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Bonn, Druck von Carl (ieorgi.
ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS 0 N.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DP LEUCKART IN GIESSEN
HEU AUSGEGEBEN
von
Dß. F. H. TROSCHEL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN-
VIEB UND DREISSiaSTEB JÄHBaÄNG.
Zw^eiter Band.
Berlin,
Nicolai sc he Verlagsbuchhandlung.
(A. Effert und L. LiiiJtaer.)
1868.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säu-
gethiere während des Jahres 1867. Von Tr ose hei . 1
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1867. VonTroschel 46
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während das
Jahres 1867. Von Troschel 69
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1867. Von Troschel . . 109
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vö-
gel während des Jahres 1867. Von Dr. Hartlaub . 159
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niedern Thiere während der Jahre 1866
und 1867. Zweite Hälfte. Von Dr. Rud. Leuckart.
Echinodermata ........ 207
Coelenterata 248
Protozoa 300
-jy lühalt.
Infusoria • • • '
Rhizopoda
Gregarinae . ..•••••
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der In-
sekten während der Jahre 1867-68. Von Friedrich
Brauer in Wien . • • • * " "
Seite
303
325
339
343
Bericht über die Leistiiiigeu in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1867.
Von
Troschel.
Von Harting's Leerboek van de grondbeginselen
der Dierkunde in hären geheelen omvang erschien wäh-
rend der Jahre 1866 und 1867 die zweite Abtheilung des
zweiten Theiles, die Morphologie der Wirbelthiere ent-
haltend, in drei Lieferungen. Der Inhalt dieses Bandes
zerfällt in zwei Abtheilungen: 1) Vergleichende Anato-
mie der V^^irbelthiere mit den Abschnitten a. Histiologie
p. 11, b. Organe der Bekleidung, Stütze und Bewegung
p. 32, c. Ernährung p. 295, d. Nervensystem und Sinnes-
organe p. 420, e. Urogenitalsystem p. 535, 2) Entwicke-
lung der Wirbelthiere p. 622. Viele in den Text einge-
druckte Holzschnitte zieren das Buch und erleichtern
das Verständniss.
Alexander Brandt hat Untersuchungen über
das Verhältniss des Gewichtes des Gehirns zu dem des
Körpers bei den verschiedenen Thieren angestellt. Bull,
de Moscou 1867. IL p. 525. Er findet das Gesetz bestätigt,
nach welchem sich das relative Gewicht des Gehirns mit
der Grösse des Körpers vermindert, und dass die jungen
Thiere ein verhältnissmässig grösseres Gehirn haben, und
bringt es in folgende Form : Je kleiner ein Thier ist,
um so grösser ist verhältnissmässig sein Gehirn und um
/Vrchiv f. Naturg. XXXI V. Jahrg. 2. Bd. A
2 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
SO thätiger sind die physiologischen Processe. Schliess-
lich fügt er hinzu, dass das Weib verhältnissmässig ein
wenig mehr Gehirn hat als der Mann.
Allen fand bei 23 menschlichen Schädeln eine
Trennung des grossen Flügels des Sphenoidbeines von
dem vorderen unteren Winkel des Parietalbeincs, und
statt dessen eine Vereinigung an dem Punkte zwischen
dem Schläfenbein und Stirnbein. Angeregt dadurch un-
tersuchte er Säugethierschädel und fand eine Spheno-pa-
rietal-Naht bei Simia morio, satjrus, Semnopithecus, Ca-
tarrhini, Lemuridae, Marsupialia, Carnivora, Cetacea, Si-
renia, Ruminantia, Choeropsis, Hyrax, Dicotyles, Troglo-
dytes gorilla; dagegen hatten eine Temporo-frontal-Naht
Troglodytes niger, Hylobates, Cercopithecus, Platyrrhini,
Bison, Bos, Tragus, Tapirus, Rhinoceros, Sus, Equus,
Rodentia, Edentata, Hvpsiprymnus. Proc. Philadelphia
p. 11. .
In Sumner's Speech on the cession of Russian
America to the United States. Washington 1867 ist p. 37
auch ein Abschnitt über Pelze und Pelzhandel enthalten.
Stieda schrieb über den Haarwechsel. Archiv für
Anatomie ct. p. 517 Taf. 15. Verf. fasst die Resultate
folgendermassen zusammen. In Folge der eingetretenen
Atrophie der Haarpapille hört das Haar auf, in die Länge
zu wachsen, die Zellen des Keimlagers werden zur Bil-
dung der Rindensubstanz des Haarkolbens verbraucht, bis
auf einen geringen, den Haarkolben umgebenden Rest.
Von hier aus geht ein die Cutis vor sich hertreibender
Fortsatz aus. Ein Theil der Cutis wächst in diesen Spros-
sen hinein und wird zur Papille des neuen Haares, die
Zellen der Sprossen werden zum Haar mit seinen Schei-
den. So entsteht das neue Haar auf einer neuen Papille,
während das alte Haar durch mechanische Einflüsse ent-
fernt wird.
lieber das Verzehren der Nachgeburt bei einigen
Hausthieren machte Lindquist eine Mittheilung, woran
sich Bemerkungen von Sundevall schliessen. Ofversigt
af kongl. Vetensk. Akad. Förhandlingar 1867 p. 561.
Einen Artikel , Versuch über die bei der thieri-
der Säugethiere während des Jahres 1867. 3
sehen Species durch die Natur und den Menschen be-
wirkten Abänderungen" von Sacc hat Noll Zool. Gar-
ten p. 309 übersetzt. Verf. ist der Ansicht, jeder deut-
liche Unterschied zwischen zwei wildlebenden Thieren,
ausgenommen derjenige der Grösse und Farbe, müsse
eine Art ausmachen, wenn er sich immer gleichmässig
von Generation zu Generation wiedererzeugt.
In einem Aufsatze „Wanderung durch die Thier-
gärten von Lyon, Paris und Köln'' von x\lex. Pagen-
stecher Zool. Garten p. 241 und 281 sind manche Be-
merkungen auch über Säugethiere gemacht, die beachtens-
werth sind, aber nicht einzeln in unseren Berichten auf-
genommen werden können. — Ebenso in einer Schilde-
rung des zoologischen Gartens in Dresden von Noll.
Ib. p. 341. — Derselbe beschreibt den zoologischen
Garten in Berlin, ib. p. 390, den in Hannover p. 415,
den in Hamburg p. 460.
Durch die fünf Berichte des Verwaltungsrathes der
zoologischen Gesellschaft in Hamburg vom Jahr 1862 bis
1867 wird ein stetes Aufblühen des dortigen zoologischen
Gartens nachgewiesen.
Wahlgren lieferte in Acta universitatis Lunden-
sis 1865 einen Bericht über das zoologische Institut der
Universität Lund, aus welchem wir entnehmen, dass in
der Sammlung 310 Säugethiere, 3996 Vögel, 249 Amphi-
bien, 1453 Fische, 390 Anneliden, 705 Crustaceen, Mol-
lusken und Radiaten in Weingeist , u. s. w. u. s. w. ent-
halten sind.
Europa. Dawkins schrieb über die vorhistori-
schen Säugethiere, die in Gesellschaft des Menschen in
Grossbritannien gefunden sind. Es ist ein Verzeichniss
von 33 Arten, von denen acht nicht mehr in Grossbri-
tannien leben. Diese letzteren sind Canis lupus , Ursus
arctos, Castor über, Alcis malchis, Megaceros hibernicus,
Cervus tarandus, Bos urus und Sus scrofa. The intellec-
tual observer XII. p. 403.
Van Bemmelen hat bereits 1864 in Bouwstoffen
voor eene Fauna van Nederland III. p. 228 ein Verzeich-
niss der Säugethiere, welche im wilden Zustande in Nie-
4 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
derland beobachtet worden sind, gegeben, das 56 Arten
enthielt. Dazu sind ib. p. 414 (1866) Nachträge geliefert,
jedoch ohne Vermehrung der Arten.
Collett hat eine Reise nach den Wallfisch -Inseln
(Hvaloerne) unternommen, die unter 59» n. Br. und 40o
ö. L. liegen und berichtet Nyt Magazin for Naturviden-
skaberne 15 p. 4 über die dort wildlebenden Säugethiere.
Von Raubthieren sind Füchse die häufigsten, Wölfe sehr
selten, Dachse hier und da, Lutra vulgaris ziemlich häu-
fig; von Seehunden Phoca vitulina , Halichoerus Grypus
und Phoca annellata ; von Nagern Hasen häufig, Eich-
hörnchen weniger zahlreich als auf dem nahe liegenden
Festlande, Mus sylvaticus und musculus überall, Mus de-
cumanus ist erst kürzlich eingewandert, Hypudaeus am-
phibius und agrestis ; von Walfischen unzweifelhaft meh-
rere Arten nebst Delphinus phocaena.
Stricker theilt aus einer nicht in den Buchhan-
del gekommenen Gelegenheitsschrift bei der Greifswalder
Jubelfeier 1856 „Zur naturgeschichtlichen Statistik der
in Pommern ausgerotteten Säugethiere von Th. Schmidt^
einen Auszug mit. Zool. Garten p. 306. Genannt wer-
den Auerochse, Elenn, verwilderte Pferde, Luchs, Bär,
Biber, wilde Katze, Wolf.
Alt um beabsichtigt eine „Fauna der Wirbelthiere
des Münsterlandes in ihren Lebensverhältnissen nach
selbstständigen Beobachtungen und Erfahrungen darge-
stellt" herauszugeben. Er hat mit den Säugetbieren den
Anfang gemacht, die in Münster 1867 erschienen sind.
Verf. legt in dieser Schrift seine langjährigen Beobach-
tungen und Erfahrungen , namentlich über das Vorkom-.
men und die Eigenthümlichkeit in Körper- und Lebens-
verhältnissen der Thiere des Münsterlandes nieder. Zuerst
werden die früheren Säugethiere des Münsterlandes be-
sprochen, unter denen wieder die diluvialen Elephas
primigenius und priscus, Rhinoceros tichorhinus und ge-
schichtlichen Bos taurus (Auer der Alten), Bos urus (Wi-
sent der Alten) und Alces palmatus , Ursus arctos und
Felis lynx unterschieden werden, über deren beide letz-
teren sich noch schriftliche Aufzeichnungen vorfinden;
der Säugethiere während des Jahres 1867. 5
endlich Canis lupus und Castor fiber, die noch vor we-
nigen Decennicn im Münsterlande lebten. Zu den jetzi-
gen Säugethicren des Münsterlandes gehören dann 12
Fledermäuse, 7 Insectenfresser, 9 Raubthiere, 13 Nage-
thiere, 2 Wiederkäuer und 1 Vielhufer, zusammen 44 Arten.
In einer Skizze zu einer Fauna Tubingensis , von
Leydig, aus der „Beschreibung des Oberamts Tübin-
gen," herausgegeben von dem Königl. statistisch-topogra-
phischen Bureau, Stuttgart 1867 ersehen wir p. 43, dass
daselbst 10 Fledermäuse, 6 Insectenfresser, 9 Raubthiere,
8 Nager, 2 Wiederkäuer und 1 Vielhufer wild vor-
kommen.
B ruhin gab eine Uebersicht der Säugethiere Vor-
arlbergs zool. Garten p. 394. Daselbst werden aufgezählt :
Rhinolophus Hipposideros, Talpa europaea und caeca, Cro-
cidura leucodon und araneus. Felis catus und lynx schei-
nen nicht mehr vorzukommen, ebenso Canis lupus, dage-
gen Canis vulpes sehr häufig, Ursus arctos ist noch vor
40 Jahren in Nuziders geschossen worden, Mustela Mar-
ies und Foina, Lutra vulgaris, Arctomys marmota, Mus
decumanus, Arvicola amphibius, Lepus variabilis, Cervus
elaphus und capreolus, Capra hircus, Capella rupicapra.
Dort leben also 1 Fledermaus, 4 Insectenfresser, 4 Raub-
thiere, 4 Nagethiere und 4 Wiederkäuer.
Man liest im zool. Garten p. 444: Im Jahre 1865
wurden in der ganzen österreichischen Monarchie , mit
Ausnahme Ungarns, noch für 178 Bären, 1037 Wölfe und
9 Luchse Prämien bezahlt. Davon kommen auf Steier-
mark 1 Wolf, auf Krain 23 Wölfe und 4 Bären, auf
Triest 1 Wolf, Tirol und Vorarlberg 8 Bären, Westgali-
zien 15 Wölfe, Ostgalizien 183 Wölfe, 32 Bären, 9 Luchse,
Bukowina 1 Bär und 1 Wolf , Lombardisch - Venetien
1 Bär, Militärgrenze 132 Bären, 525 Wildkatzen, 1612
Marder, 813 Wölfe, 5602 Füchse.
In einem Kalender der Fauna von Oesterreich, den
Fr i ts ch Wiener SItzungsber. 56 p. 212 gegeben hat, er-
wachen aus dem Winterschlafe Meles vulgaris und Talpa
europaea am 7. März, Vespertilio murinus und auritus
am 22. März, Cricetus frumentarius am 27. März Sper-
6 Troschel: Bericht üb. d. Leist. iu d. Naturgeschichte
mophilus citillus am 4. April; — dagegen begeben sich
in den Winterschlaf Cricetus frumentarius den 12. Octo-
ber, Vespertilio muriniis den 20. October, Spermophilus
citillus den 21. October und Meles vulgaris den 7. No-
vember.
Jeitteles hat in seinem Eifer, die österreichische
Fauna zu erforschen, nicht nachgelassen und in dem Pro-
gramm der Landes - Oberrealschule zu St. Polten 1867
^über einige seltene und wenig bekannte Säugethiere des
südöstlichen Deutschlands" geschrieben, indem er sich
beklagt, dass für die Säugethierfauna Oesterreichs bisher
gar zu wenig geschehen sei. Er handelt über sechs kleine
Thiere, wie wir unten im Einzelnen berichten werden.
Als einen Beitrag zur Kenntniss der Wirbelthiere
Ober-Ungarns, und als Ergänzung der Arbeit vom Jeit-
teles 1862, bemerkt Horvath, dass 8ciurus vulgaris nicht
nur in der braunschwarzen, sondern auch in der braun-
rothen Varietät vorkommt, dass auch die Ziege gezüch-
tet wird, und dass auch Meerschweinchen und Kaninchen
gezähmt gehalten werden. Verhandl. zool. bot. Gesellsch.
in Wien p. 553.
Nach Petzholdt „der Kaukasus, eine naturhisto-
rische , so wie land- und volkswirthschaftliche Studie.
Leipzig 1866 Bd. 1 p. 163" ist die Säugethierfauna Kau-
kasiens nicht eben reich an Arten, am reichsten ist noch
die Ordnung der Fleischfresser. Tiger, Leopard, Felis
Chaus, Hyaena striata, Canis aureus kommen vor. Zahl-
reich sind die Nager. Von Wiederkäuern Hirsch, Reh,
Antilope Saiga, subgutturosa, Capra caucasica, Capra aega-
grus selten, Gemse, Bos urus in den obern Kuban-Gegen-
den ; in den Gewässern des kaspischen und schwarzen
Meeres Phoca vitulina, Phoca monachus, Delphinus pho-
caena und delphis.
Africa. In einer Notiz über die Fauna von Ma-
deira (die Preussische Expedition nach Ostasien, Zool.
Abth. L p. 8) sagt v. Martens, dass eigenthümliche
Landsäugethiere dort nicht gefunden werden; Kaninchen,
Mäuse und Ratten seien eingeführt, zwei Fledermäuse
europäische Arten.
der Säujethiere während des Jahrea 1867. 7
Nachträelich ist zn erwähnen: Exploration du Sahara.
Le3 Touarco: du Nord par Henri Duveyrier. Paris
1864. Al> Hausthiere werden von den Touaregs benutzt
das Kameel, Pferd, Zebu, Esel. Schaf, Ziege, Hund, auch
in den Städten die Katze. Von wild lebenden Säuge-
thieren werden (p. 224) 24 Arten genannt.
Chichester schildert das Thierleben in Südafrica.
Intcllcctual observer X. p. 42. Er rühmt den schnellen
und leisen Gang der Elephanten. ihre und der anderen
Riesenthiere . Rhinoceros und Nilpferd, ^Dichtigkeit fSr
die Herstellung von TVegen im Urwalde, spricht von den
Wanderungen mancher Thiere u. s. w.
Peters verzeichnete sieben Chiropteren aus Otjim-
bigue in Südwestatrica, welche Hahn gesammelt hatte.
Berliner Monatsber. p. 234.
In Baker -The Nile tributaries of Abyssinia, Lon-
don 1807'"' sind mancherlei Bemerkungen über Leben,
Nutzen, Jagd u. s. w. von Thieren enthalten. Nilpferde,
Antilopen, Krokodile, Elephanten, Giraffen, Rhinoceros,
Löwen bilden vorzüglich die Objecte der Schilderungen.
Systematische Uebersicht der Säugethiere Nordost-
Africa's mit Einschluss der arabischen Küste, des rothen
Meeres,, der Somali- und der Nilquellen-Länder, südwärts
bis zum vierten Grade nördlicher Breite von Th. v. Heu-
glin. mit Zusätzen versehen von Fitzinger, Wiener
Sitzungsber. 54 p. 537 — ölL Das Verzeichnis» enthält
12 Affen, 1 Halbaffen. 38 Chiropteren, 46 Carnivoren.
15 Insectivoren, 63 Nae:ethiere, 2 Edentaten. 13 Vielhu-
fer, 4 Einhufer, 62 Wiederkäuer und 5 Cetaceen.
Grandidier charakterisirte vier neue Säugethiere
aus Madagaskar, die unten namhaft gemacht sind. Revue
et mag. de Zoologie p. 84. — Derselbe zählt ib. p. 313
die von ihm auf Madagaskar während der Jahre von 1865
bis 67 beobachteten Säugethiere auf. Es sind 23 Halb-
affen, 3 Flederthiere, 7 Raubthiere, 5 Insectivoren und
1 Vielhufer, zusammen 39 Arten.
Asien. In De Filippi Note di un viaggio in
Persia. Milano 1865, welches Buch mancherlei zoologische
Bemerkungen enthält, findet sich p. 341 ein Abschnitt
8 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
über die Gnmdzüge einer Fauna des -westlichen Persiens.
Von Säugcthieren sind dort aufgezählt 3 Vespertilio,
1 Sorex, 1 Ursus, 1 Mustela, 1 Lynx, 3 Felis, 1 Cynai-
lurns. 1 Hyaena, 4 Canis, 1 Lepus, 1 Dipns, 1 Meriones,
1 Arctomys, 3 Cricetus, 1 Mus, 2 Arvicola, 1 Antilope,
1 Ovis, 1 Capra, 1 Sus. Mehrere neue Arten s. unten.
Die Novara - Expedition hat, wie v. Frauen Feld
erwähnt, auf den Nicobaren acht Landsäugethiere erbeu-
tet : Macacus cynomolgus L. , Pteropus javanicus Dsm.
und funereus Teinm. , Pachysoma tittaecheilum Temm.,
Vesperugo tenuis Temm., Cladobates nicobaricus Ftz. Ze].,
Mus setifer Hrsf. und palmarum Ftz. Zel. Verhandl.
zool. bot. Gesellsch. in Wien p. 595.
A. Mi Ine Edwards hat eine vorläufige Anzeige
von einer Sammlung Säugethiere gemacht, die der Pa-
ter Armand David in China und Mongoh'en zusammen-
gebracht hatte. Darunter eine neue Mauhvurfsgattung,
eine neue Hamstergattung, zwei Siphneus- Arten, ein Sper-
mophilus, ein Dipus, zwei Gerbillus , eine Antilope und
ein Hirsch. Annales des sc. nat. VII. p. 375. Die Ab-
handlung ist in den Nouvelles Archives d'histoire natu-
relle III. Bull. p. 18 erschienen, und enthält ausser kur-
zen und allgemeinen Notizen über die Fauna auch ein
Verzeichniss der in Pekin und im Norden von China
während 4 Jahren beobachteten Säugethiere. Es enthält
2 Fledermäuse, 3 Insectenfresser, 20 Carnivoren, 18 Na-
gethiere, 13 Wiederkäuer, 3 Einhufer und 1 Vielhufer,
zusammen 60 Arten, unter denen viele europäische.
In des Marquis de Courcy „L'empire du Milieu.
Paris 1867" ist p. 150 eine Uebersicht der Thierwelt ge-
geben. Von Affen wird genannt Cercopithecus nemaeus,
dann eine etwas grössere Art mit gabiigem Schwänze (?)
und rüsselartig verlängerter Schnauze , eine Art Chim-
panse, und noch eine menschenähnliche Form. — Mehrere
Arten Chiropteren, von denen die grössten im Süden le-
ben. — Von Raubthieren werden eiwähnt der braune
Bär in den westlichen Gebirgen und der weisse Bär an
den Küsten der Mandschurei, der Vielfrass, dessen Pelz
geschätzt ist, und aus dessen seidenartigem Haar Pinsel
der Säugethiere während des Jahres 1867. 9
zum Schreiben gemacht werden ; mehrere Arten Marder,
Landotter und Seeotter, Wiesel, Ilund, Wolf und Fuchs;
Löwe und Tiger existiren wahrscheinlich noch, ein klei-
ner Panther, die Hauskatze von grauer oder schwarzer
Farbe, die Angorakatze, eine grosse wilde Katze, die
gegessen w^ird, der Luchs. — Unter den zahlreichen Na-
gern werden hervorgehoben die Bambusratte, die gemeine
schwarze Ratte, die Maus, Stachelschwein, Igel, Mur-
melthier, Hase und Kaninchen , Eichhörnchen und flie-
gendes Eichhörnchen, welche beide letzteren von den
Chinesen den Vögeln zugezählt werden. — Die Eden-
taten sind durch eine Axt Manis repräsentirt. — Von
Pachydermen Elephant, Rhinoceros, Tapir, zwei Arten
Schw^einc, sanglier und cochon (wohl wild und zahm),
Pferd und Esel. - Von Wiederkäuern das zweihöckerige
Kameel, Rind, Büffel, Yak, Ziege, Schaf, eine zierliche
Art Axis, Bubale grosse Antilopenart, zwei oder drei
Hirscharten, Moschusthier. — Eine Phoca. — Von Ceta-
ceen: eine Art Meerschwein von den Eingeborenen Was-
serschwein genannt, Delphin,^ Walfisch. So ungenau alle
diese Angaben sind, so geben sie doch ein Bild von der
Säugethierfauna.
Ueber die Säugthierfauna von Shangai in China be-
richtet V. M a r t e n s Preuss. Expedition nach Ost- Asien
p. 155. Hasen (vielleicht Lepus tolai PalL) waren das
einzige vierfüssige W^ild der Gegend ; Hausthiere sind
Büffel, Pferde, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen.
Ueber die japanischen Säugethiere machte v. Mar-
tens Preuss. Expedition nach Ost - Asien Zool. Abth. I.
p. 75 Mittheilungen : Er berichtet über Ursus japonicus
Schi., zwei Wölfe, Leoparden kommen nicht vor , Fuchs
vom Europäischen nicht verschieden, Nyctereutes, Fisch-
otter, Mustela melampus und itatsi, Meles anakuma, Talpa
wogura, Igel, Fledermäuse, zwei Eichhörnchen, Pteromys
leucogenys, Mäuse sehr zahlreich, Hase, Sus leucomystax,
Cervus sik^ Antilope crispa, Inuus speciosus. Von zah-
men Säugethieren Japans werden erwähnt; Pferde,
Schweine, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen.
Von Rosenberg gab Nachricht über die Säuge-
10 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Natur^schichte
thierfauna der Aru-Inseln, Reis naar de Zuidoostercilan-
den. 'S Gravenhage 1867 p. 31. Am zahlreichsten sind
die Flatterthiere vertreten. Den beiden von Wallace be-
kannt gemachten Arten Hipposideros aruensis und Pte-
ropus argentatus fügt Verf. drei neue Arten Pteropus
hinzu; von Raubthieren kommen zwei Arten Paradoxu-
rus vor, deren eine Verf. für neu hält ; reicher sind die
Beutelthiere vertreten mit 7 Arten , Cuscus maculatus,
das Vorkommen von Cuscus orientalis auf den Aru-Inseln
wird bezweifelt, Petaurus ariel, Dorcopsis ßrunii hat Verf.
nicht gesehen, Perameles Doreyanus, Myioictis Wallacei,
Dactylopsila trivirgata ; von Dickhäutern kommt Sus pa-
puensls vor ; von Cetaceen ist Halicore dugong öfters an
den Küsten gefangen. — Es wird bemerkt, dass sechs
Plirsche (Cervus moluccensis) von Ceram aus eingeführt
sind, wovon zwei auf der Insel Wammer, vier auf Was-
sier ausgesetzt sind. Das erstgenannte Paar ist spurlos
verschwunden, die letzteren dagegen haben sich zu einer
grossen Herde vermehrt. — Von Hausthieren wird ausser
den Hunden wenig Anwendung gemacht.
x^uf den Kei-Inseln fand v. Rosenberg ib. p. 78
keine anderen Säugethiere , als die auch auf den Aru-
Inseln angetroffen werden. Pteropus argentatus und
einige Vespcrtilionen waren sehr allgemein, Paradoxurus
hermaphrodita und Parameles doreyanus leben nur auf
dem bergigen Gross-Kei, vrährend Cuscus maculatus und
das wilde Schwein wieder in der ganzen Inselgruppe ge-
funden wird. Cuscus orientalis und Dactylopsila trivir-
gata scheinen nicht vorzukommen. Als Hausthiere trifft
man Hunde, Katzen, Ziegen, Ratten und Mäuse, die bei-
den letzteren in sehr grosser Menge.
Den Inseln Koor und Tijoor fehlen einige Thiere,
die auf Kei zu Hause sind, während andere vorkommen,
die Ceram angehören. So wird Pteropus argentatus durch
Pteropus moluccensis und Sus papuensis durch Sus cera-
mensis vertreten. Cuscus maculatus, einige FJedermäuse,
Ratten und wilde Schweine sind die einzigen auf Tijoor
lebenden Säugethiere. Ib. p. 89.
Von den Watoebella - Inseln findet Verf. (ib. p» 93)
der Säugethiere während des Jahres 1867. 11
das isolirte Vorkommen einer Viverra auf den beiden
grossen Inseln bemerkenswerth, die weder auf der Go-
ram-Gruppe noch auf Tijoor gefunden wird. Vielleicht
sei sie identisch mit der auf Ceram lebenden Art. Cus-
cus- Arten, die auf den umliegenden Inseln so allgemein
vorkommen, fehlen hier ganz.
Die Fauna der Goram-Inseln hat viel Uebereinstim-
mung mit der von Ceram, doch besitzt sie auch einige
Formen von Neu-Guinea, wie Cuscus orientalis. Die
Säugethiere beschränken sich auf einige Fledermäuse,
worunter zwei Arten Pteropus, Cuscus orientalis, das
wilde Schwein, Ratten, Mäuse, W^alfische, Pottfische und
Halicore. Cuscus orientalis wird weder auf Ceram noch
auf den übrigen benachbarten Inseln angetroffen, wohl
aber auf Neu-Guinea ; dagegen fehlt auf Goram Cuscus
maculatus, der allgemein über Ceram, Kei und Aru ver-
breitet ist. Das wilde Schwein ist Sus ceramensis. Phy-
seter hält sich gern zwischen den Inseln auf. Ib. p. 99.
Australien. Nach v. Frauenfeld finden sich
in Neu-Caledonien folgende Säugethiere: zwei Abarten
Fiederhunde, eine sehr kleine Fledermaus, zwei Ratten,
das Schnabelthier (unverbürgt), Robbe, Wallros, Meer-
schwein, Cachelot. — Eingeführte Thiere sind: Katze,
Hund, Kängeruh, Schwein, Pferd, Esel, Rind, Ziege,
Schaf. Verhandl. der zool. bot. Gesellsch. in Wien 17
p. 483.
Kr ef f t beschrieb aus einer Sammlung vom Cap York
in Nordaustralien zwei neue Arten Hapalotis, und erwähnt
dabei, dass die Sammlung auch eine Fledermaus der Gat-
tung Petalia enthielt ; ferner ein Perameles, der für iden-
tisch mit P. doreyana gehalten wird. Proc. zool. soc. p. 318.
M'Coy gab eine kleine Schrift heraus: On the re-
cent Zoology and Palaeontology of Victoria. Melbourne
1867, in welcher er der Thiere Erwähnung thut, welche
einen öconomischen Nutzen bieten oder sonst ein wissen-
schaftliches Jnteresse haben. Dieselbe ist auch abgedruckt
in Annais nat. bist. 20 p. 175. Von Säugethieren werden
nur wenige angewendet. Die Arten von Macropus, Os-
phranter, Halmaturus und Phascolomys liefern Leder,
12 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
werden aber jetzt nur wenig benutzt; als Nahrungsmittel
erscheinen auf dem Markte von einheimischen Thieren
nur die Schwänze der grösseren Känguruh's, zu Suppe.
Die kleineren Arten, so wie auch Yombats, Phalangista,
Lagorchestes, Hypsiprimnus und Perameles werden von
den Eingcbornen und Reisenden gegessen. Im Norden
der Colonie ist Osphranter rufus sehr häufig, seltner Ma-
cropus fuliginosus und ocydromus; im Süden kommt M.
major vor, die sich neuerlich ungeheuer vermehren, we-
gen der Vergiftung der Dingo's oder eingebornen Hunde
durch Strychnin; auf den Inseln der Bass - Strasse lebt
H. vallabatus und Bennetti , auch H. brachyurus kommt
in Süd- Victoria vor. In einer Hohle bei Melbourne wird
Molossus australis gefunden. Zwei Seehunde Arctoce-
phalus lobatus und Stenorhynchus leptonyx sind ziemlich
selten. Gutes Pelzwerk liefern Phalangista vulpina und
Dasyurus viverrinus. Zahlreiche Cetaceen ohne ökono-
mischen Werth kommen vor, eine grosse Art von 90'
Länge hält Verf. für eine neue Art, die er Fhysalus
Grayi nennt.
Amerika. Macfie spricht in seinem Buche
„Vancouver Island and British Columbia. London 1865"
p. 297 über die Fauna dieser Erdgegend. Von Säuge-
thieren zählt er 21 Arten auf.
C 0 u e s verzeichnete Proe. Philadelphia p. 133 die
Säugethiere von Arizona. Es sind 3 Volitantia, 6 Car-
nivora, 16 Rodentia, 3 Ruminantia, zusammen 28 Arten.
In einem in Mexico 1865 erschienenen Buche „Me-
moria de los trabajos ejecutados por la comision cienti-
fica de Pachuca en el ano de 1864 ist p. 261 — 332
ein Beitrag über die Fauna von Pachuca von Vi IIa da
enthalten. Von Säugethieren sind nur eine Fledermaus
Vespertilio murinus?, Canis Vulpes und eine Viverra auf-
geführt.
Qnadrumana.
Mivart las in der Royal society Januar 1867 über
das Appendicular-Skelet der Primates. Er kam zu dem
der Säugethiere während des Jahres 1867. 13
SchlusS; dass der Mensch sich weniger von den höheren
Affen unterscheidet, als gewisse Primates von einander,
und dass er demnach offenbar seine Stelle unter den
Gliedern der Subordo Anthropoidea einnimmt. Annais
nat. bist. 19. p. 219.
Unter der Ueberschrift Mammaloa^ical Notices hat. Slack in
Proc. Philadelphia p. 34 folgende Arten beschrieben und Bemerkun-
gen dazu gemacht : 1. Anthropopithecus tschego (Troglodytes tschego
Duvernoy, Troglodytes calvus Du Chaillu), 2. Cynocephalus doguera
Pucheran et Schimper , 3. Mycetes palliatus Gray , 4, Macacus für
n. sp., 5. Galago elegantulus (Microcebus elegantulus Le Conte, Ga-
lago crassicaudatus Gray , Otolicnus apicalis Du Chaillu) , 6. Dau-
bentonia madagascariensis St. Hilaire 1795 (Cheiromys madagasca-
riensis Cuv.).
Simiae. Möbius erzählte Zool. Garten p. 279 von einem
Chimpanse, der einer Katze, die ihn gekratzt hatte, die Nägel ab^-
biss, und von einem anderen, der einen durch die Wand geschla-
genen Nagel wieder zurückschlug und dann das Loch verstopfte.
Nach Untersuchung zweier Schädel des Pariser Museums fin-
det Bischoff keinen genügenden Grund zwei Species des Chim-
panse, Troglodytes niger und Tschego von einander zu unterscheiden.
Sitzungsber. der Münchener Akademie 1867. 1 p. 283. Verf. fügt
den drei ihm bekannten Fällen von sechs Backenzähnen bei Orang-
Utang-Schädeln auch einen Fall von einem Chimpanse-Schädel hinzu,
der im Unterkiefer sechs Backenzähne hatte. Verf. bemerkt, der
Unterschied zwischen den Affen der alten und neuen Welt, insofern
er auf der Zahl der Backenzähne beruht , werde durch das nicht
seltene Auftreten eines sechsten Backenzahnes bedeutend gemindert,
während sich die Verschiedenheit von dem Menschen vergrössere,
bei dem doch nur höchst selten die Varietät von sechs Backzäh-
nen beobachtet worden sei. Ib. p. 444.
Ueber die Verschiedenheit in der Schädelbildung des Gorilla,
Chimpanse und Orang-Outang, vorzüglich nach Geschlecht und Al-
ter , nebst einer Bemerkung über die Darwinsche Theorie von B i-
schoff Abhandl. der Münchener Akad. 1867 mit 22 Tafeln. Nach
seiner Erfahrung erlauben die Thatsnchen nicht anzunehmen, dass
der Mensch von einem der bekannten Affen abstamme , und wenn
sein Vorfahr ein Affe sei, er nur fossil sein könne. Ohne dass die
Frage zum Abschluss gebracht worden sei, sind die Bedenken des
Verf. gegen die Darwinsche Theorie wohl zu beachten. Vergl. eine
Notiz von S e r r e s über ein kleines Versehen in der ol)igen Ab-
handlung Nouvelles Archives du Museum d'hist. nat. III. Bull. p. 14.
Hutton wies nach, dass derHulmann, Semnopithecus entel-
14 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lus, den er Hoonoomaun nennt, trotz der Versicherungen der Rei-
senden, er sei über ganz Indien vom Cap Comorin bis zum Hima-
laya verbreitet, doch nur auf die tropischen Ebenen der südwest-
lichen gangetischen Provinzen beschränkt sei. Proc. zool, soc.
p. 944.
üeber Semnopithecus maurus und Macacus cynomolgus finden
sich einige Bemerkungen bei v. Martens Preuss. Expedition nach
Ost-Asien zool. Abth. I. p. 52.
Macacus für Slack Proc. Philadelphia p. 36 pl. I. von der In-
sel Luzon.
Pagen Stecher verglich die Muskulatur des Drill (Mandrilla
leucophaea) mit der des Menschen. Zool. Garten p. 121 und 161.
Die einzelnen Muskeln werden beschrieben ; dann werden die Vor-
der- mit den Hintergliedmassen eingehend verglichen.
Äteles Bartlettii Gray Annais nat. bist. 20 p. 300 aus Brasi-
lien vom oberen Amazon. Derselbe ist Proc. zool. p. 992 pl. 47
abgebildet.
Hensel schilderte Charakter und Lebensweise der beiden in
Rio Grande de Sul lebenden Affen, nämlich Mycetes seniculus und
Cebus fatuellus. Zool. Garten p, 361.
Frosimii. Mivart machte nachträgliche Bemerkungen über
die Osteologie der Lemuriden (vergl. Bericht 1864 p. 37) Proc. zool.
soc. p. 960. Er konnte im Pariser Museum Cheirogaleus furcifer
und Milii, Hapaleraur und Microcebus pusillus und Lepilemur mus-
telinus im Skelett untersuchen. Die Gattungen Lepilemur, Cheiro-
galeus und Microcebus mit ihren Arten werden charakterisirt.
Cheirogalus Coqiiereli Grandidier Revue et mag. de zool. p. 85
von Madagaskar.
Mivf rt beschrieb eingehend den Schädel von Indris diadema,
erläuterte ihn durch Abbildungen, gab zahlreiche Maasse an , und
unterscheidet schliesslich die drei Arten Indris brevicaudatus, dia-
dema und h.niger. Proc. zool. soc. p. 247.
J. E. Gray stellte eine neue Art Prosimia flavifrons auf und
Hess sie abbilden. Sie stammt von Madagascar. Proc. zool. p. 596
pl. 31.
Max Schmidt beschreibt zool. Garten p. 313 zwei Le-
mur nigrifrons, Männchen und Weibchen, aber an Farbe sehr ver-
schieden.
Propühecus Verreauxi Grandidier Revue et mag. de zool. p. 84
von Madagaskar.
Lepilemur rußcaudatus Grandidier ib. p. 256 von Madagaskar.
Alphonse Milne Edwards hält Nycticebus javanicus
Geoffr. und N. tardigradus L. für specifisch nicht verschieden, un-
terscheidet jedoch davon ein© neue Species N. einereus von Siam
der Säugethiere während des Jahres 1867. 15
und Cochinchina Annales des sc. nat. VII. p. 161 ; Nouvelles Ar-
chives du Museum d'hist. nat. III. Bulletin p. 9.
Kirk zeigte an, dass die Galago-Art der Insel Zanzibar von
der Art des gegenüberliegenden Festlandes verschieden sei, auf der
Insel lebt Galago agisyrabanus, auf dem Festlande Galago crassicau-
datus. Proc. zool. soc. p. 952.
Peters zeigte, wie auch aus dem Gehörorgan die Verwandt-
schaft von Chiromys madagascariensis mit den Halbaffen und die
Verschiedenheit von den Nagern hervorgehe. Sitzungsber. Ges. na-
turforschender Freunde zu Berlin 1866 p. 17.
Volitantia.
Peters hat eine Zusammenstellung der Arten der Gattung
Pteropus gegeben. Berliner Monatsber. p. 319: A. Körperbehaa-
rung stets reichlich, nicht allein über die Hälfte des Vorderarms,
sondern auch auf die Rücken- und Bauchseite des Unterschenkels
ausgedehnt, a. Ohren kurz, sparsam mit langen Haaren bekleidet.
Pt. vulgaris und rubricollis Geoffr. b. Ohren aus dem Pelze her-
vorragend, aber kürzer als die Schnauze, kahl. Pt. dasymallus Temm.,
pselaphon Lay, vetulus Jouan. c. Ohren so lang oder länger als
die Schnauze, kahl. Pt. leucopterus Temm., conspicillatus Gould.
B: Körperbehaarung lässt immer den grössten Theil der Bauchseite
des Unterschenkels frei und ist, wo sie sich über die Rückseite des
Vorderarms ausdehnt, hier immer sehr kurz und geht bei alten
Exemplaren oft ganz verloren. Pt. edulis Geoffr., medius Temm.,
phaeops Temm.. Edwardsii Geoffr., Geddiei Macgill., griseus Geoffr.,
ocularis n. sp. von Ceram, macrotis n. sp. von Boeroe, scapulatus
Pet., personatus Temm., alecto Temm., hypomelanus Temm., mela-
nopogon Schleg., chrysoproctus Temm., Temminckii Pet., Keraudre-
nii Q. G., Samoensis Peale, molossinus Temm. , jubatus Eschsch.,
Macklottii Temm., celehensis Schlegel n. sp. von Celebes.
In einer Fortsetzung ib. p. 865 geht es dann weiter : A. Mit
einer Kralle am Zeigefinger, 2. Gatt. Cynonvcteris ?l-^üli_?i_^*
3. 3. 1. 4. 1. 3. 3.
C. aegyptiacus Geoffr., collaris Illig., amplexicaudatus Geoffr., stra-
mineus Geoffr., Dupreanus Poll. 3. Gatt. Cynopterus Fr. Cuv.
2. 2. 1. 4. 1. 2. 2. ^
n—n — ^ — ^"T — ö~~2 marginatus Geoffr., brevicaudatus Geoffr.,
2 2 1 4 1 *^ 2
melanocephalus Temm. 4. Gatt. Ptenochirus Pet. ' ' ' ' ' q' '
2. ö, 1. ü. 1. O. d.
cauda distincta. Pt. Jagorii Pet. 5. Gatt. Megaerops Pet.
2. 2. 1. 4. 1. 2. 2.
2 3 12 13 2 ^^^^^ nuUa. M. ecaudatus Temm. 6. Gatt,
16 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
2. 2. 1. 2. 1. 2. 2.
Harpyia Illig. 2 3 10 13 9 ^' ^®P^^l<^^®s Fall. 7. Gatt. Epo-
1. '2.*1.*4.*1.'2?1. ^ .
mophorus Bann. ^ ^ — r-j — ^—^ Schwanz sehr kurz. E. macro-
cephalus Ogilb., Franqueti Tomas, Wahlbergii Sundevall, gambianus
Og., cryptufus Fat., labiatus Temm., comptus Allen, pusülus n. sp.
von Westafrica. 8. Gatt. Hypsignathus Allen. H. monstrosus Allan.
3. 2. 1. 4. 1. 2. 3.
9. Gatt. Macroglossus Fr. Cuv. ^ ^^ ^ . Zunge lang, spitz,
vorstreckbar. M. minimus Geoflfr., australis Fat. B. Zeigefinger
ohne Nagel; Körperflughaut von der Spinalgegend ausgehend. 10.
'-i 112113
Gatt. Cephalotes Geoffr. — — r — - — ^ — i — - — ^ Schwanz sehr kurz, C.
2 2 11 112 2
Feronii Geoffr. 11. Gatt. Notopteris Gray ^' ' ' 1^^ V'ö''
i&. o. 1. 1 — 1. i. o. ^.
Schwanz lang. N. Macdonaldii Gray.
Pteropus rubiginosus, insignis und fumigatus sind neue Arten
von Rosenberg, Reis naar de Zuidooütereilanden p. 31 von den
Aru-Inseln.
Feters beschrieb in den Berliner Monatsber. p. 703 einige
neue Flederthiere : Pteropus Gouldii aus Nordost-Australien, Bhino-
lophus Deckenii von Zanzibar, VespertiUo (Pternopterus) lobipes aus
Akyab in Arracan.
Feters las in der Berliner Akademie, Monatsber. p. 469
über die zu den Gattungen Mimon und Saccopteryx gehörigen Fle-
derthiere. Den Haupttheil dieser Abhandlung bildet die Gattung
Staccoperyx, die vom Verf. in 8 Gattungen zerspalten wird. 1. Sac-
copteryx Illig. mit 2 Arten, S. leptura und bilineata. 2. Pero-
pteryx n. gen. mit 4 Arten, Emballonura canina Temm., Frobosci-
dea villosa Gerv., P. Kappleri n. sp. aus Surinam, leiicoptera eben-
daher. 3. Cormura n. gen. mit 1 Art, Emballonura brevirostris
Wagn. 4. B alanti opteryx n. gen. mit 1 neuen Art B. plicata
aus Funtarenas in Costarica. 5. Bhynchonycteris n. gen. mit
1 Art Vespertilio naso Wied. 6. Centronycteris GraymitlArt
VespertiUo calcaratus Wied. 7. Coleura n. gen. mit 1 Art Em-
ballonura afra Feters. 8. Emh allonura Kühl Temm. mit 3 Ar-
ten E. monticola Kühl , Mosia nigrescens Gray , Vespertilio semi-
caudatus Feale.
Jeitteles bestätigt im Frogramm zu St. Fölten 1. c.
dass die von Kolenati beschriebene Fledermaus Amblyotus atratus
wirklich eine neue Art sei, und eine neue Gattung bilde, deren Cha
raktere er folgendermassen feststellt: Oben 4, unten 5 Backenzähne:
Ohren faltenlos mit vor dem Deckel endigendem Aussenrand; Ohr-
deckel am obern Drittel des Innenrandes convex bogig , mit dem
abgerundeten Ende nach aufwärts und aussen gebogen; das Sporn-
der Säugethiere während des Jahres 1867. 17
bein am Hinterfuss trägt einen äusserst schmalen, nicht bogig vor-
springenden, seitlichen Hautlappen. Das Genus ist ein Zwischen-
glied zwischen Vesperugo und Vespertilio , und Verf. vermuthet,
dass dieses Thier ein Bastard, möglicherweise von Vesperugo Nils-
sonii und discolor und einer Vespertilio - Art etwa V. Daubentonii
oder mystacinus sein könnte.
Allen veröffentlichte Bemerkungen über die Vespertilioniden
des tropischen Amerika. Proc. Philadelphia 1866 p. 279—288. Zu-
nächst giebt Verf. die Beschreibung von neun neuen Species der
Gattung Vespertilio, nämlich V. mundiis von Maracaibo, concinnus
von San Salvador, exiguus von Aspinwall, N. G., olscurus von Nie-
der-Californien, agüis aus Mexico, volans aus Nieder - Californien,
exüis ebendaher, tenuidorsalis desgleichen, yumanensis von Fort
Yuma. — Dann folgt eine neue Gattung Ehogeessa mit
4. 1. 2. 1. 4.
^^r Zähnen, Backenzähne wie bei Nycticejus; Ohren ge-
trennt, fast so lang wie der Kopf, Tragus halb so hoch wie das
Ohr, Flughaut reicht bis zur Basis der Zehen , äusserer Sporn-
lappen vorhanden. Zwei neue Arten Bh. parvula und tumida aus
Mexico. Diese Gattung scheint die Noctilioniden mit den Vesper-
tilioniden zu verbinden, mit den ersteren durch Nyctinomus , mit
den letzteren durch Nycticejus. Die runden Naslöcher, abgestutzte
Schnauze, das Verhältniss der unteren Schneidezähne, der Winkel
des Unterkiefers nähern sie den Noctilioniden , das verschmälerte
Gesicht, die deutliche mittlere Grube, der verschmälerte Tragus
und die spitzen Ohren , die Zahl und Anordnung der Zähne , die
Ausdehnung des harten Gaumens, Länge des Schwanzes und die
Anheftung der Flughäute den Vespertilioniden. — Ferner wird eine
neue Art ScrotophUus miradorensis aus Mexico von Sc. fuscus un-
terschieden. — Endlich wird eine neue Art Vespertilio maerotus
vom Colorado River in Neu Mexico aufgestellt.
Vespertilio mirza De Filippi Note di un viaggio in Persia
p. 342 von Zendjau, Kasvin.
Insectivora.
Mivart lieferte einen wichtigen Beitrag zur Osteologie der
Insectenfresser, indem er eine ganze Reihe Schädel und Gebisse
derselben untersuchte. Amiales des sc. nat. VIII. p. 220. Verf.
nimmt 9 Familien an : Galeopithecidae (Galeopithecus), Macrosceli-
dae (Macroscelides, Petrodromus, Rhynchocyon), Tupaiidae (Tupaia,
Ptilocerus, Hylomys), Erinaciidae (Gymnura, Erinaceus), Centetidae
(Centetes, Ericulus, Echinops , Solenodon) , Potamogalidae (Potamo-
A-rchiv f. Naturg. XXXI V. Jahrg. 2. Bd. B
18 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gale), Chrysochloridae (Chrysochloris, Calcochloris) , Talpidae (Sub-
fara. Talpina mit den Gatt. Scalops , Scapanus, Condylura, Talpa ;
Subfam. Myogalina mit den Gatt. Urotrichus und Myogale), Soiici-
dae (Sorex). — Er beschreibt dann Erinaceus, Talpa, Sorex, Tu-
paia, Macroscelides, Centetes.
Nach einer Beobachtung von Karl Müller, Zool. Garten
p. 426, geht der Igel während der Nacht aus seinem Winterlager
auf Raub aus.
In einem Nachtrage zu der Beschreibung seiner Gattung Po-
tamogale (vergl. Ber. über 1865 p. 165) berichtigt All man die
Zahnformel dieser Gattung, indem er hinten noch einen Backenzahn
erkennen konnte , wodurch die Zahl der Zähne dieselbe ward, wie
sie Bocage angegeben hatte. Es sind demnach 3 Vorderzähne oben
und unten, kein Eckzahn, 3 Lückenzähne und 4 Backenzähne jeder-
seits oben und unten vorhanden, zusammen 40 Zähne. Proc. zool.
800. p. 256.
Durch Jeitteles, Verhandl. zool. bot. Gesellsch. in Wien
p. 909 , wurde Sorex pygmaeus als ein Bewohner Niederöster-
reichs entdeckt. Es wurde ein Exemplar Ende August 1867 bei
Zwettel lebend ein gefangen.
Sorex (Crocidura) fumigatiis De Filippi Note di un viaggio
in Persia p. 343 von Tiflis.
R i e s s behauptet , dass die sogenannten singenden Mäuse
vielmehr Spitzmäuse seien, die verirrt und vereinsamt aus Sehnsucht
nach ihres Gleichen oder wegen unbefriedigter sexueller Triebe ihre
musikalischen Talente ausbilden. Zool. Garten p. 34.
Spence Bäte hat durch Untersuchung des Milchgebisses
die Zahnformel von Talpa europaea festgestellt. Das Milchzahn-
gebiss zeigt jederseits 3 Vordeizähne, 1 Eckzahn und 4 Prämolaren
oben und unten, zu denen im bleibenden Gebiss noch 3 Backen-
zähne oben und unten hinzukommen. So wird also die Owen'sche
Zahnformel als die richtige bestätigt. Annais nat. bist. 19 p. 377.
Fast gleichzeitig mit einer zw^eiten Auflage des ersten Ban-
des von Bach Studien und Lesefrüchte erschien ein zweiter Band
Köln 1867, in welchem p. 133 — 154 ein Kapitel über den Maulwurf
enthalten ist, worin die Lebensweise desselben anziehend geschil-
dert wird.
Einen mongolischen Maulwurf mit einem Gebiss von
4. 2. 1. 3. 3. 1. 2. 4.
. — r— ; — . ■ -, — ^7— r sieht Alph. Milne Edwards Annales des sc
4 2. 1. 4. 4. 1. 2. 4. ^
nat. VII. p. 375 für eine neue Gattung an, und nennt ihn Scapto-
ehirus moschatus.
der Säugethiere während des Jahres 1867. 19
Carnivora.
Ursina. Ursus arctos ist im nördlichen Kurlande längst aus-
gestorben ; der letzte soll am Ende des vorigen Jahrhunderts in der
Dondangen'schen Grenze geschossen sein, wie Kawall angiebt.
Correspondenzblatt des Naturforscher-Yereins zu Riga 16 p. 120.
Ursus lasiotus Gray Annais nat. hist. 20 p. 301. aus Nord-
china, gehört in eine Gruppe mit U. arctos und ferox.
Joh- V. Fischer schilderte einen zahmen Nasenbär (Nasua
socialis). Zool. Garten p, 234.
Mustelina. Von Bischofshausen beobachtete nach einem
Regen eine Dachsfamilie von fünf Stücken, welche an allen Bäumen
sich aufrichteten und sie umkreisten. Er glaubte wahrzunehmen,
dass sie dort Schnecken frassen. Zool. Garten p. 184.
Von Bischofs hausen glaubt, dass ein Dachs, der am
Tage, nahe der Strasse und bewohnten Häusern gefunden wurde,
durch die Musik einer Drehorgel herbeigelockt sein könnte. Zool.
Garten p. 403.
Karl Müller erzählt ib. p. 424, dass ein angeschossener
Dachs von einem anderen in den Bau gezogen wurde.
Doebner beschreibt einen ganz jungen Dachs von 5V2 Zoll
Länge. Zoolog. Garten p. 112.
Sclater bildete Proc. zool. soc. p. 98 pl. 8 eine neue Art
Mellivora leuconota ab , die kleiner ist als M. indica und capensis,
schwarz mit weissem Rücken, dessen Weiss nach dem Scheitel zu
reiner wird. Westafrica.
Galidia decemlineata Grandidier Revue et Mag. de zool. p. 85
von Madagaskar, ist, wie später ib. p. 255 berichtigt wird, der Ju-
gendzustand von Galidictis vittata.
Nördlinger schilderte, wie ein Wiesel, Mustela vulgaris,
eine Maus fing. Württembergische naturw. Jahreshefte 23. p. 363.
Jeitteles weist den Nörz (Foetorius lutreola Keys, et Blas.)
als einen Bewohner Mährens nach, und vermuthet, dass er auch in
Nieder-Oesterreich vorkomme. Programm von St. Polten 1867 1. c.
Einen Beitrag zur Naturgeschichte des Fischotters (Lutra
vulgaris) lieferte Wohmann Zool. Garten p. 259. Sie sonnen sich
am Ufer des Rheins, kämpfen, schwimmen rasch stromaufwärts und
abwärts, Ranzzeit gewöhnlich im Februar, lassen sich juug leicht
zähmen.
Gray stellte eine neue Gattung von Ottern unter dem Na-
men Lutronectes auf. Sie unterscheidet sich von Hydrogale
durch die nackten Schwimmhäute, wie bei Lutra; sie stimmt mit
Hydrogale und Lutra überein , dass die Schnauze ganz nackt und
viereckig zwischen den Naslöchern ist, während sie bei Barangia
20 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ganz mit Haaren bedeckt ist. Der Schädel steht zwischen Hydro-
gale und Barangia in der Mitte. Die Art L. WJiiteleyi von Japan
ist dunkel braun, Wangen, Lippen, Kinn und Kehle graulich weiss.
Als fragliches Synonym wird Lutra vulgaris Temmiuk citirt. Proc-
zool. soc. p. 180.
Ueber die Boccamela, ein wieselartiges Thier Sardiniens,
machte E. v. Martens eine Bemerkung. Zool. Garten p. 67.
Viverrica. Paradoxurus refulgens Rosenberg Reis naar de
Zuidoostereilanden p. 32 von den Aru-Inseln.
Grandidier gelangte auf seinen Reisen im Südosten von Ma-
dagascar in den Besitz von der Haut und zwei Skeletten von Cry-
ptoprocta ferox, welche Bennett in die Viverrenfamilie stellte. Das
Gebiss hat viel Aehnlichkeit mit dem der Katzen ; es hat f Lücken-
zähne, und ^ Höckerzähne. Das Thier ist jedoch vollkommen plan-
tigrad und A. Milne Edwards und Grandidier wollen daher
aus Cryptoprocta eine eigene Familie bilden. Comptes rendus 65
p. 232 ; Revue de zool. p. 331 ; Annais nat. bist. 20. p. 382. Die
ausgeführte Abhandlung erschien in den Annales des sc. nat. VII.
p. 314— 338 mit 4 Tafeln, auf denen Skelett, Schädel, Füsse u. s.w.
abgebildet sind.
Ganina. Kawall erzählt, dass im Winter 1866 auf 67 ein
Junge im Walde im nördlichen Kurlande von Wölfen zerrissen und
gefressen wurde. Correspondenzblatt des Naturforscher-Vereins zu
Riga 16 p. 121.
lesse, Researches into the history of the british dog, from
ancient laws, charters and historical records, with original anecdo-
tes and illustrations of the nature and attributes of the dog, from
the poets and prose writers of ancient, mediaeval and modern times.
2 Voll. 8^ London 1866.
In Dresden ist wieder ein Mopspaar vorgekommen, das aus
Rom dorthin gebracht worden war. Man hat diese Hunderasse für
ausgestorben gehalten. Sitzungsl^r. der Isis 1867 p. 126.
J. E. Gray bildete den Schädel eines »Chinese pug - nosed
Lap-dog, of a breed greatly admired among the Chinese.« Proc.
zool. soc. p. 41.
Friedlewski beschrieb einen Fall von Fehlen des Schwei-
fes, sowie der After- und Urogenitalöfifnung an einem jungen Hunde,
nebst einem Anhange über Wirbelassimilation. Verhandl. zool. bot.
Gesellsch. in Wien p. 521.
Karl Müller erzählt zwei Beispiele von Mutterliebe einer
Füchsin. Zool. Garten p. 424.
Lord beschreibt die verschiedenen Varietäten der nordame-
kanischen Füchse , deren Pelz in London in den Handel kommt.
The intellectual observer XII. p. 354.
der Säuj^ethiere während des Jahres 1867. 21
Max Schmidt beschreibt ein Paar junge Canis mesomelas.
Zool. Garten p. 232.
Felina. J. E Gray hat Proc. zool. sog. p. 258 eine Revi-
sion der Schädel der Katzenfamilie angestellt, und giebt eine Ueber-
sicht der Arten:
1. Section. Normale Katzen. Der Fleischzahn des Oberkie-
fers mit einem deutlichen Vorsprunge vorn an der Innenseite, Beine
massig.
1. Tribus. Felina. Kopf länglich , Gesicht schwach vorge-
streckt, Beine massig fast gleich lang, Schädel länglich, Zwischen-
kiefer und Stirnbeine mit kurzen Fortsätzen, die sich zwischen die
Enden der Nasenbeine und der Kiefer ausdehnen ; der vordere obere
Lückenzahn klein (selten hinfällig oder fehlend).
A. Tagkatzen. Augen mit runder Pupille ; die Augenhöhleu
des Schädels massig im Vergleich zu dem Schädel, Gesicht des
Schädels verlängert, hoch, breit, oben flach, a. Stirn des Schädels
plötzlich erhoben über die Gesichtslinie. Gatt. Uncia mit 1 Art.
— b. Nase mit der Stirn in derselben Ebene. Gatt. Leo mit 1 Art,
Tigris mit 1 Art, Leo par dus mit 6 Arten, Neo felis mit 2
Arten. — B. Nachtkatzon. Augen mit senkrechter Pupille, Augen
gross ; Augenhöhlen des Schädels gross für die Grösse des Gesichts ;
Nase des Schädels im Allgemeinen kurz, oben hinten comprimirt
mit einer Concavität vor den Augen, a. Schädel kurz und hoch,
Gatt. Far dalina mit 1 Art, Catolynx mit 2 Arten. — b. Schä-
del länglich, Gesicht und Schädelhöhle länglich. Gatt. Viverri-
ceps mit 4 Arten, Pajeros mit 1 Art. — c. Schädel oval, Gesicht
kurz, Schädelhöhle massig. Gatt- Felis mit 29 Arten , Gh aus
mit 2 Arten.
2. Tribus Lyncina. Kopf kurz, fast kuglig, Beine lang, die
hinteren länger, Schwanz kurz oder sehr kurz , Ohren mit Haar-
büscheln, Pupille länglich, Gesicht des Schädels kurz, die Seiten-
fortsätze der Zwischenkiefer und der Stirnbeine lang, einander fast
erreichend und die Nasenbeine von den Kiefern trennend, die Augen-
höhlen unvollständig , gross , die Fortsätze an der Innenseite der
oberen Fleischzähne massig gross. Gatt. Lyncus mit 8 Arten,
Caracal mit 1 Art.
2. Section. Abnormale oder Hunds-Katzen. Der Fleischzahn
des Oberkiefers comprimirt, ohne Fortsatz und nur mit einem sehr
schwachen Kiel am Vordertheil der Innenseite; Beine lang, dünn.
3. Tribus Gucpardina. Kopf kurz, fast kuglig, Gesicht sehr
kurz, Nacken mit schwacher Mähne, Beine lang, dünn, fast gleich,
Schwanz lang, Ohren gerundet, Pupillen rund? Schädel: Gesicht
sehr kurz, convex, die Fortsätze der Stirnbeine und des Zwischen -
kiefers sehr kurz, die Nasenbeine von den Kiefern nicht trennend,
22 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der erste obere Lückenzahn deutlich , klein, Augenhöhlen unvoll-
ständig, massig. Gatt. Gueparda mit 1 Art,
Gray macht ib. p. 394 fernere Notizen über mehrere Katzen-
arten. Er beschreibt Felis neglecta Gray, servalina Ogilby, rutila
Waterh., celidogaster Temm. ; ferner Gueparda guttata junior abge-
bildet auf pl. 25. ; dann wird gehandelt über Felis inconspicua, ca-
ligata und Verwandte. Zu einer Gruppe kleiner gefleckter asiati-
scher Katzen, mit ovalem Schädel und unvollständiger Augenhöhle,
die zwei deutliche Streifen an jeder Wange haben , einen hellen
Streifen an jeder Seite der Stirn und einen zwischen den Wangen-
streifen. Dahin gehören F. sumatrana; javanensis, nepalensis, chi-
nensis. Ihnen fügt Verf. hinzu : F. pardinoides, loagati P]lliot, par-
dochroa Hodgs., tenasserimensis, servalina Gray, Jerdoni Blyth, or~
nata Gray. Endlich wird Pardalina Warwickii (F. himalayanus
Warwick) auf Taf. 24 abgebildet.
Einige zusätzliche Bemerkungen finden sich ib. p. 874.
Schöpff bringt einige Notizen über junge Löwen und Ti-
ger, <Ue im zoologischen Garten in Dresden geboren wurden. Zool.
Garten p. 108.
Ein altes Exemplar vom Goldtiger, Felis aurata Temm., ist
Proc. zool. SOG. pl. 36 abgebildet.
Nach Kawall scheint Felis lynx in Kurland fast ausgestor-
ben zu sein. Der letzte wurde in den Popeu'schen Wäldern 1849
erlegt. Correspondenzblatt des Naturforscher-Vereins zu Riga. 16.
p. 120.
Pinilipedia.
Gill veröffentlichte in Proceed. of the Essex Institute V.
p. 3 den Prodromus einer Monographie der Pinnipedien , die dem
Ref. des vorj. Berichts (vergl. p. 147) noch nicht zugänglich war,
weshalb der Inhalt hier nachgeholt wird. Daselbst werden die Fa-
milien, Subfamilien und Gattungen charakterisirt. Verf. nimmt die
Phocidae, Otariidae und Rosmaridae an.
In der Familie Phocidae unterscheidet er die drei Subfami-
lien von Gray Phocinae , Cystophorinae und Stenorhynchinae mit
folgender Uebersicht der Gattungen: I. Phocinae. 1. Schneide-
zähne ^, gekrümmt, conisch, klein ; Gaumenbein vorn zwischen seit-
lichen Ausdehnungen der Kiefer vorgezogen bis zu einer Linie mit
den hinteren Backenzähnen, a. Schädel in der Nasengegend ab-
schüssig, vordere Naslöcher massig, Backenzähne mit Ausnahme des
ersten mit zwei Wurzeln. «. Die Jochfortsätze entspringen vom
Kieferraiule. mit sohr scliiefor Oberfläche un-1 unterem Suborbitalloch,
Kiefer geradlinig. * ünterkieferäste innerhalb verflacht, Zähne zackig.
der Säiigethiere während des Jahres 1867. 23
Pho ca L. ** Unterkieferäste einwärts gebogen , Zahne einfach.
f Gaumen hinten aiisgerandet , sehr tief an dem Nasenseptum ein-
geschnitten. Pagomijs Gray, ff Gaumen hinten ganzrandig, Na-
senseptum ganz und bis zum hintern Gaumenrande reichend. Pago-
phiUis Gray. ß. Jochfortsätze des Oberkiefers hoch oben mit we-
nig schiefer Oberfläche und vorderem Suborbitalloch , Kiefer aus-
wärts gekrümmt, Gaumen sehr breit, ausgerandet. Erignathus
Gill. b. Schädel vorn an Höhe zunehmend, vordere Naslöcher sehr
gross , Backenzähne mit einer Wurzel. Ha liclioerus Nilss.
2. Schneidezähne |, breit, hinter ihren Rändern quer gekerbt, Gau-
men hinten ausgerandet und mit einem Eiuschnit an der Nath, vorn
nur bis zu dem inneren Augenhöhlenrande reichend. M o n achu s
Flem. — II. Cy stophorinae. 1. Gaumen fast viereckig, hinten
abgestutzt; alte Männchen mit einer grossen Hautblase von der
Nase bis zum Hinterkopf. Cystophora Gray. b. Gaumen sehr
kurz, hinten ausgebuchtet , alte Männchen mit einem ausdehnbaren
Rüssel. 3fa cro r h in u s Cuv. — HI. St enorliy n c li i n ae. 1. Backen-
zähne f, tiefgelappt, Schnauze viel länger als die massigen Augen-
höhlen, a. Backzähne ungleichlappig, mit einem grossen zurückge-
bogenen Lappen, ein kleiner vorn, 2 oder 3 hinten, Hinterhaupts-
gelenkhöcker nach oben divergirend. L oh odon Gray. b. Back-
zähne dreilappig, Hinterhauptsgelenkhöcker fast parallel. Steno-
rhynclius Cuv. 2. Backzähne f , mit einem kleinen konischen
Höcker an dem Hinterrande und einer scharfrandigen Leiste um
die Innenseite der Basis, Schnauze kürzer als die ziemlich grossen
Augenhöhlen. Lept onyx Gray. 3. Backzähne f, comprimirt mit
einem centralen eingebogeDcn Lappen und einem kleinen Lappen
jederseits, Schnauze kürzer als die ziemlich grossen Augenhöhlen.
Ommatopho ca Gray.
Die Familie Otariidae enthält fünf Gattungen, die durch fol-
gendes Schema unterschieden werden: 1. Gaumenfläche der Ober-
kiefer reicht bis hinter die Zähne, und hat sehr lange hintere Fort-
sätze; knöcherner Gaumen fast bis zu den Pterygoidfortsätzen rei-
chend und hinten abgestutzt oder convex. Otaria Peron. 2. Gau-
menfläche der Oberkiefer reicht nicht hinter die Zähne, und hat
massige seitliche Fortsätze ; knöcherner Gaumen sehr tief ausgeran-
det. a. Gesicht hoch, steil herabgebogen und kürzer als die Augen-
höhle, Backzähne f, genähert, comprimirt, conisch. Arcto cepha-
lus Cuv. b Gesicht vorgestreckt, länger als die Augenhöhle.
a, Backzähne |, der letzte obere weit hinter dem innern Rande der
Augenhöhle ; hintere Naslöcher sehr hoch und schmal, knöcherner
Gaumen mit einer sehr schmalen Ausrandimg, an der Naht gekerbt,
Stirn sehr dick und stumpf mit einer dreieckigen flachen Area;
Postorbitalfortsätze viereckig. Eumetopias Gill. ß. Backzähne f,
24 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
genähert, der letzte unter dem Jochfortsatz, hintere Naslöcher brei-
ter als hoch, knöcherner Gaumen hinten mit einer ununterbroche-
nen Ausrandung, Stirn niedrig, mit dreieckigen Postorbitalfortsätzen,
Hinterhauptsleiste sehr hoch. Zalophus Gill. y, Backzähne f, die
unteren mehr oder weniger dreilappig, der letzte obere hinter dem
Innern Rande des Jochfortsatzes. Halar ctiis Gill.
Die Familie Rosmaridae enthält nur die einzige Gattung Ros-
marus.
Als Anhang folgt eine Liste der amerikanischen Robben. Es
kommen an der Ostküste 7 Arten, und an der Westküste gleichfalls
7 Arten vor, von denen nur das Wallross beiden Küsten gemein-
sam ist.
Murie berichtete, Proc. zool. soc. p. 243, dass der Seebär
(Otaria hookeri), der in dem zoologischen Garten gelebt hatte, an
einem gastrischen Fieber gestorben sei, welches durch ein ver-
schlucktes Stück Segeltuch, in welchem ein Angelhaken enthalten
war, veranlasst wurde.
Der zoologische Garten in London erhielt ein junges männ-
liches Exemplar des Wallross, Trichechus rosmarus L. lieber den
Fang desselben findet sich eine Notiz Proc. zool. soc. p. 818.
H a y e s beschreibt eine Wallrossjagd. The open Polar Sea,
a narrative of a voyage of discovery towards the North Pole. Lon-
don 1867. p. 404.
Rodentia.
Versuch einer natürlichen Anordnung der Nagethiere von
Fitzinge r. Wiener Sitzungsberichte. 55. 1. p. 453. und 56. 1.
p. 57. Nach einer historischen Aufzählung der Versuche, die Nage-
thiere zu classificiren, die freilich die wichtigsten neueren Arbeiten
nicht kennt, folgt des Verf. üebersicht seiner 14 Familien: Chiro-
myes, Sciuri, Arctomyes, Georychi, Myoxi, Mures, Hypudaei, Casto-
res, Dipodes, Eriomyes, Psammoryctae, Hystrices, Caviae, Leporcs.
Sie sind auf die Gattungen durchgeführt, und die Species aufge-
zählt. — Giebel hat in seiner Zeitschr. für d. ges. Naturwissen-
schaften 30. p. 540 diese Arbeit derb abgefertigt.
Scinromorpha. Von Gray erhielten wir eine Synopsis der
asiatischen Eichhörnchen (Sciuridae), die sich in der Sammlung des
Britischen Museums befinden, mit der Beschreibung einer neuen Gat-
tung und einiger neuen Species. Annais nat. bist. 20. p. 270. Die
Section Sciurinae unterscheidet sich von den Arctomyinae durch die
geringe Grösse des ersten oberen Backzahnes, der leicht ausfällt und
durch die breitgerundete Form des Innenrandes der Backzähne. Sie
wird fulgendermassen eingetheilt : I. Baum -Eichhörnchen.
Keine Backentaschen; Pelz weich, bestehend aus Grannenhaar und
der Säugethiere während des Jahres 1867. 26
weichem Wollhaar ; Ohren eiförmig. A. Schenkel frei, ohne Flug-
haut, a. Vorderrand der Schneidezähne breit, rund, dicht längsge-
streift. 1. Gatt. Beithrosciurus n. gen. Ohren gross, lang,
gepinselt; Kopf gross, kurz; Schwanz breit, keulenförmig, 1 Art
Sc. macrotis Gray. b. Vorderrand der Schneidezähne schmal, com-
primirt, glatt. 2. Gatt. Sciurus. Ohren oval, gepinselt oder be-
buscht, Nase rund, Schwanz länger als der Körper, 9 Arten, neu
Sc. leucocephalus aus Asien. 3. Gatt. Macroxus. Ohren oval,
mit kurzen anliegenden Haaren bedeckt, Nase kurz, stumpf, Schwanz
länger als der Körper. 38 Arten, darunter neu: 31. sarawdkensis
von Sarawak, inornatus von den Loo Mountains, leucopus von Cam-
bodia, Pluto von Borneo, punctatissimus aus Indien. 4. Gatt. Bhi-
no sciurus. Ohren oval, mit kurzen anliegenden Haaren bedeckt;
Nase spitz, vorgestreckt ; Schwanz länger als der Körper. 1 Art. —
B. Schenkel in eine Flughaut eingeschlossen ; Schwanz kurz, breit,
zweizeilig, Vorderrand der Schneidezähne glatt. 5. Gatt. Sciu-
ropterus. Ohren oval, mit kurzen anliegenden Haaren bedeckt.
Europa, Asien, Amerika. — II. Erd-Eichhörnchen. Keine
Backentaschen, Pelz kurz, storr, mit platten, gerieften Stacheln, ohne
Wollpelz; Ohren abgerundet, kaum vorragend. 6. Gatt. Xerus.
Ohren schmal, kurz, meist über den Kopf vorragend.. Gesicht kurz,
stumpf.— III. Grabende Eichhörnchen. Mit Backentaschen;
Pelz weich, bestehend aus Grannenhaar und weichem Wollhaar.
Ohren oval. 7. Gatt. Tamias. Ohren oval, mit kurzen anliegenden
Haaren bedeckt; Gesicht kurz, rund. Europa, Nordasien, Amerika.
Die specielle Bearbeitung umfasst in der eben erwähnten Ab-
handlung die unter I. A. enthaltenen Gattungen. In derselben Zeit-
schrift p. 323 bringt Gray eine Synopsis der Afrikanischen Eich-
hörnchen des Britischen Museums. Daselbst werden beschrieben
von Sciurus 2 Arten, von Macroxus 14 Arten, worunter neu M. sM-
rensis von Ostafrica, isabelUnus von Westafrica, von Xerus 3 Arten.
Ferner folgt ib. p. 415 eine eben solche Synopsis der Ame-
rikanischen Eichhörnchen von demselben Verfasser. Hier werden
unterschieden 6 Arten Sciurus und 33 Arten Macroxus, wovon neu
M. nicoyana von Costa Rica, morio, maurus aus Mexico, melania von
der Westküste Amerika's, neglectus aus Nordamerika, griseoflavus
aus Guatemala, leucops aus Mexico, fumigatus aus Brasilien, xantho-
tus von Costa Rica, ignita aus Bolivia, Fraseri aus Ecuador, tephro-
gaster aus Mexico, taeniurus aus Guatemala, irroratus aus Bra-
silien.
Endlich werden ib. p. 434 auch 7 Arten der Gattung Tamias
von Gray usterschieden.
Alph. Milne Edwards zwölf neue Eichhörnchen der alten
Welt Revue de zool. p. 193 und 225: Sciurus Germanii von der In-
26 T r o s c h e 1 : Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
sei Poulo-Condor, Bacourtii aus Siam, griseimcmm aus Cochinchina,
leucogaster aus Siam, Davidianus von Pekin, pyrrocephalus aus Co-
chinchina, Sc. (Tamias) Bussumierii von Malabar, Bodolphii aus Co-
chinchina, olivaceus von der Westküste Africa's, Aubryi von Gaben,
Sc. (Xerus) flavus von Gabon, Sc. Pernyi pl. 19 aus China.
Kose weist nach , dass die Eichhörnchen die Spitzen der
Fichten abbeissen , um die Knospen auszufressen , wodurch die so-
genannten „Fichtenabsprünge" entstehen (Zool. Garten p. 12), wäh-
rend Hellmann ib. p. 350 diese Erscheinung dem gefrierenden
Wasser zuschreibt, worauf wieder Rose ib. p. 476 erwiedert, dies
beruhe auf einer Verwechselung der Wind- und Eisbrüche mit den
Fichtenabsprüngen.
R. Meyer schildert sie ib. p. 119 als fleischfressend. Er
sah ein gefangenes Eichhörnchen nicht bloss todte Vögel aufzehren,
sondern auch lebende morden und verspeisen. Ueberhaupt sieht er
sie als schädliche Thiere an.
Spermophüus mongolicus A. Milne Edwards Annales des sc.
nat. VII. p. 376 von Mongolien.
Myomorpha. Heber Winterschlaf und das Leben in der Ge-
fangenschaft von Spermophilus citillus L., Myoxus glis L. und Myo-
xus muscardinus Sehr, theilte Tiemann Beobachtungen mit. Zool.
Garten p. 144.
Jeitteles erhielt mehrere Exemplare von Myoxus Dryas
Schreb. im östlichen Mähren, darunter auch eins lebend, dessen Le-
bensweise er schilderte und das Skelet beschrieb. Programm von
St Polten p. 14.
Ja ekel zählt die verschiedenen Vorkommnisse von Bibern
an der Donau in Baiern in neuerer Zeit auf. Der zool. Garten
p. 39.
CriceUis isabelUnus De Filippi Note di un viaggio in Persia
p. 344 von Teheran.
In der Nähe der Hamster stellte A. Milne Edwards eine
neue Gattung Cricetiilu>i auf, die im Aeusseren den Arvicola
ähnlich ist, aber sehr entwickelte Backentaschen und andere Backen-
zähne hat. Die Art Cr. griseus ist röthlich grau mit einem schwar-
zen Längsstreifen auf dem Rücken. China. Annales des sc. nat.
VH. p. 375.
Alphonse Milne Edwards beschrieb ein neues Nagethier
Lophiomys Imliausii, welches im Jardin d'acclimatation zu Paris ge-
lebt hat. Es ist lang behaart an Körper und Schwanz, schwarz mit
weissen Streifen; die Zähne werden mit denen des Hamsters ver-
glichen. L'Institut Febr. 1867 ; Comptes rendus 64 p. 812, Annales
des sc. nat. VII. p. 113; Annais nat. hist. 19 p. 372. — Ebenda
April 1867 ; Revue de zool. p. 184, und Annais 19 p. 486 wird eine
der Säugethiere während des Jahres 1867. 27
weitere Beschreibung des Thieres gegeben. Verf. will aus demsel-
ben nicht nur eine neue Gattung, sondern sogar eine reue Familie
bilden. Sein Vaterland ist nicht bestimmt zu ermitteln gewesen,
es stammt entweder aus dem südlichen Arabien, oder aus Nubien
oder Abyssinien. Vergl. auch Zool. Garten p. 486.
Die ausführliche Abhandlung erschien in Nouvelles Archives
d'histoire naturelle III. p. 81—118 mit 5 Tafeln.
Den Nager von Maman nördlich von Kassola, den Schweinfurt
entdeckt hat, nennt Peters Zeitschr. für die ges. Naturwissensch.
29. p. 195. Phractomys aethiopicus, stellt ihn zu Cricetus und weist
eine Bemerkung Reichert's zurück, der den Schädel non Maman
gleichfalls untersucht hat ( Sitzungsber. Ges. Naturforschender
Freunde zu Berlin 1867 p. 1 und 19) und ihn für identisch mit Lo-
phiomys Imhausii erklärt.
Von Martens hat in einem Aufsatze im zool. Garten p. 178
und 216 „lieber die schwarze Eatte, nach Arthur de l'I&le, de l'exi-
stence d'une race negre chez le rat ou de l'identite specifique du
Mus rattus et du Mus alexandrinus, Annales des sc. nat, V serie
Zoologie t. IV.'^ das deutsche Publikum mit den Exper menten und
Hypothesen des französischen Forschers bekannt gemacht, und
schliesst sich im Wesentlichen der Ansicht an, Mus rattus und Mus
alexandrinus seien identisch, und Mus rattus sei nur di3 durch das
Leben in Häusern schwarz gew^ordene Varietät, so wie denn auch
Mus decumanus bereits anfange in einzelnen Individuen eine schwarze
Färbung anzunehmen. So geistreich und bestechend auch diese Hy-
pothese sein mag, so halte ich sie doch nicht für stichhaltig, da
sich Unterschiede am Schädel finden, die freilich bisher noch nicht
beachtet sind, welche den echten Mus alexandrinus als eigene Spe-
cies charakterisiren , verschieden von allen einheimischen Ratten.
Anderseits glaube auch ich dreierlei Ratten bei Bonn unterscheiden
zu können, Mus rattus, die sehr selten geworden ist, JMus decuma-
nus und eine dritte, die aber v^ieder nicht mit alexandrinus iden-
tisch ist. Meine Studien sind noch nicht abgeschlossen, weshalb
ich mich eines weiteren Eingehens auf diesen Gegenstand für jetzt
noch enthalten muss.
Indem v. Martens über die Beobachtungen und Züchtungs-
resultate Arthur de l'Isle s, betreffend Mus rattus und Mus alexan-
drinus berichtete, schloss er sich der Ansicht an, dass zwischen bei-
den keine Verschiedenheit als in der Färbung bestehe, Sitzungs-
ber. Ges. naturforschender Freunde 1866 p. 17.
Peters bemerkte hierbei ib. p. 18, dass schwarze Wander-
ratten jetzt im zoologischen Garten Berlins häufig gefangen wer-
den, und dass Mus alexandrinus in ganz Oslafrica häufig in Häusern
lebe ohne Farbenänderung.
28 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Beachtenswerth erscheint die Nachricht von Riess, dass
Mus rattus L. zu Allendorf a. d. W. seit 6 bis 8 Jahren häufiger
wird. Zool. Garten p. 35.
Ueber den Schaden, den die Ratten im zoologischen Garten
anrichten, findet sich ib. p. 276 eine Notiz.
Jeitteles fand in Niederösterreich mehrere Exemplare von
Mus rattus. Sitzungsber. der zool. bot. Gesellsch. in Wien 17 p. 73,
— Derselbe stellte in dem Programm von St. Polten p. 24 Notizen
über deren Verschwinden oder Seltenwerden zusammen und sprach
von ihrer Unterscheidung von Mus decumanus. Zwei Exemplare
ist er geneigt für Bastarde zwischen Mus decumanus und rattus zu
halten.
Hapalotis caudimaculata und personata KrefFt Proc. zool. soc.
p. 316 mit Abbildungen des Schädels der ersteren Art. In einer
Note v^ird bemerkt, dass diese identisch mit Mus macropus Gray
(1866) zu sein scheine.
Peters stellte eine neue Nagergattnng üromys auf, die Mus
sehr nahe steht, sich aber durch die dickern polygonalen, nicht in so
regelmässigen Ringeln stehenden und nicht sich deckenden Schwanz-
schuppen unterscheidet ; Gebiss ähnlich wie bei Mus; Schädel verschie-
den durch die Bildung und viel geringere Grösse der Ossa tympanica,
durch die höher abgehenden Jochfortsätze des Schläfenbeins, die
beträchtlichere Breite der oberen Wurzel des Kieferjochfortsatzes,
die kleineren Foramina iucisiva und die mehr denen von Hapalotis
ähnlichen Processus pterygoidei. U. macropus (Mus macropus Gray
Proc. 1866) vom Cap York. Berliner Monatsber. p. 343.
Gray machte Bemerkungen über die bunten oder gelbschwän-
zigen Ratten Australiens ib. p. 597. Er erkennt zunächst die Iden-
tität seines Mus macropus mit Hapalotis caudimaculata Kreift an,
so wie mit üromys macropus Peters, und verweist dieses Thier in
die Gruppe Gymnomys. Dieser fügt er dann eine fernere Art Mus
(Gymnomijs) celebensis von Celebes hinzu, — Dann wird eine neue
Art Mus xanthura beschrieben, die in einer Höhe von 3600' auf Ce-
lebes gefangen wurde. — Ferner eine neue Art Äcanthoniys leuco-
pus von Cap York in Nordaustralien. — Endlich wird eine neue
Gattung Echiothrix aufgestellt: Kopf langstreckig; Nase verlän-
gert, comprimirt, seitlich concav, Naslöcher an der Spitze, seitlich ;
Pelz weich, kraus mit vielen Borsten; Ohren nackt; Füsse mit kur-
zen anliegenden Haaren ; Schwanz laug. Schädel mit vorgestreck-
tem Gesicht ; Schneidezähne weiss, die oberen kurz mit zwei deut-
lichen Längsfurchen, die unteren lang, gebogen, glatt. Drei Backen-
zähne oben und unten , der vordere obere rund an der Innenseite,
mit zwei Falten an der Aussenseite, der zweite obere mit einer
der Säugethiere während des Jahres 1867. 29
Falte an der Aussenseite , der untere vordere mit einer schwachen
subcentralen Falte an der Innenseite. E. leucura von Australien.
Nach A. Mi Ine Edwards Annales des sc. nat. VIT. p. 377
bezeichnet zwei Arten Gerbillus aus Mongolien, G. brevicaudatus
mit kurzem Schwänze, gelbbrauner Farbe, weissen Nägeln, und G.
unguiculatus mit längerem Schwänze, graubrauner Farbe und schwar-
zen Nägeln.
Beger hat eine eingehende Vergleichung der Anatomie von
Arvicola amphibius und arvalis angestellt. Zeitschr. für die gesamm-
ten Naturwissenschaften 30 p. 145 — 184. Die Differenzen sind zahl-
reich;, und am Schlüsse zusammengestellt.
Jeitteles erhielt aus der Nähe von St. Polten ein Exemplar
von Arvicola subterraneus Selys. Diese Art war bisher aus Oester-
reich noch nicht bekannt. Programm von St. Polten p. 35.
Barboza du Bocage hat die Arten der Gattung Arvicola,
welche in Portugal vorkommen, bestimmt. Sie sind : A. Musignain
Selys, incertus Selys und eine neue Art Bozianus. Memorias da
Acadamia real das sciencias de Lisboa. III. 2. 1865.
Arvicola mystacinus De Filippi Note di un viaggio in Per-
cia p. 344 aus dem Thale Lar.
Lord unterscheidet Intellectual observer IX. p. 161 eine
neue Species von Moschusratten Fiber osoyoosensis und schildert
eingehend deren Lebensweise.
Sii^hneus Fontanierii von Pekin und Si-wan und Armandii aus
Mongolien werden von A. Milne Edwards Annales des sc. nat.
VII. p. 376 unterschieden.
Dipus annulatus A. Milne Edwards Annales des sc. nat.
VII. p. 376 aus Mongolien hat einen Ring von weissen Haaren um
die subterminale schwarze Binde des Schwanzes.
Hystrichomorpha. Neue Beobachtunger, zur Entwickelungs-
geschichte des Meerschweinchens von Bischoff Abhandl. der Mün-
chener Akad. X. p. 117—166. Diese Arbeit ist eine Anticritik ge-
gen Reichert.
He n sei hat in Brasilien mehrere Exemplare der Gattung
Dactylomys beobachtet, deren Finger besonders seine Aufmerksam-
keit auf sich zogen. Er hält die Gattung für verwandt mit den
Hystricinen, unter denen sie sich zunächst an Chaetomys anschlies-
sen würde. Sitzungsber. Gesellsch. naturforschender Freunde zu
Berlin 1867 p. 21.
Lagomorpha. P i g e a u x sprach über die Bastarde von Ha-
sen und Kaninchen, welche man Leporide genannt hat. Bull. Soc.
d'Acclimatation Juli 1866. Annais nat. bist. 20 p. 75.
B 1 e y vermuthet von Kaninchen mit Rattenschwänzen , dass
30 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturoeschichte
sie von solchen Kaninchen herstammten, die mit Ratten Umgang
gehabt hätten. Sitzungsber. der Isis 1867 p. 20.
Gray folgt Lilljeborg in der Ansicht, dass die Hasen und
die Pfeifhasen zwei verschiedene Familien bilden müssen. Annais
nat. bist. 20 p. 219. Er giebt von 'beiden Familien folgende Ueber-
sicht :
Fam. 1. Lagomyidae. Schwanz nicht sichtbar, Ohren kurz, ab-
gerundet, Hinterbeine kurz, Zehenwülste nackt, klein. Schädel de-
primirt, hinten erweitert. Oberkiefer mit einem grossen Loch vor
der Augenhöhle, f Backenzähne, oben der hintere mit einer klei-
nen dritten Lamelle an der Hinterseite ; die vorderen Backenzähne
nach hinten geneigt. Gatt. Ogotoma. Schädel : Augenhöhlen sehr
gross, Raum zwischen ihnen schmal, Nase schmal, abwärts gebogen.
1 Art. Gatt. Lagomys. Schädel: Augenhöhlen gross, Raum zwischen
ihnen breit und flach , Nase breit, geneigt, fast in einer Linie mit
der Stirn. 7 asiatische und 2 amerikanische Arten.
Fam. 2. Leporidae. Ohren gross, laug, oft länger als der Kopf.
Schwanz kurz, buschig, Hinterbeine viel länger als die Vorderbeine,
kräftig. Schädel hoch, comprimirt, Nase gebogen, Oberkiefer vor
den Augenhöhlen netzartig. Obere Schneidezähne mit einer mitt-
leren Grube; f Backenzähne, jeder aas 2 Lamellen, der obere hin-
tere , ein Stift, entspricht der dritten Lamelle des hinteren Zahns
bei der ersten Familie. L Schädel hoch, etwas comprimirt. Nase
comprimirt, Wangen fast flach, von den Augenhöhlen durch eine
starke Leiste getrennt und oben durch den vorstehenden oberen
hinteren verlängerten Fortsatz der Zwischenkiefer begrenzt. Augen-
höhlen gross, rund. Schneidezähne massig. A. Hasen. Die hin-
tere Nasenöffuung des Schädels breit, tief, oben rund und mit fast
aufrechten Seiten. Bei der Geburt mit offenen Augen und behaar-
tem Körper. Leben in Lagern an der Oberfläche der Erde. a. Post-
orbital-Fortsatz mehr oder weniger mit dem Schädel verwachsen.
Gatt. Hydrolagus. Füsse sehr kurz, schwach, mit zerstreuten
Haaren bedeckt , die Zehen bloss lassend ; Krallen spitz. Schädel
und Vorder;iähne gross und massig, Schnauze so breit wie hoch.
Postorbital - Fortsatz der ganzen Länge nach mit dem Schädel ver-
schmolzen. 2 Arten. Gatt. Sylvilagus. Schädel etwa zweimal solang
wie breit, sehr convex, und hinten stark gebogen, Schnauze etwas brei-
ter, als hoch. Postorbital-Fortsatz massig, hinten und seitlich durch
Anchylose mit dem Schädel verbunden, mit einer deutlichen Nath,
vorn ein kleines Loch begrenzend. Schneidezähne schmal. Hinter-
füsse fast so lang wie der Kopf. Gräbt sich zum Schutze ein. 3 Ar-
ten. Gatt. Eulagos. Schädel etwas verlängert, Gesicht breit,
oben gerundet : die Zwischenkieferknochen bilden jederseits eine
Kante; der vordere Orbitaleinschnitt schmal, die Postorbital - Oeff-
der Säugethiere während des Jahres 1867. 31
nung länglich, verlängert, schmal, hinten vollständig durch die Ver-
schmelzung des Hinterendes des Postorbitai - Fortsatzes mit dem
Schädel. Der letzte obere Backenzahn sehr klein und sehr dicht am
vorletzten. 2 Arten. — b. Postorbitai-Fortsatz vom Schädel ge-
trennt. Gatt. Lepus. Schädel schmal, oben schwach gekrümmt,
Gesicht durch den oberen Rand der Zwischenkiefer gerandet. Der
vordere Unterrand des Zygoma geschwollen, rund, fest, Postorbital-
Fortsatz sehr gross, der hintere Theil fast parallel mit dem Schä-
del, aber von ihm durch einen Schlitz getrennt. Lebt an der Ober-
fläche oder hinter Steinen. 4 europäische, 6 africanische, 11 asia-
tische und 9 amerikanische Arten. Gatt. Tapeti. Schädel wie
bei Lepus, aber der hintere Supraorbitaleinschnitt schmal, die Lap-
pen kurz mit scharfem Innenrande, der vordere Unterrand des Zy-
goma verbreitert, scharfrandig, oben porös : hintere Nasenöfihung
etwas schmaler. Kein Schwanz, Ohren kurz. 1 Art. — B. Kanin-
chen. Schädel: hintere Nasenöffnung schmal, tief, winklig, oben
contrahirt, mit abhängigen Seiten. Leben in Gängen, werden blind
und nackt geboren. Gatt. Cuni culus. 1 Art. — IL Schädel co-
nisch, cylindrisch, Nase dick, cylindrisch ; Wangen sehr convex;
Vorderrand der Augenhöhlen und die oberen Hinterfortsätze der
Zwischenkiefer kaum erhaben. Augenhöhlen massig , länglich.
Schneidezähne gross, stark; der hintere Orbitaleinschnitt offen, kurz ;
die Jochbogen breit, flach und hinten vorgezogen, über den Schlä-
fen. Gatt. Carpolagus Blyth. 1 Art.
Stoliczka hat Hodgsons Lagomys Curzoniae wieder auf-
gefunden und beschrieben. Journ. Asiat. Soc. of Beugal 34 p. 108.
£(Ieutata.
Rolleston über die Blutkörperchen von Choloepus didacty-
lus. Quarterly Journal of microscopical scienco 1867 p. 127.
Giebel untersuchte Schädel von Dasypus gigas. Er fand
die Zahl der Zähne schwankend, und ausserdem individuelle Ver-
schiedenheiten. Zeitschr. für die ges. Naturwissenschaften 30 p. 545.
Solidiiugula.
Arloing gab einen Beitrag zum Studium des Baues des
Pferdefusses, Annales des sc. nat. VIII. p. 55 mit 2 Tafeln. Er be-
schreibt zunächst zwei Fälle mit zwei Zehen, und geht dann auf
eine Deutung der Knochen des Pferdefasses ein im Vergleiche zur
menschlichen Hand. Er sucht zu zeigen, dass beim Pferde die Ka-
stanie den Daumen darstellt , die innere Hälfte der Fussgalle (er-
got) den Zeigefinger, die innere Hälfte der einzigen Zehe den Mit«
32 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
telfinger, und die diesen beiden letzten homologen Theile den vier-
ten und fünften Finger.
lieber die Pferderassen und die Art sie zu veredeln schrieb
Chiselli. Annuario della societä dei Naturalisti in Modena II. 1867
p. 15—36.
Im zoologischen Garten in Frankfurt a. M. wurde nach einer
Tragezeit von 369 Tagen ein junges Zebra, Equus Burchelli gebo-
ren. Zool. Garten p. 232.
Jliiltiiugiila.
Eine Notiz von v. M a r t e n s über Elephas primigenius s.
Sitzungsber. Ges. naturforschender Freunde zu Berlin 1866 p. 18.
In der Bai von Tos neben dem Golf des Obi ist ein in Eis
eingefrorenes Mammuth gefunden worden , worüber von F r.
Schmidt berichtet wurde. Es war ein junges Thier ; die Einge-
weide wurden nicht gefunden. Petermaun's Mittheilungen Nov. 1866 ;
Annales des sciences nat. VII. p. 82.
Hart in g hat im Album der Natur eine Abhandlung über
das Mammuth, Elephas primigenius geschrieben und dabei sowohl
das Skelet und die Zähne, wie auch das ganze Thier mit Haut und
Haaren abgebildet. Letztere Abbildung ist nach Brandt mit eini-
gen Veränderungen entworfen. Namentlich ist das Thier hier mit
einer Mähne versehen, die die ganze Länge des Rückens einnimmt,
und sich seitlich auf die Vorderbeine heraberstreckt.
Gratiolet, Recherches sur Tanatomie de l'Hippopotame,
publiees par les soins du Docteur Edmond AI ix. Paris 1867.
4*^. 405 Seiten mit 12 Tafeln. Dieses posthume Werk enthält die
Anatomie eines jungen Männchens. Den Haupttheil des Werkes
nehmen die Osteologie p. 10 und die Myologie p. 235 ein. Dann
folgen das Nervensystem p. 316, das Gefässsystem p. .350, der Re-
spirationsapparat p. 374, der Verdauungsapparat p. 378 und die
Geschlechtsorgane p. 396.
Crisp hat einige Eingeweide eines männlichen Hippopota-
mus amphibius beschrieben und in Holzschnitt abgebildet, nament-
lich die Hautdrüsen, den Magen, Zunge, Lungen, Herz, Darmkanal,
Pancreas, Milz, Leber u. s. w. Proc. zool. soc. p. 601. — In der-
selben Zeitschrift p. 689 verglich Crisp die Eingeweide des Hip-
popotamus nach Form, Grösse und Bau mit denselben Theilen an-
derer Pachydermen.
In einer Uebersicht der im Britischen Museum und dem Royal
College of Surgeons vorhandenen Rhinoceroten, in Balg, Skelet und
Schädel hat J. E. Gray Proc. zool. soc. p. 1003 folgende Einthei-
lung in Gattungen gegeben : I. Haut durch deutliche Falten in Schil-
der Säugethiere während des Jahres 1867. 33
der getheilt ; Schädel mit freiem, verlängerten Zwischenkiefer, obere
Schneidezähne lang , Nasenbeine vorgezogen , conisch. Asiaten.
1. Gatt. Bhinocero s. Ein vorderes liorn, Lumbar- und Nacken-
talten der Haut wohl entwickelt; der Theil des Hinterhauptbeines
in der Nähe der Condylen, und diese selbst vorspringend. Dahin
Rh. javanicus Cuv., unicornis L., nasalis n. sp. von Borneo, Flo-
weri (sumatrensis Owen) und stenocei^lialus n. sp. 2. Gatt. Gera-
torlii nus. Zwei Hörner hintereinander, Lumbar- und Nackenfal-
ten der Haut rudimentär; Occipitalende des Schädels flach, Condy-
lus nicht vorspringend. C. sumatranus Cuv. H. Haut einförmig,
nicht in Schilder getheilt; zwei Hörner. Internasal knorplig, Zwi-
schenkiefer frei, sehr klein, keine oberen Schneidezähne, Nasenbeine
breit, rund. Afrikaner. 3. Gatt. Bhi naster Kopf kurz, com-
primirt, Oberlippe mit einem centralen Vorsprunge ; Schädel hinten
kurz, Nasenbeine vorn abgerundet, Unterkiefer vorn dick, Backen-
zähne klein, in gebogener Reihe. R. bicornis L. und Keitloa Smith.
4. Gatt. Geratotheriiim Kopf verlängert, abgestutzt, Oberlippe
viereckig, Schädel hinten vorgezogen; Nasenbeine breit, convex,
abgestutzt und vorn scharirandig, Unterkiefer vorn verdünnt, Bak-
kenzähue gross, in gerader Linie. C. simus Burchell (Verf. schreibt
simum) und C.Oswellii Gray. HL Haut einförmig, nicht in Schilder
getheilt, ein Hörn; Internasal knochig, Nasenbeine, Internasal und
Zwischenkiefer zu einer Masse vereinigt. Asien und Europa. 5. Gatt.
Coelodonta. Dahin C. Pallasii (Rh. tichorhinus Cuv.) Sibirien
im Eise und fossil im Himalaya.
Blyth theilte mit, dass alte Rhinocerosse ihr Hörn abwerfen,
was nach seiner Meinung nichts anderes ist, als wenn alte Leute
kahlköpfig werden, da diese Hörner bekanntlich einem Bündel Haare
entsprechen. Journal of travel and natural history I. 18G8 p. 70. —
Blyth giebt dann ib. p. 130 weitere Nachricht über das Abwerfen
des Horns.
Eine kurze Notiz über den Schädel des Tapirs von Panama
(Elasmoguathus Bairdi Gill) von Flower s. Proc. zool. soc. p. 240.
— Dow sagt in einem Schreiben ib. p. 241, der neue Tapir vom
Isthmus von Panama ^Tapirus Bairdij scheine die einzige Species
zu sein, die diese Gegend bewohnt; er könne nicht urtheilen, ob
sie von T. americanus veischieden sei. Die jungen Exemplare
haben helle Flecken am Rücken und röthlich-braune Haare, welche
bei den Alten dunkler, gröber und einfarbig werden. Die Exemplare
sind ausschliesslich an der atlantischen Seite des Isthmus gefunden,
nördlich vom Chagres-River. Sie scheinen nur in der Regenzeit in
das Marschland herabzukommen. — Sclater zeigte ib. p. 473 einen
Schädel dieses Thieres vor vom Vulkan Viego in Nicaragua, was
den Beweis liefert, dass diese Species so weit nördlich vorkommt.
Es fragt sich, zu welcher Species der in Mexico vorkommende Tapir
Archiv f. Natur^-. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. C
34 T r 0 s c h e 1 : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gehört. — Verrill beschreibt ein drei Monat altes junges Indi-
viduum, welches er in Weingeist untersuchte. Silliman Amer.
Journ. 44. p. 126; Annais nat. hist. 20. p. 232. — Gill, On the
genus Elasmognathus. ib. 43. p. 370.
Gray stellte Proc. zool. soc. p. 876 einen neuen südamerika-
nischen Tapir auf und giebt dabei eine Uebersicht aller bekannten
Arten. Die Familie zerfällt in zwei Tribus : I. TaJ^^r^wa Nas-
löcher länglich, allmählich in eine schmale vordere Oeffnung zusam-
mengezogen, fast bis zur Wurzel der oberen Eckzähne sich aus-
dehnend; die Oberkiefer nur vorn bis zur Wurzel der Eckzähne
vereinigt, der obere Theil an den Seiten der Naslöcher breit, abge-
rundet; der Internasalknorpel nur hinten unter dem Nasenbein ver-
knöchert. 1. Gatt. Tapirus mit drei Arten T. terrestris Brasilien,
T. Lcmrülardi wahrscheinlich aus Venezuela, nach einem Schädel
aufgestellt, und T. pinchacus von den Cordilleren. 2. Gatt. Rhino-
choerus mit 2 Arten, Bh. sumatranus und Bh. Me aus China.
II. Elasmognathina. Naslöcher kurz, breit, fast herzförmig
und vorn durch die knöchernen Bänder des Oberkiefers abgestutzt;
Oberkiefer mit einer hohen scharf randigen Leiste an dem oberen
Innenrande, die Seiten des sehr breiten Internasalknorpels umfas-
send, der fast ganz zu einer Knochenplatte verknöchert wird, per-
manent die Nasenhöhle theilend und eine hohe Knochenleiste vorn
am Schädel bildend. 3. Gatt. Elasmognathus mit einer Art E. Bardii
pl. 42 von Panama.
Aus der Garten-Flora Febr. 1867 wird im Zool. Garten p. 406
ausgezogen, dass sich einzelne Ferkel, welche von Cook an's Land
gesetzt wurden, in Neuseeland übermässig vermehrt haben, so dass
sie weite Landstrecken ganz durchwühlt haben, und dass selbst
Preise auf die Tödtung der Schweine gesetzt werden.
Sus madagascariensis Grandidier Revue et mag. de zool.
p. 85 von Madagaskar; wird später ib. p. 318 Potamochoerus Ed-
wardsi genannt.
Ueber die grosse Fruchtbarkeit der Maskenschweine vergl.
Schöpff Zool. Garten p. 111. - Eine Notiz über das Masken-
schwein in den zoologischen Gärten von F. Schlegel findet sich
ib. p. 427.
Ruminantia,
Sclater sprach über die systematische Stellung von Antilo-
capra americana Beport 36. Meeting Brit. Assoc. held at Nottingham
Transact. of the Lections p. 77. Er theilt bei dieser Gelegenheit
die Buminantia m B. phalan gig rada und ungaligrada. In
die erste Abtheilung gehören nur diie C amelidae; die zweite wird
weiter eingetheilt: 1. Placenta polycotyledonaria, stomachus quadn-
der Säugethiere während des Jahres 1867. 35
partitus. a. Pedes didactyli, ungulis succenturiatis niiUis. a. Cornua
in siitura coronali posita, ossea, brevia, pelle tecta. Camelopar-
dalidae. ß. Cornua ex osse frontal! orta basi ossea, parte supe-
riore Cornea, furcata, decidua. Äntilocapridae. b. Pedes tetra-
dactyli ungulis succenturiatis duabus. y. Cornua ex osse frontali
orta, basi ossea, parte superiore Cornea, non furcata, permanentia.
Bovidae. S. Cornua ex osse frontali orta, omnino ossea, decidua.
Cervidae. €. Cornua nuUa, dentes canini marium exserti. Mo-
se lii da e. 2. Placenta diffusa, stomachus tripartitus, pedes tetra-
dactyli, cornua nulla. Tragalidae.
Ueber Geburten, Junge, Tragezeit einiger Wiederkäuer, als
Kuhantilope, Gazelle, Mähnenschaf, Wisentkuh, Lama, Damhirsch
berichtet Schöpff nach Erfahrungen im Dresdener zoologischen
Garten. Zool. Garten p. 110. — Max Schmidt vom Yac und
Mähnenschaf ib. p. 232.
Saint-Cyr erstattete einen Bericht über die Zuchtthiere
der Ausstellung von Macon im Jahre 1866. Er bezieht sich auf
Rinder, Schafe und Schweine. Annales des sciences physiques de
Lyon 1866. p. 530.
Gameli. Nach einer Notiz Nicki es, Silliman Amer. Journal
43. p. 97, bewährt sich die Einführung der Kameele in Australien,
weil sie den Wassermangel so gut ertragen können.
Devexa. Sclater berichtete der zoological Society die Ge-
burt einer männlichen Giraffe, und verzeichnet dabei sämmtliche
Giraffen, die überhaupt der Garten besessen hat. Es sind 23, von
denen 16 in London geboren wurden. Proc. zool. soc. p. 391.
Gervina. Eine Notiz über das Abwerfen der Geweihe des
Elenn, so wie über dessen Fruchtbarkeit gab von Loewis Zool.
Garten p. 221.
Im zweiten Bande der Verhandl. der Mineralogischen Gesellsch.
zu St. Petersburg hat Brandt eine sehr gründliche und gelehrte
Abhandlung über die geographische Verbreitung des Rennthiers
(Cervus tarandus) in Bezug auf die Würdigung der fossilen Reste
desselben veröffentlicht. Die Abhandlung enthält 6 Kapitel : 1) Ver-
breitung des Rennthiers in Europa nach Maasgabe der fossilen
Reste desselben. 1) Erörterung der Mittheilungen, welche bei den
alten Griechen und Römern über das Rennthier vorkommen. 3) lieber
das Vorkommen des Rennthiers in Frankreichs, Schottland und Polen
während der historischen Zeit. 4) Verbreitung des Rennthiers in
der Gegenwart und der ihr sehr nahe liegenden Zeit. 5) Folgerun-
gen und Zusätze, welche sich auf die früheren Mittheilungen bezie-
hen. 6) Ergänzende Betrachtungen über das Rennthier in Bezug
auf seine paläontologische Würdigung, Einwanderung in Europa,
Dauer der Lebensepoche desselben.
Ueber den Versuch das Rennthier in das Alpenland der Schweiz
36
T r 0 s c h e 1 : Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
einzuführen, der bisher günstig für die Versuchsthiere verlief, ist
eine briefliche Mittheilung aus Pontresina ohne Nennung des Ver-
fassers im zool. Garten p. 144 abgedruckt.
In den Geweihen eines Hirsches aus der Mantschurei glaubt
A. Milne Edwards eine neue Art Cenms cameloides zu erkennen.
Annales des sc. nat. VII. p. 377.
Lungershausen sieht den Goldglanz an den Zähnen
eines Damhirsches als die Folge der eigenthümlichen Färbung des
Zahnschmelzes an. Zool. Garten p. 280.
Max Schmidt beobachtete einen männlichen Damhirsch,
der trotz des Absägens des Geweihes doch fruchtbar blieb. Zool.
Garten p. 315.
Giebel konnte ein junges Reh mit monströsen Ghedmassen
untersuchen. Correspondenzblatt des naturw. Vereines für die Pro-
vinz Sachsen und Thüringen 1867 p. 503.
Mäklin beschrieb ein Exemplar von Cervus marianus.
Öfvcrsigt af Finska Vetenskaps Societetens Förhandlingar VI. p. 53.
Beavan berichtet über Verbreitung und Lebensweise des
Cervas eldi. Proc. zool. soc. p. 759.
Blyth bildete die Geweihe von drei asiatischen Hirschen ab,
nämlich von Rucervus Duvaucelli, Rucervus Schomburgki und Pa-
nolia eldi. Von letzteren soll Panolia platyceros Gray eine Rasse
sein. Proc. zool. soc. p. 835.
Schöpff erzählt, dass ein Mähnenhirsch im zoologischen
Garten zu Dresden einen jungen Feldhasen und einen jungen Pfau
erschlug und beide verzehrte. Zool. Garten p. 186.
Flower hatte Gelegenheit die bisher noch unbekannte Ana-
tomie der Eingeweide von Hyomoschus aquaticus an einem jungen
weiblichen Exemplare nachzusehen und mit denen von Tragulus ja-
vanicus za vergleichen. Der Larynx ist eigenthümlich gebildet,
der Psalter ist sehr rudimentär. Proc. zool. soc. p. 954.
AntilOCapridae. Sclater hat sich über die systematische
Stellung der Gattung Antilocapra ausgesprochen im Report 36. Mee-
ting Brit. Assoc. held at Nottingham, Sections p. 77 ; und machte
fernere Notizen, die sich auf Gray's Bemerkungen bezogen. Annais
nat. bist. XIX. p. 58.
CaviCOrnia. Schöpff glaubt, dass die Gemsen nur ein Jahr
um das andere gebären. Zool. Garten p. 186.
Mann erwähnt Zool. Garten p. 275 einiger Bastarde von
Gemse und Ziege. Mehrere Ziegen sollen, vom Bastardbock beschla-
gen, trächtig geworden sein.
Nowicki berichtete über die Schritte, die zum Schutze der
Gemsen und Murmelthiere in der Tatra gethan sind. Sitzungsber.
der zool.-bot. Gesellsch. in Wien 17 p. 17.
Von einer Missbildung an den Hörnern einer Gemse giebt
der Säugethiere während des Jahres 1867. 37
B ruhin Nachricht. Zool. Garten p. 36; Sitzungsber. der zool.-bot.
Gesellsch. in Wien 17 p. 64.
Baker, The Nile tributaries of Abyssinia, London 1867
p. 543 bringt ein Verzeichniss der Arten der Gattung Antilope, die
in Egypten, Nubien, Soudan und Abyssinien beobachtet worden sind.
Es enthält 37 Arten, nämlich 7 Gazella, 2 Calotragus, 1 Nanotra-
gus, 3 Cephalolophus, 9 Redunca, 5 Hippotragiis, 2 Taurotragus,
3 Tragelaphus und 5 Bubalis.
Sclater theilte mit, dass Lord Hill mit Erfolg die Elend-
Antilope (Oreas canna) acclimatisirt habe. Proc. zool. soc. p. 953.
lieber geheilte Knochenbrüche bei Gazellen (Antilope dorcas
Fall.) berichtete Voigtländer Zool. Garten p. 224.
Das Betragen der Ducker Antilopen (Cephalophus mergens)
schildert Max Schmidt Zool. Garten p. 233.
Murie bildete eine Antilope vom weissen Nil ab, die er für
verwandt oder identisch mit Kobus sing-sing Gray hält. Proc. zool.
soc. p. 3. pl. 2. Kaiip hat sie provisorisch Ä. Harnieri genannt. Sie
ist kurzhaariger als die Exemplare des Senegal, jedoch glaubt Verf.
keine bestimmte Grenze von den westlicheren sing-sing annehmen
zu können; vielmehr sei diese Art des Nil ein Uebergangsglied
zwischen dem westlichen Kobus sing-sing und dem südlichen
Kobus ellipsiprymnus.
Sclater Hess in Proc. zool. soc. p. 240. pl. 17 die Saiga
tartarica abbilden, nach lebenden Exemplaren des zoologischen
Gartens in London.
Die Sibirische Antilope, welche Radde zu Antilope crispa
brachte, hält A. Mi Ine Edwards für neu und nennt sie A. cau-
data. Annales des sciences nat. VII. p. 377.
Max Schmidt beschreibt ein weibliches Exemplar der
Streifenantilope, Antilope scripta und ein Männchen von Antilope
redunca. Zool. Garten p. 398.
In Proc. zool. soc. pl. 37 ist ein Paar von Gazella Sömmeringi
abgebildet.
Um die Stellung des fossilen Tragoceros amaltheus Roth und
Wagn. in Bezug auf die nächst verwandten Formen klar zu machen,
hat Selenka den Schädel der Ziegen und Antilopen näher ver-
glichen, und einige constante Differenzen hervorgehoben. Die Ge-
sammtlänge des Schädels übertrifft bei allen Antilopen das Doppelte
der grössten Breite, wogegen bei den Ziegen die Gesammtlänge ein
gutTheil kleiner ist als die doppelte grösste Breite ; der Oberkiefer
von Capra ist relativ kleiner als der der Antilopen ; bei Capra sind
immer noch zwei Stirnhöcker vor den Hörnern, bei den Antilopen,
fallen die Frontalia nach vorn ab ; bei Capra finden sich nie Thrä-
nengruben, die bei der Mehrzahl der Antilopen vorkommen; bei
den Antilopen ist die Zahnreihe im Oberkiefer länger als die grösste
38 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Distanz der äusseren Ränder der beiden Zahnreihen, bei den Ziegen
sind beide Linien höchstens einander gleich. Zeitschr. für wissensch.
Zoologie 17. p.572.
Yon J. E. Gray wurden die Schädel von Procapra gutturosa
Pall. und Procapra picticauda Hodgs. in Holzschnitt abgebildet.
Ersterer war dem British Museum durch Lockhart zugekommen,
der ihn in Peking erhielt, wohin die Thiere im gefrorenen Zustande
aus Mongolien gesandt werden, um sie als Fleisch zu verkaufen.
Proc. zool. soc. p. 244.
Mäklin hält die Entstehung der zahmen Schafrassen durch
Kreuzung ungleicher Stammformen für ziemlich glaubwürdig, in-
sonderheit wenn nahestehende wilde Thierarten im Allgemeinen in
mehreren getrennten zoologischen Gebieten angetroffen werden;
inwiefern dagegen die Annahme, dass Schafvarietäten wie Rassen
von mehreren anderen zahmen Thieren einzig durch Auswahl von
derselben Stammform entstanden sind, durch Sachkenntniss und
einige Bekanntschaft mit der Litteratur bezeugt wird, will er der
Beurtheilung wissenschaftlich gebildeter Personen überlassen. Ofver-
sigt af Finska Vetenskaps-Societatens Förhandlingar VIL p. 14.
Dawkins machte Bemerkungen über Ovibos moschatus
Blainv. Proc Royal Soc. May 1867; Annais nat. bist. 20. p. 139.
Eine vortreffliche Arbeit lieferte Rütimeyer in den Neuen
Denkschriften der allgemeinen Schweizerischen Gesellsch. für d.
ges. Naturwissenschaften 22 : „Versuch einer natürlichen Geschichte
des Rindes in seinen Beziehungen zu den Wiederkäuern im Allge-
meinen." Verf. hat sich seine Aufgabe höher gestellt als bei ge-
wöhnlichen systematischen Arbeiten, und hat soviel Detail verar-
beitet, dass das Studium dieser Abhandlung ganz besonders empfoh-
len werden muss. Einen ausreichenden Auszug hier zu geben, er-
scheint nicht thunlich. In der ersten Abtheilung wird über das
Linne'sche Genus Bos in seinen Beziehungen zu den Wiederkäuern
im Allgemeinen gehandelt, und zwar 1) über den Bau des Schädels,
2) Zahnsystem der Wiederkäuer im Allgemeinen, 3) Zahnsystem
der Cavicornia, 4) Zahnsystem der Bovina. Die zweite Abtheilung
beschäftigt sich mit dem Linne'schen Genus Bos in seinen fossilen
und lebenden Vertretern. Nach der Beachtung von Catoblepas Gray
und Ovibos Blainv. werden die Schädel zahlreicher Arten beschrie-
ben, wobei die Bovina in 4 Gruppen getheilt werden: 1) Buha-
lina mit drei Unterabtheilungen: Probubalus Occiput vorgezogen,
Hörner dreieckig, seitlich gerichtet, Choanen und Vomer nach hin-
ten verlängert, Asien. P. celebensis; Buffelus Occiput kurz, Hörner
platt, dreieckig, seitlich gerichtet, Choanen und Vomer nach hinten
verlängert, Asien, B. indicus Varr. italica, Arni, sondaica; Buhahis
Occiput vorgezogen, kurz, Hörner halb-cylindrisch , Choanen und
Vomer normal, Afrika. B. brachyceros und caffer. 2) Bisontina
der Säugethiere während des Jahres 1867. 39
Gatt. Bison. 3) Bihovina 6 Arten. 4) Taurina mit Bos noma-
dicus und primigenius, letzterer mit 4 Rassen. Darin ist p. 133 eine
Abhandlung von Hermann v. Nathusius über das englische Wild-
vieh eingeschoben. — Ein Vorläufer dieser Arbeit ist schon im vor.
Ber. p. 156 angezeigt.
Tisßerant schrieb eine Note über die Rinderrasse du Vil-
lard-de-Lans, welche in der Gegend von Grenoble vorkommt. An-
nales des sc. physiques et naturelles d'agriculture de Lyon IX.
p. 277.
üeber die Algerischen Rinder, welche im Jahre 1866 auf den
Markt von Lyon kamen, berichtete Tisserant. Annales des sciences
physiques de Lyon 1866 p. 598.
Pagenstecher beschrieb ein Stiergefecht, dem er selbst
in Palma de Mallorka beigewohnt hat. Zool. Garten p. 321.
Brandt sucht zu erweisen, dass der Caucasische Bison,
Zubr oder sogenannte Auerochse vom lithauischen nicht specifisch
verschieden sei. Bulletin de la soc. impt de Moscou 39. p. 252.
Wie über das Rennthier, so lieferte Brandt im 2. Bande
der mineral. Gesellsch. in St. Petersburg auch eine Abhandlung
über die geographische Verbreitung des Zubr oder Bison, des Auer-
ochsen der Neuern (Bos bison seu bonasus), worin er die Resultate
seiner Untersuchungen über die Verbreitung der fossilen Reste,
die Verbreitung während der historischen Zeit in Europa und in
Nordamerika darlegt, — und eine Abhandlung über die geographi-
sche Verbreitung des Ur- oder wahren Auerochsen (Bos primige-
nius seu Bos taurus sylvestris). — Darauf folgt dann eine Abhand-
lung über L artet's Thieralter und Garrigon's Faunen der qua-
ternären Periode, nebst einer kurzen Mittheilung der Ansichten des
Verfassers über die Entwickelungsstadien der nordasiatisch-europäi-
schen Säugethierfauna.
Ueber einen jungen amerikanischen Bison (Bonassus america-
nus), vier Monate alt, zu Köln geboren, giebtMax Schmidt Nach-
richt. Zool. Garten p. 28. — J. v. Xantus schreibt ib. p. 92 über
dass amerikanischen Bison, und glaubt, dass er wohl zu zähmen sei,
auch dass die meisten in Amerika bei den Indianern vorkommenden
Bison von schon gezähmten Thieren abstammen.
Cetacea.
Die Ray Society in London hat im Jahre 1866 vier Abhand-
lungen über Cetaceen in englischer üebersetzung herausgegeben,
nämlich 1) Eschricht und Reinhardt über den grönländischen
Walfisch (Nordhvalen) 1861, 2) Eschricht über die in den nörd-
lichen Meeren lebenden Arten der Gattung Orca, 3) Reinhardt
40 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
über Psendorca crassidens und Lilljeborg Synopsis der Cetaceen
Scandinaviens. Die Herausgabe hat Flow er besorgt.
B u r m e i s t e r veröffentlichte in der Zeitschr. für die ges.
Naturw. 29 p. 1 Bemerkungen über die Cetaceen im Museo publice
de Buenos Aires. Er handelt von folgenden Arten: Pontoparia
Blainvillii Gray, Delphinus microps Gray, Delphinus obscurus Gray,
Delphinus Eurynome Gray, Phocaena spinipinnis Burm., Epiodon
imtaclionicus (Ziphiorrhynchus cryptodon olim), Physalus patachoni-
cus Gray, Sibbaldius antarcticus Burm. — In einem Nachtrage ib.
p. 402 beschreibt Burmeister ein junges 3 Fuss langes Indivi-
duum von Pontoparia Blainvillii und eine neue Art Balaenoptera,
die jedoch noch nicht specifisch benannt ist. Beide strandeten in
der Nähe von Buenos Aires. Yerf. äussert sich hier auch über das
Ausspritzen von Wasser. Nach ihm sind in dieser Beziehung die
Bartenwale und Pottfische mit longitudinaler Nasenmündung von den
Ziphiiden und Delphinen mit querem Spritzloch zu unterscheiden.
Letztere spritzen nicht, nur die ersteren haben diese Gewohnheit.
Diese blasen nach der Beobachtung des Verfassers nur Luft aus
den Spritzlöchern, die aber das noch darüber befindliche Wasser in
. Gischt verwandelt und als Schaumwolke empor spritzt.
Sirenia. Ergänzende Mittheilungen zur Erläuterung der ehe-
maligen Verbreitimg und Vertilgung der Steller' sehen Seekuh, von
J. F. Brandt. Bull, de St. Petersbourg XL p. 445.
Gegen die Einwände, welche v. Eichwald dagegen erhoben
hat, dass die Nordische Seekuh, Rhytina Stelleri ausgestorben sei
hat F. Brandt zwei Erwiderungen geschrieben, wodurch er über-
zeugend seine Ansicht rechtfertigt: »Einige Schlussworte zum Nach-
weis der Vertilgung der Rhytina« Bull, de Moscou 18G7 I. p. 23,
und »Wenige Worte in Bezug auf Erwiderungen in Betreff der
nordischen Seekuh« ib. II. p. 508.
Einige Worte über die Gestalt des Hirns der Seekühe (Sire-
nia) von J. F. Brandt. Bull, de St. Petersbourg XII. p.269.
Einige Worte über eine neue unter meiner Leitung entwor-
fene ideale Abbildung der Steller'schen Seekuh von F. Brandt ib.
p. 457. Bericht über den bereits gedruckten zweiten und hand-
schriftlich beendeten dritten Fascikel der Symbolae sirenologicac
von J. F. Brandt ib. p. 471.
Endlich spricht sich Brandt auch über die Gruppirung
der Gattungen der Ordnung der Sirenien aus. Ib. XIII. p. 21. Er
unterscheidet zwei Familien : 1. Manatida. Pinnr- caudalis rotun-
data, integra ; ultimae caadae vertebrae processibus destitutae ; den-
tes incisivi in adultis nulli; molares ^g aut \l coronis tuberculato-
bijugis instructi, Aquas dulces et plantas monocotyledoneas (Gra-
minea) praeferunt. Gatt. Manatus Cuv. — 2. Hali corida. Pinna
caudalis furcata; ultima caudae vertebra tantum procesyibus desti-
der Säiigethiere während des Jahres 1867. 41
tuta; dentes ineisivi in maxilla siiperiore (i. e. in osse intermaxillari)
plerumque bini, laniariis similes, rarins nulli; molares f aut %, vel
nulli. Animalia marina Algis victitantia. Gatt. Halähermm Kaup,
Halicore 111. et Bliytina 111.
Cetacea. Reinhardt bericlitet, dass Delphinus delphis an
der Ostküste von Jylland gefangen sei, und zwar ein männliches
Exemplar von 5 Fuss 4 Zoll Länge. Das Thier ist in zwei An-
sichten abgebildet. Naturh. Forenings Vidensk. Meddelelser 1866.
Cope beschrieb Proc. Philadelphia 1866 p. 293 mehrere neue
Arten aus der Delphinenfamilie, nämlich Orca destructor aus dem
südlichen pacifischen Ocean, von Paita in Peru, Beluga angustataj
früher für B. catodon gehalten, Sagmatias amhloclon n. gen. von
Phocaena nur durch die cylindrische Form der Zähne verschieden,
wenn das Vorhandensein einer Rückenfinne angenommen wird ; sollte
diese fehlen, dann würde sich die Gattung von ISTeomeris in der
Gestalt der Zähne unterscheiden, von Beluga in der Zahl der Zähne
und von Delphinapterus durch die horizontalen Orbitalplatten und
die Pränareal-Üreiecke der letzteren. Das Vaterland der Species
Hess sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Ferner werden beschrie-
ben Bel'plhinus longidens und jplagiodon beide unbekannten Vater-
landes.
Macalister hat ein junges Exemplar von Globiocephalus
svineval Gray, 6 Fuss lang, secirt und beschreibt seine Funde in
Proc. zool. soc. p. 477. Sie beziehen sich besonders auf die Mus-
culatur.
Von Martens beobachtete auf seiner Reise im atlantischen
Ocean 1° 5' Südbreite Delphine , die er für Grampus Gray (Del-
phinus griseus Cuv.) ansprach. Er sah zuweilen einen aufsteigenden
Strahl. Preuss. Expedition nach Ostasien, zool. Abth. I. p. 26. —
An einem Walfisch, der später gesehen wurde, ward nur ein Staub-
regen über Mannshöhe emporgeworfen, ein kompacter Wasserstrahl
war nicht zu erkennen. Ib. p. 48.
Von P. Fischer erhielten wir eine Abhandlung über die
Cetaceen der Gattung Ziphius in den Nouvelles archives du Museum
d'histoire naturelle III. p. 41- Veranlasst wurde die Arbeit durch
einen Schädel, der an die französische Küste gespült war. Verf.
sucht die Synonymie zu entwirren und nimmt 4 Species an : Z. ca-
virostris Cuv. aus dem Mittelmeer und dem atlantischen Ocean, Z.
Gervaisi Duvernoy aus dem Mittelmeer, Z. Indiens Vanbenedem vom
Cap, Z. cryptodon Burmeister von Buenos Ayres. In dieselbe Fa-
milie werden *dann noch von lebenden Arten gezählt Hyperoodon
Butzkopf Lacep. Nordsee, latifrons Gray Grönland und Nordsee,
Philippii Cocco Mittelmeer; Berardius Arnouxi Duvernoy von Neu-
seeland, Mesoplodon Sowerbyensis Blainv. Nordsee, europaeus Ger-
vais Manche, densirostris Duvernoy Sechellen, Layardi Gray Cap.
42 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Lankester über den Bau der Zähne bei Ziphius Sower-
biensis (Micropteron Sowerbiensis Eschricht) und über einige fossile
Cetaceen-Zähne. Quarterly Journal of microscopical science 1867 p. 55.
An der Küste von Kerry wurde ein männliches Exemplar
von Ziphius Sowerbiensis erlegt. Annais nat. hist. 19 p. 304.
Zu einer früheren Notiz von Murie über den missgebildeten
Unterkiefer von Physeter macrocephalus (vergl. Ber. über 1865 p. 178)
macht Thomson weitere Bemerkungen Proc. zool. soc. p. 246.
Dieselben kommen häufiger vor, aber nur bei Männchen, und die
Walfischfänger sehen als die Ursache zu diesen Missbildungen die
Kämpfe der jungen Männchen an.
J. E. Gray erörterte einige Punkte in Owen's Beschreibung
von Euphysetes simus. Annais nat. hist. 19 p. 261. — Walter
Elliot berichtet ib. p. 372 über die Zufälligkeiten, die Owen ver-
leiten mussten, die eingesandten Abbildungen für die beiden Ge-
schlechter dieses Thieres zu nehmen.
Aus der Balaeniden-Familie fügt Cope den Sibbaldius lati-
ceps Gray (Balaena rostrata Rud.) der Fauna der Nordamerikani-
schen Vereinigten Staaten hinzu und. beschreibt das Skelett. Proc.
Philadelphia 1866 p. 297.
M'Coy hält einen grossen Walfisch für neu und nennt ihn
Physdlus Grayi. Die Brustflosse ist etwa ein Achtel der ganzen
Länge, jederseits 16 Kippen, und etwa 60 Wirbel. On the recent
zoology and palaeontology of Victoria. Melbourne 1867.
Carte und Macalistcr haben Beiträge zur Anatomie von
Balaenoptera rostrata Fab. geliefert, wie es vorläufig in Proc. Royal
Soc. Juny 1867 verkündet ist ; Annais nat. hist. 20 p. 299.
G. Q. Sars beschrieb ein Exemplar von Balaenoptera mus-
culus, das an den Lofoten angetrieben war. Forhandlinger i Vi-
densk. Selskabets i Christiania for 1865 p. 266» Das Thier war
über 40 Fuss lang. Ausserdem wird über die sonst noch an den
Lofoten beobachteten Wale berichtet; Verf. nennt Balaenoptera
rostrata und laticeps, Megaptera longimana, Physeter macrocepha-
lus, Grampus gladiator, Hyperoodon rostratus, Delphinus tursio,
Phocaena communis.
Burmeister veröffentlichte Proc. zool. soc. p. 707 eine
vorläufige Beschreibung einer neuen Art Balaenoptera honaerensis.
Das 32 Fuss lange Thier war zehn Meilen von Buenos Ayres ge-
strandet.
Tvede erstattete einen Bericht über die Thätigkeit der Ame-
rikanischen Walfischfänger bei Island im Jahre 1865 bis 1866.
Tidsskrift for Fiskeri IL p. 50—69.
der Säugethiere während des Jahres 1867. 43
Marsiipialia.
Flower machte der Royal Society Mittheilung von einer
Abhandlung über die Entwicklung und die Folge der Zähne bei
den Marsupialien, auf welchen Gegenstand bisher noch wenig Auf-
merksamkeit gerichtet war. Bei den Macropodidae finden sich keine
Milchschneidezähne, die erstgebildeten bleiben zeitlebens, ebenso
die Eckzähne und Backenzähne ; nur der zweite Backenzahn wird
durch einen Prämolaren ersetzt. Charakteristisch ist in dieser Familie
die Neigung, die Eckzähne und die Prämolaren frühzeitig zu ver-
lieren. — Aehnlich ist es bei den Phalangistidae, aber der Wechsel
findet frühzeitiger statt. -^ Bei den Perameliden scheint nur ein
sehr kleiner Backenzahn durch den dritten Prämolaren ersetzt zu
werden. — Auch bei den Didelphidae wird nur der dritte einspitzige
Backenzahn durch einen Prämolaren ersetzt. Bei den Dasyuridae
und Phascolomyidae sind die Beobachtungen weniger vollständig
doch scheint auch bei ihnen ein ähnliches Verhalten statt zu finden.
Demnach scheint es bei den Marsupialien ein allgemeines Gesetz
zu sein, dass abweichend von allen übrigen Säugthieren, nur ein
einziger Zahn gewechselt wird, und zwar der letzte Prämolare oder
Lückenzahn, dessen Vorgänger ganz den Charakter eines Molaren
hat. Daran schliessen sich einige Betrachtungen über den Zahn-
wechsel der übrigen Säugthiere. Proc. Royal Soc. May 1867;
Annais nat. bist. 20. p. 129.
Haughton schrieb über einige Punkte in der Muskel-Ana-
tomie der Beutelthiere. Annais nat. bist. 19. p. 127. Es handelt
sich um den Cremaster und den Quadratus femoris.
Hill beobachtete den üebergang des Jungen von Macropus
robustus in den Beutel. Proc. zool. soc. p. 475 und beschreibt es in
einem Briefe, den R. Owen mittheilt. Er sah auf der Jagd ein
weibliches Thier, welches in der Entfernung von 30 Ellen von ihm
einen Augenblick aufsass, dann niedersank und den Kopf auf die
Erde hielt und, wie der Beobachter meinte, einen Stein mit den
Lippen aufnahm; in einem Augenblick vergrösserte es mit seinen
Händen den Beutel, spannte ihn auf und steckte den Kopf, mit
Ohren und Allem bis zum Nacken hinein, in welcher Lage es eine
halbe Minute blieb, dann zog es den Kopf wieder hervor, schaute
umher und steckte den Kopf wieder hinein, als es alles sicher
fand. Verf. schoss dann das Thier, untersuchte die Tasche, und
fand, dass seine Thätigkeit dem eben geborenen Jungen gegolten
hatte, welches es mit seinen Lippen in den Beutel übertragen hatte.
Am anderen Morgen sah er auch ein Halmaturus an dem Beutel
beschäftigt und schoss es; das Junge war offenbar so eben hinein-
gebracht und hatte noch nicht die Zitze erfasst. — Hiernach, se
44 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
bemerkt Owen dazu, gebärt das Thier in aufrechter Stellung,
nimmt das Junge nach der Geburt von der Erde mit den Lippen
auf, und legt es in den Beutel. Ob dies constant ist, oder ob zu-
weilen das Junge mit dem Munde aus der Vulva genommen wird,
bleibt noch unentschieden,
Hensel erklärt das Ansaugen der jungen Didelphys an die
Zitzen aus einer Eigenthümlichkeit des Mundes. Der Mundrand ist
eine kleine runde Ocffnung, die nicht geschlossen werden kann,
und nur der Brustwarze den Durchgang gestattet. Eine Linie geht
nach hinten und stellt die geschlossene Mundspalte dar. Wenn der
Haarwuchs sich deutlich entwickelt, haben die Abductoren des Un-
terkiefers soviel Stärke, dass sie die Lippen von einander trennen.
Verf. vermuthet, dass die Mundspalte vor der Geburt weit offen ist,
und sich erst dann von den Mundwinkeln her schliesst, wenn das
Thier die Brustwarze ergriffen hat. Um die Zitzen nicht zu ver-
lieren, krallt sich das kleine Thier mit den Vorderbeinen fest, die
schon bei der Geburt mehr entwickelt sind als die hinteren.
Sitzungsber. der Ges. naturforschender Freunde zu Berlin. 1867. p. 5.
Hensel fand in Brasilien sowohl bei Didelphys Azarae wie
bei Didelphys aurita, die sich durch Schädel und Gebiss deutlich
unterscheiden, Exemplare mit schwarzen, und andere mit weissen
Grannen. Er ist zweifelhaft ob diese Differenz specifisch sei, oder
ob sie nur Rassen einer Art anzeige, und weist die Entscheidung
der Beobachtung in zoologischen Gärten zu. Zool. Garten p. 290.
Gy mnohelideus n. gen. M'Coy Annais nat. bist. 20 p. 287.
Zunächst verwandt mit Belideus, aber unterschieden durch den
Mangel der Seitenhaut und die verschiedene Form der Füsse. An
den Vorderfüssen ist der Daumen die kürzeste Zehe, dann folgen
in der Länge die zweite, dritte und vierte Zehe, die fünfte ist kür-
zer als die dritte. An den Hinterfüssen sind die zweite und dritte
Zehe fast gleich lang, dünner und kürzer als die anderen und bis
an die Basis des letzten Gliedes verwachsen. Die Daumen der Hin-
terfüsse sind ohne Nagel, und die Krallen aller anderen Zehen
sind klein. Ohren gross, halbelliptisch und fast nackt am Ende.
Gebiss-^: — '- — '- — i— ^_-i_-- G. Leadbeateri von Victoria.
4. 4. 0. 2. 0. 4. 4.
Bei jungen Beutelthieren (Halmaturus Bennettii) bildet das
Os tyrapanicum, wie P eters Berliner Monatsb. p. 728 berichtet, einen
oben und hinten durchbrochenen Ring, ähnlich wie im ausgebildeten
Zustande bei den Schnabelthieren. Der vordere stärkere Theil dieses
Ringes theilt sich oben gabelförmig und umfasst den Meckel'schen
Fortsatz von aussen und hinten, während er unten mit einer Con-
vexität sich genau an die innere Seite des aufsteigenden Theils des
Unterkiefers und mit einer glatten gelenkartigen Fläche in die
obere concave Fläche des nach innen gebogenen Unterkieferwinkels
der Säugethiere während des Jahres 1867. 45
hineinlegt. Verf. sieht hierin einen neuen Beweis für die Ueber-
einstimmung dieses Knochens mit dem Os quadratum der übrigen
Wirbelthierklassen. Berliner Monatsber., vergl. auch Proc. zool.
soc. p. 953.
Derselbe untersuchte ferner, ib. p. 779 das Os tympanicum
und die Gehörknöchelchen von Tachyglossus hystrix und Ornitho-
rhynchus in Bezug auf die Frage von der Deutung des Quadrat-
beins bei den Vögebi.
Giebel verglich die Schädel von Halmaturus giganteus und
Bennetti. Zeitschr. für die ges. Naturwissensch. 29. p. 89.
Lucae hatte Gelegenheit die weiblichen Geschlechtsorgane
von zwei Halmaturus Bennettii und einen H. Billardieri zu unter-
suchen. Das Resultat ist Zool. Garten p. 418 und 471 veröjßfent-
licht, und durch einen Holzschnitt anschaulich gemacht. Es führt
mit Sicherheit auf die ersten Anschauungen H o m e's im Gegensatze
zu Owen zurück, 1) dadurch, dass bei älteren Thieren eine offene
Verbindung zwischen dem Scheideusack und dem Urogenital-Kaual
unzweifelhaft vorkommt und 2) dadurch, dass bei den noch jungen
Bennettii auch keine Spur eines offenen Ueberganges aus einer
Höhle nach der andern vorhanden war.
Eine Mittheilung über den grossöhrigen Beuteldachs, Pera-
meles (Macrotis) lagotis Reid, erhielten wir von Max Schmidt
Zool. Garten p. 1, 41 und 81 nebst einer Abbildung in Farbendruck
mit genauer Beschreibung der in Frankfurt a. M. lebenden Exem-
plare und ihrer Lebensweise.
Murie hat eine Monographie von Phascolomys platyrhiuus
gegeben. Es bestätigt sich, dass nur drei lebende Arten dieser
Gattung unterschieden werden dürfen : Ph. wombat, platyrhinus und
latifrons. Erstere beiden stehen einander nahe; letztere weicht
auffallend von ihnen ab, so dass Verf. ihr den Bang eines Subgenus
zuerkennt. Proc. zool. soc. p.798.
Bericht über die Leistnugeii in der Ilerpetologie
während des Jahres 1807.
Von
Troschel.
Auf Antrieb von mehreren Seiten her habe ich den vor-
jährigen Bericht schon Anfangs September 1867 dem Druck
übergeben. Dadurch ist es gekommen, dass diesmal mehr
nachzuholen ist als sonst gewöhnlich. Die Amerikanische
Sendung mit den Schriften der Akademie zu Philadel-
phia, der Gesellschaft zu Boston und Anderer kamen
erst Ende Septembers in meine Hände, als der Druck
des Jahresberichtes fast vollendet und es nicht mehr
möglich war, den Inhalt derselben noch zu besprechen.
Wenn der Uebelstand der Auslassungen vermieden wer-
den soll, können die Berichte erst sehr spät erscheinen, und
dies ist eine Hauptursuche der häufig sehr verzögerten
Ausgabe der Berichte gewesen. Vielleicht haben unsere
Leser lieber die Berichte zeitiger auf Kosten der Voll-
ständigkeit. Auslassungen werden immer im nächst fol-
genden Berichte ergänzt.
Europa. Bach schrieb in seinen „Studien und
Lesefrüchte aus dem Buche der Natur Band 2. Cöln 1867"
p. 231 über die Eidechsen und Schlangen Deutschlands
in populärer Form. Er unterscheidet vier Eidechsen:
Lacerta viridis, agilis, vivipara und muralis; die Blind-
schleichen werden als Halbschlangen geschildert; von
Schlangen werden Tropidonotus natrix und tessellatus,
Coronella laevis, Elaphis flavescens, die bei Schlangen-
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie ct. 47
bad vorkommt, Yipera beruS; Chersea und ammodytes
abgehandelt.
Nacb Co 11 et sind auf den Walfischinseln Bufo
vulgaris und Rana temporaria die gemeinsten Amphibien,
Triton punctatus und Lacerta vivipara seltener, häufig
sind Anguis fragilis und Coluber natrix , auch Vipera
Berns kommt vor. Nyt Magazin for Naturvidenskaberne
15 p.l7.
In der Gegend von Tübingen leben nach Leydig,
Fauna Tubingensis, 5 geschwänzte und 7 ungeschwänzte
Batrachier, 3 Schlangen und 3 Eidechsen.
Fritsch hat im Kalender der Fauna von Oester-
reich als den mittleren Tag des Erwachens aus dem
Winterschlafe folgende Angaben gemacht: Rana tempo-
raria 24. März, Pelophilax esculentus 30. März, Anguis
fragilis 31. März, Lacerta agilis 5. April, Lacerta viridis
8. April, Bombinator igneus 10. April, Triton cristatus
11. April, Tropidonotus natrix 13. April, Phryne vulgaris
und Triton punctatus 14. April, Salamandra maculosa 15.
April, Dendrohyas viridis 16. April. Für Dendrohyas
viridis ist der 15. October der mittlere Tag des Wieder-
begebens in den Winterschlaf. Wiener Sitzungsber. 56
p. 215.
Haslinger bezeichnet als in Mähren vorkommend
fünf Schlangen-Arten, nämlich Tropidonotus natrix L.,
Coluber flavescens L., Coronella laevis Merr., Coluber
tessellatus Fitz., Pelias berus L. Verhandl. des naturfor-
schenden Vereins in Brunn V. p. 10.
In der üebersicht der Wirbelthiere Vorarlbergs von
Bruhin werden von Amphibien nur genannt Hyla viridis,
Salamandra maculata und atra Laur. Zool. Garten p. 437.
Bei Meran kommen nach Milde von Amphibien
vor: Lacerta muralis und viridis, Zamenis Aesculapii,
Tropidonotus natrix und viperinus, Coronella austriaca,
Vipera Redi. (44. Jahresber. der schlesischen Gesellsch.
für vaterl. Cultur p. 55.)
Horvath fand an der Südseite des Tatra- Gebirges
Zootoca crocea und Pelias berus, und berichtet dies als
48 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
eine Bereicherung der Fauna Ober-Ungarns. Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 560.
Auf der Insel Tinos in Griechenland fand Erber
folgende Amphibien: Lacerta viridis und Merremmii,
Anguis fragilis, i^blepharis pannonicus, Tropidonotus hy-
drus und natrix, Zamenis viridiflavus, Ailurophis vivax,
Vipera Amodytes; Triton taeniatus, Rana esculenta, Bufo
variabilis, Hyla arborea und Bombinator igneus. Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 855.
Ueber die Amphibien Kaukasiens macht P et z h o 1 d t
(der Kaukasus Bd. 1. 1866 p. 166) einige Bemerkungen.
Aeusscrst häufig sind Land- und Wasserschildkröten, die
ziemlich flink sind, von Schlangen Vipera berus und Co-
luber sauromates PalL, die sechs Fuss lang wird.^ Der
Laubfrosch in Menge im Kuba'schen Kreise am kaspischen
Meere.
Afrika. Bekanntlich lebt auf Madeira nur eine ein-
zige Eidechsenart, Lacerta Dugesii Milne Edwards, die v.
Martens Expedition nach Ostasien L p. 9 in verschie-
deneir Färbungen beobachtete. Keine Schlange wird
dort gefunden; ein Frosch ist durch einen Portugiesen
eingeführt.
In D u V e y r i e r Exploration du Sahara : Les Touareg
du Nord. Paris 1864, wird p. 226 erwähnt, dass daselbst
8 Eidechsen, 2 Batrachier, 5 Giftschlangen und einige
unschädliche Schlangen vorkommen, die von den Bewoh-
nern alle unter zwei Namen vereinigt werden.
Zwei Aufsätze von Barboza duBocagc in Jornal
de sciencias de Lisboa Nov. 1866 habe ich noch nicht ein-
sehen können. Sie enthalten 1) ein Verzeichniss der
Reptilien der portugiesischen Besitzungen im westlichen
Afrika, die sich im Museum zu Lissabon befinden. Darin
sind 82 Reptilien aufgezählt; 2) die neuen Arten aus
jenen Besitzungen, worin 29 Arten beschrieben sind, be-
gleitet von einer Tafel.
Barboza du Bocage beschrieb einige neue Ba-
trachier vom westlichen Afrika, Loanda und Benguella.
Proc. zool. soc. p. 843.
Peters verzeichnete 18 Arten Amphibien aus Otjim-
während des Jahres 1867. 49
bingue in Südwestafrika vom Missionär Halm^ worunter
eine neue Art, Temnorhynchus frontalis. Berliner Mo-
natsber. 1867 p. 236.
Hartmann hat in der Naturgeschichtlich - medici-
nischen Skizze der Nilländer. Berlin 1865 p. 199 von
Amphibien 4 Batrachier, 16 Schlangen, 27 Eidechsen, 7
Schildkröten und 1 Crocodil als dort vorkommend ver-
zeichnet.
Peters gab Berliner Monatsber. 1866. p. 887 eine
vorläufige Uebersicht der aus dem Nachlasse des Baron
V. d. Decken stammenden und auf seiner ostafrikani-
schen Reise gesammelten Amphibien. Es sind 6 Schild-
kröten, 18 Eidechsen, 8 Schlangen worunter 2 neue und
8 Batrachier.
Grandidier stellte eine x^nzahl neuer Reptilien
von der Südwestküste Madagascars auf, darunter eine
neue Schildkröten-Gattung und zwei neue Eidechsen-Gat-
tungen. Revue de zoologie p. 232.
Asien. Nach De Filippi Note di un viaggio in
Persia, Milano 1865 p. 342 leben im westlichen Persien 3
Schildkröten, 22 Eidechsen, 15 Schlangen und 3 Batra-
chier, zusammen 43 Arten, worunter einige neue, die
unten namhaft gemacht werden.
Wie V. F r a u e n f e 1 d berichtet, wurden auf den Ni-
cobaren durch ;die Novara-Expedition 12 Amphibien ge-
funden, worunter fünf neue Arten, die von Fitzinger
bestimmt sind: Coryphophylax Maximiliani, Euprepes
macrotis, Trimeresurus labialis, Bufo spinipes, Typhloscin-
cus nicobaricus. Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien
p. 597.
lieber einige Reptilien, die auf einer Reise von
Sylbyet nach Kashar gesammelt wurden, berichtete Grube
44. Jahresber. der schlesischen Gesellsch. für vaterl. Cul-
tur. p. 69.
Nach De Courcy „L'empire du Milieu. Paris 1867^
p. 161 ist die Klasse der Amphibien in China reich ver-
treten. Viele Schildkröten im süssen Wasser und im
Meere und mehrere Schlangen, von denen nur eine (Naja)
giftig ; der gemeine Frosch und die gemeine Kröte ; im
Archiv f. Natur?. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. J)
50 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Süden kommt Rana mugiens (miigissante) vor; viele kleine
Eidechsen, den Crocodil kennen die chinesischen Naturfor-
scher nur dem Namen nach, der jedoch in Indien unter
den Breiten des Kouang-toung und des Younan vorkommt.
Von Martens stellt in Preuss. Expedition nach Ost-
Asien zool. Abtheil. I. p. 100 Betrachtungen über die Ja-
panischen Reptilien an, die bei geringerem Artenreich-
thum ein Gemisch von europäisch-sibirischen, nordameri-
kanischen und indischen Formen zeigen.
Von Amphibien finden sich nach den Angaben von
Rosenberg, Reis naar de Zuidooster eilanden p. 55, auf
den Aroe-Inseln sowohl Arten die auf Neu-Guinca leben,
wie solche die den westlicher liegenden Inseln angehören.
Häufig sind Chelonia midas und imbricata, Crocodilus
biporcatus nicht selten, zwei Varanus, Ilistiurus amboi-
nensis und Arten von Platydactylus, Hemidactylus, Gon-
gylus und Dibamus. Nur wenige Batrachier, darunter
ein besonders grosser Frosch. Von Schlangen sollen
einige giftig sein; am grössten werden einige Boa-Arten.
Die Kei- Inseln sind wesren der Trockenheit viel
ärmer an Amphibien; v. Rosenberg sammelte nur eine
kleine weiss und schwarz gezeichnete Homalopsis. Ib. p. 83.
Australien. Von Amphibien kommen nach M'Coy^
On the recent Zoology and Palaeontology of Victoria
p. 8, in der Colonic Victoria vor: Chelonia viridis, Sphar-
gis coriacea, Chelodina oblonga und longicollis ; keine
Krokodile; Hydrosaurus varius wird sechs Fuss lang und
wird gegessen, auch fertigt man aus der Haut Pantof-
feln und andere Gegenstände , Trachydosaurus rugo-
sus, Cyclodus gigas, Hinulia taeniolata und Grammato-
phora barbata gehören dem w^-irmeren Norden der Co-
lonie an. Ein Dutzend Schlangen wird genannt, von
denen die grösseren von den Eiugebornen gegessen wer-
den. Von Fröschen ist Ranhyla aurea häufig, eine Hyla
lebt auf den hohen Gummi - Bäumen, Limnodynastes tas-
manicus, dorsalis und affinis bohren sich am Tage in den
Sand ein.
Als eine Erweiterung der Australischen Reptilien-
fauna verzeichnete Günther, Annais nat. bist. 20. p. 45
während des Jahres 1867. 51
in Folge mehrerer Zusendungen an das Britische Museum
und namentlich einer Sendung des Mr. Duboulay von
der Champion-Bay undNicol-Bay, so wie des Hrn. Dämel
vom Cap-York und Port-Denison 1 Schildkröte, 50 Ei-
dechsen, 7 Schlangen und 23 Frösche. Darunter viele
^eue Arten und eine neue Geckonen-Gattung.
P e ter s hat Berliner Monatsber. p. 13 ausser einigen
Bemerkungen über bereits bekannte Amphibien eine Reihe
neuer Arten von der Westküste Neuhollands und aus dem
ostasiatischen Archipel beschrieben , die unten einzeln
namhaft gemacht sind.
Amerika. C o p e berichtete Proc. Philadelphia
1867 p. 85 über eine Sammlung von Reptilien aus Owens
Valley in Californien. Er bestätigt, dass diese Fauna die
der Colorado Region oder des Sonora District sei. Eine
neue Schlange wird beschrieben.
Nach Materialien, welche Elliot Coues auf seinen
Reisen im Territorium von Arizona beim 35 Parallelkreise
und längs dem Thale des Colorado von Fort Mojave bis Fort
Yuma gesammelt hatte, schrieb Cope über die Reptilien
und Batrachier der Provinz Sonora in Neu-Mexico. Diese
Sammlung enthielt 44 Arten, denen andere aus jener
Gegend bekannt gewordene liinzufügt werden, im Ganzen
68 Arten in 27 Gattungen. Am Schluss geographische
Zusammenstellungen.
Von Reptilien, die in der Gegend von Pachuca leben,
führt Villada in Memoria de los trabajos ejecutados
por la comision cientifica de Pachuca en el ano de 1864
Mexico 1865 p. 283 nur drei Eidechsen, einen Scincus,
eine Lacerta sp. und Lacerta bullaris L. und fünf Schlan-
gen, nämlich drei Arten Coluber, Tortrix corallinus und
eine Vipera, von Batrachier n nur eine Salamandra an.
Einen vierten Beitrag zur Herpetologie des tropischen
Amerika lieferte Cope in Proc. Philadelphia 1866 p. 123.
Der Verf. beschreibt 1) die Sammlung, welche unter Di-
rection des Gouverneurs von Yucatan, Jose Salazar Star-
regui, durch Arthur Schott vorgelegt wurde; sie ent-
hält 2 Schildkröten, 15 Eidechsen, worunter ein neues
52 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Genus und zwei neue Arten, 12 Schlangen, wovon 3 Arten
neu und 5 ßatrachler; 2) eine Sammlung Reptilien von
Belize von P ar s o ns, sie enthält 4 Schildkröten, 6 Schlan-
gen, 1 Batrachier ; woran sich eine Sendung aus der Nähe
von Honduras schliesst, zwei Schlangen und ein neuer
Siphonops; 3) Bemerkungen über neotropische Batrachieiy
vrobei 7 neue Arten und eine neue Gattung beschrieben
werden ; 4) über Reptilien von Orizaba, indem er dem
Cataloge Sumichrast's sieben Arten Batrachier hinzufügt,
worunter eine neu.
Als fünften Beitrag zur Herpetologie des tropischen
Amerika beschreibt Copeib. p. 317 eine Reihe neuer
Arten von verschiedenen Punkten Mexicos.
He n sei hat in unserem Archiv p. 120 die von ihm
in Südbrasilien gesammelten Batrachier bearbeitet, und
dabei mehrere neue Arten beschrieben.
Chelouii.
Testudo planicauda Grandidier Eevuc de zool. p. 233 von
Madagascar.
Dumerilia n- gen. Grandidier Revue de zool. p. 232 unter-
scheidet sich von Peltocephalus durch minder starken Kopf und
Schwanz ohne Kralle, von den Podocnemyden durch kräftige und ge-
bogene Kiefer und nicht gekielten Panzer. D. madagascariensis von
Madagascar.
Elseya nov. gen. Gray Annais nat. hist. 20 p. 43. Nase und
Scheitel des Kopfes mit weicher Haut bedeckt; Schläfen, Wangen
und Kehle mit flachen polygonalen Platten bedeckt; Trommelfell
flach ; Kinn mit zwei Bartfäden ; Oberseite des Nackens warzig.
Panzer convex, hinten ausgebreitet und gezähnt; Seiten schwach
umgeschlagen; kein Nackenschild; Wirbelsäule kurz, innen gekielt;
Sternum fest, ziemlich schmal, mit abhängigen Seitenflügeln ; Kehl-
schild länglich, klein , marginal. Schwanz kurz, dick, concav ;
Krallen 5, 4, spitz. Dahin Chelymys dentata Gray und E. lateri-
sternum n. sp. von Nord-Australien.
Saiirii.
Crocodilini. Halcrosia Afzelii Lilljeborg Proc. zool. soc. p. 715,
ein neuer Krokodil von Sierra Leone
Rhynchocephalia. Günther zählte die anatomischen
Charaktere der Gattung Hatteria(^Rhynchocephalus Owen)
während des Jahres 18G7. 53
auf und sngt, Hatteria biete eine seltsame Combination
von hoben und niederen Organisationselementen dar, und
müsse als Typus einer besonderen Gruppe betrachtet
werden. Ihre verwandtschaftliche Beziehung wird dann
durch folgendes Schema ausgedrückt, in welches die
Reptilien getheilt werden: I. S quam ata. 1. Ordnung.
Ophidia. 2. Ordnung. Lacertilia. a. Amphisbaenoidea, b.
Cionocrania, c. Chamaeleoncidea, d.Nyctosaura. 3. Ordnung.
Uhy^iGhocephalia. IL Loricata- 4. Ordnung. Crocodilia.
III. C ataj^hracta. 5. Ordnung. Chelonia:. Proc. of the
Royal Society May 1867; Annais nat. bist. 20 p. 127;
Philosophical Transact. 1867. Part II. mit 3 Tafeln.
Chamaeleontes, Hulke hat die Retina des Chamäleon un-
tersucht, als einen ferneren Beitrag zu der feineren Anatomie der
Retina der Reptilien. Philos. Transactions of the Royal Soc. of
London 156 p. 223.
Couch hatte Gelegenheit ein lebendes Chamaeleon zu beob-
achten. Er schildert die Farbenveränderung, misst die Tempera-
tarveränderungen und beschreibt die Art, Insecten zu fangen.
Auch ist eine Abbildung des Thieres beigegeben. The intellectual
observer X. p. 321.
Ascalabotae. Gedw alho-fasciolatiis Günther Annais nat. bist.
20 p. 50 aus Polynesien? — G. moestus von den Pelew-Inseln und
labialis von Mindanao Peters Berliner Monatsber. p. 18, beide ge-
sammelt von Semper.
Diplodactyhis polyophthalmus Günther Annais nat. bist. 20.
p. 49 von der Nicol-Bay und Champion-Bay.
Hemidactylus Sakalava Grandidier Revue de Zoologie p. 233
von Madagaskar.
Phyllodactylus anomaliis Peters Berliner Monatsber. p. 14 von
Rockhampton in Ostaustralien. — Pli. androyensis Grandidier Revue
de Zoologie p. 233 von Madagaskar.
J. E. Gray stellte in der Geckonen-Familie eine neue Gat-
tung Geckoella auf, welche sich von Homonota und Naultinus
unterscheidet, dass der Rücken höckerig ist, von Eublepharis durch
das Fehlen der Präanalporen und die längliche, aufrechte Pupille.
G. punctata von Ceylon. Proc. zool. soc. p. 98. pl. 9.
Bhynchoed ura n. gen. Günther Annais nat. bist. 20. p. 50.
Alle Zehen comprimirt, ziemlich dünn, nicht erweitert, unten kör-
nig, mit schwachen Krallen. Kopf und Körper mit sehr kleinen
granulaartigen Schuppen, ohne Tuberkeln; Schwanz rund, schwach
angeschwollen, mit Ringen kleiner viereckiger Platten bedeckt.
Schnauze spitz, eigenthüralich comprimirt; Lippenschilder klein,
54 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Oberkiefer vorn mit einem vorstehenden nagelartigen Schilde be-
deckt. Zunge schmal, vorn ziemlich spitz, nicht ausgeschnitten.
Augen sehr gross. Einige grössere Schilder, ohne Poren, vor und
hinter dem After. Bh. ornata Nicol-Tsay.
Correloplius nov. gen. Guichenot Mem. de Cherbourg XII.
p. 248. Kopf gross, kurz, dreieckig, niedrig, jederseits mit einer
gefransten Hautfalte vom Auge bis zur Schulter; an den Hinter-
beinen eine grosse Hautfalte ; Zehen frei, unten mit Lamellen ohne
mittlere Furche, alle fünf mit Nägeln; Schwanz conisch, lang, dünn,
am Ende von einer Hautfalte umgeben. C. cüiatus aus Neu-Cale-
GecTcolepis n. gen- Grandidier Revue de zool. p. 233. Gecko
supra infraque squamis scincoideorum modo tectus; capite obtuso,
pedibus brevissimis; digitis platydactylonim modo striatis GAyiiicus
von Madagaskar.
Strauch berichtigt Bull, de St. Petersbourg XII. p. 359 m
einer Anmerkung die Stellung seiner Gattung Teratoscincus, die
nicht zu den Scincoiden, socdern vielmehr zu den Geckoniden
gehöre-
Iguanini. Mivart schilderte ausführlich die Myologie von
Iguana tuberculata. Proc. zool. soc. p. 766.
Sceloporus serrifer und chrysostictus Cope Proc. Philadelphia
1866 p. 124 aus Yukatan. — Sc. hetenirits Cope ib. p. 322 aus
Mexico.
Gachryx n. gen. Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 124 ver-
wandt mit Urocentrum und Hoplurus, besitzt aber Schenkelporen.
Die Art heisst C. defensor aus Yukatan.
Calotes (BronclwceU) pUlipinnus Peters Berliner Monatsber.
p. 16 von den Philippinen.
Lophyrus (Tiaris) Semperi Peters Berliner Monatsber. von den
Philippinen.
Loplmra (Hypsiliiriis) Godeffroyi Peters Berliner Monatsber.
p. 707 fig. 1 von den Pelew-Inseln.
Grammatopliora wacrolepis , laevis und temporalis Günther
Annais nat. hist. 20 p. 5 1 von Neu-Holland.
De Filippi beobachtete in Georgien und Persien einen
Farbenwechsel bei Stellio caucasicus, der jedoch nur bei erwachse-
nen Individuen vorkommt. Dem Licht ausgesetzt wird das Thier
heller. Verf. erklärt die Erscheinung dadurch, dass die Hautpapil-
len in ihren tieferen Lagen ein Netzwerk von schwarzen Pigment-
zellen enthalten, welche Fortsätze zur Hautoberfläche senden, über
das weissliche Pigment. Durch diese Fortsätze möchte denn das
schwarze Pigment hiadurchtreten und die Farben Veränderung hervor-
bringen. Mem. della R. accadem. di Toriuo 1865; Annais nat. hist.
lö. p 145.
während des Jahres 1867. 55
Agama (Eremioplanis) Lessonae DeFilippi Note di im viaggio
in Persia p. 353 von Ipahan in Persien.
Phry)iocephalus persicus De Filippi ib. von Teheran.
Tympanocrijptis ceplialus Günther Annais nat. hist. 20. p. 52
Nicol-Bay.
Lacertini. Lacerta BrandtH De Filippi Note di un viaggio
in Persia p. 354 von Basminsk.
Scapliteira (?) reticulata Barl^oza du Bocage Annais nat. hist.
20. p. 226 von Mossamedes in Westafrika.
Pachyrhyncus n. gen. Barboza du Bocage Annais nat. hist.
20. p. 226, verwandt mit Acanthodactylus und Eremias. Kopf breit
und flach, Schnauze sehr dep-rimirt, breit, spateiförmig mit ihrem
schneidenden Bande die Mundöffnung weit überragend. Zunge pfeil-
förmig, an der Spitze ausgerandet, mit schuppenförmigen Papillen
bedeckt. Gaumen zahnlos, Nasenlöcher nach oben gerichtet zwi-
schen 3 Schildern wie bei Eremias. Schnauzenschild sehr deprimirt
mit den ersten 7 oberen Lippenschildern den vorstehenden Schnau-
zenrand bildend. Keine freie Halsfalte. Bauchschilder glatt in re-
gelmässigen Längs- und Querreihen. Schwanz am Grunde breit und
flach, weiterhin rand. Keine Schenkelporen. Fünf ungleiche Zehen
an jedem Fuss, comprimirt, unten mit glatten Schuppen, an den
Rändern gezähnelt. P. ÄncMetae von Mossamedes in Westafrika.
Strauch hat noch zwei neue Arten von Scapteira beschrie-
ben, Bull, de St. Petersbourg 1867 XII. p. 313, findet aber solche
üebergänge zu Eremias, dass er die Trennung der Gattungen nicht
aufrecht erhalten zu können glaubt. Er führt für die vereinigten
Genera den Wagler'schen Namen Podarcis wieder ein. Die Gat-
tungen der Gruppe Pristidactylia bringt er in folgendes Schema:
I. Nasenloch in einem einzigen Schilde, Gatt. Psammodromus
Fitz. II. Nasenloch zwischen zwei Schildern. 1. Augenlieder feh-
len, Gatt. Ophiops Menetr. 2. Augenlieder vorhanden, Gatt. Ca-
hrita Gray. III. Nasenloch zwischen drei Schildern. 1. Halsband
fehlt, a. Schenkelporen vorhanden, Zehen ganzrandig, aber unten
mit gekielten Schildern gedeckt, Gatt. Ichnotrop is Peters, b.
Schenkelporen fehlen, Zehen am Rande gezähnelt, aber unten mit
glatten Schildern gedeckt, Gatt. Pachyrhyncus Barb. 2. Hals-
band vorhanden, a- Die das Nasenloch umgebenden Schilder sind
ein Supralabiale, ein Nasofrenale und ein Nasorostrale, Gatt. Äccui-
thodactylus. b. Die das Nasenloch umgebenden Schilder sind
zwei Nasofrenalia und ein Nasorostrale, Gatt. Podarces Wagl. Zu
der letzteren Gattung gehören Arten mit gefransten Zehen (Sca-
pteira) und mit ganzrandigen Zehen (Eremias). Zu Scapteira ge-
hören vier Arten: P. grammica Licht., P. cuneirostris n. sp, aus
Südafrika?, P. reticulata Barboza und P. scripta n. sp. aus den
Aralcaspischen Gegenden und der Kirgisen-Steppe.
56 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Ptychopleurae. Gerrlwscmrus qiiadrilineatus Grandidier Revue
de zool. p. 233 von Madagaskar.
Gerrhonotus ophiurus Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 321 aus
Mexiko.
Barissia anteiliges Cope ib. p. 132 von Orizaba, Vera Cruz.
Scinci. Diploglossus cMlyhaeiis Cope Proc. Philadelphia 1866
p. 321 aus Mexiko.
Euprepes (Euprepis) Bensoni von Liberia, E. (Tiliqua) semi-
cinctus von Mindanao, E. (Tiliqua) hicarinatus von Hongkong Peters
Berliner Monatsber. p. 20. — E. aureopunctatus Grandidier Revue de
zool. p. 234 von Madagaskar. — E. afßnis De Filippi Note di un
viaggio in Persia p. 354 aus Südpersien.
Mobilia macrura Günther Annais nat. bist. 20. p. 48 von
Cap York.
Plistodon siimichrasti Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 321 aus
Mexiko.
Soridia miopus Günther Annais nat. bist. 20 p. 49 von der
Champion-Bay. '
Wiodona Gerrardii Günther ib. p. 46 vom Swan River.
Lygosoma laterale Günther Annais nat. bist. 20 p. 45 von Süd-
Australien. — L. (Himilia) scutatum Peters Berliner Monatsber.
1866 p. 708 von den Pelewinseln. — L. (Lipinia) Semperi Peters ib.
p. 18 von Mindanao. — Lygosoma (Coplioscincus) qiiadrimttatum
Peters ib. p. 19 von Mindanao. Das neue Subgenus mit ganz ver-
decktem Trommelfell, — Lygosoma (Himilia) variegatum Peters ib.
p. 20 von Mindanao.
Heteropus Schmeltzii Peters Berliner Monatsber. p. 23 von
Rockhampton.
Hemiergis polylepis Günther Annais nat. bist. 20 p. 48 von
Südaustralien.
Himilia fasciolata von Rockhampton und hranchialis von
Champion Bay Günther ib. p. 47.
Gongylus igneocaudatus Grandidier Revue de zool. p. 234 von
Madagaskar.
Hemipo dion nov. geu. Scincoideorum Steindachner Wiener
Sitzungsber. 55. p. 265; Annais nat. bist. 19 p. 228. Verlängert,
walzenförmig, Schwanz lang, Extremitäten schwach entwickelt, die
vordem dreizehig, die hintern zweizehig, jede Zehe mit einem Na-
gelgliede ; Nasenöfifnung seitlich zwischen zwei Nasalschildchen ge-
legen, keine Supranasalia; Rostrale von massiger Grösse, wie bei
Euprepes gestaltet; Ohröffnung äusserlich nicht sichtbar; unteres
Augenlied mit einer durchsichtigen Scheibe; Gaumen zahnlos,
Schuppen glatt. H. persicum aus Persien.
Pygomeles n. gen. Grandidier Revue de zool. p. 234. Prae-
pedito similis, sed auribus minimis; corpore anguiforme; extremitati-
während des Jahres 1867. 57
bus anterioribus uullis, posterioribus parvissimis, compressis indivi-
sisque; capite cuneato, dentibus couicis, palato edentato, lingua tota
sqiiamea. non transversira sulcata nee antice emarginata; squamis
non striatis. P. Braconnieri von Madagaskar.
Strauch erklärt die Gattungen Ablepharus Fitz., Cryptoble-
pharus Wiegm. und Morethia Gray für nicht verschieden, und ver-
einigt daher sämmtliche ophiophthalme Scincoiden mit vier fünfze-
higen Extremitäten zu einer Gattung Ablepharus. Er beschreibt
dann neun Arten, unter denen A. deserti von den Aralo-caspischen
Steppen und Ä. Brandtii von Buchara neu. Bull, de St. Petersbourg
XII. p. 359.
Serpeiites.
Opoterodonta. TypliJops microstomus Cope Proc. Philadelphia
1866 p. 125 aus Yukatan. — T. hasimacidaUis Cope ib. p. 320 aus
Mexiko. — T. PetersU Steindachner Verhandl. zool.-bot. Ges. in
Wien p. 515. Taf. 13. Fig. 7—9 von den Philippinen. — T. (OmjcJio-
cephäliis) unguirostris Peters Berliner Monatsber. p. 708. fig. 3 von
Eockhampton in Nordaustralien. — T. Wiedii Peters ib. p. 24 von
Brisbane in Nordaustralien.
Stenostoma narirostre Peters Berliner Monatsber. p. 708. flg. 2
aus Lagos, Westafrika.
Äglyphodonta. Calamaria phüippinica Steindachner Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 514 von den Philippinen.
Scölecopliis scytalmus Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 320
aus Mexiko.
Rhegnops n. gen. Cope Proceed. Philadelphia 1866 p. 128
unterscheidet sich von Carphophis durch zwei Nasenschilder, deren
vorderes für das Nasloch durchbohrt ist, RJi. visonimis von Belize.
Ficimid puhlia Cope ib. p. 126 aus Yukatan.
Giebel verglich Schädel und Skelett von Coluber variabilis
und C. Aesculapi. Zeitschr. für die ges. Naturwissenschaften 29.
p. 418.
Coluber triaspis Cope Proceed. Philadelphia 1866 p. 128 von
Belize. — C. flavinifus Cope ib. p. 319 aus Mexiko.
Geoptyas n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsb. 55 p. 271
gegründet auf Coryphodon pantherinus und constrictor, sowie zwei
neue Arten G. collaris und flaviventris Taf. III und IV aus Brasi-
lien. Siehe auch Annais nat. hist. 19 p. 228.
Cope hat Proc. Philadelphia 1866 p. 306 eine sjTioptische
Zusammenstellung von 7 Species der Gattung Eutaenia gemacht.
Opliibolus pyromelanus Cope ib. p. 305 aus Neu-Mexiko.
Bascanion suboculare Cope ib. p. 319 aus Guatimala.
Gontia isozona Cope ib. p. 304 aus Neu-Mexiko.
58 T r o s c h e 1 : Bericht über d. Leist. in d. Herpetologie
Tantüla calamarina Cope ib. p. 320 ebendaher.
Phimothyra hexalepis Cope ib. p. 304 von Fort Whipple in
Neu -Mexiko.
Liophis pulcher Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 267 ;
Annais nat. hist. 19 p. 228 aus Chili.
Denärophis calUgastra Giinthev Annais nat. hist. 20 p. 53 von
Cap York. — D. striolaUis Peters Berliner Monatsber. p. 25 von
den Pelew-Inseln.
Aliaetulla polylepis Peters Berliner Monatsber. p. 709 aus
Surinam,
Phüotliamnus punctatus Peters Berliner Monatsber. 1866 p. 889
von Zanzibar.
Mesopeltis nov. gen. Cope Proc. Phila4elphia 1866 p. 318.
Kiefer, Gaumen- und Pterygoidbeine blattförmig erhaben; der
erstere trägt schlanke Zähne bis gegenüber der Mitte des Auges.
Kopfschilder normal, die hinteren Wangenschilder ganz klein, das
erste Paar zu einem eiförmigen Schilde vereinigt, welches mit dem
Symphsysealschilde in Berührung ist; keine Schuppenporen; After-
schild getheilt ; Körper comprimirt, Kopf ganz abgesetzt, mit grossen
Augen und verticaler Pupille; Schuppen glatt ohne grössere Ver-
tebralreihe. M. sanniolus aus Mexiko.
Dromicus cMlensis SteindachnerWiener Sitzungsber. 55 p. 270;
Annais nat. hist. 19 p. 228 aus Chili.
Sp alerosopliis n. gen. De Philippi Note di un viaggio in
Persia p. 356, gegründet auf Sph. microlepis Jan von Laristan.
Zamenis Inmalayanus Steindachner Verhandl. zool.-bot. Ges.
in Wien p. 513 vom Himalaya.
Opisthoglypha. Psammophis malifalensis Grandidier Revue et
mag, de zool. p, 234 von Madagaskar.
Reinhardt beschrieb in Naturh. Forenings Videnskab. Med-
delelser 1866 zwei neue Ilomalopsiden : Tachyplottis Hedemanni
von Billiton, und Helicops assimiUs aus der Provinz Minas Graes
in Brasilien. Die erstere bildet eine neue Gattung mit folgenden
Charakteren : Genus e familia Homalopsidarum opisthoglyphum,
dente sulcato longissimo fere recto ; squamis laevibus resplenden-
tibusque per 25 series dispositis; scutis internasali singulo miuu-
tissimo scutisque nasalibus interpositis a rostrali remoto; scutis
frenalibus duobus, scuto praeoculari et infraoculari singulis,
Himantodes tenuissimus Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 317
aus Yukatan.
Tropidodipsas brevifacies Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 127
aus Yukatan.
Dipsas phiUppina von Luzon und Hoffmanseggii von Java
Peters Berliner Monatsber. p. 27.
während des Jahres 1867. 59
Conophis concolor Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 318 aus
Mexiko.
Proteroglypha. PseudecUis scutellatus Peters Berliner Mo-
natsber. p. 710 von Rockhampton in Nordaustralien.
Atractaspis fallax Peters Berliner Monatsber. 1866 p. 890 aus
Ostafrika.
Solenoglypha. Cauäisona pyrrlia Cope Proc. Philadelphia 1866
p. 308 aus Neu-Mexiko. Hierbei erklärt Verf., dass er nunmehr 18
gut unterschiedene Arten dieser Gattung kenne, welche synoptisch
zusammengestellt werden.
Caudisona lepida Kenn, wird von Cope ib. p. 310 für den
Typus einer eigenen Gattung Aploaspis angesehen, die durch
die Gegenwart eines einzigen grossen Nasenschildes mit einem klei-
nen mittleren Nasloche charakterisirt ist.
Batrachii.
Albini über die Respimtion der -f'i'ösche. Verf.
stellte Versuche an über die Lebensdauer nach der Ent-
fernung der Lungen bei 6 Fröschen. Rendiconto dell'
accad. delle scienze fisiche e matematiche di Napoli V.
1866 p.209.
Schweigger-Seidel und Dogiel. Ueber die
Peritonealhöhle bei Fröschen und ihren Zusammenhang
mit dem Lymphgefässsysteme. Berichte der sächsischen
Gesellsch. d. Wiss. zu Leipzig 18. 1866 p. 247.
Langer über das Lymphgefässsystem des Frosches,
2. die Haut, 3. die Mundhöhle, 4. den Geschlechtsappa-
rat. Wiener Sitzungsberichte 55 p. 593 mit drei Tafeln.
Szczesny schrieb eine Dissertation „Beiträge zur
Kenntniss der Textur der Froschhaut.^ Dorpat 1867, mit
einer Tafel. Die Untersuchungen beziehen sich aufRana
temporaria. Die einzelnen Schichten der Haut, und na-
mentlich der dai*in enthaltenen Drüsen werden sorgfältig
beschrieben. Ueber den Farbenw^echsel, der namentlich auf
mechanischen Druck und Temperaturänderung erfolgt, ur-
theilt Verf. so: „Die obere und untere Pigmentschicht,
aus lauter zusammenhängenden Pigmentzellen bestehend,
werden durch eine in den senkrecht aufsteigenden Faser-
bündeln liegende Kette von Pigmentzellen mit einander
in Verbindung gesetzt. Es wird durch diese anatomische
60 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Anordnung möglich; dass die Pigmentmolekeln in diesem
zusammenhängenden Systeme von Hohlräumen wechselnde
Lagen einnehmen, dass, wenn sie sich in den obern Pig-
mentzellen anhäufen, die Haut dunkler wird, während
bei dem Herabsinken in die untere Schicht die Haut hell
erscheint.
Whitney, Ueber die Veränderungen bei der Meta-
morphose der Froschlarven, mit besonderer Berücksichti-
gung der Respirations- und Oirculationsorgane. Quarterly
Journal of microscopial science 1867 p. 43.
Cope hat im Journal of the Academy of nat. sc.
of Philadelphia VI. Part. I. p. 67 — 112 seine bereits im
Berichte über das Jahr 1865 p. 189 erwähnte Eintheilung
der Batrachier, soweit sie die Arcifera betrifft ausgeführt:
„On the structure and distribution of the genera of the
Arciferous Anura." Zu den a. a. O. erwähnten fünf Fa-
milien treten hier noch die Pelodytidae und Hemiphrac-
tidae hinzu.
Verf. kennt aus dieser Abtheilung 265 Species in 69 Genera.
Die Farn. Disco gl ossidae enthält 5 Genera, Latonia v. Meyer und
Zaphrissa Cope [Z. eiirypelis n. sp. aus der Braunkohle von Rott)
fossil; Discoglossus, Alytes, Bombinator; Ästrophrydi d ae mit
4 Gattungen, Cryptotis Gthr., Asterophrys Tsch., Megalophrys Kühl
und Xenophrys Gthr.; Pelodytidae mit 2 Gattungen, Leptobra-
chium und Pelodytes; Scaphiopodidae mit 5 Gattungen, Cul-
tripes, Pelobates, Didocus n. gen. (Typus Rana calcarata Mich.),
Scaphiopus und Spea n. gen. (Typus Scaphiopus bombifrons Cope,
nebst S. Hammondi Baird und S. raultiplicatus Cope); Farn. Uylidae
mit 17 Gattungen, Triprion, Trachycephalus, Opisthodelphis, Noto-
trema, Osteocephalus, Scytopis, Dryomelictes, Ranoidea, Smilisca
(Hyla baudinii D. B.), Phyllomedusa, Pithecopus (Typus P. azurea
und Hyla hypochondrialis Daud.) Agalychnis (Phyllomedusa dacni-
color Cope), Hyla, Hylella, Acris, Chorophilus , Thoropa; Farn.
He miphractidae mit 1 Gatt. Hemiphractus ; C y sti g n athi d ae
mit 6 Gruppen: a. Pseiides mit den Gatt. Pseudis, Lysapsus ,
Mixophyes , Pithecopsis , Calyptocephalus. b. Ceratophrydes mit
den Gatt. Chiroleptes , Tomopterna, Ceratophrys, Stombus (Typus
Ceratophrys Boiei Wied), Zachaenus (Typus Cystignathus parvulus
Gir.), Limnomedusa (Typus Cystignathus macroglossus D. B.), Nat-
tereria. c. Criniae mit den Gatt. Heliophorus, Neobatrachus, Platy-
plectrum (P. occidentale n. sp. von Westaustralien), Cyclorhamphus,
Hyperolia, Borborocaetes (mit Einschluss von Limnodynastes Fitz.
während des Jahres 1867. 61
Günth.), Criiiia {Cr. ignita n. sp. von Westaustralien), EusophuSj
Alsodes. d. Pleurodemae mit den Gatt. Pleurodema; Liuperus, Hy-
lorhina. e. Hyloäes mit den Gatt. Enhydrobius (mit Einschluss von
Elosia Tsch.), Epirhexis (Typus Batrachyla longipes Baird), Phyllo-
bates (mit Einschluss von Crossodactylus D. B.), Limnocharis, Li-
thodytes, Hylobes. f. Cystignathi mit den Gatt. Gomphobates, Tar-
sopterus, Cystignathus, Gnathophysa. Es folgen dann als Gattungen
incertae sedis: Strabomantis, Telmatobius, Batrachyla, Plectroman-
tis, Nattereria.
Daran schliesst sich ein Supplement über den Knochenbau
der Typen der Urodela.
Cope ist (Journal of the Acad. of Philadelphia VI.
p. 189) im Verfolg seiner Untersuchungen über die Ba-
trachier zu der Ansicht gekomman, dass die Familien der
Bufoniformia getrennt werden, und in die Nähe derjeni-
gen Typen der Arcifera oder Raniformia gebracht werden
müssen, denen sie nächst verwandt sind. Die Abtheilung
Raniformia theilt er dann in folgende Familien.
I. Krötenartige Raniformia ohne Kieferzähne. 1. Breviei-
p itid ae 'Ei^icor&Goiäheme vorhanden, Kreuzbein mit erweiterten
dreieckigen Apophysen, die mit dem Coccygealstiele verschmelzen,
zwei Leberlappen, Gatt. Breviceps. 2. Engystomidae Epicora-
coidbeine fehlend, Kreuzbein vom Coccygealstiele getrennt, mit
erweiterten Apophysen, zwei Leberlappen. Gatt. Phrynomantis, Mi-
crohyla, Callula, Engystoma, Systoma, Adenomera. 3. Phrynisci-
da e Epicoracoidbeine vorhanden, Kreuzbein getrennt vom Coccy-
gealstiele, mit erweiterten dreieckigen Apophysen, zwei oder drei
Leberlappen. Gatt. Calophrynus, Copea, Atelopus, Bhinoderma, Phry-
nidium, Phryniscus, Brachycephalus. 4. Dendr obatidae Ei^icora,-
coidbeine vorhanden, Kreuzbein vom Coccygealstiele getrennt, mit
cylindrischen Apophysen, drei Leberlappen. Gatt. Dendrobates.
IL Froschartige Raniformia mit Kieferzähnen. 5. Colostethidae
Epicoracoidbeine vorhanden, Xiphisternum und Manubrium fehlend,
drei Leberlappen. Gatt. Colostethus. 6. Banidae Epicoracoidbeine
vorhanden , Xiphisternum und Manubrium vorhanden, knöchern,
drei Leberlappen. In Betreff der Gattungen wird auf die frühere
Abhandlung vom Jahr 1865 verwiesen.
Steindachner hat im 1. Bande des zoologischen
Theils der Novara-Expedition die Amphibien bearbeitet,
die in den Tropengegenden Amerika's, Asiens, Südafrika
und in der Umgebung von Sydney gesammelt wurden.
Es sind nur Batrachier, die nach Günther'» System ge-
ordnet sind. Die früheren Bestimmungen Fi tu inger's
62 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
(1861) sind berichtigt. Fünf Tafeln mit Abbildungen
sind beigegeben. Die neuen Arten und Gattungen folgen
unten.
Hylae. Cope bemerkte in Beziehung auf den Ursprung der
Arten, dass die Gattungen der Laubfrösche Hyla, Scytopsis, Osteo-
cephalus und Trachycephalus eine natürliche Eeihe bilden, gemäss
des verschiedenen Grades der Ossification des Schädels. Individuen
von Trachycephalus gehören zuerst zu Hyla. dann zu Scytopsis,
später zu Osteocephalus und endlich zu Trachycephalus. Er möchte
die Charaktere der niederen Gattungen in gemssem Sinne als Lar-
vencharaktere betrachten. Die speciflschen Charaktere seien be-
ständiger als die generischen. Proc. Piiiladelphia 1867 p. 85.
Ixalns aciitirostris Peters Berliner Monatsber. p. 32 von Min-
danao.
Leptomantis n. gen. Peters ib. p. 32. Von Ixalus nur
durch die Anwesenheit von Schwimmhäuten zwischen den Fingern
und den den andern entgegengesetzten ersten Finger verschieden.
L. himaculata von Mindanao.
HyperoUus insignis von Benguella und Totdsonii von Loanda
Barboza du Bocage Proc. zool. soc. p. 845. fig. 2, 3. — H. Bocagei
Steindachner Novara-Expedition p. 51 von Angola. — H.IdaeSiein-
dachner ib. p. 52 von Madagaskar.
Phyllohates ridens Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 131 von
Nicarao'ua. — Ph. melanorhinus Berthold wird von Keferstein
Göttinger Nachrichten 1867 p. 354 beschrieban. — Ph. peruensis
Steindachner Novara-Expedition p. 53 aus Peru.
Colostethus n. gen. Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 130,
gegründet auf Phyllobates latinasus. No manubrium, xiphisternum
membranous, external metatarsi bound, distal phalanges with ter-
minal transverse limb. Digits free with dilatations, no vomerine
teeth, prefrontals widely separated by the largely produced bony
superior ethmoid plate.
Keferstein beschreibt Göttinger Nachrichten 1867 p. 355
Hyla (Litoria) Freycinetii Dum. Bibr. in zwei Varietäten, Hyla(Li-
toria) mystacina n. sp. aus Australien, Hyla Moreletii Dum., Hyla
Krefftii Gthr. und Hyla rubella Gray. — H. castanea Steindachner
Novara-Expedition p. 62 unbekannten Vaterlandes.
Litoria latopalmata Günther Annais nat. bist. 20 p. 55 von
Port Denison. — L. Copei Steindachner Novara - Expedition p. 56
von Neu-Südwales.
Hyla curia Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 313 vom Cap St.
Lucas in Californien. — H. infrafrenata und nigrofrenata Günther
Annais nat. bist. 20 p. 56 vom Cap York. — H. coriacea Peters
Berliner Monatsber. p. 711 aus Surinam. — H. mesophaea Hensel
während des Jahres 1867. 63
dies Archiv p. 154 aus Südbrasilien. — H. hracteator Hensel ib.
p. 159.
Giebel bezweifelt die Identität von Burmeister's Hyla
prasina mit Hyla pulchella D. B., welche Steindachner ange-
nommen hat, und giebt eine vergleichende Beschreibung. Zeitschr.
für die ges. Naturwissensch. 29 p. 28.
Cdlöhyla sundana Peters Berliner Monatsber. p. 35 von Borneo.
Phrynomantis fusca Peters ib. von Amboina.
Ghirodryas n. gen. aus der Familie Pelodryadidae Kefer-
stein Göttinger Nachrichten 1867 p. 358 unterscheidet sich von
Pelodryas ausser durch den sehr abweichenden mehr Rana-artigen
Habitus durch die kleinen Endscheiben der Finger und Zehen,
durch die höckerige Rückenhaut und durch die schmale Parietal-
fontanelle. Ch. raniformis aus Australien.
Keferstein erklärte Dendrobates histrionicus Berthold für
nicht verschieden von D. tinctorius Sehn., und beschreibt eine neue
Art J). typographus von Costarica.
Hylaplesia h'evipes Peters Berliner Monatsber. p. 34 von Zam-
boanga.
Ferner beschreibt Cope Journal of Philadelphia VI. p. 202
folgende neue Laubfrösche: Cinelidium graniilatum von Surinam,
Crinia stolata und stictiventris von Australien, Centrotelma crypto-
melan von Bahia und Ccdamita dolichopsis von Amboina.
LitJwdytes rhodopis Cope Proc. Philadelphia 1866 p. 323 aus
Mexiko.
Grypis cus n. gen. Cope Journal of Philadelphia VI. p. 205.
Kiefer mit einer Reihe hinfälliger Zähne, und ein bleibender hoher
Zahn an jeder Seite der Symphyse; Praefrontalia völlig entwickelt,
ganz einander berührend, sowie die Fronto-parietalia; Gehörorgan
wohl entwickelt; Zunge breit, ganz, wenig frei; Vomerzähne, keine
Parotiden. G. umbrinus von Rio de Janeiro.
Ranae. Bana Anchietae Barboza du Bocage Proc. zool. soc.
p. 843. fig. 1 von Benguella. — E. porosissima Steindachner Novara-
Expedition p. 18 von Angola.
Giebel beobachtete eine Rana temporaria mit drei Vorder-
beinen und einen Bombinator igneus mit ganz fehlendem linken
Hinterbein. Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 29 p. 504.
Pohlian. gen. Steindachner Novara-Expedition p. 15. Kör-
pergestalt Rana-ähnlich, der Daumen den übrigen Fingern deutlich
entgegengestellt; Gaumenzähne zwischen den inneren Nasenöffnun-
gen in zwei kurzen schiefgestellten, rundlichen Gruppen, durch
einen weiten Zwischenraum von einander getrennt; Tympanum
deutlich sichtbar; Finger frei, Zehen vollständig durch eine weite
Schwimmhaut verbunden; Zunge herzförmig gelappt; Stirnbeine
nicht vollständig verknöchert. P. palmipes von Matagrosso.
64 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpotologie
Cope gründete auf Rana affinis Pet. und Kana coeruleo-
punctata Steind. eine Gattung Banula, Ethmoid arch superiorly
cartilao-inous, prefrontals narrow, longitudinal, widely separated;
distal phalanges slender, with transverse limb, no metatarsal shove ,
tongue bifurcate. B. clmjsoprasina von Costa Rica. Proc. Philadel-
phia 1866 p. 129. ^r .u 711
Hoplohatraclius Beinhardtii Peters Berliner Monatsber. p. 711
aus Malacca oder China.
Pijxicepnalus cordofanus Steindachner Novara-Expedition p. ö
von Cordofan. ,,
Opistliodon n. gen. Steindachner ib. p. 9. Korpergestalt
und sichelähnlicher Vorsprung am Metatarsus wie bei Py^i«^?*;^-
lus- Gaumenzähne in einer geraden, quergestellten, in der Mitte
schwach unterbrochenen, langen Reihe hinter den inneren Nasen-
öffnuncren; Finger frei; Zehen mit Schwimmhäuten versehen; i ym-
panum%erborgen, Zunge rundlich, hinten seicht eingeschnitten,
ungclappt, keine Parotiden. 0. Frauenfddi von Neu-Südwales
Staurois acridoides Cope Journal Philadelphia VI. p. 19Ö von
Zanzibar. .
Hensel gab Nachricht über 26 von ihm m Brasilien gesam-
sammelte Batrachier, und schilderte die Fortpflanzungsweise von
Cystignathus ocellatus, mystaceus und Ololygon abbreviatus (Ilyla
abbreviata Spix). Sitzungsber. der Ges. naturforschender Freunde
zu Berlin 1867 p. 10. , • . oa r/i
Limnodynastes plaUjcephalus Günther Annais nat. hist. 20 p. o4
von Adelaide. - L. Scümini Steindachner Novara-Expedition p. 27
'" ^t^ falcipes Hensel dies Archiv p. 134 aus Südbrasilien.
Aus der Familie Cystignathidae beschrieb Keferstem Got-
tinger Nachrichten 1867 p. 343 mehrere Arten: Limnodynastes Pe-
ronii Dum. Bibr., in mehreren Varietäten, Platyplectrum marmora-
tum Gthr., ornatum Gray, supercüiare n. sp. aus Australien, Crmia
Georo-iana Bibr. mit zwei Varietäten.
^CMroUptes allo<,uttatus Günther Annais nat. bist 20 p^ 64 von
Port Dennison und Cap York. - Ch. mermis Peters Berl. Monatsb.
p. 30 von Rookhampton. „ , . on „o,-
Phractops n. gen. Peters Berliner Monatsber p. 30 vei-
wandt mit Chiroleptes. Kopf von einem Panzer bedeekt, der die
Seiten des Kopfes bis auf den hinteren freien Ohrrand emschbesst
und in der Mitte des Kopfes einen hinten abgestutzten m gleieher
Querlinie mit dem vordem Ohrrande endenden Fortsatz bildet so
dass die Augenlieder und der nach hinten an das Augenlied stos-
seTdeThMl des Kopfes nackt sind. Zähne in den Oberkiefern, den
eTumenbeinen und dem Vomer. Zunge rundlich hinten kaum aus
geschnitten, bis auf den hintern und einen schmalen seitlichen Rand
während des Jahres 1867. 65
angewachsen. Trommelfell frei. Choanen und Tubae Eustachi!
gross. Finger frei, der erste den andern entgegengestellt, Zehen
mit Schwimmhäuten versehen; Metatarsus an der inneren Seite mit
einem zusammengedrückten semicirculären Vorsprunge. Finger- und
Zehenspitzen stumpf, ohne Haftscheiben. Manubrium sterni ent-
wickelt. Pli. alutaceus von Rockhampton.
Phrynoglossus Martensii Peters Berliner Monatsber. p. 29
aus Siam.
Gyclor ana n. gen. Steindaohner Novara- Expedition p. 29.
Körpergestalt sehr gedrungen , Kopf breit ; Tympanum deutlich
sichtbar; Extremitäten kurz, Mundspalte weit; Gaumenzähne auf
zwei Querleisten, welche die vorderen Ränder der inneren Narinen
verbinden; eine stark vorspringende Querleiste hinter den inneren
Narinen; Vorsprung des ersten kahnförmigen Knochens stark ent-
wickelt; Finger frei, Zehen mit unvollständigen Schwimmhäuten;
Daumen den übrigen Fingern entgegenstellbar; Querfortsätze des
Sacralwirbels sehr gross, dreieckig, platt; Männchen mit einem ein-
fachen Stimmsacke an der Kehle ; Rückenhaut mit zahlreichen, klei-
nen rundlichen Wärzchen; Zunge rund. G. Novae Hollandiae von
Rockhampton.
PteropJirynus fasciatus Steindaohner Novara-Expedition p. 31
aus Neu-Südwales.
Claus fand Alytes obstetricans in der Umgebung von Mar-
burg. Die jungen Alyteslarven besitzen, wenn sie den Laich ver-
lassen, bereits einen vollkommen entwickelten inneren Kiemenappa-
rat; die weitere Metamorphose wird sehr rasch durchlaufen. Sitzungs-
ber. der Gesellsch. zur Beförderung der gesammten Naturw. in
Marburg 1866 p. 8.
Hell or ana n. gen. Steindaohner Novara-Expedition p. 32.
Körpergestalt gedrungen; Kopf breit, kurz; Augen gross; Tympa-
num undeutlich sichtbar ; Gaumenzähne in einer in der Mitte schwach
unterbrochenen Querreihe hinter den inneren Nasenöffnungen; Paro-
tide äusserlich kaum bemerkbar, wohl aber bei einem Einschnitte
in die Haut ; Tympanum undeutlich sichtbar ; Zunge gross, rund-
lich, sehr breit, hinten kaum eingebuchtet; Querfortsätze des Sa-
cralwirbels dreieckig, an der Oberseite sehr stark gewölbt; Extre-
mitäten kurz; Zehen und Finger frei; Vorsprung am Metatarsus
lang, stark entwickelt, ähnlich gestaltet wie bei Pyxicephalus. H.
Grayi von Neu-Südwales.
Uperoleia marmorata. Var. laevigata von Sydney ist von Ke-
ferstein Göttinger Nachrichten 1867 p. 849 beschrieben.
VanBambeke hat eine Entwickelungsgeschiehte des Pe-
lobates fuscus ausgearbeitet, die von den Berichterstattern zum Ab-
druck empfohlen wird. Bullet, de Tacad. de Belgique 23 p. 436.
E. V, Martens hatte im December eine lebende Larve von
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. E
66
Troschel: BericM üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Pelobates fuscus mit eben zum Vorschein gekommenen Hinterbeinen
und lässt es unentschieden, ob dieser Fall als eine abnorme Ver-
spätung oder ah eine zweite Generation zu deuten sei. Sitzungsber.
der Ges. naturforschender Freunde zu Berlin 1867 p. 3 5.
Bnfones. Atelopus varius Nomencl. Berol. ist von Kefer-
stein Göttinger Nachrichten 1867 p. 350 beschrieben, von Costarica.
Diplopelma disciferum Perters Berliner Monatsber. p. 36 von
Java.
Engystoma variolosum Cope Proceed. Philadelphia 1866 p. 131
von Costa Rica.
Hypopachus n. gen. der Familie Engystomidae Keferstein
Göttinger Nachrichten 1867 p. 351 unterscheidet sich von Engystoma
durch den spornartigen Höcker unten am Metatarsus, wie durch das
Vorhandensein einer knöchernen Clavicula, die bei Engystoma ganz
fehlt. H. Sehachii von Costarica.
Aus der Bufonen - Familie beschrieb Keferstein Göttinger
Nachrichten 1867 p. 352 Bufo (Chilophryne) sternosignatus Gthr. und
Bufo (Rhaebo) haematiticus Cope, beide von Costarica.
Bufo coccifer Cope Proceed. Philadelphia 1866 p. 130 von
Costa-Rica. — B. frontosuz und microscaphus Cope ib. p. 301 aus
Neu -Mexiko. — B, spinostis Barboza du Bocage Proc. zool. soc
p. 845 von Benguella. — B. arenarum Hensel dies Archiv p. 143
aus Südbrasilien.
Caudati. Leydig schrieb eine interessante Abhandlung über
die Molche (Salamandrina) der württembergischen Fauna, dies Ar-
chiv p. 162—282, deren Leetüre wir empfehlen müssen.
Philippeaux hat sich durch Experimente überzeugt, dass
die Gliedmassen von Triton cristatus nur dann sich regeneriren,
wenn wenigstens der Basaltheil derselben an seiner Stelle blieb.
Comptes rendus Oct. 1866 p, 576-578; Annais nat. bist. 19 p. 72.
Howlett schildert die Entwickelung des Eies von Triton
cristatus, in Begleitung von Abbildungen. The intellectual observer
IX. p. 192.
Ueber einen in einen Stein eingeschlossenen lebenden Sala-
mander berichtete v. Frauenfeld. Es scheint Triton cristatus
gewesen zu sein und die Höhlung des Steines hatte eine kleme
Oeffnung. Verf. vermüthet, dass das Thier in erster Jugend diesen
Eingang benutzt habe, und darin gewachsen sei. Verhandl. zool.-bot.
Gesellsch. in Wien p. 771.
In einem kleinen Aufsatze über die Bewohner unserer Sümpfe
hat Ten gg Beobachtungen über die Molche niedergelegt. Mitthei-
lungen des naturw. Vereins für Steiermark III. 1865 p. 83.
Cope lieferte eine üebersicht der Arten der Amblystoraiden.
Proc. Philadelphia 1867 p. 166. Verf. erkennt folgende Arten an:
während des Jahres 186t. 67
I. Zahnreihen längs der äusseren Spalte der inneren Naslöcher,
Zungenfalten vom hinteren Theile ausstrahlend, Parotiden bilden
keine deutliche eiförmige Masse, vier Phalangen in der vierten
Zehe. a. 10 Rippeufurchen A. talpoideum Gray. b. 11 Ptippenfur-
chen A. opacum Baird, punctatum Baird, conspersumCope, bicolor
Hallowell. c. 12 Rippenfurchen, Schleimporen an jeder Seite der
Schnauze A. tigrinum Baird, A. mavortium Baird, A. o&scztrwHi Baird
sp. nov. Jowa, A. xiphias n. sp. Ohio, A. trisruptiwi n. sp. Ocate River,
A. Jeffersonianum Baird, A. x:)latineum n. sp. Ohio, A. macrodacty-
lum Baird. IL Zahnreihen reichen bis zur äussern Spalte der inne-
ren Naslöcher, Zungenfalteu von hinten ausstrahlend, Parotiden bil-
den eine deutliche eiförmige Masse. A. paroticiim Baird n. sp.
Vancouver Insel und Puget-Sound. III. Zahnreihen nicht über die
innere Linie der Naslöcher hinausreichend, Zungenfalten von hinten
ausstrahlend, keine deutliche Parotidenmasse. A. aterrimum n. sp:
Nördliche Rocky Mountains, A. tencbrosum Baird Girard, A. texa-
num Baird. IV. Zahnreihen nicht über den inneren Rand der
Naslöcher hinausreichend, Zungenfalten von einer mittlem Längs-
linie ausstrahlend, keine deutliche Parotidenmasse. A. cingulatum
n. sp. Südcalifornien, A. microstomum Cope. — A. punctulatum
Gray ist dem Verf. unbekannt. — Daran schliesst sich p. 209 die
Beschreibung zweier neuen Arten von Plethodon: PI. intermedius
Baird Vancouver-Insel, PI. croceater Cope Califoruien.
Mivart hat die generische Differenz des Plethodon persimi-
lis Gray aus Slam von den nordamarikanischen Arten der Gattung
Plethodon festgestellt und auf persimilis eine neue Gattung Peeto-
glossa gegründet. Sie hat keine Sphenoidalzähne, die erste Zehe
aller Gliedmassen ist nicht so kurz wie bei Plethodon, die Zahl
der Phalangen in den Zehen ist eine andere. Proc. zool. soc. p. 695.
Es verdient erwähnt zu werden, dass v. Martens Preuss.
Expedition nach Ost-Asien, Zool. Abth. I. p. 115 in einem japanischen
Bilderbuche den Riesenraolch mit einigen Jungen abgebildet fand,
welche Kiemenbüschel an den Seiten des Halses tragen, wodurch
diese Thatsache wohl positiv festgestellt ist.
Nachträglich ist einer Mittheilung Van der Hoeven's über
den Cai'pus und den Tarsus des Cryptobranchus japonicus zu erwähnen.
Archives neerlandaises des sciences exactes et naturelles I. 1866
p. 321.
Dumeril veröffentlichte seine Beobachtungen über die Me-
tamorphose des Axolotls, soweit er sie bis zum 10. Juli 1867 fort-
gesetzt hat in den Annales des sc. nat. VII. p. 229—254. Eine wei-
tere Fortsetzung der bereits im vor. Bericht p. 40 erwähnten Er-
fahrungen.
Max Schnitze zeigte in einer Sitzung der Niederrheinischen
Gesellschaft in Bonn (Verhandl. des Vereins der preuss. Rhein-
68 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie ct.
lande und Westphalens. Sitzungsberichte p. 35 ein lebendes Exem-
plar des mexikanischen Axolotl vor, und sprach über dieEntwicke-
lung dieser Thiere, wie sie von Dumeril in Paris beobachtet
worden.
Aug. Dumeril legte seine Beobachtungen über die Axolotl
wiederholt vor und fügte seine Experimente hinzu, bei denen er
die Kiemen abschnitt, um die Folgen davon zu erforschen. Diese
Verstümmelungen hatten wenig Einfluss auf das Leben der Thiere.
Comptes rendus p. 242. Bulletin de la societe imper. d'acclimation.
Oct. 1867; Nouvelles Archives du Museum d'hist. nat. III. p. 189.
Philipeaux hat durch Experimente nachgewiesen, dass die
Vorderbeine vom Axolotl nur dann sich regenerirten, wenn der
Schultertheil am Körper zurückgeblieben war; anderenfalls wurde
die Wunde nur vernarbt. Comptes rendus Juni 1867; Annais nat.
bist. 20 p. 149; Annales des sciences nat. VII. p. 228.
Dumeril bildete eine ganze Tafel voll Monstrositäten, die
er an den Axolotl'n beobachtete, ab, die sich besonders auf die
Bildung der Zehen beziehen. Nouvelles Archives du Museum d'histoire
naturelle III. p. 119. pl. 5.
In The intellectual observer XII. p. 199 berichtete ein Unge-
nannter über die Grösse der Blutkörperchen von Menobranchus
lateralis, die er als ^^ X -riz von den grössten, ^^^ X tys von
den mittleren angiebt.
Van der Hoeven hat gleichfalls die Blutkügelchen von Me-
nobranchus gemessen; er fand sie sehr ähnlich mit denen von
Proteus, -^ bis J^Mm. lang bei einer Breite von ^^ ^^- Er fügt
hinzu, dass man aus der Grösse der Blutkügelchen des Axolotl hätte
schliessen können, dass das Thier nicht ein Proteide sondern
eine Art Triton sei, da die Blutkügelchen nur tjV Mm. lang sind.
Archives Neerlandaises^II. 1867 p. 289; Revue de Zoologie p. 459.
Ehrenberg hat einen Hypochthon Laurenti (Proteus angui-
neus) 7V2 Jahr beobachtet. Er ist sehr dunkel, fast schwarz ge-
worden, hat aber noch an der Spitze der Schnauze einen kleinen
dreieckigen weissen Fleck; er häutet sich nicht; die Kiemen, meist
ohne rothe Färbung, sind auffallend kleiner geworden. Sitzungsber.
der Ges. naturforschender Freunde zu Berlin 1867 p. 1 .
Äpoda. Keferstein möchte Siphonops indistinctus Rein-
hardt et Lütken für identisch mit Siphonops Kaupii Berthold hal-
ten. Göttinger Nachrichten 1867 p. 361.
Siphonops syntremus Cope Proceed. Philadelphia 1866 p. 129
von Belize.
Coecilia ocJirocephala Cope ib. p. 1 32 von Panama.
Bericht über die Leistimgeii in der Ichthyologie
während des Jahres 1867.
Von
Troschel.
A. Dumeril hat ein grosses Werk über die Fische
in den Nouvelles siiites ä Buffon begonnen: Histoire na-
turelle des poissons ou Ichthyologie generale. Davon ist
Paris 1865 der erste Theil in zwei Abtheilungen mit
720 Seiten Text und 14 Tafeln erschienen, der die Elas-
mobranchier behandelt. Wir kommen unten noch auf
dieses Werk zurück.
Von der Tidsskrift for Fiskeri von Fiedler und F e d-
dersen erschienen im Jahre 1867 das zweite Heft des
ersten, und das erste Heft des zweiten Jahrganges. Das
erstere enthält 1) die Fortsetzung des Musters einer histo-
risch-statistischen Uebersicht über die dänischen Fischereien
vonKroyer, 2) Versuch einer uebersicht über die Fischerei
in Dänemark mit Beziehung auf ältere und neuere Gesetzge-
bung von M.; hier wird zuerst über das dänische Gesetz
vor Christian des fünften Zeit gehandelt, 3) über ein
Fischereigeräth, genannt ßöje, eine Art Angel, 4) über
die Nahrung der Häringe (s. unten) von Axel Boeck,
5) über den Brutapparat zu Viborg, 6) einige Fischerei-
berichte, 7) Miscellen. — Der Inhalt des ersten Heftes
des zweiten Jahrganges ist: 1) die Fortsetzung des zwei-
ten Auftatzes im vorigen Hefte, 2) die Thätigkeit der
amerikanischen Walfischfänger bei Island im Jahre 1865
— 1866 von Tvede, 3) über eine Fischerei-Geräthschaft,
die man Puppe nennt, von Fiedler, 4) Bericht von
70 Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Ichthyologie
Fiedler über die Verliandlungen und Aufklärungen in
Betreff der Schwedisclien Fischerei, eingereicht von dem
Fischerei-Intendanten an der Königl. Ackerbau- Academie,
5) Brutapparat in Viborg^ 6) Miscellen.
Die dritte Abtheilung der Fische, bearbeitet von
Kner (vergl. vor. Bor. p. 43) ist 1867 im ersten Bande
des Zoologischen Theils der Reise der Österreichischen
Fregatte Novara erschienen, begleitet von 5 Tafeln. Meh-
rere neue Gattungen und Arten sind schon im vor. Ber.
angegeben, einige andere werden unten namhaft gemacht.
Das Erscheinen von Couch's A history of the fishes
of the british islands. 4 Vols. 1862—1866 hat Veranlas-
sung zu einem Artikel über die Fische im Intellectual
observer X. p. 99 gegeben: Gossip about Fish.
Schenk, zur Entwickelung des Auges der Fische.
Zur Untersuchung dienten Forellen. Wiener Sitzungs-
ber. 55. 2. p. 480.
O. G. Costa kündigte eine Monographie der Oto-
lithen der bei Neapel und Sicilien lebenden Fische an
Bendiconto dell' Accad. delle sc. e math. di Napoli VI.
p. 66.
Hörschelm ann schrieb als Inauguraldissertation
„Einen Beitrag zur Anatomie der Zunge der Fische.
Dorpat 1866. 8. Nachdem Verf. in einem literarischen
Ueberblick gezeigt hat, dass die Zunge der Fische von
den früheren Autoren nicht gründlich genug beachtet
war, unterscheidet er 1) solche Fische, denen der Zungen-
knorpcl mangelt und 2) solche, die einen Zungcnknorpel
besitzen ; bei letzteren ist die Zunge anhaftend oder frei.
Zahlreiche Arten werden als den einzelnen Categorien
angehörig verzeichnet. In einem dritten Abschnitte wird
die Untersuchung der Zunge des Hechtes beschrieben,
um über Gefässe, Nerven und die überziehenden Schleim-
häute Kenntniss zu erlangen. Dann folgt die Unter-
suchung des histologischen Baues der Zunge. Die Cutis
der Zunge ist bei allen untersuchten Fischen mit Papil-
len versehen; in der Epidermis, welche die Cutis über-
zieht, gruppiren sich auf den freien Enden der Papillen
die Zellen zu sogenannten becherförmigen Organen.
während des Jahres 1867. 71
In einem Buche ;,Homes without hands, being a
description of the habitations of animals, classed accor-
ding to their principle of construction. London ISßb'^ hat
Wood das Leben und namentlich die Baukunst der Thlere
geschildert. Darin ist auch dem Nestbau der Fische p. 373
ein Abschnitt gewidmet.
M ö b i u s beobachtete im Aquarium, dass Crenila-
brus rupestris^ bei Tage einer der lebhaftesten Fische,
die Nacht hindurch an versteckten Plätzen ruht. Motella
quinquecirrata, Lota vulgaris, Silurus glanis und Anguilla
fluviatilis halten sich bei Tage verborgen und sind bei
Nacht in Bewegung. Stichlinge, Gobien und Cyprinen
verhalten sich bei Nacht nicht anders als bei Tage. Zool.
Garten p. 148.
Couch lieferte einen Aufsatz über die Schuppen
der Fische, ihren Bau und die Art ihres Wachsthums.
Ziemlich populär gehalten. The intellectual observer XIL
p. 246.
Ueber den Bau und die Entwickelung der Schup-
pen und Dornen bei den Knorpelfischen schrieb Han-
nover in Bullet, de la Soc. Dan. des sciences 1867.
Nach ihm unterscheiden sich die Schuppen und Dornen
der Knorpelfische wesentlich von denen der Knochen-
fische. Sie sind ganz so gebaut wie die Zähne, und
entwickeln sich auch so. Es giebt einen Schuppenkeim
oder einen Dornkeim, wie den Zahnkeim. Verf. unter-
scheidet vier Formen des Keims.
Baudelot hat die Erscheinung bei den Fischen,
dass sie zu gewissen Jahreszeiten Plöcker am Kopfe und
an den Schuppen zeigen einer näheren Erörterung un-
terzogen. Er hat sich überzeugt, dass die Höcker wie
die Epidermis aus Pflaster - Epithelzellen bestehen, und
dass sie nach 24-stündigem Verbleiben in schwach alko-
holisirtera Wasser mit der Haut sich ablösen, und dar-
unter eine glatte Haut zurücklassen. Verf. hält also
dafür, dass manche Fische wenigstens eine partielle Häu-
tung oder Mauser haben. Annales des sciences nat. VH.
p. 339; Revue et mag. de Zoologie p. 333.
Ueber Antennarius urophthaimus ßleeker mit par-
72 T rose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
tiellem Melanismus, indem die dunklen Flecken hell waren,
berichtete D ö ni t z. Sitzungsber. der Ges. naturforschender
Freunde zu Berlin 1867 p. 6.
Mäklin hat Beobachtungen über das jährliche Län-
genwachsthum der Fische angestellt, und berichtet über
Perca fluviatilis, Lucioperca sandra, Acerina cernua, Cot-
tus gobio , einige Cyprinoiden , Coregonus und Esox.
Daran schliessen sich Bemerkungen über gewisse Farben-
veränderungen bei den Fischen, und über die Verände-
rungen in der Hautbekleidung der Lachse. Ofversigt af
Finska Vetensk. Soc. Förhandlingar VI. p. 26. - Die
Beobachtungen sind fortgesetzt ib. VII. p. 39. Verf. glaubt
anrder Länge die Jahrgänge erkennen zu können.
Houghton schrieb über die Fähigkeit des Wie-
derkauens bei einigen Fischen, und über den Scarus der
Alten, dem schon Aristoteles die Eigenschaft des Wie-
derkauens zuschrieb, und der sich vornämlich von Ko-
rallen ernähren soll, die er mit seinen eigenthümlichen
scharfen Zähnen abbeisst. Nach Aristoteles soll er sich
von Seepflanzen nähren, und Verf. meint, dieser älteste
Zoologe möchte wohl die Korallen als Seepflanzen, cpvyiLoVj
bezeichnet haben. The intollectual obsei ver XI. p. 190.
Bert glaubt nach seinen Experimenten, dass der
Tod der Seefische im süssen Wasser von dem Einfluss
der Di£ferenz der Dichtigkeiten auf die Athmung ab-
hängt, womit die Verschiedenheit der osmotischen Kräfte,
so wie die verschiedene Löslichkeit des Sauerstoff'es zu-
sammenhängen möchten. Er fand , dass Seefische in
Zuckerwasser langsamer sterben, als in süssem Wasser.
Bei allmählichem TJebergange können sich Fische ge-
wöhnen, wie alle die, welche aus dem Salzwasser in die
Flüsse wandern, und umgekehrt, Verf. beabsichtigt seine
Versuche fortzusetzen. Annales des sc. nat. VII. p. 369 ;
Mem. de la soc. des sciences de Bordeaux V. Extraits
de proces verbaux p. XXL
A. Dumeril schrieb über giftige Fische. Annales
de la Soc. Linneenne du Departement de Maine et Loire
1866; Annais nat. bist. 20 p. 153. Verf. zählt zunächst
die Ursachen der Giftigkeit auf, als schlechtes Was§er,
während des Jahres 1867. 73
in welchem sie leben, schlechte Präservation, Nahrung
der Fische , Vergiftung des Wassers durch schädliche
Pflanzen für den Zweck die Fische des leichteren Fan-
ges wegen zu betäuben, Alter der Fische, die Jahreszeit
u. s. w. Dann werden die als giftig bekannten Fische
aufgezählt, wobei wir auffallenderweise die Barbe (3ar-
bus fluviatilis) vermissen. Schliesslich ist die Rede von
den Zufällen, welche durch die Vergiftung hervorgebracht
werden und ihre Behandlung. Er empfiehlt Brechmittel,
Thee, Kaffee und Spirituosen; nach der Entfernung der
Symptome seien Tonica unerlässlich.
G. 0. Sars hat in einem Aufsatze „Beretning ora
en i Sommeren 1865 foretagen zoologisk Reise ved Ky-
sterne af Christiamas og Christiansands Stifter. Nyt Ma-
gazin for Naturwidenskaberne 15 p. 124 einige Bemer-
kungen über die Fortpflanzung und Entwickelung der.
Salzwasserfische veröffentlicht. Verf. fand, dass nicht bloss
der Laich von Gadus morrhua frei an der Oberfläche
umherschwimmt, sondern auch der von anderen Fischen,
namentlich von Scomber scombrus, Trigla gurnardus und
einiger nicht bestimmbaren Formen. Auch die ersten
Jugendzustände einiger Arten, wie ßelone rostrata, Mo-
tella argenteola, Pleuronectes, wurden beobachtet. Verf.
hofft ein weiteres Studium werde diese einzelnen Beob-
achtungen in besseren Zusammenhang bringen.
De Filippi beobachtete auf der Reise von Gibral-
tar nach Rio Janeiro zweierlei Fischeier mit Embiyonen,
die er den Gattungen Coryphaena und Clupea zuschreibt;
erstere nur vermuthungsweise, letztere mit Sicherheit.
Atti della Accad. di Torino I. 1866 p. 381. — Auf der
Reise von Rio Janeiro nach Batavia fand Derselbe sehr
junge Individuen von Scomberoiden (Cybium?) und von
Clupeoiden. Ib. 605.
Mäklin stellte die von v. Siebold begründete
Ansicht, dass die sogenannten Leiter oder Leitfische Ba-
starde seien, und dass überhaupt Bastarde unter den Fischen
häufiger vorkommen, dar. Ofversigt af Finska Veten-
skaps-Societetens Förhandlingar VI. p. 18.
Ein Bericht über Fisch-Cultur, ein Besuch der vor-
74 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
züglichsten Fisch-CnltLir- Anstalten in Deutschland, Schweiz
und Frankreich by an oldBushman findet sich in
The intellectual observer IX. p. 85 und 209.
lieber die künstliche Fischbrutanstalt für Rheinpreus-
sen in Aubach bei Neuwied berichtete Ludovici. Zeitschr.
des landwirthsch. Vereins für Rheinpreussen 1867 p. 240.
Ebenso v. S che von und Thil man y über die Brut-
anstalt zu Wissen. Ib. p. 301.
Europa. Ueber das Vorkommen einiger Fische
an der norwegischen Westküste vergl. Olsson in einem
Bericht über eine zoologische Reise an Norwegens West-
küste in Ofversigt Vetensk. Akad. Förhandlingar 1867
p. 647.
Malmgren gab einen Beitrag zur Fischfauna Fin-
markens in Ofversigt Kongl. Vetenskaps - Akademiens
Förhandlingar 1867 p. 259. Es werden 53 Arten aufge-
zählt. Von ihnen werden nur 12 Arten an Schwedens
Westküsten vermisst. Zwei von diesen kommen an der
Westküste Norwegens und bei England vor , nämlich
Carelophus Aschanii und Selache maxima;'vier sind pe-
lagischer Natur und müssen vielleicht am richtigsten für
subtropische Formen angesehen werden, welche von dem
Golfstrom zufällig hinauf bis nach der Küste von Fin-
marken geführt werden, nämlich Chironectes pictus, Tra-
chypterus vogmarus, Braina Rasclii und Pterycombus
brama; keine von diesen letztgenannten gehört eigentlich
^ur Fauna von Finmarken, aber die folgenden sechs an
(Jer schwedischen Küste fehlenden Arten, welche alle
als der arktischen Fauna angehörig betrachtet werden
können, bilden einen iutegrirenden Theil der Fauna Fin-
markens, d. h. sie sind dort wirklich heimisch, jedoch
vorwiegend oder ausschliesslich in Ost-Finmarken, östlich
vom Nordkap, nämlich Phobetor ventralis, Aspidopho-
rus decagonus, Macrourus Fabricii, Anarrhichus panthe-
rinus, Mallotus villosus und Liparis lineatus, welche viel-
leicht mit Ausnahme der letzteren, auch an der West-
küste Grönlands vorkommen.
Als zwei für die dänische Fauna neue Fische be-
zeichnet Kroyer Tidsskrift for Fiskeri II. p. 70 eine
während des Jahres 1867. - 75
Art Paralepis, die er vorläufig als neue Art P. altantious
ansehen zu dürfen glaubt_, und Alausa Pilchardus.
Günther fügte der Britischen Fauna vier Arten
hinzu, die von Gv^ryn Jeffreys bei den Hebriden mit
dem Schleppnetz aus einer Tiefe von 80 bis 90 Faden
heraufgezogen wurden, nämlich Ammodytes siculus Swains.,
eine neue Motella;, Callionyraus maculatus und einen neuen
Gobius. Annais nat. bist. 20 p. 288.
Selys-Longchamps hielt in der Brüsseler Aka-
demie einen Vortrag über die Flussfischerei in Belgien.
Bullet, de l'acad. de ßelgique 22 p. 579. Es werden etwa
50 Arten aufgezählt, die in den Flüssen Belgiens leben.
Bei der offenbaren Abnahme des Fischreichthums mahnt
Verf. zur Abhülfe gegen folgende Uebelstände: Fisch-
dieberei, Nachtfischerei mit schädlichen Instrumenten und
chemischen Substanzen; den Fischfang während der Laich-
zeit der wichtigsten Arten; Veränderungen des Wasser-
standes, wogegen möglichste Beholzung der Flussufer
empfohlen wird; die Anwendung von Kalk als Düngungs-
mittel ist den Fischen nachtheilig, namentlich den Sal-
moniden; Canalisirungen zur Beseitigung der Wasser-
pflanzen, Wasserbauten die den Gang der Wanderfische
hemmen , Dampfschiffe ; industrielle Unternehmungen ,
deren chemische Producte in die Flüsse geleitet werden.
Van Bemmelen verzeichnete die in Niederland
beobachteteten Fische in lierklots Bouwstoffen voor eene
Fauna van Nederland IIL p. 318. Es enthält 114 Arten,
denen eine Anzahl zweifelhafter Arten hinzugefügt wird.
Die Familien sind vertreten: 1 Acipenser, 11 Selachier,
1 Orthragoriscus, 3 Syngnathus, 1! Pleuronecten, 1 Lo-
phius, 1 Labroid, 3 Percoiden, 2 Sparoiden, 1 Sciaenoid,
1 MuUus, 1 Lampris, 1 Brama, 2 Scomberoiden, 3 Gaste-
rosteus, 1 Caranx, 1 Zeus, 1 Mugil, 1 Atherina, 2 Trigla,
1 Callionymus, 3 Cottus, 1 Aspidophorus, 2 Trachinus,
' 1 Gobius, 4 Blennioiden, 1 Ammodytes, 11 Gadoiden, 1
Cyclopterus, 1 Liparis, 1 Silurus, 22 Cyprinoiden, 1 Esox,
2 Scombresoces, 5 Clupeoiden, (wobei Alausa vulgaris
und finta noch immer vereinigt werden), 4 Salmonoiden,
1 Conger, 1 Muraena, 2 Petromyzon.
76 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Le ydi'g bezeichnet Fauna Tubingensis p. 34 nur
23 Fische als einheimisch.
Unter der Ueberschrift ^Ichthjologisches aus meinem
Tagebuche von ISÖG'^ machte J ä c k e 1 Notizen über einige
Fische aus der oberen Altmühl bekannt, die Nachträge
zu seiner Abhandlung über die Fische Bayerns bilden.
Sie beziehen sich auf 13 Arten.
Dqr Ober-Üngarnschen Fischen hat Horvath den
Rhodeus amarus Ag. hinzugefügt, der im Bodvaflusse
lebt. Mit ihm leben Squalius dobula, Esox lucius und
Lota vulgaris. Verh. zool.-bot. Gesellsch. inWienp. 560.
Brito-Capello hat im Jornal de sciencias de
Lisboa, Mars 1867 drei neue Fische aus Portugal und
vom westlichen Afrika beschrieben und abgebildet.
Allgemeine Bemerkungen über die Süsswasserlische
Spaniens und Portugals und Revision der einzelnen Arten
von Steindachne r. Wien 186l\ Selbstverlag. 15 Seiten.
Die süssen Gewässer der iberischen Halbinsel, viel ärmer
an ächten Flussfischen als irgend ein anderes Land des
continentalen Europas, bildet in ichthyologischer Hin-
sicht eine eigene Provinz, da sehr wenige weit verbrei-
tete Arten, wie Squalius cephalus, Tinea vulgaris, Cobitis
taenia, Trutta fario sich jenseits der Pyrenäen vorfinden.
Nur im Norden und Nordosten Spaniens ist ein Ueber-
gang zur Fischfauna Frankreichs bemerkbar. Als beson-
ders Qharakteristisch für die Fauna wird das Vorkommen
zahlreicher Barbus- und Chondrostoma- Arten bezeichnet.
Die Barbus-Arten, deren Verf. früher 4 unterschied, wer-
den auf 3 reducirt; der Chondrostoma- Arten sind 5, die
in einer Uebersicht charakterisirt werden. Im Ganzen
werden 41 Arten verzeichnet.
In einer vierten Fortsetzung seines ichthyologischen
Berichtes über eine nach Spanien und Portugal unter-
nommene Reise giebt Steindachner eine Uebersicht
der Meeresfische an den Küsten Spaniens und Portugals.
Die hier besprochenen, meist von Beschreibungen oder
ausführlichen Bemerkungen begleiteten 70 Arten, ver-
theilen sich folgendermassen auf die Gattungen: 2Beryx;
2 Labrax, 1 Anthias, 1 Callanthias, 6 Serranus, 1 Poly-
während der Jahres 1867. 77
prion, 1 Pomatomus, 1 Apogon, 1 Pristipoma, 2Diagramma,
3 Dentex^ 1 Maena^ 3 Smaris; 1 Miillus ; 2 Umbrina, 1
Sciaena, 1 Corvina; 5 Sargus, 1 Cantliarus,2 Box, 1 Oblata,
1 Pagrus, Chrysophrys, 4 Pagellus; 3 Sebastes, 2 Scor-
paena, 7 Trigla, 1 Peristedion, 1 Dactylopterus, 1 Cottus;
1 Uranoscopus, 3 Trachiniis; 1 Sphyraena; 1 Lepidopus, 1
AphanopuS; 1 Trichiurus, 1 Ruvettus, 1 Nesiarchus. Hierzu
gehören 9 Tafeln mit Abbildungen. Keine neue Arten.
Canestrini schrieb über einige Fische des Arno
im Annuario della Soc. dei Naturalisti in Modena 1867
p. 7. Er zählt folgende Arten auf: Leuciscus aula Bp.
und Leucos basak Heck, die er nicht für specifisch ver-
schieden hält, Barbus plebejus Val., Telestes muticellus
Bp., Scardinius erythrophthalmus L., Cyprinus carpio L.,
Tinea vulgaris Cuv., Squalius cavedanus Bp., Gasterosteus
aculeatus L., Gobius fluviatilis Bon. in einer neuen Va-
rietät 7iigricans, die vielleicht eine neue Art ist, Anguilla
vulgaris Flem., Petromyzon Planeri Bl.
Afrika. Die kurze Notiz über die Fischfauna der
Canarischen Inseln von Mantegazza Rio de la Plata e
Tenerife, Milano 1867 p. 720 enthält nur eine Anzahl von
Gattungsnamen.
Ueber den Fischmarkt in Lanzarote bemerkt Häckel
Jenaische Zeitschr. p. 324, er sei im Ganzen klein und
arm. Reichlich sind die Haifische vertreten; die Te-
leostier gehören grossentheils den Familien der Sparoi-
den, Scomberoiden und Labroiden an, auch Percoiden,
Cataphracteu, Sciaenoiden, Mulloiden imd Muraenoiden
liefern im canarischen Meere einen grossen Theil der
essbaren Fische. Dagegen sind Gadoiden, Pleuronecti-
den und Ckipeiden, welche auf den Fischmärkten des
nordischen Europa die hervorragendste Rolle spielen,
hier nur von ganz untergeordneter Bedeutung. Das ca-
narische Meer gleicht hierin viel mehr dem Mittelmeere
als dem nördlicheren Theile des atlantischen Oceans.
V. Martens bestätigt Preuss. Expedition nach Ost-
asien zool. Abth. I. p. 9, dass auf Madeira nur ein Süss-
wasserfisch, der Aal, vorkommt.
Paul Gervais machte eine Bemerkung über die
78 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie.
Süsswasserfische von Algerien, indem er nach einer Sen-
dung von Mr. Mar es den bisher bekannten Fischen
dieser Gegend einen Gobiiis und einen Gasterosteus als
bisher noch nicht vertretene Gattungen hinzufügen konnte.
So ist die Zahl der Gattungen algerischer Fische auf
neun gestiegen, näralich von Stachelflossern Coptodus
oder Tilapia, Gobius und Gasterosteus, von Malacoptery-
gii abdominales Cyprinodon, Tellia, Barbus, Leuciscus und
Salar, von Malacopterygii Apodes Anguilla. Diese 9 Gattun-
gen enthalten nur 11 Arten. Nur die eine Gattung Tilapia
gehört zu einer Fannlie, die nicht im süssen Wasser Euro-
pa's repräsentirt ist. Verf. hat sich überzeugt, dass der
Bolti des Nil, Tilapia und Coptodon selbst specifisch
identisch sind, und Haligenes Tristrami Gthr. gehört in
dieselbe Gruppe. Ueber letzteren macht Verf. weitere
Bemerkungen. Comptes rendus Dec. 1866 p. 1051; Annais
nat. bist. 19 p. 131.
Duveyrier fand „Exploration du Sahara. Les
Touareg du Nord. Paris 1864^ von Fischen p. 227 nur
3 Arten der Gattung Ciarias. Cl. lazera C. V. ist p. 238
in Holzschnitt abgebildet.
Günther beschrieb Annais nat. bist. 20 p. 110 eine
Anzahl neuer Fische von Gaboon und der Goldküste. Die-
selben erregen ein besonderes Interesse, theils weil einige
von ihnen Typen neuer Gattungen bilden, theils weil
andere beweisen, dass die Fischfauna des oberen Nil nichts
anderes ist, als der östlichste Zweig der Fauna des westli-
chen Afrika. Die neuen Gattungen und Arten sind unten
namhaft gemacht.
Steindachner beschrieb einige neue Meeresfische
aus der Umgebung von Monrovia in West- Afj:ika. Wiener
Sitzungsber. 55 p.517.
Hartmann zählte in seinem Buche „Naturgeschicht-
lich-medicinische Skizze der Nilländ^ir. Berlin 1865^ p. 201
nur die bekannten Süsswasserfische Nordostafrika's auf,
da die Seefische des Rothen und Mittelmeers an der
Aegyptischen Küste noch zu wenig bekannt sind. Er
nennt 2 Polypterus, 1 Lates, 4 Mugil, 1 Xiphias, der zu-
weilen in die Deltaarme geht, 2 Gobius desgleichen, 1
während des Jahres 1867. 79
Chromis, 21 Silurolden, 3 Cjprinodonten, 19 Cyprlnoi-
den. 2 Clupeiden, 20 Mormyriden, 2 Muraenoiden, 1 Te-
trodon und 1 Protopterus.
Einige kurze Notizen über Nilfiscbe in Baker ;,The
Nile Tributaries of Abysslnla. London 1867^ sind bler zu
erwäbnen. Drei Arten , tbe Bayard, the Coor und tbe
Baggar sind in Holzscbnitt abgebildet; die beiden erste-
ren geboren der Welsfamilie; letztere der Percoidenfa-
milie an.
In London erschien 1866 ein mit schönen Abbil-
dungen ausgestattetes Buch. Tbe fisbes of Zanzibar.
Acantbopterygii by Playfair, Pharyngognatbi by Gün-
ther. Die Verfasser tbeilen die Ostküste Afrikas in
vier Regionen, nämlicb 1) das rothe Meer, 2) von da bis
zum Ravuma River, 3) die portugiesische Provinz von
Mossambique, 4) Natal und Cap. Hier bandelt es sich um
die grosse Strecke von der Strasse von Bab-el-Mandeb bis
Mossambique, die Sammlung von Play fair lieferte den
Stoff. Die Sammlung enthält 500 Species, von Zanzibar
428, Mossambique 10, Seychellen 27, Comoro-Inseln 11,
Aden 23, Chagos-Archipel 1. Von den 428 Arten von
Zanzibar sind 192 als im rothen Meere vorkommend ver-
zeichnet, 300 leben auch im indischen Ocean, 108 an den
Küsten der verschiedenen Inseln der afrikanischen Küste,
7 am Cap, 3 im Mittelmeer, 25 im atlantischen Ocean,
während 63 Zanzibar eigenthümlich zu sein scheinen. —
Das ganze Verzeichniss der von der Ostküste Afrika's
bekannten Fische umfasst 119 Percidae, 46 Pristipoma-
tidae, 44 Squamipennes, 1 Nandidae, 13Mullidae, 26 Spa-
ridae, 7 Cirrhitidae , 16 Scorpaenidae , 10 Teuthididae,
18 Berycidae, 1 Kurtidae, 4 Polynemidae, 4 Sciaenidae,
2 Xiphiidae, 3 Trichiuridae, 25 Acronuridae, 42 Caran-
gidae, 1 Stromateidae, 4 Coryphaenidae, 1 Nomeidae, 11
Scombridae, 12 Trachinidae, 3 Malacanthidae, 1 Batrachi-
dae, 8 Pediculati, 9 Cottidae, 1 Cataphracti, 43 Gobiidae,
20 Blennlidae, 4 Atherinidae , 7 Mugilidae, 3 Fistulari-
dae, 2 Centriscidae, 2 Labyrinthici , 40 Pomacentridae,
102 Labridae, 6 Gerridae, 2 Chromidae, 2 Ophidiidae, 6
Pleuronectidae, 19 Siluridae, 7 Scopelidae, 6 Mormyridae,
80 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d Ichthyologie
12 Scombresocidae, 4 Cyprinodontidae, 11 Cyprinidae, 2
Clupesocidae, 5 Gonorhynchidae, 2 Elopldae, 13 Clupei-
dae, 7 Anguillidae, 3 Congridae, 21 Muraenidae, 4 Ophiii-
ridae, 3 Leptocephalidae, 9 Ostracionidae, 20 Gymnodon-
tidae, 24 Balistfdae, 20 Lophobranchii, 27 Chondroptery-
gii. — Unter dieser reichen Fauna sind 22 neue Arten
von Play fair und 20 von Günther enthalten, auch
eine neue Sparoidengattung. Auf 21 Tafeln sind die
neuen Fische und einige seltenere abgebildet.
Playfair hat Proc. zool. soc. p. 846— 872 ein Ver-
zeichniss der bei den Seychelles vorkommenden Fische
zusammengestellt. Er hat während eines zweimonatli-
chen Aufenthaltes 211 Arten gesammelt, unter denen fünf
neue beschrieben sind. Nach Familien vertheilen sie sich
folgendermassen ; 42 Percidae, 12 Pristipomatidae, 5 Squa-
mipennes , 8 Mullidae, 11 Sparidae , 1 Scorpaenidae, 4
Teuthidae, 6 Berycidae, 1 Polynemidae, 2 Xiphiidae, 4
Acronuridae, 22 Carangidae, 1 Coryphaenidae, 3 Scom-
bridae, 1 Trachinidae, 2 Pediculati, 7 Gobiidae, 2 Blen-
niidae , 2 Sphyraenidae, 2 Atherinidae, 3 Mugilidae, 1
Fistulariidae, 1 Centriscidae, 1 Labyrinthici, 5 Pomacen-
tridae, 22 Labridae (denen auch Gerres zugezählt ist !),
2 Pleuronectidae, 1 Siluridae, 7 Scomberesocidae, 1 Cy-
prinodontidae, 2 Clupcsocidae, 2. Gonorhynchidae, 2 Clu-
peidae, 1 Anguillidae, 3 Muraenidae, 1 Ostracionidae, 5
Gymnodontidae, 2 Balistidae, 2 Lophobranchii, 10 Chon-
droptepygii.
Guichenot hat ein Verzeichniss der Fische von
Madagascar im Pariser Museum ausgearbeitet, nebst der
Beschreibung von 7 neuen Arten. Das Verzeichniss ent-
hält 86 Arten, nämlich 55 Stachelflosser (incl. Pharyn-
gognathi), 4 Malacopterygii abdominales (1 Poecilia, 1 Hemi-
ramphus, 1 Exocoetus, 1 Clupeoniaj, 2 Malacopterygii ju-
gulares, 11 Malacopterygii apodes, 4Lophobranchii, 7 Plecto-
gnathi, 3 Selachii. Die neuen Arten sind unten namhaft
gemacht. Mem. de la soc. imp. des sc. nat. de Cherbourg
XII. p. 129.
Asien. Eine kurze Notiz über die Fische und
Amphibien des gelobten Landes findet sich in Robinson
während des Jahres 1867. 81
Physical geography of the Holy Land. London 1865
p. 351 und in der Uebersetzung Physische Geographie
des heiligen Landes. Leipzig 1865 p. 382.
Das Verzeichniss Persischer Fische, welches De
F i 1 i p p i Note di un viaggio in Persia. Milano 1865
p. 357 gegeben hat, enthält 1 Gobius, 1 Cyprinion, 1 Sy-
stomus, 3 Barbus, 1 Abramis, 5 Capoeta, 1 Squalius, 1
Telestes, 1 Phoxinus, 3 Alburnus, 2 Cobitis, 1 Acanthopsis,
1 Petromyzon (Ammocoetes). Einige neue Arten sind
beschrieben.
D a y erhielt von John Burnett zu Cholady, Vi-
thery, im Wynaad bei Calcutta acht Arten Fische zuge-
sandt. Dessen Wohnsitz liegt im Wynaad 3000' ü. M.
und die Fische wurden in einem kleinen Bache gefan-
gen. Es waren die folgenden: Ophiocephalus gachua
Buch., Hara malabaricaDay, Saccobranchus singio Buch.,
Nemacheilus striatus n. sp., Homaloptera brucei Gray,
Garra alta n. sp., Puntius melanampyx Day, Paradanio
aurolineatus Day, Rosbora woolaree Day. Die beiden
neuen Arten und Hom. brucei sind beschrieben. Proc.
zool. soc. p. 347.
Day beschrieb ferner Proc. zool. soc. p. 558 einige
neue oder unvollständig bekannte Fische von Madras.
Die neuen sind unten namhaft gemacht, unter den un-
vollständig bekannten sind Lethrinus karwa Cuv. Val.,
Plagusia potous Cuv., Synaptura jerreus Cuv. und Eutro-
pius taakree Sykes. — Derselbe Verf. beschrieb ib. p. 934
wiederum 6 neue Arten von Madras, und von bereits be-
kannten Otolithus aeneus Bloch und Gobius brevifilis
C. V.
Francis Day beschrieb auch einige neue Indische
Fische. Proc. zool. soc. p. 699,
Day hatte Gelegenheit die Fischfauna der Nilgerrhy-
Berge und der sie umfliessenden Gewässer zu erforschen.
Es handelte sich besonders um dcnOotacaraund-See und
den Bowany River. Verf. beobachtete dort 36 Species,
von denen mehrere als neu beschrieben werden. Sie ge-
hören folgenden Gattungen an : 3 Ophiocephalus, 1 Ma-
stacembelus, 2 Wallago, 1 Hemibagrus, 1 Hypselobagrus,
Arohiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. J'
85 Troscliel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
1 Glyptosternum, 3 Nemacheilns (neu), 2 Garra (einer
neu), 2 Labeo, 1 Labeobarbus, 6 Puntius (zwei neu), 1
Amblypbaryngodon, 2 Barilius (einer neu), 3 Paradanio
(zwei neu), 2 Rasbora (neu), 2 Esomus (neu), 1 Chela
(neu), 1 iNotopterus, 1 Beione, 1 Muraena. Die neuen
Arten sind unten namhaft gemacht. Proc. zool. soc. p. 28h
Play fair erhielt eine Sendung Süsswasserfische
von Cachar, einer der östlichsten Provinzen von Britisch
Indien. Die Fischfauna ist sehr ähnlich der von Assam.
Verf. hat 26 Arten verzeichnet, von denen ein Ophioce-
phalus und ein Crytopterus neu. Proc. zool. soc. p. 14.
V. Fraue nfeld zählte in Yerhandl. zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien p. 598 die 33 Fische auf, welche auf
der Novara-Reise auf den Nicobaren gesammelt wurden.
J 0 uan beschrieb in Mem. de Cherbourg XII. p. 263
einige Fische aus dem nördlichen China. Fische dienen
dort vielfach als Nahrungsmittel, die Küsten sind sehr
fischreich, aber die Fische sind schlecht von Geschmack.
Die hier beschriebenen Arten sind ganz ohne Species-
Namen gelassen, nur die Gattungsnamen sind angegeben,
daher können sie unten auch nicht namhaft gemacht
werden.
Steindachner über einige neue und seltene Mee-
resfische aus China. Wiener Öitzungsber. 55 p. 585. Da-
selbst sind 18 Arten aufgezählt, von denen 9 beschrieben.
Wie der Marrpis de Courcy „L' empire du Milieu.
Paris 1867" p. i6i es schildert, giebt es kein Land der
Welt, welches an Fischreichthum China gleichkommt.
Auch zeichnen sich die Chinesen in der Kunst des Fisch-
fanges aus, so wie sie die Piscicultur lange vor uns
erfunden haben. Als die besten Meeresfische werden ge-
nannt: Stör, zwei Arten Haifische, eine riesige Raja,
mehrere Serranus, Polynemus tetradactylus, Stromateus
argenteus, mehrere Arten Solea, Makrelen, MuUus, Alse
und Anchovis, Narcine lingula. — Unter den öüsswasser-
fischen sind besonders die Cyprinoiden zahlreich, ferner
Hecht, verschiedene Chaetodon, Ophiocephalus macula-
tus der sich durch ein besonders zähes Leben aus-
zeichnet.
wälirend des Jahres 1867. 83
Von Martens spricht sich über die Japanische
Fischfaiina aus, Preuss. Expedition nach Ostasien, zool.
Abtheil. L p. 116. Er nennt die Japaner ein fischessen-
des Volk. Die Sparoiden herrschen vor über Mugil und
Pleuronectiden, häufig sind auch Rochen, Meerengel, Trigla,
Gobius und Gunnellus. Es folgt dann ein Verzeichniss
der Fische mit den japanischen Namen.
lieber die Fische, welche in Shangai auf den Markt
gebracht werden vergl. v. Martens Preuss. Expedition
nach Ost-Asien. Zool. Abtheil. I. p. 157.
Jouan hat in den Mem. de la soc. imp. des sc. nat.
de Cherbourg XII. p. 113 24 Fische von der Insel Poulo-
Condor beschrieben, A^on denen ein Theil im Pariser Mu-
seum bestimmt, ein anderer Theil noch ohne specifische
Namen geblieben ist.
Rosenberg giebt ein Verzeichniss der Fische, 254
Arten, welche an den Küsten der Aroe-Inseln leben; die
meisten werden auch in der Banda-See und längs den
Küsten von Ceram und Amboina gefunden. Reis naar de
zuidoostereilanden p. 56.
Bleeker gab eine vierte Notiz über die ichthyolo-
gische Fauna der Insel Halmahera. Verf. kannte in seiner
dritten Notiz von dieser Insel 101 Arten, die Zahl der-
selben erhöht sich durch die gegenwärtige auf 122. Unter
ihnen ist eine neu. Archives neerlandaises des sciences
exactes et naturelles II. 1867 p. 397.
Steindachner beschrieb acht neue Fische aus dem
Fitzroy-Flusse bei Rockhampton in Ost-Australien. Wiener
Sitzungsber. 55. 1 p. 9.
Derselbe nahm Gelegenheit über eine Sammlung von
Fischen von Cap York in Australien zu berichten. Sie
bestand aus 21 Arten, unter denen zwei neue. Ib. 56, Juli
(Ichthyologische Notizen VI. p. 1).
Ebenda p. 14 gab Derselbe eine Fortsetzung und Er-
gänzung zu seiner vorjährigen Abhandlung (vergl. vor.
Ber. p. 55) über die Fischfauna von Port Jackson, wodurch
die Zahl der ihm von dort bekannten Arten von 73 auf
90 erhöht wurde. Die hinzugefügten Arten sind zum
Theil neu, zum Theil werden Berichtigungen der Syno-
84 Tro chel: Bericht üb. d. Leist. in d. IcMliyologie
njmie gegeben. So ist Gobius Kreftii Steind. = Gobius
criniger C. Y., Scorpis Richardsonii Öteind. = aequipin-
nis Richards., Scorpaena cruenta Kner und jacksonensis
Steind. = Sc. bynoensis Richards., Centropogon Troschelii
Steind. = C. robustus Gthr., Monacanthus Frauenfeldii
Kner. = M. vittatus Sol.
NachM'Coy, On the recent zoology and palaeonto-
logy of Victoria p. 9 giebt es in der Colonie Victoria viel
weniger wohlschmeckende Fis-ehe als in Europa ; daher
ist die Acclimatisation der englischen Salmoniden von V^'ich-
tigkeit, die guten Erfolg verspricht. Es werden dann 16
Selachier genannt, unter denen Galeus canus und Muste-
lus vulgaris, die auch an den Englischen Küsten häufig
sind, 2 Cyclostomen, von Knochenfischen werden mehrere
wegen ihres guten Fleisches gelobt, so Latcs colonorum,
Oligorus macquariensis, der bis 20 Pfund schwer wird,
Arripis georgianus ist zuweilen giftig, Dules ambiguus,
Therapon ellipticus, Upeneichthys porosus, Pagrus unicolor,
Chrysophrys australis, Chironemus marmoratus, Chiloda-
ctylus nigricans und macropterus, Latris hecateia der feinste
von allen, Platycephalus tasmanius und laevigatus, Lepi-
dotrlgla vanessa, Trigla kumu und polyommata, Sillago
punctata, Sciacna aquila, i^phyraena Novae liollandiae,
Thersites atun wird getrocknet u. s. w.
Günther verzeichnete als einen Beitrag zur Austra-
lischen Fauna 78 Arten Fische , unter denen mehrere
neue Arten und einige Berichtigungen der Synonymie.
Annais nat. bist. XX. p. 57.
Krefft beschrieb Proc. zool. soc. p. 942 drei neue
australische Süsswasserfische, unter denen auch eine neue
Gattung aus der Barschfamilie.
Amerika. K n i g h t, Descriptive Catalogue of the
fishes of Nova Scotia. Halifax 1866. 8. 113 Seiten. Das
Verzeichniss, in welchem alle Arten charakterisirt sind,
enthält 4 Selachier, 1 Acipenser, 1 Lophobranchier, 4
Triglidae, 4 Percidae, 1 Pagrus, 5 Scombridae, 1 x\nar-
rhichas, 1 Lumpus, 1 Lophius, 1 Ctenolabrus, 7 Gadidae,
4 Pleuronectae, 1 Ammodytes, 1 Pimelodus, 3 Cyprinidae,
1 Fundulus , 5 Salmonidae, 2 Clupeidae , zusammen 48
während des Jahres 1867. 85
Arten. Dann folgen Abschnitte über die Fischereien der
Häringe, Makrelen^ Salmen u. s. w.
Ueber die Wichtigkeit der Fischerei an den Küsten
des russischen Amerika findet sich ein Abschnitt in Snm-
ner's Speech on the cession of Rnssian America to the
United States. Washington 1867 p. 41.
Ueber die Fischereien in Vancoiiver-Island (Hering,
Hoolakan, Salm, Stör, Heilbutte, Kablian n. s. w.) vergl.
Macfie Vancouver-Island and British Columbia. London
1865 p. 163.
Kner und Steind achner beschrieben in den
Abhandl. der Münchener Akad. X. p. 1—65 die neuen
Gattungen und Arten von Fischen aus Central-Amerika,
welche Moritz Wagner gesammelt hatte, begleitet von
6 Tafeln mit Abbildungen.
Moritz Wagner liess dieser Abhandlung ib. p. 65
— 113 eine eingehende Darstellung der hydrographischen
Verhältnisse von Panama und Ecuador und des davon
abhängigen Vorkommens der Süsswasserfauna folgen. Aus
den charakteristischen Zügen für die ichthyologische Fauna
des Isthmus von Panama heben wir hervor: Die vorkom-
menden generischen Tvpen sind ausschliesslich tropisch,
die Chromiden, Characinen und Siluriden sind am meisten
vertreten, Cyprinen, Esoces und Pereiden fehlen ganz ;
die Gattungen stimmen mit den südamerikanischen über-
ein, die Gattung Chalcinopsis scheint dem Isthmus eigen-
thümlich. Die Mehrzahl der Arten ist dem Lande eigen-
thümlich, die Minderzahl hat der Isthmus mit den östlichen
Flüssen des tropischen Theiles von Südamerika gemein,
dieselben Arten scheinen am westlichen Abhang der Anden
ganz zu fehlen; die Zahl der Individuen ist sehr gering;
die vorhandenen Arten kommen an beiden entgegenge-
setzten Gehängen vor, und Verf. sieht hierin eine Kreu-
zung der Invasionslinien. Die geringe Breite des tren-
nenden Dammes der Wasserscheide zwischen dem Rio
Obispo und dem Rio Grande von ^/^ geogr. Meile und
287 Fuss engl. Höhe verstattet leicht ein Ueberschreiten
durch die Fische, wozu die Beweglichkeit einiger auf
dem Lande, der Transport durch Vögel, Wasserhosen an
86 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie.
Fischen und deren Laich beigetragen haben mögen. Es
werden als an beiden Gehängen vorkommend aufgeführt
im brakischen Wasser der Mündungen: Acanthias vulga-
ris und 3 Arten Dajaus, im süssen Wasser des mittleren
Flusslaufes 11 Arten aus den Gattungen Macrodon, Heros,
Xiphophorus, Chalcinopsis, Tetragonopterus, Pimelodus,
Loricaria und Hypostomus. — Die Fischfauna an der West-
seite der Anden von Ecuador zeigt folgende wesentliche
Züge : Die Characinen sind in der unteren und mittlem
Region vorherrschend, die Gymnotinen sind durch Ster-
nopygus vertreten, die Siluriden sind in den höhern Re-
gionen ausschliesslich repräsentirt; die Formen der Tief-
region deuten auf nahe Verwandtschaft mit den Fisch-
gattungen von Brasilien und Guiana, in den mittleren
Regionen treten mehr eigenthümliche Genera auf, in den
höchsten Regionen nur bizarr gestaltete Formen ; die Ar-
tenzahl ist gering, die Individuenzahl nur in dem untern
Lauf der Flüsse sehr gross, eigentliche Seefische sind im
brakischen Wasser vorherrschend u. s. w.
Nachdem Günther bereits in den Jahren 1864 und
1866 in den Proceedings of the zool. soc. of London einige
neue Fische von Central- Amerika beschrieben hatte, ist
in den Transactions zool. soc. VI. p. 377 — 494 die vollstän-
dige Abhandlung mit 25 Tafeln erschienen: An account of
the fishes of the states of Central America, based on col-
lections made by Capt, Dow, Godman and Salvin. Das
Verzeichniss der Centralamerikanischen Fische umfasst
303 Arten, nämlich 131 Acanthoptcrygii, 59 Pharyngo-
gnathi Acanthoptcrygii, 10 Anacanthini, 85 Physostomi,
9 Plectognathi, 1 Ganoidei, 8 Elasmobranchii. Von diesen
sind 173 marine Formen, 57 kommen an beiden Seiten
des Isthmus vor, 25 leben im Brackwasser, 3 an beiden
Seiten des Isthmus, und 101 sind Süsswasserfische, 17 in
den Flüssen der x\tlantischen und Pacifischen Seite. Dass
sich etwa 30% der Fische an beiden Seiten von Central-
amerika finden, führt den Verf. auf die Vermuthung einer
früheren Vereinigung beider Meere. — Bei der Charak-
terisirung der Fischfauna von Centralamerika beschränkt
sich Verf. auf die Süsswasserfische. Hier erlöschen die
während des Jahres 1867. 87
nearktischen Typen und werden durch fünf Genera re-
präsentirt, Lepidosteus, Amiuriis^ Sclerognathiis und Ha-
plochilus mit je einer Art, Fundulus, die sich etwas wei-
ter südwärts erstreckt, mit vier Arten in Guatemala.
Keine dieser Arten ist identisch mit einer Nordamerika-
nischen. Viel grösser ist die Affinität mit den neotropi-
schen Typen: l Acara, 1 Macrodon, 7 Tetragonopterus,
1 Anacyrtus, 12 Pimelodus, 1 Plecostomus, 2 Chaetosto-
mus, 2 Loricaria^ 1 Anableps, 1 Carapus, letzterer identisch
mit einer Art aus Guiana. Mit den Westindischen Inseln
sind gemeinschaftlich die Gattungen Agonostoma, Girar-
dinus, Gambusia und Arius. Eigenthümlich oder doch
meist entwickelt sind die Gattungen Heros und die ver-
wandten Neetroplus und Petenia mit 34, Aehirichthys mit
2, Chalcinopsis mit 8, Poecilia mit 8 und Characodon,
Xiphophorus, Moilienesia, Belonesox mit je 1 Art. Eine
Gruppe der Chromiden und die Cyprinodonten haben in
Centralamerika die höchste Entwickelung erreicht; die
neotropischen Typen überwiegen die neoarctischen. —
Verf. scheidet endlich die Süsswasserfauna in folgende
Provinzen: a) Die süssen Gewässer nördlich von den
Seen Managua und Nicaragua^ die sich in das Pacifische
Meer ergiessen, 22 xArten. b) Eben solche die sich in
das Atlantische Meer ergiessen, 28 Arten, c) See Pe-
ten, 14 Arten , von denen 2 gemeinschaftlich mit b.
d) See Managua, 6 Arten, e) See Nicaragua, 9 Arten,
wovon eine auch im See Managua, eine auch im See
Amatitlan vorkommt, f) Die süssen Gewässer südlich von
den Seen Managua und Nicaragua bis zum Isthmus von
Darien, 25 Arten. — Ausser den in den Proceed. zool.
soc. 1864 und 1866 beschriebenen Arten sind auch hier
wieder mehrere neue i\.rten beschrieben, die unten nam-
haft gemacht werden.
S teindachner beschrieb fünf Fischarten aus dem
La Plata-Strome Wiener Sitzungsber. 56, Juli. Ichthyo-
logische Notizen VI. p. 29, wovon zwei neu.
Derselbe Verf. beleuchtete ib. p. 41 vierzehn neue
oder seltene Fischarten von Westindien und Surinam,
88 Troschel: Bericht üb. d Leist. in d. Ichthyologie
Teleostei.
Acanthopteri.
Percidae. Amhassis agrammus Günther Annais nat. bist. 20
p. 57 vom Cap York. — A. produchis Guichenot Mem. de Cher-
bourg XII. p. 130 von Madagaskar. — A. Agasslzii Steindachner
Wiener Sitzungsber. 55 p. 9 von Rockhampton.
Apogon aterrimus Günther Annais nat. bist. 20 p. 58 von
Cap York. — A. australis Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 10
von Rockhampton. — A. notata Day Proc. zool. soc. p. 936 von
Madras. — A. nigripes Vl&yhivFishQs of Zanzibar p. 19, pl 5, fig. 1
von Zanzibar.
Apogonichthys Gillii Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p 11
von Rockhampton. — A. stellatus Cope Transact. Amer. philos. soc.
XIII. p. 400 von den Bahama-Inseln.
Mionorns n. gen. Krefft Proc. zool. soc. p. 942. Sieben
Kiemenhautstrahlen , alle Zähne hecheiförmig ohne Hundszähne,
Zähne am Vomer und am Gaumen, Zunge glatt; zwei Dorsalen,
die erste mit 6, die Anale mit 2 Stacheln; die Platten des Kopfes
ohne Zähnelung, Deckel ohne Dornen, Schuppen massig. M. lunatns
von Neu-Südwales.
Serranus radiatus und grammicus Day Proc. zool. soc. p. 699
von Madras. — S. cernioides Brito-Capello Joraal de sciencias de
Lisboa II. von den Portugiesischen Küsten. — S. dispar und strio-
latus Playfair 1. c. p. 6. pl. 1. fig. 2, 3, und pl. 3. fig. 2 von Zanzibar,
Centropristes dispüurus Günther Proc. zool. soc. p. 99 von
Trinidad.
Plectropoma Susuki Schi, kommt auch bei Sydney vor und
wird aufs Neue von Günther Proc. zool. soc. p. 100 beschrieben. —
Kner beschrieb Varietäten von PI. pictum und macrophthalmos
Tschudi Wiener Sitzungsber. 56 Oct.
Rhypticus nigromaGHlatw=i Steindachner Wiener Sitzungsber.
56 Juli von Barbados.
Mesoprion MitcheUi Günther Annais nat. bist. 19 p. 257. pl. 9
von Madras.
Dilles viverrinus Kr^M?TOc. zool. soc. p. 943 aus dem Murray
River in Australien.
Pristipomatidae. PHstipoma huy^^^ ^^^^ "°<^ Steindachner
Müncbener Abhandl. X. p. 1. tab. 1. fig". ^ ^^^ ^^^ Rio-Bayano,
Panama. — P. Meim Day Proc. zool. soc. p. ^'^^ "^^^ Madras. — P.
muUimaculatwn Playfair Fishcs of Zanzibar p. 2^' P^' ^- ^^- ^ ^^°
Baiamoia an der Ostküste Afrika's. — P. operculare Pli.'/^"'^ ^^- P' ^^^
pl. 5. fig. 2 von Aden,
während des Jahres 1867. 89
Diagramma' pundaUssimtm Playfair Proc. zool. soc. p. 85L
pl. 40 von den Seychellen. — D. melanospüum Kner Wiener Sitzungs-
ber. 56 Oct. von der Westküste Südamerika's.
Haemulon hrevirostrimi Günther Transact. zool. sog. p. 418
von Panama.
Pristiponioides aurolineatus Day Proc. zool. soc. p. 937 von
Madras.
Scolopsis nototaenia Playfair Fishes of Zanzibar p. 29. pl. 5
von Aden.
Datnia oUusirostris und eJongata Guichenot Mem. de Cher-
bourg XII. p. 132 von Madagaskar. — J). hrevispinis Steindachner
Wiener Sitzungsber. 56 Juli von Cap York.
Etheostomata. Etheostoma macrocephalum Cope Transact.
Amer. philos. soc. XIII. p. 400 aus Pennsylvanien.
Trachinidae. Ch a nipsodo n n. gen. Günther Proc. zool. soc.
p. 102. Körper comprimirt , länglich , mit kleinen granulaartigen
Schuppen bedeckt; Mundspalte schief, sehr weit; Augen seitlich,
nach oben gerichtet; zwei Rückenflossen, Bauchflossen jugular; die
Brustflossen bestehen aus sehr feinen, verästelten, durch eine dünne
Haut verbundenen Strahlen; Kieferzähne einreihig, nicht eng stehend,
ungleicher Grösse, die unteren länger als die oberen; Vomerzähne
hecheiförmig in zwei getrennten Haufen; keine Gaumenzähne; Kie-
menspalten sehr weit; kein Knochen des Kopfes bewaffnet. Ch. vo-
rax aus China.
Sclaenidae. Corvina GilU steindachner Wiener Sitzungsber.
56 Juli aus dem La Plata. — Derselbe beschreibt ib. Corvina ne-
glecta Girard. — C. monacantlia Cope Transact. Amer. philos. soc.
XIII. p. 402 von Parimaribo in Holländisch Guiana.
Otolitlms aModus Günther Annais nat. bist. 20 p. 60 von
Australien.
Umhrina nasus und analis Günther Transact. zool. soc. VI.
p. 426 von Panama.
Eq^nes pulcher ^jteindachner Wiener Sitzungsber. 56 Juli von
Barbados.
Polynemidae. Polynenws macroclür Günther Annais nat. bist.
20 p. 60 von Neu-Südwales.
Sparidae. Triptero don n. gen. Playfair Fishes of Zanzibar
p. 42 gehört in die Gruppe Cantharina, hat den Habitus von Ephip-
pus orbis, ist aber durch die Zähne verschieden. Körper deprimirt
und hoch, Schnauze kurz, Oberprofil parabolisch, Dorsale tief ein-
geschnitten, der weiche Theil schuppig, Pectorale kürzer als die
Ventralen , 3 Analstacheln , Sparoidschuppen ; grosse bewegliche
dreispitzige Zähne in mehreren Reihen in beiden Kiefern, keine
am Vomer und Gaumen , Kieferknochen sehr kurz , Mundspalte
schmal, Präorbitalknochen hoch, viel höher als die Augenhöhle;
90
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Kiemenspalten massig weit, durch einen breiten Isthmus getrennt.
Tr. orbis pl. 7. fig. 1 von Zanzibar.
Lethrinus longirostris Playfair ib. p. 44. pl. 7. fig. 2 von
Zanzibar.
Gerres Uneolatus Günther bei Playfair Fishes of Zanzibar p. 110.
pl. 16. fig. 2 von Aden und Zanzibar.
Mullidae. Mullus despüurus und pleurotaema Playfair Fishes
of Zanzibar p. 41. pl. 5. fig. 3,4 von Zanzibar.
Upeneus signatus Günther Annais nat. bist. 20 p. 59 von Port-
Jackson.
JJpeneoides guttatus Day Proc. zool. soc. p. 938 von Madras.
Squamipennes. Chaetodon zanziharensis, melanopoma und leuco-
plema Playfair Fishes of Zanzibar p. 33. pl. 6 von Zanzibar.
Holacantlms Duhoulayi Günther Annais nat. bist. 20 p. 67. —
JET. ignatius Playfair Proc. zool. soc. p. 852. pl. 41 von den Seychel-
len. _ H, monopMluümus Kner Wiener Sitzungsber. 56 Oct. —
H. muUispinis Playfair Fishes of Zanzibar p. 37. pl. 6. fig. 4 von
Zanzibar.
Cryptosmilia n. gen. Cope Transact. Amor, philos. soc.
Verwandt mit Drepane, keine Vomer- und Ganmenzähne, einige lange
scharfe Dornen am Unterrande des Praeoperculum ; Dorsale mit einer
tiefen Bucht vor dem weichen Theil, der stachlige Theil nicht be-
schuppt, mit 10 Strahlen, von denen der erste klein und nach oben
und vorn gerichtet ist, Anale so lang wie die weiche Dorsale mit
3 Stacheln, sechs Kiemenhautstrahlen , Pectoralen lang. Gr. hma
von Westafrika.
Der Familie Squamipennes zunächst verwandt stellte Kner
Wiener Sitzungsber. 56 Oct. eine neue Gattung Scaro Stoma auf,
mit einer neuen Art Sc. insigne von der Westküste Südaraerika's.
Später hat jedoch der Verf. in unserem Archiv 1868 p. 70 diese Gat-
tung für identisch mit Günther's Gattung Hoplegnathus erklärt.
Labyrinthici. Play fair beschrieb eine Varietät von Tricho-
gaster fasciatus Bl. in Proc. zool. soc. p. 15 aus Cachar in Britisch
Indien.
Ophiocephalidae. Ophiocephahis SteioartU Playfair Proc. zool.
soc. p. 14. pl. 3 aus Cachar in Britisch Indien.
Cataphracti. Scorpaena rosea Day Proc. zool. soc. p. 703 von
Madras. — Sc. longicornis und zanziharensis Playfair Fishes of Zan-
zibar p. 47. pl.8 von Zanzibar.
Cottus Brandtii Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 706.
Taf. III. Fig. 1, 2 ; Annais nat. bist. 20 p. 79 von der Mündung des
Amur.
Agonomalus n.^subgen. von Aspidophorus Guichenot Mem.
de Cherbourg XII. p. 253. Kopf stark zusammengedrückt, ebenso
der mit Knochenschildern gepanzerte Körper; Zähtie äusserst klein
während des Jahres 1867. 91
in einer schmalen Binde in jedem Kiefer, keine am Gaumen und
Vomer; zwei getrennte Rückenflossen. Gegründet auf Aspidophorus
proboscidalis Barthe.
Gasterosteidäe. Ransom, über den Bau und das Wachsthum
des Ovarial Eies bei Gasterosteus leiurus. Quarterly Journal of
microscopical science 1867 p. 1.
Echeneidae. Baudelot hat die Kopfscheibe von Echeneis
genauer untersucht. Jedes Segment besteht aus vier Stücken, näm-
lich 1) einer Flossenstrahlenstütze in der Mitte, 2) zwei Strahlen,
kleine Knochenstäbe, die quer liegen und auf der Strahlenstütze
articulirt sind, jeder entspricht einer Strahlenhälfte, die mit der
der anderen Seite nicht vereinigt ist, 3) einem Gelenkknöchelchen,
ein unpaarer Knochen, der sich quer über die ganze Scheibe er-
streckt, bestehend aus einem kleinen Mitteltheil und zwei zu Lamel-
len erweiterten Seitentheilen. Dieses Knöchelchen muss nach des
Verf. Ansicht dem kleinen Knochenknötchen entsprechen, welches
in der Flosse in dem Raum zwischen den beiden Strahlenhälften
vorhanden ist. Wenn die Lamellen sich aufrichten, dann wird ihr
Zwischenraum vergrössert, also die Luft darin verdünnt und so
ein Ausaugen hervorgebracht, wie mit einem Schröpf köpf. Comptes
rendus 64 p. 625; Revue de zool. p. 155; Annais nat. hist. 19 p. 375.
Die ausführliche Abhandlung steht in Annales des sciences naturel-
les VIL p. 152 mit einer Tafel.
Scombridae Bhomhus orbicularis Guichenot Mem. de Cherbourg
XII. p. 243 von Cayenne.
Chirostoma berylUnum Cope Transact. Amer. philos. soc. XIII.
p. 403 aus dem Potomac River.
Carangidae. Caranx macrops Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 55 p. 519 ; Annais nat. hist. 19 p. 441 aus Liberia. — C. ni-
grescens Day Proc. zool. soc. p. 699 von. Madras. — G. venator
Playfair ib. p. 859 von den Seychellen. — C. vomerimis Playfair
Fishes of Zanzibar p. 59. pl. 10. fig. 1 von den Seychellen.
Ghorinemus altus Günther Transact. zool. soc. VI. p. 433 von
Panama,
SerioUclithys Uneolatus Proc. zool. soc. p. 559 von Madras.
Psettus orbicularis Guichenot Mem. de Cherbourg XII. p, 136
von Madagaskar.
Psenes fuscus Guichenot Mem. de Cherbourg XII. p. 138 von
Madagaskar.
Xiphiidae. Histiophorus brevirostris Playfair Fishes of Zan-
zibar p. 53; ist nach einer späteren Bemerkung p. 145 sehr ähnlich
mit Tetrapterus Lessonii Canestrini.
Teuthyes. Dönitz fand bei den Teuthyern und zwar bei
mehreren Arten der Gattungen Prionurus, Acanthurus und Ampha-
canthus eine eigenthümliche Vorrichtung, welche geeignet ist die
92 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Strahlen der Rücken- und Afterflosse, nachdem sie durch Muskel-
wirkung aufgerichtet nind, ohne weitere Beihülfe der Muskulatur
in ihrer Stellung zu erhalten. Er ist der Ansicht, dass die Familie
Acronuridae Günther mit Unrecht von den Teuthyes abgezweigt
worden sei, Sitzungsber. der Ges. naturforschender Freunde zu
Berlin 1866 p. 25 ; Archiv für Anatomie ct. p. 210.
Mngilidae. Kner und Steindachner sprachen sich gegen
die Vereinigung von Dajaus und Cestraeus, wie sie Günther unter
dem Namen Agonostomus vorgenommen hat, aus, und beschrieben
eine neue Art Dajaus elongatus von Neu-Granada. Zur Vergleichung
werden auch Agonostoma monticola und nasutum Günther, als zu
Dajaus gehörig beschrieben. Münchener Abhandl. X. p. 5. tab. 1 fig. 2.
Steindachner beschreibt das Männchen von Strabo ni-
grofasciatus Kner Steind. (Nematocentris splendida Pet.) Wiener
Sitzungsber. 55 p. 16.
Atherinidae. Atlierina stercus muscarum und signata Günther
Annais nat. bist. 20 p. 64 von Cap York.
Hastacembelidae. Mastacemhelus cryptacanthus Günther Proc.
zool. soc. p. 102 von Westafrika.
Batrachidae. Bafrarhus Hhen'ensis Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 55 p. 520; Annais nat. bist. 19 p. 441 aus Liberia. — B. hia-
culeatus Steindachner Yerhandl. der zool. -bot. Gesellsch. in Wien
p. 516 vom Cap. — B. uranoscopus Guichenot Mem. de Cherbourg
XII. p. 140 von Madagaskar.
Gobiidae. Canestrini hatte ein Exemplar von Gobius flu-
viatilis in einem Gefässe mit Wasser, das längere Zeit ohne Nah-
rung blieb und dessen Wasser nicht gewechselt wurde. Dadurch
magerte der Fisch so aufi'allend ab, dass Verf. ihn nicht wieder er-
kannte, weil er ein ganz anderes Ausehen bekommen hatte. Ännuario
della Soc. dei Naturalisti in Modena 1867.
Gobius pavo Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 7 15 ;
Annais nat. bist. 20 p. 79 von den Philippinen. — G. Jeffreysii Gün-
ther Annais nat. bist. 20 p. 290. pl. 5. fig. C. — Gobius Poeyi Stein-
dachner Wiener Sitzungsber. 56 Juli von Barbados. — G. Sewardü
Playfair p. 71 von Zanzibar. — G. macropiis De Filippi Note di uu
viaggio in Persia p. 357 aus dem See Palestom bei Poti. — G. do-
lichocephalus Cope Transact. Amer. philos. soc. p. 403 von Vera-Cruz.
Bleeker beschrieb Archives neerlandaises des sciences exactes
et naturelles II. 1867 p. 403 mehrere neue Arten Gobius von Ma-
dagaskar: Gobius macrorhynchus , madagascariensis , hypselosoma,
melanopterus, isognatlms, polyzona, auclienotaenia, samberanoensis,
Vergeri, sämmtlich aus dem Flusse Samberano.
Gobiosoma fasciatum Playfair Fishes of Zanzibar p. 72 von
Zanzibar.
Gobiodon reticulatus Playfair ib. p. 72. pl. 9. fig. 2 von Aden.
während der Jahres 1867. 93
Äpocryptes polyophthalmus Günther Annais nat. hist. 20 p. 117
aus China. — Ä. punctatus Day Proc. zool. soc p. 941 von Madras.
Eleotris pictus Kner und Steindachner Münchener Abandl. X.
p. 18. tab. 3. fig. 1 aus Neu-Granada. — E. lineolatus Steindachner
Wiener Sitzungsber. 55 p. 13 von Rockhampton. — E. hrevirostris
Steindachner ib. 56 Juli vom Cap York. — E. Uneato-oculatus
Kner ib. 56 Octbr. von den Viti-Inseln. — E. Wardii von Zanzibar
und Soaresi von Mossambique Playfair Fishes of Zanzibar p. 73. pl.9.
AmUyopus Sieholdi Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 7Ö8;
Annais nat. hist. 20 p. 79 aus der Mündung des Amur.
Ctenotr i/pauchen n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber.
55 p. 530; Annais nat. hist. 19 p. 441 unterschieden von Trypauchen
durch die grossen Cycloidschuppen, einen hohen gezähnten Kamm
am Hinterhaupte, und nur drei Kiemenhautstrahlen. C. chinensis
aus China.
DisOOboli, Bert hat zweimal in Muschelschalen einen Disco-
bolus mit der Saugscheibe angeheftet gefunden. Diese Muscheln
waren mit Eiern überzogen, in denen Verf. kleine Discobolen zu er-
kennen glaubte. Dies würde eine neue Art mütterlicher Sorgfalt
sein. Mem. de Bordeaux V. Extr. des proces-verbaux p. XXIII.
Kner machte auf einen kleinen Lepadogaster aufmerksam,
der nicht europäisch ist^ ohne ihr einen eigenen Artnamen beizu-
legen. Wiener Sitzungsber. 56 Oct.
Blenniidae. Lepidoblennius n. gen. Steindachner Wiener
Sitzungsber. 55 p. 11. Gestalt wie Blennius; erste Dorsale mit
zahlreichen biegsamen Stacheln, zweite und Anale mit einfachen,
gegliederten Strahlen; Pectorale stark entwickelt mit einfachen
dicken Strahlen in der untern Hälfte ; Ventralen jugular mit zwei
dicken und einem dünneren Strahl; sechs Kiemenstrahlen; Pseudo-
branchien; eine Binde kleiner Zähne mit einer Aussenreihe viel
längerer; deutliche Cycloidschuppen. L. haploclactylus Taf. 1. fig. 2,3
von Rockhampton.
Solanas semiUneatus und alboguttatus Kner Wiener Sitzungsber.
56 Oct. von den Samoa-Inseln.
Günther stellte Annais nat. hist. 20 p. 63 zwei neue Gat-
tungen der Blennioiden auf: Stichariiim Körper langstreckig,
comprimirt, nackt oder kaum mit einer Spur von rudimentären in der
Haut verborgenen Schuppen. Vorderer Theil der Seitenlinie deut-
lich, nahe dem dorsalen Profil. Schnauze kurz, kleine Zähne in den
Kiefern, ohne Hundszähne; Gaumen deutlich zahnlos. Dorsale lang,
nur aus stechenden Stacheln gebildet; Ventralen jugular, mit 2
Strahlen ; Caudale deutlich. Kiemenspalten ziemlich weit, Kiemen-
häute unter der Kehle vereinigt und ganz frei vom Isthmus. St.
dorsale von Port Jackson.
No tograp tu s Köri^ev langstreckig, comprimirt, mit kleinen
94 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Schuppen bedeckt. Seitenlinie vollständig, längs der Basis der
Dorsale verlaufend. Kopf länglich und etwas deprimirt; Schnauze
massig, etwas zugespitzt ; Mundspalte weit ; ein kurzer flacher Bart-
faden an der Symphyse des Unterkiefers. Binden hecheiförmiger
Zähne in den Kiefern und am Gaumen, keine am Vomer; Zunge
schmal, lang, frei. Senkrechte Flossen vereinigt; Dorsale und Anale
mit zahlreichen Dornen, die hinteren allmählich steifer und stechen-
der werdend als die vorderen. Ventralen jugular, eng zusammen,
auf einen einzigen zweifadigen Strahl reducirt. Kiemenhaut vor den
Ventralen an dem Isthmus angeheftet. Pseudobranchien wohl ent-
wickelt. Darmkanal kurz, einfach, ohne Appendices pyloricae. Keine
Schwimmblase. N. guttatus von Cap York.
Glinus nigripinnis und Gilli Steindachner Wiener Sitzungsber.
56 Juli von Barbados.
Cristiceps rohustiis Günther Annais nat. bist. 20 p. 62 von
Melbourne.
Olsson beschrieb eine Varietät von Gunnellus vulgaris Cuv.
Öfversigt kongl. Vetensk. Akad. Förhandlingar 1867 p. 605.
PediCUlati. Antennarius tenuifilis Günther Transact. zool. soc.
VI. p. 440 von Panama.
Anacanthini.
Lycodidae. Lycodes gracüis M. Sars Vidensk. Selskabets For-
handlinger for 1866 tab. I. Fig. 1 — 3 von Dröbak an der Bucht
von Christiania.
Gadidao. Jourdain untersuchte die Structur des Herzens
bei den Fischen der Gattung Gadus. Comptes rendus 64 p. 192 ;
Annais nat. bist. 19 p. 225. Das Herz der Gadus entbehrt wie das
der Batrachier der arteriellen Gefässe, woraus folgt, dass das venöse
Blut allein der Ernährung der Muskeln dient, und die Contractilität
derselben erhält. — Derselbe schrieb über das Lymphgefässsystem
von Gadus morrhua. Annales des sc. nat. VIII. p. 141.
Nicolaus Melnikoff schrieb über die Lymphwege des
Dünndarmes bei der Quappe. Archiv für Anatomie ct. p. 512.
Asthenurus n. gen. Tickell Journal of the Asiatic Soc. of
Bengal 34. II. p. 32. Körper rund, sehr wenig comprimirt, Kopf
klein, Schnauze kurz, Mund klein mit einer Reihe kleiner Zähne in
jedem Kiefer, und einer Querbinde am Vordertheile des Gaumens.
Schuppen von mittlerer Grösse; keine sichtbare Seitenlinie. Zwei
Dorsalen und zwei Analen, verbunden durch dazwischen stehende
freie Strahlen, die theilweise mit Membranen versehen sind; die
vordere Dorsale und Anale viermal so hoch als die hinteren ; Ven-
tralen jugular und fadenförmig ; Caudale zweilappig und sehr klein;
7 Kiemenhautstrahlen. A. atripinnis aus Arakan.
während des Jahres 1867. 95
Motella macrophthalma Günther Annais nat. hist. 20 p. 290.
pl. 5. fig- B von den Hebriden.
Ophidiidae. BinematicMhys niizolepis Günther Annais nat.
hist. 20 p. 66 von Cap York.
Plenronectae. Schiödte hat sich über die Entwickelung der
Augenstellung bei den Pleuronecten geäussert. Er hat junge In-
dividuen von Rhombus vulgaris, Platessa vulgaris und Hippoglos-
sus vulgaris abgebildet, und zeigt, dass sich das Auge der blinden
Seite nicht bloss auf die Augenseite hin dreht, sondern auf dieser
zugleich nach hinten längs der Rückenflosse, und dass die Rücken-
flosse nicht etwa vor dem Auge vorbei wächst. Nasturhistorisk
Tidsskrift V. p. 269. tab. XI.
Cope gründete Transact, Amer. philos. soc. XIII. p. 407 auf
Hippoglossus erumei Cuv., Psettodes erumei Gthr. eine eigene Gat-
tung Sp hagom oriis, die von Psettodes durch einfache Maxillar- und
Mandibularzähne, sowie durch die Lage des Afters zwischen den
Bauchflossen unterschieden ist.
Pseudorhomhus adspersus Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 709. Taf II.; Annais nat. hist. 20 p. 79 von den Chinchas-Inseln.
Ammotretis adspersus Kner Reise der Novara p. 286 von
Sidney.
Solea azevia Brito-Capello Jornal de sciencias de Lisboa II.
von Portugal.
S. (Pegusa) variolosa Kner Reise der Novara p. 289 von Rio
Janeiro.
Synaptura Sioinhonis Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 586 von Hongkong.
Cynoglossus ZmeoZafits Steindachner ib. p. 588 von Hongkong.
Pbaryngognathi.
labridae. Ctenoläbms (Tantogolahrus) Brandaonis Steindach-
ner Wiener Sitzungsber. 55 p. 532; Annais nat. hist. 19 p- 441 aus
Brasilien.
Xipliochüus fasciatus Günther Proc. zool. soc. p. 101. pl. 10
von Gap York in Australien. ~ X. gymvogenys Günther bei Play-
fair 1. c. p. 85. pl. 12. fig. 4 von Zanzibar.
Cossyphus Neilli Day Proc. zool. soc p. 560 von Madras.
Steindachner beschreibt einen Fisch aus China, von dem
er zweifelt ob er als Labrichthys gymnogenis bestimmt werden
dürfe, oder als Typus einer neuen Art anzusehen sei. Wiener
Sitzungsber. 56 Juli,
Gheilinus rhodochrous und cälophthalmus Günther bei Playfair
1. c p. 90. pl. 11 von Zanzibar.
Platyglossus Poeyi Steindachner Wiener Sitzungsber. 56 Juli
von Surinam.
96 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
LeptojuUs pardalis Kner Wiener Sitzungsber. 56 Oct. von den
Viti-Inseln.
PseudojtiUs argyreogaster Günther bei Playfair Fishea of Zan-
zibar p. 95. pl. 12. fig. 2 von Zanzibar.
Coris Frerei Günther ib. p. 101. pl. 13 von Zanzibar.
Taeniolahrus n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 713. Taf. III. fig. 5; Annais nat. bist. 20 p. 79. Körper comprirairt,
stark verlängert mit cycloiden Schuppen, vorgezogener Schnauze,
Kopf schuppenlos, Seitenlinie nicht unterbrochen, Bauchflossen vor
den Pectoralen; Zähne in einfacher Reihe, die vorderen länger,
Zähne am Vomer und Gaumen; Dorsale und Anale lang. Dorsale
mit biegsamen Stacheln, Pseudobranchien vorhanden. T. filamento-
sus wahrscheinlich aus China.
Pseudosearus chinensis Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 585 von Ningpo in China. — Ps. falcipimiis Playfair Proc. zool.
SOG. p. 865. fig. 3. — P. nigripinnis und chloromelas Günther bei
Playfair Fishes of Zanzibar p. 105. pl. 15 von Zanzibar.
Pomacentridae. Fomacentrus trichoarus Günther bei Playfair
1. c. p. 146, pl. 17. fig. 5 von Zanzibar.
Glyphidodon cingiilatus Kncr Wiener Sitzungsber. 56, Oct.
von den Samoa-Iuseln. — Gl. adenensis Günther bei Playfair p. 83.
pl. 11. fig. 1 von Aden.
Heliastes hypsilepis Günther Annais nat. bist. 20 p. 66 von
Neu-Süd- Wales. — H. cinctus Playfair Proc. zool. soc. p. 864 von
den Seychellen. — H. opercularis Günther bei Playfair Fishes of
Zanzibar p. 84. pl. 11. fig. 2 von Zanzibar.
Gbromides. Heros TroscheUi Steindachner Wiener Sitzungsb.
55 p. 528; Annais liat. bist. 19 p. 441 aus Mexico. — H. altifrons
und Sieholdii Kner und Steindachner Münchener Abhandl. X. p. 11.
tab. 2. fig. 1, 2 aus Neu-Granada. — H. motaguensis Günther Trans-
act. zool. soc. VI. p. 462. pl. 77. fig. 2 aus dem Rio Motagua. Da-
selbst sind ferner H. melanurus, spilurus, nigrofasciatus, multispi-
nosus, longimanus, urophthalmus, aureus, affinis, erythraeus, lobo-
chilus, citrinellus, Salvini, Dovii, trimaculatus, managuensis, nicara-
guensis, Godmanni, guttulatus, irregularis, intermedius und angulifer
abgebildet.
Äcara coeruleopimctata Kner und Steindachner Münchener
Abhandl. X. p. 16. tab. 2. fig. 3 aus dem Rio Chagres vom west-
lichen Abhänge der Anden.
Scomberesoces. lieber fliegende Fische, Exocoetus, vergl. v.
Härtens Preuss. Expedition nach Ost-Asien p. 28. Ferner Bemer-
kungen über einige andere Fische der hohen See im atlantischen
Ocean.
Exocoetus atrodorsalis Günther Annais nat. bist. 20 p. 67 von
Cap York.
während des Jahres 1867. 97
Physiostoini.
Siluridae. Ciarias Gdbonensis Günther Annais nat. hist. 20
p. 111 aus dem FlussOgome: vielleicht identisch mit Cl. angolensis
Steindachner.
In der Gruppe Clariina stellte Günther ib. p. 111 eine neue
Gattung Gymnallabes auf: Keine Fettflosse; Dorsale und Anale
sehr lang. Kiefer mit einer Binde hecheiförmiger Zähne, eine mond-
förmige Binde solcher Zähne am Vomer, Mundspalte quer, vorn,
massig, acht Bartfäden. Augen sehr klein; Kopf ganz mit weicher
Haut bedeckt, die Seitentheile besonders muskulös und weich. Die
Postbranchial-Höhle vorhanden, aber das accessorische Organ ist zu
einem einfachen beilförn^gen Fortsatz der zweiten und dritten Bo-
gen reducirt. Brust- und Bauchflossen sehr klein, die ersteren mit
einem stechenden Dorn, die letzteren fünfstrahlig. G. typus aus
Old-Calabar tab. 2. fig. A.
CJweroplotosus c?ecem/?Z*s Kner Reise der Novara p. 300. Taf. 13.
fig, 1 vielleicht Plotosus limbatus Cuv.
Ne 0 silurus n. gen. Steindachner Wiener Sitzungsber. p. 14.
Gestreckt, comprimirt, Schnauze vorragend, Kieferzähne klein, Zähne
am Vomer, keine am Gaumen, 8 Bartfäden, Dorsale kurz mit einem
Knochenstrahl, keine Fettflosse, Anale sehr lang mit der Caudale
verschmolzen, Pectorale mit einem Knochenstrahl, Ventrale vor der
Dorsale eingelenkt, Porus pectoralis vorhanden, Kopfhaut weich. N.
Hyrtlii Taf. 1. fig. .4, 5 von Rockhampton.
Copidoglanis brevidorsalis Günther Annais nat. hist. 20. p. 66
von Cap York und Nicol-Bay.
Cryptopteriis latovittatus Playfair Proc. zool. soc. p. 16 aus
Cachar in Britisch Indien.
Eiitropius mandibiilaris Günther Annais nat. hist. 20 aus dem
Bossumprah River.
Bagrus arioides Kner und Steindachner Münchener Abhandl.
X. p. 47 aus dem Rio Bayano.
Ageniosus porphyreus Cope Transact. Amer. philos. soc. XIII.
p. 404 von Surinam.
Pimelodus (Bliamdia) hrachypterus Co^e ib. p.404 aus Mexiko.
Auf Pimelodus gogra Sykes gründete Day Proc. zool. soc.
p. 563 ein neues Genns Gogr ins mit folgenden Charakteren : 7 Kie-
menhautstrahlen ; Deckelstücke mit beweglichen Articulationen ;
Knochen oben auf dem Kopfe granulirt mit dünner Haut bekleidet ;
Mund weit, vorn, Oberkiefer meist länger; 2 Paar Bartfäden die
am Oberkiefer dünn, die am Unterkiefer weit entfernt; Naslöcher
genähert, das hintere mit einer Klappe; Augen nicht mit Haut
bedeckt; Zähne in den Kiefern vorn schwach samraetförmig, aber
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. G
98
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
hinten Molarzähne mit mehr oder weniger grossen abgerundeten
Kronen; am Gaumen auch Mahlzähne mit kugligen Kronen, in zwei
weit getrennten Haufen stehend, die nach vorn convergiren; zwei
Dorsalen, die erste mit einem starken gesägten Dorn und sieben
weichen Strahlen, vor den Ventralen, die zweite ist eine kleine
Fettflosse ; der Pectoraldorn stark, an beiden Rändern gesägt ; Caudale
gabiig; Schwimmblase vorhanden. Die Art wird G. Sykesii genannt.
Artus Capellonis Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 523 ;
Anuals nat. bist. 19. p. 441 aus Liberia. - Ä. australis Günther Proc.
zool soc p 103 von Neu-Süd- Wales. - Turner sprach von emem
neuen Arius Boakeii von Ceylon, der Eier legt, die das Männchen
bis zum Ausschlüpfen im Munde trägt. Report. 36 Meeting Bnt.
Assoc. held at Nottingham. Transact. of the Sections p. 79.
Glyptostermm conirostre und Stolidkae Steindachner Wiener
Sitzungsber. 55 p. 532. Taf. 5, 6 von Simla.
Moritz Wagner liess sich in eine ausführliche Erörterung
über die Frage ein, ob und wie die Prenadillen, Arges Cyclopum
undBrontes prenadilla, aus den feuerspeienden Bergen ausgeworfen
seien. Abhandl. der Münchener Akad. X. p. 101. ^ ^
Plecostomus Wertheimeri Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 701. Taf. I.; Annais nat. hist. 20 p. 79 aus dem Mucuri in Bra-
silien. ,^1 KU
Loricaria uracanilia Kner und Steindachner Münchener Ab-
handl. X. p. 56. tab. 6. fig. 3 aus Neu-Granada.
Trichomycterus taenia und laticeps Kner und Steindachner
Müncheuer Abhandl. X. p. 52. tab. 6. fig. 1, 2 aus Ecuador.
Cyprinidae. Grube berichtet, dass Cyprinus striatus Hol.,
Bastard von Karpfen und Karausche, und Abramis Leuckarti Heck.,
Bastard von Blei- und Rothauge, in der schlesischen Fauna vorkom-
men. 44. Jahresber. der schlesischen Gesellsch. für vaterl. Cultur
p. 68.
Bashora zanzibarensis Günther bei Playfair I.e. p. 119. pl. 17.
fig. 4 von Zanzibar.
Platacantlms maculatus Day Proc. zool. soc. p. 941 von Madras.
Enteromius n. gen. Cope Transact. Amer. philos. soc. XHI.
p. 405. Wie Labeobarbus, aber mit kurzem Nahrungskanal, gleicher
Länge von Kopf und Körper, und gegliedertem zweiten Dorsalstrahl
statt eines Domes; Schlundzähne mit sehr seichten Vertiefungen. Die
Gattung verbindet das allgemeine Ansehen von Gobio mit der Zahn-
bildung von Labeobarbus. E. potamogalis durch Duchaillu aus
Flüssen Afrikas gebracht, 60 Meilen nördlich vom Aequator.
Labeobarbus aureus Cope ib. p. 406 aus Südafrika.
De Filippi beschrieb in Note di un viaggio in Persia p. 358
mehrere neue Cyprinoiden: Systomus alpinus von Schiraz, Barbus
Cyri von Tiflis, Barbus miliaris von Teheran, Abramis microlepis
während des Jahres 1867. 99
von Tiflis, Squalüis turcicus von Erzerum, Telestes leucoides von
Batum, Alburnus Eichwaldii von Tiflis, Alburnus Doriae von Schiraz,
Acanthopsis aurata von Sartschem.
Steindaehner schrieb Wiener Sitzungsber, 56 Juli, Ich-
thyologische Notizen VI, p. 52 über einige Cyprinoiden aus Ostindien.
Die behandelten Arten sind: Chedrus cocsa Buchan., Garra gotyla
Gray mit Abbildung, Garra lamta Buchan., Labeobarbus mosal Buchan.
mit Abbildung, Puntius sarana, conchonius, tileo Buchan., Barilius
goha Buchan., Cirrhina boga Buchan., anisura M'Clell., mrigala
Buchan., und rewah Buchan.
Puntius modestus Taf. 15. Fig. 3 von Madras, Labeo cetopsis
Taf. 15. Fg. 2 von Shangai, Opsarius elongatus Taf. 15. fig. 1 von
Shangai.
Day beschreibt Proc. zool. soc. p. 286 sq. folgende neue Cy-
prinoiden aus den Gewässern des Nilgherry-Gebirges : Nemacheüus
Güntheri, N. semiarmatus aus dem Bowany und Seegoor River, N.
Denisoni Bowany, Garra Jerdoni Seegoor, Puntius (Barhodes) dubius
und Grayi Bowany , Barilius rugosus Bowany und Seegoor, Para-
danio Neilglierriensis Ootacamund Lake und elegans Bowany, Eas-
bora Neilgherriensis und Woolaree Bowany, Esomus malabaricus von
Trichoor in Malabar und E. (Nuria) maderaspatensis Bowany,
Chela argentea Bowany-River. — Ferner ib. p. 347 Nemacheilus stri-
atus und Garra alta aus dem Wynaad Gebirge bei Calcutta.
Von Cope erschien in Transactions of the American philoso-
phical Society XIII. p. 351 — 399 eine Synopsis der Cypriniden Penn-
sylvaniens. Er bringt die Cypriniden des östlichen Districts von
Nordamerika in 4 Tribus: 1. Cochlobori. Zahnbeine gerade und
flach, in ganzer Länge mit einander vereinigt; Schwimmblase längs
der Wirbelsäule über dem Nahrungskanal; Deckel und Unterkiefer
nicht cavernös. Gatt. Exoglossum, 1 Art. — 2. Co eloph ori Zahu-
beine dünn, gebogen, und ausser an der Symphyse weit getrennt;
Schwimmblase längs der Wirbelsäule über dem Nahrungskanal ; Deckel
und Unterkiefer mit äusseren cavernösen Höhlungen. Gatt. Ericymba,
1 Art. — 3. Epicy sti. Zahnbeine dünn, gebogen, und ausser an
der Symphyse weit getrennt; Schwimmblase längs der Wirbelsäule
über dem Nahrungskanal; Deckel und Unterkiefer nicht cavernös.
Gatt. Semotilus 2 Arten, Gobio, Ceratichthys 3 Arten, Argyreus 2
Arten, Squalius, Telestes, Alburnus, Stilbe 1 Art, Chrosomus 2 Arten,
Phoxinus, Clinostomus 3 Arten, Alburnellus 2 Arten, Photogenis 1
Art, Ilypsilepis 3 Arten, Hybopsis 4 Arten, Meda, Hybognathus,
Hyborhynchus 1 Art, Pimephales. — 4. Mesocysti. Zahnbeine
dünn, gebogen, und ausser an der Symphyse weit getrennt ; Schwimm-
blase mitten in der Leibeshöhle von zahlreichen Windungen des
Nahrungskanales umgeben; Deckel und Unterkiefer nicht cavernös.
Gatt. Campostoma 1 Art.
100 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Als neue Gattungen und Arten sind in obiger Abhandlung be-
schrieben, zum Theil unter dem Texte : Ceratichthys prosthemius aus
dem oheren'Stee, Phoxinus neogaeus ansMichigan, CUnostomusmargarita
aus Pennsylvanien, Photogenis n. gen. von Hybopsis durch die
scharfrandigen Schlundzähne unterschieden, dahin Squalius photo-
genis Cope, Ph. ariommus ohne Angabe des Vaterlandes und Ph.
spilopterus aus Michigan, Hybopsis tutidanus aus Indiana, H. hae-
maturus aus Michigan und Indiana, H. fretensis aus Michigan, H.
chalibaeus aus Pennsylvanien, H. hifrenatus aus Pennsylvanien, Al-
burnellus jaculus aus Michigan.
Phenacob ins Cope n. gen. Proc. Philadelphia 1867 p. 96.
Schlundzähne 4—4, hakig, scharfrandig; Nahrungskanal nicht länger
als Kopf und Körper; Dorsale über den Ventralen ; Schuppen normal,
Seitenlinie vollständig ; Mund sehr klein, unterhalb. Kieferbogen
vorstreckbar, bedeckt mit einer dicken fleischigen Lippe, welche nach
hinten verbreitert ist ; keine Bartfäden, Unterkiefer nackt, einge-
schlossen, Habitus von Catostomus. Ph. teretiilus aus den\ Kanawha-
Biver, Ph. uranops aus dem Holston-Biver.
Cope erörterte Proc. Philadelphia 1867 p. 156 die Cyprinoi-
den-Gattungen Hypsilepis und Photogenis in Beziehung auf die Spe-
cies und ihre Verbreitung. — Die Gattung Hypsilepis zerfällt in
drei Gruppen. 1) Dorsale über oder vor den Ventralen , Zähne
2.4—4.2, Strahlen der Anale 1 . 9, H. cornutus Mitch. mit 4 Va-
rietäten, H. coccogenis n. sp. aus dem Holston-Biver in Virginia.
2) Dorsale etwas hinter den Ventralen, Zähne 1.4 — 4.1, Strahlen
der Anale 1.8. N. galacturus aus Virginien, H. analostanus. 3) Dor-
sale hinter den Ventralen, Zähne 2.4 — 4.2, Strahlen der Anale
1 .11. H. diplaemia Raf. und aräens n. sp. aus den Quellen des
Boanoke-Blver in Virginien. — Die Gattung Ph oto genis Cope in
Trans. Amer. Philos. Soc. 1866 p' 378 gegründet, enthält sechs
Arten: 1) Strahlen der Anale 1. 10. P. leucops Cope, ariommus
Cope, telescopus n. spec. aus Virginien. 2) Strahlen der Anale 1 . 8,
P. leuciodus n. spec. Virginien, sj)ilopterus Cope, scabriceps n. spec,
Kanawha-Biver.
Gyprinodontes, Haplochilus (Panchax) rubropunctatus Stein-
dachner Wiener Sitzungsber. 56 Juli aus China und Ceylon,
Panchax argenteus Day Proc. zool. soc. p. 706 von Madras.
Xiphophortis Gillii Kner und Steindachner Münchener Abhand-
lungen X. p. 25 aus dem Rio-Chagres.
Poecüia nuchimaculata Guichenot Mem. de Cherbourg XII.
p. 143 von Madagascar.
Gbaracini. In der Characinenfamilie stellte G ü n t h e r Annais
nat. bist. 20 p. 112 zwei neue Gattungen auf, und beschrieb vier
neue Arten :
Nannocharax n. gen. Dorsale kurz in der Körpermitte,
während des Jahres 1867 101
über den Ventralen, Anale kurz. Körper langstreokig mit massigen
Schuppen bedeckt, Bauch abgerundet. Mundspalte sehr klein wie
bei Coregonus, Zwischenkiefer und Unterkiefer mit einer Reihe ge-
kerbter Schneidezähne. Naslöcher dicht beisammen. Kiemenspalten
ziemlich klein. Kiemenhaut an den Isthmus angewachsen. Bildet
eine eigene Gruppe. N. fasciatus pl. 3. fig. A von Gaboon.
Älestes macrophthalmiis und taeniurus von Gaboon und leucis-
ciis aus Westafrika.
Xenocharax. Dorsale ziemlich lang, in der Körpermitte,
über den Ventralen, Anale nicht verlängert. Körper comprimirt,
ziemlich hoch, mit ziemlich kleinen Schuppen bedeckt, Seitenlinie
vorhanden, Bauch abgerundet. Mundspalte ziemlich weit. Zwischen -
kiefer und Unterkiefer mit einer doppelten oder dreifachen Reihe
kleiner zweispitziger Zähne, einige Zähne im Oberkiefer. Naslöcher
eng beisammen. Kiemenspalten weit, Kiemenhäute nicht am Isthmus
angeheftet. Kiemendornen lang, borstenförmig. X. spüurus von
Gaboon pl. 3. fig. B.
Distichodus notospüus von Gaboon.
K n e r und Steindachner stellten in den Abhandl. der Mün-
chener Akademie X. p. 31 drei neue Gattungen und eine neue Art
aus dieser Familie auf:
Saecodon Os inferum, nasus prominens, dentes uniseriales,
solum intermaxillares pauci, cochleariformes, intra alveolos abscon-
diti; maxilla superior et inferior edentulae, labium inferius triloba-
tum; pinnae pectorales et ventrales valde evolutae, abdomini vici-
nae; radii branchiostegi quatuor. S. Wagneri tab. 4. fig. 2 aus
Ecuador.
Pseudoehalceus Dentes intermaxillares biseriales, cuspi-
dati, in medio 2 majores, maxillares simplices acuti uniseriales;
dentes inframaxillares uniseriales multicuspides, medio cuspide prae-
longa, recurva; laterales multo fortiores quam medii, posteriores
autem minimi ; corpus compressum, abdomen subrotundum; basis
pinnae dorsalis primae intra ventrales et analem sitae brevis ; analis
longa; radii branchiostegi 4; linea lateralis abrupta; squamae ma-
gnae. Ps. lineatus tab. 5. fig. 1 aus Ecuador.
Chalcinopsis Dentes intermaxillares 4seriales, cuspidati,
inframaxillares biseriales; corpus valde compressum; abdomen fere
carinatum; squamae parvae. Ch. striatuhis tab. 5. fig. 2 aus Neu-
Granada, Ch. chagrensis tab. 5. fig. 3 aus dem Rio-Chagres.
Chalceus atrocaudatus tab. 4. fig. 3 aus Ecuador.
Xiphoramphus oligolepis Steindachner Wiener Sitzungsber. 56
Juli, Ichth. Notizen YI. p. 33 aus dem La Plata.
Salmonidae. Houghton bestätigte durch seine Untersuchun-
gen die bekannte Thatsache, dass der Salm im Meere hauptsäch-
lich andere Fische, Sandaale, Häringe und andere Clupeoiden frisst,
102 Troschel: Bericht üb d. Leist in d. Ichthyologie
während er gelegentlich auch andere Thiere wie Krabben und ver-
schiedene Crustaceen zu sich nimmt, und dass er während seines
Aufenthaltes im Meere eine starke Fettlage auflegt; dass er im
süssen Wasser sehr selten Nahrung einnimmt, sondern von seinem
eigenen Fett lebt ; dass allmählich sein Fleisch dadurch, und durch
die Anstrengungen des Laichens magerer wird. The intellectual
observer XII. p. 104.
Nicki es berichtet, dass Eier des Salm, nach Australien ge-
sendet, dort ausschlüpften, und dass die jungen Fische gediehen.
Silliman Amer. Journal 43 p. 97.
Brüh in erzählt, dass eine Bachforelle in der Schweiz ge-
fangen wurde, die einen Maulwurf im Leibe hatte. Zool. Garten
p. 437.
Buckland sprach über die wissenschaftliche Cultivirung
eines Salmenflusses. Report of the 36. Meeting of the British As-
sociation held at Nottingham, Transactions of the Sections p. 71.
Lord beschreibt den Charr aus Britisch Columbia, den Gün-
ther Fario Lordi genannt hat. The intellectual observer X. p. 338.
Galaxidae. Galaxias Waterhousii Krefft Proc zool. soc. p. 943
aus Bächen Südaustraliens.
Neochanna n. gen, Günther Annais nat. bist. 20. p. 306.
Allgemeine Charaktere von Galaxias. Keine Bauchflossen; jeder
Kiefer mit einer einfachen Reihe sehr kleiner comprimirter Zähne
von gleicher Grösse ; Gaumen zahnlos ; eine Reihe hakiger Zähne
an jeder Seite der Zunge; ein Pylorus-Auhang ; Kiemendornen sehr
kurz, conisch, weitläufig gestellt. N. apoda pl. 7 von Neuseeland.
Scopelini. Scopelus spinosus Steindachner Wiener Sitzungsber.
55 p. 711. Taf. III. Fig. 4; Annais nat. bist. 20 p. 79 aus China. —
S. tenuicauda Steindachner Wiener Sitzungsber. 55 p. 590 aus dem
chinesischen Meere.
Günther wies die Identität der Gattung Alepisaurus Lowe
mit Plagyodus Steller nach. Annais nat. bist. 19 p. 185. Da der
Steller'sche Name die Priorität hat, werden die drei bekannten
Arten fortan heissen müssen : Plagyodus ferox Lowe , altivelis
Poey, und borealis Gill, letztere vielleicht die von Stell er beob-
achtete Art.
Clupeacei. Axel Boeck fand, dass die Nahrung der Häringe
an der Westküste Scandinaviens aus kleinen Copepoden und Eut-
wickelungsforraen von Anneliden bestehe, die dort in unglaublichen
Massen vorkommen, oder auch in jungen Schnecken der Gattung
Rissoa. Die Fischer unterscheiden drei Arten, die sie Rödaat, Gul-
aat und Svartaat nennen. Erstere besteht aus "kleinen Crustaceen,
die viele Fetttropfen in sich enthalten, die zweite aus Copepoden
und Annelidenlarven und enthält viele feine Nadeln, die von den
Larven herstammen, letztere enthält die Schnecken und ist schädlich,
während des Jahres 1867. 103
so dass sich die Häringe nicht zum Einsalzen eignen. Diese Ab-
handlung ist in unserem Archiv 1868 p. 72 in der Uebersetzung
mitgetheilt. Tidsskrift for Fiskeri I. p. 154.
Es gelang Daniell den Shad aus dem Savannah-Flusse in
den Alabama-Fluss zu übersiedeln. Proc. Philadelphia 1866 p. 236.
Engraulis macrolepidotiis und Poeyi Kner und Steindachner
Münchener Abhandlungen X. p. 21 aus dem Rio Bayano. — E. duo-
deeirn Cope Transact. Amer. philos. soc. XIII. p. 405 von New-
Yersey.
Gonorhynchus hrevis Kner Reise Novara p. 342. Taf. 16. fig. 1
wahrscheinlich von St. Paul.
Esoces. Cope stellt die sechs Esoces, welche in dem mitt«
leren Nordamerika leben, in einer Synopsis zusammen. Transact.
Amer. philos. soc. XIII. p. 407.
Mormyri. Die Mormyren-Familie hat Günther Annais nat.
bist. 20. p. 115 um 6 Arten vermehrt: Mormyrus zanclirostris
pl. II. Fig. B Gaboon, microcephalus Gaboon, Moorii River Ogome,
üsslieri Bussumprah River, Walkeri Gaboon , und Morniyrops lon-
giceps Bussumprah River.
Neue Untersuchungen über den Bau des Gehirns vom Nilhecht
(Mormyrus) von Oeffing er. Archiv für Anatomie p, 713.
Muraonidae. In einer gründlichen Inaugural-Dissertation »lieber
den Knochenbau der Oberkinnlade bei den Aalen (Muraenodei Müll.).
Halle 1867« weist Le opold Jacoby nach, dass von den verschie-
denen Ansichten die Me ckel-P e ter s'sche die richtige sei, dass
nämlich die seitliche Begrenzung der Oberkinnlade allein durch den
Oberkiefer gebildet werde, und dass der unter sich und mit dem
Nasenbein und Vomer mehr oder weniger unterscheidbar ver-
wachsene Zwischenkiefer die Schnauzenspitze bilde. Was die Un-
terschiede der Gattungen anbetrifft, die Kaup und Bleeker be-
reits zu Familien erhoben haben, so ergiebt sich als charakteristi-
sches Merkmal für Conger die im Gegensatze zu Anguilla deutliche
Absetzung des Vomer vom Zwischenkiefer durch eine Zahnlücke
und durch Anschwellung des Vomer an seinem vorderen Theil; für
Muraena die gänzliche Verkümmerung des Gaumenbeins und die
mehr nach der Seite gelegene Anheftung des Oberkiefers ; für Ophi-
surus die noch mehr seitlich ganz nach hinten gerückten Oberkiefer,
die sich gar nicht mehr am Zwischenkiefer und Nasenbein, sondern
nur noch an den Vomer anlegen.
Anguilla Beinhardtii Steindachner Wiener Sitzungsber. 55
p. 15 von Rockhampton. — A. Johannae Günther hei Playfair Fishes
of Zanzibar p. 124 aus den süssen Gewässern der Insel Johanna. —
Ä. amblodon Günther ib. p. 125 von den Seychellen.
Muraena nudivomer Günther ib. p. 127. pl. 18 von Zanzibar.
104 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Plectognathi*
Gymnodontes. Tetrodon geometricus Günther Transact. zool.
SOG. VI. p. 489 von Panama.
Sclerodermi. Bdlistes Uberiensis Steindachner Wiener Sitzungsb.
5.^\ p. 525; Annais nat. bist. 19 p. 442 aus Liberia.
Monacantlms (Paramonacanthus) Knerii Steindachner Wiener
Sitzungsber. 55 p. 591 aus China. — 31. Hellen Steindachner ib.
p. 512 aus China. — M. fronticinctus Günther bei Playfair Fishes
of Zanzibar p. 136. pl. 19. fig. 2 von Zanzibar. — 31. Frauenfeldii
Kner Reise der Novara p. 397 von Sidney.
liophobranchii.
SygnathOidei. Sygnathus zanzibarensis Günther bei Playfair
1. c. p. 140. pl. 20. fig. 5 von Zanzibar.
Dorichthys BernsteiniB\QeVQY kYch\\QB neerlandaises des sciences
exactes et naturelles II. p. 398. pl. 21. fig. 2 von Halmahera.
Bert berichtet Mem. de la soc. des sciences phys. et nat.
de Bordeaux. Extraits des proces-verbaux V. p, XVII, über Versuche
an Hippocampus. Das Männchen trägt die Eier in einer Tasche
unter dem Schwänze; die Blutkügelchen sind in der Jugend kleiner
als im Alter; sie leben bis zwei Stunden in süssem Wasser und
sterben bei 38— 39^
Hippocampus siibcoronatus Günther bei Playfair Fishes of
Zanzibar p. 139. pl. 20. fig. 4 von Zanzibar.
Ganoidei.
Kner hat in Wiener Sitzungsberichten 54. 1. p. 519 — 536
»Betrachtungen über die Ganoiden als natürliche Ordnung« ange-
stellt. Er zeigt zunächst, dass alle bisher von den Ganoiden gege-
benen Definitionen unbefriedigend sind, weil die Merkmale theils
nicht allgemein gültig sind, theils nicht ausschliesslich für die Ga-
noiden allein gelten, theils nur auf Muthmassungen beruhen, theils
geradezu unrichtig sind. Er kommt zu dem Schlüsse: »Die Ga-
noiden bilden in ihrem dermaligen Umfange keine systematische
Einheit, können daher keinen Bestandtheil des natürlichen Systemes
der Fische ausmachen und sind der wissenschaftlichen Weiterbil-
dung der Ichthyologie als eines Zweiges der allgemeinen Naturwis-
senschaft gerade zu hinderlich.« Verf. bezeichnet die Ganoiden
als den Ausdruck des progressiven Entwickelungsgesetzes für die
Classe der Fische, deren sämmtliche Hauptgruppen und grosse Fa-
milien durch Protypen schon in ihnen vertreten waren. Unter den
während des Jahres 1867. 105
Einzeluheiten, welche bei der Darstellung der progressiven Ent-
wickelung durch Diiferenzirung und Centralisation zur Sprache kom-
men , frappirt die Auffassung, als wären die fünf Schilderreihen
der Störe die noch äusserlich in der Haut befindlichen Zusammen-
setzuugsstücke einer knöchernen Wirbelsäule, die dorsale Reihe den
Dornfortsätzen, die seitlichen den Hälften der Wirbelkörper, die un-
teren den unteren Dornfortsätzen entsprechend.
HolOStei. Gegenbau r schrieb eine Abhandlung über die
Entwickelung der Wirbelsäule des Lepidosteus, mit vergleichend-
anatomischen Bemerkungen. Jenaische Zeitschrift IH. p. 359 — 420-
Sie zerfällt in vier Abschnitte 1) Von der Wirbelsäule des Lepi-
dosteus, 2) Vergleichung der Chordascheide der Ganoiden, 3) Ver-
gleichende üebersicht über den Bau der Wirbelsäule der Vertebra-
ten, 4) Von den unteren Bogen. Für die letzteren kommt Verf. zu
dem Ergebniss, dass die unteren Bogen der Wirbelsäule aus Rippen,
nicht aus den unteren Theilen derselben, hervorgehen bei Ganoiden,
Reptilien und Säugethieren, nachdem bereits bei den Selachiern
mehrere Spuren hiervon vorkommen. Eine sichere Ausnahme bilden
nur die Teleostier.
Alexander Smith gründete eine neue Gattung Calamich-
thys, verwandt mit Polypterus. Der Körper ist langstreckig, aal-
förmig, ohne Bauchflossen, Rückenflossen in geringerer Zahl als bei
Polypterus ; der Darm mit Spiralklappe, bulbus arteriosus mit vielen
ungleichen Klappen. G. calabaricus von der Ostküste Afrikas. Revue
de zool. p. 236.
Chondrostei. In dem Prodromus einer Monographie der Störe,
Nouvelles Archives du Museum d'histoire naturelle UI. p. 131 — 188
mit 6 Tafeln theilt A. Dumeril die Gattung Acipenser in sechs
Subgenera: I. Mesocentres. Der Dorn der Rückenschilder liegt
in der Mitte. 1. Keine sternförmigen Platten: a. Schildchen ohne
Ordnung, einfach oder mit vielen Stacheln. Hu so. b. Schildchen im
Quincunx, einfach und unter sich gleich. Acipenser. 2. Sternför-
mige Platten zahlreich und Schildchen stachlig. Antaceiis. II.
Opisthocentres. Der Dorn der Rückenschilder hinten. 1. Keine
sternförmigen Platten, a. Unterlippe in der Mitte getheilt. Sterle-
tus. b. Unterlippe nicht getheilt, Schildchen kammförmig. Lionis-
cus. 2. Zahlreiche sternförmige Platten und kammförmige Schild-
chen. Helops. — Verf. beschreibt dann 14 nordamerikanische Arten
der Untergattung Antaceus, die auch abgebildet sind.
Die Synonymie seines Polyodon gladius (1861) berichtigt v.
Martens in Preuss. Expedition nach Ost-Asien zool. Abtheil. I.
p. 181. Er ist zuerst (1855) von Basilewski beschrieben und iden-
tisch mit Spatularia angustirostris Kaup (1862).
106 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Selachii.
In Dumeril's bereits im Eingange dieses Berichtes erwähn-
ten Werke über die Elasmobranchier nimmt der allgemeine Theil
die ersten 308 Seiten ein und ist mit grosser Ausführlichkeit bearbeitet.
Die Squali (p. 309 - 467) werden im systematischen Theile
in 4 Tribus und 17 Familien getheilt. 1) Zwei Dorsalen, deren erste
über oder hinter den Ventralen liegt, eine Afterflosse. Farn. Scyllia
mit 7 Gattungen. 2) Zwei Dorsalen, deren erste zwischen den Pe-
ctoralen und Ventralen liegt, eine Afterflosse, Fam. Carchariae
mit 1 Gatt., C. BleeJceri von Pondichery, remotus Antillen neu ; Ce-
straciontes mit 1 Gatt.; Triaenodontes mit 1 Gatt.; Galei
mit 5 Gatt.; ScylUodontes mit 1 Gsiit: -3111 st eli mit 1 Gatt.;
Lamnae mit 4 Gatt.; Odontaspides mit 1 Gatt.; Alopeciae
mit 1 Gatt.; Heterodonti mit 1 Gatt.; Bhino dooites mit 1
Gatt. 3) Eine Dorsale und eine Anale 6 oder 7 Kiemenlöcher. Fam.
Notidani mit 2 Gatt. 4) Zwei Dorsalen und keine Anale, Fam.
Spinaces mit 5 Gatt. ; Scymni mit 2 Gatt. ; Pristiophori mit
1 Gatt.; Ehinae mit 1 Gatt.
Die Rajae (p. 468 — 662) zerfallen in zwei Tribus und 8 Fami-
lien: 1) Galeobatides Schwanz fleischig in den Körper über-
gehend, mit den Familien: Pristides 1 Gatt., Pristis megalodon
von Cayenne neu; Ehamphobatides 2 Gatt.; Rhinohatides 2
Gatt. 2) Batides Schwanz deutlich vom scheibenförmigen Körper
abgesetzt, Fam. Torpe d i nes 6 Gatt. ; B aj « e 4 Gatt. ; Trygones
4 Subfamilien und 9 Gatt, neu Pteroplatea Valenciemiii von Brasi-
lien, Taeniura Magdalenae aus dem Magdalenenfluss ; Myliohati-
des mit 3 Gatt.; Cephalopterae mit 2 Gatt.
Die Chimären endlich (p. 663—697), deren Anatomie und all-
gemeine Naturgeschichte vorgetragen wird, urafasst nur eine Fa-
milie Chimaerides mit 2 Gatt., neu Ccdlorhynchus capensis
vom Cap.
Sqaali. Uebor das Gehirn von Acanthias vulgaris Müll, und
deren Ventrikel vergl. Sander in Sitzungsber. der Ges. Natur-
forschender Freunde zu Berlin 1867 p. 26.
Micklucho-Maclay entdeckte bei mehreren Haifischen,
Galeus, Mustelus und Acanthias im Embryonen-Zustande das Rudi-
ment einer Schwimmblase, welches später verschwindet und bei
anderen Haifischen und Rochen nicht aufgefunden wurde. Jenaische
Zeitschrift HI. p. 448.
Coste theilte eine Beobachtung von GuiUou mit, nach
welcher die Eier von Scyllium catulus etwa 9 Monate bis zum Aus-
schlüpfen gebrauchen. Die Eier wurden im April abgelegt, und
schlüpften im December aus. Comptes rendus 64 p. 99; Annais
nat. hist. 19 p. 227 ; Revue de zool. p. 65.
während des Jahres 1867. 107
Crossorhinus dasypogon Bleeker Archives neerlandaises des
sciences exactes et naturelles II. p. 400. pl. 21. fig. 1 von Waigiu.
Ginglymostoma caboverdianiis Brito Capello Jornal des scien-
cias de Lisboa II. vom grünen Vorgebirge. — G. hrevicaudatmn
Günther bei Playfair Fishes ofZanzibar p. 141. pl. 21 von Zanzibar.
Carcharias (Prionodon) Mülleri Steindachner Wiener Sitzungs-
ber. 56 Juli von den Antillen.
Johnson errichtete für einen Haifisch von Madera eine neue
Gattung Machepliilus , die sich von Centrophorus durch einen
mittleren Zahn im Unterkiefer unterscheidet. M. Dumerilii Proc.
zool. soc. p. 713.
Rajae. Robin über die anatomische Anordnung derLymph-
gefässe bei Torpedo im Vergleich mit den übrigen Plagiostomen.
Comptes rendus 64 p. 20; Annais nat. bist. 19 p. 149; Revue de
Zoologie p. 25.
Ueber eigenthümliche Anhänge an den Kiemen der Cephalo-
ptera giorna schrieb Panceri. Rendiconto della Accad. di I^poli.
Octbr. 1867 VI. p. 298.
Ebenso De Sanctis über ein Wundernetz am Schädel und
über das Gehirn von Cephaloptera giorna. Ib. Dicembre 1867.
Cyclostomi.
Bert machte auf einige Punkte in der Physiologie der Lam-
prete (Petromyzon marinus) aufmerksam. Ein- und Ausathmung ge-
schehen durch die Kiemenlöcher, in der Ruhe etwa 70 mal in der
Minute; bei jeder Einathmung füllt sich die Nasenröhre, bei jeder
Ausathmung leert sie sich, ohne dass eine Communication mit dem
Kiemenapparat stattfindet; ferner Versuche über die Verdauung
fetter Stoff'e, Circulation und Vergiftung durch Curare. Annales des sc.
nat. VII. p. 371.
Grenacher lieferte Beiträge zur nähern Kenntniss der Mus-
kulatur der Cyclostoraen und Leptocardier. Zeitschr. für wissensch.
Zoologie 17 p. 577.
Leptocardii.
Von Kovalevsky wurde die Entwickelung von Amphioxus
lanceolatus beobachtet. Bibl. univ. October 1866; Annais uat. hist.
19 p. 69. — Panceri hat mit Erfolg eine künstliche Befruchtung
bei demselben Fische angestellt, und den Eintritt der Spermatozoen
in die Eier beobachtet. Rendiconto della R. accademia delle scienze
fisiche e matematiche di Napoli. 1867. VI. p. 397.
Bert schrieb über die Anatomie und Physiologie von Am-
phioxus. Comptes rendus p. 364; Annais nat. hist. 20 p. 302. Diese
108 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie ct.
Fische wurden im Busen von Arcachon gefunden. Alle Individuen
waren vom März bis Mai mit Eiern oder Spermatozoiden erfüllt.
Sie sind schon fortpflanzungsfähig, bevor sie ausgewachsen sind.
Verf. sah den Samen durch den Abdominalporus auswerfen, die
Spermatozoiden blieben im Wasser 24 Stunden beweglich. Er hält
es dadurch für erwiesen, dass Amphioxus eine ausgewachsene und
vollendete Thierform ist. Die weiteren Angaben über den Bau
des Thieres, so wie Versuche über Lebenszähigkeit sind im Auf-
satze selbst nachzusehen. — Auch finden sich Mittheilungen über
Amphioxus in Mem. de la soc. des sciences phys. et nat. de Bor-
deaux. Extrait des proces-verbaux V. p. XV.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1867.
Von
T r 0 s c h e I.
Bei der Darlegung seiner Auffassung von der na-
türlichen Classification des Thierreiches (Atti della Accad.
delle scienze di Torino Vol. I. 1866 p. 107) unterscheidet
De F i 1 i p p i zwei grosse Abtheilungen. I. Mit ausschliess-
lich monogenetischer (geschlechtlicher) Fortpflanzung.
IL Mit polvgenetischer Fortpflanzung. Die eigentlichen
Mollusken bringt er in die erste Abtheilung hinter den
Vertebraten und Arthropoden, trennt sie aber in drei
den genannten gleichwerthige Klassen , Cephalopoden,
Mollusken und Brachiopoden ; die Mollusken zerfallen
dann wieder in Conchiferen und Gasteropoden. Die Cry-
ptozoen (Molluscoiden) kommen dagegen in die zweite
Abtheilung hinter den Würmern und Echinodermen, vor
den Coelenteraten und Protozoen; sie zerfallen wieder
in Tunicaten und ßryozoen.
M ö r c h giebt in Journal de Conchyliologie p. 232
einen „Abriss der Geschichte der modernen Classification
der Mollusken, namentlich basirt auf der Zungenbewaff-
nung. ^ Er giebt dann schliesslich seine Eintheilung.
Supraclassis I. Phajier o g ama Latr. (Monotocardia
Mörch).
Classis I. Ä7idrogyna (Hermaphrodita Latr.). —
Ordo L Geophila F6r. (Stjlommatophora A. Schmidt).
Ordo 2. Hygrophila (Planorbis, Physa, Limnaea, Sipho-
naria, Ancylus, Auricula). Ordo 3. T ectihr anohia (Py-
110 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
ramidella, Obeliscus, Odostomia, Chemnitzia, Actaeon,
Bulla, Aplysia, Notarchus, Gasteropteron. Ordo 4. P t e-
ro'poda. Ordo 5. GymnohranGliia a) Fygohranchia
(Doris), b) Fleurognatha (PleurophylHdia, Dendronotus,
Tritonia, Bornella, Aeolis, Glaucus, Phyllirhoe. Ordo 6.
Pellibranchia (Tethys, Chioraea, Hermaea, Elysia,
Limapontia, Pelta).
Classis IL Dioica Latr. (Exophallia Mörch). —
OvdiOl. Taenio gl OS sataTvosQh. Ordo 2. Rhachtglos-
sataTrosch. Ordo 3. Toxoglossata Troscb.
Supraclassis IL Agama Latr. (Diotocardia Mörcb,
Ohne Begattungsorgan, Herz mit 2 Obren.
Classis L Exooejyhala Latr. (Pseudopballia Mörcb.
— Ordo L Ehipidog lossa Troscb. Ordo 2. Hetero-
g los 8a Gray (Orthodonta Mörcb, Docoglossa Troscb.).
Classis IL Acephala Cuv. (Endocepbala Latr., Di-
tbyra Anst.) Dimyaria (Plagymiona Latr.), Heteromyaria
(Mytilacea), Monomyaria (Mesomyona Latr.).
Mörcb on tbevarious principles of zoological Clas-
sification im Amer. Journ. of Concbology IIL p. 114— 132
bescbäftigt sieb mit allen Tbierklassen, ist aber keines
Auszugs fäbig.
Von Pfeiffer's Novitates concbologicae erscbienen
die 26—28. Lieferung, welcbe Arten der Gattungen Acba-
tina, Perideris, Streptostele, Truncatella, Oleacina, Ilelix,
Bulimus, Spiraxis, Pytbia, Alexia, Pupa zum Inbalte haben,
die meist neuerlich in den Malacozoologiscben Blättern
aufgestellt sind, und hier in ausgezeichneten Abbildungen
vorgeführt werden.
Von Dunker's Novitates conchologica erschien nur
eine Doppellieferung 11—12. Darin sind die Gattungen
Barbatia, Area, Fasciolaria, Nassa, Fusus, Ricinula, Tur-
ritella und Dolium vertreten. Die neuen Arten s. unten.
Die Abbildungen sind ebenfalls vortrefflich.
Hogg hat über die Zungenmembran der Mollusken
und ihren Werth für die Classification geschrieben. Quar-
terly Journal of microscopical sclence 1868 p. 93. Er
wurde darauf durch die Sammlung von Präparaten des
verstorbenen Woodward geleitet, die über 200 Arten ent-
der Mollusken während des Jahres 1867. 111
hält. Auf sechs Tafeln sind 85 Arten aus den verschie-
denen Gruppen abgebildet.
In der Zeitschrift ^The intellectual observer^ X. p. 241
und XL p. 18 erschien aus dem Nachlasse vonS. P. Wood-
ward ein recht lehrreicher Artikel über Form, Wachs-
thum und Bau der Conchylien, begleitet von hübschen
Abbildungen, von Henry Woodward. — Derselbe
schrieb ib. XI. p. 161 über den ökonomischen Nutzen der
Conchjlien und ihrer Bewohner. Es wird gehandelt über
ihre Verwendung als Nahrungsmittel, über die medicini-
sche Anw^endung der Schalen bei verschiedenen Völkern,
über die Benutzung zu Gegenständen des Putzes und
als Trompeten, über die Anfertigung von Cameen, über
die Verwendung als Gefässe, Lampen., Dosen und dergl.,
über Perlen, über den Verbrauch der Schalen als Mörtel,
über die Byssus.
lieber den Werth der Mollusken - Gehäuse für die
W'^issenschaft im Allgemeinen, und Wahrnehmungen über
die Schale von Tellina L. insbesondere schrieb W". von
Vest in Verhandl. des siebenbürgischen Vereins für Na-
turwissenschaften 1866. Verf. spricht zunächst zu Gunsten
der Bedeutung, die doch auch die Schale für die Wis-
senschaft habe (ich glaube, das hat noch Niemand ge-
leugnet !) und geht dann zu Betrachtungen über die Schale
der Muscheln, namentlich Tellina über, und zeigt, dass
das Schloss so eingerichtet ist, dass es sich weder in
geschlossener noch in halbgeschlossener Lage verschie-
ben kann.
Isaac Lea hat im Journal of the Acad. of Phila-
delphia VI. p. 113 — 187 auf 3 Tafeln eine grosse Zahl von
Arten der Gattungen Ampu Ilaria, Paludina, Rivulina, Bi-
thinia, Assiminea, Pachychilus, Melania, Goniobasis, Try-
panostoma, Schizostoma, Eurycoelon, Strephobasis, Mese-
schiza, Megasystropha, Pompholyx, Planorbis, Lymnaea,
Physa, Succinea, Plelix, Ancylus und Amnicola abgebildet,
die sämmtlich von dem Verf. bereits in den Proceedings
derselben Akademie aufgestellt waren.
Isaac Lea Hess erscheinen: Index to Vol. I to XI
of Observations on the Genus Unio, together with De-
112 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
scription of new species of the Family Unionidae and
Descriptions of new species of the Melanidae, Paludinidae,
Helicida etc. read before the American Philosophical So-
ciety and the Academy of natural sciences of Philadel-
phia, from 1827 to 1863. Philadelphia 1867. 4 Dieser
Index, der die Benutzung der Lea'schen Arbeiten sehr
erleichtert, aerfällt in Sectionen : 1) Unionidae of North-
America, 2) Unionidae of Mexico and Central- America,
3) Exotic Unionidae, 4) Unionidae-Synonyms, species of
other authors, and obsolete nomenclature, 5) Operculated
aquatic Univalves, 6) Limnaeidae, 7) Colimaces, 8) Mis-
cellaneous and unclassified references.
Pease äussert sich Amer. Journ. of Conchology III.
p.231 über die Bemerkungen, welche Carpenter über
gewisse Arten Mariner Gasteropoden von Pease in Proc.
zool. soc. 1865, abgedruckt in Amer. Journ. of Concb. II.
p. 379, gemacht hatte. Verf. hatte sie nach London ge-
sandt, um sie zu bestimmen, und mit Beschreibungen für
die Publicatlon begleitet, für den Fall, dass sie sich als
neu ergeben sollten. Er hat seitdem von einigen die Sy-
nonymie aufgeklärt und von manchen die Namen ge-
ändert.
James Lewis gab eine Anweisung zum Sammeln
von Land- und Süsswasser -Mollusken in Annual report
of the board of regents of the Smithsonian Institution for
the year 1866. Washington 1867 p. 389.
Mi ebener empfiehlt in einem Briefe an LeaProc.
Philadelphia 1866 p. 315 für Conchylienaammler, nach
einem Regen Abends Bretter auf das feuchte Gras zu
legen, weil sich dann Morgens zahlreiche Schnecken dar-
unter verborgen finden. Er erhielt so bei New-Garden
eine Anzahl Arten, die verzeichnet sind, auch in sehr
vielen Exemplaren Isthmia milium, die bis dahin in die-
ser Gegend noch nicht gefunden war. Besonders ist
diese Fangmethode auch Reisenden zu empfehlen, weil
einige Minuten Abends und Morgens für eine reiche Aus-
beute genügen.
Catalogue of the Collection of shells, classified ac-
cording to the Lamarckian System, belonging to Jean
der Mollusken während des Jahres 18G7. 113
RIgacci. Part. I. Recent Mollusca 8. Rom. 1866. Ist mir
nicht zu Händen gekommen, soll 5167 Species enthalten.
Von Bielz Verzeichniss der Mollusken- und Con-
chjlien-Sammlung erschien die vierte Auflage, Hermann-
stadt 1866.
Europa. Sars fand in Christianiafjord eine An-
zahl noch nicht an der Südküstc beobachtete arktische
Thierformen. Von Mollusken verzeichnet er als solche
Mangelia nivalis, cancellata, nana, Mörchii, Admete viri-
dula, Natica clausa, Scalaria grönlandica, Scaphander li-
brarius, Bulla vitrea, Siphonodentalium subfusiforme, pen-
tagonum; Cryptodon ferruginosum, Kelliella abyssicola,
Yoldia nnna, Nucula delphinodonta; Ascidia obliqua und
Pelonaia corrugata, Forhandlinger i Videnskabs-Selskabet
i Christiania. Aar 1865 p. 197. '
Bei Gelegenheit der Beschreibung eines neuen Ver-
tigo und eines neuen Planorbis gab Wester lund Malak.
Bl. p. 199 eine Uebersicht der Land- und Süsswasser-
Mollusken des Königreichs Schweden: 4 Arion. 4 Limax,
1 Vitrina, 4 Succinea, 27 Helix, 2 Ena, 1 Zua, 1 Caeci-
lioides, 3 Pupa, 11 Vertigo, 2 Balea, 7 Clausula, 1 Cary-
chium, 5 Limnaea, 1 Amphipeplea, 1 Physa, 1 Aplexa,
16 Planorbis, 1 Acroloxus, 1 Ancylus, 2 Paludina, 2 By-
thinia, 1 Hydrobia, 4 Valvata, 1 Neritina, 2 Sphaerium, 9
Pisidium, 4 Unio, 1 Margaritana, 1 Anodonta.
C. Hartmann stellte ein Verzeichniss der Land-
und Süsswasser -Mollusken der Umgegend von Stockholm
zusammen. Es enthält : 1 Arion , 2 Limax, 1 Vitrina, 2
Succinea, 16 Helix, 1 Zua, 5 Pupa, 1 Balea, 3 Clausilia,
4 Limnaea, 1 Amphipeplea, 1 Physa, 7 Planorbis, 1 An-
cylus, 1 Paludina, 2 Bythinia, 1 V^alvata, 1 Neritina, 2 Cy-
clas, 5 Pisidium, 1 Anodonta. Die Zusammenstellung
dieses Verzeichnisses mit dem in der Einleitung zu Wik-
ströms Flora enthaltenen ergiebt, dass man in der Ge-
gend von Stockholm 76 Arten Mollusken gefunden hat,
von denen 42 Arten auf dem Lande, 34 Arten im süssen
Wasser leben. Öfversigt kongl. Vetensk. Akad. Förhand-
lingar 1866 p. 381.
Von Jeffreys British Conchology erschien der
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Ed. H
ii4 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesctiichte
vierte Band, welcher die marinen Gasteropoden bis zu
der Familie der Bullaceen fortführt. Es sind darin 182
Arten beschrieben. Eine Anzeige dieses Bandes findet
sich Annais nat. hist. 20 p. 378.
Mörch verfasste eine ^Faunula Mollnscorum Insu-
larum Faeroensium, Bericht über die bisher von denFä-
röern bekannten Mollusken'^ inNaturhist. ForeningsVidensk.
Meddelelser 1867 p. 67. Das Verzeichniss enthält 117
Arten, nämlich 7 Pulmonata Geophila, 2 Pulmonata Hy-
grophila, 7 Gymnobranchia, 3 Pomatobranchia, 2 Ptero-
poda, 20 Taenioglossa, 7 Rhachiglossa, 1 Toxoglossa, 7
Rhipidoglossa, 12 Heteroglossa, 45 Acephala, 1 Brachio-
poda, 3 Cephalopoda. — Dann folgt eine tabellarische
ücbersicht über die Verbreitung der färöischen und islän-
dischen Mollusken- Arten; es ist von 185 Arten angegeben,
ob sie in Grönland, Island, Färö, Schottland, England
und Dänemark vorkommen.
Gwyn Jeffreys lieferte einen vierten Bericht
über den Schleppnetzfang bei den Shetland Inseln. Annais
nat. hist. 20 p. 247. Als neue Arten für die britische
Fauna werden angegeben; Tcrcbratella Spitzbergensis
Davids., Rhynchonella psittacea Gmel., Leda pcrnula Müll.,
Siphonodentalium Lofotense Sars, Cadulus subfusiforrais
Sars und Utriculus globosus Loven. — Die Summe der
Arten von Mollusken, welche an den Shetland - Inseln
leben, ist 363, von denen 315 den Norden und 245 den
Süden von Europa bewohnen. Die Totalsurame der bri-
tischen Mollusken w^ird auf 712 angegeben. Von den 122
Land- und Süsswasser - Mollusken gehören Shetland nur
23 an, von 590 marinen Arten dagegen 338.
Der bereits im vorigen Jahresberichte p. 84 erwähnte
Bericht von Jeffreys über den Schleppnetzfang bei den
Hebriden ist auch in Report of the 36. Meeting of the
british Association for the advancement of science held
at Nottingham p. 186 abgedruckt. — Daran schliesst sich
ib. p. 206 eine Notiz von Alder, worin 21 Tunicata und
5 Nudibranchier von den Hebriden verzeichnet sind.
Unter der Ueberschrift „Observations on the bathy-
metrical and geographical distribution of marine inverte-
der Mollusken während des Jahres 1867. 115
brate animals^ ist ein Theil von Jeffreys Bericht über
den iSchleppnetzfang an den Hebriden (vergl. vorj. Bericht
p. 84) in American Journal of Conchology III. p. 26 ab-
gedruckt.
Nach einem Berichte im Jahre 1862 wurden von
Dawson an der Küste von Aberdeenshire 223 Mollus-
kenspecies gesammelt; ihnen wurden von Gregor und
Dawson Report 35. Meeting brit. assoc. Birmingham 1865
p. 142 noch 36 Arten hinzugefügt, so dass jene Fauna
259 Arten enthält, nämlich 124 Prosobranchiata, 12 Opi-
sthobranchiata, 22 Nudibranchiata, 1 Pteropoda, 97 Lamel-
libranchiata und 3 Brachiopoda. — In denselben Reports
des folgenden Jahres Nottingham 1866 p. 211 findet sich
ein Bericht über den Schleppnetzfang in dem Moray
Firth.
Bei dem Schleppnetzfang bei Guernsey und Jersey
oder den Normannischen Inseln ergab sich nach dem
Berichte von Jeffreys in Report 35. Meeting british
Assoc. Advanc. of science Birminghan 1865 p. 1 ein mehr
südeuropäischer Charakter der Molluskenfauna. 81 Arten
werden an diesen Kanalinseln gefunden, aber nicht in
Shetland; etwa dieselbe Zahl wird in Shetland gefunden,
aber nicht an den Kanalinseln; der grösste Theil der
britischen Mollusken ist beiden Enden gemeinschaftlich.
Verf. schätzt die ganze Zahl auf 520. Von solchen Arten
die nicht nördlich von den Kanalinseln beobachtet wor-
den sind, werden 14 Arten aufgezählt, von denen zwei,
Emarginula cancellata und Purpura haemastoma mit Zwei-
fel als den Britischen Meeren angehörig bezeichnet werden.
De Malzine, Essai sur la Faune malacologique de
Belgique ou Catalogue des MoUusques qui se trouvent
dans ce pays. Bruxelles 1867. 8. 99 Seiten und 3 Tafeln.
83 Muscheln, worunter 1 Cardium, 1 Pisidium und 3 ünio
neu, — kein Brachiopode und Pteropode, 150 Schnecken
worunter mehrere neu, 2 Cephalopoden.
Paladilhe verzeichnete Revue et mag. de Zoologie
p. 42 einige neue oder wenig bekannte Mollusken des
Departements de ITIerault. Die neuen Arten sind unten
namhaft gemacht.
116 Troscliel: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
Ein vollständiges Verzcichniss der bisher ans dem-
selben Departement bekannten Mollusken findet sich ib.
p. 101, 140, 360, 421, von Moitessier. Es enthält 3
Arion, 4 Limax, 1 Milax, 2 Testacella, 1 Vitrina, 5 Suc-
cinea, 11 Zonites, 42 Helix, 6 Bulimus, 8 Ferussacia, 5
Clausilia, 14 Pupa, 7 Vertigo, 4 Caecilianella worunter
eine neu, 2 Carvchium, 1 Alexia, 17 Planorbis worunter
zwei neu, 4 Physa, 9 Limnaea, 4 Ancylus, 3 Moitessieria,
1 Cyclostoma, 2 Pomatias, 1 Acme, 1 Vivipara, 1 Bythi-
nia, 12 Hydrobia, 3 Amnicola, 1 Bugesia, 6 Paladilhia,
6 Valvata, 3 Neritina; 3 Sphaerium, 5 Pisidium, 4 Unio,
4 Anodonta, 1 Dreissena, zusammen 210 Arten. Noch eine
Fortsetzung wird verheissen.
In einem Berichte über eine geologische Excursion
in dem Departement der Yonne von Cotteau soll Jef-
freys 41 in diesem Departement gesammelte Landschnek-
ken verzeichnet haben. Bull, de la Soc. des sc. historiques
et naturelles de F Yonne 1866.
In einer „Malacologie terrestre et d'eau douce de la
region intra-litorale de l'Aquitaine'^ zählt Gassies 70 Spe-
cies auf, von denen vier als neu beschrieben und abge-
bildet werden, ein Limax, eine Succinea, eine Bythinia
und ein Unio. x\ctes de la Soc. Linn. de Bordeaux,
tom. 26.
In einer conchyliologischen Faunula des Thaies von
Bareges in den Pyreneen verzeichnete Debeaux 54
Arten, nämlich 4 Arion, 2 Limax, 2 Vitrina, 1 Succinea,
5 Zonites, 11 Helix, 2 Bulimus, 1 Zua, 10 Pupa, 5 Clau-
silia 2, Pomatias, 3 Limnaea, 2 Ancylus, 1 Hydrobia, 2
Pisidium. Journal de Conchyl. p. 19.
Hidalgo stellte ein Verzcichniss der marinen Sclial-
tbiere der Küsten Spaniens und der Balearischen Inseln
im Journal de Conchyliologie p. 115 — 175, 258 — 290, 357
— 426 zusammen. Es umfasst 5 Brachiopoden in 4 Gat-
tungen, 210 Conchiferen in 65 Gattungen, 4 Cephalopo-
den in 4 Gattungen , 3 Pteropoden in 3 Gattungen, 3
Heteropoden in 1 Gatt., (nämlich Janthina, die jedoch
keineswegs zu den Heteropoden gehört), 282 Gasteropo-
den in 84 Gattungen, zusammen 507 Arten in 162 Gat-
der Mollusken während des Jahres 1867. 117
tungen. Als die cam reichsten in x\rten vertretenen Gat-
tungen verdienen namhaft gemacht zu werden : Tellina
und Cardium mit je 15 Arten^ Pecten mit 19, Mangelia
mit 19, Natica mit 13, Rissoa mit 19, Trochus mit 28 und
Chiton mit 14 Arten. Nur eine Purpura ist als neu be-
schrieben.
Jeffreys machte zu dem Catalogue Hidalgo's einige
kritische Bemerkungen. Ib. p. 228.
Das Hidalgo'sche Verzeichniss erschien als 8epa-
ratabdruck unter dem Titel: Catalogue des Mollusques
testaces raarins des cotes de FEspagne et des lies Baleares.
8. 163 8. mit 1 Tafel. Paris 1867.
Poulsen gab ein Verzeichniss der in der nächsten
Umgebung von Flensburg vorkommenden schalentragen-
den Land- und Süsswasser-Mollusken. Naturhist. Forenings
Vidensk. Meddelelser 1867 p. 46. Es enthält 7 Hyalina,
1 Zonitoides, 4 Discus, 2 Yallonia, 2 Hygromia, 1 Eulota,
1 Arianta, 1 Chilotrema, 1 Gonostoma, 3 FJelicogena, 1
Ena, 1 Ferussacia, 4 Pupa, 1 Balea, 5 Clausilia, 3 Succi-
nea, 1 Carychium, 5 Limnaea, 1 Aplexa, 8 Planorbis, 1
Acicula, 1 Valvata, 1 Yiviparus, 2 Bythinia, 1 Sphaerium.
In einem dritten Nachtrage zur Mollusken-Fauna
Preussens theilte Hensche mit, was in den letzten Jah-
ren sich Neues geboten hat. Als neu für die Provinz
bezeichnet er: Acicula lineata Drap., Pupa edentula Drap.,
Valvata contorta Mke, naticina Mke und Embletonia pal-
lida Alder Hancock. Schriften der Königl. Phys. ökon.
Gesellsch. zu Königsberg VII. p. 99.
E. V. Martens zeigte 3 Landschnecken aus der
Mark Brandenburg vor, die in S t e i n's Mollusken der
Umgegend Berlins nicht erwähnt sind : Helix striata Müll.,
Buliminus tridens Müll, und Clausilia biplicata Mont.
(Alle drei sind dem Ref. längst aus der Gegend von
Rheinsberg in der Mark Brandenburg bekannt). Sitzungs-
ber. der Ges. naturforschender Freunde zu Berlin 1867
p. 20.
Reinhardt bereicherte die Fauna der Mark Bran-
denburg um einige Arten, nämlich Pupa substriata Jeffr.,
118 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Hyalina striatula Graj, Hyalina pura Aid. Sitzungsber,
der Ges. naturforscliender Freunde zu Berlin 1867. p. 26.
Peck verzeichnete als in der Preussischen Oberlau-
sitz vorkommend 89 Mollusken, nämlich 73 Schnecken
und 16 Muscheln. Abhandl. der naturforschenden Ges.
zu Görlitz 12 p. 126.
Von Mollusken erwähnt Leydig in der Fauna Tu-
bingensis 78 Arten, nämlich 2 Cyclas, 2 Pisidium, 1 ünio,
1 Anodonta, 2 Valvata, 1 Bythinia, 2 Ancylus, 5 Lim-
naeus, 5 Planorbis, 2 Physa, 2 Succinea, 1 Carychium, 3
Pupa, 2 Vertigo, 1 Balea, 5 Clausilia, 2 Achatina, 2 Bu-
limus, 20 Helix, 4 Zonites, 3 Vitrina, 6 Limax, 4 Arion,
also 6 Muscheln und 72 Schnecken.
In einem Nachtrage zur Molluskenfauna Vorarlbergs
erwähnt B ruhin zweier Exemplare von Helix pomatia
Var. scalaris und einiger Varietäten von Helix hortensis.
Sitzungsber. der zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 93.
„Die Conchylien des Miitolmceres, ihre geographi-
sche und geologische Verbreitung, von H. C. Wein-
kauff. Band I. Mollusca acephala. Cassel 1867.^ Verf.
hat sein Haupt-Augenmerk auf die Vollständigkeit und
Berichtigung der Synonymie gelegt, und berücksichtigt
ferner die specicllen Fundorte und die geographische
Verbreitung der Arten. Es wäre vielleicht ausführbar
gewesen, die einzelnen Species wenigstens mit Diagnosen
zu versehen, wodurch es möglich geworden wäre, das
Buch auch zum Bestimmen der Mittelmeer-Conchylien zu
benutzen, was in der vorliegenden Bearbeitung ohne hin-
reichende anderweitige Litteratur nicht angeht. Im Gan-
zen sind 79 Genera mit 242 Species aufgezählt; 230 La-
mellibranchiateu und 12 Brachlopoden. Von ihnen leben
150 an den Küsten von Spanien, 166 Südfrankreich, 159
Corsika und Sardinien, 126 Ober- und Mittel-Italien, 171
Unter-Italien, 186 Sicilien und Malta, 163 Adria, 145 Morea
und Aegäische Inseln, 39 Syrien und Aegypten, 190
Tunis und Algerien, 112 Balearen. Von ihnen finden sich
im altlantischen Ocean an der Küste von Marokko und
Canaren 99, Senegal und Guinea 23, Azoren 13, Portugal
und Spanien 115, Frankreich 106, Holland, Deutschland
der Mollusken während des Jahres 1867. 119
und Dänemark 41, England und Irland 120, Schottland
und Inseln 94, Norwegen 81, Polarregion 20. Endlich
finden sich fossil im Pleistocän 191, im Pliocän 149 und
im Miocän ßl Arten.
Senoner zählte die essbaren Schnecken und Mu-
scheln des adriatischen Meeres an den Küsten von Istrien,
Triest, Dalmatien und in den Lagunen von. Venedig
auf. Zool. Garten p. 103.
Erber fand bei seinem Aufenthalte auf der Insel
Tinos in Griechenland 5 Süsswasser - Mollusken und 17
Landschnecken, die verzeichnet sind. Verhandl. zool.-bot.
Gcsellsch. in Wien p. 855.
Afrika. Ueber die Molluskenfauna der Küste von
Lanzarote äussert sich H ä c k e 1 Jenaische Zeitschr. 3 p. 323.
Nach ihm sind die zusammengesetzten Ascidien und die
Nacktschnecken durch den Reichthum an verschiedenen
und schönen Arten ausgezeichnet. Von pelagischen Tuni-
caten sind sehr häufig Appendicularia, Doliolum und
Salpa democratico-raucronata, grössere Salpen und Pyro-
somen wurden gänzlich vermisst. Selten waren die Pte-
ropoden , noch seltener die Heteropoden. Zahlreich
schwamm an einigen Tagen Phyllirhoe an der Meeres-
fläche. Die Prosobranchien sind nicht besonders reich
vertreten, auch von Lamellibranchien und Cephalopoden
kamen nur wenige vor.
Nach V. Martens Preuss. Expedition nach Ostasien
Zool. Abth. I. p. 9 sind die Landschnecken in Madeira
mehr an Arten, als an Individuen reich, die Mehrzahl
kleine Erd- und Mulmschnecken. Die beiden Hauptregionen
Madeiras treten auch in dem Vorkommen der Land-
schnecken mehr auseinander; der unteren warmen und
trockenen des bebauten Landes und der dürren steinigen
Abhänge gehören die mehr eigenthümlichen Helix undata,
nitidiuscula, polymorpha, der höheren feuchten Waldre-
gion die Nacktschnecken, Vitrinen, Hyalinen, Craspedo-
poma, Pupa und Clausilia, also grossentheils den europäi-
schen ähnliche oder gleiche Formen. Süsswasserschnecken
sind sehr sparsam, 1 Limnaeus, 1 Planorbis, 1 Ancylus.
Von 54 Arten, welche Portosanto besitzt, sind nur 11
120 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit Madeiica gemeinschaftlich, — Auf p. 13 sind auch einige
Notizen über die Strandschnecken gegeben. Der Gesammt-
habitus ist derselbe wie im Mittelmeer, dieselben Genera,
verschiedene aber ähnliche Arten ; nur Purpura haemastoraa
kommt selbst auch im Mittelmeer vor. — Aus der Tie-
fenregion kommen nackte Mollusken von gelbrother Farbe.
— Für die Landschnecken sieht auch unser Verf. die
Insel Madeira als ein eigenes Verbreitungs-Centrum an.
Ein kleines Verzeichniss der Landschnecken, welche
V. Martens auf Madeira während eines vierzehntägigen
Aufenthaltes sammelte, ist im zoologischen Theil Bd. 2 der
preussischen Expedition nach Ost-Asien p. 3 abgedruckt.
Ueber einige Muscheln des oberen Nilgebietes macht
V. Martens Malak. Bl. p. 17 nachträgliche Bemerkun-
gen, darunter die Beschreibung eines neuen Unio.
In R. Hartm>ann's Naturgeschichtlich-medicinische
Skizze der Nilländer. Berlin 1865, werden p. 206 von Mol-
lusken nur einige Arten genannt : Ostrea cdulis, Etheria
Calliaudi, Unio aegyptiacus, Spatha rubens, Cyrena pu-
silla und consobrina; — Paludina bulimoides, unicolor,
Achatina sennarensis, Ampullaria ovata in Regenteichen.
Henry Adams beschrieb 15 neue Schnecken, die
von Geoffrey Nevill in Mauritius gesammelt wurden.
Proc. zool. soc. p. 303. pl. 19.
Asien. In dem zweiten Bande der Reisen und
Forschungen im Amur-Lande von L. v. Schrenck er-
schien der Abschnitt über Mollusken, unter dem Separat-
titel „Mollusken des Amur - Landes und des Nordjapani-
schen Meeres." Dieses ausgedehnte und wichtige Werk
zerfällt in einen speciellen und in einen allgemeinen
Theil. Der erstere behandelt zunächst die einzelnen Mee-
res-Mollusken, deren 110 Schnecken, 4 Brachiopoden und
58 Muscheln aufgezählt sind, worunter ziemlich viele neue
Arten, die aber schon im 4. bis 6. Bande der Petersbur-
ger Bulletin's aufgestellt waren ; dann die Süsswasser-
und Land-Mollusken mit 44 Schnecken und 11 Muscheln.
— Der allgemeine Theil handelt wieder zuerst von den
Meeres-Mollusken, eingeleitet durch eine physisch - geo-
graphische Schilderung des nordjapanischen Meeres, wobei
der Mollusken während des Jahres 1867. 121
die Strömungen eine ausgedehnte Bearbeitung gefunden
haben. Den Reichthum der Molluskenfauna im Nordja-
panischen Meere erklärt Verf. durch die Bodenbeschaf-
fenheit, felsig oder thonig, den hinreichenden Salzgehalt,
die nicht allzu niedrige Temperatur, die durch Nord-
und Südwinde bedingte starke Wellenbewegung, nament-
lich aber durch die verschiedenartige Verbindung, in
welcher dieses Meer durch Meerengen und Strömungen
mit den Nachbarmeeren steht. Etwa die Hälfte aller
Arten ist diesem Meere, zum Theil mit dem Südjapani-
schen gemeinsam, eigenthümlich, ungefähr ein Viertel
der Arten kommt auch in den südwärts gelegenen Pro-
vinzen des Indo-Pacifischen Reiches vor, und das letzte
Viertel bilden Nordische Arten; daneben noch eine kleine
Anzahl Arten von der Westküste Südamerikas, Cap und
sogar dem Atlantischen Ocean; — oder circumpolare
Arten 147o, polare und boreale Arten 10%, japanische
Arten 47%, Indo-pacifische Arten 23%, Arten vom süd-
licheren Westamerika, Cap ct. 6%. — Am zahlreichsten
vertreten sind die Gattungen Chiton, Patella, Littorina,
Trochus, Venus. — In Betreff der Tiefenverbreitung handelt
Verf. nur über dieLitoralregion, die in die auftauchende,
zwischen der höchsten Fluth und der tiefsten Ebbe, und
in die untergetauchte zerfällt. Die erstere beträgt in
der Bai de Castries nicht mehr als 7 Fuss, und dennoch
lassen sich mehrere Streifen von malacozoologisch ver-
schiedenem Charakter unterscheiden, zu oberst Baianus
und Litorina an Felsen, Mjtilus, wo das Ufer von Ge-
rolle gebildet wird, zu unterst gesellt sich noch Purpura
Freycineti zahlreich hinzu. Die untergetauchte Region
scheidet sich so scharf, dass gleich unterhalb der Ebben-
marke keine einzige der obengenannten Arten mehr ge-
funden wurde. Hier ist zuerst Lacuna vincta charakteri-
stisch und dann treten in Abständen von einigen Fuss
immer wieder neue Arten auf bis zu 3(S', der grössten Tiefe,
die Verf. erreichte. In dem Verschwinden von Lacuna
vincta und dem gleichzeitigen Auftreten von Patella caeca
und Chiton submarmoreus bei 15 — 17' Tiefe scheint eine
Grenze zwischen einer oberen und unteren Abtheilung
122 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
in der untergetauchten Litoralregion zu Hegen. — Die Mol-
luskenfauna des Amur-Landes besteht aus 37 Europäischen
Arten, aus 8 ostasiatischen Arten und 10 dem Amurlande
eigenthümlichen Arten; letztere sind 3 Paludina, 5 Hellx
und 2 Unio. Im Ganzen besitzt das Amurland 25 Land-
pulmonaten (17 europäische, 3 ostasiatische und 5 eigen-
thümliche), 11 Süsswasserpulmonaten (alle europäisch), 8
Prosobranchien (3 europäische, 2 ostasiatische, 3 eigenthüm-
liche), 11 Acephalen (6 europäische, 3 ostasiatische, 2 eigen-
thümliche). — Das Amurland gliedert sich folgendermas-
sen; 1) Das Mündungsland des Amur-Stromes mit dem
Amur-Liman und einem Theile der südwärts sich erstrek-
kenden Meeresküste, mit ausschliesslich europäischen Land-
pulmonaten. 2) Das Land am unteren und mittleren
Amur und seinen Zuflüssen mit reichster und eigenthüm-
liebster Entfaltung der Molluskenfauna. 3) Das Land am
oberen Amur und seinen Quellflüssen Schilka und Argunj
mit einer Verarmung der Molluskenfauna, die sich wieder
fast ganz auf Europäische Arten beschränkt. Dazu
kommt dann noch 4) das südliche Küstengebiet der Mand-
schurei, welches in Beziehung auf die Molluskenfauna
noch ganz unbekannt ist, und 5) die Insel Sachalin, auch
noch wenig erforscht, doch wahrscheinlich im Norden
und Süden verschieden. — Die Abbildungen sind schön
ausgeführt, und überhaupt das Werk als eine der wich-
tigsten Bereicherungen der Malakozoologischen Literatur
zu bezeichnen.
In De Filippi Note di un viaggio in Persia. Milano
1865 p. 363 ist ein Verzeichniss der in Persien gesammel-
ten Mollusken gegeben. Es sind 1 Melania, 2 Melanop-
sis, 1 Paludina, 2 Bythinia, 3 Neritina, 1 Succinea, 1 Zo-
uites, 6 Helix, 10 Bulimus, 1 Pupa, 5 Clausilia, 2 Cyclo-
stoma, 1 Planorbis, 1 Ancylus, 4 Limnaea.
Contributions to Indian Malacolögy No. VI. Descri-
ptions of new land shells from the Nilgiri and Anamullay
Hills, and other places in the Peninsula of India. By W.
T. Blanford. Journal Asiat. Soc. of Bengal 1866 IL
p. 31. Daselbst sind 11 neue Arten aufgestellt.
Theo bald berichtete über eine Sammlung von
der Mollusken während des Jahres 1867. 123
Land- und Süsswasserschnecken aus den Shan - Staaten,
gesammelt durch Fedden. Journ. Asiat. Soc of Bengal
34 p. 273, mit vier neuen Arten.
Catalogue of the Mollusca in the collection of the
Government centralmuseum, Madras 18G7. 75 pag. Dieser
Catalog ist veröffentlicht, so sagt Mitchell in einem
Vorwort, um als Führer in der Sammlung zu dienen und
um die Desiderata und die Doubletten für den Tausch
bekannt zu machen. Es ist eine ganz hübsche Sammlung.
Von Rosenberg giebt an, dass mit Ausnahme
verschiedener Landschnecken, die Conchylien der Aroe-
Inseln mit denen der Amboin'schen Gewässer überein-
stimmen. Er giebt ein kleines Verzeichniss der Arten,
welche ihm vorgekommen sind. Reis naar de Zuidooster-
eilanden p. 64.
Als zweiter Band des zoologischen Theils der Preus-
sischen Expedition nach Ost-Asien erschienen Berlin 1867
die Landschnecken, bearbeitet von E. v. Martens mit 22
Illustrationen. Die Abbildungen sind von der Schwester
des Verfassers Luise v. Martens auf Stein gezeichnet.
Nach einer kurzen iVufzäblung der Landschnecken von
Madeira und von Rio Janeiro werden in fünf weiteren
Abschnitten die Japanischen Landschnecken, die Chine-
sischen Landschnecken, die Landschnecken von Siam, die
Landschnecken der Philippinen und die Landschnecken
des Indischen Archipels abgehandelt.
Von japanischen Landschnecken (p. 9) sind 56 Arten
verzeichnet, nämlich 6 Cyclotus, 1 Cyclophorus, 1 Aly-
caeus, 1 Pupina, 2 Truncatella, 1 Paxillus, — 1 Helicina,
— 1 Philomycus, 1 Limax, — 3 Hyalina, 21 Helix, 1 Bu-
liminus, 4 Stenogyra, 1 Balea, 9 Clausilia und 1 Succi-
nea. Als pseudojapanische Landschnecken werden 4 Helix
und 1 Bulimus bezeichnet.
Von chinesischen Arten kennt Verf. 51 Arten, 2
Cyclotus, 2 Cyclophorus, 1 Alycaeus, 1 Paxillus, — 1 He-
licina, — 1 Philomycus, 1 Vitrina, 3 Hyalina, 22 Helix
wovon eine neu, 4 Stenogyra, 7 Clausilia, 2 Pupa, 1 Stre-
ptaxis, 2 Succinea. Eine ganze Reihe Arten, als deren
124 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Vaterland China augegeben ist, wird als pseudochinesisch
bezeichnet.
Die Landschnecken von Siam, 64 an der Zahl, ge-
hören folgenden Gattungen an: 1 Cyclotus, 3 Rhiostoma,
1 Opisthoporus, 2 Cyclophorus, 2 Leptopoma, 4 Alycaeus,
1 Pollicaria, 1 Pupina, — 1 Trochatella, — 2 Vaginulus
(wovon 1 neu), 2 Hclicarion (einer neu), 9 Nanina, 1 liya-
lina, 1 Trochomorpha, 16 Helix, 4 Bulimus, 2 BuliminuSy
4 Stenogyra, 2 Clausilia, 4 Streptaxis, 1 Succinea.
Von den Philippinischen Landschnecken (p. 87) Sind
nur die während der Expedition in der Umgegend von
Manila und auf Mindanao gesammelten Arten genannt.
Hierbei nimmt Verf. Gelegenheit, seine Anordnung der
Cochlostylen nach erneuter Durclisicht der verschiedenen
Formen zu modificircn.
Den Haupttheil des Buches endlich nehmen die
Landschnecken des indischen Archipels ein (p. 99 bis
394). Hier sind 284 Arten verzeichnet, meist ausführlich
beschrieben und in Beziehung auf die Varietäten einge-
hend besprochen, nämlich 8 Opisthoporus, 5 Pterocyclos,
17 Cyclotus, 21 Cyclophorus (einer neu), 8 Leptopoma,
4 Alycaeus, 2 Megalomastoma, 2 Raphaulus, 2 Pupinella,
6 Pupina, 4 Omphalotropis (eine neu), 4 Truncatella, 1
Diplommatina, 2 Paxillus, — 8 Helicina, — 5 Vaginulus,
1 Philomycus, 5 Parmarion, 9 Helicarion (3 neu), 49 Na-
nina (neue Eintheilung), 1 Hyalina, 13 Trochomorpha (1
neu), 3 Patula, 65 Helix, 22 Bulimus, 6 Buliminus, 2 Cio-
nella, 8 Stenogyra, 12 Clausilia, 2 Pupa, 6 Succinea.
Pag. 400 bis 415 ist eine tabellarische Uebersicht
der ostasiatischen Mollusken gegeben.
In einem Rückblick hebt Verf. das Vorherrschen
der Cyclotaceeii über die Cyclostomeen in den Küsten-
ländern und Inselgruppen Ostasiens hervör, während die
letzteren in Europa, Afrika und Amerika die bei weitem
überwiegenden sind ; ferner die Anw^esenheit der Gattun-
gen Pupina und Paxillus, In den Heliceen gehen die
gemässigte und heisse Zone Ostasiens mehr auseinander,
doch ist die Gattung Philomycus, die BuHminusgruppe
Napaeus und eine Clausiliengruppe für beide gemein-
der Mollusken während des Jahres 1867. 125
schaftlich nnd ch.irakteristisch^ auch verknüpfen sich die
japanisch-chinesischen Camenen vermittelst einiger phi-
lippinischen Arten mit der für das nördliche tropische
Australien charakteristischen Gruppe Hadra; Limaceen,
gezahnte Helix- Arten und Pupa treten zurück ; endlich
finden sich durch das ganze Gebiet einzelne normal links-
gewundene Heliceenarten. Verf. glaubt^ dass aus dem Innern
China's uns noch eine grosse Zahl neuer Arten bevor-
stehe y da sich das Tiefland der grossen chinesischen
Ströme zu den im Westen und Süden gelegenen Berg-
ländern verhalten möge wie die norddeutsche Land-
schneckenfauna zur süddeutschen. Cochinchina hat viele
charakteristische xArten mit Siam gemein, während ande-
rerseits die siamesische Fauna untrennbar in die birma-
nische übergeht. Von der vorderindischen Schneckenfauna
unterscheidet sich die hinterindische gerade dadurch,
worin sie sich enger an diejenige des indischen Archi-
pels anschliesst. Ceylon schliesst sich näher an Hinter-
indien an, ebenso die Andamanen und Nicobaren. Das
weite Gebiet des indischen Archipels, von der malayischen
Halbinsel und Sumatra bis Halmahera^ Ceram und Timor
zeigt sich weder als gleichmässige noch als scharf abge-
schlossene Einheit; es lasse sich im Allgemeinen eine
westliche und Östliche Hälfte annehmen, ohne bestimmte
Grenze, innerhalb des Archipels aber seien wieder klei-
nere Gebiete zu unterscheiden. Die specielle Ausführung
dieser Resultate giebt dem schön ausgestatteten Werke
des Reisenden ein erhöhtes Interesse.
Die Süsswasser-Mollusken Japans schildert v. Mar-
tens Preuss. Expedition nach Ost -Asien zool. Abth. I.
p. 133 als sehr zahlreich an Individuen. Zwei grosse
Paludinen leben massenweise in den Gräben der Reis-
felder, Limnaeen und ein kleiner Planorbis etwas seltener,
ferner mehrere Melanien und eine Neritina; von Muscheln
eine Anodonta und eine Cyrena.
An See-Conchylien soll die Bai ib. p. 139 reich sein ;
sie bilden einen bedeutenden Theil der Volksnahrung.
Die grösste Art des Marktes war Haliotis gigantea, die
zahlreichsten Tapes semidecussata und Cytherea petechia-
126 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
lis ; auch Turbo cornutus und Rapana Thomasi zeiclinen
sich durch Grösse aus, so wie Tritonium australe und
viele Muscheln. Diesen Reichthum an grossen aber un-
ansehnlichen Conchylien hat Japan mit Kamtschatka und
Nordwestamerika gemein, Verf. nennt sie die Bären und
Walfische unter den Muscheln. — Cephalopoden sind auf
dem Markte nicht selten, wie echte Sepien, Sepiola, Ony-
choteuthis, Loligo und Octopus. Auch Argonauta ist in
Japan bekannt.
Lischke hat Malak. ßl. p. 166 als einen Beitrag
zur japanischen Meeresfauna, in der sich tropische und
arktische Formen, die Philippinen und Kamtschatka die
Hand reichen, über eine Sendung Conchylien aus der
Bucht von Jedo berichtet. Diese Sendung enthielt 55
Arten, über die vielfache kritische Bemerkungen gemacht
sind.
A. Adams zählte Proc. zool. soc. p. 314 die von
ihm in Japan gefundenen Cyclophoriden auf. Es sind 12
Arten.
lieber die Mollusken von Shangai vergl. einige An-
gaben von V. Martens Preuss. Expedit, nach Ost- Asien
zool. Abth. I. p. 160.
Baird und H. Adams machten Bemerkungen über
einige chinesische Muscheln, und beschrieben dabei drei
neue Arten. Proc. zool. soc. p. 489.
Australien. An gas beschrieb 32 neue Arten
mariner Schnecken von Neu-Süd- Wales. Proc. zool. soc.
p. 110. pl. 13.
Derselbe hat ferner ib. p. 233 ein ansehnliches
Verzeichniss der marinen Mollusken zusammengestellt,
die sich bei Port Jackson finden. Es sind im Ganzen
316 Species, nämlich 3 Cephalopoden, 313 Gasteropoden,
zu denen noch 4 Janthinen als Heteropoden, und 1 Cas-
sidula, 4 Melampinae, 2 Amphibolidae und 6 Siphonaria
als Pulmonifera hinzukommen. — Die Fortsetzung dieses
Verzeichnisses enthält die Muscheln, nämlich 136 Con-
chiferen und 4 Brachiopoden.
Von Mollusken giebt es wenige von öconomischem
Belang in der Colonie Victoria. Zwei Arten Austern
der Mollusken während des j"alires 1867. 127
werden von Sydney importirt. Venus strigosa und Lu-
nella undulata werden an der Küste gegessen. M'Coy
on the recent zoology and palaeontology of Victoria.
Melbourne 1867.
Cox beschrieb zwölf neue Helix- Arten aus Austra-
lien. Proc. zool. SOG. p. 722.
Ein langes Verzeicliniss der Mollusken Neu-Caledo-
niens hat v. Frauenfeld Verhandl. der zool. -bot. Ge-
sellsch. in Wien. p. 186 abgedruckt. Es enthält 597 Arten.
Amerika. Von Binney erschienen Bemerkungen
über seine Land- und Süsswasser-Conchylien von Nord-
amerika Part. II. und III. 1865 im Journal de Conchyl.
p. 427;
Cooper hat im 3. Bande der Californian Procee-
dings die Heliceen der Westküste Nordamerikas zusam-
mengestellt.
Streams hat ib. die bei Santa Barbara, so wie die
bei Purissiraa und Lobitas in Californien gesammelten
Conchylien verzeichnet.
Macfie giebt ein Verzeichniss der Conchylien, die
er an den Klippen und durch Schleppnetz bei Esquimalt
und Victoria Harbours erhielt. Es sind 2 Palliobranchia-
ten, 10 Lamellibranchiaten, 13 Scutibranchiaten, 13 Pecti-
nibranchiaten. Vancouver Island and British Columbia.
London 1865 p. 307.
Tryon hat in Journ. amer. Conchol. III. p. 34, 155
298 eine Monographie der Landmollusken der Vereinigten
Staaten veröffentlicht, über deren Anfang ich im vorigen
Jahre nicht habe berichten können, da mir die beiden
letzten Hefte des 2. Bandes dieser Zeitschrift nicht zu-
gekommen sind. In diesem Jahrgange sind behandelt
die Gruppen Mesodontinae (1 Vallonia, 2 Ulostoma, 18
Mesodon, 5 Xolotreraa, 8 Triodopsis, 2 Isognomostoma,
10 Stenotrema, 25 Daedalochila, 7 Polygyra); — ferner die
Familie Orthalicidae mit den Gruppen Achatininae (2 Li-
guus), Orthalicinae (1 Orthalicus) Bulimulinae (2 Dry-
maeus, 3 Liostracus, 3 Mesembrinus, 7 Thaumastus, 2 Mor-
mus, 3 Scutalus, 1 Peronaeus) ; — Familie Pupadae (1
Zua, 1 Acicula, 3 Stenogyra, 2 Macroceramus, 8 Pupilla,
128 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
10 Leucochila, 1 Strophia, 7 Vertigo, 1 Zoogenites); —
FaDiilie Cylindiellidae (3 Gongylostoma, 6 Holospira; —
Familie Limacidae (5 Limax); — Familie Arionidae (2
x\rion); — Familie Philomycenidae (2 Tebennophorus); —
Familie Veronicellidae (1 Veronicella); — Familie Oncliidii-
dae (1 Onchidinm). — Alle Arten sind cliarakterisirt und
abgebildet; die Synonymie ist zusammengestellt.
In einer Abhandlung von Packard Observations
on the glacial phenomena of Labrador and Maine witli
a view of the recent iavertebrate Fauna of Labrador in
den Memoirs read before the Boston Soc. of nat. hrst.
beiug a new series of the Boston Journal of nat. bist. I.
p. 210—303 ist p. 276 — 290 auch ein Verzeichniss 3er le-
benden Mollusken von Labrador enthalten. Darin sind
aufgezählt: 10 Tunicaten, 1 Brachiopode, 45 Muscheln,
63 Schnecken , 1 Cephalopode. Einige neue Arten s.
unten.
üeber künstliche MuschcUager der vereinigten Staa-
ten findet sich ein Artikel von Brinton in Annual Re-
port of the board of regents of the Smithsonian Institu-
tion for the Year 1866. Washington 1867 p. 356.
Einige neue Laudschnecken von den Bahama-Inseln
beschrieb Pfeiffer Malak. Bl. p. 126.
Eine Notiz über die malacologische Fauna Mexiko's
und Central-Amerika's von Morelet mag hier nachträg-
lich erwähnt werden. Sie ist enthalten in Archives de
la Commission scientifique du Mexique I. 1865 p. 346.
Catalogues des Coquillcs et dbs Crustaces de la
Guadeloupe, envoyes a l'exposition universelle de 1867
par l'administration de la colonie, CoUections Caillet et
J. Desbonne. Determinations et classements de M. A.
Schramm. Basse Terre 8. Enthält 781 Arten Mollusken.
Einen „Conspectus familiarum e'^ Index Molluscorum
terrestrium et aquarum dulcium insulae Cubae, Auetore
Baph. Arango^, der 1867 im 2. Bande des Repertorio
fisico-natural de la isla de Cuba erschienen ist, kenne ich
bisher nicht aus eigener Ansicht.
De Pourtales berichtete in Bull, of the Museum
of Comparative Zoology 1868 p. 103 über die Fauna in
der Mollusken während des Jahres 1867. 129
grossen Tiefen des Golfstromes. Von Mollusken fanden
sich meist unentwickelte Exemplare oder Fragmente von
todten Schalen. Vertreten waren Murex, Turbo, Leda,
Astarte, Teilina; von Pteropoden Schalen von Hyalea
tridentata, H. trispinosa, Cuvieria columella und Cleodora
lanceolata.
Die Umgegend von Rio de Janeiro ist nicht reich
an Landschnecken, denn das Verzeichniss aller ihm von
dort bekannt gewordenen Arten, welches v. Martens
im 2. Bande des zoologischen Theils der Preussischen
Expedition nach Ost-Asien p. 6 zusammengestellt hat, ent-
hält nur 19 Arten.
Isaac Lea beschrieb zwölf neue Unioniden aus Süd-
amerika. Proc. Philadelphia 1866 p. 33.
Philippi beschrieb in Malak. Bl. p. 65 eine Anzahl
neuer Landschnecken aus Peru, deren Namen unten ge-
nannt sind.
V. Martens bespricht einige Landschnecken des
oberen Amazonenstromgebietes , worunter einige neue
Arten. Malak. Bl. p. 133.
Cephalopoda.
Fischer setzte seine im vorigen Jahre (s. vorj. Ber. p. 93)
begonnenen Beobachtungen über die Cephalopoden fort. Annales
des sc. nat. VIII p. 97. Sepia officinalis ergriff einen Fisch mit den
Greifarmen, und hielt ihn dann mit den übrigen Armen Test, wäh-
rend sie umherschwamm. Nach einer Stunde hatte sie das Gehirn
ausgefressen und einige Kopfmuskeln; der Trichter krümmt sich,
je nach der Richtung, in der das Thier sich bewegen will. — Octo-
pus vulgaris bedient sich des ersten Armpaares als Tastorgan, des
zweiten zum ^Angriff und zur Vertheidigung ; sie fressen gern und
gierig Muscheln und Krabben, können aber auch einige Tage fasten;
die Epidermis der Saugnäpfe erneuert sich beständig und streift
sich ganz ab; sie schreiten langsam auf den Spitzen ihrer Arme,
schwimmen geschickt rückwärts mit Hülfe ihres Trichters; sie
athmen 30 bis 40 Mal in der Minute, wenn sie ruhig sind.
Bert hat Untersuchungen über die Physiologie von Sepia
officinalis angestellt, welche interessante Resultate liefern. Bas
Secret der Speicheldrüsen, der Wände des Coecum, der Leber und
des Pancreas sind sauer; das Blut färbt sich an der Luft blau,
was Yerf. auf die Absorption des Sauerstoffes der Luft schiebt; die
Archiv f. Nalurg. A'XXIV. Jahr§r. 2. Bd. I
130 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Herzcontractionen finden in der Folge ütatt, dass sich zuerst die
venösen Herzen, dann die Vorkammern des arteriellen Herzen und
darauf die Kammer desselben sich contrahiren, etwa 40 Mal in der
Minute; die Wassersäcke Delle Chiaje's, welche sich neben dem
Rectum öffnen, nehmen niemals Wasser auf, sie enthalten Harnsäure,
die wahrscheinlich von den Anhängen der grossen Yenen abgeson-
dert wird ; die Schale enthält Gas mit geringen Spuren von Kohlen-
säure und 2 bis 3°/o Sauerstoff, Die Sepien und die Loligo brauchen
ihre Saugnäpfe nur zum Ergreifen und Festhalten der Nahrung,
zur Locomotion nur, wenn sie auf dem Trockenen sind ; sie schwim-
men mittelst des Trichters, und steuern mit den Flossen. Es folgen
Betrachtungen über die Muskeln und Nerven. Yerf. hat zweimal
eine Umarmung oder Begattung gesehen, ohne nach der absicht-
lichen Trennung am Weibchen Spermatophoren gefunden zu haben.
Bei Sepia ist bekanntlich immer die Basis des linken Armes des
unteren Paares hectocotylisirt, Yerf. fand einmal den rechten
Arm hectocotylisirt. Die Ursache der schwarzen Farbe der Eier
konnte noch nicht entschieden werden. Die Sepien sind sehr
empfindlich gegen Strychnin , wenig gegen Curare. Yersuche
über ihr Absterben im süssen Wasser, in erhöhter Temperatur
u. s. w. machen den Schluss dieser Abhandlung. Memoires de la soc.
des Sciences phys. et nat. de Bordeaux Y. p. 115. Yergl. auch ib.
Extraits des proces-verbaux p. XYII und XXI.
Lockhart Clarke untersuchte die optischen Lappen des
Dintenfisches (Cuttle-fish). Proceed. Royal Soc. June 1866; Annais
nat. bist. 19 p. 59.
Mecznikow stellte Untersuchungen über die Entwicke-
lungsgeschichte von Sepiola an, wovon uns Claparede durch
einen Auszug aus der russischen Abhandlung Kunde giebt. (Biblio-
theque Universelle de Geneve ; Annais nat. bist. 20 p. 449. Die
Eier sind ganz durchsichtig, und brauchen zur Entwickelung 34
bis 35 Tage. Yerf. unterscheidet drei Perioden; die erste zur Aus-
bildung des Blastoderms braucht 10 Tage, die zweite, in der die
Organe auftreten, nur 5, die dritte zur allmählichen weiteren Ent-
wickelung der Organe 19 oder 20 Tage, und endet mit dem Aus-
schlüpfen. Schon am dritten Tage der ersten Periode theilt sich
das Blastoderm in zwei über einander liegende Lamellen, die Yerf.
die epitheliale und die parenchymatöse nennt. x\us der ersteren
entwickeln sich die allgemeine Körperhülle, die Knorpel, die Sin-
nes- und Yerdauungsorgane (mit Ausnahme des Pharynx) und der
Dintensack.) Die innere Lamelle giebt den Muskeln, dem Nerven-
system, dem Pharynx und dem Gefässsystem den Ursprung. Mit
Recht verwirft Yerf. die Analogie des Fusses der Cephaloj)horen
mit dem Trichter der Cephalopoden ; auch ist er der H ä c k e l'schen
der Mollusken während des Jahres 1867. 131
Hypothese entgegen, wonach die Pteropoden die nnmittelharen Vor-
gänger der Cephalopoden sind.
An der oceanischen Küste Frankreichs leben, zufolge eines
Verzeichnisses von PMscher im Journal de Conchyliologie p. 12
zwölf Cephalopoden, nämlich 1 Octopus, 1 Eledone, 2 Sepiola, 3
Sepia, 2 Loligo, 2 Ommastrephes, 1 Spirula.
E. V. Martens glaubt alle Arten der Gattung Argonauta
auf drei Typen zurückführen zu müssen, nämlich A. argo, tubercu-
lata und hians. Die Formen von tuberculata und hians möchte er
je als Varietäten einer Art auffassen; bei denen von argo ist dies
mehr zweifelhaft. Annais nat. hist. 20 p. 103.
Ilowell beschrieb zwei neue Cephalopoden in Amer. Journ.
of Conchology III. p. 239 : Loligo hemiptera pl. 13 aus dem Golf
von Mexico und längs der Küste von Florida, und Octopus filosa
pl. 14 von der Küste der Insel Santa Cruz.
Alpheus Hyatt erörterte den Parallelismus zwischen den
verschiedenen Lebensstufen des Individuums und denen der ganzen
Gruppe der Molluskenordnung Tetrabranchiata, Memoirs red before
the Boston Society of natural history being a new series of the
Boston Journal of natural history I. p. 193—209. Die Durchfüh-
rung ist recht interessant, gehört aber der Natur der Sache nach
mehr der Paläontologie an.
Ciasteropoda.
Pomatiacea. A. de Saint-Simon hat eine Abhandlung über
die Pomatias des südlichen Frankreichs veröffentlicht, Toulouse
1867. Er nimmt 8 Arten an, unter denen P. ^mense neu. P. cras-
silabrum soll nur vier Zahnreihen auf der Zungenmembran besitzen,
was wohl auf einem Irrthum beruhen möchte. Vergl. eine Anzeige
im Journ. de Conchyl. p. 343.
Cyclotacea. Cydotus Gassiesianus Crosse Journal de Conchyl.
p. 206. pl. 6. fig. 5 aus Cochinchina. — G. Fisclieri Hidalgo ib. p. 305.
pl, 8. fig. 3 aus Ecuador. — G. Wüllerstorßcmus Zelebor Verhandl.
zool.-bot, Gesellsch. in Wien p. 807 von den Nicobaren.
Auf seiner Pterocyclos japonica gründete Adams T&ine eigene
Gattung Goelopoma: Operculum elatum, conicum, concavum, cor-
neum, lamina spirali cornea instructum; testa subdiscoidea, late
umbilicata, peristomate simplici, superne subangulato. Die Art G.
jap>onicum ist Proc. zool. soc. p. 313. pl. 19. fig. 29 abgebildet.
Pterocyclos insignis Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 34
p. 278 aus den Shan-Staaten.
Spiraculum Beddomei Blanford Journ. Asiat. Soc of Bengal
1866 II. p. 31 von den Kimety Hills bei Waltair.
Gycloplwrus annamiticus Crosse Journal de Conchyl. p. 204.
lo2 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
pl. 6. fig. 6 aus Cochincliiiia. — C. Banlianus' v. Martens Preuss.
Expedition nach Ost-Asien p. 185 von der Insel Banka.
DiplommatinaGea. Blanford giebt Woodward Recht, dass
die Gattung Piectostoma Adams mit Opisthostoma übereinstimme,
und dass sie verwandt sei mit Diplommatina. Auch wird hierbei
angegeben, dass bei Diplommatina puUula die Augen seitlich am
Grunde der Fühler liegen wie bei Cyclophorus. Annais nat. liist. 19
p. 305. — Blanford bestätigt auch Journ. de Conchyl. 15 p. 98
das Vorhandensein eines Deckels bei Opisthostoma Fairbanki.
G u p p y bestätigt das Vorkommen von Diplommatina Huttoni
auf Trinidad. Er hat sie dort lebend gefunden, und Deckel und
Zunge untersucht; letztere verweist sie in die Familie der Cyclo-
jjhoriden. Annais nat. bist. 20 p. 95.
Diplommatina Mariei Crosse Journ. de Conchyl. p. 179. pl. 7.
fig. 6 von Neu - Caledonien. — B. paradoxa Crosse ib. p. 449 aus
Oceanien.
Tryon erklärt die Gattung Pupoidea Pease für identiscli mit
Palaina Semper. Amer. Journ. of Conchology III. p. 104.
Cyclostomacca. Cijdostomus (Tropidopliora) mauritlanus und C.
scaöer Adams Proc. zool. soc. p. 806. pl. 19. fig. 10, 11 von Mauritius.
^Ghoanopoma Humboldt iamim Pfeifier Malak. Bl. p. 150 von Cuba.
Ctenopoma Bryanti Pfeiffer Malak. Bl. p. 130 von denBahama
Inseln.
Cliondropoma Baiosoni Pfeiffer Malak. Bl. p. 166 von den
Bahamas. — Ch. cirratum Wright ib. p. 210 von Cuba.
Bealia costata von Tahaa und elongata von Raiatea Pease
Amer. Journ. III. p. 225.
Omphalotropis costellata und picturata Adams Proc. zool. soc.
p. 306. pl. 19. fig. 12, 13 von Mauritius. — 0. rudis v. Martens
Preuss. Expedition nach Ost-Asien p. 161. Taf. 4. Fig. 14 von den
Molukken.
TrUHCatellacea. TruncateUa scalarina Cox Proc. zool. soc.
p. 40 aus Südaustrahen. — T. pacißca Pease Amer. Journ. Conoh.
III. p. 230 von Oualan.
Taheitea pallida Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 229 von
Tahiti und Huaheine.
Ampullariacea. Saulea n. gen. Gray Proc. zool. soc. p. 1000
von Ampullaria durch die bunte Farbe und die papierdünne Schale
und Deckel unterschieden. S. vitrea von Sierra Leone.
Valvatacea. Hensche hat von Valvata naticina die Eadula
untersucht. Ihre Seitenplatten sind fast ganzrandig, kaum rudi-
mentär crenulirt. Sie kommt auch im Memelfiusse vor, und Verf.
glaubt, dass sie aus Ilussland sich eingebürgert habe. V. Menkeana
Jelski au.s dem Dnieper scheint dieselbe Art zu sein. Schriften der
Königl. Phys. ökon. Gesellsch. zu Königsberg VII. p. 101.
der Mollusken während des Jahres 1867. 133
Valvata planorhiiUna, exilis Paladilhe Revue de zool. p. 50.
pl. 21. fig. 23 -2G und fig, 27 — 30 aus der Umgebung des Lez.
Mörch erklärt Valvata Jelskii Crosse für den Jugendzustaud
von Lithoglyphus. Amer. Journ. of Conchology IIT. p. 106. — Dem
tritt Crosse entgegen Journal de Conchyl. p. 291.
Paludinacea. Paludina Umnaeoides SchrenJc Mollusken des
Amurlandes p. 619. tab. 26. fig. 2 — 6 aus dem Amur Strome. — P.
Spülmann Lea Proc. Philadelphia 1867 j)- 81 aus Alabama. — P.
naticoides Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 34 p. 274. pl. 9.
fig. 1 aus den Shan-Staaten.
Anthony hält Paludina scalaris Jay für eine gute Art. Amer.
Journ. of Conchology HI. p. 104.
Melantlio gihha Currier Amer. Journ. of Cochology III. p. 112.
pl. 6. fig. 3 aus Michigan.
BytMnia Baudoniana Gassies Actes Soc. Linn. de Bordeaux
t. 26 aus Südfrankreich. — ß. 7iassa Theobald Journ. Asiat. Soc.
of Bengal 34 p. 275 aus den Shan-Staaten.
William Blanford erörterte die Identität der Gattung
Optediceros Leith 1853 mit Assiminea und beschrieb folgende fünf
Arten, die auch in Holzschnitt abgebildet sind: Assiminea Cornea
Leith, suhconica Leiih, viarginata Leith, rotundaF&irhanik MS., und
riibella n. sp. aus dem Irawaddy Delta. Annais nat. hist. 19 p. 381.
Paladilhe über die Gattung Assiminea in Frankreich, Eevue
de Zoologie p. 33. Es w^ird eine neue Art A. gallica beschrieben
und pl. 20. fig. 1—6 abgebildet.
Gray machte eine Bemerkung über die Benennung von Assi-
minea Francesiae. Annais nat. hist. 20 p. 77.
Paladilhia conica Paladilhe Revue de zool. p, 48 aus dem Al-
luvium des Lez, pl. 20. fig. 10—15.
Lithoglyplms tricostatus und conicus Brot Journ. de Conchyl.
p. 68. pi. 1. fig. 4, 5 au£ Uruguay.
Hydrohia eiitre^ia und Ilahilliana Paladilhe Revue de zool.
p. 45. pl. 20. fig. 16 — 18 und fig. 19 — 21 in dem Alluvium des Lez
beimDorfe Castelnau. — H. ligurica pl. 21. tig. 20— 22 aus Ligurien,
etriisca pl. 21. fig. 14—16 von Florenz, Macei pl. 21. fig. 17—19 von
den Seealpen, Charpyi (pl. 20. fig. 7—9) aus dem Departement du
Doubs, lusitanica pl. 21. fig. 1—4 aus Portugal Paladilhe ib. p. 88.
Melaniacea. Melania tahitensis und luteola Frauenfeld Reise
der Novara 1. c. p. 8. tab. I. fig. 8 und 9 von Taiti.
Lithasia cyUndrica aus dem Coosa River und L. Wheatleyi
aus dem Cahaba River in Alabama Lea Proceed. Philadelphia 1866
p. 133.
Melanopsis Gassiesiana Crosse Journ. de Conchyl. p. 435. pl. 12.
fig. 7 von Neu-Caledonien.
Gray ist der Ansicht, dass die Species der Gattung Latiaxis
134 Troscliel: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
sich auf zwei, die von Faunus sich auf eine, und Melanatria eben-
falls auf eine reduciren lassen. Annais nat. bist. 20 p, 78.
Littorinacea. Littorina (3Ielaraplie) suhgranosa Frauenfeld
Keise der Novara 1. c. p. 9. tab. I. Fig. 10 von Madras.
Von Cremnobates Syhadrensis Blanf. hat Referent dies Ar-
chiv, p. 90 die Zunge untersucht, und konnte dadurch die nahe
Verwandtschaft mit Littorina bestätigen.
Risella Kielmannseggi Frauenfeld Reise der Novara p. 9. tab. I.
fig. 11 von Neuseeland.
Fossarina picta Adams Proc. zool. soc. p. 312. pl. 19. fig. 26
aus Japan.
Rissoacea. Rissoa picta Jeffreys Annais nat. bist. 19 p. 435
von Madeira. — E. Franenfeldi Schwarz von Mohrenstern bei Frauen-
feld Reise der Novara 1. c. p. 10. fig. 13 von Sidney. — R. semi-
costata und flammea Pease Amer. Journ. Conch. III, p. 296. pl.24.
fig. 32, 33 von den Carolinen.
Bissoina variegata, turricula, Smithi, cincta Angas Proc. zool.
soc. p. 113. pl. 13. fig. 19—22 von Port Jackson. — B. media Nico-
baren und Hanleyi Sidney Schwartz v. Mohrenstern sind bei Frauen-
feld Reise der Novara 1, c. p. 10 beschrieben. — T. costulata Pau-
motus, semiplicata Insel Howland, tenuistriata Paumotus, striatula
Paumotus Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 295. pl. 24. fig. 28—31.
Alvania oUvacea und salebrosa Schwarz v. Mohrenstern bei
Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 11. fig. 14, 15 von Sidney. —
A. novarensis und Stigmata Fi-auenfeld ib. p. 11. fig. 16, 17, letztere
von den Nicobaren.
Sahanaea flammea und incidata Frauenfeld ib. p. 12. tab. 18,
19 von Botany Bay.
Änahathron n. gen. Frauenfeld ib. p. 13 testa minutissima,
crassa, oblonga, scalariformis, imperforata, laevis ; apertura rotunda,
labrum productum, connexum. Operculum corneum. Ä. contahulata
fig. 20 von Botany Bai.
Setia atropurjmrea und nitens Frauenfeld ib. p. 13. fig. 21, 2^.
von Botany Bai.
Cingula Australiae Frauenfeld ib. p. 14. fig. 23 von Sidney.
Gyriscus Tiberi n. gen. Journ. de Conchyl. p. 303: testa
turbinata, conico turrita, umbilicata ; apex obtusus, vertice invo-
luto; anfr. rotundati, transversc cingulati; apertura subcircularis,
marginibus acutis , callo iunctis, columellari reflexo. Operculum
corneum, superne multispiratum, inferne processu styliformi prae-
ditum. Es ist nicht angedeutet, in welche Familie diese Gattung
gehört. G. Jeffreysianus von Sardinien.
Pyramidellidae. Turbonilla nitida Angas Proc. zool. soc. p. 112.
pl. 13. fig. 9 von Port Jackson. — T. elongata Pease Amer. Journ.
Conqh. III. p. 293. pl. 24. fig. 22 von Paumotus.
der Mollusken während des Jahres 1867. 135
Odostomia laevis und lactea Angas Proc. zool. sog. p. 112.
pl. 13. fig. ^0 und 11. — 0. striata Paumotus, polita Tahiti, rubra
Paumotus, rosacea Paumotus, gracilis Hawaii, dehilis Insel Howland.
Pease Amer. Journ. Conch. IIL p. 291. pl. 24. fig. 16-21.
Parthenia Pascoei und Kreffti Angas Proc. zool. sog. p. 112.
pl. 13. fig. 12, 13 von Port Jackson.
0 Scilla n. gen. Adams Proc, zool. sog. p. 310 testa solida,
ovata seu pyramidato-turrita, imperforata, anfractibus transversim
valde liratis, apertura ovata aut subquadrata, plica parietali valida,
transversa, mediana. Dahin Odostomia lirata und sulcata Ad., Mo-
noptygma cingulata Ad., Obeliscus annulatus Ad. und eine neue
Art. 0. circinnata aus Japan.
Die 1860 aufgestellte Gattung Jole nennt Adams nunmehr
Jolaea. "Er zählt dahin J. scitula Ad., Menestho sculptilis Ad.
und eine neue Art /. amahilis aus Japan. Proc. zool. soc. p. 310.
Styloi^tygma aurantiaca Angas Proc. zool. soc. p.ll2. pl. 13.
fig. 14 von Port Jackson.
Leucotina ^s(7ier Angas ib. p. 116. pl. 13. fig. 31 von Port
Jackson.
Eulimacea. Eulima venusta von Tahiti, exilis und inflexa von
Paumotus Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 294. pl. 24. fig. 24—26.
Putilla n. gen. Adams Proc. zool. soc. p. 312 verwandt mit
Eulima: testa turbinato-conoidalis, rimata. solida, apertura subqua-
drato-orbiculari, labio rectiusculo, incrassato, antice subeffuso, vix
dilatato. P. lucida pl. 19. fig. 25 aus Japan.
Leiostraca Samoensis Crosse Journal de Conchyl. p. 300. pl. 11.
fig. 3 von den Samoa-Inseln. >-
Mucronalia gracilis Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 295.
pl. 24. fig. 27 von Tahiti.
Styliferidae. Stylifer deformis Pease ib. p. 293. pl. 24. fig. 23
von Paum,otus.
Apicalia scitula Adams Proc. zool. soc. p. 308. pl. 19. fig. 18
von Borneo.
Cerithiacea. Cerithium gibbcrosum Frauenfeld Reise der No-
vara 1. c. p. 7. tab. I. fig. 7 von den Nicobaren.
Älaha phasianella Angas Proc. zool. soc. p. 113. pl. 13. fig. 18
von Port Jackson.
Colina pygmaea Adams Proc. zool. soc. p. 308. pl. 19. fig. 19
von Borneo.
FastigieUa squamuJosa Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 290.
pl. 24. fig. 15 von Paumotus.
Planaxis nicdbaricus Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 9.
tab. II. fig. 12 von den Nicobaren.
Turritellacea. TurriteUa (Torcula) caclata Mörch in Duuker's
Novitates conchol. p. 102. tab. 34. fig. 1, 2 von Guinea.
136 Tr ose hei: Berieht üb. d. Leist. in d. Naturgesehichte
Mathilda sinensis Fischer Journ. de Conchyl. p. 304. pl. 9.
fig. 3 von den Chusan-Inseln.
Caecidae. L. de Folin beschrieb 12 neue Arten der Familie
Caecidae im Journal de Conchyl. p. 44. pl. II. und III. : Caecum pliro-
nimum Haiti, ryssotihim Antillen, irreguläre Brasilien, paracloxum
Panama, uncinatum Panama, coronatum Jamaica, i??s?^;?e Jamaica, hreve
Jamaica, clava Guadeloupe, mirißcum San Miguel im stillen Meere;
BrocMna Someri Brasilien, achirona Brasilien.
Gapuloidea. Nachdem die berühmte Cuming'sche Conchjr-
liensammlung dem britischen Museum einverleibt ist, beabsichtigt
J. E. Gray über einzelne Gruppen Aufschluss zu geben, vmd be- '
ginnt Proc. zool. soc. p. 726 mit der Familie Calyptraeidae, Ein-
leitend hebt er manche Gründe hervor, die es zweifelhaft machen,
ob die vorhandenen Exemplare wirklich als die Originale der aus
der C u m i n g'schen Sammlung hervorgegangenen Beschreibungen
von neuen Arten sind, und hält eine kritische Revision für nöthig,
— Die Calyptraeidae, welche Verf. von den Capulidae getrennt hält,
werden in sieben Gruppen getheilt. 1. Trocliitina Schale co-
nisch, kreisförmig, spiral; Apex central, mehrere regelmässige Win-
dungen ; Nucleus spiral, Höhlung kreisrund, spiral mit länglich vier-
seitigem Munde. Gatt. Trochita Schum. mit 1 Art, Clypeola mit 3
Arten, temiis von Neu-Seeland neu, Trochella mit 2 Arten. — 2.
Gryptaina Schale länglich, Apex hinterwärts, mit einer Quer-
platte an der hinteren Seite der Höhlung, die dieselbe in zwei
Theile theilt. Gatt. Crepipatella Less. 3 A., Crypta Humph. 7 A.,
Garnotia Gray 1 A. — 3. Ergaeina Schale länglich, quer, depri-
mirt; Apex kaum vorstehend, hinterwärts, submarginal; Nucleus
deutlich; Höhlung erweitert, seicht, mit einer Querplatte von zwei
.Dritteln der Höhlung die beiderseits an der Schale angeheftet ist,
und eine strahlige Falte an der Unterfläche hat, die eine Rippe
bildet und in einer Concavität am Rande endigt; der Vorderrand
an der rechten Seite der Falte kurz, bildet einen tiefen Einschnitt,
an der linken Seite ausgedehnt und abgerundet, mit einem Einschnitt
am rechten Schalenrande. Gatt. Ergaea Adams 1 A., Noicia 1
neue Art N. chinensis. — 4. Mit r ellin a. Schale conisch, spfral,
Spira aus einigen schnell zunehmenden Windungen ; Höhlung co-
nisch mit wohl entwickelter subspiraler Lamelle an einer Seite, von
der Spitze, die einen umgeschlagenen Spindel rand hat, eine Grube
oder eine Rippe bildend. Gatt. Mitrella 4 A. sinnifera neu, Tro-
chilina 6 A., Poculina 3 A. — 5. Galer in a Schale conisch, sub-
spiral ; Höhlung einfach, conisch ; die innere Lamelle massig, schief,
unregelmässig, mit umgeschlagenem Spindelrande, eine schmale
verlängerte tiefe Randhöhle bildend. Gatt. Galerus Humphr. 2. A.
— 6. Disp oteana. Schale kreisförmig, regelmässig, conisch, sub-
spiral; Apex central, spitz; Nucleus spiral; Höhlung regelmässig.
der Molluskeu während des Jahres 18G7. 137
conisch, mit schiefer oder spiraler Ijamelle vom Apex, welche ver-
längert ist mit schwach umgeschlagenem Rande nahe dem Apex
der Höhle, oder kürzer^ schief, mit umgeschlagenem Spindelrande
einen mehr oder weniger tiefen und weiten becherförmigen Anhang
bildend. Gatt. Neleta 1 A., Trelania 1 A., Catillina 1 A., Dispotea
Adams 2 A., Crucibulum Schum. 5 A. — 7. CaUjptrina. Schale
conisch, subcircular; Apex central, spitz, Höhlung regelmässig, co-
nisch, mit einer gefalteten Platte an der Spitze der Höhlung, frei
von den Seiten; der P'uss des Thieres sondert eine Kalkplatte ab.
Gatt. Calyptra Humphr. 7 A.
Capulus violaceus Angas Proc. zool. soc. p. 114. pl. 13. fig. 23
von Port Jackson. — G. Uberatus Pease Amer. Journ. Conch. HI.
p. 284. pl. 24. fig. 2 von Paumotus.
Vanicoridae. Narica delicata Pease ib. p. 282. pl. 23. fig. 25
von Paumotus.
Neritopsis interlirata Pease ib. p. 282. pl. 23. fig. 26 von der
Insel Annaa.
Amathina nohilis Adams Proc. zool. soc. pl. 19. fig. 27 vom
Cap Notoro, Insel Saghalien.
Sigaretina. Am au r eil a n. gen. Adams Proc. zool. soc.
p. 311 gegründet auf Macrocheilus japonicus aber mehr verwandt
mit Amaura: testa parva, ovata, imperforata, alba, nitida, apice
submamiilato, apertura acuminato-ovata, labio arcuato, simplici,
subincrassato. A. glahrata und semistriata aus Japan.
Triviacea. Trima affinis Marrat Annais nat. bist. 20 p. 215
von Westindien.
Erato Schmeltzicma Crosse Journal de Conchyl. p. 301. pl. 11.
fig. 5 von den Yiti-Inseln.
Cassidea, Gassis Coronadoi Crosse Journ. de Conchyl. p. 64.
pl. 5. fig. 1 von Cuba.
Doliacea. Preyer hat den Speichel von Dolium Galea aufs
Neue untersucht, und die Zusammensetzung zwar qualitativ mit
der Boedeker'schen Analyse übereinstimmend, quantitativ etwas
abweichend gefunden. Verhandl. des Vereins der preuss. Rheinlande
und Westphalens 1866. Sitzungsber. der niederrheinischen Ge-
sellsch. pag. 6.
Auch Panceri und de Luca haben den Speichel von Do-
lium galea einer chemischen Analyse unterworfen. Rendiconto dell'
accad. di Napoli. Agosto 1867. Auffallender Weise vermissen sie
darin freie Chlorsäure. — In einer ferneren Mittheilung ib. Set-
tembre 1867 zeigen sie an, dass sie auch bei anderen Schnecken
freie Schwefelsäure in den Speicheldrüsen gefunden haben, nament-
lich bei Tritonium nodiferum, corrugatum, cutaceum, hirsutum, Cassis
sulcosR, Cassidaria echinophora, Murex trunculus, brandaris und
Aplysia cameius. Vergl. auch Anuales des sc. nat. VIll. p. 83,
1,38 Troscbel: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
BoUum japoniciim Dunker Novitates couchol, p. 104. tab, 35
und 36 aus Japan.
Tritoniidae. Bursa (Aimllon) proäitor Frauenfeld Reise der
Novara 1. c. p. 4. tab. I. Fig. 1 von St. Paul.
Toxog^lossa.
Gonoidca. Conus Blanfordianus Crosse Journ. de Conchyl.
p. 66. pl. 2. flg. 1 ohne Vaterlandsangabe.
Terebracea. Acus (Ahretia) bicolor und assimiUs Angas Proc.
zool. SOG. p. 111. pl. 13. fig. 7 und 8 von Port Jackson.
Pleurotomacea. Fleurotoma hicarinata Pease von den Kings-
mill Inseln ist Amer. Journ. Conch. p. 222. pl. 15. fig. 23 abgebildet.
BrilliaCoxi und ilie^caZ/ei Angas Proc. zool. soc. p. 113. pl.l3.
fig. 15, 16 von Port Jackson. — Br. lauta von Paumotus und exiZis
von Tahiti Pease Amer. Journ. Conch. p. 220. pl. 15. fig. 18, 19 von
Tahiti.
Clathurella zonulata Angas Proc. zool. soc. p. 113. pl. 13. fig. 17
von Port Jackson. — Cl. tumida, violacea. maculosa, canaliculata,
Pease Amer. Journ. Conch. p. 218. pl. 15. fig. 14—17 von Paumotus.
Baplmella cremüata, varicifera, curta Pease Amer. Journ.
Conch. p. 221. pl. 15. fig. 20—22 von Paumotus.
Cithara deciissata, brevis und daedalea von Paumotus und
paucicostata von Tahiti Pease Amer. Journ. Conch. p. 217. pl. 15.
fig. 10, 11, 13.
Mangelia splendida Adams Proc. zool. soc. p. 309. pl. 19.
fig. 309 aus Japan.
Rhachig^loiSjsa.
Yolatacea. Voluta Tissotiana Crosse Journal de Conchyl.
p. 195. pl. 6. fig. 1 unbekannten Vaterlandes. — V. Bückeri Crosse
ib. p. 444 aus Australien.
Fischer schrieb Journal de Conchyl. p. 349 über die Ana-
tomie von Lyria deliciosa. Er beschreibt auch die Mundtheile und
bildet die Radula ab, die mit den übrigen Voluten recht gut über-
einstimmt.
Marginellacea. Marginella Mariei Crosse Journal de Conchyl.
p. 177. pl. 5. fig. 2 aus Neu-Caledonien. — M. polita Insel Tarawa,
pacißca, pyriformis und paumotensis alle drei von Paumotus Pease
Amer. Journ. Conch. III. p. 280. pl.23. fig. 19—22.
Vol'varia (Volvarina) pusilla Adams Proc. zool. soc. p. 303.
pl. 19. fig. 1 von Mauritius.
Vohitella elongata Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 281 von
der Insel Fanning.
der Mollusken während des Jahres 1867. 139
Cylindra formosa PeaseAmer. Journ. Conch. III. p. 271. pl. 23.
flg. 1 von Ascension.
Fasciolariacea. Latirus squamosus Bakersinsel, gihhus Howland-
insel, granulosus Paumotus Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 278.
pl. 23. fig. 16—18.
Mitracea. Mitra Graeffi Crosse Journ. de Conchyl. p. 297
von den Samoa-Inseln. Bildet mit M. dichroa Adams et Reeve, in-
frafasciata Souv. und tricolor Montr. eine eigene Gruppe. — M.
(Caucüla) Strangei Angas Proc. zool. soc. p. 110. pl. 18. fig. 4 von
Port Jackson. — M. (Costellaria) nicobarica Frauenfeld Reise der
Novara 1. c. p. 7. tab. I. fig. 5 von den Nicobaren. — M. assimüis
Pease Amer. Journ. Conch. p. 211. pl. 15. fig. 1 aus Polynesien. —
M. flammulata Pease ib. p. 212 von den Sandwich - Inseln, — M.
sectiUs von Hawaii und glabra pl. 23. fig. 2 von Ascension Pease ib.
p. 271.
Mitropsis n. gen. PeaseAmer. Journ. Conch. p.211 testa
fusiformi, longitudinaliter plus minusve costata seu plicata; aper-
tura angusta ; labro dentato, superne sinuato ; columella plicata,
callo marginata. M. fusiformis von Paumotus pl. 15. fig. 2.
Aus dieser Familie beschreibt Pease (ib. p. 212) noch eine Anzahl
neuer Arten : Turricula modesta pl. 15. fig. 6, T. (Costellaria) for-
tiplicata pl. 15. fig, 3 und pUcatida fig. 4 von Paumotus, T. (Pusia)
nodulosa pl. 15. fig. 5, putillus fig. 24; Strigatella brunnea fig. 7 ; Thala
alba fig. 8 ; angiostoma fig. 9 von Paumotus. Ich habe die Gattungen
Turricula und Strigatella hier mit aufgeführt, obgleich sie einer
eigenen Familie angehören.
Fasacea. Fusus syrtensis Packard Memoirs Boston soc. I.
p. 288. pl. 7. fig. 13. — F. tenuiliratus ohne Angabe des Fundortes,
nodoso-pUcatus von Japan, Taeteli unbekannten Vaterlandes, Dunker
Novitates conchologicae p. 98. tab. 33.
Ponton erklärt Pyrula (Fulgur) perversa Lam. nur für eine
Varietät von Pyrula (Fulgur) carica Lam. Annais nat. bist. 20. p. 28.
lieber die Gattung Fulgur und seine Verwandten Hess sich
Gill vernehmen. Er zählt von Fulgur (Busycon) 3 lebende und
9 fossile Arten auf; den Namen Sycotypus wendet er auf Busycon
canaliculatus an, und zählt für diese Gattung 2 lebende und 7 fos-
sile Arten auf; die Gattung Tudicla enthält bekanntlich nur eine
Art. Amer. Journ. of Conchology III. p. 141.
Auch Conrad giebt ib. p. 182 eine Synopsis der Genera
Sycotypus Browne und Busycon Bolten. Er nennt von Sycotypus
3 lebende und 7 fossile Arten, von Busycon 6 lebende und 5 fos-
sile Arten, und ein Subgenus Sycopsis mit 7 fossilen Arten.
Cantliarus (Tritonidea) unicolor Angas Proc. zool. soc. p. 110.
pl. 13. fig. 2 von Port Jackson.
140 Troschel: Bericht üb. d. Leibt, iu d. Natiirgescliichte
Engina fusiformis Insel Howland, ovata desgl., Uiherculosa
Insel Baker, nodicostata Fauna otus, variahilis ebendaher, striata und
parva desgl. Pease Amer. Journ. Conch. III. pl. 273. pl. 23. %. 5—11.
Nassacea. JSfassa MorUti Crosse Journal de Conchyl. p. 445
ohne Angabe des Vaterlandes. — N. (Alectrion) intermedia Franen-
feld Reise der Novara 1. c. p. 5. tab. I. fig. 2 von Sidney. — N. ap-
proximata Südsee, gracilis Ascension Pease Araer. Journ. Conch. III.
p. 272. pl. 23. flg. 3, 4.
ColumboUacea. Golumoella (Mitrella) alhomaculata Angas Proc.
zool. soc. p. 111. pl. 13. fig. 5 von Port Jackson.
Aesopus ßosus Angüs ib. p. 111. pl. 13. fig. 6 von Port Jackson.
Olivacea. Mar rat beschrieb Annais nat. bist. 20 p. 213
zwölf neue Arten Oliva, nämlich 0. violacea, jamaicensis von Ja-
maica, poUta, piperata, faba Philippinen, hlanda, cylindrica Borneo,
ornata Nord- Australien, similis, pallida östliche Meere, ohlonga Cen-
tral-Amerika, tnmcata Cap.
OliveUa (CalUanax) simplex Pease Amer. Journ. Conch. III.
p.281-. pl. 23. fig. 24 von Paumotus.
Muricea. Troplion Hanlegi Xw^^'^Vroo. zool. soc. p. 110. pl. 13.
fig. 1 von Port Jackson.
Purpuracea. Purpura Barcinonensis Hidalgo Journ. de Conch.
p. 357. pl. 12. fig. 1 von Barcelona. — P. (Stramonita) neglecta Angaa
Proc. zool. soc. p. 110. pl. 13. fig. 3 von Port Jackson. — T. (Tha-
lessa) distinguenda Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 5. tab. I.
fig. 3 von den Nicobareu. — P. (Polytropa) tristis Frauenfeld ib.
p.6. tab. I. fig. 4 von Neuseeland.
Bicimda speciosa Dunker Novitates conchol. p. 100. tab. 33.
fig. 7, 8 von den Philippinen.
Sistrum striatum, affine, sqtiamosum von den Kingsmill-Inseln?
triangidatnm von Hawaii Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 276.
pl. 23. fig. 12—15.
Ptenoglossa.
Scalariacea. Scala (Opalia ?) Zelebori Frauenfeld Reise der
Novara 1. c. p. 7. tab. I. Fig. G von Neuseeland. — Scalaria per-
plexa und decussata von Hawaii, paiimotensis, crispata von Paumo-
tus, crenulata und symmetrica von Tahiti Pease Amer. Journ. Conch.
III. p. 288. pl. 24. fig. 10-14.
Crossea concinna Angas Proc. zool. soc. p. 911. pl. 44. fig^ 14
von Port Jackson.
Rhipidogloissa.
Helicinacea. Eine Anatomie von Helicina titanica verdanken
wir Isenkrahe. Dies Archiv p. 50 mit einer Tafel.
der Mollusken während des Jahres 1867. 14i
Helicina Zelehori Pfeiffer und H. DimJceri Zelebor Verhandl.
zool-bot. Gesellsch, in Wien p. 808 von den Nicobaren. — H. Baw-
soni und Bryanti Pfeiffer Malak. Bl. p. 165 von den Bahama-Inseln.
— H. discoidea von Tahaa, oceanica von den Kingsmill-Tnseln Pease
Amer. Journ. Conch. III. p. 226. ~ H.flavescens von der Insel Man-
gaia und ziczac von Oualan Pease ib. p. 228.
Ferenna n. subgen, von Helicina Guppy Annais nat. bist.
19 p. 260. pl. 10, flg. 1. Deckel dünn , suboval, concentrisch ge-
streift, Nucleus subcentrai; Schale wie Heliciua, deprimirt, Windun-
gen gefurcht und gekielt. Thier wie Helicina. P. lamellosa von
Trinidad. Verf. glaubt Helicina lirata Pfr. werde auch hierher
gehören.
Hydrocaenacea. Hydrocena pygmaea Gassies Journ. de Conchyl.
p. 63 von Neu - Caledonien. — H. coturnix Crosse ib. p. 181. pl. 7.
fig. 5 ebendaher. — H. Scherzen Zelebor Verhandl. zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien p. 807 von Taheiti.
NeritäCea. J. E. Gray Proc zool. soc. p. 995 benutzt den
Deckel zu einer Eintheilung der Gattung Catillus Humphr., Navi-
cella Lam., in drei Tribus : 1. Catillina. Deckel viereckig, der
hornige Theil länglich, quer, nimmt das breitere Ende ein, der
schalige Theil zweilappig, der Eandlappen spitz, linear; Schale el-
liptisch, Mund weit. Gatt. Catillus zerfällt in zwei Subgenera,
Catillus mit 14 Arten und Laodia mit 1 Art, Paria n. gen. mit
2 Arten. — 2. Stenopomina. Deckel länglich, schmal, der hornige
Theil dreieckig, vorn spitz, hinten abgerundet, der schalige Theil
mit zwei verlängerten Leisten am oberen Ende, die marginale in
einen Dorn auslaufend. Gatt. Stenopoma n. gen. mit 4 Arten. —
3. Orthopomina. Deckel länglich, der hornige Theil dreieckig,
der kalkige Theil oben verschmälert und abgerundet. Gatt. Ortho-
poma n. gen. Nach einem Deckel unterschieden, dessen Zugehö-
rigkeit nicht sicher ist.
Neritina Mauritiana Morelet Journ. de Conchyl. p. 440 von
Mauritius. — N. Mörchiana Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 14.
fig. 24 von Madras. — N. dispar Insel Roratonga, rudis Ponape,
rubida Tahiti Pease Amer. Jonrn. Conch. III. p. 285. pl. 24. fig. 3—5.
Nerita maciilata Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 286. pl. 24.
fig. 6 von Tahiti.
Trochacea. E. v. Märten s machte auf die Aehnlichkeit der
Jugendzustände von Trochus niloticus L. und Trochus maximus
aufmerksam. Sitzungsber. der Gesellsch. naturforschender Freunde
zu Berlin 1867 p. 5. — Dieser Gegenstand so wie die Erörterung
der Differenzen beider Arten sind Annais nat. bist. 20 p. 97 weiter
ausgeführt.
Trochus exilis, conoidalis und marmoreiis Pease Amer. Journ.
Conch. ni. p.286. pl.21. fig. 7— 9 von Pauraotus.
142 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Euclielus angulatiis Pease Amer. Joiirn. Conch. III. p. 283,
pl. 23. fig. 27 von der Insel Anuaa.
Gibhula Coxi Angas Proc. zool. soc. p. 115. pl. 13. fig. 26 von
Port Jackson.
Margarita campanulata Morse Memoirs Boston Soc. I. p. 284
aus Labrador.
Leucorhynchia n. gen. Crosse Journ. de Conchyl. p. 319.
pl. ll.fig. 4: testa perforata, polita ; anfr. pauci; apertura rotundata,
haud margaritacea; margo basalis una cum columellari rostrum
validum^ callosum^ supra perforationem emittens. Operculum rotun-
datum, corneum. multispirum, nucleo central!. L. caledonica von
Neu-Caledonien. Zu den Trochaceen gehörig?
Entropia (Tricolia) rosea und virgo Angas Proc. zool. soc.
p. 114. pl. 13. fig. 24, 25 von Port Jackson.
Gena laevis von Tahiti und rosacea von Paumotus Pease Amer.
Journ. Conch. III, p. 283. pl. 23. fig. 7, 28, 29 und pl. 24. fig. 1.
Schismope Ferriezi Crosse Journ. de Conchyl. p. 318. pl. 11.
fig. 7 von Neu-Caledonien.
Fissurellacea. Macroclüsma sinensis Adams Proc. zool. soc.
p. 312. pl. 19. fig. 28 aus Japan.
Semperia nov. gen. Crosse Journ. de Conchyl. p. 74. T.
conica, apice postice recurvo, antice fissa, fissurae forma inter Ki-
mulam, Emarginulam, Subemargiaulam et Clypidinam media ; in
statu jdvenili omnino emarginulaeformis, in adulto fissura extus ad
limbum marginis antici obliterata, rimulaeformi, intus in canalera
parviusculum desinente insignis. Dahin Emarginula emendataSow.,
Rimula elegans Desh. und eine neue Art S. Paivana pl. 2. fig. 2
von Madeira.
l^ocoglossa.
Fdtellacea. Lankester macht auf einige Punkte in der
Anatomie von Patclla vulgata aufmerksam, die er für noch unbe-
schrieben hält. Annais nat. hist. 20 p. 334. Eine Oeffnung an
jeder Seite des Kopfes in dem Winkel zwischen ihm und der Fuss-
sohle, die er Capito-pedal-Oeffnungen nennt, ist er nicht abgeneigt
für Genitalporen zu halten, da sie mit den Geschlechtsdrüsen in
Commuuication stehen. Ein Paar sehr grosse Speicheldrüsen sind
vorhanden. Der eigenthümliche Kropf gleicht dem Psalter der Wie-
derkäuer. Die Niere hat zwei Oeffnungen, eine an jeder Seite des
Afters.
Patella insignis Frauenfeid vom Cap und Frauenfeldi Dunker
von Madras bei Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 14. fig. 25
und 26.
der Mollusken während des Jahres 1867. 143
Gadinia conica Angas Proc. zool. soc. p. 115. pl. 13. fig. 27
von Port Jackson.
Ghitonidae. Lophyms smaragdinus , Onithocliiton rugulosus
und Tonicia Carpenteri Angas Proo. zool. soc. p. 115. pl. 13. fig. 28
— 30 von Port Jackson.
Pulinonata.
Erwin Newton sprach über die anatomischen Differenzen
einiger Species von Helices und Limaces. Qua rterly Journal of mi-
croscopial science 1868 p. 26.
Limacea. Limax arenarius Gassies Actes Soc. Linn. de Bor-
deaux 26 aus Südfrankreich. — L. niger Malziue 1. c. p. 59. pl. 3.
fig. 12, 13 aus Belgien.
Heynemann überzeugte sich von der Identität des Lima-
eus Breckworthianus Lehmann (Limax bicolor Selenka) mit Limax
variegatus Drap., den er aus Sidney in Australien erhielt, und der
weit verbreitet vorkommt. Malak. Bl. p. 131.
Fischer beschrieb eine neue Art Hyalimax Maillardi von
Isle de Bourbon Journal de Conchyl. p. 218. pl. X.
Eine neue Nacktschneckengattung Oopelta Mörch beschrieb
Hey nemann Malak. Bl. p. 190: Clypeus ovalis postice acutiusculus,
confertissime grosse granulosus, tertia antica parte libera; rima
respiratoria obliqua paulalum ante medium sita; testa interna nuUa;
abdomen obtuse carinatum, sulcis costalibus distantibus ; sulci in-
tertentaculares 2 approximati; fovea mucipara nulla; solea pedis
linea longitudinali obsoleta divisa, utrinque sulcis divergentibus sat
remotis; maxilla semilunaris laevis medio prominens. 0. nigropun-
ctata Mörch aus Guinea. Die Zungenmembran ist abgebildet.
Von der Gattung Georaalacus zählte M a b i 1 1 e die Arten auf,
deren er sieben annimmt. Davon sind neu G. Ändrewsi aus Ir-
land, Boiirguignati, Paladilhianus, Moitessieriamis, alle drei aus
dem Walde von Meudon bei Paris.
Vaginulus siamensis v. Martens Preuss. Exped. nach Ost-
Asien p. 68. pl. 5. fig. 3 aus Slam.
Helicea. Von Pfeiffer's »Monographia Heliceorum viven-
tium, sistens descriptiones systematicas et criticas omnium huius
familiae generum et specierum hodie cognitarum« erschien der fünfte
Band. Lipsiae 1868, 565 S. Ein reichhaltiger Nachtrag, der bis auf
die neueste Zeit alles zusammenträgt, was in die Heliceenfamilie
gehört.
Pfeiffer hat sich über die neueren systematischen Anord-
nungen der Helicaceen geäussert, Malak. Bl. pl. 1, 80 und 227. Er
geht die einzelnen Gruppen kritisch durch, welche v. Martens in
der zweiten Ausgabe von Albers Heliceen angenommen hat, und
144 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
legt seine in vielfacher Hinsicht abweichenden Ansichten nieder.
Er glaubt nicht, dass wir je zu einem abgeschlossenen unanfecht-
baren Systeme gelangen werden, hält es aber für eines Jeden Pflicht,
nach Kräften Bausteine zu dem ideellen Gebäude beizutragen. Ref.
hält ein natürliches System wohl für möglich, nur noch nicht er-
reicht, und namentlich muss jeder neue Gesichtspunkt, den bekann-
ten hinzugefügt, den Bau dem Ideale näher führen. Diese neuen Ge-
sichtspunkte sind aus der Anatomie zu erwarten, und werden erst
mit vollem Nutzen verwerthet werden können, wenn sie an zahl-
reichen Arten aller Gruppen bekannt geworden sind.
V. Martens hat in der Preuss. Expedition nach Ost- Asien
p. 173 die Kiefer von 15 Heliceeu-Arten, so wie die Zungenplatten
von 7 Arten abgebildet.
Testacellea. Farmella n. gen. Adams Proc. zool. soc.
p. 308. pl. 19. fig, 20: testa haliotidea, tenuissima, epidermide Cornea,
extra testam producta; splra plana, vertice laterali, anfr. paucis,
utimo maximo, apertura ampla. P. planata von den Fidschi Inseln.
Wahrscheinlich verwandt mit Parmacella.
Oleacina incisa Pfeiffer Malak. Bl. p. 198 von Cuba.
Cylindrella Swiftiana Crosse ist Journal de Conchyl. p. 200.
pl. 5. fig. 5 abgebildet. — C. Grosseana, Gassiesi und Tryoni Pfeif-
fer ib. p. 437 aus Mexiko. — C. macra Wright Malak. Bl. p. 210 aus
Cuba. — 0. (Urocoptis) Newcomhiana und irregiilaris Gabb Amer.
Journ. Conch. III. p. 237. pl. 16. fig. 3, 4 aus Nieder-Californien.
Vitrine a. Vitrina Sumichrasti Brot Journ. de Conch. p. 70.
pl. 4. fig. 2 aus Mexiko. — Das Thier dieser Art fand Fischer ib.
p. 213. pl. 10 so abweichend, dass er darauf eine eigene Gattung
Xanthonyx gründete, die er mit Crosse ib. p. 221 conchyolo-
gisch feststellte; testa imperforata, tenuissima, pellucida, subde-
pressa, inter Vitrinam et Simpulopsin media; spira brevis, obtusa,
vix prominula; anfractus pauci, rapide accrescentes ; apertura ampla,
subrotundata ; columella leviter incrassata, subopaca, albo-limbata ;
margine externo superne antrorsum dilatato. — Animal testa sua
multo majus, haud omnino inclusum, pede longo, postice acumi-
nato; orificium pulmoneum versus partem pallii mediam dextror-
sum situm ; flagellum longum ; maxilla arcuata, costata ; taeniola lin-
gualis dentibus basi subquadratis, inaequaliter bicuspidatis (dente
medio tricuspidato) instructa. Dahin werden gezählt ; Vitrina Sumi-
chrasti Brot, Simpulopsis Salleana Pfr., und Simpulopsis Cordovana
Pfr., alle aus Mexiko.
Vitrina auriformis Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal 1866
II. p. 36 vom Nilgiri Gebirge.
Nanina (Botula) conulus Adams Proc. zool. soc. p. 307. pl. 19.
fig. 16 von Ceylon. — N. sumatrensis Mousson bei v. Martens Preuss.
Expedition nach Ostasien p. 237 von Sumatra. - N. verticillata
(ier Mollusken während des Jahres 1867. 145
Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 228 von Moorea. — N. (Ario-
phanta) intumescens von Hindustan, N. (Hemiplecta) sisparica vom
Niigiri-Gebirge, N. (Macrochlamys) hehescens von Südindien, lixa
und infausta vom Anamullay Gebirge Blanford Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 1866. II. p. 32.
Helicarion raphiellus v. Martens Preuss. Expedition nach Ost-
Asien p. 69. Taf. 12. Fig. 9 aus Siam, — H. sutiiralis von den Mo-
lukken, lineolatus von Sumatra und Java, sericeiis von Timor v.
Martens ib. p. 183. Taf. 12. fig. 2, 4, 1 und Taf. 5. fig. 9.
Macrochlamys minima und perlucida Adams Proc. zool. soc.
p. 303. pl. 19. fig. 2 und 3 von Mauritius.
Trochomorpha partunda Angas Proc. zool. soc. p. 890. pl. 43.
fig. 13—15 von den Salomonsinseln. — Ti\ timorensis v. Martens
Preuss. Expedition nach Ostasien p. 248 von Timor.
Helicacea. Robertson untersuchte die Circulationsorgane
von Helix pomatia L. mittelst Injectionen verschiedener Art. Annais
nat. bist. 19 p. 1. Nach seiner Erfahrung geht das Blut aus der
Arterie in einen Plexus von Capillaren, welche reichlich über den
ganzen Körper verbreitet sind, und aus denen es in Venen mit beson-
deren Wänden übergeht, welche das Ganze zu einem grossen Sinus
neben dem Rectum führen. Von diesem Sinus geht das Blut zuerst
in die Capillaren des Lungensackes, der zwischen Rectum und
Niere liegt, und fliesst zuletzt vorwärts in den ganzen vorderen
Theil des Sackes, so dass alles Venenblut der Athmung unterworfen
wird, bevor es in das Herz zurückkehrt. Die Niere empfängt Blut,
welches vorher in den Lungencapillaren mit der Luft in Berüh-
rung war.
Gas sie s beschrieb das Thier von Helix constricta Boubee
im Journ. de Conchyl. p. 15.
Thomson beobachtete Helix fidelis Gray lebend. Amer.
Journ. of Conchol. III. p. 104. - Ebenso Tryon H. mormonum.
Ib. p. 104.
Nach Marie ist Helix inaequalis Pfr. lebendig gebärend. Ib.
p. 293.
Stearns berichtete über Helix Veatchii, die noch nach
sechs Jahren, seit sie eingesammelt war, lebte. Proc. California III.
Weber erzählt einen Fall vom Scheintode der Helix deserto-
rum. 32. Jahresbericht des Mannheimer Vereins für Naturkunde 1866
p. 147.
Daulte fand ein linksgewuudenes Exemplar von Helix ele-
vata. Amer. Journ. of Conchology III. p. 104.
Hidalgo lieferte eine verbesserte Diagnose von Helix cele-
bensis Pfr. Ib. p. 111.
Marie verbessert Helix Lombardoi Montr. in H. Lomhar-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. K
146 Tr ose hei: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
deaui, Helix Seisseti in H. Saisseti und Helix Lifuana in H. Li-
fouana. Journal de Conchyl. p. 17.
P e a s e taufte seine Helix sculptilis in H. fratercula um. Amer.
Journ. of Conchology III. p. 104. — Desgleichen Tryon seine H.
Bridgesii in H. Parkeri. Ib. p. 105. — Ebenso verändert Pfeiffer
Malak. Bl. Philippi's Helix andicola in H. Andium und H. Pazi in
H. Minviellei.
Helix volutella Gassies =^ Cabriti Gassies ist von Crosse
Journal de Conchyl. p. 315. pl. 11. fig. 2 abgebildet.
Helix Vieillardi Crosse et Marie Journ. de Conchyl. p. 58.
pl. 4. fig. 3 von Neu- Caledonien. — H. opaoana Gassies ib. p. 61
ebendaher. — H. Amori Hidalgo ib. p. 71. pl. 1. fig. 3 aus Ecuador.
— H. xantliochroa Crosse ib. p. 199. pl. 6. fig. 2 ohne Vaterlands-
angabe. — H. Saigonensis Crosse ib. p. 208. pl. 6. fig. 3 aus Cochin-
china. — H. Cardonae Hidalgo ib. p. 209 und p. 441. pl. 12. fig. 1
von Minorca. — H. Bigoti von der Insel Mayotfee und Mariei Crosse
von Neu - Caledonien ib. p. 210 und 312. pl. 11. fig. 1,442. pl. 12.
fig. 4. — H. aequatoriana Hidalgo ib. p. 307. pl. 8. fig. 2 aus Ecua-
dor. — H. Bevelierei Debeaux = H cyrniaca Dutailly Journal de
Conchyl. p. 308; Revue et Mag. de Zoologie 1867 no. 3 von Corsica. —
H. hrigantina Da Silva Mengo Jornal de sciencias math. phys. e natu-
raes de Lisboa II. p. 170, Journ. de Conchyl. p. 344 aus Portugal. —
H. Velascoi Hidalgo Journ. de Conchyl. p. 440. pl. 12. fig. 3 aus Spa-
nien 1500' ü. M. — H leiicolena Crosse ib. p, 447 von den Viti-
Inseln. — H. retipora Cox Proc. zool. soc. p. 39 aus Südaustralien.
— H. trisinuata v. Martens Preuss. Exped. nach Ost - Asien p. 50
von Hongkong. — H. (Plectotropis) intmnescens Java, H. (Fructicola)
leucopUoea Celebes, v. Martens ib. p. 263. Taf. 13. fig. 10 und p. 269.
Taf. 12. fig. 14. — H. Weyrichii Schrenck Moll, des Amurlandes
p. 669. tab. 26. fig. 11 — 13 von der Insel Sachalin. — H. Frauenfeldi
von den Nicobaren und Scherzeri von Gibraltar Zelebor Verhandl.
zool.- bot. Gesellsch. in Wien p. 805. — H lamproides Tasmania,
Hamiltoni Mount Wellington, diemensis Tasmania, WelUngtonensis
Mount Wellington, albanensis Port Albany, penolensis Südaustralien,
turriculata Queensland, avidorum Neu-Südwales, marcescens Neu-Süd-
wales, pachystyloides Cap York, mucosa Clarence River, pexa Neu-
Südwales, Cox Proc. zool. soc. p. 722. — H.revoluta Pfeiffer Malak.
Bl. p. 64 von den Andamanen. — H. Baimondii , huanucensis,
pellis colubri, Tschudiana, alsophila Philippi Malak. Bl. p. 65 aus
Peru. — H. Guyana Strobel Malak. Bl. p. 79 aus Peru. — H. Mil-
leri, Salvatoris von den Bahamas und H. subacuta von Jamaica
Pfeiffer Malak. Bl. p. 127. — H elegantula und subhyalina von Ve-
racruz, Henschei aus Neu- Caledonien , collaris unbekannten Vater-
landes Pfeiffer Malak. Bl. p. 196. — H consimilis Pease Amer
der Mollusken während des Jahres 1867. 147
Journ. Conch. III. p. 227 von Tahiti. — H. Stearns lana und Lölirii
Gabb ib. p. 235. pl. 16. fig. 1,2 von Nieder - Californien. - H. Vil-
ler siiMalzine I.e. p. 74. pl. 3. fig. 1 — 3 aus Belgien. — H. ansorinus
Theobald Journ. Asiat. Soc. of Bengal 34. p. 276 aus den Shan-
Staaten.
Campylaea Göbansi Frauenfeld Verhandl. der zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien 17 p.501. Taf. 12. Fig. 25-27 aus Südtirol. - G.
arcadica Frauenfeld ib. p. 777 aus Griechenland.
In der Gruppe von Helix Raspaili hat Dutailly vier neue
Arten unterschieden: H. Brocardiana, Homagnolii, onvphdlophora
und Cyrniaca von Corsicca. Revue de zool. p. 95.
Stylodonta (Erepta) rufocincta und Nevilli Adaras Proc. zool.
soc. p. 303. pl. 19. fig. 4 und 5 von Mauritius.
Geotroclms gamelia, eros, amhrosia, coxianus, mendana Angas
Proc. zool. soc p. 888. pl. 43 von den Salomons-Inseln.
Bulimiis Jimgairinoi Hidalgo Journal de Conchyl. p. 72. pl. 4.
fig 4. von Quito. — B. Mariei Crosse et Fischer ib. p. 187. pl. 7.
fig. 1,2 von Neu-Caledonien; auch w^ird B. pseudocaledonicus Mon-
trouzier ausführlicher beschrieben. — B. MabiUei Crosse ib. p. 197.
pl. 6. fig. 4 aus Columbien. — B. Memhielimis Crosse ib. p. 445 aus
Ecuador. — B. Mastersi Cox Proc. zool. soc. p. 39 aus Südaustralien.
— B. (Ämphidromus) emaciatiis v. Martens Preuss. Expedition nach
Ost-Asien p. 347. Taf. 20. fig. 7 von Java, B. (AmpJiidromus) appres-
sus Mousson ib. p. 353 von Java. — B. Hochstetteri Zelcbor Ver-
handl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 806 von Java. — B. crenellus,
cygneus, eurystomus, hamadryas, auris ratti, alsoplühis, morhidus,
tarmensis, Troscheli, tapadoides, serenus, ignohüis, Clienui, Trujülen-
sis^ delicatulus, miliaris, stigmaticus, Iserni Philippi Malak. Bl. p. 67
aus Peru. — B. canarius, peliostomus, productiis, scalarioides, nemo-
rensis Philippi ib. p.76. — B. (Borns) accelerans v. Martens Malak.
Bl. p. 137 aus dem oberen Gebiet des Amazonenstroms. — B. Lan-
daueri Pfeifter ib. p. 197 ohne Angabe des Vaterlandes. — B. spi-
rifer Gabb Amer. Journ. Conch. III. p. 236. pl. 16. fig. 5 von Nieder-
Californien. — B. trtitta Blanford Journ. Asiat. Soc. of Bengal
1866 II. p. 41 von dem Anaraullay-Gebirge.
Acliatina anamullica, Beddomei, textilis Blanford Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 1866 II. p. 37 vom AnamuUay-Gebirge.
lieber eine Monstrosität von Achatina fulica von den Seychel-
len vergl. V. Martens Sitzungsber. der Ges. naturforschender
Freunde zu Berlin 1866 p. 16.
Limicolaria Hidalgoi Crosse Journal de Conchyl. p. 446 aus
Afrika,
Orthai icea. Bulimulus (Ena) ptisillus Adams Vroc. zool. soc.
pl. 307. pl. 19. fig. 17 von Ceylon. — Ena etuherculata Frauenfeld
Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 777 aus Griechenland. —
148 Troschel: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
B. involutus v. Martens Malak. Bl. p. 63 aus Brasilien. — B. (Dry-
maeus) interpictus und B. (Thaumastus) chrysomelas v. Martens Malak.
Bl. p. 144 vom oberen Aniazonenstrom. — B. (Mesemhriniis) Gedlei
Adams Proc. zool. soc. p. 309. pl. 19. Fig. 21 aus Mexiko.
Pnpacea. Heynemann bildete die Zungen von Partula li-
rata imd Achatinella bulimoides ab, die er ausserordentlich verschie-
den fand. Malak. Bl. p. 146, Taf. 1.
Zwölf Arten der Gattung Partula, die P e a s e im American
Journal of Conchology II. p. 193 beschrieben hatte, nämlich P. tri-
lineata, elongata, gracüis, striolata, rustica, crassüdbrum, unibüicata,
vexillum, compacta, hüineata, simulans und variahüis sind ib. III.
pl. I abgebildet. — P. obesa unbekannten Vaterlandes, affinis und
lineolata von Tahiti Pease ib. III. p. 223, erstere Art ist pl. 15.
fig. 12 abgebildet. — P. assmüis Vesise ib. III. p. 230 von der Insel
Roratonga.
TorratelUna BJandiana Pfeiffer Malak. Bl. p. 198 von Trinidad.
CaeciUanella lactea Moitessier Revue de zool. p. 371 bei Mont-
pellier in dem Alluvium des Lez.
Crosse gründete in der Nähe von Caecilianella eine neue
Gattung Geostilhia testa imperforata, parva, fusiformi-cylindra-
cea, tenuis, hyalina; apex subito rotundatus, obtusissimus; anfractus
pauci; apertura elongato-pyriformis ; peristoma simplex, rectum, sub-
incrassatum, margine columellari intus lamina longitudinali, dia-
phana, nitida, truncaturam mentiente, basin haud attingente conso-
lidato, basali late rotundato. Animal iucognitum, moribus subter-
raneis praeditum. G. caledonica Journal de Conchyl. p. 186. pl. 7. fig. 6.
Stenogyra laxispira von Sumatra und arctispira von Java v.
Martens Preuss. Expedition nach Ost- Asien p. 373. Taf. 22. fig. 14, 10.
Bälea peruviana Philippi Malak. Bl. p. 78 aus Peru.
W. V. Vest hat »über den Schliess- Apparat der Clausilien«
in den Verhandl. des siebenbürgischen Vereins für Naturwissen-
schaften 1867 Studien gemacht und versucht die Gattung Clausilia
Drap, mit besonderer Rücksichtnahme auf die Mündungstheile zu
gruppiren. Er unterscheidet drei Hauptgruppen: 1. Clausilium in
zwei Lappen endigend, keine Mondfalte, drei bis vier Gaumenfalten.
Alopia Adams, Marpessa Moq., Triloba Vest. 2. Clausilium nicht
gelappt, Sförmig, Mondfalte vorhanden, 1 — 3 Gaumenfalten. Sici-
liaria Vest, Medora Ad., Albinaria Vest, Agathylla Ad., Cristataria
Vest, Herilla Ad. 3. Clausilium ganzrandig, 1 oder 2 Gaumenfal-
ten, Mondfalte meist vorhanden, Delima Hartm., Isabellaria Vest,
PapiUifera Hartm., Dilataria Vest, Phaedusa Ad., Uncinaria Vest,
Fusulus Fitz., Olympia Vest, Gracilaria Bielz, Pyrostoma Vest, Tri-
gonostoma Vest, Mentissa Ad., Iphigenia Gray, Idyla Ad., Strigil-
laria Vest, Alinda Ad., Nenia Ad.
Clausilia obesa v. Martens Preuss. Expedition nach Ostasien
der MoUaskcii während des Jahres 1867, 149
p. 380, CL Schwaneri Herklots ib. p. 382 von Borneo. — Gl. Wül.
lerstorfl Zelebor Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 806 von
den Nicobaren. - Cl. maUeolata und Baimondi Philippi Malak. Bl.
p. 194. Taf. 2 aus Peru. Vergl. eine Bemerkung von Pfeiffer ib.
p. 195.
Laciniaria Erberi Frauenfeld Verhandl. zool.-bot. Gesellsch.
p. 775 von der griechischen Insel Tinos.
Pupa (Älveurella) WoUastoni Lowe Annais nat. bist. 19. p.81
von Madeira. — P. brevis, CdldioeUi und modiolinus Morelet Jour-
nal de Conchyl. p. 439 von Mauritius. — P. Lincolnensis Cox Proc.
zool. soc. p. 39 aus Südaustralien. — P. (Pagodella) ventricosa Adams
ib. p. 304. pl. 19. fig. 6 von Mauritius. Das Subgenus Pagodella
hat folgende Charaktere: testa rimata, ovata, opaca; anfr. convexi;
apertura semiovalis, plicis parieta.libus 2 ; peristoma tenue, rectum,
vix expansiusculum, marginibus callo iunctis. - P. limensis Philippi
Malak. Bl. p. 75 aus Peru. — P. Müleri und Bryanti Pfeiffer Malak.
Bl. p. 129 von den Bahamas.
Vertigo tumida Westerlund Malak. Bl. p. 203 von Ronneby in
Schweden.
Ennea (Gulella) ynodesta Adams Proc. zool. soc p. 305. pl. 19.
flg. 9 von Mauritius.
Von ihrer Gattung Coeliaxis, die mehr Verw^andtschaft mit
Gibbulina und Ennea hat, als mit Subulina, geben Adaras und
An gas eine emendirte Diagnose : Testa umbilicata, turrita, oblique
costulata ; spira plerumque decollata ; apertura plica parietal! vel
tuberculo munita'^ peristoma continuum, simplex, rectum. Eine zweite
Art G. exigua von den Salomonsinseln wird beschrieben Proc. zool.
soc. p. 907. pl.43 flg. 16, 17.
Gibbus (Gibbulina) NeviUi und G. Gonidomus JSfewtoni Adiama
Proc. zool. soc. p. 304. pl. 19. fig. 7,8 von Mauritius.
Streptaxis Grossei und Paivana Pfeiffer Journal de Conchyl.
p. 43. pl. I. fig. 1,2 aus Brasilien. — St. Pfeif eri Zelebor Verhandl.
zool.-bot. Gesellsch. in Wien p. 806 von den Nicobaren. — St.
Deshayesianus und decipiens Crosse sind Journ. de Conchyl. p. 202.
pl. 5. fig. 3 und 4 abgebildet.
Succinea. Succinea Moittrouzieri Crosse Journal de Conchyl
p. 433. pl. 12. fig. 5 von Neu - Caledonien. — S. Wrighti Crosse ib.
p. 447 aus China. — S. stagnalis Gassies Actes Soc. Linn. de
Bordeaux 26 aus Südfrankreich. — S. obesa v. Martens Preuss. Ex-
pedition nach Ost-Asien p. 387 von Java. - S. peruviana Philippi
Malak. Bl. p. 78 aus Peru. — S. labiata Pease Amer. Journ. Conch.
III. p, 227 von B.aiatea. — S. colbeaiiiana Malzine 1- c. p. 62. pl. 2.
fig. 7, 8 aus Belgien.
Auricalacea. Marie beschreibt kurz die Thiere von Scara-
150 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
bus minor Gass. und Melampus Montrouzieri Souv. Journ. de Concliyl.
p. 293.
Melampus morosus, cinereus, sordidus, cassidulus Gassies Journ.
de Concliyl. p. 61 von Neu - Caledouien. — M. flexuosus Crosse ib.
p. 448 aus Australien.
Plecotrema Binneyi Crosse Journal de Conchyl. p. 448 aus
Australien. — P. exigua Adams Proc. zool. soc. p. 307. pl. 19. fig. 15
von Mauritius.
Cassidula parva Adams Proc. zool. soc. p. 306. pl. 19. fig, 14
von Mauritius»
Limnaeacea. Ed. v. Härtens hat die ostasiatischen Lim-
naeaceen bearbeitet. Malak. Bl. p. 211. Eine gute Yorarbeit zur
Berichtigung der Synonymie und schärferen Begrenzung der Arten,
Verf. nimmt 8 Planorbis, 2 Physa, 1 Amphipeplea, 4 Limnaeus an,
denen er die zahlreichen Arten der verschiedenen Autoren unter-
ordnet. Einige neue Arten werden aufgestellt.
Physa deformis Currier Amer. Journ. of Conchofcgy III.
p. 112. pl. 6. fig. 1 aus Michigan. — Ph. cernica Mordet Journ. de
Conchyl. p. 440 von Mauritius. — Ph. Phäippina v. Martens Malak.
Bl. p. 219 von Manila.
Bulinus Tryoni Currier Amer. Journ. of Conchology III. p. 112.
pl. 6. fig. 2 aus Michigan.
Ficinus fand bei mehreren Planorbis-Arten, nämlich bei PI.
Vertex, leucostoma, contortus, spirorbis und albus einen Kalkstachel
im Penis, der 0,14 bis 0,22 Mm. lang ist und in einen Widerhaken
ausläuft, der Länge nach durchbohrt, indem sein knopfförmiges
Ende das Yas deferens aufnimmt, das andere Ende vor der Spitze
wieder eine schlitzförmige Oeffnung sehen lässt. Er stellt ein Haft-
organ dar, das während der Copula den Uebertritt der Sperma in
die Vagina sichert. — Andere Arten, wie PI. corneus, marginatus,
carinatus, nitidus und complanatus haben keinen solchen Pfeil. —
Ueberhaupt bieten, nach des Verf. Untersuchungen, die Planorben
wichtige Differenzen in den Generationsorganen und es ist zu wün-
schen, dass Verf. bald seine Beobachtungen durch Abbildungen er-
läutert veröffentlichen möchte. Zeitschr. für die ges. Naturwissensch.
30. p. 363.
Planorbis Bourguignati, Paladühi Moitessier Revue de Zoo-
logie p. 423 aus der Nähe von Montpellier. - PI. limophüus We-
sterlund Malak. Bl. p. 204 von Ronneby in Schweden. — PI. infra-
lineatus v. Martens ib. p. 213 von Java. — PI. aberrans v. Mar-
tens ib. p. 215 aus China bei Shangai.
Limnaea techella Haldeman Amer. Journ. of Conchology III.
p. 194, pl. 6. fig. 4 aus Texas. — L. pervius v. Martens Malak. Bl.
p.221 aus China. — L. pseudostagnalis und linearis Malzine 1. c.
p. 94. pl. 2. fig. 5, 6 und pl. 3. fig. 6—9 aus Belgien.
der Mollusken während des Jahres 1867. 151
IVotobrancbiata,
Ein Verzeichniss der Nudibranchier der oceanischen Küsten
Frankreichs, welches Fischer Journal de Conchyl. p. 5 zusammen-
gestellt hat, zählt 7 Arten Doris, 1 Thecacera, 1 Aegirus, 2 Poly-
cera, 1 Tritonia, 1 Dendronotus, 2 Doto, 5 Eolis, 1 Fiona, 1 Cal-
liopaea, 1 Zephyrina. ferner 2 Elysia, 1 Limaj)ontia, 1 Actaeonia,
1 Pelta, zusammen 28 Arten.
Bert erklärt die Eückenanhänge der Eolis, wie Souleyet, für
Leberorgane, da sie sich durch Jod violett färben. An ihrer Spitze
findet sich eine kleine Tasche, die sich nach aussen öffnet, mit
Nesselorganen erfüllt. Mem. de Bordeaux V. Extr. des proces-ver-
baux p. XXII.
Costa stellte zwei neue Gattungen von Nudibranchiern aus
deÄ Golf von Neapel auf. Rendiconto delP Accad. delle sc. e math.
di Napoli VI. p. 136.
Caliphylla Corpus elongatum, angustum; tentacula duo fo-
liacea longitudinaliter convoluta; caput limbo labiali ampliato bi-
lobo; branchiae foliaceae, vasculares, numerosae, per totius trunci
iitrumque latus in varias series longitudinales irreguläres digestae ;
anus in latere dextero post orificia genitalia. G. mediterranea.
Nem acephala Corpus tritoniaeforme, caput margine antico
semicirculari sex-digitato, sive in appendices sex simplices, cylin-
draceas, tentaculiformes diviso ; tentacula ramosa, in vaginam tubu-
losam retractilia; branchiae arborescentes in dorsi utroque latere
unica serie longitudinali dispositae. N. marmorata.
CheMdoniira Adamsi Angas Proc. zool. soc. p. 116. pl. 13. fig. 32
von Port Jackson.
Operculatum aurantium Pease Amer. Journ. Conch. III. p. 287
von Hawaii.
Hypobrancliiata.
In Naturhistorisk Tidskrift af Schioedte lY. 2. p. 207—380 er-
schien als Fortsetzung von Bidrag til en Monograph af Pleuro-
phylliderne ved R. Ber gh (vergl. vor. Ber. p. 113) die zweite, ana-
tomische Abtheilung. Eine sehr gründliche Arbeit, in der die ein-
zelnen in der ersten Abtheilung charakterisirten Arten anatomisch
beschrieben sind, mit 5 Tafeln.
Pteropoda.
De Filippi sah eine Art Cleodora, die er in der südlichen
Zone fand, leuchten. Das Leuchtorgan lag an der Spitze der Schale.
Atti della Accad. di Torino L 1866 p. 605.
152 Troschel: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
Ägadina Gouldi und Stimpsoni Adams Proc. zool. soc. p. 309.
pl. 19. flg. 22 und 23 aus Japan.
Brachiopoda.
Terebratula Davidsoni Adams Proc. zool. soc. p. 314. pl. 19.
fig. 30 aus Japan.
Davidson hatte Gelegenheit wieder ein Exemplar von über
3 Zoll Länge von Waldheimia venosa Solander zu untersuchen,
das bei den Falkland-Inseln in einer Tiefe von 6 bis 7 Faden ge-
funden war. Es ist in Holzschnitt abgebildet. Annais nat. hist.
20 p. 81.
Lamellibranchiata.
Ponton gab in »Intellectual observer« IX. p. 53 Bemerkun-
gen über die Byssus der Muscheln.
Ueber die Byssus von Pecten varius schrieb Fis che r Journ.
de Conchyl. p. 107. Er wird sehr schnell gesponnen, die Thiere
können sich jedoch leicht davon ablösen.
Pectinacea*
OstreaCOa. Ein Aufsatz von B u c k 1 a n d über die Austern-
kultur, Report on the Cultivatiou of Oysters by natural and arli-
ficial methods, ist hier nachträglich zu erwähnen. Report 35. mee-
ting british assoc. advanc. of science Birmingham 1865 p. 2. Des-
gleichen Report 36 Nottingham p. 70.
Ostrea virescens Angas Proc. zool. soc. p. 911. pl. 44. fig. 13
von Port Jackson.
Arcacea. Area BroughtonU Schrenck Mollusken des Amur-
landes p. 578. Taf. 24. fig. 1 - 3 aus Japan. — Ä. cmgusta Dauker
Novitates conchol. p. 93. tab. 81. fig. 8— 10 von den Viti-Inseln und
A. insignis Dunker ib. tab. 31. fig. 11 — 13 unbekannten Vaterland(!S.
Barbatia mollis von den Fidschi-Inseln und B. Grayana aus
Indien Dunker Novitates conchol. p. 92. tab. 31. fig. 2— 4 und 5-7.
C^uclnacea.
Vnlsellacea. Nachträglich wird auf eine anatomische Unter-
suchung der Yulsellen von Vaillaut hingewiesen, die im Institut
1865 erschienen war. Verf. kommt zu dem Resultat, dass Vulsella
ein Verbindungsglied zwischen den beiden Gruppen der Malleaceen
bilde, von denen die eine eine Byssus besitzt (Avicula, Perna, Mal-
leus), die andere nicht (Vulsella^ Crenatula). Vergl. eine Anzeige
im Journ. de Conchyl. p. 459.
der Mollusken während des Jahres 1867. 153
Dreissenacea. Mörch kommt in Annais nat. hist. 19. p. 82
auf die Geschichte der Verbreitung von Dreissena polymorpha zu-
rück, veranlasst durch eine Bemerkung von v. Martens in seinem
Record of zoological Literature. Er bleibt dabei, Pinna fluviatilis
Sanders könne nur Dreissena gewesen sein. Diese Muschel ver-
danke wohl zum Theil seine schnelle Ausbreitung dem Handel, oder
vielleicht den Ponton-Trains der Armeen Napoleons ; aber er leugne,
dass ein Beweis von der Einschleppung an irgend einem Orte in
diesem Jahrhundert vorliege, insbesondere zwischen den Jahren
1824 und 1828.
Nach Besselich Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche
Forschungen zu Trier 1867 p. 72 ist Dreissena polymorpha seit 1861
auch in der Mosel gefunden.
Mab i He zeigte au, dass Dreissena fluviatilis nunmehr auch
im Rhone gefunden sei. Journ. de Conchyl. p. 109. — Fischer
giebt einige Daten über ihr Auftreten in Frankreich ib. p. 111.
Mytilacea. Mytilus (Aulacomya) janeirensis von Rio Janeiro
und M. ater von Neuseeland Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 16.
fig. 29, 30.
Moäiolaria harhata Angas Proc. zool. soc. p. 911. pl. 44. fig. 12
von Botany Bay.
LitJiophagus Schmidtii Schrenck Mollusken des Amur-Landes
p. 500. Taf. 21. fig. 4 — 7 aus der Meerenge der Tartarei.
Aotheriacea. Aetheria novogranatensis Schaufuss Sitzungsber.
der Isis 1865 p. 10 von Neu-Granada.
Najades. W. v. Vest über Margaritana Bonellii Fer. (Alas-
modonta compressa Mke.) in Verhandl. des siebenbürgischen Ver-
eins für Naturwissenschaften 1866. Verf. findet das Thier sowohl
von Margaritana wie von Alasmodonta verschieden, und gründet
darauf eine neue Gattung Microcondylea mit den Arten M. Bo-
nellii Fer. und lata Raf. Er giebt für die Unterscheidung der Gat-
tungen der Najaden folgende Uebersicht : A. Mantel hinten zwei
kurze Siphonairöhren bildend, Fuss zungenförmig, dick, Schale ge-
BchXo^s^nSp athidae. B. Mantel mit einer abgesonderten Kloaken-
öffnung, Fuss sehr lang, hutschwammförmig, Schale an beiden Enden
offen My cet oja oda. C. Manteb-and ringsum gespalten, Fuss dick,
Schale geschlossen Union idae. 1. Die inneren Kiemenblätter am
Bauchsacke angeheftet, äussere Kiemenblätter der ganzen Länge
nach an den Mantel angeheftet, f Schlosszähne, Seitenzähne 0, Alas-
modonta Say. 2. Die inneren Kiemenblätter nicht am Bauchsacke
angewachsen, frei. a. Kiemenblätter hinten nicht mit dem Mantel
vereinigt, Schlosszähne f, Seitenzähne obliterirt, Schale dick und
schwer, Margaritana Seh. b. Kiemenblätter ihrer ganzen Länge
nach mit dem Mantel v reinigt, a. Fuss höher als lang, Unterrand
desselben sehr kurz, Tentakeln bis | des Hinterrandes verwachsen,
154 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Kiemen fest und dick. Schale in jeder Klappe mit einem kleinen
Höckerchen, 0 Seitenzähne, Micro condylaea n. gen. ß. Fuss so
lang als hoch, Tentakeln bis zur Hälfte des Hinterrandes verwach-
sen, Kiemen zart, gitterartig, Schloss- und Seitenzähne 0, Änodonta
Cuv. y. Fuss länger als hoch, Tentakeln bis f des Hinterrandes ver-
wachsen, Kiemen fest, Schlosszähne f oder f, Seitenzähne f, Unio
Retz. — Diese Charaktere der Weichtheile erinnern an eine Ab-
handlung des Ref. im Archiv für Naturgesch. 1847 p. 257, die Verf.
wohl nicht gekannt hat; ebenso hat er die Angaben von Agassiz
im Archiv für Naturgesch. 1852 p.41 nicht berücksichtigt.
Contributions to Indian Malacology No. YII. List of species of
Unio and Änodonta described as occurring in India, Ceylon and
Burma by W. T. Blanford. Journ. Asiat. Soc. of Bengal. 1866 II.
p. 134. Es sind 29 Arten Unio aus Indien, 8 Arten aus Assam, 2
aus Ceylon, 8 aus Burma; und 3 Änodonta, eine aus Assam, zwei
aus Burma.
E. V. Märten s gab einen Ueberblick der Najaden des indi-
schen Archipels. Malak. Bl. p. 10. Durch Vereinigung mancher be-
schriebenen Arten, wozu ein reiches Material führte, wird die Zahl
der Arten sehr verringert. Verf. nimmt an: Änodonta exilis Lea
von Sumatra und Java und A. purpurea Val. von den Philippinen;
Alasmodonta Vondembuschiana L., mit der vielleicht auch A. cri-
spata Mouss. zu vereinigen sei; Unio superbus Lea, evanescens
Mouss. (mit javanus Lea, exilis Dkr., Mederiauus Küst., mutatus
Mouss., sumatrensis Lea), orientalis Lea (mit sumatrensis Dkr.), pro-
ductior Lea, plicatulus Lea, caudiculatus n. sp. von Borneo, und cu-
cumoides Lea.
Check List of the Shells of North-America. Unionidae by
Isaac Lea. Darin sind verzeichnet aus den vereinigten Staaten
515 Unio, 28 Margaritana und 62 Änodonta; aus Mexiko und Cen-
tralamerika 31 Unio und 8 Änodonta,
Im Journal of the Academy of natural sciences of Philadel-
phia VI. p. 5 — 65 sind 48 Unio, 6 Änodonta, 2 Monocondylea, 4
Spatha von Lea auf 21 Tafeln abgebildet. Alle waren schon früher
in Proc. Philadelphia aufgestellt.
Unio peculiaris, firmus, rugososulcatus, apprimus, locellus, par-
vus, acutirostris, ampullaceus, paraguayensis Lea Proc. Philadelphia
1866 p 33, sämmtlich aus Südamerika, — - U. siamensis, asperulus,
Pilatus, alle drei von Siam, evitatus von Bengalen, Strebelii aus
Mexiko Lea ib, p. 133. — U. Danielis Gassies Actes Soc. Linn. de
Bordeaux t. 26 aus Südfrankreich, — TJ. (Lampsilis) subtortus und
U. (Dysnomia) Lampreyanus Baird und H. Adams von Shangai in
Nordchina. Proc. zool. soc. p. 491. pl. 26. fig. 1, 2. — U. Zelebori
Frauenfeld Reise der Novara 1. c. p. 15, fig, 28 von Neuseeland. —
U. Bisselianus Bissers Pond Nord - Carolina, clinchensis Tennessee,
der Mollusken während des Jahres 1867. l55
Jewettii Florida Lea Proc. Philadelphia 1867 p. 81. — U. ahyssinicus
V. Martens Malak. Bl. p. 17 aus dem Tzana - See. — U. Lamhottei,
Bycklioltii, Bohianoi Malzine 1. c. p. 32. pl. 2 aus Belgien,
Margaritana columhensis Lea Proe. Philadelphia 1867 p. 81
aus dem Tombigbee River bei Columbus, Missouri.
Monocondylaea lentiformis und Pazii Lea Proc. Philadelphia
1866 p 34 aus Südamerika.
Anodonta Fazii Lea Proc. Philadelphia 1866 p. 35 aus Süd-
amerika. — A. suhcarinata Currier Amer. Journ. of Conchology
in. p. 113. pl. 6. fig. 5 aus Michigan. — A. Harlandi Baird und
H, Adams Proc. zool. soc. p. 492. pl. 26. %. 3 von Shangai. — A.
youconensis Lea Proc. Philadelphia 1867 p. 81 aus dem Quellgebiet
des Youcon im arctischen Amerika.
Conrad hält die specifische Unterscheidung von Pleiodon
Macmurtrii von P. ovatus Swains. American Journ. of Conchology
m. p.4.
Ästartacoa. Cyclocardia n. gen. Conrad. Amer. Journ. of
Conchology IIL p. 191 rund, gleichschalig, strahlig gerippt, mit rau-
her Epidermis bedeckt; Schloss mit zwei starken Zähnen in der
linken Schale, schief nach hinten gerichtet, der hintere verlängert
und schwach gekrümmt, der vordere Zahn der rechten Schale ru-
dimentär, Manteleindruck ganz. Dahin Cardita borealis Conr.
LeptonidaG. Lepton Adamsi Angas Proc. zool. soc. p. 910.
pl. 44. fig. 11 von Port Jackson.
Laseidae. KelUa Mac-Andrewi Fischer Journal de Conchyl.
p. 194. pl. 9, fig. 1 von Nord-Spanien.
Montacuta Gouldi Thomson Amer. Journal of Conchology III,
p. 33 von Bedford Harbor.
Ungulisacea. Mysia (Felania) Adamsi und Jacksoniensis
Angas Proc. zool. soc. p. 910. pl.44. fig. 9 und 10 von Port Jackson.
Lucinacea- Loripes assimilis Angas Proc. zool. soc. p. 910.
pl. 44. fig. 8 von Neu-Südwales.
Veneracea.
Cardiacea. Cardium helgicum Malzine 1. c. p. 26. pl. 1. fig. 5, 6
aus Belgien.
Cyrenacea. Cydas punctifera Guppy Annais nat. bist. 19 p. 160
von Trinidad.
Fisidium minimum Malzine 1. c. p. 30. pl. 3. fig. 10, 11 aus
Belgien. — P. angeliciim Rowell Proc. California III. von Angel
Island.
Veneracea. Römer setzte in den Malakozoologischen Blät-
tern seine kritische Uebersicht der Arten der Gattung Venus fort.
Das Subgenus Cryptogramma p. 20 zerfällt in drei Gruppen, a. testa
156 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliiclite
transversim riigosa, mit 4 Arten, b. testa transversim rugosa, lineis
longitudinalibus subdecussata 5 A., c. testa decussata 3 A. — Das
Subgenus Chione p, 28 hat die Sectionen : 1. Omphalodatlirum Klein
mit 52 Arten, 2. Leuloma Römer mit 27 Arten, 3. Chamelaea Klein
mit 7 Arten, 4. Ventricola Römer mit 15 Arten.
Sunetta Adelinae Angas Proc. zool. soc. p. 909. pl. 44. fig. 5
von Port Jackson.
Dosinia puella Angas Proc. zool. soc. p. 909. pl. 44. fig. 4 von
Botany Bay.
Tellinacea. Psammohia Fazi Hidalgo Journal de Conchyl.
p. 306. pl.8. fig. 4 ohne Vaterlandsangabe.
JDonax (Latona) granosus Frauenfeld Reise der Novara p. 15.
fig. 27 von Amboina.
Galatea truncata Dunker Malak. Bl. p. 206. Taf. 3. fig. 1—3
aus Guinea.
Fischeria curia Dunker Malak. Bj. p. 207. Taf. 3. Fig. 4 - 6.
Fischer unterschied vier "Varietäten von Syndosmya seg-
mentum Recl. Journal de Conchyl. p. 295.
Mactracea. Harvella pacißca Conrad Amer. Journ. of Con-
chology p. 192 von Panama.
Spissula catüliformis und doläbriformis Conrad Amer. Journ.
of Conchology III. p. 193 von Panama. — Sp. cretacea und producta
Angas Proc. zool. soc. p. 909. pl. 44. fig. 6, 7 von Port Jackson.
Pholadacea.
Tryon stellte ein Verzeichiiiss der recenten Mollus-
ken aus der Ordnung Pholadacea zusammen Amer. Journ.
of Conch. III. als Anhang zu Part 3.
Die Familie Pholadidae enthält zwei Subfamilien a) Phola-
dinae mit den Gattungen Pholas L. 4 Arten, Dactylina Gray 3 A.,
Monothyra Tryon 1 A., Xylophaga Turton 3 A., Talona Gray 1 A.,
Barnea Leach 9 A., Navea Gray 4 A., Zirphaea Leach 4 A. b)
Jouamietinae mit den Gattungen Pholadidea Turton 9 A., Parapho-
las Conrad 2 A., Penitella Valenc. 3 A., Jouannetia Desm. 5 A.,
Martesia Leach 13 A., Diplothyra 1 A., Schroeteria Tryon 1 A. —
Die Familie Gastrocliaenidae zerfällt in drei Subfamilien, a)
Gastrochaeninae mit den Gattungen Gastrochaena Spengler 3 A.,
Rocellaria Fleuriau de Bellevue 29 A., Cucurbitula Gould 1 A. b)
Bryopinae mit der Gattung Bryopa Gray 5 A. c) PenicüUnae mit
den Gattungen Brechites Guettard 5 A., Penicillus Gray 4 A., Foe-
gia Gray 4 A., Humphreya Gray 1 A. — In der Familie Teredi-
dae werden zwei Subfamilien unterschieden, a) Teredinae mit den
Gattungen Teredo 20 A., Nausitoria Wright 2 A., Uperotis Guet-
tard 1 A., Xylotrya Leach 7 A. b) Kuphinae mit der Gattung Kuphus
der Mollusken während des Jahres 1867. 157
1 A. — Die Familie Soleniäae, von Conrad bearbeitet, umfasst
die Gattungen Naviculina Benson 3 A., Siliquaria Schum. 11 A.,
Azor Gray 5 A., Mesopleura Conrad 3 A., Macha Oken 12 A., Sili-
qua Mühlf. 20 A., Cultellus Schum. 12 A., Pharella Gray 4 A., Pha-
rus Leach 2 A.^ Ensis Schum. 14 A., Solena Browne 3 A.. Solen
Linn. 37 A. — Die Familie Ma ctridae, ebenfalls von Conrad,
enthält in der ersten Subfamilie die Gattungen Rangia Desm. 5 A.,
Mulinea Gray 14 A., Mactra L. 5 A., Hemimactra Swains. 18 A.,
Harvella Gray 1 A., Mactrella Gray 2 A., Mactrinula 14 A., Trigo-
nella Da Costa 7? A. ; in der Subfamilie Liitrariinae die Gattungen
Heterocardia Desh. 3 A., Anatinella 3A., Coecella Gray 10 A., Raeta
Gray 9 A.. Labiosa Schmidt 5 A., Vanginella Gray 1 A., Zenatia
Gray 3 A., Lutraria Lam. 17 A., Eastonia Gray 1 A., Spisula Gray
25 A., Darina Gray 1 A., Schizothaerus Conrad 1 A., Tresus Gray 1 A,
Anatinacea. Älicia n. gen. AngasProc. zool. sog. p. 908. Hat
äusserlich viel Aehnlichkeit mit Periploma, aber das Ossiculum ist
gross und dreieckig wie bei Lyonsia; unterscheidet sich von beiden,
dass das Schlossband nicht durch vorstehende löffeiförmige Fort-
sätze gestützt wird und dass es senkrecht auf die Wirbel steht. A.
angiistata und elegantiila von Port Jackson pl. 44. fig. 1 und 2.
Thracia modesta Angas Proc. zool. soc. p. 908. pl. 44. fig. 3
von Port Jackson.
Solenacca. Solen Krusenstermi Schrenk Mollusken des Amur-
Landes p. 594. Taf. 25. fig. 9—12 aus Nord-Japan.
Siliqua californica Conrad Amer. Journ. of Conchology III.
p. 193 aus Californien.
Tuuicata.
Cynthia condylomata und placenta Packard Memoirs Boston
soc. I. p. 277 aus Labrador.
M'Intosh beschrieb ein neues Molluscoid aus der Nähe von
Pelonaia, ohne ihm einen Namen zu geben, und Pelonaia corrugata.
Report 36. Meeting Brit. Assoc. held at Nottingham. Transactions
of the Sections p. 75. - P. corrugata ist von demselben Annais nat.
bist. 19 p. 414. pl. 12 ausführlich beschrieben worden.
Crosse erörtert Journal de Conchyl. p. 100 die Synonymie
der Gattung Chevreulius Lacaze Duthiers, wie sie schon im Berichte
über das Jahr 1865 p. 279 besprochen ist. Ehrenberg's Namen
Rhodosoma wird die Priorität zuerkannt, Schizascus Stimps., Pera
und Peroides Macdouald, und Chevreulius Lacaze-Duthiers als Sy-
nonyme angeführt, und dann fünf hierher gehörige Arten aufge-
zählt, nämlich Chevreulius callensis Lac.-Duth. von Algerien, Rhodo-
soma verecundum Ehrbg. aus dem rothen Meer, Pera Huxleyi
158 T rösche 1: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte ct.
Macdon. aus der Südsee, Schizacus pellucidus und papillosus Stimps.
aus China.
Costa hat durch einige embryologische Beobachtungen an
Salpa pinnata die Ueberzeugung gewonnen, dass diese Art eine
eigene Gattung bilden müsse, der er den Namen Ehynchosalpa
beilegt. Eendiconto dell' Accad. delle scienze e matematiche di
Napoli V. p. 438.
Bericht über die Leistimgeu in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1807.
Von
Dr. (J. Hartlaub
in Bremen.
Wir Laben über ein an wichtigen Arbeiten und Er-
folgen ungewöhnlich reiches ornithologisches Jahr zu
berichten. Huxlcy's genialer Versuch die Vögel nach
den Verschiedenheiten gewisser 8chädelknochen zu klas-
sificiren, kann für die Zukunft unserer Wissenschaft nicht
minder bedeutungsvoll werden, als es diejenigen Bestre-
bungen sind, welche die doch überschätzte systematische
Bedeutung der Eischale auf ihren eigentlichen Werth, ihr
richtiges Maass zurückzuführen verstanden. Eine letzte
und endgültige Classifikation der Zukunft wird, wir wie-
derholen es, ihre Berechtigung und ihre Motive nur in
der Summe unserer höchst vervollständigten allseitigen
Kenntniss jeder einzelnen Art zu suchen haben und fin-
den. Wenn eine solche erschöpfende Kenntniss selbstver-
ständlich die psychischen Aeusserungen des Vogels, seine
Instinkte, seine Intelligenz in sich zu begreifen und mit
zu berücksichtigen haben wird, so wird dies sicher nicht
nach Maassstab der trostlosen Thierpsychologie Altum's
geschehen, wohl aber, und zwar einzig und allein, im
Sinne ernsthafter anatomischer und physiologischer For-
schung, die früher oder später auch die Functionen des
Vogelgehirns zu lokalisiren und zu deuten lernen wird.
160 Hartlaub: Bericlit üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Die Ray Society in London hat sich durch eine
gute üebersetzung von Nitzsch's „Pterylographie'^, de-
ren Bedeutung die rechte wissenschaftliche Anerkennung
zu lange versagt bh'eb, ein grosses und dauerndes Ver-
dienst erworben.
Dem dritten von A.Newton vorÖiFenth'chten orni-
thologischen Literaturberichte zollen wir fast noch naehr
als den beider früheren, unsere ganze Be^Yunderung und
Anerkennung. Wir wussten in der That kaum namhaft
zu machen, was diese Arbeiten etwa zu wünschen übrig
Hessen, und wenn wir auch nicht immer mit Newton's
Ansichten übereinstimmen, so gestehen wir ihm doch die
unbedingteste Competenz zu, und möchten diesen vortreff-
lichen Berichten gegenüber unseren eigenen nach voller
Ueberzeugung ein cedo maiori voransetzen. (P. 96: Edo-
liidae — P. 97: Dicruridae ?)
O d d 0 A r r i g 0 n i : La Storia dell' Ornitologia.
Capo L Atti Soc. Ital. Sc. nat. X. p. 136—144. Dieses
erste Capitae einer Geschichte der Ornithologie bespricht
Aristoteles, Plinius, ßelon und Gesner.
John Cassin's „Fasti ornithologici^ erweckt in
seiner dritten Nummer, die von Wilkes redigirte ;,En-
cyclopaediaLondinensis" (1795 — 1829) zu erneuter Kennt-
nissnahme. Wir werden indessen dabei beharren , die
hier für viele Arten von einem Anonymus zuerst aufge-
stellten lateinischen Namen einfach zu ignoriren. Dies
gilt unter Anderem für Levaillant: Proceed. Ac. N.
Sc. Philad. 1867. p. 212— 221. (Ibis 1868. p. 231.)
Cabanis' „Journal für Ornithologie^ und New-
1 0 n's „Ibis^ haben glücklicher Weise keine Unterbrechung
erfahren. Beide Schriften fahren fort den Schatz ornitho-
logischen Wissens zu bereichern.
Dasselbe gilt von den „Procecdings^ der zoologischen
Gesellschaft zu London. Wenn man die imposante Reihe
dieser zu immer stärkerem Umfange anschwellenden 37
Bände einmal wieder durchsieht, so kann man sich der
Ueberzeugung nicht verschliessen^ dass kein Journal zur
der Vögel während des Jahres 1867. 161
Förderung der Zoologie auch nur annähernd so viel bei-
getragen als eben dieses.
P. L. Sclater: „List of vertebrated animals living
in the gardens of the Zoological Society." edit. IV. 200 S.
721 Vögel-Arten.
Der ornithologische Theil von dem, was Wallace
in seinem Aufsatze betitelt: „Mimicry and other protec-
tive resemblances among aniraals" im Westm. Rev. 1867.
p. 1 — 43 sagt, ist nicht neu und wurde bereits in den Pro-
ceed. Z. S. veröffentlicht.
Th. H. Huxley: „On the Classification of Birds
and on the taxonomical value of the modifications of
certain of the cranial bonos observable in that class."
Proceed. ZooL Soc. p. 415. In dieser gründlichen und
ausführlichen Arbeit eines eminenten Gelehrten wer-
den drei Ordnungen der Vögel eingehend charakte-
risirt: 1) Saururae^ nur Archacopteryx enthal-
tend und den Amphibien sehr nahe stehend; 2) Uati-
tae Merr., die straussartigen Vögel und 3) C arinatae
Merr. Diese zerfallen nach der Lagerung der das Pala-
tum bildenden Knochen in vier Abtheilungen: Dromaeo-
g7iathi, eigentlich nur die Gattung Tinamus umfassend;
Schizognathi, in sich begreifend die Gallinae, die
Mehrzahl der Grallae und Natatores; D esmo gnathi,
umfassend die nicht schizognathen Grallae und Natatores,
die Accipitres, Scansores, die Mehrzahl der Fissirostres,
die Syndactyli und üpupa; und Ae githognathi] in
der Mitte stehend zwischen Schizognathi und Desmognathi
und die eigentlichen Passerinen umfassend. Die Dro-
maeognathi enthalten also nur die Tinamiden; die Schi-
zognathen zerfallen in Charadriomorphae, Geranomorphae,
Cecomorphae , SpheniSGomorphae , Alectoromorphae und
Peristeromorphae und werden sämmtlich von Huxley
charakterisirt. Die Desmognathen lassen sich theilen in
Chenomorphaef Amphimorphae^ Felargomorphae. Dysporo-
morphae, Altomorphae, Psittacomorphae, Coccygomorphae
und Celeomorphae (Spechte). Die Aegithognathae zer-
fallen in Cypselomorphae und Coracomorphae. Sie ent-
sprechen denVolucres Sunde vall's. Zahlreiche Figu-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. L
162 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
ren in Holzschnitt dienen zur Erläuterung dieser ausge-
zeichneten Arbeit. Von einer Critik derselben kann un-
sererseits keine Rede sein. Wir betrachten sie, wie schon
gesagt, als einen der wichtigsten und interessantesten
Beiträge zu einer Classification , einem Systeme der
Zukunft.
Rudolf Blasius: lieber die Bildung, Structur und
systematische Bedeutung der Eischale der Vögel. In-
auguraldissertation. Leipzig 48 Seiten mit 2 Kupfertafeln.
Eine fleissige Arbeit, auf deren Wichtigkeit gewissen un-
begründeten Ansprüchen gegenüber nicht ernsthaft genug
hingewiesen werden kann. Die Eischale des Vogels zeigt
in der Structur ihrer Schichten bei einer und derselben
Art nicht ganz constant Uebereinstimmendes. Dabei lässt
sich ein gewisser gemeinsamer Typus bei Eiern einer
und derselben Art nicht verkennen. Man kann schliess-
lich der inneren Structur der Eischale kaum einen grös-
seren systematischen Werth zuschreiben als den äusseren
macroscopischen Eigenschaften des Ei's, und die Oologie
wird, auch durch dieses neue Element verstärkt, keinen
besseren Anspruch wie bisher auf Unterstützung der sy-
stematischen Ornithologie machen dürfen.
Forstmeister Wiese schrieb sehr instructiv über
die Abänderung in der Färbung der Vogeleier. Caban.
Journ. f. Orn. Heft 2.
A. Newton: Ueber seltnere Eier. Proceed. Zool.
Soc. p. 161. Bctritl't Elanoldes furcatus, Nucifraga caryo-
catactes, Didunculus strigirostris, Opisthocomus crlstatus,
Tringltes rufescens, Tringa minutilla, Phalaropus fulica-
rius, Totanus flavipes, Larus Ichthyaetos, Mareca ameri-
cana, Fullgula affinis, Oedemla perspicillata, Mergus cu-
cullatus. Abgebildet sind die Eier von Phalaropus, Nuci-
fraga, Tringa minutllla, Tringltes, Totanus flavipes, Di-
dunculus und Opisthocomus.
Harry Seeley. An Epitome on the evidence, that
Pterodactyles are not Reptiles but a new subclass of ver-
tebrate animaFs allied to BIrds (Saurornia). Ann. Mag.
N. H. p. 321— 331.
Note on some new genera of fossil birds in the
der Vögel während des Jahres l8G7. 165
Woodwardian Museum. Ann. Mag. N. H. p. 109. Ptenor-
nis und Macrornis sind zwei Formen der Tertiärzeit;
Pelagornis wird eine Gruppe fossiler Vögel aus dem
Cambridge Greensand genannt.
C. Hitchcock: ^Description of a new Reptilian
Bird." Tarsodactylus expansus, from the trias of Massa-
chusetts. Ann. Lyc. N, Y. 1866. p. 301.
C. Millett: Etudes sur les oiseaux voyajeurs et
migrateurs et sur les moyens de les proteger. Bullet.
See. Imp. d'Acclira. 1866. p. 272 — 282. Seltsam genug
wird vorgcsshlagen, Wandervögel durch verschiedentlich
gefärbte Fäden zu zeichnen, um dadurch ihre Bewegun-
gen controlliren zu können.
G. Jäger: Thiergeographische Studien, Behandelt
den Sperling, die Schwalbe und den Storch. Der Haus-
sperling sei ein Einwanderer aus Nordasien. Man treffe
ihn da wild, wo Weizen und Gerste wild angetroffen
wurden, zwischen dem schwarzen und dem caspischen
Meer. Wie der Sperling zum Ackerbau, so stehe die
Schwalbe zur Viehzucht. Ihre Einwanderung falle zu-
sammen mit dem Einzüge viehzuchttreibender Stämme
u. s. w. (Ausl. 1867. p.248).
Victor Fatio: „Des diverses modifications dans
les formes et la coloration des plumes.^ Mem. Soc. de
Phys. et d'hist. natur. de Geneve XVIII. p. 249— 308.
pl. 1— 3. (Bullet. Soc. Orn. Suisse 1866. p. 94— 98.) Ziem-
lich eingehend und nicht unwichtig.
G. V. Frauenfeid: „Ueber Farbenabänderungen
von Vögeln In der Sammlung des Herrn Julius Fin-
ger^ Aufzählung zahlreicher Albino's. (Verb, Zool.-botan.
Gesellsch. in Wien.)
V. V. Tchudi: „Beiträge' zur Farbenveränderung
der Vögel von Weiss und Schwarz.^ Ibid.
T. C. Eyton: Osteologia avium, or, a sketch of
the Osteology of Birds. Wellington 1867. 4. 229 pag. Jetzt
vollendet in 14 Theilen. Behandelt 450 Arten, lieber
100 Kupfertafeln.
A. Mllne Edwards: Recherches anatom. et pa-
laeontol. pour servir a l'hist. des oiseaux fossiles de la
164 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
France. Livr. 1 — 17. Der Verfasser entwickelt seine An-
sichten über die Osteologie der Vögel. Die Kupfertafeln
prachtvoll.
W.K.Park er: On some fossil birds from the Zeb-
bug-cave, Malta. Transact. Z. S. VI. p. 119. pl.30.
C. L. Nitzsch's Pterylographie hat W. S. Dallas
übersetzt und Sclater herausgegeben. (Ray Soc.) Fol.
181 S. 10 Kupfertafeln. Höchst verdienstliche Arbeit.
W. H. Drosier: „On the Function of the air-cells
and the mode of respiration in birds. Ann. Mag. N. H.
1866. p. 3 13.— 316. Vergl. Ncwton's Bericht p. 66.
R. Dieck: „De sterno avium. ^ Diss. inaug. Halle.
31 S. Beobachtungen an 115 Arten.
J. R. Jones: ;,The Naturae History of Birds, apo-
pular introduction to Ornithology.'^ London 12.
Von Schlegel's Museum d'Histoire naturelle des
Pays-Bas erschien eine 9. Lieferung, die Anseres, Cora-
ces und Urinatores enthaltend. Von Anseres zählt die
Leidener Sammlung 1085 Exemplare in 91 Arten, von
Coraces 1417 und von Urinatores 371 Exemplare. Wir
sehen der Fortsetzung dieser überaus nützlichen Arbeit
mit Verlangen entgegen.
Elie deBeaumont: „Notice sur les travaux scien-
tifiques de son Altesse, le Prince Charles Lucien Bo-
naparte. ^ Paris 1866. 8. Es werden 47 ornithologische
Publicationen namhaft gemacht.
Anticipirend und nur kurz soll hier eines Buches
gedacht werden , dem gegenüber man sich gedrungen
fühlt, die eigene Ansicht nicht zurückzuhalten. Es ist
dies das Buch: „Der Vogel und sein Leben^ von Dr. B,
AI tum. Ein guter Kenner der vaterländischen Vögel
und geübter Beobachter in der freien Natur, hat AI tum
auch in diesem Buche manche hübsche Beobachtung aus
dem Haushalte derselben niedergelegt. Was aber die
Hauptsache anbetrifft, die Idee, Vielehe den Vogel zur
seelenlosen, nicht selbst handelnden, sondern nach hö-
der Vögel während des Jahres 18G7. 165
Leren Gesetzen zu ganz bestimmten Lebensäusserungen
veranlassten Maschine erniedrigt , so darf der Verfasser
schwerlich auf Sympathie hoffen bei denen, die sich, wie
Ref., ohne Scheu zu D arwin'schen Ansichten bekennen,
und die für das Gehirn des Vogels dieselbe physiologi-
sche Bedeutung und Würdigung in Anspruch nehmen als
für das nur complicirter und vollkommner construirte
des Menschen. Wohl ist es schwer zu definiren, wo der
Instinct endet und wo die Intelligenz anfängt. Wenn man
aber mit Coudereau als Instinct definirt, die jedem Ge-
schöpfe innewohnende specielle Fähigkeit seine Bedürf-
nisse zu befriedigen, so kann man immerhin mit ihm als
Intelligenz die Fähigkeit bezeichnen, ^ vermöge welcher
das Thier, indem es von seinem Willen Gebrauch macht,
zwei oder mehrere individuelle Instincte zu combiniren
vermag, um ein Bedürfniss zu befriedigen, dessen es sich
bewusst ist. In diesem Sinne scheinen denn, wie auch
Toussenel bemerkt, Thiere oft instinctmässig zu han-
deln, wo doch in der That Intelligenz sie leitete. Wir
verweisen auf den vortrefflichen Aufsatz Coudereau's
„Ueber Intelligenz und deren Verwandtschaft zu Instinct^
in den Bulletins der anthropologischen Gesellschaft zu
Paris. (The AnthropoL Review Nr. 23. p. 399.)
Europa.
Von Degland's „Ornithologie Europeenne" er-
schien unter Gerbe's Betheiligung eine zweite Aus-
gabe mit zahlreichen Veränderungen und Berichtigungen.
Die Schwäche, allerlei zufällige Gäste den Vögeln Europa's
beizählen zu wollen, ist noch nicht überwunden. So
begegnen w^r doch wenigstens auf dem Papier Heliaetos
leucocephalus, Nauclerus furcatus, Otogyps auricularis,
Telephonus tschagra, Serinus pusillus, Procne purpurea,
Coccygus americanus, Ardeola Sturmii, Ibis sacra u. s. w.
Wie wenig im Ganzen das Werk auf der rechten Höhe,
zeigt z. B. der Artikel über Alca impennis, von dem nir-
gends gesagt wird, dass er ausgestorben oder doch dem
166 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Aussterben nahe sei. ^Habite le Groenland, la mer de
Baffin etc."
A. Fritsch: Naturgeschichte der Vögel Europa's.
Schreitet langsam vor. Ein Werk, für welches wir uns
nun einmal nicht besonders lebhaft interessiren.
Zu Bädeker's ^Eier der europäischen Vögel" er-
schien noch eine Supplementlieferung mit nachträglichen
Berichtigungen und Zusätzen zum Text. Keine Kupfer.
Auf der ersten und zweiten Tafel von Eugenio
Bettoni's: Storia naturale degli Uccelli che nidificano
in Lombardia etc." sind die Eier von 35 Arten abge-
bildet.
J. A. H. Brown: „Extracts from a Journal of a
Nesting-Tour in Sutherland in 1867." Zoolog, sec. ser.
p. 851.
Howard Saunder's ^A Birds nesting-Trip to the
North of Ireland." Zool. soc. ser. p. 609.
Carl Agardth We sterlund: Skandinavisk Oologi.
Udbredning, Bo och Aegg af Soeriges or Norges Foglar
jemte Ornithologisk Exciirsions- Fauna. Stockh, 1867.
p. 250. Sahen wir noch nicht.
Von Gould's Prachtwerk: ;,The Birds of Great
Britain" sahen wir part. 9 und 10.
Henry Stevenson: The Birds of Norfolk, 2 vol.
Mit einer colorirten Tafel von Wolf. Wird sehr ge-
rühmt. „The most meritorious book of the kind."
J. E. Harting: „The Birds of Middlesex, a con-
tribution towards the Natur. History of the county" ] vol.
Behandelt 225 Arten und wird gelobt als anspruchloses
und sehr lesbares kleines Buch.
A. Cr ichton „A Naturalist ramble to the Orca-
des." London. Ein Bändchen von 132 S. und dem Haupt-
inhalte nach ornithologisch. Von nur geringer Bedeutung.
Robert Gray's „List of the Birds of Loch Lo-
mond." Bildet einen Anhang zu Kiddie's Guide-book.
Nennt 111 Arten. Sterna Dougalli brütet beschützt auf
Juch Moin.
W. K. Bullmore: Cornish Fauna, a short account
der Vögel während des Jahres 1867. 167
of all the animals etc. Truro 1867. Das Ornithologische
auf S. 7-45.
William P. Turnbull: „The Birds of East Lo-
thian and a portion of the adjoining counties." In Glas-
gow für Privatcirculatlon gedruckt. 48 S. Behandelt
235 Arten.
Blake-Knox schreibt im ^^Zoologist" über die
Vögel der Grafschaft Dublin, deren Ankunft und Fort-
zug u. s. w.
.Cecil Smith: „List of Birds observed during a
six weeks summer visit to the Channel Islands, exclusive
of Yersey.'^ Zoolog, p. 447—453. Hat 68 Arten.
L. Lloyd: „The Game birds and wild-fowl of Swe-
den and Norway etc." Mit einer Karte, 48 chromolitho-
graphischen Abbildungen und 65 Holzschnitten, die nur
zum Theil gerühmt werden.
A. E. Holm gern: Handbok i Zoologi für Landt-
brukare, Jägere etc. IL Skandinaviens Foglar. Scheint
gewissenhaft gearbeitet und wird gelobt. Die Classification
nach Sundevall.
Ch. Sommer feit: List of Birds noticed in East
Finmark etc. Zool. sec. ser. p. 692 ff. p. 761 ff. Sehr in-
teressant. 140 Arten.
Rob. Collett: Zoolog.-botaniske Observationer fra
Hvalöerne. Christiania. 83 S. Behandelt 195 Arten der
nahe dem östlichen Eingange zum Christianiefiord gelege-
nen Wallfischinseln.
A. T. Malmgren: Bisang tili berättelsen om den
Svenska expeditionen tili Spetsbergen. Ein Anhang zu
dem 1867 in Stockholm erschienenen Werk über die schwe-
dische Expedition nach Spitzbergen. S. 247.
C. T. Sundevall's „Svenska Foglarna'^ sind noch
immer unvollendet. Leider!
G. Belke: „Notice sur l'histoire naturelle de Ra-
domysl, gouvern. Kieff." Bullet. Soc. Imper. Natur- Mos-
cou 1866. p. 214-251. p. 490— 527. Nominalverzeichniss
von 120 Vogelarten.
A. Newton erwiedert treffend und nicht ganz ohne
etwas herben Humor auf Ma Imgr en's Bemerkung über
168 Hartlaub: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
die Vögel Spitzbergens. Die Somateria Spitzbergens
werde wahrscheinlich als S. thulensis Malmgr. specifisch
zu sondern sein, aber jedenfalls sei Spitzbergen nicht das
Thiile der Alten.
Vincelot: ^,Etudes ornithologiques.'' Ann. Soc.
Linn. de Maine et Loire 1865. p. 55 — 78. Von geringem
Gewichte.
Fauvel: ,,Observations ornithologiques pour servir
ä la Faune Normande." Bullet. Soc. Linn. de Norm. 1866.
p. 76—80.
D. H. Snell: Eine Parallele zwischen der Vögel-
fauna des Taunus und der Wetterau." Zoolog. Garten
p. 201—206.
Schneider: „lieber das Vorkommen seltener Vö-
gel in Anhalt.^ Caban. Journ. für Orn. Heft 4.
E. Baldamus. ,,Brutvögel im Ober- undünter-En-
gadin." Zeitschr. gcs. Naturw. 1867. p. 99.
Th. A. ß ruhin: Zur Wirbelthierfauna Vorarlbergs.
Zool. Garten 1867. p. 434.
Gaetano Cara: Osservaz. al catalogo degliUccelh*
di Sardegna public, dal Dr. T. Salvadori. Cagliari 1866.
152 S. Unerquickliche Polemik.
Antonio Riva L'Ornitologo Ticinese ossia ma-
nualc descrittivo gli uccelli di stagionc e di passaggio
nel cantone Ticino etc. Lugano 1865.
William Grant: „Birds found in Malta and Gozo
with Iheir English, Maltese and Latin names." La Va-
letta 1866. Nennt 308 Arten. In gewissen Jahren sind
manche seltnere Arten auf Malta häufig. So z.B. heisst
es für 1865: „Regulus ignicapillus and Cursorius gallicus
passed in great numbers.^
C. Bolle berichtet lobend und eingehend über das
Turatiscbe Werk über die Vögel der Lombardei. Gab.
Journ. p. 278. Die Nester und Nestjungen seien zum
Theil unübertrefflich gezeichnet.
der Vögel während des Jalires 1867. 169
Afrika.
E. Cavendish Taylor: ;,Egypt rcvisited." Ibis
p. 48. Beobachtungen auf einer zweimonatlichen Nilreise
bis Assouan hinauf. Auch Seltneres kam vor. Saxicola
leuoopygia (ßrehm) sei jüngeres Farbenkleid von leuco-
cephala; Saxicola pallida Rüpp. sei ^ von monacha; S.
homochroa Tristr. wurde bei Cairo erlegt, ebenso im Ja-
nuar Calandrella reboudia. Ammomanes fraterculus Tr.
war im März bei Assouan nicht selten. Allerlei über
Corvus umbrinus. Es kamen im Ganzen 168 Arten zur
Beobachtung.
W. T. H. Chambers: „A month in Tripoli.^ Ibis
1867. Heft 1. Schildert ornithologische Excursionen in
der Umgegend von Tripolis. Nichts wesentlich Neues.
R. Germain: ;,Catalogue raisonnee des oiseaux ob-
serves dans la subdivision de Milianah, iVlgerie." Nouv.
Arch. du Mus. I. p. 51—74. Behandelt 163 Arten.
C. F. Tyrwhitt Drake: ,,0n the Birds of Tan-
gier and Eastern Marocco." Schilderung der Lokalität
und kurze Bemerkungen über einzelne Arten.
V. Heuglin: ^jReise nach Abyssinien, den Gala-
ländern, Ostsudahn und Chartum.'^ In den Text eingestreut
viel Ornithologisches, namentlich hübsche Bemerkungen
über die Lebensweise mancher Arten.
V. Heuglin: Die Brutcolonien auf Dahlack. Cab.
Journ. f. Ornith. Auszug aus dem demnächst erschei-
nenden Reisewerke Heuglin's. Sehr interessant. Dro-
mas hat in der Lebensweise manches Analoge mit Oe-
dicnemus.
V. Heuglin's berichtigende Noten zu Antinori's
Catalog der Vögel Nordafrika's sind wichtig, schon weil
nicht wenige der sogenannten neuen Arten mit Fug
und Recht eingezogen werden. Caban. Journ. für Orn.
p. 198.
Auch über die ornithologischen Arbeiten des verst.
Herzogs von Würtenberg publicirt Heuglin er-
läuternde sehr beachtenswerthe Noten. Caban. Journ. für
Orn. Heft 5. Ein sorgfältiges Studium der Sammlungen
170 Hartlaub: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
in Mergentheim musste natürlich vorausgehen, und sollte
zu allerlei wichtigen Aufschlüssen führen. Eine Menge
der vom Herzog gegebenen Namen konnte eingezogen
werden, weil bereits ältere existirten. Dicrurus erythro-
phthalmus wird als eigene Art gut beschrieben. Curruca
sordida Herz. v. Würtb. sei wirklich von lugens versehie-
den. Zosterops icterovirens sei nicht senegalensis (? Ref.).
Camaroptera Salvadorae wird ordentlich beschrieben. Ebenso
eine neue Drymoeca cinerascens Heugl., Hyphantornis
melanocephala Herz. v. W. sei H. axillaris Heugl. und
wird als gute Art beschrieben. Ereraomela parvula sei
ein Aegithalus, vielleicht Sunde valPs punctifrons. Eu-
podotis Burchelli beschrieben u. s. w.
Barboza du Bocage: „Aves des possessoes por-
tuguezas de Africa occidental que existem no Museu de
Lisboa." Separatabdruck aus dem Journ. Sc. mathem.
phys. e natur. etc. IL 25 S. Wichtig und von grossem
Interesse. Es werden 183 Arten aufgezählt von den Cap-
verden, Benguela, Angola, Bissao ; darunter einige neue.
Die Angabe „Capverden^ erweckt grosse Zweifel an ihre
Richtigkeit. Wir können nicht glauben, dass Prionops
plumatus, Indicator albirostris , Cecropis melanocrissus
und Coracias cyanogaster wirklich auf den Capverden
vorkommen. Für Corvus ruiicollis ist die Insel St. Vin-
cent ein neuer aber sehr möglicher Fundort, für Turacus
giganteus Casengo der, wie bis jetzt bekannt südlichste
Punkt des Vorkommens. Sehr merkwürdig, dass Ibis ca-
runculata, bis jetzt nur aus Abyssinien bekannt, in Angola
gesammelt wurde.
Id. II: 1) „Aves de St. loao do Sul no rio Coroca
et Porto Alexandre.'^ Kurze orographische Schilderung.
26 Arten. 2) Aves de Capangombe e rio Chimba. 44
Arten. Nectarinia albiventris und natalensis, Dryoscopus
guttatus, Hyphantornis xanthops, Lamprocolius purpureus,
Tockus elegans, Dendrobates nigrogularis etc.
O. Fi n seh schreibt mit bekannter Gründlichkeit
über eine Vögelsammlung von Natal. Gab. Journ. f. Or-
nith. Zwanzig Arten, lieber Merops superciliosus wird
der Vögel während des Jahres 1867. 171
ausführlichst und endgültig entschieden. Corethrura
elegans.
Hartlaub: „Report on a collection ofbirds formed
in the island of Zanzibar by Dr. J. Kirk.'' Proc. p. 823.
42 Arten, davon drei exclusiv östliche: Psittacus fuscica-
pillus, Andropadus flaviventris und Frankolinus Kirkii.
E. L. Layard: ;,The Birds of South Africa.^ a
descriptive catalogue of all the known species occurring
south of the 28. parallel of South Latitude. 1 vol. 8. 382 S.
Capetown. Wenngleich sich durchweg als ziemlich schwa-
cher Versuch charakterisirend und weit zurückbleibend
hinter unseren Erwartungen, begrüssen wir dieses Buch
dennoch als interessante und willkommene Novität auf dem
Gebiete der ornithologischen Litteratur. Was über die
Verbreitung und die Lebensweise vieler Arten mitge-
theilt wird, ist grossentheils sehr werthvoll. Die Be-
schreibungen sind dagegen ebenso mangelhaft als es die
Litteraturkenntniss des Verfassers ist. Die Idee, die irr-
thümlich zu irgend einer Zöit und irgendwo als südafri-
kanisch aufgeführten Arten dem Werke einzuverleiben,
war die allerunglücklichste und hinsichtlich der dort wirk-
lich vorkommenden ist dasselbe weit entfernt von Voll-
ständigkeit. Von ornithologischer Kritik hat der Verfas-
ser nur entfernte Ahnung. So bleibt denn des rück-
haltlos zu lobenden nicht allzuviel, und wir hoffen, es
werde einer zweiten Auflage noch ein guter Theil ehr-
lichen ernsthaften Studiums vorausgehen. Wir wollen
dabei nicht vergessen, dass Layard am Cap lebt, wo
die Herbeischaffung des nöthigen litterarischen Materials
schwer genug fallen mochte, und wo der Mangel einer
grossen Sammlung in erreichbarer Nähe die unumgäng-
lich nothwendige Vergleichung- der vorhandenen südafri-
kanischen Exemplare mit nicht vorhandenen aus anderen
Gegenden des Continents unmöglich machte. Wenn es
unter so erschwerenden Umständen höchst bedenklich
erscheinen musste, eine solche Arbeit zu unternehmen,
so hätten dennoch ausführlich gute und gewissenhaft
genaue Beschreibungen sämmtlicher zu Gebote stehender
Exemplare die Veröffentlichung derselben schon als solche
172 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
vollständig rechtfertigen können. Aber da fehlt's und da
trifft^ wie wir gerade jetzt bei unseren Studien über die
Vögel Ostafrika's oft und schinerzHch empfunden haben,
den Autor der schwerste Vorwurf.
^Recherches sur la Faune de Madagascar et de ses
dependences d' apres les decouvertes de M. M. Francois
P. L. Pollen et D. C. Van Dam. Mammiferes et Oi-
seaux par M. H. Schlegel et Pollen. 4. Zählt unbe-
dingt zu den wichtigsten Werken, deren dieser Bericht
zu gedenken hat. Die erste Lieferung enthält die gröss-
tentheils sehr guten Abbildungen von Falco concolor, Ni-
sus brutus, Nisus Morlii, Dicrurus Waldeni, Vanga Da-
mii, Philepitta Schlegelii, Ploceus Algondae, Columba
PoUeni. Der Text behandelt die Raubvögel etwas aus-
führlicher. Buteo brachypterus , Haliaetos vociferator,
Falco Newtoni, F. punctatus und F. gracilis seien sämmt-
lich gute Arten. Die zweite Lieferung bildet ab: Tin-
nunculus Newtoni, punctatus und gracilis, Nisus Lanzii
Nisus Francesii, Baza madagascariensis, Nectarinia Co-
querellii, Eroessa tenella, Newtonia brunneicauda, Arta-
mia Bernieri, Pachyccphala rufa, Philepitta jala, Falculia
palliata und Ptilinopus Sganzini. Vier Lieferungen sollen
erscheinen.
A. Grand idier „Notes sur les Mammiferes et les
oiscaux observ^s ä Madagascar de 1865 — 67." Rev. et Mag.
deZool. p. 313. Neben dem eben besprochenen trefflichen
Werke doppelt wichtig und dieses in mehrfacher Hin-
sicht ergänzend. Jules Verreaux' geübter Blick und
Betheiligung verräth sich leicht. Nisus madagascariensis
sei J" jun. von Francesii, Schlegel's Noctua Polleni sei
superciliaris Vieill. ; Scops raenadensis sei rutilus Pucher.;
Falco radama sei communis, Pernis madagascariensis sei
eine Avicida-Art (Baza). lieber die Lebensweise man-
cher Arten wird beachtenswerthes mitgetheilt , so über
Atelornis , Falculia , üpupa marginata , Philepitta jala,
Prinia chloropetoides, Leptosoraa u. s. w. Pratincola me-
lanura Lafr. sei = Cossypha imerina; Tchitrea mutata,
holosericea und pretiosa seien eine und dieselbe Art,
Cyanolanius sei eine ächte Artamia, Oriolia wird Arta-
der Vögel während des Jahres 1867. 173
mla^ dagegen sei Artamla rufa eine Calicalicns-Art, Ccn-
tropus Lafrenajanus sei tolu; die Coiia's zeigten Gleich-
farbigkeit der Geschlechter mit x\usnahme von C. rufi-
ceps, Ardea Idae sei gute Art, ebenso Podiceps Pelzel-
nii, Gallinula pyrrhochroa Newton's sei aber nur chloro-
pus var.; Anas Bernieri sei wirklich gleichartig mit A.
gibberifrons von Timor. Grandidier will 10 Coua- Ar-
ten unterscheiden.
A. Newton: ^On the Landbirds of the Seychelle
Archipelago.'^ Ibis p. 335. Sehr interessante Schilderung
der Lokalität. Eigenthümlich scheinen der Insel anzuge-
hören Tinnunculus gracilis, Coracopsis Barkleyi^ Palaeor-
nis Wardi^ Nectarinia Dussumieri^ Zosterops modesta und
semiflava^ Tchitrea corvina^ Hypsipetes crassirostris, Fou-
dia sechellarum^ Erythroena pulcherrima, Turtur rostra-
tus, die aber keineswegs alle auf einer und derselben
Insel der Gruppe wohnen. Andere Arten sind introducirt.
E. Newton: ;,Description of some new species of
birds from the Seychelle- Islands.^ Proc. Z. S. p. 344.
Sieben neue Arten: Hypsipetes crassirostris , Tchitrea
corvina, Zosterops modesta und semiflava, Foudia sechel-
larumj Palaeornis Wardi und Coracopsis Barhleyi,
Asien.
H. B. T r i s t ra m : „On the Ornithology of Palestine."
Ibis. Fortsetzung. Von der Wichtigkeit und der Be-
deutung dieser Arbeit ist bereits die Rede gewesen. Sil-
via Doriae Fil. (delicatula nob. etc.) wurde auf Salzebe-
nen am Südende des todten Meeres angetroffen; Irania
Finoti ist das Weibchen von Cossypha albigularis; Dro-
molaea chrysopygia das Weibchen von Saxicola philo-
thamna: Trist r am möchte doch Dromolaea chrysopygia
und Dr. leucocephala für zwei Arten halten. (Mit Un-
recht^ Ref.). Dann gute Bemerkungen über Hirundo ru-
fula und cahirica, Lanius nubicus, Emberiza caesia, Eu-
spiza melanocephala, Passer moabiticus u. s. w.
E. Blyth: Fortsetzung seines instructiven Common-
174 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tars zu Jerdon's „Birds of India" Ibis p. 1 — 48 u. s. w.
Zahlreiclie Berichtigungen und Zusätze. Geradezu un-
entbehrlich für den Besitzer des Jerdon'schen Buches.
A. L. Adams: Wanderings of a Naturalist in In-
dia, the western Himalaja and Cashmere. Edinb. 1867.
8. 333 pag. Viel Ornithologisches eingestreut. Guter
Index. Sehr lesbar.
G. V. Frauenfeld: Beiträge zur Fauna der Nico-
baren. Verh- Zool. bot. Ver. in Wien p. 591. Verzeich-
net 34 von ihm im Süden Kamorta's beobachtete Arten.
Von J. Gould's „Birds of Asia*^ erschien partXIX
mit den vortrefflichen Abbildungen von Phasianus Söm-
meringii , Phas. scintillans (gute Art von Yokuhama),
Nectarinia osea, N. zeylonica, N. fulgida (n. sp.), N.
Gouldiae, N. saturatn, Melanocorypha maxima, Emberiza
pusilla^ Montifringilla Adamsi; Syrrhaptes paradoxus^ Ex-
calfactoria sinensis^ Excalf. minima^ Garrulax Delesserti,
Garrulax gularis und 8terna melanogastra.
W. Norgate: „A listofBirds observed at Sealkote
in the Punjaub." "Zoolog, p. 285—288. Nur Namen.
135 Arten.
Von Col. Beavan bringt der Ibis sehr interessante
ornithologische Briefe aus Simla. Und von demselben:
;,Notes on various Indian birds.^ Ibis XII. Abgebildet Pi-
prisoma agile mit Nest und Eiern.
F. Stoliczka: ^Einige Betrachtungen über den
Charakter der Flora und Fauna in der Umgebung von
Chini, Provinz Bisahir im nordwestlichen Himalaja-Ge-
birge." Verhandl. Zool. botan. Gesellsch. in Wien 1866.
p. 848—878. Der ornithologische Theil p. 869—874. Sehr
interessant.
E. Blyth: „The Ornithology of Ceylon.*' A Sup-
plement to Dr. Jerdon's ;,Birds of India." Ibis p. 294.
Behandelt 42 nicht in dem genannten Werke befindlichen
Arten. Loriculus asiaticus wird L. Edwardsii ; Munia
Kelaarti Bl. n. sp. ; seltsam genug zählt Blyth Priono-
chilus (!) pipra (Less.) mit auf. Bekanntlich eine ameri-
kanische Art (Jodopleura). Die specifisch-ceylonischen
Arten sind fast sämmtlich der Gebirgsregion des Innern
der Vögel während des Jahres 1867. 175
elgenthümlicli. Ochromela nigrorufa gehört ausschliesslich
den grössten Höhen an. Cisticola homalura ist als Art
zweifelhaft.
H. Whitely: „Notes on birds coUected near Ha-
codadi in northern Japan." Ibis p. 193. Sammelte 93
Arten, Von Pratincola indica wird gesagt : vary very
much in size, no two beeing alike in lenght. Garrulus
Brandtii ist dort gemein. Auch von diesem heisst es: va-
ries a good deal in size. Viel P]uropäisches. Ceratorhyn-
cha monocerata ist nicht selten. Von Uria antiqua heisst
es: die Mehrzahl der geschossenen Exemplare hatte einen
der Füsse abgebissen oder verheilt.
R. Swinhoe: „Jottings on birds from my Amoy
Journal." Ibis p. 226. Wie immer gehaltvoll.
J. Verreaux: „Catalogue d'oiseaux recoltes par
Mss. Perny, eveque de Set - chuen dans le nord de La
Chine etc." Rev. et Mag. de Zool. p. 169. Bis auf einige
neue Arten nur Namen. Als neu werden charakterisirt
Nektarinia Babryi abgebildet pl. 15, zu goolpariensis,
Gouldii u. s. w. gehörend, und FicusFernyi'^ die Avifauna
zeigt dort ein aus tropischen und europäischen Elementen
seltsam gemischtes Gepräge. Cuculus canorus, Cocco-
thraustes vulgaris, Turdus Naumanni und obscurus, Pra-
tincola rubicola und daneben Hypsipetes niveiceps, Thau-
malea Amherstiae, Niltava sundava, Pyrrha saturata.
Capt. R. C. ßeavan: „The Avifauna of the Anda-
man Islands." Ibis. Sehr wichtig. Kennt 94 Arten. Da-
von sollen 22 den Andamanen eigenthümlich angehören:
Spilornis Elgini, Spizaetos andamanensis, Ninox affinis,
Hirundo andamanensis, Palaeornis affinis, Picus Plodgei,
Picus andamanensis, Centropus andamanensis, Pericroco-
tus andamanensis, Dicrurus andamanensis, Edolius affinis,
Myiagra Ty tlerii, Oreocincla inframarginata, Oriolus anda-
manensis, Kittacincla albiventris, Corvus andamanensis,
Dendrocitta Bayleyi, Temenuchus andamanensis, Eulabes
andamanensis, EuryzonaCumingii, Herodias andamanensis,
Querquedula andamanensis.
H.Schlegel: „Observations zoologiques.*' Zum
Grunde liegen neue Sendungen Rosenberg's von dea
176 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Aru-Inselü; der Key-Gruppe^ Ceram Laut. Ueber zahl-
reiche Arten wird Beachtenswerthes mitgetheilt^ so über
Nisus poliocephalus^ die Baza-Arten^ Psittacula melano-
genia^ Eclectus personatus; Lorius ruber und riciniatus,
Trichoglossus haematodus^ Cacatua triton^ Centropus spi-
lopterus^ die Caprimulgiden jener Gegenden, Carpophaga
bicolor, Carp. neglecta Schi., Carp. roseinucha, Casuarius
bicarunculatus; Todopsls u. s. w.
C. B. H. V. Rosenberg: Reis naar de Zuidooster-
eilanden etc. 1 vol. 122 pag. Gehört zu den Publicatio-
nen der Koninkl. Instit. voor Taal- Land- en Volkenkunde
van Nederl. Indie. Die Aru-Inseln und deren Dependen-
zen. Die Ke-, Matabeles- und Gorani-Inseln. Das Orni-
thologische auf S. 35 — 54. Nicht un^Yichtig. Rosenberg
theilt seine Beobachtungen über viele der merkwürdige-
ren unter den dortigen Vögeln mit. Ausführlich über
Paradisea apoda. Auch die Tauben werden eingehend
behandelt, so Ptillnopus aurantiiventris von den Ke- In-
seln, Henicophaps albifrons u. s. w. Dann die Lebens-
weise von Dacelo Gaudichaudii (p. 37), von Myzomela
erythrocephala (p. 38), Tropidorhynchus novae Guineae,
dessen sehr eigenthümlicher auf eine halbe Meile hörba-
rer Gesang hervorgehoben wird; ferner Pitta Mackloti
und novae Guineae, die in der Haltung an Motacilla alba
erinnern ; (Nest und Eier p. 39), Lebensweise von Todopsis
cyanocephala (p. 40) , von Artamus papuensis, Paradisea
apoda und Cicinnurus regius, Carpophaga Zoae (Nest und
Eier), Talegellus Cuvieri Brutgeschäft (p. 51), und Casua-
rius galeatus, Lebensweise, Fortpflanzung u.s. w. (p. 51).
Amerika.
Von P. L. Sclater's und O. Salvin's „Exotic
Ornithology" erschienen part 2 — 4, mit sehr hübschen
Abbildungen in part 4 von Myiadestes obscurus, M. uni-
color, M. ralloides, M. Elisabethae, Hylactes castaneus,
Oedicnemus superciliosus, Lanio aurantius, Lanio leuce-
thorax; in part 2 von Phlogopsis Macleannani, Cinclo-
der Vögel während des Jahres 1867. 177
certhia rnficauda; C. macrorhyiicha^ C. gntturalis, Acci-
piter ventralls, A. chionogaster, Rupicola sanguinolenta,
Porzana rubra; und in part 3 von Accipiter erythrocne-
mius, A. castanilius, CIchlopsis leucogenys, Nvctibius
bracteatuS; Cyphorhinus Lawrencii^ C. pbaeocepiialus, Tro-
glodytes solstitialis, Tr. aequinoctialis und Icterus pu-
stulatus.
G. Elliott; „Tbe Birds of North - America etc.
published by the autbor.^ Part 1 und 2. Soll als Sup-
plement zu Audubon dienen. Prachtvoll abgebildet
werden in partI: Haliaetos albicilla^ Campylorhynchus
affinis, Colymbus Adamsi ^ Cardinalis igneus, Ombria
psittacula; in part II: Cathartes burrowianus, Sphyrapicus
thyreoides; Ciangula islandica, Podasocys montanus^ Chen
albatus. Jede Lieferung kostet I472 Thlr. In den fol-
genden Theilen : Podiceps californianus^ Aegiothus exi-
lipes, Chloephaga canagica, Passerculus alaudinus, Pha-
leris tetracula, Ptychorhamphus aleuticus, Pipilo albigula,
Thalasseus caspius; Cyanura macrolopha, Ossifraga gi-
gantea.
M'Ilwraith: List of Birds observed near Hamilton,
Canada west. Proc. Essex Instit. V. p. 79 — 96. 241 Arten.
W. Ross-King: ;,The sportsman and naturalist
in Canada etc." Mit Illustrationen. London 1866. 334 S.
Wird im Ganzen gerühmt. Anser Gambelli wird sehr
irrthümlich mit der albifrons Europa's idendificirt.
Edw. A. Samuels: Ornithology and Oology of
New-England etc. Boston 1867. 8. 583 S. Populär nach
Baird, Wilson, Audubon, Nuttall u. s. w. zusam-
mengestellt. Neu sind einige Notizen über die Vögel
Untercanada's von W. Co 0 per. Die Abbildungen sind
sehr massig. Yier Tafeln sind nur für Eier bestimmt.
Keast-Lord: ;,The Naturalist in Vancouvers Island
and British Columbia." 2 vol. 8. London. Allerlei Orni-
thologisches, obgleich das nicht die Hauptsache. Bezwei-
felt die merkwürdigen Instincte von Melanerpes formi-
civorus.
Sam. Weiz: „A list of vertebrata observed at Oc-
cac, Labrador; with annotations of Mr. A. S. Packard."
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. M
178 Hartlaub: Bericht üb. d.Leist. in d. Naturgeschichte
Proceed. Bost. Soc. of Natur. Hist. X. p. 264^277. Die
Eskimo-namen^ sonst nicht viel neues. 25 Arten sollen
auf jenem Gebiete Brutvögel sein.
In Dr. Hayes' Buche: ;,The open Polar See", fin-
den sich an mehreren Stellen anziehende Schilderungen
des dortigen YogellebenS; so z. B. auf S. 288, 390 und
insbesondere über Mergulus alla, einer Art, die in colos-
salen Schaaren um Port Foulke angetroffen wurde. Dann
wird auf S. 382 das erwachende Frühlingsleben der hoch-
arctischen Vögel geschildert.
Spencer F.' Baird's vortrefflicher Aufsatz über
die Verbreitung und die Wanderungen der Vögel Nord-
amerika's im American Journ. Sc. Arts vol. 41 findet sich
reproducirt im „Ibis."
P. L. Sclater; „Remarks on Dr. Leotaud's Birds of
Trinidad." Ibis. Werthvolle Berichtigungen zu dem schon
besprochenen guten Buche.
„Revista y catalogo de las aves Cabanas, por Juan
Gundlach." Repert. fisic. natur. de la isla de Cuba
vol. I. p. 165. Wichtig. Behandelt 257 Arten, davon 119
gemeinschaftlichen Vorkommens mit den vereinigten Staa-
ten, 40 exclusiv cubanisch. (Newton kennt deren 43.)
Gujon: „Des animaux disparus de la Martinique
et de la Gouadeloupe depuis notre etablissement dans
ses isles." Compt. rend. 1866. p. 589 — 593. Leider keine
wissenschaftlichen Namen. Aber die mitgetheilten That-
sachen verdienen unsere volle Beachtung. So sollen 6
Papageien-Arten verschwunden sein.
H. Brjant: „Additions to a list of Birds seen at
the Bahama's." Proceed. Acad, N. Sc. Philad. p. 63. Die
Inseln wurden aufmerksam durchforscht. Ueber einzelne
Arten auführlicher. Geothlypis rostratus soll neu sein.
Der Papagei der Bahama-Inseln ist collarius var.
H. Bryant: „A list of the birds of St. Domingo
with descriptions of some new species or varieties." Es
werden Varietäten beschrieben von Tyrannula stolida,
Tyrannula caribaea u. s. w. Ausführlicher über Tanagra
dominicensis und Turdus ardosiaceus. Auch Mimus poly-
glottus zeigt sich lokal raodificirt.
der Vögel während des Jahres 1866. 179
V.L. Sclater und 0. Scalvin: „List of birds col-
lected on the ßluefield-RIver^ Mosquito-coast by H. Wick-
ham." Proceed. Z. S. p. 278. Es wurden 39 Arten an
einer sehr wenig bekannten Lokalität gesammelt. Der
Mehrzahl nach sind es wolil bekannte centralamerikani-
sche Arten. Doch kommen manche von südlicherem Ge-
präge vor, so Cotyle uropygialis, Gopurus leuconotus,
Dendrornis lacrymosa, Prionorhynchus platyrhnychus,
Myiozetetes granadensis; Porzana albigularis. Von Papa-
geien nur Conurus astec, Souance.
0. Salvin: „Oa a collection of Birds from Vera-
gua." Proceed. Z. S. p. 129— 161. Behandelt 220 Arten,
oft nur nominale, oft eingehender. Eine gute Einleitung
schildert die Lokalität und sucht Fragen hinsichtlich der
geographischen Verbreitung mit Vorliebe zu lösen.
Carl Euler: „Beiträge zur Naturgeschichte der
Vögel Brasiliens.^ Caban. Journ. f. Ornith. p. 177. Gute
sehr verdienstliche Arbeit. Die Lokalität ist der District
Cantagallo in der Provinz Rio- Janeiro (22^8. Br.). üeppige
Urwälder, zahlreiche Flüsse, Pflanzungen, Weiden. Es
wurden 250 Arten beobachtet und das ßrutgeschäft er-
fährt besondere Berücksichtigung. Die Brütezeit der
meisten Vögel fällt dort in die Periode von Mitte August
bis Ende Februar. Den Höhepunkt derselben bildet der
October. Zwei Brüten sind das Gewöhnliche, drei keine
Seltenheit, vier eine Ausnahme. Sehr viele Arten legen
mehr als zwei Eier, drei bis vier ist das gewöhnliche
Bei Tinamus erhebt sich die Eierzahl bis auf 12, bei
Ortygometra albicollis auf 8, bei Rallus nigricans auf 4.
Nur bei zwei Arten, nämlich bei Tyrannus furcatus und
einer kleinen grauen Tyrannula, konnte Euler ein gänz-
liches Verschwinden und Wiedererscheinen nachweisen.
Wir erhalten Auskunft über die Fortpflanzung von nicht
weniger als 90 Arten. >
V. Pelz ein: „Zur Ornithologie Brasiliens.^ Erste
Abtheilung. Wien. Hauptsächlich die Ergebnisse von
Natterer's Reiserr in den Jahren 1817 — 1835, also schon
darum im höchsten Grade wichtig. Vollständiges Ver-
zeichniss der von Natter er gesammelten Arten aus den
180 Hartlaub: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschicbte
Familien Vultiiridae^ Falconidae , Strigidae^ Caprimulgi-
dae^ Cypselidae; Hirundinidae^ Coraciadae , Trogonidae,
Alcedinidae^ Promeropidae^ Trochilidae und Certhiadae.
Genaue Angabe der Lokalität für jede Art. Zahlreiche
kritische x^nmerkungen des Herausgebers. Dann zahl-
reiche Beschreibungen neuer oder weniger gut gekannter
Arten. Endlich tabellarische Uebersicht der von Natte-
rer gesammelten Arten nach ihrer Verbreitung und den
wichtigsten Faunengebieten.
Ph. L. Sclater und 0. Salvin: ;,List of birds
collected bv Mr. WaUace on the lower Amazon and
Rio-Negro."'Proceed. Z. S. p.566. Zählt 282 Arten auf.
Davon gehören 48 dem Rio-Negro ausschliesslich an^ 242
stammen von Para und dem unteren Amazones. 88 der-
selben kennen wir auch von Cajenne, 96 von Cajenne
und Südostbrasilien, 18 vom oberen Amazonas, 15 nur
mit Südostbrasilien; 23 wurden nur um Para gesammelt,
welches also ohne Zweifel derselben zoologischen Pro-
vinz wie die Gujanen angehört.
P. L. Sclater and 0. Scalvin: ,,List of Birds
collected at Pebas, Upper Amazons, by Mr. J. Haiix-
well.^ Proceed. Z. S. p. 977. Vier neue Arten: Ory-
zohorus melas, Tyrannisciis gracüipeSj Percnostola fortis
und Forzana faaciata.
P. L. Sclater and 0. Salvin: ,,Catalogue of birds
collected by E. Bartlett on the river Huallaga, Eastern
Peru, with notes and descriptions of new species.'^ Pro-
ceed, Z. S. p. 748. Gute kritische Arbeit, wie man sie
von den Verfassern nicht anders erwartet. Es werden
205 Arten verzeichnet, darunter als neu: Dendrocolaptes
radiolatus, Thamnophilus murinua Natt. M. S.; Myr^nothe-
rula cinereiventriSj Leptopogon peruviamis, Chaehira bra-
chycerca (abgeb. pl. 34), Celeus citropygiiis Bp. M. S. Wir
lernen einen sicheren Fundort von Psittacus Hueti ken-
nen. Schlegel's Micrastur MirandoUei sei eins mit
macrorhynchus v. Pelz.
P. L. Sclater and 0. Salvin: On Peruvian Birds
collected by M. H. White ly. Proceed. Z. S. p. 982.
Spricht von 58 Arten, unter welchen manche seltnere und
der Vögel während des Jahres 1866- 181
interessantere. Der Hauptcharakter der Fauna des süd-
westlichen Peru (Arequiga) ist chilesisch.
L. Landbeck: ^Notes on the birds of Chile. '^ Pro-
ceed. Z. S. p. 319. Vollständige kritische Zusammenstel-
lung des bekannten Materials. Die 200 bekannten Arten
vertheilen sich in 63 Passeres^ 11 Picariae^ 24 Accipitres^
6 Columbae , 3 Gallinae , 47 Grallae und 55 Anseres.
Wichtig ist es^ dass Sclater die Typen der neuen Ar-
ten von Philippi und Landbeck vergleichen konnte.
P. L. Sclater: ^On the birds of the vicinity of
Lima." Proceed. Z. S. p. 341. Mit Noten von Professor
Nation. Nicht unwichtig. 52 Arten^ davon zwei neu:
Poospiza Bonapartei und Forzana erythrops. Dann über
Eupsilostoma pusillum^ Sycalis luteiventris, Caprimulgus
aequicaudatus, Sterna exilis Tsch.
Australien.
J. Gould: ;, The Birds of Australia." Suppl. part4:
Polytelis Alexandrae^ Geopsittacus occidentalis^ Cyclopsitta
Coxeni^ Chlamydera guttata, Malurus leuconotus, Mal.
callainus, M. hypoleucus^ Lophophaps ferrugineus, L. leu-
cogaster, Pardaiotus xanthopygius, Ptilotis cassidix, Sphe-
nurus Broadbenti, Atrichia rufescens , Gerygone perso-
nata, Cacomantis castaneiventris, Actiturus bartramius von
Botany-Bay.
Sylvester Diggles: „The Ornithology of Austra-
lia." Queensland. Imper. 12. Wir sahen dieses Werk,
das jetzt bis zum lOten Hefte fortgeschritten, noch nicht.
Newton rühmt dasselbe sehr. Jede Lieferung enthält
6 Tafeln mit dazugehörigem Text. Der letztere scheint
etAvas dürftig gehalten zu sein.
E. P. Ramsay: „On Australian Oology." Proceed.
Philos. Soc. of Sydney July 1866. p. 313— 329. Ibis p. 133.
Mit einer sehr gut colorirten Tafel von Miss Helen Scott.
Behandelt ausführlich Pomatorhinus temporalis, P. super-
ciliosus, Xanthomyza phrygia, Ptilotis fusca, Pt. aurico-
mis; Seisura inquieta, Eopsaltria australis und Microeca
182 Hartlaiib: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
macroptera. Xanthomyza phrygia gehört zu der Zahl
derjenigen neuholländischen Vögel, welche gewisse Lo-
kalitäten zu Zeiten in ungeheuren Schaaren aufsuchen, um
dann wieder für Jahre zu verschwinden.
W. Buller: ,,0n Australian Oology."" Ibis p. 413.
Bildet ab die Eier von Biziura lobata, Pitta strepitans,
Parra gallinacea, Otis australis, Lobivanellus lobatus und
Sarciophorus pectoralis.
Walter Buller: „Essay on the Oruithology of
New-Zealand." Brochüre von 20 8. Dunedin, Otago.
Als neu werden beschrieben: A7ithor7iis auriocula Yon den
Chathara-Inseln, Gerygone asswiilisj Mimus carwiculaüis
(ein Philedon), Creadion cinereus, Nestor superhus von
den alpinen Höhen der Südinsel, Uallus Featherstoni,
Podtceps Hectori. Nur provisorisch benannt sind Strix
Haasti und eine sehr grosse Lestris. Apteryx maxima
noch immer nicht erlangt. Bull er kennt 133 Arten
neuseeländischer Vögel. Die nöthige wissenschaftliche
Ergänzung dieser Arbeit giebt die üebersetzung mit kri-
tischen Anmerkungen von Dr. 0. F in seh.
V. Pelz ein: „Ueber einige von J. Haast erhal-
tene Sendungen von Vogelbälgen aus Neuseeland." Verh.
Zool.-Botan. Vereins in Wien p. 314. Mit kritischen No-
ten. Wichtig.
M'Coy schreibt in den Ann. and Mag. of N. H.
sehr instructiv über die Vögel Victoria's. Verzeichniss
aller Arten im Museum zu Melbourne. öämmtlichc in
neuerer Zeit aufgestellte Gattungen werden ohne alle
Kritik angenommen.
Finsch und Hartlaub: „Beitrag zur Fauna Cen-
tralpolynesiens. Ornithologie der Viti-, öamoa- und Ton-
ga-Inseln. 1 vol. 8. 290 S. 14 Kupfertafeln. Vollständige Zu^
sammenstellung des vorhandenen Materials und wissen-
schaftliche Verwerthung der von Dr. Graf fe nach Ham-
burg eingesandten Sammlungen. Tabelle für die geo-
graphische Verbreitung der Südsee-Vögel. Eine ausführ-
liche Einleitung sucht die allgemeineren Gesichtspunkte
zu erledigen und schildert die Lokalitäten. Abgebildet
sind Cuculus infuscatus, Ptilotis carunculata und Ptilotis
der Vögel während des Jahres 1866. 183
procerior, Zosterops flaviceps^ Myzomela iugularis und
M. nigriventris, Monarcha Lessoni^ Myiolestes vitiensis,
Pachycephala Graffii und vltiensis^ Myiagra alblventris
und M. castaneiventris, Erythrura cjanovirens^ Amadina
optata^ Aplonis tabuensis und brevirostris, Ptilinopns Pe-
rousil^ Columba vitlensis; der Kopf von Didunculus/Ral-
lina poeciloptera, Porphyrie indicus und P. vltiensis^ Li-
mosa aropygialis; Sterna lunata und Larus cinereus. Fer-
ner die Eier von Ptilotis carunculata^ Merula vanicoren-
sis, Aplonis tabuensis^ Artamus mentalis^ Rhipidura ne-
bulosa^ Zosterops ilaviceps^ Astur cruentus^ Platycercus
splendens^ Megapodius Pritchardi^ Ptilinopus fasciatus,
Didunculus strigirostris^ Porphyrie vitiensis^ Rallus pec-
toralis^ Rallina poeciloptera, Puffinus nugaX; Dysporus
suk; Sterna panaja^ Anous cinereus^ Circus assimilis, Col-
localia spodiopygia^ Myiagra castaneiventris.
G. V. Frauenfeld: Zur Flora und Fauna von Neu-
caledonien. Verb. d. Zool.-botan. Gesellsch. in Wien 1867.
p. 464— 493. Nennt 81 Yögelarten. Aber nur Namen.
Ed. G raffe; „Notizen über die Fauna der Viti-In-
seln.^ Verb. d. Zool.-ßotan. Vereins in Wien p. 585—196.
Es werden 46 Arten nambaft geraacbt.
G. Hartlaub: „Report on a collection of birds from
some less known localities in the Western Pacific. ^^ Proc.
Z. S. p. 828. Diese Lokalitäten sind die Pelewgruppe;
die MatelotaS; die Insel Uap; Mackenzie-Island und Echi-
quier-Island nahe der Küste von Neuguinea.
F. W. Hutton: „Notes on the Birds seen during
a voyage from London to New- Zealand." Ibis Nr. 10.
Hübsche Beobachtungen über zahlreiche Seevögel.
E. L. Layard: Ueber die Eier einiger seltneren
Seevögel von den Crozet-Inseln. Ibis part 12. Cbionis
minor, Aptenodytes patagonica, Carlo carunculatns, 3 Dio-
medea-Arten, Procellaria gigantea, Tbalassidroma mela-
nogastra u. s. w.
184 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Accipitres.
Huxley (Proc. Z. S. p. 462 — 465) unterscheidet vier Haupt-
gruppen seiner Aetomorphae, wie er die Raubvögel nennt, nämlich
Strigidae, Cathartidae, Gypaetidae (die Geier der alten Welt und
die Falconiden in sich begreifend) und Gypogeranidae. Es liegen
dieser unsere volle Beachtung verdienenden Eintheilung osteologi-
sche und pterylographische Anhaltspunkte zum Grunde.
Vulturidae. C. Tytler: »Note on Vultur monachus.« Proc.
Asiat. Soc. Beng. 1866. p. 74.
Falconidae, Kaup: »On the Nisi and Astures of the Indian
Archipelago and of New-Holland.« Proceed. Z. Soc. p. 168 — 179.
Mit zahlreichen Holzschnitten zur Erläuterung seiner Ansichten.
Sehr zahlreiche Genera, die ausführlichst charakterisirt werden. In
Beschreibung der Arten ist Kaup bei seinen Raubvögelarten nicht
glücklich.
Ramsay berichtet über die Fortpflanzung von Baza subcri-
stata. Proceed. p. 392.
V. Wickevoort-Crommelin: »Sur le Circus aequipar
Cuv. (Swainsonii Sm.)« nach einem in Holland erlangten Exemplare.
Genaue Zusammenstellung der europäischen Fundorte, der Syno-
nyme u. s. w. Arch. Neerl. II. 1867.
H. Schlegel: lieber Nisus unduliventer und Nisus badius,
die als gleichartig zu betrachten seien, 1. c.
J. Vi an: lieber Falco peregrinoides Kaup (Communis minor
Schleg.). Rev. zool. p. 178.
Abbildungen. Haliaetos pelagicus. Elliot B. N. Am. part 6. —
Ichthyaetos leucogaster, Diggl. B. Austr. part 5. — Hieracidea be-
rigora, ib. pt. 6. — Tinnunculus cenchroides, ib. pt. 8. — Buteo
zonocercus, Ell. 1. c. pt. 8, — Macrorhamphus alcinus, Transact.
Zool. Soc. VI. pl. 2. p. 117. — Circus Jardinei, Diggl. 0. Austr.
pt. 12. — Baza madagacariensis, Schleg. Poll. Mad. pl. 16. fig. 1. 2.
— Falco frontatus, Diggl. 1. c. pl. 11. — Falco concolor, Schi. Poll
Mad. pl. 12. fig. 1. — Falco Newtoni, ib. pl. 11. — F. punctatus,
ib. — F. gracilis, ib. — Accipiter ventralis, Sei. Salv. Ex. Orn.
pl. 13. — A. chionogaster, ib. pl. 14. — erythrocnemis, ib. pl. 17. —
A. castanilius, ib. pl. 18. — Nisus brutus, Schlg. Poll. Mad. pl. 12. —
N. Moreli, ib. — N. Lantzii, ib. ~ N. Verreauxi, ib. pl. 14. — Astur
novae HoUandiae, Diggl. 1. c. pt. 15.
Neu: Nisus Polleni Grandid. Rev. Zool. 1867. p. 85. Madagas-
car. — Spizaetos andamanensis Tytler, Ibis.
Strigidae. Blyth will Sthx indica bestimmt von flammea
getrennt wissen. Ibis 1866. p. 250.
der Vögel während des Jahres 1866. 185
lieber die Nahrung unserer Eulen schreiben W. Niemeier
(Zool. Gart. 1866. p. 366), Ja ekel (ib. p. 463— 471) und Alt um
(ib. p. 262—266).
Neu soll sein: Ninox affinis Tytl. Ibis p. 311. Andamanen
Beav. ib. ^. 316. — Athene Whiteln B\j\h. Ibis p. 312. Japanesische
Forn^ von A. cuculoides. — Strix Waller i Diggl. ven Queensland.
Wie Delicatula, aber viel grösser. — Scops Kennikoti Elliott, Proc.
Phil. p. 99. Sitka.
Abbild. Strix castanops cap. Diggl. Orn. Austr. part 23 —
Athene Boobook ib. pt. II.
Scops madagascariensis Grandid. R. Z. p. 85. ist = menadensis
ib. p. 288, 321.
Nach Gurney ist kein Unterschied zwischen Syrnium cine-
reum Amerika's und Europa's.
Psittaci.
0. Finsch: Die Papageien, monographisch bearbeit. Er-
ster Band. Mit einer lithographirten Tafel. Leiden 1867. 8. 561 S.
Von allen monographischen Werken, welche die ornithologische Lit-
teratur kennt, ist dieses Werk (das nunmehr vollendet in drei star-
ken Octavbänden von zusammen 1560 Seiten vor uns liegt), dem
Umfange wie dem Gehalte nach das bedeutendste. Wir bewundern
den immensen Fleiss des Verfassers ebenso sehr als seine gründ-
liche Sachkenntniss und bedauern nur, dass der zugemessene Raum
nicht gestattet, näher auf den reichen Inhalt dieser Arbeit einzugehen.
Das Historische über die Papageien, ihre Lebensweise, ihre geographi-
sche Verbreitung, ihre Anatomie, das Alles behandelt der allgemeine
Theil des Werkes mit erschöpfender Ausführlichkeit. Dasselbe gilt
vom speciellen hinsichtlich der einzelnen Arten, deren Finsch 354
unterscheidet. Dazu kommen 42 dubiöse. Ein vortrefflicher Index
erleichtert die Benutzung des Buches in nur irgend möglicher Weise.
Zahlreiche Tabellen dienen zur Erläuterung der geographischen
Verbreitung und kurze diagnostische Analysen zur raschen und si-
cheren Bestimmung der Art.
A. Milne Edwards: Observations sur les characteres
osteologiques des principaux groupes des Psittacides, pour servir ä
la determination des affinites naturelles du Psittacus mauritianus.
Ann. des Sc. nat. Zool. 5. ser. VI. p. 91— 111. pl. 2, 3. Es scheint
diese Art in keine der modernen Gattungen zu passen. Sie reprä-
sentirte Ära auf den Mascarenen.
A. Milne Edwards: Memoire sur un Psittacien fossile de
nie Rodriguez. Ibid. VIII. p. 144—156. pl. 7, 8. (Psittacus rode-
ricanus).
186 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
F. Schlegel: Uebersicht der Papageien unserer zoologischen
Gärten. Zool. Gart. 1867. p. 32 fF.
H. Schlegel: Notice sur les Cacatous blancs ä huppe jaune
Kritische Beleuchtung aller Arten. Cacatua citrinicristata ist die
Art der Tenimberinseln. C. Ducorpsii sei ophthalmica. (Was F in seh
bestreitet). ^
P. L. Sclater: lieber einige lebende Papageien im Garten
der Zoolog. Sosiety. Proc. Z. S. p. 183. Ära ambigua und A. mi-
litaris seien zwei gut unterschiedene Arten. (Was Finsch be-
streitet).
Ueber den Papageien der Bahama's (Ps. coUarius) vergl.
Bryant. Proceed. Ac. Phil. p. 65. Brütet auf verschiedenen
Inseln.
Ueber Nestor superbus vergl. Finsch Gab. Journ. p. 844.
Neu: Palaeornis affitiis Tytler. 'Andamanen. Ibis p. 320. —
Coracopsis BarUyi Nevvt. Ibis p. 341, Sechellen. — Palaeornis Wardi
Newt. Ibid. — CyclopsiUa Coxeni Gould. Proc. Z. S. p. 182. Id.
Birds of Austral. Suppl. IV. fig. Queensland. — Plyctoloplms Buf-
foni Finsch Papag. I. p. 300. Samao.
Abbild. Cacatua Leadbeateri Diggl. Gm. Austr. parts XI et
XIV. — Geopsittacus occidentaHs. Gould B. Austr. Suppl. IV. —
PolyteUs Alexandrae 1. c. — Euphema chrysostoma^ Diggh 1. c. pt.
XIII. — E. splendida, ibid. — Lorius chlorocercus. Proceed. Z. S.
pl. 16. — Trichoglossus chlorolepidotus, Diggl. 1. c. pl. XII. — Tr.
concinnus, ibid. — Psephotus pulcherrimus und Ps. multicolor, Diggl.
1. c. pt. I. — Nymphicus nov. Holl. ib. pt. IV. — Euphema aurantia
und Melopsittacus undulatus, ibid. pt. VII.
Picariae.
Picidae. Neu: Picus Pernyi J. Verr. Rev. zool. p. 271. pl. 16.
Nördl. China. — Picus citreopygius Bp. M. S. Sclat. Proceed. Z. S.
p. 758. Ostperu. — Bendrolates nigrocularis, Barb. du Boc. Journ.
Sc. Lisb. 1867. p. 336. Capangombe (Benguela). — Colaptes chrysoi-
des, EUiot. B. N. Am. pt. 5.
Coraciadae. Eurystomus australis abgeb. bei Diggl. Orn. Au-
str. pt.V.
üSdropidae. Ueber Merops superciliosus und Savignyi vergl.
Finsch in Gab. Journ. f. Ornith. p. 239.
Alcedinidae. Ueber das Brutgeschäft von A. ispida vergl.
Kutter in Gab. Journ. f. Orn. p. 38. Ganz gut.
Schlegel schrieb über Tanysiptera und die Schwierigkeit
sichere Anhaltspunkte für die Unterscheidung von Arten zu gewin-
nep. Enormes Material.
der Vögel während des Jahres 1866. 187
Neu : Hälcyon Pealei Hartl. Finsch. Orn. Centr. Polynes. p. 38.
Huaheine. — Tanysijotera Biedeli Verr. Nouv. Arch. d Mus. II.
p. 21. pl. 3. fig. 1. Celebes. — Halcyon Cassini Hartl. Finsch 1. c.
p. 40 fif.
Abbild. Halcyon sanctus^ I^iggl- Ovn. Austr. pt. II. — H.
Macleyi, ib. — Dacelo gigantea cap. ib. pt. 1. — D. Leachii, ib.
pt. XII. — Tanysiptera sylphia, ib. pt. XV.
Trogonidae. Salvin beschreibt das Weibchen seines Trogon
clathratus, Proc. p. 151.
Capitonidae. P. L. Sclater: Barbets and their distribution.
Intell. Obs. Nov. 1867. p. 241. Mehr populär gehalten. Megalaema
asiatica abgebildet.
Rhamphastidae. J. Cassin: A study of the Khamphastidae.
Proc. As. N. Sc. of Phil. p. 100. Gute Beschreibungen sämmtlicher
Arten. Auch der allgemeine Theil sehr instructiv und ausführlich.
Nur fünf Genera.
üpupidae. lieber Upupa epops während der Brütezeit vergl.
D. Scott. Ibis p. 135.
Im Himalaja geht Upupa epops nachBeavan bis 14000 Fuss
Höhe. Ibis p. 142.
Abbild. Falculia palliata, Schleg. Poll. Rech. Faun. Madag.
pl. 33. fig. 1. 2.
Guculidae. A. C. Smith: On certain peculiarities in the life
history of the Cuckow, more especially with reference to his eggs :
Wiltshire Mag. (Ibis p. 374 ff.). Gegen die Ansichten von Baldamus.
Vergl. noch über die Fortpflanzung des Kukuks: Baldamus
Zeitsch. für d. ges. Naturw. p. 100 und Zool. Gart. p. 193. Ferner
C. Jex, Zool. Gart. p. 76. Und A. Müller ib. p. 166 £f. (ebenfalls
gegen die Theorie von Bald amus). Dann noch H. Bruchlacher
ib. p. 232 und endlich Fatio, Bull. Soc Suisse 1866. p. 104.
Neu : Coua CoquereUi Grandid. Rev. zool. p. 86. Madagascar. — C.
Verreauxi, id. ib. 16. — C. pyrrhopyga, id. ib. 16. — Centropus säkalava,
id. ib. — G. leucuropygius, id. ib. 16. — C. andamanensis Tytler. Ibis
p. 321. — Ciiculus castaneiventris Gould, Ann. Mag. N. H. p. 269.
Queensland. Abgeb. Birds Austr. suppl. IV. — Dromococcyx rußgii-
laris Lawr. Proc. Ac. Phild. p. 233. Guatemala.
Schliesslich wären aber Coua pyrrhopygia nur lokale Varietät
von cristata und Centropus sacalaca und leucuropygius nur Alters-
kleider von C. tolu, von dem C. lafrenayanus nur das Weibchen.
Abbild. Cuculiis infuscatus, Finsch Hartl. Centralpol. t. 5. fig. 1.
Caprimulgidae. Wir wiesen Seh leg el's Behauptung, Cosme-
tornis vexillarius sei = Macrodipteryx longipennis nach Verdienst
zurück. Proceed. Z. S. p. 820.
188 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
üeber Caprimulgus aequicaudatus Verr. vgl. Sclater Proc.
Z. S. p.342.
Als neue Arten wurden aufgestellt: Caprimulgus hrachyurus
V. Rosenb. Aru-Inseln. Natuurk. Tiydschr. Nederl. Ind. XXIX. p. 143.
(ist albigularis Vig.). — C. argus v. Rosenb. ib. ist Aegotheles Wal-
lacei Gray. — C. Welivüsclin Barb. Jörn. Sc. Lisb. 1867. p. 133.
Angola. — Stenopsis candicans Natt. v. Pelz. Orn. Bras. p. 49. —
St. Lcmgsdorßi Pelz. ib. Cuyaba. - St. platura Natt. Pelz. ib. p. 58
Ypanema. — AntJirostotmis cortapan Natt. ib.
Abbild. Nyctibius bracteatus, Sei. Salv. Ex Orn. pl. 20. —
Podargus phalaenoides, Diggl. Orn. Austr. pt. X. — Caprim. macrou-
rus ib. pl. IV.
Cypselidae. Cabanis' Journal bringt eine Uebersetzung von
Sclater's Cypsaliden, p. 112 — 141.
Vergl. V. Fatio: lieber Cypselus alpinus. Bull. Soc. Suisse
I. sec. part. p. 45.
Neu: Cypselus dubiiis Antin. v. Heugl. J. f. Orn. p. 201. Ob
aus jun. vonapus? — Chaetura Grandidieri Verr. Bull. N. Arch.
Mus. III. p. 3. pl. 1. Schleg. Poll. Rech. F. Mad. p. 65. — Ch. hra-
chycerea Sclat. Salv. Proc. Z. S. p. 758. pl. 34. Collocalia affmis
Tytl. Andamanen. Beav. Ibis p. 318. NachBlyth nur C. linchi. —
Chaetura Sclateri Pelz. Orn. Bras. p. 56.
Abbild. Nephocaetes niger, Elliot N. A. B. pt. 5. — Colloca-
lia francica. C. Coquerel Alb. Reun. 1865. p. 21. fig. 1.
TrOChilidae. Essai d'une Classification methodique des Tro-
chilidees par F. Muisant et J. Verreaux Mem. Soc. Imper.
Cherb. 1866. Auch separat als Brochüre von 98 S. Vergl. Ibis
p. 126 und Newt. Rep. p. 84. Zahllose neue Gattungen.
Neue Arten : Haliodora Henryi Lawr. Ann. Lyc. N. Y. VIII.
Costarica. — Chaetornis Cassini Lawr. ib. Neugranada. — Thaumatias
viridicaudus Lawr. ib. Neugranada. — Amazilia Greysoni, id. ib. Insel
Tres Marias. — JDoricha Bryantae Lawr. ib. Costarica. — Oreopyra
venusta, id. ib. Costarica (= 0. calolaema). — Äglaeactis olivaceo-
cauda id. ib. Peru. (= A. caumatonota Gould). — Heliomaster spec-
tdbilis, id. ib. Costarica. (= $ von Eugenia fulgens). — Glaucis
aeneus, id. Proc. Ac. N. Sc. Philad. p. 232. Costarica. — Eupherusa
nigriventris, id. ib. Costarica. — Thaumatias Liiciae, id. ib. Hon-
duras. — Ämetrornis ahnormis (Natt.) Pelz. Orn. Bras, p. 56. Mora-
bitanas. — Thalurania iolaemus Natt. ib. Ypanema. — Cephalepis
BesTcii Pelz. ib. Brasilien.
üeber Clytolaema Schreibersi vergl. ib. p. 51.
Salv in beschreibt das Weibchen von Chalybura Isaurae.
Proceed. p. 152.
der Vögel während des Jahres 1866. 189
Abbild. Phaetornis eurynomus mit Nest und Ei. Dubois
Arch. Cosm. 1867. pl. 9. p. 163.
Passeres.
Pittidae. G-'^Kreftt, über die nordaustralische Kasse von Pitta
strepitaus. Proc, Z. S. p. 319.
Abbild. Pitta Mackloti, Diggl. B. Austr. pt. XIV. — Phile-
pitta jala 4ind Ph. Schlegelii. Schleg. Poll. Kech. F. Med. pl. 31, 32.
Formicariidae. Neue Arten : Thaninox^hilus murinus Nutt. Sei.
Salv. P. Z. S. p. 756. Caj. Nordbras., Ostperu. — Th. lencoi^ygus
Lawr. Ann. Lyc. N. Y. VIII. Neugranada. — TU. tenuifasciatus Lawr.
ib. p. 468. Rio-Napo. — Th. nigrescens, id. ib. Venezuela. — Myr-
motherula cinereiventris Sc. Salv. P. Z. S. 756. Caj. Ecuador, Ost-
peru. — Percnostola fortis, id. ib. p. 980. pl. 45.
Abbild. Pblogopsis Macleannani Sei. Salv. Ex. Orn. pl. 9.
Menuridae. Ueber Menura superba in der Gefangenschaft vgl.
Sclater P. Z. S. p. 391 und A. D. Bartlett ib. p. 688. Erinnert
in Vielem an die Paradiseiden.
PteroptOChidae. Neu: CypliorMmis cinctus Natt. v. Pelz. Orn.
Bras. p. 65. Braslsien.
Abbild. Hylactes castaneus , Sei. Salv. Ex. Orn. pl. 29. —
Orthonyx spinicauda, Diggl. Orn. Austr. pt. VIII.
DendrOCOlaptidae. Neue Arten: Dendrornis mentalis Baird.
Law. Ann. Lyc. N. Y. p. 481. Mazatlan. — D. elegcms, Pelz. Orn.
Bras. p. 63. — Dendrocolaptes radiolatus, Sclat. Proc. Z. S. p. 755.
Oestlich. Peru. — Sittasonnis stictolaemus, Pelz. Orn. Bras. p. 59.
Borba. — Dendrocinda minor, Pelz. ib. S. Vicente. — D. longicauda,
Natt. ib. p. 60. Borba. — Dendrocolaptes pallescens, Pelz, 1. c. Estiva.
— D. concolor, Pelz. ib. Matogrosso. — Picolaptes fuscicapillus,
Pelz. 1. c. Engenho do Gama. — Bendroplex similis Natt. Pelz. 1. c.
— PMlidor fuscipennis, Salv. P. Z. S. p. 143. Veragua. — Ph.
virgatus, Lawr. Ann. Lyc. N. Y. p. 408. Salv. Ibis 1868. p. 114. Co-
starica.
Ueber Synallaxis crassirostris vergl. Sclat. Salv. P. Z. S. p. 986,
Ist S. d'Orbigni Rchb.
Meliphagidae. Neue Arten : Zoster ops modesta, Newt. P. Z. S.
p. 345 und Ibis p. 345 fif. Sechellen. ~ Z. semiflava, id Ib. p. 354.
Sechellen. — Anthornis ruficeps, Pelz. Verh. Zool. Bot. Gesellsch. in
Wien p. 316. Neuseeland. — Ptilotis notata, Gould Ann. Mag. N.
H. p. 269. Queensland. — Ptilotis Leadheateri, M'Coy Ann. Mag.
N. H. p. 442. Victoria. — Ptilotis procerior, Finsch Hartl. Centr.
Pol. p. 62. pl. 5. flg. 3. Feejee-Inseln. — Antlwchaera Bulleri, Finsch
19Ö Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Gab. Journ. p. 342. (Mimus carnnculatus Buller.) — Antliornis auri-
ocula, Bull. Neuseeland. Dazu Finsch, Gab. Journ. p. 340.
Abbild. Ptilotis plumula, ornatus, fasciiugularis, fuscus und
auricomis. Birds Austr. pt. 4. — Ptil. fiavigula, filigera und chry-
sotis ib. pt, 14. — Anthochaera mellivora und carunculata ib. pt. 9.
— Plectorhynclia lanceolata und Zanthomyza phrygia ib. pt. 3. —
Tropidorhynchus corniculatus und argenticeps ib. pt. 11. — Melithrep-
tus validirostris, gularis, lunulatus, brevirostris^, albog-ularis und mela-
nocephalus^ Diggl- pt. 12. — Ptilotis cassidix, Gould B. Austr. pt. 4.
Vergl. über Zosterops noch Schlegel PoU. Rech. F. de Ma-
dag. p. 71 und Ibis 1868. p. 225.
Abbild. Ptilotis flaviceps mit Nest. Hartl. Finsch Orn. Gentr.
Pol. t. 6. — Myzomela jugularis, ib. 7. — M. nigriventris, ib.
Nectariniidae. Neu : Nectarinia Bäbryi Yerr. Rev. p. 173. pl. 15.
Nördl. China. — N. sp. Barb. da Bog. Journ. Sc. Lisb. p. 332. Ga-
pangombe. Wird wirklich neu sein.
Abbild. Nect. Coquerellii, Schleg. Poll. Rech. Mad. pl. 18.
fig. 1. — N. osea, Gould Birds of As. XIX. — N. insignis, ib. —
N. ceylonica, ib. — N. Gouldiae, ibid. — N. saturata, ib. — Pipri-
soma agile mit Nest, Eiern und Nestjungen, Ibis pl. 10.
Coerebidae. Linne's Coereba gutturalis ist Nectarinia nata-
lensis Jard. (Hart. Proc. Z. S. p. 824. j
Cotingsdae. Neu: Heteropelma Wallacei, Sclat. Salv. P. Z. S.
p. 579. Para. — Habrostomus albiventris, Lawr. Ann.Lyc. N. Y. p. 475.
Westl. Mexiko.
Abbild. Rupicola sanguinolenta, Sei. Salv. Ex. Orn. pl. 15. —
Ampelion cinctus Tschudi, Bull. N. Arch. de Mus. III. pl. 2. fig. 1
(unter dem Namen Ampelioides flavitorques).
P. L. S c 1 a t e r. The Bell-birds of America. Intell. Observ. X.
p. 401 mit Abbild, von Chasmorhynchus nudicollis. Darwinisch be-
leuchtet.
Ampelidao. Eine gute Zusammenstellung vieler Angaben über
ein ungewöhnlich zahlreiches Erscheinen von Ampelis garrulus im
Winter 1866 — 67 in Grossbritannien und Deutschland giebt A.
Newton Rep. Orn. Litter. p. 94— 95.
Neu : Pardalotus xanthopygius, M'Coy Ann. Mag. N. H. 1867.
p. 184. Victoria. Ist P. Leadbeateri Rams. Ibis. p. 255 und Gould
Birds of Austr. Suppl. part 4.
Abbild. Pachycephala Gräffii und P. vitiensis Finsch Hartl.
Gentralpol. t. 8. fig. 2. 3.
Timaliidae. Neue Art : Garrulax sannio, Swinh. Ibis p. 403.
Mittl. China.
Abgeb. Garrulax Delesserti, Gould Birds of As. pt. XIX. —
gularis, ib.
der Vögel während des Jahres 1866. 191
Ueber Turdus Diardi Less. vgl. Lord Waiden Ibis p. 381.
Ist Garriüax leucogaster von Slam.
Hlrundinidae. Neue Arten: Hirundo aeqiiatoriälis, Lawr. Ann.
Lyc. N. Y. VIII. Ecuador-Quito. Zu H. albiventris. — H. andama-
nensis, Tytl. Ibis p. 316. — H. aeqtiatorialis, Sclat. Salv. P. Z. S.
p. 979.
H. Anchietae Barb. du Boc. Journ. Sc. Lisb. p. 150, 338.
Ist positiv filifera.
Abbild. Phedina borbonica^ C. Coquerel, Album de la Reun.
1865. p. 19. fig. 2.
Ueber eine lokale Varietät von Hirundo euchrysea auf Do-
mingo vergl. Bryant Proc. Bost. S. N. H. 1866. p. 95.
Oriolidae. Neu (?) : Oriohis andamanensis, Tytl. R. C. Beavan
Ibis p. 326.
Rosenberg's Pycnorhamphus cucullatus ist = Sphecothera
flaviventris Gouid. Natuurk. Tyidschr. Ned. Ind. XXIX. p. 143.
Ke-Inseln.
Abbild. Sphecothera australis und Sph. flaviventris, Diggl.
Orn. Austr. pt. 2.
E. Ramsay: Ueber die »bower-building« habits of Sericulus
regens. Ibis p. 456.
Vireonidae. Neue Arten : Hylophilus ruhrifrons, Sclat. Salv.
P. Z. S. 1867. p. 569. pl. 30. fig. 1. Amazonenfluss. — H. semicine-
reuSf id. ib. fig. 2.
Abbild. Vireo plumbeus, EUiot B. N. Am. pt. VlII. — V. vi-
cinior, ib. — V. Swainsonii, ib. — V. pusillus, ibid.
Tyrannidae, Neue Arten: Tyranniscus gracilipes, Sclat. Salv.
P. Z. S. p. 281. Ostperu. — Empidonax pectoralis, Lawr. Ann. Lyc.
N. Y. VIII. Neugranada. — Habrostomus albiventris, Lawr. 1. c. p. 475.
Colima. — Leptopogon peruvianus, Sclat. Pr. Z. S. p. 757. — Myio-
dynastes superciliaris Lawr. 1. c. Costarica.
Ueber Muscisaxicola albifrons als verschieden vonTaenioptera
alpina und M. rubricapilla vergl. Sclat. Salv. P. Z. S. p. 986.
Eine Varietät von Tyrannula stolida von den Bahama's be-
schreibt Bryant in den Proc. Bost. S. N. H. 1866. p. 66. Ebenso
eine lokale Form von Tyrannula stolida vom östlichen St. Domingo,
ib. p. 90. Und eine Varietät von T. caribaea vom westlichen St.
Domingo, 1. c.
Abbild. Contopus pertinax, Elliot B. N. A. pt. 6.
Eine Notiz über das Nest von Megalophus regius bei Dubois,
Archiv, cosmol. mit Abbild, von Nest und Eiern.
Dicruridae. Neu: Dlcmrus andamanensis, Tytler Beav. Ibis
p. 323 (= Edolius affinis. id.).
192 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescbichte
Abbild. Dicrurus Waldeni. Schleg. Poll. Rech. F. de Madag.
pl. 23. p. 80. — D. bracteatus, Diggl Orn. Austr. pt. XI.
Laniidad. Viscount Waiden: On the rufous tailed Shrikes.
Ibis p. 211. Behandelt monographisch und mit kritischer Sichtung
der Synonyme Lanius cristatus^ luzoniensis, phoenicurus, supercilio-
sus, magnirostris, Schwaneri, arenarius und Andersoni Strickl. (Die
einzige afrikanische Art.) Lanius isabellinus H. Ehrb. von Arabien
bildet ein Zwischenglied. Abgebildet sind ausser dieser letzteren
Art. L. phoenicurus und magnirostris, pl. 5 und 6.
Neue Arten : Lanius melantlies, Swinh. Ibis p. 404. Amoy. Ist
= L.*fuscatus Less. — Laniarius modestus, Barb. du Boc. Journ.
Scienc. Lisb. p. 151.
Abgeb. Xenopirostris Dami, Schleg. Poll. Ptech. F. Madag.
pl. 30. — Oreoica cristata, Diggl, Orn. pt. XI. — Colluriocincla har-
monica, ib. pt. VII. — C. rufigastra, ib. — Artamus sordidus, ib. pt.
XIII. — A. superciliosus, ib. — A. leucopygialis, ib.
Depierre: lieber einen bei Lausanne erlegten Würger (La-
nius dubius). Bull. Soc. Suisse I. sec. part, p. 31. Ist wohl einfach
L. rufus.
Gampephagidae. Neue Art : Graucalus Layardi, Blyth Ibis
1866. p. 368. Südindien, Ceylon. — Pericrocotus andamanensis, Tytl.
Ibis p. 322.
Abbild. Graucalus mentalis, Diggl. Orn. Austr. pt. X, — Gr.
hypoleucus, ib. — Pachycephala gutturalis, ib. pt. II. — P, pectora-
lis, ib. — Artamia Bernieri, Schleg. Poll. Rech. F. M. pl. 25. —
Pachycephala rufa, ib. pl. 26.
Muscicapidae. Neue Arten : 31yiagra Tytleri, Beav. Ibis p. 324.
Andamanen. — Monarclia Geoffroyi. Ilartl. P. Z. S. p. 829. pl. 38.
Insel Yap nahe den Mateiotas. — Mon. ftihiventris, id. ib. p. 830.
Bougainvilla-Inseln. — Tchitrea corvina. Newt. P. Z. S. p. 345. Ibis
p. 349. pl. IV. Sechellen. — Xenicus gilviventris, Pelz. Verh. Zool.
bot. Ges. Wien. Neuseeland. (Haast.)
Abbild. Monarcha Lessoni , Finsch Hartl. Centralpol. t. 7.
fig. 5. — Myiagra albiventris, ib. t. 9. fig. 1,2. — M. castaneiven-
tris, ib. fig. 3. — Newtonia brunneicauda, Schleg. Poll. Rech. F.
Mad. pl. 18. fig. 3.
Elminia teresita Atn. und E. Teresitae, Heugl. (Cab. Journ.
p. 203) halten wir für gleichartig mit der longicauda Westafrika's.
lieber Artamia rufa (Gm.) und deren congenerischer Annähe-
rung an Calicalicus madagasc. vgl. Grandidier Rev. Zool. p. 386.
Mniotiltidae. Neue Art: Geotlilyi^is rostratus, Bryant, Proc.
Bost. S. N. H. 1866. p. 67. (c. fig. cap.)
Abbild. Dendroeca Gratiae, EUiot B. N. Am. pt. 8.
Cinclidae. 0. Salvin: On the genus Cinclus. Ibis p. 109.
der Vögel während des Jahres 1867, 193
pl, 2 und p. 382. Tüchtige monographische Uebersicht. 13 Arten
oder vielmehr 7 wirkliche Arten, drei Lokalrassen von C. aquaticus
und drei Lokalrassen von C. Pallasii.
Eine neue Art ist C. ardesiacus, Salv. 1. c. p. 121. pl. 2. Ve-
ragua.
Cinclus melanogaster brütet in den Pyrenäen. Tristr. Ibis
p. 466.
Turdidae. Neue Arten: Turdus protomomelas , Gab. Journ.
p. 286. Himalaja. Steht chrysolaus zunächst. — Ghaetops aiirantnis,
Lay. South-Afr. p. 126. Wir können die specifische Abweichung
dieses Vogels von Ch. frenatus nicht anerkennen.
Abbild. Turdus phaeopygius, Sclat. Salv. Proc. Z. S. pl. 29.
p. 568. — Cinclocerthia ruficauda, Sei. Salv. Exot. Ornith. pl. 10. —
C. macrorhyncha, ib. pl. 11. — C. gutturalis, ib. pl. 12. — Cichlopsia
leucogenys, ib. pl. 19. — Myiadestes obscurus, ib. pl. 25. — M. unico-
lor, ib. pl. 26.— M. ralloides, ib. pl. 27. — M. Elisabethae, ib. pl. 28.
Ueber Turdus Naumanni als Varietät von iliacus vergl. Du-
bois Arch. Cosmolog. 1867. p. 128.
Bryant beschreibt eine Varietät von Mimus polyglottus von
Inagua (Bahamas). Proceed. Bost. S. N. H. 1866. p. 68. Und eben-
daselbst eine lokale Form derselben Art von St. Domingo. (M.
polygl. bahamensis und dominicus.)
Salv in giebt eine Diagnose des alten Turdus obsoletus, Lawr.
Proceed. Z. S. p. 133.
Ueber Farbenveränderungen bei Petrocincla saxatilis. v. Pe-
likan in Verh. Zool. bot. Ges. in Wien p. 117.
Brachypodidae. C. F in seh: Ueber die Arten und das Genus
Criniger. Gab. Journ. p. 1 — 36. Und Nachtrag ib. p. 107. Es wer-
den in dieser fleissigen und sehr instructiven Arbeit 32 Arten aus-
fühi'lich beschrieben.
Neu sind : Hypsipetes crassirostris, E. Newt. P. Z. S. p. 344.
Ibis p. 344. Sechellen. — Andropadus flavescens, Plartl. P. Z. S.
p. 825. Zanzibar. -— Criniger Charlottae, Finschl.c. Borueo. Sumatra.
— C. Bemmeleni, Finsch 1. c. Borneo. — Trichophoropsis typus Bp.
— Crin. Diardi, Temm. Mus. Lugd. ib. — Cr. pcdpebrosus, Heugl.
MS. ibid. p. 28. Von Lagos.
Ueber Jole virescens vgl. Blyth Ibis 1867. p. 7.
Ueber Hypsipetes niveiceps aus Nordchina, J. Verr. Rev.
Zool. p. 162.
Sylviidae. V. Kuhr: Ueber die Abnahme der Singvögel im
südvvestHchen Deutschland. Württemb. Naturw. Jahresheft. 1867.
p. 75. Die Italiener werden hauptsächlich beschuldigt.
Archiv für Xaturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. J{
194 Hartlaub: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
Neue Arten : Saxicola erythropygia, Taylor Ibis p. 58. Steht
philothamna zunächst. — Dromolaea aJhipileata. Barb. du Boc. Jcrn'
Sc. Lisb. 1867. p. 151. Dombe in Westafrika (wohl aequatorialis
Hartl.) — FratiiKola horbonica. Grandid. Rev. Zool. p. 88, 359. Reu-
nion. Dazu Schleg, Poll, Rech, Mad, p, 93, — ^Callene aJbiventris,
Fairbank« W, T, Blanford, Proc. Z. S. p. p. 832, pl. 39. Südindien, —
CampicoJa Lh'ingstonh'. Tristr. Proc. Z. S, p, 887. — Cettia orien-
talis, Tristr. Ibis p. 79, Palästina. — »Suya gangetica Jerd.« Blyth
Ibis p. 23. — »FrandivJa Cleghoniiae Jerd.« Blyth ib. p, 24, Nord-
westlich von Delhi. — Ellisia Lantzii, Grandid. Rev. zool. p. SQ, 256.
Madagascar. — Prinia cUJoropetoides, id. ib. Madagascar. — Cama-
roptera Salvadorae, Herz. v. Württemb, Heugl. in Cab, Journ. p. 296.
— Dumeticola hrnnneipectus, Blyth Ibis p. 19. Himalaya. — Curruca
sordida (Herz. v. Württemb.) Heugl, Cab. Journ. p, 294. — Sylvia
Boicmanni, Tristr. Ibis p. 85, Palästina. — Brymoeca eremita, id. ib.
p. 76. Palästina. — Dr. chierascens. Heugl. 1. c. p. 296. Keren. Sen-
naar. — Abrorui6 maculipennis Blyth, Ibis p. 27. Nipal oder Sik-
him. — Gerygove nssimilis, Bull. Neuseeland. Finsch in Cab, Journ,
p. 341.
Abbild. Gerygone personata, Gould Birds of Austr. Suppl.
pt. IV, — Acrocephalus australis, Diggl. Orn, Austr. pt. 14. — Ero-
essa tenella, Schleg. Poll. Rech. F. Mad. pl. 18. fig. 2. ,— Petroica
fusca, Diggl. 1. c. pt. 8. — Drymodes superciliaris. Diggl. pt. 8. —
Dr. brunneopygia, ibid.
Y. Fatio: Ueber Calamoherpe palustris. Bull. Sog, Suisse
p. 37. Hiibsche Beobachtungen.
Alois Hunibert: Ueber die Niditication von Orthotomus
Kmgicauda. Ibid. sec. part, p. 55, c. flg.
Kein Zweifel au der Gleichartigkeit von Irania Finoti , Bes-
soniis albigularis und Cossypha gutturalis ! Vergl, Tristr. Ibis 1^89.
pl. 1. / $. Salvad. Atti Acad, Sc. Torin. 1868. p. 285.
Ueber Pycnoptilus tloccosus in den Yarra Mountains vergl.
MCoy Ann. Mag. N. H. p. 177.
DrsTnoeca troglodytes Antin. erklärt Heuglin für seine fer-
ruginea und Eremomela canescens für seine E. elegans. Caban.
Journ. p. 202.
Sylvia delicatula Hartl. wäre nach Blyth in den ^Yüsteneien
nördlich von Delhi nicht selten. Ibis,
Ueber die Phylloscopus-Gruppe Indiens vgl, Blyth Ibis p, 27.
Und über die »Nachtigallen« Indien's ders. Ibis p. 18.
Ueber Regulus proregulus Pall. und R. superciliaris als zwei
Arten vergl. Blyth 1. c. p, 253.
(^er Vögel während des Jahres 1867. 195
Hahn: Das Goldhähnchen als Zimmervogel. Caban. Journ.
p. 211.
j> Tarsiger cuciillatus Gon\d« als neu beschrieben. Blyth Ibis
p. 16 ist Pogonocichla stellata Vieill. (G. R. Gray Ibis p. 384.)
Schlegel vereinigt Bernieria mit Tatare! (sehr irrthüni-
lich, Ref.)
Motacillidae. Neu: Anthus Caltliropae, Lay. S. Afr. p. 121.
Abbild. Anthus austraUs, Diggl. Orn. Austral pt. 12. — Cin-
clorhamphus cantiUans, ib. — C. rufescens, ib.
Nach Blyth unterscheidet sich Anthus rosaceus Hodgs. vom
Himalaya bestimmt von cervinus Pall. , der wohl nicht in Indien
vorkommt. Ibis 1867. p. 32.
Troglodytidae. Neue Arten: Thryothorus minor Pelz. Orn.
Brasil, p. 68. Matogrosso. — Odontorhynchus cinereus (Natt.) Pelz,
ib. Salto do Girao.
Abbild. Cyphorhinus Lawrencii, Sei. Salv. Exot. Orn. pl. 21.
— C. phaeocephalus, ib. pl. 22. — Troglodytes solstitialis, ib. pl. 23.
— Tr. brunneicoUis. ib.
Gerthiidae. J. Gould: On the Australian genus Climacteris.
Proc. Z. S. 1867. p. 975. Kennt 7 Arten.
Neue Art: Climacteris pyrrhonota, Gould 1. c.
Blanford: lieber die von ihm wiedergefundene Salpornis
spilonota. Ibis p.460. Nagpore.
Paridae. Eine ganz gelbe Varietät von Parus caeruleus wurde
in Schottland erlegt. J. A. Smitt Proc. R. Phys. Soc. Edinb. III.
p. 207.
Abbild. Lophophanes inornatus, EUiot B. N. Am. pt. V.
Maluridae. Neue Arten: Spliaenura Broadbenti. M'Coy Ann.
Mag. N. H. XIX. p. 185. Victoria. Gould Birds of Austr. Suppl.IV.
— Malurus callainus, Gould Proc. Z. S. p. 302. Id. Birds of Austr.
Suppl. IV, fig. — M. hypoleucus, Gould Ann. and Mag. N. II. XIX.
p. 369 und Birds of Austr. Suppl. IV. fig. Cap York.
Abbild. Malurus leuconotus, Gould 1. c. — Atrichia rufescens
ibid. — Sphenoeacus galactodes, Diggl. Orn. Austr. pt. 13. — Sp.
gramineus, ibid. — Malurus spleudens, ib. pt. V. — M. Lamberti, ib.
— M. melanonotuS; ib. — M. longicaudatus, ib.
Tanagridae. Neue Arten: EupTionia pw^jwrea, Lawr. Ann. Lyc.
N. Y. 1867. p. 466. — Phoenicothraupis vinacea, Lawr. Proc. Ac.
N. Sc. Phil. p. 94. Neugranada. — Buarremon flavomrens, Lawr.
Ann. Lyc. N. Y. 1. c. Ecuador. — »Saltator plumUceps, Baird.«
Lawr. 1. c. p. 477. Mazatlan. — Pitylus humeralis, Lawr. 1. c.
p. 467.- Bogota.
196 Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Abbild. Chlorochrysa calliparia Tschudi. Archiv, Cosmolog'.
1867. p. 118. pl. 7. (als »Tanagrella Dubusü«) — Lanio aurantius,
Sei. Salv. Ex. Orn. pl. 31. — L. leucothorax, ib. pl. 32. — Buarre-
remon crassirostris, Proc. Z. S. p. 140. pl. 14 (= mesoxanthus Salv.)
Salv in hält Saltator intermedius Lawr. für magnoidea Less.
Proc. p. 141.
Cabanis über Sylvia concolor d'Orb., die zu den Tanagri-
den gehört und als Xenospingus generisch zu isoliren ist. Journ.
f. Orn. p. 347.
PlOCeidae. Neu: Hyphantomis nigriceps. Lag. S. Afr. p. 181.
Kuruman. — ilyph. aethiops, Heugl, Cab. Journ. p. 380. Abyssinien.
— Mimia Kelaarti, Blyth Ibis p. 299. Bisher die pectoralis Ceylon's.
— Foiidia sechellarum, E. Nevvt. Proc. Z. S. p. 346. und Ibis p. 353.
Abbild. Ploceus Algondae, Schleg. Poll. Rech. F. Madag.
pl. 34. — Foudia eminentissiraa, Yerr. Arch. du Mus. III. pl. 2. fig. 2.
Grandidier bestätigt Ploceus sakalaca als madagascarische
Art, Pr. Z. S. p. 823.
Ueber zahlreiche Ploceiden Nordostafrika's giebt H e u g l i n
in Cabanis Journal f. Ornith. sehr erwünschte Descriptive und syno-
nymische Auskunft. Vergl. A. Newton Zool.Rec. p. 106.
Fringillidae. Neue Arten: »Pheiieticus tibialis Baird« Lawr.
Ann. Lyc. N. Y. p, 478. Costarica. — Poospiza Bonapartei, Sclat.
Proc. Z. S. p. 341. pl. 20. ^^ $. Lima. — Oryzohorus melas, id. ib.
p. 979. Pebas. — Zonotrichia Boucardi, Sei. ib. pl. 1. Südmexiko. —
Spermoplüla airiceps, Lawr. (Baird) Ann. Lyc. N. Y, VIIL p. 479.
Mazatlan. — Pyrgiaoma Xantusi, Baird. Lawr. 1. c. Colima (wohl
= Melozone rubricata Cab. Salv. Ibis 1868. p. 115). — Passerculus
guttatus, Lawr. ib. p. 473. Untercalifornieu. — Zonotrichia melano-
tis, id. ib. Colima (vielleicht = Haemophila humeralis, Cab. M. Hein.).
— Coturniculus mexicanus, Id. ib. Colima (wahrscheinlich gleich-
artig mit Peucaea Botteri Sclat. Salv. Ibis 1868. p. 115). — Ama-
dina optata, Finsch Hartl. — Chrysomitris dominicensis, Bryant Proc.
Bost. Soc. N. H. 1866. p. 93.
Abbild. Passer moabiticus, Ibis p. 7. — Passerculus alaudinus,
Elliot B. N. A. pt. in. — Zonotrich a Belli, ib. pt. VI. — Monti-
fringilla Adamsi, Gould B. of As. pt. XIX. — Aegiothus exilipes,
Elliot l. c. pt. III. — Erythrura cyanovirens, Finsch Hartl. Central-
pol, t. 9. fig. 3.
Baron Huene schreibt über die Fortpflanzung von Pyrrhula
githaginea bei Eeval, Cab. Journ. p. 235.
Ueber Fringilla Moreleti als gleichartig mit F. tintillon vergl.
Barb. du Boc. Jörn, de Lisb. 1866. p. 92.
der Vögel währeud der Jahres 1867. 197
lieber Pyrrhula muriua als gleichartig mit P. coccinea vergl.
Barb. du Boc. 1. c. p. 92. (Ibis 1868. p. 344).
lieber die Lebensweise von Pyrrhula erythrina schreibt Baron
Huene, Gab. Journ. p. 235.
A. V. Homeyer sucht zu beweisen^ dass sich Serinus luteo-
lus in Deutschland nach Norden zu ausbreitet.
Metoponia pusilla bei Spitti in Thibet. Ibis p. 140.
Emberizidae. Neue Art: Emheriza Gigliolii, Swinh. Ibis p. 393.
China. Zonächst ciopsis.
Abbild. Emberiza pusilla Gould, Birds of As. pt. XIX. —
Pipilo albigula, EUiot B. N. A. pt. IV.
J. Vi an: lieber Emberiza passerina. Rev. zool. p. 199.
Alaudidae. Neu : Melanocoryjpha maxima, Gould Birds of As.
XIX. Afganistan. Blyth Ibis p. 46. — Pyrrhulauda affinis, Blyth Ibis
p. 185. Madras. — P. sincipitalis, Bl. ib. Aden.
Abbild. Miraffra Horstieldii, Diggl. Orn. Austr. pt. 14.
Icteridae. J. Gas sin: A second study of the Icteridae. Proc.
Acad. Phil. Gute kritische Arbeit über die Quiscalinen. Beschrei-
bung aller Arten. Subgenera bei fortlaufender Nummer.
J. Gas sin: A third study of the Icteridae. Proc. Ac. Philad.
p. 45. Behandelt die Icterinae in vortrefflicher Weise.
Neu : Quiscaliis mexicanus, Cass. 1. c. — Q. rectirostris, Gass.
1. c. hab. ? — Idiopsar brachyurus, Gass. ib. Bolivien, La Paz. Sehr
merkwürdige Art. — Icterus Greysonii, Cass. 1. c. p. 48. Insel Tres
Marias. — I. Sclateri, Gas s. 1. c. {= mentalis Less. in Sclat. Gatal.).
— I. Salvini, Cass. 1. c. Gostarica, San Garlos, Nicaragua, Atratori-
ver. — Ict. Grace-Annae , Gass. ib. p. 52. Westl. Südamerika. —
Cassiciis melanurus, Gass. Guajaquil. Ib. p. 66.
Abbild. Icterus pustulatus, Sclat. Salv. Ex. Ornith. pl. 24.
Sturnidae. Neue Arten: Temenuchus andamanensis, Tytl. Ibis
p. 329. — Eiilabes andamanensis Tytl. ib. (Vielleicht = Gracula
dubia Schlegel, nach Lord Waiden, Ibis p. 331). — Ptilorhynchus
Rownsleyi Diggl. Orn. Austr. pt. 15. — Lamprocolius purpureus,
Barb. du Boc. Jörn. Sc. Lisb. p. 334. Mossamedes. Sehr gute Art.
Abbild. Aplonis tabuensis, Finsch Hartl. Gentralpol. t. 10.
fig. 2. — A. brevirostris, ib. fig. 3. — Chlamydera maculata, Diggl.
Orn. Austr. pt. 9. — Chi. cerviniventris, ibid. — Sericulus chryso-
cephalus, ib. pt. 12, 13. — Chlamydera guttata, Gould Birds of Au-
str. pt. 4.
lieber Calornis Kittlitzii (columbinaKittl.) vergl. Finsch. Hartl.
Orn. Centr. Pol. p. 100.
lieber Acridotheres tristis als Heuschreckenvertilger schreiben
198 Hart la üb: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
A. Vinson (Bull. Soc. d'Acclim. 1867. p. 181) und Grandidier 1. c.
p. 440.
E. P. Ramsay berichtet, dass Sericulus melinus ein »bower«
construire. Ibis p. 456.
lieber Creadion cinereus Bull, vergl. Fi n seh Gab. Journ. p. 343.
Paradiseidae. 14 Arten von Paradiesvögeln sind in der Leid-
ner Sammlung durch 201 Exemplare repräsentirt, Schleg. Mus. P.
B. Corac. p. 79.
V. Rosenberg: lieber Paradisea apoda. Natuurk. Tyidschr.
Nederl. Ind. 1866. p. 137.
Gorvidae. Neue Arten : Callaeas oUvascens, v. Pelz. Verh. Zool.
Bot. Gesellsch. in Wien 1867. p. 317. Und 0. Finsch in Gab. Journ.
p. 343. — Nucifraga immacidata, Blyth Ibis 1867. p. 36. In der
That ganz ungefleckt. — Corviis andamanensis, Tytler 1. c.
Abbild. Gyanura macrolopha, Elliot B. N. Am. pt. 4. — Gar-
rulus Brandti, Ibis pl. 3. p. 200.
Ueber Nest und Eier von Nucifraga caryocatactes auf der Hoch-
angeralp im nördl. Steiermark vergl. Proc. Z. S. p. 687. — Vergl.
darüber auch Theobald bei A. Newton P. Z. S. p. 162. pl. 15.
fig. 2. fig, ovi.
Gol. R. C. Beavan berichtet über die Alpenkrähen im Hi-
malaja. Ibis p. 137. (Fregilus himalajanus und Pyrrhocorax alpi-
nus.) Letztere Art geht viel höher hinauf als Fregilus.
Blyth: Ueber die beiden australischen Krähen Corvus coro-
uoides und eine grössere Rasse oder Art. Proc. Z. S. p. 565.
Gyanocorax bellus, Schleg. Mus. P. B. Corac. p. 50 ist = Pica
mystacalis Geoffr. und Cyanoc. uroleucus Heine (Sclat. Ibis 1868.
p. 111).
Godeffroy Lunel: Sur le grand Gorbeau. Bull. Soc. Orn.
Suisse I. p. 5 (sec. part.). Ein sehr gut geschriebenes Lebensbild
des Kolkraben.
Eine gelbschnablige Pica wurde in Schottland beobachtet
T. A. H. Brown Zool. S. S. p. 706. G. F. Matthew ib. p. 1016
(Devonshire). Quid? Ob NuttalliV Vergl. Newman 1. c. p. 913.
A. Newton ib. p. 757 ff.
Coluinbae.
Golumbidae. W. B. Tegetmeier: Pigeons, their structure,
habits and Varieties. London 1867. 8.
Neue Arten : Leptoptila Cassinii, Lawr. Proc. Ac. N. Sc. Philad.
p. 44. Neugranada. — Lophophaps leucogaster, Gould Birds of Austr.
der Vögel während des Jahres 1867. 199
Suppl. IV. pl. 10. Südaustralien. — Treron nudifrons, Barb. du Boc.
Jörn. Sc. Lisb. p. 144. Cabinda.
Abbild. Turtur rostratus Bp., E.Newton Ibis p. 354. c. fig.
al. et rostr. — Ptilinopus superbus, Diggl. Orn. Austr. pt. VUI. —
Carpophaga magnifica, ib. pt. X. — Phaps histrionica, ib. pt. IV. —
Ph chalcoptera, ib. — Scardafella inca, Elliot B. N. A. pt. VI. —
Ptilinopus Sganzini, Schleg. Poll. Rech. F. Mad. pl. 37. — Pt. Pe-
rousii (caesarinus). Finsch Hartl. Centralpol. t. XI. fig. 1. — Columba
vitiensis ib. fig. 2. — Columba PoUeni. Schleg. Poll. 1. c. pl.37. —
Carpophaga luctuosa, Diggl. 1. c. pt. XV. — C leucomela, ib. —
Lophophaps ferruginea, Gould B. Austr. Suppl. IV.
Ptilopus aurantiiventris Rosenb. ist diadematus Temm. — Rhyn-
choenas Schlegelii ist Henicophaps albifrons. — Ptilin. helviventris
Rosenb. ist Peristera rufigula Pucher.
H. Schlegel: »Notes sur le sousgenre Chalcophaps.« Nimmt
nur Ch. indica und Ch. Stephani als wirkliche Arten an.
Eine Notiz über Geotrygon sylvatica publicirt Richard Hill
Proc. A. N. Sc. Phil. p. 130.
üeber die Ptilinopen des stillen Meers vergl. Finsch Hartl.
Beitr. F. Centralpol. p. 121.
Ueber Chamaepelia anais als gleichartig mit Columba ery-
throthorax Meyen vergl. Sclat. Salv. P. Z. S. p. 980.
DMunculus strigirostris. Der Kopf des jungen Vogels und
das Ei nach der Natur (und nicht »from description« wie Newton
meint) abgeb. bei Finsch Hartl. ürnith. Centralpol. pl. HI. fig- 1-
Dididae. Ueber eine grosse Anzahl von Pezophaps solitarius
Knochen aus Höhlen aut'Rodriguez berichtet E.Newton Ibis p. 146.
Gallinae.
G. R. Gray: List of the Specimens af Birds in the collection
of the British Museum. Part V. Gallinae. London 12. 120 S. Wir
erfahren aus dieser zweiten Auflage dieses Verzeichnisses, dass sich
die Zahl der Hühner-Arten im Brittischen Museum seit 1844, wo die
erste erschien, verdoppelt hat. Die neuen sind hier zuerst beschrie-
ben. Das Ganze höchst verdienstlich.
Cracidae. Neue Arten : Ghamaepetes unicolor, Salv. Pr. Z. S.
p. 159. Veragua. — Ortalida suxiercüiaris, Gray List etc. Gallin.
p_ 10, — 0. bronzina, id. ib. Venezuela. — 0. plumbiceps, id. ib.
Honduras, Guatemala. — 0. Wagleri, id. ib. Califoruien, Mexiko. —
0. cinereiceps id. ib. Nord Westküste Amerikas. — Ourax Sclateri,
2üO Harilaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
id. ib. p. 14. Mexiko. — C. Daubentonii, id ib. Central-Amerika. (Glo-
bicera Temm. ?)
Gray beschreibt 1. c. Penelope Jacquini.
P. Aguarone: Notice complementaire sur l'education des
Hoccos. Bull. Soc. Imp. d'Acclim. 186G. p. 25.
Phasianidae. Schlegel: lieber Crossoptilon. Jaerbookje Nat.
et Mag. Es werden drei Arten unterschieden. Cr. auritum, Cr.
tibetanum und Cr. mantschuricum (abgeb.). Id. Zool. Gart. 1867. p. 474.
Und übersetzt mit Noten von A. Delondr e im Bull. Soc. d'Acclim.
Neue Arten: Polyplectron atelospilum, Gray List. etc. Gallin.
p. 24. Loa-Mountains (Mouhot). — P. enicospilum, Gray ib. Nord-
östl. Indien. — P. cyclospilum id. ib. — Itliaginys Geoffroyi, Verr.
Bull. Soc. d'Acclim. 1867. p. 709. Nördliches China. — Lophuphorus
Lhuysi, Verr. ib. Ebendaher Ibis p. 243. Schöner und grösser als
impeyanus. — Numida Edouardi, J. Verr. Hartl. Gab. Journ. p. 36.
Südöstl. Afrika.
Abbild. Phasianus Sömmeringii, Gould Birds of Asia pt. XIX.
— Ph. scintillans Gould 1. c.
Ueber das »wild common fowl« Indiens vergl. Blyth Ibis
p. 154.
Thaumalea Amherstiae wurde von Perny aus Nord-china ge-
sandt. Verr. Rev. Zool. p. 173.
J. Kirk schreibt Numida vulturina sei gemein um Lamoo an
der Küste von Zanzibar. Proc. Z. S. p. 953.
Tetraonidae. Neue Arten: Fternistes Sclateri Barb. du Boc.
Jörn. Sc. Lisb. p. 327. c. fig. Mossamedes. — Francolinus Kirki,
Hartl. Pr. Z. S. p. 827. Zambesi. — Fr. psilolaemus, Gray List. etc.
Gallin. p, 50. Schoa. — Odontophorus leucolaemus, Salv. Pr. Z. S.
p. 161. Veragua. — 0. Greysoni, Lawr. Ann. Lyc. N. Y. p. 476.
Westl. Mexiko.
Abbild. Coturnix pectoralis, Diggh Orn. Austr. pt. 15. —
Excalfactoria sinensis, Gould Birds of Asia pt. XIX. — E. minima,
Gould ib.
G. R. Gray hält Tetrao persicus für eine Varietät von T.
scoticus, welche Art jetzt ziemlich allgemein für eins mit albus
gilt. (G. Norman Zool. S. S, p. 607 etc.). Ebendahin gehört auch
T. brachydactylus, Vian. Rev. Zool. p. 206 etc.
E. Blyth: Ueber Rollulus superciliosus. Proc. Z. S. p. 474.
wird zur Gattung Malacoturnix. Ein Exemplar dieser ausserordent-
lich seltenen Art bei Mussoree geschossen. Später Malacortyx su-
perciliaris. Ibis p. 313.
PterOClidae. A. v. Homeyer: Ueber Eier von Syrrhaptes pa-
der Vögel während des Jahres 1867. 201
radoxus. CaV). Journ. p. 37. Abgeb. bei Gould Birds of As. pt.
XIX. Verschiedentlich in Schottland beobachtet. Newt. Rec. p. 116.
Turnicidae. Abbild. "Pedionomus torquatiis. Diggl. Orn.
Austr. pt. XV.
M e g a p o d i d a e. Neue Arten : Megapodius senex, Hartl. Proc.
Z. S. p. 830. Pelew-Inseln. — M. eremita, Hartl. ib. Bougiiinville-
Inselu.
H. Schlegel: Notice sur les especes du genre Megapodius
habitaut l'Archipel Indien. Unterscheidet 1) M. Duperreyi Less.
2) M. Bernsteini Schi. 3) M. nicobariensis Bl. 4) M. Freycineti
Q. G. 5) M. Forsteni T.
Abbild. Megap. tumulus, cap. Dippl. 1. c. pt. 1.
Tinamidao. Neue Arten: Tinamus radiatm, Gray List etc.
Gall. p. 97 Bolivien. — T.longirostris, i^. \h. — T. bimacidatus, id.
Südamerica. — T. guttulatus, id. ib. p. 97. -- T. Bonaimrtei, id. ib.
Thal von Aragua. — T. nigrocapülus, id. ib. Chili. — Chamaepetes
tmicolor, Salv. Proc. p. 159. Veragua. — Bhynchotis maculicollis, id.
ib. p. 102. Bolivien. E. oniaUis, id. ib. Bolivien. — R. Fentlandi, id.
ib. Bolivien. — Nothura marmorata, Gr. ib. Bolivien. — N, Bar-
winii, Gr. ib. Bahia Bianca. — N. assimüis, id. ib.
OpisthOCOmidae. Abbild. Ei von Opisthoc. crißtatris, A.- Newton
Proc. Z. S. p. 164.
lieber seine Lebensweise schreibt Wallacc l. c. i). 585.
Strutiones.
Struthionidae. H. Jon an: Note sur le Casoar de la nouvelle
Bretagne. Mem. Soc. Imp. Sc. N. de Oherbourg. Genaue Be-
schreibung des am Cap Hörn gestorbenen frischen Vogels. Einiges
über die Lebensweise.
Ueber die Vortheile der Domestizirung von Dromaeus nov.
Hollandiae schreibt Touchard Bull. Soc. d'Acclim. p. 2. — Ueber
die Domestizirung von Struthio camelus am Cap vergl. He ritte
Bull. Soc. d'Acclim. 1867. p. 122. 319; zu Madrid: Graells ib. p. 477.
Immer bekannter wird uns der Casuar des australischen Conti-
nents (C. australis = Johnsoni). Es berichten darüber F. Müller
Proc. Z. S. p. 241 undG. Krefft ib. p. 482. Ei beschrieben. Ein
schönes Exemplar wurde in der Nähe von Rockingham-Bay erlegt.
Abbild, bei Diggl. Orn. Austr. pt. XII-XIH.
Dinornithidae. R. Owen: On Dinomis Pt. IX. Beschreibung
des Schädels, des Atlas und des Scapulo-Coracoidknochens von Di-
202 Ilarilaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nornis robustus. Trausact. Z. S. V. p. 337. pl. 53—56. Und pt. X :
Beschreibung eines Theils des Skeletts eines flügellosen Vogels, Cne-
miornis calcitrans, 1. c. p. 395, pl. 63 — 67.
R. Owen: lieber Dinornis robustus und,maximus, Proceed.
Z. S. p. 881.
J. Hector: lieber Ei von Din. gigantea mit Knochen des
Embryo. Proc. Z. S. p. 991.
Aepyornitbidae. lieber ein neues Ei von Aepyornis vergl.
Joly Rev. zool. p. 337. Es wurde entdeckt in den sandigen AUu-
vionen 20 Lieues vom Meere entfernt in der Tiefe von Im., 30
Grandidier fand nur Eifragmente und meint, der Vogel habe noch
in verhältnissmässig neuerer Zeit gelebt. Compt. Rend. LXV. p. 476.
Bemerkungen über das Ei von Aepyornis mit Hindeutungen auf
eine kleinere Art (A. Grandidieri) von G. D. Rowley. Proc. Z. S.
1867. p. 892.
Grallae.
Rallidae. Neue Arten : Porzana erythrops, Sclat. Proc. Z. S.
p. 343. pl. 21. Lima. — P. fasciata Sclat. Salv. 1. c. p. 981. Ostperu.
Balkis hypoleticus, Finsch Hartl. Centralpol. p. 163. Tongatabu. —
Aramides alhiventris, Lawr. Proc. Ac. Philad. p. 234. Honduras. —
Rallus Featherstoni, Bull. Finsch Gab. Journ. p. 345. Neuseeland.
Abbild. Porzana rubra, Sclat. Salv. Ex. Orn. pl. 16. — Rallina
poeciloptera, Finsch Hartl. Centr. Polyn. t. XII. fig. 1. — Porphy-
rio indicus, ib. pl. 12. fig. 2. — P. viticnsis, ib. fig. 3.
Ueber Aramides Zelebori vergl. Sclat er Salv. Proc. Z. S.
p. 991. Ist sehr verschieden von R. nigricans.
P. L. S c 1 a t e r : lieber Tribonyx. Ann. Mag. N. H. XX. p. 122.
Die drei Arten sind Tr. Mortieri von Westaustralien, Tr. Gouldi
Sclat. von Tasmanien und Tr. ventralis. Eine Abbild, des echten
Tr. Mortieri. Proc. Z. S. p. 816.
Sehr interessant berichtet über Notornis Mantelli D. Mackay
Ibis p. 144.
Gallinula pumila Sei., G. minor Hartl. und G. angulata Sund,
sind gleichartig, Finsch u. Sclat. Ibis p. 254.
A. Mi Ine Edwards: lieber eine ausgestorbene Fulica-Art
auf Mauritius (F. Newtoni). Ann. Sc. nat. Zool. VIII. p. 144. pl.
20 — 13. Pelvis, tibia und tarso-metarsus.
Scolopacidae. Als neu werden beschrieben : Numenius Cassini
Swinh. Ibis p. 398. Mittelchina. — Beciirmrostra sinensis Swinh.
der Vögel während des Jahres 1867. 203
Ibis p. 401. Anioy. Wäre nach Tristram nur avocutta , Ibis
1868. p. 133.
Abbild. Totanus glareola pull. Rev. zool. pl. 16. — T. cali-
dris pull. ib. pl. 9. — Numenius arquata pull. ib. pl. 11. — Actitu-
rus longieauda^ Gould Birds Austr. Suppl. IV. — Limosa uropygia-
lis, Finsch et Harti. Centr. Polyu. t. 13. fig. 1.2. — Macrorhamphus
scolopaceus, EUiot B. N. A. pt. V. ~ Ereuuetes occidentalis, ib.
pt. VI. — Die Eier von Tryngites rufescens, Tringa minutilla, Pha-
laropus fulicarius und Totanus flavipes, Pr. Z. S. pl. 15. — Rhyn-
chaea australis, Diggl. 1. c. pt. V.
J. H. Gurney: A Suramary of the Occurreuces of the Grey
Phalarope in Great Britain during the Autumu of 1866. London
1867. 24pag.
V. Wickevoort Crommelin: Ueber Phalaropas hyperbo-
reus. Arch. Neerland. 1867. Sorgfältige Zusammenstellung der
Fundorte.
Eurynorhynchus pygmaeus an der Küste von China. Sv^^inh.
Ibis p. 234. Ausführliche Beschreibung.
Ramsay: Ueber die Eier und das Jugendkleid von Himan-
topus leucocephalus. Proc. Z. S. p. 600.
J. Hoffman: Die Waldschnepfe. Ein monographischer Bei-
trag zur Jagdzoologie. Stuttg. 1867. 151 S. Fleissige gute Arbeit.
Charadriidae. Abbild. Oedicnemus grallarius cap. Diggl. Orn.
Austr. pt. XL — Eudromias australis, ib. pt. VI. — Erytbrogonys
cinctus, ib. ~ Glareola orientalis, ib. pt. XIV. — Gl. grallaria, ib.
— Oedicnemus superciliaris, Sclat. et Salv. Ex. Ornith. p. 30.
E. L. Layard beschreibt das Ei von Chionis minor. Ibis
p. 458. Und Sclat er berichtet über diese Art in der Gefangen-
schaft. Proc. Z. S. p. 891.
Heuglin: Ueber Dromas ardeola auf den Dahlack-Inseln des
rothen Meeres. Halbnächtliche Lebensweise. Gab. Journ. p. 285.
E. L. Layard: Ueber Aegialites pecuarius (»The Wire-bird«)
auf St. Helena. Ibis p. 248.
Otididae. Ramsay überzeugte sich von dem Nichtvorhanden-
sein eines Kehlsackes bei Otis australasiana. Ibis p. 134.
Abbild. Otis tarda, pull. Rev. zoll. pl. 10.
Ty rwhit t-Drake traf Otis arabs bei Mogador. Ibis p. 429.
Graidae. J. A. Smith bezeugt das Vorkommen von Grus
virgo auf den Shetland-Inseln. Proc. R. Phys. Soc. Edinb. III. p. 177.
Abbild, bei Sundev. Svensk. Fogl. t. 77. fig. 4.
Psophiidae. Ueber Eigenthümliches in der Verbreitung der
Psophia-Arten vergl. Sclater und Salv. Pr. Z. S. p. 592.
204 Hartlaub: Bei-icht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ärdeldae. Ob neu: Herodias andamanensis, Tytl. Beavan,
Ibis p. 333.
lieber Ardea elegans von Madagascar vergl. Hartl. Proceed.
Z. S. p. 823.
Abbild. Ardea minuta, pull. Rev. zool. pl. 23.
Tantalidae. Neu könnte sein: Tantalus longimemhris, Swinh.
Ibis p. 228. Araoi.
Abbild. Ibis strictipeunis, cap. Diggl. Orn. Austr. pt. XIV.
Anseres.
Anatidae. Ob neue Art: Querquedula andamanensis, Tytl.
Beavan Ibis. p. 333.
Abbild. Cj^gnus nigricollis, Schleg. Jaerbookje Nat. Aat. Mag.
fig. opt. — Cereopsis novae HoUandiae, Diggl. Orn. Austr. pt. IX.
— Anseranas melanoleuca, id. pt. 7. — Tadorna radjah, ib. — Ny-
roca australis, ib. pt. XI. — Biziura lobata, cap. ib. pt. XIII. — Lam-
prouetta Fischeri, Elliot B. N. A. pt. V. — Chloepbaga canagica, ib.
pt. III. — Anser aegyptiacus, pull. Rev. zool. pl. 12. — Anas crecca
pull. ib. pl. 24. — Anas boschas pull. ib. pl. 13.
F. V. D roste: Der Entenstrich. Cab. Journ. p. 64. — F. v.
D roste: Beobachtungen auf einer Rattgansjagd. Ibid. p. 89.
J. Murie: lieber Cygnus Passmori als sehr wahrscheinlich
gleichartig mit C. buccinator. Proc. Z. S. p. 8. Sehr ausführlich
und wissenschaftlich. Das Sternum differirt nach dem Alter des
Vogels.
Querquedula madagascariensis Grandid. (Rev. zool. p. 87) ist
Hottentotta, Dafila Vinsoni Grand, ib. ist Bernieri und Anas Moreli
Grandid. ist A. Melleri Sei. (couf. Rev. Z. p. 255).
lieber Bastarde zwischen Cygnus olor und atratus vgl. Hart-
mann Zool. Gart. p. 441. Zwischen Cygnus olor und Anser cine-
reus dorn. J. P. v. Wickevoort - Crommeliu , Arch. Neerl.
p. 447 ; und zwischen Anas sponsa und clypeata, B o u i 1 1 o d Bull.
Soc. d'Acclim. p. 396.
Oedemia perspicillata mehrfach erlegt auf den brittischen
Inseln. Newt. Rev. p. 122.
Laridae. P. L. Sclater schrieb über Larus fuscescens und
deren Unterschiede von argentatus und fuscus. Proc. Z. S. p. 315.
Abbild. Xema Jamesonii, Diggl. Orn. Austr. pl. VIII. —
Sterna melanogastra, Gould Birds of As. pt. XIX. — Sterna lunata,
Finsch Hartl. F. Centralpol. t. 13. hg. 3. — Anous cinereus, ibid.
der Vögel während des Jahres 1867. 205
pl. 13. fig. 4. — Thalasseiis caspius, Elliot B. N. A. pt, IV. — Larus
oecidcntHlis, ib. pt. VJ.I. — L. californicus, ib. — Xema Sabiui,
Ciould Birds of Gr. Brit. pt. IX.
Ueber das Vorkommen von Xema Sabini au verschiedenen Lo-
kalitäten Grossbritanniens berichtet: The Zoolog, p. 543, 557, 608,
710 und 992.
üeber Brutplätze von Sterna fuliginosa auf Ascension berichtet
C. Collingwood Zool. p. 980.
Procellaridae. F. W. Hutton schreibt im Ibis p. 185—193
allerlei Wichtiges über zahlreiche Sturmvögel.
Neue Arten: Thalassidroma monorhis, Swinh. Ibis p. 385.
Mittelchina. — Puffinus dichroiis Finsch et Hartl. Centralpol. p. 244.
Abbild. Ossifraga gigantea, Elliot B. N. A. pt. 4. — Diome-
dea chlororhynchus, ib. pt. V. — Cymochorea melania, ib. pt. VIII.
— Halocyptena microsoraa, ibid. , — Procellaria pelagica, Sundev.
Svensk. Fogl. t. 77. fig. 5.
J. P. van Wickevo ort - C romm e lin: Sur la Procellaria
leucorhoa, Vieill. (Leachii Temm.). Archiv. Neerl, II. Ein zweites
Exemplar in Holland geschossen.
Pelecanidae. Neue Art: Phalacrocorax aeolus , Swinh, Ibis
1867. p. 395. Amoy.
Abbild. Pelecanus conspicillatus, Diggl. Orn. Austr. pt. XII.
— Phalacrocorax sulcirostris, ib. pt. IX. — Plotus novae Hollandiae,
ib. pt. VI. - Ph. Bairdii, Elliot B. N. A. pt. VI.
Sula sinicadvena Swinh. ist fiber, Blyth Ibis p. 178.
Golymbidae. Abbild. Colymbus Adamsi, Elliot B. N. A. pt. 1.
E. Coues: Osteologie und Myologie von Colymbus torquatus.
Mem. Bost. Soc. N. H. I. p. 131. pl. 5.
Spheniscidae. Wenn Schlegel in seinem Mus. d'Hist, Nat.
des Pays-Bas, livr. 9 Urinatores (Spheniscidae, Colymbidae, Podi-
cipidae und Alcidae) der Gattung Heliornis hier einen Platz anweist,
so ist das einfach ein Irrthum. Dass Heliornis, Podica und Podoa
einbegriffen, zu den Ralliden gehört, ist durch Brandt anatomisch
nachgewiesen. Auch die Lebensweise ist die der E,alliden. (Jer-
don, Bly t h, T ickell u. s. w.)
Podicipidae. Abbild. Podiceps californicus, P^liot B. N. A. pt. 3.
Ueber Podiceps Hectori Bull, auf Neuseeland vergl. Finsch
Gab. Journ. p. 345.
Alcidae. Abbild. Phaleris tetracula, Elliot B. N. A. pt. III. —
Ptychorhamphus aleuticus, ib. pt. IV. — Brachyrhaniphus Temminki,
pt. VI. — Phaleris pusilla, ib. pt. VIII. — Brachyrhamphus hypoleu-
cus, ib. — Ombria psittacula, ib. pt. I.
200 Hart la üb: Bericht üb. d Leist. in d. Xatnroo^Bchichte eic.
lieber üria grylla in Japan. H. Whitely Ibis p. 210.
Dubois bildet zwei Eier von Alca irapennis aus Demeezema-
kers Sammlung ab. Archiv. Cosmol. 1867. p. 30—35. pl. 3.
Ueber Alca impennis vergl. Vonga: Bull. Orn. Suisse. 1867.
p. 113. Dass er möglicherweise noch während der letzten Jahre
ander Küste Norwegens vorgekommen, meint R. Collett Cab.
Journ. 1866. p. 70.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der niederen Thiere während der
Jahre 1866 und 1867.
(Zweite Hälfte.)
Von
Dr. Rud. Leuckart,
Professor der Zoologie und vergl. Anatomie in Leipzig.
Echinodermata.
Dönitz beschreibt ein monströses Exemplar von
Kchinus sphaera^ bei dem das linke vordere Interambu-
lacralfeld bis auf ein unbedeutendes Segment fehlt und
die anliegenden Ambulacralfelder fast in ganzer Ausdeh-
nung zusammenhängen, und knüpft daran Erörterungen
„über den typischen Bau der Echinodermen/ die ihn zu
dem Schlussresultate führen^, ^dass dieselben nach dem
radiären Typus gebaut sind, und die häufig an ihnen
wahrnehmbare bilaterale Symmetrie nur eine scheinbare
ist, wie sie in jeden selbst regelmässig sternförmigen
Körper hineingelegt werden kann/ Archiv für Anato-
mie u. Physiol. 1866. S. 406— 413. Mit Abbild.
Diesen Ausführungen gegenüber sucht Semper
(Zeitschrift für wissenschaftl. Zool. Bd. XVII. S. 415 ff.)
die Ansicht von dem zweiseitigen Baue der Echinodermen
durch eine nähere Analyse der einzelnen Hauptformen zu
begründen. (Wenn es wirklich das Grundgesetz des radiären
Baues ist, dass die durch die Radien des Körpers gebildeten
Sectoren unter sich congruent sind, so dass sie sich gegen-
seitig decken, dann sind die Echinodermen allerdings keine
208
Leuckart: Bericht üb. d. Lei st. in -d. Naturgeschichte
Radiärthiere^ aber andererseits sind dieselben durch die
Vielzahl ihrer Radien von den typischen Bilateralthieren
ebenfalls so verschieden, dass sie unmöglich damit ohne
Weiteres vereinigt werden können. Man wird sich all-
mählich an die Thatsache gewöhnen müssen, dass der
bilaterale Bau durch eine Reihe von Uebergängen aus dem
radiären hervorgeht, dass er überhaupt nichts anderes
ist, als ein Radiärbau mit Störungen der Symmetrie in
der Sagittalebene — und wird den Echinodermenbau
dann vielleicht mit besserem Rechte als eine derartige
Uebergangsform betrachten.)
Obwohl Häckel (generelle Morphologie Bd.^ II.
S.LXIItf.) die Echinodermen als eine eigene, genealogisch
eng verbundene Hauptabtheilung des 1 hierreiches be-
trachtet, so hält er doch die Huxley'sche Annahme
einer nahen Verwandtschaft mit den Würmern für so be-
gründet, dass er sie zum Ausgangspunkte einer Hypo-
these macht, die nicht bloss über den Ursprung, sondern
auch die Morphologie der Echinodermen neues Leiht zu
verbreiten geeignet sei. Nach der Ansicht des Verf.'s
sind die Echinodermen nämlich „durch innere Knospung
oder vielmehr durch fortschreitende Keimknospenbildung
im Innern echter Würmer entstanden.'^ Verf. denkt sich
diesen Vorgang in ähnlicher Weise, wie die innere Keim-
bildung in Ascaris nigrovenosa oder in den viviparen Lar-
ven der Cecidomyien. Er denkt sich, dass eine Anzahl
gegliederter Würmer im Innern ihres Mutterleibes mit
ihrem einen Ende durch eine Art Conjugationprocess ver-
wachsen seien und an den Verwachsungsstellen in ähn-
licher Weise, wie die Botryllen eine gemeinschaftliche
Egestionsöft'nung, so eine gemeinschaftliche Ingestions-
öffnung gebildet hätten. (Sollte es wirklich nicht einfa-
cher sein, die Strahlenform der Ästenden, die dem
Verf. hier zunächst vorschwebte, durch die Annahme
einer Weiterentwickelung der Radien an die Pentacta-arti-
genllolothurien anzuknüpfen und durch diese weiter auf die
Gephyeren oder gephyreenartige individuell begrenzte
Geschöpfe zurückführen?) Natürlich, dass unser Verf.
die Echinodermen unter solchen Umständen denn auch
der niederen Thiere während der J. 1866^—1867. 209
nicht als Individuen (Personen) , sondern <als mehr oder
minder centralisirte Individuenstöcke betrachtet^ wie das
schon früher von Reichert geschehen ist^ und für die
Coelenteraten auch von Jäger versucht wurde. Wie
Verf. sonst die Verwandtschaftsverhältnisse resp. die Ge-
nealogie der Echinodermen sich denkt^ ergicbt sich aus
nachfolgender Uebersicht.
I. Classe der Seesterne, Asteridd- "*
1. Ordnung. Tocastra, Stammsterne. »ZwiscLenformen zwischen
den gewöulichen See- und Schlangensternen, die heute nur noch fossil
(meist in den untern Silurschichten) existiren und wahrscheinlich die
unmittelbaren und wenig veränderten Nachkommen jener archolithi-
schen Seesterne sind, welche wir als die gemeinschaftlichen Stamm-
väter des gesammten Echinodermenstammes anzusehen haben.« Hie-
her u. a. Palaeodiscus, Archasterias, Palaeocoma u. s. w.
2. Ordnung. Colastra, Ghedersterne. Umfasst die gewöhnlichen
Seesterne, Formen, die zum Theil, wie besonders Asteracanthion, bis
in die silurischen Schichten hineinreichen, sich im Ganzen also nur
wenig geändert haben.
3. Ordnung. Brisingastra, Brisingasterne, mit nur einer ein
zigen bekannten Art.
4. Ordnung. Ophiastra, Schlangensterne. Treten erst in der
Trias auf.
5. Ordnung. Phytastra, Baumsterne (= Euryalae), denen von
fossilen Formen wahrscheinlich das Gen. Saccosoma, das nur fälsch-
lich den Crinoiden zugerechnet wird, gehört.
6. Ordnung. Crinastra, Liliensterne, fossile Seesterne, die von
den Tocastern zu den Crinoiden führen (Arten des Gen. Protaster
=: Eucrinaster H.).
II. Classe der Seehlien, Crinoiden (= Pelmatozoa).
Subclasse Brachiata, Armlilien.
1. Ordnung. Phatnocrina, Tafellilien (= Tesseilata). Sämmt-
lich fossil bis zur Secundärzeit.
2. Ordnung. Colocrina, Gliederlilien (= Articulata). Kagen
aus der Secundärzeit durch Pentacrinus und Comatula bis in die
Jetztzeit.
Subcl. Blastoidea, Knospenlilien. Fossilien, die sich aus
den Tafellilien entwickelt haben sollen. (Aber wie verhält sich diese
Ableitung der armlosen Crinoiden von den armtragenden zu dem
Satze, dass die Stufenleiter des natürlichen Systemes und der pa-
läontologischen Entwickelung mit der Stufenleiter der individuellen
Entwickelung parallel gehe? Vergl. Bericht über die Entwickelung
von Comatula.)
.\rohiv f. N.iturg. XXXIV. .lahrg. 2. ,U\. Q
210 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
1. Ordnung. Elaeacrina (Gen. Pentremites u. s. w.)
2. Ordnung. Eleutherocrina.
Subcl. Cystidea, Blasenlilien. Nach unserem Verf. wahr-
scheinlich die Stammform der Echiniden. Sämmtlich fossil.
1. Ordnung. Agelacrina. Zwischenformen zwischen den Aste-
riden und Crinoiden,
2. Ordnung. Echinencrina.
III. Classe der Seeigel, Echinida.
Subcl. Pal echinida, mit mehr als zwei Plattenreihen zwischen
je zwei Ambulacralfeldern. Paläolithische Formen, die sich aus den
Echinencrinen hervorgebildet haben und zu den Autechiniden über-
führen.
1. Ordnung. Melonitida. Mit acht Plattenreihen in jedem
Ambulacralfelde.
2. Ordnung. Eocidarida. Mit zwei Plattenreihen in den Am-
bulacralfeldern.
Subcl. Autechinida, Formen mit 20 Plattenreihen, die
erst in der Secundärzeit auftreten und noch heute reichlich vertre-
ten sind.
1. Ordnung. Dermostichae, mit Ambulacren, die als einfache,
nicht petaloide Bänder vom oralen zum aboralen Pole hinlaufen
Hieher die Familien der Goniocidariden und Echinocidariden, aus
denen dann später die der Echinometriden, Saleniden (f), Galeriti-
den (t), Echiconiden und Dysastriden (f) hervorgegangen sind.
2. Ordnung. Petalosticha mit blattförmigen Ambulacren. Hie-
her die Familien der Cassiduliden (f), Spatangideu und Clypeastriden.
IV. Classe der Seewalzen, Holothuriae.
Verrill handelt (Proc. Bost. soc. nat. hist. 1866.
Vol. X. p. 333—357) über die Echinodermen und Polypen
von Neu-England, die nach ihrer geograpliischen Verbrei-
tung dreien von einander verschiedenen Faunen zuge-
rechnet werden, der Virginischen (vom Cap Hatteras bis
Cap Cod), der Acadischen oder Neuschottischen (bis zur
Mündung des Lorenzstromes) und einer mehr arktischen
(Syrtensischen) an der Ostküste von Labrador und Neu-
fundland. So weit diese Arbeit auf Polypen Bezug hat,
wird sie später noch besonders angezogen werden. Von
Echinodermen zählt sie auf a) in der virginischen Fauna:
1 Antedon, 1 Ophiura, 3 Asterias (Arten des Müller'-
schen Gen. Asteracanthion, für das Verf. die Linnei-
sche Bezeichnung Asterias beibehalten wissen will), 3
Echiniden, 2 Holothurien ; b) in der acadischen : 1 Ante-
der niederen Thiere während der J. 1866-1867. 211
don^ 5 Ophinriden^ 11 Asteriden, 3 Eclilniden^ 10 Holo-
thiirien ; c) iii der Syrtensischen : 1 Ophiuride, 6 Ästen-
den, 5 Holotliurieii.
Die Notes oii the Radiata in iLe Museum of Yale
College desselben Verfassers (Transact. Connecticut
Acad. Sc. and Arts Vol. I. P. 2. 1867) enthalten Beschrei-
bungen neuer Scesterne aus Neu-Seeland und Mitthei-
lungen über die Echinodermenfauna von Panama und der
Amerikanischen Westküste. Die von unserem Verf. neu
beschriebenen 26 Arten gehören sämratlich zu den See-
sternen und Seeigeln und sollen weiter unten namhaft ge-
macht werden.
Ueber den Charakter der Echinodermenfauna der
Viti-Inseln vergl. Gräffe, Verhandl. der zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien Bd. XVI. S. 586.
In den Dredging reports der nat. bist, transact. North-
umberland and Durham Vol. I. p. 42 werden im Ganzen
38 Echinodermenarten von den Küsten Northumberlands
und Durhams aufgeführt: 9 Holothurien, 10 Seeigel, 8
Asteriden, 10 Ophiuriden, 1 Crinoide. Unter ihnen drei
neue Arten, 2 Echinen, 1 Holothurie.
V. Märten s setzt seine Studien „über ostasiatische
Echinodermen" fort. Er lässt den japanischen und chile-
sischen Seesternen (J. B. 1865. S. 71} zunächst die See-
sterne des indischen Archipels folgen (Archiv für Natur-
gesch. 1866. I. S. 57 — 87), schliesst dann einige Bemer-
kungen über Ophiuren an (ebendas. S. 87, 88) und wendet
sich schliesslich (ebendas. S. 133 — 190) zu den Echiniden.
Ein Nachtrag (ebendas. 1867. L S. 106— 119) ist den Aste-
riden und Echiniden gewidmet.
Bianconi veröffentlicht Specimina zoologica Mo-
* sambicana und behandelt in dem 15. Fascikel derselben
eine Anzahl Echinodermen (Echinocardium cordatum^
Psammechinus subangulatus, Scutella bifissa, Cucumaria
pentactes und Thyone polytele n. sp.
Gray, species of starfishs in the british Museum
1866. London (mit 16 Tafeln Abbildungen) ist mir bis
jetzt noch nicht zugekommen.
212 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
1. Scytoderoiata.
Die bisher von Seiten der Zoologen über Gebühr
vernachlässigte Gruppe der Holothnricn hat in Selenka
und Seraper ein Paar treffliche Monographen gefun-
den. Von der Ueberzeugung durchdrungen^ dass eine
bloss äusserliche Beschreibung zur Bestimmung und Wie-
dererkennung dieser Thiere nicht ausreiche^ haben beide
den anatomischen Verhältnissen und besonders dem Baue
der nach Form und Grösse so vielfach wechselnden Kalk-
körperchen eine besondere Beachtung geschenkt und auf
Grund umfassender — theihveise sogar (Semper) an
lebenden Exemplaren angestellter — Untersuchungen eine
Reihe von Darstellungen geliefert^ die für unsere Arten-
kenntniss um so wichtiger sind, als sie voraussichtlicher
Weise den Ausgangspunkt für zahlreiche spätere For-
schungen abgeben werden. Bei der geringen Beachtung,
welche den Holothurien früher geworden, und der Un-
zulänglichkeit der älteren Angaben/ die es vielfach un-
möglich macht , die aufgestellten Species ohne Verglei-
chung der Originalexemplare wiederzuerkennen, ist es
begreiflich, dass die Arbeiten der genannten Forscher uns
mit einer beträchtlichen Menge neuer Formen bekannt
machen. Mögen auch manche derselben mit früher be-
schriebenen Arten zusammenfallen, das Verdienst, eine
rationelle Bearbeitung einer zoologisch gewiss höchst
interessanten Thiergruppe ermöglicht zu haben, wird da-
durch in keinerlei Weise geschmälert. Uebrigens haben
sich die Verff". nicht bloss mit der Darstellung ihrer
eigenen Untersuchungen begnügt, sondern überall auch
die früher aufgestellten Arten angezogen und auf diese
Weise eine Zusammenstellung des gesammten Materiales
über die Systematik der Holothurien geliefert.
Die Arbeit Selenka's ist unter dem Titel: ;, Bei-
träge zur Anatomie und Systematik der Holothurien^
in dem siebenzehnten Bande der an ausgezeichneten Ab-
handlungen so reichen Zeitschrift für wissenschaftliche
Zoologie S. 291 — 374 erschienen und von vier Tafeln
(Tab. XVn — XX) begleitet, die zur Erläuterung der
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 213
wichtigeren Organisationsverhältnisse bestimmt sind. (Der
folgende Band derselben Zeitschrift enthält einen Nach-
trag zu dieser Abhandlung^ der — bis auf einige schon
jetzt berücksichtigte Verbesserungen — erst im nächsten
Jahresberichte von uns angezogen werden kann.) Sie
wird von einer Schilderung des anatomischen Baues ein-
geleitet^ die mancherlei neue^ für systematische Zwecke
auch nicht unwichtige Einzelheiten bringt, unsere Kennt-
nisse im Ganzen aber doch nur wenig fördert. Spiritus-
exemplare, wie sie dem Verf. allein zu Gebote standen,
dürften nach dem heutigen Stande unserer Wissenschaft
dazu nicht ausreichen. Am wichtigsten möchte wohl der
Nachweis sein, dass die Bildung der Kalkkörperchen
(Arragonitkörperchen Verf.) für die einzelnen Arten eine
ganz specifische Bedeutung hat und in der Mehrzahl
der Fälle schon für sich allein zur Wiedererkennung der
Species ausreicht. Bei den vom Verf. untersuchten Arten
fehlten dieselben nirgends, auch nicht bei Cucumaria fron-
dosa, für die man wohl das GegeiTtheil behauptet hat. Freilich
erscheinen die Kalkkörperchen hier nur als einfache Arrago-
nitkrystalle, aber solche Krystalle gehen gelegentlich
durch x\nhäufung und Verschmelzung a,uch in die Bildung
der complicirten Kalkkörperchen (z. B. der Anker und An-
kerplatten der Sjnaptiden) ein. Auch Molpadia oolithica
und Embolus pauper sind durch einfache Kalkbildungen
(concentrisch geschichtete Körner) ausgezeichnet, wäh-
rend Subcuticula und Bindegewebsschicht unserer Thiere
fast überall Ablagerungen von einer mehr zusammenge-
setzten Form in sich einschliessen. Das Blutgefässsy-
stem ist nach den Untersuchungen unseres Verf's auf
Darm und Lunge beschränkt und ohne Zusammenhang
mit Ringkanal und Wassergefässe. Eine directe Commu-
nication der Leibeshöhle mit dem umgebenden Wasser
wird in Abrede gestellt. Die Mündung der Geschlechts-
organe liegt bei den Dendrochiroten innerhalb des Tentakel-
kranzes, bei den übrigen nach Aussen davon, am weitesten
nach abwärts bei den (bekanntlich nur mit einer linken
Geschlechtsdrüse ausgestatteten) Aspidochlroten, bei denen
dieselbe bisweilen um ein Viertel der Körperlänge von
214 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der Mundöffnung entfernt ist. Nach den systematischen
Ansichten des Verf.'s zerfällt man die Holothurien mit
Brandt nach der Anwesenheit oder dem Mangel der
Wasserlungen am besten in zwei Hauptgruppen (Ordnun-
gen Verf.): Pneumonophora und Apneumona^ von denen
die letztere nur eine einzige Familie (Synaptidae) enthält^
während die erste deren drei in sich einschliesst: die
Aspidochirotae mit schildförmigen Tentakeln, die Den-
drochirotae mit baumartig verästelten Tentakeln und die
Liosomatidae, die durch den Mangel der Saugfüsse den
üebergang zu den Synaptiden machen.
Die von unserem Verf. neu aufgestellten und beschriebenen
Arten ergeben sich am leichtesten aus der nachfolgenden Uebersicht :
Fam. Aspidochirotidae.
Gen. n. Lahidodemas Sei. Füsse in fünf zweizeiligen Längs-
reihen. 1 Sp. n. L. Semperianum Sei. Sandwichs-Inseln.
Gen. Aspidochir Brdt. Füsschen in fünf Reihen, nach vorn
fehlend. 1 Art (A. Mertensii Brdt.)
Gen. Mülleria Jag. After mit fünf Kalkzähnen bewaffnet. 14 Ar-
ten, darunter als neu: 31. varians aus der Südsee (== M. maurita-
nica Quoy et Gaim.), M. Agassizii Florida. M. plebeja (= M. miliaris
Quoy et Gaim.), M. ohesa Sandwichs-Inseln, M. nohilis Zanzibar und
Sandwichs-Ins., M. hadra Gesellschafts-Ins. , M. formosa Makassar,
M. parvula Florida.
Gen. Stichopus Brdt. Füsschen am Bauche in drei Längs-
reihen. 17 Arten mit St. badionotus aus Florida, St. horrens von
den Gesellschafts-Ins., St. rigidus aus Zanzibar, St. japonicus aus
Japan , St. Kefersteinü aus Acapulco , St. gyrifer aus Australien
(= St. monacaria Less.), die als neu aufgeführt werden.
Gen. Bohadschia Jag. After fünfstrahlig, unbewaffnet. 5 Ar-
ten, sämmtlich bereits bekannt.
Gen. Holothuria L. Füsschen am Bauche zerstreut. After
rund, unbewaffnet. Das umfangreichste Genus mit 61 Arten, die
je nach der mehr oder weniger dichten Stellung der Bauchfüsse in
zwei Gruppen getheilt werden, a) Heteropodes. Hieher als neu:
H. paradoxa von den Sandwichs-Ins., H. pulla ausAmboina, H. per-
vicax von Zanzibar und Sandwichs-Ins., H. grisea von Hayti, H. gla-
berrima ebendah., H. lubrica von Acapulco, H. pulchella von den
Sandwichs-Ins., H. unicolor aus Barbadoes, H. farcimen von den Azo-
ren, H. armata aus Japan, b) Homoiopodes mit folgenden neuen
Arten: H. princeps aus Florida, H. inhabilis von den Sandwichs-
Ins., H. vagabunda aus der Südsee und von Zanzibar, H. strigosa
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 215
aus Zanzibar, H. languens von Panama, H. hoteUus von den Ge-
sellschaftsinseln, Panama, Florida (= H. fulva Quoy et Gaim.), H.
pardalis von den Sandwichs-Ins., H. pyxis aus Japan, H. subditiva
von Panama, H. verrucosa von den Sandwichs-Ins., H. humilis
ebendaher.
Farn. Dendrochirotae.
Gen. Psolus Ok. Füsschen nur am Bauche, in drei Längs-
reihen. 4 Arten, säramtlich bekannt.
Gen. Cuvieria Per. Füsschen nur am Bauche, in einem Kreise,
3 Arten, sämmtlich bekannt.
Gen. Colochirus Troschel, mit dem von Selenka neu auf-
gestellten Gen. Cercodemas unter folgender Diagnose zu verei-
nigen: Einfache Bauchfüsschen, zerstreut oder in drei Reihen.
Warzenfüsschen des Kückens in zwei Längsreihen. After von Kalk-
schuppen umgeben. Als einzige Art: C. quadrangularis Tr. (== Cer-
codemas anceps Sei.)
Gen. Hemicrepis J. Müll. Zwölf Tentakel. 1 bek. Art.
Gen. Stereoderma Ayres. Rückenfüsschen einfach, zerstreut ;
Bauchfüsschen zum Theil in Längsreihen. 1 bek. Art.
Gen. dub. Oncinolabes Brdt. Tentakel linear. 2 Arten.
Gen, Thyonidium Dub. et Kor. 10 — 20 Tentakel; fünf Längs-
reihen von Füsschen , dazwischen zerstreut vereinzelte Füsschen.
7 Arten, sämmtlich bekannt.
Gen. Pentamera Ayres. Ebenso. After mit Kalkzähnen.
1 bek. Art.
Gen. Echinocucumis Sars. Körper mit stachlichen Kalkschup-
pen bedeckt. 1 bek. Art.
Gen. Cucumaria Blainv. Füsschen in fünf Längsreihen, zehn
gleichlange Tentakel. 22 Arten, mit C. quinquesemita n. sp. von
Mendocino.
Gen. n. Uro dem as Sei. Füsschen zerstreut. Tentakel 20.
Hieher U. perspicillum aus Sydney.
Gen. Orcula Trosch. Füsschen zerstreut. Fünfzehn Tentakel.
2 Arten, unter denen neu : 0. punctata Charleston.
Gen. Phylloporus Grube. Füsschen zerstreut. 16 Tentakel.
2 bek. Arten.
Gen. Thyone Oken. Füsschen zerstreut. 10 Tentakel, wovon
2 kleiner sind. After bewaffnet. 6 Arten (da Th. cigaro Tr. dem
folgenden Uen. zugehört) mit Th. tenella Sei. (= Th. Carolina und
der damit identischen Th. peruana Tr.)
Gen. n. Stolus Sei. Ebenso. After unbewaffnet. Drei neue
Arten : St. sacellus Zanzibar, St. gibher Panama, St. Ovulum Acapulco.
Der gleichfalls als neu beschriebene St. firmiis = Colochirus spino-
SU8 Quoy et Gaim.
216 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Fam. Liosomatidae.
Gen. Molpadia Cuv. Körperende verdünnt. Tentakeln fieder-
spaltig. 4 Arten mit Chirodota oolithica Ponrtales = M. borea-
lis Sars.
Gen. Liosoma Brdt. Zwölf schildförmige Tentakel. 2 Arten,
beide bekannt.
Gen. Haplodactyla Grube. Sechszehn fadenförmige Tentakel.
1 bek. Art.
Gen. Caudina Stimps. Zwölf stummelförraige Tentakel. Hin-
tere Körperhälfte sehr dünn. 1 bek. Art. (Mit Unrecht früher zu
den Synaptiden gerechnet.)
Gen. n. Emholus Sei. Ohne Kalkring ; mit E. patiper n. sp.
von Cap Palmas.
Fam. Synaptidae.
Gen. Synapta Eschsch. Kalkkörper ankerförmig. 29 Arten,
unter denen neu: S. Kefe^'steinii von den Sandwichs-Ins., S. Agas-
sizii von den Gesellschaftsinseln, S. gracüis aus Massachusetts-Bai,
S. albicans aus Californien.
Gen. Synaptula Oerst. Lebendig gebärend. 1 Art.
Gen. Chirodota Eschsch. Kalkkörper radförmig. 10 Arten
mit Ch. typica n. sp. aus der Massachusetts-Bai.
Gen. Myriotrochus Steenstr. Ebenso, die Rädchen an Fäden
zusammenhängend. 1 Art.
Gen. Eupyrgus Lütken, Fünfzehn fingerförmige Tentakel.
Haut mit durchlöcherten Kalkplatten. 2 bek. Arten.
Gen. dub. Rhabdomolgus Keferst. Kalkkörper fehlen. 1 Art.
In Bezug auf die geographische Verbreitung ist die
Thatsache hervorzuheben^ dass es nicht bloss Arten giebt,
die den nordeuropixischen Meeren und der Ostküste Nord-
amerikas geraein sind (Psolus phantapus, Cucumaria fron-
dosa, Molpadia oolithica;^ oder die zugleich in Polynesien
und Zanzibar gefunden werden (Holothuria tigris, H. par-
dalis, H. vagabunda^ Stichopus chloronotus); sondern
auch solche^ die in Polynesien, Japan, Zanzibar und Flo-
rida vorkommen, also cosmopolitisch leben (Holothuria
botellus und H. floridana). IraUebrigen ist es nach dem
heutigen Stande unserer Kenntnisse kaum möglich, die
faunistisclien Verhältnisse der Holothurien mit nur einiger
Sicherheit zu übersehen. Als die Parias der zoologischen
Museen haben dieselben auch bei den Sammlern bisher
keine Beachtung gefunden, und das um so weniger, als
sie zum grossen Theil in beträchtlicher Tiefe leben. Wel-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 217
che Fülle interessanter Formen hier noch verborgen sind^
ersehen wir mit Ueberraschung aus dem oben erwähnten
Werke von Semper^ der seine Beobachtungen über
Holothnrien in dem (bis jetzt noch nicht vollständig erschie-
nenen) ersten Bande der wissenschaftlichen Resultate sei-
ner ^Keisen im Archipel der Philippinen^ (Leipzig 1867.
Heft 1 — 3, 100 Seiten in gross Quart mit 25 Tafeln,
von denen 16 in schönem Farbendruck nach lebenden
Originalen, meist von der kunstfertigen Hand der Ge-
malin des Verf.'s gezeichnet, ausgeführt sind) niederge-
legt hat. Es sind nicht weniger, als 49 neue irrten, die
der Verf. — ohne Einrechnung von etwa 6 Varietäten —
während seines Aufenthaltes auf den Philippinen zusam-
menbrachte, und doch gehört bekanntlich der Archipel
der Philippinen gerade zu den von Sammlern und Zoolo-
gen am häufigsten besuchten Tropengegenden. Rechnet
man zu diesen neuen Arten dann noch 14 früher schon
bekannte Species, die Verf. eben daselbst beobachtete,
so steigt die Zahl der Philippinischen Holothurien auf
60—70, obwohl früher von dort kaum ein Dutzend in
unseren Sammlungen vertreten war. Die Gattungen Synapta
und Chirodota sind durch die Untersuchungen des Verf.
um 57 u. resp. 54% bereichert worden und die Aspido-
chiroten, die man bisher — wie die Gattung Chirodota
— unrichtiger Weise für vorzugsweise boreal hielt, er-
scheinen schon jetzt, wo in Bezug auf sie erst ein sehr
kleiner Theil der Tropengegenden erschlossen ist, in den
Meeren der heissen Zone um die Hälfte artenreicher, als
in denen der gemässigten (noch nach S e 1 e n k a war
das Verhältniss der mehr borealen Formen zu denen der
Tropen wie 1 : 5). Ausser den Philippinischen Arten
hat übrigens unser Verf. in den beigegebenen systema-
tisch-kritischen Excursen noch manche andere neue Form
beschrieben. Und alle diese Beschreibungen beruhen auf
einer sorgfältigen Untersuchung und Vergleichung des
äusseren, wie inneren Baues, so dass wir das Werk un-
seres Verf.'s mit seinen lebensfrischen Abbildungen und
seiner splendiden Ausstattung geradezu mustergültig nen-
nen dürfen. Leider müssen wir es uns versagen, alle
218 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
die interessanten Beobachtungen des Verf.'s hier anzu-
ziehen, aber Einiges dürfen wir doch, als besonders wich-
tig für die Kenntniss unserer Thiere, aus der vorausge-
schickten anatomischen Skizze und den angehängten Excur-
sen unseren Lesern nicht vorenthalten. Schon die ersten
Worte unseres Verf.'s heben eine bis jetzt nur wenig
beachtete wichtige Thatsache hervor, den Umstand näm-
lich, dass bei den Holothurien — wenn auch äusserlick
nicht immer sichtbar — das sog. Trivium zur Bauch-
fläche, das Bivium aber zum Rücken sich gestaltet. Das
Blutgefässsystem, welches mit seinen Verzweigungen auch
auf die Follikel des Lungenbaumes übergeht, ist nach
unserem Verf. ohne Zusammenhang mit dem ambulacra-
len „Wassergefässsystem", dem auch die Leibeshöhle und
ein damit mehrfach communicirender Sinus zwischen
Schlund und Kalkring zugerechnet wird. Die pantoffel-
förmigen Wimpertrichter, die dem Mesenterium der lun-
genlosen Arten isolirt oder zu Bäumchen zusammengrup-
pirt anhängen (S. 32), sind ohne alle Beziehung zu dem Ge-
fässapparate, und somit denn auch in keinerlei Weise den
Wasserlungen zu parallelisiren. Die als Excretionsorgane
gedeuteten sog. Cuvier'schen Schläuche, die sich bald
direct an die Kloake, bald an den Stamm der Lungen
ansetzen, sind nicht hohl, sondern massiv und fungiren
als Waffen, welche das lebendige Thier unter gleichzei-
tiger Ruptur der Cloakenwand nach Belieben ausstösst.
Der Nervenring liegt nach Innen von dem Kalkringe
dicht hinter der Mundscheibe und entsendet fünf röhren-
förmige Längsstämme, die durch Löcher oder Spalten
der (immer in Fünfzahl vorhandenen) Radialstücke des
Kalkringes hindurchtreten und unterhalb der Wasser-
gefässe auf der Aussenfläche der Längsmuskeln hinlau-
fen. Bei den Synaptiden (S. 27) Hessen sich auch die
von den Längsstämmen abgehenden Aesto nachweisen,
die theils an die Muskulatur, theils auch an die Haut
treten und hier mit einer ganglionären Anschwellung
endigen, die sich in den zahlreich vorhandenen Haut-
papillen an eine eigenthümlich umgebildete Gruppe von
Epidermiszellen anlegen. Andere ganz ähnliche Haut-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 219
Papillen enthalten statt dieser Nervenapparate die be-
kannten Anker^ die^ weit davon entfernt^ als active Klam-
merorgane oder als Füsse zu dienen, vielleicht gleichfalls
als Sinnesorgane (? Ref.) zu betrachten sind. Anker
und Platte, die keineswegs in einander eingefügt sind,
liegen in einer bindegewebigen Scheide und bilden mit
dieser einen scharf conturirten Blasenkörper, der die An-
kerpapille ausfüllt. Der Innenraum der Scheide, der
den Anker in sich einschliesst, wird von einem deutlichen
Epithel bekleidet, das die Substanz des Ankers, wie eine
Cuticularsubstanz, abscheidet und ursprünglich vielleicht
durch Wucherung aus der Epidermidallage der Körper-
hüllen hervorgegangen ist. Wie sich die Rädchen
der Chirodoten, die doch offenbar den Ankern der Syn-
aptiden gleichwerthig sind, oder gar die „Stühlchen^
der Lungenholothurien in genetischer Beziehung verhal-
ten, ist unserem Verf. unbekannt geblieben; obwohl er
sonst den Kalkgebilden der Holothurien mit ihren ver-
schiedenen Formen („Schnallen", „Ilirseplättchen^ u. s. w.)
eine grosse Aufmerksamkeit geschenkt hat. Die Ge-
schlechtsorgane, die nicht bloss bei den Synaptiden,
sondern auch den Molpadidcn (Caudina, Haplodactyla)
zwitterig sind, inseriren sich bald jederseits, bald auch
nur einseitig mit verdickter Basis am dorsalen Mesen-
terium und besitzen einen Ausführungsgang, der in
grösserer oder geringerer Nähe der Tentakel genau auf
der Mittellinie des Rückens ausmündet. Bei den herma-
phroditischen Arten scheint die männliche Brunst der
weiblichen vorauszugehen. lieber die Entwickelung
scheint Verf. keine Beobachtungen angestellt zu haben,
dagegen aber erfahren Avir (S. 96) mit Interesse, dass es
demselben gelungen ist, bei einer echten Holothurie (H.
edulis) eine zweite Form jenes sonderbaren Schnecken-
schlauches (Entoconcha Mülleri Semp.) aufzufinden, des-^
sen Entwickelung unseren unvergesslichen Johannes
Müller einst in so grosse Verlegenheit gebracht hat.
Leider hatte Verf. nur zwei Mal Gelegenheit diesen son-
derbaren Parasiten zu sehen, so dass er nicht einmal mit
Sicherheit constatiren konnte, ob derselbe wirklich , wie
220 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
es den Anschein hatte^ der Kloake seines Trägers anhing,
üebrigens sind auch sonst die Holothnrien vielfach von
Parasiten geplagt^ nicht bloss von Fischen (Fierasfer und
Enchelyopsis) und Krebsen (zwei Arten Pinnotheres^ die
immer in dem rechten^ nicht mit den Darmgefässen ver-
bundenen Liingenast gefunden v^erden, und einigen klei-
nen Copepoden), sondern auch von noch anderen Schnek-
ken (Eulima^ Stichopus)^ die theils den Darm ihrer Wirthe
bewohnen und dann einen breiten und flachen Fuss be-
sitzen^ theils mit Fuss und Kopf in die Leibeswand ein-
gesenkt sind, und sich durch Mageninhalt und Abwesen-
heit jeder Mundbewaffnung dann als echte Schmarotzer zu
erkennen geben. Auch eine kleine Muschel mit innerer
Schale sieht man bisweilen (Synapta similis) auf der Haut
lebhaft hin- und herkriechen.
Zur Vergleichung mit Selenka dürfte es am zweck-
mässigsten sein, den voranstehenden Mittheilungen eine
Uebersicht über das von unserem Verf. acceptirte Holo-
thuriensYstem folgen zu lassen und die von ihm neu auf-
gestellten Arten demselben einzureihen.
I. Ordn. Apneusta. Holothurien ohne Lungen und eigent-
liche Cloake. Cuvier'sche Organe fehlen. Tentakel linear, gefiedert
oder fingerförmig.
1. Farn. Synaptidae. Tentakel gefiedert oder fingerförmig.
Keine Radiärgefässe in der Haut. An den Mesenterien eigenthüm-
liche Wimperorgane in Trichterform. In der Haut Kalkkörper, die
in Gestalt von Ankern oder Rädchen sehr von denen der übrigen
Holothurien abweichen.
Synapta Eschsch. Wurmförraig mit Kalkankern in der Haut
und 10—25 gefiederten oder gefingerten Tentakeln, a) Mit finger-
förmigen Tentakeln : Synapta molesta, S. pseudo-digitata, S. diibia,
S. sitnilis. b) Mit gefiederten Tentakeln: S. grisea (= S. maculata
Cham. ?), S. glahra, S. nigra, S. reticulata, S. indivisa, S. recta.
Änapta n. gen. Körper wurmförinig schlank. Tentakel
klein, fein gefiedert. Dicht besetzt mit kleinen Papillen, ganz ohne
Räder oder Anker, nur mit bisquitförmigen Platten, wie sie auch
bei den Synapten gefunden werden. A. gracilis.
Chirodota Eschsch. Wurmförmig. Tentakel schildförmig, ge-
fingert. Rädchenpapillen in der Haut. Ch. rigida, Ch. panaensis,
GJi. vitiensis, Ch variabüis, Ch. dubia (?), Ch. incongriia (?). Die
beiden letzten Arten nur nach einem einzigen Exemplare auf-
gestellt.
der niederen Thiere der während J. 1866—1867. 221
Synaptula Oerst. Lebendig gebährend, sonst wie bei Synapta.
(Scheint dem Verf. dubiös.)
Myriotrochiis Steenstr. lu der glatten Haut grosse gestielte
einfache Kalkrädchen, die nicht, wie bei Chirodota, gruppenweise in
eine Blase eingeschlossen sind.
Ehabdomolgus Keferst. Zehn gelappte Tentalel. Ganz ohne
Kalkkörperchen in der Haut. Pelagisch (dubiös).
2. Fam. Eupyrgidae. Fusslose, dicht mit Kalkschüppchen be-
deckte Holothurien. Fünfzehn einfache fingerförmige Tentakel.
Eupyrgus Lütk. Scheint dem Verf. mit der ganzen Familie
zweifelhaft, da die eine der drei beschriebenen Arten ein Echinocu-
cumis und die zweite (Eup. hispidus), die der dritten (Eup. scaber)
ausserordentlich ähnlich ist, nach den Untersuchungen Semper's
Lungenrudimente trägt und der Familie der Molpadiden zugehört.
3. Fam. Oncinoläbidae, die sich nach Brandt durch die An-
wesenheit von P^üsschen von Synapta unterscheiden soll, ist gleich-
falls zweifelhaft, da wahrscheinlicher Weise die Papillen für Füss-
chen genommen sind.
II. Ordnung Pneumonophora. In die Kloake münden
baumförmig verästelte Respirationsorgane.
4. Fam. MolpadidäO. Fusslose Lungenholothurien mit oder
ohne Wassergefässe in der Haut. Tentakel cylindrisch, gefingert
oder schildförmig. Hartgebilde sehr wechselnd.
Haplodactyla Gr. 15 oder 16 einfache cylindrische Tentakel.
Haut glatt. H. mol])adioides mit zwei Var. (M. pellucida und M.
sinensis, von denen die erstere nur in den Kalkringen feste Ablage-
rungen zeigt, während die zweite sich durch abweichende Bildung
der Kalkkörper in Haut und Kloakenwand unterscheidet.)
Gen. Molpadia Cnv. 12—15 am Ende gefingerte Tentakel.
Gen. Liosoma Brdt. Körper cylindrisch, kurz, zwölf schild-
förmige Tentakel.
Caudina Stimps. Zwölf an der Spitze fingerförmig getheilte
Tentakel. Körper hinten stark verjüngt. Haut sehr rauh, durch
zahlreiche Kalkkörper, (Verf. bestätigt die Anwesenheit von Lun-
gen nach eigenen Untersuchungen.)
Echinosoma n. gen. Fünfzehn stummeiförmige Tentakel.
Körper ascidienartig. Haut mit grossen Kalkschuppen bedeckt, die
einen centralen Stachel tragen. Radiärkanäle fehlen. Auf Eupyr-
gus hispidus begründet.
Embolus Sei. Fünfzehn stummeiförmige Tentakel. Kalkring
fehlt vollkommen.
5. Fam. De&drOChirotaO. Füssige Lungenholothurien mit
vollständig entwickeltem Ambulacralgefässsystem und baumförmig
222 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
verästelten Tentakeln. Fünf Muskeln^ die vom Kalkring entsprin-
gen, durchsetzen die Leibeshöhle.
a) Stichopoda. Die Füsschen der Ambulacren stehen in deut-
lichen Reihen; die Interradien siud immer ohne alle Füsschen,
Cucumaria Bl. In allen fünf Ambulacren stehen mehrfache
Reihen gleichartig gebildeter Füsschen; bei einzelnen Arten finden
sich auch solche auf den Interambulacren. Körperform meist stumpf
fünfkantig. Tentakel zehn, häufig zwei kleinere, die dem mittleren
Radius des Trivium entsprechen. C. maculata, C. canescens, C. ver-
sicolor, C. citrea, C. longipeda, C. conjungens. Ausserdem von nicht
philippinischen neuen Arten: G. leonina aus Siugapore, C. africana aus
Querimba, C. Godefroyi (= Holoth. crocea Less.?) Westküste von
Süd-Afrika, C. cylindrica von Isla de France, G. acicula von den
Viti-Inseln.
Ocnus Forb. In den Ambulacren steht, wenigstens auf dem
Rücken, immer nur eine einzige Reihe w^eit abstehender Füsschen.
Zehn verästelte Tentakel, die zwei mittleren centralen sind kleiner,
als die übrigen. In der Haut grosse Kalkschuppen. 0. imhricatus,
0. pygmaeus, beide von den Philippinen, während 0. molpadioides n.
einem unbekannten Fundort entstammt.
Colochirus Tr. Die Füsschen der Bauchi^eite stehen in drei
deutlich von einander getrennten Reihen. Auf dem Rücken nur
Ambulacralpapillen. Die zwei mittleren Tentakel der Bauchseite sind
kleiner, als die übrigen acht. After mit Kalkzähnen (Cercodemas
Sei.) oder ohne solche, a) Mit Kalkzähnen am After: C. cylindri-
cus, C. cucumis, b) ohne Kalkzähue am After: C. viridis, C. coeru-
leus. Ausserdem als neu noch G. Jagorii aus Singapore.
Echinocucumis Bars. Füsschen in fünf Reihen. Zehn verä-
stelte Tentakel, die ungleich sind. Die Haut dicht mit langgesta-
chelten Kalkschuppen bedeckt. E. adver saria.
b) Gastropoda. Die Füsschen stehen in deutlichen Reihen
auf einer scharf begrenzten Bauchscheibe. In der Haut des Rückens
fehlen die Füsschen. Die Kalkkörper in Form grosser Kalkschuppen.
Psolus Ok. (incl. Cuvieria Per.) Einzige Gattung dieser Un-
terfamilie. Fs. complanatus, Ps. boholensis mit var. pandanensis.
c) Sporadipoda. Die Füsschen der Ambulacren umgeben den
ganzen Körper gleichmässig und lassen selten oder nie eine Anord-
nung in Reihen erkennen,
Thyone. Zehn Tentakel, von denen zwei der Bauchseite klei-
ner sind. Füsschen mehr oder weniger dicht auf dem ganzen Kör-
per stehend; nur selten ist eine Andeutung von Reihenordnung der-
selben zu bemerken. After mit Kalkzähnen (Thyone Ok. = Penta-
mera Ayres) oder ohne solche (Stolus Sei.), a) Am After stehen
fünf Zähne: Th. villosa, von nicht philippinischen Arten: Th. suri-
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 223
namensis. b) After ohne Zähne : Th. rigida und von nicht philippi-
nischen Arten Th. indata aus der Chinesischen See.
Thyonidium Dub. et Kor. Zwanzig Tentakel, fünf Paar grosse
und fünf Paar kleine, die abwechselnd stehen. Füsschen bald ganz
dicht stehend, bald weniger dicht und dann in den Radien gereihet.
Th. cebuense.
Orcula Tr. (incl. Uroderaas Sei.) Zehn bis zwanzig Tentakel,
von denen drei einzelne abwechselnd kleiner. After zahnlos. Füss-
chen gleichmässig über den ganzen Körper zerstreut.
Phylloporus Gr. Mit 10—16 Tentakeln, innerhalb deren ein
Kreis von 5 — 6 viel kleineren steht.
Stereoderma Ayr. Körper mit einfachen Füsschen bedeckt,
die in der rechten oder linken Flanke des Bauches in einer Doppel-
reihe stehen. After zahnlos. Zehn Tentakel, die zwei mittleren des
Bauches sind kleiner.
Hemicrepis Müll. Rücken, vorderer und hinterer Theil der
Bauchfläche mit Wärzchen, in denen Füsschen stehen. Bauchfläche
dicht mit Füsschen besetzt. Zwölf Tentakel.
6. Farn. AspidOChirotidae. Füssige Lungenholothurien mit
schildförmigen Tentakeln. Schlund ohne Retractoren. Gewöhnlich
nur ein einziger Büschel GeschlechtsfoUikel links vom Mesenterium.
Linke Lunge immer mit den Gefässen verbunden.
Stichopus Brdt. Achtzehn bis zwanzig Tentakel. Körper
vierkantig. Ambulacralpapillen auf Warzen stehend, die häufig in
Längsreihen geordnet sind. Bauch flach, meist mit drei deutlichen
Längsreihen von Füsschen. Zwei Büschel GeschlechtsfoUikel am
Mesenterium. St. naso, eine als »Trepang« sehr geschätzte Art mit
ausserordentlich dicker Haut, die sich bei den auf starken Reiz er-
folgenden lebhaften Bewegungen vollständig abstreift, und St. va-
riegatus mit var. Hermanni von den Philippinen, St. haytensis von
Haiti, St. Godefroyi mit var. pygmaeus von Samoa.
Mülleria Jäger. Zwanzig oder fünfundzwanzig Tentakel. Rücken
mit mehr oder weniger dicht stehenden Ambulacralpapillen, convex ;
Bauch flach, mit sehr zahlreichen, mitunter in Reihen geordneten
Füsschen. After mit fünf Kalkzähnen.
Labidodemas Sei. Füsschen in zwei fünfzeiligen Längsreihen
geordnet, zwanzig Tentakel. L. Selenkianum von den Viti-Inseln.
Aspidochir Brdt. Füsschen in fünf Reihen, nach vorn fehlend.
Lunge fünftheilig. Zwölf Tentakel.
Holothuria L. (incl. Bohadschia Jag.) Füsschen meistens
un gereiht. Zwanzig (selten 25 oder 30) Tentakel. After rund (Ho-
lothuria) oder strahlig (Bohadschia). a) Füsschen mehr oder weni-
ger deutlich in Reihen geordnet. Körperform rundlich und nie so
eckig, wie in der Gattung Stichopus. Die C-förmig gekrümmten
224 Leuckart: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
Kalkkörper der letztern fehlen, H. Graeffei. b) Zwanzig Tentakel.
After fünf strahlig, ohne Zähne. Auf der platten Bauchseite Ambu-
lacralfüsschen, auf dem convexen Rücken Ambulacralpapillen (Bohad-
schia). H. vüiensis von den Viti-Inseln. c) Holothurien von fast
cylindrischer Körperform, mit gleichartigen Füsschen oder Papillen
bedeckt. After mitunter fünfstrahlig (Sporadipus Gr.) H. arenicola,
IL sqimmifera, H. albiventer, H. gracüis, H. aculeata, H. tenuissima,
H. simüis, sämmtlich von den Philippinen. Ausserdem H. Köllikeri
von den Samoa- Inseln, H. Mertensii von Amboina, H. flavo-maculata
von Samoa. d) Am Bauche immer Füsschen, die zugleich dichter
stehen als die Papillen des Rückens : H. coluher, H. immohüis, H.
erinaceus mit var. pygmaea von den Philippinen, so wie weiter: H.
difficilis von Samoa.
Herapatli veröffentlicht in Quarterly Journ. micr.
sc. 1865. T. V. p. 1—7. Tab. I. eine Abhandlung on the
genus Synapta with somc new british species; in welcher
ein besonderes Gewicht auf die Bildung der Anker und
Kalkkörperchen gelegt wird. Ausser S. digitata und inliae-
rens beschreibt Verf. darin als neu noch S. QaUiennii s.
Sarniensis von Guernsey, S. Tompsonii (Varietät von S.
digitata) von Carrickfergus ? und eine von Thompson
ihm als S. inhaerens überlieferte Art aus Belfast, die aus-
ser den gefiederten Tentakeln noch sechs kleine und ein-
fache Mundtentakel besitzen soll, wodurch sie sich von
allen bisher bekannten Arten sehr auffallend unterschei-
den würde [S. bifaria Semper).
Synapta Galliennii Herap. wurde von Mc Intosh
auch auf den Hebriden gefunden. Ebendas. als neu noch
S. Bushii. Proceed. roy. Soc. Edinb. Vol. V. p. 611.
Sars macht (om nogle Echinodermer og Coelentera-
ter fra Lofoten, Videnskap. Selskab.Forhandling. for 1867)
Mittheilungen über zwei neue Holothurien, die in dem zur
Publikation vorbereiteten dritten Hefte der Fauna littoral.
Norvegiae ausführlich beschrieben werden sollen: Thyo-
nidium scahruni und Holotlmria natans, von denen die
letztere sich von den verwandten Formen durch ihre
Schwimmfähigkeit — mittelst Schlängelung — auffallend
auszeichnet.
Thyone polytele n. sp. wird von Bianconi (Speci-
mina zoologica Mozambicana Fase. XV) charakterlsirt als
der niederen Thiere während der J. 1866 — 67. 225
Th. corpore ovoidali fusiformi, undique papillls retracti-
libus depressis; medio puncto impressis obtecto. Cute
densa corlacea. Tentaculis oralibiis decem ramosis, collo
tubuliformi, tenui exserto, in gyrum insidentibus.
Thyo7ie flexus n. sp. von der Küste Northumberlands,
Hodge, nat. bist, transact. Northumberland and Durham
Vol. I. p. 44. PL X. Fig. 2—14.
Cuvieria Fabricii (== Holothnria squamata Flr.) er-
hebt Verrill (Proc. Bost. Soc. p. 353) zum Typus eines
— von Psolus verschiedenen — Gen. Lophothuria
mit folgender Diagnose :
Teutacles ten, arborescent and greatly subdivided, about as
long as the body in expansion. Body covered above by large im-
bricated plates, with a flat naked surface beneath, with a crowded
row of ambulacral suckers on eacli side, but without a median
row, which is imperfectly represented by a crowded group of su-
ckers at each end of the flat surface, mingling with those of the
lateral rows. Naked part of the body below the tentacles retrac-
tile and having ten vermicular appendages near its junction with
the plated portion, cqrresponding with the ambulacra and tenta-
cles. Tentacles connected at base by a narrow web. Das Gen. Pso-
lus unterscheidet sich nicht bloss dadurch, dass es unten eine dop-
pelte Medianreihe von Ambulacralfüsschen trägt, sondern auch durch
die geringe Verästelung und die Isolation der Tentakel und die
Anwesenheit von fünf Doppelreihen schlanker Ambulacralanhänge
am Halse.
K o w a 1 e w k y 's „ Beiträge zur Entwickelungsge-
schichte der Holothurien'^ (Mem. Acad. imper. St. Peters-
bourg T. XI. N. 6. 1867. 8 Seiten in Quart mit 1 Tal.) be-
liehen sich auf Psolinus brevis, Pentacta doliolum und
Phylloporus urna. Gleich der Holothuria tremula (J.
B. 1856. S. 216) entwickeln sich diese drei Arten ohne
Auricularienzustand^ so dass Kowalewsky darauf hin
die Verrauthung ausspricht, es möchten die echten Holothu-
rien (zunächst die Arten mit terminaler Mundöffnung,
die sämmtlich einen nahrungsreichen grossen Dotter besit-
zen) durch die Einfachheit ihrer Entwickelung von den
Synaptiden abweichen. Die Eier, die beim Austritte aus
dem mütterlichen Körper (durch eine zwischen den Füh-
lern gelegene Oeffnung, die auch bei den Männchen vor-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. P
226 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
kommt _, aber nur beim Ablegen der Geschlechtsstoffe
bemerklicli ist) bereits befruchtet sind^ unterliegen einer
totalen Dotterklüftung ^ die durch eine Spaltung des
Kernkörperchens eingeleitet wird, und verwandeln sich
im Laufe derselben zunächst in eine Hohlkugel, de-
ren einfach geschichtete Zellenwand sich dann zur Bil-
dung des Darmapparates an einer Stelle einstülpt. Der
Embryo gleicht auf diesem Stadium der Entwickelung
der von Krohn und A. Agassiz beschriebenen Em-
bryonalform anderer Echinodermen, aber die Einstül-
pungsstelle, die bei den letztern zum After wird, soll
sich bei den Holothurien nach unserem Verf. in den Mund
umwandeln. Schon bei Beginn der Entwickelung hat
sich die Wand des Embryonalkörpers in zwei Schichten
gesondert, von denen nur die untere, die in die Muskel-
hülie und in die Bindegewebswände des Körpers über-
zugehen bestimmt ist, eine deutliche Zellenstructur zur
Schau trägt. Nach der Anlage des Darmes geschieht
auf der Rückseite des inzwischen etwAS gestreckten Em-
bryo die Bildung des Porus excretorius, der sich in einen
Flimmerschlauch fortsetzt, w^elcher den Oesophagus ring-
förmig umfasst und dann nach dem Munde zu fünf Ausstül-
pungen bildet. Indem diese Ausstülpungen die Kürperhaut
vor sich hertreiben, verwandeln sie sich in Tentakel, zu
denen sich am entgegengesetzten Körperende später noch
zwei Ambulacralfüsse gesellen, die in ähnlicher Weise
an dem Ende eines dem Ringgefässe anhängenden Längs-
stammes sich gebildet haben. Dass neben diesem Ambu-
lacralgefässsystem, das sich später natürlich noch wei-
ter vervollständigt, ein besonderes Blutgefässsystem vor-
komme, wie seit Müller gew^öhnlich angenommen wird,
stellt Verfasser (nach Beobachtungen an Ephiolepsis) in
Abrede; die Function der Circulalion und der Bewe-
gung sei demselben Gefässsystem überwiesen. Die ersten
Kalkkörperchen wurden an demjenigen Theile des Am-
bulacralsystems beobachtet, der dem Porus excretorius an-
liegt und durch Schwund des letztern sich in den Kalk-
sack verwandelt. Die Jungen von Psolinus verlassen
den niederen Thiere während der J. 1866—1867. 227
erst auf einer spätem Entvvicklungstiife die Eiliülle^ weit
später als die der Pentacta, die schon vor Einstülpung
des Darmrolires geboren werden und mit einem Fiimmer-
klcide frei im Wasser uraherschwimmen. Anfangs be-
decken die Flimmerhaare ganz gleichmässig die Ober-
fläche desEmbryonalkörperS; aber nach der Entwickelung
des Darmapparats und der gleichzeitig damit verbunde-
nen Körperstreekung gruppiren sich dieselben in fünf
breite Flimmerstreifen, von denen der vorderste den gan-
zen Kopfpol des Embryo einnimmt. Die Mundöffnung
liegt in der nicht flimmernden Partie zwischen dem flim-
mernden Buckel und dem nach hinten darauf folgenden
Flimmerstreifen. Die ausgewachsenen kleinen Holothu-
rien haben ganz die Form des jungen Psolinus^ nur sind
sie etvv^as plumper. Phylloporus , dessen Entwickelung
übrigens nicht im Detail beobachtet wurde ^ durchläuft
seine Entwickelungsvorgänge in der Leibeshöhle der
Mutter, in der die Embryonen vor Auftreten der Füsse
mittelst Flimmercilien umherschwimmen.
Nach Bert enthalten die Holothurien in ihrer Haut
10 Proc. einer in heisser Salzsäure und Aetzkali unlösli-
chen Substanz. Mem. Soc. des sc. de Bordeaux T. IV p. 73.
2. Actiuozoa.
Herapath handelt (Journ. micr. sc. 1865. T. V.
p. 175 — 184. PI. IV u. V) über die Pedicellarien der Echino-
dermen. Er hebt die Thatsache hervor, dass dieselben bei
den Schlangen- und Haarsternen (vielleicht auch einigen
Asteriden und Echiniden) fehlen und schildert deren Bau
bei Asterias rubens und A. glacialis zum Beweis, dass
die betreffenden Gebilde bei den einzelnen Arten in den
Specialitäten ihres Baues zahlreiche Eigenthümlichkeiten
besitzen.
Echinida.
Stewart macht die Hartgebilde der regulären See-
igel und namentlich die in den Weichtheilen so vielfach
verbreiteten isolirten Kalkkörperchen zum Gegenstande
228 Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
einer eingehenden Untersuchung und liefert damit den
Nachweis^ dnss diese Gebilde bei den genannten Thieren
fast eben so viele und charakteristische Verschiedenhei-
ten darbieten^ wie bei den Holothurien. On thc spicula
of the regulär Echinoidea^ Transact. Linnaean Soc. Vol. 25.
p. 365— 371. Tab. 47—50.
Vergl. dazu auch P. Wright in dem Quarterly
journ. microsc. sc. T. VI. p.266.
Hurst handelt (ibid. T. VII. p. 92) über den feinern
Bau der Sceigelstacheln und AI cock schildert (ebendas.)
die Formverhältnisse der Pedicellarien von Echinus livi-
dus und Ech. sphaera. Gleichzeitig wird hervorgehoben,
dass der Darminhalt von Echinus lividus aus thierischen
so gut, wie pflanzlichen Substanzen bestehe und keine Spur
einer Kauung -zeige.
In einer Collection von 19 Exemplaren des perua-
nischen Eurechinus imbecillis fand Verrill bei einem
jeden eine eigenthümliche Missbildung des Apex und der
anliegenden Skelettheile, die von dem Parasitismus eines
mit Pinnotheres verwandten Krebses (Fabia chilensisDana)
herrührte, der in dem Endstücke des Darmkanals sei-
nen Wohnsitz aufgeschlagen und diesen in einen weiten
Sack verwandelt hatte. Amer. Journ. Arts and sc. 1867.
Vol. 44. p. 126, rinstit. 1867. p. 64.
V. M arten s' Mittheilungen über ostasiatische Echini-
den (Arch. fürNaturgesch. 1866. I. S. 133—189 mit Nach-
trag ebendas. 1867. I. S. 112— 117) betreffen 39 verschie-
dene Arten, die, von einigen wenigen Japanischen Formen
abgesehen, sämmtlich aus dem indischen Archipelagus
stammen und unsernVerf. nicht bloss zu einer Reihe genaue-
rer Beschreibungen, sondern auch zu zahlreichen kritischen
Excursen Veranlassung gegeben haben, die, an die Arbei-
ten von La mark, Desor, Agassiz, Gray, Lütken
u. A. anknüpfend, unsere Artenkenntniss vielfach berich-
tigen und bereichern. Da die Untersuchungen unseres
Verf.'s gleichzeitig auch für die Feststellung der Genus-
diagnosen mancherlei werthvolle Anhaltspunkte bieten,
80 dürfen wir für die vorliegende Arbeit in unserer Lit-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 229
teratur mit Recht eine hervorragende Stelle in Anspruch
nehmen.
Die aus Japan beschriebenen Seeigel sind sämmtlich neu:
Temnopleurus japonicus (nahe verwandt mit den von AI. Agassiz
zu eigenen Gattungen erhobenen Antechinus roseus und Temno-
trema sculpta), Echinus disjunctus , Boletia radiata, Toxocidaris
purpurea, Scutella japo7iica (eine Form, welche die Gatt. Scutella mit
Echinarachnius und Dendraster verbindet), während aus dem indi-
schen Oceane nur drei neue Arten : Sahnacis pyramidata, Nucleolus
epigonus und Encope aberrans beschrieben werden. Die übrigen (31)
Arten sind schon früher bekannt gewesen, zum Theil aber erst
durch die Untersuchungen unseres Verf.'s genauer begründet und
von den verwandten Formen anderer Gegenden (bes. Westindiens)
unterschieden. Die Cidariten betreffend hebt unser Verf. die That-
sache hervor, dass die lebenden Arten fast sämmtlich — mit Aus-
nahme der nordischen C. papillata — zu dem D e s o r'schen Subgen.
Leiocidaris . (== Phyllacanthus A. Ag.) gehören. In Spatangus pla-
nulatus sieht derselbe den Repräsentanten eines eigenen Genus
(Maretia Gray), das sich in mehrfacher Hinsicht eng an das fossile
Gen. Hemipatagus Des. anschlicsst.
x\us Panama beschreibt Verrill (1. c.) von neuen
Seeigeln: Echinodiadema (n. gen.) coronata, Ästro-
pyga venusta, Eur echinus (n. gen.) imhecülis (= Ech.
gibbosus VaL ?) Psammechinus pictus , Boletia viridis^
Mellita pacifioa, Ästroc lyp us (n. gen.) Manni, Metalia
nohilisy Brissus obesus. Echinocidaris incisa A. Ag. ( =
E. longispina Lütk.) zieht Verrill zu E. stellata Ag.,
Boletia rosea A. Ag. zu Lytechinus, Kleinia nigra A. Ag.
zu Meoma. Metalia Gr. wird mit Xanthobrissus A. Ag.
zusammengestellt und Encope tetrapora (non Gmel.) un-
ter dem neuen Namen E. occidentaiis beschrieben.
Das neue Gen. Echinodiadema ist mit Diadema verwandt,
hat aber eine stachlige Mundhaut , Drillingsporen und hohle
Stacheln.
Astroclypus schliesst sich an Encope und Lobophora an,
unterscheidet sich von ersterer aber durch die Vierzahl der Ovarial-
poren und den Mangel der hintern Oeffnung , von letzterer durch
die Fünfzahl der Ambulacralblätter, Lage des Afters u. a.
Den neuen Genusnamen Eiir echinus vergiebt Verrill an
die bisher gewöhnlich als Toxopneustes bezeichneten Formen (T.
droebachiensis und verwandte) und zwar auf Grund des Umstandes,
230 Leiickart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dass die Benennung Toxopneustes ursprünglich für Echinus pileo-
hjs Lam. aufgestellt sei, also mit der Desor'schen Boletia zusam-
menfalle. Gleichzeitig erörtert derselbe die Unterschiede zwischen
Eurechinus granulatus und Eurech. droebachiensis, zwei Arten, die
bis auf Lütken von den Amerikanischen Zoologen sämmtlich zu-
sammengeworfen wurden. Proceed. Best. Soc. 1. g. p. 341.
Grube handelt (43. Jahresbr. d. schles. Gesellscb.
f. vaterl. Cult. 1866. S- 62) über diejenigen Gattungen
der regelmässigen Seeigel; welche an den Granzen der
Täfelchen sowohl auf den Ambulacral- als Jnterambula-
cralfeldern Eindrücke zeigen (Temnopleurus^ Salrnacis^
Mespilia).
Am stärksten sind diese Eindrücke bei Temnopleurus, viel
schwächer und nur auf die Spitzen der Täfelchen beschränkt bei
den zwei anderen Gattungen. Salmacis trägt diese Eindrücke überall,
Temnopleurus nach der gewöhnlichen Angabe bloss auf der Rücken-
fläche, allein bei jungen Exemplaren von T. Reymondii (bis V2") be-
merkt man sie auch auf der Unterfläche. Die Angabe, dass die Füss-
chen bei Temnopleurus in einer, bei Salmacis in zwei Doppelreihen
stehen, ist dahin zu berichtigen, dass bei beiden die Fussporen in klei-
nen Systemen (Schrägreihen) zu je drei Paar stehen, dass diese
aber bei Temnopleurus weniger, bei Salmacis stärker gegen die Ho-
rizontalebene geneigt sind, so dass das untere Paar eines Systemes
neben dem obersten des folgenden liegt. Bei der Gattung Mespilia
sind auf der Rückenseite die Mittelpartien der Ambulacral- und
Interambulacralfelder stachelfrei und an trocknen Schalen wie fein
chagrinirt. An wohlerhaltenen Spiritusexemplaren erkennt man bei
mikroskopischer Untersuchung daselbst einen dichten Besatz von
Pedicellarien (P. gemmatae). Auch zwischen den Stacheln stehen
Pedicellarien. aber spärlicher und mit schlanken Armen.
Bölsche liefert (Archiv für Naturgesch. 1866. I.
S. 89) einen Nachtrag zu seiner Zusammenstellung der
Echiniden aus der Gruppe der Diademiden (vergl. J. B.
1865. S. 162) und erwähnt darin, dass die Gattung Garc-
Ha Ag. von Echinothrix sich nur durch die relative Grösse
der schuppenförmigen Vorsprünge an den Interambula-
cralstacheln unterscheide und dcöshalb mit letzterer zu
vereinigen sei. Die Gar. cincta bildet übrigens eine eigene
Art, die eben sowohl von Ech. Petersii, wie von E. tur-
carum verschieden ist. Die Unterschiede zwischen Dia-
dema setosum Rumpf (indisch) und i). Antillarum Phil.
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 231
(westindisch) reduclren sich darauf, dass die Quirle an
den Stacheln bei ersterer enger stehen^ als bei letzterer.
Auch V. Martens (a. a. O. S. 154) kann die Ab-
trennung eines besonderen Gen. Garelia nicht für be-
rechtigt halten^ will aber auch die Gen. Echinothrix und
Astropyga nur als Untergruppen von Diadema gelten
lassen^ da die als charakteristisch angegebenen Unter-
scheidungsmerkmale keineswegs durchgreifend seien. Die
Speciesdiagnose und Synonymie zeigt gleichfalls bei bei-
den Forschern einige Abweichungen.
m
Grube beobachtete (a. a. 0. S. 62) bei der Gattung
Diadema ein bis jetzt übersehenes häutiges Afterrohr^ das
bei einem grossen D. Lamarckii weit ausgestreckt, bei
anderen Exemplaren aber stark verkürzt erschien.
Unter dem Namen Asterosoma (n. gen.) varium
beschreibt Grube (44. Jahresber. der schles. Gesellsch.
für vaterl. Cultur 1867. naturhist. Section S. 20) einen
eigenthümlichen zumeist mit Asteropyga verwandten See-
igel, der sich durch seine platte Gestalt und mehr noch
durch die Biegsamkeit seiner Schale in auffallender Weise
auszeichnet. Die letztere ist dadurch bedingt, dass das wei-
che Perisom an den Grenzen der Täfelchen und Tafel-
gruppen durch die Kalkablagerung nicht vollständig ver-
drängt wird, sondern persistirt. Ebenso sind die nadei-
förmigen hohlen Stacheln des Rückens von Hautscheiden ^
umgeben. Die Füsschen bilden an der Grenze ihrer
Felder, die noch nicht halb so breit sind, wie die Inter-
ambulacra, nur eine einzige Zeile. Vier Genitalöffnungen.
Das Thier, das in mehreren Exemplaren vorlag, soll aus
der Chinesischen See sein.
Ebendaselbst handelt Grube noch von zwei ande-
ren gleichfalls unbeschriebenen Seeigeln, die ebenfalls
der Chinesischen See angehören sollen und alle Merk-
male des Gen. Salmacis tragen , nur dass die Fusspaare
nicht in Systemen von je zwei, sondern drei Paaren ste-
hen und auf der Grenze der Ambulacral- und Interam-
bulacralfelder eine Reihe vertiefter Punkte vorkommt.
232 Leuckart: Bericht üb- d. Leist. in d. Naturgeschichte
Die beiden Arten werden als S. rubrotmctus und S. fe-
stivus aufgeführt.
In denvonBrady herausgegebenen Reports of deep
sea dredging on the coasts of Northumberland and Dur-
ham (Nat. bist, transact. Northumberland and DurhamVol. I),
p. 8) wird eines Echinocardium fennatijidum n. und
eines Eohmus pictus n. erAvähnt, die beide nächstens von
Norman beschrieben w^erden sollen. Die erstere Art
ist bisher mit Amphidotus gibbosus Ag., die andere mit
Ech. neglectus zusammengeworfen w^orden.
Eohmometra (Acrocladia) planispina n. sp. aus dem
rothen Meere, v. Hertens Verhandl. der zoolog.-botan.
Gesellsch. zu Wien 1866. Bd. XVI. S. 381.
F l atybris sus Roemeri ist der Namen eines neuen
irregulären Echiniden aus der Familie der Spatangiden,
dessen Schale so viele Eigenthümlichkeiten besitzt, dass sie
zur Aufstellung einer eigenen Gattung genöthigt hat.
Die wesentlichsten Auszeichnungen des Thieres bestehen
darin, dass keine der Rückenambulacren vertieft ist, die
Oberseite der Schale vielmehr eine durchaus gleichmäs-
sige Wölbung zeigt, so wie weiter darin, dass die OefF-
nung der Mundhaut nicht zweilappig und vertical ist,
sondern fast ganz in einer Horizontalebene liegt und ein
neunseitiges breites Polygon darstellt. Von Semiten oder
Fasciolen ist auffallender Weise keine Spur vorhanden.
Grube (43. Jahresber. der schles. Gesellsch. f. vaterl.
Cultur 1866. S. 61).
Loven handelt über die sonderbare Leskia mirabi-
lis, von der schon Gray hervorgehoben, dass sie durch
die Form von Mund und After auffallend an die Cysti-
deen (bes. Echinosphaerites) erinnere, und liefert dabei
den Nachweis, dass dieselbe einen besonderen Spatangi-
dentypus repräsentirt , der mit dem Namen Falaeon-
tostomata bezeichnet und folgendermassen charaktcri-
sirt wird :
Testa oviformis; peristomium non labiatum, pentagonum, ae-
quilaterale, ore qiiinquevalvi; aniis intra periproctium centralis,
valvis clausus quinque — octo; aperturae genitales binae; semita
der niederen Thiere während der J. 1866 — 18(^7. 233
unica peripetala. Kongl. Vetenskaps - Akadem. Forhandl. 1867.
p. 431—440.
Asterida.
Jourdain kommt durch die von ihm an Astera-
canthion angestellten anatomischen Untersuchungen zu
der Ueberzeugung, dass das sog. Herz der Seesterne
ein drüsiges Organ darstelle, das in eine Hautfalte eingela-
gert sei und durch muskulöse oder tendinöse Stränge,
die man für Gefässe gehalten, festgehalten werde, dass
die Seesterne also eben so wenig, wie — nach Kowa-
lewsky die Holothurien — mit einem eigenen Blutge-
fässapparate ausgestattet seien. Als Blut betrachtet Verf.
den mit zahlreichen zelligen Elementen versehenen Lei-
beshöhleninhalt, der durch die Flimmerbekleidung in be-
ständigem ümtrieb erhalten wird und durch Hülfe der
sog. Tracheen, die übrigens keine OefFnung besitzen, mit
dem umgebenden Wasser in einen respiratorischen Contact
tritt. Da der Inhalt des sog. ambulacralen Gefässsystems
die gleiche Beschaffenheit hat, wie der der Leibeshöhle,
so ist Verf. geneigt, diesen gleichfalls als Blutflüssigkeit
in Anspruch zu nehmen und die Ambulacralfüsschen, von
ihren sonstigen Functionen abgesehen, als Hülfskiemen
zu deuten. Dass die Madreporenplatte zur Wasserzufuhr
in das ambulacrale Gefässsystem dient, konnte wohl schon
durch die früheren Untersuchungen als ausgemacht ange-
sehen werden. Aber neu ist die Angabe, dass an den Ein-
mündungen der Seitenzweige in die Ambulacralbläschen
ein Klappenapparat vorkommt, der die letzteren bei der
Contraction von dem Gefässsystem abschliesst. l'Institut
1867. p. 411. Cpt. rend. 1867. T. 65. p. 1002.
A. Agassiz liefert in seinen Notes on the embryo-
logy of starfishes (Annais Lyc. nat. bist. New- York Vol.
VIIL p. 240-247. PL H) als Nachtrag zu den früher
(J. B. 1865. S. 163) angezogenen Beobachtungen über die
Entwickelungsgeschichte der Seesterne eine Beschreibung
von Tornaria, in der er namentlich die — schon von J.
Müller hervorgehobenen — Beziehungen zu den Bra-
234 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
chiolarien des Nähern erörtert und den Nachweis liefert^
dass das betreffende Thier gewissermassen als eine in ihrer
Entwickelung gehemmte Brachiolaria zu betrachten sei.
Die auffallendsten Eigenthiirab'chkeiten desselben bestehen
in der Anwesenheit eines besondern analen Flimmerkran-
zes und der einfacheren Bildung des Wassergefässsy-
stemes^ dessen Seitenschenkel beträchtlich reducirt sind.
Die Arme der Brachiolarien lassen sich in verkümmerter
Form auch bei Tornaria nachweisen und tragen in den
späteren Stadien sogar förmliche Wimperepauletten , die
übrigens nirgends^ auch nicht bei den Seeigellarven^ als
eigene Organe aufgefasst werden dürfen , sondern nur
eine besondere Entwickelung der gewöhnlichen Wimper-
schnur darstellen. Die Metamorphose der Tornaria ist
unserem Yerf. leider eben so unbekannt geblieben , als
seinem grossen Vorgänger; indessen vermuthet derselbe
eine Umwandlung in Luidia^ Ctenodiscus oder Astropecten.
Häckel hebt (generelle Morphologie Bd. I. S. 349)
die ausserordentliche Reproductionsfähigkeit der Seesterne
hervor, die bei einzelnen Arten (( )phidiaster multiforis und
Asteracanthion tenuispinus) so weit geht, dass der isolirte
Arm durch Neubildung von Scheibe und Radien zu einem
vollständigen Thiere auswächst. Ob die Isolation solcher
Arme die Folge der Wachsthumsverhältnisse (also Thei-
lung) oder eines äussern Eingriffes ist, bleibt ungewiss,
doch neigt sich Verf. mehr zu der letzteren Vermuthung.
(Zu den hier erwähnten Arten gehört auch die sechsar-
raige Asterias problema Steenst., die nach Lütkcn's
Mittheilung an Ref. im Jugendzustandc sich wiederholt
in der Mitte theilen soll.)
Lütken publicirt (Videnskab. Meddelclser 1865.
Bd.VI. p.l24 — 169) „kritiske bemaerkninger om forskjellige
Söstjerner (Asteriden) med Bescrivelse of nogle nye ar-
ter", die, aus sorgfältiger Vergleichung und Durcharbei-
tung eines reichen Materials hervorgegangen, für Sy-
stematik und Artenkenntniss gleich wichtige Aufschlüsse
geben.
Der erste Abschnitt dieser Arbeit ist dem Gen. Astropecten
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867, 235
gewidmet, das Verf. nach der Bildung der dorsalen Randplatten
nur in drei, nicht, wie Müller und Troschel, in vier Gruppen
abtheilt, da die zwei letzten Gruppen dieser Forscher nicht ausein-
ander gehalten werden könnten. Unter dem Namen A. articulatus
Say sind bisher zwei verschiedene Arten vereinigt worden, von de-
nen die eine mit A. variabilis Lütk. zusammenfällt, während die
andere den Say'schen Namen behalten muss. Nach einigen weite-
ren Mittheilungen über A. aster de Fil. und A. armatus M. Tr.,
beschreibt Verf. eine neue amerikanische Luidia (L. Bellonae). Arch-
aster nicobaricus Mob. wird mit A. typicus M. Tr. vereinigt, und
Stellaster sulcatus Mob. als ein Archaster in Anspruch genommen.
Wie der Mageninhalt eines an der Grönländischen Küste gefangenen
Haifisches nachwies, ist das Gen. Archaster auch in letzterer Gegend
einheimisch. Asteriscus ciliatus Lorenz ist wahrscheinlicher Weise
nichts Anders, als eine kleinere Form von A. verruculatus M. Tr.
(Asterina gibbosa Penn.) Die Gen. Astrogonium, Goniodiscus und
Stellaster möchte Verf. bloss als üntergeschlechter des gemein-
schaftlichen Gen. Goniaster Ag. betrachtet wessen. In Astrogonium
Souleyeti, dem einzigen von Duj ardin und Huppe neu beschrie-
benen Seesterne, erkennt derselbe das drei Jahre früher schon von
Möbius aufgestellte A. longimanum. Ebenso fällt G. Sebae M. Tr.
mit Linne's Asterias (Goniaster) articulata zusammen, die dem
Verf. in einem Originalexemplare vorlag. Auch Goniaster acutus
und placentaeformis Hell, dürften kaum von einander verschieden
sein, Goniodiscus armatus Lütk. wird von unserem Verf. gegenwärtig
mit dem Gen. Oreaster M. Tr. vereinigt, das sich unter Umständen
(in jugendlichen Exemplaren) übrigens kaum von Goniaster unter-
scheiden lässt. Als neu beschreibt Verf. 0. forcipulosus von der
Küste Guinea und 0. Reinhardn (zumeist mit 0. Linckii Bl. ver-
wandt) von den Nicobaren. Oreaster clavatus M. Tr. muss, da er
mit Linne's Ast. dorsata identisch ist, fortan 0. dorsatus benannt
werden. Ebenso fällt Oreaster lapidarius Gr. (= 0. tuberosus Mob.)
mit Ast, gigas L. zusammen, die keineswegs mit 0. reticulatus ver-
wechselt werden darf. Die früher hervorgehobenen Unterschiede
zwischen Ophidiaster und Scytaster, die vornärnlich die Zahl der
zwischen den Platten angebrachten Poren betrafen, erweisen sieh nicht
als stichhaltig. Will man dieselben als Gruppen eines gemein-
schaftlichen Typus aus einander halten, so ergiebt sich die Form,
Zahl und Grösse der Furchenpapillen als ein besserer Charakter,
doch muss man dann neben Scytaster (mit zwei oder mehr Reihen
glatter Papillen) und Ophidiaster (mit zwei Reihen Stachelpapillen,
von denen die inneren grösser aber weniger zahlreich sind) noch
eine dritte Gruppe Linckia Gr. unterscheiden (mit zwei Reihen kör-
niger Papillen, die in Form und Grösse mit der Körnerbekleidung
236 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der Bauchfläche übereinstimmen). Ausser Oph. unifascialis Gr. be-
schreibt Verf. noch Scytaster Galatheae n. sp. von den Nicobaren.
Oreaster Desjardinsii Mich, gehört zu dem Gen. Scytaster, während
die Ast. canariensis d'Orb., die Duj ardin und Huppe gleichfalls
zu Scytaster bringen , mehr mit Chaetaster stimmt und vielleicht
mit Ch. longipes Retz. zusammenfällt.
Grube berichtet über ^einige neue Seesterne des
Breslauer zoologischen Museums^ (43- Jahresber. d. schle-
sischen Gesellsch. f. vaterl. Cultur 1866. S. 59.),
Es sind zwei Ludia- und sechs Astropectenarten, alle fünf-
strahlich. Die erstem sind glatt, wie L. Savignyi, aber mit viel kür-
zeren Randstacheln, die bald einzeln stehen (L. dehüis), bald (L.
foliolata) zu dreien zusammengruppirt sind. Von den Astropectenar-
ten gehören fünf derjenigen Gruppe an, deren Rückenplatten ausser
den Granulationen einen Stachel tragen, und zwar gilt dieses bei A.
diplacanthus und A. Olfersii von jeder Rückenplatte, während bei
A. ensifer (Fidchi-Ins.) und A. chinensis die zweite und dritte, bei
A. umhrinus (Hongkong) aber die fünf ersten ausgenommen sind.
Der sechste Astropecten (A. paleatus) gehört in die Gruppe, deren
granulirte Rückenwandplatten statt der Stacheln kleine Tuberkel-
chen tragen.
Nach den Mittheilungen v. Martens' (Archiv für
Naturgesch. 1866.1. S. 57 ff.) ist der Charakter der Aste-
ridenfauna im indischen Archipel von dem der europäi-
schen Meere abweichender^ als man bisher angenommen
hat. Anstatt dcr^ wie es scheint, dort völlig fehlenden
Gattungen Asterias (xVsteracanthion) und Astropecten sind
es besonders die Genera Linckia und Oreaster, die mit
Archaster und Asterina daselbst vorwalten. Im Ganzen
zählt unser Verf. 22 Arten, die er, mit genauer Angabe
der Fundorte, mehr oder weniger vollständig beschreibt
und durch Vergleichung mit den verwandten Species,
unter Berücksichtigung und Sichtung der Synonymie, ge-
hörig feststellt. Unter ihnen sind neu: Linckia pustu-
lata, L. Bosenbergi y L. pauciforis, Asterina coronata,
Gymnasterias biserrata. Linckia multiforis stimmt merk-
würdiger Weise mit der mittelmeerischen Asterias tenui-
spina nicht bloss in der Mehrzahl der Madreporenplatten
und der schwankenden Armzahl überein, sondern auch durch
das starke Reproductionsvermögen , das so weit geht,
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 237
dass einzelne Arme eine neue Scheibe mit Armen ent-
wickeln und nicht selten beide Hälften des Sternes ganz
ungleich entwickelt sind, wie wenn eine Theilung vor-
ausgegangen wäre. (Vergl. oben S. 234.)
Die nachträglichen Bemerkungen (a. a. O. 1867. S.
106 — 112) beziehen sich auf acht, theilweise schon frü-
her erwähnte Arten, unter denen eine neue ist: Pterxister
crihrosus. Echinaster fallax und E. Eridanella M. Tr. wer-
den trotz der abweichenden Zahl der Arme und Madre-
porenplatte für identisch erklärt und unter dem Gray*-
schen Namen E. purpureus beschrieben.
S e m p e r fand auch auf den Philippinen in 8 — 10
Faden Tiefe eine grosse braunrothe Art des sonst nur aus
dem hohen Norden bekannten Gen. Pteraster, die sich von
Pt. militaris kaum unterscheiden liess. (Pterast. cribrosus
V. Mart.?) Holothurien a. a. 0. S. 71. Anm.
Asterias beryllinus A. Agass. ist nach Verrill, der
die Originalexemplare zu vergleichen Gelegenheit hatte,
mit Ast. Forbesis Des. identisch. Proc. Bost. Soc. 1. c.
p. 345.
Eine andere, früher vielfach verkannte (von Say
mit Ast, spinosa, von Gould und Des or mit A. rubens
zusammengestellte) Art wird ebendas. als Ast. vulgaris
beschrieben.
Asteracanthion Mülleri Sars (von dem übrigens die
gleichnamige S timpson'sche Art sAs Asterias Stimpsoni
abgetrennt wird, erhebt Verrill (Proc. Bost. Soc. 1. c.
p. 350) zum Typus eines neuen Gen. Leptastertas mit
folgender Diagnose:
Small starfishes allied to Asterias but, having comparatively
large papulae (water tubes)^ placed singly (or sometimes in groups
of two or three) along the sides and on the back of the rays, where
in Asterias they are very small and in crowded Clusters. The plates
are usually stout and imbricated. The madreporic plate is surroun-
ded by a circle of spines in most, if not all, of the species.
Asteracanthion albulus Stimps. (= A. problema
Steenst.) beschreibt Verrill unter dem Genusnamen
Stichaster. Ebendas. S. 351.
238 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ebenso bezeichnet derselbe den Oreaster armatus als
Repräsentanten eines besondern Genus mit dem Gray'-
schen Namen Nidor ellia. Ecliinoderms of Panama I.e.
Als neu wird ebendas. noch aufgeführt : Astropecten
fragilis, A. F eruviana, Asterina modesta^ Oreaster occi-
dentalisj Mithrodia Bradleyi.
Auch von Neu -Seeland beschreibt Verrill (1. c.)
vier neue Seesterne : GoeLasterias austraiisy G ose in-
asterias muricata , Asterina regularis , Astropecten Ed-
luardsü. Die zwei ersten sind zugleich Repräsentanten
neuer Genera.
Das Gen. C oelasterias stimmt mit Asterias (Asteracan-
thion M. Tr.) in der Vierzahl der Ambulacralreihen, liat aber zahl-
reiche dicke aufgeschwollene Arme und eine breite Scheibe_, wäh-
rend das nahe verwandte gieichfalls vielstrahlige Gen. Coscina-
sterias sich durch lange und schlanke Arme, su wie eine kleine
Scheibe auszeichnet.
Trickaster flagellifer n. sp. v. Martens, Archiv
für Naturgesch. 1866. I. S. 87.
Ophiurida.
Die Flimraerhaare der mit einer derben Cuticula
überzogenen Magenzellen von Ophiocoma werden nach
Schneider's beiläufiger Bemerkung (Archiv für Anat.
u. Physiol. 1867. S. 501) wahrscheinlicher Weise durch
die Porenkanäle nach Aussen hervorgestreckt.
Ljungman, on Scandinaviens Ophiurider, Stock-
holm 1864 (mit Abbild.) ist Ref. nicht zugekommen.
V. Martens beschreibt „eine neue zwischen den
Ophiuren und Euryalen die Mitte haltende Gattung von
Seesternen, Hemieur yal e" (ßerl. Monatsber. 1867.
S. 481—486 mit Abb.), die mit dem Aussehen der Ophiu-
riden die Greifarme der Euryaliden verbindet und fol-
gende Diagnose trägt:
Arme greifend, einfach. Rücken der Scheibe und der Arme
gekörnt, ohne Schilder. Seiten der Arme mit einer Reihe grosser
Höcker besetzt. Unterseite der Arme mit Schildern und nach Aus-
sen von diesen mit Querreihen stumpfer Stacheln bekleidet. Keine
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 239
besondere Madreporeuplatte. Zwei Genitalspalten an der Unterseite
zur Seite der Mundschilder. Die Mundränder mit Papillen besetzt ;
keine eigentlichen Zähne. Die einzige bis jetzt bekannte Art dieses
neuen Genus {H. pustulata n. sp.) stammt aus Westindien.
Grube's Mittheilungen „über seltnere oder neue
Ophiuriden'^ (44. Jahresber. der schles. Gesellsch. f. va-
terl. Cultur, Naturbist. 8ect. 1867. S. 22, Zeitschr. für d.
ges. Naturwissenscb. XXX. S. 244) beziehen sich zunächst
auf ein stattliches ostindisches Medusenhaupt mit 8 — 10 Zoll
langen und bis 20 Mal getheilten Armen, das sich von
Astrophyton asperum , dem es sonst sehr ähnlich ist,
durch die lederatige durchaus glatte Hautbedeckung und
einfach conische, nicht echinulirte Stacheln unterscheidet,
und als Varietät oder selbstständige Art fÄ. laevipelle)
davon zu trennen ist. Ausserdem beschreibt Verf. da-
selbst drei neue Arten des Gen. Ophiothrix (0. roseo-
coerulansy 0. melanosticha und 0. siriolata^ die mit Aus-
nahme der erstem, die von 8t. Helena stammt, im chine-
sischen Meere gefunden sind) und eine Ophiolepis fO.
adsiyersaj, deren Schuppen auf der Scheibe mit Schüpp-
chen nicht eingefasst, sondern ganz und gar bedeckt sind.
Da gleichzeitig die Mundschilder durch eine Querfurche ,
getheilt sind, so ist Verf. geneigt, die betreffende Art zu
einer besonderen Untergattung {0 pliio ohasma Gr.)
zu erheben.
Ophiocoma ocellata von Cap York, OpMotlirix pur-
purea von Amboina, Oph. viridi-alha aus der Chinesischen
See und Amphmra planispina von Rio-Janeiro, sämmtlich
neu, beschrieben von v. Martens in den Berliner Mo-
natsheften 1867. S. 345^348.
Ophiura Daniana^ Hemiph o Us gracilisy 0 phiothela
(Subgen. n. von Ophiothrix mit kleinen sechsstrahligen Ar-
ten) mirahüis, Astrophyton Fanamense nn. sp. aus Pa-
nama, Verrill 1. c,
Astrophyton Elizabethae n. sp. von den Hebriden,
Mo Intosh, Proceed. roy. Soc. Edinb. Vol. V. p. 609 mit
Abbildungen.
240 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
3. Pclmatozoa.
Die schon im J. B. 1863 nach einer vorläufigen Mit-
theilung angezogenen schönen Untersuchungen von W.
Thomson „on the embryology of the Anthedon rosa-
ceus*' sind in dem 155. Bande der Philos. transact. royal
Soc. (p. 513— 544. PL XXIII— XXVII) ausführlich ver-
öffentlicht und mit einer Darstellung der späteren Ent-
wickelungsstadien bereichert, so dass jetzt die Lebensge-
schichte und Metamorphose der Haarsterne in ihrem gan-
zen Umfange vorliegt und zur Vergleichung mit den Ver-
hältnissen der reichen vorweltlichen Crinoidenfauna her-
ausfordert.
Dass die mit Flimmerreifen umgürtete Larve (proembryo)
als solche in den Eiern unserer Haarsterne ensteht, ist schon frü-
her bemerkt worden. Sie trägt ausser den Gürteln und dem
Haarschopfe am hinderen Ende noch ein uniformes Wimperkleid,
das an den gleichfalls mit Wimperreifen versehenen Holothurien-
puppen bekanntlich fehlt, und besteht ihrer Hauptmasse nach aus
einem hyalinen Gewebe, das der (bindegewebigen) Grundsubstanz
der übrigen Echinodermenlarven entspricht und nur mit Unrecht
von unserem Verf. als Sarcode bezeichnet wird. Der Verdauungsap-
parat zeigt die gewöhnlichen Verhältnisse und ist, mit der klaffenden
Mundöffnung nach vorn , in die hintere Körperhälfte eingelagert.
Die Existenz eines Rückenporus ist zweifelhaft; Verf. verlegt die
Bildung des Wassergefässsystems in eine sehr viel spätere Entwicke-
lungsperiode. Die Eier, in denen diese Larve auf gewöhnliche
Weise (Klüftung, evolutio ex omni parte) ihren Ursprung nimmt,
entstehen bekanntlich unter der Haut der Pinnulae und zwar, wie
Verf. angiebt, in besonderen nach aussen offenen Schläuchen. Nach
der Reife treten dieselben in Form einer zusammenhängenden Masse
hervor, um neben der Oeffnung noch einige Tage hängen zu blei-
ben und befruchtat zu werden. Die Samenkörperchen nehmen ganz
unter denselben Verhältnissen ihren Ursprung, scheinen aber durch
Ruptur der umgebenden Schlauchwand frei zu werden. Ist die
Larve von 0,8 Mm. auf etwa 1,5 oder 2 Mm. gewachsen, dann be-
ginnt im Innern derselben die Anlage des definitiven Echinoderm,
indem sich, wie schon früher erwähnt, in dem vorderen Abschnitte
derselben zwei hinter einander liegende Kränze von je fünf Kalk-
plättchen hervorbilden, an die sich nach hinten eine Reihe von 7 — 9
parallelen Kalkringen anschliesst, die neben dem Darmkanale der
Larve hinziehen und der Anordnung desselben entsprechend nach
der niederen Tliiere während der J. 1866—1867. 241
der Rückenfläche etwas ausweichen. Die zehn vorderen Kalkscheiben
repräsentiren den Kopf des Echinoderm mit seinen oralen und ba-
salen Platten, während die hintern Skeletstücke zu dem Stiele wer-
den, der also ziemlich gleichzeitig mit dem Kopfe und wie dieser
im Innern der Larve entsteht, ohne dass dabei irgend ein Organ
derselben direct sich betheiligt. Auch der Darm des spätem
Thieres nimmt unabhängig von dem der Larve, in der Tiefe des
Köpfchens, seinen Ursprung. Während der Anlage und der Ver-
grösserung der Kalkstücke macht natürlich auch die Larve in
ihrem Wachsthume weitere Fortschritte. Aber trotzdem bleibt die
Masse des Larvenkörpers allmählich zurück. Durch das üeberge-
wicht des wachsenden Kopfes verliert dieselbe ihre ursprüngliche
Form. Sie wird zu einem bim- oder keulenförmigen Körper, der
schliesslich, unter Verlust seiner Flimmerkränze, zu Boden sinkt
und mit dem schon vorher scheibenförmig vergrösserten Endstücke
des Stieles auf fremden Gegenständen sich befestigt. Mit der Anhef-
tung beginnt für unser Thier das zweite Entwickelungsstadium, das
mit der Ausbildung der Pentacrinusform seinen Abschluss bekommt.
Die Larvenorgane sind geschwunden, und das Parenchym des Lar-
venkörpers erscheint als das Bindemittel und der gemeinschaftliche
Ueberzug der im Innern gebildeten Skeletstücke, die immer mehr
und deutlicher den Unterschied von Kopf und Stiel hervortreten
lassen. Das vorderste Segment des Stieles ist (als sog. Centrodor-
salplatte) mit den hinteren Rändern der fünf Basalplatten in Ver-
bindung getreten, während die Zwischenräume z^^äschen den übrigen
Ringen bis auf einen engen Spaltraum durch feine Kalkfaserbündel
ausgefüllt erscheinen. Hinter der Centrodorsalplatte geschieht die
Bildung neuer Stielglieder. Die fünf Oralplatten, die am Yorderende
des Köpfchens mit ihrer Umhüllung zapfenförmig vorspringen, sind
beweglich. Sie können sich (wie die fünf sog. Genitalplatten der
armlosen Crinoiden) zu einer konischen Spitze zusammenlegen und
scheibenförmig ausbreiten. In der Mitte der dünnhäutigen Kopf-
scheibe, die natürlich den Bewegungen der Oralplatte folgt, be-
merkt man eine weite Mundöffnung, die von einem Sphincter um-
fasst wird und im geschlossenen Zustande kegelförmig hervorragt.
Der Magen ist einstweilen blind geschlossen und von Wänden um-
geben, die vielfach gefaltet sind und einen bräunlichen Zellenbelag
tragen, nach unserem Verf. das Rudiment einer Leber. Im Umkreis
des Mundes erheben sich zwischen den Orallappen fünf contractile
tentakelartige Cylinder mit Seitenzweigen, die ersten Ambulacral-
füsschen, deren Innenraum sich als eine Fortsetzung des zum ersten
Male jetzt erw^ähnten Wassergefässringes zu erkennen giebt. Durch
Zufügüng neuer Auswüchse steigt die Zahl der Ambulacralfüsschen
nach einiger Zeit auf fünfzehn, je zu dreien neben einander über
Archiv f. Naturg. XXXI V. Jahrg. 2. Bd. Q
242 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
die spätem Radialräume des Köpfchens vertheilt. Nach Innen von
den Orallappen, also in der Richtung der Interradien, haben sich
schon vorher je zwei Füsschen erhoben, kleiner als die radialen und
ohne die Fähigkeit einer selbstständigen Contraction. sonst aber
denselben ähnlich und, gleich ihnen, mit den! Gefässringe im Zu-
sammenhang. Kaum aber sind die ersten Ambulacraifüsschen ge-
bildet, da bemerkt man in den radialen Zwischenräumen .des Köpf-
chens unterhalb der Oralplatten die Anlagen von fünf neuen Skelet-
stücken. Es sind die fünf Radialia, die hier ihren Ursprung nehmen
und rasch zu ansehnlicher Grösse heranwachsen. Die Bildung und
Entwickelung derselben steht in innigem Zusammenhange mit der
Erhebung der Arme, die zuerst durch einen zapfenförmigen Auswuchs
der Kopfscheibe an der Insertionsstelle der contractilen Ambula-
craifüsschen , also vor den oben erwähnten Radialia angedeutet
werden. Sind diese bis zu einem gewissen Grade gewachsen, dann
entstehen in der Rückenseite derselben ein Paar hintereinanderlie-
gende Skeletstücke (radialia anteriora und axillaria), die auf den
vorderen Rand der Radialia sich stützen. Gleichzeitig besetzt sich
die der Länge nach gefurchte Bauchseite der Armhöcker mit einer
Anzahl steifer Ambulacraifüsschen. Der Wassergefässring hat fünf
Radiärgefässe gebildet, die in die Arme hinein sich verlängern.
Um dieselbe Zeit bemerkt man auch die Bildung der Leibeshöhle
durch Ablösung der Körperwand von der Aussenfläche des Magens,
die bis auf einzelne Verbindungsstränge und Fäden allmählich ganz
vollständig wird. Kaum gebildet, wächst die Leibeshöhle unterhalb
des Radialgefässes in Röhrenform bis in das Ende des Armes, das
eben durch Anlage zweier neben einander liegender Skeletstücke
seine Gabelung beginnt. Die Ausstülpungen werden immer weiter
und dehnen dabei die Basaltheile der Arme in einem solchen Maasse,
dass diese bald nur noch als Theile des Kopfes erscheinen und die
beiden Gabeläste der Arme, die natürlich immer weiter auswachsen,
die eigentlichen Arme darzustellen scheinen. Die ursprünglich gleich-
massige Radiärbildung bleibt so lange, bis sich an dem Vorderrande
zweier benachbarter Radialia zwischen die Skeletstücke eine kleine
Platte einschiebt , die nach dem Auswachsen des Enddarmes, der
durch Ausstülpung aus dem Alagensacke seinen Ursprung nimmt,
den After in sich aufnimmt und sich dadurch als Analplatte zu er-
kennen giebt.
Die spätere Metamorphose knüpft — von dem Auswachsen
der Arme abgesehen — vornämlich an ein ungleiches Wachsthum
der in die Bildung des Kopfes eingehenden Skeletstücke an. Die
ursprünglich so ansehnlichen Oralia, die für eine morphologische Ver-
gleichung der fossilen Crinoiden so wichtig sind, reduciren sich
allmählich auf unscheinbare Bildungen und gehen schliesslich voll-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 243
ständig verloren, während die Basalia, die (wie früher schon von
All man hervorgehoben, J. B. 1862, S. 197) mit den Oralia zusam-
men das primitive Pentacrinusköpfchen bildeten, von den später ent-
standenen Radialia überdeckt und mit diesen wieder von der Cen-
trodorsalplatte und den vorderen Radialia überwuchert werden.
Auch die Analplatte ist bei den ausgebildeten Haarsternen spurlos
verschwunden.
Das Nähere über diese späteren Entwickelungsvor-
gänge vergleiche man bei Carpenter^ dessen Resear-
ches on the structure, physiology and development of
Antedon rosaceus Part I. (Philos. transact. roy. Sog. Vol.
156. p. 671—756. Tab. XXXI— XLIII) eine willkommene
Ergänzung und Fortsetzung der Thoms o n'schen Arbeit
liefern, da sie gerade da anknüpfen, wo die letztere auf-
hört, bei den Jugendformen mit beginnender Bifurcation
der Arme. Freilich ist es nicht direct und ausschliess-
lich eine Darstellung dieser Entwickelungsvorgänge, die
der berühmte Verf. in seiner Abhandlung bietet — der-
selbe hat sich vielmehr den anatomischen Bau und die
physiologische Bedeutung des gesammten Organencom-
plexes unseres Thieres zur Aufgabe gemacht — aber die
morphologische und anatomische Analyse des Skelets,
dem der vorliegende erste Theil der Untersuchungen ge-
widmet ist, Hess sich ohne genauere Berücksichtigung
der Entwickelungsgeschichte unmöglich ausführen, und so
kommt es denn, dass die Darstellung der spätem Meta-
morphose in dem vorliegenden Werke eine bedeutende
Rolle spielt (p. 726—748).
In der historischen Einleitung (p. 673—699) hat Verf. Alles
gesammelt, was für die geschichtliche Entwickelung unserer Kennt-
nisse und Anschauungen über unsere Thiere von Einfluss gewesen
ist. Unter dem Namen x\ntedon rosaceus versteht unser Verf., be-
kanntlich ein sehr entschiedener Anhänger der Darwi naschen An-
sichten, übrigens weniger eine Art im gewöhnlichen Sinne des Wor-
tes, als vielmehr einen Typus bestimmter , im Einzelnen vielfach
wechselnder Formen, die mau früher zum Theil unter besonderen
Speciesnamen (Alecto europaea, Comatula mediterranea, Alecto pe-
tasus u. s. w.) unterschieden hat. Was man als charakteristisch für
dieselben angab, die Wölbung der Centrodorsalplatte, die Menge
der Rückenranken, deren Länge und Gliederzahl, die Form der Klauen
und selbst die Anwesenheit besonderer Interradialschilder, das Alles
244 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
kann Verf. nicht als maassgebend für die Selbstständigkeit beson-
derer Arten anerkennen, da er es nach Alter und Lokalverhältnissen
bei verschiedenen Individuen derselben Art gar vielfach wechseln
sah. 'Nach Art der übrigen Haarsterne ist der Antedon rosaceus
übrigens kein vagabundirendes Thier, wie man mit Unrecht gewöhn-
lich annimmt, sondern durch die Rückenranken in ähnlicher Weise,
wie die gestielten Formen durch ihren Stamm, an fremden Gegen-
ständen befestigt. Allerdings besitzt das Thier in seinen gefiederten
Armen Apparate, die es mit rascher und eleganter Schwimmbewe-
gung im Wasser umhertreiben können, aber für gewöhnlich macht
dasselbe davon nur dann Gebrauch, wenn es gilt, einen neuen Stand-
ort aufzusuchen. Zum Ergreifen der Nahrungsstoffe werden weder
die Arme noch die Pinnulae verwendet, vielmehr werden die mikro-
skopischen Geschöpfe, die unsere Thiere gemessen, die Ambula-
cralfurchen entlang durch Flimmerbewegung dem Munde zugeführt.
Dagegen scheinen die Pinnulae mit den darauf befestigten Arabula-
cralfüsschen vornämlich als Respirationswerkzeuge in Betracht zu
kommen. Eine Ausnahme machen nur die Pinnulae der Basalia, die
der Ambulacralfüs sehen entbehren, und mehr zum Schutze über
die weiche Oralfläche des Körpers ausgebreitet sind. In die Ein-
zelnheiten desSkeletbaus (p. 702 — 724) können wir. dem Verf. natür-
lich nicht folgen, doch wollen wir so viel bemerken, dass die Rän-
der der Skeletstücke theils durch eine dünne Gewebsschicht von
einander getrennt und dann unbeweglich verbunden sind, theils
auch durch Ligamente und Muskeln unter sich vereinigt sind. Die
Fasern, welche die erstem bilden, gehen unmittelbar in die Grund -
Substanz der Skeletstücke über und gleichen den elastischen Fa-
sern, wie sie denn an manchen Stellen auch entschieden als elastisch
wirkende Apparate in Betracht kommen. Anders und lockerer ist
der Zusammenhang mit den Muskelfasern, die in die Kategorie der
glatten Fasern gehören, auffallender Weise jedoch nicht bloss des
Sarcolemmas und der Bindesubstanz überhaupt, sondern auch der
Blutgefässe und Nerven vollständig entbehren. Als Nerven glaubt
Verf. übrigens einen soliden (von Müller irrthümljcher Weise als ein
Gefäss beschriebenen) Strang in Anspruch nehmen zu dürfen, der
zwischen dem Wassergefässe und der röhrenförmigen Ausstülpung
der Leibeshöhle durch die ganze Länge der Arme hinläuft und mit
seinen Zweigen durch die Achse der Pinnulae hindurch sich verfol-
gen lässt. (So wenigstens nach p. 705, während derselbe Strang spä-
ter, p. 719, ganz ebenso wie eine durchaus analoge Bildung in der
Achse und den Rankendes Stieles, p. 711, als ein »sarcodeartiger«
üeberrest der ursprünglichen Achsensubstanz gedeutet und mit der
Ernährung der Skeletstücke in Beziehung gebracht wird.) Die eben
erwähnte gefässartige Verlängerung der Leibeshöhle ist übrigens
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 245
durch eine scheidewandartige Fortsetzung der zwischen Magen und
Körperwand ausgespannten Verbindungsstränge in zwei übereinan-
der liegende Räume getheilt, von denen der obere (subtentacular ca-
nal) in der Umgebung des Mundes sich öffnet, während der untere
(coeliac canal) tiefer in die Perivisceralhöhle einmündet. Auch der
Wassergefässring, der sich in die Tentacularkanäle fortsetzt, ist nach
unserem Verf., obwohl augenscheinlich Analogen des greichnamigen
Organes bei den übrigen Echinodermen, kein selbstständiges Ge-
bilde, sondern nur ein unvollständig abgetrennter Theil der Leibes -
höhle. Die Bildung der Dorsalranken geschieht ungefähr um die-
selbe Zeit, in der das oberste Stengelglied der Pentracrinoiden Ju-
gendform sich zu der späteren Dorsocentralplatte auszubreiten be-
ginnt, und zwar dadurch, dass sich der — auch von Carpenter
der Sarcode parallelisirte — weiche üeberzug des betreffenden Seg-
mentes zu einer Papille erhebt, in welcher dann nach einander eine
Reihe von ringförmigen Verkalkungen auftreten. Die Neubildung die-
ser Ringe geschieht stets an der Basis der Erhebung. Die ersten
fünf Girren haben eine regelmässige Gruppirung, während die spä-
ter gebildeten mehrfach unregelmässig stehen. Die Arme wachsen im
Gegensatze zu den Ranken nicht durch basale, sondern durch terminale
Neubildung von Gliedern. Ist die Zahl dieser Glieder auf zwölf ge-
stiegen, dann bilden sich die Pinnulae, auffallender Weise aber nicht
durch eine selbstständige Erhebung an dem fortwachsenden Arme,
wie man nach Analogie der Rankenbildung erwarten sollte, sondern
durch Spaltung des Armes in zwei Aeste, von denen der eine dann
zu einer Pinnula wird, während der andere sich zu einer Verlänge-
rung des Armes gestaltet. Da von dem 12. Armgliede an ein jedes
Glied alternirend, bald rechts, bald links, eine Pinnula trägt, so wie-
derholt sich die Bifurcation natürlich bei der Bildung eines jeden
Segmentes. Die Neubildung der Pinnularglieder -geht unterhalb des
klauenförmigen Endsegmentes vor sich. Bei der Abtrennung von
dem Stamme (der mit seinen — etwa 20 Gliedern — dann ungefähr
0,25 Zollen hoch ist) misst der Durchmesser der entfalteten Krone
etwa 0,5 Zoll, jedoch muss dabei bemerkt werden, dass die Ab-
trennung selbst keineswegs an einen fixen Termin gebunden ist,
sondern nach Umständen bald früher , bald auch später (meist im
September oder Oktober, nach 5 — 6 monatlicher Entwickelung) zu
geschehen pflegt. Zur Zeit der Abtrennung sind gewöhnlich noch
einige Ueberreste der Anal- und Oralplatten vorhanden, wie denn um
diese Zeit auch die Centrodorsalplatte noch keineswegs ihre volle
Entwickelung erreicht hat. Dass die Ranken und Armglieder noch
nicht vollzählig sind, braucht kaum bemerkt zu werden.
Sars' Vortrag über den Pentacriniiszustand von Co-
matula Sarsii und eine neue lebende Crinoide Mhizocri-
246 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nus lofotensis (Forhandl. Videnskab. Selskab. Christ. 1865.
p. 127) ist meines Wissens bis jetzt noch nicht veröffent-
licht. Einer älteren Mittheilung von Sars (in der scan-
dinavischen Naturforscherversammlung von 1856) ent-
nimmt Ref. jedoch die Thatsache, dass Com. Sarsii weit län-
ger gestielt bleibt, als C. rosacea, und im Pentacrinuszu-
stande ihre volle Entwickelung abschliesst. Vgl. Thom-
son 1. c. p. 516.
Den hier mitgetheilten wichtigen Beobachtungen lassen
wir Lütken's interessante Untersuchungen „om Vestin-
diens Pentacriner med nogle Bemaerkninger om Penta-
criner og Soelilier i Almindelighet^ (videnskab. Meddelelser
nat. foren. Kjöbenhavn 1864. Bd. VI. p. 195—245. PI. IV— V)
folgen, durch die wir zunächst mit einer schon von
0 e r st e d unterschiedenen neuen Pentacrinusform (F. Miil-
lerij bekannt gemacht werden. Die Selbständigkeit der Art
wird von unserem Verf. durch Vcrgleichung mit der P.
Caput Medusae festgestellt, wie das zur Genüge aus den
unten angezogenen Diagnosen hervorgeht. Leider hat
Verf. keine Gelegenheit gehabt, den kurz zuvor (im in-
tellectual observer 1864) von W. Thomson beschriebe-
nen gleichfalls Westindischen P. decorus zu berücksich-
tigen, doch hebt er als charakteristisch für diesen u. a.
die Thatsache hervor, dass sämmtliche Radialia durch
wirkliche Articulation mit einander verbunden seien. Die
Zusammenstellungen älterer und neuerer Nachrichten
lassen übrigens vermuthen, dass die Zahl und geographi-
sche Verbreitung der gestielten Crinoiden der Jetztwelt
grösser sei, als man gewöhnlich annimmt. Die Unter-
suchung des P. Mülleri, der unserem Verf. in einem w^ohl
erhaltenen Exemplare vorlag, hat übrigens die Vermu-
thung von J. Müller vollständig gerechtfertigt, dass die
Bildung der Kopfscheibe mit Mund und After durchaus mit
den Verhältnissen von Comatula übereinstimme. (Nach
einer brieflichen Mittheilung von Duchaissing und
Michelin an de Koning — in dessen mit le Hon
gemeinschaftlich herausgegebenen Abhandlung sur les Cri-
noides du terrain carbonif^re de la Belgique, Mem. Acad.
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 247
Belg. 1854 — soll übrigens der Mund von Pent. caput Me-
dusae von fünf festen gezähnelten Lippen umgeben sein.)
In anderer Beziehung finden sich zwischen Pentacrinus
und Comatula jedoch so auffallende Unterschiede, dass
man die letztere keineswegs als ein bloss isolirtes Pentacri-
nusköpfchen betrachten darf. Wenn wir mit unserem Verf.
oben auf die Uebereinstimmung in der Bildung der Kopf-
scheibe bei Pentacrinus und Comatula hinwiesen, so haben
wir dabei übrigens zunächst nur die Formen mit centra-
lem Munde und excentrischer Afterröhre im Auge gehabt.
Wie unser Verf. hervorhebt, giebt es aber auch Arten
mit centraler Afterröhre und lateralem Munde (Gen. Acti-
nometra), und diese Formen gewinnen dadurch ein grös-
seres Interesse, dass ihre Verhältnisse auch bei manchen
fossilen Arten, besonders deutlich bei Cyathocrinus Kon.,
wiederkehren. Nach der Analogie mit den lebenden Cri-
noiden kann man die bei den fossilen Crinoiden so viel-
fach vorkommende zapfen- oder schnabelförmige Erhe-
bung der centralen Kopfscheibe überhaupt nur für eine
Afterröhre halten, obwohl man dabei immerhin zugeben
mag, dass dieselbe da, wo eine zweite Oeffnung fehlt^
auch zugleich als Organ für die Nahrungsaufnahme zu
betrachten sei.
Pentacrinus asteria (= P. caput Medusae). Articuli 15 — 18
inter articulos cirrigeros (simplices, humiles) cokimnae ; pori inter-
angulares usque ad verticillum cirrorum nonum ab apice columnae ;
ossiculum calicis radiale secundum cum tertio (axillari) articulatione
Vera coniunctum; brachia ex articulis 5 — 6, rami primarii ex arti-
culis 6 — 10, secundarii ex articulis 7 — 12 infra articulum axillarem
supremum formati.
P. Mülleri Oerst. Articuli 4 — 10 inter articulos cirrigeros
(duplices, altissimos) columnae; pori interangulares usque ad verti-
cillum cirrorum quartum vel sextum modo ab apice columnae; os-
siculum calicis radiale secundum cum tertia (axillari) sutura iunctum
syzygium formans; brachia ex articulis 2, rami primarii 3- (2—4-)
articulati^ secundarii 3-, tertiarii 3— 5-articulati.
Nach Hall (Proceed. Bost. n. bist. soc. T. X. p. 33,
Annais nat. bist. Vol. XVII. p. 398) enthält der Körper ver-
schiedener Actinocrinusarten in seinem Innern eine zu-
sammengerollte verticale Platte von ansehnlicher Grösse.
248 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Einer gelegentlichen Angabe von S emper (^eitschr.
für wissenschaftl. Zool. Bd. XVII. S. 417) entnehmen wir
die Notiz^ dass derselbe auf den Philippinen nahe an 30 ver-
schiedene — zum grossen Theile neue — Arten von Acti-
nometra und Alecto aufgefunden hat^ wohl ein sprechen-
der Beweis für die ßehauptung^ dass die tropischen Meere
noch zahlreiche bis jetzt unbekannte Comatuliden bergen.
Bö Ische handelt „über Actinometra Bennetti Müll,
und eine neue Comatulaart/ die von Rio kommt und als
Antedon Dube^iu beschrieben wird. Die Exemplare der
ersten Art (mit 79 Armen bei gewöhnlich vierfacher
Theilung der Kelchradien) stammten von den Schiffer-
inseln^ von wo sie G raffe dem Godefroy'schen Museum
in Hamburg übersendete. Archiv für Naturgesch. 1866.1.
S. 90-92.'
Unter dem Genusnamen P ka7i og€7i'ia heschreiht
S. Loven einen Antedonartigen Crinoiden mit sternför-
miger Rückenplatte („articulus verticillaris centrodorsalis
simplex stclliformis^ basalia occulta interna; radialia prima
e maxima parts inoperta"). Die einzige bis jetzt bekannte
Art, Ph. typica Lov.^ hat 80 Arme und stammt aus Ost-
indien. Ofvers. kongl. vetenskaps Akadem. förhandling.
1866. N. 9. p. 223— 234 (Phanogenia, et hittils okändt
slägte af fria Crinoideer.)
II. C oelen terata.
Obwohl die Bezeichnung Coelenterata für die zu einer
gemeinschaftlichen Gruppe vereinigten Akalephen und Po-
lypen in unserer Litteratur allgemeinen Eingang gefun-
den hat, versucht van Beneden in der diesen Thieren
gewidmeten letzten Abtheilung seiner Recherches sur la
faune littorale de Belgique dafür die Benennung „Polypes"
zu substituiren, weil dieses der Namen sei, unter dem er
zuerst (1845, in der Einleitung seiner Abhandlung über
die Bryozoen) die systematische Zusammengehörigkeit
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 249
jener Thiere ausgesprochen habe. Allein ganz abgesehen
davon, dass die Benennung Polypes eine scharf begrenzte
historische und specifische Bedeutung hat, die eine Ue-
bertragung auf die Akalephen nicht zulässt, ist die von
van Beneden 1845 — an einem andern Orte, p. 155,
steht 1847 — aufgestellte Gruppe der „Polypen^ mit der
im Jahr 1847 von mir begründeten Abtheilung der Coelente-
raten keineswegs identisch, indem van Beneden seine
Classe der Polypen auch auf die Bryozoen und Tunicaten
ausdehnt, die doch nichts weniger* als Coelenteraten sind.
Und gerade diese Verbindung heterogener Formen zeigt
zur Genüge, dass unser Verf. die charakteristischen Or-
ganisationsverhältnisse der Coelenteraten nicht erkannt
hat und somit denn auch keinesw^egs berechtigt ist, die
Begründung und Benennung dieser Gruppe für sich in
Anspruch zu nehmen. Ebenso wenig können wir unse-
rem Verf. beistimmen, wenn er diese Gruppe als Klasse
bezeichnet und die Ctenophoren, Siphonophoren, Disco-
phoren (mit Einschluss der sog. Cryptocarpen) Lucerna-
rien, Tubulariden, Campanulariden, Sertulariden, Zoan-
thiden, Gorgoniden , Alcyoniden , Spongiden darin als
glcichwerthige Unterabtheilungen aufzählt. Was an Spe-
cialuntersuchungen über diese Thiere mitgetheilt wird,
bezieht sich vorzugsweise auf unsere Klasse der Hydro-
medusen und soll hier ausführlicher angezogen werden.
Wenn Reich art (über die contractile Substanz der
Polythalamien u. s. w. a. a. O. S. 200) die Behauptung aus-
spricht, dass die Gruppe der Coelenteraten trotz der üe-
bereinstimmung, welche dieselbe in ihrem einfachen Hohl-
körperbau, in ihrem Habitus und der Bildung der Indi-
viduenstöcke darbiete, in ihrer gegenwärtigen Fassung
nicht aufrecht zu halten sei, weil die dahin gerechneten
Thiere in dem histologischen — R. sagt gegen den herr-
schenden Sprachgebrauch „morphologischen^ — Verhalten
nicht übereinstimmten, indem die einen mit deutlichen
Muskelfasern und Nervenelementen versehen wären, die
andern aber eine bloss ungeformte contractile Substanz
in ihrer Körperwand erkennen Hessen, so beruht das auf
250 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. iii d. Naturgeschichte
einer Ueberschätzung von Charakteren^ die wir bisher
mit Fug und Recht bei der Aufstellung systematischer
Einheiten erst in zweiter und dritter Reihe zu berück-
sichtigen gewohnt waren. Wäre das von Reichert hier
geltend gemachte Princip ein richtiges^ so würde der-
selbe die Medusen mit ihrer weitgehenden histologischen
Differenzirung in eine ganz andere Thiergruppe stellen
müssen, als die dazugehörenden Ammenformen, da sich
diese nach unserem Verf. in ihrer histologischen Gestal-
tung zunächst an die Polythalamien, Gregarinen und Amö-
ben anschliessen sollen, was freilich mit anderen Anga-
ben in grellem Widerspruch steht. Uebrigens hat es
den Anschein, als ob sich Verf. bis jetzt nicht allzu ein-
gehend mit den Coelenteraten beschäftigt habe, denn die
Angabe, dass „alle Coelenteraten den cyclisch sich wie-
derholenden Lebenslauf vom befruchteten Ei bis zu den
geschlechtlich differenzirten Zuständen unter fortdauern-
den ungeschlechtlichen Knospimgsprozessen vollführten^,
ist eben so unrichtig, wie die Behauptung, dass uns „noch
immer eine vollkommen geschlossene Reihe von Beobach-
tungen über den Lebenslauf einer und derselben x\rt von
dem befruchteten Eizustand bis zur Geschlechtsreife und
dem Anfange eines neuen Cyclus fehle".
Die Bindesubstanz der Coelenteraten zeigt nach den
umfassenden Untersuchungen Kölliker's (Icones histo-
logicae p.98ff.) in den einzelnen Gruppen und Arten
beträchtliche Verschiedenheiten. Bei den schwimmenden
Formen, den Ctenophoren und Hydrozoen — deren mäch-
tig entwickelter Gallertkörper wohl zuerst von Ref. (1853)
als Bindesubstanz erkannt und auf eine Ausscheidung
zwischen äusserer und innerer Epithellage zurückgeführt
wurde — ist dieselbe immer von weicher Beschaffen-
heit und gewöhnlich von einer sulzigen Substanz gebil-
det, die entweder (wie in den Schwimm- und Deckstük-
ken der meisten Siphonophoren und der Scheibe der
meisten kleinern Medusen) aller Formelemente entbehrt,
oder von ramificirten Fasern durchsetzt ist (in der Scheibe
der Aeginiden, Aequoreaden, Charybdeiden u. a. Medusen,
der niederen Thiere während der J. 1866-1867. 251
besonders schön und charakteristisch — was Verf. über-
sehen hat — in der Glocke und dem Stiel der Lucer-
narien) oder daneben noch (in dem Schirme der grösse-
ren Quallen, so wie bei den Ctenophoren) einzelne meist
contractile Sternzellen in sich einschliesst. Ausser den
eben erwähnten Formen von Bindesubstanz findet sich
hier und da bei den genannten Thieren (besonders in
den Tentakeln der Campanularien u. a. Hydroiden, den
Randfäden der Aeginiden, den Stielen der Tubularien)
auch noch ein einfach zelliges Gewebe, das sich wahr-
scheinlich überall aus der innern Epithellage hervorge-
bildet hat und an einzelnen Stellen (im Schirmrande der
Gorgoniden) einen förmlichen Knorpel bildet. (Bei Rhizo-
stomum sieht man die Zellen des Gallertgewebes gegen
den Scheibenrand hin beträchtlich an Menge zunehmen.)
Ob das sog. Skelet der Velelliden und der Inhalt des
sog. Flüssigkeitsbehälters bei den Diphyiden mit Recht von
unserem Verf. der Bindesubstanz zugerechnet wird, steht
dahin, doch muss Ref. in Bezug auf ersteres — gegen Verf.
— nach wie vor behaupten, dass es chitiniger Natur sei. In
dem letztern sieht Ref. nichts, als ein grossblasiges Epi-
thelium, das für gewöhnlich nicht einmal den ganzen
Innenraum ausfüllt. Bei den Alcyonarien und Zoantha-
rien ist die weiche Bindesubstanz mit Einlagerung von
Zellen (und Fasern) gleichfalls ziemlich verbreitet, ob-
wohl sie nur selten (Alcyonium) in Form eines Gallert-
gewebes auftritt. Noch häufiger aber findet sich (z. B.
bei den Gorgoniden) eine zellenlose, homogene Binde-
substanz, die^ ursprünglich aber höchst wahrscheinlich
Zellen enthielt und mitunter sogar (Spoggodes und Ammo-
thea unter den Alcyonarien, Actinia und Edwardsia) em
echtes fibrilläres Bindegewebe. Die harten und verkalk-
ten Bildungen, die bei zahlreichen Anthozoen noch neben
der weichen Bindesubstanz vorkommen, werden weiter
unten von uns angezogan werden. Hier nur die Bemer-
kung, dass dieselben theils den Werth von Bindesubstanz-
abscheidungen, theils den von Erhärtungen von Grund-
substanz des Bindegewebes zu haben scheinen.
252
Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Die hübschen Untersuchungen von Möbius ^über
den Bau, den Mechanismus und die Entwickelung der
Nesselkapseln^ {22 S. in Quart mit 2 Tafehi, aus den Ab-
handl. des naturwissenschaftl. Vereins zu Hamburg Bd. V.
1866) Lassen keinen Zweifel, dass die Wirkung der Nes-
selkapseln auf einer einfachen Adhäsion und Benetzung
der BerührungsHcäche beruhet. Ein Stechen ist schon
desshalb unmöglich, weil der Faden nicht mit der Spitze
zuerst hervortritt, sondern sich mit abnehmender Kraft
von der Basis an in ganzer Länge umstülpt. Der Basal-
theil, der zuerst hervortritt, hat die Form einer vorste-
henden langen und weiten Röhre, die dem (in der Ru-
helage beständig nach Aussen gekehrten) Entladungs-
pole anhängt und mehr oder minder weit in den Innen-
raum der Kapsel hineinragt. Das hintere Ende dieses
Achsenkörpers ist nach vorn zu eingestülpt und auf der
Höhe der Kapselwand mit dem gleichfalls röhrenförmigen
langen und dünnen Endfaden in Zusammenhang, der mit
seinen Windungen den Achsenkörper umkreist oder ne-
ben und unter demselben gelegen ist. Die ümstülpung
geschieht durch die verengende Elasticität der Kapsel-
wand, wenn diese, von einem äusseren Drucke unter-
stützt, den ausdehnenden Widerstand des eingeschlosse-
nen Fadens überwindet. Das Brennen der Nesselkapseln
kann nur von der im Innern enthaltenen Flüssigkeit her-
rühren, über deren Natur sich bis jetzt nur so viel sagen
lässt, dass sie weder Ameisensäure enthält, noch über-
haupt sauer ist. (Der Deckel an den von unserm Verf.
nicht untersuchten „gedeckelten^ Nesselkapseln der Si-
phonophoren ist w^ahrscheinlicher Weise ein Theil des
basalen Achsenkörpers, der durch stärkere Chitinisirung
sich auszeichnet und in der Ruhe zum festeren Ver-
schlusse der Entladungsöffnung dient.) Die Nesselkapseln
entwickeln sich, wie bekannt, einzeln im Innern von Zellen,
und zwar zunächst mit ihrer Aussenw^and, die bei den wal-
zenförmigen langen Kapseln anfangs eine hufeisenförmig
gebogene Form hat. Der Faden erscheint erst nach der
Anlage des grossen Achsenkörpers. Die Menge der Kapseln
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 253
ist so beträchtlich^ dass sie bei Actinia mesembryanthe-
mum an einem Tentakel mindestens auf 4^ bei Anthea
cereus an einem solchen sogar auf reichlich 150 Millio-
nen berechnet werden konnte. Und unterhalb der aus-
gebildeten Nesselkapseln geschieht fortwährend eine Nach-
bildung von neuen^ da die Cohäsion der ausgestülpten
Fäden beim Zurückziehen der Weichtheile ein Ausreis-
sen der Kapseln zur Folge hat. Dass die betreffenden
Gebilde zur Vertheidigung und zum Angriff dienen^ ist zur
Genüge bekannt^ indessen glebt es auch Fälle^ in denen
dieselben bei der Ortsbewegung (Anheften der Tentakel)
in Betracht kommen oder gar (Edwardsia) das Material
zum Röhrenbau abgeben.
Gr eene's manual of Corals and Sea-jellies (London
1866 mit 39 Holzschnitten) ist Ref. bis jetzt noch nicht
zu Gesicht gekommen.
Graf du Bus und Selys-Longchamps bereiten
die Herausgabe einer Mem. reiatif aux polypes qui fre-
quentent les cotes de la Belgique vor^ die mit 21 Tafeln
in den Memoiren der Br. Akad. erscheinen soll.
Nach den Ansichten, die Häckel in seiner gene-
rellen Morphologie (Bd. IL S. L ff.) über die Verwandt-
schaftsverhältnisse und die Genealogie der Coelenteraten
ausgesprochen hat, sind diese Thiere aus einer Stammform
hervorgegangen, die, ziemlich unverändert, noch heute in
der Hydra unseres Süsswassers vertreten ist. Von dem
gemeinsamen Stamme losgelöst, haben sich diese Thiere
sodann nach zwei divergirenden Richtungen hin entwickelt
und, wie das nachfogende Schema zeigt, in eine Menge
verschiedener Gruppen auseinander gelegt.
I. Unterabtheilung (Subpylum) Petracalephae,Fo\yT^en.
1. Classe. Archydrae, wohin ausser Hydra vielleicht noch alle
diejenigen Ilydroidpolypen gehören, welche, wie diese, keine Medu-
sen, sondern einfache Geschlechtskapseln in ihrer Leibeswand pro-
duciren. (Und diese Formen sollte man wirklich von den Hydroiden
mit Medusenbrut abtrennen dürfen?)
2. Classe. AnthOZOa, Korallen.
Subclasse Tetracorallia. Vierstrahlige Korallen.
Ordnung Rugosa (f).
254 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ordnung Paraneraata, die moderne Familie der Cereanthiden
als letzten Ausläufer der Rugosen enthaltend.
Subclasse Octocorallia. Achtstrahlige Korallen, ursprünglich
durch Yerdoppelung.der vierstrahligen entstanden.
Ordnung Graptolithi (f).
Ordnung Alcyonaria.
Subclasse Hexacorallia. Sechsstrahlige Korallen, jünger als
die vorhergehende Unterclasse.
Ordnung Tubulosa (f), enthält die Familie der x\uloporiden.
Ordnung Tabulata, von denen heute nur noch wenige Formen
aus den Familien der Pociloporen, MiUeporen und Seriatoporen
leben.
Ordnung Cauliculata (= Anthipataria).
Ordnung Halirhoda (= Actiniada).
Ordnung Perforata, eine Ordnung, die sich erst spät reichlicher
entwickelt hat und vielleicht aus den Tabulaten hervorgegangen ist.
Ordnung Eporosa. Rififkorallen, mit den wichtigen und for-
menreichen Familien der Turbinoliden, Oculinideii, Astraeiden und
Fungiden.
IL Unterabtheilung Nectacalephae, Medusen. Hat sich
unabhängig von den Korallen aus den Archydren entwickelt.
1. Classe. Hydromedüsae.
Subclasse Le_ptomediisae, Zartmedusen.
Ordnung Vesiculata. Medusen mit Randbläschen (= Sertulariae).
Ordnung Ocellata. Mudusen mit Augenflecken (= Tubulariae).
Ordnung Siphonophora. Müssen sich entweder aus den Ocel-
laten oder direct aus den Archydren hervorgebildet haben.
Subclasse Trachymedusae, Starrquallen, mit hartem, fast knor-
pelartigem Schirme.
Ordnung Phyllorchida mit den Familien der Aeginiden und
Geryoniden.
Ordnung Marsiporchida mit den Familien der Trachynemiden
und Aglauriden.
Ordnung Elasmorchida mit den F'amilien der Charybdeiden
und Marsupialiden.
Ordnung Calycozoa, haben sich wahrscheinlich direct aus der
vorhergehenden Ordnung entwickelt.
Subclasse Discomedusae.
Ordnung Semaeostomeae mit den Familien der Pelagiden,
Cyaneiden, Sthenoniden und Aureliden.
Ordnung Rhizostomeae. Durch Verwachsung der Lippenrän-
der aus den Arten der vorhergehenden Ordnung entstanden.
der niederen Thiere während des J. 1866—1867. 255
2. Classe Ctenophora. Stellen offenbar nur einen einzelnen
einseitig entwickelten Zweig der Medusen dar und zerfallen in die
Subclasse Eurystoma und
Subclasse Stenostoma mit den Ordnungen Saccatae, Lobatae,
Taeniatae, die sich erst später aus den Eurystomeen diöranzirt
haben.
In Alder's dredglng report on zoophytes (nat. bist.
Trausact. Northumberland and Durham Vol. I. p. 48) wer-
den 55 Hydroiden; 2 Cyaneen^ 1 Beroe; 10 Anthozoen als
einheimisch an den Küsten von Durham und Northum-
berland aufgeführt.
I. Ctenophora.
G. Wagen er handelt (Arch. f. Anat. u. Physiol.
S. 116— 133. Tab. III— V) ^über ßeroe (ovatus?) und Cy-
dippe pileus von Helgoland,'^ die beide von unserem Verf.
in verschiedener Grösse beobachtet und einer genauen
mikroskopischen Untersuchung unterworfen wurden.
In der Jugend sind beide Arten auf der Oberfläche ihres
zellenlosen Gallertkörpers mit einem einschichtigen Epithel bekleidet,
das jedoch allmählich — zuletzt am Trichterpole ; — vorloren geht.
In den Wimperlappen erkannte Verf. eine Menge dicht bei einander
stehender feiner und langer Haare, an deren Wurzel kleinere Wim-
pern angebracht waren. (Die von unserem Yerf. früher — im Jahre
1847 — bei Cydippe beschriebenen eigenthümlichen Haarformen
sind Nichts als abgerissene Muskelfasern, die beim Quetschen der
von ihnen durchsetzten Körpersubstanz hervortreten.) Der Otoli-
thenpol trägt in beiden Arten ein bandartiges Wimperfeld, das
in der Sagittalrichtung verläuft und durch eine Einschnürung an
den Eändern des aufsitzenden Oolithengehäuses in drei Abschnitte
zerfallen ist, von denen der mittlere an Grösse beträchtlich zurück-
steht. Der Rand des Wimperfeldes besitzt stärkere Cilien und zieht
sich an den Seitenfeldern von Beroe in eine Anzahl kurzer Tentakel
aus, die mit zunehmendem Alter von 8 allmählich bis auf 16 und 20
steigen. An acht Stellen wird die Umwallung der Otolithenplatte von
wimpernden Rinnen durchbrochen, die sich bis an die Spitzen der
acht Rippen verfolgen lassen. Das Otolithengehäuse, welches dem
Mittelstücke des Wimperfeldes aufsitzt, wird von unserem Verf. als
eine dünnhäutige Glocke beschrieben, deren Wand eine strahliche
Zeichnung trage , im Normalzustand aber völlig geschlossen sei.
256 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliiclite
Nur bei Anwendung eines Druckes brächen die Wände aus einan-
der und verwandelten sich dann in einen Busch von grossen starren
Haaren, in deren Mitte der Otolithenhaufen seine zitternde Bewe-
gungen fortsetze. Dass letzterer nicht dem Boden der Höhle un-
mittelbar aufliegt, sondern von vier Wimperbüscheln getragen wird,
ist schon von frühern Beobachtern angegeben (J. B. 1865. S. 173).
Die körnige Substanzlage unterhalb der Otolithenplatte will Verf.
nicht als Nervensystem gelten lassen, wie er denn auch die davon
ausstrahlenden Fäden als Muskelfasern in Anspruch nimmt. An dem
Magen ist (bei Beroe, wie bei Cydippe) ausser der flimmenden Schleim-
haut noch eine structurlose Haut mit eingelagertem Muskelbündel-
netz zu unterscheiden. Die Zotten des Mundrandes sind von an-
sehnlicher Stärke und mit stäbchenförmigen oder ellipsoidischen
Körperchen untermischt, die an die sog. Nesselorgane der Nemertinen
erinnern. Bei Beroe findet sich dicht hinter dem Lippenrande mit-
ten unter den starken Wimpern eine von weit feineren Cilien aus-
gekleidete Rinne, von der sich senkrecht noch zwei andere ähnliche
Furchen erheben, die da, wo bei Cydippe die sog. Leberstreifen lie-
gen, unter den zwei Magengefässen bis an den offenen Pylorialtheil
hinlaufen und ein dauernd offenes Rohr bilden, das die Nahrungs-
stoffe unserer Thiere auch bei fast gefülltem Magen in die Gefässe
überleitet. Die in der vorderen Magenhälfte stehenden säbelförmi-
gen Flimmern scheinen je aus einer Menge verklebter Wimperhaare
zusammengesetzt zu sein. Cydippe vermag sich mit umgestülptem
Mundrande anzusaugen und förmliche Kriechbewegungen auszuführen.
Die acht Radiärkanäle der Beroe sind ohne (die bei grösseren Arten
vorkommenden) Seitenzweige und in den Lippen jederseits — von
der Sagittalebene aus gerechnet — durch einen bogenförmigen
Halbring unter sich in Verbindung. Die schon von Kölliker bei
Bolina und Idyia gesehenen Flimmerrosetten, die in unregelmässi-
gen Abständen an den Wänden des Gefässapparates bei Beroe (nicht
Cydippe) aufsitzen, umsäumen je eine Oeffnung , die mit den
Geschlechtsorganen keinen Zusammenhang haben kann , da sie
schon bei ganz jungen Thieren vorkommt. Verf. vermuthet, dass
sie zur Ueberleitung von Flüssigkeit in das Körperparenchym
diene und die raschen Volumveränderungen ermögliche, die bei
Beroe stattfinden. Die Oeffnungen am hintern Trichterende, die
bei beiden Arten gesehen werden, scheinen zur Zeit der Ruhe gänz-
lich zu verstreichen. Den Tentakelapparat von Cydippe beschreibt
.Verf. als ein langes — eigentlich doppeltes — Bündel von Muskel-
primitivfasern, die von der Innern der Achse des Thieres zuge-
wendeten Fläche der Tentakelscheide neben einander ihren Ur-
sprung nehmen. Die Epithelzellen, welche diesen Muskelapparat
umkleiden, konnten — vielleicht wegen der Jugend der untersuchten,
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 257
sämmtiicli noch nicht geschlechtlich entwickelte Thiere — nicht als
deutliche Nesselfadenkapseln erkannt werden.
Obwohl wir schon mehrfach Gelegenheit gehabt ha-
ben, über die Entwickelung und die Jugendzustände der
Rippenquallen zu berichten, so hat es doch bisher noch
an einer Abhandlung gefehlt, welche die Vorgänge der
Embryonalbildung bei diesen Thieren zum Gegenstande
einer eingehendem Darstellung gemacht hätte. Diesem
Mangel ist durch Kowale wsky's treffliche Beobachtun-
gen über die „Entwickelungsgeschichte der Rippenqual-
len" (Mem. Acad. imper. St. Petersbourg T. X. N. 4. 1866.
28 S. in Quarto mit 5 Tafeln) abgeholfen. Die Unter-
suchungen, mit denen der Verf. uns in dieser Arbeit be-
kannt macht, umfassen fast alle Repräsentanten der mit-
telmeerischen Ctenophorenfauna : Eschscholtzia cordata^
Cestum Veneris, Eucharis multicornis (Pleurobrachia, Cy-
dippe hormiphora) und Beroe Forskalii, und stützen sich
auf Zuchtversuche, die Verf. dadurch einleitete, dass er
die Thiere eine Zeitlang lebend in Gläsern hielt. In der
Regel wurden die Eier ziemlich bald, meist über Nacht,
von den gefangenen Quallen abgelegt. Die Entwicke-
lung geht rasch vor sich, so dass die Jungen nicht selten
schon nach 48 Stunden ausschlüpfen. Freilich muss
dabei bemerkt werden, dass dieser Zeitpunkt bei den
Ctenophoren keinesweges so scharf fixirt ist, wie sonst
gewöhnlich, die Jungen vielmehr zu verschiedenen Zei-
ten, bald früher, bald später, und darnach denn auch auf
verschiedenen Entwickelungsstadien, ihre EihüUen verlas-
sen. In allen Fällen aber ist die junge Qualle zur Zeit
der Geburt noch unvollständig entwickelt, von einfacher
Kugelform, mit schwachen Flimmerkämmen, kurzen Senk-
fäden, wenigen Otolithen und eben erst knospenden Ra-
diärkanälen. Provisorische Gebilde, wie sie in Gestalt von
Wimperkränzen gelegentlich beobachtet sind, wurden vom
Verf. nirgends aufgefunden, wie denn die Entwicke-
lung unserer Thiere auch sonst — wohl im Zusammen-
hang mit der ansehnlichen Grösse ihrer Eier — ohne
alle Umwege vor sich geht. Die abgelegten Eier erschei-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. R
258 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nen als helle Kapseln, deren Centrnm von der Dotterku-
gel eingenommen wird. Ein Keimbläschen liess sich
nicht nachweisen, aber dafür bestand die Dottermasse
selbst aus zwei verschiedenen Lagen, einer feinkörnigen
Protoplasmaschicht, die in Form eines dünnen Ueberzugs
nach Aussen lag, und einer innern, weit massenreichern
Substanz, die ein helles Aussehen hatte und als eine dicht-
gedrängte Menge von Fettkugeln erkannt wurde. Die
Klüftung' der Dotterkugel wird durch eine Faltung und
Spaltung der peripherischen Protoplasmaschicht eingeleitet,
wie es denn überhaupt diese letztere ist, die durch die Ver-
änderungen, die sie erleidet, auf die Gestaltungsvorgänge
einen bestimmenden Einfluss ausübt. Die centrale Dotter-
masse spielt die mehr passive Rolle eines Ernährungs-
materiales. Bis zur Achttheilung geht der Klüftungs-
process ohne besondere Unregelmässigkeiten vor sich.
Die Dotterkugeln liegen so ziemlich in der gleichen
Ebene und zeigen einzeln denselben Bau, den wir an
dem noch unveränderten Dotter oben hervorgehoben ha-
ben. Durch x^nsammlung und Abschnürung der proto-
plasmatischen Umhüllungsschicht an der einen (oberen)
Fläche bilden diese acht grossen Kugeln dann acht neue
Ballen von unbedeutender Grösse, die durch Theilung
rasch zerfallen, auch ziemlich bald einen Kern in sich
erkennen lassen und dann die immer noch unverändert
persistirenden (nur bei Beroe durch Zweitheilung auf 16
gebrachten) hellen Dotterkugeln umwachsen. Unter gleich-
zeitiger Formveränderung verwandelt sich der Dotter
jetzt in eine kugelförmige Masse mit einem hellen Kern
und einer dünnen Aussenlage sechseckiger Zellen. Eine
Zeitlang bleibt der eine Pol der Kugel von den Zellen
noch unbedeckt. Es ist der Mittelpunkt der früher pro-
lifirenden Fläche, derselbe Punkt, der sich später durch
eine besonders üppige Wucherung seiner Zellen auszeich-
net und in den Mundpol verwandelt, von dem die Bil-
dung des coelenterischen Höhlensystems ausgeht. Sobald
die Zellen den ganzen Dotter umschlossen haben, verlie-
ren die Ballen der hellen Centralkugel ihre frühere
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 259
Selbstständigkeit, um zu einer gcmeinscliaftlichen Masse
zusammenzufliessen, die eine Zeitlang noch den ganzen
Inhalt des Zellenblase ausmacht, dann aber immer mehr
und mehr durch das zwischen beiden sich einschiebende
Gallertgewebe verdrängt wird. Das letztere ist eine Ab-
scheidung der peripherischen Zellenlage, die besonders
an der oralen Fläche der Embryonalkugel stattfindet und
die noch nach wie vor aus Fettkugeln bestehende Dot-
termasse allmählich in vierlappiger Form („Dottersäcke*')
in die aborale Körperhälfte hinüberdrängt. Die zeUi-
gen Einschlüsse dieser Gallertsubstanz stammen aus der
peripherischen Zellenlage, die in der von Hensen für
die Echinodermenlarve beschriebenen Weise (die Ref.
übrigens schon früher für das Mantelgewebe von öalpa
beobachtet hat und jetzt auch für Pyrosoma bestäti-
gen kann) einzelne ihrer Zellen an das neugebildete
Gewebe abgiebt und darin überwandern lässt. Auch
sonst knüpfen die Neubildungen des Embryonalkörpers
sämmtlich an diese peripherische Zellenlage an. An-
fangs eine einfache Schicht^ beginnen die Zellen derselben
an bestimmten Stellen zu wuchern und Vorsprünge zu
bilden. So namentlich an dem oralen Pole, an dem
sich ein Zellenzapfen erhebt , der allmählich die Längs-
achse des Körpers bis an das hintere Ende durchzieht,
um sich durch Aushöhlung in den (von Anfang an flim-
mernden) Magen mit dem anhängenden coelenterischen
Apparate (zunächst den sog. Trichter) zu verwandeln.
Die Bildung des Hohlraums beginnt übrigens schon frü-
her, wenn der Zellenzapfen noch kurz ist, und zwar
durch Einstülpung von Aussen, wie besonders bei Cestum
deutlich ist, wo die Höhlung sehr beträchtlich, die Zellen-
wucherung aber nur gering erscheint. Ziemlich gleichzeitig
mit der Erhebung des Magenzapfens geschieht auch die
Anlage des Nervencentrums mit dem Gehörbläschen, des-
sen Otolithen einzeln in den Ganglienzellen ihren Ur-
sprung nehmen und erst nachträglich in den Innenraum
des Bläschens überwandern. Ebenso die Bildung der er-
sten Flimmerläppchen, die durch Verwachsung aus einer
260 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgescliiclite
Reihe ursprünglich isolirter Stäbchen hervorgehen, und
die Anlage der Senkfäden, die ganz nach Art der Ma-
genbildung zunächst durch eine zapfcnförmige Verdickung
der peripherichen Zellenlage eingeleitet wird. Die neu-
geborene Qualle beginnt alsbald mit Hülfe ihrer Senk-
fäden Nahrung herbeizuschaffen und diese zum Munde
zu führen^ sobald die Beute in hinreichender Menge bei-
sammen ist. Sie vermag auch den Magen nach Aussen
umzustülpen und sicji damit an fremden Gegenständen zu
befestigen. Sonst aber zeigen Körperform^ Flimraerrippen
und Senkfäden bei unseren Thieren schon zur Zeit der Ge-
burt so beträchtliche Unterschiede, dass man die einzelnen
Arten ohne grosse Schwierigkeiten aus einander halten
kann. Die specifische Bildung derselben tritt allerdings
erst später hervor, wie u. a. die Thatsache beweist, dass
das Gen. Cestum noch nicht einmal bei der Grösse eines
halben Zolles seine volle Ausbildung erreicht hat. Der
Körper ist bei dieser Grösse schon merklich abgeflacht,
auch bereits mit allen Kanälen des Nahrungssystemes
versehen, aber die innern Flimmerrippen verlaufen noch
gradlinig bis zur Mitte des Thieres, ohne in die mittlere
Reihe umzubiegen.
van Beneden erwähnt in seinen Recherches sur
la faune littorale de Belgique (1. c. p. 67 — 77) dreier Cteno-
phoren, Beroe ovatus, Callianira hexagona und Cydippe
pileus, und giebt von der letztgenannten eine genaue Be-
schreibung.
2. H y d r a s m e (1 11 s a e.
Die Ansichten, welche van Beneden in seinem
neuesten Werke über die Coelenteraten (Polypes v. Ben.)
von den Fortpflanzungsverhältnissen und der Morphologie
der Hydrasmedusen entwickelt , stimmt in fast allen
Punkten so vollständig mit dem überein, was wir seit lange
schon in unserem Berichte vertreten haben, dass es kaum
nöthig erscheint, specieller darauf einzugehen. Das me-
dusoide Geschlechtsthier (dessen wahre Natur Verf. in
seinen Abhandlungen über die Tubularien und Campa-
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 261
iiularien aus den 40ger Jahren verkannt hatte) wird jetzt
überall als die ausgebildete Individuenform (Teleon) auf-
gefasst und selbst da in diesem Sinne gedeutet^ wo es
unter mehr oder minder verkümmerter Form (als Atro-
pheon oder Hemiatropheon nach der Nomenclatur unseres
Verf.'s) seinem Polypen (Polypula) verbunden bleibt. Mit
Rücksicht auf die Verschiedenheiten, die in der Entwicke-
lung dieser Thiere vorkommen, unterscheidet Verf. vier
Stufen, die freilich durch mancherlei Uebergänge ver-
bunden sein dürften. Die unterste derselben repräsen-
tirt die einfachste Form der Geschlechtsthiere (atropheons
complets), blasen- oder beerenförmige Auftreibungen, die
ausser den Geschlechtsstoffen höchstens einen klöpfelförmi-
gen Fortsatz des coelenterischen Apparates in sich ein-
schliessen. Hieher nach Verf. Hydractinia echinata, H.
polycleus, H. fucicola, Cordylophora, Coryne squamata und
Syncoryne Listeri. Die zweite Gruppe enthält sessile Me-
dusoiden, die entweder gleichmässig in beiden Geschlech-
tern (Campanularia dichotoma, Tubularia coronata und
indivisa, Syncoryne ramosa, Coryne hamata) oder doch
wenigstens in einem (dem männlichen; Eudendrium ramo-
sum, Eud. racemosum, Pennaria, Eucorync elegans u. a.,
oder dem weiblichen: Hydractinia carnea, Coryne mira-
bilis, C. gravata) auf ihrem Entwickelungsgange bis etwa
zur Hälfte gekommen sind, während die dritte Gruppe
(Campanularia gelatinosa, Tubularia Dumortierii, Sarsia mi-
rabilis, Syncoryne cleodorae, S. Sarsii , Stenyo) solche
Arten aufweist, bei denen die Geschlechtsthiere zu förm-
lichen Medusen werden, die erst nach der Abtrennung
von ihren Mutterthieren zur Geschlechtsreife gelangen.
Als besondere vierte Gruppe werden dann weiter dieje-
nigen Arten abgetrennt, deren Geschlechtsthiere mit der
Form und der Lebensweise der freien Medusen die Fä-
higkeit einer Prolification vereinigen (Bougainvillia medi-
terranea, Cytaeis tetrastyla, Hybocodon prolifer, Eleuthe-
ria dichotoma, Staurophora laciniata, Sarsia prolifera). Dass
die Entwickelung der Geschlechtsthiere bei derselben
Art je nach den äusseren Verhältnissen variirt, wie von
262 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mehreren Seiten behauptet ist, wird von unserem Verf.
gewiss mit vollem Rechte in Abrede gestellt. L. c,
p. 13—55.
Collingwood's ^remarks upon oeeanic forms of
Hydrozoa observed at sea" (Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. XX. p. 309 — 314) beziehen sich auf die während einer
anderthalbjährigen Reise im Indischen und Atlantischen
Ocean beobachteten Akalephenschwärme (vornämlich Phy-
salia, Stephanomia, Aurelia). Alle diese Schwärme, zum
Theil von sehr beträchtlicher Ausdehnung, bestanden —
mit Ausnahme einiger weniger, in denen mehrere Medu-
senarten mit zusammengesetzten, zum Theil sehr sonderba-
ren und anscheinend neuen Ascidien gemischt waren —
aus Exemplaren derselben Species, die sämmtlich in der
gleichen Richtung, mit dem Winde, schwammen. Die
Physalien, die bis zu 8 Zollen maassen und bei unvor-
sichtiger Berührung die furchtbarsten Zustände veranlass-
ten, waren unterhalb der Blase je von etwa einem Dutzend
kleiner Fischchen begleitet, deren Grössenentwickelung
mit der Grösse der Physalien gleichen Schritt hielt. (Aehn-
liches kennt man bekanntlich von grösseren Medusen,
J. B. 1857. S. 157.
Acalephae.
Häckel lässt (Jahrbuch für Mineralogie und Paläon-
tologie 1866. S. 257—292. Tab. VI u. VII) seinen frühe-
ren Mittheilungen über fossile Medusen die Beschreibung
und Abbildung zweier neuer ausgezeichneter Formen fol-
gen, die in dem Königl. mineralogischen Museum zu Dres-
den aufbewahrt werden und so vortrefflich erhalten sind,
dass es gelang, dieselben vollständig zu restauriren und als
fossile Rlüzostomeen fBhizostomites admira?idus und lik. li-
thographiousj zu bestimmen. Gleichzeitig benutzt Verf. die
Gelegenheit sich entschieden gegen die Ansicht auszu-
sprechen, dass die Polystomie der Rhizostomeen — mit
Huxley, Carus u. A. — im Sinne einer Polyzootie zu
deuten sei. Die Polystomie sei vielmehr (wie übrigens
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 263
schon von Fr. Müller und Agassiz mehrfach hervor-
gehoben) dadurch entstanden^, dass die einzelnen Lappen
und Falten des Mundsaumes vielfach mit einander an be-
liebigen Berührungsstellen verwuchsen.
Auch Kner macht Mittheilungen über eine wohl-
erhaltene fossile Meduse, die in der Kreide Galliziens
aufgefunden wurde und als Medusites cretaceus bezeich-
net wird, rinstitut 1866. p. 190.
Die Beobachtungen, welche van Beneden über die
Entwicklungsgeschichte der Cyanea capillata schon frü-
her veröffentlichte und jetzt (1. c. p. 35 ff', und p. 77 ff.)
in extenso vorlegt, lassen kaum noch länger einen Zwei-
fel, dass die Strobilation in der zuerst von D a 1 y e 1 1
beschriebenen Weise durch Quertheilung der polypoiden
Amme, und nicht durch Knospung geschehe, wie Desor
behauptet hat. Auf den spätem Entwickelungsstufen zeigt
die Strobila freilich ein Aussehn, das leicht zu der An-
sicht des Letztern verführen könnte, allein die Unter-
suchung früherer Stadien zeigt doch zur Genüge, dass
die oberste Scheibe nichts Anderes ist, als das ursprüng-
lich vordere Ende der Amme, an dem man sogar eine
Zeitlang noch die primitiven Tentakel deutlich erkennen
kann. Später gehen diese Tentakel jedoch verloren und
dann entsteht im Umkreis des untersten polypoiden Seg-
mentes ein neuer Tentakelkranz, so dass es dann den
Anschein hat, als habe der Polyp auf seiner Muudscheibe
durch Sprossung eine Säule kleiner Scheibenquallen her-
vorgebracht. (Die Darstellung von Boeck, nach der
diese Medusensäule in der Tiefe der polypoiden Amme
unterhalb der Magenhöhle angelegt w^erde, J. B. 1860.
S. 307, hat unser Verf. nicht näher berücksichtigt.) Von
Aurelia cruciata beobachtete Verf. vierzehn Tage nach
dem Ablegen der Eier junge Polypoiden (1. c. p. 86).
Die im letzten Jahrerberichte ausführlich besprochene
Entdeckung Ha ecke Fs, dass die Geryonien durch Knos-
pung Aeginiden erzeugten, wird von Steenstrup in
Zweifel gezogen. Derselbe betont (Videnskab. Meddelel-
ser 1866. p. 245) die Verschiedenheit der beiderlei Formen
264 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
und ist geneigt, das Vorkommen von Aeginiden an dem
Zungenzapfen der Geryonien als eine Art Parasitismus
aufzufassen — wobei dann allerdings vorausgesetzt v^er-
den muss, dass Haeckel's Darstellung gar vielfach un-
genau und phantastisch sei.
Hydroidea.
A. Boeck beobachtete an der norvt^egischen Küste
(naturh. forenings videnskab. meddelelser 1866. N. 10) eine
kleine — geschlechtslose — Meduse mit zahlreichen Rand-
fäden und Augenflecken, deren sechs Radiärkanäle der
Art bilateral vcrtheilt waren, dass zwei an den Seiten-
ecken des quer verlängerten Magengrundes einander ge-
genüberlagen, während die vier anderen paarweise von
der ürsprungsstelle dieser Diametralkanäle abgingen. In
einem Exemplare fand sich ein überzähliger siebenter
Kanal, wie denn auch die Diametralkanäle jederseits in
einiger Entfernung vor den Diagonalkanälen noch einen
mehr oder minder langen Blindast abgeben. Sehr nahe
verwandt mit dieser Form ist eine zweite ncufundländi-
sche Art, deren Abbildung Verf. in den hinterlassenen
Papieren eines früh verstorbenen Zoologen Stuvitz auf-
fand. Sie unterscheidet sich vornämlich durch den Besitz
zweier Seitenäste an den Diametralkanälen und einer ähn-
lichen Verästelung des einen Diagonalkanales. Verf. ver-
einigt beide Arten zu einem gemeinsamen Genus Dipl eu-
rosonia (als D. typica und D. Stuvitzii) und glaubt, dass
sie am besten eine eigene zunächst an die Willsiaden sich
anschliessende Familie bilden. Ob es übrigens gerechtfer-
tigt ist, auf diese zwei Formen hin den Satz auszusprechen,
dass der typische Numerus der Medusen nicht vier, son-
dern zwei sei (resp. ein Multiplum von zwei), dürfte um
^ so fraglicher erscheinen, als man unter den bilateralen
Thieren zahlreiche Formen findet, die dafür sprechen dürf-
ten, dass diese letztern eigentlich auch nach dem Numerus
vier aufgebaut sind. Für Ref. bew^eisen derartige Beob-
achtungen — wie auch die von Verf. angezogene bc-
der niederen Tliiere während der J. 1866 — 1867. 265
kannte Bildung der Ctenophoren — zunächst nur so viel^
dass der radiäre und bilaterale Bau keineswegs durch
principielle Verschiedenheiten von einander getrennt sind.
Geryonia pellucida Will beschreibt V an Beneden mit
Recht als eine Geryonopsis (G. Forhesii v. B.). Die bisher
nur von Slabber beobachtete Thaumanthias cvmbaloi-
dea Esch, wird als eine selbstständige Art erkannt und
sorgfältig dargestellt. Als neu wird aufgeführt : Ooeania
Gaedü und Circe hyalina. Recherch. sur la faune etc.
p. 87—95.
Reichert handelt „über die contractile Substanz
und den feineren Bau der Campanularien, Sertularien und
Hydroiden'^ ( Berl. Monatshefte 1866. S. 504—509, Archiv
für Anat. und Physiol. 1866. S. 638—641, in englischer
Uebersetzung Ann. and Mag. nat. bist. Yol. XIX. p. 54,
ausführlicher in den Abhandl. der K. Akad. der Wis-
sensch. zu Berlin 1866. S. 199—279. Tab. V— VII) und
bestreitet darin die Behauptung, dass das sog. Ectoderm
dieser Thiere, wie seit Leydig u. A. gewöhnlich ange-
nommen wird, einen Zellenbau habe. Es bestehe aus
einer völlig homogenen Masse, die weder Zellenmembra-
nen, noch Kerne enthalte, wohl aber Nesselorgane und
zuweilen auch Pigmentkörner. Der Anschein eines Zel-
lenbaues entstehe nur bei gewissen Contractionszuständen,
in denen sich diese Substanz in Knötchen und Wülste
erhebe, die sich mitunter sogar in förmliche Pseudopo-
dien auszögen. Die von Kölliker u. A. als Muskelfa-
sern beschriebenen Bildungen sollen gleichfalls nichts An-
deres, als solche Pseudopodien sein, nur dass sie an der
Innenfläche sich erhöben und an eine bei allen Hydroiden
vorhandene chitinöse „Stützlamelle'*' sich ansetzten, wel-
che dem contractilen Ectoderm aufliege und dieses von
dem Entoderm, das einen entschiedenen Zellenbau habe,
abtrenne. In den Armen fehle das letztere entweder
gänzlich, oder doch wenigstens in der äusseren Hälfte
(Hydra). Im ersten Falle bilden die Stützlamellen dann
eine Anzahl Diaphragmen , die den Innenraum in eine
Reihe von Kammern absetzen (Knorpelzellen der Autoren),
266 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
welche wahrscheinlicher Weise unter sich in Verbindung
ständen und eine' contractile formlose Achsensubstanz,
gleich dem Ectoderm, in sich einschlössen.
Sars beschreibt an den membranlosen Eiern von
Corymorpha Sarsii auffallende amöbenartige Bewegungen,
on nogle Echinodermer og Coelenterater fra Lofoten
p. 5, Vidensk. Selsk. Forhandl. for 1867. (Eben solche
Bewegungen sind auch von Pflüger an jungen Säuge-
thiereiern beobachtet.)
van Beneden liefert in den schon mehrfach er-
wähnten Rech, sur la faune littorale de Belgique (p. 97
— 187) eine mit vielen neuen Beobachtungen vermehrte
Zusammenstellung seiner Untersuchungen über den Bau
und die Lebensgeschichte der von ihm aufgefundenen
Hydroiden. Es sind nicht weniger als 19 Tubulariden
(97—144), 10 Campanulariden (p. 144— 177) und 11 Ser-
tulariden (p. 178 — 187), die dabei Berücksichtigung finden
und mit mehr oder minder grosser Ausführlichkeit be-
schrieben werden. Besonders vollständig sind die Anga-
ben über Tubularia coronata, Eudendrium ramosum, Di-
nema Slabberi van Ben., Cladomena, Campanulina tenuis,
Clytia volubilis und Sertularia cupressina, deren Fortpflan-
zungs- und Entwickelungsverhältnisse zum Theil ganz
lückenlos von unserem Yerf. dargestellt werden. Als neu
beschreibt derselbe Syncoryiie Johnstonii und S. Loveniiy
so wie Hydraotinia lactea, H. solitaria, H. tenuissima
und H. incerta y von denen die letzteren jedoch einer
noch genauerer Begründung bedürfen, bevor sie als sichere
Arten in das System aufgenommen werden können. Die
Trichydra pudica wird als ein Eudendrium aufgeführt und
das Sars'sche Gen. Arachnactis, so wie die Dianthaea
nobilis — die letztere jedoch mit Unrecht, Jahersber. 1853.
S. 461 — als Jugendformen einer Tubularine gedeutet.
Nachträglich macht derselbe Verf. noch die
Mittheilung, dass auch die Cordylophora lacustris den Bel-
gischen Hydroidenformen zugehöre, da er sie bei Ostende
in einem (wohl mit Brackwasser gefüllten) Canale auf
der niederen Thiere der während J. 1866—1867. 267
den Schalen von Dreissenia beobachtet habe. Bullet. Acad.
roy. T. XXIII. p. 708, l'Institut 1867. p. 309.
H i n c k s macht (Ann. and Mag. nat. bist. Vol. XVIII.
p, 296—279) Mittheilungen über einige neue brittische
Hydroiden, Coryne vermicularis, Campanularia flahellata
(= Camp, gelatinosa van ßened.), C. gigantea mit Poly-
penzellen von colossaler Grösse, Gonothyraea hyalina,
Guspidella (n. gen.) humüis und Sertularia attenuata
(= S. rosacea Ellls), und verspricht die hier namhaft ge-
machten Arten mit andern in der von ihm vorbereiteten
Naturgeschichte der brittischen Hydroidpolypen ausführ-
lich zu beschreiben und abzubilden. Das den Campanula-
riaden zugehörige neue Gen. Guspidella trägt folgende
Diagnose : Hydrothecae cylindrical or subcylindrical, ses-
sile on a delicate creeping stolon, with a conical opercu-
lum, composed of many pieces. Polypites cylindrical,
with a Single verticil of filiform tentacles. Reproduction
unknown.
Ebendas. (Vol. XVIII. p. 421-428. PI. XIV) handelt
auch Hincks über eine neue der Familie der Haleciden
zugehörende Sertulariade , die sich eben so v^ohl durch
die Form der Polypenköpfe, wie durch die Anwesen-
heit besonderer polypenartiger Nesselknöpfe (tentaculoid
Organs) vor den verwandten Arten auszeichnet und unter
dem Namen Ophiodes mirahilis zum Repräsentanten
eines eigenen Genus gemacht wird.
Diagn. Gen. Ophiodes Umdk^. Hydrocaulus simple or bran-
ched, rooted by a creeping stolon. Hydrothecae vaseshaped, terminal;
polypites not retractile within the calycle ; the body deeply constric-
ted a little below the base of the tentacles ; tentacles in a single
verticil, muricate, webbed for about a quarter of their length and
surrounding a conical proboscis; tentaculoid organs borne singly
on the hydrocaulus (near the calycles) and on the stolon, highly
extensile, protected at the base by a small chitinous cup, and ter-
minated at the upper extremity by an enlarged capitulum, armed
with thread-cells. Reproduction unknown.
Auch Strethill Wright veröffentlicht Beobach-
tungen über brittische Zoophyten (und Protozoen) und
268 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
beschreibt darin ausser Stomobrachlum octocostatura Forb.
als neu Acanthohrachia (n. gen.) inconspiGuaj Atrac-
tylis büentaculata und Coryne ferox.
Ueber Dyiiamena bidentata und Sertularia Actonij zwei
neue Hydroiden ans der Magellaens -Strasse vergl. Phi-
lipp!, Archiv für N'aturgesch. 1866. I. S. 120.
Siphonophora.
Sars beobachtet bei Physophora borealis dreierlei
Formen von Nosselknöpfen, die sich theils durch ihre
Gestalt und Grösse, theils auch durch das Verhalten des
Nesselstranges von einander unterscheiden. One nogle
Echinodermer og Coelcnterater fra Lofoten, S. 2, aus den
Vidensk. Selsk. Forhandlinger for 1867.
3. Polyp i.
Calycozoa.
A. Meyer aus Hamburg spricht auf der Naturfor-
scher-Versammlung in Hannover (amtlicher Bericht 8.217)
über die Rcproductionskraft der Lucernarien. An den
vom|Becher abgetrennten Stielenden wächst der Becher von
Neuem nach. Abgeschnittene Zwischenstücke bilden eben-
falls unter normalen Verhältnissen selbstständige Thiere,
während unter abnormen an beiden Enden Becher entste-
hen. Längsschnitte führen rasch zur Verheilung der
Ränder. Die Beobachtung, dass die Thiere das Licht
aufsuchen, führte bei genauerer Beobachtung zum Auf-
finden von Augenpunkten in der Nähe der Tentakel. Sie
messen im Durchschnitt 0,05 Mm. und haben einen weis-
sen Mittelpunkt, dessen Durchmesser sich verändert. Der
Mittelpunkt stellt sich als gewölbte Kuppe dar und ist
wahrscheinlich lichtbrechendes Organ.
Authozoa.
Wie wenig durch unsere bisherigen Forschungen
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 269
die Kenntniss der Jugendzn stände bei den niederen Thie-
ren erschöpft ist, beweist die Abhandlung von Sem per
„über einige tropische Larvenformen" (Zeitschrift für
wissensch. Zool. Bd. XVII. S. 407—428. Tab. XXII), in
der wir zunächst auf ein etwa 6 Mm. langes cylindrisches
Thier aufmerksam gemacht werden, das durch einen kräf-
tigen Längswimpersaum auffallend ausgezeichnet ist und
in den tropischen Meeren eine weite Verbreitung zu be-
sitzen scheint. Trotz der ungewöhnlichen Bildung des
Wimperorgans und der Anwesenheit zweier Endöifnungen
ist das Thier bestimmt eine Anthozoenlarve, wie Verf.
meint, aus der Gruppe der Actinien. Es hat nicht bloss
zahlreiche Angelorgane in seiner braun pigmentirten Lei-
beswand, sondern auch ein kurzes Mundrohr, das durch
seine hintere Oeffnung in die von sechs Mesenterialschei-
dewänden durchzogene Leibeshöhle führt. Andere klei-
nere Larven mit Nesselzellen in den Körperhüllen, die
statt des Wimperkammes einen Wimperkranz nach Art der
Annelidenlarven besassen, werden von unserem Verf. als
frühere Entwickelungsstadien der ersteren Larve in An-
spruch genommen. Die Organisation derselben giebt un-
serem Verf. willkommene Gelegenheit, die Frage nach
der Berechtigung zur Annahme eines „radiären Typus*^
und somit denn auch einer besonderen Gruppe der „Ra-
diaten" zu prüfen. Verf. wendet sich dabei vornämlich
gegen die bekannten Classificationsversuche von Agassiz
und spricht sich über diese genau in derselben Weise aus,
wie das Ref. schon früher bei verschiedenen Gelegenhei-
ten in diesen Berichten gethan hat.
Derselbe theilt der Würzburger physikalisch-me-
dicinischen Gesellschaft einige Beobachtungen aus der
Lebensgeschichte der Corallen mit, nach denen es wahr-
scheinlich wird, dass in der Familie der Fungidae, Eupsam-
midae und Turbinolidae Generationswechsel vorkommt.
Verhandlungen der physik.-med. Gesellsch. in Würzburg
1868. Neue Folge. 1. Bd. Sitzungsber. S.XVI.
Bennet sah eine Anthea cereus unter kräftigen
Bewegungen binnen drei Stunden der Länge nach sich
270 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
theilen. Der Process begann an der Fussscheibe, die
ihre runde Form ins Ovale veränderte und dann im Cen-
trum ein Loch bekam, das der Quere nach hindurchriss
und zunächst an der einen Körperseite bis auf die Mund-
scheibe sich fortsetzte. Der Verf. ist geneigt, diese
Theilung auf eine Muskelwirkung zurückzuführen und
erwähnt eine Anzahl analoger Beobachtungen älterer
Autoren. On a mode of fissiparous reproduction observed
inAnthea cereus, Proceed. nat. bist. soc. Dublin. Vol. IV.
p. 208—212.
Die am Fussrande von Actinia plumosa schon mehr-
fach beobachteten jungen Actinien entstehen nach van
Ben e den (recherches sur la faune litt. 1. c. p. 192) durch
die Entwickelung kleiner zufällig abgerissener Theilstücke.
(Ebenso nach Hogg, J. B. 1857. Ö. 168.)
KöUiker lenkt die Aufmerksamkeit der Zoologen
auf das Vorkommen von zweierlei Individuenformen an
den Stöcken der Pennatuliden (Verhandl. der physik.-med.
Gesellsch. zu Würzburg 1867. VVürzb. Zeitung vom 4. Jan.
18ö8). Die eine dieser Formen wird von den schon längst
bekannten Individuen mit gefiederten x\rmen und Ge-
schlechtsorganen repräsentirt, welche die Nahrungsauf-
nahme vermitteln und der Fortpflanzung dienen, wäh-
rend die andere aus kleineren, geschlechtslosen Einzel-
thieren ohne Tentakeln besteht, die, wie es scheint, vor-
züglich die Aufnahme und Abgabe des Seewassers zu
besorgen haben, vielleicht auch nebenbei den Sitz einer
besondern Ausscheidung abgeben. Diese geschlechtslosen
Individuen besitzen, wie die ersteren, eine durch acht
Scheidewände getrennte Leibeshöhle und einen mit zwei
Oeffnungen versehenen birnförmigen Magen. (Es ist das
eine Bildung, die nach der Ansicht des Ref. kaum für die
Ansicht spricht, dass die betreffenden Individuen vorzugs-
weise, wenn nicht gar ausschliesslich den Wasserwech-
sel vermittelten. Ref. erinnert an den Dimorphismus
der Ernährungsthiere bei Velella und hegt die Vermu-
thung, dass auch die kleinen tentakellosen Polypen der
Halopteriden der Nahrungsaufnahme dienen, statt der
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 271
grösseren Thiere aber blosse mikroskopische Objecte
geniessen.) Statt der acht Mesenterialfilamente besitzen
die geschlechtslosen Individuen deren nur zwei an be-
stimmten neben einander liegenden Scheidewänden. Ihre
Leibeshöhle steht mit der der Geschlechtsthiere überall
im Zusammenhang; doch zeigen die einzelnen Gattungen
in dieser Beziehung, wie weiter auch in der Grösse^, Zahl
und Anordnung der geschlechtslosen Individuen mancher-
lei charakteristische Verschiedenheiten. Die untersuchten
Halopteriden zeigten sämmtlich den kurz hervorgehobe-
nen Dimorphismus y während bei den Gorgoniden und
Alcyoniden (mit Ausnahme von Sarcophyton) bisher ver-
geblich darnach gesucht wurde.
Das Interesse, welches diese Mittheilungen erre-
gen, wird dadurch nicht abgeschwächt, dass schon Ver-
rill in seiner Abhandlung über die Polypen des stillen
Meeres von „rudimendären Polypen" spricht, die bei den
Pennatuliden vorkämen, und in derselben Weise, wie
Kolli k er, die Verschiedenheiten hervorhebt, die in der
Anordnung derselben bei Pennatula, Leioptilum und Pti-
losarcus obwalten.
KöUiker bestätigt (Iconcs histologicae p. 108 fF.)
die von Laeaze Duthiers zunächst für Corallium
ausgesprochene Behauptung, dass das £0g. Achsenskelet
der Gorgoniden keine Epidermisausscheidung darstellt, son-
dern von Anfang an im Innern des Coenenchyms ge-
funden wird und hier durch Ausscheidung oder durch
Erhärtung resp. Verkalkung vorgebildeter Gewebe in
derselben Weise, wie die übrigen Skeletbildungen der
Polypen, seinen Ursprung nimmt. Da überdiess manche
dieser Achenskelete nichts Anderes sind, als Vereinigun-
gen oder Verschmelzungen früher isolirter Kalkkörper-
chen, so ergiebt sich zur Genüge, dass die bisher übliche
Unterscheidung derselben von dem sog. Röhrenskelete
nicht länger aufrecht erhalten werden kann. Trotzdem
aber ist die histologische Natur und die Genese der
Hartgebilde bei den Anthozoen zu wechelnd, als dass
es nicht nöthig wäre, dieselben in verschiedene, Gruppea
272 Leückart: Bericht üt). d. Leist. in d. Naturgeschichte
zu bringen. Auf Grund umfassender sorgfältiger Unter-
suchungen versucht Verf. folgende Eintheilung. Zunächst
unterscheidet derselbe Hartgebilde^ die wesentlich aus ein-
zelnen kleinen Th eilen von bestimmter Form bestehen,
die isolirten Kalkkörperchen der Alcyoniden, Gorgoniden
und Pennatuliden. Es sind glatte oder vs^arzige Gebilde
von sehr verschiedener Form und Complication, die ohne
Theilnahme von Zellen frei in der Bindesubstanz des
Coenenchyms entstehen und somit als Ablagerungen oder
Absonderungen der weichen Gewebe anzusehen sind.
Bei Behandlung mit Säuren bleibt nur eine blasse Rin-
denschicht übrig; es hat also den Anschein, als w^enn
bei der Bildung der Körperchen nur geringe Mengen
organischer Substanz concurrirten, und auch diese wieder
bei zunehmender Verkalkung grösstentheils verloren gin-
gen. Gestalt, Grösse und Anordnung der Körperchen
sind übrigens für die einzelnen Geschlechter und Arten
so charakteristisch, dass Verf. sich veranlasst sah, das
bisher übliche System der Alcyonarier darauf hin einer
Revision zu unterwerfen und eine Reihe von Veränderun-
gen vorzuschlagen, auf welche w^ir weiter unten noch
ein Mal zurückkommen werden. Ausser diesen isolirten
Kalkkörperchen giebt es bei den Anthozoen auch zwei-
tens noch Hartgebilde, die eine zusammenhängende Ab-
lagerung darstellen , sich im Einzelnen aber wieder so
verschieden verhalten , dass Verf. dieselben in mehrere
Unterabtheilungen zu bringen sich veranlasst sah. Die
eine dieser Unterabtheilungen umfasst diejenigen Hart-
gebilde, die aus isolirten oder verschmolzenen Kalkkör-
perchen in Verbindung mit einer hornigen oder kalkigen
Zwischensubstanz bestehen oder allein durch verschmol-
zene Kalkkörperchen gebildet werden. Hierher gehören
die Achsenskelete sowohl der Corallinen, wie auch der
Melithaeaceen und Sclerogorgiaceen, die im Einzelnen aber
selbst wieder mehrfache Verschiedenheiten zeigen und
da, wo sie (Melithaeaceen) gegliedert sind, in den weichen
Gliedern sich anders verhalten, als in den harten. Sehr
gewöhnlich lässt sich in dieser Achse auch ein Central-
den niederen Thiere während der J. 186G— 1867. 273
Strang nnd eine Rindensehicht durcli gewisse Eigenthüm-
lichkeiten der histologisclu n Bildung unterscheiden. Eine
zweite Form der zu grösseren Massen zusamnienliängen-
den Hartgebilde besteht aus lamellösen Abhagerungen
resp. Absonderungen von organischer Substanz, die^ bald
hornig bleiben , wie die Achse zahlreicher Gorgoniden,
Antipatharier und die hornigen Zwischenglieder von Isis,
bald auch verkalken, wie bei den Pennatuliden und man-
chen Gorgoniden, aber auch dann noch so reich an orga-
nischer Substanz sind, dass sie nach dem Ausziehen der
Kalksalze ihre frühere Form beibehalten. Die hornigen
Achsen enthalten auch hier einen Centralstrang und eine
Rindensehicht, von denen der erstere in seiner einfachen
Form eine von zahlreichen Scheidewänden durchsetzte
Röhre darstellt, die in jedem Zweige selbstständig an-
fängt, während die Rinde nicht bloss geschichtet ist, son-
dern oftmals auch einen gefächerten l)au hat und in den
Fächern dann ein eigenthümliches Schwammgewebe ein-
schliesst. In den verkalkten Achsen hat sich dieser Fä-
cherbau nur selten (Plexaurella) erhalten und in der
Regel einem dichten strahligen Gefüge Platz gemacht.
Eine dritte Unterabtheilung der zusammenhängenden Ske-
letmassen bilden endlich diejenigen krystallinischen Abla-
gerungen, die sich durch Kalkdepositen in ein präexi-
stirendes Gewebe zu erzeugen scheinen und nach dem
Ausziehen der Kalksalze keinen nennenswerthen Rück-
stand liefern. Zu diesen rechnet Verf. ebensowohl die
mehr oberflächlichen Skeletbildungen von Tubipora, wie
auch die Ablagerungen in den Innern und äussern Lei-
besschichten der Madreporarier. Dieselben bestehen aus
unregelmässig prismatischen Kalkfasern oder Kalknadeln,
\We sie auch in den verkalkten Achsen der Gorgoniden
vorkommen,- und sind so gruppirt, dass sie bald sternför-
mige Figuren, bald auch federartige Zeichnungen bedin-
gen und im Allgemeinen senkrecht auf der Längsachse
der Polypen stehen.
An diese Arbeit Kölliker's scliliesst sich eine
Untersuchung von Genth in der Zeitschrift für wissen-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. S
274 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
schaftl. Zool. Bd. XVIL S. 429-442 (Tab. XXIII-XXV)
^über Solenogorgia tuhulosa," eine neue Coralle von den
Philippinen, die durch die röhrige Beschaffenheit ihres
Polypenstockes und den äussern Habitus mit Gray's
Sofenocaulon übereinstimmt, aber einen soliden Stiel be-
sitzt und oberhalb desselben eine bisweilen klappenartig
überdeckte Oeffnung zeigt, die in den Innenraum der
Aeste hineinführt. Aehnliche Oeffnungen sind in verschie-
denen Abständen an den Zweigen angebracht. Offenbar
ist die Röhrenform erst secundär und dadurch entstanden,
dass die abgeplatteten Aeste und Zweige mit ihren Rän-
dern verwuchsen. Die Grundsubstanz der Polypen be-
steht aus einer resistenten Bindesubstanz, in die zahlreiche
knorrige Kalknadeln und unregelmässige Klumpen gel-
ber Hornsubstanz eingelagert sind. In der Tiefe sind die
Kalknadeln zu einem zusammenhängenden Achsenskelete
an einander gefügt, während sie in der Rindenschicht
allmählich eine isolirte Beschaff^enheit annehmen. Auch
die zweizeilig gestellten Polypen sind von zahlreichen
Kalknadeln durchsetzt, die sich in regelmässiger Anord-
nung (wie bei andern Octactinien) bis in die Seitenstrah-
len der gefiederten Tentakel verfolgen lassen. Auf Quer-
schnitten erkennt man unterhalb der Rindenschicht, so wie
in der Tiefe der Achse eine Anzahl grösserer Längska-
näle, die dem Gastrovasculärapparate zugehören — bei
Coelogorgia wird der Innenraum des Stammes (nach Köl-
liker) von einem einzigen grossen Ernährungskanale ge-
bildet — und eine grosse Menge kleiner Seitenzweige
abgeben, die in der Bindesubstanz der Rinde zu einem
förmlichen Netzwerk zusammentreten und durch zahl-
reiche feine Oeffnungen frei nach Aussen ausführen. Die
Polypen enthalten deutliche Mulkelfasern, die theils (be-
sonders in den Mesenterien) der Länge, theils auch (be-
sonders an der Kopfscheibe) ringförmig verlaufen. Auch
Eier Hessen sich im unreifen sowohl wie im reifen Zu-
stande — die letztern frei und mit einer Lage von Cy-
linderzellen umgeben - in den Polypen nachweisen.
Von verschiedenen Seiten werden wir auf eine bei
der nrederen Thiere während der J. 1866—1867. 275
gewissen Corallen vorkommende eigenthümliche Missbil-
dung aufmerksam gemacht, die durch den Parasitismus
eines kurzschwäuzigen Krebses hervorgerufen wird. Die-
selbe besteht darin, dass die Zweige, zwischen denen der
Krebs sich festgesetzt hat, durch die von demselben her-
rührenden Wasserströmungen veranlasst werden, flächen-
haft auszuwachsen und sich oberhalb des Parasiten kup-
pelartig zu schliessen. So beobachtete es V er rill (amer.
Journ. arts and sc. 1867. Vol. 44. p. 126) bei Pocillopora
caespitosa, und ebenso G raffe bei Seriatopora calien-
trum und hystrix (Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. in
Wien Bd. XVI. S. 588). Von Verrill wird der Krebs
als Hapalocarcinus marsupialis Stimps. bestimmt.
Gräffc macht weiter darauf aufmerksam, dass auch
die an den Viti-Inseln in prachtvollen Exemplaren von
8—10' Höhe wachsende Melitaea ochracea (neben der
sich daselbst noch eine zweite Art von hellrosenrother
Farbe findet), von einem Krebse aus der Familie der
Majaden, so wie von einer Cypraeide bewohnt werde,
die auffallender Weise beide dieselbe Färbung besässen,
wie der Polypenstock. Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch.
in Wien Bd. XVI. S. 586.
Schon in unserem letzten J. B. hatten* wir Veran-
lassung der zahlreichen Arbeiten zu gedenken, durch die
V er rill unsere Kenntnisse über die systematischen und
faunistischen Verhältnisse der Polypen bereichert hat.
Wir erwähnten dabei u. a. (S. 220) einer Synopsis of the
Polyps and Corals of the North pacific exp'loring expedi-
tion, die nach den von Stimpson in den Jahren 1853—
1856 gesammelten Exemplaren ausgearbeitet wurde. Was
wir damals über diese Arbeit mittheilten, war einer kur-
zen Anzeige in den Annais nat. bist, entnommen. Ref,
hat inzwischen Gelegenheit gehabt, die Arbeit selbst ein-
zusehen und fügt zunächst berichtigend hinzu, dass die-
selbe nicht als selbstständiges Werk erschienen ist, son-
dern in den Proceed. Essex Institut. Veröffentlichung
gefunden hat. Sie besteht aus drei Abschnitten, von de-
nen der erste (1. c. Vol. IV. p. 145—152) eine üebersicht
276 Leuckart: Bericht üb. cl, Leist. in d. Naturg-eschichte
über die von unserem Verf. mehrfach veränderte Clcis-
silieation der Polypen giebt^ und daran eine Beschreibung
von 12 besonders interessanten Formen anknüpft (vgl. J. B.
Ö. 221), während der zweite (ibid. p. 181 — 196) den Alcyo-
narien und der dritte (Ibid. Vol. V. p. 17 — 50) den Madre-
porarien gewidmet ist.
In BetreÖ' des ersten Abschnitts fügen wir nachfol-
gend nocli die Charakteristik der von unserem Verf. an-
genommenen Ordnungen hinzu, die durch Auflösung der
Polyactinien in die Gruppe der Madreporarier und Acti-
niarier auf die Dreizahl gebracht sind.
Order 1. Madr eporaria, Polyps simple or Compound with
embryonic or rudimentary basal or abactinal region, whicli has no spe-
cial function unless for vegetative attachment while joung, Acti-
nal area well developed, form broadly expanded, having- a tendency
in the higher groups to become narrowed towards the mouth. Ten-
tacles simple, conical. Dermal tissues and usually the radiating
lamellae depositing solid coral ; the radiating plates being between
the lamellae are therefore ajnbulacral and appear to originate from
the surfaces of the lamellae and the connective tissues extending
across the ambiilacral Chambers end Alling them from below. In-
terambulacral Spaces distinct.
Order II. Actiniaria. Polyps with well devoloped, often highly
specialised basal or abactinal region. Walls well developed, tenta-
cles longer, more concentratod around the mouth, which is also
usually, if not always, furnished with special tentacular lobes or
folds. Ambulacral Spaces always open, destitute of connecting tis-
sues and solid deposits.
Order III. Alcyonaria. Polyps with well developed actinal,
mural and abactinal regions, Compound by budding. Tentacles eight,
pinnately lobed, long encircling a narrow disk. No interambula-
cral Spaces. Ambulacral ones open and wide.
Die Ansichten^ die Agassiz über die systematischen
Beziehungen der sog. Madreporina rugosa ausgesprochen
hat^ werden von unserem Verf. nicht getheilt. Er hält
dieselben nicht für verkalkte Medusen, sondern für echte
Polypen , die in gewissem Sinne den .Jugendzuständen
der Fungien und Oculinen an die Seite zu setzen wären.
Da wir sonst das Polypensystem unseres Verf. schon
ziemlich vollständig wiedergaben und auch die neu be-
der niederen Thiere wiilirend der J. ISr.G — 18G7. 277
scliriebenen Actininn'ci' bereits riainhafl machten, beschrän-
ken wir uns hier auf eine Aufzählung der neuen Alcyo-
narier und Madrcporaricr mit der Bemerkung, dass sich
die Gesammtzahl der aufgezählten und beschriebenen
Arten auf 30 Alcyonarier und 53 Madreporarier beläuft.
A. Alcyonaria: Pteromorpha expansa, LeAoptüiim undulatum,
Virgularia pusüla, Veretülum Stimpsoni, V. baciilatiim, Leptogorgia
cuspidata, Lissogorgia fUxuosa, Muricea sinensis, M. (?j divaricata,
Prinmoa compressa, Jimcella lacvis, Parisis laxa, Mopsella japouica,
Nephthya aurantiaca, N. thyrsoidea, Spoggodes gracilis, Telesto (?)
nodosa. Die Pennatula tenuis hält Verf. für wahrscheinlich identisch
mit Ptilosarcns Guineyi Gr., einer Form, die in der That einen
selbstständigen Typus repräsentire. Stimpson's Veretilhim clavatum
wird als eine Kophobelemnon erkannt, Nephthya coccinea St. dem
Gen. Acanthogorgia einverleibt, Alcyonium agaricum St. als Sarco-
phyton und Curnularia aurantiaca St. als Telesto ramiculosa be-
schrieben.
B. Madreporaria : Madrepora turgida, M. teres, M. tumida,
M. prolixa, 31. pumila, M. striata, Pontes tenuis, Montipora pori-
tiformis , M. rigida , Psammocora parvistella, Turhinaria sinensis,
BalanopJiyllia capeyisis, Eupsammia Stimpsoniana — besonders in-
teressant als erster lebender Repräsentant des sonst tertiären Ge-
schlechts — , Pacliysammia (n. gen.; valida, P. Manni, Gonia-
strea asper a, Co elastrea (n. gen.) tenuis, Astrea rudis, A. ordifiata,
Prionastrea chinensis, Plesiastrea indurata, PI. Urvillei, Leptastrea
stelliculata, Allopora californica, EuphyUia undulata, Paracyatlms
porcellana, P. Ehonensis, Heterocyathus alternata, Fungia papillosa,
Pavonia foliosa, P. complanata, Stephanoseris lamellosa, St. Japonica
St. sulcata, Diaseris pulcliella. Dana's Agaricia rugosa betrachtet
Verf. als eine von der gleichnamigen Art Laniark's verschiedene
Pachyseris [P. monticulosa) und in Dana's Fungia echiuata erkennt
er zwei verschiedene Arten, deren eine als F. laccra beschrieben wird.
Ebenso wird die Allopora bellis Dana mit folgender Diagnosa zum
Typus eines neuen Genus:
Cy clopora. Corallum branching in a plane. Cells open
and dcep, arranged in series on the sides of the branches, with
two cycles of septa more or less complete, without an apparent
columella. Septa united together with their inner edges, so as to
from a ring surrounding the central space and cutting off the in-
terseptal Chambers,
Die übrigen neuen Genera werden diagiiosticirt, wie folgt:
Pachysammia Verr. e fam. Eupsammid. Corallum massive
and incrusting, consisting of several corallites united together near
278 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
their summits by a massive coenenchyma, budding lateral, irregu-
lär, surface of the coenenchyma with waving ribs as in Dendro-
pbyllia, Four complets cycles of septa. Columella not salient, ru-
dimentary or trabicular. (Von Stereopsammia durch die solide Be-
schaffenheit des Coenenchyms, von Dendrophyllia durch Abwesen-
heit einer deutlichen Columella verschieden.)
Goelastrea Yerr. e fam. Lithophyllid. Corallum massive,
cellular, fasciculate, formed by prismatic corallites intimately united
by their walls which are thin and simple. The exterior of the co-
rallum is destitute of an epitheca, lobed and distinctly costate like
that of Metastrea. The cells are polygonal, often closed below by
the dissepimente, which, occurring at the same level, unite from
all sides forming thus transverse septa. In a transverse section
traces of a very rudimentary and loose columella are seen in some
cells. Septa in three or four cycles, unequal, the inner edges pro-
longed into strong paliform teeth. (Die Polypen vermehren sich
ebensowohl durch Spaltung, wie, am Rande der Scheibe, durch Knos-
pung. Scheint sich zu Gonastrea ungefähr ebenso zu verhalten,
wie Metastrea zu Prionastrea.)
Die gleichfalls schon im letzten J. B. angezogene Revi-
sion of the Polypös of the eastern coast of the united statcs
desselbenVerf. (Memoirs Bost. Soc. nat. hiat. 1866. Vol.
I. P. 1. p. 1—45 mit Abb.) enthält eine Zusammenstellung
und Beschreibung der bis 1862 an der Ostküste N.-A.'s
beobachteten Polypen, dreier Alcyoniden, 7 Gorgoniden
(mit Leptogorgia tenicis n., Muricea elegans Agass. n. —
nachträglich verändert in M. pendula Verr. — Titani-
deum n. gen.), 1 Pennatulide, 17 Actiniden (darunter
Bunodes Stella Verr. = Act. coriacea Stimps.?, Rhoda-
ctinia Davisii Ag. = Ast. obtruncata Stimps., Aulacti-
nia capitata Ag. n. gen. et n. sp., Cereus sol Ag. n. sp.,
Dysactis pallida Ag. n,, llyajithus oliloropsis Ag. n., IL
laevis Verr. n., Edwardsia sipunculoides Stimps. = Act.
sipunculoides St., Ed. sulcata Verr. n., Halcampa albida
Ag. = Corynactis albida Ag., H. producta Stimps. =
Actinia producta St., Cerianthus americanus Ag. n., Zo-
anthus parasUicus Stimps. n,, eine Art, die ursprünglich
auf einer von Eupagurus pubescens bewohnten Schale lebt,
die Kalksubstanz derselben aber mit der Zeit allmählich
auflöst — nachträglich verändert in Z. americanus — ), 2
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 279
Antipathiden^ 4 Astraeideii (mit Ocutina arbuscula Ag.
und Oo. implicaia Ag. nn.).
Die neuen Genera werden folgendermaassen charakterisirt :
Titanideum Ag. Corallum irregularly dichotomous or
simple, coenenchyma rather thick, suberous, very spiculose, traver-
sed by well-developed longitudinal ducts arranged in a simple series
around the axis. Cells disposed on all sides of the branches, not
prominent. Axis perfectly distinct from the coenenchyma, compact,
but soft, cork-like, composed of closely united calcareous spicula.
Hieher T. (Briareum) suberosum Dana.
Aulactinia Ag. (Fam. Phyllactiniae). Base adherent, but
capable of distension ; column elongated, moderately contractile, and
capable of involving the tentacles and disk with its summit, but
not of contraction into a low cone; upper part covered with pro-
minent, adherent Verrucae or suckers arranged in vertical rows,
the uppermost one in each row situated just below the tentacles ;
larger than the others, trilobed, the lobes again subdivided on their
lower sides ; wall near the margin thickened into a fold. Tentacles
numerous, subequal, well developed. Mouth with a fold at each
angle, one of which is considerabely the largest. Internal lamellae
well develoj)ed, much narrowed near the base, thickened above with
streng longitudinal muscles, which save to contract the disk and
tentacles. The walls are thin, leathery, or parchment-like, and but
slightly muscular; digestive sac short and thick; ovaries attached
to the Upper part of the lamellae.
Bei Beschreibung der Astraeiden macht unser Verf. (p. 38) den
Vorschlag, die bisher davon abgetrennten Oculiniden mit denselben
zu einer gemeinschaftlichen Gruppe zu vereinigen, die dann nach
Ausschluss der Turbinoliden am besten in die fissiparen Formen
(mit den Eusmilinen, Lithophyllinen und Mäandrinen) und gemmi-
paren (mit den Styliniden, Asträinen, Stylophorinen, Oculiniden)
getheilt werden könnten. Die Unterschiede zwischen den Lithophyl-
linen und Mäandrinen, die bei Milne Edwards zusammengehören,
werden folgendermassen ausgedrückt : LühophylUnae have the edges
of the septa divided into streng teeth or spines, without pali-
form lobes ; disk level with the top of the cells ; tentacles surmoun-
ting the top of the septa, short, conical, numerous. (Hieher Mussa,
Isophyllia etc.) Maeandrinae (including Maeandrina , Manicina,
Hydrophora, Tridacophyllia etc. together with Faviaceae). In these
the septa have their edges fmely toothed or crenulate, with a pa-
liform lobe toward the base. The small tentacles are placed at
the top of this paliform lobe, and the disk extends across the
280 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
cells even with the top of the paliform lobes and does not rise level
with the summit of the walls.
Auch die Polypen und Corallen von Panama liefern
unserem Verf. die Materialien zu seinen faunistischen und
systematischen Studien (Proceed. Bost. See. uat. bist. 1866.
T. X. p. 323 — 333^ on the polyps and corals of Panama
with descriptions of new species). V er rill erörtert da-
bei zunächst den verschiedenen Charakter der Polypen-
fauna des atlantischen und stillen Oceanes^ die zur Evidenz
beweist^ dass diese beiden grossen Meere schon seit einer
Reihe geologischer Epochen getrennt sind. Er hebt als
besonders charakteristisch für die westliche Küste Central-
amerika's die Abwesenheit der Koralieuriffe und korai-
lenbildenden Formen (mit Ausnahme einer Poritesart) her-
vor, die an der Ostküste in wesentlich gleicher Weise wie
an der Küste von Florida gefunden werden^ und giebt
darauf eine Ucbersicht der ihm bekannt gewordenen
Polypen von Panama mit mehr oder minder ausführli-
chen Bemerkungen und Beschreibungen. Im Ganzen
zählt Verf. 25 Arten^ unter denen 11 neu sind (1 n. gen)^
1 Renilla, 13 Gorgoniden (uiit Muricea acervata, M. his-
pida, Echinogorgia arhiiscula ni\.) , 2 Zoanthinen (mit
Sympodiwm pacijica n.), 1 Porites (P. patiamenbis n. sp.),
1 Stephanocora (n. gen.)^ 5 Astrangiaarten (alle neu:
A. Haimei, A. pulGhella, A. GOUGimia, A. dentata y A,
costata), 1 Phyllangia und 1 Uhangia (JJ. Bradieyi n. sp.).
Das mit Synaraea Verr. und Psammpcora verwandte neue
Gen. Stephanocora trägt folgende Diagnose: Cells inoderately
large, with one or two cycles of septa, which are deeply toothed
at the edge, well developed and mostly coufiuent with those of ad-
jacent cells. Walls indistinct or wanting, the divisions between the
cells indicated only by small granulär points, which soinetimes In-
terrupt the septa of adjoining cells. Columella papillose. Paliform
papillae before all the principal septa, the inner ones becoming con-
founded wich the columella.
Ebenso giebt Verrill auch eine Ucbersicht über
die Polypenfauna Neu-Englands (Proceed. Bost. Öoc. nat.
bist. T.X. p.335fF.).
Von den hier aufgezählte u Arten leben a) in der Virgiuischen
der niederen Thiere während der J. 1866— 18G7. 281
Fauna: 1 Astrangia, 1 Zoanthus, 2 Sagartia {S. leucolena, S. mo-
desta nn.), 1 Metridium, 1 Actinia, 1 Halocampa, 1 Ilyanthus, 1 Pea-
chea (P. parasitica = Bicidium parasiticum Agass.); b) in der Aca-
dischen: 1 Bonodes, 1 Rhodactinia, 1 Metridium, 1 Ilyanthus, 2 Ed-
wardsia, 1 Arachnactis, 1 Peachia, 1 Alcyonium; c) in der Syrtensi-
schen: 1 Rhodactina, 1 Metridiam, 1 Paragorgia, 1 Prirnnoa, 1 Al-
cyonium.
van l>eneden führt in seinen Rech, siir la faime
litt, de Belgiques (p. 188—11)8) acht Actinien und zwei
Alcyoniden auf.
Dune an handelt ^on the genera Heterophyllia,
Battcrsbyia^ Palaeocyclus and Aöterosmilla and their po-
sition in the Classification of the sclerodermic zoantharia^
Philosoph. Transact. roy. Soc. Vol. 157. p. 643—656. Tab.
XXXI u. XXXII (im Auszuge Proceed. roy. Soc. 1867.
Mai, Annais and Mag. nat. hist. T. XX. p. 127).
Das neue Gen. Asterosmilia, das mehrere Arten enthält,
vermittelt den Zusammenhang der Turbinoliden mit den sonst so
scharf dagegen abgesetzten Asträiden, indem es den Besitz einer
Endotheca mit den Eigenthümlichkeiten der Trochocyathi verbindet.
Heterophyllia und Battersbyia, die nach den Untersuchungen des
Verf.'s grosse Uebereinstimmung zeigen, werden den Asträiden über-
wiesen, wie denn auch das Gen. Palaeocyclus von den Fuugiden ent-
fernt und den Cyathophylliden angereiht wird. Die beschriebenen,
meist neuen Arten, sind sämmtlich fossil. Das neue Gen, trägt fol-
gende Diagnose :
Asterosmilia. The corallum is simple, long and more or
less cornute. The costae are irregulär in their development and
crests are occasionaly present. The septa are numerous and exsert.
The columella is more or less solid, essential, and compressed. Pali
exist. The endothecal dissepiments are distinct, tolerabely nume-
rous and are curved.
Nach Gräffe ist die bisher den Anthozoen zuge-
rechnete Distichopora wahrscheinlicher Weise ein Bryo-
zoon. Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. in Wien. Bd.
XVI. S.585.
Wright berichtet (Quarterly Journ. micr, sc. T. V.
p. 213 — 217. T. VIII) über einen neuen solitär lebenden
Alcyonidpolypen, Hartea elegans^ der mit der nahe ver-
wandten gleichfalls solitären Haimea M. Ed. am besten
282 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
eine besondere kleine Familie der Plaimeinae bildet^ und
giebt davon folgende Genusdiagnose.
Gen. n. Hartea Wr. Polyp solitary; body cylindrical, fixed
by its base, not g'iving rise to bads or to the development of a coe-
nosarc; tentacles eight, pinnate, knobet at their base; the basal
portion of the body thickly studded with small star-shaped spi-
cula; base and body of tentacles with long dendritic spicula; mouth
central, with two Ups; somatic chambres eight. H. elegans n. sp.
von der Irländischen Küste.
Cornularia australis n. sp. Busk_, quaterly Journ.
microsc. sc. T. VII. p. 243.
Virgularia gracüis n. sp. aus Californien, G a b b
Proceed. Calif. Academy 1864. Vol. IIL p. 120, von V.
elongata desselben Beobaebters durch schlankere Form,
cylindrische Bildung des Stammes, Kürze der Fasern und
Breite der polypentragenden Seitenäste verschieden.
Unter dem Namen Carijoa rwpicola beschreibt
Fr. Müller gelegentlich (Arch. für Naturgesch. 18G7.
I. S. 330, Anm.) einen mit zahlreichen, meist aber kurzen
Zweigen versehenen schlanken Polypen von etwa halber
Fusshöhe, dessen Achsen je nur von einem einzigen mehr
oder minder lang ausgezogenen Individuum gebildet wer-
den, das am Ende derselben seine acht gefiederten Tentakel
entfaltet. Die Leibeshöhle der Einzelthiere sind ohne
directen Zusammenhang und nach der Länge der Achsen
von ungleicher Entwickelung. Am längsten natürlich in
der Hauptachse, deren Polyp auch dadurch ausgezeich-
net ist, dass er von zweien der acht radialen Längsfal-
ten, und zwar an zwei benachbarten, in ganzer Länge des
Stammes Eier entwickelt. Die Wände der Achsen sind
mit einer Menge knotiger Kalkkörperchen durchsetzt, die
denselben eine gehörige Festigkeit geben, ohne jedoch
zur Bildung einer soliden Skeletsäule zusammenzutreten.
(Die neue Art passt in keine der bisher unterschiedenen
Familien, scheint jedoch zumeist mit dem Steenstrup'-
schen Genus Herophila — J. B. 1860. S. 349 — verwandt
zu sein.)
Nicht minder interessant ist die Entdeckung einer
neuen Isidea, isidelia (n. gen.) lofotensis Sars, die
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 283
eben so wohl durch ihr Vorkommen im hohen Norden,
wie auch durch vollständige Abwesenheit der Veräste-
lung eine Ausnahmestellung einnimmt.
Philippi beschreibt (Archiv für Naturgesch. 1866.
I. S. 118 — 119) drei neue chilesische Gorgoniden: Plexaura
arhuscula, PL rosea und PL platyclados^ und erwähnt
weiter^ dass der bisher unbekannte Fundort von PI. re-
ticulata Ehrbg. das Meer von Callao sei.
Nach den Untersuchungen Verrill's (Proceed. Bost.
Soc. nat. bist. 1865. Vol. X. p. 22) gehört die Gorgonia
cancellata Dana, die wegen ihres schlanken Achsenske-
lets gelegentlich für eine Antipathide gehalten wurde
(Antipathes flabellum Esp.); wirklich zu den Gorgoniden,
unter denen sie jedoch am besten als Typus eines beson-
deren Gen. {Liss 0 g or giaYerr.) betrachtet wird.
Zum Schlüsse geben wir hier noch eine Uebersicht
der Resultate, zu denen Kölliker durch seine Unter-
suchungen über die Kalkkörperchen der Alcyonarier
in Bezug auf die Systematik dieser Thiere gekommen ist
(I.e. p. 131 — 141), mit der Bemerkung, dass die vom Verf.
aufgezählten Gruppen und Genera mit besonderer Be-
rücksichtigung der Hartgebilde sämmtlich neu charakteri-
sirt sind.
Farn. 1. Alcyonidde (Festsitzende Alcyonarien mit langen
Leibeshöhlen).
Subf. Cornularidae Gr. Clavularia Quoy et Gaim,, Anthe-
lia Sars (mit A. Filippii n. sp. auf Zoanthus tuberculatus von Gua-
delupe), Rhizoxenia Ehrbg.
Subf. Alcyoninae. Gen. Alcyonium L., Ammothea Sav.,
Xenia Sav., Nephthya Sav., Spoggodes Less.
Fam. II. Pennatulidae. (Freie Alcyonarien mit langen Lei-
beshöhlen.)
Gen. Funiculina Lam., Peunatula L., Pteroeides Hercl., Vere-
tillum Cuv., Cavernularia Hercl., Kenilla Lam.
Fam. III. Gorgonidae. (Festsitzende Alcyonarien mit kurzen
Leibeshöhlen. j
Subf. Gor gonidae. (Mit ungegliederter, horniger oder ver-
kalkter Achse, die eine Ausscheidung des Parenchyms ist.)
A. Primnoaceae. (Mit einer oberflächlichen Lage stacheltra-
284 Leiickart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gender Kalkkörper, mehr oder weniger entwickelten polypentragen-
den Kelchen und dünnem Coenenchym. Achse verkalkt oder hor-
nig.) Gen. PrimnoaLamx.. Muricea Lamx. (p. p.), Echinog orgia n.,
Paramnricea n. , Acis Duch. et Mich., Thesea Duch. et Mich.,
Bebryce Phil.
B. Euniceidae. (Mit dickem, an der Oberfläche nicht stach-
ligem, aber mit einer Rindenlage von keulenförmigen Kalkkörperchen
versehenem Coenenchym, fehlenden oder massig entwickelten Kelchen.
Achse verkalkt oder hornig.) Gen. Eunicea Lamx., Plexaura Lara,
p. p., Plexaurella n.
C. Gorgoniacea. (Mit dünnem, an der Oberfläche glattem Coe-
nenchym und kleinen, vorspringend spindelförmigen Kalkkörperchen,
fehlenden oder massig entwickelten Kelchen. Achse hornig.)
Hieher als einziges Genus Gorgonia L. (mit Einschluss von
Leptogorgia, Lophogorgia, Pterogorgia und überhaupt allen Gorgo-
niaceen, deren Achse nicht verkalkt ist).
D. Gorgonellaceae. (Mit dünnem, an der Oberfläche glattem
Coenenchym, kleinen Kalkkörpern von der Form von warzigen Dop-
pelkugeln, bald schwächer, bald stärker entwickelten Kelchen und
verkalkter lamellöser Achse, die nach dem Ausziehen der Erdsalze
in ihrer Form sich erhält.) Gen. Gorgonella Val. p. p., Juncella
Val. p. p., Verrucella M. Edw. p. p. (mit V. granifera n. Afrika und'
V. ramosa n. Ins. Nina), Riisea Duch. et Mich.
Subf. Isiclin ae. (Achse gegliedert aus hornigen und kalki-
gen Stücken zusammengesetzt, von denen die letztern einen lamel-
lösen Bau besitzen und nach dem Ausziehen der Kalksalze in ihrer
Form sich erhalten.) Gen. Isis L.
Subfam. Briareaceae. (Gorgoniden, deren Inneres aus un-
vcrschmolzenen Spicula besteht, die zum Theil eine ziemlich gut
begrenzte Achse bilden.) Gen. ParagorgiaM. E., Sympodium Ehrbg.,
Erythropodhim n., Briareum Bl., Solanderia Duch. et Mich, (mit S.
Frauenfeldii n, von unbek. Fundort).
Subfam. Scler ogorgiaceae. (Gorgoniden mit ungeglieder-
ter Achse, die aus Hornsubstanz und verschmolzenen Kalkkörper-
chen besteht. Coenenchym wie bei Gorgonia). Hieher Sclero gor-
gia gen. n. {= Suberogorgia Gray).
Subfam. Mel ithaeaceae. (Achse gegliedert. Die weichen
Glieder bestehen aus getrennten Kalknadeln, umgeben von Horn-
substanz und Bindegewebe, die harten Glieder aus verschmolzenen
Kalknadeln). Gen. Melithaea Lam. (Achse von zahlreichen Ernäh-
rungskanälen durchzogen), Mopsea Lamx. (Achse ohne Ernährungs-
kanäle. Mit M. bicolor n. sp.).
Subfam. Corallinae. (Achse ungegliedert, "aus krystallini-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 285
scher Kalkmasse und mit denselben verschmolzenen Kalkkörpercheu
gebildet, die beim Auflösen der Erdsalze in der Form sich nicht
erhält.) Hieher Corallium L.
üeber die neuen Gen. bemerken wir Folgendes.
Ecliino gor gia KöU. (== Lissogorgia Verr.) umfasst Prim-
noaceen mit horniger Achse, kleinen oberflächlich stachligen Kalk-
körperchen von eigenthümlicher Form und wenig oder kaum ent-
wickelten Kelchen. Hieher verschiedene schon früher bekannte Arten
des Gen. Muricea (und Euniceaj.
Par arauricea KöU. Die Spicula der Polypen bilden grosse,
schön entwickelte Deckel, welche auf den cylindrischen kürzeren
Bechern als kegelförmige, zum Theil bedeutend lange Aufsätze er-
scheinen. Hieher Mur. placomus Ehrbg. und Verwandte. (P. inter-
media n., Far. spinosa n.j
Plexaurella KöU. Unterscheidet sich von Plexaura, deren
Kalkkörper keulenförmig oder stachelig sind, durch Kalkkörper,
die gewöhnlich in sternartigen Zwillingsformen auftreten, so wie da-
durch, dass die Achse zum Theil aus Horumasse, zum Theil aus
Kalk besteht. Mit Ph. dichotoma Esp. und anderen Formen.
Ery thropo dium KöU. Vom Bau der Gorgoniden mit kur-
zer Leibeshöhle, und wie Sympodium incrustirend und membranartig,
mit kaum angedeuteten Kelchen, die bei retrahirten Polypen durch
die einen Stern darstellenden Tentakel geschlossen sind. Alle Kalk-
körper sind schöne rothe und farblose Spindeln, deren Enden rund-
liche mit kleinen Zacken besetzte Warzen darstellen. Der äussere
Theil des Coenenchyms weiss, der festsitzende roth. Mit Xenia ca-
rybaeorum Duch. et Mich.
Sclerogorgia KöU. Kalkkörper des Coenenchyms reich
warzige gelbe oder farblose Spindeln. Daneben auch einfachere
Formen, manchmal Doppelrädchen. Kalkkörper der Polypen kleine
warzige Spindeln in gewöhnlicher Anordnung. Hieher Gorg. sube-
rosa Esp., G. patula EUis und G. verriculata Esp
4. Porifera.
Um die Angabe von O. Schmidt über dcis histo-
logischeVerhalten des Schwammgewebes (J. B. 18G4. S. 226)
zu prüfen und die Widersprüche niit den Darstellungen
anderer Forscher zu beseitigen, untersucht Lieberkühn
(„über das contractile Gewebe der Spongien ,^ Archiv
für Anat. u. PliysioL 1867. S. 74—87. Tab. III u. IV)
die sog. Gemmulae^ die sich sowohl Winters, als auch
266 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
(besonders bei den breiten Formen der Spongillen) des
Sommers massenhaft bilden und mit ihrer bald glatten,
bald auch Amphidisken tragenden Sponginhülle bekannt-
lich als Brutsknospen anzusehen sind, die nach einer mehr
oder minder langen Ruhe ihren Inhalt hervorkriechen
und in eine neue Spongilla sich umwandeln lassen. Zur
Zeit der Ruhe enthalten diese Gemmulä nun nach den
Untersuchungen unseres Verf. eine dichtgedrängte Menge
deutlich abgesetzter bewegungsloser Zellen und durch-
aus Nichts, was man Sarcode nennen könnte. Aber an-
ders dann, wenn der Inhalt seine Bewegungen beginnt.
Nicht bloss, dass von diesem Momente an die Zellen ihre
Form verändern, sich ausziehen und verästeln, und durch
ungleiche Vertheilung ihrer Körnermasse sich in Körner-
ballen und eine helle sarkadeartige Substanz ausein-
anderlegen, sie geben dann auch nicht selten ihre Selbst-
ständigkeit auf, um in der einen oder anderen Weise durch
die helle Substanz zu sehr verschieden geformten Geweben
zusammenzutreten und nach einiger Zeit vielleicht wie-
der ihre ursprüngliche Bildung anzunehmen. Natürlich,
dass unter solchen Umständen ein Unterschied" von Zel-
len und Körnerhaufen und Sarkode, wie ihnO. Schmidt
statuirt, unmöglich festzuhalten ist. Dieselben Erschei-
nungen beobachtet man übrigens nach mechanischer Rei-
zung an den Ausflussröhren, indem dann die hyaline
Zwischensubstanz verschwindet und die einander ange-
näherten Körnerhaufen deutlich als Zellen erscheinen.
Auch der Inhalt der schwärmenden Embryonen zeigt
ähnliche verschiedene Zustände, während die umgebende
Flimmerhülle ihre Bildung beibehält. Beiläufig erfahren
wir, dass diese Embryonen aus Eiern hervorgehen, die,
gleich den Zoosporen und Samenzellen, in besondere
Lücken des contractilen Schwammgewebes eingesenkt
sind und einen regelmässigen Klüftungsprocess durch-
machen, c rn ao f.A\
G r a V e unterscheidet (Compt. rend. 1866. T. 6ö. p. o4)
in der Schwammsubstanz drei von einander verschiedene
Lagen, eine Aussenhaut, Mittelschicht und Innenhaut,
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 287
die alle drei ans Zellen bestehen^ sonst aber mancherlei
Differenzen aufweisen. Die festen Einlagerungen siud^ wie
die Canäle^ nach dem Verf. ausschliesslich auf die Mit-
tellage beschränkt. Zwischen den beiden Innenlagen wird
überdiess noch eine besondere vierte Schicht vermuthet,
obwohl Verf. ausser Stande w^ar, dieselbe isolirt herzu-
stellen und ihre Charaktere zu studiren. Die deutschen
Arbeiten auf dem Gebiete der Schwammhistologie schei-
nen dem Verf. unbekannt geblieben zu sein,
Balsamo Crivelli beschreibt (di alcuni organi
speciali osservati in una spugna, Rendiconti reale Instit.
Lombardo Vol. III. fasc. 10. 4 Seiten, mit I Tafel) bei
einem am meisten mit Acanthella acuta Schm. überein-
stimmenden Kieselschwamm auf der Innenfläche der
Wand einen Besatz von kleinen und dünnen (0,5 Mm.
langen, 0,05 Mm. dicken) Röhrchen, die mittelst eines
förmlichen Mundstückes in die Körperhöhle ausmünden.
Während van ßeneden und Claus die Spongien
auf der Hannoverschen Naturforscherversamralung (amt-
licher Bericht S. 2()3) — im Gegensatz zu O. Schmidt,
der dieselben nach wie vor als Protozoen betrachtet — als
Coelenteraten in Anspruch nehmen, also mit Ref. in der
morphologischen Auffassung ihrer Organisationsverhältnisse
übereinstimmen, glaubt Clark dieselben als Monaden-
colonien deuten zu dürfen und diese seine Meinung durch
eine Vergleichung der Leucosolenia (Grantia) botryoides
mit Codosiga und anderen Bechermonaden begründen zu
können. Ein knospender Spross von Leucosolenia besteht
nach unserm Verf. aus einer äussern gallertartigen Hülle mit
Poren und Kalkkörperchen, und einer inneren Lage geissel-
tragender Zellen, die sich so wenig von Monaden unterschei-
den, dass man diese Geschöpfe unmöglich nur in ver-
schiedene Familien unterbringen könnte. Conclus. proofs
of the animality of ciliate Sponges and of their affinities
with the Infusoria Flagellata, Amer. Journ. of sc. and
arts 2 Vol. 42. p. 320—326. , Ann. and Mag. nat. bist.
T.XIX. p. 13-18.
Der gleichen Auffassung begegnen wir in desselben
288
Leuckart: Bericht üb. d Leist. in d. Naturgeschichte
Verf.'s Abhandlung über rfponglae ciliatae as infiisoriaFla-
gellata^ in der (p. 19) Lencosolenia botryoides dicht neben
Anthophysa MüUeri abgehandelt wird. Und so fest ist
Verf. von der Richtigkeit seiner Deutung überzeugt, dass
er kein Bedenken t^ägt, die Vermuthung auszusprechen,
man würde einst die verschiedenen Spongiengeschlech-
ter auf die einzelnen Flagelhitenforraen zurückführen und
dann als Monadoidae, Bicosoecoidae, Codosigoidae, Antho-
physoidae U.S.W, unterscheiden lernen! Vgl. weiter unten.
Bowerbank's Monograph of the british Spongia-
dae (2 Vol. 1864— 18()(3 mit o7 Tafeln, London, Ray-So-
ciety) soll der Hauptsache nach ein Abdruck der von
demselben Verf. in den Philos. transact. veröffentlichten
Abhandlungen sein. (Vgl. J. B. 1858. S. 224 und 1863.
S. 157).
Durch die fast gleichzeitige Publication der Arbei-
ten von Schmidt und Bowerbank (vergl. Jahresber.
1863. S. 142) ist in der Noraenclatur und systematischen
Gruppirung der Spongien ein Verwirrung eingetreten,
die um so schwieriger zu beseitigen schien, als beide
Forscher bei der Aufstellung ihrer Gattungen vielfach
nach verschiedenen Grundsätzen verfahren sind. Beide
haben allerdings bei ihren Untersuchungen den Haupt-
schwerpunkt in die Hartgebilde der Poriferen gelegt, aber
während der ersterc dabei vorzug.sweise die Form der
mikroskopischen Elemente berücksichtigte und Arten mit
auso-esprochen gleichen oder leicht aus einander ableit-
baren Skeletstücken selbst da zusammenstellte, wo der
Habitus vielleicht sehr aufiallende Verschiedenheiten
zeigte, hat Bo we rban k fast ausschliesslich die Anfü-
gung und Lagerung der Hartgebilde zu Grunde gelegt
und danach, besonders in der Gruppe der Kieselschwämme,
die unnatürlichsten Combinationen aufgestellt. (Ein Glei-
ches gilt auch für die Arbeit von Duchassaing und
Michelotti, die z. B. als Medon barbata und M. im-
berbis zwei offenbare Kalkschwämme wohl einen Sycon
und eine Grantia — mit Vioa zusammengestellt haben.)
Der Versuch des Ref., einzelne der Bo wer bank'schen
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 289
Gattungen auf die von Schmidt bei uns eingeführte
Nomenclatur zurückzuführen, musste bei der Unmöglich-
keit einer directen Vergleichung natürlich nur unvollkom-
men ausfallen. Um so freudiger begrüssen wir aber
Schmidt's ^zweites Supplement zu den Spongien des
adriatischcn Meeres^ (Leipzig 1866. 24 S. in Folio mit
einer Kupfertafel) das er sich zur Hauptaufgabe macht,
die B o werbank'schen Arten auf Grund einer, von dem
Englischen Autor mit grösster Zuvorkommenheit und Li-
beralität gewährten genaueren Einsicht kritisch zu beleuch-
ten und mit den Benennungen von Schmidt in Ein-
klang zu bringen. In Betreff des Baues der Spongien
findet Verf. nur Wenig zu bemerken. Er hebt hervor, dass
es neben den Arten, die mit einer flüssigen Sarcodeschicht
bedeckt seien, auch solche gebe, bei denen die Poren als
stabile Organe erscheinen (hieher ausser Gummina das
nahe verwandte Gen. Corticium, bei denen die Poren frü-
her irrthümlich als Oscula beschrieben wurden). Eine
Zwischenform wird durch das Gen. Cribrella r epräsentirt,
bei der die veränderlichen Poren auf bestimmte fest um-
schriebene Stellen beschränkt sind. Eine von Bower-
bank abgebildete zweite Art mit localisirten Porensieben
(aus Ostindien) ergab sich als eine noch unbekannte der
Reniera dura nahestehende Art, in die sich zahlreiche
parasitische Polypen eingegraben hatten. Auffallend war
dabei , dass die Schwammnadeln den Parasiten völlig
durchsetzt hatten, wie das übrigens auch bei den parasi-
tischen Palythoen der Fall ist. Bei Pachymatisma, Geo-
dia und andern Rindenschwämmen gelangt das Wasser
aus den Poren zunächst in ein eigenthümliches System
von Höhlungen (Bowerbank's Intermarginalhöhlungen),
die eine trichterförmige Gestalt haben und an dem unte-
ren Ende einen diaphragmaartigen Sphincter besitzen; in
dem Verf. deutliche Ringfasern nachwies. Die gruben-
förmigen Vertiefungen auf der Innenfläche der Syconen,
die Bowerbank für analoge Bildungen hält, sind von
Schmidt und Lieberkühn bekanntlich als einfüh-
rende Flimmergänge nachgewiesen, und diese Deutung
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. T
290 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
wird durch die Cöexistenz der Intermarginalhöhlen und
der Flimmergänge bei Caminus Vulcani , gleich Sycon
bekanntlich ein monozootischer Schwamm mit weitem
Centralraum und einfachem Osculum, zur Genüge be-
stätigt. Die kritische Vergleichung der Bowerbank'-
schen Arten ergiebt (vgl. hierüber auch den vorläufigen
Bericht über die Untersuchung der Bo werban k'schen
Spongien in den Sitzungsber. der Kais. Akad. der Wis-
sensch. zu Wien 1866) folgende synonymische Resultate;
I. Kalkspongien.
Grantia Bwrb. = Sycon Lieberk. (ob wie bisher angenommen,
S. ciliatum Lieberk. mit Grantia ciliata Flemg. identisch ist, scheint
Verf. jetzt zweifelhaft), Dunstervillia Bk. und Ute Schm.
Leucosolenia Bk. = Nardoa Schm. und Grantia Lieberk. e. p.
(L. botryoides Bk. = Grautia Lieberkühnii Schm.).
Leuconia Bk. = Grantia Lieberk. e. p. (L. nivea Bk. wahr-
scheinlich = Grantia solida Schm.)
Leucogypsia Bk. Kaum von der vorhergehenden Gattung zu
trennen.
IL Hör a spongien.
Spongia Lin. (Bk) = Spongia Autt.
Spongionella Bk. ) ^ -01.
TT 1- • T31 i =■ Cacospongia bchm,
Hahspongia Bk. ^ ^ ^
Chalina Grant. Der wesentliche Charakter dieser Gattung ist
das Hornfaserskelet mit eingebetteten genuinen Kieselnadeln. Es
ist aber schon wiederholt von verschiedenen Seiten auf die Schwie-
rigkeit dieses Charakters hingewiesen. Die Gattung wird sich viel-
leicht halten lassen, wenn man sie auf die Arten beschränkt, welche
im ausgewachsenen Zustande täuschend den eigentlichen Horn-
schwämmen ähnlich sehen. Ein solcher ist die zierliche Ch. limbata
Bk. (Spongia limbata Johnst.). Die sehr gemeine Ch. oculata (Ha-
lichondria oculata Johnst.) hat nur im Stamme ein wirkliches Horn-
fasernetz von festem Zusammenhalt. In den Aesten verhält sich
die Hornsubstanz nicht anders, als bei den zerreiblichen Kenieren,
mit denen auch das Netzwerk stimmt. Aus dem Mittelmeere sind
noch keine sicheren Spuren für diese Gattung nachgewiesen,
Yerongia Bk. = Aplysina Schm.
Auliscia Bk. hat einzugehen. Das Exemplar, nach welchem
Bowerbank diese Gattung aufstellte, und welches verloren gegan-
gen ist, war ohne allen Zweifel ein von parasitischen Algen durch-
fressener Hornschwamm der Gattung Spongia oder Cacospongia.
der niederen Thiere während des J. 1866—1867. 291
Stematumenia Bk. = Hircinia Nardo. (Filifera Schra., Sarco-
tragiis Schm.)
Dysidea Johnst. = Spongelia Nardo.
III. Kieselspongien.
Geodia Lam. Bowerbank ist, wie schon von Ref. hervor-
gehoben, der irrthüralichen Ansicht, dass die in der Rinde dieser
und verwandter Gattungen enthaltenen kugligen und elliptisch-
scheibenförmigen Kieselgebilde Ovarien seien.
Pachymatisma Bk. hat im adriatischen Meere keine genau
entsprechende Form.
Eciouemia Bk. Ist, wie die beiden vorhergehenden Gattun-
gen, ein Rindenschwamm und stimmt mit Stelletta Schm. Die Rinde
enthält nämlich ein Lager kleiner naviculaförmiger Kieselgebilde,
unter denen sich auch kreuzförmige Sternchen finden.
Polymastia Bk. scheint eine gute Gattung zu sein. Nach der
Beschreibung und Abbildung ist Suberites appendiculatus Bals. Criv.
von Neapel = Polymastia mamillaris Bk.
Halyphysema Bk. (Haliphysema) des englischen Meeres hat
bis jetzt im adriatischen keine entsprechende Form. Ist aufgestellt
nach H. Tumanowiczii, der kleinsten 1'" hohen britischen Spongie,
welche sich auf Hydrozoen u, s. w. ansiedelt.
Tethea Lam. Bk. umfasst Arten aus den Gattungen Tethya
Schm. und Ancorina Schm. Zur letzteren gehört die im britischen
Meere sehr gemeine Tethya cranium Johnst.
Halicnemia Bk., eine seltene, der britischen Küste eigenthüm-
liche Form.
Dictyocylindrus Bk. Arten aus den Gattungen Axinella und
Raspailia (Nardo). Zu ersterer gehört D. rugosus Bk., welcher der
Axinella cannabina der Adria sehr nahe steht. Dictyocylindrus stu-
posus Bk. dürfte übereinstimmen mit Raspailia stelligera aus dem
Quarnero.
Phakellia Bk., mit einer britischen Art : Ph. ventilabrum Bk.
(Halichondra ventilabrum Johnst.) hat die nächste Verwandtschaft
mit Axinella Schm.
Microciona Bk. Die Arten sind von sehr verschiedenem Ha-
bitus. M. ambigua und atrosanguinea stimmen mit Scopalina Schm.
überein. Dagegen ist Microciona carnosa Bk. mit Bowerbank's
eigener Art Halichondria incrustans identisch.
Hymeraphia Bk. ist mit der vorigen Art verwandt.
Hymedesmia Bk. stimmt durch seine hautartigen Incrustatio-
nen und die unregelmässig darin verbreiteten Kieselgebilde mit
manchen Arten des Gen. MyxiUa (M. veneta u. a.) überein. Es
dürfte vielleicht gerathen sein, diese von den ästigen Myxillen ab-
292 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. NaturgesdiicMe
zutrennen und mit der Brittischen Art als Hjonedesmia zu vereini-
gen, znmal sie alle dieselben knotigen Nadeln, theilweise auch die-
selben Haken haben, wie H. zetlandica Bk. -,. . t,
Hymeniacidon Bk. umfasst Arten der Gattungen Esperia, Ke-
niera Suberites. So ist z. B. Hymeniacidon lingua eine echte Espe-
ria dagegen Hym. caruncula eine unregelmässig massige Reniera.
Wenn Bowerbank sogar Halisarca hierher bringt, so beruht das
auf einer offenbaren Verwechselung. Der Schwamm, welchen Bo-
werbank dafür ansieht (H. "Duiardinii Bk.), ist keine Halisarca.
Halichondria Fleming (Bk.) ist nach der typischen Art H. pa-
nicea eine Reniera. Andere, wie Hai. incrustans, können sowohl
nach dem Gefüge, wie nach den Nadelformen nicht mit jenen ver-
einigt werden. Die genannte Art lässt sich auswaschen, und es
bleibt dann ein ganz deutliches Hornnetz übrig mit ein- und aufge-
pflanzten Nadeln. -, o i, • i *
Isodictya Bk., umfasst ebenfalls Arten, welche nach Schmidt
in verschiedene Gattungen zu setzen sind. Isod. varians und rosea
sind Renieren. Isod. Barleei hat in einem sehr unregelmassigen
Maschenwerke von deutlicher elastischer Haarsubstanz Nadeln ein-
gebettet. Sie gehört jedoch nicht entschieden zu einer der Schmidt -
sehen Gattungen. Nach 'ihrem Habitus könnte sie zwischen Cla-
thria und Axinella gestellt werden.
Desmacidon Bk. = Esperia Nardo. Die Nadelformen sind
fast vollkommen diejenigen der Esperia, nur ist der Zusammenhalt
ein etwas festerer.
Baphyrus Bk. = PapilUüa Schm. Die trockenen Stucke von
Ranhvrus Griffilhsii stimmen vollständig mit Papillina suberea.
Diplodemia Bk. mit einer einzigen englischen Art, D. ves.cula,
eire sehr cigenthümliche, in der Adria nicht vertretene Form. Der
sXvamm besteht aus einzelnen Blasen von =/."' Durchmesser, wel-
!he du"ch ein hornartiges Netzwerk mit einander verbunden s.nd.
Verf beendigt seine Untersuchungen mit einer V er-
ffleichung der brittischcn und adriatischcn Spongienfauna
und hebt dabei namentlich hervor, dass dieLederschwämme
der erstem völlig abgehen, und auch die Hornsehwämme
nur spärlich (3 : 24) vertreten seien. Sehr gleichmass.g
dagegen ist die Verbreitung der Kalkspongien, .während
die Riadenschwämme sich in beiden Gebieten ziemlich
die Waffe halten. * . -, i-
In einem Anhange (S. 22) berichtet Verf. dass die
in den „Spongien des adriatischen Meeres" von ihm kurz
beschriebene Cellulophana pileata, die er trotz aller aus-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 293
seren Aehnlichkeit mit einer knolligen gummineenartigen
Spongie damals für eine Pflanze gehalten habe_, durch
Unger und ihn jetzt als ein Schwamm erkannt sei, dessen
innere Structur nur insofern von derjenigen der eigent-
lichen Gummineen abweiche, als das Lumen der Kanäle
sehr gering sei und das von hyaliner Substanz erfüllte
Lückensystem durch grosse Unregelmässigkeit sich aus-
zeichne. Dabei soll Cellulophana noch der Poren entbeh-
ren — eine Angabe, deren Eigenthümlichkeit Verf. ver-
gebens dadurch abzuschwächen sucht, dass er an die Auf-
saugungsfähigkeit der ununterbrochen die ganze Knolle
überziehenden Cuticnla erinnert. Denn ein Schwamm ge-
braucht nicht bloss Wasser, sondern auch eine organische
Nahrung, die er wohl schwerlich im aufgelösten. Zustande
einführt. Ueberdiess fand Verf. im Innern desselben die
Eier und Embryonen einer Ascidie. Den Weg, den
diese genommen, werden am Ende auch Infusorien und
mikroskopische Pflanzen gehen können — und somit
wird denn die Porifere ohne Poren wahrscheinlich nicht
allzu lange den Systematiker incommodiren.
Nach einer späteren Mittheilung desselben Verf.'s
(Archiv für mikroskopische Anatomie ßd.IJI. S. 390 — 392,
spongologische Mittheilungen) haben sich durch die nä-
here Untersuchung der bis jetzt ziemlich isolirt stehenden
Halisarcinen sehr nahe Beziehungen zu anderen Spongien,
insonderheit den Gummineen, herausgestellt. Die Sarcode-
Aussenschicht dieser Geschöpfe steht näm.lich mit dem
im Innern vorhandenen Netzwerk amorpher Substanz in
directem Zusammenhange, wie bei den Gummineen, de-
ren Gallertmasse offenbar ein Analogen dieser Substanz
ist, wie denn auch die theils ungeformte, theils faser-
und strangförmig gewordene Sarcode der Hörn- und
Kieselschwämme im Wesentlichen damit übereinstimmt.
Auch darin findet sich eine Uebereinstimmung mit den
übrigen Schwämmen, dass in die Masse dieser sarcoiden
Grundsubstanz wimpernde Kanäle eingelagert sind, in
ihrer Anordnung zumeist den Verhältnissen der Gummi-
neen entsprechend. Verf. glaubte sogar in einer neuen
294 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Chondrosia eine vollständige Mittelform zwischen Hali-
sarca lobularis und Gummina ecaudata oder Corticium
candelabrum zu entdecken. Eine neue Scopalina zeigt,
wie weit an einem Fundorte die Variabilität der Nadeln
geht^ und droht, mit den Varietäten anderer Formen eines
der wenigen bisher für haltbar geltenden Speciesmerk-
male zu verwischen. Ein Weiteres wird in dem näch-
sten Jahresberichte, in dem wir das dritte Supplement des
Schmid t'schen Spongienwerkes zu besprechen haben,
angezogen werden, da die „spongologischen Mittheilungen*^
mit ihrem Inhalte darin übergegangen sind.
H an cock's Abhandlung on the excavating sponges
(Annais and Mag. nat. bist. Vol. XIX. p. 229—242. Tab.
VII u. VlII, nat. bist, transact. Northumberl. and Dur-
ham Vol. I. p. 337—353. PI. XVI, XVII.) ist zunächst
durch die Behauptung B o w e r b a n k's hervorgerufen, dass
die Bohrschwämme gemeine Halichondrien wären, die nur
zufällig die Bohrgänge von Anneliden bewohnten, und
überdiess sammt und sonders derselben Art (H. celata)
angehörten. Gegenüber diesen Behauptungen weist nun
Hanco ck nicht bloss die specifische Natur der Clionen und
der von ihm aufgestellten Arten, sondern auch die That-
sache nach, dass die Bohrgänge derselben von ihnen selbst
herrühren. Entscheidend für letzteres ist nicht bloss
die eigenthümlich gekammerte Form der Gänge, die an
die kammerartig abgetrennten Hohlräume der Polytha-
lamien erinnert, sondern auch der Umstand, dass diese
Kammern immer von der Schwammsubstanz erfüllt ge-
funden werden. Zum Schlüsse giebt Verf. eine Charak-
teristik der von ihm unterschiedenen Arten (Clione celata.
Gl. gorgonioldes, Gl. Northumbrica, Gl. vastifica, Gl. co-
rallinoides, Gl. gracilis, Cl. Howsei, Gl. Alderi, Gl. lobata.
Gl. vermifera, Gl. Mazatlanensis, Gl. globulifera. Gl. Car-
penteri), die bis auf die„ vier letzten sämmtlich die Eng-
lischen Küsten bewohnen und durch die Gestalt und
Grössenverhältnisse der meist in mehrfachen Formen vor-
handenen Skeletstücke sich bestimmt und scharf von ein-
ander unterscheiden.
der niederen Thiere während der J, 1866 — 1867. 295
Barboza du Bocage mncht (Proceed. zool. Soc.
London 1^65. p. 662) weitere Mittheilungen über das an
den Küsten Portu»^als gefundene Ilyalonema lusitanicum,
durch die nicht bloss der Fundort constatirt, sondern wei-
ter auch der Nachweis geliefert wird^ dass der IV2 — 2V2'
lange Schopf von Kieselnadeln nicht frei zu Tage liegt,
sondern bis auf das dickere Ende von einem mehrfach ge-
schichteten ^Corium" umgeben ist, in das an der Ober-
fläche überall zahllose keulenförmige stachlige Kiesel-
nadeln eingelagert sind. Obwohl diese iStructur über
die spongiöse Natur des Ueberzugs keinen Zweifel lässt
und auch zahlreiche grosse Poren die Masse durchse-
tzen, hat Barboza du Bocage trotzdem das Gebilde
für einen Polypenstock erklärt und die einzelnen Aus-
flussöfFnungen als Polypenmäuler gedeutet. Die basale
Schwarnmmasse, die bei der japanischen Art an dem dicken
Ende des Schopfes gefunden wird, fehlte bei allen Exem-
plaren, vielleicht, wie Ref. hinzufügen möchte, dasshalb,
weil der Schopf beim Loslösen davon abgetrennt wor-
den war.
Ehrenberg ist in dieser Hinsicht freilich anderer
Meinung. Er benutzt die Gelegenheit, die hier angezo-
genen Beobachtungen bei der Berliner Academie zur
Mittheilung zu bringen, zu der Wiederholung seiner frü-
heren Angaben, dass die von M. Schnitze beschriebene
Schwammmasse, aus w^elcher der Schopf hervorwachse,
erst nachträglich von den Japanesern angefügt werde,
und auch die Anordnung und Drehung der Kieselnadeln
eine künstliche sei. Ein Gleiches vermuthet Ehren-
berg von dem Hyalonema lusitanicum, das er überhaupt
nicht als eigene Art gelten lassen will. Bocage, so ver-
muthet er, sei durch seine Gewährsmänner getäuscht und
habe Nichts als ein Japanisches Kunstproduct vor Augen
gehabt. (Berl. Monatsber. 1866. S 823 ff., Ann. and Mag.
nat. bist. t. XIX. p. 419—427.) An diese Mittheilung
schliesst Ehrenberg einen Excurs über die Organisa-
tions- und Lebensverhältnisse der Schwämme, in dem er
sich ebensowohl gegen die Annahme einer Verwandt-
296 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Schaft mit den Polypen ausspricht, wie auch die thierische
Natur der betreffenden Organismen bezweifelt, während
er andererseits findet, dass sich die wesentlichen Charak-
tere derselben ohne Schwierigkeit (!) der Pflanzenbildung
anreihen.
Auch Gray kann sich mit der Schultze'schcn
Deutung des Hyalonomenbaues nicht befreunden. Er
wiederholt (Ann. and Magazine natur. bist. 1866. T. XVIII.
p. 287—296) die schon früher von ihm ausgesprochene
Behauptung, dass die Hyalonemen Kiesolpolypeu seien,
und verweist die am unteren Ende derselben an vielen
Exemplaren beobachtete Spongie unter die Parasiten.
Unter solchen Umständen erscheint es denn nicht über-
flüssig, wenn M. Öchultze (a. a. 0. Vol. XIX. p. 153—
169, Archiv für mikroskop. Anatomie 1867. S. 206 if.) die
Gründe kurz zusammenstellt, die seine Auffassung von
der Spongiennatur der Hyalonemen stutzen und — nach der
Ansicht des Ref. — unwiderleglich darthun. Etwas Neues
von Bedeutung ist in der Entgegnung übrigens nicht
enthalten, es müsste denn der Vorschlag sein, die Hya-
lonemen mit den nahe verwandten Euplectellen zusam-
men fortan als Federbuschschwämme (Lophospongiae) zu
bezeichnen.
ßowerbank stimmt (Annais and Mag. nat. bist.
1866. Vol. XVIII. p. 397— 481) mit Schnitze insofern
überein, als er Hyalonema als einen Schwamm betrachtet,
nimmt aber dabei die aufsitzenden Polypen (Polythoa
fatua Seh.), deren Natur durch die nicht selten noch deut-
lich nachweisbaren Tentakel und die eingelagerten Nes-
selkapseln zur Genüge documentirt wird, als Ausmündungs-
öfl:nungen (cloacal system) in Anspruch, weil darin diesel-
ben kreuzförmigen Spiculae enthalten seien, wie in dem
spongiösen Ueberzug des Nadelschopfes.
Was Gray dagegen erwidert (ibid. p. 485), bezieht
sich auf Punkte von untergeordneter Bedeutung und hat
einen mehr persönlichen Charakter.
Ein Gleiches gilt von den späteren Mittheilungen
Bocage's (ibid. Vol. XX. p. 123-126), die vorzugsweise
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 297
gegen die Behauptung Ehr enb er g's gerichtet sind, dass
das Hyalonema lusitanlcum ein Japanisches Kimstprodukt
sei. Um allen Zweifel zu beseitigen, begab sich Verf.
selbst nach Setubal, wo der Schwamm gefischt wird, und
unterrichtete sich von den näherenVerhältnissen des Fundes.
Wir erfahren auf diese Weise, dass seit 1863 bis Ende
1867 im Ganzen etwa 12 Exemplare von mehr oder we-
niger guter Erhaltung daselbst aufgebracht sind. Der
Schwamm lebt in bedeutender Tiefe und in grösserer Ent-
fernung von der Küste.
Das Interesse, welches Hyalonema neuerdings er-
regt hat, rechtfertigt auch die nachträgliche Bemerkung,
dass Suess schon im Jahre 1862 in dem von M'Coy
als Serpula parallela beschriebenen Petrefact ein Hyalo-
nema (H. parallelum) erkannt hat. Verhandl. d. Wiener
bot.-zool. Gesellsch. XII- p. 85, Ann. and Mag. nat. bist.
Vol. XVIII. p. 404.
Das die oben ausgesprochene Vermuthung, es möchte
an den von Barboza bisher beobachteten Exemplaren
von Hyalonema lusitanicum die basale Schwammsubstanz
abgerissen sein, nicht ohne Grund war, geht aus den neue-
sten Mittheilungen über diese Gebilde hervor, die Eh-
renberg von Barboza erhalten und im December v. J.
der K. Akademie der Wissensch. zu Berlin (Monatsber.
1867. S. 843 ff.) vorgelegt hat. Barboza berichtet darin
von zweien sehr grossen und wohlcrhaltenen neuen Ex-
emplaren, die beide am untern Ende in einem Schwamm
von enormer Grösse (bis 15 Ctmetr. Durchmesser) ein-
gehüllt gewesen seien. Er zweifelt jetzt nicht mehr da-
ran, dass S c h u 1 1 z e die sog. Glascorallen mit allem Rechte
als das Erzeugniss einer Spongie betrachtet und die dar-
auf sitzenden Polypen, die in den zwei neuen Exempla-
ren vollständig fehlten, als zufällige Schmarotzer in An-
spruch genommen hat. Ehrenberg ist übrigens be-
ständiger im Zweifeln, er kann sich immer noch nicht von
der Idee loslösen (vergl. auch Berliner Monatsber. 1867.
S. 300 ff.): „dass alle diese zahlreichen mit Schwammbasis
versehenen Hyalonemen überall in einem unnatürlichen,
293 Leuckart: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
d. h. künstliehen Zustand aufbewahrte und beschriebene
Gegenstände sind." Gleichzeitig wiederholt E h renb er g
seine Behauptung von der vegetabilischen Natur der Spon-
gien. Er betrachtet die Gemmulae als Früchte, die den
Fortpflanzungskörpern der Rhizocarpeen nicht unähnlich
seien, und macht darauf aufmerksam, dass die damit ver-
sehenen Exemplare eine mehr polster- oder krustenartige
Gestalt besässen, während die sterilen Stämme baumartig
verästelten seien. Und so nicht bloss bei den Spongillen,
sondern auch bei ecliten marinen Schwämmen, wie er
deren schon vor 40 Jahren im rothen Meere beobachtet
habe. „Es würde aus dieser Bemerkung hervorgehen, dass
die Artenzahl der Spongiaceengattungen und vielleicht
diese selbst eine bedeutende Reduction der systematisch zu
verzeichnenden Gestalten erfordern. Aber nicht bloss die
Gestalt, sondern auch die Structurverhältnisse, vielleicht
auch die mehr oder weniger zierliche Anordnung ver-
schieden gestalteter Faserung (dickwandige Bastfasern)
mit oder ohne Kanal und mit oder ohne Kieselgehalt
mögen wohl in diesen Beziehungen Umänderungen erlei-
den, deren Berücksichtigung für Systematik wichtig ist."
Zum Schluss giebt Ehrenberg ausser einem Verzeich-
niss der bis jetzt beobachteten 41 „Amphidisken-Arten"
kurze Notizen über die von ihm 1823 im rothen Meere
beobachteten Seeschwärame, die — ohne Berücksichtigung
der festen Skeletbildungen — sämmtlich als Spongien
bezeichnet und unter folgenden Namen beschrieben wer-
den : Sp. Jiystrix, Sp. tibia, Sp. rettculaiay Sp. interme-
diay Sp. aethiops, Sp. violacea, Sp. tingenSj Sp. Inrta,
Sp. virescenSy Sp. inibriGata, Sp. flahelliformis, Sp. rubra,
Sp. denticiclata, Sp. suberosa, Sp. polydactyla.
Gray macht einige — meist geschichtliche — Mit-
theilungen über „Venus's flower - basket" (Annais and
Magaz. nat. bist. T. XVIII. p. 487— 490) und restituirt
dabei, anknüpfend an Quoy und Gaimard's Benen-
nung (Alcyonellum speciosum), anstatt des Namens Euple-
ctella aspergillum Ow. die Bezeichnung Euplectella spe-
ciosa. In einem späteren Aufsatze (ibid. Vol. XIX. p. 44)
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 299
über diese interessante, jetzt ziemlich häufige Schwamm-
form erwähnt Verf. eines sehr jungen ExempLires, das
insofern einigen Aufsehluss über das VVachsthum des Thiers
giebt, als es den Nachweis liefert, dass die ringförmig
zusammengruppirten langen Kieselhaare die ersten Ske-
letbildungen sind, die der Schwamm entwickelt. Sie
bilden einen Franzenapparat im Umkreis des basalen
Schwammendes, das dann im Innern später einen neuen
Ring von longitudinalen Skeletfasern ausscheidet, die
durch Querstäbe netzförmig unter sich verbunden wer-
den. Nach der (neulich auch von Trimoulet in Bor-
deaux adoptirten) Ansicht der Spanischen Fischer soll das
zierliche Kieselskelet übrigens keinem Schwämme ange-
hören, sondern das Gehäuse von Krebsen sein, deren Ue-
berreste auch bei den Europäischen Exemplaren nicht
selten im Innern gefunden w^erden. Natürh'ch, dass Gray
diese Ansicht verwirft, obwohl er (ibid. p. 138) geneigt
ist, die gekrümmte Form des Schwamm es mit der An-
wesenheit und den Bewegungen der Insassen in Zusam-
menhang zu bringen. Gleichzeitig wnrd die Vermuthung
ausgesprochen, dass die von Owen als Eupl. cucumis
beschriebene zweite Art (von den Seychellen) nur ein
etwas anders geformtes Exemplar der gewöhnlichen Spe-
cies darstelle.
Semper, der die Euplectellen auf den Philippinen
selbst untersuchte , beschreibt die im Innern lebenden
Krebse als eine Art Aega (Aeg. spongiophila) und einen
Palaemon. Gleichzeitig legt er gegen die von Gray
versuchte Namenänderung Verwahrung ein, theils, weil
die Bezeichnung Aspergillum sehr bezeichnend sei und
dem Sinne nach mit der spanischen Trivialbenennung „re-
gadera" übereinstimme, theils, weil noch gar nicht ausge-
macht sei, dass die x\rt von Quoy und Gaimard, die
von den Molukken stammt, mit der Philippinischen über-
einstimme. Archiv für Naturgeschichte 1867. I. S.84— 89.
Selenka handelt „über einige neue Schwämme"
aus der Südsee (Zeitschrift für wissensch. Zoologie Bd.
XVII. S. 564—571. Tab. XXXV) und beschreibt diese
300 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
als Spongelia horrens , Sp. cactos , Ditela — ein Ge-
nus, das Verf. beibehalten wissen will, da wenigstens
seine Art keinen üebergang zwischen den beiderlei Horn-
fasern erkennen liess — repens, Cacospongia pocitlumf
Lacinia (n. gen. e fara. Gumminearum) stellifica, Stelleta
nux, St. bacca und Suberites panis.
Das neue Gen. Lacinia charakterisirt sich vorzugsweise
durch die Anwesenheit kleiner Kalksternchen, die überall im Pa-
renchym verbreitet sind. Die allgemeine Grundlage des Körpers
bildet eine Gallertsubstanz, in der man Fibrillen und Strahlenzellen
unterscheidet.
Die von Gray (Proc. zool. Sog. London, 1867. May)
publicirten Notes on the arrangement of sponges sind
Ref. noch nicht zugekommen. Nach den Bemerkungen
0. Sc hmidt's (in dem dritten Supplement zu dem Spon-
gienwerke) creirtGray darin — ohne sich auf Species-
diagnosen einzulassen — nach altern und neuern Beob-
achtungen, hauptsächhch aber nach dem Material von
Abbildungen der HartgebiUle bei Bowerbank und
Schmidt eine kaum zu bewältigende Anzahl neuer Gat-
tungen.
III. Protozoa.
Bekanntlich ist schon mehrfach (u. A. von Hogg,
J. B. 1860. 8. 358) der Versuch gemacht worden, die
zwischen Thier und Pflanze oscillirenden Geschöpfe, die
es unmöglich machen, diese zweierlei Lebeformen durch
eine scharfe Grenze gegen einander abzusetzen, zu
einer besondern , so zu sagen neutralen, Gruppe zu ver-
einigen. Auch Hack el spricht sich entschieden (gene-
relle Morphologie Bd. IL S. XX) für die Nothwendig-
keit eines solchen Verfahrens aus und vereinigt die Pro-
tozoen mit Ausschluss der — vom Verf. den Würmern
angereiheten — Infusorien, so wie die gewöhnlich dem
Pflanzenreiche überwiesenen Flagellaten, Diatomeen und
Myxomyceten zu einem eigenen Reiche. Die Protisten, so
werden die Repräsentanten dieses Reiches (dem Ursprung-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 301
lieh auch die Spongien zugesellt wurden, die freilich
bald darauf, wie wir im nächsten Berichte mitzutheilen
haben, als Coelenteraten anerkannt wurden) genannt —
Hogg's Protoctisten — sollen den Thieren und Pflanzen
durchaus gleichwerthig sein und die Wurzeln der gan-
zen organischen Welt in sich einschliessen. Leider ver-
missen wir (auch I. 8. 228) eine genauere Erörterung der
Charaktere, welche diese Geschöpfe zu einer natürlichen
Einheit verbinden; wir erfahren kaum mehr, als dass
dieselben sich ohne Zwang weder dem Thierreiche,
noch dem Pflanzenreiche einordnen lassen, dass sie we-
der echte Thiere, noch echte Pflanzen seien. Auch die
unvollkommene Ausbildung und Differenzirung des Kör-
pers wird hervorgehoben ; allein nach diesem Criterium
liessen sich sonder Zweifel noch mancherlei andere Or-
ganismen dem Protistenreiche zurechnen, die bei unse-
rem Verf. als echte Thiere oder echte Pflanzen figuriren.
Ist es schon schwer, nach einer Seite hin die Grenzen
zweier benachbarter Gebiete mit leidlicher Sicherheit
aus einander zu halten, dann wächst die Schwierigkeit
noch beträchtlich, wenn es sich um eine doppelte Grenz-
bestimmung der Art handelt. Ref. sieht desshalb denn
auch in der Aufstellung eines besonderen Protistenreiches
keineswegs einen wirklichen Gewinn für unsere Wissen-
schaft, sondern nur die (unnöthige) systematische Verkör-
perung der zur Genüge begründeten Annahme, dass die
beiden organischen Reiche in ihren ersten Anfängen viel-
fache Berührungspunkte und üebergänge darbieten, d. h.
Geschöpfe aufzuweisen haben, die dem einer gewissen
Differenzirung entsprechenden Begriffe von Thier und
Pflanze nicht vollständig adäquat sind.
Wie bei den Pflanzen und Thieren, so unterscheidet
unser Verf. auch in dem Protistenreiche eine Anzahl
verschiedener typischer Abtheilungen (Pylen) ; er ist so-
gar der Ansicht, dass sich diese Gruppen insofern noch
schärfer, als die der übrigen Organismen gQg^n. einander
absetzen, als sie sich vollkommen unabhängig von einander
aus selbstständigen autogonen Stammformen entwickelt
302 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
hätten, während die verschiedenen Abtheilungen der Pflan-
zen und Thiere allem Vermuthen nach in einem genea-
logischen Zusammenhange ständen. Wie gross übrigens
die Zahl dieser Protistenabtheilungen sei; lasse sich bis
jetzt noch nicht mit Sicherheit constatiren, einstweilen
unterscheidet Verf. aber die folgenden acht.
I. Stamm. M o n e r e s.
Vollkomraen structurlose und homogene Organismen, welche
lediglich aus einem Stückchen Plasma beständen, das sich einfach
durch Endosmose ernähre und durch Theilung oder Sporenbil-
dung fortpflanze. Die Bewegungen werden durch Pseudopodien ver-
mittelt, die bald eine lappige Form haben, wie bei den Amöben,
bald eine Fadenform, wie bei den Rhizopoden. Einige von ihnen
scheiden im Ruhezustande eine Cyste aus. Hieher u. a. das Gen.
Protogenes (J. B. 1865. S. 251), der auch die Schult ze'sche Amoeba
porrecta zugehöre, und ein im Süsswasser entdecktes amöbenarti-
ges Wesen (Protamoeha primitiva), hieher auch die von Cien-
kowski beschriebenen Monaden (J. B. 1865. S. 255), so wie die
E hrenberg'schen Vibrionen.
II. Stamm. Protoplast a.
Unterscheiden sich von den Moneren dadurch, dass sie zu
irgend einer Zeit ihres Lebens einen oder mehrere Kerne besitzen,
also wirkliche Zellen sind (keine blosse Plasmaklumpen, Cytoden
Verf). Als Ordnungen hieher die Gymnamoebae (Amöben), die mit
ihren lappigen Pseudopodien den Ausgangspunkt des ganzen Stam-
mes bilden, die Leptamoebae (beschalte Amöben) und schliess-
lich die durch regressive Metamorphose entstandenen Gregarinen.
III. Stamm. Diatomea.
Mit einer kieseligen Zellenwand, die den eingeschlossenen ein-
oder mehrzelligen Protoplasmakörper durch eine Spalte (raphe) hin-
durch frei zu Tage treten lässt. Werden in der Regel bekanntlich
mit dem Pflanzenreiche verbunden und als nächste Verwandten der
Desmidiaceen betrachtet.
IV. Stamm. Flagellata.
Viele hieher gehörende Organismen lassen sich von den Ju-
gendformen echter Pflanzen (Algen) und gewisser Protisten anderer
Stämme (Myxomyceten) nicht unterscheiden, doch scheint es am
passendsten, die unzweifelhaft selbstständigen Formen (Euglenen,
Volvocinen, Peridineen u. a.) als Zweige eines besonderen Stammes
zu betrachten.
V. Stamm. Myxomyceten.
Durch ihre Lebensgeschichte nicht bloss von den Pilzen, son-
dern auch allen Pflanzen unzweifelhaft verschieden.
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 303
VI. Stamm. No etil ucae (Myxoeystodea).
Umfasst nur ein einziges Geschlecht, das mit anderen Orga-
nismen kaum direct verwandt scheint und mit demselben Rechte zu
den Diatomeen, wie zu den Rhizopoden oder Infusorien gestellt
werden könnte,
VII. Stamm. Rhizopoda.
Hautlose Protisten, deren nackter Protoplasmakörper allent-
halben verästelte und conflairende Pseudopodien ausstrahlt und aus-
serdem meistens ein kieseliges oder kalkiges Gerüst ausscheidet. Eine
der formreichsteu und merkwürdigsten Organismengruppen, die höch-
stens zu den Protoplasten und Spongien einige Beziehung haben
dürfte, aber »nirgends einen Uebergang oder überhaupt nur irgend
eine unzweifelhafte Beziehung zu echten Tbieren darbietet.« Verf.
unterscheidet drei Klassen Acyttaria (Polythalamien), Heliozoa (Acti-
nophryiden) und Radiolaria.
VIII. Stamm. Spongiae.
Geschöpfe, die zumeist den Rhizopoden nahe stehen, mit den
Coelenteraten aber — so wenigstens noch in der generellen Mor-
phologie — höchstens durch Analogie verbunden sind. Verf. un-
terscheidet zwei Klassen, Autospongiae, lebende Formen ohne zu-
sammenhängendes Skelet (Euplectella?) und Petrospongiae, die sich
durch ihr zusammenhängendes Skelet auszeichnen und eine der merk-
würdigsten ausgestorbenen Organismengruppe, vielleicht ein eigenes
Pylum, bilden.
1. Infusoria.
Die nach langer Unterbrechung erschienene zweite
Abtheilung von Fr. S t ei n's berühmtem Werke über ^den
Organismus des Infusorien^ (Leipzig 1867. 355 S. in Folio
mit 16 Kupfertafeln) setzt sich gleich der ersten Abthei-
lung aus einem allgemeinen und einem speciellen Theile
zusammen, von denen der letztere (von S. 141 an) der
Naturgeschichte der heterotrichen Infusorien gewidmet
ist, während der erste sich die Darstellung der neuesten
Forschungsergebnisse über Bau, Fortpflanzung und Ent-
wickelung der Infusorien im Ganzen zur Aufgabe ge-
macht hat. In beiden Abschnitten hat der Verf. eine
solche Fülle neuer Beobachtungen niedergelegt, dass wir
darauf verzichten müssen, dieselben auch nur annährungs-
weise vollständig wiederzugeben. Wir können hier nur
304 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. NaturgeschicMe
wiederholen, was wir schon früher (Jahresb. 1859. S. 236)
über die erste Abtheilung bemerkt haben, dass das Werk
unseres Verf.'s für die nähere Kenntniss der Infusorien
geradezu unentbehrlich ist und, fördernd wie abschlies-
send, in ähnlicher Weise den Zustand unserer heutigen
Infusorienkunde zum Ausdruck bringt, wie das weiland
von dem grossen Infusorienw^erke Ehre nb er g's behaup-
tet werden durfte.
Der erste Abschnitt ist insofern als eine Ergänzung
der früheren Darstellung über die Structur und Lebens-
geschichte der Infusorien anzusehen, als Verf. darin die
seither publicirten abweichenden Angaben (besonders von
Claparede und Lachmann, sowie von Balbiani,
die wir bei den Lesern unserer Berichte als bekannt vor-
aussetzen können) einer eingehenden Critik unterw^irft,
in der neben älteren Erfahrungen auch zahlreiche neue
Thatsachen zur Sprache kommen. Die Organisation be-
tretfend sieht sich Verf. nicht veranlasst, seine früheren
Ansichten in irgend w^elchem Punkte wesentlich zu ver-
ändern, es müsste denn darin sein, dass er jetzt nicht
bloss den Stielmuskel der Vorticellen als solchen aner-
kennt, sondern auch die Streifung der Stentorinen, Bur-
sarien und zahlreicher anderer Infusorien auf Muskelfa-
sern zurückführt, die unterhalb der Cuticula hinziehen
und durch ihre Contractionserscheinungen die Formver-
änderungen des Körpers, wie des Peristoms bedingen.
Trotzdem aber erheben sich die Infusorien nach dem Ge-
sammtwerthe ihrer Organisation nur w^enig über den
Entwicklungskreis einzelliger Geschöpfe, wie sie denn
auch in Bezug auf ihren Ursprung wirklich nichts An-
deres darstellen. Bei den Opercularien gelang es Verf.
eine förmliche Häutung zu beobachten und die Ueberzeu-
gung zu gewinnen, dass die Cilien keine Anhänge der
Cuticula, sondern die weiteren Fortsätze des contractilen
Protoplasma seien. Die stabförmigen Körperchen der
Paramaecien u. s. w., werden nach wie vor als Tastorgane
gedeutet, obwohl Verf. jetzt zugiebt, dass die bei Zusatz
concentrirter Essigsäure hervorschiessenden langen Fäden
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 305
von ihnen ausgehen und keine veränderte Flimmerhaare
sind. Freilich erkennt er darin keine präcxistirenden
Bildungen, sondern die Gesammtmasse der Stäbchen „die
durch Essigsäure in Form langer durcheinander gewirr-
ter Borsten nach Aussen hervergetrieben werde*^. Auch
den Angaben und Schlussfolgerungen Balbiani's ge-
genüber verhält sich Verf. meist negirend. Er erkennt
allerdings bereitwilligst an, dass Balbiani durch seine
Arbeiten die Existenz einer geschlechtlichen Fortpflan-
zung bei den Infusorien zu einer allgemeineren Geltung
gebracht habe, als es den "Vorgängern desselben möglich
gewesen wäre, erklärt es auch für ein unbestreitbares
Verdienst des französischen Forschers, dass derselbe an
Paramaecium bursaria den Nucleolus als das zur Entwicke-
lung der Spermatozoen bestimmte Organ nachwies und
die nur zu gewissen Zeiten stattfindende seitliche Ver-
bindung zweier Individuen als die Bedingung erkannte,
unter der allein der Nucleolus die männliche und der
Nucleus die weibliche Geschlechtsfunction ausübe, be-
streitet dabei aber ebensowohl die allgemeine Gültigkeit
des bei Bursaria beobachteten Fortpflanzungsmodus, wie
auch die Richtigkeit der Deutungen, die Balbiani sei-
nen Beobachtungen zu Grunde gelegt hat. Nach der
Darstellung des Verf.'s hat sich Balbiani dabei viel zu
sehr von der Analogie mit den höheren Thieren leiten
lassen. Derselbe betrachtet Nucleus und Nucleolus geradezu
als Geschlechtsorgane, die ganz wie gewöhnlich functionir-
ten und ausmündeten, er sieht in der Copulation bekanntlich
nichts, als eine Begattung, wie bei den übrigen Thieren,
und lässt die befruchteten Eier schliesslich nach Aussen
gelangen, um sich hier zu entwickeln. In allen diesen
Punkten ist Verf. zu anderer Ansicht gekommen. Er
hat sich allerdings davon überzeugt, dass die Copulation
viel weiter unter den Infusorien verbreitet ist, als er
früher anzunehmen geneigt war — wo man früher Längs-
theilung sah, ist fast überall (nur die Vorticellinen zeigen
neben der Copulation eine wirkliche Längstheilung) eine
Copulation vorhanden, und ebenso sind auch die Knospun-
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. \J
306 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gen der Vorticellinen nichts Anderes als Copulations-
phänomene — aber dabei erklärt er sich auf das Aller-
bestimmteste ^egev die Annahme, dass es sich hier um
eine Begattung handele. Gleich der Copulation der nie-
dern Pflanzen hat dieselbe vielmehr die Aufgabe, die bis
dahin unthätigen und unentwickelten Fortpflanzungsor-
gane zur völligen Ausbildung zu bringen oder doch Ver-
änderungen in denselben hervorzurufen, durch welche spä-
ter die Befruchtung möglich wird. So geht schon daraus
hervor, dass die Reife der Samenfäden in der Regel (auch
bei Paramaecium) erst nach der Trennung der copulirten
Individuen stattfindet. UelDrigens giebt es auch Formen
von Copulation , in denen die betreffenden Individuen,
die dann vollständig (auch mit ihren Kernen) verschmel-
zen (Stylonychien, auch manche Vorticellen), niemals
wieder zur Lösung kommen. Man würde überhaupt irren,
wenn man diese Vorgänge überall nach den Erscheinun-
gen bei Paramaecium beurtbeilen wollte. Während diese
Thiere und andere mit bauchständigem Munde ihre Bauch-
flächen derart mit einander verbinden, dass die Mundöff-
nung zugänglich bleibt, legen sich z. B. die Formen mit
terminaler Mundöffnung gerade mit den letztern auf ein-
ander, so dass die beiden Individuen kettenförmig an
einander anhängen. Die Oxytrichinen gehen ehie laterale
Copulation ein und verschmelzen während derselben zu
einem zweischenkligen Körper, dessen beide Schenkel
sich durch Bildung neuer Griffel und Mundorgane in
zwei neue Thiere verwandeln, die sich auf Kosten^ des
gemeinschaftlichen Vorderstückes immer weiter ausbilden
und dann schliesslich sich lösen. Nicht selten copulirt
sich auch ein grösseres Thier mit einem kleinern, eine
Form der Copulation, die namentlich bei den Vorticellen
vorkommt, bei denen man, wie schon oben erwähnt, diese
Vorgänge früher unrichtig als Erscheinungen einer Knos-
penbildung auffasste, die nirgends bei den Infusorien
vorkommt. Copulation und geschlechtliche Reife ist bei
unsern Thieren überhaupt an keine bestimmte Lebens-
periode gebunden, indem sie eben so gut vor Abschluss
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 307
des Wachsthums e'ntreten kann, wie später, wenn das
Endziel der Entwickelung erreicht ist. Auch kommen
bekanntlich keineswegs alle Infusorien zur Geschlechts-
reife; man kann nicht selten viele Generationen verfol-
gen, ohne Copulation und geschlechtliche Fortpflanzung
zu beobachten, und trifft zu anderen Zeiten solche Zu-
stände in Menge, ohne dass man die Bedingungen des
Eintrittes festzustellen im Stande wäre. Nur so viel lässt
sich sagen, dass die geschlechtliche Fortpflanzung und
Theilung im Allgemeinen einander ausschliessen. Denn
da, wo die erstere Platz greift, cessirt die andere, wie
man denn auch unter Infusorien, die häufig in Theilung
angetrofl'en werden, fast immer vergeblich nach der ge-
schlechtlichen Fortpflanzung suchen wird. Die in Folge
der Copulation entwickelten Samenfäden dienen nach den
Ansichten des Verf.'s nur zur Befruchtung des Nucleus.
Die Befruchtung der Infusorien ist also eine Selbstbe-
fruchtung, die bei der Einfachheit unserer Thiere keiner-
lei weitere Organisationsverhältnisse (auch keinen Lei-
tungsapparat und Geschlechtsöffnungen) voraussetzt. Man
sieht den Nucleus, wie Verf. schon früher beschrieben,
nicht selten mit Samenfäden durchsetzt und beobachtet
dann weiter, wie derselbe in einzelne Stücke (Keim-
kugeln)) zerfällt, die sich, ohne jemals eigentliche Eier
gewesen zu sein, durch Ausscheidung eines Kerns und
einer pulsirenden Blase in Embryonen verwandeln. So
ist es auch bei Chilodon cucullus, dessen Nucleus von
ßalbiani als Ei gedeutet wurde, weil er (wie der Nu-
cleus von Euglena) ein helles Bläschen mit Kerukörper-
chen in sich einschliesst. Dass die Embryonen trotz der
Anwesenheit kleiner Snugfüsse und der Uebereinstim-
mung mit den Schwärmlingen der Actineten keine Para-
siten sind, wieBalbiani will, geht schon daraus hervor,
dass dieselben bei gewissen Stylonychien durch eine per-
sistirende Geburtsö£fnung ausschwärmen. Die Metamor-
phose dieser Embryonen und ihre Fiückkehr zu der elter-
lichen Form ist bis jetzt noch nirgends beobachtet, doch
dürfte so viel gewiss sein, dass dieselben sich nach Aci-
308 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
netenart ernähren nnd auch durch Theilung vermehren^
nachdem sie sich vorher in eine ruhende wimperlose Ku-
gel umgewandelt haben. Auf diese Aehnlichkeit be-
schränkt sich aber auch die Beziehung zu den Acineten,
wie Verf. selbst jetzt anerkennt. Der früher so hartnä-
ckig festgehaltene Gedanke an eine Umwandlung in Aci-
neten ist aufgegeben, und die Acinetentheorie damit voll-
ständig verlassen. Auch für den Verf. sind die Acineten
jetzt selbstständige Infusorienforraen, wie die Vorticellen
und Paramaccien ; er glaubt sogar Grund zu der Annahme
zu haben^ dass sie sich nicht bloss auf dem bis jetzt allein
bekannten ungeschlechtlichen Wege (durch sog. Knospen-
sprösslinge oder Schwärmlinge) vermehren^ sondern auch
eine geschlechtliche Fortpflanzung besitzen. Freilich soll
diese Fortpflanzung von der bei Pnramaecium vorkommen-
den mehrfach verschieden sein, wie schon daraus hervor-
geht; dass die Acineten des Nucleolus entbehren. Der Man-
gel eines derartigen Gebildes ist überhaupt weit häufiger_,
als man nach den Angaben von Balbiani annehmen
sollte^ und namentlich bei den höheren Infusorien, den
Vorticellen^ Ophrydinen und Trichodinen sehr allgemein.
Aber trotzdem erzeugen diese Thiere Embryonen nach
vorhergegangener Copulation und zwar gewöhnlich einer
solchen^ die von zwei an Grösse sehr verschiedenen In-
dividuen vollzogen wird (einer knospenartigen Copula-
tion^ wie Verf. sagt). Die kleinen Individuen^ die dabei
concurriren, entstehen durch rasch wiederholte Theilung
aus einem Thiere, das Anfangs keinerlei Besonderheiten
zeigte, und bleiben (bei den Colonievorticellen) eine Zeit-
lang zu einer rosettenförmigen Gruppe vereinigt, bis sie
sich loslösen und mit den grösseren Individuen sich co-
puliren. Nach der Conjugation zerfällt der Nucleus so-
wohl des kleinern, wie auch des grössern Individuums in
eine Anzahl von Stücken, die durch Rückbildung und
Schwund des kleineren Thieres schliesslich alle in den
grösseren Körper übertreten und sich hier — wahrschein-
lich nach einer die Befruchtung repräsentirenden paar-
weisen Verschmelzung — in Embrvonalkugeln verwan-
der niederen Tbiere während der J. 1866-1867. 809
dein. Diese Kugeln werden übrigens nicht selbst zu
einem Embryo, sondern erzeugen denselben — mitunter
in mehrfacher Menge — in ihrem Innern, indem der
Kern der Kugel ein Zäpfchen treibt, das sich mit einem
Theile der ursprünglichen Kugelsubstanz umgiebt und
durch Abgliederung schliesslich frei wird. Der reife Em-
bryo ist ein ovaler Körper, der in der Mitte von einem
Wimperkranz umgürtet wird und in seiner vordem Hälfte
einen contractilen Behälter einschliesst. Bei Zootham-
nium sah Verf. die Nircleusfragmente zu einer gemein-
schaftlichen Masse von ansehnlicher Grösse (einer sog.
Placenta) zusammenfliessen und die damit versehenen
Thiere sich loslösen, um zu einer kleinen Kolonie auszu-
wachsen, deren Insassen sämmtlich mit Placenten verse-
hen waren. Die Embryonalkugeln nehmen in solchen
Fällen erst später aus den Placenten ihren Ursprung, bis
der Rest wiederum zu einem gewöhnlichen Nucleus wird,
wie es auch bei den Vortieellinen ohne Placenten mit
den unverbrauchten Embryonalkugehi der Fall ist. Eine
ähnliche Placentarbildung beobachtete Verf. bei den aus
der Copulation hervorgehenden Oxytrichinen, die statt
der frühen zwei Nuclei nur einen einzigen Körper in
ihrem Innern tragen, von dem die eigentlichen Keimku-
geln sich erst später abtrennen. Bei einzelnen Infuso-
rien glaubt Verf. auch die frühzeitige Ausscheidung von
Keimkugeln statt der Geburt beweglicher Embryonen
statuiren zu müssen.
In dem speciellen Theile schickt Verf. der Darstel-
lung der Heterotricha eine motivirte üebersicht sämmt-
licher Familien und Gattungen der vier höhern Infusorien-
ordnungen voraus, soweit solche nach einer kritischen
Revision der früheren Versuche, besonders von Gl apa-
rede und Lachra ann, sich als haltbar erweisen. Verf.
bezieht sich dabei vielfach auf die in den Jahresber. für
1861 und 1862 von uns angezogenen vorläufigen Publi-
cationen, auf die wir denn auch hier mit der Bemerkung
verweisen, dass Verf. die in der ersten Abtheilung seines
Werkes behandelte Ordnung der Hypotricha inzwischen
310 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mit zwei neuen Familien (Erv iliina und F er ii vo-
rn inaj bereichert hat. Was der Verf. über die Bildung
der Heterotricha mittheilt, ergiebt sich einigermassen aus
den folgenden Bemerkungen.
Heterotricha. Infusorien mit zwei scharf von einander ge-
schiedenen Wimpersystem en. Der Körper ist auf seiner ganzen
Oberfläche dicht mit gleichartigen feinhaarigen Cilien bekleidet,
und eine Reihe längerer und stärkerer quer stehender Wimpern, die
entweder eine rechtsgewundene Spirale oder eine gerade oder
schräge Längszone zusammensetzen, zieht sich von einem Punkte
des vorderen Körperendes zu dem mehr oder weniger weit nach
rückwärts auf der einen Seite (Bauchseite) gelegenen Mund hinab,
der stets am Grunde eines entwickelten, bis zum vorderen Körper-
ende reichende Peristoms liegt. Ein System paralleler muskelarti-
ger Längsstreifen verläuft stets über die gesammte Oberfläche des
Körpers. Der After liegt gewöhnlich am hinteren, seltner nahe am
vorderen Körperende.
A. Die adoralen Wimperu setzen eine rechtsgewundenen Spirale
zusammen.
1. Die adorale Wimperzone und das zugehörende Peristom
liegen auf der Bauchseite, der x\fter am hinteren Kör-
perende 1. Fam. Spirostomea.
2. Die adorale Wimperzone und das zugehörige Peristom
nehmen das trichterförmig .erweiterte vordere Körper-
ende ein, der After liegt in der Nähe des vorderen
Körperendes 2. Fam. Stentorina.
B. Die adoralen Wimpern setzen eine gerade oder schräge,
nicht spiralig gewundene Längszone zusammen.
3. Fam. Bursarina.
Fam. Spirostomea St. Hetero triebe Infusorien mit meist platt-
gedrücktem, selten drehrundem Körper ; vom vorderen Ende an er-
streckt sich durch die linke Hälfte der Bauchseite ein verschieden
gestalteter, mehr oder weniger nach aufwärts gerichteter Peristom-
ausschnitt, in dessen hinterem Winkel der Mund liegt. Die adoralen
Wimpern nehmen den ganzen Aussenrand des Peristoms oder den
letztern allein ein, wenn ein abgesonderter Vorderrand fehlt, und
beschreiben eine rechtgewundenen Spirale. Der After liegt am
hinteren Körperende.
1. Innenrand des Peristoms mit einer undulirenden Membran
versehen.
a. Körper langgestreckt, fast walzenförmig, vorn abgestutzt,
Peristom kurz, harfenförmig . . Gen. Condylostoma Duj.
der niederen Thiere der während J. 1866—1867. 311
b. Körper plattgedrückt, vorn zugespitzt, Peristom lang, spalt-
förmig Gen. Blepharisma Perty.
2. Innenrand des Peristoms ohne undulirende Membran.
a. Körper sehr langgestreckt, walzenförmig oder etwas abge-
plattet, vorn abgerundet, Peristom lang, rinnenförmig.
Gen. Spirostomum Ehrbg.
b. Körper plattgedrückt, breit, vorn abgestutzt, Peristom kurz,
harfenförmig .... Gen. Climacostomiim gen. n.
Condylostoma patens Duj., Blepharisma lateritia Ehrbg., Bl.
undulans n. sp. (= Bl. persicinum Ehrbg. p. p.), Sph'ostomum teres
Gl. Lach. (= Sp. filum Ehrbg.), Sp. ambiguum Ehrbg., Climacosto-
mum virens Ehrbg., Gl. patulum Duj.
Farn. Stentorina. Heterotriche Infusorien mit langgestrecktem,
drehrundem, nach vorn zu trichterförmig erweitertem, äusserst me-
tabolischem und zusararaenschnellbarem Körper, mit dessen hinterem
Ende sich das Thier entweder nach Belieben fixirt, oder beständig
im Grunde einer von ihm abgesonderten Hülse festsitzt ; das Peri-
stom ist terminal und nimmt das ganze vordere Körperende ein,
der Rand desselben, der in der Mitte der Bauchseite eingebogen
oder tief ausgeschnitten ist, bildet zugleich den Peristomrand und
die von demselben umschlossene mehr oder weniger vertiefte und
dicht bew^imperte Fläche das Peristomfeld ; der Mund liegt an der
tiefsten Stelle des Peristomfeldes, der After in der linken Körper-
wand nahe hinter dem Peristom ; die den ganzen Peristomrand säu-
menden adoralen Wimpern beschreiben eine rechts gewundene Spi-
rale von mehr als einem Umgange.
a. Peristom flach, mit ringsum gleichförmigem, nur auf der
Bauchseite eingebogenem Bande, in der linken Hällfe ta-
schenförmig vertieft; Mund excentrisch; Körper frei be-
weglich, zuweilen eine Gallerthülse ausscheidend.
Gen. Stentor.
b. Peristom links und rechts in zwei lange ohrförmige Fort-
sätze ausgezogen, tief trichterförmig ausgehöhlt, Mund
central; Körper beständig im Grunde einer ausgewachse-
nen hornigen Hülse festsitzend.
Gen. Freia Cl. Lach. (= Lagotia Wright, Folliculina Lam.)
Das Gen. Chaetospira, das von Lachmann, der es zuerst
aufstellte, den Stentorien zugerechnet wurde, beruht nach der Ver-
muthung unseres Verf. wahrscheinlich nur auf zwei nicht mit hin-
länglicher Genauigkeit beobachteten Stichotricha-Arten.
Stentor polymorphus 0. F. Müll, (mit Einschluss von St. Mül-
leri Ehrbg.), St. coeruleus Ehrbg., St. Roeselii Ehrbg., St. igneus
312 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Ehrbg-., St. niger Ehrbg., St. multiformis Ehrbg., Freia ampulla CI.
Lachm., Fr. elegans Clap. Lachm.
Fam. Barsarina St. Heterotriche Infusorien mit formbestän-
digem, meist stark abgeplattetem Körper von vorwiegend ovalen oder
eiähnlichen Gestalten. Vom vorderen Ende an erstreckt sich ent-
weder durch die rechte Hälfte der Bauchseite oder doch in derselben
endigend ein bald gerader, bald schiefer Peristomabschnitt mehr
oder weniger weit nach abwärts, in dessen hinterem Winkel der
Mund liegt; nur ausnahmsweise nimmt das Peristom den linken Rand
der Bauchseite ein, dann fehlt aber ein eigentlicher Peristomaus-
schnitt. Die adoralen Wimper säumen nur den linken Seitenrand
des Peristoms und setzen sich, ohne den Mund spiralig zu umfas-
sen, am oberen Rande desselben in den meist sehr entwickelten
Schlund hinein fort, den sie in gerader Richtung bis zu seinem hin-
teren Ende durchlaufen. Der After liegt am hinteren Körperpol.
I. Peristom ein gerader oder schiefer, überwiegend oder aus-
schliesslich in der rechten Körperhälfte gelegener, selten fast
medianer Längenausschnitt.
1. Der Anfang des Peristoms läuft in das vordere Körper-
ende aus.
a. Peristom weit taschenförmig mit einem queren vorde-
ren und einem spaltförmigen seitlichen Eingange und
sehr entwickeltem Schlünde . . Gen. Bursaria Müll.
b. Peristom spaltförmig, nach vorn erweitert, mit rudi-
mentärem oder fehlendem Schlünde.
Gen. Balantidium Gl. Lachm.
2. Der Anfang des Peristoms liegt in einiger Entfernung vom
Körperende.
a. Peristom spaltförmig, diagonal von links nach rechts
verlaufend und von einer nach links gekrümmten
Kuppe des vordem Körperendes überragt.
Gen. Metopus Clap. Lachm.
b. Peristom ein am rechten Seitenrande herabziehender
gerader Längsspalt . . . Gen. Nyctotherus Leidy.
IL Peristom ohne Ausschnitt, bloss aus einem am linken Seiten-
rande herabziehenden adoralen Wimperorgane gebildet.
Gen. Plagiotoma Duj.
Bursaria truncatella 0. F. Müll., Balantidium entozoon Clap.
Lachm., B. elongatum St., B. (Paramaecium) coli Malmst., B. duo-
deni St., Metopus sigmoides Cl. Lachm., Nyctotherus cordiformis
Ehrbg., N. ovalis Leidy, N. Gyoeryanus Cl. Lachm., N. velox Leidy,
Plagiotoma lumbrici Duj.
Die Detailangaben betreffen, von der historischen und kritischen
der niederen Thiere während der J. 1866-1867. 313
Beleuchtung der Gattungen und Arten abgesehen, vornämlich die
Organisations- und Fortpflanzungsverhältuisse. Von besonderem In-
teresse darunter sind die Beobachtungen über die geschlechtliche
Fortpflanzung der Stentoren (St. Roeselii), von der Verf. — keines-
wegs in Uebereinstimmung mit Balbiani — folgendes Bild ent-
wirft. Nach der Copulation zerfällt zunächst der Nucleus in eine
Anzahl isolirter sich kugelförmig abrundender Segmente (Keim-
kugelnj, die vermuthlich befruchtet — Verf. beobachtete übrigens
weder Nucleoli, noch Samenballen — und dann zu Embryonalku-
geln werden, die ganz ebenso, wie bei den Vorticellen. durch Keim-
knospung einen Embryo nach dem andern entwickeln und schliess-
lich, wenn sie an Grösse reducirt sind, selbst in einen solchen sich
verwandeln. Sobald die ersten Embryonen vorhanden sind, wird
ein neuer Nucleus angelegt, der sich in dem Maasse vergrössert,
als sich der Forpflanzungsprocess seinem Ende nähert, so dass die
Individuen mit normalem Nucleus und einer einzigen Erabryonalkugel
(oder Embryo) nicht den Anfang, sondern das Ende der Fortpflanzungs-
periode bezeichnen. Die Embryonen sind walzenförmig und durch
eine Einschnürung in zwei Abschnitte gelheilt, von denen der eine
mit geknöpften Saugfüssen, der andere mit zwei Flimmerkränzen
versehen ist. Eine Zeitlang scheinen dieselben mittelst ihrer Ten-
takel von den Säften anderer Infusorien zu leben, bis sie schliess-
lich wieder in die Gestalt der Mutterthiere übergehen. Die vom
Verf. beobachteten jüngsten Stentoren waren nur drei Mal so lang
und nicht viel breiter, als die grossesten Embryonen. Die mitun-
ter in dem unregelmässig geformten Nucleus beobachteten spindel-
förmigen Körperchen, die Verf. anfangs für Spermatozoen zu halten
geneigt war, betrachtet er jetzt als parasitische Bildungen. Sonst
Hess sich nirgens bei den beschriebenen Formen eine vollständige
Reihe von Embryonalvorgängen beobachten, obwohl Keimkugeln und
auch reife Embryonen mehrfach zur Untersuchung kamen. Die letz-
tern namentlich bei der riesigen Bursaria truncatella, die im träch-
tigen Zustande weder Peristomhöhle noch Schlund erkennen Hess
und einen einfach ovalen Körper besass. Die gleichfalls ovalen Em-
bryonen sind ringsum gleichförmig mit Wimpern bekleidet und tragen
vorn, ein saugnapfartiges Zäpfchen, sonst aber keinerlei weitere
Anhänge. Bei Balantidium coli wurde (auch von Ref.) mehrfach
Quertheilung beobachtet, wie denn auch sonst die Theilungsvor-
gänge vielfach die Aufmerksamkeit des Verf.'s in Anspruch nah-
men. Cystenzustände kamen bei Spiro stomum und Stentor zur
Untersuchung.
Die Schlusslieferiing von Diesing's „Revision der
Prothelminthen" (Öitznngsber. der math.-naturw. Olasse
314 Leuckart; Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
der kaiserl. Akademie Bd. LH. S. 505 — 580) behandelt die
mit Peristora versehenen Infusorien in Anschluss nament-
lich an C 1 a p a r e d e und S t e i n^ deren Verdienste Verf.
durch Aufstellung eines Gen. C la paredia (auf Oxy-
trieha retractilis Gl. gegründet) und Steinia (mit Ox. pla-
tystoma Ehrbg. und Gx. ferruginea St.) zu ehren ver-
sucht hat.
Zenker's ^Beiträge zur Naturgeschichte der Infu-
sorien" (Archiv für mikroskopische Anatomie 1866. Bd. IL
S. 3'i2 — 348. Tab. XIX, übersetzt in Quarterly journ. micr.
sc. 1867. T. VII. p. 263) handeln über die pulsirende
Blase und über Actineten. Die erstem betreffend, so
kann nach den hier mitgetheilten Beobachtungen nicht
länger daran gezweifelt werden, dass die Entleerung des
Inhaltes nach Aussen geschieht und zwar durch einen
Riss, der immer an derselben Stelle eintritt, weil die Ver-
narbung beim Beginn der neuen Contraction noch un-
vollständig war (Actinophrys Eichhorni), oder weil das
Parenchyni an der betreffenden Stelle eine nur sehr zarte
Beschaffenheit besitzt, vielleicht nichts anderes ist, als ein
Klebstoff^, der die Ränder einer vorgebildeten Oeffnung
mit einander verbindet (Bursaria leucas). Gb die Deu-
tung als Atheniapparat, die Verf. an diese J3eobachtungen
anknüpft, und durch die Hypothese zu motiviren sucht,
dass das sauerstoffreiche Wasser von dem Gewebe des
Infusorienkörpers stärker angezogen werde, als das sauer-
stoffarme, freilich das Rechte trifft, steht dahin. Dem
Ref. scheint der Vergleich mit dem Excretionsorgane
der Plattwürmcr bis auf Weiteres immernoch natürlicher.
In Uebereinstinimung mit dieser Ansicht lässt auch
Schwalbe, der gleichfalls (ebendas. S. 351— 371, obser-
vat. nonnullae de infusor. ciliat. stiuctura, dissert. 1866)
„über die contractilen Behälter der Infusorien" handelt
und durch seine Untersuchungen im Ganzen zu sehr ä.hn-
lichen Resultaten gekommen ist, durch dieselben mit
dem von Aussen (mittelst des Mundes oder — wie bei
Trachelius ovum — einer besondern Geffnung) aufge-
nommenen Wasser die Producte des Stoffwechsels ab-
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 315
führen. Da die Behälter der selbstständigen Wandung
entbehren und blosse Lückenräume sind, so geschieht
die Zusammenziehung derselben natürlich durch das um-
gebende Gewebe^ und zwar im Allgemeinen um so häu-
figer, je kleiner die Behälter sind, d. h. je ober sie sich
füllen. Reize, welche die Erregbarkeit der contractilen
Substanz abnehmen oder wachsen lassen (wie Mangel an
Sauerstoff oder Kohlensäure) üben desshalb denn auch
einen nachweisbaren Einfluss auf die Häufigkeit der Con-
tractionen.
R 0 u g e t handelt über die Phänomene der Mus-
kelcontraction bei den Yorticellen (Compt. rend. 1867.
p. 1204, in's Englische übersetzt Annais and Mag. nat. hist.
Vol. XX. p. 145 — 149) und sucht dabei den Nachweis zu
liefern, dass die spiralige Contraction des Stieles, gegen-
über der herrschenden Ansicht, den R,iihezustand reprä-
sentirt, die Streckung aber von einer activen Kraftlei-
stung abhängt, die an die Ernährungverhältnisse des Thie-
res anknüpft und die Elasticität der Spirale überwältigt.
0. Schmidt erinnert daran, dass er es gewesen,
der die in der Rindenschicht der Stentoren u. a. Infuso-
rien vorkommenden Streifen zuerst als Muskeln erkannt
habe. Eine Reclamation , die „geformte Sarcode^ der
Infusorien betreffend, Archiv für Mikroskop. Anatomie
Bd. IIL S. 393—395.
Nach Zenker (Archiv für mikroskopische Anato-
mie 1866. Bd. IL S. 341) bestehen die Arme der Acineta
ferrum equinum aus zwei über einander liegenden Schich-
ten, einer innern, die den Achsenkanal unigiebt und die
Bewegungen vollzieht, und einer äussern Fortsetzung der
lederartigen Körperhaut, die den Bewegungen nachfolgt
und sich bei den Zusammenziehungen der Arme in eine
deutlichen Spirallinie zusammenfnltet. (Offenbar handelt
es sich hier um dasselbe Phänomen, das auch vom Ref.
in diesen Berichten früher einmal erwähnt ist.) Da
todte Exemplare meist stark verkürzte Arme besitzen, so
kann die Streckung natürlich keine Elasticitätswirkung
sein, wie in dem Vorticellenstiele , dessen Centralfaden
316 Leiickart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
übrigens gleichfalls zunächst von einer schlaffen, bei der
Contraction in dichten Spiralfalten zusammengelegten
Hülle umgeben ist. Ob man dosshalb aber genöthigt ist,
in der contractilen Schicht besondere Längs- und Ring-
muskeln anzunehmen^ wollen wir einstweilen dahin ge-
stellt sein lassen. Der Cjclops coronatus, der dem Verf.
das Material für seine Untersuchungen lieferte, wird auf
dem sog. ßauchwirbel noch von einem andern, höchst
merkwürdigen Infusorium bewohnt, dessen ovaler Leib
sich in einen langen, äusserst contractilen Rüssel fort-
setzt, der einen engen Canal einschliesst und auch sonst
manche Aehnlichkeit mit den Strahlen der Acineten be-
sitzt, so dass Verf. das Thier unter dem neuen Namen
Rliyyi ch aeta oyolopum auch zunächst an die Familie
der Acineten anreihen möchte. Unter 12 — 20 Cyclopen
war übrigens durchschnittlich immer nur einer von Rhyn-
chaeta bewohnt.
Unter dem Namen Actinolohus (n. gen.) radians
beschreibt Stein ein zu den Enchelinen gehörendes Infu-
sorium, das er zwischen der viclwurzligen Wasserlinse auf-
gefunden hat. Der Körper ist fast kuglig oder umgekehrt
eiförmig, am vordem Pole mit einem kurzen zitzenförmi-
gen Fortsatz versehen, in dem die enge Mundöifnung
liegt, und ringsum mit gleichförmigen kurzen Wimpern
besetzt. Zwischen den Wimpern stehen zahlreiche faden-
förmige Tentakel zerstreut, die sich, wie die Tentakel
der Acinetinen, beträchtlich verlängern und auch spurlos
in den Körper zurückziehen können. Der After und ein
grosser contractiier Behälter liegen am hinteren Körper-
pol. Der ziemlich lange strangförmige Nucleus ist unre-
gelmässig zusammengekrümmt. Die Gegenwart von Mund
und x\fter schliesst unser Thier entschieden von den Aci-
netinen aus, denen es auf den ersten Blick sehr ähnlich
erscheint. A. a. 0. S. 69.
James Clark beschreibt (Memoirs ßost. Soc. nat.
history Vol. L P. 1. p. 114— 180. PI. IV, Annais and Mag.
nat. bist. Vol. XVII. p. 401 ff.) „the anatomy and physio-
logy of the vorticellian parasite of Hydra, Trichodina pe-
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 317
diculus/ eines Thieres, das bekanntlich auch bei uns
schon mehrfach der Gcgenstcind einer eingehenden Beob-
achtung gewesen ist, trotzdem aber in den Einzelheiten
seiner Organisation bisher nur unvollkommen bekannt war.
Der Plimmerkranz, der den Rand der becherförmig vertieften Kopf-
scheibe umgiebt, besteht aus einer spiralförmig angeordneten einfachen
Reihe von Flimraerhaaren, die sich ohne Unterbrechung in das Ve-
stibulum hinein fortsetzen und durch ihre Bewegungen hier das Bild
eines undulirenden langen und einfachen Flimmerhaares hervorrufen
(das in Wirklichkeit weder hier, noch auch sonst irgendwo bei den
Vorticelleu vorhanden ist). Das hintere abgestutzte Körperende trägt
einen velumartig vorspringenden Randsaum, hinter dem dann zu-
nächst ein geschlossener Wimperkranz angebracht ist. Der compli-
cirt gebaute Haftapparat liegt mehr nach Innen, an der Fläche der
eigentlichen Fussscheibe. Er wird von einem radiär gezeichneten
flachen Hornringe gebildet, an den sich einige zwanzig kräftige
Haken mit je einem stäbchenförmigen Stützapparate anschliessen.
Das Vestibulum führt in einen scharfbegrenzten, ziemlich langen
Oesophagus, der frei in den zur Aulnahme der Nahrungsstoffe die-
nenden weiten Innenraum des Körpers hineinhängt, während der
After als eine selbstständige kleine Oeffnung zur Rechten des Ve-
stibulum auf der Kopfscheibe angebracht ist. Die contractile Blase,
die sich alle 15 Secunden zusammenzieht, wird als ein Kreislaufs-
organ betrachtet. Sie ist oberhalb des paternosterförmigen Ge-
schlechtsapparates, der in querer Richtung über der Fussscheibe
hinzieht, in die Körperwand eingelagert.
Als einen Zusatz zu diesen Beobachtungen erwähnen
wir hier, dass Stein (a. a. O. S. 128) die Trichodinen
in Längstheihing sah. Der Haftapparat der Theilspröss-
linge besitzt nur die Hälfte der spätem (28 — 32) Haken
und ergänzt dieselben durch Einschaltung zwischen den
vorhandenen. Auf dem braunen x\rmpolypen entdeckte
Verf. eine zweite kleinere Art mit einem Haftapparate,
der neben dem äusseren Hakenkranze (mit 12 — 14 Stück)
innen noch mit kurzen borstenartigen Zähnen besetzt ist
{Tr. diplodiscus St.).
James Clark verwahrt sich in einer Zuschrift an
die Redaction der Annais and Mag. nat. bist. (Vol. XVIII.
p. 2 — ^) gegen die Angabe von Carter, dass sein Peri-
dinium cypripedium (J. B. 1865. S. 245) mit Urocentrum
318 Leuckart: Bericht üb. d. Leist, in d. Naturgeschichte
turbo identisch sei^ und sucht diese Behauptung durch
eine Analye der — offenbar ungenauen — Beschreibung
Ehrenberg's zu rechtfertigen. Er hält seine Form
nach wie vor für ein Infusorium cilio-flagellatum und er-
innert^ um den uniformen Flimmerbesatz plausibel zu
machen^ an ein unter dem Namen Heteroraastix protei-
formis von ihm beschriebenes verwandtes (?vergl. weiter
unten bei Gelegenheit unseres Berichtes über Monaden)
Thier^ das in seiner äusseren Erscheinung mit Heteromi-
tra Duj. übereinstimmt, vorn aber zwei Geissein trage
und an der vordem Bauchfläche eine breite Flimmerbinde
besitze. Dabei wird übrigens zugestanden, dass das Pe-
ridinium cypripedium kein wirkliches Peridinium sei und
als Repräsentant eines eigenen Genus am besten vielleicht
als Feridinopsis benannt werden könne. Stein er-
klärt die Clark'sche Art übrigens sehr bestimmt für
Urocentrum turbo und beuierkt, dass die Angaben des
nordamerikanischen Zoologen mit seinen eigenen Unter-
suchungen (bis auf einzelne unbedeutende Kleinigkeiten)
vollständig übercinstinimen. A. a. 0. S. 148. Anm.
Stieda handelt (Archiv für pathol. Anat. Bd. 35.
S. 139) „über das Vorkommen von Paramaecium coli beim
Menschen" und fügt den bisher beschriebenen Fällen von
Malmsten zwei neue hinzu^ die beide in Dorpat — der
eine auf der Wachsmuth'schen Klinik — bei Typhuskran-
ken zur Beobachtung kamen. In dem einen Falle wurden
die Infusorien auch nach völliger Genesung noch in dem
Darmschleime aufgefunden. Verf. constatirt dabei die
Angabe von Ma Imsten, dass der Parasit einen seitlichen
Mund habe. Wie Stein nachgewiesen, gehört er be-
kanntlich zu dem Gen. Balantfdium, unter dessen Arten
er, wie schon oben erwähnt, in der zweiten Abtheilung
des S t e i n'schen Infusorienwerkes (S. 320) ausführlich
zur Darstellung kommt.
Wie Fresenius (J. B-. 1865. S. 247), so macht auch
Cohn darauf aufmerksam, dass die Seewasseraquarien
eine reicise Fundgrube für Infusorien abgeben, die, von
den Süss Wasser formen verschieden, zugleich mit den Thie-
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 319
ren übertragen sind und sich hier ohne erhebliche Con-
currenz unter Umständen bis in's Ungemessene vermeh-
ren. Es ist das eine Beobachtung, die ein Jeder leicht
wiederholen kann, der die Mühe nicht scheut^ ein See-
aquarium anzulegen und zu unterhallen. Durch ein
Stückchen faulenden Fleisches kann man die Thiere in
förmlichen Schwärmen herbeilocken. Die Fleischmasse
schwindet allmählich^ sie wird von den Infusorien bis in
die innersten Fibrillen hinein durchlöchert und gefressen
und von Neuem für das organische Leben dienstbar ge-
macht. Durch seine algologischen Untersuchungen mit
diesen Thieren in täglicher Berührung hat Cohn diesel-
ben zum Gegenstände einer näheren Uatersuchung ge-
macht (Zeitschrift für wissenschaftl.Zool. Bd. XVL S. 253
— 302. Tab. XIV u. XV) und die neuen von ihm beob-
achteten Arten sorgfältig unter folgenden Namen be-
schrieben.
1) Holotricha. Traclielocerca phoenicopterus (= Tr. sagitta
Stein?), Met acystis (n. gen.) truncata (= Trichoda paxillus 0.
Fr. Müll.), Nassula microstoma {= Paramaecium microstomum Cl.
et L.?), Placus (n. gen.) striatus, mit Coleps verwandt, ÄnipM-
leptus gutta, Lemhus (n. gen.) velifer (= Vibrio verminus 0. Fr.
Müll., wahrscheinlich auch = CycUdium elongatura Cl. et L.j, Ano-
phrys (n. gen.) sarcophaga, zunächst mit Leucophrys carnium Ehrbg.
verwandt, Colpoda pigerrima, Pleuronema (Alyscum) citndlus, mit
der nahe verwandten PI. saltans des Süsswassers und den drei vor-
hergehenden Arten zu einer Gruppe zu vereinigen, welche durch
die einfach längs und über's Kreuz gestreifte, wenig oder gar nicht
retractile Körpersubstanz, den seitlichen Mund und die langen prä-
oralen Wimperbüschel charakterisirt ist und als Familie der Pleu-
roneraen bezeichnet werden kann, Hell co Stoma (u, gen.) öblongum,
Loxophyllum rostratiim ("= L. meleagris Fres.). 2) Hypotricha:
Actinotricha (n. gen.) saltans, Stichochaeta pediculiformis, Oxy-
tricha scutellum, 0. flava. 3) Peritricha : Trichodina Auerhacliii auf
Doris muricata, Acarella (n. gen.) sico, der Halteria pulex Cl. et
L. sehr ähnlich, 4) Flagellata: Glypliidium marinum Fres.
Die von unserem Verf. neu aufgestellten Genera werden fol-
gendermaassen charakterisirt:
Metacy stis Cohn. Körper starr, farblos, fein quergerin-
gelt, zerfliessend, von dunkeln feinen Körnchen erfüllt, abgestutzt,
kegelförmig oder cylindrisch, rings mit feinen kurzen Wimpern be-
320 Leuckart: Bericht üb. d. Loist. in d. Naturgeschichte
kleidet, das verschmälerte Verderende von einem langen kräftigen
Wimperkranze umgeben; das hintere Körperende umschliesst eine
mehr oder weniger hervorragende körnerlose, fettig glänzende (Sar-
kode?) Blase.
Placus Colin. Körper starr, gepanzert ; Panzer gelblich, von
schiefen, parallel sich kreuzenden Furchen guillochirt, mit Wimpern
überdeckt, vom Rücken stark zusammengedrückt, oblong, mit einer
rundlichen, seitlichen, kurzen Mundspalte nahe dem Vorderende.
Eine contractile Blase nahe dem Hinterende. Ein centraler Nucleus.
Lernt US Cohn, Körper milchweiss oder gelblich, sehr ela-
stisch und flexil, nicht retractil, fein geringelt, mit langen Wimpern
in Querreihen rings bedeckt, nach der Seite stark zusammengedrückt,
linear lanzettförmig, nach vorn halsartig verdünnt, mit einer bis zur
Körpermitte reichenden und durch eine lange rückwärts gerichtete
Wimpermähne garnirte Mundspalte, aus der ein hinten befestigtes,
nach vorn aufsteigendes membranartiges Segel, welches jedoch aus
discreten unbeweglichen , dicht an einander gelegten Wimpern
gebildet wird, hervorgestreckt werden kann. Contractile Blasen
eine oder mehrere, im hintern Theile des Körpers. Mehrere kleine (?)
Nuclei.
Anoplirys Cohn. Körper starr, fein längs- und querge-
streift, rings bewimpert, mit centralem Nucleus, terminaler con-
tractiler Blase und seitlicher Mundöffnung, aus der ein präorales wir-
belndes Wimperbüschel hervortritt. Das Vorderende über dem
Munde stellt einen spitzen flexilen Rüssel dar.
Helico Stoma Cohn. Körper farblos oder hellgrau, elastisch,
fein längs- oder quergestreift, rings mit Wimpern in Längsreihen
bedeckt, vom Rücken her etwas zusammengedrückt, oblong, nach
vorn spitz, hinten stumpf abgerundet. Mit einer schiefen Mund-
platte, die in der Mitte des Körpers zu einem schneckenförmig ge-
bogenen häutigen Schlund führt. Contractile Blase eine, nahe dem
Hinterende. Nucleus central.
Acti rio tricha Cohn . Körper farblos, der Länge nach etwas
flexil und retractil, oblong, an beiden Seiten abgerundet, flach; auf
der Bauchseite unter dem vordem Rande mit einer schnabelartigen
Lippe versehen, welche fünf breite und lange, im Alter häufig un-
bewegte und aus einander gespreizte Griffel trägt. Peristom mit
langen hakenförmigen Wimpern am Innern Rande besetzt, kurz.
Zwei Reihen Bauchborsten, die hinten über den Seitenrand hinaus-
ragen. Afterborsten lang und breit, an der Spitze oft gespalten.
Ac ar eil a Cohn. Farblos, Körper starr, sehr klein; Vorder-
leib abgestutzt, kegelförmig, Hinterleib kurz cylindrisch, in einer
durchsichtigen, kugligen Hülse steckend, etwas grösser als der Vor-
i
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 321
derleib. An der ringförmigen Grenze zwischen beiden sitzen die
zahlreichen Wimpern in einem Kranze und werden abwechselnd
bald zum Laufen, bald zum Springen benutzt.
Die oben als neu erwähnte Trichodina Auerhachii
wurde (Ann. des sc. nat. T. YIII. p. 30. Tab. VI) auch
von C 1 a p a r e de in Neapel auf Thysanozoon tuberculatum
beobachtet und als ein neues Genus Licnophora er-
kannt, das sich von Trichodina und den verwandten vor-
nämlich durch die Abwesenheit des Chitinringes in der
Fussscheibe unterscheidet. Der Vorderleib ist durch einen
contractilen Stiel mit der Fussscheibe verbunden und
trägt am concaven Peristom eine linksgewundene Flim-
merspirale. Eine zweite Art dieses neuen Genus von den
Kiemen des Psygmobranchus protensus wird als L. Cohnii
bezeichnet. (Trichodinenartige Parasiten finden sich bei
noch zahlreichen andern Meerethieren, auf den Tentakeln
von Seesternen u. a. a. O. Ref.)
Die von Claparede und Lach mann beschrie-
bene Oxytricha auricularis bildet nach Stein (Prager
Sitzungsber. 1864. I. S.45, Hallesche Zeitschrift für die
ges.Naturwissensch. 1866. Bd. 27. S. 179) den Typus eines
neuen Gen. Epic lintes , das sich zunächst an Urostyla
und Kerona anschliesst und auch Qxytr. retractilis Gl. L.
enthält.
Der Körper sondert sich in den kurzen, das Peristom tragen-
den Vorderleib, den fast 2^-2 Mal so langen Mittelleib, und den
schwanzförmigen Hinterleib von der Länge der zwei vordem Abschnitte
Der adorale Wimperbogen setzt sich rechterseits noch weit nach
rückwärts und einwärts fort. Auf dem Stirnfelde stehen drei schiefe,
parallele Wimperreihen, dann folgen sieben schiefe parallele Bauch-
wimperreihen in gleichen Abständen von einander, von vorn und
rechts nach hinten und links über den Mittelleib verlaufend. Aus-
serdem sind die Seitenränder des Vorder-, Mittel- und Hinterleibs
mit ungewöhnlich kurzen borstenhaarigen Randwimpern besetzt, wie
denn auch der Hinterleib drei parallele Wimperreihen trägt, deren
linker aus viel längeren und stärkeren Wimpern besteht, als die
beiden andern. After auf der Grenze der zwei letzten Körperab-
schnitte. Contractile Blase dicht neben dem Mundwinkel.
Ninni unterwirft (Atti Instit. Veneto T. XL p. 1284)
die an den Kiemen der Lombardischen Krebse massenhaft
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. V
322 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
schmarotzende Vaginicola, die er schon früher als die
Todesursache ihrer Träger erkannt hatte (J. B. 1865. S. 267)
einer erneuten Untersuchung und bestimmt sie jetzt als
V. Pancieru n. mit derDiagnose :
Corpus contractile elongatum, vagina capsulari hyalina tin-
tinnabulilormi vestitum. Organo ciliato rotatorio unico ad os.
üothurma maritima var. n. excisa^ Tatem, Journ.
micr. sc. T.VII. p.253.
Clark beschreibt den Bau von Anthophysa Mülleri
Bory (Amer. Journ. Sc and arts 1866. Vol.XLII. p. 223
—230, Ann. and Mag. nat. hist. T. XVIII. p. 429—436)
und spricht sich dabei mit Bestimmtheit für deren thierische
Natur aus. Das vordere Ende trägt ausser einer dicken
starren und gekrümmten Borste noch ein zartes Flim-
merhaar, das durch seine fortwährenden Bewegungen die
Nahrung in den Mund befördert, der beim Fressen sehr
deutlich ist, sonst aber nur schwier entdeckt wird. Im
Innern enthält der Körper eine kleine langsam pulsirende
Blase. Die Vermehrung geschieht durch eine Längs-
theilung, die an dem Vorderende resp. den Anhängen
des Körpers ihren Anfang nimmt. Gleichzeitig beschreibt
Verf. eine neue Form festsitzender Monaden mit zwei con-
tractilen Blasen und einem einzigen gekrümmtenFlagöllum:
Codosiga (n. gen.) pulcherrima n. sp. Body obliquely obo-
vate, and tapering at its posterior end into a slender pedicel;
truncate and abruptly constricted in front where the base of the
bell meets the body. Sigmoid arcuate flagellam as long as the body
and bell. The two contractile vesicles in the posterior third of the
body; superficial large and quite conspicuous; each contracting al-
ternately with the other, once in about half a minute. Bodies atta-
ched in groii])s of from two to eigbt by their pediceis to the tip
of a slender stein; erect or divergent, but not pendent. Mouth at
the base of the flagellum i. e. terminal. Anus near the mouth. No
eye-spot. Bell slightly flaring; half again deeper than broad; fuUy
as deep as the length of the body; highly contractile. Color of
the body, pediceis and stem deep yellow. Common on fresh-water
weeds about Cambridge.
Bei einer späteren Gelegenheit (on the animality of
Sponges etc. Amer. Journ. sc. and arts. Vol. 42. p. 323)
der niederen Thiere während der J. 1866— 18G7. 323
mcacht Clark noch weitere Mittheilungen über dieses
Genus und andere gleichfalls von ihm neu entdeckte
Monaden^ namentlich Bicosoeca und Salping oeca.
Die erstere erscheint als eine stammlose Monas^ die mittelst
eines stark contractilen Fadens im Grunde eine Bechers
festgeheftet ist , während die andere einem stammlosen
Köpfchen von Codosiga verglichen werden kann. Vor-
ausgeschickt wird eine Uebersicht über den Bau von Mo-
nas (Flagellum^ Mund^ Körperform, contractile Blase =
Herz) und die Bemerkung, das der Typus der Protozoen,
die Verf. bekanntlich neben den vier Cu vi er'schen Ab-
theilungen als fünfte unterscheidet, durch eine spiralige
oder vielmehr helicine Anordnung charakterisirt sei.
Vergl. über denselben Gegenstand auch Proceed.
Bost. Soc. nat bist. 1866. Vol. XL p. 16, wo Clark die
Diagnose von Bicosoeca, Codonoeca n., Codosiga und Sal-
pingoeca mit denen von Leucosolenia botryoides Bow.
und Anthophysa Bory zusammenstellt.
Ueber das neu hinzugefügte Gen. Codonoeca wird bemerkt:
unlike Dinobryon, has no lip, nor eye-spot, but possesses a strictly
terminal flagellum like Peranema Duj. and a flexible contractile
body^ which is scated loosely in a calyx. The contractile vesicles
are two in number, and lie — at least in the only species obser-
ved — on opposite sides of the middle of the body.
Die ursprünglich vereinzelten Mittheilungen werden
von unserem Verf. später zusammengestellt und mit neuen
Beobachtungen vermehrt unter dem Titel Spongiae ciliatae
as Infusoria flagellata in dem dritten Theile des ersten
Bandes der Memoirs Boston Soc. nat. bist. (39 Seiten mit
Tafel IX, u. X) veröffentlicht. Verf. bezieht sich in der
Einleitung auf Carter, der in seiner Auffassung des
Spongienbaues der Wahrheit (S. 288) am nächsten ge-
kommen sei, und beschreibt dann der Reihe nach Monas
termo Ehrbg. (?) mit frei beweglichen und gestielten Ent-
wickelungsformen, M. neglecta n., Bicosoeca gracüipes n.
von Sertuiaria cupressina, B. lacustris n. aus dem Süss-
wasser, Codo?ioeca costata n. marin, Codosiga pulcker-
rima n., Salpingoeca graciiis n., 8. aphoridium n., beide
aus dem Süsswasser, /S. marina n., Leucosolenia botryoi-
324 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
des ßow., deren Einzelmonaden (!) je mit zwei contracti-
len Blasen und einem Kragen ausgestattet werden^ der,
wie bei Codosiga und Salpingoeca, das Flimmerhaar aus
sich hervortreten lässt und nach aller Analogie auch den —
mit Sicherheit nicht erkannten — Mund umschliessen soll,
Anthophysa MüUeri, Astasia tricophora Ehrbg., Aniaonerna
concavmn n. , Heteromastix protelformis Cl. , Dvsderia
proraefrons CL, Pleuronema instabilis Cl. (Die drei letzt-
genannten Infusorien hat Clark bereits früher in seinem
Mind in nature beschrieben.) Man sieht, es ist eine
ziemlich bunte Gesellschaft, die Verf. unter den Geissel-
tragenden Infusorien zusammengestellt hat. Wir brauchen
die Kalkspongie nicht einmal in Anschlag zu bringen,
und dürfen doch der Ueberzeugung sein, dass die syste-
matischen Ansichten des Verf.'s bei den Infusoriologen
nur wenigen Beifall finden werden.
Ueber Anthophysa Mülleri vgl. weiter die Mitthei-
lungen von Archer in den quarterly journ. micr. sc.
T. VI. p. 182, in denen die gelsselführenden Monaden
als Schwärmlinge (germs) einer fadenförmigen Alge (Ste-
reonema) In Anspruch genommen werden.
Euglena viridis besitzt nach Stein (Organism. der
Infusionsth. Abth. IL S. 20) eine ganz unverkennbare,
wenn auch enge und nur für Flüssigkeit zugängliche,
rundliche Mundöffnung, welche in der Nähe des vorderen
Körperendes und ein wenig hinter dem Insertionspunkt
der Geissei liegt und sich in eine kurze Schlundröhre
fortsetzt. Der Nucleus enthält, wie bei Chilodon, ein
Bläschen mit scharf conturirtem Kerne. Ein sog.^ Nucleo-
lus fehlt, dafür aber sieht man den Nucleus sich zu ge-
wissen Zeiten mehrfach thcilen und in 7 — 10 Ballen zer-
fallen, die sich nach und nach vergrösscrn und oft einen
ansehnlichen Theil des Mutterleibes ausfüllen, bis sie
sich durch Ausscheidung einer äusseren derben Hülle
bald in eiartige Körperchen verwandeln, bald auch —
entweder in denselben Individuen oder in anderen — eine
feine geisselartige Wimper treiben und dann mit leb-
haftem Gewimmel sich durch einander bewegen. Verf.
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 825
betrachtet diese Vorgänge wohl mit Recht <als Erschei-
nungen einer geschlechtlichen Fortpflanzung. Die Unter-
schiede von dem Verhalten der echten Infusorien sind
freilich auffallend, aber desto mehr erinnern die beschrie-
benen Vorgänge an die geschlechtliche Fortpflanzung der
Volvocinen.
Famintzin unterwirft die Einwirkung des Lichts
auf die Bewegungen von Chlamidococcus pulviusculus und
Euglena viridis einer näheren Untersuchung (Bull. Acad.
imper. St. Petersbourg Vol. X. p. 534—548) und findet
dabei^ dass das Licht mittlerer Intensität und keineswegs
das directe Sonnenlicht die stärksten Bewegungen hervor-
ruft. Gleichzeitig constatirt Verf. , dass das Verhalten
dieser grünen Organismen auch von der Flüssigkeit ab-
hängig ist, mit der experimentirt wird. Ganz dieselben
Erscheinungen beobachtete Verf. auch bei den Oscillato-
rien, nur dass dieselben hier langsamer abliefen.
Nach Cohn (dessen schon früher angezogene Un-
tersuchungen über die Gesetze der Bewegung der mi-
kroskopischen Organismen unter dem Einflüsse des Lich-
tes in dem amtlichen Berichte über die Naturforscher-
versammlung zu Hannover S. 219 ff. reproducirt sind),
kommt es bei diesen Bewegungserscheinungen bekannt-
lich weniger auf die Intensität, als auf die Richtung und
die Färbung der Lichtstrahlen an. In letzterer Beziehung
finden sich solche Unterschiede, dass sich die betreffen-
den Organismen in rothem Lichte wie in totaler Finster-
niss verhalten.
3. Rhizopoda.
Die schon im letzten Jahresberichte erwähnte Ar-
beit Reichert's über die contractile Substanz der Poly-
thalamien bildet, weiter ausgeführt und durch zwei Ta-
feln schöner Abbildungen erläutert, den ersten Abschnitt
der ausführlichen Abhandlung „über die contractile Sub-
stanz und ihre Bewegungserscheinungen" in den Schrif-
ten der K. Akad. der Wissensch. zu Berlin aus dem Jahre
1866. (S. 157 — 199). Nach Untersuchungen, die an Gro-
326 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mia oviformis angestellt sind , behauptet Verf., dass die
Fähigkeit zur Contraction nicht der gesammten Körper-
masse der Polythalamien inhärire, sondern eine ausschliess-
liche Eigenthümlichkeit der körnerlosen Rindenschicht
sei, die im Ruhezustande allerdings nur in Form einer
dünnen Grenzschicht continuirlich über den körnigen Lei-
besinhalt hinziehe, dabei aber die Fähigkeit habe, durch
unmerkliche Heranziehung neuer Theilchen aus der Um-
gebung das Contractionsmaterial an dieser oder jener
Stelle zu vergrössern und die Contractions- Wellenbewe-
gung in jeder beliebigen Richtung und unter den ver-
schiedensten Formverhältnissen auszuführen. Wenn es
auch dermalen noch nicht möglich sei, eine genauere
Analyse der hierbei stattfindenden Bewegung derTheile im
Einzelnen vorzunehmen, so sei doch so viel gewiss, dass
es sich weder um eine Massencontraction, noch um das
Fliessen einer tropfbar flüssigen Masse handele. Was
man als Körnchenströmung beschrieben habe, sei auf war-
zenartige Erhebungen der contractilen Substanz zurück-
zuführen und nicht bloss an den Pseudopodien, sondern
gelegentlich auch ausserhalb wie innerhalb der Schalen
an der Oberfläche des Polythalamienkörpers zu beobachten.
Die Existenz eines Kernes wird für Gromia in Abrede
gestellt, dagegen bemerkt, dass die Rindenschicht nicht
selten von mehr oder minder zahlreichen Vacuolen durch-
setzt sei.
Im Gegensatze zu der letztern Angabe liefert M.
Schnitze durch erneute Untersuchungen an derselben
Gromia oviformis den Nachweis nicht bloss des Vorhan-
denseins von körnerartigen Gebilden, sondern auch davon,
dass dieselben in Zahl, Grösse und feinerer Structur
mancherlei, für die physiologische Rolle, die sie zu spie-
len haben, anscheinend wichtige Verschiedenheiten dar-
bieten. Die kleineren Thiere haben immer nur einen
Kern, während grössere .in der Regel deren mehrere
besitzen, meist 16 — 20 und gelegentlich noch mehr (bis 60).
Sie bestehen aus kleinen blassen homogenen Kugeln oder
Bläschen, die eine verschiedene Grösse besitzen und
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 327
schon ohne Znsatz von Reagentien zu unterscheiden sind.
Wahrscheinlicher Weise unterliegen sie zu bestimmten
Zeiten noch weiteren Veränderungen, die den Kern zu
einem Fortpflanzungskörper stempeln. Dass sich in der
Körpersubstanz unserer Thiere eine contractile Rinden-
substanz und ein körniger Leibesinhalt, der nur passiv
beweglich sei, unterscheiden lasse, wird in Abrede ge-
stellt, vielmehr behauptet, dass sich die Bewegungen der
Rindenschicht ungeschwächt bis in die centralen Theile
des Thierkörpers hinein fortsetzen, auch in dem letztern
nicht selten aus den an einander hinziehenden, sich ein-
ander verschiebenden und endlich in einander übergehen-
den Strömen eine deutlich wahrnehmbare wogende Be-
wegung entstehe, die eine Unterscheidung von Bewegtem
und Bewegendem vollständig illusorisch mache. Verf. wie-
derholt, dass es die ganze Masse des Gromienkörpers sei,
welche die Fähigkeit der Contraction besitze, wie solches
auch daraus hervorgehe, dass die von den Pseudopodien
aufgenommenen Carminkörperchen nach kurzer Frist in
das Innere des Körpers gelangen und hier nach allen
Richtungen hin- und hergewälzt werden (Reichert und
die Gremien , Archiv für mikrosk. Anatomie Bd. II.
S. 140-160).
Auch Stein macht darauf aufmerksam, dass die
Zahl der Kerne bei Actinophrys so gut, wie bei Arcella
mit zunehmender Körpergrösse beträchtlich wachse, bei
letzterer bis zu 50, bei ersterer sogar bis 100 und 200.
Trotzdem aber konnten niemals Thcilungszustände beob-
achtet werden, so dass Verf. an eine selbstständige Bil-
dung denkt. Organismus der Infusorien Abth. IL S. 16.
Zur Aufklärung und Orientirung für die Leser wie-
derholt Reichert später noch einmal (Archiv für Anat.
u. Phvsiol. 1866. S. 266) die Behauptung, dass die sog.
Körnchenströmung an den Scheinfüssen der Polythala-
mien nichts Anderes als eine Contractions- Wellenbewe-
gung sei und nirgends von einer Bewegung wirklicher
Körnchen herrühre.
Die Saftströmung im Innern der Pflanzenzellen, die
328 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d Naturgeschichte
von Schultze u. A. dieser Körnchenströmung gleich-
gestellt wird, soll nach Reichert, der sie gleichfalls
studirt hat (Berl. Monatshefte 1866. Mai Archiv f. Anat.
u. Physiol. 1866. 8.417 — 464) n»it den Bewegungen con-
tractiler Gebilde eine nur oberflächliche Aehnlichkeit be-
sitzen. Die dabei wahrnehmbaren Erscheinungen sollen
(von den unter geeigneten Umständen an den Körnchen
auftretenden Molecularbewegungen abgesehen) sämmtlich
von den mechanischen Einwirkungen einer aus unbekann-
ten Ursachen rotirenden ,, Mantelflüssigkeit/ von gelegent-
lich eintretenden Adhäsionsstörungen und den Cohäsions-
zuständen abhängen.
Nach Dönitz (über die Bewegungserscheinungen
an den Plasmodien von Aethalium septicum, Berliner
Monatsber. 1867. S. 500—504) besteht auch die Körper-
masse der Mjzomyceten wie — nach Reichert — die
der Gregarinen und Polythalamien, aus einer contractilen
Rindenschicht und einer nur passiv beweglichen In-
haltsmasse.
Cienkowski's interessante Beobachtungen „über
den Bau und die Entwicklung der Labyrinthuleen" (Ar-
chiv für mikrosk. Anatomie Bd. III. S. 274 — 310) mit ihren
an einem starren Netzgewebe hingleitenden Spindelzellen
können wir hier übergehn, da die betreffenden Geschöpfe
ganz wie die schon früher vom Verf. (Pringsh e i m's
Jahrbücher für Botanik Bd. III. ö. 408) beschriebenen
sog. Fadenplasmodien allem Vermuthen nach als vegeta-
bilische Gebilde zu deuten sein dürften.
Wal lieh handelt (Transact. niicr. soc. 1865. T. V.
p. 75—84) on the structure and affinities of the Polycj-
stina und schlägt dabei folgende Eintheilung der Rhizopo-
dengruppe vor:
l.Ordn. Herpnemata. Ohne Nucleus und contractile
Blase.
Fam. Foraminifera. Ohne Kieselskelet.
Farn. Polycystina. Mit Kieselskelet.
2. Ordn. Protodermata. Ohne contractile Blase, jedoch
mit Nucleus.
den niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 329
Farn. Flagiacanthidae, ÄGanthometrina und Thalas-
sicoliina mit solidem Skelet.
Farn. Dictyochidae mit röhrigem Skelete.
3. Ordn. Mit Nucleus und contractiler Blase.
Farn. Actinophryina. (Ausser Actinophrys auch Gro-
mia, Lagynnis, Euglypha u. a.).
Farn. Amoehina.
Durch die Angaben von Doenitz (Sitzungsber. der
Gcsellsch. naturf. Freunde 1867. S. 29, Berliner Monats-
hefte 1867. Novemb.) sollen sich auch die Noctilucen am
meisten an dieRhizopoden anschliessen, und zwar nicht bloss
durch die Beschaffenheit und die Contractionserscheinun-
gen ihres Körperparenchyms, sondern auch durch den
Besitz einer Schale, die Verf. in der äusseren Körperhülle
dieser Thiere wiedererkannt zu haben glaubt. Die con-
tractilen Fäden, welche vom Kern aus durch den mit
Seewasser gefüllten Hohlraum nach der durchsichtigen
Schale hinziehen und unterhalb derselben zu einem eng-
maschigen Netzwerk zusammentreten, werden als Röhren
gedeutet, in denen sich die von der Nahrung herstam-
menden Fettkörner hin- und herbewegten. Das Vorhan-
densein eines eigenen xAfters liess sich nicht mit Sicher-
heit feststellen, doch ist die Schale in der Nähe desMun-
des oberhalb des pfriemenförmigen Körpers von einer
Spalte durchbrochen, die jedoch leicht übersehen werden
kann. Wenn das Thier zu Grunde geht, dann ziehen
sich die Fäden auf den Kern zurück. Mehrfach wurde
beobachtet, dass die ganze Masse der contractilen Sub-
stanz zusammen mit dem stabförmigen Körper und der
Geissei aus der Kugelschale hervorgepresst w^urde, um
sich sodann mit einer neuen Schale zu umgeben, die sich
unter den Augen des Beobachters allmählich mehr und mehr
vom Kern abhob. Aus Allem, was Verf. sah, schliesst
er auf eine nahe Verwandtschaft mit den Rhizopoden.
M. Schnitze erkennt (Archiv für mikroskosp. Ana-
tomie Bd. IL S. 163) in der Ueberosmiumsäure ein Mit-
tel, die verzweigten Protoplasmastränge der Noctilucen
scharf und deutlich hervortreten zu lassen, und überzeugt
330 Leuckart: Bericht üb- d. Leist. in d. Naturgeschichte
sich davon, dass der in der Hauptmasse des Protoplasma
eingeschlossene Kern trotz seiner durchsichtigen Beschaf-
fenheit aus zartcontourirten kugligen Gebilden zusammen-
gesetzt ist, die eine wechselnde Grösse haben und wahr-
scheinlicher Weise zu der Fortpflanzungsgeschichte der
Thiere eine Beziehung besitzen.
Robin und Legros machen (Journal de l'anatomie
et de la physiol. 1866. p. 558) einige Mittheilungen über
das Leuchten der Noctilucen und namentlich deren Ver-
halten gegen den electrischen Strom, der eine äusserst
intensive Lichtentwickelung hervorruft.
Greeff publicirt (Archiv für mikroskopische Ana-
tomie Bd. IL S. 299— 331. Tab. XVII u. XVIII) Beob-
achtungen „über einige in der Erde lebende Amöben und
andere Rhizopoden'^ und macht uns dadurch mit der über-
raschenden Thatsache bekannt, dass in der schon längst
als die Wohnstätte von Bärenthierchen , Anguillulidcn
und Rotiferen bekannten humusreichen Erdkruste auch
eine ganze Anzahl von Rhizopoden vorkommt, die theils
dem Gen. Amoeba angehören {A. terricola, A. hrevipes,
A. granifera, A. gracüis , sämmtlich neu), theils auch
beschalt sind {Amph izone IIa — n. gen. — violacea, A.
digitata, A. -ßaoa, Arceüa arenaria^ gleichfalls sämmtlich
nn. sp.). Bau und Lebensgeschichte dieser Thiere sind
freilich in mehrfacher Beziehung von dem gewöhnlichen
Verhalten ab^veichend. Die Aussenfläche des Körpers
ist auch bei den nackten Arten von einer ziemlich festen
Beschaffenheit, die Bewegungen sind langsam und träge
und werden durch Wassermangel vollständig unterbro-
chen. Die erdbew^ohnenden Rhizopoden gehören also gleich
den mit ihnen zusammenlebenden Geschöpfen zu den Thie-
ren mit Trockenstarre. Am genauesten beobachtete Verf.
die Am. terricola, die eine ziemlich beträchtliche Grösse
besitzt und in manchen Exemplaren denselben sonderba-
ren Zottenbesatz trägt, den Wal lieh bei seiner Am.
villosa beschreibt (J. B. 1863. S. 169). Bei diesen Thie-
ren bildet das Aussenparenchym des Körpers eine förm-
liche Rindenschicht, die durch Festigkeit und hyalines
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 331
Aussehen von der mehr körnigen Innenmasse verschieden
ist und bei den fast peristaltischen Zusammenziehungen
der Leibesmasse allein in activer Weise betheiligt scheint.
Trotzdem ist zwischen beiden Massen keine scharfe Grenze,
wie denn auch eine häutige Begrenzung nirgends an der
Rindenschicht beobachtet wurde. Dass ebenso auch die
contractilen Blasen der membranösen Auskleidung entbeh-
ren, wird dadurch bewiesen, dass dieselben bei den Körper-
bewegungen und der dadurch bedingten Pressung nicht
selten je nach Umständen sich theilen und wieder zusam-
menfliessen, wesshalb sie denn auch an Zahl und Grösse
auf das Manchfachste variiren. In günstiger Lage sieht
man die grösseren Vacuolen ihren Inhalt gelegentlich
auch nach Aussen austreiben. Gelblich braune Körper,
die neben den Wasserbehältern im Innern vorkommen,
möchte Verf. am liebsten als Leberzellen betrachten. Die
Fortpflanzung knüpft an den Nucleus an, dessen Proto-
plasma zu Zeiten eine beträchtliche Menge scharf contou-
rirter Körner ausscheidet, die sich allmählich vergrössern
und eine körnige Beschaffenheit annehmen, auch schliess-
lich einen hellen Fleck (Kern) und eine contractile Va-
cuole im Innern erkennen lassen. Die letzten Stadien
dieser Entwickelung beobachtet man freilich erst dann,
wenn die neugebildeten Körperchen aus dem Nucleus her-
vorgetreten sind und durch das Parenchym des mütterli-
chen Leibes sich zerstreut haben. Unter solchen Um-
ständen sieht man dieselben auch gelegentlich schon deut-
liche amöboide Bewegungen vornehmeo. Einzelne Ex-
emplare mit dem oben erwähnten Zottenbesatze enthielten
statt der Embryonen auch wohl langgezogene dunkle
Massen von anscheinend zäher Consistenz, die in ihrem
Innern deutlich haarförmig geschlängelte Linien erken-
nen Hessen und an die samengefüllten Hoden der Infu-
sorien erinnerten. Amoeba brevipes vermehrt sich in ab-
weichender Weise durch Theilung. Das neue Genus
Ämphizonella charakterisirt sich durch Anwesen-
heit einer ziemlich dicken glashellen Schale, die trotz
einer auffallenden Resistenz gegen Reagentien von den
332 Leuckart: Bericht üb. d, Leist. in d. Naturgeschichte
stumpfen Pcudopodien durchbrochen wird. Bei der durch
ihre violette Färbung ausgezeichneten A. violacea wurden
einige Mal zwei durch eine Parenchymbrücke zusammen-
hängende Exemplare (in Zygose?) beobachtet.
In nahem Anschluss an diese Beobachtungen be-
richtet Verf. ferner die interessante Thatsache, dass die
durch Schnitt und Druck gewonnenen Theilstücke von
Actinophrys Eichhorni binnen wenigen Stunden sich in
neue Thiere umbilden, die Anfangs freilich noch ohne
G-egensatz von Rindenschicht und Marksubstanz sind, aber
auch diese schon nach kurzer Zeit erkennen lassen. Da
sich die Grösse der neu gebildeten Individuen genau nach
der der Theilstücke richtet, man auch aus einem Exem-
plare beliebig deren zwei oder vierzig zu machen im
Stande ist, kann man nicht annehmen, dass dieselben be-
reits im Innern des ursprünglichen Thierkörpers vorge-
bildet seien, auch die im Innern der Marksubstanz in Menge
(bis zu 100 und mehr) vorJiandenen Kerne mit den Theil-
sprösslingen nicht in Beziehung bringen. Dass diese
Theilbarkeit übrigens nicht das Gen. Actinophrys be-
schränkt ist, beweist ein von unserem Verf. neu ent-
decktes amöbenartiges Thierchen von colossaler Grösse
(1,5 Mm. Durchmesser), das man durch Theilung je nach
Umständen gleichfalls in zwei oder mehrere Individuen
umbilden kann. Abweichend von den echten Amöben
zeigt der Leib dieses Thierchens übrigens ganz denselben
blasigen Bau, wie Actinophrys Eichhorni, nur mit dem
Unterschiede, dass keine Scheidung von Rinden- und
Marksubstanz vorhanden ist, und die körnigen oder zelli-
gen Gebilde überall in Menge zwischen den Protoplasma-
blasen zerstreut sind. Viele dieser Kerne enthalten im
Innern eine Unsumme kleiner stäbchenförmiger Körper-
chen, die beim Zerdrücken hervortreten und dann in leb-
hafter Bewegung sich umhertummeln, so dass man fast
geneigt sein könnte, dieselben als Samenelemente in An-
spruch zu nehmen. (Ueber Actinophrys Eichhorni und
einen neuen Süsswasserrhizopoden, besonders in Rück-
sicht auf Theilbarkeit desselben, resp. Vermehrung durch
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 333
künstliche Tlieilung, Archiv für mikroskopische Anatomie
Bd.III. S. 396-403.)
Unter dem neuen Genusnamen Raphi dio phrys
(Hk. viridis sp. n.) beschreibt Archer ein actinophrys-
artiges Süsswasserthier, dessen Rindenschicht von einer
grossen Menge kleiner Spicula nach allen Richtungen
hin durchsetzt ist. Quarterly journ. micr. sc. T. VII.
p. 178.
An dieser Stelle dürften wir wohl am besten der
von Cienkowsky entdeckten C lathrulina aus dem
Süsswasser Deutschlands und Russlands gedenken, einer
Rhizopodenform, die sich am nächsten an Actinophrys
anschliesst, aber nicht frei lebt, sondern in eine kuglige
Gitterschale eingeschlossen und durch einen langen Stiel
auf fremden Gegenständen befestigt ist. Der Protoplas-
makörper des Thieres, der immer nur den Centralraum
der Schale einnimmt, hat eine schaumige Consistenz und
enthält unter zahlreichen Vacuolen einen freilich nur bei
ganz jungen Individuen deutlich sichtbaren Kern. Fremde
Körper, die den lang hervorgestreckten Pseudopodien
ankleben, werden vom Protoplasma derselben umflossen
und nach Verkürzung;, der Pseudopodien schliesslich
durch die weiten Oeffnungen der Gitterschale hindurch
dem Centralkörper zugeführt. Die Vermehrung geschieht
durch Theilung und Bildung beweglicher Embryonen.
Bei der erstem liegen die Anfangs noch mit Strahlen
besetzten zwei Individuen eine Zeitlang gemeinschaftlich
in derselben Schale. Erst später Averden die Pseudopo-
dien eingezogen, und dann verlassen die eingekugelten
Thiere durch die Löcher des Gitterwerkes hindurch den
frühern Behälter, um nach einiger Zeit die Form einer
Actinophrys anzunehmen, den Stiel auszuscheiden und
durch Bildung des Gitters wieder zu einer Clathrulina
zu werden. Die beweglichen Embryonen gehen aus Cy-
sten hervor, die durch zwei Mal wiederholte Theilung sich
zu vieren in der Gitterschale entwickeln und nach dem
Ausschlüpfen sich, wahrscheinlich durch Hülfe einiger
Cilien, langsam im Wasser umhertreiben; bis sie sich
334 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gleichfalls in Clathrulinen umbilden. Im encystirten Zu-
stande können die Thiere^ unbeschadet ihrer Lebensfähig-
keit, austrocknen. Verf. unterscheidet nach der verschie-
denen Entwickelung des Gehäuses zwei Arten, ohne die-
selben mit specifischen Namen zu bezeichnen.
Möglichen Falls gehört zu Clathrulina auch ein von
Archer beobachtetes Thier, das einer Actinophrys ver-
glichen wird, die in ein durchlöchertes Gehäuse eingeschlos-
sen sei. Quarterly Journ. micr. sc. 1867. T. VII. p. 295.
Ebendas. wird auch einer Actinophrys erwähnt,
deren Körper aus zwei durch Structur und Farbe scharf
gegen einander abgesetzten Lagen bestehe (Amphi-
zonella ?).
C osoinosphaer a ciliosaj eine von A. Stuart in
Neapel beobachtete und (Zeitschrift für wissensch. Zool.
Bd. XVI. S. 328—345. Tab. XVIll) beschriebene neue
Radiolaria aus der Familie der Ethmosphaerida besitzt
eine aus Kalk bestehende stachlige Schale mit kleinern
und grössern Oeffnnngen. Die erstem dienen zum Durch-
treten der Pseudopodien, die sich aber nicht frei entfal-
ten, sondern auf der Oberfläche sowohl der Schale, wie
auch der beweglichen Stacheln in Form eines dünnen
Üeberzuges ausbreiten. Die dem Protoplasma beigemisch-
ten gelben Körper (Kerne Veif.) kommen durch die grös-
seren Oeffnnngen nach Aussen und zwar mit solcher
Schnelligkeit und Energie, dass Verf. davon das bekannte
Phänomen des Aufstoigens abzuleiten geneigt ist. Die
Nahrungsstoffe kleben bloss äusserlich an der Sarkode-
masse fest — ohne davon umhüllt zu werden — und
werden nach der Verdauung, die auf der Schalenober-
fläche geschieht, den Stacheln entlang fortbewegt, bevor
sie abfallen. Die Existenz beweglicher Körner in der Sar-
kodemasse ist ganz unzweifelhaft, doch glaubt Verf. dane-
ben auch (mit Reichert) fortlaufende Contractionszellen
an dem Ueberzuge der Stacheln annehmhen zu müssen.
(Das Protoplasma der Meerqualster besteht abweichender
Weise aus einer Masse rundlicher oder länglich rund-
licher zusammengepresster Kügelchen , die durch eine
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 335
klebrige Grundsubstanz zusammengehalten werden.) Eine
Centralblase wurde niemals aufgefunden — es ist also
auch zweifelhaft^ ob unser Thier wirklich den Radiola-
rien zugehört — ; dafür aber beobachtete Verf. bei zahl-
reichen Exemplaren eine Fortpflanzung durch Theilung.
Der die Schale nur zum geringsten Theil ausfüllende
Thierkörper zerfiel dabei in meist zwei Stücke von oftmals
ungleicher Grösse, die sich durch Ablagerung von Kalk-
salzen in der Peripherie und den davon ausgehenden
Pseudopodien je mit einer Stachelschale umkleideten und
nach dem Zerbrechen der Mutterschale hervortraten, aber
Anfangs gewöhnlich noch eine Zeitlang unter sich zu einer
gemeinschaftlichen Masse zusammenhingen. In manchen
Fällen umhüllte sich auch wohl der eine — dann nackt
bleibende — Ballen mit dem üeberreste der Mutterschale,
dieselben zu einem geschlossenen Gehäuse restaurirend.
Schneider macht die interessante Beobachtung,
dass sich die aus der umgebenden Sarcoderaasse ausge-
schälte Centralkapsel von Thalassicolla nucleata nach Ver-
lauf einiger Stunden durch Umlagerung mit neuer Sarcode
und Pseudopodienbildung wieder in ein vollständiges
Thier umbildet, und liefert damit den Beweis, dass die
intracapsuläre Masse und nicht die extracapsuläre, wie
man bisher anzunehmen geneigt war, das eigentliche Kör-
perparenchym der Radiolarien darstellt. Da überdiess
die Pseudopodien durch die Porenkanäle der Centralkap-
sel hervortreten, wie bei den Foraminiferen durch die
Poren der Kalkschale, so rücken beide Gruppen dadurch
noch näher. Die Colonien von Collozoum inerme lassen
sich ohne nachtheilige Folgen zerschneiden, wie denn
auch zw^ei neben einander gelegte Colonien nach einiger
Zeit zu einer gemeinschaftlichen Masse zusamraenfliessen.
Zur Kenntnis des Baues der Radiolarien im Archiv für
Anat. u. Physiol. 1867. S. 509— 511.
Boderia Turneri ist der Namen eines neuen Rhi-
zopoden, der nach den Beobachtungen von StrethiU
Wright nach Gregarienart eine Menge pseudonavicel-
lenartiger Körperchen hervorbringt. Verf. meint, dass
336 Leuckart: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
eine solche Fortpflanzung bei den Amöben häufiger vor-
komme, Sie soll — ebenso auch bei den Gregarinen — an
den Kern anknüpfen^ den Verf. mit einem Ei vergleichen
möchte^ dessen Klüftungsprocess statt eines vielzelligen
Wesens hier eine Menge einzelliger Geschöpfe hervor-
bringe. Journal of Anatomy and Physiology 1867. N. 2.
(Quarterly Journ. micr. sc. T. VII. p. 216.)
lieber Amoeba villosa und die davon ausgehenden
Zotten vergl. Archer^ quart. journ. microsc. sc. T. VI.
p.'190. Aehnliche Zotten sah Archer (ibid. p. 266) ge-
legentlich bei Difflugia corona von einem Pseudopodium
ausgehen.
Archer macht einige Mittheilungen über die be-
schälten Süsswasserrhizopoden, besonders Difflugien, und
beobachtete den Conjugationsprocess derselben. Quarterly
journ. micr. sc. T.VI. p. 185—188.
Ein von Archer entdecktes difflugiaartiges Thier,
dessen Schale zwei Oeffnungen besitzt und daraus völ-
lig symmetrisch seine schlanken und langen Pseudo-
podien hervorstreckt, erhielt den Namen AmpJiitr ema.
Quarterly journ. micr. sc. T. VII. p. 174.
Lang beschreibt eine Difflugia mit völlig durch-
sichtigem, dreieckigen Gehäuse, Diffl. triangulata n. sp.,
Quarterly Journ. micr. sc. T. V. p. 286 mit Holzschnitt.
Im Anschluss an diese Angaben hebt Are her später her-
vor, dass die Schale nicht dreieckig, sondern dreikantig,
resp. gekielt sei und desshalb der Name D. carinata pas-
sender erscheine. Ibid. T. VII. p. 177.
Nach den Beobachtungen von Sam. Ov^en besitzen
die Arten des Gen. Globigerina und Pulvinulina gleich
den Polycystinen die Fähigkeit, nach Belieben aus der
Tiefe des Meeres emporzusteigen und wieder unterzu-
tauchen, so dass man sie mit letztern zusammen nicht
selten an der Meeresoberfläche auffischt. Da die genann-
ten Genera auch in ihrem Baue mancherlei Aehnlichkeit
haben, so schlägt Verf. vor, sie in eine gemeinschaftliche
Familie zu vereinigen und dieser den Namen Colym-
hitae zu geben. Das Verhältniss von Globigerina zu
der niederen Thiere während der J. 1866—1867. 337
Orbuliüca betreffend (vgl. J. B. 1858. S. 250), glaubt Verf.
sich davon überzeugt zu haben^ dass die erstere mcht
das Junge der letztern sei, wie man früher anzunehmen
geneigt war, sondern mit der umgebenden (Orbulina-)
Schale, der die eingeschlossene Globigerina fest anhänge,
der Art zusammengehöre, dass die Aussenschale nur als
eine mehr zufällige („wild-growing") Umbildung über
letztere zu betrachten sei, Aehnliche Erscheinungen keh-
ren auch bei andern Foraminiferen wieder, wie namentlich
bei Pulvinulina, so wie bei Cymbalopora und Discorbina,
obw^ohl hier im Ganzen sehr viel seltener, als bei Globi-
gerinen. Journ. Linn. Soc. Zool. P. IX. p. 147.
Die schon im letzten J. B. erwähnte Arbeit von
Bark er und Jones über die Foraminiferenfauna des
Nordatlantischen und arctischen Meeres beruht auf Un-
tersuchungen von Grundproben, die theils mit dem Schlepp-
netz, theils auch mit der Grundsonde aus der Baffinsbai,
von den Hunde-Inseln, von Norw^egen und aus dem nörd-
lichen atlantischen Ocean hervorgeholt sind. Die Verff.
stellen die beobachteten Arten von den einzelnen Orten
zunächst tabellarisch zusammen und liefern dann eine
systematisch geordnete Beschreibung derselben. Es sind
nicht weniger als 125 Formen, welche die Verff. in den
Kreis ihrer Betrachtungen ziehen und theils als Species,
theils auch als Subspecies, Varietäten und Subvarietäten
betrachten. Unter den Varietäten sind manche neu und
von unsern Verff. auch mit neuen Namen bezeichnet,
allein trotzdem müssen wir es uns versagen, specieller
auf dieselben einzugehen, da eine nähere Berücksichti-
gung doch nur unter Bezugnahme auf die Speciesbeschrei-
bungen unserer Verff. einigen Werth haben würde, diese
aber kaum auszugsweise sich wiedergeben lassen. Die
systematischen Ansichten unserer Verff*. sind den Lesern
unserer Berichte zur Genüge bekannt; dieselben wissen,
dass unsere Verff'. so ziemlich auf demselben Standpunkte
stehen, wie Carpenter, und die sog. Arten als blosse
Typen grösserer Entwickelungsreihen gelten lassen. Die
hier niedergelegten Mittheilungen sind übrigens nicht bloss
von zoologischem und faunistischem, sondern besonders
auch von thiergeographischem Interesse, und das um so
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. W
338 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mehr, als die Verff. ihren eigenen Untersuchungen in einer
Reihe von Nachträgen auch noch die von Bailey und
Pourtales über nordatiantische Foraminiferen folgen
lassen, und aus allen den zahlreichen Einzeluntersuchun-
gen eine tabellarische üebersicht über die Verbreitung
ihrer Arten zusammenstellen. On some Foraminifera
from the North Atlantic and Arctic Oceans, including
Davis straits and ßaffinsbay, Philos. Transact. roy. Soc.
Vol. 156. p. 325 — 441 mit vielen tabellarisch geordneten
Verzeichnissen.
öars hebt hervor (Forhandl. Videnskab. Selsk. Chri-
stiania 1865. p. 34), dass die von Parker und Jones
aufgezählten Norwegenschen Foraminiferen bis auf zwei
sämmtlich auch an der Küste von Drontheim bis zum
Nordkap gefunden werden, ausserdem hier aber noch
21 andere Arten (unter denen die für Norwegen neuen
Genera Cornuspira, Öpiroloculina, Trochammia, Clavu-
lina, Virgulina, ßigenerina, Planorbulina, Pulvinulina,
ßotalia vertreten sind) vorkommen, die grössentheils bis-
her für britisch gehalten wurden. Vier dieser Arten
scheinen neu zu sein.
Brady macht auf der Brittish association at Not-
tingham (quarterlyjourn.micr.se. T.Vl. p. 261) Mitthei-
lungen über die Rhizopodenfauna der Hebriden, erwähnt
dabei einer neuen Art des Gen. Lagena fL. JeffreyanJ
und hebt hervor, dass er u. a. daselbst eine bisher bloss als
tertiär bekannte Art (L. crenata) lebend angetroffen habe.
Derselbe zählt in seinem Berichte über die Er-
gebnisse der Darguefischerei an der Küste Northumber-
lands und Durhams 70 Foraminiferen auf (nat. hist. trans-
act. Northumberland and Durham Vol. L p. 51 ff.), fast
ein Drittthcil der bis jetzt bekannten (112) englischen
Arten. Unter ihnen zwei neue Formen: TJvigerina irre-
gularis und Textularia oomjpressa^ die mit andern in dem
ebendas. (p. 83 — 107) publicirten Catalogue of the recent
Foraminifera of Northumberland und Durham desselben
Vcrf.'s ausführlich beschrieben und abgebildet sind.
Die x\bhandlung „on the rhizopodal fauna of Öhet-
lands^' desselben V er f.'s (Transact. Linnaean Soc. Vol.
XXIV) ist Ref. noch nicht zu Gesicht gekommen.
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 339
Die Berichte der K. zoologischen Reichsanstalt vom
19. Febr. 1867 enthalten einige Angaben über die mit
Tiefgrundgruben an der Westküste Istriens aufgebrach-
ten Foraminiferen.
JJ eher Po lyrnor plana tubulosa n. vgl. Alder^ quar-
terly Journ. microscop. science T. VII. p. 237.
Sam. Owen macht einige Mittheilungen über die
von ihm in der ßay von Bengalen lebend gefischten Po-
lycystinen und bemerkt dabei u. a., dass es ihm mehrfach
gelungen sei^ diese Thiere in Copulation zu sehen. (Proc.
Linnaean Soc. T. VIII. p. 202— 205). Leider erwähnt
Verf. seine Arten nicht namentlich; man darf nach der
Art der Mittheilungen überhaupt annehmen^ dass der Verf.
seine Studien ziemlich dilettantenartig betrieben hat.
3. Gregarinae.
Stein ist der Ansicht^ dass die gregarinenartigen
Thiere mit den Rhizopoden zu einer Klasse vereinigt wer-
den müssten^ und stützt sich dabei besonders auf den sog.
Proteus tenaxj der in Wirklichkeit eine Monocystis sei,
die nur zufällig aus ihrem Wirthe, dem Cyclops quadri-
cornis, in's Freie gerathen sei. Der Organismus der In-
fusionsth. Abth. IL S. 8.
In den Notes on the Gregarinida (Transact. microsc.
soc. T.VL p. 23— 28. Tab. V) spricht Ray Lancaster
die Vermuthung aus, dass der Inhalt der Pseudonavicel-
len nicht sogleich wieder zu den gewöhnlichen Gregari-
nen werde, sondern sich zunächst zu Geschöpfen ent-
wickele, die unter andern, als den frühern Verhältnissen,
zur Geschlechtsreife kämen. Die Längsstreifen, die bei
vielen grösseren Gregarinen unter der Cuticula beobachtet
werden, gehören keiner besondern Membran an, sondern
sind nur der Ausdruck gewisser Contractionszustände in
den äussern etwas festern Plasmaschichten. Ausser den
— schon früher öfters beobachteten — colossalen Gre-
garinen der Regenwürmer beschreibt Verf. sodann noch
Monocystis cirratuli n. sp., M. Nemertis KölL, M. pellu-
cida KölL, M. eunicae n. sp. und M. phyllodocae Clap.,
die sämmtlich in Quernsey zur Untersuchung kamen.
Später giebt Verf. eine nähere Beschreibung der
340 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in cT. Naturgeschichte
bei ßorlasia octoculata und B. olivacea vorkommenden
Gregarinen^ neben denen er nicht selten eine Anzahl pa-
rasitischer Eier im Körper der Wirthe antraf. Ibid. T. VII.
p. 39—41. Tab. IL
Nach den Untersuchungen Baibiani's (etud. sur Ja
maladiepsorospermique des vers ä soie, Journal de l'anato-
mie et de physiologie 1867. p. 263 ff.) sind die sog. Cor-
naliaschen Körper der kranken Seidenraupen deutliche
Psorospermien, die sich durch Verfütterung auf gesunde
Thiere (selbst andere Raupen) übertragen lassen.
Stieda untersucht (Archiv für pathol. Anat. Bd. 32.
S. 132. Tab. III) die Psorospermien der Kaninchenleber
und findet — wie Kaufmann und Lieberkühn — ,
dass dieselben ausserhalb des thierischen Organismus (so-
gar in schwacher Chromsäurelösung) eine weitere Ent-
wackelung eingehen^ indem der körnige Inhalt erst in
zwei; dann in vier kleinere Kugeln zerfällt^ die sich nach
Verlauf einiger Wochen mit einer Hülle umgeben und
ein diaphanes Stäbchen mit zwei Endverdichtungen in sich
ausscheiden. Die weiteren Veränderungen blieben Verf.
unbekannt, doch glaubt derselbe die Psorospermien hier-
nach für sehr frühe Entwickelungsstufen eines thierischen
Parasiten halten zu dürfen, dessen vollkommen ausgebil-
deter Zustand noch unbekannt sei. Als erste Anfänge
der spätem Psorospermien werden feingranulirte zellen-
artige Kugeln beschrieben, die — statt der normal cnEpi
thelialzellen — in grosser Menge die Gallengänge der
inficirten Stellen bedecken und durch Längsstreckung und
Umlagerung mit einer derben Haut und kugligc Zusammen-
ballung des Inhaltes die spätere Structur annehmen.
Eine Einlagerung der Psorospermien in die Zellen des
Epithelialbeleges hat Verf. niemals beobachtet, doch geht
derselbe zu weit, w^enn er eine solche auch für die Pso-
rospermien des Darmkanales in Abrede stellt. (Ref. darf
bei dieser Gelegenheit wohl an die dem Verf. unbekannten
Beobachtungen von G. Wagen er erinnern, Entwickelung
der Cestoden, Bd. 24 der Verhandl. der L. C. Akad. S. 40.)
Dass die Psorospermien des Darmkanales — im Ge-
gensatze zu der Behauptung Stieda's — gar häufig im
Innern von Epithelzellen gefunden werden, ist nicht bloss
der niederen Thiere während der J. 1866 — 1867. 341
durch mehrfache frühere Beobachter (denen Ref. auch
sich selbst anreihen könnte) constatirt, sondern neuerlich
auch durch Reincke bewiesen, der diese Zellen nicht
selten von jungen und alten Psorospermien erfüllt sah.
Im Jugendzustande sind dieselben ohne die spätere Kap-
selhaut und amöbenartig beweglich, so dass Verf. nicht
ansteht, die gewöhnliche Form der Psorospermien geradezu
für den encystirten Zustand amöbenartiger Parasiten zu
erklären. Die Viertheilung des Inhaltes geht nicht bloss
im Wasser, sondern auch auf dem Boden der von inficir-
ten Thieren bewohnten Ställen vor sich und repräsentirt
vermuthlich den normalen Fortpflanzungsact. Die Pro
ducte dieser Theilung beschreibt Verf. übrigens als bau-
chige Körperhen, deren helle Grundsubstanz ausser einem
grösseren Körnerhaufen noch drei oder vier glänzende
Kugeln in sich einschliesse. Die von Stieda beschrie-
benen Formen werden — wohl mit Recht — als Kunstpro-
ducte oder Abnormitäten in Anspruch genommen und auf
eine widernatürliche Trennung des hellen Plasma von dem
Körnerhaufen zurückgeführt. Die angeschwollenen En-
den des Plasmastranges sind nichts Anderes als zwei meist
terminal gelegene glänzende Kugeln. Nach der Ansicht
des Verf.'s versvandeln sich diese Keimkörner nach der Ue-
bertragung in den Darm eines neuen Thiers ohne Wei-
teres in die amöbenartigen Jugendformen, wie das in der
That auch die schon vor längerer Zeit angestellten Ex-
perimente von Kauf f mann vermuthen lassen. Bei den
vom Verf. untersuchten Kaninchen fanden sich die Pso-
rospermien übrigens immer nur in dem Darme, nicht in
der Leber, und mitunter in solcher Menge, dass die L le-
be rk ühn'schen Drüsen stellenweise davon vollständig
erfüllt w^aren, und in einem Falle das betreffende Thier in
Folge der Affection an Darmkatarrh zu Grunde ging.
Nonnulla quaedam de psorospermiis cuniculi dissert. in-
aug. Kiliae 1866. 12 Seiten in Quarte mit einer Tafel.
Leisering berichtet (Bericht über das Veterinär-
wesen im Königr. Sachsen für 1865. Jahrg. X. S. 41)
über ein bis dahin noch nicht beobachtetes Vorkommen
der Rainey'schen Körperchen in gelblich aussehenden
Knoten, die von der Grösse einer Erbse bis zu der einer
342 Leuckart: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc.
Haselnuss massenhaft am Schlünde von Schafen gefunden
wurden und den plötzlichen Tod ihrer Träger veranlass-
ten. Verf. erklärt das abscessartige Verhalten durch die
Annahme^ dass die Schläuche sich nach und nach über-
mässig füllten, dann aber platzten und ihren Inhalt entleer-
ten, wobei es jedoch auffallend bleibt, dass die gesunden
Muskelpartieen des Schlundes keine Schläuche enthielten.
Der von Virchov — g^g^^ die Angaben des Ref.
— geleugnete Stäbchenbesatz der R a i n ey'schen Schläu-
che wird von Krause (Nachrichten von der K. Gesellsch.
der Wissensch. zu Göttingen 1865. N. 12. S. 305) be-
stätigt. Ebenso von Manz (Sckultze's Archiv für
mikroscop. Anatomie Bd. III. S. 345 — 366, Beitrag zur
Kenntniss der Mie s ch en'schcn Schläuche), der sogar
an die Möglichkeit denkt, dass diese Stäbchen — die er
freilich ebenso wenig, wie Ref. für bewegliche Haare hält
— bei der Einwanderung der Parasiten in Betracht kä-
men. Die von unserem Verf. zur Prüfung dieser Vermu-
thung angestellten Fütterungsversuche erwiesen sich übri-
gens als vergeblich, wie denn auch sonst auf keinerlei
Weise eine Weiterentwickelung der Schläuche oder der
eingeschlossenen Körperchen sich erzielen Hess. Die klei-
neren Schläuche enthalten übrigens statt der niercnförmi-
gen Körperchen runde Zellen, die diese erst später in ihrem
Innenraum ausscheiden. Die Bewegungen, welche beim
Hervortreten aus den Schläuchen bisweilen beobachtet
werden, sind immer nur durch fremde Kräfte hervorge-
rufen. In einzelnen Fällen liess sich eine Theilung der
eingeschlossenen Körperchen beobachten.
Knoch beschreibt im Journal des k. russischen
Kriegsdepartements Bd.XCV. 1866. Januar (in russischer
Sprache) einen Fall von Psorospermien an den Haaren;
im Wesentlichen eine Bestätigung der bekannten Lin-
de mann'schen Angaben. Die Existenz beweglicher
(gregarinenartiger) Zustände konnteVerf. nicht constatiren;
er zweifelt sogar an deren Vorkommen. Ref. schliesst
sich dem vollkommen an und bemerkt, dassHallier u. a.
Botaniker die betrefiendcn Bildungen neuerdings als einen
Pilz (Protococcus Beigelii Hall.) in Anspruch nehmen.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Insekten während der Jahre 1867 — 68.
Von
Friedrich Braner
in "Wien *).
Pettigrew J. Bell bespricht in seiner grossen
Abhandlung über den Flug der Thiere auch die Insekten
in dieser Beziehung in ausführlicher Weise (Linn. Trans. V.
XXVl. p. 197-277. pl. 12-15).
H. Landois und W. Thelen setzten ihre Unter-
suchungen über den Tracheenverschluss bei den Insekten
im XVII. Bande von Siebold und Kölh'cker's Zeitschr. für
wissensch. Zoologie (p. 187—214. T. XII.) fort.
*) Herr Dr. Gerstaecker, dem das Archiv für Naturgeschichte
seit einer Reihe von Jahren die trefflichen Berichte über das ganze
Gebiet der Entomologie verdankt, ist nicht mehr in der Lage, die
dazu erforderliche Zeit dieser mühsamen und langwierigen Arbeit
zu widmen. Derselbe wird jedoch auch noch fernerhin die Berichte
über Arachniden, Myriapoden und Crustaceen liefern. Die Insekten
hat Herr F r i e d r i c h B r a u e r in Wien übernommen. Wir wünschen
uns Glück, eine so vielseitige und bewährte Kraft für den schwer
zu ersetzenden Verlust gewonnen zu haben. Die Redaction ist
Herrn Brauer zu besonderem Danke verpflichtet, dass er in so
kurzer Zeit diesen Doppelbericht nachgearbeitet hat, und die Leser
werden -gewiss, dem Wunsche des Verf. gemäss, diesen Umstand
berücksichtigen, wenn sich irgendwo Lücken ergeben sollten. Die
gedrängte Abfassung für diesmal war eine Nothwendigkeit bei der
Kürze der Zeit und geschah auf meine besondere Bitte.
Der Herausgeber,
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. lid. X
344 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Nach einem Rückblick auf die Arbeiten Burm ei ster's über
Oryctes und L. Landois's so wie die von den Verfassern bereits
erschienene Arbeit über denselben Gegenstand (Siehe diesen Bericht
für 1865 — 66) geben dieselben eine eingehende Beschreibung des
Verschlussapparates und seiner Funktionen. Derselbe liegt erst
hinter dem Stigma und verschliesst nicht dieses selbst, wie Bur-
meister angiebt. Seine wesentlichste Construction wurde bereits
von Gerstaecker im vorigen Berichte geschildert; er besteht aus
vier Theilen: 1) dem Verschlussbügel^ 2) dem Verschlusshebel oder
Kegel, 3) dem Verschlussbande und 4) dem Verschlussmuskel. Die
drei ersten Theile sind Hartgebilde. Sie umgeben den Anfang des
Tracheenrohres innerhalb des Stigmas und der Verschluss wird
durch Andrücken des Verschlussbandes an den Verschlussbügel
mittelst besonderer mechanischer Vorrichtungen — einen Chitinstab
oder rechtwinklig gebogeneu Hebel — bewerkstelligt. Dieser Appa-
rat wurde bei keinem Insekt bis jetzt vermisst, ist aber bei Neu-
ropteren und Libellen auf einl Minimum reducirt. Seine Innerva-
tion erhält derselbe vom centralen und transversalen Nervensystem
aus kleinen, beiden Systemen gemeinschaftlichen Ganglien in der
Nähe der Stigmen. Für die Respiration der Insekten ist dieser
Apparat unentbehrlich, da die Tracheen die Luft nicht weiter treiben
können und die durch die ganzen Körperbewegungen bewirkte Strö-
mung, die eben eingeathmete Luft sogleich wieder austreiben würde,
wenn die Trachee nicht gleich nachher geschlossen werden könnte.
Die Respiration wird daher bei den Insekten vermittelt: 1) durch
die Körperbewegungen im Allgemeinen, 2) durch das den ganzen
Körper durchziehende lockere Gewebe, welches von der Peritoneal-
haut ausgeht , 3) durch Contraction der Muskelfasern , zwischen
welchen die Tracheenzweige hinziehen, 4) durch die unwillkürlichen
Bewegungen gewisser Organe, 5) durch den Blutstrom selbst, 6)
durch die queren Muskeln, welche über die Tracheen hinziehen und
7) durch den Verschlussapparat der Tracheen. Ebenso wichtig ist
leicht begreiflich letzterer für den Flug selbst. — Durch Eintau-
chen der Insekten in Oel werden die Muskeln gelähmt und die Thiere
ersticken. Die Verfasser schildern dann den Verschlussapparat bei
verschiedenen Käfern , Schmetterlingen, Hymeuopteren , Dipteren,
Aphanipteren, Neuropteren, Wanzen und Blatten.
Eine umfassende Arbeit über die Ton- und Stimm-
apparate der Insekten in anatomisch-physiologischer und
akustischer Beziehung hatH. Landois im 17. Bande von
Siebold undKöUiker's Zeitschr. f. wiss. Zoologie (p. 105 ff.
Taf. X. u. XL) veröffenth'cht.
Der Verfasser beginnt seine Abhandlung mit einem Rückblick
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 345
auf die bisherigen Forschungen in dieser Richtung und führt zahl-
reiche Stellen aus Aristoteles an. Als Tonapparate bezeichnet der
Verf. alle jene Gebilde, welche auf mechanische Weise durch An-
einanderreihen wirken, als Stimmapparate dagegen nur solche, wel-
che mit den Respirationsorganen in Verbindung stehen. Selbst die be*
reits bekannten Touapparate werden einer nochmaligen mikroskopi-
schen Untersuchung unterzogen und ihr Bau eingehender als dies
bisher der Fall war, geprüft. — In der Ordnung der Orthopte-
ren finden sich nur Tonapparate; die Acridier bringen ihre Laute
durch Reibung der Schenkel an die Flügeldecken hervor und zwar an
eine bestimmte Ader derselben, welche Schrillader genannt wird.
Das Geklapper von Oedipoda stridulus entsteht durch Reiben der
Längsadern der Hinterflügel an die Vorderflügel; die Gryllen zei-
gen einen Tonapparat au der Basis der Flügel in bekannter Weise
Die Schrilladern (die 2te Querader) zeigen an der Unterseite zahl-
reiche kleine Stege und reiben an eine Seitenader des darunter lie-
genden Flügels. Aehnlich sind die Apparate bei Gryllotalpa, Dec-
ticus und Locusta {^) gebaut. — Verschiedenartiger sind die Laut-
äusserungen der Käfer, einige (Anobium) schnellen die Kiefer ge-
gen eine Unterlage, indem sie die Beine dicht aneinander stellen und
mit dem Leibe eine hämmernde Bewegung machen; andere reiben
verschiedene Körpertheile aneinander — die Hinterleibsringe gegen
die Flügeldecken (Necrophorus), oder gegen die Hüften der Hinter-
beine (Geotrupes), oder die Vorderbrust gegen die Mittelbrust an
der Oberseite (Cerambycidae) oder Unterseite (Elateridae). — Zu
diesen Apparaten gesellt sich nun bei vielen der Brummapparat (in
spec. bei Melolontha). Letzterer ist als Stimmapparat aufzufassen
und findet sich dicht innerhalb der Hinterleibsstigmen im Lumen
des Tracheenrohres. Der Maikäfer besitzt 14 solcher Apparate , da
er jederseits 7 Stigmen hat. Der Brummapparat steht im wesent-
lichen Zusammenhang mit dem Tracheenverschlussapparat. (Siehe
diesen). An letzterem entspringt eine dünnhäutige Zunge, die in
das Lumen der Tracheen hineinragt. Bei der Verschliessung der
letzteren wird sie gegen den Bügel gedrängt. Beim raschen Respi-
riren vibrirt die Zunge und erzeugt das Summen des Käfers. Un-
terstützt wird das letztere durch den Flügelschlag. — Das Tönen
der Dipteren wird auf verschiedene Weise hervorgebracht. Ein
verhältnissmässig tiefer Ton entsteht durch die Flügelschwingungen,
ein oft knisterndes Geräusch durch Reibung der Hinterleibsringe
und heftige Drehungen des Kopfes gegen die Brust, die eigentliche
Stimme der Fliegen hat aber ihren Sitz in den Stigmen der Brust.
Zu Versuchen wurden Musca vomitoria und Eristalis tenax verwen-
det. Werden einer Fliege Kopf, Flügel, Beine und Abdomen ab-
geschnitten, so lässt der Brustkasten noch eine Stimme erschallen.
Durch Entfernen der Schwingkolben wird dieselbe schwächer. Schon
346 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Burmeister erkannte in den Stigmen den Sitz des Stimmappara-
tes. Letzterer hat folgenden Bau : In der Nähe des Stigmas erwei-
tert sich die Trachee zu einer halbkugeligen Blase, deren äussere
Oefifnung der Stigmenrand bildet; die Blase faltet sich oft in zier-
liche Blättchen, welche durch einen dicht unter der Stigmenöffnung
liegenden Brummring auseinandergehalten werden. Durch die
Respiration werden die Blättchen in Schwingungen versetzt und
dadurch ein Ton erzeugt. Der Brumm ring steht mit den Halteren
in Verbindung und die Schwingungen der letzteren werden somit
auch auf die Stimmblättchen verpflanzt. Der Verf. bespricht ferner
noch diese Organe bei Scatophaga und Musca domestica. Stratiomys
zeigt kein Stimmorgan, macht dagegen ein Geräusch, mit der Flügel-
wurzel. Unter den Nematoceren haben nur die Mücken eine wahre
Stimme. — In einem eigenen Kapitel erklärt der Verf. die Halteren
zur Bewegung des Brummringes von wesentlichsten Belang. Erst
in zweiter Linie wirken sie durch dieselbe Bewegung auf die Respi-
ration und Flugfähigkeit. — Was die Cicade betrifft, so kommt der
Verf. zu dem Schlüsse, dass der Sitz ihrer Stimme ebenfalls in den
hinteren Thoraxstigmen zu suchen ist, welche bisher durch ihre Lage
unter den Hinterbeinen übersehen wurden und an deren Chitinrande
die Stimmbänder angebracht sind. Das Pläutchen und die Höhlen
sind nur Resonanzapparate, Referent , welcher Cicada haeraatodes
lebend beobachtete, kann letzteres bestätigen, denn nach Entfernung
des zarten Iläutchens war der Ton kaum merklich geschwächt. Da-
gegen glaubt derselbe auf ein Gebilde aufmerksam machen zu müssen,
welches bei allen männlichen Cicaden an der Oberseite des Hinter-
leibes, jederseits am Grunde liegt, zuweilen frei ist. zuweilen von
einem Lappen des folgenden Seginentes ganz oder theilweise bedeckt
wird. Man findet dort in einem ovalen Spalt eine Blase vortretend,
die durch stärkere Rippen gespannt erhalten ist und wohl in we-
sentlicher Beziehung zum Stimraorgane steht , da sie den ^T aus-
schliesslich eigen ist, — Selbst für die Art-Beschreibung dürfte
dieses Organ und die sie deckende Schuppe (an der Oberseite) wich-
tig sein. So auffallend das Gebilde ist, so wurde es bis jetzt gänz-
lich übersehen. — Von Schmetterlingen erwähnt Verf, die Sphiugi-
den, welche mittels der Palpen ein Geräusch erzeugen. Die Stimme
der Hummeln wird durch die Hinterleibsstigmen, die der Biene
durch die Thoraxstigmen erzeugt, — Auch die Odonaten sollen
nach L. in den Thoraxstigmen ein Stimmorgan besitzen. — Die
Arbeit enthält genaue Messungen der Bestandthoile der Stimmor-
gane, ferner der Töne der Flügelschwingungen und Bestimmungen
der Tonhöhe verschiedener Insekten,
Die Stimmapparate der Insekten sind mit der Wirkung der
Zungenpfeifen zu vergleichen. Die Insekten bringen vermittelst
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. . 347
der Exspirationsluft in ihren Stimmapparaten ihre Stimme willkühr-
lich hervor. Schliesslich bespricht Verf. die Zahl der Flügelbewe-
gungcn, die Muskulatur der Stimmapparate, die letzteren als Ana-
loga der Tracheenverschlussapparate, die Schutzvorrichtungen der
Tonapparate und den Zweck der Insektenstimme.
Ueber ein arterielles Capillar-Gefässsystem bei den
Insekten bericlitet J. Kunckel (Ann. Scienc. Naturell. 5.
Ser. X. p. 86).
Der Verf. schliesst sich der Ansicht ßlanchard's an, nach
welcher das arterielle Blut der Insekten in dem Peritrachealraum
cirkulirt und die Blutgefässe mit dem Tracheennetz auf diese Weise
vereint sind. Das venöse Blut hingegen läuft in den Lacunen der
Körperhöhle zum Rückengefässe zurück.
Einen Beitrag zur Kenntniss der Leuchtorgane von
Lampyriö noctiluca gab P. Owsjannikow in d. Mem.
Acad. Sc. de St. Petersbourg XL n. 17. p. 12. pl.
Siehe auch J. F. Becker, über Lampyris splendi-
dula (Öfvers. of Finska Vet. Soc. Forhandl. VIII.
p. 15—21).
L. Landois hat eine genaue anatomische Untersu-
chung der Bettwanze und Verwandten begonnen (Siebold
u. Kpil. Zeit. f. wiss. Zool. T. XVIIL p. 206. pl. XL u. XII).
Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick und einigen
systematischen Bemerkungen schildert Verf. den Bau der Mund-
theile und des Darmkanales und seiner Anhänge. Von Speicheldrüsen
unterscheidet Verf. nebst den zwei schon von Leon-D ufour be-
schriebenen noch zwei Paare, die verästelten und schlauchförmigen.
Einer eingehenderen Betrachtung wurde der bei der Bettwanze in
specie noch nicht untersuchte Stinkapparat unterzogen. Derselbe
mündet zwischen dem dritten Fusspaare, unter dem Fortsatze des
Mesothorax. Man unterscheidet an ihm die Stinkdrüse-, Blase und
den Ausführungsgang. Das ölige Sekr et soll durch die Muskel der
Beine herausgedrückt werden.
Max Schnitze: Ueber die Endorgane des Seh-
nerven im Auge der Gliederthiere. (Archiv für mikr.
Anat. Bd. III p. 404. 408).
Der Verf. weist nach,^dass in den Krystallkörpern des Ar-
thropoden-Auges keine solchen Vorgänge ablaufen, wie in den Aus-
sengliedern der Wirbelthier- Stäbchen, dagegen aber den Aussen-
gliedern vergleichbare Bildungen hinter den Krystallkörpern vor-
kommen. Als solche sind nach demselben Gottsche's gerippte
348 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Doppelpyramiden des Krebsauges, die Querstreifungen in der »vier-
kantigen AnschweUung« des Nervenstabes bei Käfern u. s. w. zu
betrachten.
Derselbe hat eine umfassende Arbeit über den fei-
neren Bau der zusammengesetzten Augen der Krebse
und Insekten (Bonn 1868. p. VIIL u. 32. 2 Taf.) veröf-
fentlicht.
H. Landois: Das Gehörorgan des Hirschkäfers
(Lucanus cervus) (x\rchiv für mikroskopische Anatomie
von M. Schnitze T. IV. p. 868. Bonn).
Der Verf. schildert in Kürze den feineren Bau der Endlamelle
der Fühler des bezeichneten Käfers, an welcher schon mit freien
Augen auf der oberen und unteren Seite ein punktförmiges Grüb-
chen von 0,1 Mm, Durchmesser zu bemerken ist. Die Chitinhaut
der Lamelle besteht aus zwei Schichten, die äussere ist von Kanälen
durchsetzt, von kreuzförmiger Gestalt, über welchen je ein Haar
eingelenkt ist; die zweite Schicht ist faserig und lässt au der Stelle
der Kanäle Lücken. Unter dieser liegt die Hypodermis. Der Füh-
lernerv entspringt am Kopfganglion dicht unter dem Sehnerven und
geht gerade zu den Fühlern. Beim Eintritt in die Lamelle ist der
Nerv einfach und dick, verzweigt sich dann in drei Aeste und diese
wieder in viele feinere Stämmchen, die letzten Fasern gehen in die
Hypodermis und jedes Fäserchen schwillt zu einer Ganglienzelle an,
jede dieser Zellen sendet zu der ihr zugehörende Lücke in der
zweiten Hautschicht einen Fortsatz in den Porenkanal der ersten
Chitinschicht, der bis zur Einlenkung der Haare reicht. Diese
Fortsätze der Ganglienzellen sind stäbchenförmig und bestehen aus
einer Hülle und einem Axenkörper. — Die Haare sind auf der gan-
zen Endlamelle vertheilt und theils grösser, theils kleiner, an den
Grübchen weniger entfernt von einander. Letztere Haare werden
in Verbindung mit den Nerven nach Analogie mit den Hörhaaren
der Krebse als Gehörorgane oder die Grube als Gehörgrube in An-
spruch genommen, ebenso die kleineren Haare der ganzen Lamelle,
während die grösseren als Tasturgane gedeutet werden. Aehnliche
Bildungen finden sich auch bei Dorcus.
H. Landois und W. Thelen beschrieben (Siebold
und Köll. Zeitsch. f. wiss. ZooL 1867. T. XVII. p. 34. T. X.)
die Entwicklungsgeschichte der facettirten Augen von
Tenebrio molitor.
Die VerjS". geben zuerst eine Schilderung des Larvenauges der
Art, welches sehr einfach gebildet ist und keine Umhüllungskörper,
Linsen und Iris u. s. w. wie das Raupenauge, zeigt. Das künftige
der Insekten während d. Jahie 1867—68. 349
Käferauge bildet sich aus einer Imaginalscheibe auf der Peritoneal-
haut einer Kopftrachee. Die Entwicklung Ijeginnt in der Larve
über deren Augen dicht unter dem Chitinpanzer au einer Haar-
und Drüsenfreien Stelle. Nachdem sich in einzelneu Zellen der
Imaginalscheibe Pigment abgelagert hat , entwickelt sich über
dieser Zelllage die Cornea der Nymphe , welche von vielen Po-
renkauälchen durchsetzt ist, die ihr ausschliesslich eigen sind
(d.' h. allen Nymphenhornhäuten) und in besonderer Beziehung
zur weiteren Entwicklung der Anlage des Auges stehen. In
der Nymphe bildet sich nun um die grösser gewordenen Pig-
mentzelleugruppen eine hyaline Hüllmembran und dann weiter
durch eine Zellvermehrung in der Imaginal-Scheibe über letzterer
eine neue Zellschicht, deren Zellen durch Resorption der Wände
sich vergrössern und die erste Schicht der Cornea des Käferauges
bilden. An der weiteren Aufbildung der Cornea betheiligen sich
die Matrix der Puppencornea und die Semperschen Kerne. Die
Poren der crsteren schwinden, letztere gehen aus der Imaginalscheibe
hervor und liegen zwischen den Pigmentzellengruppen und der
Zellschicht der Cornea. Sie sondern eine stark lichtbrechende
Schicht ab. Die Cornea wird daher von der Hypodermis und von
der Imaginalscheibe gebildet. Die Pigmentzellgruppen werden zum
Umhüllungskörper jeder Augenabtheilung. Das Larvenauge dege-
nerirt vor der Puppenhäutung, wird aber nicht vollständig resor-
birt, die Verbindung mit dem Nerven reisst ab und das Sehnerven-
ganglion legt sich dicht unter die Imaginalscheibe. Aus ersterem
wachsen nun die Nervenstäbe hervor und treffen auf die sie umge-
benden Pigmentzellen, womit das Auge des Käfers seine Ausbildung
erreicht hat.
Duj ardin (Mem. sur les yeux simples ou stemmates
des animaux articules. Ann. sc. natur. 5. ser. 1867. tom VII.
p. 104).
Der Verf. hat genaue Untersuchungen über die physikalischen
Eigenschaften der Augen der Insekten vorgenommen und unter-
scheidet zweierlei Arten von Linsen, die einen finden sich bei Dip-
teren, Lepidopteren und einigen Coleopteren und haben eine be-
stimmte, vom Krümmungshalbmesser und dem Brechungsindex ab-
hängige Fokaldistanz, die anderen, welche bei den Hymenopteren,
Orthopteren vorkommen, so wie die einfachen Augen der- Spinnen
und Insekten zeigen einen ganz anderen Bau. Man muss sich die-
selben als Linsen vorstellen, welche aus concentrischen Zonen be-
stehen, deren Krümmungshalbmesser vom Centrum gegen den Um-
kreis kürzer werden. —Nachdem derselbe die Ansicht Müller's,
dass die Ocellen nur zum Sehen in die Nähe dienen können, wider-
legt hat, stellt er fest, dass eine eigentliche CristalUinse in den Ne-
350 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
benaugen der Gliederthiere fehlt, und dass diese Thiere durch die
Krümmung des brechenden Mediums allein gleichgut in die Nähe
und Ferne sehen können, ohne durch einen besonderen Accomoda-
tionsapparat die Distanzen im Innern des Auges zu verändern.
M. Lespes Recherches sur les Coleopteres avcu-
gles et sur Porganisatlou et les moeurs des Termites 1868.
April (Comptes rendus T. 68. p. 1400).
Der Verf. hat genaue Untersuchungen über das Gehirn der blinden
Höhlenkäfer vorgenommen und dessen Bau nach Art desjenigen der
Larven gefunden. In Betreff -der Termiten (T. lucifugus) fand er,
dass (^ und $ sowohl bei Soldaten als Arbeitern vertreten sind und
durch Spuren von Geschlechtsorganen zu erkennen sind, ferner,
dass zweierlei fruchtbare Formen, grosse und kleine zu unterschei-
den sind. — (In Betreff der Arbeiter ist zu bemerken, dass man
dieselben für Larven oder Junge überhaupt hielt und es zweifelhaft
war, ob man überhaupt geschlechtslose Arbeiter wie bei den Amei-
sen unterscheiden sollte. Sind die arbeitenden Termiten »Larven,«,
dann erscheint es nicht auffallend, dass mau unter ihnen beide Ge-
schlechter findet. In Betreff der Soldaten ist es aber gewiss sehr
merkwürdig und neu. Jedenfalls sollten grössere exotische Arten
untersucht werden.)
Derselbe hat die genauen Untersuchungen über
die augenlosen Käfer in d. Ann. d. kScienc. naturelles
(5. Ser. IX. p. 63. pl. 1) veröffentlicht.
Folgende Arten wurden in dieser Hinsicht geprüft: Claviger
Duvalii, Adelops pyrenaeus, Langelandia anophthalma, Chennium bi-
tuberculatum, Aphaenops Leschenaultii und Pholeuon Querithari.
Die oben angezeigte Arbeit über die Termiten ist dem Ref.
nicht zugekommen.
Claparede erwähnt Landois's Untersuchungen über
die Augen der Raupen in d. Biblioth. Universelle Nov.
1866. Bull. 8c. p. 272, übersetzt in Ann. and Mag. of Nat.
Hist. 3. Ser. XIX. p. 61).
E. Bessels. Studien über die Entwicklung der
Sexualdrüsen bei den Lepidopteren (Zeitsch. f. wiss. Zool,
Bd. XYIl. p. 545. pl. 32. u. 34).
Wie dies bei anderen Insekten bereits ermittelt worden,
zeigt sich die Anlage der Geschlechtsdrüsen schon im frühen Lar-
venleben und nach des Verf.'s Untersuchungen kann schon im Em-
bryo der Insekten Geschlechtsunterschied bemerkt werden. Diese
Studien sind wesentlich geeignet , die von L a n d o i s befürwor-
tete Entstehung der Geschlechter zu widerlegen. (Siehe p. 353.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 351
Den bei weitem grösstcn Theil der Veränderungen erleiden die Ge-
schlechtsorgane während des Raupenlebens. Bis zur Verpuppung
werden, wenn auch nicht stets, einerseits die Samenfäden bis zur
Vollendung der Form geführt, andererseits an den Eiern das Cho-
rion hergestellt. Bei überwinternden Puppen werden obige Theile
erst in diesem Stadium vollendet.
Hauptsächlich hat der Verf. die Vorgänge während des Bau-
penlebens untersucht und wird die späteren in der Folge berück-
sichtigen. Er giebt eine Ueber sieht der von ihm gemachten Unter-
suchungen und widerlegt in vielen Punkten die in derselben Zeit-
schrift erschienenen Ansichten Herrn. Meyer's.
H. Grenacher hat (Siebold und Köll. Zeitschr.
f. wiss. Zool. 1868. T. 18. p. 95. T. V.) die Eier einer
Epiiemeriden-Art untersucht und ist über deren Bau zu
einer von Leuckart verschiedenen Ansicht gelangt.
Letzterer hielt nämlich die beiden polaren, hutpilzförmigen
Aufsätze für Bündel von Spermatozoen, während Verf. nachweist,
dass diese Aufsätze schon in den Eierröhren der Nymphen au den
Eikeimen zu sehen sind; auch fand er die Micropyle nur einfach.
Als neu beschreibt derselbe merkwürdige an langen Fäden flotti-
rende kugelige Gebilde, welche in der Zahl von 8— 12 an zwei kreis-
förmigen Zonen des Eies sitzen und vielleicht zur Befestigung des
letzteren in starkfliessendem Wasser dienen.
Eaton bespricht die Homologien der Eierlegschei-
den (Trans. Ent. 8oc. London 1868. p. 141).
Packard bespricht die Honaologa des Eierlegers
bei den männlichen Insekten. Proc. Bost. öoc. Nat. Hist.
T. XL p. 393—399.
F. Me inert macht auf das Vorkommen eines dop-
pelten Samenganges bei den Männchen einiger P^orficu-
liden Arten aufmerksam (Naturhistorick Tidsskrift, 3. ser.
T. V. p. 278—294).
G. Dorf meist er: Ueber Zwitter bei den Schmet-
terlingen, Mitth. naturw. Ver. für Steyermark. 1867.
Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 181—184).
Der Verf. spricht die Vermuthung aus, dass schon bei der
Bildung der Eikeime eine Mischung der männlichen und weiblichen
Keime stattünde und zu jedem halb (^ und ^-Falter aus derselben
Brut ein umgekehrt gebildetes, ergänzendes Individuum als vorkom-
mend anzunehmen sei, eine Vermuthung, welche mit den Kenntnis-
sen der Bildung der Eikeime und deren Befruchtung nicht verein-
bar ist und z. B. differente männliche und weibliche Keime bedin-
352 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
gen würde. Wir wisseu aber, dass z. B. bei der Honigbiene u. a.
die Befruchtung allein einen Einfluss auf das Geschlecht des Eies
ausübt.
A. Gerstäcker hat ein her maphro di tisch es
Exemplar von Sphinx popidi einer genauen anatomischen
Untersuchung unterzogen und bei demselben beiderlei
Geschlechtsorgane abnorm und verkümmert, die weibli-
chen jedoch vorwaltender vorgefunden. (Öitzber. der
Gesellsch. naturf. Freunde zu Berlin 15. Oct. 1867.)
Goossens (Bull. 8oc. Ent. Fr. p. IV.) bemerkt
über das Vorkommen äusserer Geschlechtsorgane bei
Raupen.
A. Dohrn; On the Morphology of the Arthropoda
(Journ. of Anatomy and Bhysiol. T. II). Der Verf. stellt
vergleichend embryoJogische Betrachtungen über die Cru-
staceen und Insecten an und bespricht die für beide Classen
homologen Gliedmassen.
T. Goossens: Note sur les pattes membraneuses
des Chenilles. (Ann. Öoc. Ent. France 4. ser T VIII
p. 745—748).
Der Verf. beobachtete, dass die Zahl der Raupenfüsse bei eini-
gen Arten mit den Häutungen zunimmt. Beobachtet wurden Xylo-
myges conspicillaris, Mamestra brassicae. Berce bestätigt die
Beobachtung durch Untersuchungen an Polia flavociucta (Bull Soc
Ent. Fr. 1868. p. XCVII.)
Guenee: lieber ein eigenthümliches Organ an der
Puppe einer Lycaena (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. tom VII
p. 665. pl. 13).
A. E. Eaton: Zur Anatomie der unentwickelten
Caenis maciura Steph. (Trans. Ent. Soc. London 1868.
p. 279).
Girard (Maurice) (Les Metamorphoses des Insectes.
Paris 1867J bespricht in dieser Meinen Schrift viele Punkte
der allgemeinen Entomologie und Metamorphosen.
A. S. Packard bespricht die Entwicklung einer
Diplax-Art (?) im Ei und die neugeborne Larve. In ße
zug der neuerer Zeit entstandenen Fragen über die erste
Anlage des Embryo's enthält diese Arbeit jedoch keine
näheren Angaben. (Proceed. Boston Soc. Nat. Hist
T. XL 1868. 22. Jan.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 353
H. Land eis sucht bei der Biene n. a. Insekten zu
beweisen, dass das Geschlecht des Individuums sich erst
während der Entwicklung der Larve durch die Qualität
und Quantität des Futters diffcrenzire und reichliche
Nahrung der Larve stets weibliche Iniagincs erzeuge,
(üeber das Gesetz der Entwicklung der Geschlechter
bei den Insekten Zeitsch. f. wiss. Zool. T. XVII. p. 375.)
— Compt. rend. tom. 64. p. 222. und Ann. and Mag. of
Nat. bist. 1867. 3. s. T. XIX. p. 224.
Kleine spricht sich gegen das Landois'sche Gesetz
der Entwicklung der Geschlechter aus und weist nach,
dass sich an der Larve schon das Geschlecht erkennen
lässt (Öiebold. Zeitsch. für wissen. Zoologie XXII. p. 533.)
Bienenzeit, No. 11. 1867).
V. Siebold beweist gegen Land ois, dass das Ge-
schlecht des Insektes schon im Ei desselben bestimmt
sei und nicht durch das Futter entstehen oder verändert
werden könne. (^Zusatz zu Landois' vorl. Mitth. Zeitsch.
f. wiss. Zool. 1867. T.XVII. p. 525. üebers. Ann. et
Mag. of Nat. Hist. 4. ser. V. IL p. 205.)
Em. B esseis: Die Landois'sche Theorie widerlegt
durch das Experiment (Sieb, und Köll. Zeit. f. wiss. Zool.
T. 18. p. 124).
Der Verf. zeigt durch viele Versuche, dass die Uebertragung
der Eier, z. B. Drohneneier in Arbeiterzellen von den Bienen er-
kannt wird und die Eier herausgeworfen werden. Dagegen theilt
er mit, dass v. Berlepsch die Uebertragung durch eine genau
angegebene Methode gelungen sei und zu dem Resultate geführt hat,
dass sich aus den Droneneiern in Arbeiterzellen auch folgerichtig
Dronen entwickelten, wodurch die Landois'sche Theorie fallen musste.
Der Verf. zwang sogar auf höchst sinnreiche Art die Bienenkönigin
selbst in Drohnenzellen Arbeitereier zu legen und erhielt stets nur
Arbeiter aus diesen Zellen und keine Buckelbrut. Desgleichen ent-
wickeln sich aus den Eiern einer drohnenbrutigen Königin in Wei-
selzellen nur Drohnen-Larven, welche in der Regel von dem hete-
rogenen Futter getödtet werden. — Es steht daher fest, dass bei
den Bienen die Entstehung des Geschlechtes von der Befruchtung
abhängig ist und nicht, wie Landois behauptete, von der reich-
licheren und differenten Nahrung.
Felix Plateau: On the production of the sexcs
354 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
in Bees (Ann. Mag. Kit. Hist. 1868. 4. ser. V. II. p. 252
—255).
Der Verf. unterstützt die Ansicht vonLandois (siehe diesen)
über den Indifierentismus der Larven und deren geschlechtliche Tren-
nung vermittelst differentem Futter, durch Beispiele aus Balbiani u. a.
— In wiefern diese Ansicht für die Bienen sich verhält, hat Bes-
sel hinreichend klar gemacht (vide supra).
A . S a n s o n : üeber Drohnenbnit in Arbeiter-Zellen.
(Comptes rendns T. XVI. p. 754 — 756). Ein Beweis gegen
Landois.
C. Claus: Ueber das Männchen von Psyche helix
(helicinella) nebst Bemerkungen über die Parthenogenesis
bei Psychiden (Zeitscb. f. wiss. Zoologie 1867. XVII.
p. 470. pl. 28).
Der Verf. bespricht die Mittheilungen über spontane Fort-
pflanzung verschiedener Psychiden und regt insbesondere zur weite-
ren Beobachtung der Solenobia triquetrella an, welche nach Hoff-
manns Beobachtung sich bald auf geschlechtlichem bald auf par-
thenogenetischem Wege fortpflanzt und zwei Formen unterscheiden
lasse. Ein ähnliches Verhältniss besteht auch bei Psyche helix, von
der er zuerst das Männchen beschrieb und abbildet. (Vgl. d. vorig.
Bericht p. 390). Dasselbe scheint von Ps. helicella H. Seh. nicht
verschieden zu sein und letzteres höchstens einer südlichen Varietät
anzugehören. Dem von Claus gezogenen ^-^ fehlen Rüssel und La-
bialtaster sowie die Sporne der Hinterschienen und die Nebenaugen.
Auf Taf. 28 sind die Raupensäcke beider Geschlechter, die Nymphen
und Imagines so wie deren Körpertheile genau dargestellt.
U. E. Claparede bespricht (Ann. d. scienc. Na-
turell. 5. ser. VII. p. 21) die Arbeiten Mecznikow's und
Balbiani's über die Reproduction der Blattläuse und schliesst
sich der Ansicht des erstercn an, nach w^el eher dieselben
sich durch Agamogenese fortpflanzen. (Siehe hiezu die
Bemerkungen Balbiani's ebend. p. 30.)
Ilagen erwähnt mehrere Fälle von monströsen
Schmetterlingen mit Raupenköpfen (Proc. Boston Soc.
N. H. XII. 1868. p. 163, 164).
lieber Missbildungen bei Insekten, besonders Käfern
berichtet M. Perty (Mitth. d. naturf. Gesell. Bern. 1867.
p. 298 ff).
Packard behandelt die Parasiten der Honigbiene
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 355
nach Assmuss. Americ. Naturalist. 1868. Vol. IL p. 195
—205. pL 4. und 5.
Goureau stellt die von Erlenblättern lebenden In-
sekten zusammen (Bull Soc. Ent. Fr. 1868. p. 16—18).
Derselbe über die Insekten^ welche von Senecio
aquatica leben (l. c. p. CXIII — 'CXV).
Trimen giebt ein Bild des Insektenlebens Südafri-
kas (Ent. Montli. Mag. V. IV. p. 212—223),
Von Kalte nbach's deutschen Phjtophagen aus der
Klasse der Insekten ist die Fortsetzung der mit Q und
R beginnenden Pflanzennamen erschienen (Verh. natur-
hist. Ver. preuss. Rheinlande und Westph. 1867. p. 21 — 117.)
J. H. K a 1 1 e n b a c h : Les Insectes Phytophages (Ar-^
chiv cosmologique p. 65, 131^ 1,63, 199, 261). Ist eine
Uebersetzung der ersten Abtheiiung dieses bekannten
deutschen Werkes,
Frauenfeld giebt eine Uebersicht der Insekten
auf hoher See, ferner eine Notiz über die Flora und
Fauna von Neucaledonien mit einigen entomologischen
Mittheilungen und Beschreibungen neuer Zweiflügler.
(Zool. Miscell. 11. Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesell. 1867.
V. 17. p. 425. pl. 12.); ferner Beobachtungen über Käfer
u. a. Insekten Zool. Mise. 12. ebend. p, 775 und Mitthei-
lungen über Aleurodes, Thrips und Psyllidae (Zool. Mise.
13. p. 793).
Derselbe giebt die XIV. u. XV. Fortsetzung seiner
zoologischen Miscellen (erstere enthält die Mittheilung
über eine Castnia, welche lebend bei Miramare gefangen
wurde) und Beiträge zur Fauna der Nicobaren (Verh. d,
k. k. zool.-bot. Ges. 1868. T. XVIII).
E r b e r behandelt in seinen Reiseberichten von Rhodus
die Lebensweise einiger Insekten (Verh. d. k. k. zooL
bot. Ges. 1868. Bd. XVIII. p. 903).
L WittewaUTijdschrift f. Ent. 1867. 2. ser. Deel.ll.
p. 21. pl. 1.), Notizen über Pyrochroa rubens und ein Le-
pidopteron.
Die in Weidengallen lebenden Käfer, Hauttiiigler
und Zweiflügler bespricht Walsch (Proc. Ent. Soc.
Philad. 1866—67. V. VL p. 223.
35G Brauer: Bericht üb. cl. Leist. in d. Naturgeschichte
Bemerkungen über das Benehraen der Insekten wäh-
rend der Sonnenfinsterniss vom 6. März 1867 sind von
A. Villa in Attl Soc. Ital. Sc. Nat. V. X. p. 155. enthalten.
A. S. Pack ard „The American Naturalist T. I."
macht zahlreiche Bemerkungen über die verschiedensten
in den östlichen Staaten vorkommenden Insekten ; vor-
züglich über deren Schaden.
In L. Möller's Abhandlung über die Abhängigkeit
der Insekten von ihrer Umgebung (Leipzig. Inaug.-Dis-
sert. 1867.) findet sich eine Zusammenstellung aller bis
jetzt in dieser Hinsicht beobachteten Thatsachen, doch
dürften die Beobachtungen auf einen grösseren Bezirk
ausgedehnt werden.
Franz Low macht Mittheilungen über Alenrodesy
Heliothrips, Lyduj CicintleJa und Meloe sowie über Schwal-
bennester und deren Einmiether und Winter-Insekten
(Verb. d. k. k. zool. bot. Gesell. V. XVII. p. 749— 752).
J. H. Kawall, Miscellanea Entomologica (Stett. Ent.
Zeit. 1867. p. 117). Enthält Notizen über Insekten ver-
schiedener Ordnungen.
G. Fritsch bespricht das Insektenleben Südafrikas
(Berlin entom. Zeit. 1867. p. 247).
Eine Arbeit über Insekten, welche dem Menschen^
Hausthieren oder Handelsartikeln schädlich sind hat Gou-
reau veröftentlicht (Les Insectes nuisible ä l'homme etc.
Paris 1866).
A. Forel giebt eine Uebersicht der schädlichen In-
sekten des Raps im Kanton de Vaud (Bullt. Soc. Vau-
doise des Sc. Nat. 1866. V. 9. p. 72.
Eine Uebersicht der von französischen Entomologen
erschienenen Arbeiten über landwirthschaftlich wichtige
Insekten giebt M. Girard (Ann. d. 1. Soc. Ent. de France
4iser. T. 7. p. 1—32).
Ueber die den Kaffeeplantagcn schädlichen Insekten
berichtet Bidie in d. Proc. Ent. Soc. London 1868.
p.28— 32.
Taschenberg behandelt schädliche Insekten ver-
schiedener Ordnungen (Zeitsch. f. ges. Nat. wiss. XXXI.
p. 545—547).
der Insekten während d. Jahre 1867— G8. 357
Boisdnval: Essai siir rEntomologic horticole etc.
8. p. 648. Paris 1867. Ein für Gärtner nützliches Buch
in halbpopiilärer Form. Enthält die Beschreibung neuer
Cocciden-Arten.
E. Bobert empfiehlt eine Lösung von Campher in
Alkohol als »Schutz gegen baumschädliche Insekten (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1868. p. XCV).
Leveille berichtet einen Fall von schwerer Ver-
letzung, mit Gefolge einer einseitigen Paralyse, welcher
muthmasslich durch den Biss eines Insectes verursacht
wurde (Bull. Soc. Entomol. de France 1867. p. 78).
Die von G. A. Künstler geraachten Zusammen-
stellungen der Berichte über schädliche Insekten in den
Jahren 1866—67. (Verh. d. k. k. zool. bot. Ges. p. 913)
dürften ein höheres Interesse erreichen, wenn sie jährlich
fortgesetzt würden und alsdann eine Andeutung über das
Wandern solcher schädlicher Insekten brächten.
W. J. Beal giebt einen kurzen Bericht über die
von Darwin gemachten Beobachtungen in Betreff der
Befruchtung der Pflanzen unter Beihülfe der Insekten
(Americ. naturalist V.l. p. 254 u. 403).
Bail: Ueber Epidemien der Insekten durch Pilze
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 455).
M. Wagner. Die Darwin'sche Theorie und das
Migrationsgesetz d. Organismen 8. p. 612. Leipzig 1868.
Der Verf. bespricht in dieser interessanten Schrift auch die
Wanderzüge der Insekten.
Eine wundervolle Zusammenstellung einander ähn-
licher aber nicht verwandter Insekten oder Aehnlich-
kciten letzterer mit anderen Dingen sogenannter „Imi-
tations-Typen" enthält A. R. Wallace's Aufsatz unter
dem Titel Mimicry and other protective Resamblance's
among animals (Westrainster Review n. 5. V. 32. p. 1 — 43).
Diese Arbeit schliesst sich an die interessanten Beobach-
tungen Bate's an, welche in diesen Berichten von Ger-
stäcker (Stett. Zeit. 1863) besprochen und durch Bei-
träge vermehrt wurden.
W a 1 1 a c e bespricht die Frage über den Zweck
und den Ursprung der schönen Farben vieler Larven,
358 Brauer: BericM üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
namentlich jener der Schmetterlinge, und ist versucht zu
glauben, dass Raupen mit grellen Farben den Vögeln
widerlich sind. Pascoe, Weir, M'Lachlau und Bates
fragen, ob grellgefärbte Raupen von Ichneumoniden an-
gefallen werden. (Proc. Ent. Soc. 1867. p. 80—81. 85).
Siehe auch West wo od, Bemerkung über den geschlecht-
lichen Unterschied der Raupen durch die Farbe (1. c.
p. 91).
D. Sharp: über Ragen, Varietäten und Abwei-
chungen (Entomol. M. Mag. IV. p. 70).
H. Kiesenwetter giebt Beiträge zur ßeurthei-
lung der Darwin'schen Lehre. (Berl. Zeit. p. 327). Bei
dem Reichthum der Arten in der Klasse der Insekten
ist es gewiss höchst wünschenswerth in dieser Richtung
Forschungen anzustellen.
A. S. Packard: A. Guide to the Study of Insects
etc. Part. I. u. IL Salem. 1868. sollen eine allgemeine
Naturgeschichte der Insekten und de^ Anatomie etc.
enthalten. *
Von dem zoologischen Theile der Reise der?6ster-
reichischen Fregatte Novara um die Erde sind
im Jahre 1868 der zweite Band 1. Abth. A, enthaltend:
1. Coleoptera von Dr. L. R ed te u bac h e r mit 5 Tafeln,
2. Hymenoptera von Dr. H. de Saussure mit 4 Tafeln,
nebst einem Anhange von Dr. J. Sichel; 3. Formicidae
von Dr. G. Mayr mit 4 Tafeln, 4. Neuroptera vom Re-
ferent e n mit 2 Tafeln, ferner Abth. B, enthaltend : 1. Dip-
tera von Dr. J. R. S c h i u e r mit 4 Tafeln, 2. Hemiptera
von Dr. G. Mayr mit 5 Tafeln — erschienen. Als Se-
paratabdruck sind einige dieser Arbeiten bereits viel
früher erschienen, so die Coleoptera 1867, die Formi-
ciden und Neuropteren 1866, die Hemipteren 1865. In
Betreff der letzteren verweisen wir daher auf den frü-
heren Bericht. Wer die Mühe kennt, welche die Bear-
beitung eines aus allen W^elttheilen zusammengewürfelten
Materiales in Anspruch nimmt, wird es gerecht finden,
dass wir hiemit den Autoren die Priorität ihrer neuen
Arten gewahrt haben.
Von der 2. Abtheilung des IL Bandes, welcher die
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 359
Lepidopteren, bearbeitet von C. und R. Felder enthält,
ist im März 1867, das 3. Heft, Tagfalter, als öchluss er-
schienen.
B o h em an, Spitzbergens Insekt-Fauna (Ofvers. Ve-
tensk. Akad. Förhandl. 1865. p. 563—577. Taf. 35) gab
eine Uebersicht über die bis jetzt bekannt gewordenen
numerischen Verhältnisse der Insektenfaunen in den Polar-
ländern (Grönland, Lappland, Nordkap, Baffins-Bay u. s. w.
und verzeichnete eine auf Spitzbergen veranstaltete Samm-
lung von Insekten, welche 1 Lepidoptero7i fFluteUa cru-
ciferarum)y 1 Neuropteron (Goniotaulius), 4 Hymenoptera
f\ NematuSy 3 IchneurnonenJ , 20 Dipteren^ 1 FuteXj 1 Hae-
matopinus und 1 Poc/?^ra umfasst (die als neu beschriebenen
Hymenopteren und Dipteren siehe im vorigen Bericht).
T. A. Marshall berichtet über die auf der Höhe
des Maladetta (11,000') beobachteten Insekten (Ichneumon,
Chrysopa, Plusia, Lygaeus) Eni Month. Mag. V. p. 170.
W. B. Pryer giebt einen kurzen Bericht über die
Insekten von Shanghai (Journ. N. China, branch Roy.
Asiatic Soc. n. s. n. IV. p. 74—79).
M. Girard giebt Berichte über die Sammlungen
aus verschiedenen Weltgegenden welche bei der Expo-
sition Universelle von 1867 ausgestellt waren, namentlich
über die von Canada und Neuschottland (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. T. VIII. p. 287) über die entomol. Samml. von
Japan, Suez, der Donaufürstenthümer, Australien etc. in
Bullt. Soc. Entom. Fr. n. 3, 1868.
E. New^man giebt unter dem Titel „The Insect-
Hunter's Yearbook for 1867. London 1868. March. 1. einen
Bericht über Entomologische Beobachtungen in England
(hauptsächlich über Käfer und Schmetterlinge).
R. Spruce macht Mittheilungen über Wanderzüge
gewisser Schmetterlinge und Ameisen am Amazonenstrom.
(Journ. Linn. Soc. IX. p. 346).
Peteau und Selys Longchamps sprechen über
die habituelle Aehnlichkeit der chilenischen und europäi-
schen Fauna. (Ann. Soc. Entom. Belg. X. Coraptes ren-
dus p. X.)
Archiv für Naturg' XXXIV. Jahrg. 2. Bd. Y
360 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d, Naturgeschichte
J. Milde giebt eine kurze üebersicLt der Insekten
Meran's (Jahresb. d. schles. Gesell, vaterl. Cultur T. 44.
P.57).
Eine sehr interessante Mittheilung machte Bili m ek
(Dominik) über die während seines Aufenthaltes in Me-
xiko gemachten Durchforschungen der Grotten (Verh. der
k. k. zool.-bot. Gesell in Wien Bd.XVIL p. 901).
A. ßecker's Reise in d. Kirkisensteppe etc. (Bull.
Soc. Nat. de Moscou T. 39. pt. 2. p. 163) enthält einige
Verzeichnisse von gesammelten Insekten (p. 202 — 207).
Siehe auch ebendas. V. 40. pt. I. p. 104.
ßellier de la Chavignerie, allgemeine Ergeb-
nisse einer entomolog. Exkursion in der Umgebung von
Florenz. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LXXXIV.)
Während der Zusammenstellung dieses Berichtes
erhielt Referent die Bearbeitung der Hymenopteren und
Dipteren der Reise der K ö n i g 1. Schwedischen
Fregatte Eugen ie, erstere beschrieben von A. E.
Holragren, letztere von C. G. Thomson. Wir er-
wähnen diese Arbeit hier weil sie die Jahreszahl 1868
trägt, thatsächlich erschien sie jedoch 1869 und wird im
nächsten Berichte besprochen werden.
J. Wallen.gren Nordöstra Skancs Fauna (Ofvers.
Vetensk. Akad. Förhandl. 1866. p, 3 — 15) stellte ein Na~
mensverzeichniss der im nordöstlichen Schweden einhei-
mischen (Wirbelthiere), Insekten und Crustaceen zusam-
men. Unter den Insekten fehlen indessen die Hymenop-
teren ganz und die Coleopteren sind nur sehr schwach
repräsentirt; am vollständigsten sind die Lepidopteren
verzeichnet.
L. Figuier hat unter dem Titel „Les Inscctes'^ 8.
Paris 1867, eine mit vielen guten Holzschnitten versehene
populäre Schrift über die Insekten veröffentlicht, von wel-
cher auch eine englische Uebersetzung „The Insect World''
erschienen ist.
P. J. Van Beneden und Eug. Coemans be-
richten über ein mit Sialis (Neuroptcren) zunächst ver-
wandtes Insekt, Ornalia macroptera aus der Stein-
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 361
kohlenperiode auf dem Blatte einer Sigillaria. (Ann.
Scienc. Naturell. 5. ser. VIL 1867. p. 271. T. 1. f. 5).
Seudder bespricht fossile Insekten verschiedener
Ordnung aus Miocenen Lagern des Green River in Colo-
rado und der devonischen Felsen von Neubraunschw^eig
(Diptera, Neuroptera) Proc. Boston Soc. Nat. Hist. XL
p. 117. u. 150.
Derselbe giebt einen Bericht über die Insekten der
palaeozoischen Strata von Nordamerika (Amer. Naturalist
V. L p. 625—631. pl. 16).
Derselbe beschreibt zwei sehr merkwürdige fos-
sile Insekten aus der Kohlenformation Amerikas. Eines
derselben wird Megathentomum pustulatura genannt und
in die Ordnung der Neuropteren gestellt, das 2. gehört
zu den Orthopteren und wird als Archegogryllus priscus
beschrieben (Proc. Boston Soc. Nat. Hist. V. XI).
Anton Dohrn: Eugereon Boeckingi und die Ge-
nealogie der Arthropoden (Stett. Zeit. 1867. p. 145. pl. I).
Der Verf. giebt einen üeberblick über die Abstammung der
ganzen Klasse der Insekten und ihre Beziehung zu den übrigen Ar-
thropoden im Sinne E. HäckeFs (Generelle Morphologie). Das
sehr merkwürdig gebaute Insekt Eugereon wird ausführlich be-
schrieben, es stammt aus der oberen Steinkohlenformation und
scheint ein Zwischenglied zwischen den Pseudoneuropteren und
Rhynchoten zu bilden. (Nach des Referenten Ansicht dürften noch
die Panorpiden mit in den Vergleich gezogen werden.) (Siehe den
vorig. Bericht.)
Osw. Heer berichtet über die fossilen Kakerlaken
(Blattarien) (Viertelj. naturf. Ges. Zürich Jhg. IX. p. 273
—302).
G. Mayr. üeber die Ameisen des baltischen Bern-
steins (Beiträge zur Naturk. Preussens, K. phys. ökon.
Gesellsch. Königsberg 1868). Beschreibung von 50 Arten
von Bernsteinameisen.
Derselbe veröffentlichte vorläufige Studien über
die Radoboj-Formiciden in der k. k. geolog. ßeichsan-
stalt zu Wien (Jahrb. der k. k. geologischen Reichsan-
stalt 1867. 17. Bd. Hft. 1. p. 47).
Der Verf. giebt eine üobersicht der Gattungen nach dem Flü-
gelrippeuverlauf, Ijespricht dann die bereits beschriebenen Arten
362 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
und beschreibt 2 neue A. und 1 n. G. : Liometopiim antiquum. Hy-
pocUnea Haueri und Loncliomyrmex n. g., für F. FreyeriReer.
V. Duisburg in Steinbeck berichtet (Schriften d.
königl. physikal. Ökonom. Gesell. Königsberg 9. Jahrg.
1. Abth. 1868. p. 23. Abb.) über das bereits von Low
(Stett. Z. Vlll. 847. 339) erwähnte Vorkommen von My-
mariden in Bernstein und giebt eine Zeichnung eines sol-
chen Bernsteinthieres.
B. P. Mann empfiehlt eine Lösung von Carbolsäure
in Wasser zur Aufbewahrung von Larven. (Proc. Boston
Soc. N. H. XIL p. 163).
Eine sehr nützliche Anleitung zur Präparation kleiner
Insekten für Samuilungen giebt Laboulbene (Ann. d.
I. soc. Ent. d. France 4. ser. tom. VI. p. 581. pl. 8).
Morawitz erläutert die Regeln, welche zu beob-
achten sind, wenn Namen von Peisonen in der Syste-
matik benutzt werden. (Ilorac. Soc. Ent. Ross. IIL p. 42
—48.)
J. W. Dünn ing bespricht die Frage über das Prio-
ritätsrecht von Arten, welche in auf Privatwege gedruck-
ten Werken beschrieben werden. (Proc. Ent. Soc. 1867.
p. 109.)
Orthoptera.
Frauenfeld erwähnt von den Nicobaren '^. A. Li-
belluliden und 2 Termiten 1. c. p. 291.
Ein Vcrzeichniss der im Kanton Zürich beobach-
teten Orthopteren hat Dietrich veröffentlicht. (Mitth.
d. Schweiz, entom. Gesell. V. II. p. 327).
V. Graber behandelt die Orthopteren Tyrols in
Beziehung auf ihre Höhenverbreitung und ihre Lebens-
weise und zählt 81 dort beobachtete Arten auf (Verb. d.
k. k. zool. bot. Ges. Wien T. XVII. p. 251—280).
Derselbe giebt eine analytische Tabelle zur Be-
stimmung der in Tyrol vorgefundenen Arten (Zeitschr.
des Ferdinandeum's 3. Folge XIIL p. 261— 277).
Derselbe giebt Beiträge zur Verwandlung und
Reproductionsfähigkeit der Orthopteren (Sitzb. k. k. Akad.
der Insekten wäiiieud d. Jahre 1867 — 68. 363
Wibs. Wien ßd 55. p. 307. pl.) Als Auszug in Ann. Mag.
Nat. Eist. XIX. p. 147).
iScudder beschreibt Gryllidcn (Proc. Boston Soc.
Nat. Hist. V. XII. p. 139—143. 1868) und gicbt Zusätze
zu den Odonaten Cubas (ebend. V. XI. p. 298—300. 1868.
Derselbe über den Gesang der HeusQlirecken
(Americ. Naturalist V.U. p. 113— 120).
Derselbe bat ein Verzeichniss der Orthoptera ge-
nuina von Nordamerika entworfen und deren öynonymie
beigefügt. (Smithsonian Miscellaneous Collections 189.
Oct. 1868. p. XX. u. 89.)
Derselbe giebt (Proc. Boston Öoc. Nat. Hist. V. XI.
1868) Beiträge zur Systematik der mit GryUotaipa ver-
wandten Gattungen, und (ebenda Febr. 1868) bespricht
den Werth der Familien der Orthopteren.
Derselbe macht Mittheilungen über die Reibungs-
geräusche der Orthopteren (ebenda April 1868).
H. d. Saussure: Etudes sur L'Aile des Orthop-
teres (Ann. d. Scienc. naturell. 5. ser. T. X. p. 161) be-
spricht in ausführlicher Weise den Bau der Flügel (beson-
ders der llinteriiügel) der Blatten und die Analogien des
Geäders in den 3 Feldern des faltbaren Organes. W^ir
sind leider nicht in der Lage hier näher auf diese Unter-
suchungen einzugehen.
Derselbe beschreibt n. A. Phasmiden und Blattiden
(Revue et Mag. de Zoolog. 1868. p. 63 u. 354).
E. Ruegger: Orthopteres de la Vallee du Leman,
aus der Sammlung des verstorbenen Alex. Yersin. (Bull.
Soc. Vaud. Sei. Nat. V. IX. p. 648—654.)
Rostock verzeichnet die Orthopteren (Pseudoneu-
ropteren) der Lausitz. (Siehe Neuroptera) (34 Odonata,
13 Ephemerina, 15 Perlidae, 10 Psocidae).
Ritchie über „Spectrum femoratum'^ im Canadian
Naturalist und Geol. V. IIL p. 66).
Fritsch bespricht einige in Süd-x\frika vorherr-
schende Arten (das Insektenleben Süd- Afrikas Bcrl. Ent.
Zeit. 1867. p. 260—66).
Blattina. Frauenfeld erwähnt die am Board d. Novara
364 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
beobachteten Blattiden und berichtet über ihr Benehmen. (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien T. XVII. p. 442—445.)
Saus sure beschrieb l. c. folgende neue Gattungen und Arten :
Hypocrita n. g. verw. mit Epilampra, mit 1 n. A., Buen. Ayres;
Paralatindia, verw. mit Latindia, mit 1 n. A., Mexiko: Para-
ceratinoptera mit 1 n. A. ebendah. ; 4: Änaplecta, 3 Temnopteryx,
1 Pseudopyllodromia, 1 Thyrsocera, 2 Epilampra, 1 Corisoneura, 1
Hormetica, 1 Latindia, 1 Ceratinoptera, 8 Blatta (= Phyllodromia),
2 Ischnoptera, 1 Phoraspis, 1 Zetohora.
Mantodea. Trimen erwähnt eine Mantiden- Art mit sehr klei-
nen Raubbeinen und von Gestalt einer Phasmide (Proc. Ent. Soc.
1867. p. 105).
Fhasmodea. C. B. King beobachtete hei Ätiisomera buprestoi-
des (?) aus Jamaica am Prothorax zwei Oeldrüsen, welche zur Ver-
theidigung dienen. Das Insekt lebt auf Bignonia chinensis, Eier und
^ werden von Parasiten angegriffen. Bates hält dies Tliier für
eine wahre Phasma-Art. (Proc. Ent. Soc. Lond. 1867. p. 78.)
Saussure stellt als n. Gen. auf: Bactridium (Phybalo-
soma Westw. p. part.) mit 1 n. A. Austral. Derselbe beschreibt 27
n. A. aus verschiedenen Gattungen dieser Familie (1. c. 66).
Gryllodea. Scudder stellt (1. c. p. 142) als n. G. auf: Cy-
cloptilutn, verw. mit Ornebius, mit 1 n. A., Texas. Als n. A.
beschrieb derselbe je 1 Tridactylus, Trigonidium, Hapithus, Platy-
dactylus, Mogoplistis, Nemobius und 3 Eneoptera.
N. Petroff: lieber die Maulwurfsgrille (Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou. T. XL. 2. p. 288. 867). Der Verf. ernährte diese Insekten
mit Ameisenpuppen, Fliegen u. a. Insekten und bemerkt, dass sie
Pflanzen unberührt lassen. Es wäre also die Verfolgung der Maul-
wurfsgrille ebenso ungerechtfertigt als die des Maulwurfs und der
angebliche Schaden scheint von den Engerlingne verursacht zu
werden.
C leg hörn berichtet über eine Acheta, welche in Indien die
Casuarinen zerstört (Proc. Ent. Soc. London 1868. p. XVIII.)
LoCQStina. Phalangopsis annulata Bilimek (1. c. 904) 1 n. A.
aus einer Mexikanischen Höhle.
Cosmoderics Lucas (Ann. Soc. Ent. France 4. ser. VIII.
p. 325. pl. 8) eine n. Gen., verw. mit Hetrodes für Eplüpp. erina-
ceus Fairm.
Biologische Mittheilungen über Locustinen und Acrydier
machten Walsh (Pract. Entom. 11. p. 1 — 5); über Locustinen-Eier
im Stengel der Baumwollpflanze flagen (Proc. Boston. Soc. N. H.
XI. p. 434) und Scudder über Chalcididen, parasitirend in Eiern
von Oedipoda Carolina (ebenda XXL p. 99).
der lusokten während d. Jalire 1867 — 68. 365
Acridiodea. lieber den durch Caloptenus üalicus verursachten
Schaden berichtet Künstler (1. c. 930).
Eine Beobachtung' Trimen's über die Begattung der Pup-
pen von Paecilocerus in Süd-Afrika dürfte noch bewiesen werden.
(Proc. Ent. Soc. 1867. p. 105.)
A. J. J ä c k e 1 : über Oedipoda migratoria in Bayern (Corr.-
Blatt d. zool.-min. Ver. Regensb. XXL p. 83).
Giraud bespricht eine Arbeit Come's über die Algerischen
Heuschrecken (Acrid. peregrinum und migratorium), w^elche aus süd-
licheren Gegenden heraufziehen. Die frischausgekrochenen vollkom-
menen Thiere haben anfangs eine rosenrothe Farbe und verändern
dieselbe erst später , wenn sie zur Fortpflanzung reif geworden.
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. X— XIII.)
Physopoda. Frauen feld berichtet über das Auftreten von
Thrips-Arten in Treibhäusern und beschreibt T. Benseleri eine n.
A. auf Zea Mais bei Wien. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. zu Wien
T. XVU. 800.)
Fr. Low, über Helioth. haemorrhoidalis aufViburnura tinus.
(Ebend. p. 747.)
Walsh bespricht die Lebensweise einer Thrips-Art, welche
er für Carnivor hält und zählt die mit dem Namen Thrips bezeich-
neten Insekten auf. (Pract. Entom. II. p, 46 — 51.)
Forficulina. H. Dohrn giebt (Stett. Zeit. 1867. p. 341) Nach-
träge zu seiner Monographie der Dermapteren und führt die über-
sehene Gattung Ghelidura und deren Arten auf.
Derselbe ergänzt den Charakter von Pygidicrana ophthal-
mica u. a. A. Stäl's. Ferner beschreibt derselbe n. A. der obigen
Gattung und von Forcinella, Fscdidophora und Labia (1. c. 343 sq.)
(je 1 Sp.)
Hagen berichtigt, dass sein Calotermes japonicus eine For-
fimlide u. z. wahrscheinlich Bracliylabis maritima sei. (Proc. Boston
Soc. Nat. Hist. XII. p. 139.)
Lahidura advena Meinert eine n. A. Jamaika (Naturh. Tidsskr.
3. s. V. p. 279).
Japygidae. A. Humbert beschreibt eine n. A. der Gattung
Japyx Halid. (Revue de Zoolog. 1868. p. 345. pl. 22 J, Saiissmii aus
Mexiko.)
Lucas giebt einen Auszug aus Haliday's Beschreibung des
Japyx soUfugus (Bull. Soc. Ent. France 1867. p. 20).
Poduridae. Saunders erwähnt das Auftreten von Poduriden
auf Schnee in Yorkshire (? Pod. tuberculata Tempi.) (Proc. Entom.
Soc. 1867. p. 85.)
Lepisma anophtlialma Bilimek (1. c. p. 905) eine n. A. aus
Höhlen in Mexiko.
366 Brauer: Bericht üb. d. Loist, in d. Naturgeschichte
Podura hyperborea Boheman (Öfvers. Vetensk. Acad. Forhandl.
1865. p. 577) eine n. A. von Spitzbergen.
Lucas erwähnt einige Zerstörungen, welche Lepisma Saccha-
rina verursachte. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. 22.)
Sir J. Lubbock, Notes on the Thysanura (Part. III. Trans.
Linn. Soc. Vol. XXVI. p. 295—304. pl. 21, 22 gelesen 1867).
Enthält die Beschreibung von 18 englischen Arten (4 n. A.
2 Smynthurus, 1 Degeeria, 1 Achorutes.)
Psocida. M'Lachlan hat eine vorzügliche Arbeit über die
englischen Psociden veröflFentlicht. Beschreibungen sowohl als Ab-
bildungen sind musterhaft. (Ent. Monthl Mag. V. III. p. 177, 194,
226, 241 u. 270. pl. 2.)
Nach den Beobachtungen Blackwalls und M'Lachlan's ist
Ätropos divinatorius die oft bestrittene Ursache des Klopfens der
sogenannten Todtenuhr (Proc. Ent. Soc. p. 73 und Ent. M. Mag. IV,
p. 19—20.)
CaeciUus Dalii und Elipsocus Westwoodi M'Lachlan 1. c. 274.
2 n. A. Engl.
Perlariae. Laboulbene berichtet über das Eierlegen von
Nemura und die Absonderung einer gelben Flüssigkeit aus den
Beingelenken von Perla parisina Rbr. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868.
p. XXXVII.)
Libellulina. Hagen stellt (Stett. Z. 1867. 221) die Gattung
Tliolymis für Lib. Tülarga und Verw. auf. Ferner beschreibt der-
selbe n. Arten d Gatt. Tramea (3 Sp.) p. 226.
Derselbe stellt (Verh. k. k. zool.-bot, Ges. in Wien 34 ff.)
n. A. in d. Gattgn. Anax (6 sp.), Aeschna (1) auf und charakteri-
sirt die von Sei ys angenommenen (nicht veröffentlichten) n. Gttgn. :
Neur aeschna, verw. mit Aeschna, für 1 Burmeistersche Art, fer-
ner die Cordulidengattungen Syntliemis , Idionyx, Zygonyx
und Epophtlialmia und führt die bezüglichen typischen Arten
auf. Die Arbeit enthält zahlreiche synonymische Berichtigungen.
Derselbe berichtet in der Stett. Ent. Zeit. 1867 über die
(Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1857, 58) von Uhler beschriebenen Odo-
naten (p. 87), ferner über die von Scudder aufgestellten Arten
(p. 96) ; über die Odonaten Cuba's mit nach dem Leben entworfe-
nen Beschreibungen von G und lach.
Derselbe hat einen Vergleich der vom Eef. im »Novara-
Werkc aufgestellten Arten mit jenen seiner und de Sely's Samm-
lung unternommen und beschreibt n. A. (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. T. XVII. p. 31—62.)
Derselbe bespricht die zur Gattung Nannophya gehörenden
Arten und erwähnt der n. Gatt. Hypothemis s. aus Celebes (ohne
Beschreibung) Stett. Ent. Zeit. p. 91.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 367
Derselbe stellt ebenda p. 232 die Gatt. Bhijothemis , für
Libell. Phyllis De Haan und Verw. auf.
Derselbe, die Odonaten Cuba's (Fortsetzung) Stett. Ent. Zeit.
1867. 444. und Proc. Boston See. Nat. Hist. Vol. VI. p. 289— 294.
Diese Arbeiten enthalten wichtige Beiträge zur Kenntniss der
Amerikanischen Odonaten und viele synonymische Berichtigungen
über die von Scudder aus Cuba, der Isle of Pines und von den
White Mountains beschriebenen Arten. (Siehe d. Bericht f. 1866.)
Derselbe stellt die n. Gatt. Macrothemis auf für L. pleu-
rosticta Burm. u. a., verw. mit Dythemis,
Selys-Longchamps beschreibt (Comptes rendus de la Soc.
Entomologique de Belgique 1. Febr. 1868) n. Arten in den Gattungen
Libelliila'd, Erpetogomphus 1, Gordulegaster 1, Gynacantlial, Cora 1,
Agrion 1 und Telehasis 1 aus Mexiko.
Derselbe stellt (ebenda 7. Mars 1868) die neuen Gattungen
Hemiphl ebia für eine n. A. aus Queensland wf^ Synlestes für
eine n. A. ebendaher auf. Erstere weicht von allen lebenden Odo-
naten durch die Verschmelzung des Vierecks mit der Basalzelle ab
und nähert sich den fossilen Formen.
Referent hat einige Arbeiten über neue exotische Odonaten,
insbesondere über die Gattung Neurothemis s. (Polyneuria Ramb.)
und den bei vielen $ derselben beobachteten Dimorphismus
veröffentlicht. Letztere erscheinen in zwei Formen ; d. h. einige
haben reich- und dichtgenetzte Flügel, gleich den Männchen, andere
haben das weitmaschige Adernetz der Diplax-Arten und wurden vom
Referenten u. a. früher als eigene Arten anderer Abtheilungen be-
schrieben. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T, XVII. p.3, 287,
971 u. 811.)
Derselbe beschreibt 1. c. n. A. in den Gattungen: Neuro-
themis 8 A. p. 8 und p. 976, Lihellula \, Diplax 2, Tramea 8, Geli-
themis (3 sp,, nach Hagen lüiyolhemis-Arten), Agrionoptera 1, Neu-
robasis 1, Gynacantha 1, Bhyothemis 1.
Derselbe veröffentlichte Beschreibungen neuer von Sem-
per auf den Philippinen gesammelten Odonaten (Verh. d. k. k. zool.
bot. Ges. T. XVIII. p. 167 u. 558) und charakterisirt neue Gattun-
gen (ebenda p. 711. Siehe Neuroptera).
Derselbe stellt folgende n. Gattgn. und Arten aus der Fa-
milie Odonata auf: Ony chothemis n. Gatt., verw. mit Libella s.
mit 1 n. A. Philppinen , Br ach y diplax mit 1 n. A. ebeudah.;
Diplacina, verw. mit Diplax, mit 1 n. A. und 4 A. Rambur's ;
Urothemis, verw. mit Corduliden, für Lib. Edwardsii Selys und 1
n. A. ; Trithemis für Lib. aurora Burm.; Lyriothemis, verw.
mit Uracis, mit 1 n. A. Philippinen; Tetrathemis, verw. mit Nan-
nophya (? = Hypothemis Hg.) für 1 n. A. ebendah. (1. c. p. 170 sq.);
3G8 Brauer: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
Pachydiplax für L, longipenuis ßurra. ; Erythro diplax für
Lib. umbrata L. ; Microthemis für Perith. Duiwenbodei Brauer;
Nanno diplax für Nan. rubra Brauer; Nannoäytliemis für N.
australis Brauer; Nannothemis für N. bella Uhl.; Lib eil a für
Lib. albistyla uüd Verwandte; Brachythemis für L. contaminata
Fabr.; Grocothemis für L. erythraea etc. (Verzeichniss der be-
kannten Neuropt. p. 360 ff. und p. 711 ff.). — Neue Arten beschrieb
derselbe in den Gattungen: Lihella, Wiyothemis, Ämphicnemis, Hy-
pocnemis, Platysticta und Agrion (1. c. 167 sq. u. 541 sq.).
Giraud bespricht den Farbenwechsel der Odonaten während
des Lebens (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p, 13). (Wesentlich wird die
Farbe dieser Thiere durch Ausscheidung einer blauen Wachsmasse
modificirt. Ref.)
A. S. Packard: lieber Odonaten. (Americ. Naturalist Vol. L
p. 304.) Verf. giebt eine allgemeine Schilderung über die bekannte
Lebensweise un^über den Bau der Hinterleibsanhänge. Mehrere
amerikanische Arten sind abgebildet.
R. R. Uhler: lieber die Odonaten von Hayti (Proc. Boston
Soc. Nat. Hist. Vol. XI. p. 295. 298).
G. du Plessis: Libellulides des environs d'Orbe. (Mittheil.
Schweiz, entom. Gesellsch. II. p. 313—321.) (12 Libellula, 4 Corulia,
4 Aeschna, 4 Gomphus, 3 Calopteryx, 5 Lestes, 7 Agrion, 1 Platy-
cnemis.)
Pryer berichtet über das massenhafte Auftreten von Libel-
luliden in Shanghai. (Journ. N. China Brauch. Roy. Asiatic. Soc. n. s.
IV. 75. 76.)
Girard erwähnt Libell. leucosticta Barm, aus Smyrna. (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1868. CVIII.)
Ghiliani beschreibt eine grosse Einwanderung des Auax
meditorraneus Selys von Afrika nach Italien (Revue et Mag. Zool.
1868. p. 223).
Referent erhielt die Art zu wiederholtenmalen aus Dalmatien
und Südtyrol.
Ephemerina. OUgoneuria trimeniana M'Lachlan eine n. A. Port-
Natal. (Ent. M. Mag. IV. p. 177.)
A. E. Eaton hat eine wichtige Arbeit über die Gattungen
der Ephemeriden veröffentlicht. (Ent Month. Mag. Vol. V. p. 82— 91.)
Derselbe unterscheidet (1. c. 82) in der Familie Ephemeridae
18 Gattungen, von denen folgende neu sind: Tricorythus, für
Caen. varicauda P.; Campsurus, Type Pal. latipennis Wlk.; Poly-
mitarcys, Type Pal. virgo Oliv.; Colohurus, Type Baet. hume-
ralis Wlk. ; Sip hl o nur u s, Type B. flavida E. Pict. ; B aetis (Leach)
Eaton = Cloe pars Pictet; Baetis Pict. = Heptagenia p. (Walsh)
Eaton.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 369
Neuroptera.
A. E. Eaton: lieber einige Englische Neuropte-
len (Ann. Mag. Nat. Hist. 3. ser. Vol. XIX. p. 395-401).
Siehe bei den P\iinilien.
H. A. Hagen giebt wichtige Beiträge zur Arten-
ßeschreibung der Gattung Hhaphidia (übersetzt von
M'Lachlan in Transact. Ent. Soc. London 3. ser. Vol. V.
p. 493).
A. W. M. van Hasselt macht kleine Mittheil imgen
über Phryganiden (Tijdschrift voor Entomol. 2. ser.
Deel 1. p. 211).
R. M'Lachlan veröfFentlichto eine für jeden Neu-
roptcrologen unentbehrliche Arbeit über die von F.
Walker aus dem British Museum beschriebenen Arten
der Ordnung pait II bis zu dem Endo der Gattung Myr-
meleon und beschreibt neue Gattungen und Arten (Journ.
Linn. Soc. Vol. IX. Zool. p. 330-381. pl 8).
Derselbe macht Bemerkungen über europäische
Phryganiden und beschreibt neue Gattungen und Arten :
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 50—63).
Derselbe: Notizen über Trichoptera aus England
(Ent. Annual 1868. p. 1—7).
Wichtige Beiträge zur Kenntniss der Neuropteren
hat derselbe in mehreren, zum Theil grösseren Arbeiten
geh'efert. 1) Monographie der Neuroptera Planipennia Eng-
lands (Trans. Ent. Soc. Lond. 1868. p. 145-224, pl. 8-11),
2) Beiträge zur Kenntniss des Trichopteren Europa's mit
Beschreibung neuer Arten, 1. Th. (ebenda p. 289—308.
pl. 14); 3) Ueber die Trichoptera Neu-Seclands mit einem
Verzcichniss der bekannten Arten (Journ. Linn. Soc. Zool.
1868. Vol. X. p. 196-214. pl. 2); 4) Ueber Monocentra
lepidoptera Rambur {~ Halcsus S. G.) (Ann. Soc. Ent.
France. 4. ser. T. VIIL p. 749. pl. 12. fig. 7 -13). Diese
Arbeit giebt eine interessante Aufklärung über ein In-
sekt, welches bisher räthselhaft war. — In Betreff der
zuerst genannten Arbeit heben wir hervor, dass der Ver-
fasser hier zuerst die charakteristischen Hinterleibsanhänge
bei Hemcrobidcn zur Charakteristik der Arten benutzt
370 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
hat. Bisher hcatte man in der Bestimmung' durchaus keine
Sicherheit, da die sonst guten Charaktere, welche Wes-
raael angab, dennoch viele Schwankungen zeigen.
Fraucnfeld verzeichnet die Netzflügler der Nico-
baren (1. c. p. 291).
M. Rostock verzeichnete (Berh'n. Ent. Zeit. 1868.
p. 219) die in Sachsen und zwar besonders in der Lausitz
bei Dretschen aufgefundenen Neuropteren und Pscudoneu-
ropteren. Ersterc sind durch 133 Arten vertreten (Pa-
norpiden 5, Bhryganidcn 87, Sialiden 9, Megalopteren
32 Arten). (Siehe Orthoptera.)
S. II. Scudder hat seine Untersuchungen über die
in der Kohle von Nordamerika aufgefundenen merkwür-
digen fossilen Neuropteren (?) veröfFcnh'cht und giebt eine
ausführliche Beschreibung des Flügelgeäders der Fami-
lien dieser Ordnung (Mera. Boston Soc. Nat. Hist. Vol. I.
p. 173-192. pl. 6).
Es scheint zweifelhaft, ob beide von Scudder beschriebenen
Thiere in eine Familie, d, i. Palaeopteriuae Scd. gehören, vielmehr
scheint Miamia zu den Sialiden oder Termiten, Hemeristia zu den
Ephemeren zu gehören. Es ist also bis jetzt die Ordnung noch
nicht festgestellt, in welche sie gereiht werden könnten. Ref.
S ely s-L ongchamps giebt die Beschreibung einer
neuen Art in Ann. d. 1. Soc. Ent. de Belgique tom. X.
p. 253. pl. 2.
J. Wallengren (Öfvers. Kongl. Vetensk. Akadem. Förhandl,
1865. p. 143. 144) giebt hier eine Aufzählung und Charakteristik
von fünf neuerlich in Schweden aufgefundenen, bereits bekannten
Neuropteren {Rhaphidia ophiopsis Schum,, Chrysopa tenella Schneid.,
pini Brauer, prasina Burm. und abdominalis Brauer).
J. 0. Westwood giebt die Beschreibungen von
neuen Mantispiden-Arten des Oxford und British Museum.
Trans. Ent. Soc. London. 3. ser. VoLV, p. 501 — 508.
Referent veröffentlicht einige Arbeiten im XVII. Bd. d. Verh.
der k. k. zool.-bot. Ges. zu Wien.
Derselbe hat eine grössere Arbeit über alle Gat-
tungen dieser Ordnung unter dem Titel: Verzeichniss
der bis jetzt bekannten Neuropteren im Sinne Linn^'s
unternommen (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesells. in Wien
T. XVIII. p. 359 ff. und p. 711 ff.)
der Tnsokten während d. Jahre 1867—68. 371
Im ersten Abschnitt sind alle Genera nach der analytischen
Methode in Tabellen gebracht (340 Genera und 111 Untergattungen).
Neue Gattungen finden sich besonders bei den Pseudoneuropteren
(siehe Orthoptera) in der Tribus Libellulina, der auch der 2. Ab-
schnitt ausschliesslich gewidmet ist. — In der Einleitung glaubte
Ref. aber hervorheben zu müssen, dass er sich in Bezug der Syste-
matik der Ansicht Erichsous anschliesse und die Pseudoneuropte-
ren nur des allgemeinen Usus wegen mit einbezog. In dieser Weise
sollen alle Abtheilungen der Ordnung durchgenommen werden und
die Arten nach bestimmter Gruppirung mit Angabe des Vaterlandes
— wie dies bereits im 2. Abschnitt begonnen wurde — aufgezählt
werden.
Derselbe beschreibt ferner n. G. u. A. ebenda p. 186 u. 189
(Megaloptera) und p. 263 (Phryganiden).
Hemerobiidae. M'Lachlan stellt 1. c. p. 243 als n. Gatt, auf:
Cr ainhomorphus, verwandt mit Stenares für Palp. haematoga-
ster Gerst. und EchtUr omyrmex mit 1 n. A, aus Bagdad verw.
mit Dimares. Neue Arten sind beschrieben in der Gattung Palma-
res 6 sp. Afrika, Creagris 1 sp. Natal und Glenurus 2 sp. Japan.
Journ. Linn. S, IX.
Derselbe giebt die Synonymie der Walker'schen Heme-
robiden-Arten 1. c. 261 und stellt als neue Gattungen auf : Porismus
verw. mit Osraylus für 0. strigatus Burm. u. Steno smylus verw.
mit Osmylus, für zwei Walker'sche und 1 n. A. aus Australien.
Derselbe beschreibt als n. A. in d. Gatt. Chrysopa 7 sp.,
Myiodactylus 1 und Ent. M. Mag. IV. 151 Coniopteryx 1 sp.
Derselbe erwähnt das muthmassliche $ von Triclioscelia notha
Westw. (Proc. Ent. Soc. 99j und stellt (Journ. Linn. Soc. 262), die
n. Gatt. Ditaxis für M. biseriata Westw. auf. Derselbe be-
schreibt (ebend. 255) Triclioscelia latifasciata eine n. A. aus Ega.
Selys -Longchamps giebt die Beschreibung von Nemo-
ptera Ledereri einer n. A. aus Ki. Asien im Vergleich mit den
nächstverwandten Arten (Ann. Soc. Ent. Belg. X. p. 253. pl. 2.)
Stein erwähnt das Vorkommen von Mantispa styriaca bei
Spandau als nördlichsten Fundort. (Berl. Ent. Zeit. 397).
Westwood beschreibt (Trans. Ent. Soc. Lond. V. p. 501) 16
n. A. der Gattung Triclioscelia aus Südamerika. Von einer Art wird
die Lebensweise bei Myrapetra scutellaris erwähnt.
Nemoptera imperatrix West wood (Trans. Ent. Soc. 1867. 507)
eine n. A. aus West-Afrika.
Referent giebt die Abbildung und Beschreibung der Larve
von Hypoclirysa nohilis und Chrysopa pallida, ferner erwähnt er
die Larve von Hemerohius und Drepanopteryx (1. c. 27. pl. 9).
Derselbe beschreibt n. A. d. G. Hemerohius und Micromus
(1. c. 507. pl. u. 508).
372 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe charakterisirt neuerdings die Gattung Drejyanicus
Blanch. und beschreibt eine n. A. derselben (1. c. p. 281).
Derselbe beschreibt Mantispa erythraea eine n. A. aus Bris-
bane 1. c. 506.
Derselbe beschreibt die Larve des Dendröleon pantherinus
Fab., welche im Moder alter Weisspapeln gefunden wird und keinen
Trichter macht, und giebt eine kurze Charakteristik der bis jetzt
bekannten Larven dieser Subfarailie (1. c. 963. pl. 14. fig. 3).
Derselbe hebt die A ehnlichkeit von Myr. sinuatum Olivier
und Pdlp. haemato gaste}' Gerst. hervor und zieht beide zur Gattung
Stenares. Zu ersterem gehört S eba's Abbildung (Ther. pl. 86. fig. 5).
Ebenda bemerkt er, dass nicht alle Acanthaclisis- Arten hakige Sporne
besitzen.
Neue Gattungen und Arten beschrieben ferner: M'Lachlan
Leucochry s a n. Gatt. verw. mit Chrysopa, für varia Schnd. u. a.
(1. c. 208), Notochrysa n. Gatt. verw. mit. Chrysopa, für Ch.
italica und Verw. (Trans. Ent. Soc. London 1868. p. 195; Hern er o-
bius 2 n. A. England ebendas. 177 sq., Coniopteryx 1 n. A. Italien
(ebend. 198); — Referent 1 Glenurus Pelew -Insel; 1 Macronemu-
rus und 1 Myrmeleon Südeuropa, Corfu.
Sialidae. Hagen beschreibt 5 n. A. der Gatt. Ehaphida
(1. c. 496 sq.)
M'Lachlan giebt die Revision der von Walker aufgeführten
Arten der Familie und beschreibt n. A. in der Gattung ChauUodes
2 sp. und Corydalis 3 sp. 1. c. 231 sq. pl. 8.
Die Larve von Corydalis cornutus ist abgebildet im Amer.
Natur. 1. p. 436.
Panorpidae. M'Lachlan zählt die Japanesischen Paworpew
auf (5 sp. 2. n. Jouru. Linn. Soc. IX. 256). Siehe hierüber auch
Hagen (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 90).
Eaton erwähnt die Artuuterschiede von P. comunis, germa-
nica und cognata (Ann. Mag. Nat. Hist. XIX. 395).
Bittacus nigriceps De Selys (Comptes rendns d. 1. Soc. Ento-
-mologique d. Belgique, 7. Mars 1868) eine n. A. aus Melbourne und
Queensland.
Trichoptera. Eaton spricht über Abänderungen im Flügel-
geäder und über die Nymphenhülle von Brachycentrus 1. c. 398.
mit fig.
Goniotaulius arcticus Boheman (Öfvers. Vetensk. Akad. For-
handl. 1865. p. 577) eine n. A., Spitzbergen.
Bereodes Eaton (Ann. Mag. N. H. XIX. 400) eine n. Gatt,
für Silo mimitus Klti.
Drei ausgezeichnete monographische Arbeiten hat Hagen
veröffentlicht. (Stett. Ent. Zeit. 1868. 1. Gattung Beraea p.51sq.,
2. Gatt. Psycliomia p 259, 3. Gatt. Dasystoma p. 267.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 373
Derselbe beschreibt ^^rt^e^t«s tomentosus Vict (ebend. p. 18).
M'Lachlan charakterisirt einige ungenau bekannte Arten
dieser Familie, stellt fest, dass die <^ der Gattung Ghaetopteryx un-
bewehrte Vorderschienen haben und beschreibt neue Arten in den
Gattungen Stenopliylax 2 sp., Halesus 2, Apatania 1 und Bliyaco-
pMla 1 in ausgezeichneter Weise. Als neue Gattung beschreibt der-
selbe ebenda p. 54 sq. Votaynorites , verwandt mit Ghaetopteryx,
Ty]ye Enoicyla limnopliiloides Br^iner -^ Cryptothrix, verwandt mit
der vorigen, für En. nehulicola Hg. (Steit. Ent. Zeit. 1867. p. 50—63.)
Derselbe macht synonymische Bemerkungen über einige Ar-
ten und giebt Beiträge zu deren Charakteristik. Apatania vestita M'L.
ist neu und nicht = Kolenati's-Art, sie wird muliebris umgetauft.
(Ent. Ann. 1868. p. 1—7.)
Derselbe: lieber die Larve von Hydroptila Ent. M. Mag.
IV. p. 17.
Derselbe erwähnt ein gynanthropomorphes Individuum von
Limnoph. striola. (Proc. Ent. Soc. 1867. p. 99).
A. Meyer giebt interessante Beiträge zur Lebensweise der
Phryganiden und verzeichnet die Ai-ten Westphalens (Stett. Ent,
Zeit. p. 153—169).
C. S. Tomes berichtet über eine Phryganiden-Larve (Quarterl.
Journ. Microsc. Sc. Vol. XV. p. 248. pl. 9) (? Hydroptila).
Acrophylax eine neue Gattung aufgestellt vom Referen-
ten (1. c. 742) mit 1 n. A., verwandt mit Ghaetopteryx, aus den
Karpathen.
Derselbe beschreibt neue Arten der Gattungen Wormaldia
1 sp. und Hydromanicus 2 sp. von d. Fidji-Ins. (1. c. T. XVII).
Neue Gattungen und Arten beschrieben ferner: M'Lachlan
(Journ. Linn. S. 1. c. Olinx, verwandt mit Silo mit 1 n. A. Neu-
seeland; Hydrohiosis, verwandt mit Psilochorema mit 2 n. A.
ebendah. Neue Arten: 1 Setodes, 1 Pohjcentropus, 2 Pycnocentria,
1 Tetracentron, 1 Leptocerus?, 1 Psilochorema, Neu-Seeland; — Trans.
Ent. Soc, 1868. p. 300: Arctopsyche, verwandt mit Hydropsyche
für H. ladogensis Klti und obesa Hg.; D olopliilus, verwandt mit
Wormaldia mit 1. n. A. Kärnthen; neue Arten ebend. p. 289: 1 Neu-
ronia, 1 Stenophylax, Lapland, 3 Halesus (Drusus), Schweiz, Süd-
europa: 2 Sericostoma, Schweiz, Kärnthen; 1 Oligoplectrum (= Da-
systoma Rb.), Kärnthen, 1 Setodes ebendah.
Referent: Oestropsis, verwandt mit PolymorphanisiisWlk.
1 n. A. von Semper, auf den Philippinen, Oestropsyche, verwandt
mit der vorigen mit 1 n. A. ebendah., 1 Dipseudopsis ebendah.
Hagen: Drei neue Arten Dasystoma, Alt-Castilien. Lapland.
Biologische Mittheilnngen sind: M'Lachlan über Enoicyla
pusilla Bwrm. und deren am Lande lebende Larve (Ent. M. Mag. V.
374 Brauer: Bericht üb. d. Lcist. in d. Naturgeschichte
p. 43. 1-13. 170); Lucas über ein Phryganiden-Gehäuse aus Brasi-
lien, zusammengesetzt aus Quarz und Topas-Stückchen. (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1868. LXVIII.)
Stylopidae. L. v. Hey den (Berl. Ent. Zeit. 1867. 398 zählt
die von ihm an exotischen Hymenopteren gefundenen Xenos-Larven
auf. Er fand solche auf Eumenes tinctor Christ., E. fenestralis Sauss.,
Odynerus chloroticus Spin., Sphex ichneumoneus L. (einhalbmal grös-
ser als Xenos Pakii Germ.)
Mäklin Öfvers. Finska Vet. Soc. Förh. VIII. p. 84) berichtet
über eine in Finnland gefundene stylopisirte Andrena und bespricht
die systematische Stellung der Familie.
G. A. J. Rothney erzählt von einem Fall, in welchem der
männliche Stylops sich 5 Monate nach dem Tode der ihn tragenden
Andrena entwickelte. (Ent. Monthl. Mag. III. p. 235.)
F. Smith berichtet über das Vorkommen einer Xenos (?)-Art
auf Paragia deciinens Shuck. in Süd-Australien. (Proc. Ent. Soc. 1867.
LXXXVIII.)
Coleoptera.
Von F. Lacordaire's Genera des Coleoptercs ist
der VIII. Bnnd, die 1. Abth. der Longicornier enthaltend,
erschienen, (Paris 1869 vordatirt), Prionides und der grös-
sere Theil der Cerambyciden.
Das von Schaum mit Kiesen weiter begonnene
von letzterem fortgesetzte Werk „die Insekten Deutsch-
lands enthält im I. Bde. 2. Abth. 18G7 die Dyticiden und
Gyriniden.
Fr. Bates beschreibt neue Gattungen und Arten
von Heteromeren (Transact. Entora. Soc. London 1868.
p. 259-274. pl. 12).
H.W. Bates beschreibt .3 neue Arten der Gattung
Ctenostoraa (Ent. Month. Mag. Vol. IV. p. 276) und giebt
Bemerkungen über Copriden (Coleopterol. Heft. IV. p. 87.
1868.)
H. Bur meist er giebt Bemerkungen über die Gat-
tungen Barypus, Cardiophthalmus und Odontoscelis (Stett.
Ent. Zeit. 1868. p. 22.5). Der Verf. beweist, dass die bei-
den ersteren Gattungen zusammenfallen, da die von La-
cordaire angegebenen Unterschiede nicht hnltbar sind.
Er zählt 7 A. der Gatt. Barypus (1 neu) und 4 A. der
Gatt. Odontoscelis aus Süd- Amerika auf.
der Insekten währeiiC d. Jahre 1867 — 68. 373
C. A. Dohrn bespricht in anziehender Weise einige
seltnere Käfer (Cetoniiden) aus Süd - Afrika (aus einer
Mission im Hererogebiete zwischen dem Caplande und
Benguela. (Stett Ent. Zeit. 1868. p. 229.) Der Verf. macht
hiebei mehrere synonymische Bemerkungen.
Derselbe giebt (ebend. p. 261) eine genaue Be-
schreibung und Abbildung des riesenhaften Macrotoma
heros Heer aus der Familie der Prioniden und spricht
sich in gerechter Weise gegen die versteckte Publikation
und Benennung desselben in Zürich aus. (Reise im In-
nern der Insel Viti-Levu von Dr. Ed. Graeffe.)
W. Eichhoff beschreibt neue amerikanische Bor-
kenkäfer-Gattungen und Arten und einige neue Arten
aus anderen Welttheilen. (Ber!. Ent. Zeit. 1868. p. 145—
152. 2.Abth.)
Derselbe; Ueber neue Borkenkäfer ebenda p. 273
-282.
H. Fuss beschreibt neue Käfer. (Berlin Ent. Zeit.
1868. p.353.)
E. V. Harold hat unter dem Titel: „Coleopterologi-
sche Hefte^ (München) eine Zeitschrift gegründet, welche
in zwanglosen Lieferungen erscheint. Vom Jahre 1867
liegen das 1. u. 2., vom Jahre 1868 das 3. u. 4. Heft vor.
Derselbe giebt eine Monographie der Gattung
Canthon (Berlin. Ent. Zeit. 1868. p. 1—244) und Mitthei-
lungen über üroxys und Trichillum (Coleop. Hefte III.
p. 33), ferner beschreibt derselbe neue Arten der Gat-
tung Chaeridium (1. c. IV. p. 32) und neue Coprophagen
(1. c. 111. p. 80 und IV. p. 79) so wie die Arten der Gat-
tung Calathus (1. c. III. p. 90).
(Ein Theil der neuen Arten in der Gattung Canthon fällt
indessen durch die 1867 als Separatabdruck erschienene Arbeit Red-
tenbacher's über die Coleopteren der Novara - Expedition weg.
Referent).
Zahlreiche Beiträge zur Kenntniss der Coleopteren
veröffentlicht G. Kraatz in d. Berlin. Ent. Zeit. 1867 u.
1868 (über Bruchus , Anaspis, Staphylinen, Longicor-
nier u. a.).
J. Kaup veröffentlicht einen Prodromus zu einer
Archiv für Natur^. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. 2
374 Brauer: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Monographie der Passallden (Coleopt.-Hefte III. p. 4) und
beschreibt 2 neue Arten Lucaniden (1. c. IV. p. 77).
Yon den Passaliden giebt der Verf. eine Synopsis der Genera,
deren einige noch nicht charakterisirt sind, und ebenso der Arten
in einigen Gattungen.
L'Abeille Mem. d'Entomologie par M. S. A. de
Marseul avec la collaboration de pliisieurs membres di-
stingu^s de la Soc. ent. de France Tom. IV. livr. 2—6.
1867. Unter diesem Titel erscheint ein bis jetzt nur Mit-
theilungen über Coleopteren enthaltendes Journal.
Neue syrische Coleopteren beschreibt Marseul (S. A.
de, L'Abeille V. p. 171. 1868). Derselbe giebt ebenda
p. 51 eine Monographie der europäischen Endomychiden.
A. Murray giebt ein Verzeichniss der Coleopteren
Alt-Calabars an der Westküste Afrikas (Ann. Mag. Nat.
Hist. London 3. ser. Vol. XIX. p. 167 u. 334. Vol. XX.
p. 20. 83. 314. 1867; 4. ser. Vol. L p. 323. pl. 9. und
Vol. IL p. 91. pl. 8. 1868) ; ferner berichtet er über eine
unbeschriebene, lichterzeugende Larve (? Astraptor illumi-
nator) (Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. X. p. 74. pl. 1. 1868)
und beschreibt eine neue Gattung der Nitiduliden (Coleopt.-
Hefte IV. p. 78. 1868.)
E. Mulsant und Cl. Rey haben zwei monogra-
phische Arbeiten unter dem Titel: Tribu des Scuticolles
und Tribu des Floricoles in den Ann. Soc. Linn. de Lyon
n. s. T.XV. p. 1-188. u. p. 237— 402 veröffentlicht.
Die erste behandelt die Dermestiden, deren frühere Stände und
Systematik. Die Verff. unterscheiden zwei Gruppen : 1) Dermestaires ;
das Mesostern länger als breit. 2) Trogodermaires, das Mesostern
breiter als lang. Jede dieser Gruppen zerfällt wieder in zwei Zweige,
je nach der Bildung des Prosternums oder der Schienen in Bezug der
Tarsen. — Die zweite Arbeit behandelt die Melyriden, Sie theilen die-
selben in folgende Gruppen: I. Fühler nicht in eine abgestutzte drei-
gliedrige Keule endigend. A. Oberseite zottig: Dasytidae; B. Ober-
seite fast glatt : Melyridae ; C. Oberseite mit schuppiger Pubescenz,
Danacidae. II. Fühler in eine dreigliedrige abgestutzte Keule endi-
gend: Phloeophilidae.
L. Pandelle .hat eine Monographie der europäi-
schen Arten der Gattung Trechus verfasst und giebt eine
üebersicht der französischen Arten der Gattungen Pro-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 375
teinus, Oxytelus (Gruppe depressus) und Apion (Gruppe
ulicis). (Materiaux pour la Faune des Col. d. France.
Juli 1867.)
Paasch hat die Fühler der Palpicornier in Bezug
ihrer Gliederzahl einer näheren Prüfung* unterzogen und
fand, dass dieselben bei den Arten der Gattung Helopho-
rus bald 8-. bald 9-gliedrig (je nach den Arten) sind.
Weiter bespricht er das Prosternum der Noterus-Arten.
(Berl. Ent Zeit 1868. p. 308.)
Beobachtungen über einige Coleopteren hat L. R e i c h e
veröffentlicht (Col. Hefte IIL p, 1— 3. 1868). Die Arbeit
enthält viele synonymische Bemerkungen.
E. Suff rian veröffentlicht Synonymische Miscellanca
(Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 21 u. 170) und ein Verzeichniss
der von Gundlach in Cuba gesammelten Chrysomeli-
nen. (Dieses Archiv 1868. p. 163.) Erstere Arbeiten be-
treffen die Gattung Haemonia, letzere Cryptocephalus.
J. Thomson veröffentlicht in zwangslosen Heften
seine Untersuchungen über Coleopteren. Der erste Theil
enthält Longicornier und die Beschreibung einer Chelo-
narium-Art (Physis, Recueil d'Hist. natur. Paris T. I.
p. 10. 1867.)
Kleinere Mittheilungen über Coleopteren machten
Gorham, Rye, D. Sharp und V. C. de Rivaz in
Ent. monthl. magazin 1867. Hauptsächlich über englische
und schottische Arten.
lieber den sog. ;,Coffee -borer, Xylotrechus qua-
dripesChevr. berichtet J. W. Dunning (Transact. Ent.
Soc. Lond. 1868. p. 105--132).
Smith zählt fünf Coleopteren-Larven auf, w^elche
bei den indischen Kaffeepflanzern als „borers^ bekannt
sind. (Proc. Ent. Soc. London 1868. p. XIX.)
Arm. Fermouze: De la Cantharlde officinale.
(Siehe Guerin Revue et Magasin de Zool. 1867. p. 452.
These de Pharmacie. 4. p. 53 mit 5 pl. Inaugural-Diss.)
Nach den Berichten über diese Arbeit ist in derselben nichts
über die Weiterentwickelung der jungen Larve enthalten (— die
Angaben Kirchner's, dass dieselbe Engerlinge frisst, kann ich
nicht für richtig halten, da ich bereits in dieser Richtung Versuche
gemacht habe und bin der Ansicht, dass hier eine Verwechselung
376 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
stattgefunden hat. Referent.) Interessant ist die Aufzählung der
den getrockneten Canthariden schädlichen Insekten.
S. J. Lubbock macht Mittheilungen über die Larve
von Micropeplus staphylinoides (Transact. Ent. Soc. Lon-
don 1868. p. 275), dieselbe findet sich unter abgestorbe-
nen Zweigen.
Mocquerys zeigt an, dass die Herkunft und Fäl-
schung der Wolle durch darin enthaltene Käfer erkannt
werden kann. Ein Ungenannter zählt eine Liste von 48
Arten aus russischer Wolle auf. (Horae Soc. Ent. Ross. V.
P.26).
Shimer berichtet über die aus einer todten Stachel-
esche (Xanthoxylum americ.) gezogene Käfer (Proc. Amer.
Ent. Soc. 1868. p. VII).
Derselbe giebt Notizen über Käfer, welche Wein-
trauben anbohren (l. c. p. VIII).
lieber die Verwandlung von Olibrus affinis berichtet
A. Laboulbenc (A.nnal. d. 1. Soc. Ent. France 4. ser.
T. VIIL p.821. pl. 12. fig. 14).
C. Healy: lieber das Leben des Dermestes larda-
rius (Entomol. 1868. IV. p. 59).
Derselbe bemerkt (Proc. Ent. Soc. Philad. VI. p. 290), dass
die Kalifornischen Cychrus-Arten eine Flüssigkeit ohne Explosion
aus dem After entleeren, wenn sie verfolgt werden und bespricht
das Benehmen von Psydrus piceus Lac.
Derselbe macht (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 289) die in-
teressante Mittheilung, dass Ämphizoa insolens Lee. besonders in
steinigen Tümpeln von stark fliessenden Gewässern gesellschaftlich
|ebt und nicht schwimmt aber schnell läuft, während sie am Uf ^
schlecht fortkommt. Er hebt ferner die Beziehungen derselben zur
Tenebrioniden - Gattung Nyctipates hervor (siehe ferner Transact.
Amer. Ent. Soc. 1. p. 154 sqq.).
Gernet giebt eine Abbildung und Beschreibung der Larve
von Sphodrus leucophthalmus (Horae Soc. Ent. Ross. V. p. 12. pl. 1.
ii. 3), ferner von Loricera pilicoruis und Procerus tauricus (ebenda).
Lucas (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LXIII) bespricht die Le-
bensweise der Larve von Carabus cancellatus.
Die Larve von Calosoma calidum und die Puppe von Cara-
bus auronitens sind im Americ. Naturalist. II. p. 111. fig. 1, 2 und
fig. 5 abgebildet.
S k a c e 1 : lieber den Schaden, welchen die Larve von Zabrus
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 377
gibbus verursacht (Verh. natiirf. Vereins in Brunn 1867. Sitzungs-
berichte p. 31).
Nach C. A. Wilson lebt Calosoma Curtisii stets in der Nähe
des Viehs und soll seine Eier unter Kuhdünger legen (Proc. Ent.
Soc. 1867. p. LXXII).
Gernet giebt eine Abbildung und Beschreibung der Larve
von Haliplus (?lineolatus Mann.) Horae Soc. Ent. Eoss. V. p. 16.
pl. 2. fig. 4.
Eine höchst interessante Entdeckung von H e n s e 1 in Brasi-
lien theilt Stein mit, über einen in dem Felle des lebenden Opos-
sums vorkommenden kleinen Staphylinus. Derselbe läuft nach Art
der NycteriUen. Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 211.
Lespes will beobachtet haben, dass Individuen von Clavi-
ger, welche aus einem Ameisennest genommen, in ein anderes Nest
derselben Ameisen- Art versetzt wurden , von den Bewohnern des
letzteren sogleich umgebracht wurden. Er meint daher, dass die
Duldsamkeit gewisser Ameisenkolonien eine ererbte sei und andere
Cülonien sich verschieden verhalten? — (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868.
p. XXXVIIL)
C. A. Wilson bespricht das Vorkommen von Cerapterus
Macleayii in Australien (Proc. Ent. Soc. 1867. p. 71—72.)
Abeille de Perrln glebt ein Verzeichniss seltner
Käfer, welche In der Provence gesammelt wurden (Ann.
Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 70).
Bethe belichtet über die von ihm am Ostseestrande
gesammelten Coleopteren (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 44).
A. Bi seh off- E hinge r giebt ein Verzeichniss der
auf einer Reise von Vogogna bis Maciignaga und dem Monte
Moro nach Saas gefundenen Coleopteren. (Mittheil, der
Schweiz. Ent. Ges. Bd. II. p. 193.)
Ernest Cotty veröffentlicht seine Erfahrung über
das Sammeln in Algerien (Mem. Soc. Linn. du Nord de
Fr. 1866. p. 158. 1867.
Crotch (Proc. Zool. Soc. p. 359. 1867) giebt eine
interessante Arbeit über die Coleopteren der Azoren,
von denen 140 Arten ebenfalls auf Madeira und 114 auch
auf den Canarischen Inseln vorkommen. 123 Arten sind
gemeinsam von diesen mit europäischen. Als Autochthon
hält C. nur eine Paramecosoma, ein Homalium und einen
Phloeophagus.
Fairmaire setzt die Mittheilungen über die Co-
378 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
leopteren der Berberei fort. 6. Folge (Ann. Soc. Entora.
Fr. 4. ser. T. VIII. p. 471 — 502 und giebt Notizen über
die von Ch. Coquerel in Madagaskar und an der
afrikanischen Küste gefundenen Coleopteren (ebendas.
p. 753—820.)
Gautier des Gottes giebt Beschreibungen neuer
Arten der Mittelmeerfauna. Mitth. d. Schweiz. Ent. Ges.
Vol. IL p. 321.
Grenier veröffentlicht unter dem Titel: Mat^riaux
pour servir ä la Faune des Coleopt. d. France 2. Cah. 8.
Paris 1867. p. 131 — 104) Beschreibungen vieler neuer
französischen Arten von Pandelle, Brisout de Bar-
n eville u. A.
V. Gr edler berichtet über Käfer-Arten aus Tirol.
Coleopt. Hefte III. p. 56.
Eine für jeden Colcopterologen unentbehrliche und
sehr gediegene Arbeit bildet Harold und Geramin-
ge r's Catalogus Coleopterorum 8. München 1868. T, I— III,
ein Vcrzeichniss aller bis jetzt bekannten Käfer in syste-
matischer Reihenfolge mit Angabe der Synonymie und des
Fundortes. Durch letzteren Umstand gewinnt die Arbeit
wesentlich und unterscheidet sich sehr vortheilhaft von
den trockenen Namensverzeichnissen, welche bisher üblich
waren und eigentlich kaum mehr als Tauschkataloge dar-
stellen. — Bis jetzt (1868) ist das Werk bis zu den Lu-
caniden vorgeschritten.
G. H. Hörn hat einen Catalog der Coleopteren von
Süd- West- Virginien verfasst (Transact. Amer. Ent. Soc.
Vol. IL p. 123—128), beschreibt neue Arten des Pacific-
Districtes (1. c. p. 129) und bespricht die Geotrupes-Arten
(1. c. Vol. I. p. 313.)
G. Joseph giebt einen Sammelbericht über d. Lan-
decker Schneeberg (Berlin. Ent. Zeit. 1868. p. 361).
Ueber die Coleopteren der U.-S.-Coast-Survey-Ex-
pedition nach Alaska und des Pacific-Districtes berichtet
J. Leconte (Transact. Amcr. Ent. Soc. Vol. IL p. 49
und 59).
Einen interessanten Sammelbericht über die Coleo-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 379
pteren der ostgalizischen Karpathen und Beschreibungen
neuer Arten hat L.Miller veröffenth'cht. (Verh. d. k. k.
zool.-bot. Ges. in Wien T. XVIIL p. 3-34).
E. Parfitt veröfifentlicht unter dem Titel: Natural
history of Devon Part 2. Exeter 1867) einen Catalog der
Käfer von Devonshire der bei 1000 Arten zählt.
Preller giebt ein Verzeichniss von Coleopteren
als Beitrag zur Nordalbingischen Insektenfauna, (ßerl. Ent.
Zeit. 1868. p. 310.)
L. Redtenbacher hat die auf der Weltumseglung
der Fregatte Novara gesammelten Coleopteren bearbeitet
(Reise d. österr. Freg. Novara. Zool. Theil, Bd. IL Wien
1867. Separatabd. p. 249 mit 5 schön ausgeführten Tafeln.)
Der Verf. zählt alle von den Naturforschern der Expe-
dition gesammelten Arten auf und beschreibt zahlreiche
neue und viele sehr interessante Arten mit bekannter
Schärfe. — Die Arbeit bildet einen Theil des 1868 aus-
gegebenen n. Bandes.
Scriba hat seinen Catalog der Coleopteren des
grossherz. Hessen beendet (XII. Bericht der Oberh. Ges.
für. Nat. u. Heilkunde p. 1. 1867).
Seidlitz beschreibt einen Ausflug auf die Berge
Castiliens. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 167.)
Von C. G. Thomson's umfassendem Werke ^Skan-
dinaviens Coleoptera^ ist der 9te Band (Schluss) 1867 er-
schienen. Enthält Nachträge und eine lateinische synop-
tische Tabelle der Familien, Gattungen und Arten.
H. Tournier beschreibt neue Arten der Mittelmeer-
und Südeuropäischen Fauna (L'Abeille T. V. p. 140.
1868).
T. V. Wollaston: Coleoptera Hesperidum, eine
Aufzählung der Käfer der Inseln des grünen Vorgebir-
ges (London Van Voorst. 1867), mit einer Tabelle der
geographischen Verbreitung. Ein Anhang enthält Nach-
träge zu den ^^Coleopteris Atlantidicis. — (Siehe d. vorj.
Bericht.)
Kleinere Sammelberichte geben Rottenberg (Berl.
Ent. Zeit. p.408), Fuss l c. p.415, Stein und Kell-
ner p. 417.
380 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliichte
G|trabidae. — Cicindelidae. Ein Verzeichniss der Cicin-
.deliden und Carabiden des Trentino-Districtes giebt S. J. Berto-
lini in Atti Inst. Veneto Tom. XII. p. 751— 819.
Castelnau giebt eine Uebersicht der Gattungen dieser Fa-
milie in Neuholland und Neuseeland. Die Larven von Cicind. tu-
berculata und C. Parryi werden beschrieben. (Transact. Boy. Soc.
Victoria VIII. p. 30). Die neuen Arten vertheilen sich auf folgende
Gattungen: Megacej)liala 1, Tetracha S, I)isti;psidera 1. Cicindela 5.
Eine kurze Aufzählung der amerikanischen Arten findet sich
in Amer. Naturalist. I. p. 552 mit Taf.
Chapman: über eine schwarze Varietät von C. campestris
(Ent. month. Mag. London III. p. 251).
Suffrian bespricht die Varietäten der C. sexguttata. (Stett.
Ent. Zeit. 1867. p. 445.)
Cicindela Feredayi Bates (Ent. month. Mag. IV. p. 53) eine neue
Art aus Neuseeland.
Cicindela Coquerelii Fairmaire, eine neue Art aus Marocco.
(Ann. Soc. Ent. France 4. ser. VII. p. 387.)
Neue Arten machten Leconte (1 Cicindela), Hörn (1 Omus)
und Bates (3 Ctenostoma) 1. c. bekannt.
Ueber die Lebensweise von Megacephala euphratica Ol. macht
Ernest Cotty (Mem. Soc. Linn. Nord. Fr. 1866) Mittheilungen.
Schiödte bildet die Larven von C. hybrida und campestris
ab. (North. Tidsskr. 3. ser. IV).
Carabici. Sp hallax Bates eine neue Gattung aus Neuseeland,
deren systematische Stellung noch zweifelhaft ist und die wahr-
scheinlich eine neue Subfamilie bildet. Sph. penjphoides eine n. A.
Bates (Ent. month. Mag. IV. p. 55.)
Derselbe beschreibt (ebenda p. 78) Coptodera antipodum n.
A. und Metaglymma monüifer n. G. u. A. aus Neuseeland, letz-
tere zu den Chlaeniden gehörend.
Anophthalmus Chaudoirii Bris, de Barneville (Mat. pour la
Faune des Coleopt. d. Fr. p. 161) eine n. A. Frankreich.
Castelnau giebt eine Synopsis der Gattungen der Tribus
Helluonides (Transact. Roy. Soc. Vict. VIII. p. 104) und stellt als
neue Gattungen auf: Änasis, 'verwandt mit Odacantha eine n. A.
Australien; Eudalia, verwandt mit Leptotrachelus für Od. lati-
pennis M'L. ü. eine n. A.; Zuphiosoma , verwandt mit Zuphium
1 n. A. ; PseudhelUio In, A. ; Helluodema für Hell. Batesii Th.;
Hellii osoma, Type Aenig. cyanipenne Hope und 3 n. A.
Derselbe beschreibt neue Arten von Casnonia 2, OpMonaea 1,
Zuphium 3, Pheropsophus 1, Aenigma 2, Catascopus 1.
Derselbe stellt ferner 1. c. p. 122 die neuen Gattungen Ce-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 381
lanida, verwandt mit Melisodera, 1 n. A. ; Moriomorpha, verw.
mit Morio mit 2 n. A.; Veradia, verwandt mit Morio, 1 n. A. ;
Setalis, verwandt mit der vorigen, 1 n. A; Siltopia, verwandt
mit der vorigen, 1 n A, , Teraphis, verwandt mit der vorigen,
3 n. A. auf.
Neue Arten stellt er in den Gatt. Mystropomus 1, Apotomus 2,
Porio 4 auf. Von Scaritiden führt er als neue Gatt. Neocarenum,
verwandt mit Carenum, mit 2 n. A. auf und als n. A. 6 Eutoma,
6 Scarites, 4 Eudema, 8 Scarapliites, 11 Carenum. — Von Chlaenii-
den : Pedalopia n. Gatt. verw. mit Badister, 1 n. A, neue Arten
der Gatt. Chlaenius 3 , Oodes 13. Physolaestus 1 ; von den Stomiden-
Arten Australiens giebt er eine synoptische Tabelle. Neue Gat-
tungen sind: Meonis, verwandt mit Stomis, 2 n. A.; Ädetipa
mit 1 H.A.; Daro dilia dito, 1 n. A.; Leiradira 2 n. A. ; Ma-
oria, verw. mit Mecodema, 5 n. A.; Brtillea dito, 1 n. A ; Par-
roa, verw. mit Proraecoderus, 5 n. A.; Ädotela, verw. mit der
vorigen, 2 n. A.; Cerotalis, verw. mit der vorigen, für P. dege-
ner Guer. und 3 n. A. ; neue Arten sind 12 Mecodema, 18 Prome-
coderns. Von Cratoceriden stellt er als neue Gatt. Teroplia auf,
für Platysma FUndersii White, von Harpaliden Nehriosoma ver-
wandt mit Loxomerus, mit 1 n. A. ; Secatophus verw. mit Aci-
nopus, für Ac. australis Hope und 1 n. A. ; als neue Arten: 1 Ani-
blygnathus, 53 Harpalus, 6 Forticosomus ; als mit Microcephalus
verwandte neue Gattungen führt er 1. c. p. 200 auf: Zeodera 1 n.A.,
Cerahilia 1 n. A., Tibarisus 1 n. A, und als neue Feroniden:
8 Brimostomia, 82 Feronia, 6 Bicrochile- Arten; 24 Silphomorpha
(für marginata No. 2 schlägt Reiche den Namen Castelnaudi vor.
Col. Hefte III, p. 2); 14 Ädelotopus -Arien von Pseudomorphiden.
Derselbe stellt (ebenda p. 96) die neue Gattung Lacor-
dairia, verwandt mit Cychrus, mit 8 n. A. auf und beschreibt neue
Arten in den Gattungen Calosoma 1 und Pamborus 2.
Chaudoir beschreibt 5 neue Leistus- Arten aus Griechenland
dem Caucasus, Asturien und vom Mont-Cenis (Ann. Soc. Ent. Franco
4. ser. VII. p. 260), ferner ebenda 2 Carabus- Arten (Anatolien,
Rumelien).
Derselbe beschreibt neue Arten der Gattungen Feronia der
Europäischen- und Mittelmeerfauna angehörend (L'Abeille T. V. p. 219),
ferner giebt er eine Monographie der Gattung Omophron und Mit-
theilungen über amerikanische Carabiciden (Revue et Mag. de Zool.
1868. p. 54. 161. 211. 239, 283. 331).
In erstgenannter Arbeit sind viele Bemerkungen über die
bekannten Arten der bezeichneten Regionen.
Die neuen Arten vertheilen sich folgendermassen : Feronia
31 Europa und Mittelmeer-Fauna, 12 Amerika; Loxandrus 6, Pogo-
382 Brauer* Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
nus 1. Amerizus (neue Gatt. Chaud. für Trech. spectabilis Mann,
und 5 n. A. Gucr. Revue p. 216 : Omophron 6, Brachinus 9, Bra-
dyceüus 2, Äcupalpiis l, Harpalus 3, Anisoäactylus 2, Tachys 5,
Bembidium 10 (ebeiid. p. 56. 287).
Crotch beschreibt Äncliomenus aptinoides Tarn, von den
Azoren (Proc. Zool. Soc. 1867. p. 385).
Fairmaire theilt das Vorkommen von Pseudotrechus mu-
tilatus Rosenh. in Marocco mit (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 389)
und giebt ein Verzeichniss der in Algier vorkommenden Amara-Ar-
ten siehe 1. c. p. 391). Ferner macht derselbe Bemerkungen über
Brachiniden und beschreibt Graphipterus Bolphii eine n. A. der An-
thiiden aus Marocco ebend. p. 389 u. 390.
Madecassa Fairmaire Ann. Soc. Ent. Fr. VIII. n. Gatt,
verwandt mit Glyphodactyla mit 1 n. A. Madagaskar. Neue Arten
stellt derselbe in den Gatt. Pheropsophus 2, Apristus 1, Thyreopte-
rus 5, Lobodontus und Perigona 2 auf. — Von Chlaeniiden führt er
die neue Gattung 0 odinus, verwandt mit Oodes mit 1 n. A. auf
und als n. A. 2 Chlaenius. 1 Hoplolenus; von Harpaliden; 1 Bra-
dycellus Constantine, 1 Cratognatlius Madagaskar, 2 Oplionus Con-
stantine, 7 ^ieMo?op/it/s Madagaskar, Zanzibar, 2 Drimostotna, 4 Aba-
cetus, 1 Camptoscelis, 1 Sphodrus, 1 Calathus ; von Scaritiden: Sca-
ritis Coquerelii, Dohrnii und convexipennis Madagaskar.
Fuss beschreibt eine Amara consularis mit doppeltem Klauen-
glied. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 407.)
Gautier de Gottes beschreibt die in Europa vorkommen-
den und zur Mittelmeer-Fauna gehörenden Arten der Gattung Ca-
lathus. Im Ganzen 47. (Mitth. Schweiz, ent. Ges. II. p. 235. 1867.)
Derselbe bespricht Procrustes Wiedemanni Led. und Carab.
Lederen, 1. c. p. 322.
G. H. Hörn (Transact. Amer. Ent. Soc. I. p. 152) bespricht die
systematische Stellung der (j^iiiwwg Pseudomorplia, welche nach ihm
eine eigene Familie bildet, die zwischen die Amphizoiden und Ca-
rabiden gestellt werden muss und beschreibt 1 n. A. aus Califor-
nien p. 151.
Derselbe giebt eine Tabelle der Nordamerikanischen Anoph-
thalmus-Arteii (Transact. Amer. Ent. Soc. IL p. 126) 2 n. A.
Derselbe stellt Anisodactylus strenuus 1. c. p. 130 aus Ca-
lifornien auf. Anilins fortis eine n. A. Tenessee.
Kraatz (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 406) führt Cardbus Schön-
herri Fisch, und C. zaJcharschevski Motsch. als für Europa neu auf.
Derselbe befürwortet die Identität von Brachinus berytensis
und bombarda Dej. Coleopt. Hefte IV. p. 94,
Leconte führt eine neue Cychrus- und Promecognathus-Avt
auf, 1. c. p. 60. 62.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 383
Eine Notiz über Damaster von Lewis findet sich Ent. month.
mag. III. p. 189 u. IV. p. 18.
Letzner bespricht die Varietäten von Anchomenus ericeti
Panz. (Jahresb. schles. Ges. f. vaterl. Cultur XLIV. p. 169).
Ditomus Ubanicola Marseul (L'Abeille V. p. 171) eine n. A.
aus Syrien.
Anthia Duparqueti Lucas (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. XCIII).
Neue Art. Cap Negro.
Diachromus exquisitus Mulsant et Rey 1. c. aus der Levante
eine n. A.
Pandel le beschreibt (Mat. pour la Faune des Col. d. Fr.)
10 neue Trechus - Arten aus den Alpen und Pyreneen und einen
Tachypus.
Redtenbacher beschreibt 1. c. neue Arten der Gattungen
Planetes 1, Brachinus 1, Calleida 1, Moehtherus 1 , Clilaenius 3,
Bembus 1, Mecodema 1. Sagraemerus (neue Gatt, verwandt mit
Trichopselaphus) mit 1 n. A.; 1 OrtTiogonius, 1 Bradybaenus, 1 Ste-
nolophus, 1 Calathus, 2 Anchomenus ; Periblepusa n. Gatt. (1 sp.
Neuseeland) zu den Callistiden gehörend.
Metabletus nitidulus und Dromius Bamhurü Piochard d. 1.
Brulerie (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LXXIX). Neue Arten aus
Spanien.
Putzeys hat eine umfassende Arbeit über die Amaroiden
Coleopteren veröffentlicht (Mem. Soc. Roy. Liege 2. ser. I. p. 171 sq.)
Die Sammlung Chaudoir's, nach welcher die Zusammenstellung
gemacht ist, weist 177, darunter 44 neue Arten auf.
Zabroscelis Putzeys 1. c. eine n. Gatt, verwandt mit Za-
brus. Z. ditomoides n. A. Patz. Cypern.
Putzeys (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 169) spricht über einige
in diese Gruppe gehörende Arten der Gattungen Leiocnemis, Lei-
rides und Celia.
Derselbe hat (Ann. Soc. Ent. Belgique X. p. 1 — 242) eine
Revision der Gattungen und Arten der Scaritiden in ausführlicher
Weise unternommen, mit Ausnahme seiner Sectionen der Pasimachi-
den und Scaritiden. Die ganze Gruppe theilt er in 6 Sectionen.
Die neuen Gattungen sind: Thlibops, verwandt mit Scapterus, 3
Arten; Camptidius, verwandt mit Camptodontus, lA; Sparo-
stes, verwandt mit Cryptomma, 2 A. ; Nyctosyles, verwandt mit
Dyschirius. 3 A, ; Br ach y peius , ebenfalls verwandt mit Dyschi-
rius, lA.; Oxydrepanus, dito, 7 A. ; Goryza, vergebener Name,
verwandt mit Clivina, 4 A; Ancus dito, 5 A. ; Holoprizus, ver-
wandt mit Schizogenius, 1 A. Von den übrigen Gattungen enthal-
ten folgende neue Arten; Molobrus 1, Listropus 2, Stratiotes 4,
384 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Camptodontus 7, Scolyptus d, Climax 1, Dyschirius 30, Clivina 72,
Ardistomis 17, Äspidoglossa 6, Schizogenius 8.
Derselbe giebt eine kurze Uebersicht der europäischen Ar-
ten der Gsiitnng Notiophil US mit einer synoptischen Tabelle und
Bemerkungen über deren Variation. — (Mem. Soc. Eoy. Liege 2, ser.
1. p. 153). Beigefügt ist ein Verzeichniss aller beschriebenen Arten.
Derselbe beschreibt ebenda 3 neue Arten aus China, Arme-
nien und Neufundland.
Derselbe giebt eine Monographie der Brosciden und be-
schreibt neue Gattungen und Arten. — (Stett. Ent. Zeit. p. 305 —
379. 1868.)
Den Beschreibungen schickt Verf. allgemeine Betrachtungen
über die Familie, die geographische Verbreitung der Arten und eine
Synopsis der Genera, voraus. Als neue Brosciden-Genera stellt der-
selbe auf: Lychnus für 1 n. A. Vandiemensland ; Oregus, Type
?Promecoderus aeneus White; Änheterus, Type Promec. graci-
lis Görm. Als neue Arten sind beschrieben 4 Cnenialobus, 1 Bros-
cus, 1 Metaglymma, 4 Promecoderiis.
Putzeys undWeyers: Ueber einige für Belgien neue Arten
dieser Familie, besonders über Bembidium nigricorne Gyll. (Ann. Soc.
Ent. Belgique X. Compt. rendus p. VII).
Reiche beschreibt 1. c. 2 n. A. der Gattung Cymindis aus
Sicilien.
Roelofs giebt eine Liste von Carabiden der Zuidersee, 34 A.
(Tijdschr. voor Ent. 2. ser. II, p. 31).
Scotodipnus Pandellei F. de Saulcy (Mat. pour 1, Faun. d.
Coleop. d. Fr. Fr. d. 162) eine n. A. Pyrenäen.
MorpUno s Schaufuss (Coleop. Heft. 1. p. 65) eine Gattung
der Familie, verwandt mit Aechmites. Die einzige n. A. M. anti-
podus Seh. aus Süd-Australien.
Nehria Pazü Seidlitz 1. c. eine neue Art aus Sierra de Begar.
Ueber Chlaenius pretiosus Rosenh. vorzüglich über dessen
systematische Stellung spricht Seidlitz (Berlin. Ent. Zeit. 1867.
p. 431).
3Iastax Parreyssii Chaud. Ms. Tournier (Ano. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. p. 561. pl.) n. A. Algerien und Egypten.
Damaster auricollis C. 0. Waterhouse (Transact. Ent. Soc.
London 3. ser. V. p. 529. pl. 27. fig. 1) n. A. Japan.
Wollaston stellt 1. c. folgende neue Gattungen und Arten
auf: Xenothorax, n. Gatt, verwandt mit Lebia, für X. liexago-
nus n. A ; Masoreus 2 n. A, Amllystomus , Blechrus , Metabletus,
Dromius, Tarus, Calosoma, Dyschirius je 1 n. A. Cap Verde. (Siehe
ferner weiter unten.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 385
Neue Brachiniden- Arten machten Hörn 1 PachyteJes und 1
Teteagonoderus und Tournier 1 Gymindis 1. c. bekannt.
Neue Chlaeniiden- Arten beschrieben: Wollaston {Chlaenius
1. c.) Cap Verde-Inseln ; Piochard d. 1. Brulerie (Broscus) Bull.
Soc. Ent. Fr. p. 79. Majorca.
Neue Harpaliden- Arten beschrieben Wollaston (Harpalus,
? Dichirotrichus, Stenolophus) 1. c. Cap Verde; Piochard (Äcinopus,
Stenolophus) Majorca, Spanien 1. c.
Neue Feroniden-Arten beschreiben ferner: C. G. Thomson
(Skandin, Coleop. IX.) (Feronia), Piochard (Bull. Soc. Ent. Fr.)
)Feronia) Majorca; Putze ys (Mem. Liege und Stett, Zeit. 1. c.)
(Amara, Celia, Leioenemis, Amathitis, Leirides, Curtonotus, Brady-
tus, Percosia) ; S c h a u f u s s (Coleopt. Hefte p. 66) (Antisphodrus) ;
G'autier des Gottes (Calathus) 1. c; Wollaston Col. Hesp.
(PterosticMs) ; ferner 1868. 1. c. Gautier de Gottes (Amara),
Miller und G redler (Ainara), ersterer noch 2 Patrohus, Trechus^
1 Anophthalmus, von Carabiciden 1 Nebria, von Helluoniden 1 Apri-
stus aus Galizien.
Neue Bembidiiden - Arten Wollaston 1. c. (Tachys, Bemhi-
dium); Crotch (Proceed. Zool. Soc. p. 385) (Bembidium) Azoren;
Bilimek 1. c. (Bembidium) Mexiko; Piochard (Bull. Soc. Ent.
Fr. p. 80) (Bembidium) Spanien; Bates Ent. ,month. mag. p. 56
(Peryphus) Neuseeland; Miller 1 Bembidium (Galizien).
Dyticidae. Aube bespricht die Charaktere und Synonymie
einiger Hydroporus-Arten (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. s. VII. p. 256.)
Nach demselben sindi Hydroporus coarcticolUs Ueich. Germ,
und Lareyniei Fairm. = H. hispaniciis Res., dagegen H. opatrinus
verschieden von demselben. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p.XLV.)
Murray bemerkt, dass sein Agabus hydroporoides eine Celina
sei und bespricht die 6 Arten dieser Gattung (Annal. and Mag. of
Nat. bist. 3. ser. XIX. p. 179).
Reiche lenkt die Aufmerksamkeit auf das Vorkommen einer
häutigen Lamella an den zwei letzten Hinterleibsringen bei manchen
Weibchen des D. latissimus und glaubt solche Individuen hätten noch
nicht ihre Eier abgelegt. (Vielleicht wurden letztere aber während
des Eierlegens gestört Ref.) (Bull. Soc. Ent. d. Fr. p. III. 1867).
Die deutschen Arten dieser Familie sind in der Naturg. der
Insekten Deutschlands von Prof. Schaum beschrieben, mit Ergän-
zungen von Kiesenwetter. Als neue Gattung wird beschrieben
Oxynoptilus Seh., verwandt mit Hyphydrus, Sp. Oxyn. cuspidatus
Kunze (1. c. 1 . p. p. 22).
Neue Arten der Familie beschreiben: Crotch (Proc. Zool.
soc. 1867. p. 385. pl.23) (Agabus) Azoren; Thomson Scand. Co-
386 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
leopt, (Hydroporus. Hydaticus, Eriglenus, Glaurodytes); Schaum
(Hydroporus); Wollaston (Hyphydrus, Copelatus) 1. c. ; Solsky
(Horae Soc. Ent. Boss. V. p. 29 Jia^z^Zwjs) Russland; — Redten-
b acher 1. c. (Hydroporus).
Gyrinidae. Redtenbacher beschreibt als n. A, 1 Gyretes
Ceylon und 1 Patrus Ceylon.
Heber englische Gyriniden berichtet D. Sharp in Ent. M.
Mag. Vol. V. p. 52. 1868.
Palpicornia. Franenfeld erwähnt ungleiche Flügeldecken-
bildung bei Hydrous piceus 1. c. p. 900.
Phühydrus nigrieeps Redtenbacher 1 c, eine neue Art
von den Nicobaren.
Paracymus Thomson 1. c. p. 120 eine neue Gattung, ver-
wandt mit Hydrobius. Hieher die bekannte Art H. aeneus Germ.
Wollaston macht die Bemerkung, dass die Fühler von Be-
rosus nur 7-gliedrig sind, und dass Sternoloplms nur eine Section
von Hydrous ist (Coleopt. Hesper. p. 40 u. 46. Note).
Hy droxen US y^o\\7i5ion 1. c. p. 40 eine neue Gattung, ver-
wandt mit Laccobius ; hieher die neue Arten subpictus und minor
von d. Cap-Verde Insel.
Neue Arten der Familie sind in den Gattungen HydroMus,
Cercyon, Cryptopleurum von Wollaston 1. c. Cap-Verde Ins. und
ferner von Tournier (Cryptopleurum) Ann. Soc. Ent. Fr. 1867.
p. 566 aus Genua beschrieben worden.
Staphylinidae. Abeille d. Perrin bemerkt, dass Myrmedo-
donia aptera Peyr. gegründet ist auf das erste Wort in Peyr. Be-
schreibung von Myr. Erichsonii. Ann. Soc. Fr. VII. p. 69.
Fairmaire beschreibt aufs neue Myrmedonia festiva Saulcy
und Proteinus Olivieri Saulcy aus Algier. Ann. Soc. Fr. T. VII.
p. 393.
A. Fauvel macht synonymische Mittheilungen über verschie-
dene europäische Arten der Gattungen Staphylinus und Ocypus und
beschreibt Ocypus Baudii eine n. A. aus Wallis. Bull. Soc. Ent.
1867. p. 53.
Jansen berichtet das Vorkommen des Myrmedonia plicata
Erich in England. Proc. Ent. Soc. 1868. p. 125.
Mc Nab (Ent. month. mag. IV. p. 112) spricht über die
wahrscheinliche Identität von Oxyteliis flavipes Steph. mit mariti-
mus Thoms.
Rye bestätigt die Identität von Tliiasophila inquilina Mark
mit Euryusa Kirbii Jans, und beschreibt die Lebensweise dieses
Käfers. Ent. month. mag. III. p. 189.
Solsky giebt eine Charakteristik von Zonoptilus pennifer
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 387
Motsch und einer 2. n. A., so wie von Coproplulus seUula Schm.,
welchen er zur obigen Gattung zieht. Horae Soc. Ent. Ross.IV.
1867. p. 85.
Derselbe 1. c. p. 84 theilt äa.3 Yorkommen Platystethus bre-
vipennis Baud bei Odessa mit, welcher wahrscheinlich identisch mit
P. rufospinus Hochh. sein dürfte.
Derselbe bespricht die Mexikanischen Staphylinen, beschreibt
neue Arten dieser Familie und berichtet über die Gattung Trigonu-
rus Horae Soc. Ent. Ross. V. 1868.
W. Scriba beschreibt neue europäische Staphylinen Berl. Ent.
Zeit. 1868. p. 153.
Ityocara Thomson eine neue Gattung, verwandt mit Ilyoba-
tes, mit der bekannten Art Cal. rubens Erich.; 1. c. ^. 239. Bae o-
glena Thoms. eine neue Gattung verwandt mit Bessopora, mit der be
kannten Art: Oxypoda praecox Erich. 1. c. p. 248.
Phlaeonomus punctipennis und abietinus Thomson 1. c. 2 neue
Arten aus Skandinavien,
Wank omiez bespricht die Varietäten des Oxyporus maxillo-
sus Tab. Ann. Soc. Ent. Fr. VIT. p, 254.
Nematoscelis Wollaston, eine neue Gattung verwandt mit
Oligota. Hiezu die neue Art N. filipes von der Cap-Yerde Insel
1. c. p. 232.
Neue Aleochariden-Arten werden bekannt gemacht von Scriba
(Ool. Hefte I) aus den Gattungen Leptusa 5 A. aus den Apenninen
und Homalota 2 aus Deutschland; von Thomson 1. c. aus Skan-
dinavien (Gyrophaena 2, Autalia 1, Baryodma 1^ Oxypoda 1, Ocyusa 1,
Pycnaraea 1, Bessobia 1, Liogluta 2, Atheta 5.
Crotch beschrieb eine Gyrophaena (Trans. Ent. Soc. Lon-
don p. 439. V.) aus England und 1 Xenomma (Proc. Zool. Soc. p. 380)
von den Azoren.
Von Wollaston 1. c. wurden neu aufgestellt: 4 Homaloten,
1 Oxypoda. 1 Oligota, 2 Aleochara und 1 Myllaena von den Cap-
Verde Inseln.
Solsky beschrieb 1 Zonophilus aus Sarepta. Horae Soc. Ent.
Ross. IV. p. 88.
Neue Staphyliniden-Arten wurden ferner beschrieben von Wolla-
ston 1. c. (1 Tanygnathus) vom grünen Vorgebirge; von Wanko-
w i e z (Ann. Proc. Ent. Tr.VH. p. 253) 1 Quedius aus Minsk ; von C r o t c h
Proc. Zool. Soc. 1867. p. 391. 1 Staphylinus von den Azoren; von
Solsky Horae Soc. Ross. V. p. 30, 1 Philonthus aus Egypten und
1 aus Samara, 1 Philothalpus aus Mexiko; von Sharp Trans. Ent.
Soc. Lond. V. p. 440, 1 Philonthus aus der Edinburger Gegend,
und von Thomson 1. c. 1 Philonthus und 4 Microsaurus aus Scan-
388 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dinavien. Stier lin beschrieb einen Platyprosopus aus Bagdad (Mitth.
d. Schweiz. Ent. Ges. II. p. 218.
Neue Paederiden-Arten sind bekannt gemacht von Wolla-
ston 1. c. 2 Scopaeus, 1 Paederus; von Solsky 1. c. p. 166 1 Pae-
derus Mexiko, Lathrobium Sarepta; von Crotch (Trans. Ent. Soc.
Lond. 3. ser. V. p. 441) 1 Lathrobium, England; von Stierlin,
Mitth, d. Schweiz. Ent. Ges. II. p. 219. 1 Lathrobium, Sarepta und
1 Achenium ebendah.; von Thomson I.e. Medon aus Scandinavien.
Neue Pinophiliden- Arten machten bekannt WoUaston 1. c,
1 Palaminus und 1 Pinophilus vom grünen Vorgebirge.
Vier neue Stenus-Arten wurden beschrieben von Stierlin
Mitth. d. Schweiz. Ent. Ges. IL p. 21. Sicilien, Solsky Horae Soc.
Ross. V. Sarepta und Crotch Trans. Ent. Soc. Lond. 3. ser. V.
Neue Oxyteliden- Arten sind beschrieben von Wollaston 1. c.
1 Oxytelus, 1 Trogophlaeus ; von Bethe (Stett. Ent. Zeit. p. 307
1 Oxytelus aus Baiern und Enaesthetus) und von Stierlin (Mitth.
d. Schweiz. Ent, Ges. II. p. 222) 1 Bledius aus Sarepta,
Neue Arten aus der ganzen Familie beschrieben 1868: Solsky
(1 Falagria, 1 Coproporus, 1 Aleochara, 1 Ancylophorus, 1 Quedius,
1 Staphylinus, 10 Philonthus, 4 Belonuchus, 1 Cryptobium); Scriba
(1 Homalota, 1 Myllaena, 1 Mycetoporus, 1 Quedius, 1 Lithocharis,
1 Scopaeus, 2 Platystethus, 1 Compsochilus, 1 Anthobium); Fuss
(Berl. Ent. Zeit. 1868. p. 353 : 3 Homalota, 1 Omalium); Miller
(1 Homalota, 1 Niphetodes, n. Gatt., verwandt'mit Boreaphilus ; Red-
tenb acher 1867 (1 Oxypoda, 1 Hypocyptus, 1 Xantholinus, 1 Ocy-
pus, 1 Lithocharis, 1 Pinophilus); C. Brisout de Barne vi lle
1868 (Mat, p. 1. Fauna Coleopt. France, 4 Leptura); Gautier de
Gottes (Mitth, d, Schweiz. Ent, Ges.II, 1 Philonthus); Hörn (I.e.
1 Xanthopygus) ; Joseph (Berl. Ent. Zeit, 1868. p. 365. 1 Lathro-
bium V. Terglou); Letzner (ebend. p, 359 1 Anthobium aus Schle-
sien); P and eile (1 Proteinus von den Pyrenäen).
Pselaphidae. Ätitius Hörn 1. c, p. 127 eine neue Gattung für
Ctenistes monilicorns Brend,
Faronus pyrenaeus Bris, de Barneville (Mat. p. 1. Faun. Fr.)
eine n. A.
Neue Arten haben im Jahre 1867 beschrieben: Tournier
(Ann, Soc. Ent.^Fr. VII. p. 561. pl, 13. fig. 2) 1 Batrisus, lEuplectus,
2 Trimium aus Genf und 1 Bryaxis aus Sicilien; Wollaston 1. c.
1 Bryaxis vom grünen Vorgebirge.
Paussidae. Gerstaecker: Ueber einige Paussiden (Stett. Ent.
Zeit. 1867. p. 429) Paussiis (n. sp.) und die Gattung Hylotorus
Dalm. (für P. granulatus Westw.). — Patiss. Chevrolatii Westw. ist
durch die Bildung des Prothorax ausgezeichnet, P. Curtisii Westw.
ist wahrscheinlich = Shuckardi Westw.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 389
Paussus procerus Gerst. 1. c. p. 429 und P. laetus Gerst. 1. c.
p. 430 zwei n. A. aus Abyssinien.
Scydmaenidae. Schaufuss (Nova Acta N. Cur. XXXIII) ^iebt
eine Uebersicht der Central- und Südamerikanischen Gattungen und
Arten der Familie Scydmaenidae. Die Gesammtzahl der beschriebe-
nen Arten ist 68, namentlich Scydmaenus 44 (42 neu), Eumicrus 24
(20 neu) und Cephennium 1 (neu). — Er bemerkt, dass sich mit
Ausnahme von Mastigus alle Scydmaeniden in zwei grosse Abthei-
lungen bringen lassen, nämlich in solche, bei welchen das 4te Glied
der Kiefertaster pfriemenförmig ist (Scydmaenus) und solche, bei
welchen dasselbe etwas stumpf ist und mit dem 3ten eine mehr
oder weniger längliche Spindel bildet, lang bei Eumicrus; kurz
und oval bei Cephennium.
Cephennium australe Wollast. 1. c. p. 277 App. eine neue A.
aus Madeira.
Eutheia colon Hörn 1. c. eine n. A. aus Arizona.
Silphidae. Nach Abeille d. Perrin ist Catopsimorphus
Fairmairii Delar. = C. formicetorum Peyr (Ann. Soc. Entomol, Fr.
Vn. p. 69.)
Grenier zieht Necrophorus gallicus J. Duv. und microce-
phalus Thoms. als Var. zu fossor. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. X.)
G i r a r d bemerkt die Zerstörung der Schnecken durch Silpha
laevigata Fab. und durch deren Larve. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867
p. 65.)
C. G. Thomson (Skand. Col. p. 340) stellt die Gattung Euci-
netus in seine Familie Catopidae und errichtet für dieselbe die Tri-
bus Eucinetma. Er charakterisirt ferner die in Schweden entdeckte
E. haemorrhoidalis Germ, und stellt folgende neue Gattungen auf:
Nargus, verwandt mit Catops, für C. velox Er.; Nemadus, ver-
wandt mit Ptomaphagus für C colonoides Kriz.-, Demochrus, ver-
wandt mit Nargus für C. anisotomoides Spence (1. c. p. 349—351).
Neue Arten sind beschrieben von Thomson 1. c. 1 Catops;
von B i 1 i m e k 1. c. 1 Choleva aus Mexikanischen Höhlen ; von
Miller (Verh. d. k. k. zool. bot. Ges. in Wien XVII. p. 551) 1 Ade-
lops aus einer Höhle in Croatien.
Neue Arten beschrieben ferner 1868, Hörn (1 Sphaerius, 1
Triarthron) und Bris, de Barneville (1 Anisotoma, 1 Agathidium).
Corylophidae. ÄrthroUps testudinälis WoUaston 1. c. p. 51 eine
n. A. Cap Verde Inseln.
Trichopterygii. Matthews stellt fest, dass Baeocrara litto-
ralis Thomson ein Tricliopteryx ist und daher der Name der Art,
wegen einer gleichbenannten andern Art, in variolosum Mulsant ge-
ändert werden müsse. (Ent. month. Mag. IV. p. 18.)
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. bd. Aa
'^ 390 B r a u e r '4 Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe berichtet über neue englische Trichopterygiden
(Ent. M. Mag. Vol. V. p. 9).
Actidium Matthews 1. c. p. 12, eine neue Gattung, verwandt
mit Ptilium, Type Tt. transversale Erich. — Derselbe beschrieb
1 Art Ptilium als neu.
Ptil'ium concolor Sharp eine n. A. aus Yetholme (Transact.
Ent. Sog. Lond. 3. ser. V. p. 435).
Ptenidi'um longicorne Fuss 1. c. eine n. A. Ahrweiler.
Scaphidiina. Redtenbacher beschreibt I.e. 2 n. Arten der
Gattung Scaphidium.
Histerini. De Marseul berichtigt, dass sein Teretius quer-
cus = Paromalus Rothi Rosenh., aber ein echter Teretius ist. (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1867. p. XVIII.)
Hypocaccus Thomson I.e. eine neue Gattung verwandt mit
Saprinus. typ. Ä. Saprinus 4-striatiis T.
Neue Arten der Familie beschreiben: Seuac Abeille V., 1 Hi-
ster, Tournier ebend., 1 Hister, Marseul ebend., 1 Saprinus,
Fuss Berl. Zeit. 2 Acritus , Redtenbacher 1 Platysoma und
1 Paromalus; Thomson 1. c. 1 Hister, 2 Platysoma; Marseul
Annal. Soc. Ent. Fr. 5. ser. VII. 1 Carcinops; Wollaston 1. c.
1 Teretius, 2 Saprinus, 1 Paromalus.
Fhalacridae. Nach Kawall lebt die Larve von Olibrus bico-
lor zwischen den Samen des Löwenzahns. (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p. 118.)
Neue Arten beschrieb Wollaston 1. c. in den Gattungen
Phalacrus 1, Olibrus 2, Lithocrus 1. Leconte Transact. Am.
Ent. Soc. II. 2 Olibrus und Tournier L'Abeille 2 Phalacrus.
Nitidulariae. A. Murray giebt eine Fortsetzung des Ver-
zeichnisses der Arten dieser Familie von Alt-Calabar und bespricht
die Gattungen Prometopia 1 n. A.. Axyra 2 u. A., Psilotus Erichs.,
Pherocopis Th., Lordites 1 n. A., Äethitia 1 n. A., Amphicrossus Erichs.,
2 n. A. und Cryptarcha Shuck. 1 n. A. und neue Untergattung
Arhina. Ann. and Mag. of N. H. 3. ser. XIX. p. 167.
Derselbe stellt ebenda p. 172 die neue Gattung Taracta,
verwandt mit Axyra, für T. fryi, eine n. A. auf.
Derselbe beschreibt Gymnoclieüa sqiiamosa Gr. Ann. and
Mag. N. H. XIX. p. 335 und macht Bemerkungen über Hectarthrum
gigas Fab. und curtipes Newm. 1. c. p. 338. Ferner charakterisirt
er H. 4-Uneatum Smith.
Frauenfeld bespricht das massenhafte und schädliche Auf-
treten des Meligethes aeneus auf Rapspflanzen in Böhmen. Verh.
d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XVII. p. 561. Siehe ebenda
Künstler p. 940.
Apar omia Redtenbacher I.e. einen. Gattung, verwandt
mitParomia mit 1 n. A. Chili. Derselbe beschrieb 2 n. Epuraea.
der Insekten während d. Jahre 1867 --68. 391
Niliodes Mur ray Coleopt. Hefte IV. p. 78 eine neue Gat-
tung mit 1 n. A. Amazon.-Str.
Neue Arten beschrieben ferner: Fairmaire 1. c. 1 Stelidota,
1 Aethina, 2 Lordites, Madagaskar; C. Bris, de Barneville 1. c.
1 Meligethes; Fairmaire Ann. Soc. Ent, Fr. VII. 4. ser. p. 395
1 Cychramus, Bone; Wankowicz ebend. p. 252 1 Ipidia Minsk
und Wollaston l. c. 1 Cybocephalus.
TrogOSitidae. Hom bespricht die Lebensweise von Nosodes
serrata Lee. Proc. Ent. Soc. Philad. VI. p. 290.
Micropeltis Redtenbacher I.e. eine neue Gattung, ver-
wandt mit Peltis mit 1 n. A. aus Chili.
Elestora Pascoe Proc. Ent. Soc. London 1868. p. XI eine
neue Gattung, verwandt mit Leperina mit 1 n. A. Penang.
Neue Arten beschrieben Redtenbacher 1 Leperina und
Fairmaire 1 Nemosoma und 1 Peltis Madagaskar und Murray
1 Abindra, 2 Peltis, 1 Bothrideres, 2 Hectartbrum aus Alt-Calabar.
Coiydii. Gerylon fagi Bris de Barneville 1 neue Art aus
Frankreich.
Microp rius Fairmaire 1, c. p. 779 eine neue Gattung,
verwandt mit Coxelus mit 1 n. A. Simons-Bay. Derselbe be-
schreibt neue Arten der Gattungen Pycnomerus 1, Brontes 2, Be-
chodes 2, Rhyzodes (!) 2. Madagaskar.
Hörn charakterisirt die Gattung Bhagodera und beschreibt
Bh. costata als n. A. Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 294, ferner be-
spricht er die Lebensweise von Ancliomma costatum ebend. p. 290.
Neue Arten wurden beschrieben in den Gattungen: Syncliyta
V^ollaston 1. c. p. 61, 2A.; Ditoma Yon demselben p. 63, 2 A.,
eine fragliche Ditoma; Wankowiez Ann. Soc. Entom. Fr. p. 249.
Minsk bildet vielleicht eine neue Gattung, für welche der Autor den
Gattungsnamen Lado vorschlägt; Tarphius lA.; Crotch Proc. Zool.
Soc. 1867. p. 386. pl. 23. fig. 1. Azoren.
CuCüjini. CJieilopoma Murray eine neue Gattung mit der
neuen Art Ch. castaneum M. 1. c. p. 20. pl. Old-Calabar.
Dryocora Pascoe Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. p. XI eine
neue Gattung verwandt mit Cucujus, mit 1 n. A. Neuseeland.
Parahrontes Redtenbacher 1. c. eine neue Gattung,
verwandt mit Brontes (Colydiidae), Telephanus fasciatus ebendas.
eine n. A.
Neue Arten wurden ferner beschrieben in den Gattungen
Laemophlaeus Wo Was ton 1. c. 67. lA. ; Süvamis von demselben
1. c. p. 69, 1 A. und Frauenfeld Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in
Wien XVII. p. 438. pl. 12 1 A. vom Bord der Novara bei Shanghai ;
Aeraphüus Solsky Horae Soc. Ent. Ross. IV. p. 180. 1 A. Sarepta.
Cryptophagidae. Motschulsky charakterisirt folgende neue
392 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesdiichte
Gattungen: Cortilena für Corticaria picta Lee. und verwandte;
Tocalium für 2 n. A. aus Ost-Indien. Bull. Soc. Nat. Moscou
XL. L p. 95.
Frauenfeld beschreibt die in Boletus sulphureus lebende
Larve und Puppe von Myrmecoxenus 4-pustulatus L. Verh. d. k. k.
zool.-bot. Ges. XVIL p. 781.
Walsh beschreibt als Einmiether der Weidengallen Loberus
impressus Lee. und Litargus 4-spilotus Lee. Proc. Ent. Soc. Phil.
VI. p. 265.
LathridiQS carbonarius Chevr. und Diplocoelus fagi Guer. wer-
den von Rye als englische Arten aufgeführt. Entom. Ann. 1868.
p. 66 u. 78.
Neue Arten wurden beschrieben aus den Gattungen: Crypto-
pJiagus Murray Ann. and Mag. of N. Hist. XX. p. 21. 1 A. ; 3Ie-
tophthalmus W oUsiston I.e.; Corticaria Motschulsky Bullet, d.
Moscou LX. 1. 37 A. aus Nord - Amerika , Europa, Nord -Afrika,
Krim u. s. w. ; 3 A. Wollaston 1. c.
Holoparamemis W oUas ton 1. c. 1 A. ; Motschulsky 3 A.
Brasilien, Egypten; Calyptobium Motsch. 1. c. p. 101. 4 A. Ost-In-
dien, Egypten; Faramecosoma Solsky Horae Soc. Ent. Boss. IV.
p. 90. 1 A. Koslaw; Atomaria Sharp Trans. Ent. Soc, London V.
p. 435. Edinburgh; Mineauxia (!) Motschulsky 1. c. 1 A.
Caucasus.
Neue Arten beschrieben ferner Redt enba eher 2 Crypto-
phagus und Hörn (Transact. Amer. Ent. Soc. II.) 2 Othnius.
Dermestidae. Mulsant und Rey beschrieben 1. c. folgende
neue Formen : Mesalia neue Gattung, verwandt mit Hadrotoma
mit 1 n. A.; ferner als n. A. 1 Dermestes, 7 Attagenus, 3 Telopus,
1 Hadrotoma, 3 Trogoderma, 5 Anthrenus der Europäischen und
Mittelmeerfaunen.
Dennestes suhcostata Murray Ann. and Mag. of N. H. 3. ser.
XX. p. 22, eine n, A. aus Alt-Calabar.
Thaumaglo ssa Redtenbacher 1. c. p. 43 eine neue
Gattung, verwandt mit Trogoderma, mit 1 n. A., Hongkong. — Tro-
goderma Mfasciata, ebend. 1 n. A. Chili.
Attagenus ensicomis Wollaston 1. c. eine neue Art. Cap-
Verde-Inseln.
Kawall fand die Larve von Tiresias serra in alten Schwäm-
men auf Pinus abies. Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 123.
Byrrhii. Lucas giebt einige Bemerkungen über die Larve
und Nymphe von Anthrenus musaeorum (Bull. Soc. Entom. Fr. 1867.
p. XXV).
Redtenbacher beschreibt einen neuen Curimus aus Neu-
seeland, Leconte eine Simplocaria aus Californien 1. c.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 393
Chelonarium Lecontei Thomson Phyais I. p. 84 eine n. A.
Nordamerika.
LimnicJms fragilicornis Wollaston 1. c. eine n. A. Cap.
Verde-Inseln.
Parnidae. Strina Redtenbacher 1. c. eine neue Gattung
verwandt mit Pomatinus mit 1 n. A., Cap.
Zwei neue Heterocems beschreibt Fairmaire 1. c.
Lamellicornia. — Dinastidae. C. 0. Waterhouse charak-
terisirt neuerdings die Gattung Dipelicus Hope, welche zunächst mit
Horonotus verwandt ist, beschreibt beide Geschlechter von D. Can-
tori Hope und das t^ von D. geryon Fab. (Transact. Ent. Sog. Lon-
don V. p. 531. pl. 27.)
Alcidosoma siamensis Castelnau eine neue Gattung und
Art; verwandt mit Chalcosoma (Revue et mag. de Zool. 1867.
p. 113. pl. 14).
Stypotrupes Candezei Vollenhoven, eine n. A. aus Celebes
(Tijdschr. v. Ent. 2. ser. I. p. 222. pl. 11).
Getoniariae. Oxythyrea stictica wurde bei Manchester von
Hardy gefunden (Ent. month. Mag. III. p. 280) und trat schädlich
in Oesterreich auf (Künstler k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII.
p. 924).
A. R. W a 1 1 a c e stellt die Gattungen Plectrone für Ma-
cronota nigrocoerulea Waterh. und M. tristis Westw. ; Sternophus
für Cet. Schaumi White ohne Charakteristik und Euremina auf.
Letztere verwandt mit Macroma, mit einer n. A. aus Penang (Proc.
Ent. Soc. London 1867. p. 94). Ebenda p. 93 beschreibt derselbe
aus folgenden Gattungen n. A. aus Malaisien: Heterorhina 6 A..
CUnteria 3 A., Agestrata 1 A., Lomaptera 9 A., Macronota 14 A.
Schizorhina 2 A., Änacamptorhina 1 A., Euryoniia 22 A., Cetonia IIA.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der Cetoniiden des Malayi-
schen Archipels und beschreibt neue Arten. (Trans. Ent. Soc. Lond.
3. ser. Vol. IV. p. 519. pl. 11-14. 1868.) Der Verf. zählt 181 Ar-
ten auf.
Boisduval macht die Mittheilung, dass zu einer lebenden
weiblichen Cetonia morio, welche er in einem Zimmer hielt, dessen
Fenster zur Nachtzeit geöffnet waren, durch einige Tage hindurch
des Morgens Männchen zugeflogen kamen, obschon die Art bei Pa-
ris sehr selten ist. (Bull. Soc. Ent. France 1868. p. LXV.)
Ratelides, lieber das der Weizenähre schädliche Auftreten von
Anisoplia austriaca Herbst machten Pelikan und Künstler Mit-
theilungen. (Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien XVIL
p. 693 u. p. 922.)
Neue Arten wurden beschrieben aus den Gattungen Ädoretus
394 Brauer: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
1 A. Marseul: L'Abeille III. p. LXXX. Algier und Cotdlpa 1 A.
Hörn: Transact. Am er. Ent. Soc. I. p. 168. Californien.
Melolonthidae. Girard beschreibt und empfiehlt die transpor-
tablen Vogelkäfige von Giot zu dem Zwecke, um Hühner auf die
Felder zu bringen, welche die Engerlinge vertilgen. (Ann. Soc.
Ent. d. Fr. 4. ser. VI. p. 571.)
Ä erat US Hörn Trans. Amer. Ent. Soc. I. p. 165 eine neue
Gattung, verwandt mit Chnaunanthus mit der n. A. Äcr. flavipennis
aus Arizona.
Plectrodes Hörn 1. c. p. 166. eine neue Gattung, verv/andt
mit Hypotrichia Lee. mit der n. A. PI. piibescens aus Californien.
Kawall beschreibt eine besondere Abart von M. vulgaris.
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 119.)
J. Reiset hat genaue Studien über den Aufenthalt der Larve
von Melolontha vulgaris gemacht und eine Tabelle verfasst, aus
welcher zu ersehen ist, in welchen Tiefen die Larve in ihren ver-
schiedeneu Lebensstadien anzutreffen ist (Comptes rendus LXV.
p. 1125 nebst Bemerkungen hiezu von Blanchard und Che vreul
ebenda p. 1138).
Cyphocheilus Waterhouse (Ent. month. mag. IV. p. 141),
neue Gattung, verwandt mit Leucopholis: hieher die bekannten Ar-
ten Mel. candidus Oliv.. L. niveosquamosa ßlanch. und drei n. A. aus
Siam und China.
Neue Arten wurden ausserdem in den Gattungen: ExophoUs
Waterhouse 1. c. p. 146 lA. Borneo; Pachydema FRirm^ire
Ann. Soc. Ent. France 4. ser. VH. p. 396. 1 A. Marocco; Bhizotro-
gus Fairmaire 1. c. 5 A. Marocco; Dasydera Hörn 1. c. p. 164.
1 A. Californien beschrieben.
Fr. Sc hickendantz : Ueber Burmeisteria eine neue
Gattung der Melolonthiden (Transact. Entom. Soc. London 1868.
p.lOl. pl.7).
Die Lebensweise von Lachnosterna quercina bespricht Walsh
(Pract. Entom. I. p. 60—62).
Ueber die Verwendung von Melolontha vulgaris in der Indu-
strie siehe Revue et Mag. Zool. Guerin 1868, p. 473.
S. Lockwood beschreibt die Lebensweise von Cotalpa lani-
gera (Larve) und bildet auch die Nymphe von Lachnosterna fusca
ab. Americ. Natural. IL p. 186 u. 187—144.
Glaphyrides. Lichnanthe canina Hörn (Trans. Am. Ent. Soc.
I. p. 164) eine n. A. aus Oregon.
Copridae. Synapsis Bates (Coleopt. Heft IV. p. 89) eine
neue Gattung, verwandt mit Heliocopris für Cop. brahminus Hope.
Derselbe stellt als n. A. auf: 2 Heliocopris und 1 Phanaeus.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 395
V. Harold (Coleopt. Hefte I. p. 1—8) behandelt die Charak-
tere der kleineren mit Chaeridium und Canthidium verwandten Co-
priden und stellt folgende Gruppen auf :
I. S c a 1 0 n 0 m i d a e. Körper länglich^ glatt, Vorderkopf un-
bewehrt, oberer Augentheil klein, Hintertarsenglieder breit, kurz
dreieckig. Klauen klein oder fehlend. (Hieher Scatonomus, On-
thocharis.)
n. Choerididae. Körper länglich oder oval, oberer Au-
gentheil klein, Hintertarsenglieder verlängert, Klauen normal (Cac-
cobius, Scatinus, Uroxys, Chaeridium, Canthidium).
ni. Copridae. Körper oval oder fast quadratisch, unten
mehr oder weniger haarig. Oberer Augentheil gross. Klauen deut-
lich {Ontherus, Pinotus, Copris etc.
Die Gattungen Coptorrhina, Sarophorus, Macroderes und Pe-
daria gehören nach Harold zu den Ateuchiden. — üeberdies wer-
den zahlreiche Berichtigungen über andere bei Canthidium und Chae-
ridium beschriebene Arten gemacht (Col. Hefte p. 61). Als Anhang
zu obiger Arbeit. (Siehe ferner ebenda H. p. 1—16.)
Derselbe (Coleopt. Hefte II. p. 23) giebt eine Revision der
Onthophagus-Arten und zieht zu dieser Gattung Calcoderus, Psilax,
Monapus und Phalops Erichs. Üeberdies giebt er zahlreiche syno-
nymische Bemerkungen und beschreibt n. A.
• Derselbe (ebenda I. p. 73) stellt die Synonymie von Gym-
nopleurus mundus richtig. Wiederaann's Art von Ost-Indien ist
= capicola (Castelnau) und ihr verbleibt der Name G. mundus. Gym-
nopl. mundus Mac Leay vom Cap der guten Hoffnung (= capicola
Hope MS. nicht Casteln) ist = G. fastidicus (Dej. i^^at.) und mit die-
sem Namen kurz beschrieben von Harold 1. c. p. 74.
Derselbe beschreibt (Coleopt. Hefte I u. II) aus folgenden
Gattungen neue Arten: Ateuchus 1, Gymnopleurus 2, Deltochilum 2,
Epilissus 1, Megathopa 1, Canthon [7, Uroxys 2, Scatonomus 1,
Onthocharis 2, Chaeridium 2, Beltorhinum n. Gatt. 1, Ontherus 1,
Pinotus 9, Canthidium 50, Onthophagus 20, Caccobius 7, Saprosi-
tes 5. (Grösstentheils amerikanische, afrikanische und einige austra-
lische Arten.
Derselbe veröffentlicht ferner das Resultat seiner Unter-
suchung der Germar'schen Typen dieser Familie (Berl. Ent. Zeit.
1867. p. 244). Copris gracilicornis = Onthoph. spinifex Fabr. ; C.
analis ist ein Onthophagus; C. inhiata, crinicoilis, bicuspis, semiae-
nea und semicuprea gehören zum Subgenus Pinotus Erichs. ; C. pau-
perata ist ein Chaeridium ; C. brevis = Canthidium lugubre Har. ;
C. ruficoUis ist ein Canthidium = Onth. cruentus Perty. Ateuchus
humeralis ist ein Canthidium: A. lituratus und bispinus gehören zu
396 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Canthon, so wie A. probus (= praticola Lee.) und cinctelkis; A.
viridus ist ein Chaeridium.
Derselbe giebt Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 119 die Synonymie
von Copris mormon Ljungh, der zur Gattung Pinotus Erichs, ge-
hört = Copris Ephialtes Mannerh.
Derselbe giebt I.e. p. 54 eine Tabelle der in seiner Gruppe
Chaerididae vereinigten Genera (8) von denen eines, Trichillum
neu und mit Aphengium verwandt ist, mit einer n. A. aus Brasilien.
Derselbe stellt ebenda IV. p. 81 die neue Gattung Bobli-
tes, verwandt mit Gromphas Perty auf, mit einer n A. und beschreibt
zahlreiche n. Arten aus der Subfamilie der Copriden und Äpliodii-
den, Coleop. Hefte III u, IV.
Derselbe ändert ebenda den Namen Cnemargus in Mendi-
dius III. p. 86 und macht viele synonymische Bemerkungen.
Hensel (Stein Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 212) beobachtete einen
kleinen Onthocharis in Brasilien, welcher auf einer grossen Buli-
mus-Art lebt und sich von deren schleimiger Absonderung nährt.
Westwood bespricht in Kürze die Lebensweise von Äteu-
chus sacer (Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. XXV.)
Aphodiidae. H ar o 1 d zählt 13 Chilenische Arten dieser Gruppe
auf (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 278) und giebt eine vorläufige Einthei-
lung der Äphodiiden.
1. Hinterschienen mit sehr kurzen Endspornen Pseudaphodidae.
II. Sporne der Hinterschienen von normaler Länge.
A. Mandibeln blossgelegt.
1. Pygidium verborgen Äegialidae.
2. Pygidium frei Chironidae.
B. Mandibeln verborgen.
1. Hinterschienen quer gekielt .... Aphodidae.
2. Hinterschienen einfach ohne Kiel.
a. Kopf rauh, körnig Psammodidae.
b. Kopf glatt oder runzlig punktirt . Ätaenidae.
Ätaenius Harold (Coleopt. Hefte II. p. 100) eine neue
Gattung verwandt mit Euparia. Typus Ät. opacus H. 1. c. Brasilien
und 6 andere z. Th. n. A. aus Süd-Amerika.
Ueberdies wurden aus folgenden Gattungen neue Arten be-
schrieben: Aphodius 1 A. (Becker Bull. Soc. Nat. Moscou XL. 1.
p. 108); Aphodius 2, (Wollaston 1. c. p. 90); Aphodius 2, Psam-
modius 1, Harold Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 279) ; Euparia 2 (von
demselben Col. Heftel, p. 82 und II. p. 99); Rhyssemus Wolla-
ston 1. c. p. 92.
Trogidae. Trox nohilis Wollaston 1. c. p. 93 eine n. A.
Cap-Verde.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 397
Orphnides. Phaeochrous? Behrensi Hörn eine n. A. (Trans.
Amer. Ent. Soc. I. p. 163) Californien.
Lucanini. Abeille de Perrin macht auf die verschiedene
Zahl der Fühlerlamellen bei Lucanus cervus aufmerksam. (Annal.
Soc. Ent. Fr. 4. ser. YII. p. 70.)
Ceratognathus alboguttatus Bat es (Ent, month. mag. IV. p. 54)
eine n. A. aus Neuseeland.
Passalus nicobaricus Redtenbacher eine n. A.
Odontolabis inaequalis und gracüis Kaup 1, c. zwei n. Arten
von der Insel Nias.
Interessante biologische Beobachtungen über Lucanus cervus,
vorzüglich dessen , wahrscheinlich periodisch massenhaftes Auftre-
ten und über die Vitalität einzelner Segmente desselben, so wie die
geschlechtlichen Grössenverschiedenheiten giebt Cornelius (Stett.
Ent. Zeit. 1867. p. 435).
Biologische Mittheilungen machten Cornelius über Luc.
cervus (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 24); M'Lachlan über, die Nymphe
von L. cervus in der Erde (abnorm) (Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. IX)
und T. A. Chapman über das Eierlegen von Sinodendron cylin-
dricum (Ent. Month. Mag. V. p. 139).
Ueberdies wurden aus verschiedenen Gruppen der Familie der
Lamellicornien noch folgende n. A. beschrieben:
Redtenbacher beschreibt 1. c. 7 Canthon, 2 Chaeridium,
4 Onthophagus, 1 Aphodius, 2 Bolboceras, 1 Crotoscelis, 1 Phyllo-
pertha, 1 Popilia, 1 Ectinoplia neue Gattung, verwandt mit Hoplia,
1 Ptyophis, neue Gattung, verwandt mit Macrophyllides, 1 Serica,
1 Phytolaema, 1 Pachydema, 1 Ancylonycha, 1 Schizonycha, 1 Leu-
copholis, 1 Myrina, neue Gattung (vergebener Name Lycaenidae),
verwandt mit Licomedes, 1 Heteronychus, 1 Oryctomorphus und 1
Trichius.
Fairmaire stellt als neue Arten auf: 2 Orphnus, 3 Ocho-
daeus, 1 Trox, 1 Parastasia, 2 Ablabera, 2 Pachydema, 3 Rhizotro-
gus. 1 Pachycolus, 5 Temnorhynchus.
C. 0. Waterhouse beschreibt eine n. A. Anoplognathus
und Calloodes aus Australien. (Ent. M. Mag. V. p. 8 u. 9.)
Leconte beschreibt 6 Ochodaeus, 1 Anomala.
Buprestidae. Nach Abeille de Perrin ist die Larve von
Coraehus bifasciatus Oliv, den Eichen schädlich. (Ann. Soc. Ent. Fr.
4. ser. VIL p. 66.)
Nach demselben (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 69) ist
Psiloptera Xerxes Mars. = chlorana Lap.
Sphenoptera Solskyi Becker eine n. A. aus Astrachan. (Bull.
Soc. Nat. Moscou XL- 1. p. 108.)
398 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Chevrolat giebt iri seiner Revision der Coleopteren Cuba's
(Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. T. VII. p. 573 -588) die Beschreibung
von 30 Arten dieser Familie, von denen 11 Arten neu sind.
Dohrn giebt eine abermalige Charakteristik seiner Spheno-
ptera Becken (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 144).
Fairmaire veröffentlicht ein Verzeichniss von 53 chileni-
schen Arten der Familie, von welchen Psüoptera verrucifera Fairm.
= prolongata L. u. G. und Anthaxia marginicollis Sol. = verecunda
Erichs, sind. (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. T. VII. p. (517.)
Derselbe beschreibt (ebenda p. 621) bekannte Arten aus den
Gattungen Fsiloptera, Hypoprasis, Anthaxia, Stigmodera und Chry-
söbotlwis und citirt die Charaktere von 4 Arten Philippi's aus der
Stett. Zeit. f. 1860.
Ferner giebt derselbe die Synonymie von 3 Arten aus Men-
doza (ebenda p. 630).
Derselbe beschreibt (1. c. p. 622 ff.) neue Arten aus den
Gattungen Psüoptera, Anthaxia je 1 A., Stigmodera 2 A. Chile.
Fuss berichtet von einem Conognathus variabilis mit zwei
Tarsen am rechtseitigen Mittelbein. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 407.)
Buprestis Marseuli Garbiglietti eine n. A. aus Egypten.
(L'Abeille III. p. LXVII.)
Gernet giebt eine Abbildung und Beschreibung der Larve
von Larapra conspcrsa Fab. (Horae Soc. Entom. Ross. V. p. 17.
pl. 2. fig. 5.)
Kawall macht Mittheilungen über die Larven von Dicerca
aenea und berolinesis, von Agrilus higiittatus Fab. und Chrysobothris
chrysostigma (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 123).
lieber die Lebensweise von Gyascutus obliteratus Lee. be-
richtet Hörn (Proc. Ent. Soc. Philad. VI. p. 290).
Lichtenstein berichtet über die am Wickenklee bei Mont-
pellier schädlich aufgetretene Sphenoptera gemellata Dej. (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1868. p. 81.)
Marseul beschreibt 8 n. A. der Gattung Acmaeodera (1 aus
Columbien, 7 aus Afrika) und eine neue Ptosima aus Nordchina
(Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 48 sqq.).
Anthaxia Gerneti Morawitz eine n, A. vom Aral-Sec. (Horae
Soc. Ent. Ross. VL p. 35.)
My chommatus Murray (Ann. et Mag. Nat. Hist. 4. ser. II.
p. 110) eine neue Gattung verwandt mit Stenogaster, mit 1 n. A.,
Alt-Calabar. — Derselbe beschreibt ebenda als n. A. 2 Coraebus,
4 Agrilus.
Xenopsis Saunders (Trans. Ent. Soc. London 3. ser. V.
p. 514) eine neue Gattung verwandt mit Castalia. Die einzige neue
Art stammt aus Penang (pl. 25. fig. 9).
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 399
Nach demselben ist Chrysocliroa epUippigera White eine
Var. von C. ocellata Fab. (Trans. Ent. Soc. London 3. ser. V. p. 509.
pl.25. fig. 1).
Derselbe beschreibt 50n. A. der GRÜimg StigmocUra (Journ.
Linn. Soc. Zool. 1868. Vol. IX. p. 460. pl. 9 u. 10) und giebt eine
Uebersicht der Australischen Buprestiden, welche F. W. Hope in
einer früheren Arbeit beschrieb (Trans. Ent. Soc. London 1868.
p. 1—67. pl. 1-4). Da Hope's Beschreibungen nur für den Privat-
verkehr gedruckt wurden, so zieht Saunders dessen Namen als
Synonyme ein, ein Vorgang , der vielleicht in der Folge zu Ver-
wirrungen führen dürfte. Der Verf. hat die meisten Arten einer
genauen Untersuchung unterzogen, neu beschrieben und ihre Syno-
nymie klar gemacht.
Walsh bespricht die Lebensweise von Chrysobothris femorata
Fabr. (Pract. Entom. L p. 26).
Neue Arten w^urden beschrieben: von Saunders (Trans. Ent.
Soc. London 8. ser. V. p. 429 sqq.) in den Gattungen Chrysocliroa
(4A. Penang, Ceylon, Andaman-Lisel, Indien); Steraspis (lA.pl. 22.
Sierra Leona); Cypliogastra, (1 A. Guam); Ghrysodema, Iridotaenia,
Poecilonota, Melobaris (je 1 A. Penang) , Phüanthaxia, Castalia (je
1 A. Penang) : Chrysobothris (4 A. Penang) ; Coraebus und Agrilus
(je 2 A. Penang.)
Von Chevrolat 1. c. in den Gattungen: Psüoptera 1 A.,
Haiecia 2 A., Cinyra 2 A., Äcmaeodera 1 A., Chrysobothris 1 A.,
Agrilus 1 A., Taphrocerus 2 A, und Leiopleura 1 A. Cuba.
Neue Arten beschrieben ferner: Hörn 1 Gyascutus, Fair-
maire 1 Melanophila, Redtenbacher 2 Fsiloptera, 1 Melobasis,
1 Anthaxia, Marseul i'Abeille V. p. 175, 1 Agrilus, St i erlin
Mitth. d. schw. Ent. Ges. II. p. 345. 1 Anthaxia. Tournier I'Abeille
V. p. 144. 1 Aphanisticus und 1 Trachys.
Eucnemidae. Chevrolat giebt I.e. p. 588 ff. die Beschreibung
von 14 Arten der Familie aus Cuba, von denen 7 neu sind. Letztere
gehören in die Gattungen Fornax 2 A., Microrhagus 1 A., Dro-
maeolus 1 A., Adelothyreus 1 A. und Nematodes 2 A. Die 2 vor-
letzten Gattungen sind neu und von H. de Bonvouloir (?) be-
schrieben. (Vide Dallas Reeord Vol. IV. p. 261 Anm.)
Leconte stellt die neue Gattung Pactopus, verwandt mit
Throscus, auf mit 1 n. A. aus Californien und beschreibt als n. A.
2 Throscus.
Throscus JDohrnii Bethe 1. c. p. 36 eine u. A. Sarepta.
Neue Gattungen und Arten beschreiben ferner: Murray
1 Oisocerus n. Gatt., verwandt mit Phlegon; Redtenbacher
1 Pterotarsus, 1 Galba, 1 Dendrocharis, 2 Fornax.
Elateridae. AbeiUe du Perrin bespricht die Lebensweise
400 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
von CardiopJiorus exaratiis Erichs. Die Männchen sind zahlreicher
als die Weibchen, letztere kommen am Abend hervor und dann
findet die Begattung statt, wobei man oft mehrere Männchen mit
emem Weibchen vereinigt findet. (Ann. Soc. Entern Fr 4 ser
VII. p. 65).^
Chevrolat beschreibt 1. c. p. 596 49 Arten dieser FamiUe
aus Cuba, von welchen nur 5 neu sind. Letztere gehören in die
G^iinngen Meristhus 1 A., Hemirhipus, Monocrepidius, Horistonotus
und Süesis (je 1 A.).
Künstler berichtet (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien
T. 17. p. 925) über den Schaden, welchen Agriotes lineatus den
Kornähren zufügt.
G. A. Perkins bespricht den i-Cucuyoa oder Westindischen
Leuchtkäfer (Amer. Natural. Vol. IIL p. 422-433) Elater noctilucus.
Neue Arten beschrieben Eye (Ent. m. mag. lU. p. 249. 1 A.
Elater aus England), Crotch (Proc. Zool. Soc. London 1867. p. 386.
pl. 23. fig. 8. Elastrus 1 A. Azoren) und Seidlitz (Berl. Ent. Zeit
1867. p. 178. Dima Perezii = Celox diraa Schaiif.. 1 A. Sierra Gua-
darrama). - Marseul L'Abeille V. 1 Elater, Murray 3 Psephus,
1 Tetralobus, 1 Alans, Redtendacher 1 Acroniopus.
Cebrionidae. Fairmaire beschreibt 6 neue Cebrio-Arten
aus Algier (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 400).
Er n est Cotty berichtet über das Vorkommen einer unbe-
schriebenen Cebrio-Art in dem Neste eines Algerischen Bienenfres-
sers Merops (Mem. Soc. Linn. du Nord de Fr. 1860. p. 170).
Rhipiceridae. Sandalus porosus Leconte 1. c. eine n. Art.
Nord-Amerika.
Dascyllidae. Nach K i e s e n w e 1 1 e r ist Cyphon coarctatus und
fuscicornis ^ und $ einer Art. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 407.)
C. G. Thomson zieht Eucinetus zu seiner Familie Catopidae
(Skand. Coleopt. IX. p. 340).
H. Tournier giebt eine Monographie der Dascilliden der
Gegend des Genfer Sees (Descr. des Dar.c. du Bassin du Leman Ge-
neve 1868. p. 96. pl. 4. Assoc. Zoologique du Leman.)
Der Verf. beginnt mit einer allgemeinen Charakteristik der
Familie, beschreibt weiters die Larven von 5 Gattungen, 6 Arten
Dascillus, Helodes, Cyphon. Hydrocyphon und Eucinetus - und
geht dann auf die Literatur und Systematik über. Auf 4 Tafeln
sind die typischen Formen abgebildet. Neue Arten enthalten die
Gattungen Helodes 5 und Cyphon 10.
Neue Gattungen und Arten beschreiben: Eedtenbacher
Parelodes neue Gattung, verwandt mit Cyphon, mit einer" n. A.
Ceylon; Ptilodactyla mitln.A.; Murray {Goptocera n. Gatt,
mit 1 n. A. und 1 Ptilodactyla): Leconte 1 Scirtes, Nord- Amerika.
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 401
Malacoderma. — Lampyrides. J. V. Becker veröffentlicht
einige Beobachtungen über das Leuchtorgan der Lampyris splendidula
(Öfvers. Finska. Vet. Soc. Förh. VIII. p. 15—21).
Kawall macht Bemerkungen über die Larve von Phosphae-
nus hemipterus (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 124).
Murray beschreibt (Ann, et Mag. of Nat. Hist. 3. ser. XX.
p. 321) je eine neue Luciola- und Lampyris-Avt aus Old-Calabar.
Telephoridae. Desor macht Mittheilungen über das schon
a. a. 0. oftmals beobachtete Vorkommen der Larven des Telephorus
fuscus auf dem Schnee nächst Grattes nach starkem Sturm (Bull.
Soc. Sc. Nat. Bäle VII. p. 514).
Fairmaire beschreibt 6 neue Arten der Gattung JcM%^-
rus von den Philippinen und Ceylon. (Stett. Ent. Zeit. 1867 p. 114fi\)
Sharp beschreibt 2 neue Telephorus-Arten aus Aberlady und
Perthshire. (Trans. Ent. Soc. London 3. ser. V. p. 436.)
Drilidae. Schau fuss giebt die Beschreibung von 5 neuen
Drilus-Arten, aus Syrien 3 A., Klein-Asien 1 A. und Minorca 1 A.
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 82.)
Derselbe beschreibt (ebenda p. 85) Malacogaster nigripes
eine n. A. aus Spanien.
Kiesenwetter bespricht die Gattung Byturus (Berl. Ent.
Zeit, 1868. p. 259) und vertheidigt seine Ansichten über die syste-
matische Stellung dieser Gattung gegen Gerstaecker.
H. Rogers beobachtete zwei ^T von Drilus flavescens in co-
pula mit einem $ zu gleicher Zeit. (Proc. Ent. Soc. London 1868.
p. XXVII.)
Melyridae. Nach Abeille d. Perrin (Ann. Soc. Ent. Fr.
4. ser. VII. p. 69) ist Äxinotarsus semiUmbatus Fairm. = MälacMus
limhifer Kies, und AntJwcomus lateplagiatus Fairm. eine gute mit
terminatus Men. verwandte Art.
Kiesenwetter betrachtet Spanien als die wahre Heimath der
Gatt. Henicopus (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 109), da von 23 europäischen
Arten 22 in Spanien vorkommen. Die Angabe, dass H. calcaratus
bei Rom vorkomme^ hält K. für irrthümlich. Von den 19 Spanien
eigenthümlichen Arten wird eine Liste, und von den von Jacq.
Duval beschriebenen werden Diagnosen gegeben. Ausserdem ent-
hält die Arbeit Bemerkungen über andere Arten und die Beschrei-
bung von 2 neuen Arten.
Derselbe zählt die 7 Spanischen Arten der Gattung Dasytes
auf, von denen 3 neu sind (1, c. p. 114).
Derselbe führt drei spanische Dolichosoma-Arten auf (1. c.
p. 119).
402 Brauer; Bericht üb. d. Leist. in d. Naturg-eschichte
Derselbe bespricht das Vorkommen von Lohonyx aeneus
1. c. p. 119, zählt die Arten der Gattungen Haplocnemus (12) darun-
ter 2 n. A., Danacea (3) aus Spanien auf und giebt eine Revision der
Dolichosomen, die er in drei Untergattungen theilt (1. c. p. 136).
Derselbe beschreibt Amauronia hispana 1. c. p. 126 und
giebt synonymische Bemerkungen ebenda p. 134.
Schaufuss beschreibt zwei neue Arten der Gattung DoZic/iO-
soma, 1 aus Rhodus und eine aus Mallorca (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p. 81).
Schmid (Zeit. f. d. ges. Naturw. T. 30. p. 549) beobachtete,
dass die I^arve von Malachius aeneus der von Meligethes aeneus
nachstellt. — Als an Kornähren schädlich wird dieselbe von Künst-
ler angegeben. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 926.)
Murray bildet die Larve von Photuris versicolor ab (Journ.
Linn. Soc. Zool. X. pl. 1. fig. 9).
Die fragliche Larve von Ph. pennsylvanica und Drilus so wie
eine leuchtende Larve sind im Americ Naturalist. II. p. 432 abge-
bildet.
Neue Arten beschrieben ferner: Solsky (Horae Soc. Ent.
Ross. IV. p. 91) aus den Gattungen Anthocomus, Dasytes (je eine)
und Dasytiscus; Wollaston aus der Gattung Pecteropus (lA. 1. c.)
und Murray (Ann. and Mag. of Nat. bist. 3. ser. XX. p. 321 1 A.
Old-Calabar) 1 A. Hedybius. — Kiesenwetter siehe oben.
Neue Gattungen und Arten aus verschiedenen Gruppen be-
schrieben Redtenb ache r: Calosot i s neue Gattung, verwandt mit
Henicopus mit 1 n. A. Cap ; n. A. 1 Porrostoma, 2 Metriorhynchiis,
2 Telepliorus, 2 Suis, 1 Apaloclirus, 1 Charopus. l Dasytes, 2 Prio-
nocerus, 3 Idgia),; Murray (9 Lycus) , Leconte (1 Photinus),
Pandelle (Mat. pour. la Faune d. Fr. p. 177, 1 Telepliorus, 2 Rha-
gonycha), Marseul (L'Abeille V. 2 Jt/irt^oni/c/m, (j 3Ialthinus, l Ma-
lachius, 2 Anthocomus, 2 Ebaeus, 2 Antidipnis, 1 Troglops, 1 Go-
lotes, 1 Danacaea), Mulsant und Rey (1 Divales, 7 Dasytes).
Gleridae. Nach Murr ay ist Erymanthus horridus Westw. =
vesuvioides Thoms. (Ann. and Mag. N. H. 3. ser. XX. p. 319.)
Thanasimodes Murray Ann. and Mag. N. H. 3. ser. XX.
p. 319 eine neue Gattung verwandt mit Thanasimus. T. metallicus
n. sp. Old-Calabar.
Aptero clerus fusiformis^ o\\^ Bio i\ novumGen. et n. sp.
Capverdische Inseln 1. c.
Microclerus Wollaston 1. c. eine neue Gattung mit 2
n, A. ebenda.
Neue Arten beschrieben Stierlin (1 Opiliis), Hörn (1 Cy-
matodera, 1 Enoplium, 1 Hydnocera, 1 Acrepis Nord - Amerika),
Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Fr. VIll 1 Corynetes Algier).
der Insekten während d. Jahre 18G7— 68. 403
Xylophaga. — Lymexylonidae. Murray stellt diese Fa-
milie zu den Heteromeren, zunächst an Serropalpus, Phloiotroia etc.
(Ann. Mag. N. H. XX. 317.)
Derselbe beschreibt die neue Gattung Melittomma (1. c.
p. 314) verwandt mit Hylocaetus. Typus M. brasiliensis Gast, und
castaneum n. sp. Old-Calabar.
Ptiniores. Kiesenwetter giebt eine vollständige Revision
der von 111 ig er beschriebenen und bis jetzt verkannten portugie-
sischen Arten der Gattung Ptinus. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 127.)
Ebenda beschreibt derselbe p. 129 zwei neue Arten der
Gattung Ptinus aus Spanien und eine neue Niptus-Art p. 134.
Derselbe macht synonymische Mittheilungen über die Ano-
bien-Gattungen Mulsant's (Berl. Ent. Zeit. 1868. p, 104).
Bjris. de Barneville beschreibt Änohium Beyi aus dem
südl. Frankreich (Mat. pour la Faun, de France p. 180).
F. Smith beschreibt das Klopfen des Anobium tessellatum
(Ent. month. Mag. III. p. 279).
Stein bespricht die Beobachtung Hensel's über den dem
Tabak schädlichen Xyletinus testaceus Sturm (Berl. Ent. Zeit. 1867.
p. 211). Nach Kraatz ist X. testaceus Redtb. von obiger Art ver-
schieden. (1. c. Nota.)
Neue Arten sind ferner beschrieben von Wo Ilaston (1. c.
p. 103) in den Gattungen: Microptinus 1 A., Sphaericus 1 A., Piarus
1 A., Notiomimus 1 A. von den Capverdischen Inseln, und Solsky
(Horae Soc. Ent. Ross. V. p. 35 in den Gattungen Xyletinus 1 A.
und Pseudochina 1 A. aus Russland.
Xylophagi. NachAbeille dePerrin iäi Äpate luctuosa Oliv.
= Ä. capucina L, Ann. Soc. Ent. Fr. VII. p. 70.
Murray beschreibt die Afrikanischen Apate-Arten (Ann. Mag.
of Nat. H. 3. ser. XX. p. 84).
Derselbe beschreibt ebenda Ä. degenera eine neue Art aus
Alt-Calabar, ferner drei neue Sinoxylon-Arten. 1. c. p. 93.
Walsh bespricht die Lebensweise von Bostrichus bicaudatus
Say (Pract Entom. I. p. 27).
Neue Arten beschrieben: Leconte 1 Exopioides Californien,
Redtenbacher 1 Enneadesmus Nicobaren.
CiSSidae. Wo Ilaston beschreibt drei neue Lyctus von den
Capverdischen Inseln, 1. c. p. 111.
Pascoe ändert den Namen Pterogenia in Apogenia, da er-
■ sterer vergeben ist. (Trans. Ent. Soc. Lond. 3. ser. III. p. 486 Note.)
Melasoma. Achill. Deyrolle's Werk über diese Unterfamilie
erweitert die Kenntniss dersel])en bedeutend. Die einzige bisherige
404 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gattung Zophosis wird durch zahlreiche neue Arten bereichert und
neben ihr sind 8 neue Gattungen aufgestellt. Die neuen Gattungen und
Arten sind folgende: Hologenosis 1 n. A. Cap, Cheirosis 1 A.
(ovata Fald); Calosis 1 A. Süd-Afrika, Onychosis 1 n. A. Afrika,
Ophthalmosis 1 n. A. Guinea, Anisosis 1 A. Benguela, G ar-
diosis 1 n. A. Cap Negro, Zophosis 65 n. A. (Ann. Soc. Ent. Fr.
4. ser. VII. p. 73—248.)
Psammocryptus minutus (Tausch) lebt nach Becker gesell-
schaftlich im Menschenkoth (Bull. Soc. Nat. Moscou XL. 1. p. 109.
Braselman giebt eine Beschreibung und Abbildung einer
Monstrosität von Blaps obtusa mit zwei Schienen am rechten Hin-
terbein, deren jede 4-gliedrige Tarsen trägt. (Verh. d. naturh. Ver-
d. preuss. Rheinlande 1867, p. 301. pl. 1. fig. 1.)
lieber Sepidium haben Cotty und Perty 1. c. kleinere Mit-
theilungen gemacht.
Helops azoricus Crotch eine n. A. (Proc. Zool. Soc, Lond.
p. 390.)
Fairmaire beschreibt neue Arten in den Gattungen Asida 4,
Heliotaurus 1 Marocco, Pimelia 1 Mogador. (Ann. Ent. Fr. 4. ser.
VII, p. 404 sq.)
Frauen feld berichtet über die Larven von BoUtophagus
agaricola Fab. und Diaperis holeti L. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges.
in Wien XVII. p. 780.)
Einen Blaps similis mit doppeltem Tarsus am rechten Hinter-
bein beschreibt Fuss (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 407).
Lucas macht Mittheilungen über die weisse Färbung einiger
Arten der Gattung Adesmia und Leucolaephus und über die Ver-
änderlichkeit von Adesmia Langii Guer. (Bull. Soc. Ent. France
1867. p. LXXII.)
Eine gi-össere Arbeit über die Strongyliiden hat Mäklin
(Acta Soc. Sc. Fenn. VIII) veröffentlicht. — Die Gattung Strongy-
lium wird im Sinne Lacordaire's aufgefasst und schliesst 266 Arten
ein, von welchen der grösste Theil neu ist.
Derselbe stellt als neue Gattungen auf: Epiplecta p. 498
mit 1 U.A., Aspidosternum p. 500 für Ten. cyaneus Fab.;
Goelolophus p. 502 mit 2 n. A. ; El asm ocera -p. 604: 1 n. A. ;
LopJiocnemis p. 505 mit 1 n. A. ; Otocerus (= Oploptera Chevr.
p. 486) mit 14 n. A.; ausserdem das neue Subgenus Anomaear-
thrum mit 2 n. A.
In der Gattung Strongylium werden 218 n. A. beschrieben,
von Fliymatosoma 2. n. A. p. 508.
Xanthothopeia rußpennis Mäklin eine neue Gattung und
Art aus dem Kaffernlande (Acta Soc. Sc. Fenn. VIII. p. 223. Cno-
dalonides).
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 405
Derselbe beschrieb 1. c. p. 222) Camarimena vicina eine n.
A. aus Burmah.
Hörn erzählt, dass die Californischen Arten von Eleodes
wenn sie beunruhigt werden, den Hinterleib vertikal nach oben
richten und ergriffen aus dem After eine ölige Flüssigkeit auf die
Finger entleeren. (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 292.) Derselbe
macht ebenda Mittheiiungen über Helopiden.
Derselbe (Trans. Amer. Ent. Soc. I. p. 159. 162) beschreibt
die Zopherus-Arten der Vereinigten Staaten. Von den 6 Arten
sind 3 neu.
Derselbe (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 293) bespricht die
Merkmale von Usechus lacerta Motsch. und stellt die Gattung zu
den Tentyriiden als neue Tribus neben die Zophorini Leconte's.
Kawall beschrieb die Verwandlung von Prionychus ater und
macht Mittheilungen über Mycetochares (Stett. Entom. Zeit. 1867.
p. 124).
K r a a t z berichtet über die europäischen Tenebrio und Me-
nephilus- Arten (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 394).
Künstler berichtet über den den Kornähren schädlichen
Omophlus lepturoides Fab. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. XVII.
p. 928,)
Wo 11 as ton stellt 1. c. p. 179 folgende neue Gattungen und
Arten auf: Cenoscelis mit 1 n. A.; Melatiocoma neue Gattung,
verwandt mit Tricliosternum mit 1 n. A. ; Tricliosternum, Opatrum,
Hypophlaeus, Diadina, Scaurus je 1 n. A; Oxycara 7 n. A.; Äne-
mia und Plialeria je 1 n. A. Capverd. Inseln.
Neue Gattungen und Arten beschrieben ferner: Redten-
b ach er (1 ZopJiosis, 1 Ascelosodis neue Gattung, verwandt mit
Trilübocara, Ost -Indien ; 1 Äsp idol obus , n. Gatt., verwandt mit
Peltolobus, Chili; 1 Steif a, 1 Diphyrhynclms, 1 TJloma, 1 Toxicum,
1 Titaena, 1 Amarosoma, neue Gatt., verwandt mit Pseudhelops,
2 Thoracopliorusj : Fairmaire Ann. Soc. Ent. Fr. VIII. 1 Ärthro-
deis, 6 Asida, 1 Bracliyesthes, n. Gatt., verwandt mit Melane-
sthes, 1 Eury caulus, n. Gatt., verwandt mit Microzoum, 1 Fha-
leria, 1 BoUtophagus, 1 Ceropria, 2 TJloma, 6 Nycteropus, 1 Ar-
throdactyla, 1 Nyctohates, 2 Tetraphyllus, 1 Nepliodes, 2 Amaryg-
mus, 1 Strongylium, 1 Praogena. 2 Nisogena)', Bates (Trans. Ent.
Soc. Lond. 1868. 1 Aryenis, n. Gatt., verwandt mit Evaniosomus ;
5 Uypaulax, n. Gatt., verwandt mit Polypleurus: 1 Chileone,
n. Gatt., verwandt mit der vorigen; Ae diatrix, n. Gatt., verwandt
mit Goniadera, 1 Becliius, 1 Goniadera), 2 B aedrosis, n. Gatt.,
verwandt mit Thoracophorus ; Pascoe Proc. Ent. Soc. Lond. 1868,
1 Asphalus, n. Gatt., verwandt mit Pedinus ; 1 Bycrea, n. Gatt.,
verwandt mit Trahyscelinen und Phalerinen : 1 Orcopagia, n.Gatt.,
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. Bb
406 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
verwandt mit Bolitotherus ; 1 OrohycJius, n. Gatt., verwandt mit
Iphthimus; 1 Artactes, n. Gatt., verwandt mit Hemicychis ; 1 Ble-
pegenes, n. Gatt., verwandt mit Atryphodes; 1 Psydus, n. Gatt.,
verwandt mit Dicyrtus; 1 Diestica, n. Gatt., ein Strongylide) :
Tournier L'Abeille 1 Änemia ; M a r s e u 1 ibid. 1 Iphthimus ; H o r n
1 Cononotus.
Cistelidae- Neue Gattungen und Arten beschreiben: Fair-
maire 1. c. 1 Nemostir a, n, Gatt., verwandt mit Statira für St
Servillei Gast. u. a., 1 Cistela; Redtenbac h er, 2 Cistelomor-
pha, n. Gatt., verwandt mit Cistela; Bates, 1 Alcmeonis, neue
Gatt., verwandt mit Atractus; 1 Licymniu s, n. Gatt., verwandt
mit der vorigen; 1 Änaxo, n. Gatt., verwandt mit der vorigen; 5
Chromomaea, 1 Othelecta; Bertolini (Verh. d. zool.-bot. Ges. in
Wien XVIII. 1 Cistela, 1 Omophlus; Hörn 1 Prostenus.
Lagriariae. Neue Gatt, und A. beschrieben Bates: 1 Xeno-
stethus, n. Gatt., verwandt mit Statira; C. Bris, Barneville
1 A. Lagria.
Salpingidae. Schmidt-Göbcl erläutert die Synonymie der
Rhinosimus-Artcn (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 380).
Pyrochroidae. Ps eudocraptia dimidiata Wollaston eine
neue Gattung und Art 1. c. p. 214; Xylophilus gravidicornis eine
n. A. ebenda p. 216.
lieber die Nymphe von Pyrochroa berichtet Snellen v. Vol-
lenhoven (Tijdschr. v. Ent. 2. ser. II. p. 20. pl.), über die Larve
Kawall (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 123).
Anthicidae. Neue Arten beschreiben Marseul (L'Abeille V.
1 Anthicus) und Hörn (1 Mecynotarsus).
Je eine neue Anthicus-Art beschrieben Crotch (Trans. Ent.
Soc. Lond. 3.ser.V. p. 439j, Wollaston (1. c. p. 221), undSolsky
(Horae Soc. Ent. Boss. IV. p 93).
Melandryadae. Kawall faud die Larve 'der Melandrya cana-
liculata in faulen Haselnüssen (Stett. Zeit. 1867. p. 124).
Seydlitz: Synonymische Mittheilungen über Dircaea (Berl.
Ent. Zeit. 1867. p. 431).
Neue Gatt, und A. beschreibt: Redtenbacher (1 A. Cte.
noplectron, n. Gatt., verwandt mit Orchesia. Neuseeland; Chal-
codrya, n. Gatt., verwandt mit Melandrya, ebend.)
Mordellina. Eine neue Anaspis beschrieb Wollaston (1. c.
p. 213), eine neue Silaria Stierliu (Mitth. schw. Entom, Ges. II.
p. 223).
Ueber die Verwandlung^ von Mordella 12-punctata s. Kawall
(1. c. p. 123).
Zwei neue Mordella-Arten beschrieb Redtenbacher 1. c.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 407
Rhipiphoridae. NachBates istAcosmus capensis Dej. = Geo-
scopus murinus Gerst. (Trans. Ent. Soc. Lond. 1868. p. 325.)
Toposco2)US Leconte (Trans. Am, Ent. Soc. II. p. 61) eine
n. Gatt., verwandt mit Evaniocera mit 1 n. A. Neu-Mexiko.
Vesicantia. Kleinere Mittheilungen über einige Gattungen der
Familie macht Hörn (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 292 sq.)
Derselbe giebt eine Tabelle der Meloiden -Gattungen der
Vereinigten Staaten und stellt die neue Gattung Poreospasta, ver-
wandt mit Nomaspis auf, mit 1 n. A. aus Californien.
Laboulbene und Girard besprechen Epicauta adspersa
und ihre vesicatorische Wirkung (Bull. Soc. Entom. Franc. 1868.
p. XL VII).
F. Low berichtet über das Vorkommen junger Meloe-Larven
auf Andrena nitida und über die Verirrungen derselben auf Syrphi-
den nach Beobachtungen des Keferenten (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien XVIL p. 749).
Walsh bespricht die Lebensweise von 4 Nordamerikanischen
Lytta-Arten (Pract. Entom. II. p. 26).
Neue Arten beschreiben: Hörn (1 Megetra, 1 Nomaspis),
Leconte (1 Nemognatha, 1 Epicauta), Redtenbacher (1 Zonitis)
Oedemeridae. Neue Gattungen und Arten beschrieben: Hörn
(1 A. Ehinoplatia, n. Gatt. , verwandt mit Chitona, 1 Myctenis;
Fairmaire (2 Nacerdes, 2 Salpingus); Pandelle 1 Asclera).
Bruchidae. Neue Arten beschrieben Crotch (Procecd. Zool.
Soc. 1867. p. 389. zwei n. A. Bruchus), Wollaston (1. c. p. 140 2A.
Bruchus) und Solsky (Horae Soc. Ent. Ross. IV. p. 95. 1 A. Bru-
chus; ferner Kraatz (2A. Bruchus Spanien 1. c. p. 321) und Red-
tenbacher (1 ürodon, Cap).
Biologische Mittheilungen machten Frauen feld (Urodon rufi-
pes 1. c. p. 160) und Eye (Bruchus pisi Ent. M. Mag. V. p. 20).
Curculiones. Brisout d. Barneville berichtet über die
europäischen Acalles-Arten und bespricht 2 n. Arten aus Spanien
Croatien (Ann. Soc. Ent. und Fr. 4. ser. VII. p. 57). — Derselbe
beschreibt Orchestes Quedeufeldti Gerh. und giebt Beiträge zur Gat-
tung Gymnetron (ebend. p. 63 ff.).
Capiomont hat die Gruppe der Hyperiden monographisch
bearbeitet [und eine neue Charakteristik der .Gattungen gegeben.
Nebstdem giebt er eine .\ufzählung der beobachteten Larven. (Ann.
Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII, p. 417—560.)
Derselbe stellt folgende neue Gattungen auf: Isorhinus,
öhloropholus , Larinosomus, Plielypera, Tylopter us und
Bubalocephalus. In der Gattung Hypera werden 16 n. Arten,
in der Gattung Macrotarsus ist 1 n. A. beschrieben.
Derselbe vervollständigt seine 1867 begonnene eben erwähnte
408 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
Arbeit über die Tribus Hyperidae und beschreibt mehrere n. Gatt,
und 85 n. A. (Ann. d. 1. Soc. Ent. Fr. 4. ser. T. VUI. p. 73—286,
pl. 1-4.)
Chevrolat beschreibt eine neue Orchestes-Art (rAbeille III.
p. LXVI).
Desb rochers 'des Loges macht Mittheihmgen über die
von ihm früher beschriebenen Apion-Arten und charakterisirt Äpion
sareptanum als n. A. (Mitth. d. Schweiz, ent. Ges. IL p. 216 &.)
Derselbe veröffentlicht eine Monographie der Balaninen und
Anthonomiden Europa's und der Mittelmeerfauna (Ann. Soc. Ent.
France 4. ser. T. VIII. p. 331—368 u. 411 ff.)
Nach Goureau zerstört Cryptorhynchus lapathi junge Pappeln
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LXXXV).
Gredler beschreibt eine Var. von Otiorhyn. maurus als Ot.
Gobanzi und vermuthet darunter eine n. A. (Coleopt, Hefte III. p. 74.)
Nach Grenier (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. 73) sind Mecinus
longiusculus Schönh. und teretiusculus $ und ,^ derselben Art, M.
filiformis Aube.
Zwei neue Arten der Gattung Baridüis beschreibt Hey den
(Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 380) aus Frankfurt.
Cyriodontus Kirsch (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 216) eine
n. Gatt, verwandt mit Orychodes (Typus Arrhenodes lineatus Schönh.).
Automolus Kirsch (1. c. p. 218) eine neue Gattung mit
obiger verwandt (Type A. pictus De].).
Derselbe beschreibt ebenda 2 neue Arrhenodes, 1 neuen
Cteoderes und 2 neue Brenthus aus Bogota.
Derselbe bringt Beiträge (Nr. 4) zur Fauna von Bogota
(Curculioniden) (Berl. Ent. Zeit. 1868. p. 177).
Trachelizus Helmenreichi Red tenbacher, eine n. A. Bras.
(Brenthidae.)
Acroteriasis Roelofs (Ann. Soc. Ent. Belg. X. p.244) eine
neue Gattung, verwandt mit Gonipterus, mit 4 neuen Arten aus Au-
stralien.
Georhytichus Roelofs (ebenda p. 252) eine neue Cossoni-
den-Gattung mit einer n. A. aus Montevideo.
Schaufuss berichtigt die Synouymie einer Spanischen Art der
Gattung Geranorhinus und für die oftmaligen Irrungen in Betreff
derselben an. üeberdies beschreibt er eine n. A. von den Balearen
(Coleopt. Hefte II. p. 17—26).
Ueber dieselbe Art spricht Seidiitz (Berl. Ent. Zeit. 1867.
p. 188). Derselbe bringt ebenda p. 434) Halophagus haliraocnemis
Beck, zu Philernus.
Zahlreiche synonymische Berichtigungen in der Gruppe der
Brachyderiden macht Seidiitz (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 431) und
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 409
insbesondere über die Arten der Gattungen Strophosomus und Scia-
philus (l. c, p. 432). Derselbe beschreibt in der ersteren Gattung
5, in der letzteren 2 n. A.. in den Gattungen Brachyderes und Thy-
lacites 2 n, Arten.
Derselbe beschreibt je 1 n. Art der Gattungen Liosomus
und Scythropus (ebend. p. 185, 187).
Derselbe hat die Otiorhynchiden s. str. einer genauen mo-
nographischen Bearbeitung unterzogen (Berl. Ent. Zeit. 1868. Bei-
heft p.IV. u. p. 153).
Stierlin beschreibt 1 Gymnetmn aus Domodossola und 1
Brachytarsus aus Sarej)ta als neue Arten. (Mitth. d. Schweiz. Ent,
Ges. IL p. 224.)
Walsh zog Apion lanuginosum eine n. A. als Inquilinen von
WeidQngallen. (Proc. Entom. Soc. Phil. VI. p. 269) und beschreibt
(ebend. p. 265) 2 n. A. der Gattung Anthonomus.
Derselbe zog Erirh. ephippiatus Say aus einer Kolbengalle
einer Weide (ebend. VI. p. 268).
Dorytomus Sübermanni undillfmm*s Heydeniy^ enc'kQY zwei
n. Arten aus den Vogesen (Catal. Coleopt. de l'Alsace 1866 und
Heyden (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 379).
Apion 4-spinosum Wol las ton' eine n. A. (i. c. p. 127.)
Äuletes euphorhiae Wollaston eine n. A. (1. c. p. 126.)
Neue Anthribiden- Arten beschrieben B edtenbacher (1 Anthri"
bus), Bris. d. Barneville (1 Choragus) undPascoe (1 Nessiaro).
Neue Cossouiden-Arten beschrieben Wo IIa s ton (1. c. \ Rliyn-
cholus, 1 Phlaeophagus) p. 119, 1 Pentatemnus p. 122 und 1 Mesites
p. 123) und Crotch (Proc. Zool. Soc. 1867. p. 387, 1 Phlaeophagus).
Neue Ceuthorhynchus-Arten beschrieben Bris, de Barne v.
(Catal. Coleopt. Alsace p. 131) und Grenier (Bull. Soc. Ent. Fr.
1866. p. LXV).
Neue CryptorhynchideS'Arten beschrieben Crotch (Proc. Zool.
Soc. 1867. p. 387 1 Acalles) und Seidlitz (Berl. Ent. Zeit. 1867.
p. 189, 1 Camptorhinus aus Andalusien).
Neue Nanophyes-Arten beschrieben Wollaston (1 A. 1. c.
p. 125) und Tournier (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 567. 6 A.)
Fairmaire beschreibt N. Olivieri Dcsbr. ebend. p. 411.
Neue Arten der Gattung Lixiis beschrieben Becker (Bull.
Soc. Nat. Mosc.XL, 1. p. 113. Sarepta) und Wollaston (1. c. p. 129).
Neue Brachyderiden-Gattungen sind: Binas (Wollaston I.e.
p. 132, mit 5n. A.): Asynonychus (Crotch Proc. Zool. Soc. 1867.
p. 383 mit In. A.); Neocnemis (Crotch I.e. p. 389 mit 1 n. A.);
Hypsemetopus (Kirsch Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 222 für inqui-
natus Schönh.): Menetypus (Kirsch 1. c. p. 233) mit 1 n Art);
410 Brauer: Bericht üb, d. Leist. in d. Naturgeschichte
Bothriodontes (I.e. p. 240 mit 1 n. A.) Chamaelops (1. c. p.235
mit 1 n. A.) und Prepo dellus (1. c. p. 239 mit 2 n. Arten).
Neue Brachyderiden-Arten wurden ferner beschrieben in den
Gattungen: Cneorhinus (1 Fairmaire Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser.
YII. p. 408); Sitones (Sharp. Transact. Ent. Soc. Lond.V. p.438);
Thylacites Fairmaire (1. c. p. 409) je 1 A.: Amphideritus 2 A.
Kirsch (1. c. p. 223); Mimographub 11 A. 1, c. p. 225; Hadromerus
2 A. p. 232; Compsus 2 A. p. 237; Exophthalmus 1 A. p. 238.
Kleinere Mittheilungen über Otiorrhynchiden machen Sc hau-
fuss (Col. Hefte II. p. 21) über Ot. echinatus; Crotch (Proc Zool.
Soc. p. 388) über Laparocerus azoricus (Drouet); Gautier des Got-
tes {Mitth. d. Schweiz. Ent. Ges. II. p. 161 über Omias) ; Künst-
ler (1. c. p. 948 über Ot. ligustici L.) ; Fairmaire (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser, VII. p. 410 über 0. gastonis und Henonii); Schaufuss
(Coleopt. Heft II. p. 20 über eine n. A. Misoraermus) und Seidlitz
über Phyllobius (Berl. Ent. 'Zeit. 1867. p. 187).
Neue Gattungen aus diversen Gruppen beschreiben: Kirsch
{Hypsosterniis, verwaudt mit Leucomigus; Taractes, verwandt
mit Peribleptus; Epistrophus, verwandt mit Heilipus; Hypo-
gy mniuSj verwandt mit Coryssomerus; Fr od ot es, Cyriaspis
und Typacrus aus Bogota); Redtenbacher {Mitrastlietus,
verwandt mit Cryptorhynchus: Pseudor obit is , verwandt mit
Orchitis; Par anomocerus, verwandt mit Mecistostylus); Fair-
maire {Cr yp h a r i s , verwandt mit Cryptorhynchus) ; M a r s e u 1
Zyyopsides. verwandt mit Coryssomerus); Seidlitz {Parameira
und Paraptoclius, verw^andt mit Stomodes).
Dieselben Autoren beschreiben zahlreiche neue Arten in
bekannten Gattungen. Ausserdem werden solche von Bris. d. Bar-
neville, Miller, Bertolini (Verh. d. zool.-bot. Ges. in Wien),
Capiomont (Hyperidae), Sanborn (Proc. Boston Soc. N. H.XII.
p. 81. Erirhinus), Pascoe, Pandelle, Tournier, Mulsant und
Rey, Desbrocher d. Loges, Leconte und Walsh u. s. w,
beschrieben.
Synonymische Bemerkungen über einzelne Arten machen
Kraatz und Dohrn 1. c.
Biologische Mittheilungen machen: Kawall (Stett. Zeit. 1867.
p. 117 über Caeliodes punctiger aus Taraxacum off. und Phytonomus
polygoni als Nelkenverderber) ; Letzner (Jahrb. d. schles, Ges.
vaterl. Cult, XLIV. p. 170 über Marraoropus Besseri Schönh.) und
Rye (Ent. month. mag. IV. p. 66 über Ceutorhynchns aus Sisym-
brium off,). Frauen feld (1, c. Apion loti, Schmidti, fagi, carduo-
rum, miniatum und onopordi, Orchestes pratensis, Ceutorhynchus
trimaculatus, Coniatus laetus). Doumerc (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868.
p. 85. Cleonus). Hislop (Entom. Month. Mag. IV. p. 231. Barypithes)
Walsh (Pract. Entom. II. Conotrachelus).
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 411
Bostrichidae. Nach Doebner (Berl. Ent. Zeit. 1868. p. 368)
ist Cryphalus Thomsoni Ferr. = C. fagi Nördl.
Gymnoclhilus und Hexacolus Eichhoff, zwei neue Gat-
tungen mit je einer neuen Art aus Mittel-Amerika. (Berl. Ent. Zeit.
1867. p. 399.) — Derselbe charakterisirt (ebenda p. 404) Crypha-
lus cinereus Herbst, und pusillus Gyll.
Graf F. A. Ferrari: Die forst- und baumzuchtschädlichen
Borkenkäfer (Tomicides Lee.) aus der Familie der Holzverderber,
mit besonderer Berücksichtigung vorzüglich der Europäischen For-
men und der Sammlung des k, k. zool. Kabinetes in Wien 1867.
Diese mit so reichem Materiale unterstützte genaue Untersuchung
einer praktisch so wichtigen Insekten-Familie hat bereits von Fach-
männern eine eingehende Besprechung erfahren. Der Verf. stellt
folgende neue Gattungen auf: Anisandrus, typus x^pate dispar F. ;
Xylocleptes, typus Tom. bispinus Duft ; Corthylomimus, tyipua
Best, fasciatus Say ; Co smocorynus, typus 1 n. A. Venezuela;
Brachysjpartus , 1 n. A. Venezuela; Morizus, 1 n. A. Vene-
zuela; Scolytodes, type laevigatus Klg. Neue Arten sind beschrie-
ben in den Gattungen Corthylus 10 A., Grypturgus 1 A. , Cryphalus
4 A. , Hypoborus ? 3 A. , Dryocaetes .^ 1 A.
Derselbe giebt zahlreiche Beiträge zur Kenntniss der Gat-
tungen und Arten dieser Familie (Coleopt. Hefte II. p. 104—115).
Derselbe bespricht die ungenügende Charakteristik der
Gattung Monarthrum von Kirsch. (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 405.)
Derselbe giebt Nachträge zu seiner Monographie der Tomi-
ciden (Berl. Ent. Zeit. 1868. p. 251—258).
Janson hebt den Mangel der ^ von Tomicus villosus her-
vor, dessen ^ häufig vorkommen (Proc. Ent. Soc. 1867. p. XCI).
M u r r a y beschreibt drei neue Bostrichus aus Old-Calabar
1. c. p. 88.
A. Puton charakterisirt drei Xyloterus- Arten und bespricht
das Vorkommen von X. quercus Eich, in Frankreich (Ann. Soc. Ent.
Fr. 4. ser. VII. p. 631).
Nach Rye ist Xyloterus quercus Eichh. identisch mit Bostri-
chus Waringii Curt. (Ent. m. mag. III. p. 250.)
Zimmermann's Synopsis der Scolyti den 'Nord- Amerika.'' s und
Mexiko's hat Leconte mit Bemerkungen veröffentlicht (Transact.
Amer. Ent. Soc. 1868: Vol. II. p. 141).
Diese Arbeit enthält die Beschreibungen vieler n. A.
Zimmermann nannte die Familie Hylurgidae und theilte
sie in drei Gruppen (Tribus), Bostrychi, Eccoptogastere s
und Hylurgi. Leconte theilt im Anhange die Familie in die
Tribus Piatypini, Tomicini, Scolytini und Hylurgini. Er
412 Brauer: Bericht üb. cL Leist. in d. Naturgeschichte
giebt eine Synopsis der Gattungen der Tomicinen (1 n.) und Hylur-
ginen (3 n.), erstere Tribus enthält 7, letztere 9 Genera,
Neue Arten sind beschrieben von Eichhoff (1. c. 8 A. Xyle-
borus, 8 A. Tomicus, 1 A. Crypturgus, 1 A. Hylesinusj und Wol-
laston (1. c. p. 114 1 A. Tomicus, 1 A. CrypbaUis, 1 A. Aphanar-
thrum, 1 A. Liparthrum).
Neue Gattungen haben im Jahre 1868 aufgestellt: Lecoute-
(Micracis, Chrainesus, Onesinus); Eichhoff: (Dolurgus
für Hylast. pumilus : Pagiocerus 3 n. A,; Cnemony x 1 A.; Bo-
throsternus lA.; Gnathotrichus lA.: Pterocyclon (Typ.
B. fasciatus Say.) Derselbe so wie Zimmermann stellen zahl-
reiche n. A. dieser Familie auf.
Biologische Mittheilungen machen: Giraud über Bostrichus
Kaltenbachi Bach im Innern des Stammes von Teucrium scord. le-
bend (Bull. Soc. Ent. Ft. 1867. p. 58) ; J. Chappell über die in
dünnen Eicheuästen lebende Larve von Scolytus intricatus (Entom.
month. mag. III. p. 216) und F. Moore über die Zerstörungen von
Tomicus monographus (Proc. Ent. Soc. 1867. p. 75).
Bidie fand eine Toraicus-Larve schädlich für die Kaffeeplan-
tagen im südl. Indien (Proc. Ent. Soc. Lond. 1868, p, 29).
Longicornia. Pascoe macht Ergänzungen zu seinem Ver-
zeichnisse der Australischen Käfer der Familie (Journ. Linn. Soc.
Zool. IX. p. 300). (Siehe d. vorigen Bericht.)
Derselbe setzt die Beschreibung der von Wallace in Ma-
laisien gesammelten Longicornier fort (Trans. Ent. Soc. Lond. 3. ser.
III. p. o37j. Saperdinae — Tmesisterninae.
Derselbe giebt ein Verzeichiiiss der Col. longicornia Austra-
liens. (A list of Austral. Longic. chiefiy descr. etc. 8. Sydney
1858. p. 27.)
Derselbe giebt einen descriptiven Catalog der Malayischen
Longicornier aus den Familien der Lamiiden. Cerambyciden und
Prioniden. gesammelt von A. R. Wallace (Trans. Ent. Soc. Lond.
1868. 3. ser. Vol. III. p. 465—496. pl. 16—19.
J. Thomson (Physis I. p, 1 — 10) kritisirt die von Schiödte
vorgeschlagene Eintheilung der Longicornier und schlägt schliess-
lich vor, dieselben folgendermassen zu grui:)piren : Tribus I. Lami-
tae: Trib. II. Cerambycitae verae mit den Subtribus 1. Lepturitae,
2. Cerambycitae verae, 3. Asemitae; Trib. III. Prionitae mit den
Subtribus Spoudilitae und Prionitae verae.
Neue Gattungen beschreiben : Redtenb acher (Lamiiden:
JDiastameriis, Tympanopalpus, Marmaroglypha; Leptu-
riden: Blosyropus); Pascoe (Lamiiden: Eupromus für
0. Sieboldii Guer. ; Bixadus für sierricola White: Anthores für
leuconotus White ; Opepharus In. A.); Lacordaire (Ceramb.:
der Insekteu während d. Jahre 1867 — 68. 413
Ochrus, Hyphus, Spathopygus , Taurotagus, Panto-
mallus, 0 päd es, Styliceps, Oncoptera, HypermalUis, Ne-
plialius, Sydax, Trichomalliis, Myrsus, Semnus, Ret er o-
lepis, Äphiorhy ncliu s, Pternstenus, Me gacoelus, Sphe-
cogaster, Atelopter yx, Oxycoleus, Schizopleurus).
Neue Arten beschrieben nebst den in obigen Gattungen ent-
haltenen: Shimer (Proc. Ainer. Ejit. Soc. 1868. p. 7. Liopus), Mar-
se ul (Clytus L'Abeill. V. p. 203).
Biologische Mittheilungen machten: Cleghorn (Cerosterna
gladiator schädlich den jungen Casuarinen - Plantagen in Madras.
Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. p. 18) u. Frauenfeld (Phytoecia mo-
lybdaena Schönh. und Cerinthe major 1. c. p. 161).
Nach He n sei soll ein grosser Käfer dieser Familie Zweige
von der Dicke eines Mannsfingers mit seinen Mandibeln abzwicken
(Stein Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 212), indem er dieselben mit die-
sen festhält und dann im Kreise herumschwirrt.
Prionides. Pascoe (Ann. and Mag. of Nat. Hist. 3. ser. XIX,
p. 410 sq.) giebt mehrere synonymische Berichtigungen (p. 413) und
beschreibt folgende neue Gattungen: Sarmydus, verwandt mit
Dorycera, mit 1 n. A. Sarawak; Xaurus, verwandt mit Trago-
soma, mit 1 n. A. Morty; Nepiodes, verwandt mit Aegosoma,
mit 1 n. A. Sarawak; Zarax, verwandt mit Macrotoraa, mit 1 n. A.
Sarawak; Omotagus, verwandt mit Hystatus, mit 1 n. A., Dorey;
Elaptus, verwandt mit Sarmydus, mit 1 n. A. Cap York; aus der
Gattung, Prionus werden von demselben 2. n. A. (1 aus Japan und
1 u. aus Madagascar), von Hoplideres 1 n A. (Madagascar) und von
Aegosoma 1 n. A. (Silhet) beschrieben (1. c. p. 411).
Lacordaire (Gen. Col. VIII. p. 2) bespricht die systematische
Stellung der Trictenotomiden und trennt sie von den Prioniden.
Er unterscheidet zwei Gattungen: Äutocrates Thom. und Tricteno-
toma Gray.
Lucas beschreibt die muthmasshche Puppe von Macrodontia
cervicornis (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LXXXII).
Kawall bespricht kurz die Lebensweise von Tragosoma de-
psarium (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 124).
Pelikan berichtet über einen Prionus coriarius mit doppel-
ter linker Vorderschiene. (Sitzungsb. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien
p. 116.) (Siehe auch Perty 1. c. p. 308. fig. 11.)
Neue Gattungen beschreiben Lacordaire (Bhodocharis.
Physopleurus, Nothopleurii s , Neoprion); Pascoe (Eu-
dianodes).
Neue Arten stellten auf Lecordaire, Fairmaire (Ann. Soc.
Ent. Fr. 4. ser. VIII. Polyarthron, Macrotoma)', Redtenbacher
(Aegosoma).
414 Brauer: Bericht üb. d. Leipt. in d. Naturgeschichte
Cerambycides. Bates beschreibt folgende neue Genera
(Ent. month. mag. IV. p. 23) 5 trep^o ktö «'s (Trachyderinae) mit 1
n. A. Ega; Ae climutes , verwandt mit Rhinotragus, mit 1 n. A.
Ega; Pandrosos, ebenfalls mit obiger verwandt für R. exilisWhite;
Ar gy rodine s, verwandt mit Cosmisoma, mit 1 n. A. Ega; Chlo-
rethe, verwandt mit Orthostoma, mit 1 n. A. Ega; Micr o sp'i-
loma, verwandt mit Heterops, mit 1 n. A. Ega; Athar sus, ver-
wandt mit Sphaeriou, mit 1 n. A. Tapajos; Terpnis s a, mit obi-
ger verwandt, mit 1 n. A. Tapajos; Phrynocris, verwandt mit
Achryson, mit 1 n. A. Ega; Zathecus, ebenfalls mit voriger ver-
wandt, mit 1 n. A. Pjga: Ar aeotis, verwandt mit Obrium, mit 1
n. A. Tapajos; Pyrgotes , verwandt mit Piezocera, mit 1 n. A.
Ega; Dodecosis, verwandt mit Gracilia , mit 1 n. A. Tapajos;
Niopliis, mit voriger verwandt, mit 1 n. A. Santarem; Ateni-
zus, verwandt mit Smodicum, mit 1 n. A. Santarem.
Nach Ernest Cotty sind Purimricenus barbarus und P.Du-
merili Luc, ^ und $ derselben Art. (Mem. Soc. Linn. du Nord d.
Fr. 1866. p. 176.)
Derselbe schildert die Lebensweise von Hesperophanes
affinis Lee. (ebenda.)
C. A. Dohrn bespricht • die Synonymie von Clytus hierogly-
phicus und Cerambyx cerdo und heros. Er schliesst sich der An-
sicht Mulsant's an, nach welclier der Name cerdo auf heros und
der des C. scopoli auf cerdo zu übertragen sei. (Stett. Ent. Zeit.
1867. p. 437.)
F. Low bespricht das Vorkommen von Obrium bicolor Kraatz
bei Wien (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVII. p. 74^.
Eine Arbeit über diese Gruppe hat Pascoe (Ann. and Mag.
of Nat. Hist. 3. ser. XIX. p. 310 sq.) veröffentlicht. Er bespricht
die Arten der Gattung Diotoma, die Gattungen Necydalis, Molor-
chus und Cremys. Ueberdies nimmt er mehrere Namensänderungen
vor und stellt folgende neue Gattungen auf: Chorothy se p. 307,
mit 1 n. A. Süd -Afrika; Nephithea mit 1 n. A. Natal ; Demo-
misis mit 1 n. A. Australien; Zorion für Callidium minutum Fb.
und Obrium guttigerum Westw. ; Ossibia mit 1 n. A.; Nida rait
1 n. A. Pegu: Nyphasia mit 1 n. A. Ceylon; Idothalia mit
In. A. Philippinen, Pegu; Bixorestes für Clj'tus doctus White und
Cerambyx interruptus Oliv.; Thr anodes für Clytus stenothyreus
Par.; Thoris mit 1 n. A. Queensland; Brototyche mit 2 n. A.
Japan; Thephantes mit 1 n. A. Australien; Zoodes für Stroma-
tium maculatum White.
Ders elbe beschreibt 1 n. A. der Gattung Strongylurus (Journ.
Linn. Soc. IX. p. 206) aus Tasmanien.
Biologische Mittheilungen machen Smith, Bidie und Tay-
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 415
lor (Clytus, Xylotrechus. Proc. Entom. Soc. Lond. 1868. p. XIV,
XXYIII, XIX— XXII). Danning (Xylotrechus, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1868. p. 105); Walsh (Saperda, Clytus, Cerasphorus. Pract.
Ent. 1. p. 26 sq.) und de Malleray (Plocaederus in Cochinchina
mit einem vogelciartigen weissen Cocon. Bull. Soc. Entom. Fr. 1868.
p.LlI).
Lamiariae. Pascoe zählte in seiner ünterfamilie Astatheina
29 Malayische Arten auf, welche er in 7 Gattungen (4 neu) theilt
(Trans. Entom. Soc. Lond. III. p. 348. Die neuen Gattungen sind
Chreonoma 9 n. A., Ochrocesis 5 n. A., Cy anastus 2 n. A.
und Momisis 1 n. A. Von den bekannten enthalten Eustathes
1 n. A., Ästathes 5 n. A.
Phytaeciinae zählt er 163, meist zu Glenea und Oberea ge-
hörende Arten auf. Von den 10 Gattungen sind 7 neu und enthalten
Chlorisanis 1 n. A., Gryllis 1 n. A., D aphisia 1 n. A., Te-
phroco ma In. A,, Ossoni s 1 n. A,, Dystiis 1 n. A., Scytasis
3 n. A. Glenea enthält 59 n. A., Oberea 38 n. A.
Die Tmesisterninae zerfallen in 16 Gattungen (davon 6 neu),
Die neuen sind: He st im a 5 n. A., Amlilymora 5 n. A., Ori-
naeme 5 n. A., Bhadia 1 n. A. , Ätelais 6 n. A., Ärsysia
4 n. A. — Mulciber enthält In. A., Tmesisternus 4 n. A.
Derselbe stellt ebenda p. 364 die Gattungen Nicotelea
für -Lamia nigricornis Fabr., Blepisamis für Separda Bohemani
p. 365 und Thermistis für Lamia croceicincta p. 438 auf, welche
mit Glenea verwandt sind.
Derselbe beschreibt (Journ. Linn. Soc. IX. p. 301sq.) 4 neue
Arten der Gattung Athemistus aus Neuholland, je 1 n. A. Atyporis,
Glaucytes N. Holland, Hathliodes Hebesecis, Lychrosis , Penthea,
Phaeapate, 2 Ehytiphora, 1 n. A. Sodus, 2 Symphyletes ebendah.,
ferner (Trans. Ent. Soc. 3. ser. III. p. 340) 1 n. A. Bacchisa, 7 n. A.
Serixia und 10 n. A. Xyaste aus Malaisien.
Thomson (Physis I. p. 10 — 84) giebt eine üebersicht der be-
kannten Arten seiner Subtribus Dorcadionites nach Ausschluss der
Gattung Cyrtinus Lee. und nach Hinzuziehung der Gattung Brimus
Pasc, und beschreibt einige n. A, (7 Dorcadion.)
Derselbe stellt ebenda p. 19 die Gattung My ther gates,
verwandt mit Belodera Thoms. für Centrura divaricata Coq. und die
Gattung Omoscylon p. 74, verwandt mit Dorcadion (Type Monei-
lema subrugosum Bland) auf.
Kleinere Mittheilungen machen Pascoe über Sysspilotus
MadLeayi (Journ. Linn. Soc. Zool. IX. p. 300); und Abeille de
Perrin (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 68) über Agapanthia
Kirhyi Schönh.
Marseul giebt eine genaue. Beschreibung von Dorcadion
amori (L'Abeille V. p. 217).
416 Brauer: Beriebt üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Biologische Mittheilungen sind folgende: Walsh hält Saperda
inoruata Say für die Ursache der falschen Gallen auf Salix longifo-
lia undPopulus angulata (Proc. Eut. Soc. Phil. VI, p. 264); Kawall
beobachtete die Larve von Saperda scalaris (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p. 123); Gernet beschreibt die Larve von Monochamus sutor L.
(Horae Soc. Ent. Boss. V. p. 19 pl. 2.)
Lepturides. Abeille dePerrin bemerkt. dassLeptura 4 fas-
ciata Fab. identisch zu sein scheint mit Strangalia 4-fasciate L. und
dass sie wahrscheinlich irrthümlich in den Verzeichnissen als eigene
Anoplodera-Art figurirt (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VIL p, 70).
Kawall beobachtete das Eierlegen von Strangalia fasciata
auf Erlenrinde (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 118).
Eine neue Art der Gattung Toxotus hat Pascoe beschrieben
(Proc. Entom. Soc. London 1867. p. LXXXIV) : T. Lacordairii aus
Griechenland.
Chrysomelinae. Baly giebt die Fortsetzung seiner iPhyto-
phaga Malayana (Trans. Ent. Soc. Lond. 3. ser. IV. p. 77 sq.) mit
vielen Abbildungen.
Als neue Gattungen sind zu erwähnen: 1. Stethotes (1. c.
p. 254), verwandt mit Nodostoma, mit 3 bekannten und 6 n. A.;
2. Aulacia (p. 268), verwandt mit Colaspoides, mit 4 n. A. Neue
Arten sind beschrieben in den Gattungen: Colasposoma 7, Loxopleu-
rus 1, Aulexis 2, Demotina 11, Äulacolepis 1, Pachnephorus 3, Bro-
mius 1, Corynodes 9, Scelodonta 1, Chrysopida 2, Colaspoides 26,
Bhyparida 52, Nodostoma 44, Nodina 5, Geloptera 2, Demorhytis 3,
Paropsis 4, Phyllocharis 2, Stethomela 3, Chalcomela 3 und Plagio-
dera 2.
Synonymische Bemerkungen machen Suffrian (dieses Archiv
1867) über Chrysomelen; Fairmaire (Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser.
VII. p. 412) über Clythra; Abeille d. Perrin (ebenda p. 70) über
Labidostomis lineola Bdt. . und Seidlitz (Berl. Entom. Zeit. 1867.
p. 434) über Cryptocephalus nigridorsum Chev.
Biologische Mittheilungen machen :Guerin Meneville (Bull.
Soc. Entom. Franc. 1867. p. llj über Timarcha; Gabriel Tappes
(L'Abeille III. p.'82) über die Entwicklung der Cryptocephali ; Ka-
wall (Stett. Entom. Zeit. 1867. p. 124) über Lina lapponica und
Walsh über Paria sex-notata Say (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 270).
Neue Arten beschrieben: Suffrian (Stett. Eut. Zeit. p. 310
Cryptocephalus 1 A.), derselbe (Zeitschr. f. d. gesamint. Naturw.
XXVn. p. 113. 1 A. Cryptoceph.; Archiv f. Naturg. p. 283—328, 2 A.
Colaspis, 4 A. Chrysomela, Cuba) ; Seidlitz (Berl. Ent. Zeit. p. 189,
3 A. Cryptocephalus, Spanien): Solsky (Horae Soc. Ent. Boss. IV.
p. 183, 1 A. Cryptoceph.);' Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser.
VII. p. 412, 2 A. Cryptocephalus, 1 A. Stylosomus, 1 A. Chrysomela,
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 417
Algier); L. Miller (Verhandl. d. k.k. zool.-bot. Ges. in Wien 1867,
p. 503, 1 A. Timarcha, Galizlen). Ferner im Jahr 1868: Buquet
(Bull. Ent. Fr. 1868, Clythra); Marseul (Clythra 2 Chrysomela, 3
Cryp^ocephalus) ; Leconte (2 Coscinoptera, 1 Griburins, 1 Chry-
somela); Suffrian (Cryptocephalus , 3 A.) ; L. Miller (1 Pachy-
brachys).
Bellevoye beobachtete eine Larve von Haemonia in der
Mosel auf Myriophyllum und beschreibt den Käfer als n. A. H. mo-
sellae. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. LXX u. CIV.)
Neue Arten beschrieben ferner M a r seul (Crioceris. L'Abeille
V); Leconte (Donacia Trans. Araer. Ent. Soc. II).
Biologische Mittheilungen machten Rye (Cryptocephalus. Ent.
m. Mag. IV); Walsh (Practical Entomologist Vol. I u. II. — Dory-
phora 10-lineata als Kartoffeln schädlich, Colaspis flavida Say) ; Wol-
laston (1. c. 2 A. Lema, 1 A. Crioceris p. 142); Solsky (Horae
Soc. Ent. Rosic. IV. p. 181. 1 A. Rhaebus) und Suffrian (Stett.
Ent. Zeit. 1867. p. 143. 1 A. Rhaebus).
Gallerucidae. — Allard schliesst seine Monographie der
Halticiden (L'Abeille III. p. 321 mit den Gattungen Dibolia Latr.
(16 A. von denen eine neu) und Psylliodes Latr. (50 A., 3 neu).
Von andern Gattungen enthalten Äphthona 3 n. A., Thyamis, Grapto-
dera und Balanomorpha je 1 n. A.
Suffrian giebt Beiträge zur Charakteristik und Synonymie
einiger bekannter Arten dieser Gruppe (Archiv f. Naturg. 1867).
Waterhouse hat mit Kutschera eine umfangreiche Ta-
belle der englischen Halticiden-Arten veröffentlicht. — Ein Vergleich
der von beiden Verfassern aufgestellten Gattungen und Arten. (Ent.
M. Mag. V. p. 163—167.)
Argosomus Wollaston (l. c. p. 152) eine neue Gattung,
verwandt mit Sphaeroderma, mit 2 n A.
Neue Arten beschreiben: Suffrian (Arch. f. Naturg. 1867.
p. 300. 1 A. Galleruca, 1 A. Coelomera, 6 A. Diabrotica, 1 A. Lu-
I)erus Cuba); Stier lin (Mitth. schw. Ent. Ges. IL p. 226. 1 A.
Galleruca Bagdad 1 A. Psylliodes Sicilien, 1 A. Plectroscelis Sicilien) ;
Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 415. 1 A. Luperus
Marocco); Wollaston (1. c. 145. 1 A. Calomicrus, 5 A. Haltica,
2 A. Longitarsus) ; Allard (1. c. vide supra) ; Becker (Bull. Soc.
Nat. Moscou XL 1, p. 113. 1 A. Psyllodes Sarepta).
Zahlreiche n. A. wurden ferner bekannt gemacht von Walsh
(Pract. ICnt.), Leconte, Fairmaire, Re dte nbacher, Rye (Ent.
M. M. V.), Marseul, Suffrian, Miller, Gredler.
Biologische Mittheilungen machen Cornelius (Stett. Zeit.
1867. 213.) über Galleruca calmariensis L. ; Walsh (Proc. Ent.
Soc. Phil. VI. p. 270.) -über Haltica alternata Illg. ; F o r e 1 über Hai-
418 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
tica (Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. IX. p. 72); Shimer (Amer. Nat. IL
p. 514. Haltica striolata F.); Kirkpatrick (Pract. Entom. I. p. 40.
und II. 50).
Cassidides. Nach Becker (Bull. Soc. N. Moscou XJj- 1-
p. 109.) ist Cassida salsolae s. = desertorum Gebl.
Cassida Koechllni M a r s e u 1 eine n. A. aus der Sahara
(L'Abeille III. p. 68.)
Frauenfeld zog die Larve von Cassida margaritacea Fabr.
auf Saponaria.
Cassida peJegrini und Cornea 2 n. A. Marseul (L'Abeille V.
p. 213). Syrien.
Erotylidae. L. Bedel: Monographie des Erotyliens (Engides
et Triplacides) d'Europe, du nord de l'Afrique et de l'Asie öcc. in
L'Abeille Tom. V. p. 1—50.
Neue Gattungen und Arten stellten auf : Bedel {Comhocerus
n. Gatt, für Mycet. sanguinicoliis Fabr., 1 Engis, 1 Äulacocheüus,
2 Triplax); Fair mai re (1 Triplax)', Hörn (Trans. Amer. Ent.
Soc. II. p. 140. 1 Languria).
Endomychidae. Marseul giebt in seiner Monographie eine
Synopsis der Gattungen (11) und stellt als neu auf Perrisia Gat-
tung für Lycop. brevis Perris ferner n. A. 1 Lycoperdiyia, 3 Dapsa,
(Abeille V); Fairmaire beschreibt \ Dapsa als n. A. 1. c.
Goccinellina. Nach Seidlitz ist Coccinella lyncea Muls. =
var. 12-pustulata Fabr. Berl. Ent. Z. 1867. p. 434.
Neue Arten beschrieben: Wo IIa s ton (1. c. p. 158. 1 A. Coc-
cinella, 1 A. Scymnus Porto Santo und 10 A. derselben Gattung
Capverd. Ins.); Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 416.
1 A. Micraspis Marocco); Derselbe (1 Coccinella ebenda VIII.
p. 501) und Marseul (2 Scymnus L'Abeille V).
Biologische Mittheilungen machen Kawall (Stett. Ent. Zeit.
1867. p. 123.) über C. 24-punctata ; Letzn er (Jahrb. d, schles. Ges
vat. Cult. T. 44. p. 161.) über Cocc. 1 1 -punctata Schd. und Frauen-
feld 1. c. (Coc. bisexguttata und Epilachua globosa).
Hymenoptera.
E. T. Ciesson: Ein Katalog von Hymenopteren
aus Cordova., Mexiko (Trans. Amer. Ent. vSoc. Vol. II.
p. 1-38. Mai 1868.)
Derselbe; Ein Verzeichniss der Iclineumoniden
Nordamerikas mit Beschreibung n. A. Part L (Trans. Amer.
Ent. Soc. Vol. I. p 289—312. Oct. 1867.) und Part IL
(Ibid. Vol. II, p. 89-114. July 1868.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 419
Derselbe: Beschreibung Nordamerikanischer Bie-
nen N. 1. (Proc. Boston Soc. Nat. Hist. Vol. XII. p. 165
— 171. Dcc. 1868.) Colletes-Arten.
K. Dietrich: Beiträge zur Kenntniss der im Kanton
Zürich einheimischen Insekten 2—24. Centurie (Mitth. d.
Schweiz. Ent. Ges. Vol. IL p. 347—372. July 1868). Ein
Verzcichniss von 300 A. aller Familien mit Bemerkung
über Erscheinungszeit und Beschreibung n. A.
Förster: Monographie der Gatt. Campoplex Grav.
(Verh. d. k. k. zool. bot. Ges. Wien Bd. XVIII. p. 761
—876. pl. 10.)
Der Verf. beschreibt 72 Arten und erläutert durch eine Zeich-
nung die wichtigsten Körpertheile der Gattung.
Frauen fei d giebt ein Verzeichniss der von ihm
auf den Nicobaren gesammelten Hymenopteren excl. Ich-
neumonidae, (21 A.) w^ovon die Hälfte n. sind. (Verh.
d. k. k. zool. bot. Ges. Wien T. XVIII. p. 290.)
Eine für jede monographische Bearbeitung als Muster
zu bezeichnende Schrift ist von A. Gerstaecker über
die Gattung Oxyhelus Ltr. und die bei Berlin vorkom-
menden Arten derselben veröffentlicht worden (Zeitsch.
für gesammt. Naturwissensch. T. XXX. p. 1).
Der Verf. hebt eingangs hervür wie sehr sich der systematische
Scharfblick L i n n e's für die Ordnung der Hymenopteren bewährt hat,
indem dieselbe noch heute in derselben Abgrenzung feststeht. In
einer Anmerkung skizzirt der Verf. die Eintheilung der Ordnung in
zwei Gruppen, die sich wesentlich durch zwei wichtige Merkmale
unterscheiden, 1) Hymenoptera apocrita s. genuina. Der Brustkasten
besteht aus den drei Thoraxringen und einem vierten Ring, der
ihn nach hinten abschliesst (das erste Abdorainalsegment der ande-
ren Insekten) , Larven fusslos , ohne After. 2) Hymenoptera sym-
phyta s. phytophaga. Der Brustkasten wird nur aus den drei ge-
wöhnlichen Ringen gebildet, der Trochater ist stets doppelt ; Larven
mit After und Beineu. — Die Gattung Oxybelus hatLinne unrich-
tig mit Vespa vereinigt, erst Latreille unterschied dieselbe von
den übrigen Crabroniden. G. schildert auf höchst genaue Weise die
einzelnen Körpertheile und macht hiebei auf viele für die Insekten
mi Allgemeinen wichtige Eigenthümlichkeiten aufmerksam. Z. B.
über die als Geruchsorgan gedeuteten Poren der Fühlergeissel,
über die ungleiche Grösse der Facetten in den zusammengesetzten
Augen, welche Eigenthüralichkeit bei Hymenopteren noch nicht
420 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
speciell erörtert wurde. Der Verfasser führt weiter zahlreiche Bei-
spiele aus den Ordnungen der Orthopteren, Dipteren und Neuropteren
an. Die Ilymenopt. aculeata zeigen in Mehrzahl ungleiche Facetten,
die Hymenopt. phytopbaga dagegen nur regulär (gleich) facettirte
Netzaugen. — Aus der Beschreibang des Thorax heben wir noch
die Bildung des 4ten Ringes hervor. Derselbe ist nur partiell aus-
gebildet, schliesst sich an die Metapleuren unter einer leistenarti-
gen Naht an, fällt in vertikaler Richtung ab und ist durch das
grosse Stigma kenntlich.
In Bezug der systematischen Stellung ist der Verf. geneigt
eine eigene Gruppe für Oxybelus aufzustellen und sie zwischen die
mit Palarus abschliessenden Cerceriden und die mit Ceratocolus be-
ginnenden Crabronidcn zu placiren, — Nach einer eingehenden
Schilderung der Lebensweise mit Bezug auf v. Siebold's und
Shuckard's Arbeiten geht derselbe auf specieJlere Charaktere
über und bezeichnet als Wesentlichste : 1 ) Gleiches Colorit der
Flecken und Binden des Hinterleibes, 2) gleiche Färbung der Man-
dibeln und 3) gleiche oder analoge Färbung des letzten Hinter-
leibsegmentes. Jedoch finden von diesen Punkten Ausnahmen statt.
Der Beschreibung der Arten ist eine Bestimmungstabelle vorausge-
schickt. Jeder Art ist eine vollständige Literatur und Synonymie
beigegeben. Von 16 beschriebenen Arten sind 8 neu. In Anmer-
kungen sind einige exotische Arten beschrieben.
Derselbe beschreibt Psaenythia eine neue Bienen-
Gattuug mit gezähnten Schicneuspornen (Archiv f. Naturg.
1868. p. 111-137).
Ein das IStudiura der Hymenopteren wesentlich för-
derndes Werk ist der von L. Kirchner verfasste, von
der k. k. zool. bot. Gesellschaft Jieransgegebene „Cata-
logus Hymcnoptcrorum Europae Wien 1867." p. 285.
Der Verf. hat mit uuermüdetem Fleisse ein Vezeichniss aller euro-
päischen Gattungen und Arten dieser Ordnung ausgearbeitet, welches
durch zahlreiche Angaben über Vorkommen und Lebensweise dieser In-
sekten sowie durch Citate von Beschreibungen für jeden Hymenopte-
rologen unentbehrlich ist. Bei der grossen Zahl von Gattungen und
Arten, welche in dieser Ordnung bis jetzt aufgestellt wurden, ist es
dem Verf. wohl nachzusehen, dass manche Irrthümer in der Einreihung
so wie einige Druckfehler sich eingeschlichen haben. — Eine Kritik
über dieses Werk, wie sie in The Entom. Mouthl. Magazine Vol. V.
p. 153 enthalten ist, müssen wir wegen Ausserachtlassung aller Vor-
züge der besprochenen Arbeit entschieden zurückweisen und möchr
ten den Berichterstatter in dieser Hinsicht an die Arbeiten F.
Walker's und A. und H. Adams (Genera of Recent Mollusca)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 421
erinnern, aus denen sich wohl ebenso schwer wiegende Fehler her-
vorheben lassen, obschon der Werth des letzteren Werkes hinrei-
chend anerkannt wurde.
T. A. Marshall: lieber englische Cynipiden (Fort-
setz. Ent. Monthl. Magaz. Vol. IV. p. 171, 223, 271.)
Derselbe: Bemerkungen über Parasitische Hy-
menopteren nebst Beschreibung n. A. (ebend. V. p. 154
—160. 1868).
Derselbe: Ueber englische Diapriadae (ebend. IV.
p. 201— 203.)
Gust. Mayr: Formicidae novae Americanae, col-
lectae a Prof. P. de Strobel. (Annuario della Soc. Na-
turalisti in Modena anuo IIL p. 161—178. 1868.) — Neue
Südamerikanische Arten.
F. Morawitz: Ueber einige Faltenwespen und Bie-
nen aus der Umgegend von Nizza (Horae Soc. Entom.
Ross. T. V. p. 145—156.) Enthält nebst einem Verzeich-
nisse Beschreibung n. A.
Edw. Norton: Notes on Mexikan Ants (Amer.
Naturalist. Vol. IL p. 57—72. pl. 2. 1868.) Siehe auch
Sumichrast. F.
Radoszkowsky verzeichnet die Hymenopteren,
welche von ihm und Solsky bei St. Petersburg gesammelt
wurden (Horae Soc. Ent. Ross. V. p. 167).
Derselbe: Materiaux pour servir ä l'etude des
Insectes de la Russie. IV. Notes sur quelques Hyme-
nopt^res de la tribu des Apides. (Horae Soc. Ent. Ross.
T. V. p. 73—90. pl. 3.) Die Arbeit enthält zahlreiche
synonymische Bemerkungen sowie Notizen über Va-
rietäten.
Fred. Smith: Descriptions of Aculeate Hymeno-
ptera from Australia (Trans. Ent. Soc. Lond. 1868. p. 231
—158).
Derselbe: Observations on the economy of Bra-
zilian Insects, chiefly Hymenoptera; from the notes of
Mr. Peckolt. (Ibid. p. 133—135.)
Derselbe: A. Revision of the British species of
Bees (EntomologistVol.lv. p. 1—9.) Fortsetzung. Gatt.
Coelioxys.
Archiv f. Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. . Cc
422 Brauer: Bericlit üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Derselbe: Notes on Hjmenoptera (Entomologist
Annual 1869. p. 65).
F. Sumichrast: Ueber mexikanische Hymenopte-
ren (N. 1. Araer. Ent. Soc). Ueber die mexikanischen
Arten der Gattung Eciton Latr. (Trans. Amer. Ent. Soc.
Yol. IL p. 39—46. 1868.)
Enthält die Beschreibung von zwei neuen Arten und die Be-
merkung, dass, wie dies schon Smith vermuthete, die Gattung
Labidus wahrscheinlich auf Männchen von Eciton begründet sei.
Tischbein: Hymenopterologische Beiträge (Stett.
Ent. Zeit. 1868. p. 248—258.) n. Ichneumoniden.
C. Tschek: Beiträge zur Kenntniss der österrei-
chischen Pimplarien. (Verh. d. k. k. zool. bot. Ges.
Wien T. XVIII. p. 269—280. T. 2 B.)
Derselbe: Beiträge zur Kenntniss der österreichi-
schen Tryphoniden (Ibid. p. 437—448).
C. Wesmael: Ichneumonologica Documenta (Bull,
de l'Academ. Roy. de Belgique ser. 2. T. XXIV. p. 441,
537. m. 1 pl. 1867.)
Enthält synonymische Bemerkungen über Arten und die Gat-
tungen Eupalamus, Chasmodes, Ichneumon, Amblyteles, Heresiarchus
und Oronotus und zahlreiche Beiträge zur Charakteristik der Arten
und Gattungen.
J. O. Westwood: Descriptions of new genera and
species of exotic Hymenoptera. (Trans. Ent. Soc. London
1868. p. 327-332.)
A. S. P a c k a r d: Die Wohnungen der Bienen
(Americ. Naturalist Vol. I. p. 596—606).
Der^Verf. bespricht die Gattungen Andrena^ Nomada und Ha-
lictus und bildet das Nest von A. vicina und deren Larve so wie
die des Halictus parallelus ab.
H. Lucas: Etüde pour servir ä l'Histoire Natu-
relle de la Xylocopa violacea, Hymenoptere perce-bois
de la tribu des Apides. (Ann. Soc. Ent. France 4. ser.
T. VIII. p. 727—736. pl. 12. fig. 4-6.)
C. Hörne macht Bemerkungen über die Lebens-
weise einiger indischer Hymenopteren (Proc. Ent. Soc.
London. 1868. p. XLIX).
E. L. Ormerod; British Social Wasps. London
1868. sm. 8. p. 290. mit 14 Tafeln.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 423
Eine halbpopuläre anziehende Schilderung- der gesellschaftlichen
Wespen und ihrer Wohnungen.
Apiariae. Morawitz giebt ein Verzeichniss der von ihm in
Ober-Engadin gesammelten 56 Arten dieser Familie, beschreibt eine
Anzahl bekannter Arten und bringt zahlreiche synonymische Berich-
tigungen (Horae Soc. Entom. Ross. V. p. 35). Neue Arten sind: 1
Osmia, 1 Halictoides und 3 Prosopis.
D e r s e 1 b e erweitert die Kenntniss der russischen Ä7idreniden
durch eine Revision der von Eversmann 1852 beschriebenen^ zwi-
schen der Wolga und dem Ural vorkommenden Arten. Die Arbeit
enthält zahlreiche synonymische Berichtigungen (1. c. IV. p. 1 — 28).
Neue Arten: 5 Andrena, 1 Halictus.
Sichel (Reise der Novara. Zool. II. Hym. p. 123) giebt ein
Verzeichniss der auf der Reise der Fregatte Novara gesammelten
Bienen und stellt eine neue Gattung auf: Bhopalictus p. 146 für
Corynura flavofasciata Spin. In folgenden Gattungen sind n. Arten
beschrieben; Megachile 5. Lithurgus 1, ÄnthopJiora 2, Xylocopa 1,
Halictus 3, Prosopis 2.
Smith behandelt (Entomologist Vol. III) die englischen Arten
der Gattungen Bomhus und Äpatlms (p. 240 — 43 und p. 255—58) in
Vergleichung mit den Arbeiten Kirbys. Die Arbeiten enthalten
viele synonymische Berichtigungen, ferner eine Schilderung der Le-
bensweise dieser Thiere und ihrer Feinde.
Derselbe behandelt in gleicherweise (1. c. p. 296—98. 305
—310, 320—25, 336—338) die Gattungen Colletes, Prosopis und
Sphecodes.
Derselbe ist der Ansicht, dass alle Bienen entweder als
Imago oder Larve überwintern und konstatirt, dass Larven von An-
thophora, obschon sie so fest gefroren waren, dass sie halbirt wer-
den konnten, ihre Vitalität bewahrten (?) (Entomologist III. p. 196).
Derselbe bespricht die Lebensweise von Megachile argen-
tata und centuncularis, von denen letztere ihr Nest mit scharlach-
rothen Blumenblättern von Geranium überzog. (Entomologist III.
p. 195.)
Derselbe beschreibt Nester von 3Iegach. Willughhiella u. a. A.
(Proc. Ent. Soc. Lond. 1867. p. CVI.)
Derselbe: Die Lebensweise von Ceratina coerulea (Entomo-
logist III. p. 197.)
Derselbe erwähnt das Vorkommen von stylopisirten Ha-
lictus abdominalis und obovatiis und behandelt diese Erscheinung
im Allgemeinen (Ent. Ann. 1868. p. 89).
Derselbe: Ueber einige Gewohnheiten der Hummeln (1. c.
p. 90).
Taschenberg (Zeitschr. f d. ges. Naturwiss. XXIX. p. 87)
424 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
konstatirt, dass die Lebensdauer einer Arbeiterbiene während der
Bauzeit nur 6 Wochen erreicht.
Neue Gattungen und Arten beschrieben Smith {Oestropsis
n. Gatt., — der Name wurde später Proc. Ent. Sog. p. XXXIX in
Gastropsis umgeändert, wegen einer gleichnamigen Neuropt.-Gatt. des
Ref. — mit In. A. Australien; n. A: Lamprocolletes 1, Stenotritus 1,
Crocisa 1, Lithurgus 1, MegacMle 1 (Champion-Bay), Prosopis (Ent.
Ann. 1869. 1 A. Engl.); Gerstaecker (Psaenythia n. Gattung
9 A. Süd-Amerika); Radoszkowky {Ämtnobatoides n. Gatt.
Typus Phileremus abdominalis Eversm., 3 Andrena, 1 Halictus, 1
Colletes, 1 Osmia) ] Morawitz (1 Andrena, 1 Prosopis, l Colletes,
2 Osmia, 1 Heriades); Cresson (1 Andrena, 18 Colletes, 2 Nomia,
1 Perdita, 2 Anthidium, 1 Melissodes) neue Mexiko.
J. G. Desborough: Beobachtungen über die Lebensdauer der
Honig-Biene (Trans. Ent. Soc. Lond. 18G8. p. 225—230).
Der Verf. führt einen aussergewöhnlichen Fall an, in welchem
eine Königin 5 Jahre und 4 Monate lebte.
J. Lowe (Ent. Trans, 3. ser. V. p. 547 — 560) stellt fest, dass
wenn Apis ligustica und fasciata, d. h. Königinnen dieser beiden, von
Drohnen der Englischen Rage (A. mellifica) befruchtet wurden, sie
Drohnen erzeugten, welche die Charaktere ihrer gemischten Her-
kunft zeigten, was nicht der Fall sein sollte, da ja dieselben nach
Y. Siebold sich aus nicht befruchteten Eiern entwickeln.
H. Lucas beschreibt ein unvollkommen entwickeltes Indivi-
duum einer Apis mellifica ^, bei welchen die Netzaugen am Schei-
tel zusammenstossen und die Ocellen fehlen »Cyclopen-Form« (Ann.
d. 1. Soc. Entom. de France 4. ser. T. VIII. p. 737—740).
Packard beschreibt die Lebensweise der nordamerikanischen
Bienen mit Bemerkungen über die tropischen Trigonia- und Meli-
pona-Arten. Die 40 amerikanischen Bombus-Arten, Xylocopa-, Ce-
ratina-, Megachile- und Osmieu- Arten sind nebst ihren Parasiten
angeführt. (Araer. Nat. I. p. 364—378. 14 pl.)
Derselbe über die Lebensweise von Xylocopa und Ceratina
(1. c. L 162).
Derselbe giebt (Amer. Natural. II. p. 195—205) eine Ab-
handlung über die thierischen und pflanzlichen Feinde der Nest-
bienen und beschreibt Arten von Phora, Braida, Trichodes, Meloe,
Sitaris, Stylops, Xenos, Gordius, Mermis und Mucor mit Abbildungen.
Ferner zählt er noch einige bezügliche Insekten auf.
Peckolt (siehe Smith) beobachtete, dass die Lebensweise
von Trigona nahezu identisch ist mit jener von Apis mellifica. Er
beobachtete in einem Neste von Tr, ruficrus nur Ein fruchtbares
Weibchen.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 425
Vesparlae. Morawitz hat eine Revision der im Gouverne-
ment Saratow und um St. Petersburg vorkommenden Odynerus-Ar-
ten veröffentlicht (Horae Sog. Ent. Ross. IV. p. 109—144). Nebst
den bekannten Arten sind 14 n. A. aus dieser Gegend und in einer
Note 2 sibirische n. A. beschrieben.
Saussure (Novara Reise 1. c. p. 3) beschreibt die neue Gat-
tung Lab US s., welche mit Elimus verwandt ist, für zwei n. Arten
aus Java und Ceylon (pl. 1 fig. 1, 2).
Derselbe beschreibt (1. c.) neue Arten in folgenden Gattun-
gen: Zethus 1, Eumenes 2, RhyncMum 2, Odynerus 10, Alastor 2,
Vespa 1, Polistes 2, Polybial, Nectarinia 1. Auf Taf. I. fig. 16 ist
Polyhia surinamensis mit ihrem Neste abgebildet.
Neue Gattungen und Arten beschrieben Westw o od {Syhil-
lina n. Gatt., verwandt mit Belonogaster, mit In. A. Hayti); Cres-
son (2 Odynerus, 1 Pterochüus, 2 Polistes Neu-Mexiko); Smith
Vespa japonica und sitnillima, letztere? = $ der vorigen, und deren
Nest (Ent. M. Mag. IV. p. 279).
GuerinMeneville', Laboulbene und Kunkel berich-
ten über die Ueberwinterung der Wespen. (Bull. Soc. Entom. Fr.
1866. p. LXI.)
F. Smith und Westwood erwähnen einige eigenthümliche
Vorkommnisse von Nestern des Odynerus q_u,adratus (Proc. Ent. Soc.
1867. p.XC).
Derselbe so wie Bat es sprechen über eine zweifelhafte
Polistes-Art (1. c. p. CVIII; Ent. Ann. 1868. p. 87 u. 96); Smith
hält die Art für P. biguttatus oder versicolor.
Erb er spricht über die Lebensweise und das Nest yon Vespa
alsatica (Sitzb. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 407).
H. Lucas (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 365) beschreibt
das Nest von Polybia (Myrapetra) scuteUaris White, welches aus
den Excrementen des Tapirs verfertigt werden soll und einen
schwärzlichen essbaren Honig enthält. Die Art wird in Montevideo
»Carauatii genannt. Ferner beschreibt derselbe den Bau von
Polybia (Polistes) liliacea Fbr. aus Cayenne (p. 369. pl. 9).
Lucas und Giraud beobachteten blaue Nester von Polistes
gallica, entstanden durch Verwendung von blauem Zuckerpapier von
Seite der Wespen, (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. XXV.)
Crabronina. Chevrier (Mitth. d. Schweiz. Entom. Ges. II.
p. 229) beschreibt neue Arten in den Gattungen Trypoxylon 1,
TJiyreopus 1 und Ampulex 1 aus der Schweiz.
Gerstaecker 1. c. zählt die bei Berlin vorkommenden Arten
der Gattung Oxybelus auf (8) und beschreibt 8 neue Arten aus der-
selben Gegend, nebst einer n. A. aus Andalusien und einer n. A,
aus Oesterreich.
42G Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Saussure (Reise d. Novara p. 28 ff.) bespricht die gelbge-
fleckten amerikanischen Arten der Gattung Pelopaeus und reducirt
dieselben auf 6. Weiters bildet er Trypoxylon excavatum Smith auf
Taf. 4 ab und beschreibt ebenda neue Arten in den Gattungen Try-
poxylon 17, Pison 1, Tachytes 8, Larrada 3, Harpactus, 1, Da-
syproctus 1, Trachypus2. Cerceris 21. Podium 2, Chlorion 1, Sphex7,
Harpactopus l, Ämpulex 3, Ämmophila A, Pelopaeiis 4 und Tri-
gonopsis 1.
Sichel (Reise der Novara 1. c. p. 141) beschreibt Bemhex
emarginata aus Chile.
Packard (Proc. Ent. Soc. Philad. VI. p. 353—445) schiiesst
seine Arbeit über die Nordamerikanischen Crabroniden und Nysso-
niden. Erstere enthalten die Genera Thyreopus 14 A., Blepharipus o,
Bhopalum 3, Stigmus 4, Cemonus, Pem]^redon und Diodontiis je 1,
Passalaec'iis 2, Psen 6, Mimesa 10; die Nyssoniden enthalten die
Gattungen : Trypoxylon 1, Mellinus 2, Alyson 3, Gorytes 14, Oxybe-
lus 8, Nysson 4, Stizus 3 und Larra 6.
Neue Arten sind beschrieben in den Gattungen : Blephm'ipus 2,
Bhopalum 2, Stigmus l, Diodontus 1, Psen 4, Mimesa 6, Trypoxy-
lon 2, Gorytes 7, Oxybelus 1, Tliyreopus 8.
Neue Arten beschrieben ferner Smith (2 Ämmophila, 1 Sphex,
1 Pison, l Gorytes, S Crabro, 3 Paragia aus Australien); und Cr es-
sen (1 Coloptera, 2 Gorytes Neu-Mexiko).
Lucas (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 289) beobachtete
an den Sanddünen des Meeres das Benehmen des Philanthus api-
vorus. Das Weibchen dieser Art trägt Honigbienen als Futter für
die Nachkommen ein. Der Bau ist nahezu einen F'uss tief, in der
Mitte gekrümmt. Die Bienen werden in der Zahl von 5 — 7 eine
über die andere gereiht, sind nicht getödtet, sondern wie bei einigen
anderen Hymenopteren, durch einen Stich gelähmt, so dass sie 14
Tage noch Lebenszeichen von sich geben. — Cerceris variabilis
versorgt ihre Brut (p. 293) mit Ualictus abdominalis und ovatus;
Psammophila arenaria sammelt die Larve von Xylophasia Uthoxylea
und Mellinus arvensis sucht Scathophaga scybalaria und Pollenia
rudis zu diesem Zweck.
Perkins (Amer. Naturalist I. p. 293) beobachtete die Lebens-
weise von Ämpulex sibirica Fbr. und die durch sie bewirkte Ver-
tilgung der Schaben (Blatten).
Ebenda erwähnt (p. 105) T. Chambers die Befruchtung von
Pflanzen (Asclepias) durch eine Art der Gattung Tachytes.
Kawall (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 121) spricht über die Le-
bensweise von Ämmophila sabidosa.
Smith giebt Beobachtungen Peckolt's über den Nestbau
von Pelopaeus ßstularis Dahlb., Trypoxylon albitarse und die Le-
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 427
bensweise von einer Pepsis, welche die lOmal grössere Buschspinne
angreift. 1. c. p. 135.
Pompilidae. C r e s s o n giebt eine Uebersicht der Nordamerika-
schen Gattungen und Arten dieser Gruppe mit Bemerkungen über
Synonymie und geographische Verbreitung und Beschreibungen vie-
ler neuen Arten (Trans. Amer. Ent. Soc. I. p. 85 — 150),
Neue Arten enthalten die Gattungen Pompüus 49, Planieeps2,
Mygnimia 2, Pepsis 1, Ceropales 2, Trigonalys 2.
Saussure beschreibt (1. c. p. 46) in folgenden Gattungen n.
Arten: Ferreola 4:, Homonotus 1, Entypus 1, Ägenia 11, Pogonius 1,
Pompüus 4, Priocnemis 4, Mygnimia 2, Pepsis 1.
No madin a Westwood eine neue Gattung, verwandt mit
Trigonalys, mit 1 n. A., Amazon.-Str. — Derselbe beschreibt von
letzterer Gattung 3 n. A.
Neue Arten stellt auf: Smith (9 Pompilus , 4 Priocnemis
aus Australien).
Lincecum (Amer, Naturalist p. 137. pl.) berichtet über die
Lebensweise des Pompilus formosus, welcher die grosse Vogelspinne
{Mygale Hentzii) als Proviant für sein Nest einträgt,
Erb er beobachtete Pompilus dimidiatus Fab. als Larve pa-
rasitirend (?) bei Eresus ctenizoides Koch. (Verh. d. k. k. zool.-bot,
Ges. in Wien T. XVIIL p. 906.)
Heterogyna. C r e s s o n giebt synonymische Berichtigungen der
Arten der Gattung Elis — ein Vergleich der von ihm aufgestellten
Arten mit jenen Saussure's (Trans. Amer. Ent. Soc. p. 377) — und
beschreibt 2 n* A. d. Gatt. Scolia.
Saussure (1. c, pl. 4) bildet mehrere Arten der Gattung
Scolia ab und beschreibt (p. 105) Elis nana eine neue Art aus
Brasilien.
Smith beschrieb als neue Gattung: Di morphoptera,
verwandt mit Myzine, für 5 Arten der letzteren und 5 n. A. aus
Australien.
Derselbe stellt eine neue Art der Gattung Scolia (Dielis)
auf, ebend. p. 241.
Saussure (Reise 1. c. p. 108 ff.) giebt eine Synopsis der zur
Gruppe der Thynniden gehörenden Genera. Die Gattungen sind
nach folgenden Merkmalen gruppirt:
Legion I. </. Erste Cubitalzelle an der Spitze nicht getheilt.
$ unbekannt.
1. Beide rücklaufenden Adern gehen zur zweite Cubitalzelle
Tachypterus Guer.
2. Erste rücklaufende Ader geht zur zweiten Cubitalzelle, zweite
interstitial Oncorhinus Shuck.
428 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
3. Rücklaufende Adern zur 2. und 3. Cubitalzelle gehend
Änthohosca ,Guer.
Legion II. ^. Erste Cubitalzelle an der Spitze getheilt.
Rücklaufende Adern zur 2. und 3. Cubitalzelle gehend. $ Thorax
quer dreitheilig.
Männchen '
I. Hypopygium an der Spitz gezähnt oder spitz.
A. Erste Cubitalzelle getrennt von der vorderen Discoi-
dalzelie.
1. Hypopygium schmal, gezahnt oder dreilappig
Elaphroptera Guer.
2. Hypopygium in eine deutliche Spitze vorgezogen
Ehagigaster Guer., Thynnus Fb., Tachynormjia Guer.
B. Erste Cubitalzelle mit der vorderen Discoidalzelle zusam-
meufliessend Iswara Westw.
II. Hypopygium unbewaffnet.
A. Maxillartaster mit sechs fast gleichen Gliedern
Elaphroptera. Zelehoria, Aelurus Klug.
Die bis jetzt bekannten Weibchen zerfallen nach der Form
des Abdomens in zwei Gruppen. Eiuen gedrungenen dicken Leib
haben $ von Thynnus, Elaphroptera, einen schlanken cylindri sehen,
Rhagigaster, Diamma, Aelurus. Von Eirone, Enteles, Diamma Westw.
und Ariphron Erichs, ist nur das Weibchen bekannt. Einige Ge-
nera sind auf Taf. 4 abgebildet.
Neue Arten sind beschrieben in den Gattungen Tachypte-
rus 1, Ehagigaster 4, Thynnus 8, Tachinomyia 2, Elaphroptera 4,
Zelehoria n. Gatt. 1.
Derselbe giebt eine Uebersicht (Ann. Ent. Soc. Fr. 4. ser.
VII. p. 351) der Arten der Gattung Mutilla mit Rücksicht auf die
von ihm in der »Novara-Reise« beschriebenen Arten und beschreibt
12 neue Arten.
Derselbe (Reise d. Novara p. 106 ff.) beschreibt 3 n. A. der
Gattung Mutilla.
Lucas giebt die Charaktere von Mutilla gloriosa Sauss. Bull.
Soc. Ent. Fr. 1867. p. XCII.
Neue Arten beschrieb ferner Smith (11 Thynnus, 1 Aelurus,
1 Tachijpterus 1. c. p. 231—237).
Formicariae. Neue Gattungen und Arten stellten auf: Mayr
{Brachymyrmex neue Gattung, verwandt mit Camponotus, mit
1 n. A.; Dorymyrmex neue Gattung, verwandt mit Hypoclinea,
mit 2 n. A.; Pogonomyrniex n. Gatt., verwandt mit Atta, für
Myrm. Gayi Spin. 2 Smith'sche, 1 LatreiH'sche und 3 n. A.; 2 Cam-
ponotus, 1 Hypoclinea, 2 Labidus, 1 Eciton, 2 Pheidole, 1 Solenopsis
und 1 Gryptocerus Süd- Amerika) ; N o r t o n 2 Eciton.
der Insekten während d. Jahre 18G7— 68. 429
S. B. Buckle y (Proc. Ent. Soc. Phil, VI.) beschreibt neue
Arten aus den Gattungen Formica p. 153 sq. 30 A. Nord- Amerika,
Polyergus 1 A. Texas, Tonera 5 A. Nord- Amerika, Odontomachys
p. 335 1 A. Texas, Mijrmica p. 335. 38 A. Nord-Amerika, Atta p. 344.
5 A. Nord-Amerika, Oecodoma 5 A. Nord-Amerika.
Smith (Ent. Transact. 3. ser. V. p. 523. pl.26) beschreibt
4 n. A. Cryptocerus 3 n. A. aus Central-Amerika, 3 n. A, Merano-
2)lus aus Australien und 1 n. A. Cataidacus aus Borneo.
Fallou und Giraud erwähnen die ausserordentliche Menge,
von Form, aliena Forst, bei Paris (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. LVII)
F ritsch (Berl. Entom. Zeit. 1867. p. 259) berichtet über die
besonders in Häusern lästigen Südafrikanischen Ameisen.
Bond spricht über einen grossen Ameisenschwarm bei Coburg
im August 1865. (Proc. Ent. Soc. Lond. 1865. p. 114.)
D'Esterno beobachtete die gemischten Ameisen -Colonien nnd
widerlegt Huber's Ansicht über die schwarzen Ameisen, nach wel-
cher die rothen von diesen gefüttert werden sollen, indem die ro-
then selbständig Fleisch frassen und nach des Verf. Ansicht die
schwarzen Ameisen als Futter für ihre Colonie eintragen (Revue et
Mag. Zool. 1868. p. 435).
G. Lincecum veröffentlicht seine Beobachtungen über die
Lebensweise von Oecodoma texana Buckl. (Proceed. Acad. Nat. Phil.
1866. p. 24).
V. Hagens veröffentlicht (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 101) sehr
interessante Beobachtungen über Ameisen mit gemischten Colonieen.
Er unterscheidet Raub- und Gastameisen. Letztere leben nach Art
der übrigen Gäste der Ameisennester in ihren 3 Formen {^, $ u. J)
in den Colonieen, erstere werden solche genannt, welche Larven und
Puppen von Arbeitern fremder Colonien rauben, und die ausschlü-
pfenden Thiere zur Arbeit verwenden. Der Verf. zeigt, dass viele
Momente über diese Thiere noch unerklärt und die bis jetzt ge-
brachten Erklärungen nicht ganz genügend sind.
Derselbe giebt einzelne Bemerkungen über Ameisen (Berl.
Entom. Zeit. 1868. p. 265—268). Der Verf. behandelt die nackte
und behaarte Form von F. rufa ; die Erscheinungszeit der geflügelten
Formen von F. congerens : Polyergus rufescens, Lasius flavus und
andere in der Nähe von Cleve vorkommende Arten. — Die Arbeit
enthält interessante biologische Beobachtungen.
Newman spricht von einer in Schottland in faulen Fichten-
stümpfen gefundenen Ameise, welche der F. herculana ähnlich ist
aber nach Smith eine Nordamerikanische Art sein soll. Proceed.
Ent. Soc. Lond. p. LXXVI und Entomolog. III. p. 224.
Smith (Ent. Ann. 1868. p. 93) bespricht die Lebensweise
430 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
mehrerer Ameisenarten und giebt ein Verzeichniss der bei F. san-
guinea und zwar in Einem Neste gefundenen Arten.
Die preussische Regierung hat ein Gesetz erlassen gegen die
Zerstörung der Ameisennester und ihrer Puppen in den Wäldern we-
gen der Nützlichkeit der Ameisen durch Raupenvertilgung. (Arch.
f. Cosmol. 1867. p. 190.)
Ichneumonidae. Marshall (Ent. Mag. III. p. 190) erwähnt
einen kurzflüglichen Cryptus von der Insel Wight, den er für ein
Individuum von C. incubitor Ström, hält. Da er möglicherweise
einer neuen Art angehört, so schlägt Desvignes für denselben den
Namen C. brevipennis vor. Nach Mars hall dürfte auch Brachypte-
rus means Grav. nur eine Form von Ichneum. crassipes L. sein.
Derselbe stellt ebenda p. 193 die neue Gattung und Art
Oreshius castaneus aus Perthshire auf. Die Gattung ist mit Aptesis
verwandt. (Siehe auch Ent. M. Mg. IV. p. 18.)
Reinhard (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 351— 374) veröfifentlicht
die 4te Folge seiner Abhandlungen über Braconiden. Er behandelt
die Gattungen Microdus Nees, Chelomis Jur. Ascogaster Westw. und
Calyptus Hai, Alle genannten Gattungen sind näher charakterisirt
und die Synonymie der Arten richtig gestellt. Die 1. Gattung ent-
hält 3, die 2te 2, die 3te 3 und die 4te 10 neue Arten.
Tschek (Verb. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVIII. p.446)
beschreibt Fhnpla nucum Kirby in beiden Geschlechtern und ver-
muthet, dass das ^ unter den Formen von Gravenhorst's Ephiol-
tes inanis zu suchen sei.
Westwood beschrieb 7 n. A. der Gatt. Äulacus aus Austra-
lien und vom Amazon, -Str. 1. c. p. 329.
Neue Arten wurden ausserdem beschrieben in den Gattungen
Ichneumon (1 A. : Desvignes, Ent. Month. Mag. IV. p. 130. Wa-
les), Phygadeuon (2 A. : Jaennicke, Berl. Ent. Zeit. p. 154. Frank-
furt), Catoglypttis (1 A. Jaennicke 1. c. p. 155. Taunus), Coelmius
(1 A. aus Hydreüia griseoJa Fll.: Kawall Stett. Z. p. 121), Bracon
(1 A. aus Gcdlidium sangiiineum: Goareau Insect. nuis. p. 52) und
Spathüis (1 A. aus Callid. variahile von demselben p. 55).
Neue Gattungen und Arten stellten ferner auf 1868 : C r e s s o n
(Oedicephaliis n. Gatt., verwandt mit Joppa, 3 n. A.; Ex o choi-
des n. Gatt., verwandt mit Exochus, mit 2 n. A. Mexiko; Ichneu-
mon 96 n. A. Nord-Amerika; Hoplismenus 13 n. A. Mexiko, 1 n. A.
Nord-Amerika, Joppa 7n. A. Mexiko; TroguslO w.A. Nord-Amerika:
Stilpnus 1 n. A. Mexiko, 3 Nord- Amerika , Bassus 3 n, A. Nord-
Amerika ; Cteniscus 4 n. A. ebend. ; Exochus 3 A. Mexiko, 4 Nord-
Amerika ; Mesoleptus 22 A. Nord-Amerika, 7 A.Mexiko ; Tryphon 2 A.
Mexiko, 19 A. Nord- Amerika; Exyston 1 A. ebend.).
Tischbein {Psilomastax n. Subg,, verwandt mit Trogus,
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 431
1 n. A.; Platymischos n. Siibg., verwandt mit Platylabus, mit 1
n. A. Ungarn, Herrstein; Ichneumon 6 n. eiiroiD. A.: ÄniUyteles 3 n. A.
ebend. ; Flatylabus, Ischnus je 2 n. A. ebend.).
Tschek (Phthinodes n. Gatt., verwandt mit Poemenia für
Eph, hecticus Grav.; Oedemopsis n. Gatt., verwandt mit Xorides,
mit 1 n. A. Wien; Antipygus n. Gatt., verwandt mit Notopygus
Holmgr., mit 1 n. A. Oesterr. ; Xaniopelma n. Gatt., verwandt
mit Ctenopehna, mit 1 n. A. Niederösterreich; Thalessa In. A. ;
Epliicdtes 2 n. A. ; Pimpla , Polysphincta, Lissonota, Xylonomus,
Xorides, Catoglyptus, Mesoleius je 1 n. A.; Ctenopelma 2 n. A. Nie-
derösterreich).
Marshall (1 Pimpla, 2 Aptesis): Förster 1. c. p. 776 (96
n. A. Campoplex).
Kawali (1. c, p. 122) zog Pimpla sagax und Glypta resinanae
aus Coccyx resinana.
A. Forel zog Platygaster Boscii und P. niger? Nees, aus
Cecidmyia brassicae Winn. (Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. IX, p. 83.)
Trouvelot (Amer. Naturalist I. p. 89) beobachtete Ophion
macrurum L. parasitirend in Telea polyphemus.
T. Smith berichtet über Ichneumoniden, welche ihren langen
Eierleger durch festes Holz bohren zur Ausforschung der Wirthe
für ihre Brut (Proc. Ent. Soc. 1867. p. 85).
Derselbe berichtet^ dass Ophion macrurus Dr., der Parasit
von Bomb, cecropia auch aus einer Puppe von B. cynthia in Ame-
rika gezogen wurde.
Andere biologische Mittheilungen machten Packard (Pract.
Entom. I. p. 14) und H. Moncreaff (Entomologist IV. p. 124).
Chalcididae. Rondani (Ann. Soc. Nat. Modenall. p. 39 u. 40)
beschreibt zwei neue Gattungen: Lopodytes mit 1 n. A. parasi-
tisch in AspJwndylia pruniperda ; Sigmophor a, verwandt mit
Eulophus mit einer n. A., parasitisch in Aspliondylia scrophularia.
Neue Gattungen und Arten stellten auf: Rondani (Ann. Soc.
Nat. Modena III. p. 22 Tineophaga und 1 n. A. aus Tischeria
complanella.
Westwood (Pelecinella n. Gatt.^ verwandt mit Callimone,
mit 1 n. A. Amazon. - Str. ; Thaumasura n. Gatt., verwandt mit
Cleonymus, mit 1 n- A. Nord- Australien; Solenura n. Gatt., ver-
wandt mit der vorig. , mit 1 n. A. Java; Eucharissa n. Gatt.,
verwandt mit Eucharis, mit 2 n. A. Cap. (Proc. Ent. Soc. London
1868. p.XXXV.)
Marshall (Spilomicrus 4 n. A. England; Loxotropa 3 n. A.
ebend.: Dryinus 1 n. A. Spanien. Ent. Month. Mag. IV. p. 201, 204,
227 ff.).
432 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Scudder beobachtete Chälcididen parasitirend in den Eiern
von Oedipoda Carolina (Proc. Boston Soc. N. H. XII. p. 99).
Die auf Blatt- und Schildläusen parasitischen Formen der Fa-
milie bespricht Giraud (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 77—78).
Proctotrypidae. Mars hall berichtet über die englischen Ar-
ten der Gattung Galesus (Ent. month. mag. III. p. 224) und be-
schreibt 1 n. A. ohne Flügel.
Derselbe beschreibt ^T ^^^^ $ "^<^^ Platymischus dilatatus
Westw., von welchem das $ unbekannt war und charakterisirt hier-
nach die Gattung neuerdings. (Ent. m. mag. IV. p. 166.)
Derselbe beschreibt 1 n. A. Paramesius 1. c. III. p. 223 und
1 n. A. Äneurhynchus 1. c. p. 225 aus England.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Ceraphrontiden-Genera
und der englischen Arten. In der Gattung Megaspüus wird eine
n. A. erwähnt. (Ent. M. Mag. V. p. 159.)
New man zog zahlreiche Individuen von Proctotrupes calcar
Hai. aus Lithobius forficatus. (Entoraologist III. p. 342 )
Cynipidae. Cornelius (Stett. Entom. Zeit. 1867. p. 63) be-
richtet über das Vorwalten der Galle von Cynips terminalis nächst
Elberfeld 1866.
J. Giraud zog Cynips fecundatrix Hsirt. aus der Artischoken-
Galle Reaumur's auf Quercus pedunculata. (Bull. Soc. Entom. Fr.
1867. p. XIII.)
Derselbe bespricht die Gallen folgender Arten: Cynips cdl-
lidoma s., C. majalis n. sp. (Parasit Synerg. facialis Hart.), Spathe-
gaster tricolor Hart.; Sp. flosculi Gir.; Cynips fecundatrix Hart.,
deren neuen Parasiten Aiüax fecundatrix n. sp. und Cecidomyia n. sp.
u. a. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. LI— LV und CIX— CXII.)
Haimh offen beschreibt (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in
Wien T. 17. p. 527. fig.) die von Cynips coriaria Hart, auf Quercus
pedunculata gebildete Galle, ihren Inquilinen, Synergm incrassatus
Hart, und zwei andere Parasiten (Eulophiden).
Lucas erwähnt eine Galle an einem Zweig von Hymenaea
courharil aus Franz. Guyana. (Bnll. Soc. Ent. Fr. 1868. p. XXXIII.)
Mars hall beschreibt die englischen Arten der Gattung iVew-
roterus 4 A. Ent. month. mag. IV. p. 124 Cynips 1. c. p. 6—8. 5 A.
und Andricus 1. c. p. 101. 3 A. und 1 n. A.
Derselbe beschreibt Teras terminalis Fab. 1. c. p. 148.
Derselbe bespricht die englischen Arten einiger Gattungen
und schlägt für den bei Lepidopteren vergebenen Namen Teras den
neuen Namen Diplolepis vor (Ent. M. Mag. IV. p. 171).
F. Smith bespricht die merkwürdige eingeschlechtliche Gat-
tung Cynips. Er stellt die Entdeckung Osten Sacke n's in Be-
treff des ^ von C. confluens in Frage und erklärt, dass kein Be-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 433
weisgrund vorliege, dasselbe für das wahre ^^ dieser Art zu halten
(Ent. month. mag. IIL p. 181.)
Taschenberg bringt eine Mittheilung über Gallen in der
Zeitschr. f. d. gesammt. Naturw. T. 29. p. 498.
Tenthredinidae. E. No r ton hat einen beschreibenden Katalog
der Nordamerikanischen Arten der Familie begonnen. In der Ein-
leitung giebt er die ganze Classifikation der Hymenopteren im All-
gemeinen und eine Tabelle der Gattungen dieser Familie und der
Uroceriden. Im Catalog sind Gattungen und Arten charakterisirt.
(Trans. Amer. Ent. Soc. I. p. 31—84 und 193—324). Die Arbeit
enthält die Beschreibung einer neuen Gattung: The mos N., ver-
wandt mit Hylotoma für H. Olfersii nnd surinamensis Klug und 1
n. A. aus Pennsylvanien. Neue Arten sind in den Gattungen Tri-
chiosoma l, Äbica 2, Cephalocera 1, Sericocera 3, ScMzocenis 3, Ptüia 1,
Hylotoma 3, Pristiphora 4, Nematus 19, Ferreyia 2 beschrieben.
M'Lachlan bespricht die Seltenheit der Männchen bei ge-
wissen Arten der Familie, z. B. Strongylogaster cingulatus und Se-
landria stramineipes (Proc. Ent. Soc. 1867. p. XC).
Derselbe spricht über bisher nicht beobachtete englische
Arten der Familie (Ent. mag. IV. p. 102).
Derselbe erwähnt ein hermaphroditisches Individuum von
Dolerus madidus Klug, eine Monstrosität bei Hylotoma fasciata St. F.
und eine auf der rechten Seite drei Flügel zeigende Tenthredo sca-
laris Klug (Proc. Ent. Soc. 1867. p. XCIX).
Walsh beschreibt (Proc. Ent. Soc. Philad. VI. p. 260 sq.) n.
A. in den Gattungen: Pristiphora (1 A. luquiliue aus Gallen der
Salix brassicoides), Nematus 9 A. und Euura 4 A. aus Weiden-
gallen).
Neue Arten beschrieb ferner 1868: Dietrich 1 Hylotoma,
2 Emphytus, 1 Ällantus, l Tenthredo, 1 Lyda, Zürich.
Healy beschreibt (Ent. month. mag. IV. p. 105) die Verwand-
lung einer Phyllotoma, welche M Lachlan 1. c. p. 123 als Ph. aceris
Kaltenbach bestimmt. Die Larve lebt minirend in Ahornblättern.
F. Smith und M'Lachlan berichten über die Lebensweise
von Croesus septentrionalis (Proc. Ent. Soc. .1865. p. 129).
Frauen feld führt 3 Arten auf, deren Larven im Jahre 1867
in grosser Zahl erschienen, eine auf Iris-Arten, eine zweite, Hylot.
berberidis und eine dritte auf Rumex- Arten (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien T. 17. p. 783).
F. Low (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. 17. p. 747)
giebt Berichtigungen zu einer früheren Mittheilung und Abbildung
über den Bau des Sackes von Lyda inanita Vill.
Ueber schädlich auftretende Arten dieser Familie berichten
F 0 r e 1 (Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat. IX. p. 74. Äthalia centifoliae) und
434 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Künstler (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 943 Ätha-
lia spinarum.
Biologische Mittheilungen machten ferner: H e a 1 y (Ento-.
mologist IV, über Phyllotoma melanopyga, tormentillae und micro-
cephala Klug p. 176—178) Walsh (Pract. Entom. p, 117 über im-
portirte Arten in Nordamerika); Inchbald (Ent. M. Mag. V. p. 21
Croesus septentrionalis) ; derselbe (Nematus auf Salix herbac.-Gal-
len 1. c. p. 21): Giraud (Bull. Sog. Ent. Fr. 1868. p. LV Seiandria
bipunctata, Larva).
üroceridae. Cresson beschreibt Urocerus areolatus n. A. New-
Mexiko (Trans. Am. Ent. Soc. I. p. 375).
Frauenfeld beschreibt (1. c. p. 886. T. XVIII) die Larve von
Xiphydria eamelus aus jungen Birkenzweigen.
L. V. Hey den: Ueber das seither unbekannte Männchen von
Xyloterus fuscicornis F. (Berl. Entom. Zeit. 1868. p. 227—230.)
Der Verf. schlägt vor die Gattung Xyloecematium zu nen-
nen, da Xyloterus ein Jahr vorHartig's Arbeit von Erichs on für
ein Coleopteron benutzt wurde.
Taschenberg berichtet von einem Fall, in welchem Sirex
juvencus Blei durchlöcherte (Zeitschr. für die ges. Naturw. XXVII.
p. 459). Aehnliche Fälle sind aus der Zeit des Krimkrieges noch im
Gedächtnisse.
WuUschlegel bespricht das schädliche Auftreten von Ce-
phus pygmaeus im Aargau 1866. (Mitth. Schweiz. Ent. Ges. II. p. 153).
Siehe auch Stierlin über denselben Gegenstand p. 156.
Lcpidoptera.
H. W. Bates: A Catalogue of Erjcinidae (Schluss)
(Journ. Linu. Soc. Zool. Vol. IX. p. 373-459 Februar —
April 1868).
Derselbe über die Gattung Pandora (Ent. Monthl.
Mag. lY. p. 169-171).
Boisduval: Notes sur ia tribu des Ceratocarapides
(Ann. Soc. Ent. France 4. ser. T. VIII. p. 309—319). Der
Verf. giebt eine Uebersicht der Arten dieser Gruppe,
welche er für identisch mit den Dryocampidcn Gr. und
Robins erklärt, trennt jedoch die Gattung Adelocephala
als bestimmte Tribus ab und unterscheidet nur zwei Gat-
tungen (1 n.).
A. G. Butler: Bemerkungen über Pap ^7^o cocytus
Fabr. und seine Verschiedenheit von Adolias cocytus.
der Insekten während der Jahre 1867 — 68. 435
(Ann. Mcag. Natur. Ilist. ser. 4. Vol. T. p. 70—71, Januar
1868.)
Derselbe; lieber die Geschlcclitsunterschiede der
Cocytus-Gruppe der Gattung Adolias (ebenda p. 97—99.
1868. Febr.).
Derselbe: Neue oder wenig bekannte Lepidoptera
(Proc. Zool. Soc. 1868. p. 221— 224. pl. 17).
Derselbe: Versuch einer Anordnung der Gattun-
gen der Satyriden (Ent. Month. Mag.Vol. IV. p. 193—197).
Der Verf. benutzt die Eigenthümlichkciten der Discoi-
dalzelle der Hinterflügel zu einer neuen Eintheilung. Er
unterscheidet 71 Gattungen in 11 Sectionen.
Derselbe: A Catalogue of Diurnal Lepidoptera of
the family Satyridae in the collection of the British Mu-
seum 8. London 1868. p. 211. pl. 5. Ein synonymisches
Verzeichniss der Satyriden mit Bemerkungen und Be-
schreibungen n. A.
W. H. Edwards: Beschreibungen von gewissen
Tagschmetterlingen der Vereinigten Staaten (Transact.
Amer. Ent. Soc. Vol. L p. 286—288. Oct. 1867).
Derselbe: Ueber eine Varietät von Papilio turnus
und Beschreibung von zwei Tagschmetterlingen (ebenda
V. II p. 207—210. 1868).
N. Erschhoff: Lepidopterologisches. (Horae Soc.
Ent. Boss. Tom. V. p. 97—99.)
R. Felder: Diagnosen neuer von E. Baron v. Ran-
sonnet in Vorder -Indien gesammelten Lepidopteren.
(Verh. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien T. XVIIL
p. 281-286.)
Interessant sind die Mittheilungen Girard's (Ann.
Soc. Ent. Fr. 4. ser. VIIL p. 287-296) über die Europa
und Amerika gemeinschaftlichen Lepidopteren, welche
nur als Lokalabänderungen aufzufassen sein dürften.
Achille Guenee: Neue Arten von Lepidopt. He-
teroceris aus Canterbury, Neuseeland, gesammelt von Mr.
R. W. Fereday. (Entom. Monthl. Mag. Vol. V. p. 1-6.
p. 38—43. 61-65. 92—95. 1868.)
Derselbe: Le Bombyx quercus et ses analogues
(Ann. Soc. Ent. France 4. ser. T. VIIL p. 403-410.)
436 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Der Verf. behandelt die specifische Verschiedenheit
von B. quercus, callunae und spartii im Larven- und voll-
kommenen Zustande.
- W. C. He wi ts 0 n veröffentlicht den 3ten Theil sei-
ner ;,Illustrations of Diurnal Lepidoptera^^ welchier die
Lycaeniden-Gattung Thecla (164 z\rten) enthält.
Derselbe glebt 1867 die 61.— 64. und 1868 die
65. — 68. Fortsetzung seiner Exotic Butterflies.
Derselbe giebt die kurze Charakteristik von hun-
dert neuen Arten der Familie Hesperidae (Part I. Lon-
don Van Voorst 1867. p. 25. Part IL 1868. p. 25—56).
Der Verf. gesteht selbst ein, dass nach der Kürze der
Beschreibung ohne Abbildung die Erkenntniss der Arten
schwer möglich sein dürfte und er sich nur das Recht
der Priorität wahren wollte.
Derselbe macht Bemerkungen über Ms. A. R.
Wallace's Pieriden der Lidlschen und Australischen
Regionen (Transact. Ent. Soc. London 1868. p. 97—100).
Der Verf. giebt Beiträge zur Charakteristik der Gat-
tungen und synonymische Berichtigungen.
Derselbe berichtet über Pieris jacquinotii Lucas
(Proc. Ent. Soc. London 1868. p. XVIII).
Derselbe beschreibt neue Lycaeniden (London Van
Voorst 8. p. 36. Juni 1868).
0. Salvin und F. D. Godman: lieber neue Süd-
amei^kanische Tagschmetterlingc (Ann. Mag. Nat. Hist.
4. ser. Vol. IL p. 141-152).
Schleich: Microlepidoptcrologische Notizen (Stett.
Ent. Zeit. 1868. p. 392-394).
H. T. Stainton: The Natural Plistory of the Ti-
neina Vol. X. Gelechia part 2 mit 8 pl. London 1867. V.
Voorst. Dieser Theil des grossen Tineinen-Werkes ver-
vollständigt dasselbe durch die Beschreibung von 24 Ar-
ten der Gattung Gelechia in allen Ständen und durch
eine allgemeine Uebersicht derselben.
Derselbe: The Tineina of Syria and Asia Minor 8.
London V. Voorst 1867. p. VI und p. 84. Der Verfasser
stellt die sämmtliche Literatur der Tineinen des westli-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 437
chen Asien und besonders der Levante zusammen und
wiederholt die von andern gegebenen einzelnen Beschrei-
bungen von Arten dieser Gegend. Diese Arbeit ist ein
wesentlicher Beitrag zur Kenntniss der geographischen
Verbreitung dieser Thiere.
Derselbe: British Butterflies and^ moths etc. Lon-
don Reeve et Comp. 1867. p. XII und p. 292 mit 16 pl.
Ein populäres Handbuch, welches, obschon nur die ein-
heimischen Arten besprochen werden, dennoch durch die
allgemeinen Bemerkungen über Lepidopteren und deren
Systematik auch für Nicht-Engländer sehr lehrreich ist.
Derselbe: Die Synonymie von Tinea (?) alpicella
und Zelleria saxifragae n, sp. (Trans. Ent. Soc. London
1868 p. 137—139. April.)
S. H. Scudder giebt einen Nachtrag zum V'^erzeich-
nisse der Tagfalter von New-England. (Proc. Boston Soc.
Nat. Hist. Vol. XL 1868.) Enthält die Beschreibung von
5 neuen Arten in der Gattung Hesperia.
Roland Trimen: Ueber neue südafrikanische
Tagschmetterlinge (Transact. Entom. Soc. London 1868.
p. 69—96. pl. 5 u. 6).
Derselbe: Ueber afrikanische Lepidopteren, welche
in A. G. Butler's Catalog der Tagschmetterlinge des
British Museum in der Familie Satyridae aufgezählt wur-
den (ebenda p. 283-288. Dec. 1868).
Gaston Allard giebt ein Verzeichniss der in
Algier gesammelten Lepidopteren mit Bemerkungen über
deren Lebensweise und Beschreibungen neuer Arten.
(Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. T. VIL p. 311— 322. pl. 6.)
E. B al 1 i 0 n : Synonymische Bemerkungen über einige
Schmetterlinge (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 167—170). Be-
merkungen über Motschulsky's Verzeichniss japane-
sischer Lepidopteren (1868),
Behr: Ein Brief aus St. Francisco in Callfornien.
(Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 294— 303.) Ein Verzeichniss von
Californischen Lepidopteren.
E. Berce: Papillons. Descriptlon de tous les Pa-
pillions qui se trouvent en France. Dessins et grav. p.
T. Deyrolle. Tom. I. Paris 1867 mit 18 pl. col. — Nach
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. Dd
438 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
den Anzeigen enthält das Werk hauptsächlich viele An-
gaben über die Zucht und den Fundort der Arten. Das-
selbe soll in 4 Bänden vollständig sein.
Von demselben: Faune EntomologiqueFrangaise,
L^pidopteres Vol.I.'^ Rhopaloceres. Paris Deyrolle 1867 mit
18 Tafeln.
In ähnlicher Weise wie in diesem 1. Bd. sollen die
Insekten aller Ordnungen (?) bearbeitet werden.
Birchall beobachtete auf der Insel ^,Man^ auf-
fallende kleine Formen einiger Arten , z. B. Vanessa
urticae und Zygaena jUipendulae (Proc. Ent. 8oc. London
1868. p. XXXVIII).
C. Collingwood: The Lepidoptera of Labuan
(Entomologist Vol. IV. p. 13-17).
K. Dietrich: Beiträge zur Kenntniss der im Kan-
ton Zürich einheimischen Insekten, 20. und 21. Centurie.
(Mitth. d. Schweiz. Ent. Gcsellsch. Vol. IL p. 332 — 344.)
Ein Verzeichniss von 200 Arten. (Kritik von H.
Frey ebend. p. 373.)
W. IL Edwards: The Butterflies of North-Ame-
rica etc. 4te. Publish. by the American Entom. Soc. Lon-
don Trübner u. Comp. P. L April 1868.
Mit diesem Bande ist eine umfassende Arbeit über die Tag-
schmetterlinge Nordamerikas begonnen. Alle bekannten Arten sol-
len abgebildet und ihre Lebensweise besprochen, so wie deren Sy-
nonymie und geographische Verbreitung gegeben werden. Am Schlüsse
soll eine systematische üebersicht der Arten folgen. (Siehe Entom.
Monthl. Mag.) Der 1. Theil enthält einen grossen Theil der Arten
Argynnis der 2te und 3te Colias, Apatura, Thecla etc.
H. Frey giebt die 5te Folge der schweizerischen
Microlepidopteren (Mitth. d. Schweiz, entom. Gescllsch.
Vol. IL p. 376—380), dieselbe enthält die Gattungen De-
pressaria, Phibalocera, Therisfcis und Cerostoma.
H. J. Fust: Ueber die Verbreitung der Schmetter-
linge in Grossbritannien und Irland (Transact. Ent. Soc.
London 3. ser. Vol. IV. p. 417-517. pl. 10. 1868).
A. R. G r 0 1 e und C. T. Robinson: A List of the
Lepidoptera of North - America I. 8. Philadelph. 1868.
p. 16.
Dieses Verzeichniss ist nach dem Muster von Leconte's
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 439
Catalog der Coleopteren verfasst. Die südliche Grenze des behan-
delten Gebietes bildet Mexiko, Der Iste Theil enthält die" Sphin-
giden und Bombyciden.
A. R. Grote: Ueber die Platypteryglacn Nordame-
rika's (Transact. Americ. Ent. Soc. Vol. IL 65—67. 1868).
Derselbe: lieber Synonyraie amerikanischer Lepi-
doptera (ebend. p. 115, 122).
Derselbe und C. T. Robinson: Beschreibung
Amerikanischer Lepidopteren No. 3 (ebend. Vol. I. p. 323
—360. pl. 6 u. 7. 1868), No. 4 (ebend. Vol. II. p. 177. pL).
Derselbe und C. T. Robinson: Bemerkungen
über die Nordamerikanischen Lepidopteren im British
Museum etc. Eine Kritik der Heterocera Walker's
nach Vergleichung der Typen (ebend. Vol. IL p. 67—88.
1868).
A. Hüb er giebt einen Sammelbericht aus der Um-
gebung von St. Petersburg (Horae Soc. Ent. Ross. T. V.
p. 101—112).
A. M. Lang: Bemerkungen über Lepidopteren von
;,Goolmurg^ in Caschmir (Entom. Menth. Mag. Vol. V.
p. 33—37).
T. Maassen: Verzeichniss der Schmetterlinge von
Neuenahr und Altenahr (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 430—449).
R. Mac Lachlan: Ueber die englischen Tortrices
der Gattung Eupoecilia Gurt. (Entomol. Annual 1869.
p. 83— 93.) Der Verf. führt 22 Arten mit deren Synony-
mie auf.
F. Moore setzt seinen Catalog der Schmetterlinge
Bengalens fort. Als Grundlage diente die Sammlung
Russell undAtkinson, welche 1616 Arten zählt (Proc.
Zool. Soc. 1867. p.44, 612, vide Bericht 1866).
Ein nach dem Muster von Staudinge r's und
Wocke's Catalog verfasstes Verzeichniss der Lepidopte-
ren des Gouv. St. Petersburg enthält 1274 Arten. 97 Rho-
palocera; Sphing. Bomb, und Noct. 373, Geom. 216, Mi-
crol. 586. Sievers (Horae Soc. Ent. Ross. IV. p. 49 und
Zusätze (30 A.) ebenda V. p.3— 5).
A. Speyer: Die Lepidopteren-Fauna des Fürsten-
440 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
thums Waldeck (Verb. d. natiirh. Ver. d. preuss. Rhein-
lande und Westphalens 1867. p. 147— 298).
P.C. Zeller: Lepidopterologische Ergebnisse einer
Reise in Oberkärnthen (Stett. Entom. Zeit. 1868. p. 121
-149).
Derselbe: Beiträge zur Naturgeschichte der Lepi-
dopteren (ebend. p. 401 — 429).
Derselbe: Beiträge zur Kenntniss der Lepidopte-
ren-Fauna der Umgegend von Raibl in Oberkärnthen und
Preth im Küstengebiet. (Verb. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch.
in WienT. XVIIL p. 563— 628). Enthält die Beschreibung
neuer Arten, Aufzählung der gesammelten Arten und bio-
logische Bemerkungen.
Ein Verzeichniss der Lepidopteren der Evers mann'-
schen Sammlung wurde der Russischen Entomologischen
Gesellsch. von der Prinzessin Helene Paulowna übergeben
und ist in der Horae Soc. Ent. Ross. T. V enthalten.
Verzeichnisse gaben ferner : J. Pfü tzn er (Lepidopte-
ren Berlins; bis Ende Geometriden. (Berl. Ent. Zeit. 1867.
p. 195); Mann: (Lepidopteren Süd-Tirols ; Sammelbcricht
vonMai— Juli. Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVIL
p. 829); Buchanan White: Saramelbericht aus der
Schweiz und Italien. (Ent. month. mag. IV. p. 57).
Atkinson: lieber Simla und Jaunpore (Entom.
Monthl. Mag. IV. p. 60) ; Her rieh - Schaf f er: lieber
Lepidopteren der Fiji-Inseln und aus Queensland (Corr.-
ßlattd.zool.-min. Ver. in Regensb. XX. p.89); ßirchall:
Ueber Lepidopteren Irlands, Suppl. (Ent. M. Mag. III.
p. 202 und IV. p. 70, ferner Entomologist IIL p. 205, 235,
250.) Saramelberichte aus verschiedene Gegenden Eng-
lands sind im Eni. Month. Mag. III u. IV von verschie-
denen Autoren enthalten.
Sammelberichte aus England, Irland und Schottland
gaben: Birchall, Boswell, Norman, Blackburn,
Buchanan White; Ent. Month. Mag. IV u. V. 1868.
Girard und Fallou (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser.
VII. p. 323) geben eine französische Uebersetzung von
M'Lachlan's Beobachtungen der Varietäten mit Zusätzen
der Insekten während d. Jahre 1867 -68. 441
gegen die Darwin'sche Hypothese. (Siehe Bericht für
1865—1866.)
Bemerkungen über die Variation der Lepidopteren
finden sich von J. Greene und Knaggs, Jordan,
C. S. Gregson, Forster und Hodgkinson im Ent.
month. mag. III u. IV und Entomologist III. p. 209 und
263; ferner von Kirby Ent. month. mag. IV. p. 90.
C. S. Gregson: Variation in Lepidoptera (Fort-
setzung) Entomologist Vol. IV. p. 9— 13, 49—54. 1868.
öphingidae, Arctiidae, Noctuidae.
Fallou bespricht einen Apparat zur feinen Verthei-
lung des Wassers beim Aufziehen von Raupen, der sich
besonders bei Chelonia Quenselii bewährt hat. (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1866. p. LV— LVII.)
G. V. F r a u e n f e 1 d : Weitere Mittheilungen über
den Baumwollschädling Egyptens u. s. w. (Verh. d. k. k.
zool.-bot. Ges. in Wien Bd. XVIII. p. 417—424.)
Derselbe: CJeber den von Hrn. Schiri erfunde-
nen Schmetterlings- Selbstfänger (ebendas. p. 881 — 884.
piii)-
Charles Healy: Biologie der Gracilaria syringella
(Schluss) (Entom. Month. Mag. Vol. IV. p. 175—177. 197
—199).
Der selbe: Biologie von Chauliodus chaerophyllellus
(Entomologist Vol. IV. p. 54—59).
J. He 11 ins: lieber die früheren Stände einiger
Lithosiden (Ent. M. Mag. Vol. V. p. 109—114).
Derselbe: lieber Acidalia und die Larve von A.
holosericata (ebenda p. 95 — 99).
Ottm. Hofmann: Beiträge zur Naturgeschichte
der Tineinen. (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 285—391.)
H. G. Knaggs: giebt die Fortsetzung seiner Ar-
beit über die Zucht der Lepidopteren (Ent. M. Mag. Vol.V.
p. 14 — 17) und Bemerkungen über neue und seltene eng-
lische Arten. (Entomologist Annual 1869. p. 119—147.)
P. Milliere: Iconographie et description de Che-
nilles et Lepidopteres inedits 18. Lieferung (Ann. Soc.
Linn. Lyon XV. 1868. p. 189—235. pl. 81—84).
Man. J. Presas (Anuario del Liceo de Matanza I.
442 Brauer: Bericht üb d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 229) giebt einen Bericht über den Bau und die Lebens-
weise der Schmetterlinge mit besonderer Berücksichtigung
der Arten von Cuba.
Prittwitz bespricht (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 257)
die Vorh'ebe mancher Schmetterlinge für die Nähe mensch-
licher Wohnungen.
Derselbe, Lepidopterologisches(p'ortsetzi]ng) Stett.
Ent. Zeit. 1868. p. 185—200 244—248. Die Arbeit ent-
hält viele synonymische Bemerkungen und Beiträge zur
Charakteristik und Biologie der Arten.
G. S. Saunders er^vähnt eines Nestes gemein-
schaftlicher Raupen aus den Blättern der Brasilianischen
Zeyhera (Proc. Ent. Soc. 1868. p. LXX).
lieber eine gesellschaftliche Raupe Brasiliens be-
richtet Smith nach Peckolt (Transact. Ent. Soc. Lon-
don 1868. p. 136).
Steudel spricht über das Tödlen und Präpariren
der Microlepidopteren (Würt. naturw. Jahresb. XXIL
p. 243).
C. E. Venus: üeber das Fangen und die Behand-
lung der Microlepidopteren und deren Zucht (Sitzungsb.
d. Isis 1867. p. 116—126).
J. E. Vize beschreibt eine Raupe mit zusammen-
gesetzten Haaren. (Proc. Lit. and Phil. Soc. Manchester
VL p. 181.)
Rhopalocera. Frauenfeld zählt I.e. die auf den Nicobaren
beobachteten Arten auf.
Giraud berichtet über Pyrameis atalanta und Satyrus maera
mit verschieden grossen Flügeln an beiden Seiten. (Bull. Soc. Ent.
Fr, 1867. p. LXVI; Laboulbene und Goossens p. LXVII.)
Grandidier (Rev. et Magaz. d. Zool. 1867. p. 275) berei-
chert die Fauna Madagaskars durch Papilio antenor Dr., Anthocha-
ris flavida Boisd.; Aena Boisd., Ephya Kl., Evarne Kl., Idmais dy-
namene Kl. und Terias senegalensis Boisd.
W. H. Herbert (Entomologist III. p. 226) erwähnt die Er-
scheinung von vielen Schmetterlingen (Biadema holitia und Pyrameis
cardui) während einer Cyclone auf einem 600 Meilen von der Afri-
kanischen Küste und 200 Meilen von den Capverdischen Inseln ent-
fernten Schiffe.
Kirby (Proc. Entom. Soc. London 1868. p. XXXIII sq.) ver-
zeichnet die für Europa, Indien und Nordamerika gemeinschaftlichen
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 443
oder einander ersetzenden Arten und macht Bemerkungen über die
geographische Verbreitung der Nord- Central- und Südeuropäischen
Arten in dieser Hinsicht.
Weir bemerkt, dass Puppen mit metallischen Flecken von den
Vögeln verschont bleiben. (Proc. Ent. Soc. 1867. p. CI.)
T. W. Wood bespricht die Variation der Puppenfarben, wel-
che er von der Umgebung ableitet (Proc. Ent. Soc. 1867. p. XCIX).
Diese Ansicht bestätigt Butler und widerlegt Bat es (p. CI).
Equites. Beliier d. 1. Chavignerie erzählt, dass Parna-
sius Mnemosyne $ oft ohne sackförmigen Anhang angetroffen wer-
den und dieser möglicherweise eine Rolle beim Eierlegen spiele.
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. III.) (Nach v. Siebold's genauer Beob-
achtung, Stett. Ent. Zeit. 1852 entsteht derselbe erst bei der Begat-
tung und stellt ein vertrocknetes Sekret dar. Referent.)
Depuiset giebt eine Notiz über die geographische Verbrei-
tung von Papilio Äntenor. Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. XXIII.
C. F. Dubois bildet eine sehr dunkle Abart des Pap. Ma-
chaon ab, auf deren Hinterflügel der orangerothe Fleck fehlt. (Arch.
Cosmol. 1867. p. 160. pl. 81.)
S. Ebrard bespricht die Farbenverschiedenheit der Puppen
des Pap. Machaon , welche an Pflanzen grün, auf Steinen grau er-
scheinen. Hierüber entspinnt sich eine Debatte zwischen Giraud,
Gervais, Laboulbene, Fallou undGoossons. (Bull. Soc. Ent.
Fr. 1867. p. LXVII.) (Dieser Unterschied ist vielleicht durch Ge-
schlechtsdifferenz zu erklären. Ref.)
Guenee erläutert die Synonymie von Papüio Aeneas und
Änchises L. (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 305.)
Herrich - Sc hä ffer (Corr.-Blatt d. zool.-min. Ver. in Re-
gensb. XXI. p. 161) giebt eine systematische Uebersicht der Equi-
tinen, die er in 10 Gattungen theilt.
Papüio Xetiiades Hewitson (Entom. Transact. 3. ser. T. V.
p. 561) Ecuador und P. Bares von demselben, aus Nicaragua neue
Arten.
Perty erwähnt ein Individuum von Parnassius delius mit
Zeichen von Hermaphroditismus (Mitth. d. naturf. Ges. in Bern p. 309).
G. Semper bespricht die Naturgeschichte der Pap. Pammon
und Agamemnon L. (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Vv^ien T. XVII.
p. 697.)
D. C. Timin s (Proc. Ent. Soc. Lond. p. CI) zählt die Arten (7)
der Gattung Thais auf und beschreibt eine n. A. aus Smyrna. T.
Henrietta (wohl nur Varietät von Cerisyi).
Trouvelot bespricht die Larve von Papilio turnus (Proc,
Boston Soc. N. H. XII. p. 92).
444 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Fettig: lieber die Verwandlung von P. podalirius, insbeson-
dere die Zahl der jährlichen Generationen und Farbe der Nymphen.
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. LXIII.)
Neue Arten beschrieben Salvin und Godraan (4 Papilio),
Hewitson (2 Papilio Exot, butterfl.), Trimen (2Papilio), Butler
(1 Papilio Ent. M. Mag. V. p. 60, Sierra Leone).
Pieridae. A. R. Wallace berichtet über die Pieriden der
Indischen und Australischen Gegenden. (Transact. Ent. Soc. 3. scr.
IV. p. 301—416.) iln der Einleitung bespricht der Verf. die geo
graphischen Verhältnisse und dehnt seine xirbeit auch auf Mitglie-
der dieser Familie in anderen Erdtheilen aus. Er nimmt nach
Sclater sechs zoologische Regionen der Erdoberfläche an und
zeigt die Vertheilung der Arten dieser Familie in denselben. Den
östlichen Archipel theilt er in zwei Abschnitte, den Indischen und
Australischen, letzterer östlich von den Philippinen und westlich von
Celebes, ersterer westlich von den Philippinen und inclus. diesen
bis zwischen die Inseln Baly und Lombock reichend. — Die Käfer
halten sich nicht an diese Vertheilung, da viele derselben, welche
als Larven im Holz leben, von Insel zu Insel durch Treibholz ver-
pflanzt werden. Der Verf. charakterisirt die Gattung Thyca Wallengr.,
in die er 57 Arten bringt und Pieris im Gegensatz zu zwei neuen:
Tachyris und Frioneris.
A. Ein Subcos. Ast vor dem Zellende Thyca.
AA. Zwei Subcost. Aeste vor dem Zellende.
B. (^ mit Haarbüschel oder Borsten an den Analklappen
Tachyris n. Gatt.
BB. ^ mit nackten Analklappen.
C. Costa der ^ gesägt Frioneris n. Gatt.
CG. Costa der ^ glatt Fieris.
Bei den Arten fmden sich viele synonymische Bemerkungen.
Die Gattung Tachyris enthält 9, Prioneris 1, Pieris 8. Thyca
9 neue Arten, von den übrigen enthalten Pontia 1, Elodina 2, Te-
rias 9, Idmais 1, Thestias 2, Iphias 1 neue Art.
Herrich - Schäffer (Corr.-Blatt d. zool.-min. Ver. in Re-
gensburg XXI. p. 100. 124 u. 138) setzt seinen Prodromus des Le-
pidopteren - Systems fort und bespricht diese Familie , in der er 27
Genera zulässt, von denen 5 neu sind und zv^ar Heurema, verwandt
mit Leucophasia, für Terias impuraVoll. ; Leucidia, verwandt mit
der vorigen, für L. Elphos Feld, und Buphos H.-Sch.; Fe reute,
verwandt mit Euterpe, für E. Callidice Feld, und 5 andere Arten;
Midea , verwandt mit Callosune, für P. genutia Fab.; Fhulia,
verwandt mit Anthocharis, für P. nymphella Gay.
Hewitson beschreibt neue Arten in den Gattungen Lepta-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 445
lis 3 A., Pieris 1 (Entom. Transact. 3. ser. V. p. 562 sq.) und Calli-
dryas 2 (Exot. Butterfl. 1. c).
Butler beschreibt eine Pieris- und Euchloe-Art als neu.
(Ann. and Magaz. Nat. Eist. 3. ser. XX. p. 399 und 216. pl.)
G. Allard beschreibt eme uqmq Antliocliaris (1. c. p. 318. pl. 6)
und Grandidier eine n. A. derselben Gattung (Kevue et Magaz.
d. Zool. p. 272) nebst einer n. A. CalUdryas 1. c. p. 273.
Eine neue Colias-Art beschreibt Edwards (Proc. Ent. Soc.
Phil. VI. p. 201).
Nach Ballion ist Leuconea crataegioides Luc. = Pieris hip-
pia Brem. Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 340. Siehe auch Lucas' Be-
stätigung (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. V).
B a t e s berichtet über die Mimicry von Leptcdis TJieonoe und
Orise. (Transact. Ent. Soc. 3. ser. V. p. 536.)
Lucas bespricht Änthocharis LevaiUantii (Bull, Soc. Entom.
Fr. 1867. p. XXIII).
Milliere bildet eine Varietät von Anthoch. Bellezina Boisd.
ab (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV. p. 297. pl. 711).
Prittwitz (Stett. Entom. Zeit. 1867. p. 266) bespricht die
Verwirrung, welche bei den mit Terias Zoe verwandten Arten be-
steht und die geographische Verbreitung von CoUas edusa u. a.
G. Semper bespricht die Farbe und Lebensweise der Raupe
CalUdryas pyranthe L. (Verh. d. k. k. zool. -bot. Ges. in Wien XVII.
p. 698.)
Hellin s beschreibt die Biologie von Xeteco^/iasJa sinapis (Ent.
month. mag. III. p. 210) und Buckler die Larve von CoUas Edusa
Fab. Ebenda T. IV. p. 117.) Beide bekannt.
Neue Arten beschrieben Salvin und Godman (1 Euterpe,
1 Pieris); Hewitson (Transact. Ent. Soc. p. 100. 1 sp. Prioneris)
und Butler (Proceed. Zool. Soc 1868. p. 221. pl. 17. 1 sp. Idmais,
Indien).
Danaida e. Butler (Transact. Ent. Soc. London 3. ser. V.
p, 472—484) veröffentlicht ein Verzeichniss der beschriebenen Arten
der Familie mit Zusätzen über ihre Bekanntmachung und ihr Vor-
kommen. Er stellt ferner einen Vergleich der von ihm gleichzeitig
mit C. und R. Felder beschriebenen Arten an. — Euplaea enthält
122, Banais 79 und Hestia 11 Arten (1 Art neu).
G. Semper giebt Notizen über die Raupen von Danais
juventa Cr., D. clirysippus L. und Euplaea Dufresnii God. — E.
megüla Erichs, ist nach ihm das $ der letzteren Art und Godard's
dafür gehaltenes ^ = E. laetifica Btl.
Prittwitz bespricht die Synonymie von Euplaea Eunice
(1. c. p. 270).
Heliconidae. Bates (Transact. Ent. Soc. Lond. 3. ser. V.
446 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 536) bespricht die Uebergänge von H. Erato zu Doris und von
H. Melpomene und Thelxiope.
C. und R. Felder geben Abbildung-en von den früher kurz
beschriebenen Arten (Wiener Ent. Monatsch. YI. Reise d. Novara
Zool. II. Lepid. Heft 3).
Heliconius notabiUs Salvin und Godman 1, c. n. sp.
Neue Arten wurden ferner beschrieben und abgebildet in den
Gattungen Thyridia 1 A., Melinaea 4 A., Callithomia 1 A., Ithomia
(Felder 14 A.; Hewitson Exot. Butterfl. 7 A); Hymenitis, Na-
peogenes, Meclumites (Felder je 1 A.); Oleria (Felder 2 A.); He-
liconia (Hewitson 1. c. 4 A. und Transact. Ent. Soc. 3. ser. V.
p. 563. 1 A.); Heliconius (Bates I.e. 2 A., Felder 5 A.); Eueides
(Felder 1 A.).
Ac raeidae. Felder giebt Abbildungen einiger Acraea-Arten
(1. c. pl. 46) und beschreibt 4 n. A.
Hewitson (Exot. Buttfi. p. 64) bildet 12 Formen von Äcraea
Euryta L. ab.
Neue Arten stellen ferner auf: Hewitson (4 Acraea, Ecua-
dor); Salvin und Godman (1 Acraea ) ; Trimen (1 Acraea);
Butler (Proc. Zool. Soc. 1868. p. 221. 1 A. Planema).
Nymphalidae. Olina stalaclitoides Bates (Transact. Ent.
Soc. 2. ser. V. p. 540) eine n. A. Para.
Charaxes Echo Butler (Annal. and Mag. N. H. 3. ser. XX.
p. 400. pl. 8. fig. 5 eine n. A. Singapur).
Derselbe constatirt, dass die vermeintlichen Arten der Cocy-
tus- und Ambalika-Gruppe der Gattung Adolias als Männchen und
Weibchen der bezüglichen Arten zusammenfallen. 1. c. p. 97.
C. und R. Felder bilden im Novara-Werk Heft 3. 1. c. viele
Arten der Gruppe ab. deren Beschreibung früher in der Wiener
Ent. Zeit. T. VI erschien.
Pseudergolis avesta C. u. R. Felder (1. c. p. 404) eine
neue Gattung und Art aus Celebes, verwandt mit Precis.
C. u. R. Felder beschreiben in folgenden Gattungen neue
Arten (l. c. p. 379): Cethosia 11 A., Terinos 2, Cirrhochroa 5, Mes-
saras 3, Argynnis 1, Blelitaea 1, Eresia 4, Synchlo'e 4. Laogona,
Eurema, Pyrameis je 1, Iimonia 10, Precis 4, Salamis 1, Eurhi-
nia 3, Boleschallia 1, Faimia 4, Myscelia 2, Ageronia l, Ectima 2,
Eulagis 1, Perisama 1. Pyrrhogyra \, Cyrestis 5, Diadema 2, Euri-
pus2, Panopaeal, Heterocliroa 22, Pandital, Euomma 1, Neptis i,
Phaedyma 4, Äthyma 2, Euryphene 2, Bomalaeosoma 3, -Adolias 8,
Apatura 6, Prepona 2, Charaxes 19, Nymphalis 7, Ergolis 2, Cysti-
neura 2 und Melanitis 1.
Hewitson beschreibt neue Arten in den Gattungen Colaenis 1,
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 447
Heterochroa 1. Cyclogramma 1 A. Transact. Ent. Soc. 3. ser. V.
p. 564 ; und Heterochroa 3 A. in Exot. Butterfl. p. 62. fig.
M'Coy (Ann. Mag. N. H. 4. ser. I. p. 76) unterscheidet die
europäische Form von Cynthia card%ii von der australischen und
bezeichnet letztere mit dem Namen C. Kershaioi.
Kleinere Mittheilungen über Arten der Familie machen P r i 1 1-
witz (Stett. Zeit. 1867. p. 272) ; Baillion (ebend. p. 340); Pfütz-
ner (Berl. Ent. Zeit. p. 208); Aliard (1. c. p. 314) ; Lucas (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1867. p. V. Limenitis Sibylla aus Japan); Barrett
(Ent. m. mag. IV. p. 13); Makowsky (Verh. d. naturf. Vereins in
Brunn IV. p. 61); Fallon (Bull. Soc. Ent. Fr. 1866. p. LVI) ; Gi-
rard (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VI. p. 568); Jordan (Ent. raonth
mag. IV. p. 140).
Fereday und Bates über die Neuseeländische Abart von P.
cardui, und die südamerikanische: P. huntera (Proc.Ent. Soc. 1867. p.87).
Barrett: lieber die Larve von Limenitis sihylla (Entom. M.
Mag. IV. p. 13 u. 35).
B uckler: lieber die Larve von Lim. sihylla, Äpatura Iris
und Ärgynnis aglaia (Ent. Month. Mag. IV. p. 33. 85. 155).
V. Ziegler und Klipphausen (Stett. Ent. Zeit. p. 418— 428)
geben eine analytische Uebersicht der europäischen Arten der Gat-
tung Melitaea mit besonderen Bemerkungen.
Speyer bespricht (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 65) den Charakter
von 3Ielitaea parthenie Borkh. und deren Synonym ie und Varietäten so
wie einige andere Arten mit Eücksicht auf die Darwin'sche Theorie.
Neue Arten beschreiben ferner 1868 :
Butler (1 Cirrhochroa, Malacca; 1 Euryphene , Goldküste;
1 Adolias lepidea (= cocytus Doubl.), Indien); Lang (Ent. Month.
Mag. \k p. 34, 1 Ärgynnis); Edwards (1 Melitaea); Salvin und
Godman (1 Eneides, 2 Eresia, 2 Callicore, 2 Batesia, 2 Paphia);
Hewitson (6 Eresia, 10 Catagramma, 5 Neptis); Bates (1 Pan-
dora) ; ■ T r i m e n (1 Panopea) .
Q. F. Dubois bildet eine Varietät von Melitaea didyma ab
mit grossen schwarzen Flecken an der Unterseite der Flügel (Arch.
Cosmol. 1867. p. 161. pl. 8. fig. 2).
K r i e ch b a u m e r beschreibt einen Hermaphroditen von Erehia
medea (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 809).
W. F. Evans bespricht zwei Missbildungen bei Vanessa ata-
lanta (Proc. Ent. Soc. Lond. 1865. p. 115.
Tim ins notirt abnorme Individuen von Ärgynnis Lathonia
(Proc. Ent. Soc. 1867. p. CVIII).
G. Semper giebt eine Abbildung und Beschreibung der Le-
bensweise der Raupe \on Doleschallia bisaltide Gram. (Verh. d. k. k.
zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 698. pl. 23. fig. 1.)
448 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
B uckler beschreibt die Verwandlung von Argynnis Euphro-
sine (Ent. monthl. Mag. V).
Raupe und Puppe von Melitaea Phaeton sind abgebildet in
Amer. Natural. II. p. 220.
Nach Boucard soll Morpheis Ehrenbergi als Larve und
Nymphe gesellschaftlich leben (Girard Ann. Soc. Entom. Fr. 4. ser.
VIII. p. 294).
Morphidae. C. und R.Felder geben (I.e.) viele Abbildun-
gen früher (l. c.) schon beschriebener Arten und stellen neue Arten
auf in den Gattungen : Opsiphanes 2, Pavonia 3 und MorpJio 8 A.
p. 453 ff.
Hewitson beschreibt eine Clerome Entom. Transact. 5. ser.
V. p. 566.
Butler stellte eine neue Art dieser Gattung auf (Ann. and
Mag. Nat. H. 3. ser. XX. p. 401. pl. 8. fig. 7).
Satyridae. Butler charakterisirt die neue Gattung Anade-
bis, unterscheidet sie von den verwandten Gattungen, giebt Abbil-
dungen der Mundtheile und Flügel von Debis, Mycalesis und Ori-
noma und will AmechaniaYievi. zu dieser Gruppe stellen (Ann. and
Mag. of N. Hist. XIX. p. 50).
Weiters bespricht er eine Varietät von CyZZo ledah. 1. c. p. 51,
ferner p. 161 die Gattung Las iommata Westw. (ebenda T. XX. p. 266),
die Arten der Gattung Pronophila Westw, und giebt (XIX. pl. 3)
Abbildungen der neuen Gattung Hipparchiodes im Vergleich
mit anderen Gattungen. Kleinere synonymische Bemerkungen finden
sich ebenda (XX. p. 402).
Derselbe: lieber die Nomenclatur der europäischen Gat-
tungen dieser Gruppe und einige Aenderungen derselben. (Entomo-
logist III. p. 2 77.) — Synonymie (Ent. month. mag. IV. p. 151).
Die neuen Gattungen sind folgende: Anadebis, verwandt mit
Debis für Th. himachala Moore; Hipparchio id e s (p. 125),. verw.
mit Epinephele : Type P«^. merope Fab. u.a.m.; Amecera (p. 162)
= Lasiommata p., für P. megaerah. und verwandte ; Mliaphicera
für Las. satricus (Hew. et Westw.); G eitoneura für Sat. Klugii
Guer. und verw.; Argynnina, verwandt mit Subg. Xenica, Type
hobartiaW esiw. ; Ne op e, verwandt mit Debis, Type Las. hliadra Moor.
2 u. A. ; Callerebia, verwandt mit Erebia, Type E. scanda KU.;
Pedaliodes, Type P. 2)oesia Rew.; Gyroclieilus, Type P pa-
trobas Hew.; Oxeoschistus, Type P. puerta Hew. etc.; Amphi-
decta, verwandt mit Taygetis, mit 1 u. A.; Aulocera (Entom.
Month. Mag. IV. p. 121), verwandt mit Hipparchia, Type Sat. hrdh-
minus Blanch etc. und 1 n. A.
Derselbe beschreibt (Ann. Mag. Nat. Hist. XX) neue Arten
in den Gattungen: Taygetis \ p. 216; Caelites 1 p. 403; Mycalesis'^
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 449
p. 401; Lethe 1, Elymnias 1 und 1. c. T. XIX. pl. 4 ohne Beschreibung
(Enodia) joanna.
Derselbe stellt weiters (Proc. Zool. Soc. Lond. 1867. p. 104)
9 n. A. der Gattung Euptychia auf (pl. 12).
Derselbe hat einen Vergleich der F a b r i c i'schen Typen
der in die Gattung Mycalesis gehörenden Arten unternommen (Proc.
Zool. Soc. 1867. p. 718).
Nach demselben sind 1) P. melusina = dorothca Cr.;
2) P. miriam = var. der vorigen; 3) P. perseus — tabitha Fab.,
Var. vonP. otrea Cr.-, 4) P. Clerimon = v. oU'ea Cr.; 5) P.Mla-
sius =z M. Samba Moore; 6) P. medus = doris Gr., Yar. der
hesione-, 7) P. martius, von dem M. Moorei Feld, eine Var. ist;
8) P. t er minus; 9) P. sirius mit der Var. Daidis Hew. und ilfa-
mpa Boisd. ; 10) P. zachaeus = sirius Var.; 11) P. narcis-
8 US Fabr.
C. u. R. Felder stellen (1. c. p. 465) folgende neue Gattun-
gen und Arten auf: Bletogona, verwandt mit Cyllo, 1 A. Cele-
bes; Idioneura, verwandt mit Lymanopoda, 1 A. Bogota); Ho
maeonympha, verwandt mit Pseudonympha, 1 A. Chile; Tetra-
phlebia, verwandt mit der vorigen, 1 A. Chili, Faumtla, 1 A,
Chile; Stygnus, verwandt mit Tetraphlebia , 1 A. Valdivia; Gos-
mosatyriis, verwandt mit Satyrus, 1 A. Chili: Eumesia, (verge-
bener Name, Hymenopteren) (Typus einer Subfam. Eumesiidae, zwi-
schen Satyridae und Hesperidae, 1 A. Columbien). — Neue Arten
werden beschrieben in den Gattungen Ilaetera 2, Hyades 1, Cle-
rome 1, Zeuxidia 2, Ämathusia 3, Discophora 3, Cyllo 5, Tayge-
tis 4, Pronopliila 15, Lymanopoda 3, Steroma 2, Neohymplia 21,
Äcrophthalmia 2, Yplitliima 1, Epinephele 8, Satyrus 2, Lasiom-
mata 2, I>ebis 3, Ptychandra 1, Caelites 2, Mycalesis 6 A.
Nach Kirby ist Caenonympha mandana seines Handbuchs d.
Europäischen Schmetterlinge = C. iphis $ Ent. M. Mag. IV. p. 69).
Newman beschreibt die Lebensgeschichte von Satyrus aege-
ria und tithonus (Entomologist III. p. 217).
Neue Gattungen und Arten beschrieben ferner: Hewitson
(Aetnona neue Gatt., für Clerome Ämathusia, 6 A. Pronopliila);
Butler (Paramecera n. Gatt. Cat. Satyr, p. 98, verwandt mit
Heteronympha, mit 1 A.); Callitaera n. Gatt., verwandt mit der
vorigen, Type Pap. Menander Dr.; An eh i phlebia n. Gatt., ver-
wandt mit Antirrhaea, mit 4 A. (1 n.), Type Ant. Archaea Hübn. ;
neue Arten : 1 Melanitis , i Gnophodes, 6 Taygetis , 2 Euptychia,
1 Caenonympha, 1 Epinephele, 1 Leptoneura, 4 Erebia, 1 Tetraphle-
bia'^, 1 Lethe, 13 Mycalesis, 2 Erites , 1 Argyrophorus , 2 Oeneis,
1 Hypocysta, 3 Lymanopoda, 1 Steroma, 2 Pedaliodes, 1 Oxeoschistus,
2 Lasiophila, 1 Pronophila, 1 Gorades).
450 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Salvin und Godman (1 Gallitaera, 2 Pierella, 1 Hetaera,
1 Äntirrhaea, 1 Oressinoma); Lang (3 Epinephele) ; R.Felder
(1 YpMhwia).
Erycinidae. Bates hat (Journal Linn. Soc. IX. Zool. p. 367
— 372) eine Uebersicht der Arten dieser Gruppe zu bearbeiten be-
gonnen. Man kennt bis jetzt 630 Arten, von diesen finden sich 30
in der alten Welt, 4 in Nordamerika, die übrigen kommen alle im
tropischen Amerika vor. Der Verf. selbst sammelte 370 Arten am
Amazonenstrom. Er theilt die Arten in drei Subfamilien: 1) Ne-
meobiinae: Subcostalader der Vorderflügel mit 4 Zweigen (ausge-
nommen einige Mesosemia-Arten); Arten der alten Welt und we-
nige Südamerikaner. 2) Eurygoninae: 2 — 4 Subcostalzweige,
untere Radial- (Discoidal-) Ader vollständig mit der Subcostalis ver-
bunden. 3) Erycininae: Drei Subcostalzweige, untere Radialader
nicht mit der Subcostalis verbunden. Der bis jetzt erschienene Theil
enthält die Beschreibung neuer Arten in den Gattungen Dodona 1,
Älesa 4, Mesosemia 1.
Derselbe beschreibt in seinem Catalog der Sub -Familie viele
neue Arten und stellt folgende neue Gattungen auf: Zelotaea,
verwandt mit Helicopis. mit 3 n. A. Süd-Amerika; Dysmathia,
verwandt mit der vorigen, Type Pandemos areuta Doubl, und 2 n.
A. Süd-Amerika; Pachytone, verwandt mit Mesene, mit 5 n. A.
ebend.; Lasaia, verwandt mit Charis, Type Pap. Meris Cram. ;
Catagrammina, verwandt mit Theope, ^T ähnlich Catagramma.
9 ähnlich Aricoris, für Necyria tapaja Saund.; Uraneis^, verwandt
mit Tharops, für Th. hyalina Butl.
Derselbe stellt (Transact. Ent. Soc. 3. ser. V. p. 544) fol-
gende neue Gattungen auf: Pseudopheles, verwandt mit Pheles,
mit 1 n. A. vom Amazonen-Str.; n. A. sind beschrieben in den Gat-
tungen Emesis 1, Nymphidium 2, Theope 1.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der bekannten Arten der
Gattung Cremna (Transact. Ent. Soc. Lond. V. p. 542 — 543) und be-
schreibt 4 n. A. (p. 541).
Butler bespricht (Entom. Menth. Mag. III. p. 222— 224) die
Synonymie der Arten der Gattung Nymphidium und beschreibt zwei
neue Arten.
Derselbe stellt ebenda p. 174 die neue Gattung Met ach a-
ris, verwandt mit Lemonias auf, für Hesperia ptolomaeus Fab. und
Verwandte, nebst 2 n. A.
Derselbe schlägt die Aufstellung einer neuen mit Taxila
verwandten Gattung vor und bespricht die nahestehenden Formen.
Erstere nennt er D icallaneura und reiht in dieselbe Tax. pul-
chra Guer. und decorata Hew. (Proceed. Zool. Soc. Lond. 1867.
p. 37-39.)
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 451
Derselbe behandelt (Jonrn. Linn. Soc. IX. Zool. p. 213—229)
die Gattung Lemonias und einige oft dort untergebrachte Arten
der nächstverwandten Gattungen.
Neue Arten enthalten die Gattungen Lemonias 7, Äricoris 4,
Tharops 4, Anatole 3, Apodemia 1.
Nymphidia borealis G rote und Robinson (Ann. Lyc. New-
York YIII. p. 351) eine n A. New- York.
Hewitson giebt (Exot. Butterfl. p. 61. u. 63) Beschreibun-
gen und Abbildungen von 10 n. A. d. Gatt. Symmachia und 3 n. A.
vom Amazonen-Str.
Salvin und Godman beschreiben als neue Arten 2 Eu-
rygona.
Lycaenidae. Bates (Entom. M. Mag. lY. p. 53) beschreibt
Chrysophanus Feredayi eine n. A. Neu-Seeland.
Butler bespricht die Synonymie einiger Arten dieser Gruppe
und giebt Abbildungen einiger derselben. (Proc. Zool. Soc. London
p. 34—36.)
Derselbe bildet eine abweichende Form von Zeritis Thysbe
ab, (Proc. Zool. Soc. Lond. 1868. pl. 17. fig. 5.) '
Hewitson giebt (111. Diurn. Lep. pt. 3) die Abbildungen von
12 bekannten Arten der Gattung Thecla und zählt 164 Arten auf
(84 n. A.).
Grote und Robinson (Transact. Amer. Ent. Soc. I. p, 171)
beschreiben 2 n. A. der Gattung Thecla aus Nord-Amerika.
A. Dubois (Arch. Cosmol. p. 259. pl. 12); Allard (Ann. Soc.
Ent. Fr. 1867. p. 319. pl. 6); Staudinger (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p. 100) und Pritwitz (ebenda p. 273) beschreiben je eine n. Art
der Gattung Lycaena, Letzterer ebeiÄa p. 274 2 n. Arten, welche
fraglich zur Gattung Acrophthalmia gestellt werden (von den Fidji-
und Samoa-Inseln).
Neue Gattungen und Arten beschrieben im Jahre 1868: Tri-
men: Delonura n. Gatt., verwandt mit Eumenia, mit 1 n. Art,
Caffernland; 3 Zeritis, 1 Aphnaeus, 4: Lycaena) ; R. Felder (1 Ly-
caenesthes, 2 Lycaena, Ceylon). Hewitson (Descript. of new species
Lycaenidae 76 n. A. der Gattung Thecla); Grote und Robin-
son, Scudder, Whitney und Edwards je 1 Thecla (Transact.
Amer. Ent. Soc. I u. IL 1868 und Proc. Boston. Soc. N. H. XI und
XII p. 435 u. 162).
Yarietäten dieser Gruppe beschreiben: Milliere (Ann. Soc.
Lyon XIY. p. 319. pl. 73. fig. 4— 5 Lyc. argus 2) Piffard (Ent. M.
Mag. lY. p. 35 Thecla rubi).
L|ucas beschreibt einen Hermaphroditen von Lycaena Alexis
(Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. YIII. p. 744). lieber dieselbe Art siehe
auch Thorpe (Entomologist. lY. p. 132).
452 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Biologische Mittheilungen machen E. Gedge über Lyc. alsus,
deren Raupe in den Blüthenköpfen von Anthyllis vulneraria lebt
(Ent. M. Mag. III. p. 205); Zell er: Ueber die Raupe u. s. w. von
Lyc. medon Hufn. (ebend. IV. p. 73) und Newman: über Lyc. hae-
tica (Entomologist III. p. 220).
Guenee beschreibt ein ausstülpbares Orgr.n jederseits am 11.
Segment der Raupe von Lyc. haetica und vergleicht dasselbe mit
der Fleischgabel bei Papilio (Ann. Soc. Entom. France 4. ser. VII.
p. 665—668).
B uckler beschreibt die Raupe der Lycaena Artaxerxes. (Ent.
Month. Mag. V. p. 176.)
Hesperiadae. C. und R. Felder geben die Abbildungen
der früher beschriebenen Arten dieser Subfamilie und stellen die
neue Gattung Netro coryne für 1 n. A. aus Nord- Australien auf
(1. c. p. 507. pl. 70. flg. 10).
Neue Arten sind beschrieben in den Gattungen Tamyris 4^
Eudamus 7, Hesperia 16, Ancyloxypha 2, Carterocephalus 6, Leuco-
chitonea 4, Ismene 3, Pterygospidea 5, Helias 7.
Hesperia Ernesti Grandidier (Revue et Mag. Guerin. p. 274)
eine n. A. Madagaskar.
Grote und Robinson beschreiben (Transact. Amer. Entom.
Soc. I. p. 1) 3 neue Arten der Gattung Hesperia aus Nord- Amerika.
Hewitson beschreibt folgende neue Gattungen (Descr. New.
Hesp. 1. c): Hesp erilla, verwandt mit Hesperia, Type P. ornata
Leach. 4 n. A.; Äethilla, verwandt mit Erycides, mit 1 n, A. Quito ;
Caecina, verwandt mit Eudamus, mit 2 n. A. Amazonen-Str, und
Neu-Granada; neue Arten stellt derselbe in den Gattungen ITespena
(Exot. Butterfl. 3 A.; New Hesp. 27 A.); Cyclopides 10 A.; Aneylo-
xipha 3 A.; Leucochitonea 9 A.; Pterygospidea 7 A).
Neue Arten beschrieben ferner: R. Felder (2 Eudamus, 1
Hesperia, 1 Pterygospidea); Edwards (4 Hesperia); Trimen
{l Pyrgus, l Cyclopides, 2 Pamphila?); Prittwitz (2 Pyrgus, 1 Go-
niloha.
Sphingidae. Grote und Robinson (Ann. Lyc. New-York
VIII. p. 353 — 56) behandeln diese Familie in Betreff der aufgestell-
ten Gattungen und ihrer typischen Arten so wie deren Synonymie.
Dieselben beschreiben 1. c. p. 356 — 358 Chaerocampa laevis
und ceratomioides 2 n. A. aus Mexiko.
Dieselben geben Beiträge zur Charakteristik der Sesien
(Macroglossa) und ziehen die Gattung Haemorrhagia ein (p. 181), als
n. A. stellen dieselben 2 Sesien aus Texas und Californien auf (1. c.
p. 180 u. 385) 1868.
H errich - Schäffer (Corr.-Blatt d. zool.-min. Vereins zu
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 453
Regensb, XX. p. 59 — 64) macht kritische Bemerkungen über diese
Familie in specie über Grote's Sphingiden Cuba's.
Minetra tigrina Volle nhoven (Tijdschr. v. Entom. 2. ser. I.
p. 210. pl. 10. fig. 2) eine n. A. Salwatty.
lieber das Vorkommen von D. Uvornica in England und Ir-
land sprechen Barrett, Bar low, Pole und Pasley (Entom. M.
Mag. IV. p. 12).
Kawall bespricht das Vorkommen von D. nerii in Kurland
1866 (Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 193).
Mabille beobachtete die Raupe von D. Dahlii auf einer
Euphorbia- Art. (Ann. Soc. Ent. Fr. VI. p. 557.)
A. Gouiey fand verschiedene Rau.pen dieser Familie auf
Fuchsien (Bull. Soc. Ent. Fr. 1866. p. 46).
G. Semper giebt die Charaktere der Raupen von Macrosila
discistriga Walk., Panacra vigil Guer., P. scapularis Walk., Pergesa
actaeusCr., C1iaeroca?npa celerio L., alectoh., C, clotho Dr., C.oldenlan-
diae Fab. und bildet die Larve und Puppe der ersten und vorletzten Art
ab (Verh. d. k. k. zool-bot. Ges. in Wien p. 699. pl. 23. fig. 2 u. 3).
Capronnier (Ann. Soc. Ent. Belg. X. Compt. rendus p. XVI —
XVII) erzählt, dass die Raupe you Ächerontia atropos mit den Kie-
fern (?) einen Laut hervorbringen kann. Auch bemerkt derselbe, dass
eine mit verkümmerten Mundtheilen ausgeschlüpfte Imago dieser Art
keinen Laut von sich gab.
Girard erwähnt neuerdings den moschusartigeu Geruch,
welchen Sph. ligustri und Couvolvuli verbreiten (Bull. Soc. Ent. Fr.
1867. p. 47).
Taschenberg (Zeitschr. d. ges. Naturw. XXIX. p. 154. pl. 6)
erwähnt eine Monstrosität, welche nach Häckels späterer Berich-
tigung ein Artefakt aus Sph. ligustri und galii ist (1. c. p. 498).
Xylotropha. — Castniariae. Neue Arten beschrieben
Grote \ind Robinson (4 A. Alypia, 1 Euschirrhopterus. Nord-
Amerika).
Sesiariae. Zenodoxus Grote und Robinson eine neue
Gattung, verwandt mit Sesia, mit 4 n. A. Texas. Aegeria pictipes
eine n. A. ebend. Pennsylvanien (p. 184, 182).
A. Hartmann zog Sesia cephiformis aus Juniperus commu-
nis (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 109).
Ueber Aegeria exitiosa und tipuliformis berichtet Walsh
Pract. Entom. I. p. 27, 28 u. 29.
Mabille (Ann. Soc. Ent. Fr. VI. p. 557) erklärt Ses. chalco-
cnemis Stand, für eine Var. von S. chrysidiformis Lasp.
E. G. Meek erwähnt eine weissumgürtete S. culiciformis-^^,
welche mit einer rothgürtligen in Copula gefunden wurde (Ent. M.
Mag. IV. p, 153).
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. Eq
454 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
N. C 0 o ke erwähnt S. scoliaeformis aus Schottland, ebenda p. 61.
Bück 1er beschreibt die Raupe von S. chrysidiformis Esp.,
ebenda p. 14.
G. Semper beschreibt die Raupe der Sesia liylas L. (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVII. p. 700.)
Trochüium liospes Walsh (Proc. Entom. Sog. Phil. V. p. 270)
eine n. A. aus Weidengallen. (? = S. formicif. Europ. Ref.)
H e p i a li n a. Zwei neue Pielus- Arten aus Neuseeland beschreibt
Gueneo (Ent. M. Mag. Y. p. 1).
F. Wildner bespricht Pygaera Timon Hübn. und deren Vor-
kommen bei Brunn. (Verh. d. naturf. Ver, in Brunn IV. Sitzb. p. 85.)
Smith (Proc. Ent. Soc. London 1868. p, XVIIl) beobachtete
fragliche Zeuzera - Raupen bohrend in Kaffee- u. a. Bäumen in In-
dien. Einen weiteren Bericht über die sogenannten »Charcoal-bo-
rera giebt Bidie (1. c. p. XXX).
Weitere biologische Mittheilungen machen Belli er d.i. Cha-
vignerie (Hep. pyrenaicus Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. CVI) und
Bück 1er (H. hectiis Ent. M. Mag. V. p. 177).
Gheloniariae. — Zygaenidae. Grote und Robinson
(Ann. Lyc. New-York VIII. p. 364) geben die Charaktere der Gat-
tung Thyris und trennen davon als neue Gattung Platythyris ab.
Für jede derselben wird eine eigene Familie vorgeschlagen Thyridae
und Fiat y thyridae, erstere iraitiren die Sesien, letztere das Castnii-
den-Genus Älypia. — Thyr. luguhris Boisd, dürfte eine neue Gattung
bilden, "^verwandt mit Platythyris. In letztere Gattung gehören Th.
vitrina Boisd. und fasciata n. sp. Grote aus Virginien (pl. 13).
Dieselben beschreiben als neue Arten. 1 Ctenucha, \Gno-
phaela und 1 Cydosia (1. c. I u. II. p. 186, 330).
Grote bespricht die systematische Reihenfolge der Gattun-
gen der Familie (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 324—327).
Derselbe bildet (ebenda pl. 5) mehrere Arten der Familie
ab und vergleicht seine Gattungen mit denen H g r r ic h - S ch ä f f e r's.
Derselbe stellt (ebenda p. 304) die neue Gattung Sphaero-
machia füv Perie. cuhanaU.-^ch. auf und beschreibt n. Arten in den
Gatiimgen Hipp ola l, Apistosia 1, Melanchroia 1 aus Cuba (p. 298,
302, 306).
Zygaena Erehus Staudinger (Stctt. Ent. Zeit. 1867. p.lOl)
eine n. A. aus Südrussland.
B uckler beschreibt (Ent. M. Mag. IV. p. 252 u.V. p. 73 die
Raupen von Zygaena lonicerae und nuhigena.
Charidea hivulnera Grote et Robinson (Ann. Lyc, New-
York VIIL p. 365. pl. 13) eine n. A. Mexiko.
Ueber die Charaktere und das Vorkommen von Naclia ancilla
L. berichtet New man (Eutomologist III. p. 238— 239).
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 455
Syntomis cuxyrea Prittwitz (Stett. Ent Zeit. 1867. p. 277)
eine n. A. vom Himalaya.
Euprepiadae. Be liier d. 1. Chaviguerie giebt die Cha-
raktere von Glielon. Bejeani God.^ und C. Konewl-ai H.-Sch. (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1867. p. IV n. V.)
Butler zieht Eucharia sacrifica Hübn. zu Mazaeras Walk.
(Ann. Mag. N. H. XX. p. 218.)
E. Hopley: üeber die Varietäten von Gh. caja (Ent m. mag.
III. p. 211).
Fallou: lieber denselben Gegenstand und Cli. Quenselii (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1866. p. LV).
Packard berichtet das Vorkommen von Eupr. caja und
Arctia Quenselii in Labrador (Proc. Boston Soc. Nat. Hist. XI. p. 33)
und beschreibt die Raupe einer unbekannten Art der Gattung.
Grote und Bobinson berichten, dass Arctia celia Saund.
= B. figurata Drur. und B. cunigunäa Pal. B. = Ecpantheria scri-
honia Hübn. ist. (Ann. Lyc. New-York. VIII. p. 368.)
Grote berichtet über die Arten von Halisidota (Proc. Ent.
Soc. Phil. VI. p. 332j.
Derselbe und Robinson beschreiben (Ann. Lyc, New-York
Vlll. p. 367) n. A. in den Gattungen: Arctia 1, Ecpantheria 1 und
(Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 314) 2 Arten der Gattung, ebenda 3 A.
Euhalisidota und 1 Erithales.
Staudinger beschreibt 3 neue Arten der Gattung Arctia
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p 102).
Prittwitz ebenda eine n. Art der Gattung Callimorpha.
Butler (Ann. Mag. N. H. XX. p. 218. pl.) 1 Mazaeras.
Neue Gattungen und Arten stellten ferner auf: R. Felder
(Migoplastis neue Gattung, verwandt mit Leptosoma^, mit In. A,
Ceylon; neue Art ebendh. 1 Digama); Grote und Robinson
(1 Arctia, 2 Nemeophila); Butler (Proc. Zool. Soc, 1868, p, 224.
pl. 17. 2 A. Messaga, Afrika).
Lithosiadae. Grandidier beschreibt 1 Lithosia n. sp.
Madagaskar (Revue et Mag. d. Zool. 1867. p. 274).
Grote bespricht die Crocota-Arten der Vereinigten Staaten
(Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 312) und beschreibt 1 n. A.
Neue Arten stellen auf: Grote und Robinson {l Cisthene
1. c. p. 187 Texas); R. Felder (1 Lithosia, Ceylon).
Guerin Meneville berichtet über die Raupe von Lith.
earniola (Ball. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 59).
A. Speyer hebt hervor (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 125), dass
Lithosia molyhdeola und complana von allen andern Arten im männ-
lichen Geschlechte dadurch verschieden sind, dass sich auf der Un-
terseite der Vorderflügel längs der Mitte des Vorderrandea ein, aus
456 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
dichtstehenden Schuppen gebildeter Umschlag ])efindet. Auch un-
terscheidet er beide als bestimmte Arten.
Zeller (Stett. Entom. Zeit. 1867. p. 33— 49) bespricht die
europäischen Arten der Gattung Setina und bemerkt,*- dass sich seine
Ansichten seit seinem letzten Bericht (Stett. P]nt. Zeit. 1867. p. 30)
nicht geändert haben. Er behandelt 8 Arten und deren Varietäten
mit gewohnter Ausführlichkeit.
K e f e r s t e i n (ebenda p. 278) hält alle Setina-Arten für Varietäten,
indem er sich auf eine Aussage Guenee's stützt, nach welcher
alle Arten gleiche Raupen besitzen. S. irrorea ist der Typus der
Art, welche nach allen anderen unterschiedenen Formen Ueber-
gänge zeigt.
He 11 ins bespricht die Larven von 6 Lithosia-Arten und 1
Calligenia-Art. (Ent. M. Mag. V. p. 109.)
Bombycidae. — l. Saturnüdae. Psephopaectes Grote
und Robinson (Transact. Amer. Ent. Soc. I. p. 6) eine neue Gat-
tung, verwandt mit Ädelocephala, mit 1 neuen Art (pl. llg. 1) aus
Mexiko.
Die selben (ebenda I. p. 7. 8.) besprechen die Gattung Äde-
locephala und beschreiben 2 n. A. (pl. 1.)
Dieselben geben (Ann. Lyc. Nat. Hist. New-York. Vlll.
p. 379—387) die Synonymie der Arten der Gatt. Citheronia.
Änisota Walkeri Grote (Proc, Ent. Soc. Philad. VI. p. 300)
eine n. A, Brasilien (== Dryocampa ruhicumla Walk, nee Fab.).
Laboulbene charakterisirt J.<^acws Xe&ßatt Guer. (Ball. Soc.
Ent. Fr. 1868. p. LXXIV.)
Bond erwähnt eine Varietät von Lasioc. trifolii. (Proc. Ent.
Soc. 1868. p. LXX.)
E. Balliou erwähnt ein hermaphroditisches Individuum von
Endr. versicolora, welches rechterseits (^^ liiikerleits $ ist. (Horae.
Soc. Ent. Boss. IV. p. 33. pl. 1. fig. 2.)
Hinterwaldner führt einen Fall von Parthenogenesis bei
Sat. Cynthia an. (Zeitschr. d. Ferdinand. 3. Folg. XIII. p. 221.)
Christoph hält (Stett. Entom. Zeit. 1867. p. 240j Bomhyx
Eversmanni der Lebensweise nach für eine besondere Art. Ebenso
sei Codes eine Art, Matamae und terrcni aber nur Varietäten der
ersteren.
G. Semper erwähnt die Verwandlung von Hypsa nwnycha,
H. plana, Argina Astrea, Fhalauna polymena, Lymantria Imiata,
Taragama Ganesa (Verh. d. k. k. zool. - bot. Ges. in Wien T. XVII.
p. 701).
Guerin Meneville berichtet über Seidenzucht in Revue et
Mag. d. Zool. p. 219, 305, 34u, 383, 413, 456.
Derselbe erwähnt verschiedene Arten Seidcnwürmer (Bull.
der lusekteu während d. Jahre 1867—68. 457
Soc. Ent. Fr, p. 31 — 32): Bomh. Mylitta und Selene und eine n. A.
Lasiocampa vom Senegal (L. parinarii Guer.). Ferner berührt er
eine Notiz von Cliavannes (1. c, p. 32) in Betreff der vibrirenden
Körper des kranken Seidenwurms über seine Ansicht, dass diesel-
ben die Nacleoli der Bhitkörper seien, welche durch die Anwesenheit
von Harn und Hippursäure verdorben seien. Diese Ansicht wird
von Gervais, Künckel und Laboulbene bestritten.
Derselbe bemerkt^ dass Eier des Seidenspinners aus Quito
frei von der Krankheit seien (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 18).
Derselbe erwähnt einen Seidenwurm (B. mori), dessen eine
Seite dunkel, die andere weiss war (1. c. p. 51 ^
Ueber Seidenzucht handeln im Jahr 1868: Guerin-Mene-
ville (Revue et Magaz. d. Zool. 1868. p. 43, 91, 118, 154, 267, 313,
444, 474 etc.); Derselbe: Ueber B. Yama-mai (Bull. Soc. Fnt. Fr.
1868. p. C) ; Hop ley (Ent. M. Mag. V. p. 149); Gi rard (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1868. p. XCVH sq. u. p. XXI— XXXV); Kaspar (Sitzungsb.
d. k. k. zool. -bot. Ges. in Wien T. XVIII. p. 85); Der selb e : Ueber
B. Cynthia (ebend. p. 87— 88) ; M'Carter (1. c); Wallace (Entom.
Annual. 1869. p.94); Grote (Pract. Entom. I); A. G. Latham:
Ueber den neuen Seidenspinner Pachypasa effusa (Proc. Lit. et Phil.
Soc. Manch. VII. p. 24, 26).
J. Mitchell stellt fest, dass der von den Spinnröhren abge-
hende Faden des Seidenwurms aus zwei drahtartigen, seitlich durch
eine Art Leim verbundenen, parallelen (nicht gedrehten) Fäden be-
steht. (Transact. Ent. Soc. 3. ser. IL p. 443.)
Westwood erwähnt das Verfertigen von Saiten zum Angeln
aus Seidenwürmern. Jansen bemerkt, dass dieselben aus europäi-
schen und nicht chinesischen Raup en erzeugt werden. (Proc. Ent.
Soc. 1867. p. 104.)
Giebl erzählt einen Fall, in welchem ein Cocon zwei männ-
liche Falter gab (B. mori) Zeitschr. d. ges. Naturw. T. 30. f>. 127.
Trouvelot berichtet (Amerik. Natural. I. p. 30, 85. 145)
über die Lebensweise von Telea polyphemus und seine Versuche, die-
selbe zur Seidenzucht zu verwenden (pl. 5 u. 6).
Hutton vermuthet, dass die Japanesischen Seidenspinner aus
grünen Cocons Bastarde von B. mori und B. sinensis seien und
schlägt eine Beobachtung an Ort und Stelle vor. (Proceed. Entom.
Soc. Lond. 1866. p. 49.)
A. Wallace spricht über seine Beobachtungen der Bombyx
Cynthia (Transact. Ent. Soc. Lond. V. p. 485) und hebt hervor, in
wiefern das Licht einen Einfluss auf die Farbe des Schmetterlings
hat, je nachdem die Cocons gehalten wurden. Er spricht ferner
die Meinung aus, dass die Männchen den Weibchen in der Ent-
wickelung vorauseilen, weil sie kleiner seien und weniger Repro-
458 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
duktionsstoff zur Reife bedürfen. Dieser Ansicht tritt sein Namens-
vetter A. R. Wallace bei und erklärt hieraus die Erscheinung,
dass kleinere Männchen vorwaltend sind nach Darwiu'scheu Prin-
cipien. (Proc. Ent. Soc. 1867. p. il.) Ersterer erklärt B. ricini
und Guerini für Var. von Cynthia. (Siehe ferner Entomolog-. An-
nual 1869. p. 94—118.)
Ueber die Zucht vom B. Cynthia berichten G red 1er (Corr.
Blatt. zoo].-min. Yer. in Regensb. XX. p. 50); Hutton (Proc. Eut.
Soc. p. 82, Att. Cynthia und ricini w^erden für 2 Arten erklärt); Fi.
Cotty übej Cynthia (Mem. Soc. Linn. Nord. Fr. 1865. p. 147). —
Ueber diese Arten bei Paris berichten Fallou, Lucas u. a. Bull,
Ent. Soc. PV. 1867. p. 49 u. 65.
W. V. Andrews: Ueber Bomb. Cynthia. (Americ. Naturalist
Vol. II. p. 311.)
Ueber B . Yamamai berichten W u 1 1 s c h 1 e g e 1 (Mitheil, dar
Schweiz. Ent. Ges. II. p. 151); Wallace (Transact Soc. Lond. Ent. V.
p. 355); Bau mann (Sitzungsb. d. k. k. zool. -bot. Ges. in Wien
T. XVII. p. 125); Baron v. Bretten (Bull. Soc. Entom. Fr. 1867.
p. XXI); Guerin MeneviUe (Comptes rendus LXV. p. 946 auch
über B. mylitta); G. Gascoyne (P]ntomologist III. p. 333) über
die Larve.
D. B. M'C arter: Ueber einige wilde Seidenspinner China's
(Journ. N. China Brauch. Roy. Asiatic Soc. 1866. p. 75—80).
Ueber Krankheiten der Seidenraupen: Balbiani: Ueber die
Psorospermienkrankheit der Seidenraupe. Compt. rendus LXIV.
p. 564 u. p. (>91.
Derselbe: Ueber denselben Gegenstand p. 1045.
Derselbe: Ueber denselben Gegenstand. Bull. Soc. Eut. Fr.
p. 19, 28.
Bechamp, Compt. reud. LXIV. p. 231, 873, 1042, 1043, 1185.
LXV. p*42. Verschiedene Berichte über die herrschenden Krank-
heiten des Seidenwurms. (Snr le corpiiscule vibrant Je la pebrine.)
B r o u z e t : Notiz über die Behandlung der Pebrine der Sei-
denraupe mit einer schwachen Lösung von Höllenstein (Nitr. argent.)
(Compt. rendus LXIV. p. 1186).
Pasteur u. Vasco Compt. rendus LXIV. p. 835, 1109. 1145.
M'Lachlan: Ueber Balbi-ini's Experimente über Muscardine
(Proc. Ent. Soc. Lond. 1867. p. CV).
Vlacovich: Ueber die vibrirenden Körper u. s. w. Atti Instit.
Veneto XII. p. 139 u. 269.
F* Dronke hält die Verminderung gewisser mineralischer Be-
standtheile in den Maulbeerblättern für die Ursache der Krankheit
der Würmer, (Revue et Mag. d. Zool. 1867. p. 123.)
Sali mb e u i L e o n h a r d o : La Farfalla corpusculosa del Baco
der Insektcu während d. Jahre 1867 — 68. 459
da Seta (xinnuario della Sog. dei Naturalisti in Modeua auno III.
p. 41-56).
2. Limacodidae. — Psychides. Claus machte die höchst
interessante Mittheihinof, dass er das Männchen von Psyche lielix
gezogen habe (Zeitschr. f. wiss. Zooi. XVil. p. 470. pl. 11). Er be-
schreibt dasselbe in allen Ständen, so wie den vom $ verschiedenen
Sack, mit Details übe?* Flügel und Fühler der Imago. Ferner be-
spricht derselbe die Parthenogenesis bei den Psychiden. — Die
Image (^ ist = Fs. lielicinella H.-Sch.
Fallon berichtet über die Parthenogenesis bei Ts. nitidella
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 47).
Grenier bemerkt (FJull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 3-5), dass er
aus Mexiko gigantische Säcke von wahrscheinlich in diese Familie
gehörenden Raupen erhalten habe. Dieselben sind 13 — 14 Centim.
lang, aus querangelegten Stäbchen. Goossens erwähnte (I.e. p. 37)
ähnliche Säcke aus Montevideo. Die Raupe der ersteren soll auf
Rosen, Arbutus und Pappeln leben, (Könnte es nicht eine Lyda
sein? Referent.)
Grote bespricht die Verwandtschaft seiner Gattung Hyme-
nopsyche (Proc. Ent. Soc. Phil. VI. p. 331).
Psychocamp a eine neue Gattung, verwandt mit Oilceticus,
mit 1 n. A. aus Para und Pseudoliazis eine neue Gattung, ver-
wandt mit Hemileuca, für Saturnia eglanterina Boisd. und S, hera
Harr. — Grote und Robinson (Ann. Lyc. New-York VIII. p. 374
und 377).
Guerin Meneville erwähnt seine Dipyle Boucardi (Bull.
Soc. Ent. Fr. 1867. p. 91). Dieselbe ist als neue Art beschrieben
in Revue et Mag. Zool. 1867. p. 455 aus Mexiko.
Milliere beschreibt (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV. p. 358. pl.77)
neue Arten in den Gattungen Psyche 1 und Fumea 1.
Fumea ardiia Ma nn (Verb. d. k. k. zool. -bot. Ges. XVII. p. 845)
eine n. A. vom Grossglockuer.
Ueber die Lebensw^eise von Psyche phtmifera spricht Becker
(Bull. Soc. Nat. Mose. XL, 1. p. 111).
Grote und Robins on (Ann. Lyc. N. H. New-York VIII.
p. 373) schlagen für Cyrtosia Pack (vergl. bei Dipter.) den Namen
Packardia vor "und beschreiben als neue Art Limacodes mornata,
ferner bemerken sie, dass unter den Namen Phalaena angulosa Sra.
zwei Arten vermengt sind: Lophod. georgica Herr.-Sch. und angu-
losa Pack.
Dieselben beschreiben neue Arten in der Gattung Hetero-
campa 3 (Transact. Amer. Ent. Soc. L p. 180).
Grote beschreibt Edema insularis eine neue Art aus Cuba.
460 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
(Proc. Ent. Soc, Philad. VI. p. 321), ferner Enproctis pygmaea und
fmnosa n. Arten ebendah. p. 320.
Harpyia interrupta Christoph (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 233)
1 n. A. Sarepta.
Speyer bemerkt, daBsCiUx ruffa L. in beiden Geschlechtern
am Hintorflügel Haftborsten zeigt (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 73).
Eine Aufstellung der Familie Cüicidae ist daher nicht gerecht-
fertigt.
A. F. Hüb er beschreibt die Verwandlung von Notodonta
unicolora Menetr. (Horae Soc. Ent. Ross. IV. p. 37. jol. 1.)
Trouvelot beschreibt die Analogie zwischen der Lebens-
weise der Limacodiden und einiger Hymenopteren (Proc. Boston
Soc. Nat. Hist. XII. p. 62—63).
Miniere beschreibt eine rosenfarbige Varietät von Liparis
rabea in allen Ständen (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV. p. 356. pl.).
Künstler spricht ül)er den Wiesenschädling Penthophora
morio L. (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 953.)
Cor et: lieber Massenerscheinung von Liparis chrysorrhoea als
Larve. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 73.)
A. Müller erwähnt eine herraaphroditische Trichiura cra-
taegi (rechts J', links $) Ent. mouth. mag. III. p. 213.
Neue Gattungen und Arten (Boml)yciidae et Limacodidae) be-
schrieben: Boisduval (Basilona n. Gatt., verwandt mit Cerato-
campa, für B. imperialis Fabr. und 2n.A. aus Brasilien : n. A. SA.
Ceratocampa) ; Grote und Robinson (I.e. 1 Hemileuca, \ Hyper-
chiria, Monoleuca n. Gattung, verwandt mit Euclea, für Limac.
semifascia Wlk.; Heuret es n. Gatt., verwandt mit Tortricidea, mit
1 n. A. St. Thomas; 1 Limacodes, 1 Ädoneta, 1 Psyche, 1 Icthyura.
Kleinere Mittheilungen über beide Gruppen machen: Ebrard
($ B. quercus monströs.); Milliere (Lasioc. pini); Berce (B.
dispar, Bull. Ent. Soc. Fr. 1868): T. W. Wood (Proc. Ent. Soc.
Lond. 1868. p. XXVII exotisch. Saturniden) ; Walsh (Clisiocampa
sylvatica »Army-worm.« Pract. Entom. IL p. 112): C. Iven und
Erschoff (Clostera tiraon Hbn. Larva. Horae Soc. Ent. Boss. V.
p. 91, 117); Bunker (B. Cecropia abnorm. Amer. Natural. II. p. 381) ;
Wilson (Lasioc. quercus, Zwitter. Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. p. 88).
Noctuina. Allard beschreibt als n. A. Opiia Oberthüri aus
Algier (Ann. Soc. Ent. Fr. VII. p. 320. pl. 6. fig. 3).
Nach Belli er de laChavignerie gehören Catocala nupta,
aduUera und concuhina zu einer Art. (Bull. Soc. Entom. Fr. 1868,
p. XX.)
Cristoph beschreibt (Stett. Ent. Zeit. 1867. p, 235) Amplii-
pyra molyhdea als n. A, Sarepta,
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 461
Grotc und Robinson (Transact. Am. Eni. Soc. I. p, 187)
stellen 1 n. A. Heliotlüs und 2 n. A. Drasteria aus N.-Am, auf.
Nach denselben (Transact. Am. Entora. Soc. I. p. 188) ist
Archiearis resoluta ZU. = Änarta brephoides Walk, und gehört mit
BrepJios Inf ans Mö.'^chl. zur ersteren Gattung.
Mabille ändert den Namen Nonagria cyrnaea in Sesamia
cijrnaea (1. c. VII. p. 640 mit Verwandlung pl. 14). Siehe d. Bericht
für 1866. p. 391.
Milliere (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV) giebt Abbildung und
Beschreibungen einer Anzahl Arten aus verschiedenen Gattungen
dieser Familie.
Moore beschreibt Proc. Zool. Soc. London 1867. p. 48 die
neuen Gattungen Checupa, verwandt mit Hadena und Tymp ani-
st es, verwandt mit Leucania. mit 2 n. A. beide aus Darjeeling und
neue Arten in den Gattungen: Gonophora (p. 44. 1. c. sq.), Thya-
tira. Osica, Bryopliila je 1, Diphtera 2, Äcronycta 2, Mythimna 1,
Leucania 2, Auchmis, Gortyna, Hydraecia je 1, Xylophasia 2, Dip-
terygia 1, Mamestra 5, Epüecta 1, GrapMplwra 4, Ochropletira 4,
Agriopis 2, PUogopliora l, Euplexia S , Hadena 6, GucuUia l,
Aiiuga 1, Pliisia 1, Naenia 2, Briada 1, Ercheia, Stictoptera, Cato-
cala, Phyllodes, Lygniodes, Ophiodes, Athyrma je 1, Sypna 3, Ta-
via 2, Hypernaria 1, Fascellina, Thyridospila je 1 und Pliurys 2
aus Bengalen und Darjeeling.
Packard beschreibt neue Arten der Gattung J.^roi/s (Boston
Soc. Proc. N. H. XL p. 36. 3 A. Nord-Amerika), Leucania (1. c. 1 A.
Caribou-IsL), Anarta (1. c, 2 A. Labrador, Okak).
Speyer stellt Caradrina sericea auf (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p 73). Holland, Cassel.
Zwei neue Agrotis- Arten beschreibt Staudinger (Stett. Ent.
Zeit. 1867. p. 106) vom Altai: eine neue CosmopJiila Prittw^tz
ebend. p. 277. Himalaya.
Walker stellt (Journ. Linn. Soc. IX. p. 185 ff.) folgende Gat-
tungen auf: Vespola, verwandt mit Stictoptera. mit 1 n. A. Bo-
gota: Tetrisia, verwandt mit Phyllodes, 1 n. A.; Allia zu Om-
maiophorides, mit 1 n. A.; Gry nie IIa zu Owmatopliorides, mit 1 n.
A. ; Varia zu Opliiusides, mit 1 n. A.; Batia, verwandt mit
Poaphila, mit 1 n. A.; Mandela, verwandt mit Ephyrodes, mit 1
n. A., säramtlich aus Bogota.
Derselbe beschreibt ebenda von derselben Lokalität neue
Arten in den Gattungen Hemiceras, Homoptera 2, Brujas, Letis,
Syrnia, Thermesia, Phurys je 1 A.
Neue Formen beschrieben ferner 1868: Guenee (Entom. M.
Mag. V. p. 3 sq.) Alysia n. Gatt., verwandt mit Luperina?, mit 2
n. A. Neu-Seeland; Nitocris n. Gatt., verwandt mit Noctua, für
462 Brauer:
Bericht üb. d. Leif^t. in cl. Natufgescbichte
bicomma Giien. imd 4 n. A. Neue Arten. Nonagria 1 A., Agrotis
3 A., Eumictis 1 A., Hadena 1 A., Xißocampa 1 A.): Grote und
Robinson (1. c. IJ. p. 199 Choephora n. Gatt., 'verwandt mit
Orthosia, mit 1 n. A.; neue Arten: Acronycta, Ärzama, Hydraccia,
Hadena, GuculUa, Dyops, Plusia ^e 1 A,, Gortyna 3 A., Agrotis 5 A.,
Xantliia 2 A., Xylina 2 A. und .Erastria 2 A.); Mi liiere (1 c'
p. 200. pl. 82. 1 Micra, Barcelona). ' '
Eine beträchtliche Zahl Baupen aus dieser Familie sind be-
schrieben von Newman (Entomologist III); Buckler (Entom.
m. mag. III u. IV und He Hins (ebend. III, IV.); Gärtner (Verh.
d. nat. Ver. Brunn. Ferigrapha i cinctum Y. p. 36); Prittwitz
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 247); Semper (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien p.702): Mabille (Ann. See. Ent. Fr. VI. p. 559).
Ueber schädliche Baupen berichten Sely s -Longe harn ps;
N. segetum. Ann. Soc. Ent. Belg. X. Compt. rend. VIII); Künstler
(1. c. p. 932) und ebenda über PI gamma (Verh. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien 1867. p. 946).
A. Müller ist der Ansicht, dass unter dem Namen y>armij
tüorm« die Raupen mehrerer Arten vermengt sind (Heliothis armiger.
Entomologist III. j). 213).
F. Smith erwähnt die von den Eingeborneu Australiens als
Speise verwendete j>Bugotig MottC'i (Agrotis Spina ?) fProc. Ent. Soc
1867. p. 129).
Milliere beschreibt (1. c.) die Verwandlung von Xanthodes
malme Esp. und Hadena assimilis Doubl, pl. 84.
Weitere biologische Mittheilungen machen: Buckler in Ent.
M. Mag. IV u. V. (Agr. perla, Dasyp. templi, Acont. luctuosa) ; New-
man (Entomologist 1868. 6 A.); Stowell (Ent. M. Mag. V. p. 144
Acron. alni); Sand (Bull. Soc. Entom. Fr. 1868. p. XIH Gortyna
lunata); Bennett u. a. in Proc. Ent. Soc. Lond. 1868. p. I_V1I über
Agrot. spini Guen. in ungeheurer Menge in Neu-Süd- Wales; Bidie:
Ueber eine dem Kaffeebaum schädliche Agrotis (ebenda p. XXVIII);
Walsh (Agrutis und Hadena Pract. Entom. I. p, 85 und II. p. 111
Army-worms; Gortyna Zeae ebend. p. 115); Rogenhofer (Sitzsgb
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien XVIII. p. 7 Agrotis c. nigrum mit
Microgaster besetzt auf; dem Schnee).
Geometridae. Gymnoscelis Mabille (Ann. Soc. Ent. Fr.
VII. p. 656) eiiie neue Gattung für E. pimilcäa Hünb.
Moore (Proc. Zool. Soc. p. 614 sq.) beschreibt zahlreiche Ar-
ten aus vielen Gattungen aus Bengalen und stellt als neue Genera
auf: Dalima, verwandt mit Urapteryx, 2 n. A.; Agnidra (Fas-
cellina Wlk. ex. p.), mit 2 Walker'schen und 1 n. A.; Panisala,
verwandt mit Atigerona, 1 n. A.; Garaeus, verwandt mit Enno-
mos, 1 n. A.; Corotia, verwandt mit Oenochroma, 1 n. A.; Xan-
der Insekten wähiviid d. Jahre 1867—68. 463
drames, verwandt mit iJar^ro^'a. 2 n.' A. ; JiTr cm «n (2 a, verwandt
mit Blacaria, In.A.; Vindusara, verwandt mit Äbraxes. 2n. A.;
Ariclianna, verwandt mit Scotasia. 3 n. A. und 2 alte); Ganda-
ritis, verwandt mit Cidaria, 1 n. A.
Walker I.e. p. 198 stellt als neue Gattungen auf: Issa, ver-
wandt mit Fachydia, 1 n. A. ; Tora, verwandt mit Emplocia, 1 n.
A.; Norsia, verwandt mit Äuxima, In.A. ans Bogota. — Ebenda
sind mehrere neue Arten aus verschiedenen Gattungen der Familie
gleichen Vaterlandes beschrieben.
Neue Arten stellten ausserdem auf 1867: Grote und Ro-
binson (Transact. Am. Ent. Soc. I. p. 12. 1 Pericallia) ; Ballion
(Ilorae Soc. Ent. Boss. IV. p. 29. 1 A. Ämphidasis) ; Mann (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in V^ien 1867. p. 841 Acidalia 1 A.); Chri-
stoph (Stett. Ent. Zeit. 1867. ^. 'im Acidalia \ k., Eupithecia lA.);
Packard (Proc. Boston Soc. N. H. XI. p. 43 1 Acidalia, 1 A. Ma-
caria. 1 A. Eupithecia, Coremia 1 A., Cidaria 5 A. Labrador);
Milliere (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV p. 373. pl. 1 A. Scodiona, 1
Eupithecia); Mabille (Ann. Soc. Ent. Fr. VII Eupithecia 1 A.).
Neue Formen beschrieben im Jahr 1868: Guenee (Ent. M.
Mag. V. p. 41sq. ; Polygon ia n. Gatt., verwandt mit Ennomos,
mit 1 n. A. Neu-Seeland; Dasyuris n. Gatt., verwandt mit Gore-
mia, für heliacaria Guen. und 1 n. A. ebendah.: Helastia n. Gatt.,
verwandt mit Scotosia, mit 1 n. A. ebendah.; neue Arten: 1 Gm-
phos, Asthena, Panagra, Fidonia, Hibernia, 3 Larentia, 1 Eupithe-
cia, 4 Coremia, 2 Camptogramma, S Cidaria); Grote (1. c. II. p. 119:
Galledapteryx n. Gatt., verwandt mit Drepanodes, mit 1 n. A.
Pennsylvanien) ; Mabille (Bull. Soc. Ent. France 1868. T. XXXIX
2 Acidalia, Corsica, 1 Eupithecia ohne Beschreibung).
Speyer behandelt einige Arten der Gattungen Nemoria, Zo-
nosoma, Gnophos, Larentia und Eupithecia (Stett. Ent. Zeit. 1S67.
p. 71, 73, 126, 349, 416).
A. Gärtner giebt ein Verzeichniss von 226 um Brunn vor-
kommenden Geometriden mit vielen Bemerkungen über deren Le-
bensweise und Beschreibungen von Raupen und Nymphen. (Verh, d.
naturf. Ver. in Brunn IV. p. 54 sq.)
Mabille (Ann. Soc. Ent. Fr. VII. p. 642) zählt 17 Arten Eu-
pithecia aus Corsika auf und beschreibt 12 derselben in allen
Ständen.
Kleinere Mittheilungen machen: Knaggs, Doubleday (Aci-
dalia interjectaria) ; H. V a u g h a n (Nyssia hispidaria) ; L 1 e w e 1 1 y n
(Tephrosia laricaria) ; Prest (Eumenia maeniata); Miss Lawless
(E^momos tiliaria); C. G. Barrett (Phorodesma bajularia) sämmt-
lich in Ent. Month. Mag. III u. IV) ; Newman (Acidalia mancuniata
und veterata = </ und $ von pinguedinata Zett. Entomologist III.
464 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
p. 227) ; Bellier de la Chavignerie (Larentia laindaria, Sy-
nonymie. Bull. Soc. Eut. Fr. p. 27); Pfützner (Macaria alternata
W. V. = var. notata L. Berl. Ent. Zeit. 1867. p. 208); Künstler
(Obstschädlinge dieser Familie Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien
1867. p. 950).
Milliere giebt Abbildungen und beschreibt (Ann. Soc. Linn.
Lyon XIV. p. 306) die früheren Stände von 9 Arten Acidalia, 1 Psa-
niatodes, 1 Hihernia, 1 Äspilates und 1 Ampliidasys.
Raupen wurden-ferner beschrieben im Jahr 1867 von Zeller
(Fidonia /asciolaria) und Christoph (Perictjma alhidentaria) in
der Stett. P]nt. Zeit. 1867. p. 178 und 244; von New man (Pliiha-
lapteryx vitalhata, Emmelesia decolarata, Selenia tiliaria, Boarmia
rhomhoidaria, Fidonia atomaria, Epliyra porata, Pachijcnemia hip-
pocastanaria, MelantUia ocellata, Pelurga comitata) und Hellin s
(Lithostege griseata) in Entomologist III,- p. 222 u. 358; im Entora.
Monthl. Mag. III von demselben Acidalia riisticata, Tliera simii-
lata, firmata und obeliscata; Lithostege niveata: ebenda IV: Hyria
auroraria, Acidalia ennitaria); Bu ekler (ebenda IV. p. 85 Tanagra
chaerophgllata III. p. 185 Nyssia hispid. und Phigalia pilos.) ; ebenda
IV. p. 87 (Epunda nigra) ; Brest (Brut von C'zVZarm silaceatq ebenda
III. p. 235); D'Orville (ebenda III. p. 191 Eupithecia minutata als
Raublarve); Becker Phorodesma smaragdaria Bull. Soc. Nat. Mos-
cou XLI. p. 114) und Herr ich- S chäffer (Lohophora appensata
Eversm., die Raupe von Hof mann als die von X. viretata irrthüm-
lich beschrieben, die Art neu für Deutschland) Corr. -Blatt des
zool.-min. Ver. in Regensburg XX. p. 90.
Biologische MittheiluDgen machen im Jahre 1868: Milliere (Ne-
moria aurcliaria, Ephyra pupillaria, v. gyraria, Acid. mediana. Eucro-
stis indigenaria, Jodis impararia) ; Z e 11 er (Stett. Eut. Zeit.l868.-p. 405,
Boarmia glabraria Acidal. corrivolaria); Crewe (Eupith. consignata) ;
He Hins (Fidonia pinctaria und Acidalia); Greene (Eup. consign.
Eut. Month. Mag. V. p. 72, 73, 108); Newman (6 Arten der Gat-
tungen Acidalia, Eubolia, Timandra. Scotosia, Ennomos, Eupithecia.
Entomologist 1868); Walsh (1. c. Ennomos subsignaria); Wilson
(Entomologist IV, p. 18. Melanthia ocellata); Goosens (Hibernaria
rupicapraria Bull. Soc. Ent. Fr. 1S68. p. LXVI); Erber (Sterrha
rosearia auf Alisma, Verh. d. k. k. zool. - bot. Ges. in Wien XVIII.
p. 906); Barrett (Abraxas grossulariata auf Sedum telephium, Ent.
M. Mag. IV. p. 182).
Pyralidina. Casperia Walker (1. c. p. 194) eine neue
Gattung, verwandt mit Mesopia, mit 1 n. A. Bogota.
Derselbe stellt n. Arten auf in den Gattungen Hypena und
Lametia (Journ. Linn. Soc. IX. p. 193).
Moore giebt (Proc. Zool. Soc, 1867. p. 81) synonymische Be-
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 465
merkungen über viele Arten dierer Gruppe, besonders über Wal-
ker's Arten aus Bengalen, und stellt neue Arten in vielen Gattun-
gen dieser Familie auf. Als neue Gattungen sind zu erwähnen:
Talapa, verwandt mit Hypena R\r Hemigia caliginosa Wlk.; Ano-
rathe, verwandt mit Hypena (1 n. A.) ; Äpsarasa (Gallerides?),
für Apatela radiansWeat'w.', Brihaspa, verwandt mit Scirpophaga
1 n. A.); Bamila, verwandt mit der vorigen, mit 1 n. A. Indien.
Zell er beschreibt die von Hr. 0. Pickard Cambridge
in Egypten und Palästina gesammelten Arten dieser Gruppe, deren
Zahl sehr bedeutend ist. (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 365—385) eben-
falls in Trausact. Ent. Soc. Lond. V. p, 453.)
Derselbe stellt (ebenda p. 392) die neuen Gattungen ilfce-
giria, verwandt mit Salebria, mit 1 n.A. aus Ostindien und Oero-
prepes, verwandt mit Acrohasis, mit 1 n. A. ebendah. auf p. 401.
Derselbe beschreibt neue Arten der Gattungen Botys, Si-
maethis, Schoenobius, Galamotropha, Eromene, Pempelia, Nepliopte-
ryx, Anerastia, Myelois. Euzophera, Ephestia 1. c. p. 96, 366 sq. und
Crambus 1. c. p. 389.
Derselbe bespricht Heinemann's Werk: »Die Schmetter-
linge Deutschlands Heft 2. Die Zünzler« und giebt synonymische
Bemerkungen über einige Arten, sowie Zusätze zu dieser ausgezeich-
neten Arbeit. (Stett. 1867. p. 188—195.)
Grote und Robinson beschreiben neue Arten (I.e.) in den
Gattungen Asopia, Botys und Lipocosma.
l'halpochares pegani Becker (Bull. Soc.Nat. Moscou XLL p.l07)
1 n. A. Astrachan.
Botys Gidtralis und trimaculatis Staudinger (Stett. Entom.
Zeit. 1867, p. 108) 2 n. A. Caucasus, Amasia. — Crambus argenta-
rius 1 n. A. Ural.
Packard (Proc. Boston Soc. N. H. XI. p. 52) beschreibt neue
Arten in den Gattungen Scopula, Fyrausta, Eudorea und Cramlms
aus Labrador.
Zopliodia remotella und Nyctegretis corsica Mann (Verhandl.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien 1867. p. 846 ff.) 2 n. A. Klein-Asien,
Corsica.
Myelois aurorella Christoph (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 136)
1 n. A. Sarepta.
A. Gärtner giebt (Verh. d. naturf. Ver. in Brunn IV. p. 94)
ein Verzeichniss der Arten der Gruppe aus der Brünner Gegend
imd beschreibt die Raupen von Botys cespitali.s, B. palealis, Crypto-
biabes rutilella, Alispa angustella, Homaeosoma Hornigii, Ephestia
elutella und E. interpunctella.
Neue Arten beschrieben ferner: Milliere (1 Crambus, Lyon;
1 Ephestia, Frankreich); Mabille (Bull. Soc. Entom. Fr. 1868.
466 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschiclite
p. LXXXIX Eudorea Staudin gerdlis, Corsica); Speyer (Stett. Ent.
Zeit. 1868. p. 111 1 EnnycMa Aargan).
Raupen wurden ferner beschrieben von Hellins (Entom. M.
Mag. III. p. 260 Spilodes sticticcdis) : Semper (Verh. d. k. \. zool.-bot.
Ges. in Wien XVII. .p, 702 Fhalcellura gazorialds Guen.); J. Angus
(Amer. Natural. I. p. 157 Helia americalis, aus einem Hummelneste).
Biologische Mittheilungen machen ferner: Packard (Amer,
Natural. II. p. 335. fig. 2 Puppe von Ilythia colonella); Milliere
(1. c. Hypotia corticalis, Eromene bella, Crambus Staudingeri und
C. argentarius) ; Zeller (Stett. Entom. Zeit. 1868. p. 413 Melissobla-
ptes bipunctatus, über dessen Nahrung, welche theilweise animalisch
ist); Hof mann (ebendas. p. 32 Crambus pratorum); New man
(Entomol. 1868. p. 158 Odontia dentalis); Goosens (Ball, Soc. Ent.
Fr. 1868. p. LXXVIII Herminia cribralis) : Lindemann (Massener-
scheinuug von Botys stictjcalis. Horae Soc. Entom. Boss, V. Rev.
Bibl. IL p. II— IV).
Tortricina. Nach Burney (Entumologist IV. p. 19. 1868. ist
Cochylis musselüiana Stand. = griseana oder undana der englischen
Entomologen.
Nene Arten beschreiben Moore 1. c (Tyana); Mann Tor-
trix, Conchylis 2 A.); Knaggs (Coccyx) und Packard Sciaphüa,
Pandemis, Conchylis, Penthina, Grapholitha) I.e.; Grote (1 Tortrix
Iv c. p. 121 Nord-Amerika); Schleich (Conchylis woliniana Wollin
und Sarepta. Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 289); Mabille (1 Liodes
und 1 Tephrina Corsica. Bull, Soc. Entom. Fr. 1868. p. LXXXIX) ;
M'Lachlan (1 Eupaecilia. Ent. Annual. 1869. p. 91. Norfolk).
A. Gärtner zählt die um Brüun gefundenen Arten der Fa-
milie auf und beschreibt von vielen die Raupen (1. c. p. 123 und
ebenda V. p. 40 Conchylis dipolt. und Graphol. hrunnichiana).
Biologische und andere kleinere Mittheilungen machen 1867:
Milliere (Ann. Soc. Linn. Lyon XIV. p 363 T. croceana); Meek
(Dicrorhampha flavidorsana Ent. M. Mag. III. p. 176 u. 186}; C. G.
Barrett (ebend. IV. p. 153, Arten in Eichengallen); Walsh (Proc.
Ent. Phil. VL p. 272. Arten aus Weidengallen); Kawall (Stett.
Ent. Zeit. p. 119 Paedisca immundana und Parasiten); Zeller. Ent.
Month. Mag. IV. p. 9, Chrosis euphorbiana); Knaggs (ebenda III,
p. 279 über das Befeuchten der Larven); Stainton (Proc. Entom.
Soc. LonJ. p. 89) und Frauenfeld (Verh. d.k. k. zool.-bot. Ges. in
Wien 1867. p. 785) über den Baumwollschädling; H. D'Orville
(Leptogramm. bosiana); Knaggs (Graphol. ravulana) und Hodg-
kin son (Catophria aspidiscana) in Ent. Month. Mag. III u. IV.
Ferner 1868: Barrett (Penthina raarginiana und Eupaecilia
subraseana Ent. M. Mag. IV. p. 181 u. 256, Retinea turionana u. a.
ebend.V. p. 178); H e a 1 y (Dictyopteryx forskaleana ebend. IV. j). 184);
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 467
Tueiy (Retinea berolina. Entomologist IV. p. 17); Frauen fei d
(Baumwollschädling 1. c. XVIII. p. 417); Jourdheuille (Halias
clorana. Ann. Soc. Eut. Vr. 4. scr. VIII. p. 320); Cor et (Tortrix
roserana Fröhl. Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. XCIX); Ha rtmann
Arten auf Juniperus lebend. Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 109).
Tineina. Zell er stellt als neue Gattung auf: Meridarchis,
verwandt mit Gelechia, 1 n. A. Stett. Zeit. Ost-Indien; Hermoge-
nes, verwandt mit Hypsolophus, mit 1 n. A., ehendah. 1. c. p. 410.
Chilopsel aphiis Manu (Verh. d. k. zool.-bot. Ges. in Wien
1867. p. 849) eine neue Gattung-, verwandt mit Holoscolia, mit 1 n.
A. C. fallax aus Ungarn.
Ott. Hofmann berichtet (Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 392) über
Oecopliora devotella Heyd. und errichtet für diese Art, 0. profugel-
lum und fulviguttella eine neue Gattung, für welche er den Namen
Heydenia vorschlägt.
Stainton erklärt Nemophora Carteri sibi für ein Artefact
von Cerostoma und Nemoplwra (Proc. Entom. Soc. London 1868.
p.XIV.)
Neue Arten aus verschiedenen Gattungen sind von Stainton,
Mann, M oo re, Millier e, Packar d, S tau d in ger, Christ oph,
Bilim.ek, Schleich (1. c), Wocke (2 n. Chauliodus Stett. Zeit.
1867) und Hofman (ebend. p. 200) und ebenda 1868. p. 28 ; ferner
von Zell er (1 Micropteryx. 4 Gelechia, 2 Symmoca Stett. Entom.
Zeit. 1868: 1 Scythropia, 4 Gelechia, 1 Aechmia, 1 Coieophora, 1
Elachista. Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVHI); Stain-
ton (1 Zelleria Transact. Ent. Soc. 1868. p. 139) und Mi liiere
Zell, phillyrella und Verwandlaug 1. c. p. 194 pl.. Epidola barcino-
nella und Verwandlung 1. c. p. 221. jpl. beschrieben.
Milliere beschreibt Imagines und Biologie von Sivavimer.
damia egregieUa und Dcpressaria ferulae (Ann. Soc. Liun. Lyon XIV
p. 298 und 320).
Steudel (Württ. naturw. Jahreshefte 23. p. 39): Allgemeines
über die Lebensgeschichte der Arten dieser Familie aus Würt-
temberg.
Stainton und Swanzy erwähnen das Vorkommen einer Ti-
neidenraupe im Hörn der Kudu-Antilope. (Proceed. Entom. Soc.
London 1867. p. CV.)
Zahlreiche kleinere Mittheilungen über Arten der Familie und
über Verwandlung finden sich in der Stett. Entom. Zeit. 1867 von
Schleich, Stainton, Christoph; ferner in Ent. Annual, 1868 von
Stainton, im Ent. Month. Mag. III. und IV von Horton und
Edmunds , Knaggs, Stainton, Healy, M'Lachlan, dann in
den Proceed, Ent. Soc. Lond. von Bond und Stainton, im Corr.-
Blatt d. zool.-min. Ver. in Ptegensburg von Herr ic h-S chäffer, in
468 Brauer: Bericht üb. d. Lei st. in d. Naturgeschichte
den Proceed. Ent. Soc. Phil. VI von Walsh, in Bull. Soc. Ent. Fr.
von Fallou, Peyer-Imhoff, im Am. Natur. I von Packard.
Biologische Mittheilungen machen ferner: Berce (Partheno-
genesis von Solenobia. Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. LXIII u.yXLIX, 1) ;
Hartmann (Arten auf Juniperus vid. Tortrices): Mi liiere (1. c.
Agdistis heydenii); Hofmann (Stett. Ent.Zeit. 1868. p. 385. 5 A.);
Healy (Gracilaria syring., Chrysocoris festaliella, Gelechia costella.
Ent. M. Mag. IV. 1868 und Chauliodus Entomologist IV. p. 54.
1868); Birchall (Diurnea fagella ebend. p. 54); Goureau (Tische-
ria complan., LithocoUetis Kiemann. Bull. Soc. Entom. Fr. 1868.
p. XVII, XVIII); Rondani (Tisch, compt. Ann. Soc Nat. Modenalll.
p. 20. ph 4) ; Rogenhofer (Hyponomeuta. Situngsb. d. k. k. zool.-
bot. Ges. in Wien XVIII. p. 7); Girard (Yponomeuta evonym. und
padella Bull. Soc. Entom. Fr. 1868. p. LXI und Fallou p. LXII) ;
Schleich (Laverna phragmitella auf Typ ha latif.: Exaeretia alli-
sella. Stett. Ent. Zeit. 1868. p. 392 sq.) Zell er (Stathmopoda pe-
della Ent. M. Mag. IV. p. 233. 1868); Barrett (LithocoU. Bremiella
ebend. V. p. 22); Sang (Elachista paludum ebend. V. p. 78).
Pterophoridae. Zell er beschreibt neue Arten in den Gattun-
gen Pterophorus (2 Arten Indien), Flatyptüus (1 A. JMeseritz Stett.
Ent. Zeit. p. 411 u. 334); Äciptüus (ebenda 1 A. p. 386 und Ent.
Transact. V. p. 460, Jordan).
Derselbe erwähnt 6 Arten dieser Familie aus Egypten und
Palästina (1 n. A. (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 385) und eine Var. von
Ft. haptoclactylus aus Indien (ebend. p. 414).
Derselbe hat durch die Besprechung der W a 1 1 e n g r e n'-
schen Arbeit »Skandinaviens Fjadermott« (Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 321)
den zahlreichen, der schwedischen Sprache nicht mächtigen Lepi-
dopterologen dieses wichtige Werk zugänglich gemacht.
Pterophorus Hodgkinsonii Greg so n (Ent. M. Mag. IV. p. 178.
18l)8.) eine n. A., Witherslack.
Biologische Mittheilungen machen Gärtner (1. c. IV. p. 247 sq.
und V. p. 44i; J. Hei lins und Jordan (Ent. M. Mag. IV. p. 88 u.
157 Pt. isodactylus und osteodactyJus) : Green ing (ebend. IV. p. 16
u. 39 Pt. hieracei); Gregs on Entomologist III. p. 201 Pt. lithodact.
und osteodact.; Scheich (1, c. Pteroph. linigianus auf Artemisia
vulg. p. 392); Milliere (1. c. Pt. plagiodactylus und Jordan
Ent. M. Mag.IX. p. 185 1868); Zeller (Pt. inulae Stett. Ent. Zeit,
p. 427. 1868).
Diptera.
A. P. F e d t schenke : Materialion zu einer ento-
mol. Fauna des (lOiiverncments des Moskauer Lehrbe-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 469
zirks. Verzeichniss der zweiflügHclien Insekten. — (Nacli-
richten d. kais. Gesellsch. d. Freunde der Naturkunde
Bd. IV. Moskau 1868. Siehe Horae ^c. Ent. Ross. V.
Rev. BIbl. IV-XII.)
Ein Verzeichniss von 1227 Diptera mit Bemerkungen
in russischer Sprache.
C. Gerhardt (Jenaische ZeJtschr. III. p. 454) er-
zählt von einem Falle in welchem ein Patient nach 4tägi-
gem Unwohlsein 50 Dipteren-Larven erbrochen hat (? Mus-
cidae).
A. Gerstaecker: Systematische üebersicht der bis
jetzt bekannt gewordenen Mydaiden. (Stett. Ent. Zeit.
1868. p. 65—103. pl. 1.) Siehe Asilidae.
F. Jaenn ick e giebt Beiträge zur Kenntniss d. euro-
päischen Bombyliden, Acroceriden, Scenopiniden, There-
viden und Asiliden (Berlin, entom. Z. 1867. p. 63) ferner
d. Leptiden (ebenda 95) und Beschreibungen neuer exo-
tischer Dipteren (Abh. d. Senkenberg, naturf. Gesell.
T. VI. p. 311. pl. 43, 44). In letzterer Arbeit werden
viele von älteren Autoren beschriebene Arten in die mo-
dernen Gattungen eingereiht.
Ferd. Kowarz: Dipterologische Notizen IL (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien 1868. T. XVIIL p. 213
—222.)
H. Loew behandelt die amerikanischen Ulidinen
(Berl. Ent. Z. 1867 p. 283. pl. 2), ferner die Empiden aus
den 3 Sect. von Empis ciliata Fabr. (ebenda p. 1), Empis
stercorea und chioptera ebenda p. 11 — 24, 25 — 62 u. 157
—166).
Derselbe hat eine Reihe von Arbeiten — über
Micropeza, Empiden, Cilicische Dipteren (Berl. Ent. Zeit.
1868), d. europ. Ortaliden und über fossile Dipteren (Zeit-
schr. f. gesammt. Naturwissenschaften T. XXXII) — ver-
öffentlicht.
M. Novicki machte eine interessante Schilderung
der Lebensweise des Kopaliner Herrwurms, (Sciara miii-
taris n. sp.)
Wir empfehlen jedermann diese interessante Beob-
achtung, der die Literatur dos ganzen Gegenstandes so
Archiv für N.iturg. XXXIV. Jahrg. 2. bd. Ff
470 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
wie eine gute Abbildung der Larve, des Zuges und der
Image beigegeben ist. (Verh. d. naturf. Verein, in Brunn
T. VI. 12. Febr. 1868.)
Cam. Rondani giebt eine Uebersicht der italieni-
schen Scatophaginen (Dipterol. Ital. prodrom. P. VII. fasc. 1 ;
Atti Soc. Ital. Sei. Nat. Vol. X. p. 85—135) und Antho-
myinen (ebend. Vol. IX. p. 68—217. 1868).
Derselbe beschreibt 2 Asphondylia- Arten in ihren
Parasiten (Annuarlo Soc. Nat. Modena II. p. 37).
Derselbe: Ueber einige von Prof. S. Strobel in
Südamerika gesammelte Dipteren (Annuario della Soc.
dei Naturalisti in Modena anno III. p. 24 — 40. pl. 4).
Derselbe: Ueber neue und wenig bekannte italie-
nische Dipteren (Oestridae, Syrphidae, Conopidae, Mus-
cidae); Fasc. III. (Atti della Soc. Ital. di Sei. Nat. Vol. XL
p. 2L-54. Juni 1868.)
Derselbe: Italien's Sciomyzinen, ebend. p. 199 —
—256. Oct. 1868. Diese Arbeit bildet d. 2. fasc. des
7. Theiles d. „Dipterologia Italiae Prodromus.^
J. R. Schiner giebt den 2. Bericht über die von
der Weltumseglungsreise der kais. Fregatte Novara mit-
gebrachten Dipteren (Verh. d. k. k. zool-bot. Ges. in Wien
T. XVIL p. 303) Stratiomyidae, Midasidae.
Derselbe bespricht die systematische Stellung von
Ochthiphila litorella Fall, in seinem neuen Systeme (ebend.
p. 325).
Derselbe giebt wichtige Beiträge zur Kenntniss
der Asiliden in seiner Arbeit über die Arten dieser Fa-
milie der kais. Sammlung zu Wien (ebenda p.355 — 412).
Derselbe erläutert die Grundzüge seines neuen
Dipteren-Systemes nach dem Flügelgeäder und bespricht
seinen im Jahre 1864 gegebenen Catalogus Dipterorum
(ebenda p. 631 — 638),
Derselbe: Schlussbericht über die Dipteren der
Novara-Reise (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien
T. XVIIL p. 559).
Derselbe: Miscellen ebenda p. 909.
Derselbe: Reise der österr. Fregatte Novara um
der Insekten während d. Jahre 1867-68. 471
d. Erde. (Zoolog. Theil. Diptera p. VI u. 388. mit 4 Ta-
feln 1868.)
Der Verfasser beschreibt in dieser grossen Arbeit
zahlreiche neue Arten und giebt viele Beiträge zur Syste-
matik der Dipteren sowie zur geographischen Verbreitung
derselben.
Referent sucht die Einwendungen Gerst aecker's
gegen die Eintheilung der Dipteren in Cyclorhapha und
Orthorhapha zu entkräften, indem er nachweist, dass die
Verpuppung der Cecidomyia destructor und Verwandten
von jener der Cyclorhaphen sehr abweichend ist. (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVII. p. 737.)
Tipulariae. — Cecidomyidae. C. G. C a r u s giebt einen
Auszug aus N. Wagners Arbeit über die Vermehrung der Ceci-
domyien-Larven (Heteropeza) (Nova Acta Acad. Leopold. Nat. Cur.
T. XXXIII. p. 95—97).
F. W. Mäklin giebt einen Bericht über die Vermehrung der
Cecidomyiden-Larven und die darauf bezüglichen Arbeiten (Hetero-
peza, Miastor) Öfvers. af Finska Vet. Soc. Förh. VIII. p. 22—32.
E. Meinert's Arbeit über die Vermehrung der Cecidomyi-
den Larven (Miastor) findet sich ins Französische übersetzt in den
Ann. Sc. Nat. 5. ser. T. VI. p. 16.
A. Forel: Ueber Cec. brassicae Winn. und deren Parasiten
(Bull. Soc. Vand. Sc. Nat. IX. p. 82).
Walsh bespricht die von verschiedenen nordamerikanischen
Arten dieser Familie erzeugten Weidengallen (Proc. Ent. Soc. Phil. VI.
p. 223) und beschreibt 4 n. A.
Biologische Mittheiungen machen ferner: Frauenfeld (1. c.
p. 162 Äsphondylia verhasci Vill. und Cecid. lathyri Frfld.); Walsh
(Pract. Ent. II. p. 99 und I. p. 10 u. 37 Cec. destructor); Sanborn
(Proc. Boston Soc. N. H. XII. p. 93 Cecidomyiden-Larve auf Pinus
rigidus) und Kidd (Ent. M. Mag. IV. p. 233 Cec. ulmariae Bremi).
Hormomyia Fischeri Frauenfeld (Verh. d. k. k zool.-bot.
Ges. in Wien p. 781) eine n. A. aus Carex pilosa.
Rondani beschreibt Äsphondylia pruniperda und verbasci,
2 n. A. (1. c. p. 37.)
Schiner bespricht die Gattungen dieser Familie und scheidet
einige derselben aus (Novara-Reise 1. c). Neue Arten beschreibt
derselbe ebenda in den Gattungen Heteropem 1, Lasioptera 4,
Cecidomyia 3, Äsphondylia 2 und Campylomyza 1.
Cecidom. aceris Shimer (Trans. Am. Ent. Soc. I. p. 281) eine
n. A. Illinois.
472 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Eucephala. Nowicki giebt eine ausfübrlicbe Schilderung
über den Heerwurm (Yerh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, Sitzb«
T. XVII. p. 23—36). Derselbe ist höchstens 20 Zoll lang, die ihn
bildenden Larven (Sciara Thomae) kriechen neben und übereinander
und werden durch eine schleimige Flüssigkeit verbunden, dabei
wechseln die Individuen beständig ihren Platz. Der ermüdete oder
gesättigte Zug bildet einen Ballen und verschwindet allmählich in
die Erde.
E. D. Cope berichtet (Proceed. Acad. Nat. Sc. Philad. 1867.
p. 222) über das in Pennsylvanien beobachtete Vorkommen von
schlangenartigen aus Larven zusammengesetzten Körpern, welche
wahrscheinlich zu Sciara gehören und dem Heerwurm analog leben.
T. Rymer Jones bespricht abermals den Bau und die Ver-
wandlung von Corethra lüumicornis (Quarterly Journ. Microsc. Sc.
Vol. XV. Trans. Micr. Soc. p. 99. pl. 9).
Packard (Amer. Natural. IL p. 277) beschreibt die Verwand-
lung einer Chironomus-Art aus Salem Harbour.
lieber das Erscheinen von Chironomus stereorarius in grosser
Menge siehe Künstler (I.e. p. 835).
Joh. Winnertz: Beitrag zu einer Monographie der Sciari-
neu. (Herausgegeb. von d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien p. 187 mit
1 Taf. 1867.) Der Verf. giebt folgende Tabelle der Gattungen
(1. c. p. 11):
A. Geisseiglieder der Fühler walzenförmig, gestielt oder un-
gestielt.
a. Flügel länger als der Hinterleib ;
«. mikroskopisch haarig < . . . , Sciara.
ß. deutlich haarig Trichosia.
y. Cubitus durch eine Radial- Ader mit der Randader ver-
bunden Cratyna.
b. Flügel keulenförmig Corynopter o.
c. Flügel schmal, kürzer als der Leib . Bradysia.
d. Flügel und Schwinger fehlend . . . Epidapus.
B. Geisselglieder beim ^ langgestielt, beim $ stiellos
Zygoneura.
Von den neuen Gattungen enthalten Trichosia 3 n. A., Cra-
tyna 1, Corynoptera 2 n. A. und 2 schon früher als Zygoneura be-
schriebene Arten; Bradysia 2 n. A. — Die Gattung Sciara enthält
173 Arten, davon sind 145 neu.
Derselbe beschreibt als Nachtrag zur Monographie der Scia-
rinen (Verb. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVIII. p. 533) 8 n.
Arten der Gattung Sciara aus Polen.
Ko war z erklärt Plesiastina annulata Meig. und apicalis Winn.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 473
für (^ und $ einer Art (Verh. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien
T. XVIII. p. 273.)
Schiner giebt (Reise der Fregatte Novara 1. c.) eine aus-
führliche Beschreibung der bereits im vorigen Bericht p, 409 be-
sprochenen neuen Gattungen und charakterisirt die früher nur auf-
gezählten Arten. Telmatogeton 1, Paltostoma 1, Chironomus 1,
Tanypus und Ceratopogon je 1, siehe Bericht für 1866); Pericoma 1,
Simulia 1, Dilophus 3, Bibio 3, Plecia 1, Hesperinus 1, Lobogaster \,
Corethra 1.
Culex cotiopas Frauenfeld (1. c, p. 451) eine n. A. China,
am Bord der Novara.
Bibio elegans, castanipes und Plecia minor Jaennicke 1. c.
p. 317 3 n. exot. Arten.
Neue Arten beschrieben ferner E, o n d a n i : (1 Bibio, 1 Dilophus
Süd-Amerika) ; und Osten-Sacken (Trans. Amer. Ent. Soc. II. p. 47
1 Aedes New- York).
Polyneura. Jaennicke beschreibt 1. c. p. 318 als neue
Gattung Für i na, verwandt mit Limnobia für L. rufithorax Wied;
Macrothor ax, verwandt mit Megistocera mit 1 n. A. Australien;
als n. A. Gymnoplistia fusca, Chili, — Tipula niligena und ahyssi-
nica ebend. p. 320.
Neue Arten aus vielen Gattungen dieser Familie beschreibt
Schiner im Reise- Werk d. Novara-Exp. 1. c. (Die neuen Gattungen
siehe im letzten Bericht.)
Bhicnoptila Wodzickii Nowicki (Verh. d. k. k. zool.-bot,
Ges. in Wien T. XVII. p. 337. pl. 11) eine neue Gattung und Art,
verwandt mit Dactylolabis, mit zum Flug untauglichen kurzen Flü-
geln. Die Art ist in allen Stadien beschrieben. Aus der Tatra
in Polen.
Mik ändert den Namen seiner Geranomyia maculipennis in
G. caloptera, weil Aporosa maculipennis Mcq. eine Geranomyia ist
(Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. T. XVII. p. 423).
Stratiomyidae. Schiner stellt als neue Gattungen auf (1. c.
p. 308) : Eurynema, verwandt mit Clitellaria, für Str. fuscipennis Fab. ;
Histiodroma, verwandt mit Bhaphiocera für Sarg. inermisWieü.
Die genaue Beschreibung obiger Gattungen und die Charakte-
ristik von 25 n. A. aus verschiedenen Gattungen dieser Familie fin-
den sich im Novara-Werk 1. c.
Nemotelus Lomnickii Mik (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in
Wien XVII. p. 413. pl.) eine n. A. Galizien.
Jaennicke beschreibt 1. c. p. 322 als neue Gattungen:
Elasma, verwandt mit Phyllophora mit 1 n. A. Java; Rondania,
verwandt mit Clitellaria, für Cl. chalybaea Wd. und 1 n. A. Mexiko.
474 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in cl. Naturgeschichte
Derselbe beschreibt n. A. iu d. Gatt. Odontomyia 2 und
Sargus 1.
Kawall fand die Larve von Strat. strigata unter schwarzen
Ameisen in einer alten Pinus sylvestris. (Stett. Ent. Zeit. 1867.
p. 124.) Wohl eine Verwechslung mit Clüellaria ephippium. Der
Referent.
Xylophagidae. Exaireta Schiner (1. c. p. 309) einen.
Gattung f'är X. spiniger Wied., deren ausführliche Beschreibung und
die Charakteristik von 5 n. A. aus anderen Gattungen dieser Fa-
milie finden sich im Novara-Werk.
R. Damianitsch: lieber die Metamorphose von Xylophagus
ater Fabr. fVerh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. T. XVIII. p. 117.)
Goureau zog Suhula marginata Meg., die Larve lebt unter
alter Rinde von abgestorbenen Pappeln (Bull. Soc. Entom. France.
1867. p. 87).
Tabanidae. Schiner stellt l. c. p. 410 u. 311 als Gattungen
auf: Stibasoma, verwandt mit Selasoma, für T. theotaenia Wied;
Apocampta, verwandt mit Pangonia, mit 1 n. A., Sidney; Diclisa,
verwandt mit 3Iycteromyia, type Fang, mcompleta Macq. (Siehe
die Bemerkung bei der vorigen Familie.)
Derselbe beschreibt 26 neue Arten dieser Familie aus ver-
schiedenen Gattungen (Novara -Reise 1. c.)
Rondani beschreibt n. Arten d. Gatt. Ägelanius 4 und Di-
chelacera 1 aus Südamerika.
Low charakterisirt Pangonia fidvipes aus Cilicien (1. c).
Jaennicke beschreibt 1. c. p. 327 neue Arten in den Gat-
tungen Pangonia 6, Tabanus 2 und Chrysops 1.
E. Marno charakterisirt die bis jetzt ganz unbekannt ge-
bliebene Larve von Hexatoma pellucens (Sitzb. d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien T. XVIII. p. 74). — Dieselbe zeigt die Charaktere der
Tabanus-Larven, ist aber auf der Dorsalseite zierlich braun gefleckt.
Sie lebt in jauchigem Wasser.
Nemestrinidae. Prosaeca Schiner 1. c. p. 112 eine neue
Gattung, verwandt mit Trichophthalma, für N. Westermanni Wd.
Neue Arten beschrieben Rondani (2 Hyrmoneura); Schi-
ner (2 Hyrmoneura, 4 Trichophthalma); Jaennicke (1. c. p. 335
2 Hyrmoneura).
Bombyliidae. Low bespricht (Berlin. Ent. Zeit. 1868. p. 378)
die Synonymie von Miilio Pdllasii s. und die Gattungen MuliohdXv,
und Cytherea Fab. (ebend. p. 379). Die Type von Mulio = Calco-
Chiton ist Pallasii s., die von Cytherea ist M. ohscurus.
Derselbe beschreibt (ebenda p. 381) die neue Gattung Pr o-
rachthes, werwaudt mit Apatomyza, für P. Lederer i n. A. Cili-
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 475
cien. Neue Arten stellt derselbe in der Gattung Anthrax 1 und
Lomatia 1 auf.
Schiner stellt folgende neue Gattungen auf (1. c. p. 312 sq.):
Diplocampta, verwandt mit Exoprosopa, mit 1 n. A. Chili; Tri-
ton etira, verwandt mit Comptosia für G. lugubris Phil.; Gallyn-
throphora, verwandt mit Corsomyza, mit 1 n. A. (Siehe Stra-
tiomyida.)
Derselbe stellt (1. c.) neue Arten auf: Exoprosopa 2, Ar-
gyromoeba 4, Anthrax 2, Lomatia 2, Neuria, Dorichomyia und Sy-
stoechus je 1 A.
Anthrax davipennis Kowarz (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges.
in Wien XVII. p. 324) eine n. A. Ungarn.
Nowicki stellt neue Arten auf in den Gattungen Chalcochi-
ton (1 A. Schineri = Mulio holosericeus Wied); Lomatia (1 A. =
helsebul Schin. nee Fabr.); Phthiria 1 aus Podolien.
Grote beschreibt (Proc. Ent. Phil. VI. p. 445) 2 n. A. Spar-
nopolius, Colorado-Territ.
Jaennicke beschreibt (1. c. p. 348) als n. Gattungen: Osten-
tat or, verwandt mit Bombylius, mit 1 n. A. Chili; Poecilogna-
thus, verwandt mit Thlipsomyza, mit 1 n. A. Mexiko.
Derselbe beschreibt neue Arten in den Gattungen (Abhandl.
d. Senk. Ges, u. Berl. Ent. Zeit. 1. c.) Argyro7noeha 1, Anthrax 8,
Exoprosopa 8, Comptosia l, Adelidea 1, Bombylius d, Systoechus 1,
Cillenia 1.
Rondani beschreibt als neue Arten 2 Mulio u. 1 Anthrax
1. c. p. 35. pl. Südamerika.
Acroceridae. Lasia cyaniventris Jaennicke 1. c. p. 351 eine
n. A. aus Chili.
Schiner bespricht die Systematik dieser Familie und be-
schreibt als n. Arten: 1 Holops, 1 Lasia und 1 Philopota aus Süd-
amerika.
Asilidae. Gerstaecker giebt (1, c. p. 72) folgende Ueber-
sicht der Mydaiden-Gattungen : I. Zwischen der Gabelzelle der 3.
Längsader und dem Hinterrande an der Flügelspitze drei Zellen.
A. Gabelzelle lang gestielt: 1. Mitrodetus n. Gatt, mit 3 A., Type
M. dentitarsis Mcq. : B. Gabelzelle kurz gestielt : a. Untergesicht kurz,
zurückweichend: 2. Biochlistus n. Gatt., für D. mitis n. A. Neu-Hol-
land; b. Untergesicht lang, senkrecht: S. Triclonus n. Gatt. Type M.
hispiniferWe^tw. = gracilis Jaenn., im Ganzen 4. A. IL Zwischen
der Gabelzelle u, s. w. nur zwei Zellen. A. Endkeule der Fühler
gross, monströs: 4. Perissocerus n. Gattung mit 1 n. Art: abyssini-
cus ; B. Endkeule normal; a. Endsegment der $ ohne Stachel-
kranz, a. Fühler langgestreckt, Gabeläste der 3ten Ader getrennt ;
5. Mydas Fab., Type M. clavatus Drury (44 A. 3 neu); ß. Fühler
476 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
kurz, Gabeläste vor dem Ende der Zelle vereinigt: 6. Dolichogaster
Macq. 1 A. ; brevicornis Macq. ; aa. Endsegment des $ mit Stachel-
kranz ; «. Gabelzelle am Grunde ohne Anhang : 7. Bhopalia Macq.,
Type vittata Wied (4 A.); ß. Gabelzelle am Grunde mit Aderan-
hang; Rüssel ohne Endlippen: 8. Cephalocera Latr. Type: longiro-
stris Macq. (11 A., 3 neu); Rüssel mit Endlippen; x. beide Aeste
der Gabelader in die erste Längsader mündend, y. Rüssel lang:
9. Leptomydas n. Gattung, Type lusitaniciis Wied. (9 A.^ 4 neu);
yy. Rüssel rudimentär: 10. Ectyphus n. Gatt. Type pinguis n. Art.
Süd- Afrika; xx. Nur der vordere Gabelast in die erste Längsader
mündend: \\. Miltinus n. Gatt. Type: viduatus Yf e^i^ . (10 A., 2 n.).
Auf der Taf. I sind 6 Arten aus den Gattungen Diochlistus, Cephalo-
cera, Leptomydas, Perissocerus, Miltinus und Ectyphus sehr treffend
abgebildet.
Jaennicke schlägt für den bei Hemipteren vergebenen Na-
men Discocephala Mcq. den Namen Holcocephala vor (Senk. Ges.
VI. p. 359).
Derselbe beschreibt ebenda als neue Gattungen Nico des,
verwandt mit Plesiomma, mit 1 n. A.; Psecas, verwandt mit Cra-
spedia, mit 1 n. A. ; Doryclus, verwandt mit Asüus, für A. dis-
tendens Wd. ; ferner in d. Berl. Ent. Zeit. 1. c. Eupalamus, ver-
wandt mit Cyrtopogon, 1 n. A. aus der Schweiz.
Derselbe beschreibt in beiden genannten Zeitschriften zahl-
reiche neue Arten.
Polysarca Schiner 1. c. p. 389 eine neue Gattung, ver-
wandt mit Proctacanthus, mit 1 n. A. Elisabethpol.
Derselbe beschreibt ebenda zahlreiche neue Arten dieser
Familie.
Derselbe stellt (Novara-Reise p. 163 ff.) folgende neue Gat-
tungen auf: Lochites, verwandt mit Dasypogon, mit zwei n. A.
Columbien; Ohelo phorus , verwandt mit der vorigen, für D. te-
rehratus Macq.; Archilestes, (vergebener Name, Pseudoneuropt.),
für Das. magnificas Wlk. ; Gerotainia, verwandt mit iVtomosia,
mit 3 n. A. Columbien: Eumecosoma, verwandt mit der vorigen
mit 2 n. A. Süd-Amerika; Maira, verwandt mit Lampria, type
Laph. aurifacies Macq.; Threnia, mit 2 n. A. und A. carbona-
rius Wied; Gl aphyropyga, verwandt mit Senoprosopis , mit 2
n. A. Australien; Emphysomera, verwandt mit Ommatius für
0. spathulatus Dolesch. und 1 n. Art. Nicob. und beschreibt zahl-
reiche n. A. aus diversen Gattungen dieser Familie.
Dioctria Meyeri Nowicki (1. c. p. 348) eine neue Art aus
Podolien.
Neue Arten beschrieben ferner: Loew (1. c. p. 372) 6 Steno-
pogon; Rondani (1. c. p. 32) 1 Dasypogon.
der iDsekten während d. Jahre 1867—68. 477
Therevidae. Jaen nicke stellt 1. c. p. 78 und a. a. 0. p. 352
3 n. A. d. Gatt. Thereva auf.
Schiner beschreibt neue Arten in den Gattungen Psüoce-
phala 3, Änabarhynclms d, Ectinorhynclms 2 und Phycus 1. (No-
vara-Reise p. 146 £f.)
Leptidae. Frauenfeld (1 c. p. 493) giebt eine richtige
Charakteristik der von Walker, Haliday und Schiner verkann-
ten Gattung Ptiolina Zett. und entwirft folgende Tabelle:
I. Drittes Fühlerglied rund, oval oder konisch, Borste end-
ständig.
a. Analzelle offen Leptis.
b. Analzelle geschlossen.
ci. Borste haarförmig . . . Ghrysopila.
ß. Borste griffeiförmig . . . Ptiolina (obscura Fll.).
II. Drittes Fühlerglied nierenförmig, Borste rückenständig.
a. Analzelle geschlossen . . . Äther ix.
b. Analzelle offen Symphoromyia = Ptiolina
auct. A. melaena Mg,
Derselbe stellt ebenda als neue Art Pt. WodzizMi 'diua Ga-
lizien auf.
Schiner bespricht die Arten der Gattung Ptiolina und be-
schreibt 2 neue europäischen Arten (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges.
T. XVIII. p. 912.
Derselbe erwähnt (ebend. p. 909) Hilarimorpha 'singularis 8.
Derselbe beschreibt als neue exotische Arten (Novara 1. c.)
7 CJirysopila.
Leptis janotae Nowicki 1. c. p. 349 eine n. A. Galizien.
Eurytion Jaennicke 1. c. p. 99. pl. eine neue Gattung,
verwandt mit Ghrysopila mit 1 n. A. aus der Schweiz.
Empidae. Schiner giebt eine Uebersicht der Gattungen die-
ser Familie und beschreibt neue exotische Arten in den Gattungen :
Hyhos 2, Empis 5 und Hilara 2. (Novara 1. c).
Loew beschreibt 32 neue Arten der Gattung Empis aus Eu-
ropa (1. c. p. 3 sq.) 1867.
Derselbe charakterisirt Empis albicans Mg. $ und eine
neue Art Emp. phaenomeris aus Sarepta {t^). Das dort beschrie-
bene (1. c. p. 174) Weibchen gehört zu einer neuen (ebenda p. 388)
Art Emp. eumera. Nebst diese u. a. Berichtigungen w^erden Druck-
fehler verbessert (p. 387), ferner noch eine neue Art ebenfalls aus
Sarepta und p. 233 u. 239 2 n. A. aus den Alpen und Sibirien be-
schrieben (Berl. Ent. Zeit. 1868).
BhampTiomyia conformis Kowarz (Verh, d. k. k. zool.-bot.
Ges. in Wien XVII. p. 321) eine n. A. Ungarn.
Dolichopodidae. Mik beschreibt das $ seines Tachytrechus
478 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Kowarzii; Kowarz und Nowicki stellen neue Arten in den Gat-
tungen Porphyrops, Gymnopternus und DoZic/iopits auf (Verh. d. k. k
zool.-bot. Ges. in Wien XVII. p. 319, 351).
Schiner stellt als neue Gattung auf: 3Ie sorhaga, ver-
wandt mit Psilopus, mit 1 n. A. Columbien; 14 n. A. aus diversen
Gattungen dieser Familie werden ebenda beschrieben (Novara 1. c).
Kowarz beschreibt 5 n. Arten dieser Familie aus Ungarn
und Böhmen. (1. c. p. 218.)
Platypezidae. Platypeza superba und barbata Kowarz (Verh.
d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien p. 322) 2 n. A. aus Ungarn.
Syrphidae. Rondani beschreibt zahlreiche neue Arten dieser
Familie und wiederholt die Beschreibungen neuer Arten von Herrn
Palma — (in Annali dell Acad. degli Aspiranti Natural. Naples
1864) — Atti. Soc. Ital. Sc. Nat. XL p. 22 sq. — 1 Eumerus, 5 Chei-
losia je 1 Pipizella und Paragus.
Derselbe stellt (Ann. Soc. Modena III j als n. A. auf: Syr-
phus tridentatus. Patagonien.
Schiner beschreibt (1. c. Novara) als n. Gatt, und Arten:
Salpiwgo gaster n. Gatt., verwandt mit Amathia, mit 3 n. A. Süd-
amer. ; Bacha 7 A., Ocyptamtis, MeUthrptus je 1 A., Mesogramma 6,
Syrphus 2, Phalacromyia 3, Volucella 1, Temnocera 2, Helophüus 2,
Maliota 1, Eristalis 3, Plagiocera \, Xylota 1, Syritta 2, Eume-
rus 1, Psilota 1.
Jaennicke beschreibt (I.e. p. 395 sq.) neue exotische Arten
in den Gattungen Volucella 3, Syrphus 2, Eristalis 5, Milesia 1
und Chrysogaster 1. (Volucella Maximilian! J. ist nach Vergleich
= americana Wied. Ref.)
Pipiza Jablonshii und Meroäon Knerii Mik (Verh. d. k. k.
zool.-bot. Ges. in Wien p. 415. pl. 10) n. A. aus Galizien.
G. H. Verrall macht Bemerkungen über englische Syrphiden.
Ent. Monthl. Mag. Vol. V. p. 7—8.
Biologische Mittheilungen machen Sanborn (Proc. Boston
Soc. Nat. Hist. XII. p. 90 Larve von Microdon globosus Fab.) ;
Frauenfeld (1. c, p. 161 Cheilosia scutellata Fall., die Larve aus
Polyporus in grosser Zahl).
Packard (Amer. Natural. II. p. 278. fig. 5. Eristalis).
Goureau beschreibt die von Blattläusen (Chermes) der Pap-
peln und Rüsten lebende Larve von Eumerus aeneus Macq. (Bull.
Soc. Ent. Ff. 1867. p. 86.)
Jules Künckel: Untersuchungen über den Bau und die
Entwicklung der Volucellen (Comptes rendus T. LXVII. p. 1231 —
1234 und Ann. Mag. Nat. Hist. 1868).
Gonopidae. Myopa insignis-und Zodion splendens Jaennicke
2 n. Arten aus Simen und Mexiko (1, c. p. 404 — 405).
der Insekten während d. Jahre 1867 — 68. 479
Neue Arten beschrieben ferner: Schiner (1. c, 1 Zodion),
Rondani (Atti Soc. Ital. XI. p. 56 1 Zodion); Loew (Berl. Ent.
Zeit. 1868. p. 384 1 Zodion).)
Oestridae. Gerstaecker berichtet (Sitzb. d. Gesell, d. na-
turf. Freunde zu Berlin 19. Nov. 1867) über die als » Ver macaq^iei
und TiTorceU beschriebenen Oestriden- (Dermatobien-) Larven und
die Auffindung derselben unter der Haut von Cervus rufus u. a.
Thieren. Ersterer wird als ursprünglicher Wirth angenommen.
(— Keferent erhielt die Larve bereits früher aus Felis eoncolor.)
Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XIV. p. 894.) Beide Larven
werden als Altersverschiedenheiten nachgewiesen. P^erner zeigt
derselbe ein mit einer Ti-ypodcrma-Larve besetztes Nagethier aus
Porto-Allegre vor.
Muscaria calyptera. — Rondani stellt in der eingangs er-
wähnten Arbeit über die Anthomyiden alle Gattungen tabellarisch
zusammen und führt zahlreiche neue Arten in vielen derselben
auf. Als neue Gattungen sind zu bemerken: Aspilia, verwandt
mit Polietes, type allotallaMg. und 4 n. A. : Piezura mit 1 n. A.;
Melanochelia für Arie, surda Ztt. ; Acyglossa, verwandt mit
Eripbia, mit 1 n, A.
Derselbe stellt (1. c. XL p. 46 ff.) als n. Gatt, auf: Gra-
phogaster, verwandt mit Leucostoma, mit 1 n. A, Italien; Gatha-
rosia, verwandt mit der vorigen, fürThereva pygmaea Fall.; Cri-
stofaria, verwandt mit Cystogaster, für C. globulus Meig. und be-
schreibt n. A. der Tachinen, Anthomyinen und Sarcophaginen (1. c.
Modena III. p.24).
Schiner stellt als neue Gattungen auf (1. c. Novara) : B o-
trophora, verwandt mit Rutilia, mitln. A. Neu-Seeland; Ätaeta,
verwandt mit Gonia, mit 1 n. A. Brasilien; Saunäersia , ver-
wandt mit Echinomyia, Type : Micropalpus ornatus Macq. u. a. nebst
6 n. A. Süd- Amerika ; Pygophora, verwandt mit Coenosia, mit
1 n. A. Australien.
Derselbe beschreibt ebenda viele neue Arten aus den Grup-
pen der Tachinen, Anthomyinen, Sarcophaginen und Muscinen.
Kowarz (1. c.) beschreibt 1 n. A. Ägculocera aus Ungarn.
Jaennicke stellt die neue Gsitinng Ar chytas (I.e. p. 392),
verwandt mit Echinomyia, mit 1 n. A. aus Venezuela auf und be-
schreibt neue Arten in den Gattungen Spilogaster 5, Anthomyia 2,
Hylemyia 1, Onesia 2, Cynomyia 1, Sarcophaga 2, Lucilia 5, Calli-
phora 2, Mesembrina 1 ; ferner in vielen Gattungen der Tachininen
(1. c. p. 368 sq.).
Frauenfeld beschreibt als neue Art Lucilia leucodes vom
Bord der Novara in China (p. 1. p. 453).
480 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Phorocera vagator Frauenfeld 1. c. p. 455 eine neue Art
vom Bord der Novara nächst Ceylon.
Mik charakterisirt 2 n. Ä. Spilogaster 1. c. p. 418; Frauen-
feld eine n. Coenosia und Anthomyia 1. c. p. 449.
Biologische Mittheilungen machen : das Ent. Monthl, Mag. V.
p. 144 (Anthomyia aus menschlichen Eingeweiden); Walsh (Pract.
Entom. II. p. 64 Anth. ceparum); Laboulbene (Bull. Soc. Ent.
Fr. 1868. p. 36 und Lucas p. 40. Lucilia hominivorax 30 Indivi-
duen aus einem Menschen); Schiner (Miscell. 1. c. Eierlegen von
Frontina auf eine Tenthredo-Raupe ohne Widerstand der letzteren) ;
Smith (Transact. Ent. Soc. London 1868. p. 135 über eine Fliege
in Catagallo »Warega« genannt, welche ihre Eier unter die Haut von
Menschen und Vieh legt (Dermatobia? Ref.).
0. Schneider fand zwei Fliegen-Larven unter der Haut
eines jungen .Sperlings, die Kirsch mit Hypodermen vergleicht
(Sitzungsb. Isis in Dresden 1866. p. 89). (Referent zog vor Jahren
unter ähnlichen Verhältnissen die fast stets parasitisch lebende Galli-
pliora aziirea.)
Kawall zog Cyrtoneura stabulans aus altem weichen Käse
(Stett. Ent. Zeit. 1867. p. 120j.
Muscaria acalyptera. Bilimek beschreibt Pholeomyia
leucozona eine neue Gattung und Art aus einer Höhle in Mexiko
1. c. p. 903). (Geomyzidae.)
Kaltenbach beschreibt (Verh. d. preuss. Rheinl. u.Westph.
1867. p. 104) als n. A. Ägromyza spiraeae, verwandt mit reptans,
die Larve minirend in Spiraea ulmaria u. a. Pflanzen; Phytomyza
ranuncuU, die Larve minirend in Ranunkeln; Phytom. rhinanthi,
verwandt mit stylata Mg., die Larve in der Blüthe von Rhinan-
thus minor.
H. Loew (Berl. Ent. 1867. p. 283) bespricht die Familie der
Ortaliden und theilt sie in folgende Sectionen: I. Arten deren erste
Längsader borstig oder haarig ist; II. Arten mit nackter erster
Längsader. Letztere zerfallen wieder in zwei Gruppen : 1. Schenkel
unbewehrt (Seoptera. Timia, ülidia, Chrysomyza und Erapyelocera
— Ulidina): 2. Schenkel bedornt (Type Richardia — Richar-
dina), die letztere Gruppe ist ausschliesslich amerikanisch.
Derselbe stellt als neue Gattung auf: Dasymetopa (l n.
A. Surinam); Oedopa (1 n. A. Nebraska): Noto gramma (1 n.
A. Cuba); Eupliara für Ceroxys caerulea Mcq. ; Acrosticta (2 n.
A. Brasilien); Euxesta (Type 0. notata Wied und 10 n. A.); Chae-
topsis für 0. aenea Wied und 1 n. A. aus Cuba; Hypaecta (1
n. A. Brasilien); Stenomyia (1 n. A. Georgia); Epiplatea (1 n.
A. Cuba) und beschreibt als n. A. Seoptera Colon. Brasilien.
Derselbe giebt eine neue Gruppirung der Ortaliden (Zeit.
der Insekten während d. Jahre 18G7 — 68. 481
f. d. ges. Naturw. T. 32 p. 1) und stellt als neue Arten auf: 2 Do-
rycera, 3 Ortalis^ 1 Änacampta, 5 Platy Stoma, 3 Ulidia: ferner in
der Berl. Ent. Zeit. 1868. p. 175 1. c: 1 Empyelocera, 1 Tetanops,
1 Systata, 2 Micropeza.
Rondani giebt I.e. p. 85 ff. eine Uebersicht der italienischen
Scatophaginen nebst einer analytischen Tabelle zur Bestimmung der
Gattungen und Arten und beschreibt folgende neue Gattungen:
Sp azipliova, verwandt mit Cleigastra, für H. Falleni Schin. ; Go-
natlierus, verwandt mit der vorigen, für Sc. plamceps Fall.; Cne-
mopogon , verwandt mit der vorigen, für Cordyl. apicalis Mg.;
Ächantholena, verwandt mit Norellia, für J., maculipennis n. si[).7
= spinipes Schin. ; Gimnomera (!), verwandt mit Cleigastra für
Cordyl. tarsea Fall, und Trichopalpus, verwandt mit der vorigen,
für Cordyl. punctipes Mg.
Derselbe beschreibt n. Arten den Gattungen Cordylura S,
Norellia 2, Scatina 2, Helomyza 5, Leria 3, Thelida 1 und Phyco-
droma 1.
Derselbe hat eine Synopsis der Gattungen der Sciomyzinen
verfasst und stellt folgende als neu auf: Dichetopho ra für Seat,
obliterata Fabr.; C oremaeer a Type Seat, cincta Fabr.; Gtenu-
lus für Opom. pectoralis Staeg. ; Ex och eil a für Heterom. baccata
Fall. — Neue Arten beschreibt derselbe in den Gattungen: Eg-
gizoneura, Elgiva je 1, Tetanocera 4, Sciomyza 3 und in den Ann. Soc.
Modena 1. c. 1 sp. ; Sapromyza 14,
Derselbe beschreibt (Ann. Soc Modena 1. c. als neue Gat-
tungen . Pterotaenia, verwandt mit Herina, für Ortal. fasciata Wd. ;
Strohelia, verwandt mit Trypeta mit 3 n. A. ; als n. A.; 1 Tepliri,
tis, 1 Copromyza und 1 Ephydra.
Schiner stellt folgende neue Gattungen und Arten auf (No-
vara 1. c): 2 Limnia, 1 Sepedon, 2 Flatycepliala, 1 Chyliza, 9 Sa-
promyza, je 1 Phycodroma, Heteromyza, Lauxania und Physegenua;
Anomioptera, n. Gatt., verwandt mit Borborus, mit 1 neuen Art.
Sydney; Bhinotora n. Gatt,, verwandt mit Rhopalomera, mit 2
n. A. Brasilien; Anastrepha n. Gatt., verwandt mit Acidia, für
Trypeta suspensa Loew und 2 n. A. Süd-Amerika; Icaria n. Gatt.,
für Tryp. sparsa Wied und 2 n, A. ; Tetrapleura, verwandt mit
Camptoneura, mit 1 n. A. Süd- Amerika; Bhadinomyia, verwandt
mit Ortalis, mit 1 u. A. Batavia. 4 Nerius, 1 Dacus, 1 Acidia,
2 Spilographa, 2 Oedaspis , 3 Sphenella, 8 Tephritis, 3 OxypJiora,
1 Carpotrlcha, 3 Amethysa, 1 Lamprogaster, 1 Platystoma, 3 Ptero-
calla, 4 Senopterina, 7 Calohata , 2 Cardiacephala , 8 Michogaster,
1 Odontomera, 3 Richardia, 4 Sepsis ; 1 Somatia n. Gatt,, 1 Tany-
peza, 4 Micropeza, 1 Chlorops, 2 Heterochroa n. Gatt, (vergebener
Name, Lepid,), 1 Curtonotum, 1 Sigaloessa, 6 Drosophila, 1 Diastata,
482 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
1 Lohioptera, 2 Agromyza, 1 Elachiptera, l Ectropa n. Gatt., ver-
wandt mit Ochthera, 1 Oclithera, 2 Notiphüa, 2 Paralimna, 1 Ephy-
grobia, 1 Scatella.
Derselbe befürwortet die von Häliday vorgenommene
Einreihung von Ochthiphüa litorella Fall, in die Gattung Schoeno-
myia, welche nach ihm verwandt mit den Milichinen ist (1. c. p. 325).
Nach Ja en nicke (1. c. p. 368) ist Tetanocera limbata Wied.
= Phecomyia longicornis Perty.
Derselbe stellt als neue Gattung auf: Cyphops, verwandt
mit Ephydra, mit 1 u. A. aus Java 1. c. p. 368. pl.
Frauenfeld beschreibt als neue Art Discomyza pelagica
von den Nicobaren und am Bord der Novara nächst Sumatra (1. c.
p. 451. pl. 12); ferner Sapromyza taitensis ebenda p. 456.
Derselbe stellt die neue Gatt. Neottiophilum, verwandt
mit Helomyza auf, für 1 n. A. deren Larve in Finkennestern lebt,
Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien T. XVIII. p. 895.
Derselbe macht biologische Mittheilungen über Orellia Buc-
chiclii s. aus Zizyphus; Urophora Stigma Loew aus Achill, millefol.
(ebenda p. 153sq,), Chlorops scalaris auf Triticum repens, CM. no-
tata (ebenda p. 895 sq.).
Derselbe beschreibt als neue Gattung Äcletoxenus, ver-
wandt mit Gitona für 1 n. A., welche von Aleurodes lebt (ebenda
p. 152 u, 897); ferner bespricht er die Verwandlung von Agromyza
atra Mg., deren Larve in den Blättern von Iris pseudacorus minirt.
Derselbe stellt (1. c. p. 498. pl. und p. 500) als n. A. auf
Urophora Bzieduszyckii aus Krakau und Orellia Bucchichi aus
Lesina.
Nowicki beschreibt als neue Art Platystoma Frauenfeldi aus
Podolien (1. c. p. 352. pl. 11).
Neue Arten der Gattung' P/iora beschrieben Mik, Frauenfeld
(1. c. p. 414 u. 454. pl. 10 u, 12) und Schiner (Novara i.e.)
Krau SS bespricht das massenhafte P]rscheinen von Chlorops
laeta oder geminata bei Stuttgart im Herbst 1865 (Württemb. Na-
turw. Jahrb. Bd. 22. p. 128); Perty über denselben Gegenstand aus
der Berner Gegend (Mitth. d. Schweiz. Naturf. Ges. in Bern p. 233).
A. Laboulbeue beschreibt Teicho^nyza fusca Macq. in allen
Ständen (Ann. Soc. Ent. Fr. 4. ser. VII. p. 33. pl. 5). Die Larve
lebt im menschlichen Urine in den Pissoirs von Paris und wurde
nach Davaine (1857) auch von einem Menschen nach vielen Lei-
den aus dem After entleert.
Packart beschreibt die Lebensweise einer Ephydra aus
Illinois 's Salzwerken (Amer. Natural. II. p. 278. fig. 4); Leconte
eine Art aus dem Mono Salzsee in Californien (1. c. p. 329).
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 483
Smith berichtet nachPeckolt über eine (? R.) Trypeta aus
Brasilien, »Berna« genannt, welche ihre Eier in Wunden von Men-
schen und Thieren legen soll, auch besonders in die Nasenlöcher der
Neger. (Transact. Ent. See. London 18C8. p. 136.)
Shimer und Walsh erwähnen als den Zwiebeln schädlich
Ortalis flexa Wied. (Pract. Entomol. I. p. 4 und II. p. 64).
Bach giebt eine ausführliche Beschreibung der Lebensweise
von SpüograpJia cerasi L. (Verh. d. naturh. Ver. d. preuss. Rhein-
lande und Westph. 1868. Corr.-Bl. p. 58.)
Stein bespricht die der Gerste schädliche Fliege (Berliner
Entom. Zeit. 1867. p. 395. pl. 3) Hydrellia griseola Fall, in allen
Ständen.
Fupipära. Eine Uebersicht der Gattungen und Arten dieser
Familie giebt Schi n er (Novara 1. c, p. 375).
Derselbe beschreibt 3 neue Arten der G a.it\ing Ornithomyia
(Novara 1. c).
Hippobosa Walüeribergiana (Caffraria) und Ornitliomyia javana
Jaen nicke 2 n. A. (1. c. p. 406).
Giebel erwähnt das Vorkommen von 24 Individuen von Ste-
nopteryx hirundinis auf einem Cypselus. (Referent fand auf letzte-
tem stets nur Anapera paUiäa) Zeitschr.^f. d. ges. Naturwissensch.
T. 30. p. 126.
Pulicina. Leonh. Landois giebt (Nova Acta Acad. Nat.
Cur. T. XXXIII. p, 6g. pl. 7. 1866) eine genaue Anatomie des Hunde-
Flohes {Pulex canis Dug) mit Rücksicht auf die verwandten Arten
und Geschlechter und spricht die Ansicht aus für diese Insekten
eine eigene Ordnung beizubehalten und dieselbe Suctoria nach
de Geer oder Siphonaptera nach Latreille zu nennen. (Besitzt
die Floh-Larve ausgesx)rochenen Lippentaster, dann weicht sie von
allen bis jetzt bekannten Dipteren-Larven ab. Referent.)
Laboulbene erwähnt von einem kürzlich aus Pernambuco
angekommenen Menschen, welcher zwei Individuen des Pulex pene-
trans in seinem Fusse beherbergte. ;Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p, VI.)
G u y 0 n hat die Zusammenstellung aller bekannten Thatsachen
über den Sandfloh (Rhynchoprion penetrans Oken) fortgesetzt und
kopirt hiezu Karstens vortreffliche Abbildungen. (Revue et Mag.
1867. de Zool. p. 7, 208, 276, 324. pl. 1 u. 2) und 1868. p. 25, 70,
161, 171, 245. 301, 433. (Siehe d. vorig. Bericht p.431.)
G. Bonnet: Memoire sur la Puce penetrante ou Chique. Pa-
ris 1860. mit 2 pl.
Uemiptera.
J. W. Douglas und J. »Scott geben Nachträge
und Verbesserungen zu ihrer im vorigen Bericht bespro-
484 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
chenen Arbelt über die englischen Hemipteren (Ent. Month.
Mag. Vol. IV. p. 288. u. 265, pl. 2).
Dieselben machen Bemerkungen über die für die
englischen Hemiptera heteroptera angenommenen Namen
mit Bezug auf Pascoe's erschienene Schrift. (Ann. et
Mag. Nat. Eist. 4. ser. Vol. 1. p. 278. 1868.)
Dieselben gegen einen Bericht über die in Pa-
lestina und Syrien gesammelten Hemipteren (Ent. M.
Mag. Vol.V. p. 27, 65, 114 u. 135. 1868).
F. X. Fieber: Neue und wenig bekannte europäi-
sche Bythoscopiden (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien
T. XVIII. p. 449).
Derselbe: Die europäischen Aelia- Arten (ebend.
p. 465. Taf. 5 u. 6).
Frauenfeld erwähnt (1. c. p. 433, 456) die zur See
beobachteten Heteropteren und beschreibt eine n. A. d.
Gatt. Haiohates.
Derselbe giebt (1. c. p. 793 und 801) biologische
Mittheilungen über PsylUdeii [Anisostropha ficus und ver-
wandte pl.) und Aleurodideiiy das Leben der letzteren in
Treibhäusern. — Derselbe beschrieb Aleurodes Jeli-
nekii von Viburnum tinus aus Miramare (p. 799).
Derselbe zählt (1. c. p. 293) 10 Arten Heteroptera
von den Nikobaren auf.
V. Grab er zählt die in Tyrol gesammelten He-
mipteren auf. (Zeitschr. d. Ferdinandeums etc. 3. Folg.
Hft. XIII. p. 255).
C. J. E. Haglund: Hemiptera nova (Stett. Ent.
Zeit. 1868. p. 150).
Jakowlew giebt ein Verzeichniss der H. heteropt.
der Wolga-Fauna (Horae Soc. Ent. Boss. t. IV. p. 145).
Enthält einige n. A. Lygaeod<n, Capsinen, Membrana-
ceen und Saldiden.
T. A. Mars hall: Zur Kenntniss der Homoptera
Englands in Ent. Mont: Mag Vol. III u. IV.
E. Mulsant und Gl. Rey setzen ihr Werk über
die Hemipteren Frankreichs fort und beschreiben zahl-
reiche neue Gattungen. (Ann. Soc. Linn. de I;yon tom. XIV.
p. 1 — 288. pl.) Pentatomiden Fortsetz.
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 485
F. P. Pascoe: Bemerkungen über die für die eng-
lischen H emiptercn angewendeten Namen (Ann. Mag.
Nat Hist. 4. ser. VoL 1. p. 94. 1868).
Der "Verfasser bespricht die Methode, welche eingehalten
werden sollte, wenn Gattungen alter Autoren getheilt werden, und
welcher Art dann der ursprüngliche Gattungsname gegeben wer-
den muss.
C. Stäl: Hemiptera Fabriciana (Kongl. Svenska
Vetensk. Akad. Handling. Bd. VII. p. 1—148. 1868).
Der Verf. hat in dieser verdienstvollen Arbeit einen Vergleich
der in den Museen zu Copenhagen und Kiel aufbewahrten F abrici'-
schen Typen vorgenommen. Die erschienene Abtheilung enthält
die Hern, heteroptera.
Derselbe giebt einen Beitrag zur Hemipteren-Sy-
stematik ebenda 1867. p. 491. (Enthält eine Synopsis der
Gattungen der Tetyriden, Asopidcn, Pentatomidcn, Acan-
thosomatiden, AlydideUjCoreiden, Discocepbaliden, Placos-
celididen, öniiliiden und Darniden, ferner der asiatischen
und australischen Pentatomiden.
Derselbe: Synopsis Saldarum Sueciae (Ofvers. af
Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. 1868. p. 387) und Sy-
nopsis Hydrobatidum Sueciae (ebend. p. 395).
H. S b i m e r erwähnt den kornschädlichen Ly-
gaeus leucopterus Say und die grosse Insekten -Epide-
mie im Jahre 1865 (Proceed. Ac. Nat. Sei. Philad. 1867.
p. 75—80).
Derselbe: Ein neues Genus der Homopteren
(ebend. p. 2 — 11) Daotylosphaera mit 1 n. A.: gib-
bosum in Gallen von Carya glabra (Aphididae).
Deselbe: Ueber ein neues Apbiden-Genus (Trans.
Amer. Ent. Soc. Vol. I. p. 283. 1867).
Derselbe: Ueber die Aepfel-Rinden-Laus und einen
neuen Acarus (ebend. p. 361. 1868).
Signorct berichtet das Vorkommen von Tettigo-
metra laeta H.-Sch. an der Unterseite von Steinen, unter
welchen sich Nester von Tapinoma erratioum befinden
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 83). ,
Archiv für Naturg. XXXIV. Jahrg. 2. Bd. Gg
486 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgescliiclite
Ders elb e über eine Aphiden-Galle auf Lentiscus
(ebend. p. 70).
Derselbe über Aspidiotiis und Yerw. (ebend. p. III,
XVI, XXX).
Derselbe bespricht die Gattung Phy lloxera Fonsc.
und beschreibt 4 Arten derselben. (Ann. Soc. Ent. Fr. VII.
p. 297) 1 n. A.
Derselbe und Balbiani haben einen merkwür-
digen Dimorphismus der jungen Individuen der Aphis
aceris entdeckt.
Die sogenannte Larve erscheint 1) als normale pubescente
Form und 2) als blattartige Form mit blättrigen geäderten Fort-
sätzen am Kopf und Leib längs des Seitenrandes und einem nach
Art einer Schildkröte getäfelten Hinterleib. Die 2te Form, wel-
che bereits von Andern beschrieben v\rurde und nun vom Ver-
fasser Periphyllus testudinatus genannt wird, enthält keine Brut
und ihr Zweck ist unbekannt. Sign or et: Annal. Soc . Entom.
Fr. Vn. p. 371. pl. und Balbiani und Signoret: Compt. rend.
LXIV. p. 1259. (Siehe auch Claparede: Annal. Sc. Natural..
5. ser. T. VII. p. 30 und Annal. Mag. Nat. Eist. 3. ser. Vol. XIX.
p. 360 üebers.)
Derselbe: Essai sur les Cochenilles (Coccidae)
(Ann. Soc. Ent. France 4. ser. T. VIII. p. 503 und 829.
pl. 9—11).
D e'r s e 1 b e : Monographie der Gattung Aleurodes
(ebend. p. 369. pl. 9—10).
In ersterer Arbeit giebt der Verf. eine Uebersicht der Lite-
ratur, der Biologie und aller Arten dieser Familie in alphabetischer
Ordnung mit Bezeichnung der Synonymen, und Angaben der Genera,
zu welchen die Arten gehören, in letzterer Arbeit beschreibt derselbe
11 Arten und führt die Diagnosen von 7 dem Verf. nicht in Natura
bekannten Arten anderer Autoren auf. Für Coc. cataniae Boisd.
wird die Gattung Boisduvalia aufgestellt.
Vollenhoven beschreibt (Tijdschr. Entom. 2. ser.
I. p. 216. pl.) 5 n. A. der Gattung Dalcaritha und charak-
terisirt die Gattung (Edessidae).
Walker veröffentlichte einen Theil seines Kata-
loges der Heraiptera heteroptera in der Sammlung
des British Museum und beschreibt zahlreiche neue Gat-
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 487
timgen und Arten (Catal. of the Spcelm. of Heter. He-
raipt. in the Coli. Brit. M. P. I n. IL Scutata p. 417. 8).
Derselbe: Catalogue of Homopterous Insects col-
lected in the Idian Archipelago bj A. K Wallace
(Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. X. p. 82. pl. 3. 1868).
Der Verf. beschreibt zahlreiche neue Gattungen und Arten.
J. W. Douglas behandelt einige Eigenthümlich-
keiten in der Entwicklung der beteropteren Hemipteren.
(Ent. M. Mag. Vol. III u. IV. p. 200. pl. 30).
Der Verf. bespricht die Reproduktion von Substanzverlusten,
die Unregelmässigkeit der Flügel und deren Fehlen und die beson-
dere Bildung derselben bei den Tingididen. Ferner beschreibt er
mit Skott ebenda p. 46 neue Arten (Capsinen, Saldiden).
Claparede macht Mittheilungen über die Fortpflan-
zung der Blattläuse. (Ann. d. Sc. naturell. 5. ser. T. VII.
p. 21 über. Ann. Mag. N. H. XIX. 360).
Targioni-Tozzetti bespricht das Wachs von
Coccus caricae (Comptes rendus LXV. p. 246).
Saunders erwähnt 2 Coccus- Arten, welche den
Knollen einer Orchidee in Neugranada angreifen (Proc.
Ent. Soc. 1865. p. 116).
J. V. Plane hon: Neue Beobachtungen über den
Weinschädling Phylloxera vastatrix {Rhizaphis Planch.
Comptes rendus T. 47. p. 588).
E. Guerin-Meneville berichtet über die Insekten,
welche als Ursache der Krankheit des Zuckerrohres auf
Mauritius und der Reunion-Insel betrachtet werden. (Revue
et Mag. de Zoologie 1868. p. 123 Cocciden).
Bau de 1 beschreibt die Verwüstungen des Wein-
stockes um Constantine durch Nysius cymoides Spin.
(Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 39) Lygaeidae.
Cor et theilt mit, dass ApJns rosae im Winter an
geschützten Orten Kartoffel angreife und dieselben ver-
dirbt. (Bull. Soc. Ent. Fr. 1867. p. 73.)
Pentatomidae. Stäl stellt (l. c. 1867. p. 492 f.) als neue Gat-
tungen und Arten auf: Achates n. Gatt., Type Pachycoris laevili-
nQ2X\\s', Ephynes n. Gatt., Type Fach. Knochii Germ.; Colpo-
thyreus n. Gatt., Type Halys flavolineatus Blanch.; Mineus n.
488 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Gatt., Type Podisus strigipes H.-Sch. ; Comperocoris n. Gatt.,
Type Asopus criiciatus Sign.; Menestheus n. G., Type Scioc. ner-
civus Dali.; Erib^otes n. Gatt., Type Scioc. australis Dali.; The-
seus n. Gatt., Type Poecilomoestus modestus St.; Polycarmes,
n. Gatt., Type Acanthidium punctatiss. Montr. ; Moncus n. Gatt.,
Type Ochlerus obscurus Dali.; Melanodermus n. Gatt., Type
Ochl. circuinmaculatus St.; Lincus n. Gatt., Type Ochl. rnfospilo-
tus West. ; Chlor opepla n. Gatt., TypeLoxa vigens St.; n. Arten:
1 Antiteuchus, Südamerika; Astyanax n. Gatt., Type Scut. 3-ina-
culata \j2L^.'yAmpliimaGhus, Type Aednus circnmflexus; Sabaeus,
Type Rhaphig. spinosusD.; Zangis, Type Rhaph. Amyoti D. ; To-
lumnia. Type Pen tat. latipes Dali.; Hyparete, Type Pent. Boi-
tardi Montr. ; Eur inome, Type Pent. inconspicua Montr.; Niphe,
Type Pent. cephalus Dali. ; Lubentius , Type Pent. marginella
Westw. ; Jurtina, Type Pent. longirostre Montr. ; Compastes,
Type Cim. boutanicus Dali.; Amyntor, Type Halys cbscurDall.;
Ocirrhoe, T. Cuspicona inconspicua Dali ; Peribaea, T. Cusp.
pulchella; Cosmopepla, T. Cim. carnifex; Menecles, T. Pent.
inserta Say; Trichopepla, T. Pent. pilipes Dali.; Oenopia, T.
Pent. unidentata Spin.; Fharnus, T. Mecistorhin. variegatus Guer. ;
Phorbanta, T. Lanopis variabilis Sign.; Hyperbius. T. Ditomo-
tarsus geniculatus Sign.
Douglas und Scott stellen als neue Formen auf: 1 Lepro-
soma, Palestina; 1 Aethus Cornwall; 1 Sciocoris Jordan-Ebene.
Ha gl und beschreibt als neue Arten: l Demoleus, Amazonen-
Str. ; 1 Amauropepla, Rangoon; 1 MelanopJiara, ebendah.; 2 Scoti-
nophara, Celebes, Rangoon; 3 Aednus, Rangoon, Manilla Java; 1
Pelidnocoris, Mexiko; 1 Tihraca, Brasilien?; 1 Gilippus, Melbourne;
1 Stollia, Celebes ; 1 Moi'midea, Amazonen-Str. ; Oebalus, ebendah. ;
2Cosmoprepes.WAig\ou, Arn; 1 Ptilarmus, Mexiko; 1 JLrocera, Ama-
zonen-Str.: 1 Crespontes. Dekan; 1 Pugiotie, Waigiou; 1 Morna, Au-
stralien; 1 Pegala. Fiji-Iuseln; l Hyllus, Siam; 1 Priassus, Java; 1
Hellica, Amazonen-Str.; 1 Peromatus, Vera-Cruz.
Fieber beschreibt 8 neue europäische Arten der Gattung
Aelia aus Russland, Frankreich, Spanien und der Türkei.
Coreodes. Stal stellt folgende neue Gattungen und Arten auf:
Eubule, Type: Spart, sculpta Perty ; Grammopoecilus (1. c. VII
p. 48). verwandt mit Nematopus, Type: Lygaeus fiavicornis Fabr.;
Peranthus, Type: Meropach. longicornis Dali. (I.e. p. 536); Ela-
thea, Type: Crinocerus mundulus St.; Thymetus, Type: Melapo-
dius ochropterus St.; Encedonia, Type: Pseudophlaeus muticus
Sign.; Arioge, Type: Eldarca Germainii Sign. ; Xiphares, Type:
Gonocerus tabulatus Burm.; Nirov ecus (1. c. p. 59), verwandt mit
der Insekten während d. Jahre 1867—68. 489
Catorhintha St., ohne Type f! !) : Ä7iasa Uhleri u. sp. (1. c. p. 57) und
nigripes n. sp. Mexiko; Margus paUescens n. sp. (1. e. YII p. 58)
Bueros-Ayres?
Protenor Belfragei Haglund. eine n. A, Illinois (1. c. p. 162).
Lygaeodes. Stal beschrieb als n.Gatt.: jSlelamphaus (1. c.
VII. p. 93), verwandt mit Roscius, Type: L. faber Fabr.
Douglas und Scott stellen als n. Gattungen und Arten
auf: Lam proplax (1. c. p. 265 u. 243), verwandt mit Drymus. mit
1 n. A. Dumfriesshire ; Mimicus, verwandt mit der vorigen, mit
1 n. A. Nazareth; 1 Lygaeosoma, Palestina; 2 Calyptonotils, Klein-
Asien; 1 Lasiocoris ebendah.
Haglund beschreibt 1 neue Art Papiriii^s ohne Vaterlands-
angabe.
Gapsini. D ou glas und Scott beschrieben als neue Gattungen
und Arten: Grypocoris, verwandt mit Deraeocoris, sp. : G. fieheri
Jordan-Ebene; 1 Litosoma, Durrey ; 1 Pithanus. Xazareth ; 1 De-
raeocoris, Jordan; 1 Camptohrochis, Baalbec; l Stiphrosoma, Hebron.
Membranacei. Stäl stellt als neue Gattung auf: 3Ie Jano-
st er phus (1. c. VII, p. 97), Type: Äradus S2)inosus Fab.
Alyattes cximius Haglund 1, c. eine neue Art, Amazo-
nen-Strom.
Redaviina. Douglas und Scott beschreiben: Lochtis neue
Gatt., verwandt mit Coranus, mit 1 n. A. Jordan; Emesa Dolirni 1
n. A. (Ent. Monthl. Mag. V. p. 136) Elisha's fountain.
Stäl stellt als neue Gattungen auf: Saxitius (1. c. YH.
p. 101 sq.), verwandt mit Archilochus St.; Vachiria, verwandt mit
Euagoras; Corcia, verwandt mit Repipta St., alle 3 ohne Type (!);
Äp repolestes , verwandt mit Callilestes St., Type: Red. cineras-
cens St-: Poecilohdallus, verwandt mit Sphedanolestes, für Red.
gratiosus St. ; TrachyJe sie s, für Red, aspericollis St, ; Äma u rocl o-
piiis, verwandt m.it Beharus. ohne Type; Ischnoclopius , ver-
wandt mit Zelus, für Z. festinans Fahr,: Calliclop ius, verwandt
mit Manicocoris, für Cim. nigripes L. ; Sp ilodermus , verwandt
mit Cleptocoris, für Red. 4-notatus Fabr.; I) iclir ohdallus. ver-
wandt mit Apiomerus, Type: Ap. bicoloripes St.; Callib dallus,
verw^andt mit der vorigen, ohne Type ('); Nularda. verwandt mit
Ectrichodia: B elminus, verwandt mit Rhodinus: Eratyrus, ver-
wandt mit Rhodinus; Mecciis, verwandt mit Conorhinus; Lamus,
verwandt mit der vorigen; — alle ohne Type. — Leog orrus, für
Red. formicarius Fabr.; Gnathobleda, verwandt mit Pygolampis;
Ctenotrachelus, verwandt mit Apronius St.; Pnohirmu s, ver-
490 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
wandt mit Stenopoda; Bhy paroclopius = Nitornus St.; Po-
dormus, verwandt mit den vorigen; Narvesus, verwandt mit
Diaditus St.; Spilaloni us , verwandt mit der vorigen, — ohne
Typen; Oncerotracheliis, verwandt mit Saica, für Red. acumi-
natus Saj',
Neue Arten sind: 1 Plaeogaster, 1 Pothea Südamerika; — 1
Salda (1. c. p. 391) Lapland.
Platymerus rohbianus J. A. Smith (Proc. Eoy. Phys. Soc. Edinb.
1864-65. p. 312) Old-Calabar, eine n. A.
PlOtereS. Stäl giebt eine Uebersicht der schwedischen Arten
dieser Familie. — Der Verf. unterscheidet 7 Arten und 3 Gattungen :
Limnoporiis, Rygrotrechus und Limnotreclms, Type der 1. Gatt, ist
Gerris lacustri s FaW., der 2. Gatt. Cimex najasD. Geer.; der 3. Gatt.
Thoracica Schum.
Derselbe beschreibt (1. c. p. 132) die n. Gatt. Limnogonus,
verwandt mit Limnometra für Hyd. hyalina Fabr. u. a.
Notonectidae. Gorixa Scotti (Fieb. Mss.) Dougl. und Scott
eine n. A., Argyleshire. (Ent. M. Mag. IV. p. 271. 1868.)
Fulgorina. C. A. D o h r n giebt Burmeister's Beschreibung
der Fulgora Mitrii (Stelt. Ent. Z. 1868. p. 287;.
Walker stellt I.e. als n. G. 2iu{: Catara ^1 n. A.), Gozarta
(1 n. A.). Errada, Bodecia (je 1 n. A.), Interamma (4 n. A.),
Gilda (1 n. A ). Gab alaeca (1 n. A.) und beschreibt zahlreiche
n. A. aus vielen Gattungen dieser Familie aus dem indischen Ar-
chipelagus.
Membracina. Neue Gattungen und Arten stellen auf: Walker:
Narnia n. Gatt, mit 1 n. A. Flores, Centrotus 28 n. A., Ind. Ar-
chip. ; StA 1: (1. c. 1867. p. 551) n. Gatt. Poppea für Cyph. rec-
tispina Fairm.; Äntonae für Ceresa incrassata u. a. Fairm. ; Ili-
thucia für Ceresa morio Fairm.; Melusina für Ceresa ciliata
• ej., Janthe für Thelia expansa Germ.; Heranice für Th. milto-
clypta St.; Maturna für Oxygonia ephippigera Fairm.; Hille
für Ox. conica, Fairm.; Adippe für Ox. alliacea Germ.; Lucilla,
für Ox. viridula Fairm.; Heliria für Thel. cristata Fairm.; Opti-
lete für Th. porphyrea Fairm. ; Archasia für Th. galeata Fabr.;
Hypheus für Th. ursus Fairm.; Proterpia für Hemiptycha ro-
tundicornis Fairm.; Eualthe für Hemipt. laevigata Fairm.; Py-
rantJie für Hern, flava Fairm.. Alcmeone für Hem. centrotoides
Fairni.; Hyphinoe für Hem. cuneata Germ.; Arg ante für
Smilia incumbens Germ.; Eumela für Sm. semiacuta St.; Helio-
dore für Combophora Laportei Germ.; Iria für Darnoides cari-
nata Walk.; Bhexia für Scaphula flavicans Fairm. u. a. ; (1. c.
-560).
' der Insekten während d. Jahre 1867—68. 491
Stridulantia. Walker beschreibt n. A. (Joiirn. Linn, Soc.
Zool. X) in den Gattungen Platypleura 1, Oxypleura 1, Du7iduhia 9.
Fidicina 3, Cicada 5, Cephaloxis 1. Mogannia 1, Huechys 1.
Biologische Mittheilungen machen : P a ck a r d (Amer. Natural II.
p. 331) über Cicar^a septemdeeim und Fitch (Locust-years. Pract.
Entomolog. I. p. 19).
Gicadellina. Fieber beschreibt (1. c.) neue europäische Arten
in den Gattungen Macropsis 1, Idiocerus 12, Bytlioscopus 3, Pe-
diopsis 8 und AgaUia 3.
Aphidina. lieber Phylloxera vastatrix berichten Planchen
(1. c.) und Lichtenstein (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. LXX u. XCYI).
A. E. Verrill: Ueber geflügelte Individuen von Eriosoma
lanigera (Pract. Entom. I. p. 21).
Hamameliste s Shimer (Trans. Am. Ent. Soc. I. p. 283)
eine n. Gatt, mit 2 n. A. in Gallen auf Hamamelis virginica in
Illinois.
Forda dauci Goureau (Bull. Soc. Ent. Gr. 1867. p. 89) 1 n.
Aphiden-Art auf Dauc. carota mit Formica flava in Gesellschaft.
Neue Arien stellten auf B o i s d u v a 1 (Ent. Hortic. p. 272.
Aphis ilicicola Südfrankr. ; A. (Forda) myrmecaria in Warmhäusern
ebend. p. 278): Kaltenbach (Verh. naturh. Ver. pr. Rheinl. 1867.
p. 44; Phylloxera corticalis auf Eichenrinde); Haliday (Bull. Soc.
Ent. Fr. 1868. p. XI Periphyllus laricae, N. Irland.)
Goccina. Signoret beschreibt (I.e.) 6 n. Arten der Gattung
Aleurodes und stellt die neue Gattung Boisduvali a für AI. lata-
niae auf.
Coccus cryptus Kawall Stett. Ent. Z. 1867. p. 122
eine n. A. am Petiolus von Salix acutifolia.
Aleurodes eupliorhiae Fr. Loew eine n. A. auf Euph. peplus.
ebenda p. 746.
Giraud bespricht Coccus festucae Fousc. und Aspidiotus
quercicola Bouche und deren Parasiten (Bull. Soc. Ent, Fr. 1867.
p. LXXVII).
Sh im er beschreibt Aleyrodes asarumis n. sp. aus Illinois (Trans.
Amer. Ent. Soc. I. p. 281).
Derselbe berichtet (Transact. Amer. Entom. Soc. I. p. 283)
über die Lebensweise von Aspidiotis linearis und will wegen eini-
ger Eigenthümlichkeiten für das Insekt die neue Gattung Lepido-
saphes und die Familie gleiches Namens errichten.
Kiley bespricht Aspid. conchiformis (Pract. Entom. II. p. 81
1868); Frauenfeld: Chermes ficus L. (Homotoma Guer.) 1. c.
p. 896; Lacerda: Coccus psidii (Bull. Soc. Ent. Fr. 1868. p. 87).
492 Brauer: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte
Neue Arten beschrieben F r a u en f e 1 d (1 Äspidiotus auf Quer.
GUS montana) ; Boisduval (12 Cliermes aus Warmhäusern auf exot.
Pflanzen. Ent. Hortic, p. 323 und ebend. 2 Coccus).
Mallophaga. Giebel giebt eine interessante Uebersicht der
im Museum zu Halle befindlichen Sammlung von Epizoen, welche
grösstentheils von Nitzsch gesammelt wurden. (Zeitsch. f. ges.
Naturw. T. XXVIII. 1866. p. 354—400.) Aus der Abtheilung der
Mallophagen sind viele Arten neu. andere nach Nitzsch kurz beschrie-
ben und deren Wirthe angegeben.
Lipeurus ferox Giebel (Zeitsch. f. d. ges. Nat. XXIX. p. 195)
eine n. A. auf Diomedea melanophrys.
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