiger neuen besteht. Im Ganzen verzeichnet Verf. 176 Arten und
charakterisirt folgende : Ämara subconvexa n. A. Algier, anthobia
Villa, cursitans Zimm., Leiocnemis aenescens n. A. Aegypten, corpu-
lenta n. A. Andalusien, testudinea n. A. Spanien, arcuata n. A. Car-
thagena, ooptera n. A. Central-Spanien, diversa n. A. Dalmatien, are-
naria n. A. Central-Spanien.
Le Conte, Notes on the species of Harpalus inhabiting Ame-
rica, north öf Mexico (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia
1865. p. 98— 104). Verf. hat die Nord-Amerikanischen Harpaliden
auf die von Schioedte zur Unterscheidung der Gattungen in An-
wendung gebrachten Merkmale geprüft und gefunden, dass letztere
nicht durchweg stichhaltig seien. So kommen z. B. in Betreff der
Retikulation der Körperoberfläche bei den Nord -Amerikanischen
Arten mehrfache Ausnahmen vor; dieselbe ist deutlich bei Gynan-
drotarsus wahrnehmbar, fehlt dagegen bei den iridescirenden Sele-
nophorus - Arten und bei Harpalus amputatus Say ist sie nur dem
Weibchen eigen, während das Männchen geglättet erscheint. Auch
die Setae ambulatoriae bei den Harpalus - Arten bieten kein durch-
greifendes Merkmal zur Eintheilung in Gruppen dar; dieselben
sind nämlich an den Vorderschenkeln bei den Männchen stärker
und zahlreicher als bei den Weibchen. — Nach diesen Vorbemer-
kungen giebt Verf eine analytische Tabelle für 42 ihm bekannte
Nord - Amerikanische Harpalus -Arten (denen noch acht ihm unbe-
kannte anderer Autoren folgen) und eine kurze Charakteristik der
darunter befindlichen neuen: Harp. convivus'Nexi-YoTk, vagansWesi-
liche Staaten, montanus Colorado, Leioisii Oberer See, viduus Illi-
nois, furtivus Colorado, lucidus Nebraska.
Derselbe (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 363 ff.) machte Nebria obliqua n. A. Colorado, Cychrus Guyotii
n. A. Nord-Carolina, Dyschirius obesus und Apenes nebulosa n. A.
Californien, Selenophorus subtinctus n. A. Louisiana bekannt.
Bland (Proceed. entomol. soc. of Philadelphia IV. p. 381)
Pterostichus inornatus und agrestis als n. A. aus dem Colorado-
Gebiete.
Walker (im Append. zu L ord's Naturalist inVancouver-Island
and British Columbia p. 312 ff.) Calosoma irreguläre, CaJlisthenes pimeli-
oides, Carabus bicolor, Omaseus coUigatus, Ämara extensa, Harpalus
deßxm und PerypJius aequalis als n. A. aus British Columbia.
Ref. (Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar p. lOff.) machte
Carabus Beckeni, Anthia hexasticta, cavernosa, Polyhirma spatulata,
hihamata, lagenula und qiiadriplagiata, Acanthogenius sculpturatus,
Pheropsophus Kersteni, Drypta setigera, Galerita procera und angu-
stipennis, Lasiocera assimilis, Tetragonoderus simplicissimus , Lebia
386 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
hypoxantha, deplanata, calycina, Craspedophorus eustälactus, Chlae-
nius soricinus, Oodes lucidus, Änisodactylus amplicoUis, Hypolühus
pavoninus, Äruschensis und Harpalus CQ'atognatlwides als n. A. aus dem
Innern Zanzibars bekannt.
Coquerel (Annales soc. ent. 4, ser. VI. p. 300 ff.) beschrieb
unter den von ihm auf Isle Bourbon gesammelten Arten dieser Fa-
milie, von denen auch die bereits bekannten diagnosticirt und zum
Theil mit ergänzenden Charakteristiken versehen werden, folgende
als neu : Harpalus meticulosus, Colpodes Salazianus und arecarum,
Stenoloplms Bumainii, Perüeptus humidiis, Bembidium alsium, {Ta-
chys) bibulum; ausserdem anhangsweise Harpalus Duponti und se-
riceiis, Colpodes aereus als n. A. von Madagascar.
Wollaston (Coleoptera Atlantidum, Appendix p. 2 ff.) Tarus
velatus, Dromüis plagipennis und strigifrons n. A. Canarische Inseln,
Dromius Oceanicus (insularis "WoU. pro parte) und umhratus Ma-
dera, Broscus crassimargo , Zargus Crotchianus, Calathus ohliteratus
und laureticöla, Pterostichus calathiformis und Cratognathus empiri-
cus n. A. Canarische Inseln.
Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. IV. p. 160 ff.) machte
auf einige die Gattung Dyschirius charakterisirende Merkmale, wie
die Anwesenheit eines Dornes zwischen den Fussklauen, die abge-
stutzte Spitze der inneren Maxillarlade, die Divergenz der Labial-
borsten, aufmerksam und hob zugleich einen sehr auffallenden sexuel-
len Charakter hervor. Bei den Männchen ist nämlich das Endglied
beider Tasterpaare unterhalb nicht chitinisirt, sondern mit einer
zarten Membran versehen, auf welcher sich kleine, regelmässig ge-
stellte, polygonale Warzen erheben. Unter den vom Verf. beschrie-
benen Dänischen Arten findet sich diese Bildung bei Dyschirius
thoracicus Fab., obscurus Gyll., aeneus Dej., salinus Er. und gibbus
Fab. am Endglied beider Taster des Männchens auf die ganze
Unterseite ausgedehnt, während bei Dysch. inermis Curt., politus
Dej. und impunctipennis Daws. nur die Lippentaster dieselbe in
gleicher Ausdehnung, die Kiefertaster sie dagegen nur an der Spitze
des Endgliedes erkennen lassen. Auch im Uebrigen unterscheidet
Verf. die genannten Arten nach bisher übersehenen Merkmalen. —
In seiner früheren Arbeit über die Dänischen Harpalini liefert Verf.
(ebenda p. 168) einige Zusätze.
Gautier des Gottes, Monographie du genre Procrustes
(Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVIII. p. 279 u. 363 ff.) beschreibt
10 Arten dieser Gattung, welche sämmtlich bereits bekannt sind und
welche er unter vier Gruppen vertheilt. Den Procrustes spretus
sieht Verf. als Varietät von Pr. coriaceus, den Procr. graecus, vi-
cinus, caraboides und sphodrinus als fragliche Varietäten von Pr.
rugosus an.
der Entomologie während der J. 1865—66. 387
Derselbe, Descriptions d'especes nouvelles de Carabiques
propres ä la faune mediterraneenue, suivies de quelques observa-
tions (Mittheil. d. Schweiz. Entom Gesellsch. II. p. 107—114) machte
Metäbletus Valladolensis, Amhlystomus Escorialensis, Bembidium Gua-
darramense, Nehria Viiülefroyi, Ccdathus intermedius und minutiis,
hrevis, depressus, angularis (Chevrol.) als n. A. aus Spanien, Pery-
phus luridipes n. A. aus Corsika bekannt. — Ebenda II. p. 163—169
erörtert Verf. die Charaktere von 19 Arten der Gattung Calathus,
unter welchen Galatims Algiricus, Syriacus, Numidicus und Hispa-
nicus als neu beschrieben werden. Auch giebt er (p. 158 £f.) eine
Reihe kritischer Bemerkungen zu der Aufzählung der Carabiden in
de Marseul's neuestem Catalog.
Derselbe (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVIII. p. 178)
machte Feronia (Orthomus) Varinii als n. A. aus Sardinien, und
(p. 277j Feronia (Haptoderus) Carradei als n. A. aus Armenien be-
kannt. — Den Harpalus melancholicus Dej. sieht er für einen Para-
siten der Forficula auricularia an, weil er ihn öfter mit dieser un-
ter denselben Brettern fand (! !) — Als Synonyme führt er (p. 174 ff.)
auf: Carabus Linderi Tourn. = C. Fabricii var., Gar. Cbevrolatii
Crist. = Procrustes impressus Klug, Proer. Thirkii Er. = Carab.
assimilis Crist., Dyschirius micans Gaut. = misellus Schaum u. A.
Vuillefroy (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 345 ff.)
beschrieb als n. A. aus Spanien: Cymindis minima, Patrohus nebri-
oides, Calathus lugens, suhlaevis, uniseriatus, Ästuriensis, liotrachelus,
Granatensis, Harpalus Bonvoidoiri und Castilianus. — Putzeys
(ebenda p. 352 f.) Dyschirius hispanus und immarginatus n. A., fer-
ner D. pnnctatus Dej. — Chevrolat (Rev. et Magas. de Zoolog. 2.
ser. XVII. p. 349) Zabrus consangiiineus und (ebenda 2. ser. XVIII.
p. 100) Cymindis monticola und Calathus angularis n. A. ebendaher.
Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. VI. p. 250 ff.) Äncho-
menus Bohrnii , Feronia [Argutor) rufonitens, (Tapinopterus) insi-
diosa und Zabrus punctifrons als n. A. vom Bosz-Dagh. — Ebenda
p. 17 ff. Trechus curticollis n. A. Constantine. — Cymindis Henonii
Fairm. wird auf Glycia unicolor Chaud., Brachinus hispanicus auf
eine Varietät des Br. Africanus zurückgeführt und Rembus Aegyptia-
cus Dej. als auch in der Berberei einheimisch, nochmals be-
schrieben.
Perris (Annal. soc. entom. 4. ser. V. p. 505) Scotodipnus Be-
velieri n. A. Corsika und (ebenda 4. ser. VI. p. 182) Olisthopus ano-
mälus und Acupalpus Corsicus n. A. ebendaher.
Desbrochers des Loges (Annal. soc. entom. 4. ser. V.
p. 207) Harpalus intermedius n. A. Frankreich und (Notice sur Fen-
tomol. de Bourbonnais) Harpalus Beichei n. A. von Moulins, Wen-
388 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
cker (Catal. d. Coleopt. de TAlsace) Ämara Schimperi n. A. aus
dem Elsass.
Chaudoir (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 116)
Nebria Vuillefroyi n. A. aus Spanien (vgl. Gautier des Gottes!).
— Nach demselben (Bullet, soc. entom. 1865. p. 17) ist Nebria La-
riollei Germiny zunächst mit Nebr. laticoUis Bon. verwandt und als
Typus einer besonderen Untergattung von Nebria anzusehen.
Lucas (Rev. et Magas. de Zoolog. 2. ser. XVIII. p. 111 —
Annal. soc. entomol. de France, 4, ser. VI. p. 225 ff. pl. 3. fig. 2)
machte Carahus stenoceplidlus als n. A. von Mogador bekannt.
Derselbe ist zunächst mit Car. asperatus Dej. (= cychrocephalus
Fairm.) verwandt.
A. Costa (Annuario del museo zoolog. di Napoli II. p. 121)
diagnosticirte Bemhiclium {Penjphus) adusticauda als n. A. von Neapel.
Bates (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 342) beschrieb
Chlaenius (Diapheropsophus) Swinhoei als n. A. von Formosa.
Miller (Verhandl. d. zoolog. -botan. Gesellsch. XVI. p. 817)
Pterostichus Montenegrinus als n. A. aus Montenegro, auf welche
Verf. eine neue, zwischen Abax und Tanythrix einzureihende Unter-
gattung Stenochoromus begründet.
M a r s e u 1 (Abeille III. p. XXXIII) Coscinia Semeleder i (Chaud. ?)
aus Algier.
Bethe (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 196 ff.) besprach einige
in neuerer Zeit aufgestellte, zum Theil aber von anderer Seite
angezweifelte Arten der Gattungen Platyderus und Haptoderus und
gelangt durch seine Untersuchungen zu dem Resultat, dass Platy-
derus Lusitanicus Dej., montanellus Graells, varians Schauf., Hapto-
derus nemoralis Graells und Cantabricus Schauf. fünf selbstständige
Arten sind. Zur schärferen Unterscheidung derselben stellt er neue
Diagnosen auf. — Ueber Platyderus varians und Haptoderus Can-
tabricus vgl. auch Schaufuss (ebenda 1865. p. 403).
Nach Gautier des Gottes (Bullet, soc. ent. 1865. p. 33 ff.)
ist Carabus Cantabricus Chevr. = macrocephalus Dej., Car. Casti-
lianus.Dej. = complanatus Dej., Car. Guadarramus Laf. = errans
Gory, Cymindis cordata Ramb. = onychina Dej. und Pristonychus
Reichenbachi Schauf. = Baeticus Ramb. — Ferner (ebenda 1866.
p. 17) Carab. lateralis Chevr. = lineatus Dej. und Car. WhiteiDeyr.
auf kleine Exemplare des C. Froberti Dej. (= splendens var.) be-
gründet.
Saulcy (Bullet, soc. entom. 1865. p. 35) hat nachträglich die
Identität seiner Gattung Reicheia mit Dyschirius erkannt; dieselbe
unterscheidet sich nur durch den Mangel der Augen.
Von Motschulsky sind in seiner »Enumeration de nouvel-
les especes de Coleopteres rapportes de ses voyages« (Bullet, d.
der Entomologie während der J. 1865—66. 389
natur. de Moscou 1865. II. p. 227—313) wieder zahlreiche neue Gat-
tungen und Arten dieser Familie aufgestellt worden, von denen we-
nigstens erstere meist ohne wissenschaftlichen Belang sind ; von
Carabus, Calosoma und Cychrus werden allein 19 neue Gattungen
abgezweigt, die Zahl der Ferouideu-Gattungen um 16 weitere ver-
mehrt u. s. w. Wir müssen die sich für den Gegenstand Interes-
sirenden auf die Arbeit selbst verweisen,
Dyticidae. Als neue Arten wurden beschrieben: Hydroporus
öbesns aus Californien, stellatus von Dacota und Colymbetes tostus
vom Red-River von Le Conte fProceed. acad. nat. scienc. of Phi-
ladelphia 1866. p. 365 f.) Laccophüus maculosus aus British Colum-
bia von Walker (Appendix zu L o r d's Naturalist in Vancouver-Is-
land p. 317), Agabits Muelleri aus Bogota von Kirsch (ßerl. Ent.
Zeitschr. IX. p. 43) , Laccophüus vermiculosus aus Zanzibar vom
Ref. (Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar p. 25), Hydroporus
compunctus von Teneriffa von WoUaston (Coleopt. Atlantid., Ap-
pendix p. 11), Agahus desertorum aus der Gegend Sarepta's von
Morawitz (Hör. soc. ent. Ross. 11. p. 169), Cybister Roeselii var.
politus von Gautier des Gottes (Rev. et Mag. de Zoolog. 2. ser.
XVIII. p. 17).
Alt um. Die Arten der Gattung Dytiscus in der nächsten
Umgebung von Münster (Stett. Entom. Zeit. 1865. p. 346 u. 398 ff.).
Verf. handelt über die nach den Arten verschiedene Disposition der
Furchen auf den Fülgeldecken der weiblichen Dyticen und macht
Mittheilungen über Vorkommen und Lebensweise der sechs bekann-
testen Arten der Gattung. Ein von ihm beschriebener Zwitter des
Dyt. latissimus ist schon oben erwähnt worden. Ein anderes Exem-
plar dieser Art (mas) fand Verf. in copula mit Dyt. dimidia-
tus (fem.).
Gyrinidae. Ref. (Beitr. zur Insektenfauna von Zanzibar p. 25)
machte Orectochilus scliistaceus als n. A. von Zanzibar, Kirsch
(Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 43) Dineutes iridescens n. A. von Bogota
bekannt.
PalpiCOrnia. Neue Arten sind: Helophorus fortis Le Conte
von San Francisco und Limnehins siituralts Le Conte von Neu-
York (Procecd. acad. nat. scienc. of Philad. 1866. p. 366), Tropister-
nus hinotatus Walker (und Philhydrus lividus Forst.) aus British
Columbia (Appendix zu Lord's Natural, in Vancouver Isl. p. 318f.),
Cercyon figuratum des Ref. aus Zanzibar (Beitrag z. Insektenf. von
Zanzibar p. 26).
Gerhardt, lieber die grösseren Deutschen Arten des Ge-
nus Limnebius (Berl. Ent. Zeitschr. X. p, 395 — 404) gab ausführliche
390 Gerstaecker: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
vergleichende Charakteristiken von Limnebius truncatellus Thunb,,
papposus Redt., truncatulus Thoms. und nitidus Marsh.
Mathan, Note sur TOchthebius Muls. Rey (Annal. soc. ent.
de France 4. ser, V. p. 199 ff.) gab eine Charakteristik von der Larve
der genannten Art.
Staphylinidae- Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. IV.
p. 142 ff.) erörtert die wesentlichen Unterschiede , welche zwischen
Oxytelus und Platystethus einer- und Bledius andererseits existiren
und setzt letztere Gattung in nähere Verwandtschaft mit Haploderus
und Carpalimus, welchen sie sich durch den zum Graben bestimm-
ten Körperbau anschliesst. Oxytelus und Platystethus haben glatte
und nackte Augen^ entfernt stehende Mittelhüften und zweireihig
stachlige Vorderschienen ; sie stehen als besondere Gruppe den Ble-
dius, Haploderus und Carpalimus gegenüber, welche durch behaarte
und granulirte Augen, so wie durch genäherte Hüften charakterisirt
sind. — Die 14 in Dänemark einheimischen Bledius-Arten (im Erich-
son'schen Sinne) vertheilt Verf. unter fünf Gattungen, welche zwei
Gruppen zufallen : a) Mandibeln kräftig, vor der Spitze mit starkem,
spitzen Zahne; innere Maxiüarlade stachlig, Oberlippe abgestutzt,
die Lappen der Unterlippe breit abgerundet , am ganzen Rande
ästig; Hinterwinkel des Pronotum obsolet. 1) Bledius Leach 3 A.:
Bl. tricornis Hbst., bicornis Ahr. und diota n. A. 2) Tadunus
nov. gen., von Bledius durch geschlossene vordere Acetabula, her-
vorgezogenen inneren Unterlippen-Ast und genäherte Kiele der Vor-
derschienen abweichend. Drei Arten : Tad. fracticornis Payk., cras-
sicoUis Boisd. und atricapillus Germ. — b) Mandibeln mit schmalem
Endtheil, Unterlippen-Lappen am Aussenrande ästig, Hinterwinkel
des Pronotum deutlich. Vorderschienen mit genäherten Kielen. 3)
Barg US nov. gen., Mandibeln mit zwei Zähnchen, Oberlippe aus-
gerandet, Unterlippen-Lappen breit abgerundet, vordere Acetabula
offen. Fünf Arten , B. erraticus Er. , opacus Er. , pallipes Grav.,
rastellus n. A., terebrans n. A. — 4) Astycops Thoms. Innere Ma-
xillarlade haarig, Unterlippen-Lappen zugespitzt, Mandibeln einzäh-
nig, vordere Acetabula offen. Zwei Arten : A. talpa Gyll. und sub-
terraneus Er. — 5) Hesperophilus Steph. Vordere Acetabula ge-
schlossen, Mandibeln zweizähnig, Oberlippe abgestutzt. Vorderschie-
nen an der ganzen Hinterseite so wie die Hinterschienen stachlig.
— Eine Art: H. arenarius Payk.
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866,
p. 370 ff\) beschrieb als n. A. aus Nord-Amerika: Falagria scutella-
ris, cingulata, kte-ymscw/a (Californien), quadriceps, partita, vaga und
cavipennis (Californien), Oligota pedalis, Myrmedonia rudis, Euryusa
obtusa, Homoeusa expansa, Tacliyporus maculicoUis und maculipen-
nis, Conosoma Knoxii, St ictocraniiis (nov. gen. , von Euaesthetus
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 391
und Edaphus durch eine eigenthümliche Skulptur des Kopfes, mehr
langgestreckten Körper und nicht gerandeten Hinterleib unterschie-
den) puncticeps, Deleaster concölor (Californien), Ampliichrouvi laevi-
coUe, Prognatha punctata, Lispinus laevicaiida.
Motschulsky, Un genre nouveau de Staphilinites de TAme-
rique septentrionale (Bullet, d. natur. d. Moscou 1865. I. p. 583)
charakterisirte eine (auch im Holzschnitt dargestellte) neue Gattung
Benardia aus der Omalinen-Gruppe, welche sich nach der Angabe
des Verf.'s von Boreaphilus durch sehr viel flachgedrückteren Kör-
per unterscheidet. — Art: Ren. jubilaea von Neu-York, unter Baum-
rinde lebend,
Walker (Appendix zu Lord's Natural, in Vancouver Island
p. 317) beschrieb Atemeies reflexus als n. A. aus Bi-itish Columbia,
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 44) XanthoUnus Kraatzii n. A.
Bogota.
Ref. (Beitrag z. Insektenf. von Zanzibar p. 27 ff.) Staphylinus
cerdo , Philonthus cordicollis , Paederus tumidicollis und pedestris,
Oedichirus stilicinus und Lispinus singularis als n. A. von Zanzibar.
Fauvel und Coquerel (Annal. soc. entom. de France 4.
ser. p. 314 ff.) Homalota platycephala, Philonthus per egrinus, Fauvelii,
Staphylinus Coquerelii, Lispinus parvipennis und microcephalus als
n. A. von Bourbon.
Wollaston (Coleoptera Atlantidum, Appendix p. 68 ff.) Ho-
malota depaiiperata., Oxypoda ohscoena , Mycetoporus adumhratus,
discoideus, Ocypus sylvaticus, Dolicaon dehilipennis, Paivae, Trogo-
phloeus oculatus (bilineatus Woll. antea) als n. A. von den Cana-
rien, Homalium tricolor von Madera und Megarthriis serrula von den
Canarien.
Brisout de Barneville (Annal. soc. entom. de France 4.
ser. VI. p. 355 ff.) Leptusa laevigata, Homalota glacialis, Myrmedonia
hituherculata nnd punctatissima, Philonthus gratiosus, Quediiis pineti,
Anthohium ohscurum und hispanicum als n. A. aus Spanien.
Perris (ebenda 4. ser. V. p. 506) Haploglossa hicolor und
Stenus pygmaeus als n.A. von Madrid und (ebenda 4. ser. VI. p. 183)
Leptusa rugatipennis und exilis als n. A. aus Süd-Frankreich.
Wencker (Catal. d. Coleopt. de FAlsace) Aleochara Carolinae
und Lathrobium suturale n. A. aus dem Elsass.
Saulcy (Bullet, d. Tacad. d'Hippone 1865. p. 51) Myrmedonia
festiva und Proteinus Olivieri als n. A. aus Algier.
Reiche (Annal. soc. entomol. de France 4. ser. V. p. 641)
glaubt der Ansicht von Schaum und Kr a atz entgegen die Gat-
tung Trigonurus Muls. nicht bei den Oxyteliden belassen zu kön-
392 Gerstaecker: Bericht üb, d. wissensch. Leist. im Gebiete
nen, sondern theilt sie einer besonderen, mit den Piestiden zunächst
verwandten Gruppe Trigonuridae zu. Verf. fügt der einzigen bis
jetzt bekannten Art: Trig. Mellyi eine zweite Trigonurus Asiaticus
aus Imeretien hinzu.
Hampe (Berl. Ent. Zeitschr. X. p, 371 f.) machte Bryoporus
multipunctus, Lathrobium gracile und Lithocharis monticola als n. A.
aus Agram bekannt.
Scriba (ebenda X. p. 128) Homalota subtilis als neue deutsche
Art, mit H. sericea Muls. verwandt. — Ueber einige andere Homa-
lota-Arten handelt derselbe ebenda p. 289, verzeichnet ferner (p.376fif.)
einige bei Rom und Neapel gesammelte Staphylinen und beschreibt
darunter als neu: Äleochara punctatissima , Quedius Fuchsii und
Omalium foraminosum.
Äleochara nigricornis G red 1er (Käfer von Tyrol II. p. 464}
n. A. Tyrol, Anthobium aucupariae Kiesenwetter (Berl. Entom.
Zeitschr. X. p.288) n. A., Oxypoda glabriventris Rye (Entom. monthly
magaz. I. p. 212) n. A. England, unter Formica fuliginosa gefunden,
Bledius fuscipes Rye (ebenda II. p. 154) n. A. England.
Bethe (Stett. Entom. Zeit. 1865. p. 65 ff.) unterscheidet Xan-
tholinus linearis Oliv, und longiventris Heer nach der Skulptur des
Kopfes und Thorax; bei letzterer Art sind beide Theile in ihrer
ganzen Ausdehnung , bei ersterer nur der Hintertheil des Kopfes
sehr fein und wellenförmig quergerieft. — Ebenda p. 185 f. giebt
Verf. unterscheidende Diagnosen von Orochares angustatus und Eu-
sphalerum triviale.
J. Bland, Compiled descriptions of North -American Staphy-
linidae (Proceed. entom. soc. of Philadelphia IV. p. 391—425). Ist
eine Zusammenstellung und ein Wieder-Abdruck der bis jetzt pu-
blicirten Beschreibungen Nord - Amerikanischer Staphylinen aus der
Gruppe der Aleocharinen.
Farn, dubia. Pascoe (Proceed. entom. soc. of London 1866.
p. 15) diagnosticirte eine neue Gattung Ectrephes, welche auf
ein nur 1 Liu. langes, in Ameisenhaufen West-Australiens gefundenes
Käferchen {Ect. formicarum) von sehr eigenthümlicher Körperbildung
begründet ist. Der Kopf ist abwärts gebogen, so dass er mit den
rüsselförmig hervorgestreckten Mandibeln fast die Vorderhüften be-
rührt, die Augen klein, rund, die Fühler in tiefen Aushöhlungen der
Stirn eingefügt, dreigliedrig, das Endglied langgestreckt, zusammen-
gedrückt und schief abgestutzt; der Prothorax quer, beiderseits
ausgerandet und flügelartig gekielt, die Flügeldecken oval, gewölbt,
die Beine zusammengedrückt, die Tarsen fünfgliedrig, fadenförmig.
— Pascoe schliesst die Gattung an die Paussiden an, welchen sie
Westwood trotz der Bildung der Flügeldecken sogar beizählen
der Entomologie während der J. 1865— 6G. 393
will ; doch widerruft Letzterer (ebenda p. 22) später diese Ansicht
und hält die Gattung- jetzt auch nicht für verwandt mit Gnostus.
King, Description of Anapestus Kreusleri, a species of Co-
leopterous Insect inhabiting Ants nests in South- Australia (Transact.
entom. soc. of New-South-Wales I. p.316fif. pl, 16). Verf. macht hier
eine gleichfalls merkwürdig geformte, aus Australischen Ameisen-
nestern stammende neue Käfer-Gattung Anapestus bekannt, wel-
che er mit Gnostus Westw. in nähere Beziehung setzt und mit diesem
zu einer eigenen Unterfamilie Gnostidae vereinigen will. Nach
der Abbildung zu urtheilen, hat jedoch Anapestus mit Gnostus
weiter nichts als die ähnlich geformten, dreigliedrigen Fühler ge-
mein, während er sonst in den wesentlichsten Punkten abweicht.
Der Paussus-artige Habitus fehlt der Gattung gänzlich , vielmehr
erinnert sie eher an gewisse Colydier, von denen sie sich freilich
durch fünfgliedrige Tarsen unterscheidet. Der Körper ist kurz,
gedrungen, das Schildchen und die Hinterflügel fehlen, der Prothorax
ist sehr breit, jederseits in eigenthümlicher Weise ausgeschnitten,
die Augen sehr klein, ganz hinten an dem quadratischen, vorn lang
ausgezogenen Kopf sitzend, die Fühler weit von ihnen entfernt,
dem Vorderrande des Kopfes genähert. Auch die Beine sind ab
weichend von Gnostus schlank und dünn, nicht zusammengedrückt
die Tarsen von ansehnlicher Länge. — Art : Anap. Kreusleri,
IV2 Mill. lang.
Pselaphidae. King, On the Pselaphidae of Australia, No. HI,
IV. (Transact. entom. soc. of New-South-Wales L p. 167 — 175. pl. 14,
und p. 299 — 315.) Den in den beiden ersten Abschnitten seiner
üebersicht beschriebenen Arten werden in dem dritten folgende,
meist nur mit kurzen Diagnosen versehene neue hinzugefügt : Tyrus
corniger, speciosus, Victoriae, Faromis pimctatus, Fselaphus clavatus
punctatus, Ti/chius ohUquus, Howittii, Batrisiis nohilis, tihialis, con-
spicuus, Edwardsii, Bryaxis insignis, hasalis, dominorum, Bytliinus
impressifrons. — Ferner eine neue Gattung Cyathiger, welche sich
durch kleine Augen, dreigliedrige Kiefertaster, deren erstes Glied
gekeult, das zweite kurz, das dritte verlängert, messerförmig und
am Ende abgestutzt ist, durch siebengliedrige Fühler, deren sieben-
tes Glied einen äusserst dicken Endknopf darstellt, durch eine ein-
zelne Hinterleibs - Quernaht und durch dreigliedrige Tarsen aus-
zeichnet. In wiefern die Gattung (nach des Verf.'s Meinung) einen
Uebergang zu den Clavigerinen vermitteln soll, ist aus der Abbil-
dung (pl. 14) nicht ersichtlich; letztere stellt einen unzweifelhaften
Pselaphiden dar. — Art: Ctjatli. punctatus von den blauen Bergen.
— Im vierten Abschnitt (p. 299 ff.) stellt Verf. säramtliche ihm be-
kannt gewordene Pselaphiden, welche mit Hinzufügung einiger
neuen die ansehnliche Zahl von 70 Arten erreichen, noch einmal
Archiv f. Naturg. XXXII. Jahr?. 2. Bd. Aa
394 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
übersichtlich zusammen. Sie gehören folgenden Gattungen an: 1)
Narcodes King 1 A. 2) Ctenistes Reich. 2 A. {Ct. Kreusleri n. A.).
3) Tmesiphorus LeC. 1 A. 4) Tyrus Aube 8 A. {Tyr. Howittii und
piceus n. A.). 5) Rytus nov. gen., von Tyrus durch das Endglied
der Kiefertaster unterschieden, welches an der Basis verdickt ist
und in eine lange, dünne Spitze ausläuft. — 4 Arten : Byt. pmicta-
tus (Tyr. subulatus King ant.), coruiger, emarginatus und Victoriae
n. A. 6) Faronus Aube 1 A. 7) Pselaphus Hbst. 5 A. 8) Tychus
Leach 3 A. 9} Batrisus Aube 11 A., neu: Batr. cyclops und gih-
hosus. 10) Bryaxis Leach 20 A.; neu: Br. atra, [Eupines subgen.
nov., durch sehr glänzende, grosse Flügeldecken ohne Streifen und
Gruben; auf Br. polita King begründet) aeqiiata, Victoriae, clava-
tula, geminata, transversa, capitata. 11) Bythinus Leach 2 A. {B.
niger, n. A.). 12) Euplectus Leach 5 A. {Eupl. excisus, depressus,
siiUerraneus und Odewahnii n. A.). 13) Cyathiger King 1 A. 14)
Articerus Dalm. 5 A.
Zur Kenntniss der Nord - Amerikanischen Pselaphiden gab E.
Brendel (Proceed. entom. soc. of Philadelphia V. p. 28 u. 255 fif.
und VI. p. 31 u. 189 ff.) eine Reihe von Beiträgen: 1) On some new
species of Pselaphidae (a. a. 0. V. p. 28—32). Bythinus zonatus und
carinatus, Bryaxis scabra, minuta und cavicornis n. A. — Becar-
tJiron nov. gen., nach der Diagnose von Bryaxis durch entfernt
stehende, zehugliedrige Fühler, glatten oder nur mit einer Grube
versehenen Thorax und durch die beim Männchen bewehrten Mittel-
schenkel abweichend. — Es gehören dazu Bryaxis abnorrais, longula
und forraiceti LeC, JDec. cornutum, stigmosum, exsectum und stre-
nuum n. A. — 2) New species and corrections in the family Psela-
phidae (a. a. 0. V. p. 255 — 260). Ädranes Le Contei, Bryaxis con-
juncta var. clavata, Br. lUinoiensis, Floridana, congener und inor'
nata, Batrisus juvencus, Tychus hythinioides, Trimium impimctatum
und Euplectus crinitus n. A. Als Synonyma giebt Verf. an : Bryaxis
velutina = Decarthron formiceti, Batrisus cristatus LeC. = B. ferox,
B. aculeatus LeC. = B. Albionicus Aub. fem., B. striatus = B. glo-
bosus var. 3) Synopsis of the genera and species of the family
Pselaphidae (a. a. 0. VL p. 31 — 38). Mit einer systematischen Ue-
bersicht der bis jetzt aus Nord-Amerika bekannt gewordenen Gat-
tungen und Arten der Pselaphiden verbindet Verf. eine kurze dia-
gnostische Charakteristik derselben. Der Bestand ist folgender:
A. Pselaphini. 1) Ceophilus LeC. 1 A. 2) Cedius LeC. 2 A.
3) Tmesiphorus LeC. 2 A. 4) Ctenistes Rchb. 3 A. 5) Tyrus Aub.
1 A. 6j Cercocerus LeC. 1 A. 7) Pselaphus Hbst. 2 A. 8) Tychus
Leach 5 A. 9) Bythinus Aub. 2 A. 10) Bryaxis Leacb 17 A. 11)
Decarthron Brend. 7 A. 12) Eupsenius LeC. 2 A. 13) Arthmius
LeC. 1 A. 14) Batrisus Aub. 16 A. — B, Euplectini. 15j Tri-
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 395
mium Aub. 4 A, 16) Euplectus Leach 10 A. 17) Rhexius LeC 1 A.
18) Faronus Aiib. 3 A. — 4) Descriptions of some new species et
Pselaphidae (a. a. 0. VI. p. 189 ff.). Fu st ig er (LeC, nov. gen., auf
Articerus Brasüiensis und Syriacus mit zweigliedrigen Fühlern be-
gründet) Fuchsii n. A. aus Tenessee, Ctenistes monüicornis, Bryaxis
intermedia, perforata, davata (jetzt als eigene, von Br. conjuncta
verschiedene Art angesehen), Ätiantica und Ulkei n. A.
Pascoe (Proceed. entom. soc. of London 1866. p. 15) diagno-
sticirte Articerus Odewalinii als n. A. aus Süd- und Bostockii n. A.
aus West-Australien.
Von besonderem Interesse ist die Entdeckung einer neuen
Articerus-Art in Syrien, welche von de Saulcy (Annal. soc. ent.
de France 4. ser. V. p. 15) als Articerus Syriacus beschrieben wor-
den ist. Dieselbe ist l^s Mill. lang und wurde bei Sa'ida unter
Steinen in Gesellschaft einer gelben Ameise gefunden. Verf. zählt
ausser dem grossen (einzigen bisher für die Gattung angegebenen)
Fühlerglied noch ein sehr kurzes Basalglied, welches auch bei Cla-
viger vorkommt, so dass die Fühler bei Articerus im Grunde zwei-,
bei Claviger sechsgliedrig sind.
Claviger Saulcyi Bris out n, A. vom Escurial (ebenda 4. ser.
VI. p. 363), Machaerites Bonvouloiri Saulcy n. A. Südfrankreich,
unter Moos gefunden, nach beiden Geschlechtern beschrieben (ebenda
4. ser. V. p. 16), Psela])hus jgal'piger^ oWd^s ton n. A. von den Ca-
narischen Inseln (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 67).
Scydmaenidae. Saulcy, Descgiption d'un genre nouveau et
d'une espece nouvelle propre ä la France meridionale (Annal. soc.
entom. de France 4. ser. V. p. 18 ff.) beschrieb Scotodytes nov.
gen., durch den Mangel der Augen, abgekürzte Flügeldecken und
sehr kleines, hinten abgerundetes Metasternum ausgezeichnet. Kör-
per lang, niedergedrückt, nach unten gekrümmt, Fühler, Prothorax
und Beine wie bei Cephennium, Maxillartaster wie bei Scydmaenus.
— Art: Scot. paradoxus Vj^ Mill. aus Südfrankreich.
Scydmaenus castaneus Wollaston n. A. von den Canarischen
Inseln (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 66).
Silphidae- Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Phila-
delphia 1866. p. S67 ff.) machte Leptinus Americanus als n. A. von
Jowa bekannt, welche nach des Verf.'s Angabe mit den Beschrei-
bungen des Europäischen Lept. testaceus übereinstimmt. Le Conte
bemerkt gleichzeitig, dass die Gattung Leptinus nicht in der Fa-
milie der Silphiden verbleiben könne, sondern eine eigene Familie
bilden müsse, welche näher mit den Hydrophiliden verwandt sei.
Von den Silphiden weicht Leptinus durch die Form des Kopfes, die
Insertion der Fühler, die Form des Mentum und der Vorderhüften,
39G Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
so wie durch die Bildung des vierten Tarsengliedes ab. Mit den
Ilydroijhiliden stimmt die Gattung in der Form des Kopfes und
Kinnes, der Insertion der Fühler überein, weicht aber durch die
fadenförmigen Fühler^ die nicht hervorragenden Vorderhüften und
gleichfalls durch das vierte Tarsenglied ab.
Aus der Anisotomiden-Gruppe beschreibt Verf. folgende Nord-
Amerikanische Arten: Anisotoma conferta n. A. Illinois. — Anog-
dus nov. gen., von der Form einer breiten Anisotoma, abweichend
durch grössere Fühlerkeule, in welcher das achte Glied fehlt und
das letzte schmaler als das vorhergehende ist; von Cyrtusa durch
das grössere erste Keulenglied und das gekielte Mesosternura unter-
schieden. — Art: An. capitatus Florida. — Gievrolatia amoena und
Agathidium politum n. A. — Amphicyllis picipennis LeC. wird vom
Verf. zu Cyrtusa Er. gestellt, Colenis laevis LeC. zu einer neuen
Gattung Aglyptus erhoben, welche sich von Colenis und Agarico-
phagus durch glatte Körperoberfläche und fein gerandete Stirn un-
terscheidet.
Sharp, On the British species of Agathidium (Transact. ent.
soc. of London 3. ser. II. p. 445 ff.) gab eine Aufzählung und Be-
schreibung von elf in England einheimischen Agathidium- Arten:
Agath. nigripenneKug., seminulum Lin., laevigatum Er., atrum Payk.,
varians Beck., dypeatum n. A., rotundatum Gyll., convexmn n. A.,
marginatum Strm., nigrinum Strm. und rhinoceros n. A. — Verf.
vermuthet, dass auch noch andere unter den bereits beschriebenen
Arten in England vorkommen "möchten.
Agathidium Polonicum*W senk o-wicz (Annal. soc. entom. de
France 4. ser, V. p, 297) n. A. von Minsk und Kief, Agaricophagus
praecellens Hampe (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 372) n. A. Agram,
Clioleva punctata Brisout (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI.
p. 364) n. A.Spanien, Catops pinicola Wo Ilaston (Coleopt. Atlan-
tidum, Append. p. 12) n. A. Teneriffa, Necroplwrus conversatorW Sil-
ker (Appendix zu Lord's Naturalist in Vancouver Island p. 320) n.
A. British Columbia.
Necrophorus Hecate Bland (Proceed. entom. soc. of Philadel-
phia IV. p. 382) n. A. aus dem Colorado-Gebiet.
Eye (Entom. monthly magaz. I. p. 257) gab eine umständliche
Beschreibung von der in England einheimischen Choleva longula
Kelln., welche er, abweichend von Murray, für spezifisch ver-
schieden von Ch. tristis hält.
Michow, lieber Necrophorus microcephalus Thoms. (Berl.
Ent. Zeitschr. X. p. 411) macht Mittheilungen über das Variiren der
Necrophoren überhaupt.
Trichopterygii. Matthews, Descriptions of several species of
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 397
Trichopterygidae found by Dr. H. Schaum in various parts of
North-America and Brazil (Annais of nat. hist. 3. ser. XVII. p. 141 —
149. p. 5). Verf. liefert in dieser Arbeit Beschreibungen und Abbil-
dungen (der rechten Körperseite) von folgenden theils neuen, theils
schon benannten Arten: Trichopteryx Schaumii n. A. Louisiana,
glahricoUis (rotundata Hald.) Neu-York, cursitans Nietn, (fuscipennis
Hald.) Neu-York, crassicollis n. A. Louisiana, fascicularis Hbst. (in-
termedia Gillm. = abrupta Hald.?) Nord - Amerika, discolor Hald.
Brasilien, sericans Heer vom Oberen See, Montandonii Allib. (simi-
lis Gillm.) Brasilien, ambigua Matth. Neu-York, aspera Hald. Neu-
York, Micrus filicornis Fairm. Nord-Amerika und Brasilien, Neplia-
nes laeviiiscidus n. A. Louisiana, Ptilium ßollaui Mann, (Ptenidium
Canadense LeC.) vom Oberen See, Ptenidium macrocephalum Nietn.
Neu-York, apicale Er. (terminale Hald.?) Baltimore.
Derselbe, On various species of Trichopterygidae new to
Britain' (Entomol. monthly magaz. l. p. 173 — 17J^) giebt ergänzende
Charakteristiken von Trichopteryx fucicola Fairm. , lata Motsch.,
bovina Motsch., picicornis Mann., brevis Motsch., Ptenidium turgidum
Thoms. und beschreibt als neue Englische Arten: TricIiopteryxKwbyi,
dispar und ambigua.
Derselbe, Descriptions of the new species of Trichopteryx
found in the Canary Islands (ebenda I. p. 247 — 250) beschreibt Tri-
chopteryx Wollastoni , Crotchii und Canariensis als n. A. von den
Cauarischen Inseln und (Description of a fourth new species of
Trichopteryx, taken by Mr. Crotch in the Canary Islands, ebenda II.
p. 35 f.) TricJiopteryx anthracina n. A. ebendaher.
Derselbe, Notes on some species of Trichopterygidae new
to Britain, and of various alterations of nomenclature in the same
family (ebenda II. p. 241 — 245) führt die Arten Allib er t's, Erich-
son's und Gillmeister's aufeinander zurück und beschreibt als
neu: Trichopteryx Sarae , Waterhousii und Jansoni als n. A. aus
England.
Trichopteryx Silhermanni Wencker n. A. aus dem Elsass
(Catal. d. Coleopt. de l'Alsace 1866).
Histerini. Neue Arten sind: Acritus Vittoralis Ferrari (Ver-
band, d. zoolog. - botan. Gesellsch. XIII. p. 367) aus Venedig, Hister
integer, Eretmotus Ibericus und Hetaerius MarseuU B r i s o u t (Annal.
soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 365 f.) aus Spanien, Acritus
gemmida Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 29) von den
Canarischen Inseln, Platysoma puUum und Paratropus (nov. gen.
für den vergebenen Namen Phylloscelis Mars.) testudo des Ref.
(Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar) aus Zanzibar, Phelister in-
terpunctatus und Epierus frontalis Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X.
398 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
p. 173) von Bogota, Saprinus consimüis Walker (Appendix zu
Lord's Naturalist in Vancouver Island p. 319) aus British Columbia.
— Miirmidius depressus L e C o n t e (Proceed. acad. nat. scienc. of
Philadelphia 1866. p. 376) n. A. aus Nord-Amerika.
Nitidulariae. Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Phi-
ladelphia 1866. p. 376 f.) machte ÄmplioHs üllcei, Cyllodes hiplagia-
tus, Pityophagus cephalotes, Bhizophagus cylindrieus, approximatus
und remotus als n. A. von Nord-Amerika bekannt, Kirsch (Berl.
Ent. Zeitschr. IX. p. 46 f.) Colastus pectoralis, Camptodes micans und
Colastus Murrayi als n. A. von Bogota, Wo Ilaston (Coleopt. At-
lantidum, Append. p. 16) Brachypterus aeneomicans und Carpophilus
tersus als n. A. von den Canarischen Inseln, Fairmaire (Annal. soc
entora. de France 4. ser, VI. p. 19) Nitidula maculosa als n. A. von
Constantine, Wankowicz (ebenda 4. ser. V. p. 299) Bhizophagus
Vagae als n. A. ausLithauen, Brisout (ebenda 4. ser. VI. p. 368 f.)
Meligethes subtiUs und Cyhocephalus atomus als n. A. aus Spanien.
Lathridii. Motschulsky hat in einer fünften Fortsetzung
seiner »Enumeration de Coleopteres rap]30rtes de ses voyages« (Bul-
let, d. natur. de Moscou 1866. 11. p. 225—290) die Familie der La-
thridier in Angriff genommen. Er spricht sich über den der Fa-
milie zu gebenden Umfang aus und will dieselbe auf die bisherigen
Gattungen Lathridius, Corticaria und Holoparamecus beschränkt
wissen. Die Verschiedenheiten, welche die zahlreichen Arten dieser
Gattungen erkennen lassen, macht eine Theilung derselben wün-
schenswerth. Von den vom Verf. neu geschaffenen sind in dem bis
jetzt vorliegenden Theil der Arbeit folgende abgehandelt: Metoph-
thalmus Motsch. Woll. (Bonvouloiria Duv.), Lathridius sens. strict.
(auf Lathr. lardarius, costatus, angusticollis und Verwandte be-
schränkt), Permi diu s nov. gen. (für Lathr. anthracinus Mannh.,
minutus Lin., cordaticollis Aub. u. a.), Isidius nov. gen. (Typus:
Lathr. gemellatus Mannh., quadricollis Mann. u. a.), Äridius nov.
gen. (z. B. Lathr. carinatus Gyll., constrictus Gyll. u. a.) und Me-
lanophthalma nov. gen. (für Lathr. transversalis Schupp., gibbo-
sus Hbst. , parvicollis Mannh. u. a.). Alle diese Gattungen werden
mit einer grossen Anzahl neuer Arten der verschiedensten Länder
bereichert.
Corticaria angusta und pinguis Aube (Annal. soc. entom. de
France 4. ser. VI. p. 162) n. A. aus Südfrankreich, Corticaria pinicola
Brisout (ebenda 4. ser. VI. p. 370) n. A. aus Spanien, Metophthal-
mus ferrugineus und encaustus Wollaston (Coleopt. Atlantidum,
Append. p. 25 f.) n. A. von den Canarischen Inseln.
Wollaston (Note on Anommatus 12 striatus, Ent. monthly
magaz. I. p. 245 f.) macht nochmals darauf aufmerksam , dass der
der Entomologie während der J. 1865—66. 399
genannte Käfer dreigliedrige Tarsen habe und hebt seine Ver-
wandtschaft mit den Lathridiern hervor.
Colydii. Pascoe (JournalofEntomol.il. p. 444. pl. 19. fig.2)
stellte eine neue Gattung JEnarsus auf, welche von Rechodes Er.
durch gewimperte (nicht gesägte) Seitenränder des Prothorax und
der Flügeldecken, gewimperte Schienen und kaum beilförmig er-
weiterte Kiefertaster abweicht. — Art: En, JBacJcetvellii von Neu-
seeland.
Eine zweite neue Gattung ist Opostirus Kirsch (Berl.Ent.
Zeitschr. IX. p. 45) , von Endophloeus durch einen Augenkiel, die
mit einem starken Hornhaken versehenen Schienen und das grössere
Endglied der Fühler unterschieden. — Art: Op. exsectus von Bo-
gota. — Ebendaher Colydium carmatum n. A.
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 378 f.) machte Lasconotiis laqiieatus als n. A. von Arizona, Sim-
plex aus Nieder - Californien und Aulonium longum von Arizona
bekannt.
Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 17 ff.) Tarphius
setosus, humerosus, affinis, abhreviatus und monstrosus als n. A. von
den Canarischen Inseln, Tarph. Wblfßi als n. A. von Madera.
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 20 ff.)
Tarphius humerosus (cf. Wollaston!) und odlongulus als n. A. aus
Algier , Cerylon attemiatum n. A. von Constantine. (Diese Arten
werden sonderbarer Weise unter »Peltidae« aufgeführt.)
Perris (ebenda 4. ser. V. p. 507) beschrieb Cerylon semistria-
tum als n. A. von Bona.
Nach Moufflet (Bullet, soc. entomol. 1865. p. 62) lebt die
Larve eines Bothrideres auf Guadeloupe im Innern der Larven eines
Bockkäfers, des Lagochirus araneiforrais.
Gucujini. Perris (Annal. soc. entom. de France 4. ser, VI.
p. 184) charakterisirte eine neue G2iiim\g Ast ilpnus, mit Silvanus
in der Bildung des Mundtheile und den fünfgliedrigen Tarsen über-
einstimmend, habituell jedoch mehr an Monotoma und Berginus
erinnernd. Fühler elfgliedrig mit verdicktem Basalgliede und deut-
lich abgesetzter, zweigliedriger Keule, die" beiden Glieder derselben
gerundet und deutlich geschieden. Hinterleib fünfgliedrig. Die drei
ersten Tarsenglieder kurz, dicker, das vierte schlanker und kürzer,
das fünfte den beiden ersten zusammen an Länge gleich. Verf. stellt
die Gattung hinter Aeraphilus. — Art: Äst. nmltistriolatus, 172Mill.,
von Bona.
Eine zweite neue Gattung machte Pascoe (Journ. of Entom.
II. p. 443. pl. 18. flg. 7} unter dem Namen Ochrosanis bekannt.
400 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Dieselbe ist auf eine sehr langgestreckte, gleichbreite und äusserst
flach gedrückte Art: Oclir. Dohrnii aus Westindien begründet, wel-
che sich von Hemipeplus Latr. durch kurzes Basalglied der Fühler
und die stark verlängerten Flügeldecken unterscheidet. Die Fühler
verdicken sich von der Basis gegen die Spitze hin sehr allmählich.
(Eine zweite, sehr übereinstimmende Art besitzt das hiesige Museum
aus Java. Kef.)
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 379) beschrieb Nausibius repandus und Laemophloeus angustulus
als n. A. aus Nord - Amerika, und führte Lathropus sepicola(?) als
auch in Californien vorkommend an.
Laemophloeus abietis Wankowicz (Annal. soc. entomol. de
France 4. ser. V. p. 298) n. A. von Minsk.
Cryptophagidae. Cryptophagus ampUcolUs Brisout (Annal.
soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 369) n. A. Spanien, Parameco-
soma rohustum Morawitz (Hör. soc. entom. Boss. II. p. 170) n. A.
Sarepta, Cryptophagus impressus, Atomaria laticoUis, venusta und
bulbosa Wo 11 as ton (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 22 fif.) n. A.
von den Canarischen Inseln.
Telmatophilidae. — Eine neue Gattung Cnßcosa rechnet
Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 446. pl. 18. fig. 2) nach der sub-
pentamerischen Tarsenbildung den Telmatophiliden zu , ohne sie
jedoch in ihren Beziehungen zu den bekannten Formen näher zu
erörtern. — Art: Cn. fulvida, 2^/^ Lin. von Neu-Süd-Wales.
Dermestidae. Als neue Arten wurden beschrieben: Typhaea
maculata Perris (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 507)
von Madrid, Hadrotoma sulcata Brisout (ebenda 4. ser. VI. p. 371)
aus Spanien, Megatoma ruficornis Aube (ebenda VI. p. 161) aus
Südfrankreich, Hadrotoma bifasciata Perris (ebenda VI. p. 186)
von Bona, Änthrenus minor Wollaston (= claviger Woll. antea)
von den Canarischen Inseln (Coleopt. Atlantidum, x\ppend. p. 28).
Eichhoff und Becker, Zur Entwickelungsgeschichte der
Hadrotoma corticalis (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 279 fif. Taf. 1) lie-
ferten Beschreibung nebst Abbildung von der, Larve und Puppe der
genannten Art. Die Larve entbehrt der Nachschieber und ist mit
einem langen Haarschweif versehen.
Byrrhii. Chevrolat (Rev. et Magas. de Zoolog. 2. ser. XVII.
p. 350) machte Morychus metallicus und (ebenda XVIII. p. 101)
Byrrhus nigrosparsus als n. A. aus Spanien bekannt, Brisout
(Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 372) Simplocaria striata
n. A. ebendaher.
Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 28) Syncalypta
granulosa als n. A. von den Canarischen Inseln.
der Entomologie wählend der J. 1865—66. 401
Parnidae. King, Description of Australian species of Geo-
ryssides and Parnides (Transact. entom. soc. of New-South-Wales I.
p. 158 — 161) gab kurze Diagnosen von folgenden Australischen Ar-
ten der beiden genannten Familien: Georyssus australis n. A., Lu-
tochrus australis Er., JElmis novemnotatus, metaUicus, politus, mon-
tanus, punctulatus und Limnius quatuormaculatus n, A.
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 380) beschrieb Elmis latiusculiis und nitidulus als n. A. aus Nord-
Amerika.
Heteroceridae. Schioedte (Naturhist. Tidsskr. 3. Raek. IV.
p. 151 ff.) versuchte den Nachweis , dass der zum Graben gebaute
Körper der Heterocerus-Arten keine Familienrechte bedinge, sondern
dass die Gattung zu den Byrrhiern, Georyssen und Parniden, mit
welchen sie bei üebereinstimmung in den Mundtheilen und nach
den früheren Entwickelungsstadien zu einer und derselben Familie
zu vereinigen sei, in demselben Verhältniss stehe, wie die Scariti-
den zu den Carabiden. Bledius zu den Staphylinen u. s. w. Speziell
geht Verf. auf eine Erörterung der von Erichson zuerst nachge-
wiesenen Stridulations -Organe (an den Seiten des ersten Bauchseg-
mentes und der Innenseite der Hinterschenkel) ein und diskutirt
ihre Bedeutung für die Unterscheidung der Arten. — Die Gattung
Heterocerus im Fabricius - Erichs on'schen Sinne zerfällt Verf.
in drei Gattungen : 1) Heterocerus Fab. Fühler elfgliedrig mit scharf
abgesetzter Keule, das 3. und 4. Glied sehr klein; Kieferladen stach-
lig. Innenlade der Mandibeln ganz häutig, der Kamm gleichfalls
häutig. — Sieben Arten (H. femoralis, sericans, obsoletus, laeviga-
tus, fusculus, marginatus und intermedius). 2) Phyrites nov. gen.
Fühler elfgliedrig, vom 3. Gliede ab allmählich gekeult, Kieferla-
den stachlig, innere Mandibular - Lade zweilappig, der Endlappen
hornig, stark gestachelt. — Eine Art: Pliyr. aureolus (neu). 3)
Augyles nov. gen., Fühler zehngliedrig, abgesetzt gekeult, das 3.
und 4. Glied sehr klein ; Kieferladen haarig, innere Mandibular-Lade
nebst Kamm häutig. — Art : Aug. hispidulus Kies.
Bris out (Annal. soc. entomol. de France 4. ser. VI. p. 373)
machte Heterocerus punctatus als n. A. aus Spanien bekannt.
LamelliCOrnia- — Dynastidae. — Coquerel (Annal. soc.
entom. de France 4. ser. VI. p. 333 ff. pl. 7) gab nochmalige Cha-
rakteristiken von Oryctes insularis Coq. und Vinsonii Deyr. und
errichtete eine neue Gattung Marronus , welche sich von Loncho-
tus durch neungliedrige Fühler unterscheidet. Kopf des Männchens
mit Hörn, Prothorax desselben vorn tief ausgehöhlt, beim Weibchen
beide einfach; Skulptur der Flügeldecken seicht. -- Art: Marr,
Borhonicus von Isle Bourbon, pl. 7. fig. 2 u. 3,
402 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Als neue Arten wurden aufgestellt: Stypotrupes Candezei
Snellen van Vollenboven (Tijdschr. voor Entomol. IX. p. 222.
pl. 11. fig. 1—4) von Celebes, Syrichthus clathratus des Ref. (Beitr.
z. Insektenf. von Zanzibar p. 40) aus dem Innern Zanzibars, Copto-
gnathus Lefranci Mulsant et Godart (Annal. soc. Linneenne de
Lyon XII. p. 448) aus Algier, Phüeurus plcmicollis und CyclocepTiäla
signata Chevrolat (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 30 f.)
von Cuba, Cyclocephala manca und Strategus cessus Le Conte
(Proceed, acad. nat. seltne, of Philadelphia 1866. p. 382) von
Arizona.
Dohrn (Stett. Entomol. Zeit. 1865. p. 187) gab eine ergän-
zende Charakteristik von Orsilochus cornutus Thunb. nach beiden Ge-
schlechtern und (ebenda p. 371 ff.) von Trichogomphus Martabani
Guer. , dessen Flügeldecken er im Gegensatz zu Guerin's und
Burmeister's Angaben mit Punktstreifen versehen findet. Das
von Burmeister beschriebene Weibchen gehört nicht der genann-
ten Art an; von dem wirklichen giebt Verf. eine Charakteristik.
Cetoniariae. — Ref. (Beitrag zur Insektenfauna von Zan-
zibar p. 33 ff.) machte Plaesiorrliina specularis, Trymodera (nov.
gen., von Plaesiorrhina durch kleinen, beiderseits geradlinigen Pro-
thorax, sehr kurze, nach innen bis zum Schildchen frei liegende
Schulterblätter, abgestutzten und zusammengedrückten Prosternal-
fortsatz und eigenthümliche Skulptur der Körperoberfiäche abwei-
chend} aterrima, Heteroclita? eorpulenta, Discopeltis lateralis, Oxy-
thyrea lucidicoUis, Cetonia {Pachnoda) ephippiata und Coenochilus
appendiculatus als n. A. aus dem Innern Zanzibars bekannt,
Butler, Description of anew species of Cetonia etc. (Annais
of nat. bist. 3. ser. XVI. p. 161) machte die bereits von Mac Leay
als Schizorrhina marginipennis beschriebene prachtvolle Australische
Art nochmals unter dem Namen Scliiz. Nortoni bekannt. Dieselbe
stammt übrigens nicht, wie Verf. angiebt, von Sidney, sondern aus
Nord-Australien. Ferner (Proceed. zoolog. soc. of London 1865.
p. 729) Schizorrhina ebenina n. A. aus dem stillen Ocean, noch be-
trächtlich grösser als Schiz. flammula, ISLin. lang und einfarbig
schwarz. Beide Arten werden (Proceed. zool. soc. p. 730) im Holz-
schnitt dargestellt.
Gymnetis sternalis Chevrolat (Annal. soc. entom. de France
4. ser. V. p. 35) n. A. von Cuba, Cremastochilus armatus Walker
(Appendix zu K. L o r d's The naturalist in Vancouver Island p. 320)
p. A. aus British Columbia.
Rutelidae. — Hörn (Proceed. acad. nat. scienc. of Phila-
delphia 1866. p. 397 f.) machte eine neue Gattung Macropnus be-
kannt, welche nach seiner Angabe in keine der innerhalb der Ru-
der Entomologie während der J. 1865—66. 403
teliden-Grnppe aufgestellten Unterabtheilungen hineinpasst. Die
deutlich ausgeprägte Stirnnaht unterscheidet sie von den Pelidno-
ten, die gespaltenen Fussklauen von den Areoden, die an der Spitze
dreizähnigen, oberhalb mit einem senkrechten Zahn bewehrten Man-
dibeln von beiden. Verf. glaubt daher die Gattung zu einer beson-
deren, zwischen jene beiden einzuschaltenden Untergruppe erheben
zu müssen: A. Clypeus nicht von der Stirn getrennt: Pelidnotae.
B. Clypeus von der Stirn getrennt: a) Mandibeln dreizähnig, die
äusseren Fussklauen gespalten: Macropni. b) Mandibeln und
äussere Fussklauen einfach: Areodae. — Die der Gattung ange-
hörige Art stammt aus Honduras und ist Maer. crassipes benannt.
Bäte 3 (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 343 ff.) be-
schrieb Anomala corrugata, inconcinna, EucJilora expansa (durch die
in seitliche Flügelfortsätze erweiterten Elytren ausgezeichnet, p. 344 im
Holzschnitt dargestellt), castaneoventris, tracliypyga, Mimela simplex,
ignicauda und chrgse'is als n. A. von Formosa.
E-ef. (Beitrag zur Insektenf. von Zanzibar p. 45 f.) Anomala
[HeteropUä) ancilla, Kersteni, tendinosa , Ädoretus cephalotes und
lipensis als n. A. aus dem Innern Zanzibars.
Anomala calceolata Chevrolat (Annal. soc. entom. de France
4. ser. V. p. 28; n. A. von Cuba, Anomala? contermina Walker
(Append. zu K. L o r d's The naturalist in Vancouver Island p. 321)
n. A. aus British Columbia, Anomala ferruginea Ma.rseu\ (l'Abeille
ni. p. XXXVI) n. A. aus Algier.
Lucas (Annal. soc. entom. de Erance 4. ser. V. p. 203 f.) be-
schrieb auffallende Varietäten von Plusiotis Adelaida Hope (orua-
tissima Sturm) und costata Blanch. aus Mexiko.
Dohrn (Stett. Ent.<Zeit. 1866. p. 352) restituirt für Rutela
sphaerica Burm. den älteren Namen Eut. coerulea Perty.
Melolonthidae. — Pv,ef. (Beitrag z. Insektenf. von Zanzi-
bar p. 40 ff.) beschrieb Coniopliolis eleplias und melolontUoides, Hy-
popholis conspiircata, Schizonycha rorida, Trochaliis clirysomelinus,
corinthia und sulcipennis, Serica aherrans als n. A. aus dem Inne-
ren Zanzibars und macht auf die nach den Arten verschiedene Bil-
dung der Fussklauen bei der Gattung Hypopholis aufmerksam.
Coquerel (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 330)
Serica Morelii als n. A. von Isle Bourbon.
Fairmaire (ebenda 4. ser. VI. p. 22 ff.) Pachydema distin-
guenda, Bhizotrogus pallescens und marginiceps als n. A. aus der
Berberei und (p. 257) Pachydema aphodioides als n. A. aus Klein-
Asien.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVIL p. 350)
Bhizotrogus geniculatus als n. A. vom Escurial und (ebenda XVIII,
p. 102) BMz. signatitarsis von Valladolid,
404 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch, Leist. im Gebiete
Derselbe (Annal. soc. entom. de France 4. ser. Y. p. 22 ff.)
Anoplosiagon variahile, Clavijndpus? rutilus, Äncylonycha tuherculi-
frons, patrueJis (Dej. Cat.), dissimiUs, speciilifera und suturalis als
n. A. aus Cuba.
Kirsch (Berl. Eut. Zeitschr. IX. p. 47 ff.) Macrodactylus ex-
cellens, pexus, Chariodema Bogotensis und amoena, Symmela suturalis
als n. A. von Bogota.
Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in Vancou-
ver Island p. 321 ff.) Mliizotrogus collocatus, Äncylonycha nigropicea,
Gonsequens, uninotata und Serica crassata als n. A. aus British
Columbia.
Copridae. — Canthon indigaceus Le Conte n. A. Arizona,
Canth. puncUcollis LeC. n. A. Californien, CojpHs remotus LeC. n. A.
Texas (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866. p. 380 f.),
Onthophagus minax Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 215) n. A.
Bogota^ Ontliopliagus merdarius Chevrolat (Rev. et Magas. de
Zoolog. 2. ser. XVII. p. 350) n. A. von Yalladolid.
Geotrypidae. — Philippi (Stett. Entomol. Zeit. 1866.
p. 115 ff. Taf, 2. fig. 1) machte eine merkwürdige neue Gattung
Taurocerastes bekannt, welche sich durch die an der Naht ver-
wachsenen, den Hinterleib eng umschliessenden Flügeldecken, den
Mangel der Hinterflügel und des Schildchens, zehngliedrige Fühler,
abwärts geneigten und vorn abgestutzten Kopf mit verwachsenem
Clypeus und oberhalb nicht sichtbaren, fast kugligen Augen, end-
lich durch den oberhalb ausgehöhlten und nach vorn in zwei starke
Hörner auslaufenden Prothorax auszeichnet. — Art: Taur. Pata-
gonicus von der Magellan-Strasse, 8 Lin. lang.
Fairmaire (Annal. soc. entom. 4. ser. VI. p. 255 f.) machte
Lethrus macrognathus und Geotrupes asper i frons als n. A. aus Klein-
Asien, Lethrus rotundicoUis n. A. aus Syrien bekannt und beschrieb
nochmals Lethrus scoparius Fisch.
Jekel, Essai sur la Classification naturelle des Geotrupes Latr.
et descriptions d'especes nouvelles (Annal. soc. entom. de France
4. ser. V. p. 513—618). Verf. hat die bisher unter Geotrupes ver-
einigten Arten behufs ihrer natürlichen Anordnung einem sehr ins
Spezielle gehenden Studium unterworfen und auf eine Reihe von
Merkmalen hingewiesen , welche, bisher übersehen , zur sicheren
Unterscheidung und zur Gruppirung derselben von besonderem Be-
lang sind. Zunächst weist er in Betreff des von Erichson her-
vorgehobenen Eintheihmgs- Merkmales darauf hin, dass unter Geo-
trupes im engeren Sinne nicht nur Arten mit zwei und mit drei
Querleisten an den Hinterschienen vorkommen, sondern dass bei
einigen Mexikanischen Arten auch vier und sogar fünf solcher exi-
der Entomologie während der J. 18G5— 66, 405
stiren. Als fernere Classifikationsmerkmale hebt er sodann die Un-
terschiede in der Bildung der Fühlerkeule und als dem männlichen
Geschlecht eigenthümlich eine Reihe von Auszeichnungen» welche
an Schenkeln, Schienen und Tarsen gewisser Arten vorkommen,
hervor. Die verschiedenartigen Modifikationen führen ihn dazu, die
Gattung Geotrupes im Lat reille'schen Sinne in zwölf Untergat-
tungen zu zerlegen , von welchen drei bereits von Fischer und
Mulsant aufgestellt worden sind. Seine Eintheilung ist folgende:
A. Die mittlere Lamelle der Fühlerkeule frei und ebenso gross
wie die erste und dritte, a) Thorax bei beiden Geschlechtern ver-
schieden gebildet, beim Männchen mit einem oder drei Hörnern
bewehrt. 1) Augenleiste seitlich gewinkelt, Clypeus des Männchens
gehörnt. «) Mandibeln dreizähnig, Vorderschienen des Männchens
am Ende zweispitzig: Ceratophi/us Fisch, ß) Mandibeln zweizähnig.
Vorderschienen beider Geschlechter einfach: Cer atotrup es , nov.
subgen. (Geotr. fronticornis Er.). — 2) Augenleiste abgerundet,
Clypeus höchstens gekielt, y) Zweites Fühlerglied sehr kurz, fast
kuglig, Kopf hinter den Augen nicht verlängert. Schildchen drei-
eckig: Minotaurus Muls. (Geotr. Typhoeus Lin.). 6) Zweites Füh-
lerglied verlängert, cylindrisch, Kopf hinterwärts verlängert, Schild-
chen quer: Chelotrupes , nov. subgen. (Geotr. Momus Fab.). -
b) Thorax bei beiden Geschlechtern gleich gebildet, unbewehrt. f)
Endzahn der männlichen Vorderschienen ausgerandet, Schildchen
quer, dreieckig, Flügeldecken kurz, verwachsen: Thorectes Muls.
tt) Endzahn der Vorderschienen einfach , Schildchen herzförmig,
kaum breiter als lang, Flügeldecken nicht verkürzt, frei: Phelo-
trupes, nov. subgen. (Geotr. orientalis Hopej. fff)- Endzahn der
Vorderschienen beim Männchen breit, schräg abgestutzt, innerhalb in
eine dünne Lamelle erweitert ; Flügeldecken frei. *) Mitteltarsen
bei beiden Geschlechtern normal gebildet: Cnemotrupes , subgen.
nov. (Geotr. Biackburnii Fab.). C) Mitteltarsen des Männchens sehr
kurz und dick: Onychotrapes, subgen. nov. (Geotr. splendidus
Fab.j. — B. "Die mittlere Lamelle der Fühlerkeule verkürzt und in
das ausgehöhlte erste Blatt aufgenommen, c) Augenleiste seitlich
stark entwickelt, vorn scharfwinklig : Canthotriipes, subgen. nov.
(Geotr. Düuei Gory). d) Augenleiste normal, abgerundet. *) End-
zahn der Vorderschienen einfach, Thorax an der Basis gerandet. rj)
Untere Querleiste der Vorderschienen winklig erhaben, gezähnt,
Hinterschenkel des Männchens unterhalb gezähnt, Hinterschienen
mit drei Leisten: Geotr np es sens. strict. (Geotr. stercorarius Lin.).
i9) Untere Querleiste der Vorderschienen nur gekerbt oder fein ge-
zähnelt, Hinterschenkel des Männchens unbewehrt, Hinterschienen
mit zwei Leisten: Änoplotr up es , subgen. nov. (Geotr. sylvati-
GUS Panz.). — **) Endzahn der männlichen Vorderschienen tief aus-
406 Gerstaecker: Bericlat üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
gerandet, Thorax an der Basis unterbrochen gerandet: Sterno-
trupes, subgen. nov. (Geotr. vernalis Lin.). — Nach dieser Grup-
pirung ^ht Verf. zu der Aufzähhmg der bekannten und zur Be-
schreibung der neuen Arten über; erstere werden in ihrer Synony-
mie erörtert, letztere sind folgende : Ceratojphyus Dauricus Ostsibi-
rien, Ceratotrupes fronticornis (Er.), Sturmii und MniszecMi Mexiko,
Thorectes Brullei (hemisphaericus BruU.), Morea und Algier, Anato-
licus Anatolien, rugosicolUs Portugal, sericeus Südfrankreich und
Spanien, nitidus Portugal, nigatulus Algier, Lusitanicus Portugal
semisericeus Algier, punctulatus Anatolien, Sardous (Er.), Sardinien,
reflexus (Chevr.) Algier, punctatissivius (Chevr.) Spanien, Escorialen-
sis und silphoides Spanien, Phelotrupes Henrici, Silheticiis, laevifrons
und amethystinics aus Ostindien, Japonicus und Deyrollei Mand-
schurei, Cnemotrupes conicollis, Lecontei und Haldemani aus 'Nord-
Amerika, Chevrolati Texas, Sallei Mexiko, Saundersii Peru?, viri-
diohscurus, rufoclavatus, sohrinus und herbeus aus Mexiko, Onyclio-
trupes Gihückii Haiti, StarTcii, semiopacus und Melsheimeri Nord-
Amerika, ovalipennis Haiti, Änoplotrupes Bdlyi Canada und similis
Nord-Amerika.
Ohne die vorstehende Monographie noch zu kennen, machte
Le Conte ein Jahr später (Proceed. entom. soc. of Philadelphia
1866. p. 381) Geotrupes (subgen. nov. Mycotrupes) retusics als n.
A. aus Nord-Amerika bekannt. Die neue Untergattung ist durch
matte, dicht granulirte Oberfläche, etwas erweiterte Mitteltarsen des
Männchens, breit ausgerandeten und in einen spitzen Fortsatz verlän-
gerten Endzahn der männlichen Vorderschienen u. s. w. ausgezeich-
net. Prothorax beim Männchen vor der Mitte abschüssig und der
Länge nach ausgehöhlt, Stirn mit einem kurzen Hörn bewehrt.
Lucas, Note sur deux varietes du Geotrupes vernalis (An-
nal. soc. entom. 4. ser. VI. p. 442) fand auf den Dünen von Lion-
sur-mer die gewöhnliche Form der genannten Geotrupes-Art, bei
Honfleur dagegen eine Varietät von schön stahlblauer^ Färbung mit
breitem, metallisch grünem Saum des Kopfes, Thorax und der Flü-
geldecken.
Aphodiidae. — v, Harold lieferte in einer 6. Folge sei-
ner »coprophagenLamellicornieri,« (Berl.Ent. Zeitschr. X. p. 92 — 127)
zunächst erneuete Charakteristiken von Aphod. suariusFald. und hepa-
ticus Roth , sodann eine Auseinandersetzung der zur Gruppe des
Aphod. sordidus Fab. u. s. w. gehörenden Arten. Unter letzteren wer-
den folgende als n. A. bekannt gemacht : Äph. splendidulus und m-
dens Cap, punctipennis (Steven i. lit.) Süd-Russland, lineellus Süd-
Afrika, Capensis {De}. Cat.) und hinodulusQ2c^, lepidulus Syrien, ornatu-
lus Klein- Asien. — Unter dem Gattungsnamen Cwe war pws Motsch.
beschreibt Verf. ferner einige durch fast ganz hornige Mandibeln,
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 407
kappenförmig gewölbten, rauh gekörnten Kopf und verdickte hin-
tere Beine mit löffelartig flachgedrückten Schiensporen charakteri-
sirte Arten, welche sich um Aphod. fimbriolatus Mannerh. gruppi-
ren: Cnemargus laevicollis Aegypten und ciirtulus (Motsch.) Süd-
Russland.
Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 447. pl. 18. fig. 5) machte
eine neue Gattung Antrisis bekannt, welche Ryparus Westw. zu-
nächst steht, aber von ihr sowohl wie von allen übrigen Aphodiinen-
Gattungen durch weit getrennte Hinterhüften abweicht. — Art : Antr.
Saundersii von Sarawak, 2V2 Lin.
Aphodhis latipunctus Gr edler (Käfer von Tyrol IL p. 470)
n. A. aus Tyrol^ Ammoecius frigidus Bris out (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. VI. p. 374) n. A. aus Spanien.
Trogida e. — Ref. (Beitrag z. Insektenf. von Zanzibar p. 49j
beschrieb Trox (Omorgus) haccatus als n. A. aus dem Innern
«, Zanzibars.
Lucanini. — Eine von Co quer el (Annal. soc. entom. de
France 4. ser. VI. p. 325 ff.) aufgestellte neue Gattung Amneidus
wird von Agnus Burm. durch weniger dicht punktirte Hautdecken,
von Figulus durch breiteren und mehr flachgedrückten Körper, von
beiden durch die Form der Vorderschienen des Männchens unter-
schieden. Letztere sind auffallend lang und zeigen eine stark
S-förmige Krümmung. — Art : Amn. Godefroyi von Isle Bourbon,
Taf. 7. fig. 1 abgebildet.
H. Deyrolle (Lucanides nouveaux, Annal. soc. entom. de
Belgique IX. p. 25—36. pl. 1 und 2) machte Odontölabis Duivenho-
dei n. A. von Celebes, Cladognathus Lorquinii ebendaher, Clad. vit-
tatus Philippinen, dentifer Ostindien, Cydommatus Kaupii Celebes,
Eurytrachelus Castelnaudii Bengalen, Aegus Phüipp>inensis , Aeg.
Ogivus und mnictus Malacca, gracüis Amboina bekannt.
Sn eilen van Vollenhoven, Sur quelques Lucanides du
museum d'histoire naturelle ä Leide (Tijdschr. voor Entomol. VIII.
p. 137 — 156. pl. 10 — 11). Verf. lässt einem systematischen Verzeich-
niss der im Leydener Museum vorhandenen Lucaninen, welches 155
Arten nachweist, Bemerkungen über einige unvollständig gekannte
und neue Species folgen : Lucanus sericans Vollenh. , Hexarthrius
rhinoceros Oliv., Cladognathus decipiens Barry, Eurytrachelus Alei-
des n. A. von Sumatra (mas et fem.) , Eurytr. bucephalus Perty,
eurycephalus Burm., Thorasoni Barry, Eurytr. rubrofemoratus Vol-
lenh. von Japan, Dorcus de Haanii Hope, Gnaphaloryx taurus Fab.,
Gnaphal. miles Vollenh. n. A. von Halraaheira.
Bat es (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 346 ff.) be-
schrieb Neolueanus Swinhoei (Parry) im Holzschnitt dargestellt,
408 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Aegus Formosae, Nigidius Parryi und Formosanus als n. A. von
Formosa.
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 380) Dorcus costatus als n. A. von Neu - York (ob D. paralle-
lus var. ?).
Buprestidae. Von Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. of
Philadelphia 1866. p. 383 ff.) vt'urden folgende neue Gattungen und
Arten aus Nord-Amerika bekannt gemacht : Acmaeodera am/plicollis
und decipiens Arizona, Agrilus Couesii Arizona und cuneus Texas.
— Xenorhipis nov. gen. , von gleicher Form und Skulptur wie
Anthaxia, aber von dieser sowohl wie von allen übrigen Bupresti-
den-Gattungen durch gekämmte Fühler abweichend und nach dem
Verf. der Repräsentant einer eigenen , zwischen Buprestiden und
Anthaxien stehenden Gruppe. — Art : Xen. Brendeli Illinois. —
— Dystaxia nov. gen., Körperform gedrungen, Flügeldecken
etwas breiter als der Thorax, parallel und fein gerandet, an der
Spitze nicht gesägt: Fussklauen mit einem breiten, aber nicht sehr
scharfen Zahn, der häutige Anhang des vierten Tarsengliedes tief
in zwei schmale Lappen gespalten, wi^ bei Schizopus LeC. — Art:
Dyst. Murrayi Californien.
Edw. Saunders, Catalogue of Buprestidae coUected by the
late Mr. Mouhot in Siam, with descriptions of new species (Transact.
entora. soc. of London 3. ser. V. p. 297—321. pl. 21). Verf. giebt
eine Aufzählung von 45 in Siam durch Mouhot aufgefundenen
Arten und eine Beschreibung der 33 darunter befindlichen neuen,
von denen die ausgezeichneteren gleichzeitig in schön colorirten
Abbildungen dargestellt werden: Sternocera aeqiiisignata, punctato-
foveata, ruficornis, Chrysocliroa nigicoUis, Saundersii, Ghrysodema au-
rostriata, Iridotaenia igniceps, Lmnpetis puncticollis, psilopteroides,
viridicuprea, affinis, Dicercomorpha ciipreomaculata. — Cardiaspis
nov. gen. , von Dicercomorpha durch grosses, herzförmiges Schild-
chen, kurzen, quer dreieckigen Prothorax, an der Basis sehr breite
Flügeldecken und besonders durch gekielten und beiderseits ausge-
zogenen, dadurch die Fühlergruben nach unten begrenzenden Cly-
peus unterschieden. — Art: Cord. Mouliotii. — Engycera nov.
gen.. vom Habitus der Melobasis-Arten, aber mit kleinen, entfernt
stehenden Augen, kleinen, oberhalb des Clypeus liegenden Fühler-
gruben u. s. w. — Drei Arten: Eng. rufimarginata, purpuriceps und
aenea. — Discoderes tricolor, Cryptodactyliis coeridem, Coraebus au-
rofasciatus, cupreomarginatus, denticollis, violaceipennis, Meliboeus
cupricollis, Agiilus ornativentris, longicollis, octonotahis, leucostictus,
aeneicolUs, aereus, coeruleicollis, viridicupreus, Trachys fasciuncidus.
— Oncomoea nov. gen., mit Pachyscelus Sol. zunächst verwandt,
aber durch langgestreckten Körper und stark gewölbte Flügeldecken
der Entomologie während der J. 1865—66. 409
unterschieden. Art : One. coerulea (nach W e s t w o od's Ansicht mögli-
cher Weise mit Galbella violacea des Orient. Cabinet identisch;
Verf. hält das Insekt W e s t w o o d's und L a co r d a i r es Ansicht ent-
gegen für eine wahre Buprestide).
de Marseul (Abeille II. p. 1—540) hat unter dem Titel:
»Monographie des Buprestides« eine systematische Beschreibung der
dem Mittelmeer - Gebiet eigenen Buprestiden geliefert, welcher er
eine Charakteristik der Familie im Allgemeinen, ihrer ersten Stände
so wie eine Uebersicht der bisherigen Systeme vorausschickt. Er
selbst nimmt für die 27 hier in Betracht kommenden Gattungen 8
Gruppen an: Julodides, Buprestides, Anthaxides, Sphenopterides, Chry-
sobothrides, Agrilides und Trachydes. Die erste derselben ist durch
die Gattungen Sternocera (1 Art) und Julodis (47 A.) vertreten; neue
Arten sind : Julodis cupreocaelata Armenien, ruginota Anatolien, li-
neigera Caucasus, Syrien, am])liata Armenien, luteogramma Syrien,
ramifera Persien, quadricostata Persien, Ärmeniaca Syrien, Persien. —
Die Buprestiden sens. strict. umfassen die Gattungen Steraspis (2 A.j,
Buprestis (7 A.), Capnodis (10 A.), Cyphosoma (4 A.) und Psiloptera
(12 A.). Neue Arten sind: Psiloptera Xerces Persien und Capnodis
semisuturalis Syrien. — Zu den Anthaxiden gehören Dicerca (10 A.),
Trachykele (nov. gen. 1 A.) , Poecilonota (9 A.) , Ancylochira
(17 A.), Eurythyrea (4A.), Melanophila (5 A.), Kisanthobia (nov.
gen. 1 A. : Anthaxia Ariasi Fairm.) und Anthaxia (51 A.). — Als
neu werden beschrieben: Dicerca scabida Persien, amphibia Bar-
naul, TrachyJcele Blondeli Libanon, Poecilonota gloriosa Syrien, An-
cylochira Araratica, Tarsensis und Ledereri Syrien, margaripicta
Algier, Anthaxia Kollari Mesopotamien, cupriventris Syrien, ardbs,
smaragdifrons Algier, stupida Berberei (? = angustipennis Klug),
Mulsanti (hilaris Muls.) Syrien, biimpressa Algier und Syrien, vere-
cunda Orient. — Die Polycestiden bestehen aus den Gattungen Polyce-
sta (1 A.), Ptosima (2 A.), Polyctesis (nov. gen. 1 A.) undAcmaeo-
dera (39 A.). Als neu werden beschrieben : Ptosima cyclops Türkei,
Polyctesis Bho'is Cypern, Acmaeodera guttifera Syrien, bijuga Cypern,
praecox Griechenland, Türkei und Vorder- Asien, cerasina Klein- Asien,
phiUstina Syrien, decorata Armenien. — Die Sphenopteriden be-
schränken sich auf die Gatt. Sphenoptera mit 71 A. ; darunter neu:
Sph. Mniszechii und Elamita Persien, lobicollis (Latr.) Syrien, encausta
Klein-Asien, Babel Türkei und Syrien, Gianda Caucasus, cunea Per-
sien , fissifrons Turcomanien, impressicollis (Fald.) Süd - Russland,
4-foveolata Syrien, demissa Caucasus, sulcata (Koll.) Kordofan, ca-
nescens (Motsch.) Süd-Paissland, subcylindrica (Sahlbg.) Sibirien, bi-
foveolata Algier, Tappesi Türkei und Syrien, puta Algier, Mesopota-
mica (Koll.) Syrien, aciculata Turcomanien, viridiflua Klein-Asien und
cylindricollis Algier. — Den Chrysobothriden (mit 1 Gatt, und 6 A.)
Archiv für Naturg. XXXII. Jahrg. 2. Bd. ßb
410 Gerstaecker: Bericlit üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
folgen die Agriliden: Coraebus 15 A., Agrilus 50 A., Cylindromorphus
6 A. Als neu werden beschrieben: Agni. 4-signatus (Mann.) und
impressicolUs (Mann.) Sibirien, hemiijhanes Südfrankreich, Turcicus
Türkei, Linderi Südfrankreich, croceivestis Kabylien, ziczag Süd-
Russland , ecarinatus Ostsibirien , asperrimus Italien , minusculus
Oesterreich, Cylindromorphus pyrethri (Becker) Sarepta. — Die letzte
Gruppe der Trachyden umfasst die Gattungen Janthe (nov. gen.
mit 1 A. : J. felix von Cypern), Trachys 9 A. {Tr. Hipponensis n. A.
Bona) und Aphanisticus 7 A. — Anhangsweise beschrieben: Sphe-
noptera Fairmairei n. A. Klein-Asien.
K ei che, Quelques remarques sur la monographie du genre
Anthaxia publice par M. deMarseul, dans l'Abeille 1865. p. 210 ff.
(Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 577 ff.). Die Bemerkun-
gen des Verf. 's betrefien die Nomenklatur, die Artrechte und die
geographische Verbreitung einer Anzahl von de Marseul beschrie-
bener Arten.
Schioedte (Danmarks Buprestes og Elateres p. 48 — 72.
Taf. 15) gab eine erneuete präcisere Charakteristik der in der Dä-
nischen Fauna repräsentirten Buprestiden -tjattungen und der drei
von ihm für dieselben angenommenen Gruppen der Anthaxiini, Bu-
prestini und Agrilini, begleitet von meisterhaft ausgeführten Abbil-
dungen der Mundtheile. Der nördlichen Lage und den Vegetations-
verhältnissen des Landes entsprechend, ist die Buprestiden-Fauna be-
reits sehr arm an Arten; sie beschränkt sich nach der Bearbeitung
des Verf.'s auf folgende: a) Anthaxiini: Chrysobothris 2 A., Mela-
nophila 2 A. , Anthaxia 1 A. b) Buprestini: Buprestis 1 A. (B.
moesta Fab.), Chalcophora 1 A., Ancylochira 4 A. (A. splendida,
rustica, punctata und flavomaculata). c) Agrilini: Agrilus 3 A.,
Trachys 2 A. und Aphanisticus 1 A.
Als neue Europäische Arten wurden beschrieben : Acmaeodera
Mimonti und Beichei Boieldieu (Annal. soc. entom. de France 4.
ser. V. p. 5. pl. 1. fig. 1 und 2) von Euboea, Sphenoptera Beckeri
Dohrn (Stett. Ent. Zeit. 1866. p. 249) von Astrachan, Sphenoptera
Pelleti Mulsant et Godart (Annal. Soc. Linneenne de Lyon XIII.
p. 87) aus der Krim.
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 24flf.)
machte Ancylochira flavoangulata als n. A. von Tanger. Polycesta
Cottyi, Sphenoptera Henonii und Agrilus sericellus als n. A. aus der
Berberei bekannt.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 174 ff.) Hälecia monticola,
Stigmodera hrevicoUis, Colohogaster erythrogonus, Chrysobothris auri-
fera, Brachys carho als n. A. non Bogota und gab eine nochmalige^
Charakteristik von Agrilus eupalamus Gory.
I
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 411
Cdlodema Johannae Snellen van Vollen lioven (Tijdsclir.
voor Entomol, YlII. p. 61 f. pl. 1. fig. 1) n, A. von Waigiou, Äncy-
loclüra onmia Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in
Vancouver Island p. 324) n. A. aus British Columbia, Agrilus pid-
cliellus Bland (Proceed. entom. soc. of Philadelphia IV. p. 382) n. A.
aus dem Colorado-Gebiet.
Bellier de la Chavignerie, Note sur les moeurs de
l'Acmaeodera ovis Chevr, (Annal, soc. entom. de France 4, ser. VI.
p. 125 f.) fand auf Elichrysum angustifolium meist nur Männchen,
an den Stengeln der Ferula communis dagegen fast ausschliesslich
Weibchen der Acmaeodera ovis. Er kam hierdurch auf die Ver-
muthung, dass letztere in die Stengel der Ferula ihre Eier ablegen
möchten, wie es auch in der That der Fall ist. Einerseits wurden
vom Verf. später Larven und Puppen in den Stengeln gefunden, an-
dererseits der Käfer mehrfach aus solchen erzogen.
Elateridae. Schioedte (Danmarks Buprestes og Elateres
p, 53 ff.) fasst die Elateriden im Sinne der neueren Autoren nur als
eine den Melasiden und Eucneraiden gleichwerthige ünterfamilie auf
und vereinigt alle drei zu einer besonders den Buprestiden gegen-
über fest abgeschlossenen und in sich homogenen Formengruppe
(Familie). Er theilt seine »Elateres« zunächst in zwei Hauptgrup-
pen: a) Mandibulae fimbriis carentes. Scrobiculi antennarii genis
impressi. Prosternum procursu labiali nullo. (Epimera mesothora-
cica coxas attingentia. Epipleurae elytrorum costa laterali obtusa.
Segmenta ventralia praeter terminale immobilia.) Tribus 1 : M e 1 a-
s i n i. Tribus 2: Eucnemidini. — b) Mandibulae fimbriatae.
Scrobiculi antennarii capitis nulli. Prosternum procursu labiali ma-
nifeste, ab epimeris incisura acuta utrinque discreto. — Tribus 3 :
Elaterini. — Die in Dänemark einheimischen Gattungen der Ela-
teriden gruppirt Verf. in folgender Weise : A. Segmenta ventralia
Cornea, praeter terminale immobilia. Scrobiculi femorales protho-
racis foris occlusi. Mesosternum apice bifidum. Oculi immersi. 1)
Epimera mesothoracica coxas non attingentia, a) Sulci antennarii
prothoracis nulli: Cardiophorus, Cryptohypnus. b) Sulci
antennarii prothoracis profundi, antennas curvatas excipientes: La-
con. 2j Epimera mesothoracica coxas attingentia. c) Sulci anten-
narii prothoracis profundi, antennas totas excipientes: Lissomus,
Adelocera. d) Sulci antennarii prothoracis brevissimi, obscuri
vel nulli. a) Unguiculi serrati : Melanotus, Adrastus. ß) Un-
guiculi inermes. f Tarsi pulvillis carentes: Elater (mit den Un-
tergattungen: Agriotes, Sericosomus, Ampedus, Ludius, Ischnodes,
Megapenthes, Pheletes, Hypolithus, Limonius und Diacanthus). —
tt Tarsi pulvillati: Athous. — B. Segmenta ventralia margine
laterali membranacea , mobilia. Scrobiculi femorales prothoracis
412 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
foris aperti. Mesosternum ai^ice acutum. Oculi exserti, Elytra
prothoraci superposita: Campylus. — Die Dänische Fauna zeigt
die einzelnen Gattungen folgendermassen vertreten : Cardiophorus 2,
Cryptohypnus 3, Lacon 1, Lissomus 1, Adelocera 1, Melanotus 3,
Adrastus 1, Elater 40, Athous 6 und Campylus 2 A.
Von E. Candeze's Monographie der Elateriden steht ein
fünfter (Supplement-) Band in Aussicht, in welchem der Verf. neben
einer Revision der bereits von ihm beschriebenen Gattungen und
Arten die zahlreichen ihm seit dem Schluss seiner Arbeit bekannt
gewordenen neuen zu publiciren gedenkt. Von letzteren, 165 an
Zahl und sämmtlichen von ihm aufgestellten Gruppen angehörig,
giebt er unter dem Titel: »Elaterides nou,veaux« in den Memoires
couronnes de l'acad. de Belgique XVII. 1865 vorläufige Diagnosen
nebst Notizen über ihr Verwandtschaftsverhältniss zu bereits be-
kannten.
L e C o n t e (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 389 ff.) beschrieb Adelocera pyrsolepis n. A. Neu -Mexiko, macu-
lata Philadelphia, Cryptohypnus gentilis Nebraska, Megapenthes an-
gularis Missouri, Änchastus bicolor Cap San Lucas, Melanotus gra-
dat'iis Maryland, opacicolUs Illinois, Limonius pectoralis Hudson-Bay,
Athous limhatus Californien, montanus Montana-Territory , Corym-
hites teres Californien, trapezium Texas, opaculus Oregon, moerens
Oregon. — Anamesus nov. gen., zur Gruppe der Plastocerini ge-
hörend, von Aplastus LeC. durch das an der Spitze bei beiden Ge-
schlechtern abgestutzte fünfte Abdominalsegment, welches das sechste
frei hervortreten lässt, unterschieden. — Art : An. convexicollis n. A.
Nevada. — Flastocerus frater n. A. Californien.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 180 ff.) Semiotus Candezei,
superhus, fusiformis, quadricollis, Anoplischius obscurus, Triplonychus
amdbüis als n. A. von Bogota und zugleich das bisher unbekannte
Weibchen von Octinodes capillatus Cand.
Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist inVancou-
ver Island p. 324 ff.) Adelocera vetusta, Athous quadrivittatus, Limo-
nius eonsimilis und Diacanthus semimetallicus als n. A. aus British
Columbia.
Bat es (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 348 ff.) La-
con Formosanus und setiger, Melanotus umher und Tamsuyensis, Si-
lesis mutabilis als u. A. von Formosa.
Bertoloni (Descrizione di due specie di Coleotteri Mossam-
bicesi etc., Memorie dell' accadem. di Bologna 2. ser. IV. p. 529 ff.)
beschrieb (p. 544 ff.) und bildete ab (fig. 1—3) Älaus funerarius
mas et fem. und marmoratus als n. A. von Inhambane. (Erstere
Art würde zur Gattung Euphemus Lap. zu bringen sein. Ref.)
der Entomologie während der J. 1865—66. 413
Fairmai re (Annal. sog. ent. de France 4. ser. VI. p. 260 ff.)
beschrieb Atlious acutangulus und Agriotes nuceus als n. A. aus
Klein-Asien.
Neue Europäische Arten sind: Äthous impressifrons Hampe
von Agram und cuneiformis Hampe aus Steyermark (Berl. Entom.
Zeitschr. X. p. 373), Atlious tibiellus Chevrolat (Rev. et Magas.
de Zool. 2. ser. XVII. p. 351) aus Spanien, Gorymhites Kiesenioetteri,
Athnus Reijnosae , nigricornis , lateralis, tenuis und elongatus Bri-
sout (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 375 ff.) aus Spa-
nien, Megapenthes divaricatus D eshro eher a des Loges (ebenda
4. ser. V. p. 208) aus Frankreich. Mit letzterer Art wird gleich-
zeitig Corymbites aeratus Muls. nach beiden Geschlechtern be-
schrieben.
Eacnemidae. Eine neue Gattung und einige neue Arten aus
Nord-Amerika wurden von Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc.
of Philadelphia 1866. p. 386 ff.) bekannt gemacht: Stethon nov.
gen., von Otho dadurch unterschieden, dass das dritte Fühlerglied
länger als das vierte ist, dass die Fühler weniger genähert und
nicht gekämmt sind, so wie durch die Hinterhüften, welche breit,
innen etwas erweitert und stumpf gewinkelt sind. — Art: Steth.
pectorosus Illinois. — Fornax basalis n. A. Californien, Microrhagus
rußolus Ohio, pectinatiis Pennsylvanien , Hypocoelus terminalis Ca-
nada, Nematodes Simplex Neu - York , Cerophytum convexicolle Ca-
lifornien.
Eine zweite neue Gattung Plesiofornax unterscheidet Bon-
vouloir (Annal, soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 320 ff.) von
Fornax durch die an ihrer Aussenseite nicht durch eine erhabene
Linie begrenzte Thoraxfurche. — Zwei Arten : Ples. Bonvouloiri Co-
querel und insularis Bonvouloir von Isle Bourbon.
Schioedte (Danraarks Buprestes og Elateres p. 54 ff.) ver-
einigt die Gattungen Melasis und Xylobius zu seiner Tribus : Me-
lasini, die Gattungen Eucnemis , Microrhagus und Throscus zur
Tribus: Eucnemidini. Beide werden in folgender Weise unterschie-
den: Melasini. Mandibulae basi tumidae, parte interna excavata,
condylo inferiore maximo , fovea articulari superiore amplissima.
Maxillae stipite palpigero distante, articuliformi, mala unica, tenui,
apice brevissime barbata. Lingua minuta , integra, obtusa, stipite
nullo. Palpi clavati, articulo ultimo magno, ovato. Prothorax sul-
cis antennariis nuUis : prosternum processu postico acute, mucrone
saltatorio valde discreto, sursum ascendente. — Eucnemidini.
Mandibulae introrsum carinatae. Maxillae malis binis, membrana-
ceis, breviter barbatis. Lingua lata, tenuis, membranacea, emarginata,
stipites palporum labialium non multum excedens, stipite evanido.
414 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Palpi securiformes. Mentum transversum, trapezoideum. Sulci an-
tennarii in epimera prothoracis plus minusve continuati, Proster-
num mucroae saltatorio sursum ascendente. — Von den erwähnten
Gattungen sind die vier ersten in Dänemark je durch eine, Thros-
cus durch zwei Arten vertreten.
Throscidae. — Bethe, lieber die in Deutschland bis jetzt
aufgefundenen Arten des Genus Throscus Latr. (Stett. Entom. Zeit.
1865. p. 234 — 2-S8) gab erneuete Diagnosen und vergleichende Be-
schreibungen von Throscus brevicollis, dermestoides, carinifrons,
elateroides und obtusus.
Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Appendix p. 30) beschrieb
Throscus latiusculus und elongatiilus als n. A. von den Canarischen
Inseln.
GebrionidaO. Fairmaire zählte (Annal. soc. entomol. de
France 4. ser. VI. p. 27— 44) 26 Nord - Afrikanische Cebrio - Arten
auf, welche sämmtlich von ihm beschrieben werden: Cebrio oUus-
angulus n. A. Constantine, melas n. A. Bona, barbarus Luc, rufipes
Chevr. , numida und longipennis n. A. Algier , abdominalis Lap,,
xantJiopus und patriielis n. A. Tanger, xanthoderes n. A. Medeah,
Guyonii Guer. , dimidiatus Luc, distinguendus, confusus und deci-
piens n. A. Algier, Gandolphei Guer., maculicollis Fairm., ruficollis
Fab., amplicollis n. A. Boghar, Lucasii und capitatus n. A. Algier,
Numidicus Luc, nigricans Luc, attenuatus Luc, insignitus Duv. und
marginipennis n. A. Tiaret.
Cebrio fossulatus P erris (ebenda 4. ser. V. p. 508) n. A. von
Corsika, nach beiden Geschlechtern beschrieben.
Mulsant und Rey beschrieben in ihrer Bearbeitung der
»Tribu des Fossipedes« (Annales soc d'agricult. de Lyon 3. ser. IX.
p. 338 — 355, avec 1 pl.) zwei in Frankreich einheimische und eine
dritte, gleichfalls bekannte Art der Gattung Cebrio.
Rhipiceridae. Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 445. pl. 19.
fig. 2) machte eine neue Gattung En nometes bekannt, welche sich
von Callirrhipis durch grössere Länge der einzelnen Fühlerglieder
und durch die Kürze des letzten Tarsengliedes, welches den vor-
hergehenden zusammengenommen an Länge nachsteht, unterscheidet.
— Art : Enn. Lacordairei von Queensland. •— Eine zweite neue Gat-
tung Psacus, welche nach der Hüft- und Klauenbildung (die After-
klauen fehlen) der gegenwärtigen Familie kaum angehören kann,
hat die Form und geringe Grösse eines Attagenus. Beim Männ-
chen ist das dritte Fühlerglied gross, stark erweitert, die fol-
genden kammstrahlig; beim Weibchen letztere nur kurz sägezahn-
artig erweitert. — Art: Psac. attagenoides aus Süd - Australien,
— 3 Lin. lang.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 415
Dascillidae. M u 1 s a n t und R e y (Tribu des Brevicolles, An-
nal. SOG. d'agricult. de Lyon IX. p. 356 — 461, avec 4 pl.) haben die
in Frankreich einheimischen Gattungen und Arten dieser Familie
beschrieben. Die »Tribu des Brevicolles« zerfällt nach ihnen in
zwei Gruppen: Dascillides und Eucinetides, erstere wieder in drei
»Familien« : Dascilliens (Dascillus 1 A.) , Cyphoniens (Elodes 3 A.,
Microcara 1 A., Cyphon 12 A,, Hydrocj^phon 2 A., Prionocyphon 1 A.)
und Eubriens (Eubria 2 A.). Die zweite Gruppe der Eucinetides
umfasst nur die Familie der Eucinetiens mit der Gattung Eucinetes
(1 A.). Als neue Französische Arten werden in der Arbeit beschrie-
ben: Gyplion Künckelii, sulcicollis , depressus und Hydrocyphon au-
stralis (Linder).
Helodes trüineatus Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2.
ser. XVII. p. 352) n. A. vom Escurial.
LeConte (New spec. of North - Americ. Coleopt. p. 87 f.)
machte Prionocyphon Umbatus, Helodes apicälis, explanata und ? hre-
vicoUis, Eucinetus oviformis und testaceus als n. A. aus Nord-Amerika
bekannt.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. i^. 186 &.) Ärtematopus ur-
hanus, caniceps, Guerinii, gracilipes, Ptüodactyla scrutata und cru-
ciata als n. A. von Bogota. Für letztere Art bringt Verf. eine neue
Gattung Hypselothorax in Vorschlag.
Frauenfeld (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien
1866. p. 969 f.) machte die Larve und Puppe von Cyphon variabilis
bekannt. Erstere ist beträchtlich länglicher und schmaler als dieje-
nige des Elodes pallidus und lebt in stehendem Wasser zwischen
Wasserlinsen. Zur Verwandlung verlässt sie das Wasser; der Kä-
fer entschlüpft der Puppe nach 11 bis 12 Tagen. (Larve und
Puppe sind im Holzschnitt abgebildet.)
Hampe (Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 374) stellte eine neue
Gattung Pseudodactylus auf, deren Art: Ps. cribratus (3 Lin.
laug, aus den Abruzzen stammend) einem Cerophytum elateroides
ähneln soll, sich aber durch vi ergiiedrige Tarsen auszeichnet. Verf.
giebt zwar von der Gattung eine Diagnose, vergleicht aber ihre
Charaktere nicht mit den ihr zunächst verwandten; er glaubt, dass
sie ihren natürlichen Platz bei der Familie der Da^scilliden einneh-
men werde.
Malacoderma. — Lampyridae. — Eine von Le Conte
(New species of North - Americ. Coleopt. p. 88) aufgestellte neue
Gattung Mi cropliotus stimmt mit Phausis in dem nicht gelappten
vierten Tarsengliede überein , unterscheidet sich aber durch ein
416 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Fühlerglied weniger und durch den Mangel der Leuchtflecke am
Thorax. — Art: Micr. dilatatus aus Nord- Amerika. — Ebendaher
Pleotomus pallens n. A.
Eine zweite neue Gattung, von Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr.
IX. p. 69 ff.) aufgestellt, ist Alychnus benannt, gehört in die
Verwandtschaft von Photinus, unterscheidet sich aber durch Fühler
von halber Körperlänge mit kurz kegelförmigem zweiten Gliede;
Flügeldecken kürzer als der weibliche Hinterleib, Flügel beim
Weibchen unvollkommen ausgebildet, viertes Tarsenglied tief zwei-
lappig, Fussklauen an der Basis mit starkem Zahne. — Art: AI.
xanthorhaphus von Bogota. — Neue Arten ebendaher sind: Lam-
procera Gastelnaui, Gladodes Solieri, Dryptehjtra calocera, Cratomor-
phus latus (fuscipennis Motsch. ?), discorufus, vittatus , pellucem,
Aspidosoma Blcmchardi, brevicolUs, hinotata, Flwturis gibhifera, di-
dyma, annulata, lurida, LeContei, seminigra, discoidalis und si-
gnifera.
Fairmaire fAnnal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p.44)
machte Lampyris öbtusa als n. A. von Tanger, (ebenda VI. p. 262)
Lmnpyris maculicolUs n. A. aus Klein-Asien (nebst Larve) und Lamp.
Berytensis aus Syrien bekannt.
Lycidae. — Zahlreiche neue Arten aus Bogota wurden von
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 50 ff.) beschrieben: Lycus La-
cordairei, Guerinii, Buqmtii, miles, thoracicus, Calopteron excellens,
fallax, conithorax, hasalis, variegatus, flavicauda, dichrous, palpalis,
U7iicölor, costatulus, gracilis, socius, jucundus, amoenus , suavis, rete,
nubüosus, mesomelas, delicatus, hicuspis, acroxanthus, laetus, gratus,
illitus, xanthurus, scutellaris, bellus, piisülus, dictyon, pleioxanthus,
xanthomelas , pleiomelas , sinuatus , excisus , Eros Bogotensis und
phoenicurus. — Cladocerus nov. gen., von Caenia Newra. durch
hervorstehende, sichelförmige Mandibeln und durch die Tarsen, an
welchen Glied 1. bis 3. cylindrisch, das 4. tief zweilappig ist, un-
terschieden. — Art: Clad. aplcalis.
Telephoridae. — Derselbe (ebenda p. 78 ff.) machte
eine neue Gattung Tr achelychnus, durch Leuchtorgane auf der
Unterseite des Halsschildes, breiten Kopf, kleine, weit auseinander-
stehende Augen, vom 3ten Gliede an gesägte Fühler, beilförmiges
Endglied der Kiefer- und trapezoidales der Lippentaster charakte-
risirt. — Art : Trach. docens. — Ferner als n. A. ebendaher : Gliau-
liognathus thermophüus, brunnipennis, Blcmchardi, Telepliorus ancho-
rifer, hieroghjphtcus, Bogotensis, nudipennis, MaerJcelii, Suffriani und
Columbicus, Silis foveolata, Polemius bremcornis, venustus, melamtrus,
nobilis, Malthesis (Gattung näher charakterisirt) lioidus, sutitralis,
stenopteroides und lepturoides.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 417
Le Conte (New species of North- Americ. Coleopt. p. 89 ff.)
Chauliognatlms opacus, Omethes marginatus, Podahrus Fayi, proten-
sus, cmctipenyiis, Teleplioriis scopus und Oregonus, Malthodes fuligi-
nosus und spado als n. A. aus Nord- Amerika. — Ferner (Proceed.
acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866. p. 394) Podabrus Pattoni
ebendaher.
Kiesenwetter (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 246 ff.) Cantharis
instabilis, Seidlitzii, Fraiikiana, patricia, querceti, oliveti, Malthinus
stigmatias, ohscitripes , vitelUmis , longicornis, diffusus, cincticolUs,
Malthodes genistae, berheridis, cruciferariim, rosmarini, stylifer und
arbustorum als n. A, aus Spanien.
Telephorus Teinturieri Mulsant et Godart (Annal. soc.
Linneenne de Lyon XII. p. 447) n. A. aus Algier, Bhagonyeha Sco-
poli Gr edler (Käfer von Tyrol II. p. 245) n. A. aus Tyrol, Mal-
thinus nigrinus Schaufuss (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVIII.
p. 180) n. A. aus Dalmatien.
Drilidae. — Eine neue Gattung Paradrilus wird von
Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 244) durch einfache,
sichelförmige, an der Basis winklig erweiterte Oberkiefer, eine ein-
zelne Maxillarlade und zweigliedrige Lippentaster unterschieden. —
Art: Par. opacus aus Spanien.
Melyridae. — Le Conte, Revision of theDasytini of the
United States (Proceed. acad. nat. scienc. of Philad. 1866. p. 349 — 361)-
~ Seit der im J. 1852 veröffentlichten Arbeit des Verf.'s über diese
Gruppe hat sich die Zahl der Arten beträchtlich vermehrt und eine
neue Classification derselben nöthig gemacht. Verf. vertheilt dieselben
gegenwärtig unter sieben Gattungen, welche er folgendermassen un-
terscheidet: A. Erstes Tarsenglied nicht kürzer als das zweite:
a) Vorderschienen aussen mit einer Reihe von Dornen: Pristo-
scelis nov. gen. b) Vorderschienen ohne Dornen: «) Afterklauen
gleich, fast so lang wie die Klauen, grösstentheils verwachsen: Li-
strus Motsch. ß) Afterklauen verwachsen, die eine länger als die
andere: DoUchosoma. y) Eine Afterklaue lang, verwachsen, die an-
dere zahnförmig: Allonyx nov. gen. ^) Beide Afterklauen kurz,
verwachsen, meist zahnförmig: Dasytes. €) Afterklauen lang, gleich,
an der Basis frei: Es chatocrepis nov. gen. — B. Erstes Tarsen-
glied kürzer als das zweite: Melyris. — Die einzelnen Gattungen
sind folgendermassen repräsentirt : Pristoscelis 28 A., in drei Unter-
gattungen vertheilt ; neu sind : Pr. {Trichochrous Motsch.) Orego-
nensis, atricornis Arizona, convergens Arizona, umbrat us Califomien,
{Emmenotarsics Motsch.) breinpilosus, hirtellus und Tejonicus Cali-
fomien, crtiralis Oregon, pimctipennis, grandiceps und pedalis Cali-
fomien, Texanus, serricollis Neu-Mexiko, serrulatus Arizona. 2) Li-
418 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
strus 8 A., neu : L. Motschulskyi (canescens LeC. antea), interruptus
Nebraska. 3) Dolichosoma 2 A. 4) Allonyx 2 A., neu: All. plum-
heus Colorado. 5) Dasytes 5 A., neu: Das. Imdsonicus, seminudus
Californien. 6) Eschatocrepis 1 A. 7) Melyris 2 A.
Derselbe (New species of North - Americ. Coleopt. p. 94)
beschrieb Collops limhatus, insulatus und Ättalus Immeralis als n. A.
aus Nord-Amerika.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 88 ff.) unterscheidet eine
neue Gattung Cryptotars us , von Brachidia Sol. durch fadenför-
mige Taster mit fast gleich langen Gliedern und durch die Tarsen,
deren 1. Glied einfach, das kleine 2. und das grosse 3. zweilappig,
das sehr kleine 4. im 3. verborgen ist. — Art: Crypt. tropicus. —
Haplamauriis (nov. gen., zwischen Haplocnemus und Amauronia
stehend) Kiesenwetteri und andicola , Ärthrobraclius (subgen. nov.
Meter acrius) flavomaculatus, signatus, vittatus und decoratus n. A.
von Bogota.
Eine mit Charopus und Collops zunächst verwandte neue
Gattung Intyhia machte Pascoe (Journ. of Entomol. II. p. 448.
pl. 18. fig. 6) bekannt. — Art: Int. guttata von Batchian.
Von Perris (Annal. soc. ent. de France 4. ser. VI. p. 186 ff.)
wird eine sich von Dasytes durch aussen gedornte und gewimperte
Schienen unterscheidende neue Gattung unter dem Namen Acan-
thocnemus (von Signoret ein Jahr früher bei den Hemipteren
vergeben!) beschrieben, — Art: Äc. ciliatus aus Corsika, 5 Mill.
lang. — Ferner: Ätelestus Peragallonis n. A. von Nizza.
Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 266 ff.) machte
Malachius curticornis, Äxinotarsus tristiculus, Ättalus pectinatus,
anticus, graciUs, Ebaeus mendax, Hypehaeus posticus, pius, Charo-
pus hamifer, multicaudis und glaher als n. A. aus Spanien bekannt,
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVIII. p. 102) Mala-
chius lippus als n. A. von Valladolid, Puton (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. V. p. 131) Malachius Barnevülei als n. A. aus den
Basses- Alpes , Miller (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XVI.
p. 818) Haplocnemus Corcyricus als n. A, aus Corfu.
Giraud (Annal. soc. ent. de France 4. ser. VI. p. 496 ff.) beschrieb
die Larve des Malachius bipustulatus Fab., welche er in den trocke-
nen Zweigen von Kubus fruticosus antraf. Den Dasytes coeruleus
Fab. erzog Verf. aus einer durch Diastrophus rubi erzeugten Sten-
gelgalle derselben Pflanze und vermuthet daraus, dass die carnivore
Dasytes-Larve diejenige der Gallwespe verzehrt habe.
Nach Grenier (Bullet, soc. entom. 1865. p, 10) ist Apalo-
chrus tricolor Kies, = Apal. flavolimbatus Muls. und wurde von
Aube bei Beziers gefunden.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 419
Byturidae. — Kiesenwetter (Berl. Ent. Zeitschr. IX.
p. 357) versucht nochmals , seiner Ansicht von der Nitidularien-
Schaft der Gattung Byturus Geltung zu verschaffen, einerseits durch
wiederholte Citirung verschiedener Autoritäten, wie Lacordaire,
Murray, Le Conte u. A. (von denen kein einziger jemals auf
die Idee gekommen , Byturus unter die Nitidularien stellen zu
wollen und daher begreiflicher Weise auch nicht die eventuellen Un-
terschiede in der Beinbildung beider besprochen hat), andererseits
durch Beibringung weiterer, wenn auch nicht neuer Argumente.
Das Flügelgeäder lässt Verf. jetzt wohlweislich aus dem Spiele, viel-
leicht weil die Logik, in welche er mit demselben gerathen ist, ihm
selbst etwas bedenklich vorkommt. Dagegen muss die Tarsenbildung,
an welche er sich jetzt vorzugsweise als an den letzten Rettungsanker
anzuklammern scheint, nochmals herhalten. An dieser, bildet er
sich ein, hätte Ref. die Erweiterung der drei ersten und die Ver-
kümmerung des vierten Gliedes als eine zwischen Byturus und den
Nitidularien bestehende wesentliche Uebereinstimmung übersehen.
Das ist nun zwar, wie sich bei der jedem Käfersammler hinreichend
bekannten Tarsenbildung beider Formen wohl von selbst versteht,
nicht der Fall ; dagegen konnte Ref. sich nicht wohl vorstellen, dass
ein auf dem Niveau der Wissenschaft zu stehen beanspruchender
Entomologe, selbst wenn er sich speziell nur mit Europäischen Kä-
fern beschäftigt, der sogenannten cryptopentamerischen Tarsenbildung
— abgesehen von den gleich zu erwähnenden wesentlichen Unter-
schieden bei Byturus - eine für die Entscheidung systematischer
Fragen nur irgendwie in Betracht kommende Wichtigkeit beilegen
würde, da er doch, wie Ref. voraussetzen zu dürfen glaubte, wissen
müsste, dass diese Verbreiterung der drei ersten und die Verküm-
merung des vierten Gliedes den Nitidularien nicht ausschliesslich
zukommt, sondern, abgesehen von der grossen Gruppe der Ceram-
byciden, Curculionen, Chrysomelinen u, s. w. häufig innerhalb solcher
Familien (nach Gruppen oder Gattungen) wiederkehrt, deren Mit-
glieder der Mehrzahl nach eine regulär pentamerische Fussbildung
haben (Ptilodactylinen unter den Dascilliden , Brithycera Er. und
viele andere). Selbst wenn die Tarsenbildung von Byturus mit
derjenigen der Nitidularien übereinstimmte, was durchaus nicht der
Fall ist, so würde die Beibringung dieses Arguments doch höchstens
einen der Sache selbst ganz Unkundigen überzeugen können und
für solche scheinen dem Ref. solche Auseinandersetzungen minde-
stens sehr überflüssig. Nun sind aber bei allen Nitidularien die
drei ersten Glieder unterhalb dicht mit Borsten besetzt, während
bei Byturus nur am zweiten und dritten Gliede sich — keine
Beborstung — sondern je ein häutiger Fusslappen vorfindet, eine
Bildung, welche sich bei der Untersuchung im frischen Zustande
420 Ger staecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
zwar als sehr übereinstimmend mit den entsprechenden Tarsenlap-
pen verschiedener Elateren-Gattungen, Dascillus u. a. ergiebt, aber
derjenigen der Nitidularien-Tarsen vollständig fern steht. In Rück-
sicht hierauf glaubte Ref. sich vollständig zu dem Ausspruch be-
rechtigt, dass die Uebereinstimmung in der Tarsenbildung bei den
beiden in Frage stehenden Formen sich auf die Zahl der Glieder
beschränke, deren sonstige wesentliche Bildungsunterschiede selbst
dem Anfänger sofort einleuchten muss. — Ebenfalls auf das Urtheil
Unkundiger zu influenciren berechnet, jedoch nicht ohne Geschick
zusammengestellt ist der Passus, welchen der Verf. der Systematik
Latreille's widmet, indem er hier bei Verschweigung des Sach-
verhalts die Namen dieses Autors geradezu missbraucht. Mit sol-
chen Mitteln versucht er des Ref. Angabe zu widerlegen, dass La-
treille die Gattung Byturus zunächst der heutigen Brachypteri-
nen-Gruppe placirt habe. Wie begründet letztere ist, wird derjenige
wohl nicht leicht verkennen können , der ein aus früherer Zeit
datirendes System seinem Sinne nach zu beurtheilen fähig ist, was
bei dem Verf. nicht der Fall zu sein scheint. Die Latreill e'sche
Stirps 2. Nitidulariae (Gen. Crust. et Insect. II. p. 8 — 22) lässt sich
ihrem Inhalt nach (Peltiden, Colobicus, Nitidularien, Brachypterinen,
Byturus, Telmatophilus, Dacne, Engis und Cryptophagus) nicht als
eine Familie im modernen Sinne ansehen , obwohl sie bei L a-
treille nur innerhalb einer solchen (Necrophagi) eine Gruppe bil-
det; sie ist ein Gemisch heterogener Formen. Die ihm zunächst
verwandt scheinenden Gattungen, welche nach der heutigen An-
schauung jedoch Gruppen verschiedener Gattungen repräsentiren,
bringt Latreille nun in besondere ünterabtheilungen und eine
dieser (Nitidulari ae propriae) begreift Nitidula, Cercus und Byturus
in sich. Um den systematischen Rang dieser drei Gattungen richtig
zu beurtheilen, muss erwähnt werden, dass erstere die heutigen Ips,
Nitidula, Meligethes u. s. w. , die zweite Brachypterus und Cercus,
die dritte Byturus und Telmatophilus in sich begreift, dass sie also
1) den Nitidularien im engeren Sinne, 2) den Brachypteriden Erich-
son's und 3) den Telmatophiliden Duval's entsprechen. ' Seine
Gattung Nitidula setzt nun Latreille zu den beiden folgenden da-
durch in einen Gegensatz, dass er ersterer den »Maxillae processus
unicus,« letzteren beiden dagegen den »Maxillae processus duplex«
zuschreibt, wie es sich auch in der That verhält. Nun hatErich-
son bekanntlich die LatreiUe'sche Gattung Byturus in Rück-
sicht auf ihre vollständige Verschiedenheit aus der Familie der Ni-
tidularien ganz ausgeschieden (selbstverständlich auf Grund sehr
sorgfältiger Untersuchung), dagegen hat er auf die unter Cercus Latr.
vereinigten Formen die Gruppe Brachypterini (Cateretes Germ.
Zeitschr.) begründet, welche durch die doppelte Maxillarlade allen
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 421
anderen Nitidularien gegenüber steht. Dass sonach Latreille die
Gattung Byturus hinter die heutige Gruppe der [Brachypterinen
(auf Grund der gleichen Maxillarladen-Zahl) gestellt, sie dagegen"
nicht unmittelbar unter die durch eine einzige Maxillarlade kennt-
lichen Nitidularien im engeren Sinne gebracht hat, kann nur der-
jenige bestreiten, der klar darliegende Thatsachen absichtlich nicht
erkennen will. Ebenso kann nur Jemand die mit zwei Maxillarla-
den und mit Melyriden-Flügeln versehene Gattung Byturus mitten
unter die durch ^ ine einzelne Maxillarlade ausgezeichneten Ni-
tidularien - Formen versetzen wollen, der entweder die bisherige
Systematik der letzteren Familie gänzlich ignorirt oder sich in Pa-
radoxien gefällt. — Dies zur Beurtheilung der Dreistigkeit und der
Mittel, mit welchen Hr. K. dem entomologischen Publikum gegen-
über seine systematischen Fehlgriffe zu rechtfertigen und sich wo
möglich als unfehlbar hinzustellen versucht; bekanntlich steht die
Anmaassung gewöhnlich in gleichem Verhältniss mit der Enge des
Gesichtskreises eines Autors.
Cleridae. Neue Arten: Cymatodera fascifera, püosella, Clerus
tcmtülus, Hydnocera siibfasciata, pedalis und Schustert, Cregya mixta,
EnopUum scabripenne , Lehasiella jantliina und nigripennis, Larico-
bius rubidus Le Conte (New species of North- Americ. Coleopt.
p. 95 ff.) aus Nord- Amerika, Clerus sobrius Walker (Appendix zu
K. Lord's The naturalist in Vancouver Island p. 326) , Priocera
femoralis Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 93) aus Bogota (zu-
gleich wird Platynoptera lycoides Spin, in ihren sexuellen Unter-
schieden erörtert) und Tilliis flabellicornis Fairmaire (Annal. soc.
entom. de France 4. ser. VI. p. 22) aus der Berberei.
Xylophila. L e Conte, Prodromus of a monograph of the
species of the tribe Anobiini , of the family Ptinidae, inhabiting
North-America, (Proceed. acad. nat.^ scienc. of Philadelphia 1865.
p. 222 — 244). Eine sehr inhaltreiche Abhandlung, welche für die
Artenkenntniss der Familie ebenso wichtig ist wie für die Nomen-
klatur vieler durch Thomson, Le Conte, Mulsant und R e y,
Chevrolat u. A. fast gleichzeitig aufgestellter Gattungen, deren
Sichtung sich der Verf. zur Aufgabe gemacht hat. Verf. theilt die
Gruppe der Anobiinen zunächst in zwei Untergruppen und jede der
letzteren in zweiTribus: A, Kopf in der Ruhe auf der unteren Fläche
des Prothorax liegend: Anobia. a) Prothorax unterhalb nicht
ausgehöhlt , Kopf frei : D r y o p h i 1 i. b) Prothorax unterhalb zur
Aufnahme des Kopfes ausgehöhlt : Anobia. — B. Mandibeln in
der Ruhe gegen das Mesosternum gelehnt: Xyletini. c) Kopf zur
Aufnahme der Fühler unterhalb ausgehöhlt: Xyletini. d) Fühler
zwischen die Hüften geschlagen: Dorcatomata. — Die Gruppe
der Dryophili umfasst 3 Gattungen: 1) Ernobius Thoms. (Liozoum
422 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Muls., Dryophilus und Philoxylon LeC, Conophoribium Chevr.) 7 A.,
darunter neu : Em. dehilis Californien, granulatus Florida, maryini-
collis Oregon und tenuicornis Pennsylvanien. 2) Ozognathus LeC.
2 A., 0. misellus n. A. Californien. 3) Xestobium Motsch. 1 A. —
Die Gruppe der Anobia umfasst 12 Gattungen : 4) Oligomerus Eedt.
3 A. (0. obtusus und alternans n. A.). 5) Sitodrepa Thoms. (Ano-
bium LeC, Artobium Muls.) 1 A. 6) Ctenohium nov. gen., von
den beiden vorhergehenden durch die zwischen die entfernt stehen-
den Hüften eingeschlagenen Fühler, von den fokrenden Gattungen
durch die leicht gekämmten Fühler unterschieden^ 1 A. : Ct. anten-
natum Virginia. 7) Ptinodes LeC. 1 A. 8) Trichodesma LeC. 1 A.
9) Nicobium LeC. (Neobium Muls.) 1 A. 10) Hadrobregmus Thoms.
(Hemicoelus LeC, Cacotemnus LeC, Anobium Muls.) 6 A., neu:
Hadr. linearis Hudson-Bay und pumilus Neu- Jersey. 11) Anobium
Fab. (Coelostethus LeC.) 2 A. 12) Trypopitys Redt. 2 A. 13) Pe-
talium LeC 1 A. 14) Theca Muls. 1 A. : Th. profunda Pennsylva-
nien. 15) Eupactus Lee, von der vorhergehenden Gattung durch
ausgerandetes Metasternum und den Mangel einer Grube auf den
Epipleuren unterschieden. — Drei Arten: Eup. nitidus, punctulatus
und pudicus (Anob. pudicum Bohem. ?). — Die Gruppe der Xyletini
enthält 5 Gattungen: 16) Xyletinus Latr. 4 A., darunter neu: Xyl.
mucoreus, fueatus und pallidus. 17) Lasioderma Steph. 2 A. {L.
dermestinum n. A. Cap San Lucas). 18) Catorama Guer. 1 A.: C.
Simplex n.A. Kentucky. 19) Hemiptychus LeC. 7 A. (z. B. Dor-
catoma grave und pusillum LeC), neu: Hem. punctatus, horealis,
ventralis, ohsoletus und nigritulus. 20) Pro theca LeC, mit Hemi-
ptychus in dem ausgehöhlten ersten Bauchringe übereinstimmend,
aber durch die in der Mitte grubigen Epipleuren unterschieden. —
Zwei neue Arten: Proth. puberula und hispida. — Die Gruppe der
Dorcatomata beschränkt sich auf zwei Gattungen: Dorcatoma Hbst.
2 n. A. : D. setulosum und iyicomptum. 22) Coenocara Thoms. (Ty-
listus LeC , Enneatoma Muls.) 2 A. : C oculata Say (= Tylistus
similis LeC.) und G. scymnoides n. A. Vermont.
F. Morawitz, Notiz über die Russischen Xyletininae (Hör.
soc. entom. Rossic. H. p. 161 — 165) zählte 14 bisher in Russland
beobachtete Arten aus den Gattungen Ptilinus, Brachytrachelus,
Xyletinus, Xeronthobius (nov. gen., auf X. pallens Germ, be-
gründet, von Xyletinus durch fadenförmige Taster, lineare Hinter-
hüften und mehr verlängerte Flügeldecken abweichend) Pseudochina
und Mesocoelopus auf.
Mulsant und Rey haben (Annal. soc. Linn. de Lyon XH.
p. 1 — 284. c. tab. 10) die »Tribu des Terediles« nach den in Frank-
reich einheimischen Arten zu bearbeiten fortgefahren. Die beiden
Verf. vereinigen unter diesem Namen die mit Anobium, Xyletinus
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 423
und Dorcatoma zunächst verwandten Formen, welche nach ihnen
zwei besonderen Familien: Anobiens und Dorcatomiens angehören.
Erstere zerfallt in die beiden Brauches der Anobiaires (welche im
10 Bde. derselben Zeitschrifi, schon einmal beschrieben worden sind)
und der Xyletinaires mit den Gattungen Ptilinus , Ochina, Trypo-
pitys, Metholcus, Calypterus (nov. gen., für Ptilin. bucephalus
lllig.), Xyletinus und Pseudochina; letztere (Dorcatomiens) in die
Brauches der Mesocoelopaires mit den Gattungen Mesothes (nov
gen., für Xylet. ferrugineus Muls.) und Mesocoelopus und der Dor-
catomaires mit den Gattungen Theca, Dorcatoma, Enneatoma
(nov. gen., für Dorcat. subalpina Bon. und affinis) und Ämhly-
toma (nov. gen., für Dorcat. rubens). Neue Arten werden in ver-
schiedenen Gattungen beschrieben, u. a. auch die ausländische, aber
in Frankreich naturalisirte Dorcatoma externa.
Le Conte (New species of North-Americ. Coleopt. p. 100 ff.
beschrieb Trigonogenius farctus, Sinoxylon quadrispmosum, Bostrichus
armiger und trimcaticollis, Ampliicerus fortis, Dinoderus porcatus,
crihratus und densiis, Polgcaon pubescens, punctatus und confertus,
Lyctus opaculus, cavicollis und planicoUis, Trogoxylon punctatum
und Sphindus Americanus als n. A. aus Nord-Amerika.
W 0 1 1 a s t o n (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 32 ff.) Cacopus
pedatus, Spliaericus ambigims und marmoratus, Xyletinus flavicoUis,
Anohium impressum, lyctoides und oculatum, Xylopertha ficicola und
Cis cucullatus als n. A. von den Canarischen Inseln.
Marseul (Abeille III. p. XXXIV) Apate Zickeli und Reichei
als u. A. aus Algier.
Atractocerus Valdivianus Philippi (Stett. Ent. Zeit. 1866.
p. 113. Taf. 2. fig. 4) n. A. aus Chile, Ptinus cisti Chevrolat (Rev.
et Magas. de Zooi. XVII. p. 352) n. A. Escurial und Ptinus timidus
Brisout (Annal. soc. entom. de France 4. sei*. VI. p. 382) n. A. aus
Spanien.
Melasoma. Pascoe (Journal of Entomol. II. p. 449 ff. pl. 18
und 19) machte eine grössere Reihe neuer Gattungen und Arten ver-
schiedener Länder bekannt: Adesmia eburnea n. A. N'Gami. — Dys-
archus nov. gen., aus der Asidinen - Gruppe, mit Vorderschienen
wie bei Anomalipus und jederseits unterhalb dicht gewimperten
Tarsen. — Art: Dys. Odewalmii Süd- Australien. — Emeax nov.
gen., aus der Scaurinen-Gruppe. — Art: Em. sculpturatus Neu-Süd-
Wales. — Ossiporis nov. gen., aus der Moluris-Gruppe, mit
Phligra verwandt, durch einen über die Augen stark hervortretenden
Orbitalrand ausgezeichnet. — Art: Oss. terrena Pt. Natal. — Ono-
sterrhus nov. gen., aus der Pediniden-Gruppe, vom Habitus des
Heliopathes lusitanicus ; von Pedinus durch nicht getheilte Augen un-
424 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
terschieden. — Art. On. kms West-Australien. — Idisia nov. gen.,
vom Verf. mit Zweifel den Opatrinen beigezählt, von denen sie we-
nigstens habituell sehr abweicht. — Art: Id. ornata Mandschurei.
— Nyctohates Orcus West - Australien , feronioides Neu -Süd -Wales,
Toxicum pmictipenne und hrevicorne Australien , TJloma depressa
Queensland, Dechius (nov. gen. , von Tenebrio durch bedeckte
Oberlippe unterschieden) apJiodioides Queensland, Scymena (nov.
gen., von Phaleria in dem tief viereckig ausgeschnittenen Clypeus
abweichend) variahilis AusiroMen, Ecripsis (nov. gen., von Ammo-
bius durch beilförmige Kiefertaster und längere Fühler unterschie-
den) iJW&eö'cewsVandiemensland, Isarida (nov. gen., von Ammobius
durch bedeckte Augen, an der Basis gelappten Prothorax, lineare
und gewimperte hintere Schienenpaare u. s. w. unterschieden) testa-
cea Ostindien, Hyocis (nov. gen., aus der Trachyscelinen-Gruppe)
BakewelliiN'iciovin., Ozolais (nov. gen., aus der Bolitophagus-Gruppe)
scruposa Ega, Ilyxerus (nov. gen., derselben Gruppe angehörend)
asper Neu-Süd-Wales, Byrsax Macleayi und egenus Australien, Ce-
ropria peregrina Queensland, Emypsara (nov. gen., aus der Tra-
chyscelis-Gruppe) Adamsii und flexuosa Mandschurei , Pterohelaeus
prumosus, agonus, servus, memnonius, hullatus, Helaeus consularis,
monüiferus , castor , falcatus, Sympetes (nov. gen., von Helaeus
durch bedeckte Oberlippe , freien Kopf und nicht hervorgezogene
Prothorax-Winkel unterschieden) Macleayi, Saragus magister, asidoi-
des, Duboulaii, exulans, infelix, Odewahnii, Ospidus (nov. gen., mit
Cilibe verwandt) clirysomeloides, CossypJius Odewalmii, sämratlich aus
Australien. Eutelus ovatus Pt. Natal, Cyrtotyche (nov. gen., von
Eutelus durch längere Beine, dünne und gekrümmte Schienen u. s. w.
unterschieden) Satanas Port Natal, ßyzacnus (nov. gen., gleich-
falls mit Eutelus verwandt) picticolUs Port Natal, Oremasis nov.
gen., für Adelium cupreum Gray errichtet, Lygestira (nov. gen.,
für Prophanes simplex Westw.) funerea Süd-Australien. — Der Cno-
dalinen-Gruppe gehören als n. Gatt, an: Cholipus (nov. gen.) hre-
mcornis Java und punctipennis Queensland, Hemicyclus punctulatus
Süd-Australien, Platyphanes cyanens Nord- Australien, E ucyrtus
nov. gen.) pretiosus (Dej. Cat.), G auromaia (nov. gen.) dives Ma-
lacca, Phaedis (nov. gen.) elysius Sarawak, Elixota (nov. gen.)
cuprea Nord-China, Nantes (nov. gen.) fervidus Mexiko. — Der
Helopier-Gruppe : Arcothymus (nov. gen.) coenosus Australien,
Mimopeus (nov. gen.) amaroides Australien, Gnesis (nov. gen.)
helopioides Mandschurei, Atryphodes Macleayi, egerius, errans und
aratus Australien, Adelium augurale, succisum, vicarium , ohesum,
auratum, striatum, latum, congestum aus Australien, Otrintus nov.
gen. (Prosodes Behrii Germ.), Coriper a nov. gen. (Adel, deplana-
tum Boisd.), Pheloneis nov. gen. (Adelium harpaloides White),
der Entomologie während der J. 1865-66. 425
Seir otrana nov. gen. (Adel, catenulatum Boisd.), Cymheha (nov.
gen.) dissimüis Australien. — Alymon (nov. gen., mit Opiocheirus
Lacord. verwandt) prolatus Pt. Natal, Amarygmus nigritarsis, con-
vexus, tarsalis Neu-Holland, Dietysus (nov. gen., aus der Ama-
rygmus - Gruppe) confiisus Java , Splieniscus cyaneus Amazonien,
Sinopiuw nov. gen. (für Strongylium variabile Walker), Aegeo-
noma nov. gen. (Nosoderma diabolicnm LeC.) , Zygas nov. gen.
(Eurychora cimicoides Quensel). — Zur Cisteliden-Gruppe : Othe-
lecta (nov. gen.) torrida N'Gami, Met ist et e nov. gen. (für Tany-
chilus gibbicollis Newm.), Homotrysis nov. gen. (für Allecula
tristis Germ, und microderes n. A.), Hybrenia (nov. gen.) insu-
laris und vittata Nord-Australien, Chromomaea (nov. gen.) picta
Queensland.
Von Kirsch (Berl. Entom. Zeitschr. X. p, 189 ff.) wurden als
neue Arten und Gattungen aus Bogota aufgestellt: Epitragus auru-
lentus , Nosoderma furcatum, Asida tropica, Peneta obtusicornis,
Antimaclms triangidifer. — Pteroctenus nov. gen., mit Cataphronetis
Luc. zunächst verwandt , Fühler schlanker , mit mehr gestreckten
Mittelgliedern, Tarsenglieder dünner und länger) pexus, Taphro-
soma (nov. gen., von Iphthimus durch ebenes, beiderseits einge-
drücktes Kinn, abgestutzte Oberlippe und mehr nach Art von Ny-
ctobates gebildetes Prosternum unterschieden) Dohrnii , Zophohas
macidicollis und rugipes, Goniadera dissipata, Sycopliantes (nov.
gen., von Cyrtosoma durch horizontale, ausgehöhlte Mittelbrust und
deutlich abgesetztes, stumpf sechseckiges Kopfschild, von Cnodalon
durch stark gekieltes Kinn, kurz eiförmiges Endglied der Lippen-
taster u, s. w. unterschieden) dentipes und ruficoxis, Camaria rufi-
collis und alternans, Polytropus (nov. gen., von Laena durch kür-
zere Fühler und mehr kugliges Halsschild abweichend) laenoides,
Splieniscus 4-plagiatus, TJiomsoni und PoecilestJms testaceus. — p. 206 f.
Lobopoda anthracina und coerulescens.
Von L e C o n t e (New species of North- American Coleopt. p.l05 ff.) :
Eiirymetopon pimctidatum und serratum, Emmenastus punctatus,
pinguis, convexus, obtusus und Texanus, Epitragus acutus, arundinis ,
plumbeus und tomentosus , Schoenicus (nov. gen., für Epitragus
puberulus Dej. begründet , durch nach hinten nicht verlängertes
Prosternum abweichend) puberulus, Pelecypliortis connivens, Euschi-
des puncticollis, Branclius floridanus (und anhangsweise Br. Woodii
von den Bahama-Inseln), Eusattus robustus und laevis, Coniontis lata,
Eleodes Lucae, innocens, aspera, subaspera, granosa und planipennis,
Discogenia nov. gen., für Eleodes scabricula LeC. und margi-
nata Esch., welche in der Form des Kinnes von den übrigen Eleo-
des abweichen, errichtet. — Blapstinus obliquus, Notibius opacus,
Eulabis grossa, Polypleurus nitidus. — Bhinandrus nov. gen.,
Archiv f. Maturg. XXXII. Jahrg; 2. Bd. Cc
426 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
im Habitus gewissen Eleodes-Arten (z. B. El, gracilis) ähnlich, aber
mit längerem und grösserem Kopf; in der Skulptur der Flügel-
decken sich Coelocnemis und Cibdelis nähernd^ durch die zusammen-
gedrückten Endglieder der Fühler und den sexuellen Unterschied im
Epistom mit Helops analog. — Art: Ehm. gracilis. — Xylopinus
aenescens, Haplandrus concolor, Iphthimus opacus, Tharsus seditio-
siis, Uloma imherhis, cava und punctulata, Phalcria pilifera, longula
und debilis, Fentaphyllus palUdus, Metaclisa atra, Evoplus (nov. gen.,
das Männchen gleich Hoplocephala mit zwei langen Kopf hörnern, wel-
che jedoch am Innenrande der Augen entspringen) ferruginea, Hypo-
phloeus cavus, Delopygus (nov. gen., von Uloma und Alphitobius
durch kürzeres Epistom, verstrichene Stirnnaht und sichtbare Basal-
membran der Oberlippe unterschieden) crenatus, Prateus fusculus, Dioe-
dus punctatus, Helops impolüus, undulatus, punctipennis, sulcipennis,
rugicollis, discretus und tumescens, Hymenorus communis, humeralis,
rufipes, confertus, densus und punctatissimus, Isomira quadristriata,
Mycetochares fraterna, Haldemani , foveata und tenuis, Cteniopus
Murrayi und Hyporliagus opaculus n. A. von Nord-Amerika.
Hörn (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1866.
p. 398 ff.) stellte eine neue Gattung Anectus auf, welche sich von
Branchus LeC. durch längere und dünnere Fühler, deren 9. Glied
plötzlich erweitert ist, durch weniger gerundete Seiten und schwä-
chere Ausrandung des Mentum, kleineren Pedunkulus desselben, an
der Spitze leicht ausgeraudete Vorderschienen, deren Aussenwinkel
nicht verlängert ist und rechtwinklig zwischen den Hüften abge-
stutzten Hinterleib unterscheidet. — Art : An. vestitus Honduras. —
Branchus ohscurus n. A. Nicaragua , JRhinandrus elongatus n. A.
Yucatan und Nicaragua. — Die Gruppe der Branchini hält Verf.
für zunächst verwandt mit den Asidinen und Nycteliinen; ihre Be-
ziehungen zu den übrigen Gruppen der Asididae erörtert er durch
eine analytische Tabelle. — Verf. giebt ferner eine Beschreibung von
Gyriosomus multilineatus Melly i. lit., welche von der Gattung
Gyriosomus ganz verschieden ist und zu einer neuen Namens Ect a-
tocnemis erhoben wird. Dieselbe ist zunächst mit Gonopus und
Anomalipus verwandt und unterscheidet sich von ersterer durch das
gerundete Epistom, von letzterer durch undeutliche Epipleuren und
stark gewölbten Körper.
Ny ctohates suhlaevis Bl3i.nd (Proceed. entom. sog. of Phila-
delphia IV. p. 382) n. A. aus dem Colorado-Gebiet.
Kr a atz, Revision der Tenebrioniden der alten Welt aus La-
cordaire's Gruppen der Erodiides, Tentyriides, Akisides, Pime-
liides und der Europäischen Zophosis-Arten (Berlin, 1865. 8. 393 pag.).
Verf. liefert in dieser Arbeit ergänzende Bemerkungen zu bereits
bekannten, so wie Beschreibungen zahlreicher neuer Gattungen und
der Entomologie während der J. 1865—66. 427
Arten aus den genannten Gruppen; für die Beurtheilung der von
So Her aufgestellten Arten haben ihm die typischen Exemplare
dieses Autors zum Anhalt gedient, doch scheinen sie ihm nicht
über alle sich daran knüpfenden Zweifel hinweggeholfen zu haben.
— Der Aufzählung von vier Europäischen Zophosis - Arten lässt
Verf. eine Uebersicht der Erodiiden-Gattungen folgen, deren Zahl er
um zwei vermehrt: Spyrathus nov. gen., von Arthrodeis durch
abgestutzten Clypeus und zweizähnige Mandibeln, und Hi s t er o Mor-
ph us nov. gen., von Arthrodeis durch zweizähnigen Clypeus unter-
schieden; erstere Gattung ist auf eine Ostindische Art (Sp. Indicus),
letztere auf eine Abyssinische (Erod. plicatus Buq.) begründet. — Die
TentyriidenL acordaire's vertheilt Verf. anstatt in sechs nur in zwei
Hauptgruppen : Tent. der alten (mit einfachen) und der neuen Welt
(mit gewimperten Tarsen). Von den 35 hierher gehörigen Gattun-
gen sind folgende neu: Scythis (Schaum), nov. gen., auf Tentyr.
macrocephala Tausch, begründet, Calohamon nov. gen., zwischen
Scythis und Micipsa stehend, mit Cal. leptoderus n. A. aus Aegyp-
ten, Melarachnica nov. gen., {M. Westermanni n. A. Ostindien),
Sphenariopsis nov. gen. {Sph. tristis n. A, Ostindien) und Ste-
gatopsis nov. gen. {St. Babylonica n. A. Bagdads), zwischen Khyti-
nota Esch. und Mesostena Esch. placirt , Mesostenopa nov. gen.
{M. picea n. A. Aegypten, Hahessinica und longicornis, letztere von
Jerusalem) \nidi Asphalt es tli es nov. gen. (für Mesostena costataEr.)
vor Hionthis Mill. und Microdera Esch., Choristop sis nov. gen.
{Ch. Caucasica n. A.) zwischen Calyptopsis Sol. und Gnophota Er.,
Psammocryptus nov. gen. (für Tentyr. minuta Tausch.) und
Phloeotribon nov. gen. [Phl. pulchellus n, A. Aegypten), neben
Scelosodis Sol. — Die Gruppe der Akisides hat nur einen Zuwachs
durch Sarothr opus nov. gen. (für Akis depressa Zoubk.) erhal-
ten, während die Pimeliiden nur bekannte Gattungen umfassen.
A. Morawitz, lieber die in Russland und den angränzenden
Ländern vorkommenden Akis-Arten (Horae societ. entom. Ross. III.
p. 3—48). Verf. kritisirt in dieser Abhandlung die vorhergehende
Arbeit von Kr a atz, welche nach ihm keineswegs den Stempel der
Vollendung trägt, an welcher er ausser sachlichen Unrichtigkeiten
zahlreiche Schreibfehler, irrige Bestimmungen und Citate, ungenü-
gende Berücksichtigung der So Herrschen Arbeit u. s. w. rügt.
Speciell auf die Akisiden-Gruppe eingehend, weist Verf. nach, dass
Kr. nicht einmal die bereits von S o 1 i e r hervorgehobenen sexuellen
Differenzen richtig erkannt habe, dass die von ihm neu errichtete
Gattung Sarothropus ebenso wenig haltbar wie Cyphogenia Solier
sei, und dass er in Betreff der Synonymie der Arten fast nur Feh-
ler gemacht habe. Sodann setzt Verf. die Charaktere und die Syno-
nymie von 9 ihm aus Russland und den angränzenden Ländern bekannt
428 Gerstaecker: Bericht üb. d, wissensch. Leist. im Gebiete
gewordenen Akis - Arten auseinander: 1. Gruppe (Sarothropus) : 1)
Ak. depressa Zubk. (= gibba Men.). — 2. Gruppe (Lechriomus) :
2) Ak. limbata Fisch. 3) Ak. lucifuga Ad. (= acuminata Fisch.
= aurita Men, = depressa Küst,). 4) ÄTc. Bienerti n. A. Persien.
— 3. Gruppe (Cyphogenia): 5) Ak. funesta Fald. (= Cyph. funesta,
rugipennis und sepulchralis Krtz.). 6) Ak. Chinensis Fald. 7) Ak.
gibba Fisch. (= angustata und Zablotzkii Zubk.). 8) Ak. aurita
Pall. (= truncata Gebl.). 9) Ak. Cratii (= aurita Men. = Cyph.
truncata Krtz.). — Verf. schliesst hieran einen Exkurs über die Re-
geln, die bei der Bildung von solchen Namen zu beobachten sind,
welche Personen entnommen werden. Er liefert darin den Nach-
weis, dass die von Schaum und Genossen dem Entomologischen
Publikum gespendeten Belehrungen über Nomenklatur jedweder
Kenntniss derjenigen Regeln ermangeln, nach welchen der Lateini-
sche Genitiv gebildet wurde und nimmt sogar keinen Anstand, den
Genitiv auf i, welcher von Ki e senw et t er als »durchaus willkühr-
lich und jeder Latinität zuwiderlaufend« bezeichnet worden ist, als
besonders klassisch hinzustellen.
Boieldieu (Annal. soc. entom. de France. 4. ser. Y. p. 7 ff.
pl. 1) begründete eine neue Gattung Euhoeus, zwischen Helops
und Apolites die Mitte haltend, von ersterer durch ausgerandeten
ClypeuS; breit abgerundete Schulterecken der Elytren und den Man-
gel der Basalleiste auf denselben, von letzterer durch die beiden
gleich grossen Endglieder der Fühler unterschieden. — Art: Eub
Mimonti von Euboea, pl. 1. fig. 6. — Neue Arten sind ferner: Fi-
melia Euboica und Asida Fairmairei gleichfalls von Euboea^ Asida
Mahonis von den Balearen.
Nach Fairmaire (ebenda 4. ser, VI. p. 44) bildet Eutrapela
suturalisLuc. (Explor, de l'Algerie) eine eigene neue Gattung -4. c? e Z-
phinus, welche im Habitus an Heliotaurus erinnert, mit Praeu-
gena am nächsten verwandt ist, sich aber durch kleine Augen,
kurze Sporen und behaarte Tarsen unterscheidet. Verf. beschreibt
die L u c a s'sche Art nochmals nach beiden Geschlechtern und aus-
serdem : Isomira acuminata und crassicollis, Gastrhaema haemorrhoi-
dale n. A. (nebenbei: Gastr. nigripenne Fab., rufiventre Fab., abdo-
minale Lap., ovale Lap. und testaceum Fab.), Heliotaurus plenifrons,
longipilus und scabriusculus als n. A. aus Algier. — Ebenda p, 263:
Prosodes Ledereri und Gnaptor prolixus als n, A. aus Klein-Asien.
Mulsant und Godart (Annal. soc. Linn. de Lyon XII.
p. 450 ff.) Erodius loellucidus, Pimelia JDayensis, Scaurus elongatus,
Philax incertus , Melambius Teinturieri und Heliopathes Batnensis
als n. A. aus Algerien.
Marseul (Abeille IIL p. XXXVIII) Melanesthes pilosellus,
Himatismus ferrugineus und Perr audierei als n. A, aus Algier.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 429
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. XVII. p. 390 ff.) Tentij-
ria velox, Asida Perezi, Olocrates paludicola, Heliopathes crihratus
und simulans als n. A. aus Spanien, Bris out (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. VI. p. 382 f.) Stenosis villosa und Crypticus Kraatdi
ebendaher.
WoUaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 58 ff.) Artliro-
äes Perraiidieri, Crijpticus calvus (Canariensis Weil, pars) und niti-
duliis, Tenehrio Crotchii, Heloi^s Marseidii und Gomerensis als n. A.
von den Canarischen Inseln.
Walker (Appendix zu K. Lord's naturalist in Vancouver-
Island. p. 326 ff.) Iphthinus servilis, servator und suhligatus, Eleodes
siihtiihercidata, convexicoUis, hinotata, conjimcta, latiuscula und He-
lops inclusus als n. A. aus British Columbia.
Eine Abbildung der von Coquerel im Meeressande an der
Küste Algeriens entdeckten Larve der Phaleria cadaverina gab
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 657. pl. 11).
Verf. erörtert zugleich die Unterschiede derselben von der Platyde-
ma-Larve.
Melandryidae. Eine Reihe neuer Gattungen und Arten aus
Nord-Amerika machte Le Conte (New species of North- Americ.
Coleopt. p. 144 ff.) bekannt. Auf Scraptia lutea Hald. begründet er
eine neue Gattung Ällop oda (Hintertarsen mit nicht gelapptem
vorletzten Gliede), auf Scraptia plagiata Melsh., pusilla Hald. und
pallipes Melsh. eine neue Gattung Canifa (mit verlängertem, mes-
serförmigem Endgliede der Kiefertaster). — Tetratoma truncorum,
Nothus varians, Prothalpia undata, Carebara longula, Zilora hispida
n. A. — Enchodes nov. gen., aus der Serropalpiden-Gruppe, mit
nicht gesägten Kiefertastern, deren 2. bis 4. Glied gleich breit, das
4. verlängert ist ; auf Dircaea sericea Hald. begründet. — Sy m-
pliora nov. gen., von Anisoxya durch kleine Endsporen der Mittel-
schienen, nicht erweiterte Yordertarsen und kurzes zweites Fühlerglied
unterschieden; auf Scraptia flavicoUis und rugosa Hald. begründet.
— Dircaea concolor, Anisoxya glaiicula , Hallomenus punctidatus
und debilis, Eiistroplius conßnis n. A. — Micro s caplia nov. gen.,
mit Orchesia verwandt, aber durch stark gekeulte Fühler mit dik-
kem zweiten Gliede und ovalem, schief al^gestutzten Endgliede der
Kiefertaster, welches etwas länger als die vorhergehenden zusammen-
genommen ist, unterschieden. — Art: Micr. clavicornis.
Gr edler (Käfer von Tyrol II. p. 278 f.) beschrieb Phrygano-
philus sutura und ferrugineus als n. A. aus Tyrol.
Lagriariae. Eine von Pasc oe (Journ. of Entom. II. p. 491)
aufgestellte neue Gattung Icitisi^</?i a bildet nach dem Verf. zusam-
men mit Diacalla eine eigene Gruppe der Lagriarien, welche durch
430 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
gerundete Augen, gespornte Schienen u. s. w. ausgezeichnet ist. —
Zwei Arten: Ict. vetula und adusta aus Neu-Süd- Wales.
Eine zweite, von Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 204 f.)
aufgestellte neue Gattung Coli^artlirum unterscheidet sich von
Statira durch die an der Spitze dreizähnigen Mandibeln, das an der
Spitze tief ausgeschnittene Endglied der Lippentaster und gespornte
Vorderschienen. — Art: CoZp. GerstaecJceri von Bogota. — Ebenda-
her StatiraMäJcUni n. A.
Statira siibnitida Le Conte (New species of North - Americ.
Coleopt. p. 141) n. A. aus Nord-Amerika.
PyrOChroidae. Eupleurida costata Le Conte (ebenda p. 142)
n. A. aus Nord-Amerika.
Anthicini. Mulsant et Eey, Histoire naturelle des Coleopte-
res de France, Tribu des Colligeres (Annal. soc. Linn. de Lyon XlII,
p. 89 — 282. c. tab. 3). Einer allgemeinen Charakteristik der Anthici-
nen und einer auf die Systematik derselben bezüglichen historischen
Einleitung folgt eine Scheidung der ihr angehörigen Formen in die
beiden Gruppen der Xylophiliden und Anthiciden. Erstere beschränkt
sich auf die Gattung Xylophilus mit 8 A., letztere zerfällt wieder in
die beiden »Familien« derNotoxiens und Anthiciens. Von diesen um-
fassen die ersteren Notoxus mit 3 und Mecynotarsus mit 1 Art, letztere
Tomoderus mit 1, Formicomus mit 3, Leptaleus mit 1, Anthicus mit 34
und Ochthenomus mit 3 Arten. — Als besondere »Tribu« mit dem
Namen: Simplicitarses wird Agnathus decoratus Germ, behandelt.
— Von neuen Arten werden innerhalb dieser vielfach bearbeiteten
Familie nur Xylophilus punctiger und flaveolus aufgestellt und be-
schrieben.
Bactrocerus concolor und Corphyra canaliculata Le Conte
(New species of North- Americ. Coleopt. p. 143) n, A, aus Nord-Ame-
rika, Mecynotarsus semicinctus W o 1 1 a s t o n (Coleopt. Atlantidum
Append. p. 65) n. A. von den Canarischen Inseln, Mecynotarsus al-
hellus Pascoe (Proceed. entom. soc. of London 1866. p. 16) n. A.
aus West -Australien, Xylophilus lateralis und Tirolensis Gr edler
(Käfer von Tyr ol IL p. 281 f.) n. A. aus Tyrol.
Mordellina. Helmuth, New species of Mordellidae collected
in Illinois (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia 1865. p. 96)
gab kurze Diagnosen von Mordella lunidata, Mordellistena intermixta,
auricoma und nigerrima als n. A. aus Illinois.
Mordellistena bella Kirsch (Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 207)
n. A. von Bogota, Anaspis nigripes Bris out (Annal. soc. entom.
de France 4. ser. VI. p. 384) n. A. aus Spanien.
Rhipiphoridae. Le Conte, Note on the species of Myodites
Latr. inhabiting the United States (Proceed. acad. nat. scienc. of
der Entomologie während der J. 1865—66. 431
Philadelphia 1865. p. 96) charakterisirt sechs Nord - Amerikanische
Arten der Gattung Myodites, welche sich im August und September
auf den Blüthen von Solidago finden: Myod. scaber LeC, semiflavus
n. A. Maryland, luteipennis n. A. Neu-York, fasciatus Say, Walshii
n. A. Illinois und stylopides Newm. {= Dorthesia flavicornis Say). Eine
siebente Art: M. Americanus Guer. ist dem Verf. unbekannt ge-
blieben.
Derselbe (New species of North -Americ. Coleopt. p. 153)
beschrieb Macrosiagon flavq^ennis, Khipipliorus linearis, dbäominalis
und marginalis als n. A. aus Nord-Amerika.
Stone (Proceed. entom. soc. of London, Novbr. 1864. p. 49)
fand in bedeckelten Zellen von Weibchen der Vespa vulgaris Larven
und Puppen von Rhipiphorus paradoxus, welche die in den Arbeiter-
zellen beobachteten um das Doppelte ihrer Grösse übertrafen. West-
wood (ebenda) ist der Ansicht, dass die grössten Puppen weibliche
Individuen liefern möchten und hält es nicht für unmöglich, dass
das Sexus des Parasiten davon abhänge, dass seine Larve eine Ar-
beiter-, resp. Königinnenlarve der Wespe verzehre (? ?j. Diese An-
sicht wird jedoch (ebenda p.58) schon durch die weitere Beobachtung
Stone's widerlegt, dass sich aus Arbeiterzellen sowohl Männchen
als Weibchen des Rhipiphorus entwickelten. — Ebenda 1865. p. 64
giebt Stone eine Charakteristik der Rhipiphorus-Larve ; ihr Kopf
ist unter den Körper gebogen, die Segmente sind tief eingeschnitten
und durch eine vom Kopf bis zum After verlaufende Rückenfurche
der Quere nach getheilt.
Vesicantia. Eine neue Gattung No^naspis errichtete Le
Conte (New species of North-Americ. Coleopt. p. 155 ff.) für Meloe
parvus Hald. wegen des deutlichen, zwischen den Flügeldecken her-
vortretenden Schildchens und weil die Elytren bis auf ein Dritttheil
ihrer Länge unter einer geraden Naht aneiuanderstossen. — Aus-
dem beschreibt er als neue Nord-Amerikanische Arten: Meloe mon-
tamis, tinctus, carhonaceus, 3Iacrrobasis virgulata, Epicauta pedalis,
convolvuli, pardalis, sericans, pruinosa und callosa, Pyrota termi-
7iata, postica und limbalis, Fomphopoea unguicularis und texana,
Lgtta puberula und viridana.
Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in Vancou-
ver-Island p. 330) Lytta immerita und Nemognatha bicolor als n. A.
aus British Columbia,
In der Gaceta medica de Mexico v. J. 1866 finden sich fol-
gende Mittheilungen über einige in Mexiko einheimische Vesicantien:
Pena fiel y Barranco, Estudio sobre dos especies de cantari-
das mexicanas und: La uro limenez, Dictamen de la Comision de
Ciencias auxiliares, sobre los insectos presentados ä la sociedad por
432 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
el Sr. Bar ran CO (Tom. II. Nr. 15. p. 225— 230). Die beiden von
Barranco beschriebenen und in colorirten Abbildungen dargestell-
ten Arten sind Cantharis octomaculata n. A. und »Meloe tuccia
Rossi?«, von denen letztere, als unrichtig bestimmt, von limenez
mit dem Namen Meloe tridentatus belegt wird. — Lauro limenez,
Especie nueva del genero Cantharis (ebenda Nr. 16. p. 253 f. c. tab.
lith.): Cantharis fasciolata n. A. — Herrera yMendoza, Apun-
tes para la Monografia de los insectos vexicantes indigenas (ebenda
Nr. 17. p. 264 ff. c. tab. lith.) : Cantharis eucera (Klug), quadriner-
vata n. A. und Lytta obesa Chevr.
Als neue Arten aus Bogota beschrieb Kirsch (Berl. Entom.
Zeitschr. X. p. 208) Tetraonyx decorattis und Epicauta Beichcnhachii.
Reiche, Etüde des especes de Mylabrides de la coUection
de L. Reiche (Annal. soc. ent. de France 4. ser. V. p. 627 — 641).
Verf. giebt eine synonymische Aufzählung von 65 in seiner Sammlung
vorhandenen Mylabriden, unter welchen er folgende als neu be-
schreibt: Coryna lata Cairo, confluens (Klug) Rumelien, ornata Beirut,
Peyronis Tarsus, Mylahris trizonata Aegypten, corynoides Algier,
Schah Persien, usttdata Algier, jugatoria Cairo, 2)a»?rtsce«a Damaskus,
apicipennis und niligena Aegypten, Delarouzei Syrien und fulgurita
Aegypten. — Ausserdem führt Yerf. folgende neue Benennungen ein :
Coryna pavonina für Hycleus ocellatus Casteln., Mylahris Schreibersii
(Dej.) für Myl. terminata Chevr.
Mylahris Maldinesi, inconstans und decemspilota Chevrolat
(Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVII. p. 392 f.) n. A. aus Spanien,
Meloe hiemalis Gr edler (Käfer von Tyrol II. p. 289) n. A. aus
Tyrol.
Ueber einige in Algier einheimische Lydus- Arten vgl. F a i r-
maire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 55 f.).
Giraud (Annal. soc. entom. de France 4. ser, VI. p. 494 f.)
fand Zonitis mutica Fab. bei Grenoble in den Zellen von Osmia
tridentata Duf. und zwar unmittelbar neben solchen, welche diese
Biene selbst enthielten. Die Nymphe des Käfers fand sich inner-
halb der Bienenzellen von denselben Larvenhäuten umhüllt, welche
Fahre für Sitaris angegeben hat, so dass auch der Gattung Zonitis
die gleiche Hypermetamorphose eigen ist. Verf. giebt eine aus-
führliche Schilderung dieser gleichsam einen Puppencocon darstel-
lenden Hüllen.
Oedemeridae. Eine neue Gattung Copidita Le Conte (New
species of North- Americ, Coleopt. p. 163 f.), welche auf Nacerdes qua-
drimaculata Mannerh. errichtet wird, zeichnet sich durch zwei Endspo-
ren der Vorderschienen, durch einfache Fussklauen und zweispitzige
Mandibeln aus; eine zweite, Oxacis nov. gen., unterscheidet sich von
der Entomologie während der J. 1865—66. 433
der vorhergehenden durch einfach zugespitzte Mandibeln. Zwei
Arten : Oxac. gramdata und fuliginosa aus Nord-Amerika. — Als
n. A. ebendaher beschreibt Verf. : Calopus aspersus, Microtonus se-
ricans, Xanthochroa trinotata, Prohosca pleuralis und Lucana, Lac-
eonotus punctatus.
Neben Xantliocliroa Bogotensis n. A. macht Kirsch (Berl.
Ent. Zeitschr. X. p. 209 ff.) zwei neue Gattungen bekannt: 1) D i-
plectrus nov. gen., von Ditylus durch die Hintertarsen, von Se-
lenopalpus durch die weit vor den Augen eingefügten Fühler, von
Xanthochroa und Nacerdes durch die zweispornigen Schienen ab-
weichend. — Art: Dipl. ferrugineus. 2) Hypasclera nov. gen.,
von Asclera durch mehr verlängerten Kopf, längere Kiefertaster und
den an Chrysanthia erinnernden Habitus unterschieden. — Drei Ar-
ten : Hyp. schistazea, marginata und flavicollis von Bogota.
Anoncodes flaviceps und Chitona metallescens Fairmaire
(Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 57) n. A. aus Algier,
Anoncodes media Gn edil er (Käfer von Tyrol p. 295) n. A. aus
Tyrol.
Philippi (lieber Rhopalobrachium Bohem., Stett. Entom.
Zeit. 1866. p. 111 f. Taf. 2. fig. 5) bemerkt, dass die von Boheman
und Lacordaire zu den Oedemeriden gestellte Gattung Rhopalo-
brachium eine pentamerische Fussbildung zeige und der gegenwär-
tigen Familie daher trotz ihrer habituellen Aehnlichkeit nicht ange-
hören könne. Wohin dieselbe zu stellen sei, giebt Verf. jedoch
nicht an. Die Mundtheile von Rhopalobrachium werden näher be-
schrieben und abgebildet und in ihren Unterschieden von Trachelo-
stenus Sol. erörtert.
Salpingidae. Pytlio strictus, Salpingus tibialis und Bhinosimus
nitens Le Conte (New species of North - Americ. Coleopt. p. 168)
n. A. aus Nord-Amerika.
Gurculionina. Mac Leay, The genera and species of the
Amycteridae (Transact. entom. soc. of New-South-Wales I. p. 199 —
298) und : New species of Amycteridae (ebenda I. p. 319 — 340). Den
beiden Abhandlungen des Verf.'s liegt ein ungemein reichhaltiges
Material zu Grunde, welches sich schon für die Amycteriden im
engeren Sinne (d. h. ausschliesslich der Euomiden) auf 205 Arten
beläuft. Die Mehrzahl derselben ist neu und wird vom Verf. mit
Namen versehen, denen trotz der oft minutiösen und nur durch aus-
führliche Beschreibungen zu erörternden Unterschiede vieler Arten,
häufig nur eine aphoristische Diagnose beigegeben wird. Wenn hier-
durch schon bei der Artbestimmung in vielen Fällen Zweifel und
Bedenken aufsteigen müssen, so werden dieselben noch dadurch
wesentlich erhöht, dass der Verf. den Leser auch über die Grenzen
434 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
seiner Gattungen nicht selten in Ungewissheit lässt. Indem er die
von Lacordaire hingestellten Gattungen ohne Bedenken adoptirt,
glaubt er die Zahl derselben sogar noch vermehren zu müssen.
Eine Trennung derselben in zwei Gruppen, je nachdem das Rostrum
ein »cristatum« oder »haud cristatum« ist, ermangelt zum minde-'
sten einer Präcision des Ausdrucks und hätte jedenfalls einer nähe-
ren Interpretation bedurft ; auch könnte es zweifelhaft sein, ob die
Ausbildung eines Mittelkieles auf der Oberseite des Rüssels einen
genügenden Grund zur Abtrennung einer eigenen Gattung Scle-
rorinus nov. gen. abgiebt. Indessen hier gewährt wenigstens der
aufgestellte Charakter einen bestimmten Anhalt zur Erkennung der
Gattung, was bei der Unterscheidung von Psalidura und T al au ri-
nn s nov. gen. nicht der Fall ist. Hat man männliche Individuen
vor sich, so wird die Bildung des letzten Hinterleibsringes die Psa-
liduren leicht erkennen lassen ; nicht so aber bei den Weibchen, für
welche der vom Verf. hingestellte Unterschied in der Bildung des
Rüssels, welcher überhaupt kein gegensätzlicher ist, durchaus nicht
zutrifft, da dieser Körpertheil z. B, bei Psalidura mirabilis Kirby
und Talaurinus Howittii M. Leay (schon von Erichson als Amy-
cterus exasperatus beschrieben) keine irgendwie erhebliche Unter-
schiede erkennen lässt. Den beiden durch das »Rostrum cristatum«
charakterisirten Gattungen Acantholophus und Cubicorhynchua La-
cord, wird gleichfalls eine dritte: Hyhorhynclius nov. gen., für
Amyct. coenosus Schönh. errichtet, beigesellt. — Die von Schön-
herr und Boisduval beschriebenen Arten hat Verf. nicht durch-
weg ermitteln können; es sind ihm aber auch noch andere bereits
beschriebene, z. B. zwei (auch bei Lacordaire fehlende) Erich-
son'sche entgangen; die Unvollständigkeit seiner Angaben lässt es
im Zweifel, ob die zweite von Erichson aufgestellte, der Amycte-
rus morbillosus Er. unter seinem Talaurinus penicillatus zu suchen
ist. — Die vom Verf. beschriebenen Arten vertheilen sich in seiner
ersten Arbeit folgendermassen unter die sieben von ihm angenom-
menen Gattungen : Psalidura 26 A., Talaurinus 60 A., Sclerorinus 41 A.,
Amycterus 4 A., Acantholophus 32 A., Cubicorhynchus 9 A. und Hy-
borhynchus 4 A. In der zweiten, als Nachtrag figurirenden Arbeit
werden noch 5 fernere Talaurinus, 9 Sclerorinus, 8 Acantholophus,
3 Cubicorhynchus und 5 Hyborhynchus beschrieben, letztere zum
Theil eingehender und genauer als erstere.
Pascoe, On some new genera of Curculionidae (Journ. of
Entomol. II. p. 413 — 432, pl. 17) charakterisirte eine grössere Anzahl
neuer exotischer Rüsselkäfer-Gattungen, welche er durch Profilzeich-
nungen des Kopfes und Prothorax erläutert: AtycJhoria (nov.
gen., mit Mythites verwandt, durch die bis zu den Augen reichende
Fühlerfurche und die am Ende derselben entspringenden Fühler
der Entomologie während der J. 1865—66. 435
unterschieden) funesta Süd- Australien, Metliy p ora (uov. gen., aus
der Verwandtschaft von Plinthus) postica Victoria, Aphela (nov.
gen., von Helops- oder Baridius - artigem Habitus, mit Iphipus ver-
wandt) T^do^oz^es Süd-Australien, Ethemai a (nov. gen., ob mit Go-
nipterus verwandt?) stellata und adiista Süd-Australien, Myossita
(nov. gen., von Tranes durch kleine, runde, vorstehende, unterhalb ge-
trennte Augen und verlängerte Fühlerkeule unterschieden) rufula Süd-
Axisiralien, Bhinaria steJlio nndi faceta, erstere vom Swan-Kiver, X^/-
naea (nov. gen., vonSynaptonyxWaterh. durch den Mangel der Augen-
lappen und zwei ungewöhnlich kurze Basalglieder der Fühlergeissel
unterschieden) saginata Süd-Australien, Si mallus (nov. gen., soll
trotz des gelappten Prothorax mit Episoraus verwandt sein) sidcicollis
Burmah, Hyomora (nov. gen., ob mit Tropiphorus verwandt?,
Tarsen wie bei Styiiscus und Cladeyterus linear) porcella Dammara,
Aromagis (nov. gen., habituell an Chaetestorus erinnernd, viel-
leicht in die Nähe von Atelicus gehörend) ecMnata Süd-Australien,
Aesiotes (nov. gen., von Leptops durch verlängertes Metaster-
num, offene Schienenkörbe u. s. w. unterschieden) notdbüis Queens-
Land, Si gast US (nov. gen., zu Haplonyx Schh. gehörig) fascicula-
ris Neu-Süd- Wales, Syarhis (nov. gen., mit Gonipterus verwandt)
pachypus Queens - Land, Metatyg es (nov. gen., in die Cholinen-
Gruppe gehörend?) turritus CdiEverei, Phy sarchus (nov. gen., ne-
ben der vorigen Gattung stehend) pyramidalis Feejee-Inseln, II a-
c u r i s (nov. gen. , bei Sphadasmus Schh.) laticolUs Queens - Land,
Asytesta (nov. gen., mit Rhyephenes Schh. und Arachnobas Bsd.
verwandt) Immeralis Molukken, Thyestetha (nov. gen., gleichfalls
Arachnobas nahe stehend) nitida Aru-Inseln, Odoacis (nov. gen.,
mit Mecopus verwandt) grallarius Siara, Semio (nov. gen., aus der
Cryptorhynchiden-Gruppe) ricinoides Brasilien, Egrius (nov. gen.,
mit Ceutorhynchus verwandt) camelus Pt. Natal, Isax (nov. gen.,
aus der Cryptorhynchiden-Gruppe) <7a7Z^'na(/o Queensland, Mormo-
s int es (nov. gen., neben Poropterus) rubus Queensland, Blepiarda
(nov. gen., aus der Verwandtschaft von Protopalus Schh.) undulata
Qriec'nslsiTidi, Myrtesis (nov. gen., aus der Cryptorhynchiden-Gruppe)
caligata Queensland. — Anhangsweise beschriebene Arten sind fer-
ner noch: Asytesta vittata und maura Molukken, Blepiarda lopho-
tes Feejee-Inseln.
Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. IX.
p. 224 ff. pl. 12) machte als neue Ostindische Arten bekannt: Clial-
cocyhehus nov. gen., mit Aporhina Boisd. identisch; zwei Arten:
Chalc. nitens von Waigiou und Chalc. alhoguttatus von Salawatti,
welcher mit Aporhina spinosa Boisd. zusammenfällt, — Arachnopus
persona n. A. Waigiou, geometricios Tondano auf Celebes, frenatus
Salawatti, Protocerius laetus Celebes.
436 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 48 ff.) Tornemna
orhatum, Alophus alternans, Laparocenis inflatus, suhopacus, debi-
lis und indutus, Lichenophagus huccatrix und incomptus als n. A^
von den Canarischen Inseln.
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. 58 ff.)
Sciapliüiis giganteus, alternans und fasciolatus, Tanymecus metalUnus
und nubeculosus, Holcorhinus cyrtus, costulatus, velutinus und Cleo-
nus Lejeunn als n. A. aus Algier. — Ebenda p. 266 ff. Otiorhynclius
duhitdbüis, armier us und Myorhinus suhvittatus als n. A. aus Klein-
Asien.
Perris (ebenda 4. ser. Y. p. 509) PliglloMus candidatus n. A.
aus Spanien (auf Eichen lebend) und (ebenda VI. p. 188 ff.) Tliylaci-
tes Corsicus und argenteus n. A. von Madrid, Omias lepidotus von
Bona, Tycliius bivittatus und Miccotrogus suturatus aus Corsika.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XVII. p. 394 ff.)
Strophosomus erinaceus n. A. aus dem Escurial , fagi aus Corsika,
Homapterus affmis, Polydrosus pilosulus und vülosulus aus Spanien.
— Ebenda XVIII. p. 24 ff. : Polydrosus senex, Eustolus aceris, Thy-
lacites heliophilus , Otiorhynchus montanus und sylvestris, Tracliy-
phloeus? socius, Pliyllobius tubereulifer , Lixus liypoerita, Castella-
nus und cretaceus, Änthonomus- aceris und Tychius genistaecola (sie !)
aus Spanien. — (p. 103 ff.) Thylacites tonsus , Otiorhynchus Lethi-
erryi, Peritelus sulcirostris, Myllocerus hispanus, Brachycerus penin-
sularis, Larinus albocinctus und Baridius sulcicollis aus Spanien. —
(p. 321 ff.) Brachyderes alboguttatus, Sitones Ällardi, Cathormiocerus
lapidicola, Scythropus glabratus aus Spanien, Scythr. argenteolus aus
Vernet und cedri von Blideh.
Bris out (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 386 ff.)
Apion Putonii, Cneorhinus Graellsii, Baulnyi, Cleonus Piochardi,
Marmottani, Metallites punctulatus, Liosomiis Meynosae, Bhytirhinus
caudatus, Escorialensis, interruptus, variabilis und Bonoouloiri, La-
rinus Escorialensis und Lethierryi, Lixus puncticollis, brevipes und
lateralis, Peritelus brevirostris, PUnthus Perezii, Phyllobius sqiiamo-
sus, Otiorhynchus Beynosae, Schaumius (nov. gen., mit Otiorhyn-
chus verwandt, vergebener Name ! Dix-)tera) Vuillefroyi, Lacordai-
rius (nov. gen., mit Trachyphloeus nahe verwandt, durch kleine
Augen und nur fünfgliedrige Fühlergeis sei unterschieden) Seydlitzii,
Tychius suavis, acuminirostris , Ceutorhynchus Lethierryi und nebu-
losus als n. A. aus Spanien.
Derselbe (ebenda 4. ser. V. p. 253— 296) publicirte eine
»Monographie des especes Europeennes et Algeriennes du genre
Orchestes, in welcher er dreissig ihm aus eigener Anschauung be-
kannte einheimische Arten beschreibt und vier andere nach den
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 437
von den betreÖenden Autoren gegebenen Charakteristiken reproducirt.
Erstere sind fast durchweg schon früher durch Schönherr zur
Genüge festgestellt worden und allgemein bekannt; nur Orchestes
flavidus wird als n. A. aus Algier hinzugefügt. — Einen Auszug aus
der Arbeit mit besonderer Berücksichtigung der in England einhei-
mischen Arten gabRye, Abstract of Mr. B arne ville's Monograph
of the genus Orchestes, with reference to the British species (Entora.
monthly magaz. II. p. 224 — 227).
Desselben »Notes supplementaires, rectifications et syno-
nymiques sur les genres Gymnetron, Bagous et Acalles avec la de-
scription d'uue nouvelle espece d'Acalles (Annal. soc. entomol. de
France 4, ser. V. p. 619 — 626) enthalten synonymische Berichtigungen,
welche auf den Vergleich Germ ar'scher und Seh önh err'scher
Typen begründet sind und die Beschreibung von Äcälles Sierrae n.
A. aus der Sierra Novada.
G. Seidlitz, Monographie der Curculioniden-Gattung Peri-
telus Germ. (Berl. Entom. Zeitschr. IX. p. 271—354. Taf. 4). Verf.
spricht sich in dieser sorgsam ausgeführten Arbeit zunächst über
den der Gattung zu gebenden Umfang aus. Von den als Peritelus
beschriebenen Arten verbleiben der Gattung nur 15, doch werden
dieselben durch 5 unter Otiorhynchus aufgeführte und 9 durch den
Verf. neu hinzugefügte vermehrt. Für die Gruppirung derselben
zieht Verf. besonders die Bildung der Fühlerkeule (abweichend bei
P. aquilus und intersetosus), die verschiedene Erweiterung, Zähne-
lung u. s. w. an der Spitze der Vorderschienen , die Krümmung,
Abstutzung und Beborstung der Hinterschienen, so wie die Bildung
der Fussklauen (welche bei den meisten Arten verwachsen, bei an-
deren, wie P. Cremieri, plahidorsis, hirticornis u. a. getrennt, bei
nigrans und mononychus auffallend ungleich sind) heran. Nach
diesen und anderen Merkmalen vertheilt er die 29 ihm bekannten
Arten unter 13 Gruppen, von denen zwei unter besonderen Namen
als Untergattungen Gymnomorplius (nigrans Faiim.) und Lei)-
tosphaerotus (aquilus und intersetosus Chevr.) abgetrennt wer-
den. Als neue Arten werden beschrieben: Per. Susanae und Kie-
semvetteri Spanien, Bruckü (später auf P. rudis Boh. zurückgeführt),
parvulus und echidna Italien, platysomus^ Grenieri und planidorsis
Frankreich, Gougeleti und mononychus Spanien.
S t i e r 1 i n machte in einem Nachtrage zu seiner früheren Ar-
beit über Otiorhynchus (ebendaX. p. 129 ff.) Otiorhynclms Lombardus
Ober -Italien, suhcostatus Engadin, Küenhurgi Siebenbürgen, tereti-
?'ostm See-Alpen, BonvouloiriFranzös. Alpen, Jave^i Frankreich und
Piochardi ebendaher als n. A. bekannt.
Apion separandum und Sibynes formosus A u b e (Annal. soc.
438 Gerstaecker: Bericlat üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
entom. de France 4. ser, VI. p. 163) n. A. aus Südfrankreich, Ceu-
torhynchus Barnevillei Grenier (Bullet, sog. entom. 1866. p. 65)
n. A. aus den Hochpyrenäen, von Cent, hystrix Perr. unterschie-
den , Apion tibiale und conspicuum Desbrochers des Loges
(Assis, scientif. du Bourbonnais 1866) n. A. aus Frankreich, Boryto-
mus Sübermani und Mecinus Heydenii Wencker und Ceutorliyn-
chus versicolor und euphorhiae Bris out (Catal. d. Coleopt. de
l'Alsace) n. A. aus dem Elsass, Apion rohusticorne, ohtusum und
Nannopliyes Olivieri Desb rochers des Loges (Bullet, d. l'acad.
d'Hippone 1865. p. 44) n. A. aus Algier, Tychius mitratus Costa
(Annuar. del mus. zoolog. II. p. 128. tav. 1. fig. 1) n. A. aus Italien.
Gredler (Käfer von Tja^ol II. p. 313 ff.) beschrieb Polydrosus
cervinus var. püosa, Folydr. chaerodryskis , Liosomus KirscMi,
OtiorhyncJius glöhulus und teter , Erirhinus pilifer , Oenipontanus,
Baridius eeltis und Nannopliyes nigritius als n. A. aus Tyrol, Fer-
rari (Verhandl. d. zoolog. -botan. Gesellsch. XVI. p. 368 f.) Lignyo-
desMuerlei und Hypera Bogenlioferi als n. A. aus Oesterreich, Mil-
ler (ebenda p. 819) Coniatus laetus als n. A. aus Corfu.
Hampe (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 375) Amalus alpinus als
n. A. aus Steyermark, Kirsch (ebend. IX. p. 122) Polydrosus Kahrii
als n. A. vom Monte Baldo, Gerhardt (Stett. Entom. Zeit. 1865.
p. 214) Orcliestes Quedenfeldtii als n. A. von Liegnitz (auf Ulmen
lebend), Rye (Entom. monthly magaz. II. p. 11) CeutorhyncMdeus
minimus (Walton i. lit.) nach den von letzterem Autor gemachten
Aufzeichnungen ; zugleich führt er (ebenda II. p. 63) seinen Ceutorhyn-
chideus Poweri aufRhynch. pumilio Gyll. zurück.
Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in Vancou-
ver-Island p. 331) machte Bhynchites congrua (sie!) als n. A. aus Bri-
tish Columbia bekannt.
Lucas (Bullet, soc. entom. 1865. p. 58) fand mehrere lebende
Individuen des Enteles Vigorsii in Paris an Lindenstämmen.
Pfeil (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 223 f.) machte nähere Mit-
theilungen über Lebensweise und häufiges Vorkommen von Plinthus
Sturmii und Tischeri im Biesengebirge. — Kirsch (ebenda p. 124)
über das Vorkommen des Brachyderes incanus und lepidopterus auf
Laubbäumen im Thüringer Walde.
Stierlin (ebenda IX. p. 117) gab eine ergänzende Beschrei-
bung von Attelabus atricornis Muls. nach Sicilianischen, in der Fär-
bung abweichenden Exemplaren und zog (Mittheil, der Schweiz.
Entom. Gesellsch. II. p. 32) Apion tubicen Wenck, als Weibehen zu
Ap. dentipes Gerst., da er beide Formen zusammen von Sicilien
erhielt.
Dohrn (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 356 f.) ergänzte die Bo-
heman'sche Beschreibung des Homalocerus nigripennis Schh. nach
der Entomologie während der J. 1865—66. 439
einem aus der Brasilianischen Provinz Porto Seguro stammenden
Exemplare.
üeVjer die Varietäten dos Phyllobius scutellaris Rosenh. (= Phyl-
lob. xanthocnemus Kiesw. = Phyll. alpinus Stierl.) handelte Kies en-
wetter (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 287).
Goureau (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V., Bulletin
p. 2) erzo^ aus Larven, welche in den Schoten der Brassica asperi-
folia lebten, Mitte Sommers den Ceutorhynchus assimilis, dagegen
den Cent. sulcicoUis aus Larven, welche an den Wurzeln von Kohl
und anderen Cruciferen Gallen erzeugten. Die bei Kirby gege-
bene Bestimmung der letzteren Art als Ceut. assimilis beruht somit
auf Irrthum.
Derselbe (ebenda 4. ser. VL p. 171 £f.) erörterte die Natur-
geschichte der ersten Stände von folgenden Curculionen: Ceuto-
rhynchus glaucus Schh. (Larve in den Schoten von Sisymbrium na-
sturtium), Ceut. quadridens Schh. (Larve in den Wurzeln des Rapses,
zusammen mit derjenigen des Baridius chlorizans), Coeliodes didy-
mus (Larve in den Wurzeln der Urtica dioica), Apion vernale (Larve
in den Stengeln von Urtica), Apion caulei (Larve in den Wurzeln der
Kornblume), Apion simum (Larve in den Stengeln von Hypericum
perforatum) und Lixus bicolor (Larve in den Stengeln von Senecio
aquaticus).
Auch Frauen feld (Yerhandl. d. zoolog. - botan. Gesellsch.
1866. p. 961 ff.) schilderte die ersten Stände und deren Lebensweise
von zahlreichen einheimischen Curculionen: Apion radiolus (Larve
in den Stengeln und in dünneren Zweigen der Malva sylvestris),
Ap. meliloti (Larve in den Stengeln von Melilotus officinalis), Ap.
seniculus und virens (die Larve beider in den Stengeln von Trifo-
lium pratense), Ap. elongatum (Larve in den Stengeln von Salvia
sylvestris), Ap. vernale (Larve in den Gelenkknoten des Stengels von
Urtica dioica), Ap. penetrans (Larve im Wurzelhalse von Centaurea
paniculata gesellig, in demselben unregelmässige Kammern ausfres-
send), Apion simum (Larve im Stengel von Hypericum perforatum),
Ap. fagi (Larve häufig in den Blüthenköpfen des Steyerischen Klees),
Ap. ononidis (Larve einsam in der Hülse des Hauhecheis), Ap. as-
simile und aestivum (beide aus missgebildeten Blüthenköpfen von Tri-
folium ochroleucum erzogen), Gymnetron "noctis und netus (Larve
beider in den Samenkapseln von Linaria vulgaris), Baridius puncta-
tus Schh. (Larve in den Stengeln von Reseda lutea), Ceutorhynchus
cynoglossi (Mill. i. lit.) als n. A. beschrieben (Larve in dem unteren,
holzigen Theil des Stengels von Cynoglossum officinale), Ceutorh.
lycopi Chevr. (Larve in den Wurzeln von Mentha sylvestris). —
Ebenda p. 535 beschreibt Verf. das auf einer Echinops-Art in Per-
sien vorkommende Puppen-Gehäuse des Larinus maculatus Fald.
440 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Ueber die Nahrungspflanzen von 16 verschiedenen Apion-Arten
machte auch Aube in seinen »Nouveaux materiaux pour servir ä
Vetude des Apion (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 165
—168) Mittheilungen.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 284) beschrieb die Larve
von Cossonus ferrugineus, welche er nebst Puppen und Käfern in dem
Holze einer drei Ellen tief unter dem Erdboden liegenden Wasserlei-
tungsröhre antraf.
Bostrichini- Eine monographische Bearbeitung dieser Familie
ist von F. Chapuis mit seiner Monographie des Platypides (Liege
1865. 8. 344 pag. avec 24 pl. — Memoires de Liege, Tom. XX) in
umfassendster Weise begonnen worden. Die den übrigen Bestrichen
gegenüber anscheinend so artenarme Gruppe der mit Piatypus zu-
nächst verwandten Formen stellt sich in der vorliegenden Arbeit
des Verf.'s wider alle Erwartung als eine ausnehmend artenreiche
dar, indem ihm 202 Arten aus eigener Anschauung bekannt gewor-
den sind. Da dieselben sämmtlich in stark vergrösserten, vortreff-
lich ausgeführten Abbildungen dargestellt sind, so ist die bisher
viele Schwierigkeiten darbietende Bestimmung dieser meist kleinen
und einander sehr ähnlichen, sexuell dagegen meist auffallend ver-
schiedenen Arten gegenwärtig in hohem Grade erleichtert. Die
neun vom Verf. angenommenen Gattungen, unter welche diese 202
Arten vertheilt sind, fallen nach der Form der Kiefertaster zwei
Gruppen zu: häutige, flache Kiefertaster haben Piatypus und Gros-
sotarsus nov. gen. (durch freies Pygidium unterschieden), hornige,
cylindrische dagegen alle übrigen Gattungen. Unter letzteren schei-
det sich zunächst Diapus nov. gen. durch getrennte Vorderhüften
ab, unter den mit zusammenstossenden Tesserocerus Saund. durch
länglich eiförmige Augen. Von den übrigen fünf Gattungen haben
Periommatiis nov. gen. (mit ausgerandeten Thoraxseiten) und
Spathidicerus nov. gen. (mit gebuchteten Thoraxseiten) breit
nierenförmige, Mitosoma, Symmerus nnd Cenocephalus nov.
gen., gerundete Augen. Die beiden Gattungen der ersten Gruppe
umfassen zusammen 177 Arten, aus der zweiten Tesserocerus 15,
Spathidicerus 2, Periommatus 1, Symmerus 1, Mitosoma 1, Cenoce-
phalus 1, Diapus 4 A.
Eine von Kirsch (Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 213) bekannt
gemachte neneGditixmg Mo narth 7' um unterscheidet sich von allen
übrigen Gattungen der Bostrichen durch die gleich langen, einfa-
chen drei ersten Tarsenglieder und die nur eingliedrige Fühler-
geissel. — Art: Mon. Chapuisi aus Bogota. — Ebendaher: Fhloeo-
trihus Schoenhachi n. A.
Wollaston (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 40 ff.) machte
der Entomologie während der J. 1865 — GCk 441
Äphanarthru7n tiiberciilatum, canescens und jpygmaeum, Liparthrum
nigrescens und hicaudaUim, Hylurgus destruens (piniperda Woll. ant.)
als n, A. von Madera bekannt.
Perris (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 193 ff.)
beschrieb Dryocaetes caiironatus als n. A. aus Südfrankreich und
von Bona, unter der Rinde von Quercus tauzin und Mirbekii le-
bend, Bryoc. Leprieuri n. A. von Bona. Ausserdem erörtert Verf.
die Unterschiede zwischen Xyleborus alni Muls. Rey und Xyl. Saxe-
senii Ratzeb.
Eichhoff; üeber einige Bostrichiden (Berl. Ent. Zeitschr, X.
p. 275 ff.) lieferte einige synonymische und ergänzende Bemerkungen
zu früher beschriebenen Arten und machte Xyleborus angustatus als
n. A. aus Volhynien bekannt.
Gr edler (Käfer von Tyrol 11. p. 370) beschrieb PhJoeophtho-
rus praenotcUus und Hylesinus Esau als n. A. Letzterer wird als
»hässlicher Xylophage« bezeichnet.
Anthribini- Eine neue, von Pascoe (Journ. of Entomol. 11.
p. 492) aufgestellte Gattung Euciodes wird von Exillis durch
unterhalb breileren Kopf, verlängertes und verkehrt kegelförmiges
zweites Fühlerglied, kürzere Fühlerkeule und kürzeres Basalglied
der Tarsen unterschieden. — Art : Euc, suturalis aus Süd- Australien.
Longicornia. Burmeister (Stett. Ent. Zeit. 1805. p. 156 —
181) lieferte unter dem Titel: »Longicornia Argentina« eine syste-
matische Uebersicht der Bockkäfer der La-Plata-Staaten, welche sich
auf 46 Gattungen mit 81 Arten erstreckt. Die bekannten Arten
werden mit Angaben über Fundorte und Lebensweise .versehen, die
mehr als die Hälfte betragenden neuen charakterisirt.
R o j a s , Catalogue des Longicornes de la province de Cara-
cas, republique de Venezuela, avec quelques observations sur leurs
habitudes (Annal soc. entomol. de France 4. ser. VL p. 236—247).
Verf. verzeichnet in dieser Arbeit 58 ihm aus Caracas bekannt ge-
wordene Arten der Familie, über deren Erscheinungszeit, Futter-
pflanzen, Fundorte, Häufigkeit u. s.w. er zum Theil recht interessante
Angaben macht.
Pascoe, List of the Longicornia collected by the late Mr.
Bouchard at Santa Martha (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. V. p. 279—296. pl. 20). Eine Aufzählung von 53 , sich auf 45
Gattungen vertheilende Arten von Santa Martha in Neu -Granada.
Die darunter befindlichen 25 neuen Arten werden beschrieben.
Derselbe, Catalogue of Longicorn Coleoptera collected in
the Island of Penang by J. Lamb (Proceed. zoolog. soc. of liondon
1866. p. 222—267 und p. 504—536. pl. 26—28 und pl. 41—43). Die
Archiv f. Natur^. XXXII. Jahr?. 2. li.l. Dd
442 Gerstaecker: Bericht üh. d. wissenscli. Leist. im Gebiete
von Lamb auf der Insel Penang und in der ihr auf der Halbinsel
Malacca gegenüberliegenden Provinz Wellesley gesammelten Longi-
cornien belaufen sich auf 212 Arten, worunter zahlreiche ausge-
zeichnete Formen ; 98 Arten sind neu und 19 derselben sind Reprä-
sentanten neuer Gattungen. Letztere sind nebst einer Reihe her-
vorragender neuer Arten auf den beifolgenden sechs colorirten Tafeln
abgebildet.
Derselbe, On the Longicornia of Australia, with a list of
all the described species (Journ. of Linnean soc, Zoolog. IX. p. 80
— 112). Verf. charakterisirt hier zahlreiche neue Australische Gat-
tungen und Arten aus den Gruppen der Cerambyces genuini und
Lamiarien und beginnt eine Aufzählung sämmtlicher Australischer
Longicornien mit dem Citat ihrer ersten Beschreibung. Die Zahl
der dem Verf. bekannten Arten beträgt nahe an 500.
Derselbe, A second series of descriptions of new Austra-
lian Longicornia (Journ. of Entom. II. p. 352—374. pl. 16). Enthält
abermals Beschreibungen zahlreicher neuer Gattungen und Arten
aus verschiedenen Gruppen der Familie.
Prionida e. — Burmeister (Stett. Entom. Zeit. 1865.
p. 157 ff.) errichtete zwei neue Gattungen: 1) Micropsalis nov.
gen., mit Psalidognathus nahe verwandt, aber durch kleine, unge-
zähnte Mandibeln und das flügellose, mit sehr langen Beinen und
beilförmigem Endglied der Kiefertaster versehene Männchen unter-
schieden. — Art : Micr. heterogama von Mendoza. (Die Gattung ist,
wie bereits im vorig. Jahresber. p. 268 erwähnt, mit Apterocaulus
Fairm, identisch.) — 2) Prionidium nov. gen., gleichsam eine
Diminutivform von Pr ionus , mit feineren Fühlern , welche gesägt
sind und länglich dreieckige Glieder haben, mit kleinem, sechsecki-
gen, ungezähntem Halsschild, lederartig weichen Flügeldecken, nach
aussen geschwungenen Schienen und langen, dünnen Tarsen, deren
drei Basalglieder schmal und verlängert dreieckig sind. — Art: Pr.
molle aus der Banda oriental. — Calocomus coriaeeits n. A. von
Catamarca.
Westwood (Proceed. entom. soc. of London 1865. p. 133 f.)
beschrieb Cantharocnemis Livingstonii als n. A. vom Zambesi, Fel-
den n. A. vom weissen Nil und Burcliellii u. A. aus dem Damara-
Lande. Die beiden letzteren Arten w^erden als besondere Untergat-
tungen abgesondert: Cantharojglatys subgen. nov. (C. Felderi)
zeichnet sich durch flacheren Körper, dickere und mit einem Basal-
zahn bewehrte Mandibeln, verkürzte Fühler, narbige Flügeldecken
und stark hervortretende Seitenwinkel der Kehle aus. — Cantha-
roct enus subgen. nov. (C. Burchellii) hat einen mehr cylindrischen
Prothorax und längere Beine als Cantharocnemis und doppelt so
lange, 18-gliedrige Fühler, deren Glieder doppelt gekämmt sind.
der Entomologie während der J. 1865—66. 443
Lucas, ün mot sur le genre Prinobius et siir les especes,
qui le composent (Rev. et Magas. de Zoolog. 2. ser. XVIII. p. 441 ff.)
besprach die geographische Verbreitung und die Varietäten der
beiden Geschlechter des Macrotoma (Prinobius) scutellaris Germ.,
von welchem Prinob. Myardi, lethifer, Atropos, Gaubilii, Germari
und cedri nicht spezifisch verschieden sind. Die Art ist über das
ganze Mittelraeerbecken bis nach Suez verbreitet.
Megoins procera Pascoe (Proceed. zoolog. soc. of London
1866. p. 356) n. A. von Penang.
Cerambyces genuini. — Pascoe, Notes on Sphaerion
and Mallocera (Annais of nat. bist. 3. ser. XVIII. p. 477 — 484) hat
die unter den beiden genannten Gattungsnamen bisher vereinigten
Arten näher geprüft und gefunden, dass dieselben unter eine grös-
sere Anzahl von Gattungen vertheilt werden müssen. Die Gattung
Sphaerion beschränkt Verf. auf diejenigen Arten, deren 3. bis 6.
oder 3. bis 7. Fühlerglied gedornt und deren Hiuterschienen nur
leicht zusammengedrückt und mit Sporen versehen sind. Zwei neue
Arten sind : Spli. suturaJe und geniculatum aus Brasilien. — Me-
phritus nov. gen., durch den zwischen den Fühlern hervortreten-
den Kopf und zusammengedrückte, an der Spitze nicht gedornte
Hinterschienen charakterisirt ; auf Sphaer. cinerascens Dej. gegrün-
det. — Castiale nov. gen., Fühlerhöcker horizontal, Prothorax
kurz eiförmig, Schenkel leicht spindelförmig, die vier hinteren am
Ende zweispitzig. — Auf Sph. elegantulum Buq. und Gast, viricli-
pennis n. A. aus Columbien begründet. — Goryhia nov. gen., Kopf
fast bis zu den Augen aufgenommen, Fühler unbewehrt, kaum län-
ger als der Körper, Hintertarsen kurz. — Art: Gor. martes Brasi-
lien, — Psyrassa nov. gen., Fühler ziemlich kurz, das 3. bis 6.
Glied mit gedornter Spitze, Prothorax länglich, fast cylindrisch, an
der Basis verschmälert, Flügeldecken schmal, an der Spitze zwei-
stachlig, Schenkel nicht gekeult. — Art : Psyr. hasicornis Yucatan.
— Limozota nov. gen., Fühler unbewehrt, auf genäherten Höckern
entspringend, Prothorax verlängert, cylindrisch, unbewehrt, Flügel-
decken gleich breit, an der Spitze ausgerandet. — Art: Lim. vir-
gata (Chevr.) Columbien. — Rliysium nov. gen. , Fühler unbe-
wehrt , Prothorax länglich , niedergedrücl^t, Flügeldecken schmal,
abgerundet, Mesosternum abschüssig. — Art: Plvys. bimaculatum
Bolivia. — Älcyopis nov. gen., von zweifelhafter Stellung, im Ha-
bitus Leptura, in der Färbung Rhamnusivim gleichend, aber mit
kugligen Vorderhüften. Kopf weit hervorstehend mit zusammenge-
schnürtem Halse, Euhler unbewehrt , auf starken Höckern sitzend,
Prothorax verlängert, cylindrisch, Mesosternum vorn hervortretend,
Schenkel gekeult. — Art: Ale. cyanoptera BrasiHen.
Derselbe (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 507 ff.
444 Gerstaecker: Bericht üb. d. "wisser.pch. Leist. Im Gebiete
pl. 41 — 43) machte als neue Gattungen und Arten von Penang be-
kannt: Dejanira hia^nculata. — Diosyris nov. gen., aus der
Gruppe der Stenoderinen, mit weit lieraustretendem Kopfe, runden
Augen, an der Basis langhaarigen, am 4. bis 6. Gliede mit Haarbü-
scheln versehenen Fühlern, stark gekeulten Schenkeln, langer Be-
haarung der Beine und einer Haarbürste an der Spitze der Hinter-
schienen. — Art: Dios. miranda. — JSfoemia chalybeata, Merionoeda
acuta. — Ciopera nov. gen., aus der Obrium- Gruppe, mit fast
runden Augen, länglichem Thorax, borstenförmigen Fühlern und
abgeflachten, den Körper nur unvollständig umfassenden Flügel-
decken. — Art: Ciop. decolorata. — Epianthe nov. gen., aus der
Khinotragus- Gruppe, mit kurzen, gegen die Spitze hin verdickten
Fühlern, stark gekeulten Schenkeln und verlängerten Hinterbeinen.
— Art: JEp. viridis. — Mydasta nov. gen., mit Acyphoderes ver-
wandt, aber mit kurzen , an der Spitze erweiterten Fühlern, nicht
schnauzenförmig verlängertem Kopf und an der Naht nicht klaffen-
den Flügeldecken. — Art: Myd. discoidea. — Sestyra nov. gen.,
durch langgestreckten, hinten halsartig eingeschnürten Kopf, faden-
förmige Fühler mit birnförmigem Basalgliede und stark gekeulte
Schenkel ausgezeichnet. — Art: Sest. cephalotes. — Mimistena
nov. gen., vom Habitus einer kleinen Callichromiden-Form mit stark
gekeulten Schenkeln, verlängerten Mittel- und Hintertarsen, langen,
gekrümmten Hinterschienen, ganzen Flügeldecken u. s. w. — Art:
Mim. femorata. — Plutonesthes crocata, Erythrus ignitus, lacerto-
sus, apiculatus, atricollis, Pyrestes politus, scapularis, virgatus und
nigricollis, Chloridolum Cimiyris, Pachyteria speciosa, Lanibii, vires-
cens, spinicoUis, insignita und strumosa. — Bicon nov. gen., von
Epipedocera durch kurze, im Bereich der sieben Endglieder erwei-
terte Fühler und länglich eiförmigen Prothorax unterschieden. —
Art: Bic. sanguineus. — Sigeum nov. gen., auf Blemmya humera-
lis Pasc, begründet. — Dere marginata, Euryarthrum nodicolle, Lam-
hii, carinatum, interruptum, egenum und atripenne. — Äs media
nov. gen., verbindet die Charaktere von Euryarthrum mit der Füh-
lerbildung von Pachyteria. — Art : Asm. mimetes. ■ — Ceramhyx prui-
nosus , Neoceramhyx Lambii , ?intricatus, Hoploceramhyx relictus.
— Imhrius nov. gen., eine Cerambyx - Form mit gesägten Füh-
lern, grob facettirten und gegen den Mund hin sich einander nä-
hernden Augen, länglichem, unbewehrtem Prothorax, in der Mitte
verdickten Schenkeln u. s. w. — Arten : Imhr. Uneatus, ephehus und
strigosus. — Cyriopalu s nov. gen., von Haramaticherus durch
zwölfgliedrige, vom dritten Gliede an langästige Fühler unterschie-
den. — Art: Cyr. Wallacei. — Rhytidodera cristata, Ceresium ve-
stigiale, ?versutum und Xystrocera alcyonea n. A.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser V. p. 290 ff.
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 445
pl. 20) charakterisirte als neue Gattungen und Arten von Santa
Marta: Gharis Corinna, Bhopaloplwra intincta und moestula, Galli-
chroma scitulum (Dej.)^ Ghrysoprasis Bouchardi. — Phaenidnus
uov. gen., aus der Trachyderinen-Gruppe, von Lissonotus durch seit-
liche Thoraxdornen und abschüssiges Mesosternum, von Charinotes
durch glatten Prothorax und elfgliedrige Fühler, von beiden durch
schnauzenartig verlängerten Kopf abweichend. — Art: Phaen. lis-
sonotoides. — Neoclytus sceuicus uud Äpilocera postica u. A.
Derselbe (Proceed. entomol. soc. of London 1866. p. 28)
diagnosticirte eine neue Gattung aus der Tmesisternus - Gruppe :
Änastetha, durch lange , borstenförmige Fühler, an der Basis
zweibuchtigen uud mit einem Scutellarlappen versehenen Prothorax,
verlängertes und schmales Schildchen und das vorn in einen spitzen
Dorn auslaufende Mesosternum charakterisirt. — Art: An. raripila,
5 Lin. lang, aus Queensland in Australien.
Derselbe (Journ. of Entomol. II. p. 363 ff. pl. 16) machte
folgende neue Gattungen und Arten aus Australien bekannt: Apo-
sites (nov. gen., mit Neosteuus Pasc, verwandt, in seiner Stel-
lung gleich diesem zweifelhaft) macilentus, L ysestia (nov. gen.,
von Aposites durch nicht erweiterte Fühlerglieder, an der Naht
klaffende Flügeldecken und abgeflachten Hinterleib abweichend)
rotimdicolUs und morio, Eroschema atricolle, Chaodalis (nov. gen.,
von Eroschema durch verlängerten Vorderkopf, hervortretende Füh-
lerhöcker und an der Naht klaffende Flügeldecken unterschieden)
Macleayi, Psilomorpha lusoria, Ametrocephala mira,iaxaereta (nov.
gen., von Isalium besonders durch kurze Beine und erweitertes
vorletztes Tarsenglied abweichend) unicolor , Aethiora nov. gen.,
für Uracanthus fuligineus Pasc, Lygesis nov. gen., für Didymo-
cantha cyliudricollis Pasc, errichtet, Beb ins (nov. gen., von Isalium
durch den Fühlerschaft, welcher das längste aller Glieder ist, und
durch sehr kurze Beine, an denen die Schienen fast so kurz wie
die Tarsen sind, unterschieden) flliformis, Aesiotyche (nov. gen.,
aus der Cerambyx-Gruppe, ohne besondere Auszeichnungen) favosa,
Phoracantha flavopicta , Homaemota (nov. gen., mit Euderces
nahe verwandt) basalis, Th er Salus nov. gen., auf Phacodes bispi-
nus Pasc, begründet, Phacodes eliisus, fusciis und distinctus, Sophron
ehuratus.
Derselbe (Journal of the Linn. soc, Zoology IX. p. 91 ff.)
folgende weitere Australische Formen: Agapete vestita, Earinis
Krueslerae, Aposites pubicollis, Uracanthus simulans und miniatus,
Omophaena taeniata, Sidis (nov. gen., von den zunächst verwandten
durch kürzere Fühler und Beine unterschieden) opiloides, Acyrus a
(nov. gen., auf Obrium ciliatum Pasc, begründet), Igenia (nov. gen.,
von Obrium durch kuglige Yorderhüften abweichend) stigmosa,
446 Gerstaecker: Bericht ül). d. wissonsch. Leist. im Gebiete
Sisyrium (nov. gen., für Obriiim tripartitum Pasc), Phalota col-
laris, Xystaena (nov. gen., mit Phalota nahe verwandt) vittata,
Betheliuvi noy. gen., auf Callidium signiferum Newm. begründet,
(Phoracantha wird nach Ph. semipimctata Fab. generisch festgestellt),
Epithora nov. gen., für Stenochorus dorsalis M. Leay, Callirrhoe
für Stenochorus biguttatus Don. festgehalten, Ätesta nov. gen.,
für Phoracantha bälteata Pasc, Allotisis nov. gen., für Phorac
scitula Pasc, Diopsides nov. gen., für Stenochorus obscurus
Don., Tryphocharia nov. gen., für Phorac hamata Newm.,
Xypeta nov. gen., für Phorac. grallaria Pasc, Bidymocantlia hre-
vicoTlis, Strongylurus orhatus , Oxymagis (nov. gen., mit Stron-
gylurus nahe verwandt) Grayii, Ospidota alhipilosa, Paphora nov.
gen., für Ceresium ? modestum Pasc, Poritliea nov. gen., für
Callidium intortum Newm., Aridaeus heros, Homaemota Biiboulayi,
Ectosticta (nov. gen., für Callidium cleroides White) ruida,
Ipomoria (nov. gen., von Homaemota und Ectosticta durch kur-
zes, dickes Fühlerglied , welches durch den Schaft an Länge über-
troffen wird, abweichend) tülides, Ädrium nov. gen., für Callidium
catoxanthum White, 0 eharina (nov. gen., von Phacodes Newm.
durch fast lineare Tarsen und verlängerte Taster, deren Endglied
breit dreieckig ist, unterschieden) tristis und cercsioides.
Als neue Arten aus den Ln-Plata-Staaten wurden von Bur-
meister (Stett. Entom. Zeitung 1865. p. 161 ff.) bekannt gemacht:
Ozodera farinosa, Trachyderes stilcattis, aurulentus und sanguinolen-
tiis , Oxymerus ohliquatus imd lateriscriptus , Pteroplatus adustus,
Eburia qiiadrüineata (Dej. Cat.) und sordida, ElapMdium collare,
SpJiaerion rusticum, 3Ialacopteiyx quadrigiittaUis, CalUcliroma corvina
Orthostoma parviscopa , tliyrsopliora , Cosmisoma hasalis, equestris,
gracüior und noticoUis. — Brachyrhopala nov. gen., sich habi-
tuell an Chrysoprasis anschliessend, von Rhopalophora durch den
kurzen, kaum höckrigen Prothorax und die minder langen Beine
abweichend. — Drei Arten: Br. semiriihra, aeneseens und mirivitta.
— Ancylocera fulvicornis, Bhinotragus tenuis, Hölopterus Ciijanus,
Ibidion Argentinum, plagiatum und teneUum, Achryson maculatum
und lutarium, Clytus multigutbatus und famelicus. (Hylotrupes ba-
julus ist nach Buenos -Ajtcs mit Europäischem Bauholze eingeführt
worden.)
Blhopdlopus Ledereri und Clytus insignitus F a i r m a i r e (An-
nal. soc entom. de France 4. ser. VI. p. 269) n. A. aus Klein-Asien.
Erythrus Formosanus B a t e s (Proceed. zoolog. soc. of Lon-
don 1866. p. 350) n. A. von Formosa.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. 2. ser. XYIIL p. 107)
beschrieb Callidium (Poecilium) alni var. infuscatum vom Escurial.
Sti erlin (Mittheil. d. Schweiz. Entomol. Gesellseh. II. p. 30)
der Entoinulogie während der J. 1865— G6. 447
Molorclms Mulsanti als n. A. aus Sicilien, welche jedoch Kraatz
(Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 370) mit der von Hey den unter ßra-
chypteroma und von Mulsant unter Dolocerus beschriebenen Art
für identisch hält.
Lamiariae. — Bat es' reichhaltige Arbeit: »Contributions
to an Insect fauna of the Amazons Valley, Coleoptera : Longicornia«
ist in den Annais of nat. bist. 3. ser. XV. p. 213 und 382 ff. XVI.
p. 101, 167 und 308 ff., XVII. p. 31, 191, 288, 367 u. 425 ff. fortge-
setzt vi^orden und bis zum Schluss der Lamiarien gediehen. Es
werden darin folgende Gattungen und Arten abgehandelt (XV.
p. 213 ff.): Carterica cincUcorms , Colohothea lignicolor , velutina,
clecemmacitlata , flavomacuJata , dioptica , lyictilis, imlchella, obtusa
und Immerosa vom Amazonenstrom und anhangsweise : Colöb. lig-
neola Cayenne, maculicollis Venezuela, higuttata Brasilien, lineola
Venezuela, leucophaea (Chevr.) Mexiko, strigosa (Mannerh.) Brasilien,
vidua Mexiko. (XV. p. 382 ff.): Colohothea inmplaea, destituta, semi-
nalis, paidina, varica, propinqua, naevia, juncea, securifera, sejuncta,
hisignata, latevittata, stißigera, grallatrix, olivencia, pura, carneola
und forcipata, (anhangsweise : C. mosaica Venezuela). (XVI. p. 101 ff.) :
Colohothea naevigera, liicaria, crassa, ordinata, suhtessellata, octoU-
neata, geminata, concreta, hilineata (und anhangsweise : lineatocolUs
(Dej.) Cayenne, hehraica (Chevr.) Mexiko, fasciata und lateralis Bra-
silien) , Hypselomus picticornis , dimidiatus und rodens, (p. 167) :
Hypselomtis paganus, seniculus, crassipes, simplex, lignicolor, ohscu-
relliis und anhangsweise: Hyps. Syrinx Rio-Janeiro, Hesycha macu-
losa und cretacea, anhangsweise : lies, jaspidea und liturata Cayenne,
xylina Rio-Janeiro, Trachysomus Santarensis, Oncideres CalUdryas,
satyrus, fidvus, crassicornis, dignus, pulchellus, cephalotes (und an-
hangsweise: Oncid. limpidus Bahia und Bouchardii Neu-Granada),
Eudesmus ruhef actus, caudalis, sexvittatus. (p. 308 ff.): Xylomimus
nov. gen., vom Ansehn eines vertrockneten dürren Zweiges, von
cylindrischem Körper, mit leicht gewölbtem Vorderkopf und klei-
nen Augen, deren vorderer Theil fast kreisrund ist; erstes Fühler-
glied länglich keuleüförmig, drittes um Vn länger, unterhalb mit
langen Borsten gewimpert, viertes schlank und etwa halb so lang
als das dritte; Thorax cylin drisch, länger als breit, ohne merkliche
Seitenhöcker. — Art: Xyl. haculus. — Trestonia ramiüi. — Peri-
trox nov. gen., von Trestonia durch das allmählich dicker wer-
dende dritte Fühlerglied unterschieden ; Seiten des Thorax mit
spitzen Höckern versehen. — Art: Per. denticolUs. — Pachypeza
laniiginosa n. A. (XVII. p. 31 ff.): Cacostola (Gattung nochmals
charakterisirt) flexicornis n. A. — Amphicnaeia nov. gen., mit
Dorcasta, Eutheia u. s. w. nahe verwandt, gleichfalls von schmalem,
linearen Körper; der nierenförmige Theil der Netzaugen nicht, wie
448 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
bei Dorcasta, verschmälert, sondern von beträchtlicher Breite; Stirn
gewölbt, Fühlerhöcker sehr kurz, schräg, unbewehrt, Fühler faden-
förmig, kurz, unterhalb mit langen, steifen Haaren gefranzt. — Ar-
ten: Ämph. lineata, pusüla, anhangsweise: Ä. lyctoides von Rio-Ja-
neiro. — Aletretia nov. gen. Im Habitus und der Fühlerbildung
mit der vorhergehenden Gattung nahe verwandt ; Körper verlängert
elliptisch, Augen nicht hervorragend, oben nur durch eine Linie
getrennt, Thorax cylindrisch mit sehr kleinen Seitenhöckern, Flü-
geldecken an der Spitze kurz und schief abgestutzt. — Art: AI.
inscripta. — Dorcasta lignea, occulta und coenosa, Megacera prae-
lata, apicalis und rigidula, Hippopsis truncatella, griseola, davigera,
prona, fractilinea, (p. 191 ff.): Exocentrus striatiis und nitidulus. —
Blahicentrus nov. gen. Körper länglich oval, gewölbt, mit lan-
gen und steifen Haaren bekleidet; Kopf klein, Augen gross und auf
dem Scheitel genähert, Fühler borstenförmig, etwas länger als der
Körper, mit steifen Haaren besetzt, erstes Glied an der Basis ver-
schmälert. Thorax beiderseits aufgeschwollen, aber ohne Dorn, Schen-
kel stark gekeult, Tarsen an allen drei Paaren kürzer als die Schie-
nen. — Zwei Arten: Bleib, liirsutidus und angustatiis. — JSriopsi-
liis nov. gen. Körper mit wolligen Haaren dicht bekleidet, Augen
klein, auf dem Scheitel weit auseinanderstehend, Fühlerhöcker kaum
hervorragend, Fühler kaum so lang als der Körper, mit kurzem und
dickem Basalgliede ; 3. und 4. Glied zusammen so lang wie alle
folgenden, welche sehr kurz sind. — Art: M'. nigrinus. — Aerenea
dlbilarvata, Desmiphora senicula und multicristata, {ornata und ve-
nosa Yon Rio-Janeiro). (p. 288ff.j: Prymnosis nov. gen., Körper
langgestreckt, abgeflacht, mit kurzen, aufrechten Haaren bekleidet;
Kopf klein, zwischen den Fühlerhöckern niedergedrückt, hinter den
Augen zusammengeschnürt, Fühler fast doppelt so lang als der
Körper, überall mit feinen und steifen Haaren besetzt, das 1., 3.
und 4. Glied fast gleich lang. Thorax seitlich mit einem kiirzen
und spitzen Dorn; ein solcher auch an den Schultern der Flügel-
decken, deren Spitze abgestutzt und aussen dornartig verlängert ist.
Mesosternum verengt und hinten erhöhet. — Art: Pr. hicuspis. —
Esthlogena pidverea, mucronata, sulcata und linearis (anhangsweise :
E. ohtusa und prolixa Rio - Janeiro) , Estola hasinotata, variegata,
Uneolata und porcida (anhangsweise : Est. truncatella, acricula und
varicornis Rio-Janeiro). — Epectasis nov. gen., von den beiden
vorhergehenden Gattungen durch verlängerten, cylindrischen Kör-
per, haarige Fühler und unbewehrteu Thorax unterschieden. — Art :
Ep. attenuata. — Agennopsis pygaea, sordida und cylindrica, Eu-
mathes Amazonicus. — Chacolyne nov. gen., mit Gryllica Thoms.
nahe verwandt, aber durch den jederseits mit einem scharfen, dorn-
förmigen Höcker bewehrten Thorax abweichend.; auf Onocephala?
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 449
metallica Pasc, begründet. — Eumimesis nov. gen., in der Mehr-
zahl der Merkmale mit der vorhergehenden Gattung übereinstim-
mend und wie diese mit breit gezähnten Fussklauen versehen ; un-
terschieden durch die Fühler, welche kurz sind, deren erstes Glied
länglich viereckig, zusammengedrückt, das zweite von der Mitte ab
plötzlich erweitert, das dritte gekrümmt und an der Spitze erwei-
tert, das vierte oberhalb mit einer kurzen, blattförmigen Ausbrei-
tung versehen ist. — Art: Eum. heilipoides, so genannt wegen ihrer
auffallenden habituellen Aehnlichkeit mit einem Heilipus. — Hastatis
galerucoides, Callia fulvocincta, criocerina, lialticoides, lycoidcs und
cleroides (anhangsweise: C. lampyroides Rio - Janeiro). — Pretilia
nov. gen., von Callia durch den seitlich unbewehrten Thorax ab-
weichend; derselbe ist kurz, gewölbt, gerundet, seitlich an Stelle
der Höcker aufgetrieben, die Augen ungetheilt, die Fühler faden-
förmig und länger als der Körper, das dritte Glied stark verlän-
gert. — Art: Pret. teleplioroides. (p. 367 ff.): Phaea coccinea, Lyci-
dola simiilatrix, Spathoptera capillacea, mimica, Hemilophus fascia-
tus. — Tyrintliia nov. gen., mit Hemilophus in der Länge und
dichten Behaarung des 3. und 4. Fühlergliedes übereinstimmend,
aber in dem Mangel eines durchgehenden Seitenkieles der Flügel-
decken abweichend. — Zwei Arten : Tyr. capillata und scissifrons .
— Isomerida nov. gen., von Hemilophus durch die vom 3. Gliede
allmählich an Länge abnehmenden Fühlerglieder und die gleichmäs-
sige Behaarung aller unterschieden. — Art: Isom. ruficornis ; auch
Hemiloph. albicollis Gast, gehört der Gattung an. — Ampliionyclia
seminigra, nigripennis , miniacea, megalopoides, Sapphira, megace-
phala, testacea und roseicollis (anhangsweise : Amph. capito Panama).
— Erana nov. gen., auf Saperda triangularis Germ.-, laeta Newm.
u. a. begründet , mit Er. cincticornis n. A. — Amülariis miitdbi-
lis. — Nachträglich werden noch als n. A. früher abgehandelter
Gattungen beschrieben: Oreodera (Anoreimi) biannulata, Lepturges
oücdis und scutellatiis, Sporetiis decipiens.
Derselbe (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 350 ff.)
errichtete eine neue Gattung Prtra^^enea auf Glenea Fortunei und
eine neue Art: Par. Sioinh-'ei von Forraosa, welche sich von Glenea
sens. strict. durch die an der Spitze abgerundeten Flügeldecken
unterscheiden. Als n. A. von Formosa werden ausserdem bekannt
gemacht: Praonetlia binodosa, Kaleea , Mopica Formosana, Syhra
pimctatostriata und haciüina. (Abbildung von Paraglenea Swinhoei
im Holzschnitt auf p. 352.)
Burmeister (Stett. Entom. Zeit. 1865. p. 178 ff.) machte als
n. A. aus den La Plata - Staaten bekannt: Anisopodus variegatus,
Acanthoderes congener (Dej. Cat.) und quadrinodosus, Compsosoma
alhigena , Hypsioma Bonatriensis (Dej, Gat.j, Ptericoptus adiistus,
450 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
AmpMonyclia Petronae, Phytoecia sanguinicoUis, Hastatis? femora-
lis und Onocephala nodipcnnis.
Von Pascoe (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 229 ff.
pl. 26—28) wurden folgende neue Lamien-Formen von der Penang-
Insel bekannt gemacht: Cuphisia nov. gen., aus der Exocentri-
nen-Gruppe , durch grossen Kopf, kleine, tief ausgerandete Augen,
beborstete Fühler, an welchen das dünn cylindrische Basalglied
kürzer als das dritte ist, und queren, seitlich unbewehrten Protho-
rax ausgezeichnet. — Art: C. callosa. — Baxata ustulata, Mesosa
allapsa, Cacia melanopsis, pistor, herbacea und ohsessa, Glyzomeäus
annularis, Saimia hituherosa, Agelasta Lamhii, haUeata und suhstri-
gosa, Palimna Mouhotii, Sodiis ursulus, Cenodocus granulosiis. —
Ix ais nov. gen. , aus der Apomecynen - Gruppe, durch den vorn
etwas queren Kopf, dessen Mittellinie bis zum Munde reicht, die
sehr kurzen Fühler, deren drittes und viertes Glied gleich lang und
gewimpert sind, und die an der Basis schmalen, hinten verbreiter-
ten, in der Mitte gewölbten Flügeldecken charakterisirt. — Art:
Ix. episoinoides. — Cyardium nov. gen., aus derselben Gruppe,
von ähnlicher Form wie Apomecyna; Fühler kaum gewimpert, mit
verkehrt kegelförmigem Basalgliede, Prothorax etwas breiter als der
Kopf, vorn jederseits mit kleinem Zahne. — Art: Cyard. crihrosum.
— Praonetha consularis und villosa. — Thylactus nov. gen., mit
Xylorrhiza verwandt; erstes Fühlerglied stark kegelförmig erwei-
tert, Stirn tief zweilappig, Prothorax mit grossem Seitenzahn, Flü-
geldecken gleich breit, mit rechtwinkligen Schultern, an der Spitze
breit und quer abgestutzt, seitlich vor und hinter der Mitte ausge-
buchtet. — Art: Thyl. angularis. — Ohages nov. gen., aus der
Dorcadion - Gruppe , mit genäherten, aufgerichteten Fühlerhöckern,
verlängerten Kiefertastern mit abgestutztem und erweitertem End-
gliede, ovalem und den Flügeldecken eng anschliessendem Protho-
rax und erweitertem vorletzten Tarsengliede. — Art: Ob. palparis.
— Cycos nov. gen., aus der Hypselomus-Gruppe, auf Monohammus
subgemmatus Thoms. (= M. georgius White) begründet. — Onio-
cyrius nov. gen., mit Monohammus verwandt, durch weit hervor-
tretenden Kopf, welcher hinter den Augen sich allmählich verbrei-
tert, angeschwollenes 4. und 5. Fühlerglied, höckerartig ausgezogene
Schulterwinkel der Flügeldecken und verlängerte männliche Vorder-
beine ausgezeichnet. — Art: Om. fulvisparsus. — Thestus nov. gen.,
mit Batocera verwandt, durch dicht gewimpertes 3.-6. Fühlerglied,
hervorgezogenes Mesosternum, seitlich unbewehrten Thorax und zu-
sammengedrückte Vorderschienen charakterisirt. — Art: Thest. on-
cideroides. — Metopides nov. gen., aus der Lamien-Gruppe, mit
nach vorn stark verbreitertem Kopf, seitlich entspringenden Fühlern
mit grossem und keglig erweitertem Basalgliede, gezähntem Meso-
der Entomologie während der J. 1865—66. 451
sternum und seitlich bewehrtem Prothorax. — Art : Met. occipitalis.
— Epepeotes nov. gen., auf Laraia lusca Fab. begründet. —
Blepephaeus nov. gen., für Monohammus succinctor Chevr. (= M.
sublineatus White = obfuscatus White) errichtet. — Monohammus
mushus, Gnoma dispersa n. A. — Mecot agus nov. gen., für Ca-
ramb. tigrinus Oliv, errichtet. — Olenecamptus optatus, quietus, Ätossa
atomaria , Entelopes simüis, Serixia varians, hasalis und prasinata.
— Xyaste nov. gen., für lole nigripes Pasc. — Astatlies nigricor-
nis (Thom.s.) , Glenea porpliyrio, neanthes , jubaea, cunila, alysson,
oeme, manto , antliyllis n. A. — Tanylecta nov. gen., von den
übrigen Phytoeciinen durch genäherte Fühler und einfache Fuss-
klauen unterschieden; Beine schlank, Schenkel linear, Mittelschienen
ausgerandet. — Art: Tan. Lamhii. — Zosne nov. gen., mit kurzen
Fühlern nach Art der Apomecynen; Mittel schienen einfach, Fuss-
klauen an der Basis stumpf gezähnt. — Art: Z. cincticornis. —
Oherea curidlis, clara, tenuata, Ectinogramma collare. — Nedy-
tisis nov. gen., eine Obereen-Form mit seitlich nicht umgeschlage-
nen Flügeldecken, eingeschnürtem und gefurchtem Prothorax, zu-
sammenstossenden Vorderhüften und verlängerten und verdickten Hin-
terschenkeln. — Ned. ohrioides.
Derselbe (Transact. entom. soc. of London 3. ser. V. p. 279ff.
pl. 20) charakterisirte folgende neue Gattungen und Arten aus Santa
Marta in Neu -Granada: Steirastoma Lycaon und stellio (Dej.), Ae-
thomerus verrucosus (anhangsweise werden Aetliomerus cretatus und
analis als n. A. ohne Angabe des Fundortes beschrieben), Alplms
asellus, Alcidimn privatum, Lepturges figuratus, Colobothea distincta,
Carterica optata. — Gydros nov. gen., nach dem Verf. trotz des
unbewehrten Prothorax mit Eudesmus Serv. zunächst verwandt und
unter den kürzeren und gedrungeneren Apomecynen-Formen beson-
ders durch die jäh abschüssigen Flügeldecken und die schwieligen
Auftreibungen ihrer Basis ausgezeichnet. — Art: Cydr. leuctirus.
— Stygnesis nov. gen., von Agennopsis Thoms. durch mehr cy-
lindrischen Körper, einfaches Mesosternum, kürzere Beine u. s. w.
abweichend. — Art: Stygn. punctiger. — Zeale nov. gen., auf eine
verhältnissmässig kurze, gedrungene Phytoecien-Form mit Fühlern
von mehr als doppelter Körperlänge begründet. —Art: Z. scalaris.
— Isomerida amicta, Hemüoplms ? murinus, Phaea crocata und asta-
tlieoides n. A.
Desselben »Longicornia Malayana« (Transact. entom. soc.
of London 3. ser. III) sind im Jahre 1865 mit dem zweiten (p. 97—
224. pl. 5—9) und im J. 1866 mit dem dritten Hefte (p. 225—836.
pl. 10—13) fortgesetzt worden, in welchen Verf. die Gruppen der
Mesosinen, Aporaecyninen , Dorcadiinen, Hypselorainen , Laraiinen,
Onocephalinen, Hippopsinen und Saperdinen bearbeitet hat. Alle
452 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
diese Gruppen sind abermals durch eine Fülle neuer Gattungen und
Arten bereichert worden, auf deren spezielle Aufzählung und Cha-
rakteristik wir in Rücksicht auf den vorgeschriebenen Raum dieses
Berichtes verzichten müssen, zumal der monographische Charakter
der Arbeit dieselbe ohnehin jedem späteren Bearbeiter der Familie
unentbehrlich macht. Wir beschränken uns darauf, die Namen der
Gattungen und die Zahl der unter ihnen beschriebenen Arten auf-
zuführen. Mesosinae: 25 Gattungen : Aemocia Thoms. 3 A., Anan-
cylus Thoms. 4A., Planodes Newm. 8A. , Ereis Pasc. 2 A., Cacia
Newm. 10 A., Therippi a nov. gen., 1 A., Elelea nov. gen., 1 A.,
Ipocregyes nov. gen., 1 A., Mnemea nov. gen., 1 A., Clyzo-
medus nov. gen., 1 A., Coptops Serv. 10 A. , Samia nov. gen.,
3 A., Agelasta Newm, 10 A., Dissosira nov. gen., 1 A., Helixoea
nov. gen., 1 A., Syrrhopeus nov. gen., 1 A., Sorbia nov. gen.,
1 A., Ale nov. gen., 1 A., Aesopida Thoms. 1 A., Golsinda Thoms.
PalimnaPasc. 1, A., Goni ages nov. gen., 1 A., Phemone Pasc. 1 A.,
So dus noY. ger]., l A., Diexia noY.geu., 1 A. — Apom ec yninae.
31 Gattungen: Cenodocus Thoms. 1 A., Synelasma Pasc. 4 A., Zos-
motes nov. gen., 1 A., Moron Pasc. 1 A., Zaeera nov. gen., 1 A.,
Cobria nov. gen., 1 A., Epilysta nov. gen., 1 A., Euclea Newm.
4 A., Atmodes Thoms. 1 A., Apomecyna Serv. 1 A., Et axaliis nov.
gen., 1 A. , Sesiosa nov. gen., 1 A. , Phesatus nov. gen. , 1 A.,
Dymascus nov. gen., 1 A., Zorilispe nov. gen., 2 A., Atimura
Pasc. 2 A., StheniasLap. 1 A., Xynenon nov. gen., lA., Änaches
nov. gen., 1 A., Aethol opTius nov. gen., 2 A., Xylorhiza Lap. 1 A.,
Praonetha Blanch, 54 A., Desisa nov. gen., 1 A., Stesilea nov-
gen., 5 A., Ropica Pasc. 23 A., Meximia nov. gen., 2 A., Gemy-
liis nov.gen., 1 A., Syhra nov. gen,, 52 A., Mynoroma nov. gen.,
1 A., Pithodia nov. gen., 1 A., Bityle nov. gen., 1 A. — Dor-
cadiinae (vom Verf.: »Dorcadioninae« genannt). 2 Gattungen:
Dasyerrus nov. gen., 1 A., Byhe nov. gen., 1 A. und anhangs-
weise: Trachystola Pasc. 1 A. — Hyp s elominae. 20 Gattungen:
Achthophora Newm. 1 A., Peribasis Thoms. 2 A., Triammatus Chevr.
SA., Hotarionomus Thoms. 1 A., Ämesisa nov. gen., 1 A., Ety-
mestia nov.gen., 1 A., Cercopsius Pasc. 6 A., Othelais nov.gen.,
2 A., Diallus nov.gen., 3 A., Otroea nov.gen., 3 A., Xoes nov.,
gen., 1 A., Psaumis nov.gen., 1 A., Agnia Newm. 2 A., Pharsalia
Thoms. 6 A., Combe Thoms. 1 A., Euthy astus nov. gen., 1 A.,
Meton Pasc. 1 A., Iphiothe nov. gen. 1 A., Nicippe Thoms. 1 A.,
Laelida nov. gen., 1 A. — Lamiinae 29 Gattungen: Batocera
Lap. 18 A., Mega criodes noy. gen., 1 A. , Apriona Chevr, 1 A.,
Meges nov. gen., 1 A., Sarothrocera White 1 A., Nemophas Thoms.
5 A., Pelargoderus Serv. 7 A., Paragnoma Blanch. 1 A., Protemnemus
Thoms. 3 A., Periapt ödes now. gen., 3 A., Epicedia Thoms. 1 A.,
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 453
Leprodera Thoms. 5 A. , Himantocera Thoms. 1 A., Ps aromaia
nov. gen., 1 A., Anhammus Thoms. 1 A., Dihammus Thoms. 2 A.,
B l eh e2ih a e tt s no\. gen., 1 A., Monochamus Serv. 17 A., Epepeotes
Pasc. 6 A., Dio chares nov. gen., 3 A., Trysimia nov, gen. 2 A.,
Nephelot US nov. gen., 1 A., Orsidis nov. gen., 7 A., Psectrocea
Pasc. 1 A., Gnoma Fab. 8 A., Mecotagus Pasc. 1 A., Olenocamptus
Chevr. 3 A. , Cylindrepomus Blanch. 5 A., Gerania Serv. 1 A. —
Onocep halinae: Flielipara nov. gen.. 1 A. — Hippopsinae.
3 Gattungen: Äpophrena nov. gen., 3A., Tetraglenes Newm. 1 A.,
Pothyne Thoms. lA. — Saperdinae. 8 Gattungen: Zotale nov.
gen., 1 A., Nyctimene Thoms. 2 A., Orcesis nov. gen., 1 A., Amy-
moma nov. gen., 1 A., Entelopes Thoms. 4 A.. Serixia Pascoe bis
jetzt 2 A. (Die Gatt. Xyaste Pasc, ist noch nicht abgehandelt.)
Derselbe (Journ. of Entomol. II. p. 352 ff. pl. 16) machte
als neue Australische Arten bekannt: Hehesecis Germari, antennata,
Ameipsis (nov. gen., von Probatodes durch kürzere, seitlich im
rechten Winkel abfallende Flügeldecken unterschieden) marginicol-
lis, Corrhenes (nov. gen., auf Saperda pauUa Germ, begründet)
guttulata, Symphyletes arctos, vicarius und satellus (für Symphyl.
heros Pasc, wird eine neue Gattung Iphiastus errichtet), Wiy-
tiphora sospitalis, saga, Penthea sectator, JDepsages nov. gen., für
Lamia granulosa Germ, errichtet, Sysspilotus (nov. gen., von
allen Australischen Niphoniuen durch gezähntes Mesosternum und
verlängertes viertes Fühlerglied unterschieden) Macleayi, Micro-
tragus (nov. gen. aus der Dorcadion-Gruppe, durch unterhalb zu-
gespitzte Augen und genäherte Fühler ausgezeichnet) Arachne, Mor-
mon und eremita , Pliaeapate (nov. gen., von Kopica durch ab-
gerundete Seiten und ebene Oberfläche des Prothorax abweichend)
alhula.
Derselbe (Journ. of the Linn. soc, Zoology IX. p. 81} als
neue Arten und Gattungen, gleichfalls aus Australien: Hehesecis
sparsa, Neissa (nov. gen., von Pentacosmia durch quadratischen
Prothorax, eine Basalleisle der Flügeldecken und die Fühler, deren
drittes Glied nicht länger als der Schaft ist, abweichendj incon-
spicua nnd nigrina, Bucy ntliia (nov. gen.), auf Zygocera spiloptera
Pasc, begründet, Symphyletes devotiis, Duhoulayi, suhminiatus, ilia-
cus, simius, Batliurstii, Bytlphora Oäeioalim. semivestita, Microtragus
sticticiis, Athemistiis Armitagei und fnnereus, Hathliodes (nov.
gen., von Mycerinus durch einfaches, nicht hervortretendes Proster-
num unterschieden) moratus, Marmylaris nov. gen., für Hathlia
Buckleyi Pasc, errichtet, Lychrosis nov. gen., für Mycerinus lu-
ctuosus und Hathlia zebrina Pasc, Praonetha pleuricausta, Syhra
centurio, Essisus (nov. gen., aus der Hippopsinen-Gruppe) dispar.
Fairmaire (Annal. soc. ent. de France 4. ser. VI. p. 270 ff.)
454 Gerstaecker: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. im Gebiete
Dorcadion Nogelli, Weyersii, cincteUum, semilineatum, confluens und
BoszdagTiense , AgaiKinthia Zawadshiji als ii. A. aus Klein -Asien,
Conizonia Ällardi (ebenda VI. p. 68) als n. A. von Lambessa.
Dorcadion Escorialense Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool.
2. ser. XVIII. p. 107) n. A. aus dem Escurial, Borcadion Heynosae
und Midsanti Brisout (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI.
p. 418 f.) n. A. aus Spanien, Phytoecia Blessigii Morawitz (Hör.
societ. entom. Ross. II. p. 172) n. A. von Sarepta^ Eutrypanus prin-
ceps Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in Vancou-
ver-Island p. 331) n. A. aus British Columbia.
Ferrari (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. XVI. p. 372)
verglich das von ihm beschriebene Dorcadium sutuiatuni mit Dorc.
nitidum Motsch. Küst., Hess es aber unentschieden, ob beide Arten
mit einander identisch seien.
Pascoe (Proceed. entom. soc. of London 1865. p. 126) wi-
dersprach der von Thomso n angenommenen Zusammenziehung der
Gattungen Calamobius Guer. und Hippopsis Serv. und setzte die
Unterschiede beider auseinander.
Goureau (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 174)
fand die Larve der Saperda pupillata in den Zweigen von Lonicera
caprifolium, deren Mark sie ausnagt.
Lepturidae. — Von Pascoe (Proceed. zoolog. soc. of
London 1866. p. 504 ff, pl. 41 und 42) wurden folgende neue Gat-
tungen und Arten von Penang bekannt gemacht: Capnolymma ca-
preola. — Asilaris nov. gen., eine Strangalien-Form mit vor den
Augen verlängertem und verschmälertem Kopf, gegen die Spitze
hin seitlich erweiterten Fühlern mit kurzem Basalgliede, lang eiför-
migem Endgliede der Kiefertaster und leicht verdickten Scheckein.
— Art: Äs. sonatus. — Ephies nov. gen., anEuryptera erinnernd,
mit kurzen, derben Fühlern, hervorragenden und fast unausgeran-
deten Augen und fast gleich breiten, an der Spitze ausgeschnitte-
nen Flügeldecken. — Art: Eph. cruentus. — Phüus rufescens n. A.
Derselbe (Transact. ent. soc. of London 3. ser. V. p. 289)
beschrieb Euryptera ruficollis und ? lyciformis als n. A. von Santa
Marta.
Burmeister (Stett. Entom. Zeit. 1865. p. 177) Leptura Bo-
naeriensis als n. A. vor Buenos-Ayres.
Bland (Proceed. entom. soc. of Philadelphia IV. p. 382 £f.)
Antliophylax ? mirlßcus und venusUis^ Leptura nigrolineata und pro-
pinqua als n. A. aus Nord-Amerika.
Walker (Appendix zu K. Lord's The naturalist in Vancou-
ver-Island p. 332 f.) Typocerus cervinus und Toxotus perductor als n.
A. aus British Columbia.
der Entomologie während der J. 1865—66. 455
Bates (Procecd. zoolog. soc. of London 1866. p. 350) Philus
pallescens als n. A. von Formosa.
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 69)
Ves2)erus conicicollis als n. A. von Marocco und (ebenda p. 276 ff.)
Bhamnusium jiKjlamlis, Cortodera discolor und Leptiira nigrojoicta
als n. A. aus Klein -Asien. Auch Leptura Jaegeri Hummel wird
vom Verf. nochmals beschrieben.
Ghrysomolinae. A Catalogue of Phytophaga (Coleoptera Pseu-
dotetramera) by the Ptev. Haml. Clark. Pt. I with an appendix con-
taining descriptions of new species by H. W. Bates and the Rev.
H. Clark. (London 1866. 8.). — Das Werk hat dem Ref. bisher
nicht zur Einsicht vorgelegen. Nach einer Anzeige in den Annais
of nat. hist. B. ser. XVIIL p. 248 enthält der bis jetzt vorliegende
erste Theil desselben ein vollständiges Verzeichniss der bekannten
Gattungen und Arten aus den Gruppen der Sagridae, Donacidae,
Crioceridae und Megalopidae mit Beifügung der Synonyma, ferner
in einem Appendix die Beschreibung einer gros&en Anzahl neuer
Arten, unter welchen die aus dem Amazonenstrom-Gebiet stammen-
den durch Bates charakterisirt sind.
Haml. Clark, Descriptions of species of Phytophaga received
from Pulo Penang or its neighbourhood (Annais of nat. hist. 3. ser.
XV. p. 139 — 148). Die beschriebenen neuen Arten gehören den
Gruppen der Eumolpidcn und Galerucinen an.
Derselbe, Descriptions of new Phytophaga from Western
Australia (Transact. entom. soc. of London 3. ser. IL p. 401—421).
Es werden neue Arten aus den Gruppen der Chrysomelae genuinae
und der Eumolpidae beschrieben.
Baly, Descriptions of new genera and species of Phytophaga
(ebenda 3. ser. II. p. 333—357 u. p. 427—440). Beschreibung von 67
neuen Arten und einigen neuen Gattungen aus den Gruppen der
Clythriden, Eumolpiden, Galerucinen und Hisparien.
Derselbe, Phytophaga Malayana, a revision of the Phy to-
phagous.,Beetles of the Malay Archipelago, with descriptions of the
new species coUected by Mr. A. Wallace (Transact. entom. soc. of
London 3. ser. IV. p. 1—76). Verf. beginnt hiermit eine Aufzählung
und Beschreibung der Chrysomelinen des Ostindischee^ Archipels
mit besonderer Berücksichtigung der durch Wallace gesammelten
Arten. Der umfangreichen Arbeit ist ein besonderer Band der Lon-
doner Transactions (vol. IV) gewidmet, dessen erstes aus dem Jahr
1865 vorliegendes Heft die Gruppen der Sagriden, Crioceriden, Me-
galopiden, Clythriden" und einen Theil der Cryptocephaliden umfasst.
Eine entsprechende Arbeit hat Suffriau (dies. Archiv f. Na-
turgesch. XXXII. p. 281—337) für die Chrysomelinen der Insel Cuba,
456 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissenscb. Leist. im Gebiete
auf die reiche und langjährige Ausbeute Gundla ob's gestützt, be-
gonnen. Neben der Beschreibung der neuen Arten finden sich auch
vielfache ergänzende Bemerkungen zu den bereits bekannt gemach-
ten. Der bis jetzt publicirte Theii erstreckt sich auf 78 Arten aus
12 Gattungen, welche den Gruppen der Donacien, Crioceriden, Cly-
thriden, Cryptocephaliden und Eumolpiden angehören.
Derselbe besprach in seinen »Synonymischen Miscellaneen«
XXVIII. (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 158—165) die von Linne in
der 12. Ausgabe des Syst. naturae aufgezählten Arten dieser Fami-
lie, indem er dabei besonders Wate r h ouse's Musterung der in der
L i n n e'schen und B a n k'schen Sammlung befindlichen Chrysomelinen
berücksichtigt.
Bruchidae. — Goureau (Annal. soc. entom. de France
4. ser. VI. p. 170) fand die Larve des Bruchus marginellus Schh. in
den Schoten von Astragalus glycyphyllus, von dessen Samen sie sich
ernährt.
Donacidae. — Donacia aeraria Baly (Javana Wied.?) n,
A. von Tringanee und Ceylon (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. IV. p- 7), Donacia Äntillaruni Suffrian (Arch. f. Naturgesch.
XXXII. p. 282) n. A. Cuba.
Megalopidae. — Baly (Transact. entom. soc. of London
3. ser. IV. p. 40 ff.) zählte 7 auf den Sunda-Iuseln einheimische Tem-
naspis und 1 Poecilomorpha auf und beschrieb Temnaspis Westwoodii
als n. A. von Manila.
Mastostethus tricolor Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 94)
n. A. Bogota.
Crioceridae. — Baly, Descriptions of new species of Crio-
ceridae (Annais of nat. bist. 3. ser. XVI. p. 153 — 160) machte fol-
gende neue Arten dieser Gruppe bekannt: Crioceris scabrosa Mexiko,
rugata Japan, rußcoUis 'i^ord-Chino., Le7)ia quadrijyJ.agiata'Psichyhouri,
Ädamsii Chusan , Downesii und suturella Bengalen, concinnipennis
und Psyche Nord-China, bipunctata Pt. Natai, globicollis Indien, Dia
Ega, ornata Guatemala, praeclara, Pitliys, Idalia, pulchra und La-
tona vom oberen Amazonenstrom.
Derselbe (Transact. entom. soc. of London 3. ser. IV. p. 8 ff.
pl. 1) zählte^als auf dem Ostindiscben Archipel einheimisch 36 Ar-
ten der Gattung Lema, 18 Crioceris und 1 Brachydactyla auf und
beschrieb unter denselben folgende, zum Theil auch abgebildete als
neu: Lema pectoralis Singapore, mutahilis Makassar, Boisduvälii
Mysol, Ceram, connectens Aru-Iuseln und Neu-Guinea, atriceps My-
sol, monstrosa Sarawak, ferox ebendaher, constricta Sumatra, coeru-
leata Tonda, Smithii Celebes, atripenniR Gilolo, Sumatrensis und
qiiadrinotata Sumatra, Crioceris ornata und binotata Borneo, obli-
der Entomologie während der J. 1865 — G6. 457
terata Neu-Guinea, hiplagiata Morty-InseL eximia Sarawak;, Saun-
dersii Sulu-Inselu.
Derselbe (Entomol. monthly magaz, I. p. 183) beschrieb ^ei/-
gojpliora Kirhyi als n. A. aus Nord-Amerika.
Suffrian (Archiv f. Naturgesch. XXXII. p. 284 ff.) Lema lu-
nigera und interwedia als n. A. von Cuba ; ausserdem werden Lema
coeruleipennis und perizonata Lac, placida Lac, confusa Chevr., po-
stica Guer., punctatofasciata Lac, dorsalis Oliv, und Poeyi Lac. mit
ergänzenden Bemerkungen versehen.
Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 93 f.) Lema conti gua und
signata n. A. Bogota.
Bates (Proceed. zoolog. soc. of. London 1866. p. 353) Lema
postrema n. A. Formosa.
Clythridae. — Baly (Transact. entom. soc. of London 8.
ser. IV. p. 44 ff. pl. 2) beschrieb unter 22 von ihm verzeichneten
Clythriden des Ostindischen Archipels folgende als neu: Tituhoea
Laportei von Tringanee, Penang und Siam, delectabüis Penang, su-
spiciosa ebendaher, Clytlwa distinguenda Penang, bella Timoi-, Äspi-
dolopha imperialis Borneo, Gynandroplithalma Malayana Batchian,
Ceram, Lacordairii Morty-Insel, ornatula Singapore, Aetheomorpha
CuHisii Malayischer Archipel, ohlita Morty-Insel, pygidialis Ceram,
Chlamys Wallacei Amboina, Celebensis und Exema Malayana Ma-
kassar, Flores.
Derselbe (ebenda 3. ser. II. p. 333) Clythra {Pantocometes)
Doivnesii als n. A. von Bombay, Bates (Proceed. zoolog. soc. of
London 1866. p. 353 f.) Chlamys Formosana und Lamprosoma alie-
7111771 als n. A. von Formosa.
Suffrian (Archiv f. Naturgesch. XXXII. p. 288 ff.) La7npro-
soma auricolle, Chlamys 7nela7iospila, nigritella und strammea als n. A.
von Cuba, ausserdem Chlam. conifera Lac. und flavicollis Lac
Daclirys fasciata Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 94) n. A.
von Bogota, Clythra hisignata Walker (Appendix zu K. L o r d's The
naturalist in Vancouver- Island p. 333) n. A. aus British Columbia,
Lahidostomis Lejeimil Fairmaire (Annal. soc. entom. de France
4. ser. VI. p. 70) n. A. aus Oran, Clythra (Lahidostojnis) trifoveolata
Desbrochers des Loges (Bullet, de l'acad. d'Hippoue 1865.
p. 42) als n. A. aus Algier, Cheüotoma Eeyi Bris out (Annal. soc
entom. de France 4. ser. VI. p. 422) als n. A. aus Spanien.
Cryptocephalidae. — Suffrian hat mit dem zv/eiten
Theile seiner Abhandlung: »Zur Kenntniss der Südamerikanischen
Cryptocephalen,« welchem ausschliesslich der 16. Band der Linnaea
entomologica (Leipzig 1866. 488 pag.) gewidmet ist, eine der um-
Archiv f. Natu.g XXXII. Jahrg. 2 bd. Eo
458 G-ers taecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
fangreichsten coleopterologischen Monographieen mit rühmlichstem
Fleisse beendigt. Verf. beginnt diesen zweiten Theil mit reichhal-
tigen Nachträgen zu der ersten Hälfte der Südamerikanischen Formen,
indem er zunächst eine vor Monachus zu stellende, durch siebenglie-
drige, lockere Fühlerkeule ausgezeichnete neue Gattung Heptar-
thrius (mit einer Art: Hept. longimanus aus Venezuela), sodann
eine Keihe neuer Arten aus den Gattungen Monachus und Crypto-
cephalus sens. strict. zur Kenntniss bringt. Dieser folgen sodann
die Gattungen Scolochrus mit 94, Metallactus mit 63, Sternoglos-
sus (nov. gen., von Scolochrus durch die Vorderbrust, welche län-
ger als breit und vor der Mitte beulig aufgetrieben ist, unterschie-
den) mit 2, Pachybrachis mit 41 nndAmbrotodes (nov. gen., auf
Crypt. Chilensis Blanch. = fem. : Cr. elegans Blanch. begründet)
mit 3 Arten. Die Arbeit wird mit der Anführung einiger dem Verf.
unbekannt gebliebener Arten älterer Autoren abgeschlossen.
Derselbe (Archiv f. Naturgesch. XXXIT. p. 297 ff.) machte
Cryptocephalus commutatus, elatus, vinctus, Poeyi, pcwidiis, signatel-
lus, Pachybrachis decipiens, parallelepipedus, militans, devotus, brun-
neolus und flavo-callens als n. A. von Cuba bekannt, indem er gleich-
zeitig zahlreiche früher von ihm beschriebene Arten derselben Lo-
kalität nach Vergleich eines umfangreicheren Materials nochmals
erörtert. — Als neue Nord-Amerikanische Art beschreibt Verf. aus-
serdem (Zeitschr. f. d. gesammt. Naturwiss. XXVI I. p. 113 f.) Cry-
ptocephalus pallidicornis aus Illinois.
Derselbe (Synonymische Miscellaneen XXIX, Stett. Entom.
Zeit. 1866. p. 205 — 210) beschrieb Cryptocephalus floribundus als n.
A. aus Südfrankreich und Pachybrachis anoguttatus als n. A. aus
Mallorca. Ueber mehrere von anderen Autoren neuerdings be-
schriebene Arten theilt Verf. gleichzeitig synonymische Bemerkun-
gen mit.
Baly (Transact. entomol. soc. of London 3. ser. IV. p. 61 ff.
pl. 3) machte folgende neue Ostindische Formen durch Beschreibung
und Abbildung bekannt: Bucharis nov. gen., im Habitus mit Pra-
sonotus und Ditropidus übereinstimmend, aber durch den nicht ab-
gestutzten Basallappen des Prothorax, welcher von der Basis des
Schildchens aufgenommen wird, unterschieden; von Coenobius und
Achaenops durch die entfernt stehenden Augen, durch den concaven
oder abgestutzten Hinterrand des Prostern um u. s. w.- abweichend.
— Zwei Arten: Buch. Suffriani Neu-Guinea und fulvipes Morty -In-
sel. — Dioryctes grandis n. A. Sumatra, Penang, Melixanthus coctus
Borneo, Flores, ?bimaculicolUs Penang, Cadmus chlamyoides Morty-
Tnsel, sqiiamulosus Batchian, submetallescens Ternate, Cryptocephalus
apicipennis Penang, annulipes Borneo, octospilotus Tringanee, suspe-
ctus Borneo, Wallacei Timor, discrepans Morty-Insel.
der Entomologie während der J. 1865 — 60. 459
Bates (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 354) beschrieb
Cryptocephalus Stvinhoei als n. A. aus Formosa.
Morawitz (Horae societ. entom. Ross. II. p. 173 f.) Crypto-
cephälus Sareptanus und Ergenensis als n. A. von Sarepta.
Perris (Annal. soc. entom. de France 4. ser. V. p. 510) Pa-
chijhrachis testaceus als n. A. aus Corsika, Bris out (ebenda 4. ser.
VI. p. 421) Cryptocephalus tibiälis als n. A. aus Spanien.
Eumolpidae. — Baly (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. II. p. 334 ff.) machte folgende neue Arten und Gattungen dieser
Gruppe bekannt: Glyptoscelis aeneipennis Venezuela, Trinidad, fas-
ciciilaris Columbien, albicans Vaterl. unbek., Myoclirons Sallei Me-
xiko, explanatus Caracas, armatus Brasilien, Corysthea (neuer
Gattungsname für den schon vergebenen: Corycia Baly) ferox Ca-
yenne, Larapro sphaerus (Gattung jetzt auf die mit Lampr. col-
laris Baly zunächst verwandten Arten beschränkt) Hebe, 5-pustulatus
und scintülaris Amazonien, lateralis Brasilien, Chaleoplacis (Chevr.
mscpt., nov. gen., vom Verf. näher charakterisirt und auf Chalc.
abdominalis Baly begründet) sumptuosa Am^izonien, Chalc ophyma
(nov. gen., auf Chalc. aeruginosa Baly basirt) cretifera, laeta, tar-
salis und tiiberculosa Amazonien, Endocephalus spilotus und Colaspis
elegantula ebendaher.
Derselbe (ebenda 3. ser. II. p. 427 ff.) Scelodonta Murrayi n. A.
von Old-Calabar, Colasposoma igneicolle, fulvicorne und viridiaeneum
Siam, viridivittatum vom Niger.
Derselbe (Journ. of Entomol. II. p. 433—442) setzte seinen
»Attempt at a Classification of the Eumolpidae« mit den Gruppen
der Myochroinae und Bromiinae fort. Erstere umfasst die fünf
Gattungen: Dictyneis (nov. gen., für Myochrous pulvinatus Blanch.
errichtet), Myochrous Er., Glyptoscelis LeC, Pachnephorus Redt,
und Eryxia nov. gen., durcb die Verschmelzung des Prosternum
mit den Episternis charakterisirt. — Art: Eryx. Baikii vom Ni-
ger. — Die Bromiinae werden durch die Gattungen Bromius Chevr,
(Br. hirtus Fab.), Syricta nov. gen. (für Calomorpha Wahlbergii
Stäl errichtet), Acrothinium Marsh, und LopUea nov. gen. gebil-
det. Bei letzterer Gattung {Loph. melancliolica n. A. Birmah) ist
das Basalglied der Tarsen verschmälert, der Körper nicht metallisch
gefärbt.
Clark (Transact. ent. soc, of London 3. ser. II. p. 417 ff.) beschrieb
als neue Arten und Gattungen aus West-Australien: Geloptera Du-
houlaii und nodosa. — Th auni asto merus nov. gen., im Habitus
der Gattung Edusa gleichend, aber etwas breiter und weniger pa-
srallel und besonders durch kurze, stark verdickte, gebogene Mittel
cheukel ausgezeichnet, welche in der Mitte so breit sind, dass sie-
4G0 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
^/g ihrer Länge gleichkommen, — Art: Thaum. viridis. — Edusa
aureoviridis, setosa, hispidtila und nigroaenea. — Ocnus nov. gen.,
von Edusa durch schlankeren und längeren Körper, weniger gesenk-
ten Prothorax, mehr heraustretenden Kopf und deutlich ausgeran-
dete Oberlippe abweichend. — Art: Ocn. viridis.
Derselbe (Annais of nat. bist. 3. ser. XV. p. 139 f.) unter-
schied eine neue Gattung Corynoeides , von Corynodes durch viel
längere Fühler, welche beim Weibchen länger als der halbe Kör-
per, beim Männchen fast von Körperlänge sind, durch mehr läng-
liche Glieder der Fühlerkeule, zugespitztes Endglied der Taster und
die beim Weibchen stark tuberkulirten Flügeldecken. — Art: Cor.
tuherculata von Pulo Penang. — Neue Arten ebendaher sind: Bliy-
parida atripennis und rufa, Colaspoides pulchella, Colasposoma aeneo-
viride und metcdlicum.
A. Mars hall (Eumolpidarum species novae, Journ.ofEnt.il.
p. 347 ff.) machte Pseudocolaspis sericata n. A. Cap., haliporphyra,
aiireovillosa und semipurpurea Pt. Natal, azurea Senegambien, _p?*&e-
rula und servula Cap, Gyno (nov. gen., von Pseudocolaspis durch
grossen Kopf und grosse Mandibeln, flachen, fast quadratischen Pro-
thorax, unbewehrte Schenkel und gerade Schienen abweichend) mor-
dicans Süd-Afrika, Eriphyle rufovittata Amazonien, hipartita unbek.
VaterL, circumcincta und rectUineata von Cayenne bekannt.
Derselbe, Corynodinorum recensio , On the Corynodina,
a subiamily of the Eumolpidae (Journ. of the Linn. soc, Zoology
VIII. p. 24 — 50) vereinigt die Gattungen Corynodes Hope, Chryso-
chares Mor. und Cbrysochus Redt,, welchen er eine neue unter dem
Namen Acrothinium hinzufügt, zu der Gruppe (»Unterfamilie«)
der Corynodina, welche er in ihren Charakteren feststellt. Die neue
Gattung Äcrothiniiim hat gleich Corynodes stark gekeulte Fühl-
hörner, doch ist das letzte Glied derselben nicht stumpf und abge-
rundet, sondern zugespitzt. Von Corynodes, welche Verf. in sieben
Untergattungen zerfällt, führt er 56, von Acrothinium 1 (Chrysoch.
Gaschkevitchii Motsch.), von Chrysochares 1 und von Chrysochus
9 Arten auf. Als neue Arten werden beschrieben: Corynodes (Pla-
(ycorynus) simillimus Goldküste, lautissimus Gaboon, pusio N'Gami,
^Corynodes) janthinus Vaterl. unbek., {Theumorus, subgen. nov.)
amethystinus Vaterl. unbek., [Eury corynus, subgen. nov.) floscu-
lus Cambodja, congener (Baly) Manila, Java, JDohrnii (Baly) Ceylon,
fraternus (Baly) Sumatra, fulgiircms Ceram, gratiosus (Baly) Ran-
goon, ampidlatus Java, mcdachiticus Indien, hyacinthinus Java, sua-
veolus Manila, asphodelus Nepal, specidum Java, chcdyheus Cambodja,
(OwiO(^on subgen. nov.) ttihercidatus (Baly) Sarawak , {Erigenes
subgen. nov.) circumductus Indien und (B athycolp iis subgen.
nov.) ignicollis (Hope) China; Chrysochus Galifornicus, tenebrico-
der Entomologie während der J. 1865— 6G. 461
sus und castaneus Californien. — Den Corynodes Dejeani Gerst.
und Senegalensis Oliv, vereinigt Verf. als Farben - Varietäten mit
Cor. compressicornis Fab.
Suffrian (Archiv f. J^aturgesch. XXXII. p. 325 &.) gab aus-
führliche Beschreibungen von folgenden auf Cuba einheimischen Eu-
molpiden: Colaspis smaragdula Oliv., alcyonea n. A., Chalcophana
elongata, abdominalis, fervida, viridula, varicomis und striata n. A.
(von Chalc. varicornis werden zugleich die Mundtheile charakterisirt),
Heteraspis nana n. A., Metachroma adusta, puncticolUs, siitiiralis,
liturata, laeviuscula und sordida u. A., Myochrous dubius Fab.
Fairmaire (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 72 fif.)
machte Paclmephonis hispidulus, Colaspidea omilum und grossa,
Cyrtonus gihhicoUis als n. A. aus Algier bekannt.
Chrysomelae genuinae. — Baly, Descriptions of new
genera and species of Phytophaga (Annais of nat. hist. 3. ser. XV.
p. 33 ff.) machte folgende neue Gattungen und Arten dieser Gruppe
bekannt: Garystea nov. gen., von Australica durch einfache Fuss-
klauen, von Chrysomela durch kurzen Kopf, schmalen, gleichbreiten
Körper und den nicht verdickten Seitenrand des Thorax unterschie-
den. Auf Australica Waterhousii Baly, fulvilabris Germ, und zwei
neue Arten : Gar. inornata und Jansoni vom Swan-River begründet.
— Australica Digglesii, Lamprolina discoidalis und Chalcolampra
marmorata n. A. Moreton-Bay, Colaphus Boioringii Nord-China, Fla-
giodera cognata Old-Calabar, TFrt?Ze?*^ Zambesi. — Nicea nov. gen.,
mit Doryxena nahe verwandt, aber durch das nach vorn nicht her-
vortretende Metasternura unterschieden. — Drei Arten : Nie. impe-
rialis, bella und dimidiatipennis von Neu-Guinea. — Eumaea nov.
gen., von Nicea durch schlanke Fühler, gerippte Flügeldecken und
verschiedene Furchung des Thorax unterschieden ; der Eindruck
desselben reicht nicht ganz bis zu den Seitenrändern und jederseits
findet sich eine breite und tiefe Furche. — Art: Eum. pulckra
Neu-Guinea.
Clark (Transact. entora. soc. of London 3. ser. II. p. 404 ff.)
beschrieb als n. A. aus West - Australien : Paropsis mediovittata,
apicata, amoena, cap>tiosa, macidicollis, purpureo - aurea, tessellata,
nigroconspersa, sanguineotincta, transversomaculata, intertincta, nigri-
tiila, nigropicta, inciirva , perparviüa, nervosa und verrucipennis,
Chalcolampra ifndulatipennis und laticollis, Australica aeneonitens
und Chalcomela subpunctata. Die meisten Arten sind an der Cham-
pion-Bay gesammelt.
Bates (Proceed. zoolog, soc. of London 1866. p. 354) Aoria
qiänqiiemaculata und Lina Formosana als n. A. von Formosa.
Bris out (Annal. soc. entom. de France 4. ser. VI. p. 423)
Phratora Fairmairei als n. A. aus Spanien.
46:i Gerstaecker: Bei'icht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Suffrian (Synonym. Miscell. XXVII., Stett. Entom. Zeit. 1866.
p. 97 ff.) berichtigte die Synonymie von Oreina nigriceps Fairm. und
Peirolerii Bassi und gab eine nochmalige Beschreibung von Oreina
Ludovicae Muls.
Gal erucariae. — Von Clark wurden (Annais of nat. bist.
3. ser. XV. p. 143 ff.) folgende neue Gattungen und Arten von Pulo
Penang bekannt gemacht: Bh o mh op ala (Chew.), nov. gen., von
Adorium durch breitere, mehr ovale Körperform, kürzere und dik-
kere Fühler und kugliges Endglied der Kiefertaster abweichend. —
Zwei Arten: Bh, duodecimpunctata (Chevr.) und pectoralis (Chevr.).
— Ochralea (Chevr.) nov. gen., von Adorium durch schmaleren
Körper, langgestrecktes und zugespitztes Endglied der Kiefertaster,
nicht zweispitzige, sondern appendikulirte Fussklauen und undeut-
liche Mesopleuren unterschieden. — Art: Ochr. nigricornis. — Äu-
lacophora (Chevr.) simpUcipennis, Goniopleura viridipennis, Oedece-
rus rufofuscus. — Dercetis nov. gen., Kiefertaster mit kurzem,
leicht verdicktem vorletzten und hervortretendem, zugespitzten End-
gliede; Thorax quer, breiter als der Kopf, aber im Vergleich mit
den breiten, niedergedrückten Flügeldecken klein; diese gerundet,
punktirt , ungestreift, Fussklauen appendikulirt. — Zwei Arten:
Derc. depressa und bifasciata. — Sehaethe flava, Argopus anguli-
collis n. A.
Clark, An examination of the Dejeanian genus Coelomera
and its affinities (ebenda 3. ser. XVI. p. 256 u. 315 ff.). Unter die-
sem Titel giebt Verf. eine Aufzählung und Charakteristik von 14
meist neuen Galerucinen -Gattungen, welche zum Theil auf Kosten
der Dejean'schen Gattung Coelomera errichtet, zum Theil zu die-
ser wenigstens bis jetzt nicht in nähere Beziehung gesetzt worden
sind. 1) Cerochroa Gerst. 3 A. 2) Alpliidia nov. gen., für Gal.
comitata Klug aus Madagascar errichtet. 3) Clitena Baly 1 A. 4)
Hymenesia nov. gen., auf Gal. Tranquebarica Fab. begründet. 5)
Orthoxia nov. gen., von Monocesta durch kuglig angeschwol-
lene Kiefertaster, gesägte Fühler und schwach zweispitzige Fuss-
klauen unterschieden. — Art: Orth. Boisduvalii (Dej.) von Java.
6) Pyesia nov. gen., auf Gal, laticornis Germ, begründet. 7) Pro-
cains nov. gen, auf die Chilenische Gal. mutans errichtet, welche
sich durch kurze, kräftige Körperform und stark entwickelte Basal-
glieder der männlichen Fühler auszeichnet. 8) Pachytoma nov.
gen., auf 6r. Westermanni (Dej. Cat.) aus Westafrika und P. flava
von Port Natal begründet. — 9) Sphenoraia nov. gen. Fühler
kräftig, Glied 1. und 3. gleich lang, 4. bis 6. kürzer, Körper kurz,
gleich breit. — Zwei Arten: Sph. flavieolUs und nigripennis Nord-
Indien. — 10) Bircema nov. gen., für G. nigripennis Fab. aus
Cayenne und zwei neue Arten: D. cinctipenne Parä und ruflcrus
der Entomologie während der J. 1865 — 66. 463
Cayenne errichtet. — 11) Blonocesta nov. gen., den Kern der
Dejean'schen Gattung Coelomera, nämlich die grossen Amerikani-
schen Arten mit hinterwärts bauchig erweiterten Flügeldecken um-
fassend. — 26 Arten : M. imperialis Columbien, equestris (Dej.) Ca-
yenne, ducalis Mexiko, splendida Parä, consularis Brasilien, ülustris
Cayenne, coryli Say, depressa, Bahji, elegant ula Brasilien, Hoepfneri
Mexiko, sanguinicollis Brasilien, ohliquenoiata und cincta Amazonien,
spectanda Cayenne, flavociiicta, circumcincta, carhonaria, nigriventris,
Klugii und riibiginosa Brasilien, glaucaBo\\w\2i, frontalis Campeche,
fuscescens Bolivia, nigricornis Bogota und atricornis. — 12) Coelo-
mera (Dej.) Erichs. 16 A. : C. modesta, rufofusca Brasilien, bajulaOl,
lanio Shlbg. , Cayennensis Fab. , ruficollis Ol. , picta Baly, induta
Amazonien, tihialis Cayenne, macuUcollis Honduras, aerata Colum-
bien, siohmetalUca, parallela, violaceipennis ebendaher, tenuicornis
Bolivia und binotata (Dej.) Brasilien. — 13) Coraia nov. gen.,
durch den quadratischen Thorax , die kräftigen Fühler und die
gleichbreite Körperform an gewisse Cerambyciden - Formen erin-
nernd. — Art: C. macuUcollis Mexiko. — 14) Nestinus nov. gen.,
von Coraia durch den queren Thorax, schlankere Fühler und das 4.
Glied, welches länger als das 3. ist, unterschieden. — Drei Arten:
N. bimaculatus Guatemala, regalis Mexiko und incertus Brasilien.
— lieber die vom Verf. beschriebenen Arten ist zu bemerken, dass
seine Pachytoma Westermanni bereits von 111 ig er als Galeruca
gigantea und sein Dircema cinctipenne von E rieh son (in Schom-
burgk's Reisen in British Guyana) als Galeruca septa beschrieben
worden ist. Zur Gattung Dircema gehört ferner Galeruca evidens
Er. aus Peru, zu Monocesta (in die Gruppe der M. ducalis, consu-
laris u. s. w.) die Galeruca zona lllig.
Baly, Descriptions of new genera and species of Galleruci-
dae (ebenda 3. ser. XVI. p. 247—255) charakterisirte folgende neue
Gattungen: Simaethea nov. gen., aus der Halticinen - Gruppe, mit
Podagrica nahe verwandt, von dieser abgesehen von zahlreichen an-
deren Charakteren schon durch den Mangel der kurzen, senkrech-
ten Gruben an der Basis des Thorax zu unterscheiden. — Art:
Sim. Laportei von Tringanee. — Xuthea nov. gen., der Gattung
Diplaulaca in der Form des Thorax, .der Gatt. Crepidodera in der
Form und Punktirung der Flügeldecken gleichend; von letzterer
durch die an der Spitze mit einem kurzen Dorn bewehrten Schie-
nen, von ersterer durch den Ümriss und die Punktirung der Flü-
geldecken unterschieden. — Art: Xiith. orientalis Indien. — Cy-
norta nov. gen., aus der Galerucinen-Gruppe, durchlange, schmale
Körperform und den verlängerten, vorgestreckten Kopf vor allen
übrigen Formen ausgezeichnet. — Art : Cyyi. porrecta Java. — Na-
drana uov. geni, mit Luperodes nahe verwandt, durch schiankere
464 Gerstaecker: Bericht üb. d. wisscnsch. Leist. im Gebiete
Fühler, gegrubten Thorax und verhältnissmässig längeres drittes
Fühlerglied unterschieden. — Art : Nadr. palUdicorms Tringanee.
— Antipha nov. gen., durch glatte Körperoberfläche, lange und
schlanke Beine und Fühler, unbewehrte Schienen und appendikulirte
Fussklauen charakterisirt. — Art: Äfit. picipes Indien. — Mo-
maea nov. gen., von Nicea und Eumaea durch längeres drittes
Fühlerglied und den Thorax, welcher der Quere nach ausgehöhlt,
in der Mitte der Länge nach vertieft und beiderseits quer gefurcht
ist, unterschieden. — Art: Mom. viridipennis Mysol. — Mimast ra
nov. gen., von der vorhergehenden Gattung durch weniger hervor-
stehenden und kleineren Kopf, kürzeres drittes Fühlerglied, abge-
flachte Oberseite und verkümmertes Prosternum unterschieden. —
Art: 3Iim. arcuata Indien. — Sastra nov. gen., vonMomaea durch
kleineren Kopf, kürzeres und queres Gesicht und mehr behaarte
Körperoberfläche abweichend. — Zwei Arten ; Sastr. placida Mysol
und Umhata Neu-Guinea.
Derselbe (Transact. entomol. soc. of London 3. ser. II.
p. 342 ff.) machte eine neue Halticinen- Gattung Sophraena be-
kannt, ohne ihre Beziehungen zu den bereits bestehenden zu erör-
tern und beschrieb als n. A.: Sophr. ornata Amazonien, Crepidodera
elegantula und Brasüiensis, ÄphtJiona moerens Brasilien, Coelomera
ruficornis Brasilien, laeta Eio-Grande, bipustulata Ega, Diahrotica
coccinea und pulchra Neu-Granada, puncticöllis Columbien, sithlim-
hata Amazonien, Deyrollei Neu-Granada, tenella Mexiko, suturalis
Cayenne, Hebe Columbien, discoidalis Ecuador, quadrivittata Brasi-
lien, dimidiatipennis Peru, Saundersi Quito, siibsulcata Neu-Granada
und tetraspüota Mexiko.
Derselbe (ebenda 3. ser. II. p. 430 ff.) Podontia scapholdes
n. A. Nord-China, maculatissima Port Essington, Moulioti Laos, Ble-
pharida Ghiliensis, Notozona Mstrionica Mexiko, flavipustulata Bra-
silien und Batesii Amazonien. — Adorium tarsatmn und sordidum
Nord-China. — Hylaspes nov. gen., von Laphris, Doryxena und
den übrigen durch einen Metasternal-Stachel ausgezeichneten Gat-
tungen durch gesägte Fühler von mehr als Körperlänge und mit
gleich grossem 2. und 3. Gliede (beide sehr kurz) unterschieden. —
Art: Hyl. longicornis Himalaya. — Bupho nida nov. gen., mit
Galeruca nahe verwandt, durch den aufgeschwollenen, heraustreten-
den Kopf abweichend. — Art: Buph. evanida aus Süd-Indien. —
Agetocera lobicornis und Hopii Indien, Coelomera Batesii und cinxia.
vom oberen Amazonenstrom, ornata von Bogota.
Derselbe, New genera and species of Gallerucidae (ebenda
3. ser. II. p. 471 — 478) begründete auf Monocesta spectanda Clark
eine neue Go-iinng Syphaxia und auf Monocesta cincta Clark eine
neue Gattung Chor in a; eretere unterscheidet sich von Monocesta
der Entomologie während der J. 1865—66. 465
durch imbewehrte Fussklauen und viel kürzere Fühler, letztere von
Monocesta gleichfalls durch einfache Klauen und durch mehr gleich
breiten Körper, von Syphaxia durch die längeren und dünneren
Fühler. — Die Gattung Cerotoma Er. bereichert Verf. mit 15 neuen
Arten : Cer. de Gandei Ecuador, heterocera, congener, excavata, trans-
versofasciata, limhifera, Amazona, contuherncdis, pidchra, perplexa
und alternata vom Amazonenstrom, BeyroUei Columbien, quadripu-
stulata Guatemala und Mexiko , Erichsonii Amazonien und Peru,
Salvinii Panama.
Derselbe, Descriptions of uew genera and species of Galle-
rucidae (Annais of nat. bist. 3 ser. XVI. p. 402— 410). Diamphidia
vittatipennis und flexuosa Süd-Afrika, Podontia evanida, marmorata,
nigrotessellata und reticulata Süd-Afrika, flava Sarawak, Dalmani
Lombok, rufocastanea Indien, congregata Vaterl. unbek., Bircema
discoiddle Peru , laticolle Amazonien, cinctipenne Clark (nochmals
beschrieben) , pulcJirum vom oberen Amazonenstrom , columhicum
Bogota, laetum Ecuador, sordidum Ega, modestum Columbien. —
Hypliaeni a nov. gen., auf Luperus pilicornis Motsch. von Birmah
begründet.
Derselbe, Descriptions of new genera and species of Gal-
lerucidae (Entom. monthly magaz. 11, p. 97, 127 u. 147 ff.) beschrieb
Cneorane (nov. gen.) fulvicollis Ostindien, Boryida (nov. gen.)
Moulioti Laos, Berecyntha (uov. gen.) tibialis Cambodja, Meso-
donta (nov. gen) limhata (Clitena limbata Baly ant.), Clitena ignei-
_2Jenw/s Nord- West-Indien, Bonesia (nov. gen.) CZarÄ;« Sierra-Leone,
Aethonea (nov. gen.) Murrayi Old-Calabar, Sarda (nov. gen.)
tetraspilota "NeuG Hebriden. — Ebenda p. 127 f. : Iphidea (nov. gen.)
discrepens (?) Japan, Astena (nov. gen.) atripcs Indien, (p. 147 f.):
Ar Gast es (nov. gen.) hiplagiata Singapore und Ematliea (nov.
gen.) aeneipennis Sumatra. Die neuen Gattungen sind zwar mit
Charakteren versehen, aber in ihrer Verwandtschaft und ihren Un-
terschieden von bereits bekannten nicht erörtert ; ihre Begründung
auf einzelne herausgegriffene Arten lässt sie ohnehin schon be-
denklich erscheinen.
H. Clark, An examination of the Halticidae of South- Ame-
rica (Journ. of Entomol. II. p. 375—412) gab eine Charakteristik
von 21 neuen Süd-x^merikanischen Halticinen-Gattungen, welchen er
die Namen Asphaera, Aspicela, Litosonycha, Sophraena, Clamophora,
Pedüia, Ora, Cyrtosphaerus, Bipliaulaca, Psüaplia, Oxygonus, Eho-
palotoma, Lactica, Tenosis, CaepoHs, Pelonia, Bisonycha, Systena,
Cacoscelis, Caloscelis und Notozona beilegt. Zahlreiche diesen Gat-
tungen angehörende Arten werden vom Verf. diagnosticirt.
Le Conte, On the species of Galeruca and allied genera in-
habiting North-America (Proceed. acad. nat. scienc. of Philadelphia
466 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
1865. p. 204—222). — Die Gruppe der Galerucinen im engeren Sinne
(nach Ausschluss der Halticinen) ist dem Verf. zufolge in Nord-Arne-
rika durch 12 Gattungen repräsentirt, welche nach der Klauenbil-
dung drei ünterabtheilungen zufallen : A. Klauen an der Basis stark
erweitert: Cerotoma, Malacosoma, Phyllobrotica, Phyllecthris, Lu-
perus, Agol^sücSi und Ga str 0 gij 71(1 nov. gen., von Agelastica durch
scharfen und hervorragenden Unterrand der Epipleuren abweichend.
— B. Klauen gespalten oder scharf gezähnt: Coelomera, Diabro-
tica, Galeruca und Trirhabda nov. gen., letztere von Galeruca
durch die nicht bis zur Spitze ausgedehnten Epipleuren unterschie-
den. — C. Klauen spitz, gewöhnlich ungetheilt: Monoxia nov.
gen. — Die einzelnen Gattungen sind folgendermassen repräsentirt:
1) Cerotoma Chevr. 2 A. (caminea Fab. und furcata Oliv.). 2) Ma-
lacosoma Eosenh. 2 A. : M. fuscula und tincta n. A. 3) Phyllobro-
tica Redt. 4 A., Ph. luperina n. A. Californien. 4) Phyllech-
thrus (Dej.), vom Verf. zuerst näher charakterisirt, 3 A., davon
neu: Ph. gentilis aus Georgien. 5) Luperus GeoÖr. 11 A. darunter
neu: Lup. cyanellus aus dem Westen und morulus aus Texas. 6)
Agelastica Redt. 1 A. (A. halensis). 7) GastrogynaLeC. 1 A. (Diabr.
insolita LeC.). 8) Coelomera Chevr. 1 A. (coryli Say). 9) Diabro-
tica Chevr. 10 A., D. connexa und halteata aus Texas n. A. 10)
Galeruca Geoffr. 20 A., darunter neu : Gal. crihrata, conferta, sexvit-
tata, cavicolUs, haematica, integra und 77iaritima. 11) Trirhabda LeC.
9 A., neu: Tr. nitidicollis Neu -Mexiko, convergens Kansas, virgata
und hrevicolUs Süd-Staaten. 12) Monoxia LeC. 6 A. (z. B. M. angu-
laris, guttulata LeC.)^ neu: M. obtusa Massachusetts, debilis Neu-
Mexiko. — Nur 6 von früheren Autoren beschriebene Arten sind
dem Verf. unbekannt oder zweifelhaft geblieben.
ApMliona Allardi Bris out (Annal. soc. entom. de France
4. ser. VI. p. 424) n. A. aus Spanien, Plectroscelis Schaefßini Sti er-
lin (Mittheil. d. Schweiz. Entom. Gesellsch. IL p. 31) n. A. vonBag-
dad, Bhaphidopalpa signata Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. X. p. 284)
n. A. aus Sicilien und Phyllohrotica elegans Kr a atz (ebenda p. 285)
n. A. aus Constantinopel.
Psylliodes af7ipUcoUis Wollaston (Coleopt. Atlantiduin, Ap-
pend, p. 56) n. A. von Madera, Ädorium cJiryso77ieloides und Sehaethe
Balyi Bates (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 355) n. A.
von Formosa.
Eine systematische Bearbeitung der Galerucinen Europa's und
des Mittelmeer-Gebietes lieferte de Joannis in seiner »Monogra-
phie des Gallerucides (FAbeille III. p. 1—168. pl. 2). In derselben
wird auf Agelastica dilativentris Reiche eine neue Gattung Mar-
seulia (p. 160) begründet. Auf der beifolgenden Tafel sind einige
der Entomologie während der J. 1865—66. 467
Gattungs-Typen nebst den systematisch verwertheten Körpertheilen
dargestellt.
E. Allard hat (ebenda III. p. 169—320) unter dem Titel:
»Monographie des Alticides« eine neue Bearbeitung der Europäi-
schen und dem Mittelmeer-Gebiet eigenthümlichen Halticinen be-
gonnen, welche dem Yerf. durch die fast gleichzeitig mit seiner ersten
Monographie publicirten Arbeiten vonFoudras und Kutschera
geboten schien. In der vorliegenden werden die unter verschiede-
nen Namen beschriebenen Arten identificirt, die neu hinzugekomme-
nen gehörigen Orts eingeschaltet u. s. w. Der Schluss der Abhand-
lung steht noch in Aussicht.
Goureau (Annal. soc. entom, de France 4. ser. VI. p. 169)
beschrieb die in den Blättern von Solanum dulcamara minirende
Larve der Psylliodes dulcamarae und deren Entwickelung.
Hispariae. — Baly (Transact. entom. soc. of London 3.
ser. IL p. 351 ff.) machte sechs neue Uroplata- Arten unter den Na-
men: Uropl. 12-maculata von Santarem, Wal]:e7'i, Stevensi, Grayi,
terminalis und 16-guttata aus Brasilien bekannt.
Bates (Proceed. zoolog. soc. of London 1866. p. 354) Hispa
caUicantha als n. A, von Formosa.
Cassidariae. — Kirsch (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 95 ff.)
beschrieb CalUaspis nigricornis, Chelijmorpha semifasciata, Charido-
tis reticulata, Coptocycla Lindigii, affinis, conspersa und resplendens
als n. A. von Bogota.
Dohrn (Stett. Entom. Zeit. 1866. p. 166 f.) machte nähere
Mittheilungen über Cassida desertorum Gebl. nach Sibirischen und
Sareptaner Exemplaren und gab eine berichtigte Diagnose der Art.
Morsbach (ebenda 1865. p. 114) empfiehlt das Bestreichen
der Innenseite der Cassiden-Flügeldecken mit Glycerin, um den ihnen
im Leben eigenen Metallglanz zu erhalten.
Erotylidae. Eine neue Gattung T a_p in o^arsws stellte K i r s c h
(Berl. Entom. Zeitschr. IX. p. 97 ff.) auf. Dieselbe ist von Priotelus
durch dreigliedrige Fühlerkleule, von Zonarius durch scharf gekieltes
Prosternum, auffallend kurze Schenkel, gekrümmte Schienen und
sehr schmale Tarsen unterschieden. — Art: Tap. tnaculatus vonBo-
gotä. — Als n. A. ebendaher werden beschrieben : L2jbas cnientatus,
Cyclomorphus variegatus, Brachysphaenus qiiadrifasciatus, Äegithus
bicolor und sexmacidatus, Erotylus stülatus, Priotelus ignohüis, Ba-
ds femoraUs, Omoiotelus trimacidatus und emarginatus. — Ebenda X.
p. 214 : Languria porrecta und andigrada.
Wo 1 las ton (Coleopt. Atlantidum, Append. p. 57) machte
Xestus fungicola als n. A. von den Canarischen Inseln bekannt.
Endomychidae. Corynomalus separandus Kirsch (Berl. Ent.
Zeitschr. IX. p. 103) n. A. von Bogota.
468 Gerstaecker: Bericht üb. d. wissensch. Leist. im Gebiete
Goccinellina. M u 1 s a n t bat von seiner Monographie dieser
Familie eine neue Ausgabe begonnen, in welcher er die nachträg-
lich entdeckten Arten zu publiciren gedenkt. Der im J. 1866 er-
schienene erste Theil dieses Werkes hat dem Ref. noch nicht zur
näheren Einsicht vorgelegen.
Chevrolat (Rev. etMagas. de ZoqI. 2. ser. XVIIT) beschrieb
Hyperaspis illecebrosa Muls. und Bellieri n. A. aus Spanien, Bri-
sout (Annal. soc. entom, de France 4. ser. VI. p. 425) Hyperaspis
sexguttata n. A. ebendaher.
lieber die Arten der Gattung Bulaea Muls, veröffentlichte
Kr a atz (Berl. Ent. Zeitschr. IX. p. 119) einige synonymische Be-
merkungen.
Corylophidae. — Wankowicz (Annal. soc. entom. de
France 4. ser. V. p. 229 f.) beschrieb Ortliopenis punctatus als n. A.
von der Berezina und Kluki n. A. von Minsk.
Bonn, Druck von Carl (jeorgi
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