Ä
ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE,
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIE GM ANN
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS 0 N.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR LEUCKART IN LEIPZIG
HERAliSGläGEBEN
Db f. h. TROSCBSI.,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
SIEBEN UND DBEISSIGSTER JAHRaANG.
Erster Band.
Mit 8 Tafeln.
Berlin,
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(A. Effert und L. Lindtner.)
1871.
Inhalt des ersten Bandes.
Seite
Ueber einen Argnlus der Umgebung von Tübingen. Von Prof.
Dr. Leydig. Hierzu Tafel I und II ... . 1
Skizze eines rationellen Systemes der zoologischen Nomen-
clatur. Von Prof. P. Harting in Utrecht ... 25
Beitrag zur Inaektenfauna von Zanzibar. III. Coleoptera. Von
A. Gerstaecker 42
Beschreibung einiger Egel-Arten. Von Prof. Dr. Ed. Grube
in Breslau. Hierzu Taf. III und IV .... 87
Verzeichniss der von Dr. G und lach auf der Insel Cuba ge-
sammelten Rüsselkäfer. Von Dr. E. Suffrian, Schul-
rath in Münster . . . . . . .122
Untersuchungen über den Bau und die Naturgeschichte der
Vorticellen. Von Prof. Richard Greef f in Marburg 185
Ueber das Männchen von Cobitis taenia L. Von Prof- Gio-
vanni Canestrini. Uebersetzt aus Rivista Scientific-
Industriale di Guido Vimercati. 1871. Vom Heraus-
geber 222
Üebersicht der Cetoniden der Sunda-lnseln und Molukken,
nebst der Beschreibung zwei und zwanzig neuer Arten.
Von Dr. Otto Mohnike 225
JJ Ü
IV Inhalt.
Beschreibung eines (gigantischen Amphibiums aus der Ver-
wandtschaft der Gattung Lepidosiren, ^us dem Wide-
Bay-District in Queensland. Von Gerhard Krefft.
Tebersetzt ausProc. of th(> zool. Society of London 1870.
Hierzu Tafel VIII. Fig. 1 321
Ceratodus und seine Stellung im System. Von Dr. Albert
Günther in London. Hierzu Tafel VIII. Fig. 2 — 4.
Aus dem Englischen übertragen vom Herausgeber 325
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibai'. Von A. Gerstae-
cker. (Fortsetzung) ....... 345
A .^
v^ n
-.'S
->%r '
%
(1
l .
4/
\
l'
A ?1?
Ol
j^^-
V
V
f'/'SfA/a/^//////
lieber einen Arguius der dnigebung von Tubingen.
Von
Prof. Dr. Leydig.
(Hierzu Taf. I und II.)
Die Thiergruppe, zu welcher die Gattung Arguius
gehört, umfasst bekanntermassen so wenige Formen, dass
auf die europäische Fauna blos vier Arten kommen, wo-
von zwei an Fischen des Meeres und zwei an Fischen
des Süsswassers schmarotzen. Die Abhandlung T. T h o-
rell's: Om tvenne europeiska Argulider *) ist es, welche
uns diese Uebersicht verschafft hat. Die zwei Arten des
Salzwassers: Arguius purpureus Risso und Arguius gi-
ganteus Lucas sind, der erstere an Silenia luna und
Pagellus erythrinus, der andere an einer Rochenart des
Mittelmeeres gefunden worden ; zu dem am längsten be-
kannten Argnlus foliaceus L, unserer Süsswasserfische
hat Thor eil noch die neue Art A. coregoni entdeckt,
welche auf Coregonus lavaretus, Thymalus vulgaris und
Salmo trutta in den grösseren Seen des mittleren und
nördlichen Schwedens zu Hause ist.
Vergegenwärtigt man sich diesen Stand unserer
Kenntnisse, so wird man meine Ueberraschung begreifen,
1) Öfversigt af K. Vet. Akad. Forhandl. 1864. Ich habe zu
bedauern, dass ich die Abhandlung des schwedischen Naturforschers
nur insoweit lesen kann, als sie sich der lateinischen Sprache be-
dient.
Archiv für Naturg, XXXVII. Jahr^. 1. Bd. 1
2 Leyd ig:
als ich hier in Tübingen mit einem Argulus bekannt
wurde, der gewiss nicht Arguhis foliaceus ist und wahr-
scheinlich auch nicht A. coregoni, sondern eine neue Art
des Binnenlandes vorstellt.
Es war im Juni 1869 als ein hiesiger Studirender
im Goldersbache des Schönbuches, bei Bebenhausen, eine
Pfeile (Phoxinus laevis) einfing, ^ie ihm durch einen
äusserlich anhaftenden Parasiten merkwürdig vorkam.
Um den Namen des Thieres zu erfahren, war mir der
Fisch und sein Schmarotzer, beide in noch lebendem
Zustande, gebracht worden. Schon wie oft hatte ich ^)
gewünscht, wieder einmal einen lebenden Argulns zu Ge-
sicht zu bekommen um einiges daran von neuem unter-
suchen zu können; hier erblickte ich nun auf der Pfeile
nicht blos das ersehnte Geschöpf, sondern es musste mir
auch sofort die Grösse auffallen; welche bedeutender war,
als jene des Argulus foliaceus, und die mir aus der Zeit, in
welcher ich in Würzburg das Thier von Karpfen des
Fischmarktes abgehoben, gar wohl im Gedächtnisse war 2).
Ich brachte den Fisch in ein geräumiges Glas mit
dem Vorsatz den nächsten Tag zu einer genauen Zer-
gliederung zu verwenden. Doch ein Unstern wollte,
dass ich mich mit anderen Dingen beschäftigen musste
und am darauffolgenden Tage zeigta sich zu meinem Ver-
druss Fisch und Argulus bereits abgestorben. Letzterer
insbesondere hatte seine Durchsichtigkeit schon einge-
büsst und war trübe geworden. Ich setzte ihn daher in
Weingeist und schon während ich diess that, hatte ich
die Ueberzeugung gewonnen, dass das Thier nicht folia-
ceus sei, sondern eine andere Art wie jetzt das Folgende
darthun soll.
1) Vergl. meine Naturgeschiclite der Daphniden, 18G0. S. 24.
Auch in der Skizze einer Fauna Tubingensis, in der Beschreibung
des Oberamtes Tübingen, herausgegeben vom statistisch-topographi-
schen Bureau 1867, erwähne ich ausdrücklich, dass ich den Argulus
foliaceus, der an Karpfen der Maingegend so gemein sei, bisher immer
vermisst habe.
2) üeber Argulus foliaceus, Zeitschrift f. wiss. Zoologie 1850.
Ueber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 3
Zuvor sei noch bemerkt, dass da einmal die Aufmerk-
samkeit auf den parasitischen Krebs gelenkt war, kurze
Zeit nachher an derselben Stelle und auf der gleichen
Fischart ein zweites Exemplar erbeutet wurde, welches
man mir aber nicht einhändigte. Mein Untersuchungs-
material blieb bisher auf das eine Thier beschränkt, was
ich im Auge zu behalten bitte, wenn ich über gewisse
Punkte keinen Aufschluss zu bieten vermag.
1. Untorscheideude Merkmale.
Was zunächst die Grösse anbelangt, so verhalten
sich die Männchen der drei Arten, in Millimetern aus-
gedrückt, folgendermassen :
Länge Breite
A. foliaceus 5'" 3"'
A. coregoni 12'"' 10'"
(nach der Zeichnung bei Thorell)
Tübinger Argulus 8'" 5'"
Die Weibchen sind wohl bei den drei Arten etwas
grösser; da jedoch das mir vorliegende Thier ein Männ-
chen ist, so konnte ich mit Sicherheit blos nach diesem
Geschlecht den Vergleich ziehen.
Man sieht: Die neue Art steht in der Mitte zwischen
dem weit verbreiteten A. foliaceus und dem nordischen A.
coregoni, indem sie zwar erklecklich grösser ist, als die
erstere, aber andererseits von der letzteren Art über-
tiojtfen wird.
Nicht minder beträchtlich sind die Verschieden-
heiten in der Bildung des Schildes^). Bei Argulus
foliaceus, wenn ich die Figuren Jur ine's oder meine
eigenen mir noch zur Hand liegenden Zeichnungen be-
frage, deckt der Schild die Wurzel der drei vorderen
Schwimmbeine, lässt hingegen das vierte Paar ganz frei ;
von unserer Art kann man im Allgemeinen zwar das-
selbe sagen, aber so völlig frei und unbedeckt ist doch das
1) Vergl. Fig. 1.
4 Leydig:
letzte Schwimmpaar, selbst in stark zurückgebogenem
Zustande, nicht mehr ; denn der hintere Rand des Schildes
greift etwas herüber. Diese hintere Partie des Schildes,
indem die beiden Hälften in rundlichem Zipfel gegen-
einander treten, erzeugt eine besondere Bucht, welche
über dem dritten Leibesring liegt, während bei foliaceus
die beiden Hälften des Schildes erst viel weiter nach
vorn, vor dem ersten Ring des Leibes, unmittelbar hinter
dem Kopf, sich vereinigen, so dass hier, anstatt der klei-
nen Bucht, ein weitgeöffneter, die ganze Rückenfläche des
Abdomens freilassender Zwischenraum klafft.
Blickt man auf die Figuren, welche in genannter
Abhandlung Thorell's den A. coregoni versinnlichen,
so springt in die Augen, dass gerade das, was unsere
Art von A. foliaceus entfernt, dort zu noch weiterer
Ausbildung gekommen ist. Denn bei A. coregoni ist
der Schild so breit, dass die Wurzelglieder aller Schwimm-
beine völlig bedeckt sind; dann sind die zipfelförmigen,
einwärts gebogenen Enden der beiden Schildhälften so
entwickelt, dass sie übereinander greifend, den Ausgang
der vorhin erwähnten Bucht völlig verdecken.
Ferner weicht unsere Art in der Form des soge-
nannten Schwanzes') und dessen Grössenverhältniss
zum ganzen Körper bedeutend von A. foliaceus ab und
nähert sich wieder dem A. coregoni. Bei A. foliaceus
sind die beiden Lappen, etwas über Vi der Körperlänge
betragend, von ovaler, hinten einfach abgerundeter Form;
der Einschnitt, welcher von hinten die Lappenbildung
bedingt, erreicht nicht die Hälfte des Schwanzes. Die
entsprechenden Theile bei der neuen Art, etwa Ya der
Körperlänge ausmachend, haben eine lanzettförmige Ge-
stalt, sind an der Wurzel sehr verengt und am freien
Ende in eine Spitze ausgezogen. Der Einschnitt geht
nicht nur bis zur Mitte des Schwanzes, sondern erstreckt
sich noch etwas darüber hinaus. Starke Vergrösserung
lässt dann ferner erkennen, dass bei A. foliaceus der
Rand der Blätter mit hellen scharfen Dornen besetzt ist,
1) Fig. 1 u. Fig. 2.
Ueber einen Argulns der ümj^ebung von Tübingen. 5
während er bei der neuen Art völlig glatt und unbevyehrt
sich darstellt.
In allen diesen Punkten somit, v^enn ich von der
zuletzt erwähnten Bedornung absehe, worüber mir der
Text und die Figuren der schwedischen Abhandlung
keine Aufklärung geben, zeigt sich unsere Art dem A.
coregoni verwandt.
A. foliaceus besitzt nach Thor eil am ersten Glied
des zweiten Antennenpaares eine „Aculeus validus'',
hingegen A. coregoni an gleicher Stelle nur einen „dens
minutus''. Bei unserer Art ist der üorn dieses Gliedes
ebenfalls klein. Der Stechapparat (Stimulus) ist bei folia-
ceus merklich länger als bei der gegenwärtigen Form,
worin sich abermals eine üebereinstimmung mit A. core-
goni zeigt. Bio Bezahnung der Kiefer ist, wenn ich
meine Abbildung^) und jene bei Thoreil zusammen-
halte, nicht völlig die gleiche. Und in dieser Weise
Hesse sich noch Unterscheidendes- bezüglich der Mund-
röhre und der Haftfüsse angeben, was immer dahin
auslaufen würde zu zeigen, dass die neue Art sich von
A. foliaceus weiter entfernt, als von A. coregoni, ohne
aber doch mit der letzteren Species ganz zusammen-
zufallen.
Desshalb halte ich es für gerathen, das bei Tübingen
gefundene Thier mit einem besonderen Namen einstweilen
zu bezeichnen und nenne es Argulus phoxini.
2. Zur näheren Hemitniss dos Argulus phoxini.
a. Historisches.
Ich habe mir mehrere der frühesten Figuren, welche
über den Argulus foliaceus in der Literatur niederge-
legt sind, angeschen, um zu erfahren, ob nicht vielleicht
schon ein Anderer unseren A. phoxini unter dem Mi-
kroskop gehabt und mit dem A. foliaceus zusammenge-
worfen habe.
1) Fig. 15.
6 Ley dig:
Joh. Lconhard Frisch ist meines Wissens der
erste, welcher in seiner ;,Beschrcibung von allerley Insecten
in Teutschland, Sechster Tbeil, Berlin 1727," der jetzigen
Gattung Argulus gedenkt und auf Tafel XII abbildet.
Er nennt sie „Fischlaus" und bespricht Einiges von
ihrer Gestalt, Farbe und Art zu schwimmen. Abgebildet
wird das Thier in natürlicher Grösse, von oben und unten,
dann ebenfalls zweimal unter geringer Vergrösserung. Die
Abbildungen lassen trotz aller Mangelhaftigkeit erkennen,
dass es sich um die Species foliaceus und um keine andere
Art handelt. Die Form des Schwanzes und sein Längen-
verhältniss zum Körper sagen dies klar aus. Ueberdiess
lässt sich bestimmen, dass ein Weibchen abgebildet ist:
denn man sieht deutlich an der Schwanzwurzel die zwei
schwarzen Punkte, welche, wie ich an A. foliaceus gezeigt,
die Receptacula seminis bedeuten. Von den Füssen kennt
unser Beobachter die vier Schwimmbeine, die er freilich
nur als einfache Borsten zeichnet, ferner das vor den
Schwimmfüssen liegende Beinpaar, welches man gegen-
wärtig als zweites Paar der Kieferfüsse anspricht. Er
nennt sie „zwei kurze Füsse mit einer Klaue, womit
sie sich (die Fischlaus) festhält, wann die anderen achte
sich bewegen". Die merkwürdigen Hat'tfüsse oder Haft-
scheiben sind ihm nicht klar geworden; im Text bezieht
sich darauf die Angabe, dass „unten zwischen den Augen
und Füssen zwei runde Flecken" seien, und in den Fi-
guren „b. Wie die Fischlaus unten aussieht", erblickt
man sie einmal als helle, ein andermal als dunkle Flecken
an richtiger Stelle eingezeichnet.
Sechs und zwanzig Jahre später, im Jahre 1783,
wird unser Thierchen zum zweiten Mal als „Laus eines
Karpfens" und „Laus von einem Pärsig"' erwähnt und ab-
gebildet von Heinrich B a k e r i), einem der Männer,
welche ohne planmässige Forschungen zu verfolgen, in
der Frühzeit mikroskopischen Beobachtens ihr Instrument
gegen die verschiedenartigsten Dinge richteten. Der
1) Ich kenne nur die zu Augsbui'g 1754 erschienene Ueber-
setzung des Werkes: Employment for the microscope. London 1753.
üebei" einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 7
•
englische Beobachter, offenbar mit einem besseren Mi-
kroskop verschen aJs Frisch, fördert, ohne von seinem
Vorgänger in Berlin etwas zu wissen, die Kenntniss un-
seres Thieres in namhafter Weise. Er unterscheidet nicht
blos die „flossfed erigen Beine'' (Schwimm füsse), deren
freies Ende er allerdings auf der Abbildung drei- und
vierfach gespalten sein lässt, und die „kurzen Vorder-
klauen" (zweites Paar der Kieferfüsse), sondern ist auch
über die Haftfüsse ins Reine gekommen, deren er als
juZwei grosse cylindrische oder vielmehr conische Sauger
von Ringlein zusammengesetzt" gedenkt. Dann scheint er
auch bereits etwas von den Fühlern bemerkt zu haben,
wenigstens möchte ich das, was er von „zwei Paar kurzen
starken Stacheln, davon ein Paar vorwärts ge-
spitzt liefen" auf das braune Paar der Antennen beziehen.
Die Augen sind bei ihm keine einfachen schwarzen
Tupfen mehr, sondern kugelförmige Körper, „in welchen
immer kleinere Kügelein im Zirkel hineingesetzt waren",
was denn auch die Abbildung gut ausführt. Ferner ist
ihm die baumförmige Verzweigung des Leberorgans im
Schilde nicht entgangen: er nennt sie „sehr schöne und
curiöse Aeste," ohne freilich herausfinden zu können, was
sie bedeuten, erdenkt au „Blutgefässe oder etwas heraus-
gehende Muskeln". Das Behagen des Beobachters an
der Untersuchung des ungemein durchsichtigen Thieres
blickt aus den Worten, dass es „ein angenehmes Subject
vor das Mikroskopium ist".
Was nun wieder die Frage anbelangt, ob der A.
foliaceus dem englischen Mikroskopiker vorgelegen, oder
etwa eine andere Art, so sprechen die Figuren für folia-
ceus und zwar ist Nr. XIV als Weibchen zu erkennen,
da jeder der beiden Schwanzlappen „mit einem schwarzen
Flecken bezeichnet war'', wie der Text sagt und auch
die Abbildung wiedergiebt. Dass dieser schwarze Fleck
aber die Samentasche des Weibchens ist, wird Jeder zu-
geben, welcher mit dem Thier sich bekannt gemacht hat.
Mit eben solcher Sicherheit lässt sich sagen, dass Nr. XV
(Laus von dem Pärsig) ein männliches Thier vorstellt :
es ist kleiner als das Weibchen, hat nicht die schwarzen
8 Leydig:
Punkte der Receptacula seminis, zeigt aber im Inneren
des Schwanzes einen länglichen abgegrenzten Körper —
den Hoden.
Lederraüller ist der nächste, welcher den Ar-
giilus in seinem Buche: Mikroskopische Gemüths- und
Augenergötzung, 1761, beschreibt und abbildet. Trotz-
dem, dass hier die Vergrösserung um ein Bedeutendes
gesteigert wird, stehen doch die Mittheilungen und die
Figuren hinter denen Baker's zurück, wie überbaupt
der letztere durch Wort und Bild sich als einen begab-
teren Beobachter ausweist, als solches Leder müUer
im Allgemeinen gewesen zu sein scheint. Von den An-
tennen hat unser Autor etwas bemerkt, die Haftfüssc
hat er „für zwei Luftröhren" ausgegeben, aus denen das
Thier Blasen in die Höhe geworfen, welch letztere Be-
merkung richtig ist, ohne aber die Deutung zu rechtfer-
tigen. Das darauffolgende Hakenfusspaar ist ihm völlig
entgangen; die Gabeläste der Schwimmfüsse zeichnet er
über alle Massen lang, wozu wohl das mangelhafte Mi-
kroskop verführt haben mag, denn die kleineren Dornen
der iSchwanzlappen haben sich unter seinem Instrument
ebenfalls zu langen Streifen ausgezogen. Was er „Rück-
grad" heisst, ist Magen und Darm; die Zeichnung zerlegt
aber das Organ wirklich in fünf bis sechs wirbelähnliche
Abschnitte, so dass offenbar dem Wort „Rückgrad*' eine
Bedeutung in engerem Sinne beigelegt ist. Das Exem-
plar war ein Männchen, was sich deutlich durch die „bei-
den braunen Theile" ergiebt, welche in den Schwanzlappen
eingeschlossen w^aren; es sind damit in ziemlieh richtiger
Weise die Hoden dargestellt. Dass das Thier A. foliaceus
war und keine andere Art geht aus der Abbildung un-
zweifelhaft hervor. Ledermüller giebt an, dass er
„bei dem seel. Herrn Rössel diese Kreatur schon gesehen
habe, der es den Dauphin genannt hatte". Dies bringt
fast auf die Vermuthung, als ob auch ein älterer franzö-
sischer Beobachter sich mit dem Thier beschäftigt habe;
doch kenne ich bis jetzt einen solchen nicht, denn Geof-
froy, welcher einmal besagtes Geschöpf auf dem
Stichling gefunden hatte ohne es näher zu untersuchen,
lieber einen Argulu s der Umgebung von Tübingen. 9
nannte es Binoculus gasterostei und überdies erschien sein
Werk : Histoire abregee des Insectes, Tome seconde, im
Jahre 1762, also nach dem Tode Rö sei's welcher 1759
starb.
Geoffroy hat, was nebenbei erwähnt sein mag, ein
von ihm aufgefundenes und abgebildetes Thierchen, wel-
ches er Binoculus hemisphaericus, cauda foliacea, capitis
puncto triplici fusco nennt, für einerlei mit der „Fisch-
laus" des Berliner Entomologen Frisch gehalten, was
entschieden irrig ist. Schon 0. Fr. Müller >) obschon
er das Thicr nicht selbst vor Augen hatte, erschloss be-
reits aus der Abbildung die Verschiedenheit; doch Hess
er dessen Krebsnatur gelten und nannte es Limulus pen-
nigerus. Auch Cuvicr^) sprach die Ansicht aus, dass
man es mit einer vom Argulus verschiedenen Gattung
zu thun habe, wenn die Abbildungen Geoffroy's genau
sind. Dr. N o 1 1, welcher das Thierchen im Rhein bei
St. Goar fand, theilte mir mit, dass es in Frankfurt (vom
öchöff H ey den ?) als eine Species der Krebsgattung
Cuma bestimmt wurde. Ich glaube mit Sicherheit, nach
eigener Untersuchung, angeben zu können, dass fragliches
Geschöpf kein Krebs, sondern eine Insektenlarve ist.
Ohne mich auf weiteres einzulassen, will ich nur bemer-
ken, dass die Athmungsorgane echte Tracheen sind. Sie
vertheilen sich an alle Organe, treten auch in die Muskeln
ein, ganz nach der Art wie dies im Leibe der Insekten
geschieht ; die stärkeren zeigen die unter dem Namen
„Spiralfadcn" bekannte Sculptur, die feineren haben eine
glatte Innenhaut.
O. Fr. Müller fast richtig zum erstenmal unter
Argulus delphinus die von Frisch, Baker und Leder-
müller dargestellten Thiere zusammen, ohne Gelegen-
heit gehabt zu haben, das Krebschen selber zu untersuchen ;
blos die Larve kam ihm unter die Augen, welche er
1) Entomostraca, 1785.
2) Regne animal 1811: Le binocle a queue en plumet de Geof-
froi nous inconnu; et si, la figure qii'il en a donaee est exacte, il
doit forraer un genre propre.
10 Leydig:
dann für eine besondere Art hält und Argulus ebaron
heisst. Dass er das fertige Thier nicht sah, lässt sich
schon aus der Weise der Behandlung und aus Angaben,
wie „oculi inferi" entnehmen, und wird überdies aus-
drücklich in der Einleitung *) bemerkt.
Aus diesen historischen Nachforschungen ging für
mich die Ueberzeugung hervor, das alle die älteren Be-
obachter nur den A. foliaceus in Händen hatten und
nicht eine dem A. phoxini entsprechende Form und dass
somit die letztere hier zum erstenmal als ein Glied der
deutschen Fauna angezeigt wird.
b. Gliederung der äusseren Gestall.
Kopf und Brust sind zu einem Stück verschmolzen ;
doch erhält eine seitliche Einbiegung und eine davon
nach rückwärts und einwärts ziehende Furche die Grenze
zwischen beiden Abschnitten. Das ganze Kopfbrust-
stück verbreitert sich schildförmig und giebt dem Thier
die bekannte flachgedrückte oder Scheibenform.
Der Schild besitzt auf der Rückenfläche, in so weit
er dem Kopf angehört, zwei horngelbliche Cuticular-
leisteu -) welche von hinten nach vorne ziehend sich
mehrfach [heilen. Hinter dem Augenfleck des Gehirns
setzen die Leisten wie gelenkartig gegen einander ab.
An der Bauchseite des Schildes ^) grenzen sich jederseits
drei muldenartige Vertiefungen von einander ab, zwei
kleinere vordere und eine grössere hintere; in der ersten
liegen die Antennen, die zweite dient zum Spielraum der
Saugnäpfe, die dritte überwölbt das zweite Paar der Kie-
ferfüsse (Klammerfüsse) und die Schwimmfüsse.
Das Abdomen'^) besteht aus vier Ringen, an wel-
chen die vier Paar Schwimmfüsse sitzen ; als fünfter um-
gewandelter Leibesring ist die sogenannte Schwanzflosse
1) Entomosti'aca p. 10.
2) Fig. 1.
3) Fig. 1.
4) Fig. 2.
lieber eineu Ai'giilus der Umgebung von Tübingen. 11
zu betrachten. Diese Aiitfassung wird nicht nur dadurch
gestützt, dass beim Männchen in fraglichem Körperaja-
schnitt die Hoden h'egen, sondern auch besonders d\irch
das, was man an ganz jungen Thieren oder Larven sieht ').
Hier ist der Schild des KopCJnuststückes so kurz, dass
der Leib mit seinen vier Segmenten frei liegt und die
sogenannte Schwanzflosse, um diese Zeit an der Unter-
seite mit ziemlich langen hellen Härchen besetzt, erscheint
als letztes fussloses Lcibessegment.
Die Rückenseite der Wurzel der Schwanzflossen
lässt bei guter Beleuchtung mit der Lupe eine mediane
kleine papillenartige Hervorragung erkennen, deren Be-
deutung mir unbekannt ist, denn der After folgt weiter
hinten im Ausschnitt der Flosse.
In dem eben genannten Ausschnitte und zwar der
Rückenseite angehörig, liegt ein verkümmertes Postab-
domen ^), in Form von zwei hellen, mit einer bestimmten
Zahl von Borsten besetzten Stummeln (Appendices bei
Andern).
Was die gegliederten Anhänge der Körperabschnitte
betrifft, so sind vier Antennen ^) vorhanden, ein vorde-
res ödes inneres Paar und ein hinteres oder äusseres; für
beide ist der Kopf nach unten jederseits etwas mulden-
förmig ausgehöhlt. Das vordere besteht aus zwei Glie-
dern, wovon das erste oder Wurzelglied kurz, aber breit
und mit einem starken nach rückwärts gerichteten Dorn
oder Stachel bewaffnet ist ; das zweite oder Endglied ist
länger und endet in einen scharfen, nach unten und ein-
wärts gekrümmten Haken ; aus dem Innern des Gliedes
hebt sich ein kräftiger langer, noch schwach gebogener
Stachel ab, der als Ersatzstachel anzusehen ist; etwas
nach hinten, und zwar bauchwärts steht ein kleiner Dorn,
so wie auch noch ein besonderer Höcker nahe der Ver-
1) Ich kann hiezu noch meine nicht veröffentlichten Abbildun-
gen, welche ich über die Ejitwickeluug des A. foliaceus im Jahre
1849 anfertigte, vergleichen.
2) Fig. 2 und Fig. 12.
3) Fig. 3 und Fig. 11.
12 Leydig:
bindungssteile dieses Gliedes, am Vorderrand, sich ab-
hebt. Den im Hakenglied eingeschlossenen , nach der
HäuCung als Ersatz an die Stelle des grossen tretenden,
hat Thor eil, wenn ich seine Worte und Zeich«ungen
gehörig auffasse, verkannt. Er scheint denselben für einen
nach aussen abstehenden Theil genommen zu haben und
so ist er denn auch in die Figur ^) wie durchschimmernd
einpunktirt. Heller hingegen hat für Gyropeltis das
Verhalten richtig beurtheilt.
Von dieser vorderen Antenne entspringt aber noch
ein Ast, der in seinem hellen und zarten Aussehen von
dem erwähnten Theile stark abweicht und bei T höre 11
der Anhang (Appendix antennae primi paris) heisst. Ich
zähle drei Glieder: ein kurzes Wurzelglied, welches nahe
der Basis des vorhin bezeichneten nach der Rückenflä-
che abgehenden und schwach gekrümmten Dorns ent-
springt ; dann ein langes Glied, welches an seiner Ver-
bindung mit dem dritten zwei helle, eine grössere in's
Breite gehende und eine kleinere schmälere Borste trägt;
das kurze Endglied ist am Gipfel ebenfalls mit etwa sechs
hellen Borsten besetzt.
Das hintere oder äussere Antennenpaar ist überhaupt
von der Beschaffenheit des letztgenannten Astes des vor-
deren Antennenpaares: hell, farblos, zarthäutig und mit
eben solchen borstenartigen Anhängseln versehen. Es be-
steht aus fünf Gliedern. Das Wurzelglied besitzt ausser
einem kurzen Dorn und einer längeren Borste noch nahe
an der Basis eine markirte Stelle von ovaler Gestalt, von
einem Cuticularring umgeben, innerhalb dessen die Haut
besonders zart erscheint und es kam mir vor, als ob da-
hinter die zelligkörnige Lage eine papillenartige Wöl-
bung bilde. Das zweite Glied trägt ebenfalls einige zarte
Borsten. Während diese beiden Glieder kurz und breit
sind, zeigen sich das darauffolgende dritte, vierte und
fünfte plötzlich cylindrisch verschmälert; sie tragen alle
in bestimmter Vertheilung blasse zarte Borsten von ver-
schiedener Gestalt.
1) A. a. 0. Fig. 5.
Ueber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 13
Heller, -welcher die Kenntniss der Argulinen um
eine neue Gattung, Gyropeltis, so wie um neue Arten der
Gattung Argulus, sämmtlich in Brasilien von .Natter er
gesammelt, bereichert hat '), will die Antennen nicht mit
diesem Namen bezeichnen, sondern heisst sie „die vorderen
Klammer- oder Kieferfüsse'', höchstens der Anhang oder
„Palpe" könne als Tastorgan gedeutet werdeu. Ich
glaube nicht, dass es nöthig sei die Ansicht im Einzelnen
zu widerlegen, denn es springt allzudeutlich in die Au-
gen, dass das vordere oder innere Paar den bei Krebsen so
häufig gegabelten inneren Antennen gleichwerthig ist.
Während der eine Ast der Gabel zum Klammerorgan
sich umgestaltet, daher nicht blos Stacheln, Dornen und
Haken entwickelt und die Cuticula desselben sich ver-
dickt, und gelblich verhornt, bleibt der andere Gabelast
(Anhang, Palpe der Autoren) Träger von Sinnesorganen:
von Tastborsten und vielleicht auch von Geruchszapfen.
Die hellblasse dünnwandige Beschaffenheit des ganzen
Theils und seiner zarten Anhangsgebilde redet durchaus
dieser Auffassung das Wort und hätte ich das Thier
frisch unter das Mikroskop bringen können, so wüsste
ich wohl noch Genaueres über die fraglichen Gebilde
anzugeben; selbst an dem in Weingeist ein Jahr lang auf-
bewahrten Thier lässt sich mit Sicherheit so viel sehen als
nöthig ist, um die obige Auffassung begründen zu können.
Die hintere oder äussere Antenne ist jedenfalls An-
tenne schlechthin geblieben, das heisst Sinnesorgan. Ich
habe wie an dem hellen Gabelast des ersten Paai'cs, so
auch hier im Innern der zweiten Antenne noch die Ner-
ven unterscheiden können, welche zu den Borsten und
Zapfen die Richtung nehmen; und möchte ich auch in Er-
innerung bringen, dass ich seiner Zeit an frischen Thieren
von A. foliaceus ein Nervenpaar aufgefunden habe, welches
vom Gehirn entspringend zu den Antennen geht -).
1) Beiträge zur Kenntniss der Siphonostomen, Sitzungsberichte
d. Wiener Akademie, Bd. XXV, 1857.
2) Vergl. meine Abhandlung in der Zeitschrift f. wiss. Zool.
1850. Der Nerv erscheint auch auf der Fig. 1 der Tafel XIX ab-
gebildet.
14 Leydig:
Heller zeichnet das erste und zweite Antennenpaar
als „ersten Klammerfuss" oder „ersten Fuss des Cepha-
lothorax" sowohl von Gyropeltis als auch den südameri-
kanischen Arten von Argulus derart, dass beide ein Wur-
zelstück gemeinsam haben. Ich zweifle ob das richtig
ist. Unverständlich ist mir, wie Claus, ein so gründ-
licher Kenner niederer Krebse \), sagen kann, die hinte-
ren Antennen der Argulida seien in zwei Saugnäpfe um-
gebildet, da doch das hintere Antennenpaar zugleich mit
den Saugnäpfen rein für sich besteht.
Weiter nach hinten folgen die auffälligen Saug-
n^äpfe^), welche man als vorderes Kieferfusspaar be-
trachten darf. Sie haben ungefähr die Form eines Frucht-
kelches mit kurzem Stiel. Man unterscheidet im eigent-
lichen Kelch drei Cuticular- oder Chitinringe, welche den
Theil ausgespannt erhalten : der zu äusserst liegende ist
des schmälste und dient als Basis des wie gefranzt aus-
sehenden häutigen Saumes des Bechers; bei starker Ver-
grösserung erscheint er nach vorne sägezähnig. Der
weiter einwärts folgende oder zweite King ist stärker
und auch mehr verhornt; der am tiefsten liegende oder
dritte Ring übertrifft die beiden anderen an Breite und
Härte, und bei starker Vergrösserung bietet er eine längs-
streifige oder Schichtenzeichnung dar, wie etwa dieDes-
cemet'sche Haut im Auge der Säuger. In der Haut
zwischen dem zweiten und dritten Ring scheint eine
Ringmusculatur herumzuziehen. Der häutige Randsaum
des Bechers hat eine zierliche Sculptur auf der Innen-
seite, indem durch cuticulare Erhöhungen dicht stehende
Längsreihen erzeugt werden, wovon jede am freien Rande
mit einem blattartigen Vorsprung abschliesst. Wenn der
schwedische Zoolog von diesem Rande bemerkt: plerum-
que inaequaliter dentatus, quasi lacerus est, so beruht
dies Aussehen auf ungleicher Entfaltung des Saumes und
seiner Blättchen, denn in Wirklichkeit ist er ringsum
sehr regelmässig gebildet und befranzt. Der weite Hohl-
1) Grundzüge der Zoologie, 1866. S. 206.
2) Fig. 2 und Fig. 4 u. 5.
Ueber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 15
räum des Kelches hört da, wo letzterer in den Stiel über-
geht, nicht auf, sondern verlängert sich als kanalartige
Bucht tief in den Stiel hinein. Die Uebergangsstelle des
Kelchraumes in diese Verlängerung erscheint als vier-
eckige Figur, hell oder dunkel je nachdem von oben
oder unten beleuchtet wird. Den diesen Eingang um-
grenzenden Boden des Kelches bilden — abgesehen von
der Cuticula und der darunter liegenden zelligen Schicht
— hauptsächlich vier dicke Muskeln, welche sich dort
festsetzen und durch ihr Einziehen zur Herstellung eines
luftverdünnten Raumes beitragen.
Die Matrix der Cuticula ist ebenfalls braun pig-
mentirt und gerade dort, wo die Pigmentirung stärker
ist und die Haut wie polsterartig einspringt, sehe ich
Ganglien, aus grossen Nervenzellen zusammengesetzt und
unmittelbar unter der Haut gelagert. Von A. foliaceus
habe ich seiner Zeit einen Nerven beschrieben und ab-
gebildet, welcher vom ersten Knoten des Bauchmarkes
(d. i. unterer Portion des Schlundringes oder Gehirns)
kommend , sich bald in zwei Aeste theilt , w^ovon der
vordere zu den in Rede stehenden Kieferfüssen oder
Saugnäpfen geht. Nach dem, was ich jetzt bezüglich des
A. phoxini anzugeben hatte, endet der Nerv, wenigstens
ein Theil, im Grunde des Saugnapfes gangliös ^). Zwi-
schen den Muskeln bleiben weite Räume und diese wa-
ren noch an dem Weingeistexemplar mit Blut reichlich
erfüllt; auch vom lebenden A. foliaceus hatte ich bereits
mitzutheilen, dass zwischen den Muskeln viel Blut kreise,
ja dass an der Wurzel der Saugnäpfe ein grosser Blutbe-
hälter zugegen sei.
Erscheint das erste Paar der Kieferfüsse zu Saug-
näpfen umgewandelt, so ist hingegen dem zweiten
Paar der Kieferfüsse ^) eine Leistung übertragen,
wie in ähnlicher Weise dem einen Gabelaste des ersten
Autennenpaares, nämlich die des Einhakens oder An-
klammerns ; nebenbei finden sich daran Gebilde, die auf
1) Fig. 13.
2) Fig. 2. und Fig. 6.
16 Leydig:
ein feineres oder Tast-Gefühl auch an diesen Gliedmas-
sen hinweisen. Das Wurzelglicd besitzt nicht nur drei
starke braune rückwärts gekehrte Stacheln, sondern eine
ovale erhöhte Platte, welche durch feinere Stacheln rauh
ist; bei näherer Besichtigung und entsprechender Ver-
grösserung zeigt sich der einzelne Stachel mehrzinkig.
Doch stehen auch noch, nahe dem hinteren Rande der
Platte, aber innerhalb des die Platte begrenzenden Cuti-
cularringes, zwei deutliche Tastfäden von hellem zarten
Aussehen und durch ihre Länge weit über die Stachel-
borsten hinausragend.
Auch die Haut der nächsten Glieder entwickelt, na-
mentlich nach hinten und unten, also da, wo die Bauch-
fläche des Argulus mit dem Körper des Fisches oder
seines Wirthes überhaupt in Berührung zu kommen hat,
besondere Rauhigkeiten. Man sieht nämlich, dass sich
auf allen diesen Gliedern eine Leiste oder Schneide er-
hebt und diese sowohl wie die nähere Umgebung tragen
mehrfach gezähnelte Stächelchen, die auch in kammartig
gestrichelte Plättchen oder längsstreifige Schüppchen sich
umsetzen. Endlich gesellen sich am Endglied des gan-
zen Kieferfusses zwei starke, scharf bogig nach einwärts
gekrümmte Haken hinzu, die lebhaft braun sind, so wie
auch ein paar Stellen der Haut, welche der Spitze jener
Haken gegenüber stehen. Die Ecken und die braunen
Stellen scheinen wie Zangenthelle gegen einander zu
wirken. Aber auch hier fehlen neben den Greiforganen
nicht die tastenden Gebilde ; denn ein heller weicher,
wie ein Finger gestalteter und abgerundeter Fortsatz,
welcher nach oben und aussen die braunen Krallen über-
ragt, wird schwerlich eine andere Function haben, als
den Ort vorher zu befühlen, ehe die Haken ihr Geschäft
verrichten sollen.
An den vier Ringen des Abdomens (Andere nennen
den Abschnitt unrichtig Thorax) sitzen die vier Paar
Schwimmfüsse ^). Jeder derselben wird aus vier
Hauptgliedern gebildet, die man der Hüfte (coxa), dem
1) Fig. 2.
Ueber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 17
Schenkel (femur)^ der Schiene (tibia) und dem Fuss (tar-
8us) an den Beinen der Insekten vergleichen kann. Die
Tibial- und Tarsalabschnitte sind längs getheilt oder ge-
doppelt ; Fiederborsten besetzen in bestimmter Verthei-
lung die Glieder dieser Beine. Noch ist es ein allgemei-
ner Zug in der Bildung der Schwimmfüsse, dass, da die
Haut nicht starr, sondern biegsam ist, sich die aufgezähl-
ten Glieder oder Hauptabschnitte abermals ringeln und
dadurch die Beweglichkeit erhöht wird.
Am ersten der Schwimmfüsse^) ist der Schenkel
am längsten; nahe seiner Verbindung mit der Schiene
geht ein nach der Hüfte gekehrter Fortsatz a b (^Flagel-
lum). Die Schiene ist im Gegensatz zum Schenkel kür-
zer als bei den nachfolgenden Beinen. Die Fiederborsten
beginnen schon an der Wurzel des Schenkels.
Am zweiten Fuss 2) hat sich der Schenkel ver-
kürzt, der Tibialabsehnitt hingegen ist länger geworden
und der Anhang oder das Flagellum geht von der einen
Tibia nahe an ihrer Verbindung mit dem Tarsus nach
oben und rückwärts ab. Dieser Anhang, welcher nur
dem ersten und zweiten Fusspaar zukommt, zeigt selbst
an dem Weingeistexemplar ein gewisses heileres Wesen
als die übrigen Abschnitte des Beines. Die Fiederborsten
beginnen erst an den Schienen. Der Schenkel trägt an
seinem Hinterrande einen Vorsprung von muschelförmi-
ger Krümmung ; gegenüber erhebt sich ein anderes ge-
krümmtes Blatt, so dass beide zusammen eine Art Zange
vorstellen. Die Ausseufläche dieses Haltapparates ist
rauh durch Stacheln von zweierlei Art, wovon die einen
spitz, die anderen platt sind. Das eine Ende der Mu-
schel wölbt sich zu einem rundlichen Haken zu, der mit
starken Dornen bewehrt ist.
Am dritten Schwimmfuss ^) übertrifft die Länge
des Schenkels etwas den des vorhergehenden Fusses;
dann ist insbesondere der Tibialabsehnitt länger und da-
1) Fig. 7.
2) Fig. 8.
3) P'ig. 9.
Archiv f. Naturg. XXXVII Juhrg 1. Bd. 2
18 Leydig:
bei schmäler als am zweiten Fusspaar. Der Schenkel
trägt am hinteren Rande die Samenkapsel, welche aus
zwei gewölbten, gegeneinander geneigten Klappen be-
steht, deren Aiissenfläche eine schuppige Sculptur zeigt.
Der Samenkapsel gegenüber, am oberen Rand des Schen-
kels besteht ein zweiter Haft- oder Zangenapparat: ein
rauher, stärker chitinisirter Vorsprung und ihm gegenüber
ein weicherer, hakig herübergreifender Theil. Zwischen
beiden ist der Schenkel eingeknickt, wohl wieder um die
Beweglichkeit dieses Gliedes zu erhöhen. Der Besatz
der Fiederborsten beginnt jenseits der Samenkapsel.
Am vierten ^) oder letzten Schwimmfuss ist das
Ilüftstück nach hinten schildförmig verbreitert; der Schen-
kel kurz, der Tibialabschnitt lang. Am Vorderrande des
Schenkels erhebt sich abermals ein dem Begattungsge-
schäft dienendes zusammengesetztes Gebilde von beiläufig
kegelförmiger Gestalt. Näher besehen besteht es aus
einem nach unten und einwärts g^ekrümmten, etwas stumpf
endigenden Haken; dann einer Anzahl gegen einander
schliessender Leisten und Klappen, mit theilweise gekör-
nelter und gezähnelter Oberfläche; einige der Leisten
sind durch stärkere Chitinisirung ihrer Cuticula von
horngelber Farbe. Dem Apparat schräg gegenüber ist
der hintere Rand des Schenkels eingeschnitten und die
Cuticula erscheint dort eine Strecke weit hart und braun ;
die Muskeln, welche in den Apparat aufstreben, nehmen
hier ihren Ursprung. Der Besatz der Fiederborsten be-
ginnt an diesem Beinpaare schon am Hüftglied.
Die haken-, zangen- und capselartigen Bildungen
an den Beinpaaren des männlichen Argulus gehören zu
einer Reihe von Umbildungen der Füsse, wie sie bei Ar-
thropoden nicht selten behufs des Begattungsgeschäftes
auftreten. Es können, gewissermaassen als Ausgangs-
punkt, einige Glieder des Tarsus der Vorderbeine etwas
verbreitert sein, so z. B. beim Männchen von Procrustes
coriaceus; eine stärkere Umformung ist es schon, wenn,
wie es bei der Gattung Dvticus der Fall ist, die drei
1) Fig. 10.
üeber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 19
Basalglieder vom Tarsus der Vorderbeine sich zu einer
grossen, tellerförmigen Haftscheibe, welche mit trichter-
förmigen Näpfchen besetzt ist, erweitern. Analog ist es
wohl auch, wenn z. B. beim männlichen 8phaeridium
scarabacoides das fünfte Glied des Tarsus sich erweitert
und in einen Ausschnitt und Vertiefung eine lange dicke
Klaue passt. Aus einer anderen Insektenordnung scheint
mir etwas Verwandtes die Bildung der Vorderschienen bei
der Heuschrecke Gomphocerus Sibiriens L. zu sein. Dort
sind beim Männchen die genannten Theile birnförmig
verdickt und blasig aufgetrieben *). Dass alsdann die
bekannten Verhältnisse der Libellulinen und Spinneu
physiologisch sich anschlicssen, liegt auf der Hand und
endlich als Gipfelpunkt von Anpassungen nach dieser
Seite hin wäre der Begattungsarm oder Hectocotylus der
Cephalopoden -) anzusehen.
3. Eiuige Bemerkungen i'iber den innern und histologischen Bau.
Die Haut des Schildes kann man im Allgemeinen
glatt nennen, denn nur bei starker Vergrösserung erscheint
auf der Rückenfläche eine zellige blasse Sculptur und im
Innern der zelligen Abgrenzungen kleinere Vertiefungen ;
der horngelben Kopfleisten wurde schon gedacht. An
der Unterseite des Schildes, da, wo er nicht muldenför-
mig vertieft ist, erheben sich zahlreiche feine Stacheln
von meist brauner Farbe, alle nach rückwärts und ein-
wärts gekehrt. Auch die Haut des Abdomens, der Kie-
fer- und Schwimmfüsse , wie das schon theilweise im
Näheren erwähnt wurde, entwickelt dorn- oder schup-
penähnlicbe Rauhigkeiten, was eben alles zusammenwir-
ken soll, dem Thier das Sichanheften am Fisch zu er-
leichtern. Ausserdem dienen noch zu gleichem Zwecke
mehrere grössere an der Bauchseite des Kopfbruststückes
angebrachte, in bestimmten Entfernungen stehende, braun-
gelbe Stacheln.
1) Das lebende Tbier sah ich zum erstenmal und in Menge auf
der Seiseralp in Süd-Tyrol.
2j Vergl. meine Histologie S. 537. Anmerkung.
20 Leydig:
Verschieden von solchen dem Zweck des Anklam-
naerns dienenden Hautfoitsätzen sind offenbar die hellen
zarten haar- oder borstenähnlichen Gebilde, deren schon
bei den Antennen ') und den Klammerfiissen gedacht
wurde. In die gleiche Gruppe möchte ich auch die vier
oder fünf Borsten bringen, welche das Ende des Post-
abdomens-) jederseits besetzen; nicht nur ihr helles weiches
Aussehen spricht hiefür, sondern auch der Zellenballen,
den ich noch an ihrer Basis zu unterscheiden vermochte
und den ich für nervös, d. i. für ein Endganglion halte.
Der Kopfschild hat ferner eine besondere Urasäu-
mung feiner Härchen, die wie starr gewordene Flimmer-
cilien sich ausnehmen. Zwischen ihnen heben sich Tast-
borsten ab, welche aus einem Basalstück bestehen, welches
schärfer gerandet ist, und einen zarten Faden; an der
Wurzel lässt sich ein zelliger kleiner Körper erkennen,
der rückwärts fadig ausläuft und wohl eine kleine Gang-
lienkugel vorstellt. Diese Sonderung in cilienartige Här-
chen und dazwischen stehende grössere Tastborsten er-
innert an Verhältnisse, wie man sie bei Weichthieren, so
wie von Strudelwürmern kennt. Bei dieser Gelegenheit
erlaube Ich mir au das zu erinnern, was ich über diesen
Gegenstand vor bereits zehn Jahren darlegte^); Anga-
ben, welche jüngeren Beobachtern wie Boll'*)und Flem-
miug ^) entgangen zu sein scheinen.
Bezüglich der übrigen Theile der Haut^ Drüsen,
Zellen und manchem Andern wüsste ich dem, was ich
darüber bereits von A. foliaceus mitgetheilt, nichts neues
beizufügen. In die grösseren Stacheln erhebt sich die
Matrix der Cuticula als zclliger Zapfen ; etwas braunes
Pigment zieht durch die Zelleniage, w^elche die Cuticula
1) Fig. 3.
2) Fig. 12.
3) lieber Gei'uchs- u. Gehörorgane der Ins.'kteii Arcliiv f. Ana-
tomie u. Physiologie 1860. S. 268.
4) Beiträge zur vergleichenden Histologie des Molluskentypus.
Archiv f. mikrosk. Anatomie. 1869.
5) Die haartrageuden Sinnesffllen in der Oberhaut der Mol-
luskfu, ebendaselbst Bd. Y.
Ueber einen Argulus der Unigebunp: von Tnbinp;en. 21
abscheidet, an verschiedenen Stellen, z. B. am Rande der
Mulde für die Antennen, noehr davon findet sich in den
Vertiefungen der Saugnäpfe, am zweiten Paar der Kie-
ferfüsse und im Riickenschild um die Magenaussackungen
herum; die Schwanzflosse besitzt, in so weit sie den Hoden
umfasst, zerstreute schwarze Pigmentflecken, die zahl-
reicher auf der Bauchseite sind als an der Rückenfläche,
Das Pigment der Augen bildet im Ganzen eine
nierenförmige Figur, wie auch sonst in dem näher unter-
suchten zusammengesetzten Auge der Arthropoden. In
die Eintiefung erhebt sich, einer Warze gleich, das Ende
des Sehnerven, um von da aus die Nervenstäbe gegen
die Krystallkegel abtreten zu lassen.
An dem sog. Sipho ') unterscheidet man leicht die
quere Mundspalte, überragt von einer kappenartigen Ober-
lippe. Es ist etwas diesem Theii bei verschiedenen Krebs-
thieren, z. B. den Phyllopoden und Daphniden, Eigenar-
tiges, dass er einen grösseren Blutraum im Inneren ber-
gend, dadurch wulstig aufgetrieben erscheint. Von der
Unterlippe weg erstreckt sich ein Chitingestell nach
rückwärts, welches vorne in mehrfachen Bogen sich ver-
bindet und in vier Stangen ausläuft, wovon das eine Paar
länger als das andere ist. Unmittelbar hinter der Mund-
öffnung machen sich kieferartige Theile '-) bemerklich,
welche mit ihren Wurzeln ebenfalls in das Chitingestell
übergehen. Mau unterscheidet einen hinteren mehrzac-
kigen Kiefer mit bezahntem und behaartem Ende, und
einen zarteren eher plattenartigen vorderen mit bedorn-
tem Rand ^).
1) Fig. 14.
2) Fig. 15.
3) Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir an die Mundbildung
eines parasitischen Krebses zu erinnern, den ich vor Jahren entdeckte,
und welcher trotz seiner merkvpürdigen Gestalt selbst von jenen
Zoologen übersehen worden ist, welche sich mit dieser Gruppe be-
sonders beschäftigen. Freilich lebt das Thier auch an einem Ort.
den vielleicht nur Wenige untersuchen: in den Schleimkauälen des
Kopfes der Fischgattung Corvina. Vergl. Archiv für Naturgesch.
1851. S. 259. Taf. III, Fig, 2 u, 3,
22 Leydig:
Der Ötaclicl, ötimulus, steht durch seine Scheide
und Lichtung mit der Höhlung des Sipho in Verbindung
und weist sich somit als umgebildeter Mundtheil aus,
trotzdem, dass er davon abgelöst erscheint.
Leider konnte ich einen Punkt in der Anatomie dieses
Thieres nicht von neuem prüfen, der mich schon seit
Längerm beschäftigt '). Das D r ü s e n p a a r nämlich, wel-
ches jederseits vor dem concaven Rande des oberen Astes
der Magenausatülpung liegt, ist doch sehr wahrscheinlich
der grünen Drüse des Flusskrebses zu vergleichen.
Mündet sie wirklich, wie ich es früher „erschliessen'' zu
können glaubte, im Stachel aus ? Bei dem jetzt zerglie-
derten, ein Jahr in Weingeist gelegenen Exemplar wollte
es mir scheinen, als ob der nach einwärts gewandte Zipfel
der Schlinge am zweiten Paar der Kieferfüsse (Klammer-
fuss) liege und zwar zwischen dem mit den drei starken
Stacheln in der Haftplatte versehenen und dem anstossen-
den Gliede, Doch lassen sich, wie Jeder welcher Aehn-
liches untersucht hat weiss, nur am frischen lebenden
Thier derartige Fragen bestimmter lösen.
4. Systematische Stellung.
Schon Zenker ist in Folge seiner schönen Studien
über Krebsthiere '-) zu der Ansicht gekommen, dass man
die Daphniden mit den Phyllopoden zusammenreihen
müsse und ihnen dann die Argulinen anzuschliessen habe.
Früher vereinigte man gern den Argulus mit den eigent-
lichen Schmarotzerkrebsen oder Siphonostomen. Es ge-
schieht dieses auch gegenwärtig noch von guten Kennern
der Krebse, wie z. B. vonClaus^) und Gers tack er ^).
Ich möchte jedoch der Gruppirung, wie sie Thor e 11^)
im Näheren aufgestellt hat, den Vorzug geben; sein
Schema ist:
1) Vergl. meine Naturgeschichte der Daphniden, S. 24.
2) Archiv f. Naturgeschichte, 1854.
3) Grundzüge der Zoologie, 1866.
4) Handbuch d. Zoologie von Carus und Ger staecker, 1863.
5) A. a. 0.
lieber einen Argulus der Umgebung von Tübingen. 23
Branchiopoda.
I. Phyllopoda.
1. Branchiopodidae. — 2. Apodidae. — 3. Limna-
didae. — 4. Nebalidae.
II, Cladocci'a.
1. Daphnidae.
III. Branchiura.
1. Argulldae,
Erkläriiug dpr Abbildungen.
Tafel I.
Fig. 1. Argulus phoxini sp. nov. von oben, geringe Vergrösserung.
» 2. Dasselbe Thier von unten, gleiche Vergrösserung.
Tafel II.
Alle Figuren, wenn nicht anders bemerkt, unter massiger
Vergrösserung gezeichnet.
Fig. 3. Antennen :
a Hakenglied des ersten Paares,
b sogenannter Anhang,
c Antenne des zweiten Paares.
» 4. Saugfuss, oder erstes Paar der Kieferfüsse, von der Seite
und ein Stück der Wand abgetragen.
T> 5. Ein Theil des Saumes vom Saugfuss von innen.
T> (^. Klammerfuss oder zweites Paar der Kieferfüsse. Zur Seite
einige der Ilautstacheln und Schüppchen für sich und stark
vergrössert.
B 7. Erster Sohwitumt'uss.
» 8. Zweiter Schwimmfuss,
T> 9. Dritter Schwimmfuss.
» 10. Vierter Schwimmfuss.
Von Fig. 7 bis 10 bedeutet:
a Hüftglied (coxa),
b Schenkel (femur),
c Schiene (tibia),
d Fuss (tarsus),
21 Leydig: Ueb. einen Argulue der Umgebung von Tübingen.
e Anhang (flagellum),
f Copulationsorgane.
Fig. 11. Erstes (a) und zweites (b) Autenrienpaar in ihrer gegen-
seitigen Lage-
» 12. Postabdomen,
n 13. Endganglion aus dem Saugfuss.
» 14. Mundkeule oder Sipho von unten.
» 15. Kiefertheile. stark vergrössert.
Skizze eines rationellen Systems der zoologischen
Nomenelatnr ').
Von
Prof. I*. Uartiiig
in Utrecht.
Vorgetragen in der Sitzung der Niederländischen kön. Akademie
der Wissenschaften vom 24. December 1870.
Als Linnaeus die binäre Nomenclatur einführte,
erwies er nicht allein den Zoologen und Botanikern einen
grossen Dienst, sondern er trug dadureh auch wesentlich
zur Förderung dieser Wissenschaften bei. Diese binäre
1) Als mir der gelehrte und berühmte Verfasser den Wunsch
aussprach, diese Uebersetzung seines bereits in holländischer Sprache
erschienenen Aufsatzes in das Archiv für Naturgeschichte aufzuneh-
men, damit er in weiteren Kreisen bekannt werde, als es die hol-
ländische Sprache wahrscheinlich macht, fühlte ich einiges Bedenken.
Ich bekenne, dass mich die vorgeschlagene Nomenclatur nicht an-
muthete. Mögen indessen die Schwierigkeiten der Durchführung
für jetzt unüberwindlich erscheinen, wie der Verfasser es selbst am
Schlüsse zugiebt, mögen die neuen Namen in ihrer Gleichförmigkeit
dem Geschmack vieler Leser wenig zusagen, so muss ich doch die
Besprechung des Gegenständes für nützlich halten. Chemische und
mathematische Formeln sind auch anfangs abschreckend, werden
aber nach erlangter Geläufigkeit ebenso verständlich wie die all-
tägliche Sprache ; und wie der Musikverständige aus den Noten so-
fort die Melodie liest und empfindet, ebenso würde der eingeübte
Zoologe und Botaniker die neue Nomenclatur verstehen. Sollten
Fachgenossen in eine weitere Besprechung des Gegenstandes, für
oder wider, eingehen wollen, so steht ihnen das Archiv gern zu
Gebote. Der Herausgeber.
26 Harting:
Nomenclatur war, und ist noch, eine Art von mnemo-
technisches Ilülfsmittel, wodurch einander nahe stehende
p^ormen bei einander gehalten und leichter dem Ge-
dächtniss eingeprägt werden, ohne dass man dieses mit
zu vielen Namen zu überbürden braucht. Sie machte es
möglich, eine Menge v^on besonderen Thatsachen zu ver-
einigen unter den jedesmal höheren Begriffen von Indi-
viduum, Art und Genus und diese also leichter zu über-
sehen.
Seit aber die zahllosen nach Linnaeus gemachten
Entdeckungen dazu geführt haben, seine Genera in eine
immer zunehmende Zahl von neuen Genera zu spalten
und zugleich viele neue dazu zu fügen, ist ihre Zahl so
ausserordentlich vermehrt, dass es wohl auch dem stärk-
sten Gedächtniss nur möglich ist, einen kleinen Theil
davon zu umfassen. Damit ist die Wohlthat der binären
Nomenclatur grösstcntheils wieder verloren gegangen
und kommt nur noch denjenigen zu Hülfe, die einen
kleinen Theil des Thicr- oder Pflanzenreichs zum aus-
schliesslichen Gegenstand ihres Studiums erwählt haben.
Vielleicht ist dieses selbst eine der Ursachen der immer
mehr zunehmenden Spaltung der Zoologie in kleinere
Zweige, so dass es sich fürchten lässt, dass einmal eine
Zeit kommen wird, wo es noch wohl Ornithologen, Er-
petologen, Conchyliologen, Lepidopterologen, Diptero-
logen u. s. w., aber keine Zoologen mehr geben wird.
Jeder weiss, dass in dem Geben von Namen, be-
sonders generischen, die grösste Willkür herrscht. Auch
ist es genug bekannt, dass eine Menge von Genera von
verschiedenen Autoren verschiedene Namen empfangen
haben, und dass dagegen mehrmals gleiche Namen ge-
geben sind an Genera, die im System himmelweit von
einander stehen. Wie beschwerlich und verwirrend diese
Synonymie ist, hat wohl jeder erfahren, der sich mit
dieser oder jener Gruppe mehr eingehend beschäftigt
hat. Freilich wird dieser Verwirrung begegnet durch
die Fürsorge, dass man den Autornamen dem Namen des
Genus hinzusetzt, aber auch dieser muss also im Ge-
dächtniss behalten vi^erden, was eine neue Bürde ist.
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 27
• Wenn man dem Ursprung unserer heutigen Genus-
namen nachspürt, so erkennt man bald, dass sie auf
dreierlei Art entstanden sind.
Erstens sind viele frühere Öpeeiesnamen zu Ge-
nusnamen geworden, wie: Felis, Canis, Crocodilus u. s. w.
Zweitens hat man danach gestrebt im Namen
einen der Hauptcharaktere anzudeuten, wie in den Ge-
nusnamen: (Jyprinodon, AnipJtipnovs, Trcmatodiscus, Ony-
choteuthis, Notacanthus u. s. w. Diese Methode würde
auch ganz rational sein und zugleich dem (jicdiicht-
niss zu Hülfe kommen, wenn es nicht schon oft ge-
schehen wäre, dass bei der Entdeckung von neuen
Arten, die ohne Zweifel dem nämlichen Genus, nach
allen Regeln der natürlichen Methode, einverleibt wer-
den mussten, die etymologische Bedeutung des Na-
mens nicht mehr zutraf, und folglich das Gedächtniss
nicht allein nicht unterstützt, sondern auf Irrwege ge-
führt wurde.
Endlich drittens ist eine gewisse Zahl von Ge-
nusnamen dadurch entstanden, dass man dem Namen
einer mehr oder weniger berühmten Persönlichkeit den
Ausgang la hinzugefügt hat. Eine solche Namen-Fabri-
cation ist freilich sehr unschuldig, und Namen, wie
Cuvieria, Audouinia, haben auch einen guten Klang.
Nicht alle aber sind so euphonistisch. So z. B. : Agas-
sizia, Vernenilina, Mac Andrem'a u. a. Jedenfalls ist
keinerlei Begriff daran gebunden, und nur das An-
denken verdienstlicher Männer wird dadurch lebendig
gehalten. Solches ist freilich keineswegs zu tadeln, aber
es scheint doch, dass das Andenken derjenigen, die durch
ihre Entdeckungen zur Förderung der Wissenschaft bei-
getragen haben, noch wohl auf würdigere Weise ge-
feiert werden kann, als durch die Verbindung ihres Na-
mens mit demjenigen einer Thiergruppe. Der Name
Cuvier's würde nicht vergessen werden, wenn auch
Peron nicht ein Holothurien- Genus und Lesueur ein
Medusen-Genus nach ihm benannt hätten.
Nur sehr selten hat man bei der Nomenclatur der
Genera das einzige meines Erachtens wahre Prinzip in
28 H a r t i n g :
Anwendung gebracht, dass nämlich: Verwandte For-
men auch verwandte Namen haben sollen.
Linnaeus hat solches wirklich mit seiner binären No-
menclatur für die Species gethan, und dieses System
von Doppelnamen wird wohl immer beibehalten bleiben.
Jetzt, wo die Zahl der Genera so ungeheuer vermehrt
ist, scheint es aber gerathen, einen Schritt weiter zu ge-
hen und in die Namen der Genera auch den Begriff der
Familie, wozu sie gehören, aufzunehmen.
Einige Zoologen haben dieses auch bereits gethan
und beim Geben von neuen Namen zugleich den Ver-
wandtschaftsgrad im Auge behalten. So z. B. sind die
Genera Saccomys und Otoniys von Cuvier, Cricetomys,
Hesperomys, Phloeomys von Waterhouse, Hydromys und
Äcomys von Geoffroy, Drymomys von Tschudi alle Glie-
der der Familie der Murina] — die Genera Echino-
cidaris Desor, Acrocidaris Agass. , Leiocidaris D6sor,
Cidaris Lam. sind alle verwandte Formen aus den Fa-
milien der Echinidae und Cidaridae ; üroeter Forbes,
Cre7iasier Lhuyd, Solaster Forb., Chaetaster Müll. Trosch.,
Coelaster Agass., Oreaster Müll. Trosch., Scytaster Müll.
Trosch., sind alle Asterien; die Genera Ophiocnetuis,
Ophioderma, Ophiarachna, Ophiolepis, OpJiiacantha, Ophio-
iiyx, Ophiomastix, Ophiomyxa, Ophioscolex von Mül-
ler und Troschel, Ophiopecten, Ophiactis, Opkiopholia,
Ophiohlenna von Lütken , Ophiopeza und Ophiarilirwn
von Peters, Ophiophila Forb., Ophianoplus Sars, Ophiu-
rella Agass., sind alle Ophiuren. Man fühlt sogleich,
wie eine solche Uebereinkunft der Namen dem Gedächt-
niss zu Hülfe kommt. Schade nur, dass man in sehr
vielen Fällen von diesem Princip abgewichen ist, und so
Namen entstanden sind, die im Klange anderen Namen
ähneln, ohne zugleich verwandte Formen anzudeuten.
So z. B. sind Claviaster, Dysaster, Sainzaster, Toxaster
von Agassiz, Ojfaster, Ilemiaster von Desor, Cardi-
aster Forbes, hifulaster Hagenow keine Asterien, son-
dern Echinoiden; Ophidiaster ist keine Ophiure, sondern
eine Asterie ; Ophiopsis Fitz., Ophiops Menestr. sind Rep-
tilien; Ophisurus Lac. und Ophisurazus Kaup. sind Fische;
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 29
Ophiusa Ochsenl). ist ein Lcpldoptercn-Genus ; OpJnodroma
Sars und Op/nocepJialusDeWe Chiaje sind Würmer. Und
dass man sich auch irre führen lassen würde, wenn man
in allen Thieren, deren Namen mit mys endigen, Muriaen
sähe, folgt aus den Namen Pteromys Cuv, und Ärctomys
Cuv,, welche Sciurlnen, liylomys Müll., das ein Insec-
tivore, und Stratiomys üeolfr., das ein Genus von zwei-
flügligen Insekten andeutet.
Wie nützlich die Anwendung des einfachen Prin-
cips ist, dass verwandte Sachen auch verwandte Namen
haben sollen, ist von den Chemikern schon längst eingese-
hen. Die als Namensendigungen gebrauchten Wörter:
oxydul, oxyd, hyperoxyd u. s. w. kommen dem Gedächt-
niss kräftig zu Hülfe. Der nämliche Zweck ward erreicht
durch die aus nur wenigen Ruclistaben und Ziffern be-
stehenden chemischen Formeln, Jeder weiss wie sehr
dadurch die Uebersicht der langen Reihen von organi-
schen Verbindungen erleichtert ist, und mehr und mehr
wird man daran gewöhnt, die Formeln statt der Namen
zu gebrauchen.
Es ist leicht einzusehen, dass die Einführung einer
auf dem nämlichen Princip fassenden Nomenclatur in
der Zoologie und der Botanik nicht allein das Gedächt-
niss sehr erleichtern würde, so dass eine weit grössere
Zahl von Namen leicht behalten werden würde, sondern
dass dadurch auch Namen und Begriffe mit einander in
gehörige Uebereinstimnuing gebracht werden können, so
dass das Hören oder Sehen eines Namens sogleich den
Begriff weckt, dem der Name entspricht. Begriffe sind
in den beschreibenden Naturwissenschaften die Summen
einer gewissen Zahl von wahrnehmbaren Eigenschaften.
Mit anderen Wortezi: die Nomenclatur soll so eingerichtet
sein, dass beim Hören oder Sehen eines Namens auch
sogleich ein Bild eines Thieres oder einer Pflanze vor
den Geist tritt, das eine gewisse Zahl von Eigenschaften
oder Charakteren besitzt, welche es mit anderen gemein
hat oder wodurch es sich von anderen unterscheidet.
Eine solche, auf festen, von Allen angenommenen
Principien berulionde Nomenclatur würde gewiss eine
30 Harting:
sehr gewünschte Verbesserung sein. Ist sie aber aus-
führbar? Und wenn sie dies auch wäre, kann man die
Hoffnung hegen, dass sie nach und nach allgemeinen
Eingang finden wird? Die erste dieser Fragen kann,
wie das folgende zeigen wird, zustimmend beantwortet
werden. Was die zweite betrifft, so fürchte ich zwar,
dass nur Wenige sich werden dazu entschliessen können,
die alten Namen, woran sie durch längeren Gebrauch
sich gewohnt haben, und die vielleicht mit ihren eigenen
Namen verbunden sind, worauf sie eine Art Eigenthums-
recht haben, Preis zu geben.
Wie schwer eine Vertauschung von alten Namen
mit neuen ist, lehrt die Erfahrung. Noch immer sind
Namen, wie Mercurius dulcis, Sublimat u. dergl. in täg-
lichem Gebrauch, obgleich die Chemie längst bessere
an ihre Stelle gesetzt hat.
Wenn ich es dennoch wage, eine neue zoologische
Nomenclatur vorzuschlagen, so bilde ich mir auch kei-
neswegs ein, dass diese bald allgemein angenommen wer-
den wird. Dennoch erachte ich einen solchen Vorschlag
nicht ganz zwecklos, wenn es auch nur wäre, um die
Aufmerksamkeit und Theilnahme der Zoologen auf die-
sen Gegenstand zu lenken. Man erblicke denn auch in
dem Folgenden nur einen ersten Schritt, um eine solche
Reformation vorzubereiten. Diese Reformation soll, wenn
sie ihren Zweck erreichen will, eine radikale sein. Man
kann wohl danach streben von den alten Namen so viel
zu behalten als sich behalten lässt, ohne das bereits ge-
nannte Hauptprincip einer mehr rationellen Nomenclatur
aufzuopfern, wonach verwandte Formen auch verwandte
Namen tragen müssen, allein es zeigt sich bald, dass von
diesen Namen nur Theile in die neuen Namen übergehen
können, wenn man die Verha sesquipedalia meiden will.
Auch habe ich keineswegs die Absiciit, jetzt schon
dieses neue System in allen seinen Details auszuarbeiten.
Ich wünsche hier nur seinen Grundriss zu zeichnen, der
sich vielleicht selbst noch für Verbesserung fähig zeigen
wird, wenn meine Fachgenossen sich die Mühe geben
wollen darüber nachzudenken. Eine so umfassende Re-
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 31
form kann natürlich nur unter der Mitwirkung und Be-
theiligung von sehr Vielen zu Stande kommen.
Der Plauptzweck, den ich zu erreichen strebte, ist:
durch eine geschickte Combination von Vo-
calen und Consonanten End-Sylben für die
Namen der Genera zusammenzusetzen, in der
Art, dass im Namen des Genus auch die Fa-
milie, die Ordnung, die Klasse und die Haupt-
abthe iiu n g, w ozu d as G e nus ge h ör t, begriffen
sind.
Es wird sich zeigen, dass zwei solcher End-Sylben
dazu vollkommen zureichen.
Ziemlich allgemein werden jetzt sieben Hauptab-
theilungen des Thierreichs angenommen. Darunter sind
fünf, die als wahre Haupttypen zu betrachten sind, wovon
man mit vieler Wahrscheinlichkeit behaupten mag, dass
sie ein für allemal fest stehen, wenn auch ihre Grenzen
noch raodificirt werden können. Ebenso hat man in
jeder lebenden Sprache fünf einfache Vocale. Jeder
dieser Vocale kann einer Hauptabtheilung zugewiesen
werden. Zugleich kann dann die ganze Abtheilung da-
nach benannt werden, wenn man den Ausgang res dem
Vocal anhängt.
Sei z. B. a der Vocal für die Vertehrata, so heissen
diese Ares.
Ich schlage vor die verschiedenen Vocale folgender
Art zu vertheilen:
Für die beiden übrigen weniger typischen Abtheilungen
der Vermes und der Protozoa kann man dann für jede
einen Doppelvocal wählen. Am einfachsten wäre es
wohl, dazu die in der deutschen Sprache üblichen ö und
U zu nehmen.
Man siebt sogleich ein, wie bequem es wäre, wenn
schon der Klang eines Genusnamen andeutete, ob es sich
32 Harting:
um ein Vertebrat, ein Mollusk u. s. w. liandelf. Eben
so leicht lässt sich aber auch die Klasse andeuten. Dieses
kann geschehen mit einem vor den Vocal gestellten
Consonanten. Die Wahl dieses Consonanteu ist aber keine
ganz gleichgültige Sache.
Die Zahl der Klassen in den verschiedenen Haupt-
abtheilungen ist nicht gross. 8ie beträgt 4 in der Ab-
theilung der Fertebrata, 3 in derjenigen der Art/trozoa,
2 der Fermes, 8 der Mollusca, 4 der EcJnnodermafa, 3
der Coelenterata, und 6 der Protozoa. Die grösste Zahl
der Consonanten, welche zur Andeutung der Klasse be-
uöthigt sind, beträgt somit 8, meist weniger. Man kann
darum aus den Consonanten diejenigen wählen, die in
der Aussprache am meisten von einander verschieden
sind. p]s ist nämlich deutlich, dass es für Namen, die
nicht nur geschrieben sondern auch ausgesprochen werden
sollen, am vortheilhaftesten ist, nicht solciie Consonanten
zu wählen, die in der Pronunciation nahe übereinstimmen,
wie die b und p, die / und v, die g und ch, die d und
t, die m und w.
Hierbei kommt auch noch etwas anderes in Be-
tracht. Eine geschickte Wahl der Consonanten giebt
zugleich die Gelegenheit, diese mit einem zweiten Con-
sonanten zu verbinden und letzteren zur Andeutung der
Unterklasse zu verwerthen. Nicht alle Klassen sind in
Unterklassen getheilt, und wo solch eine Theilung Statt
findet, variirt die Zahl der Unterklassen von 2 bis 6.
Wo ihre Zahl am grössten ist, wird man deshalb zur
Andeutung der Klasse denjenigen Consonanten wählen,
der die grösste Zahl von Verbindungen mit anderen Con-
sonanten zulässt.
Als Doppcl-Consonanten, die mit sehr wenigen Aus-
nahmen in allen Sprachen vor einen Vocal gestellt wer-
den können, kann man die folgenden aufzählen:
bl, br;
cl, cm, cn, er, es;
cid, chm, dm, ehr ;
dl, dr ;
P,fr,fn;
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 33
gl, gm, gn, gr ;
pl, pm, pn, ps ;
sl, sm, sUf sp, seh, sohl, sehr;
tl, tr, ts ;
vi, vr.
Man hat also die Wahl zwischen 10 Consonanten zur
Andeutung der Klasse und Unterklasse, und diese Zahl
ist für den beabsichtigten Zweck mehr als zureichend.
Wir wollen dieses wiederum an einem Beispiel /eigen.
Wählen wir für die
Mamma lia p
Aves 0
lieptilia f
Pisces s.
Die Namen dieser Klassen werden dann Pares,
Cares, Fares, Sares, worin der Laut a ihren Vertebraten-
Character andeutet.
Nur die Klasse der Vögel bildet ein so geschlos-
senes (janzes, dass man sie schwerlich je in Unterklassen
theilen wird. Die Genusnamen können darum alle en-
digen in ca. Was die drei übrigen Vertebraten-Klassen
betrifft, so kann man folgenderweise für jede Unterklasse
einen eigenen Doppel-Consonanten zur Bildung der End-
öylbe wählen , woraus sich dann zugleich von selbst
der Name der Unterklasse ergiebt.
Archiv für Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd.
34
Harting;;
Während in der End-Sylbe also die Hauptabthei-
lung, die Klasse und die Unterklasse rcpräsentirt sind,
kann eine zweite davor gestellte Sylbe zur Andeutung
der Ordnung und der Familie dienen. Es scheint mir
am besten zu sein, darin den nämlichen Vocal zu wieder-
holen und diese wieder mit Consonanfen zu combiniren,
in der Art, dass der Consonant am Ende der Sylbe die
Ordnung, und der am Anfang die Familie bezeichnet.
Die Zahl der Ordnungen in einer Klasse wechselt
von 1 bis 17. Wenn eine Klasse nicht in Ordnungen
gctheilt ist, fehlt auch der Grund zur Stellung eines
Consonanten am Ende der ersten Sylbe. Die grosste
Zahl der Ordnungen tritt auf in der Klasse der Säuge-
thiere. Es wird deshalb genügen, diese als Beispiel zu
nehmen. Bei der Wahl der Consonanten scheint es
zweckmässig, diejenigen Ordnungen, welche die grösste
Zahl von Genera und Familien zählen, mit solchen Con-
sonanten anzudeuten, die den schärfsten Klang haben.
Diese Regel ist in der folgenden Liste in Acht genom-
men, worin die beiden Sylben, ausser der Hauptabthei-
lung, die Klasse und die Unterklasse, auch die Ordnung
anzeigen, und zugleich auch die Namen der Ordnungen
verzeichnet sind.
Plar es.
aynpla Amplares
aopla Acpiares
aohpla Achplares
aspla Asplares
afpla Af plar es
atpla Atplares
angpla Angplares
app la App lar es
axpla Axplares
alpla Alplares
arpla Arplares
altpla Altplares.
F lace7italia,
Bimana,
Quadrumana
Dermoptera
Carnivora
Kuminantia
Pachydermata
Sirenia
Cetaoea
Chiroptera
Insectivora
Modetitia
Edentata
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 35
Didelphia,
Sarcophaga
Syndactylina
Fedimana
OUrina
Erpet 0 de Iphi t
Monotremaia
Prar es.
arspra Arsprares
afspra
atspra
alspra
Afsprares
Atsprares
Alsprares.
P sares.
apsa Apsares.
Ich habe mit Vorbedacht diesen schwierigsten Fall
gewählt, um zu zeigen, dass, wenn man sich nicht
scheut, auch einige Doppel - Consonanten einzuschalten,
sich jede Ordnung der i^äugethiere auch in der ersten
der beiden Sylben andeuten lässt. Eigentlich aber wäre
überall, auch in den beiden letzten Unterklassen, dieses
auch mit einem einfachen Consonanten zu erreichen, da
der Unterschied zwischen Placentalia, Didelphia und
Erpetodelp/na schon in der letzten Svlbe genügend aus-
gedrückt ist. So könnte man selbst der Parallelie zwischen
diesen Unterklassen Rechnung tragen, und z, B. die Car-
nivora und Sarcophaga mit aspla und aspra, die Hodeniia
und Qlirina mit arpla und arpra bezeichnen.
Für die Familien wird man freilich auch in einigen
Fällen seine Zuflucht zu doppelten Consonanten nehmen
müssen. Doch tritt dieser Fall nur selten ein. Auch
hier wird man vorzugsweise zur Andeutung der formen-
reichsten Familien die am schärfsten und deutlichsten klin-
genden Consonanten wählen.
Nehmen wir als Beispiel die Ordnung der Rodentia,
mit 11 Familien.
Ho dentia, Arplares.
36 Harting:
Im Ganzen sind 47 einfache und doppelte Conso-
nanten disponibel, welche vor eine der Sylben, und 34,
welche am Schluss der ersten Sylbe gestellt werden
können. Alle möglichen Combinationen zusammen be-
tragen also 47x47x34 = 75,106 oder ebenso viele zwei-
sylblge Wörter mit immer gleichen Vocalen in den bei-
den Sylben, und mehr als eine halbe Million, wenn die
sieben oben genannten Vocale jeder für sich mit den
Consonanten combinirt werden.
Der Vorrath von möglichen Combinationen ist dem-
nach gross genug, selbst wenn die Sucht zur Bildung
von neuen Genera noch merklich zunehmen sollte, was
freilich nicht zu hoflfen ist. Wir müssen aber doch be-
merken, dass der wirkliche Vorrath ein mehr beschränkter
ist, weil die Zahl der Klassen, Unterklassen und Ordnun-
gen immer kleiner ist als die Zahl der disponibeln Consonan-
ten. Dennoch ist sie grösser als gefordert wird. Für die
Säugcthiere, mit 3 Unterklassen und 17 Ordnungen be-
trägt die Zahl der Combinationen 3x17x47 oder 2397,
d. i. mehr als oOmal die Zahl (62) der Familien, die be-
nannt werden sollen.
Die Genusnamen endlich können auf gleiche Weise
gebildet werden, wenn man den beiden Endsylben noch
eine dritte voran stellt. Diese Sylbe kann aus einem
einfachen oder doppelten Vocale, wo nöthig noch com-
binirt mit einem einfachen oder doppelten Consonanten
bestehen. Ausser den 7 schon genannten Vocalen, hat
man noch : au, ui, ou, ai, ei, ea, ia, m, io, eo, ij, also im
Ganzen 19 durch verschiedene Schriftzeichen angedeutete
Laute. Die Combination dieser Buchstaben mit einem einfa-
chen oder doppelten Consonanten würde 19x47x 19 = 927
verschiedene Sylben geben, die zur Unterscheidung der
Genera in einer Familie verwendet werden können. Mit
Ausnahme vielleicht von einigen Insektenfamilien (die
CurcuLionides, die Cerambycidae) genügen demnach fast
immer drei Sylben zur Bildung der Genusnamen, und
sehr zusammengesetzte Wörter, wie z. B. Marsupiocri-
nites, Pseudo-Hypophthalmus, Acanthochiasma, Diaplia-
nocephaUcs u. dgl. können ganz vermieden werden.
Skizze eines lationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 37
Es wurde dennoch seine niitzllche Seite haben,
wenn nuan die alten Gemisnamen ganz oder zum Theil
in den neuen Combinationcn aufnehmen könnte^ unter
der Bedingung, dasss die Zahl der Sylben dadurch nicht
über drei oder vier wüchse. Wir wollen auch dieses
durch ein Beispiel erörtern. Die End-Öylbcn larpla deu-
ten unter den Ixodentia oder Arplares alle Scmrhia an.
Von den dazu gehörigen Genera können Sciurus, Ftero-
mys, Spei'mopliilus, Arctomys, Tamias, Myoxus den Na-
men empfangen von Sciularpla, Fterolarpla^ Spermolar-
fla, Arctolarpla, Tamilarpla, Myolarpla. Die Namen von
anderen Genera derselben Familie, wie: Ayiomahirus,
Eliomys, Muscardimis, schicken sich weniger gut dazu,
wenn man nicht bis fünf Sylben steigen will, und in
solchen Fällen scheint es besser ganz neue Namen zu
bilden oder höchstens die Anfangsbuchstaben zu behalten^
wie in Alarpla, Elarpla, Mularpla.
Das bisher gesagte wird, glaube ich, genügen zum
Verständniss des vorgeschlagenen Plans, und zugleich
um zu zeigen, dass es wirklich ausführbar ist. Ich bin
aber weit davon entfernt die Schwierigkeiten zu ver-
kennen, die sich der Einführung dieses neuen Systems
entgegenstellen. Es sei mir erlaubt darüber schliesslich
noch einige Worte zu sagen. Vielleicht wird es mir
gelingen, zu zeigen, dass wenigstens ein Theil dieser
Schwierigkeiten überwunden werden kann, und dass an-
dere mit der Zeit und dem Gebrauch nach und nach
von selbst schwinden werden.
Erstens kann man Bedenken haben gegen die En-
digung aller Genusnamen mit einem Vocal. In der bis-
herigen Nomenclatur ist nur das a als Endigungs-Buch-
stabe in vielfältigem Gebrauch, und für die Vertebrata
oder Ares besteht dann auch kein Grund, warum nicht
alle Namen mit diesem Buchstaben endigen sollten. Ob-
gleich seltener, begegnet man auch dem e und dem o
als Endigungs-Buchstaben, wie in Hapale, Fenelope, Alcy-
one, Mene, Clepsine, Eiinice, in Homo, Gulo , Carho,
Salmo, Aspredo, Loligo, Curcuiio u. s. w. Man würde
also sich nicht allzu viel gegen den Gebrauch versündigen,
38 Karting:
wenn mau diese Buchstaben am Schluss der Namen be-
hielte. Anders freilich ist es mit den Vocalen i, u, ö
und ü. Diese sind bis jetzt nicht als Endigungs-Buch-
staben von Genusnamen in Gebrauch. Es ist aber leicht
sich in dieser Hinsicht dem Gebrauch zu fügen. Man
braucht diese Vocale nur mit einem s zu verbinden, und
so werden die Endigungen der letzten Öylbe: is, us, ös
und üs. Auch für das e scheint diese Beifügung räth-
lich, falls man sich nicht gewöhnen wollte, das e immer
als e auszusprechen und zu schreiben.
Ein zweites Bedenken kann man vielleicht in dem zu
geringen Unterschied im Laut der Endsylben linden,
wodurch Verwirrung in den Namen zu fürchten steht.
Mir scheint eine solche Furcht keinen dauernden Grund
zu haben. Anfangs freilich, so lange man sich an die
neue Sprache noch nicht gewöhnt hat, kann sie Anlass
zu solcher Verwirrung geben, aber wenn man durch
längeren Gebrauch sich daran gewöhnt hat, die betreffen-
den Buchstaben, welche den Unterschied zeigen, schärfer
zu betonen, und auch die Aufmerksamkeit von selbst dar-
auf gerichtet ist, wird man den Unterschied jedesmal
leicht erkennen. Dass für den schriftlichen Gebrauch
eine solche Verwirrung nicht leicht eintritt, lehren uns
die Chemiker, die mit C, H, O und N und einigen hin-
ter diese Buchstaben gestellten Ziffern die Zusammen-
setzung von zahllosen Substanzen ausdrücken, ohne dass
derjenige , der seine Aufmerksamkeit gehörig darauf
richtet, Gefahr läuft durch die einander oft sehr ähnlichen
Formeln irre geführt zu werden. Und so glaube ich
auch, dass die Zoologen, wenn einmal solche Endsylben,
die gewissermassen als Formeln der Thierformen gelten
können, allgemein in Gebrauch sind, diese mit Leichtig-
keit zu unterscheiden lernen würden. Uebrigens braucht
man nur ein alphabetisches Register von Genusnamen
einzusehen um bald zu bemerken, dass sehr viele darunter
sind, deren Aehnlichkeit gross ist. Nur deuten solche
dann ganz verschiedene Thierformen an und führen also
auch auf einen noch viel weiteren Irrweg.
Eine dritte Einwendung, die man geneigt sein kann
Skizzi.' eines rtiLioiiellou Systems d. zoolug. NoiiKMiclatur. 39
gegen die vorgeschlagenen Namen zu machen, ist ihr
Mangel an Wohllaut. Gerne gebe ich zu, dass die har-
ten Consonanten, welche man gerade vorsätzlich wählen
wird, damit der Unterschied im Klange deutlicher sei,
auch den Namen etwas hartes und scharfes geben. Es
scheint mir aber, dass, obgleich auch die Euphonie ihre
Rechte hat, diese doch bei einer wissenschaftlichen No-
menclatur erst in zweiter Reihe Beachtung verdient.
Uebrigens kann man auch dieses so viel wie möglicii
thun, durch eine geschickte Wahl der Consonanten, wo-
bei man besonders die Doppcl-Consonantcn meiden wird.
In den bei weitem meisten Fällen kann solches leicht
geschehen. Ich habe solche Doppcl -Consonanten zur
Andeutung der Unterklassen verwendet, aber erstens
sind nur einige Klassen in Unterklassen getheilt, und
zweitens ist ihre Andeutung keineswegs absolut noth-
wendig.
Bei weitem wichtiger aber ist eine vierte Einwen-
dung, so wichtig selbst, dass die Einführung nicht allein
dieses sondern auch jedes andern Systems einer mehr ratio-
nellen Nomenclatur dadurch noch lange und vielleicht
für immer gehemmt werden wird. Diese Einwendung
betrifft den Umstand, dass die systematische Anordnung
der Thiere, deren sieht- und hörbarer Ausdruck die No-
menclatur sein soll, keineswegs fest steht und muthmass
lieh wohl nie fest stehen wird, weil man bei der Anord-
nung von verschiedenen Gesichtspunkten ausgehen kann
und es wohl keine einzige vollkommen gute systema-
tische Anordnung giebt, noch je geben kann, keine die
nicht wenigstens in einigen Hinsichten von einer anderen
übertroffen werden möchte. Ich brauche dann auch w^ohl
kaum zu sagen, dass wenn ich in den mitgetheilten Bei-
spielen, die den Zweck hatten zu zeigen, wie die Nomen-
clatur einiger Abtheilungen eingerichtet werden könnte,
der systematischen Anordnung gefolgt bin, welche ich
in meinem Lehrbuch ^) gegeben habe, ich darum noch
1) Leerboek der Dierkunde, in hären geheelen omvang. Tiel
1862—1870. 3. Bd.
40 H a r t i 11 g :
keineswegs diese Anordnung als unverbesserlich betrachte.
Ich glaube im Gegentheil, dass jedes System, und so
auch das in meinem Buche, seine guten und seine schwa-
chen Seiten hat, und dass dieses wohl immer so bleiben
wird. Wenn man mit der Einführung eines mehr ratio-
nellen Systems der Noraenclatur warten wollte, bis alle
Zoologen hinsichts der Begränzung und der Zahl der
Klassen, der Ordnungen und Familien zur Einigkeit ge-
langt wären, dann würde man die Einführung ad caleyidas
graecas verschieben. Das Beispiel der Chemiker lehrt
auch hier, dass mit Beibehalt der allgemeinen Principien,
ein gewisses Maass von Freiheit bestehen bleiben kann,
das Modificationen erlaubt, wenn solche nöthig geworden
sind. Eine Nomenclatur, wodurch die Wissenschaft in
ein festes Schnürleib gepresst würde, würde gewiss schäd-
lich sein. Das früher Gesagte über die geräumige Wahl
aus den zahlreichen möglichen Combinationen, die zur
Verfügung stehen, genügt zur Abwendung solcher Furcht,
da bei veränderter Anschauung auch leicht die Namen
geändert werden können.
Somit glaube ich, dass die Schwierigkeiten, worauf
ein solches System anfangs stossen würde, obgleich gross,
doch keineswegs unüberwindlich sind. Jede radikale
Reform stösst auf solche Schwierigkeiten, wenn es auch
nur die der Gewohnheit wären. Es wäre eitel zu glau-
ben, dass eine kurze Zeit genügen würde, solche alte
Bänder zu zerreissen, wie diejenigen sind, wodurch die
althergebrachten Namen mit unserer Vorstellung ver-
bunden sind. Die alten Namen werden wohl noch sehr
lange im Gebrauch bleiben, auch wenn die neuen ratio-
nelleren Namen daneben angegeben werden. Nur nach
und nach können diese Eingang finden und am Ende
zur Gewohnheit werden. Die Frage ist eigentlich nur,
ob eine solche Reform nützlich ist oder nicht. Mir scheint
das erste schwerlich bezweifelt werden zu können. Da-
mit will ich aber keineswegs behauptet haben, dass
auch das vorgeschlagene System das beste ist was sich
ausdenken lässt. Die Zeit ist längst vorüber, wo Einer,
selbst wenn er ein Lin naeus wäre, als Gesetz-
Skizze eines rationellen Systems d. zoolog. Nomenclatur. 41
geber in der Nomenclatnrsache auftreten könnte. Mein
Zweck mit diesen Zeilen ist nur, die Sache bei meinen
Fachgenossen anhängig zu machen. Vielleicht wird es
unter ihnen einzelne geben, welche sie der Beachtung
wcrth halten und darüber ihre Meinung aussprechen
wollen. So wäre vielleicht eine Verständigung möglich,
die, wenn auch nicht schnell, doch im Laufe der Zeit
eine Reform möglich machen würde, deren Einführung
jedenfalls nur unter ßetheiligung und Zustimmung von
sehr vielen Zoologen Statt finden kann.
Beitrag zur lEiscktciifaiiua von %aiizibar.
III. Coleoptera.
(Fortsetzung von Jahrg. XXXIII. p. 49.)
Von
A. Oerstaecker.
Farn. C a r a b i d a e.
92. (1 a). Cicindela uegle cta Dejean, Spec. gen.
I. p. 114, Nr. 96. — Von der Insel Sansibar.
93. (1 b). Cicindela congrua * Klug, Insekt.
V. Mosamb. p. 148. Taf. IX, fig. 2. — Von Mombas.
94. ( 1 1 a). Pheropsophus marginatus D.ej. ,
Spec. gen. I. p. 309, No. 16, — Von der Insel Sansibar.
95. (22a). Tefflus juvenilis, n. sp. Minor, ni-
ger, setosus, prothoracis vix hexagoni angulis latcralihus
ohtnse rohmdatis, marginihus deplanatis : coleopteris ohlongo-
ovatis, odocostatis, intersfdtiis angustis, transverse crenulatis.
Long. 33, lat. elytr. 12 mill. (/. — Aus der Tula Colo-
nie, 1"6 s. Br.
96. (24a). Chlaenius posticus Fab., Entom-
syst, suppl. I. p. 75, No. 102—103. — Von der Insel
Sansibg^r.
97. (24 b). Chlaenius cincticollis * Bobem. ,
Insect. Caffrar. I. p. 148, Nr. 156. — Von der Insel San-
sibar.
98. (27a). Hy p olithus holoseric eusDej., Spec.
g<Sn. IV. p. 171, Nr. 3. — Von der Insel Sansibar.
Gerstaecker: Beitrag zur lusektenfauiia von Zaijzil)ar. 4o
99. (29 a). Hypolithus venustulus Bohem. ,
Insect. Caffrar. I. p. 202, No. 211. — Von der Insel Sansibar.
Farn. Dyticidae.
100. (31a). C y bis tor tripu nctatus Oliv., Entoni.
III, 40. p. 14. pl. 3, fig. 24 (=r Dyt. lateralis Fab. = Cyb.
Africanus Lap.). Von der Insel Sansibar.
101 . (3 1 b). G y b i s t c r a u r i t u s, n. sp. Parvtts,
uiyro-picetis, nitidus, supra aeneo-micans, antennis, labro,
clypei fascia anteriore, prothoracis margine laterali testaceis
vel ferrugineis, peclihus anteriorihus elytrorunnpie macida
suhapicali (interdimi ohsoleta) rufis: elytris perspicue trise-
riatim pimctatis, tibiariim posticarum calcare externo brc-
viusciäo, acute lanceolato. Long. 1572 — 17 mill. ^$.
Var. $. Elytrorum disco obsolete et minus confertim
pusttdoso.
Auf der Insel Sansibar und auf Madagascar einheimisch.
102. (31c). Cybistcr i mmarglnat u s Fab., Fn-
toni. syst. IV. p. 444, No. 4 — 5 (= Cyb. bimaculatus Aube
— - Cyb. binotatus Bohem. = Cyb. Owas Lap. Aube).
Auf der Insel Sansibar gefunden.
Fam. P a 1 p i c o r n i a.
103. (38a). Cyclonotum abdominale * Fab.
Entom. syst. I. p. 79, No. 10 (= Sphaeridium depressum
*Klag = Cyclonotum nitidum * Bohem.). Von Mombas
und der Insel Sansibar vorliegend.
Fam. Staphylinidae.
104. (44 a). Paeder US aestuans* Erichson, Gen.
et spec. Staphyl. p. 655, No. 10. — Von der Insel Sansibar.
Farn. Palpatorcs.
105. (46a). Scydmaenus pinguiculus, n. sp.
Palporum maxillariiim articulo quarto obsolete, mesosterno
carinato, tarsis anticis basin versus dilatatis: alatus, nigro-
piceus, griseo-pilosus, nitidus, antennis, pdlpis pedibusque
rufis, prothorace rotundato-quadrato, satis convexo, coleo-
44 G e r s t a e. c k e r :
pteris ovatis, basi suhtruncaUs, obsolete pimctatis. Long.
2^4 raill. — Bei Mbaramu aufgefunden.
106. (52 a). Hister nigr i ta * Erichs., Jahrb. d.
Insektcnk. p. 131, No. 7 (= Hist. caffer Bohem.) — Von
der Insel Sansibar.
107. (52 b). Hister strio latus * Mars., Annal.
SOG. entom. de France 3. ser. II. p. 200, No. 21. pl. 6,
fig. 21. — Von der Insel Sansibar.
Farn. P h a 1 a c r i d a e.
108. Phalacrus aethiops, n. sp. Brevitcr ova-
tus, convexus, niger, subaeneo-micans, nitidissimus, elytris
obsolete sulcatis^ disperse et subtilissime pmictulatis, antennis
piceis, clava oblonga, obtusiuscula. Long. 2 mill. — Von
Monaibas.
Farn. Nitidul ariae.
109. Brach ypeplus depressus* Erichs, in
Germar's Zeitschrift f. d. Entom. IV. p. 247, No. 3. — Bei
Mbaramu in Menge gefunden.
110. Carpophilus hemipterus Lin. Syst. nat.
L p. 565, No. 30. — Von Mbaramu.
111. Carpophilus fumatus Bohem, Insect. Caffr.
I. p. 564, Nr. 618. — Häufig auf den Ugono-Bergen ge-
funden.
112. Carpophilus obsoletus* Erichs, in Ger-
mar's Zeitschrift f. d. Entom. IV. p. 259, Nr. 13. — Von
Mombas.
113. Aethina combusta, n. sp. Obtuse ovata,
subparallela, confertim pundulata, ferruginea, prothorace,
scutello elytrorumque basi ßavescenti-sericeis, Jiis ceterum
brunneis et latera versus infuscatis, setulis nigris dense ob-
sitis. Long, 4 — 6 mill, — Von Mombas und der Insel
Sansibar,
114. M e 1 i g e t h e s h e t e r o p u s, n, sp, Niger, sub-
aeneo-micans, confertim puncttdatus, sericeus, antennis p)e-
dibusque anticis rufo-brunneis, tarsorum articulis 1. — 4. testa-
ceis: tibiis anticis latis, margine externo serrafo, ante apicem
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 45
hidentato^ unguiculis simpUcibus. Long. P/4 mill. — Von
Kisuani.
115. L o r cli t e s cl a u d u s , n. sp. Nigro -piceus,
confertim punctatus, pubescens, ore, antennarum basi, protho-
racis eli/trorumque lateribus, coxis nee non femorimi dimidio
apicali rufis, elytrorum interstitiis 3., 5., 7. costatim ele-
vatis, seriatim sanguineo-maculatis : cT tibiis anterioribus
apice fortiter inctirvis, posticis armatis, apice dilatatis.
Long. 4V2 (?) —6 (cT) n\\\\. ~ Von den Ugono-Bergen.
116. Trogosita maui'itanica Lin. Syst. nat. I.
p, 674, No. 4. — Von der Insel Sansibar.
Fam. Coly di i,
117. Cerylon py gma eum, n. sp. Deplanattim,
rufo-ferrugineum, nitidum^ prothorace siibquadrafo, apicem
versus angustato, supra sat confertim punctato, elytris pun-
ctato-striatis , striis apicem versus obsoletioribiis. Long.
P/4 niill. — Von den Ugono-Bergen (und Madagascar).
Fam. Cu cuj i ni.
Laemotmet u S; nov. gen. (Trib. Passandrini). Tar-
sorum articulus primus brevissimus. Processus jugulares
late truncati. Labrmn obtectum. Mandihulae obtusae. Ca-
put declive, tumidum, haud sulcatum. Ocidi fere obtecti, ro-
tundato-triangulares. Antennae breviusculae, moniUformes.
118. Laemotmetus ferrugineus, n. sp. Elon-
gatus, parallelus, rufo-ferrugineus, nitidus, glaher, capite
prothoraceque sat confertim punctafis, elytris dilutioribus.
Long. 37:5 niill. — Von Mombas.
Fam. Dermestini.
119. Dermestes vulpinus Fab. Spec. Insect.
L p. 64, No. 9. — Häufig auf dem Festlande und auf der
Insel Sansibar.
120. Dermestes cadaverinus Fab. Syst. En-
tom. p. 55, Nr. 3. — Von Mombas und der Insel Sansibar.
121. Trogoderma liaemor r ho a, n. sp. Anten-
narum clava oblonga, triarticulata, corpore breviter ovato,
pubescente, nigro, antennarum basi, pedibus intermediis ely-
46 Gerstaecker:
trorumque parte postica rufo-hrunneis. Long. 1^4 mill. —
Von Endara.
Hypo ceuthes, iiov. gen. Ab Änthreno differt cor-
pore gldbro, confertissime et profunde punctato, prothoracis
loho scutellari refrorsum magis producto et acutiore, oculis
minoribus.
122. Hypocenthes aterrimns, n. sp. JBreviter
ovatus, fortiter pundatus, glaber, niger, subnitidus, protho-
racis margine basali, elytrorum apice et margine laterali
obscure rufo-brunneis. Long. 273 mill. — Von Kisuani.
Farn. L a m e 1 1 i c o r n i a.
123. Figuluß siiblaevis Palis. lusect. i-ec. en
Afrique p, 3, pl. 1, fig. 3 (=: Fig. antbracinus * Klug =
Fig. ebenus Westw.). — Von der Insel Sansibar.
124. (64a). Pacbnoda euparypba, n. sp. Ob-
Xongo-ovata, stihparallela, viridis, infra nitida, albo-macidata,
supra opaca, tomentosa, fronte, pronoti marginibus, elytrorum
limbo lato pygidiociue croceis, hoc albo-viridique signato.
Long. I8V2--2I mill. d^$.
Var. Elytrorum disco toto laete rufo, vitta exteriore
tantum viridi. — Von der Insel Sansibar (und aus Mo-
sambik).
125. (66a). Diplognatba bebraea Oliv.^ En-
toro. I, 6. p. 89, No. 116. pl. 12, fig. 115. — Von der Insel
Sansibar.
126. (66 b). Cymopborus undatus Kirby,
Zool. Journ. IIL p. 271, pl. 5, fig, 6. — Vom Küstenstrich
des Festlandes.
127. (71a). Rbizoplatys am bi guu s, n. sp. Man-
dibulis angustis, tuber culo frontali pyramidali, clypeo acu-
minato, mento apicem versus angustato et profunde excavato :
subdepressus, niger, nitidulus, prothorace fortiter marginato,
basin versus canaliculato, inter puncta majora confertim
punctidato, elytris suhcostatis, subtiliter cicatricoso-punctatis.
Long. 26 mill. $ — Von der Insel Sansibar.
128. (71 b). Cypbonistes vallatus Wiedem.,
Zoolog. Magaz. II, 1. p. 4, No. 1. — Von der Insel
Sansibar.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 47
129. (70 a), Oryctes monoceros Oliv. Entom. I, 3.
p. 37, No. 40. pl. 13, lig. 123. — Von der Insel Sansibar.
130. (70 b). Hcteronychus atratus* Klug-,
Monatsber. Akad. d. Wiss. Berlin 1855. p. 657. Vom
Küstenstrich des Festlandes.
131. (74a). Lcucopholis lepidota * Klug, In-
sekt. V. Mosamb. p. 256. Taf. 15. fig. 5. — Vom Küsten-
strich des Festlandes und von der Insel Sansibar.
Empycastes, nov. gen. (Trib, Melolonthidae).
A Psilomjcho Burra. differt antennarum clava graciliore,
clypei excavati margine apicali profunde trisinuato ideoque
quadridentato, prothoracis angulis anticis auriculato-recurvis,
ejusdem margine apicali incrassato, scutello cordiformi, tihiis
anticis extus fortiter fridentafis, intermediis hispinosis, tarsis
anterioribus validis, clongatis, pedihus posticis hreviusculis,
robustis, tarsis dilatatis, dep)ressis.
132. (74 b). Empycastes coronatus, n. sp. Itu-
fo-piceus, parum nitidus, supra fere ntidus, infra dense ful-
vo-villosus, antennis ferrugineis, prothorace rufescente, con-
fertim cicatricoso-punctato callisque tribus basalibus instructo,
elytris parallelis, rugoso-punctatis, parce albo-squamulosis.
Long, 1772 — IÖV2 n^Jll- c^- — Von der Insel Sansibar.
133. (75 a). Schizonycha tumida (* Illig.) Ca-
steln. Hiat. nat. d. Coleopt. IL p. 133, No. 7. — Von der
Insel Sansibar.
134. (80 a). HopHa retusa*Klug, Insekt, von
Madag. p. 82, No. 109. Taf. 3, fig. 9. — Vom Küstenstrich
des Festlandes.
135. Aphodius marginicollis (Dej.) * Klug,
Insekt. V. Mosamb. p. 244. — Von der Insel Sansibar.
136. Aphodius moestus Fab. Syst. Eleuth. I.
p. 78, No. 45 (=: Aphod. mutans Walk.). — Von der Insel
Sansibar.
137. Aphodius anthrax, n. sp. Niger, glaber,
nitidus, ca^ntis prothoracisque marginibus, tibiis tarsisque
rufo-piceis, illo irregulariter disperse punctato, elytris pro-
funde punctato-sulcatis, interstitiis apicem versus costatim
elevatis. Long. 3V2 mill. — Von Uru.
138. Ateuchus pro d i giosus * Erichs., Archiv
48 Gerstaecker;
f. Naturgescb. IX, 1. p. 231, No. 51. — Vom Küstenstrich
des Festlandes und von der Insel Sansibar.
139. A teil diu s A egypt iorum Latr. in Caillaud,
Voyage h M^roe II. Ins, p. 9.
Var. purpurascens. Supra purpureo-cupre^is, infra
cum pedihus aterrimus, rarius pro parte viridi-micans. —
Von Mombas.
140. Ateucbus aeratus, n. sp. Fronte tuhercu-
lata, elytrorum mary'me laterali bicarinato, tibiarum antica-
rum deute superiore fere ohsoleto : ohscure aeneus, subnitidus,
pronoti confertim granoso-punctati linea media areisque dua-
bus antebasalibus laevigatis, elytrorum interstitiis cicatricoso-
punctatis, disperse setulosis, sutura elevata, nitida. Long.
23—29 mill. ^^.
F e m. Tibiarum posticarum scopa nigra, abbreviata.
Var. minor. Pronoti areis antebasalibus obsoletis.
Long. 20 mill. — Von Mombas und Moschi.
141. At euch US pustulosus, n. sp. Fronte vix
tuberculata, elytrorum margine laterali bicarinato, tibiarum
anticarum dente superiore fere obsoleto: parum convexus,
niger, subnitidus, pronoti discum versus laxius punctati linea
media apice abbreviata laevi, elytrorum interstitiis sat for-
titer disperse punctatis, punctis opacis, setigeris. Long.
22—32 mill. ^T^.
Fem. Tibiarum posticarum scopa fusca, elongata. —
Von Moschi.
142. Ateucbus (Actinophorus) catenatus,
n. sp. Fronte haud tuberculata., elytrorum margine laterali di-
latato, acutissimo, tibiis anticis acute quadridentatis, meso-
sterno lanceolato, apice recurvo, femoribus anticis fortiter di-
latatis, basi bidentatis, posticis basi excisis: niger, subopa-
cus, pronoto confertim punctato, foveis majoribus setigeris
disperse obsito, elytris subsulcatis, interstitiis interrupte uni-
costis. Long, 27 — 29 mill. — Von Aruscha und Endara.
143. Ateucbus (P ach y lo mera) femoralis
Kirby, Zool. Journ. III. p. 520, Taf. 14, fig. 1 (= Ateuch.
borridus * Bobem.). — Von Dscbagga.
144. Gymnopleurus splendidus Bertol. Illustr.
rer. nat. Mozamb., Coleopt. I. p. 15, No. 10 (= Gymn. pro-
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 49
fanus Latr. = Gymn. WaLlbergi * Boliem.). — Von
Endara.
145. G y rano p 1 cur u s unibrinus, n. sp. Clypeo
sexdentato, mesosterno ohtiise tuberculato, fusco-aeneus, supra
confertim granulatus ibiqtie hreviter fulvo-pilomis : pronoti
basi profunde hiimpressa, disco posteriore obsolete tricalloso,
elytrorum interstitiis alternis maciäatim denudatis. Long.
IOV2-IIV2 mill. d'?.
Mas. Tibiarum anticarum calcare obtuso, apice in-
curvo, dentibus tribns externis brevioribns : femoribus an-
ticis minus dilatatis, muticis.
Fem. Tibiarum anticarum calcare acmninaio, den-
tibus tribus externis lonyioribus : femoribus anticis fortiter
dilatatis, unidentatis. — Von Endara.
14G. Gyninopleurus virens * Erichs. Archiv
f. Naturgesch, IX, 1. p. 231, No. 52 (= Gymn. laevicollis
Castcln. == (Jymn. pumilus Reiche = Gymn. gibbosus
Roth). — Von Mombas.
147. (Sisyphus nodifer, n, sp. Parvulus, capite
prothoraccque aeneo-micaniibus, hoc basin versus canaliculato,
elytris catenafo-striatis, seriatim ferruyineo-setulosis, frochan-
teribus posticis appendice brevi, apice dilatato instriictis.
Long. 5 mill. ^. — Von Mbaramu.
148. Sisyphus seminuluni, n. sp. Mimdus,
niger, aeneo-micans, fere opacus, elytrorum margine pedi-
busque sanguineis: capite prothoraceq^ic disperse punctatis
et pallide setulosis, elytris sttbtilissime acicidatis, catenato-
striatis, interstitiis uniseriatim punctatis. Long. S'/a — 4 niilL
$. — Von der Insel ISnnsibar.
149. A n a c h a 1 c o s p r o c e r u s, n. sp. Oblongus ,
cuprco-aeneus, subopacus, coleopteris latitudine perspicue lon-
gioribus, evidenter striatis, pygidii apice fortiter reflexi su-
perficie vetitrali laevi, lucida, tibiis anfcrioribus apicem versus
acute tridentatis, posticis longissimis, arcuatis. Long. 31
mill. — Von Moschi.
150. Copris Ne ptis Reiche, Voyage en Abyssin.
IIL p. 314, No. 2. pl. 19, fig. 3. — Von der Insel Sansibar.
151. O n i t i s I n u u s Oliv. Enfom. I, 3. p. 138,
ArdiJv f. N.itiirg: XXX VU. .Tilirg 1. l'.d, 4
50 Gerstaecker:
No. 1G5. pl. 14, fig. 135 (— Onit. Alexis Dcj. * Klug). —
Von der Insel Sansibar.
152, O nt h o pli agus lanlsta Casteln. llist. nat.
d. Goleopt. IL p. S4, No. ?, (-- Onth. auliciis Dej. Bohem.).
— Vom See Jfpc.
15.3. O n thop hagiis lo ri ca t us ■' King, Monats-
ber. Akad. d. Wiss. Berlin 1855. p. 653 (r= Onth. collaris
Bohem.). — Vom See Jipe,
154. Onthophagns calta Fab. Mant. Insect. I.
p, 12, No. 115 (=:: Copr. gazella et metallious Fab. (^).
— Von Mombas und der Insel Sansibar.
155. Onthophagns p i n g u I s, n. .sp. Ohscure vi-
ridi-aencm, parnm nitidns, clypco transverse nignlofto nee
non verticis cornu rrecto mhviolaccis : proihoracc confertini
granoso-inmdato, ante apieem hiealloso, elytris gemellato-
striatis, interstitiis internis pmxüis, exfernis confertim gra-
nulosis, p)erspicue pnhcsceniihnn. Long. 12 — lo'/o mill. ^.
— Von der Insel Sansibar.
15G. Onthophagns pngionatus Bohem. Ins.
CaftVar. IL p. 28G, No. 969. — Von der Insel Sansibar.
1 57. Onthophagns e x a s p e r a t n s, n. sp. Ova-
tus, fusco-aeneits, stibnüidus, sctidosns, clypco snhtnmcato,
vertiec cornu erecto, triangidari instructo, profJioraee acqna-
liter scahroso-prmctato, ante apiccm levitcr hiiuhcrcidato, ely-
tris gemellato-striatis, interstitiis disperse granoso-pimctatis.
Long. 5 mill. cT- — Von den Bnra-Bergen.
158. Onthopliagus laceratns, n. sp. Clypeo
amplo^ hiapiculcdo, niger^ parimi nitidus, parce ßavo-setn-
losus, antennis, palpis fcmorihusqtie posterioribus rußs, pro-
noti macula laterali postiea elyfrisqne aurantiacis, harimi
plaga magna diseali, midtifariam cxcisa atra. Long. 7 —
9 mill. 0^$.
Mas. Clypeo acute hidenti, prothorace latiore, con-
vexiore.
Fem. Clypeo sinuato, protJiorace angustiore, suhde-
presso. — Von der Insel Sansibar.
159. Onthophagns hinnulns * King, Insekt.
V. Madag. p. 75, No. 93, — Von der Insel Sansibar.
ICO. Onthophagns vinctus * Erichs., Archiv f.
Beitrag zur Insektenfaana von Zanzibar. 51
Naturgesch. IX, 1. p. 234, No. 58. — Von der Insel
Sansibar.
1 Gl . O n t h o p h a g- u s p i c t i c o 1 1 i s, n. sp. Frontis
excavatae marfjinc antico devato, cum carina clypei amjiäari
transversa connexo: ohlomjo-ovatus, glaher, nitidus, capite
prothoraceque piccis, aeneo-micantihus, hujus disco et late-
rihus flavo-maculatis, elytris prothorace suhtilius punctatis,
testaceis, fusco-pictis. Long. 7 jnill. — Von Uru.
102. Onthophagus aterrimus, n. sp. Niger,
glaher, nitidus, p)'>'othorace disperse punctato, elytris vix hre-
viore, his suhtilissime acimdatis, catenafo-striafis, in inter-
stitiis parce punctiäatis. Long. S'/a niill. </$.
M a s. Clypeo 1)reviiisctdo, sid4rnncato, frontis excavatae
carina arcuata, acuta, prothorace gihhoso, apicem versus
utrinque retuso et tuhcrcuJato.
Fem. Clypeo longior'e, transverse ruguloso, frontis
carina transversa ohtusiuscula, protJiorace simplice, fortius
ptmctato. — Vom See Jlpe nnd den Biira-Bergen.
1 03. () n t h o p Ji a g u s l u m i d u 1 w s, n. sp, Nigro-pi-
ceus, aeneo-micans, glaher, nitidus, clypeo rotundaio, capite
protlioraceque incrmihus, hoc disperse punctato, elytris snh-
sulcatis, siäcis suhtilius, interstitiis fortius et parce punctatis.
Long.* 8 72— 91/2 mill.d"?.
Mas. Clypeo hreviuscido, siü)rugose punctato, frontis
excavatae carina arcuata, acuta, protJiorace apicem versus
leviter gihhoso et suhtilius punctato.
Fem. Clypeo longiore, confertim transverse rugoso,
frontis densius pnnctatae carina transversa, ohtusiore, pro-
thorace aequaliter convexo. — Vom See Jipc.
104. On th opli agil s Ovulum, n. sp. Ovatits, ni-
tidus, supra glaher, capite jirothoraceque cupreo-micantihus,
disperse et sat fortiter punctatis, illius vertice excavato cari-
naque transversa terminato: elytris nigro-aeneis, suhsulcatis,
in sulcis geminato-striatis et punctatim impressis, interstitiis
fortiter hiseriatim punctatis. Long. 3V4 vmW. — Vom
See Jipe.
105. Onthophagus sculptilis, n. sp. Ovatus^
aeneus, setidosus, nitidus, capite prothoraceque suhcupreis,
Ulius vertice hicorni, hoc rüde punctato, ante apicem unitu-
52 Gerstaecker:
berculato, ehjtris punctatisshnis, snhiram versus cosfatis, co-
stis laevigaiis. Long. Sy« tnill. rT. — Von Mbaramu.
166. Onthopliagus morosus, n. sp. Nigro-
aeneus, opacus, confrrtim pundatus, hreviter sehilosns, clypeo
suhtruncato, fronte hicarinata, vertice hituhercidato^ protho-
race apicem versus hinodoso, utrinque leviter retuso, clytris
catenato-striafis, interstitiis parce granoso-pundatis. Long.
6'/4 mill. (/*. — Vom See Jipe.
167. Onthopliagus Lim eiliger, n. sp. Ovatus,
niger, subaeneo-micans, ferc ojmms, setulosus, clypeo hrevius-
cido, vertice lamina erecta siihqtiadrata, apice bifida instni-
cto, protliorace fortiter pimctato, antice profunde excavato,
supra angulatim produdo, elytrorum macida Immer ali mar-
gineque apicali rufo-ferrugineis, interstitiis biseriatim pun-
ctatis. Long, ö'/s mill. rT-
1 68. O n i t i c c 1 1 u s n a s i c o r n i s Reiche in : Vo •
yagc on Abyssinie IIL p. 339, No. 3. pl. 10, fig. 7 (— Onit.
pallens Casteln.). — Von der Insel Sansibar.
169. Oniticellus planatus (* Illig.) Casteln.,
Hist. nat. d. Coleopt. IL p. 91, No. 3. — Vom See Jipe.
1 70. Oniticellus h u m i 1 i s , n. sp. Ohlongiis,
depressus, sid)tus testaceus, supra fuscus, opacus^ ferrugineo-
varius, setidosus, capitc protlioraceque conferlim cicatricoso-
punctatis, illius clypeo simplice, aeneo-micanfe, Jioc basin
versus siäcato: ehjtris suhtilissime aciculatis, rufo limbatis,
apice setidis bacAlliformdms obsitis. Long. 5 1/3 — 6V3 niill,
— Von Mbaramu.
171. Oniticellus c a e 1 a t n s, n. sp. Capite utrinque
aurictücdo, clypeo cmiplo. apice bilobo, fronte basin versus
acute carinata: nigcr, optac^is, sdulosus, protliorace confertim
ocellato -pimctato^ basin versus profunde, in disco Jevius com-
pluries impresso^ elytris obsolete qnadricostatis. Long.
5 raill. — Von Arusoha.
172. Drepanocerus laticollls Bohem. Insect.
Caffrar. IL p. 325, No. 1009. — Von der Insel Sansibar.
Fam. B u p r e s t i d a e.
173. S t e r a s p i s f a s t u o s a, n. sp. Infra cum pe-
dibus cycmea, macidatim albido-tomentosa, supra aureo-viri-
Beitrag zur Inseklenfauna von Zanzibar. 53
dis, elytroriim margine laterali piirpttrascenti-cupreo : pronoti
profnude sidccdi foveis latendilms ante hasin ahhrcviatis.
Long. 45 mill. $. — • Von KIriama.
174. Spbcnoptcra ncglecta * Klug in Er-
man's Heise p, 30, No. 41. — Von Endara.
175. Spbcnoptcra quadraticoilis, n. sp.
Elytris apice trispinosis, prothorace quadrato, utrinqtie ante
basin suhsimiafo, siqrni dispierse pnnctato: anrßista, acnca^
nitida, elytris pyrothorace ohscurioribus. Long. 872 »»ill-
— Von Mombas.
176. Bclionota canaliculata Fab. Mant. In-
sect. I. p. 181, No. 58. — Von der Insel Sansibar.
177. Chry sobo th r is scrrata Fab. Entom. syst.
I, 2. p. 200, No. Gl. — Von Mombas.
178. Clirysoboth r is cmpyrea, n. sp. Supra
viridi-cyanea, disperse punctata, nitida, infra cum pedibus
cupreo-metallica, utrinque maculafim aJho-piJosa: capite au-
reo-viridi, vertice protlioracisqiie trapesoidei laterihus pur-
purascenti-cupreis : femorihus anticis incrassatis, imidentatis,
segmento ventraVi idtimo apiice exeiso, fortiter carinato.
Long. 7 mill, cT- — Von der Insel Sansibar.
179. Psciidag ri lu s zonatus Ilotii, Archiv f.
Naturgcsch. XVII, 1. p. 119. No. 27. — Von der Insel
Sansibar.
180. Aphanisticus nodosiis, n. sp. Infra ob-
scure aeneus, supra cuprcus, elytris apice cxcepto nigro-
cyaneis: capite bicornuto, prothoracis disco fortiter quadri-
nodoso, basi utrinque profunde foveolata, elytris inferriipte
costulatis, apice unidentatis. Long. 4'/3 mill. — Von
Mombas.
Farn. Ela t e r idae.
181. Agrypnus maculicoUis, n. sp. Elytris
apice integris, fuscus vel rufo-brunneus, flavescenti-ptibescens,
prothorace discimi versus laxius punctato, linea media pla-
gisque duahus anterioribus laevibus, Ms pube densiore cir-
cumdatis. Long. 22 — 25 mill. — Von der Insel Sansibar.
182. Alans a t r o p o s, n. sp. Scutello piano, oh-
longo - quadrato , elytrorum angulo suturali sabmucronato:
54 G e r s t a e c k e !• :
infra niger, supra rufo-hnmnem, ßavescenti-tomenfosns, pro-
thoracis cUsco denudato: Imius maculis duahiis ovatis elytro-
rimiqne fasctis duahus, altera post medium, cdtera ante api-
ecm Sita, atro-tomentosis. Long. 18 mill. $. — Vom See
Jipe.
183. Lacon occid cii t alis, CancL, Monogr. d.
Elater. I. p. 130, No. 48. — Vom Öee Jipc.
184. Ischiodüiilus pedcstris, n. sp. Siipra
nigro-fuscus, infra cum antcnnis pedihubque rufo-castanens,
cervino-pidjescens, prothorace apiccm versus sensim angustato,
punctls nmhilicatis laxe obsito, sat nitido, angidis posticis
acute carinatis, rufo-hrunneis. Loni^^ 11 mili. — Von der
Insel Sansibar.
185. Mo no crcpidius advcua, n. sp. Elytris
apice rotundatis, tarsorum articulo quarto anguste lamcllato:
hreviusculus, nigro - piccus, nitidus, snhtiliter cervino-puhe-
scens, antennis pedihusque ferrugineis, protJioracis hasi for-
titer declivi, rufescente. Long. 4 milJ. — Von Aruscha.
186. Hetcrodcrcs acu tangii lus, n. sp. Tar-
sorum articulo quarto anguste lamcllato, prothorace hasi vix
tuherculato, longiore cjuam latiore, angidis posticis acutissimis,
carinatis: fuscus, flavescenti-sericeus, antennis pedihusque
iesiaceis. Long. 8 — 8^/2 mill. — Von Mbaramu.
187. Melanoxan thii s melano cepbalu s Fab.
öpec. Inscct. I. p. 272, No. 38. — Von der Insel Sansibar.
188. Cardio p b 0 r 11 s h 0 p 1 0 d e r u s Cand., Mo-
uogr. d. Elatcr. III. p. 175, No. 83. — Von Mombas.
189. C a r d i 0 p bor US obsolctus, n. sp. Un-
guiculis simplicihus, piceus, cinereo-puhescens, antennis, pe-
dihus elytrisque rufo-hrunneis, lüs suturam versus infuscatis :
protJwrace ohlongo, parce et ohsolete punctato, in medio ha-
seos unituherculato. Long. 8 mill. — Von Endara.
190. Mclanotus iirabilicatus öebönb., Synon.
Inseet IIL Appcnd. p. 137, No. 188 (= Cratonycbus
Africanus Bobem.). — Von der Insel Sansibar.
191. Ludius pea ic illatus, n. sp. Fuscns, iim-
hr'mo-pubcscens, antennis, pedihus, scutcllo, clgtris ahdomine-
Beitrag zur Inaekleiifaiiua vou Zuuzibar. 55
que riifo-hnmneis : prothomcis oblomjl angulis posHcis acute
carinatis, a2)ice pemcillatis. Long-. 15 mill. — Von Mba-
ramu.
Fauj. M u l a c o d c r )ii a.
192. Lampyiis ain pl ico 1 lls, n. sp. Frotho-
race amplo, reßexo-murg'muto, basin versus acute carinato,
ante apkem utrinque pcllucido: auranfiaca, anfennis, p>rotlio-
racis macula didyma ch/trorumque disco fiiyrkautibus, tibiis
tarsisque iriceis. Long. 10—11, lat. 4 mill. cT. — Von
der Insel Sansibar,
193. L a m p y r i s v i d u a, n. sp. Aptera, angusta,
suhpandlela, paUide testacca, opaca, prothorace apicem versus
angustato, rosco-tincfo, plaga disci gemina notato, arcis liya-
liuis nullis. Long. 14—17, lat. o'/o — 4 mill. $. — Vom
See Jipe.
194. L 11 c i 0 1 a c i s t c 1 o i d e s * Klug, Insekt, v.
Mosamb. p. 202. — Von Mombas.
195. Luciola b imacu licol li s Bühcni., Inscct.
CaiFrar. 1. p. 445, No. 487. — Von Moiubas und dem
See Jipe.
196. L u c i o 1 a l i n e a r i s, n. sp. Elongata, paral-
lela, dilnte fusca, fronte tota protlioracisque aurantiaci ma-
cula oblonga suhapicali nigris, scutello, elytrorum limbo pc-
dumque basi testaceis. Long. 7^/2 mill. </. — Vom See
Jipe.
197. Luciola cincticollis* Klug, Insekt, v
Mosamb. p. 203. — Vom See Jipe.
198. Luciola I a c t a, n. sp. Nigra, supra fere
glabra, x)rotliorace laetc winiacco, profunde sidcato, reflcxo-
marginato, basi trunccdo, disperse pmwtato, nitido : pecfore,
venire, coxis femoribusque aurantiacis. Long. 6'/j mill. $.
— Von Mombas.
199. Lycus constrictus l^oheni., Insect. CaftVar.
L p. 434, No. 47G (= c/ Lyc, cuspidatiis * Klug). — Von
Mombas, dem See Jipe und der Insel Sansibar; in co-
pula gefangen.
200. Lycus c o n g e n c r, n. sp. Niger, prothoracis
56 Gerstaecker:
(ibdominisqtie laterihus ncc non clytrornm dimidio maiore mi-
rantiacis : protlioracis loho apicali aciiminato, anguUs posticis
divaricatis, elytrorum intcrstHUs quahior intcrnis aequaliter
latis. Long. 19, lat. S mill. ^. — Von Mombcas.
201. Lyells latissimus Lin. Syst. nat. L 2.
p. 646, No. 14. — Von Mombas.
202. L y c u s g r a v i d u 1 ii s, n. sp. Ohiongo -ovatus,
niger, nitidus, prothoracis ahdominisque limho laterali nee
non elytris — macnla apiccdi bifida exccpta — aurantiacis,
Jiorum interstitio secundo ceteris latiore. Long. 15, lat. 8
mill. $. — Vom See Jipe.
203. Eros favosus, n. sp. Antennis hreviter fla-
bellatis, pedihus comprcssis: elongatus, nigcr, opams, anten-
narum basi, protJwracis circuitu elytrorumque dimidio maiore
flavis : j)ronoto friareolafo, elytris costatis, infcrstitiis hiseria-
fim foveatis. Long. 7 — 8 mill. — Von Endara und dem
See Jipe.
204. M e 1 y r i s n o b ii i s, n. sp. Stipra glabra, coe-
rulea, antcnnarum hasi pcdibusque cinnaharinis, pectoris
lateribus ahdominisque hasi viridi-micantihus : protliorace
confcrtim cicatricoso-ptmctato, utrinque carinato, elytris alte
costatis, interstitiis quadriseriatim profunde punctatis. Long.
9 — 11 mill. — Vom See Jipe.
205. M e 1 y r i s p a r v u 1 a, n. sp. Viridis vel cae-
rulea, hreviter nigro-sctulosa, antennarum hasi pedihusquc
rufis: prothorace confertim cicatricoso puncfato, tdrinque ca-
rinato, media profunde sulcato, elytris alte costatis, inter-
stitiis triseriatim ruguloso-punctatis. Long. 4V2 — 5 mill.
— Von Endara,
206. P r i o n o c e r u s d i m i d i a t u s, u. sp. Ater,
prothorace, scutcllo elytrorumque dimidio hasali maiore au-
rantiacis, apicali cyanescenti: oculis distantihus, antennis
breviusctdis, articulis d. — 10. suhdilcdatis. Long 12—15 mill.
— Von Mombas.
207. P r i o n o c e r u s (I d g i a) a p i c a I i s, n. sp. Au-
rantiacus, capite posteriore elytrorumque apice nigris: ocidis
appraximatis, antennis filiformihus. Long. 10 mill. — Von
Mombas und der Insel Sansibar.
Bi'itra^' zur Iiisektenfauna von Zanzibar. 57
Farn, C I c r i i.
208. P h l ü c o c o p u s v i n c t u s, n. sp. Niger ,
griseo-hirtns, antennis pcdibusqiic concoloribus, elytris hasi
scmguincis, f'ciscia pone medium sita, angusta ehurnea : pro-
thoracc nitido, profunde p^mctato, ante jnedium perspicue
hictäloso. Long-. 14 mill. $. — Vom See Jlpe.
209. N e c r o b i ii r u f i p c s de Gccr, Memoires V.
p. 165, No. 1. pl. 15, fig-. 4. — Von Wanga und der Insel
Sansibar.
Farn. X y l o p 1) a g a.
210. Atractoecrus brcvi c o rni s Lin. Syst. nat.
I, 2. p. G4o, No. 11 (= Lymcxylon abbrcviatiim Fab. =
Atract. uecydaloidcs Palis. =■ Atraet. Madagascarlensis
Lap. = Atract. Africanus Boherp. = var. x\tract. fron-
talis* Klug). — Von der Insel Sansibar.
211. X y 1 o p e r t b a c r i n i t a r s i s Imb., Ber. Ver-
band!, naturf. Gesellscb. in Basel V. p. 177 (= Xylop.
sericea Muls. Wacb.) — Von der Insel Sansibar.
212. Xylograplius perforatus, n. sp. Protho-
racis sinuati angidls anticis rotundatis, niger, glaher, for-
titer pimctatus, elytris lätra medium usgite adsccndentibus.
Long. 3V'2-4 mill. c^$.
Mas m a j, Mmidilnda sinistra cormita, vcrtice pro
funde excavato.
Mas min. Mandihula sinistra suhcornuta, vertice
piano, disperse punctato.
¥ e m. Mandihtda sinistra inermi, vertice piano, sab
confertim punctato. — Von der Insel Sansibar.
Farn. M c 1 a s o m a.
213. Zopbosis sculptilis, n. sp. Oblongoovata,
apicem versus acuminata, caprite prothoraccque confertim
punctatis, ehjtris hasi suhtiUter coriaceis, deinde nitidissimis,
parce punctulatis, utrinque fortiter et oblique rugoso-pUcatis.
Long. 5'/3 mill. — Von Mbaramu.
214. Zopbosis congcsta, n. sp. Acmninato-ovata,
58 Gerstaecker:
plerumque aeneo-mkans, eapite protJioraceque confertim et
suhtilius, elytris fortius punctatis, tricositatis : fronte leviter
impressa, clypei marginc mibincrassato. Long. 6'/2 — 7^/2 mill.
— Von Morabas, Mbaramu, dem See Jipe n. s. w.
215. Zophosis a i tcrna ta, n. sp. Obtuse ovata,
aterrima, nitida, fronte prothoracequc suhtilissime, clypeo
distincie sepiarato multo fortius pimdato, ehßroruin costis
trihus latis, lacvigcdis, interstitiis distincte j)unctcdis. Lonp;.
9 miil. — Vom See JIpc.
216. Zophosis f u n er c a, n. sp. Ohlonfjo-ovata,
atra, suhojmca, prothorace suhtilissime, cqpite elytrisque di-
stinctius piinctatis. Ms obsolete tricostcdis: fronte clypeimi
versus leviter hiimpressa. Long. 8 mill. — Mbaramu.
217. Zophosis c on vcxiu sc u la * Gerst., ßer.
Akad. Wissensch. Berlin 1854, p. 530. — Von der Insel
Sansibar.
218. Diodontes a reo latus, n. sp, Oblongo-
ovatus, fronte pronotoque rüde reticidcdo-pundatis, hoc late
sulcato: elytrormn costis acidis, raniis transversis areolcdim
inter se conjunctis. Long-. 9 mill. — Von Endara.
219. Adesmia baccata, n. sp. Mcmdibulis ex-
cavcdis, eapite rugoso-, prothorace fortius reticidato-punctcdo,
huius disco hiccdloso, elytris acumincdo-ovcdis, confertim et
subaequaliter seriato-tid)ercidatis. Long. 16 mill. — Vom
See Jipe.
220. Rhytidonota stupida, n, sp. Antennanmi
articulo tertio hrevi, prothoracis rotundato-quadrati nee non
elytrorum basi margincdis, Ms illo partim kdioribiis, secun-
dum suturam fortiter depressis: scidello clevcdo, transverso.
Long. 12—131/2, lat. 4—41/3 mill. cT?. — Von Mombas
und dem See Jipe.
221. R h y t i d 0 n 0 1 a V c n t r i c o s a, n. sp. Anten-
nanmi articulo tertio longiore, x^rothoracis transvcrsi lateri-
hiis rotnndatis, nmrginatis, angulis anticis productis, mar-
gine basali tenui: scutello punctiformi, elytris acmninato-
ovatis, suturam versus depressis, angidis humeralibus reßexis,
tiiberculatis. Long. 1272—15, lat. 41/2—6 mill. cT?. — Von
den liura-Bergen und dem See Jipe.
Bcitrajj' zur luscklcnfaiina von Zanzibar. 59
222. Rliytidonota ^luvidula, n. sp. Antenna-
rum articulo tertio loiKjiore, iJt'otkoracis margiuaü angidis
anticis haud prodncüs, murrjine hasiäi incrassato: scidello
punctifbrnii, clytris acummato-ovatis, humeris tuhercidatis.
Long. 14 — 15, lat. 6 mill. — Von Aruscha.
223. liliytidonota gracilis, n. sp. Prothoracis
subcordati margine latercdi ante medium ohsoleto, processu
prostcruali hrcvi, obtnso, clytris ohloHijo-ovatis, angidis Jm-
mendibus simplicihus, rofundatis. Long\ lüVo— IIV2, lat.
3 — 3V2 inill. — Von Aruscha und Endara.
224. Pogonobasis platcssa, n. sp. Änten-
narum articido tertio paruni longiore quam latiore, nigra,
nitida, prothorace elgtrisquc acqnalitcr latis, disperse pun-
ctatis et fidüo-pilosis, margiuihus lateralibus acutis, serratis.
Long. 6V2— 7V2 mill. — Vom See Jipc.
225. M a c li 1 a h a m a t i c 0 1 1 i s, n. sp. Prothoracis
margine laterali tenui, reflexo, lange ante hasin truncato,
clytris aciiminato-ovatis, cribrato-jmnctatis, siduram versus
scabris, in margine laterali et disco scriatim tuberculatis.
Long. 13 mill. — Vom See Jipc.
226. P .s a m m o d c s (P h a n 0 r o t 0 m a) c a r b 0-
narius * Gcrst., Bcr. Akad. Wisscnscli. Berlin 1854.
p. 532. — Von der Liscl Sansibar,
227. Plirynocolus petrosus, n. sp. Robustus,
niger, opacus, indumento rufo-brimneo tectus, prothorace
utrinrßie fortitcr binodoso, supra deplanato et rüde rugoso-
punctato, elytris acumiiiato-ovatis, alte bicosfatis, inter sidu-
ram et costam superiorent depressis, ubique irregulariter tu-
hercidatis. Long. 27 mill. — Vom See Jipe.
228. Piirynocolus frondosus, n. sp. Großilior,
niger, cinerco-tonientosns, prothorace utrinque calloso, lineis
tribiis disci elecatis instnicto, elytris supra tricostatis, costis
pinuatis, interna abbreoiata, media apice hamata calloque
semilunari terminata. Long. 15 mill. — Vom See Jipe.
229. Pii ry noc oltis plicatus, n. sp. MobnstuSy
niger, prothorace rotuudato-quadrato, supra confertissime et
aequalitcr rugoso-punctato, elytris nitidissimis^ disperse pun-
60 Gei'btaecker:
cfulatis, rufescenti-setulosis, laterci versus sensim fortms lon-
gifudinaliter plicatis. Long;. 22 — 25 milJ. c/*?.
M a s. Äbdominis scgmento secundo 2^ln9ci' media rufo-
tomentosa instnicto.
F e m. Äbdominis segmentis duohus primis in medio
confertim pimctatis et scfidosis. Von Aruscha, Endara und
dem See Jipe.
230. Sepidiuni muscosum, n. sp. Äntennis per-
spicue 11-articidatis, dense ccrvino-tomenfosum, nigro-canoque
sctostmi, prothoracis processu apicali hilobo, dentibus latera-
libus magnis, hamatis, elytris subcaudatis, ante apicem for-
titer obtusc cornutis. Long. I8V2 — 20 mill. — Von Endara
und dem See Jipe.
23L An c h op ht hal m u s clathratus, n. sp.
Obtuse ovatus, niger, parum nitidus, glaber, j^^otJioracis
margine deplanato sat lato, extus rugtdoso, disco convexius-
culo, subtiliter punctato, elytris seriatim foveato-pimctatis,
interstiflis 3., 5., 7. costatim elevatis. Long. 13, lat. 6 mill.
— Vom See Jipe.
232. A ncho plitbalm US scutatua, n. sp. Ob-
longo-ovatus, niger, subnitidus, glaber, x^^othoracis subtiliter
punctati margine laterali explanato, apicem versus angnstato,
elytris punctafo-sidcatis, alternatim subcostatis. Long. 10,
lat. 4'/2 mill. — Vom See Jipe.
233. Opati'inus trivialis, n. sp. Oblongo-ovatus,
ater, opacus, prothoraee deplanato, elytris anguste et subti-
liter sulcatis, interstitiis fere planis, disperse punctidatis.
Long. 11—12 mill. c^%
M a s. Tibiis anticis arcuatis , intus bisinuatis. —
Von Mombas und der Insel Sansibar.
234. Opatrinus elevatus, n. sp. Oblongo-ova-
tus, ater, parum nitidus, protliorace convcxiusculo, stihsulcato,
elytris late et profunde punctato-sulcatis, interstitiis convexis,
disperse punctulatis. Long. 8'/2— 10 mill. cT^.
M a s. Tibiis anticis arcuatis, intus cmarginafis ibique
flavo-fimbriatis. — Von Kiöuani und Endara.
235. A^n 0 m a I i p u s b e r a 1 d i c u s, n. sp. Oblongus,
deplanatuSf niger, opacus, prothoraee ante medium subhamato-
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 61
dilatato, hexagono, suprahicalloso, elytris siäcatiSy interstitns
convexis, subtiliter granidosis, post medium tuhercidis magnis,
laevihus, in series duas transversas dipositis ornatls, ■}nargine
laterali fortiter undulato: fmioribus simplicihus, tihiis an-
gustis, intermcdiis extus emarginutis. Long-. 2GV2 niill. ^.
— Vom 80c Jipe.
236. Opatrum contr actum, n. sp. Alatum, la-
tiusculum, fusco-setulosum, prothoracis laterihm leviter re-
flexis, hasin versus vix sinuatis, elytris obsolete pimcfaio-
sulcatis, interstitiis convexis, siihtiliter granidatis. Long-.
9—11, lat. 4^/4—53/4 mill. — Vom See Jipe.
237. Opatrum patruele* Erichs., Archiv f. Na-
turgesch. IX, 1. p. 248, No. 84. — Von Mombas.
238. Opalrum d ermestoi des, n. sp. Scidello
elevato, glabro, oblongnm, cdatum, fttsco-sehdosnm , pro-
thorace apicem versus sat fortiter angustato, angulis po-
sticis depressis , elytris distincte ptmctato-sulcatis , inter-
stitiis rugidosis. Long. 7^/3 — 8, lat. 3^/4 müh — Von
Aruscha.
239. Opatrum debile, n. sp. Oblongem, coria-
cemn, opacum, parce fulvo-setidosuw, antennis, pcdpis, tibiis
tarsisque 7-ufo-hrimneis : prothoracis transversi angnlis anticis
obtnsis, Jiaud productis, tibiis anticis apice dilatatis, suhm-
cinatis. Long-. 5 mill. — Vom See Jipe.
Cyptus, nov. gen. (Trib. Opatrini). Äntennae Ire-
viuscidae, articidis 7. — 10. fransversis. Ocidi divisi. Pal-
porum maxdlarium articidus ultimus tnmcato-ovatus. Pro-
thorax transversus, in medio baseos productns, angnlis anticis
obtnsis, marginibus latcralibus brcvitcr ciliatis. Processus
prosternalis lanceolatus. Sctäcllum transverse triquetrufn.
Coleoptera ovata, basi angularifer excisa, lateribus ciliatis.
Äbdominis Processus intercoxalis triqueter. Tibiarum caJca-
ria breviuscula. Tihiae anticae digitatae, apice leite trimcatae.
240. Cyptus s c a b r 0 s u s, n . sp. Ovatus, convexns,
nigro-fuscus, opacus, confertim scdbroso-punctatus, prothorace
elytrisque rufo-ciliatis, Ms aequaliter granidosis et sulcatis.
Long. 9 mill. — Von der Insel Sansibar.
241. Platydema variipenne Gemm,, Ooleopt.
62 Gcrstaeckor:
Hefte VI, p. 122 (-^ Diaperis variegata * Klug). — Vom
See Jipe.
242. Uloma pusilla, n. sp. Rufo-hnmnea, ver-
tke, pronoü disco dijtrisqne margine hasali excepto piceis :
prothorace transvcrso, apiccm versus angustato, utrinque for-
iiter, pe7- disciim snhtÜius et disperse punctato, clytris cm-
guste sulcatis, ahdominis laterihus rüde crihrato-pimefatis.
Long. 6 — (jVo niill. $. — Von der Insel Sansibar,
243. Alphitobius o vatus * Ilerbsf, Käfer VIII.
p. IG, No. 40. Taf. 118, fig. 8 (= Tonebr. fagi Panz.). —
Von Mombas, Moscbi und Aruscha.
244. Alphitobius piccus Oliv. Entom. III, 58.
p. 17, No. 22. pl. 2, fig. 13 (= Tenobr. diaperinus Panz.
= Tenebr, oryzae * Herbst). — Von Morabas und der
Insel Sansibar.
245. Alphitobius parallelus Thoms. Arcbiv.
entom. II. p. 87, No. 125. — Von Uru.
246. Alphitobius opacus, n. sp. Ohlongo-ova-
tus, convexiis, niger, opaeiis, ore, antemiis pedihusque rußs:
prothorace hasi p)rofunde hisinuato, iitrinqiie sulcato, supra
suhtilisshne xnmctulato, elytris suturam versus obsolete striato-
pmietatis, iridescentihns. Long. 4-/3 mill. — Von den
Ugono-Bergen.
247. Hypophloeus volvuhis, n. sp. Elongatns,
nifo-hrunnens, capite prothoraceque castaneis, hoc apicem
versus sens'mi dücäato, ittrinquc snhtiVder margincäo, elytris
striato - punctidatis , seriehns cdternis pcmllo siddilioribus.
Long. 5 niill. — Von den Ugono-Hergen.
Platyotus, nov. gen. (Trib. ülomidae). Antcnnae
breviusctdae, apicem versus sensim dilatcdae. Frons bicor-
nis. Prothorax suhquadrafus, apice trilohis. Scutdlutn bre-
vissimum, trcmsversnm. Corpus oblongum, paraUeJm)i, sub-
depressum.
248. Platyotus glabratns, n. sp. Bufo-piceus,
glaber, nitidus, antennis pedihuscpie dilute castaneis, protho-
race obscuriore, perspicue punctcdo, basi lateribusque mar-
ginato, elytris distincte punctcäo-striatis, interstitiis punetu-
latis. Long. 3V4 niill. — Von den Ugono-Bergen.
Beitrag zui* Insoktenfaiina von Zanzibar. 63
249. Tribolhini fer in c^i n eura Fab. Spec. In-
sect. I. p. 324, No. 12. (= Dermestes navalls Fab. =
Colydluni castaneum =•' Herbst.) — Von Mombas.
250. Cossyphns d ent Ivo nt ris, n. sp. Alaftis,
oblongo-ovcdus, profhoracis elytrorumquc Icderihus fnsco-con-
spcrsis rcßexo-margmat'is, horiim d'tsco hicostato et utrinqiie
proftmde crenato-pimdcdo : femoribus anticis dilcdatis, ahdo-
minis segmentis duohns idtimh forfiter hidentatis. Lon^.
12, lat. G mill. </. — Vom See Jipe.
251. Nyctobatcs bracliialis, n. sp. Antennis
hrevmscnlis, suhdavcdis, elypeo trimsversim impresso, pro-
sterno inter coxas dilatato, apice cmiminato, pronoti laterihns
immargincdis : angustidus, niger, o])acus, elytris sat fortiter
strkdo-pundat'ts, pedihus crasskiscidis. Long. \\-k mill. —
Von den Ugono-Bergen.
252. Lyprops lirc vinscnl us, n. sp. Nigro-pi-
ceus, pidjescens, 2^^fncfatissim7(s, fere oixicus, antennarm» ar-
ticidis 5.-10. stihqnadrat'is, prothorace transverso, Jäter ihus
rotundato, coleopteris ovatis, apicem versus düatatis. Long.
7 mill.
V a 1'. Corpore infra elytrisqne dihde hrunneis. —
Von Wanga.
Dicbastops, nov. gen. Ä Lypiro differt oenlis di-
V'isis, antennis validiorihns, 2>roccssii p)rosternali latiore, pro-
thorace hrevi, transverso, coleox>teris miäto angustiore.
253. Dicbastops snbaencus, n. sp. Miifo-
piceus, aeneo-micans, punctatissinms, griseo-pidjeseens, an-
tennis nigris, elytris hadiis, latera versus suhrugose punctatis.
Long, 10 — 11^2 niUl. — Von Endara und der Insel San-
sibar.
254. [limati sm US trivialis, n. sp. Fuscns, con-
fertim pnnctatus, siqjra macuJatim ccrvlno-ptdyescens, oculis
Xiarum prominentihus, protliorace transverso. Long. 11 —
13 mill d"?-
M a s. Palpis maxillarilms secttriformihiis, trochantcri-
bns anticis in spinam brevem, prodnctis. — Von Wanga
und der Insel Sansibar.
255. Himatismns Sen egalcnsis Haag, Coleopt.
Hefte VI. p. 89, No. G. — Von Endara.
64 Gerstaecker:
256. Pycnocerus Passen' n i Bertol. Illustr. rei'.
nat. Mozamb. IL p. 40, No. 30. fig. 7. — Von Mbaramu.
257. Aspi d OS ternu in fcstivum, n. sp. Viridi-
aeneum, glahntm, conferüm piinctatum, coleopteris purpura-
scenti-cuprcis, obsolete tmicostatis, ante apicrm anipUatis,
protltorace Ms multo angustiore : antennis validis, crihrato-
pundatis, tihiis X)Osticis rectis. Long. 20 mlll. — Von
Kiriama.
258. Mic r an t e rcus varlolosus, n. sp. Protho-
racc obsolete p^mctiäato, coleopteris breviter ovatis, supra
irregularüer tuberadatis, inter tuberctda parce p)unctatis,
opacis pilisque minutis adpressis ferm gineis obtecfis: pedihns
simplicihus, tibiis rectis. Long. 15, lat. 9V2 mill. $. —
Von Endara.
259. Micrantereus fcmoratus, n. sp, Capite
prothoraceque distinctepunctnlatis, nitidis, coleopteris oblongo-
ovatis, glabris, aterrimis, irregidariter prof^mde pimctatis et
verrucosis: pedihns elongcdls, femorilms incrassatis, anter io-
ribus subttis dentato-dilatatis, tibiis arcAiatis, intermcdiis
hrevissimis. Long. 13V2 — 15, lat. 7V2 — 8 mill. r^$. — Von
Mbaramn und Endara,
2G0. P]upczus longipennis, n. sp. Afer, sid)-
nitidus, 'glaber, coleopteris oblongo-ovafis, striato-punctatis.
Long. 25 V2 mill.
Mas. Tibiis anterioribus intus rufo-barbatis, abdo-
mine glabro, nitidissimo, longitudinaliter pilieato, segmento
ultimo apice excavato. — Vom See Jipe.
2G 1 . G o n o c n e nu s b r e v i c 0 1 1 i .s, n. sp. Aterrima,
nitida, antennis validis, apicem versus serratis, ocidis per-
magnis, protltorace fortiter transverso, laterihus distincte
marginato, inaeqnaliter disperse punctato, elytris j^^ofunde
punctatO'Striatis, infersfitiis externis suhcarinatis. Long.
17 mill. — Vom 8ee Jipe.
262. Praogenn nobilis Miiklin, Act. soc. scient,'
Fenn. VIL p. 568, No. 10. — Von der Insel Sansibar.
263. Dysgcna sc abripen n is, n. sp. Rufo-
hrunnea, flavescenti-pilosa, snbopaca, capite prothoraceque
fusccscentibus : antennarmu arficulis 3. et 4. subuecpialibus,
Beitrag zur Iiiscktenfauiia von Zauüiliar. 65
jrronoto confcrtim cicatricoso, elyirortmi interstiiris parcius
ffranoso-pundatis. Long-. 14—15 mill. — Von der Insel
(Sansibai-.
i\I f 1 1 () j) r c p c s, nov. gen. A Praogena difl'ert fronte
lata, convexa, a clypeo vix discreta, sulcis intraocidarihus
imllis: 2)alporum maxillariuni articulo terminali vix düatato:
antennarum artimlis 4. — 10. hreviorihus, ovatis: prothorace
siihcordato, lacvi, coleopteris magis parallelis, suhtüiter striato-
puncfatis.
264. M i 1 f o p r c p c s I a c t u s, n. sp. Cyaneus, laevis,
nitidus, antennis, tihiis tarsisque nigris, elytris laete rubris,
punctafo-striatis, interstitiis planis, disperse suhtilissimeque
ptmctulatis. Long. 11 — I2V2 ßiiH- — Vom See Jipe.
265. M 0 n o m m a t r i p 1 a c i n n m , n. sp. Ovattim,
parum convexum, supra nigro-piceimt, infra cum pedihiis
rufo-brunneum, capite prothoracequc confertim, elytris par-
cius et suhtilius punctatis, distincte punctato-striatis, stria
suturali obsoletiore. Long. 5Y2 mill.
Farn. Lagriariae.
266. Lagria villosa Fab. 8pcc. Inscct. I. p. 160,
No. 9. — Von Mombas und der Insel Sansibar.
267. Lagria mollis, n. sp. Antennis gracilibus,
pedibus validis, tibiis arcuatis : nigra, dense griseo-pilosa,
capite, prothorace abdomineque rufo-brunneis, coleopteris tc-
staceis, confertim punctatis, oblongis, fere parallelis, parum
convexis. Long. 10 raill. — Vom See Jipe.
268. L a g r i a s e m i c y a n e a, n, sp. Antennis apicem
versus incrassatis, pedibus gracilibus, nigro-cyanea, griseo-
pilosa, supra confertim punctata, elytris dilute brunneis : ca-
pite et prothorace subquadratis. Long. 7 — 8 mill. </$.
Mas. Prothorace angustiore, elytris aurichalceo-mi-
cantibus, antennarum articulo idtimo oblongo, 6. et 7. ceteris
latioribus.
Fem. Prothorace transverso, antennarum articulo
ultimo acimiinato-ovato. — Von der Insel Sansibar (und
Mosambik).
269. Lagria p lebe ja, n. sp. Antennis apicem
Archiv für Naturg. XXXVU. Jahrg. 1. Bd. 5
66 ' G c r s t a e c k (>-!■ :
versus incrassatis, pedihus gracüihiis, picea, griseo-pÜosa,
siipra confcrtim punctata, scutello elytrisqne rufcscenti-testa-
ceis: capite et prothorace subquadratis. Long. 8—973 cT?«
Mas. Prothorace angustiore, antennarum articulo ul-
timo elomjato, 8. — 10. transversis.
Fem. Prothorace latiore, antennarum articulo ultimo
oblongo, acuminato. — Von Mombas und der Insel San-
sibar.
270. L a g r i a p u 1 v c r u 1 c n t a, n. sp. Äntennis api-
ccm versus incrassatis, pedihus gracilihus, rufo-hrunnea, fla-
vescenti-pid)cscens : äntennis, capite prothoracefiue nigro-pi-
ceis, hoc transverse quadrato, suhsidcato. Long. TV's niill.
$. — Von der Insel Sansibar.
E n t y p 0 d e r a, nov. gen. Corpus gracde, glahrum,
nitidum. Antennae apicem versus scnsim validiores, arti-
culo ultimo ohlongo. Caput lihcrtmi, rotundato-quadratum.
Prothorax capite angustior, oilongus, pone medium fortiier
constrictus, hipartitus. Scutellum minutum, ohlongo-trique-
tnim. Coleoptera siibparallela, depressa, punctato-sidcata.
Femora clavata: tarsorum articulus penidtinms hilohus.
271. Entypodera an thicoide s, n. sp. Rufo-
hrunnea, glahra, nitida, capite, antennarum apice pedibus-
que nigro-piceis, elytris aenco-fuscis : prothoracis parte antica
profunde fovcata, ^mstica hinodosa. Long. 4V2 — 5\'2 mill.
— Von den Ugono-Bergen.
Farn. Rh i p i p h 0 r i d a e.
272. Rhipiphorus bi pu n c ta tu s * Fab. Syst.
Eleuth. II. p. 120, No. 17. (= Rliip. apicalis Westw. =s=
Rhip. tropicus * Nietner). — Von Mombas, Wanga und
der Insel Sansibar.
273. Rhipiphorus flabellatus * Fab. Spec.
Insect. II. Append. p. 501, No. 3—4. (= Rhip. ferrugi-
neus * Fab.). — Von Mombas und der Insel Sansibar.
Farn . Vesicantia.
274. Horia cephalotes Oliv. Entom. III, 53 bis.
p. 5, No. 3. pl. 1, fig. 3. — Von der Insel Sansibar.
Gerstaecker: Beitrag zur Insekteufauna von Zauzibar. (>7
275. Mylabris bizonata * Gerst., Ber. Akad. •
Wiss. Berlin 1854. p. 694, No. 3. — Von Wanga und
der Insel Sansibar.
276. Mylabris bifasciata Oliv. Entom. III, 47.
p. 5, No.3. pl. 1, fig. 10 u. pl. 2, fig. 10 b. — Von Uru
und der Insel Sansibar.
277. Mylabris pracstans, n. sp. Äntennis cro-
ceis, cainte prothoraceque praeter kirsutiem atram albo-pi-
losis, elytris glabris^ stramineis, summa basi, macularum
paribus duobus fasciaque apicali, antice sinuata nigris.
Long. 23 mill. — Von Endara.
278. Mylabris amplectens, n. sp. Äntennis
croceis, corpore elytrisque praeter hirsutiem nigram cinereo-
pubescentibus, his rufo-brunneis, fasciis tribus flavis, ante-
riore basali, ampla, Jmmeros amplectente, posterioribus dua-
bus angustis, stibundtdatis ornatis. Long. 7 — 13V2 mill. —
Von Uru, V^anga und der Insel Sansibar.
279. Mylabris c a 1 1 i c e r a, n. sp. Äntennis nigris,
femoribus tibiisque rufis, corpore dense cano-sericeo, elytrorum
vitta suturae approximata abbreviata, altera latcrali angu-
stiore maculhque apicali aurantiacis. Long. 9 — 13 mill. ^^.
Mas. Äntennis longioribus, fortiter serratis. — Von
Mombas.
280. Mylabris (Dices) Kersteni, n. sp. Än-
tennis croceis, corpore elytrisque praeter hirsutiem nigram
einer eo-pubescentibus, his rufo-brunneis, punctatissimis, ma-
chlis sex ßavis in series diias longitudinales dispositis or-
natis. Long. 13 mill. — Von Wanga.
281. Mylabris (Dice s) Dec keni, n. sp. Än-
tennis croceis, corpore elytrisque praeter hirsutiem nigram
cinereo-pubescentihus, his rufo-brunneis, punctatissimis, fa-
sciis duabus anterioribus amplis, confluentibus, tertia in ma-
culas duas dissoluta, ßavis ornatis. Long. 14 mill. — Von
den Ugono-Bergen.
282. Mylabris (Dices) dorsalis, n. sp, Än-
tennis croceis, corpore elytrisque praeter hirsutiem nigram
einer eo-pubescentibus, his punctatissimis, distincte tricostatis,
rufo-brunneis, apice nigris, macidis duabus basalibus, inie-
riore transversa, exteriore longitudinali, fasciisque duabus
86 Gerstaecker:
amjustis, undtdat'is ßavls ornatis. Long. 9 — 12 niill. —
Von Uru.
283. M y 1 a b r i s (D i c c s) a ni b i g u a, n. sp. Antennis
croceis, corpore elytrisque densc tlavescenti-scriceis,prothorcwe
ante hasin profunde stäcato, elijtris conferthn rugoso-punctatis,
obsolete tricostatis, vittis duahus, altera dorsali ante mediimi
abhreviata, altera marginali longiore, intus incisa, maculis-
que trihus dimidii posterioris flavis ornatis. Long. 8V2 —
IOV2 mill. — Von Mombas und der Insel Sansibar.
284. M y 1 ab r i s (D i c e s) p a r e n t h e s i s, n. sp. An-
tennis croceis, corpore elytrisqiie densc flavescenti-sericeis, pro-
thoraceante hasin sulcato, elytris confertim rugoso-punctatis, ob-
solete tricostatis, macidis trihus dorsalibus (anteriore elongata,
arcuata) totidemque marginalihus, onmihus secrctis, flavis or-
natis. Long. 10 mill. — Von Endara und dem See Jipe,
285. Lytta strangulata * Gerst., Ber. Akad.
Wiss, Berlin 1854. p. 695, No. 15. — Von der Insel San-
sibar.
Fam. Oedemeridae.
r
286. Ditylus vi ttat icollis, n. sp. Ptdjescens,
testaceus, capite prothoraceque fere glahris, confertim et pa-
rtim profunde pmictatis, fusco-vittatis, elytris tricostatis, pim-
ctatissimis. Long. 11 mill. — Von der Insel Sansibar.
Fam. C ur cu lioni na.
287. Episiis tnbcrosus, n. sp. Prothor ace inermi,
profunde trisidcato: squamidis griseis undique dense tcctus,
elytris p)^'ope snturam undtdato-stdcatis, tubercuUs disci duo-
hus, apicis ohtusi quinque obsitis. Long. 12\''2 mill. —
Von Um.
288. Microcerus spiniger * Gerst., Monatsber.
Akad. Wiss. Berlin 1855. p. 83, No. 6. ~ Von Mombas.
289. B 1 o s y r u s a n g u 1 a t u s, n , sp. Fronte bino-
dosa, prothorace basin versus angustato, supra vermiculoso
calloque longitudinali instructo, coleopteris rottmdato-quadratis,
pone basin oblique truncatis, suturct fasciisque duabus abbre-
viatis einer eo-squamulosis., interstitio secundo ante medium-,
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 69
quarto ante cqncem altius devatis. Long. 9 rnill. — Von
Wanga.
Synaptoplus, nov. gen. (Trib. Brachyderidae).
Maxillac ohtectae. Prothorax huud lohatus. Stäci anten-
nales laterales, lineares. Änfennae hrevinsculae, scapo mar-
ginem ondorum antictmi vix attingente. Corbiculae tihiarum
iwsticarmn ohtectae. IJnguieuli omnino eoaliti. Scutellum mi-
nutum., coleoptera breviter ovata. Corpus dense squamulosum.
290. Synaptoplus cervinus, n. sp. Corpore
elytrorumque lateribus cano-, Jiormn dorso cervino-squamosis,
prothoracis linea media denudata, elytris sat profunde stria-
to-pimctatis, ante apiceni leviter trinodosis, sutura retrorsuni
subcarinata. Long. 10 raill. — Von Mombas und Wanga.
29L Mitophorus aen e ip en n is, n. sp. Anten-
narum scapo graeili^ recto, protJiorace oblongo, ante medium
leviter dilatato, transversa riigoso, coleopteris oblongo-ovatis,
aeneo-micantihus, subtilissime fusco-pubescentibus, profunde
punctato-siäcatis. Long. 7 niill. — Von Endara.
292. Mitophorus inflatus, n. sp, Antennarum
scapo valido, arcuato, protJiorace suhquadrato, granuloso,
coleopteris siibglobosis, profunde sulcatis, aeneo-micantibus,
griseo-pubesrentihns. Long. 7 mill. — Von Endara.
293, Sidero dacty lus falciger, n- sp. Man-
dibnlis elongatis, falciformibus, breviuscitUts, niger, subniti-
dus, squamidis viridi-coertdeis parce obsitns : prothorace basin
versus rotundato-düatato, confertim tiiberculato., profunde
sidcafo, elytris punctato-sulcatis. Long. 8V2 raill. cf- —
Von p]ndara.
Diatmetus, nov. gen. (Trib, Otiorrhynchidac). Ma-
xillae ohtectae. Prothorax haud lohatus. Scrobicjüi antenna-
les superi, arcuati. Antennarum scapus validus, prothoracem
medium attingens, funiculus 'illo longior, septemarticulatus,
articulis duobus primis elongatis. Rostrum apice alatum, a
fronte separatum. Oculi prominuU. Scutellum inconspicutim.
Coleoptera ovata, apice singulatim rotundata, angulis basalibus
productis. Corbiculae tihiarum posticarum ohtectae. Un-
guiculi basi eoaliti. Abdominis segmentum secundum sequen-
tibus multo longius. (hrpus suhdepressum., dense squamu-
losum.
70 Gerataecker:
294. Diatmetus praemorsus, n. sp. Cervino-
squamosus, antennarum funicnlo tarsisque coerulescentibus,
elytrornm sutura denndatu, aterrinid, nitidissinia, hasin ver-
sus tuhtrculata. Long. 1272 mill. — Von Kisuani.
UhaunoderuSj nov. gen. (Trib. Otiorrhynchidae).
Maxillae ohtedae. Prothorax haud lohatus. Scrohiculi an-
tennales superi, recti. Antennarum scapus validus, ocido-
rum marginem posticum attingens, funictdus hreviusculus,
septemarficulatus, articidis duohus primis ohlongis. Rostrum
subparallehim, a fronte separatiim. Oculi prominidi. Scu-
tellum apertum. Coleoptera acuminato-ovata, angidis hasalihus
suhproductis. Corhkidae tibiarmn posticarum ohtectae. Un-
guictdi hasi coaliti. Äbdominis segmentum secundum sequen-
tibus longius. Corpus parcius squamulosum.
295. C b a u n 0 d e r u s s t u p i d u s, n. sp. Niger, ni-
tidus, cinereo-squamulosus, prothorace alutaceo, elytris pro-
funde striato-punctatis, apicem versus sulcatis. Long. 9—
IOV2 mill.
Mas. Corpore densius squamuloso, elytris tuberculo
humerali instru^tis, sutura posteriore squamis magnis, verru-
ciformibus obtecta: äbdominis segmento ultimo acuminato,
ante apicem calloso.
Fem. Corpore parcius squamuloso, elytris simplici-
bus: äbdominis segmento idtimo piano, obtuso. — Von
Endara.
Spbrigodes, nov. gen. (Trib. Otiorrhynchidae).
Maxillae ohtectae. Prothorax haud lobatus. Scrohiculi an-
tennales superi, apicales. Antennae elongatae, fdiformes,
scapo prothoracis medium attingente, funiculi articido se-
cundo longissimo, clava ohlonga, acimiinata. Eostrum a
fronte separatum, apicem versus dilatatum. Scutellum incon-
spicuum, coleoptera rotundata. Corhiculae tihiarum postica-
rum ohtectae. Unguiculi hasi coaliti. Äbdominis segmentum,
secundum seqiientibus duohus parnm longius.
296. Spbrigodes m ar gar itaceus, n. sp. Fronte
profunde sulcata, corpore elytriscjue dense cretaceo-, horum
dorso interdum cinereo-squamoso, pimctorum striis apicem
versus sithsuleatis, 4. — 7. abbreviatis. Long, 673 — 7 mill.
— Von Endara.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 71
297. Fy et od eres plicatus, n. sp. Niger, dense
viridi-squamosus, antennis pedibusqne ferruyinds : protho-
ruce trcüisverso, apicem versus fortitcr angttstato, elytroruni
interstitiis 5. et 7. hasi costatim elevaüs. Long. 5 mill. —
Von Moschi.
298. Embrithes muscosus^ n. sp. Infra ciiie-
reo-, supra fusco-squamosus, antennis setosis, capite et pro-
thuruce supra pilis erectis, squamiformihus dense vestitis,
elytris punctato-sidcatis, tuhercula dua hasalia denudata ge-
rentibus. Long. 9V2 mill. — Vom See Jipe.
IS y States, nov. gen. (Trib. Otiorrhynchidae). 3Ia-
xülae obtectae. Prothorax haud lohatiis. Scrohiculi anten-
nales superi, anipli. Äntennae elongatae, fdiformes, scapo
prothoracis apicem superante, funiciäi articulis duohus pri-
mis longiorihus, clava angusta, acuminata. Rostrmn a fronte
separatum. Scutelluni, inconspicuum, coleopdera ovata. Cor-
hiculae tibiarum posticarum apertac. Unguicidi busi coaliti.
Abdominis segmenta tria intermedia subaequalia.
299. Öystates pollinosus, n. sp. Antennis lon-
gissimis, scapo teniii, clavato, protJioracis medium fere at-
tingente: niger, subopacus, tenuiter cano-pubescens, protho-
race varioloso, elytris ovatis, fortiter seriato-punctatis, inter-
stitiis transverse rugosis. Long. 8 — 11 V2 mill. f^$.
M a s. Angustior, tibiis intus emarginatis ihique cano-
2)ilosis, abdominis segmento secundo basi, quinto ax>ice im-
presso. — Von Endara, Mombas und der Insel »Sansibar.
300. Systates seminudus, n. sp, Antennis bre-
vinscnlis, niger, subnitidus, parce albido-setulosus, elytroruni
apice densius cervino-villoso : prothorace confertim varioloso,
elytris basi marginatis, supra profunde seriato-ptmctatis,
interstitiis subtUiter coriaceis. Long. 7— 8V2 mill. (-j^$.
Mas. Angustior, tibiis arcuatis et intus longe pilosis,
abdominis basi impressa.
301. Systates araplicollis, n. sp. Antennis
filiformibns, scapo tenui, clavato, elongafus, niger, dense
cervino-squamulosus, prothorace fortiter rotundato-ampliato, di-
sperse tuberculato, coleopteris oblongo-ovatis, punctato-stdcatis,
interstitiis dorsalibus breviter fusco-setulosis. Long. 8 mill. </.
72 Gerstaecker:
M a s. Tihiis antiris apice fortiter incurvis, intermediis
intus incisis, postici'i arcuatis, ante apicem appendiculatis.
— Von Eiidnra.
302. öystates hystrix, n. sp, Äntennis gracili-
bus, niger, cinereo-squanmlosus, prothorace angusto, supra
tuberculato, coleopteris ovatis, sefis sat longis alhkUs seria-
tim ohsitis. Long. 8 mill. $. — Von Mombas.
303. Systates amoenulus, n. sp. Äntennis
filiformihns, fronte latissima, niger, dense alho-griseoque
squamulosus, prothorace suhcylindrico, coleopteris hreviter ova-
tis, cervino-maculatis, interstitiis seriatim setulosis. Long. 4
—43/4 mill. ^5.
Mas. Ängustior, ahdominis segmento hasdli leviter
impresso. — Von der Insel Sansibar.
304. Systates hirtus, n. sp. Niger, dense cine-
reo-squamulosus, capite prothoraceque hrevius, elytris longius
setosis, his sat fortiter striato-punctatis : antennanim scapo
incrassato. Long. 5-/3— 6 '/a mill. (/$.
M a s. Ängustior, ahdominis segmento hasali deplanato,
tihiis intus parce pilosis, intermediis spinulosis. — Von
Mombas und der Insel Sansibar.
Peribrotiis, nov. gen. (Trib. Otlorrhyncliidae).
Maxillae ohtectae. Prothorax haud lohatus. Scrohiculi
antennales superi, prof^mdi. Rostrum apice dilatatum, a
fronte separatum. Äntennae hreviuscidae, setosae, scapo va-
lido, funicidi articulis 3. — 7. ahhreviatis., clava acuminato-
ovata, solida. Oculi superi^ rotundati. Scutellum inconspi-
cimm, coleoptera ovata. Ahdominis segmentum secundum
sequentihiis vix longius. Tihiarum posticarum corhicidae aper-
tae. Unguiculi hasi coaliti.
305. P e r i b r 0 t u s p u s t u 1 0 s u s, n. sp. Niger,
opacus, hie inde squamidis cervinis variegatvs, prothorace
transversa, supra ttiherculato, coleopteris acuminato-ovatis,
punctorum seriehus idtra medium nsque ttdjercula laevia, ni-
tida gerentibus. Long. 8 mill. 5. — Von Mombas.
306. B r a c h y c e r u s a t r o x, n. sp, Ohlongus, squa-
mulis rufescenti-fuscis indutus, rostro utrinqne hiplicato,
orbitis planis, prothorace transverse hexagono, supra fortiter
Beitrag zur Insoktenfauna von Zanzibar. 73
Mcalloso, elytris rüde reficulafis, snpra hiseriafim tubercula-
tis, üihercuUs exterioribus conicis, aciäis: femoribus tibiisque
anmdatim cervino-squamosis. Long. 20 mill. — Von der
Insel Sansibar.
307. Cleonus sannio '^ Hbst., Käfer VI. p. 104,
No. 65. Taf. 66. fig. 9 (-- Cl. nmcidns Germ. — Cl. ve-
latus Sehönh.). — Vom See Jipe.
308. Cleonus mitis, n. sp. Rostro ohtnse angu-
Into, snpra profunde histdcato, protJwrace fortiter constricto,
scutello vix conspicuo : cinereo-tomentosus, protJioracis plaga
magna media triquetra fasciisque dnabus latcralihis, ely-
trormn iuacnlis dnahus dorsalibus obliqnis fetnornmque an-
nulo anteapicali fnscis. Long. 17 — 20 mill. — Vom See
Jipe (und aus Sennaar).
309. Lixus haerens Sehönh., Gen. et spec. Cur-
cul. VIL p. 462, No. 103. (? ~ Lix. aethiops Hbst.). —
Von Aruscha.
310. Lixus coarctatus * King, Insekt, v. Ma-
dag. p. 1 10, No. 170 (= Lix. rhomboidalis Sehönh. =
Lix. corapressicollis Thoms.). — Von Endara.
311. Li XU s SU 1 ci r ost ris, n. sp. Elongatus, ro-
stro basin versus bisnlcato, prothoracis conoidei dorso con-
fertim rngoso, elytris 2)rofunde striato-pnnctatis, cinereo-ne-
hulosis, apice leviter oblique trimcatis. Long, 11 '/2 mill.
— Vom See Jipe.
312. Lixus p i n g u i s, n. sp. Oblongo-ovatus, rostro
hreviusctdo, fronte foveolata, prothoracc confertim punctidato
pimctisqiie majoribiis obslfo, coleopteris cuneatis, fortiter
striato-jmnctatis, basi profunde impressis, nifidis, fasciis
dnabus — anteriore laterali — apiceque densius cinereo-ptihe-
scentibus. Long. lO'/o, lat. 4-/3 niili. — Von Aruscha.
313. Lixus baculuS; n. sp. Elongatus, subcylin-
dricus. rostro angiisto, carinafo, prothorace p)rofunde suleato,
apicem versus aUemiato, elytris apice rotundatis, supra di-
stincte sulcatis, maculatim cinereo-ptdjescentibus, interstitiis
convexis, coriaceo-rugulosis. Long. 18 mill. — Vom Kili-
mandscharo, 8000' hoch.
314. Apoderus subma rg in a tns Sehönh., Gen.
et spec. Curcul. V. p. 282, No. 11. — Von VVanga.
74 Gerstaecker:
315. Apoderus n igripennis P\'ib., Entom. syst.
I. 2. p. 386, No. 8. — Von der Insel Sansibar.
316. A p ion nasu a, n. sp. Rostro valido, utrinque
ante oculos sulcato, frontem versus deplcmato, opaco, protho-
race conoideo, ante mcdinm constricto, basin versus leviter
foveato, supra disperse punctato, sulmitido, coleopteris ohtuse
ovafis, alte eonvexis, ad humeros angulatis, distinctc sidca-
tis, inferstitiis planis, siddilÜer alutaceis. Long. (c. rostr.)
3 mill. — Von Mombas.
317. Apion gallinula n. sp. Rostro valido, pun-
ctatissimo, utrinqne suhsulcato, fronte impressa, prothorace
constricto, apicem versus levitcr attenuato, supra iransversim
ruguloso, longitudinaliter sidcato, coleopteris oblong o-ovatis,
anguste sulcatis, humeris parum prominentihns. Long, (c.
rostr.) 3 mill. — Von Mombas.
318. Aleides convexus Oliv., Encycl. meth. V.
p. 507, No. 167. (= Rhynch. excavatus Oliv. = Gurc. gibbns
Fab. = Aleid, gibbus Klug). — Von Aruscha.
319. Aleides exilis Sehönb., Gen. et spee. Cur-
cul. IIL p. 613, No. 8. — Von Endara.
320. Aleides obsoletus, n. sp. Oblongus, niger,
opacus, subtus cano-sqnaniosus, femorum basi elytrisque san-
guineis, his fortiter striato-punctatis, interstitiis 3., 5., 7.
ante apicem strigatim albo-squamulosis : rostro supra disperse
punctato, nitido, prothorace brevissimo, ante apicem con-
stricto, confertim rugoso-jnmctato. Long. (e. rostr.) 8 mill.
5. — Von Mombas.
321. Phaenomerus 1 eue 0 grammns , n. sp.
Elongatus, niger, subnitidns, antmnis clara excepta, tibiis
tarsisque rufo-brunneis: rostro cpUndrico, aciculato, protho-
race punctatissimo, huius fascia media angidisque posticis,
elytrorum basi, fascia media arcuata suturaque posteriore,
scapidis pectorecjue niveo-pilosis. Long. 4V2 mill. — Von
den Ugono-Bergen.
322. Sphadasmus figuratus, n. sp. Ovatus,
niger, confertim punctattis, supra maculatlm, infra aequa-
liter et densius cervino-squamidosus, antennis rufo-brunneis,
rostri linea medialaevi, prothorace transverso, apicem versus
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 75
distincte carinato, elytris pundato-siäcatis, interstitiis 1., 3.,
5. elevatis. Long. 5^/3 mill. — Vom See Jipe.
PsaHstus, nov. gen. (Trib. Zygopidae). Antcnna-
rum fnniculns 7-articnlatufi, articulo primo crassitiscido, se-
cundo ohIongo, cderis hrevissimis. Prosfernnm ante coxas
distincte canaliculatum. Pleurae metathoracicae parallelae.
Ähdominis segmenta 1. et 2. ampla, medio connata. Py-
f/idium fere obtectum. Femora compressa, fortiier denfata,
posfica haiid elongata.
323. Psalistus sordidus, n. sp. Oblong o-ovatus,
niger, opacus, pilis crassiusculis supra cervinis, infra cine-
reis vestitus, antemiis rufis, dava fusca. Long. 4 nilll. —
Von Mbaramii.
324. Baridius Wahlbergi Scliönh., Gen. etspec.
Curcul. VIIL p. 123, No. 26. — Von Endara.
325. Baridius speciosus, n. sp. Ovatus, lade
Cj/aneus, punctatissimus, glaher, suhnitidus, rostro confertim
riigoso-pnnctato, prothorace tramvcrso, apice fortiter con-
stricfo, elytris profunde pundato-sidcatis, sulcis viridi-mican-
tibtis, interstitiis planis, seriatim pundatis. Long. 6 mil.
— Von den Bura-Bergen.
326. Baridius sculptilis, n, sp. Oblonges, niger,
pundatissimns, supra in pundis subtUissime setulosus, infra
plagiatim cano-squamosus, antennis tibiisque rufo-piceis : pro-
thorace oblongo, apicem versus angustato, elytris profunde
]mndato-srdcatis, interstitiis uniseriatim pundatis, basin
versus sulcis vix angustioribus. Long, ö'/a mill. — Von
Mombas.
327. Calandra oryzae Lin. Cent. Insect. p. 12,
No. 19. — Von den Bura-Bergen.
328. Calandra linearis Hbst., Käfer VIL p. 5,
No. 23. Taf. 100, fig. 1. — Vom See Jipe und von den
Ugono-Bergen.
329. Cossonus abscissus Schönh., Gen. etspec.
Curcul. IV. p. 1036, No. 43. — Von Aruscba.
330. Cossonus' procerus, n. sp. Rostro cari-
nato, 2^'othoracis confertim pimdati linea media laevi, basi
bisinuata, disco postice profunde biimpresso : abdomine, pe-
dibus elytrisque rufis, his nigro-limbatis, profunde striata-
7G Gerstaecker:
punctat'is, interstitiis migusiis, imiseriatimpimdulatis. Long.
7'/, -8 raill. — Von Endara.
Farn. Brentliidae.
331. Ceocephalus picipes Oliv., Eiitoni. V, 84.
p. 442, No. 15. pl. 2, fig. 18. ~ Von Um, Kisuanl und
Endaia.
Farn. Bos t ri* chi dae.
332. B ostri c 1)1] s fer r n gi n oii s * Fab, Syst.
Elenth. IT. p. 388^ No. 20. (= Bostr. xylograplms iSay).
-~- Von Mombas,
333. Diamerus pu I veru 1 e ntiis, n. sp. Oh-
longo-ovatus, niger, punctatissinms, einer eo-setiäosus, antennis
tarsisque rnfis: clypeo iniiwesso, vertice .mbtiliter sulmfo,
prothorace transverse quadrato, hasin versus suhcarinafo, co-
leopteris fere parallelis, Icdera versus profimdius sulcatis.
Long. 372 — 4V4 mill. — Von den Bura-Bergen, dem See
Jipe und Endara.
Farn. Anthribidae.
334. P h 1 o e 0 b i u s p u s t u 1 o s u s, n. sp. Cervino-
cinereoque tomentosus, prothorace ante hasin quadrifariam
impresso, fasciciäis setarum rufanmi quinque ornato: elytris
fasciculos hinos hasales fuscos majores, anteapicales minores
miniaceos Septem gerentihus. tihiis tarsisque rufescentihus.
Long. 9 — 10 mill. cT- — ^^''ora See Jipe.
Fam. Longicornla.
335. Cantli a ro c t e nus insignis, n. sp. Hufo-
piceus, supra glaher, nitidus, antennis 20-articfdatis, man-
dibulis hasin versus hidentatis, coxis, femorum hasi tihiisque
intus densefulvo-pilosis. LoDg. 28 mill. ^-j^*. — Von Endara.
336. Macrotoma paimata Fab., Entom. syst. 1,
2. p. 249, No. 26. (= Prion. Senegalensis Oliv.) — Von
der Insel Sansibar.
337. Macrotoma Natala (Dej.) Thoras., Essai
d'une ciassif. d. Ceramb. p. 314, No. 177. — Von i\i^n
Bura-Bergen.
Beitrag zur Insckteufauna von Zauzibar. 77
338. M acroto m a mi cro s White, Catal. Lcmfi^icorn.
Bril. Mus. J. p. 39, No. 15. — Von der Insel Sansibar.
339. Xystroecra gl obosa Oliv., Entom. IV, 67.
p. 27, No. 30. pl. 12, fig. 81. — Von Monibas.
340. C o r d y 1 o m e r a s p i n i c o r n i s Fab., ISyst.
Entom. p. 167, No. 13 (= Ceramb. torridus Oliv.). Var.
nitidipcnnis (Dej.) Serville, Annal. soc. ent. de France III.
p. 24. No. 1. — Von der Insel Sansibar.
341. Compsomera fcncstrata, n. sp. Capite
prothoraceque rnbris, hoc obsolete nigro-signato, elytris obscurc
cyaneis, nigro-pictis, niacula obliqua triquetra testacea or-
natis. Long. 18 mill. +. — Von Endara.
342. Rhopalizus San si b ar ic u s, n. sp. Aurco-
vel cyanescenti-viridis, subniUdus, antennis pedibusque nigris,
femoribns basi apiceque exceptis laete rubris: prothorace
minus confertim plicato, ehjtris cdutaceis, scutelltmi versus
distincte punctatis. Long. 23 — 26 mill. (/$, — Von der
Insel Sansibar.
343. Mas tod oder a nodicollis * Klug, Insekt.
V. Madag. p. 121. No. 196. Taf. V. fig. 9 (= Toxotus
basalis Dej. =^ Toxot, lateralis Guer.). — Von Mombas.
344. Diatomocephala simplex Gyllenb. in
Schünh. Synon. Insect. III. Appcnd. p. 178, No. 248 ( =
Diät, maculaticollis Blanch. = Callid, vüe Newm. =
Arliopalus anibiguus Ncwra. = Hesperophanes guttaticollis
Fairm.), — - Von der Insel Sansibar.
345. Phantasis gigantea Guer. leonogr. r^gne
anim., Insect. p. 241. — Vom See Jipe.
346. Coptops aedificator Fab. Entom. syst. I,
2. p. 275, No. 33 (= Ceramb. fuscus Oliv.), — Von Mom-
bas und der Insel Sansibar.
347. Sternotomis Bohcmani Westvv., Arcan.
entom. II. p. 154. pl. 85, fig. 3 (= Sternot. Ferreti Westw.,
Reiche). — Von der Insel Sansibar und Mombas.
348. Phryneta spinator Fab. Entom. syst. I,
2. p. 276, No. 36. — Von der Insel Sansibar.
349. Ceratites j as pi d ea Serv., Ann. soc. entom.
de France IV. p. 35, No. 1. — Vom See Jipe.
850. Tragocephala variegata Bertol., Illustr.
78 Ger s l a e c k o r :
rer. n;it. Mozamb. I. p. 25, No. 21. tab. 1, l^,i,^ 9. (= Trag,
veniista Thoms.) — Von Mombas und der Insel Sansibar.
351. Frea marmorata, n. sp. Fronte angiista,
capite profhoraceque cano-foiucntosis, Jwc supra nigro-con-
sperso, elytris hasin versus fortiter ptmctatis, fusco-cinereoque
nebulosis^ plagis äiiahus, altera hasali, altera anteaplcaU
dense ßavescenti-tomentosis. Long, 14 mill. — VonMbaramu.
352. Crossotus barbatus, n. sp. Äntennarmn
articulis trihus primis infra dense fimbriatis, prothorace
brevi, apicem versus fortiter angustato : cano-tomentosm, elytris
cinereis, cervino-strigosis, hasin versus profunde seriatim
punctatis, litura alhida tuhercidoque fusco signatis. Long.
11 mill. $. — Vom See Jipe.
353. Niphona appcndiculata, n. sp. Subde-
pressa, cinereo-tonientosa, prothorace quinqueseriatim tuher-
culato, clgtrts hasin versus cristatis, apice excisis, angiäo
sutiirali appendiculato. Long. 14—16 mill. — Vom See
Jipe.
354. Sthenias cylindrator Fab. Syst. Elcuth.
IL p. 292, No. 57. — Von Mbaramu.
P h 0 r y et u s, nov, ^en. (Trib. Apomecynidae). Cor-
pus latiusculuin, suhdepressum. Caput angustum, vertice
declivi, a fronte vix separato. Äntennae corpore dimidio
hreviores, articulo tertio suharcuato. Prothorax transversus,
muticns, apicem versus angustatus. Elytra prothorace la-
tiora, apice truncata et quasi appendiculata, supra multi-
fariam tuhereulata. Prosternum retrorsum fortiter dilata-
ttim, mesosternum transversum, trapc&'oideum. Pedes hre-
vi'usctdi, validi, tihiis posterior ibus arcuatis, compressis, api-
cem versus extus ciliatis et düatatis, intermediis intus angu-
latis : femoribus posteriorihus suhdentatis.
355. Phoryctus mucorcus, n. sp. Ccrvino-
tomentosus, albo-variegatus, elytronmi tuherculis rufo-setosis.
Long. 12 mill. — Von Mombas.
356. Fraonetha mel anura Pasc, Transact. en-
tom. soc. of London 2. ser. IV. p. 106. — Von der Insel
Sansibar.
Beitrag zur Inscktenfauua vou Zanziljar. 79
357. P f a o II c t h .-i scripta, n. sp. (Jcrvriio-pubescens,
prothorace fortitcr punctato, transverse calloso, elytris latera
versus albo-fiisvoquepictis, siq)ra fascicidornm seriehiis duabus
lomjitudinalihns oniatis. Long. 6^3 mill. — Von Endara,
358. Hippopsicon virgatum, n. sp. Nigro-pi-
cemn, conferfim p/mctafnn/, cmerco-}mbcscens, 2)'^ot1ioracis
laterihus elytrormnque niarginc sntmrdi denslus alho-tomen-
tosis, his rufo-pkeis, trifariam flavescenti-lineatis. Long.
IOV2 tnill. — Vom 8ee Jipe.
359. Hippopsicon rusticum, n. sp. Äntenna-
rmii articidis 3.-6. fimhricdis, hrevmscidimi, piceum, seri-
cetmi, vertice hicalloso, protJiorace disperse sat fortitcr inm-
etato, ante hasin constricto, elytris suhmaculatim pubcscen-
tibus. Long. 8 mill. — Vom See Jipe.
360. Tetraglenes phantoma, n. sp, Antennis
corpore brevioribus, parcc flwbriatis, picea, confertimxmnctata,
macidatim cano-tomenfosa, coleopteris lanceolatis, apicc pro-
funde excisis. Long. 10 mill. — Von der Insel Sansibar.
Farn. Chrysom cl inae.
361. Lcma liottentota Lacord., Monogr. Co-
leopt. subpcnt. L p. 326, No. 19. — Von der Insel San-
sibar.
362. L e m a f o v e i c o 1 1 i s, n. sp. Prothorace for-
titcr constricto et transverse sulcafo, apicc ntrinque tid)er-
culato, ante medium profunde bifoveato, basin versus plicato:
nigro-aenea, griseo-pubescens, elytris cyaneis vel purpfura-
scenti-cupreis. Long. 6V2 niill.
Var. a. Capite prothoraceque viridi-aeneis.
Var. b. Occip)ite, vertice prothoraceque sanguineis. —
Von Mombas und Mbaramn.
363. Leraa morosa, n. spec. Breviusctda, nigra,
subopaca, dense cincreo-pnhescens, p)rot]iorace clytrisque rufo-
brunncis, iUo ante basin tenuiter sulcato, subtil iter et sat
dense, in dorso medio fortius punctato, elytris convexitisctdis,
fortiter stnato-punctatis, interstitiis suhtilissime coriaceis.
Long. 51/2 mill. — Von der Insel Sansibar.
364. L e m a n i g r i ▼ e n t r i s, n. sp. Supra cum pe-
dibus anfennisque testacea, capitis rufo-ferruginei macula ver-
8U G c 1" s t a c c k e r :
ficali, lühi'o, pedora abdonüncque iiigrw, grisco^mbcacentihns:
prothorace elytrisquc nitidissimis, illo disperse pimciato, ante
hasin siäcato. Long. 47.2 niill. — Von der Insel Sansibar.
365. Diapromorpha haemo r rli agica, n. sp.
Suhtus dcnse cano-sericea, supra (jlahra, disperse pimctata,
nitida, nigra, prothoracis fascia suhap>icali utrinque ad basin
usque jyroducta, clytrormn d/nuhus — altera hasali, altera sub-
media ad humeros usque extensa — saturate flavis^ horum ma-
culis duabus subapiealibus laete rttbris: tibiis tarsisque rufis,
ahdomine cyanescente. Long. 11 — 14 niill. </$. — Von
der Insel Sansibar.
366. Clythra Wahlbergi Lacord., Monogr. d.
Coleopt. siibpcnt. IL p. 197, No. 5. — Von Mombas.
367. Melitonoma litlgiosa Lacord.ibid. IL p. 378,
No. 7. — Von Mombas.
368. Gy iiand ro p h tlialm a asphaltina, n. sp.
Aterrima, infra albido-sericea, supra glabra, nitidissima,
antennarum basi, genubus tarsisque piceis, elytris violaceo-
micantib'us, disperse et suhtilius pimctatis : capite inter oculos
transverse impresso, fronte bifoveolata. Long 4—42/,. ^^]\\
^'^. — Von der Insel Sansibar.
369. Gyn a nd rophthalma araoeuula, n. sp.
Oblonga, apicem versus leviter dilatata, rufo-ferruginea, supra
glabra, nitida., elytris disperse pimctatis, testaceis, sutura, vitta
Jmmerali ante apicem abbreviata, marginis lateralis parte
posteriore nee non scutello pleurisque nigris. Long. 4 mill.
— Von Mombas und der Insel Sansibar.
370. Damia (?) confusa, n. sp. Clypeo truncato,
oblonga, subparallela, nigra, subtus griseo-pubescens, supra
glabra, nitida, antennis tibiisque basi ferrugineis, prothorace
elytrisque laete flavis, hoc maculis duabus magnis basalibus,
inter se connexis, his punctis trihus anterioribus {1. 2.) fa-
sciaque posteriore utrinque abbreviata nigris. Long. 7—
7V2 J^''I- — Von der Insel Sansibar.
371. Cryptocephalus tabidus, n. sp Vertice
angusfato, antennarum articidis sex idtimis elytrorumque
limbo hasali uigro-piceis, ceierum dilute testaceus, nitidus,
elytris stramineis, fortiter striato-punctatis, interstitiis disperse
punctulatis. Long. 4'V3 mill. cT. — Von der Insel Sansibar.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 81
372. C r y ptoccphalus K erstem', n. sp. Fer-
rugineus, clytris düutiorihtis, suhtUitcr aciciäatis, ^yedore,
ahdowine, protJioracis muculis duabus rotundatis, sctdello,
elytrornm limho vittaque discoidali, ante apicem abbreviata,
nigris. Long. SYs mill. $. — Von Mombas.
373. C ry ptocep bal US eallias* Suffr., Linn.
entom. XL p. 122, No. 30.
Var. $. EJytris violaceis, macula apicali aurantiaca.
— Von der Insel Sansibar.
374. Cryp toc cp h alu s apertus, n. sp. Corpore
pedibusque nigris^ 7;ro^Äorac?"s lucidi macula laterali elytris-
que — ptimcto humerali nee non signatura communi cruciata
exceptis — laete aurantiacis. Long. 6 — 6V3 niill. c^?. —
Von der Insel Sansibar.
375. Paclinephorus conspersus, n. sp. Ob-
longes, fusco-aeneus, disperse albo-squamulosus, prothorace
truncato-ovafo irregidariter, elytris fortius et striatim ptin-
ctatis, interstitiis sutnram et apicem versus loitioribus, pun-
ctulcdis. Long. 3 mill. — Von Wanga,
37G. Corynodes Dejeani * Gerst., Insekt, v.
Mossanib. p. 336. — Von Mombas.
377. Scelodonta Sansibarica, n. sp. Cupreo-
aenea, infra dense, supra variegatim alhido-setidosa, protho-
race transverso, confertim rugoso-punctato, elytris rüde se-
riatim et basin versus reticulato-punctatis. Long. 4— 4V2
mill, — Von der Insel Sansibar.
378. P s e u d o c 0 1 a s p i s c h r y s i t e s, n. sp. Cupreo-
aenea, confertim punctata, pilis decumbentibus aureo-mican-
tibiis variegatim obsita, prothorace S'ubgloboso, scutello apice
trilobo, femoribus omnibus unispinosis. Long. 3^/2 — 4'/2 mill.
— Von der Insel Sansibar.
379. R h y p a r i d a c 0 1 1 a r i s, n. sp. Bufo-brunnea,
glabra, nitida, antennariim basi palpnsque testaceis, protho-
race infuscato, coleopteris midto angustiore, disperse et suh-
tilissime ptmctidcdo, elytris fere parallelis, regulariter striato-
punctatis, femoribus omnibus subtus dentatis. Long. 572 niiH.
— Von der Insel Sansibar.
380. Rhyparida cyanipennis, n. sp. Ovata,
glabra, nitida, laete ferruginea, capite, prothorace scidelloque
Archiv f. Naturg. XXXVll. Jahrg. 1. Bd. 6
82 Gerstaecker:
rufescentihus, antennarmit artkulis quaüwr nUi'mis nigro-
piceis, elytris ohsciire cyaneis^ forüter striato-punctatis, fe-
moribus onmibus acute dcntaüs. Long-. S^/g mill. — Von
Mombas.
38 1 . R h y p a r i d a m i c a n s, n. sp. Ovata, glahra,
nitida, rufo-hrunnea, protliorace latiusculo, supra infuscato
et aeneo-micante, disperse pundato: pedihus testaceis, fenio-
ribus Omnibus dentatis. 3V4 miü. — Von Mouibas und der
Insel Sansibar.
382. R h y p a r i d a t r i v i a 1 i s, n. sp. Ovata, glahra,
nitida, rufo-bnmnea , protliorace angustiore, fortius pnnctato,
antennarum articnlis guatuor ultimis nigris: pedihus conco-
lorihus, femoribus acute dentatis. Long. 3 — 8^/3 mill. —
Von Mombas und der Insel Sansibar.
383. Rhyparida obscurella, n. sp. Ovata, gla-
bra, nitida, fusco-aenea, anfennis, tibiis tarsisque ferrngineis:
protliorace coleopteris multo angustiore, sat fortiter disperse
ptmctato, humeris callosis, rufo-piceis. Long. 2^/4 mill. —
Von Mombas.
384. C o l a s p o s o m a s u b c o s t a t u m, n. sp. Tibiis
anticis rectis, antennarum basi ferruginea, aurichalceum vel
metalUco-viride, glabrum, nifidnm, capite confertim rugoso-,
protliorace elytrisque laxius profunde punctatis, his obsolete
quinquecostatis. 5-/3 — 673 mill. — Von Aruscha und der
In-^el Sansibar.
385. Colasposoma compaettim, n. sp. Bre-
viusculum, aeneum, suhnitidum, capite disperse et subtiliter,
protliorace fortius punctata, latera versus confertim sfrigoso,
linea media laevi: elytris suturam versus disperse et subti-
lius, post humeros fortiter rugoso-punctatis. Long. öVo mill.
— Von Mombas.
386. Ceralces Natalensis Baly, Transact. en-
tom. soc. of London 2. ser. IV. p. 88, No. 2.
Var. Corpore infra, antennarum basi pedibusque fer-
rngineis. — Von Endara und dem See Jipe.
387. Entomosceiis ochroptera Stäl, Vetensk.
Akad. Fürhandl. XIV. p. 60, No. L — Von Mombas und
dem See Jipe.
388. P 1 ag i o d c r a i m p 0 1 i t a (Vogel i. lit.). Bre-
Beitrag zur Insektenfanna von Zanzibar. 83
vitcr ovafa, nigra, siipra viriäi-cyanea, nitida, antennarum
hasi, prothoracis laterihus elytroruntque ntaryine cxterno
miniaceis : elytris suhtilissime alutaceis, perspicue et disperse
punctatis. Long. G — 6V2 miH- — Vom See Jipe.
389 . A d o r i u m p a 1 1 i a t u m, n . sp. Acuminafo-ova-
tum, glahriim, atrum, snpra opacum, prothorace anocjue au-
rantiacis, illo disperse punctulato, elytris alutaceis, confertim
punctatis: ahdominis segmento quinto (maris?) apice retuso.
Long. 11 üiill, — Von Mombas.
390. Apophylia nobilitata, n, sp. Oblonga,
subparaUela, opaca, testacea, capitis vitta lata media plagis-
gue duabus postocularibus, ptrothoracis maculis tribus scu-
telloque nigris, elytris smaragdinis, confertim granoso-pun-
ctatis, margine laterali inaurato. Long. 7 mill. — Von
Endara.
39 U Apophylia niurina, n. sp. Nigra, confertim
punctata, griseo-pubescens, opaca, antennarum basi, coxis
femorihusque ferrußineis, capitis linea media laevi. Long.
5— 6 mill. — Von der Insel Sansibar.
392. Diampliidia pectinicornis Oliv. Entom.
VL p. 849, No. 13. pl. 1, fig. 10. — Von der Insel Sansibar.
393. Monolepta flaveola* Gerst., Monatsber.
AJcad. d. Wissensch. Berlin 1855. p. 638. Von Aruscha.
394. Monolepta r u Jb r i c o s a, n. sp. Rubra, sub-
tiliter punctata, nitida, elytrorum fasciis duabus, altera ba-
sali, altera anteapicali nigris, antennis, tibiis tarsisque pal-
lide testaceis, illarum articidis duobiis ultimis nigro-fuscis.
Long. 42/3 mill. — Von der Insel Sansibar.
395. Monolepta d i d y m a, n, sp. Pallide testacea,
supra glabra, j^rum nitida, antennis apice fuscis, elytrorum,
fasciis duabus abbreviatis nigris: elylris subtiliter alutaceis,
sat confertim punctatis. Long. 4 mill. — Von Wanga.
396. Monolepta vincta, n. sp. Testacea, pun-
ctata, subnitida, capite ventreque rufo-ferrugineis, antennis
apice infuscatis, elytrorum limbo basali et humerali ncc non
fascia angusta, pone medium sita nigro-piceis. Long. 4 mill.
— Von Mombas.
397. Monolepta v i n o s a, n, sp. Oblong o-ovata,
subtiliter punctata, nitida, testacea, capite, scutello, elytrorum
84 Gerstaecker:
sutura et apice pedoreque rufis, vertice elytrorumque fasciis
duabus, altera hasali, maciäari, altera media, vitta marginali
inter se conjunctis, nigris. Long. 6 mill. — Vom See,Jipe.
398. M o n 0 1 e p t a e p h i p p i a t a, n. sp. Oblonga,
punctata, suhnitida, testacea, capite, elytrorum fasciis duabus
— altera basali, extus abbreviafa, altera ante medium sita
lata, undulata, ad suturam et marginem lateralem producta
— pygidioque nigris, pectore abdomineque rufescentibus.
Long. 4 mill. — Vom See Jipe.
399. Rliaphidopalpa vi n ula * Erichs., Doublett.
Verz, 1842, p. 10, No. 188. (= Galleruca festiva* Gerst.)
— Von Wanga.
400. Diacantha du plicata, n. sp. Flava, supra
glabra, nitida, elytris ferrugineis, ad basin late atris. Long.
8 mill. $. — Von Uru.
401. Xenarthra calcarata^ n. sp. Tibi^s posticis
ante apicem longe calcaratis, antennarum articulis 4.-8.
arcuatis, tumidulis: laete rnfo-ferruginea, glabra, nitida,
elytris subtiliter fusco-pimctnlatis, ad humeros splendide cya-
neis, pedibus antennisque dilute flavis, harum articidis duobuß
ultimis fuscis. Long. 6 mill. — Von der Insel Sansibar.
402. M a 1 a c o s o m a p u s i 11 a, n. sp. Nigra, glabra,
nitida, antennarum basi, fronte, prothorace, elytrorum apice
et lateribus nee non pedibus ferrugineis : elytris viridi-mi-
cantibus, disperse punctatis et transverse rugidosis. Long.
3Y2 mill. — Vom See Jipe und von der Insel Sansibar.
403. Malacosoma (?) H tura, n. sp. Glabra, ni-
tida, testacea, antennis apicem versus fuscis, prothoracis ma-
cula lineari media, elytrorum sutura, pectore abdomineque
nigro-piceis : prothorace utrinque oblique pimctato-snlcato,
elytris subtiliter punctatis, supra marginem lateralem pro-
funde impressis. Long, 2'/2— 3 mill. — Von Morabas.
404. Oedionychis rubiginosa, n. sp. Oblongo-
ovata, convexa, partim nitida, rufa, antennis basi excepta,
mandibidarum apice, genuhus, tibiis tarsisque nigris : protho-
race suMilius et disperse^ elytris confertim punctatis. Long.
9 mill. — Von Moschi.
405. Oedionychis (?) vernicata, n. sp. Tar-
sorum anteriormn articulis duobus primis inflatis: oblongo-
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 85
ovata, ^)ar«w?, convexa, gldbra, nitidissima, testacea, antennis
hasi excepta, capite, scufello, elytronmi vitta sufurali macu-
lisque duahus discalibus — suhhumeraU oblong a, posteriore
permagna, triquetra — pectore abdominisque basi nigro-pi-
ceis: vertice utrinque grosse, prothorace subtüiter punctato.
Long. 3V2 niill. — Von ürii.
406. Hai fcica (Ap htli ona) Cookci, n. sp, Ovata,
nitida, ferruginea, antennarum apice femoribusque posticis
nigro-piceis, femoribus anterioribus fiisco-annulatis : elytris
subtilissime disperse punctulatis. Long-. 3 railJ. — Von
Mombas und der Insel Sansibar.
407. H a 1 1 i c a (C r e p i d 0 d e r a) t o s t a, n. sp. Ovata,
nitida, rufo-brnnnea, prothorace disperse pimdulato, ad basin
bisiäco, elytris aeneo-micantibus, striato-punctatis, interstitiis
subtilissime punctulatis. Long-. 272—3 mill. — Von Mombas.
,408. Argopus pusillus, n. sp. Ocidis amplis,
fronte angusta: breviter ovatus, rufus, disperse pmictatus,
subnitidus, ore, antennis pedibusque ferrugineis. Long.
2V2 niill. — Vom See Jipe.
4ft9. H i s p a q u a d r i f i d a, n. sp. Antennis pro-
thoracisque disco inermibus, huius lateribus anterius spinis
quatuor longis, basi conjunctis, posterius unica minore obsi-
tis: atra, gldbra, elytris leviter aeneo-micantibus, irregula-
riter rüde punctatis et multispinosis, spinis dorsalibus pro
parte validissimis. Long. 4 — 473 mill. — Von der Lisel
Sansibar.
410. H i s p a p a c h y c e r a, n. sp. Antennis crassius-
culis, inermibus, prothoracis disco utrinque bi-, lateribus fri-
spinosis: testacea, parce setulosa, elytris profunde seriatim
punctatis, interstitiis linearibus, alternis subcostatis, spinis
marginalibiis gracilioribus, dorsalibus apicem versus conicis,
congesüs. Long. 573 niill. — Von der Insel Sansibar.
411. Cassida v igi nti macu 1 at a Thunb., Nov.
Insect. spec. V. p. 8G. fig. 95. — Von Endara.
412. Cassida tigrina Oliv., Entom. VI. p. 957,
No. 56. pl. 5, fig. 78. — Von Endara.
413. Cassida dorsovittata * Boh., Monogr.
Cassidid. IL p. 395, No. 59. — Von der Insel Sansibar.
86 Gerstaecker: Beitrag zur Insektenfaiina von Zanzibar.
414. Cassida 1 acrymo sa * Bob., ibid. II. p, 397,
No. 61. — Von Mbararau.
Fam. E ro t y 1 i d ae.
415. Episcapba scenica, n. sp. Nigra, con-
fertim punctata, piibescens, subnitida, protfioracis maculis
duahus ohlongis, elytrorum annulo humerali fasciisqiic duabus
posterioribus angustis, tmdulafis s'anguineis: antennarum
clava angusta, elytrorum striis prope suturam tantum per-
spicuis. Long. r2'/2 mill. — Von Mombas.
Fam. E n d o m 7 c h i d a e.
416. Ancylopus unicolor* Gerst., Monogr.
d. Endomychid. p. 194, No. 4. — Von Mombas.
i;i7!
r„f m
!i^
m
>'»*'\
Mi
■I
TTtr
1.1
'%
y
)\
IP.
•/■.//• /r
■::)Vk
.(^,.,.
^^i
m
im
\m
m\
Uli)
li.ii
I
Beschreibiiügcn einiger Egel-Arten
von
Professor Dr. Ed. Grube
in Breslau.
Hierzu Taf. III u. IV.
Von den liier beschriebenen Egelarten ist nur
eine europäisch und alle vielleicht, mit einer Ausnahme,
bewohnen das süsse Wasser. Diese Ausnahme ist Cy-
iicohdel.la lumbricoides, welche Herr Professor Fr, Mül-
ler bei Desterro entdeckt hat, und welche nach seiner
brieflichen Mittheilung im feuchten Erdboden wohnt, das
einzige Beispiel von einem solchen Vorkommen und eine
Aehnlichkeit mehr in der Parallele der Discophoren mit
den Planarieen, unter denen Fr. Müller schon vor
einiger Zeit eine unterirdische, Geoplana subterranea,
nachgev^iesen hat. üeber Hirudo hrevis von Valdivia
liegen mir keine Notizen vor, da aber dieser Blutegel in
einigen Stücken von der Mehrzahl der Ai'ten abweicht,
und in dem ganzen Habitus eine gewisse Aehnlichkeit
mit H. ceyLanica zeigt, auch eine Landplanarie bei Val-
divia vorkommt, drängt sich mir wohl die Frage auf, ob
er nicht vielleicht auch zu denen gehört, die auf Gebüsch
und Bäume steigen, und von Clepsine Budget bemerkt
Fr, Müller, dass sie, obwohl er sie sonst in Öüsswasser-
gräben gefunden, wahrscheinlich identisch mit einer Art
sei, die im Urwaide auf Bäumen in dem zwischen den
88 Grube:
Bromeliaceen sich ansammelnden Wasser vorkommt.
Nächst diesen Arten dürften wohl die Clepsinen und
Piscicolen des Baikalsees ein besonderes Interesse er-
wecken. Ich verdanke sie meinem werthen Freunde und
Schüler, Herrn Dr. B. Dybowski, der durch ein tra-
gisches Schicksal an Ostsibirien gefesselt, in seinem Eifer,
den dortigen Aufenthalt für die Wissenschaft auszubeuten,
nicht erkaltet, und ihr noch manchen wesentlichen Dienst
leisten wird. — Leider kann ich meinen Beschreibungen
nach Weingeistexemplaren nur hiw und da eine Angabe
über die Färbung der lebenden Thiere hinzufügen; wenn
aber auch der dunkle Grundton der Hirudineen sich
jetzt etwas verändert hat, die Zeichnung der lichten
Streifen und dunkleren Flecken seheint sich nicht zu ver-
wischen, und kann zur Charakteristik der Arten benutzt
werden. Clepsine maculosa stimmt nach mehr als 10-
jähriger Aufbewahrung in Weingeist noch ganz mit
Rathke's Farbenangaben übereiu, und die beiden auf
Taf. II. Fig. 6 und 7 abgebildeten Piscicolen sahen, als ich
sie erhielt, noch so frisch aus, dass ich eben getödtetc
Thiere vor mir zu haben glaubte.
Hiriido L. (s. st. Gr.)
Hirudo quinquelineota Gr. (Taf. III. Fig. 1.)
Lanceolata, antrorsum maxime attenuata, depressa,
margine laterali (ut frontali latiore) pallido, annnlis com-
pleiis 96 vel 97, supra olivaceo-bnmnea hie illo nigro
adspersa, striis longitudinalibus ochraceis 5, subtus pallida
lituris striolisque nigris et vitta angusta marginem prose-
quente fusca ornata. Striae dorsuales aeque angustae,
intervallis latioribus, vel tonpar ceteris paulo latlor, pares
nigro limbatae, intermediae ab impari magis quam ab
cxterioribus distantes; iinpar ab extrema fronte, interme-
diae ab annulo buccali, exteriores paulo serius incipientes,
omnes usque ad annuhim postremum productac. Ocu-
lorum paria 5, in semiannulis anterioribus 3 annulisquc
corapletis (supra bipartitis) disci anterioris 2 siti. Labrum
disci anterioris subtus sulco longitudinali divisum. Discus
posterior parvus, Stria ochracea longitudine bipartitus.
Beschreibungen einiger Egelarten. 89
Apertttrae genitales sub aniiulo completo 26to et intcr 30num
et 3lQ"m sitae. De///ib?</i plicaruni maxillarium tencrrimi,
fere 20-ni.
Long. max. 58 m., lat. max. 10 m., diaiiiCtcr disci
posterlorJs 3,5 m., inferior anterioris 1 m.
ßlagowe.schtschensk., von Herrn Dr. Fr. iSchmidt
erhalten.
Von den beiden allein vorliegenden Exemplaren
zeigt nur das grossere die Augenstellnng deutlicher und
auch hier sind nur die 3 vorderen Paare mit vollkommener
tSichcrheit erkennbar ; sie stehen auf den drei unmitelbar
hinter einander folgenden, die Oberlippe des vorderen
Haftorgans bildenden Halbringen, dann folgt ein augen-
loser noch zur Oberlippe gehöriger Halbring; von den
beiden hinteren öch^vächer ausgeprägten Augenpaaren
glaube ich mich überzeugt zu haben, dass sie eben so
wie bei Hirudo niedicinalis gestellt sind, d. h. dass zwi-
schen dem 4teu und 5ten Augenpaar zwei Halbringe lie-
gen \ die beiden ersten vollständigen Ringe sind nämlich
auf der Rückenscite durch eine Querfurche halbirt, so
dass hier je zwei Halbringe entstehen: der vordere Halb-
ring des Iten Ringes und der hintere des 2tcn Ringes
tragen die betreffenden beiden hinteren Augenpaare.
Eine tiefe mittlere Längsfurche auf der Unterfläche
der Oberlippe wie bei H. medioinalis und andern Arten.
Die Zähnchen auf der Schneide der drei Kieferfalten er-
scheinen so schwach ausgeprägt, dass ich sie an manchen
Stellen auch bei 90-facher Vergrösserung kaum unter-
scheiden und ihre Zahl nur annäherungsweise auf 20
angeben kann. Das Vorderende des lanzettförmigen
Körpers verschmälert sich schnell und läuft spitz zu, ohne
dass der Mundnapf selbst eine Spur von Verbreiterung
zeigt. Wenn die Breite am OOten Ring 10 Mm., am 25ten
noch 6,3 Mm. beträgt, sinkt sie am 6ten auf 2 Mm.
In der Gegend des 31 ten Ringes sind die Ringe etwa
I6mal so breit als lang. Die hintei-e Haftscheibe im Ver-
hältniss zur Körperbreite sehr klein, Afteröffnung klein.
Der Grundton der Rückenseite ist jetzt ein ähnliches
Braungrau wie bei H. medicinalis in Weingeist, was viel-
90 Grube:
leicht auf ein dunkles Olivengnin im Leben deutet, der
breitere Stirn- und schmälere Seitenrand ganz bleich ;
auf der Breite des Rückens stehen fünf sehr blass-ocher-
gelbliche schmale Längsstreifen in ungleichen Abständen
von einander; der Zwischenraum zwischen den mittleren
und dem unpaaren Streifen hat die doppelte, der Raum
zwischen den mittleren und äusseren Streifen die einfache
Breite des unpaaren und ist etwa eben so breit als der
Abstand der äusseren Streifen von der bleichen Rand-
einfassung. Die paarigen Längsstreifen sind alle schwarz
gesäumt, der unpaare nicht. Letzterer beginnt schon am
bleichen Stirnrand selbst, zwischen den Augen des Iten
Paares, die jedoch durch dunkeln Zwischenraum von ihm
getrennt sind. Die paarigen Längsstreifen fangen erst
hinter dem letzten Augenpaar an, und hören an der End-
scheibe auf, während der unpaare in voller Breite auf
diese übergeht und sie durchsetzt. In einem Exemplar
ist derselbe von einer breiten dunkeln Binde eingefasst.
Auf der Giundfarbe des Rückens erscheinen hin und
wieder sehr spärlich winzige schwarze Tüpfelchen, die
auch das Erkennen der beiden hinteren Augenpaare er-
schweren, drängen sich aber am Seitenrande zu einer
linearen Einfassung zusammen.
Die Bauchseite ist ganz blass gelblich- grau, mit
sechs Längszügen schwarzer Fleckchen und einem schwar-
zen linearen Saum nach innen vom Seitenrande. Die
Fleckchen jeder der zwei innersten Reihen stossen an einan-
der und bilden so zwei fortlaufende Streifen, die der äus-
sersten erstrecken sich über je vier Ringe zusammenhän-
gend und lassen den 5ten frei, die der beiden mittleren
bilden kurze Längsstriche mit vielfachen Unterbrechungen.
In der Zeichnung des Rückens hat dieser Blutegel
grosse Aehnlichkeit mit H. (OxyptychusJ striatus Gr. von
Montevideo, doch liegen bei letzterem die Genitalöffnun-
gen zwischen dem 28tcn und 29ten und unter dem 30ten
vollständigen Ringe, bei unserem Hirudo unter dem 26ten
und zwischen dem 30ten und ölten, auch zeigt bei stria-
tus die Bauchseite keine Spur von schwarzen Fleckchen.
Eine zweite ähnliche Art ist
Beschreibungen einiger Egelarten. 91
//. elegans Gr. (Taf. Ili. Ft>. 2.)
Hirudo elegans Gi\ Jahresber. der Schlesischen Ge-
sellschaft f. 1866. p. 61.
Sublanceolata, minus elongata, subtercs., marglne
laterali nequc acutiore nee crenato, venire piano, annulis
perfectis 92, .svipra olivacea faseiis ochraceis nigro-lim-
batis 5, subtus pallidior coucolor. Fascia inipar cetcris
altcnira tantum vel paenc dnplo latior, a fronte cxtrema
oriens, latitudine sna magis a mediis distans, pares striac
lineares minus inter se distantes, exteriores a marginc
laterali paulo magis quam a mediis remotae. Oculoruvi
paria 5 situ cum Hirudine medicinali consentientia^ oculi
paris imi fasciam imparem attingentes, paris 4ti et 5ti in
faseiis iutcrmediis siti. Discus anterior paululum diiatatus,
diameter disoi posterioris '^j^ latitudinis corporis maximac
aequans. Aperturae genitalium inter annulum 24tum et
25tum (vel 25tum et 26tum) et inter 29num et oOnum (vel
31mum et 32dum) sitae. Denticuli plicarum maxillarium
acuti, fere 42-ni.
Long. spec. maxirai 31 m.,'lat. max 6 ra., crass. max.
4 m., diamet, disci anter. 2,6 m., poster. 4 m.
Rockhampton (Neu-Holland.).
Der Leib ist mehr gerundet als bei dem vorigen,
vor dem Hinterende wenig breiter, nach vorn weniger
ausgezogen und durchaus nicht zugespitzt, die Aftor-
öffnung klein, beide Haftscheiben mehr ausgehöhlt und
die vordere etwas verbreitert. Augenstellung wie bei
Hirudo medicina/is. Die Bauchseite ganz einfarbig bleich
olivenfarben, durch keinen schwarzen Streif von dem
Seitenrandc abgesetzt, der nur ein wenig blässer aus-
sieht. Von den fünf Längsstreifen des Rückens tritt der
unpaare durch seine Breite und intensivere Färbung vor
den paarigen linearen merklich hervor, ist aber wie sie
mit einer feinen sciiwarzen Einfassung versehen. Er
beginnt schon am äussersten Stirnrande, der hier aber ganz
dunkel ist, während die mittleren paarigen Streifen erst hin-
ter den Augen, die äusseren noch etwas später anfangen,
und geht von allen allein auf die Endscheibe über, sie
92 Grube:
bald 'nchr bald weniger halbhend. Der Zwlschonrnuin
zwischen ihm und den nächstfolgenden ist noch grösser
als seine eigene Breite, der Abstand der äusseren paari-
gen vom Rande ihm beinahe gleich, der Zwischenraum
zwn'schen den paarigen merklich geringer, und nur wenig
breiter als ihr eigener Durchmesser.
Die Lage der GenitalöfFnungen kann, wie oben
angegeben, tim einen Ring wechseln.
H. novemstriata Gr. (Taf. III. Fig. 3.)
Hirudo novemstriata Grube. Jahresber, d. Schlcs.
Gesellsch. f. 1866. p. 61.
Longa, pcrangusta, subaequalis, posteriore versus vix
paululum latior, subteres, antror$uni breviter attenuata,
atmnlis perfeotis 96, summum 6-plo latioribus quam lon-
gis, supra sordide pallidius olivacea, striis longitudinalibus
fuscioribus 9 ornata, margine vix pallidiore quam dorso,
subtus colorc marginis, concolor. Stria dorsi impar fusca
ceteris paulo latior, hae lineares, minus conspicuae, lati-
tudine sua tantiim inter se, interiores ab impari dupla
latitudine distantes. Ocnlorum paria 5 similiter ac Hi-
rudinis medicinalis sita, sed par 4tum et 5tum vmo tantum
semiannulo separata.
Discus anterior minime dilatatus, diameter posterioris
latitudinem corporis dimidiam aequans. Aperturae geni-
talium sub annulo completo 24to et inter 29niim et 30ium
sitae.
Long. 49 m., lat. max. ad aunulum 70ii"m 4 m.,
craso max. 2 m.
Rockhampton (Neu-HoUand).
Diese Art ist auffallend schlank, 12raal so lang als
breit, und nur 2mal so breit als dick, das Kopfende so
verjüngt, und die Oberlippe des vorderen Haftorgans so
schmal, dass man fast eine Lumbricine vor sich zu haben
glaubt: demgemäss sind auch die Leibesringe verhältniss-
mässig nicht so kurz und breit als bei den Verwandten.
Man bemerkt an ihnen sowohl oben als unten eine mitt-
lere Querreihe von etwa 10 Papilichen, wie eine niedrige
Leiste. Der Mundring ist auf der Oberseite durch eine
Beschreibungen einiger Egelarten. 93
Querfurche gcthcilt. Der nächstfolgende, in der Richtung
von vorn nach hinten breitere, zeigt nur eine Andeutung
davon, woher das 4te von dem 5ten Augenpaar eigentlich
nur durch einen Halbring getrennt ist. Die nur kleinen
Mundscheibe hat einen breiten flachen Rand, aber nur eine
kurze schmale, Aushöhlung, in der ich keine mittlere
Längsfurche wie bei H. elegans und quinqueLineatahQm^Y\iQ.
In der Riickenzeichnung sind die Längsstreifen und
ihre Zwischenräume fast von gleicher Breite, so dass
man ebenso gut wie neun dunkle auch acht lichte Längs-
streifen angeben kann, doch fallen der unpaare der dunkelen
Streifen und die ihn begrenzenden Zwischenräume, da
sie breiter als die übrigen sind, am meisten in die Augen,
die lineareu dunkeln Streifen rechts und links davon
stehen gegen den jetzt olivenbräunlichen helleren Grund-
ton des Leibes weniger ab, der noch etwas hellere Sei-
tciirand ist auch wieder breiter, doch gegen die gleich-
farbige ungefleckte Bauchseite in keiner Weise abgesetzt.
Das Ite Augenpaar liegt unmittelbar neben dem
unpaaren Riickcnstreifen, der hier beginnt, die paarigen
linearen Streifen fangen erst etwa am lOten Ringe an.
Die Ruthe ragt am Hinterraude des 24tcn vollständigen
Ringes hervor, die weibliche Genitalöffnung liegt unter
dem 30ten.
H. hrevis Gr. (Taf. IIL Fig. 4) *)
Latior sublanceolata, antrorsum minus producta et
attenuata, plus duplo lorgior quam lata, quasi semiteres,
margine crenato, lutea, dorso raedio lato planiare paulo
pallidiore striis longitudinalibus vix adumbratis a lateribus
seposito, ventre usquc ad annulum 21mum piano, inde
paulo cavato, annulis comp/etis 56 tantum vel 57, supra
subpapillosis, subtus laevibus, Imo supra transverse bi-
partito. Diöcus anterior late arcuatus, marginibus paral-
lelis, fronte obtusissima paene truncata, posterior magnus,
diametro 72 latitudinis corporis maximae superante sub-
*) Reise der Oesterr. Fregatte Novara. Anneliden p. 41.
Tab. IV. Fig. 7.
94 Grube:
ovalus, antrorsum interdum Icviter acuminatus. Oculormn
paria 5, anteiiora 4 semianinilis 4 contlimis affixa, par
5tum a 4to seuuannulo 1 intorjecto rcruotuni, ocuii auterio-
runi. 3 longiiisculi, profundi'us immersi. cpteri ^lobosi.
Aperiurae genitcdcs inter annnlnm Ifitum et ITunm et
iater 20uum ot 21iium sitae.
Long. 10,5 m. ad 12,5 m., l;it. niax. (ad annuliuii
40timi usqiie ad öOunm) 3 m.^ ad 3,5 m. ad aninihmi com-
pletum Imum 1^3 m., diatueter disci posterioris 2 m.
Valdivia.
Obsclion diese Art des Stuttgarter Museums, von
welcher drei Exemplare voriiegen, in der Anwesenheit
von drei, wie es seheint sehr fein gezähnelten Kiefer-
falten, der Zahl und im allgemeinen auch der bogenför-
migen Stellung der Augen mit den eigentlichen Hiru-
dines übereinstimmt, steht sie doch darin ganz vereinzelt
da, dass die Zahl der vollständigen Leibesringe statt 95
so viel kleiner ist und nur 56 oder 57 beträgt, und dass
die beiden Genitalöffnungen so viel weiter nach vorn
gerückt sind, die vordere bis zur Grenze des 16ten und
17ten, die hintere bis zur Grenze des 20ten und 21ten
Ringes, so dass sich zwischen beide auch nicht fünf, sondern
nur vier Ringe schieben. Eine andere Abweichung liegt
in der Vertheilung der Augen, indem die vorderen nicht
drei sondern vier Paare unmittelbar auf einander folgen,
und das 5te von dem 4ten nicht durch zwei Halbringe
sondern bloss durch einen getrennt ist. Diese letztere
Anordnung erinnert an den von mir beschriebenen Land-
blutegel Ncuhollands (Hirudo UmhataJ und es belohnte
wohl der Nachforschung, ob diese südamerikanische Spe-
cies nicht vielleicht eine ähnliche Lebensweise führt, um
so mehr, da wir wissen, dass bei Valdivia eine Landpla-
naria vorkommt. Die vorderen drei Augenpaare, von
denen das Ite fast den Stirnrand erreicht, sehen wie
kurze, tief in die Muskelschicht eingesenkte Stifte aus,
während die beiden hinteren Paare die kurze Kugelform
haben. Der ganze vordere Haftnapf erscheint kurz, bei
einem Exemplar breiter als lang, doch nicht verbreitert,
und vorn sehr stumpf, fa&t abgestutzt^ die hintere Haft-
Beschreibung'eii einiger Egelarten, 95
Scheibe dagegen, welche immer oval oder, wenn sie nach
vorn etwas spitz zuläuft, eiförmig' aussieht, sehr ansehn-
lich, indem ihr Längsdurchnjes.scr fast Ys der Totallänge
und etwa die Hälfte der grössten Breite beträgt; an dieser
breitesten Partie finde ich die Ringe etwa 14mal so breit
als lang.
Eine eigentliche Zeichnung kann man an den jetzt
oben wie unten lehrabraunen, im Leben vermuthlich
ähnlich gefärbten Tbieren nicht bemerken, doch erscheint
der Mittoirücken in ziemlicher Breite nicht bloss durch
seine plattere Oberfläche, sondern auch durch einen et-
was lichteren Ton von den gewölbten Seitenflächen ab-
gesetzt, zuweilen kann man in ihm wiederum eine etwas
dunklere, der Farbe nach den Seitentheilen entsprechende
schmale mitth-re Längsbinde wahrnehmen, so dass dann
die Oberseite zwei breite lichtere nur wenig auseinander
stehende Längsbinden trüge. Von der Flanke gesellen
sieht die Rückenfläche wegen des abgesetzten Mittel-
feldes wie gebrochen aus. Die weichen niedrigen, etwas
papillenförmigen Erhebungen, welche die Rückenseite
der Ringe in einer Querreihe besetzen, erscheinen auf
dem Mittelrücken etwas ansehnlicher, so dass derselbe
annähernd wie von Längs- und Querfurchen durchzogen
oder kleingefeldert aussieht. Die Bauchseite ist bis zur
hinteren Genitalöfl'nung eben oder hier sogar leicht ge-
wölbt, von da an aber ein wenig ausgehöhlt.
H. {Oxyptycltus Gr.)
. Grube Farn. d. Annelid. p. 110, 148.
(Jorpiis sublanceolatum, depressuni, aequaliter aunu-
latum, annulis plus 90. Discus anterior et posterior, nu-
mervs et dispositio oculorum, anus ut in Hiriidine genere.
Plicae maxillares 3, denticulatae. Aperturae genitales
sub annulo completo 27mo et inter 28num et 29aum sitae.
E. fO.J strialHs Gr. (Taf. 111. Fig. 5.)
0. striatuis Gr. 1. c. p. 110, 148.
Sublanceolata, antrorsum magis producta, depressa,
alcohole servata, supra sordide griseo-brunnesccns, dorso
96 Grube:
medio lato fusclore brunneo, e longitudine striis pallidis
linearibus 3 ornato, partibiis lateralibus, iilo paulo angu-
stion'bus pallidioribns, linea fusca separatis; niaigine ipso
interduin etiam pallldiore, colore striaium, ventre pallido
concolore, annuliä completis 94. Discus anterior et poste-
rior anusque ut in Hirudine; oculorum paria 5, eodem
modo disposita. Aperturae genitales sub anniilo com-
pleto 27in(j et intcr 28iium et 29num sitae. Denticuli pb'-
carum maxillarum aeuti, fere 30-ni.
Long. anim. major. 36 m., lat. max. 7 m., ad oeu-
lorum par 5tum 2 m., ad aperturas genitales 5,5 m., dia-
meter disei poster. 3,4 m.
Montevideo.
Indem ich von diesem früher nur kurz charakteri-
sirten Blutegel hier eine ausführlichere Beschreibung
gebe, füge ich ein paar Abbildungen hinzu, welche sein
augenblickliches Erkennen erleichtern. Die Farbe des
lebenden Thieres mag auf dem Mittelrücken merklich
dunkler, vielleicht olivenbraun, die hellen Längsstreifen
mögen gelb gewesen sein, jedenfalls beschränken sie
sich nur auf den Mittelrücken, während der Seitenrand
in ziemlicher Breite, oder die ganze Partie längs dem
öeitenrande in noch grösserer Breite diese helle, mit
ihnen und dem Bauch übereinstimmende Farbe hat, und
bloss durch einen dunklen Längsstreifen von dem nächsten
hellen Längsstreifen getrennt wird. Es sind ferner nicht
bei jedem Individuum jene fünf hellen Längsstreifen des
Mittelrückens gleich ausgeprägt, sondern bei manchen
nur der unpaare und jederseits der äusserste in die Augen
fallend, die beiden mittleren aber nicht an allen Stellen
gleich deutlich, die hellen Streifen gehen nicht auf die
Endscheibe über, der Bauch ist ungefleckt, sein Rand
zuw^eilen durch einen schwachen dunkeln Längsstreif ab-
gesetzt.
Die Augen des Iten Paares stehen unmittelbar neben
dem hellen unpaaren Rückenstreifen. Die beiden ersten
vollständigen Leibesringe, der Mundring und der nächst-
folgende theilen sich auf dem Rücken jeder in zwei Halb-
ringe, wie bei Hirudo medicinalis und der Ite und 4te
Beschreibungen einiger Egelarten. 97
dieser Halbringe trägt das 4te und 5te Augenpaar, wäh-
rend das 3le von dem 4tcn nur durch einen der vier oder
fünf Halbringe der Oberlippe getrennt ist, so dass man
in dieser Hinsicht durchaus eine echte Hirudo vor sich zu
haben glaubt. Beim Oeffnen der Mundhöhle stösst man
auch sogleich auf die drei halbkreisförmigen Kiefer und
kann auf ihrer Schneide schon mit einer schärferen Loupe
die Zähnchen erkennen ; bei stärkerer Vergrösserung er-
scheinen sie recht scharf, doch nur in geringer Zahl;
ich kann etwa 30 unterscheiden. Um so mehr überrascht
die Lage der Genitalöfi'nungen, die nur durch einen Ring
getrennt sind, ähnlicher Nephelis, doch auch etwas weiter
nach vorn gerückt, da die eine unter dem 27ten, die an-
dere auf der Grenze des 28teu und 29ten Ringes liegt,
(bei Nephelis zwischen dem ölten und 32ten und dem
34ten und 35ten, doch ist hier auch die Zahl der voll-
ständigen Körperringe um einige grösser). Der Magen
erweitert sich wie bei Hirudo in seitliche Blindsäcke,
von denen das hintere Paar das grösste ist. Die Geni-
talien verhalten sich ebenfalls wie bei Hirudo.
Nachdem ich die Uebereinstimmung dieses Egels
im inneren ]5au mit Hirudo ermittelt, kann ich in ihm
nicht mehr den Repräsentanten einer eigenen Gattung
sehen, doch rechtfertigt woM die auffallende Abweichung
in der Lage der Genitalöfi'nungen die Aufstellung einer
eigenen Gruppe innerhalb der (Gattung, und für eine
solche mag hinfort der Name Oxjptychus beibehalten
werden.
Aulacostomum Moq. Tand.
Äulaoostomum gulo (Braun) (Taf. IH. Fig. 7).
Dass dieser bei uns so gemeine Blutegel auch durch
Sibirien verbreitet sei, führt schon Gerstfeldtan *) ;
auch Dr. Dybowski hat mehrere Exemplare vom Bai-
kalsee eingeschickt. Sie gehören alle einer Varietät an,
*) Memoires des Savants etrangers de l'Acad. de St. Peters-
bourg YIII. p. 266.
Archiv für Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 7
98 Grube:
welche von Moquin Tandon nicht ei-wähnt ist und
der von Gerstfeidt beschriebenen sehr nahe steht.
Auf dem im Leben wahrscheinlich olivengrünen,
jetzt grauen Rücken zeigen sich sechs Längszüge schwar-
zer Fleckchen, die beiden inneren in fast ununterbroche-
ner einfacher Reihe^ so dass sie eine sehr schmale Längs-
binde zusammensetzen, welche anfangs gerade, dann aber
in einer Wellenlinie verläuft. Die Wellenrücken mit
der Concavität einander zugekehrt, nehmen je drei auf
einander folgende Ringel, die Wellenthäler je zwei zwi-
schen-liegende ein. Die Fleckchen der beiden äussersten
Züge setzen kleine längliche oder rundliche, zuweilen
ringförmige, sich über je drei Ringe erstreckende Gruppen
zusammen, von welchen dieselben beiden Ringe über-
sprungen werden, denen das Wellenthal der innersten
Längsbinden angehört. Die Fleckchen der mittleren Züge
erscheinen entweder vereinzelt ohne bestimmte Ordnung
oder vereinen sich zu Längsstrichen auf denselben Ringen,
aufweiche die Wellenthäler fallen. Die innersten Längs-
binden beginnen bereits zwischen oder hinter dem letzten
Augenpaar, die übrigen erst hinter dem 12ten Ringe oder
noch später, setzen sich auch nicht wie in der Regel
jene auf die Endscheibe fort.
In manchen Exemplaren vermehrt sich das schwarze
Pigment der Flecken so stark, dass alle seitlich benach-
barten einander berühren, doch bleibt der Zwischenraum
zwischen den beiden innersten Längsbinden stets frei
von Fleckchen.
Die Bauchseite trägt entweder nur kleine und sehr
vereinzelte schwarze Fleckchen ohne Ordnung oder ist
ganz ungeÜeckt,
Die von Gerstfeldt angeführte Varietät soll auf
dem Rücken sechs schwarze von ähnlichen zahlreichen
Querstreifen durchsetzte Längsstreifen und auf der Bauch-
seite zahlreiche dunkle Fleckchen besitzen.
A. Krmissu Gr.
Complanatum, oblongum, latitudine maxima V4 longitu-
dinis paulo superante, utrinque paulo tantum et paene
Beschreibungen einiger Egelarten. 99
aequaliter angustatum, niolles, supra timbrinum, margine
Land pallidlore, subtus vix palHdius, antiuUs covipletis 94 vel
95, serie papillarum transversa obsitis. Papulae minimae,
laeres, ejusdem coloris. Discus anterior parvus, poste-
rior diametro V2 latitudinis corporis raaximae adaeqnante.
Oculorum paria 5, nt in A. guLone disposita. Aperturae
\ genitales inter annnlum 24tum et 25tum et inter 29mum et
30mum sitae.
Long, ad 36 m., lat. max. 8,5 m. ad annnlum lOmum
6 m., ad 84tum 6,5 m., diam. disci poster. 5 m.
Port natal in Flüssen.
Das Stuttgarter Museum besitzt von dieser Art zwei
Exemplare, von deren grösserem ich die Maasse oben an-
gegeben. Die Fcärbung ist ganz eintönig umbrabraun,
am Bauch kaum etwas weniger dunkel, und wird sich
wahrscheinlich im Weingeist wenig oder gar nicht ver-
ändert haben. Es giebt keinen hellen Seitenrand. Kwi
der Rückenseite der sehr weichen Ringe deren breiteste
wohl 23mal so breit als lang sind, bemerkt man eine ein-
fache Querreihe sehr kleiner glatter rundlicher zahlreicher
Papillen (bis 18), auf der Bauchseite fehlen sie nicht
ganz, stehen aber vereinzelter. Die Stellung der Augen
und die Lage der Genitalöffnungen stimmt durchaus mit
A. gul.G überein.
Die Kieferfalten sind stark und hoch, doch habe
ich durchaus keine Zähnchen an ihnen bemerken können.
Hiernach würde diese Art vielleicht zur Gattung Demo-
cedes Kbg. gehören, von der Kinberg zwei ebenfalls bei
Port Natal vorkommende Species beschreibt.
A. wnibrinwni Gr.
Complanatum, clongatum, latitudine maxiraa fere '/s ^^
V4 longitudinis aequante utrinque paulo tantum decres-
cente, extremitate anteriore repente attenuata, molle,
laeve supra umbrinum, margine laterali angustissimo lutes-
cente, subtus lutescens, annulis comjjletis 95. Discus
anterior parvus rotundato-triangulus, posterior parvus
diametro 2/5 latitudinis corporis maximae adaequans. Ocu-
100 Grube:
lorum paria 5 et apertiirae genitales ut in A. gulonö
disposita.
Long. anim. majoris 75 m., lat, max. 14,5 m., ad an-
nnlum lOtum plus 6 m., ad 29iiiim plus 11 m., diam. disci
post. 5 m.
Massacluisets.
Der vorigen Art äbnlicli, aber durch die viel lich-
tere, sehr blass lehmfarbene Bauchseite und den eben
so gefärbten gegen das ümbrabraun des Rückens scharf
abstechenden Seitenrand, so wie durch den Mangel der
bei jener so deutlichen Rückenpapillchen zu unterschei-
den. Eben so wenig bemerke ich an der Bauchseite
dergleichen.
Die beiden ebenfalls dem Stuttgarter Museum ange-
hörenden Exemplare, die mir Hr. Prof. Krauss zur Un-
tersuchung freundlichst mittheilte, sind sehr viel grösser
als jene, selbst das kleinere, stärker contrahirte schon
53,5 Mm. lang, seine ansehnlichste Breite etwa vom 46ten
bis 58ten Ringel beträgt 13 Mm., am 29ten Ringe 12 Mm.,
am loten 8,5 Mm., und ist im Verhältniss grösser als bei
dem 75 Mm. laugen, wo sie fast Ys der Länge beträgt.
Die Endscheibe, deren Durchmesser 5 Mm. misst, ist im
Vergleich kleiner als bei A. Kraussu. Die drei Kiefer-
falten sind sehr ansehnlich aber mit sehr schwach aus-
geprägten Zähnchen besetzt: ich zählte deren etwa 60.
A. oenops Gr.
Valde elongatum, paulo depressum, margine laterali
rotundato, haud crenato, molle, supra ut subtus concolor,
mvum sordidevinaceo-rubrum,aww?^/^s perfectisSB. Oculoruni
paria 5, 4t.iim a Bio ut a 5to semiannulo nudo 1 separatum.
Aperturae genitaies sub annulo 27ino et 32do sitae.
Long. 107 m., lat. max. 15 m., crass. max. 3 m.;
diameter disci posterioris 7 m.
Von Herrn Sall^ in Paris aus dem Staat Missi-
sippi erhalten.
Von ansehnlicher Grösse, doch nur mit 88 vollstän-
digen Ringen, von denen der letzte schon zur Endscheibe
gehört; das Ite Viertel der Länge enthält etwa 36, das
Beschreibungen einiger Egelarten. 101
2te 20, das 3te 18 und das 4tc 28 Ringe. Im Anfange
des letzten Viertels, wo die Ringe die grösste Breite ha-
ben, sind sie 9- bis lOmal so breit als lang, am lOten
Ringe, wo die Breite 6,5 Mm. beträgt, 7mal so breit als
lang. Die Färbung, welche die Etitpiette angiebt, bezieht
sich auf das lebende Thier und ist jetzt blass grünlich
braun. Die Mundhöhle war, als ich das Thier erhielt,
bereits aufgeschnitten und ich kann die Bewaffnung der
Kieferfalten nicht mehr gut erkennen. Der auf den
Mundring folgende Ring ist nicht, wie jener an der Rük-
kenseite der Quere nach halbirt, daher die Vertheilung
der Augen, wie oben gesagt, von der gewöhnlichen etwas
abweichend. Die Genitalöffnungen liegen mehr nach hinten
als sonst, da sie sich unter dem 27ten und 32ten vollstän-
digen Ringe befinden. Die Endscheibe ist ziemlich aus-
gebreitet, die Afteröffnung ziemlich gross und auch der
sonstige Habitus mehr der eines Aulacostomum als eines
Hirudo, doch kann nur die Untersuchung des Darmkanals
entscheiden, ob das betreffende Thier in der That der
Gattung Aulacostomum zuzuzählen ist.
Cylicobdella Gr.
Subterranea, corpus rotundato depressum elongatum,
angustum, antrorsum valde attenuatum, annulis perfectis
ad 100, discus aitterior haud dilatatus, posterior aceta-
buliforrais, amis rima transversa, satis magna, supra basin
ejus sita. Plieae maxiUares crassiores nullae, pro iis plures
teneriores, circulum componentes. Oculi haud distinguendi.
Aperticrae genitales inter 27num et 28vum et inter 29Qura
et 30m«m sitae.
C. Lumhricoides Gr. (Taf. III. Fig. 6.)
Trochetia lumhricoides Fr. Müll, in literls.
Subterranea, vermiformis angusta rotundato-depressa,
antrorsum valde attenuata, concolor, viva colore hepatico,
annulis -perfectis 98, versus 72d"m et 7oium paululum la-
tioribus, quam ceteris, 4-plo latioribus c|uam longis. Oculi
haud observati; discus anterior haud dilatatus rotundato-
triangulus, plieae crassae raaxillares haud observatae, pro
iis angustiores appressae fere 10 circulum componentes,
102 Grube:
Oesophagus e longitudine subtiliter plicatus. Aiiics plica
transversa satis magna, dorsualis, inter annulum 97mum et
98vum sita 5. Discus posterior depresso-aectabuHformis.
Aperturae genitales inter annulum perfectum 27mum et
28vum et inter 29mum et .SOmnm sitae.
Long. 77 m., lat. max. 7 m., lat. ad annulum 28vum
8 m., ad annulum buccalem fere 1,7 m., crass. max. 3 m.
Desterro (Brasilien).
Dieser im Leben leberbraune Blutegel gewinnt da-
durch ein besonderes Interesse, dass er, wie Prof. Fr.
Müller angiebt, in feuchter Erde vorkommt; hiemit
könnte der Mangel der Augen zusammenhängen, von
denen ich trotz der im Weingeist noch blässer gewor-
denen Leibesfärbung keine Spur wahrnehmen konnte.
Wir haben bereits einen blinden Blutegel an der auf dem
Boden unterirdischer Grotten-Lachen lebenden Typhlob-
della Kovatsi Dies. *), aber die ganze Gestalt des Körpers
unserer Cylicobdella, der sich im hintersten Viertel so we-
nig verbreitert und nach vorn so stetig und bedeutend ver-
schmälert, wie oben angegeben, stimmt mehr mit Tro-
chetia, welche acht freilich nach M o q u i n T a n d o n kaum
sichtbare Augen besitzt, als mit Typhlobdella überein.
Die alte Annahme, dass Trochetia viridis im Erdboden
lebt, wird von Moquin Tandon in der 2ten Auflage
seiner Monographie widerrufen. Im übrigen zeigen sich
so viele Verschiedenheiten, dass die Aufstellung einer
besonderen Gattung für diesen interessanten Blutegel ge-
rechtfertigt erscheint.
Sowohl bei Trochetia als bei Typhlobdella werden
drei dicke Kieferfalten (raaxillae, machoires) dort nackt,
hier mit Zähnchea bewaffnet angegeben, bei Cylicobdella
vermisse ich sie gänzlich, bemerke aber statt ihrer am
Grunde der Mundhöhle einen ganzen Kranz von etwa
zehn kurzen aufrecht stehenden halbkreisförmigen Blätt-
chen, und hinter ihnen nach einem kleinen Absatz und
einer Vertiefung beginnen die noch zahlreichen Längs-
*) Diesing Syst. Helminth. I, p. 459, Denkschrift d. k. Akad.
d. Wissensch. Wien XIV. p. 77. Tab. III. Fig. 25— 31.
Beschreibungen einiger Egelarten. 103
furchen und zarten niedrigen Längsfalten der Speiseröhre.
Die Innenfläche der abgerundet dreieckigen, beinahe
gleichseitigen Oberlippe zeigt einige strahlig verlaufende
zarte Furchen und ein Paar winzige Papillchen dazwi-
schen, sie besteht aus vier an dem dicken Rande wohl
markirten Halbringen und misst etwa 1 Mm. in der Länge:
der Mundring und der darauf folgende sind an der Rük-
kenscite nicht durch eine Querfurche halbirt und bilden
eine sehr wenig ausgeprägte Unterlippe, Sieht man
diese ganze Kopfpartie von oben, so glaubt man eher
eine Lumhricoyiereis oder einen Ltimhrious als einen Blut-
egel vor sich zu haben. Der After ist eine sehr ins Auge
fallende Querspalte oben auf der Grenze des 97ten und
des 98ten zum hinteren Haftorgane selbst gehörenden noch
recht ansehnlichen Ringes, und dies Haftorgane stellt
nicht eine flache oder leicht vertiefte Scheibe, sondern
einen wahren Haftnapf von der Form einer plattgedrück-
ten Glocke dar, deren 4^4 Mm. haltender Durchmesser
grösser als ihre OefFnung, aber nicht grösser als der des
98ten Ringes ist.
Die Genitalöflnungen, von denen die vordere deut-
licher ist, befinden sich auf der Grenze des 27ten und
28ten und des 29ten und oOten vollständigen Ringes,
liegen also weder so weit auseinander wie bei Typhlo-
bdella, die in dieser Hinsicht durchaus mit Hirudo medi-
cinalis und Atdacostomum gulo übereinstimmt, noch wie
bei Trochetia, wo sie noch mehr nach hinten rücken (näm-
lich zwischen den 32ten und 33ten und zwischen den
37ten und 38ten Ring), sondern sind bloss durch zwei
Ringe getrennt. Bei Nephelis liefen drei dazwischen,
(der 32te, 33te und 34te). Uebrigens zeichnet sich auch
Trochetia durch die für Hirudineen ungewöhnlich grosse
Zahl von Ringen aus, die nachDiesing an 120, nach M o-
quin Tandon 140 beträgt. An den auf die vordere
GenitalöflFnung folgenden fünf Ringen erscheint der Leib
unserer Cylicobdella etwas angeschwollen, und diese Ringe
selbst sind etwas länger als die übrigen.
104 Grube:
Nephelis Sav.
N. quadristriata Gr.
Grube Fam. d. Annelid. p. 110, 149.
Lanceolata, posteriora versus minus attenuata, de-
prcssa, margine laevi, supra pallide grisea striis longitu-
dinalibus nigris 4, subtus pallida, concolor; annulis fere
95, anterioribus 20 brevissimis : Striae lovgitudmales ex
Serie macularum transversarum compositae, aeque longe
inter se distantes, laterales marginem ipsum proximae.
Os orbiculare, oculi utrinque 4 nigri. Discus posterior
colore corporis siipra interduni macvilis 2 vel 4 ornatus,
diametro 72 latidudinis raaximae minore. Äiyerturae ge-i
nitales inter annulum SSium et 34tum et inter 35tiim et
36tum sitae.
Long. anim. major. 25 m., lat. max. 5 m., crass,
2 m., diameter disci poster. 2 m.
In Nordamerika, von wo Hr. Prof. Burmeister
vor vielen Jahren einige Exemplare erhalten hatte.
Die Färbung im Weingeist ist auf dem Rücken ein
unreines Hellgrau mit vier schwarzen gleich weit aus
einander stehenden Längsstreifen, welche sogleich hinter
den letzten Augen beginnen und bis zum Ende des
Leibes fortlaufen. Sie sind bei den einen schmäler, bei
den anderen breiter, je nachdem die Fleckchen, aus denen
sie bestehen und von denen jeder einem Ringe anzuge-
hören pflegt, minder oder mehr in die Quere gezogen
sind, bei einem Exemplar selbst wolkig, indem die Fleck-
chen, unregelmässiger als sonst gestaltet, sich den benach-
barten Längsstreifen hier und da nähern, und so der
Zwischenraum beeinträchtigt wird. Bisweilen sieht man
auch ein oder zwei Paar Flecken auf der Oberseite der
Endscheibe. Die Unterseite des Leibes ist immer blässer
als die Oberseite und ohne alle Zeichnungen. Die Zahl
der Ringe lässt sich nicht gut mit Sichei'heit angeben,
da einige quergetheilt t;cheinen und die vordersten mit
Ausnahme des Iten, die hintersten Augen tragenden,
ausserordentlich kurz sind. An dem Kopflappen oder
Beschreibungen einiger Egelarten. 105
der Oberlippe kann man drei Halbringe unterscheiden,
deren 3ter schon In den ersten vollständigen Ring über-
geht und das 3te Augenpaar trägt. Der Wulst um den
Mund ist kreisförmig, die Endscheibe platt und noch nicht
halb so breit als die grösste Breite des Leibes, die After-
öffnung gross und zwischen dem vorletzten und letzten
schon zur Endscheibe gehörigen Ringe gelegen. Die
vordere viel ansehnlichere Genitalöffaung befindet sich
unten auf der Grenze de^ 33ten und 34ten, die andere
sehr kleine auf der Grenze des 35ten und 36ten voll-
ständigen Ringes; ersfceie steht bei dem Exemplar von
25 Mm. Länge kaum 6 Mm. vom Stirnrande ab.
Eine Nephelis aus Maxlko, die Ich unter den Sen-
dungen des Herrn Godeffroy antraf, scheint mir wenn
nicht dieselbe Art, doch eine sehr verwandte: obwohl
die betreffenden Exemplare viel frischer waren, konnte
ich die Augen nicht unterscheiden, auch schienen die
vorderen Ringe Im'Verhältniss gestreckter und die Längs-
streifen nicht so dunkel gefärbt.
Clepsine Sav.
67. Budgei Fr. Müll.
Laevis, ovalis utrinque producta, antrorsum lentius
attenuata, paene duplo longior quam lata, pallide grisea,
annuds completis 61 ; ocult 2 minuti diametro sua inter
sc distantes. AiJeriurae genitalium inter annulum 20m"m
et 21mum et Inter 21mi"» et 22diiTn sitae. Diameter disci
posterioris dimidium latitudlnls corporis maximae aequans.
Long, paene 4 m. lat. max. 1,5 m.
Desterro, (Brasilien) in Süsswassergräben. Wahr-
scheinlich ist es nach Müller's Mittheilung dieselbe
Art, die sich im Urwalde auf Bäumen in dem zwi-
schen den Blättern der Bromeliaceen sich ansammelnden
Wasser findet.
Unserer gemeinen Gl. hioculata, wie Prof. Müller
schreibt, überaus ähnlich und von Ihr hauptsächlich nur
dadurch unterschieden, dass der hornbraune Körper, wel-
cher bei jener am Uten Ringe wie ein Fleck am Rücken
106 Grube:
durchschimmert, dieser Brasilianischen Art fehlt. Die
angegebene Färbung bezieht sich auf das lebende Thier.
Die grösste Breite des Körpers finde ich zwischen dem
36ten und 44ten Ringe recht in der Mitte der Länge,
das Vorderende ist gar nicht verbreitert, die Endscheibe
ragt über den Hinterrand nur wenig hinaus. Die Augen
stehen auf dem 2ten Halbringel der Oberlippe, zuweilen
merkwürdig verschoben, so dass sie mehr hinter als neben
einander liegen, an der Oberfläche des Körpers bemerkt
man keine Papillchen.
Ein Exemplar trägt unter dem Bauch sieben Eichen
in zwei Querreihen geordnet, zwei andere schon Junge,
bis 15. Sie sind bei dem einen Thier noch ganz linear
gestreckt, und ungeringelt und hängen bloss mit dem
j\iundnapf an, beim anderen besitzen sie schon einen brei-
teren geringelten Leib, das Augenpaar und die ausgebil-
dete Endscheibe.
Cl. iineoLata Gr.
Paulo latius lanceolata, magis foliacea, lucidius um-
brina, supra e longitudine ordinibus papillarum 3 et lineis
tenerrimis fuscioribus utrinque 6 vel 8 munita, annulis
compleiis fere 64. Papillarum ordinea V4 latitudinis cor-
poris inter se distantes, medius in annulo 28vo^ laterales
in 34to incipientes, papillae laeves, obtuso-conicae, in an-
nulo 3io quoque observatae. Oculi 2, diametro 1 paulo
longius distantes, apertura genitalis 1 tantum eaque sub
annulo 28vo observata.
Long. 5 m., lat. max. 3 m., diameter disci poste-
rioris 1 m.
Desterro.
Ueber diese Art hat mir Prof. Müller keine nä-
here Angaben gemacht, die Färbung dürfte im Leben
nicht merklich anders aussehen. Die dunkleren Längs-
linien treten wenig hervor, so dass selbst ihre Zahl nicht
ganz sicher ist, doch sind wenigstens fünf bis sechs
jederseits vorhanden, von denen drei oder vier auf den
Zwischenraum zwischen den Längsreihen der Papillen
kommen, ziemlich gleich nahe an einander anliegend.
Beschreibungen einiger Egelarten. 107
Die Linien, auf denen die Papillen stehen, sind etwas er-
haben, so dass die Mittellinie des Rückens gekielt aus-
sieht. Die Papillen selbst sind klein und gerundet co-
nisch, zeigen sich erst auf der Partie des Leibes, die mit
dem Ringel der Genitalöffnung beginnt, und nur auf je-
dem 3ten Ringe. Sie pflegen an der Spitze einen dun-
keln Punkt zu tragen. Die beiden schwarzen Augen
scheinen mir etwas quergezogen und stehen etwas über einen
Durchmesser aus einander, ebenso weit vom Seitenrande
ab und auf dem 2ten Halbringe der Oberlippe. Mit Si-
cherheit kann ich nur eine Genitalöffnung (wahrscheinlich
die vordere) unterscheiden. Eines der Individuen trägt
Junge am Bauch.
Der Körper dieser Clepsine ist merklich dünner,
mehr blattartig als bei Ci. Budget dabei etwas schim-
mernd, und die Augen stehen entschieden mehr aus
einander.
, Clepsine tuberculifera Gr.
Lanceolata, posteriora versus minus attenuata, pallide
luteola, granulosa, parte dorsi media, trientcm latitudinis
aerjuante, ordinibus 3 tuberculorum raajorum in longi-
tudinem obsita, partibus latcralibus similia sparsa ferenti-
bus, aimulis fere 60, plerumque biannularibus, supra et
subtus confertim granulosis. Tuhercula majora obtuso-
conoidea, papulosa, ordinis mediani in omnibus annulis
exsistentia, ordinum lateralium ^i^m quemquc annulum
praetereuntia, omnia, ut granula annulorum, antrorsum
magnitudine decrescentia. Oculi 2. Discus posterior ace-
tabularis, extus granulosus, radiis 5 vel 7 tuberculorum
majorum obsitus. Aperturae genitales inter annulum
19inum et 20mum et inter 21mum et 22dum sitae.
Long. 37 m., lat. max. (ad annulum 40mum) n m.,
ad aperturas genitales 7 m., disci anter. 3 m., posterio-
ris 4 m.
Surinam.
Die Oberfläche dieser ziemlich gestreckten, jetzt
sehr bleich lehmgelblichcn Clepsine ist ganz mit Körn-
chen verschiedener Grösse besetzt, fühlt sich jedoch nicht
108 Grube:
rauh an wie bei Cl. spinulosa, da auch die grösseren
Tuberkeln nur mit wenig spitzeji weichen Papillchen
bedeckt sind. Diese grösseren Tuberkeln gehören nur
dem Rücken an und stehen auf dem Mittelrücken, der
etwa eben so breit als jeder der Seitentheile ist, in drei
von einander gctiennten Längsreihen (deren äussere
auf der Grenze der Seitentheile), und zwar die der Mittel-
leihe in ununterbrochener ^Aufeinanderfolge, die der äus-
seren Reihen nsit [Jcbcrspringung jedes 3ten Ringels.
Auf den Seitentheilen des Rückens findet man sie ohne
Ordnung, doch wohl auf allen Ringen, auf einigen zu je
drei in einer Querreihe, auf andern zu je zwei oder einem.
Die Ringe sind gewöhnlich durch eine Querfurche ge-
theilt, und dann mit zwei dichten Querreihen von Gra-
uulis besetzt, die auch nicht glatt, sondern uneben zu
sein pflegen: einzelne ungetheilte Ringe schieben sich
dazwischen. Der Mundring ist ansehnlicher als die fol-
genden und unten mit einem Halbgürtel etwas grösserer
Tuberkeln besetzt ; er besitzt zwei durchgehende Quer-
furchen. Sonst nimmt die Grösse aller Tuberkeln und
Granula nach vorn hin merklich ab, und erst hinter der
(hegend der Genitalöffnungen tritt das oben beschriebene
Muster auf's vollkommenste hervor. Die beiden Augen
sind tief eingesenkt und von oben wenig bemerkbar;
sie stehen etwa um einen Durchmesser auseinander und
w^eiter vom Seiten als vom Stirnrand ab. Das hintere
Haftorgan ist schüsseiförmig, auf der Innenfläche von
tiefen Strahlenfurchen durchzogen, auf der Aussenfläche
dicht granulirtund ausserdem mit fünf oder sieben Strah-
lenreihen grösserer Tuberkeln besetzt. Die Genitalöff-
nungen liegen auf der Grenze des 19ten und 20ten und
des 21ten und 22ten Ringes, die vordere steht etwa
8 Mm. vom Stirnrande ab. ^.
Ein zweites kleineres 27 Mm. langes Exemplar hat
in der Gegend dieser Oeffnungen eine Breite von 7 Mm.,
eine grosseste Breite von 10 Mm., und am Mundringe
von 2,5 Mm.
Beschreibungen einiger Egelarten. 109
Cl. octostriata Gr. (Taf. IV. Fig. 4.)
Clepsine octostriata Gr. Jahresbericht d. Schles. Ge-
sellsch. f. 1866. p. 61.
Sublanceolata, antudis complef/is 58, supra griseo-
oUvacea, e longitudine striis angustis 8 ex sordide-san-
guinco brünnescentibus, serie papiilarum minutarum fere
10 obsitis, subtiis paulopallidior, concolor. Stviarum mediae
4 sua fere latitudlne inter se distantes, ceterae paulo latiores,
minus expressae, inter se et ab illis itidem distantes, exterio-
res a margine corporis laterali magis remotae. Oculil, inter
se diametro 1, a margine frontali et laterali longius di-
stantes. Viameter disci posterioris ^/^ latitudinis corporis
maximao ad aequans.
Long. 12 m., lat. max. 5 m., diam. disci poster. 2 m.
Rockhampton (Neuhollaud).
Von den etwa 58 vollständigen Ringen, die man am
Körper zählt, sind die ersten 30 viel kürzer als die an-
dern, vom 30ten an, wo die Breite 3V2 Mm. beträgt, ver-
schmälert sich auch derselbe zusehends nach vorn bis
auf 1,25 Mm. (Breite dos vorderen Haftorgans), während
diegrösste Breite an 5 ]^Ini. beträgt, so noch am 46ten Ringe,
vor welchem die nächsten Ringe meist lOmal so breit
als lang sind. Sie tragen eine Querreihe von etw^a zehn
oder mehr ganz winzigen Papillen. Von da nimmt die
Breite ebenso wie die Länge wieder ab. Ebenso weit
vom Stirn- als vom Seitenrande entfernt sind die beiden,
nur um einen Durchmesser aus einander stehenden Augen.
Auf der Rückenseite ist die Grundfarbe ein grauliches
Olivengelb, von acht schmutzig weinrothen Längsstreifen
durchzogen, deren mittlere vier gleich schmal, etwa um
ihre Dicke aus einander stehen, bei den übrigen ist der
Abstand ziemlich derselbe, doch sind sie etwas breiter
und verbleichter und dei- äusserste jederseits von dem
durch einen schwachen graulichen Streif abgesetzten
Rande merklich weiter entfernt. Rechnet man diesen
schwachen Streif mit, so könnte man ebenso gut zehn
Längsstreifen des Rückens angeben; die Bauchseite ist
wenig blässer als die Rückenseite und lässt grangefärbte
Blindsäcke des Magens durchschimmern. Genitalöffnun-
110 Grube:
gen -waren an dem einzig vorhandenen Exemplar nicht
zu entdecken.
CL carinaia Dies.
Diesing Syst. Helm. I. p. 450, Denkschr. d. math,-
naturw. Klasse d. k. Akad. d. Wisscnsch. XIV. Wien
1858. Separ.-Abd. p. 13. Tab. III. Fig. 14-17.
Es scheint mir kaum zweifelhaft, dass ich zwei bei
Astrachan gesammelte Exemplare einer Clepsine auf diese
durch zahlreiche Rückenpapillen und fünf Längskiele
des Rückens ausgezeichnete Art beziehen muss. Ab-
weichend ist nur, dass diese Exemplare dunkelröthlich-
braun, nicht dunkelolivenfarbig sind, und dass diese Längs-
kiele selbst auch eine Reihe von Papillen tragen, wäh-
rend Diesing die Papillen fast nur auf den Zwischen-
räumen abbildet, wo ich sie minder zahlreich finde mit
Ausnahme der Gegend längs den Seitenrändern; hier
könnte man sogar noch zwei Längsreihen jederseits
unterscheiden. Die Ringe, unter deien 21tem die vordere
üenitalöfFnung hervortritt, lassen sich au der Bauchseite,
da sie hier keine Papillen, wohl aber zwei bis drei Quer-
furchen tragen, nur schwer zählen. Auf der Rückenseite
der vorderen Haftscheibe fehlen die Papillen, Die beiden
Augen stehen nur um einen Durchmesser von einander.
Die hintere Haftscheibe, was bei Diesing noch schärfer
markirt ist, tritt von oben gesehen, wie aus einem Aus-
schnitt des Leibesendes hervor und ist mit sehr kleinen
Papillen besetzt.
Das grössere Exemplar ist 22 Mm. lang, etwas über
zehn Mm. in der Mitte breit, das Vorderende wenig ver-
schmälert, der Durchmesser der Endscheibe 3 Mm.
GL echinulata Gr. (Taf. IL Fig. 2.)
Subovalis antrorsum paulo producta, angustior, al-
bicans, aspera, anmdis completis fere 60, supra serie trans-
versa granulorum minutorum, subtus etiam subtiliorum
obsitis, tertio quoque supra papillis majoribus 6 armato.
FapiUae conicae molles quasi spinulosae, nonnullae praeter
eas minimae bicuspides vel tricuspides. Discus anterior
Beschreibnngen einiger Egelarten. lll
rotiindato-trinngulus, haud dilatatus. Oculi 2 nigri rotundi
semiannulo 2do affixi, diametro 1 paulo longlus distantes.
Di$C7(,s poHerior orbicnlaris, acetabuliformis^ supra gra-
nulis obsitus^ satis sepositus, parvus, diametro Ve tantum
latitudinis maximae corporis adaequans. Äpertura geni-
talis 1 modo observata, subannulo 16to sita.
Long, ad 11 m. (corporis curvati 8 m.), lat. max.
G m., diameter disci posterioris vix 1 m. superans.
ßaikalsee (Dr. Dybowski).
Ausser dem grösseren Exemplare, von dem ich die
Maasse angegeben, und das in eingekrümmter Lage ge-
storben sich nur schwer gerade strecken lässt, ist noch
ein kleineres von 6 Mm. Länge und 3 Mm. Breite vor-
handen, das auch schon vollkommen die Eigenthümiichkeit
deröpecies zur Schau trägt. Diese besteht in dengrossen
conischen mit Zacken besetzten Rückenpapillen, welche
in Querreihen zu je sechs, so viel ich sehe, auf jedem
3ten Ringel vorkommen. Diese Ringe sind etwas stärker
und höher als die übrigen, und deutlich quergestreift.
Die Papillen stehen in jeder Querreihe in gleichen Ab-
ständen von einander, die äusscrsten am Seitenrande
selbst, der auch abgesehen davon fein gezackt aussieht.
Ausser diesen sehr vorragenden Papillen giebt es auch
noch sehr viel kleinere, aber scharf zwei- oder dreispitzige
und andere winzige wie Körnchen, auch auf den übrigen
Ringen. Sämmtliche Papillen erscheinen intensiver weiss
als die Grundfarbe des Körpers. Die Bauchseite ist
dicht mit dergleichen Körnchen bedeckt, die Oberlippe
des vorderen Haftorgans dagegen, die die Form eines Drei-
ecks hat, und aus fünf Halbringen besteht, ganz glatt. Ge-
gen den weissen ins Fleischfarbene übergehenden Ton des
Körpers stechen die beiden Augen nicht sehr ab, doch
sind sie noch erkennbar genug um zu sehen, dass sie
auf dem 2ten Halbring der Oberlippe und nur um einem
Durchmesser aus einander liegen. Das hintere Haftorgan
ist entschieden napfförmig, wie eine sehr flache Glocke
mit ziemlich kleiner Oeffnung, auf der Aussenflächc mit
Körnchen besetzt und verhältnissmässig kleiner als bei
anderen Arten, da es kaum 1 Mm. im Durchmesser
112 Grube:
hat, ragt auch äusserst wenig über den Hinterrand vor.
Der Leib, der bei seiner Einkrümmung freilich stark con-
trahirt ist, misst an der breitesten Stelle in der Mitte
(ohne die Randzäckchen) 6 Mm., an dem Ringe, der die
Genitalöflt'nung zeigte, 3,5 Mm., am Anfang des letzten
Viertels 5 Mm. Ich habe nur eine Üenitalöffnung er-
kennen können und diese zwar unter dem 16ten voll-
ständigen Ringe, hart an der Grenze des löten und 17ten,
in einem Abstände von etwa 3,5 Mm. vom Stirnrande,
wenn man das Thier streckt, an dem kleineren Exemplar
konnte ich sie nicht so sicher nachweisen.
An dem Bauch des grösseren sassen acht Junge
mit ihren Endnäpfen fest: auch auf ihrem Rücken zeigte
sich schon die Abwechslung von breiteren, mit zackigen
Wärzchen versehenen, und schmäleren Ringen.
Die von Baird aufgestellte Glossiphonia rudis *),
aus dorn grossen Bärensee, welche er ausdrücklich als
roughly annulated bezeichnet, scheint in Bezug auf die
Bekleidung des Rückens unserer Clepsine eohinulala am
nächsten zu stehen.
GL moUissima Gr. (Taf. IV. Fig. 3.)
Late ovalis, antrorsura panlo attenuata, crassiuscula,
minime pelluscens mollissima, margine laevi inaequali,
pallide umbrina vcntrc medio lato fusciore, violascente,
annuiia completis fore 60, anteriorihus aegre distinguendis
laevibus, posieriorum 52 tertio quöque seriem transversam
papillarum dorsualium ochracearum, proximo quöque ple-
rumque raaculam marginalem transversam ejusdem coloris
ferente. FapiLlae ovales laeves molles. Similes minores
in ventre observatae. Discus anterior late rotundato-
triangulus, haud dilatatus. Oculorum paria 3, postremum
distinctissimum, cetera profundius immersa. Omili paris
1 m. diametro 1 tantum, posteriores duplo fero inter se
distantes. Discus posterior acetabuliformis, major, mar-
gine molli, inaequali, apertura magna, maculis ochraceis
*) Proceedings Zoül. Soc. of London for the year ISf.iD, Partll.
p. 317.
Beschreibungen einiger Egelarten. 113
fere 6 ornatus. Äpertura genitalis snb annulo 18to ob-
servata (?).
Long, ad 11 m., lat. max. 6,5 m., diameter disci
poster. 2,5 m., äpertura genitalis observata 2,8 m. a mar-
gine frontali distans.
Baikalsee (Dr. Dybowski).
Das einzige Exemplar, welches vorliegt, ist halb
zusammengekrümmt und zeichnet sieh durch eine grosse
Weichheit des Körpers und ungleiche wenig parallele
Contouren der einzelnen Ringe aus, weshalb diese bei
ihrer Kürze schwer zu zählen sind, und die Lage der
Genitalöffnung nicht ganz sicher angegeben werden kann.
Dieselbe Weichheit zeigt auch die wie eine flache Glocke
ausgehöhlte hintere Scheibe, deren Durchmesser noch
nicht 2mal so gross als der der vorderen, sehr stumpf-
und gerundet -dreieckigen, wenig scharf umrandeten.
Diese ist einfarbig ledergelb, jene von der blassumbra-
braunen Farbe des Rückens mit etwa sechs nicht sehr
deutlich abgesetzten ochergelben Flecken etwas strahlig
gezeichnet. Ueber den Rücken laufen vom 3ten Ringe
an vier Längsreihen weicher, eiförmiger, blassochergelber
Papillen, von denen die mittleren beiden etwas weiter
(2,5 Mm.) von einander als von den äusseren (2 Mm.)
entfernt sind : diese wiederum stehen etwa ebenso viel
vom Seitenrande als die mittleren unter einander ab. Die
Papillen stehen zugleich in Querreihen, eine solche kommt
auf jedem 3ten Ringe vor ; der nächstfolgende Ring pflegt
mit einem weit nach innen vorspringenden ochergelben
Randfleck geziert zu sein, doch erscheinen diese Flecke
öfters nur undeutlich. Die Bauchseite ist in ihrer mitt-
leren Breite entschieden dunkler, etwas ins Violete fal-
lend und ziemlich scharf gegen die bräunlich gelben
Seitenpartien abgesetzt, auch auf ihr nimmt man glatte
aber kleinere Papillchen wahr.
Auf der Mundscheibe ist ein Augenpaar sehr scharf
ausgeprägt, und zwar etwas über ein Millimeter von dem
Stirnrande abstehend, doch habe ich vor ihm noch zwei
andere freilich nur schwach durchschimmernde, mehr
graue als schwarze erkannt, von denen die Augen des
Archiv f. Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 8
114 Grube:
Iten nur um einen Durchmesser, die des 2ten aber um
zwei oder drei aus einander stehen.
Cl. maculosa Rathke (Taf. IV. Fig. 1).
Ex oval! oblonga, antrorsum attenuata, niaxime de-
pressa, foliacea, pellucens, punctis fuscis dense conspersa,
supra fusce brunnea maculis magnis irregularibus ochra-
ceis ornata, annulo 3io quöque maculam marginalem
ochraceam ferente, margine ventrali simiüter fusce et
pallide tesselato, annulis completis 60. Discits anterior
latior quam longus, minime cavus, fronte late rotnndata.
Oculorum paria 4, par 2dum a 3io et oium a 4to magis
remotum. Discus posterior orbicularis. Äperturae geni-
tales inter annulum ISvum et 19mum et Inter 19mum et
20iium sitae.
Long. anim. majoris vivi extensi 68 m., contracti
fere 50 m., (diara. disc, post. 4,5 m.), anim. alcohole servati
contracti 34 m., lat. max. ad 8 m., (diam. disc. post. 3,5 m.)
Eine der grössten Clepsinen, die wir kennen, dabei
auffallend platt und durchscheinend, eine Eigenschaft,
die sich auch nach jahrelanger Aufbewahrung in Wein-
geist nicht verloren hat. Dieses von Herrn Stadtrath
Hensche in einem See bei Dammhoff ohnweit Königs-
berg i. Pr. entdeckte und trotz eifrigen Nachforschungen
nicht wieder gefundene Thier, existirt nur in zwei Exem-
plaren, von denen ich eines — Dank der Freundlichkeit
des Entdeckers — zur Untersuchung in Händen habe.
Rathke hat diese Art bereits ausführlich beschrie-
ben *) und die von ihm angegebene Rückenfcärbung ist an
dem Weingeistexemplar noch fast unverändert, doch hat
er keine Abbildung gegeben, was ich hiemit nachhole.
Die Bauchseite ist ebenfalls braun und dicht mit schwar-
zen Punkten übersät, zeigt aber nur am Rande selbst eine
Längsreihe blass ochcrgelber Flecken, und zwar steht
ein solcher in der Regel auf jedem 3ten Ringe, und ähn-
liche bemerkt man auch am Rande der Rückenseite, zu-
*) H. Rathke, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der
Hirudineen, herausgegeben von Leuckart. Leipzig 1862. p. 73.
Beschreibungen einiger Egelarten. 115
•weilen mit einem der auf der Rückenseite zerstreu-
ten verschmelzend. Im Ganzen zählt man 20 solcher
Bauch-Randflecke jederseits, und sie sind meist quer-
rechteckig'. Auf der Rückenfläche der hinteren Scheibe
erkennt man noch jetzt etwa acht strahlig gestellte rost-
gelbe Längsflecken. Was die vier Augenpaare anlangt,
so finde auch ich die des 2ten Paares am grössten, sie
stehen um ihre Breite aus einander und 3mal so weit
vom Iten Paare ab, die Abstände zwischen dem 2ten und
3ten und dem 3ten und 4ten sind gleich gross, aber wohl
um Vs beträchtlicher. Auffallend ist der ganz ebene Bo-
den der vorderen Haftscheibe und die wie es scheint
weit nach vorn gerückte enge Mundöffnung, in die ich
nicht einzudringen vermag.
Piscicola Blv.
P. conspersa Gr. (Taf. IV. Fig. 5.)
Gracilis, subteres, obsolete annulata, antrorsum atte-
nuatae, lutea, punctis fuscis integris vel parce dentatis,
vix unquam stellaeformibus adspersa, sub margine late-
ral! obtusangulo viridicans, hie e longitudinc serie vesi-
cularum simplici, inde a quadrante 2clo longitudinis inci-
piente, munita. Veaiculae albidae humillimae, utrinque
11 satis inter se distantes. Discus anterior ovalis, circum-
circa et in taenia media longitudinali punctis fuscis mi-
nutissimis obsitus. OguU 2 nigri maxime conspicui, inter
se haud minus quam a margine disci laterali distantes,
alteri 2 posteriores vix distinguendi. Discus posterior late
ovalis, diametro dupla anterioris, radiis 12 fusco punctatis
ornatus.
Long. 34 m., lat. max. 3 ra., ad aperturas genitales
2 m., crassit. max. paene 3 m., diametrus disci poster. e
longitudine 4 m., altera 2 m.
Aus der Angara.
Die Anwesenheit von 11 Bläschen in einfacher Reihe
längs dem Öeitenrande erinnert sogleich an Fiscicola
respiransy wenn sie auch nicht so stark als bei dieser
Art hervortreten. Sie sind vielmehr kaum halbkuglig,
übrigens durch ihre weissliche Farbe gegen den lehm-
116 Grube:
gelben, nur unterhalb des Seitenrandes mehr grünlichen
Gruudton des Körpers deutlich abgesetzt und stehen
unter einander etwa 2 Mm. ab, beginnen erst mit dem
zweiten Viertel der Körperlänge, laufen aber bis zum
Ende fort. Von oben kann man sie nicht wahrneh-
men, am besten bei seitlicher Lage.
Obwohl der Körper ziemlich drehrund aussieht,
kann man in der That von einem Seitenrande sprechen,
da der Bauch flacher als der Rücken gewölbt ist. Der
ganze Körper ist mit dunkelbraunen Pünktchen zwar
gleichmässig aber ziemlich weitläufig übersät, welche
vergrössert nicht die sternförmige Gestalt zeigen, die
Diesing bei der ebenfalls mit einer Längsreihe seit-
licher Papillen versehenen P. stellata Koll. abbildet *),
vielmehr meistens ganzrandig und queroval sind, oder in
zwei oder drei, selten vier Zacken auslaufen. Die ganze
Gestalt von P. stellata, deren Körper Diesing über-
haupt als flacher bezeichnet (Corpus depressum), erscheint
in jener Abbildung plumper, und die grosse Endscheibe
nahe dem Rande mit einem Kranz von zehn sehr hervor-
tretenden grösseren schwarzen Sternchen geziert. Einen
Kranz von Pünktchen trägt hier auch Troschel's Pis-
cicola respirans, während bei unserer Art die End->
Scheibe 12 dunkle, zuweilen sehr verwischte Strahlen
zeigt. An der vorderen Haftscheibe sind die dunkel-
braunen Pünktchen feiner als am übrigen Körper, und
erscheinen nicht bloss auf der Oberseite, wo sie einen
mittleren Läugszug und einen Ring am Rande bilden,
sondern auch auf der Innenfläche. Wenn ein hinteres
Augenpaar vorhanden ist, ist es jedenfalls viel schwächer
ausgeprägt als das vordere und kleiner.
Die vordere Genitalöfl"nung, eine weitklafl^ende Quer-
spalte, liegt vom Stirnrande 3,5 Mm. entfernt, die hintere
sehr kleine schwer erkennbare unmittelbar hinter jener.
An einem kleineren etwas eingetrockneten Exem-
plar ist der Seitenrand des Körpers ocherfarbig, unpunk-
*) Denkschrift d. mathem.-naturwiss. Klasse d. k. Akad. d.
Wissensch. Wien 1858. p. 74, tab. IL Fig. 27—30.
Beschreibungen einiger Egelarten. 117
tirt und durch eine Rinne bezeichnet, aus der sich die
oben erwähnten Bläschen nur unmerklich erheben.
P. torquata Gr. (Tab. IV. Fig. 7.)
Clavaeformis vel subfusiformis, parte ante apertnras
genitales sita plerumque niaxime seposita attenuata, po-
steriore obtuse rotundata, colore varians, supra sordide
sanguinea sive badia, vel carnea, ochracea, cinerea, sae-
pius serie lateraü marginali macuiarnm albarum ovalium
vel subquadrangularum 11, ponc apertnras genitales inci-
piente, interdum praeterea seriebus longitudinalibus 4 macu-
larum similiuni dorsualium, in annulis iisdem sitarum, inter-
dum confluentium, semper vitta alba zonali latiore, aperturas
genitales continente, ornata, parte corporis ante eam sita,
saepe annulis albis linearibns 3 distincta, ventre conco-
lore, pallidiore quam dorso. Disci acetabuliforraes pal-
lidi vel albi, anterior concolor, posterior diametro paene
dupla ejus, supra ad raarginem circulo punctorum nigro-
runi 12 ornatus. Ocuiorwn paria 2, anteriores majores,
transversi.
Long, animalis majoris 7,5 m., partis anterioris 2,75,
posterioris (incrassatae) 5 m., lat. huius 1,5, crass. 1,5.
Baikalsee (Dr. Dybowski).
Eine grosse Reihe kleinerer und grösserer Exem-
plare zeigt, dass diese Art in der Färbung ungemein
variirt. Der Grundton des Rückens kann blass fleisch-
farbig, dicht und fein braun punktirt, intensiv kastanien-
braun, selbst schmutzig blutroth oder aschgrau sein, die
Bauchseite ist immer etwas blässer; als constante Zeich-
nung habe ich nur die weisse ziemlich breite, die Geni-
talöffnungen umfassende Ringbinde, die freilich bei blei-
chem Grundton des Körpers minder autfallend, zuweilen
kaum erkennbar ist, und den Kreis schwarzer Punkte nahe
dem Rande der Endscheibe gefunden. Dagegen erscheint
der schmale, vor jener M'eissen Ringbinde gelegene Theil
des Körpers (coUum Dies.) nicht durchgängig mit jenen
drei linearen Ringbinden geziert, die in andern Fällen
durch ihre weisse Farbe so scharf hervortreten, und
ebenso wenig kann man immer die Längsreihe von 11
118 Grube:
weissen ovalen oder viereckig'en Flecken au der Flanke des
hinteren dicken Körpertlieils unterscheiden; am seltensten
aber sind ausser dieser noch vier Längsreihen ähnlicher
Flecken auf dem Rücken selbst zu erkennen, die auf
denselben Ringen, aber in geringerer Zahl vorzukommen
pflegen. Wer diese Muster gut ausgeprägt gesehen hat,
kann die sonst begegnende unregelmässig marmorirte
oder stellenweise dunkelbandirte Zeichnung des Rückens
auf sie zurückführen, wem aber bloss ein bleichgefärbtes
Exemplar dieser Art in die Hände fällt, wird sich
nur an die oben angegebenen, zum Theil freilich auch
wenig hervortretenden konstanten Zeichnungen halten
müssen. Ausser dem Kreise schwarzer Punkte nimmt
man übrigens an der Endscheibe öfters noch abwechselnd
dunklere und helle Randflecke wahr, aber oft erscheint
sie ebenso blass gefärbt als die Mundscheibe. Das Alter
hat auf die Deutliclikeit des Musters in den Zeichnungen
keinen Einfluss: Exemplare von 3 Mm. Länge zeigen
mir die seitliche Fleckenreihe, die vier Halsringe und
die schwarzen Punkte der Endscheibe eben so bestimmt
als die grossesten.
Der Körper erscheint im Ganzen keulenförmig, das
vor den Genitalöfi'nungen befindliche dünnere Stück der
Keule bald stielförmig abgesetzt, bald allmählich in das hin-
tere dicke gleichmässig übergehend ; im ersteren Fall ist
der hintere Theil eben oder fast eben so dick als breit und
sacliförmig, im anderen ein wenig plattgedrückt. Die Haft-
scheiben sind gewöhnlich sehüssel- oder napiförmig aus-
gehöhlt, seltener flach, ihr Boden bald von der Verlän-
gerung der Längsachse durchbohrt, bald ihr parallel
bauchwärts gerichtet, die hintere im Durchmesser meist
doppelt so gross als die vordere, zuweilen nur wenig
grösser als diese. Von den beiden Augenpaaren tritt
das vordere (quergezogene oder halbmandförmige) immer
sehr deutlich hervor: seine Augen stehen um ihre zwei-
oder dreifache Breite auseinander, die Augen des hinteren
dagegen sehen nur wie Punkte aus, bald mit jenen fast
zusammenstossend, bald deutlich abgerückt, oft kaum er-
kennbar. Die vordere oft wulstige Genitalöffnung fällt
Beschreibungen einiger Egelarten. 119
leicht ins Auge, die hintere ist gewöhnlich nicht zu un-
terscheiden.
Die meisten Exemplaren haben nur eine Länge
von 5 Mm.
P. multistriata Gr. (Taf. IV. Fig. 6.)
Elongata, annulata, depressa, antrorsum sensim atte-
nuata, extreraitate altera plus minus coarctata, multo an-
gustiore quam disco posteriore, ex roseo carnea vittis
linearibus dorsualibus4, ventralibus 3, lateralibus 2 (utrin-
que 1) fusce violaceis 10-ies vel saepius interruptis ornata.
Disci cavati, anterior ex subovato triangulus antrorsum
angustior, annulis proximis satis latior, fascia transversa
vel serie macularum violacearum 6 posteriore distinctus,
posterior orbicularis, diametro duplam anterioris paulo
superante, tripla corporis, supra maculis oblongis viola-
ceis 10 ad 12 radiatus. Oculorum paria 2, oculi poste-
riores duplo longius inter se quam ab anterioribus, ante-
riores inter se posterioribus etiam paulo magis distantes.
Long, ad 20 m. (discis neglectis 16 m.), lat. max. 3 m.,
crass. 1 m., diameter disci anter. 2 m., posterioris 4,3 m.
Baikalsee (Dr. Dybowski).
Diese so einfach und schön gefärbte Art kann im
Leben kaum lebhaftere Töne gehabt haben. In das blasse
Fleisehroth der Grundfarbe sind überaus feine schwarze
Pigmentstäubchen hineingesprützt, ohne ihrer Reinheit
irgend erheblichen Eintrag zu thun ; prächtig setzen sich
dagegen die dunkel violeten Längsstreifen oder schmalen
Längsbinflen ab, welche um ihre Breite von einander
abstehen, und von denen jedenfalls vier die ßückenseite
durchziehen, die übrigen fünf kann man höchstens der
Kürze wegen als Bauchstreifen bezeichnen, doch gehören
wohl nur die drei mittleren der Bauchfläche selbst, die
anderen beiden der ganz niedrigen Seitenwand an. Alle
diese Streifen sind von Zeit zu Zeit (bis 12mal und mehr)
fast gleichmässig unterbrochen, die Zwischenräume der
Rückenbinden am kürzesten, so dass man noch das Bild
von Längsstreifen vor sich hat, zumal da einzelne Binden
und besonders vorn von diesen Unterbrechungen nicht
120 Grube:
getroffen werden; die Unterbrechungen der Bauchstreifen
sind viel breiter, so dass diese sich mehr in Fleckenreihen
auflösen. Die Flankenbinden halten in dieser Beziehung
zwischen beiden die Mitte. Die Haftscheiben, mehr oder
minder concav, die vordere mehr breit eiförmig oder ab-
gerundet dreieckig, die hintere kreisrund, haben die
Farbe des Leibes, aber jene trägt hinten eine violete
vollständige oder in sechs Flecken getheilte Querbinde,
die hintere sehr ansehnliche, doppelt so breite, bis 12 läng-
liche violete von der Basis ausstrahlende, den Rand selbst
nicht erreichende Flecken, die Unterseite ist bei beiden
einfarbig. Die vier schwarzen Augen sind ungleich gross
und stehen in einem doppelt so breiten als langen Vier-
eck, die vorderen etwas mehr aus einander als die hin-
teren und noch in der violeten Querbinde der vorderen
Haftscheibe, oder wenn sich dieselbe in sechs Flecken
auflöst, jederseits auf dem mittleren derselben, die hinteren
schon auf dem Anfange des Leibes selbst. Die Genital-
öffnungen habe ich beide erkannt, auch hier ist die vor-
dere die grössere, ihr Abstand von der Basis der Mund-
scheibe beträgt fast Vs der Länge des eigentlichen Leibes.
Erklärung der Äbbüdiingen.
Taf. IIL
Fig. 1. Hirudo quinquelineata Gr., von der Rückenseite.
1 a. Kopftheil von oben stärker vergrössert.
1 b. Derselbe von unten, desgleichen.
» 2. Hirudo elegans Gr., von der Rückenseite, 2mal vergrössert.
» 3. Hirudo novetnstriata Gr., von der Rückenseite, 1 V2™al ver-
grössert.
» 4. Hirudo brevis Gr., von der Rückenseite, 4mal vergrössert.
4 a. Dasselbe Thier von der Bauchseite, desgleichen.
» 5. Hirudo (Oxyptyelms) striatus Gr., von der Rückenseite,
1^210^1 vergrössert.
5 a. Der 23te bis 32te Leibesring mit den Genitalöff-
nungen,
n H. Oylicobdella lumbricoides (Fr. Müll), von der Rückenseite.
Beschreibungen einiger Egelarten. 121
6 a. Kopfende horizontal durchschnitten, von der Bauch-
seite, 6mal vergrössert.
«. Der obere Halbkreis der Falten, welche an
Stelle der dicken gezähnelten drei Kieferfalten
von Hirudo auftreten.
ß. Der feiner-längsfaltige Oesophagus.
6 b. Der 26te bis Site Leibesring mit den Genitalöff-
nungen, 2ma] vergrössert.
6 c. Der Endnapf des Körpers Smal vergrössert, u die
Afteröffnung.
Fig. 7. AuJacoRtommn r/M?o (Braun), einige mittlere Ringe der hier be-
schriebenen Varietät von der Rückenseite, 2mal vergrössert.
Taf. IV.
Fig. 1. Clepsine »«acutosa Rathke, von der Rückenseite, l^a*"^' ver-
grössert. ,
1 a. Der Kopftheil von oben Smal vergrössert.
» 2. Clepsine ecMnulata Gr., von der Bauchseite bei eingekrümm-
ter Lage, 4mal vergrössert.
2 a. Einige mittlere Körperringe von der Rückenseite.
2 b. Einzelne Rückenpapillen gegen 60mal vergrössert.
» 3. Clepsine mollissima Gr., einige Körperriuge von der Rücken-
seite, Smal vergrössert.
» 4. Clepsine octostriata Gr., einige Körperringe von der Rücken-
seite, gegen 5mal vergrössert.
B 5. Piscicola conspersa Gr., von der Rückenseite, Smal ver-
grössert.
5 a. Einige Körperringe in ihrer rechten Hälfte, von
der Rückenseite, 12mal vergrössert.
5 b. Einzelne Pigmentflecke 60fach vergrössert.
» 6. Piscicola multistriata Gr., von der Rückenseite, Situil ver-
grössert.
6 b. Dasselbe Thier von der Bauchseite.
» 7. Piscicola torquata Gr. von der linken Seite gesehen, 6mal
vergrössert.
Verzeichiiiss der von Dr. Ciiindlach auf der lusel
€tiba ges<'iuimelteii Rüsselkcäfer.
(Fortsetzung. Siehe Jahrg. XXXVI. S. 150.)
Von
Dr. E. Sufifriau,
Schulrath in Münster.
V. Tychius Grm.
10. T discoloma m. Cinereus, aiitenais rufis,
capite thoracis punctati disco liraboque laterali, elytrorum
macula antica suturali comniuni guttisque sparsis nigro-
subaeneis. Long, "/s"'? ^^^- Va'"-
In der Riehl'schen Sammlung war dieser zierliche
Käfer in der Gattung Sibynes untergebracht worden.
Er wird aber, da letztere sich von Tjcliius eigentlich
nur durch das nicht völh'g bedeckte Pjgidiuni unterschei-
det und dieses bei ihm vollständig unter den Flügeldek-
ken verborgen liegt, zunächst nur in der Gattung Tychius
untergebracht werden können, und auch diese Stelle ist
wohl nur als eine vorläufige anzusehen, da mir der Käfer
durch die Kürze der Füsse, die Breite ihres dritten Glie-
des und die geringe Grösse des fast ganz von dem drit-
ten eingeschlossenen Krallengliedes nicht unerheblich
von den echten Tychien abzuweichen scheint. Eine end-
gültige Entscheidung hängt jedoch von der Vergleichung
einer grösseren Zahl von Exemplaren ab, da die beiden
mir jetzt davon vorliegenden nach Lacordaire's Aus-
Suffrian: Verz. d. auf d. Insel Cuba ges. Rüsselkäfer. 123
drucksweise „colles sur du papIer*^ und deshalb, wie we-
gen ihrer winzigen Grösse schwer zu untersuchen sind.
Die Farbe des Käfers ist ein, anscheinend von einer
dicht anliegenden Schuppendecke herrührendes Aschgrau;
die davon freien Theilc sind schwärzlich, mit einem leich-
ten, auf dem schuppenfreien Theile des dicht und deut-
lich punktirten Halsschilds stärkeren Erzschimmer. Diese
schwvirzlich verbliebenen Körpertheile sind ausser dem
Kopfe die ganze Mitte des hinter dem Vorderrande schmal
aber deutlich eingeschnürten Halsschildcs, welche aber
doch über die Mitte hin noch Spuren einer unterbroche-
nen weisslichen Längslinie erkennen lässt, die (jedoch
breiter geschwärzten) Seiten des Halsschilds, das kaum
bemerkbare, spitzdreieckige Schildchen, und ein vorderer
(bei dem am besten erhaltenen Stücke sehr scharf begränz-
ter) eckiger gemeinsamer Nahtfleck der Deckschilde, des-
sen kürzere, das Schildchen einschliessende Vorderhälfte
jederseits die beiden ersten Zwischenräume, die grössere
Hinterhälfte mit rechtwinkligem Ausschnitte nur den er-
sten Zwischenraum einnimmt. Ausserdem zeigen die
etwas breiteren, geraden Zwischenräume noch eine An-
zalil vereinzelter schwärzlicher Fleckchen; so der 2te
hinten eine Längsreihe von 3—4 solcher Fleckchen, deij
4te einen Längsfleck nahe an der Wurzel und einen oder
mehrere kleinere hinterwärts (nicht immer auf beiden
Flügeldecken übereinstimmend), auch die Schulterbeulen
sind schwärzlich, und am Aussenrande der Deckschilde
finden sich noch einzelne ähnliche, aber unregelmässig
vertheilte Flecke. Die Fühler sind bis auf die gebräunte
Keule roth. Die Punktstreifen fein, aber regelmässig und
bis zur Spitze erkennbar, die verhältnissmässig breiten
Zwischenräume flach gewölbt. Unterseite und Beine
gleichfalls dicht grau beschuppt, die massig aufgetrie-
benen Schenkel zahnlos^ die Vorderschienen innerseits
leicht doppelt geschweift, an der Spitze etwas erweitert
und nach innen vortretend, die (wie auch die Schienen an
den abgeriebenen Stellen) gelblich durchscheinendenFüsse
kurz und breit, das 2te Glied doppelt breiter als lang,
das 3te so breit wie lang und den kurzen Stiel des Kral-
124 Snffrian:
lengliedes vollständig einscliliessend^ die feinen gelben
Krallenhäkchen nur schwer kenntlich.
Von G. im Bezirk Cardenas gesammelt.
11. T. auricapillus m. Flavus subaureo-micans,
sericeopilosns, siibtus obscurior^ thorace ante medium pro-
funde constricto^ elytris subsulcatis, interstitiis convexis.
Long. 1/4'"; lat.Ve".
Mit grösserer Sicherheit, als die vorhergehende Art,
glaube ich den vorliegenden kleinen Käfer in der Gattung
Tychius aufführen zu können, wiewohl auch hier die noch
geringere Grösse und die Beschaffenheit des seine Ex-
tremitäten fast vollständig einhüllenden und durchdrin-
genden Klebstoffes seiner Untersuchung erhebliche Schwie-
rigkeiten entgegengestellt hat. Er ist noch merklich klei-
ner als die unten aufgeführten kleinen Anthonoraus-
Arten, selbst als A. testaceus Schh., dabei auf der gan-
zen Oberseite hellgelb, auf den Flügeldecken bei einem
Stücke goldig glänzend, und mit einer mehr oder weniger
dichten, seidenartigen,, gleichfalls hellgelben Behaarung
bedeckt, zwischen welcher der Untergrund nur sparsam
und nur an abgeriebenen Stellen zum Vorschein kommt.
Der Rüssel und der hintere Theil des Halsschilds sind
zuweilen leicht geröthet, die Spitze des ersteren auch wohl
schmutzig und verwaschen gebräunt; auch die Fühler-
keulen bräunlich, die sehr genäherten, nur durch ein
schmales Längsgrübchen getrennten Augen schwarz. Das
Halsschild sehr dicht und fein punktirt, vor der Mitte
tief quer eingeschnürt, fast gefurcht, von da ab nach vorn
verschmälert, die Behaarung kürzer als auf den Deck-
sehilden. Das Schildchen klein, etwas erhöht, hinten ab-
gerundet. Die Deckschilde hinterwärts wenig erweitert,
hinter dem Schidchen seicht quer niedergedrückt. Die
Punktstreifen sehr regelmässig, auf dem Rücken in ziem-
lich tief eingegrabene Furchen eingedrückt, daher hier
die Zwischenräume breiter und höher gewölbt, die seit-
lichen Streifen weniger tief, mit schmaleren, fast linien-
förmigen Zwischenräumen. Die Unterseite mehr ins Röth-
liche fallend, die Brust und die Basis des Hinterleibes
mehr oder weniger schmutzig geschwärzt, welche Fär-
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 125
bung bei einem der vorb'egenden Stücke die ganze Un-
terseite eingenommen hat. Die Schenkel aus langer,
dünner Wurzel nach den Knien zu keulig aufgetrieben, die
Schienen nur unter dem Knie innerseits etwas geschweift,
mit kurz vortretendem unterem Innenende, das Krallen-
glied deutlich gestielt, die Häkchen mit ihren Nebenhäk-
chen schwarz.
Im Bezirk Cuba, anscheinend nicht selten.
VI. Botanebius Schh.
12. B. tuberculatus Schh. Cure. III. 359. nr. 1.
Die kleineren Stücke erreichen kaum die Grösse des Cio-
nus blattariae, während die grösseren dem C. scrophulariae
gleichkommen. Im Uebrigen aber habe ich die von Schön-
herr und Lacordaire angedeutete habituelle Aehnlichkeit
des Käfers mit einem Cionus nicht wahrnehmen können ;
ich möchte ihn bei eingezogenem Rüssel eher mit einem
plumpen Rhino ncus vergleichen. Die Krallenhäkchen
zeigen innerseits je noch einen etwas kürzeren Zahn und
scheinen ausserdem verwachsen zu sein, stechen aber auch
durch ihre schwärzliche Farbe deutlich gegen die greis
beschuppten Fussglieder ab, weleho an ihrer Wurzel, wie
die Schienenenden über ihrer einwärts gekrümmten Spitze
gelblich durchscheinen. Die Schienen sind nicht, wie
Schön herr in der Gattungsbeschreibung angiebt, grade
(Gyll e n ii al in der Artbeschreibung richtiger: suhrectae),
sondern au der oberen Hälfte einwärts gekrümmt, die
Vorderschienen verlängert, auf der Innenseite in der Mitte
in einen stumpfen Zahn verbreitert, und über und unter
diesem sanft ausgebuchtet. Einzelne Stücke fallen mehr
oder weniger ins Schwärzliche, und scheinen abgerieben,
oder auch durch Nässe verdorben zu sein.
In den Bezirken Cardenas, Cienfugos, San Cristobal.
April bis Juni.
Die Gattung hatSehönhorr auf den eben bezeich-
neten mittelgrossen Anthonomiden gegründet, dieselbe
aber von Anthonomus ausser dem Fühlerbau lediglich
durch habituelle Merkmale unterschieden. Auch aus dem,
126 Suffrian:
was von Lacordaire (a. a. O. VI. 529. 580) darüber
bemerkt wird, erglebt sicli deutlich, dass jener Fühlerbau
eigentlich das einzige scharfe Trennungsmerkmal beider
Gattungen bildet. Die Fühler sind nämlich erheblich
kürzer und gedrungener als bei Anthonomus, was theils
durch die Beschaffenheit der nur scchsgliedrigen Fühler-
schnur, theils durch die Verkürzung der einzelnen Glie-
der in dieser letzteren bewirkt wird. In letzterer Bezie-
hung finden sich jedoch Zwischenformen, und auf erstere
Verschiedenheit möchte ich auch kaum Werth legen, wie
denn auch Sc hon h er r selbst dieselbe in der nahver-
wandten und zu gleicher Gruppe gehörenden Gattung
Or ehestes nur zur Bildung von zwei Unterabtheilun-
gen benutzt, und selbst Lacordaire (a. a. 0. S. 588)
bei der letztgenannten Gattung der 6- oder 7-gliedrigen
Fühlerschnur keine weitere Bedeutung beimisst. Die Gat-
tung Botancbius erscheint mir deshalb als eine sehr
entbehrliche, und wenn ich dieselbe wider meine Ueber-
zeugung beibehalte, so geschieht dies nur, weil sie ein-
mal vorhanden, und die Gattung Anthonomus bereits mit
Arten überladen ist.
VII. Anthonomus Germ.
a. Femora antica bidentata.
13. A. verrucosus m. Lutescens, dense palllde
squamosus et pilosus, rostro, antennis, tibiarum annulis
tarsisque flavo-ferrugineis, elytris subtiliter punctato-stria-
tis, interstitiis alternis tuberculatis, femoribus posteriori-
bus unidentatis. Long. 3^/4'"; lat. P/s"'-
Ein grosser stattlicher Käfer, durch seine gehöcker-
ten Deckschilde dem ßotanebius tuberculatus nicht un-
ähnlich, aber durch den Bau seiner Fühler sogleich als
ein echter j^nthonomus kenntlich. Der ganze Körper ist
schmutzig lehmgelb, aber bis auf den nur an der Wurzel
dünn behaarten Rüssel mit einem dichten, bleichgelbli-
chen Ueberzuge von Schüppchen und kurzen Härchen be-
deckt, welcher an den Seiten des Halsschiids mehr ins
Weissliche fällt, und hier die Gestalt einer schlecht begränz-
Verz. fl. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 127
ten weisslichen Schräglinie annimmt. Beide treffen am
Vorderrande des Halsschilds zusammen, und geben da-
durch auch diesem eine hellere, mehr ins Weissliche fal-
lende Bedeckung. Der lange, fast den dritten Thcil der
Kürperlänge bildende Rüssel ist massig gekrümmt, röth-
lichgelb , bis auf die dünn behaarte , etwas dunklere
Wurzel glatt und glänzend; die sehr langen und schlan-
ken Fühler heller gelb, der Schaft au der Spitze leicht
gebräunt und daselbst stark knotig aufgetrieben, auch das
zweite Glied oben verdickt, die gestreckte Keule leicht ge-
bräunt. Zwischen den schwarzen Augen ein flaches Grüb-
chen. Das kurze und breite Halsschild hinten tief ein-
gesenkt, vor der Mitte in starker Krümmung nach vorn
verschmälert, so dass die vordere Breite kaum die Hälfte
der hinteren erreicht, die weisslichen Schräglinien jeder-
seits von einer unscheinbaren Schrägfurche eingeschlossen.
Das kleine, hinten abgerundete Schildchen leicht erhöht.
Die Deckschilde um die Hälfte länger als vorn breit, hin-
ter den stumpf abgerundeten , etwas heraustretenden
Schultern kaum verschmälert, erst vor der Spitze kurz
zugerundet, nach hinten leicht buckelig ansteigend und
dann plötzlich mit starker Krümmung wieder abfallend,
mit sehr regelmässigen , aus etwas gestreckten Punkten
gebildeten Punktstreifen; die geraden Zwischenräume etwas
breiter, und je mit einer Reihe etwas länglicher Höcker
besetzt. Der 2te zählt deren sechs, deren erster hart an
der Wurzel, niedrig, aber ziemlich breit und leicht ins
Fuchsige fallend, der 4te der grösste. Auf dem 4ten Zwi-
schenräume 4 Höcker, mit einer breiten Lücke hinter dem
2ten, letzterer der grösste, der erste von der Wurzel
entfernt, aber sich in einer schwachen Längsleiste bis zu
letzterer verlaufend. Auf dem Gten noch zwei flache,
etwas zusammengedrückte Höcker , und bei dem 8ten
die ganze hintere Hälfte zu einer flachen Längsrippe auf-
getrieben, wodurch der 9te schräg nach unten und ein-
wärts gedrängt wird, und nur, wenn man den Käfer zur
Seite wendet, wahrgenommen werden kann. An den
Bejnen die Schenkel, besonders die Vorderschenkel, stark
aufgetrieben, und letztere zwischen der Mitte und dem
128 Suffrian:
Knie auf der Innenseite m'ü zwei breiten, flachen Zähnen
besetzt , der obere, grössere mit abgeschrägter Spitze,
blattartig, der untere breit dreieckig, mit seiner Basis
eng an die des grösseren angeschlossen, so dass beide
eigentlich eine breite, verkehrt dreieckig ausgeschnittene
Lamelle bilden. Die verlängerten Vorderschienen an der
Wurzel leicht gekrümmt, iiber[ dem unteren Drittel auf
der Innenseite in einem flachen Bogen erweitert, am un-
teren Ende in einen einwärts gekrümmten, dreieckigen
Zahn auslaufend: die Mittel- und Hinter-Schenkel zeigen
nur den grösseren Zahn der Vorderschenkel und zwar
zugespitzt, aber doch flach zusammengedrückt, und mit
einem kenntlichen Rudimente des kleineren; die kurzen
Schienen sind nur leicht geschweift und unten abge-
schrägt. Die Farbe der Beine ist schmutzig braun, die
Wurzel der Schenkel und Schienen, und die Enden der
letzteren heller geringelt, auch die Fussglieder schmutzig
röthliehgelb. Die Unterseite schmutzig lehmgelb , mit
hinterwärts angedrückter greisgelber Behaarung^ die mitt-
leren Bauchringe am Hinterende fuchsröthlich gewimpert
und dadurch in der Mitte anscheinend im Bogen er-
weitert.
Ein um die Hälfte kleiners, übrigens nicht ganz gut
erhaltenes Stück in Hrn. Riehls Sammlung unterschei-
det sich ausserdem nur durch hellere Färbung und etwas
mehr ins Röthllche fallende Beschuppung des Körpers,
kürzere Beine und kürzeren, an der Spitze schmutzig
gebräunten Rüssel. Vielleicht ist dies das $.
Von Dr. G. in den Bezirken Cardenas und Bayamo
gesammelt. Juni, Juli.
14. Ä. morbillosus m. Sordide luteus, obscurius
variegatus, parce cinereo-tomentosus, thorace transversim
carinato, lateribus tuberculato, antice fortiter constricto,
elytris subtilissime punctato-striatis, 8-tuberculatis, femo-
ribus posterioribus obsolete denticulatis. Long. P/V'j
lat. V2'".
Dem nordamerikanischen A. quadrigibbus nicht un-
ähnlich, aber noch kleiner, von dem Habitus eines kur-
zen dicken Apion, überall mit einer kurzen dicken, schupp-
Suffrian: Verz. d. auf d. Insel Cuha ges. Rüsselkäfer. 129
chenartigen Behaarung bedeckt, nur der liingsstrichelige
Rüssel kahl und ziemlich glänzend. Die Farbe ein
schmutziges, auf dem verdickten Theile der Schenkel und
an der Wurzel der Flügeldecken etwas geschwärztes
Lehmgelb, welche Färbung sich an der letzteren und
schräg hinterwärts wischartig nach dem Rande der Flü-
geldecken ausdehnt. Die hellgelben Fühler sind schlank
und dünn, das Wurzelglied an der Spitze keulenför-
mig aufgetrieben und etwas gekrümmt, das zweite vier-
mal kürzer und birnförmig, die Keule ziemlich locker.
Die grossen, grob gekörnten Augen einander sehr ge-
nähert. Das kurze Halsschild scheinbar aus zv/ei Thei-
len bestehend, der hintere quer viereckig, hinterwärts
leicht niedergedrückt, etwa halb so lang wie breit, vorn
durch eine, nach dem Kopfe zu steil abfallende Querkante
begränzt, welche jederseits in einen kräftigen, kegelförmi-
gen Höcker ausläuft ; der vordere kürzere Theil in der
Mitte tief eingeschnürt und dadurch zugleich verschmä-
lert. Die Farbe hell gelblichgreis, mit einer noch heller
weisslichen, beide Theile des Halsschilds durchsetzenden
Mittellinie. Das hinten abgerundete, kleine Schildchen
schwärzlich. Die Deckschilde etwas länger als breit,
hinten buckelig erhöht, fein punktstreifig, je mit einer
Anzahl Höcker besetzt, deren auf jeder Flügeldecke sich
— ausser dem eckig vorspringenden Schulterhöcker —
noch acht deutlich unterscheiden lassen. Davon stehen
vier auf dem ersten Zwischenräume, ein kleinerer gleich
hinter der Wurzel, schwarz, zwei grössere auf der Wöl-
bung, fuchsig- rothgelb, und wieder ein kleinerer gleich
hinter dem dritten ; dann ein grösserer Höcker auf dem
2ten Zwischenräume, hart an der Wurzel, und noch wei-
tere drei auf dem dritten, deren erster etwas von der
Wurzel entfernt, der zweite gegenüber der Lücke zwi-
schen den beiden mittleren Höckern des ersten Zwischen-
raums, der dritte, sehr kräftige hinten auf der Wölbung.
Es bilden sich dadurch auf jeder Flügeldecke einige
Gruppen von Höckern, drei der letzteren stehen vorn
in einem sehr stumpfwinkligen Dreiecke, auf der Mitte
des Rückens neben der Naht wieder drei in einem gleich-
Archiv f. Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 9
130 Suffrian:
schenkligen Dreiecke, und liinten bleiben vereinzelt die
beiden letzten des ersten und dritten Zwischenraums. Die
kräftigsten unter allen sind die beiden Paare auf der
Mitte des Rückens zunächst der Naht, welche ein der
8culptur des A. quadrigibbus ähnliches, nur etwas klei-
neres und mehr nach vorn gerücktes, zugleich etwas hel-
ler gefärbtes Viereck bilden: vor und hinter demselben
ist auch die Naht etwas stärker erhöht. Die Unterseite
ist leicht greis beschuppt; an den Beinen sind die Schen-
kel, besonders die Vorderschenkel, kräftig aufgetrieben,
und letztere mit je zwei Zähnen besetzt , der vordere,
grössere auch hier flach , breit dreieckig mit scharfer
Spitze, der hintere, kleinere etwa 3mal kürzer, auch stum-
pfer. Die Vorderschienen unter den Knien stark gekrümmt,
unterwärts etwas erweitert, aber auf der Innenseite nicht
geschweift. An den hinteren Beinen die Schenkel nur
mit einem kleinen, höckerartigen Zähnchen besetzt und
die Schienen fast grade. Die Mitte aller Schienen leicht
geschwärzt, die Fussglieder gelblich.
Den Fundort hat G. nicht näher angegeben.
15. A. grandis Schh. 1. c. Vllb. 232. nr. 45. Von
der gestreckten Gestalt und Grösse eines grösseren Erirhi-
nus, etwa dem E. vorax oder filirostris vergleichbar.
Dr. G. hat diese Art in zwei verschiedene Formen ein-
geschickt. Die eine derselben, welche er mit dem Schön-
herr'schen Namen bezeichnet hatte, war ihm von Paris aus
bestimmt worden, und darf, da auch Schönherr den
Käfer von Hi"n. Chevrol at erhalten hatte , als der
Schönherr'schen Art entsprechend gelten, deren (von Bo-
heman gegebener) Beschreibung sie auch in allen Punk-
ten, namentlich durch ihre pechbraune Körperfarbe und
deren gelblichgreise schuppenförmige Behaarung ent-
spricht. Die zweite, von G. unter einer besondern Num-
mer eingesandte Form ist nicht braun, sondern schwarz,
die angedrückten Schuppenhärchen sind weiss, und drän-
gen sich auf der Längsfirste des Halsschildes zu einer
dichten weissen Haarleiste zusammen ; eben so ist die
Unterseite fast weiss. Auch die Schenkel sind schwarz,
Schienen und Fussglieder dagegen schmutzig gelb, und
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 131
auch die Spitze des Hinterleibes röthlichgelb. Sonst aber
finde ich zwischen dieser Form, welche ich für die typi-
sche halte, und der vorbezeichneten keinen wesentlichen
Unterschied, wohl aber zwischen beiden Mittelformen, bei
denen sowohl die Körperfarbe selbst, als die Farbe der
Schuppenhärchen zwischen den beiden Extremen liegt.
Eine solche mit schwärzlichem Untergrunde und leicht
ins Gelbgreise fallender Behaarung wurde Hrn. Riehl von
Erichson als A. decumanus M. B. bestimmt, während
sich in seiner Sammlung ausserdem ein stark abgeriebe-
nes pechschwärzliches und ein hellbraunes, gelbgreis be-
haartes Stück als A. cinereus Chv, von Hrn. Che-
vrolat selbst bestimmt, vorfinden.
Charakteristisch für die Art ist die Länge des grös-
seren, ziemlich schmal dreieckigen, pfriemlich zugespitzten
Zahns der Vorderschenkel, hinter welchem der einzige
Zahn der hinteren Schenkel ein wenig zurückbleibt.
Gesammelt in den Bezirken Gardenas und San
Cristobal.
b. Femora antica unidentata.
16. A. luteusm. Elongatus luteus nitidus vix
pubescens, thorace crebre punctato, elytris profunde pun-
ctato-striatis, interstitiis convexiusculis, subtissime punctu-
latis. Long. 3'"; lat. V".
Von dem gestreckten Bau des vorhergehenden, und
dessen mittleren Stücken auch in der Grösse gleichkom-
mend, übrigens an dem einfarbig lehmgelben, lackglän-
zenden, nur hier und da einige schwache Andeutungen
einer feinen weisslichen Behaarung zeigenden Körper leicht
kenntlich. Der nach vorn leicht verschmälerte Rüssel
von massiger Länge, wenig gebogen, an der Wurzel mit
dem Kopfe überaus fein punctirt; das Wurzelglied der
Fühler sehr lang und dünn, bis unmittelbar an den Au-
genrand reichend, auf der Stirn ein kräftiges, tief ein-
gedrücktes Grübchen. Das Halsschild mit sanft gerun-
deten Seiten nach vorn verschmälert und daselbst seicht
eingeschnürt, die derb und ziemlich dicht punktirte Ober-
fläche hinten flach gewölbt, der Hinterrand jederseits leicht
132 Suffrian:
ausgebuchtet und eingesenkt , mit breit abgestutztem
Mittelzipfel. Das halbelliptische Schildchen vorn leicht
niedergedrückt Die gestreckten Deckschilde um mehr
als die Hälfte länger als breit, hinterwärts etwas erhöht
aber wenig verbreitert, mit regelmässigen Längsreihen
grober, hinterwärts etwas in die Länge gezogenen Punkte
besetzt, deren schwach erhöhte , unordentlich sehr fein
punktirte Zwischenräume vorn theilwcise durch Querbrü-
cken zerrissen erscheinen. Die spiegelglatten Schenkel
an allen Beinen stark aufgetrieben und mit einem kräftigen,
dreieckigen Zahne besetzt; die etwas verlängerten, ziem-
lich dünnen Vorderschienen an der Wurzel schwach ge-
bogen, in der Mitte innerseits eben so schwach bogig er-
weitert, über und unter dieser Erweiterung kaum merk-
lich ausgebuchtet. Das dritte Fussglied sehr breit ge-
lappt, die schwärzlichen Kralleuglieder an der Wurzel
mit einem kräftigen Häkchen besetzt.
Diese Art wurde von G. nur in einem einzigen,
nicht besonders gut erhaltenen Stücke eingeschickt, ohne
nähere Angabe des Fundorts.
17. A. puuctlpennis Schh. 1. c. HL 334. nr. 2.
Ein in der Färbung sehr veränderlicher, und vielfach ver-
kannter Käfer, dessen Verkennen aber wohl nicht allein
in jener Veränderlichkeit, sondern auch in dem wenig
passenden Namen und dem vonGyllenhal (bei Schön-
herr a. a. 0.) nicht eben glücklich gewählten Vergleich
mit Anthonomus druparum begründet sein mag.
Mit der letztgenannten, in den Deckschilden ziemlich ge-
streckten Art hat die vorliegende nichts zu schaffen; der
hintere Theil des Körpers von der Basis der Flügeldecken
ab ist wenig länger als breit, hinterwärts hoch aufge-
buckelt, und dadurch mehr manchen Stücken der bekann-
ten A. 4-gib bus Say ähnlich, zu dem er auch bei Schön-
herr richtig gestellt worden ist. Ebenso unpassend ist
der Name, welcher auf einen Käfer mit punktirten Flü-
geldecken schliessen lässt. Letztere sind aber nicht punk-
tirt, sondern leicht gestreift, und in jeder Furche mit
einer Längsreihe grosser und tief eingestochener Grüb-
chen besetzt, durch welche die Zwischenräume besonders
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer, 133
nach der Wurzel hin rippenartig emporgehoben werden.
Der Zwischengrund ist durch dichte und feine Runzeln
matt , und zeigt liier und da Spuren einer dünnen
und meist abgeriebenen greisen Behaarung. Ausserdem
zeichnet sich der Käfer noch durch manche Eigenthüm-
lichkeiten aus. Auf dem nach vorn mit einer leichten
Krümmung kegelförmig verschmälerten Halsschilde ist
der breitere hintere Theil des Mittelfeldes nicht, wie bei
den übrigen Arten der Gattung, gewölbt, sondern flach
niedergedrückt, fast flach eingedrückt, und dieser Ein-
druck von einem gleichfalls flachen Längskiele durchzo-
gen, dessen Ilintercnde in Gestalt eines kurzen Zipfels
gegen das langgestreckte, etwas aufgetriebene Schildchen,
vorspringt; jederseits des letzteren aber zeigt das gleichfalls
leicht aufgetriebene Vorderende des ersten Zwischenraumes
denselben schwärzlichen Längswisch, wie bei den beiden
folgenden Arten. An den Beinen tragen die kräftig auf-
geschwollenen Vorderschenkel einen sehr breit dreieckigen
blattartigen Zahn ; die Vorderschienen sind auf der grös-
seren oberen Hälfte ihrer Aussenseite stark gekrümmt,
auf der Innenseite aber nur längs dieser grösseren oberen
Hälfte tief ausgebuchtct, während die kleinere untere
Hälfte seitlich breit abgeflacht sich nach der Spitze zu
ein wenig verschmälert, und oberwärts nicht durch einen
Zahn, sondern durch eine stumpfe Krümmung der obe-
ren Ausbuchtung anschliesst. Das Endhäkchen der Vor-
derschienen ist ziemlich lang, aber nur dünn, und da-
durch einem Krallenhäkchen ähnlich. Bei den kürzeren
und dünneren Hinterschienen sind nur noch Andeutungen
dieses Baues vorhanden. Die Fussglieder, besonders das
dritte, sind an allen Füssen verhältnissmässig gross und
breit, was ebenfalls bei den Vorderfüssen mehr ins Auge
fällt. Die Unterseite zeigt nichts Besonderes.
Ich habe von dieser schönen Art folgende Abände-
derungen vor mir :
«. Schwarz ; Fühler und Fussglieder hell rostroth,
Schenkelwurzeln und Kniee pechbräunlich durchschei-
nend , das Halsschild und in geringerem Maasse die
Schenkel und Schienen dicht greis behaart, auch die Un-
134 Suffrian:
terseite mit Spuren j^leicher Behaarung. Auf den Dcck-
schilden zeigen sich die Reste der letzteren vorzugsweise
längs der Wurzel, fallen stellenweise ins Gelbliche oder
Fuchsige, lassen aber auch dann die bräunlichen Längs-
wische neben dem Schildchen noch deutlich erkennen.
Diese Form ist der eigentliche, von Gyllenhal bei Schön-
herr a. a. O. beschriebene A. punctipennis Klug; Dr.
G. sandte dieselbe (in den Bezirken Cardenas und Cieii-
fugos im Juni auf den Blättern einer Eugenia gesammelt)
als A. divisus Chv.
ß. Schwarz; Ilalsschild, Schenkel und Schienen ins
Pechbraune fallend, die Behaarung des Halsschildes, so
weit sie noch vorhanden, des Kopfes und der Wurzel
der Deckschilde mit einem Stiche ins Fuchsröthliche, und
auf der hinteren Hälfte der Deckschilde sind schwache
Ueberreste einer ebenso gefärbten Haarquerbinde zu er-
kennen. Diese mir nur in einem nicht gut erhaltenen
Stücke vorliegende Form findet sich in Hrn. R i e h 1 s Samm-
lung als A. aristus Chv.! type.
y. Oben schmutzig röthlichgelb, unten schwärzlich,
der Rüssel, der aufgetriebene Theil der Schenkel und
der grössere untere Theil der Schienen verwaschen ge-
schwärzt, die Spitze der Deckschilde gleichfalls ins ver-
wischt Schwärzliche übergehend. Die Behaarung ins
Fuchsgelbliche fallend, über die Mitte des Halsschilds hin
eine dichtere und hellere Längslinie bildend. Vor der
Mitte jederseits am Rande ein durch weissliche Härchen
gebildeter, aber bei einiger Entfernung auch schon mit
blossem Auge sichtbarer Querfleck, Diese von Dr. G.
früher an Hrn. R, gesandte Form ist Letzterem durch
Lacordaire fraglich als A. punctipennis Schh. bestimmt
worden; ihre Zusammengehörigkeit mit den vorher be-
schriebenen Formen bezweifle ich jedoch nicht, da abge-
sehen von der Färbung durchaus keine Verschiedenheit
zwischen ihnen aufzufinden ist, und überdem Dr. G, in
jener Sendung an Hrn. Riehl diese Form y. mit dersel-
ben Nummer (383) bezeichnet hatte, mit welcher in sei-
ner letzen Sendung die var, «, von ihm bezeichnet ist.
18. A. albo-annulatus Schh. 1. 1. VIR 218.
Vciz. d. auf d. Insel Caba gesammelten Rüsselkäfer. 135
nr. 13. Die daselbst (von ßoheman) gegebene Be-
schreibung dieses zierlichen Käfers ist gut und treffend,
so dass derselben nur wenig hinzuzusetzen bleibt. Die
kleinen Längsfleckchen an der Wurzel der Flügeldecken
(je einer an der Wurzel des zweiten Zwischenraumes)
sind etwas aufgetrieben, und bei dem einzigen vorlie-
genden Stücke nicht braun, sondern schwarz, wodurch sie
sehr auffallend gegen das gleichfalls erhöhte, dicht weiss-
filzige Schildchen abstechen; der grosse braune wischartige
Hinterfleck der Deckschilde ist durch ziemlich regelmäs-
sig vertheilte Spritzfleckchen der Grundfarbe in drei un-
förmliche Querbinden getheilt; die Beine sind, wie der
Körper selbst, hell rostgelb, die Schenkel oberhalb des
verdickten Theils leicht schwärzlich überlaufen, die Schie-
nen heller, und auf ihrer unteren Hälfte allmählich ins
Bleichgelbe, nicht eigentlich Weisse übergehend. Der Zahn
der Vorderschenkel ist scharf und breit dreieckig, die etwas
verlängerten Vorderschienen sind auf der Innenseite
doppelt ausgebuchtet, und beide Ausbuchtungen durch
einen gleichfalls scharfen und breit dreieckigen Zahn ge-
schieden ; die Zähne der hinteren Schenkel sind nur klein
und höckerartig, die Schienen kürzer, und innerseits kaum
ausgeschweift. Rüsselspitze, Augen und Krallenhäkchen
schwarz, letztere an der Wurzel mit einem kleinen, kaum
wahrnehmbaren Zähnchen bewaffnet.
Im Bezirk Bayamo im August gefunden.
19. A. tigrinus m. Nigro-piceus, pilis squamu-
lisque nigris, albis et ferrugineis variegatus, rostro tibiis
tarsisque rufescentibus, thorace punctulato antice late
constricto, scutello albo-pubescente, elytrorum interstitiis
alternis leviter elevatis. Long. 2 Vi'"; lat. 1'".
Dem vorhergehenden sehr ähnlich , aber doch,
falls nicht möglicher Weise Geschlechtsverschiedenheit,
nach meinem Dafürhalten eine gute Art. Sie gleicht
jenem an Grösse und Gestalt, ist aber auf der vorderen
Hälfte des Plalsschilds viel stärker eingeschnürt und ver-
schmälert, und auf den Deckschilden sind die ungraden
Zwischenräume leicht erhöht, wobei sich zugleich auf
denselben die Schuppenhärchen in Gestalt feiner Längs-
136 Suffrian:
büschel zuscammendrängcn. Die Farbe des Körpers ist
pechschwarz, Rüssel und Fühler, Vorderrand des Hals-
schilds und Kniee scheinen röthlich durch, die Schenkel-
wurzeln, die Schienen über dem Zähnchen auf der In-
nenseite und die Füsse sind bleicher rothlichgelb ge-
färbt. Die kleinere Vorderhälfte des Halsschilds ist, wie
bemerkt, stark eingeschnürt, und dieser Eindruck mit
seinen Enden etwas nach vorn gekrümmt, die Ober-
fläche dicht und fein punktirt, und durch ein Gemisch
von feinen schwarzen, weisslichen und fuchsröthlichen
Schüppchen bunt; ein Theil der helleren drängt sich in
der Mitte zu einer deutlichen , hinterwärts verbreiter-
ten weisslichen Längslinie zusammen. Auch der Kopf ist
— bis auf den kahlen Rüssel — in ähnlicher Weise be-
schuppt. Das Sehildchen hinten abgerundet, ebenfalls
dicht beschuppt. Die Deckschiide hinterwärts etwas bucke-
lig erhöht, deutlich und regelmässig punktstreiüg, fast
gefurcht, an den abgeriebenen Stellen glänzend schwarz,
im Uebrigen mit einer ähnlichen, aber dichteren Beschup-
pung, wie das Halsschild bedeckt, welche längs der Naht
und auf den etwas erhöhten geraden Zwischenräumen
kleine Büschel von meist fuchsröthlichen Schüppchen
bildet ; dazu vorn auf dem zweiten Zwischenräume jeder
Flügeldecke ebenso ein durch solche Büschel gebildetes
schwarzes Längsfleckchen. Die stark aufgetriebenen
Vorderschcnkel mit einem kräftigen dreieckigen Zahne
besetzt, die ziemlich langen Vorderschienen aussen grade,
auf der Innenseite etwas über der Mitte zu einem der-
ben, spitzen Zahne erweitert, ausser demselben nur flach-,
über ihm stärker ausgebuchtet, das untere Ende der Schie-
nen massig einwärts gekrümmt. Die gebräunte Unter-
seite dünn greis behaart.
Im Bezirk Bayamo im Juni gesammelt.
Bei einem ganz abgeriebenen Stücke in Hrn. Riehl's
Sammlung ist die Farbe der Deckschildc nicht schwarz,
sondern tief schwarzbraun, und der Vorderrand des Hals-
schilds fällt deutlich ins Fuchsröthliche. Die erhöhten
Zwischenräume der ersteren treten etwas deutlicher her-
vor, und vor ihrer Mitte zeigt sich ein gemeinsamer, mit
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 137
seinen Enden hinterwärts gekrümmter Qnereindruck, wel-
cher bei dem vorliegenden besser erhaltenen Stücke der
letzten G.'schen Sendung wenigstens in seiner Mitte durch
die Schüppchen fast ganz verdeckt wird.
20. A. costu latus m. Ovatus brunneus, squarau-
lis albidis obscurioribusque variegatus, antennis tibiisquc
dilutioribns^ rostro laevi nitido, thorace antice fortiter con-
stricto, elytrorum intcrstitiis alternis elevatioribus, femori-
bus Omnibus dentatis. Long. IV2— IVi'"; lat. V^^Vs'"-
Von dieser Art habe ich zwar vier Exemplare vor
mir, alle aber sind mehr oder weniger abgerieben, stel-
lenweise mit einem fest anhaftenden kalkartigen Schmutze
bedeckt, so dass, so wenig ich auch die Selbstständigkeit
der Art bezweifeln kann, deren Beschreibung doch spä-
terhin noch erheblicher Ergänzungen nach ganz unbe-
schädigten Stücken bedürfen wird. Im Habitus gleicht
er im Ganzen den gedrungenen, hinterwärts verbreiterten
Arten aus der Verwandtschaft unseres A. ulmi Aut.,
und ist verhältnissmässig noch etwas stärker erweitert
als die beiden vorhergehenden; seine Färbung ist, wie
die abgeriebenen Stellen zeigen, ein dunkles Braun; nur
die Fühler (bis auf die gebräunte Keule) , die Schienen,
seltener auch die oberen Fühlerglieder sind hellgelb, und
bei einem $ Stücke fallen auch der Rüssel und die
Schenkel ins Röthlichgelbe. Dabei ist der ganze Körper
bis auf den kahlen glänzenden Rüssel und die Schienen
mit einer an den nicht abgeriebenen Stellen noch deut-
lich erkennbaren weisslichen Beschuppung bedeckt, wel-
cher auf Halsschild und Deckschilden theilweise bräun-
liche Schüppchen untermischt sind und eine allerdings
nur schwach angedeutete und schlecht begränzte dunklere
Querbinde erkennen lassen. Bei zwei Stücken fällt die
Beschuppung jederseits des rundlichen, dicht weiss be-
schuppten Schildchens schwach ins Goldschimmernde,
während sich bei ihnen hinter dem Schildchen ein durch
die Naht gctheilter und dadurch zwcilappiger dicht weis-
ser Schuppenfleck bildet, und bei dem am wenigsten be-
schädigten Stücke ähnliche, aber sparsam vertheilte Gold-
schüppchen auch auf dem Halsschilde zum Vorschein
138 Siiffrian:
kommen. Das ziemlich breite Halsschild selbst ist hinter
dem Vorderrande plötzlich durch eine tiefe Einschnürung
verengt, mit dem Hinterrande etwas eingesenkt. Die
Punktstreifen sind regelmässig, aber nicht kräftig, die
Zwischenräume flach, die ungeraden, besonders der dritte
und nächstdem der fünfte deutlich in Gestalt flacher
Längsrippen erhöht, und die entsprechenden Punktstrei-
fen an der Wurzel mehr oder weniger als feine Längs-
grübchen eingedrückt. Die Vorderschenkel sehr kräftig,
die hinteren, zumal bei dem (/, wenig schwächer gezähnt,
die Vorder- und die etwas kürzeren Mittelschienen inner-
seits über der Mitte gleichfalls deutlich gezähnt, und
über, wie unter diesem Zahne ausgebuchtet.
Bei einem (anscheinend $-) Stücke ist der Zahn am
linken Vorderschenkel zu einer breiten , unförmlichen
Lamelle erweitert, der des rechten Vorderschenkels aber
normal gebaut.
Von Dr. G. in den Bezirken Cienfugos und Carde-
nas im Mai gesammelt.
21. A. pulchcllus m. Subovatus piceus parce
albido-squamosus, rostro pedibusque flavis, thorace pun-
ctulato , elytris rufis disco nigricantibus albo - bifasciatis.
Long. 2/3'"; lat. V4'".
Eine der kleinsten Arten der Gattung, an ihrer
Zierlichkeit und Farbenvertheilung leicht kenntlich, und
äussei'lich einem kleinen Apion ungemein ähnlich. Die
Farbe ist ein rein dunkles Pechbraun, der Kopf vor den
ziemlich genäherten schwarzen Augen etwas heller, der
Rüssel hinten dunkler, je weiter nach vorn desto lichter
gelb, auch die der Rüsselspitze ziemlich nahe gerückten
Fühler hellgelb mit gebräunter Keule. Das flach gewölbte
Halsschild nach vorn kegelförmig verschmälert, im vor-
deren Drittel stärker verengt, doch nicht eigentlich ein-
geschnürt. Die Oberfläche dicht und fein punktirt, spar-
sam mit weisslichen, silberglänzenden Schüppchen besetzt,
die auf der Mitte sich zu einer über die ganze Oberfläche
hinziehenden weissen Längslinie verdichten : die Farbe
selbst pechbraun, längs dem Vorderrande verwaschen ins
Röthliche fallend. Das kleine, halbeiförmige Schildchen
Verz. d. auf d. Insel Cuba «lesaminclten Rüsselkäfer. 139
gleichfalls dicht weiss beschuppt. Die Deckschildc brei-
ter als das Halsschild, hinterwärts weder erheblich er-
weitert noch aufgebuckelt, deutlich punktstreitig, mit
flach gewölbten, wenig glänzenden Zwischenräumen, zie-
gelroth , der mittlere Theil beiderseits der Naht mit
verwaschener Begrenzung geschwärzt, während die Ober-
fläche ausser vereinzelten weissen Schüppchen noch
einige ebenso gefärbte ziemlich regelmässige Zeich-
nungen erkennen lässt. Zunächst zeigt sich an der Wur-
zel jeder Flügeldecke auf dem Vorderende des vierten
Zwischenraums ein kleiner, aber deutlicher weisser Fleck,
und ein ähnlicher aber grösserer, von der Naht durch-
setzter gemeinsamer Fleck hinter dem öchildchen, jeder-
seits bis zum, ersten Streifen reichend; dann hinter der
Mitte eine mit den Aussenenden nach vorn gekrümmte und
daselbst verbreiterte röthliche, dicht weiss beschuppte
Querbinde, und eine zW'Cite weiter hinterwärts am Hinter-
rande des schwärzlichen Mittelfeldes, beide durch weissliche
Längslinien auf der Naht, so wie auf dem oten und 6ten
Zwischenräume verbunden, so dass dadurch der zwischen
beiden Querbinden liegende Theil jenes schwärzlichen
Mittelfeldes jederseits in drei schwarze Flecke zertheilt
wird. Die massig beschuppte Unterseite gleichfalls schwärz-
lich, mit röthlicher Spitze des Hinterleibes, die Beine
hellgelb. Die Schenkel nur massig aufgetrieben, die Vor-
derschenkel mit einem kurzen, höckerartigen Zahne be-
setzt, und die Schienen wenig geschweift.
Im Bezirk San Cristohal gefunden, Juni.
22. A. variegatus ra. Elongatus rufo-fcrrugineus
albido-squamulosus, rostro, antennis pedibusque dilutiori-
bus, clytris liturato-variegalis, evidentius punctato-striatis.
Long. IVs — 2'"; lat. V2— "/s"'-
Es ist nicht unmöglich, dass der vorliegende Käfer
sich unter den kleineren rothen Anthonomus-Arten be-
findet, welche bei Schönherr 1. 1. 111. 353. nr. 32 ff. als
auch auf den kleinen Antillen einheimisch beschrieben
worden sind. Da aber bei denselben nirgends verglei-
chende Merkmale hervorgehoben, auch die Grössen-An-
gaben nur sehr allgemein gehalten sind, so habe ich dar-
140 Suffrian:
über zu keinem bestimmten Ergebnisse gelangen können,
und es deshalb vorgezogen, die Art durch einen neuen
Namen und eine neue Beschreibung kenntlich zu machen.
In der Länge gleicht dieselbe unserem A nth. ulmi Deg.,
ist aber hinterwärts weniger verbreitert, und erscheint
dadurch schmaler und gestreckter. Die Farbe ist ein
helleres oder dunkleres Rostroth ; und bei den dunkel-
sten der mir vorliegenden fünf Stücke zeigt der Naht-
saum einen schmalen leicht geschwärzten Anflug, auch
ist ein ähnlicher längs der Bnsis der Flügeldecken hin-
ter dem tief eingesenkten Hinterrande des Halsschilds
vorhanden, und diese Färbung möchte ich für die nor-
male halten. Ausserdem sind noch die einander sehr ge-
näherten Augen schwarz. Die Beine, die Fühler und der
Rüssel, besonders der vor den Fühlern liegende Theil des
letztern sind dagegen heller gelb, fast lehmgelb, die Füh-
lerkeulen und die Rüssclspitzc wieder gebräunt. Der
glänzende Rüssel ist dabei vorn glatt und kahl, hinten un-
deutlich längsrunzlig, und daselbst mit dünner Schuppen-
bedeckung in den kurzen Kopf übergehend. Das Hals-
schild mit sanft gerundeten Seiten leicht nach vorn ver-
schmälert und daselbst breit und seicht eingeschnürt, hin-
ten nur flach gewölbt, fein aber ziemlich dicht siebartig
punktirt, an den abgeriebenen Stellen glänzend, sonst
aber mit weisslichen Schuppenhärchen oben sparsamer,
seitlich und bei einem der vorliegenden Stücke auch auf
dem hinteren Theile der Mittellinie dichter bedeckt. Auch
das halbeiförmige Schildchen dicht weiss beschuppt.
Die gestreckten Deckschilde ein wenig breiter als das
Halsschild, fast doppelt länger als breit, und von der
Mitte ab sich hinterwärts wn'eder mit sanfter Krümmung
verschmälernd, wodurch der Käfer einige habituelle Aehn-
lichkeit mit einem Bradybatus erhält. Die' Ober-
fläche deutlich punktstreifig, mit flach gewölbten, fein
punktirten, unter der weisslichen Beschuppung glänzenden
Zwischenräumen; diese letztere stellenweise dünner, daher
hier die Färbung anscheinend dunkler, so dass bei gut
erhaltenen Stücken 2—3 unregelmässige, nicht überall
gleichgestaltete und vertheilte wischartige Querbinden
Verz. d. auf d. Insel Ciiba »esaramelten Rüsselkäfer. 141
entstehen. Bei einem dieser Stücke ist, wie bemerkt,
die Naht und ebenso der tief eingesenkte Vordersaum
der Flügeldecken geschwärzt. Die Unterseite ist etwas
dunkler geröthet, auch wohl gebräunt oder an den Näthen
der Bruststücke geschwärzt, meist auch dichter weiss be-
schuppt, die Schüppchen sind hier aber kürzer und brei-
ter, weniger Härchen ähnlich, als auf der Oberseite. Die
Beine hellgelb, mit massig verdickten, bei den grösseren
Stücken kräftig gezähnten Vorderschenkeln; bei anderen
(wahrscheinlich $ Stücken) ist der Zahn wenig bemerk-
bar. Die Vorderschienen aussen grade, auf der Innen-
seite doppelt geschweift, dazwischen nur stumpf erwei-
tert, und an dieser Stelle meist auch verwaschen dunkler
geringelt.
In den Bezirken Habana und Manzanülo (April),
und Cardenas (Mai).
23. A. varipes Jacq. Duv. ap. Ramon de Sagra
1. 1. VII. p. 83 (der span. Ausg.). Von Dr. G. ist dieser
Käfer wiederholt unter dem Namen A. p u l i c a r i u s Schh.
eingesandt worden, und da G. dabei auf eine Chevr olat'-
sche ßestimmang, J. Duval aber auf die Sammlung des-
selben Autors Bezug nimmt, so kann ich nicht daran zwei-
feln, dass ich wirklich den von Duval beschriebenen Kä-
fer vor mir habe. Der Letztere hat aber gewiss Recht,
wenn er in dem vorliegenden Käfer den bei Schönherr
1. l.VIIb. 229. nr. 37 von Boheman beschriebenen A. pu-
licarius von Portorico nicht hat erkennen können. Diese
Beschreibung verlangt einen Käfer von der Grösse des
Apion humile Grm. , während der vorliegende Käfer
mindestens die Grösse eines mittelmässigen Ap. aeneum
Aut. erreicht; ebenso zeigt der letztere ein vorn deutlich
eingeschnürtes Halsschild, dagegen keine eingeschnittene
Stirnlinie, auch kein glänzend schwarzes, sondern ein
dichtes weissfilziges Schildchen, und die Schienen und
Füsse sind nicht bräunlichgelb, sondern rein hellgelb.
Andererseits aber kann auch die von J. Duval a. a. O.
gegebene Beschreibung nicht als eine durchweg genaue
gelten. Die glänzend metallisch schwarze Oberseite
zeigt nämlich, was der genannte Autor nicht erwähnt.
142 Suffrian:
sehr vereinzelte und stellenweise ganz fehlende, daher
wohl meist abgeriebene, abstehende kurze weisse ßorsten-
härchen, ausserdem aber auf jeder Schulter einen durch
dicht zusammengedrängte weisse Schuppenhärchen gebil-
deten, das gleichfalls dicht weissbeschuppte Schildchen
an Grösse noch übertreffenden Fleck, so dass an der Wur-
zel der Deckschilde drei solcher Flecke, deren mittlerer
der kleinere ist, schon dem blossen Auge bemerkbar her-
vortreten. Das von J. Duval erwähnte Stirngrübcheu
scheint nur individuell zu sein, da es einem der beiden
mir vorliegenden Stücke mangelt, die Färbung der Beine
aber nach dem Geschlechte abzuändern. Von jenen bei-
den Stücken stimmt das etwas kleinere (^j^?), von G. frü-
her an Hrn. Riehl mitgetheiite darin im Wesentlichen
mit J. Duvals Angaben überein; die Vorder- und Mittel-
schenkel sind gebräunt mit schmutzig gelblicher Wurzel
und Innenseite, die Hinterschenkcl pechbraun, Schienen
und Füsse hellgelb mit gebräunten Knieen und Krallen:
bei dem zweiten, etwas grösseren ($?) Stücke sind die
Schenkel schwarz, die vorderen au der Wurzel gelblich
durchscheinend, die Füsse mit der grösseren unteren Hälfte
der Schienen gelblich, die Krallenhäkchen mit den Schie-
neuenden und dem dritten Fussgliede leicht gebräunt, die
Kniee schwarz, und die kleinere obere Schienenhälfte
geht nach unten allmählich ins Gelbliche über. Die stets
etwas vergrösserten Vorderschienen sind leicht geschweift,
und auf der Innenseite über der Mitte in einen flachen
Bogen erweitert.
Nach G. auf der Insel überall von Mai bis Sep-
tember zu finden, und auf einer Solanee lebend.
24. A. rhamphoides m. Atro -aeneus nitidus
vix pubescens, antennis (clava excepta) tibiis tarsisque
luteis, thorace confertim subtilissime punctulato, scutello
albido-squamoso, elytrorum interstitiis planis. Long, -/a'";
lat. ^W".
Diese kleine, einem kleinen Apion und bei einge-
zogenem Rüssel noch mehr unserem Rhamphus p u-
licarius täuchsend ähnliche Art ist von Dr. G. als eine
fragliche Form der vorhergehenden, aber doch mit einer be-
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 143
sondern Nr, (1019) eing'esandt worden, und ich kann beide
nach den vorliegenden Stücken auch nicht mit einander
vereinigen, obwohl sie nur durch wenige und feine
Merkmale von einander abweichen. Die gegenwärtige
Art ist kaum halb so gross als die vorhergehende, und
zeigt ein hinterwärts an den Seiten stärker gerundetes,
dichter aber merklich feiner punktirtes Halsschild, eine
verhältnissmässig kürzere aber dickere, tiefer geschwärzte
Fühlerkeule ; auf den Deckschilden findet sich nur hier
und da ein vereinzeltes Härchen, und an ihrer Wurzel
ist nur das Schildchen mit einer feinen weissen Beschup-
pung bedeckt, ohne die Schulterflecke der vorhergehenden
Art. Endlich sind auch auf den Deckschilden die Punkt-
streifen viel feiner, und die Zwischenräume flach, kaum
gerunzelt, von nur massigem Metallglanze.
Findet sich nach G. im Bezirke Gienfugos im April
und Mai.
25. A. SU tu rellusSchh. 1.1. 111.357. nr. 37. Die
daselbst (von Gyllenhal) gegebene Diagnose und Be-
schreibung ist anscheinend nach einem nicht vollständig
ausgefärbten Stücke entworfen, weshalb ich statt ersterer
eine berichtigte gebe, und letztere in einzelnen Theilen
ergänze.
A. Subovatus obscure - aeneus parce albido-pubes-
cens, scutello densius albo-piloso, thorace punctato, an-
tennis pedibus clytrisque ferrugineis, bis profundius pun-
etato-striatis, sutura limboQue laterali nigricantibus, inter-
stitiis convexiusculis. Long. ^3'"; lat. Y4'".
Von der Grösse und dem Habitus des vorhergehen-
den, aber von demselben durch die dunkelerzgrünliche,
nur auf dem kahlen Rüssel ins Schwärzliche fallende
Färbung des Körpers, die stärkere Behaarung und die
kräftigeren Punktstreifen, auch abgesehen von der Farbe
der Flügeldecken, leicht zu unterscheiden. Der sanft
gekrümmte Rüssel kahl und glänzend, hinten leicht ge-
kielt, an der Spitze ins Bräunliche fallend, die Fühler hell
röthlichgelb mit wenig verdunkelter Keule. Das mit
schwacher seitlicher Rundung nach vorn kegelförmig ver-
schmälerte Halsschild daselbst breit aber nur leicht ein-
144 Suffrian:
geschnürt, am Vorderrando verwaschen gebräunt, deuth'ch
und derb punktirt, dünn weisslich behaart, auf dem durch-
scheinenden Zwischengrunde ziemh'ch glänzend, hinten
nur flach gewölbt. Das halbelh'ptische Schildchcn dicht
weiss schuppenhaarig. Die längliehen Dcckschilde hin-
terwärts nur wenig erweitert und auch wenig erhöht,
derb punktstreifig, mit flach gewölbten, fein gerunzelten
Zwischenräumen, dabei ebenso wie das Halsschild dünn
greishaarig, mit massig glänzendem Zv^'ischengrunde, die
Naht bis zum ersten Punktstreifen verwaschen geschwärzt,
und ein gleicher aber schmalerer und schwächerer Saum
auch längs des Aussenrandes der Flügeldecken bemerk-
bar. Die Unterseite schwärzlich, die Schenkel stark auf-
getrieben, an den Vorderbeinen mit einem kräftigen drei-
eckigen Zahne besetzt, die verlängerten Vorderschienen
innerseits leicht doppelt ausgeschweift, dazwischen über
der Mitte in einem sehr flachen Bogen erweitert, und zu-
gleich an dieser Stelle ein wenig verdunkelt.
Die vorstehende Beschreibung ist von dem von Dr.
G. zuletzt eingesandten, allseitig gut erhaltenen Exem-
plare entnommen. Ein früher von ihm unter gleicher
Nr. (1400) an Hrn. Riehl mitgctheiltes unterscheidet sich
nur dadurch, dass das Halsschild heller, eigentlich bräun-
lich-erzfarbig, die Naht der Flügeldecken lichter und
schmaler gebräunt, und deren dunkler Seitensaura kaum
wahrnehmbar ist. Letzteres halte ich für ein schlecht
ausgefärbtes Stück. Die bei Schh, a. a. 0. gegebene
Beschreibung passt sehr gut auf ein solches Stück mit
gleichzeitig etwas abgeriebenen, daher weniger behaarten
und glänzenderen Deckschilden, wie sie auch das vor-
liegende besitzt, und die von Gyllenhal in der genannten
Beschreibung angegebene hellere Färbung des Rüssels
wird ohne Zweifel mit jenem Vorwalten der röthlichen
Farbe des betreffenden Stückes zusammenhängen.
Von G. in der Provinz Bayamo gefunden, und an-
scheinend selten.
26. A. testaceus Schh. 1. l. Vllb. 225. nr. 28.
In der hier von Boheman gegebenen, übrigens treffenden
Beschreibung wird der Käfer weniger passend mitNano-
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 145
phys lythri Aut. verglichen: er gleicht yiclmehr wie
die kleinen vorhergehenden Arten, im Habitus einem klei-
nen Apion, und stellt durch Färbung und Sculptur bei
oberflächlicher Betrachtung täuschend ein Apion m i n i a-
tum Schh. im Kleinen dar. Der Körper ist, bis auf die
schwarzen Augen, einfarbig dunkel ziegelroth, der Rüs-
sel massig gekrümmt, hinter den Fühlern etwas zusammen-
gedrückt, vor ihnen ein w^enlg heller; das nach vorn ke-
gelförmig verschmälerte Halsschild daselbst kaum verengt,
dicht und derb punktirt, mit einer sparsamen weisslichen
borstigen, hinterwärts gerichteten Behaarung bestreut.
Das rundliche Schildchen etwas erhöht, dicht welssfilzig.
Die Deckschilde länglicheiförmig, hinterwärts schwach
erhöht und erweitert, tief kerbstreifig, fast gefurcht, mit
schmalen, stark und fast rippenförmig erhöhten, durch
feine Runzeln matten, und mit einer dünnen längsreihig
geordneten weisslichen Behaarung besetzten Zwaschen-
räumen. Die massig aufgetriebenen Vorderschenkel mit
einem kleinen aber deutlichen Zähnchen besetzt, die Vor-
derschiencn lunerscits leicht doppelt geschweift. In der
Mitte aber kaum merklich erweitert.
In den Bezirken Cienfugos und 8. Cristobal auf
Blüthen von Byrsonyma crassifolia Im April bis Juni
gefunden.
27. A. modle ellus Schh. 1. 1. HI. 355. nr. .35. Vllb.
226. nr, 30. Die Diagnosen, welche an den hier ange-
führten Stellen (von Üyllenhal, bez. Boheman) gege-
ben werden, wollen zwar nicht recht zu einander passen,
zeigen aber wohl nur eine gewisse Veränderlichkeit der
darunter verstandenen Art, und ich habe deshalb auch
kein Bedenken, dieselben auf den vorliegenden Käfer zu
bezielien, obwohl derselbe In der Grösse seiner grössten
Stücke den kleinsten unseres Anthonomus rubi und
varians gleichkommt, und sonach weit über die von
Boheman angegebene Grösse unseres Rhamphus pu-
licarius hinausreicht. Im Uebrigen passt die von Gyl-
lenhal an der erstem Stelle gegebene Beschreibung sehr
gut auf die vorliegende Art, so dass sie nur an einzelneu
Stellen einer Ergänzung bedarf. Die Farbe Ist ein hel-
ArchiT für Naturg. XXXVH. Jahrg. 1. Hd. 10
146 Suffrian:
leres oder dunkleres Ziegelroth ; bei den dunkleren Stük-
ken fallen der Hinterkopf^ die Scheibe des Halsschilds, die
Naht und der aufgetriebene Theil der Vorder- seltener
auch der hinteren Schenkel verwaschen ins Bräunliche.
Von einer kurzen weisslichen Behaarung zeigen Hals-
schild und Deckschilde nur schwache Spuren, letztere
aber bei gut erhaltenen Exemplaren eine Anzahl dichter
weisser Schuppenfleckchen, durch welche auf der Mitte
die beiden in Gyllenhals Beschreibung erwähnten (unter-
brochenen) Querbinden gebildet werden. Solcher Flecken
befinden sich je einer innerseits der Schulterbeulen, so
dass die Wurzel der Deckschilde einschliesslich des läng-
lichrunden, gleichfalls dicht weiss beschuppten Schildchens
drei solcher Flecke zeigt; dann liegt auf der Mitte jeder
Flügeldecke eine nach aussen und vorn ziehende, meist
aus 3 — 4 getrennten Flecken gebildete Schrägbinde, von
w^elcher zuweilen nur der, der Naht am nächsten liegende,
grösste Fleck auf dem dritten Zwischenräume vorhanden
ist; und hinter dieser Binde eine zweite, schräg nach
aussen und hinten gerichtete, meist nur aus zwei deutli-
chen Flecken (auf dem 3ten und dem 7ten Zwischen-
räume) bestehend. Die Zwischenräume der grobpunktstrei-
figen fast kerbstreifigen Deckschilde sind im Verhält-
nisse merklich breiter als bei der vorhergehenden Art,
flach, aber doch stark erhöht, fein runzlich punktirt. Der
Zahn an den Vorderschenkeln der an den längeren Vor-
derschienen kenntlichen (^ ist spitz und scharf, bei den $
weniger bemerkbar ; die hinteren Schenkel zeigen nur
einen kürzeren, aber doch namentlich bei den ^ noch
leicht wahrnehmbaren, spitzigen Höcker.
Als Heimath werden von Schönherr die Antillen-
Inseln Guadeloupe und St. Barthelemy genannt; von G.
wurde die Art auf Cuha im Bezirk Trinidad an Sträu-
chern des Flussbettes gefunden.
Einen der vorstehenden Art sehr nahe verwandten
Käfer aus Cuba besitzt die Riehl'sche Sammlung unter
dem Namen A. postumus Mus. B. Ob derselbe von
G. gesandt worden, ist zweifelhaft, da er sich in dessen
späteren Sendungen nicht vorfindet. Er ist bei gleicher
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 147
Grösse mit A. modicellus hinterwärts nicht erweitert,
sondern gestreckt und dadurch mehr dem A. variega-
tus ra. ähnlich, dabei einfarbig rostroth, und an den Vor-,
derschenkeln nur stumpf und kaum merklich gezähnt.
Einer weitere Beschreibung glaube ich mich jedoch
einstweilen enthalten zu müssen, da dem einzigen vorhan-
denen Stücke der Kopf fehlt, und deshalb die Beschrei-
bung doch nur mangelhaft ausfallen könnte.
VIII. Lonchophorus Chv.
28. L. petiminosus Grm. ap. Schh. 1, c. III.
393. nr, 5. Der daselbst von Germar gegebenen treffen-
den Beschreibung bleibt nur hinzuzusetzen, dass der
Schenkelzahn breit und blattartig, daher bei grossen
Stücken oft geschlitzt ist und dann als Doppelzahn, wie
bei An th o n 0 mu s verrucosus, erscheint; der kürzere
Zahn steht dann zunächst dem Knie. Der dreieckige
Seitenfieck der I'iügeldecken ist bei einzelnen Stücken
stark mit fahigelblichca Härchen bedeckt und dadurch
undeutlich. Den von Schönherr a. a. 0. unter nr, 4 als
eigene Art aufgeführten L. humer alis Klug zieht der
Autor nachher (Vllb. 293. nr. 4) mit der vorliegenden
Art zusammen. Ist dies, wie man wohl annehmen muss,
richtig, so kann die früher von L. humeralis gegebene
Diagnose wohl nur von einem ganz abnorm gefärbten
Stücke entnommen sein, da sie den Thorax als auratus
bezeichnet, wie ich ihn noch bei keinem der zahlreichen
von mir nach und nach verglichenen Stücke gefunden habe.
Das Halsschild war bei allen stets nur matt.
Bei Lac. Gen. VI. 578. Note wird der Käfer als L.
petiminosus Lin.? bezeichnet. Es kann dies nur auf einer
unrichtigen Deutung eines bei Schönherr a. a. 0. als frag-
lich aufgeführten Citats aus Linn. Syst. nat. ed. XIII. cur.
Gmelin beruhen, zu dessen Erläuterung ich Folgendes
bemerke. Linne selbst zählt 12 Ausgaben seines Sy-
stema naturae auf (wobei er wunderlicher Weise den von
ihm mit den Worten : ^furtim prodnt vitiosa" verworfe-
nen Leipziger Nachdruck der Ed. X. als Ed. XL mitrech-
148 Suffrian:
net), deren letzte (Edit. Xll. Stockholm 1766—68) von
ihm als die „reforniata^ bezeichnet wird. Sogenannter
Editiones XIII. giebt es nun zwei. Die erste ist ein in
Wien bei dem Hofbuchdrucker und Buchhändler v. Tratt-
nern 1767 — 70 (wahrscheinlich mit L i n n e's Zustimmung)
erschienener wörtlicher Abdruck der Edit. XII, welcher
die letztere Zeile für Zeile und Wort für Wort, sogar
den Typen nach , getreu wiedergibt, daher überall statt
der allmählich sehr selten gewordenen Ed. XII. citirt
werden kann, und auch statt deren, wenigstens in Deutsch-
land, gebraucht wird. Die zweite Ed. Xlll. ist ein von
J. F. Gmelin (Leipzig 1788 — 93) besorgter und mit man-
cherlei Zusätzen versehener (häufig aber der Schärfe,
wie der Kritik ermangelnder) Abdruck der Ed. XII, der
aber, namentlich bei den deutschen Entomologen, niemals
recht zu Ansehn gelangt ist, und dessen zusätzliche Arten,
zu denen auch die von Schönherr fraglich auf den vor-
liegenden Käfer gedeutete gehört, keine nfalls mit Linne's
Autorität aufgeführt werden dürfen.
Vergleicht man übrigens die Merkmale, nach denen
bei Lac. VI. 578. bez. 580 die Gattungen Lonchophorus
und Anthonomus unterschieden werden, so wird man
sich leicht überzeugen, dass sie fast alle auf einem Mehr
oder Weniger beruhen, sich gegenseitig fast nirgends
ausschliessen, und als scharf trennendes Merkmal nur die
Gestalt des bei Anthonomus dreieckig auslaufenden, bei
Lonchophorus abgestutzten Hinterendes der Mittelbiust
übrig bleibt. Ob dies wichtig genug sei, eine eigene
Gattung zu begründen, ist mir mehr als zweifelhaft, und
die Gattung erscheint daher als eine recht schwach be-
gründete, kaum anders als auf dem allerdings eigenthüm-
lichen Habitus beruhende, wie er sich namentlich in den
dreieckig erweiterten, flügelartig vorspringenden Vorder-
enden des sechsten Zwischenraums ausspricht. Hierauf hat
auch wohl Lacordaire hindeuten wollen, wenn er als ein
Hauptkennzeichen der hierher gehörenden Arten deren
„facies 'particuUer" angiebt.
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 149
IX. Otidocephaius Chv.
29. O. P o e y i Chv. Seh. III. 367. nr. 6. Vllb. 208.
nr. 20. Der von dem Autor sprachwidrig gebildete Trivial-
name 0. Poey ist schon von Dr. G. handschriftlich be-
richtigt worden, und wird um so mehr in dieser Form
aufzunehmen sein, als letztere auch schon von Lacordaire
(Phyt. I. 510. nr. 222) bei der Benennung seiner Lema
Poeyi angenommen ist. Die von Gyllenhal bei Schh. an der
ersteren Stelle gegebene Beschreibung ist gut ; nur darf
die darin erwähnte, im Nachtrage (VII) sogar in die Diag-
nose aufgenommene, und zur Bildung einer besonderen,
nur diese einzige Art enthaltenden Rotte benutzte Stirngrube
nicht so sehr, wie hier geschehen, betont werden, denn
von den drei Stücken des Käfers, die ich augenblicklich
zum Vergleiche vor mir habe, zeigt sie sich nur — und
zwar als eine gestreckte schmale Längsgrube zwischen
den Augen ^ bei dem einen, nach der Grösse und der
dünneren Schenkeln $ Stücke; von den beiden andern,
muthmasslich (/ Stücken, zeigt eines gar keine Spur da-
von, und bei dem zweiten ist statt ihrer nur eine schmale,
flache, unterwärts verbreiterte Längslinie vorhanden. Da-
für zeigt dieses letztere, Hrn. Riehl gehörige Stück am
Rüssel eine sehr auffallende Missbildung. Letzterer ist
nämlich etwas kürzer als bei dem andern i^, dafür aber
in der Breite angeschwollen, fast von den Augen ab auf
der Oberseite breit löffeiförmig vertieft, und diese nach-
vorn sich verflachende , bis zur Rüsselspitze reichende
Vertiefung seitlich und hinten von einem scharf und fast
kappenförmig erhöhten, hinten höheren und fein gestri-
chelt-gesägten, nach vorn sich abschwächenden Rande um-
zogen, wie wenn die ursprünglich weich gewesene Masse
des Rüssels durch einen Druck von vorn nach den Augen
zu geschoben, und dadurch jener scharfe Rand emporgeho-
ben worden wäre. Ueber die Ursache einer solchen selt-
samen Verbildu ng wage ich keine Vermuthung.
Die von Gyllenhal erwähnte Behaarung besteht aus
sehr sparsam vertheilten , auf dem vorderen Theile der
150 Suffrian:
Deckschilde und dem aufgetriebenen Mittelfelde des
fein aber dicht punktirten Halsschilds meistens abgeriebe-
nen kurzen, weissen Borsten.
Nach G. in den Bezirken Cardeiias und Cuha im
Juni auf Asclepias curagavica vorkommend.
Auch bei Lacord. 1. 1. VI. 570. Note 1 wird die Rüs-
selgrube aus den Merkmalen der zweiten Rotte entfernt
werden müssen, so dass für deren Abtrennung nur der
Mangel des Schenkelzahns übrig bleibt. Wenn es aber
daselbst bei der ersten Rotte heisst: Les secondes (d. h.
die Schenkel) inermes, so liegt hier nur ein Schreibfeh-
ler statt dentees vor.
30. O. simplexm. Elongatus brunneo-ferrugineus
nitidus parce albido-pilosus, pedibus nigricantibus, thorace
confertim punctato, elytris basi tantum subtiliter punctato-
striatis, feraoribus muticis. Long. V" \ lat. V*'"-
Diese zierliche, einer kleinen braunen Ameise täu-
schend ähnliche Art bildet durch ihre ungezähnten Schen-
kel eine schöne Bereicherung von Schönherrs zweiter,
bis dahin auf den einzigen O. Poeyi Chv. beschränkter
Rotte, hat aber im Uebrigen so wenig Auszeichnendes,
dass es, um sie kenntlich zu machen, keiner langen Be-
schreibung bedarf. Der ganze Käfer ist braunroth, Kopf
und Halsschild (bis auf die lichtere Fühlerwurzel) etwas
dunkler, die mit wenigen sehr vereinzelten Borstenhär-
chen bestreuten Deckschilde wieder heller und fast rost-
roth, die Beine schwärzlich mit leicht gebräunten Knieen,
und auch die Unterseite merklich dunkler als die Ober-
seite. Der Rüssel fein längsrunzlig, und zwischen den
Augen ein schmales, beiderseits spitz zulaufendes Längs-
grübchen. Das HaJsschild dicht und deutlieh-, aber doch
nur fein punktirt, seitlich zusammengedrückt und da-
durch in der Mitte hochaufgebuckelt, das weissfilzige
Schildchen klein und unscheinbar. Die auf und hinter
der Mitte hochaufgebuckelten Deckschilde gleichfalls etwas
zusammengedrückt, stark glänzend; die überaus feinen
Punktstreifen nur von der Wurzel ab bis zum Ende des
ersten Drittels, der erste fast bis zur Mitte kenntlich.
Im Bezirke Bayamo. Mai, Juni.
Verz. d. auf d. Insel Cnba gesammelten Rüsselkäfer. 151
X. Toxeutes Schh.
31. T. morio m. Elongatus ater nitidus, anteunis
tarsisque piceis, tliorace profunde punctato gibbo, elytris
profunde punctato-striatis, interstitiis convexis laevibus.
Long. 2V2-3'"; lat. 2/5- V2'".
(/ rostro breviore, pedibus elongatis, femoribus longe
petiolatis, fortiter clavatis, dentatis, tibiis sinuatis.
$ rostro corporis longitudinem superante, pedibus
brevioribus, femoribus subclavatis ante apicem constrictis
muticis.
Ein sehr merkwürdiger Käfer, und jedenfalls eine
der schönsten Entdeckungen, durch welche Dr. G. die
Käferfauna der Antillen vermehrt hat. Der ganze lang-
gestreckte Käfer ist glänzend schwarz, nur der lange
Fühlerschaft und die zunächst folgenden Fühlerglieder
sind heller oder dunkler pechbraun, bei eioem der vor-
liegenden Stücke ist auch der Rüssel mit den dünnen
Schenkelwurzeln gebräunt. Der nur schwach gekrümmte,
fadenförmige, nach der Wurzel zu wenig verbreiterte
Rüssel ist oberhalb der Fühler überaus fein punktirt, die
Punkte etwas in die Länge gezogen, stellenweise in feine
Längsrunzeln übergehend, der vordere Theil glatt und
an der Spitze etwas geröthet. Seine Länge bildet bei
dem cT etwa ^/^ der ganzen Körperlänge, reicht aber bei
dem $ noch etwas über deren Hälfte hinaus. Die etwa
in der Mitte des Rüssels angehefteten Fühler sind lang
und schlank ; das fast 2/5 derselben einnehmende Wur-
zelglied ist oberwärts schwach keulig verdickt und
etwas nach aussen gekrümmt, das dritte Glied doppelt
länger als das zweite, die Keule länglich- eiförmig, dicht
greishaarig. Die Fühlerrinnen gi-ade, flach, und nur un-
ten deutlich. Die grossen Augen oberwärts ziemlich ge-
nähert, lang abwärts gezogen und die Seiten des Kopfes
vollständig einnehmend. Das eiförmige, vor der Mitte
hochaufgebuckelte Halsschild grob und dicht punktirt,
die Punkte an den Seiten in furchenartige Längsrunzeln
übergehend, mit lackglänzendem Zwischengrunde. Das
152 Siiffrian:
dreieckige Schildchen kaum wahrnehmbar. Die gestreck-
ten Deckschilde schmal elliptisch, mehr wie doppelt län-
ger als breit, nach der Wurzel und Spitze zu verschmälert,
daher die Schultern flach abgerundet: die Punktirung
grob und grübchenartig, sehr vereinzelt zu regelmässigen,
stellenweise und besonders hinterwärts Furchenliuien ein-
drückenden Längsreihen zusammengestellt, mit glatten,
glänzenden, zwischen jenen Furchenlinien leicht rippen-
artig erhöhten Zwischenräumen. Auch auf der Unter-
seite die Brust grob runzlig punktirt. Die Beine des ^
lang, die Schenkel aus langgestreckter stielförmiger W'^ur-
zel in der kleineren Unterhäifte keulig aufgetrieben, da-
selbst mit einen kurzen aber scharfen Zahne besetzt und
dann wieder vor den Kniecn verengt ; die Schienen leicht
doppelt geschweift und auf der Mitte der Innenseite stark
verbreitert. Bei dem $ sind die Beine kürzer, die Schen-
kel nur wenig aufgetrieben, vor der Spitze wieder einge-
schnürt und statt des Zahns nur zu einem stumpfen Hök-
ker erweitert. Die Fussglieder bei beiden Geschlechtern
pechbraun, das Wurzelglied stark verlängert, so lang wie
die drei folgenden zusammengenommen; die gleichfalls
gebräunten Schienenenden auf der Aussenseite in einen
kurzen, einwärts gerichteten scharfen Haken verlängert.
In den Bezirken Cardenas, Cienfugos, Gicantänamo
im April bis Juni an dürren Palmblättern vorkommend.
XI. Phyllotrox Schh.
32. Ph. liturellus m. Pallide testaceus , oculis
nigris, thoracis punctulati lituris sex brunneis, elytris spar-
sim nigro-maculatis, subtiliter punctato-striatis, intersti-
tiis couvexiusculis, subtilissime ruguiosis. Long. IVe'";
lat. V12'".
Dem bekannten Ph. pallidus Schh. ähnlich, aber um
etwa Ys grösser, und ausserdem an der Zeichnung des
Halsschilds leicht kenntlich. Die Farbe des Käfers ist
ein bleiches Gelb, wie das der genannten Art;' schwarz
sind nur die grossen, rundlichen, stark hervortretenden
Augen, so wie eine Anzahl Fleckchen auf den DeckschiL
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 153
den, und braun sechs kleine Wische auf dem Halsschilde,
zwei auf dessen Mitte, welche eigentlich nur einen, durch
eine lichte Langslinie getrennten elliptischen Mittelfleck
bilden, und jederseits von diesem noch zwei hinter ein-
ander stehende unregelraässig dreieckige Wische, die
mit den einander zugewandten Spitzen fast zusammen-
stossen , aber weder den Vorder- , noch den Hinterrand
erreichen. Ausserdem findet sich auf dem umgeschlage-
nen Theile des Halsschilds jederseits ein bräunlicher
Längswisch, und ein ähnlicher auf dem umgeschlagenen
Theile des Seitenrandes der Deckschilde gleich hinter
den Schultern, und die Kniee nebst den Parapleuren sind
etwas dunkler gelb als der übrige Körper. Der fein
punktirtc und fein längsrunzlige Rüssel ist massig lang
und gekrümmt, das obere keulenförmig aufgetriebene Ende
des Fühlerschaftes liegt auf dem unteren Augenrande,
und der Zwischraura zwischen dem oberen Augenrande
und dem Vorderrande des Halsschilds bleibt nur wenig
hinter dem Durchmesser der Augen selbst zurück. Das
flach gewölbte Flalsschild ist hinten etwas breiter als
lang, dicht hinter dem Vorderrande etwas verschmälert,
mit einer feinen, aber dichten Punktirung bedeckt, von
massigem Glänze. Das Schildchen halbkreisförmig, aber
nur klein. Die gestreckten Deckschilde reichlich dop-
pelt länger als breit, vorn wenig breiter als das Hals-
schild, bis über die Mitte hinaus gleich breit, dann hin-
terwärts sich mit sanfter Krümmung verschmälernd, hin-
ten kurz und breit zugerundet, oben flach gewölbt. Die
feinen Punktstreifen sehr regelmässig, überall von glei-
cher Stärke, die Zwischenräume überaus schwach aufge-
wölbt, dicht und fein runzlig punktirt, massig glän-
zend. Auf ihrem gelben Grunde eine Anzahl vereinzel-
ter kleiner, in zwei unterbrochene Querbinden vertheil-
ter schwärzlicher Punkte oder Wische, die erste Quer-
reihe vor der Mitte, sehr unscheinbar, nur bräunlich, der
äusscrste Punkt ,auf dem vorletzten Zwischenraum und
grösser als die andern ; die hintere am Beginne des letz-
ten Drittels der Flügeldeckenlänge, ihre Punkte deutli-
cher-, schwärzer, auf jeder Flügeldecke drei, deren ans-
154 Suffrian:
serster, grösster auf dem vierten Zwischenräume. Die
verdickten Schenkel kurz gestielt, auch die Schienen nur
kurz und dünn. Der Hinterleib dicht und fein punktirt,
die Naht zwischen dem ersten und zweiten Bauchringe
in der Mitte fast erloschen, und auf der Mitte beider
Ringe zeigt sich ein gemeinsamer breiter und seichter
muldenförmiger Längseindruck.
33. Ph, variegatus m. Rufus subtus niger, tho-
racis punctulati litura lobata, elytrorum fasciis duabus
undulatis nigricantibus, his subtiliter punetato-striatis, in-
terstitiis planis rugulosis. Long. ^/V" 5 lat. ^ji".
Von den andern Arten dieser Gattung durch die
stark schwärzliche Zeichnung auf Halsschild und Deck-
schilden abweichend und daher auch leicht kenntlich.
Der anscheinend seltene Käfer gleicht an Grösse etwa
den kleinsten Stücken des P h. pallidus Schh. ; die Farbe
der Oberseite ist ein ziemlich dunkles Ziegelroth; die
Unterseite ist schwarz, die Spitze des Hinterleibes wie-
der roth, auch die Mitte des ersten ßauchringes verwa-
schen geröthet. Die Beine hellrothgelb mit leicht ge-
bräunten Knieen ; die Fühler gebräunt, mit hellerer Spitze
der Keule. Der massig gekrümmte Rüssel ist flach gerun-
det, nach vorn kaum erweitert, dicht und fein runzlig
punktirt und dadurch matt, die deutlich gekörnten schwar-
zen Augen ziemlich weit getrennt. Das Halsschild fast
so lang wie breit, oben abgeflacht, seitlich nach vorn hin
schwach verbreitert und dann plötzlich derartig verschmä-
lert, dass dadurch jederseits am Ende des ersten Viertels
der Länge ein rundlicher Höcker gebildet wird, vor letz-
terem dann noch von einem flachen aber deutlichen Quer-
eindruck umzogen : der Rücken fein und zerstreut punk-
tirt, mit mattem Zwischengrunde, der Hinterrand jeder-
seits flach ausgebuchtet, der rothe Untergrund mit einem
grossen schwarzen Mittelflecke bezeichnet, welcher hinten
auf dem Hinterrande steht und an jeder Seite eine grös-
sere, nach vorn zwei kleinere Ausbuchtungen zeigt, da-
durch aber eine fünflappige Gestalt erhält. Das kleine,
stumpfdreieckige Schildchen röthlich. Die gestreckten
Deckschilde hinter den abgerundeten Schultern nur
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 155
schwach im Bogen erweitert, dann wieder sanft sich ver-
schmälernd und in eine breit zugerundete Spitze auslaufend,
den Kücken entlang abgeflacht, innerseits der grossen
rundlichen Schulterbeulen leicht eingedrückt. Die Punkt-
streifen fein aber deutlich, bis zur Spitze gleichmässig,
die hinter der Schulterbeule liegenden etwas kräftiger,
die äussersten dagegen fast erloschen. Die flachen Zwi-
schenräume dicht und fein runzlig punktirt, daher wenig
glänzend. Auf dem rothen Grunde zwei aus Längslinien
von verschiedener Länge gebildete, daher zickzackförmige
Querbinden, die vordem unscheinbar und stollenweise
fast unterbrochen, die hintere mehr fleckenartig nnd da-
her kräftiger; auch zwischen der letzteren und der Spitze
noch einige unscheinbare schwärzliche Wische. Der letzte
Bauchring schmal aber tief quer eingedrückt, auch der
hintere Theil des ersten und der vordere des zweiten Rin-
ges mit einer' breit und flach eingedrückten Stelle.
Nach G. im Bezirke Cienfugos im April und Mai
„an einer Palme Thrynax.^
Nach den Angaben bei S chönherr (Vllb. 190) und
Lacordaire (VI. 505) wäre die Gattung Phyllotrox
ausschliesslich in Südamerika (Brasilien) und auf den
Antillen einheimich. Sie hat jedoch eine ungleich grös-
sere Verbreitung, denn von Ph. pallidus Schh. besitze
ich ein von Ger hardt aus Georgien mitgebrachtes Stück.
XII. Hydronomus Schh.
Die unter dieser Gattung hier von mir begriffenen Ar-
ten bilden eigentlich eine Mittelform zwischen Hjdrono-
musSchh. und Bagous Schh. Sie gleichen der erstem
Gattung in dem Baue der Füsse, der kurzen, vom nicht
eingedrückten Vorderbrust, dem stark aufgetriebenen er-
sten GHede der Fühlerschnur, und dem mehr gestreckten
Körper überhaupt, während der Habitus, der festanhaf-
tende weissliche, wie thonartige Schuppen-Ueberzug und
die weniger ausgezogene, schwächer zusammengedrückte
Spitze der Deckschilde sie der Gattung Bagous näher
bringt. Ich bezweifle daher auch nicht, dass man sie
156 Suffrian:
über lang oder kurz zu einer eigenen Gattung erheben,
und diese vorzugsweise auf den Mangel eines deutlich er-
kennbaren Schildchens gründen wird, enthalte mich aber
selbst, eine solche aufzustellen, weil dies vorab die Un-
tersuchung einer grössern Zahl von Exemplaren erfordern
würde, als mir augenblicklich zu Gebote stehen. Jenes
Merkmal allein erscheint mir doch zu einer generischen
Trennung nicht erheblich genug.
34. H. p er egr inu s m. Griseo-argillaceus dorso
obscurior, antennis tibiis tarsisque flavo-ferrugineis , tho-
race punctato antice constricto, elytris ante medium obli-
que impressis, punctato-striatis, interstitiis planiusculis, sub-
tilissime transversim rugulosis, alternis latioribus postice
tuberculatis. Long. IV2'"; lat. ^/V".
Etwa von der Grösse und Gestalt unseres H. alis-
matis F., nur hinterwärts durch die in leichtem Bogen
erweiterten Deckschilde etwas breiter als die genannte
Art. Die eigentliche Farbe des Körpers ist anscheinend
schwarz, wird aber überall durch einen dicht und fest an-
haftenden Ueberzug von greisen, wie thonartigen Schüpp-
chen verdeckt, welcher längs der Mitte des Körpers mehr
ins schmutzig schwärzlich Greise, seitlich mehr durch
ein gewölktes Greis allmählich ins Weissliche übergeht.
Die Fühler, bis auf deren geschwärzte Keule, und die
Schienenhäkchen sind hell röthlich gelb, und in gleicher
Färbung scheinen auch die dünn beschuppten Schienen
nebst den Füssen selbst durch. Der massig gekrümmte
Rüssel ist mindestens dreimal länger als breit, nach vorn
kaum merklich verbreitert, das zweite Fühlerglied stark
eiförmig aufgetrieben, das dritte viel dünner, aber nur
wenig länger. Das Halsschild etwas breiter als lang, flach
walzenförmig, vorn tief eingeschnürt und hinter den Au-
gen ausgebuchtet, vor der Mitte nochmals jederseits scharf
quer eingeschnitten, dabei deutlich und dicht punktirt.
Die Deckschilde hinter den breit und schräg zugerunde-
ten Schultern stark erweitert, dann mit sanft gekrümmten
Seiten fast gleichbreit bis zur Wölbung fortziehend, und
hier unter letzterer leicht zusammengedrückt. Der Rücken
dicht hinter der Wurzel quer niedergedrückt, und dann
Verz. d. auf d. lasel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 157
auf den Flügeldecken an dem Ende des ersten Drittels
ihrer Länge noch ein kräftiger ^ schräg nach vorn und
aussen gerichteter Eindruck, so dass zwischen beiden sich
der vordere Tlieil des Rückens als ein breiter Querwulst
emporhebt. Die Punktstreifen sehr regelmässig, die Zwi-
schenräume überaus leicht empoigehoben, fein querrunzlig
und etwas glänzend, die ungeraden von der Mitte ab hin-
terwärts allmählich verschmälert, die geraden dagegen,
so wie der schmale Streif zwischen der Naht und dem
ersten Punktstreifen, je mit einer Reihe vereinzelter und
ungleich vertheilter weisslicher Knötchen besetzt, welche
längs der Naht und auf dem zweiten Zwischenräume sich
auf das letzte Drittel der Flügeldecken beschränkt, auf
dem vierten und sechsten dagegen fast bis an den tiefen
Schrägeindruck nach vorn reicht, und auf letzterem selbst
noch an der Schulterbeu'e eine ähnliehe Längsschwiele
erkennen lässt. Auf der Unterseite ist das kurze Pro-
sternum vorn mondförmig ausgerandet, aber nicht einge-
drückt, der erste Bauchring tief muldenförmig rundlich
eingedrückt, nebst dem zweiten kahl und gröber zerstreut-
punktlrt; die drei letzten sind dicht und feiner punktirt,
dicht röthlich-greis beschuppt, und der letzte zeigt vor
dem Hinterrande «inen deutlichen Quereindruck. Die
Schenkel unterwärts keulig aufgetrieben, aber ungezähnt,
die Schienen auf der Innenseite leicht doppelt geschweift,
unten leicht einwärts gekrümmt, mit einem langen, fast
krallenartig gekrümmten, spitzen und dünnen Haken ;
die Fussglieder gleichbreit, das dritte wenig länger als
die vorhergehenden, nicht zweilappig, die Krallenhäkchen
ungemein zart und fein.
35. H. brevirostris m. Griseo-argillaceus, tho-
racis punctati antice constricti vitta lata media obscuriore,
antennis tarsisque flavo-ferrugineis, rostro breviore cras-
siore, elytris dorso luridis, punctato-striatis , interstitiis
convexiusculis subtilissime rugulosis, alternis postIce tuber-
culatis. Long. IV4'"; lat. ^12'".
Im Habitus dem vorhergehenden ähnlich, aber von
ihm und dem folgenden in dem Mangel des Eindrucks
auf den Deckschilden, von allen hier beschriebenen Arten
158 Suffrian:
aber durch den Bau seines Rüssels zu unterscheiden. Der
Körper besitzt denselben aus dicht anhaftenden greisen
Schuppen gebildeten üeberzug, wie die übrigen Arten,
aber bei zweien der mir vorliegenden Stücke Tioch über
die Mitte des Halsschilds eine breite nach vorn ver-
schmälerte, seitlich ziemlich scharf begränzte, Vorder- und
Hinterrand erreichende dunklere Längsbinde, und eine
ähnliche aber mehr verloschene wischartige und schlecht
begränzte Binde zieht sich über den ganzen Rücken der
Deckschilde hinweg. Bei dem dritten Stücke sind von
letzterer nur schwache Andeutungen vorhanden, und auch
die Binde des Halsschilds ist heller und schmaler, doch
noch immer kenntlich. Fühler und Fussglieder sind hell
rostgelb, und eine gleiche, ob auch trübere Färbung zei-
gen die Schenkel und Schienen an solchen Stellen, an de-
nen die Schüppchen abgerieben oder abgesprungen sind.
Die Unterseite erscheint an solchen entblössten Stellen
schwarz ; der erste Hinterleibsring ist in der Mitte breit
und flach niedergedrückt, mit dem zweiten grob punktirt;
auf den drei letzten Ringen ist die Punktirung feiner und
stellenweise zu Runzeln verfiiessend. Der Rüssel ist
verhältnissmässig kurz und breit, kaum mehr als doppelt
so lang wie breit, sehr flach gewölbt und nach vorn
etwas erweitert, die Stirn breit flach gedrückt. Das Hals-
schild vorn breit und seicht eingeschnürt, die schwärz-
lichgreise Mittelbinde ist vorn halb so breit als hinten,
und von dem seitlichen Eindrucke vor der Mitte nur eine
schwache Spur vorhanden. Die Deckschilde sind noch
etwas gestreckter als bei der vorhergehenden Art, längs
der Wurzel flach quer eingedrückt, etwas weiter hinter-
wärts auf der Naht nochmals leicht quer niedergedrückt^
ohne dass sich jedoch daraus ein ähnlicher scharfer Schräg-
eindruck, wie bei der vorhergehenden und folgenden Art,
entwickelt hätte ; der sehr flach gewölbte Rücken hinten
sehr steil abfallend und die kurze Spitze deutlich zusam-
mengedrückt. Die Punktstreifen kräftig, die seitlichen
noch tiefer eingedrückt, die Zwischenräume sehr flach ge-
wölbt, der Raum jederseits der Naht und die geraden
Zwischenräume hinten mit einigen vereinzelten rundlichen
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 159
Knötchen besetzt, welche auf dem sechsten Zwischenraum
am weitesten nach vorn, nämlich bis zur Mitte reichen,
und deren jedes, wenn niolit abgerieben, mit einer kur-
zen weisslichen Borste besetzt ist. Die massig verdickten
Schenkel zahnlos, die Vorderschienen kurz, innerseits
leicht geschweift, die hinteren länger und dabei deutlich
einwärts gekrümmt.
Im Bezirke Gardenas, auf Pflanzen im Wasser selbst
lebend.
36. H. arg i 11 accus m. Flavido-argillaceus, an-
tennis, rostri apice pedibusque flavo-ferrugineis , fronte
depressa, thorace punctulato antice obsoletius constricto,
elytris ante medium levitcr impressis punctato-striatis, in-
terstitiis planiusculis transversim rugulosis, alternis apice
obsolete tuberculatis. Long. VW"\ lat. ^/s'".
Kürzer, aber ebenso breit als H. peregrinus, und
von ihm ausser dem schwächeren Eindruck auf den Flü-
geldecken besonders durch die einfarbige Oberseite und
die 8culptur der Zwischenräume auf den ersteren abwei-
chend. Die Farbe ist im Allgemeinen heller, die gleich-
massige ßeschuppung der Oberseite fällt ins Bleichgelb-
lichc, ebenso zeigen Rüssel und Reine zwischen ihrer
dünnen weisslichen Schuppendecke deutlich einen gelben
Untergrund, welcher nach der Rüsselspitze hin immer
kenntlicher hervortritt und diese Spitze selbst hellröthlich-
gelb erscheinen lässt. An den Fühlern ist das 2te Glied
noch viel stärker aufgetrieben als bei H. peregrinus, fast
so breit wie lang, die dicht greis behaarte Keule aber
nicht gebräunt. Der Rüssel selbst ist gebaut, wie bei
der genannten Art, Auf der Stirn zwischen den Augen
eine breit und flach niedergedrückte Stelle, Die Punk-
tirung des Halsschilds ist viel schwächer, die vordere Ein-
schnürung nur an den Seiten deutlich, auch der seitliche
Eindruck in der Mitte nur kurz und leicht angedeutet.
Auf den Deckschilden ist die vordere Auftreibung fla-
cher, der dahinter liegende Schrälgeindruck schwächer,
auch die hinteren Knötchen sind flacher, weniger zahl-
reich, heller gefärbt, dagegen ist der Nahtsaum bis zum
ersten Punktstreifen hin flach erhöht. Auf der Unter-
160 Suffrian:
Seite ist der muldenförmige Eindruck des Hinterleibs
kräftiger, und hinterwärts bis auf die vordere Hälfte des
»weiten Ringes ausgedehnt, die hintere Hälfte des letzte-
ren ist schräg niedergedrückt. Die drei letzten sind, wie
bei H. peregrinus , fein greis beschuppt mit merklich
feineren Schuppen auf der eingedrückten Stelle des letz-
ten Ringes.
Im Districte Cienfiigos im Juli gefunden.
38. H. tessulatus m. Brunneus, griseo-argillaceus^
subtus albido- squamulosus, rostro, antennis pedibusque
flavo-ferrugineis; thorace obsoletius punctulato, antice con-
stricto, sutura nigro-tessulata, elytris profundius punctato-
striatis, interstitiis convexiusculis, apicera versus setulosis.
Long. 1-1 Ve'"; lat. Va— V12'".
Die kleinste der hierher gehörenden Arten, und aus-
serdem durch den gänzlichen Mangel aller Knötchenbildung
auf den Dcckschilden leicht kenntlich. Die Farbe ist,
wie die abgeriebenen Stellen zeigen, ein dunkles Roth-
braun, der wenig beschuppte Rüssel etwas heller , die
Oberseite mit mehr greisen, einen dichten thonfarbigen Ue-
berzug bildenden, die Unterseite mit etwas grösseren weiss-
lichen, gleichfalls dicht gedrängten Schüppchen bedeckt.
Fühler und Beine sind hellrostgelb, was auf den Schen-
keln theilweise durch die auch hier ziemlich dichten
Schüppchen verdeckt wird. Der überaus fein punktirte
Rüssel gekrümmt, wie bei H. peregrinus, und nach vorn
kaum merklich verbreitert. Die Fühlerkeule oben stumpf
zugerundet, das erste Glied der Fühlerschnur verhält-
nissmässig weniger aufgetrieben als bei den vorhergehen-
den Arten. Das Halsschiid aus dem Kegelförmigen hin-
terwärts äusserst schwach- , nach vorn stärker verschmä-
lert, hierselbst deutlich eingeschnürt, mit etwas vorgezo-
gener Mitte des Vorderrandes, auch seitlich in der Mitte
nochmals schmal quer eingedrückt, überaus fein punktirt,
greis mit einem schwachen Stich ins Fahlgelbliche und
zwei verwaschenen utid unklaren etwas helleren Längs-
binden. Die gestreckten Deckschilde hinter den breit
eckig hervortretenden, stumpf rechtwinkligen Schultern
kaum erweitert, vom Beginne des letzten Drittels ab all-
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 161
mählich verschmälert und vor der Spitze schwach zusam-
mengedrückt, am Ende des ersten Viertels leicht schräg
niedergedrückt. Die Punktstreifen deutlich und ziemlich
tief eingedrückt, die Zwischenräume flach gewölbt, von
der Mitte ab bis zur Spitze je mit einer Reihe kurzer,
schräg hinterwärts gerichteter weisslicher Borsten besetzt,
und auf dem gemeinsamen Räume beiderseits der Naht
bis zum ersten Punktstreifen drei braune durch zwei hel-
ler greise Zwischenflecke unterbrochene Flecke, deren
erster (kleinster) den Vorderrand der Deckscbilde be-
lührt, während hinter dem dritten die der Naht zunächst
liegenden Borstenreihen beginnen. Auf der Unterseite
ist die Mitte des ersten Ringes tief muldenförmig einge-
drückt und dadurch auch der zweite hinterwärts etwas
in die Höhe gehoben, die den 3ten und 4ten Ring ein-
schiiessenden Quernähte, ebenso wie die sie trennende
Quernaht, tief eingegraben; der 5te Ring mit merklich
kleineren und feineren Schüppchen als die vorhergehenden
besetzt. Die Schenkel sind stark keulenförmig aufgetrie-
ben, die Haken an den Enden der Schienen kräftig
und derb.
Im Bezirke Trinidad im December.
Xill. Heilipus Grm.
38. H. draco Fab. Schh. 1. 1. Vllb. 43. nr. 29.
Sowohl Fabricius selbst (Syst. Elenth. IL 461. nr. 116)
als Schönherr a. a. 0. (letzterer hat augenscheinlich
auch das aus der Lunu'schen Sammlung in das Kopen-
hagener Museum gelangte Original- Exemplar vor sich
gehabt) nennen Südamerika als die Heimath dieser Art.
Der vorliegende Käfer ist jedoch allgemein als die von Fabri-
cius beschriebene Art angenommen, und Fabricius An-
gaben passen auch gut genug, wenn man in seiner Dia-
gnose das erste (offenbar auf einem Schreibfehler beru-
hende) „apice'^ in „basi'' verwandelt, und im Uebrigen die
bei Schh. a.a.O. vonBoheman gegebene Beschreibung
zum Anhalt nimmt. Auch ist der vorliegende Käfer von
Erichs on, welcher die Typen der Fabricischen Be-
Archiy f. Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 11
162 Suffrian:
Schreibungen aus der ehemaligen Lund'schen Samm-
lung im Kopenhagener Museum sorgfältig verglichen hat,
Hrn. Riehl als der echte Rhynch. draco Fab. be-
stimmt worden, so dass die Richtigkeit der Bestimmung
wohl keinem Zweifel unterliegen kann. Die Verschieden-
heit in den Angaben beider Autoren über die Färbung
des mondförmigen Vorder- und des grossen Spitzeuüecks
scheint mir nur auf zufälligen Umständen zu beruhen:
sie ist nach den mir vorliegenden Ötücken für beide
Flecke , wie für die Halsschildsbinde anscheinend ur-
sprünglich rein weiss, fällt dann aber bei den weniger
gut erhaltenen, vermuthlich älteren Stücken stellenweise
und anscheinend mehr auf dem grösseren Hinterflecke in
ein wolkiges, schmutziges Röthlichgelb; es liegen mir selbst
Stücke vor, bei denen die ganze helle Zeichnung auf
Halsschild und Deckschilden diese Beschaffenheit zeigt.
Auch die Ausdehnung des grossen Hinlerflecks auf den
Deckschilden zeigt grosse Verschiedenheit. Bei einzelnen
Stücken nimmt dieser Fleck die ganze gemeinsame Spitze
derselben ein, während er bei', andern auch mit seinem
vorderen breiteren Theile weder die Naht noch den Seiten-
rand erreicht, vielmehr sich noch durch kleine Ausbuch-
tungen von beiden entfernt und dadurch hinten in einen
abgerundeten Lappen ausläuft. Die von Boheman er-
wähnte Kiellinie auf dem Halsscbilde ist manchmal nur
sehr unscheinbar, und in ihrer Fortsetzung hinterwärts
zuweilen sogar eine vertiefte Längslinie vorhanden. Ein
augenscheinlich unvollkommen ausgefärbtes Stück der
letzten (i.'schen Sendung zeigt eine fahlfuchsröthliche,
nicht schwärzliche Grundfarbe.
Auf dem ersten Hinterleibsringe findet sich ein brei-
ter, flacher, auch auf den vorderen Theil des zweiten
übergreifender Längseindruck. Bei einzelnen Stücken Ist
derselbe kräftiger, tiefer eingedrückt, und der Hinterrand
des Ringes selbst in der Mitte tief herzförmig ausgebuch-
tet. Letztere Stücke halte ich für die cT-
Nach G. auf der ganzen Insel, vom September bis
November unter abgehauenen Stämmen zu finden.
39. H. ffuttatus Schh. 1. l. Vllb. 52 nr. 44- Die
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 163
hier (von Boheman) gegebene Beschreibung ist im
Allgemeinen zutreffend, aber wahrscheinlich nur nach
einem einzelnen Stücke entworfen, und deshalb noch eini-
ger Zusätze bedürftig. Von den beiden mir vorliegen-
den Stücken stimmt das eine für die Angabe über den
Bau des Rüssels ganz mit jener Beschreibung überein,
d. h. er ist oberhalb der Fühler dreikielig , auf der un-
teren Hälfte rostbraun, kahl , und nur undeutlich fein
punktirt. Bei dem zweiten (grössern) Stücke ist der Rüs-
sel merklich kürzer und dicker , die hinteren seitlichen
Kiele sind deutlicher, über der Fühlerwurzel unterbro-
chen, kommen aber vor derselben wieder zum Vorschein,
und begleiten den ununterbrochen fortziehenden Mittelkiel
bis dicht an die Spitze des Rüssels, wo alle drei sich unter
der zwar feinen, aber deutlichen, theilweise runzligen
Punktirung verlieren. Auch setzt sich eine dünne und
feine gelbliche Behaarung bis eben dahin fort. Es un-
terliegt wohl keinem Zweifel , dass diese Abweichung
eine Geschlechtsverschiedenheit anzeigt. Von den weis-
sen Flecken auf dem Halsschilde sind eigentlich nur die
beiden Mittelflecke deutlich, die an den Hinterrand ge-
lehnten unscheinbar; dagegen sind die grossen fuchsgel-
ben Seitenflecke; so wie die entsprechenden gelben Flecke
auf dem hinteren Theile der Flügeldecken mehr oder
weniger unterbrochen mit weissen Schüppchen gesäumt.
In der Vertheilung der weissen Sprenkelflecke auf den
Flügeldecken ist eine gewisse Regelmässigkeit unverkenn-
bar; es stehen deren je zwei an der Wurzel, der in-
nere neben dem Schildchen vorn auf dem ersten Zwi-
schenräume, der äussere an der Innenseite der Schulter-
beule, dann weiter hinterwärts ein grösserer am Anfange
des zweiten Drittels der Flügcldeckenlänge auf dem letz-
ten Zwischenräume, theilweise noch den vorletzten, stark
vertieften Punktstreifen bedeckend, einer oder zwei zwi-
schen diesem und der Naht, ebenso zwischen ihm und
dem grossen gelben Hinterflecke, und noch einige regellose
zwischen letzterem und dem Aussenrande, mit jenem die
Gestalt einer sehr zerrissenen Querbinde bildend. Die
Unterseite zeigt ausser einigen kleineren weissllchen
164 Suffrian:
Flecken auf der Brust und an den Seiten der Hinter-
leibsringe, tbeilweise aus silberschimmernden Härchen ge-
bildet,' eine fast den ganzen zweiten Ring einnehmende,
in der Mitte unterbrochene Querbinde von fuchsgelben
Schuppenhärchen, einen kurzen gelben Querfleck an den
Seiten des ersten Ringes, und einen grossen unregelmäs-
sig zugerundeten gelben, tbeilweise wieder mit weissen
Schüppchen gesäumten Fleck auf jeder Seite der Hin-
terbrust. Auf dem ersten Hinterleibsiinge befindet sich
in der Mitte eine flache Längsmuhle und in dieser eine
fein eingeschnittene Läugslinie; an dem Stücke mit kür-
zerem, dickerem Rüssel ist diese Mulde tiefer, die
Längslinie kräftiger besonders hinterwärts stärker ein-
gedrückt und sich durch ein deutliches Grübchen auf
den zweiten Ring fortsetzend. Ich halte dieses Stück
deswegen und wegen des kräftigern Schenkelzahns für
das cT dieser Art.
Im Bezirke Cardenas.
40. H. rusticus Schh. 1. 1. III. 209. nr. 62. Der
hier (von B oh e man) gegebenen treffenden Beschreibung
habe ich nach den vorliegenden Stücken nur hinzuzusetzen,
dass die feine Kiellinie auf dem Halssehilde ebenso oft fehlt,
als sie vorhanden ist, dass das seitliche schwarze Längs-
fleckchen der Flügeldecken sich In einer vertieften Stelle
des vorletzten Punktstreifens befindet, manchmal aber un-
scheinbar ist, und dass der grosse dunkle Hinterfleck der-
selben eigentlich aus drei, auf den drei ersten Zwischen-
räumen liegenden schwarzen glanzlosen Längswischen
besteht, daher nach dem Grade der Ausbildung dieser
linienförmigen Wische in Gestalt und Grösse sehr ver-
änderlich, manchmal unterbrochen, und nicht einmal stets
auf beiden Flügeldecken gleich ist. Bei einem solchen
Stücke in Mus. Riehl ist nur der äussere Fleck ausgebil-
det, der mittlere fehlt auf beiden Flügeldecken ganz, auf
der rechten auch der innere, während dieser auf der lin-
ken in der Mitte zerrissen ist und nur sein Vorder- und
Hinterende schwach hervortreten lässt. Der Geschlechts-
unterschied zeigt sich im Bau des Rüssels wie bei der
vorhergehenden Art.
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 165
Nach G. überall an todten Stämmen gemein. Juni
bis Decenibcr.
Lacordaire (a. a. 0. VI. 458) bemerkt zu dieser Gat-
tung, dass sie eine Reihe sehr verschiedenartiger Ele-
mente enthalte. Man kann ihm darin vollständig bei-
treten, ohne aber auch gleichzeitig den von ihm daraus
gezogenen Schluss als richtig anzuerkennen, dass nämlich
jene heterogenen Bestandtheile aus der Gattung ausge-
schieden, und in eine Anzahl neu zu errichtender Gattungen
vertheilt werden müssten, „aussi hien ckaracterises gu'un
foule de ceux generalement admis dans la Familie.'^ Der
hier vonL. gebrauchte sehr bezeichnende Ausdruck „at/mis*'
milsste viel eher auf die Frage führen, ob es nicht weit
gerathener wäre, eine ganze Reihe dieser gewissermassen
nur im Gnadenwege zugelassenen sogenannten Gattungen
wieder über Bord zu werfen, und demgemäss aus den
Merkmalen der Gattung Heilipus alles dasjenige zu
beseitigen, was nicht auf alle darunter begriffenen Arten
Anwendung findet, und daher nur etwa zur Abgrän-
zung natürlicher ünterabtheilungen geeignet ist. Doch
darauf näher einzugehen, ist hier der Ort nicht.
XIV. Sternuchus Schh.
41. St. insularisSchh. 1.1. Vllb. 356. nr. 6. Der
hier von Hohe man gegebenen genauen Beschreibung ist
nur wenig hinzuzusetzen. Die Fühler kann man wohl
nicht mit Lac ordair e (a.a. 0. VI. 447) sds „submedianes''
bezeichnen, da sie der Spitze erheblich näher stehen als
der Wurzel ; ihr erstes Glied ist deutlich gekrümmt, an
seiner Basis hellrothgelb. Der Zahn der Flügeldecken ist
eigentlich eine in Gestalt eines breiten, dreieckigen Lap-
pens seitlich vorspringende Erweiterung des neunten Zwi-
schenraums, neben welcher sich unterwärts der Rand-
streifen hinzieht. Die kurzen, gedrungen-plumpen Beine
sind überall grob punktirt, mehr oder weniger deutlich
längsrunzlig und mit vereinzelten kurzen weissen Bor-
sten bedeckt, die kurzen Schienen stark einwärts ge-
krümmt, auf der Innenseite über der Mitte mit einem
166 Suffrian:
kräftigen, dreieckigen Zahne besetzt; die untere, grössere
Hälfte der Schienen ist dann noch stärker gekrümmt, an
der innern Seite mit einer Längsreihe rundlicher Kerb-
zähnchen besetzt, auch bei unbeschädigten Stücken lang
weiss gewimpert. Der Vorsprung der Mittelbrust bildet
einen kurzen, stumpf kegelförmigen Höcker.
In den Bezirken Cardenas und Manzanülo im April.
In den Sammlungen kommt der Käfer auch unter dem
Namen Tylomus angulosus Mus. Ber. vor; und der
eigentlich nur auf dem Mangel des Schienenzahns beru-
hende Unterschied der Gattung Tylomus Schh. von
Sternuchus ist auch in der That so geringfügig, dass
Lacordaire VI, 448 mit Recht bemerkt, sie verdiene kaum
von Sternuchus getrennt zu werden.
Bei Schönherr führt die Gattung eigentlich den
Namen Sternechus; der Autor hat sich bei der Bildung
des Namens durch seine bekanntlich sehr mangelhafte
Kenntniss der griechischen Sprache verleiten lassen, hier
(gerade wie bei andern Namenbildungen, als Geonemus,
Belopherus u. dgl.) die Umlautung des E in der ersten
Silbe des Zeitworts (hier l'xw) zu vernachlässigen, und
dann noch ausserdem nicht beachtet, dass bei Zusammen-
setzungen eines Substantivs oder Adjectivs mit l'/w der
letzte Vokal des ersteren mit dem ersten des Zeitworts
zusammengezogen werden muss, wenn seine Beschaffen-
heit eine solche Contraction gestattet (vcrgl. rjvioxoQ,
aber a-Kr]7rTovxog). Der nach Schönherrs eigener An-
gabe aus azeQvov und e'x'^'j gebildete Name kann daher
nur lauten OTEQvovyog, also S te rn uchu s und nicht Ster-
nechus, Eine ähnliche unrichtige Namenbildung hat sich
auch in die Chrysomelinen -Familie eingeschlichen, wo
der für eine bekannte Eumolpiden-Gattung angenommene
Name Chrysochus in Chrysuchus verwandelt werden muss.
XV. Lixus Fab.
42. L. tardus Mus. Ber. Elongatus niger, parce
griseo-tomentosus, antennis tarsisque ferrugineis, thorace
subconico, ruguloso-punctato, basi impresso, elytris apice
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 167
obtuse rotundatis, striato-ptinctatis, circa scntellum pro-
funde impressis, interstitiis planis vix rugulosis, femoribus
muticis. Long. 5 — 6'"; lat. l'/a— IVs'"-
Von der Grösse und dem Habitus unseres Lixus
bardanae, aber an der Färbung der Fühler und Füsse, so
wie an dem gemeinsamen tiefen Eindrucke auf Halsschild
und Deckschilden leicht kenntlich. Die Farbe ist das
gewöhnliche Schwarz der Gattung, überall mit ange-
drückter greiser Behaarung, welche sich bei den schma-
leren Stücken, bei denen zugleich die Deckschilde sich
hinterwärts mehr allmählich verschmälern und die Fuss-
glieder nur gebräunt oder auch auf der Oberseite fast
schwarz sind (ich halte sie daher für das andere Ge-
schlecht, und zwar für das (^) , mehr gleichmässig
über die ganze Oberfläche verbreitet , während sie bei
den dickeren Stücken sich hinterwärts stellenweise zu
weisslichen Wolkenflecken verdichtet; ausserdem zeigen
sich hier und da leichte Andeutungen eines röthlichen
Staubes. Dazu sind die Fühler bis auf die etwas dunk-
lere, nicht eigentlich geschwärzte Keule hell rothgelb,
und dieselbe Färbung zeigen auch die Fussglieder der
breiteren Stücke, während die der schmaleren, wie be-
merkt, dunkler und zuweilen auf der Oberseite fast
schwarz sind. Der massig gekrümmte Rüssel trägt we-
der eine Kiellinie noch gröbere Punkte, nur zwischen
den Fühler wurzeln zuweilen eine kurze, eingedrückte
Längslinie, auch wohl zwischen den Augen ein feines
Grübchen. Das nach vorn kegelförmig verschmälerte
Halsschild ist seitlich kräftiger- , oben feiner punktirt
und dazwischen gerunzelt, da die Punkte vielfach zu
verschlungenen Runzeln zusammenfliessen, dazu vor dem
Schildchen breit und tief eingedrückt, welcher Eindruck
sich nach vorn zuweilen zu einer flachen, verschmälerten
Längsmulde ausdehnt, während er bei anderen Stücken
daselbst nur eine längliche Abflachung der Mitte hervor-
bringt. Das Schildchen eingesenkt und kaum wahrnehm-
bar. Die gestreckten Deckschilde fast dreimal so lang
wie das Halsschild, an der Wurzel kaum breiter als letz-
teres, hinterwärts nur schwach erweitert, bei den erwähn-
168 Suffrian:
ten schmaleren Stücken schon von der Mitte ab mehr
allmählich-, bei den breiteren erst im letzten Drittel in
stärker gekrümmten Bogen verschmälert, hinten einzeln
kurz abgerundet, an der Wurzel um das Schildchen herum
mit einem tiefen, stumpfwinklig-quadratischen Eindruck,
welcher sich seitlich bis zu dem hier in Gestalt einer
stumpfen Kante erhöhten zweiten Zwischenräume aus-
dehnt, und von dessen mittlerem Theile der hintere Ein-
druck des Halsschilds eigentlich nur eine verschmälerte
Fortsetzung bildet. Bei jenen breiteren Stücken ist der
Eindruck regelmässiger und tiefer, seitlich stärker abge-
setzt, und die Flügeldecke fällt von dem zweiten Zwischen-
räume bis zu der, durch den gleichfalls erhöhten sechsten
Zwischenraum gebildeten Schulterbeule ohne merkliche
Rundung in schräger Fläche ab, während bei den schma-
leren Stücken eine solche Rundung, zuweilen mit einem
schwachen Längseindrucke innerseits der Schulterbeule,
bemerkbar wird. Die sehr regelmässigen Punktstreifen
sind vorn gröber und ihre Punkte mehr grübcheuartig-
hinterwärts zeigt sich auf jeder Flügeldecke ein schwa-
cher Buckel und hinter diesem ein ebenso schwacher
Eindruck. Von den flachen, kaum gerunzelten, an der
abgeriebenen Stellen glänzenden Zwischenräumen treten
bei den breiteren Stücken die geraden unter schräger Be-
leuchtung schwach leistenförmig hervor. Pygidium,
Unterseite und Beine fein runzlich punktirt, dünn greis-
haarig; die massig verdickten Schenkel zahnlos, die Schie-
nen bei einem der breitern Stücke trüb gebräunt.
Im Districte Cardenas im Juli auf Sumpfpflanzen ge-
sammelt.
43. L. merula Mus. Ber. Elongatus piceo-niger,
parce griseo-tomentosus, antennis pedibusque ferrugineis,
thorace subconico longitudinaliter impresso punctato-ru-
guloso, elytris circa scutellum et intra humeros leviter
impressis, apice rotundatis, striato-punctatis, interstitiis
planis, vix rugulosis, femoribus muticis. Long. 4V2'" 5
lat. V".
Von diesem, in der letzten Zeit von Dr. G. nicht
•wieder gesandten Käfer habe ich nur ein einziges, Herrn
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 169
RIehl gehörendes Stück vor mir, dessen Bestimmung
der Herr Besitzer von Erichson erhalten hat. Dasselbe
ist nicht besonders erhalten, aber doch zur Charakteristk
der Art ausreichend. Der Käfer ist kleiner, besonders
schmaler als der vorhergehende, und gleicht in Grösse
und Habitus, abgesehen von den nicht zugespitzten Flü-
geldecken am meisten deu^ kleineren Stücken unseres Li-
xus Ascauii Fab. Mit dem vorhergehenden verglichen
ist der Rüssel merklich kürzer, aber dicker, besonders
breiter und nach der Spitze etwas erweitert, die Stirn
zeigt ein kräftiges, tief eingedrücktes Grübchen, die Füh-
ler sind bis auf die leicht gebräunte Keule hellrostroth.
Das nach vorn kegelförmig verschmälerte Halsschild ist
jederseits vor den Hinterecken seicht ausgebuchtet, in der
Mitte in leichtem Bogen erweitert und nach dem Vor-
derende zu wieder verengt: die Punktirung ist, zumal auf
denj Rücken, sehr fein, daher der Zwischengruud bei ab-
geriebener Behaarung ziemlich glänzend. Die Mitte ist
der ganzen Länge nach breit aber meist nur seicht ein-
gedrückt, lier Eindruck nach vorn verschmälert, hinter-
wärts verbreitert und gleichzeitig vertieft, von zwei fla-
chen hinterwärts stärker glänzenden Längswülsten ein-
geschlossen, von denen aus der Rücken nach aussen hin
ziemlich stark schräg abfällt. Die greise Behaarung kurz
und dünn, eigentlich mehr schuppenförmig. Das einge-
senkte Schildchen klein und kaum wahrnehmbar. Die
Deckschilde nur hinter der Mitte schwach erweitert, hin-
ten kurz zugerundet, um das Schildchen und dann wie-
der zwischen dem leicht erhöhten Vorderende des 2ten
Zwischenraums und den wenig vortretenden Schulterbeu-
len flach eingedrückt; die sehr regelmässigen Punktstrei-
fen etwas feiner, die Zwischenräume flach, kaum gerun-
zelt, die graden bis über die Mitte hinaus überaus schwach
erhöht. Die dünno Behaarung fällt hinterwärts mehr ins
Weissliche und bildet daselbst auch schwache Wolkcn-
flecke. Die schwarze Grundfarbe zeigt --unter gewisser
Beleuchtung besonders hinterwärts einen leichten Stich
ins Pechschwärzliche. Auf der Unterseite fällt der letzte
Ring mit dem hinteren Theile des vorhei"gehenden leicht
170 Suffrian:
ins verwaschen Rotlibraune. Die Beine mit den Hüften
dunkel rostroth, die schwacli aufgetriebenen zahnlosen
Schenkel etwas dunkler gefärbt.
XVI. Smicronyx Schh.
44. Sm. albosignatus Chv, Niger, parce albido-
squamosus, thoracis lineis tribus, fasciisque interruptis
elytrorum densius albo-squamosis, bis subtilissime pun-
ctato-striatis, femoribus clavatis, denticulatis. Long. V2'" j
lat. V4'"-
Dieser kleine, zierliche, in seiner Länge noch um
die Hälfte unserem M. Jungermanniae nachstehende
Käfer weicht in mehreren Punkten, namentlich in den
stärker aufgetriebenen, kurz gezahnten Schenkeln und
dem längeren Krallengliede, von unseren Europäischen
Arten der Gattung Smicronyx Schh. ab, zu welcher
er vonHrn. Che vr olat gebracht worden ist. Diese Ab-
weichungen erscheinen mir jedoch nicht erheblich genug,
ihn von derselben zu .trennen und, was sonst wohl ge-
schehen müsste, aus ihm eine neue Gattung zu bilden.
Der massig gekrümmte Rüssel ist vorn deutlich gekielt,
hinterwärts etwas verdickt, und auf der Oberseite längs-
strichelig, an der Wurzel quer eingedrückt, mit anliegen-
den weisslichen Schüppchen oder Schuppenhärchen ziem-
lich dicht bedeckt, vor dem hinteren Eindrucke fast weiss.
Die Fühler schwarz. Das Halsschild etwas länger als
breit, in der Mitte seitlich in flachem Bogen erweitert
und vorn durch eine flache Einschnürung noch mehr ver-
schmälert, dicht und fein punktirt, dünn beschuppt, mit
drei weissen Längsbinden, die mittlere regelmässig und
linienförmig, die seitlichen unterbrochen, unregelmässig
begränzt, stellenweise wie aus ungestalteten Flecken zu-
sammengesetzt, manchmal nur ihr äusserer, mehr ziisam-
menhängender Rand ausgebildet. Der Untergrund an
den abgeriebenen Stellen glänzend. Das Schildchen nur
punktförmig und wenig wahrnehmbar, gleichfalls weiss.
Die gestreckten Deckschilde vorn wenig breiter als das
Halsschild, bis zur Mitte sehr schwach sich erweiternd,
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 171
hinterwärts eben so allmählich wieder verschmälert und
zuletzt leicht zugerxindet, die Oberfläche fein- aber re-
gelmässig punktstreifig, die flachen Zwischenräume über-
aus fein runzlig punktirt und selbst an den abgeriebenen
Stellen wenig glänzend, zerstreut und sparsam weisslich
beschuppt, die ^^arbe der Schuppen aber stellenweise
(auch wohl auf dem Halsschilde, ob verdorben?) ins Fuchs-
röthliche überspielend. Vielfach sind diese Schuppen zu
grösseren, dann aber stets weissen Schuppenfleckchen zu-
sammengedrängt, welche zwar auf den beiden Flügel-
decken eines und desselben Stückes ziemlich symmetrisch
vertheilt und auch meist gleichgestaltet sind, aber bei
den verschiedenen Stücken in keiner dieser Beziehungen
genau übereinstimmen. Allen gemeinsam ist eine ziem-
lich regelmässig gebildete, an der Naht etM^as nach vorn
gekrümmte Querbinde vor der Spitze, hinter welcher
meist noch ein weisslicher Spitzenfleck zu bemerken ist,
eine aus grösseren Flecken zusammengesetzte, aber unter-
brochene, jederseits zunächst der Naht stark verbreiterte
Querbinde auf der Mitte, und eine ähnliche, meist noch
stärker zerrissene Fleckenbinde an der Wurzel, von wel-
cher mitunter nur die auf den Schulterbeulen liegenden
Enden deutlich sind. Unterseite und Beine schwarz, mehr
oder weniger dicht weiss beschuppt, die Schenkel auf
der untern Hälfte stark keulig aufgetrieben, die vorderen
mit einem kurzen Zähnchen besetzt, von welchem übri-
gens bei unserem Sm. Jungermanniae auch bereits eine
Andeutung vorhanden ist, Schienen und Füsse zuweilen
tief pechbraun durchscheinend.
Im Bezirk Trinidad auf Blüten gefunden. Januar,
Februar.
Bei Lacordaire Gen. VI. 464 ff. ist die Gattung
Smicronyx Schh. (und ebenso auch Me ci nus) zu den
Erichiniden gebracht worden. Ich glaube jedoch einst-
weilen bei der von mir früher in der Ent. Zeit. 1847.
S. 206 und 302 ausgesprochenen Ansicht verbleiben zu
müssen, nach welcher beide Gattungen mit Lixus in
der nächsten Verwandtschaft stehen, und deshalb mit die-
ser Gattung in eine Gruppe zu stellen sind. Uebc]:-
172 Suff vi an:
haupt aber bin ich der Meinung', dass Lacordaire's
Trib. XXIV— XXVI. (Cleoniden, Hylobiden und Erirhini-
den) nicht überall glückh'ch angelegt sind, und theilweise
(zumal ihre jetzige Abgränzung mehrfach anf einem blos-
sen Mehr oder Wen ig er beruht, auch die dafür ange-
gebenen Merkmale sich nicht immer gehörig ausschlies-
sen) einer andern Vertheilung der darunter begriiienen
Gattungen bedürfen werden. Insbesondere scheint der
um die Systematik der Familie hochverdiente Autor mir
dem Bau der Krallen nicht diejenige Bedeutung beige-
legt zu haben, welche denselben nach seinem wohl nicht
mehr zweifelhaften Zusammenhange mit der Lebensweise
der Thiere nach meiner Beobachtung zukommt.
Ich glaube hierbei wohl noch bemerken zu dürfen,
dass wenn Lacordaire a. a. O. S. 488 bei den von ihm
zu den Erirhinen versetzten GattungTanysp liy ru s sagt:
„Tous ies auteurs recenis s'accordent ä placer ce genre, ä
IHmitation de Schönherr, entre Ies Lepyrus et Ies Hylo-
hius", ich diesen (übrigens vollsändig berechtigten) Vor-
wurf für mich ablehnen muss. L. hat wohl nur über-
sehen, dass ich mich schon in der Ent. Zeit. 1848. S. 62
dahin ausgesprochen habe, die Gattung Tanysphyrus
gehöre unverkennbar zu den Erirhinen und finde dort in,
der Nähe von Hydronomus ihre passende Stelle, von
welcher letztern sie bei L. auch wirklich nur durch zwei
Gattungen (ßagous und Ephiraeropus) getrennt ist.
XVII. Hypera Grm.
45. H. Cubae Chv. 1. 1. VI. 469. nr. 2. Zu der
hier (von ßoheman) gegebenen sehr genauen Beschrei-
bung wäre nur etwa hinzuzusetzen, dass der Käfer im
Habitus am meisten dem kui'zen, dicken $ unseres H.
sus'piciosus Hbst. gleicht, und von diesem im Körper-
bau nur durch die etwas geringere Grösse und den kür-
zeren, dickeren Rüssel abweicht ; so wie, dass bei dem
einzigen mir vorliegenden , aber sehr gut erhaltenen
Stücke die Behaarung des Körpers nicht braun, sondern
Suffrian: Verz. d. auf d. Insel Cuba ges. Küsselkäfer. 173
rehfarbi«^ ist, und dagegen die gewölkte dunklere Schup-
penzeichnung auf beiden Seiten des Körpers und auch
an den Beinen ins dunkler Braune, nicht Schwarze fällt,
auch sich auf den Dcckschilden zu nnregelmässig ver-
tlieilten, meist (|ucr viereckigen, und durch die deutlichen
Punktstreifen seitlich ziemlich scharf begrenzten Flecken
gestaltet.
Lacordaire a. a. O. VI. 403 spricht mit Recht
seine Verwunderung darüber aus, dass Schönherr seine
auf diesen und noch einen zweiten, nahe verwandten An-
tillcnkäfer gebaute Gattung Cephalalges so weit von
seiner Gattung Phyto nomus (= Hypera Grm.) ge-
trennt, und sie dann noch durch ungenaue Charakteristik
und Uebertreibung ihrer geringfügigen Abweichungen
von Hypera zu stützen versucht habe. In der That
sind auch ausser der etwas geringeren Länge von Rüssel
und Fühlern keine irgendwie nennenswerthen Verschie-
denheiten vorhanden, und in dieser Beziehung finden sich
schon jetzt in der Gattung Hypera die vollkommensten
Zwischenformen vor. Auf die spornlosen Schienen des
vorliegenden Käfers glaube ich keinen Werth legen zu
dürfen, wiewohl das Thier auch hierin mit dem von La-
condaire bei Hypera angegebenen Merkmale (1. 1. 400.
„Jamben inermea au boici^) übereinkommen würde. Ich
habe jedoch bereits in der Ent. Zeit. 1848. S. 57 gezeigt,
dass bei den meisten Hypera- (oder Phytonomus-) Arten
die Schienen aller Beine, bei einer Anzahl von Arten
aber nur die der Vorder- und Mittelbeine gespornt sind,
daher dann auch die Einordnung einer Gruppe von Ar-
ten mit völlig spornlosen Schienen nicht weiter befrem-
den darf.
Der genannte Autor hat es nun zwar nach seiner
vielfach zu milden Heurtheilung des Schönherr'schen Gat-
tungsschematismus unterlassen , aus seinen Vordersätzen
den Schluss zu ziehen, dass die Gattung Cephalalges
Schh. als eine ganz unhaltbare aufgegeben werden müsse.
Ich kann jedoch diese milde Auffassung nicht theilen, und
habe deshalb den Käfer derjenigen Gattung wieder zuge-
führt, welcher er von Rechtswegen angehört, und zu der
174 Suffrian:
er auch schon von seinem ersten Beschreiber Chevro-
let mit richtigem Blicke gestellt worden war.
XVIII. Anchonus Schh.
46. A. s Ulli US Fab. Eut. 8yst. II. 402. nr. 35.
Syst. Eleuth. II. 442. nr. 22. Schh. 1. 1. Vllb. 400. nr. 16.
Fabricius Diagnose passt namentlich wegen der
ungenauen Angabe „Elytrorum. striis pilosis" sehr wenig
auf den unter jenem Namen gehenden Käfer, denn die
Flügeldecken desselben sind nicht mit Haaren, sondern
mit kurzen Borsten besetzt, und letztere stehen nicht
allein in den Streifen, sondern an bez. hinter den Hö-
ckern, welche in je einer Längsreihe auf den Zwischen-
räumen vertheiit sind. Nicht ganz so ungenau sagt die
Beschreibung an der ersteren Stelle : „Elytra 'pilosa,
striata, striis scabris", wo aber auch die Punktstreifen
mit den Zwischenräumen verwechselt sind. Die bei Schh.
a. a. O. (von Fahraeus) gegebene Diagnose charakte-
risirt den Käfer treffend , nur möchte darin der Aus-
druck: ^parce fiisco-griseo- pidveriilentus" nicht ganz
richtig sein. Denn der greise Ueberzug des Käfers be-
steht anscheinend nur aus einem, allerdings fest anheften-
den, mit Brakwasser getränkten Schlamme, und bietet
dadurch mit dem lehmigen Ueberzuge mancher unserer
Trachyphloeus- Arten ein Analogon dar. Wird derselbe
beseitigt, so erscheint die eigentliche Körperfarbe, näm-
lich ein glanzloses Schwarz, und die Oberfläche der Flü-
geldecken mit Längsreihen grubiger Punkte besetzt, wel-
che durch runzelartige, etwas wellige Querbinden ge-
trenntsind, die flachgewölbten Zwischenräume selbst noch
mit einer unordentlichen Längsreihe feiner Punkte be-
setzt. Sowohl diese Punkte als die grösseren der eigent-
lichen Lüngsreilien erscheinen schräg von hinten nach vorn
eingestochen, zeigen auf der Vorderseite einen höcker-
artig erhöhten Rand, und an dessen unterer Hinterseite
ein feines kurzes goldgelbes Borstenhärchen, von welcher
sehr zierlichen Sculptur allerdings bei ungesäuberten Stü-
cken nichts wahrzunehmen ist. Der mit tiefen Grübchen
bestreute Rüssel ist an der Wurzel tief quer eingedrückt,
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfei*. 175
von da bis zu den Fühlerwurzeln allmählich verschmälert,
vor letzteren wieder etwas breiter; die Fühler sind
schmutzig- pechbraun mit etwas stärker verdunkelter Keule.
Die Brust und die beiden vorderen Bauchringe sind grob
und grubig-, der letzte Ring ist dichter und etwas feiner
runzlig punktirt, der 3te und 4te Ring sind nur schmal,
etwas eingesenkt. Die hintere Einschnürung des Rüssels
ist am deutlichsten bei den grösseren Stücken, deren
Rüssel zugleich stärker gekrümmt und vor den Fühlern
mehr verbreitert ist ; — vielleicht Kennzeichen des </.
Die Länge des Käfers wechselt (mit Einschluss des Rüs-
sels) von 2V4— 3V4'".
47. A. incrassatus m. Nigricans, tibiis dilutio-
ribus, antennis tarsisque ferrugineis, rostro punctato, tho-
race profunde punctato-rugoso lateribus tuberculato antice
constricto, elytris profunde punctato - striatis, interstitiis
convexiusculis setulosis. Long. 274'"; lat. V/i".
An Länge den kleineren Stücken der vorhergehen-
den gleich, aber nach Umriss und Gestalt des Hinter-
körpers vielmehr einem Strophosomus oder Cneo-
rhinus ähnlich. Der massig gekrümmte Rüssel ist dicht
punktirt, die Punkte nach der Spitze zu dichter und fei-
ner, hinterwärts gröber und dazwischen allmählich zu
Runzeln verfliessend, welche auf dem Kopfe unordent-
liche Grübchen bilden, und sich auch stellenweise zu ab-
gerissenen Längsstreifen strecken. Der kurze, vor den
Fühlern liegende Theil des Rüssels ist gebräunt, die Farbe
der Fühler hell rostroth. Das seitlich gerundete lials-
schild ist kaum breiter als lang, oben abgeflacht, mit
dem vorderen Drittel deutlicher niedergedrückt und auch
seitlich daselbst vor einem dadurch herausgetriebenen
stumpfen Höcker nochmals zusammengedrückt, dicht
und grob gekörnt punktirt, vor der Mitte mit einer kurzen
Schwiele. Die Farbe schwarz, leicht ins Pechbraune
fallend, bei einem der vorliegenden Stücke der Vorder-
rand verwaschen geröthet. Die Deckschilde kaum V4
länger als breit, seitlich bauchig erweitert und dann
hinten kurz und breit zugerundet, flach gewölbt , hin-
terwärts schwach aufgebuckelt, und vorn nach der Wur-
176 Siiffi'ian:
zel zu leicht eingesenkt. Die Punktstreifen regelmäs-
sig aus groben, dicht aneinander gerückten grübchen-
artigen Punkten gebildet, die üach gewölbten Zwischen-
räume kaum gerunzelt, bei abgeriebenen Stücken wenig
glänzend, mit mehr oder weniger deutliciien Spuren ab-
geriebener kurzer gelbgreiser Borstenhärchen , welche
meist durch einen fest anhaftenden Sclimutz zusammen-
geklebt sind, und dadurch solche Stücke schmutzig greis
erscheinen lassen. An den kurzen, gleichfalls schmutzig
o-reis erscheinenden Beinen die Schenkel schwarz , die
Schienen bräunlich durchscheinend, die Füsse hell roth-
gelb. Die Unterseite glänzend pechbraun, hinterwärts
etwas heiler. Das letzte Segment dicht- aber nur massig
stark runzlig punktirt, das 4te und 3te sehr schmal, durch
tief eingedrückte Querfurchen begränzt, je mit einer
Querreihe von sehr vereinzelten borstentrageuden Punk-
ten besetzt , die Punktirung des zweiten sehr grob und
grübchenartig, vorn mehr zerstreut, am Hinterrande dich-
ter, die des ersten Ringes nur vorn und seitlich deutlich,
dieser dagegen am Hinterrande jederseits quer eingedrückt.
Auf der Pm^oö -Insel im Januar unter Genist ge-
funden.
48. A. aspericollis m. Nigricans, antennis tar-
sisque ferrugineis, rostro profunde punctato, thorace sub-
tilissime carinulato, tuberculato-rugoso, apice parum con-
stricto, elytris punctato-striatis, interstitiis aiternis seriato-
tuberculatis. Long. 2V2'"; lat. IVs'".
Von der Grösse einer mittelmässigen Hypera-Art,
an Länge dem unten folgenden A. rusticus gleich, aber
schmaler, mehr gestreckt, und an dem Mangel rcgelmäs-
siß" vertheilter Höcker auf dem Halsschilde leicht von ihm
zu unterscheiden. Die Farbe ein trübes, glanzloses Schwarz,
meist mehr oder weniger mit einem fest anhaftenden
greisen Schmutze, wie A. suillus, bedeckt, nur die
Füsse und die sehr nahe an die etwas verbreiterte Ilüs-
selspitze gerückten Fühler trüb rostroth, das oben aufge-
triebene Ende des langen Wurzelgliedes der letzteren und
ihre Keule schmutzig gebräunt. Der lange hintere Theil
des Rüssels bis au die Fühler ist dicht und grob-, fast
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer, 177
runzlig punktirt, die Punkte an den Seiten theilweise zu
undeutlichen Längslinien verfliessend. Das Ilalsschild
etwas kürzer als in der Mitte breit, oben flach gewölbt,
seitlich schwach gerundet, und daselbst mit einem wenig
vortretenden Höcker, vor welchem es sich durch einen
seitlichen Querdruck leicht verengt: die Oberfläche dicht
grubig-höckerig, so dass der Zwischengrund auf dem
Rücken quer und schräg gezogene Maschen darstellt,
mit einem beiderseits abgekürzten, überaus feinen Längs-
kiele, und bei einem der beiden vorliegenden Stücke am
Vorderrande zwei kleine, aber deutliche Höcker neben
einander, wahrscheinlich Merkmal des d". Die Deck-
schilde um die Hälfte länger als breit, seitlich schwach
im Bogen erweitert, hinten kurz und stumpf zugerundet,
deutlich und regelmässig mit Längsreihen tiefer aber
weitläufig gestellter Punkte besetzt, deren gerade Zwi-
schenräume vom zweiten ab je eine Längsreihe dicht
gestellter Höcker tragen. Die erste derselben ist sehr
schwach, aus unscheinbaren Körnchen gebildet, mehrfach
unterbrochen und erst hinten deutlicher, die zveeite kräf-
tiger; die beiden folgenden, besonders ihre auf der un-
teren Krümmung der Flügeldecken stehenden Hinterenden
kräftig und derb, fast unterbrochene Längsrippen dar-
stellend, und auch die dazwischen liegenden Zwischen-
räume hier und da mit einzelnen Höckern besetzt. Von
den grösseren Höckern zeigen einzelne, besonders hinter-
wärts, noch Reste abgeriebener kurzer Borstenbüschel
von röthlicher Färbung. Unterseite und Beine gleichfalls
schwärzlich, die Füsse trüb rostroth, das letzte dicht grubig
punktirte Hinterleibssegment braunroth.
Im Bezirke Cardenaa am Meeresufer unter Brettern
gesammelt. December bis Februar.
49. A. rusticus m. Nigricans, rostri apice ano
pedibusque piceis, antennis tarsisque ferrugineis, thorace
ruguloso, obsolete 4-tuberculato, laterlbus granulato, apice
constricto, elytris densius punctato-striatis, interstitiis latis,
seriatim tuberculato- setulosis. Long. 2 — 2V2'"; lat- 1'/"
-IV2'".
Etwa von der Länge des vorhergehenden, aber be-
Archiv für Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 12
178 Suffrian:
sonders in den Flügeldecken breiter bauchig, auf dem
Rücken, zumal längs der vorderen Hälfte der Naht tiacher
gewölbt, und die Zwischenräume je mit einer dichten
Höckerreihe besetzt. Der massig gekrümmte Rüssel dicht
puuktirt, auf dem hinteren Theile mit der Stirn deutlich
gerunzelt; die Fühler am Ende des vorderen Drittels
angeheftet, und vor ihnen der Rüssel etwas verbreitert
und abgeflacht. Die Farbe schwarzbraun, vorn verwa-
schen gebräunt, die Fühler hell rostroth. Das Elalsschild
breiter als lang, oben abgeflacht, vorn durch eine ziem-
lich deutliche Einschnürung verschmälert, seitlich mit je
drei bis vier auswärts gerichteten Kerbzähnen besetzt
und dadurch scheinbar erweitert, deren erster und ziem-
lich spitzer hart hinter jener Einschnürung. Die Ober-
fläche undeutlich gekörnt-gerunzelt, mit einer undeutlichen
eingedrückten Mittellinie, neben welcher auf der Mitte
jederseits ein stärkerer, und vor dem Hinterrande noch
ein zweiter ziemlich unscheinbarer, bei dem kleineren der
vorliegenden Stücke kaum wahrnehmbarer Höcker ge-
funden wird. Die Deckschilde vorn etwas abwärts ge-
senkt, auf dem Rücken längs der Naht leicht abgeflacht,
hinter den Schultern in breitem Bogen erweitert, dann
gleichbreit, und erst vor der Spitze kurz zugerundet; die
Oberfläche, so weit sie nicht mit jenem fest anhaftenden
Schmutze bedeckt ist, hornschwarz mit ziemlichem Glänze,
regelmässig läugsstreifig und die Streifen mit dicht an
einander gereihten tief eingestochenen Punkten besetzt,
zwischen denen der sie trennende Zwischengrund in Gestalt
rundlicher, glänzender Körnchen hervortritt; die Zwischen-
räume breit und flach, jeder mit einer Reihe vorn mehr ge-
trennter, hinterwärts dichter gedrängter, rundlicher Höcker
besetzt, deren jeder auf seiner Spitze die mehr oder we-
niger abgeriebenen oder abgestossenen Reste eines kurzen
fuchsig-greisen Borstenbüschels erkennen lässt. Aehnliche,
aber mehr vereinzelte und mehr schuppenförmige Börst-
chen sind auch hier und da auf den Zwischenräumen
wahrnehmbar. Nur die umgeschlagenen seitlichen Zwi-
schenräume zeigen ebenso wenig Höcker, als die dazwi-
schenliegenden beiden Punktstreifen Körner: diese Streifen
Verz. d. auf d. Insel Cuba geBanamelten Rüsselkäfer. 179
sind aus tiefen Quergrübchen mit kräftigen Querbrücken
gebildet, und der Randstreifen verliert sich schon eine
Strecke vor der Spitze in den vorletzten. Die Unterseite
pechbraun. Die drei letzten ßauchringe heller geröthet,
der letzte grob grubig punktirt, der vierte und dritte je
mit einer Querreihe borstentragender Punkte besetzt, die
beiden vorhergehenden wieder, wie der letzte, mit gro-
ben , grübchenartigen Punkten bedeckt, aber weniger
dicht als jener, längs dem Hinterrande glatt und punkt-
frei, der erste daselbst in der Mitte sanft ausgebuchtet.
Die punktirten und mit kurzen Borsten besetzten Beine
sind pechbraun mit heller gerötheten Füssen, die Schen-
kel vor der Spitze zu einer länglichen Keule aufgetrie-
ben, und kurz vor den Knieen wieder stark eingeschnürt
und zusammengedrückt, die Vorderschienen auf der In-
nenseite leicht doppelt geschweift.
Gleichfalls im Bezirke Gardeaas vorkommend.
50. A. bicornis m. Nigricans, antennis ferrugi-
nels, rostro basi carinulato, thorace ruguloso, sextubercu-
lato, lateribus fortius granulato, apice profunde constricto,
elytris punctato-striatis, interstitiis tubercuiato-setulosis.
Long. 373"'; lat. 12/3'".
Der vorliegende Käfer ist von Dr. G. nur einmal
früher an Hrn. Riehl gesandt worden, aber in dessen
späteren Sendungen nicht wieder vorgekommen ; jenes
einzige Stück kam mit dem vorhergehenden unter glei-
cher Nummer (788), und mag daher von dem Absender
für das andere (cT?) Geschlecht desselben genommen
sein. Die Abweichungen beider von einander sind jedoch
so bedeutend, dass ich sie bis auf Weiteres als verschie-
dene Arten betrachten möchte. Die vorliegende Art ist
nicht allein merklich grösser, sondern auch sonst an
allen Körpertheilen abweichend gebaut. Der Rüssel ist
kürzer, aber stärker gekrümmt, der vor den Fühlern lie-
gende Theil nur wenig kürzer als der hintere, zwischen
den Fühlern mit einem deutlichen Grübchen bezeichnet,
auf dem hinteren Theile deutlich punktirt und an der
Wurzel mit einigen feinen erhöhten Länglinien besetzt,
deren mittelste sich als eine feine Kiellinie emporhebt.
180 Suffrian:
Das Halsscliild ist nur sehr flach gewölbt, und ersclieint
durch das stärkere Hervortreten der vier seitlichen und
seitwärts gerichteten Kerbzähne, die nach vorn hin stetig-
grösser werden, scheibenförmig, und der erste derselben
tritt zugleich so kräftig hervor, dass das Halsschild vor
ihm sehr stark verschmälert, fast winklig ausgeschnitten
erscheint. Auf der unebenen Oberfläche zeigen sich sechs
deutliche Höcker, das mittlere und hintere Paar wie bei
der vorhergehenden Art, aber kräftiger, und ausserdem
noch zwei gerade aufgerichtete, etwas zusammengedrückte
auf der schwach bogenförmig vorgezogenen Mitte des
Vorderrandes Die sehr flach gewölbten Deckschilde sind
etwa IVsQial so lang als breit, gleichbreit und hinten kurz
zugerundet; die an den, von dem auch hier anklebenden
Schmutze befreiten Stellen glänzende Oberfläche ist re-
gelmässig punktstreifig, die Punkte weniger dicht als bei
der vorigen Ait, aber gröber und nicht durch die er-
höhten Körner getrennt; noch gröber und mehr grübchen-
artig punktirt sind die drei auf dem umgeschlagenen Theile
der Flügeldecken liegenden Streifen, wodurch deren flach
gewölbte Zwischenräume zu gleicher Breite eingeengt
werden. Die Zwischenräume des Rückens sind dagegen
flach, und je mit einer Längsreihe theils rundlicher, theils
länglicher Höcker besetzt, letztere deutlicher als bei -der
vorhergehenden Art, aber viel weiter getrennt, und jeder
mit einem Büschel kurzer fuchsiggreiser Borstenhärchen.
Durch die hinteren bilden sich zwei, sich über beide Flü-
geldecken hinziehende, nach vorn concave ßogenlinien, de-
ren zweite unmittelbar über der ziemlich steil abfallenden
Wölbung liegt, und dadurch dem Hinterende des Kör-
pers ein etwas eckiges Ansehen giebt. Die Beine sind
etwas heller , die Füsse dagegen trüber geröthet als bei
dem vorigen : ganz abweichend aber ist die Sculptur des
gleichfalls flachen, pechschwärzlichen Hinterleibes. Eine
grobe und grubige Punktirung findet sich hier nur auf
dem letzten Ringe, so wie vorn ein Bruchstück und vor die-
sem eine einfache Reihe am vorderen Seitenrande des
ersten Ringes ; im [Jebrigen sind die vier vorderen Ringe
glatt und ziemlich glänzend, mit wenigen feinen und sehr
Verz. d. auf d. Insel Cuba gesamraelten Rüsselkäfer. 181
vereinzelten, je ein kurzes gelbes Borstenhärchen tragen-
den Punkten bestreut.
51. A. angulicollis Chv. Elongatus nigricans,
tibiis dilutioribus, antcnnis tarsisque ferruginei.s, thorace
inaequah* punctato-rugoso obsolete tricarinato, latcribus
obtuse angulato, clytris profunde punctato-striatis costatis,
interstitiis alternis elevationibus. Long. 1^/2 — 2'"; lat.
Von der gestreckten Gestalt eines T räch ödes oder
kleineren Erirhinus, und dadurch im Habitus von den
vorhergehenden Arten sehr verschieden. Die Farbe ist
bei reinen Stücken schwarz mit massigem Glänze, bei
nicht vollständig ausgefärbten auch braunroth , unreine
sind auch hier mit dem schmutzig abreisen Uebcrzugc der
vorhergehenden Arten beklebt. Fühler, Füsse und bei
einem der vorliegenden Stücke auch die Rüsselspitze sind
hcllrostroth, die Schienen trüber roströthlich oder pech-
braun. Der Kopf ist mit dem Rüssel deutlich-, aber nicht
dicht punktirt, auf der Stirn ein mehr oder weniger aus-
gebildetes Grübchen. Das Halsschild etwa so lang, wie
in der Mitte breit, uneben und dabei punktirt, dreifach
längskielig; der Mittelkiel gerade, scharf und deutlich, die
seitlichen schwächer ausgebildet, stumpf, zuweilen unter-
brochen oder undeutlich, in der Mitte nach aussen gebo-
gen, so dass dadurch ein hier bauchig erweitertes, vorn
und hinten verschmälertes, durch den Mittelkiel getheiltes
Längsfeld gebildet wird, Ueber (Jas vordere Drittel des
Halsschildcs zieht sich eine breite und massig tiefe, an
den Seiten tiefer einschneidende Einschnürung, und hin-
ter dieser liegt jederseits unterhalb der Ausbiegung des
Seitenkiels, aber etwas mehr nach vorn gerückt, ein gros-
ser stumpfer Höcker, welcher, von oben aus gesehen,
als eine Erweiterung des Seitenkiels erscheint und da-
durch dem ganzen Halsschilde jenes eigenthümlich winke-
lige Ansehen verleiht. Die gestreckten Deckschilde sind
hinter den abgerundeten Schultern wenig erweitert, läng-
lich elliptisch, nach vorn nur schwach abfallend, auf dem
Rücken sehr flach gewölbt, regelmässig punktstreifig, die
Streifen aus dicht an einander gerückten, quer gezogenen,
182 Suffriau:
durch sehr schmale Querbrücken getrennten Punkten ge-
bildet; die schmalen Zwischenräume rippenförmig erhöht,
dabei quer gerunzelt und dadurch matt, der erste und
dritte feiner und schwächer, fast nur linienförmig, und
bei einem der vorliegenden Stücke stellenweise beinahe
erloschen. Die Unterseite gleichfalls schwärzlich, der
letzte Ring auch hier dicht runzlich punktirt. An dem
ötücke mit gerötheter Rüsselspitze sind auch die Schen-
kel an der Wurzel breiter, am Knie schwächer geröthet,
so dass eigentlich nur der keulig aufgetriebene Theil der
Schenkel schwarz geblieben ist.
Im Bezirk Cardenas unter Brettern am Meeresufer
gesammelt. Oct. Nov.
XIX. Listroderes Schh.
52. L. nigro-punctatus Chv. Nigricans, helluo-
squamosus, antennis tibiis tarsisque piceis, thorace disperse
nigro-punctato, obsolete albido-trivittato, elytris evidenter
punctato-striatis, interstitiis convexis parce albo-setulosis.
Long. 4'"; lat. IV2'".
Von der Gestalt eines grossen gestreckten Erirhi-
nus, ziemlich flach, und ohne hinten zugespitzte Deck-
schildc. Die Farbe an den abgeriebenen Stellen des
Körpers schwarz, sonst aber letzterer mit einer dichten
gelblich greisen Beschuppung bedeckt, welche auf den
Deckschilden einige unregelmässig vertheilte, wohl nur
zufällig entstandene dunklere Stellen zeigt, dagegen auf
den Schultern leicht ins Weissliche fällt. Ausserdem
finden sich auf dem Halsschilde drei weissliche Längs-
binden, eine grade, zwar schmale aber stets deutliche
Mittelbinde, und zwei nach vorn etwas abgeschwächte,
hinten leicht nach aussen gebogene Seitenbinden, zwi-
schen welchen und der Mittelbinde bei gut erhaltenen
Stücken zerstreute, anscheinend in ungeordnete Längs-
reihen gestellte schwarze Punkte hervortreten. Die Füh-
ler, Schienen und Füsse sind pechbraun, die Wurzel der
ersteren und die Enden der letzteren etwas lichter ge-
bräunt. Der Rüssel mit einer flachen, oben zu einem
Ver/. d. auf d. Insel Cuba gesammelten Rüsselkäfer. 183
stärkeren Grübchen vertieften Längsfinche, eine ähnliche
aber unterwärts abgekürzte oben zwischen jener Tind den
Augen , welche letzteren die Spitze des Fühlerschaftes
eben erreicht. Das Halsschild seitlich vorn stark geöhrt,
mit einer kräftig eingedrückten Querlinie hinter den
Lappen , und hinter dieser leicht bogig erweitert, die
Oberfläche, wie die des Kopfes mit kurzen, feinen und
zerstreuten, aufgerichteten Borstenhärchen besetzt. Das
halbelliptische Schildchen weisslich. Die gestreckten Deck-
schilde reichlich doppelt länger als breit, hinten mit
massiger Wölbung abfallend und am Ende zugerundet,
hinter den Schultern in flachem Bogen erweitert und sich
dann bis zum letzten Viertel eben so allmählich wieder
verschmälernd, auf dem Rücken abgeflacht, deutlich punkt-
streifig; die Zwischenräume gewölbt, und besonders hin-
ten mit schräg hinterwärts gerichteten weissen Borsten-
härchen sparsam bestreut. Die schwärzliche Unterseite mit
mit etwas grösseren weisslichen Schuppen sparsam be-
setzt und dazwischen glänzend. Der erste Hinterleibsring
bei den vorliegenden Stücken der Länge nach sehr flach
eingedrückt, und dieser Eindruck auf den zweiten Ring
übergehend, so dass die Zwischennaht dadurch in der
Mitte verwischt wird, der 3te und 4te Ring schmal und
von tiefen Quernähten eingeschlossen, der letzte deutlich
punktirt und in der Mitte tief quer muldenförmig einge-
drückt. An den überall mit kurzen, zerstreuten Borsten-
härchen besetzten Beinen sind die Schenkel wieder stär-
ker beschuppt. Die Vorderschienen auf der Innenseite
leicht doppelt geschweift, alle Schienen aber mit dem
unteren Ende etwas einwärts gekrümmt.
In der Riehl'schen Sammlung war dieser Art das
Synonym L. lineatus Say beigefügt worden. Zu der
letzteren Art wird im Melsheimer'schen Cataloge p. 96 das
Citat Schh. VIb. 195 (nr. 13) hinzugesetzt, wo aber nicht
L. lineatus Say, sondern L. lineatulus Say und zwar
mit Bezug auf dasselbe Say'sche Citat (Cure. p. 11) be-
schrieben ist, welche in Melsh. Cat. zu L. lineatus Say
gezogen ist. Jener L. lineatulus Say kann aber, auch
abgesehen von der abweichenden Grösseangabe (er soll
184 Suffrian:
dem L. sparsus Say = squalidus ISchh. gleichkom-
men, welchem bei Schh. II. 382 die Grösse des Sitona
8-punctatus beigelegt wird) schon wegen seines ^thorax
obsolete canaliculatus^^ und der „elytra apice singulatim
rotundata'^ nicht zu dem vorliegenden Käfer gezogen
werden. Schönherr scheint hier jedoch die Nomen-
clatur verwirrt zu haben. Er citirt a. a. O. II. 281 nr. 6
den Cure, lineatulus Say in lit. zu seinem L. squalidus,
und 282. nr. 7 einen Cure, sparsus Say in lit, zu seinem L.
sparsus ; später zieht er VI. 196. nr. 14 seinen L. sparsus
und squalidus (beide sind wahrscheinlich die verschiede
nen Geschlechter einer Art) in eine Art zusammen, wo-
nach folgerecht auch Cure, lineatulus Say und sparsus
Say zusammenfallen mussten; statt dessen aber beschreibt
er VI. 191. nr. 13 nochmals einen L. lineatulus Say, den
er aber nicht, wie jene beiden Arten in Bd. II. von Say
selbst, sondern von Harris erhalten hatte. Man wird
deshalb annehmen müssen, dass Schh. an letzter Stelle
hat L. lineatus Say schreiben wollen, und dass dieser
Irrthum oder Schreibfeher von den Herausgebern des
Melsh. Cat. stillschweigend hat berichtigt werden sollen.
Dass aber dieser Käfer mit der vorliegenden Art nichts
zu thun hat, ist oben schon dargethan worden.
Hinsichts des Cure, lineatulus Say begnügt sich
der Melsh. Cat. damit, denselben mit einem? vor dem
Namen aufzuführen, wie von ihm stets diejenigen Arten
bezeichnet werden, die ihre Stellung nach den Heraus-
gebern fraglich, also ihnen wahrscheinlich nicht aus eige-
ner Anschauung bekannt geworden sind.
(Fortsetzung folgt.)
1 ntersnchangen über den Bau und die Natargescliichte
der Vorticellen.
Von
Dr. Richard fireeff,
Professor der Zoologie und Director des Zoologischen Institutes
in Marburg.
Hierzu Tafel IV — VIII des vorigen Jahrg.
(Fortsetzung des vorigen Jahrg. S. 584.)
Leibeshöhle und Verdauungsorgane der
Vortic eilen.
Ehrenberg verdanken wir die erste richtige An-
schauung von dem Ernährungs-Apparat der Vorticellen.
Während man vor ihm, wie schon früher bemerkt,
glaubte, der Körper dieser Thiere stelle eine vorne ofiene
ausgehöhlte Glocke dar, zeigte er, dass die vordere Glo-
ckenöffnung durch eine wimpernde Scheibe geschlossen
sei und dass erst hinter dieser Scheibe eine seitliche
Oeffnung in das Innere des Körpers führe. Ebenso be-
stimmte er richtig die Lage des Afters als gesonderte aber
mit dem Munde in derselben Grube liegende Oeffnung,
was, wie wir früher schon bemerkten, als ein w^esentlicher
systematischer Charakter der Vorticellen-Familie angese-
hen werden muss. Mund und After sollten durch einen
bis zum Grunde des Körpers herabhängenden bogenförmi-
gen Darm verbunden sein, mit welchem Letzteren, seiner
Anschauung vom polvgastrischen Ernährungssystem der
186 Greeff:
Infusorien entsprechend, die Magenblasen vermittelst klei-
ner seitlicher Blinddärmchen verbunden waren.
Nach Widerlegung des polygastrischen Ernährungs-
systemes namentlich durch die treffende Beobachtung der
beständigen Circulations -Bewegung des gesammten Lei-
besinhaltes bei Parainaeciura (Focke) erhielt die Keunt-
niss vom Verdauungsapparat der Vorticellcn wiederum
eine reiche Förderung durch den der "Wissenschaft leider
so früh entrissenen C. F. J. L a chni ann, an dessen schöne
und sorgfältige Untersuchungen sich überhaupt ein ge-
wissermassen neuer Abschnitt für die Erforschung des
ganzen Baues und der Naturgeschichte unserer Thicr-
chen schliesst.
Lachmann zeigte, dass die Wimpern auf der Wim-
perscheibe nicht in Kreise gestellt seien, wie Stein an-
gab, sondern in einer Spirallinie zum Munde verlaufen,
•was übrigens schon Ehren b e rg deutlich gesehen hatte,
wie aus zahlreichen Figuren seines Infusorienwerkes (z.
B. Taf.XXV.Fig.il, Taf.XXVm. Fig.III, 3, 2 etc.) her-
vorgeht. Den Beobachtungen Lachmann's aber verdan-
ken wir die exakte Bestimmung des Verlaufs der Wim-
perreihe, die rechts von der äussern Oeffnung des Nah-
rungsschlauches, der bisher sogenannten Mundöffnung,
beginne , die Wimperscheibe ein- oder mehremale um-
kreise, um sich dann in einem Bogen in die genannte
Oeffnung hineinzusenken und den ersten Theil des Nah-
rungsschlauches zu durchlaufen. Diesen Anfangstheil
nannte er nach dem Vorschlage von Joh. Müller das
Vestibulum. Das Vestibulum bilde somit einen Theil
der Wimperspirale und könne auch aus dem Grunde nicht
wohl schon als Rachen oder Theil der Speiseröhre be-
trachtet werden, da der After in ihn einmünde. Die
Mundöffnung beginne desshalb erst am Ende des Vesti-
bulum neben dem in derselben Grube Hegenden After.
Vom Munde führe eine kurze Röhre, der Oesophagus, zu
dem etwas spindelförmigen Endtheile des Nahrungsschlau-
ches, der als Pharynx bezeichnet wird. Die durch den
Wimperstrom angezogenen und in den beschriebenen Ka-
nal hineinbeförderten Nahruno:3theile sammeln sich zu-
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 187
nächst in dem Pharynx zu einem Bissen, der, wenn er
eine gewisse Grösse erreicht habe, in das Innere des
Körpers gestosscn, hier mit den breiweichen Inhaltsraassen
so lange umhergetrieben werde, bis er entweder allmäh-
lich verdaut oder durch den After wieder nach aussen
entfernt werde.
Lach mann unterzieht besonders die Frage einer
sehr sorgfältigen Prüfung, ob der Pharynx in der That
der Endthcil des Nahrungsschlauches sei, oder ob von
ihm noch ein weiterer Kanal ausgehe, der die Bissen
vom Pharynx aufnehme und sie noch, wie es den An-
schein habe, eine Strecke in einem Bogen fortführe, um
sie dann erst in das Innere des Körpers zu stossen, ent-
scheidet sich aber schliesslich für die gänzliche Abwe-
senheit jeder weiteren kanalartigen Fortbildung.
Den ganzen von der Cuticula und Rindenschicht
umschlossenen Innenraum betrachtet nunLachmann, und
das ist für unsere später zu erörternde Ansicht von be-
sonderer Wichtigkeit, als eine grosse Verdauungs-
höhle oder als Magen und die in demselben rotirende
Inhaltsmasse als Chymus.
Stein hat sich bezüglich des Verhaltens der be-
schriebenen Wimperspirale und ihrer l?eziehung zum Ve-
stibulum, so wie des weiteren Verlaufs und der Endi-
gungsweise des Nahrungskanales vollständig den Ansich-
ten Lachmann's angeschlossen. Andererseits aber ist
er und mit ihm mancher Andere der Auflassung des In-
nenraums des Körpers als Verdauungshöhle und der die
letztere erfüllenden Inhaltsmasse als Chymus, aufs ent-
schiedenste entgegengetreten, indem er das Vorhandensein
beider, sowohl einer Leibeshöhle wie eines dieselbe er-
füllenden Chymus in Abrede stellt. Vielmehr sucht er
die Ansicht wiedci herzustellen, wonach der gesammte
Inhalt als contractile Sarkode anzusehen sei und stützt
sich dabei hauptsächlich auf die Voraussetzung, dass die
Grenzen der Leibeshöhle nicht bestimmbar seien, da das
äussere (Rinden-) Parenchym in das Innenparenchym ganz
allmählich übergehe und mit ihm auf allen Punkten ver-
webt sei.
188 Greeff:
Fassen wir zunächst die wohl wichtigste Frage nach
dem Vorhandensein einer verdauenden Körperhöhle, auf
die die Antwort der beiden Forscher so verschieden aus-
gefallen ist, ins Auge, so will ich von vorn herein erklä-
ren, dass mich meine Untersuchungen ganz unabweislich
der Lach mann'schcn Ansicht wieder zugeführt haben,
und dass ich die von Stein dagegen aufgebrachten
Gründe nicht anerkennen kann.
Wir haben in dem vorhergehenden Abschnitt aus-
zuführen gesucht, dass die äusseren Körperdecken, die
den Innenraum umhüllen, aus drei verschiedenen Theilen
bestehen, nämlich aus der äusseren Cuticula, den un-
ter derselben liegenden Muskeln und der darauffol-
genden Rinde n sc hie ht. Obgleich wir über das, was
bei den Vorticellen und Infusorien überhaupt als Cuticula
und als Muskeln anzusehen sei und über das Verhältniss
dieser beiden Theile zu einander in einigen Punkten
eine abweichende Ansicht von derjenigen Stcin's haben
aussprechen müssen, so befinden wir uns doch im Allge-
meinen bezüglich des wirklichen Vorhandenseins der Cu-
ticula und der Muskelfasern als selbstständiger Theile mit
ihm in Uebei-einstimmung. Es handelt sich also haupt-
sächlich um die Existenz und Bedeutung der Rinden-
schicht, namentlich in ihrem Verhältnisse zum Innen-
raum und dem Inhalte desselben.
Betrachtet man eine lebende Vorticelle genauer und
länger, wozu sich selbstredend die Epistylis- Arten am
besten eignen, da man bei ihnen nicht, wie bei den con-
tractilstiligen Vorticellen durch die stets wiederholten und
plötzlichen Contractionen und mit ihnen durch das im-
merwährende Verschwinden des Objektes in der Beob-
achtung gestört wird, so tritt uns sehr bald als eine der
auffallendsten Erscheinungen entgegen, dass anscheinend
die ganze Inhaltsmasse des Körpers in beständig r o-
tirender Bewegung begriffen ist. Es ist das die
zuerst von Focke und dann von Anderen an Paramae-
cium und sonstigen Infusorien und auch von Lach mann
an unseren Vorticellen beobachtete Rotationsströmungj»
die in sofern als eine folgenreiche Entdeckung angese-
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 189
hen werden muss, als sie eins der augenfälligsten Be-
weismittel gegen den von Ehrenberg den Infusorien
zugeschriebenen Ernährung^s- Apparat abgiebt. Die That-
sache dieser Rotationsströmung selbst ist nicht zu be-
zweifeln und geiiört zu den beständigen und normalen
Lebensäusserungen der betrefi'enden Infusorien, Sie ist
keinesweges, wie Ehrenberg zur ferneren Stütze seines
Systems geltend zu machen sucht, eine durch Druck oder
Verschiebung des Inhaltes etc. erzeugte pathologische
Erscheinung. Man beobachtet sie unter allen Verhält-
nissen an den lebenden Thiercn, selbst wenn nicht die
geringsten alterirenden Einflüsse, wie Druck u.s.w, statt-
finden und erkennt sie am leichtesten und deutlichsten,
wenn der Körperinhalt gefärbt ist oder wenn man zu
diesem Behufe die Thiere einer Farbstoff (Carmin)- Fütte-
rung aussetzt.
Zu den meistens von Natur intensiv gelb oder
gelbbraun gefärbten und ausserdem zu den grösseren
Epistylis- Arten gehört die schon mehrfach berührte
E. flavicans, an welcher sich auch aus anderen Gründen das
in Rede stehende Piiänomen mit allen Einzelheiten sehr
gut verfolgen lässt, wesshalb wir in dem Folgenden
hauptsächlich sie unserer Beobachtung zu Grunde legen
wollen. Sehen wir uns die Rotationsbewegung bei E. fla-
vicans genauer an, so finden wir, dass nicht, wie es
anfangs schien, diese Bewegung überall im Innern des
Körpers stattfindet. Der ganze konische Hinter-
theil des Körpers, von der Anheftung des Stie-
les bis ungefähr da, wo die bauchige Aus-
schweifung der Glocke beginnt, nimmt an der
Bewegung keincnAntheil (Taf. VIII. Fig. 1). Der-
selbe ist ausserdem nicht gefärbt, sondern hyalin und nur
mit wenigen dunkelglänzenden Körnchen besetzt und tritt
deshalb auch hierdurch gegen den gefärbten Inhalt des
bauchigen Glockentheils hervor (Taf. VII. Fig. 1 u. 18).
Man sieht aufs deutlichste, wie die kreisende Inhaltsmasse
an der Innenwand dieses konischen Hintertheils vorbei-
streicht, ohne dass Theile des letzteren in
den Strom mit hineingezogen würden. Augen-
190 Greeff:
scheinlich ist hier eine feste Grenze zwischen dem flüssi-
gen, beständig- beweglichen Inlialte und einem festeren
Wandparenchym, das zunächst die ganze konische Basis
des Vorticellenkorpers erfüllt, von hier aber sich becher-
förmig an den 8eitenwandungen erhebt und die innere
Fläclie der oben beschriebenen Hautdecken überzieht und
auskleidet, überall eine feste scharfe Grenze gegen den
flüssigen Leibesinhalt bietend.
Auch hiervon überzeugt man sich durch die Beob-
achtung , indem man die Rotationsbewegung von der
Basis durch die Glockenhöhlung hindurch genau verfolgt.
Von einem allmählichen Uebergehen des flüssigen Leibes-
inhalte§ in das feste Wandparenchym, von einem Ver-
webtsein des Ganzen zu einer gemeinschaftlichen, den
Körper als Parenchym ausfüllenden sogenannten iSar-
kode oder Protoplasma kann, wie hierdurch klar wird,
keine Rede mehr sein ; denn die Rotation wird j e
weiter nach aussen desto lebhaf.ter und re-
gelmässiger und zieht überall in scharfer Grenze
an den Innenwandungen des Körperumfangs vor-
bei. Würde nach aussen der Inhalt allmählich consisten-
ter und zäher und verschmölze hier mit der festeren Rin-
denschicht, die aber noch, wenn auch wiederstrebend, in
die Rotation hineingezogen würde, so müsste die Bewe-
gung doch folgerichtig nach aussen allmählich abnehmen.
Aber gerade das umgekehrte Verhältniss findet, wie be-
merkt, Statt. Wie wäre es ferner zu erklären, dass, wenn
die Rindenschicht wirklich mit rotirte, die contractile
Blase, der Nucleus, der Anfangstheil des Nahrungskana-
les (Vestibulum und Schlund) die Muskeln etc. dennoch
stets in ihrer bestimmten Lage erhalten werden. Müssten
nicht auch sie mit forttreiben und dadurch beständig
ihre Lage ändern? Oder man müsste annehmen, diese
Organe lägen nicht in der Rindenschicht, sondern inner-
halb der Cuticula. Sie liegen aber, wie man aufs leich-
teste constatiren kann , unterhalb der Cuticula und in
der Rindenschicht und haben, mit der ersteren wahr-
scheinlich gar keine Berührung. Bei Rhizopoden, die
Stein als Vergleichsobjekte und zur Stütze seiner An-
Untersuchungen über die Naturgeschichte derVorticellen. 191
siebt anführt, namentlich bei Amöben, ist eine solche
Diffeienzirung in feste abgegrenzte Rindenschicht und
Innenrauni noch nicht zur Ausbildung gekommen, ja in
vielen Fällen lässt sich nicht einmal eine äussere Haut
nachweisen, aber hier haben die Organe des Körper
auch noch keine bestimmte Lage gefunden, sondern wer-
den im Innern mit der Inhaltsmasse umhergetrieben.
Trotzdem bin ich weit entfernt den ganzen Amöbenkörper,
inbesondere der grossen, selbstständigen, infusorien-ähnli-
chcn x^möben, aus einfachem gleichmässigem Protoplasma
bestehend anzunehmen, sondern ohne Zweifel haben wir
hier, wie ich bei einer anderen Gelegenheit ausführlicher
darzulegen hoffe, mancherlei in Form und Lebensäusse-
rung von einander differente Substanzen und Gebilde zu
unterscheiden. Noch weit weniger aber möchte man
einen verhältnissmässig so hoch organisirten Thierleib,
wie wir ihn in den Vorticellen vor uns haben, aus blos-
sem Protoplasma bestehend ausgehen können. Könnte
man nicht fast mit demselben Rechte einen grossen Theil
der Coelenteraten, Würmer u. s. w. den Protoplasma-Ge-
schöpfen zuweisen?
Genug, die angeführten Beobachtungen bestimmen
mich, für den Vorticellenkörper eine nicht mit rotirende
unter der Cuticula liegende Rindenschicht anzuneh-
men, die nach innen in fester Grenze einen Raum, die
Körperhöhle, umschliesst, die also, da nach dem
Obigen der keilförmige Hintertheil des Vorticellenkör-
pcrs mit dem festen Rindenparcnchym ausgefüllt ist, eine
becher- oder fingerhutförmige Gestalt hat.
Der Inhalt der Körperhöhle besteht aus einem dünn-
flüssigen Brei von aufgenommener oder bereits mehr
oder minder aufgelöster Nahrung, d. h. aus Chymus
der durch stete Zufuhr neuer Nahrung und Wasser von
aussen durch die Mundöffnung und durch Abgabe der
verbrauchten Stoffe durch denAfter in einem fortwäh-
renden Wechsel begriffen ist. Im Innern der Kör-
perhöhle kreist dieser Nahrungsbrei, wie oben ausführ-
lich beschrieben, beständig umher, wodurch einerseits die
Zerkleinerung und Chymifizirung, mit einem Worte d i e
192 Greeff:
Verdauung, und andererseits die Vertheilung der
ernährenden Substanzen durch den ganzen
Körper befördert wird. Wir sehen somit in der Kör-
perhöhle der Vorticelleu einen Gastro vascular ran m
im vollen Sinne des Wortes, eine Körperhöhle, in der
die Verdauung und Circulation resp. Ernährung ganz
in derselben Weise erfüllt wird, wie bei den Coelen-
teraten.
Mit Nichten kann dieser Brei als „durch und durch
aus blosser Sarkode bestehend'^ angesehen werden, wie
Stein mit grosser Entschiedenheit zu Gunsten der Pro-
toplasma-Theorie hervorhebt. Abgesehen davon, dass uns
eine solche Verallgemeinerung des Protoplasmas noch
auf entferntere und dunklere Bahnen führen würde, als
bereits früher durch Dujardin geschehen, so spricht
die unbefangene genaue Beobachtung auch in diesem
Punkte wiederum entschieden gegen solche Auffas-
sung. Und hiernach ist nicht einmal der zu einer
gleichmässigen körnchenhaltigen Substanz bereits verar-
beitete Chymus oder, wenn man will, um keine Meinung
zu anlicipiren, die Grundsubstanz des circulirenden Breies,
Sarkode oder Protoplasma im Sinne der Autoren. Denn
die Rotationsbewegung ist nicht, wie uns eine genaue
Betrachtung lehrt, die einer zähen contractilen Substanz,
sie äussert sich nicht nach x\rt der sonstigen bekannten
amöboiden, langsam kriechenden Protoplasmaströme, son-
dern sie schreitet überall leicht und lebhaft beweglich,
zuweilen sogar in leicht zitternder Strömung durch
den Innenraum. Wie ist diese aber mit der Bewegungs-
erscheinung zu vereinigen, die wir an dem contractilen,
zähen Protoplasma stets zu sehen gewohnt sind und die
als charakteristisch und massgebend hierfür angesehen
werden muss. Ist die vibrirende Bewegung nicht viel-
mehr ein deutlicher Beweis, dass dieselbe durch eine
leichtflüssige, nicht contractile Substanz, d. h. gerade nicht
durch Protoplasma getragen ist. Ueberdies muss hier
noch einmal auf die schon oben bei Beurtheilung der die
Körperhöhle umschliessenden Rindenschicht geltend ge-
machte Erscheinung aufmerksam gemacht werden, nach
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticelleu. 193
welcher an den Aussenwandungen die Strömung am leb-
haftesten ist.
»Stein fordert ferner für den Nachweis einer Lei-
beshöhle, dass dieselbe, wenn der Inhalt entleert sei, sich
als eine leere Höhle müsse übersehen lassen. Könnte
man mitten durch den Körper der Vorticellen einen Quer-
schnitt zu Stande bringen, was allerdings bei der Klein-
heit und Zartheit des Objektes nicht ausführbar erscheint,
so würde man, wie ich nicht zweifle, sich die Körper-
höhle direkt zur Anschauung bringen können; aber auci»
die Beobachtung des lebenden unverletzten Thieres genügt
jener Anforderung. Isolirt man z. B. eine eben aufge-
fischte Vorticelle mit durch Nahrungsstoff prall ausge-
füllter Glocke eine Zeitlang in klarem Wasser auf einem
Objektträger oder in einem ührsch'älchcn, so sieht man, wie
die Nahrungsballen, einer nach dem andern, ausgeworfen
werden. Der Körper wird allmählich heller und ge-
streckter, die Wandungen bekommen Falten, und nach
Verlauf einiger Zeit ist aus der wohlgenährten bauchigen
Vorticelle ein schmächtiges collablrtes Thierchen gewor-
den, dessen Körperdecken hier und dort in tiefen Falten
und Einbuchtungen in die entleerte Magenhöhle einge-
senkt sind.
Statt der Nahrung wird nun aber andererseits Was-
ser durch den Nahrungsschlauch aufgenommen und je
nachdem diese Zufuhr entweder reichlich oder spärlicher
ausfällt, füllt sich die Leibeshöhle oder collabirt nicht so
vollständig wie oben angedeutet. Zu gleicher Zeit aber
tritt nun die auffallende und für die vorliegende Frage
sehr characteristische Erscheinung zu Tage, dass nun die
Bewegung des Inhaltes eine viel lebhaftere ist als vor-
her und meist in eine deutlich vibrirende Strömung der
noch mit dem Wasser vermischten Formbestandtheile er-
kennen lässt. Diese Formbestandtheile, die nach Ent-
fernung der grösseren Nahrungsballen zurückbleiben,
sind bei einigen Arten ausserdem von ganz constanter
Gestalt und Grösse, wie sie z. B. bei Epistylis flavicans in
glänzenden leicht gelb gefärbten, oft zu mehreren, meist
zu di'ci oder vier zusammengeballten in verhältnissmässig
Archiv f. Natur« XXXVU. Jahig l.Bd. 13
194 Greeff:
grossen Kügelchen (Taf. VII. Fig. 5) bestehen, so dass
man versucht ist, das ganze nun von den gröberen noch
ungelösten oder unlöslichen Nahrungsstoffen befreite
Fluidum als die mit Wasser vermischte Blutflüssigkeit
oder Chylus anzusehen.
Die vorstehenden Beobachtungen und Andeutungen
mögen einstweilen zur Begründung meiner Annahme
einer verdauenden Körperhöhle für die Vorticellen genü-
gen und wir kommen nun zu der oben bereits aufgewor-
fenen zweiten Frage, nämlich der Beschaffenheit des in
diese Verdauungshöhle einführenden Nahrungsschlauches.
Wie schon früher bemerkt, wurde zuerst von Ehren-
berg die richtige Lage der von ihm als Mund bezeich-
neten, äusseren Oeffnung des Nahrungsschlauchcs so wie
die Stelle dos Afters erkannt. Nach ihm liegt direkt hin-
ter der Wimperscheibe die rundliche Mundötfnung und
in einer Grube im Anfangstheil des in den Körper ein-
tretenden Nahrungskanals der After. Stein zeigte fcrnei',
dass diese Mundöffnung zwischen Wimperscheibe und
Peristom liege, und dass von hier aus der von ihm in
Rachen und Speiseröhre unterschiedene Nahrungsschlauch
in das Körperparenchym hineinhänge. Durch die Speise-
röhre sollten die Nahrungsballen in das Körperparen-
chym eingestossen und in den meisten Fällen die ver-
brauchten Nahrungsstoffe auf demselben Wege wieder
zurück befördert werden. Die genaueste Beschreibung
des Ernährnngsapparates der Vorticellen gab endlich
Lachmann^). Erfand, dass die Wimpern auf der vor-
deren Körperscheibc einen spiraligen Verlauf nähmen
und zwar, dass z, B. bei Carchesium polypinum diese
Wimperspirale rechts von der äusseren, vonEhrenberg
und Stein Mund genannten Nahi-ungsöffnung beginne,
sich dann über die letzteren weg nach links wende und
den Rand der kreisförmigen Scheibe umlaufe, um sich
zuletzt wieder in die Mundöffnung und in den Anfangs-
theil des Nahrungskanals hineinzusenken (vergl. Taf. VI.
Fig. 9). Im Grunde dieses Anfangstheiles liege (wie schon
1) Müller's Archiv Jahrg. 1856. S, 340.
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 195
Ehrenberg gefunden) der After, weshalb auch eigent-
lich hier erst der Mund beginnen könne. Der vor dieser
Stelle gelegene Anfangstheil, einschliesslich der Ehren-
berg'schen Mundöffnung, wird desshalb nach dem Vor-
schlage von Job. Müller als der Vorhof des Verdau-
ungsapparates, das Vestibulum, bezeichnet. Das Ve-
stibulum setze sich zunächst in eine kurze und dünnere
Röhre, den Oeso p hagus, fort und endige in einem etwas
weiteren spindelförmigeu Theile, der Pharynx be-
zeichnet wird, durch welchen die Nahrungstheile ballen-
weise direkt in das weiche Körperparenchym hineinfal-
len. Stein ^) hat später die L achma n n'schen Beobach-
tungen bestätigt und auch die für die einzelnen Theile
des Verdauungsapparates von demselben gewählten Be-
zeichnungen im Ganzen adoptirt nur mit der Aenderung,
dass er die beiden unterschiedenen Theile Oesophagus
und Pharynx unter dem Namen des letzteren zusammen-
fasst, da er den Lac hm an n'schen Pharynx weder durch
irgend eine Abgrenzung noch funktionell von der vor-
hergehenden, Oesophagus genannten Röhre zu unterschei-
den vermag. Beide stinmien darin überein, dass von dem
hinteren zugespitzten Ende des Pharynx eine weitere Ka-
nalfortsetzung des Nahrungsschlauches nicht stattfinde,
sondern dass sich in diesem die Nahrungsstoife ansam-
meln , um dann in das bogenförmig auseinander wei-
chende Körperparenchym einzusinken.
Ich muss zunächst bezüglich der Wimperspirale und
des Vestibulnm's bei Carciiesium polypinum und vielen
anderen, namentlich den kleineren Vorticellen-Artcn den
Beobachtungen L ach man n's und Stein's vollkommen
beistimmen (vgl. Tai'. VI. Fig. 9, durch welche der Ver-
lauf der W^imperspirale und das Verhalten derselben zum
Vestibulum u. s. w. bei Carchcsium polypinum dargestellt
ist). Bei den grösseren Epistylis- Arten findet sich aber
in sofern eine Abweichung, als hier die Spirale nicht auf
eine einzige Kreistour beschränkt bleibt, sondern deren
mehrere auf der Wimperscheibe beschreibt, bevor sie
1) Der Organismus der Infusionsthiere II. S. 84 ft'.
19G Greeff:
sich in das Yestibuluni hineinsenkt, worauf schon Lach-
m a ü n aufmerksam macht. Ein solcher mehrfacher Wim-
perkreis findet sich z. B. bei unserer Epistyh's fiavicans.
Bei dieser Vorticelle tritt ausserdem der Verdauungs-
apparat in so deutlicher und zum Theil eigenthümlicher
Anordnung hervor, dass wir wiederum an sie auch für
die vorliegende Frage anknüpfen wollen. Die vordere
Wimperscheibe trägt bei Epistylis flavicans vier Cilien-
kreise (Stein und Lach mann geben drei an), die an-
scheinend alle concentrisch um einander liegen. So leicht
es ist bei manchen Vorticellen-Artcn, bei Carchesiura po-
lypinum, bei Epistylis plicatilis und parasitica, bei Zoo-
thamnium alternans u. s. w. sich von dem spiraligea Ver-
lauf und der schliesslichen Einbiegung der Wimperreihe in
das Vestibulum zu überzeugen, so schwer ist beides bei E.
flavicans und zwar wohl zunächst aus dem Grunde, weil ein
sogenannter „StieP des Wimperorgans hier fehlt. An die
W^imperscheibe scheint sich vielmehr direkt das Peristom
als dünner, bei offener Glocke nach hinten umgeschlagener,
Saum anzuschliessen, ohne von der Scheibe, wie bei den
meisten anderen Vorticellen, durch jene tiefe Furche ge-
trennt zu sein, aus welcher sich erst nach innen das „mützen-
förmige" Wimperorgan erhebt. Die äussere Oeffnung
des Nahrungskanales liegt desshalb auch, so weit ich dies
bis jetzt habe sehen können, nicht bloss hinter der Wim-
perscheibe, sondern auch, abweichend von den übrigen
Vorticellen, hinter dem Peristom (Taf. VIII. Fig. 1 und
Taf. VII. Fig. 5 ff.). Von dieser Oeffnung (Taf. VIII.
Fig. 1 und 2 m ff.) aus läuft ein ziemlich weiter Kanal
direkt hinter der Wimperseheibc mit der Ebene derselben
parallel nach innen^ der dann eine knieartige Biegung
(Taf. VIII. Fig. 1, h) macht und, allmählich enger wer-
dend, wieder zur Mund- (Bauch-) Seite und dann nach
hinten läuft, indem er auf diesem Wege noch zwei oder
drei schwache Windungen beschreibt. Bis zur kniearti-
gon Biegung geht nach Lachmann der Anfangstheil
des Nahrungskanals, das sogenannte Vestibulum. Im
Grunde der Aushöhlung dieses Kniees liegt hinter einer
langen den ganzen Anfangstheil des Nahrungskanals
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticelleu. 197
durchlaufenden und durch die äussere OcfFnung hervor-
tretenden Borste (Tat". VIII. Fj>.2 ff.) der After (Fig. 2 h)
und liier soll desshalb auch nach Lach mann erst der
M und besrinncn.
Diese Bcstinimung der Mund- und Afteröffnung und
des Anfangstheils des Nahrungsschlauches als Vestibuluin
hat gewiss ihre Berechtigung, indessen würde es meiner
Meinung nach für die ganze Auffassung des Nahrungska-
nals einfacher sein, wenn man für die äussere Oeffnung
die Bezeichnung des Mundes beibehalten wollte. Dass
in diesen Anfangstheil des Nahrungskanals der After
mündet, und dass somit die äussere Oeffnung zu gleicher
Zeit zur Einführung der Nahrung und zur Ausführung
der verbrauchten Stoffe dient, kann uns doch wohl nicht
abhalten, dieselbe als Mundöffnung zu bezeichnen. Fin-
den wir doch bei allen Coelenteraten und bei manchen
Echinodermen und Würmern, bei welchen ein besonde-
rer nach aussen mündender After vermisst wird, durch-
aus ähnliche Verhältnisse. Müsste man z. B. den Nah-
rungsschlauch der Anthozoen nicht auch als Vestibulum
bezeichnen und an das hintere offene Ende desselben
die Mundöffnung verlegen, da auch die eigentliche Aus-
wurfsöffnung hier beginnt resp. in diesen Anfangstheil
des Nahrungskanals mündet. Giebt man ausserdem
durch Bezeichnung und Auffassung zu, dass dieses
Vestibulum als der Anfangstheil des Nahrungs-
kanals üu betrachten sei, so braucht man doch auch wohl
keinen Anstand zu nehmen, den Beginn dieses Anfangs-
theiles, d. h. die äussere Oeffnung desselben als Mund-
öffnung in Anspruch zu nehmen. Jedenfalls möchte
hierdurch die ganze Auffassung des Nahrungskanals, na-
mentlich ^uch die Beschreibung und Terminologie be-
trächtlich erleichtert und vereinfacht werden. DasLach-
mann'sche Vestibulum würde dann, wie das schon frü-
her geschehen ist, als Pharynx zu bezeichnen sein,
wozu uns noch eine besondere Einrichtung berechtigt, die
in dem kniehöhlenartigen Ende dieses Pharynx sich be-
findet. Man sieht nämlich deutlich, wie die durch den
Wimpcrstrora in den Mund getriebenen Nahrungstheile
198 Greeff:
zunächst bis hierher gelangen und dann entweder wieder
zurück und durch den Mund nach aussen oder in den
folgenden Abschnitt des Nahrungskanales weiter beför-
dert werden. Hierzu dienen bei Epistylis flavicans zwei
klappen artige Scheidewände (Taf. VIII. Fig. 2 k
undk'), die in der hinteren Höhlung des Schlundes, dem
eigentlichen Schlundkopfe, sich befinden, und die durch
die entsprechende Wiraperung unterstützt , den beiden
entgegengehenden Strömungen die Richtung bestimmen.
Von dem Schlünde oder, wenn man will, dem Ve-
stibulum, setzt sich nun, wie bereits oben gesagt, der
Verdauungskanal, eine Umbiegung machend und nach
hinten und zur Bauchseite zurücklaufend, in einen eben-
falls noch eigenwandigen allmählich enger werdenden
Schlauch fort, der dann schliesslich nach den bisherigen
Beobachtungen in einen vorne etwas erweiterten, hinten
zugespitzten Theii übergehen und hier endigen soll. In
diesem Endtheil sollßn die durch den Wimperstrom in
den Verdauungsapparat eingetriebenen Nahrungsstoffe zu
einem Ballen angesammelt und dann direkt in das Kör-
perparenchym eingestossen werden. Diesen Theil des
Verdauungsapparates vom x^usgang des Vestibulum resp.
von der inneren Mundöffnung bis zu dem spindelförmi-
gen Endtheil hatte Lac hma n n als Oesophagus und den
Endtheil desselben selbst erst als Pharynx bezeichnet,
während Stein den ganzen Theil, vom Vestibulum an,
also den L ac hm an n'schon Oesophagus und Pharynx zu-
sammen Pharynx nennt. Nach den obigen Auseinanderset-
zungen aber bezüglich der Zweckmässigkeit der Bezie-
hung „Vestibulum" für den Anfangstheil, müsste nun
natürlich, falls man diesen letzteren Pharynx nennen
wollte, der oben beschriebene Endtheil als Speiseröhre
zu betrachten sein.
Doch dem sei wie ihm wolle, da es sich dabei nur
um eine mehr oder minder zweckmässige Auffassung und
Terminologie als um thatsächlichc Beobachtung handelt,
darin stimmen die Resultate der bisherigen Untersuchun-
gen aber alle überein, dass hinter jener spindelförmigen
Anschwellung des Pharynx oder der Speiseröhre keine
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 199
Spur von besonderen Naiirungs wegen mehr vorbanden
ist, sondern dass der Vcrdauungskanal bicr sein vollstän-
diges Ende erreicbt.
Indessen trotz der sorgfältigen, diesen Punkt betref-
fenden Untersucbungen Lachniann's und Stein's nniss
icb dennoeb auf Grand meiner eigenen Beobachtungen
behaupten, dass wenigstens bei Epistylus flavicans dieser
vermeintliche Endtheil sich in der That noch eine ziem-
lich weite Strecke als geschlossener eigenwandigcr Kanal
in die Leibesböhle fortsetzt.
Man kann sich hiervon auf zweifachem Wege über-
zeugen, einmal durch die direkte Beobachtung des frag-
lichen Kanals innerhalb der Leibeshöhle, ja sogar Isoli-
rung desselben, und dann dadurch, dass man die Thiere
einer Farbstofffütterung aussetzt, um den ^A'eg zu verfol-
gen, den die Farbstoff- , resp. Nahrungstheile nehmen.
Betreten wir zunächst den ersten als den direkten und
sichersten Weg und benutzen wir den zweiten bereits so
vielfach versuchten und leicht zu Täuschungen führen-
den blovss zur Vervollständigung des ersteren.
Hat man eine Kolonie von Epistylis flavicans eine
Zeit lang in klarem Wasser isolirt gehalten, so werden,
wie bereits oben angeführt, die in der Leibeshcihle circu-
lirenden Nahrungsballen nach und nach alle durch den
After ausgeworfen. Dadurch werden die sonst gelb und
gelbbraun gefärbten Thiere heller und durchsichtiger und
gestatten einen besseren Einblick in den inneren Leibes-
raum. Betrachtet man nun,.eine so vorbereitete Vorticelle
unter vorsichtiger Coraprcssion und in der geeigneten
Lage, so sieht man zunächst klar den Verlauf des ganzen
oben beschriebenen Verdauungsapparates von der Mund-
öffnung (Taf. VIII. Fig. 1 u. 2 m) durch das Vestibulum
(Pharynx) und die Speiseröhre (Fig. 1, 2, o) hindurch
bis zu dem spindelförmigen Endtheil (v) und zu gleicher
Zeit, dass dieser ganze Weg mit, wenn auch verbal t-
nissmässig wenigen aber lebhaft schlagenden Wimpern
besetzt ist. Das Ende dieses Kanals, die mehrfach er-
wähnte spindelförmige Anschwellung, ist nun aber bei
Epistylis flavicans nicht, wie dies von Lach mann und
200 Greeff:
Stein dargestellt ist iinrl wie es bei den meisten übri-
gen Vorticellen auch der Fall zu sein scheint, die ein-
fache Fortsetzuno^ des vorher;L,^ehenden Kanals (Speise-
röhre), sondern präsentirt sich als ein von letzterem
deutlich abgesetzter bauchiger Trichter (Taf.
VIII. Fig. 1 u. 2 v), der das Ende des in ihn einmün-
denden Kanals umfasst, und dessen nach hinten gerich-
tete Spitze, wie man unter günstigen Umständen aufs
deutlichste sehen kann, in einen feinen Kanal über-
geht (Fig. 1 u. 2d), der im Grunde der Körperhöhle
einen weiten Bogen beschreibt, und auf der vom Trich-
ter entgegengesetzten Seite, ungefähr in der Hohe seines
Anfangs plötzlich abbricht, d. h. offen in die Leibeshöhlc
mündet. Der ganze Kanal von der Spitze des Trichters
bis zu seinem Ausgange ist, wenn er nicht durch Nali-
rungsstoffe oder Wasser erweitert, mehr oder minder
coUabirt, und erscheint desshalb in diesem Zustande
als eine helle bogenförmige Linie oder feiner Streifen.
Zuweilen gelingt es nun , indem man vorsichtig und
allmählich den Körper bis zum Zerdrücken comprimirt
und dabei die helle Bogenlinie unverrückt im Auge
behält, dass man dieselbe in dem ganz aus seiner na-
türlichen Lage gebrachten und ausströmenden Inhalte
noch erkennen und eine Strecke verfolgen kann. Diese
Erscheinung , die also gewissermassen einer Isolirung
des betreffenden Theiles gleichkommt, ist aber, wie ich
glaube, entscheidend, da sich dieselbe nur durch das Vor-
handensein eines w'irklichen Kanales ei^klären lässt.
Nach dieser direkten Beobachtung, die allerdings
oft mit grossen Schwierigkeiten und durch das häufige
Misslingen mit manchem durch die steten Wiederholun-
gen bedingtem Zeitverlust verbunden sein kann, wird
man nun durch eine mit unseren Thierchen vorgenom-
mene Carmlnfütterung das so gewonnene Bild auf das
schönste bestätigen und vervollständigen können, zu glei-
cher Zeit aber auch neuen Schwierigkeiten für die Auf-
fassung gegenüber stehen.
Man sieht wiederum zunächst, wie die Carminpar-
tikelchen durch die Cüienkreise der Wimperscheibe nach
Untersufchungen über die Naturgeschichte derVorticellen. 201
der am Pcristomrandc gelegenen äusseren Oeffnung des
Verdnuungsk.'inalcs f Mundöffnung) hingctricben (Taf.VllI.
Fig. 1 m) und hier zum grösstcn Tlieii wieder in einem
Strudel nach der entgegengesetzten Seite zurückgeschleu-
dert werden, während nur ein verhältnissmässig geringer
Theil in das Vcstibulum (Pharynx) hinein gelangt. Aber
auch von diesen werden die meisten Partikelchen aus
dem tief ausgehöhlten (jirunde des Vestibulum wiederum
ausgeworfen, wobei die oben beschriebenen klappenarti-
gen Scheidewände in der Vestibulum (Pharynx-) Höhle
die beiden entgegengesetzten Strömungen leiten (vergl.
Taf. VIII. Fig. 2, bei welcher die Pfeile die verschiede-
nen durch die Scheidewände k u. k' und die Wimperung
bedingten Stromesrichtungcn bezeichnen).
Diejenigen Farbstofipartikelchen^ die das Vestibu-
lum ungehindert passirt haben, werden nun in der Regel
durch den folgenden Kanal (Fig. 1, 2 o) mittelst der in
demselben lebhaft schlagenden Wimpern rasch hindurch
befördert, fallen in den Trichter (v) und machen hier
Halt, bis dieser Behälter allmählich vollständig mit Farb-
stoff erfüllt ist. Zu gleicher Zeit aber wird natürlich
auch Wasser durch den Nahrungsschlauch mit eingeführt,
so dass der Farbstoffballen von einer hyalinen Blase um-
geben scheint. Ist die Höhle des Trichters mehr oder
minder prall ausgefüllt, so öffnet sich, bald früher, bald
später, zuweilen schon wenn nur erst eine geringe Menge
von Farbstoff angesammelt ist und dann vielleicht durch
den Druck des Wassers, die nach hinten gerichtete Spitze,
und nun gleitet der gesammte Inhalt in Form eines
lang ausgezogenen spindelförmigen Bissens zunächst nach
hinten bis auf den Grund der Körperhöhle (Taf. VIII.
Fig. 1 b, b), um sich dann wieder in einem Bogen nach
vorn zu M'cnden, ungefähr bis zur Höhe seines Ausgangs-
punktes. Hier angekommen sieht man an dem vorderen
zugespitzten Ende des Farbstoffkörperchens plötzlich ein
Knöpfchen entstehen (Fig. l,b') und gleich darauf schiebt
sich der ganze Bissen zu einem kugeligen Ballen zusam-
men. Während des ganzen Verlaufes kann man vor- und
rück*wärts das Lumen des sich vorne öffnenden und hinten
202 G reo ff:
wieder schliessenden Kanales sehr deutlich verfolgen. Sehr
bcmerkenswerth für den ganzen Vorgang ist ausserdem,
dass die Geschwindigkeit, mit der die spindelförmigen Farb-
stoffkörperchen die beschriebene Bahn durchglcitcn, eine
von der Bewegung des rotircnden Nahrungsbreies durchaus
verscliicdenc, d. h. weit grössere und eine durchaus
gleichmässige ist, und dass diese Geschwindigkeit plötz-
lich und zwar in dem Moment aufhört, wo der Bissen in
der oben beschriebenen Weise zu einem kugeligen Ballen
sich zusammenschiebt. Die Farbstoffkugel liegt nun au-
genscheinlich in dem Nahrungsbrei der Körperhöhle ein-
gebettet, anfangs noch von einer hyalinen Cyste (Wasser)
umgeben und wird nun mit diesem Nahrungsbrei lang-
sam fortgetrieben.
Der Form- und Bcwcgungswcchsel der Farbstoff-
körperchen ist ein so auffallender und plötzlicher, dass
er wohl nicht anders erklärt werden kann als durch die
Anwesenheit eines von der Spitze des Trichters ausge-
henden bogenförmigen Kanales. Charakteristisch ist
namentlich hierfür der Augenblick, wo der langgestreckte
zugespitzte schnell fortgleitcndc Bissen plötzlich anh.iilt,
mit einem Knöpfchen aus dem engen Kanal hervortritt,
nm dann .augenscheinlich sofort aus demselben heraus und
in die Leibeshöhle zu fallen. Es ist wohl nicht denkbar,
dass die beschriebenen Erscheinungen auch dadurch her-
vorgerufen werden könnten, dass die Farbstoffballcn von
dem Trichter aus direkt ohne Kanalvermittlung in den
Nahrungsbrei der Körperhöhle cingestossen würden, zu-
mal oft ein Bissen nach dem anderen ganz denselben
Bogen und in derselben zusammengedrückten Spindel-
form durchläuft, oft sogar den ganzen Weg mit aneinan-
der gereihten Carmintheilchen besetzt, so dass derselbe
nun wie eine rothe Bogenlinie aus dem Inneren hervor-
leuchtet. So bleiben die Farbstofftheilchen oft lange in-
nerhalb des Kanals, den Verlauf desselben markirend,
während rund um die rotircnde Bewegung des Nah-
rungsbrei anhält. Es ist einleuchtend, dass, wären diese
Farbstofftheilchen einfach von dem Trichter in diesen
Nahrungsbrei hineingefallen, sie von der Strömung des
Untereuchungun über die Naturgeschichte der Vorticellen. 20l>
letztern, namentlich die kleinen Carminkörnchcn, mit foit-
gczogen worden miissten und keinenfalls in einer Bo-
genlinie continuirlich aneinander gereiht Halt machen
könnten.
Genug, hat man die oben vorgeführten Bilder vor
Augen gehabt, sowohl bei der direkten Beobachtung als
bei Carminfütterung, so kann mau wohl kaum noch da-
ran zweifeln, dass in der That ein von der Spitze dos
Trichters in einem Bogen im Grunde der K(irperhöhle
verlaufender und dann oflFcn in dieselbe mündender Ka-
nal existirt.
Nun dürfen wir aber nicht übersehen, dass neben
diesen deutlichen und sprechenden Erscheinungen auch
solche zur Beobachtung kommen, die wieder geeignet
sind Bedenken gegen die Existenz eines besonderen Ka-
nals zu erregen und die auch Lachmann und Stein
veranlasst haben einen solchen in Abrede zu stellen.
Hierzu gehört zunächst die Thatsache, dass die Curven,
welche die vom Trichter ausgehenden Carminballen resp.
die Nahrungsstolfe beschreiben nicht immer dieselben,
sondern zuweilen weiter, zuweilen enger sind. Das ist
nun aber meiner Meinung nach auf folgende Weise zu
erklären: der ganze Nahrungsschlauch, von der äusse-
ren hinter der VVimperscheibo gelegenen Mundöffnung
bis zu dem Trichter hat eine dem Wechsel nicht unter-
worfene bestimmte Form und Lage. Er liegt, wie bereits
früher bemerkt wurde, innerhalb der verhältnissmässig
festen, die Körperhöhle umschliessenden oder sie bilden-
den Rinde n schi c h t und wird durch diese in seiner
Ijage festgehalten. Der vom Trichter ausgehende feine
bogenförmige Schlauch aber ist nicht mehr durch
die Rindenschicht befestigt, sondern hängt
frei in die Leibeshöhle hinein und kann daher
durch die Bewegungen des ihn umkreisenden Nahrungs-
breies hin und wieder eine Lageveränderung erleiden.
Ausserdem ist leicht einzusehen, dass auch durch die
hindurchglcitenden Stoffe selbst der lose aufgehängte
Schlauch je nach der Stärke des Bissens u. s. w. bald mehr
bald weniger gekrümmt werden kann. Zudem ist zu be-
204 Greeff:
achten, daös unter diesen Umständen sehr leicht Täuschun-
gen entstehen können, indem man glaubt eine Curvenvcr-
änderung wahrzunehmen, während doch nur, entweder
durch Drehungen des Thieres selbst oder durch Vor-
schiebung des Schlauches, die Richtung des Bogens eine
andere geworden ist, namentlich dadurch, dnss also jetzt
das freie Ende des Schlauches zur Seite gekrümmt und
beim uächstenmale mehr oder minder dem Beobachter
zugekehrt ist. Hierdurch erklärt sich auch, dass, wenn
oine Vorti Celle hinreichend eomprimirt ist, die Curvcn
gewölinlich am regelmässigsten ausfallen, da eben durch
die Compression des Körpers die Bewegungen und I.a-
gevcränderungeu des Schlauches beschränkt werden.
Ein anderer Einwand gegen die Anwesenheit eines
sclbstständigen Kanals ist der, dass der vom Trichter ein-
gestosscnc Bissen nicht immer eine gleich lange Bahn
durchlaufe, sondern bald näher bald von seinem Aus-
gangspunkte entfernter hervortrete. Indessen mag auch
diese Erscheinung in vielen Fällen durch die oben er-
wähnten Lageveränderungen des beweglichen Schlauches
hervorgerufen sein. Andererseits scheint der zarte Schlauch
unter gewissen Umständen, insbesondere wenn die Lei-
beshöhle von den festen Bestandtheilen zum grössten
Theil entleert und mit mehr oder minder flüssigem In-
halte erfüllt ist, also bei vermindertem Druck, eine grosse
Ausdehnbarkeit zu besitzen, wodurch die durchgleitenden
Bissen sich dann früher als sonst zusammenballen und
verbreitern können. Namentlich gilt dies vom Wasser,
das in dem Trichter sich angesammelt und in den bo-
genförmigen Sehlauch übergeführt, hier den letzteren
durch Bildung eines grossen Tropfens ausdehnt, der
erst allmählich durch Mischung mit dem Nahrungsbrei
verschwindet.
Die oben angeführten Beobachtungen gelten, wie
schon früher bemerkt, zunächst Epistylis flavicans. Bei
den übrigen Vorticellen habe ich den fraglichen Kanal
nicht mit derselben Sicherheit constatiren können, ob-
gleich ich auch bei manchen anderen durch direkte Beob-
achtung die feine linienförmige Fortsetzung der Spitze
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen- 205
des Trichters in die Leibeshohle hinein habe feststellen
können. Möf^lich aber, dass bei anderen Vorticellen die-
ser Schlauch kürzer ist, als bei Epistylis flavicans oder,
vielleicht auch zeitweise, z. B. nach vorhergegangener
Theilung, ganz fehlen kann, worüber noch weitere Beob-
achtungen entscheiden mögen. Auch findet sich darin
eine Abweicliung der in Rede stehenden Epistylis von
den verwandten Formen, als bei jener der bauchige birn-
förniige Trichter stets deutlich von dem vorhergehen-
den Oesophagus abgesetzt zu sein scheint, und somit
als besonderer Thcil anzusehen ist. In Rücksicht hierauf
könnte man vielleicht in diesem Trichter den ersten Ver-
such einer eigen wandigen Magenbildung und in dem da-
von ausgehenden bogenförmigen Kanal einen ebenfalls
noch sehr primitiven Darmkanal erblicken.
Der contra etile Behälter der Vorticellen.
Bei manchen Vorticellen, namentlich bei Ep. flavi-
cans, Carchesium polyplnum u. a. habe ich das von Stein
manchen anderen Infusorien zugeschriebene ') rose tten-
förmige Kanalsystem beobachten können, aber in
der Regel erst recht deutlich, wenn die Contractionen
durch Druck u. s. w. verlangsamt waren. Bei Beginn
der Systole erscheinen, ganz v/ie es Stein beschreibt,
rund um den Rand des Behälters perlavtige Blasen, die
beim Kleinerwerden des mittleren Behälters eine roset-
tenförmige Gruppirung annehmen, in der die einzelnen
Blasen indessen in der Regel nicht alle von gleicher
Grösse sind und die bei der Diastole wieder in eine
einzige Blase zusammenfliessen. Zuweilen habe ich ge-
glaubt eine Communikation des contractilen Behälters
mit dem Anfangstheil des Nahrungsschlauches (Vestibu-
lum), In dessen Nähe derselbe stets liegt, zu beobachten,
indessen habe ich hierüber keine Sicherheit erlangen
können. Der contractile Behälter der Vorticellen liegt
stets innerhalb der Rindenschicht des Körpers, ziemlich
1) Der Organismus der Infusiousthiere I. S. 88.
206 Greeff:
dicht unterhalb der äusseren Cuticula, und hat hier seine
bestimmte Lage, die durch die Strömungen des Leibes-
iuhaltes im Allgemeinen unberührt bleibt, wiederum ein
Zeichen, dass die Rindenschicht ein festes Parenchym
bildet, das nicht an der Rotationsströmung betheiligt ist,
da sonst auch die contractile Blase, so wie die übrigen
bereits früher bezüglich dieses Punktes hervorgehobenen
Organe (Nucleus, Nahrungschlauch u. s. w.) ihre Lage
stets mit verändern müssten.
Bei Carchesium polypinum findet sich ein, so viel
ich weiss, bisher nicht beschriebenes sehr eigenthümli-
ches Orgjin, das hier vorläufig seine Stelle finden mag,
weil es stets an dem contractilen Behälter anliegt. Es
ist ein ebenfalls, wie dieser, blasenartiger aber nicht con-
tractiler Raum, der an seinem ganzen Umfange mit fei-
nen, kurzen und geraden Stäbchen, die, wie es scheint, in
tangentialer Richtung zur Oberfläche liegen, bedeckt ist
(Taf. VL Fig. 4, x). Die Stäbchen sind indessen bloss
im frischen Zustande, d. h. beim lebenden Thiere zu be-
obachten. Ist die Vorticelle abgestorben oder zu stark
comprimirt, so werden sie undeutlich oder verschwin-
den o-anz. Zuweilen habe ich sie auch bei unversehrten
Lidividuen verraisst, während das fragliche Organ selbst
niemals fehlt. Der Innenraum scheint eine hyaline Flüs-
sigkeit zu enthalten, die denselben aber nicht immer
prall ausfüllt, so dass auf der Oberfläche häufig Einbuch-
tungen und Fortsätze u. s. w. entstehen (Taf. VI. Fig. 9, r).
Bald glaubte ich eine Beziehung zum contractilen Behäl-
ter, bald, wie bei diesem, eine Verbindung mit dem An-
fangstheile des Nahrnngsschlauches, d. h. eine OefFnung
in denselben zu erkennen, ohne indessen hierüber wie
überhaupt über die Bedeutung des ganzen Gebildes
sichere Anhaltspunkte zu gewinnen.
Fortpflanzung und E n t w i c k e 1 u n g der
Vo r t i Celle n.
Die ungeschlechtliche Vermehrung der Vorticellen
durch Theilung ist eine der ältesten derartigen Beobach-
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 207
tnngen an Infusorien und niederen Thieren überhaupt
und ist unzählige Male bestätigt worden. Sie tritt bei
allen Vorticellen (wenn man die durch diagonale Thei-
lung (Stein) sich vermehrende, zu den 0})brydinen ge-
hörige, Gattung Lagenophrys ausnimmt) als Längsthei-
lung und zwar als Halbirung in zwei mehr oder minder
vollkommen gleiche Hälften auf. Die Theilung wird stets
dadurch eingeleitet, dass die Vorticelle das Wimperorgan
nach innen einzieht und das Pcristom fest über das Er-
sterc zusammenzieht, und in diesem contrahirten kugeligen
Zustande einige Zeit verharrt, wobei die contractilstieligen
sieb wiederholt zurückächnellen. Bald darauf sieht man
dieKugclform von vorn nach hinten sich abflachen, während
die Seitentheile an Ausdehnung gewinnen (Taf.IV. Fig. 1),
Zu gleicher Zeit legt sich der strangförmige Nucleus, wahr-
scheinlich zunächst dadurch, dass der ganze Körper nach
rechts Tind links ausgezogen wird, in die Quere und ebenso
wird der contractile Behälter der mittleren Längsachse
zugodrängt (Taf. IV. Fig. 2 u. 8). Nun beginnt die Ab-
scbnürung. Zuerst sieht man eine schwache Vertiefung
auf der Mitte der vorderen Körpei fläche auftreten (TaflV
Fig. 1), der bald eine Einkerbung an der hinteren am
Stiel befestigten Basis des Körpers folgt. Beide die
beiden Längspole einnebmenden Einschnürungen schreiten
auf einander zu, so dass bald der ganze Körper von
einer mittleren Längs-Ringfurche umzogen ist, die zu-
nächst die Oberfläche in zwei gleiche seitliche Hälften
theilt (Taf. IV. Fig. 2 u. 8). Diese Ringfurche schneidet
immer tiefer ein, während das Zurückschnellen vermit-
telst des Stielmuskels häufiger wiederholt wird, wodurch
die Contractionen und der ganze Abschnürungsprocess
off"enbar befördert wird. Nucleus, contractiler Behälter,
Wimperorgan und PeristOfn werden in den Theilungsakt
mit hineingezogen und scbliesslich, wenn die beiden
Hälften vollständig getrennt sind und nur noch mit ihrer
Basis am Stiele zusammenhängen, hat jeder Theilungs-
sprüssling fast vollständig die Organisation des Mutter-
thieres und differirt auch nicht viel in der Grösse von
demselben. Wie sich aber der Nahrungsschlauch zum
208 Greeff:
Theilungs.akt verliält, ist, bei der fortwährenden starken
Contraction des Körpers, schwer zu erkennen, jedenfalls
erhält jede Hälfte den einen oder anderen Abschnitt
desselben zuertheilt, um dann das Fehlende durch Neu-
bildung' zu ersetzen. Bei den nicht stockbildenden Glok-
kenthierchen bleibt bekanntlich nur der eine Theilungs-
sprössling auf dem Mutterstiele oder in dem Mutterge-
häuse, der andere löst sich vollständig, nachdem er vor-
her den sogenannten hinteren Wimperkranz gebildet hat
(siehe vorj. Jahrg. S. 367), der damit beginnt, dass am
hinteren Körperende, da wo die konische Basis in den
bauchigen Glockentheil übergeht, eine qucrlaufende Ring-
furche auftritt, die dann in eine wulstarige Leiste über-
geht. Auf dieser Leiste entwickelt sich der Cilienkranz
(Taf. IV. Fig. 16 ff.).
Ausser der Zweitheilung ist und ebenfalls seit lan-
ger Zeit, nämlich schon im vorigen Jahrhundert durch
Spallanzani u. A. eine zweite Art der ungeschlecht-
lichen Vermehrung bei den Vorticellen beschrieben wor-
den, nämlich eine Knospenbildung, wodurch ein yerhält-
nissmässig kleiner Theil des mütterlichen Körpers an den
Seitenwandungen in Form einer Knospe hervorgetrieben
und allmählich als neuer Sprössling abgeschnürt werden
sollte. Es ist das Verdienst S t e iu's, den sehr interes-
santen Nachweis geliefert zu haben, dass diese am Voi'-
ticellenkörper beobachteten knospenförmigen Bildungen in
Wahrheit keine Knospen, d. h. nicht Produkte
ihres Trägers sind, sondern kleinere, meist durch
einigemal hinter einander fortgesetzte Längstheilung an-
derer Lidividuen entstandene Theilungssprösslinge, die von
aussen an die grösseren Individuen heransciiwimmen, um
sich an ihre Seitenwandungen anzusetzen, sich mit ihnen
zu verbinden und so einen „Conjugationsakt'^ zu vollziehen.
Stein hat diesen höchst merkwürdigen Piozoss, der durch
eine Reihe sorgfältiger Untersuchungen verfolgt worden
ist, die kn o spen form ige Conjugation genannt.
Es würde uns über das Ziel dieser kleinen Ab-
handlung hinausführen, wollten wir auch nur auszugs-
weise die mit minutiöser Ausführlichkeit behandelten,
Untersuchungen über die Naturgeschichte derVorticellen. 209
leider aber der das Verständniss erleichternden Abbildungen
noch voll.stiindig- entbohi-emlcn Boohachtnngsreihca S t e I n's
über die knospenförraigc Conjugation und über die Fort-
pflanzung der Vorticellen überhaupt, verfolgen. Ich will
mich de.sshalb vor der Hand darauf beschränken, meine
eigenen Beobachtungen im Vergleich mit denen 8tein's
kurz raitzutheilen in der Hoffnung später, an das Vor-
liegende anknüpfend, Weiteres bieten zu können, da so-
wohl bezüglich der Vorticellen wie der Infusorien über-
haupt noch manches Dunkel zu lichten ist, wenigstens
bei Weitem nicht die Klarheit vorliegt, die Stein als be-
reits darin erreicht glaubt. Erst durch möglichst vielseitige
unbefangene Beobachtungen soMohl der Infusorien wie
<ler übrigen Abtheilungen der Protozoen, ohne aus jeder
Einzelnen alsbald weitgreifende allgemeine Schlüsse zu
ziehen, die die Erkenutniss oft mehr verzögern als fördern,
möchte es möglich sein, das wirklich in den Kreis der
Fortpflanzung Gehörige von anderen Erscheinungen zu
sondern und zusammenzufassen, um so mit der Zeit feste
Gesichtspunkte zu gewinnen.
Zunächst habe ich die wichtige Beobachtung St e iu's,
dass die knospenförmigen Anhänge der Vorticellen keine
Produkte ihrer Träger, d. h. keine wirklichen Knospen
derselben sind, sondern von aussen eingedrungene klei-
nere Individuen, die sich mit ihnen vereinigt haben, und
dass demnach überhaupt bei den Vorticellen gar keine
Vermehrung durch Knospung oder Sprossung vorzukom-
men scheint, aufs mannigfachste bestätigen können.
Die ersten hierauf bezüglichen Beobachtungen wur-
den bereits vor mehreren Jahren bei einem Aufenthalt
an der Nordsee (Ostende) an einer dort sehr häufigen,
meist an Algen sitzenden marinen Form gemacht. Es
fiel mir bei dieser Vorticelle alsbald das verhältnissmässig
sehr häufige Vorkommen von knospenförmigen Gebil-
den an den Seitenwandungen der einzelnen Thiere auf,
während dieselben sonst im Ganzen nur selten zur Beob-
achtung kommen. Ich habe nun bei der erwähnten Vor-
ticelle, die von der E h r e nb er g'schen marinen bei Wis-
mar in der Ostsee gefundenen Vorticella patellina in
Archiv f. Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 14
210 Greeff:
ihrem ganzen Habitus abweicht, und dessbalb wohl eine
besondere Art sein mag', den ganzen Prozess der soge-
nannten knospenförniigcn Conjugation, Schritt vor Schritt,
wie ich ihn auf Taf. V. Fig. 1—7 dargestellt habe, verfol-
gen können. Bei Fig. 1 ist von aussen ein kleines mit
dem hinteren Wimperkranz versehenes Individuum an
ein grösseres herangeschwommen. Das Wimperorgan ist
eingezogen und die konische Basis senkrecht gegen die
Öeitenwandungen gerichtet. So sieht man das Kleinere
an der Oberfläche des Grösseren vermittelst der beständig
wellenförmig sich bewegenden Cilien umherkriechen, bald
auf- und abtänzelnd, bald dieselbe umkreisend, schein-
bar überall tastend und suchend. Trotz des nun in der
Regel, sehr häufig nacheinander erfolgenden Zurück-
schnellens des Grösseren, als ob dasselbe sich den Rei-
zungen des Eindringlings entziehen wollte, behauptet der
Letztere hartnäckig den einmal gewählten Boden. Selbst
wenn er hin und wieder durch plötzliches und heftiges
Zurückschnellen eine Strecke fortgeschleudert wird, taucht
er im nächsten Augenblicke wieder hervor, stets an das-
selbe Thier wieder heran schwimmend, um seine Angriffe
zu erneuern. Nach einiger Zeit bemerkt man wie die
vorher spitz hervorgestreckte konische Basis der kleine-
ren Vorticelle eingezogen wird, so dass eine hintere Grube
entsteht, die dann häufig noch so tief einsinkt, dass der
hintere Wimperkranz mit hineinzezogen wird oder den
Rand der Grube umsäumt. Diese Grube dient als Saug-
scheibe, mit der sich nun das Thierchen an die Seiten-
wandungen des andern ansetzt, wozu meistens eine Stelle
am hinteren Körpertheil, ungefähr dem Grunde der Kör-
perhöhle entsprechend, ausgewählt wird (Taf. V. Fig. 2).
Nach einiger Zeit sitzt die kleine Vorticelle der grösse-
ren fest an, so dass man nun, wenn man den Hergang
nicht verfolgt hat, eine Knospenbildung zu sehen glaubt.
Bei genauerer Betrachtung, namentlich unter Hülfe vor-
sichtiger Compression, macht man nun weiterhin die inte-
ressante Beobachtung, dass die anfangs zur Bildung der
Sauggrube eingezogene konische Basis wieder hervor-
gestreckt wird und als Organ zur Anbohrung der un-
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 211
tcriicgenden Seitenwandung der grösseren Vorticelle
dient (Taf. V. Fig. 3). Der dadurch gebildete konische
Fortsatz bohrt sich allmählich immer tiefer ein, und das
ist die Einleitung zur vollständigen Verschmelzung der
1)eidcn Individuen. Die Zwischenwände werden resorbirt
und bald ist eine ungehinderte Communikation zwischen
der beiderseitigen Leibeshöhle. Der bei diesem Prozess
ausgeübte Druck ist ein so starker, dass man häufig rund
tim an dem Verblnduugsrande helle perlartige Paren-
chymtropfen hervortreten sieht (Fig. 4). Das knospenför-
mige Gebilde schrumpft nun immer mehr zusammen, in-
dem sein Inhalt von der grossen Vorticelle gewissermas-
sen aufgesogen wird, so dass schliesslich nur noch ein
an den Seitenwandungen befindlicher Höcker mit einer
äusseren kleinen Oefl'nung vorhanden ist, dessen Contu-
ren direkt in die seines Trägers übergehen und an dem
man die Vorticellenforrn und Organisation nicht mehr
erkennen kann. Auf diese Weise geht mit der Zeit der
gesamrate Inhalt der kleinen Vorticelle in die grössere
über und schliesslich ragt nur nocli ein mehr oder we-
niger dünner Zapfen aus der Wand des letzteren hervor,
offenbar die zusammengeschrumpfte inhaltleere Haut des
vormaligen knospenförraigen Individuums (Fig. 6, k). Die-
ser Zapfen ist in der Regel rundum anscheinend mit
feinen Härchen oder Borsten besetzt, die indessen wohl
nur Ausdruck der vielfachen Faltungen der ursprüng-
lich geringelten Körperhnut sind. Zuletzt wird auch
der Zapfen abgeschnürt und hängt oft nur noch durch
einen dünnen zähen Verbindungsfaden mit seinem Trä-
ger zusammen (Fig. 7, k) , bis auch dieser durch ein
plötzliches Zurückschnellen der Vorticelle reisst und der
Zapfen fortgeschleudert wird, wodurch der Verschmel-
zungsprozess der beiden Individuen vollständig been-
det ist.
Ich muss ausdrücklieh bemerken, dass ich trotz viel-
fachen Suchens bei dieser marinen Vorticelle niemals
die sogenannten, durcii schnell fortgesetzte Theilung ent-
standenen, Rosetten von Theilungssprössüngen bemerkt
habe, sondern immer nur Zweitheilungen, aber diese merk-
212 Greeff:
würdiger Weise neben der knospenförmi'gen Verschrael-
zung ungemein häufig. Es ist daher nicht anzuneh-
men, dass die kleineren Individuen, die indessen zu-
weilen der Grösse der anderen zur Verbindung erwähl-
ten nur wenig nachstanden , aus der einfachen Zwei-
theilung ohne Rosettenbildung hervorgegangen waren.
Ebenso habe ich die von Stein beschriebene Wirkung
auf den Nucleus an dieser Form nicht beobachtet, son-
dern mich auf die oben geschilderten äusseren Erschei-
nungen des Verbindungsaktes beschränkt.
Indessen wurde mir an den Süsswasser-Vorticellen,
hauptsächlich aus dem Poppelsdorfer Schlossweiher bei
Bonn, reichlich Gelegenheit geboten, sowohl die Roset-
tenbildung der Theilungssprösslinge als auch die inneren
aus der knospenförmigen Verschmelzung hervorgehenden
Vorgänge zu beobachten. Zunächst war es wieder ein
zur Gattung Vorticella (Vorticella campanula?) gehöriges
Thierchen aus dem Rhein bei Bonn, ausgezeichnet durch
einen verhältnissmässig grossen Körper und ungemein
langen Stiel (Taf.V. Fig. 8), bei dem ich mehrfache knos-
penförmige Verbindungen fand. Bei der in Fig. 8 dar-
gestellten war bereits eine offene Verbindung der bei-
den Leibeshöhlen und eine äussere vollständige Verwach-
sung eingetreten. Die Leibeshöhle der kleineren Vorti-
celle (k) war erfüllt mit ovalen, scharf conturirten, dun-
kelglänzenden Körperchen, die in lebhaft tänzelnder
Bewegung das Innere durchzogen und auch mehrfach
in die grössere Vorticelle übertraten. Einen Nucleus
konnte ich nicht mehr in dem knospenförmigen Anhang
bemerken. Die Leibeshöhle des anderen Individuums in-
dessen v/ar mit verhältnissmässig grossen, ebenfalls ovalen
und scharf umschriebenen Körpern erfüllt, die auffallend
an hartschalige Eier erinnerten. Auch hier konnte ich
nichts vom Nucleus mehr bemerken. Es liegt also nahe
in Uebereinstimmung mit den Beobachtungen Stein's,
die beiden verschiedenen Körper in dem knospenförmi-
gen Individuum und dessen Träger als aus dem Zerfall
des Nucleus in Folge der „knospenförmigen Conjugation'^
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Voi'ticcllcn. 213
entstanden anzunehmen. Eijic weitere Entwicklung die-
ser Körper habe ich indessen nicht beobachten können,
da später erlangtes Material derselben Vorticelle wiedeium
keine öpur von knospenförmigcn Verbindungen zeigte.
Die merkwürdigen Rosetten und die sich davon
lösenden knospenförmigcn, die grösseren Vorticellen zar
Verbindung angehenden Individuen habe ich zunächst
mehrmals bei Epistylis flavicans beobachtet. Die Rosetten
fanden sich in Gruppen von 4 — 8 Individuen und oft sieht
man zu gleicher Zeit mehrere Rosetten an einem Stock
(Taf.VII. Fig. 1 r, r, r, r). Die Gruppen bleiben oft lange,
ohne mit dem Stocke oder untereinander in direkter
fester Verbindung zu stehen, rosettenförinig beisammen,
mit ihrer konischen Basis gegeneinander convergirend
und durch beständige Ondulation des hinteren Wimper-
kranzes sich zusammenhaltend. Nebenbei traf ich auch
manche knospenförmigcn Verbindungen an, ohne indes-
sen zur Beobachtung der möglicher Weise damit in Zu-
sammenhang stehenden inneren Erscheinungen zu ge-
langen.
Am bestimmtesten vermochte aber ich sowohl die
äusseren Verhältnisse, d. h. die Rosettenbildung und die
knospenförmigcn Verbindungen als auch die diese be-
gleitenden oder vielmehr aus ihnen hervorgehenden inne-
ren Veränderungen des Nucleus bei Carchesium polypi-
num zu beobachten.
Zunächst sah ich häufig in dem bei Carchesium po-
lypinum meist sehr langen wurmförmig gekrümmten und
verschlungenen Nucleus (Taf. VI. Fig. 1, n) jene hellen
meist doppelt conturirten Kerne auftreten, die Stein
schon früher bei Vorticella mierostoma beobachtet hatte
und die oft den Eindruck machen, als ob sie Kerne mit
grossem Kernkörper seien (Fig. 2). Bei andern war
der ganze Nucleus in einzelne Segmente von rundlicher
oder ovaler Form zerfallen, die aber noch von der ge-
meinschaftlichen Nucleushaut umschlossen und auch noch
deutlich in der ursprünglichen Nucleusform aneinan-
der gelegt waren (Fig. 3). Im Innern der einzelnen
Segmeute lagen wiederum mehrere der oben erwähnten
214 Grecff:
Kerne (Fig. 3^ 1). In anderen Individuen endlich war die
Nucleushaut offenbar durchbrochen und der ganze Inhalt
in die Leibeshöhle entleert worden, Theils waren es
grössere und kleinere ovale oder runde Scheiben, die
hier umherschwaramen, den Nucleus-Segmenten entspre-
chend (Taf. VI. Fig. 4), die aber eine vcrhältnissmässig
weit grössere Anzahl von Kernen enthielten, als vorher,
theils waren es einzelne, bereits aus der gemeinschaft-
lichen Umhüllung gelöste und dann zuweilen um das
3 — 4fache vergrösserte Kerne. Die grösseren namentlich
ovalen Kerne machten wiederum vollständig den Ein-
druck hartschaliger Eier (Taf. VI. Fig. 4, a).
Zunächst muss ich nun bei Bcurlheilung der obigen
Beobachtungen bemerken, dass ich durch diese ebenso
wenig, wie durch die Beobachtungen iStcin's, eine voll-
ständige und klare Einsicht in die Bedeutung der von
Stein sogenannten knospenförmigen Conjugation erlangt
habe und desshalb vor der Hand auch nicht wage, die
bestimmten Vorstellungen und Folgerungen daran zu
knüpfen, wie Stein, zumal ich ganz dieselben Vorän-
derungen des Nucleus, wie ich sie, und im Ganzen in
Üebereinstimmung mit Stein, als Resultate der knos-
penförmigen Verbindungen oben beschrieben habe, auch
da wahrgenommen, wo ich weder an den betrell'cnden
Individuen noch in der ganzen Carchesiura-Colonio irgend
eine äussere Spur von knospenförmigen Verbindungen
auffinden konnte; das schliesst natürlich nicht aus, dass
solche Verbindungen nicht früher stattgefunden haben
könnten. Stein geht sogar so weit anzunehmen, dass
durch Fort.schwärmen solcher Individuen vom Stocke,
die die knospenförmige Verbindung vollzogen und in
Folge dessen mit den Produkten des Nucleus (der von
ihm sogenannten Placenta) erfüllt seien , durch Fest-
setzen und erneute Colouisation zum Aufbau eines gan-
zen Stockes Anlass geben könnten, deren einzelne, na-
türlich durch Zweitheilung aus dem ersten entstandene
Glieder, alle bereits von vorne herein mit Placentaschei-
ben verschen seien. Indessen ist das nur eine mehr
oder minder wahrscheinliche Vermuthung, die vor der
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vortieellcn. 215
Hand der tliAtsächliclion und allein beweiskräftigen Bcob-
aclitnng entbehrt.
Ferner habe ich bei ein und derselben Species, nämlich
bei Epistylis flavicans neben den knospeuförniigen Ver-
bindungen höchst merkwürdige anderweitige Beobachtun-
gen gemacht, die ebenfalls auf einen Fortpflanznngsmo-
dus, aber ganz anderer Natur hinleifcn, und die liier am
Schlüsse dieser Mittheilungen noch kurz Platz finden mö-
gen. Epistylis flavicans besitzt, wie die meisten Vorti-
cellen, einen strangförmigcn mehr oder minder hufeisen-
artig gekrüraraton Nucleus. Häufig ist dieser Nuclcus bei
allen Individuen des Stockes nur mit einem feinkörnigen
und sonst homogenen Parcnchym ausgefüllt (Taf. VH.
Fig. 10), zuweilen aber zeigen die Nuclci von Ep. flavi-
cans sei)r auffallende Veränderungen. Zunächst trifft man
mitunter Individuen, fast stets mehrere auf einem Stock,
deren Nucleus bedeutend verdickt aber zu gleicher Zeit
verkürzt ist und so die Form einer etwas gekrümmtenWuist
annimmt, die durch ihren dunkeln Inhalt scharf aus dem
Innern hervortritt und dcsshalb schon bei schwacher Ver-
grösserung und bei den lebenden sich bewegenden Thieren
in die Augen fällt (Taf. VII. Fig. 9). Betrachtet jnan
diesen so gestalteten Nucleus näher und mit stärkerer
Vergrösserung, so sieht man, dass derselbe sein dunkles
Aussehen von massenhaften haarförmigen , wellenförmig
verlaufenden Gebilden erhält, die dem ganzen Organ das
Ansehen verleihen, als ob dasselbe mit einer lockigen,
Spermatozoidcn- ähnlichen Fadenmasse erfüllt sei (Tafel
VII. Fig. 5, n). Eine Bewegung ist nicht daian wahr-
zunehmen. Isolirt man diese Substanz durch Zericissen
oder Zersprengen des Nucleus, so findet man, dass die-
selbe aus lauter haarförmigen, ein wenig sichelförmig ge-
krümmten Stäbchen, die an einem Ende ein wenig an-
geschwollen, am andern zugespitzt erscheinen, zusam-
mengesetzt sind. Alle sind starr, dunkelglänzend und
scharf begrenzt (Taf. VII. Fig. G). Es sind dies ohne
Zweifel ähnliche Gebilde, wie sie zuerst von Job. Mül-
ler und seinen Schülern Claparcde, Lach man und
Lieber kühn und dann von Stein undBalbiani u. A.
216 Greeff:
im Nucleus und Nucleolus mancher anderer Infusorien
gefunden, und die in der Folge für die Spermatozoiden
der Infusorien erklärt worden sind. Es liegt sehr nahe
auch diese hier in Rede stehenden Gebilde von E. fiavi-
cans ihrem ganzen Vorkommen und Aussehen nach für
Spermatozoiden zu halten. Indessen wage ich, besonders
auch im Rückblick auf die ebenfalls hier stattfindende
„knospenförmige Conjugation'^, meinerseits vor der Hand
noch nicht, wie das von anderer Seite bereits vielleicht
mit allzu grosser Bestimmtheit geschehen ist, dieselben
als Spermatozoiden der Vorticellen anzusprechen, obgleich
ich natürlich ebensowenig der zweiten Vermuthung, dass
dieselben parasitische Bildungen seien, Raum geben kann.
In denselben Colonieen, in welchen einige Thiere
einen Nucleus mit den beschriebenen haarförmigcn Gebil-
den tragen, giebt es andere, deren Nucleus die gewöhn-
liche langausgezogene hufeisenartige Form beibehalten
hat. Bei genauerer Untersuchung bemerkt man aber auch
an diesen höchst beachtenswerthe Veränderungen , die
wenn man eine Reihe von verschiedenen Individuen durch-
mustert, durch Vergleichnng eine gewisse Stufenfolge er-
kennen lassen. Die erste Stufe scheint die zu sein, dass
mitten durch 'den Nucleus eine helle unregelmässig ge-
staltete und oft noch mehrfach unterbrochene Längsachse
auftritt (Taf. VIL Fig. 11). Bei einer folgenden Stufe
sieht man diese Längsachse als gleichmässigen Strang,
mit dunkeln Körnchen erfüllt, durch die Nucleussubstanz
sich hinziehen (Taf. VII. Fig. 12), so dass mau, namentlich
in Rücksicht auf die folgenden Bildungen, lebhaft an die
Rhachis der Nematoden erinnert wird. Ein weiteres Stadium
zeigt uns den Achsenstrang von grösseren hellen rund-
lichen Kernen umgeben, die anscheinend aus dem erste-
ren hervorgesprossen sind (Fig. 13). Diese Kerne neh-
men unter allmählicher Grössenzunahmc immer an Zahl
zu (Fig. 14), so dass sie schliesslich den grössten Theil
des Nucleus ausfüllen. Ich habe geglaubt später solche
Kerne auch in der Leibeshöhle flottirencl wiederzufinden,
ohne indessen darüber Sicherheit erlangen zu können.
Es ist in der That sehr verlockend, die Ansieht aus-
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 217
zusprechen und sie würde sich durch manche Analo-
gieen mit anderen Beobachtungen stützen lassen, das.s
die eben beschriebenen Erscheinungen im Nucleus mit
den Spermatozoiden iihnlichen Gebilden im Nucleus an-
derer Individuen desselben Stockes in Verbindung stän-
den, mit anderen Worten, dass wir hier einer ge-
schlechtlichen Fortpflanzung der Infusorien gegenüberste-
hen und zwar nicht bloss vermittelt durch besondere als
Ovarium und Hoden zu betrachtende Organe , sondern
sogar dadurch, dass diese Organe auf verschiedene Indi-
viduen desselben Stockes vcrtheilt sind, dass also diese
Thiere getrennten Geschlechtes (monoecisch) sind. Aber in
Rücksicht auf die obigen Bemerkungen ziehe ich es auch
hier vor, einfach den Befund vorläufig mitzutheilen, wei-
teren Untei'suchungen die Entscheidung darüber anheim-
gebend.
Das scheint indessen ausser Zweifel, dass sowohl
die Organisation , wie die Lebensgeschichte nicht bloss
der Vorticellen, sondern der Infusorien überhaupt eine
verhältnissmässig reiche und hoch entwickelte ist, von
der indessen bis jetzt nur Weniges mit Sicherheit ent-
ziffert ist, und dass Ehren borg, wenn er auch im Ein-
zelnen, namentlich in den Deutungen der von ihm, wie
wohl zu berücksichtigen, zuerst gesehenen, d. h. ent-
deckten Organe und Gebilde, vielfach geirrt haben mag,
doch im Ganzen auf seine ausgedehnten und unermüd-
lichen Forschungen und reichen Erfahrungen gestützt mit
richtigem Takte und Scharfsinn den hohen Organisa-
tionswerth der Infusorien erkannt hat.
218 Greeff:
Erklärung der Abhilduiigeii.
Taf. IV.
Fig. 1 — 6. Darstell iing- der uugeschlechil iclieu Ver meh-
rung durch Zweit heil uug bei Vorticella ma-
r ina (n. sp. ?)
» 1. Beginn der Theilung dureh Einziehung des Wiiuperorgans
und Contraction des ganzen Körpers unter Zunahme des
Querdurchmessers.
3> 2. Furchuug und allmählich tiefer greifende Einschnürung,
die den Körper in zwei gleiche Hälften theilt Nucleus (n)
und contractile Blase werden mit getheilt.
» '6. Theilung beendet. Der eine Theilungsspi'össling löst sich
von dem Stiele und bildet den hinteren Wimperk'anz (h).
» 4, 5 u. 6. Freigewoi'dene und schwärmende Theiluugsprösslinge.
B 7 — 11. Theilung V on Cothu rnia imberbis.
» 7. Das Thier zieht sich in seine Hülse zurück und contra-
sirt sich.
» 8. Abschnüruug in zwei Hälften.
» 9. Der eine Theilungssprössling löst sich aus der Hülse und
bildet den hinteren Wimperkrauz (h).
» 10 u. 11. Aus der Hülse ausgeschwärmte Theilungssprösslinge.
» 12. Einzelne Cothurnia aus der Hülse hervorgestreckt. Die
Pfeile bezeichnen die Rotationsströmuug im Innern, die
Cuticula zeigt eine deutliche Querringeluug.
Taf. V.
Fig. 1 — 7. Darstellung der verschiedenen Stadien der
knosp eu fö r mi gen Conjugation bei Vorticella
mar ina. k. Die knospenförmige Vorticelle. 1. Contractile
Blase.
» 1. Der knospenföiniige mit dem hinteren Wimperkranz ver-
sehene Theilungssprössling (k) hat sich au eine grössere
Vorticelle behufs der Conjugation angesetzt.
» 2. Der konische Hintertheil des Körpers der knospenförmigcn
Vonticelle ist eingezogen und so die Basis zu einem Saiig-
napf umgestaltet.
» 3. Vermittelst dieses Saugnapfes ist die Verbindung vollzogen.
» 4. Der Druck bei der immer fester werdenden Verschmelzung
ist so stark, dass rundum an der Verbindungsstelle perlar-
tige Parenchymtropfen hervortreten.
» 5. Die hnospenförmige Vorticelle ist zu einem blossen Höcker
zusammengeschmolzen.
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 219
Fig. 6. Der Inhalt der knospenförmigen Vorticclle ist vollständig
in die grössere Vurticelle i'ibergegangcn, so dass bloss der
äussere Hautschlauch als leerer Zapfen daraus hervorragt.
» 7. Auch dieser Haut/.apfun wird nach einiger Zeit abgeworfen.
Das an demselben meistens bemerkliche stachelige Ausse-
hen wird durch die collabirte geringelte Cuticula hervor-
gebracht.
B 8. Knospenförmigc Conjugation der Vorticclla campauula
(siehe S. 212).
Taf. VI.
Fig. 1. ('archesium polypinuni. m Mundöffnung, b eontractile Blase,
n Nucleus, k knospenförmiger Sprössling im Begriffe sich
an eine grössere Vorticelle anzusetzen, s kernartige in
Längsreihen angeordnete Körperchen, dem Verlauf der Mus-
keln folgend.
s 2. Nucleus von Cjirchesium polypinum nach der knospcnförmi-
gen Conjugation. e Kerne.
j 3. Der Nucleus zerfällt in einzelne Segmente, als weitere Wir-
kung der knospeuförmigen Conjugation.
» 4. Die Nucleus-Segmente (Placenta, Stein) und zum Theil
auch die in ihnen enthaltenen Kerne haben sich aus der
gemeinschaftlichen Hülle des Nucleus gelöst und werden
frei in der Leibeshöhle der Vorticelle umhergetrieben.
» 4 a. Freigewordene grössere Kerne der Nucleus-Segmente.
» 5. Epistylis minutus n. sp. Der ganze Stock ist bei ca. 40U-
maliger Vergrösserung gezeichnet.
B <). Zoothamnium alternans (Nordsee).
» 7. Ein einzelner Zweig von Zoothamnium alternans mit zwei
kleineren Individuen. Stärkere Vergrösserung.
» 8. Die konische Basis des Körpers von Carchesium polypinum
von unten gesehen (im Querdurchschnitt). Die Körnchen-
kreise bezeichnen die Lumina der Körper - und Stiel-
Muskeln.
» 9. Darstellung des Verlaufs der Wimperspirale bei Carche-
sium polypinum. s Beginn der Wimperspirale: die Pfeile
bezeichnen den Verlauf der Wimperspirale rechts von der
Mundöft'nung nach links, um nach einer Kreistour (w) sich
in einem Bogen in das Vestibulum hineinzusenken, p das
äussere Peristom, v Eingang in das Vestibulum (Mund
Öffnung), g die aus dem Vestibulum hervorragende lange
Borste, a After, b contractile Blase, r der mit Stäbchen
besetzte nicht contractile Behälter (siehe S, 206).
220 Greeff:
Taf. VII.
Fig. 1. EjMBtylis flavicaus bei schwacher Vcrgrösseruug. r Ro-
setten von Theiluugssprössliugou , k knospenförmige Con-
jugatiou.
» 2. Das hintere Ende des Stieles von Epistylis flavicans bei
stärkerer (300 — 400facher) Vergrössernng.
» 3. Epistylis flavicans von der Verbindungsstelle mit dem
Stiele aus gesehen. Die von dem Stiel ausstrahlenden ra-
diären Fasern bezeichnen die Längsmuskeln, die conceu-
trischeii Kreise die Querringelung der Haut.
» 4. Querdurchschnitt durch den Stiel von E. flavicans.
» 5. E. flavicans in SOOfacher Vergrösseruug. n Nucleus erfüllt
mit spermatozoidenförmigen Körperchen, k paarige unter
der Haut liegende Kapseln mit aufgerolltem Faden im In-
nern (Nesselkapseln ?). g die Längsfaseru (Muskeln) und
Querstreifen der Cuticula (vergl. Fig. 3).
» t). Isolirte spermatozoidenförmige Körper aus dem Nucleus
von Fig. 5 bei ca. SOOfacher Vergrössernng.
» 7. Isolirte (Nessel-) Kapseln bei starker Vergrössernng. a mit
im Innern eingerolltem Faden. b mit hervorgetretenen
Fäden.
» 8. Dieselben bei ca. 300facher Vei-grösseruug.
» 9. Ein Zvi^eig von Ep. flavicans mit zwei Individuen, deren
dunkler aus dem Körper scharf hervortretender Nucleus mit
spermatozoidenförmigen Körpern erfüllt ist.
» 10 — 14. Entwickelung von Kernen (Keimkörnern)
im Nucleus von E. flavicans.
» 10. Nucleus mit feinkörniger Substanz erfüllt, in der keine
weiteren Formbestandtheile zu erkennen sind.
» 11. Durch die Mitte des Nucleus zieht sich eine anfangs noch
aus einzelnen Stücken bestehende helle Längsachse.
» 12. Die Längsachse ist contiuuirlich und mit dunkler Körner-
substanz erfüllt.
» 18. Aus der Längsachse treten kernartige Gebilde hervor, die
erstere schliesslich umhüllend.
» 14. Die Längsachse des Nucleus ist ganz erfüllt mit Kernen.
»15. Knospenförmiger Sprössling aus einer Rosette von Epi-
stylis flavicans bei ca. SOOfacher Vergrössernng. n Nucleus,
b contractile Blase-
» 16. Encystirte Ep. flavicans.
T> 17. Zweig von Ep. flavicans, bei welchem die Fig. 10 — 14 be-
schriebenen Nucleus-Bildungen sich vorfanden. Die Nnclei
sind zum Unterschied von denen bei Fig. 9 nicht sichtbar.
Untersuchungen über die Naturgeschichte der Vorticellen. 221
Fig. 18. Grosse Varietät von Ep. flavicans. x Die an dem Stiele
sitzenden parasitischen (?j Flagellateu.
» 19. Die parasitischen Flagellaten bei starker Vergrösserung.
Taf. VIII.
Fig. 1. DarsteUung des Ernährungssystems von Epistylis flavicans.
Die Thiere sind einer Carminfütterung ausgesetzt. Die Pfeile
bezeichnen die Rotationsströmung der Farbstoffe (Nalirungs-
ballen) im Innern der verdauenden Körperhöhle, m Mund-
öffuung (Eingang ins Vestibulum), o Oesophagus, v trich-
terförmiges Ende des Oesophagus, d kanalartige Fortset-
zung des Trichters. Die vom Trichter austretenden Farb-
stoffballen durchgleiten als spindelförmige Körper (b) den
Kanal und treten bei b' mit einem Knöpfchen aus der hin-
teren Mündung hervor, n. Nucleus.
T> 2. Der Nahrungsschlauch von E. flavicans isolirt dargestellt.
Die Pfeile bezeichnen die Richtung der Strömung der Nah-
rungsstoffe m Mund, k und k' klappeuartige Sclieidewände,
o Oesophagus, v Trichter, d kanalartige Fortsetzung de«
Trichters, h After, von welchem aus eine lange Borste
nach aussen tritt.
» 3. Ernähr ungsapparat von E. plicatilis.
B 4. Zweig von E. plicatilis. k contrahirtes Thier, n Nucleus
mit Kernen, b contractile Blase, g Muskeln.
» 5. Hinteres festsitzendes Ende des Stieles von E. plicatilis, f
Fassstück mit Sohle.
Heber Aas llläimcheii von Cobitis taeuia L.
Von
Prof. Giovanni Cauestriui.
Uel)ersetzt aus Rivista Scientific-Iadustriale di Guido VimeiHiati.
Fase. III. Giugao 1871, vom Herausgeber.
Im Jahre 1865^ bei der ausserordentlichen Yersanun-
lung zu Spezia, nmchto De Filippi die Bemerkuno:,
dass das Männchen des Aals noch nicht bekannt sei, und
dass Steenstrup angegeben habe, dass alle bis dahin
gesammelten Exemplare von Myxine glutinosa Weibchen
seien. Fern von dem Anspruch dieses Räthsel lösen zu
wollen, erklärte sich De P'ilippi gezwungen, es durch
llinzntugung eines dritten Falles noch mehr zu ver-
wickeln. Er liess in verschiedenen Jahren im Frühling
eine Menge Individuen der gemeinen Acnntliopsis (Co-
bitis) taenia sammeln, um ihre Entvvickelung zu studiren,
aber die vielen Tausende von Individuen, welche so duich
seine Hände gingen, waren alle weiblichen Geschlechts,
nicht ein einziges Männchen (Atti della Öocieta
italiana di scienze naturali, Vol. VIII. Fase. IV. p. 265,
1866).
So wie ich diese Notiz kennen lernte, sah ich mei-
nen Prospetto critico dei pesci d'acqua dolce d'Italia nach
Canestrini: üeber das Männchen von Cobitis taenia. 223
(Archivio per la zooloo^ia ecc. Ser. I. Vol. IV. Fase. I.
p. 147), und fand unter versehiedenen von mir gemessenen
Individuen ein Männchen von 83 Mm. Länge citirt.
Ich stellte mich jedoch mit solchem Citate nicht zu-
frieden, da ich wohl wusste, wie leicht es sei ein junges
Weibchen mit einem Männchen zu verwechseln, wenn
die Untersuchung nicht mit Hülfe des Mikroskopes an-
gestellt ist. Ich behielt seitdem die Cobitis immer im
Auge, in der Hoffnung Individuen zu entdecken, welche
unzweifelhaft als Männchen dieser Art betrachtet werden
könnten.
Solche Entdeckung machte ich in diesem Frühjahr,
als ich eine Reihe Süsswasserfische aus Piemont unter-
suchte, die mir vom Marchese Giacomo Doria mitge-
theilt war.
Unter diesen Fischen fand ich zwei Exemplare, de-
ren Geschlechtsdrüsen unter dem Mikroskop die Charak-
tere von IJoden zeigten. Eines von ihnen ist ein echter
Cobitis taenia, das andere gehört zu meiner Varietät „bili-
neata."
Vor allem andern hat es mich in Erstaunen gesetzt,
dass ein äusserer Geschlechtsunterschied in den Brust-
flossen besteht.
Beim Weibchen ist der zweite BrustHossen-Strahl
normal entwickelt, kaum dicker als die folgenden Strah-
len, gegliedert und zweispaltig ; ferner divergiren die
beiden Aeste, in welche der Strahl sich spaltet, von ein-
ander, und der zwischen ihnen liegende Raum wird von
der Membrana propria radiorum eingenommen.
Sehr verschieden ist der Bau der Brustflosse beim
Männchen. Der zweite Strahl zeigt sich nämlich ausser-
ordentlich dick, indem sein Durchmesser am Grunde fast
das Vierfache des Durchmessers des dritten Strahles be-
trägt; ferner ist derselbe zweispaltig, aber seine beiden
Aeste convergiren gegen das Ende und vereinigen sich,
um die Spitze des Strahles selbst zu bilden.
Die Fische bieten viele und verschiedene Gcschlechta-
diftcrenzen, die sogar in der Bczahnung beruhen können,
224 Canestrini: lieber das Männchen von Cobitis taenia.
wie ich im Jahr 18G1 in der Abhandlung über Gobius
albus Parn. (Archivio per la zoologia ecc. öer. I. Vol. 1.
Fn;r. Tl. p. 152) i2:ezelgt habe; gleichwohl ist der erwähnte
Fall von Cobitis von grossem Interesse, weil die Brust-
flossen viel weniger als die übrigen Flossen die Ge-
schlechtsdifi'erenz anzudeuten pflegen *).
*) Ich möchte hier daran erinnern, dass Günther bereits in
seiner Schrift: »Die Fische des Neckars, Stuttgart 1853.« p. 51 auf
die Geschlechtsdifforenz bei der Schleihe aufmerksam gemacht hat,
wo der erste ungegabelte Strahl der Bauchflossen beim Männchen
ausserordentbcli dick ist. Also ein ähnliches Verhalten wie bei Co-
bitis, nur an den Bauchflossen. Es würde erwünscht sein. wen7i
auf die Geschlechtsdififerenzen der Fische mehr geachtet, und alle
etwa bereits beobachteten Fälle gesammelt würden. Troschel.
llebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und
Moliikken, nebst der Beschreibung zweiundzwanzig
neuer Arten.
Von
Dr. Otto üohuike.
Hierzu Tafel V. VI u. VII.
Die nachfolgende Uebersicht aller Cetonidea
der öunda- Inseln und Moliikken, mit Inbegriff der von
Neu-Guinea, so wie einiger weniger von dem Sumatra
gegenüberliegenden Theilc der Halbinsel Malacca, die
auf jener Insel wahrscheinlich ebenfalls vorkommen dürf-
ten, umfasst im Ganzen 174 Arten. Hierunter befinden
sich zweiundzwanzig neue, bis jetzt nicht beschriebene.
Herr Alfred R, VVallace erwähnt in seinem, in
den „Transactions of the London Entomological Society,
3 Serles, 1868. Vol. IV. P. ö'' mitgetheilten „Catalogue
of the Cetoniidae of the Malayan Archipelago, with
the Descriptions of the new Species" im Ganzen 181 Ar-
ten, worunter aber 25 ausschliesslich den Philippinen
und 7 den Öalomons-Inseln und Neuen Hebriden ange-
hören. Wegen Mangels an zureichendem Material habe
ich die ersteren unberührt gelassen; die letzteren aber
sowohl ebenfalls deshalb, als auch weil sie nicht mehr
dem geographischen Gebiete angehören, auf welches nach-
stehender Aufsatz Bezug hat.
Wallace erwähnt also nur 149 Arten aus den
Sunda-Inscln und Molukken, mit Einschluss von
N e u - G u i n e a.
Archiv für Naturg. XXXVII. Jahrg. 1. Bd. 15
22^ Mobnike:
Die meisten der durch mich angeführten Arten be-
sitze ich selbst. Bei meinem vieljährigen Aufenthalte in
den verschiedensten Theilen des Niederländisch-Indischen
Inselreichs hatte ich die Gelegenheit von vielen eine be-
trächtliche Anzahl Exemplare zu erhalten, hauptsächlich
von solchen, bei denen in einem sehr hohen Grade die
Hinneigung zur Varietätenbildung besteht, wie z. B.
bei den Gattungen Clinteria, Mocronota u. a. m. Hier-
durch aber glaube ich einige, hinsichtlich einzelner von
ihnen noch obwaltende Irrthümer berichtigen zu können.
Ausserdem habe ich alle Cetoniden aus dem In-
dischen Archipel, welche sich in den in dieser Beziehung
besonders reichhaltigen Sammlungen des Reichsmuseums
zu Leiden und der Königlichen Zoologischen Gesellschaft
zu Amsterdam befinden, einer sorgfältigen Untersuchung
unterworfen. Einen Theil aber der von Herrn Wal-
« lace beschriebenen neuen ^Arten, lernte ich schon vor
Jahren durch Anschauung kennen, und machte mir Be-
merkungen darüber, als mir das Vergnügen zu Theil
ward, diesen unternehmenden Reisenden und ausgezeichne-
ten Naturforscher zu Amboina unter meinem Dache zu
sehen.
In dem Leidener Museum befinden sich ein Paar Ex-
emplare von Rhomborrhina resplendens oder einer dersel-
ben äusserst nahe stehenden Art als von Java, so wie
eine stark blau schimmernde Varietät derselben, als von
Sumatra stammend angegeben. Die Richtigkeit dieses
„habitat" bezweifelnd, theilte ich meine Bedenken Herrn
Dr. Snellen van Vollenhoven mit. Auch er war
überzeugt dass hier ein Irrthum stattfinden müsse. Die
Exemplare waren übrigens schon alt und durch einen
seiner früheren Amtsvorgänger mit den betreffenden
Etiketten versehen worden. Bei diesem Zweifel hinsicht-
lich der Richtigkeit jener Ortsangaben, habe ich vorge-
zogen, das Geschlecht hhomhorrhina in diese Uebersicht
nicht aufzunehmen. Ich bin nämlich der festen An-
sicht, dass dasselbe, mit Ausnahme allein von Japan^
auf keinem der Asiatischen Archipele Repräsentanten
besitzt.
Uebersicht der Cetoliden der Sunda-Inseln n. Molukken. 227
Was die Classification betrifft, so bin ich im Allge-
meinen Lacordai re gefolgt. Eine Abweichung sowohl
von ihm, als von West wo od und Burme ister, habe
ich mir darin erlaubt, dass ich die von letzterem als Un-
terabtheilung der Goliathiden aufgestellte Gruppe
der Coryphoceriden von diesen trenne und als
gleich werthige gelten lasse. Auch habe ich, Burmei-
ster folgend, die Gattungen Diceros Gory und Perch,,
so wie Coryphocera Burm. beibehalten. Westwood
und nach ihm Lacordaire fassen diese, wie alle übri-
gen Coryphoceriden Burmeister's und verschie-
dene später hinzugekommene Gattungen , wie es mir
scheint, auf mehr künstliche als naturgemässe Weise, als
8pecies der einen Gattung Heterorrhina zusammen.
Mit Beziehung auf die beiden von mir aufgestellten
neuen Genera Prigenia und Cholerastoma bemerke Ich
allein, dass sowohl die betreffende Goliathiden- als
die Cre mastochilid en - Art zu eigcnthümlich ist,
als dass beide ohne Zwang mit schon bestehenden Gattun-
gen dieser Abtheilungen vereinigt werden könnten.
Hinsichtlich der wenigen Schizorrhiniden des
Indischen Archipels, welche, mit Ausnahme der Gattung
Änocamptorrhina von Neu-Guinea, von Lacordaire
mit dem Genus Schizorrhma vereinigt wurden, bin ich
ebenfalls von demselben abgewichen. In letzterer Gat-
tung zeigt sich nämlich das Verschiedenartigste zusammen-
gebracht. Ich habe deshalb vorgezogen die von Bur-
meister aufgestellten, von Lacordaire so wie auch
von Gemminger und von Harold in ihrem Ca-
taloge eingezogenen Gattungen Hemipharis und Eupoe-
cila beizubehalten, und zu ersterer die Schtzorrh, Whitei
mit Ihren von Wallace als selbstständige Arten be-
zeichneten Varietäten, zu letzterer aber Schizorrh. flarn-
mula, Schizorrh. nigerrima, sowie eine neue, mit letzterer
nahe verwandte Art gefügt.
Für die Abbildung und Beschreibung letzterer —
Eupoecila balteata — einer der grösstcn und schönsten
von allen Cetoniden der Indischen Inseln, von welcher
das in dem Museum zu Leiden sich befindende Exemplar
228 Mohnike:
wahrscheinlich das einzige in Europa ist, bin ich meinem
Freunde, Herrn Dr. Snellen van Vollenhoven, Di-
rector der entomologischen Abtheilung des genannten
Museums verptlicbtet. Ich nehme diese Gelegenheit wahr,
um sowohl diesem ausgezeichneten Entomologen, als auch
Herrn Wester man, dem Director des zoologischen
Gartens zu Amsterdam, einer ebenso grossartigen als in
jeder Beziehung musterhaften Einrichtung, meinen Dank
für die Bereitwilligkeit auszusprechen, mit welcher sie
mir die Untersuchung der unter ihre Obhut gestellten en-
tomologischen Schätze gestatteten.
Zum Schlüsse bemerke ich noch, dass ich früher die
Absicht hatte, dieser Uebersicht auch eine tabellarische
Verbreitung der einzelnen Unterabtheilungen, Gattungen
und Arten über die verschiedenen Inselgruppen und ein-
zelnen Inseln, beizufügen. Ich stehe hiervon aber ab, da
Herr WaUace seinem oben erwähnten Cataloge eine
solche angehängt hat. Die Zusammenstellung neuer Ta-
bellen über die geographische Verbreitung der Cetoni-
den der Indischen Inselwelt durch mich, könnte daher
kaum etwas anderes sein, als eine wenig veränderte Wie-
dergabe der von ihm mit grösster Genauigkeit ausge-
arbeiteten, unter Weglassung allein der Arten von den
Philippinen, so wie von den Inseln östlich von Neu-
Guinea, und mit Hinzufügung der von mir beschriebenen
neuen Arten.
Sectio I. Goliathidae.
Genus I. Prigeiiia, n. gen. Mohnike.
Diese Gattung steht in der Mitte zwischen Narycius
und Cyphonocephalus, zeigt aber zu viele Eigenthümlich-
keiten, um sie mit einem von beiden zu vereinigen. Sie
gehört ebenso, wie das gleichfalls auf Java vorkommende
Geschlecht Mycteristes und das mit demselben nahe ver-
wandte Phaedimus, auf den Philippinen, jener Gruppe der
Goliathiden mit beinahe kreisrundem, oder besser ge-
sagt stumpfeckig achtseitigem Vorderrücken an, welche
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 229
Burmeister und Westwood, im Gegensatze zu den
mit trapezförmigem Protliorax, ächte — Goliathidae (je-
nuini — genannt haben.
h\ der Gestalt des Kopfes zeigt diese Gattung eine
beträchtliche Geschlechtsditferenz. Der des Männchens
erinnert sehr an Narycius und Diceros. Er ist beträcht-
lich länger als breit und von der HalsöfFnung des Pro-
thorax an beinahe senkrecht nach unten gerichtet. Von
seinen Seitenrändern, in ihrer ganzen Länge, entspringen
zwei hinten breite , nach vorne schmäler werdende und
an ihrem Ende zugespitzte, dreieckige Fortsätze oder
Hörncr. Dieselben verlaufen parallel und nur ihre Öpitze
ist etwas nach oben und innen gekrümmt. Ihre äussere
Fläche ist gewölbt, ihre innere etwas vertieft. An ihrem
Ursprünge, oberhalb der Augen, verbindet ein Stirn-
fortsatz in Gestalt einer dünnen, nach oben gewölbten,
ungefähr einen Millimeter breiten Platte,^ beide Hörner
mit einander. Hierdurch wird eine tiefe Grube zwi-
schen ihnen und der senkrecht nach unten gerichteten
oberen Kopffläche gebildet. Der Clypeus ist rinnenför-
mig vertieft, sein vorderer Rand glatt und nicht ausge-
buchtet.
Der Kopf des Weibchens ist ebenfalls länger als
breit , wiewohl nicht in dem Masse als bei dem Männ-
chen, und verhältnissmässig kürzer, auch nicht senkrecht
nach unten gerichtet. Die Stirn ist etwas vertieft, mit
scharfen, glatten, hervorragenden Rändern. Zwischen den
Augen zeigt sich eine leichte, höckerartige Erhöhung.
Auch der Clypeus ist vertieft ; seine Seitenränder sind
nach oben gebogen. Der vordere Rand hat einen mehr
breiten als tiefen dreieckigen Einschnitt. Die dadurch ge-
bildeten spitzen Lappen krümmen sich nach oben.
An den Fühlhörnern sind bei dem Männchen so-
wohl der Stiel als die Keule länger, und ist bei ihm die
letztere auch mehr zugespitzt wie bei dem Weibchen.
Der Vorderrücken ist bei beiden Geschlechtern un-
rcgelmässig kreisrund, bei den Männchen aber gewölb-
ter als bei den Weibchen. Sein grösster Breitendurch-
raesser beträgt ein Paar Millimeter weniger als die Breite
230 Mohnike:
zwischen den Schultern. Sein hinterer Rand bildet einen
breiten, mittleren, lappenförmigen Fortsatz, ähnlich wie
bei den grossen Goliathiden, mit welchem er sich an die
Basis des Schildchens anlegt. Das letztere hat die Ge-
stalt eines gleichseitigen Dreiecks, ist von raittelmässiger
Grösse und bei dem Weibchen mehr zugespitzt wie bei
dem Männchen.
Die Flügeldecken sind platt und eben, vor allem an
ihrer Basis, Sie verschmälern sich nach hinten sehr be-
trächtlich, sind an ihrem hinteren Ende nur sehr wenig
abgerundet und überragen den Körper nirgends. Ihre
Aussenränder sind kaum merklich ausgebuchtet. Zwi-
schen der flachen, allein seitlich hervorragenden Schulter-
ecke und dem Scutellum, entspringt bei beiden Geschlech-
tern auf jeder Flügeldecke eine nach hinten in den gleich-
falls nur wenig hervorragenden Analbuckel verlaufende,
stumpfe, wenig hervortretende, rippenartige Linie. Der
Raum zwischen diesen beiden Linien ist ganz eben; aus-
serhalb derselben biegen sich die Flügeldecken nach
den Seiten der Brust und des Bauches um. Die Naht
ragt nur wenig hervor und ist an ihrem hinteren Ende
weder klaffend noch zugespitzt. Das Pygidium ist bei
beiden Geschlechtern mehr breit als hoch; bei dem
Männchen senkrecht nach unten gerichtet, bei dem Weib-
chen gewölbter nach hinten hervortretend. Auch der
Bauch ist bei letzterem gewölbter. Die den Männchen
der meisten Cetoniden eigenthümliche longitudinale
Vertiefung in der Mitte desselben, ist bei dieser Gattung
nur eben angedeutet. Der Sternalfortsatz ragt nicht nach
vorn oder oben hervor, und ist an seinem vordersten
Theile schmal, wie seitlich zusammengedrückt.
Auch an den Beinen findet eine grosse Verschie-
denheit zwischen beiden Geschlechtern statt. Bei dem
Männchen ist das erste Paar sehr lang und schlank, mehr
als noch einmal so lang wie bei dem Weibchen ; nament-
lich sind die Tarsalglieder, mit Ausnahme des ersten, in
die Länge gezogen und ist die Kralle stark entwickelt.
Die Tibia des ersten Paares hat an ihrem unteren Dritt-
theile an der Aussenseite die Andeutung eines Zahnes.
Uebersicht der Cetoiiideu der Suuda-Inselu und Molukkeu. 231
An dem zweiten Paare sind allein die Tarsalgiieder und
die Kralle länger und stärker als bei dem Weibchen ;
die Tibia ist durchaus ungeijähnt. Letzteres ist auch an
der Tibia des hinteren Paares der Fall, die etwas kürzer
ist als bei dem Weibchen. Der Tarsus aber ist auch dort
wieder länger als bei letzterem. Bei dem Weibchen sind
die Tibien des ersten Paares an ihrem unteren breiten
Ende mit zwei Zähnen versehen, von denen der untere
der stärkste. Die des mittleren und hinteren Paares ha-
ben einen Zahn an ihrem unteren Dritttheile. Ausserdem
sind bei dem Weibchen alle Endzähne der Tibien länger
und stärker als bei dem Männchen.
Der Name dieser Gattung bezieht sich auf das Dorf
Prigen, im östlichen Theile von Java am Fusse des
Vulcan Ardjouno, ungefähr 2500 Fuss über der See ge-
legen, in dessen Umgegend mehrere Exemplare der die-
sem Genus angehörenden, bis jetzt einzigen Art gefan-
gen wurden.
1. Frigenia Vollenhoveni, n. sp. Mohnike.
Taf. IX. Fig. 1 d^. Fig. 2 $.
Mas: supra viridis opacus; sutura, prothoracis et
scutelli marginibus splendentibus ; capite, cornubus, pro-
thorace, scutello , elytris pygidioque dense punctatis;
punctis squamulas minimas liavesccntes gereutibus. Öub-
tus aeneus; pectoris abdominisquc medio nitido, lateribus
inaequalitcs punctatis, punctis squamigeris; antennarum
clava tarsisque aeneis micantibus ; femoribus tibiisquc
punctatis, squamatis ; tiblarum anticarum margine interno
luteo ciliato,
Femina: tota fusco-aenea; supra parura nitens, sub-
tus nitidior, laevior ; clypeo, fronte, prothoracc, scutello
elytrisque variolosis ; pygidio leviter transversim striolato ;
pectore, abdomine pedibusque sparsim ac inaequaliter et
punctatis et variolosis; tarsis lacvibus, nitidis.
Longitudo maris Mm, 32—34
„ „ capitis ...... „ 8
„ „ tibiae anterioris • . ;? 10
„ „ tarsi - . . „ 14
232 Mohuike:
Longitudo femlnae Mm. 26— 28
„ feminae tibiae anter. c. tarso „ 13
Latitudo maris et feminae inter scapulas „ 13 — 14
„ thoracis maris ac feminae . . „ 11 — 12
Habitat in insula Java (Collectio Mohn. ^ $).
Das Männchen ist oben matt grün gefärbt; allein
die Naht so wie die Ränder des Vorderriickens und des
Schildchens sind metallisch glänzend. So auch der un-
terhalb der Hörncr hervorragende Tiieil des Clypeus. Der
Kopf, der Vorderrücken, das Schildchen, die Flügeldek-
ken und das Pygidium sind dicht punktirt. In jedem
Punkte befindet sich eine sehr kleine, gelbliche Schuppe.
Dieses Schuppenkleid ist in der Mittellinie des Thorax
und an den am meisten gewölbten Stellen desselben, zu
beiden Seiten jener Linie, so wie auf den Rippen der
Flügeldecken am sparsamsten. Dasselbe macht die ge-
nannten Thcile, von der Seite betrachtet, etwas opalisi-
ren. Die Unterseite ist in der Mitte glänzend erzfarben;
die Seiten der Brust und des Bauches sind gleichwie der
Thorax und die Flügeldecken, aber gröber und ungleich-
massiger, punktirt und graugelblich geschuppt. An den
Stellen, wo diese Schuppen tragenden Punkte sparsamer
sind oder fehlen, wie an den Rändern der Brustplatten
und Bauchringe, schimmert die glänzende Erzfarbe durch.
Die Keule der Fühlhörner und die Tarsalglieder sind
glänzend erzfarbig; alle Oberschenkel und Schienen
punktirt und geschuppt. Der innere Rand der Vorder-
schienen ist mit einem kurzen aber dichten gelblichen
Haarsaume besetzt. Auch an dem ersten dicken Gliede
des Fühlcrstrangcs zeigen sich einzelne längere Haare.
Das Weibchen ist dunkel metallisch rothbraun, oben
massig, unten stärker glänzend. Die Sculptur seiner Ober-
fläche ist allenthalben viel gröber als bei dem Männchen.
Clypeus, Stirn, Thorax, Schildchen und Flügeldecken
sind blatternarbig vertieft. Diese grösseren und kleineren
Punkte und grubigen Vertiefungen stehen am sparsamsten
in der Nähe des Schildchens, auf der Naht und den
Rippen der Flügeldecken. An dem untern Theile der
letzteren sind sie am grössten und mehr oval als rund.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 233
Keine von ihnen trägt ein gelbliches Schüppchen wie
beim Männchen stattfindet. Das Pygidium ist wagerecht
leicht gestrichelt. Die Seiten des Prothorax sind nadcl-
rissig ; Brust, Bauch und Beine, mit Ausnahme der Tar-
salglieder, sparsam und ungleichraässig punktirt und blat-
ternarbig. Der hintere Rand des letzten Bauchringes ist
mit einem gelblichen Haarsaumc eingefasst. Sehr verein-
zelt stehende, ziemlich lange, gelbliche Haare zeigen sich
auf der ganzen ünterfiäche und an den Beinen.
Ich widme diese neue und interessante Goliathideu-
Art meinem Freunde, Herrn Dr. SneUen van Vol-
lenhoven, dem auch um die Coleopteren des Indischen
Archipels so verdienstlichen Director der entomologischen
Sammlungen des Museums zu Leiden.
Genus IL My cteristes Castelnau.
Laporte de Castelnau, Hist. nat. des Anim. Art.
t. IL p. 162.
\. Mycteristes rhinophyUus Wiedemann.
Goliathus rhinophyUus Wiedem. Zool. Mag. Bd. IL
p,82. — Macronota rhinophyUus Gor j et Percheron, Mo-
nogr. des C^toines p. 62. fig. 5. (/. — Goliathus rhinophyl-
lus Bourjuet, Annales de la soci^te entomol. de France,
T. V. p. 203. $. — Mycteristes rhiuophyUus Burmeister,
Handbuch der Entomol. Bd. III. S. 175. — Mycter. rhiiio-
phyUus Westwood, Arcana entomologica Vol. L p. 2. pl. 1.
fig. 3. d^.
Habifat in insula Java (Coli. Mohn. ^ $).
Sectio II. Coryphoceridae.
Genus I. Diceros Gory et Percheron.
1. Diceros bicornis Latreille.
Cetonia bicornis Latreille In Cuvier regne animal.
Edit. III. t. IIL pl. 18. fig. 5 $. pl.20. fig. 4 ^T- - Diche-
ros piagiatus Gory et Perch. Mon. d. C6t. p. 300. pl. 58.
234 Mohuike:
fig. 3 (/. — Diceros plagiatus Burm. Hand. d. Ent. Bd. III.
S. 218. — Heterorrhina hicornis Westwood Are. cntom.
Vol. I. p. 140. pl. 36. fig. 8. — Meter orrh. hicornis Wal-
lace, Catalogue of the Cetoniidae of the Malayan Archi-
pelago in Trans, ent. Soc. 3. Ser. Vol. IV. 1868. p. 524.
Habitat in insula Timor. (Coli. Mohn. (/).
2. Diceros Florensis Wallace.
Heterorrhina Florensis V7allacc, Transact. ent. Soc.
3. Ser. IV. 1868. p.524.
Habitat in insula Flores.
3. Diceros Malayanus Wallace.
HeterorrJiitia Malayana Wallace, Trans, entom. Soc-
3. Ser. IV. 1868. p. 525.
Habitat in insula Pinang.
4. Diceros Feteli Buquet. Taf. IX. Fig. 3 ^.
Onathocera Petelii Buquet, Ann. Soc. ent. Fr. 1868.
p. 206. — Diclieros decorus Gory et Perch. Mon. d. Cet.
p. 301. pl. 58, fig. 4 $. — Hetergrr/mia Fetelii Westwood,
Are. ent. Vol. I. p. 141. pl. 36. fig. 4 $. — Diceros deco-
rus Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 219. — Heterorrhina
Fetelii Wallace, Trans, ent. Soc, 3. Ser. IV. 1868. p. 526.
Weil das Männchen dieser Art bis jetzt weder be-
schrieben noch abgebildet ist und unbekannt zu sein
scheint, da nach Wallace sich iu England keine Exem-
plare davon befinden, und ich dasselbe auch in dem Mu-
seum zu Leiden nicht bemerkt habe, so lasse ich hier
seine Beschreibung folgen:
Capite nutante, bicornuto, nigro; clypei margine ante-
riori incrassato, minime sinuato; cornubus trigonis, parum re-
clinatis, non divergentibus, interne planis, externe convexis,
ante apicem dilatatis ; antennis nigris ; pronoto rubro, nitido,
lateribus punctato, aut immaculato aut medio maius minusve
nigro- raaculato ; scutello rubro; scapulis nigris; elytris
flavis, nigro-marginatis, laevigatis, substriato - punctatis,
apice vix acuminatis; pygidio rubro transversim aciculato ;
segmentis abdominis ultimo ac penultimo, femoribus cum
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 235
coxa posteriori tibüsque rubris; bis inermibus; tarsis ni-
gris; pectore nigro, lateribus sparsim punctato ; processu
sternali longo, inter coxas anteriores protracto, reclinato.
Longitudo maris cum cornubus . Mm. 16 — 24
„ cornuum ;, „ . „ 2V2— 6V2
„ feminae „ ;, • » 13 — 20.
Habitat in insula Java. (Coli. Mobn, ^ $).
Ich habe während einer Reihe von Jahren ein ein-
ziges Weibchen von Die, Peteli besessen, obgleich ich
mir viele Mühe gab auch das Männchen zu erhalten.
Erst in der letzten Zeit meines Aufenthaltes auf Java ist
mir dieses gelungen. Ich entdeckte nämlich im östlich-
sten Theile dieser Insel in der untern Region des schon
genannten Vulcanes Ardjouno, in einer Höhe von unge-
fähr 2500 Fuss über der See, eine eng begränzte Stelle, wo
nicht allein diese Art so häufig war, dass ich ohne Mühe eine
grosse Menge davon sammeln konnte, sondern auch viele
andere Cetoniden, und unter diesen einige neue, noch
nicht beschriebene, vorkamen. Ich hatte hierdurch die
Gelegenheit diese Art an mehr als hundert Exempla-
ren, in allen Formverhältnissen und Abweichungen von
der Norm zu beobachten. Ich theile diese Wahrnehmun-
gen hier mit, da die Arten von Diceros in den Samm-
lungen keineswegs häufig und meistens nur in einzelneu
Exemplaren vorkommen, es aber wahrscheinlich ist, dass
dasjenige, was bei D. Feteli stattfindet, sich bei den an-
dern Arten dieser Gattung wiederholen dürfte.
Wie bei den Copridega und Dynastiden mit
Beziehung auf die Länge und Entwickelung der Ilörner
ihres Kopfes und Vorderrückens, bei den Lucaniden
hinsichtlich der Länge und Zahnung ihrer Oberkiefer sich
die grösste individuelle Verschiedenheit zeigt, so bietet
auch der Kopfschmuck des Männchens von Die. Peteli
mannichfache Abweichungen. Bei grossen, gleichmässig
entwickelten Exemplaren sind die Hörner so lang oder
selbst länger als der Vorderrücken, und an ihrem vorde-
ren Theile von aussen nach innen halb um ihre Achse
gedreht. Ihre innere Fläche wird daselbst zur oberen
236 Mohnike:
und erscheinen die Hörner hiedurch vorne breiter, abge-
flacht, mitunter selbst löffelartig vertieft. Es giebt aber
auch Exemplare, sowohl solche, die in allen Körperver-
hältnissen hinter der mittleren Grösse zui ückgeblicben sind,
als andere, bei denen dieses keinesvseges der Fall ist, wo
die Länge der Hörner kaum die Hälfte, mitunter selbst
nicht den dritten Theil von der des Vorderrückens be-
trägt. In solchen Fällen erscheinen sie vorne scharf zu-
gespitzt. Ein Exemplar von mittlerer Grösse liegt mir
vo]-, wo die Hörner von raittelmässiger Länge aber ha-
kenförmig nach hinten umgebogen sind. Auch bei den
Weibchen findet eine individuelle Verschiedenheit in der
Länge und Entwickelung des die Vertiefung des Clypcus
überragenden Stirnfortsatzes statt. Auch ist der Einschnitt
an dessen vorderem Rande bei einigen Weibchen tiefer,
und sind die Ecken neben dem Einschnitte spitzer, länger
und mehr nach oben gerichtet als bei andern.
Die Farbe des Thorax und aller oben nicht als
schwarz angegebenen Theile ist ein lebhaftes Kirschroth.
Der Vorderrücken ist in einigen seltenen Fällen durchaus
ungefleckt; oder aber es befindet sich auf ihm, auf jeder
Seite, in der Nähe des Randes, ein grösserer oder kleinerer
schwarzer Fleck und ist der Discus roth. Noch häufiger
wird die Mitte des Thorax durch drei grössere, mehr
oder weniger runde Flecken eingenommen, die entweder
isolirt stehen, oder mit den Rändern aneinanderstossen
und alsdann zu einer breiteren oder schmäleren Quer-
binde verschmelzen. Dieser Fall ist von allen der häu-
figste. Immer aber sind diese Flecken etwas weiter von
dem Schildchen wie von dem Kopfe entfernt. Der um-
geschlagene Theil des Thorax, die Beine mit Ausnahme
der Tarsalglieder, das Pygidium sind immer roth, häufig
ist solches auch bei dem vorletzten Bauchringe und den
Hüften der Hinterbeine der Fall. Mitunter ist selbst
der ganze Bauch roth. Brust und Schultern bleiben
immer schwarz.
Durchaus keine individuelle Verschiedenheit und
Abweichung von der Norm zeigt sich in der Färbung
der Flügeldecken. Der sie beinahe ganz bedeckende
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 237
ovale gelbe Fleck war bei den vielen von mir unter-
suchten Exemplaren immer gleichgestaltet und von der«
selben relativen Grösse. Der schwarze Grund der Flü-
geldecke umfasst diesen Fleck gleich einem Rande, der
an der Aussenseite ausserordentlich schmal , an der
Nahtseite etwas breiter, am breitesten aber auf der Schul-
ter und neben dem Nahtendc ist. Dieser Fleck ist im
Leben hell weisslichgelb, nimmt aber nach dem Tode
meistens eine dunklere, intensiv gelbe Käsefarbe an. Die
Punktreihen der Flügeldecken sind bei einigen Exem-
plaren viel deutlicher als bei andern, bei einzelnen kaum
wahrzunehmen. Im Allgemeinen ist ihre Sculptur, so
wie die des Pronotum, viel feiner als bei Die. hicornis.
Hinsichtlich der Farbe und Skulptur dieses Theils findet
zwischen beiden Geschlechtern kein Unterschied statt.
Fasst man die bei Die. Peteli so häufig vorkommende
Verschiedenheit in der Länge und Entwickelung der
Kopfhörner bei dem Männchen, und des vorderen Randes
des Clypeus bei dem Weibchen in das Auge, so scheint
es mir sehr zweifelhaft, ob Die. (Ueterorr/mia) Florenais
und Die. Malayanus Wallace, wohl wirklich eigene Ar-
ten sind, und nicht zu Die. Peteli gezogen werden müssen.
Nach den Beschreibungen von ihnen bei Wallace stim-
men beide sehr mit einander überein ; die von D. Ma-
layanus ist durchaus als wäre sie nach einigen Exempla-
ren von Die. Peteli in meiner Sammlung entworfen. Ich
halte es selbst für nicht ganz unwahrscheinlich, dass
auch der letztere und Die. ornatus Hope von den Philip-
pinen, nur topische Varietäten ein und derselben Art sind.
5. Dioeros Borneensis Wallace.
Heterorrhina ßoriieensis Wallace, Trans, ent. Soc.
3. Ser. IV. 1868. p. 528. pl. XI. fig. 2 $.
Mabitat in insula ßorueo.
6. Dieeros mitratus Wallace.
Heterorrhina mitrata Wallace 1. c. p. 528. pl. XI.
fig. 1 $.
Habitat in insula Boraeo.
238 Mohnike:
Die beiden letzteren Arten stimmen in der Farbe
und Zeichnung des Vorderrückens und der Flügeldecken
sowohl mit einander als auch mit Diceros (Heterorrhina)
diven Westwood [Oiiathocera Mac Leay Gory et Perch.
— Mystroceros Diardi Burm.) beinahe vollkommen über-
ein, weichen aber in der Bildung des Clypeus von einander
ab. Bei Die. müratus ist dieselbe wie bei Die. hicornis ;
bei Die. Borneensis mehr wie bei Die. Peteli. Aus dieser
Analogie lässt sich mit Sicherheit schliessen, dass sie zu
Arten gehören, deren Männchen gehörnt sind, und also
zu i)iceros gezählt werden müssen. Die. mitratus ist ohne
Zweifel das Weibchen von Die. dives. Schaum, Ann.
Soc. ent. de Franc. 1849. p. 29, sagt mit Beziehung auf
letzteres : „La femelle de cette espece, qui n'est pas en-
core decrite, existe dans le cabinet de la Society Lin-
neeane de Londres. Elle a le chaperon bidente dans le
milieu de son bord antörieur, le vertex caren^, les jam-
bes anterieures courtes largcs, extörieurement bident^es."
Hiermit stimmt die Beschreibung von Die. mitratus bei
Wallace überein. Die. Borneensis steht Die. mitratus je-
denfalls sehr nahe. Ich würde selbst, mit Beziehung auf
die Verschiedenheit in der Entwickelung des Kopf-
schmuckes, weicheich hQ\ Die. Peteli a.\XQ\\ bei dem Weib-
chen gefunden habe, beide für identisch und auch D,
Borneensis für das Weibchen von Die. dives halten, sagte
Wallace 1. c. nicht so bestimmt, dass sie „differ com-
pletely in the armature of the head."
Genus II. C oryphoe er a Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. IIL S. 220.
1. Coryphoeera imperatrix n. sp. Mohnike. Taf. IX. Fig. 4, $.
C. tota aurantiaca purpurascens, nitidissima; thorace
aut medio atro-plagiato, aut raaculis duabus atris ornato ;
elytris punctis nigris striatis, angulo scapulari, iuxta scu-
tellum apicemque versus atro-maculatis.
Longitudo Mm. 28—31
Latitudo inter scapulas „ 7 — 8.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. cT^)-
Üebersicht der Cetonidcn der Sunda-Inseln und Molukken. 239
Diese Art, vielleicht die schönste von allen Cory-
phoceriden, zeigt in den körperlichen Verhältnissen die
meiste üebereinstimmung- mit Cet. sexmaculata Fabr., ist
aber etwas grösser und kräftiger gebaut. Der Clypeus
ist wie bei letzterer und zeigt in seiner Bewaffnung keine
Gcschlechtsverschiedenheit. Auch in den Fühlhörnern
findet sich eine solche nicht. Sie liegt allein in der län-
geren und schärferen Nahtspitze des Männchens, seiner
Bauchvertiefung, so wie in seinen unbewaffneten, vor der
Spitze kaum etwas ausgebuchteten Vorderschienen, wäh-
rend seine mittleren durchaus unbewaffnet sind, sich auf
seinen hinteren aber in der Mitte die leise Andeutung
eines Zahnes findet. Bei den Weibchen sind alle Schie-
nen stumpf zweizahnig; die vordem ausserdem viel brei-
ter wie bei dem Männchen. Die Oberfläche ist allenthal-
ben ausserordentlich glatt und glänzend ; die Farbe oben
wie unten ein prächtiges, in das purpurrothe übergehen-
des Orange. Bei keiner anderen Art ist die schwärz-
liche Punktur aller Theile so deutlich und stark. Sie
fehlt allein dem hintersten Theile des Thorax, so wie in
der Mitte des Bauches und der Brust. Der Rand des
Clypeus und seine Vertiefung sind schwärzlich, die
Stirnleiste so wie die Gruben zu beiden Seiten derselben
dicht punktirt, so auch der Vorderrücken, selbst der
Discus desselben. In den meisten Fällen befindet sich
auf letzterem ein grosser mehr breiter als langer, oben
wie unten halbgetheilter schwarzer Fleck. Bei einzelnen
Individuen finden sich, anstatt dieses einen grossen Flek-
kcs, zwei kleinere mehr in der Nähe der Seitenränder
gelegene, und bleibt dann der schwarz punktirte Dis-
cus frei. Diese beiden Flecke werden aber niemals so
klein wie es bei Cet. sexmaculata mitunter der Fall ist. Der
Einschnitt für das Schildchen ist schwarz gerandet, der
umgeschlagene Theil des Thorax schwärzlich. Die Schul-
tern sind orangefarben, glatt, ohne Punkte oder Nadel-
risse. Das Schildchen ist schwarz punktirt, hat mitunter
selbst in der Mitte einen feinen schwarzen Längsstreif.
Auf den sehr glatten, besonders in ihrer Mitte mehr
oder weniger purpurroth glänzenden Flügeldecken, las-
240 Mohnike:
sen sich Reihen eingestochener schwarzer Punkte erken-
nen, deren Anzahl, von der Naht nach dem Seitenrande
zn gerechnet, 13 — 14 beträgt. Neben den schwarzen, an
ihrem unteren Theile etwas aufgewulsteten und hervor-
ragenden Nahträndern sind diese Punktreihen am deut-
lichsten; undeutlicher und mehr in einander geflossen am
äusseren, umgebogenen Theile der Flügeldecken. D^r
äussere und untere Rand derselben sind äusserst fein
schwarz gesäumt. In jeder Schulterecke befindet sich
ein länglicher, nach unten gezackt verlaufender; und ne-
ben dem Schildchen, sich bis zur Naht fortsetzend, auf
jeder Seite, ein zweiter, grosser, schwarzer Fleck. Meistens
fliessen die letztern unter der Spitze des Schildchens in
einander, wie auf der Abbildung. Zwei andere, mehr vier-
eckige, von beiden Seiten in einanderfliessende und da-
durch eine breite Querbinde bildende Flecken befinden
sich auf dem unteren Theile der Flügeldecken. Jeder
derselben verlängert sich neben der Naht bis zu ihrer
Spitze. Das Pygidium ist schwärzlich punktirt. Alle
Bauchsegmente sind mit einem breiten schwarzen Saume
versehen, die Seiten schwarz punktirt. Die Tarsalglieder
sind schwarz, die Schenkel und Schienen orangefarben,
nadelrissig und zugleich voller eingestochener schwarzer
Punkte. Letztere stehen besonders dicht an dem Un-
terende der Tibien und geben diesen Theilen eine schwärz-
liche Färbung. Bei einem Männchen, dem einzigen wel-
ches ich besitze, sind alle Schienen, mit Ausnahme des
äusseren Randes der hinteren, ganz schwarz gefärbt. Die
mittleren und hinteren haben bei beiden Geschlechtern an
ihrem inneren Rande einen gelblichen, kurzen Haarsaum.
2. Coryphocera sexmaculata Fabricius.
Cetonia decora Illiger, Uebersetz. von Ol i vier
Ent. Bd. IL S. 148. Note. — Ceton. sexmaGuiata Fabr.
Syst. Eleuth. Tom. IL p. 149. — Gnathocera sexmaculata
Gory et Perch. Monog. d. C^t. p. 130. pl. 19. fig. 3 cT. —
Coryphocera sexmaculata Burm. Handb. d. Ent. Bd. III.
S. 227. — Heterorrhina decora Westwood, Are. Entom.
Vol. I. p. 135. pl. 33. fig. 6. — Heterorrh. decora Wallace,
Trans, ent. Soc. 3. Scr. IV. 1868. p. 528.
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 241
Von dieser Art befinden sich in dem Museum zu Leiden
zwei Stücke mit der Etikette „India orientalis,'^ bei denen
die eingestochenen schwärzlichen Punkte auf dem Thorax
und den Flügeldecken viel häufiger und grösser als bei
einer Reihe von Exemplaren sind, welche ich zuTebing-
tinggi im Innern von Sumatra gesammelt habe. Ich fand
daselbst an ein und demselben Baume — Meliosma nitida
Blume — eine Woche lang regelmässig jeden Tag zwei
bis drei Exemplare. Es ist das einzige Mal dass mir
dieser Käfer vorgekommen. Er variirt sehr hinsichtlich
der schwarzen Flecken auf dem Thorax und den Flügel-
decken. Die neben dem Schildchen verschwinden häufig
gänzlich ; von denen auf dem Thorax ist oft nur die Andeu-
tung in zwei kleinen, kaum mehr sichtbaren, schwärzli-
chen Punkten zu finden. Constant allein und bei allen
Exemplaren, die ich besitze, von gleicher Grösse, sind
die Flecke auf dem unteren Theile der Flügeldecken.
Habitat in insula Sumatra. (Coli. Mohn. </ $)•
3. Coryphocera modesta Wallace.
Heterorrhina modebta Wallace 1. c. p. 528. pl. XI.
Habitat in insula Celebes.
Ich habe die beiden Exemplare dieses Käfers in der
Sammlung von Herrn Wallace, schon vor Jahren zu
Amboina gesehen und untersucht. In meinen damals dar-
über gemachten Notizen finde ich, dass das weibliche
Exemplar auch auf dem Thorax, neben dem Rande, die
Spuren von grünen Flecken, wie die auf den Flügel-
decken, zeigte. Dieser Linistand, dessen Wallace nicht
erwähnt, scheint anzudeuten, dass auch bei dieser Art
individuelle Verschiedenheit hinsichtlich der P'ärbung be-
stehen dürfte.
4. Coryphocera nigrotestacea Wallace.
Heterorrhina nigrotestacea Wallace 1. c, p.527.
Habitat in insula Bangkalis prope Sumatram. (Coli.
Mohn. c/*).
Archiv für Naturg. XXXVII. Juhrg. 1. Bd. lö
242 Mohnike:
5. Coryphocera bimacula Wiedemann.
Cetotita himaoula Wiedem. Zool. Magaz. II, 1. S. 85.
— Qnailiocera bimaculata Gory et Perch. Mon. d. C^t.
p. 142. pl. 22. fig. 3. — HeterorrJdna confusa Westwood,
Are. entom. Vol.I. p. 139. pl. 36. fig. 2. — Coryphocera
bimacula Burm. Handb. der Ent. Bd. III. S. 222 u. S.788.
— Heterorrhina confusa Wallace, Transact. ent. Soc. 3.
Ser. IV. 1868. p. 527.
Die von Burmeister im Anhange zum dritten
Theile seines Handbuches (S. 788) gegen W e s t w o o d aus-
gesprochene Ansicht, dass dessen H, confusa mit Cet. bi-
macula Wiedem. identisch sei, wird durch Schaum,
Ann. Soc. entom. de Fr. 1849. p. 252, wie, es mir scheint,
auf überzeugende Weise befestigt. Er sagt nämlich : „La
cetonia bimacula Wied., que j'ai vue dans la coUection de
W e s t e r m a n n, est bien positivement la ü nathocei'a bima-
culata Gory et Perch. , Heterorrhina confusa Westw.,
identite sur laquelle M. Westwood avait emis des dou-
tes (Are. ent. I. p. 139)". Auch Lacordaire — Genera
des Col6opt. t. III. p. 487 — zieht Qnath. bimaculata Gory
et Perch. und Heterorrh. confusa Westw. zu Het. (Ce-
tonia) bimacula Wiedem. Dessen ungeachtet trennen
Gemminge rund von Harold — Catal. coleopt. T. IV.
p. 1281 — die letztere wieder von der Gnath. bimaculata
Gory et Perch., der Heterorrh. confusa Westw. Ihnen
folgt auch Wallace.
Gory und Percheron nennen als Vaterland ihrer
Onath. bimaculata, welche sie selbst für identisch mit
Cet. bimacula Wiedem. halten, Java. Heimath der letz-
ren ist Bengalen. Ich habe diese Art niemals, weder auf
Java noch auf einer der andern Sunda-Inseln gefunden
und halte es noch für fraglich, ob sie wohl überhaupt
daselbst vorkommt.
6. Coryphocera laeta Fabricius.
Cetonia laeta Fabr. Syst. Eleuth, t. IL p. 150. —
Gnathocera laeta Gory et Perch. Mon. d. C^t. p. 135.
pl. 20. fig. 6. — Coryphocera laeta Burm. Handb. d. Ent.
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 243
Bd. III. S. 223. — Heterorrhina laeta Westw. Are. ent.
Vol. I. p. 137. pl. 34. fig. 2. — Heterorrhina Zaefa Wallace,
Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 530.
Habitat in insulis Java, Sumatra, Borneo. (Coli.
Mohn. f^$.)
Sectio ni. dyninetidae.
Genus I. C iinteria ßurmeister.
1. Ciinteria sexpustulata Gory et Percheron.
Qymnetis sexpitsiulata Gory et Perch. Mon. d. 06t,
p. 376. p. 77. fig-, 1. — Ciinteria sexpustulata Burm. Handb.
d. Ent. Bd. III. S. 302. — Clint. sexpustulata Schaum.
Ann. Soc. entom. de Fr. 1844. p. 365. — Clint. sexpustti-
loia Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 526.
Diese Art variirt sehr hinsichtlich der Anzahl und
Grösse der Flecken auf dem Thorax und den Flügel-
decken. Bei einem Exemplare in meiner Sammlung sind
sie auf einen ganz feinen Punkt in der Mitte jeder Flü-
geldecke und auf einen sehr kleinen transversalen Fleck
neben der Nahtspitze reducirt. In allen Fällen aber ist
ihre Farbe ein lebhaftes Zinnoberroth. Die Ciinteria
{Oynmetis) biguttata von Gory und Percheron —
Mon. d. Cöt. p. 374. pl. 76. flg. 4 — ist, wie schon Bur-
meister muthmasste, gewiss nichts als eine der sehr we-
nig gefleckten Varietäten von Cl. sexpustulata. Wahr-
scheinlich hat allein der Umstand, dass das von den Ver-
fassern der Monographie beschriebene und abgebildete Ex-
emplar von Cl. sexpustulata in ihrer Sammlung irrthüm-
lich als aus Mexiko stammend angegeben war, sie veran-
lasst, die Cl. biguttata aus Java davon zu trennen und
als besondere Art aufzustellen.
Flabitat in insula Timor. (Coli. Mohn. ^^ $).
2. Ciinteria flavonotata Hope.
Qymnetis flavonotata Gory et Perch, Mon. de C6t.
p. 377. pl. 77. flg. 3. Diese Art, als deren Vaterland G.
und P. Ost-Indien nennen, ist eine selbststündige und
244 Mohnike:
nicht, wie Burmeister meinte, mit GL flavomarginata
Wiedem. identisch, Sie kommt auch auf Java vor, da
ich in der niedrigeren Gebirgsgegend im östlichen Theile
dieser Insel, eine Anzahl Exemplare davon erhalten habe.
Wie bei allen andern buntgefärbten Clinterien findet
auch bei ihr eine grosse Verschiedenheit in der Form
und Grösse der filzigen Flecken auf dem Thorax und den
Flügeldecken statt. Unter neun Stücken , die ich vor
mir habe, stimmen nur zw^ei in der Zeichnung der Flü-
geldecken überein, wiewohl sie im üebrigen einander und
auch der^Abbildung bei G. und P. sehr gleichen. Meine
Exemplare sind alle zwischen 13 und 16 Mm. lang, was
mit der in der Monographie angegebenen Grösse — 7 Li-
nien — ziemlich übereinstimmt. Charakteristische Merk-
male dieser Art sind das tiefere, mattere, mehr sammtartige
Schwarz der Oberfläche, der wenig tief ausgerandete
Clypeus und der kurze, stumpfe, die mittleren Hüften
kaum überragende Mesosternalfortsatz. Die vier Punkte
auf dem Thorax sind bei meinen Exemplaren ebenso
gestellt wie in der Abbildung bei G. und P. Die bei-
den hinteren sind am deutlichsten, ,die vorderen feiner
und bei einigen Stücken kaum noch sichtbar. Die Zeich-
nung der Flügeldecken besteht in einem lebhaft gelben
Randfleck, der sich unterhalb ihres Ausschnittes, in grös-
serer oder geringerer Breite, nach der Naht hin fortsetzt,
jedoch ohne dieselbe zu erreichen. Bei einigen Stücken
verlängert sich dieser Fleck nach unten bis zu dem Naht-
ende ; bei andern befindet sich, von ihm getrennt, an dem
untern Ende jeder Flügeldecke ein kleinerer, transver-
saler, halbmondförmiger. In der Ausbreitung des Seiten-
randfleckes nach der Naht zu bemerkt man, ganz wie
die Abbildung bei G. und P. erkennen lässt, die feinen
eingestochenen Punktreihen der Flügeldecken besonders
deutlich. Das Pygidium und die Unterseite sind durch-
aus glänzend schwarz, ohne eine Spur von heller gefärbten
Flecken.
Dass CL divea von van Vollenhofen (Nederl.
Tydschr. voor Entom, Bd. VII. S. 153) keine eigene Art
ist, sondern zu CL flavonoiata gehört, ist mir bei Unter-
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inscln und Molukken. 245
suchung der Originalexemplare im Museum zu Leiden
unzweifelhaft geworden. Herr van VoUenhoven sagt
selbst: „Cette espece me semble tres voisine de la flavo-
notata Hope, cependant la forme et la couleur des taches
sur les clytres emp^che leur fusion en une espece unique."
Offenbar wird durch ihn auf die von der Abbildung bei
G. und P. abweichende Gestalt der Flecken bei den be-
treffenden Exemplaren, und ihre mehr in das Orange
spielende Färbung, ein zu grosses Gewicht gelegt.
3. Clinteria flavomarginata Wiedemann.
(Taf. V. Fig. 5 u. 6).
Maoronota flavomarginata Wiedem. Zool. Mag. II, 1.
S. 84. — Clinteria flavomarginata Burm. Handb. d. Entom.
Bd. III. 8. 362. — GL flavomarginata Wallace, Transact,
ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 530.
Ich habe an einer Stelle in der niedrigeren Gebirgs-
gegend des östlichen Java, in einer grossen Anzahl von
Exemplaren, eine Clinteria gefangen, die von allen mir
bekannten Arten die grösste Mannigfaltigkeit in der Form
und Grösse der filzigen Flecken auf den Flügeldecken
und dem Vorderrücken zeigt. Andere Exemplare dieser
Art wurden mir von andern Oertern im Innern von Java
zugesandt. In diesem Augenblicke habe ich neunundachtzig
von ihnen vor mir. Mit einigen von ihnen stimmt W i e-
demann's Beschreibung seiner Macron. flavomarginata
durchaus überein, während andere mit Clinteria vidua
von van Vo llen h ove n (Nederl. Tydschr. voor Entom.
Bd. VII. S. 152. Taf. 11. fig. 6) identisch sind, wovon ich
mich durch Ansicht des Originalexemplares zu Leiden
überzeugt habe. Allein die Gestalt der Flecken und
deren Farbe bedingt den Unterschied zwischen beiden
genannten Arten.
Die Clinteria, welche ich in so vielen Stücken vor
mir habe, ist in der Regel grösser als Cl. flavonotata G«
u. P. Ihre Länge beträgt nämlich zwischen 14 — 18 Mm.
Die grösseren Stücke sind die häufigeren. Auch die Ge-
stalt derselben ist eine andere, da die Flügeldecken sich
bei ihr nach hinten zu mehr verschmälern. Der Clypeus
246 Mohnike:
ist ziemlich tief eingebuchtet, mit feinem hervorragen-
dem Rande; in jeder der Ecken neben der Einbuchtung ist
eine kleine Anschwellung, zu denen sich von dem Scheitel
eine oben schmale, nach unten breiter werdende Leiste
hinzieht. Alle diese Theile, so wie der Vorderrücken in
seiner ganzen Ausbreitung, sind punktirt, letzterer weit-
läuftiger. Die Flügeldecken sind in der Umgegend des
kleinen, schmalen, spitzigen Schildchens ein wenig ver-
tieft; an ihrer unteren Hälfte, neben der Naht, etwas
aufgewulstet und zeigen ausserdem zwei flache ziem-
lich breite, nach unten zusammenfliessende Längsrippen
Alle diese erhabenen Stellen sind durcJi Reihen ziemlich
weit von einander stehender, wenig tief eingedrückter
Punkte eingefasst. Das Pygidium ist voll transversaler
Nadelrisse ; auf den Bauchringen zeigen sich viele sehr
getrennt von einander stehende grössere Punkte ; auf den
Schenkeln und Schienen «ben dieselben und auch Nadel-
risse; auf den Seiten des Mesosternums dagegen viele mehr
auseinander gedrängte ovale Grübchen. Der Mesosternal-
fortsatz ist durchaus von anderer Form wie bei Cl. flavono-
lata und bildet ein starkes, wagerechtes, nur wenig nach
unten gerichtetes, bis an die Hüften der Vorderbeine
reichendes, kegelförmiges Hörn. Die Hüften der vier
vorderen, so wie die Schienen der mittleren und hinteren
Beine tragen einen bräunlichen Haarsaum, Auch an den
einzelnen Tarsalglicdcrn befinden sich kleine Haarbüschel.
Diese Behaarung ist aber nicht bei allen Stücken gleich
stark, bei den Weibchen stärker wie bei den Männchen.
Die Farbe ist oben ein mattes, wenig intensives, un-
ten dagegen ein glänzendes, tiefes Schwarz. Auf jeder
Flügeldecke befindet sich bei allen Exemplaren, die ich
vor mir habe, ein grösserer länglicher Fleck, der, unter
dem Schulterbuckel mit einer schmäleren Spitze begin-
nend, sich entweder ziemlich in gleicher Breite längs
des ganzen äussern und untern Randes der Flügeldecke
ununterbrochen bis zum Nahtende hinzieht, jedoch
ohne letzteres zu erreichen, und daselbst mit einem etwas
nach oben erweiterten abgerundeten Ende aufhört; oder
aus zwei durch einen grösseren oder kleineren schwär-
üebersicht der Cetoniden der Simda-Inseln nd Molukken. 247
zen Zwischenraum getrennten Stücken, einem obern an
dem äussern und einem untern transvei'salen an der
Spitze der Flügeldecken^ besteht. In dem einen wie dem
andern Falle breitet sich der obere Thcil dieses Fleckes
unterhalb des Seitenausschnittes der Flügeldecken häufig
in einer grösseren oder geringeren Breite nach der Naht
hia aus, jedoch ohne sie zu erreichen, wie es auch häufig
bei C. ftavonotaia der Fall ist. Diese Ausbreitung des
Seitenfleckes zeigt meistens eine untere, nach der Naht
gerichtete Spitze. Mitunter befinden sich anstatt ihrer,
zwischen dem Seitcntiecke und der Naht, ein oder zwei
isolirte kleine Längsflecken. Der Thorax ist in allen
diesen Fällen entweder einfach schwarz, oder hat auf
seinem Discus zwei kleine Punkte, nicht selten aber auch
auf jeder Seite einen grösseren, neben seinem Rande ge-
legenen Fleck von unregelmässiger Gestalt. Von der
Mitte dieser Randflecken setzen sich alsdann zwei schmale
Verlängerungen bis auf den Discus fort, wo anders die
erwähnten Punkte stehen. Zu diesen Flecken auf dem
Thorax und den Flügeldecken kommen bei einzelnen
Exemplaren noch andere auf den Schulterblättern, ein
Punkt auf jeder Seite am Aussenrande des Pygidiums,
und kleinere Flecken am Ende der vier letzten Bauchseg-
mente. Die Abbildungen zeigen das am meisten und das
am wenigsten gefleckte Exemplar in meiner Sammlung.
Alle genannten Flecken und Punkte sind bei dem
lebenden Thicre milchweiss, kaum etwas in das gelbliche
spielend. Schon durch das blosse Tödten in Weingeist
nehmen sie eine dunklere Farbe an, gehen aber, durch
längeres Liegen darin, in ein mehr oder weniger lebhaftes
Gelb über. Ich selbst habe dieses wiederholt erfahren,
und besitze Exemplare mit weissen, wie mit durch Auf-
bewahren in Spiritus hochgelb gewordenen Flecken. Ein
solches hat, nach meiner Ueberzeugung, Wiedemann
bei Beschreibung seiner Maoron. flavomarglnata vorge-
legen. Clinteria vidua von van Vollenhoven, von
der Westküste von Sumatra, aber ist nach einem Exem-
plare der durch mich beschriebenen Art, bei welchem
der obere Theil der in zwei Stücke getrennten Rand-
248 Mohnike:
flecken der Flügelflecken sich nach der Naht hin aus-
breitet, deren Thorax, Pygidium und ßauchsegmente aber
ungefleckt sind, aufgestellt worden. Sie bildet deshalb
keine eigene Species, sondern gehört als Varietät zu GL
flavomarginata Wiedem., die man richtiger alhomargi-
nata nennen könnte. Vaterland dieser Art ist also Java
und Sumatra.
4. Clinteria egens van Vollenhoven.
Clinteria egens van VoUenh., Nederl. Tydsch. voor
Entom. Bd. VII. S. 152. — Clmt. egens Wallace, Trans,
entom. 8oc. 3. Ser. IV. 1868. p. 531.
Habitat in insula Sumatra (Coli. Mohn.) ; in ßorneo
(Museum Lugdunense).
5. Clinteria cinctipennis Chevrolat.
Gyinnetis cinctipennis Gory et Perch. Mon. d. C6t.
p. 376. pl. 77. fig. 2. — Clinteria cinctipennis Wallace
1. c. p. 532.
ßurmeister (Handb. der Entom. Bd. III. S. 303),
hält diese Art für eine Varietät von Cl. sexptisttclata;
Wallace 1. c. ebenfalls dafür, oder aber von Cl. aira.
Beide irren. Ich habe nämlich eine Clinteria vor mir,
die von den genannten und allen andern Arten abvreicht,
dagegen aber sowohl mit der Beschreibung von G. u. P.,
als ihrer Abbildung gänzlich übereinstimmt, mit Aus-
nahme allein von einem ganz kleinen, kaum sichtbaren
rothen Punkte an jeder Seite des Vorderrückens, dicht
neben seinem Rande. Diese Punkte auf dem Thorax der
Clinterien sind aber viel zu unbeständig, als dass der
Umstand, dass sie dem in der Monographie beschriebenen
Exemplare fehlen, bei vollkommener Uebereinstimmung
aller übrigen Körperverhältnisse mich veranlassen könnte,
letzteres und das mir vorliegende als nicht derselben
Art angehörend zu betrachten.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn. cf).
6. Clinteria atra Wiedemann.
Macronota atra Wiedem. Zool. Mag. II, 1. S. 84.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 249
— Qymiietis funeraria Gory et Pcrch. Mon. d. Cet. p. 375.
pl. 76. fig. 5. — Clinteria atra Burm. Handb. d. Entora,
Bd. IIL S. 304. — Clint. atra Schaum, Ann. Soc. entom.
de Fr. 1849. p. 258. — Clint. atra Wallacc, Trans, entom.
Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 530.
Lacordaire (Genera des Coleopt. t. IIL p. 501),
so wie Gemminge r und von Harold (Catal. Coleopt.
t. IV. p. 1243) citireii GL bi;;uttata G. u. P. und CL flavo-
marginata Wiedem. als Varietäten dieser Art aber, wie
ich überzeugt bin, mit Unrecht. Die mir vorliegenden
Exemplare von CL atra stimmen weder in dem Kör-
perbau, noch in dei* Sculptur der Flügeldecken, mit
den am wenigsten gefleckten Stücken von CL flavomar-
ginata überein, über welche ich mich ausführlich ausge-
sprochen habe. CL higuttata aber miiss meines Erachtens,
wie ich schon oben bemerkte, als eine der vielen Varie-
täten von CL sexpiistulata G. u. P. angesehen werden.
Das eine von meinen beiden Exemplaren hat zwei sehr
kleine gelbliche Punkte auf dem Discus des Prothorax.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn. </ $)•
7. Clinteria moerens Gory et Perchcron.
Gymnetis moerens Gory et Perch. Mon. d. Cet. p. 375.
pl. 76. fig. 6. — Clinteria moerens Burm. Handb. d. Ent.
Bd. III. S. 301.
Habitat in insula Java.
Ich habe diese Art niemals gesehen.
8. Clinteria Bowringii Wallace.
Clinteria Bowringii Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser.
IV. 1868. V. IV. p. 531.
Habitat in insula Java.
Auch diese Art ist mir unbekannt,
9. Clinteria Malayensis Wallace.
Clinteria Malayensis Wallace 1. c. p. 531.
Habitat in insula Java.
Wallace hält diese Art der CL flavonotata G. und
P. sehr nahe stehend, aber doch davon verschieden.
250 Mohnike:
Ich glaube, dass sie nichts ist als eine von den vielen,
oben erwähnten Varietäten von GL ßavomargi7iataWiedem.
mit gelb gewordenen Flecken.
10. Ctinteria Flora Wallace.
Glinteria Flora Wallace 1. c, p, 531. pl. XI. fig. 4.
Habitat in insula Flores.
11. Glinteria viridissima n. sp. Mohnike Taf. V. Fig. 7.
Cl. viridis, supra submicans, subtus nitidior. Clypeus
vix emarginatus. Thorax sexpunctatus. Elytra iitrinque
fascia media undulata atomisque iuxta apicem albis. Py-
gidium aciculatum, pilosum. Abdominis scgmenta sparsim
punctata, duplici serie maculis albis lateralibus ornata. Pro-
cessus mesosterni conicus, brevis, obtusus.
Longitudo 14 Mm.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn.)
Der Kopf dieser Art ist klein, der Scheitel glatt,
die von ihm nach dem Clypeus verlaufende, wenig her-
vorstechende Schwiele zerstreut punktirt. Eine dichtere
Punktirung findet sich zu Seiten derselben und auf dem
Clypeus selbst. Die Seitenränder des letzteren sind etwas
gebogen, seine Ecken abgerundet, sein vorderer, hervor-
ragender Rand ist kaum sichtbar ausgebuchtet. Der
Thorax ist massig gewölbt, mit kurzem, abgestumpftem
hinterem Lappen und allenthalben zerstreut punktirt. Auf
seiner vorderen Hälfte befinden sich, in zwei Reihen,
sechs kleine weisse, eingestochene . Punkte, zwei in der
vorderen, vier in der hinteren Reihe. Die Schulterblätter
sind stark punktirt. Die Flügeldecken verschmälern sich
nach hinten nur wenig ; sind abgeflacht und sehr zer-
streut punktirt. Nur an ihrer Basis lassen sich die Reihen
eingestochener Punkte, durch welche bei den meisten an-
dern Clinterien die erhabenen Längsrippen eingefasst wer-
den, deutlich erkennen. Auch diese Rippen sind bei dieser
Art nur schwach angedeutet. In der Mitte jeder Flügel-
decke erstreckt sich, von dem Rande aus, eine aus feinen
Längsflecken gebildete, wellenförmige Querbinde bis dicht
an die Naht, und finden sich auch an ihrer Spitze viele
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 251
zerstreute, weisse Flecken. DasPygidium ist nadelrissig-,
rait sehr kurzen, zerstreut stehenden gelblichen Härchen
besetzt. Die Bauchsegmente haben eine doppelte Reihe
weisser Randflecken und sind ausserdem weitläuftig punk-
tirt. Auch diese Punkte tragen gelbliche H.ärchen.
Die Seiten des Mesosternuras sind blatternarbig; sein
Fortsatz ist kurz, dreieckig und abgestumpft. Alle Schec-
kel und auch die mittleren und hinteren Schienen haben
an ihrem inneren Rande einen gelblichen Haarsaum ; sie
sind theils nadelrissig, theils weitläuftig punktirt und mit
zerstreut stehenden gelben Härchen besetzt. Die Farbe
ist, mit Ausnahme allein der schwarzen Tarsalglieder,
oben wie unten allenthalben ein ziemlich lebhaftes, etwas
metallisch schimmerndes Grün. Die Unterseite ist viel
glänzender als die obere.
12. Clinteria vidua van VoUenhovcn.
Clinteria vidua van Vollenh. Nedcrl. Tydschr. voor
Entom. Bd. VIII. p. 152. — Clinteria vidua Wallace,
Trans, entom. Soc. 3. Ser. IV. 1868. v. IV. p. 352.
Habitat in insula Sumatra.
13. Clinteria dives van Vollenhoven,
Clinteria dives van Vollenh. I.e. p. 153. — Clinteria
dives Wallace 1. c. p. 532.
Habitat in insulis Borneo et Biliton.
Ich bemerkte schon oben, dass ich die beiden letzt-
genannten Arten, nachdem ich sie in dem Museum zu
Leiden untersucht, nicht für selbstständige, sondern die
erste für eine Varietät von CL flavomaryinata Wiedem.,
die andere für Cl. flavonotata Gory et Perch. halten muss.
Genus II. Agestrata Eschscholz.
Eschseh. Zoologischer Atlas I. S. 13.
1. Agestrata ortchalcea Ijinne.
Scarahaeua orichalceus Linne, Amoenit. Acadena.
VII. p. 507. — Cetoiiia Chinensis Olivier, Entom. v. I. 6.
252 Mohnike:
p. 11. pl. 2. fig. 5au. b. — Cet. C/nnensis Fahr. Syst. Ent.
p. 42. Eiusd. Syst. Eleuth. t. II. p. 136. — Cet. Chinensis
Herbst, Col. V. III. p. 199. t. 28. fig\ 2. — Cet. Chinensis
Schönherr, Syn. Insect. Bd. I. Th. 3. S. 112. — Agestrata
{Tetragonus) Chinensis Gory et Perch. Mon. d. C6t, p. 305.
pl. 59. fig. 2. — Agestr. Chinensis Burm. Handb. cl. Ent.
Bd. III. S. 509. — Agestr. orichalcea Schaum, Ann. Soc.
ent. de Fr. 1849, p. 259. — Agestr. orichalceaIjacor(\. Gener.
d. Coleopt. t. III. p. 502. — Agestr. orichalcea Wallace,
Trans, entom. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 534. — Varieta-
tes nigrae : Cetonia nigrita Fabr. System. Entom. p. 42.
Eiusd. System. Eleuth. t. IL p. 136. — Ceton. nigrita
Oliv. 1. c. p. 11. pl. 10. fig. 92, — Ceton. nigrita Schönh.
1. c. p. 113. — Agestr. nigrita Burm. 1, c. S. 309. —
Agestr. gagatcs Hope, Proceed. entom. Soc. 1841. p. 33;
Trans, entom. Soc. III. 1843. p. 282. — Agestr. Withilli
Hope 1. c. p. 33. p. 282.
Dieser längst und allgemein bekannte Käfer hat ein
sehr ausgebreitetes Vaterland, da dasselbe sich auf dem
Asiatischen Festlande von Bombay bis Canton erstreckt,
und er ausserdem noch auf Ceylon, Borneo, Sumatra und
Java vorkommt. Dass er auch auf Celebes vorkomme
bezweifle ich. Die einzige Agestrata^ welche ich von
dort erhalten, gehört einer andern Art an. Auf den Mo-
lukken findet er sich nicht. Es scheint dass derselbe
den heissen Küstenstrichen den Vorzug vor den höher
gelegenen, kälteren Gebirgsgegenden giebt. Ich fand ihn
wenigstens daselbst am häufigsten. Er war sehr gemein
zu Sambas an der Westküste von Borneo, so wie in der
Umgegend von Sourabaja im östlichen Java. Die Exem-
plare von Canton, Malacca, Sambas und Palembang sind
auf der Unterseite im Allgemeinen heller gefärbt wie die
von Java. Es kommen jedoch an ein und demselben
Orte hellere und dunklere Stücke vor. Einige, die zu
Sourabaja gefangen wurden, sind heller grünglänzend
wie die aus China; bei anderen breitet sich von der
Schulter eine schwarze Tinte über einen Theil der Flü-
geldecke aus; noch ein Paar andere sind tief dunkel
schwarzgrün, wie die bei Olivier abgebildete Cetonia
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 253
nigrita. Der dunklere Fleck inmitten eines helleren ne-
ben dem Seitenrande des Thorax, wie bei demvonüory
und Percheron abgebildeten Exemplare, ist keines-
wegs allgemein, und kommt am häufigsten bei jungen,
eben entpuppten Individuen vor, um bei zunehmendem
Alter mehr und mehr zu verschwinden. Was die Grosse
betrifft, so variirt diese Art zwischen 37 und 50 Millime-
tern. Charakteristische Kennzeichen derselben sind die
innen concaven, hohen und scharfen Seitenränder des
Clypeus, der kurze und stumpfe Mesosternalfortsatz und
der gänzliche Mangel von Punktreihen auf den Flügel-
decken. Auch ist bei keiner anderen Art der Fühlhorn-
facher bei den Männchen so gross und übertrifft die des
Weibchens so sehr wie bei dieser. (Coli. Mohn. </?•)
2. Agesirata de Haani Dupont.
Agestrata Dehaan Gory et Perch. Mon. d. Cet. p, 304.
pl. 59. fig. 1. — Agesir. de Haanii Burm. Handb. d. Ent.
Bd. III. S. 308. — Agestr. orichalcea Lacord. Gen. des
Coleopt. t. III. p. 503. — Agestr. orichalcea Wallace,
Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 534. — Agestr. ori-
chalcea Gemminger und v. Harold, Catal. coleopt. t. IV.
p. 1294.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn. (/$•)
Diese seltnere Art ist von A. orichalcea wesentlich
verschieden und sehr mit Unrecht zu derselben gezogen.
Sie unterscheidet sich von letzterer nicht allein durch
die beträchtlichere Breite und Länge, welche bei einem
der mir vorliegenden Exemplare 56 Mm. , also ungefähr
26 Linien beträgt; durch die viel stärkere Sculptur der
Flügeldecken, auf denen sich von der Naht bis fast zum
Rande hin deutlich Punktreihen erkennen lassen ; durch
die stärker hervortretenden Hinterbuckel, zwischen denen
und den mehr zugespitzten Nahtspitzen die Flügeldecken
wie ausgegraben erscheinen ; ferner durch den mehr
hervorragenden, längeren, zugespitzten Mesosternalfortsatz,
und die nicht nach innen concaven sondern graden,
stumpfen, wie abgeschliffen erscheinenden Seitenränder
des Clypeus. Auch in der Farbe auf der Oberseite tritt
254 Mohnike:
ein wirkliches Grün mehr hervor. Burmeister hat
diese Art richtig erkannt und beschrieben. Die Beschrei-
bung bei Gory und Percheron aber lässt mich zwei-
feln, ob sie wohl wirklich ein Exemplar dieser Art, und
nicht allein ein sehr grosses von A. orichalcea vor sich
gehabt haben.
3. Agestrata Pärrii Wallace.
Agestrata Farrii Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser.
IV. 1868. p. 534.
Habitat in insula Borneo.
Ich habe diese Art nicht gesehen, halte aber, nach
der Beschreibung von Wallace, ihre Identität mit A.
de Haani keineswegs für unmöglich.
4. Agestrata augusta n. sp. Mohnike.
A. fusco-aenea, nitidissima; clypeo subacute mar-
ginato; elytris substriato-punctatis, acuminatis, apice ex-
sculptis ; scapulis, pleuris, coxis, pygidio maculisque seg-
raentorum abdominis marginalibus rufescentibus; tibiis
pedibusque nigris; processu niesosterni prominente, acu-
minato.
Longitudo 47 Mm.
Habitat in insula Ceiebes. (Coli. Mohn. ^.)
Diese sehr schöne Art unterscheidet sich von den
genannten schon auf den ersten Blick durch ihre ver-
hältnissmässig geringere Breite und stimmt in dieser Be-
ziehung mehr mit A. Luzonica Eschsch. überein. Die
Stirn ist bei ihr gewölbter und auch die Mitte des Cly-
peus mehr erhaben; die Seitenränder des letzteren sind
ebenfalls concav aber nicht so hervorragend und scharf
wie bei A. orichalcea, indessen höher und schärfer wie
bei A. de Haani; ihre P^ndspitzen etwas länger und mehr
nach vorne gebogen. Der vordere Theil des Clypeus
ist bei ihr schwärzlich und stärker punktirt. Der Vor-
derrücken wie bei den anderen Arten; sein hinterer Lap-
pen am Ende etwas rinnenartig vertieft. Die Flügel-
decken zeigen deutlich aus der Schultergegend nach dem
unteren Theile der Naht in schiefer Richtung verlaufende
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 255
Punktreihen. Neben der nicht sehr ausstechenden Naht-
spitze haben sie eine kleine Ausbuchtung-. An dem äus-
seren Umfange des Hinterbuckels sind sie stark nadel-
rissig, unterhalb desselben und zwischen ihm und der
Naht grubig ausgestochen. Die Farbe ist ein sehr schö-
nes, bei auffallendem Lichte metallisch golden glänzendes
Braun ohne alle Beimengung von Grün; Das Pygidium,
die Enden der Bauchsegmente, die hintere Hüfte, Para-
pleura, Schulter und die obere Hälfte der Schenkel sind
leichter röthlichbraun, stark metallisch schimmernd. Der
Mesosternalfortsatz ist, wie bei A. de Haani, nach vorne
ausstechend und zugespitzt.
Ich habe von dieser seltenen Art nur ein einziges
Exemplar, und zwar ein Männchen, von Gorontalo auf
Celebes erhalten.
Die Zahl der Arten von Agestrata würde sich hier-
nach, A. Litzonica von den Philippinen mitgerechnet, auf
f ü nf belaufen.
Genus III. Lomapt era Gorj et Percheron.
Gory et Perch. Mon. des C6t. p. 43.
1. Lomaptera striata Wallace.
Lomapt. striata Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 535. pl. XI. fig. 8.
Habitat in insula Java (ColJ. Mohn, r/ $•)
Diese Art ist in einigen Gregenden des Innern von
Java durchaus nicht selten, und ich habe viele Exemplare
davon erhalten. Wallace nennt sie mit Recht eine
aberrante Form, die mir den Uebergang zu Agestrata
zu bilden scheint.
2. Lomaptera Timoriensis Wallace.
Lomapt. Timoriensis Wallace 1. c. p. 535.
Habitat in insula Timor. Coli. (Mohn. cT $).
Diese Art ist selbst in den grösseren Stücken klei-
ner als L. pulla Schönh., von der sie sich ausserdem und
hauptsächlich durch die deutlicheren, sich über den gröss-
tea Theil der Flügeldecken ausbreitenden l^unktreihou,
256 Mohnike:
den kürzeren, mehr zugespitzten hinteren Lappen des
Thorax und den kürzeren, feineren, nadeiförmig zuge-
spitzten Mesosternalfortsatz unterscheidet. Wallace er-
wähnt letzteren Umstand nicht. Ich zeichne dieses aber
nach Exemplaren an, die ich von ihm selbst empfangen
habe. In dem Museum zu Leiden befindet sich eine
Lomaptera , etikettirt als L. castaiiea n. sp. Dieselbe
schien mir ein ganz junges, noch nicht lange entpupptes
Exemplar von L. Tvmoriensis zu sein, bei welchem die
Pigmentabsetzung noch nicht vollkommen stattgefunden.
3. Lomaptera pulla Billberg.
Oetonia pulla Billb. in Schönh. Syn. Insect. Bd. I, 3.
App. p. 46. — Cet. nigritaYröhWch, Naturforscher, Bd. 26.
p. 110; Bd. 29. T. 3. fig. 5. — Cef. anthracma Wiedem.
Zool. Magaz. Bd. II, 1. S. 83. — Lomaptera pulla Burm.
Handb. d. Ent. ßd. III. S. 316. — Varietäten : Lomapt.
ehena Burm. 1. c. p. 315. — Lomapt. cjtj^rtpes Waterhouse,
Proceed. ent. Soc. 1841. p. 27; Trans, ent. Soc. IV. 1845.
p. 38. — Lomapt. nigro-aenea Waterh. 1. c. p. 27; p. 38.
— Lomapt. nitens ßlanchard; Liste des C6t. du Mus.
p. 17. — Lomapt. viridi-aenea Gorj et Perch. Mon. d.
C6t. p. 309. pl. 60. fig. 5. — Lomapt. pulla Wallace, Trans,
ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 356.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. cT $) ; in insula
Luzon, in China, Tenasserim, in insula Pinang et in India.
(Wallace.)
Zu dem sehr ausgebreiteten Vaterlande dieser Art
muss auch Java gezählt werden, da sie dort nicht allein
vorkommt , sondern \\\ einigen Gegenden des östlichen
Theiles sogar sehr häufig ist. Ich habe daselbst eine
grosse Anzahl Exemplare erhalten, die mit der Beschrei-
bung B i 1 1 b e r g's von Cet. pulla und W i e d e m a n n's von
Macron. anthracina sehr übereinstimmen. Dieselben sind,
ohne Ausnahme auch nur eines einzigen Stückes unter
Hunderten, alle tief schwarz, ohne die geringste Spur
metallischen Glanzes, bei auffallendem Lichte violettblau
schimmernd. Billberg nennt seine Art „coerulescens
atra;*^ Wiedemann die seinige „dunkelbläulich oder
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln >ind Molukken. 257
kohlschwarz, kaum halbmetallisch." Es ist mir auffallend
unter den vielen Exemplaren dieser Art von Java, kein
einziges gefunden zu haben, welches in seiner Farbe auch
nur Spuren von Uebergang in Grün zeigte ; um so mehr, als
ich unter einer grösseren Zahl Stücke von anderen, sämmt-
lich an ein und demselben Orte gefangenen Cetoniden, von
denen eine grüne und eine schwarze Varietät besteht, wie
z. B. Agesfr. oriöhaloea und Plecirone tristis, stets we-
nigstens einzelne Stücke der Farbenvarietät , die an
dem betreffenden Orte die seltnere ist, gefunden habe.
Die Sculptur der Flügeldecken ist bei allen ganz wie die
genannten Schriftsteller sie angeben. Ihre Grösse variirt
zwischen 21 — 28 Mm. Was die beiden eingedrückten
Punkte auf dem Vorderrücken betrifft, deren Billberg
erwähnt, so sind dieselben allein als individuelle Ano-
malie zu betrachten, die nicht ganz selten vorkommt.
Ich besitze Exemplare von dieser und anderen Lomaptera-,
so wie von Corypliocera- und Agestrata-KviQxi mit solchen
^punctis duobus geminis impressis." Auch die Andeu-
tung einer vertieften mittleren Längslinie des Halsschil-
des, von der Wie de mann spricht, findet sich ausnahms-
weise bei einzelnen Stücken.
4. Lomaptera Agni Wallace.
Lomapt. Agni Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 537.
Habitat in insula Pinang,
Diese Art möchte ich für keine eigene und selbst-
ständige, sondern nur für eine der mannigfachen metal-
lisch glänzenden und heller gefärbten Varietäten von L.
pulla halten. In dem Museum zu Leiden nämlich befin-
det sich das Männchen einer prachtvollen, ausserordent-
lich glänzenden, oben und unten kupferrothen Varietät
derselben, die mit der Beschreibung von L. Agni bei Wal-
la ce vollkommen übereinstimmt. Sie stammt von Borneo
und ist als viridiaenea etikettirt. Allein bei ihr ist das
Scutellum nicht gänzlich durch den Lappen des Protho-
rax bedeckt. Auch bei meinen Exemplaren von L. pulla
ist das Schildchen immer, wiewohl in einzelnen Fällen
Arclüv f. Naturg. XXXVII. Jahrg. l.üd. 17
258 Mohnike:
nur noch eben zu erkennen. Nebenumstände, wie z. B.
ein schnelleres oder langsameres Tödten und Trocknen
des Thieres, seine Haltung des Thorax im Augenblicke
des Todes u. s. w., können die Ursache werden, dass das
Schildchen bei einzelnen Exemplaren grösser, bei ande-
ren kleiner, selbst beinahe verschwindend erscheint. Bei
L. Agni ist letzteres gänzlich unter dem Lappen des Vor-
derrückens verborgen, und findet Wal lace eben in die-
sem Umstände, so wie in dem weniger gebogenen Meso-
sternalfortsatze, und dem Fehlen eines Randzahnes au
den Hinterschienen Gründe, um sie von L. pulla zu tren-
nen. Dieses ßedecktsein des Schildchens wäre allerdings
als charakteristisches Kennzeichen einer anderen Art
anzusehen, wenn dasselbe wirklich ein vollkommenes ist
und nicht allein scheinbar stattfindet. Den Mesosternal-
fortsatz finde ich bei den grösseren und grössten Stücken
von L. pulla stets viel weniger nach oben gekrümmt als
bei kleineren, und die Zähne an dem Rande der Hinter-
schienen sind bei einigen der mir vorliegenden grösse-
ren Männchen so gut wie verschwunden,
5. Lomaptera virens Hombron et Jacquinot.
Cetotiia plana Pa.jku\\ in Schönh. Syn. Insect. Bd.I, 3.
App. p. 67. — Lomapt. virens Hombr. et Jacq. Yoyage
au pole Sud. Ins. Col^opt. pl. IX. fig. 6. — Lomapt. va-
lida Chevrolat in Gory et Percher. Mon. d. Cet. p. 308.
pl. 60. fig. 2. — Lomapt. valida Burm. Handb. d. Entom.
Bd. III. S. 314. Lomapt. virens Wallace, Trans, ent. Soc.
3. Ser. IV. 1868. p. 538.
Habitat in insulis Amboina etCeram. (Coli. Mohn.cT $).
Von den beiden auf Amboina lebenden Lomapteren
ist diese die häufigste und nicht, wie Hombron und
Jacquinot erklären, L. crUrvillii Burm., die weder da-
selbst noch überhaupt auf den Molukken vorkommt.
Weder Herr Wallace noch ich selbst, während meines
sechsjährigen Aufenthaltes und anhaltenden Sammeins
auf der genannten kleinen Insel, haben sie jemals dort
gefunden.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln u. Molukken. 259
6, Lomaptera Latreillu Gory et Perclieron.
Lomapt. LatretUuGorj et Perch. Mon. d. C4t. p. 307.
p. 60. fig. 1. — Lomapt. Latreüiii Burm. Handb. d, Ent.
Bd. III. ö. 314. — Lomapt. LatreiUii Thomson, Mus.
Scient. I. 1860. p, 34. — Lomapt. Latreüiii Wallace, Trans,
ent. Soc. d. Ser. IV. 1868. p. 538.
Habitat in insulis Ternate etTidor. (Coli. Mohn. d^$.)
7. Lomaptera olivacea Thomson.
Lomaptera olivacea Tlioms. Mus. scient. I. 1860.
p. 34. — Lomapt. olivacea Wallace, Trans, entom. Soc.
3. Ser. IV.1868. p. 540.
Habitat in insulis Ternate, Batjian (Coli. Mohn. ^^ $) ;
Gilolo, Morotai, Batjian (Coli. Wallace).
8. Lomaptera Wallacei Thomson.
Lomaptera Wallacei Thomson, Arch. Entom. Vol. I.
p. 426. pl. 16. fig. 1. - Wallace 1. c. p. 540.
Habitat in insulis Ternate, Tidor , Gilolo (Coli.
Mohn, d'?); Arou (Coli. Wallace).
9. Lomaptera Arouensis Thomson.
Lomaptera Arouensis Thoms. 1. c. Vol. I. p.428. pl. 16.
fig. 1. — Lomapt. Arouensis Wallace 1. c. p. 541.
Habitat in insula Kei.
10. I^omaptera Ceramensis Wallace.
Lomaptera Ceramensis Wallace 1. c. p. 541.
Habitat in insulis Amboina et Ceram (Coli. Mohn. cT $)•
Diese ist die andere der auf Amboina vorkommen-
den Lomaptera-Arten. Sie ist aber viel seltener als L.
virens, und findet sich nur auf der nördlichen, Ceram
zugewandten, Hitou genannten Hälfte dieser Insel. Sie
zeigt eine grosse üebereinstimmung mit L. Aro7iensis und
eine noch grössere, wie Wallace zugleich bemerkt, mit
L. Cambodiensis, einer durch ihn beschriebenen Art aus
Hinter-Indien.
2G0 Mohnike:
11. Lomaptera Batchiana Thomson.
Lomaptera Batchiana Thomson, Mus. scient, I. 1868.
p, 35. — Lompt. Batchiana Wallace 1. c. p. 543.
Habitat in insuh's Batjian, Gilolo (Co)!. Mohn. $),
12. Lomaptera pygidialis Thomson,
Lomaptera pygidialis Thomson i.e. p. 35. — Lomapt.
pygidialis Wallace 1. c. p. 543.
Habitat in insulis Ternatc , Tidor, Gilolo (Coli.
Mohn. ^$); Kaioa (Coli. Wallace).
13. Lomaptera conciiina Wallace.
Lomaptera concinna Wallace 1. c. pl. XII. fig 1.
Habitat in insulis Arou.
Diese Art hat in ihrer Gestalt viele üebereinstim-
raung mit L. Ceramensis, von der sie sich hauptsächlich
dadurch unterscheidet, dass bei ihr die Spitze desClypeus,
die Antennen, die Beine und' die beiden letzten Bauch-
segniente nicht grün, sondern purpurn-kupferfarbig sind.
14. Lomaptera validipes Thomson.
Lomaptera validipes Thomson, Arch. Entom. Vol. I.
p. 427. pl. 16. flg. 2. — Lomapt. validipes Wallace 1. c.
p. 542.
Habitat in insulis Arou et Nova-Guinea.
15. Lomaptera Adelpha Thomson.
Lomaptera Adelpha Thomson 1. c. p. 428. pl. 16. fig. 3.
— Lomapt. Adelpha Wallace 1. c. p. 544,
Habitat in insulis Arou.
16. Lomaptera inermis Wallace,
Lomaptera inermis Wallace 1, c. p. 545. pl. XII. fig. 2.
Habitat in Nova-Guinea,
Herr Wallace hat von dieser Art nur ein einziges
Exemplar, ein Weibchen, auf Neu-Guinea gefangen. Nach
seiner Abbildung davon scheint mir dieselbe in Ihrer Ge-
stalt weniger mit L. Pap^ia, wie er meint, als mit L. xan-
thopus übereinzukommen. Wahrscheinlich ist sie nichts
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-lnselii und Molukken. JÖl
als eine Varietät der letzteren, mit welcher sie die rothe
P^ärbung des ClypeiK^, des hinteren Theiics der Flüg-el-
dcckcn, des Pygidiums und der Beine gemein hat; nicht
aber das bei den meisten, aber nicht allen Stücken
von L. xanthopns, und nicht bei allen in gleichem Maasse
stattfindende Farbenspiel auf den Flügeldecken theilt.
Unter verschiedenen Exemplaren letztgenannter Art besitze
ich auch ein Weibchen, bei welchem die Randzähne der
Vorderschienen obsolet sind.
17. Lomaptera xanthopus Boisduval.
Lomaptera xanthoptts Boisd. Faune ent. de l'Oceanie.
p. 225. Eiusd. Voyage de i'Astrolabe. Coleopt. p. 225.
t. 7. fig. 3. — Lomapt. xanthopics Burm. Handb. d. Ent.
Bd. III. S. 315. — Lomapt. xanfJwpunW aUace I.e. p. 542.
Habitat in insulis Mysole (Coli. Mohn, c/* $); et Nova-
Guinea (Coli. Wallace).
18. Lomaptera Papua Guerin.
Lomaptera Papua Guerin in Voyage de la Coquille
Zoo!, t. II. p. 91. pl. 3. fig. 11. — Lomapt. Papua Boisd,
Faune entom. de l'Oceanie p. 224. — Lomapt- PapuaGorj
et Perch. Mon. d. Cet. p. 309. pl. 60. fig. 4. — Lomapt.
Papua Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 315. — Lomapt.
Papua Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p.544.
Habitat in insulis Waigiou (Coli. Wallace) et Nova-
Guinea (Museum Parisiense).
19. Lomaptera Doreica n. sp. Mohnike.
L. supra laete viridi inaurata, nitidissiraa ; clypeo
lobis punctato; thorace lateribus punctato, disco loboc[ue
posteriori lucididissimis ; elytris postice attenuatis, traus-
versim aciculatis, angulo scutellari sparsim punctatis, gib-
bis posterioribus prorainentibus, sutura parum acuminata;
pygidio conoidco; abdomine, pectore pedibuscjue concolo-
ribus, nitidis; processu mesosterni longo, protracto, apice
horizontali.
262 Mohuike:
Longitudo Mm. 36
Latitudo elytrorum inter humeros „ 16
„ „in apice , . „ 12.
Habitat in Nova-Guinea. (Coli. Mohn. cT $)•
Oben und unten goldgrün, nicht dunkler als Cetonia
aurata. Die Ränder des Clypeus sind ungerandet, seine
Lappen punktirt. Nach oben wird die Punktur weni-
ger dicht, und auf der Stirn und dem Scheitel noch
weitläuftiger. Die Seiten des Thorax sind in einer be-
trächtlichen Breite, doch weniger dicht punktirt, seine
Mitte aber und der an seinem Ende breite, abgerundete,
das Schildchen gänzlich bedeckende hintere Fortsatz spie-
gelglatt und im höchsten Maasse glänzend. Die Flügel-
decken sind unten um den vierten Theil schmäler als
zwischen den Schultern, mit massig hervorragender, hin-
ten wenig zugespitzter Nahtleiste und an ihrem Ende nur
massig abgerundet. Die Hinterbuckeln ragen stark her
vor. Die Flügeldecken sind neben dem Rande des Thorax
sehr glänzend, aber nicht so glatt als letzterer, und mit
einzelnen, sehr zerstreut stehenden Punkten besetzt. Die
Punktur wird nach unten dichter und geht auf gleicher
Höhe mit dem Ende des hinteren Lappens des Vorder-
rückens in sehr feine und wenig tiefe transversale Na-
delrisse über, die den ganzen übrigen Theil der Flügel-
decken, von ihrem äusseren Rande bis zur Naht und
nach unten bis zu ihrer Spitze, bedecken, wodurch ihr
Glanz etwas vermindert wird. Das Pygidium ragt conisch
nach hinten hervor und ist gleichfalls mit feinen, dicht-
stehenden Nadelrissen bedeckt. So auch die Seiten der
Brust, Schenkel und Vorderschienen; während die mitt-
leren und Hinterschienen weitläuftig punktirt sind, und
einzelne zerstreute Punkte sich auch auf den sonst glat-
ten Bauchringen zeigen. Alle diese Theile, so wie auch
die Tarsalglieder, sind goldgrün glänzend. Die Beine sind
bei beiden Geschlechtern lang und schlank; alle Schie-
nen des Männchens ungezähnt, die vorderen des Weib-
chens zweigezähnt. Die Hinterschienen des Männchens,
so wie die mittleren und hinteren des Weibchens, haben
am Innern Rande einen kurzen, bräunlichen Haarsaum.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukkeu. 2G3
Die Längsvertiefung in der Mitte der Bauchringe des
Männchens ist stark entwickelt; auch sind die Kolben der
grünbraunen Fühlhörner bei ihm länger als bei dem
Weibchen. Der stark entwickelte, 'bis über die Hüften
der Vorderbeine vorstechende Mesosternalfortsatz ist zuerst
abgeplattet und schief nach unten gerichtet, während sein
vorderer, stumpf endigender Theil mehr wagerecht liegt
und an den Seiten wie abgeschliffen erscheint.
Ich verdanke ein Männchen und zwei Weibchen die-
ser auffallend schönen, der L, Papua nahestehenden, von
ihr aber in der Gestalt wie der Farbe abweichende Art,
die zu Dorey, auf der Nordküste von Neu-Guinea, ge-
fangen wurden, den Herren Geisler und Otto, Mis-
sionairs daselbst.
20. Lomaptera hifasciata Quoy et Gaimard.
Ceionia hifasciata Quoj et Gaimard, Voyage autour
du Monde de l'Uranie. Zool. p. 548. t. 82. fig. 5. — Gel.
Dumerüi Lesson, Centurie de Zoologie p. 54. t. 13. —
Lomaptera hivittata Gory et Perch. Mon. d. Cet. p. 308.
pl. 60. fig. 3. — Lomapt. fasciata Burm. Handb. d. Ent.
Bd. in. S. 313. — Lomapt. fasciata Wallace, Trans, ent.
Soc. 3, öer. IV. 1868. p. 540.
Habitat in insulis Nova-Guinea et Waigiou.
21. Lomaptera ülricae Mohnike. Taf. VI. Fig. 1. $.
L. laete viridis, nitidissima; elytrorum parte postica
margineque externe cyaneo-nigris opalizantibus.
Longitudo Mm. 36
Latitudo inter humeros . »15.
Habitat in insula Gilolo (Coli Mohn. $).
Diese Art hat in der Gestalt die meiste Uebereinstim-
mung mit L. Wallacei. Der Clypeus zeigt bei ihr nur wenig
hervortretende, nach unten sich noch mehr abflachende
Seitenränder und ist dicht und fein punktirt; sein vorderer
Ausschnitt wie bei L. Wallacei. Die Spitzen der Lappen
sind etwas stumpfer. Der Thorax ist in der Nähe der
öeitenränder nadclrissig, mehr nach innen ziemlich grob
aber weitläuftig punktirt, während noch mehr zerstreut
264 Mohuike:
stehende, viel feinere, mit dem blossen Auge kaum noch
zu erkennende Punkte sich allenthalben auf seinem Discus
befinden. Der hintere Lappen ist etwas schmäler wie
bei L. Wallacei und an seinem Ende ein wenig einge-
buchtet, wie bei L. Latreillü. Von dieser Einbuchtung
erstreckt sich die leichte Andeutung einer mittleren Längs-
linie über den Thorax bis in seine vordere Randgegend.
Das kSchildchen ist etwas grösser wie bei L. Wallacei,
und unten zugespitzt. Die Flügeldecken sind an ihrer
Spitze fast um den dritten Theil schmäler als zwischen
den Schultern und etwas mehr gewölbt wie bei L. Wal-
acei und L. Latreülii. Ihr unteres Ende ist abgerundet;
ihre Nahtleiste ragt wenig hervor und ist kaum merklich
zugespitzt. Die Hinterbuckeln treten stark hervor. Letz-
tere so wie der untere Theil der Seitenränder sind na-
delrissig. Ausserdem zeigen sich, unter der Loupe, allent-
halben auf den Flügeldecken weitläuftig stehende feine
Punkte. Die Sculptur ist aber, besonders an ihrer unte-
ren Hälfte, viel schwächer als bei L. Wallacei. Die Sei-
ten des quer nadelrissigen Pygidiums stossen an seinem
oberen Theile in der Mitte in einen ziemlich scharfen
Winkel zusammen; die Unterseite ist etwas ausgehöhlt.
Bauch und Brust sind glatt, glänzend und selbst an ihren
Seitentheilen nur sehr wenig punktirt und nadelrissig.
Dichter und ausgebreiteter zeigen sich diese Punkte und
Risse an den Schenkeln und Schienen. Letztere sind an
den Vorderbeinen dreigezähnt ; an den mittleren und hin-
teren, welche an ihrem inneren Rande mit einem bräun-
lichen Haarsaume versehen sind, unbewaffnet. Der starke,
flache, bis zu den Vorderhüften reichende Mesosternal-
fortsatz ist nur an seiner Spitze ein wenig nach oben ge-
bogen. Die Farbe ist oben wie unten ein schönes, leb-
haftes, stark glänzendes Grün ohne allen metallischen
Schimmer. Dieses Grün ist heller wie bei L. Latreülii
und ungefähr von gleichem Farbentone wie bei L. Wal-
lacei, hat aber nicht den eigenlhümlichen, lackartigen
Glanz der letztern. Die Fühler sind schwärzlicli braun,
die Tarsalglieder dunkel blaugrün. Unterhalb des Sei-
tenausschnittes färbt sich der äussere Rand der Flügel-
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 265
decken schwärzlich violett. Diese dunklere Färbung
breitet sich mehr und mehr aus, bis sie beinahe das ganze
untere Dritttheil derselben einnimmt, sich aber nur an
ihrer Spitze bis zur Naht hin erstreckt. Diese dunkelge-
färbte Stelle zeigt ein eigenthümliches Farbenspiel und
erscheint heller oder dunkler je nachdem das Licht
auffällt.
22. Lomaptera a/^ oma/a Mohnike. (Taf. VI. Fig. 2. $).
L. corpore valde convexo ; supra et subtus laete vi-
ridis nitida; elytris subspinosis, obsolete striato punctatis.
Longitudo Mm. 31.
Latitudo iuter humcros . . „ 14,
Habitat in insula Gilolo (Coli. Mohn. $).
Eine sehr eigenthümliche, von allen anderen durch
die auffallende Convexität ihres Körpers durchaus abwei-
chende Art, Sie ist nämlich sowohl der Länge wie der
Breite nach stark gewölbt, und nehmen an dieser Wöl-
bung der Thorax und die Flügeldecken gleichen Antheil;
so dass der Höhenpunkt ihres Körpers etwas hinter dem
Ende von dem Lappen des Vorderrückens liegt. Diese
Wölbung erscheint um so anomaler, als die besondere
Abfiachung des Thorax an seinem hinteren Thcile, so wie
der Flügeldecken gerade zu den charakteristischen Merk-
malen der Gattung Lomaptera gehört. Der nicht geran-
detc Clypeus ist dicht, der Thorax an den Randtheilen
weitläuftiger und gröber, in der Mitte kaum noch punk-
tirt. Die Flügeldecken sind an ihrem Ende beträchtlich
abgerundet, haben aber nur eine ganz unbedeutende Naht-
spitze und sind an dem »interen Theile des äusseren Ran-
des und auf den Hinterbuckeln nadclrissig. Ausserdem
sind sie in ihrer ganzen Ausbreitung mit feinen Punkten
bedeckt, deren Ordnung in Reihen sich schon dem blos-
sen Auge kennbar macht. Die Unterseite ist glatt und
glänzend, selbst an ihren Seitentheilen nur sparsam punk-
tirt oder nadelrissig. Allein auf dem letzten Bauchseg-
mente ist die Punktur stärker. Die Vorderschienen sind
dreigezähnt und, wie die der andern Paare und die Schen-
kel, zerstreut punktirt und nadelrissig. Die mittleren und
266 Mohnike:
hinteren haben an ihrem inneren Rande einen braunen
Haarsaum. Der Mesosternalf'ortsatz ist wie bei L. Latreillii
und L. Wallacei gestaltet. Die Farbe ist oben wie unten
ein ziemlich helles, glänzendes Blattgrün, ohne allen Me-
tallglanz. Nur die Fühlhörner sind mehr bräunlich, und
die Tarsalgh'eder dunkelgrün metallich glänzend.
Ich verdanke diese wie die vorige Art dem frühe-
ren Residenten von Ternate, Herrn P. v. d. Grab.
Sectio IV. Nacronotidae.
Genus I. Glerota Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. IIL S. 317.
1. Glerota Budda Gory et Percheron.
Macronota üwc/c/aGory et Perch. Mon. d. C^t. p. 310.
pl. 61. fig. 1. — Glerota Budda Burm. 1. c. p. 317. — Gier.
Budda Wallace, Trans, ent See. 3. Ser. IV. 1868. p. 545.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. (/ $).
Ich bezweifle sehr, dass Gl. (Macronota) vittigera
Hope, Procecd. ent. 8oc. 1841. p. 34 ; Trans, ent. Soc. III.
1843. p. 282; — abgebildet und beschrieben bei West-
wood, Are. entom. Vol. I. p. 104. pl. 28. fig. 6 — , von
Mysore, allein eine blosse Varietät dieser Art ist.
Unter einer Reihe von Exemplaren, welche ich von
diesem auf Java nur selten vorkommenden Käfer vor
mir habe, befindet sich ein durchaus schwarzes, ohne die
geringste Spur gelber Flecken irgend wo. Ein anderes
zeigt allein die beiden untern Flecken der Flügeldecken.
Bei den am meisten gefärbten befinden sich auf dem
Thorax, neben seinem Rande eine gelbe Längslinie, so
wie eine eben solche kurze in seiner Mitte und unter
ihr häufig noch ein gelber Fleck. Ausserdem vier grös-
sere Flecken auf den Flügeldecken, zwei auf dem Pygi-
dium, während Schulter, Parapleura, Ilinterhüfte und Ende
der vier ersten Bauchringe gleichfalls gelb gefleckt sind.
Uebersicht der Cetonideu der Sunda-Inseln und Molukkcn. 267
Diese Flecken sind in der Abbildung' bei Gory und
Percheron viel zu dunkel.
Genus II. Flectrone Wallace.
Wallace, Trans, ent. 3. 8er. IV. 1868. p. 545.
1. Flectrone /risfts Wallace I.e. p. 545. pl. XIII. fig. 1.
Macronota triatisWestwood, Are. ent. Vol. I. p. 104.
pl. 28. fig. 5. ?.
Habitat in insulis Java (Coli. Mohn. cT $) et Pinang
(Wallace).
Ich habe einmal eine nicht unbeträchtliche Anzahl
von Stücken dieser Art zwischen weissen Ameisen auf
einem von letzteren durchgrabenen und bevölkerten, ab-
gestorbenen Baumstumpfe angetroffen. Sie laufen ausser-
ordentlich schnell, fast wie Cicindelen, und trachten mehr
sich dadurch als durch Wegfliegen der Verfolgung zu ent-
ziehen. Ich habe von dieser Art am häufigsten dunkel-
blauschwarze, aber auch purpurschwarze, ein metallisch
grünes, wie Wallace abbildet, und solche gefunden,
bei denen die Hauptfarbe blauschwarz und nur das Schild-
chen und dessen nächster Umkreis grün metallisch sind.
Plectr. nigrocoeridea Waterhouse, — Flectr, Barrotiana
Burmeister — auf den Philippinen, ist eine von Fl. tri-
stis verschiedene Kvt, wie Wallace sehr richtig dar-
gethan hat.
Genus III. Chalcothea Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 319.
1. Chalcothea smaragdina Gory et Percheron.
Macronota smaragdina Gory et Perch. Mon. d. Cet.
p. 311. pl. 61. fig. 1. — Chalcothea smaragdula Burm.
Handb. d. Ent. III. S. 319. — Chalcoth. smaragdina Wal-
lace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 547.
Habitat in insulis Sumatra (Coli. Mohn. cT); Borneo,
Pinang (Coli. Wallacej.
268 Mohuike:
2. (Jhalcothca resplendeiis GrOiy et Percheron.
Macronota resplendens Gory et Perch. Mon. d. Cet.
p. 311. pl. 61. fig, 3. — Chalcotli. resplendevs Bnrm. 1. c.
p. 320. — ChaLcoth. res'plendens Wallacc 1. c. p, 547.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. ^).
Ich besitze von dieser Art eine prachtvolle oben und
unten ultramarinblaue, sehr glänzende Varietät mit bron-
cefarbigen Beinen.
3. Chalcothea affinis Van Vollenhoven.
Chalcothea afjinis Van Vollenh. Tydschr. Ent. 1.
1858, p. 23. t. 2. flg. 2. — Chalcoih. respiendens Wallace
1. c. p. 547.
Habitat in insula Borneo (Mus. Lugdunense; Coli.
V\^allace).
Genus IV. Macronota Hoflfmannsegg.
Wiedemann Zoologisches Magazin, Bd. I. 1. S. 15.
1. Macronota Diardi Gory et Percheron.
Macronota Diardi Gory et Perch. Mon. d. Cet. p. 315.
pl. 61. fig. 5. — Macron. Diardi ßurm. Handb. d. Entom.
Bd. III. S. 320. — Macron. Diardi Wallace, Trans, ent.
Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 549.
Habitat in insula Sumatra (Coli. Mohn. (/$); in Bor-
neo, Malaca, insulaque Pinang (Coli. Wallace).
2. Macronota trisulcata Gory et Percheron.
Macronota trisulcata Gory et Perch. 1. c. p. 312.
pl. 61. fig. 4. — Macron. trisnlcata Burm. 1. c. p. 321. —
Macron. trisulcata Wallace 1. c. p. 548.
Habitat in insula Java.
8. Macronota aciculata Van Vollenhoven.
Macronota acicxilaia Van Vollenh. Nederl. Tydschr.
V. Entom. Bd. VII. p. 153. — Macron. aciculata Wallace
1. c. p. 548.
Habitat in insula Java.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 2G9
4. Maoronota LndeJcmgi Van Vollenhoven,
Macronota Ludikiagi Van Vollenh. 1. c. p, 158. —
Macron. Ludekiugi Wallace 1. c. p. 548.
Habitat in insula Sumatra.
5. Macronota Celehensis Wallace.
Macronota Celehensis Wallace 1. c. p. 548. pl, XI.
Habitat in insula Celebes (Tondano).
G. Macronota castanea Wallace.
Macronota castanea Wallace 1. c. p. 549. pl. XI. fig. 0.
Habitat in insula Celebes (Macassar).
Diese beiden letzten Arten habe ich bei Herrn Wal-
lace zu Aniboina ; M. Celehensis aueh in dem Museum
zu Leiden untersucht,
7. Macronota luctuosa Van Vollenhoven.
Macronota luctuosa Van Vollenh. Tydschr. v. Ent. I.
1858. p. 25. t. 2. fig. 4. — Macron. luctuosa Wallace 1. c.
p. 550.
Habitat in insuüs Amboina etCeram (Coli. Mohn. (/$).
8. Macronota nigerrima Wallace.
Macronota nigerrima Wallace 1. c. p. 550.
Habitat in insula Celebes (Menado).
Diese Art habe ich nie gesehen.
9. Macronota patricia Gory et Percheron.
Macronota patricia Gory et Perch. 1. c. p. 320. pl. 63.
fig. 4. — Macroji. patricia Burm. 1. c. p. 322. — Macro7i.
patricia Wallace 1. c. p. 551.
Habitat in insula Java.
10. Macronota clathrata Gory et Percheron.
Macronota clathrata Gory et Perch. 1. c. p. 320.
pl. 64. flg. 5. — Macron. clathrata Burm. 1. c. p. 323. —
Macron. clathrata Wallace I. c, p. 551.
Habitat in insula Java.
270 Mohnike:
Ich habe weder M. patricia noch M. clathrata jemals
auf Java gesehen.
11. Macronota regia Fabricius.
Cetonia regia Fabr. öysth. Eleuth. t. IL p. 159. —
Gel. zebra Billbcrg- in Schönh. Synon. ins. Bd I, 3. App.
p. 54. — Macronota zehra Schaum. Ann. Soc. entom. de
Fr. 1844. p. 369. — Macron. regia Gory et Perch. 1. c. p. 310.
pl. 62. fig. 3. — Macron. regia Burm. 1. c. p. 224. — Ma-
cron, regia Waliace 1. c. p. 552. — Macron. fraterna.
Westwood, Trans, ent. Soc. 2. Ser. III. p. 71. pl. VII.
fig. 5. — Macron. venerea Thomson, Arch. Entom. Vol. I.
p. 284. — Macro7i. venerea Lacordaire, Genera des Co-
leopt. Atl. t. 39. fig. 1. — Macron. Apelles Thomson,
Mus. scient. Vol. I. p. 36. — Macron. depressa Gory et
Perch. I. c. p. 315. pl. 62. fig. 2. — Macroii. Forsteni v.
Voilenh. Tydschr. v. Ent. 1858. I. p. 24.
Habitat in insulis Bourou, Batjian, Celebes, Ternate,
Gilolo, Java (Coli. Mohn. (/$); Batjian, Gilolo, Ternate,
Kaioa, Morotai, Celebes, Nova-Guinea, iSalwatti, Arou,
Mysolc, Borneo, Sumatra, Pinang (Coli. Waliace).
Alle Exemplare, welche ich von dieser weitverbrei-
teten, nicht allein auf den genannten Inseln, sondern
auch noch auf dem Indischen Festlande und den Philip-
pinen vorkommenden Art, im östlichen Java erhalten
habe, gehören der von Billberg als Cet. zehra be-
schriebenen Varietät mit schwarzem Vorderrücken und
hell castanienbraunen Flügeldecken an,
12. Macronota variegata Waliace.
Macranota variegata Waliace 1. c. p. 552. pl. XII.
Habitat in insula Pinang.
Diese Art ist nichts als M. cineracea Gory et Perch.,
ungeachtet Waliace das Gegentheil behauptet. Unter
den vielen Stücken von letzterer Art in der Leidener
Sammlung und meiner eigenen, befinden sich einzelne, die
mit seiner Beschreibung und Abbildung durchaus über-
einstimmen.
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 271
13. Macronota cervina Wallace.
Macronota cervina Wallace 1. c. p. 553. pl. XI. fig. 7.
Habitat in Malacca.
14. Macrotiola corticalis Wallace.
Macronota corticalis Wallace 1. c. p. 554.
Habitat in Pinang.
15, Macronota tlioracica Wallace.
Macronota tlioracica Wallace l. c. p. 554. pl. XII.
fig. 3.
Habitat in insula Celebes (Tondano).
IG. Macronota Moithotii Wallace.
Macronota Mozihotii Wallace l. c. p. 555. in nota,
pl.XII. fig.4.
Habitat in insula Sumatra (Coli. Mohn. ^).
Das Männchen dieser Art in meiner Sammlung
habe ich auf der, in der Mündung des Flusses Siak im
nordöstlichen Theil von Sumatra, Malacca gegenüber, lie-
genden kleinen Insel ßangkalis gefangen. Wallace
nennt als Vaterland seiner Exemplare Siam und Cam-
bodja. In dem Museum zu Leiden ist ein Exemplar die-
ser Art aus Laos als Macron. ochromaculata Deyrolle an-
gegeben.
17. Macronota suturalis Van Vollenhoven.
Macronota suturalis v. Vollenh. Tydschr. v. Eni. I.
1858. p. 25. t. 12. fig. 3. — Macron. suturalis Wallace 1. c.
p. 556.
Habitat in insulis Bornco, Sumatra, Pinang.
18. Macronota cmer«cea Gory et Percheron.
Macronota cineracea Gory et Perch. Mon. d. C^t.
p. 324. pl. 64. fig. 3. — Macro7i. quartata Gory et Perch.
1. c. p. 324. pl. 64. fig. 4. — Taeniodera cinerea Burm.
Handb. d. Ent. IIL S. 328. — Macron. grisea Sturm, Cat.
1826. p. 167. — Macron. cineracea Wallace 1. c. p. 556.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. cT $).
272 Mohnike:
Dass auch Macron. variegata Wallacc zu dieser Art
gehört, -wurde schon oben bemerkt.
19. Macronota carbonaria Wallace.
Macronota carhonaria Wallace 1. c. p. 556.
Habitat in insula Java.
Wallace hält es für möglich, dass diese Art die
Macron. anthracina ü. et P. sein könne, giebt auch zu,
dass sie sich von der schwarzen Varietät von 3Iacron.
egreqia nur durch den merkwürdig scharfen Sternaltu-
berkel unterscheide. Vielleicht ist es dessen ungeachtet
keine besondere Art. Ich selbst kenne sie nicht.
20. Macronota Monacha Gory et Percheron.
Macronota 3Ionacha Gory et Perch. 1. c. p. 323. pl. 64.
flg. 1. — Taeniodera Monacha Burra. Handb. d. Ent. III.
y. 326. — Macron. Monacha Wallace 1. c. p. 557.
Habitat in Sumatra, Malacca (Coli. Mobn. cT $), Bor-
neo, Sincapur, Pinang (Coli- Wallace).
21. Macronota elongata Gory et Percheron.
Macronota elongata GerjetFerch. I.e. p. 327. pl. 64.
fig. 4. — Macron. elongata Burm. 1. c. p. 324. — Macron.
elongata Wallace 1. c. p. 557.
Habitat in insulis Borneo, Sincapur, Pinang.
22. Macro7iota niarmorata Wallace.
Macronota marmorata Wallace 1. c. p, 557. pl. XII.
fig. 5.
Habitat in insulis Sumatra (Coli. Mohn. J-) ; Borneo
(Coli. Wallace).
23. Macronota Annae Wallace.
Macronota An7iae^3A\Q.cQ 1. c. p. 558. pl. XII. fig. 6.
Habitat in insula Pinang.
24. Macronota picta Guerin.
Macronota picta Guerin, Revue Zool. d. 1. soc. Cuv.
1840. p. 81. — Macron. picta Burm. 1. c. p. 324. — Ma-
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 273
cron. pz'cfa Schaum, Ann. Soc. entom. de Fr. 1844. p, 369.
— Macron. aurantiaca v. Vollenh. Tydschr. v. Entom. I.
1858. p. 26. t. 2. fig. 5. — Macron. picta Wallace 1. c.
p. 558.
Habitat in insulis Sumatra^ Pinang, Borneo et in
Malacca.
25. Macronota egregia Gory et Percheron.
Macronota egregia Gu^rin, Iconogr. du R^gne anim.
Text. p. 107. pl. 26. fig. 10. — Macron. egregia Gory et
Perch. 1. c. p. 319. pl. 63. fig. 1. — Macron. hiplagiaiaGonj
et Perch. 1. c. p. 319. pl. 63. fig. 2. — Macron. anthracina
Gory et Perch. 1. c. p. 324. pl. 64. fig. 2. — Taeniodera egre-
gia ßurm. 1. c. p. 327. — Macron. haematica Perty, Ob-
serv. Coleopt. Indic. p. 35. 1. 1. fig. 1. — Macron. egregia
Wallace 1. c. p. 559.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. ^ $).
Die vier j,lineolae transversae albae'' auf den Flügel-
decken, deren Burmeister in seiner Diagnose dieser Art
erwähnt, sind keineswegs, wie er angiebt, constant, sondern
gehören zu den seltneren Fällen. In dem Museum zu
Leiden fiel mir ein Exemplar der schwarzen Varietät —
M. anthracina — auf, das auf jeder Flügeldecke, dicht
neben dem* Rande des Schildchens und parallel mit letz-
terem, eine weisse Linie, ausserdem aber noch eine zweite
kurze, aus aneinander gereihten weissen Pünktchen be-
stehende, transversale in der Mitte der Flügeldecken ne-
ben der Naht zeigte.
Zweifelnd ob dieses Exemplar nicht vielleicht einer
besonderen Art angehören könne, ersuchte ich Herrn
Snellen van Vollenhovcn dasselbe noch einmal zu
untersuchen. Herr van Vollenhoven aber schreibt
mir: „Ich habe das betreffende Stück von Macronota
egregia noch einmal genau von allen Seiten untersucht,
finde aber keinen einzigen Grund, um dasselbe von der
Art abzusondern, obschon ich zugeben muss, dass es das
einzige ist, welches solche weisse Streifchen zeigt."
Archiv für Naturg. XXXVII. Jalirg. l.Bd. 18
274 Mohnike:
26. Macronota Malabariensis Gory et Percheron.
Macronota Malabarietisis Gory et Perch. 1. c, p. 320.
pl._63. fig. 2. — Taeniodera Malahariensis Burm. 1. c.
Bd. III. S. 327. — Macron. Malahariensis Wallace 1. c.
p. 559.
Habitat in insula Sumatra (Coli. Mohn. $) ; in Mal-
laca et insula Pinang (Coli. Wallace).
27. Macronota Kafflesiana Westwood,
Macronota HafflesianaY^ Q&ivfOoA, Are. Enlom. Vol. I.
p. 104. pl. 28. fig. 4. — Taeniodera histrio Burm. I.e. p. 326.
— Macron. Hafflesiana Wallace 1. c. p. 559.
Habitat in insulis Pinang, Sumatra, Celebes.
28. Macronota antiqua Gory et Percheron.
Macronota owiig-Ma Gory et Perch. I.e. p. 317. pl. 62.
fig. 4. — Taeniodera antiqua Burm. 1. c. p. 328. — Ma-
cron, antiqua Wallace 1. c. p. 556.
Habitat in insula Java.
29. Macronota quadrilineata Gory et Percheron.
Macronota quadrilineata Gory et Perch. 1, c. p. 321.
pl. 63. fig. 5. — Macron. scenica Gory et Perch. 1. c. p, 322,
pl. 63. fig. 6. — Taeniodera quadrilineata Burm. 1. c. p, 329.
Macron. quadrilineata Wallace 1. c. p. 560.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. ^ $).
30. Macronota a7iten7iata Wallace.
Macronota antennata Wallace 1. c. p. 560.
Habitat in insula Pinang.
Sectio V. Schizorrhinidae.
Genus I. Hemiph aris Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 531.
1. Hemipkaris Whitei Thomson.
Schizorrhina Whitei Thoms. Mus. scient. I. 1860.
p. 36. — Schizorrh. Emiliae Thoms. Arch. Entom. I. p. 429.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 275
pl. 16. fig. 5. — SchizorrJi. Äronana Wallace, Trans, cnt.
Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 562. — Schizorrh. Bourouensis
Wallace 1. c. p. 562..
Habitat in insuHs Gilolo, Ternate, Bourou (CoU.
Mohn. ^$); Ke, Matabello, Arou, (Coli. Wallace).
Die genannten von Thomson und Yv'^allace auf-
gestellten und durch mich ah Hemipharis TF/aVei zusammen-
gefassten Arten sind jedenfalls keine specifisch von ein-
ander verschiedene, sondern allein nur topische Varietäten
von einer einzigen, über verschiedene Inselgruppen weit
verbreiteten Art. Ich wrürde den Namen Emilia, unter
welchem zuerst White (Proceed. Zool, Soc. 1856. p. 16.
pl. 54. fig. 9) seine Schizorrhina von den Neuen Hebriden
bekannt machte, nach ihm aber Thomson die Varietät
der Whitei von den Arou-Inseln zuerst abbildete und be-
schrieb, — beibehalten haben, wären die Scli. Emilia
White und die Soh. Emiliae Thomson in der That identi-
sche Arten. Letzteres ist aber nicht der Fall, und Thom-
son selbst hat seine erwähnte Art später Seh. Whitei
genannt.
Die nördlichst gelegene Insel, wo diese Art sich
findet, ist aber keineswegs Bourou, da mir ein Exemplar
von Gilolo und zwei von Ternate vorliegen. Das erstere
von ihnen stimmt hinsichtlich der Farbe mit der Arouana
Wallace durchaus überein ; denn es ist purpurn kupfer-
farben und stark gefleckt, hat aber auf jeder Flügeldecke
acht mehr oder minder deutlich zu erkennende Punktrei-
hen, und ist so gross wie die grössten Stücke der Boii-
rouensis, wovon ich zu Kajelie auf Bourou eine grosse
Anzahl erhalten habe. Die Stücke von Ternate gleichen
der letzteren in der Färbung, und sind mehr grünlich
braun. Bei dem einen ist die Punktur der Flügeldecken
fast ebenso stark als bei dem von Gilolo; dasselbe hat aber
nur zwei gelbe Flecken auf dem Thorax neben dessen
vordem Rande, ist auch auf den Flügeldecken nur sehr
spärlich und auf dem Pygidium gar nicht gefleckt. Das
andere Stück ist auf den ersteren nur sehr wenig punk-
tirt, daselbst aber wie auf dem Thorax und dem Pygi-
dium stark gefleckt. Von der Bourouensis habe ich u.A.
276 Mohuike:
ein auffallend kleines Exemplar vor mir, das allein an
dem Rande jeder Flügeldecke ganz kleine gelbe Flecken
zeigt, aber stark punktirt ist. Seine Farbe ist sehr dun-
kel, in das Schwärzliche übergehend. Auch die Tibien
und Tarsalglieder sind bei ihm schwarz. Wallace hat
auf die etwas hellere oder dunklere Färbung, die stärkere
oder schwächere Punktur der Flügeldecken, die Gestalt,
Grösse und Anzahl der gelben Flecken auf letzteren, die
vertiefte Linie neben dem Schildchen und der Naht, die
braune oder schwarze Farbe der Tarsalglieder u. s. w.,
offenbar einen viel zu hohen Werth gelegt. Ich habe
mich bei einer grossen Anzahl von Exemplaren davon
überzeugt, dass die Kennzeichen, welche er als charak-
teristische Eigenthümlichkeiten der von ihm aufgestellten
neuen Arten Seh. Arouana und Seit. Bourouensis hervor-
hebt, nicht als solche^ sondern höchstens nur als unter-
scheidende Kennzeichen für gewisse topische Varietäten
gelten können. Aber selbst diese Merkmale der Varietät
erscheinen keineswegs als feste und unveränderliche.
Sie kommen allein bei den Individuen von der einen
Inselgruppe häufiger vor, wie bei denen von einer andern.
Vollkommen übereinstimmend sind besonders , was die
Flecken auf dem Vorderrücken und den Flügeldecken
betrifft, selbst unter einer grösseren Anzahl, kaum jemals
auch nur zwei Stücke. Hierauf hat schon Thomson
in der Beschreibung seiner Emiliae gewiesen.
Zum Schlüsse erwähne ich noch, dass der Geschlechts-
unterschied bei dieser Art sich in den längeren und fei-
neren Tarsalglicdern, besonders der hinteren; der etwas,
wiewohl kaum merkbar abgeplatteten Bauchmitte und den
weniger mit Punktreihen versehenen Flügeldecken der
Männchen ausspricht,
Genus IL Anacam]) t orr hin a Blanchard.
Hombron et Jacquinot, Voyage au pol sud. Coleopt.
p. 136.
1. AnaGatnptorrhina ignipes Blanchard.
Anacampt, ignipes Blanch. 1. c. p. 136. pl. IX. fig. 9.
üebersicht der Celoniden der Siinda-Inseln und Molukken. 277
— Anacampt, ignipes Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 563.
Habitat in Nova-Guinea (Coli. Mohn. $).
2. Anacamptorrhina fulgida Wallace.
Anacampt, fulgida Wallace 1, c. p.563. pl. XIII. fig. 2.
Habitat in Nova-Guinea.
Da Anacamptorrhina der Gattung Hemipharis nahe
steht, so zeigen beide zu ihr gehörende Arten viele Aehn-
lichkeit mit Hern. Whitii und Hern, insularis. Sie unter-
scheiden sich von letzterer, hauptsächlich durch ihre, vric
bei den Lomaptera- Arten, stark abgeflachten Flügel-
decken. Letztere hat Wallace auch bei Anacampt, ful-
gida bei dem Männchen weniger punktirt und glatter
wie bei den Weibchen gefunden.
Genus III. Eupoecila Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 538.
1. Eupoecila balteata van Vollenhoven. Taf. VI. Fig. 3.
Schizorrhina balteata van Vollenh. in litteris.
„Eup. nigra nitida ; elytris fascia interrupta luteo
brunnea.^
„Longitudo Mm. 47."
„Habitat in insula Waigeou (Museum Lugdunense $).*'
„Form, Glanz und Habitus wie bei Schizorrhina (Eu-
poecila) flammula. Kopf lederartig gerunzelt ; mit zwei
erhabenen Leisten an den Rändern; Scheitel grob punk-
tirt. Vorderrücken an den Seiten und dem vorderen
Rande grob, in der Mitte fein punktirt; in der Nähe des
Schildchens beinahe glatt. Schildchen allein mit einigen
Pünktchen in den oberen Ecken. Flügeldecken in ihrer
Mitte mit Punktreihen, am unteren Ende nadelrissig, mit
einer vertieften, unterhalb des obern Dritttheiles der
Naht beginnenden Linie an jeder Seite neben derselben.
Eine schräge nach unten gerichtete , breite, ledergelbe
Binde zieht sich quer über beide Flüdeldecken hin, be-
rührt aber deren äussere Ränder nicht, und ist in ihrer
Mitte durch die Naht und die erwähnte vertiefte Linie
278 Mohnike:
neben letzterer unterbrochen. An der untern Fläche sind
die Seiten des Halsschildes so wie des Mctathorax na-
delrissig; der Mesothorax aber und das Abdomen weit-
läuftig mit grübchenartigen Punkten versehen. Der Me-
tathorax hat an jeder Seite einen braunen Fleck. Py-
gidium und die vier vordem Schenkel sind nadelrissig;
Hinterschenkel aber und alle Schienen grob punktirt".
Beschreibung und Abbildung dieser prachtvollen,
durch ihre Grösse Eupoec. flammula nach überticfFenden
Art verdanke ich Herrn Dr. Snellen van VoUen-
hoven zu Leiden. Das sich in dem Museum daselbst
befindende Exemplar ist wahrscheinlich das einzige in
Europa. Aus meinen eigenen Notizen bemerke ich
noch, dass die Form des Clypeus, besonders der vordere
Raudausschnitt desselben mit seinen abgestumpften Ecken
bei dieser Art, mir ungefähr die Mitte zu halten schien
zwischen der Bildung dieser Theile bei Euip. flammula
und der bei Fjuj). nigerrima.
2. Eupoecila flammula ßlanchard.
Eupoec. flammula Blanchard in Homb. et Jac. Voy.
an pol Sud. Coleopt. p. 132. pl.9. fig. 4. — Schizorrhwa
WaeWhite, Proceed. Zool. Soc. XXIV. 1856. p. 16. pl. 12.
fig. 7. $. — Schizorrh. flammula van Vollenhoven, Nederl.
Tydschr. voor Ent. Bd. VH. S. 155. t. 10. fig. 3. — ScJii-
zorrh. flammula Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 561.
Habitat in insulis Bourou, Amboina (Coli. Mohn. J" ?)
et Ceram (Coli. Wallace).
Auf Amboina habe ich nur ein einziges Stück, auf
Bourou aber, wo diese Art am meisten zu Hause ist, eine
ganze Reihe davon erhalten. Darunter befindet sich ein
ganz schwarzes Exemplar und, im Gegensätze hierzu, ein
anderes, dessen Thorax mit Ausnahme seines schmalen
hinteren schwarzen Randes, so wie eines eben solchen
Fleckes an seinem Vorderrande ; und dessen Flügel-
decken von dem Seitenrande bis zur Naht, ihre Spitzen
ausgenommen, gänzlich roth sind. Alle andern Stücke
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 279
zeigen die üebergänge dieser extremen Farbenvarietäten
in einander.
3. Eupoecila nigerrima van Vollenhoven.
Eupoec. nigerrima van Vollenh, 1. c. p. 156. — Eu-
poec. nigerrima Wallace 1. c. p. 561.
Habitat in insula Ternate (Coli. Mohn. $); Morotai
(Mus. Lugdunense) ; Batjan (Coli. Wallace).
Der sehr wenig tief ausgeschnittene vordere Rand
des Clypeus mit abgerundeten Spitzen unterscheidet diese
Art von der ganz schwarzen Varietät von Eupoec. flam-
mula. Bei dem einzigen Exemplare, welches ich hier-
von besitze, ist der obere Rand des Schildchens gelblich
braun eingefasst.
Sectio Yl. Cetonidae genuini.
Genus I. Sternoplus Wallace:
Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 589.
1. Sternoplus Schaumii Wallace 1. c. p. 589.
Protaetia Schaumii White, Proceed. Zool. Soc. 1856.
p. 17. pl. XXXXI. fig. 10. — Cetonia Schaumii Lacordaire,
genera des Coleopt. Atl. t. 38. fig. 5. — Schizorrhina
sanguinolenta van Vollenh. Nederl. Tydschr. voor Entom.
Bd. VII. S. 155. t. 10. fig. 2.
Habitat in insula Celebes Coli. Mohn. (/ ?.
Genus II. Gly cyph ana Burmeister.
ßurm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 346.
1. Glycyphana palliata n. sp. Mohnike. Taf. VI. Fig. 4.
Gl. atra, parum nitida ; clypeo eraarginato; scapulis,
scutello pjgidioque rubris ; thorace rubre, medio atroma-
culato; elytris utrinque macula permagna alboflavescente
paene obtectis.
280 Mohnike:
Longitudo Mm. 28V2
Latitudo inter humeros . . „ 11.
Habitat in insula Java (Coli Mohn. cT $).
Von allen mir bekannten Glycyphanen die grösste
und schönste. Der Clypeus ist vorne beträchtlich ausge-
buchtet, stark punktirt mit hervorragender, nach unten
sich verbreitender, von dem Scheitel entspringender Längs-
schwiele. Alle Kopftheile mit den Fühlhörnern sind
schwarz. Der Thorax zeigt die dieser Gattung eigen-
thümliche Form, ist vor dem Schildchen kaum ausge-
buchtet, mit abgerundeten untern Ecken. Er ist roth,
massig glänzend und allenthalben grob, aber weitläuftig
punktirt. In seiner Mitte befindet sich ein grosser, aus
zwei entweder getrennten oder theilweise zusammenhän-
genden Hälften bestehender schwarzer Fleck. Schultern
und Schildchen sind roth, massig glänzend; die Flügel-
decken schwai'z, hinten nur wenig schmäler, an dem
Nahtende stumpf zugespitzt, neben demselben etwas ein-
gebuchtet und tief matt schwarz von Farbe. Allein ne-
ben der Naht, wo sie durch Abreibung meistens glänzen-
der erscheinen, zeigen sich einzelne sehr weitläuftig ste-
hende, aber in Längsreihen geordnete Punkte. Auf jeder
Flügeldecke befindet sich ein sehr grosser, von dem
Seitenrande bis fast zur Naht und von der Schulter bis
beinahe an die Spitze reichender weisser filziger Fleck
Derselbe erstreckt sich an seinem obern Theile nicht so
dicht an die Naht wie am untern, und befindet sich in
ihm, auf dem Endbuckel, ein schwarzer, unregelmässig
gestalteter, nach oben zugespitzter Fleck. Das Pygidium
ragt wenig hervor, ist roth und weitläuftig punktirt. Die
Unterseite ist glänzender als die obere und mit Ausnahme
der rothgefärbten Seitentheile des Thorax schwarz. Letz-
terer wie auch alle Schenkel und Schienen sind ziemlich
dicht grubig punktirt. Auf den Bauchringen stehen diese
Punkte weitläuftiger und sind kleiner. Bei dem einen
der beiden mir vorliegenden Exemplare befindet sich an
den vier letzten Segmenten eine doppelte Reihe weisser
Endflecken, von denen die in der vorderen Reihe die
grösseren. Bei dem anderen Exemplare sind die Bauch-
Uebersicht der Cetoniden der Siinda-Inseln und Molnkken. 281
ringe durchaus ungefleckt. Alle erwähnten Grübchen
und Punkte sind mit feinen, röthlichen Härchen besetzt.
Auch die hintern Ränder aller Schenkel, so wie die inne-
ren der mittleren und hinteren Tibien tragen einen röth-
lichen Haarsaum. Die Schienen der Vorderbeine sind
dreigezähnt, die der übrigen haben nur einen stumpfen
Zahn an ihrem unteren Dritttheile. Der Mesosternalfort-
satz ist nicht verlängert, ragt aber mit seinem dicken und
stumpfen Ende nach unten hervor.
Diese Art ist sehr selten. Ich habe während meines
mehrjährigen Aufenthaltes auf Java allein zwei Weib-
chen und zwar im östlichen Thclle dieser Insel, am Fusse
des Ardjouno erhalten.
2. Qlycyphana puella, n.'sp. Mohn. Taf. VI. Fig. 5.
Gl. atra, opaca; clypeo emarginato ; thorace prope
angulos humerales rubro limbato ; elytris stibcostatis, ob-
solete striato-punctatis, spinosis, utrinque medio prope
suturum macula alba transversali ornatis.
Longitudo Mm. 25
Latitudo maris inter humeros . „ 11
„ feminae „ „ . „ 10.
Habitat in Insula Bourou (Coli. Mohn. cT $).
Der Clypeus ist massig tief ausgebuchtet mit abge-
rundeten Ecken , ebenso wie der Scheitel und die Stirn
grob, aber nicht sehr dicht punktirt. Die Stirnschwiele
ist flacher wie bei der vorigen Art. Die Fühlhörner sind
schwarz. Der Thorax ist allenthalben punktirt, tief sam-
metartig schwarz, bei dem Weibchen mit einer von dem
Schildchen bis zum Kopfe sich erstreckenden polirten
Längslinie; an den Seitenrändern, neben der Schulter,
mehr oder weniger blutroth gefärbt. Das Schildchen ist
bei dem Männchen matt, bei dem Weibchen glänzend
schwarz. Die Flügeldecken sind parallel, am Nahtende
scharf zugespitzt, haben an ihrer unteren Hälfte, neben der
Naht, eine erhabene Leiste und ausserdem zwei parallele,
sich auf dem hinteren Buckel vereinigende Längsrippen.
Der Raum zwischen und neben ihnen ist mit Punktreihen
ausgefüllt. Dieselben, wie alle hervorragenden Theile, sind
282 Mohnike:
bei dem Weibchen, vielleicht in Folge von Abreibung,
glänzend und viel sichtbarer wie bei den Männchen. In
der Mitte jeder Flügeldecke befindet sich dicht neben
der Naht ein kleiner, querer, weisser Fleck, Das wenig
gewölbte und hervortretende Pygidinra hat zwei rothe,
runde Seitenflecke, Die Unterseite ist glänzend schwarz.
Die Bauchringe haben nur in ihrer Mitte eine Reihe sehr
weit von einander stehender Punkte. Dichter und flach
grubig sind die Seiten der Brust, alle Schenkel und
Schienen punktirt. Letztere tragen an den mittleren und
hinteren Beinen einen sehr kurzen, mit blossem Auge
kaum erkennbaren Haarsaum. Die vorderen sind spit-
zig dreigezähnt, die mittleren und hinteren haben einen
stumpfen Zahn. Der Mesosternalfortsatz ragt nach vorne
hervor und ist an seinem dicken stumpfen Endo ab-
gerundet.
Obige Art unterscheidet sich schon auf den ersten
Blick durch ihre beträchtliche Breite von allen anderen
schwarzgefärbten Glycyphanen.
3. Glycyphana inusta, n, sp. Mohnike.
Gl. parvula, nigricans, subnitida; cljpeo emarginato,
medio elevato punctato ; elytris obsolete striato punctatis,
apice rotundatis, non spinosis, utrinque maculis duabus,
fasciam transversam formantibus signatis.
Longitudo Mm. 16.
Latitudo inter humeros . . , „ 5.
Habitat in insula Borneo (Coli. Mohn. $).
Der Vorderrand des Clypeus wenig ausgebuchtet,
die Ecken abgerundet; die Stirnschwiele wenig erhaben;
alle diese Theile grauschwarz und dicht punktirt. Fühl-
hörner schwarz. Thorax grauschwarz, massig glänzend,
allenthalben punktirt , mit sehr feinem glänzenden Sei-
tenrande, Schildchen gleichfalls grauschwarz, matt. Flü-
geldecken glänzender grauschwarz, mit erhabener Leiste
neben der unteren Hälfte der Naht und einer zweiten
erhabenen Linie, die sich neben derselben zu dem stark
hervorragenden Endbuckel hinzieht. Die Flügeldecken
ausserdem allenthalben mit Punkten bedeckt, deren An-
üebeisicht dor Cetoniden der Suiida-Iiiseln und Molukken. 283
Ordnung- in Längsreihen sich mehr oder weniger deutlich
erkennen lässt. Etwas unterhalb der Mitte befinden sich auf
jeder von ilinen zwei weisse Längsflecken, ein grösserer
an ihrem Aussenrande, ein kleinerer neben der Naht, wo-
durch eine unterbrochene Querbinde über beide Flügel-
decken gebildet wird. Das Pygidium ist schwarz und
punktirt. Die Unterseite ist glänzender, gräulichschwarz.
Die ßauchringe sind dicht grob punktirt; die drei ersten
von ihnen bis zur Mitte hin unten weiss gerandet. Auch die
Hüften der Hinterbeine sind weiss. Alle Seitentheile der
Brust, so wie die Schenkel und Schienen sind grob und
grubig punktirt, alle Punkte und Grübchen an Brust und
Bauch aber mit sehr kurzen, feinen, gelblichen Härchen be-
setzt. Ein Saum von diesen Härchen befindet sich an dem
inneren Rande der mittleren und hinteren Schienen. Das
erste Paar derselben ist stumpf dreigezähnt, das zweite
und dritte zeigen nur einen Zahn an ihrem untersten
Dritttheile. Der Mesosternalfortsatz ragt weder nach
vorne noch nach unten hervor.
Ich habe von dieser seltenen Art nur ein einziges
Weibchen zu Sarabas an der Westküste von Borneo ge-
fangen.
4. Olyoyphana picta, n. sp. Mohnike Taf. V. Fig. 8.
Gl. atro-picea, opaea; thorace rubre, margine atro,
supra scutellum dilatato, disco macula atra ornato ; elytris
sive atris, sive atris, parte inferiori atomis albis nonnuilis
adspersis.
Longitudo Mm. 17.
Latitudo inter humeros ... „ 772»
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. </).
Der Clypeus ist fein umrandet, massig tief ausge-
buchtet mit abgerundeten Spitzen, allenthalben dicht
punktirt. Die Scheitclschwiele setzt sich, in zwei Schen-
kel gespalten, bis in die Lappen der Clypeusausbuchtung
fort. Der Thorax ist lebhaft blutroth, schwarz umran-
det. Dieser Rand breitet sich oberhalb des Schildchens
etwas nach oben aus. In der Mitte des Thorax, etwas
mehr nach dem Kopfe zu, liegt ein breiter, oben con-
284 Mohnike:
caver, unten convexer schwarzer Fleck. Die schwarzen
Schultern sind vorne mit gelblichen Härchen besetzt.
Das Schildchen ist sammtartig, schwarz. Die Flügel-
decken verschmälern sich hinten nur wenig, haben
eine hervorragende Nalitspitze, sind sammtartig, pech-
schwarz, ohne Rippen, zeigen sich aber unter der Loupe
mit feinen Punktreihen bedeckt. Bei dem einen der
mir vorliegenden Stücke zeigen sich auf dem hinte-
ren Theile der Flügeldecken einige wenige äusserst
feine, weisse Atome. Auf dem punktirten, mit röthlichen
Härchen besetzten Pygidium befinden sich zwei dreieckige,
gelblichrothe Seitenflecke. Die Unterseite ist schwarz
und glänzend, aber allenthalben stark punktirt oder gru-
big und mit röthlichen Härchen besetzt. Ebenso auch die
Schenkel und Schienen. Die Seiten der vordem Bauch-
segmente sind unten mit weissem Filze eingefasst. Auch
der umgeschlagene Theil des Thorax, die Parapleura und
die Hüften der Hinterbeine zeigen mehr oder weniger
diesen weissen Filzüberzug. Alle Schenkel, so wie die
Schienen der mittleren und hinteren Beine haben einen
röthlichen Haarsaum. Der Mesosternalfortsatz ragt weder
nach unten, noch nach vorne hervor.
5. Qlycyphana rustica Wallace.
Euryomia rustica Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 565. pl. XIII. fig. 7.
Habitat in insula Borneo.
6. Glycyphana trivittata Wallace.
Euryomia trivittata Wallace 1. c. p. 565. pl. XIH.
fig. 8.
Habitat in insula Bourou.
7. Glycyphana cincta Wallace.
Euryomia cincta Wallace 1. c. p. 566. pl. XIII.
fig. 3, 4.
Habitat in insula Pinang.
8. Glycyphana regaiis Van Vollenhoven.
Eziryomia regaiis Van Vollenh. Neder. Tydschr. voor
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 285
Ent. Bd. VII. p. 157. — Euryom. regalis Wallace 1. c.
p. 567.
Habitat in insula Celebes (Tondano, Macassar).
9. Glycyphana Förstern Van Vollenhoven.
Euryomia Forsteni Van Vollenb. 1. c. p. 156. t. 10.
fig. 4. — Euryom. Forsteni Wallace 1. c. p. 567.
Habitat in Insula Celebes (Tondano, Macassar).
Bei der Untersuchung der Originalexemplare in dem
Museum zu Leiden habe ich mich von der Richtigkeit
der von Wallace ausgesprochenen Vermuthung, dass
Gl. regalis und GL Forsteni einer Art angehörten, über-
zeugen können. Der Unterschied zwischen beiden ist
nur individuell und liegt allein in den goldgelben Flecken
auf den Flügeldecken, die bei Gl. Forsteni grösser sind
wie hei der andern.
10. Glycyphana bella Wallace.
Euryomia bella Wallace 1. c. p. 507. pl. XIII. fig. 5.
Habitat in insula Batjan.
11. Glycyphana Celebensis Wallace.
Euryo7uia Celebensis W^allace 1. c. p. 568. pl. XIII.
fig. 8.
Habitat in insula Celebes (Menado Coli. Mohn. (/$);
(Tondano, Macassar Coli. Wallace).
12. Glycyphana quadriguttata Van Vollenhoven.
Euryomia quadriguttata Van VoUenh. 1. c. p. 58. —
Euryom. quadriguttata Wallace 1. c. p. 568.
Habitat in insulis Ternatc (Coli. Mohn. $), Cerani,
Batjan, Gilolo, Morotai (Coli. Wallace).
Dass Herr van Vollenhoven auch Sumatra als
Heimath dieser den Molukken angehörenden Art nennt,
beruht, wie auch Wallace meint, wohl nur auf einem
Irrthum.
13. Glycyphana Papua Wallace.
Euryomia Papua W^allace 1. c. p. 569.
Habitat in insulis Nova-Guinea et Mysole.
286 Mohnike:
14. Qlycyphana Sumatrensis Van Vollenhoven.
BuryomiaSumatrensisya.n^oWQnhA, c. p. 156. 1. 10,
fig. 5. — Euryom. Sumatre^isis Wallace 1, c. p. 567.
Habitat in insula Sumatra.
15. Glycyphana Macquarti Gory et Percheron.
Cetonia Macquarti Gory et Pereb., Mon. d. Cet.
p. 251. pl. 47. fig. 7. — Olycyphana Macquarti Burm.
Handb. d. Ent. Bd. III. S. 347. — Euryomia Macquarti
Wallace 1. c. p. 578.
Habitat in insula Java (Coli. Mobn. </ $•)
16. Glycyphana Horsfieldi Hope.
Cet07iia Horsfieldi Hope in Gray, Zool. Mise. III.
p. 25. — Cetonia laarginicoUis Gory et Percb. 1. c. p. 251.
pl. 47. fig. 6. — Glycyphana Horsfieldi Burm. I. c. p. 346.
— Euryomia tnarginicollis Wallace 1. c. p. 566.
Habitat in insula (Sumatra (Coli. Mobn. </); in Siam
(Coli. Wallace).
Bei dem von mir zu Siak, im nordöstlicbsten Tbeile
von Sumatra gefangenen Exemplare; ist der gelbe drei-
eckige Randfleck der Flügeldecken seidenartig glänzend,
heller und nicht matt filzig, wie bei den andern schv^ar-
zen, gelbgefleckten Glycyphana- Arten. Auch bei ihm
ist, in Uebereinstimmung mit der Beschreibung von Gory
und Percheron, der obere Rand der Hinterhüften gelb
gefleckt.
17. Glycypliana torquaia Fabricius,
Cetonia torquata Fabr. Syst. Eleuth. t. II. p. 157. —
Cetonia binotata Gory et Perch. 1. c. p. 250. pl. 47. fig. 5.
— Glycyphana hiiiotata Burm. Handb. d. Entom. Bd. HL
S. 347. — Glycypliana torquata Burm. Handb. d. Entom.
Bd. IV. Abth. I. S. 565. — Euryomia 6mofaia Wallace 1. c,
p. 566.
Habitat in insulis Java, Sumatra (Coli. Mobn. ^ $) ;
Pinang, Borneo nee non in Malacca (Coli. Wallace).
Ich habe von dieser Art eine Reihe von Exempla-
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 287
ren aus dem südlichen Theile von Sumatra, und eine,^ an-
dere aus den! östlichen Java. Von ersteren haben nur
wenige, unterhalb der gelben Seitenflecke, ein zweites Paar
Flecke dicht neben der Naht. Die Grösse und Gestalt
der Randflecke ist veränderlich. Bei einem Stücke be-
stehen sie nur noch in zwei ganz feinen Punkten. Es
ist also wahrscheinlich, dass von der torqtiata ausnahms-
weise auch ganz schwarze, ungefleckte Exemplare vor-
kommen. Unter denen von Java haben viele diese un-
teren Nahtflecken. Sie sind aber immer kleiner wie die
oberen, am Rande stehenden. Mit der Gl. Horsfieldi kann
diese Art kaum verwechselt werden. Sie ist grösser, oben
weniger flach wie letztere und zeigt eine andere Sculptur
der Flügeldecken, worauf schon B urm eiste r (Handb. d.
Ent. Bd. V. Suppl, S. 555) hingewiesen hat. Auch hat die
Horsfieldi ein ganz rothes Pygidium, während bei der
torquata dessen Mitte stets schwarz bleibt. Auch ist
bei jener der Seitentieck auf den Flügeldecken viel hel-
ler und seidenartig glänzend, während er bei dieser viel
lebhafter gelb, aber stets matt fllzig ist.
18. Olycyphana albomaculata, n. sp. Mohnike.
Taf. VI. Fig. 6.
Gl. capite atro; clypeo nitido, punctato, emarginato,
angulis parum incrassatis; thorace aterrimo, opaco, sub-
punctato, rubre marginato ; scupula, scutello, clytris atris,
opacis; bis subspinosis, utrinque guttis duabus flavis, una
marginali altera inferiori suturali; pygidio, abdominis seg-
mentis, coxis posterioribus, parapleuris, metasterno omio-
que nigris nitidis, maculis magnis niveis signatis,
Magnitudo Mm. 20.
Latitudo inter humeros . „ 9.
Habitat in insuia Java (Coli. Mohn. (^ ^).
Scheitel und Stirn schwarz, matt, punktirt, ohne Me-
dianleiste ; Clypeus glänzender, in der Mitte etwas er-
höht, mit aufgewulstetem, massig ausgebuchtetem, stumpf
eckigem Vorderrande. Fühlhörner schwarz. Thorax tief
sammtartig schwarz, sehr fein und mit blossem Auge
kaum sichtbar punktirt, mit einem hell purpurx'othen Rande
288 Mohnike:
umgeben, der sich, wie bei Ql. torquata vorne und vor
dem Schildchen etwas verschmcälert. Letzteres so wie
die Schultern an ihrem obern hervorragenden Theile
sammetartig, schwarz. Ebenso die hinten nur wenig
schmäler werdenden , am Nahtende etwas zugespitzten,
aber neben demselben nicht ausgebuchteten Flügeldek-
ken. Wegen des dichteren, sammetartigen Ueberzuges
sind die erhabenen Längsrippen, so wie die neben den-
selben verlaufenden Punktreihen allein mit einer star-
ken Loupe erkennbar. Auf jeder Flügeldecke befindet
sich etwas unterhalb ihrer Mitte, den Rand berührend,
ein länglicher Querfleck, und unterhalb desselben, dicht
neben der Naht, ein zweiter etwas kleinerer und mehr
runder. Beide sind von lebhafter, hochgelber Farbe,
und zeigen bei einer beträchtlichen Anzahl von Stücken,
die ich vor mir habe, eine auffallende Uebereinstimmung
in der Grösse und Gestalt. Auf dem schwarzen, feiu-
punktirten Pygidium sind zwei grosse dreieckige schnee-
weisse Seitenfleckc. Die Unterseite, so wie auch die
Beine sind glänzend schwarz, sehr zerstreut punktirt, alle
Punkte mit feinen gelblichen Härchen besetzt. Auf den
Seiten der Bauchringe, den Hiaterhüften, den Parapleu-
ren, dem Mesosternum und der Unterseite der Schultern
befinden sich eben solche grosse, schneeweisse Flecken,
so dass nur die Ränder dieser Theile schwarz bleiben.
Der Mesosternalfortsatz ist vorne erweitert und stumpf
abgeschnitten. Alle Schenkel so wie auch die mittleren
und hinteren Schienen haben einen gelblichen Haarsaum.
Die Tibien der Vorderbeine sind dreigezähnt, die mitt-
leren und hinteren haben nur einen Zahn an ihrem un-
teren Dritttheil.
Diese in den Gebirgsgegeuden des östlichen Java
nicht seltene, grosse und schöne Art hat in ihrer Gestalt
und der Sculptur der Flügeldecken die meiste Aehn-
lichkeit mit GL Malayensis Guer., Von der Varietät
von Ol. torquata^ mit zwei gelben Flecken auf jeder
Flügeldecke, unterscheidet sie sich durch ihre beträcht-
licher-e Grösse, das tiefere Schwarz, und die kaum sicht-
bareSculptur der Flügeldecken schon auf den ersten Blick.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln u. Molukken. 289
19. Olycyphana lateralis Wallace.
Euryomia lateralis Wallace 1. c. p. 5G9. pl. XIII.
fig.9.
Habllat in insula Cerara.
20. Glycyphana Swainsoni Gory et Perch.
Cetonia Swainsoni Gorj et Perch. Mon. d. C6t.
p. 249, pl. 47, fig-, 4, — Glycyphana Swainsoni Burm.
Handb. d. Eut, Bd, III. 8, 348, — Cetonia aterrima Wie-
demann, Zool, Arch, Bd. II. 8t. I. 8, 86. — Ceto7iia vul-
nerata Schaum, Analect. entom, 46. — Glycyphana ater-
rima Schaum, Ann, d. 1, Soc. ent, de Fr. 1844. p. 370.
— Etiryomia Swainsoni Wallace, Tran?, ent. Soc, 3, Ser,
IV, 1868, p, 575.
Habitat in insula Java.
21. Glycyphana Raja Wallace.
Euryomia liaja Wallace 1. c. p. 564. pl, XIII. fig. 6.
Habitat in insula Pinang.
22. Glycyphana felma Gory et Percheron.
Cetonia felina Gory et Perch. 1, c. p, 270, pl. 52.
flg. 4. — GlycypJiana felinaBurm. 1. c. Bd. III, Anh, 8. 795.
— Euryomia felina Wallace 1. c. p, 564.
Habitat in insula Celcbes (Coli. Mohn, ^^ $) ; ibidem
(Coli. Wallace),
23. Glycyphana per viridis Wallace.
Euryomia perviridis Wallace 1. c, p, 570.
Habitat in insuiis Amboina, Ceram (Coli, Mohn. cT $),
Matabello (Coli. Wallace).
24. Glycyphana Moluccarum Wallace.
Euryomia Moluccarum Wallace 1. c. p. 571.
Habitat in insuiis Batjan, Ternate, Tidor, Gilolo
(Coli. Mohn. cT $) ; Batjang, Gilolo, Kaioa, Morotai, Ce-
lcbes (Coli. Wallace).
Archiv f. Naturg. XXXVII. Jahrg. l.Bd. 19
290 Mohnike:
25. Olyoyyhana Malaye7isis GueriD.
Cetonia Malayensis Guerin, Rev. zool. d. 1. Öoc. Cuv.
1840. p. 81. — Euryomia Malayensis Wallace 1. c. p. 570,
Ilabitat in insulis (Sumatra, Banca , Java (Coli.
Mohn. cT $) ; Java, Pinang, Borneo (Coli. Wallace).
26. Glycyphana tenera Wallace.
Euryomia tenera W^allace 1. c. p. 571.
Habitat in insulis Pinang et Java.
Diese Art dürfte wahrscheinlich nur eine kleinere
Varietät von Ol. Malayensis sein.
27. Qlycy'plia7ia ßavopmictata n. sp. Mohnike.
Taf. VII. Fig. 1.
Gl. supra rufo- vel fusco-viridis opaca ; subtus ni-
gra nitida; clypeo emarginato atro; thorace, scapulis, scu-
tello elytrisque flavo-punctatis.
Longitudo Mm. 19.
Latitudo inter humeros . . ^ 8V2.
Habitat in insula Borneo (Coli. Mohn. (/ $.)
Diese Art, von der ich einige Exemplare zu Sambas
erhielt, hat einige Achnlichkeit mit der OL Bloliiccarum,
besonders in der Zeichnung des Vorderrückens und der
Flügeldecken. Scheitel und Stirn grün, Clypeus schwarz,
fein punktirt, vorne ausgebuchtet. Fühlhörner dunkel-
braun. Auf dem Thorax sechs gelbe Punkte, wovon
zwei in der Mitte, zwei in den vordem Winkeln, zwei
am Seitenrande. Auf den Schultern ein gelber filziger
Fleck ; auf dem Schildchen, an dessen Spitze, ein gelber
Punkt. Letzterer ist charakteristisch und fehlt bei kei-
nem Exemplare. Die Flügeldecken sind verhältnissmässig
kürzer, abgeflachter und hinten weniger verschmälert wie
bei GL Moluccarum. Jede hat, wie diese, vier gelbe Rand-
flecke, von denen der dritte der grösste; und einen gel-
ben Punkt in der Nähe des nicht zugespitzten Nahtendes.
Ausserdem befinden sich auf jeder von ihnen zwei obere
Punkte zwischen der Schulter und dem Schildchen, und
zwei untere, grössere, mehr in der Nähe der Naht. Neben
der letzteren verläuft eine erhabene Längsschwiele, wäh-
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukkeu. 291
rend eine rippen förmige Erhöhung sich von der Schulter
zu dem Endbuckel hinzieht. Der Raum neben und zwi-
schen diesen erhabenen Linien wird durch Reihen ein-
gestochener Punkte ausgefüllt. Das Pygidium ist wie bei
GL Moluecana, mit Ausnahme der Mitte, mit gelbem
Filze bedeckt. Die Unterseite ist schwarz und glänzend,
an dem Bauclie zerstreut, an der Brust dichter und grö-
ber punktirt. Die Enden der Bauchsegmente, die Hin-
terhüften, Parapleuren und das Metasternum haben gelbe
Filzflecken. Die Beine sind schwarz, an den Schenkeln
und Schienen zerstreut punktirt. Letztere sind an den
mittleren und hinteren, die Schenkel an allen Beinen mit
einem gelben Haarsaum eingefasst. Der Mesosternalfort-
satz ist, wie bei OL Moluecana^ an seinem Ende etwas
erweitert und wie abgeschnitten ; die Farbe auf der
Oberseite ein in das Röthliche oder Bräunliche überge-
hendes Grün.
28. Glycyphana Bowringü Wallace.
Euryomia Bowringü Wallace 1. c. p. 573. pl. XIV.
Habitat in insula Borneo.
29. Glycophana aspera Wallace.
Euryomia aspera Wallace 1. c p. 571.
Habitat in insula Pinang.
30. Glycyphana incerta Wallace.
Euryomia incerta Wallace 1. c. p. 575. pl. 'XIV.
fig. 1, 2.
Habitat in insulis Nova-Guinea, Waigiou, Mysole,
Arou.
31. Glycyphana sinuata Wallace.
Euryomia sinuata Wallace 1. c. p. 571.
Habitat in Malacca et in insula Borneo.
32. Glycyphana labecula Wallace.
Euryomia labecula Wallace 1. c. p. 574.
Habitat in insula Celebes (Macassar).
292 Mohnike:
33. Glycyphana fulvopicta Wallace.
Euryomia fulvopicta Wallace 1. c. p. 576. pl, XIV.
fig. 6.
Habitat in insulls Amboina (Coli. Mohn cT.); ibidem
et in Ceram (Coli. Wallace).
34. GIycyplia7ia cretata Wallace.
Euryo7ma cretata Wallace I.e. p. 577. pl. XIV. fig. 4.
Habitat in insula Celebes (Coli. Mohn. </ $) ; ibidem
(Coli. Wallace).
35. Glycyphana aromatica Wallace.
Euryomia aromatica Wallace 1. c. p. 577. pl. XIV.
fig. 3.
Habitat in insulis Ternate, Batjan (Coli. Mohn. cT?);
Morotai, Kaioa (Coli. Wallace).
36. Glycyphana Fenanga Wallace.
Euryomia Penanga Wallace 1. c. p. 578.
37. Glycyphana glauca Blanchard.
Cetonia glauca Blanchard in Hombr, et Jacq. Voy.
au pol Sud. Coleopt. p. 131, pl. 9. fig. 5. — Euryomia
glauca Wallace 1. c. p. 574.
Habitat, in insulis Amboina (Coli. Mohn, c/*?); Ce-
ram et Mjsole (Coli. Wallace).
38. Glycypha7ia quadricolor Wiedemann.
Cetonia quadricolor Wiedem. Zool. Arch. Bd. L
St. I. S. 88. — Glycyphana quadricolor Burm. 1. c. Bd. III.
S. 349. — Euryomia quadricolor Wallace 1. c. p. 573.
Habitat in insulis Java et Pinang.
Ich kenne diese Art nur aus den als solche be-
zeichneten Exemplaren von Java, Borneo und Sumatra
im Museum zu Leiden. Der Thorax ist bei ihnen mehr
röthlich gefärbt, ohne aber die von Wiedemann be-
schriebene „herzförmige ziegelrothe Zeichnung" auf ihm
erkennen zu lassen; im Uebrigen gleichen sie so sehr
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 293
auf Gl. modesta , dass man sie für eine blosse Varietät
derselben halten könnte.
39. Glycyphana modesta Fabricius.
Cetonia modesta Fabr. Syst. Entom. 1. 1. 2. p. 152.
Eiusd. Syst. Eleuth. t. II. p. 158. — Cet. modei<ta Gory
et Perch. Mon. d. Cet. p. 286. pl. 55. fig;. 7. — Cet. ga-
strargyrea Perty, Observ. Coleopt. Indio, p. 34. — Oly-
cyp/iana modesta ßurm. 1. c. p. 352. — Euryomia modesta
Wallace 1. c. p. 575.
Habitat in insulis Java , Borneo , Sumatra (Coli.
Mohn. ^ $); ibidem et in insula Pinang (Coli. Wallace).
40. Olycyphana rufovittata Gu6rin.
Cetonia rufovittata Guerin, Rev. zool. d. l. Soc. Cuv.
1840. p. 82. — Cet. (Gametis) rufovittata ßurm. 1. c. p. 793.
— Euryomia rufovittata Wallace 1. c. p. 573.
Habitat in Malacca et insulis Borneo et Pinang.
Ich habe ein Exemplar dieser Art von Malacca im
Museum zu Leiden untersucht, und füge der übrigens ge-
nauen Beschreibung von Burm eiste r noch hinzu, dass
nicht nur die ganze Analklappe, sondern auch die Seiten
des Bauches und der Brust dicht mit gelblich grauem
P^ilze bedeckt sind, so dass nur in der Mitte ein dunkel-
grüner glänzender Streifen übrig bleibt.
41. Glycyphana Goryi -Gn^vin.
Cetonia Goryi Guerin 1. c. p. 81. — Cetonia Ga-
metis) Goryi Burm. 1. c. p. 793.
Habitat in insula Pinang.
Eine mir durchaus unbekannte Art.
42. Glycyphana pygmaea n. sp. Mohnike.
Gl. supra laete viridis velutina, subtus luteo tomen-
tosa; pectoris abdominisque medio pallide brunneo; capite
nigro ; vertice opaco ; clypeo emarginato, nitido, medio
parum elevato; thorace immaculato rnargine antlco et la-
terali luteo tomentoso; scapulis anticc luteis; elytris utrin-
que puncto mediane, lunula transversa apicali, margine-
294 Mohnike:
que inferiori lincolis duabus transversis punctoque luteo
tomentosis signatis; cruribus tibiisque pallide brunneis ;
tarsis nigris ; processu mcsosternali antice piano, dilatato.
Longitudo Mm. 10 — 11.
Habitat in insulis Java, Sumatra, Banca (Coli.
Mohn, d^ $).
Der Kopf schwarz, der Scheitel matt, der Clypeus
glänzend , dicht punktirt, in der Mitte etwas erhaben,
vorne massig ausgebuchtet mit abgerundeten Randecken.
Die Fühlhörner sind dunkelbraun. Der Thorax wie bei (r^.
modesta gestaltet, aber gänzlich ungefleckt, allenthalben
sehr weitläuftig punktirt. Die eingestochenen Punkte sind
jedoch wegen des dichten Sammetüberzuges kaum sichtbar.
Vorne und an den Seiten, dicht neben dem Rande, befindet
eine schmale, gelbliche Filzeinfassung. Die Schultern
sind an ihrem vordem Rande gelbfilzig, die Flügeldecken
hinten nicht verschmälert, geradelinigt, neben dem Naht-
ende nicht zugespitzt. Ihre Oberfläche ist eben; die sehr
weitläuftig in Längsreihen eingestochenen Punkte auf
ihnen sind, wie auf dem Vorderrücken, wegen des Sam-
metüberzuges, nur allein unter der Loupe zu unterschei-
den. Auf jeder von ihnen befindet sich in der Mitte ein
sehr feiner Punkt ; unterhalb desselben, mehr nach der
Spitze zu, eine kleine nach unten concave, quere Linie;
unter dieser, neben dem Nahtende, wieder ein kleiner
Punkt, Ausserdem neben dem Seitenrande, etwas unter-
halb seiner Mitte, eine zweite kurze, nach der Naht ge-
richtete Linie, und unter dieser eine dritte, mehr ge-
krümmte, in der Richtung der ersterwähnten, in der Mitte
des Endes der Flügeldecken gelegenen, verlaufende, ohne
sich aber mit letzterer zu vereinigen. Alle diese Linien
und Punkte sind gelb. Das Pygidium ist braun, punk-
tirt, gelblich behaart, mit zwei oberen gelbfilzigcn Rand-
flecken. Der umgeschlagene Theil des Thorax ist gelb-
lich, graufilzig. Eine ebenso gefärbte, breite Filzbinde
zieht sich ununterbrochen zu beiden Seiten des Meso- und
Metathorax, so wie des Unterleibes bis zu dem Pygidium
hin, so dass nur ein schmaler Streif in der Mitte von
Bauch und Brust nicht durch sie bedeckt wird. Dieser
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 295
Streifen ist hellbraun und glänzend. Von derselben
Farbe sind auch die Schenkel und Schienen, während die
Tarsalglieder schwarz sind. Alle genannten Theile, die
mit Filz überzogenen sowohl als auch die andern, sind
weitläuftig punktirt und in diesen Punkten mit sehr kur-
zen und feinen Härchen besetzt. Die Vorderschienen
sind zweigezähnt. Der Mesosternalfortsatz ist an seinem
Ende flach und etwas erweitert.
Diese Art ist jedenfalls eine selbstständige und nicht
blosse Varietät von GL. modesta. Es bestehen zwar von
letzterer sehr kleine Individuen, die, was die Grösse und
auch die Färbung und Zeichnung auf der Unterseite be-
trifft, sehr auf meine GL pygmaea gleichen. Sie unter-
scheiden sich aber von letzercr constant durch die beiden
Punkte auf dem Discus des Thorax, durch dessen nicht
von einem gelblichen Filzsaume eingefassten vordem und
Seitenrand, so wie endlich durch die Anzahl der gelben
Punkte auf den Flügeldecken, welche auf jeder von ihnen
sieben bis acht beträgt, und von denen die ersten beiden
schon auf ihrem vordersten Theile stehen. Auch sind
die Flügeldecken bei der GL modesta viel stärker und
deutlicher punktirt, neben der Naht mehr aufgewulstet
und an deren Ende zugespitzt.
43. Glycyphana festiva Fabricius.
Cetonia festivaYahv.]Lvit. t, I. 2. p. 147; Eiusd. Syst.
Eleuth. t. II. p. 147. — Cet. vestiva Schönherr, Sjnon.
Insect. I. 3. p. 137. — Cet. festiva Burm. 1. c. Bd. III.
S. 791. — Glycyphana festiva Lacordaire, Gen. des Co-
l^opt. Vol. III. p. 527. — Euryomia festiva Wallace 1. c.
p. 579.
Habitat in insula Sumatra (Lacordaire).
Ich kenne diese Art nicht , als deren Vaterland
durch Fabricius, S c h ö n h e r r und B u r m e i s t e r Tran-
kebar genannt wird.
44. Glycyphana plagiata Schaum. Taf. VII, Fig. 2.
Glycyphana pZa^mfa Schaum, Trans, ent. Soc. Vol.V.
1848. p. 69. — Euryomia plagiata Wallace 1. c. p. 578.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn. (^ $).
296 Mohnike:
45. Glycyphana Behrii 8chaum. Taf. VII, Fig. 3,
Glycyphana Behrii Schaum 1. c. p. 70. — Euryomia
Behrii Wallace 1. c. p. 578.
Habitat in insula parva prope Javam Orienteni ver-
sus. (8chaum).
Beide Arten sind ohne Zweifel nichts als blosse Va-
rietäten einer Species, bei der eine auffallende Veränder-
lichkeit der Färbung und Zeichnung stattfindet, und hin-
sichtlich welcher es zweckmässig sein dürfte, sie, so wie
alle übrigen Varietäten, als Glycyphana variabiUs zusam-
menzufassen. Ich habe von dieser Art zweiundvierzig
Stücke, theils von Banjouwangie im östlichen Java, theils
von der Insel Bali vor mir. Alle lassen sich auf folgende
Hauptvarietäten zurückführen, zwischen denen mannig-
fache Uebergänge bestehen.
Var. 1. Durchaus dunkelgrünschw^arz , oben matt,
unten glänzend. Der Thorax mit weissen filzigen Seiten-
rändern, und auf seinem Discus zwei weisse Punkte. Auf
den Flügeldecken, an ihrem äussern untern Rande, zwei
bis drei grössere oder kleinere, quere, weisse Flecken, und
zwei andere, über einander stehende, neben dem untersten
Theile der Naht. Taf. VII. Fig. 4. Diese Form bildet
den Grundtypus meiner Gl. variabilis, welchem Gl.jpla-
giata und Gl. Behrii als Varietäten angehören.
Var. 2. Gleicht der vorigen in Grösse, Gestalt,
Farbe und Zeichnung des Thorax und der Flügeldecken
durchaus. Allein befindet sich bei ihr auf den letzteren,
in ihrer Mitte, ein grosser, gelblichbrauner Fleck, der von
dem Aussenrande bis zur Nahtschwiele reicht, und sich
bei einigen Stücken fast über die ganze Flügeldecke
ausbreitet. Diese Varietät bildet die Glycyplcana pla-
giata Seh. Seine Diagnose lautet : „Atra, velutina, tho-
racis margine laterali punctisque duobus disci albis, ely-
tris plaga mediana flavo-brunneo, punctisque quatuor albis,
pygidio bimaculato. Long. 5 Lin."
Var. 3. Ebenso gross und durchaus von derselben
Gestalt wie die vorigen. Die Grundfarbe aber mehr dun-
kelbraun. Neben dem weissen Rande, womit die Seiten
Üebersioht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 297
des Thorax eingefasst sind, verläuft ein breiterer oder
schmälerer gelblich brauner Längsstreif, der sich über
die Flügeldecken, bei einigen Exemplaren bis zu ihrem
Ende fortsetzt, bei andern aber kurz vor demselben aut-
hört. In der Mitte zwischen diesen beiden Streifen be-
findet sich auf dem Thorax ein dritter, welchem sich das
gleichfalls gelblichbraune Öchildchen anschliesst. Die
Seiten der Flügeldecken so wie die Nahtgegend sind in
den meisten Fällen dunkel ; bei einigen Stücken breitet
sich die hellgelbe Färbung jedoch über die ganze Flü-
geldocke aus. Die beiden Punkte auf dem Thorax ste-
hen stets in dessen dunkler gefärbtem Tiieile; die Flecken
der Flügeldecken durchaus wie bei den Varietäten 1 u. 2.
Das Pygidium ist bei allen schwarz, mit gelblichen Haa-
ren besetzt, mit zwei oder auch vier weissen Flecken, von
denen zwei aber meistens kleiner wie die andern sind.
Diese Form hWdet GL Behrii Schaum. Seine Diagnose
lautet: „Subconvexa, atra, supra brunnea, thoracis vittis
duabus infuscatis, lateribus punctisque duobus disci albi-
dis, clytrorura vitta suturali margineque externe in fus-
cato, macub'sques albis. Long. 5 Lin.'^
Genus IIL Pr otaetia ßurmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. IIl. S. 472.
1. Protaetia spectahüis Schaum.
Cetonia spectahüis Schaum, Analect. entom. 1841.
p. 41. — Protaetia spectabilis Burm. 1. c. p. 473. — Cet.
spectabilis Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868.
p. 579.
Habitat in insulis Java et Sumatra.
2. Protaetia ciocolatina Wallace.
Cetonia ciocolatina Wallace 1. c. p. 579. pl. XIV.
fig.
Habitat in insulae Celebes parte boreali. (Coli.
Mohn. ^$; Coli. Wallace).
298 Mohaike:
3. Protaetia inanis Wallace.
Cetonia inanis Wallace 1. c. p. 580.
Habitat in insula Java. (Coli. Mohn. cT 2)-
Diese Art ist in einigen Theilen des östlichen Java
nicht ganz selten. Sie zeichnet sich durch ihren breiten,
robusten Körperbau aus und erreicht in einzelnen Stücken
die beträchtliche Grösse von 32 — 33 Mm. Es giebt von
ihr eine grüne und eine braune Varietät. An den Stel-
len, wo sich von der Oberseite der reifartige Ueber-
zug, womit diese Art, gleich den meisten Amerikanischen
Gymnetiden, bedeckt ist, abgerieben hat, erscheint die
erste Varietät metallisch goldgrün, die andere kupferroth
glänzend. Diese Farbe trägt auch die Unterseite bei bei-
den Varietäten.
4. Protaetia Celehica Wallace.
Cetonia Celehica^^üW^ce I.e. p. 581. pl. XIV. fig. 7.
Habitat in insulae Celcbes parte boreali. (Coli.
Mohn, d"?; Coli. Wallace.)
5. Protaetia bipunctata Gory et Percheron.
Cetonia bipunctata Gory et Perch. Mon. d. Cet.
p. 201. pl. 36. fig. 4. — Protaetia bipunctata Burm. 1. c.
p. 489. — Cetonia. bipunctata Wallace 1. c. p. 583.
Habitat in insula Celebes. (Coli. Mohn. cT $; Coli.
Wallace).
Von dieser Art waren zu Macassar alle Zäune be-
deckt. Auch Gemminger und von Harold nennen
noch in ihrem Cataloge als Vaterland dieser Art die Insel
Varicoro in der Südsee, eben wie Burme ister, der ir-
rigen Angabe von Gory und Percheron folgend.
6. Protaetia proLongata Gory et Percheron.
Cetonia prolongata Gory et Perch. 1. c. p. 173. pl. 30.
fig. 5. — Protaetia prolongata Burm. 1. c. p. 479. — Cet.
prolongata Wallace. 1. c. p. 583.
Habitat in insulis Ternate, Bourou, Celebes prope
Menado (ColL Mohn. cT $).
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inselu und Molukken. 299
In dem Museum zu Leiden ist ein Exemplar dieser
Art als von Sumatra ctikettirt. Diese Angabe dürfte
aber irrthüralich sein,
7. Protaetia quadriadspersa Gory et Percheron,
Cetonia quadriadspersa Gory et Perch. 1. c. p. 196.
pl. 55. fig. 4. — Protaetia quadriadspersa Burm. 1. c. p. 494.
Habitat in insula Java (?).
Ich halte sie für nichts als eine Varietät von Fr. pro-
Longata, wie schon Burmeister vermuthete. Unter
meinen Exemplaren der letzteren befindet sich nämlich
ein von Ternate erhaltenes, welches ich von den andern
nicht trennen kann, das aber eine grosse Uebereinstim-
mung mit der Abbildung von G. u. P. zeigt. Es hat, wie
letztere, vier in zwei Reihen übereinander stehende Punkte
auf dem Thorax ; die Farbe der Flügeldecken ist mehr
bräunlichgrün und überragen dieselben hinten den Kör-
per nicht so sehr wie dieses bei Fr. prolongata in der
Regel der Fall ist. Dass G. und P. als Vaterland dieser
wie der vorigen Art Java nennen, kommt wahrschein-
lich allein daher, dass ihre Stücke über Java nach Paris
gelangten.
8. Protaetia obtusa Wallace.
Cetonia obtusa Wallace 1. c. p. 583.
Habitat in insula Java.
Diese von Wallace nach einem Exemplar in dem
Brittischen Museum beschriebene Art kenne ich nicht.
9. Protaetia taciturna Gu6rin.
Cetonia taciturna Gu^rin in Duperrey, Voyage de
la Coquille Vol. IL p. 9L Atl. Insect. pl. 3. fig. 12. —
Boisduval, Faune Entom. de l'Oc^anie p. 224. Cet. taci-
turna Gory et Perch. 1. c. p. 176. pl, 31. fig, 3, — Pro-
taetia taciturna Burm. 1. c. p, 498. — Cet. taciturna Wal-
lace 1. c. p. 584.
Habitat in insulis Cerara, Amboina, Bourou et Bat-
jan, (Coli, Mohn, d' ?).
Eigentliche Heimath dieser Art sind die genannten
300 Mohnike:
Inseln und einige andere in ihrer Nähe gelegenen, wo-
selbst sie, vornämlich aufBouron, nicht selten ist. Nach
Wallace kommt sie auch auf den nördlicher gelegenen
Inseln Gilolo, Makian, Moratai, Gagie u. s. w, vor. Wie
es mir scheint, vermengt derselbe in dieser Localitätsan-
gabe die Fr. taciturna mit der folgendea ihr sehr ähn-
lichen, aber doch wesentlich von ilir verschiedenen Art,
welche ich in zahlreichen Exemplaren von Gilolo, Bat-
jan, Ternate undTidor erhalten habe, deren er aber nicht
in seinem Cataloge erwähnt.
10. Protaeiia Teriiaiana n. sp. Mohnike.
Pr. fusca, plus minusve viridescens ; supra opaca,
subtus nitida, cupreo-micans; pygidio, pectoris abdominis-
que lateribus tomento luteo dense tecta ; thoracis margine
punctisque disci duobus luteis; elytris parallelis, sutura
spinosis lineisquo luteo tomentosis signatis.
Longitudo Mm. 19—20.
Habitat in insulis Ternate, Tidor, Batjan , Gilolo.
(Coli. Mohn. d^$.)
Sie steht in der Mitte zwischen Fr. taciturna und
Fr. anoviitata von den Philippinen. Unter letzterer Be-
nennung fand ich Exemplare dieser Art in dem Museum
zu Leiden , angeblich von Sumatra. Diese Angabe ist
jedenfalls aber irrthümlich. Die Fr. Ternatana ist eben
so gross wie die taciturna, aber etwas schmäler; der
Clypeus bei beiden gleichgestaltet, bei der Ternatana aber
etwas höher umrandet, glänzender und weniger grob
puuktirt. Die Fühlhörner sind grünbraun. Der Thorax
ist bei letzterer ebenfalls viel weniger tief und auch zer-
streuter punktirt, und hat gleichfalls eine gelbliche filzige
Einfassung der Seitenränder und auf dem Discus zwei,
und bei einigen Exemplaren ausnahmsweise, vier gelb-
liche Punkte. In letzterem Falle sind aber die beiden
unteren kleiner wie die oberen. Die Schultern sind hinten
mit gelbem Filze bedeckt. Das Schildchen wie bei Fr.
taciturna glatt und matt. Die Flügeldecken sind an dem
Nahtende schärfer zugespitzt, allenthalben viel schwächer
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 301
und "weniger punktirt als bei letzterer; ihre Basis und ihr
Discue beinahe glatt. Vorderrücken und Flügeldecken
sind matt braun, heller wie bei Pr. taciturna, dunkler
wie bei Pr, bipuncfata, dabei mehr oder weniger grün
schimmernd, und an den Stellen, wo der sie bedeckende
matte Ueberziig durch Abreibung verloren gegangen,
hell metallisch glänzend. Die Zeichnung der Flügel-
decken stimmt mit der von Pr. tacihirna überein, allein
sind die transversalen gelbfilzigen Flecken und Linien
bei dieser Art meistens viel schwächer, zeigen grosse
Neigung obsolet zu werden, und erscheinen in einzelnen
Fällen nur noch eben angedeutet. Das Pygidium ist entwe-
der ununterbrochen und gleichmässig gelbfilzig, oder die-
ser Uebcrzug ist an zwei bis drei, in einer Reihe liegenden
Stellen weniger dicht und lässt die dunklere Grundfarbe
durchschimmern. Das Pygidium ist übrigens nadelrissig
und mit kleinen Härchen besetzt. Die Bauchsegmente sind
in der Mitte metallisch kupfern glänzend, sehr zerstreut
punktirt, hinten dicht mit gelbem Filze überzogen, von
welchem sich an dem obern Rande eines jeden Ringes
eine Verlängerung bis fast nach der Mitte hin fortsetzt.
Hinterhüften und alle Seitentheile der Brust gleichfalls
dicht gelbfilzig, und allein das Mesosternum davon frei.
Die Naht zwischen Meso- und Metasternum, vor dem sehr
kleinen, aber mehr breiten als langen Fortsatze des erste-
ren, mit einem feinen Haarrande besetzt. Alle filzigen
Seitentheile nadelrissig, grobpunktirt und mit gelblichen
Härchen bestanden. Die Beine sind braungrün, metallisch
glänzend; Schenkel und Schienen, besonders die vorde-
ren, mit gelbliche Schuppen und Haare tragenden Punk-
ten, Grübchen und Nadelrissen dicht besetzt. Die Schie-
nen, mit gelblich weissen Kniepunkten. Die vorderen bei
beiden Geschlechtern stumpf dreigezähnt; die mittleren
und hinteren am inneren Rande mit gelbem Haarsaume.
Nach meinen Erfahrungen vertritt diese Art, deren
Heimathsstätte die nördlicher gelegenen Molukken sind,
daselbst die mehr dem südlicheren Theile dieses Archipels
angehörende Pr. taciturna. Die Insel Batjan, von wel-
cher ich sowohl Exemplare von letzterer, als von Pr.
302 Mohnike:
Ternata7ia erhalten habe, scheint, nach meinen Erfahrun-
gen, die geographische Grenze beider Arten zu bilden.
11, Frotaefia Mandarinea Weber.
Cetonia Mandarinea Weber, Observ. cntom. p. 68
— Cef. atomaria Fabr. Syst. Elcuth. t. II. p. 153. — Cet.
atomaria Gory et Perch. Mon, d. Cet. p. 204. pl. 57. fig, 3.
— Protaetia Mawc/aW/^ea Burm.Handb. d. Entom. Bd. III.
S. 481. — Cet. fictilis Newman, Entomolog. Magaz. V.
p. 169. — Cet. querula Newm. The Entomol. 1841. p. 171.
— Cet. Mandarinea Wallace, Trans, ent, Öoc. 3. Öer. IV.
1868. p. 584.
Habitat in insulis Java, Sumatra, Banca, Borneo, Ce-
lebes et Amboina (Coli. Mohn. ^^ $).
12. Protaetia acuminata Fabricius.
Cetonia acuminata Fabr. Syst. entom. p. 50; Eiusd.
Syst. Eleuth. t. II. p. 134. — Cet. acuminata Olivier Ent.
Vol. I. 6. p. 41. pl VIII. fig. 71. — Cet. acuminata Gory et
Perch. 1. c. p. 203. pi. 57. fig. 1. — Cet. corrosa Gory et
Perch. 1. c, p. 204. pl. 57. fig. 2. — Protaetia acuminata
Burm. 1. c. p. 479. — Cet. acuminata Wallace 1. c. p. 584.
Habitat in peninsula Malayensi insulisque Java, Su-
matra et Banca (Coli. Mohn. ^ $).
13. Protaetia marmorea Weber.
Cetonia marmorea Weber, Observ. entom. p. 69. —
Cet. marmorea Fabr. Syst. Eleuth. t. II. p. 134. — Cet.
Daldorjii Schönh. Synon. Insect. Bd. I. Th. III. S. 138.
— Protaetia marmorea Burm. 1. c. p. 479.
Habitat in insulis Java et Banca, (Coli. Mohn, d^ $).
G e m mi n g e r und v o n H a r o 1 d, so wie nach ihnen
Wallace. haben, wie es mir scheint, mit Unrecht, die
Weber'sche Cetonia marmorea zu Cet- acuminata gezo-
gen. Schon vor ihnen hielten Esschoiz (Entomograph.
I. S. 180) und Schaum (Analcct. entomol. p. 35) beide
Arten für ein und dieselbe. Ich glaube aber, dass die
Ansicht von Burmeistcr, nach welcher sie getrennt
werden müssen, die richtigere ist.
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 303
Sie gleichen, was Grösse, Farbe und Gestalt be-
trifft, einander sehr und können um so eher verwechselt
werden als sie auf denselben Inseln vorkommen. Der
Behauptung Bu r me ister's, dass Fr. marmorea kleiner
als Pr. acuminata sei, kann ich nicht beistimmen. Ich
habe von ihr wie von letzterer grössere und kleinere
Stücke vor mir, und finde in dieser Beziehung keinen
wesentlichen Unterschied. Die grösste Verschiedenheit
liegt in der Nahtspitze, die bei erstgenannter Art stets
kürzer und stumpfer ist wie bei letzterer. Auch ist bei
ihr die weisse Querbinde auf den Flügeldecken stets
breiter und auch viel dichter und weniger unterbrochen,
die Sculptur des Thorax tiefer und kräftiger, so wie die
braune Erzfarbe derselben und der Flügeldecken meistens
etwas lichter und weniger schwärzlich, wie bei Pr. acu-
minata.
14. Protaetia mixta Weber.
Cetonia mixta Weber, Observ. entom. I. p. 69. —
Cet. mixta Fabr. Systh. Eleuth. t. IL p. 152. — Cet. con-
fuba Gory et Perch. Mon. d. Cet. p. 266. pl. 51. fig.4. —
Protaetia confusa Burm. Handb. der Entom. ßd. III.
Ö. 486. - Pr. mixta Burm. l. c. Bd. IV. Abth. 1. ö. 566.
— Cet. mixta Wallaee 1. c. p. 587.
Habitat in insula Sumatra.
15. Protaetia cupripes Wiedemann.
Cetonia cupripes Wiedem. in Germar's Magaz. IV.
p. 146, — Cet. Germari Gory et Perch. 1. c. p. 202. pl. 36.
fig. 2. — Cet. rufocuprea Gory et Perch. 1. c. p. 205. pl, 57.
fig. 3, — Protaetia cupripes Burm. 1. c. Bd. III. S, 483,
— Cetonia cupripes Wallaee 1. c, p. 587.
Habitat in insula Java (Dejean, Catal. 3. Edit. p. 191).
16. Protaetia ohscurella Gory et Percheron.
Cetonia ohscurella Gory et Perch. 1. c. p. 270. pl. 52.
fig. 5. — Protaetia ohscurella Burm. l. c. Bd. III. p. 487.
— Cet. ohscurella Wallaee 1, c. p, 586,
Habitat in insulis Java et Sumatra (Coli. Mohn, r/"?).
304 Mohiiike:
17. Protaetia gutiulata Burmeister.
Frotaetia yutüäata Biirm. 1. c. p. 483. — Cetonia
gutiulata Wallace 1. c. p. 587.
Habitat in insula Timor (Coli. Mohn. ^^ $).
18. Protaetia crassipes Wallace.
Protaetia crassipes Wallace ). c. p. 586.
Habitat in insula Pinang.
19. Protaetia ciliata Olivier.
Cetonia ciliata Oliv. Entom. Vol. I. 6. p. 90. pl. XII.
fig. 112. — Cet. ci/iafa Weber, Observ, eutom. I. p. 70. —
Cet. lunulata Fabr. 8ysth. Eleuth. t. II. p. 152. — Protae-
tia ciliata ßurm. 1. c. Bd. III. S. 488. — Cetonia ciliata
Wallace 1. c. p. 585.
Habitat in insulisjava et Sumatra (Coli. Mohn, ^j'' $).
20. Protaetia porci7ia W^allace.
Cetonia porcina Wallace 1. c. p. 585.
Habitat in insula Java.
Die Beschreibung dieser Art bei Wallace stimmt
ziemlich genau mit einigen Exemplaren der Protaetia ci-
liata in meiner Sammlung überein, bei denen sich die
filzige Randeinfassung des Thorax besonders weit, zu-
gleich aber etwas zackig nach dessen Discus hin aus-
breitet, und' die zugleich auf letzterer noch zwei gelb-
liche Punkte zeigen, während die beiden dunklen Flecken,
welche sonst in der Mitte der Flügeldecken, zwischen
der Nahtleiste und der Aussenrippe, unmittelbar unter
den beiden obersten und innersten der halbmondförmigen
Linien, zu stehen pflegen , entweder ganz fehlen oder
doch mehr oder weniger obsolet sind. Ich zweifle des-
halb noch, ob die Protaetia porcina wohl eine selbststän-
dige Art ist.
21. Protaetia Soloriensis Wallace.
Cetonia Soloriensis Wallace 1. c. p. 586.
Habitat in insula Solor prope Timor Orienten! versus.
Üeberaicht der Cetoniden der Sunda-Inselu und Molukken. 305
22. Protaetia leucopyga ßurmeister,
Protaetia leucopyga Burm. Handb. d. Ent. Bd. 5.
p. 560.
Habitat In insula Java.
Diese Art und ihre Beschreibung von Bur mei-
st er scheinen sowohl üemminger und von Herold,
als auch Wallace nicht gekannt zu haben, denn von
keinem von ihnen wird ihrer erwähnt. In dem Museum
zu Leiden befinden sich drei Exemplare einer noch nicht
bestimmten Protaetia von Sumatra, die ich für Pr. leu-
copyga halten möchte. Auch sie zeigen die meiste Ver-
wandtschaft mit Pr, cüiata, sind aber viel grösser. Zwei
derselben sind Männchen, und bei ihnen ist der Vordei'-
rand des Clypeus stumpf zweizackig und in die Höhe
gebogen. Bei dem Weibchen ist dieses nicht der Fall;
der Rand des Clypeus weder ausgebuchtet noch aufgebo-
gen. Ebenso gestaltet sind nach Burmeister diese
Theile bei dem Männchen seiner Leucopyga, Auch im
Uebrigen stimmen die Exemplare zu Leiden mit seiner
Beschreibung überein. Allein erwähnt derselbe nicht der
bei letzteren sich zeigenden, breiten, filzigen Randein-
fassung des Thorax, die sich noch weiter nach innen
erstreckt wie bei Pr. cüiata, so wie der vielen kleinen,
wurmförmigen Strichelchen und Atome, womit ihre Flü-
geldecken gezeichnet sind. Dagegen haben sie aber au
den ßauchsegmenten nicht die zweite Reihe weisser, filzi-
ger Randflecken jederseits neben der Mitte, von denen
Burmeister bei seiner leucopyga spricht.
Herr van Vollenhoven, den ich ersuchte die in
Rede stehende Art zu Leiden noch einmal mit Burmei-
8 ter's Beschreibung der /ewcojs^/^a vergleichen zu wollen,
theilte mir mit, er sei zu der Ueberzeugung gekommen,
dass dieselbe, wenn nicht blosse Varietät der letzteren,
doch eine ihr ausserordentlich nahe stehende Art wäre.
23. Protaetia resplendens Burmeister.
Protaetia resplendens Burm. Handb. d. Ent. Bd. III.
S. 475. — Cetonia resplendens Wallace 1. c. p. 587.
Habitat in insula Timor.
Archiv für Naturg. XXX.VII. Jahrg. l.Bd. 20
306 Mohnike:
Das von Herrn Dupont erhaltene Weibchen, nach
welchem Burmeister diese Art aufstellte, war aus
Siwas in Klein- Asien. Die Exemplare zu Leiden sind
als von Timor stammend angegeben. Auch Lacordaire
(Gen. d. Coleopt. t. III. p. 537), so wie Gemminger
und von Harold, in ihrem Cataloge, nennen Timor ihr
Vaterland. Welche dieser Angaben ist die richtigere ;
oder werden nicht vielleicht zwei verschiedene, sich sehr
ähnliche Arten in der Pr. resplendens mit einander ver-
mengt ? Wallace hat während seines mehrmaligen Auf-
enthaltes auf Timor sie daselbst nicht gefunden und auch
ich habe sie niemals von dort erhalten. Wallace setzt,
was das „habitat" dieser Art betrifft, sowohl bei Siwas
wie bei Timor ein Fragezeichen.
24. Protaetia acutissima n. sp. Mohnike.
Taf. VII. Fig. 5.
Pr. supra et subtus olivaceo-viridis, parum nitens ;
cljpeo pai^vo, quadrato, dense punctato; thorace subpu-
bescente, undique punctato, lateribus utrinque punctulis
nonnullis albescentibus, partim obsoletis ; scutello subni-
tido, punctato ; scapulis tomentosis; elytris parallelis, apice
rectis, maxime acuminatis, prope scutellum niiidioribus, inter
suturum costamque lateralem fasciolis quatuor transversis
intei'ruptis, margine atomis albescentibus sparsim signatis.
Longitudo Mm. 17.
Habitat in insulae Javae parte orientali. (Coli. Mohn. cT.)
Sie gleicht etwas der Pr. 'acwunmata und Pr. mar-
morea. Der Clypeus ist klein, viereckig, nichtsehr hoch
umrandet, in der Mitte etwas erhaben, dicht punctirt, in
den Punkten mit feinen, kurzen gelblichen Härchen besetzt.
Die Fühlhörner sind braungrün. Der Thorox ist allent-
halben punctirt, an den Seiten etwas nadelrissig, in allen
Vertiefungen stehen kurze gelbliche Härchen, wodurch
die Oberfläche ein mattes sammetartiges Aussehen ge-
winnt. Der glänzendo Fleck oberhalb des Schildchens
und die von ihm entspringende, polirte Mittellinie, so
wie die vertieften, matteren Stellen neben der letzteren,
welche der Vorderrücken von Pr. acuminata zeigt, feh-
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 307
len dieser Art. Bei ihr befinden sich auf den Seitenthei-
len des Thorax allein fünf bis sechs kleine, mehr oder
weniger undeutliche, gelblichweisse, filzige Punkte. Die
Schultern sind gelb behaart. Das Schildchen ist etwas
glänzender und weitläuftig punctirt. Die Flügeldecken
verschmälern sich nach hinten sehr wenig, ihr hinterer
Rand ist fast rechtlinigt, die Nahtspitze sehr lang und
scharf, länger wie bei irgend einer andern Protoetia, Pr.
prolongaia nicht ausgenommen. Die Umgegend des
Schildchens, die Nahtleiste und Seitenrippe sind glänzen-
der als der übrige Theil der Flügeldecken, zeigen aber
auch zerstreute Punkte, in denen sich gleichfalls kleine
Härchen befinden. Der vertiefte Raum zwischen der Naht
und der Seitenrippe ist ganz matt und der Länge nach
nadelrissig. In ihm befinden sich vier kleine, aus anein-
ander gereihten Punkten bestehende weisse Querbinden.
Die dichter und gröber punktirten Seiten der Flügel-
decken sind neben ihrem Rande mit einigen weisslichen
Atomen bestreut. Die Farbe ist oben ein schönes Oliven-
grün ohne metallischen Glanz. Das Pygidium ist senkrecht,
mit gelblicher Filzdecke, worin drei grüne Längsflecken,
und wird durch die Spitze der Flügeldecken überragt.
Die Unterseite ist dunkelgrün, in der Mitte sehr zerstreut,
an den Seiten, besonders der Brust, viel dichter und grö-
ber punktirt, auch allenhalben mit gelblichen Härchen
besetzt, die auf den Segmenten des Unterleibes viel kür-
zer wie auf den ßrusttheilen sind. Ueber der Mitte
haben die vier ersten Bauchringe wcissliche filzige Rand-
flecken. Der Mesosternalfortsatz ist an seiner Spitze
scharf abgeschnitten, nach den Seiten aber hammerför-
mig erweitert. Die Beine sind olivenfarbig; alle Schen-
kel und Schienen dicht punktirt und kurz behaart. Die
mittleren und hinteren Schienen haben an ihrem Innern
Rande einen gelblichen Haarsaum, die vorderen an ihrem
äusseren zwei scharfe Zähne. Alle besitzen gelbliche
Kniepunkte.
Ich habe von dieser sehr seltenen Art nur ein ein-
ziges Männchen in der höheren Gebirgsgegend des öst-
lichen Java erhalten.
308 Mohnike:
25. Protaetia lyrata n. sp. Mohnike Taf. VIL Fig-. 6.
Pr. supra viridis opaca; clypeo quadrato, immargi-
nato, angulis subrotundato, piano, dense punctato; anten-
nis atrovirescentibus; pronoto punctato, albo-marginato,
disco lineis albidis duabus curvatis, lyriformibus; scapulis
subhirsutis; elytris subparallelis, spinosis, albo-variegatis;
pjgidio albo-adsperso; subtus viridis, nitida, punctata;
pectoris lateribus villosis, abdominis albo-irroratis; pro-
cessu mesosternali apice rotundato.
Longitudo Mm. 18.
Habitat in insulae Javae parte orientali. (Coli.
Mohn. $.)
Diese Art ist eine eigenthümliche, wrelche in man-
cher Beziehung grössere Uebereinstiramung mit einigen
Glycyphanen, wie z. B. GL plagiata, als mit den meisten
Protactien zeigt. Im Allgemeinen scheint es mir aber
doch, dass sie den letzteren zugezählt werden muss. Der
Clypcus ist bei ihr kurz, viereckig, nicht umrandet, in
seiner Mitte wenig oder nicht erhaben. Er wie der Kopf
und die Fühlhörner sind dunkel grünschwarz. Der Vor-
derrücken ist weiss gerandet und trägt auf dem Discua
zwei weisse, an ihrem unteren Theile etwas dickere und
nach innen gebogene Linien , welche zusammen eine
leierförmige Figur bilden, ähnlich wie auf den Flügel-
decken von Schizorrlrina Australasiae sich befindet. Die
Flügeldecken sind beinahe parallel, mit wenig erhabener
Mittelrippe und Nahtleiste. Letztere ist am Ende etwas
zugespitzt. Wie bei den meisten Glycyphanen finden sich
zu beiden Seiten der Mittelrippe mehr oder weniger
deutliche Reihen eingestochener Punkte. Neben der
Spitze des Schildchens ist auf jeder Seite ein weisser
Punkt. Ausserdem sind die Flügeldecken mit mehreren
grösseren , unregelmässig gestalteten, keine Querbinde
bildenden weissen Flecken bedeckt. Die Farbe von Vorder-
rücken und Flügeldecken ist ein mattes, ziemlich dunkles
Grün, ohne allen metallischen Glanz. Das Pygidium ist
wurmförmig nadelrissig und in denVertiefungcn weissfilzig.
Die Unterseite ist grün, glänzend, aber auch nicht nie-
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 309
talHsch, und mehr oder weniger dicht punctirt. Die Sei-
ten der Bauchsegmente sind mit einer dünnen Lage weis-
sen Filzes bedeckt, so dass die grüne Grundfarbe durch-
schimmert; die der Brust tragen ein ziemlich dichtes,
weissgraues Haarkleid. Schenkel und Schienen sind punk-
tirt, mit weisslichen Härchen und Schuppen bedeckt. Die
hinteren und mittleren Schienen haben einen kurzen
grünweissen Haarsaum , und in der Mitte ihres äusseren
Randes einen Zahn, Letzterer ist bei den Vorderschie-
nen nur eben angedeutet. Der Mesosternalfortsatz ist
kurz und an seiner Spitze abgerundet.
Auch diese Art ist sehr selten und habe ich wäh-
rend meines mehrjährigen Aufenthaltes auf Java nur ein
einziges Exemplar davon gefunden.
26, Protaetia pectoralis n, sp. Mohnike.
Pr. atra; clypeo quadrato, marginato, medio elevato,
punctato, luteo-squamoso ; antennis atris ; thorace, exce-
ptis Hnea mediana elevata, nitidissima, ante scutellum
valde dilatata, plagaque utrinque 8 formi, viridi-atro velu-
tino, densissime tecto punctis, squaraulas flavescentes ge-
rentibus; eljtris subparallelis, spinosis, partim punctatis,
partim aciculatis, disco, suiura, costaque laterali nididis,
lineolis transversis albidis variegatis; pygidio atro, atomis
albidis adsperso ; subtus atra nitida, segmentis abdominis
sparsim punctatis, duplicique serie macularum raarginalium
albidarum oinatis; pectoris lateribus atomis albidis adspersis,
villosis; processu mesosternali obtuso, apice dilatato.
Longitudo Mm. 14—19.
Habitat in insula Celebes prope Gorontalo. (Coli.
Mohn. ^$.)
Auch diese Art hat einige Aehnlichkeit mit Pr.
aotiminaia und Pr. marmorea, unterscheidet sich aber von
ihnen schon durch ihre tiefschwarze Farbe, ohne allen
metallischen Glanz sowohl oben als unten; viel mehr
aber noch durch die Sculptur des Vorderrückens. Auch
ist sie breiter und verbal tnissmässig kürzer als die ge-
nannten Arten. Der Clypeus ist viereckig, umrandet, in
der Mitte etwas erhaben, punktirt und mit gelblichen
310 Mohnike:
Schuppen in den Vertiefungen. Auf dem Thorax befin-
det sich eine dreieckige sehr glänzende Stelle, von wel-
cher eine erhabene, ebenso glänzende Linie nach dem
Kopfe hin verläuft und den Thorax in zwei Hälften theilt.
Zu beiten Seiten ist derselbe dicht punktirt und mit
gelblichen Schuppen besetzt, mit Ausnahme zweier läng-
licher, schief von oben und innen, nach unten und aussen
verlaufender, einigermasseu 8-förmiger saminetartiger, tief
grünschwarzer Flecke. Die Schultern haben hinten einen
gelblichen weissen Fleck. Das Schildchen ist glatt und
glänzend; ebenso auch der Discus der Flügeldecken, ihre
hinten scharf zugespitzte Nahtleiste und die Seitenrippe.
Mit Ausnahme dieser erhabeneren, glänzenderen Stellen,
sind die Flügeldecken tief matt schwarz, allenthalben
punktirt und in dem Zwischenräume zwischen Naht und
Seitenrippe der Länge nach nadelrissig. An dieser Stelle
stehen am gedrängtesten eine Menge gelblich weisser,
meistens perpendiculairer Fleckchen und Strichelchen, die
mit andern, dem Hinterrande näher gelegenen, eine Art
von unterbrochener Querbinde über die Flügeldecken bil-
den. Solche weissliche Strichelchen und Fleckchen be-
finden sich auch noch oberhalb dieser Querbinde neben
dem äusseren Rande, und zwei andere, einer nach oben
gekrümmt, unten neben der Naht. Das Pygidium ist
schwarz , dicht punktirt, an den Seiten mit gelblichen
Atomen bestreut. Die Unterseite ist schwarz, sehr
glänzend, aber durchaus nicht metallisch. Das letzte
Bauchsegment ist dicht grubig, die übrigen sind zerstreut
punktirt; alle haben ^ine doppelte Reihe von Randflecken,
von denen aber meistens einige verwischt erscheinen. An
den Brustseiten befinden sich einzelne gelbliche Flecken;
ausserdem sind sie mit gelblichen Haaren , aber nicht
sehr dicht besetzt. Der Mesosternalfortsatz ist vorne ab-
gestumpft und etwas seitlich erweitert. Die Beine sind
schwarz, Schenkel und Schienen grob punktirt; erstere
haben unten, neben dem Kniegelenke, einen weissgelbli-
chen Fleck; letztere eben solche Kniepunkte, Die mitt-
leren und hinteren Schienen haben am Innern Rande
einen gelblichen Haarsaum , die vorderen drei äussere
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 311
Randzähne, von denen die oberen bei dem Männchen
aber nur eben angedeutet sind.
Unter den Exemplaren welche ich von dieser Art
besitze, befinden sich ein Paar Stücke einer Varietät mit
völlig ebenem, matt sam nietschwarzen Vorderrücken, ohne
die erhabene, glänzende Mittellinie, und allein, eben wie
Pr. mandarinea, aber nicht so dicht, mit gelblichen Fleck-
chen und Strichelchen gezeichnet. In allem IJebrigen
stimmen sie mit den anderen Exemplaren durchaus
überein.
Sectio YII. Cremastochilidac.
Genus 1. Euremina Wallace.
Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV. 1868. p. 590.
1. Euremina agnella Wallace.
Euremina agnella Wallace l. c. p. 590. pl. XIV. fig. 9.
Habitat in insula Pinang.
Genus II. Macroma Gory et Percheron .
Gory et Perch. Mon. d. Cet. p. 35.
1. Macroma Javanica Gory et Percheron.
Macroma JavanicaGorj et Perch. l. c p. 148. pl. 9.
fig 5, _ Macr. Javanica Burm. Handb. d. Entom. Bd. III.
g^ 645. _ Macr. Javanica Wallace 1. c. p. 590.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. d^$).
2. Macroma flavoguttata Van Vollenhoven.
Macroma ßävoguttata Van Vollenh. Nederl. Tydschr.
voor Ent. Bd. VII. p. 159. t. 10. fig. 6. — Macr. ßävogut-
tata Wallace 1. c. p. 590.
Habitat in insula Borneo.
3. Macroma triguttulata n. sp. Mohnike.
Macr. aterrima, nitida; clypeo margine antico re-
312 Mohnike:
flexo, mcdio elevato, punctato ; thorace disco minus, late-
ribua plus punctato, glabro, antice flavo marginato, po-
stice guttulis tribus flavis, quarum media, ante scutellura
Sita minor, ornato; elytris glaberrimis, abbreviatis, seriatim
punctatis, ante apiccm rotundatam, crista transversa, pa-
rum prominente, distinctis; pygidio carinis tribus longi-
tudinalibus, raedio valde prominente; parapleura flava;
abdoraine, pectore, pedibusque concoloribus, punctatis; pro-
cessu mesosternali brevi, obtuso, apice dilatato.
Longitudo Mm. 14.
Habitat in insula Sumatra (Coli. Mohn. ^).
Sie gleicht in der Gestalt viel Macroma Javanica,
ist aber beträchtlich kleiner. Der Clypeus ist vorne
mehr aufgebogen, an den Seiten flach, in der Mitte in
Folge der hervorragenden nach unten verlaufenden Stirn-
schvyiele erhöht, allenthalben punktirt. Alle Kopftheile
so wie die Fühlhörner, deren erstes Glied rund und
birnförmig, sind schwarz. Der Prothorax wie bei Macr.
Javanica^ schwarz, glatt und glänzend, in der Mitte sehr
zerstreut, an den Seiten dichter punktirt. An seiner vor-
dersten Hälfte befindet sich auf jeder Seite ein gelber,
nach hinten schmäler werdender Randfleck. Ausserdem
sind an seinem Flügeldeckenrande drei gelbe, in einer
Reihe siehende, runde Flecken, von welchen der vor
dem Schildchen der kleinste. Letzteres ist gleichseitig
dreieckig, klein, scharf zugespitzt. Dasselbe wie seine
Umgegend liegen etwas tiefer, wie der übrige Theil der
Flügeldecken. Diese sind glatt, gleich wie die von
Macr. Javanica mit Punktreihen versehen, welche indes-
sen bei letzterer viel deutlicher sichtbar sind. Ihr Ende
ist nadelrissig, hinten abgerundet, und neben der Naht
nicht zugespitzt. Oberhalb der nadelrissigen Stelle an
dem Ende der Flügeldecken befindet sich eine quere, ge-
krümmte, etwas hervorragende, aber nicht ihre ganze
Breite einnehmende Linie. Auf dem schwarzen, glän-
zenden, punktirten Pygidium sind drei Längskiele, von
denen der in der Mitte der stärkste ist und höher hervor-
ragt, als wie bei Macr. Javanica der Fall ist. Die ganze
Unterseite, mit Ausnahme der gelben Parapleura ist schwarz
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln and Molukken. 313
und glänzend. Die Bauchringe sind sehr weltläuftig,
die Seiten der Brust aber, so wie Schenkel und Schie-
nen, dichter punktirt. Ein Haarkleid fehlt allenthalben.
Die Beine sind wie bei Maor. Javanica ; der Mesosternal-
fortsatz ist kurz, breit, an der Spitze scharf abgeschnit-
ten aber etwas nach den Seiten erweitert.
Ich habe von dieser Art ein Männchen zu Siak im
nordöstlichsten Theile von Sumatra erhalten.
4. Macroma gloriosa n. sp. Mohnike Taf. VII. Fig. 7.
Macr. capite flavo ; clvpeo lato, subconvexo, glabro,
antice vix emarginato, nigromarglnato; antennis brunneis;
prothorace ante scutellum valdc depresso, flavo, antice et
postice atro marginato, guttulis novem atris triplici serie
ornato; elytris abbreviatis, attenuatis, glabcrrimis, distanter
seriatim punctatis, scapulis maxime prominentibus, prope
scutellum valde depressis, postice rotundatis, ante apicem
carina transversa, crenata distinctis; pygidio tricarinato,
hoc abdominisque segmento penultimo omnino intectis,
valde compressis; pectore, abdomine, pcdibusque atris, ni-
tidis, parum punctatis ; paraplcura lateribusque metasterni
niveis.
Longitudo Mm. 24.
Habit;it in insula Sumatra (Coli. Mohn. ^).
Eine ausserordentlich schöne, schon durch ihre Grosso
merkwürdige Art, da sie die Länge der Cetonia marmo-
rata besitzt, aber noch breiter ist. Keine andere von den
mir bekannten kommt zugleich in dem Habitus und Kör-
perverhältnissen einigen der grösseren Macronotiden, wie
z. B. Macron. Diardi so nahe. Die Stirn ist ziemlich
flach, glatt, ohne alle Punktur und eben wie der Clypeus
schön gelb. Der Clypeus ist breit, etwas convex, vorne
kaum ausgebuchtet, daselbst aber fein schwarz gerandet.
Auch auf ihm befindet sich keine Punktur. Die Mund-
theile stimmen mehr mit denen der vorigen Art, wie mit
denen von Macr. Javanica überein, da bei letzterer die
horizontale Ligularplatte verhältnissmässig grösser ist, als
bei dieser und der vorigen. Der Vorderrücken ist viel
breiter als lang, vor dem Schildchen fast ebenso tief wie
314 Mohnike:
bei Maoronata Diordi vertieft, lässt auch die Andeutung
eines hintern Lappens bemerken ; ist glatt, ohne alle
Punktur, schön gelb, mit einem feinen, vordem und hin-
tern, schwarzen Rande. Auf dem Discus stehen neun
runde schwarze Flecken, vier in einer vorderen, zwei in
einer mittleren, drei in einer hintern Reihe. Die in der
vordersten sind die kleinsten. Die Flügeldecken sind
unterhalb der Schulter sehr tief ausgeschnitten, bleiben
alsdann in dem Masse schmal, dass die Bauchringe sicht-
bar werden und sind auch verhältnissmässig noch viel
kürzer wie bei den schon genannten Arten, so dass sie
in dieser Beziehung an Necrophorus erinnern. Sie lassen
dasPygidium und den vorletzten Bauchring durchaus un-
bedeckt, sind hinten abgerundet, und haben kurz vor
ihrem Ende eine gezackte Querleiste, die an ihrem Rande
entspringt und sich, S-förmig gebogen, fast bis zur Naht
hin erstreckt. Sie ist viel vorspringender und schärfer wie
bei den schon genannten Arten. Ihre Schulterbuckel treten
auffallend stark nach oben und aussen hervor, und sind die
Flügeldecken hier beträchtlich breiter als derVorderrücken.
Neben dem kleinen, dreieckigen, scharf zugespitzten Scu-
tellum sind "sie beträchtlich vertieft, als Fortsetzung der
schon erwähnten Vertiefung des Prothorax. Ihre Farbe
ist ein sehr glänzendes, reines und tiefes Schwarz ; sie
sind mit Reihen sehr weit von einander stehender, nur
allein unter der Loupe sichtbarer Punkte bedeckt. Der
durch sie unbedeckte, nach unten herabhängende hintere
Theil der Bauchsegmente ist wie von oben nach unten
zusammengedrückt. Auf dem Pj^'gidium befinden sich
drei stark hervorspringende Längsleisten, von denen die
in der Mitte besonders scharf. Die ganze Unterseite, mit
Ausnahme der rein weissen Parapleura und des oberen
Theiles von dem Metasternum, ist glänzend schwarz, gänz-
lich ohne Haarkleid und nur hier und da stehen einzelne.
Punkte. Die Beine sind ebenfalls glänzend schwarz ;
die Schienen besonders stark und kräftig, bei den beiden
hinteren mit einem Dorn auf dem Aussenrande, bei den
vorderen mit zwei Zähnen. Die Tarsi sind kurz und
dick, verhältnissmässig kürzer wie bei Macroma Javatiica,
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 315
mit undeutlich abgesetzten Gelenken. Der Mesosternal-
fortsatz ist etwas länger, vorne mehr abgerundet wie
bei letztgenannter und mehr seitlich erweitert.
Ich erhielt von dieser autfallend schönen Art ein
einziges Exemplar zu Tebing-Tinggi im Innern von Su-
matra. Ich halte dasselbe wegen seines platten und
wie zusammengedrückten Bauches für ein Männchen, ob-
schon bei ihm die I.ängsfurche, welche die Männchen
von Macroma Javanica und Macr. triguttulata besitzen^
nicht vorhanden ist.
Genus III. Khagopteryx Burmeister.
Burm. Handb. d. Ent. Bd. III. S. 649.
1. Khagopteryx Brahma Gory et Percheron.
Cremastocheilus Brahma Gory et Perch. MoD. d. C6t.
p. 120. pl. 17. flg. 3. — Rhagopteryx Brahma Burm. 1. c.
p. 650. Eiusd. Genera Insect. Nr. 38. fig. 1— 7. — Bha-
gopteryx Brahma Wallace, Trans, ent. Soc. 3. Ser. IV.
1868. p. 590.
Habitat in insula Java.
Genus IV. C entr ognathus Gu6nn.
Guerin in Revue de la Soc. Cuvier. III. 1840. p. 79.
1. Centr ognathus subrugosus Guerin.
Centrognathns subrugosus Guerin. 1. c. p. 79. — Cen.
trogn. subrugosus Burm. 1. c. p. 655. — Centrogn. subru-.
gosus Wallace 1. c. p. 589.
Habitat in insula Pinang.
Genus V. Ch o ierastoma n. gen. Mohnike.
Noch kurz vor meiner Abreise von Java erhielt ich
daselbst drei Stücke einer Cremastochilide, die mir schon
auf den ersten Blick sowohl dem Genus wie der Art
nach neu erscheinen musste, da bei beiden Geschlechtern
die Tarsi nur viergliedrig sind. Ich nenne diese Gat-
316 Mohnike:
tung Ch olerast oma, nach der eigenthünilichen, den cylin-
derfötmigcn Dachrinnen aus Blech nicht ganz unähnli-
chen Form ihres Kopfes mit dem Clypeus und dem sehr
grossen ersten Fühlhornglicde.
Der Kopf ist auflallend gross und verhältnissmässig
breit ; seine Länge von dem Rande des Clypeus bis zu
dem des Vorderrückens beträgt kaum weniger wie die
des letzteren. Er ist zwischen den Augen am breitesten,
schief nach unten gebogen und sowohl von oben nach
unten, wie nach den Seiten hin gewölbt. Die Augen
sind ebenso wenig wie bei Scaptobius von oben sichtbar,
da der Rand des Kopfes sie überragt, und sie, bei Ein-
ziehung des letzteren, durch den Vorderrücken bedeckt
werden. Das erste Fühlhornglied ist sehr gross und hat die
Gestalt eines regelmässigen Dreiecks mit etwas abge-
stumpften Ecken, die darauf folgenden sind nur kurz, die
Keule ist dick und oben wenig spitz. Der Clypeus ist
stark nach unten gekrümmt, unten breiter wie oben, und
wi^ Scheitel und Stirn gewölbt. Sein unterer Rand ist in
der Mitte breit, aber sehr wenig tief ausgebuchtet und
etwas nach oben gebogen. Die Seitenränder setzen sich
nach unten, und mehr noch nach hinten lappenförmig
fort, wodurch der untere Rand des Clypeus vollkommen
halbkreisförmig wird. Der dreieckige Raum zwischen
ihnen und den Rändern des Kopfes wird, wie durch eine
Klappe, durch das grosse dreieckige, genau in die Lücke
hineinpassende erste Fühlerglied vollkommen geschlossen,
nachdem sich zuvor der Stiel und die Keule an die innere
Fläche desselben angelegt haben. Da sich aber bei dem
Einziehen der Fühlhörner und dem Schliessen des er-
wähnten dreieckigen Raumes durch das erste Glied der-
selben, zugleich der ganze Kopf nach hinten beugt und
an die Hüften der Vorderbeine anlegt, — was jedesmal
geschieht wenn das Thier angefasst oder auf irgend
eine Weise beunruhigt wird, — so gewinnt derselbe, in
dieser Lage, durchaus das Aussehen eines gekrümmten,
auch unten geschlossenen Cylinders, indem die grosse,
horizontal gelegene Ligularplatte vollkommen den untern
Zugang zu den inneren Mundtheilen absperrt. Dieselbe
üebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln \mä Molukken. 317
ist an ihrer vordem Hälfte abgerundet, an ihrer hinteren
unregelmässig vierseitig, eben, mit einem wenig nach un-
ten ausstechenden Rande. Ihre vordere Hälfte passt ge-
nau in die Concavität des untern Cljpealrandes während
eine kleine in der Mitte ihres hinteren Umfanges her-
vorstechende Spitze, bei dem schon erwähnten Zurück-
beugen des Kopfes, sich zwischen die Hüften der Vorder-
beine hineinlegt. Ihre Seitentheile liegen aber gegen
die Basis des dreieckigen ersten Fühlergliedes an, sobald
dasselbe eingezogen ist.
Der Prothorax ist, mit Ausnahme der breiten Kopf-
öffnung, fast vollkommen kreisrund, abgeflacht, ziemlich
stumpf gerandet. Er liegt nicht dicht gegen die Flügel-
decken und das Schildchen an, sondern seine Verbin-
dung mit diesen Theilen geschieht mittels einer kurzen,
stielartigen Verlängerung des Prothorax, ähnlich wie
z. B. bei Spoyidylis stattfindet. Das Schildchen ist gleich-
seitig dreieckig. Die Flügeldecken sind an ihrer seitlich
abgerundeten Basis beträchtlich breiter als der Vorder-
rücken, haben 272mal dessen Länge, parallele Ränder,
die sich nach den Seiten ziemlich scharf umbiegen, und
sind fast vollkommen eben. Ihre Schulterbuckel rasen
allein seitlich, die hinteren Buckeln nur wenig nach oben
hervor. Sie sind hinten abgerundet, ohne Nahtspitzen und
lassen den vorletzten Bauchring zur Hälfte unbedeckt.
Die Scapulae erreichen ihren vordem Rand nicht ganz,
und sind daher, eben wie bei Cyclidius, von oben nicht
sichtbar. Das Pygidium ist gross, nach unten abgerun-
det und, gleich wie die Stigmata des vorletzten Bauch-
ringes, hervorragend. Brust und Bauch sind stark ge-
wölbt; letzterer bei dem Männchen mit einer tiefen, mitt-
leren Längsfurche. Meso- und Metasternum in der Mitte
der Länge nach vertieft, ohne die geringste Spur von
Fortsatz an ersterem. Ein Haarkleid fehlt gänzlich. Die
Beine sind ziemlich lang und kräftig, die Vorderschienen
bei beiden Geschlechtern etwas gekrümmt, und allein bei
dem Weibchen mit der Andeutung eines Zahnes auf dem
äusseren Rande versehen, während die mittleren und hinte-
ren Schienen sowohl bei dem Männchen als dem Weib-
318 Mohnike:
eben die Andeutung eines solchen Zahnes sehen lassen.
Die Tarsi haben bei beiden Geschlechtern, wie schon
oben bemerkt, nur vier Glieder. Sis sind rundlich und,
besonders die der Vorderbeine, sehr kurz, bei dem Weib-
chen noch kürzer wie bei dem Männchen, aber doch mit
deutlich zu erkennenden Absetzungen der Gelenke. Die
Krallen sind ausserordentlich klein, kaum sichtbar und
wenig oder nicht gekrümmt.
Dieses Gechlecht scheint mir zwischen Cyclidius und
Cremastocidlus in der Mitte zu" stehen.
1. Cholerastoma ap 07i dy Itdea n. sp. Mohnike Taf.VlI. Fig. 8.
Chol, supra plumbagineo-nigrescens, parum nitens ;
elytris postice iuxta marginem litura parvula albida sig-
natis ; subtus nitidior, atra.
Longitudo Mm. 22.
Habitat in insula Java (Coli. Mohn. cT $).
Die Farbe ist oben ein in das Graue spielendes,
graphitartiges, wenig schimmerndes, unten ein viel tie-
feres und glänzenderes Schwarz. Scheitel, Stirn und
Clypeus und die Aussenseite des ersten Fühlergliedes sind
grob und dicht punktirt. So auch das Schildchen. Die
Flügeldecken haben an ihrem hintern Dritttheil neben
dem Rande einen kleinen, weisslichen, halbverwischten
Fleck. Bei dem einen Exemplar befindet sich ein zwei-
ter Fleck weiter nach vorne, neben der Naht. Sie sind
mit grosseren, mehr unregelmässig gestalteten und theil-
weise zusammenfliessenden Punkten und Grübchen be-
deckt, deren Anordnung in Längsreihen sich aber deut-
lich erkennen lässt. Das Pjgidium ist feiner und dich-
ter punktirt. Auf den Bauchringen und den Seiten der
Brust stehen die Punkte viel zerstreuter und weitiäufti-
ger, sind auch grösser.
Ich fand zwei Exemplare dieser Art auf einem Ge-
birgswege im Östlichen Java langsam auf der Erde krie-
chen. So wie ich sie anfasste, legte sich der Stiel und die
Keule der über den vorderen Rand ihrer ersten, sehr
grossen, dreieckigen Glieder hervorragenden Fühlhörner
gegen die innere Fläche derselben an, und wurden letz-
Uebersicht der Cetoniden der Sunda-Inseln und Molukken. 316
tere nach den Seiten des Kopfes zurückgezogen, wäh-
rend dieser gegen die Unterseite des Prothorax stark
zurückgebogen ward. Wird das Thier nicht beunruhigt,
80 ist die Haltung seiner Fühlhörner wie in der beifol-
genden Abbildung, d. h. die ersten Glieder derselben stehen
in horizontaler Richtung flügeiförmig zu beiden Seiten
des Kopfes hervor, während ein Theil des Stieles mit der
Kolbe den vordem Rand derselben überragt. Wahrschein-
lich findet dasselbe bei andern CremastocJnliden beson-
ders den Arten von Cyclidius statt; und dürften auf
den meisten Abbildungen derselben die Fühlhörner nicht
richtig gezeichnet sein. In der Abbildung bei Lacor-
d a i r e (Atlas Taf. 39) ist das Fühlhorn von Ü. elongatus
(Fig. 3 b) richtig gezeichnet, während die Hauptfigur des
Thieres selbst, diese Eigenthümlichkeit nicht erkennen
lässt. Obgleich ich die erwähnten Thiere einige Tage
am Leben erhielt, so gelang mir doch nicht etwas Näheres
über ihre Lebensweise zu erfahren. Dass sie, eben wie
andere Crcmastochiliden, auf und vielleicht selbst in der
Erde leben, ist wahrscheinlich. Ihre Flügeldecken liegen
so fest aneinander, dass sie sich nicht ohne einige Mühe
trennen lassen, und ihre Flügel selbst sind so klein, dass
man voraussetzen darf, dass sie nur selten und ausnahms-
weise davon Gebrauch^ machen. Auch dieser Umstand
lässt auf ein Leben auf oder in der Erde schliessen.
Unsicherer sind Vermuthungen über ihre Nahrung. Dass
sie aber auch hierin von den übrigen Cetoniden abwei-
chen, wird durch die eigenthümliche Gestalt des Clypeus,
und die sehr grosse, den unteren Zugang zu den Innern
Mundtheilen gänzlich absperrende Ligularklappe mehr
als wahrscheinlich gemacht.
320 Mohnike: Uebersicht d. Cetoniden der Sunda-Inseln u. a. w.
Erklärung der Abbildungen.
Taf. V.
Fig. !• Prigenia VoUenhoveni n. sp. Mohn. ^.
» 2. » » » x Q.
» 3. Diceros Peteli Buq. (^.
i> 4. Coryphocera gloriosa n. sp. Mohn. $.
)■ 5. Clinteria flavomarginata Wiedem.
B 6, » » Varietas.
»7. y> viridissima n. sp. Mohn.
i> 8. Glycyphana picta n. sp. Mohn.
Taf. VI.
Fig. 1. Lomaptera Ulricae n. sp. Mohn. $.
»2. B anomala. n. sp. Mohn. $.
» 3. Eupoecila balteata n, sp. VoUenh,
» 4. Glycyphana palliata n. sp, Mohn.
»5. » puella n. sp. Mohn.
»6. » albopunctata n. sp. Mohn.
Taf. VII.
Fig. 1. Glycyphana flavopunctata n. sp. Mohn,
i 2. » plagiata Schaum.
B 3. » Behrii Schaum.
»4. » variabilis Mohn.
» 5. Protaetia acutissima n. sp. Mohn.
»6. » lyrata n. sp. Mohn.
» 7. Macroma gloriosa n. sp. Mohn.
B 8. Gholerastoma spondylidea n. sp. Mohn.
Bericht igungen.
S. 228. Z. 13 u. 14 V. o. lies b tabellarische Uebersicht der Verbrei-
tung« statt »tabellarische Verbreitung«.
S. 231 Z. 20 V. o. lies : Taf. V statt Taf. IX.
» 234 » 15 » B » V » B IX.
äW
7h/: V
/•hy. 2.
F,yj :i
F/ty.S
f'J'Sr/////u// /////
/S7/
Tfffrr
r/-:Sf//M/r// /////
/sr/.
Fi^.i/
1^2
Vhfrn
Ffa3.
Fi^ S.
Ffa7
Fia S
rfSr/n///f/f/rf//
Beschreibung eines gigantischen Aniphibiums aus <ter
Verwandtschaft der Gattung Lepidosiren, aus dem
Wide-ßay-District in Queensland.
Von
- Gerard Krefft *).
Uebersetzt aus Proc. of the zoolog. society of London 1870. p. 221.
Hierzu Taf. VIII. Fig. 1.
Die Entdeckung einer Art Lepidosiren in Australien
■wird gewiss die wissenschaftliche Welt überraschen —
um so mehr, da dieses neu aufgefundene Amphibium
ein von Lepidosiren verschiedenes Gebiss hat, und ausser-
ordenth'ch den Zähnen gewisser fossilen Haifische gleicht,
die von Agassiz unter dem Gattungsnamen Ceratödus
beschrieben sind (Rech, sur les poissous fossiles, Tome III.
p. 129). Deshalb, und weil ich überzeugt bin, dass die
verschiedenen unter dem Namen Ceratödus gefassten
Thierarten nicht Haifische sind, sondern Amphibien, will
*) Die unzweifelhaft wichtigste Entdeckung der neusten Zeit
im Gebiete der Ichthyologie ist die Auffindung eines lebenden Fi-
sches in Queensland in Australien, theils weil er ein lebender Re-
präsentant des für längst ausgestorben gehaltenen Geschlechtes Ce-
ratödus ist, theils weil die Kenntniss seiner Anatomie, die wir
Günther verdanken, einen wesentlichen Einfluss auf die Systematik
der Fische auszuüben nicht verfehlen kann. Um unsern Lesern eine
möglichst vollständige Einsicht zu verschaffen, vollständiger als es
der knapp zugemessene Raum der Jahresberichte gestatten würde,
stelle ich im Folgenden die Uebersetzung derjenigen Aufsätze zusam-
men, die über diesen Fisch veröÖentlicht sind. Troschel.
Archiv f. Natnrg. XXXVII. Jahrg. l.Bd. 21
322 Krefft:
ich den Ag assi z'schen Namen adoptiren, und das Austra-
lische Amphibium zu Ehren seines Entdeckers, des Herrn
William Forst er beschreiben als
Ceratodus Forsteri.
Im allgemeinen Habitus gleicht das vor mir liegende
Exemplar, welches etwas verletzt und ohne Eingeweide
ist, dem Lepidosiren annectens. Es ist fast drei Fuss lang,
hat einen breiten flachen Kopf, kleine Augen und vier
flossenförmige Gliedmassen. Der Körper ist mit grossen
Cycloidschuppen bedeckt, zehn Reihen jederseits, die
dritte Reihe von oben, aber nicht sehr deutlich als Sei-
tenlinie ausgezeichnet. Eine grosse Kiemenöffnung liegt
vor jeder Brustflosse, bedeckt wohl entwickelte Kiemen
(wegen des Erhaltungszustandes des Exemplares war
jedoch eine genauere Untersuchung nicht möglich), und
ein Paar ziemlich grosser Nasenlöcher dicht unter der
Oberlippe, die durch eine kurze Röhre mit dem Gaumen
communiciren.
Das Skelet ist zum Theil knöchern , zum Theil
knorplig, die Wirbel sind ganz knorplig und die Rippen
hohle Röhren, die mit Knorpel ausgefüllt sind. Der Gau-
men und der obere Theil des Schädels sind knöchern,
und der Kopf ist mit zwei sehr grossen Schuppen be-
deckt. Die Zunge ist sehr klein und an ein grosses äus-
serlich verknöchertes Zungenbein angeheftet. Die Strah-
len der Rücken- und Schwanzflosse bestehen aus zwei
oder mehr hohlen Röhren, die mit Knorpel erfüllt und
von Knorpel zusammengehalten sind. Zahlreiche Strah-
len zweigen sich von den Gliedmassen ab, und bilden
breite Flossen, welche einige Aehnlichkeit mit denen
eines Meerschweins haben, aber mit kleinen Schuppen
bedeckt sind. Die Zähne sind sehr merkwürdig, und die
Zahnplatten ähneln in Form (und wahrscheinlich auch in
Substanz) den Zähnen der Gattung, welcher ich provi-
sorisch dieses Thier zugezählt habe.
Im Oberkiefer stehen zwei Vorderzähne; sie sind
flach, schwach gebogen, an dem obern Vorderrande ab-
gestutzt, am hintern gezähnelt. Ein wenig hinter den
Beschreibung eines gigantischen Amphibiums. 323
Vorderzähnen erscheint der erste und grösste Zacken der
Zahnplatte ; er ist fast parallel mit dem Gaumen, der
zweite Zacken ragt nach aussen und ist kleiner als der erste,
und so fort bis zum sechsten und letzten, der nur halb
so gross ist wie der fünfte. Der innere Rand der Zahn-
platte ist abgerundet, und beide zusammen bilden ein
Dreieck (wenn sie an der Basis durch eine Linie ver-
bunden werden) mit gesägten Aussenseiten. Der Unter-
kiefer (Fig. 1) ist mit entsprechenden Platten versehen ;
die Vorderzähne fehlen, und die beiden Aeste sind nur
durch eine zähe Haut verbunden. Die Mundöffnung ist
nicht sehr weit; und die Kiefer scheinen in sonderbarer
Weise zu wirken, am deutlichsten vergleichbar der hori-
zontalen Wirkung zweier Abschnitte eines Kammrades,
eines auf das andere herab, zu welcher Bewegung die
Biegsamkeit des Unterkiefers wohl geeignet erscheint.
Diese kurze Besclireibung eines der interessantesten
Thiere, die je in Australien entdeckt worden sind, muss
für jetzt genügen. Ich zweifle nicht, dass weiterer und
besserer Bericht erstattet werden wird, wenn wohlerhal-
tene Spiritusexemplare zugänglich werden.
Nachschrift. Es ist auffallend, dass ein so merk-
würdiges Thier, welches den ersten Ansiedlern zu Wide-
Bay und andern Districten von Queensland wohl bekannt
war, so lange den Augen der Naturforscher entgangen
ist. Ich erinnere mich, dass Herr William Forster
vor Jahren eines „Fisches" mit knorpligem Rückgrat Er-
wähnung that, und dass ich die Meinung äusserte, dies
müsse ein Irrthum sein. Dies Thier ist eine vortreffliche
Speise, hat lachsartiges Fleisch, und beisst zu gewissen
Jahreszeiten an die Angel; deshalb haben ihn die nörd-
lichen Ansiedler den Burnett- oder Dawson-Salm ge-
nannt, wegen seiner Beschaffenheit und nach den Flüssen,
in denen er vorzugsweise gefunden ist. Die armen Busch-
Köche (bush-cooks), welche diese „Salmen" zurichteten,
hätten ein kleines Vermögen erwerben können, wenn sie
die Köpfe aufbewahrt und nach Sydney geschickt hätten.
Nur zu gewissen Jahreszeiten geht dieses Aniphi-
bium an den Köder, in anderen kann es nicht zum An-
324 Krefft: Beschreibung eines gigantischen Amphibiuma.
beissen gebracht werden. Ich glaube Indessen, dass die
Thiere -während der letzteren Periode sich in den Schlamm
einwühlen. Die Eingebornen nennen es Baramunda oder
Baramundi. Wir wissen bis jetzt nichts über seine Le-
bensweise oder über seine Entwickelungsgeschichte; und
ich habe gehört, dass das Exemplar, welches dieser Be-
schreibung zu Grunde gelegen hat, keineswegs ein gros-
ses war. Herr Forst er theilte mir mit, dass er von
Exemplaren aus dem Dawson von 6 Fuss Länge ge-
hört habe.
Erkläruug der Abbilduag.
Taf. VIII. Fig. 1. Unterkiefer von Ceratodus Forsteri. von oben ge-
sehen, mit den Zahnplatten.
/s//.
r<7fm.
CFSi/ma/f/ I/ffi
Ceratodns und seine Stelle im System.
Von
Dr. Albert Günther *).
Hierzu Taf. VIII. Fig. 2—4.
Anfangs vorigen Jahres kam die Nachricht nach
Europa, dass ein grosses „Lepidosiren ähnliches Amphi-
bium" in Australien entdeckt sei , und das Interesse der
Naturforscher wurde noch höher gespannt, als berichtet
wurde, dass dieses Geschöpf mit Zähnen versehen sei,
die eine grosse Aehnlichkeit mit den fossilen Zähnen aus
der Jura- und Trias-Formation haben, bekannt unter dem
Namen Ceratodus.
Das Interesse, welches sich an solche Entdeckung
*) Dr. Günther hat bisher in drei verschiedenen Mittheihmgen
über diesen interessanten Fisch geschrieben, und steht im Begriff
eine grössere Abhandhing über ihn in den Philosophical Transactions
zu veröffenüichen:
1) Description of Ceratodus, a genus of Ganoid Fishes, re-
cently discovered in rivers of Queensland, AustraUa. Proceedings of
the Royal Society Nr. 127. 1871.
2) Ceratodus and its place in the System. Annais and maga-
zine of natural history Vol. VII. p. 222. March. 1871.
3) The new Ganoid fish (Ceratodus) recently discovered in
Queensland. Nature, a weekly illustrated Journal. September 28#
1871. p.406.
Um Wiederholungen zu vermeiden, habe ich in der Uebersetzung
den Inhalt aus allen drei Abhandlungen vereinigt. Troschel.
326 Günther:
knüpft, wird leicht verständlich werden, wenn ich in der
Kürze auf die Geschichte von Lepidosiren zurückblicke,
und den aus der Bekanntschaft mit diesem Thier für die
Zoologie erwachsenen Gewinn nachweise.
Man verdankt seine Entdeckung dem berühmten
österreichischen Reisenden Natterer, welcher zwei
Exemplare von Villa Nova am Araazonenstrom und dem
Rio-Madeira an das Wiener Museum im Jahr 1837 ein-
sandte. Fitzinge r, damals Curator der dortigen Repti-
tiliensammlung, gab davon eine etwas oberflächliche Be-
schreibung unter dem Namen Lepidosiren paradoxa, und
setzte es unbedenklich in die Klasse der Reptilien. Fast
zu gleicher Zeit fand T h. C. B. Weir ein ähnliches
Thier in Senegambien; er schenkte zwei kleine Exem-
plare dem Royal College of Surgeons, und Prof. Owen,
damals Curator des Hunter'schen Museums, publicirte eine
vollständige Beschreibung derselben unter dem Namen
Lepidosiren annectens, im Jahr 1839, worin er seine
Gründe auseinandersetzte, die ihn bewogen, dieses Ge-
schöpf für einen Fisch anzusehen. Diese Ansicht ver-
anlasste die weitere Untersuchung des inneren Baues der
amerikanischen Art durch die Professoren Bischoff und
HyrtI, von denen der erstere der von Fitzinger aus-
gesprochenen Meinung zuneigte, während der letztere
unter der Zustimmung fast aller Zoologen, sich dem Re-
sultate Owen's anschloss.
Vor der Entdeckung von Lepidosiren unterschieden
die Zoologen die Klasse der Reptilien von der Klasse der
Fische durch das Athmungsorgan, indem die crsteren mit
häutigen Lungen versehen waren, die sich in die Bauch-
höhle erstreckten, die letzteren nur durch Kiemen athme-
ten. Obgleich man wusste, dass die Batrachier während
des früheren Stadiums ihrer Metamorphose durch äussere
Kiemen athmeten, wie Fische, und obgleich einige der-
selben diese Kiemen ihr ganzes Leben hindurch beibe-
halten, so wurde doch die Ausbildung der Lungen im
erwachsenen Zustande und die Coexistenz dieser Organe
mit Kiemen bei den Perennibranchiatcn als hinreichende
Indicien für ihre Klassen-Verschiedenheit von den Fischen
Ceratodus imd seine Stelle im System. 327
angenommen, bei denen kein luftathmendes Organ be-
kannt war. Allerdings hatten Harvey und Hunter an-
gezeigt, dass die »Scliwimmblase der Fische mit der Lunge
der höheren Wirbelthierc homolog sei ; aber functionell
konnte sie nicht damit verglichen worden, da sie arteriel-
les Blut empfängt, wie jedes andere abdominale Organ,
und es im desoxydirten Zustande wieder abgiebt.
Nun fand man, dass Lepidosiren mit Kiemen verse-
hen sei, und einem sehr vollkommenen Paar Lungen,
die durch einen Ductus pncumaticus und Glottis mit dem
Oesophagus commuuicirten, venöses Blut durch starke
Arterien emptingen und es dircct in einem oxydirten
Zustande zum Herzen zurücksendeten. Daher unterschied
er sich in dieser Beziehung nicht von einem Amphibium,
und die da dogmatisch an die Stabilität unseres zoologi-
schen Systems glaubten, fühlten sich völlig im Rechte,
wenn sie dieses Geschöpf zu den Reptilien stellten.
Indessen gewisse andere Eigenthümlichkeiten des
Baues zeigten eher eine Verwandtschaft mit den Fischen
als mit den Reptilien an. So das notocliordale Skelet
und die Anordnung der Apophysen wie bei vielen Fi-
schen, und nicht wie bei den Amphibien; das in der
knorpligen Schädelkapsel eingeschlossene Gehörorgan;
die mit Chimaora ausserordentlich ähnliche Bezahnung;
das Vorhandensein einer Spiralklappe des Darmes; Pe-
ritoneal-Anhänge nahe dem After; kein hiftfübrender
Nasenkanal; endlich die mit Schuppen bedeckte Plaut und
die von Strahlen gestützten Flossen. Alle diese Charak-
tere finden sich nicht bei den Batrachiern, und verbin-
den Lepidosiren mit der Klasse der Fische; aber es wurde
zugegeben, dass er sich zunächst in dieser Klasse den
Perennibranchiaten Amphibien annähere.
Die Frage war zunächst zu erörtern, welche Stelle
in der Klasse der Fische dem Lepidosiren anzuweisen
sei; und da die Ansicht Johannes Müller's von den
meisten Zoologen angenommen ist, wird es genügen, auf
sie allein einzugehen. Er stellte fest, dass alle Ganoid-
fische mit den Haifischen und Rochen im Besitze einer
zusätzlichen Muskel-Abtheilung des Herzens am Ursprünge
328 Günther:
der Aorta, des sogenannten Bulbus arteriosus, im In-
nern versehen mit Querreihen von Klappen , überein-
stimmten, und fand, dass ein solcher Bulbus arteriosus
ebenfalls bei Lepidosiren vorhanden war, jedoch mit einer
sehr verschiedenen Anordnung der Klappen. Diese Ei-
genthümlichkeit, in Verbindung mit der Entwickelung
einer Lunge, erachtete er für hinreichend, um Lepidosi-
ren als den Typus einer besonderen Subklasse zu unter-
scheiden, M'elche er Dipnoi nannte, und an die Spitze
der ganzen Klasse stellte.
So wurde denn endlich Lepidosiren schliesslich zu
den Fischen gestellt, aber seit der Zeit seiner Entdeckung
datirt die Tendenz der Zoologen, die Gruppe der kalt-
blütigen Wirbelthiere abzutheilen nicht nur wo die
Entwickelung einer Lunge aufhtirt, sondern
auch wo die Entwickelung der Kiemen be-
ginnt. Oder mit anderen Worten, die Sjstematiker
wurden mehr und mehr überzeugt, dass die alte Einthei-
lung in Amphibien und Fische ungenügend sei, und dass
drei Klassen lebender kaltblütigen Vertebraten unter-
schieden werden müssten, nämlich Reptilien, Amphibien
und P'ische. Einige betrachteten sogar die zweite als
näher verwandt mit der dritten, als mit der ersten.
Wenn man eine Thiergruppe durch eine sehr ge-
ringe Zahl von Formen in der lebenden Fauna vertreten
findet, blickt man auf die Paläontologie, um die schein-
baren Lücken auszufüllen; aber Lepidosiren scheint keine
fossilen Repräsentanten zu haben. Prof. Owen stellte
auf (1839), dass die Zähne „in ihrer geringen Zahl, rela-
tiven Grösse und Befestigungsweise an den Kiefern, de-
nen von Chimaera und einigen ausgestorbenen Knorpel-
fischen, wie Cochliodus und Ceratodus," glichen, machte
aber aus dieser Thatsache keine weiteren Folgerungen
in Rücksicht auf Verwandtschaft. Und Prof. Huxley
(1861), als er die Aufmerksamkeit auf den analogen Bau
von Lepidosiren und einigen devonischen Fischen lenkte,
verfocht noch die gänzliche Abwesenheit des Dipnoen-
Typus im fossilen Zustande.
Die Entdeckung eines „gigantischen Amphibiums in
Ceratodus und seine Stelle im System. 329
der Verwandtschaft der Gattung Lepidosiren, aus Flüs-
sen Queenslands," von Krefft Ceratodus Forsferi ge-
nannt, versprach eine weitere Stufe in dem Fortschritt
unserer Kenntniss zu bezeichnen, und bei der Bestim-
mung der natürlichen Verwandtschaften dieser Thierc
Hülfe zu leisten. Sobald Mr. Krefft die Bedeutsamkeit
dieser Entdeckung erkannt hatte, tliaten die Curatoren
des Australischen Museums in Sydney Schritte, wohl er-
haltene Exemplare herbeizuschaffen. Sie sandten Samm-
ler in die Districte, von wo das Vorkommen dieser Thiere
bekannt war, und mit ihrer gewohnten Liberalität sand-
ten sie sofort die ersten Exemplare, die sie entbehren
konnten, an das brittische Museum zur Untersuchung,
wodurch ich in den Stand gesetzt wurde, einen vollstän-
digen Bericht über ihre Organisation an die Royal So-
ciety zu erstatten. Es ist nicht meine Absicht, hier in
Details der Resultate dieser Untersuchung einzugchen;
ich muss mich begnügen, eine kurze Beschreibung der-
selben zu geben, und Einiges von der Tragweite hervor-
zuheben^ welche diese Entdeckung auf den Fortschritt
der Wissenschaft hat.
Das allgemeine äussere Ansehen dieses höchst meik-
würdigen Fisches ist von Krefft in den Proceed. of the
Zoological Society 1870 p. 221 beschrieben. Meine Beob-
achtungen gründen sich auf drei Exemplare, nämlich
eins ohne Eingeweide, ein vollständig entwickeltes Männ-
chen, und ein Weibchen, welches nicht ganz ausgewach-
sen zu sein scheint. Differenzen in der Zahl und im
mikroskopischen Bau der Schuppen scheinen die Existenz
einer zweiten Art neben der von Krefft als Ceratodus
Forsteri beschriebenen anzuzeigen. Ihre Schuppen sind
beträchtlich kleiner und zahlreicher und sie mag daher
Ceratodus miolepis heissen.
Der Fisch, mit einigen ähnlichen Fischen von den
Eingeborenen ßarraviunda genannt, scheint in einigen
Gegenden von Queensland nicht selten zu sein; es sind
Exemplare in dem Burnett- , Dawson- und Mary-Fluss
gefangen, einige oben in vollkommen süssem Wasser,
andere in dem unteren brakischen Thcile. Sie sollen bis
330 Günther:
6 Fuss lang werden^ das grösste Exemplar des Britti-
schcn Museums ist etwa 3V2 Fuss lang. Das Fleisch
schmeckt vortrefflich und ist von Lachs-Farbe, weshalb
es Biunett-Salm oder Dawson-Salm genannt wird. Seine
Nahrung besteht in abgefallenen Blättern von Myrtaceen
und anderen Pflanzen, wovon Magen und Darm vollge-
stopft sind. Wahrscheinlich verschluckt er hin und wie-
der, vielleicht zufällig, einige Wasserthicre, aber es ist
zweifelhaft, ob er mittels lebender Thierc als Köder ge-
fangen werden kann. Es wird auch behauptet, dass er
die Gewohnheit habe, auf das Land zu gehen, oder we-
nigstens auf Schlammflächen, und diese Behauptung scheint
aus der Thatsachc entstanden zu sein, dass er eine wahre
Lunge besitzt. Andererseits muss man bedenken, dass
Aehnliches von Lepidosiren geglaubt wurde, von dem
nun zahlreiche Exemplare in Gefangenschaft beobachtet
worden sind, ohne dass auch nur eines die Neigung zum
Verlassen des Wassers gezeigt hätte. Viel wahrschein-
licher ist, dass dieses Thier hin und wieder an die Ober-
fläche des W^assers steigt, um seine Lungen mit Luft zu
füllen, und sich dann wieder senkt bis die Luft so sauer-
stoffarm wird, dass eine Erneuerung nothwendig gewor-
den ist. Wenn man bedenkt, dass das Thier offenbar im
Schlamm lebt, oder doch im Wasser, das mit Gasen von
verwesenden organischen Stoffen geschwängert ist, dann
begreift sich der Nutzen oder die Nothwendigkeit eines
solchen luftathmenden Organes neben den Kiemen.
Ferner werden wir sehen , dass die Gliedmassen
dieses schwerfälligen und trägen Thieres zu schwach und
biegsam sind, als dass sie der Locomotion auf dem Lande
dienen könnten; sie mögen beim Kriechen im Wasser,
auf dem Schlammboden eines Baches helfen, aber das
Hauptorgan der Bewegung ist der comprimirte , breite
und biegsame Schwanz, dessen Gestalt und Bau zeigen,
dass der Fisch kräftiger Schwimmbewegungen fähig ist.
Es ist jedoch möglich , dass er gelegentlich veranlasst
wird, das Wasser zu verlassen, obgleich ich nicht glaube,
dass er längere Zeit ohne dasselbe leben kann. Er soll
einen grunzenden Ton hervorbringen, der Nachts auf
Ceratodus und seine Stelle im System 331
einige Entfernung" gehört wird. Dieser Ton mag beim
Durchgange der Luft durch den Oesophagus hervorge-
bracht werden, wenn sie ausgetrieben wird, um erneuert
zu werden.
Der Barramunda ist aalförmig, aber viel kürzer und
dicker als ein gewöhnlicher Aal, und mit sehr grossen
Schuppen bedeckt. Der Kopf ist abgeplattet und breit,
die Augen seitlich und ziemlich klein, der Mund vorn
an der breiten Schnauze und massig weit. Die Kiemen-
öffnungen sind ziemlich enge Spalten an jeder Seite des
Kopfes. Acussere Naslöcher sind nicht vorhanden. Der
Schwanz, etwa von halber Länge des Körpers ohne den
Kopf, ist comprimirt und verschmälert sich zu einer Spitze,
aber er ist umgeben von einer durch unzählige feine
und lange Strahlen gestützten Flosse. Es sind zwei Vor-
der- und zwei Hintergliedmassen vorhanden , einander
ähnlich in Gestalt und Grösse, und sehr verschieden von
den Flossen gewöhnlicher Fische; ihr Centraltheil ist von
einer schuppigen Haut bedeckt und umgeben von einem
strahligen Saum. Der After liegt in der Mittellinie des
Bauches zwischen den Flossen.
Um das Innere des Mundes zu sehen, muss man
ihn aufschneiden, wenigstens an einer Seite. Man be-
merkt dann darin an jeder Seite der Mundhöhle ein Paar
Naslöcher. Der Gaumen ist mit einem Paar grosser,
langer Zahnplatten bewaffnet, mit einer flachen, welligen
und punktirten Oberfläche und mit fünf oder sechs schar-
fen Zacken an der Aussenseite, ganz ähnlich den fossilen
unter dem Namen Ceratodus beschriebenen Zähnen. Zwei
ähnliche Zahnplatten des Unterkiefers entsprechen den
oberen, ihre wellige Oberfläche passt genau auf die der
gegenüber stehenden Zähne. Ausser diesen Backenzäh-
nen stehen am Vomcr zwei schiefe Schneidezahn ähnliche
Zahnlamellen, welchen keine Zähne im Unterkiefer ent-
sprechen. Da wir die Nahrung des Barramunda kennen,
ist der Gebrauch ihrer Zähne verständlich. Die Schneide-
zähne dienen zum Aufnehmen oder selbst Abreissen der
Blätter, welche dann theilweise zwischen den welligen
Flächen der Backzähne gequetscht werden. Der mi-
332 Günther:
Icroskopische Bau der Zähne gleicht sehr dem von
Protopterus, Psammodus, Dipterus und andern ausgestor-
benen (jattungen, und ist identisch mit dem der fossilen
Ceratodus-Zähne aus der Trias- und Jura-Formation, wo-
durch die Richtigkeit der Ansicht Kr efft's bestätigt wird,
der den lebenden Fisch in die Gattung brachte, die für
diese Fossilien aufgestellt worden ist.
Das Skelet entspricht dem Typus, welcher durch
Owen's, Bischoff's und HyrtPs Beschreibungen von
Lepidosiren und Protopterus so wohl bekannt ist. In
gewissen Einzelnhciten, wie die Anordnung der Schädel-
knochen, die Form der Hirn- und akustischen Höhlen,
die Ausbildung der ersten Rippe und der Apophysen im
Allgemeinen, der Bau des 8chultergürtels und des Beckens,
ist die Ucbereinstimmung der genannten Gattungen voll-
ständig; und aus der Prüfung des Skeletes allein hätte
der Öchluss gezogen werden können, dass sie zu dersel-
ben natürlichen Fischgruppe gehören. Das Skelet ist no-
tochordal, alle seine Thcile haben eine knorplige Basis,
mehr oder weniger unvollkommen bedeckt von dünnen
Knochen-Lamellen. Einige der dicksten Knochen des
Schädels haben eine schwammige Textur, und in dem
Becken ist auch eine Höhle von beträchtlicher Grösse
vorhanden; aber andererseits besteht das Skelet aus so-
lidem Knorpel (das ist, die Primordial- Basis des Kno-
chens); und deshalb ist es kaum correct, das Skelet von
Ceratodus und Coelacanthus als aus Knochen ;,ganz gleich
denen der Vögel" bestehend zu beschreiben.
Die Untersuchung des Schädels zeigt sogleich, wa-
rum bei den fossilen Zähnen von Ceratodus nichts oder
sehr wenig von den anhängenden Theilen hat erhalten
bleiben können. Diese Zähne ruhen auf Knorpel und
auf Knochen, und die letzteren bilden eine sehr dünne
und poröse Schicht , die nicht erhalten werden kann,
wenn nicht die Aufschichtung des Gesteins unter so we-
nig Störung vor sich geht wie im Solenhofener Schiefer;
aber die Matrix, worin die fossilen Ceratodus-Zähne ge-
funden werden, zeigt, dass sie unter sehr verschiedenen
Bedingungen gebildet wurde, und sie ist gewiss nicht
Ceratodus und seine Stelle im System. 333
von der Beschaffenheit, dass die Voraussetzung zulässig
wäre, dünne poröse Lamellen könnten darin unverletzt
erhalten worden sein.
Die üssificationen des Schädels können so bezeich-
net werden :
1) Ethmoideum.
2) Ein Paar Frontalia, getrennt durch ein Sclero-
parictale, welches bei Lepidosiren membranös ist.
3) Basale. Der Vomcr ist knorplig und zahntra-
gend, wie bei Lepidosiren und Protopterus, bei denen er
als Intermaxillare beschrieben worden ist.
4) Ein Pterygo-Palatinum an jeder Seite des Basale,
zahntragend und durch Naht mit dem der andern Seite
verbunden.
5) Ein Os quadratum, repräsententirt durch eine
knöcherne Lamelle, die den knorpligen Paukenstiel be-
kleidet, welcher mit einem doppelten Condylus verse-
hen ist.
6) Mandibula mit einer Articular- und Dental-Platte.
7) Ein wohl entwickeltes rhomboidisches Operculum
und stielförmiges Suboperculum.
8) Zungenbogcn, mehr zusammengesetzt als bei Le-
pidosiren, bestehen aus einem Paar Cerato-hyals, einem
Basi- und Glosso-hyal.
Es sind etwa 68 Apophysen vorhanden, von denen
27 Rippen tragen. Die Apophysen sind am meisten dif-
ferencirt in der Mitte der Wirbelsäule ; und gegen das
Ende des Rumpfes besteht der Neural-Theil aus folgen-
den Stücken:
1) Knorpelbogen der Neurapophyse zur Bildung des
Rückenmarkkauales.
2) Halbossificirter gabiiger Theil der Neurapophyse
über dem longitudinalen Ligament.
3) Neural-Dorn.
4) Unteres Interneurale.
5) Oberes Interneurale, welchem die Dermo-neuralia
ebenso wie bei Protopterus angefügt sind.
Der Hämal-Theil ist von sehr ähnlicher C'onstruction.
Die Vorder- und Hintergliedmassen sind von einem knor-
334 Günther:
pHg-en Axen-Skelet gestützt — d, h. von einer mittleren
Längsreihe von Gliedern mit seitlichen divergirenden ge-
gliederten Zweigen, jedes Glied bildet die Basis für einen
rechten und einen linken Zweig (Fig. 2). Ich zweifle
nicht, dass bei den Ganoiden der Devonischen Epoche
mit „spitz lappigen" Flossen die Gliedmassen durch ein
ähnliches inneres Skelet gestützt sind. Bei Lepidosiren
und Protopterus ist nur die gegliederte Axe persistent,
die seitlichen Zweige fehlen entweder ganz (wie bei dem
ersteren, oder sind ganz rudimentär (wie bei letzterem).
In allen diesen Fällen ist die Analogie dieser Structur
mit der Diphyocerie des Endtheiles des Schwanzes au-
genscheinlich, während in der Brustflosse von Acipcnser
eine heterocercale Beschafi"enheit vorliegt. Bei diesem
Fisch (Fig. 3) ist die Achse (b) nicht in der longitudina-
len Mittellinie des Carpus (a) inserirt, sondern ganz an
der inneren Ecke; folglich cxistiren Zweige nur an der
einen 8eite der Axe, nämlich an der Seite, wo sie zur
Stütze der Flossenstrahlen nüthig sind. Die Achse ist
verhältnissmässig kurz und schwach , besteht aus drei
Gliedern, und bildet die Basis für drei Zweige (d). Drei
andere Zweige (c) sind unmittelbar an dem Carpus in-
serirt, jeder Zweig besteht aus zwei Gliedern. Die Flos-
senstrahlen sind an die knorpligen Zweige genau in der-
selben Weise angefügt, wie alle Flossenstrahlen von Ce-
ratodus oder Protopterus. Ich bemerke auch, dass der
Pectoral-Dorn des Störs sich weder im Bau noch in
Rücksicht auf seine Anheftung von den übrigen Flossen-
strahlen unterscheidet; er ist bloss aus verschmelzenden
Flossenstrahlen gebildet, und kann leicht in zwei Hälften
gespaltet werden.
Auge ohne sichelförmigen Fortsatz oder Choroidal-
drüse. Ceratodus besitzt ein Herz wie die Dipnoi, so weit
es die Herzkammer und die (einfache) Vorkammer betrifl't;
aber die Einrichtung der Klappen des Bulbus arteriosus ist
mehr nach dem Typus der Ganoiden. In einer kurzen
Entfernung vom Ursprünge des Bulbus ist eine einzige
knorplige warzenartige Klappe, bewegt durch einen be-
sonderen Muskel ; dann folgt eine Querreihe von vier
Ceratodus und seine Stelle im System. 335
kleinen kurzen Klappen (zuweilen zu warzigen Vor-
sprüngen reducirt), dann eine Reihe von vier länglichen
erhabenen Streifen (rudimentäre Klappen?), und endlich
eine dritte Querrcihc von vier wohlentwickelten Ganoid-
Klappen. Vier Aortenbogen treten in die vier Kieiuen
ein, ohne Zweige zu entsenden, und vier Kiemenvenen
sammeln sich in die Aorta descendens.
Der Kiemenapparat besteht aus fünf Bogen , die
nicht vom Typus der Teleostier abweichen, aber knorplig
sind; vier von ihnen tragen wohlentwickclte blättrige
Kiemen. Sic sind breite blättrige Membranen, frei von
einander, aber an die x\ussen wände der Kiemcnhöhlc an-
geheftet. Man kann kaum bezweifeln, dass sie in Wasser
von normaler Zusammensetzung für die Athmung aus-
reichen würden. Ihnen ist jedoch eine Lunge hinzuge-
fügt, eine wahre Lunge, welche Blut von einem Zweige
der Aorta empfängt, und dasselbe direct durch eine be-
sondere Vene in das Herz zurückgiebt. Während der
Barramunda im Wasser lebt, welches rein genug ist, um
den nöthigen Sauerstoff zu liefern, bleibt die Athmung
den Kiemen allein überlassen, und die Lunge empfängt
arterielles Blut, und giebt venöses Blut zurück, wie alle
übrigen Organe des Körpers; unter diesen Umständen
unterscheidet sie sich nicht von der Schwimmblase an-
derer Fische. Wenn dagegen der Fisch sich in dickem
schlammigen Wasser aufhält, geschwängert mit schädli-
chen Gasen, was sehr häufig während der Dürre statt-
finden muss, welche jährlich die Bäche des tropischen
Australiens austrocknet, dann beginnt er in der angegebe-
nen Weise Luft zu athmen; unter diesen Umständen
führt die Lungenvene rein arterielles Blut zu dem Her-
zen, wo es mit venösem Blut gemischt und an die ver-
schiedenen Organe des Körpers vertheilt wird. Wenn
das Medium, in w^elchem sich der Fisch befindet, völlig
untauglich zur Athmung ist, dann hört die Function der
Kiemen ganz auf; wenn nur in geringerem Grade, dann
mögen die Kiemen noch fortfahren, die Respiration zu
unterstützen. Kurz, die Organisation des Barramunda ist
der ;Art, dass sie uns zu der Annahme berechtigt, er
3B6 Günther:
könne entweder durch die Kiemeu oder durch die Lunge
allein, oder durch beide zugleich athmen.
Die Pseudobranchie empfängt kein Blut, welches
nicht vorher durch die Kiemen gegangen ist. 8pritz-
löcher fehlen.
Die Lunge nähert sich mehr der Schwimmblase an-
derer lebenden Ganoidfische als der von Lepidosiren. Sie
ist nicht paarig, aber ihre Höhle ist aus zwei symmetri-
schen Hälften zusammengesetzt, jede mit einer Reihe von
ungefähr dreissig zelligen Abtheilungen. Luftgang und
Lage der Glottis wie bei Lepidosiren. Die Lungen-
arterie ist ein Zweig der Arteria coeliaca, und die Lun-
genvene tritt in das Atrium getrennt von dem Sinus
venosus.
Der Nahrungsschlauch ist vollkommen gerade, sehr
weit, mit einer vollkommenen Spiralklappe, längs deren
Axe grosse Drüsen eingelagert sind; der Magen ist nur
durch eine schwache doppelte Pylorus-Falte angedeutet;
keine Appendices pyloricae ; die Milz ist eine diffuse
drüsige Masse. Nicht nur die Leber, sondern auch die
paarig gelappten Nieren sind\mit einem Pfortadersystem
versehen. Die beiden Ureteren treten durch eine einzige
Oeffnung in eine kleine Urinalkloake, die an der dorsalen
Wand des Rectum liegt, und zum Theil mit ihr ver-
schmilzt. After in der Mittellinie des Bauches, ein Paar
weiter Peritoneal-Spalten hinter dem After.
Hoden ohne entwickeltes Vas deferens, aber mit einem
längs seinem Innern verlaufenden Gange, der an beiden
Enden blind und ohne deutlichen Ausgang ist, aber den
Samen von den Canaliculi seminiferi empfängt. Ovarien
quer blättrig ; die zahlreichen, sehr kleineu Eier fallen
in die Bauchhöhle , und werden durch die Peritoneal-
Spalten ausgeführt. Ein Paar eng gewundener Oviducte
ist vorhanden, jeder zusammcnfliessend mit dem Ureter
seiner Seite. Es hat bei der Lage der Peritoneal-Oeflf-
nungen der Oviducte in dem vordersten Theil der Bauch-
höhle, und bei der Thatsache, dass einer geschlossen ge-
funden wurde, den Anschein, dass diese Gänge keine
Function haben. Es muss jedoch bemerkt werden, dass
Ceratodus und seine Stelle im System. 337
der weibliche Fisch, welcher zur Untersuchung vorlag,
noch nicht die Reife erlangt zu haben schien. Die Eier
bekommen eine Ilülie von einer eiweissartigcn 8ubslanz,
wie bei den Batrachicrn. Die innere Structur des Ovi-
ductö ist dem von ^Jenoporaa auffallend ähnlich.
Mir scheint nicht die geringste Berechtigung vor-
zuliegen, den lebenden Fisch generisch von der ausge-
storbenen Form zu trennen, deren Zlihne unter dem Ka-
men Ceratodus bekannt sind. Gleich nachdem seine Ent-
deckung bekannt wurde und bevor man mehr als die
allgemeinen äusseren Charaktere kannte, wurde das Ge-
gcntheil ausgesprochen, offenbar in der Annahme, dass
ein Genus der Trias -Epoche nicht wohl mehr leben
könne. Dies ist gewiss eine merkwürdige Thatsache,
aber sie ist nicht überraschender als die andere, dass näm-
lich Fische aus einer der ältesten Epochen, aus denen
überhaupt Fischreate bekannt sind, sehr nahe mit Cera-
todus verwandt sind. Wir wissen, dass dieselben Spe-
cies an beiden Seiten des amerikanischen Isthmus vor-
kommen, d.h. dass sie zu der Zeit existirt haben, wo. der
pacifische und atlantische Oeean durch einen oder raeh-
reie Kanäle verbunden waren, und dass sie sich seitdem
unverändert erhalten haben. Daraus geht hervor, dass der
Fischtypus eine grössere Beständigkeit hat, als man bis-
her hat zugeben mögen.
Wer die Zähne von Ceratodus runcinatus aus dem
deutschen Muschelkalk und die der durch Prof. Ol dh am
beschriebenen Indischen Speeies mit den Zähnen der
lebenden Art verglichen hat, niuss ihre geuerischc Iden-
tität zugeben, und wenn die Australische Form wiiklich
die ungeheure Grösse erlangt, wie einige Coloni.sten be-
ha\ipten, dann können ohne Zweifel die Zähne so gros-
ser Exemplare von den fossilen nicht unterschieden wer-
den. Eine so giossc Aehnlichkeit in der so eigenthüm-
lichen Zahnbildung, wie Ceratodus, ist allgemein als von
gcneriöcher Bedeutung anerkannt. Leider ist kein ande-
rer Theil von Ceratodus im fossilen Zustande übcilicfert,
um als weiterer Führer bei Beantwortung dieser Frage
dienen zu können. Die Schichten, in denen die Zähne
Archiv für Naturg. XXX VH. Jahrg. l.Bd. 22
338 Günther:
gefunden sind, müssen stark zerstört worden sein, da
nicht zwei Zähne jemals in sitn mit einander gefunden
worden sind ; ich denke aber doch, dass früher oder spä-
ter die Vomerzähne werden erkannt werden. Wegen
ihrer geringeren Grösse mögen sie sich leicht der Beob-
achtung entzogen haben; und ihre Gestalt, die sich so
auffallend von den Backenzähnen unterscheidet, würde
kaum einem Beobachter verstattet haben, sie mit dem
Genus in Verbindung zu bringen, dem sie in der That
angehören.
Die nächst verwandten Formen sind die amerikani-
schen und afrikanischen Lepidosiren, ein im fossilen Zu-
stande bisher unbekanntes Genus. Das Skelct, in man-
cher Hinsicht selbst bis in die feinsten Details, der Bau
der Flossen, die Bezahnung, die inneren Naslöcher, das
dreikammerige Hera, das Vorhandensein einer Lunge
neben den Kiemen, der Nahrungsschlauch, die geringe
Grösse der Eier, alles beweist aufs deutlichste die innige
Verwandtschaft zwischen diesen Fischen. Die Punkte,
in denen sie sich unterscheiden sind der Art, dass Cha-
raktere, die bei Lepidosiren eine Verwandtschaft mit den
Amphibien anzeigen, bei Ceratodus nach einem deutlichen
Fischtypus modificirt sind, und so Lepidosiren gleichsam
fest an die Klasse der Fische knüpfen. Die longitudi-
nalen Klappen in dem Bulbus arteriosus von Lepidosiren,
die an einen ähnlichen Bau in dem Herzen der Batra-
chier erinnern, werden bei Ceratodus durch wahre Ga-
noid-Klappen ersetzt; die unvollkommenen Kiemen der
ersteren Gattung sind bei der letzteren so vollkommen,
wie bei irgend einem anderen Fisch; die Lungen von
Lepidosiren, paarig wie bei einem Frosch, verschmelzen
bei der Australischen Form zu einem einzigen einer
Schwimmblase ähnlichen Sack; anstatt der geschlosse-
nen Ovarien mit einem entwickelten Oviduct und Fallo-
pischen Röhren der Lepidosiren, finden wir die Ovarien
des Barramunda offen, die Eier in die Leibeshöhle ent-
leerend, wie bei der Salmenfamilie und anderen Fischen.
Diese unterscheidenden Charaktere mögen von Einigen
als von hinreichendem Werth betrachtet werden, um die
Ceratodus und seioe Stelle im System. 339
Lepidosiren und den Barramunda zu zwei verschiedenen
Gruppen zu bringen.
Einige der ältesten Fische, die man aus der Devon-
,Epoche kennt, sind Ctenodus und Dipterus genannt. Ob
sie zu einem Genus oder zu zweien gebracht werden
müssen, ist eine Frage, über welche die Meinungen ge-
theilt sind, und in welche ich hier nicht einzugehen beab-
sichtige. Sie sind offenbar Repräsentanten desselben
Fischtypus, wie die Dipnoi der gegenwärtigen Epoche.
Die Aehnlichkeit der grossen Backzähne mit denen von
Ceratodus ist seit langer Zeit erkannt; aber erst jüngst
bin ich im Stande gewesen an einem Exemplar des Jermyn
Street Museum die Gegenwart eines Paares kleiner Vo-
merzahne nachzuweisen. Noch mehr, dasselbe Exem-
plar zeigt so deutlich, wie es an einem fossilen Exem-
plare erwartet werden kann, dass die Naslöcher in dem
Munde angebracht sind. Diese Charaktere sind mit der
Gegenwart von spitzlappigen Gliedmassen und eines no-
tochordalen Skeletes verbunden; aber eine grosse Diffe-
renz besteht darin, dass das Ende der Wirbelsäule hete-
rocerk ist, anstatt diphyocerk zu sein, wie in Lepidosiren
und Ceratodus. Deshalb bildet Ctenodus den Typus einer
eigenen dipnoischen Familie.
So kommen wir denn zu dem Schluss, dass Lepi-
dosiren keineswegs ein einzeln stehender Repräsentant
einer besonderen Subclassis von Fischen ist, sondern nur
einer der Repräsentanten einer ünterordnug der Ganoid-
fische, die folgendermassen charakterisirt werden kann:
Ganoidfische mit den Naslöchern im Munde,
mit von einem Axenapparat gestützten Glied-
massen, mit Lungen und Kiemen, mit notochor-
dalem Skelet, und ohne Kiemenhautstrahlen.
Der Name Dipnoi kann für diese Unterordnung beibe-
halten werden, welche in den frühesten Epochen, aus
denen Fischreste bekannt sind, entwickelt war, während
wir karge Zeugnisse ihrer Gegenwart in den Lias- und
Trias-Schichten haben , und nach dem gegenwärtigen
Stande unserer Kenntniss scheint sie dann verloren ge-
gangen zu sein, bis wir sie wieder in der gegenwärtigen
340 Günther:
Periode durch drei lebende Formen vertreten finden.
Wahrscheinlich gehörten auch einige andere unterge-
gangene Genera zu dieser Unterordnung, aber ihre Ue-
berreste sind zu unvollkommen um eine genaue Bestim-
mung ihrer Verwandtschaften zuzulassen.
Bei der Untersuchung des Ceratodus hatte ich so
häufig Gelegenheit auf die Eigenthümlichkeiten des Baues
der Plagiostonien Bezug zu nehmen, dass ich darauf ge-
führt wurde, die Beziehungen zwischen dieser Subklasse
und den Ganoiden und Teleo.stiern in Betracht zu zie-
hen ; und ich kam zu dem kSchluss, dass die beiden er-
steren viel näher mit einander verwandt sind, als die Ga-
noiden mit den Teleostiern. Die PJagiostomen wurden
als eine eigene Unterklasse von Fischen angesehen, we-
gen der hohen Ausbildung der Zeugungsorgange bei den
Weibchen, und wegen des Vorhandenseins von Copula-
tionsorganeu bei den Männchen. Ihre Eier sind ver-
schieden von denen anderer Fische; sie haben eine eigen-
thümlichc Form, eine Schale mit Haftanhängen, und sind
von ungewöhnlicher Grösse und geringe an Zahl. Sie
werden innerlich befruchtet; einige Arten sind lebendig
gebärend, Sie haben 5 bis 7 äussere Kietnenspalten.
Obgleich ein Koche und ein Haifisch äusserlich sehr ver-
schieden sind, werden diese Extreme doch durch eine
Anzahl von Mittelformen verbunden, und sie bilden zu-
sammen eine der homogensten Gruppen im ganzen zoo-
logischen System.
Andererseits stimmen sie mit den Ganoiden in dem
Besitz einer dritten contractilen Kammer ausser den ge-
wöhnlichen beiden Abfhcilungen des Fischherzens über-
ein. Dieser Bulbus arteriosus ist sehr verschieden von
dem Bulbus aortae der Knochenfische, wo er nur eine
Anschwellung der Wände der Aorta ist, nicht contractu,
ohne Klappen im Innern, und vom Herzen durch zwei
einander gegenüberstehende Klappen getrennt. Wenn
diese bcmerkenswerthe Anordnung für hinreichend er-
achtet wird, und ich denke sehr mit Recht, die lebenden
Ganoiden als eine Subklasse von den Teleostei zu tren-
nen, dann ist sie gewiss bedeutend genug, um die Ver-
Ceratodus und seine Stelle im System. 341
einigung der Ganoiden mit d,en Plagiostomen zu empfeh-
len. Ja, dieser Charakter wird durch zwei andere von
grosser Wichtigkeil begleitet , ncämlich das Vorhanden-
sein einer Spiralklappe im Darm, welche mehr oder we-
nigerentwickelt bei allen Ganoiden, Haifischen und Rochen
vorkommt, aber gänzlich bei den Tcleostieren fehlt, und
das Nichtkreuzen der optischen Nerven, wie es bei allen
unseren gewöhnlichen Fischen der Fall ist. Auch sind
die Vorder- und Hintergliedmassen der Plagiostomen
Ruder, gestützt durch ein knorpliges Gerüste, wie bei
den Dipnoi.
Der Beweis zu (junsten einer Vereinigung der Ga-
noiden und Plagiostomen wird vollständig gemacht durch
die Chimären, welche in überraschender Weise eine
mittlere Stellung einnehmen. Sie sind Haifische nach
ihrem äusseren Ansehen und nach dem Bau ihrer Ge-
schlechtsorgane; sie haben dieselben Copulationsorgane,
und ihre Eier sind gross, in eine hornige Kapsel einge-"
schlössen und mit Haftanhängen versehen. Viele Arten
von Haifischen haben in sehr jungem Zustande eine dop-
pelte dor.^ale Dornenreihe (permanent bei einigen Ro-
chen), welche mit dem Alter verlorengehen; dies kommt
ebenso bei jungen Chimären vor. Anderseits haben diese
nur eine äussere Kiemcnspalte an jeder Seite, wie z. B.
bei Ceratodus, welcher den ersten Schritt zu einem Ver-
wachsen der Kiemen mit den W^änden der Kiemenhöhle
zeigt. Das Skciet ist notochordal, und der Gaumen- und
Kieferapparat verschmilzt mit dem Schädel, wie bei den
Dipnoi, was bei keinem Plagiostomen der Fall ist; auch
die Bezahnung nähert sich der '»on Ceratodus. Endlich
hat Sir W Egerton die Aufmerksamkeit auf die höchst
wichtige Thatsache gelenkt, dass der Dorsaldorn an eine
Neural-Apophyse gelenkt ist, und nicht bloss in die wei-
chen Theile eingesenkt und unbeweglich, wie bei den
Haifischen.
So scheint mir denn die Vereinigung dieser Fische
in eine Unterklasse vollkommen gerechtfertigt, so weit
es die lebenden Formen angeht. Ich schlage für sie den
Namen F alae ichthye s vor mit folgenden Charakteren:
342 Günther:
Herz mit einem contractilen Bulbus aitcrio-
sus, Darm mit Spiralklappe, optische Nerven
nicht sich kreu'zend. Wie der Name es andeutet,
soll diese Subklasse auch eine Menge verschiedener For-
men aus der Paläozoischen Aera umfassen, die Vorgänger
der Knochenfisch-Fauna der gegenwärtigen Schöpfungs-
periode. Ich kenne die Einw^ürfe, welche erhoben v,er-
den können. Erstens mag es Einigen ungeeignet er-
scheinen, in derselben Subklasse Fische von so verschie-
denem Habitus zu vereinigen wie einen Haifisch und
Lepidosiren, oder wie eine Amia und einen Pteraspis;
man möge jedoch bedenken, eine wie umfangreiche Ca-
tegorie eine Subklasse nothwendigerweise ist, und dass
die Differenz zwischen den eben genannten Fischen nicht
grösser ist, als die zwischen einem Mondfisch (Orthago-
riscus) und einem Aal, oder zwischen einer viviparen Em-
biotoca und einer Loricaria, Formen, die von jedem
Ichthyologen heutiges Tages als Glieder einer und der-
selben Subklasse, der Teleostier, anerkannt werden. Die
Palaeichthyes sind in der That aus einer ähnlichen Reihe
von Müdificationen zusammengesetzt wie die Teleostier,
so dass einige Glieder der einen Subklasse deutliche
Analogien mit denen der andern zeigen, ebenso w^ie es
mit den Placentalia und Iraplacentalia unter den Säuge-
thieren der Fall ist. Ganoidähnliche Teleostier, z. B. die
Siluroiden, mit den Ganoidcn zu vermengen, ist ebenso
wenig mit dem vorgeschrittenen Stande unserer ichthyo-
logischen Kenntnisse vereinbar, wie etwa die Vereinigung
der Salamander mit den Eidechsen sein würde. Zweitens
mögen es andere Forscher für sehr bedenklich halten,
eine Abtheilung zu bilden, deren meisten Mitglieder aus-
gestorben und nur nach Ueberresten der harten Theile
bekannt sind, und dieselbe durch Eigenthümlichkeiten
der weichen Theile zu charakterisiren. Aber warum
sollten wir nicht von der geologischen Erkenntniss mit
demselben Gewinn für die Wissenschaft, wie in anderen
Fällen Gebrauch machen, um die unvollständigen palac-
ontologischen Ueberlieferungen zu ergänzen, da doch nicht
wenige zoologische Probleme durch Gründe aus palaeon-
.Ceratodus und seine Stelle im System. 343
tologischen Thatsachen gelöst worden sind, oder nur ge-
löst werden können. Wenn wir bei der Bestimmung der
Verwandtschaften uns allein auf die Berücksichtigung der-
jenigen Theile beschränken sollten, welche In dem Ver-
steinerungsprozess aufbewahrt sind, dann könnten wir
nimmer ein anderes Resultat erwarten, als die Schöpfung
sehr künstlicher ZusamnienstelluDgen von Formen, wenn-
gleich die Charaktere einiger natürlichen Familien, oder
selbst Ordnungen, zum Theil erkannt werden mögen.
Einestheils wissen wir, dass alle Teleostier, d. h.
die Typen, welche in der gegenwärtigen und in den
nächst vorhergehenden Erdepochen vorherrschend sind,
und welche nur sparsam (Coccosteus) in der Palaeozoischen
vertreten waren, wenn sie überhaupt existirten, trotz aller
übrigen Differenzen mit einander übereinstimmen : in dem
Besitz eines zweikammerigen Herzens mit einem starren
Bulbus aortae, sich kreuzender optischer Nei*vcn und in
dem Mangel jeder Spur von Spiralklappe im Darm *).
Anderentheils finden wir, dass die wenigen Fischtypen,
welche die Palaeozoische Aera überlebt und sich bis in
unsere Periode erhalten haben, und diejenigen, von wel-
chen zwar keine unmittelbaren Repräsentanten in jener
Aera bekannt sind , die aber sich dem amphibischen
Fischtypus durch unzweideutige Charaktere annähern, trotz
aller übrigen Differenzen übereinstimmen: in dem Besitz
eines dreikammerigen Herzens, sich nicht kreuzender
optischer Nerven und einer Spiralklappe des Darmes,
Das sind Thatsachen ; und es scheint ein richtiger Schluss
zu öein, dass die Mitglieder der Palaeozoischen Fischfauna
wesentlich dieselbe Organisation der weichen Theile ha-
ben wie ihre überlebenden Repräsentanten.
Schliesslich wollen wir einen Blick auf die leben-
den Palaeichthyes werfen, namentlich in Rücksicht auf
ihre Verbreitung über die Erdkugel.
1. Aus der Ordnung Plagiostomata oder Marinen
Palaeichthyes sind 140 Haifische in 39 Gattungen, und
*) Hiervon sind Amphioxus und die Marsipobranchii ausge-
schlossen, die ersteren bilden offenbar den Typus einer eigenen
Subklasse.
344 Günther: Ceratodus nnd seine Stelle im System.
150 Rocben in 25 Gattungen bekannt. Sie bewohnen
fast alle Meere der Erde und nehmen an Zahl von den
Tropen gegen die Pole hin ab. Nur sehr wenige gehen
in das süsse Wasser.
2. Die Ordnung Holocephala enthält nur 4 Arten,
nämlich 3 Chimären und 1 Callocephalus ; sie sind auf
die j\Ieere der gemässigten Zonen beider Hemisphären be-
schränkt, und fehlen zwischen den Wendekreisen.
3. Die Ordnung Ganoidei oder Süsswasser-Pcalaeich-
thyes ist vertreten durch 1 Art Amia aus Nordamerika;
3 Arten Lepidosteus aus derselben Gegend , aber sich
südwärts bis nach Central-Amerika und Cuba erstreckend;
2 Arten Polypterus (Calamoichthys) aus dem tropischen
Afrika; 2 Arten Polyodon aus dem Mississippi und dem
Yantsekfang; etwa 25 Störe aus den gemässigten und
subarctischen Gegenden der nördlichen Hemisphäre; 2
Arten Ceratodus aus dem tropischen Australien; 1 Art
Lcpidosircn aus dem Amazonenfluss und 1 Art Proto-
pterus aus dem tropischen Afrika. Obgleich die meisten
Störe einen Theil des Jahres im Meere zubringen, müs-
sen sie- doch als Süsswasserfischc betrachtet werden, wie
die wandernden Salmonen, weil sie in den Flüssen lai-
chen, wo sie auch ihre erste Jugendzeit verleben; einige
Arten gehen gar nicht ins Meer, und keine laicht im Meere.
Die Totalsumme der bekannten Fische beträgt jetzt
etwa 9000, davon machen die Palaeichthycs 3,6 Procent
aus. Da jedoch weite Gegenden unseres Erdballs ichthyo-
logisch noch nicht erforscht sind, und nach den zahlrei-
chen neuen Entdeckungen, die alljährlich den Verzeich-
nissen der bekannten Formen hinzugefügt werden, glaube
ich nicht, dass wir viel mehr als ein Zehntel der wirklich
lebenden Fischarten kennen.
Taf. VIII.
Fig. 2. Ceratodus miolepis Gthr. Nach einer vom Verf. mitge-
theilten Pothographie.
» 3. Brustflosse vou Ceratodus miolepis Gthr.
» 4. Brustflosse von Acipenser. Die Figuren 3 u. 4 nach Holz-
schnitten copirt aus den Annais of natural history VII.
Beitrag zur Insektenfaiina von Zanzibar.
Von
A. Cerstaecker.
(Fortsetzung von p. 86 diese» Jahrganges.)
Fam. Coccinellina.
417. Bulaea Bocandci Muls., Spec. d. Coldopt.
s^curip. p. 71, No, 2. — Von der Insel Sansibar.
418. Coccinella repanda Tlninb., Nov. Inscct,
spec. p. 18. fig. 25 (= Cocc. transvcrsalls, tricincta et va-
rians ¥ah. = Cocc. contempta et Tongataboae Boisd.).
— Von der Insel Sansibar.
419. T h e a i ni b e c i 1 1 a, n. sp. Bilute flava, protJiorace
ante scutellum et idrinque — hie latius — impresso, mar-
ginihiis lateralihus pellucidis : elytris perspicue et sat dcnse
punctatis, maculis novem, pro parte confluentihus nigro-fuscis.
Long. 2'/2 mili. — Von den Ugono-Bcrgcn.
420. Leisvigintiduo-signata Muls., Spec. d.
Colöopt. sdcurip. p. 255, No. 10. — Von der Insel San-
sibar.
421. Alesia Olivieri * Gerst., Insekt, von Mos-
samb. p. 347 (= Cocc. striata Oliv.). — Von Mombas
und Aruscha.
422. Alesia Aurora, n. sp. Breviter ovata, supra
testacea, nitida, puncto frontali, prothoracis signatura ha-
346 Gerstaecker:
sali quadrifenestrata, scufello, ehjfrorum marginihus strigaque
discali hasin attingente ramitmqne internmu emittente nigris,
liis insuper roseo-bivittatis. Lonjo-. 6V3 milJ. — Von Uru.
423. Alesia amoenula, n. sp. Hemisphaerica,
siibtilissime punctulata, nitida, anrantiaca, capife prothora-
ceque testaceis, illius maciäa magna triquetra, Jmius dimidio
basali — maculis duabus flavis exceptis — , lahfo, scutello ely-
trorumque margine tofo nigris. Long. 3V2 — 3^, '3 mill. —
Von der Insel Sansibar.
424. Cydo nia lunata Fab., Syst. Entoui. p. 86,
No. 48, (= Cocc. vulpina Fab. = Cocc. rivosa Thunb.
= Cocc. sulphurea 01iv\) — Zwischen dem See Jipe
und Moschi.
425. Cheilomenes (?) pardalina, n. sp. Bre-
viter ovata, testacea, dense punchdata, subnitida, prothoracis
maculis quatuor — intermediis basalibus, triquetris — nee non
signafuri V-formi discali elytrorumque sutura brunneis, ho-
rum pimctis quakwrdecim (4. 4. 4. 1. 1.) nigro-fuscis. Long.
6 mill. — Vom See Jipe.
426. Chilocorus distigma * Klug in: Ermau's
Reise p. 49, No. 197 (= Chiloc. ruficeps Muls.). — Von
Mombas.
427. Chilocorus Wahlbergi Muls., Spec. d.
Coleopt. securip. p. 462. No. 13. — Von Wanga und der
Insel Sansibar.
428. E X 0 ch 0 ra u s f l a v i p c s Thunb., Nov. Insect.
spec. p. 21. (= Cocc. aurita Scriba = Cocc. nigriceps
Wied.) — Vom See Jipe und von der Insel Sansibar.
429. Exochomus pulchellus, n. sp. Elytris
subcordatis, supra cyaneus, pnnctulatus, subnitidus, jyrotlio-
racis lateribus aurantiacis : infra cum pedibus ruftis, pectore
abdominisque basi nigris. Long. 37*2 — 4 mill. cT $•
M a s. Capite et prosterno aurantiacis.
F e m. Capite et prosterno nigris. — Vom See Jipe.
430. Exochomus v e n t r a 1 i s, n. sp. Hemisphae-
ricus, suhtus riifo-ferrugineus, supra niger, nitidus, protho-
racis lobis lateralibus ferrugineo-limbatis. Long. 37,5 mill- </ ?.
Mas. Fronte clypeoque aurantiacis. — Von Mombas.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 347
43 1 . B r u m u s ii i g r i f r o n s , n. sp. Ovatus, laete
ruf US, nitidus, fronte, scutello, elytrorum vittis duabtis — altera
suturaJi communi, altera discali, latiore — , metasterno, ahdo-
mine pedihusque nigris. Long. S^/s mill. — Von Mombas.
432. E p i 1 a c h n a t e t r a c v c 1 a, n. sp. Ovata, nigra,
cinereo-pubescens, elytris ci/anescentibus, annulis duobus ma-
gnis aurantiacis, posteriore intus aperto, ornatis. Long.
öVs mill. — Vom Kilimandscharo, 8000'.
433. Epilacbna quatuordecim-signata Rei-
che, Voy. en Abyssin. III. p. 418, No. 3. Zool. pl. 26,
fig. 9. — Vom See Jipe.
434. E p i 1 a c h n a P r o s e r p i n a, n. sp. Stibcordata,
infra cum pedibus rufo-fcrruginea, supra fusca, dense ci-
nereo-pubescens, elytrorum maculis quinque (2. 2. 1.) magnis
fulvis. Long. SV'b mill. — Vom See Jipe.
435. E p i 1 a c h n a c a 1 1 i p e p 1 a , u. sp. Subcor-
data, laete rnfa, subtiliter pubescens, nitida, prothoracis fa-
scia discali fusca, elytrorum mactdis quinque (2. 2. 1.) au-
rantiacis, late nigro-cinctis. Long. TVs mill. — Von der
Insel Sansibar.
436. Epilacbna m a c r o p i s, u. sp. Subcordata, laete
rtifo-ferruginea, flavescenti-pubescens, subnitida, elytris nigris,
sutura maculisque quinque (2. 2. 1.) magnis aurantiacis.
Long. 6'/2 mill.
Var. a. Elytrorum maculis duabus anterioribusfascia-
tim conßuentibus, externa marginem lateralem attingente.
Var. b. Elytris aurantiacis, fasciis tribus angustis,
anterioribus duabus undidatis, tcrtia obliqua, utrinque ab-
breviata, cum praecedente striga longitudinali conjuncta, nigris.
— Von der Insel Sansibar.
437. E p i 1 a c h n a s c a 1 a r i s, n. sp. Breviter ovata,
nigra, cinereo-pubescens, capite, prothorace scutelloque rufis,
elytrorum disco, semifasciis duabus e sutura prodeuntibus
nigris interrupto, ferrugineo. Long. 7 — 8 mill. cT $. —
Von Uru.
438. Epilacbna caninaFab., Spec. Insect. I.
p. 107, No. 75. (:= Cocc. vigintipuuctata Thunb.) Var.
348 Gerstaecker:
Corpore pedibusque laete rtifis, elytris tenuiter reticulatis (? =
Epilachna Dregei Mula., Seciirip. p. 752, No. 41). — Von
der Insel Sansibar.
439. Epilachna h i r t a Thunb., Nov. Insect.
spec. p. 23, fig. 35 (= Coec. 12 verrucata Fab.) — Von
Wanga und der Insel Sansibar.
440. Epilachna capicola Muls., Spec. d. Col.
s^curip. p. 803, No. 77. — Var. Elytrorum maculis duabus
anterioribus fasciatim inter se conjunctis. — Von Uru.
441. Epilachna Proteus, n. sp. Oblongo-cordata,
laete rufa, griseo pubescens, elytrorum maculis octo (2. 3. 2.
1.) nigris, sexta reliquis majore, Long. 67$ — 8 mill.
Var. a. Elytrorum limbo externo, cum maculis 2: 5.
7. 8. conjuncto, nigro.
Var. b. sicut Var. a., sed maculis 1. et 3. insuper
striga suturali nigra inter se conjunctis.
Var. c. sicut Var. a., sed maculis 3.4.5. insuper fere
fasciatim inter se conjunctis, corpore infra cum pedibus nigro.
Var. d. sicut Var. c., sed maculis 1. 3. 6. 8. insupter
vifta suturali nigra inter se conjunctis et protJwracis lobis
lateralibus nigris. — Von p]ndara, Aruscha und dem See
Jipe.
442. Epilachna Paykulli Muls,, Spec. d. Col.
86curip. p. 833, No. 103. — Von der Insel Sansibar.
443. Epilachna pun cti pen nis Muls., ibid. p. 875,
No. 146 (— Epil. distlncta * Erichs,, Faun. v. Angola
p. 211). — Von Mombas, Aruscha und dem See Jipe.
M i e r o r h y ni b u s, nov. gen. Corpus pubescens. Caput
prominens, clypeus latus, oculos infra cingens, in media mar-
ginis excisus. Labrum et antennarum basis obtecta. Pro-
tJioracis margo basalis ante scutellum sinuatus, utrinque sub-
truncatus, Pedes breves, femoribus tibiisque latis, Ms com-
pressis, margine externo arcuato. Unguiculi bißdi. (Chno-
odae et Exoplectrae Muls. affin.) Typus: Cocc. mesomela
*Klug, Insekt, v. Madag. p. 127, No. 213.
444. Microrhymbus rufipennis, n. sp. Bre-
vifer ovatus, niger, griseo-pubescens, subnitidus, capite et
prothoracis angidis anticis pallide flavis, elytris abdominis-
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 349
que apice rufis, pedihus anticis totis, posteriorum gemibus,
tibiis tarsisque ferrugineis. Long. 3'/2— SVs mill. — Von
der Insol Sansibnr.
Farn. N i t i (Ulla ri ae (Nachtrag).
445. (82 a). xVliudria elon g a ta üuör., Iconogr.
d. rögne aniin., iuscct, p. 200. — Von Uiu.
446. (82 b). Melambia subcyanea, n. sp. Elon-
gata, nigra, opaca, protlwracis laferihits rotundatis, dytris
parallelis, cyanescentihis, hmneris Jiaud marginatis, puncto -
runi striis Septem mternis subcosiatis. Long. 14 — 15 mill.
— Von Arnscbn und dem See Jfpe.
IV. Ilynienoptera.
Fam. A p i ar ia c.
1. Apis mel 1 ificaLin.,Faun.Suec. p. 421.No. 1697.
Var. fasciata Latr., Annal. d. mus. d'hist. nat. V. p. 171,
No. 5, pl. 13, fig. 9 (= Ap. Adansoni Latr., ibid. p. 172,
No. 6). — Von Mombas, Wanga und Uru.
2. Xylocopa nigritaFab., Entom. syst. IL p. 316,
No. 5 (Mas.: Xyloc. conjuncta Smith, Catal. Hymen. Brit.
Mus. IL p. 350, No. 31). — Von Mombas.
3. Xylocopa caffra Lin., Syst. nat. ed. XII.
p. 959, No. 39. — Von Mombas.
4. Xylocopa iatcritia Smith, Catal. Hymen.
Brit. Mus. IL p. 346, No. 8. — Von Mombas.
5. M cgi 1 la caliga ta, n. sp. Capite, thorace pe-
dibusque fulvo-hirtis, tcgidis ferrugineis^ frontis macida trian-
gtdari, clgpeo (nigrobimacidato), labro mandibnlisqiie bäsi
testaccis, abdominis segmentis 1.—4. apice cano-fasciatis,
ano nigro piloso: tibiarum posticarum angido apicali albo-,
metatarsis posticis fusco-, ad basin flavo-jnlosis. Long.
IIV2 niill. $.
6. Eucera (Tctralonia) macrognatha, n. sp.
Mandibidis elongatis, falciformibus, antennarum flagello bre-
viusculo, infra ferrugineo, pediim posticorum tibiis metatar-
350 Gerstaecker:
sisque arcuatis, Ulis apicem versus, his basi düatatis : ungui-
culis Omnibus validis. Lon^. 12 mill. (^. — Von Mombas.
7. Allodape t r oc h an terata, n. sp. Pedum
posticorum trochanteribus apice tubeycidatis, femoribus ante
medium dentato-dilatatis : nigra, flavescenti-2nlosa, clypei
vitta, tibiariim calcaribus tarsorumque apice ferrugineis, ab-
domine confertim punctato, apicem versus scabro. Long.
6 mill. $. — Von Mombas,
8. Allodape f 1 a v i t a r s i s, n. sp. Pedum posti-
corum trochanteribus acuminatis, femoribus leviter tubercu-
latis^ nigra, mesonoto nitido, abdominis segmentis testaceo-
limbatis, mandibtdis, labro, clypei macula magna, tegulis,
tibiarum calcaribus tarsisque flavis. Long. 6 mill. (^. —
Von Wanga.
9. Megachile larvata * Gcrst., Monatsber. d.
Akad. d. Wissensch. 1857, p. 461, No. 18. (d') = Mcgach. my-
stacea et rufiventris Gu^r. ($). — Von Mombas und Wanga.
10. Nomia amoenuia, n. sp. Scidello fortiter bi-
spinoso, venire pedibusqtie posficis simplicibus, antennarum
ßagello, tibiis posticis tarsisque ferrugineis, abdominis dorso
rufo, nigro-fasciato. Long. 57-2 mill. d^. ~ Von Mombas.
Farn. Vespariae.
11. Eumenes tinctor Christ, Hjmenopt. p. 311,
Tat". 31, 1^'ig. 1 (= Vespa Guincensis Fab. = Eumenes Sa-
vignyi Spin.). — Von Mombas.
12. Eumenes Lepelotieri Sauss., Monogr. d.
Guep. solit. p. 45, No. 24, pl. X. tig. 3 (= Eum. formosa
Sauss.). — Vom See Jipe.
13. Synagris tarsalis, n. sp. Sctdello bituher-
culato, metanofo transverse rugoso, utrinque spinoso: atra,
tuberculo frontalis clypeo abdominisque segmentis quatuor (^)
vel quinque (^) idtimis miniaceis, tarsorum anticorum arti-
culo ultimo ferrugineo.
Mas. Palpis maxillaribus 5-articulatis, mandibtdis elon-
gatis, inter basin dilatatam et medium arcuato-excisis, clypeo
apice emarginato. Long. corp. 25, alar. 21 mill.
Fem. Palpis maxillaribus 4-articülatis, mandibulis
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 351
cultriformihus, clypeo apice frimcato. Long. corp. 22, alar.
I9V2 mill. — Von Monibas.
14. O d y n e r 11 s j o c o s u s, n. sp. Postscntello per-
pendiculari, utrinqiie tubercidato, abdominis segmento basali
semigloboso: niger, capite tlioraceque flavo-pictis, abdominis
segmentis 1.—6. flavo-fasciatis, mefanofi lateribus sangui-
neo-notatis. Long. 8V2 mill. d^. — Von Mombas.
15. Be lonogaste r j n n c eil s P'ab., Spec. Insect. L
p. 468, No. 60. (= Vcspa cinerea Fab.) — Von Mombas
und Wanga.
16. Icaria cincta Lepel., Ilist. nat. d. Hym^aopt.
l. p. 541, No. 2. — Von Wanga.
17. Polist es marginalis Fab., Syst. Entoni.
p. 367, No. 24 (= Pol. ornata Lepel). — Vom See Jipe.
18. Polistes badia, n. sp. Rufo-brunnea, griseo-
pubescens, metanofi lineis duabus abdominisque segmenti ba-
salis margine stramineis, clypei et oadorum limbo, pronoti
medio abdominisque segmentoriim 2. et 3. margine apicali
vitellinis, alis flaveseentibus, apice fuscis: fronte inter an-
tennas distincte carinata. clypeo rotundato-ovato. Long.
13 mill. $.
19. Polistes plebeja, n. sp. Bufo-ferruginea,
griseo-p)ubescens, clypei dimidio apicali, oculorum margine
interno, fasciola postscutellari, lineis duabus metanoti abdo-
minisque segmentorum 1. et 2. margine apicali flavis, alis
apice infuscatis: clypeo subpentagono, disperse forfiter puu'
dato. Long. IIV2 — I2V2 mill. $. — Von Wanga.
20. Polistes d c f e c t i V a, n. sp. Rufo-brunnea,
griseo-pubescens, antennis apice nigris, clypei margine api-
cali, ociäorum interno, linea postscutellari, metanoti vittis
duabus abdominisque segmentorum 1. et 3. margine postico
flavis: alis apice fuscis, clypeo transversepentagono. Long.
13V3 mill. $. — Von Urn.
Farn. Pompilidae.
21. llemipcpsis vindex Sniitli, Catal. Hyrae-
nopt. Brit. Mus. III. p. 186, No. 18 (Mygnimia). — Von
Mombas.
362 Gerstaecker:
22. Hemipepsis p ro digi os a, n, sp. Maxima,
atra, capite thoraceque velutino-opacis, alis saturate fuscis,
violaceo-micantibns, anficis distincte occllatis: clypeo, lahro
et mandibularum basi rufo-brunneis^ antennis pedihnsque
fulvis, Jiorum coxis trochanteribusque infuscatis: metanoto
retrorsum truncato, supra leviter transverse strigoso. Long,
coip. 44, alar. 39 mill. 5. — Von Moschi.
23. Hemipepsis c o 11 1 u m a x, n. sp. Ätra, capite
thoraceque velutino-opacis, alis saturate ftiscis, violaceo-mi-
cantibus, anticis distincte ocellatis: labro et mandibidarum
basi rufo-brunneis, pedibus laete rufis, tibiarum posticarum
apice tarsorumque onmium articulis quatiior ultimis nigris :
metanoto declivi, ubique fortiter transverse rugoso. Long.
corp. et alar. 22 mill, (/. — Von Mombas.
24. P r i o c n e m i s f'a t a 1 i s * Gcrst., Insekt, v. Mos-
samb. p. 484 (Pompilus). — Von Mombas.
25. Pompilus Bretoni Guör., Magas. de Zool.
1843. p. 4. pl. 115, fig. 2 (- Pomp, xanthocerus Dablb.
= Pomp. iLificeps Taschenb.). — Von Mombas und Ki-
riama.
Fam. S phecod ea.
26. Ampulex corapressa Fab., Entom. syst. IL
p. 206, Nn. 32. (= Ampul. Sinensis öauss.) — Von Mom-
bas und Wanga.
27. PelopoeusSpinolae Lepel., Hist. nat. d.
Hym^nopt. III. p. 307, No. 4 (= Pelop. Eckloni Dahlb.)
— Bei Mombas massenhaft.
28. A m m 0 p h i I a p 0 n d e r 0 s a, n. sp. Unguiculis
hasi bidentatis, tota nigra, opaca, thorace confertim granoso-
punctato, scutello utrinque longitudinaliter rugoso : abdominis
segmenti primi lamina dorsali nonnisi tertiam petioU partem
tegente: alis nigro-fuscis, splendide cyaneo-micantibits, ccllula
cubitali tertia retrorsum angustafa. Long. 32 mill. $. —
Von Endara.
29. S p h e X i n c o m p t a, n." sp. Alis infuscatis, an-
ticarum cellula radiali subtruncata, cubitalibus 2. et 3. lon-
gitudine fere aequalibus: nigra, opaca, cano-villosa, clypeo
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 353
basin versus carinato, mandibulis ante apicem rußs. Long.
18 mill. ^. — Von Wanga.
30. Bembex lusca Spin., Annal, soc. entom. de
France VII. p. 467, No. 20. — Von Wanga.
Farn. Heterogyna.
31. ScoHa ruficornis Fab., Entora. syst. II.
p. 230, No. 9 (= Scol. melanari.a Burm.). — Von Mombas.
32. Eli s alle na * Klug, Symb. pliys. III. No. 12.
tab. XXVII, fig. 3 (Scolia). - Von Mombas.
33. EHs (Dielis) hymenaea, n. sp. Nigra^ fla-
vescenti-Mrta, clypei apice mandihulisque pro parte sangui-
neis, abdominis segmentis 1. — 4. snpra laete aurantiacis, fa-
scia hasali — in segmentis 2. et 3. utrinque cum macula
laterali confluente — atra: alis flavescentihus, leviter infuscatis.
Long. 13—1572 mill. $.
M a s. Clypeo, mandihularum, basi, pronoto, tegulis,
scutello utroqiie abdominisque segmenforum 1. — 6. dimidio
apicali vitelUnis, ano pedibusque rufis, femoribus tibiisque
flavo-strigatis. Long. 11—15 mill. — Von Mombas und
Wanga.
34. E 1 i s (Dielis) s o 1 e a t a, n. sp. Nigra, dense
flavesccnti-pilosa, clypeo (maciäa marglndli excepta), pronoti
margine antico, tegidarum lateribus, scufelli fascia arcuata,
abdominis segmenforum 1.—4. parte posteriore tibiisque an-
terioribus extus flavis : alis dilute fuscis. Long. 22 mill. </.
— Von Wanga.
35. Myzine xanthocera, n. sp. Cellida radiali
a margine costali haud remofa: atra, nitida, parce albo-pi-
losa, mandibulis sanguineis, antennis laete fulvis, alis nigro-
fuscis, cyaneo-micantibus : capite thoracisque dorso fortifer
cribrato-punctatis, metanoti parte anteriore horizontali longi-
tudinaliter bicarinata: abdominis segmentis anterioribus su-
pra parce punctatis, lucidis. Long. 12 V2 vß\\\. $. — Vom
See Jipe.
36. MutiUa straba, n. sp. Antennarum articulo
tertio oblongo, lamina scutellari mala, abdominis ovati se-
Archi» f. Naturg. XXXVII. Jahrg. l.Bd. 23
354 Gerstaecker:
gmento hasali ufrinque uncinato, capite antrorsum angustato,
oculis facialibus: nigra, thorace ohlongo-quadrato sanguineo,
dbäominis segmentornm 1. et 2. litura parva marginali me-
dia, 2, insuper maculis duabus dorsalihn.s alho-tomentosis,
segmentis 3. et 6. albido-pilosis. Long. 12 mi'll. — $. —
Vom See Ji'pe.
37 . M u t i 1 1 a p y g i d i a 1 i s, n . sp. Äntennarum ar-
ticulo fertio ohlongo, lamina scutellari nulla, abdominis ovati
segmento basali ufrinque uncinato, capite transverso, oculis
lateralihus: nigra, thorace oblongo-quadrato scmguineo, abdo-
minis segmentis 1. et 2. in ipso margine fasciatim, tertio
utrinque ante marginem, lätimo toto albido-pilosis. Long.
10—11 mi'll. $. — Von Moschi.
38. Mutilla suavis, n. sp. Äntennarum articulo
tertio oblongo, lamina scutellari distincta, capite transverso,
ocidis lateralihus, thorace oblongo- quadrato : sanguinea, ab-
domine nigro, segmenti secundi maculis duabus basalibus,
tertio et sexto totis flavescenti-sericeis. Long. 6—7 mill. $.
— Von Mombas.
Fam. Chry si di d ae.
39. Pyria stilboides Spin., Annai. soc. ent. de
France VIL p. 446, No, 3 (= Stilbum sexdentatum Gu6r.
= Chrysis nobilis * Klug). — Von Mombas.
Fam. Formicariae.
40. Polyrhachis schistazea* Gerst., Insekt.
V. Mossamb. p. 508. Taf. XXXII, fig. 6 (Hoplomyrmus).
— Von Mombas.
41. Polyrhachis gagate s Smith, Catal. Hymen.
Brit. Mus., Formic. p. 71, No. 47, pl. IV, fig. 14. — Von
Mombas.
42. OecophyUa longinoda Latr., Hist. nat. d.
Fourm. p. 184. pl. XI. fig. 72 (= Form, virescens Smith,
pars). — Von Mombas.
43. Camponotus longipes * Gerst., Insekt, v.
Mossamb. p. 509. Taf. XXXII. fig. 7. (Formica). — Von
Endara.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 3B5
44. Camponotus in a cu lat u s Fab., Spec. Inject.
I. p, 491, No. 15 (= Form, thoracica Fab. = Form, co-
^nata Smith). — Von Mombas.
45. Camponotus Kcrstein", n. sp. Niger, opa-
cus, parce setosiis, antennis tarsisque apicem versus piceis,
sogmentorum abdoniinalmm margine decolori: capite ohlon-
go-quadraio, prothoracis lateribus rotundatis, petiolo angusto,
compresso. Long. 5'/2— 6 mill. Oper. — Voin Kilimand-
scharo, 8000'.
46. Camponotus c h r y s u r u s. n. .sp. Niger, opa-
cus, capite fhoraceqiie parcius, abdomine densius fnlvo-setosis,
hoc insuper aureo-sericeo ; capitis oblongo-quadrati vertice
emarginato, prothorace rotundato^ petiolo latiusculo, com-
presso, antennis pedihusque breviusculis. Long. 8 — 9'/2 niill.^
Oper. — Von Endara.
47. Camponotus crinaccus, q. sp. Äter, opa-
ciis, mandibtdis, antennantm scapo pedihusque sanguineis,
capite thoraceque parcius, abdomine densius ßavo-setosis : pro-
thorace transverse penfagono, petiolo fortiter compresso, pe-
dibus breviusculis, anticis validissimis. Long. 6 — 7 mili.
Oper. — Von Aruscha.
48. Platythyrea cribrinodis * Gerst., Insekt.
V. Mossamb. p. 504. Taf. XXXIL fig. 3 (Ponera). — Von
Mombas.
49. Plectroctena mandibularis Smith, Catal.
Hymenopt. Brit. Mus., Formic. p. 101, No. 1. pl. VIL
fig. 1—5. — Von Wanga.
50. Anomma molesta * Gerst., Lisekt. v. Mos-
sarab. p. 502. Taf. XXXII, fig. 2. — Von den Bura-Bcrgen.
51. Rhogmus fimbri atus Shuck., Annais ofnat.
bist. V. p. 325, No. 1. — Von Sansibar.
52. Dorvlus nigricans * IHig», Magaz, f. In-
sektenk I. p. 188, No. 18. — Von den Bura-Bergen.
53. Dorylus affinis Shuck., Annais of nat. bist.
V. p. 316, No. 3. — Von Mombas.
54. Pscudoiuyrma Capeus is Smith, Catal. Hy-
men. Brit. Mus., Formic. p. 160, No. 28 (= Pscudom.
Natalcnsis Smith $). — Von Endara und d<n Ugono-
Bergen.
356 Gerstaecker:
55. Heptacondylus eumenoides * G erst.; In-
sekt. V. Mossamb. p. 514. Taf. XXXII, fig. 9 (? = Phy-
satta Natalensis Smith). — Von Mombas.
56. Crernas togas tcr cephalotes, n. sp. Capite
oculisque magnis, rufo-ferrugineus, abdominis parte centrali
picea vel rufo-hrunnea: thorace scutclloque niticUs, disperse
pundatis, metanoto strigoso, hreviter bimucronato. Long.
9V2-10 mill. $.
Oper. Piceus, ca^nte anteriore mandibuliscpte rufo-
brunneis, pronoto anterius transverse ruguloso, posterius lon-
gitudinaliter strigoso, metanoto fortiter rugoso, longe bimu-
cronato, abdominis segmento primo subcordato, sectmdo trans-
verse ovato. Long. 3^4 — 4 mill. — Bei Mombas, in einem
gallenartigen Akazien Auswuchs.
57. Pheidole talpa, n, sp. Rufo-brimnea, parce
pilosa, antennis pedibusque ferrugineis, abdomine piceo: ca-
pitis parte anteriore longitudinaliter strigosa, subopaca, po-
steriore disperse punctata, nitida, prothorace rhomboideo,
acutangtilo, siqwa transverse aciculato, metanoto bispinoso,
abdominis segmento primo adscendente, ante apicem binodoso,
secundo transverso. Long. 4 mill. Miles. — Von Mba-
ramu.
58. Pheidole sc abrius c ula, n. sp. Bufo-picea,
confertim granoso-pimctulata, parce setuJosa, fcre opaca, mandi-
bulis pleurisque dilutioribus, abdomine nigricante, nitido : pro-
thorace rotundato, supra bicalloso, metanoto fortrter rugoso,
acute bispinoso. Long. 3^4 mill. Oper. — Von Endara.
Farn. Braconidae.
59. Bracon Kersteni, n. sp. Pedibus crassius-
culis, tarsorum articulis 3. et 4. triquetris, 4. intus longe
producto: rufus, nitidus, mandibularum apice, antennis nee
non verticis macula magna nigris, abdomine ovato, scabro,
alis fuscis, anticarum radice, costa, stigmatis parte maiore
rufo-ferrugineis, fascia a cellula cubitali prima ad marginem
internum percurrente lutea. Long. corp. 8 — 9, terebr. 4^2
. —5 mill. $. — Von Mombas.
Beitrag zur Insektenfauaa von Zanzibar. 857
Fam. E van ial es.
60. E V a n i a a p p en di g as t e r Lin., Syst. nat. p. 943,
No. 12 (~ Evan. laevigata Oliv. = Ev. Cubac Guer.) —
Von Mombas.
V. Lepidoptera.
Fam. Rhopalocera.
1. Papilio Demolcus Linne, Syst. nat. ed. X.
p. 264, No. 35 (= Pap. Demodocus Esp.) — Von Endara.
2. Pieris 8everina Cram., Pap. cxot. pl. 338,
fig. (j. H. — Von Endara.
3. Pieris A b y s s i n i c a Lucas, Rev. et M agas. de
Zool. 2. s^r. IV. p. 328. — Von Endara.
4. Callosune EupompcKhig (Pontia), Symbol,
phys. I. No. 4. tab. 6, fig. 11 — 14 (= Pap. Evippe fem. Cram.
= Anthopsyche Theopompe Feld. — Von Mombas.
5. Callosune Ach ine Cram., Pap. exot, pl. 338,
fig. E. F. (= Anthocharis Exole fem. Reiche, Voy. en
Abyssin. pl. 31, fig. 5 — 6). — Vom See Jipe.
6. Callosune casta, n, sp. Alis lacteis, hasin
versus cinerascentihus, anticis rotundatis: hartim angulo a^n-
call lote aurantiaco, nigro-marginafo, posticarum margine
postico nigro-maculato, costali infra hasin versus miniaceo.
Exp. alar. 46 mill. </. — Vom See Jipe.
7. Callosune h e t a e r a, n. sp. Alis lacteis, sub-
tiliter nigro-venosis, anticarum angulo apicali late purpureo,
nigro-niarginato, posticarum margine nigro-maculato. Exp.
alar. 65 mill. r^. — Von Endara.
8. Idmais Eris Klug (Pontia), Symbol, phys. T.
No. 5. tab. 6, fig. 15 — 16. — Vom See Jipe.
9. Idmais Tritogenia Klug (Pontia) ibid. I.
No. 18. tab. 8, fig. 17—18. — Vom See Jipe.
10. Callidryas Flo r eil a Fab. Syst. Entom. p. 479,
No. 159 (= Colias Pyrene Swains.), — Von Mombas.
858 Gerstaeckei':
11. Terias Zoe * Hopf., Insekt, v. Mossamb. p. 369.
Taf. 23, fig. 10—11. — Von xMombas.
12. Danais Niavius Linne, Syst. nat. ed. X.
p. 470. No. 76. — Von Mombas.
13. Danais Peti ver a na Doiibled., Gen, of Diurn.
Lepidopt. p. 93, No. 31. pl. XII, fig. 1. — Von Mombas.
14. Aci-aea Neobule Doubled., Gen. of Diiun.
Lepid. pl. XIX. fig. 3 (= Acr. Seis Feisth.). — Vom
See Jipe.
15. Aciaea serena Fab. Syst. Entonj. p. 461,
No. 76 (= Acr. Janisca God. $ = Acr. Manjaca Boisd.
= Acr. Rougetii Guer. </ = Pap. Eponina Crani. ^).
— Von Mombas.
16. Junonia Oenone Lin., Syst. nat. ed. X.
p. 473, No. 92 {— Pap. Clclia Gram.) — Von Mombas.
17. Junonia Crebrene Trimen, Transact. en-
tern, soc. of London 1870. p. 353 (= Junonia Oenone
Wallengr,, Trim. = Vanessa Oenone God.). — Vom See
Jipe.
18. Junonia (Salamis) anacardii Lin., Syst.
nat. ed. X. p. 476, No. 56 {=■ Pap. Parrhasus Drury =
Pap. Aethiopa Palis. = Vanessa Aglatonice God.). — Von
Endara.
19. Euryphenc Daedalus Fab., Syst. Entom.
p. 482, No. 174 (= Pap. Melantha Fab. = Pap. melea-
gris Cram.). — Von Kiriama.
20. Nymphalis EphyraGod., Encycl. m6th. IX.
p. 355, No. 18. — Von Mbaramu,
21. Yp th im a Aste rop e Klug (Hipparchia), Symb.
phys. IIL No. 4. tab. 29, fig. 11 — 14. — Von Mombas.
Periplysia, nov. gen. (Trib. Satyridae). Ab Yp-
thima Doubl., quacum antennarum et palporum structutxi nee
non innervafione alarum congruit, differt alarum anticarum
Vena mediana hasin versus simplici, i. e. haud cdlloso-düa-
tata, alis ipsis tenuioribus, hasin versus lacteis, supra haud
ocellatis, infra ocellorum serie continua, a margine postico
lineis duahus parallelis separata, ornatis.
22. Periplysia Leda, n. sp. Alis lacteis, supra
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 359
ad marginem posücum lafe, anticis insuper ad marginem
externum angusthis fuscis : infra ante marginem posticum li-
neis duabus parallelis nigris fasciaque macularum crocearum,
ocellum argenteum includentium ornatis, anticariim limho ex-
terno, 2>osticarum Interno (9- dimidio hasali) confertim fitsco-
strigoso. Exp. alar. oo (cT) —41 ($) miü.
23. Hypanis 1 1 i t h y ia Drury, Exot. Ins, II. p4. 17.
fig. 1 — 2 (= Pap. Goetzius Ilbst. = Pap. Polinice Gram. $
= Hyp. Anvatara ßoisd. = Hyp. Cora Fcistb. — Hyp.
Illithyia et Acheloia Wallengr.). — Von Mombas und
dem See Jipo.
24. Lycaena Jesou s Guer. in licfebvre, Voy. en
Abyssin. VI. p. 383. Insect. pl. 11, fig-. 3 — 4 (=r Lyc.
Gamra Lederer). — Vom See Jipe.
25. Lycaena A sop u s * Hopf., Insekt, v. Mossamb.
p. 410. Taf. 26, fig. 13—15 (— Lyc. Karaa Trimen). — Von
Mombas.
26. Lycaena Emoius ? God., Enc. m6tlj. IX.
p. 656, No. 133. Trimen. — Von Mombas.
27. Lycaena Kersteni, n. sp. Alis supra fuscis,
violaceo-micantibits, infra fuscocinereis, multifariam alhido
undulato^fasciatis, anticis hasin versus obscuriorihus, postica-
riim punctis tribns basalihus nee non qnarfa marglni costali
approximata nigro-fuscis, duabus submarginalibiis atris, splen-
dide coeruleo-conspersis croceoque circumdatis. Exp. alar.
31 V2 mill. cT. — Von Mbaramu.
28. L yc a e na Ly Simon Hübn., Europ. rfcbmetterl.
I. Taf. 105, fig. 534—535 (= Lyc. Gaika Trimen). — Von
Mombas.
29. Ismene Anchi-ses, n. sp. Fronte schistazeo-
pilosa, occipite facieque croceo-sqttamosis, alis cinerascenti-
fiiscis, posticis niveo-, ad anguliim analem autem flavo-fim-
hriatis, infra fascia trianyulari nivea utrinque abbreviata
piinctaque duo atra includente nee non maculis duabus cro-
ceis posterioribiis ornatis: tibiis posicrioribus rufo-barbatis,
ventre albo-croceoque picto. Exp. alar. 50 — 58 raiil. cT?-
— Vom See Jipe.
860 Ger stae cker ;
Fam. Sphingidae.
30. M a c 1- o g- 1 ü s s a h i r u n d o, ii. sp. Alis fuscis,
anticis indistincte nigro-imätdatis, corpore fusco-cinerco, ca-
pite tlioraceqiie infra niveis, abdominis segmentis 3. et 4. su-
pra interrupte albo- vel pallide coendescenfi-fasciatis, scopa
anali atra, tdrinqiie niveo-signcda. Long. corp. 24 — 29,
exp. alar. 37 — 42 mill. ^T. — Von Mombas.
Fam. A g a r i s t a r i a e.
31. Acgocera amabilis Druiy, Exot. Ins. 11.
pl. 13, fig. 3. — Von Mombas.
Fam. Cheloniariae.
32. Ar ginn c ri b rari a Clerck, Icon. tab. 54, fig. 4.
(= Phal. Astrea Dniry = Bomb, pylotis Fab.") — In
Mengo von Mombas vorliegend.
33. Nyctemera hymcnaea, n. sp. Capite scu-
telloque miniaceo-sqtiamosis, thorace alisque anticis dilide
hrunneis, illo pallide lineato, his fascia macidari ohliqua ni-
veaornatis: alis posticis ahdominequetotis aiirantiacis. Long,
corp. 15, exp. alar. 40 mill. $. — Vom See Jipe.
A s y m b a t a, nov. gen. Ab Aganai Boisd., quaciim
singidari palporum conformatione, antcnnis, ocidis congruit,
differt alis brevioribns, anticis triquetris, margine interna
recto, posticarum vemda discoidali ad rami mediani tertii
ortum usque prolongata, cellula discoidali ideo brevissima:
tibiarum posticarum calcaribns elongatis, acutis, imguiculis
minutis, simplicibus.
34. A s y m b a t a r o s e i v e n t r i s, n. sp. Äbdomine
roseo, alis pcdlide cervinis, anticarum striga discoidali fascia-
que macidari obliqua anteapicali niveis, posticis indistincte
albido-fasciatis. Long. corp. 15V2, exp. alar. 39 mill. $.
— Vom See Jipe.
Fam. Bombyeidae.
35. Aphelia apollinaris Boisd. in: Delegorgue,
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibar. 361
Voy. dans l'Afr, austr. II. p. 601, No. 153. (= Heniocha
paleacea Herr.-Sch.) — Von Endara.
36. C o chl o ph 0 ra (?) va 1 va ta, n. sp., nach einer
Anzaiil von Raupensäcken aufgestellt, welche ganz die Form
eines Valvata-Gehäuses mit hohler A-chse und 3'/2 Um-
gängen zeigen und bei einem Basaldurchmesser von 974 —
11 mili, eine Höhe von 8 — 10 mill. haben. — Von der
Sansibar-Küste.
37. Jana rhodoptera, n. sp. Fronte antennis-
que croeeis, vertice et coTlari fusco-pilosis, alis cervinis, apice
late infuscatis. antieis circa venas disco-cellulares nigro-si-
gnatis, ultra medium lineis duahus transversis — posteriore
stibtiliore, imdiäata — signatis: posticis ante medium ar-
cuatim cinereo-strigatis, basin versus roseo-villosis. Long,
corp. 40, exp. alar. 90 mill. — Von der Insel Sansibar.
Farn. IS oct u i n a.
38. Hypograrama ? ambigua, n. sp. Alis infra
griseis, ante marginem posticum alhidum infuscatis, antieis
supra hninneis, cervino-fuscoque marmoratis, macida discoi-
dali ovata liturisque nonnidlis ante marginem posticum nigri-
cantibus, exteriore maiore macidam subaincalem albidam tan-
gente: posticis fuscis, basin versus dilidioribus. Long. corp.
22, exp. alar. 47 mül. $. — Von Mbaraniu.
39. Remigia latipcs Guen., Noctuel. III. p.314,
No. 1774 (= Ophinsa repanda Boi sd. = ? Noct. repanda
Fab. var.) — Von Mombas.
Fam. Uraniidae.
40. T h a 1 i u r a C r o e s u s, n. sp. A Thal. Rhipheo
Cram. diff'ert alarum anticarum fascia media smaragdina
latiore, marginem externum versus furcatim divisa, strigis
dimidii apicalis densioribus, j)Osticarum area smaragdina
et igneo-cuprea uber'ms nigro-conspersa et fasciata, appendi-
cibiis tribus posticis brevioribus: alis antieis infra ubique
subaequaliter viridi-undulatis, posticarum area basali obscu-
rius coeruleo-viridi. Exp. alar. 78 ({/) — 92 ($) mill. —
Von der Insel Sansibar. '
362 G er 8 La eck er:
VI. Diptera.
Fam. Ta >j anina.
L Chryso|>s longicornis Mac(|., Dipt. exot. I.
p. 156, No. 1.' pl. 19, fig. 2 (- ? Chrys. tarsaüs Walk.). —
Von Monibas.
2. n a e m a 1 0 p o t a li i e r o g I y p h i c a, n. sp. Tibiis
posterioribus testaceo-biannulatis, antennarum articulo primo
hauä incrassato, festaceo, callo frontali hrevi, piceo, alis fusco-
cinereis, albido-pictis, l'meola anteapicaU simplici, arcuata
spatio apicali maculani submarginalem gerente. Long, 9 mill.
$. ~ Von Endara.
Fam. Asilina.
•S. Promac Uus rapax, n. sp. Antennarum seta
simplici, barba mystaceque niveis, hoc setis atris intermixtis :
thorace ocJiraceo-tomentoso, snpra nigro-setoso, scutello, pleuris
abdomineque ßavescenti-pilosis : femoribiis tibiisque sanguineis-
albo-pilosis, Ulis infra nigro-vittatis, posticorum acideis in-
ferioribus nigris, superioribus testaceis. Long. 19 mill, cT.
— Von Endara.
4. AlcimiKs iu biginosu s, n. sp. Antennarum
basi, tibiis tarsisque ferrugineis, Ms nigro-setosis et aculeatis,
barba mystaceque croceis, hupostomatis margine et occipite
nigro-setosis: tJioracis dorso rubiginoso, nigro-vittato, ubique
flavo-limbato, abdomine helvo, nigro-trivittato. Long. 31 mill.
^. Von Mbaramu.
5. MacbimuH lepturus, n. sp. Femoribus anticis
subtus Jiaud aculeatis, alis apice infuscatis, thoracis laete ci-
nerei vitta media nigro-fusca lata, postice furcata: tibiarum
basi rufo-brunnea, abdominis segmentis 2. — 4. apice cano-,
sequenfibus rufescenti-tomentosis, forcipe angusto, compresso.
Long. 18 mill. </. - Von Endara.
6. Dasythrix dispa)-, ii. sp. Corpore r^ fusco-,
$ cano-tomentoso, humeris tibiarumque basi sanguineis, alis
cinereis, hypostomate parce setoso: marc ubique, feminae
vertice, thoracis lateribus scutelloqae tantum nigro-setosis,
tibiarum setis omnibtis pallidis. Long. 14 i^?) — 15 (d^) mill.
— Von Endara.
Beitrag zur Insektenfauna von Zanzibav. 363
Farn. Ö y i'p 1> i dae.
7. Pia g- 1 n c c r a ha c m o r r h o a, n. sp. Nigra, fronte
fhoraceqtie ochraceo- (c^) vel cano- C^) fomentosis, scutello
(lilute flava, abdominis seqmoitis 2. et 3. rufo-limhatis, ano
laete ferrugineo: alanim mar r/ine costali fasciaque lata ni-
gro-fuscis. Long. 16'/2 mül. </ $. — Von Wauga.
8. Asarcina salviac Fah., Entoni. svst. IV.
p. HOf). No. 105. -^ Von Mombas.
Farn. M tisci* na.
9. Ochromvia luteola Fab., Syst. Antl. p. 286,
No. 11 (=: Ochrom. Senegalensis Macq.) — Von Moschi.
10. Calliphora megac ep ha) a Fab., Entom. syst.
IV. p. 317, No. 18. — Von Mombas.
11. Pyrellia nudissima * Locw, Ber. d. Akad.
d. Wissensch. 1852. p. 660. — Von Uru.
Fam. Pup i para.
12. Hippobosca Francilloni Leach, Eprobosc.
Ins. p. 8, No. 2. tab. 26, fig. 8—10. - Vom See Jipe.
Bonn, Druck von Carl Georg;!.
MBL WHül LIBRARY
UH IflPö
r-^