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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR LEU CK ART IN LEIPZIG
HERAUSGEGEBEH
Dr. F. S. TROSCHBL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
VIERZIGSTER, JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin.
Nicolaisehe Verlagsbuchhandlung,
(Stricker.)
1874.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1873. Von August v. Pelz ein in
Wien 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1873. Von Troschel . . . 107
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1873. Von Troschel HC
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1873. Von Troschel 171
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1873. Von Troschel. . . 201
Cephalopoda 222
Heteropoda ". 224
Gasteropoda 224
Pteropoda 247
Lamellibranchiata 247
Brachiopoda 250
Tunicata 251
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. Von
Dr, Philipp Bertkau . . . 253
Coleoptera 292
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1873. Von August v. P elzein in
Wien 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1873. Von Troschel . . . 107
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1873. Von Troschel 14G
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1873. Von Troschel 171
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1873. Von Troschel. . . 201
Cephalopoda 222
Heteropoda - 224
Gasteropoda 224
Pteropoda 247
Lamellibranchiata 247
Brachiopoda 250
Tunicata 251
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. Von
Dr, Philipp Bertkau , 253
Coleoptera 292
IV Inhalt.
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der niederen Thiere während der Jahre 1872
—1875. Von Dr. Rud. Leuckart 401
2. Piatodes 401
Hirudinei 401
Trematodes 406
Cestodes 426
Turbellarii 447
3. Ciliati 474
Rotiferi 474
Bryozoa » . 481
Berieht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Vögel während des Jahres 1873.
Von
August von Pelzelu
in Wien.
Das Jahr 1873 muss hinsichtlich der Leistungen auf
ornithologischem Gebiete als ein günstiges bezeichnet wer-
den, indem in den verschiedenen Richtungen dieser Wissen-
schaft die regste Thätigkeit sich kundgab; wir haben aber
auch mit Schmerz verdienter Männer zu gedenken, welche
in diesem Zeiträume aus dem Leben abberufen worden sind.
Wir verloren während des Jahres 1873 durch den Tod den
ehrwürdigen Veteranen Kaup, den als Reisenden und Na-
turforscher hochverdienten Jules Verreaux, Edward Blyth,
den rastlosen Förderer indischer Zoologie, Dr. Wilhelm
L üh der, der auf einer Forschungsreise in Cainerun erlag,
Dr. Palliardi, den Verfasser der verdienstvollen syste-
matischen Uebersicht der Vögel Böhmens, den Obersten von
Zittwitz, Präsidenten der naturforschenden Gesellschaft
zu Görlitz, Georg Ritter von Frauen fei d, der, obwohl
meist auf anderen Gebieten thätig, doch während seiner
Reisen, durch seine Bemühungen hinsichtlich des Vogel-
schutzes und durch sein Werk über Didus und Aphana-
pteryx sich um die Ornithologie Verdienste erworben hat.
Auch möge es gestattet sein, L. Agassiz, dem grossen
Naturforscher, ein Wort der Erinnerung zu widmen. Von
neu erschienenen selbstständigen Werken haben wir zu
verzeichnen AI tum Forstzoologie, Vögel, Sa vi Ornitologia
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. A
2 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Italiana, Henderson and Hume Labore to Yarkand,
A. Hume Nests and Eggs of Indian Birds; Alph. Mi Ine
Edwards Recherches sur la faune ornithologique eteinte
des iles Mascareignes et de Madagascar, E. Coues Key
to N.- American Birds, Sclater et Salvin Nomenciator
Avium Neotropicalium, Brenchley Cruise of the Curagoa
und D. G. Elliot Monograpb of the Paradiseidae.
Fortgesetzt werden Schlegel, Mus. des Pays-bas,
Eyton, Osteologia Avium, Dresser, History of the Birds
of Europe, A. Newton, YarreH's History of British Birds
4 ed., Sundevall, Svenska Foglarna, Brehm, Gefangene
Vögel, Russ, Handbuch für Vogelliebhaber, Züchter und
Händler, Gould, Birds of Asia, Heuglin, Ornithologie
N.-O.-Africas, Maynard, Birds of Florida. Abgeschlossen
sind nunmehr Sundevall, Methodi naturalis Avium di-
sponendarum tentamen, Buller, History of the Birds of
New-Zealand; auch Gould's Birds of Great Britain sollen
in diesem Jahre beendet worden sein.
Reiche Fundgruben ornithologischen Wissens waren
im gesammten Gebiete dieser Wissenschaft der Ibis und
das Journal für Ornithologie, für die indische Avifauna
A. Hume's Stray Feathers. Für Vogelzucht und Handel
war viel Nützliches in Russ's Gefiederter Welt enthalten.
Ornithologische Abhandlungen und Notizen theilweise
von grösstem Werthe befanden sich in den Proceedings of
the Zoological Society of London, den Proceedings of the
Academy of Philadelphia, den Annais of natural history,
Revue de Zoologie, Annales des sciences naturelles, Nou-
velles Archives du Museum d'hist. nat. de Paris, Trans-
actions of the New-Zealand Institut (V, 1872), den Ver-
handlungen der zool.-bot. Gesellschaft zu Wien, dem Journal
of the Asiatic Society of Bengal und den Proceedings
dieser Societät, im Zoologischen Garten, Giebels Zeitschr.
für die gesammten Naturwissenschaften, dem Journal des
Museum Godeifroy und der Zeitschrift für wissenschaftliche
Zoologie.
Schriften allgemeineren Inhalts :
Nomenciator Zoologicus continens nomina systematica
generum animalium tarn viventium quam fossilium secun-
der Vögel während des Jahres 1873. 3
dum ordinem alphabeticum disposita sub auspiciis et sum-
ptibus C. R. Societatis Zoologico-Botanicae conscriptns a
Comite Augusto de Marschall. Vindobonae 1873. 8. Bildet
ein Supplement und einen Zusatz zu Agassiz's Nomenciator
Zoologicus der bis 1846 reicht. In gegenwärtigem Werke
werden die neu aufgestellten generischen Namen vom
Jahre 1846 bis 1868 gegeben. Diese vom Grafen Mar-
schall mit grösstem Fleisse und höchster Gewissenhaftig-
keit behandelte Arbeit ist wie für alle Classen des Tlrier-
reichs so auch für die Vögel von Wichtigkeit.
The Zoological Record edited by Prof. A. Newton
for 1871. 1873 bringt den von M. R. B. Sharpe verfassteu
ornithologischen Jahresbericht, der in derselben trefflichen
Weise bearbeitet ist, wie in den früheren Jahrgängen des
Record.
In dem Supplementhefte des Ibis ist der vorzüglich
bearbeitete Index to the Ornithological Literature of 1872
von Dr. Sclater und Dr. Finsch enthalten, der für jeden
Ornithologen von grosser Wichtigkeit ist.
Ebenda findet sich auch die von M. Waterhouse
zusammengestellte List of Periodicals in which Ornitho-
logical Papers have appeared in 1872.
Von Giebels Thesaurus Ornithologiae ist 1873 kein
Band erschienen ; der dritte Halbband trägt bereits die
Jahreszahl 1874.
C. Sundevall: Methodi naturalis avium disponen-
darum tentamen Pars posterior Stockholm 1873. 8. Ent-
hält den Schluss der Einleitung, dann vom eigentlichen
System den Schluss der Volucres und den Agmen der Pti-
lopaedes mit den Ordnungen Accipitres, Gallinae, Gralla-
tores, Natatores und Proceres (Struthiones). Eine achte
Ordnung Saururae wird für Archaeopteryx lithographica
errichtet. Beigegeben sind ein Index der Gattungsnamen,
eine Uebersicht der hier angenommenen Gattungen (1229
an Zahl), der neu aufgestellten oder veränderten generischen
Bezeichnungen und als Anhang eine ornithologische Termi-
nologie, welche durch eine Tafel illustrirt wird. Die neuen
Gattungen werden in diesem Berichte bei den betreffenden
4 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Familien angeführt. — Da einige Ornithologen mit den
Benennungen Psilopaedes und Ptilopaedes nieht einver-
standen waren, schlägt Verf. in einem Postscript S. 158
dafür die Namen Gymnopaedes und Dasypaedes vor.
Dr. Brehm machte den Vorschlag die Abfassung
einer allgemeinen Ornithologie zu veranlassen. Journ. f.
Orn. 155.
J. H. Gurney: Ueber den Gebrauch barbarischer
Gattungsnamen Ibis 232.
M. Tegetmeyer wird einen Wiederabdruck von
Boddaert's Table des Planches Enluminees erscheinen
lassen. Ibis 323.
Fünfte Jahresversammlung der deutschen ornitholo-
gischen Gesellschaft zu Berlin. 7. Oct. 1872. Journ. f.
Orn. 1873. 51.
Dr. F i n s e h : Ueber die ornithologischen Sammlungen
Nord-Americas. Journ. f. Orn. 458. Die Sammlung de
Lafresnaye's befindet sich im Museum der Academy of
Natural History in Boston, jene des Prinzen von Wied im
American Museum of Nat. Hist. in New- York.
Pelz ein: On the Birds in the Imperial Collection
at Vienna obtained from the Leverian Museum Ibis 14 t. 1
and 105. Als im Jahre 1806 das berühmte früher Sir
Ashton Lever, dann M. T. Parkinson gehörige Museum
zu London auctionirt wurde, beauftragte Kaiser Franz 1.
Herrn L. v. Fichtel, einen Theil dieser Collection für die
Kaiserlichen Sammlungen anzukaufen. Unter den erwor-
benen Objecten befand sich eine bedeutende Anzahl von
Typen, besonders von Arten, welche von Latham in der
General-Synopsis und dem Index Ornithologicus, von White
im Journal of a Voyage to New South-Wales und von
Shaw im Museum Leverianuin beschrieben oder abgebildet
worden sind. Im vorliegenden Aufsatze wird nun eine
Uebersicht sämmtlicher aus dem Museum Leverianum er-
haltener Arten mit möglichst genauer Hinweisung auf die
hierauf bezüglichen Publicationen gegeben.
Severzow nimmt ausser den von Sclater und Wal-
lace erkannten sechs Regionen noch eine siebente an, die
anta retische für südpolarische, sehr eigenthümliche
der Vögel während des Jahres 1873. 5
Vögel. Das palacarctische Gebiet thcilt er folgendermaßen
ein: 1. Die Polartundra, 2. die europäisch- sibirische Taiga
oder die nordische Waldregion, 3. das Mittelmeergebiet,
d. h. Süd-Europa, Nord-Africa und die an das Mittelmeer
angrenzenden Theile Asiens, 4. das centralasiatische Ge-
biet, 5. das Nord-Chinesische. Ein jedes von diesen theilt
sich noch in Gebiete dritten Grades. Als wahrscheinliche
Provinzen bezeichnet er folgende vier: die ostsibirische,
die vorderasiatische, die lybische (Sahara) und Thibet
(vgl.) Asien Journ. f. Orn. 362.
Alph. M. Edwards bespricht die Annahme eines
grossen Landes, das einst in dem Theile des Antarktischen
Oceans existirte, der gegenwärtig durch die immensen
Bänke von Seepflanzen, welche man mit dem Vulgärnamen
Kelp bezeichnet, eingenommen wird. Er hofft, dass die
Durchforschung der Sümpfe, der Höhlen und oberen Schichten
der Crozet, Kerguelen, St. Paul-Inseln und anderer Punkte
derselben Region fossile Reste liefern dürfte, welche jenen
von Rodriguez und Mauritius analog sind und dass mit
Hülfe dieser Reste eine vollständigere Kenntniss der unter-
gegangenen Bevölkerung jener Region und eine Beurthei-
lung ihrer Beziehungen mit der Neuseeländischen Fauna,
von welcher sie vielleicht nur einen Zweig bildete, möglich
werden wird. Recherches Faune et. Mascar. et Madag. 144.
Capt. F. W. H u 1 1 o n spricht die Ansicht aus, dass
Neu-Seeland wahrscheinlich länger von jeder grossen Con-
tinental-Area isolirt sei, als jeder andere Theil der Erde
und dass es den Rest der Bevölkerung eines Continentes
enthalte, der existirte bevor die Säugethiere sich über die
Welt verbreiteten, und dass zu diesem in verschiedenen
Zeiten besonders von Australien eine Colonistenbevölkerung
hinzugefügt worden sei. Er nimmt an 1. eine continentale
Periode, während welcher S. -America, N.-Seeland, Austra-
lien und S.-Africa verbunden waren (Kreide-Periode), aber
N.-Seeland müsste von allen isolirt worden sein, vor der
Ausbreitung der Säugethiere in der südlichen Hemisphäre,
2. Verbindung mit einem von Australien getrennten poly-
nesischen Continente (Eocen?). Dieses dürfte auch die
Zeit der Land-Verbindung sein, welche einst zwischen
6 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Indien, Madagascar und Africa (Lemuria Sclater) be-
stand und dieser Periode wäre auch der Ursprung da-
zwischen manchen Vögeln von Celebes und Ai'ricas bestehen-
den Affinität zuzuschreiben. 3. Senkung, durch die N.-Seeland
auf eine Anzahl von Inseln reducirt wurde (Obereocen und
-miocen). 4. Hebung, wodurch diese Inseln verbunden wurden
und eine grosse Insel, unverbunden mit Polynesien, existirte
(Schluss der Miocen-Zeit? pliocenV). 5. Senkung und An-
nahme der gegenwärtigen Form (Neuere Pliocenzeit) Tran-
sact. New-Zeal. Inst. V. 1872. 227—256 vgl. Australien.
Alph. M. Edwards: Observation sur l'existence de
certains rapports entre le mode de coloration des Oiseaux
et lern* distribution geographique Compt. rend. Acad. Paris
LXXVII. 1873. 1551. Tendenz zum Melanismus in der
südlichen indo-pacifischen Region.
R. Ridgway: On the relation between Color and
Geographical Distribution in Birds as exhibited in Mela-
nism and Hyperchromism. Amer. Journ. Sc. IV (Dec. 1872)
454, V. (Januar 1873) 39.
Derselbe: Antwort auf eine Kritik dieses Aufsatzes
(in Juli No. des „Naturalist") in American Naturalist Salem
VII Sept. 1873. 548.
v. Frauenfeld: Ueber Farbenabänderungen. Gefie-
derte Welt 88, 97 et 116.
V. Gredler: Farbenabänderungen bei Vögeln, zumal
Albinismen und Melanismen. Aufzählung vieler Fälle. Zool.
Garten 74.
Joh. v. Fischer: Fortschreitender Albinismus bei
einem Hänfling ib. 115.
Lenzen: Aufzählung von Farbenvarietäten im Besitz
des H. Ruhl in Verviers. Gefied. Welt 10.
T. C. Eyton beschloss die ihm nach und nach zu-
gehenden Materialien in Supplementen zu seinem Werke
Osteologia Avium zu veröffentlichen und 1873 ist Suppl. II
P. I erschienen mit Text und Abbildungen der Skelete
und osteologische Details von Euryceros Prevosti, Opistho-
comus cristatus, Rhinochaetus jubatus, Centropus rufipennis,
Scythrops Novae Hollandiae, Zanclostomus sumatranus (ja-
vanicus), Struthidea cinerea, Ptilonorhynchus Smithi, Den-
der Vögel während des Jahres 1873. 7
drocitta vagabunda, Stercorarius pomarinus und Ardea
herodias.
Dr. Alex. R o s e n b e r g : Ueber die Entwicklung des
Extremitäten-Skeletes bei einigen durch Reduction ihrer
Gliedmassen characterisirten Wirbelthieren. Zeitschr. f. wis-
sensch. Zool. XXIII, 116 (Vögel 139) Tab. VI f. 26— 2b,
VII f. 29—35, 40—45 (Hühnerembryonen).
Garrod: On the Value in Classification ol' a Pecu-
liarity in the Anterior Margin of the Nasal Bones of cer-
tain Birds. Proceed. Zool. Soc. 33 mit 11 Holzschnitten
(schizorhine und holorhine Vögel).
W. K. Parker: On Aegithognathous Birds ibid. 196.
Die Abhandlung wird in den Transactions erscheinen.
Elli Ott Coues: On the Mechanism of Flexion and
extension in Birds Wings Proceed. Amer. Assoc. Adv. Sc.
XX. Meet Indianopolis 1871.
Edw. 8. Morse: On the Carpal and Tarsal Bones
of Birds ib.
A. H. G a r r o d : On certain Muscles of the Thigh
of Birds and on their value in Classification. Proc. Z. 8.
626 mit Holzschnitten.
J. G. de Man: Vergelijkende Myologische en Neu-
rologische Studien over Amphibien en Vogels. Academisch
Proefschrift Leiden 1873. gr. 8 mit 4 Tafeln.
W. v. Ebner: Das Nervenepithel der Crista acustica
in den Ampullen der Vögel. Naturwiss. mediz. Verein in
Innsbruck 1873. 1 Taf.
Pf. Jacke 1: Ueber das Ausstossen der inneren Ma-
genhaut bei den Vögeln. Zool. Garten 225.
Brüh in: Ectopistes migratoria, ohne Magenhaut,
ib. 432.
Jobert: Recherches pour servir a Fhistoire de la
digestion chez les Oiseaux. Compt. rend. Acad. franc. LXXVII,
133. Ueber die Functionen des Vormagens.
Chevreul: Troisieme note sur le guano ibid. 359 (?).
Sabatier: Etudes sur le coeur et la circulation cen-
trale dans la serie des Vertebres. Annal. des sc. nat. 5. ser.
XVIII Art. 4. t. 19 f. 9. 10, t. 20, f. 2. 3, t. 21. f. 5.
Falkenstein: Ueber die Athmung der Vögel. Journ.
8 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in ä. Naturgeschichte
f. Orn. 73 und 154. Der Rhythmus der Athenibewegung
steht in ungekehrtem Verhältnisse zur Körpergrösse.
A. H. Garrod: On the Carotid Arteries of Birds
Proc. Z. S. 457 mit Holzschnitten. Auch über die Bedeu-
tung für Classification.
Dr. 0. Larcher in Paris sendete an den Ibis (429)
das erste Heft einer neuen periodischen Schrift: Melanges
de Pathologie comparee et de Teratologie, welches einige
Artikel zur Pathologie der Vögel enthält.
Dr. H. Landois: Missgeburten beim Hausgeflügel.
Bericht Westfäl. Verein f. Vogelschutz u.s. w. 1873. 40.
Auch über Missbildungen der Eier.
J. Müllern: Behandlung der Fusskrankheit bei Stein-
rötheln mit Naphthabestreichung und der Fettsucht bei
Vögeln mit Hollunderbeeren. Zool. Gart. 152.
Ueber Vogelkrankheiten. Gefied. Welt 185 et 194.
Dr. William Marschall: Pterologische Mitthei-
lungen I. Vgl. Paradiseidae.
Abbe Vincelot: Les noms des oiseaux expliques
per leur moeurs ou essais etymologiques sur l'Ornitho-
logie 4. ed. revue, considerablement augmentee etc. 2 Vol.
Paris 1872. vgl. auch Olphe Galliard, bei Europa.
Ferd. Baron D roste: Der Gesang der Vögel. Bei\
Westfäl. Ver. f. Vogelschutz u. s. w. 1873. 72.
Dr. H. Landois und F. B. Droste: Ueber unge-
wöhnliche Nistorte ib. 88. 89.
Beobachtungen über das Annehmen unterschobener
Eier bei verschiedenen Vögeln, P. Blasius Hanf. Verh.
zool.-bot. Ges. in Wien XXIII 471.
H. Schacht: Der Zug der Vögel (Vortrag im naturw.
Ver. zu Lippe) Zool. Gart. 98 (mit Berücksichtigung des
Vogelzuges im Jahre 1872). Lebhafte Schilderungen und
viele Beobachtungen.
Pf. J ä c k e 1 : Ueber auffallende Vorkommnisse in
der Vogelwelt zur Zeit von Cholera-Epidemien. Zool. Gart.
328. Verf. glaubt, dass einfache Erklärungen durch die
normale Lebensweise der Vögel geboten werden. — Hin-
sichtlich der Dohlen wäre auch zu vergleichen Jul. Mül-
lern ib. 32.
der Vögel während des Jahres 1873. 9
K. R u s s : Die Bastarde in meiner Vogelstube. Ge-
fied. Welt 67.
K. G u d e r a : Einbürgerung fremder Vögel in Tunis
ib. 61.
Ferd. B. D roste: Die in historischer Zeit ausge-
storbenen Vögel (Vortrag in der zool. Sect. Westfalens),
Zool. Garten 162, der Riesenalk Alcas. Plautus impennis.
218, Didus ineptus, Pezophaps solitarius, Aphanapteryx
Broeckii, Gallinula gigantea, Porphyrio coerulescens, Ae-
pyornis maximus, Dinornis giganteus und ihre Verwandten,
Notornis Mantelli.
Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei,
Naturkunde. Herausgegeben aus W. H. Nitzsche. I. Jahrg.
EL 1. Leipzig 1. Oct. 1873. Erscheint 1. und 15. jeden
Monats. Mir nicht aus eigener Anschauung bekannt.
Dr. Brehm: Gefangene Vögel gr. 8. II Bd. 2 Lie-
ferungen.
J. G. Ken lern ans: A Natural History of Gage Birds
in 8 Theilen, welche je 6 colorirte Tafeln enthalten. Lon-
don 1873?
K. Russ: Handbuch für Vogelliebhaber, Züchter und
Händler. II. Bd. Einheimische Stubenvögel, Hannover 1873?
Alt um: Forstzoologie vgl. Europa.
v. Frauenfeld: Der Vogelschutz in seiner rich-
tigen und notwendigen Begrenzung. Verh. zool.-bot. Ge-
sellsch. Wien XXIII, 9 und Gefiederte Welt 1, 9, 17, 65, 77.
Geo. H. Perkins: Birds in their Relation to Agri-
culture. Archives of Science and Transactions of the Or-
leans County Society of Nat. Sc. Vol. I. Juli 1871. N. IV.
A. Treu: Die pädagogische JBedeutung des Vogel-
schutz-Vereins. Ber. Westfäl. Ver. f. Vogelschutz u. s. w.
1873. 80.
Schmiedeknecht: Warum müssen wir die Vögel
schonen. Gefied. Welt 97, 115. 125.
P. L. Martin: Unsere Sänger in Feld und Wald.
Eine kurze Belehrung über den notwendigen Schutz der
Singvögel im Freien und deren richtige Pflege in der Ge-
fangenschaft. Stuttgart 1873.
10 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Scfeildknecht: Heber das Freileben unserer gefie-
derten S&nger in Süddeutschland. Gefied, Welt 25. 33.
v. Tscliusi: Das Halten der Stubcnvögcl und der
Vogelschutz ib. 34 und 41.
Gerbe: Observations sur quelques oiseaux eonsideres
bomme auxiliaires de riionnue Rev. de Zool. 325. Beob
achtungen von Gerbe und Leseuyer über die Quantität
von Nahrung, welche Poeeile vulgaris und Parus eoerulens,
dann nach Leseuyer Hirundo rustiea und Museicapa gri-
sola ihren Jungen bringen.
Dr. H. Landois: Nutzen der Meisen, ihre Pflege
durch Nistkästchen und Speckwiirfel. Ber. Westtal. Ver. f.
Vogelschutz u. s. w. 1873. 64.
Dr. H. Landois: Die Pfleglinge der Vogelschutz
vereine bei Schneewetter ib. 1872. 24.
G. H a 1 1 e r in Bern : Untersuchungen über die Nah-
rung der einheimischen Vögel. Zool. Garten 377. Tabelle.
F r i e d r. B. D r o s t c : Die Resultate, welche die
Anbringung von Nistkasten für Höhlenbrüter in den Staats-
forstrevieren des Regierungsbezirkes Königsberg ergeben
hat. 1867—1871. Ber. XIX. Vers, deutsch. Ornith. Ges. 75.
Hans m a n n : Bedenken gegen die Nistkästchcn.
Journ. f. Orn. 312,
Ferd. B. D roste: Das Eichhorn. Ber. Westtal.
Ver. f. Vogelschutz u. s. w. 1872. 28. Schilderung des
durch das Eichhorn verursachten Schadens an Vogeleiern
und jungen Vögeln.
Derselbe: Das Hermelin als Nestplünderer ib. 38.
B. Farwick: Die Katze und ihre Beziehung zur
Vogelwelt ib. 1873. 56.
Weiteres zum Vogelschutz Gefied. Welt 67, 78, 87
(Polizei-Verordnung Münster), 97, 115, 125.
M. N e i m e i er : Vogelschutz und Liebhaberei im Gross-
herzogthum Baden ib. 57.
Dr. W. Blas ins: Gutachten in Betreff einer für das
Herzogthum Braunschweig zu erlassenden Verordnung über
Vogelschutz (in auszugsweiser Umarbeitung) Ber. XX. Vers,
d. Ornith. Gesellsch. 41.
Besprechung der Vogelschutzfrage in der deutschen
der Vögel während des Jahres 1873. 11
ornithologischen Gesellschaft zu Berlin 7. Oct. 1872. Journ.
f. Orn. 1873. 51.
Discussion über die Vogelschutz! rage Ber. XIX. Vers,
deutsch. Orn. Ges. Cassel 19. Kritik des österreichisch-ita-
lienischen Referates. Dr. Borggrcvc bespricht sein in dem
Berichte S. 91 veröffentlichtes Gutachten (Grundlagen zu
einem internationalen Vogclschutzgesctz), welchem die Ver-
sammlung zustimmt und nur ein paar kleine Zusätze hei
lügt; sodann theil weise Besprechung des Referates von
B. Proste.
Internationaler Congress der Land- und Forstwirthc
in Wien. Gelied. Welt 181 und 191. -T v. Frauen leid:
Bemerkungen über den Congress ib. 105. — Die stenogra
phisehen Protocolle des im September 1873 zu Wien ver-
sammelt gewesenen ersten internationalen Congresses der
Land- und Forstwirthc, welcher einen Theil seiner Ver-
handlungen der Vogclschutzf'ragc widmete, sind bei Faesy
und (Trick in Wien 1874. 8 erschienen. Das Referat des
Dr. v. Tschudi, die Vorschläge des Herrn Ministerialrathes
v. Marenzeller und Dr. Brehm's Vortrag sind besonders
hervorzuheben l).
Dr. C. Russ: Reisebericht. Journ. f. Orn. 31. Bemer-
kungen auf einer Reise durch einen grossen Theil Deutsch-
lands, über Vügel-Auction in Köln, verschiedene zoolo-
gische Gärten und Vogelstuben von Privaten.
E. Friedel: Thierleben und Thierpflege in Holland,
England und Belgien (Reiseberichte über zoologische Gär-
ten). Schluss aus Jahrg. XIII. Belgien. Zool. Garten 212.
Dr. Noll: Der Jardin d'Acclimatation im Bois de
Boulogne bei Paris. Zool. Gart. 387.
Dr. A. Prätorius: Der Dresdener zoologische Garten
im Sommer 1873 ib. 410.
Russ: Aus meiner Vogelstube. Geficd. Welt 49, 59,
90, 107 (Brut von Leiothrix luteus).
Dr. Stölker: Beiträge zur Züchtung ausländischer
Vögel ib. 42, 52, 58 und 09.
1) Hinsichtlich der Vogelsehuteliteratur vgl. auch Europa.
12 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Neue und seltene Erscheinungen auf dem deutsehen
Vogelmarkte ib. 81, 91, 161, 167, 200.
Dr. H. und L. Landois: Eine automatische Brüt-
maschine. Mit einer Figurentafel. Ber. Westf. Ver. f.
Vogelschutz u. s. w. 1873. 99; Zool. Gart. 167; Gefied.
Welt 155 m. Abb.
B. F. Droste: Nichts Neues unter der Sonne oder
eine natürliche Brutmaschine. Ber. Westf. Ver. lc. 105.
Klaut seh: Ueber ein ausgebildetes Ei in der Bauch
höhle eines Huhnes. Giebel's Zeitschr. f. d. gesammt. Na-
turw. N. F. VIII 476.
H. Schacht: Das Junge eines aufgeklebten Hühner-
eies wurde zwar reif, konnte aber die Schale nicht durch-
brechen. Zool. Garten 236.
Europa.
Ferd. B. Droste: Bericht über einige Publicationen
des Jahres 1870—71, welche die europäische Ornithologie
berühren. Bericht XIX. Vers. d. deutsch. Ornith. Gesellsch.
Cassel 44.
Ferd. B. Droste und Dr. W. Blasius: Bericht
über einige Publicationen des Jahres 1872, welche die
europäische Ornithologie berühren. Ber. XX. Vers, deutsch.
Orn. Ges. zu Braunschweig. Beide sehr eingehende und
verdienstvolle Uebersichten.
Bericht über die XIX. Versammlung der deutschen Or-
nithologen-Gesellschaft zu Cassel 1872. Herausgegeben von
Ferd. B. Droste und Dr. B. Borggreve. Münster. 8.
Ferd. B. Droste: Bericht über die XX. Versamm
hing d. deutsch. Ornith.-Gesellsch. zu Braunschweig. Braun-
schweig 1873. 8. Diese beiden Berichte enthalten viele
werthvolle Beiträge zur Ornithologie Europas.
Von Sharpe und Dresser's History of the Birds
of Europe sind im Laufe des Jahres 1873 P. XVI bis
incl. XXIV erschienen. Von P. XVIII an ist M. Dresser
alleiniger Herausgeber.
Dr. B. AI tum: Forstzoologie II. Vögel mit 36 Ori-
ginaliiguren in Holzschnitt. Berlin 1873. 8. Ein vortreff-
der Vögel während des Jahres 1873. 13
liches Werk, welches eine Fülle von Beobachtungen bietet.
Es bildet ein sehr gutes Handbuch der Vögel Deutschlands
mit ganz kurzer Berücksichtigung der Avifauna im Allge-
meinen, und gibt, wie es seiner Bestimmung entspricht, vor-
züglich Aufschluss über den ökonomischen Werth der Vögel.
K. Russ: Handbuch für Vogelliebhaber, Züchter und
Händler IL Einheimische Stubenvögel. Hannover 1873. 8.
Adolf und Karl Müller: Die einheimischen Säuge-
thiere und Vögel nach ihrem Nutzen und Schaden in der
Land- und Forstwirthschaft. Leipzig 1873. 8.
0. Burbach: Der einheimischen Vögel Nutzen und
Schaden. Gotha 1873. Tabelle.
C. G. Fried er ich: Naturgeschichte der deutschen
Zimmer-, Haus- und Jagdvögel. 3. gänzlich umgearbeitete
Auflage. Stuttgart 1873. Lief. 1. 2 (werden 10 erscheinen).
0. Klasing: Naturgeschichte der deutschen Vögel.
Mit Holzschnitten. Bielefeld 1873. gr. 8.
RobertOettel: Der Hühner- und Geflügelhof 4. Aufl.
Mit 8 Taf. Weimar 1873.
Finland Foglar hufvadsakligen tili deras drägter be-
skrifna af Magnus von Wright. Zweite Abtheilung. Nacl>
dem Tode des Verfassers ausgearbeitet mit besonderer Hin-
sicht der Verbreitung der Arten in Finnland herausge-
geben von J. A. Palmen. Helsingfors 1873. 8.
J. Cordeaux: The Birds of the Humber District.
London 1872. 8.
P. Savi: Ornitologia Italiana Opera postuma Vol. I.
Firenze 1873. 8.
Jahresberichte des Westfälischen Vereins für Vogel-
schutz, Geflügel und Singvögelzucht. Herausgegeben von
Dr. H. Landois 1872. 1873. Die Berichte dieses thätigen
und gut geleiteten Vereines enthalten viele werthvolle Mit
theilungen.
G o u 1 d's Birds of Great Britain soll in diesem Jahre
zum Abschluss gekommen sein.
Welche Lieferungen 1873 von YarrelTs Brit. Birds
4. edit. revised by A. Newton und von Sundevall's
Svenska Foglarna erschienen sind, ist mir nicht bekannt.
A. Marc band: Poussins des oiseaux d'Europe Rev.
14 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in tl. Naturgeschichte
de Zool. 393. Beschreibung der Dunenkleider von Sterna
caspia (1871—72 t. 10), Haliaetus albicilla (ib. t. 20), To-
tanus ochropus (18G9 t. 6), T. calidris (1867 t. 9), T.
glareola (ib. t. 8), T. macularius (1870 t. 5), T. hypo-
leucus (1866 t. 6), Köpfe dieser Totanus-Arten 1873 t. 11
t. 1—5, Larus marinus (1873 t. 12), L. canus (1873 t. 13).
Nach Severzow wird die europäische Vogelfauna
durch grössere oder kleinere Fragmente von vollen fünf
verschiedeneu zoogeographischen Provinzen des paläark-
tischen Gebietes gebildet. Es sind dies 1. die Polartundra,
2. die europäisch-westsibirische nördliche Waldzone, 3. die
südeuropäisch- nordafrikanische, 4. die vorderasiatische und
5; die centralasiatische. In der Natur ist überhaupt gar
keine gesammteuropäische Ornis vorhanden. Journ. f.
Orn. 351.
Alph. Dubois: De la variabilite de certains oiseaux
et indication de quelques especes nouvelles pour TEurope
Rev. d. Zool. 386. Verf. fuhrt verschiedene in neuerer
Zeit gegebene Fälle von seltenen Vorkommnissen auf und
stejlt namentlich auch aussereuropäische Varietäten zu den
letreffenden Arten.
Friedr. B. Droste: Herbstzug der Vögel 1873. Zool.
Garten 433.
Dr. C. Stölker: Ornithologische Beobachtungen (IL
Reihenfolge). Verh. St. Gallen'schen naturw. Gesellsch.
1871—72. St. Gallen 1873.
M. Olphe-Galliard: Recueil des principales de-
nominations scientifiques et vulgaires de plusieurs especes
d'Oiseaux d'Europe et des explications les plus satisfaisantes
qui en ont ete donnees Rev. de Zool. 47—116 (vgl. auch
A. Vincelot Allgemeines).
v. Heuglin: Reisen nach dem Nordpolarmeere 1870
und 1871 I. Theil. Reise in Norwegen und Spitzbergen
1870. Braunschweig 1872. Erwähnung des ornithologi sehen
Inhalts. Ber. XX. Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 25.
Derselbe: Ueber Vögel von Matoschkin-Scharr und
Waigatsch. Ber. XX. Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 66.
E. Aiston und J. Harvie Brown: Notes from Ar-
der Vögel während des Jahres 1873. 15
ehangel Ibis 54. Ornithologischer Bericht über eine Ex-
cursion in die Gegend von Archangel.
H. Göbel: Beiträge zur Kenntniss der Ornis des
Archangel'schen Gouvernements. Journ. f. Orn. 406. Ver-
schiedene Beobachtungen. Aufzählung von Eiern und Jungen
mit Angabe der Fundzeiten, Verzeichniss der gesammelten
Vögel und jener des Museums des Archangerscheu Domä-
uenhofes und der Sammlung des Herrn Heinrichs.
H. E. Dresser: Ueber einige seltene Vögel vom
Ural. Proc. Z. S. 473.
H. Göbel: Beiträge zur Ornithologie des Gouverne-
ments Curland. Journ. f. Orn. 6. Verzeichniss der Brut-
vögel.
Derselbe: Zusätze und Berichtigungen zu dem Auf-
satze über die im Uman'schen Kreise 1867—1869 und 1870
beobachteten Vögel nach Beobachtungen in den Jahren 1871
und 1872. (Siehe Journ. f. Orn. 1871. 295.) Journ. f. Orn.
1873. 128, auch über Eier mit Messungen, Lebensw.
Lanius major Pall. (von der Wolga) und L. Homeyeri
n. sp. (von der Wolga und aus derKrimm) neu für Europa;
letzterer Brutvogel Cabanis Journ. f. Orn. 75. Vanellus
(Chettusia) leucurus an der Wolga bei Sarepta erlegt.
Cabanis ib. 80.
H. Göbel: Notizen aus der Vogelwelt Odessas. Journ.
f. Orn. 119.
L. Holtz: Ueber Brutvögel Süd-Russlands, besonders
des im Gouvernement Kiew belegenen Kreises Uman. Journ.
f. Orn. 133. Schilderung der topographischen Verhältnisse,
Lebensw., Eier mit Messungen.
L. S t e j n e g e r : Ornithologisches aus Norwegen. Journ.
f. Orn. 304. (Aus den Notizen des verstorbenen Pastors J.
Heltzen.)
L. Steineger: Norsk ornitologisk ekskursjons fauna.
Kort beskrivelse of de i Norge iagttagne arter fugle. Med 4
litograferede pleder. Kristiania 1873.
J. C. H. Fischer: Anden Fortsaettelse af Jagt-
tagelser over Danmarks Fugle med saerligt hensyn til Vend-
syssel in Schiödte Naturh. Tidsskr. 3 R. VIII. Kjöben-
havn 1873. 450.
16 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Fr. Chr. Fencker: Nogle iagttagelser over fugle i
egnen omkring handers in ib. 422.
Ueber Turdus atrigularis Natt. (ein Ex. nach Fischer
T. ruficollis) in Dänemark gefunden. J. Reinhardt Vi-
densk. Medd. naturh. Foren. Kjobenhavn 1873. 126 (mit
Abbild, d. Köpfe und Federn).
Gustav Kessler: Vogelleben auf Hiddens-Oee (Insel
bei Rügen) Journ. f. Orn. 47. Anziehende lebendige Schil-
derung.
P. Müller: Die Vögel am Strande des Marienkooges
(der Insel Föhr gegenüber). Zool. Gart. 287.
W. Stricker nach Prof. Munter (Mittheil, naturw.
Ver. v. Neuvorpommern und Rügen 4. Jahrg.) über in Pom-
mern ausgerottete Vögel. Zool. Gart, 113.
Kreuz hage: Verzeichniss der im Regierungsbezirke
Münster in plattdeutscher Mundart bekannten Vögel (Gegen-
überstellung der plattdeutschen, der schriftsprachlichen
und wissenschaftlichen Bezeichnungen). Ber. Westfäl. Ver.
f. Vogelschutz u. s. w. 1872. 49.
F e rd. B. D roste : Beiträge zur Vogelfauna von West-
falen und Lippe. Zool. Gart. 144.
Ein Flug von Merops apiaster bei Ackkarren, Breis
gau. F. v. Schilling Ber. XX. Vers. d. Orn.-Gesellsch. 34.
A. v. Homeyer: Bemerkungen über das Vorkommen
einiger Vögel Schlesiens. Vortrag vor d. deutschen Ornith.-
Ges. in Berlin 1872. Journ. f. Orn. 145 (u. A. über Ca-
lamoherpe fluviatilis und Otis tetrax).
A. v. Homeyer: Ueber einige Vögel des Hochwaldes
in Schlesien (Vortrag). Journ. f. Orn. 218. (Unter Hoch-
wald ist der Porphyrkegel des Waldenburger Kohlenbeckens
gemeint.)
K. Th. Liebe: Die der Umgebung von Gera ange-
hörigen Brutvögel. Rudolstadt 1873. 4.
Briefliches über Buteo tachardus und andere Raub
vögel Thüringens. 0. v. Krieger. Journ. f. Orn. 293.
Dr. R. Blasius: Einige ornithologische Mitthei
hingen aus den Vogesen. Ber. XX. Vers. d. Ornith.-Ge-
sellsch. 35.
v. T s c h us i : Ornithologische Mittheilungen aus Oester-
der Vögel während des Jahres 1878. 17
reich (1872). Journ. f. Orn. 148. Ulula uralensis und Surnia
ulula in Ober-Ungarn, Himantopus rufipes in Steiermark.
E. Schauer: Die drei Schwirrvögel Sylvia (Thre-
netria) locustella, fluviatilis und luscinioides. Journ. f. Orn.
161 (Beobachtungen in Galizien).
v. Frauen fei d: Notiz über zwei Vogelvarietäten
aus Siebenbürgen (Stockenten und Staar). Verh. zool.-bot.
Gesellsch. Wien XXIII 15.
van Wickevoort-Crommelin: Mittheilungen aus
den Niederlanden. Ber. XIX. Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 66.
Derselbe: Seltene Vorkommnisse in Holland. Ber. XX.
Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 29 und 30 (darunter Syrrhaptes
paradoxus, Rallus minutus Pall. und R. pygmaeus Naum.,
Larus glaucus) ; auch einige der Priorität wegen vorzuneh-
mende Abänderungen in der Nomenclatur europäischer Vögel.
H. Albarda: Briefliches aus Holland ib. 33 (seltene
Vorkommnisse).
Derselbe: Ornithologische Beobachtungen (aus dem
Holländischen übersetzt von B. Droste. Ber. XIX. Vers. d.
Orn.-Gesellsch. 70).
Robert Gray: Ueber ungewöhnliche Mengen von
offenbar nordischen Seemöven im Firth of Forth während
des Winters 1872 — 73. Sie wwden wahrscheinlich durch
Fische (Clupea sprattus) angelockt. Ibis 338.
Ueber die Verschiedenheit der spanischen Aquila Adal-
berti von der östlichen A. mogilnick. J. H. Gurney. Ibis 98.
Calandrella reboudia und Numenius hudsonicus in
Südspanien. L. Lilford. Ibis 98.
L. Howard Irby: Weitere Zusätze zu M. Saunders
Liste der Vögel Süd-Spaniens (vgl. auch Ibis 1872. 199).
Ibis 96 (Circus pallidus, Ruticilla Moüssieri?, Ficedula pal-
lida, Linota rufescens, Phalaropus fulicarius, Fuligula Ma-
rila, Lestris Buffoni, Thalassidroma Leachi, Podiceps ru-
bricollis, P. cornutus).
A. B. B r o o k e : Notes on the Ornithology of Sardinia,
Ibis 143, 235 et 335. M. Sharpe hält den Wanderfalken
von Sardinien für verschieden von dem continentalen und
nannte ihn F. Brookii.
E. Hodek: Ueber Verbreitung und Verhalten der
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. B
18 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gattung Pelecanus im europäischen Osten. Verh. zool.-bot.
Gesellsch. Wien XXIII 73. Pelec. onocrotalus, P. crispus;
an der unteren Theiss wurde auch ein Pärchen von P.
minor Rüpp. erlegt, das daselbst brütete; andere Ex. wur-
den gesehen.
Alleon et Jules Vi an: Explorations ornithologi-
ques sur les rives europeennes du Bosphore. Rev. de Zool.
235. Detaillirte Beobachtungen und Beschreibungen. Be-
handelt Aquila naevioides (clanga), Accipiter badius; Gar-
rulus Krinickii, Motacilla melanocephala, Anthus cervinus,
Fringilla hispaniolensis, Parus tephronotus, Muscicapa parva,
Pyrrhula pusilla (Pall.), Perdix chukar.
E. L. Layard: Ueber die Armuth des atlantischen
Oceans zwischen Para und England an Vögeln. Ibis 331.
0. Salvin: Ueber Vögel, welche auf der Ueberfahrt
von England nach Westindien beobachtet wurden. Ibis 333.
Asien.
P. XXV von Gould's Birds of Asia enthält die Be-
schreibungen und Abbildungen von Pitta Boschii, Turdus
Gouldi, Lophophorus THuysi, Chalcophasis Sclateri, Mero-
pogon Forsteni, Garrulax chinensis, Trochalopteron Elliotii,
Janthocincla ocellata, J. lunulata, J. Artemisiae, J. Austeni,
Rhopophilus pekinensis, Phlogoenas tristigmata, Stachyris
ruficeps und Orthotomus longicaudus.
Lord Waiden: Description of 3 new Species of
Asiatic Birds. Ann. nat. bist. XII 487.
H. J. Elwes: On the Geographical Distribution of
Asiatic Birds Proc. Z. S. 645 (mit Karte von Asien). Eine
sehr wichtige und interessante Arbeit. Verf. theilt die
Palaearctische Region Asiens in die Sibirische oder boreale,
die Mongolische und Mediterraneo-Persische Subregion, die
Indo-Malayische Region in die Himalo-Chinesische, Indische,
und Malayische Subregion.
Dr. N. Severzow: Allgemeine Uebersicht der aralo-
tianschanischen Ornis in ihrer horizontalen und verticalen
Verbreitung. Aus dem Russischen (Mittheil. d. Moskauer
Gesellsch. f. Naturwiss., Anthrop. und Ethnogr. VIII. Bd.
der Vögel während des Jahres 1873. 19
2. Th. 1873) von J. v. Fischer mit Originalzusätzen und
Berichtigungen des Verf. Journ. f. Orn. 321 (Fortsetzung
folgt). Eine der wichtigsten Abhandlungen, mit grösster
Sorgfalt bearbeitet und für die geographische Verbreitung
innerhalb der palaearktischen Region von höchster Bedeu-
tung. Die besprochene Fauna wird auf das Genaueste
analysirt, Verzeichnisse der den verschiedenen Kategorien
angehörigen Arten sind beigegeben, auch eine Vergleichung
mit dem benachbarten südlich vom Kienlun begrenzten
Tarimgebiet (Yarkandj nach Henderson und Hume. Die
yarkandsche Ornis schliesst sich inniger an die aralo-
tianschanische als an jene von Ladakh und Kaschmir. Die
Fauna Inner-Asiens hätte nach Severzow folgende Unter-
provinzen: 1. die aralo-kaspische, 2. der Altai mit Sajan,
westl. Mongolei und sibirische Kirgisensteppe, 3. die mon-
golo-daurische: östliche Mongolei und Quellgebiet des Amur,
4. die aralo-tianschanische, Centralprovinz, 5. das Fluss-
gebiet des Tarim, 6. die tangutische, nämlich Chuchunor,
Alaschan und Ordos (S. 362). Verf. gibt seine Ansichten
über die geographischen Verbreitungsregionen der Erde
(vgl. Allgemeines) — Schilderung der fünf Höhenzüge des
aralo-tianschanischen Gebietes. — Zahlreiche neue Arten
werden im Texte namentlich aufgeführt, von welchen die
meisten, aber nicht alle im russischen Texte beschrieben
sind, aber sämmtliche werden im Journal für Ornithologie
erörtert werden, wonach dann die Anführung derselben im
Jahresberichte erfolgen wird.
Auszug aus H. Severzow's Vortrag über seine Reisen
in Ost-Turkestan. Journ. f. Orn. 313.
G. Henderson und A. Hume: Lahore to Yarkand.
Incidents of the route and Natural History of the countries
traversed by the expedition of 1870 under T. D. Forsyth.
London 1873. gr. 8. Mit einer Karte und vielen Illustra-
tionen, worunter 32 sehr schöne Tafeln von Vögeln. Ein
Resuine der ornithologischen Resultate (S. 153) ist von M.
A. Hume, die detaillirte Liste der beobachteten Vögel von
M. Henderson und M. Hume bearbeitet. Nach dem Re-
sume wurden 158 Species beobachtet, von welchen jedoch
nur 59 den ornithologisch unbekannten Bergen und Ebenen
20 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Yarkands angehören. 6—7 Species wurden zum ersten
Male aufgefunden. Interessante Bemerkungen über den
Charakter der Fauna von Yarkand, über Wanderungen,
dann eine Uebersicht der Verbreitung der Species.
Radde: Ueber Vögel der Mongolei und der Gegend
von Tiflis. Journ. f. Orn. 52. 53.
L. Taczanowski: Bericht über die ornithologischen
Untersuchungen des Dr. Dybowskiin Ost-Sibirien. Schluss.
Journ. f. Orn. 81. Mit 3 Tafeln von Eiern. Lebens w., Eier,
Nester. Aufzählung einiger im Warschauer Museum befind-
licher ostsibirischer Vögel, americanischer in N.-O.-Sibirien
angetroffener Arten und Nachträge nach Dr. Godlewski's
Untersuchungen ibid. 111.
E. v. Märten s: Einige ornithol. Bemerkungen aus
F. Schmidt's Reise an den unteren Jenisei. Zool. Gart. 186.
Einige ornithologische Bemerkungen aus v. Prcze-
wolsky's Bericht über die russischen Besitzungen am
Ussuri (Grus montignesia, Phasianus torquatus, Ibis nipon).
Zool. Gart. 199.
Claude M. Wyatt: Report of the Ordnance Survey
of the Peninsula of Sinai (ornith. Theil). Ref. nur nach
der Notiz Ibis 429 bekannt.
W. T. Blanford: Descriptions of new Species of
Nectarinia, Sitta and Parus from Persia and Baluchistan.
Ibis 86.
Derselbe: Descriptions of a new Jay and a new
Woodpecker from Persia ib. 225.
R. Swinhoe: Notes on Chinese Ornithology. Ibis
361. Ueber Vögel aus Ningpo und Shanghai.
Derselbe: Brief dd. Ningpo Dec. 1872 ib. 227. Mit
verschiedenen Notizen aus China, Malacca und Ceylon.
Derselbe: 3 New Species of Birds from Chefoo N.-
China. Ann. nat. hist. 4. ser. XII 373.
Derselbe: Ueber Novitäten und Seltenheiten in der
Sammlung des Jesuiten-Missionärs P. Heude zu Sikawei
unweit Shanghai und über P. A. David's Reisen. Ibis 95.
Derselbe: Ueber die von P. A. David in China und
Moupin gesammelten Vögel. Proceed. Z. S. 688, 689.
Abbe Armand David: Journal d'un voyage dans
der Vögel während des Jahres 1873. 21
Je centre de la Chine et dans le Thibet oriental. Nouvelles
Arch. Mus. H. N. Paris IX 1873. Bullet. 15—48 (Forts, v.
T. VIII 128). Enthält zahlreiche ornithologische Bemer-
kungen.
P. A. David (Brief an M. Swinhoe) : Ueber die Vögel
der Provinz Shensi südlich von Hoangho. Proc. Z. S. 555.
Derselbe: 3 neue Vogelarten aus der Provinz Chen
Si, China. Annal. des sc. nat. 5. ser. XVIII Art. 5.
E. Blyth: Addendato the Avifauna of India. Ibis 79.
A. Hu nie: Stray Feathers. Von dieser Zeitschrift
erschienen H. .2— 6, mit welchen der erste Band abge-
schlossen ist.
W. T. Blanford: Notes on „Stray Feathers" Kritik
des 1. — 4. Heftes dieser Zeitschrift mit vielen Detailbe-
richtigungen. Ibis 211.
Allan H ume : Nests and Eggs of Indian Birds Part I.
Calcutta 1873 gr. 8. Um seinen zahlreichen Correspon-
denten eine Uebersicht der bisherigen Kenntnisse zu geben,
lässt Verf. den das Brutgeschäft und die Eier enthaltenden
Theil seines projectirten Conspectus der Avifauna Indiens
drucken. Bisher ist der erste Theil erschienen und nach
Beendigung des dritten (etwa in einem Jahre) wird er das
Ganze mit allen erhaltenen Berichtigungen und Zusätzen
in einem Bande wieder erscheinen lassen. Es ist dies
ohne Zweifel ein sehr practischer und nützlicher Weg zur
Förderung des Studiums.
Andr. Anderson: On the Nidification of certain
Indian Birds. P. II Eudynamys orientalis. Ibis 74.
Capts. Cock and C. H. T. Mars hall: Notes on a
collection ofEggs made in and aboutMurree (N.-W.-Indien).
Stray Feathers I 348.
Capt. Th. Hutton: Notes on the Perroquets of India
ib. 331.
W. E. Brooks: Notes on the Skylarks of India ib.
484. (A. Hume hält in Noten zu diesem Aufsatze seine
verschiedene Ansicht aufrecht.)
J. Hay es Lloyd: On the Birds of the Province of
Kattiawar in Western India Ibis 397. Schilderung des
Landes, geogr. Verbr. und beschränkte Wanderung der Vögel.
22 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
A. 0. Hu ine: Contributions to the Ornithology of India
Sindh N. IL Stray Feathers I 91 mit Karte. Erzählender
Theil, dann Anführung der beobachteten Arten. Verf. ist
der Ansicht, dass ornithologisch Sindh näher verwandt ist
mit Kleinasien, N-W.-Arabien und N.-O.-Africa, als mit
irgend einer anderen Provinz Indiens. Die Liste umfasst
etwas weniger als 300 Species ; von jenen, welche in Jer-
don's Birds of India nicht enthalten sind, werden Beschrei-
bungen und Messungen gegeben.
A. Hume: Sindh Avifauna. Ueber 10 von M. E.
James aus Sindh eingesendete Arten. Stray Feathers 1419.
Als Anhang zu seiner früheren Liste.
R. M. Adam: Notes on the Birds of the Sambhur
Lake and its vicinity. Stray Feath. I 362 mit einer Karte,
Schilderung dieses interessanten indischen Salzsees und
Aufzählung der beobachteten Vögel, verschiedene Bemer-
kungen, Beobachtungen über Eier, Nester u. s. w.
E. L. Layard: Notes on M. Holdsworth's Catalogue
of Ceylon Birds. Proc. Z. S. 203. Verf. bespricht auch
die Aenderungen in der Ornis im Laufe der Jahre.
V. Legge: Additions to the Avifauna of Ceylon.
Stray Feath. I 487.
A. Hume: Notes on some Ceylonese Birds ib. 429.
V. Ball: List of Birds known to occur in the An-
daman and Nicobar Islands. Stray Feathers I 51. Wich-
tigste Literatur, Liste aller bekannten Arten, an Zahl 133;
106 kommen auf den Andamanen, 51 auf den Nicobaren
vor. Jene, welche in Jerdon's Birds of India nicht ent-
halten sind, werden beschrieben, Messungen, Beobachtun-
gen u. s. w. gegeben. Die Ornis der Nicobaren hat Ma-
layisches, jene der Andamanen Indisches Gepräge.
A. Hume: Additional remarks on the Avifauna of
the Andamans. Stray Feathers I 304. Durch eine Sendung
von M. Dawison aus der Umgegend von Port Blair wurden
21 Arten zu M. Ball's Liste hinzugefügt. Nach A. Hume
ist die Avifauna der Andamanen und der Nicobaren eher
mit Indien und Sumatra verbunden, als mit Indien und der
eigentlichen Malayana.
Lord Waiden: On a collcction ot Birds recently
der Vögel während des Jahres 1873. 23
made by Lieutenant Robert Wardlaw Ramsay in the An-
daman Islands. Ibis 296. t. 11—13. Ungefähr 110 Species
bekannt, worunter zwei für diese Inseln neue durch M. Ram-
say aufgefundene; Synonymie, Messungen, Vergleichungen.
Die Avifauna der Andamanen, welche übrigens einige eigen-
thümliche Species enthält, scheint im Charakter ähnlicher
jener der Hochländer Indiens, südlich vom Himalaya und
westlich von Brahmaputra, als jener der Indo-Malayischen
oder Indo- Chinesischen Länder.
A. Hume: Avifauna of the Islands of the Bay of
Bengal (Andamanen, Nicobaren, Narcondam u. s. w.). Eine
Anzahl weiter von dort bekannt gewordener Arten. Die
Gesammtzahl der auf den Andamanen und Nicobaren vor-
kommenden Species ist nach Verf. 175. Stray Feathers
I 421.
A. Hume: Acheen ib. 441. Ueber die Vögel von
Atchin (Sumatra) nach einer von M. Dawison gemachten
Sendung.
F. Jagor: Reisen in den Philippinen. Mit zahlreichen
Abbildungen und einer Karte. Berlin 1873.
L. Waiden: Einleitung zu einem Memoir über die
Vögel des Philippinen-Archipels, welches in den Transact.
Z. S. erscheinen wird. Proc. Z. S. 519. Sehr interessante
allgemeine Bemerkungen und Tabelle über die philippi-
nische Ornis; auch über die Literatur derselben.
Dr. A. B. Meyer: Notiz über die Vögel von Celebes.
Journ. f. Orn. 404. Aufzählung der von ihm gesammelten
neuen und zuerst in Celebes angetroffenen Arten. Verf.
erwähnt mit Recht, dass das Vorkommen des afrikanischen
Limnocorax flavirostris Sw. auf Celebes sehr bemerkens-
werth ist.
Dr. 0. Finsch und P. Conrad: Ueber eine Vogel-
sammlung aus Ostasien. Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien
XXIII 341. Diese Collection wurde von Capt. Conrad
auf dem „Herzog Ernst K zwischen China, Cochinchina,
Siam, Celebes und Java, theils während des Aufenthaltes
in den Hafenplätzen, theils in See gesammelt. Verschie-
dene Bemerkungen, Maasse u. s. w. Mit einer Uebersicht
aller gesammelten Vögel.
2 i Pelzeln: Bericht ab. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pelzein. lieber die von der ttsterr. Mission nach
Ostasien und America (1869—1870) eingesendeten Säuge«
t liiere und Vögel, Verli. zool.-bot. Gesellseh. Wien Will
LÖS, Ks werden darin besprochen die von den Herren
Seeoffioieren und 11. Kraus gesammelten Objecte aus Java,
Siam, China, Japan, eine als (beschenk von 11. Ministerial-
rath v. Scherzer erhaltene Sendung von Vögeln, welche
offenbar aus (Viehes Stammen und eine Anzahl von in-
dischen Vogelbälgen, welche Dr. Stoliczka dem Museum
gesohenkweise übersendet hat.
Atrien.
Et B, Sharpe: On the Oueulidae of the Ethiopian
Region. Prooeed, X. S. 578 mit Holzschnitten. Gründliche
Bearbeitung mit Beschreibungen, Synonymie u. s. w.
Dr. A. B. Meyer hebt das bemerkenswert he Vor-
kommen des afrioanisohen Limnoooraz Bavirostris Swains.
in Celebes hervor, Journ. f. Orn. 405,
v. Heuglin: Ornithologie N.-O.-Afrieas. Lief« 32 und
83 enthält SchlÜSS der Dromadidae, Ardeidae, Giconüdae;
34—or> Sohluss der Ciconiidae, Plataleidae, Tantalidae,
Scolopaoidae; 36 -37 Sohluss der Soolopacidae, Rallidae,
Gruidae; 38— 39 Phoenioopteridae, Anatidae, Colymbidae,
Podicipidae; 40 11 Podicipidae (SchlttSS), Proeellaridae,
Laridae. Die ersten beiden Doppellieferungen enthalten
je '2 Tafeln mit Vögeln oder Eiern,
Viaggio dei Signori 0. Antinori, 0, Beceari cd A.
Issel nel mar rOSSO, nel territorio dei BogOS e regioni eir-
costante durante glazmi 1870—1871. GatalogO degli Uc-
celli compilato per cura di 0. Antinori e T, Salva-
dori: Estratto degli Annali delMuseo Civioo di Storia
Naturale di Genova Vol. IV Nov. L873, 368—520, gr. 8.
Mit :> Tafeln. In einer Einleitung gibt 0. Antinori eine
Schilderung der Heise, im Catalog hat Salvador! die Be-
stimmung der Species, ihre Disposition und die kritischen
Bemerkungen übernommen, während die Notizen über die
Lebensweise und die geographische Verbreitung von Anti-
nori herrühren.
der Vögel während des Jahres 1873. 25
G. E. Shelley: Descriptions of six new Species of
West-African Birds, Ibis 138 (aus den Gattungen Scops,
Dryodromas, Bradyornis, Hyphantornis, Lagonosticta und
Calandrella).
Dr. Ant. Reichenow und Dr. W. L tili der: Brief-
liche Reiseberichte aus West-Africa. IL dd. Accra Oct.
1872. Journ. f. Orn. 209. Aufzählung der bestimmten Spe-
cies und verschiedene Beobachtungen. Reichenow III.
dd. vom Camerunfluss ib. 297. Reichenow IV. West-
afrikanische Webervögel ib. 446. dd. Camerun 12. März
1873 und Victoria 25. April 1873.
R. B. Sharpe: On a collection of Birds front the
River Congo Proc. Z. S. 716 (Sammlung v. Capt. Sperling).
J. V. Barboza du Bocage: Aves das possessoes
portuguezas d'Africa Occidental. Jornal de Sciencias mathe-
maticas, physicas e naturaes. Lisboa 1873. Setima Lista
(N. XIV). Octava Lista (N. XVI). Beide Listen besprechen
Sendungen des hochverdienten Reisenden Sr. Anchieta aus
Süd-Angola gegen die Grenze des Damaralandes.
Cabanis: Ueber zwei neue Finkenarten von der
Insel Tristan d'Acunha, von welchen Crithagra insularis
africanisch, Nesospiza Acunhae anscheinend südamerica-
nisch ist. Beide wurden vor langen Jahren aus der Bul-
lock'schen Sammlung für das Berliner Museum erworben.
Journ. f. Orn. 153.
Pelzeln: Verb, zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 173
(österr. Mission nach Ostasien und Amer.). Es wird eine
Anzahl am Cap der guten Hoffnung gesammelter Vögel
angeführt.
W. Gueinzius: Aus dem Vogelleben Süd-Africas.
Journ. f. Orn. 434 (zum Genus Malaconotus Sw.).
Th. Ayres: Additional List of and Notes on Birds
obtained in the Republic of Trans Vaal. Communicated by
J. H. Gurney. Ibis 280 (Cont. fr. Ibis 1871. 270). Neu
aufgefundene Arten, Zusätze und Berichtigungen.
J. H. Gurney: A Tenth additional List of Birds
froni Natal. Ibis 254 (Contin. fr. Ibis 1868. 471). Zusätze
und Berichtigungen.
R. B. Sharpe: On a collection of Birds from Mombas
26 Pelzeln: Bericht üb. d. Loistimgen in d. Naturgeschichte
in Eastern Africa. Proceed. Z. S. 710. t. 58. (Die Samm-
lung wurde von M. Th. Wakefield gemacht.)
Alph. M. Edwards: Recherches sur la faune an-
cienne de Tile Rodrigue. Compt. rend. Acad. Paris seance
13. Oct. 1873.
Derselbe": Recherches sur la faune ornithologique
eteinte des iles Mascareigues et de Madagascar. Paris 1866
— 1873. 4 mit 33 Tafeln. Zusammenfassung der Arbeiten
des Verf. über diesen Gegenstand. Enthält folgende Ab-
handlungeu :
Observation sur les caracteres osteologiques des prin-
cipaux groupes des Psittacides pour servir a la determi-
nation des affinites naturelles du Psittacus Mauritianus S. 1.
Memoire sur im Psittacien fossile de l'ile Rodrigues 23.
Memoire sur une espece eteinte du genre Fulica qui
habitait autrefois Tile Maurice 35.
Observations sur les affinites zoologiques de l'Apha-
napteryx 61.
Nouvelles observations sur les caracteres zo'ologiques
et les affinites naturelles de rAepyornis de Madagascar par
A. M. Edwards et A. Grandidier 85.
Recherches sur la faune ancienne des iles Mascarei-
gnes 117 (Rodrigue et Maurice) t. 29—33.
A. Newton: Second Supplementary Report on the
Exstinct Birds of the Mascarene Islands Report of the
Brit. Assoc. Adv. Sc. for 1872.
America.
E. Coues: Key to North American Birds, containing
a concise Account of every species of Living and Fossil
Bird at present known from the Continent North of the
Mexican and United States Boundary. Illustrated by 6 steel
plates and 250 woodcuts Salem 1872. 8.
J. A. Allen: Geogr. Variation in N. Amer. Birds.
Proceed. Boston Soc. Nat. Hist. XV 1872-73.
W. H. Dali: Notes on the Avifauna of the Aleutian
Islands from Unalashka eastward. Proc. California Acad.
of Science Vol. V. P. 1. 1873.
der Vögel während des Jahres 1873. 27
A M. Ross: The Birds of Canada. 2 ed. Toronto
1872. 12. Localfauna mit Holzschnitten.
Di\ A. M. Ross: Canadian Ornithologist 1. No. To-
ronto 1873. Neue Monatschrift für Canadische Ornithologie.
(Ibis 429.)
Prof. A. Hyatt: Catalogue of the Ornithological Col-
lection of the Boston Soc. of nat. hist. Proc. Boston Soc.
nat. hist. XIV 1872.
C. J. Maynard: A Catalogue of the Birds of Coos.
Co. N. H. and Oxford Co. M. with annot. relat. to the
breeding habits, migrations etc. ib.
Derselbe: The Birds of Florida. P. 2 enthält Sit-
tidae, Troglodytidae, Motacillidae und einen grossen Theil
der Sylvicolidae. Eine Tafel ist dieser Lieferung nicht
beigegeben.
W. D. Scott: Partial list oi the summer birds of
Kanawha County, W. Virginia with annot. Proceed. Boston
Soc. nat. hist. XV.
T. M. Trippe: Notes of the birds of South-Jowa ib.
Holden and A i k e n : Not. on the birds of Wyoming
and Colorado territorries ib.
Sclater et Salvin: Nomenciator Avium Neotropi-
calium; sive avium quae in Regione Neotropica hucusque
repertae sunt, nomina systematice disposita, adjecta cujus-
que speciei patria. Accedunt generum et specierum no-
varum diagnoses. London 1873. fol. Ein höchst wichtiges
für jeden, welcher sich mit der Ornithologie dieser Region
beschäftigt, unentbehrliches Werk, die erste vollständige
Uebersicht der neotropischen Avifauna. Eine bedeutende
Anzahl von Gattungen und Arten werden beschrieben.
Sclater: Additions to the List of Birds of Nicaragua.
Ibis 372. Inhalt einer neuen Sendung von M. Th. Belt.
0. Salvin: Ueber auf Barbadoes angetroffene Vögel.
Ibis 334.
Derselbe: Brief aus Guatimala. Ibis 428.
Sclater et S a 1 v i n : On some Venezuelan Birds col-
lected by M. James M. Spence. Proc. Z. S. 511.
J. M. de Macedo: Notions de Chorographie du
28 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Bresil Traduction de M. Halbout. Leipzig 1873. 8. Ist
geographischen Inhalts, von Zoologie beinahe nichts ange-
führt, aber zur Orientirung auch für den Zoologen nützlich.
Das Kaiserreich Brasilien auf der Wiener Weltaus-
stellung von 1873. Rio Janeiro 1873. 8. Behandelt haupt-
sächlich Geographie und Statistik und enthält nur eine
kurze populäre Besprechung der Thierwelt. Dem Werke
ist aber eine auf die neuesten Forschungen gegründete
Karte des Kaiserreichs beigegeben, welche auch für Zoo-
logen von bedeutendem Werthe ist.
E. L. Layard: Notes on Birds observed at Para.
With Descriptions of two new Species by Sclater. Ibis
374. t. 14. 15. (Die neuen Arten sind Picolaptes Layardi
und Thamnophilus simplex). Schilderung des Vogellebens
in den Wäldern ; auch über Jahreszeiten ; geringe Zahl der
Individuen im Vergleich zu den Species, Lebensweise.
Hans Graf Berlepsch: Zur Ornithologie der Pro-
vinz Santa Catharina, Süd-Brasilien. Journ. f. Orn. 225
(nach den Sammlungen H. Schlüters in Blumenau). Treff-
liche Abhandlung mit historischer Einleitung, Synonymie,
Messungen und sorgfältig bearbeiteter geographischer Ver-
breitung der einzelnen Arten.
Sclater and S a 1 v i n : On the Birds of Eastern Peru
with notes on the habits of the Birds by Edw. Bartlett.
Proceed. Z. S. 252. t. 25 (Karte), t. 26 (Pithys lunulata f.).
Enthält ausser den von M. E. Bartlett gesammelten Arten
auch jene von M. Bates vom Rio Javari und von M. Hauxwell
von Pebas, vom Huallaga und Ucayale, so dass Alles über
die Ornithologie des östlichen Theiles der Waldregion Ost-
Perus von der Ostgrenze (dem Javari) bis zu dem von M.
Bartlett durchreisten District an der Westseite des Hual-
laga Bekannte eingeschlossen wurde. Die beigefügte Karte
macht die Orientirung leicht. Eine Zusammenstellung der
ornithologischen Literatur über diesen District und eine
Uebersicht der Reisen M. Bartlett's ist beigegeben. — Die
auf diese Sammlungen basirten allgemeinen Folgerungen
sind (im Auszug):
1. Dieser District gehört zu jener Abtheilung der Neo-
tropischen Fauna, welche Guiana und die ganzen
der Vögel während des Jahres 1873. 29
Becken des Amazon und Orenoco enthält und die
Amazonische Provinz genannt werden mag.
2. Diese Abtheilung ist durch gewisse Vogeltypen cha-
rakterisirt wie Phoenicocercus, Gymnoderus, Galbal-
cyrhynchus, Opisthocomus und Psophia,
3. Die Amazonische Provinz kann in drei Sectionen ge-
theilt werden. 1. Guiana bis zum Rio negro. 2. Unter-
Amazonien. 3. Ober-Amazonien, zu welcher der hier
betrachtete District gehört.
4. Der Ober- Amazonische District ist mehr verschieden
vom Guianischen als vom Unter-Amazonischen, da
fast ein Drittel der bisher darin gefundenen Vögel
in Guiana fehlen.
5. In manchen Fällen sind die Guianischen Species am
Amazonas durch nahe verwandte Repräsentanten er-
setzt. (Beispiele werden angeführt.)
6. Die reichsten (must abundant) Familien der Ober-
Amazonischen Avifauna sind die Formicariidae und
Dendrocolaptidae und diese zeigen auch die grösste
Zahl eigenthümlicher Species.
Diese Abhandlung bildet einen der wichtigsten Beiträge
zur Kenntniss der neotropischen Fauna.
Sclater und Salvin: On Peruvian Birds collected
by M. Whitely Part VI Proc. Z. S. 184. t. 21.
Sclater: On Peruvian Birds collected by M. Whi-
tely Part VII. Proc. Z. S. 779.
Whitely: Notes on Humming birds collected in
High Peru. Proc. Z. S. 187.
Cabanis: Ueber von Herrn Constantin Jelski im
westlichen Peru gesammelte Vögel (Beschreibung von zahl-
reichen neuen Arten). Journ. f. Orn. 64, 311 und 315.
Pelzeln in Verh. zool.-bot. Gesellschaft Wien XXIII
153 (Mission nach Ostasien und America) über eine An-
zahl an der Westküste S.-Americas gesammelter Vögel.
W. Blackstone Lee: Ornithological Notes from
the Argentine Republic. Ibis 129. Verf. weilte von Febr.
bis Juli 1871 auf einer Estancia an der Grenze des Indianer-
Territoriums ungefähr 11 Leguas von Frayle Muerto, dann
von Juli 1871 bis Febr. 1872 in der Provinz Entre Rios.
30 Pelz ein : Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Die erlegten Vogelarten, deren Bestimmung durch M. M.
Sclater und Salvin erfolgte, werden aufgezählt.
F. Leyhold: Excursion a les Pampas Argentines.
Hojas de mi diario Santiago 1873. 8. (Nach der Besprechung
im Ibis 429 bekannt.) Ornithologisches und Beschreibung
von 2 neuen Species.
Derselbe: Beschreibungen einiger Thiere und Pflan-
zen aus den Anden Chiles und der Argentinischen Pro-
vinzen. Leopoldina Heft VIII N. 7. März 1873. 52 (4 neue
Vogelarten: Trochilus Atacamensis, Conurus glaucifrons,
Colaptes leucofrenatus und Columbina aurisquamata).
Australien.
D. G. Elliot: A Monograph of the Paradiseidae or
Birds of Paradise London 1873. gr. fol. Introduction mit
ausführlicher Behandlung der Literatur und der geographi-
schen Verbreitung. Verf. theilt die Paradiseidae in 3 Sub-
familien: 1. Paradiseinae mit den Gattungen Paradisea,
Manucodia, Astrapia, Pärotia, Lophorhina, Diphyllodes,
Xanthomelus, Cicinnurus, Paradigalla, Semioptera. 2. Epi-
machinae mit Epimachus, Drepanornis, Seleucides, Ptiloris.
3. Tectonarchinae mit Sericulus, Ptilonorhynchus, Chlamy-
dodera, Aeluroedus, Amblyornis. Die Tafeln sind von M.
J. Wolf. Dieses treffliche Werk reiht sich würdig den
früheren Prachtwerken des Verf. an.
Julius L. Brenchley: Jottings during the Cruise
of H. M. S. Curagoa among the South Sea Islands 1865.
London 1873. gr. 8. Mit zahlreichen Illustrationen und
einer Karte. — (Norfolk-Ins., Savage Isl., Samoa-Gruppe,
Tonga-Gruppe, Fiji-Gruppe, Neue Hebriden, Banks-Island,
Santa Cruz Island, Salomon-Gruppe, Neu-Caledonien, Lo-
yalty Islands). Der ornithologische Theil, dem viele schöne
Abbildungen beigegeben sind, von G. R. Gray bearbeitet.
Keine Art hier zum erstenmale beschrieben; mehrere sind
bereits von Gray, Ann. nat. hist. 1870 publicirt worden.
Sauloprocta melanoleuca (Q. et G.), Merops ornatus
Lath. von Neu-Britannien, Halcyon albicilla (Dumont), H.
chloris (Bodd.), H. sanctus (Vig. Horsf.) von Neu-Irland,
der Vögel während des Jahres 1873. 31
Lorius cardinalis (Jacq. et Pucher.). Duke of Yorks Insel
zwischen N.-Britannien und N.-Irland, Graucalus melano-
lorus (Gray) von Neu-Seeland gesammelt durch Capt. Fer-
gusson. Sclater Proceed. Z. S. 3.
E. G raffe: Ueber eine Sendung von Vögeln aus
Huahine (Gesellsch.-Ins.), gesammelt von M. A. Garrett,
Journal des Mus. Godeffroy, Hamburg 4. 1873. Hft. I. 48
-51. t. 7.
Pelzeln: Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 153
(Oesterr. Mission nach Ostasien und Amer.). Auf den Sand-
wich-Inseln wurden Otus brachyotus, Nycticorax griseus,
Himantopus nigricollis ?, Fulica alai und Bernicla sand-
wichensis gesammelt.
v. Rosenberg: Berichtigung zu dem Artikel „das
Reichsmuseum in Leyden von F. Freiherr v. Droste : Journ.
f. Orn. 391.
Schlegel: Observations Zoologiques N. V in Nederl.
Tijdschrift voor de Dierkunde IV. Bd. (1872—73.) 33—61.
Enthält die Resultate der im Jahre 1870 unternommenen v.
Rosenberg'schen Expedition in das Innere der nördlichen
Halbinsel Neu-Guineas bis zu einer Höhe von 4 — 5000'.
So kurz dies erste Eindringen in das Innere dieses rätsel-
haften Landes durch die Ungunst der Umstände war, so
hat dasselbe doch reiche Ausbeute an neuen und seltenen
Arten geliefert, welche hier geschildert werden. Enthält
auch einige Vögel der N. -Guinea benachbarten Inseln.
Am Schlüsse folgt ein General-Index zu Schlegel's Obser-
vations zoologiques I — V.
Sclater: Ueber von H. d'Albertis auf einer mit H.
Beccari unternommenen Reise nach Neu- Guinea gesammelte
Vögel. Proceed. Z. S. 557.
Derselbe: Characters of new Species of Birds dis-
covered in New Guinea by Signor d'Albertis. Proceed. Z.
S. 690. t. 52 — 57 und Holzschnitte. 14 neue Arten und
ein Verzeichniss der gesammelten Species.
Dr. A. B. Meyer berichtete in einem am 25. No-
vember in der k. k. geographischen Gesellschaft zu Wien
gehaltenen Vortrage über seine in den Jahren 1872 und
1873 unternommene Reise nach Neu -Guinea. Die geo-
32 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
graphischen Hauptresultate derselben sind die Umschiffung
der ganzen Geelvinksbai, die Kreuzung Neu-Guineas an
einer schmalen Stelle von einer Küste zur anderen und die
Besteigung des Arfakgebirges bis zu einer Höhe von über
6000'. Die Anführung der reichen ornithologischen Aus-
beute, welche Dr. Meyer gegenwärtig wissenschaftlich be-
arbeitet, wird nach dessen Publicationen im nächsten Jahres-
berichte erfolgen.
Von W. L. Buller's History of the Birds of New
Zealand ist der Schluss erschienen, welcher den Rest der
Beschreibungen und Abbildungen, sowie eine Einleitung
enthält, in welcher verschiedene Berichtigungen gegeben
werden.
Capt. F. W. Hut ton: On the Geographical Relations
of the New Zealand Fauna. Transact. N. Zealand Instit. V.
1872. 227. Sehr wichtige Abhandlung, in welcher die
Fauna nach den verschiedenen Thierclassen analysirt wird
und geologische Erörterungen beigefügt sind, um ein Bild
der Geschichte Neu-Seelands zu liefern. Vgl. Allgemeines.
Dr. Finsch: Remarks on some Birds of New Zea-
land. Transact. N. Zeal. Instit. V. 506. Nebst einer Liste
von Arten die nicht länger unter den Vögeln Neu Seelands
aufzuführen wären.
J. Morton: Notes on some of the New Zealand
Birds (Graucalus concinnus Hutton, Platycercus sp., Ardea
alba, A. sacra) ib. 225. Nach einer Anmerkung von Hutton
ib. 226 ist der Papagai der noch zweifelhafte Platycercus
alpinus Buller.
W. T. L. Travers: On the Birds of the Chatham
Islands with Introductory Remarks on the Avifauna and Flora
of the Islands in their relation to those of New Zealand ib. 212.
Ocydromus australis, Stringops und Apteryx dürften dort
nicht heimisch sein. Eigenthümlich nur Petroica Traversii,
Rallus modestus und Anthornis melanocephala; Chryso-
coccyx plagosus fehlt inN.-Seeland und scheint mit austra-
lischen Exemplaren identisch.
Capt. F. W. Hut ton: Notes on some of the Birds
brought by Mr. Henry Travers from the Chatham Islands
with Description of the New Species ib. 222. vgl. Ibis 1872. 243.
der Vögel während des Jahres 1873. 33
Accipitres.
Vulturidae. Schlegel: Mus. des Pays-bas. Rev. de la Collect,
des Oiseaux de proie Vultures 1873. 138 — 141. Ergänzung der
früheren Uebersicht, seither gemachte Acquisitionen.
Ueber Lebensweise, Horst und Nestjunge von Vultur monachus
und Gypaetus barbatus und über Lebensweise von Gyps fulvus in
Sardinien. A. B. ßrooke, Ibis 145.
Gypaetus barbatus und Vultur monachus in Curland erlegt.
H. Goebel Journ. f. Orn. 8.
Ueber Gypaetus barbatus, Gyps fulvus und Vultur cinereus
in der Gegend von Tiflis. Rad de ib. 53.
Brutgeschäft von Otogyps calvus, Gyps himalayensis Harne,
G. fulvescens Hume, G. indicus, G. bengalensis, Neophron gingi-
nianus, Gypaetus barbatus. A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds
1—14.
Ueber Vultur occipitalis, Gyps fulvus, G. Rueppellii, Neophron
pileatus (Eier und Nest) Antinori et Salvad. Uccelli mur rosso e
Bogos 12—16.
Grunack bemerkt, dass die Eier von Vultur cinereus um so
gefleckter erscheinen, je südlicher sie herkämen. Journ. f. Orn. 320.
J. H. Gurney: Ueber die von einem W. des Vultur auricu-
laris in der Gefangenschaft gelegten Eier. Ibis 324.
Gyps fulvus in Westfalen. Ferd. B. Droste. Zool. Gart. 144.
Ueber Artselbstständigkeit von Gyps fulvescens Hume. —
Hume, Stray Feathers I 148.
Graf Berlepsch: Ueber Cathartes aura und C. atratus, Prov.
St. Catharina. Journ. f. Orn. 292.
Nest von Neophron Ginginianus in N.-W.-Indien. Cock und
Mars hall, Stray Feathers I 349.
Sundevall hält Vultur (Gypiscus) carunculatus A. Smith
für eine gute Art. Meth. nat. tent. 110.
Neue Gattungen: Pseudogyps R. B. Sharpe. Ann. nat. hist.
XI 135 (1. Ps. bengalensis, 2. Ps. moschatus) — Gypiscus Sundev.
Meth. nat. tent. 110 (V. pileatus Burch. u. V. carunculatus A. Smith).
Neue Art: Catharista FalMandica R. B. Sharpe. Ann. nat.
hist. XI 135 Falkland-Ins.
Abbild. Neophron percuopterus Holzschnitt der Beinmuskeln
Garrod, Proc. Z. S. 635. f. 3. — Eier von Cathartes percnopterus
Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. t. 38. f. 1—4.
Falconidae. Schlegel: Mus. Pays-bas Rev. d. 1. Collect, des
Oiseaux de proie Accipitres 1873. 73—138. Ergänzung der früheren
Uebersicht, seither gemachte Acquisitionen. U. a. hervorzuheben:
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd, 2. C
34 P e 1 z e 1 n : Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
der Name Falco Smithii für F. rupicoloides A. Smith; zu Spizaetus
cirratus werden gezogen Falco caligatus Raffl., Limnaetus nipalensis
Ilodgs., Spizaetus alboniger Blyth, Sp. andamanensis Tytler und Sp.
nanus Wall., Bemerkungen über die Verschiedenheiten innerhalb
dieser Art; Spizaetus Gurneyi ausgefärbtes Kleid; über die Kleider
von Astur Novae Hollandiae; über Nisus rufitorques (Peale) ==
Astur griseogularis et henicogrammus Gray, Accipiter Mülleri et
aequatorialis Wall., N. cruentus Schleg.; über Nisus trinotatus
Schleg. ad. et juv.
Aquila fulvescens Gray von Irkutzk (Bschbg.), Archibuteo
aquilinus (Hodgs.) von Akscha (Beschr. u. Eier), Strigiceps mela-
noleucus (Eier), Circus spilonotus Kaup (Eier aus Daurien). Tacza-
nowski, Journ. f. Orn. 115.
Archibuteo aquilinus, Buteo japonicus, Circus cineraceus, Ac-
cipiter nisus, Falco aesalon zu Shanghai. Swinhoe Ibis 364.
Brutgeschäft von Falco peregrinator, F. atriceps Hume, F.
jugger, Chicquera typus, Tinnunculus alaudarius, Micronisus badius,
Accipiter nisus, A. melaschistus Hume, Aquila chrysaetus, A. mo-
gilnik, A. naevia, A* vindhiana, A. hastata, Hieraetus pennatus, He-
teropus malayensis, Pseudaetus Bonellii, Spizaetus cirrhatus, Sp. ni-
palensis, Circaetus gallicus, Spilornis cheela, Sp. minor (sollte nach
L. Waiden Sp. albidus Cuv. heissen), Polioaetus ichthyaetus, P.
plumbeus, Haliaetus Macei, Cuncuma leucogaster, Buteo ferox, Po-
liornis teesa, P. liventer, Circus aeruginosus, Haliastur indus, Milvus
govinda, M. major Hume, Pernis ptilorhynchus, Elanus melanopterus.
A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 14—58.
Ueber die Variationen bei Helotarsus ecaudatus, über Pandion
haliaetus (Nest?), Buteo auguralis Salv., Tinnunculus alopex, Spi-
zaetus bellicosus aus dem Bogos-Lande, Pseudaetus spilogaster (Du
Bus), Serpentarius secretarius etc. Antinori e Salvador i, Uccelli
mar rpsso e Bogos 19, 21, 24, 28, 30, 35.
Rostrhamus sociabilis, Nauclerus furcatus, Tinnunculus spar-
verius, Accipiter pileatus, A. erythrocnemis, Micrastur ruficollis
(leucauchen syn.), M. semitorquatus, Spizaetus ornatus, Asturina
Nattereri, Leucopternis scotoptera, L. palliata. -Gf. Berlepsch,
Journ. f. Orn. 283. Prov. St. Catharina.
Asturina Pucherani Sei. et Salv. und Harpyhaliaetus coronatus
in Entre Rios W. B. Lee, Ibis 136.
L. Holtz: Ueber ein sehr kleines Paar von Bussarden, welche
jedoch nach einer Anmerkung von Cabanis nicht zu Buteo tachardus
gehören, sondern nur als eine kleinere von B. communis nicht ver-
schiedene Race zu betrachten sind. Journ. f. Orn. 138.
0. v. Krieger: Ueber Erlegung des Buteo tachardus in
Thüringen und über die Schädlichkeit des B. tachardus und mehrerer
kleiner Falken. Journ. f. Orn. 293.
der Vögel während des Jahres 1873. 35
Bernard A. Hoopes: Description ofa new variety ofßuteo
(B. borealis var. Kriderii) aus Jowa. Proceed. Acad. Philad. 1873.
207 et 238. t. 5 (?).
A. Hume: Ueb-er Poliornis liventer Temm. von Thyetmyo N.-
Burmah; P. teesa ist dort geraein, Stray Feathers I 318.
A. Hume: Beschreibung von Archibuteo hemiptilopus Bl.,
den Verf. von Kooloo erhielt ib. 315.
Aquila fulva und A. imperialis bei Tiflis. Radde, Journ. f.
Orn. 83.
J. H. Gurney hält Aquila Adalberti aus Spanien für ver-
schieden vom östlichen Kaiseradler (A. mogilnik), zu welchem auch
A. crassipes Hodgs. gehört; von der indischen A. bifasciata Gray
wird ein noch nicht beschriebenes Kleid geschildert. Ibis 98.
H. Dresser: On certain Species of Aquila (A. bifasciata,
vittata, orientalis, clanga). Proceed. Z. S. 514.
E. Brooks: Notes upon some of the Indian and European
Eagles, Stray Feathers I. N. 1 291, II 325, III 463. Ueber Aquila
Adalberti, A. mogilnik, A. bifasciata. A. bifasciata sei =*= A. orien-
talis Cab. und daher auch europäisch, auch A. hastata (= dem
kleinen Pommer'schen Schreiadler) komme in Europa vor (auch über
Eier), dann über A. naevia (J. F. Gmelin) (Indien und Europa), nae-
vioides (kommt nicht in Indien vor), vindhiana und fulvescens. A.
clanga Pall. dürfte zu A. naevia gehören.
W. E. Brooks: On Aquila bifasciata and A. orientalis, Journ.
Asiat. Soc. Beug. XLII 145. Ueber Identität von A. bifasciata und
A. orientalis, welche Ansicht auch durch M. M. Ball,. Stoliczka und
G. F. L. Marshall bestätigt wird, dann über A. mogilnik, von
welcher ein Exemplar zu Aden erhalten wurde, A. Adalberti, A.
hastata. Der Inhalt im Wesentlichen, dem der Abhandlungen in
Stray Feathers entsprechend.
Cabanis: Ueber das Jugendkleid der Aquila orientalis und
kritische Notizen zur Synonymie der drei Schreiadler-Arten A. orien-
talis, clanga und naevia. A. bifasciata Gray und A. orientalis seien
specifisch identisch. Journ. f. Orn. 455.
J. H. Gurney bemerkt, dass am Bosporus erhaltene, früher
zu A. naevioides gezogene Adler nach Brooks zu A. bifasciata, nach
Dresser zu A. orientalis gehören sollen und dass die Frage, ob die
letztgenannten beiden verschieden seien, noch nicht spruchreif wäre.
Ibis 422.
Alleon et Vi an: Ueber Aquila naevioides (Cuv.) (= A.
clanga Pall.) vom Bosporus, Diagnose, Beschreibung der verschiedenen
Kleider, der Eier, geogr. Verbr. Rev. de Zool. 235.
J. Hayes Lloyd: Ueber specifische Identität der indischen
Aquila fulvescens mit der africanischen A. naevioides Cuv. Ibis 403.
Brehm: Ueber die Zwergadler, Journ. f. Orn. 56. Gegen
36 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen" in d. Naturgeschichte
die von Holtz geäusserte Ansicht, dass A. minuta das M. von A.
pennata sei; er bemerkt, dass A. minuta und pennata Spielarten
einer und derselben Art, aber nicht zwei verschiedene Arten sind,
dann über Lebensweise, Nahrung, über die gepaarten Paare bei
Raubvögeln. Auch über A. imperialis und einen spanischen Stein-
adler. Verf. glaubt, dass der Goldadler die Art sei, welche den
Steinadler in der Tiefebene, namentlich in den grossen Waldungen
vertritt.
Holtz: Bemerkung über A. pennata ib. 59.
Derselbe: Ueber Aquila pennata, Beobachtungen ib. 137.
H. Goebel: Noch einige Worte über Aquila pennata und A.
minuta ib. 125. Verf. nimmt als wahrscheinlich zwei Arten an.
Vergl. der Eier, der Gewichte mit denen des Astur paiumbarius.
Mit einer Bemerkung von Cabanis 127.
Severzow hält Aquila pennata für verschieden von A. mi-
nuta und gibt die Unterschiede an ib. 320.
Ueber das 1843 zu Florenz erlegte Ex. der Aquila Desmursi.
Sa vi, Ornit. Ital. I 129.
Beschreibung von Spizaetus Kienerii De Sparre. A. Hume,
Stray Feath. I 310.
Beschreibung von Spilornis Elgini (Tytler) L. Waiden,
Ibis 299.
Circaetus brachydactylus lebend aus Marocco. Proc. Z. S. 434.
Ueber Vorkommen von Haliaetus albicilla Bolle, Journ. f.
Ürn. 74; Schalow ib.
Haliaetus albicilla im Baden'schen erlegt. E. Schutt ib. 224.
Haliaetus leucoryphus (Localrasse von II. Macei) breitet sich
in Centralasien nach N.-W. aus. Severzow ib. 348.
Jagd eines Haliastur Indus auf einen Alcedo bengalensis H.
J. Rainey, Stray Feath. 1 496.
R. B. Sharpe: On the Falco arcticus of Holboell with Re-
marks on the changes of Plumage in some other Accipitrine Birds,
Proc. Z. S. 414. t. 39. (F. Holboellii, F. candicans, Accipiter nisus,
Cymindis uncinata.)
A. Newton: On the Great Northern Falcons, Ann. nat. hist.
XII 485. Verf. ist mit manchen Ansichten M. Sharpe's nicht ein-
verstanden. Ueber F. gyrfalco, F. candicans, F. islandns, Bemerkungen
über F. arcticus Holboell.
Ueber Falco saker Schi. A. Hume, Stray Feath. I 152.
Ueber Falco Hendersoni A. Hume, Labore tp Yarkand 171 et
155 (nach Jerdon und Gurney = F. milvipes; nach Gurney viel-
leicht F. saker Hodgs.).
Falco saker, F. barbarus und F. Eleonorae in Sardinien.
Brooke, Ibis 151.
R. B. Sharp e : Ueber die geographische Verbreitung der Wan-
der Vögel während des Jahres 1873. 37
derfalken, von welchen er F. communis, Brookii, nigriceps, micrurus,
peregrinator, melanogenys, minor und Cassini annimmt. Ann. uat.
hist. XI 220.
Blanford: Ueber ein Ei des Falco barbarus aus Indien im
Brit. Mus. Ibis 218.
Severzow hält Falco dichrous Erh. für verschieden von F.
Eleonorae. Journ. f. Orn. 320.
Falco lithofalco Wintergast in S.-China. Swinhoe, Ibis 228.
Hypotriorchis subbuteo aus Süd- Angola. Bocage, Av. poss.
port. Afr. occ. 7 lista 2.
Cock und Marshall: Eier und Nester von Tinnunculus
alaudarius Stray Feath. I 349.
Taczanowski: Ueber Erythropus Raddei, Beschreibung eines
W. aus Akscha in 0. -Sibirien, geogr. Abgrenzung mit E. vespertinus.
Journ. f. Orn. 113.
Ueber eine Serie des Tinnunculus Raddei (F. et IL) von
Tschifu in China; die alten W. zeigen gleiche Färbung wie die
alten M. Pelz ein, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 151.
F. W. Hutton: Ueber die Gattung Hieracidea. Ibis 100.
Zur Frage der Artverschiedenheit von Hieracidea Novae Zea-
landiae und H. australis (brunnea). R. B. Sharpe, Ibis 327. (Mes-
sungen). — Fi n seh, Trans. N. Zeal. Inst. 1872. 206.
Bull er: Ueber Hieracidea Novae Zealandiae und H. brunnea
B. N. Zeal. Introd. XV. Verf. hält seine Ansicht aufrecht.
Grunack: Abweichung bei den Eiern von Pernis apivorus
und Lebensweise dieses Raubvogels. Journ. f. Orn. 156.
Ueber Verschiedenheit von Milvus melanotis und M. govinda
Swinhoe, Ibis 228.
A. Hume: Ueber Milvus major Hume, Stray Feath. I 160.
E. L. Layard: Ueber weisse Eier bei Elanus melanopterus
(wohl in Folge krankhafter Zustände des Vogels). Ibis 332.
Beschreibung des Jugendkleides von Elanus melanopterus.
Reichenow und Lühder, Journ. f. Orn. 218.
H. Schacht: Lebensw. von Nisus communis. Zool. Gart. 234.
H. Goebel: Beschreibung von Eiern des Nisus brevipes? a.
d. Uman'schen Kreise, Journ. f. Orn. 130.
Finsch und Conrad: Uebergangskleid des Nisus badius
(Gm.) v. Bangkok, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 345.
Accipites hadius (Gm.) bei Constantinopel erlegt., Beschreib.,
Untersch. v. gemeinen Sperber. Alleon u. Vi an, Rev. de Zool. 235.
Ei und Nest von Micronisus badius. Cook u. Marsh all. Stray
Feath. I 349.
Sclater et Salvin: Ueber Micrastur zonothorax (Cab.) Ve-
nezuela Proc. Z. S. 511.
38 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Beschreibung eines jungen W. von Polyboroides typious Bo-
cage. Av. poss. port. Afr. occ. 7. lista 3.
Howard Saunders: Ueber die Unterscheidung der Weib-
chen und Jungen der europäischen Circus-Arten Ibis 232 und über
die zweifelhafte Berechtigung des Genus Strigiceps. Vgl. auch A.
Hu nie, Stray Feath. I 418.
Der Name Circus Swainsoni A. Smith hat nach Blanford
Ibis 224 die Priorität vor C. pallidus Sykes.
Dunkle Var. von Circus cineraceus in Holland van Wickc-
woort-Crommelin, Ber. XX. Vers. d. Orn.-Gesellsch. 133.
Ueber weisse Eier bei Circus maurus (wohl in Folge krank-
haften Zustandes des Vogels). E. L. Layard, Ibis 332.
J. H. Gurney: Ueber die Verschiedenheit des Circus Wolfi
von C. Gouldi und C. spilonotus Ibis 421.
Bull er: Ueber Circus Gouldi und C. Wolfi B. N. Zeal. In-
trod. XV.
Ueber Harpagornis Moorei, den grossen ausgestorbenen Raub-
vogel, der Aquila audax nahe stand, aber ungefähr doppelt so
gross war J. Haast, Annal. des sc. nat. 5. ser. XV article 6.
Description of the Exstinct Gigantic Bird of Prey Hokioi by
a Maori, communicated by Sir Grey, Trans. N. Zeal. Inst. V 1872
(Proc. Wellington Philos. Soc.) 435. Die Voreltern der Maoris sollen
den Vogel gekannt haben.
Veränderte Gattungsnamen: Sundevall Meth. nat.
tent. 107 et 109 nimmt Asturisca für Asturina und Hami-
rostrum statt Rostrhamus an.
Neue Arten: Spizaetus sphynx (wenn nicht Sp. philippensis)
A. Hume Stray Feath. I 319 Travancore. — Spilomis Davisoni
(wenn verschieden von Sp. pallidus Wald) A. Hume ib. 305 Anda-
manen. — Sp. minimas A. Hume ib. 464 Nicobaren. — Falco Hol-
boelli R. B. Sharpe (F. arcticus Holboell nee Gm.) Proc. Z. S. 415
m et f Grönland. — F. Brodkii Sharpe Ann. nat. hist. XI 21 ;
Brooke Ibis 151. Sardinien. — F. Cassini Sharpe Ann. nat. hist.
XI 220 Magellanstrasse, Chili. — F. neglectus Schlegel Mus. Pays-
bas Rev. Oi3. d. Pr. 1873. Acc. 43. Capverden. — Baza erythrotho-
rax (magnirostris Wall, nee Gray) Sharpe Proc. Z. S. 625 Celebes.
— B. celebensis (Reinwardti ante) Schleg. Mus. Pays-bas 1. c. 135
Celebes, Sula-Ins. — Astur Henstii Schlegel ib. 62 Madagascar. —
Astur sp. (extinet.) A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et Madag.
141 Mauritius.
Abbildungen. Buteo auguralis Salv. Ant. et Salv. Ucc.
mar rosso e Bogos 1. 1. — Aquila mogilnik. Dresser B. Ear. P. XIX.
— A. Adalberti ib. P. XVIII. — Falco Eleonorae Sharpe et Dress.
ib. P. XVI. — F. Hendersoni Hume Lahore to Yarkand t. 1. —
Accipiter albogularis Gray Cruise Curacoa t. 1. — Eier von Archi-
der Vögel während des Jahres 1873. 39
buteo aquilinus Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 3. f. 34. 35. — Eier
von Falco tinnunculus Heuglin Orn. N.-O. Afr. t. 38. f. 5. 6, F. la-
narius graecns ib. t. 39. f. 1 — 5, F. barbarus ib. f. 6. — Federn
von Falco candicans Sharpe, Proc. Z. S. t. 39. f. 1—11, Accipiter
nisus ib. 13—17, Cymindis uncinata f. ib. 18—23. — Tarsus von
Astur sp. exst. v. Mauritius A. M. Edwards, Faune et. Masc. et Madag.
t. 33. f. 2.
Strigidae. Schlegel, Mus. Pays-basRev. de la coli, des Ois.
de Proie Noctuae 1873. 1—32. Ergänzung der früheren Uebersicht,
seither gemachte Acquisitionen. Darunter hervorzuheben : Otus ca-
pensis major, neue Varietät aas Madagascar, Bemerkungen über die
Gattung Scops, Scops manadensis von Madagascar, Celebes, Soula
Bessie, Shangir, Ins. Wetter nördl. von Timor und Flores, Sc. sia-
censis n. sp., Beschreibung von Scops Novae Zealandiae, v. Noctua
ochracea und N. hirsuta minor.
Wirtschaftlicher Werth unserer Eulen. Dr. Alt um, Forstzoo-
logie II 354.
Swinhoe: Ueber das Ex. des Lempijus vonTamsuy und über
Scops japonicus von Takow S.-W.-Formosa Ibis 227. Brachyotus
accipitrinus ? ein Ex. in den Apes' Hills ib. 228.
Brutgeschäft von Strix javanica, Glaux Candida Tick., Bulaca
newarensis, B. ocellata, Ascalaphia bengalensis, Urrua coromanda,
Ketupa ceylonensis, Scops pennata, S. spilocephala, S. lettia, S. plu-
mipes Hume, S. bakhamuna, Athene brama, A. radiata, A. cucu-
loides, Taenioptynx Brodiei A. Hu nie, Nests and Eggs Ind. Birds
59-72.
Nest und Ei von Ephialtes gymnopodus, Nest von Glaucidium
Brodiei Cock und Marshall, Stray Feath. I 349.
V. Ball: Ephialtes spilocephalus Blyth? von den Andamanen
(Beschrbg.), vgl. neue Arten, Ninox hirsuta (N. affinis Tytler), N.
obscurus Hume (Maasse). Stray Feath. I 53 — 55.
Strix perlata, Syrnium pulsatrix Graf Berlepsch, Journ. f.
Orn. 282. Prov. St. Catharina.
Strix nisoria zu Baruth (Reg.-Bez. Potsdam), August 1872 ge-
schossen. Cons tantin, Ber. XX. Vers. d. Orn. Gesellsch. 27.
Surnia nisoria zu Regitten bei Braunsberg erlegt. P. Hoepf-
ner ib. 29 bei Königsberg, Friedr. B. Droste, Ber. XIX. Vers.
d. Orn.-Ges. 64.
Ulula uralensis und Surnia ulula in Ober-Ungarn v. Tschusi,
Journ. f. Orn. 148, 149.
Surnia nisoria und S. nivea in Westfalen. Ferd. B. Droste,
Zool. Gart. 145.
Nyctea nivea in Curland erlegt. H. Goebel, Journ. f. Orn. 8.
Eine Schneeeule wurde am 15. Mai unfern des Kurischen
Haffs geschossen, vor circa 30 Jahren soll nach H. Hoepfner ein
40 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Schneeeulenpaar anf dem Gute :Regitten bei Braunsberg gehorstet
haben. Friedr. B. Droste, Ber. XX. Vers. d. Orn. Gesellsch. 28.
Surnia passerina in Norwegen Stejneger nach Heltzen,
Journ. f. Orn. 304.
Noctua Hoedtii durch v. Rosenberg aus N.-Guinea eingesendet.
Schlegel, Tijdschr. Dierk. IV 34.
Ueber Athene ochracea Schleg. ? und A. hirsuta Tem. ? von
Celebes, Pelz ein, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 162.
Neimeier: Aus dem Leben eines Uhu. Zool. Gart. 73. (Eier-
legen in der Gefangenschaft, Ausbrüten junger Entchen.)
Ueber Scops senegalensis Sw. (S. zorca africana Schi.) Ant. e
Salvad. Uccelli Bogos 40.
L. Taczanowski: Syrnium lapponicum in Polen. Journ. f.
Orn. 303 (von S. nebulosum steht ein als aus Schlesien bezeichnetes
Ex. im Breslaner Museum).
Junger Vogel von Ciccaba virgata (Cass.) E. Bartlett, Proc.
Z. S. 304.
Otus brachyotus von den Sandwich-Inseln. Pelz ein, Verh.
zool.rbot. Gesellsch. XXIII 162.
Rob. Collett: Om Craniets Assymetri hos Nyctala teng-
malmi Gm. Vidensk. Selsk. Forh. for 1872. f. 1—6.
Ei von Strix perlata E. Bartlett, Proc. Z. S. 303.
Phodilus badius aus Ceylon. A. Hu nie, Stray Feath. I 429.
Veränderte Gattungsnamen. Sundevall schlägt vor
Leuchybris anstatt Nyctea, Smilonyx für Ketupa, Nyctliierax
für Surnia Meth. nat. tent, 105. 106.
Neue Gattung: Heteroglaux A. Hume, Stray Feath. I 467
(H. Blewitti n. sp.).
Neue Arten: Heteroglaux (n. g.) Bletvitti A. Hume, Stray
Feath. I 467, 468. Central-Indien. — Athene pulclira A. Hume ib.
469. Pegu. — Bubo Hemachalana n. sp.? A. Hume ib. 315. Kooloo,
12000'. — Ketupa magnifica Swinhoe, Ibis 127 (auch Anatomisches),
China. — Scops icterorhynchus Shelley, Ibis 138. Fantee Gov. Ussher.
— S. siaoensis Schlegel, Mus. Pays-bas Rev. Ois. Proie Noct. 13.
Ins. Siao-oudang zwischen Celebes und den Shangir-Ins. — Ephialtes
Bdlli A. Hume (E. spilocephalus Ball.), Stray Feath. I 407. Anda-
manen. — Syrnium ochrogenys (wenn versch. v. S. indranee) A.
Hume ib. 429 Ceylon. — Strix (Athene) murivora sp. exst. A. M.
Edwards, Faune et. Masc. et Madag. 129 Ins. Rodriguez. — Strix
sp. exst. A. M. Edw. ib. 129 Ins. Rodriguez.
Abbildungen. Nyctea nivea Dresser B. Eur. P. XXII. —
N. scandiaca ib. XXIII— XXIV. — Bubo ignavus ib. P. XXII. —
Nyctale tengmalmi, Schädel von versch. Seiten R. Collett. Vid. Selsk.
Forh. 1872. f. 1—6. Osteol. von Strix murivora A. M. Edw. Faune
Masc. et Mad. t. 29. f. 2 und Strix (Bubo ?) sp. ib. t. 29. f. 3.
der Vögel während des Jahres 1873. 41
Passeres fissirostres.
Caprimulgidae. Brutgeschäft von Otothrix Hodgsoni, Capri-
mulgus indicus, C. andaraanicus Hume, C. Kelaarti, C. albonotatus,
C. spilocircus, C. asiaticus, C. monticolus, C. Unwini Hume. A.
Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 93—99.
J. Murie: Fragmentary Notes on the Guacharo or Oil Bird
(Steatornis caripensis) Ibis 81.
A. H. Garrod: On some Points in the Anatomy of Steatornis,
Proc. Z. S. 526 mit Holzschnitten. Steatornis dürfte wohl eine
eigene Familie bilden.
Nyctibius jamaicensis (cornutus Vieill.) Graf Berlepsch,
Journ. f. Orn. 272. Prov. St. Catharina.
Chordeiles rupestris (Spix) legt seine Eier ohne Nest auf den
Saud, Hydropsalis trifurcata (Natt.) unter das Rohr (cane) und
Nyctidromus albicollis (Gm>) auf .dürres Laub. E. Bartlett, Proc.
Z, S. 290.
Nest und Eier von Caprimulgus Unwini Hume. Cook u. Mar-
shall, Stray Feath. I 350.
Eier von Caprimulgus asiaticus Lath.? R. M. Adam ib. 371.
Ueber Caprimulgus inornatus Heugl. Ant. e Salv. Ucc. mar
rosso e Bogos 69.
Caprimulgus jotaka Temm. Beschr. mehrer Ex. Fi n seh u.
Conrad, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 346.
Neue Arten. Aegotheles Älbertisi Sclater, Proc. Z. S. 696.
N. -Guinea d'Albertis. — Caprimulgus andamanicus (C. atripennis
ante) A. Hume, Stray Feath. I 470 Andamanen. — Macroäipteryx
Sperlingi Sharpe, Proc. Z. S. 626. Bai v. Malimba M. Sperling.
Abbildungen. Steatornis caripensis Garrod, Proc. Z. S.
Holzschnitte der Pterylosis f. 1. S. 528, Schädel f. 2. p. 538, syrinx
f. 3. S. 532, Muskeln der vorderen Extrem, f. 4. S. 533.
Cypselidae. Brutgeschäft von Cypselus melba, C. affinis, C.
palmarum, C. infuniatus, Collocalia unicolor, C. Lincbi, C. spodio-
pygia, Dendrochelidon coronata A. Humej Nests and Eggs Ind. Birds
84—93.
Nester von Cypselus affinis J. E. Gray. R. M. Adam, Stray
Feath. I 370.
Ueber Cypselus apus L. barbatus Temm. msc.) in Sindh A.
Hume, Stray Feath. I 165.
Von Chaetura Sclateri zwei Ex. zu Chamicuros, 0. Peru durch
M. E. Bartlett gefunden, ein Ex. von Ecuador (Rio Napo?) E. Bartl.
Sclater u. Salv., Proc. Z. S. 289.
Neue Arten: Collocalia innominata A. Hume, Stray Feath.
42 Pelze In: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
I 294 Andamanen. — Chaetura indica (Acanthylis gigantea Jerd. nee
v. Hass.) A. Hume ib. 471, Andamanen, S.-Indien.
Abbildungen. Collocalia hypoleuca Gray Cruise Curagoa
t. 2. f. 1 Salomon-Ins. — C. uropygialis Gray ib. f. 2. N.-Hebriden
(Anatom.).
Hirundinidae. Brutgeschäft von Hirundo rustica, Hypurolepsis
domicola, Uromitus filifera, Lillia erythropygia, L. daurica, Lageno-
plastes fluvicola, Cotile subsoccata, C. sinensis, Ptyonoprogne con-
color, P. rupestris, Chelidon cashmeriensis A. Hume, Nests and Eggs
Ind. Birds 72—84.
Eier und Nester von Progne tapera, P. chalybea (nur Nest),
Atticora fasciata, Hirundo albiventris, Stelgidoj)teryx ruficollis ; von
Cotyle riparia wurden mehrere Ex. zu Nauta angetroffen. E. Bar t-
lett, Proc. Z. S. 258.
Hirundo rustica vom Camerunflusse. Reichenow, Journ. f.
Orn. 302.
Ueber Hirundo rustica (nach Sharpe H. javanica Scop.) in
Kattiawar J. Hayes Lloyd, Ibis 405. -
Ueber Nest und Ei von Hirundo javanica Sparrm. in Ceylon.
Swinhoe, Ibis 231.
Ei von Hirundo erythropygia Cocku. Marshall, Stray Feath.
I 350.
Nest von Cotile sinensis B. M. Adam ib. 370.
Ptionoprogne pallida Hume aus Sind ist auch Blanford
(Ibis 214) = Cotyle obsoleta Cab.
Chelidon urbica in Coimbatore; auch von Thondiani in Huzara
erhalten. A. Hume, Stray Feath. I 323.
Progne domestica, Cotyle ruficollis Graf B erlepsch, Journ.
f. Orn. 234. Prov. St. Catharina.
Coraciadae. Brutgeschäft von Coracias indica, C. garrula,
Eurystomus orientalis. A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 103 — 105.
Coracias garrula in Mombas, O.-Africa. R. B. Sharpe, Proc.
Z. S. 712.
Ueber einen Hybriden von Coracias garrula und C. indica aus
Kaschmir. Blyth, Ibis 80.
Ei von Coracias indica R. M. Adam, Stray Feath. I 372.
Coracias naevia Daud. Ant. e Salvad. Ucc. mar rosso e Bogos
63. Jugendkleid.
Eurystomus orientalis in Süd-Indien angetroffen. J.W. Vipon,
Stray Feath. I 495.
Abbildung. Eurystomus crassirostris Sclater. Cruise Cu-
racoa t. 3. Salomon-Ins.
Eurylaimidae. Brutgeschäft von Psarisomus Dalhousiae und
Cymbirhynchus macrorhynchus. A. Hume, Nests and Eggs Ind.
Birds 110—111.
der Vögel während des Jahres 1873. 43
Momotidae. Eumomota superciliaris (Jard. et Selby). Unter-
schiede des Vogels am Nicaragua von Ex. aus Guatimala und Hon-
duras. Sclater, Ibis 373.
0. Salvin: On the Tail-Feathers of Momotus, Proceed. Z. S.
429 mit Holzschnitten. Die fahnenlosen Stellen entstehen dadurch,
dass der Vogel die Fahnen abrupft. (Besprochen werden Momotus
subrufescens, M. Lessoni, M. mexicanus, Prionirhynchus platyrhynchus.)
Verf. bespricht auch die Raketenfedern in anderen Vogelfamilien.
Momotus ruficapillus Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 268. Prov:
St. Catharina.
Abbildungen. Holzschnitte der Schwanzfedern. 0. Salvin,
Proc. Z. S. Momotus Lessoni f. 1. S. 431. f. 3. S. 432, M. mexicanus
f. 2. S. 431, Prionirhynchus platyrhynchus f. 4. S. 432.
Trogonidae. Brutgeschäft von Harpactes Hodgsoni. A. Harne,
Nests and Eggs Ind. Birds 99.
Trogon viridis, T. surucua Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn.
271. Prov. St- Catharina.
Antin. e Salvad.: Ueber Apaloderma narina in Abyssinien.
Ucc. mar rosso e Bogos 61.
Bucconidae. Monasa torquata Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn.
271. Prov. St. Catharina.
Ei und Nest von Chelidoptera tenebrosa. E. Bartlett, Proc.
Z. S. 295.
Alcedinidae. Brutgeschäft von Pelargopsis gurial, Halcyon
smyrnensis, H. occipitalis, Alcedo bengalensis, Ceryle rudis, C. guttata,
A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 105 — 110.
Ueber das Jugendkleid von Dacelo nigrocyanea Schlegel,
Tijdschr. Dierk. IV 38.
Sclater: Halcyon albicilla (Dumont), H. chloris (Bodd.) und
H. sanctus (Vig. et Horsf.) von Neu-Irland durch Capt. Fergusson,
Proc. Z. S. 3.
Ueber Halcyon chloris von der Insel Siek Sayd westlich von
Massaua. Ant. et Salvad., Ucc. mar rosso e Bogos 68.
Ueber Halcyon chloris von Atchin; auch Sharpe hat die Art-
selbstständigkeit von H. occipitalis von den Nicobaren anerkannt.
A. Hume, Stray Feath. I 451.
Ueber Halcyon malaccensis (Sharpe) und H. chloris (Bodd.)
Fi n seh und Conrad, Verh. zool.-hot. Gesellsch. Wien XXIII 348.
Gräffe: Ueber Halcyon tutus. Journ. Mus. Godeffroy 1873. 50.
Halcyon vagans, über Artselbstständigkeit Dr. F in seh, Trans-
act. N. Zeal. Inst. V 207.
Eier und Nest von Halcyon smyrnensis. R. M. Adam, Stray
Feath. I 372.
Ueber Alcedo ispida (zwischen dem europ. 'Vogel und A. ben-
galensis stehend) aus Sindh. A. Hume, Stray Feath. I 168.
44 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Nisten und Brüten von Alcedo bengalensis A. Hume, Lahore
to Yarkand 178.
Ispidina bengalensis (Gm.) aus Daurien geschickt. Tacza-
nowski, Journ. f. Orn. 112.
Swinhoe: Ueber Ceryle lugubris, C. guttata und C. rudis in
Ningpo, Ibis 361.
Ceryle torquata, C. amazona, C. americana Gf. Berlepsch,
Journ. f. Orn. 269. Prov. St. Catharina.
Eier und Nester von Ceryle torquata, *C. amazona, Nisten von
C. americana und C. inda (L.). E. Bartlett, Proc. Z. S. 292, 293.
Neue Arten. Carcineutes amabüis A. Hume, Stray Feath. I
474. Pegu. — Alcedo rufigaster L. Waiden, Ann. nat. hist. XII 487.
S. Andaman M. Ramsay.
Meropidae. Brutgeschäft von Merops viridis, M. philippinus,
M. Swinhoei Hume (auch über Synon.), M. aegyptius, M. apiaster,
Nyctiornis Athertoni A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 99 — 103.
Merops viridis Nest u. Eier R. M. Adam, Stray Feath. I 371.
Ein Flug von Merops apiaster bei Achkarren im Breisgau.
F. v. Schilling, Ber. XX. Vers. d. Orn.-Gesellsch. 34.
Merops apiaster in Westfalen Ferd. B. D roste, Zool. Gart. 146.
Ueber Synonymie von Merops quinticolor Vieill. L. Waiden,
Ibis 301.
Merops ornatus Lath. von Neu-Britannien durch Capt. Fer-
gusson, Sclater, Proc. Z. S. 3.
Abbildung. Meropogon Forsteni Gould B. Asia. P. XXV t. 5.
Passeres tenuirostres.
Upupidae. J. Marie: On the Upupidae and their Relation
ships. Ibis 181. t. 5 — 7. Revision der verschiedenen Ansichten, Cha-
ractere und Anatomisches über Upupa epops, sternum und Schulter-
gürtel von U. minor, Anatomisches über Irrisor erythrorhynchus,
senegalensis und aterrimus, Rhinopomastus eyanomelas. Skelet von
Fregilupus madagascariensis, über Falculia (ausgest. Vogel) und He-
teralocha acutirostris. Vergleichung der Upupidae mit verschie-
denen Familien. Schliesslich werden die Epopinae oder Epopo-
morphae einstweilen von Huxley's Gruppe der Coccygomorphae
getrennt, .aber in einer linearen Anordnung folgen sie den Bucero-
tidae als nächste Verwandte. Verf. nimmt ferner an Upupinae oder
Upupidae mit dem einzigen Genus Upupa und Irrisorinae oder Irri-
soridae mit Irrisor und Rhinopomastus.
Robert Wagner: Ueber die Verbreitung der Paradisvögel.
Zool. Gart. 6 mit Kärtchen für jede Species (Epimachinae).
v. Rosenberg: Berichtigungen zu diesem Aufsätze ib. 196.
der Vögel während des Jahres 1873, 45
Brutgeschäft von Upupa epops und U. nigripennis Gould. A.
Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 162—164.
Nest von Upupa epops in N.-W.-Indien. Cock u. Mars hall,
Stray Feath. I 351.
Ueber Unterscheidung von Upupa epops, U. senegalensis und
U. indica. Ant. e Salv., Ucc. mar rosso e Bogos 60.
D. G. Elliot: Monogr. Paradiseidae (Epiraachinae).
v. Rosenberg beobachtete an der Ostküste der nördlichen
Halbinsel N.-Guineas Epimachus magnificus und albus, im bergigen
Innern der Halbinsel E. speciosus (magnus) und magnificus. Schlegel,
Tijdschr. Dierk. IV 49.
Ueber Epimachus maximus und Drepanornis Albertisi. Sclater,
Proc. Z. S. 558.
Neue Gattung. Drepanornis Sclater. P. Z. S. 558 et
Nature 1873. 305 (D. Albertisi n. sp.).
Neue Arten. Drepanornis Albertisi Sclater. Proc. Z. S. 558
et 560 et Nature 1873. 14. Aug. Arfakgebirge N.-Guinea d'Albertis.
Dr. A. B. Meyer hatte diesen Vogel im März 1873 auf dem Arfak-
gebirge aufgefunden, in einer Notiz dd. Andai auf N.-Guinea 15. März
1873 Epimachus Wilhelminae genannt (Natuurk. Tijdschr. Batavia
1874) und diese Tagebuch -Notiz dann im Journ. f. Orn. Octob. 1873.
405 publicirt, da jedoch Herr d'Albertis die Art Monate vor ihm
entdeckt hatte und M. Sclaters Publication bereits im Juni 1873
erfolgt ist, die Priorität der letzteren anerkannt. (Vgl. Journ. f. Orn.
a. a. 0.) — Epimachus Ellioti E. Ward, Proc. Z. S. 742 (1 Ex.
ohne Beine und Primarien) N.-Guinea?
Abbildungen. Drepanornis Albertisi Sclater Proc. Z. S.
t. 47 m. f.; Elliot Monogr. Paradis. t. 21. — Epimachus speciosus
Elliot ib. t. 19. — E. Ellioti Ward ib. t, 20. — Seleucides alba ib.
t. 22. — Ptiloris magnificus ib. t. 23. — P. Alberti ib. t. 24. —
P. paradiseus ib. t. 25. — P. Victoriae ib. t. 26. — Köpfe und Füsse
von Epimachus speciosus, Drepanornis Albertisi, Seleucides alba,
Ptiloris magnificus ib. t. 1, Osteologie von Upupa epops Murie, Ibis
t. 5. f. 1—22. t. 7. f. 62, 77, 78, von U. minor ib. t. 5. f. 23—25.
t. 7. f. 60. 61, Irrisor senegalensis ib. t. 6. f. 26, 27, 31, 32, I. ery-
throrhynchus ib. f. 28—30, 33—47, t. 7. f. 76, Rhinopomastus
cyonomelas t. 7. f. 48, 50, 52, 53, 58, 74, 75, Irrison aterrimus
t. 7. f. 71.
Promeropidae. Brutgeschäft von Aethopyga goalpariensis, A.
nipalensis, A. saturata, Leptocoma Zeylonica, L. minima, Arachnech-
thra asiatica, A. intermedia Hume, A. flammaxillaris, Cyrtostomus
pectoralis, Dicaeum cruentatum, D. minimum, D. concolor, Pipri-
soma agile, Myzanthe ignipectus, Pachyglossa melanoxantha, A. Hume,
Nests and Eggs Ind. Birds 146—160.
46 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ueber Nectarinien-Nester Reichenow und Lühder, Journ.
f. Orn. 217.
Nest von Arachnechthra asiatica Cock u. Marshall, Stray
Feath. I 351; über den Nestbau dieser Art. R. M. Adam ib. 374.
Arachnechthra flammaxillaris Blyth.? (A. frenata Ball.) von
den Andamanen. L. Waiden, Ibis 312.
Ueber Arachnechthra lotenia in Ceylon Swinhoe, Ibis 229
(im Kröpfe kleine Tipulae).
Neue Arten. Aethopyga nicöbarica A. Hume, Stray Feath.
I 412 Nicobaren. — Nectarinia (Arachnechthra) brevirostris Blan-
ford, Ibis 86 m. f. Beludchistan. — Arachnechthra andamanica A.
Hume, Stray Feath. I 404 Andamanen. — Dicaeum virescens A.
Hume ib. 482 Andamanen.
Abbildungen. Osteologie von Promerops caffer Murie, Ibis
t. 7. f. 49, 51, 54, 57, 59, 63—69, 72, 73.
GaereMdae. Gf. Berlepsch: Ueber die Gattung Dacuis, Auf-
zählung der Arten mit ihrer geogr. Verbr., Journ. f. Orn. 69.
Dacuis cyanomelas, D. nigripes, Certhiola chloropyga, Gf. Ber-
lepsch, Journ. f. Orn. 235. Prov. St. Catharina.
Ueber Conirostrum cinereum Orb. Lafr. Cabanis, Journ. f.
Orn. 64.
Nest von Certhiola chloropyga Cab. E. L. Layard Ibis 378.
Neue Gattung. Xen odacni s Cab. Journ. f. Orn. 312
(X. parina n. sp.).
Neue Arten. Dacnis modesta Cab. Journ. f. Orn. 64. W.
Peru H. Jelski. — Xenodacnis parina Cab. ib. 312. "W. Peru H.
Jelski. — Chlorophanes purpurascens Sclater et Salvin, Nomencl. Av.
Neotrop. 16 et 157. Venezuela bei Caraccas. — Diglossa pectoralis
Cab. Journ. f. Orn. 318. Peru H. Jelski.
Abbild. Xenodacnis parina Journ. f. Orn. t. 4. f. 1, 2.
Trochilidae. 0. Salvin and D. G. Elliot: Notes on the
Trochilidae. Ueber individuelle Variation, Geschlechtsdifferenzen,
geogr. Verbr., kritische Uebersicht der Arten mit sorgfältig gear-
beiteter Synonymie: I. The Genus Phaetornis Ibis 1. Beibehalten
werden 14 Species, nämlich Ph. superciliosus, longirostris, hispidus,
syrmatophorus, eurynome, squalidus, anthophilus, Augusti, Pretrii,
yaruqui, Guyi, Emiliae, Bourcieri (zu welchem Ametrornis abnormis
als Synonym gezogen wird), Philippii. II. The Genus Pygmornis
ib. 269. 8 Sp. P. Idaliae, Longuemareus, Adolphi, griseigularis, strii-
gularis, pygmaeus, episcopus, nigricinctus. III. The Genus Glaucis
ib. 275. 1 Sp. Glaucis hirsuta (mazeppa Less., affinis Lawr., mela-
nura Gould, lanceolata Gould, aenea Lawr.) ; Gl. dobrui dürfte wie
Gould vermuthete das W. von Grypus? Spixi sein. IV. The Genus
Threnetes ib. 277. 4 Sp. Thr. leucurus, cervinicanda, Antoniae,
Ruckeri (Glaucis — Gould). — The Genus Thalurania ib. 353. 11 (13)
der Vögel während des Jahres 1873. 47
Sp. Tb. glaucopis, Luciae, columbica, furcata, furcatoides, nigro-
fasciata, Watertoni, refulgens, Eriphile, hypochlora, Wagleri; Typen
nicht untersucht von Th. Lerchi (Muls. et Verr.) und iolaema.
0. Salvin: On two Species of Trochilidae of the Genus Lo-
phornis, Ibis 279. *L. Gouldi (Less.) = Tr. reginae Schreibers aus
N.-Bras. und L. stictolophus Salvin (reginae Gould) aus Columbien.
Phaetornis squalidus, Ramphodon naevius, Aphantochroa cir-
rhochloris, Thalurania glaucopi3, Lophornis chalybea, Clytolaema
rubinea, Agyrtria albicollis, A. brevirostris Gf. Berlepsch, Journ.
f. Orn. 273. Prov. St. Catharina.
H. White ly: Notes on Humming-birds collected in High
Peru. Proc. Z. S. 187. (Myrtis Yarrelli, Phaetornis superciliosus,
Petasophora iolata, Jolaema White lyana Gould, Cynanthus Mocoa,
Adelomyia chlorospila Gould, Aphantochroa hyposticta, Phaetornis
Guyi, Heliothrix auritus, Docimaster ensifer, Rhamphomicron micro-
rhynchus, Pterophanes Temminckii, Aglaeactis caumatonota.. A. Ca-
stelnaudi, Helianthea oscuians, Metallma smaragdinicollis, M. aenei-
cauda Gould, Beschreibungen, Messungen, Lebensw. — Additional
Notes über Panoplites Mathewsi (Nest?), Spathura peruana, Peta-
sophora cyanotus, P. delphinae, Eriocnemis Alinae ib. 784.
Nester und Eier von Phaetornis hispidus, Ph. malaris, Ph.
Bourcieri, Doryphora Johannae, Thalurania Tschudii von M. E. Bart-
lett in 0. Peru gefunden. Proc. Z. S. 286—289.
Giebel: Ueber Trochilus Sappho, Zeitschr. f. d. ges. Naturw.
N. F. VII 540.
Ueber die Schwanzfedern bei Steganura Underwoodi und St.
cissura 0. Salvin, Proceed. Z. S. 433.
Ueber Trochilus minimus L. Sund ev all, Meth. nat. tent.
91 Note.
Neue Gattung. Hylonympha Gould, Ann. nat. hist.
XII 429 (H. macrocerca n. sp.).
Neue Arten. Trochilus (Bhodopis) atacamensis Dr. F. Ley-
bold Leopoldina, Hft. VIII N. 7. März 1873. Copiapo, Cordilleren
oder Wüste von Atacama. — Hylonympha macrocerca Gould, Ann.
nat. hist. XII 429 Brasilien? — Lophornis stictolophus Salvin (neuer
Name für L. reginae Gould) Ibis 280 Columbien.
Meliphagidae. Ueber die beiden Exemplare von Drepanis pa-
cifica (Gmel.) aus dem Museum Leverianum in der Wiener Samm-
lung. Sie sind die Typen von Latham's Beschreibung und eines
derselben ist das Original von Vieillot's Abbildung. Es ist nicht
bekannt ob ausser diesen und dem einst Levaillant gehörigen Ex.
andere Individuen in europ. Museen sich befinden. Pelz ein, Ibis 21.
Ei von Anthornis melanocephala Travers, Trans. N. Zeal,
Inst. V. 215.
48 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Zosterops lateralis scheint erst neuerlich auf den Chatham-
Inseln erschienen zu sein Travers ib.
üeber Zosterops Bull er B. N. Zeal. Introd. XVI.
Ei und Nest von Zosterops palpebrosus Cock u. Mars hall,
Stray Feath. I 356.
Ueber Zosterops ceylonensis Holdsworth und Z. palpebrosus
aus Ceylon. Swinhoe, Ibis 228.
Neue Gattungen. Euthyrhynchus Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 39 (E. griseigula, E. flavigula, E. fulvigula n. sp.). —
Melidectes Sclater, Proc. Z. S. 694 (M. torquatus n. sp.). — Me-
lipotes Sclater ib. (M. gymnops n. sp.)
NeueArten. Myzomela Bosenbergii Schlegel, Tijdschr. Dierk.
IV 38. N.-Guinea Rosenb. — Euthyrhynchus griseigula Schleg. ib.
N.-Guinea Rosenberg. — E. flavigula Schleg., ib. 40 N.-Guinea Ro-
senb. — E. fulvigula Schleg. ib. N.-Guinea Rosenb. — Ptilotis cinerea
Sclater, Proc. Z. S. 693 N.-Guinea d'Albertis. — Pt. melanophrys
Sclater ib. N.-Guinea d'Albertis. — Melidectes torquatus Sclater ib.-
694 N.-Guinea d'Albertis. — Melipotes gymnops Sclater ib. N.-Guinea
d'Albertis.
Abbildungen. Melidectes torquatus Sclater, Proc. Z. S.
t. 55. Holzschnitte von Kopf und Fuss ib. S. 694. f. 2. — Melipotes
gymnops ib. t. 56. Holzschn. v. Kopf, Flügel u. Fuss ib. S. 695.
f. 3. — Glyciphila caledonica Gray, Cruise Curagoa t. 4. f. 1 N.-
Caledonien- — G. flavotineta Gray ib. f. 2 Eramanga, N. Hebriden.
Philemon Sclateri Gray ib. t. 5 Salomon-Ins. — Anthochaera Aubry-
anus (J. Verr. et Desm.) ib. t. 6 N.-Caledonien. — Zosterops flavi-
frons (Gm.) ib. t. 7. f. 1 N. Hebriden. — Z. xanthochroa Gray ib.
f. 2 N.-Caledonien.
Anabatidae. Sclater und S a 1 v i n vereinigen Glyphorhynchus
Castelnaudi und G. pectoralis mit G. cuneatus, Dendrornis elegans
wurde auch aus Bogota erhalten, D. palliata Sei. et Salv. (nee Des
Murs. ?) wird mit D. ocellata (Spix.) vereinigt, Picolaptes notatus
Eyton und Dendroplex similis Pelz, werden zu Dendrornis multi-
guttata Lafr. gezogen. Proc. Z. S. 270, 271, 272.
Eier und Nester von Furnarius torridus Sei. et Salv. (Höhlen-
brüter) und F. minor Pelz., Automolus subulatus (Spix.) und Den-
drornis elegans Pelz. E. Bartlett, Proc. Z. S. 268, 270, 271.
Synallaxis ruficapilla, Anabatoides ruscus, Dendrocolaptes pi-
cumnus, Xiphocolaptes albicollis, Oxyrhamphus flammieeps Gf. Ber-
lepsch, Journ. f. Orn. 252. Prov. St. Catharina.
Drymornis Bridgesi (Eyton) = Dendrocolaptes brunneieeps
Mus. of Santiago von Entre Rios W. B. Lee, Ibis 133. Von Men-
doza Sclater u. Salv. ib. nota.
Ueber Cinclodes bifasciatus (Upucerthia atacamensis Phil.)
Sclater, Proc. Z. S. 782.
der Vögel während des Jahres 1873. 49
Brutgeschäft von Sitta himalayensis, S. leucopsis, Dendrophila
frontalis A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 161 — 162.
Sitta pusilla, S. carolinensis Maynard. Birds Florida II 33
—36. Beschbg., Eier, Nester.
Ueber die Arten des Subgenus Siteila. Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 48.
Neue Gattungen. Schizoeaca Cab., Journ. f. Orn. 319
(S. palpebralis n. sp.). — Clibanornis Sclater et Salv., Nomencl.
Av. Neotrop. 61 et 155 (Anabates dendrocolaptoides Temm.).
Neue Arten Furnarius agnatus Sclater et Salv. Nomencl.
A. Neotr. 61 et 159 St. Martha, Columbien. — Lochmias obscurata
Cabanis, Journ. f. Orn. 65. W. Peru H. Jelski. — L. sororia Sclater
et Salv., Proc. Z. S. 511. Venezuela M. Spence. — Cillurus rivularis
Cab. Journ. f. Orn. 319. Peru, H. Jelski. — Presbys peruanus
Cab. ib. 317. Peru H. Jelski: — Sclerurus olivascens Cab. ib. 67.
W. Peru, H. Jelski. — Synallaxis humilis Cab. ib. 319. Peru, H.
Jelski. — S. älbicapüla Cab. ib. Peru, H. Jelski. — Schizoeaca pal-
pebralis Cab. ib. Peru, H. Jelski. — Philydor subflavescens Cab. ib.
66. W.-Peru, H. Jelski. — Ph. erythronotus Sclat. et Salv., Nomencl.
Av. Neotr. 66 et 160. Col. int. (Bogota.) — Ipoborus (Automalus)
stictoptilus Cab., Journ. f. Orn. 66. W.-Peru, H. Jelski. — Picolaptes
Layardi Sclater, Ibis 386. Parä. — P. puncticeps Sei. et Salv., No-
mencl. Av. Neotrop. 69 et 160. Guiana int. — Margarornis stellata
Sei. et Salv. ib. 67 et 160. Ecuador. — Sitta rupicola Blanford,
Ibis 87 (? S. syriaca Fil. nee Ehr.). Persien. — S. papuensis Schleg.,
Tijdschr. Dierk. 47. N.-Guinea, Rosenb.
Abbildungen. Picolaptes Layardi Ibis t. 14. — Sitta euro-
paea Sharpe u. Dresser, B. Eur. P. XVI. — S. caesia ib. P. XVIII.
— S. sinensis J. Verr. Nouv. Arch. Mus. Hist. nat. IX t. 4. f. 1. —
Nest von Furnarius minor, Holzschnitt. Proc. Z. S. 268.
Certhidae. Ueber Certhia familiaris in Kaschmir. H enders.
u. A. Hume, Lahore to Yarkand 180.
Brutgeschäft von Certhia himalayana, C. Hodgsoni Brooks, A.
Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 160.
Ei und Nest von Certhia himalayana Cock u. Marshall,
Stray Feath. I 351.
Tichodroma muraria in Osnabrück erlegt. Ferd. B. D roste,
Zool. Gart. 146.
Neue Art. Climacteris placens Sclater, Proc. Z. S. 693. N.-
Guinea, d'Albertis.
Menuridae. Ueber Anatomie des Fusses von Menura lyra
Sundevall, Meth. nat. tent. 156.
Orthonyx spinicauda von Rosenberg auf der nördlichen Halb-
insel N. -Guineas erhalten, Schlegel, Tijdschr. Dierk. IV 47.
Dr. F in seh: Ueber die systematische Stellung der Gattungen
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. D
50 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Clitonyx Reichenb. und Phyllodytes Finsch. Journ. f. Orn. 893.
Verf. acceptirt den Namen Clitonyx statt Mohoua Less. und schlägt
für Certhiparus Lafr. die Benennung Phyllodytes vor. Clitonyx
bildet mit Orthonyx die Subfamilie Orthonycinae der Certhiden,
wogegen Phyllodytes mit den 2 Arten Ph. Novae Zealandiae (Gm.)
und Ph. albicilla (Less.) zur Subfamilie Parinae gehören würde.
Pteroptochidae. Neue Art. Bhinocrypta fusca Sclat. et
Salv., Nomencl. Av. Neotr. 76 et 161. Mendoza, Argent. Republ., H.
Weisshaupt. i
Troglodytidae. Brutgeschäft von Tesia castaneo-coronata, T.
cyaniventris, Anura caudata, Troglodytes nipalensis A. Hume, Nests
and Eggs Ind. Birds 217—219.
Eier von Troglodytes borealis Fisch. Grunack, Journ. f.
Orn. 320.
Troglodytes ludovicianus, T. aedon, T, hyemalis, Cistothorus
palustris, C. stellaris Maynard, B. Florida II 37 — 44. Bschbg.,
Nest, Ei.
Thryotharus platensis, Synonymie, Gf. Berlepsch, Journ. f.
Orn. 230. Prov. St. Catharina (eventuell wird der Name Th. Wiedii
in Vorschlag gebracht).
Unterscheidung des Cyphorhinus thoracicus Tschudi von C.
modulator (Diagn.) Sclater et Salv., Proc. Z. S. 257 Note.
Cyphorhinus modulator (Orb.) Nest, Ei. E. Bartlett ib. 256.
Salpinctes obsoletus, Vorkommen in Jowa T. M. T. Americ.
Natur. VII 1873. 566.
Neue Gattung. Urops ila Sclat. et Salv., Nomencl. Av.
Neotr. 7 et 155 (Troglodytes leucogaster Gould).
Neue Arten. Thryopliüus fulvus Sclater Proc. Z. S. 781.
Peru, M. Whitely. — Thryothorus Wiedii Gf. Berlepsch, Journ. f.
Orn. 230 event. Name für Th. platensis.
Abbildungen. Troglodytes parvulus Dresser, B. Eur. P.
XXIII— XXIV. — T. borealis ib. — Pnoepyga troglodytoides J.
Arch. Mus. H. N. IX. t. 4. f. 3.
Passeres Üentirostres.
Luscinidae. Drymoipus inornatus Sykes, Suya albosuperciliaris
Hume, A. Hume, Lahore to Yarkand 218, Pratiacola indica nicht
von P. rubicola zu trennen ib. 204, Saxicola Hendersoni Hume ib.
206, Ruticilla erythroprocta Gould,' ob verschieden von R. rufiventris
Vieill. ib. 208, über R. erythrogastra (Gould) ib. 210, Ei und Nest
von R. fuliginosa (Vig.).
A. Hume: Beschreib, von Pratiocola leucura, Dromolaea pi-
cata, Dr. alboniger Hume, Dr. monacha, Saxicola Kingi Hume, S.
der Vögel während des Jahres 1873. 51
deserti, Lusciniola melanopogon, Cettia sericea, Phyllopseuste ne-
glectus Hume, Sylvia affinis Bl., S. delicatula Hartl., Melizophilus
striatus Brooks, Anthus spinoletta etc. aus Sindh Stray Feath. I
183—204.
Nest und Eier von Pratincola indica, P. ferrea, Suya criniger,
Reguloides occipitalis Cook u. Marshall ib. 355.
Eier und Nester von Thamnobia cambaiensis, Pratincola ca-
pitata. Cercomela fusca R. M. Adam ib. 379, 380.
J. H. Gurney betrachtet Drymoica terrestris Smith und Cisti-
cola Ayresii für nicht trennbar von der europ. asiat. Cisticola cur-
sitans (Frankl.) und gibt vergleichende Messungen nach Individuen
verschiedener Localitäten. Ibis 257.
Ueber Drymoica murina Heugl. ? Ant. e Salvad., Ucc. mar
rosso e Bogos 109.
Der Name Malurus cyaneus (Gm.) dürfte, da Latharns Be-
schreibung und Abb. zu M. longicaudus Gould zu gehören scheinen,
auf die letztere Species zu übertragen und für die andere die nächst
älteste Benennung, d. i. superbus Shaw., beizubehalten sein. Pelz ein,
Ibis 111.
Sphenoeacus rufescens Bull, wahrscheinlich = Sph. fulvus
Gray, F in seh, Trans. N. Zeal. Inst. V 207.
Blanfor d bemerkt zu Blanfordius striatulus Hume, dass dieser
Gattungsname bereits unter den Mollusken vergeben sei. Ibis 222.
Ueber Laticilla Burnesi Blyth. A. Hume, Stray Feath. I 180.
E. Schauer: Die drei Schwirrvögel Sylvia (Threnetria) lo-
custella, fluviatilis und luscinioides. Journ. f. Orn. 161. Verf. schlägt
für diese eine Gruppe bildenden Arten den Namen Threnetria vor.
Interessante Beobachtungen der Lebensw.
Dr. A. Hansmann: Zwei Schwirrer ib. 426. Locustella Rayi
bei Stettin, Nester, Eier, L. fluviatilis bei Stettin beobachtet. Verf.
schlägt für C. locustella den Namen Locustella gryllus und für flu-
viatilis L. cicada vor.
Ueber Calamoherpe fluviatilis bei Breslau, Lebensw., Gesang.
A. v. Homeyer ib. 146.
Calamoherpe palustris, Brutvogel im Hochwalde in Schlesien.
A. v. Homeyer ib. 222.
Acrocephalus turdoides am Camerunflusse. Reichenowib. 302.
Arundinax Davidiana J. Verr. ist aus N. - China, nicht aus
Tibet. Swinhoe, Proceed. Z. S. 688.
T. Salvadori: Note on Homochlamys luscinia Salv. Ibis 179.
Die Species = Arundinax canturians Swinh. und müsste daher
H. canturians heissen. Dagegen wäre Swinhoe's Genus Herbivox
Synonym von Homochlamys, zu welcher vielleicht auch cantans
Temm. Schi, und minutus Swinhoe gehören dürften. Verf. betrachtet
mit Finsch Homochlamys als zu den Timaliden gehörig, mit wel-
52 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
ehen er die Calamodytinao für näher verwandt hält als mit der
Sylvidae.
Hodgsons Abb. t. 826 mit Nest und Ei ist nicht Dumeticola
affinis, sondern D. brunneipectus Blyth., welche Hodgson für das W.
hielt. Hodgson t. 900 mit Nest und Ei stellt nicht Horornis assi-
milis, sondern Neornis flavolivacea vor. A. Hume, Stray Feath. I 494.
Tatare longirostris (Gmel.) Beschreibung und Unterscheidung
von T. otaitensis Less. Pelzein, Ibis 23,
Ueber Sylvia curruca in Indien (vom Hugli) Blyth, Ibis 80.
P. V. G redler: Ueber ein Nest von Sylvia hypolais, Zool.
Gart. 280.
Phyllopneuste Eversmanni häufig in der Gegend von Archangel
E. Aiston u. J. H. Brown, Ibis 61.
P. Blasius Hanf: Notizen über die Fortpflanzung der Sylvia
Nattereri Schinz. (Phyllopneuste montana Brehm) in der Umgebung
von Mariahof (Steiermark) im Jahre 1872. Verh. zool. -bot. Gesellsch.
Wien XXIII 469. Ph. montana brütet daselbst häufiger als rufa und
fitis und scheint diese immer mehr zu verdrängen. Ueber Nester
und Eier, Kuckuckseier im Neste.
Phyllopneuste montana bei Salzburg und in Steiermark (Nisten
— ein Kuckucksei im Neste) v. Tschüs i, Journ. f. Orn. 150.
Phyllopneuste rufa als Frühlingsbote H. Alba r da, Ber. XIX.
Vers. d. Orn.-Gesellsch. 71 (a. d. Holland.).
Abrornis albosuperciliaris (Lahore to Yarkand t. 20) ist die
obere und A. xanthoschistus ib. ist die untere Figur. Die Abbild,
t. 17 ist nicht Drymoipus inornatus, sondern D. terricolor A. Hume,
Stray Feath. I 493.
Abroruis chloronotus Hodgs. t. 839 mit Nest und Ei ist nicht
identisch mit Regulus proregulus, sondern mit maculipennis Blyth.,
wesshalb der Name chloronotus bleiben müsste, Phyllopneuste syl-
vicultrix Swinhoe ist identisch mit P. magnirostris Blyth., deren
Synonymie gegeben wird, auch über geogr. Verbr. A. Hume ib. 494.
Brutgeschäft von Callene rufiventris, C. albiventris Blanford,
C. frontalis A. Hume, Nests and Eggs Ind. Birds 219—220.
Ptadde: Vorkommen von Calliope cyane Pall. Journ. f. Orn. 52.
Saxicola alboniger A. Hume nach Blanford, Ibis 214 gute
Species.
Saxicola saltatrix Menetr. von Akscha O. -Sibirien, Eier, Nest.
Taczanowski, Journ. f. Orn. 117.
Ueber Verschiedenheit von, Pratincola indica und P. rubicola
Severzow, Journ. f. Orn. 359 Anmkg.
A. Hume: Ueber Identität der Pratincola indica mit P. rubi-
cola Stray Feath. I 183.
J. H. Gurney hält Pratincola torquata (L.) für verschieden
von P. rubicola, Ibis 259.
der Vögel während des Jahres *1873. 53
Nach Fiiisch, Proc. Z. S. 735 ist Thamnobia Sw. (fulicata
L.) kaum trennbar von Pentholaea.
Petroicä longipes Garn, und P. albifrons Gmel. bilden das
Genus Myioscopus Reich., das zu den Luscininae nächst an Ery-
thacus gehört. Finsch, Transact. N. Zeal. Inst. V 207.
Neue Gattungen. Blanfordius (Malurinae) A. Hume,
Stray Feath. I 300 (B. striatulus n. sp.). — Threnetria Schauer,
Journ. f. Orn. 161 (Sylvia locustella, fluviatilis und luscinioides). —
Lamprolia Finsch, Proc. Z. S. 753 (L. Victoriae n. sp.). — Philo-
thamna Antin. e Salv., Ucc. Bogos 102 (Ruticilla fuscicaudata Blanf.).
Neue Arten. Suya albogularis A. Hume, Stray Feath. 1459,
Atchin, M. Davison. — Dryodromas nigriceps Shelley, Ibis 139 Abouri
in Aguapim, W.-Afr. — Blanfordius striatulus A. Hume, Stray Feath.
I 300, Kurrachee, M. Blanford. — Locustella gryllus, L. cicada
Hansm., Journ. f. Orn. 426 (neue Namen für C. locustella u. fluvia-
tilis). — Locustella subsignata A. Hume, Stray Feath. I 409, Anda-
manen. — Acrocephalus sp. Ant. e Salv., Ucc. ra. rosso e Bogos 105,
Massaua, S. Beccari. — Ijusciniopsis brevipennis J. Verr., Nouv. Arch.
Mus. H. N. VII 1871-1872. 7 et 65, Moupin. — Pliyllopneuste tri-
notaria P. A. David ib. VII Bull. 1; Swinhoe, Proc. Z. S. 689,
Moupin. — Gerygone flaveola Gab., Journ. f. Orn. 157 S. Celebes,
Dr. A. B. Meyer (nebst mehreren Verwandten vielleicht Diminutiv-
form der Pachycephalinen). — Luscinia Golzi Cab. ib. 79 Turkestan.
— Galliope pectardens P. A. David, N. Arch. Mus. H. N. Bullet. 1 ;
Swinhoe. Proc. Z. S. 689, Moupin. — Lamprolia Victoriae Finsch.
Proc. Z. S. 733 Ins. Vana, Fidschi-Gruppe. — Saxicola leucolaema
Ant. e Salvad., Atti Ac. Sc. Torino VIII 1872. 32 et Ucc. Bogos 101,
Keren. — Pratincola albosuperciliaris (wenn versch. von P. indica)
A. Hume, Stray Feath. 307, Andamanen.
Abbildungen. Orthotomus longicaudus (Gin.) Gould, Birds
of Asia XXV t. 15 (mit Nest). — Rhopophilus pekinensis Swinh.
ib. t. 12. — Drymoipus longicaudatus (Tickell.) Lahore to Yarkand
t. 17. f. 2. — D. terricolor Hume (nicht inornatus) ib. t. 17. f. 1,
Holzschnitt des Nestes von inornatus ib. 216. — Suya albosuper-
ciliaris Hume ib. t. 18. — Cisticola Ayresii (habessynica Hgl.) Heuglin,
Orn. N.-O.-Afr. t. 8d f. 1. — C. jodopygia ib. f. 2. — C. cineras-
cens ib. t. 8 b. — Acrocephalus brunnescens (Jerd.) Henders. et
Hume, Lahore to Yarkand t. 16, Holzschnitt des Flügels ib. 215. —
Phylloscopus viridanus (Bl.) ib. t. 19. — Abrornis xanthoschistus
(Hodgs.) ib. t. 20. f. 2 (nee 1). — A. albosuperciliaris Blyth ib.
t. 20. f. 1 (nee 2). — Ruticilla Moussieri Dresser, B. Eur. P. XXIII
—XXIV. — R. coeruleocephala (Vig.) Lahore to Yarkand t. 14. —
— R. fuliginosa ib. t. 15. — Hodgsonius phaenicuroides (Hodgs.)
ib. t. 6. — Erithacus rubecula Dress., B. Eur. P. XXIII— XXIV. -
Lamprolia Victoriae Finsch, Proc. Z. S. t. 62. Holzschn. v. Kopf,
54 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Flügel und Schweif ib. S. 734. f. 1 — 3. — Saxicola inoesta Sharpe
et Dresser, B. Kur. P. XVI. — S. raonacha ib. — S. philothamna
ib. P. XVII. — S. leucura ib. XXIII— XXIV. — S. leucopyga ib. —
S. Hendersoni Hume, Lahore to Yark. t. 13. — S. leucolaema Ant.
c Sah'., Ucc. Bogos t. 2. — Pratincola rubicola Dress.. B. Eur. P. XXIII
—XXIV. — P. rubetra ib. — P. ferrea (Hodgs.), Lahore to Yark. 1. 12,
Holzschnitt des Schnabels ib. 205. — Accentor collaris Sharpe et
Dress., B. Eur. P. XVII. — A. modularis ib. P. XXI. — Eier von
Arundinax olivacea Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 1. f. 1, Locustella
salicaria f. 2, Dumeticola thoracica f. 3, Calamodyta certhiola f. 4,
5, Phyllopneuste fascata f. 6, Ph. coronata f. 9, Reguloides prore.
gulus f. 10, Ruticilla aurorea f. 11, Larvivora cyanea f. 12, Galliope
eamtschatkensis f. 13, Saxicola saltatrix ib. t. 2. f. 29.
Paridae. Dr. AU um: Forstlicher Werth der Waldmeisen,
Forstzoologie II 291 mit Holzschnitten.
Dr. H. Landois: Nutzen der Meisen; ihre Pflege durch Nist-
kästchen und Speckwürfel. Ber. westfäl. Ver. f. Vogelschutz u. s. w.
1873. 64.
Parus pekinensis J. Verr. und Mecistura vinacea J. Verr.
(Orites ouratensis P. A. David msc.) sind von N.-China, nicht von
Tibet, Swinhoe, Proc. Z. S. 688.
Parus monticolus Vig. (Eier), P. cinereus Vieill. (Ei u, Nest),
P. cyanus Pall. Beschr. von Ex. aus Yarkand A. H u m e, Lahore to
Yarkand 229 etc.
G. Hall er: Nahrung von Parus palustris und borealis var. ;
bei letzterer Vegetabilien gefunden. Zool. Garten 478.
Parus cinereus in Burmah A. Hume, Stray Feath. I 323.
Ueber Parus nuchalis Jerd. R. M. Adam ib. 385.
Parus tephronotus (Günther) aus der europ. u. asiat. Türkei,
Beschbg., Artselbstst., Beschr. des Jugendkleides; die Art wurde
auch von P. David zu Öurato in China gefunden und Mecistura tri-
virgata genannt. Alleon et Vi an, Rev. de Zool. 255.
Certhiparus maculicandus ist mit C. Novae-Zealandiae zu ver-
einigen. Fi nsch, Trans. N.-Zeal. Inst. V 207.
Nester und Eier von Parus monticolus und Aegithaliscus ery-
throcephalus, Nest von Cephalopyrus flammiceps Cock u. Mar-
shall. Stray Feath. I 356.
Veränderter Gattungsname. Phyllodytes Finsch statt
Certhiparus Lafr. 1. Ph. Novae-Zealandiae (Gmel.) und 2. Ph. albi-
cilla (Less.) Journ. f. Orn. 393.
Neue Arten. Parus phaeonotus Blanford, Ibis 88 Schiraz,
Persien. — P. (Cyanistes) persicus Blanford ib. 89 Schiraz. — Lo-
phophanes Humei W. E. Brooks, Journ. As. Soc. Bengal XLII 1873
Sikkim. M. Mandelli. — Suthora conspicillata P. David, Nouv. Arch.
Mus. H. N. VII Bull. 1 ; Swinhoe, Proc. Z. S. 690, Kokonor.
der Vögel während des Jahres 1873. 55
Abbildung. Ei von Cyauistes cyanus Taczanowski, Journ.
f. Orn. t. 1. f. 14.
Mniotiltidae. Helmitherus vermivorus. H. Swainsoni (Ei u.
Nest nicht beschr.), Dendroeca pina, D. striata, D. coronata, D. pal-
marum. D. caerulescens (Ei u. Nest nicht beschr.), D. tigrina (Eier),
D. maculosa. D. aestiva, D. discolor, D. dominica, Helminthophaga
celata, H. ruficapilla Maynard, B. Florida II 45—64, Beschr.,
Eier, Nester.
Parula pitiayumi, Basileuterus vermivorus, B. stragulatus Gf.
Berlepsch, Journ. f. Orn. 231, Prov. St. Catharina.
Neue Arten. Myiotlüypis striaticeps Cab., JourD. f. Orn.
316 Peru H. Jelski. — Basileuterus diachlorus Cab. ib. Peru H.
Jelski. — B. leucopygkis Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 10 et
156, Costarica, M. Carmiol.
Motacillidae. Mutacilla paradoxa Schrenck (Nester, Eier), M.
baicalensis Swinh., M. ocularis Swinh., Pallenura sulphurea (Bechst.)
Nisten, Budytes citreola (Pall.) Nest, Eier, Jugendkleid, B. flava
(L.)?, Corydalla Richardi (Vi'eill.), Nest, Eier, Pipastes agilis (Sykes),
Nest, Eier, auch Kuckucksei, Anthus spinoletta (L.), A. japonicusT. et
Schi. Taczanowski nach Dybowski's Unters. Journ. f. Orn. 81 — 85.
Blanford: Kritik von M. A. Hume's Abhandlung über die
indischen Bachstelzen (Stray Feath. N. 1) Ibis 218.
Thiele: Ueber ein Nest von Motacilla alba mit 3 Kuckucks-
eiern. Journ. f. Orn. 73.
Nest und Ei von Motacilla maderaspatana R. M. Adam, Stray
Feath. I 383.
Motacilla melanocephala Licht, in der europ. Türkei, Beschr.,
Art selbstst. Alleon et Yian, Rev. d. Zool. 244.
Ueber Budytes citreoloides (Gould) A. Hu nie Lahore to Yar-
kand 224, Nest und Eier, Henicurus maculatus (Vig.) ib. 222, Pi-
pastes arboreus (Bechst.) ib. 226, Agrodroma Jerdoni (Finsch) (Co-
rydalla griseorufescens Hume. Ibis 1870) ib. 226 (auch Eier?).
Ueber chinesische Henicuri Swinhoe. Ibis 228.
W. E. Brooks: Notes on some of the Indian Pipits (Cory-
dalla Richardi, C. striolata. C. rufula), Messungen der beiden er-
steren Arten Stray Feath. I 358.
Anthus cervinus Pall. aus Daurien Taczanowski, Journ. f.
Orn. 112; in der europ. Türkei, Beschr.. Artselbstst. Alleon et
Vi an. Rev. de Zool. 244.
Anthus ludovicianus Maynard. B. Florida II 44, Beschr.,
Nest, Ei.
H. Hudson: Notes on the Habits of the Pipit of the Argen-
tine Republic (Anthus correndera) Proc. Z. S. 771. Varietäten, Le-
bensw., Nest, Ei.
56 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ei und Nest von Agrodroma griseorufescens C o c k et Mar-
shall, Stray Feath. I 356.
Veränderter Gattungsname. Sundevall, Meth. nat.
tent. 155, schlägt Grallipes für Grallina vor, welche Gattung er
zu den Gymnorhininen gestellt hat.
Neue Art. Anthus sp. Ant. e Salvad., Ucc. ra. rosso e
Bogos 110 Dembeias.
Abbildungen. Agrodroma Jerdoni (Finsch) Hume, Lahore
to Yark. t. 21. — Eier von Budytes citreola Taczanowski, Journ. f.
Orn. t. 2. f. 20, Corydalla Richardi ib. f. 21, Pipastes agilis ib.
f. 22—24.
Turdidae. Brutgeschäft von Myophoneus Horsfieldii, M. Tem-
minckii, Zoothera marginata, Cyanocincla cyanus, Petrophila erythro-
gaster, P. cinclorhynchus, Geocichla cyanotus, G. citrina, G. uni-
color, Cichloselys Wardii, Geocichla dissimilis, Merula simillima,
M. boulboul, M. castanea, Turdus Hodgsoni, Oreocincla dauma A.
Hume, Nests and Eggs Indian Birds 221—223, 226—236.
Nester von Myophonus Temminekii, Orocaetes, cinclorhynchus
(auch Eier), Geocichla citrina (auch Eier), G. unicolor (auch Eier),
Merula bulbul, M. castanea, Eier von Petrocossyphus cyaneus, Nest
von Copsychus saularis Cock u. Mars hall, Stray Feath. I 353.
Ueber die Verschiedenheit des Turdus Hodgsoni von T. vis-
civorus E. v. Homeyer, Journ. f. Orn. 150.
Schnecken als Nahrung der Siugdrossel (aus Dr. Altums Forst-
zool. II), Zool. Gart. 355.
J. Reinhardt: Nogle Bemaerkninger i Anledning of den
1. November 1872 ved Viborg fangede Drossel in Vidensk. Medd.
naturh. Foren, i Kjöbenhavn 1873. 126, mit Abbildungen. Ueber
Turdus atrigularis und T. ruficollis. Im Jahre 1822 wurde bei
Herlaf mogle ein junger T. atrigularis erhalten und Verf. hält die
bei Viborg gefangene Drossel, welche H. Fischer als T. ruficollis
betrachtete, ebenfalls für atrigularis juv.
Turdus ruficollis Pali. Ferd. B. D roste. Eine Entgegnung
an H. E. v. Homeyer, Ber. XIX. Vers. d. Orn. Gesellsch. 85.
Turdus auritus J. Verr. ist aus N.-China und nicht aus Tibet.
Swinhoe, Proc. Z. S. 688 (kaum von T. musicus zu trennen).
Turdus Aliciae Baird aus N.-O.-Sibirien Taczanowski, Journ.
f. Orn. 112.
Turdus rufiventris (part. Albino), T. albicollis, T. flavipes Gf.
Berlepscb, Journ. f. Orn. 228, Prov. St. Catharina.
Turdus Hauxwelli Lawr. ist synonym von T. fumigatus Licht.
Sclater et Salv., Proc. Z. S. 255.
Turdus olivater (Lafr.) Sclat. et Salv. ib. 511, Venezuela.
Turdus serrauus Tschudi, geogr. Verbr. Sclater ib. 780.
der Vögel während des Jahres 1873. 57
Turdus subciuereus Proc. Z. S. 1866. 320 ist ein abgebleichtes
Ex. von Colluricincla rufiventris ans Australien. Sclater ib. 555.
Monticola saxatilis (L.) Beschr. von Ex. von Yarkaud und
Chini A. Harne, Lahore to Yark. 191.
Ueber Petrocincla Pandoo (Sykes), verschieden von P. cyanea
u. manillensis. Dr. Finsch u. P. Conrad, V. zool.-bot. Gesellsch.
Wien XXIII 349.
Cossypha verticalis, Beschr. des Jugendkleides Reich enow
und Lühder, Journ. f. Orn. 217.
Ueber Ei und Nest von Copsyehus saularis Hume, Lahore
to Yark. 202.
Ueber Copsyehus mindanensis von Atchin A. Hume, Stray
Feath. I 458.
Beobachtung eines Copsyehus in Ceylon, der dem brütenden
W. Nahrung brachte. Swinhoe, Ibis 229.
Neuer Gattungsname. Cyanocincla wird als gener. oder
subgen. Name für T. cyanus L., solitarius Müll, und wenn versch.
pandoo Sykes vorgeschlagen. A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 226.
Neue Arten. Turdus gigantodes Cab., Journ. f. Orn. 315,
Peru, H. Jelski. — T. Campbelli Swinhoe, Ann. nat. hist. XII 373
Chefoo N.-China. — Oreocincla Gregoriana Nevil (wenn nicht 0.
imbricata Layärd) A. Hume. Stray Feath. I 437, Ceylon. — Chamae-
tylos Princei Sharpe, Proc. Z. S. 625, Fautee. — Harporhynchus
Bendirei Coues, Americ. Natur. VII 1873. 330 nach D. Scott ib. 565,
wahrscheinlich identisch mit M. Ridgway's var. Palmeri. — Myio-
phoneus Eugenei A. Hume, Stray Feath. I 475, Pegu.
Abbildungen. Turdus atrigularis, Köpfe und Federn von
zwei jungen Vögeln, von welchen einer von H. Fischer als zu T.
ruficollis gehörend betrachtet wurde. Reinhardt, Vedensk. Medd.
naturh. Foren. Kjöbenhavn 1873. fig. 1, la, 2, 2a. — T. Gouldi
(J. Verr.) Gould, Birds AsiaXXV t. 2. — T. auritus J. Verr. Nouv.
Arch. Mus. H. N. IX t. 5. f. 1. — Merula Gouldi J. Verr. ib. f. 2.
— Kittacincla albiventris Blyth. L. Waiden, Ibis t. 12. f. 1.
Hydrobatidae. Nest und Eier von Hydrobata asiatica (Sw.)
A. Hume, Lahore to Yarkand 188 et 'Nests and Eggs Ind. Birds 225-
Abbildungen. Cinclus melanogaster Dresser, B. Eur. P. XXIII
—XXIV. — C. albicollis ib.
Eupetidae. Ueber die Familie Eupetinae und über E. ajax
Temm. und E. coerulescens Sundevall, Meth. nat. tent. 156.
Ueber die Charactere von Mesites, welcher vielleicht in die
Familie der Scytalopoden nach Menura einzureihen wäre, auch über
die beiden Arten M. variegata und M. unicolor Sundev. ib. 157.
Neue Art. Eupetes leueostictus Sclater, Proc. Z. S. 690, N.-
Guinea, d'Albertis.
Abbildung. Eupetes leueostictus Proc. Z. S. t. 52.
58 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pycnonotidae. Nest und Ei von Garrulax albogularis, Trocha-
lopteron variegatum, Sibia capistrata, Otocompsa leucogenys, Nest
von Trochalopteron lineatum, Hypsipetes psaroides und Pycnonotus
pygmaeus Cock u. Marshall, Stray Feath. I 354.
Ueber Trachycomus ochrocephalus (Gmel.) von Atchin A. Hume,
Stray Feath. I 455.
Lebensw. von Malacocercus striatus in Ceylon. Swinhoe,
Ibis 229.
Nest von Chatarrhaea caudata R. M. Adam, Stray Feath. I 378.
Ei und Nest v. Trochalopteron variegatum und Tr. lineatum,
über Chatarrhaea Earlii, Hypsipetes psaroides und Otocompsa leu-
cogenys Henders. et Hume, Labore to Yark. 154, 155, 197—200.
Ueber Trochalopteron simile Hume ib. 193.
Pellorneum Mandellii wurde von Hodgson als Hemipteron
nipalensis beschrieben und müsste daher P. nipalensis heissen. A.
Hume, Stray Feath. I 493.
Potts: Notes on Keropia crassirostris Gmel., Journ. Linnean
Soc. XI Juli 1873. 505, Lebensw., Ei, Nest.
Neue Arten. Otocompsa personata (wenn neu) A. Hume,
Stray Feath. I 457, Atchin. — Brachypodius fuscoflavescens (B. me-
lanocephalus juv. Ball.) A. Hume ib. 297 et 305, Andamanen. — Cri-
nir/er griseiceps A. Hume ib. 478, Pegu, M. Oates. — C. Conradi
Finsch, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 349, Bangkok., H.
Conrad. — Pomatorhinus gravivox P. A. David, Annal. des sc. nat.
5. ser. XVIII Article 5. Prov. Chen-Si, China. — P sp.? (ob nicht
derselbe? Ref.) P. A. David, Brief an M. Swinhoe, Proc. Z. S. 555.
Prov. Sheusi. — P. ocliraceiceps L. Waiden, Ann. nat. hist. XII
487, Burmah. — Pellorneum minor A. Hume, Stray Feath. I 298,
Thayet-myo.
Abbildungen. Chatarrhaea caudata (Dum.) A. Hume, La-
hore to Yark. t. 9. — Ch. Earlii ib. t. 10. — Garrulax chinensis
Gould, B. Asia XXV t. 6. — Janthocincla ocellata ib. t. 8. — J.
lunulata P. David ib. t. 9. — J. Artemisiae P. David ib. t. 10. —
J. Austeni (Jerd.) ib. t. 11. — Trochalopteron Elliotii J. Verr. ib.
t. 7. — T. simile A. Hume, Lahore to Yark. t. 7. — T. lineatum
(Vig.) ib. t. 8.
Dicruridae. Brutgeschäft von Buchanga albirictus, B. longi-
caudatus, Dicrurus coeruleus, Buchanga leucopygialis, Chaptia aenea,
Bhringa tectirostris, Dissemurus malabaroides, Chibia hottentotta.
A. Hume, Nest and Eggs Ind. B. 186—194.
Ei und Nest von Dicrurus longicaudatus Cock u. Marshall,
Stray Feath. I 352.
Ueber Edolius paradiseus (L.) und Dicrurus albirictus Hodgs.,
beide von Bangkok, Siam Finsch u. Conrad, Verh. zool.-bot.
Gesellsch. Wien XXIII 351.
der Vögel während des Jahres 1873. 59
Ei von Buehariga albiricta Hodgs. R. M. Adam, Stray Feath.
I 377.
Buchanga leucopygialis (Blyth.) von M. Swinhoe auf Ceylon
erhalten. Ibis 230.
L. Waiden: Unterscheidung von Dissernurus affinis (Tytler)
Ibis 310.
Chibia hottentotta bei Cannanore erlegt, J. W. Vipon, Stray
Feath. I 495.
Neue Gattung. Dissemuroides A. Hume, Stray Feath.
I 408 (D. dicruriformis n. sp. und D. andamanensis).
Neue Arten. Dissemuroides dicruriformis A. Hume Stray
Feath. I 408 Andaraanen. — Bradyornis modesta Shelley, Ibis 140.
Abokobi, W.-Africa. — B. subalaris Sharpe, Proc. Z. S. 713 Mom-
bas, O.-Africa, M. Wakeneid.
Abbildung. Bradyornis subalaris Sharpe, Proc. Z. S.
t. 58. f. 1.
Artamidae Brutgeschäft von Artamus fuscus, A. leucorhyn-
chus, A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 194—196.
Oriolidae. Oriolus galbula zu Mombas O.-Africa. Sharpe, Proc.
Z. S. 714. Oriolus galbula in Sindh. A. Hume Stray Feath. I 182.
Oriolus indicus Briss.? vonCelebes? Pelzeln, Verh. zool.-bot.
Gesellsch. Wien XXIII 162.
Ueber Oriolus hippocrepis von Atchin A. Hume, Stray Feath.
I 457.
Nest von Oriolus Kundoo Cock u. Mars ha 11, Stray Feath.
I 355, Ei und Nest dieser Art. R. M. Adam ib. 378.
Ueber Broderipus Andamanensis (Tytler) L. Waiden, Ibis 305.
Untersch., Kleider, Messungen.
D. G. Elliott: Monogr. Paradis. (Xanthomelus, Sericulus, Pti-
lonorhynchus, Chlamydodera, Aelurodus, Amblyornis.) Verf. ver-
einigt die genannten Gattungen (mit Ausnahme von Xanthomelus)
in die Subfamilie Tectonarchinae. — Chlamydodera guttata Gould
(1862) wird daselbst, als zu wenig gekannt, nicht abgebildet.
Ueber Verbreitung des Sericulus aureus R ob. Wagner, Zool.
Gart. 13 mit Kärtchen; B. Rosenberg ib. 196.
Ueber Gracula (Sericulus) anais orientalis Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 52.
Ptüorhynchus buccoides wurde von Rosenberg an der Ost-
küste der nördl. Halbinsel N.-Guineas beobachtet, im bergigen Innern
Sericulus xanthogaster, Ptüorhynchus buccoides und Pt. inornatus
Schlegel ib. 49.
Ueber Arten von Ptüorhynchus Schlegel ib. 51.
Ei von Chlamydodera maculata Proc. Z. S. 518.
Neue Arten: Sericulus xanthogaster (Rosenb.) Schlegel,
60 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Tijdschr. Dierk. IV 50. N.-Guinea, Rosenberg. — Ptilorhynchus in-
ornatus (Rosenberg), Schleg. ib. 51, N.-Guinea, Rosenb.
Abbildungen. Oriolus Kundoo Henders. et Hume, Lahore
to Yark. t. 11. — Anatomisches von 0. auratus aus Java, de Man
Myol. en Neurol. Studien t. 4. f, 4. — Ptilonorhynchus Smithii
Eyton, Osteol. Av. Suppl. II. P. 1. 1. 8. Skelet t. 8. H. osteol. Details.
— Xanthomelus aureus D. G. Elliot, Monogr. Paradis. t. 15. —
Sericulus melinus ib. t. 27. — Ptilonorhynchus violaceus ib. t. 28.
— P. Rawnsleyi (Diggl.) ib. t. 29. — Chlamydodera maculata ib.
t. 30. — Ch. nuchalis ib. t. 31. — Chi. cerviniventris ib. t. 32. —
Ch. xanthogastra ib. t. 33. — Aeluroedus crassirostris (Smithi) ib.
t. 34. — A. melanotis ib. t. 35. — A. buccoides ib. t. 36. — Ambly-
ornis inornatus ib. t. 37. — Köpfe und Füsse von Xanthomelus
aureus, Sericulus melinus, Ptilonorhynchus violaceus, Chlamydodera
nuchalis, Aeluroedus crassirostris und Amblyornis inornatus ib. t. 1.
Pittidae. Pitta nympha ? in China ; auch in Corea dürfte eine
Pitta vorkommen. Swinhoe, Proc. Z. S. 730.
Brutgeschäft von Hydrornis nipalensis, Pitta eoronata, Mela-
nopitta cucullata A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 224 — 225-
Neue Arten. Hydrornis Oatesi A. Hume, Stray Feath. I 477.
Pegu M. Oates. — Melampitta lugubris (Rosenb.) Schi egel, Tijdschr.
Dierk. IV 47 N.-Guinea, Rosenb.
Abbildung. Pitta Boschii Müll, et Schi. Gould, B. Asia
P. XXV. t. 1.
Formicarüdae. Thamnophilus severus, Pyriglena leucoptera,
Grallia imperator Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 254. Prov. St.
Catharina.
Thamnophilus unduliger durch M. Bartlett in O.-Peru ge-
funden. Sclater et Salv., Proc. Z. S. 272.
Eier von Thamnophilus leuconotus Spix, Th. murinus, Pygo-
ptila margaritata Sclat. (auch Nest), Cercomacra cinerascens (auch
Nest), Hypocnemis cantator (auch Nest), Beschreibung des M. von
Heterocnemis argentata Des Murs. E. Bartlett, ib. 272—274. For-
micivora bicolor in Peru von M. Whitely gefunden. Sclater, ib. 780.
Neue Gattung. Microbates Sclater et Salv., Nomencl.
Av. Neotr. 72 et 155 (M. torquatus n. sp.).
Neue Arten. Grallaria rußceps Sclater, Proc. Z. S. 729,
Antioquia. Columbia, M. Salmon. — G. erythroleuca Sclater, ib. 783,
Peru, M. Whitely. — Hypsibamon andicolus Cab., Journ. f. Orn.
318, Peru H. Jelski. — Hypocnemis subflava Cab., ib. 65, W.-Peru,
H. Jelski. — Pithys lunulata Sclat. et Salv. (Hypocn. poecilonota
Sei. et Salv., P. Z. S. 1866. 186), Proc. Z. S. 276, O.-Peru, M.
Bartlett. — Cercomacra carbonaria Natt. (C. nigricans Pelz.. 0. B.
83), Sei. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 85 et 161, Rio branco,
Natterer. — Myrmotherula pyrrkonota Sei. et Salv. (M. haematonota
der Vögel während des Jahres 1873. 61
Pelz., nee Sei. Orn. Br. 81), ib. Rio Degro, Natterer, Oyapuck Vcr-
dey. — Microbates torquatus Sei. et Salv, ib. 72 et 161, Cayenne,
Verdey. — Thamnopliüus tristis Sei. et Salv., ib. 69 et 160, Franz.
Guinea, Oyapock. — Th. simplex Sclater, Ibis 387, Para. — Th. sp.
(fem.) Sclater et Salv., Proc. Z. S. 187, Peru, M. Whitely. — Tham-
nistes rufescens Gab., Journ. f. Orn. 65, W.-Peru, H. Jelski.
Abbildungen. Hypsibamon andicolus Cab., Journ. f. Orn.
t. 4. f. 3. — Pithys lunulata Sei. et Salv., Proc. Z. S. t. 26. —
Thamnophüus simplex Sclater, Ibis t. 15 (m. f.).
Aegithinidae. Salvadori hält die Calamodytinae für näher
verwandt mit den Timaliidae als den Sylvidae und rechnet daher
mit Finsch Homochlamys zu den erstem, Ibis 180.
Ei und Nest von Stachyris pyrrhops und Pteruthius erythro-
pterua Cock und Mars hall, Stray Feath. I 354 et 356.
Brutgeschäft von Brachypteryx cruralis A. Hume, Nests and
Eggs Ind. B. 219.
Neue Gattung. Heterorliynclius Mandelli, Stray Feath.
I 415 (H. Humei n. sp.).
Neue Arten. Minla rufogularis Mandelli, Stray Feath. I
416, Sikhim. — Allotrius Sophiae J. Verr. (A. xanthochloris Hodgs.
v. pallida David), Nouv. Arch. Mus. H. N. VII (1871-72). 8 et 64,
Kokonoor, Sse-tschuen, P. David. — Stachyris rufifrons A. Hume,
Stray Feath. I 479, Pegu, M. Oates. — Alcippe cinerea P. A. David,
Nouv. Arch. Mus. 1. c. 8 et 66; J. Ver., ib. 8. Moupin. Ist nach
Verr. = A. nipalensis Hodgs. Swinhoe, Proc. Z. S. 690. — Hete-
rorliynclius Humei Mandelli, Stray Feath. I 415, Sikhim.
Abbildung. Stachyris rufieeps Blyth, Gould, Birds Asia
P. XXV. t. 14.
Muscicapidae. Sauloproeta melanoleuca (Q. et G.) von Neu-
Britannien und Graucalus melanolorus Gray (etwas abweichend) von
Neu-Seeland durch Capt. Fergusson Sclater, Proc. Z. S. 3.
Brutgeschäft von Tchitrea paradisi, Myiagra azurea, M. Tyt-
leri Beavan, Leucocirca fuscoventris, L. albofrontata, L. pectoralis,
Chelidorhynx hypoxantha, Myialestes .cinereocapilla, Hemichelidon
sibiricus, H. ferrugineus Hodgs., Ochromela nigrorufa, Stoporala
melanops, S. albicaudata, Cyornis rubeculoides, C. Tickelliae, Musci-
capula superciliaris, Niltava sundara, N. Macgrigoriae, N. grandis,
Digenea leucomelanura, D. superciliaris, Erythrosterna hyperythra
Cab., E. pusilla. A. Hume, Nests and Eggs Indian Birds 196 — 217.
Brutgeschäft von Hemipus picatus, Volvocivora Sykesii, V. mela-
schistos, Graucalus Macei, Pericrocotus speciosus, flammeus, brevi-
rostris, roseus, peregrinus ib. 178 — 186.
Nest von Tchitrea paradisea, Leucocerca fuscoventris (auch
Eier), L. aureola (auch Eier), Cryptolopha cinereocapilla, Eumyias
62 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
melanops (Eier), Muscicapula superciliosa (Eier). Cock u. Mars hall,
Stray Feath. I 352.
Muscicapa parva in Schlesien. A. v. Homeyer, Journ. f. Orn.
52 et 220, am Bosporus. Alieon et Vian, Rev. de Zool. 261.
Muscicapa grisola am Camerunflusse. Reichenow, ib. 302.
Ueber Butalis grisola in Indien. Hend. et Hume, Lahore to
Yark. 185.
Synonymie von Alseonax latirostris (Raffl.). L. Waiden,
Ibis 308.
Bestätigung, dass Cyornis Tickelliae das W. von C. Jerdoni
sei. J. Hayes Lloyd, Ibis 409.
Vergleichung der Arten von Macheirhynchus. Schlegel, Tijd-
schr. Dierk. IV 43.
R. B. Sharp e: On the Genus Platystira and its Allies, Ibis
156. t. 4. Nach einer Uebersicht der Gattungen werden besprochen
Platystira cyanea Müll., albifrons n. sp., peltata Sund., Batis ca-
pensis (L.), senegalensis (L.), orientalis Heugl., molitor Hahn u.
Küster, pririt (Vieill.), minima (J. et E. Verr.), Lanioturdus tor-
quatus Wat., Diaphorophya castanea (Fräs.), Blisseti Sharpe, con-
creta (Hartl.), Stenostira scita (Vieill.). Beschreibungen, Synonymie,
geogr. Verbr.
Ueber Pericrocotus peregrinus (L.). A. Hume, Stray Feath.
I 177.
Eier und Nest von Pericrocotus roseus aus N.-W.-Indieu.
Cock u. Marshall, ib. 351.
Vergleichende Messungen von Pericrocotus Andamanensis Tyt-
ler, speciosus und ardens L. Waiden, Ibis 309. Vergleichung von
Graucalus Macei und G. Layardi mit Messungen, dann über G. Dob-
soni Ball. L. Waiden, ib. 311, 312.
Graucalus Dobsoni Ball. Beschreibung. V. Ball, Stray
Feath. I 66.
Neue Gattung. Leucophantes Sclater, Proc. Z. S. 691
(L. brachyurus n. sp.).
Neue Arten. Monarcha f rater Sclater, Proc. Z. S. 691,
N.-Guinea, d'Albertis. — Leucophantes brachyurus Sclater, ib. N.-
Guinea, d'Albertis. — Muscicapa Mülleriana Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 40, N.-Guinea, S. Müll, et Rosenb. — Myiagra glauca
Schlegel, ib. 41, N.-Guinea, Rosenb. — Macheirhynchus nigripectus
Schleg., ib. 43, N.-Guinea, Rosenb. — Platystira albifrons Sharpe
(melanoptera Sh. nee Gm. ante). Ibis 160, Angola. — Ehipidura
fumosa Schleg., Tijdschr. Dierk. IV 42, Ins. Jobie, Rosenb. — Eh.
brachyrhyncha Schleg., ib., N.-Guinea, Rosenb. — Leucocirca in-
fumata (n. sp.?) A. Hume, Stray Feath. I 455, Atchin, M. Davison.
— Campephaga 'strenua, Tijdschr. Dierk. IV 44, Ins. Jobie, N.-Guinea,
Rosenb. — C. albilora Schleg , ib. 45, Westküste der Geelvinksbai,
der Vögel während des Jahres 1873. 63
Roseiib. — C. leucoptcra Sehleg., ib., Ins. Soek, Rosenb. — flf. aurii-
lenta Sclater, Proc. Z. S. 692, N. -Guinea, d'Albertis. — Lanicterus
sp. nov. Ant. e Salv., Ucc. mar rosso e Bogos 76, Bogosland. —
Graucälus concinnns Hutton, Transact. N.-Zeal. Inst. V 226 (von
G. melanops verschieden), N. -Seeland, vgl. auch Morton, ib. 225.
Abbildungen. Leucophantes brachyurus Sclater, Proc. Z.
S. t. 53. Holzschnitte von Kopf, Flügel, und.Fuss, ib. 691. f. 1. —
Alseonax latirostris (Raffl.) Hend. et Hume, Lahore to Yark. t. 5.
Holzschnitte von Kopf und Fuss, ib. S. 185. — Hemichelidon fuli-
ginosa, ib. t. 4. Holzschn. von Kopf und Fuss, ib. S. 185. — Siphia
Hodgsonii J. Verr. Nouv. Arch. Mus. H. N. IX. t. 4. f. 4. — Myia-
gra melanura Gray, Cruise Curacoa t. 8. f. 1. Banks-Gruppe u. N.-
Hebriden. — M. caledonica Bp., ib. f. 2, N.-Caledonien. — Platystira
peltata Sund., Ibis t. 14. f. 2. 3. — Diaphorophya Blisseti Sharpe,
ib. t. 4. f. 1. — Rhipidura spilodera Gray, Cruise Curacoa t. 9,
Banks-Gruppe. — Lalage Banksiana Gray, ib. t. 10, Banks-Gruppe.
— Campephaga aurulenta Sclater, Proc. Z. S. t. 54. — Eier von
Butalis sibirica Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 1. f. 15, B. latirostris,
ib. f. 16, Erythrosterna leucura, ib. t. 2. f. 17, E. luteola, ib. f. 18.
Tyrannidae. Copurus colonus (C. funebris ist junger Vogel),
Machetornis rixosa, Platyrhynchus mystaceus, Myiobius naevius,
Pitangus Maxirniliani, Myiodynastes solitarius, Tyrannus melancho-
licus. Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 256, Prov. St. Catharina.
Ei und Nest von Muscisaxicola fluviatilis Sei. et Salv., Nistort
von Myiozetetes similis (Spix), Eier von Myiodynastes solitarius
(Vieill.), Pyrocephalus rubineus (Bodd.), Ei von Myiarchus ferox
(Gmel.) im Neste von Furnarius minor, Ei und Nest von Tyrannus
melancholicus. E. Bartlett, Proc. Z. S. 277—282.
Ochthoeca rufipactoralis (Lafr. Orb.), Untersch. d. Art. Sclater,
Proc. Z. S. 781.
Th. Gentry: Observations on Nests of Sayornis ruscus. Proc.
Acad. Philad. 1873. 277 et 292 (verschieden gebaute Nester).
Cnipolegus sp. 1238, Cat. A. B. 203, scheint ein W. von Cha-
siempis sandwichensis zu sein. Sclater, Proc. Z. S. 555.
Arundinicola citreola Landb. von Chili ist nicht zu unter-
scheiden von Hapalocercus flaviventris. Sclater et Salv., Proc.
Z. S. 187.
Nach Sclater u. Salvin (Proc. Z. S. 278) ist Camptostoma
imberbe nicht trennbar von Myiopatis obsoleta Cab. et Heine; C.
flaviventre = M. pusilla Cab. et Heine und als generischer Name
wäre Ornithion anzuwenden.
Sclater: Note on the Genus Ornithion of Hartlaub, Proc.
Z. S. 576. Uebers. d. Gattung, Diagnose, Synonymie. Angenommen
werden 1. 0. inerme Hartl., 2. 0. pusillum (Cab.), 3. 0. incanescens
(Pr. Neuw.), 0. obsoletum (Temm.).
64 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Elliot Co u es: Studios of the Tyrannidae. Part. I. Revision
of the Species of Myiarchus. Proc. Acad. Philad. 1872. 56 1). Auf
ein ausserordentlich reiches Material basirt. Einleitung mit vielen
Bemerkungen über die vorkommenden Variationen. Verf. nimmt
folgende Arten an: 1. M. validus, 2. M. a. var. crinitus, b. var. irri-
tabilis, c. var. Cooperi, 3. M. cinerascens, 4. M. Tyrannulus, 5. M.
phaeocephalus, 6. M. Lawrencii, 7. M. nigriceps, 8. M. stolidus (a.
var. stolidus, b. var. Phoebe, c. var. Antillarum), 9. M. tristis (Bla-
cicus). Nicht untersucht wurden M. fasciatus Landb., M. cantans
Pelz., M. tricolor Natt., M. gracilirostris, Tyrannus tuberculifer Orb.
et Lafr. Verf. bemerkt M. cantans sei wahrscheinlich = tyrannulus,
M. tricolor und gracilirostris = nigriceps, aber wie gesagt, er
konnte die Vögel nicht untersuchen.
Neue Gattung. Cnipodectes Sclater et Salv., Proc. Z.
S. 281 (Cyclorhynchus subbrunneus Sei.).
Neue Arten. Cnipolegus pusillus (C. unicolor ante) Sclater
et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 43 et 158. Unt. Amaz., Wallace. —
Todirostrum pulchellum Sclater, Proc. Z. S. 781, Peru, M. Whitely.
— Euscarthmus rufigularis Cab., Journ. f. Orn. 67, W.-Peru, H.
Jelski. — E. Wuchereri Sclater et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 45 et
158, Bahia. — Hapalocercus acutipennis Sei. et Salv., Proc. Z. S.
187, Peru, M. Whitely. — Serpophaga subflava Sei. et Salv., No-
mencl. Av. Neotr. 47 et 158, Bei Parä, Wallace. — S. poecilocerca
Sei. et Salv., ib. 47 et 158, Ecuador, Columbia. — Ehynchocyclus
viridieeps Sei. et Salv., Proc. Z. S. 280, Ob.-Amazonien. — Capsiem-
pis orbitalis Cab., Journ. f. Orn. 68, W.-Peru, H. Jelski. — Phyllo-
myias cinereicapilla Cab. ib. 67, W.-Peru, Jelski. — Pli. platy-
rhyncha Sei. et Salv. (Ph. semifusca Pelz., Orn. Bras. 105 nee Sei.),
Nomencl. Av. Neotr. 48 et 159, Bras. — Tyranniscus viridissimus
Sclater (T. gracilipes Sei. Salv. ante), Proc. Z. S. 782, Peru, M.
Whitely. — Myiobius aureiventris Sclater, ib., Peru, M. Whitely.
— M. stettatus Cab., Journ. f. Orn. 158, Ecuador. — Mitrephorus
ochraeeiventris Cab., ib. 320, Peru, H. Jelski.
Ampelidae. Ueber Ampelis garrula im Februar und März zu
Shanghai. Swinhoe, Ibis 362.
Abbildung. Ampelis garrulus Dresser, B. Eur. P. XXIII
-XXIV.
Cotingidae. Pachyrhamphus viridis, P. rufus, Ampelio cucul-
latus, Chasmorhynchus nudicollis, Pyroderus scutatus. Gf. Ber-
lepsch, Journ. f. Orn. 263, Prov. St. Catharina.
1) Nachgetragen, weil bei Abfassung des Jahresberichtes für
1872 dieser Band d. Proceed. Acad. Philad. nicht benutzt werden
konnte.
der Vögel während des Jahres 1873. 05
Ueber Pipra coeruleicapilla Tschudi und ihre Verschiedenheit
von P. cyaneocapilla. Sclater, Proc. Z. S. 782.
Pipra virescens in O.-Peru. E. Bartlett, Proc. Z. S. 283.
Neue Arten: Hadrostomus audax Cab., Journ. f. Orn. 68,
W.-Peru, H. Jelski. — Casiornis fusca Sei. et Salv., Nomencl. Av.
Neotr. 57 et 159, bei Bahia. — Lipaugus immundus Sei. et Salv.
ib., Franz. Guyana, prov. Oyapock, Verdey.
Vireonidae. Th. Gentry: Ueber das Nest des Vireo soli-
tarius. Vieill., Proc. Acad. Philad. 1873. 354 (Veränderungen im
Nestbau).
Synonymie von Vireosylvia chivi. Gf. Berlepsch, Journ. f.
Orn. 232, Prov. St. Catharina.
Neue Arten. Hylophüus flaviventris Gab., Journ. f. Orn.
64, W.-Peru, H. Jelski. — H. muscicapinus (Sylvia muscicapina
Auct. ign. msc.) Sclater et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 12 et 156,
Cayenne. — Cyclorhis albiventris Sclater et Salv. (C. Wiedi ex Bahia
Pelz.) ib. 13 et 156, Bahia.
Lanüdae. C a b a n i s : Ueber die mit Lanius exeubitor ver-
wandten oder bisher verwechselten Würger. Journ. f. Orn. 75. L.
major Pall. ward durch ein im März an der Wolga erlegtes M,
zum erstenmale als in Europa vorkommend constatirt. L. Homeyeri
aus S.-O.-Europa und Centralasien als neue Art unterschieden, auch
die Eier besprochen, eine neue Art aus China? beschrieben. Kri-
tische Bemerkungen über Synonymie u. s. w. L. mollis Eversm.
ist ein junger L. major im Uebergangskleid, L. major kann nur als
die vorderasiatische Abart des L. borealis betrachtet werden.
B. Freyberg: Lanius collurio in der Gefangenschaft. Zool.
Gart. 474.
Ueber Lanius schach und L. nigrieeps Frankl. aus Bangkok.
Finsch et Conrad, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 352.
Ueber Lanius arenarius Blyth. A. Hume, Stray Feath. I 174.
Lanius isabellinus, geogr. Verbr. Severzow, Journ. f. Orn. 348.
W. Gueinzius: Zum Genus Malaconotus Sw., Beobachtungen
aus Port Natal über M. olivaceus, M. superciliosus Sw., M. chryso-
gaster Sw., M. oliva(Nest), M. mollissimus^Sw. (CublaVaill.), M. guttu-
ralis, M. Bulbul (Vaill. Afr. 68), Nest, Zähmung. Journ. f. Orn. 434.
Telephonus senegalus, Nest und Eier. Reich enow und
Lühder, ib. 216.
Brutgeschäft von Collyrio lahtora, C. erythronotus, C. cani-
ceps, C. tephronotus, C. nigrieeps, Lanius vittatus, L. cristatus, Te-
phrodornis pondiceriana. A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 165 — 177.
Nester von Lanius erythronotus, L. tephronotus (auch Ei), L.
Hardwickii. Cock u. MarshaJl, Stray Feath. I 351.
Dryoscopus sp. (erwähnt in der vorhergehenden Liste). B o-
cage, Av. poss. port. Afr. occ. 7. lista 4.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2, E
66 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgesehichte
Neue Arten. Beetes Bennetti Sclater, Proc. Z. S. 692,
N.-Guinea, d'Albertis. — B. nigrescens Schlegel, Tijdschr. Dierk-
IV 46, N.-Guinea, Rosenberg. — Pachycephala Selilegelii Rosenb.
Schleg., ib. 43, N.-Guinea, Rosenb. — P. rußnucha Sclater, Proc.
Z. S. 692, N.-Guinea, d'Albertis. — P. soror Sclater, ib., N.-Guinea,
d'Albertis. — Lanius Homeyeri Cab., Journ. f. Orn. 75 (auch Ei).
Von der Wolga, Krim (Berl. Mus.), Turkestan, Kuldje in China,
Baikal-See? — L. sphenocercus Cab., ib. 76, Canton?
Abbildungen. Pachycephala chlorurus Gray m. f., Cruise
Curacoa t. 11, N.-Hebriden. — P. moriariensis (Verr. et Desm.),
ib. t. 12. f. 1, N.-Caledonien. — P. xanthethraea (Forst.), ib. f. 2,
N.-Caledonien. — Eopsaltria caledonica (Gm.), ib. t. 13. f. 1, N.-
Caledonien. — E. cucullata Gray, ib. f. 2, N.-Hebriden. — Lanius
arenarius (Blyth) Hend. et Hume, Labore to Yarkand t. 3.
Passeres conirostres.
Gorvidae. Ueber Corvus thibetanus Hodgs., C. intermedius
Adam (auch Eier), Pica bactriana Bp., Urocissa flavirostris Blyth
(Nest u. Ei) u. s. w. Henders. u. Hume, Lahore to Yarkand
234—244.
Ueber Corvus Lawrencii Hume in Sindh; Garrulus melano-
cephalus Gene soll in Sindh vorkommen. A. Hume, Stray Feath.
I 205, 206.
Nester von Garrulus bispecularis, G. lanceolatus und Uro-
cissa flavirostris. Cock u. Marshall, ib. 357.
Garrulus Krynickii Kaien, bei Constantinopel erlegt, beschrei-
bende Notizen. Alleon et Vian, Rev. de Zool. 243.
Ueber die Gattung Podoces. Sundev., Meth. nat. tent. 156.
Eier von Podoces Panderi von H. Fedtschenko aus Turkestan ;
den Vogel erhielt das Berliner Museum vor Jahren von Eversmann.
Cab., Journ. f. Orn. 63.
Ueber Podoces Hendersoni Hume und P. humilis Hume, La-
hore to Yarkand 244, 247. Nach Verf. wären die Podocesarten
eine aberrante Gruppe der Timaliinae.
Ueber Cyanocephalus Wiedi Bp. Ibis 103.
Nestbau von Struthidea cinerea im Berliner Aquarium. Brehm,
Journ. f. Orn. 310.
Georg Vogel: Die Fortpflanzung des Tannenhehers im Jura
Solothurns. Verh. St. Gallischen naturf. Gesellsch. 1871. 1872.
v. Tschusi - Schmidhofen: Der Tannenheher (Nucifraga
caryocatactes), Dresden. 4. mit 2 Tafeln (Forts, d. Nov. Acta Nat.
Cur.). Eine treffliche Monographie, welche ihren Gegenstand in
der Vögel während des Jahres 1873. 67
gründlicher und ansprechender Form behandelt und auch eigene
Beobachtungen, namentlich die Schilderung des Jugendkleides enthält.
v. Tschusi: Nester und Eier von Caryocatactes guttatus 1872
in Steiermark gefunden. Journ. f. Orn. 149.
Ueber Nucifraga caryocatactes in Schlesien. A. v. Homeyer.
ib. 222.
Ueber bei Brück a. d. Mur gesammelte Eier und Nester von
Nucifraga caryocatactes. Grunack, ib. 310.
Ueber ein Ex. von Nucifraga caryocatactes aus Tschifu, China.
Pelzeln, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 157.
G. v. Gizycki: Biographie einer Elster. Journ. f. Orn. 35.
Eier von Pica leucoptera Gould aus Akscha. Taczanowski.
ib. 118.
Corderay: Ueber Instinct bei Raben. Bullet. Soc. Vaud.
Sc. nat. X 526; Zeitschr. f. d. ges. Naturw. N. F. VII 503.
Fried r. B. Droste: Der Krähenfang am Kurischen Haff.
Zool. Gart. 335 mit Holzschnitt.
Ueber Corvus corone und C. cornix (als eine Art), locale Abgren-
zung, Farbenübergänge u. s. w. Dr. AI tum, Forstzoologie II 331.
G. Ha 11 er: Nahrung von Corvus corone und C. monedula.
Zool. Gart. 467.
Dr. H. Landois hat bei Corvus corone einen Gesang beob-
achtet. Ber. Westf. Ver. f. Vogelschutz u. s. w. 1873. 78.
Ansiedlung von Dohlen in Lausanne seit 1870. Chavannes,
Bullet. Soc. Vaud. Sc nat. X 526; Zeitschr. f. d. ges. Naturw. N.
F. VII 502.
Julius Müllern: Ueber das Verschwinden der Dohlen und
Krähen aus Przemysl während einer Choleraepidemie. Zool. Gart. 32.
Pf. Jäckel glaubt, dass vielleicht die Lebensweise der Dohlen
eine natürliche Erklärung ihres Verschwindens während der Cholera-
epidemien, welche gewöhnlich im Juli und August beginnen, biete
ib. 328.
Corvus pastinator Gould aus der Gegend von Akscha, 0. -Si-
birien, Beschreibung und Eier. Taczanowski, Journ. f. Orn. 114.
Nest von Corvus Lawrencei Hume. Et. M. Adam, Stray Feath.
I 357.
Dr. A. Girtanner: Heilung eines Flügelknochen und Bein-
bruches bei Fregilus graculus. Zool. Gart. 332.
Neue Arten. Garrulus hyrcanus Blanford, Ibis 225, Ma-
senderan. — Urocissa brevivexilla Swinhoe, Proc. Z. S. 688, Peking.
Abbildungen. Garrulus glandarius Sharpe et Dress. B.
Eur. P. XVI. — G. Brandti ib. — G. Krynicki ib. P. XVII. — G.
cervicalis ib, P. XIX. — G. atricapillus ib. XX. — Perisoreus in-
faustus ib. XIX. — Podoces Hendersoni Hume. Lahore to Yark.
t. 22. Holzschn. d. Flügels ib. S. 246, v. Schnabel und Fuss S. 247.
68 Pelzein : Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
— P. humilis Hume ib. t. 23, Holzschnitt d. Flügels S. 248, Schnabel
und Fuss ib. 249. — Struthidea cinerea Eyton, Osteol. Av. Suppl. II.
P. 1. t. 7 Skelet, t. 7, G. osteol. Details. — Dendrocitta vagabunda
ib. t. 9, Skelet t. 9, J. osteol. Details. — Nucifraga car^ocatactes
Tschusi, Tannenheher t. 1 ad et juv. ; t. 2 Nest und Eier. —
Pica rustica Dresser B. Eur. P. XXII. — P. mauritanica ib. — Eier
von Podoces Panderi, Journ. f. Orn. t. 3. f. 37. 38. — Ei von
Cyanopica cyana Taczanowski ib. t. 2. f. 19. — Corvus monedula,
Anatomie de Man Myol. en Neurol. Studien t. 2. f. 6.
Paradiseidae. D. G. El Hot: AMonograph of the Paradiseidae
or Birds of Paradise fol.
Robert Wagner: Ueber die Verbreitung der Paradiesvögel.
Zool. Garten 6 mit Kärtchen für jede Species.
B. Rosenberg: Berichtigungen zu diesem Aufsatze, ib. 195.
Rosenberg: hat an der Ostküste der nördl. Halbinsel N.-Gui-
neas Paradisea papuana, P. speciosa und P. regia, im bergigen Innern
dieser Halbinsel P. sexpennis et speciosa, Epimachus ater (Lopho-
rhina superba) beobachtet. Ueber Weibchen der letzteren Art, W.
und j. M. v. P. sexpennis. P. speciosa wurde auf Jobie gesammelt.
Schlegel, Tijdschr. Dierk. IV 49. 50.
Dr. William Marschall: Pterologische Mittheilungen . I. Die
verlängerten Schwanzfedern der Paradiesvögel. Zool. Gart. 361 mit
2 Holzschnitten. Erschien französisch im VI. Bd. der Archives neer-
landais. 1871; hier in etwas veränderter Gestalt wiedergegeben und
die Abbild, hinzugefügt.
Ueber Parotia sexpennis, Lopborhina atra, Paradisea Raggiana
n. sp., Diphyllodes speciosa, Notizen über Lebensw. von d'Albertis,
Muskeln zum Aufrichten der Federn u. s. w. Sei ater, Proc. Z.
S. 557.
Ueber Diphyllodes speciosa var. chrysoptera (Diphyllodes chry-
soptera Gould msc?) unbekannten Fundorts. Elliot, Monogr.
Parad. t. 13.
Neue Art. Paradisea Raggiana Sclater, Proc. Z. S. 559,
N.-Guinea, d'Albertis; Elliot, Monogr. Parad. t. 3.
Abbildungen. Paradisea apoda Elliot, Monogr. Paradis. t. 2.
— P. Raggiana Sei., ib. t. 3. — P. minor, ib. t. 4. — P. sanguinea,
ib. t. 5. — Parotia sexpennis, ib. 10. — Lophorhina atra, ib. t. 11.
— Diphyllodes speciosa, ib. t. 12. — D. speciosa var. chrysoptera,
ib. t. 13. — D. respublica, ib. t. 14. — Cicinnurus regius ib. t. 16.
— Semioptera Wallacii, ib. t. 18. — Köpfe und Füsse von Para-
disea apoda, Lophorhina atra, Parotia sexpennis, Diphyllodes spe-
ciosa, Cicinnurus regius, Semioptera Wallacii, ib. t. 1. — Paradisea
regia, Entwicklung der verlängerten Schwanzfedern in Holzschnitt.
W. Marschall, Zool. Gart. 362. f. 1. 2. — Paradisea speciosa, Ana-
der Vögel während des Jahres 1873. 69
tomie De Man Myolog. en Neurol. Studien t. 3. f. 1, 3, 5. — P.
papuana anat. ib. t. 3. f. 2, t. 4. f. 1 — 3.
Stumidae. Elliot, Monogr. Paradiseidae (Astrapia. Paradigalla,
Manucodia).
Ueber Verbreitung vou Astrapia nigra und Paradigalla carun-
culata. Robert Wagner, Zool. Gart. 13 mit Kärtchen.
Ueber Astrapia auch B. Rosenberg, ib. 196.
An der Ostküste der nördlichen Halbinsel N.-Guineas beob-
achtete Rosenberg Chalybaea viridis, im bergigen Inneren Epimachus
niger (Astrapia gularis) und Chalybaea viridis. Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 49.
Ueber Eulabes intermedia A. Hay (E. Andamanensis Tytler).
Ball, Stray Feath. I 77.
Eulabes Andamanensis Tytler (intermedia apud Ball). L.Wai-
den, Ibis 313.
E. Schutt: Ueber ein zu Weinheim in Baden überwinterndes
Ex. des Pastor roseus. Journ. f. Orn. 224.
Acridothei-es mahhrattensis (Sykcs). Unterscheidung der Spccies.
Blyth, Ibis 79.
Ueber Acridotheres siamensis Swinhoe (Beschrb.) und A. si-
nensis (Gmel.) (Jngendkl.). Dr. Finsch u. Conrad, Verh. zool.-
bot. Gesellsch. Wien XXIII 354.
Nest von Acridotheres ruscus. Cock u. Marshall, Stray
Feath. I 357.
Ferd. B. D roste; Der Staar (Sturnus vulgaris). Bericht
Westfäl. Ver. f. Vogelschutz u. s. w. 1872. 42. (Anziehende Schil-
derung der Lebensw., Anbringung von Nistkasten.;
Zerstörung eines Rothschwanz - Geleges durch einen Staar.
Friedr. B. Droste, Zool. Gart. 353.
Ueber einen in Siebenbürgen geschossenen weisen Staar. v.
Frauenfeld, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 15.
Ueber Sturnus vulgaris in Sindh. A. Hume. Stray Feath. I 206.
Ueber Sturnus nitens. Hume, Lahore to Yarkand 250.
Stellung der Heteralocha acutirostris bei den Sturniden. Buller,
B. N.-Zeal. Introd. XVII.
Ueber Heteralocha acutipennis. Murie, Ibis 201.
T. Knox: Notes on the Anatomy of the Huia, Trans. N.-Zeal.
Instit. V. (Proceed. Wellingt. Philos. Soc. 1872. 431). Bemerkungen
von Dr. Hector hierüber ib. Die Differenz in der Schnabellänge
beider Geschlechter rührt von der Verlängerung der hornigen Man-
dibula des W. her.
Nach Brehm kommt Lamprocolius chloropterus auch in den
oberen Nilländern vor: die im Aquarium gezogenen Jungen dieser
Art verfärbten sich wieder ohne Mauser. Journ. f. Orn. 80.
70 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ueber Calornis insidiator von Atschin. A. Hume, Stray
Feath. I 460.
Ueber Amydrus Rueppellii (J. Verr.). Ant. e Salvad., Uc-
celli mar rosso e Bogos 127.
Fregilupus madagascariensis, Skelet, Prof. Newton gehörig.
Murie, Ibis 200.
Neue Arten: Calornis Tyileri A. Hume, Stray Feath I 480,
Andamanen, Nicobaren. — C. Irwini A. Hume, ib. 481, eventuell
für den Vogel von Tipperah und Assam vorgeschlagen.
Abbildungen. Astrapia nigra Elliot, Monogr. Parad. t. 9.
— Paradigalla carunculata ib. t. 17. — Manucodia chalybea ib. t. 6.
— M. atra, ib. t. 7. — M. Keraudreni ib. t. 8. — Köpfe und Füsse
von Manucodia ehalybea, Astrapia nigra, Paradigalla carunculata,
ib. t. 1. — Pastor roseus Dresser, B. Eur. P. XXI. — Sturnia An-
damanensis (Tytler) L. Waiden, Ibis t. 12. f. 2. — Sturnus nitens
Hume, Lahore to Yarkand t. 24. — Euryceros Prevostii Eyton,
Osteol. Av. Suppl. II. P. 1. t. 1. Skelet, t. 1. A. osteol. Details.
Icteridae Cassicus cristatus, C. haemorrhous, Molothrus bo-
nariensis, Cassidix oryzivora. Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 248,
Prov. St. Catharina.
Unterscheidung des Ostinops angustifrons (Spix.) vom Ucayale
und Bogota, O. atrovirens (Orb. Lafr.) aus Bolivien und W.-Peru,
0. atrocastaneus n. sp. aus Ecuador und 0. sincipitalis n. sp. ? aus
N.-Granada. Caban, Journ. f. Orn. 308.
Cassicus chrysonotus Lafr. Orb. von M. Whitely in Peru ge-
funden. Sclater, Proc. Z. S. 781.
Nest und Ei von Cassicus persicus (L.). E. Bartlett, ib. 266.
Ei von Cassicus affinis Sw.? und C. persicus. E. L. Layard,
Ibis 381.
Icterus Jamaicai frass in der Gefangenschaft einen Finken.
Brehm, Journ. f. Orn. 309.
Beschreibung des jungen Vogels von Agelaius humeralis (Vig.).
Pelzeln, Ibis 28.
Lampropsar tanagrinus (Spix). Sclater et Salv. Proc. Z. S. 267.
Neue Arten. Ostinops atrocastaneus Cab. (0. atrovirens ad
Auct.) Journ. f. Orn. 309, Ecuador (Fräser.). — ? 0. sincipitalis Ca-
banis, ib. N.-Granada.
Ploceidae. Dr. A. Reichenow: Westafrikanische Webervögel,
Journ. f. Orn. 446. Man kann die Vidua und Pyromelaena als
Steppen-, die Hyphantornis als Dorf- und Haide-, die Sycobius als
Waldbewohner bezeichnen. Nester von Pyromelaena oryx, Penthe-
thria macroura (auch Eier), Hyphantornis melanocephalus (textor
Gray), auch Eier, nigerrimus (die W. sind braun), auch Eier, bra-
chypterus (Eier), vitellinus, castaneofuscus, personatus (Eier), Syco-
bius scutatus (Eier). Ausserdem wurden beobachtet S. malimbus,
der Vögel während des Jahres 1873. 71
cristatus und iiitens (Gray), Sycobius scutatus, Beschreibung des
W. und der Nester, Bauweise der Nester und Ei. Reichenow
ib. 301.
Hyphantornis vitellinus und H. castaneofuseus. Ei und Nest.
Euplectes eryx, Nest, Reichenow und Lühder ib. 215. Sper-
mestes cucullata, Nest, Eier ib. 216.
Ueber den Nestbau und die Eier von Hyphantornis mari-
quensis (Smith). Th. Ayres u. J. H. Gurney, Ibis 284. Das M.
trägt während des Nestbaues oder wenigstens noch im Beginn des-
selben noch nicht das gelbe Kleid.
Ueber Verschiedenheit des Hyphantornis ocularius (Sm.) vom
westafricanischen H. brachypterus. Sharp e, Proc. Z. S. 715.
Ueber Steganura Verreauxii (Cass.), Euplectes franciscana,
Nester und Eier von Hyphantornis galbula und vitellinus. Ant. e.
Salvad., Ucc. mar rosso e Bogos 117, 118, 121.
Ploceus manyar von Saigon (Cochinchina), Dr. Finsch et
Conrad, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 354.
Spermestes undulata (Lath.) und Sp. rubronigra (Hodgs.) von
Saigon ib.
Munia acuticanda, Nestbau in Shanghai. Swinhoe, Ibis 371.
Nest von Munia malabarica. U.M. Adam, Stray Feath. 1387.
Munia maja, junger Vogel von Atchin. A. Hume ib. 460.
Bastard von Amadina cantans und A. undulata. Drenck-
mann, Gefied. Welt 99.
Neue Arten: Hyphantornis supercüiosus Shelley, Ibis 140,
W.-Africa. — H. dimiäiata Salvad. e Antinori, Atti Accad. Sc.
Torino VIII 1873. 360, Bogos-Land; Iidem Ucc. mar rosso e Bogos
120. — Lagonosticta polionota Shelley, Ibis 141, Cape Coast Castle,
W.-Africa. — Munia fumigata L. Waiden, Ann. nat. bist. XII 487,
S.-Andaman, M. Ramsay.
Abbildung. Hyphantornis dimidiata Ant. e Salv., Ucc. mar
rosso e Bogos t. 3.
Tanagridae. Tanagra cyanoptera, T. ornata, T. palmarum,
Orthogonys viridis, Tachyphonus coronatus, Trichothraupis quadri-
color, Cissopis leveriana, Pitylus fuliginosus. Gf. Berlepsch, Journ.
f. Orn. 240, Prov. St. Catharina.
Calliste pulchra (Tschudi), Tanagra olivina Sclater (auch aus
Bogota erhalten), (Orthogonys olivaceus Cassin ist vielleicht dieselbe
oder eine nahe verwandte Art), Buthraupis cucullata, Phoenico-
thraupis Carmioli Lawr., Arremon silens (Bodd.) aus Peru, von M.
Whitely. Sclater et Salvin, Proc. Z. S. 186.
Nest und Ei von Tanagra coelestis Spix. E. Bartlett, Proc.
Z. S. 261.
Sclater: Note on the Pyranga roseogularis of Cabot. Ibis
125. t. 3.
72 Pelzelu: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Unterscheidung der Poecilothraupis lacrimosa Du Bus aus Peru
von P. palpebrosa Lafr. aus N.-Granada. Cab.. Journ. f. Orn. 317.
Sclater und Salvin ziehen Saltator mutus und S. Azarae
zu S. superciliaris (Spix). Proc. Z. S. 263.
Ueber Euphone und deren Lebensweise, Stimme von E. vio-
lacea und E. elegantissima. Brehm, Journ. f. Orn. 71.
Neue Gattung: Phlogothraupis Sclater et Salv., No-
men cl. Av. Neotr. 21 et 155 (Tanagra sanguinolenta Less.).
Neue Arten: Poecilothraupis ignicrissa Cab., Journ. f. Orn.
317, Peru, H. Jelski. — Iridornis Jelskii Cab., ib. 316, Peru, H.
Jelski. — Chlorochrysa nitidissima Sclater, Proc. Z. S. 728, Antio-
quia, Columbia, M. Salmon. — Arremon Wucheren Sclater et Salv.,
Nomencl. Av. Neotr. 25 et 157, bei Bahia. — Chlorospingus semi-
fuscus Sclat. et Salv., ib. 24 et 157, Ecuador- — Chi (Hemispingus)
auricularis Cab., Journ. f. Orn. 318, Peru, H. Jelski. — Euphorbia
chalcopasta Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 18 et 157, Columbia
int. — E. mesochrysa Salvad., Atti Acc. Sc. Torino VIII 1873. 193,
Fundort?
Abbildungen. Tanagra olivina Sclater, Proc. Z. S. t. 21 —
Pyranga roseogularis Cabot, Ibis t. 3.
Fringillidae. Passer montanus, P. domesticus, Fringilla mon-
tifringilla, Leucosticte arctoa (Pall.), L. Giglioli Salv., L. brunnei-
nucha Brandt, Acanthis linaria (Nisten), A. canescens Bp., Carduelis
orientalis Eversm., Coccothranstes vulgaris, Corythus enucleator,
Carpodacus roseus, C. erythrinus (Nisten), Uragus sibiricus (Pall.),
Nest, Ei, U. sanguinolentus Temm. Schi., Pyrrhula coccinea Selys,
P. cineracea Cab. ? P. Cassini Baird, Loxia curvirostra, L. bifasciata
Selys. Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in 0. -Sibi-
rien, Journ. f. Orn. 91.
Spermophila coerulescens, Zonotrichia pileata, Sycalis flaveola.
Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 246, Prov. St. Catharina.
Procarduelis Mandellii A. Hume, Stray Feath. I 14, ist Syno-
nym von P. rubescens Blanford, A. Hume, Stray Feath. I 318.
Procarduelis Mandelli A. Hume = P. rubescens Blanf. Blan-
ford ib. 217 (von H. Hume bereits berichtigt ib. 225), Pr. saturatus
ist verschieden von P. pulcherrimus Hodgs. aber identisch mit Carpo-
dacus Edwardsi Verr., von O.-Tibet, welcher Name zu bleiben hätte,
ib. 218.
Fortschreitender Albinismus bei einem Hänfling (Canabina li-
nota). Joh. v. Fischer, Zool. Gart. 115.
Vorkommen von Fringilla linaria bei Salzburg, v. Tschusi,
Journ. f. Orn. 150.
H. Schacht: Ueber einen Bastard von Zeisig (Vater) und
Stieglitz (Mutter) ib. 235.
der Vögel während dts Jahres 1873. 73
Lenzen: Ueber einen Bastard von Blutfink-W. und Distelfmk-
hähnchen. Gefied. Welt 11.
Oehlkrug: Brut von Fringilla spinus in der Gefangenschaft
ib. 173.
Pyrgilauda Davidiana J. Verr. (Passer ouratensis David in
Mus. Pekin) ist von N.-China, nicht von Tibet. Swinhoe, Proc.
Z. S. 688.
Passer simplex, Eier. Reichenow u. Lühder, Journ. f.
Orn. 216.
E. v. Homeyer: Zur Sperlingsfrage. Zool. Gart. 252. Schäd-
lichkeit des Sperlings.
L. Martin: Zur Sperlingsfrage. Zool. Gart. 464. Nach Verf.
ist der Sperling im Frühling nützlich (namentlich wegen der Mai-
käfer), später schädlich.
H. Schacht: Ueber Sperlingseier in einem Schwalbenneste,
welche durch die Körperwärme der jungen Schwalben bebrütet
worden. Zool. Gart. 235.
Ueber Passer cinnamomeus Gould. Hume, Lahore to Yarkand
252, auch Eier.
Nisten von Passer cinnamomeus und P. flavicollis. Cock u.
Mars hall, Stray Feath. I 357.
Fringilla hispaniolensis Temm. in der europ. Türkei, Nistco-
lonien, Artselbstständigkeit. Alleon et Vi an, Rev. de Zool. 254.
Ei und Nest von Hesperiphona icteroides. Cock u. Marshall,
Stray Feath. I 358.
Pyrrhula pusilla (Pall.) soll nach M. Robson jährlich an dem
europ. Ufer des Bosporus vorkommen. Alleön et Vi an, Rev. de
Zool. 261.
Ueber Pyrrhula sanguinea und Serinus luteolus als Brutvögel
im Hochwalde in Schlesien. A. v. Homeyer, Journ. f. Orn. 222, 223.
H. Schacht: Anhänglichkeit der Pyrrhula vulgaris an die er-
wählten Brutplätze, Zool. Gart. 314.
Ueber Pyrrhula cineracea in Ost-Sibirien; das Vorkommen
des Pyrrhula orientalis daselbst ist nicht erwiesen ; das bei Haarlem
Nov. 1866 erlegte Ex. ist nach H. v. Wickevoort W. von P. coc-
cinea; P. Cassini dürfte wahrscheinlich ein aus dem Norden 0. -Si-
biriens, nach den vormals russisch-americanischen Besitzungen ver-
flogenes W. von P. coccinea sein. H. Caban., Journ. f. Orn. 314.
Erythrothorax erythrina, Nest in Curland. H. Goebel, Journ.
f. Orn. 9.
Prof. Jeitteles: Der Karmin-Gimpel in Nieder-Oesterreich.
Gefied. Welt 199.
Carpodacus rubicilla Güld., Jugendkleid. Hume, Lahore to
Yarkand 258.
74 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in der Naturgeschichte
Ueber Buccanetes githagineus (Licht.). A. Hu ine, Stray Feath.
I 215.
Ueber Crithagra capistrata Finsch. Sharpe, Proc. Z. S. 717.
H. Schacht: Ueber den Gesang der Crithagra musica; er ist
dem des Accentor modularis so ähnlich, dass letzterer antwortete.
Zool. Gart. 279.
J. Sabin: Canaries: their varieties and points. How to breed,
rear, and keep them in health, with remedies for the various diseases
to which they are subject. 12. London.
Bock er: Ergänzungen zu dem Buche: Der Kanarienvogel
von Karl Russ. Gefied. Welt 80, 102, 109, 117 et 128.
Linkz: Harzer Kanarienvögel und ihre Ausfuhr, ib. 196 et 201.
C. Reiche: Die Ausfuhr der Harzer Kanarienvögel und der
Thierhandel zwischen Europa und America, ib. 144, 159 et 164.
Bock er: Reise nach Andreasberg (über die Zucht der Harzer
Kanarienvögel), ib. 218.
Bädicker: Akklimations - Versuch des Kanarienvogels im
Freien, ib. 90 et 101.
C. M. Hoff: Benehmen eines Kanarienvogels, Zool. Gart. 195.
Dr. A. Prätorius: Geschlechtsverirrung bei Kanarienvögeln,
ib. 272.
Brüten von Loxia curvirostra in Steiermark, v. Tschusi,
Journ. f. Orn. 149.
Fortpflanzung von Loxia curvirostra in der Gefangenschaft,
v. Tschusi. Gefied. Welt 58.
Neue Gattungen. Porphyr ospiza Sclat. et Salv., No-
mencl. Av. Neotr. 30 et 155 (P. cyanella Sparrm.). — Nesospiza
Cab., Journ. f. Orn. 154 (N. Acunhae n. sp.).
Neue Arten. Nesospiza Acunhae Cab., Journ. f. Orn. 154,
Tristan d'Acunha. — Passer sp. Ant. e Salvad., Ucc. mar rosso e
Bogos 114, Abyssinien. — Centronyx ochroeephalus Aiken, Americ.
Naturalist. VII. 1873. 237 = C. Bairdii David Scott, ib. 564. —
Crithagra insularis Cab., Journ. f. Orn. 153, Tristan d'Acunha. —
Carpodacus n. sp. P. A. David (Brief an M. Swinhoe), Proc. Z. S.
555, Prov. Shensi. — C. lepidus P. A. David, Annal. des sc. nat.
XVIII. Art. 5, Prov. Chen-Si, China. — C. Verreauxii P. Dav., Nouv.
Arch. Mus. H. N. VII Bull. 1; Swinhoe, Proc. Z. S. 689, Moupin.
— Haplospiza uniformis Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 29 et
157, Mexico, Jalapa, de Oca. — Paradoxomis guttaticollis P. David,
Nouv. Arch. Mus. H. N. VII Bull. 1, nach Verr. = P. flavirostris
Gould. Swinhoe, Proc. Z. S. 690, Moupin.
Abbildungen. Fringilla coelebs Sharpe et Dresser, B. Eur.
P. XVII. — F. tintillon ib. XVIII. — F. spodiogena ib. — F. teydea
ib. XX. — Linota brevirostris Gould, Hume, Lahore to Yarkand
t. 26. — Passer cinnamomeus Gould ib. t. 25. — Coccothraustes
der Vögel während des Jahres 1873. 75
vulgaris, Holzschnitt des Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 35, f. 11. —
Paradoxornis Heudii A. David, Nouv. Arch. Mus. H. N. IX. t. 4.
f. 2. — Ei von Uragus sibiricus Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 2. f. 28.
Emberizidae. Plectrophanes nivalis, PI. lapponicus, Emberiza
leucocephala S. G. Gmel., Lebensw., Ei. Nest, E. cioides Brandt,
Ei, Nest, E. Giglioli Swinh., Beschr., E. spodocephala Pall., Ei,
Nest, E. rustica Pall., E. pusilla Pall., Schoenicola arundinacea Bp.,
Seh. Pallasii Cab., Euspiza aureola (Pall.), Nest, Ei, E. rutila (Pall.),
Ei. Nest. Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in O.-
Sibirien, Journ. f. Orn. 86.
Emberiza leucocephala Gmel., Beschrb.. E. cia. Ei und Nest.
Henders. et Hume, Lahore to Yarkand 254.
Eier und Nest von Emberiza cia, E. Stewarti und Melophus
melanicterus. Cock u. Marshall, Stray Feath. I 357.
Abbildungen. Plectrophanes nivalis Dresser,B. Eur. P. XXI.
— Eier von Emberiza cioides Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 2. f. 25,
26 und Euspiza rutila ib. f. 27.
Alaudidae. Calandrella braehydaetyla. Alauda arvensis, Oto-
corys alpestris, 0. albigula (Brandt). Taczanowski nach Dr. Dy-
bowski's Unters, in 0. -Sibirien, Journ. f. Orn. 86.
E. v. Homeyer: Monographische Beiträge. Ueber einige
Gruppen der Lerchen (Alandidae), Journ. f. Orn. 186. Behandelt
die Gattungen Hierapterhina Des Murs, Melanocorypha, Pallasia
gen. nov., Alauda, Calandrites, Ammomanes, Chorys, Galerita (auch
Beschr. v. G. Theklae und G. flava Ch. et A. Brehm). Mit beson-
derer Berücksichtigung von Abänderungen.
W. E. Brooks: Notes on the Skylarks of India, Stray Feath.
I 484. Verf. nimmt 5 Arten an. 1. Alanda dulcivox Hodgs, 2. A.
guttata Brooks, 3. A. gulgula Frankl., 4. A. Malabarica Scop., 5. A.
australis Brooks n. sp. M. A. Hume hält in Noten zu diesem Auf-
satze seine Ansicht aufrecht, dass nur zwei trennbare Arten in Indien
sind, A. arvensis (mit 3 Rassen) und A. gulgula (mit 5 Rassen).
Nach Blanford, Ibis 222, ist Alanda malabarica Scop. Spiza-
lauda deva und nicht wie M. A. Hume glaubte, die Nilgiri-Feld-
lerche, welche vielleicht von A. gulgula Frankl. nicht zu trennen wäre.
M. Blanford erklärt die von ihm beschriebene Otocorys
Elwesi für eine Var. von 0. longirostris, Ibis 213. M. A. Hume
ist derselben Ansicht. Stray Feath. I 417.
Otocorys alpestris brütend in Matoschkin-Scharr. Heuglin,
Ber. XIX. Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 66.
Ueber Galerita magna. Hume, Lahore to Yarkand 270.
Ueber Galerita praetermissa Blanf. Ant. et Salv., Ucc. mar
rosso e Bogos 111, Dembela-Land.
Alaudula Adamsi Hume, Galerida cristata, Alaemon deser-
torum. A. Hume, Stray Feath. I 213—216.
76 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
E. v. Homeyer: Notiz über Calandritis Heinei, Journ. f.
Orn. 425.
A. Hu nie: Ueber Melanocorypha maxima Gould an der Grenze
von Sikim und Tibet, Stray. Feath. I 492, Beschrb.
Ueber Melanocorypha torquata Bl. Hu nie Lahore to Yar-
kand 265.
Mirafra immaculata A. Hume, ob verschieden von M. assamica.
Blanford, Ibis 217.
Pyrrhulauda affinis Blyth = P. melanauchen Cab. Blanf.,
ib. 223.
Ei und Nest von Pyrrhulauda grisea. R. M. Adam, Stray
Feath. I 388.
Neue Gattung und veränderter Name: Pallasia E.
v. Homeyer, Journ. f. Orn. 190 (mongolica Pall. und leucoptera
Pall.). — Sundevall, Meth. nat. tent. 155, schlägt den Namen Tox o-
corys für Certhilauda vor.
Neue Arten. Älauda guttata Brooks, Journ. As. Soc. Beng.
XLI. II 1873. 73 und Stray Feath. I 485, Ostindien. — A. australis
Brooks, Stray Feath. I 486, Süd-Indien. — Galerita mycrocristata
Mus. Hein. E. v. Homeyer, Journ. f. Orn. 202, Abyssinien. — Galan-
drella Buckleyi Shelley, Ibis 142, Accra, W.-Africa. — Calandritis
Heinei E. v. Homeyer, Journ. f. Orn. * 197 et 425, Wolgagegend,
Süd-Russland, auch wohl Asien? — Mirafra microptera A. Hume,
Stray Feath. I 483, Thayetmyo.
Abbildungen. Alauda triborhyneha Hodgs. Henders. et
Hume, Lahore to Yarkand t. 28. — A. gulgula FrankL, ib. t. 29.
— Galerita magna Hume, ib. t. 30. — G. isabellina Dresser, B. Eur.
P. XIX. — G. macrorhyncha, ib. XX. — G. cristata ib. — Calan-
drella pispoletta, ib. XXI. — C. minor ib. — C. baetica ib. — C.
brachydactyla, ib. XXII. — Melanocorypha sibirica, ib. XXIII—
XXIV. — M. torquata (Blyth) Hend. et Hume, Lahore to Yark. t. 27.
— Rhamphocoris Clot bey Sharpe et Dresser, B. Eur. P. XVII. —
Certhilauda Duponti, ib. XVI.
Opisthocomidae. Sundevall: Ueber die Charactere von Opi-
sthocomus; er dürfte am Ende der ersten Ordnung noch Menura
aber vielleicht in eine Cohorto 6 Heteromorpha Huxley zu stellen
sein. Meth. nat. tent. 157.
Ei und Nest von Opisthocomus cristatus. E. Bartlett, Proc.
Z. S. 308.
J. B. Perrin: Ueber die Myologie von Opisthocomus cristatus
(aus Surinam) ib. 685. Die Abhandlung wird in d. Transact. Zool.
Soc. erscheinen.
Abbildungen. Skelet von Opisthocomus cristatus t. 2.
Osteol. Det. t. 2. B. Eyton, Osteol. Av. II Suppl. P. I.
Bucerotidae. Blyth ist der Ansicht, dass der dem kleinen
der Vögel während des Jahres 1873, 77
Buceros von Ceylon beigelegte Name gingalensis auf einem Druck-
fehler für cingalensis entstanden sei. Ibis 81.
Uebersicht der Species jener Gruppe, welche Cabanis Byca-
nistes nannte, nämlich: B. cristatus Rüpp., B. cylindricus Temm,,
subcylindricus Sclater, buccinator Temm., Sharpii Elliot, fistulator
Cassin, D. G. Elliot, Ibis 177.
Ueber Toccus nasutus und Bucorvus abyssinicus in Gefangen-
schaft. Ant. e Salvad., Ucc. mar rosso e Bogos 55 et 57.
Barboza du Bocage: Observations sur le Bucorax de
l'Afrique australe (Buceros carunculatus cafer Schleg.) Proc. Z. S.
698. Verf. zeigt die Verschiedenheit des Bucorax cafer (B. Lead-
beaterii Gray) von B. abyssinicus auf Grundlage einer von H. An-
chieta erhaltenen Serie aus dem Inneren von Mossamedes ; hinsicht-
lich des B. guineensis scheint die Frage noch nicht spruchreif. —
Ueber den Buceros aus S.- Angola vergl. auch Bocage, Av. poss.
port. Afr. occ. 8. lista 4.
Brutgeschäft von Dichoceros homrai, D. bicornis, Ocyceros
ginginianus, Rhyticeros subruficollis, R. obscurus. A. Hume, Nests
and Eggs Ind. B. 111—115.
Neue Untergattung. Ocyceros für ginginianus Shaw
und Tickellii Blyth vorgeschlagen. A. Hume, Nestsand Eggs Ind.
B. 113.
Neue Arten: Buceros Sharpii D. G. Elliot, Ibis 177, W.-
Africa. — Ehyticeros Narcondami A. Harne, Stray Feath. I 411,
Ins. Narcondam zwischen den Andamanen und der Küste von Burmah.
Abbildungen. Holzschnitt der Beinmuskeln von Buceros
coronatus Garrod, Proc. Z. S. f. 2. p. 632. — Holzschnitte der
Köpfe von Bucorax abyssinicus f. 1. p. 699, f. 4. p. 700, B. cafer
f. 2. p. 699, f. 5. p. 700, f. 6. p. 701, B. guineensis f. 3. p. 699. f. 7,
p. 701. Bocage, Proc. Z. S.
Scansores.
Ramphastidae. Ramphastus Ariel, R. dicolorus, Pteroglossus
Wiedii, Pt. Bailloni, Selenidera maculirostris. Gf. Berlepsch,
Journ. f. Orn. 277, Prov. St. Catharina.
Verbreitung und Lebensw. von Pteroglossus Beauharnaisii
(Wagler). E. Bartlett, Proc. Z. S. 297.
Pteroglossus Mariae nicht zu unterscheiden von Pt. flavirostris
Fräs. Sclater et Salv. ib. 297.
Psittacidae. Dr. W. Stricker: Geschichtliche Mittheilungen
über den Handel mit Papageien und die Zähmung derselben in
Europa bis zum Ende des Mittelalters. Zool. Gart. 266.
Ueber Palaeornis exsul A. Newton, Agapornis cana (ob ein-
78 Pelzein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
geführt), Psittacus rodericanus, der mit Palaeornis Verwandtschaft
zeigt und für den eine neue Gattung. Necropsittacus, errichtet wird,
auf der Insel Rodriguez. A. M. Edwards, Faune eteinte Masca-
reignes et Madag. 132. über Psittacus mauritianus ib. 140.
H. Fiedler: Fortpflanzung von Platycercus Novae Zealandiae
in Agram, Zool. Gart. 34.
Hinsichtlich der Identität des Platycercus Novae Zealandiae
(Sparrm.) mit P. Cookii, Aucklandicus, Rayneri und erythrotis, Mes-
sungen mehrerer Ex. Pelz ein, Ibis 30.
Platycercus Forsteri Finsch mit PL Novae Zealandiae zu ver-
einigen. Dr. Finsch, Transact. N. Zeal. Inst. V 207.
Platycercus alpinus. Buller, B. N. Zeal. Introd. XVI, über
Artselbstständigkeit.
Capt. Th. Hut ton: Notes on the Perroquets of India, Stray
Feath. I 331. Verf. ist der Ansicht, dass Palaeornis Alexandri nur
auf Ceylon und nicht auf dem indischen Continente vorkomme und
dass unter diesem Namen mehrere Arten verwechselt worden seien.
Er bespricht Palaeornis Alexandri, sivalensis Hutton, sacer Hutton,
punjabi Hutton, vindhiana Hutton, torquatus?, schisticeps Hodgs.,
bengalensis (auch Ei u. Nest), Osbeckii, Beschreibungen, Jugend-
kleider, Lebensw. Die letzte Art ist wohl P. fasciatus Müller (Note
des Herausgebers).
Ueber Palaeornis melanorhyncha Wagler und über Geschlechts-
differenz bei P. erythrogenys ; bei M. Stevens wurden drei Ex. v.
P. caniceps verkauft, von welcher Art früher nur zwei Individuen
bekannt waren. Blyth, Ibis 79.
Brutgeschäft von Palaeornis sivalensis Hutton, P. torquatus,
P. purpureus, P. schisticeps, P. fasciatus, P. erythrogenys, Loriculus
vernalis. A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 115—120.
Nest und Ei von Palaeornis schisticeps. Cock u. Marshall,
Stray Feath. I 350.
O. Wigand: Brut von Palaeornis torquatus. Gefied. Welt 163.
Ueber eine gelbe Varietät des Palaeornis rosa. A. Hume,
Stray Feath. I 323.
Nach Sclater wäre der kleinere Ära von Mendoza und den
Argentinischen Staaten als Conurus patagonus, der grössere von
Chile und der Westküste als C. Byroni (J. E. Gray) zu bezeichnen.
Proc. Z. S. 761.
Paarung von Conurus aureus mit Platycercus pulcherrimus.
Schneider, Gefied. Welt 127 (Eier wurden gelegt).
Brotogerys xanthopterus (Spix) und B. jugularis (Dev.) brüten
in den Nestern weisser Ameisen. E. Bartlett, Proc. Z. S. 300
(auch über Eier der ersteren Art).
Jugendkleid von Domicella taitiana von der Insel Niau, Pau-
motu-Gruppe. Gräffe, Journ. Mus. Godeffroy 51.
der Vögel während des Jahres 1873. 79
Ein Ex. von Domicella Schlegeli Finsch von unbekannter
Herkunft auf Macassar gekauft. Dr. Finsch u. P. Conrad, Verh.
zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 355.
Lorius papuensis Less. und Nestor Pequetii durch v. Rosen-
berg in Neu-Guinea erhalten. Schlegel, Tijdschr. Dierk. IV 37, 38.
Lorius cardinalis (Jacq. et Puch.) von Duke of Yorks-Island
(zwischen Neu-Britannien und N. -Irland) durch Capt. Fergusson
(etwas abweichend). Sclater, Proc. Z. S. 3.
Ueber Trichoglossus pygmaeus (Gmel.). Pelze In, Ibis 31.
t. 1. Nur durch das im AViener Museum aufbewahrte typische Ex.
Lathams bekannt.
Heu Mein: Züchtung von Trichoglossus Novae-Hollandiae.
Gefied. Welt 136.
Dr. H. Dorn er: Die Zunge des Kaka (Nestor meridionalis).
Die Zunge hat einen Hornnagel, der sich über die Zungenspitze
hinaus in eine dichte Reihe dunkelbrauner Borsten von 2 Mm. Länge
fortsetzt. Zool. Gart. 15. (In den Sitzungsber. d. Wiener Akad. XLI
1861 ist f. 4 und 5 der Zungenapparat von Nestor productus, nicht
von N. norfolcensis nach Bauer abgebildet. Anmerkung des Re-
ferenten.)
Nestor Esslingii und N. occidentalis Bull, sind als Varietäten
von N. meridionalis zu betrachten. Dr. Finsch, Trans. N. Zeal.
Instit. V 207.
Am Camerunflusse kommen häufig Varietäten des Psittacus
erithacus mit einigen rothen Armschwingen vor, welche Königs-
papageien genannt werden. Reichenow, Journ. f. Orn. 299.
Diagnosen von Poiocephalus fuscicollis (Kühl) und P. robustus
und Unterscheidung der Arten. Bocage, Av. poss. port. Afr. occ.
8. lista 5. 6.
Ueber ein Ex. von Chrysotis ochrocephala in Gefangenschaft.
Elise Sa ss, Gefied. Welt 79.
Neue Gattung und Untergattung. Necrop sittacus
A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et Madag. 134 (Ps. roderi-
canus sp. exst.). — Psittacella (n. subgenus) Schlegel, Tijdschr.
Dierk. IV 35 (P. Brehmii Rosenb. n. sp., P. modesta Rosenb. n. sp.).
Neue Arten. Palaeornis sivalensis Hutton, Stray Feath. I
335, N.-Indien. — P. sacer Hutton, ib. 337, N. -Indien. — P. punjabi
Hutton, ib. 338, Punjab. — P. vindhiana Hutton, ib. 338, Ostindien.
Conurus glaucifrons Leybold, Excursion a las Pampas Argentinas
et Leopoldina Heft VIII N. 7, März 1873. 52, Argent. Republ.; nach
Dr. Finsch C. acuticaudatus Vieill., Ibis 430 et Proc. Z. S. 570 (auch
C. fugax Burm. gehört zu dieser Art). — Trichoglossus Josefinae
Finsch, Atti Soc. Ital. Sc. Nat. XV. 1873. — Nanodes Muschen-
broekii Rosenb., Schlegel, Tijdschr. Dierk. IV. 34, N.-Guinea, Rosenb.
— Psittacella Brehmii Rosenb. Schleg., ib. 35, N.-Guinea, Rosenb.
80 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ps. modesta Rosenb. Schleg., ib. 36, N.-Guinea, Rosenb. — Chrysotis
Boäini Finsch, Proc. Z. S. 569, America.
Abbildungen. Osteologie von Palaeornis exsul und Necro-
psittacus rodericanus A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et
Madag. t. 31. f. 1, 2. — Lorius hypoinochrous Gray, Cruise Curagoa
t. 14, Luisiade u. Salomon-Ins. — Trichoglossus Massena Bp., ib.
t. 15, Salomon-Ins., N. Hebriden. — T. palmarum (Gm.), ib. t. 16?
N. Hebriden. — T. Josefinae Finsch, Atti Soe. It. Sc. Nat. XV. t. 7.
— *T. pygmaeus (Gm.), Ibis t. 1. — Chrysotis Bodini Finsch, Proc.
Z. S. t. 49.
Capitonidae. Lebensw. und Ei von Capito auratus (Dum.),
Lebensw. v. C. aurovirens (Cuv.). E. Bartlett, Proc. Z. S. 298,
C. melanotis Sei. et Salv. ist das W. von C. aurantiicollis Sei.,
ib. 299.
Brutgeschäft von Megalaima grandis Gould nee Gm. (auch
über Synon.), M. Hodgsoni, M. canieeps, M. zeylonica, M. viridis,
Cyanops asiatica, C. Franklinii, Xantholaema haemocephala. A. Hume,
Nests and Eggs Ind. B. 128—133.
Ei und Nest von Megalaima Marshallorum Swinhoe, N.-W.-
Indien. Cock u. Mars hall, Stray Feath. 350.
Ueber ein nistendes Paar von Xantholaema rubricapilla (Gm.)
in Ceylon. M. und W. schienen im Brüten abzuwechseln. S w i n h o e,
Ibis 229.
Ueber Barbatula uropygialis Heugl. Ant. e Salv., Ucc. mar
rosso e Bogos 43.
Gymnobucco Peli, Nisthöhle und Ei. Reichenowu. Lühder,
Journ. f. Orn. 213.
Neue Gattung. Smilorhis Sundev., Meth. nat. tent. 75
(Megalaima leueotis Sundev.).
Neue Art. Megalaema Sykesi J. Hayes Lloyd, Ibis 124
et Stray Feath. I 419, W.-Hindostan.
Picidae. Jynx torquilla, Gecinus canus, Dryopicus martius,
Picus leueonotus, P. major, P. Kamtschatkensis Malh., Picoides crisso-
leucus Brandt. Taczanowski, nach Dr. Dybowski's Unters, in
O.-Sibirien, Journ. f. Orn. 96.
Ueber Picus analis Temm., Gecinus vittatus (Vieill.) und
Chrysonotus intermedius (Bl.) von Bangkok. Dr. Finsch u. P.
Conrad, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 355, 356.
Brutgeschäft von Picus himalayensis, P. cathpharius, P. Macei,
P. brunnifrons, P. mahrattensis, Hypopicus hyperythrus, Yungipicus
pygmaeus, Y. nanus, Chrysocolaptes Delesserti, Gecinus squamatus,
G. striolatus, G. occipitalis, Brachypternus aurantius, Vivia innomi-
nata, Yunx torquilla. A. Hume, Nests and Eggs Ind. B. 120 — 128.
Campephilus robustus, Celeus flavescens, Campias spilogaster.
Gf. Berlepsch, Journ. f. Orn. 280, Prov. St. Catharina.
der Vögel während des Jahres 1873. 81
Ueber den forstlichen Werth unserer Spechte. Alt um, Forst-
zoologie II 79 mit Holzschnitten. Sehr wichtige Abhandlung.
Dr. Alt um: Picus major, Kieferzapfen aufhämmernd (aus
Forstzool. IL Bd.). Zool. Gart. 347 mit Holzschnitt.
Dryocopus martius soll in Sindh vorkommen; über Brachy-
pternus dilutus Blyth. A. Hume, Stray Feath. I 171.
P. V. Gredler und P. v. Putzer: Ueber den Wendehals
als Räuber der Eier kleiner Vögel. Zool. Gart. 270,
Friedr. B. Droste hält solche Fälle für nur vereinzelt,
ib. 353.
Neue Gattung. Nesoceleus Sclater et Salv., Nomencl.
Av. Neotr. 101 et 155 (Colaptes Fernandinae Vig.).
Neue Arten. Picus Sancti Johannis Blanford, Ibis 226,
Schiraz. — Colaptes leucofrenatus Leybold, Leopoldina Hft. VIII.
N. 7. März 1873. 53, Argentin. Republik.
Abbildungen. Picus scindianus A. Hume, Lahore to Yar-
kand t. 2. — Gecinus Vaillantii Dresser, B. Eur. XXII.
Cuculidae. Cuculus indicus Cab. (legt seine Eier gewöhnlich
in die Nester von Anthus agilis), Untersch. d. Art, C. canorus.
Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in 0. -Sibirien, Journ.
f. Orn. 95.
Cuculus canorinus (Müller), Beschr. von Eiern im Neste des
Anthus Richardi zu Akscha, O.-Sibirien. Taczanowski, ib. 118.
R. B. Sharpe: On the Cuculidae of the Ethiopian Region.
Proc. Z. S. 578 mit Holzschnitten. Ausführliche Arbeit mit Be-
schreibungen, Synon., geogr. Verbr. u. s. w. Behandelt die Arten
der Gattungen Cuculus. Coccystes, Ceuthmochares, Sericosomus
(Cona), Cochlothraustes, Centropus. — Zugleich gibt Verf. eine Ueber-
sicht der Gattungen der Subfamilie der Phoenicaphainae (Taccocua,
Lepidogrammus, Dasylophus, Rhinortha, Rhopodytes, Rhinococcyx
n. g.), Phoenicophaes, Rhamphococcyx, Zanclostomus, Poliococcyx
n. g., Ceuthmochares, Carpococcyx, Sericosomus, Cochlothraustes,
Centropus 600—609.
Fortpflanzung von Cuculus canorus, C. striatus, C. polioce-
phalus, Hierococcyx sparveroides, Ololygon passerinus, Coccystes
jacobinus, C. coromandus, Eudynamys honorata. Zanclostomus tristis,
Centropus rufipennis, C. andamanensis Tytler, C. bengalensis, Tacco-
cua Leschenaultii, T. sirkee, T. affinis. A. Hume, Nests and Eggs
Ind. B. 133—146.
Dr. Stoliczka: Beschr. u. Anatomie von Indicator xantho-
notus. Verf. glaubt, dass der Vogel am nächsten mit den Capito-
nidae verwandt sei. Stray Feath. I 425.
A. Hume: Ueber Indicator xanthonotus, Beschrb. ib. 313.
Verf. würde für diesen Vogel den Gattungsnamen Pseudofringilla
vorschlagen.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. F
82 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Indicator major nicht specifisch verschieden von J. Sparr-
manni. Steph. Sundev., Meth. nat. tent. 75 nota.
V. Legge: On Phoenicophaus pyrrhocephalus Forst. Stray
Feath. I 346. Das M. hat dunkelbraune, das W. weisse Iris.
Cabanis: Ueber den Magen von Coocygus erythrophthalmus
und C. americanus. Journ. f. Orn. 72.
Coccyzus Landsbergi Bp. Sclat. et Salv., Proc. Z. S. 511.
G. N. Lawrence: Remarks on Neomorphus Pucherani and
its Allies, Ibis 287. Beschr. von N. Geoffroyi (Temm.), N. Salvini
Sclater, N. rufipennis (G. R. Gray) u. N. Pucherani (Dev.).
Sclater und Salv.: Ueber Neomorphus Pucherani (Dev.).
Proc, Z. S. 296.
Ueber einen unbestimmten Centropus aus Ceylon und C. rec-
tunguis Strickl. aus Malacca. Swinhoe, Ibis 230.
Ueber Centrococcyx eurycercus Hay. A. Hume, Stray Feath.
I 453.
Cuculus canorus, Schilderung der Lebensw. AI tum, Forst-
zool. II 44.
P. Bl asius Hanf schliesst, dass dieselben Kuckucks-Indi-
viduen stets bestimmt gefärbte oder gezeichnete Eier während der
ganzen Dauer ihres Lebens legen und dass dasselbe Kuckucks-Indi-
viduum meistenstheils derselben Vogelart sein Ei unterschiebt, wel-
cher es sein Leben verdankt. Der Kuckuck vielleicht Nesträuber.
Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 473.
A. Grunack: Notiz zur Färbung der Kuckucks-Eier. Journ.
f. Orn. 454 (helle oder lichtfarbene Eier).
Eier von Cuculus canorus in N.-W.-Indien. Cock u. Mar-
shall, Stray Feath. 351.
Fr. B. D roste: Der präsentirte Kuckuck. Zool. Gart. 189.
Dr. E. R e y : Beobachtungen über einen Kuckuck. Ein blaues
Kuckucksei aus dem Neste der Phyllopneuste sibilatrix. Journ. f.
Orn. 45.
Cuculus micropterus Gould von den Andamanen. L.Waiden,
Ibis 304.
Ueber das Nistgeschäft von Eudynamys orientalis. Andr.
Anderson, Ibis 74. Interessante Beobachtungen über den Para-
sitismus. Die Eier werden, und zwar häuüg mehrere, in die Nester
des Corvus splendens, seltener (wegen der Brutzeit) in jene des C.
culminatus gelegt.
Eudynamys malayana Cab. et Heine ; geogr. Verbr. Dr. F i n s c h
u. P. Conrad, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 356.
Ei von Eudynamys Flindersi. Proc. Z. S. 519.
Neue Gattungen. Pseudofringilla Hume, Stray Feath.
I 313 (Indicator xanthonotus). — Bhinococcyx Sharpe, Proc. Z. S.
der Vögel während des Jahres 1873. 83
604 (typus Phoenicophaes curvirostris). — Poliococcyx Sharpe,
ib. 616 (P. sumatranus).
Neue Arten. Ceuthmoehares australis Sharpe (Zanclostomus
aereus Aue. plur.), Proc. Z. S. 609, S.-Africa, Zambesi, Madagascar.
— Sericosomus olivaeeieeps Sharpe, ib. 615, S.-W. -Madagascar (Gran-
didier hält diesen Vogel für das W. von S. rufieeps). — Coccygus
Euleri Cab., Journ. f. Orn. 72, Cantagallo in S. -Brasilien, H. Euler.
— Cuculus aurantiirostris Sharpe (C. gularis Hartl. O.-W.-A.), Proc.
Z. S. 584, Gambia, Casamanze.
Abbildungen. Zanclostomus sumatranus (javanicus) Eyton,
Osteol. Av. Suppl. II. P. 1. t. 6, Skelet t, 6, F. osteol. Details. — Cen-
tropus rufipennis ib. t. 4, Skelet t. 4, D. osteol. Det. — Centrococ-
cyx Andamanensis (Tytler), Ibis t. 11. — Cuculus bronzinus Gray,
Cruise Cura§oa t. 17, N.-Caledonien. — Eier von Cuculus indicus
Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 1. f. 7, 8. — Scythrops Novae Hol-
landiae Eyton, Ost. Av. II. Suppl. P. 1. t. 5, Skelet t. 5? E. Osteol.
Details. — Holzschnitte von Cuculus canorus, Kopf u. Fuss f. 1.
Schweiffedern f. 2, C. gularis, Schweiffed. f. 3, Coccystes glandarius,
Kopf f. 4, Köpfe von Taccocua Leschenaulti f. 5, Lepidogrammus
Cummingi f. 6, Dasylophus superciliosus f. 7, Rhinortha chloro-
phaea f. 8. Rhopodytes Diardi f. 9, Phoenicophaes curvirostris f. 10.
Ph. pyrrhoeephalus f. 11, Ph. colorhynchus f. 12, Zanclostomus ja-
vanicus f. 13, Poliococcyx sumatranus f. 14, Ceuthmoehares aeneus
f. 15, Carpococcyx radiatus f. 16, Sericosomus caeruleus f. 17, Co-
chlothraustes Delalandii f. 18 (Kopf und Fuss), Centropus aegyptius
(Fuss), Sharpe, Proc. Z. S. 580—609.
Colnmbae.
ColumMdae. Schlegel: Mus. Pays-bas, Aves Columbae 1873.
1 — 180. Bei dem beträchtlichen Umfang dieser mit gewohnter
Meisterschaft bearbeiteten Uebersicht konnten hier nur die neuen
Arten und einige wenige Daten hervorgehoben werden. Eine neue
Var. ist Ptilopus cinetus lettiensis von der Insel Lettie, östlich von
Timor 35 ; über die geogr. Verbr. der wilden Columba livia 64 (im
Leydner Museum Ex. von den Fär- und Orkney-Inseln, Thürin-
gen u. s. w.); Columba palumbus himalayanus 66; der Name Jan-
thoenas Luzoniensis für J. griseogularis Waiden und Layard 75;
Macropygia Reinward tii minor Schleg., neue Var. 106, Ins. Soek in
der Geelvink-Bai; M. turtur 16 umfasst M. albicapilla Temm., M.
amboinensis und M. Doreya Bp.; Synonymie von Peristera gri-
seola 135.
De Sousa Cat. das Collecc,. ornithol. Mus. Nacion. de Lisboa
Columbae 1873.
84 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturge schichte
Ueber Osmotreron cbloroptera (Blyth)?, Carpophaga aenea
(L.), (sylvatica Tickell.), Macropygia rufipennis Blyth?, Janthoenas
palumboides (Hume) und Chalcophaps indicus (L.) von den Anda-
raanen. L. Waiden, Ibis 313—315, t. 13.
Sphenocercus sphenurus Nest und Ei, Columba rupicola Pall.,
C. leuconota Vig., Turtur vitticollis Hodgs., T. auritus Hend. et
Hume, Lahore to Yarkand 270, 273—279.
Nisten von Sphenocercus sphenurus, Palumbus casiotis (auch
Ei), Turtur rupicola, T. suratensis. Cock u. Marshall, Stray
Feath. I 358.
Osmotreron viridis von Atchin. A. Hume, ib. 461.
Ueber nahe verwandte polynesische Ptilinopus - Arten. E.
Graeffe, Journ. Mus. Godeffroy Hamburg 4. 1873. Hft. I 48. t. 7.
Beschreibung von Ptilonopus Salomonensis. Gray, Cruise
Curagoa 386, Salomon-Ins.
Whitmee: Ueber Ptilonopus fasciatus (Peale). Brief d. d. Samoa
8./11. 1872. Proc. Z. S. 152.
Dr. Fi n seh: Ueber Chrysoena victor Gould von der Insel
Tavimai, Feejee-Gruppe ; diese Art wurde zuerst von Dr. Graeffe
erwähnt. Proc. Z. S. 733.
Carpophaga insularis Blyth (sylvestris Tick, var., C. aenea v.
d. Nicob.) von den Nicobaren. V. Ball, Stray Feath. I 79.
Ei von Carpophaga Novae Zealandiae. Travers, Transact.
N.-Zeal. Inst. V 216.
Columba rupestris Bp., Turtur rupicola (Pall.), Nest, Ei.
Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in 0. -Sibirien. Journ.
f. Orn. 97.
H. Dietz: Ueber Abstammung der Tauben. Gefied. Welt
20, 35, 45, 53.
H. Dietz: Ueber Entstehung von Farbe und Zeichnung bei
den Haustauben, ib. 137, 146, 166, 175, 193.
Ueber die mögliche Identität von Turtur Sharpü mit T. isa-
bellinus Bp. (Ed.) Ibis 91.
Ueber Turtur isabellinus Bp. v. Heuglin, Journ. f. Orn. 151,
Beschr., Synon. und Verbreitung.
Reste von Turtur picturatus von der Insel Rodriguez. A. M.
Edwards, Faune eteinte Mascar. et Madag. 130.
Ueber Streptopelia barbara Antin. Ant. e Salvad., Ucc. mar
rosso e Bogos 131.
Peristera Mondetoura Bp. von M. Whitely in Peru gefunden,
geogr. Verbr. Sclater, Proc. Z. S. 783. Auch über Geotrygon
frenata ib.
Ueber Otidiphaps nobilis Gould von Neu-Guinea. Notizen von
d'Albertis. Sclater, Proc. Z. S. 559.
der Vögel während dos Jahres 1873. 85
Neue Gattungen und veränderte Gattungsnamen.
Nesopelia Sundev.. Meth. nat. tent. 99 (Zenaida galapagensis). —
Stigmat opelia Sundev., ib. 100 (Col. senegalensis L. and amboy-
nensis Gm.). — Spil opelia Sundev., ib. (C. chinensis L. u. C. su-
ratensis Gm.; tigrina Temm.). — Co smopelia (n. gen.?) Sundev..
ib., sub Oreopelia (Phaps elegans Temm.). — Haplopelia statt
Aplopelia Bp., Sundev., ib. — Eugyptila für Leptoptila Sundev..
ib. 156. — Gymnopelia Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 133
et 156 (Columba erythrothorax Meyen.).
Neue Arten. Treron Wakefieldii Sharpe, Proc. Z. S. 715,
Mombas, O.-Africa, M. Wakefield. — Ptilonopus bellus Sclater, Proc.
Z. S. 696, N.-Guinea, d'Albertis. — Ptilopus neglectus Schlegel, Mus.
Pays-bas, Colurab. 7, Oceanien. — P. ornatus Rosenb., Schlegel.
Tijdschr. Dierk. IV 52, N.-Guinea. Rosenb. — Carpophaga paliim-
boides (C. insularis Ball.) A. Hume, Stray Feath. I 302 et 305, An-
damanen. — C. Geelvinkiana Schleg., Mus. Pays-bas, Col. 86, Ins.
d. Geelvinks-Bai. — C. Westermanni Rosenb. in litt. (C. picui Jo-
biensis Schi, ante) Schleg., ib. 95, Ins. Jobie. — Columba rodericana
(sp. exst.) A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et Madag. 132, Ins.
Rodriguez. — C. negleeta (sp. nov.?) Hume. Lahore to Yark. 272,
Ladäk. — Chloroenas fallax Schleg., Mus. Pays-bas Col. 80, Mexico?.
Rio Negro. — Turtur neglectus Schleg., ib. 122, N.-O.-Afr. u. Ost-
indien. — T. fallax Schleg., ib. 124. N.-O.-Africa. — T. ceylonensis
Reich, ex parte Schlegel, ib. 129 (ob sp. nov.?), Ceylon. — Columbina
aurisquamata Leybold, Excursion a las Pampas Argentinas (Ibis
430) et Leopoldina, Hft. VIII. N. 7. März 1873. 53, Ärgent. Republ.
— Peristera Lansbergii Schleg., Mus. Pays-bas Col. 139, Caracas. —
Leptoptila rufinucha Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 134 et
162, Veragna, M. Arce. — L. sp. de Sousa, Cat. coli. Mus. Lisboa 69,
Rio Janeiro.
Abbildungen. Treron Wakefieldii Sharpe. Proc. Z. S. t. 58.
f. 2. — Ptilonopus bellus Sclater, ib. t. 57. — P. Raratongensis
Hartl. et Finsch, Gräffe, Journ. Mus. Godeffroy 1873. t. 7. f. 1. —
P. fasciatus Peale, ib. f. 2. — P. porphyraceus Forst., ib. f. 3. —
P. chrysogaster Gray, ib. f. 4 — P. Pelewensis Hartl. et Finsch,
ib. f. 5. — P. Swainsoni, ib. f. 6. — Carpophaga Brenchleyi Gray,
Cruise Curacoa t. 18, Salomon-Ins. — Jantboenas palamboides (Hume)
L. Waiden, Ibis t. 13. — Columba livia, Holzschnitt des Schädels,
Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 4. — Columba rodericana, Osteol. A.
M. Edwards, Fauue et. Mascar. et Madag. t. 30. f. 1. — Palum-
baena Eversmanni Bp. Hume, Lahore to Yark. t. 31. — Macropygia
crassirostris (Gould) Gray, Cruise Curacoa t. 19, Salomon-Gruppe.
Ei von Turtur rupicola Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 2. f. 30. —
Osteol. v. Turtur picturatus A. M. Edwards, Faune et. Mascar. et
86 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Mad. t. 30. f. 2. — Phlogoenas tristigmata Temm., Gould, B. Asia
P. XXV. t. 13.
Didunculidae. Didunculus strigirostris Schlegel, Mus. Pays-
bas, Columbae 167.
Dididae. Didus Borbonicus, D. ineptus, Pezophaps solitarius,
P. Broeckei, P. Herbertii. Schlegel, Mus. Pays-bas, Struthiones 3. 4.
Gallinae.
De So usa: Museu Nacionalde Lisboa SeQcao zoologica Cata-
logo das colleccoes ornithologicus Gallinae Lisboa 1873. Sehr schön
gearbeiteter Catalog dieser reichen Sammlung.
Pteroclidae. Beschreibung von Pterocles Lichtensteinii Temm.,
P. senegallus L., P. coronatus Licht, etc. aus Sindh. A. Hurae,
Stray Feath. I 219—225.
Ei und Nest von Pterocles fasciatus und P. exustus. R. M.
Adam, Stray Feath. I 391, 392.
Syrrhaptes paradoxus aus der Kiachtagegend. Taczanowski,
Journ. f. Orn. 112.
Ein Ex. von Syrrh. parad. wurde Anfang October 1872 in
den Dünen von Zandvoort in Holland angetroffen. Van Wicke-
voort-Crommelin, Ber. XX. Vers. d. Ornith.-Gesellsch. 30, Syrrh.
parad. im Juni 1863 in Westfalen gefunden. Ferd. B. D roste,
Zool. Gart. 147.
v. Middendorff: Syrrhaptes paradoxus in Archangelsk am
weissen Meere 1863 erlegt; bisher nördlichstes Vorkommen. XIX.
Vers. d. Orn.-Gesellsch. 65.
Syrrhaptes tibetanus Gould. Henderson, Lahore to Yar-
kand 279.
Gracidae. Sclater's Abhandlung über die Currassows wird in
den Transact. Z. S. erscheinen. Proc. Z. S. 557.
Von Pipile cujubi (Pelz.) drei lebende Ex. im zoologischen
Garten zu London, ib. 518.
Ueber ein Ex. des Crax pinima von Para und über Ourax
mitu. De So usa, • Cat. coli, ornith. Mus. Lisboa 28. Pipile cu-
jubi? ib. 29.
Nothocrax urumutum (Spix.) in der Gefangenschaft und nächt-
liche Jagden der Indianer auf diesen Vogel. E. Bartlett, Proc.
Z. S. 307.
Veränderter Gattungsname. OpetioptilaSundev. statt
Aburria. Meth. nat. tent. 118.
Megapodidae. Ueber Megapodius-Arten und Eier von den
Banks-Inseln, Salomon-Inseln und N. Hebriden. Gray, Cruise Cu-
racoa 392.
der Vögel während des Jahres 1873. 87
Ueber Anatomie des Fusses von Megapodius nicobarensis (Ex.
im Kopenhagener Museum). Sundev. Meth. nat. tent. 157.
Eier von Megapodius nicobar icus. A. Hume, Stray Feath.
I 319.
Abbildung. Megapodius Brenchleyi Gray, Cruise Curac,oa
t. 20. Banks-Ins.?, Salomon-Ins.?.
Phasianidae. Polyplectron intermedium A. Hume, nachBlan-
ford nicht haltbar. Ibis 221.
D. G. Elliot: Ueber die von ihm abgebildeten Federn von
Argus ocellatus und die Berechtigung PYagmente bekannt zu machen.
Ibis 330.
Ueber ein lebend nach Wien gebrachtes Ex. des Argus Grayi
Elliot. Pelz ein, Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII. 158.
A. Goedde: Die Fasanenzucht 8.
Ferd. B. Droste: Abstammung und Heimath des Haushuhns.
Bei*. Westfäl. Ver. f. Vogelschutz u. s. w. 1873. 33. Interessante
historische Daten. Verf. spricht sich für die Abstammung aller
Haushühner von G. Bankiva aus.
L. H. Jeittele-s: Zur Geschichte des Haushuhnes. Zool.
Gart. 55, 88 und 130 mit 2 Holzschnitten. Ueber Gallusarten der
Tertiär-, der Quaternär- und historischen Zeit, Darstellung des
Haushuhnes auf alten Sculpturen, Gemälden und Münzen, Erwähnung
in alten Schriftwerken, Namen für das Haushuhu in Mitteleuropa.
Verbreitung desselben über Africa und Australien, Resultate, Nach-
träge. Verf. glaubt, dass das Huhn in Europa in der späteren
Steinzeit ausgestorben und dann erst wieder in dem. Zeitalter der
Bronce aus Asien eingeführt worden sei. Als Stammthier wird G.
Bankiva angenommen. Eine sehr wichtige mit grosser Erudition
ausgearbeite Abhandlung.
Auleb: Ueber eine Henne, welche jede Woche Doppeleier
und gewöhnliche Eier legt. Gefied. Welt 83.
Dr. H. Landois: Zur Aufbewahrung der Hühner-Eier. Ber.
Westfäl. Ver. f. Vogelsch. 1873. 91.
Ueber ein aus dem Mus. Leverianum stammendes Ex. von
Meleagris mexicaua Gould, welches sich durch einfarbig olivenbraune
Primarien unterscheidet. Pelze In, Ibis 35.
Dr. Kirk. Bemerkung über Numida Granti. Proc. Z. S. 196.
Das auf der Insel Rodriguez eingeführte Perlhuhn ist Numida
mitrata. A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et Mad. 135.
Abbildungen. Lophophorus l'Huysi Gould, B. Asia P. XXV.
t. 3. — Chalcophasis Sclateri, ib. t. 4. — Gallus Bankiva, Holz-
schnitt der Beinmuskeln, Garrod, Proc. Z. S. 627. f. 1. — Hinter-
hauptsloch des wilden Gallus Bankiva, Holzschnitt, Jeitteles, Zool.
Gart. 59. f. 2. — Holzschnitt eines Huhnschädels aus den Pfahlbau-
88 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Resten von Olraütz, ib. f. 1. — Gallus domesticus, Holzschnitt des
Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 35. f. 9 ; Anatomie de Man Myolog. en
Neurol. Studien t. 2. f. 7.
Tetraonidaö. Tetrao tetrix, T. urogallus, T. urogalloides
(Eier, Nest), Bonasia betulina Bp., Lagopus mutus, L. albus, Mega-
loperdix altaica Gebl.?, Perdix barbata Verr. et Desm. (Nest, Ei),
Coturnix dactylisonans, C. muta Pall. (Nest, Eier). Taczanowski
nach Dr. Dybowski's Unters, in O.-Sibirien. Journ. f. Orn. 98.
Francolinus vulgaris kommt bei Tiflis nicht vor und wäre
wohl überhaupt jetzt von der Liste der europ. Vögel zu streichen.
Rad de, Journ. f. Orn. 53.
Francolinus vulgaris in Sindh. A. Harne, Stray Feath. 1226.
Eier von Francolinus gariepensis Smith (früher Ibis 1871 für
jene von F. Levaillentii gehalten). Ayres, Ibis 282.
Ueber Francolinus sinensis (Orb.). Dr. Finsch u. P. Con-
rad, Verh. zool.-bot. Ges. Wien XXIII 357; F. Phayrei Bl. v. Saigon,
ib. 357.
Eier von Ortygornis ponticeriana. R. M. Adam, Stray Feath.
I 392.
Ueber Farbenabänderungen des Rebhuhns. B. Droste unter-
scheidet auch Localrassen, das Haidhuhn und Böhmische Rebhuhn.
Ber. XX. Vers. d. Orn.-Gesellsch. 9 (Notizen von mehreren Mit-
gliedern).
J. E. Harting: Ueber eine Varietät des gemeinen Rebhuhns.
Proc. Z. S. 729.
Eier von Perdix Hodgsoniae aus Tibet. Cock u. Marshall,
Stray Feath. I 349.
Nest von Cocci\bis chukor, ib. 358.
Perdix chukor Gray bei Constantinopel heimisch. Alleon et
Vi an, Rev. de Zool. 261.
Ueber Coturnix histrionica Hartl. aus W.-Africa. De Sousa,
Cat. coli, ornith. Mus. Lisboa 45.
Odontophorus Balliviani Gould, von M. Whitely in Peru
gefunden. Proc. Z. S. 784.
Das Kaukasische Königsrebhuhn Megaloperdix (Tetraogallus)
caspia (Gmel.). Nach einem freien Vortrag des Dr. Rad de wieder-
gegeben von Bolle u. Brehm, Journ. f. Orn. 1. Interessante
Schilderung der Lebensw., Ei.
Ei von Oreotetrax caspia. Cabanis, Journ. f. Orn. 83.
Tetraogallus himalayensis (Gray), auch Eier, T. tibetanus
Gould. Hend. et Hume, Labore to Yarkand 280—282.
Faelliger: Ueber Balz von Tetrao tetrix. Journ. f. Orn. 72.
R. Coli et: Ueber Bastarde von Lagopus lapponicus und Te-
trao tetrix im südlichen Norwegen. Der Rackelhahn ist in Nor-
wegen häufig, auch Hennen. Ber. XX. Vers. d. Orn.-Ges. 27.
der Vögel während des Jahres 1873. 89
H. Goebel: Einige Worte über den Farbenwechsel des La-
gopus albus. Journ. f. Orn. 422 (im Herbst durch Mauser, im Früh-
ling durch Ausfallen der Federn und Verfärbung).
Veränderter Gattungsname. Hyloperdix Sundev. für
Arboricola Hodgs. Meth. nat. tent. 116.
Neue Arten. Itliaginis sp. nov. P. David (Brief an M.
Swinhoe), Proc. Z. S. 555, Prov. Shensi. — Ithaginis sinensis P.
David, Annal. des sc. nat. XVIII. Art. 5, Chensi-Si, China. — Tut-
nix älbiventris (wenn versch. v. T. maculosus) A. Hume, Stray Feath.
I 305 et 310. Andamanen. — Hemipodius chrysostomus Swinhoe,
Ann. nat. hist. XII 375, Chefoo, N.-China. — Odontophoras hypos-
podius Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 138 et 162, Antioquia.
Columbien, M. Salmon. — Caccabis pallescens A. Hume, Labore to
Yarkand 283, Ladak. — C. pallidus Henders. et Hume, ib. 284, Yar-
kand. — Megaloperdix Kaddei Bolle und Brehm, Journ. f. Orn. 4
(note), Persien.
Abbildungen. Pedionomus torquatus, Holzschnitt des Schä-
dels, Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 7. — Ei von Oreotetrax caspia,
Journ. f. Orn. t. 3. f. 36. — Tetrao tetrix Dresser, B. Eur. P. XX.
T. urogallus, ib. XXI. — Hybrid Grouse. ib. XXII. — Lagopus
scotious, ib. XXIII— XXIV.
Strnthiones.
Ueber die Charactere der straussartigen Vögel. Schlegel,
Mus. Pays-bas Struthiones 1. 2.
Struthionidae. lieber Struthio camelus. Schlegel a. a. 0. 6.
Rheidae. Rhea americana und Rh. Darwini. Schlegel a. a. 0. 6. 7.
Casuariidae. Duchamp: Observation sur l'anatomie du Dro-
mains Novae Hollandiae. Annal. des sc. nat. XVII. Art. 11. t. 22. I
Milien Coughtrey: Note respecting the Tracheal Pouch
of the Emu (Drom. Nov. Holl). Ann. nat. hist. XII 217.
Ueber die geographische Verbreitung- der Arten von Casuarius.
Schlegel, Mus. Pays-bas, Struthiones 8, Dromains Nov. Hollandiae,
D. irroratus 7, Casuarius erneu, C. australis, C. bicarunculatus, C. uni-
appendiculatus. C. Bennettii, C. Papuanus 9 — 13.
R. Rosenberg: Ueber die Identität des Casuarius Kaupi mit
C. uniappendiculatus ; Sclater's Abbildung eines noch unausgefärbten
Vogels unter dem Namen C. Kaupi (Proc. Z. S. 1872) gehört zu
C. papuanus Rosenb. Aufzählung der Casuare des Leydener Mu-
seums. Journ. f. Orn. 390.
Nach Bennett (Brief an M. Sclater), Proc. Z. S. 519, kommt
Casuarius Bennettii nicht auf den Salomon-Inseln vor.
90 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Veränderter Gattungsname. Hippalectryo Gloger wird
von Sundevall, Meth. nat. tent. 152, für Casuarius gebraucht.
Neue Art. Casuarius papnanus Rosenberg (C. Bennettii
Schleg. ante), Schleg. Tijdschr. Dierk. IV 53, N.-Guinea, Rosenberg.
Abbildung. Dromaeus Novae Hollandiae Anatomie Duchamps
Annal des sc. nat. XVII. t. 22.
Dinornithidae, Rieh. Taylor: An Account on the First
Discovery of Moa Remains, Trans. N. Zeal. Inst. V 1872. 97. Verf.
berichtet im Jahre 1839 den ersten Moa-Knochen aufgefunden zu
haben. Die Eingeborenen an der Ostküste nannten den Vogel Ta-
repo, an der Westküste ist die Bezeichnung Moa gebräuchlich, auch
über Traditionen der Maoris, über Moajagden und über Küchen-
haufen.
W. B. D. Mantell: On Moa Beds ib. 94 (über Gleichzeitig-
keit der Moas mit dem Menschen).
Capt. Fräser: Description of the Earnsclough Moa Cave
ib. 102.
J. C. Crawfurd: Ueber Moaknochen von Miramar Peninsula,
Wellington Harbour, ib. 431 (Proc. Wellingt. Philos. Soc).
M. Edwin Ward sendete zur Ausstellung in der zoologischen
Gesellschaft die Original-Beinknochen des Dinornis maximus, welche
Prof. Owen, Trans. Z. S. VI 497. t. 89, 90, beschrieben und abge
bildet hatte; dieselben gehören Col. Michael. Proc. Z. S. 210.
Owen: XX. Memoir über' Dinornis und seine Verwandten
enthält eine Restauration des Skeletes von Cnemiornis calcitrans
und gibt Bemerkungen über seine Affinitäten mit der Gruppe der
Lamellirostren. Die Abhandlung wird in den Transact. Z. S. er-
scheinen. Proc. Z. S. 763. — J. Hector zieht Cnemiornis calc zu
den Lamellirostren. Proc. Z. S. 763, vgl. ^uatiden.
A. M. Edwards: Zusätze zu seiner Abhandlung über Aepy-
ornis. Compt. rend. LXXVII 1873. 1337.
Abbildung. Skelet von Dinornis giganteus nach einem Ex.
im Canterbury Museum. Buller, B. N. Zeal. Titelkupfer.
Apterygidae. Apteryx Mantelli (Ei, Lebensw.), A. australis
(Untersch. d. Art), A. Oweni (Ei), A. Haasti. Buller, B. N. Zeal.
358—372.
Ueber Apteryx australis u. var. Mantelli, dann A. Haasti Potts.
Dr. Finsch, Transact. N. Zeal. Inst. V 211, 212.
Apteryx Mantelli, A. australis, A. Oweni. Schlegel, Mus. Pays-
bas Struthiones 7 et 8.
Nach R. Gillies wurden bei Dunedin zwei Kiwis gefangen
Trans. N. Zeal. Instit. V 482 (Otago Inst.).
Th. Allis: On the Skeleton of the Apteryx. Journ. Linnean
Soc. XI. Juli 1873. 523. Notiz über ein Skelet, welches sich von
der Vögel während des Jahres 1873. 91
dem durch Owen dargestellten in einigen Punkten unterscheidet.
Wahrscheinlich ist es von einem älteren Vogel.
Abbildungen. Apteryx Mantelli, Buller, B. N. Zeal. t.
— A. Oweni ib. t. — A. Owenii, Holzschnitt d. Beinmuskeln, Garrod
Proc. Z. S. 643. f. 6.
Tinamidae. Crypturus pileatus (Bodd.) verschieden von Ti-
namus parvirostris Wagler. Sclater et Salv., Proc. Z. S. 310.
Ei von Tinamus guttatus, Crypturus cinereus (auch Nest) und
C. Bartletti. E. Bartlett, Proc. Z. S. 310.
Neue Gattungen. Nothoprocta Sclater et Salv., No-
mencl. Av. Neotr. 153 et 156, Typus: Crypturus perdicarius Kittl. ;
ausserdem noch hieher ornata (Gray), Pentlandi (Gray) curvirostris
u. sp. — Calodromas Sclat. et Salv. ib. (Eudromia elegans Orb.
et J. Geoffr.). V
Neue Arten. Crypturus Bartletti Sclat. et Salv., Proc. Z. S.
311 (auch Ei), Ost-Peru. M. E. Bartlett (in d. Smiths. Inst, ein Ex.
von Pebas durch Prof. Orton). — G. cerviniventris Sclat. et Salv.,
ib. 512, Venezuela, M. Spence. — Tinamus rußceps Sclat. et Salv.,
Nomencl. Av. Neotr. 152 et 162, W.-Ecuador, M. Bourcier, Panama,
M. Mc. Cleannau, Chiriqui M. Arce. — Nothoprocta curvirostris Sclater
et Salv. (Rhynchotus perdix Sei., P. Z. S. 1860. 97), ib. 153 et 163,
Hoch-Ecuador, Calacali et Puellaro M. Fräser.
Grallae.
Otididae. Ueber sehr schöne Ex. von Otis tarda, Nest und
Eier. Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in O.-Sibiriei
Journ. f. Orn. 99.
Otis tetrax f. bei Geschütz in Schlesien geschossen. A. v.
Homeyer, ib. 148.
Otis tetrax in Westfalen erlegt. Ferd. B. Drost^ Zool.
Gart. 147.
Abbildungen. Otis tarda Dresser, B. Eur. P. XX. — 0.
tarda, Holzschnitt des Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 35. f. 8.
Gharadriädae. Vanellus cristatus, Squatarola helvetica, Eudro-
mias morinellus, Charadrius fulvus, Aegialites hiaticula, A. fluviatilis.
Taczanowski nach Dr. Dybo wskfs Unters, in O.-Sibirien, Journ.
f. Orn. 101.
Dr. Finsch: Remarks on the Synopsis of the Genus Chettusia
(Lobivanellus) with a description of a new species by J. A. Ogden.
Proc. Acad. Philad. 1872. 32. Die als neu beschriebene Ch. ni-
vifrons Ogden ist Ch. crassirostris (De Filippi).
Nisten von Lobivanellus indicus. R. M. Adam, Stray Feath.
I 394,
92 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
M. und W. von Vauellus leucurus im Juni an der Wolga
bei Sarepta erlegt. Caban., Journ. f. Orn. 80. Brehm: Ueber
Lebensw. dieses Vogels in Egypten ib.
Charadrius fulvus auf dem Markt zu Shanghai. Swinhoe,
Ibis 427.
Charadrius fulvus in Sindh, auch über Nest und Eier. A.
Hume, Stray Feath. I 228.
Eudromias veredus zu Shanghai, Beschreibung, Anatomie,
Vergl. mitE. asiaticus vom Syr Parja (Syr-Daria? Sei.). Swinhoe,
Ibis 365.
Eudromias tenuirostris Hume, nach Blanford, Ibis 217, wohl
ein junges Ex. von Aegialites Hartingi Swinhoe, vgl. auch A. Hume,
Stray Feath. I 417.
J. E. Harting, Ibis 324, erklärt Eudromias tenuirostris Hume
für identisch mit Aegialites Hartingi Swinh. und vermuthet, dass
auch Charadrius longipes P. David dahin gehören dürfte. Der äl-
teste Name für diese Species wäre Charadrius placidus G. R. Gray.
Vgl. auch A. Hume, Stray Feath. I 495, Ch. hiaticula wäre für In-
dien auszulassen.
J. E. Harting: On rare or little known Limicolae, Ibis 260.
t. 8, 9, Forts, von Ibis 1870. 392. Ueber Aegialitis varius (Vieill.)
(Charadrius pecuarius Temm.) vom Continente Africas und den
bisher mit dieser Art verwechselten Aeg. Sanctae Helenae Harting
von St. Helena, Beschr., Synon. Lebensw., Eier.
Aegialitis longipes Heuglin = Charadrius pecuarius Temm.,
Ibis 325.
Aegialitis curonica (Gm.) von den Andamanen. L. Waiden,
Ibis 316.
Nest und Eier von Aegialites cantianus. P. Müller, Zool.
Gart. 292.
Aegialites collaris (Vieill.), Eier. E. Bartlett, Proc. Z. S. 309.
Anarhynchus frontalis. Buller, B. N. Zeal. Introd. XXI.
Neue Art. Aegialitis Sanctae Helenae Harting (bisher von
den Autoren für varius gehalten), Ibis 260, St. Helena.
Abbildung. Aegialitis varius (V.) Harting, Ibis t. 8. —
A. Sanctae Helenae, ib. t. 9.
Glareolidae. Glareola wird von Sundev., Meth. nat. tent. 86,
zur Familie Caprimulginae gestellt.
Cursorius europaeus 1868 bei Detmold erlegt. Ferd. B.
D roste, Zool. Gart. 147.
Cursorius gallicus in Sindh. A. Hume, Stray Feath. I 228.
Haematopodidae. Nest und Eier von Haematopus ostralegus.
P. Müller, Zool. Gart, 292.
Vorkommen von Strepsilas interpres. Taczanowski nach
Dr. Dybowski's Unters, in O.-Sibirien, Journ. f. Orn. 101.
der Vögel während des Jahres 1873. 93
Beschreibung des Cinclus interpres von Sindh. A. Hu nie,
Stray Feath. I 233.
Psophiidae. Neue Art: Psophia napensis Sclat. et Salv.,
Nomencl. Av. Neotr. 141 et 162, Ecuador, Rio Napo (Verr.).
Cariamidae. Sundev., Meth. nat. tent. 111, stellt Dicholophus
zu der Familie Polyborinae.
Gruidae. GruidaeHeuglin. Orn. N.-O.-Afr. 1250—1261, auch
Brutgeschäft. Grus cinerea, G. carunculata, Anthropoides virgo.
Balearica pavonina.
Grus leucogeranus Pall., G. viridirostris Vieill., G. leucauchen
Temm. (Nest, Ei), G. cinerea, G. monacha Temm., Anthropoides
virgo (Ei, Nest). Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in
O.-Sibirien, Journ. f. Orn. 100.
Grus leucogeranus und Anthropoides virgo in Sindh ange-
troffen. A. Hume, Stray Feath. I 235.
lieber zwei Racen von Grus cinerea, von welchen in Indien
nur eine, aber in Europa beide vorkommen. Auch bei G. canadensis
scheinen zwei Racen zu existiren. Blyth, Ibis 81.
Grus canadensis (L.), Beschr. eines Ex. aus N.-O. -Sibirien.
Taczanowski, Journ. f. Orn. 112.
Nest und Ei von Grus Antigoae. R. M. Adam, Stray Feath.
I 398.
Eier und Nest von Balearica regulorum (Licht.). Th. Ayres,
Ibis 286.
Abbildung. Grus communis Dresser, B. Eur. P. XVIII.
RMnochaetidae. Nach Giebel (Zeitschr. f. d. ges. Naturw.
N. F. VIII 99) ist Rhinochaetus jubatus nach den Federfluren mehr
mit den Hühnervögeln als mit Eurypyga helias verwandt.
Rhinochaetus hat nach Eyton, Osteol. Av. Suppl. II. P. 1. 18,
Verwandtschaft mit den Rallen, auch nach den Eiern.
Sundevall rechnet Pedionomus Gould zu der Familie Rhi-
nochaetinae. Meth. nat. tent. 129.
Abbildung. Rhinochaetus jubatus Eyton, Osteol. Av. II.
Suppl. P. 1. t. 3. Skelet t. 3. C. osteol. Details.
Ardeidae. Ardeidae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1048—1099,
auch Brutgeschäft u. s. w. Ardea goliath, purpurea, cinerea, mela-
nocephala, ardesiaca, gularis, alba, intermedia, garzetta, Ibis, comata,
minuta, Sturmii, atricapilla, brevipes, stellaris, nycticorax, leuco-
notus, Scopus umbretta, Balaeniceps rex.
Ardea cinerea, Botaurus stellaris Taczanowski nach Dr.
Dybowski's Unters, in O.-Sibirien, Journ. f. Orn. 106.
Ardea atricapilla und Ardetta minuta, Brüten in W.-Africa,
auch Eier. Reichenow und Lühder ib. 212.
Ardea herodias L. in Venezuela. Sclat. et Salv., Proc.
Z. S. 511.
94 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Ueber Demiegretta sacra (Gm.) (D. concolor Blyth) und Ardea
gularis Bosc. L. Waiden, Ibis 318, Synon., Verbr., Messungen.
Ueber Demiegretta gularis Bosc. aus Sindh. A. Hume, Stray
Feath. I 254.
Nycticorax griseus auf Honolulu gesammelt. Pelzeln, Verh.
zool.-bot. Gesellsch. Wien XXIII 159.
E. Marno: Der Abu Markub (Balaeniceps Rex), Zool. Gart.
321, Lebensw. nach eigenen Beobachtungen.
Giebel: Ueber Balaeniceps rex, Zeitschr. f. d. gcs. Naturw.
N. F. VII 350, nach Exemplaren von H. Marno. Hervorgehoben
werden bisher nicht beachtete Eigenthümlichkeiten in Befiede-
rung u. s. w., ferner wird die Vermuthung ausgesprochen, dass Ba-
laeniceps Scopus näher stehe als Cancroma.
Neue Arten. Ardea meg 'acephala A. M. Edwards (Butor
Leguat sp. exst.), Faune eteinte Mascar. et Mad. 126, Ins. Rodriguez.
— Demiegretta Grayi A. Hume (die weissen lndiv. von D. jugularis
Forst.), Stray Feath. I 307. — Ärdetta pulchra (wenn versch. v. A.
sinensis Gm.) A. Hume ib. 305, 308, 309; ist nach A. Hume ib. 422
von A. sinensis nicht specifisch verschieden. — A. eurhythma Swinhoe
(A. cinnamomen juv. Schrenk, Ardetta hybrid Swinh. ante) Ibis 74,
Amoy, Shanghai.
Abbildungen. Reiherstand in der Colbitz-Letzlinger Haide
Altum, Forstzool. II, Titelkupfer. — Ardea herodias Eyton, Osteol.
Av. II. Suppl. P. 1. t. 11. Skelet t. 11. K. osteol. Details. — Osteol.
v. Ardea megacephala A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et
Mad. t. 32. — A. garzetta Tibia, ib. t. 33. f. 3. — Ardetta eurhythma
Swinhoe, Ibis t. 2.
CiconÜdae. Ciconiidae Heu gl in, Orn. N.-O.-Afr. 1100—1120,
auch Brutgeschäft. Ciconia alba, nigra, Abdimii, episcopus, Mycteria
senegalensis, Leptoptilus crumeniferus, Anastomus lamelligerus.
Dr. Altum: Ueber den Storch als Vertilger von Feldmäusen,
Zool. Gart. 24. Ueber denselben Gegenstand und die sonstige
Schädlichkeit der Störche. Friedr. B. D roste ib. 153 et 394
(Störche auch als Vogelverzehrer), Pf. J äckel ib. 312, Prof. Altum
ib. 474, E. v. Olfers ib. 476.
Wiepken: Störche in Oldenburg, Ber. XIX. Vers. d. Orn.-
Ges. 69.
Ciconia nigra in O. -Sibirien. Taczanowski nach Dr. Dy-
bowski, Journ. f. Orn. 106.
Swinhoe bemerkt (Proc. Z. S. 729), dass nach einer Mit-
theilung des P. Heude der weisse Storch in China vielleicht nicht
C. Boyciana sei.
Ei und Nest von Melanopelargus episcopus Henders. et
Hume, Labore to Yark. 295.
der Vögel während des Jahres 1873. 95
Mycteria indica Lath. in Sindh. A. Hume. Stray Feath. 1252.
Beschr. junger Vögel dieser Art. R. M. Adam ib. 398.
Neue Art. Ciconia Boyciana Swinhoe, Proc. Z. S. 512.
Japan (auch China?), M. Boyce.
Abbildungen. Ciconia alba Dresser, B. Eur. P. XIX. —
C nigra ib. XXIII-XXIV.
Plataleidae. Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1122— 1128, auch Brut-
geschäft. Platalea leucorodia. P. tenuirostris.
Abbildung. Platalea leucorodia Dresser, B. Eur. P. XXIII
—XXIV.
Tantalidae. Sclater bemerkt (Ibis 253 nota), dass die Ibise
und Löffelreiher in eine Familie Plataleidae zu vereinigen wären,
Tantalus aber gehöre zu den Ciconiidae.
Tantalidae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1129—1145, auch Brut-
geschäft. Tantalus ibis, Ibis falcinellus, aethiopica, carunculata, Ha-
gedash, comata.
Swinhoe: On the Rosy Ibis of China and Japan (Ibis nippon),
Altersstufen, Lebensw., Ei. Anatomie, Ibis 249.
Falcinellus igneus nach Dohrn bei Swinemünde, nach A. v.
Homeyer bei Elbing erlegt, Journ. f. Orn. 55. In Süd-Angola.
Bocage, Av. poss. port. Afr. occ. 8 lista 2 et 9.
Dromadidae. S u n d e v. hält nach Strickland's Vorgang Dromas
für ein Glied der Familie Sterninae. Meth. nat. tent. 135.
Brutgeschäft von Dromas- Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1045.
Scolopacidae. Totanus glottis, T. fuscus, T. glareola, T. ochro-
pus, Actitis pulverulentus, A. hypoleucus, Terekia cinerea, Calidris
arenaria, Tringa crassirostris, T. canutus, T. alpina, T. damacensis,
T. salina Pall., T. subminuta Midd., T. Temminckii, T. subarquata,
Limicola platyrhyncha, Machetes pugnax, Numenius minutus Gould,
N. phaeopus, N. lineatus Cuv. (Eier), N. tahitiensis (Gm.), Limosa
melanuroides Gould, Pseudoscolopax semipalmata Jard., Scolopax
rusticola, Gallinago solitaria Hodgs., G. heterocerca Cab. (hiezu eine
Note über Synon. v. Cabanis), Nest, Ei, Jugendkl., Lebensw., G.
Horsfieldii Gray, G. scolopacina. Taczanowski nach Dr. Dy-
bowski's Unters, in O.-Sibirien, Journ. f.- Orn. 102.
Macrorhamphus griseus (Gm.) in N.- O.-Sibirien. Tacza-
nowski, Journ. f. Orn. 112.
Limosa uropygialis Gould, Beschr., Anat., L. brevipes Gray,
Beschr., Anat., Tringa crassirostris T. et S., Beschr., Anat., T. ca-
nutus, Tringoides hypoleucus, Totanus fuscus, T. calidris, T. ochro-
pus, T. glareola in Shanghai. Swinhoe, Ibis 368, 370.
lieber Terekia cinerea, Eurynorhynchus pygmaeus, Numenius
minutus (Beschr. u. Anat.) und andere Strandvögel auf dem Markte
zu Shanghai. Swinhoe, ib. 424—426.
Gallinago solitaria zum ersten Male in China (auf d. Markte
96 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
zu Shanghai), Beschr., Anat., auch über G. scolopacina und G. me-
gala. Swinhoe, ib. 363, 364.
Beschreibungen von Limosa rufa?, Terekia cinerea, Numenius
lineatus Cuv., Tringa crassirostris, minuta, Temminckii in Sindh.
A. Hume, Stray Feath. I 235—244.
ScolopacidaeHeuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1146— 1215, auch Brut-
geschäft. Numenius arquatus, tenuirostris, phaeopus, Limosa aego-
cephala, rufa, cinerea, Totanus stagnalis, ochropus, glareola, calidris,
fuscus, glottis, Tringoides hypoleucus, Recurvirostra avocetta, Hi-
mantopus autumnalis, Philomachus pugnax, Tringa canutus, platy-
rhyncha, cinclus, minuta, Temminckii, subarquata, Calidris arenaria,
Gallinago major, scolopacina. macrodactyla, gallinula, Scolopax ru-
sticula, Rhynchaea capensis.
Sclater et Salvin: Notes on the Range of several American
Limicolae, Proc. Z. S. 433 mit 2 Holzschnitten. Auch Unterschei-
dung von Himantopus nigricollis Vieill. und H. brasiliensis Brehm.
Ueber den Zug der Scolopacidae O-Peru's ; auch über die
Eier von Himantopus nigricollis. E. Bartlett, Proc. Z. S. 310.
Xenus cinereus bei Archangel, Nest und Eier. Aiston u. PI
Harvie Brown. Ibis 68.
Limosa cinerea in Livland erlegt, v. Middend, Ber. XIX.
Vers. d. Orn.-Gesellsch. 65.
Beschreibung der Dunenkleider von Totanus ochropus, cali-
dris, glareola, macularius, hypoleucus. A. Marchand, Rev. de
Zool. 394, 395.
Nest und Eier von Totanus calidris und Recurvirostra avo-
cetta. P. Müller, Zool. Gart. 293, 294.
Himantopus rufipes in Steiermark durch Pfarrer Hanf erlegt.
v. Tschusi, Journ. f. Orn. 150.
Himantopus nigricollis Vieill. ? von Honolulu. Pelzein, Verh.
zool.-bot. Gesellseh. Wien XXIII 159.
Tringa albescens Temm. von den Andamauen, Synonymie.
L. Waiden, Ibis 317.
Dr. H. Landois: Musikalische Federn einiger Schnepfen, Ber.
Westfäl. Ver. f. Vogelsch. u. s. w. 1873. 51.
Meckern von Telmatias gallinago. H. Albarda, Ber. XIX.
Vers. d. Orn.-Ges. 70 (aus d. Holland.).
Dr. C. Stölker: Scolopax gallinago in Gefangenschaft. Or-
nith. Beob. St. Gallen 1873 und Zool. Gart. 477.
Pralle: Ueber die in Hannover gefundenen Eier von Telmatias
gallinula. Ber. XX. Vers. d. Orn.-Ges. 5.
Brüten von Telmatias gallinula in Deutschland. Jäckel,
Ber. XIX. Vers. d. Orn.-Ges. 69.
G. F. L. Marshall: Ueber Gallinago stenura. Stray Feath.
I 423, Bemerkungen hierzu J. R. Cripps ib. 496.
der Vögel während des Jahres 1873. 07
W. Blasius: Ueber Gallinago. Ber. XX. Vers. d. Orn.-Ges. 11.
Ueber Rhynchaea bengalensis. Hume, Lahore to Yarkand
287 nota.
Neue Art. Scölopax Rosenbergii Schlegel, Tijdschr. Dierk.
IV 54. N. Guinea, Rosenb.
Abbildungen. Numenius borealis Sharpe et Dresser, B.
Eur. P. XVI. — N. phaeopus ib. XVII. — N. arquatus ib. XVIII.
— N. arquatus, Holzschn. d. Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 3.
— Köpfe der jungen Vögel von Totanus ochropus f. 1, T. calidris f. 2,
T. glareola f. 3, T. macularius f. 4, T. hypoleucus f. 5. A. Marchand,
Rev. d. Zool. t. 11. — Holzschnitte d. Köpfe von Himantopus ni-
gricollis f. 1 und H. brasiliensis f. 2. Sclater et Salv., Proc. Z. S.
453, 454. — Tringa fuscicollis Dresser, B. Eur. P. XX. — Ei von
Gallinago heterocerca. Taczanowski, Journ. f. Orn. t. 2. f. 31.
Phalaropodidae. Ueber Phalaropus fulicarius und Lobipes
hyperboreus in Sindh. A. Hume, Stray Feath. I 245, 246.
Lobipes hyperboreus Taczanowski nach Dr. Dybowski's
Unters, in 0. -Sibirien. Journ. f. Orn. 102.
Rallidae. Rallus indicus Blyth, Porzana pygmaea (Naum.),
Eier, P. erythrothorax T. et S., Beschr. d. Vogels u. d. Eier, Tacza-
nowski nach Dr. Dybowski's Unters, in 0. -Sibirien, Journ. f.
Orn. 116.
Rallidae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1216^-1249, auch Brut-
geschäft (Rallidae s. st. 1235 — 49). Ortygometra pygmaea, nigra,
egregia, porzana, crex, Rallus aquaticus, Eulabeornis Rougetii.
v. Wickevoort-Crommelin: Notes sur les Rales des Pays-
bas Arch. Neerland T. VIII 1873.
Capt. II u 1 1 o n : Ueber die Arten der Gattung Ocydromus in
Neu-Seeland. Aus d. Engl, von Capt. P. Co nr ad, Journ. f. Orn. 398.
1. 0. troglodytes (Gm.), 2. 0. Heetori n. sp., 3. 0. australis (Sparrm.),
4. 0. Finschi n. sp., 5. 0. fuscus (Du Bus), 6. 0. Earli Gray.
Dr. Finsch: Bemerkungen zu dem vorstehenden Aufsatze
ib. 401. Nach Verf. gehört 0. australis Bull er (mit Abbild.) zu 0.
troglodytes, 0. australis wird von Buller als Earli beschrieben und
abgebildet, Gallirallus braehypterus Lafr. von unbekannter Herkunft
bleibt noch zweifelhaft und vielleicht mehr mit G. Lafresnayanus
Verr. verwandt, Schlegel's 0. braehypterus von den Chatham-Ins.
könnte vielleicht eine besondere Art bilden. Hinsichtlich der 0.
Earli wäre noch das typische Ex. zu untersuchen.
Ueber Ocydromus troglodytes, dann über 0. sylvestris von
Lord Howe's-Insel nebst anatom. Notizen von M. M. Newton und
Garrod über letztere Art. Bull er, B. N. Zeal. Introd. XX.
Ueber Hypotaenidia striata (L.), philippensis (L.), australis
(Rallus pectoralis Auct.). Synon. und Untersch. d. Arten, dann
Archiv f. Naturg. XXXX. Jakrg. Bd. 2. G
98 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Maasse von H. torquata (L.) und II. calebensis (Q. et G.). Pel-
zein, Ibis 40—43.
Rallus aquaticus zu Ningpo. Swinhoe, Ibis 363.
Geogr. Vertheilung von Rallus aquaticus und R. indicus in
Ostindien. Blyth, Ibis 80.
F. W. Hutton: On Rallus modestus of New-Zealand, Ibis
349 mit Holzschn. v. Kopf und sternum. Verf. hält die specif.
Selbstst. aufrecht und schildert auch den jungen Vogel.
Ei von Aramus gigas? Schultz. Ber. XX. Vers. d. Orn.-
Ges. 13.
Pral le : Ueber ein Gelege von Gallinula pygmaea Naum. ib. 12.
Nest und Ei von Porzana pygmaea (Naum.). Hume, Lahore
to Yarkand 293.
Porzana Levraudi Sei. et Salv., P. erythrops Sei. aus Vene-
zuela. Sclater et Salv., Proc. Z. S. 512.
Ei von Ortygometra affinis. Travers, Transact. N. Zeal.
Inst. V 218.
Neue Gattungen. Limnobaenus Sundev., Meth. nat.
tent. 130 (rubiginosa Temm., fusca Schi, etc., castaneus Cuv. Schi.).
— Erythromachus A.M.Edward, Faune eteinte Mascar. et Mad.
122 (E. Leguati sp. exst).
Neue Art. Erythromachus Leguati (Gelinote Leguat.) A. M.
Edwards, Faune eteinte Masc. et Mad. 122, Ins. Rodriguez (sp. exst.)
Abbildungen. Eulabeornis Lafresnayanus (Verr. et Desrn.)
Gray, Cruise Curacoa t. 21, N.-Caledonien. — Kopf und Sternuni
von Rallus modestus Hutton, Ibis 351, Holzschn. — Eier von Por-
zana pygmaea und P. erythrothorax Taczanowski, Journ. f. Orn.
Tab. III. f. 32, 33. — Osteol. von Erythromachus Leguati A. M.
Edwards, F. Mascar. et Mad. t. 29. f. la— e. t. 30. f. 3. 4.
GalliMllidae. Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. (Rallidae 1219— 1235).
auch Brutgeschäft. Fulica atra, cristata, Gallinula chloropus, Por-
phyrio Alleni, smaragdonotus, veterum.
Ueber Porphyrio coelestis Swinhoe aus Bangkok. Dr. Fi n seh
et P. Conrad, Verh. z.-b. Ges. Wien XXIII 359.
Synonymie von Notornis? alba (White) und Zusammenstellung
von Notizen über diese Art. P e 1 z e 1 n, Ibis 44.
0. Salvin: Note on the Fulica alba of White Ibis 295. t. 10.
Verf. hat die color. Zeichnung des im Wiener Museum befindlichen
Ex. mit den Ex. von Notornis Mantelli im Britischen Museum ver-
glichen und hält die Art für zu Notornis gehörig.
Ueber ein in N. -Seeland gefangenes im zool. Garten zu London
lebendes Ex. v. Tribonyx Mortieri, Beschr. und aus d. P. Z. S. co-
pirter Holzschn. Buller, B. N. Zeal. Introd. XVIII.
Nach F. W. Hut ton stammte das von Buller a. a. 0. er-
der Vögel während des Jahres 1873. 99
wähnte von M. Bills aus Neu-Seeland gebrachte Ex. v. T. Mortieri
aus Hobarton, Ibis 427.
Prof. Newton: Ueber eine alte Abbildung des Geant Galli-
nula (Leguatia) gigantea von Adr. Collaert. welche das Original
von Leguat's Figur bildet. Proc. Z. S. 194.
Gallinula chloropus und Fulica atra in 0. -Sibirien. Tacza-
nowski nach Dr. Dybowski, Journ. f. Orn. 108.
E. H. Aitken: Ueber Nest und Eier von Gallinula phoeni-
cura. Der Vogel brütete vielleicht in einem alten Krähenneste auf
einer Palme, an deren Stamm er hinauflief. Stray Feath. I 425.
Veränderter Gattungsname. Porphyr iola von Sundev.,
Meth. nat. tent. 131. statt Porphyrula Blyth proponirt.
Abbildung. Notornis alba Salvin, Ibis t. 10.
Parridae. Parra africana Lath. Heu glin, Orn. N.-O.-Afr. 1216.
Ei und Nest von Hydrophasianus sinensis. Hume, Labore to
Yark. 290.
Abbildung. Parra (Hydralector) cristata. Holzschnitt des
Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 5.
Anseres.
Phoenicopteridae. Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1263— 1274, auch
Brutgeschäft, Phoenicopterus antiquorum, Ph. minor.
Beschreibung des jungen Vogels von Phoenicopterus minor
Geoffr. vom Sambhur Lake. R. M. Adam, Stray Feath. I 400.
Reste von Flamingos (Ph. erythraeus, Ph. antiquorum?) auf
Mauritius. A. M. Edwards, Faune eteinte Mascar. et Mad. 143.
Veränderter Gattungsname. Lipo centrus von Sun-
devall, Meth. nat. tent. 145, für Phoenicoparus Bp. vorgeschlagen.
Anatidae. Dr. AI tum: Ueber Variationen in Grösse n. s. w.
bei manchen Schwimmvögeln. Verf. nimmt nur zwei einheimische
Schwäne, den Höcker- und den Singschwan an und vereinigt mit
diesem die kleinere Form minor Pall. und Bewickii Yarr. Unter
den grauen Wildgänsen nimmt er nur drei Species an, die Grau-
gans, Saatgans und Blessengans und betrachtet demnach A. arvensis
Br., brachyrhynchus Baill. als Synonym von segetum Bechst., und
intermedius Naum., minutus Naum., pallipes Schleg. nur als Aus-
druck für verschiedene extreme Formen von albifrons Gm. (ery-
thropus L.), Forstzoologie II.
Cygnus Bewickii, Bernicla brenta, B. leucopsis, Vulpanser
tadorna, Somateria mollissima, Oedemia fusca, 0. nigra u. s. w. in
Westfalen gefunden. Ferd. B. Droste, Zool. Gart. 148.
Anser grandis, A segetum var. serrirostris Gould, A. cinereus
100 Pelz ein: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
var. rubrirostris Hodgs., A. albifrons, A. minutus, Chen hyper-
boreus, Bernicla ruficollis, Cygnus musicus, C. minor, Casarca rutila
Nisten, Eier, Anas boschas, A. poecilorhyncha, Dafila acuta. Quer-
quedula falcata Nest, Eier, Q. glocitans Eier, Q. crecca, Pterocyanea
querquedula, Chaulelasmus strepera, Rhynchaspis clypeata, Mareca
penelope, Aithyia ferina, Fuligula marila, F. cristata, Glaucion
clangula, Harelda histrionica, Oedemia fusca, Mergus merganser
Nisten, M. serrator Nisten, Mergellus albellus. Taczanowski
nach Dr. Dybowski's Unters, in O.-Sibirien, Journ. f. Orn. 108.
Anatidae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1275—1353, auch Brut-
geschäft. Plectropterus gambensis, Sarcidiornis melanotus, Anser
albifrons, Chenalopex aegyptiacus, Brenta bernicla, B. cyanoptera,
Cygnus olor, C. musicus, Dendrocygna viduata, D. fulva, Tadorna
cornuta, Casarca rutila, Mareca penelope, Dafila acuta, Anas boschas,
A. xanthorhyncha, A, sparsa, Querquedula circia, Q. crecca, Q. ery-
throrhynchus, Chaulelasmus streperus, Ch. angustirostris, Spatula
clypeata, Fuligula rufina, Fulix cristata. F. marila, Aythya ferina.
A. nyroca, Bucephala clangula. Oedemia fusca, Erismatura leuco-
cephala, Mergus serrator.
Ueber Enten und Gänse in Shanghai. Swinhoe, Ibis 368.
Dr. H. Landois: Ungewöhnlich grosse Eier der Hausgans.
Ber. Westfäl. Ver. f. Vogelsch. 1873. 92.
Anser minutus Naum. Discussion über die Artselbstständigkeit.
Ber. XX. Vers. d. Orn.-Ges. 11.
v. Wickevoort-Crommelin kann Anser arvensis und A.
segetum s. brachyrhynchus bisher noch nicht als zwei gute Arten
trennen, Messungen. Ber. XIX. Vers. d. Orn.-Ges. 67.
Ueber wilde Schwäne in Preussen. Friedr. B. Droste, Ber.
XX. Vers. d. Orn.-Ges. 28.
Friedr. B. Droste: Der wilde Schwan in Pommern und
Preussen. Ber. XIX. Vers. d. deutsch. Orn.-Ges. 57 (meist C. olor.).
Friedr. B. Droste: Der Singschwan auf dem Bensee-See
ib. 62 (hat daselbst gebrütet).
Die wilden Schwäne bei Leeuwarden H. Albarda ib. 72 (aus
d. Holland.), C. musicus und C. minor Keys, et Bl.
Dendrocygna arcuata (Horsf.) aus Bangkok. Dr. Finsch u.
P. Conrad, Verh. zool.-bot. Ges in Wien XXIII 359.
Ueber Dendrocygna Eytoni in Otago, Mittheilungen von M.
Pillens. Buller, B. N. Zeal. Introd. XXI.
Mareca gibberifrons S. Müll, von den Andamanen (mit Synon).
L. Waiden, Ibis 321.
Ueber Mareca punctata Cuv. ? (Querqued. Andamauensis Tytler)
V. Ball, Stray Feath. I 88.
Aithya ferina ist aus der Liste chinesischer Enten zu streichen;
das W. von Fulix Baeri (Radde) wurde dafür gehalten. Beschreibung
der Vögel während des Jahres 1873. 101
der letztgenannten Art (nicht Bastard wie Gray annahm) M. u. F.
Swinhoe, Ibis 366.
Dr. H. Landois: Ueber die Vererbung einer Flügelverletzung
bei der Hausente. Bei*. Westfäl. Ver. f. Vogelsch. 1873. 86.
v. Frauenfeld: Ueber eine in Siebenbürgen erlegte Farben-
varietät der Stockente. Verh. z.-b. Ges. Wien XXIII 15.
Ueber Enten hybriden, worunter Fuligula Homeyri. v. Wicke-
voor t-Crommelin. Ber. XIX. Vers. d. Orn.-Ges. 67.
Ueber Querquedula angustirostris Menetr. (marmorata Tenim.)
aus Sindh, Besehr. Hurae, Stray Feath. I 262.
Swinhoe: Ueber Fulix mariloides aus China, Proc. Z. S. 312
et 411, Besehr. v.M., W. und Jungen, auch anatom. Notizen. Verf.
hält F. mariloides für verschieden von F. affinis.
Stelleria dispar in Norwegen erlegt. Stejneger (nach H e 1 1 z e n),
Journ. f. Orn. 307.
Otto Herrn an: Erismatura leueoeephala (L.) a magyar or-
nisban Mathem. Termeszett. Közlemengk Magyar Tuiomenyos Akad.
Budapest 1873. Tel I. IL
R. 0. Cunningham: On some Points in the Auatomy of the
Steamer Duck (Micropterus cinereus). Transact. Z. S. VII. P. 6.
1871. 493. t. 58—62.
Philippi: Berichtigung zu Gay 's Werk hinsichtlich des
Nistens von Micropterus cinereus. Zeitschr. f. d. ges. Naturw. N.
F. VII 125.
Neun Ex. von Mergus Castor aus Ceutral-Indien. A. Hurae,
Stray Feath. I 422.
J. Hector: On Cnemiornis calcitrans, showing its Affinity to
the Natatores, Proc. Z. S. 763. t. 65 -68 und Holzschn. Nach Verf.
zeigen Structur und Form des Schädels und Sternums, dass dieser
Vogel zu den Lamellirostren gehörte (aber nicht fliegen konnte)
vgl. Dinornithidae.
Veränderte Gattungsnamen. Sundevall gebraucht Bren-
thus anstatt Branta Scop., Hyonetta statt Cairina, Pseudocycnus
für Pseudolor Gray, Henlconetta statt Eniconetta, Melonetta
statt Harelda Meth. nat. tent. 145—149.^
Neue Arten. Nettapus Kopschii Swinhoe, Ann. nat. hist.
XI 15, Yangtsze-Fluss, China. — Dendrocygna discolor (autumnalis
Auct. ex Am. mer.) Sclat. et Salv., Nomencl. Av. Neotr. 129 et 161,
Venezuela, Guiana. Brasilien. — Querquedula Andium Sei. et Salv.
(Dafila sp. Sclat., Proc. Z. S. 1860. 83) ib. 129 et 162, Ecuador, M.
Fräser. — Mareca albogularis A. Hume (punctata Ball.), Stray Feath.
I 303 et 305, Andamanen.
Abbildungen. Chen hyperboreus Dresser, B. Eur. P. XIX.
— Ch. albeolus ib. — Anas boschas ib. XVII. — Chaulelasmus
streperus ib. XVIII. — Dafila acuta ib. XX. — Spatula clypeata
102 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
ib. XXI. — Fuligula rufina ib. XXII. — Bernicla brenta, Holzschn.
der Beinmuskeln, Garrod, Proc. Z. S. 638. f. 5. — Erismatura leu-
cocephala 0. Herman, Mag. Akad. 1873. Tab. I Nestkleid, Tab. II,
4 Köpfe, um die Veränderungen der Zeichnung zu zeigen. — Micro-
pterus cinereus, Anatomie, Cunningham, Transact. Z. S. VII. P. 6.
t. 58 — 62. — Cnemiornis calcitrans, Osteol., J. Hector, Proc. Z. S.
t. 65—68 und Holzschn. S. 765.
Colymbidae. Colymbus arcticus in O.-Sibirien. T acza n o w sk i
nach Dr. Dybowski, Journ. f. Orn. 108.
Ueber einen durch Sturm nach Litthauen verschlagenen Co-
lymbus septentrionalis Cab. ib. 73,
Colymbus septentrionalis. Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1354.
Podicipidae. Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1357 — 1366, Podiceps
cristatus, griseogena, nigricollis, minor.
Podiceps rufipectus, Nest und Ei, P. cristatus, Eier und Nest.
Bull er, B, N. Zeal. 350— 357.
Podiceps subcristatus var. major und P. cornutus in O.-Si-
birien. Taczanowski nach Dr. Dybowski, Journ. f. Orn. 108.
Ueber Ei und Nest des Podiceps minor. Hend. et Hume,
Labore to Yerkand 298.
Ueber Podiceps nigricollis. A. Hume, Stray Feath. I 266.
Veränderter Gattungsname. Sundevall gebraucht statt
Podiceps »Colymbus Antiq.« Meth. nat. tent. 138.
Alcidae. Ferd. B. D roste: Die in historischer Zeit ausge-
storbenen Vögel (Vortrag i. d. zool. Section Westfal.). 1. Der Riesen-
alk (Alca s. Plautus irnpennis), Zool. Gart. 162.
A. M. Ross, Birds of Canada 122, sagt von Alca irnpennis:
a few specimens are occasionally seen on the coast of Newfoundland
and Nova Scotia, wobei wohl eine Verwechslung stattgefunden
haben dürfte.
Etymologie des Namens von Alca irnpennis. M. Olp he Gal-
liard, Rev. de Zool. 112.
Bestätigung von Brandt's Ansicht, dass Sagmatorhina Lathami
Bp. der junge Vogel von Lunda cirrhata sei, Ibis 104.
Veränderter Gattungsname. Sundevall adoptirt für
Alca irnpennis den Glogerschen Gattungsnamen Mateoptera.
Abbildung. Alca irnpennis, Holzschnitt des Schädels, Gar-
rod, Proc. Z. S. 34. f. 1.
Spheniscidae. Ueber Bonaparte's Uebersicht der Spheniscidae,
Ibis 103.
Dr. Elliot Coues: Materials for a Monograph of the Spheni-
scidae Proc. Acad. Philad. 1872. 170. t. 4. 5 *). Eine sehr schön ge-
1) Nachgetragen.
103
arbeitete Abhandlung, welche eine Uebersicht der Literatur, Bemer-
kungen über die Schädelstructur, über die geographische Verbreitung
der Familie, eine Uebersicht der Arten mit Beschreibungen und
Synonymie enthält, auch osteologische Daten über Aptenodytes Pen-
nantii. Die angenommenen Species sind: Aptenodytes patagonica
Forst., A. longirostris Scop., Pygoscelis taeniata (Peale), P. Adeliae
(H. J.), P. antarctica (Forst.), Eudyptes Antipodes (H. J.), E. catar-
ractes (Forst.), E. chrysocome (Forst.), E. chrysolophus Brandt,
E. diadematus Gould, Spheniscus minor (Forst.), S. demersus (L.)
et var. magellaniea.
Eudyptes chrysocomus, E. antipodum, Eudyptula minor (Eier),
E. undina. Bull er. B. N. Zeal. 344—349.
Dr. R. A. Philippi: Ueber eine neue Art von Spheniscus (S.
trifasciatus Landb.). Zeitschr. f. d. ges. Naturw. N. F. VII 121.
Tab. I, IL Enthält auch eine kurze Uebersicht der bekannten
Arten sowie Bemerkungen über Lebensweise und Eier von Sph.
Humboldtii.
Neue Art. Spheniscus trifasciatus Landb., Philippi, Zeitschr.
f. d. ges. Naturw. VII 121, Valdivia, Chile.
Abbildungen. Eudyptes chrysocomus Buller, B. N. Zeal.
t. — Eudyptula minor ib. t. — Spheniscus trifasciatus Landb.,
Zeitschr. ges. Naturw. VII. t. 1. 2. — Schädel von Eudyptes Elliot
Coues, Proc. Ac. Philad. 1872. t. 4. f. 1, 2. — Schädel von Sphe-
niscus demersus ib. f. 3, 4. — Osteol. von Apterodytes Pennantii
ib. t. 5. f. 5, 6(?).
Urüdae. Abbildung. Arctica alle, Holzschnitt des Schädels,
Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 6.
Procellaridae. J. Reinhardt: Um Vingens anatomiske Byg-
ning hos Stormfogle-Familien (Procellaridae s. Tubinares) in Vidensk.
Medd. fra naturh. Foren i Kjöbenhavn 1873. N. 5—8 mit Holzschn.
Mit einer Tabelle der Gattungen.
Procellaridae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1367—1376, Puffinus
Kuhli, P. Angloruni, P. sp.?, Procellaria pelagica.
Diomedia exulans (Ei, Nest), melanoßhrys, chlororhyncha. cul-
minata, fuliginosa; Ossifraga gigantea, Daption capensis. Procellaria
glacialoides. Parkinsoni (Ei), Lessoni, fuliginosa, cinerea, coerulea,
Cookii, Gouldi (Ei), Prion turtur, Banksi, vittatus (Ei), Pelecanoides
urinatrix, Berardi, Puffinus brevicaudus, tristis (Ei), gavius, Tha-
lassidroma melanogaster , fregata (Ei), Nereis. Buller, B. N.
Zeal. 289—322.
Puffinus persicus A. Hume nach Blanford, Ibis 215, wohl
Varietät von P. obscurus. Nähere Auseinandersetzung der Cha-
r acter e.
104 Pelzeln: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Eier von Prion turtur, P. vittatus. Travers. Trans. N. Zeal.
Inst. V 220, 221.
Veränderter Gattungsname. Galopetes von Sundevall
für Daption vorgeschlagen. Meth. nat. tent. 142.
Neue Arten. Puffinus tenebrosus Natt. Pelzeln, Ibis 47, King
George's Sound a. d. Americ. Küste. Ins. Galega? — Prion austrälis
Potts, Ibis 83 (alter und junger Vogel, Ei), Neu-Seeland. — Dio-
medea derogata Swinhoe, Proc. Z. S. 784, China (scheint nach Verf.
von mehreren Autoren mit dem jungen Vogel von D. brachyura und
mit D. nigripes verwechselt worden zu sein).
Abbildungen. Procellaria fuliginosa Buller, B. N. Zeal. t.
— P. Lessoni ib. t. — Daption capensis, Holzschnitt des Schädels,
Garrod, Proc. Z. S. 35. f. 10. — Holzschnitte der Köpfe von Puf-
finus tenebrosus und P. obscurus (Gm.), Ibis 50. — Holzschnitte
über Flügelstructur von Diomedea exulans, Phobetria fuliginosa,
Majaqueus conspicillatus, Puffinus anglorum und P. major. J. Rein-
hardt, Vidensk. Medd. nat. For. Kjöbenh. 1873. 128. f. 1—7, dann
v. Majaqueus aequinoctialis ib. 130.
Laridae. Laridae Heuglin, Orn. N.-O.-Afr. 1377—1438, auch
Brutgeschäft. Larus canus, marinus, fuscus, glaucus, Audoninii,
argentatus, cachinnaus, leucophthalmus (Nest, Ei), Hemprichii (Eier),
ichthyaetus, ridibundus, melanocephalus, minutus, gelastes (Eier),
Rissa tridactyla, Sterna fluviatüis, hirundo, macroptera, anglica (Ei),
cantiaca, media (Nest und Eier), caspia. Bergii.
Ueber Stercorarius parasiticus, Larus argentatus, occidentalis
Aud., Lambruschini Bp., ichthyaetus, ridibundus, Henprichii Bp.,
Sterna aurantia Gray, Bergii, cantiaca u. s. w. aus Sindh. A. Hume,
Stray Feath. I 268—285, Beschreibungen.
Larus Azarae von Callao, L. vetula Baill. vom Cap und L.
Belcheri Vig. ? von Tschifu, China. Pelzeln, Verh. z.-b. Ges. Wien
XXIII 160.
Ueber ungewöhnliche Mengen offenbar nordischer Seemöven
im Firth of Forth während des Winters 1872—73, die offenbar
durch Fische (Clupea sprattus) angelockt wurden. Robert Gray,
Ibis 332.
Sterna hirundo, longipennis Nordm., Hydrochelidon hybri-
dus, Chroicocephalus minutus, capistratus, Larus canus, borealis
Brandt. Taczanowski nach Dr. Dybowski's Unters, in 0.-
Sibirien. Journ. f. Orn. 111.
Beschreibung der Dunenkleider von Larus marinus und L.
canus. A. Marchand, Rev. de Zool. 396, 397.
F. W. Hutton: On the Flight of Larus dominicanus. Trans-
act. N. Zeal. Inst. V 140. Ueber den Mechanismus.
Ueber Larus pomare Bruch. Dr. Fi n seh ib. 209.
der Vögel während des Jahres 1873. 105
Larus fuscescens Licht, und Xema brunneicephala, Beschr.
J. Hayes Lloyd, Ibis 420.
Ueber Sterna panaya Gm. uud Anous stoüdus. Dr. Finscli
u. P. Conrad. Verh. z.-b. Ges. Wien XXIII 360.
Sterna Douglasi wurde durch v. Rosenberg auf den Aru-Iusoln
angetroffen. Rosenberg, Journ. f. Orn. 393.
Ueber Ei^r und Nester von Sterna arctica und St. minuta. P.
Müller, Zool. Gart. 288, 291.
Ei und Nest von Hydrochelidon indica (Steph.), Eier von
Sternula minuta (L.) u. s. w. Henders. et Hume, Lahore to Yar-
kand 301, 303 u. s. w.
Abbildungen. Larus fuscus Sharpe et Dresser, B. Europe
P. XVI. — L. canus ib. XVII. — L. ichthyaetus ib. XVIII. ~ L.
argentatus ib. XXII. — L. leucophaeus ib. — L. argentatus, Holzschnitt
des Schädels, Garrod, Proc. Z. S. 34. f. 2. — Larus marinus, Dunen-
kleid, A. Marchand, Rev. de Zool. t. 12. — L. canus, Dunenkleid
ib. t. 13. — Xema brunneicephala (Jerd.) Hend. et Hume, Labore
to Yarkand t. 32. — Stercorarius pomarinus Eyton. Osteol. Av.
Suppl. II. P. 1. t. 10 Skelet, t. 10 J. osteol. Details.
Phaetontidae. Ueber Phaeton aethereus in Sindh. A. Hume,
Stray Feath. I 286.
Plotidae. W. Dönitz: Ueber die Halswirbelsäule der Vögel
aus der Gattung Plotus. Reicherts Arch. f. Anat. 1873. 357. Tab. IX.
Abbildungen. Plotus Anhinga L., junger Vogel nach dem
Leben, Proc. Z. S. 2, Holzschnitt. — Theile der Halswirbelsäule von
Plotus Levaillantii Dönitz, Reich. Arch. t. 9. f. 1 — 3.
Pelecanidae. Sula serrator (Ei), Phalacrocorax N. Hollandiae
(nach Verf. von Ph. carbo verschieden, Ei, Nest), varius (Nest),
brevirostris (Eier), carunculatus (auf Pitt's Insel), melanoleucus, chal-
conotus (Gray), punctatus (Nest), Featherstoni Buller (Graculus
africanus Hutt.). Bull er, Birds N. Zeal. 323—338, Fregata aquila,
minor ib. 339—343.
Pelecanus crispus, Graculus carbo, melanognathus Brandt u. s. w.
in Sindh. A. Hume, Stray Feath. I 288, 289.
Sula alba, Halieus graculus in Westfalen Ferd. B. D roste,
Zool. Gart. 149.
Phalacrocorax carbo in Ost-Sibirien. Nach Dr. Dybowski,
Taczanowski, Journ, f. Orn. 111.
Graculus lucidus aus dem Damaraland durch Andersson in
das Museum zu Gothenburg gesendet. J. H. Gurney, Ibis 232.
E. Hodek: Ueber Verbreitung und Verhalten der Gattung
Pelecanus im europäischen Osten. Verh. zool. -bot. Ges. Wien XXIII
73. Schilderuno- des Lebens und Brütens von P. onocrotalus und
106 Pelz ein: Bericht üb. d, Leistungen in der Naturgeschichte etc.
P. crispus im unteren Donaugebiete; an der unteren Theiss wurde
ein brütendes Paar von P. minor Rüpp. erlegt, andere Ex. gesehen.
Auch über Eier.
Maasse von Pelecanus minor aus Süd- Angola. Bocage, Av.
poss. port. Afr. occ. 8 lista 13.
Neue Arten. Sula plumigitla Natt. Pelzein, Ibis 52, Neu-
Holland? — Phälacrocorax Featherstoni Buller, Ibis 90, Chatham-
Inseln.
Abbildungen. Phälacrocorax carunculatus Buller, B. N.
Zeal. t. — Ph. brevirostris ib. t. — Ph. punctatus m. et f. ib. t.
— Ph. Featherstoni ib. t. — Ph. carbo, Holzschnitt der Beinmus-
keln, Garrod, Proc. Z. S. 636. f. 4. — Sula piscator? Tarsus A. M.
Edwards, Faune eteinte Mascar. et Mad. t. 29. f. 5.
Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Säugethiere während des
Jahres 1873.
Von
Troschel.
Wir haben diesmal zunächst zwei Werke zu nennen,
welche die Geschichte der Zoologie behandeln.
Victor Carus hat eine Geschichte der Zoologie bis
auf Joh. Müller und Charl. Darwin, München 1872, heraus-
gegeben. Verf. geht von dem Gesichtspunkte aus, dass
auf die Culturgeschichte Rücksicht genommen und zu zeigen
versucht werde, wie dieselbe allmählich die specielleren
Ideen der zoologischen Wissenschaft entstehen Hess. —
In dem Abschnitt über die zoologischen Kenntnisse des
Alterthums wird zunächst die Urzeit abgehandelt und ein-
getheilt in Kapitel über 1) die sprachliche Begründung
ältester Thierkenntniss, 2) Eintritt der Thiere in den reli-
giösen Vorstellungskreis, 3) Alter und Verbreitung der Thier-
fabel, 4) Schriftquellen der vorclassischen Zeit; dann das
classische Alterthum mit 1) Kenntniss thierischer Formen,
2) Kenntniss des thierischen Baues, 3) Versuche zur Syste-
matik, 4) Ansichten über das Verhältniss der Thiere zur
Erdoberfläche. — Bei der Zoologie des Mittelalters 'unter-
scheidet Verf. die Periode des Stillstandes bis zum zwölften
Jahrhundert mit der Schilderung des Physiologus, des
108 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Standes des Wissens und der Cultur am Ende des zwölften
Jahrhunderts, der Zoologie der Araber, und das dreizehnte
Jahrhundert. Die Zoologie der neueren Zeit gliedert er
in die Periode der encyclopädischen Darstellungen, die
Periode der Systematik, die Periode der Morphologie. Ein
sehr zu empfehlendes Buch.
Hoefer: Histoire de la Zoologie depuis les temps les
plus recules jusqu'a nos jours, Paris 1873. Darin wird die
Zoologie des Alterthums p. 1—152, die des Mittelalters
p. 153 — 168, die der neueren Zeit von p. 169—410 Schluss
abgehandelt.
Gill: Ueber den Standpunkt des Aristoteles in der
systematischen Zoologie. The American Naturalist p. 458.
Gill glaubt die Wirbelthiere am passendsten nach
folgendem Schema eintheilen zu können: A. Craniota.
I. Mund von einem Gürtel umgeben, dessen unterer Theil
als Unterkiefer specialisirt ist, sie haben (wenigstens archi-
typisch) Brustgliedmassen und einen Schultergürtel, ferner
zwei Nasenhöhlen, jede mit einem Riechnerv und einer
äusseren Oeffnung. a. Malleifera. Die Schulterblätter
sind an den Seiten oder am Rücken limitirt, Brustbein
vorhanden, Athmung durch Lungen mit einer gemeinschaft-
lichen Trachea, Unterkiefer mit einfachen Aesten und direct
am Schädel articulirt, das Os quadratum der übrigen Ver-
tebraten ist in eins der Gehörknöchelchen, den Hammer,
umgewandelt. 11 Mammalia. b. Quadratifera. Die Schulter-
blätter sind seitlich limitirt, Brustbein vorhanden, Athmung
durch zwei Lungen, jede mit einem besonderen Kanal, der
mit dem Pharynx communicirt; Unterkiefer zusammengc
setzt und mittelst eines besonderen Knochens, des Os qua-
dratum, am Schädel articulirt. 2. Aves, 3. Reptilia, 4. Ba-
trachia. c. Lyrifera. Schultergürtel bildet einen leier-
förmigen oder gabiigen Apparat, die Schulterblätter mit
ihren Anhängen sind unten in der Mittellinie verbunden,
eine Schwimmblase (zuweilen jedoch atrophirt) entwickelt und
entweder durch einen einzigen Gang mit dem Oesophagus
verbunden oder ganz geschlossen. 5. Pisces, 6. Elasmobran-
chiata. IL Schädel ohne Gürtel um den Mund und daher
ohne Unterkiefer, keine Brustgliedmassen oder Schulter-
der Säugethiere während des Jahres 1873. 109
gürtel, nur eine Nasenhöhle mit mittlerer äusserer Oeffnung.
7. Marsipdbranchia. B. Acrania. 8. Leptocardia. Ame-
rican Journal of science and arts VI. p. 432.
Contejean hat eine neue Classification der Säuge-
gethiere gegeben. Revue des sc naturelles I. 1872. Die-
selbe ist mir noch nicht bekannt geworden.
Alphe-Galliard's kleine Schrift „Quelques remar-
ques sur les regles de la Nomenclature zoologique appli-
quees ä toutes les branches de l'histoire naturelle. Bulle
1872" stellt die Sätze zusammen, welche man neuerlich
als die Gesetze für die Nomenclatur in der Zoologie anzu-
nehmen pflegt, und begleitet dieselben mit seinen Bemer-
kungen.
Möbius hielt einen Vortrag: Die Bildung und Be-
deutung der Artbegriffe in der Naturgeschichte. Schriften
des naturw. Vereins für Schleswig-Holstein. Bd. 1.
Martins hat eine neue Ausgabe von Lamark's „Phi-
losophie zoologique, ou exposition des considerations rela-
tives ä Thistoire naturelle des animaux ä la diversite de
leur Organisation et des facultes qu'ils en obtiennent; aux
causes physiques qui maintiennent en eux la vie et donnent
Heu aux mouvements qu'ils executent; enfin ä eelles qui
produisent les unes le sentiment, les autres l'intelligence
de ceux qui en sont doues" herausgegeben, Paris 1873,
und dazu eine biographische Einleitung verfasst.
Colin: Traite de physiologie comparee des animaux,
consideree dans les rapports avec les sciences naturelles,
la medecine, la zootechnie et l'economie rurale. 2. edition.
Zwei Theile. Paris 1871 und 1873.
L'Instinct, ses rapports avec la vie et avec l'intelli-
gence. Essai de psychologie comparee par Henri Joly.
Deuxieme edition. Paris 1873.
Um den Grad der Intelligenz der Säugethiere durch
ein Maass ausdrücken zu können, hat Umher eine Linie
vom vorderen Rande des Foramen occipitale über die
Mitte des Schädels hinweg bis zum oberen Augenhöhlen-
rande mit dem Centimeter als Einheit gemessen (a) und
dann eine andere diese erstere zu einem Ring ergänzend
durch die Vorderzähne hindurch über die Mitte des Gau-
110 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d Naturgeschichte
mens (ß). Die Linie « amfasst also das Gehirn, die Linie ß
das Gesicht. Um das Verhältniss von a : ß noch leichter
vergleichbar zu machen, berechnet er die Verhältnisszahl
durch Division von ß in a. Diese Zahlen hat Verf. für
eine längere Reihe von Säugethierschädeln ermittelt und
erblickt in ihnen das Maass der Intelligenz für die einzelnen
Ordnungen. Beim Menschen ergab sich 2,25 als Durch-
schnitt der Messungen. Es ist auffallend, dass nur die
Affen der neuen Welt, Ateles, Cebus und Hapale die Zahl 1
ein wenig übersteigen, alle übrigen Thiere bleiben darunter ;
auch die Affen der alten Welt. Die Zahlen für die Ord-
nungen im Durchschnitt sind: Quadrumana 0,81, Pinnipe-
dia0,50, Ferae 0,50, Chiroptera 0,46, Marsupialia 0,39, Bi-
sulcaO,37,EdentataO,37, Multungula0,35, Glires0,35, Solidun-
gula0,28, Cetacea0,18. Ich will hierbei nicht unbemerkt lassen,
dass die Reihe der untersuchten Schädel zu klein ist, um
ein sicheres Resultat erwarten zu können. So beschränkt
sich die Messung bei den Multungula auf die Familie der
Schweine, zu den Edentaten werden die Faulthiere mit
0,55 gezählt, was den Halbaffen sehr nahe kommt, auch
die Monotremen mit 0,35, nur drei Fledermäuse sind ge-
messen u. s. w. Dass die wildlebenden Thiere grössere
Verhältnisszahlen darbieten als die gezähmten, erklärt Verl',
dadurch, dass Letzteren der Mensch die Sorge für ihren
Lebensunterhalt abgenommen hat. Die schwächeren Thiere
haben grössere Verhältnisszahlen als die grösseren der-
selben Gruppe, weil ihnen zum Schutz gegen ihre Feinde
gleichsam als Aequivalent eine höhere Intelligenz verliehen
sei. Verhandl. des Naturh. Vereins der Rheinlande und
Westphalens p. 46.
S c h ö b 1 : Ueber die Nervenendigung an den Tast-
haaren der Säugethiere, sowie über die feinere Structur
derselben. Verf. untersuchte, in welchem Verhältnisse die
Tasthaare in der Flughaut der Fledermäuse und am Ohr
der Mäuse und Igel zu den Tasthaaren an der Schnauze
der Säugethiere stehen. Am geeignetsten zur Untersuchung
fand sich der Rüssel des Igels, da an ihm sämmtliche
Haare Tasthaare sind. Auch die grossen Haare an der
Schnauze der Säugethiere sind Tasthaare und es giebt
der Säugethiere während des Jahres 1873. 111
allmähliche Uebergänge von den kleinen zu den grossen.
Archiv für mikrosk. Anatomie IX. p. 197.
Gegen diese Arbeit übt Stieda ib. p. 795 seine Kritik.
Er weicht in mehreren sehr wesentlichen Punkten von den
Ansichten Schöbl's ab, und empfiehlt besonders das Studium
des Haarwechsels.
Carl hat in Hasse's anatomischen Studien I. p. 751
Beiträge zur Morphologie des Utriculus, Sacculus und ihren
Anhängen bei den Säugethieren geliefert.
Die vergleichende Morphologie und Histologie des
häutigen Gehörorganes der Wirbelthiere, nebst Bemerkun-
gen zur vergleichenden Physiologie, von Hasse mit 2 Ta-
feln, Leipzig 1873, erschien als Supplement zu seinen Ana-
tomischen Studien.
Hönigschmied lieferte Beiträge zur mikrosko-
pischen Anatomie über die Geschmacksorgane der Säuge-
thiere. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23. p. 414.
Rosenberg hat über die Entwicklung des Extre-
mitäten-Skeletes bei einigen durch Reduction ihrer Glied -
massen charakterisirten Wirbelthieren Untersuchungen an-
gestellt. Verf. glaubt dadurch einen Beitrag zur Prüfung
der Descendenztheorie geben zu können. Als Objecte der
Untersuchung wählte er die Hufthiere, und unter ihnen
das Schwein, das Elen, das Schaf, das Pferd und wendet
sich dann auch zu dem durch Mannigfaltigkeit der Re-
ductionen interessanten Extremitäten-Skelet der Vögel. Er
schliesst: „Als Resultat der vorliegenden Untersuchung
mochte ich den Nachweis angesehen wissen, dass auch für
einen so engbegrenzten concreten Stoff, wie der in Rede
stehende ist, die Descendenz-Theorie von den an eine
Theorie zu stellenden Anforderungen wenigstens der Be-
dingung Genüge leiste, kein absolut steriles Untersuchungs-
princip zu sein. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23.
p. 116.
Wilder setzte seine Abhandlung „Intermembral Ho-
mologies" (vergl. vorj. Ber. p. 85) fort. Proc. Boston Soc.
nat. hist. XIV. p. 309—339 und 399—420.
Cope gab, Proc. Philadelphia p. 371, einen Auszug
aus einer Abhandlung über die Homologien und den Ur-
112 Tro schell Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sprung der Typen der Mahlzäh ne bei den Mammalia edu-
cabilia. Der Typen der Molarzähne sind vier, nämlich die
einfach conischen oder abgestutzten, Haplodonta ; die Seiten
der Krone vertical gefaltet, Ptychodonta; der Gipfel der
Krone höckerig, Bunodonta ; oder gefaltet, Lophodonta. Die
Bunodonta haben entweder gegenüberstehende oder alter-
nirende, wenige oder viele Höcker. Die Lophodonta werden
eingetheilt in Anisognatha, wo die Oberkieferzähne mehr
entwickelt sind als die Unterkieferzähne, und in Isognatha
wo beide gleich entwickelt sind. In Rücksicht auf die
Structur der oberen Backzähne, zeigen sie gegenüberstehende
und alternirende Höcker und werden danach eingetheilt in
Antiodonta und Amoebodonta. Zu den ersteren gehören
die Typen Selenodonta (Ruminantia), Tapirodonta (Tapir)
und Trichecodonta (Elephant); zu den letzteren die Pa-
laeotheridonta, Symborodonta, Bathmodonta und Loxolo-
phodonta. Die Unterkieferzähne sind ebenfalls Antiodonta
oder Amoebodonta. Von der ersten Art sind die Seleno-
donta, Hyracodonta (Rhinoceros) und Trichecodonta (Tapir,
Elephant, Manati), von der letzteren Symborodonta (An-
chitherium,Palaeotherium,Palaeosyops), Hippodonta (Equus)
und Loxolophodonta (Bathmodon, Eobasileus). Die Rumi-
nantia sind zweireihig in der Stellung der Leisten der
oberen Molaren, die Proboscidier sind einreihig, die Pe-
rissodactyla halten die Mitte, mit Ausnahme des Pferdes,
welches oben Selenodont ist. — Die genetischen Bezie-
hungen der Lophodonten-Zähne sind correspondirende Typen
der Bunodonta. Beide bilden also homologe Gruppen.
Die Abhandlung wird im Journal der Akademie erscheinen.
Roll as ton: Ueber die Entwickelung des Schmelzes
in den Zähnen der Säugethiere, nachgewiesen am vierten
Backenzahn von Elephas indicus und an den Scheidezähnen
von Bos taurus. Quarterly Journ. micr. science XII. p. 109
mit 2 Tafeln.
K oll mann hat in einer vergleichend histologischen
Studie, die er „Zahnbein, Schmelz, Cement" betitelt, die
feinere Structur der Zähne mehrerer Säugethiere aus ein-
andergesetzt. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23. p. 354
—401.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 113
Gervais: Des monstres polygnathes et Heterognathes
mit drei Tafeln, auf denen derartige Missgeburten vom
Kalbe abgebildet sind. Journal de Zoologie II. p. 78.
Custor hat über die relative Grösse des Darmkanals
und der hauptsächlichsten Körpersysteme beim Menschen
und bei den Wirbelthieren Untersuchungen angestellt. Es
wurden Wägungen vorgenommen und dann die Flächenbe-
stimmung des Darmkanals. Hierbei wählte er die Methode,
dass der ganz freigelegte Darmkanal aufgeblasen und seine
Aussenfläche durch Triangulation bestimmt wurde. So wurde
das Körpergewicht und die Darmfläche von 16 Säugethieren,
1 1 Vögeln, 3 Reptilien, 3 Amphibien und 10 Fischen bestimmt ;
dann für dieselben Thiere die relative Grösse der einzelnen
Abschnitte des Darmkanals; ferner die relative Grösse der
hauptsächlichsten Körpersysteme, Haut, Innenskelet, Mus-
culatur, Eingeweide und endlich die relative Grösse der
äusseren Körperfläche. Archiv für Anat. u. Phys. 1873. p. 478.
Sabatier: Etudes sur le coeur et la circulation cen-
trale dans la serie des Vertebres; anatomie et physiologie
comparees, philosophie naturelle. Montpellier et Paris 1873.
Ein Band in 4. von 462 Seiten und mit 18 Tafeln. Das
Buch zerfällt in zwei Theile : 1) Anatomie und Physiologie
des Herzens und 2) Philosophie. Im ersteren werden die
Herzkammern und die Arterienstämme der Amphibien,
Vögel und Säugethiere, sowie die Herzohren beschrieben;
im zweiten die allmählichen Uebergänge des Herzens, die
Bestimmung der Herzkammern bei den Reptilien mit coni-
municirenden Herzkammern, die allgemeinen Gesetze des
Herzbaues, der Parallelismus zwischen den verschiedenen
Stadien des Herzens in der zoogenischen und embryoge-
nischen Reihe, das Herz und der " Transformismus, die
Typen der Circulation in der Reihe der Wirbelthiere in
einzelnen Abschnitten abgehandelt. Aus dieser Arbeit hat
Verf. einige Abschnitte in den Annales des sc. nat. XVIII.
Article 4 mitgetheilt; 89 Seiten und 3 Tafeln.
C ia c c i o : Ueber die feinere Anatomie der Pacinischen
Körperchen des Menschen und anderer Säugethiere und
Vögel. Memorie della R. Accad. delle scienze di Torino
25. p. 181—239 mit 5 Tafeln.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. II
114 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgesehichte
L. A g a s s i z hielt einen Vortrag über Bau und Wachs-
thuni der Hausthiere, in welchem er namentlich zeigt, dass
alle Thiere aus einem Ei entstehen, und wie sich die
Säugethiere in demselben entwickeln. The American Na-
turalist p. 641.
Unter dem Titel „Thiergeschichten, Erzählungen und
Schilderungen aus dem Leben der Thiere" gab Oppel,
Wiesbaden 1873 ein Buch mit Bildern heraus, durch wel-
ches das Interesse am Leben der Thiere erregt und Theil-
nahme für diese Thiere selbst erweckt werden soll. Der
Inhalt ist systematisch geordnet. Die Wirbelthiere sind
selbstredend dem Räume nach sehr bevorzugt. Das Buch
empfiehlt sich als ein populär gehaltenes Handbuch fin-
den Laien.
Von Arbeiten, die sich auf die geographische Ver-
breitung der Thiere beziehen, haben wir zunächst einige
allgemeinere zu erwähnen.
A. v. Middendorff haben wir eine sehr interessante
Abhandlung „zur Kenntniss der Wärme - Oekonomie und
des Wanderns der Thiere" zu verdanken, welche in seiner
„Reise in den äussersten Norden und Osten Sibiriens" er-
schien. Als Schutz der Thiere gegen die übermässige
Kälte im hohen Norden nennt Verf. die Fetthtille, welche
sie zum Herbst aufspeichern, den Pelz, dessen Verschieden-
heiten noch zu einer endlosen Reihe physikalisch-physio-
logischer Untersuchungen auffordern, den behaarten Schwanz,
mit dem sie Gesicht und Kopf bedecken, wenn sie sich
zum Schlafe zusammenkugeln, den Schnee, in welchem sie
sich als dem schlechtesten Wärmeleiter verbergen, Höhlen,
die sie selbst graben und verstopfen, und den Winterschlaf.
— Für das Wandern der Thiere giebt Verf. den Nahrungs-
mangel nur theilweise als zwingende Ursache zu. Dasselbe
gilt von der Temperaturveränderung als Ursache des Wan-
derns ; namentlich seien es nicht die Mittel täglicher Tem-
peratur, sondern die von 10 zu 10 Tagen, welche Ueber-
einstimmung mit dem Verhalten der Zugvögel aufzuweisen
haben. Beim Rennthier wird es wahrscheinlich gemacht,
dass das peinigende Geschmeiss, namentlich Oestrus Ta-
randi, das Wandern veranlasse. Der Kampf ums Dasein
der Säugethiere während des Jahres 1873 115
scheint wenig zum Wandertriebe beizutragen, da die kühnen
Wanderer zu Hunderttausenden auf der gefahrvollen Reise
unterliegen, ebenso wenig Einfluss räumt Verf. dem Drange
für Erhaltung der Nachkommenschaft ein. So bleibt denn
nur die Annahme eines angeborenen Wandertriebes übrig.
Es folgen dann Betrachtungen und Erfahrungen über die
Richtungen und Wege beim Wandern, über die Wander-
Strecken und die Wander-Zeiten, deren Leetüre wir den
Lesern sehr empfehlen müssen.
Allen sprach sich über die Veränderung der Thiere
nach der geographischen Verbreitung aus, und erwähnte
die Abnahme der Grösse mit der Abnahme der Breite, so
wie die Verschiedenheit der Behaarung der Säugethiere
in nördlichen und südlichen Gegenden, indem die des
Nordens einen dickeren und weicheren Pelz und schwerer
bekleidete Füsse haben, während den südlicheren eine
grössere Entwickelung der peripherischen Theile zukommt,
wie der Ohren und Füsse. Proc. Boston Soc. XV. p. 156.
Aus dem 11. Berichte der zoologischen Gesellschaft
in Hamburg ergiebt sich, dass im dortigen zoologischen
Garten bis Ende 1872 286 Arten Säugethiere lebend ge-
halten wurden.
Europa. Auf Heuglin's Reisen nach dem Polarmeer,
Braunschweig 1872, müssen wir aufmerksam machen, weil
darin I. p. 74 — 90 von dem grönländischen Wal und vom
Finfisch ein Abschnitt enthalten ist.
Auch in Wells AVoyage to Spitzbergen 1873 finden
sich Angaben über Walfische, Narwal, Eisbären, Robben,
Rennthiere, begleitet von Holzschnitten.
Atlas öfver Skandinaviens Däggdjur. Stockholm 1872
erschien unter Leitung von Meves mit 24 Tafeln in
Farbendruck.
Wahlgren begann über die bei den Erweiterungen
des Hafens von Ystadt gefundenen Säugethierknochen zu
berichten und begann mit einer Abhandlung über die
Knochen von Rindsartigen Thieren, nebst Bemerkungen
über Bos longifrons in Schweden. Lunds Univ. Arsskr.
IX. 1872. — Die meisten dieser Knochen gehörten Rindern
und Pferden an, aber auch Hund und Schwein kamen vor,
116 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sowie Ziege und Schaf in geringer Menge. Von wilden
Thieren traf man nur einen halben Unterkiefer vom Fuchs,
sowie vier Gehörne und einige Metakarpalknochen vom
Reh. Alle lagen in dem 8 bis 9 Fuss mächtigen Lager
von Meeressand.
A. und K. Müller gaben ein Buch heraus: Die ein-
heimischen Säugethiere und Vögel nach ihrem Nutzen und
Schaden in der Land- und Forstwirtschaft. Leipzig 1873.
E fiel dt hat die in der Mark Brandenburg vorkom-
menden Fledermäuse, Insectenfresser und Raubthiere auf-
gezählt und seine Beobachtungen darüber beigefügt. Im
Jahre 1873 sind nur die Fledermäuse erschienen; von
diesen hat Verf. Synotus barbastellus, Plecotus auritus,
Vesperugo noctula, Nathusii, pipistrellus, serotinus, disco-
lor, Vespertilio murinus, Bechsteinii, Nattereri, Daubentonii,
dasycnemus und mystacinus sicher als der Mark angehörig
constatirt; von Vesperugo Leisleri, Vespertilio ciliatus und
Rhinolophus hipposideros vermuthet er, dass sie auch in
der Mark vorkommen. Zool. Garten p. 295.
von Möllendorff hat in einer kleinen Schrift „Bei-
träge zur Fauna Bosniens, Görlitz 1873." p. 16 über die
Säugethiere erwähnt, dass der Bär noch einzeln in den
Hochgebirgen Bosniens lebt; auch der Wolf ist noch weit
verbreitet; Felis lynx und Felis catus fehlen nicht in den
weiten Waldungen. Mus rattus ist noch eben so häufig
wie Mus decumanus. Auch die Gemse kommt noch in den
Hochgebirgen an der obern Narenta vor.
Africa. Hanoteau und Letourneux schildern in
ihrem Buche „La Kabylie et les coutumes kabyles. Paris
1872. Tom. 1. p. 138" Kabylien als nicht reich an grossen
Säugethieren, da diese durch die Cultur verdrängt sind.
Sehr häufig und lästig ist Pithecus Inuus, und die klei-
neren Säugethiere werden den Hühnerzüchtern verderblich.
Das Verzeichniss bietet 1 Quadrumanen, 15 Raubthiere.
1 Phoca, 1 Thursiops, 1 Sus, 2 Volitantia,, 4 Insectivora,
15 Nagethiere.
J. E. Gray berichtet über einige Säugethiere von
Fantee, die das Britische Museum durch Aubinn erhielt.
Dies waren Nandina binotata, Herpestes pluto Teniin., Ma-
der Säuprethiere während des Jahres 1873. 117
croxus Aubinnii n. sp., Macroxus Wilsonii und Anomalurus
Beecroi'tii. Annais nat. hist. XII. p. 65.
Asien. Friedrich Schmidt berichtete in Mem.
der Petersburger Acad. 18. 1872 über die Fauna des Je-
nisei. Ursus arctos, Canis lupus, vulpes und lagopus kom-
men dort häufig vor ; Vielfrass und Zobel sind selten, häufig
dagegen das Hermelin. Eichhörnchen. Pteromys volans.
Biber kommen vor, der Halsbandlemming ist selten. Mus
decumanus, Ovis montana, Moschusthier und Rennthier sind
dort einheimisch. Vergl. auch Zool. Garten p. 185.
Aus v. Prczewalsky's Bericht über die russischen
Besitzungen am Ussuri, Mittli. der geographischen Ges. in
Wien 1872, findet sich Zool. Garten p. 198 folgender Aus-
zug. Merkwürdig ist in den Ussuri-Ländern das Vorkom-
men an indischen Formen. Der bengalische Tiger ist
in russisch Mandschurien ein gefährliches einheimisches
Raubthier, er trägt jedoch ein dem Klima angemessenes
viel dickeres Pelzwerk; andere indische Formen sind noch
Felis undata, Ursus thibetanus, Mustela flavigula, Cervus
axis. In den Wäldern finden sich ferner Felis irbis, lynx,
Ursus arctos, Meles taxus, Mustela zibellina, sibirica, vul-
garis, erminea, Lutra vulgaris, Canis alpinus, vulpes.
Charakteristisch für das Land ist Canis procyonoides Ueber
Antilope crispa, Moschus moschiferus, Sus scrofa ferus u. A..
deren Leben und Jagd werden interessante Mittheilungen
gemacht.
William B 1 a n f o r d berichtete über die Vertebraten,
die in den alpinen Regionen von Sikkim gesammelt wur-
den. Er erwähnt nur die Thiere, welche in den Nadel-
holzwäldern oder in den Rhododendron- Gebüschen und in
den offenen Gründen über der Baumgrenze gefunden wur-
den, also über 10000 Fuss in den östlichen Cholu ranges
und über 8000' im nördlichen Sikkim. Von Säugethieren
sind verzeichnet 1 Affe, 1 Fledermaus, 3 Raubthiere, 4 Nager.
6 Wiederkäuer. Journ. Asiat. Soc. of Bengal 41. p. 30.
David schrieb aus Yen Kiatsun (Provinz Shensi):
Seit drei Monaten befinde ich mich an den Bergen von
Shensi, südlich von Hoangho, nicht fern von Si-ghan-fou.
Diese Bergkette ist bedeutender als ich glaubte, mehrere
118 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Gipfel sind bis 12000' hoch. Aber es giebt einige Wälder,
und dort leben mehrere Thiere, die ich im westlichen Set-
chuan getroffen habe, wie Budorcas, Antilope Edwardsi,
Anurosorex squamipes, Nyctogale elegans, Hartes flavi-
gula etc. Proc. zool. soc. p. 555.
In Jagor's Reisen in den Philippinen, Berlin 1873,
finden sich auch einige Schilderungen des Thierlebens, so
p. 194 von Galeopithecus und p. 201 von Tarsius spec-
trum. Vergl. auch Zool. Garten p. 232.
America. Dali verzeichnete in seinem Buche „Alaska
and its resources, Boston 1870. p. 578" die Säugethiere
von Alaska. Es sind 4 Insectivoren, 21 Carnivoren, 9 Pin-
nipedien, 15 Nager, 9 Wiederkäuer, 17 Cetaceen, wovon
allerdings einige nur fossil.
Ule gab in seiner Zeitschritt „die Natur" Halle 1872.
p. 115, 124 und 139 eine Schilderung des Thierlebens in
Ostgrönland. Eisbär, Walrosskopf und Ovibus moschatus
sind in Holzschnitt abgebildet.
Unter dem Titel „Field and Forest Ranibles with notes
and observations on the natural history of eastern Canada"
gab Leith Adams London 1873 ein Buch heraus, in
welchem er die Thiere von Neu-Braunschweig nach ihrer
Verbreitung und ihrer Lebensweise schildert. Die erste
Abtheilung ist grösstentheils den Säugethieren gewidmet,
die zweite p. 117—198 den Vögeln und Reptilien, die dritte
p. 199—257 den Fischen. In einem Anhange p. 295 sind
46 Säugethiere aufgezählt nach ihrem landesüblichen, ihrem
wissenschaftlichen Namen, und mit Angaben über die Häufig-
keit ihres Vorkommens. Es sind 2 Fledermäuse, 2 In-
sectivoren, 13 Carnivoren, 3 Pinnipedien, 16 Nager, 3 Wie-
derkäuer, 7 Cetaceen.
In einem Nachtrage zu dem Verzeichniss der in und
um Neu-Coeln beobachteten Säugethiere (vergl. vorj. Bei*,
p. 92) fügt Brüh in Scotophilus noctivagus Leconte und
Blarina talpoides Gray als in Visconsin lebend hinzu und
bemerkt, dass Lutra canadensis, sowie Lepus americanus
ausgerottet sind, wogegen Lepus sylvaticus Bach, stellen-
weise noch ziemlich häufig ist. Zool. Garten p. 431.
Merriam erstattete im Sixth annual report of the
der Säugethiere während des Jahros 1873. 119
United States geological Survey of the territories, embra-
cing portions of Montana, Idaho, Wyoming and Utah,
Washington 1873. p. 661 Bericht über die auf der Expe-
dition gesammelten Säugethiere. Es sind 6 Raubthiere,
17 Nagethiere, 2 Wiederkäuer und 3 Fledermäuse.
M a y n a r d gab ein Verzeichniss der Säugethiere von
Florida mit Bemerkungen über Lebensweise, Verbrei-
tung u. s. w. im Bulletin of the Essex Institute IV. p. 135.
Das Verzeichniss enthält Felis concolor L., Lynx rufus
Raf., Canis lupus L., Vulpes virginianus Rieh., Ptttorius
lutreolus Cuv., Lutra canadensis Sab., Mephitis inephitica
Baird und bicolor Gray, Procyon lotor Storr, Ursus ameri-
canus Pall., Cariacus virginianus Gray, Trichechus ma-
natus L., Delphinus erebennus Cope, 7 Fledermäuse, Bla-
rina brevicauda Baird, Scalops aquaticus Fisch,, 2 Sciurus,
1 Geomys, 2 Mus, 3 Hesperomys, 1 Neotoma, 1 Sigmodon,
1 Arvicola, 2 Lepus, Didelphys Virginiana Shaw., also
36 Arten. — Als früher in Florida vorkommend werden
Castor canadensis, Bos americanus und ein wilder Hund
genannt. — Rinder und Schweine kommen verwildert vor.
Erstere werden bald ausgerottet werden, da sie Jedermann
schiesst; die schwarze Farbe der letzteren, namentlich der
Hufe, schreibt Verf. dem Genuss von Lachnanthes tinetoria zu,
da in Gegenden, wo diese Pflanze nicht wächst, auch weisse
Schweine gefunden werden. Er meint auch, dass die
schwarzen den Bären leichter entgehen, und behauptet,
dass die Schweine von selbst eine schützende Farbe an-
nehmen, da Schweine, welche durch Generationen in Nadel-
wäldern leben, roth werden, wie die Farbe der abgefallenen
Nadeln.
J. E. Gray berichtet über eine Anzahl von Säuge-
thieren, die bei Concordia oder Antiochia in Neu-Granada
gesammelt wurden, und die zeigen, dass einige Arten
auf der Westseite des subtropischen Theils von Nord-
amerika eine weiter nördliche Verbreitung haben. Es sind
folgende 13 Arten: Ateles ater, Cebus hypoleucus, Nycti-
pithecus Commersonii, Nasua dorsalis, Galera barbata, Gri-
sonia vittata, Didelphys cancrivora, Erethizon rufescens, Da-
syproeta nigra, Sciurus griseogena, Tatusia granadina.
120 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Choloepus Hoffmanni und Taraandua tetradactyla var. leu-
copygia. Annais nat. hist. XT. p. 468.
Antonio Penafiel y Barranco sagt, dass man
von der Fauna von Oaxaca nur wenig kennt und noch
weniger über seine zoologische Geographie, daher wird
dort eine wissenschaftliche Commission grosse Arbeiten
unternehmen. Tapirus americanus soll vorkommen und
grosse Heerden von Dicotyles torquatus. Coelogenys paca
wird ausführlicher beschrieben. La Naturaleza II. p. 259.
Levy erwähnt in „Notas geograhcas y economicas
sobre la republica de Nicaragua, Paris 1873" p, 195 fol-
gende wild lebende Säugethiere von Nicaragua: Cervus
mexicanus Desni., Cervus nemoralis Sin., Elasmotherium
Bairdi, Sus americensis, Sus tajassus, Manatus americanus,
Mycetes stentor, Cebus apella Erxl., Midas Geoffroyi Puch.,
Coendu prehensilis L., Cercoleptes caudivolvulus lllig.,
Sciurus cinereus Schrb., Sciurus capistratus Bosc, Dasy-
procta aguti lllig., Lepus silvaticus Bachm., Coelogenys
subniger F. Cuv., Nasua socialis Wied., Procyon lotor Stör.,
Vulpes americanus, Didelphys philander, Viverra Quasje,
Thiosmus mapurito, Myrmecophaga pentadactyla PL, Myr-
mecophaga didactyla L., Dasypus tricinctus, octocinctus
und novemcinctus L., Diclidurus Freyresii, Mus expulsus,
longicaudis, silvaticus, aquaticus, Diplostoma bulvivorum,
Felis concolor, onga, concolor niger, pardalis, Canis aureus
mexicanus, macrura.
Gervais vergleicht die Fauna von Südamerika mit der
der alten Welt und findet die Trennung dieser Faunen schon
durch die Fossilien bezeichnet, also sehr alt. Die südameri-
kanischen Thiere differiren von denen der südlichen Ge-
genden der alten Welt nicht allein in den Species, sondern
meist auch in den Gattungen und selbst in den Familien.
Journal de Zoologie IL p. 478.
Hensel hat in den Abhandlungen der Berliner Aca-
demie 1872 seine Beiträge zur Kenntniss der Säugethiere
Süd-Brasiliens vollständig erscheinen lassen, nachdem er
über Lebensweise und Vorkommen derselben bereits im
Zoologischen Garten 1867 u. f. berichtet hatte. Haupt-
sächlich hat er seine Aufmerksamkeit auf die Schädel ge-
der Säugethiere während des Jahres 1873. 121
richtet, weil er den Grundsatz aufstellt: der Schädel ist
das Thier ! oder die Säugethiere müssen so behandelt wer-
den, als wäre der Schädel das Thier. An dem Schädel der
Säugethiere sind nicht bloss Altersdifferenzen, sondern auch
die Unterschiede des Geschlechts und des individuellen
Variirens streng von einander zu sondern. Er setzt dann
seine aus ausgedehntester Erfahrung hervorgegangene Me-
thode der Betrachtung und des Messens auseinander. Die
Länge des Schädels misst er von dem Unterrande des Fo-
ramen occipitale auf der Unterfläche bis zum Hinterrande
der Alveole eines der beiden mittleren Schneidezähne, und
nennt diese Linie Basilarlänge. Er erforscht ferner aus
einer Reihe von Schädeln derselben Art einen Normalschä-
del, und zwar von vollwüchsigen Individuen und verlangt
die Ermittelung dieses Normalschädels für beide Geschlech-
ter, jedes für sich, da zwischen den Geschlechtern oft
grosse Verschiedenheiten vorhanden sind, so dass aus beiden
durcheinander sich um so weniger ein Normalschädel bestim-
men lässt, als z. B. bei den Affen das Maximum der Weibchen
das Minimum der Männchen gar nicht erreicht. — Diese
Principien sind nun beider Betrachtung einiger Arten zur An-
wendung gebracht. Das Verzeichniss umfasst 89 Arten, näm-
lich 2 Quadrumanen, 14 Chiroptera, 24 Rodentia, 20 Carnivora
(mit Einschluss von Otaria), 14 Ungulata, 6 Edentata, 1 Ce-
taceum und 8 Marsupialia. Darunter befinden sieh 7 neue
Arten, die unten namhaft gemacht sind. Drei Tafeln mit
Abbildungen von Gebissen begleiten die Abhandlung.
In Macedo Geographische Beschreibung Brasiliens,
übersetzt von Nogueira und v. Schiefler, Leipzig 1873, ist
auch p. 127 auf die Fauna Rücksicht genommen, doch nur
in allgemeinen Angaben über die Häufigkeit der einzelnen
Ordnungen, und nur einige hervorragend interessante Thiere
werden genannt.
Musters „Unter den Patagoniern, Wanderungen auf
unbetretenem Boden von der Magalhaes-Strasse bis zum
Rio Negro, übersetzt von Martin, Jena 1873" enthält auch
einige Thierschilderungen, so p. 61 vom Puma, p. 135 vom
Guanaco, p. 203 vom Armadill u. dgl. m.
122 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d Naturgeschichte
Quadrumana.
Gatarrhina. Lucae hat eine Schrift verfasst: Affen- und
Menschenschädel im Bau und Wachsthum verglichen, mit 10 Tafeln,
Frankfurt a. M. 1873. Er hat bei diesen Untersuchungen haupt-
sachlich den Zweck verfolgt, eine Entscheidung über die Frage her-
beizuführen, ob der Mensch von einem Affen abstamme. Er ver-
gleicht den Gorilla und die Orangs mit dem Menschen, dann zieht
er die Verschiedenheiten des Gorilla von den übrigen Affen in Be-
tracht, und stellt auch die Wachsthumsveränderung zwischen dem
jungen und ausgebildeten Menschenschädel den gleichen Verände-
rungen der Affenschädel gegenüber. Verf. kommt überall zu dem
Resultate, dass der genetische Zusammenhang zwischen Affen und
Mensch als Eltern und Kinder falsch sei, und dass die Gelehrten
einen grossen Fehler begehen, indem sie deduciren, dass, weil die
Anfänge der Entwickelung bei den verschiedenen Thieren analog
sind und die späteren Bildungsverhältnisse isomorph, auch eine ge-
netische Verknüpfung zwischen diesen Thieren stattfinden müsse.
Walker hält den Gorilla für leicht zähmbar. Proc. zool.
soc. p. 684.
Max Schmidt schilderte das Betragen des Chimpanse im
zoologischen Garten zu Frankfurt. Zool. Garten p. 1 und 41. —
Auch ein daselbst eingetroffener Orang-Utan wird von demselben
besprochen. Ib. p. 344.
Schmeckebier zeigte einen männlichen Orang-Utang-Schädel
mit 6 Backezehnen. Verhandl. des Naturh. Vereins der Rheinlande
und Wesphalens, Correspondenzblatt p. 66.
Hagen leitet den Ursprung der Fabel vom » geschwänzten «
Menschen von einer Abbildung des Simia oder Macacus Silenus L.
von Ceylon ab, welche der Ritter Bernhard v. Breydenbach in der
Beschreibung seiner Reise nach Palästina 1486 gab. Von da ist sie
copirt bei Conrad Gesner 1551 als Cercopithecus, ferner bei ULysses
Aldrovandus 1637 als Cercopithecus rarae formae, dann bei Linne
1760 in seinen Anthropomorpha als Lucifer oder Homo caudatus,
endlich bei Buffon 1788 als geschwänzter Mensch. Proc. Boston
Soc. XVI. p. 192.
Müllern schilderte die Klugheit und Liebenswürdigkeit eines
schwarzen Pavians, den er als Haus- und Tischgenossen besitzt.
Zool. Garten p. 273.
Platyrrhina. Müllern erzählt von der Trauer eines Kapu-
zineraffen um die verstorbene Pflegerin und seine Freundschaft mit
einem Raben. Zool. Garten p. 32.
Arctopitheci. Noll berichtet von der Geburt eines Löwen-
der Säugethiere während des Jahres 1873. 123
äffchens, Jaechus Rosalia, im Jardin d'acclimatisation des Bois de
Boulogne bei Paris. Zool. Garten p. 388.
Prosimü. Mivart beschrieb Skelett und Schädel von Lepi-
lemur mustelinus und knüpfte daran Bemerkungen über die übrigen
Lemuriden. Er erörtert dann die Frage über den zoologischen
Rang der Halbaffen und rechtfertigt seine frühere Ansicht, dieselben
als eine Unterordnung der Primates aufzufassen. Proc. zool. soc.
p. 484—510.
Murie's Abhandlung über die Anatomie der Lemuriden,
welche schon aus dem Jahr 1866 herstammt, ist in Transactions of
the zoological society of London VII. p. 1 erschienen.
J. E. Gray erkennt in »Le rat de Madagascar«, welche Butfou
im Supplement seiner Histoire Naturelle p. 49. t. 20 beschrieb und
abbildete, nach einem lebenden Thier Azema Smithii, dem kleinsten
Halbaffen von Madagascar. Annais nat. hist. XI. p. 465.
Brehm hatte Gelegenheit lebende Loris zu beobachten, so-
wohl den Stenops tardigradus wie Stenops gracilis. Zool. Garten
p. 121.
Volitantia.
Die achte Abtheilung der kritischen Durchsicht der Ordnung
der Flatterthiere oder Handflügler von Fitzenger in den Wiener
Sitzungsberichten 66. p. 57—106 bringt die Gattungen Plecotus mit
15 Arten, wovon PI. periwianns und Poeppigii neu, Synotus mit
4 Arten, Romicia mit 1 Art und Furia mit 1 Art.
Dobson wies bei einer Anzahl von Chiropteren secundäre
Geschlechtsunterschiede nach. Er unterscheidet Differenzen im Bau
und Differenzen in der Farbe des Pelzes. Bei der Gattung Phyllo-
rhina ist eine Verschiedenheit des Nasenaufsatzes abgebildet, bei
Taphozous longimanus hat das Männchen einen Kehlsack zwischen
den Unterkieferästen vor dem Weibchen voraus; T. melanopogon
haben eine Verschiedenheit im Kinnbart. Die Männchen von Dy-
sopes haben am Rumpfe oder an der Kehle Drüsen; bei Epomo-
phorus zeichnen sich die Männchen durcn Haarbüschel an den
Schultern aus. ähnlich ist es bei Pteropus etc. Proc. zool. soc.
p. 241.
Van Beneden: Les Chauves-souris de la Belgique et leurs
parasites. Journal de Zoologie II. p 113. Vergl. den vorj. Ber. p.98.
Frugivora. Pteropus formosus Sclater, Proc. zool. soc. p. 193.
pl. 22, von Formosa.
Peters glaubt nun im Gegensatze zu seiner Ansicht vom
Jahr 1867, dass Pteropus stramiueus Geoffr. nicht zu Cynonycteris
gehöre, sondern besser als Repräsentant einer besonderen Gruppe,
124 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pterocyon zu betrachten sei. Er unterscheidet dann Cynonycteris
Leschenaultii und amplexicaudata, und fügt eine neue Art C. in-
fuscata angeblich aus Calcutta hinzu. Berliner Monatsber. p. 485.
Dobson verglich. Journ. Asiat, soc. 41. p. 334, das Skelett
von Macroglossus spelaeus mit dem von Pteropus mcdius, dem es
sehr ähnlich ist, hob die unterscheidenden Merkmale hervor, und
machte berichtigende Bemerkungen gegen Flower, indem er dessen
Ausspruch, es sei bei Pteropus kein aufsteigender Fortsatz des Joch-
beins vorhanden, für unrichtig und den, dass die insectivoren Fleder-
mäuse keinen postorbitalen Fortsatz der Stirnbeine haben, für nur
theilweise richtig erklärt.
Istiophora. Peters stellte für seine Megaderma cor eine be-
sondere Untergattung auf, die er Cardio derma nennt. Berliner
Monatsber. p. 488.
Dobson untersuchte die Osteologie von Triaenops persicus
und schloss daran eine Anordnung der Genera der Rhinolophidae.
Er unterscheidet zwei Subfamilien 1) Rhinolophinae. Zehen
ungleich, äussere Zehe mit 2, die übrigen Zehen mit 3 Gliedern;
Ileo-pectineal Dorn nicht verbunden mit der vorderen Fläche des
Ilium, Gatt. Rhinolophus. 2) Phyllorhininae. Zehen gleich, jede
mit 2 Gliedern; Ileo pectinal Dorn durch Knochen mit einem Fort-
satz der Vorderfläche des Ilium verbunden. Gatt. Phyllorhina, Triae-
nops, Coelops. Auf der zugehörigen Tafel VI ist die Osteologie von
Triaenops persicus dargestellt. Journ. Asiat, soc. 41. p. 136.
Redtel hat eine eingehende Untersuchung des Nasenaufsatzes
des Rhinolophus hippocrepis geliefert. Er beschreibt die Lage und
äussere Form dieses Nasenaufsatzes und schildert dann den feineren
Bau desselben, die äussere Haut, das Grundgewebe, die Muskeln,
die Drüsen, die Nerven und Gefässe und am ausführlichsten die
Haare, unter denen er einfache Haare und Tasthaare unterscheidet.
Es stellt sich ihm, in Uebereinstimmung mit Leydig, heraus, dass
der Nasenaufsatz des Rhinolophus durchaus keine specifische Bildung,
sondern nur eine merkwürdig gefaltete Hautstelle ist, die nur solche
Bestandtheile enthält, welche au anderen Hautstellen gleichfalls vor-
kommen. Am auffallendsten bleibt immerhin der grosse Reichthum
an Drüsen, den man wohl als Homologon jener beiden Gesichtsdrüsen
anzusehen hat, die bei anderen Fledermäusen zwischen Auge und
Nase liegen und mit gesondertem Ausführungsgang frei nach aussen
münden. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23. p. 254.
Dobson beschrieb fünf neue Fledermäuse aus der Familie
der Rhinolophinen, nämlich Rhinolophus Yunanensis von Yunan,
Rh. Garoensis aus Assam, R. Andamanmsis von den Andamanen,
Rh. Petersii aus Indien ohne nähere Fundortsaugabe und Phyllorhina
Masoni von Moulmein. Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1873.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 125
Gymnorhina. Molossus {Nyctinomns) Johorensis Dobson, Proc.
Asiat, soc. of Bengal 1873. p. 22, von Johore.
Fatio sprach in den Verhandl. der schweizerischen natur-
forschenden Gesellschaft in Freiburg, August 1872, p. 38 über das
Vorkommen von Dysopes Cestonii in der Schweiz, von welcher Art
1869 ein Exemplar in Basel, ein zweites nebst einem Jungen auf
dem St. Gotthard gefunden sind.
Hanau hat eine Zwerg-Fledermaus, Vespertilio pipistrellus,
einige Tage in der Gefangenschaft beobachtet. Zool. Garten p. 393.
Dobson vereinigt die Gattungen Murina und Harpyioce-
phalus. denen er den gemeinsamen Namen Murina lässt, und erkennt
fünf Species an. Proc. Asiat. Soc. of Bengal 1873. p. 107.
Insectivora.
Soricina. Ed. Brandt setzte seine Untersuchungen über das
Gebiss der Spitzmäuse fort. Er giebt die Zahnformel von Crocidura
2+4 2 8 16
leucodon an als — h — + oTTß = 19 == ^' von Crocidura
aranea ebenso, von Crocidura suaveolens desgleichen; Pachura
2 + 4 2 2 + 8 18
etrusca hat — •= \- -^ + k^t~c = Tä = ^' e^ens0 Pachura indica ;
mit dieser Formel stimmt auch Crossopus fodiens; Diplomesodon
2 + 2 2 8 14
pulchellus hat — ^— + x- + 0 a = ^ = 26. In einem Resume
sagt Verf. das Zahnsystem zeige eine Combination des Gebisses der
Nager mit dem der Raubthiere, die vorderen Schneidezähne sind
nagerähnlich, die Backzähne besitzen spitze Höcker. Zwischen den
Backzähnen und vorderen Schneidezähnen befinden sich die charakte-
ristischen kleinen seitlichen Schneidezähne und ganz rudimentäre
Eckzähne. Die Anzahl der seitlichen Schneidezähne ist bei Sorex
jederseits 3, bei Crossopus, Pachura und Crocidura 2, bei Diplome-
sodon 1. Die Zahl der vorderen Schneidezähne und der Backzähne
ist eine beständige. Unten sind nur zwei Schneidezähne vorhanden,
sie sind aber gekerbt und jedes Höckerchen deutet gleichsam wie
auf eine Stelle, wo ein besonderer unterer Scheidezahn sein müsste.
Die oberen vorderen Schneidezähne besitzen hinten einen Höcker.
2+V 2 V+8
Danach würde die Formel — ~ H „ + gVg = 24 + V, d. h. bei
Sorex Wagl. 24 + 8 = 32, bei Crossopus Wagl. und Pachyura Selys
24 + 6 = 30, bei Crocidura Wagl. 24 + 4 = 28, bei Diplomesodon
Brandt 24 + 2 = 26.
Anderson hat die Bezahnung der südasiatischen Spitzmäuse
untersucht und eine Kritik der Arten angelegt. Er veröffentlicht
126 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
die Resultate seiner Untersuchung, als einen Vorläufer einer Mono-
graphie der Gruppe in den Proc. zool. soc. p. 227. Er theilt die
Spitzmäuse in zwei Gruppen. Alle Spitzmäuse mit weissen Zähnen
haben 7 bis 9 Zähne jederseits im Oberkiefer. Die mit 7 Zähnen
(Diplomesodou) haben zwei Seitenzähne in dem Incisomolar-Raum,
mit der Intermaxillar-Naht zwischen ihnen, so dass die Formel ist
2 4-2 2 8
— - 1- — 4- - — ~ — 26; die mit 8 Zähnen (Crocidura aranea
2 2t 2i -f- o
haben 3 Seitenzähne, und die Naht zwischen dem zweiten und dritten
24-4 2 8
Zahn, und mit der Formel — \- -^ 4- ö~rß = 28; die mit 9
Zähnen (Pachyura indica) haben 4 Seitenzähne, deren letzter sehr
klein ist, die Naht zwischen dem zweiten und dritten Zahn, und
24-4 2 24- 8
die Formel — -± f- h" + OTT — 30. Die Indischen Arten mit
J & 4 + D
braunen Zahnspitzen haben die Formel «, f- ~ 4- n~v_T = ^0.
— Verf. beschreibt dann eine vermuthlich neue Art als Pachyura
assamensis.
Lincecum beschreibt die Lebensweise einer Spitzmaus. The
American Naturalist p. 483.
Cope beobachtete, dass eine Spitzmaus, Blarina carolinensis,
eine Schlange, Tropidonotus sipedou, die mit ihr eingesperrt war,
aufrass. The American Naturalist p. 490.
Carnivora.
Eine Brochüre »Lecture on the Ferae Natural of the British
Islands« von Colquhoun ist in Annais nat. hist. XI. p. 381 sehr
lobend angezeigt. Die Raubthiere Englands werdeu in der Schrift
besprochen, ihre Lebensweise wird beschrieben und durch characte-
ristische Anecdoten illustrirt.
Ursina. J. E. Gray hatte Gelegenheit den Schädel von seinem
Helarctos ornatus aus Peru zu untersuchen und fand, dass er sich
generisch vom Helarctos Ostindiens unterscheide. Er nennt ihn nun
Nearctos ornatus. Annais nat. hist. XII. p. 182.
Gray sagt ib. p. 267, dass er in seinem Catalogue of the
Carnivorous Mammalia in the British Museum den Ursus eurorhinus
Nilsson zu seiner Gattung Helarctos gestellt habe. Nun besitzt er
einen Gipsabguss des Schädels und schliesst daraus, dass das Thier
sich lange in Gefangenschaft befunden und sich dadurch so ver-
ändert habe, dass er nicht bestimmen könne, ob es sich vom ge-
meinen europäischen Bären unterscheide.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 127
Garrod lieferte einen Beitrag zur Anatomie des Arctictis
binturong, von dem er ein männliches Exemplar zu untersuchen
Gelegenheit hatte. Magen, Leber und Gehirn sind in Holzschnitt
abgebildet. Proc . zool. soc. p. 196.
Hensel bestätigt, dass Nasua solitaria nur alte Männchen
von N. socialis sind, überzeugte sich jedoch von der Artverschiedenheit
von N. leucorhynchus Tschudi. Abhandl. Berliner Akad. 1872. p. 63.
Mustelina. Clark fand in Burwell Fen, Cambridgeshire
einen subfossilen Marderschädel. Proc. zool. soc. p. 790.
Joh. v. Fischer ist der Ansicht, das Frettchen (Mustela
furo) sei nicht, wie mehrfach behauptet, ein Albino des Iltis (Mustela
putorius), sondern eine verschiedene Species. Er beruft sich na-
mentlich darauf, dass Blendlinge zwischen beiden Arten eine inter-
mediäre Farbe gaben, während er behauptet, dass Kreuzungen
zwischen Albinos und der Normalform stets ein dem Vater min-
destens in der Färbung gleiches Junge liefern. Zool. Garten p. 108.
Farurick beobachtete zu Münster in Westphalen einen Albino
des kleinen Wiesels (Mustela vulgaris), mit schneeweissem Pelze
und rothen Augen. Nach ihm kommen Albinos der Raubthiere sehr
selten vor. Zool. Garten p. 17. — Dem letzteren Ausspruch wider-
spricht Jaeckel ib. p. 456. Er führt Beispiele von Mustela martes
und foina, Foetorius putorius, erminea und vulgaris an.
Nach Day ernährt sich Lutra nair vorzugsweise von Fröschen.
Proc. zool. soc. p. 710.
Viverrina. Chat in: Notes sur l'anatomie de la civette. An-
nales des sc. nat, 17. Art. 12. Herz, Lungen, Magen, Darm, Leber,
Ätilz, Harnwerkzeuge und Geschlechtsorgane werden beschrieben, zum
Theil abgebildet.
Chapman: Ueber die Anordnung des Flexor perforans,
Flexor longus hallucis und Flexor accessorius bei Paradoxurus mu-
sanga. Kurze Notiz. Proc. Philadelphia p. 372.
Ganina. Coues fand bei einem Canis lupus L. var. occiden-
talis einerseits im Unterkiefer drei Höckerzähne. The American
Naturalist p. 495.
Coues hält den Prärie-Wolf, Canis latrans für nicht wesent-
lich verschieden von dem Hund der Bronze-Periode. The American
Naturalist p. 385.
Garrod fand das Coecum von Canis cancrivorus verschieden
von C. famelicus und familiaris. Es ist von allen dreien in Holz-
schnitt abgebildet. Proc. zool. soc. p. 748.
Feiina. Marno erzählt ein Beispiel von Feigheit der Löwen,
die sich von dem bereits erfolgten nächtlichen Angriff durch dfts
Geschrei des begleitenden Menschen verscheuchen Hessen, und nimmt
an, dass der Löwe in verschiedenen Gegenden auch von verschie-
denem Naturell sei, und dass bei geistig hoch entwickelten Thieren
128 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
das Temperament einzelner Individuen abweichend sein kann, und
von Gegend, Lebensweise, Alter, Geschlecht, Jahreszeit beeinflusst
werden dürfte. Vor dem Geheul der Hyänen soll der Löwe fliehen.
Zool. Garten p. 281.
Turner untersuchte zwei Leoparden aus Punjab auf den so-
genannten Schwanzstachel. Er fand ein solehes Organ von 2/10 Zoll
und bei dem zweiten Exemplar von 1/10 Zoll. Er weichte es auf,
wodurch es weich und biegsam wurde wie die gewöhnliche Sehwanz-
haut. Die mikroskopische Untersuchung ergab, dass der sogenannte
Stachel die-Structur der Haut hatte, aber anstatt, wie beim Löwen
aus einer grossen Papille zu bestehen, besitzt er zahlreiche kleine
Papillen. Er ist also nicht als ein besonders entwickeltes Organ zu
betrachten, sondern nur als ein haarloser Theil des Integumentes.
Humphry and Turner, Journ. of Anat. and phys. VII. p. 271.
Felis guttula Hensel, Abhandl. Berliner Akad. 1872. p, 73,
aus Südbrasilien.
Sclater Hess Felis aurata Temm. von der Goldküste (Felis
rutila Waterh.), Proc. zool. soc. p. 311. pl. 27, abbilden.
Ueber Felis Guina Molina und über die Schädelbildung bei
Felis Pajeros und Felis Colocolo schrieb Philippi, dies Archiv
p. 8 mit Abbildungen der ersten und der drei Schädel.
Shaler fand, dass die Hauskatzen in der Gegend von Cam-
bridge Mass. häufig eine Rückbildung zu Felis catus zeigen, während
er nie eine Annäherung an Felis maniculata beobachtete. Daraus
schliesst er, dass die Hauskatzen von F. catus abstammen. Proc.
Boston soc. XV. p. 159.
Eine Bemerkung über das Knurren der Katzen findet sich in
The American Naturalist p. 487.
Murie: On the female generative organs, Viscera and fleshy
parts of Hyaena brunnea Thunb. Transactions zool. soc. of London
VII. p. 503.
Pinnipedia.
Die Abhandlungen von Murie, Researches upon the Anatomy
of the Pinnipedia, sind in Transactions of the zoological society of
London VII erschienen. Part I. On the Walrus (Trichechus ros-
marus, p. 411 mit 5 Tafeln. Die äusseren Charaktere, Gebiss und
Mundhöhle, Eingeweide und Geschlechtsorgane, Circulations- und
Respirationsorgane, sowie die Myologie werden beschrieben. —
Part. II. Otaria jubata p. 527 mit sieben Tafeln. Verf. handelt
über die äusseren Charaktere, Muskelsystem und Ligamente.
Phocina. Russwurm schrieb über den Seehundsfang an den
Küsten Russlands. Der Gesammtertrag des Robbenfanges erreicht
der Säugethiere während des Jahres 1873. 129
jährlich mehr als 1 ili Millionen Rubel. Das Fleisch der Seehunde
werfen die Russen fort, wodurch dem Nationalvermögen eine Summe
von 430000 Rubel entzogen wird. In der Ostsee werden gefangen :
Halichoerus grypus Fabr., Phoca vitulina L., Ph. annellata Nils. ; im
weissen Meere ausser den beiden letztgenannten Arten noch Phoca
groenlandica Müll, und barbata Müll. Im kaspischen Meer kommt
nur Phoca caspica vor. Die jungen Seehunde werden auf dem Eise
geboren, 2 Monate gesäugt und gehen so lange nicht ins Wasser.
Correspondenzbl. des Naturforscher-Vereins zu Riga 20. p. 181.
Dwight machte auf einen eigenthümlichen Nervenplexus auf-
merksam, den er in der Oberlippe von Phoca vitulina gefunden hat.
Das fünfte Nervenpaar ist ausserordentlich gross und theilt sich
in Fasern, von denen einige an die Wurzeln der Barthaare gehen,
und andere daneben, aber eine Art bildete eine Schlinge längs den
sensorischen Fasern herab bis in die Nähe der Haarwurzeln, und
biegen sich dann zurück um die motorischen Fasern zu begleiten,
welche von den Gesichtsnerven herabkommen. Proc. Boston Soc.
XIV. p. 391.
Praetorius zeigte an, dass Phoca vitulina in der Weichsel,
25 Meilen von der Ostsee gefangen wurde. Zool. Garten p. 272.
Clark ist der Ansicht, dass Gray's Halicyon Richardi (18G4)
nicht verschieden von Phoca vitulina der Englischen Küsten sei.
Proc. zool. soc. p. 556.
Dybowski überzeugte sich, dass die Baikal-Robbe, Phoca
baicalensis, zwar der Phoca annellata verwandt, aber dennoch in
allen Altersstufen verschieden ist, und als selbstständige Art be-
trachtet werden muss. Er giebt eine Beschreibung und berichtet
über ihre Lebensweise. Archiv für Anat. und Physiol. 1873. p. 109.
Auf einer Tafel sind Schädel abgebildet.
Turner erwähnt eines Schädels von Halichoerus gryphus,
welcher ausser den Eckzähnen keine Zähne besass, was entweder
durch Nichtentwickelung oder durch frühzeitige Atrophie erklärt
werden muss. Humphry and Turner, Journ. of anat. and phys.
VII. p. 273.
Gill macht auf das Vorkommen der Phoca fasciata Shaw.
(P. equestris Pall.) in Alaska aufmerksam und beschreibt seine Fär-
bung. Er sieht in dieser Art ein eigenes Genus, welches er Hi-
striophoca nennt, weil die Backzähne mit Ausnahme des ersten
zweiwurzelig sind, aber von einfach conischer Form. Amer. Na-
turalist VII. p. 178; Annais nat. bist. XII. p. 188.
Otarüna. Clark ermittelte, dass auf den Auckland-Inseln zwei
Arten von Pinnipedien vorkommen, ein grosser schwarzer Seehund
und ein Seelöwe, den man Tigerseehund nennt. Letzterer ist Otaria
Hookeri, Arctocephalus Hookeri Gray, von dem Gray angab, dass
er die Falkland-Inseln und Cap Hörn bewohne. Die Richtigkeit
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. J
130 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dieser Angabe bezweifelt Verf., ist vielmehr der Ansicht, dass an
Cap Hörn Otaria jubata und Otaria falklandica vorkommen. Proc.
zool. soc. p. 750.
Die Abbildung von Murie, welche die Myologie von Otaria
jubata darstellt, ist ohne weiteren Text aus den Transact. zool. soc.
Vol. VII in Gervais, Journ. de Zoologie II. pl. 2 aufgenommen.
Gray unterschied, Proc. zool. soc. p. 776, die Ohrrobben
von Japan, die er früher für Eumetopias Stelleri hielt, als eigene
Art, die er Eumetopias elongatus nennt. Er giebt bei dieser Ge-
legenheit folgende Uebersicht der Seebären:
I. 6 . 6 obere Backzähne, die hinteren hinter dem vorderen
Theil des Jochbogens, der fünfte fehlt zuweilen, aber sein Platz
b leibt offen, a. Schädel länglich, Gesicht lang, Wollhaar sparsam
oder fehlend, Gatt. Phascolarctus. b. Schädel breit, Gesicht kurz,
Wollhaar dick, Gatt. Callirhinus, Arctocephalus, Eumetopias, Gypso-
phoca, Arctophoca.
IL 5 . 5 obere Backzähne, die hinteren vor der Hinterecke
des Vordertheils des Jochbogens, Gatt. Zalophus, Neophoca.
Rodentia.
Sciurlna. Meyer beschrieb ein Brutnest vom Eichhörnchen
(Sciurus vulgaris). Zool. Garten p. 429.
Sciurus Sharpei Gray, Annais nat. hist. XII. p. 265.
Gentry beobachtete, dass Sciurus hudsonius Pall. einem ge-
fangenen Vogel das Blut aussog und sieht in dieser Aenderung der
Lebensweise ein Element zu Gunsten der Entwickelungshypothese.
Maeroxus Aubinnii Gray, Annais nat. hist. XII. p. 66, von
Fantee. — M. annulatus Var. Frerei Gray ib. p. 265 von Zanzibar.
Perkins schilderte das Betragen von einem Paar fliegender
Eichhörnchen (Pteromys volucella) in der Gefangenschaft. The
American Naturalist p. 132.
Günther beschrieb drei neue Arten fliegender Eichhörnchen :
Pteromys tephromelas pl. 37 von Pinang und Malacca, Pteromys
phaeomelas von Borneo und Sciuropterus pulverulentus pl. 38 von
Pinang und Malacca. Proc. zool. soc. p. 413.
Myoxina. Baron v. Freyberg klagte den Gartenschläfer,
Myoxus Nitela, als Eindringling und Mörder in einer Voliere an.
Er tödtete die Vögel durch einen Biss am Hinterkopfe und frass
aus einer Oeffnung an der Rückenseite Herz und Leber heraus.
Zool. Garten p. 415.
Rostrup hat Sminthus betulinus Pall. und Myoxus avella-
narius L. in Dänemark gefunden. Erstere Maus fing er bei Vejle
der Säugethiere während des Jahres 1873. 131
und hielt sie acht Tage in Gefangenschaft. Die Vorderseite des
Kopfes und die Unterseite der Füsse sind zum Vergleich mit Mus
agrarius abgebildet. — Ueber die Haselmaus, die im südlichen Fyen
nicht sehr selten ist, theilt Verf. seine Beobachtungen mit. Vi-
densk. Meddel. fra Naturhist. Forening i Kjöbenhavn 1872. p. 206.
Murina. J. E. Gray hebt die Schwierigkeit hervor, die Arten
der Ratten zu unterscheiden, zumal bei der Neigung einiger Arten,
auf die Schiffe zu gehen, von denen sie mit den Gütern ausgeladen
werden, ihre geographische Verbreitung für die Unterscheidung
keinen Anhalt giebt. Der Schädel bietet einen der besten Charaktere
für die Trennung der Arten in Gruppen. Verf. charakterisirt die
Gattungen Neomys, Nesokia, Heliomys, Bandicota, Uromys und Mus,
und stellt drei neue Arten auf: Neomys panamensis, Heliomys Jeudei,
Bandicota gigantea, Uromys aruensis. Annais nat. hist. XII. p. 416.
Joh. v. Fischer hat sechs Fälle constatirt, in denen sich
Ratten selbst den Schwanz anfrassen. Er nimmt an, dass die Ratte
an ihrem eigenen Schwänze frisst, um den juckenden Schmerz, der
durch kleine fast mikroskopische Bläschen erzeugt wird, zu lindern,
und jemehr sie sich durch Lecken, Beissen und Nagen den Schwanz
verstümmelt, desto mehr steigert sich das Verlangen den leidenden
Theil zu vertilgen, bis durch zu weit vorgeschrittene Verwundung
des Theiles der intensive Schmerz der weitern Zerstörung Schranken
setzt. Zool. Garten p. 75.
Leidy zeigte an, dass auf einem Schiffe bei Philadelphia ein
Exemplar von Mus rattus gefangen wurde. Proc. Philadelphia p. 257.
Teich erzählt einen neuen Fall von singenden Mäusen, der
sich in Kursk zutrug. Correspondenzbl. des Naturforscher-Vereins
zu Riga 20. p. 37.
Farwick hat die Hausmaus und die Waldmaus zum Object
für seine Beobachtungen gewählt. Das Singen der ersteren spricht
er ihr ab, und nennt es nur ein Zwitschern ohne Tact und Strophen-
folge. Die letzteren sind ausschliesslich nächtliche Thiere. Sie ver-
folgen die Hausmaus und fressen sie auf. Zool. Garten p. 172. —
Joh. v. Fischer bestätigt die Feindschaft der Waldmäuse gegen
die Hausmäuse und nimmt au, dass die Zeit nicht fern liegt, wo
die Hausmaus, wenigstens auf dem Lande, der Waldmaus weichen
wird. Ib. p. 311. — Droste v. Hülshoff erzählt, dass seit Jahren
in dem Wohnhause des Gutes Hülshoff Waldmäuse gefangen wurden,
zweifelt aber, dass diese die Hausmaus gänzlich vertreiben werde,
da letztere viel fruchtbarer sei. Ib. p. 432.
Mus brevicaudatus Philippi, Zeitschr. für die ges. Naturwissen-
VI. p. 446, aus Chile.
Landois bildete das Nest der Zwergmaus (Mus minutus) ab.
Natur und Offenbarung XVIII. p. 26.
132 Troschel: Bericht üb. <1. Leistungen in d. Naturgeschichte
Hensel hat in seinen Beiträgen zur Kenntniss der Säuge-
thiere Brasiliens der Gattung Hesperomys besondere Aufmerksamkeit
geschenkt, da die Unterscheidung der Species grosse Schwierigkeiten
bietet. Er unterscheidet 10 Arten: a. Backenzähne ohne Höcker,
schmelzfaltig, H. vulpinus Lichtst. (Holochilus brasiliensis Wagn.)
1). an den ^ förmigen Falten der Backenzähne des Oberkiefers hat
sich der hintere Schenkel jedes Winkels, im Unterkiefer der vordere,
an seinem freien Ende zu einem spitzen Höcker entwickelt, H. squa-
mipes Brts. (Mus aquaticus Lund, Hesperomys robustus Burm.)
c. kleinzähnige Arten, H. rattieeps n. sp., flavescens Waterh., areni-
cola Waterh., dorsalis n. sp., nasutus Waterh., subterraneus, tumidus
Waterh., Darwinii Waterh. Abhandl. Berliner Akad. 1872. p. 28.
Oxymycterus niger Philippi, Zeitschr. für die ges. Naturwissen-
schaften VI. p. 445, aus Chile.
Rein besass eine zahme Feldmaus (Hypudaeus arvalis). Zool.
Garten p. 74.
Gerbe schilderte die Lebensweise von Arvicola Lebrunii,
eine Feldmaus, die er früher Arvicola leueurus genannt hatte. Revue
et Mag. de Zoologie 1873. p. 116.
Von einer Abhandlung über Myospalax Laxinanni und Myo-
spalax Dybowsh'i weiss ich nichts weiter zu sagen, als dass der
Verf. beide Arten unterscheidet. Sie ist in russischer Sprache ge-
schrieben. Bull, de Moscou 46. p. 430.
Leche bestätigte die speeifische Differenz des Wald-Lemmings
(Myodes schisticolor) vom Berg-Lemming (Myodes lemmus) durch
Vergleichung einiger Schädel. Zool. Garten p. 64.
Orycterina. Garrod beschrieb die Eingeweide von Aulacodus
swinderianus. Proc. zool. soc. p. 786. Das Auffallendste war dem
Verf. die von allen Cavien abweichende Anordnung des Coecum.
Die Eigenthümlichkeiten des Schädels machen ihn geneigt, Aulacodus
in die Nähe von Lagostomus zu bringen.
Phyllomys dasythrix Hensel, Abhandl. der Berliner Akad. 1872.
p. 49 aus Südbrasilien.
Ctenomys maulinus Philippi, Zeitschr. für die ges. Natur-
wissenschaften VI. p. 442, aus Chile.
Dinomyina. Peters beschrieb in der Festschrift zur Feier
des hundertjährigen Bestehens der Ges. naturf. Freunde p. 227 eine
neue Gattung von stachelschweinartigen Nagethieren, Dinomys mit
4 Tafeln: Labrum fissum, nares elongatae Sformes, oculi medioeres,
auriculae breves; vellus duriusculum; cauda medioeris villosa; pedes
omnes tetradaetyli plantigradi, ungues falculae ungulaeformes ; dentes
incisores lati, plani; molares utrinque quatuor, lamellosi; foramina
suborbitalia magna, triangularia, optica coalita; claviculae imper-
feetae, manubrium sterni latum. D. Branickii aus Peru. Verf. bildet
der Säugethiere während des Jahres 1873. 133
aus ihr eine eigene Familie in der Nähe der Chinchillina, Echi-
nomyes, Dasyproctiua und Caviina, zwischen denen sie eine Verbin-
dung herstellt. Vergl. auch Berliner Monatsber. p. 551.
Leporina. Sacc empfiehlt das sogenannte Widder-Kaninchen,
mit hängenden Ohren, wegen seines Fleisches, zur Zucht und Ver-
wendung als Nahrungsmittel. Buvry, Zeitschr. für Acclimatisation
XL p. L66.
Edentata.
Bradypoda. Flow er gab eine kurze Notiz über den Carpus
der Faulthiere in Humphry and Turner. Journ. of anat. and phys.
VII. p. 255.
Gervais beschreibt das Gebiss eines Foetus vom Ai, welches
die Zähne schon besass. Es waren im Oberkiefer 5 Zähne, im Unter-
kiefer gleichfalls 5 Zähne vorhanden, von denen der vorderste sehr
kleine und hinfällige als Vorderzahn angesprochen wird. Journal
de Zoologie IL p. 434 mit Abbildung.
Turner hat die Placenta der Faulthiere untersucht. Er
fand, dass sie im vollen Sinne des Wortes hinfällig sei (deciduate),
und ist der Ansicht, dass, wenn Sharpey's Angaben von der Placenta
von Manis richtig sind und wenn das Placentalsystem für die Classi-
fication von einigem Werthe ist, die Ameisenbären nicht länger mit
den Faulthieren in der Ordnung der Edentaten vereinigt bleiben
können. Verf. vergleicht die Placenta der Faulthiere mit den übrigen
Säugethieren mit hinfälliger Placenta und kommt so auf eine Reihe
interessanter Verwandtschaften zwischen ihrer Placenta und der
der Primaten. Proc. Royal Soc. of Edinburgh VIII. p. 134 ; Journ.
of anat. and phys. VII. p. 302 ; Transactions Royal Soc. of Edinburgh
XXVIL p. 71.
Max Schmidt machte seine Beobachtungen am lebenden
zweizehigen Faulthier (Choloepus didactylus) bekannt. Zool. Garten
p. 126 und 177.
Cingulata. J. E. Gray giebt an. dass der Rückenschild von
Tolypeutes conurus ganz frei von dem Körper des Thieres ist, mit
Ausnahme von drei Stellen, nämlich am Vorderende rund um den
Nacken, an den Seiten am Rande innerhalb der drei mittleren Dor-
salgürtel, und über dem Becken und rund um das Hinterende des
Schildes. Annais nat. hist. XL p. 397. — Er bemerkt ferner ib.
p. 469 nach Untersuchung eines Skeletes, dass Rücken- und Kopf-
schild dicker und härter sind als bei den anderen Armadillo's, und
dass die ganze innere Fläche des Rückenschildes mit Haut ausge-
füttert und der ganze Vorderrand des vorderen Ringes durch Haut
134 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
an das Thier, der mittlere Theil des hinteren Rückenschildes durch
Knorpel an die Centralleiste des Beckens angeheftet ist.
He n sei beobachtete, dass bei Tatusia novemcincta die Zahl
der Milchzähne 7 beträgt, dass also das bleibende Gebiss 7 Prae-
molaren und 1 Molaren hat, es kommt aber auch wohl ein über-
zähliger Zahn in einer der beiden Categorien vor. Dazu wird eine
neue Art Tatusia platycercus aus Südbrasilien aufgestellt. Abhandl.
Berliner Akad. 1872. p. 103.
J. E. Gray beschreibt ein lebendes Exemplar vom Cabassou,
Xenurus unicinctus, und macht namentlich auf seine Gangart auf-
merksam. Annais nat. hist. XI. p. 463. — Er fügt ib. XII. p. 80
hinzu, dass Bartlett die Gangarten der lebenden Armadillos im
Londoner zoologischen Garten nachgesehen hat. Chaetophractus
villosus und vellerosus gehen auf den Zehenspitzen wie Xenurus:
Euphractus minutus, Tatusia peba und hybrida, Praopus Kappleri
treten mit der Sohle der Vorderfüsse auf, mit ausgebreiteten und
aufgehobenen Krallen.
Vermilinguia. VonFitzinger erhielten wir eine Monographie
der Schuppenthiere in den Wiener Sitzungsberichten 65. p. 9 — 83.
Verf. unterscheidet 4 Gattungen und 22 Arten. 1) Manis. Vorder-
und Hinterfüsse fünfzehig, Vorderbeine nur an der Wurzel auf der
Aussenseite beschuppt, Kralle der Innenzehe hinter jene der Aussen-
zehe zurückgerückt, Schwanz länger als der Körper, massig breit,
zugespitzt, Schuppen am hintern Rande einspitzig, Rückenschuppen
in 11 Längsreihen. Dahin M. longieaudata Briss. Guinea, guineensis
Guinea, senegalensis Senegambien. 2) Triglochinopholis n. gen.
Wie vorige, Schuppen am hintern Rande dreispitzig, Rückenschuppen
in 19, 21 oder 23 Längsreihen. Dahin T. tricuspis Rafin. Guinea,
multiscutata Gray Guinea, tridentata Focillon Mozambique. 3) Pho~
lidotus Gray. Vorder- und Hinterfüsse fünfzehig, Vorderbeine
ihrer ganzen Länge nach auf der Aussenseite beschuppt, Kralle der
Innenzehe nicht hinter jene der Aussenzehe zurückgerückt, Schwanz
lang, ebenso lang oder kürzer als der Körper, massig breit und zu-
gespitzt, Schuppen am Hinterrande zugespitzt oder auch dreieckig
abgerundet, Rückenschuppen in 15, 17 oder 21 Längsreihen. Dahin
Ph. Gouyi Focillon Africa, asper Sundev. Sumatra, javanicus Desm.
Java, Wagneri Südasien?, malaccensis Mallacca, leueurus Blyth Hin-
terindien, lepturus Blyth Südasien, labuanus Insel Labuan und Borneo,
assamensis Assam, Dalmanni Sundev. Canton und Formosa, auritus
Hodgs. Nepal. 4) Phatages Sundev. Vorder- und Hinterfüsse fünf-
zehig, Vorderbeine ihrer ganzen Länge nach auf der Aussenseite
beschuppt, Kralle der Innenzehe nicht hinter jene der Aussenzehe
zurückgerückt, Schwanz kürzer als der Körper, sehr breit, stumpf
abgerundet, Schuppen am Rande dreieckig abgerundet, Rücken-
schuppen in 11 oder 13 Längsreihen. Dahin Ph. laticaudatus Illig.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 135
Vorderindien, bengalensis Bengalen, giganteus Illig. Guinea, Heden-
borgii Nordost- und Centralafrica, Temminckii Smuts Süd- und Süd-
ostafrica.
Solidnngula.
Equina. Schell legte Darmsteine des Pferdes vor, deren
Analyse er durch Kreusler ausführen Hess. Sitzungsber. der
Niederrheinischen Gesellschaft in Bonn p. 195 und 244.
Ferd. de Nanzio berichtete über einen zweiten Fall von
dem Werfen einer Maulthierstute (Mula), untersuchte ihre Milch und
verglich sie mit der der Eselin und Pferdestute. Atti del R. Istituto
d'incorraggiamento alle sc. nat., econom. e tecnologiche di Napoli
IX. 1872. p. 63.
Mnltungnla.
Proboscidea. Praetorius lieferte eine Monographie der Ele-
phauten. Nach einer allgemeinen Beschreibung derselben folgt die
der Arten. Er unterscheidet nach Falconer die Gattungen Euelephas
mit 2 Arten, E. indicus L. und sumatranus Temm. und Loxodon
mit E. africanus Blum. Zool. Garten p. 444.
Watson setzte seine Untersuchungen der Anatomie von
Elephas indicus fort, indem er die Harn- und Geschlechtsorgane
behandelte. Humphry and Turner, Journal of Anat. and phys. VII.
p, 60 — 74 mit einer Tafel.
Setigera. J. E. Gray plaidirt für die Vortrefflichkeit der
Ordnung der Multungula (dem Ref. keineswegs zustimmen kann)
und giebt eine Uebersicht der Gruppe Setigera. Annais nat. hist.
XI. p. 431. Er theilt sie folgendermassen ein:
Sectio A. Homodontina. Prämolaren bleibend, bilden mit
den Molaren eine zusammenhängende Reihe; Molaren solid, mit
einer höckerigen Kaufläche. Subsectio 1. Pseudoperissodactyla.
Hinterfüsse mit 3 Zehen, die kurze äussere seitliche Zehe der Hin-
terfüsse fehlt. Amerika. Farn. Dicotylidae. Dahin Notophorus tor-
quatus und Dicotyles labiatus. Subsectio 2. Artiodactyla. Vor-
der- und Hinterfüsse mit 4 Zehen, die seitlichen Zehen jeder Seite
viel kürzer. Oestliche Hemisphäre. Farn. Suidae mit 3 Tribus:
1) Potamochoerina. Ohren lang, verschmälert, am Ende gepinselt;
die Vertiefung vor dem Auge ohne untere Leiste; die Scheide der
oberen Eckzähne ausgebreitet, beim Männchen sehr gross und mit
einer Leiste quer über die Oberfläche, beim Weibchen oft aufge-
136 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Natur geschieh te
bogen am Aussenrande. Gatt. Pomatochoerus. Africa. 2) Suina.
Ohren rund, nicht am Ende gepinselt, die Vertiefung vor dem Auge
mit einer unteren Leiste vom vorderen Theile des Jochbogens ;
3 3
Schneidezähne — — ; die vorderen Backzähne dicht hinter dem oberen
3 . 3
Eckzahn, der beim Männchen aufwärts gebogen ist; die Scheide der
oberen Eckzähne des Männchens ist ausgebreitet mit einer Leiste
quer über der Oberfläche, beim Weibchen oft schwach aufgebogen
am Ende. Gatt. Euhys barbatus, Aulacochoerus vittatus, Dasy-
choerus verrucosus und celebensis, Sus scrofa und mystaceus n. sp.
von Java, ferner gezähmt Sus scrofa und Centuriosus plicieeps.
3) Babirussina. Ohren rund, nicht am Ende gepinselt, Schneidezähne
2 2
— Wj die vorderen Backzähne von dem oberen Eckzahn durch einen
o . o
langen Zwischenraum getrennt, obere und untere Eckzähne des
Männchen sehr verlängert und gekrümmt, die Scheide der oberen
Backzähne verlängert, von der Aussenseite des Kiefers entspringend,
ohne Querleiste, bei den Weibchen nicht entwickelt. Gatt. Babi-
russa alfurus. — Sectio B. Euryäontina. Praemolaren hinfällig,
ihre Stellen durch die Entwicklung der Molaren ausgefüllt, Molaren
aus Lamellen gebildet, vielwurzelig. Fam. Phacocfooeridae. Gatt.
Phacochoerus aethiopicus und Sclateri.
Anisodactyla. Sclater bildete einen Tapir aus Paraguay in
Holzschnitt ab, den er für verschieden von Tapir us terrestris zu
halten geneigt ist. Proc. zool. soc- p. 193.
Gervais sprach sich in seinem Journal de Zoologie II. p. 22
über die Verschiedenheit des Tapirus Bairdii von den übrigen Arten
aus und gab Abbildungen des Schädels.
J. E. Gray: Ueber das Gebiss der Rhinocerosse. Annais nat.
hist. XI. p. 356. Die asiatischen Rhinocerosse haben das Nasenbein
vorn convex, vorstehend und spitz. Die einhörnigen (Rhinoceros)
haben an der Innenseite der beiden grossen seitlichen Schneide-
zähne einen kleinen cylindrischen Zahn, bei den zweihörnigen (Ce-
ratorhinus) fehlen die beiden mittleren Schneidezähne. Verf. be-
spricht dann Ceratorhinus sumatranus, niger von Malacca (Schädel
pl. 11 abgebildet), Crossei und Blythii. Diese africanischen haben
kleine, laminare Zwischenkiefer am Vorderende einer Knochenplatte,
die durch eine Naht an der Innenseite des vorderen Theils der
Maxillen getrennt sind, und haben am Rande des Zwischenkiefers
einen Zahn, der meist beim alten Thiere ausfällt.
Garrod beschrieb die Eingeweide von Rhinoceros (Cerato-
rhinus) sumatrensis. Die Verschiedenheit in der Gestalt des Ma-
gens, die Eigentümlichkeit der Schleimhaut des Dünndarms, in
Verbindung mit den Eigenthümlichkeiten der Haut nebst der Gegen-
wart eines zweiten Horns, die Abwesenheit einer Drüse hinter dem
der Säugethiere während des Jahres 1873. 137
Fuss und die Kleinheit der Falten, scheinen ihm die Trennung als
besonderes Genus zu rechtfertigen. Proc. zool. soc. p. 92.
Gray stützt sich auf die schwarze Farbe des asiatischen
zweihörnigen Rhinoceros um seinen Namen Ceratorhinus niger auf-
recht zu erhalten und zeiht Sclater der falschen Anwendung der
Namen sumatrensis und lasiotus. Annais nat. hist. XII. p. 252.
Sclater erkennt sechs Arten lebender Rhinocerosse an:
1) Asiatici mit zwei oberen Schneidezähnen, a. mit einem Hörn. R.
unicornis L. und sondaicus Cuv., b. mit zwei Hörnern, R. suma-
trensis Cuv. und R. lasiotis Sei. 2) Africani, ohne Schneidezähne,
R. bicornis L. und simus Burch. Report of the 42. Meeting of the
British association held at Brighton p. 140.
Noll zählte, Zool. Garten p. 47, 81 und 138, die bekannten
Rhinoceros-Arten auf, beschrieb sie und bildete dieselben in Holz-
schnitt ab. Er erwähnt Rh. unicornis, javanus, sumatrensis, lasiotis.
bicornis und simus.
Ueber die vor 1816 nach Europa gebrachten Rhinocerosse
findet sich im Zool. Garten p. 197 eine Notiz aus dem Nachlasse
des Dr. Hufnagel zu Frankfurt a. M.
Bartlett beschrieb ein eben geborenes Rhinoceros sumatrensis
und schilderte das Betragen des Mutterthieres, welches sich in den
ersten Tagen sehr zahm benahm. Proc. zool. soc. p. 104. Das
Junge ist Taf. XI abgebildet.
Im Zool. Garten p. 118 wird über die Verwüstungen berichtet,
die ein losgerissenes Nashorn in Chicago aurichtete.
Gray giebt die Unterschiede zwischen Dendrohyrax arboreus
und dorsalis an. Annais nat. hist. XL p. 154.
Ruminantia.
Tylopoda. Panceri, Intorno alla disposizione ed allo svi-
luppo delle glandole molari nel dromedario. Annali del Museo Ci-
vico di storia naturale di Genova IV. pl. 4.
Cervina. Göppert machte einige historische Angaben zur
Geschichte des Elennthieres. 50. Jahresbericht der schlesischen Ge-
sellsch. für vaterländische Cultur p. 47.
Wahlgren hat die Güte gehabt, mir einen Aufsatz aus dem
Jahr 1871 zu übersenden, der jener Zeit in unseren Berichten über-
sehen war, und von dem es mir unbekannt geblieben ist, in welcher
Zeitschrift er erschien. Er handelt »über die Grösse des Elenns und
des Hirsches sonst und jetzt.« Nach den von ihm angegebenen
Maassen ist das Elenn aus den Torfmooren etwas kleiner als das
aus Dalecarlien, der Hirsch der Torfmoore grösser als der jetzt
138 Troschol: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lebende, jedoch nicht mehr als er auch jetzt noch nach Alter, Nah-
rung und dergl. variirt.
Altum schrieb in der Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen
VI. p. 1 — 30 über den Geweihwechsel, namentlich über den des
Rothhirsches.
Joseph erläuterte durch Vorlegung von Geweihen Missbil-
dungen, die Doppelrosen- und Doppelstangen-Bilduugen beim Dam-
hirsch. Tageblatt der 46. Vers, deutscher Naturforscher in Wies-
baden p. 130.
Magnus: Ueber das monströse Geweih eines bei Potsdam
erlegten Rehbocks. Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde zu Berlin
1873. p. 34.
Sclater: On certain species deer new or lately living in the
Society's Menagerie in Transactions of the zoological soc. of London
VII. p. 333 mit schönen Abbildungen folgender Arten : Cervus da-
vidianus pl. 28, maral pl. 29, kashmeerianus pl. 30, mantschuricus
pl. 31, 32, taevanus pl. 33, 34, sika pl. 35, Duvaucelli pl. 36, eldi
pl. 37, 38, Swinhoi pl. 39.
Lord Walsington gab Nachricht über die Verbreitung der
Hirsche und anderer Wiederkäuer im nördlichen Californien und
Oregon. Er erwähnt Cervus columbianus, leucurus, macrotis, Ovis
montana, ferner Cervus canadensis und Antilocapra americana. Proc.
zool. soc p. 561.
Cervus Yukatanensis Hays, Annais Lyceum New -York X.
p. 218. pl. X, von Yukatan und Südmexico.
Blastocerus sylvestris Gray, Annais nat. hist. XII. p. 427, aus
Brasilien.
Sclater spricht sich dahin aus, dass Gray's Huamela leucotis
= Cervus chilensis Gray, und dessen Xenelaphus anomalocera =
Cervus antisiensis d'Orb. sei, und wenn ein generischer oder sub-
generischer Name für diese beiden nahe verwandten Arten erforder-
lich sei, dann sei Wagner's Furcifer der älteste und müsse ange-
wendet werden. Annais nat. hist. XI. p. 213.
Gray unterscheidet ib. p. 217 beide Arten, stellt die Syno-
nymie derselben zusammen, und bildet Schädel und Geweih von
seinem Huamela leucotis in Holzschnitt ab.
Gray kommt ib. p. 308 nochmals auf diesen Gegenstand zu-
rück. Er kennt drei Arten : Furcifer antisiensis von den bolivischen
Alpen, Xenelaphus anomalocera von den Peruanischen Anden und
Huamela leucotis von der Magellanstrasse. Er hebt die Unterschiede
hervor, und hält es für erforderlich noch weitere Exemplare zu
haben, um eine definitive Entscheidung zu treffen.
Gray nimmt vier Arten Hirsche als lebend in den Cordilleren
von Patagonien bis Peru an, nämlich Cervus chilensis, Xenelaphus
der Säugethiere während des Jahres 1873. 139
chilensis, Furcifer autisiensis und Cervus Whitelyi n. sp., nach einem
Schädel aus dem Thal von Cosnipata. Annais nat. hist. XII. p. 161.
Philippi dagegen hat sich in einem Aufsatze Sinonimia del
Huemul entschieden für die specifische Uebereiu Stimmung des Cervus
antisiensis mit dem Cervus chilensis ausgesprochen. Rivista cien-
tifica y literaria Dec. 1873. p. 380.
Hamilton berichtet, dass Hydropotes sehr fruchtbar sei,
indem er in einem Weibchen sieben Junge fand. Proc. zool. soc.
p. 473.
Swinhoe gab Nachricht über die chinesischen Hirsche, na-
mentlich über Hydropotes und beschrieb eine neue Species Cervus
Kopschi von dem südlichen Gebirge von Yangtse. Proc. zool.
soc. p. 572.
Cavicornia. Brehm hielt einen Vortrag über Antilopen, worin
er das Leben und die Eigenthümlichkeiten dieser Thiergruppe
schildert. Zur Acclimatisation in Europa hält er sie nicht geeignet,
kann auch den Geschmack ihres Fleisches nicht rühmen. Buvry,
Zeitschr. für Acclimatisation 11. p. 42.
J. E. Gray beschrieb eine neue Art Alcelaphus tora aus Abys-
sinien. Annais nat. hist. XII. p. 341. Verf. unterscheidet vier
Arten dieser Gattung, nämlich A. bubalis von Nordafrica, Lichten-
steinii von Mossambique, töra von Abyssinien und caama von Süd-
africa.
Sclater legte, Proc. zool. soc. p. 729, ein Paar Hörner von
der neuen Antilope aus Bogos vor, welche Gray (Nature VIII.
p. 364, Sept. 1873) Alcelaphus tora genannt hat, und bemerkte, dass
es offenbar dieselbe Species sei, welche v. Heuglin für den Bubal,
Antilope bubalis hielt, ihr den Amharischen Namen Tora gegeben
und angegeben hat, dass sie den Westabhang des Abyssinischen
Tafellandes an der Barka und Atbara bewohne. — Derselbe Hess
ib. p. 762 den Kopf derselben Art abbilden nach einem Exemplare
aus Ober-Nubien.
Brooke hat die Arten der Gattung Gazella einer Revision
unterworfen. Er bringt die 19 Arten in folgende Uebersicht : A.
Rücken ohne Streifen, Prämolaren — . A' Das Weiss des Rumpfes
nicht in die Rehfarbe der Schenkel eingreifeud. a. Männchen und
Weibchen mit Hörnern, a' Hörner leierförmig. G. dorcas, isabella,
rufifrons, laevipes, melanura. b' Hörner nicht leierförmig. G. Cu-
vieri, leptoceros, Spekii, arabica, Beunettii, fuscifrons. b. Weibchen
ohne Hörner, G. subgutturosa, gutturosa, picticauda. B' Das Weiss
des Rumpfes erstreckt sich vorn in einem Winkel in die Rehfarbe
der Schenkel. G. dama, mohr. Soemmeringii, Granti. B. Rücken
3
mit einem weissen mittleren Streifen, Prämolaren ~. G. euchore. Alle
140 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d, Naturgeschichte
Arten sind besehrieben, mit Angabe der Synonymie und der Ver-
breitung. G. melanura ist abgebildet. Proc. zooi. soc. p. 535.
Blanford erörterte die geographische Verbreitung der Ga-
zellen Indiens und Persiens. Gazella subgutturosa ist auf das Hoch-
land Persiens beschränkt; Gazella Bennetti kommt in Indien vor,
durch Panjab, die Nordwestlichen Provinzen, Kachh, Kathiawad,
Gujrat und ganz Bombay, und eine neue Art Gazella fuseifrons lebt
bei Jalk an der Südgrenze der Wüste, die Sistan von Baluchistan
trennt. Proc. zool. soc. p. 313.
Indem J. E. Gray zwei neue Arten Buschbock, Cephalophus
aureus und leueogaster von Gaboon beschreibt, bringt er die Cepha-
lophi mit conischen, kurzen, mehr oder weniger zurückgebogenen
Hörnern und getrennten Nasenbeinen in folgende Uebersicht : I. Na-
senbeine lang. 1) Thränengrube tief, gross, a. Sylvicultrix. Thrä-
nengrubc hoch über der Zahnlinie, C. sylvicultrix. b. Cephalo-
phus. Thränengrube nahe über dem Pfände der Backzähne, von ihm
durch eine Leiste getrennt, C. natalensis, nigrifrons. 2) Thränen-
grube gross, seicht, hinten breit bis zur Basis der Zähne herab, vor
den Seiten der Nase sich ebnend, C. Maxwellii. 3) Thränengrube
seicht, am tiefsten mitten und vor dem Thränenbein, welches sehr
gross und vorn vorgezogen ist, C. Ogilbyi. II. Nasenbeine kurz
und hinten breit, C. coronatus Thränengrube tief und breit, rufi-
latus Thränengrube seicht und verlängert, badius Thränengrube
klein, dreieckig. Annais nat. hist. XII. p. 42.
J. E. Gray machte auf die Grössen-Aenderung der Thränen-
drüsen während des Wachsthums bei den Buschböcken (Cephalophus)
und Muntjacs (Cervulus) aufmerksam. Sie sind in der Jugend viel
kleiner als im Alter. Annais nat. hist. XII. p. 425.
Brooke ist in einer ausführlichen und gelehrten Abhandlung
zu der Ueberzeugung gekommen, dass Bos pumilus Turton, Bubalus
braehyceros Gray, Bubalus reelinis und planiceros Blyth, Bubalus
centralis Gray alle einer einzigen Species angehören, für die er den
ältesten Namen Bos pumilus anwendet. Er unterscheidet eine Stirps
occidentalis und eine Stirps orientalis, und hält den Bos pumilus
Turt. für dem männlichen, den braehyceros Gray dem weiblichen
Geschlechte angehörig. Proc. zool. soc. p. 474 mit mehreren Holz-
schnitten. — J. E.' Gray spricht, Annais nat. hist. XII. p. 499;
seine Zweifel hiergegen aus, und bezeichnet die Identität von Bos
pumilus und braehyceros für durchaus irrthümlich.
Wahlgren: Ueber die bei der Erweiterung des Hafens von
Ystad im Jahr 1868—69 gefundenen Säugcthicrknochen. I. Ueber
die Knochen rinderartiger Thiere, nebst einigen Bemerkungen über
den Zwergochsen (Bos longürons Ow., Nils.) in Schweden. Acta
universitatis Lundensis 1872. No. XII.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 141
Marno bezeichnet die Jagd auf den africanischen Büffel,
Bubalus braehyceros und caffer als eine sehr gefährliche. Zool.
Garten p. 404.
Natantia.
Von Vanbeneden und Gervais Osteographie des Cetaces
erschien die 9. und 10. Lieferung. Sie enthalten den Schluss der
Balaeniden, bearbeitet von Vanbeneden und den Anfang der Ce-
todonten, deren Bearbeitung Gervais übernommen hat.
Von Brandt erschien in den Memoires de l'acad. imp. de
St. Petersbourg Tom. XX. No. 1 eine ausgedehnte Arbeit »Unter-
suchungen über die fossilen und subfossilen Cetaceen Europas« mit
34 Tafeln. Ich glaube am besten den Inhalt des Werkes durch die
eigenen Worte Brandt's andeuten zu können, mit denen er im
Februar 1872 das Manuscript seiner Academie vorlegte : Allgemeine
den Typus der Cetaceen in seinem früheren und gegenwärtigen
Zustande betreffende Bemerkungen, sowie über sein geologisches
Alter, seine frühern morphologischen Verhältnisse, seine Artenzahl,
seine geographische Verbreitung und die muthmasslichen Ursachen
seiner Abnahme an Gattungen und Arten. Zum Schluss dieses Ab-
schnitts werden die Theorien Haeckel's und Gill's über ihre Ab-
stammung besprochen und widerlegt. Der specielle Theil beginnt
mit einer allgemeinen Charakteristik der Ordnung der Cetaceen,
welcher die der Bartenwale und ihrer beiden Familien Balaenidae
und Balaenopteridae folgt; daran reihen sich die Kennzeichnungen
der Unterabtheilungen der letzteren Balaenopterinae und Cetotherio-
psinae an. In den einzelnen Unterabtheilungen werden die Merk-
male der einzelnen Gattungen hervorgehoben und die fossilen oder
subfossilen Reste nach Möglichkeit ihrer Bedeutung nach kritisch
gewürdigt. Abgehandelt werden die Reste von 4 Arten Balaena.
1 Palaeocetus; 2 Kyphobalaena, 5 Pterobalaena ; 1 Cetotheriopsis.
5 Cetotherium (nebst 5 Plesiocetopsis und 5 Cetotheriophanes, die
als Subgenera angesehen werden), 1 Burtinopsis, 1 Cetotheriomor-
phus, 1 Plesiocetus, 2 Pachyacanthus. Es folgen dann die Odonto-
cetoidea seu Cetacea dentata mit den Familien Hypognathodontidae
2 Physeter, 3 Ziphius, 3 Mesoodon und Holodontidae, 1 Orca, 1 Pseud-
orca, 1 Monodon, 5 Delphinapterus, 7 Delphinus, 1 Heterodelphis,
2 Schizodelphis, 7 Champsodelphis. Die Diaphorodontina seu Zeu-
glodontina endlich zerfallen in die Familien Gymnorhinidae seu Squa-
lodontidae mit 5 Squalodon, und Stegorhinidae seu Zeuglodontidae
mit 2 Zeuglodon.
Gray stellte Betrachtungen über die geographische Ver-
1<2 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
breitung, Wanderung und zufälligen Aufenthalt der Wallfische und
Delphine an. Annais nat. hist. XI. p. 98.
In Folge der Leetüre dieses Aufsatzes thuilte Carter ib.
p. 231 Einiges über das Vorkommen der Wallfische des Indischen
Oceans mit.
Shaler machte Bemerkungen über die Lebensweise der Wall-
fische und Pottfische in The American Naturalist p. 1.
Gill ib. p. 19: Ueber die genetischen Beziehungen der Ceta-
ceen, erörtert einige Missdeutungen seiner früheren Aussprüche.
Chapman nahm Gelegenheit sich über den Bau der Cetaceen
auszusprechen, als dem Museum in Philadelphia eine Art Delphin
zugekommen war. Proc. Philadelphia p. 279.
Hector zählte die Wallfische und Delphine von Neu-Seeland
auf. Unter den 16 Arten beschreibt er eine neue Epiodon chatha-
miensis. Annais nat. hist. XI. p. 104. — Ueber diese Arbeit fügt
Gray ib. p. 107 einige Bemerkungen hinzu. Er hebt namentlich
die Bestätigung des Vorkommens der Gattungen Grampus und Be-
luga in den südlichen oder antaretischen Meeren hervor, und äussert
seine Ansicht über einzelne Arten.
Sirenia. Gill erörterte die Frage über die Verwandtschaft
der Sirenen. Er prüft die Charaktere, welche zu Gunsten der
Vereinigung mit den Pachydermen oder mit den Cetaceen sprechen.
Er kommt zu dem Resultat, dass die Sirenen nicht zu den Pachy-
dermen gehören, er sieht sie als eine eigene Ordnung an und giebt
dann auch ihren Stammbaum. Die Proto -Sirenische Form ging in
zwei Zweige aus, Halicoroidea und Trichechoidea; der erste Zweig
theilt sich wieder in zwei Zweige, nämlich in Halitheriidae und
einen zweiten, der sich in Halicoridae und Rhytinidae spaltet. Proc.
Philadelphia p. 262.
Gervais hat in seinem Journal de Zoologie II. pl. 2 die Ab-
bildung der Myologie des Amerikanischen Lamantin (Manatus ame-
ricanus) aus der Abhandlung von Murie in den Trausact. zool.
soc. of London VIII copiren lassen, ohne dazu einen Text zu geben.
Grube hielt einen Vortrag über die pflanzenfressenden Ce-
taceen. 50. Jahresbericht der schlesischen Gesellsch. für vaterl.
Cultur p. 49.
Odontoceti. Brandt: Einige Worte über die Eintheilung der
Zahnwale (Odontoceti). Bull, de St. Petersbourg. Oct. 1872. Verf.
theilt dieselben in zwei Tribus: 1) Homoiodontina mit ein-
fachen einwurzligen Zähnen von gleicher Gestalt, a. Farn. Hypo-
gnathodontidae nur im Unterkiefer mit Zähnen, zerfällt in zwei
Unterfamilien Physeterinae und Ziphiinae. b. Farn. Holoodontidae
seu Delphinidae mit Zähnen in beiden Kiefern und dahin die Unter-
familien Orcinae, Phocaeninae, Delphininae und Platanistinae. 2) Dia-
der Säugethiere während des Jahres 1873. 143
phorodontina mit den Familien Squalodontidae und Zeuglo-
dontidae.
Mob ins berichtet über zwei gestreifte Delphine (Grampus
griseus), welche im Februar 1873 bei Büsum au der Westküste Hol-
steins, zwischen den Mündungen der Elbe uud Eider gefangen
wurden, ein Männchen von 3,70 Meter Länge und ein Weibchen von
3,12 Meter Länge. Das Weibchen hatte — • — , das Männchen
gar keine Zähne; letzteres besass jedoch uoch die Alveolen, die
aber sich mit spongiöser Knochenmasse zu füllen im Begriff waren.
Verf. benutzte diese Gelegenheit die bisher in der Kieler Bucht
beobachteten Cetaceen anzuführen. Es sind fünf: Phocaena com-
munis Cuv., Pseudorca crassidens Gray, Delphinus tursio Fabr.,
Lagenorhynchus albirostris Gray und Hyperoodon rostratum Pon-
topp. Schriften des Naturwiss. Vereins für Schleswig-Holstein Bd. I.
Gray erklärt die Orca capensis Van Benedens für Eutopia
Heavisidü Gray, und den Lagenorhynchus de Castelnau desselben
Verfassers für eine Art der Gattung Delphinus. Annais nat. hist.
XII. p. 427.
Malm hat 15 Individuen von Phocaena Linnaei oder Del-
phinus phocaena untersucht. Er fand 13 bis 14 Brustwirbel, und
31 bis 34 Schwanzwirbel. Kongl. vet. Witt Samhallets i Göteborg
Handlingar 1873. p. 43.
Dali beschrieb drei neue Cetaceen von der Küste Califor-
niens: Delphinus Bairdii, Tursiops Gillii und Grampus Steamsii.
Annais nat. hist. XI. p. 316; Proc. California Academy V. p. 12.
Flow er beschrieb das Skelet des chinesischen weissen Del-
phins (Delphinus sinensis). Transactions of the zoological soc. of
London VII. p. 151.
Turner machte Bemerkungen über die Bezahnung des Nar-
wal (Monodon monoceros). Er untersuchte 10 Schädel und über-
zeugte sich namentlich an den weiblichen und fötalen Schädeln,
dass die Zähne im Oberkiefer stehen. Dass die Zwischenkiefer bei
den alten Männchen an der Bildung der Zahnhöhle Theil nehmen,
kommt von einer theilweisen Absorbtion der dünnen Innenwand der
Alveole. Demnach müssen die Zähne als^Eckzähne betrachtet wer-
den. Verf. wies ferner nach, dacs der Narwal im frühen Entwicke-
lungsstadium vier Zähne im Oberkiefer besitzt; die vordere der
beiden Papillen war 2/10 Zoll hinter der Spitze des Kiefers, und die
hintere etwa Vio Zoll hinter der vorderen. Beide waren bei dem
Fötus von 7*/4 Zoll Länge mit blossem Auge kaum sichtbar, beide
genau von gleicher Grösse, weshalb die hinteren nicht als Milch-
zähne angesehen werden können. Aller Wahrscheinlichkeit nach wür-
den sich die vorderen zum Stosszabn entwickelt haben, und die
hinteren würden entweder ganz verschwunden sein, oder einen der
144 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
unregelmässigen Zähne gebildet haben, wie sie Berthold bei einem
jungen Narwal beschrieben hat. Im Unterkiefer hat Verf. keinen
rudimentären Zahn gefunden. Humphry and Turner, Journ. of Anat.
and phys. VII. p. 74-80.
Turner fand ferner in einem sehr jungen männlichen Schädel
das Narwal und in 3 ausgebildeten Fötus einen länglichen Kanal
an jeder Seite des Oberkiefers, parallel und unter der Stosszahn-
Alveole, der das Ansehen einer Alveole für einen supplementären
Zahn hatte; bei dem jungen Schädel sah man im Grunde dieser
Alveole ein kleines Zähnchen. In einem männlichen Fötus fand er
im Zahnfleisch jederseits zwei ausgebildete Zahnpapillen, jedoch
ohne Beginn der Verkalkung. Proc. Royal Soc. of Edinburgh.
VII. p. 759.
Gervais machte auch Bemerkungen über die Zähne des
Narwal. Er fand an einem Fötus die beiden Zähne, die ein wenig
über den Vorderrand des Kiefers hervortreten ; sie waren noch gleich
lang. Ausserdem fand er noch zwei andere Zähne, einen jederseits,
nur einige Millimeter lang, und nach aussen von jenen. Sie sind
hinfällig und müssen sehr früh ausfallen. Journal de Zoologie II.
p. 498.
Turner verglich den Schädel von Ziphius cavirostris von den
Shetland-Inseln mit dem von Mesoplodon Sowerbyi. Proc. Royal
Soc. of Edinburgh 7. p. 760. — Die vollständige Abhandlung er-
schien in Transactions of the Royal Soc. of Edinburgh XXVI. 4.
p. 759. Indem Verf. besonderes Gewicht auf die Bildung der Naso-
Praemaxillar-Gegend in der Gruppe der Ziphioiden legt, schliesst
er, dass Sowerbyi mit seinen Verwandten als besondere Gattung von
cavirostris getrennt wrerden müsse. Für letztere Art behält er den
Cuvier'schen Namen Ziphius bei, und wendet für Sowerbyi den
Gervais'schen Namen Mesoplodon an. In diese Gattung gehören M.
Sowerbyi aus der Nordsee, densirostris von den Seychellen, Layardi
vom Cap, europaeus von La Manche, und provisorisch M. Güntheri
von Sydney und Hectori von Neu-Seeland.
Struthers: Ueber Fingermuskeln von Hyperoodon bidens.
Report of the British Association held at Brighton p. 156.
Turner: Additional notes on the oecurrence of the Sperm-
Whale (Physeter macroeephalus) in the Scottish Seas. Proc. R. Soc.
of Edinburgh, p. 632. Das Exemplar, welches hier in Betracht
kommt, war 60' lang und strandete an der Westküste der Insel Skye.
J. E. Gray machte einige Angaben über zwrei Skelete von
Kogia Macleayi, welche das Britische Museum aus Australien erhielt.
Annais nat. hist. XII. p. 184.
Mysticeti. Struthers: Ueber Brustbein und Becken vom
Wallfisch und dem grossen Finnfisch. Report of the British Asso-
ciation held at Brighton p. 156.
der Säugethiere während des Jahres 1873. 145
J. E. Gray hat Bemerkungen über das Skelet eines Neusee-
ländischen Macleayius australiensis gemacht, Schädel, Wirbel und
Schulterblatt in Holzschnitt abgebildet. Er giebt dann die Ueber-
sicht der echten Walle, und zählt die 13 von Neuseeland bekannten
Pinnipedien und Walle auf. Proc. zool. soc. p. 129.
Struthers schrieb eine Abhandlung über die Halswirbel und
ihre Articulation bei den Finnfischen. Humphry and Turner, Journ.
of anatomy and physiol. VII. p. 1 — 55 mit 2 Tafeln, auf denen die
Halswirbel von Balaenoptera musculus, und der Atlas von Balae-
noptera rostrata abgebildet sind.
Dwight gab Nachricht von einem Skelet der Balaenoptera
musculus. Es ist 48 Fuss lang, hat 63 Wirbel, von denen 15 Rücken-
wirbel. Proc. Boston Soc. XIV. p. 305. — Dasselbe ist, Memoirs
Boston Soc. Vol. II. p. 203—230 mit zwei Tafeln ausführlich be-
schrieben. Verf. sagt, die Classification der Fmnfische sei in der
grössten Confusicn, welche vermehrt wurde durch die Neigung
mancher Zoologen, neue Gattungen und Arten zu bilden, ohne zu
wissen, dass die Zahl der beschriebenen Exemplare für die Gene-
ralisirung noch nicht hinreichend ist. Er fügt daher diese Be-
schreibung hinzu und versucht zu zeigen, dass rein individuelle
Variationen grösser seien, als man gemeiniglich annehme. — Der-
selbe beschrieb ferner ein Exemplar derselben Art von etwa
61 Fuss Länge, welches im Busen von Boston am 25. November
1871 gestrandet war.
Balaenoptera Davidsoni Scammon, Proc. California Acad. IV.
p. 269, von Mexico bis zur Beringsstrasse.
In einem Grauwal, Rhachianactes glaucus Cope, der an der
Küste von Niedercalifornien erbeutet wurde, fand man festsitzend
eine Eskimo-Harpune, woraus hervorgeht, das jene Wale vom Beh-
ringsmeere an die Californische Küste wandern. Aus dem Globus,
April 1873 in dem Zool. Garten p. 356.
Marsupialia.
Microdelphys sorex Hensel, Abhandl. Berliner Akad. 1872.
p. 122, aus Südbrasilien.
Krefft behauptet, dass die Spuren des Tasmanischen Tigers,
den Scott für Thylacinus cynocepbalus hielt (vergl. vorj. Ber. p. 118),
vielmehr die eines Hundes seien. Annais nat. hist. XI. p. 315.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1873.
Von
Troschel.
Hasse hat an seine schönen Untersuchungen über
das Gehörorgan der Fische auch Studien über den Bau
des Gehörorganes einiger Amphibien angeschlossen. Er
veröffentlichte dieselben in seinen „anatomischen Studien"
in besonderen Abhandlungen. So p. 611 über den Bau
des Gehörorganes von Siredon pisciformis und über die ver-
gleichende Anatomie des Kiefersuspensorium mit Tafel 29 ;
p. 648 die Morphologie des Gehörorganes von Coluber
natrix mit Tafel 30; p. 679 das Gehörorgan der Crocodile
nebst weiteren anatomischen Bemerkungen über das mitt-
lere Ohr der Wirbelthiere und dessen Annexa, mit Tafel
31 — 33; und p. 765 die Lymphbahnen des inneren Ohres
der Wirbelthiere. Er sah von der einfachsten, bei den
Cyclostomen vorkommenden Form durch Umbildungen schon
in den niedersten Formen nachweisbarer Theile immer
grössere Complicationen auftreten, ohne dass dieselben
aus dem Rahmen einer bestimmten Gesetzmässigkeit her-
austreten. Es zeigten sich jedoch Lücken, namentlich
zwischen dem einfachen Gehörorgan der Teleostier und
dem schon recht complicirten der Batrachier und zwischen
Vögeln und Reptilien, und Verf. war bestrebt sie auf ein
Minimum zu reduciren, und freut sich, dass dabei weitere
Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Herpetologie etc. 147
Stützen für seine Ansichten gewonnen wurden. Einen ein-
gehenden Auszug der interessanten Studien hier zu geben,
erscheint gaüz unthunlich. Wir beschränken uns daher
darauf hervorzuheben, dass alle Theile des Gehörorgans
der Teleostier, namentlich was Sack und Schnecke betrifft,
in ähnlicher Form bei Siredon nachweisbar sind, und als
neu tritt nur der Anfangstheil der Schnecke hinzu, der
für das Verständniss des Gehörorgans der Frösche und
weiterhin der Reptilien von wesentlicher Bedeutung ist.
Das Gehörorgan der Schlangen hat dadurch Interesse, dass
ihnen eine Membrana tympani und eine Paukenhöhle und
somit auch eine Tuba Eustachii fehlt, so dass in dieser
Beziehung eine Uebereinstimmung mit den Verhältnissen
bei den Perennibranchiaten und Salamandrinen zu Stande
kommt, die dazu führt, den Schlangen den niedersten Platz
in der Reihe der Reptilien anzuweisen. Bei den Crocodilen
handelt es sich, namentlich was die Paukenhöhle betrifft,
um sehr complicirte Verhältnisse, wie sie Verf. bis dahin
noch bei keinem Wirbelthiere gefunden hat. Wie Siredon
das Bindeglied zwischen den Amphibien und Fischen dar-
stellt, bilden die Crocodile den Uebergang von den Schild-
kröten und Eidechsen zu den Vögeln. Das Auftreten des
Meatus auditorius extcrnus erhebt die Crocodile über die
am höchsten unter den übrigen Reptilien stehenden Schild-
kröten. — Die letztere Abhandlung über die Lymphbahnen
des inneren Ohres der Wirbelthiere führte den Verf. zu
folgendem Resultate : Sämmtliche Wirbelthiere besitzen eine
aus dem Vestibulum sich erhebende Röhre, die mit Aus-
nahme der Plagiostomen, wo dieselbe auf die Schädelober-
fläche führt, bei allen Thieren in die Schädelhöhle sich
begiebt, und entweder blindgeschlosäen endet und einem
apicerebralen Lymphraume ansteht, oder in denselben
sich öffnet. Es ist das der Ductus endolymphaticus, oder
Aquaeductus vestibuli mit dem Saccus endolymphaticus.
Die perilymphatische Flüssigkeit ergiesst sich dann bei
den Fischen ohne bestimmt gesonderte Bahnen in die
Schädelhöhle, in den epicerebralen Raum, bei den Plagio-
stomen dagegen gesondert auf die Oberfläche des Schädels,
und bei den übrigen Wirbelthieren geht, abgesehen von
148 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Nebenwegen, eine gesonderte Bahn mittels eines engen
Kanals entweder in den epicerebralen Raum, oder zu einem
im Foramen jugulare gelegenen Lympbsack, der einerseits
in ein peripheres Lymphgefäss, andererseits wieder in
den epicerebralen Lymphraum übergeht, und dieser Kanal
ist der Canalis s. Ductus perilymphaticus mit dem Saccus
perilymphaticus, der die Gehörkapsel entweder durch das
Foramen rotundum, oder durch die Apertura aquaeductus
Cochleae der Autoren verlässt und dieser leitet die Peri-
lymphe aus der Gehörkapsel gegen die Peripherie.
Fürbringe r hat in der Jenaischen Zeitschrift für
Medicin und Naturwissenschaft 7. p. 237—320 eine grössere
Abhandlung „zur vergleichenden Anatomie der Schulter-
muskeln" geliefert. Für die Vergleichung der Schulter-
muskeln sind ihm von Bedeutung die Lage derselben in
Beziehung zu den Knochen, in Beziehung zu den anliegen-
den Weichtheilen und die Art der Innervirung durch be-
stimmte Nerven. Alle drei Momente müssen sich gegen-
seitig ergänzen. Die vorliegende Untersuchung beschränkt
sich bloss auf Amphibien, Reptilien, Vögel und Säuge-
thiere. In den ersten sechs Kapiteln werden die einzelnen
Gruppen, Urodelen, Anuren, Chelonier, Saurier, Vögel und
Säugethiere behandelt, das siebente enthält eine Zusam-
menstellung der Ergebnisse. Jedes der ersten sechs Kapitel
enthält in drei Paragraphen eine Beschreibung der Knochen,
der Nerven und der Muskeln. Der bis jetzt erschienene
erste Theil bringt nur die beiden Kapitel über die Uro-
delen und die Anuren.
Hilger referirte über die chemischen Bestandtheile
des Reptilieneies. Sitzungsber. phys. med. Soc. zu Erlangen.
Hft. 5. p. 17.
Effeldt gab, Zool. Garten p. 66, ein Verzeichniss
seiner reichhaltigen Sammlung lebender Reptilien.
Europa. Schweder unterscheidet die drei in den
Ostseeprovinzen lebenden Schlangen, Vipera berus, Tropi-
donotus natrix und Coronella laevis, durch eine Synopsis
und Beschreibungen. Correspondenzbl. des Naturforscher-
Vereins zu Riga 20. p. 133.
Joh. v. Fischer zählte die Reptilien und Amphibien
während des Jahres 1873. 149
des St. Petersburger Gouvernements auf. Die Zahl der
vorkommenden Arten ist wegen des nordischen Klimas
eine beschränkte. Es kommen vor: Emys lutaria, Lacerta
agilis, Zootoca vivipara, Anguis fragilis, Tropidonotus na-
trix, Pelias berus, Hyla arborea, Rana oxyrrhina und pla-
tyrrhina, Rana esculenta, Bufo vulgaris, Salamandra ma-
culosa, Triton cristatus, punctatus und vulgaris.
Strauch hat in einer grösseren Arbeit die Schlangen
des Russischen Reichs in systematischer und zoogeographi-
scher Beziehung geschildert. Mem. de FAcad. imp. de St. Pe-
tersbourg XXI. No. 4. — Aus der Einleitung, in der Verf.
die faunistischen Beiträge aufzählt, ersehe ich, dass einige
Arbeiten in unseren Berichten unbeachtet geblieben sind,
was hauptsächlich durch den Umstand verursacht ist, dass
sie in mir völlig unbekannter Russischer Sprache geschrie-
ben sind. In den letzten hundert Jahren sind im Russischen
Reiche 27 Arten von Schlangen beobachtet worden, und
diesen fügt Verf. noch 10 weitere zum Theil neue Arten
hinzu. Von diesen 37 Arten gehört 1 in die Unterordnung
der Scolecophidier, 25 in die der Azemiophidier und 11
in die der Toxicophidier. Die einzelnen Arten sind mit
lateinischer Diagnose und mit der Synonymie versehen.
Drei neue Arten sind aufgestellt. Nach Provinzen vertheilen
sich die Schlangen folgendermassen : 1) in der Europäischen
Provinz leben 10 Arten, darunter zwei giftige, in der Kau-
kasischen Provinz 21 Arten, darunter 4 giftige, in der
westsibirischen Provinz 16 Arten, darunter 5 giftige, in der
ostsibirischen Provinz 10 Arten, darunter 4 giftige. Auf
den 6 Tafeln sind abgebildet Ablabes modestus und eol-
laris, Coluber Hohenackeri, Zamenis Karelinii und Fedt-
schenkoi, Taphrometopon lineolatum -und Vipera euphratica.
Von Möllendorff giebt ein Verzeichniss der Am-
phibien, welche bisher in Bosnien beobachtet worden sind,
nämlich 2 Schildkröten, 5 Eidechsen, 10 Schlangen, 11 Ba-
trachier. Zu letzteren gehört auch Hypochthon Laurentii,
der an der bosnisch-dalmatinischen Grenze vorkommen soll.
Beiträge zur Fauna Bosniens, Görlitz 1873. p. 18.
Cl essin verzeichnete die Kriechthiere und Lurche
Bayerns. Es sind 15 Arten: Lacerta agilis und crocea,
150 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Anguis fragilis, Tropidonotus natrix, Hyla arborea, Rana
esculenta und temporaria, Boinbinator igneus, Phryne vul-
garis, Bufo viridis, Salamandra atra und maculosa, Triton
cristatus, alpestris und punctatus. Correspondenzblatt des
zool. miner. Vereines in Regensburg 27. p. 50.
Gredler hat im 22. Programm des Gymnasiums zu
Bozen 1872 eine Fauna der Kriechthiere und Lurche Tirols
zusammengestellt und mit seinen Beobachtungen versehen.
Es kommen in Tirol danach 5 Eidechsen, 8 Schlangen und
11 Batrachier vor.
Cornalia kennt mit Einschluss einer neuen Art acht
Batrachier, welche in der Lombardei einheimisch sind:
Rana esculenta, temporaria und agilis, Hyla viridis, Pelo-
bates insubricus Corn., Bombinator igneus, Bufo vulgaris
und viridis. Atti della Soc. Veneto - Trentina sc. nat.
IL p. 41.
Africa. Böttger bearbeitete die Reptilien von Ma-
rocco und den canarischen Inseln na«h den Sammlungen
von v. Fritsch und Rein in Marocco, und von v. Fritsch,
Noll, Grenacher und Rein auf den Canaren. Abhandl. der
Senckenbergischen naturf. Gesellschaft IX. p. 121 — 191 mit
einer Tafel. Die Abhandlung zerfällt selbstredend in zwei
Abschnitte. Im ersten werden die Reptilien aus Marocco
abgehandelt, von wo bisher 10 Arten bekannt waren. Verf.
beschreibt nun 2 Schildkröten, 11 Eidechsen, wovon zwei
neu, 6 Schlangen, 1 Batrachier. Eine Art, Blanus cine-
reus, wurde von den Reisenden nicht gefunden, und 11 Arten
sind hier zum erstenmal von Marocco aufgezählt worden.
Von den 21 Arten sind 13 Bewohner der circummediter-
ranen Region ; specifisch nordafricanisch scheinen drei, näm-
lich Acanthodactylus lineomaculatus D. B., Gymnodactylus
mauritanicus D. B. und Trogonophis Wiegmanni Kaup.;
zum mittelafricanischen Faunengebiete gehören Vipera
arietans Merr. und Agama colonorum Daud. ; Marocco vor
der Hand eigenthümlich sind die beiden neuen Arten Gym-
nodactylus trachyblepharus und Seps miocten, sowie Coro-
nella brevis Gthr. — Von den Canarischen Inseln werden
beschrieben Lacerta Galloti D. B., Platydactylus Delalandei
D. B., Seps (Gongylus) ocellatus Forsk. und Hyla arborea.
während des Jahres 1873. 151
Ausserdem sind noch von den Canaren bekannt Rana es-
culenta und Lacerta Dujesi. Von diesen sechs sind drei
zur Fauna der Mittelmeerländer gehörig, dem africanischen
Faunengebiet gehört Platydactylus Delalandii an und den
Canaren eigentümlich sind Lacerta Dujesi und Galloti.
Verf. ist geneigt, alle Arten als eingeschleppt anzusehen.
Nach Hanoteau und Letourneux „La Kabylie
I p. 160" hat die Amphibienfauna Kabyliens eine Menge
Arten, die auch in Frankreich leben, und solche, die ihr
mit den Arten Algeriens gemein sind. Aufgezählt werden
4 Schildkröten, 13 Eidechsen, 7 Schlangen, von denen nur
eine (Vipera aspis) giftig, 8 Batrachier.
Issel verzeichnete 25 Arten Reptilien und Batrachier,
die er am Ufer des Rothen Meeres und im Lande der
Bogos sammelte. Viaggio nel mar Rosso e tra i Bogos
1872. p. 125.
Barboza du Bocage beschrieb einige neue Rep-
tilien aus dem Innern von Mossamedes, die unten namhaft
gemacht werden. Jornal de sciencias mat. phys. e nat.
No. 15. Lisbon 1873; Journal de Zoologie IL p. 436. In
dieser letzteren Zeitschrift ist auch eine Arbeit desselben
Verf. citirt, in welcher einige neue oder wenig bekannte
Reptilien und Batrachier des westlichen Africa beschrieben
sind. Da mir die portugisische Zeitschrift noch nicht zu-
gänglich geworden ist, führe ich die neuen Gattungen und
Arten nach diesem kurzen Citate wenigstens dem Namen
nach an.
Peters machte eine vorläufige Mittheilung über eine
von Pollen und van Dam auf Madagascar und anderen
ostafricanischen Inseln gemachte Sammlung von Amphibien.
Sie besteht aus 1 Schildkröte, 14 Eidechsen, 6 Schlangen
und 4 Batrachiern. Ein Chamaeleo wird als neu beschrie-
ben. Berliner Monatsber. p. 792.
Asien. Becker fand bei Baku am Caspischen Meere
auf den Bergen von Eidechsen Gymnodactylus caspius und
Stellio caucasius, sowie mehrere Schlangenarten, z. B. Vipera
euphratica, deren Vorkommen bei Baku bisher noch unbe-
kannt war. Bull, de Moscou 46. p. 229.
Stoliczka machte Bemerkungen über einige Ma-
152 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
layische Amphibien und Reptilien, nach einer Sammlung
in Penang, die auf Penang selbst oder an der gegenüber-
liegenden Küste der Provinz Wellesley gesammelt waren.
Zugleich benutzte er für diese Mittheilung eine durch Stahl-
knecht auf Sumatra zusammengebrachte kleine Sammlung.
Das ganze Material bestand aus 11 Batrachiern, 18 Sau-
riern und 45 Schlangen, zusammen 74 Arten. Eine neue
Rana, eine Calamaria und ein Simotes sind beschrieben
und abgebildet. Journal Asiat. Soc. of Bengal 42. p. 111
—126.
Günther bearbeitete die von A. B. Meyer auf Celebes
und den Philippinen gesammelten Reptilien und Batrachier.
Es handelt sich um 12 Eidechsen, 10 Schlangen und 2 Ba-
trachier. Mehrere Arten sind als neu beschrieben und
einige sind abgebildet. Proc. zool. soc. p. 165. pl. 17, 18.
Australien. Barboza du Bocage gab Nachricht
über die Geckonen von Neu-Caledonien. Er beschreibt
3 Rhacodactylus, wovon zwei neu, 1 Ceratolophus n. gen.
und n. sp., 1 Lepidodactylus neu. Die neue Gattung und
die neuen Arten s. unten. Jornal de sciencias mat. phys.
e naturales, Lisbon 1873; Journal de Zoologie II. p. 237.
Derselbe beschreibt einige neue Scincoiden von
Neu-Caledonien, nämlich drei neue Gattungen und eine
neue Art. Journal de Zoologie II. p. 285.
In Brenchley Jottings during the cruise of H. M.
S. Curac,ao among the South Sea Islands in 1865. London
1873 hat Günther p. 395 die Reptilien bearbeitet. Er be-
schränkte sich auf die Beschreibung der neuen Arten,
s. unten.
America. Nach Leith Adams, Field and Forest
Rambles, with notes and observations on the natural hi-
story of eastern Canada, London 1873. p. 195 sind die
Reptilien von Neu-Braunschweig weder zahlreich, noch ge-
fährlich ; keine Schlange scheint giftig zu sein. Die grosse
Ausdehnung der Sümpfe und stehenden Gewässer bietet
den verschiedenen Arten der Batrachier passende Zufluchts-
orte, Salamander sind zahlreich. Das Verzeichniss im An-
hange p. 303 nennt 6 Schildkröten, 1 Eidechse, 10 Schlan-
gen, 8 ungeschwänzte und 11 geschwänzte Batrachier.
während des Jahres 1873. 153
Levy hat in Notas geograficas y economicas sobre
la republica de Nicaragua, Paris 1873. p. 199 bemerkt,
dass die Reptilien reich vertreten seien. Nur die wich-
tigsten Gattungen sind genannt.
Von einem Werke „Etudes sur les Reptiles et les
Batraciens " von A. D u m e r i 1 und B o c o u r t, welches einen
Theil der zoologischen Untersuchungen der Expedition nach
Mexico und Centralamerica ausmacht, ist im Jahr 1870 die
Lieferung erschienen, welche sich mit den Schildkröten be-
schäftigt. Dieselbe ist mir damals nicht bekannt geworden
und auch nicht in unseren Berichten erwähnt. Weitere
Lieferungen scheinen nicht erschienen zu sein. Ueber sie
erstattete nun J. E. Gray in Annais nat. hist. XII. p. 109
Bericht. Er äussert sich gar nicht günstig, weder über
die Abbildungen noch über den Text, und begleitet die
einzelnen Arten mit kritischen Bemerkungen. — Nach dem
Tode Dumerü's hat Bocourt das Werk fortgesetzt, und im
Jahr 1873 erschien die zweite Lieferung, die den Geckonen
und den Anolis gewidmet ist. Die neuen Arten sind unten
namhaft gemacht.
Chelonii.
Gray machte, Annais nat. hist. XI. p. 161, auf die Verschie-
denheit in der Form der Knochen des Brustbeins bei den jungen
Schildkröten der verschiedenen Gattungen aufmerksam, sowie auf
die Veränderungen, welche sie während ihres Wachsthums erleiden,
und glaubt dies für die Classification verwerthen zu können. Bei
den Landschildkröten sind die vorderen beiden Knochenpaare von
den hinteren durch einen breiten quer über das Brustbein gehenden
Raum getrennt; das vordere Knochenpaar ist gross und der unpaare
Knochen an ihrer Innenseite ist dreieckig und klein, die beiden
seitlichen Paare sind ähnlich, breit und ausgedehnt und halbmond-
förmig; das hintere Paar ist zusammenstossend. — Bei den Süss-
wasserschildkröten findet sich dieselbe Zahl der Knochen, aber sie
sind von verschiedener Form und Anordnung und verschieden in
den verschiedenen Gruppen, deren Verf. drei unterscheidet. — Bei
Trionyx ist das Brustbein der jungen von dem der alten wenig
verschieden. — Verf. begründet hierauf eine Eintheilung der Schild-
kröten :
154 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
I. Die Knochen des Brustbeins, des Rückenschildes und der
Seiten, sind im Alter alle vereinigt.
a. Die Knochen des Brustbeins im jungen Thier ausgedehnt
und bilden einen knöchernen Schild, der den grösseren Theil des
Brustbeins bedeckt.
* Die Sternalknochen bilden bei den sehr jungen Thieren
zwei Gruppen; die vordere besteht aus den zwei vorderen Paaren
und einem unpaaren Knochen, die hintere aus den beiden hinteren
Paaren, Tylopoda, Landschildkröten.
** Die Sternalknochen bei den sehr jungen Thieren zu einer
Platte vereinigt, Steganopoda, Terrapins.
b. Die Knochen des Brustbeins im jungen Thier dünn und
bilden einen Ring um den Umkreis des Sternum, mitten eine freie
Stelle lassend.
II. Die Knochen des Brustbeins bleiben im Alter getrennt,
und bilden nur einen Ring um die Mitte der Platte. Bei den Trio-
nychidae ist das vordere Paar getrennt, im rechten Winkel nach
der Mitte gebogen, der vordere Theil nach vorn vorgezogen, der
hintere nach der Seite und an die innere Seite des verlängerten un-
paaren Knochens angeheftet. Bei den Seeschildkröten sind die vor-
deren und hinteren Knochenpaare schmal, und das vordere Paar
ist mit einem verlängerten unpaaren Knochen am hinteren Ende
der Naht zwischen dem vorderen Paare versehen.
Derselbe Verf. fügte ib. XII. p. 319 weitere Beobachtungen
über das Brustbein junger Schildkröten hinzu, die er durch eine
Tafel Abbildungen erläuterte.
Ferner machte Gray ib. p. 289 Bemerkungen über Schild-
kröten mit Beschreibungen neuer Gattungen und Arten. Verf. hebt
die bekannte Thatsache hervor, dass bei den Landschildkröten und
bei vielen anderen die alten Männchen ein concaves Brustschild
haben, während dies bei den Weibchen flach ist, auch giebt er als
Geschlechtsunterschied an, dass die hintere Marginalplatte der Männ-
chen sehr breit und nach unten eingebogen sei. Die specielleren
Bemerkungen beziehen sich auf die Gattungen Testudo, Peltastes,
Chersina, Kinixys, Manouria, Cistudo, Cistoclemroys, Cuora, Cyclemys,
Nicoria, Geoclemmys, Glyptomys, Melanochelys, Emys, Eryma, Pseud-
emys, Damonia, Graptemys, Kachuga, Ocadia, Kinosternon, Swanka,
Hydromedusa, Chelomedusa, Hydraspis, Acanthochelys, Mesoclemmys,
Sternothaerus, Trionyx, Emyda. Leider hat Verf. nicht angegeben,
welche Arten er als neu beschreibt.
Williams verglich die Muskeln des Schultergürtels der Schild-
kröten mit denen des Menschen. Transactions Connecticut Acad. of
arts and sciences II. p. 301.
Joh. v. Fischer ergänzte seine Beobachtungen über Lebens-
weise, Haltung und Pflege der Schildkröten, indem er Clemmys
während des Jahres 1873. 155
decussata Bell, Clemmys terrapin Schoepf, welche abgebildet ist,
Testudo polyphemus Daud. und Testudo (Homopus) Horsfieldii Gray
berücksichtigte. Zool. Garten p. 241.
Ohersinae. Gray versuchte, Proc. zool. soc. p. 722, die Schädel
und die Alveolar-Oberflächen der Landschildkröten zur Classification
zu benutzen. Er unterscheidet folgende Abtheilungen: I. Rücken-
schild solid. 1. Brustschild solid. A. Alveolarfläche des Ober- und
Unterkiefers mit zwei Leisten, eine jederseits fast in ganzer Länge.
a. Die Mitte der Alveolarfläche des Oberkiefers mit einer Längsleiste,
Gatt. Xerobates Agass. b. Die Mitte des oberen Alveolarrandes
concav, subcircular. a. Die hintere Leiste des Alveolarfortsatzes
des Unterkiefers vorn fast vereinigt, Gatt. Elephantopus, Megalo-
chelys und Asterochelys. ß. Die hintere Leiste des Unterkiefers
vorn durch einen breiten Raum getrennt. * Analrand der Platten
getrennt, f Brustplatten reichen bis zum Centrum des Brustbeins,
Gatt. Chelonoides. ** Analrand der Platten miteinander vereinigt,
f Brustplatten breit, reichen bis zum Centrum des Brustbeins, Gatt.
Scapia. ff Brustplatten schmal, reichen nicht bis zum Centrum des
Brustbeins, Gatt. Manouria. B. Alveolarfläche des Ober- und Unter-
kiefers mit einer kurzen Leiste hinten jederseits, Nasenbeine abge-
stutzt, gerade, Peltastina. a. Kehlplatten kurz getrennt. «. Zehen
4 . 5, Oberkiefer dreizähnig, Gatt. Peltastes, Centrochelys. ß. Zehen
4 . 5, Oberkiefer gerundet, zahnlos, Gatt. Chersinella. y. Zehen 4 . 4,
Gatt. Testudinella. b. Kehlplatten vereinigt, verlängert, Gatt. Cher-
sina. C. Alveolarfläche des Oberkiefers vorn schmal, an der Seite
dreieckig, mit einer scharfen Schneide jederseits; die des Unter-
kiefers linear, schmal, mit einer scharfen Schneide jederseits, Gatt.
Homopus. 2. Der vordere Lappen des Brustschildes, bedeckt von
den Gular-, Subgular- und Pectoralplatten, durch eine Quernaht
von den Abdominalplatten getrennt; Alveolarfortsatz des Ober- und
Unterkiefers mit scharfer äusserer Schneide. Pyxidina, Pyxis. —
IL Hintertheil des Rückenschildes durch eine Quernaht getrennt;
Alveolarfläche schmaler, gleichmässig breit und jederseits mit
schwacher Schneide. Kinixyina, Kinixys.
Gray beschreibt eine Varietät der Chersina angulata vom
Cap. Annais nat. hist. XII. p. 496.
Emydae. Gray beschrieb Bleeker's Cistudo borneensia als
Orlitia bomeensis, und ist der Meinung, dass das ihm vorliegende
Exemplar ein junges sei. Die Gattung ähnelt Cuora, jedoch ist das
Sternum fest, ohne Spur von beweglichen Klappen. Annais nat.
hist. XI. p. 156.
Sclater theilte mit, dass die Emys Grayi Günther die echte
Testudo caspica Gmel. sei. und daher Clemmys caspica heisscn
müsse. Proc. zool. soc. p. 761.
156 Troscbel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Damonia unicölor Gray, Annais nat. hist. XII. p. 78, von
Shanghai. Diese Art Hess Sclater, Proc. zool. soc. p. 517. pl. 44,
unter dem Namen Clemmys unicölor abbilden, und giebt an, dass
ihr Vaterland nicht Shanghai, sondern vielmehr Ningpo sei.
Gray erkannte durch Untersuchung des Schädels, dass die
Gattung Ocadia in die Section Kachugina der Familie Bataguridae
gehöre. Proc. zool. soc. p. 191.
Gray stellte in einer Uebersicht die neun Arten der Gattung
Rhinoclemmys zusammen und beschrieb darunter Rh. frontalis aus
dem tropischen America als neu. Die vom Verf. angenommenen
vier Gruppen sind nur durch die Färbung unterschieden. Annais
nat. hist. XI. p. 144.
Derselbe beschrieb daselbst von neuen Arten : Emys Fraseri
von Algier, Chrysemys pulchra aus dem Mississippi, Trachemys li-
neata aus Nordamerica und Callichetys concinna aus Mexico.
Cinostemon Effeldtii Peters, Berliner Monatsber. p. 603. Taf. 5,
aus Mexico.
J. E. Gray theilt die Familie Chelydradae folgendermassen
ein: Sectio I. Crucisterna. Tribus A. Ghelydraina. Brust-
schild mit 5 Paar Schildern, Schwanz lang, mit den Gatt. Macrochelys
und Chelydra. B. Staurotyp ina. Brustschild mit 4 Paar Schil-
dern, Schwanz kurz. a. Das hintere Paar der Sternalschilder zu-
weilen zu einer Platte vereinigt, ohne unpaare vordere Platte, Sei-
tenfortsätze breit, mit deutlichen Axillar- und Inguinalplatten, Gatt.
Staurotypus und Stauremys. b. Brustschild mit unpaarer vorderer
Platte, Seitenfortsätze sehr schmal, Inguinalplatten klein oder feh-
lend, Gatt. Claudius. — Sectio II. Eurysterna. a. Brustschild
massig breit, mit ausgedehnten Seiten der Bauchplatten mit dem
Rande durch eine gezähnte Knochennaht vereinigt; Sternum hinten
abgestutzt; Analplatten viereckig, Pectoralplatten viereckig, Gatt.
Goniochelys und Aromochelys. b. Brustschild breit, an die Seiten-
platten durch die verlängerte Knorpelnaht angefügt, die mit dem
Alter mehr oder weniger knochig wird, Sternum hinten ganz oder
schwach abgestutzt und in der Mitte eingeschnitten; Analplatten
dreieckig; die vorderen und hinteren Lappen beweglich; die Axillar-
und Inguinalplatten verlängert, die Sternal-Costal-Naht bedeckend ;
Pectoralplatten dreieckig, Gatt. Kinosternon und Swanka. Annais
nat. hist. XII. p. 66.
Gray bildete den Schädel von Sternothaerus ab, nach einem
grossen von du Chaillu gesammelten Exemplare. Proc. zool. soc.
p. 392.
Ghilotae. Gray hat auch eine Arbeit über die Trionyx-
Schildkröten, Proc. zool. soc. p. 38—72, geliefert, worin er eine
grosse Zahl von Schädeln fabgebildet hat. Er findet die besten
Charactere zur Unterscheidung in den Schädeln, da sie sich mit
während des Jahres 1873. 157
dem Wachsthum wenig verändern. Er unterscheidet zwei Familien,
die er weiter in folgendes Schema bringt.
I. Chitradae. Schädel sehr dünn, leicht, Alveolarfläche
schmal. 1. Chitraina. Hinterer Seitenrand des Sternums schmal,
Hinterfüsse frei, vorderes Knochenpaar des Sternums ohne Schwielen,
vorderer unpaarer Knochen des Rückenschildes mit den Rippen ver-
wachsen. Gatt. Chitra mit 1 Art, Pelochelys 3 Arten. 2. Hepta-
thyrina. Hinterer Seitenrand des Sternums mit Lappen, welche
die Hinterbeine bedecken, vorderes Knochenpaar des Sternums mit
Schwielen, vorderer unpaarer Knochen des Rückenschildes mit den
Rippen verwachsen ; ohne kleinen ovalen Knochen am Vorderrande,
Gatt. Heptathyra mit 1 Art.
II. Trionychidae. Schädel solid, dick, Alveolarfläche breit,
1. Triony china. Hinterer Seitenrand des Sternums schmal, Hinter-
beine frei, vorderes Knochenpaar des Brustbeins ohne Schwielen,
vorderer unpaarer Knochen des Rückenschildes mit den Rippen
verwachsen, ohne Knochen am Vorderrande, a. Rückenschild vorn
mit einem queren unpaaren Knochen, der mit dem übrigen Schilde im
Alter durch eine gerade Naht verwachsen ist, seitlicher und hinterer
Rand des Brustbeins erweitert und an der ganzen Oberfläche mit
Schwielen bedeckt, mit folgenden Gattungen : * Die centrale Gau-
mengrube vor den inneren Naslöchern schmal, linear, Alveolarfläche
breit. 1. Fordia Schädel deprimirt, breit, Gaumen fast eben, Africa,
1 Art. 2. Nilssonia, Schädel hoch, Gaumen tief concav, Asien, 1 Art.
** Die centrale Gaumengrube vor den inneren Naslöchern breit,
seicht, fast so breit wie die Front der inneren Naslöcher, f Die
Alveolarfläche des Unterkiefers vorn breit, flach oder schwach con-
cav, meist mit einer centralen Längsleiste. 3. Trionyx mit 7 Arten.
4. Isola mit 1 Art. ff Die Alveolarfläche des Unterkiefers vorn
tief concav mit einem schmalen scharfen Rande, hinten breiter und
concav, vordere Gaumengrube breit, seicht, hinten schmaler, Nase
des Schädels conisch, kürzer als der Durchmesser der Augenhöhle.
5. Landemannia, Rücken convex, mit einer Grube an jeder Seite
der Vertebrallinie, Schädel lang, Unterkiefer vorn plötzlich contra-
hirt, 1 Art. 6. Ida, Rücken gekielt, Schädel kurz, Unterkiefer all-
mählich verschmälert, 1 Art. 7. Doganiä, Rücken flach, kaum er-
hoben, Schädel lang, Unterkiefer allmählich verschmälert, 2 Arten.
*** Die centrale Gaumengrube vor den inneren Naslöchern breit,
seicht, etwas breiter als die Seiten der inneren Naslöcher und einen
Rand bildend. 8. Platypeltis, Alveolarfläche des Unterkiefers con-
cav, mit scharfem erhabenen Aussenrande, vorn viel breiter, hintere
Knochen des Brustbeins mit wohl entwickelten Schwielen, 1 Art.
9. Callinia, Alveolarfläche des Unterkiefers schmal, scharfrandig,
Unterkiefer vorn abschüssig an der inneren Seite, aufrecht an den
Seiten. 2 Arten. 10. Amyda, 1 Art. 11. Tyrse, die centrale Gau-
158 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
mengrube vor den inneren Naslöchern breit, seicht, viel breiter als
diese und sie einschliessend, Nase lang, 2 Arten, b. Rückenschild
vorn mit einem breiten queren unpaaren Knochen, der mit dem
übrigen Schilde im Alter durch eine gerade Naht verwachsen ist,
seitliche Knochen des Brustbeins erweitert, und an der ganzen Ober-
fläche mit Schwielen bedeckt, hinteres Knochenpaar klein, nicht er-
weitert, ohne Schwielen, Gatt. Rafetus, 1 Art. c. Rückenschild vorn
abgestutzt, mit getrenntem unpaaren Knochen, und im Alter mit
rundlicher centralen Schwiele, seitliche Knochen des Brustbeins er-
weitert, mit schmaler linearen Schwiele an jeder Seite der centralen
Naht, hinteres Knochenpaar klein, nicht erweitert, ohne Schwielen,
Aspilus, 2 Arten. 2. Emydina. Hinterer Seitenrand des Brust-
beins mit Lappen zur Bedeckung der Hinterbeine, vorderes Knochen-
paar des Brustbeins mit Schwielen, vorderer unpaarer Knochen des
Rückenschildes mit den Rippen verwachsen, und zuweilen mit einem
kleinen freien Knochen am Vorderrande. * Rückenschild ohne Rand-
knochen am hinteren Seitenrande, Africa. f Alveolarrand des Un-
terkiefers vorn und seitlich concav, Gatt. Baikiea, 1 Art. ff Al-
veolarrand des Unterkiefers vorn scharf, an den Seiten breiter, Gatt.
Tetrathyra, Brustschwielen 4, 1 Art, Cyclanosteus Brustschwielen 9,
1 Art. ** Rückenschild mit einer Reihe Randknochen, Indien.
Gatt. Emyda, 2 Arten.
Gray bemerkte über chinesische Trionychidae, dass das männ-
liche Geschlechtsorgan fächerförmig (fanshaped) ist, mit gabiigen
Urethral-Rinnen an der Unterseite und in conischen krallenähnlichen
Endigungen auslaufen. Der Schwanz läuft in feine Spitzen aus und
endigt in einen harten Stachel, während er bei den Weibchen stumpf
ist und ohne Stachel. — Er stellt dann eine neue Gattung Oscaria
auf, die sich von Trionyx durch die weite tiefe Palatalfurche aus-
zeichnet, die sich allmählich vom Hinterrande des inneren Alveolar-
Fortsatzes verschmälert und vorn abrundet, und durch die Alveo-
lar-Oberfläche des Unterkiefers. 0. Swinhoei von Shanghai. — Ferner
bespricht er Landemannia perocellata und irrorata. Annais nat.
hist. XII. p. 156.
Gray machte Bemerkungen über ein altes Skelet von Tyrse
nilotica. Am auffallendsten ist ihm eine dreieckige Callosität mit
gebogener Hinterseite auf der Mitte des unpaarigen vorderen Brust-
beins, die den jüngeren Exemplaren fehlt. Annais nat. hist. XI.
p. 470.
Cheloniae. J. £. Gray sprach den Seeschildkröten eine weite
geographische Verbreitung zu, weil manche Arten wandern oder
durch Strömungen von ihrem natürlichen Wohnorte entfernt werden.
Er glaubt aber nicht, dass sie an solchen Plätzen sich vermehren.
Er theilt sie folgendermassen ein: I. Die erweiterten Knochen der
Wirbel und Rippen bilden im erwachsenen Zustande ein vollkom-
während des Jahres 1873. 159
menes knöchernes Schild, die Knochen des Brustbeins getrennt,
aber durch gezähnte Nähte zu einem Schilde vereinigt und mit
einer Reihe Randknochen gerandet. 1. Fam. Cheloniadae, 1 Tri-
bus Carettina. Gatt. Caretta und Onychochelys. 2 Tribus Chelo-
nina. Gatt. Chelonia. 2 Fam. Caouanidae. 1 Tribus Caouanina.
Gatt. Caouana. 2 Tribus Lepidochelyina. Gatt. Lepidochelys, Ce-
phalochelys Eremonia. II. Wirbel und Rippen getrennt, die Knochen
des Brustbeins schwach entwickelt, nur einen unvollkommenen Rand-
ring bildend, der ganz ohne Randknochen ist. Fam. Sphargidae.
Gatt. Sphargis. Proc. zool. soc. p. 395.
Gervais beschrieb ausführlich die Osteologie von Sphargis
coriacea. Nouvelles archives du Museum VIII. 1872. p. 199 und
erläuterte sie durch fünf Tafeln. — Im Auszuge ist diese Arbeit
im Journal de Zoologie II. p. 1 mitgetheilt.
Krau ss giebt die Maasse des Stuttgarter Skelets von Sphargis
coriacea an. Annais nat. hist. XII. p. 77.
Saurii.
Crocodilini. K refft bemerkt, dass die von Gray nach einer
Photographie als Tomistoma Krefftii bestimmte Art vielmehr mit
Crocodilus Schlegelii Blainv. übereinstimme, welchem Gray in
einer Note im Allgemeinen zustimmt. Krefft beschreibt dann
eine neue Art Crocodilus Johnsonii von Queensland. Proc. zool.
soc. p. 344.
Day machte ib. p. 709 eine Bemerkung über Vorkommen und
Nahrung von Crocodilus palustris.
Reinhardt machte auf Anomalien der Kreuzwirbel bei den
Krokodilen aufmerksam. Während die Regel ist, dass zwei Wirbel
mit dem Becken verbunden sind, fand er drei Fälle mit drei Kreuz-
wirbeln. Einmal war es der letzte Lendenwirbel, zweimal der erste
Schwanzwirbel, welcher an das Becken trat. Vidensk. Meddelelser
fra naturh. Foren, i Kjöbenhavn 1873. p. 221.
Helodermidae. Gervais hat einen Beitrag zurKenntniss des
Heloderma horridum geliefert und Schädel und Gebiss dieses Thieres
abgebildet. Er stimmt Gray zu, der aus Heloderma eine eigene
Gruppe bildet, die sich mehr den Varaniden als den Iguaniden
nähere. Dass Verf. meiner Abhandlung über Heloderma (1853)
gar keine Erwähnung thut, ist um so auffallender, da er Kaup
(1865) citirt, der sich vielfach auf meine Arbeit bezieht. Journal
de Zoologie II. p. 453.
Ameivae. Ameiva Edwardsii Bocourt, Annales des sc. nat.
17. Artikel 17, aus Guatemala.
160 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Cnemidophorus nigricolor Peters, Sitzungsber. Ges. naturf.
Freunde zu Berlin 1873. p. 76, von der venezuelanischen Inselgruppe
Los Roques.
Lacertae. Von Alberto Cara erschien eine Monografia della
Lucertola comune di Sardegna. Cagliari 1872. Es handelt sich um
Lacerta podarcis (L. agilis Gmel., L. muralis Latr.).
Jullien fand in den Lungen von Psammodromus sehr grosse
Muskelbündel, die eine Art inneres Gestell bilden, welches das
Muskelgewebe trägt. Diese Muskelbündel treiben durch ihre Con-
traction die Luft aus. Die Exspiration dauert länger als die In-
spiration, umgekehrt wie bei Säugethieren und Vögeln. Comptes
rendus 76. p. 585; Annais nat. hist. XI. p. 469; Journal de Zoologie
II. p. 407.
Eremias Brenchleyi Günther bei Brenchley, 1. c. p. 396. pl. 22.
fig. A, aus dem District Mongolia und E. multiocellata p. 400, aus
der Wüste Gobi.
Blanford hatte 1870 eine neue Art der Gattung Ophiops
als Subgenus Gymnops abgetrennt. Später erhob Stoliczka das-
selbe zu einem Genus, indem er 1872 eine zweite Art G. meizolepis
hinzufügte. Da nun der Name Gymnops bereits in der Ornithologie
vergeben war, so ändert ihn Blanford, Journ. Asiat. Soc. of Bengal
42. p. 144, in Chondrophiops um.
Chamaeleontes. Chamaeleo Pdllenii Peters, Berliner Monatsber.
p. 792, von der Comoreninsel Mayotte.
Agamae. Gervais hat Schädel und Gebiss von Moloch hor-
ridus abgebildet. Journal de Zoologie II. p. 451.
Iguanae. Anolis polylepis, pulchripes, palpebrosus und obtusi-
rostris Peters, Berliner Monatsber., aus Chiriqui. — A. Bouvierü,
buccatus, Güntherii, Bodriguezii, nebuloides, Copei, Petersii, Doll-
fusianus Bocourt, Etudes sur les Reptiles et les Batraciens, Mission
scientifique au Mexique et dans l'Amerique centrale, 2 Livr.
Sceloporus agathinus Bocourt, Annales des sc. nat. 17. Article
6. p. 24, aus Guatemala. — Sc. Lunaei von Guatemala, smaragdinus
von Vera Cruz, Dugesii von Colima und humeralis von Oaxaca,
Bocourt ib. Article 10. — Sc. squamosus von Guatemala und fulvus
aus der Republik Salvador, Bocourt ib. 18. Artikel 2.
Uta auriculata Cope, Proc. Boston Soc. XIV. p. 303, von der
Insel Socorro an der Mexicanischen Küste.
Dujes beschrieb eine neue Art Phrynosoma taurus aus Mexico.
La Naturalezza II. p. 302 mit Abbildung in Holzschnitt. — Phr.
spinimentum Peters, Berliner Monatsber. p. 742, aus Tehuantepec.
Ascalabotae. Hemidactylus Cessacii und gutturdlis Barboza
du Bocage, Jornal de sc. mat. phys. e nat. 15, von den Capver-
dischen Inseln.
während des Jahres 1873. 161
Peripia cyclura Günther bei Brenchley 1. c. p. 407, von Neu-
Caledonien, vergl. vorj. Ber. p. 127.
Bhacodactylus Aubrianus und trachyrhynchus Barboza du
Bocage, Journal de Zoologie II. p. 239, von Neu-Caledonien. Da-
selbst kommt auch Rh. (Platydactylus) Leachianus Cuv. vor.
Ceratolophus n. gen. Barboza du Bocage, Journal de Zoo-
logie II. p. 241. Kopf länglich, deprimirt, Gegend zwischen den
Augen stark vertieft; hinten am Kopf jederseits drei Knochenvor-
sprünge durch Leisten verbunden, von Haut bedeckt; oberes Augen-
lied mit conischen Schuppen garnirt; fünf Zehen an jedem Fuss
mit retractilen Krallen, massig erweitert und unten mit ganzen La-
mellen besetzt; Schwanz lang, am Grunde breit, jederseits beim
Männchen mit einem zusammengedrückten Höcker, weiterhin dünn
und conisch; oberhalb kleine glatte gewölbte und rundliche Schuppen,
unterhalb flache, sechseckige Schuppen, am Unterkiefer Körner wie
auf dem Rücken; Schuppen am Schwanz viereckig in regelmässigen
Wirtein; keine Seitenfalten. C. hexaceros von Neu-Caledonien.
Lepidodactylus neocaledonicus Barboza du Bocage, Journal
de Zoologie II. p. 243, von Neu-Caledonien.
Sphaeriodactylus inornatus Peters, Berliner Monatsber. p. 738,
aus Mexico.
Gymnodactylus irachyblepharus Böttger, Abhandl. Soncken-
bergisch. Gesellsch. IX. p. 138. Taf. I. Fig. 3, aus Marocco. — G.
multicarinatus Günther bei Brenchley, 1. c. p. 404. pl. 24. fig. A,
von den neuen Hebriden, vergl. vorj. Ber. p. 127.
Ptychopleurae. O'Shaughnessy verzeichnet die Arten der
Gattung Gerrhonotus und bringt sie in folgende Uebersicht: I. Abro-
nia. Kopf deprimirt, Occipital- und Temporalschilder mehr oder
weniger angeschwollen, Schuppen an Rücken und Seiten schwach
gekielt oder glatt. G. Deppii Wiegm,, taeniatus Wiegm., grami-
neus Cope, auritus Cope, Vasconcellosii Bocourt. IL Gerrhonotus.
Kopf nicht deprimirt, Occipital-Schilder nicht vorstehend, Schuppen
des Rückens gekielt, die Kiele bilden Längsleisten. A. Kopf mehr
oder weniger verschmälert, Körper schlank, Schwanz sehr lang und
verdünnt, a. Ein kleines Schild zwischen den ersten Supranasalia,.
G. tessellatus Wiegm., lemniscatus Bocourt, ophiurus Cope, infer-
nalis Baird, viridiflavus Bocourt. b. Kein kleines accessorisches
Schild zwischen den ersten Supranasalia, G. Webbii Baird, G. nobilis
Baird Gir., (G. (Elgaria) Kingii Gray. B. Kopf und Körper dicker,
Schwanz von massiger Länge, G. Wiegmanni Gray, G. (Elgaria)
grandis Baird Gir., G. (Elgaria) scincicauda Skilton, G. (Elgaria)
formosa Baird Gir., G. multicarinatus Blainv., G. Burnettii Gray,
G. caeruleus Wiegm., G. (Elgaria) principis Baird Gir., G. Moreletii
Bocourt, G. fulvus Bocourt. Annais nat. hist. XII. p. 45.
Hyalosaurus n. gen. Günther, Annais nat. hist. XI. p. 351.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. L
162 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Unterscheidet sich von Pseudopus durch die ganz mit Schuppen
bedeckte Ohrgegend, ohne Spur einer äusseren Ohröffnung. H.
Koellikeri von Nordafrica.
O'Shaughnessy erklärt Chalcides (Hapalolepis) Abendrothii
Peters 1871 für identisch mit Ophiognomon trisanale Cope 1868.
Annais nat. hist. XII. p. 44.
Scinci. Hinulia nigroldbris Günther, Proc. zool. soc. p. 166.
pl. 17. fig. A, von Nord-Celebes. — H. tetragonurus Günther bei
Brenchley, 1. c. p. 405. pl. 24. fig. B, von den Fidschi-Inseln.
Lioscincus n. gen. Barboza du Bocage, Journal de Zoologie
II. p. 285. Schuppen glatt und gestreift; Zähne conisch, einfach,
stumpf; zwei Supero-nasalia jederseits, Naslöcher seitlich zwischen
dem Nasale und vorderen Supero -nasale ; Ohröffnungen rund, am
Vorderrande keine Läppchen; unteres Augenlied mit durchsichtiger
Scheibe; ein Fronto -parietale, fünf lange Finger an jedem Fuss,
etwas comprimirt und stufig. L. Steindachneri von Neu-Caledonien.
Mocoa micropus Günther bei Brenchley, 1. c. p. 402. pl. 23,
von den Fidschi-Inseln.
Lygosoma scutirostrum Peters, Berliner Monatsber. p. 743,
von Port Bowen. — L. (Mocoa) nigriplantare Peters, ib. p. 744,
von Neu-Seeland. — L. Deplanchei Barboza du Bocage, Journal de
Zoologie II. p. 287, von Neu-Caledonien.
Tropidoscincus n. gen. Barboza du Bocage, Journal de
Zoologie II. p. 288. Schuppen gekielt, Zunge platt, schuppig, am
Ende leicht gespalten, Zähne conisch, stumpf, Ohröffnung gross,
dreieckig, vorn mit kleinen rundlichen Läppchen, untere Augenlieder
mit durchsichtiger Scheibe; Naslöcher zwischen zwei Nasalplatten,
keine Supero-nasalia, ein Fronto-parietale, 5 ungleiche Zehen an
jedem Fuss. T. Aubrianus von Neu-Caledonien.
Günther macht Bemerkungen über einige Eidechsen mit
rudimentären Beinen. Annais nat. hist. XII. p. 145. Er hält
Delma Fraseri, Grayi Smith und Mölleri Lütken für identisch, ebenso
Aprasia pulchella Gray und A. octolineata Peters. — Er beschreibt
dann drei neue Arten Chelomelas pseudopus ohne Vaterlandsangabe,
sumatrensis von Agam und reticulatus vom Clarence River. — So-
ridia lineata Gray, S. miopus Gthr., Pholeophilus capensis Smith
hält er für identisch. — Endlich stellt er als neu auf Herpetosaura
atra von Zambesi.
Lidlis leptorhyncha Peters, Berliner Monatsber. p. 605.
Typhi acanthias punctatissimus n. gen. et spec. Barboza
du Bocage, Jornal de sc. mat. phys. et nat. 15, vom Rio Coroca in
Mossamedes.
Ophioscincus n. gen. Peters, Berliner Monatsber. p. 746.
Corpus anguiforme, squamis laevissimis vestitum, pedibus externis
nullis; oculi palpebris muniti, apertura auricularis nulla; rostrale
während des Jahres 1873. 163
mentaleque majuscula; caput scutellis internasali, frontali, praefron-
talibus, supraocularibus, frontoparietalibus, parietalibus, interparie-
talique obtectum; nares lateroanteriores, utrinque in parte scutelli
simplicis anteriore apertae. Schliesst sich zunächst an Rodona Gray
an. 0. australis von Port Bowen.
Cophoscincus mfralineolatus von der Insel Sarigi und subvittatus
von Manado. Günther, Proc. zool. soc. p. 166.
Nannoscincus n. gen. Günther bei Brenchley, I.e. p. 406,
vergl. vorj. Ber. p. 128.
Tropidolepisma dorsale Peters, Berliner Monatsber. p. 743,
von Port Bowen.
Barboza du Bocage zeigte an, dass Euprepes Coctei Dum.
Bibr. auf einer kleinen unbewohnten Insel des Capverdi sehen Ar-
chipel, Ilheo branco, lebt. Proc. zool. soc. p. 703.
Euprepes Novarae Fitz, von Tahiti ist = Scincus noctua Lesson
nach O'Shaughnessy. Annais nat. hist. XII. p. 44.
Euprepes (Mabuia) brevieeps Peters, Berliner Monatsber. p. 604,
vom Gabon. — E. haplorhinus Günther bei Brenchley, 1. c. p. 397.
pl. 22. fig. B, von den Fidschi-Inseln.
Seps (Seps) mionecten Böttger, Abhandl. Senckenberg. Ges. IX.
p. 145. Taf. I. Fig. 6, aus Marocco.
Ophioseps n. gen. Barboza du Bocage, Journal de Zoologie
II. p. 289. Keine Augenlieder, Zunge platt, schuppig, an der Spitze
leicht gespalten, nur am Unterkiefer sehr kleine Zähne, keine Ohr-
öffnungen; Körper sehr lang, cylindrisch, Schwanz */4 der ganzen
Länge, am Ende mit einer halbkreisförmigen Schuppe, keine Glied-
massen, keine Analporen, Schuppen gross; Kopf kurz, oben platt
mit vorgestreckter angeschwollener Schnauze, schlangenähnlich be-
schuppt: Nasalia sehr gross, oben vereinigt, unten bis zu dem Kiefer-
rande reichend, 2 Fronto-nasalia, die sich an das erste Labiale
fügen, ein sehr entwickeltes Frontale, ein Praeoculare, keine Supero-
nasalia, kein Frenale, oben 4, unten 3 Labialia. 0. nasutus aus
Australien.
Sepsina Copei Barboza du Bocage, Journal de sc. math. phys.
e nat. 15, aus Benguella.
Amphisbaenae. Lepidosternon (Phräctogonus) Änchietae Bar-
boza du Bocage, Journal de Zoologie II. p. 436, aus Mossamedes.
Serpentes.
Leydig lieferte neue Beiträge über die äusseren Bedeckungen
der Reptilien und Amphibien, 1) die Haut einheimischer Ophidier.
Archiv für mikr. Anatomie IX. p. 753.
164 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Gervais: Sur la structure des dents des serpents venimeux.
Journal de Zoologie IL p. 458.
Panceri und Gasco machten ihre Erfahrungen über die
Wirkung des Giftes von Naja haje und Cerastes aegyptiacus be-
kannt. Die Versuche sind an Säugethieren, Vögeln und Reptilien
angestellt. Atti della R. Accad, di Napoli VI.
Leydig hat die Kopfdrüsen einheimischer Ophidier unter-
sucht. Archiv für mikrosk. Anat. IX. p. 598 mit Tafel XII und XIII.
Er beschreibt die Drüsen von Tropidonotus natrix, Tr. tessellatus,
Coronella laevis, Coluber viridiflavus, und von Vipera berus und
ammodytes, fügt daran Allgemeines über den Bau, und giebt^
schliesslich die Deutung der einzelnen Drüsenpaare.
Dobson legte eine zweiköpfige Schlange (Lycodon aulicus)
vor. Proc. Asiat, soc. of Bengal 1873. p. 23.
Dorner beschrieb eine Kreuzotter mit zwei Köpfen, die er
als ein aus zwei Keimen verwachsenes Doppelwesen ansieht, wegen
der Ungleichheit beider Köpfe und der Ungleichheit in Grösse und
Lagerung beider Herzen, wegen des weithin getrennten Verlaufes
der Respirationsorgane und Nahrungsschläuche und wegen der der
ganzen Länge nach an der Unterseite verlaufenden tiefen Furche.
Zool. Garten p. 407.
Typhlopidae. Onychocephalus anomalus und Petersü Barboza
du Bocage, Journal de Zoologie IL p. 439, von Mossamedes.
Monopeltis capensis Barboza du Bocage, Journal de sc. mat.
phys. e nat. 15, vom Cap.
Feropodes. Philippi hält die Boa der westlichen Provinzen
der Argentinischen Republik wegen der verschiedenen Färbung für
eine besondere Art, die er B. occidentdlis nennt. Zeitschr. für die
ges. Naturwissenschaften VII. p. 127 mit Tafel III.
Liasis fuscus und maculosus Peters, Berliner Monatsber. p. 607,
aus Neuholland.
Calamaridae. Calamaria Stalilknechtii Stoliczka, Journ. Asiat.
soc. of Bengal 42. p. 119. pl. 11. fig. 2, von Sumatra. — C. iris
Böttger, 13. Ber. des Offenbacher Vereins p. 38 mit Abbildung,
von Sumatra.
Bei Gelegenheit der Beschreibung dieser Art stellt Verf. die
35 aus dem indischen Archipel bekannten Arten zusammen, und
bringt sie in folgendes Schema: I. Mit 5 Supralabialen. A. Das
erste Paar Infralabialen hinter dem Mentale zusammenstossend.
a. Mit zwei Kinnschuppen zwischen den Submentalen, 2 Arten.
b. Mit einer Kinnschuppe zwischen den Submentalen, 2 Arten.
c. Ohne Kinnschuppe zwischen den Submentalen, 11 Arten. B. Das
erste Paar Infralabialen hinter dem Mentale nicht zusammenstossend.
a. Mit einer Kinnschuppe zwischen den Submentalen, 3 Arten, b. Mit
einer Kinnschuppe zwischen den Submentalen, 3 Arten, c. Ohne
während des Jahres 1873. 165
Kinnschuppe zwischen den Submentalen, 9 Arten. II. Mit 4 Supra-
labialen. A. Das erste Paar Infralabialen hinter dem Mentale zu-
sammenstossend, ohne Kinnschuppen, 2 Arten. B. Pas erste Paar
Infralabialen hinter dem Mentale nicht zusammenstossend, ohne
Kinnschuppen, 4 Arten.
Calamelaps polylepis Barboza du Bocage, Jornal de sc. mat.
phys. e nat. 15, aus Angola.
Prosymna ambiguus Barboza du Bocage, ib. von Braganza.
Oligodon notospilus Günther, Proc. zool. soc. p. 169. pl. 18.
fig. A, von Mindanao.
Coronellidae. Simotes catenifer Stoliczka, Journ. Asiat, soc.
of Bengal 42. p. 121. pl. 11. fig. 3, von Penang und Jahore.
Psammophylax ocellatus aus Mossamedes und viperinus aus
Benguella. Barboza du Bocage, Jornal de sc. mat. phys. e nat. 15.
Natricidae. Tropidonotus manadensis von Manado und cal-
listus von Nord-Celebes, pl. 17. fig. C. Günther, Proc. zool. soc.
p. 170.
Zaocys luzonensis Günther, Proc. zool. soc. p. 169, von Luzon.
Colllbridae. Coluber Holienackeri Strauch, Mem. de St. Peters-
bourg XXI. No. 4. p. 69. tab. II, aus Transkaukasien.
Elaphis Schrenckii Strauch, Mem. de St. Petersbourg XXI.
No. 4. p. 100, aus dem Amurlande und dem nördlichen Japan.
Zamenis Fedtsclieiikoi Strauch, Mem. de St. Petersbourg XXI.
No. 4. p. 135. tab. 4, aus Turkestan.
Dendrophidae. Ahaetulla urosticta Peters, Berliner Monatsber.
p. 606, aus Bogota.
Itycyplms n. gen. aus der Familie Dendrophidae Günther,
Annais nat. hist. XI. p. 374. Körper comprimirt mit deutlich ge-
kielten Bauchschildern; Schuppen glatt, dachziegelartig, ohne Grube,
in 21 Reihen. Bauchschilder weniger als 200, Anal- und Subcaudal-
Schilder getheilt; obere Kopfschilder normal; ein ungetheiltes Na-
sale, Zügelschild deutlich, ein Präoculare, drei Postocularia ; Pupille
rund; der hintere Maxillarzahn gefurcht. I. caudolineatus von Ma-
dagascar.
Dendraspididae. Dendraspis Antinorii Peters, Monatsber. Akad.
Berlin p. 411, aus Ansaba.
Viperini. Grüne schrieb einen Aufsatz »die Kreuzotter«, eine
westfälische Giftschlange. Natur und Offenbarung XVIII. p. 270,
mit Abbildung ia Holzschnitt.
Emery machte anatomische Studien über Vipera Redii, die
sich namentlich auf die Giftdrüse, die Hebemuskeln des Unterkiefers,
die Nerven und den Bau der Giftdrüse, und die Emission des Giftes
beziehen. Memorie della Societä Italiana di sc. nat. III.
Pelias trigonatus Leybold, Leopoldina 1873. p. 55, aus Mendoza.
166 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
Crotalini. Aughley beobachtete, dass die Klapper der
Klapperschlange dazu diene, die Geschlechter zusammen zu führen.
Ein andermal glaubt er, dass sie einen Vogel so erschreckt habe,
dass er paralysirt wurde, und noch ein andermal sah er durch das
Klappern andere Schlangen zur Hülfe herbeirufen gegen einen An-
griff von Schweinen, wobei jedoch vier Schlangen in wenigen Mi-
nuten getödtet wurden. The American Naturalist p. 85.
Putnam erklärt sich, Bull, of the Essex institution IV. p. 65,
dahin, dass die Klapper der Schlange selbst in Wirklichkeit nur
zum Nachtheil gereiche, ausgenommen so fern sie dazu dient die
Geschlechter zusammenzurufen, und hält dies bei der ungeselligen
Lebensweise dieser Thiere für ihre eigentliche Function.
Abbott sah eine Klapperschlange, Crotatus horridus, auf
einen Baum klettern. The American Naturalist p. 433.
Moreno beschrieb den Craspedocephalus atrox Gray (Trigo-
nocephalus atrox Schlegel). La Naturalezza II. p. 336, und fügte
Bemerkungen über seine Lebensweise hinzu.
Bothrops ammodytoides Leybold, Leopoldina 1873. p. 54, aus
Mendoza.
Batrachii.
Gulliver hat die rothen Blutkörperchen einiger Batrachier
gemessen. Die grössten hat Amphiuma, die kleinsten Bufo vul-
garis. Proc. zool. soc. p. 162.
In der Zeitschrift Nature ist eine Abhandlung von Mivart
unter der Ueberschrift »the common frog« enthalten, in welcher
zahlreiche hübsche Holzschnitte die Hauptformen der Batrachier
darstellen.
Peters hat die Tschudi'schen Originalexemplare der perua-
nischen Batrachier, welche sich im Museum zu Neuchatel befinden,
untersucht, und berichtigt danach die Synonymie. Rana juninensis
Tsch. ist = Rana palmipes Spix (Ranula Gollmeri und affinis Peters) ;
Cystignathus sylvestris scheint nicht mehr in jenem Museum vor-
handen ; Colodactylus coerulescens schliesst sich zunächst an Disco-
glossus an; Leiuperus viridis = L. marmoratus D. B. ; Bufo Poeppigii
= B. molitor juv.; Bufo trifolium = B. spinulosus Wiegm.; Bufo
molitor = B. andianus Cope; Trachycara fusca = Bufo typhonius
L.; Anaxyrus melancolicus = Bufo compactilis Wiegm. (B. specta-
bilis Gir., B. anomalus Gthr.). Berliner Monatsber. p. 622.
Theobai d machte eine Bemerkung gegen einen Ausspruch
Anderson's in Betreff einiger typischen Exemplare von Fröschen
in dem Museum der asiatischen Gesellschaft. Sie beziehen sich auf
Megalophrys gigas Blyth und Diplopelma Berdmorei Blyth. Proc.
Asiat. Soc. of Bengal 1873. p. 110.
während des Jahres 1873. 167
Ecaudati.
Polypedatidae. Polypedates similis Günther, Proc. zool. soc.
p. 171, von Laguna del Bay.
Hyperolius huillensis Barboza du Bocage, Jornal de sc. mat.
phys. e nat. 15. von Huilla.
Hylodidae. Phyllobates chalceus Peters, Berliner Monatsber.
p. 609.
Hylambates Anchietae Barboza du Bocage, Jornal de sc. mat.
phys. e nat. 15, aus Mossamedes.
Bavay fand, dass Hylodes martinicensis seine Entwickelung
im Ei durchläuft, und in seiner definitiven Gestalt das Ei verlässt.
Die Larve macht im Ei rotatorische Bewegungen anfänglich lang-
sam, dann geschwinder, Kiemen treten auf, verschwinden aber bald
wieder, Gliedmassen und Schwanz bilden sich aus, letzterer löst sich
schon im Ei ab. Comptes rendus 2. Juni; Zool. Garten p. 356.
Vergl. auch Annais nat. hist. XII. p. 79; Annales des sc. nat. 17.
Artikel 16; Journal de Zoologie II. p. 13.
Hylodes cruentus und rugosus Peters, Berliner Monatsber.
p. 609, von Chiriqui.
Platymantis Meyeri Günther, Proc. zool. soc. p. 171, vou
Laguna Bay.
Hylidae. Hyla pulverata von Chiriqui und auraria aus Süd-
amerika. Peters, Berliner Monatsber. p. 615.
Ranidae. Bana plicatella Stoliczka, Journ. Asiat. Soc. of
Bengal 42. p. 116. pl. 11. fig. 1, von Penang.
Pseudobatrachus n. gen. Peters, Berliner Monatsber. p. 414.
Zähne in den Oberkiefern und am Gaumen; Zunge ganzrandig, in
der hintern Hälfte frei; kein Trommelfell, Gehörtuben mit enger
Oeffnung; auf der Schulter grosse sehr flache Parotiden, die auf
dem Rücken nicht an einander stossen; Finger frei, keiner gegen-
überstellbar; Zehen bis zu den knopfförmig abgestutzten Spitzen
durch Schwimmhäute verbunden; Sacralfortsätze nach den Enden
hin nicht verbreitert; Wirbel vorn concav; bogenförmige Epicora-
coidalknorpel nicht mit einander verwachsen, der rechte unten lie-
gend ; Sternum breit scheibenförmig, " mit einem hinteren Einschnitt
bis zur Mitte; Episternum wohl entwickelt, am Ende eine dünne
Platte bildend. Die Gattung schliesst sich an Pseudis an. Ps.
Jelskii, Taf. IV. Fig. 1, aus Peru.
Ceratophrys Fryi und appendiculata Günther, Annais nat. hist.
XI. p. 417, aus Brasilien.
Cystignathidae. Phrynopus n. gen. Peters, Berliner Mo-
natsber. p. 416. Im ganzen Habitus mit Liuperus übereinstimmend,
aber mit noch kürzeren Extremitäten und mit Zähnen am Gaumen;
Trommelfell frei; Sacralwirbel schmal; Sternalapparat ähnlich wie
168 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie
bei Linperus, aber Sternalplatte eine kurze unregelmässige Gabel
darstellend; Phr. peruanus Taf. IV. Fig. 2, aus Peru.
Pelobatidae. Grube zeigte eine überaus grosse Kaulquappe
von Pelobates fuscus, welche in Göppertsdorf bei Streblen beim
Ablassen eines Teiches gefunden war; sie war einen halben Fuss
lang, und im November gefangen. 50. Jahresbericht der schlesischen
Gesellschaft für vaterl. Cultur p. 55.
Pelobates insubricus Cornalia, Atti della Soe. Veneto-Trentina
II. p. 44, aus der Lombardei.
Discoglossidae. Chiroleptes platycephalus Günther, Annais nat.
hist. XL p. 350, aus Australien.
Günther berichtigt seine frühere Ansicht, dass Megalophrys
montana und nasuta die verschiedenen Geschlechter einer Art seien,
dahin, dass sie wirklich specifisch verschieden seien. Annais nat.
hist. XL p. 419.
Alytidae. De L ' I s 1 e beschreibt sehr genau die von ihm
beobachtete Begattung des Geburtshelferfrosches, Alytes obstetricans.
Das Männchen umfasst sein Weibchen dabei um den Hals, streckt
die Beine nach hinten, so dass sie einen rhombischen Baum zwischen
sich lassen, und in diesen lässt das Weibchen die Eier austreten.
Dann wickelt sie sich das Männchen um die Hinterbeine, singt und
verbirgt sich in einer Mauerspalte. Annales des sc. nat. 17. Art. 13.
Goette machte im Archiv für mikrosk. Anat. IX. p. 396
Mittheilungen aus der Entwickelungsgeschichte der Unke, und schil-
derte die Bildung der Embryonalanlagen in den einzelnen Keim-
blättern.
Bllfones. Der Aufsatz von Bomiti »Zur Entwicklung von
Bufo cinereus« bezieht sich auf die ersten Entwicklungsstufen der
Embryologie dieser Thiere. Zeitschr. für wiss. Zoologie 23. p. 449.
Hill beobachtete Bufo americanus in Beziehung auf die Art,
wie sie ihre Nahrung zu sich nimmt. The American Naturalist
p. 660.
Aus Paludicola pustulosa Cope bildet Peters, Berliner Mo-
natsber. p. 616, ein neues Subgenus Bufo (Microphryne).
Nota den n. gen. aus der Familie der Bufoniden. Günther,
Annais nat. hist. XI. p. 349. Körper dick, kurz, mit grossen drü-
sigen Warzen bedeckt ; Kopf sehr kurz und hoch mit sehr stumpfer
Schnauze, Auge von massiger Grösse, Mund sehr kurz, bis unter
die Mitte des Auges gespalten; Beine kurz; keine Zähne, ein Paar
kurze und weiche Vorsprünge zwischen den schmalen Choanen ; Ohr-
öffnungen von der Haut bedeckt und nur nach Entfernung der Haut
sichtbar, sehr klein, wie auch die Eustachischen Bohren; Zunge
ohne Einschnitt, breit; nicht nur die Haut der Paratoidengegend,
sondern die des ganzen Rückens ist von zahlreichen Drüsen ver-
dickt; Finger frei, Zehen mit schmaler Schwimmhaut und Saum,*
während des Jahres 1873. 169
ein grosser schaufeiförmiger Metatarsal-Vorsprung, keine anderen
Höcker; Clavicula vorhanden; Sacralfortsätze sehr breit. N. Bennettii
aus Australien.
Batrachophrynus n. gen. Peters, Monatsber. Akad. Berlin
p. 411. Ganz zahnlos, Zunge festgewachsen und nur mit dem mitt-
leren Theile des hinteren Randes aus der Mundschleimhaut hervor-
ragend; kein Trommelfell, keine Trommelhöhle und keine Spur der
Gehörtuben ; Körperhaut glatt, ohne Parotoiden ; Finger frei, Zehen
durch entwickelte Schwimmhäute verbunden, Endspitzen der Finger
und Zehen knopfförmig abgestutzt; Sacralfortsätze schmal, mit den
vorderen Vorsprüngen zur Einlenkung mit dem vorhergehenden
Wirbel sehr entwickelt; Wirbel vorn convex; bogenförmige Epicora-
coidalknorpel nicht mit einander verwachsen, der rechte unten lie-
gend; Sternam aus einem scheibenförmigen, am hinteren Rande ein-
geschnittenen Knorpel bestehend ; Episternum wohl entwickelt. B.
macrostomus und brachydactylus aus Peru. Beide abgebildet.
Caudati.
Salamandrina. Langerhans constatirt, dass beim Land-
salamander und bei Triton die Vorhofsscheidewand in der Weise
durchlöchert ist, dass die oberen zwei Drittheile derselben einen
areolären Bau darbietet. Er hält demnach die Stellung der Sala-
mandrinen zwischen den Perennibrancbiaten und den höheren Am-
phibien für gerechtfertigt. Zeitschr. für wiss. Zoologie 23. p. 457.
Langerhans: Ueber die Haut der Larve von Salamandra
maculosa. Archiv für mikrosk. Anat. IX. p. 745.
Spelerpes (Oedipas) Ugnicolor Peters, Berliner Monatsber. p. 617,
aus Chiriqui.
Miss Ormerod untersuchte das Exsudat aus der Haut von
Triton cristatus. Es riecht wie zerquetschte Mohnköpfe, schmeckt
scharf und entzündet merklich die Innenseite der Lippen und den
Schlund, begleitet von Schwindel und Betäubung. Die Analyse des
schleimigen Exsudates zeigt, dass es ähnlich zusammengesetzt ist,
wie Blutserum. Die Substanz ist weder sauer noch alkalisch und
sehr flüchtig. Die Wirkung des Giftes auf die Tritonen selbst,
Katzen und Menschen wurde erprobt. Journal of the Linnean
Soc. XI. p. 493.
Das britische Museum erhielt einen Salamander von Shanghai,
den Gray nicht von Sieboldia aus Japan unterscheiden kann. An-
nais nat. hist. XII. p. 188.
Perennibranchiata. Es ist Gervais gelungen, von einem weib-
lichen Axelotl und männlichen Tritonen hybride Junge zu erzielen.
Bei etwas abweichender Körpergestalt und anderer Färbung waren
die Zähne länger und spitzer als beim Axelotl, die Oberkieferzähne
170 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Herpetologie etc.
zeigten eine Gabelung mit ungleichen Spitzen, wie bei Triton cri-
status. Journal de zoologie II. p. 245.
Teich theilte mit, dass ein Axetotl am 17. — 19. März ge-
laicht habe. Correspondenzblatt des Naturforscher-Vereins zu Riga
20. p. 107.
Hermann Meier in Emden machte eine kurze Mittheilung
über den Axetotl ül's in der Zeitschrift »die Natur« 1872. p. 244
mit Abbildungen in Holzschnitt.
Bugnion hat die Sinnesorgane des Proteus und des Axelotl
untersucht, welche am Kopfe und an den Seiten liegen, und glaubt
ihnen eine dem Geschmack ähnliche Function zuschreiben zu dürfen,
da sie mit den Geschmacksknospen einige Aehnlichkeit haben. Er
meint, es wäre für diese Thiere sehr wichtig, ein Organ zu besitzen,
mit welchem sie die im Wasser aufgelösten Substanzen, den Grad
der Reinheit des Wassers, die Gegenwart von Nährstoffen u. s. w.
wahrnehmen könnten. Bulletin de la Soc. Vaudoise des sc. nat.
XII. p. 259—316 mit 6 Tafeln.
Ehrenberg brachte wiederum seinen lebenden Hypochthon
Laurenti zur Anschauung, und hob namentlich das Verkümmern der
Kiemen hervor, welches mit dem Alter immer auffallender geworden
ist. Diese Veränderung, so wie die dunklere Hautfärbung glaubt
Verf. durch die veränderten äusseren Lebensbedingungen hervor-
gerufen. Obgleich vor dem Lichte geschützt, war dieser Schutz
doch unvollkommener als in den Adelsberger Höhlen, und die ge-
ringere Wassermenge mag für die Sauerstoffaneignung erschwerend
gewirkt haben, und somit die Verkümmerung der Kiemen die Ent-
wicklung grösserer Lungenthätigkeit bewirkt haben. Sitzungsber.
Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1873. p. 7. — Ib. p. 104 zeigt Ehren-
berg den am 12. Juli erfolgten Tod des Thieres an, nachdem er
es 14 Jahre hindurch in Gefangenschaft besessen hatte.
Apoda.
SipTionops thomensis Barboza du Bocage, Jornal de sc. mat.
phys. e nat. 15, von St. Thomas, Westafrica.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1873.
Von
Troschel.
Fitzinger hat, Wiener Sitzungsber. 67. p. 1, den
Versuch einer natürlichen Classification der Fische darge-
legt. Die Gattungen Branchiostoma, in der er eine Larven-
forni vermuthet, Lepidosiren und Protopterus, die er zu
den Amphibien stellt, scheidet er aus der Klasse der Fische
aus, und entfernt damit zwei Miüler'sche Ordnungen von
denselben. Verf. unterscheidet dann 6 Reihen.
I. Regelmässige Fische, Orthocormi. Kiemen auf Kiemen-
bogen, kammförmig, an der Spitze frei, mit Kiemendeckel und Unter-
deckel, Kiemenspalten seitlich; Kopf zusammengedrückt; Skelett
hart- oder ■weichknochig, Oberkiefer beweglich, Ober- und Zwischen-
kiefer getrennt; Arterienstiel muskulös mit 2 Klappen; keine Spi-
ralklappe; Sehnerven kreuzen sich. 1. Ordn. ßrustflosser, Thora-
copteri. Vordere Strahlen der Rückenflosse ungegliedert, Bauch-
flossen thoracisch, fehlen zuweilen, Kiemendeckel freiliegend, Kiemen-
spalten weit. Naslöcher getrennt, münden nicht in die Mundhöhle,
Schwimmblase geschlossen. Farn. Beryces, Percae, Centropristae,
Helotae, Serrani, Pomotae, Apogones, Nandi, Cirrhitae, Ditremata,
Labri, Pomacentri, Cichlae, Pseudochromae, Pristipomata, Sciaenae,
Maenae, Spari, Mulli, Anabates, Acanthuri, Chaetodontes, Toxotae,
Pempherae, Stromatei, Coryphaenae, Temnodontes, Cyrti, Equulae,
Meneae. Caranges, Chorinemi, Naucratae, Scombri, Nomei, Xiphiae,
Argyropeleci, Monocentrae, Gasterostei, Thyrsitae, Cepolae, Lophotae,
Lepidopodes, Trichiuri, Helmichthyes. 2. Ordn. Trugbauchflosser,
Pseudogastropteri. Vordere Strahlen der Rückenflosse ungegliedert,
172 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
Bauchflossen abdominal, Kiemendeckel freiliegend, Kiemenspalten
weit oder eng, Naslöcher getrennt, münden nicht in die Mundhöhle,
Schwimmblase geschlossen. Farn. Polynemi, Sphyraenae, Mugiles,
Atherinopses, Atberinae, Tetragonuri, Notacanthi, Centrisci, Fistu-
lariae. 3. Ordn. Bauchflosser, Gastropteri. Alle Strahlen der Rücken-
flosse gegliedert, Bauchflossen abdominal, Kiemendeckel freiliegend
oder von Haut umhüllt, Kiemenspalten weit oder eng, Nasenlöcher
getrennt münden nicht in die Mundhöhle, Schwimmblase geschlossen
oder mit Luftgang. Fam. Scomberesoces, Esoces, Galaxiae, Elopes,
Arapaimae, Chirocentri, Clupeae, Scopeli, Stomiae, Salmones, Citha-
rini, Erythrini, Cyprini, Cobitides, Mormyri, Cyprinodontes, Am-
blyopses.
II. Unregelmässige Fische, Heterocormi. Scheint sieh von
der vorigen Reihe besonders durch den breiten, oben abgeflachten
Kopf unterscheiden zu sollen. 1. Ordn. Stachelflosser, Acanthopteri.
Die vorderen Strahlen der Rückenflosse ungegliedert, Bauchflossen
thoracisch, Kiemendeckel freiliegend mit besonderem Unterdeckel,
Kiemenspalten seitlich, weit oder eng, Schwimmblase geschlossen.
Fam. Triglae, Scorpaenae, Cotti, Batrachi, Periophthalmi, Gobii,
Eleotrae, Cyclopteri, Uranoscopi, Trachini, Callionymi, Clini, Gunelli,
Blennii, Salariae, Anarrhichae. 2. Ordn. Gliederflosser. Arthropteri-
Alle Strahlen der Rückenflosse gegliedert, Bauchflossen thoracisch
oder jugular, Kiemendeckel freiliegend mit besonderem Unterdeckel,
Kiemenspalten seitlich, weit oder eng, Schwimmblase geschlossen.
1. Unterordn. Seitenschwimmer, Pleuronectae. Kopf zusammenge-
drückt mit unsymmetrischen Augen, Bauchflossen jugular, Schwimm-
blase fehlt. Fam. Platessae. 2. Unterordn. Bauchschwimmer, Gastro-
nectae. Kopf breit, oben flach mit symmetrischen Augen. Bauch-
flossen jugular, thoracisch oder abdominal, Schwimmblase geschlossen.
Fam. Lepadogastri, Echeneides, Ophiocephali, Macrouri, Gadi, Zo-
arcae, Fierasferi, Enchelyophes, Ammodytae. 3. Ordn. Deckelküm-
merer, Peropomata. Alle Strahlen der Rückenflosse gegliedert,
Bauchflossen abdominal oder fehlen; Kiemendeckel freiliegend oder
unter der Haut verborgen, Unterdeckel fehlt. Schwimmblase mit"
Luftgang. Fam. Hypostomata, Loricariae, Clarotae, Euanemi, Siluri,
Gymnoti, Anguillae, Ophisuri, Gymnarchi, Muraenae, Symbranchi,
Apterichthyes.
III. Fremdartige Fische, Anomali. Kiemen auf Kiemen-
bogen, kammförmig oder büschelförmig, mit unter der Haut liegen-
dem Kiemendeckel; Kiemenspalten vor oder hinter den Brustflossen,
eng; Kopf zusammengedrückt oder flach; Skelet weichknochig, Ober-
kiefer beweglich oder unbeweglich mit dem Zwischenkiefer ver-
wachsen; Arterienstiel muskulös mit zwei Klappen; keine Spiral-
klappe; Sehnerven kreuzen sich. 1. Ordn. Haftkiefer, Plectognathi.
Kiemen kammförmig, Kiemenspalten vor den Brustflossen, Oberkiefer
während des Jahres 1873. 173
und Zwischenkiefer verwachsen, Schwimmblase geschlossen. 1. Un-
terordn. Harthäuter, Sclerodermata. Kiefer gezähnt, Leib zusammen-
gedrückt. Farn. Balistae, Aluterae. 2. ünterordn. Panzerhäuter,
Cataphracti. Kiefer gezähnt, Leib bauchig, Knochenschilder bilden
einen festen Panzer. Farn. Ostraciontes. 3. ünterordn. Nacktkiefer,
Gymnodontes. Kiefer von Schmelz überzogen. Farn. Tetrodontes,
Triodontes, Diodontes, Orthagorisci. 2. Ordn. Armflosser, Pedicalati.
Kiemen kammförmig, Kiemenspalten hinter den Brustflossen, loch-
förmig; Brustflossen durch armähnlichen Vorsprung gestützt; Ober-
und Zwischenkiefer getrennt, Schwimmblase geschlossen. Farn. Lo-
phii, Chironectae, Halieutheae, Maltheae. 3. Ordn. Büschelkiemer,
Lophobranchii. Kiemen büschelförmig, Kiemenspalten vor den Brust-
flossen, Kiefer zahnlos, Leib von tafelartigen Ringen umgeben,
Bauchflossen abdominal, Schnauze röhrenartig, Schwimmblase ge-
schlossen. Fam. Pegasi, Solenostomata, Hippocampi, Syngnathi.
IV. Schmelzschupper, Ganoidei. Kiemen auf Kiemenbogen,
kammförmig, mit freiliegendem Kiemendeckel, Kiemenspalten an den
Seiten des Kopfes, weit; Schuppen mit Schmelz überzogen, oder
Knochenschilder oder kahl; Ober- und Zwischenkiefer getrennt;
Arterienstiel muskulös und mit vielen Klappen; Spiralklappe des
Darms, Sehnerven verschmolzen; Schwimmblase mit Luftgang. 1. Ordn.
Gleichschwänze, Homocerci, Schwanzflosse gleichlappig, Skelet hart-
knochig. Fam. Coelacanthi, Ctenolepides, Pycnodontes, Sauromata,
Amiae, Polypteri, Doryopteri, Propteri, Lepidoti. 2. Ordn. Lappen-
schwänze, Heterocerci. Schwanzflosse ungleichlappig, Skelet hart-
knochig. Fam. Diplopteri, Saurichthyes, LepidosteL Pygopteri, Pla-
tysomi, Pleiopteri, Palaeonisci, Diplacanthi. 3. Ordn. Knorpelknocher,
Chondrostei. Schwanzflosse ungleichlappig, Leib mit Knochenschil-
dern bedeckt oder kahl, Skelet hartknorpelig. Fam. Acipenseres,
Spatalariae, Cephalaspides.
V. Haftkiemer, Elasmobranchii. Kiemen auf Kiemenbogen
oder ohne Kiemenbogen, in Säcken an der Hautwand angewachsen ;
Skelet knorpelig; Spiralklappen im Darme, Schwimmblase fehlt.
l.Ordn. Lochkiemer, Holocepliali. Eine Kiemenspalte jederseits, Mund
unterhalb quer; keine Augenlieder; Skelet hartknorpelig, Oberkiefer
und Gaumenknochen unbeweglich und mit dem Schädel verwachsen,
Arterienstiel muskulös mit mehreren Reihen von Klappen. Fam.
Chimaerae. 2. Ordn. Quermäuler, Plagiostomata. Fünf bis sieben
Athmungslöcher jederseits, Mund unterhalb, quer; Skelet hartknor-
pelig, Oberkiefer und Gaumenknochen beweglich und von dem
Schädel getrennt, Arterienstiel muskulös mit mehreren Reihen von
Klappen. 1. ünterordn. Seitenkiemer, Pleurochismata. Kiemenspalten
an den Seiten, Brustflossen vom Hinterkopfe geschieden, Augenlieder,
Schultergürtel nicht ringförmig. Fam. Scyllia, Squali, Galei, Lamnae,
Alopiae, Cestraciontes, Rhinodontes, Hybodontes, Notidani, Spinaces,
174 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
Scymni, Squatinae. 2. Unterordn. Unterkiemer, Hypochismata. Kie-
menspalten auf der Unterseite, Brustflossen meist mit dem Hinter-
kopfe verwachsen, Augenlieder vorhanden oder fehlen, Schulter-
gürtel ringförmig. Farn. Pristes, Rhinobati, Torpedines, Rajae, Try-
gones, Myliobatae, Cephalopterae. 3. Ordn. Rundmäuler, Cyclosto-
mata. Kiemen ohne Kiemenbogen mit 6 bis 7 Athmungslöchern
oder ein einziges, an den Seiten des Halses, Mund vorn, rund, Na-
senlöcher zu einer einzigen Oeffnung vereinigt; Skelet weichknorpelig,
statt der Kiefer ein Knorpelring, Arterienstiel nicht muskulös, am
Grunde mit zwei Klappen. Fam. Gastrobranchi, Petromyzontes.
G i 1 1 entwickelt nochmals seine Ansicht über die Be-
grenzung und Eintheilung der Klassen der Fische (Vergl.
vorj. Ber. p. 138). The American Naturalist p. 71.
Stieda vertheidigt in einer Abhandlung „Ueber die
Deutung der einzelnen Theile des Fischgehirns" die ältere
Ansicht gegen die Auffassung von Micklucho-Maklay und
Gegenbaur. Zeitschr. für wiss. Zoologie 23. p. 443. Vergl.
auch Journal de Zoologie IL p. 551.
P o u c h e t fand, dass die Nerven, welche die Farben-
zellen in der Haut der Fische erregen, Nerven des Sym-
pathicus sind. Wenn der Fisch blind ist, findet kein Far-
benwechsel mehr statt. Report of the British Association
held at Brighton p. 152.
Vrolik veröffentlichte im Niederländischen Archiv
für Zoologie, herausgegeben von Selenka I. p. 219 — 318
seine bereits im vorj. Ber. p. 140 erwähnte Arbeit über
die Verknöcherung und die Knochen des Schädels der
Teleostei in deutscher Sprache mit einigen Zusätzen.
Als ein Auszug aus der Arbeit von Gill (vergl. vorj.
Ber. p. 138) erschien in Annais nat. hist. XL p. 173 eine
Abhandlung über die Homologien des Schultergürtels der
Dipnoi und der übrigen Fische.
Macdonald: On the homologies of the Vertebral
Skeleton in osseous fishes and in man, abstract. Proc.
Royal Soc. of Edinburg 7. p. 472.
H a s s e hat bei seinen Beobachtungen über die Schwimm-
blase der Fische sich in seiner Ansicht befestigt, dass die
Function der Knöchelchen, welche das Gehörorgan mit der
Schwimmblase bei den Cyprinoiden und Cobitis verbinden,
als Gehörknöchelchen zu bezweifeln sei. Er glaubt viel-
während des Jahres 1873. 175
mehr, dass durch Hülfe dieses Apparates den Thieren der
Füllungszustand der Schwimmblase zum Bewusstsein ge-
bracht werde, um danach ihre Bewegungen, Steigen und
Fallen, reguliren zu können. Verf. geht dann auch auf
eine genaue Beschreibung dieses Apparates bei den Clu-
peiden ein, für die er dieselbe physiologische Bedeutung
in Anspruch nimmt. Anatom. Studien Lp. 583 mit zwei
Tafeln.
Heincke hat eine sehr ausführliche und gründliche
Arbeit „Untersuchungen über die Zähne niederer Wirbel-
thiere" in der Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23. p. 495
veröffentlicht. Den Hauptgegenstand bieten die Zähne der
Cyprinoiden und des Hechtes ; doch sind auch die Zähne
anderer Teleostier berücksichtigt werden, ebenso die Zähne
der Tritonen. Wir müssen hier uns beschränken auf die
Arbeit selbst zu verweisen.
L e g o u i s sucht zu erweisen, dass alle Knochenfische
ein sehr entwickeltes Pancreas haben, und dass das von
Weber 1827 entdeckte Gefässsystem einfach der Ausfüh-
rungskanal der Drüse ist. Annales des sc. nat. 17. Ar-
tikel 8. 107 Seiten mit 3 Tafeln, und 18. Artikel 3. 184
Seiten mit 3 Tafeln.
Baude lot hat den Bau und die Entwiokelung der
Schuppen der Knochenfische untersucht, und seine Resul-
tate in längerer Abhandlung, Archives de Zoologie experi-
mentale IL p. 87, 429, niedergelegt. Im ersten Abschnitte
giebt Verf. das Historische ziemlich vollständig. Im zweiten
folgt die Schilderung der Anatomie der von ihm selbst
untersuchten typischen Schuppen, namentlich von Perca
fluviatilis (sehr ausführlich), Phoxinus laevis, Esox lucius,
Clupea harengus, Anguilla vulgaris, Ophidium barbatum,
Gadus merlangus, Cyprinus carpio, Pleuronectes solea,
Thynnus vulgaris, Mugil capito, Hypostomum ; worauf dann
ein Resume synthetiqne gegeben wird. Es sei hier be-
merkt, dass Verf. die concentrischen Streifen, die er Leisten
nennt, und die nicht immer concentrisch sind, nicht als
die Ränder der Blätterlagen der Schuppe erkannt hat, son-
dern als die Reliefs der Calcificationslinien der äusseren
Schuppenschicht; die Stachelchen der Ctenoiden sind auf
176 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
der Schuppe eingelenkt und von einem Kanäle durchbohrt ;
die Furchen erklärt Verf. für Linien, in deren Niveau die
Calcification der äusseren Lage nicht zu Stande gekommen
ist; er fand auch bei einer grossen Zahl von Schuppen
durchbohrende Kanäle, jedoch nur im hinteren Felde, und
sowohl bei Ctenoiden wie bei Cycloiden, zuweilen von sehr
eigenthümlicher Beschaffenheit, wie z. B. bei Salmosaurus,
sie lassen einen Faden hindurch, den Verf. geneigt ist,
für einen Nervenfaden zu halten, wodurch er auf einen
Vergleich mit den Schuppen der Seitenlinie geführt wird;
im Innern besitzen einige Schuppen Lacunen. Im Resume
hebt Verf. hervor, dass sich alle Schuppen durch einfache
Veränderungen in der Calcification der oberflächlichen
Schicht erklären lassen, dass sie alle von einer idealen ty-
pischen Form abgeleitet werden können, Im dritten Ab-
schnitt wird die Verwerthung der Schuppen für die Classi-
fication erörtert, Kein Charakter für sich kann als Basis
für die Classification dienen, wie der Charakter der Cte-
noiden und Cycloiden keinesweges diese Wichtigkeit hat;
das Zusammenfassen aller Charaktere dürfte jedoch im Auge
zu behalten sein.
Baudelot fand zwischen dem Gewebe der geglie-
derten Strahlen der Schwanzflosse und den Schuppen eine
grosse Aehnlichkeit. In beiden sind kleine Kalkconcre-
tionen mit concentrischen Streifen enthalten. Er geht dann
in dem Vergleiche sogar soweit, dass er die Furchen der
Schuppen als analog den Gliederlinien der Schuppen an-
sieht, und eine bewundernswürdige Uebereinstimmung aller
festen Theile, welche die äussere Bekleidung und die
Stützen der Bewegungsorgane bei den Fischen bilden.
Archives de Zoologie experimentale IL p. XVIII.
His: Untersuchungen über das Ei und die Eient-
wickelung bei Knochenfischen. 1) Ueber das reife Ei von
Knochenfischen, besonders über dasjenige einiger Salmo-
niden, 2) Beobachtungen an den Eierstöcken einiger Kno-
chenfische. Mit 4 Tafeln. Leipzig 1873.
Oellacher hat seine Beiträge zur Entwickelung der
Knochenfische nach Beobachtungen am Bachforelleneie
(vergl. vorj. Ber. p. 141) fortgesetzt. Zeitschr. für wiss. Zoo-
während des Jahres 1873. 177
logie 23. p. 1 — 115. Er handelt im dritten Abschnitte von
der Bildung des Hornblattes bis zum Auftreten der Rücken-
furche, im vierten von der Bildung des Medullarstranges,
der Chorda, der Peritonealplatten, Urwirbelplatten und Ur-
wirbel, und der ersten Anlage des Auges, des Ohres und
der Kiemenhöhle, im fünften von der weiteren Ausbildung
der Urwirbel, des Darmes und der Kiemenhöhle, des Auges
und Ohres, Entwickekmg der Peritoneal- und Pericardial-
höhle, der Kiemenspalten, des Herzens und der Urnieren-
gänge. Vergl. auch Archives de Zoologie experimentale
II. p. LH.
Weil lieferte einen Beitrag zur Kenntniss der Ent-
wicklung der Knochenfische. Er stellte seine Untersuchun-
gen gleichfalls an Forelleneiern an. Wiener Sitzungsber.
65. III. Abth. p. 171.
Malm sprach, Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde 1873.
p. 94, über Häringe (Clupea harengus) und eine Makrele
(Scomber scombrus) mit männlichen und weiblichen Ge-
schlechtsorganen, und möchte solche Monstrositäten als
Zwillingsbildungen ansehen.
K. E. von Baer hält einen Vortrag über zweck-
mässige Bewirthschaftung privater Fischereien. Sitzungs-
ber. der Dorpater Naturforscher-Gesellschaft III. p. 263.
Buchenau zeigte einen Fischregen an, in welchem
eine Menge kleine Weissfische während eines Gewitter-
regens auf und neben den Eisenbahndamm fielen. Man
bringt dies mit einer Wasserhose in Verbindung, welche
sich aus dem 4 Meilen entfernten Steinbilder Meer erhob.
Abhandl. des naturw. Vereins in Bremen III. p. 440.
Hoy berichtete über die grosse Sterblichkeit der
Fische unter dem Eise im Jahr 1871 im Racine River.
Proc. amer. assoc. for the advancement of science 21. p. 198.
In einem Beitrag zur Pathologie der wilden Thiere
beschrieb Wahlgren ein Osteoid-Sarkom von Esox lucius
und Rhachitis von Perca fluviatilis. Öfversigt kongl. Ve-
tensk. Akad. Förhandlingar 1873. No. 8, p. 57.
Europa. Olsson hat 93 Arten Fische Skandinaviens
auf ihre Nahrung untersucht. Acta universitatis Lundensis
1871. No. VII.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg, Bd. 2. M
178 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
Host gab einige Erläuterungen über die Fischerei
an den Farör-Inseln in Tidsskrift for Fiskeri VII. p. 97
— 125. Verf. ist der Ansicht, dass zwar die Fischerei dort
auf einem ganz achtungswerthen Standpunkte stehe, je-
doch noch lange nicht die Reichthumsquelle biete, welche
sie sein könnte und müsste. Während Norwegen im Jahr
1870 Fischwaaren im Werth von 20 Millionen Reichsthaler
ausführte, werde von den Faröern nur für 200000 Reichs-
thaler ausgeführt, also etwa lOOmal weniger, wobei freilich in
Betracht kommt, dass Norwegens Bevölkerung 170mal, und
das Areal 230mal grösser ist. Es kommt darauf an, ein
geordnetes System in der Fischerei zu bekommen, eine
bessere Behandlung der gefangenen Fische, nebst besseren
Fanggeräthschaften, und in Verbindung damit müsste man
sich auf einen erweiterten Häringsfang legen, bessere Ver-
packung, Einsalzung, bessere Thransiederei, Fabrikation
von Fischguano, Ausführung frischer Fische nach Eng-
land u. s. w.
C ollin lieferte ib. p. 126 einen Beitrag zur Kennt-
niss der Fischereien Dänemarks, wobei er vornämlich die
verschiedenen Fangmethoden und Fanggeräthschaften ins
Auge fasste. Seine Erfahrungen sammelte er in Skagen
und Gammel Skagen.
Soubeiran: Ueber die holländische Häringsfischerei
ib. p. 149 aus Bull, de la soc. imp. d'acelimatation II. 1869.
Feddersen übersetzte ib. p. 163 den officiellen Be-
richt über die holländische Fischerei im Jahr 1870.
Anderson berichtete ib. p. 172 über die Fischerei
in Limfjorden vom 1. April 1871 bis zum 3. März 1872.
B rammer desgleichen ib. p. 175 über die Fischerei
bei Halsnaes im Jahr 1872.
Oster bol: ib. p. 195, über die Fischerei in Agger
im Herbst 1872..
Zu der ichthyologischen Fauna der süssen Gewässer
auf den Faroeer-Inseln erhielten wir einen Beitrag von v.
Willemoes-Suhm, mit einem Zusatz von v. Siebold.
Es finden sich in den dortigen Seen: Salmo salvelinus L.
=== Salmo alpinus L., Trutta fario, Trutta trutta, Gastero-
steus semiarmatus Cuv. Varietät des G. aculeatus und ganz
während des Jahres 1873. 179
junge Anguilla vulgaris. Zeitschr. für wissenscb. Zoologie
23. p. 349.
Spence Bäte gab ein Verzeichniss von 49 Fischen,
die bei Plymouth gefangen sind. Report of the 42. Mee-
ting of the British association held at Brighton p. 49.
Möbius macht in dem Bericht über die Ostseeexpe-
dition während des Sommers 1871. p. 140 interessante An-
gaben über die Nahrung der Häringe und einiger anderen
Fische. Die Zahl der von Häringen gefressenen Temora
longicornis grenzt ans Fabelhafte, da die Zahl derselben
in den an einem Tage gefangenen Häringen auf 2400 Mil-
lionen geschätzt wird. — In der Ostsee wurden während
der Expedition 18 Arten Fische gesammelt, nämlich 2 Syn-
gnathus, 1 Clupea, 2 Rhombus, 3 Platessa, 1 Gadus, 2 Cottus,
1 Aspidophorus, 2 Gasterosteus, 2 Gobius, 1 Cyclopterus
und 1 Gunellus. — Daran schliesst sich p. 155 ein Bericht
von Hensen betreffend den Fischfang auf der Expedition.
Die Zahl der gefangenen Arten wird hier auf 20 ange-
geben, wozu noch 4 auf den Märkten gekaufte hinzu-
kommen. Verf. fügt ferner einige Notizen über den Ma-
geninhalt, so wie über die auf den Märkten vorgefundenen
Fische hinzu.
Fric sagt, dass in keinem der Böhmerwaldseen eine
Spur von Fischen vorkommt, meint aber, dass sich der
Plöckensteiner See ganz vorzüglich zur Forellenzucht eignen
würde. Sitzungsber. der böhm. Ges. der Wissensch. in
Prag 1873. p. 108.
Die Falkensteiner Höhle, ihre Fauna und Flora, ein
Beitrag zur Erforschung der Höhlen im schwäbischen Jura
mit besonderer Berücksichtigung ihrer lebenden Fauna von
Sigmund Fries. Württembergische naturw. Jahreshefte
30. p. 86. Verf. hat keine Fische gefunden, zählt aber die
Angaben anderer Schriftsteller auf, dass daselbst schwarze
Forellen vorkommen.
Bei Gelegenheit der Beschreibung eines neuen Gobius
aus einem Graben, der das Wasser aus der Altofner Therme
in die Donau entsendet, giebt Kriesch an, dass in dem-
selben Graben noch vorkommen: Squalius cephalus, Scar-
dinius erythrophthalmus, Gobio fluviatilis, Carassius vul-
180 T rose hei: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
garis, Cyprinus carpio, Esox lucius und Lota vulgaris.
Verhandl. zool. bot. Ges. in Wien 23. p. 376.
Der dritte Theil der Fauna d'Italia enthält die Fische,
Milano 1873, bearbeitet von Canestrini. Diese Arbeit
zerfällt in zwei Abschnitte. Der erste behandelt die Fische
des süssen Wassers, der zweite die marinen Fische. Die
49 Süsswasserfische vertheilen sich in 16 Familien und
31 Gattungen. Von ihnen leben 36 ausschliesslich im
süssen Wasser; 8 werden im süssen Wasser geboren, stei-
gen zu den Flussmündungen hinab und kommen auch ins
Meer; 4 Arten werden im süssen Wasser geboren, leben
auch im Brackwasser, gehe*n aber nicht ins Meer; 1 Art
(Anguilla vulgaris) wird im Meere geboren und steigt
' regelmässig in die Flüsse. — Die marinen Fische nehmen
den bei weitem grösseren Theil des Buches ein p. 37 —
205. Verf. unterscheidet hier 12 Ordnungen, von denen
vier in je zwei Unterordnungen gespalten werden, nämlich
I. Dipnoi, 2. Ganoidei mit den Unterordn. Chondrostei und
Holostei, 3. Plagiostomi mit den Unterordn. Selachia und
Kajina vertreten durch 61 Arten, 4. Holocephali, 1 Art,
5. Acanthopteri, 136 Arten, 6. Dendropteri, 40 Arten,
7. Aulostomidae mit den Unterordn. Aulostomi und Lopho-
branchi, zusammen 14 Arten, 8. Plectognathi mit den Un-
terordn. Sclerodermi und Gymnodontes, zusammen 8 Arten,
9. Haplopteri (Farn. Gasterosteini, Cottini, Uranoscopini,
Pediculati, Echeneini, Gadini, Macrourini, Pleuronectini,
Gobiini, Callionymini, Blenniini, Lepadogastrini, Trichiu-
rini, Ophidini, Cepolini, Trachypterini, Lophotini, Lepto-
cephalini), zusammen 107 Arten, 10. Dermopteri, 10 Arten,
II. Cyclostomi, 12. Leptocardii, 1 Art. — Alle Arten sind
charakterisirt und Bemerkungen über Vorkommen und Le-
bensweise beigefügt.
In einem von der k. k. Seebehörde bei Gelegenheit
der Weltausstellung in Wien herausgegebenen Special-Ca-
talog der von der österr. Handelsmarine etc. ausgestellten
Gegenstände wird p. 201 über die Fischerei im adriatischen
Meere, deren Unzukömmlichkeiten, Mittel zur Hebung u. s. w.
gehandelt, und das Gesammt-Ergebniss auf 1 Million Gul-
den veranschlagt. Die Conservirung der Sardellen wird
während des Jahres 1878. 181
beschrieben, sowie Geräthe und sonst allerhand auf die
Fischerei bezügliches. Endlich werden die Producte der
Seefischerei aufgezählt. Von Fischen sollen im adriatischen
Meere über 300 Arten vorkommen, von denen 120 nam-
haft gemacht werden.
Africa. De Brito Capello hat ein erstes Verzeich -
niss der Fische von Madeira, den Azoren und den portugi-
sischen Besitzungen in Africa, soweit sie sich im Museum
zu Lissabon befinden, zusammengestellt, und 145 Arten
aufgezählt. Jornal de sciencias mathem. phys. e nat.
No. 13. Lisbon 1872.
Hanoteau und Letoureux bezeichnen die Fisch-
fauna Kabyliens als arm. Die Flüsse und Sümpfe haben
im Sommer kein Wasser, Seen giebt es nicht. Unterhalb
des Passes von Akfadou soll ein Fisch aus der Gattung
Salar leben ; in Isser, Sebaou und ihren Nebenflüssen leben
nur zwei Arten, Barbus callensis und Anguilla vulgaris;
Clupea finta und Mugil cephalus steigen bis 40 Kilom. in
die Flüsse. Die marinen Fische unterscheiden sich nicht
von denen Algeriens. La Kabylie I. p. 161.
Günther beschrieb fünf neue Fische aus Angola,
deren Namen unten angegeben sind. Annais nat. hist
XII. p. 142.
Günther fügt der Fauna von Zanzibar 8 Arten Fische
hinzu. Annais nat. hist. XII. p. 182.
Das Verzeichniss der von Issel im rothen Meer ge-
sammelten Fische enthält 80 Arten. Viaggio nel Mar Rosso
e tra i Bogos 1872. p. 126.
Asien. D ay verzeichnete 18 durch Stoliczka in Kachh
gesammelte Fische mit ihren Localnamen. Sie gehören
folgenden Gattungen an : 1 Gobius, 1 Ophiocephalus, 3 Cy-
prinodon, die erste in Indiens süssen Gewässern aufge-
fundene Art neu, 1 Haplochilus, 1 Discognathus, 2 Labeo,
3 Cirrhina, 4 Barbus, 1 Nuria, 1 Rasbora, 1 Chela, 1 Ma-
crones. Journal Asiat. Soc. 41. p. 258.
Günther lieferte einen Bericht über eine Sammlung
chinesischer Fische, die durch Swinhoe aus Shanghai ein-
gesandt worden sind. 59 Arten sind verzeichnet, darunter
mehrere neue. Annais nat. hist. XII. p. 239. — Desgleichen
182 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
über eine Sendung desselben Reisenden von 11 Arten aus
Cheefoo. Ib. p. 377,
Day beschrieb einige neue oder unvollständig be-
kannte Fische von Indien und Burma. Proc. zool. soc.
p. 107. — Ebenso einige neue Arten aus Indien. Journal of
the Linnean Society XI. p. 524. — Ferner einige neue oder
unvollständig bekannte Fische aus Indien. Proc. zool. soc.
p. 236. Die letzteren sind Ophiocephalus nricropeltes Cuv.
und Aesopia cornuta Cuv. — Desgleichen einige neue Fische
aus Indien. Proc, zool. soc. p. 704.
Day hat aus den wieder aufgefundenen Manuscripten
von Buchanan einige Auszüge gegeben, die sich auf die
Ichthyologie von Bengalen beziehen, da sie den Schlüssel
zu seinen unpublicirten Zeichnungen bilden. Sie beziehen
sich auf Labeo ourchius, Cyprinus reba, ariza, chagunio
== Barbus beavani Gthr. u. s. w. Proc. zool. soc. p. 743.
Australien. Günther hat im Journal des Museum
Godeffroy Heft III begonnen, die Fische der Südsee zu
bearbeiten. Die Veranlassung dazu gab eine Sammlung
von 470 Abbildungen nach dem Leben gemalter Fische
der Südsee, die von Mr. Andrew Garrett angefertigt wur-
den. Günther erkennt die Genauigkeit der Abbildungen
in Bezug auf das Colorit vollständig an, hat dagegen ge-
wisse Structurverhältnisse, z. B. die Zahl und Richtung
der Schuppenreihen nach conservirten Exemplaren ver-
bessert. Er beschränkt sich jedoch nicht auf die Garrett'-
schen Abbildungen allein, sondern zieht alle bekannten
Südseefische in seinen Bereich. Die hier behandelte Fisch-
Fauna dehnt sich über die Bereiche aus, welche man ge-
wöhnlich Polynesien und Micronesien nennt, während die
Fidschi-Inseln, sowie ganz Melanesien ausgeschlossen sind,
da sich hier bereits die Australische Fauna schon ganz
deutlich zu erkennen giebt. In diesem ersten Abschnitte
sind verzeichnet 13 Serranus, 1 Plectropoma, 3 Grammistes,
10 Mesoprion, 1 Aprion, 1 Aphareus, 1 Priacanthus, 1 Am-
bassis, 11 Apogon, 1 Chilodipterus, 1 Dules Die Abbil-
dungen, 31 Arten auf 20 Tafeln, glänzen in schönster Far-
benpracht. Die fünf neuen Arten sind unten namhaft ge-
macht.
während des Jahres 1873. 188
Günther beschreibt im Journal des Museum Go-
deffroy IL p. 97 einige neue Fische. Einige Jugendformen
bieten grosses Interesse; es scheint, als ob in ihnen Cha-
raktere auftreten, die mit dem weiteren Fortschritt unserer
Kenntniss derselben für die systematische Eintheilung der
Acanthopterygier von grossem Gewichte sein dürften. So
könnte, meint Verf., für die Familie der Squamipennes die
mächtige Entwicklung von Schulterplatten in der Jugend
charakteristisch sein, was sofort für die Ausscheidung von
Gattungen entscheidend wäre.
In Brenchley .,Jottings during the cruise of H. M.
S. Curacao among the South Sea Islands in 1865. London
1873" hat Günther p. 409 die Fische bearbeitet. Er
giebt ein Verzeichniss der Fische von den Salomons-Inseln
mit 68 Arten, und ein gleiches der Fische von Misol mit
85 Arten. Neue oder unvollkommen bekannte sind be-
schrieben und abgebildet. Die neuen Arten werden unten
namhaft gemacht.
Bleeker hob die Zahl der von den Aru-Inseln be-
kannten Fische auf 89 Arten. Verslagen en Mededeelingen
koninkl. Akad. van Wetenschapen VII. p. 35. Troisieme
notice sur la faune ichthyologique des iles Arou.
Hut ton machte kritische Bemerkungen über einige
Neu-Seeländische Fische, und beschrieb dabei einige neue
Arten. Annais nat. hist. Xll. p. 400.
Die Proceedings of the zoolog. and acclimatisation
Soc. of Victoria I. 1872 sind mir noch nicht zugänglich
geworden. Ich ersehe aus dem Journal de Zoologie IL
p. 47, dass darin eine Arbeit von de Castelnau p. 29—
248 enthalten ist: Contributions a l'ichthyologie de l'Au-
stralie, worin er 148 Arten aus der Gegend von Victoria
beschreibt. Darunter finden sich 7 neue Gattungen : Mu r-
rayia und Riverina aus der Familie Pristipomatidae,
Neotephraeops aus der Familie Sparidae, Neoplaty-
cephalus aus der Familie Triglidae, Neosphyraena
aus der Familie Sphyraenidae, Richardsonia aus der
Familie Scombridae, Tribus Histiophori, und Neomq^r-
daica aus der Familie Petromyzonidae. — Ferner werden
27 Fische aus dem Meerbusen von Saint- Vincent in Austra-
184 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
lien hinzugefügt. Unter ihnen finden sich ebenfalls neue
Gattungen: Aploactisona verwandt mit Aploactis Ri-
chards., Vincentia wie Cheilodipterus aber ohne Hunds-
zähne, Heteroscarus aus der Familie Scaridae, Ophi-
clinus, Heteroclinus. Wenn es mir gelingt, Einsicht
in diese Zeitschrift zu erhalten, werde ich nicht verfehlen
im nächsten Jahresberichte die Charaktere der neuen Gat-
tungen und die Namen der neuen Arten nachzuholen.
Krefft zeigt an, dass Salmo salar noch nicht mit
Erfolg in Tasmania acclimatisirt sei. Er räth Californische
Salmen-Eier zu versuchen. Die importirten Karpfen, Schlei-
hen und der Europäische Barsch seien zu Grunde gegangen.
Annais nat. hist. XL p. 315.
America. Cope brachte einen Beitrag zur Ichthyo-
logie von Alaska, nach einer Sammlung des Prof. David-
son, die nur aus 16 Arten bestand, von denen jedoch die
meisten als neu erkannt wurden. Proc. Amer. Philos. Soc.
XIII. p. 24.
Dali nennt in „Alaska and its resources, Boston
1870. p. 579" 16 marine und 19 Süsswasserfische.
Baird äusserte sich über die Abnahme der Fische
an der Küste von Neu-England und namentlich von Maine.
Er verlangt besonders gute Fischwege, um den Fischen
das Aufsteigen in die Flüsse zu erleichtern. The American
Naturalist p. 423.
Putnam hat die europäischen Liparis lineatus und
Montaguii auch an der Küste von Massachusetts gefunden.
Proc. Boston Soc. XVI. p. 114.
Der Abschnitt über die Fische in Leith Adams
Field and Forest Rambles, with notes and observations on
the natural history of eastern Canada, London 1873. p. 199
beschäftigt sich vornämlich mit Salmo Gloveri, confinis
und verwandten Salmonoiden. Die beiden genannten Arten
sind in Holzschnitt abgebildet. Das Verzeichniss der in
Neu-Braunschweig lebenden Fische p. 304 enthält 1 13 Species.
Levy hat in ., Notas geograficas y economicas sobre
la republica de Nicaragua Paris 1873" auch über die Fisch-
fauna Nachricht gegeben. Es werden nur einige der häu-
figsten genannt.
während fies Jahres 1873. 185
Acantliopteri.
Percoidei. Percichthys Goäeffroyi Günther, Journal des Museum
Godeffroy II. p. 97, von Iquique.
Serranus socialis Taf. 8. fig. B, medurensis Taf. 9. fig. A,
howlandi Taf. 9. fig. B, Günther, Journal des Museum Godeffroy
III. p. 7, aus der Südsee.
Epinephelus ianthinopterus und miltostigma, Bieeker Verslagen
en Mededeelingen koninkl. Akad. VII. p. 45, von Celebes und Am-
boma. — Dabei wird angegeben Serranus moara Schi. = E. ne-
bulosus Blkr.: Serranus leopardus, zanana und spilurus C. V. = E.
leopardus Blkr. ; Serranus altivelioides Blkr. == E. corrallicola Blkr. ;
E. fuscoguttatus Blkr. = Serranus horridus K. v. H. ; E. summana
Blkr. = Serranus polystigma Blkr.; Holocentrus albofuseus Lac,
Serranus Gaimardi, Quoyanus und miliaris C. V., Serranus Sebae
und maculatus Blkr., Serranus albofuseus Gthr.. Serranus longispinis
Kner = Epinephelus maculatus Blkr.
Mesoprion Garretti Günther, Journal des Museum Godeffroy
III. p. 15. Taf. 13. Fig. B, von den Kingsmill-Inseln.
Lut Janas öligölepis Bieeker, Verslagen en mededeelingen ko-
ninkl. Akad. VII. p. 43, aus dem Indischen Archipel. — Hierbei
fügt Verf. einige Berichtigungen der Synonymie an : Lutjanus vitta
Blkr. nicht verschieden von Mesoprion Ophuysenii Blkr.; Lutjanus
erythropterus Bl. = Mesoprion Caroui C. V. = Diacope lineolata
Rüpp. und Serranus nouleny C. V.; Mesoprion Bleekeri Gthr. =
Serranus biguttatus C. V. und soll nun Lutjanus biguttatus heissen;
Lutjanus amboinensis Blkr. = Diacope rufolineata C. V.; Lutjanus
dodecacanthus Blkr. = L. malabaricus Blkr.; Diacope bitaeniata =
Lutjanus lunulatus Bl. S. ; Mesoprion monostigma C. V. ? Blkr. =
Lutjanus lioglossus Blkr.; Mesoprion gembra C. V. = Sciaena ar-
gentimaculata Forsk. = Mesoprion taeniops C. V. und soll nun
Lutjanus argentimaculatus genannt werden.
Bieeker erklärt, Verslagen en Mededeelingen konkl. Akad.
VII. p. 44, Chaetopterns Schi, Pristipomoides Blkr., Sparopsis Kner.
Platyinius Gill und Aprion G. V. für identisch. Der Name Aprion
hat die Priorität. — Mesoprion microchir Blkr. und Sparopsis elon-
gatus Kner sind synonym mit Aprion virescens C. V. — Etelis ist
nahe verwandt mit Aprion und generisch nicht verschieden von
Elastoma Swns., Hesperanthias Lowe und Macrops C. Dumeril.
Bieeker unterwarf, Verslagen en Mededeelingen koninkl.
Akad. VII. p. 233. die indischen Arten der Gattungen Diapterus
und Pentaprion einer Revision. Dieselben bilden die Gruppe Ger-
reini, die Verf. in die Abtheilung der Barsche versetzt. Die Gat-
tungen Gerres, Diapterus und Synistius, welche Gill unterscheidet,
186 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
erscheinen nicht haltbar, da sie nur auf Zähnelung des Vordeckels,
und grössere oder geringere Entwickelung der Dornen in der Dorsale
und Anale beruhen. Die 12 Arten Diapterus und 1 Pentaprion
werden dann beschrieben.
Apogon Graeffii Günther, Journal des Museum Godeffroy III.
p. 22. Taf. 20 Fig. E, von der Bostoninsel in der Marschall-Gruppe.
Chüodipterus truncatus Günther, bei Brenchley 1. c. p. 418,
von Misol.
Bleeker revidirte die indischen Arten der Gattung Moro-
nopsis Gill (Paradules Blkr.). Er nimmt drei Arten an: M. tae-
niurus Gill, ciliatus Gill und rupestris Gill. Archives neerlandaises
des sc. exactes et naturelles publ. par la soc. ä Harlem VII. 1872.
p. 373.
Vaillant stellt die Etheostomata Agass. zn den Percoiden.
Comptes rendus 76. p. 1423.
Trachinidae. Hutton unterscheidet Kathetostoma monopte-
rygium und maculosa als zwei verschiedene Species. Annais nat.
hist. XII. p. 400.
Leptoscopus angusticeps Hutton, Annais nat. hist. XII. p. 401,
von Neu-Seeland.
Percis alboguttata Günther, bei Brenchley, 1. c. p. 422, von
Misol.
Girrhitidae. Cirrhitichthys Bleekeri Day, Proc. zool. soc. p. 705.
von Madras.
Gataphracti. Kaup hat nochmals seine eigenthümlichen syste-
matischen Ansichten in unserem Archiv p. 70 zu beleuchten und
zu beweisen versucht, seine letzte Arbeit, wie er mir schrieb, und
die auch wohl wirklich seine letzte vor seinem Tode gewesen ist.
Er knüpft sie an die Familie Triglidae, aus der er mit den Bery-
ciden die zweite Ordo Sternichthyes bildet.
Chirus balias, ordinatus und trigrammus Cope, Proc. Amer.
philos. soc. XIII. p. 28, von Alaska.
Sebastes nigromaculatus Günther, Annais nat. hist. XII. p. 377,
von Cheefoo.
Cottus pollux Günther, Annais nat. hist. XII. p. 240, von
Japan.
Dybowski beschreibt den Comephorus baicalensis Pall. nach
Untersuchung lebender Exemplare, und weist ihm die systematische
Stellung bei den Cottoiden an, von denen er sich hauptsächlich
durch die Bezahnung und den völligen Mangel der Bauchflossen
unterscheidet, in ihrem ganzen Habitus aber und ihrem anatomischen
Charakter mit ihnen übereinstimmt. Verf. stellt die Angaben über
die Lebensweise dieses merkwürdigen Fisches zusammen. Verhandl.
zool. bot. Ges. in Wien p. 475.
während des Jahres 1878. 187
Lepidotrigla microptera Günther, Annais nat. hist. XII. p. 241,
von Shanghai.
Gill fand den Scombrocottus salinoneus Peters (vergl. vorj.
Ber. p. 151) identisch mit Anoploporna fimbria Gill, Gadus fimbria
Pall., Anoploporna mcrlaugus Ayres, und bringt diesen Fisch in die
Familie der Cataphracten, namentlich der Chiridae. Proc. California
Acad. V. p. 56: Annais nat. hist. XII. p. 74.
Gasterostei. Landois bildete das Nest von Gasterosteus pun-
gitius ab und schilderte seine Lebensweise. Natur und Offenbarung
XVII. p. 169.
Sciaenoidei. Umbrina imberbis Günther, Journal des Museum
Godeffroy II. p. 101, von Iquique.
Otolithus brunneus Day. Journal of the Linnean Soc. XI. p. 524,
von Bombay.
Pristipomatidae. Scolopsis xenochrous Günther, bei Brenchley
1. c. p. 420, von Misol.
Sparoidei. B 1 e e k er giebt dem Gattungsnamen Synagris Klein
das Prioritätsrecht vor Dentex Cuv., und verwendet den Namen
Dentex für die Arten, die Günther mit Synagris bezeichnete (ist
geeignet Verwirrung zu veranlassen); ausserdem trennt er noch
Gymnocranius Kluuzinger generisch ab. Als neu werden beschrieben:
Dentex (Synagris Gthr>y) hypselognathus und isacanthus; Dentex sun-
danensis und gracilis ; Gymnocranius frenatus alle aus dem indischen
Archipel. Verslagen en Mededeelingen koninkl. Akad. VIII. p. 40.
Bleeker erklärt ib. p. 41 Pentapus und Heterognathodon
für dieselbe Gattung; letztere haben nur einen gezahnten Vordeckel.
Pentapus aureolineatus unterscheidet sich nicht allein durch die ge-
zähnte Leiste des Oberkiefers, sondern auch das Fehlen von Schuppen
auf Scheitel und Stirn, Verf. nennt diese Gattung Gnathodentex.
Scolopsides caninus C. V. nennt Bleeker ib. p. 43 Pentapus
caninus.
Squamipennes. Günther bildete eine neue Form von Tho-
lichthys aus dem atlantischen Ocean in Holzschnitt ab, die er für
den Jugendzustand von Pomacanthus halten möchte. Journal des
Museum Godeffroy II. p. 98.
Labyrinthici. Joly: Etudes sur les moeurs, le developpement
et les metamorphoses d'un petit poisson chiaois du genre Macro-
pode (Macropodus Paradisi) Mem. de l'Acad. des sc, inscriptions et
belles-lettres de Toulouse V. p. 312; Journal de Zoologie II. p. 544.
Verf. hat die Eier erst 8 Stunden nach der Geburt beobachtet, be-
schreibt von da an jedoch das Auftreten der einzelnen Organe von
Tag zu Tag. Sechzig Stunden nach dem Ablegen der Eier schlüpft
das Junge aus. Verf. schreibt ihm eine Metamorphose zu.
Gymnallabes apus Günther, Annais nat. hist. XII. p. 142, aus
Angola. Diese Form ist von Gymnallabes typus Gthr. 1867 so ver-
188 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
schieden, dass Verf. sie mindestens als Subgenus betrachten möchte,
dem er den Namen Channallabes beilegt Kopf, Körper und
senkrechte Flossen wie bei G. typus, aber die paarigen Flossen
fehlen.
Smith bestimmte einen Fisch von Old Calabar als Ophio-
cephalus dbscurus Gthr. und beschrieb die Abweichungen von dem
Günther'schen Fische. Proc. Royal Soc. of Edinburgh VIII. p. 89.
Scomberoidei- Cybium gracile Günther, Annais nat. hist. XII.
p. 378, von Cheefoo.
Cubiceps pauciradiatus Günther, bei Brenchley 1. c. p. 420,
von Misol.
Centrolophus rotundicauda Costa, Annuario del Museo zoo-
logico di Napoli VI. p. 84. Tav. I, aus dem Golf von Neapel.
Caranx Bidii Day, Proc. zool. soc. p. 237, von Madras.
Trichiuridae. Thyrsites micropus M'Coy, Annais nat. hist. XI.
p. 338, von Tasmania.
Günther bildet im Journal des Museum Godeffroy II. p. 98
einige sehr junge Fische ab, die er für Jugendzustände der Gattungen
Xiphias und Histiophorus hält. — Weiter theilte Günther ib. IV.
p. 88 mit, dass das früher (p. 98) von ihm für einen jungen Xiphias
gehaltene Fischchen der Gattung Histiophorus angehöre, und be-
schreibt ein noch jüngeres Stadium von Xiphias, als er früher be-
schrieben hat. Die Differenzen der Jugendstadien von Xiphias und
Histiophorus werden hervorgehoben.
Labroidei. Spence Bäte theilte mit, dass das Männchen von
Labrus mixtus ein Weibchen erwählt und dasselbe regelmässig be-
gleitet. Er hat sich überzeugt, dass Labrus mixtus und eine andere
Art (the spotted Wrasse) dieselbe Species sind. Das Männchen verliert
die schöne Färbung und wird dem Weibchen ähnlich ; daher scheint
es die blaue Farbe nur zur Laichzeit anzunehmen. Quarterly Journ.
micr. science XII. p. 402.
Choerops maeander von Cebu und unimaculatus von Cavite,
Cartier, Verh. phys. med. Ges. in Würzburg V. p. 102. — Ch. Brench-
leyi Günther, bei Brenchley 1. c. p. 426. von Misol.
Cheilinus rostratus Cartier, Verh. phys, med. Ges. in Würzburg
V. p. 103, von Cebu.
Platyglossus pseudogramma von Bohol. reticulatus und alter-
nans von Cebu, ubayensis von Bohol. Cartier, Verh. phys. med.
Ges. in Würzburg V. p. 103.
Novacula rufa Day, Proc. zool. soc. p. 238, von Madras.
Julis truncatus Cartier, Verh. phys. med. Ges. in Würzburg
V. p. 105, von Cebu.
Pseudoscarus margaritus Cartier, Verh. phys- med. Ges. in
Würzburg V. p. 105, von Cebu.
während des Jahres 1873. 189
Pomacentridae. Amphiprion boliolensis Cartier, Verh. der phys.
med. Ges. in Würzburg V. p. 96, von Bohol.
Pomacentrus Jerdoni Day, Proc. zool. soc. p. 237, von Madras.
— P. ovoides und punctato-lineatus von Bohol. Cartier, Verh. d.
phys. med. Ges. in Würzburg V. p. 98.
Glyphidodon mutabilis von Cebu, taenioruptus von Bohol.
Cartier, Verhandl. phys. med. Ges. zu Würzburg V. p. 100.
Chromides. Bleeker beschrieb Cichla temensis Humb. (C.
tucunare Heck.) und bildete sie ab. Verslagen en Mededeelingen
koninkl. Akad. van Wetenschapen VII. p. 32.
Haplopteri.
Taenioidei. In dem Report of the Montrose natural-history
and antiquarian Society for 1873 ist die Beschreibung eines Tra-
chypterus arcticus enthalten, welcher in der Nähe von Montrose
gefangen wurde. P]r war 8'/2 Zoll lang. Annais nat. hist. XII. p. 77.
Costa hat den Krohnius filamentosus Cocco (vergl. Ber. ü.
d. J. 1871. p. 113) im Annuario del Museo zoologico V. p. 41. pl. 1.
fig. 1 abgebildet. Cocco's Exemplar war verstümmelt, das vor-
liegende hatte einen Schwanzfaden doppelt so lang wie der Körper
und überhaupt eine ziemlich seltsame Gestalt.
Costa bildete, ib. VI. p. 88. Tav. II. Fig. 1, einen seltsamen
Fisch ab, den Gasco im Bullettino dell' Associazione de' Natura-
listi e Medici No. 4 Vexillifer de Filippii genannt hatte. Er hält
ihn gleichfalls für den Jugendzustand eines grösseren Fisches aus
der Familie der Taenioiden.
Gobioidei. Gobius nigroocellatus Günther, Journal des Museum
Godeffroy II. p. 101, von Nord-Australien. — G. nuchifasciatus
Günther, ib. IV. p. 90, von Bowen. — G. Masoni, ocellatus, plani-
frons Day, Proc. zool. soc. p. 107, von Bombay. — G. rubromaculatus
Kriesch, Verhandl. zool. .bot. Ges. in Wien 23. p. 371, Taf. VI, in
einem Graben an der Altofner Therme in Ungarn.
Lophiogobius n. gen., Günther^ Annais nat. hist. XII. p, 241,
Körper ziemlich langstreckig mit massigen Schuppen, Kiemenspalten
ziemlich weit ; Kopf gross, deprimirt, Mundspalte weit, Kiefer mit
einer Reihe ziemlich grosser, horizontaler, entfernter, nicht von den
Lippen bedeckter Zähne; eine Reihe sehr kleiner Zähne innerhalb
der äusseren Reihe; Gaumen zahnlos; die stachlige Rückenflosse
getrennt von der weichen, mit 7 Stacheln, von denen der erste
steif und stechend; Ventralen verwachsen, nicht an dem Bauch an-
hängend; Pseudobranchien. L. ocellicauda von Shanghai.
Euctenogobius cristatus Day, Proc. zool. soc. p. 109, von
Bombay.
190 Tro8chel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
Amblyopus Buchanani Day, Proc. zool. soc. p. 110, von
Calcutta.
Eleotris Swinhonis Günther, Annais nat. hist. XII. p. 242, von
Shanghai.
Callionymus olidus Günther, Annais nat. hist. XII. p. 242, von
Shanghai.
Blenniüidei. Blennius SteindachneriJ)2iy, Proc. zool. soc. p. 110,
aus Sind.
Salarias coronatus Günther, bei Brenchley 1. c. p. 424, von
den Salomonsinseln.
Xiphidium cruoreum Cope, Proc. Amer. philos. soc. XIII.
p. 27, von Alaska.
Centronotus laetus Cope, Proc. Amer. philos. soc. XIII. p. 27,
von Alaska.
Tripterygium atrogulare Günther, Journal des Mus. GodefFroy
IV. p. 91, von Bowen.
Anacanthini.
Gadopsidae. Bathymaster n. gen., Cope, Proc. Amer. philos.
soc. XIII. p- 31. Verschieden von Gadopsis durch fünfstrahlige
Ventralen und die grossen Pseudobranchien. Dorsale lang, von der
Caudale getrennt; Caudale abgerundet, Schuppen ctenoid; Zähne in
einer Binde am Zwischenkiefer, die Aussenreihe grösser, am Unter-
kiefer nur nahe der Symphysis vielreihig, die Innenreihe grösser ;
eine schmale Reihe Vomer- und Gaumenzähne. B. signatus von
Alaska.
Gadoidei. Baudelot fand den dorsalen Zweig des Nervus
patheticus, den er bei Gadus merlangus beschrieben hatte, auch bei
den übrigen Gadus-Arten, und selbst bei Gadus Iota. Archives de
Zoologie experimentale II. p. LI.
Gadus periscopus und auratus Cope, Proc. Amer. philos. soc.
XIII. p. 30, von Alaska.
Ophidlni. Ammodytes alascanus Cope, Proc. Amer. philos.
soc. XIII. p. 30, von Alaska.
Pleuronectae. Reichert sprach sich über den asymmetrischen
Bau, vornehmlich des Kopfes und Obergesichts der Pleuronectiden
aus. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde in Berlin 1873. p. 83.
Pseudorhombus Swinhonis Günther, Annais nat. hist. XII.
p. 379, von Chefoo.
Pleuronectes perarcuatus Cope, Proc. Amer. philos. soc. XIII.
p. 32, von Alaska.
Glyptocephalus acadianus Gill, Proc. Philadelphia p. 360, von
während des Jahres 1873. 191
der Küste von Maine. Nur ein Exemplar wurde gefangen, das erste
Beispiel, dass auch diese Gattung in Amerika vorkommt.
Bhombosolea retiaria Hutton, Annals nat. hist. XII. p. 401,
von Neuseeland.
Cynoglossus robustus und gracilis Günther, Annais nat. hist.
XII. p. 243, von Shanghai. — C. semilaevis Günther, ib. p. 379, von
Chefoo. — C. dubius Day, Journal Linnean Soc. XI. p. 524, von
Gwadur.
Scomberesoces.
Scomberesoces. Hemirhamphus cirrhatus Day, Proc. zool. soc.
p. 709, von Bombay.
Physostomi.
Siluroidei. Houghton hat sich in eine Erörterung über den
Silurus und Glanis der alten Griechen und Römer eingelassen. Ea
scheint ihm, als hätten die Römer und Griechen verschiedene Arten
von Sifuroiden gekannt, bald unter dem Namen Silurus, bald unter
dem von Glanis. Sie erwähnen sie nicht als Fische Griechenlands
und Italiens, wo auch keine Fische dieser Familie vorkommen.
Annais nat. hist. XI. p. 199.
Silurus Dukai Day, Proc. zool. soc. p. 239, von Darjeeling.
Günther vereinigt die Gattungen Liocassis und Pseudobagrus
Bleeker mit Macrones und beschreibt zwei neue Arten Macrones te-
nuis und taeniatus von Shanghai. Annais nat. hist. XII. p, 244.
Day beschreibt, Proc. zool. soc. p. 111, Batasio affinis Blyth
und Bagrus leucophasis Blyth als der Gattung Macrones angehörig.
Synodontis Bobbianus Smith, Proc. Royal Soc. of Edinburgh
VIII. p. 92, von Old Calabar mit Abbildung.
Lütken beschrieb, Overs. over d. k. V. Vidensk. Selsk. Forh.
1873, folgende neue Welse aus Central-Brasilien, die von Reinhardt
in der Provinz Minasgeraes bei der Stadt Lagoa Santa gesammelt
waren: Trichomycterus brasiliensis Reinh., Plecostomus lima Reinh.,
PI. Francisci Ltk., Boras marmoratus Reinh., Auchenipterus lacustris
Reinh., Glanidium albescens n. gen., Bagropsis Beinhardti n.
gen., Pimelodus Westermanni Reinh., Pseudorhamdia für Reinh.,
Ps. vittatus Kr., Bhambia microcephala Reinh., Bh. minuta Ltk.
Die beiden neuen Gattungen haben folgende Diagnosen:
Glanidium n. gen. Doridinum, differt a Centromochlo ca-
pite haud galeato. Caput cute molli obtectum; fissura branchialis
192 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
brevis; orificia nasalia haud approximata; rictus oris mediocris; fila-
menta oralia 6 cylindrica, mandibularia brevia, duas series for-
mantia; dentes raaxillares velutini, palatini nulli; pinna dorsalis
brevis, ventralibus longe praeposita, spina rigida radiisque furcatis
5 suffulta; analis brevis; adiposa minuta; ventrales radiis 6; sta-
tura parva.
Bagropsis n. gen. Pirnelodinum inter Piratingas et Pseud-
ariones intercalandum. Cutis haud reticulata; corpus teretiusculum;
caput depressum; rostrum haud productum; maxilla superior non-
nihil longior; oculi sursum fere spectantes, margine supraorbitali
libero: galea haud granulata, tenuiter striolata, cute tenui obducta;
filaraenta oralia teretia sex; dentes palatini in acervos 4 dispositi,
vomerini a palatinis longe sejuncti ; pinna dorsalis anterior brevis,
radio primario gracili rigido, mollibus 6. posterior adiposa haud
radiata, sat longa; ventrales sub radiis ultimis pinnae dorsalis in-
sertae, radiis 6, analis brevis, caudalis furcata.
Panceri beschreibt einen Fall von Albinismus bei Ciarias
anguillaris und erwähnt bei dieser Gelegenheit viele Wirbelthiere,
bei denen Albinismus vorgekommen ist. Rendiconto della R. Accad.
di Napoli. Settembre 1873.
Glyptosternum madraspatanum Day, Journal Linnean Soc. XI.
p. 526, aus dem Bowang River am Fuss des Nilgherry-Gebirges.
Lütken beschrieb einige neue oder unvollständig bekannte
Panzerwelse aus dem nördlichen Südamerika. Neben Chaetostomus
gymnorhynchus Kner und Stannii Kroy. werden als neu beschrieben :
Chaetostomus nudirostris aus Venezuela, Ch. macrops von Surinam,
Plecostomus Villarsi aus Venezuela, und Xenomystus gobio. Die
Charaktere der neuen Gattung lauten: Scutella corporis minus evo-
luta, haud contigua, cuti pro parte immersa, 6 — 7 seriata; cauda
subtus nuda, cute molli obtecta; genae et pinnarum pectoralium
radius primus spinosus (in maribus solis ?) cute molli, tumida, spon-
giosa obtecti, e qua prominent aculei mobiles uncinati breves: pinna
adiposa adest ; pinna dorsalis anterior radiis 8 suffulta. Der Fund-
ort ist nicht näher bekannt. Vidensk. Meddelelser fra nat. Foren,
i Kjöbenhavn 1873. p. 202.
Cyprinoidei. Fitziuger ist der Ansicht, dass die Schlund-
zähne der Cyprinoiden keine so scharfen Charaktere für die Unter-
scheidung der Gattungen bieten, wie es die Ichthyologen seit Heckel
angenommen haben. Er glaubt durch Anwendung äusserer Cha-
raktere, wie die Körperform im Allgemeinen, die verhältnissmässige
Grösse und Beschaffenheit der Schuppen, die Tiefe der Mundspalte
und die Ausdehnung der Rücken- und Afterflosse, bessere Gattungen
in dieser Familie zu gründen, als bisher. Indem er sich auf die
europäischen Cyprinoiden beschränkt, charakterisirt er denn 31 Gat-
tungen. Dabei wird die Gattung Abramis in drei, Leuciscus in
während des Jahres 1873. 193
vier, Squalius in fünf, Chondrostoma in zwei Gattungen gespalten.
Die Gattungen sind Aulopyge, Barbus, Cyprinus, Gobio, Tinea, Ca-
rassius, Rhodeus, Blicea, Abramis, Zop a. Vimba, Pelecus, Alburnus,
Aspius, Leucaspius, Scardinius, Bub eil us, Orfus, Squalius, Idus,
Cephalus, Cephalopsis, Telestes, Leuciscus, Leucos, Habro-
lepis, Bathy Stoma, Phoxinus, Phoxinellus, Chondrostoma, Ma-
chaerochilus. Die Diagnosen mitzutheilen erlaubt der zugewiesene
Raum nicht. Wiener Sitzungsber. 68. p. 145.
Aus der California Staats-Zeitung vom 14. August 1873 bringt
Zool. Garten p. 418 die Nachricht von dem überaus günstigen Er-
folge der Acclimatisation des Karpfen in Californien. Herr Poppe
brachte von 83 Karpfen von 6 Zoll Länge und 3 Monate alt nur
fünf lebend nach Californien. Sie wuchsen dort ausserordentlich
schnell, laichten schon im Alter von einem Jahre und hatten bereits
eine Länge vou 21 bis 25 Zoll erreicht. Die Jungen von 3x/a Monat
hatten bereits eine Länge von 12 bis 13 Zoll erreicht.
Foerster sieht die Ursache des Absterbens der Goldfische
in seinem Teiche darin, dass Kröten die Fische umfassen und am
Athmen verhindern. Zool. Garten p. 196.
Lord Arthur Rüssel legte ein sehr junges, ganz schuppen-
loses Exemplar vom Karpfen vor. Er bemerkt, dass man in Deutsch-
land längst Spiegelkarpfen mit grossen Schuppen an der Rückenlinie
und an den Seiten, Sattelkarpfen mit Schuppen nur an der Rücken-
linie, und Lederkarpfen ganz ohne Schuppen unterschieden habe, und
der Meinung sei, die Lederkarpfen seien solche, die im Alter alle
Schuppen verloren haben. Das vorgelegte Exemplar sei der Beweis,
dass die Lederkarpfen eine eigene Varietät seien, die von Geburt
an keine Schuppen besitzen. Proc. zool. soc. p. 472.
Day setzte im Journal of the Asiat, society of Bengal 41.
p. 1 — 29 die Monographie der Indischen Cypriniden fort. Die Gat-
tung Barilius enthält 22 Arten, worunter B. (Pachystomus) Bleekeri
neu, Danio 9 Arten, Perilampus 3 Arten, Chela 14 Arten, wovon
Ch. panjabensis neu, und Homaloptera 3 Arten. — Eine fernere
Fortsetzung ib. 41. p. 171—198 bringt die Subfamilie Cobitidina
mit 1 Apua, 1 Acanthophthalmus, 1 Acanthopsis, 2 Cobitis, 2 Lepi-
docephalichthys, 7 Botia, 1 Jerdonia, 39 Nemacheilus, wovon N.
Evezardi von Puna, aureus von Jabbalpur neu, 2 Misgurnus. —
Die Schlussabtheilung ib. p. 318 — 327 fügt dann diejenigen Arten
hinzu, welche dem Verf. nachträglich bekannt geworden sind, und
giebt einige Berichtigungen. Als neu wird hier beschrieben Cirrhina
Sindensis vom Sind- Gebirge, Scaphiodon Watsoni und irregularis
von Sind, Barbus (Barbodes) himalayanus aus dem Ussun River
bei Simla, Barbus (Puntius) Waageni von Chua Saidar Shah, Ba-
rilius Evezardi von Puna.
Bleeker gab eine Notiz über chinesische Abbildungen von Cy-
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. N
104 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d. Ichthyologie
prinoiden, welche sich im Museum zu Groningen befinden. Dabei
sind abgebildet : Rohita macrochir, Pseudobrama melanotopterus und
hypselosoma und Chela melanopus Blkr., die er für neue Arten hält.
Verslagen en Mededeelingen der koninkl. Akad. van Wetenschapen
6. 1872. p. 117.
Günther beschreibt folgende Cyprinoiden von Shanghai, An-
nais nat. hist. XII. p. 246 : Gobio nigripinnis und nitens, Acantho-
rhodeus taenianalis und atranalis, Achilognathus barbatulus, Opsari-
ichthys bidens und Toxabramis Swinlionis. Letztere Gattung hat
folgende Charaktere : Körper langstreckig, sehr comprimirt, der ganze
Bauchrand schneidend; Schuppen massig, Seitenlinie hinter den
Pectoralen herabgebogen, und hinter der Anale sich wieder zur
Mitte des Schwanzes erhebend ; Mund schief, Unterkiefer vorstehend,
keine Bartfäden; Dorsale kurz, mit einem starken gesägten Dorn,
zwischen Ventrale und Anale, Anale lang, vielstrahlig, Caudale gabiig,
Pectoralen lang; Schlundzähne in doppelter Reihe (5.2).
Osteochüus malabaricus Day, Journal Linnean Soc. XI. p. 527,
von Vithry im Wynaad.
Barbus (Barbodes) Thomasi und Uthopidos Day, Proc. zool.
soc. p. 707, von Süd-Canara. — B. (Barbodes) wynaadensis Day,
Journal Linnean Soc. p. 528, von Vithry.
Semiplotus brevidorsalis Day, Proc. zool. soc. p. 239, von Madras.
Squalius oxyrrhis de laBlanchere, Comptes rendus 10. Mars;
Revue et Mag. de Zoologie 1873. p. X.
Fric fand in Teichen bei Wittingau in Böhmen den Leu-
caspius delineatus, und giebt einige Notizen über seine Lebensweise.
Sitzungsber. der böhm. Ges. der Wissensch. in Prag 1873. p. 47.
Bohtee Neüli Day, Proc. zool. soc. p. 239, von Madras. — B.
Bakeri Day, ib. p. 240, von Cottayam.
Chela boopis Day, Proc. zool. soc. p. 708, von Süd-Canara.
Nemacheilus chryseus Day, Journal Linnean Soc. XI. p. 529,
aus dem Bowany River.
Cyprinodontes. Cyprinodon Stdliczkanus Day, Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 41. p. 258, von Kachh.
Characini. Alestes liölargyreus Günther, Annais nat. hist. XII.
p. 144, aus Angola.
Bryconaethiops n. gen., Günther, Annais nat. hist. XII.
p. 143. Ist der Africanische Repräsentant von Brycon, von welcher
Gattung er sich durch den sehr kleinen zahnlosen Oberkiefer unter-
scheidet. B. microstoma aus Angola.
Distichodus affinis Günther, Annais nat. hist. XII. p. 144, aus
Angola.
Salmones. Owsiannikow: Ueber die ersten Vorgänge der
Entwickelung in den Eiern des Coregonus lavaretus. Bull, de St.
Petersbourg XIX. p. 225.
während des Jahres 1873. 195
Goette: Ueber den Keim des Forelleneies. Archiv für mi-
krosk. Anat. IX. p. 679.
In Researches in zoology, illustrative of the structure, habits
and economy of animals by John Black wall wird p. 184 — 204
vom Wachsthum des Salmo salar und Salmo cambricus gehandelt.
Knoch hat, Bull, de Moscou 1873. p. 173, über Missbil-
dungen betreffend die Embryonen des Salmonen- und Coregonus-
Geschlechts geschrieben. Das grösste Contingent der Formanomalien
boten die Verkrümmungen der Wirbelsäule, am häufigsten in der
Form von Schneckenwindungen. Von Doppelmissgeburten bieten
diejenigen Formen das reichste Material, deren vorderer Körpertheil
eine Duplicität in Form von zwei Köpfen zeigt, während das hintere
Körperende einfach ist. Seltener ist die Form, wo zwei Individuen
bis auf die beiden gemeinsame Dotterblase gänzlich von einander
getrennt sind. Letztere können sich zuweilen bis zur Geschlechts-
reife ausbilden. Verf. unterscheidet nun 1) Dicephalie, wo am ein-
fachen Rückenmark zwei Köpfe vorhanden sind, 2) Diplomyelie, wo
ausser den zwei Köpfen auch zwei Rückenmarke und Wirbelsäulen
vorhanden sind, und zwar spaltet sich das Rückenmark (Diplomyelia
partialis), oder es ist ganz getrennt (Diplomyelia totalis). Bei der
Erörterung der Entstehung der Doppelmissgeburten gelangte Verf.
zu der Ueberzeugung, dass sie sowohl auf dem Wege der Verschmel-
zung, als auch durch Spaltbildung zu Stande kommen können. Ausser-
dem kommen noch Defecte der Locomotionsorgane, namentlich des
Schwanzes vor, ferner Mangel des Oberkiefers, Cyclopenbildung.
In einem Anhange wird gezeigt, wie durch künstliche Befruchtung
Missgeburten erzielt werden können.
Cope theilte einen Brief von James Worrall mit, der über
die Versetzung des Californischen Salmes, oder Sacramento-Salmes
in den Susquehanna Nachricht giebt. Proc. Philadelphia p. 258.
v. Middendorff spricht in seiner Reise in den ausser sten
Norden und Osten Sibiriens p. 1142 über das Wandern der Zug-
fische und bildet die verschiedenen Formen der Lachse in Holz-
schnitt ab, die ihm in der Boganida vorkamen. Eine spätere Be-
arbeitung des heimgebrachten ichthyologischen Materials durch
Brandt wird verheissen.
Salmo tudes Cope, Proc. Amer. philos. soc. XIII. p. 24, von
Unalaska.
Scopelini. Sawus indicus Day, Journal Linnean Soc. XI.
p. 526, von Madras.
Scopelus nigroocellatus Günther, Journal des Mus. Godeffroy
IV. p. 91, aus dem Südatlantischen Ocean.
Unter dem Namen Gymnoscopelus aphya beschreibt Gün-
ther, Journal des Museum Godeffroy IV. p. 91, ein kleines Fischchen
196 Troschel: Bericht über d, Leistungen in d. Ichthyologie
von 1V4 Zoll Länge, in 55° s. Br. 85° w. L. Unterscheidet sich von
Scopelus durch nackten Körper, weisslich mit schiefen Muskellinien,
längs der Mittellinie der Seiten eine Reihe äusserst kleiner Schüpp-
chen; längs jeder Bauchseite eine Reihe phosphorescirender Körper-
chen, die auf dem Rumpfe im Centrum perlglänzend sind, auf dem
Schwänze schwarze Punkte darstellen.
Auf einen kleinen Fisch von nur 1% Zoll Länge gründet
Günther eine neue Gattung Dip lop hos. Körper sehr verlängert,
bandförmig, mit grossen, dünnen, abfälligen Schuppen ; eine doppelte
Reihe von Leuchtorganen verläuft entlang der untern Kante des
Körpers und Schwanzes ; Kopf lang, zusammengedrückt, mit spitziger
Schnauze und vorstehendem Unterkiefer ; Maulspalte sehr weit ; beide
Kiefer mit einer Reihe spitziger Zähne, die etwas ungleich in Grösse,
aber nicht besonders entwickelt sind; Gaumen zahnlos? Auge von
massiger Grösse; paarige Flossen wohl entwickelt; Rückenflosse
hinter der Bauchflosse, gegenüber dem After; eine Fettflosse scheint
nicht vorhanden zu sein; Afterflosse sehr lang. D. taenia aus dem
Atlantischen Ocean (Verf. sagt nicht, in welche Familie der Fisch
gehört, vielleicht zu den Scopelinen?).
Glupeoidei. Spratelloides maläbaricus Day, Proc. zool. soc.
p. 240, aus Malabar. — Spr. bryoporus Cope, Proc. Amer. philos.
Soc. XIII. p. 25, von Alaska.
Clupea pinguis Günther, bei Brenchley 1. c. p. 426, von
Misol.
Esoces. Schulz er fand im Bosut einen rein schwarzen Hecht
ohne irgend welche Zeichnung am Leibe, sonst völlig normal ge-
bildet. Verhandl. zool. -bot. Gesellsch. in Wien 23, Sitzungsber. p. 7.
Möbiu s erzählt ein interessantes Beispiel von einem dressirten
Hechte, in seinem Vortrage »Die Bewegungen der Thiere und ihr
psychischer Horizont«. Schriften des naturwiss. Vereins für Schles-
wig-Holstein Bd. I.
Mormyri. Mormyrus Monteiri Günther, Annais nat. hist. XII.
p. 144, aus Angola.
Muraenoidei. Buchner theilte brieflich mit, dass in Thiengen
sich ein Aal von 34 Jahren befindet, der ll/2 Meter lang ist, und
4,5 Kilogr. wiegt. Sitzungsber. der Dorpater Naturforscher-Gesell-
schaft III. p. 312.
Dareste ist zu der Ueberzeugung gekommen, dass Lepto-
cephalus Spallanzani der Jugendzustand von Conger ist, und glaubt,
dass alle Helmichthyden ebenfalls junge Fische sind. Journal de
Zoologie II. p. 295.
Ophichthys callaensis Günther, Journal des Museum Godeffroy
IV. p. 92, von Callao. — Ophichthys filaria von Misol, pinguis von
den Salomoninseln, misolensis von Misol. Günther, bei Brenchley
1. c. p. 428.
während des Jahres 1873. 197
Plectognatlü.
Gjmnodontes. Orthagoriscus oxyuropterus Bleeker, Verslageii
en Mededeelingen konkl. Akad. VII. p. 151. Taf. VII. voii Amboiiia.
Sclerodermi. Gray theilt, Annals nat. hist. XII. p. 267. die
Bemerkungen von Thompson über einen Balistes capriscus mit,
der am 14. Mai in dem Portlaud Brakwasser gefangen wurde. Er
war Ma/2 Zoll lang.
Lophobranchii.
Syngnathidae. Syngnathus aeicularis von Iquique und nitidus
von Australien. Günther, Journal des Museum Godeftroy II. p. 102.
— S. acusimilis Günther. Annals nat. hist. XII. p. 380, von Chefoo.
Urocampus eoelorhynchus (rünther, Journal des Museum Go-
deffroy II. p. 103, von Sydney.
Pegasidae. Cope weist der Gattung Pegasus die Stelle im
System bei seinen Hemibranchii (s. Ber. ü. d. J. 1871. p. 98), wohin
ausserdem die Gasterosteidae, Fistulariidae, Centriscidae und Am-
phisilidae gehören. Proc. Amer. philos. soc. XIII. p. 25.
Dipnoi.
Sirenoidei. Walter: Ueber Lepidosiren und ihre Stelle im
System, stellt die verschiedenen systematischen Ansichten über diese
Gattung bis in die neuste Zeit, d. h. bis zur Entdeckung von Cera-
todus zusammen, ohne neue Thatsachen hinzuzufügen. Zeitschr.
Lotos 23. p. 36.
Monro giebt vom Protopterus aethiopicus an, dass ein Exem-
plar einen vernarbten stummelartigen Schwanz hatte. Er wird als
leckeres Gericht gegessen. Im Magen fand er nur Nahrung aus dem
Thierreiche, kleine Gräten und Knochen, Insectenlarven, am häufig-
sten jedoch strotzte derselbe von den Schalen kleiner Wasser-
schnecken. Zool. Garten p. 441.
Ganoidei.
Acipenserini. Kessler beschrieb eine neue Art Scaphirhyn-
chus Fedtschenkoi aus dem Fluss Suir-dar in Turkestan, die von
Fedchenko entdeckt worden war. Mein. Soc d*hist. nat. Mose. X.
1872; daraus aus dem Russischen übersetzt Annals nat. hist. XII.
p. 269. In einer Bemerkung über diesen neuen Fisch, ib. p. 277,
spricht ihm Günther die Bedeutung ab, welche ihm Kessler bei-
legte, indem er diese Entdeckung der des Ceratodus verglich.
Poly Odontidae. Christison machte Mittheilungen über die
Anatomie von Polyodon Gladius Martens, aus dem Fluss Yang-tsze-
198 Troschel: Bericht über d. Leistungen in d, Ichthyologie
Kiang. Proc. Royal Soc. of Edinburgh VIII. p. 50 und 136. In
der ersteren Mittheilung handelte er von den äusseren Charakteren,
in der zweiten vom Nerven- und Muskelsystem.
Selachii.
Todaro lieferte eine Arbeit über die Geschmacksorgane der
Selachier, Rochen, Haifische und Chimären. Richerche fatte nel
laboratorio di anatomia normale della R. universita di Roma 1873;
Archives de Zoologie experimentale II. p. 534.
Ueber den Bau des Rückenmarkes der Rochen und der Haie
von Stieda. Zeitschr. für wiss. Zoologie 23. p. 433.
L. Agassiz hat Gelegenheit gehabt die Begattung von Hai-
fischen und Rochen zu beobachten. Ein Strahl jeder hinteren Flosse
ist der Erection und Rotation fähig, und ist mit erectilem Gewebe
bedeckt, viel zu zart um es als Haftorgan an einem rauhen Körper
benutzen zu können. Diese beiden Organe drehen sich beim Act
einwärts und vorwärts, bringen die Furchen am inneren Rande in
parallelen Contact, und in Apposition mit den Testes. Wenn sie
dann in den Körper des Weibchens eingeführt sind, divergiren ihre
End^n in die beiden Oviducte und die Eichel, welche entblösst
wird, legt ein scharfes schneidendes Instrument offen, welches die
Organe des Weibchens verletzen würde, wenn es Widerstand leistete;
das Männchen hat es daher vollkommen in der Gewalt. Verf. nennt
nun diese Flossenfortsätze geradehin Penis und vergleicht die beiden
Dornen mit dem Os penis der Säugethiere. Auch wird der nahe
liegende Vergleich mit den Haftorganen der Schlangen nicht ver-
säumt. Dem Ref. scheint die Bezeichnung als Penis nicht recht zu
passen; er möchte sie vielmehr mit den Stielen der männlichen
Krebse und mit den verdickten Palpen der Spinnen vergleichen,
die ja auch zur Uebertragung des Samens verwendet werden. Proc.
Boston Soc. XIV. p. 339.
Squali. Carcharias maldbaricus Day, Journal Linnean Soc.
XI. p. 529, von der Küste von Malabar.
Gulliver hat die rothen Blutkörperchen von Lamna cor-
nubica gemessen. Er fand sie grösser als die der Teleostier und
sich den Batrachiern nähernd, aber nicht die Grösse derer von Le-
pidosiren erreichend. Quarterly Journal of micr. science XII. p. 40.
Turner lieferte einen Beitrag zur Anatomie der Eingeweide
des grönländischen Shark (Laemargus borealis) in Humphry und
Turner, Journal of anatomy and physiology VII. p. 233—250. Verf.
sieht in ihm eine eigene Familie Laemargidae, keine Nickhaut,
zwei Rückenflossen, keine Afterflosse, Duodenum cylindrisch, sowohl
ein Pancreas wie Duodenal-Anhänge, beim Weibchen keine Oviducte.
während des Jahres 1873. 199
Gatt. Laemargus hat kurze Rückenflossen, die zweite nicht ganz so
hoch wie die erste, Unter-Zähne schief abgestutzt. Ob Laemargus
rostratus des Mittelmeers dieselben Eigenthümlichkeiten der Viscera
besitzt, wird zu untersuchen sein. Vergl. auch Proc. Royal Soc. of
Edinburgh VIII. p. 81.
Rajae. Lütken beachtete den Unterschied des Gebisses in
den Geschlechtern der dänischen Rochen. Bei alten Raja radiata
haben die Zähne der Männchen eine längere Spitze, die compri-
mirter ist und sich unabhängiger von der Basis erhebt, als beim
Weibchen. Bei Raja batis ähnlich nur noch stärker ausgeprägt.
Bei Raja clavata sind die Geschlechter in dieser Beziehung weniger
verschieden. R. Gaimardi Valenc. scheint nur ein junges Männchen
von R. batis zu sein. Vidensk. Meddelelser nat. foren. Kjöbenhavn
1873. p. 36.
Boll hat Beiträge zur Physiologie von Torpedo geliefert. Er
suchte namentlich die Immunität der Zitterfische gegen ihren eige-
nen Schlag zu ermitteln, und fand durch die Thatsache, dass Mus-
keln, deren Nerven durchschnitten waren, zur Zusammenziehung
zu bringen sind, seine Hypothese einigermassen bestätigt, dass im
Momente des Schlages, während vom Centralorgan aus die Erregung
der electrischen Nerven hinabläuft, gleichzeitig von demselben Cen-
tralorgan aus eine Erregung durch das Nervensystem sich fort-
pflanzt, die für den Moment des Schlages die electrische Erregbar-
keit der Nerven herabsetzt. Er hat ferner Versuche mit Giften an-
gestellt, bestätigte die Angabe, dass das Curara die Thätigkeit der
electrischen Organe nicht lähme, faud dann dass die Reaction der
electrischen Organe eine alkalische sei und dass erst nach dem Tode
eine Säuerung eintritt. Archiv für Anatomie, Physiologie etc.
1873. p. 76.
Auch Reichenheim hat ib. p. 751 die electrischen Central-
organe von Torpedo studirt, und namentlich beschrieben, was ihm
an karmingefärbten Querschnitten über die Lobi electrici, ihre Con-
figuration, die aus ihnen entspringenden Nervenfasern und ihren
Zusammenhang mit den übrigen Centraltheilen zu ermitteln gelang.
Dämon verkündigt, dass ein Zitterroche (Torpedo) von 40 Zoll
Länge bei Portland gefangen sei. Anrials nat. hist. XII. p. 187.
Dicerobatis draco Günther, bei Brenchley 1. c. p. 412, von
Misol.
Cyclostomi.
Petromyzontidae. Ketel schrieb eine Inaugural-Dissertation
über das Gehörorgan der Cyclostomen. Halle 1872. Die Schrift, ist
in Hasse's Anatomischen Studien abgedruckt.
Langerhans hat in einer besonderen Schrift Untersuchungen
200 T rose hei: Bericht über d, Leistungen in d. Ichthyologie etc.
über Petromyzon Planeri angestellt. Sie erschien Freiburg i. Br. 1873.
Er fügt den bekannten Differenzen zwischen Larve und Geschlechtsthier
das Verhalten des Darmes an, welcher bei der Larve weit volumi-
nöser, besser entwickelt ist, als nach der Metamorphose. Damit
stehen die Unterschiede im Aussehen der Leber in Beziehung. Er
fand in dem Epithel der Mundsegel noch einen provisorischen Kau-
apparat, welcher später verloren geht. Von den Sinnesorganen er-
reichen Nase und Haut im Wesentlichen schon bei der Larve ihre
volle Ausbildung. Das Auge erreicht erst nach der Metamorphose
seine volle Entwickelung. Dem Querder fehlt jede Andeutung des
subcutanen Lymphraumes.
Schneider beschrieb das Uebergangsstadium von Amnio-
coetes in Petromyzon. Oberhessische Ges. für Natur- und Heilkunde
Januar 1873; Annais nat. hist. XI. p. 237.
Myxinidae. Wilhelm Müller: Ueber die Persistenz der Ur-
niere bei Myxine glutinosa. Jenai'sche Zeitschrift für Medicin und
Naturwissenschaft 7. p. 321.
Putnam wies nach, dass trotz der weiten Verbreitung nur
eine Species der Gattung Myxine existirt, nämlich Myxine glutinosa
Linn. Er unterscheidet drei Varietäten: septentrionalis aus dem
nördlichen atlantischen Ocean, limosa ebenda, und australis von der
Südküste Südamericas. Proc. Boston Soc. XVI. p 127.
Putnam verglich ib. p. 156 die Gattungen Myxine und Bdel-
lostoma mit einander, und findet die Differenzen in der Anatomie
derselben so geringe, dass er mit Günther beide Gattungen in einer
Familie Myxinidae beisammen lässt. Alle von ihm untersuchten In-
dividuen waren Weibchen, mit Ausnahme eines einzigen zweifel-
haften. Er beschrieb auch die Eier mit ihren hornigen Hülsen,
deren Haken dazu dienen, die Eier kettenartig zusammenzuhalten,
wenn sie in die Bauchhöhle fallen. Die Furche am Ende der Hülse
ist wahrscheinlich die Stelle, wo sie sich öffnet, um das Junge aus-
schlüpfen zu lassen.
Leptocardii.
Putnam hält es noch nicht für ausgemacht, dass Amphioxus
ein erwachsenes Thier sei. Man müsse die Jugendzustände der
Myxinoiden kennen, bevor diese Frage entschieden werden könne.
Amphioxus sei nur in Gewässern gefunden, wo einige Arten von
Myxinoiden leben, und vielleicht sei er nur ein Jugendzustand von
letzteren. Proc. Boston soc. XIV. p. 355.
Stieda, Etudes sur 1' Amphioxus lanceolatus in Memoires de
l'acad. de St. Petersbourg XIX. No. 7 mit 4 Tafeln. Verf. behandelt
die geographische Verbreitung, die verschiedenen Arten und die
Anatomie.
Bericht über die Leistungen in der Naturge-
geschiehte der Mollusken während des
Jahres 1873.
Von
Troschel.
Von allgemeinen Arbeiten über diese Abtheilung der
Thiere haben wir im Jahr 1873 nur wenig erhalten, auch
sind die Fortsetzungen grösserer Werke nur sehr sparsam
erschienen.
Ktister's Systematisches Conchylien-Cabinet von Mar-
tini und Chemnitz wurde 1873 mit den Lieferungen 216
bis 222 fortgesetzt. Diese beziehen sich auf die Gattungen
Conus, Teilina, Anodonta und Turbinella, über die wir
unten einzeln berichten.
Die zweite Ausgabe von Paetel's Catalog seiner Con-
chyliensammlung wird in Malak. Bl. 21. p. 119 durch v.
M a r t e n s angezeigt. Er macht auf eine Anzahl von Fehlern
aufmerksam, und zeigt durch diese Beispiele, wie wenig
sorgfältig gerade die bekanntesten europäischen Arten be-
handelt sind.
Koch rühmt die von Maltzan'sche Conchylien-Samm-
lung, die er auf 10000 gute Species schätzt. Archiv des
Vereins in Mecklenburg 27. p. 147.
Siegert referirte über eine nochmalige Untersuchung
von Schneckenblut auf Kupfer (vergl. Ber. üb. d. J. 1870.
p. 115). Er fand diesmal ebenfalls Kupfer, aber in weit
202 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
geringerer Menge. Der Gebrauch kupferhaltiger Gegen-
stände bei der Untersuchung war diesmal aufs sorgfältigste
vermieden. Diesmal war das Blut von Helix nemoralis
während des Sommers verwendet, das erste Mal von einer
gedeckelten Helix pomatia entnommen. Vierter Bericht
der naturw. Gesellsch. zu Chemnitz p. 69.
Döring hat eine Dissertation geschrieben: Bemer-
kungen über die Bedeutung und Untersuchungen über die
chemische Zusammensetzung der Pulmonatenschale, Göttin-
gen 1872. Im ersten Abschnitt erörtert Verf. die Bedeutung
der Schale als Mittel die Verdunstung der Feuchtigkeit zu
verhindern, hebt die Wichtigkeit des Schalendeckels (Epi-
phragma) der grossen Formen hervor, unterscheidet davon
das zarte Häutchen, mit welchem sich die kleineren Arten
verschliessen als Pneumopur agma, und weist dann nach, dass
die Weite der Mündung in Verhältniss zur Länge der das
Gehäuse bildenden Röhre in Beziehung zur Lebensweise stehe,
so dass die weitmündigen feuchterer Orte bedürfen als die
engmündigen. Im zweiten Abschnitte werden die Analysen
der Schalen von Helix pomatia, nemoralis, fruticum, arbusto-
rum, ericetorum und Buliminus detritus vorgelegt; zum
Vergleiche auch die von Anodonta cygnea, Margaritana
margaritifera, Cyclas rivicola und Pisidium fontinale.
Clessin beschäftigte sich in längerer Abhandlung
mit den „Missbildungen der Mollusken und ihrer Gehäuse."
22. Jahresbericht des Naturh. Vereins in Augsburg p. 23.
Er bringt die verschiedenartigen Missbildungen, die er zum
Theil für erblich und zur Bildung von neuen Varietäten
und Species für geeignet hält, in folgendes Schema : LMon-
struosiäten, Formveränderungen von beträchtlich ab-
weichender Gestalt, welche sich auf die Thiere beschränken,
veranlasst 1) in der individuellen Anlage des Thieres,
2) durch Verstümmelung. IL Modificationen, Verän-
derungen an den Gehäusen, welche dadurch veranlasst
werden, dass die Organe des Thieres von der Umgebung
afficirt werden, a. mehr durch die Individualität des Thieres
bedingte, 1) Farbenverschiedenheit, 2) Verschiedenheit oder
Mangel der Bänderung, 3) Farblosigkeit, 4) verkehrte Dre-
hung der Windungen ; b. mehr in der Umgebung des Thieres
der Mollusken während des Jahres 1873. 203
begründete, 5) Dünnschaligkeit oder Dickschaligkeit der
Gehäuse, 6) Verwitterung der Gehäuse, 7) Gehäuseüber-
wucherungen. III. Anomalien, Gehäusemissbildungen
durch mechanische Verletzungen veranlasst, welche das
Thier nicht berühren, 1) Gehäuseanfressungen, 2) Gehäuse-
verletzungen durch Stoss oder Bruch, auftretend als a. Ge-
windeverlängerungen (skalaride Formen), b. Gewindever-
kürzungen, c. Gewindeverschiebungen. — Verf. stellt dann
in einzelnen Kapiteln die theils von Anderen, theils von
ihm selbst beobachteten Missbildungen der verschiedenen
Kategorien zusammen.
Marx Stirrup legte Schnitte von Molluskenschalen
vor, an denen sich sogenanntes fungoides Wachsthum
zeigte. Die Schalen sind von Röhrchen durchdrungen, die
von der äusseren nach der inneren Schicht gehen, und an
der inneren die Erscheinung von Sporangien zeigen. Sie
sind nicht an allen Theilen der Schale, also zufällig.
Proc. of the literary and philosophical society of Man-
chester XI. p. 137.
Clessin: Ueber den Einfluss des Alpenklimas auf
die Gewohnheiten einiger Molluskenspecies. Nachrichts-
blatt p. 52.
Reichlicher sind dagegen die Arbeiten über einzelne
Faunen, und da stehen die europäischen an Zahl voran,
dann folgen die americanischen ; am wenigsten ist über
Asien bekannt gemacht worden.
Europa. Kobelt machte Nachträge und Berichti-
gungen zu seinem Katalog der im europäischen Faunen-
gebiete lebenden Binnenconchylien. Malak. Bl. 21. p. 177.
Verkrüzen erlangte auf einem Schabe- Ausflug an
der Küste von Cornwall 172 Arten Mollusken, unter
denen Odostomia clavula und Aclis ascaris nicht vorher
in Falmouth aufgefunden waren. Malak. Bl. 21. p. 203.
Verkrüzen fand bei Scheveningen am Strande
28 Arten Mollusken. Nachrichtsbl. p. 52.
Poulson verzeichnete die Land- und Süsswasser-
Mollusken von Bornholm. Vidensk. Meddelelser nat. foren.
i Kjöbenhavn 1873. p. 189. Es enthält 4 Limax, 2 Arion,
1 Vitrina, 6 Hyalina, 13 Helix, 1 Buliminus, 1 Cochlicopa,
204 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
4 Pupa, 1 Balea, 4 Clausilia, 3 Succinea, 1 Carychium,
7 Limnaea, 1 Physa, 10 Planorbis, 1 Ancylus, 1 Acro-
loxus, 1 Valvata, 1 Bithynia, 1 Hydrobia, 1 Neritina,
1 Sphaerium, 2 Calyculina, 3 Pisidium, 1 Anodonta, zu-
sammen 72 Arten.
In dem Bericht an das Ministerium über die Expe-
dition in der Ostsee auf dem Avisodampfer Pommerania
im Sommer 1871. p. 126 hat Möbius 23 Muscheln, 23 Opi-
sthobranchier, 19 Prosobranchier, 1 Lungenschnecke (Lim-
naea peregra), 2 Cephalopoden und 5 Tunicaten als in der
Ostsee vorkommend verzeichnet; darunter eine neue Mol-
gula. Als besonders zahlreich auftretend nennt er Hy-
drobia ulvae, Mytilus edulis, Tellina baltica und Cardium
edule. — Vergl. dazu eine Anzeige von Kobelt Malak. Bl.
21. p. 123.
Metzger hat dem Bericht über die Expedition der
Pommerania p. 169 die faunistischen Ergebnisse der im
Sommer 1871 unternommenen Excursionen beigefügt. Es
wurden bei Borkum 29 Arten Mollusken gesammelt.
Wiechmann nennt einige (14) Arten Mollusken,
die durch Arnold und Lenz in der Ostsee bei Travemünde
mittels des Schleppnetzes gefischt worden sind. Archiv
des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen-
burg XXVI. p. 99.
Kaestner sammelte im Amte Bordesholm, Kreis
Kiel, 3 Arion, 1 Amalia, 4 Limax, 3 Vitrina, 27 Helix,
3 Buliminus, 1 Cionella, 5 Pupa, 1 Balea, 6 Clausilia,
4 Succinea, 1 Carychium, 7 Limnaea, 2 Physa, 9 Planor-
bis, 2 Ancylus, 1 Acicula, 1 Cyclostoma, 1 Paludina, 2 By-
thinia, 1 Hydrobia, 4 Valvata, 4 Unio, 5 Anodonta, 4 Cy-
clas, 3 Pisidium, zusammen 105 Arten. Nachrichtsblatt p. 49.
v. Maltzan lieferte ein systematisches Verzeichniss
der Mecklenburgischen Binnenmollusken nebst einigen cri-
tischen Bemerkungen. Archiv des Vereins der Freunde
der Naturgeschichte in Mecklenburg XXVI. p. 64. Es ent-
hält 3 Arion, 5 Limax, 1 Vitrina, 8-Hyalina, 15 Helix,
2 Buliminus, 2 Cionella, 1 Pupa, 7 Vertigo, 1 Balea, 10 Clau-
silia, 2 Succinea, 1 Carychium, 2 Ancylus, 2 Physa, 1 Am-
phipeplea, 5 Limnaea, 12 Planorbis, 2 Paludina, 2 Bithynia,
der Mollusken während des Jahres 1873. 205
3 Valvata, 1 Neriiina, 3 Unio, 2 Anodonta, 5 Sphaerium,
3 Pisidium, 2 Congeria, zusammen 102 Arten. — Vergl.
auch Malak. Bl. 22. p. 111, wo die obige Schrift angezeigt
wird mit kritischen Bemerkungen.
Wiechmann hat im Archiv der Freunde der Natur-
geschichte in Mecklenburg XXVII. p. 131 die Mollusken-
Fauna von Klein - Pritz bei Sternberg zusammengestellt.
Das Verzeichniss enthält 1 Arion, 1 Vitrina, 5 Hyalina,
9 Helix, 1 Buliminus, 1 Cionella, 1 Pupa, 3 Succinea,
1 Carychium, 1 Ancylus, 2 Physa, 1 Amphipeplea, 5 Lim-
naea, 10 Planorbis, 1 Paludina, 2 Bithynia, 2 Valvata, 1 Ne-
ritina, 2 Unio, 1 Anodonta, 1 Sphaerium, 1 Pisidium,
1 Dreissena, zusammen 54 Arten. — Auf der Schlossruine
von Basedow bei Malchin sammelte derselbe Verf. (ib.
p. 144) 13 Arten, nämlich 1 Vitrina, 2 Hyalina, 6 Helix,
1 Buliminus, 1 Cionella, 2 Clausilia.
Die lebenden Schnecken und Muscheln der Umgegend
Stettins und in Pommern mit besonderer Berücksichtigung
ihres anatomischen Baues, beschrieben von Lehmann,
Cassel 1873. Ein Buch, welches nach des Verfassers Tode
mit einer Vorrede von E. v. M a r t e n s erschienen ist. Es
kann theils als eine Molluskenfauna von Pommern ange-
sehen werden, hauptsächlich hatte sich der Verf. aber wohl
die Aufgabe gestellt, alle Arten anatomisch-physiologisch zu
beschreiben. So ist denn bei jeder Art die wichtigste Sy-
nonymie gegeben und dann folgt die Beschreibung des
Gehäuses, der äusseren und inneren Organe des Thieres
nebst Angaben über Vorkommen und Lebensweise. Die
Abbildungen auf 22 Tafeln beziehen sich grossentheils
auf die Darstellung des Gebisses und der Geschlechtsor-
gane. Sie sind sehr eng zusammengedrängt, was der
Uebersichtlichkeit und Deutlichkeit Abbruch thut. Die Zahl
der vom Verf. beobachteten Arten beträgt 113, nämlich
5 Arion, 6 Limax, 1 Vitrina, 3 Succinea, 7 Hyalina, 1 Zo-
nitoides, 19 Helix, 1 Caecilianella, 3 Buliminus, 9 Pupa,
7 Clausilia, 1 Carychium, 5 Limnaea, 1 Amphipeplea, 2 Physa,
10 Planorbis, 2 Paludina, 2 Bithynia, 1 Hydrobia, 1 Lito-
rina, 4 Valvata, 1 Neritina, 1 Tellina, 4 Cyclas, 4 Pi-
206 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sidium, 1 Mya, 1 Cardium, 3 Unio, 3 Anodonta, l My-
tilus und 1 Dreissena.
Rudow bearbeitete die Molluskenfauna des Harzes.
Zeitschr. für die ges. Naturwissenschaften V. p. 202—223.
Der Bezirk der Beobachtungen erstreckt sich vom Kyff-
häuser an bis zum Unterharz mit Einschluss des Leine-
thales. Die Sumpfconchylien finden sich vorzüglich in den
sogenannten Erdfällen, denen auch viele grössere Teiche
ihre Entstehung zu verdanken haben. Die eigentlichen
Flussmuscheln finden sich nur in den Flüssen und grösseren
Bächen, also mehr in der Ebene. Die Landconchylien leben
fast nur auf Kalkboden, während der Zechsteinuntergrund
verschwindend kleine Ausbeute liefert; die Rothtannen-
wälder sind wegen des mangelnden Unterholzes und Rasens
sehr arm, die Laubwälder dagegen geben eine gute Aus-
beute. Im Allgemeinen sind die Thiere im Harze kleiner,
was Verf. auf kälteren Boden und länger andauernden
Winter schiebt. Das Verzeichniss umfasst 101 Arten, näm-
lich 3 Arion, 3 Limax, 1 Vitrina, 3 Succinea, 26 Helix,
4 Bulimus, 2 Achatina, 6 Pupa, 8 Clausilia, 1 Auricula,
2 Physa, 1 Amphipeplea, 8 Limnaeus, 9 Planorbis, 2 An-
cylus, 4 Valvata, 3 Paludina (es fällt auf, dass Paludina
impura hier neben Bythinia tentaculata fingurirt, da beide
doch synonym sind), 3 Bythinia, 1 Neritina, 2 Anodonta,
3 Unio, 1 Tichogonia, 3 Cyclas, 2 Pisidium.
Ehlers verzeichnete drei Ascidien, Cynthia echinata,
als bei Nowaja-Semlja, Cynthia prunum und Didemnum
roseum als in Finmarken lebend. Sitzungsberichte der
phys. med. Soc. zu Erlangen Hft. 5. p. 7.
Berg lieferte einen Beitrag zur Molluskenfauna Kur-
lands, die aus ungefähr 110 Arten besteht, wovon 4/s auf
die Schnecken und l/5 auf Muscheln kommen, indem er
23 von ihm auf einer Excursion in Kurland gesammelte
Arten verzeichnete. Correspondenzblatt des Naturforscher-
Vereins zu Riga 20. p. 105.
C o 1 1 i n verzeichnete die in dem Alluvium der Senne
gesammelten Conchylien in Proces-verbaux Soc. malacolo-
gique de Belgique IL p. 11; Annales, Bulletin p. XIII.
Es waren 1 Limax, 3 Succinea, 4 Zonites, 6 Helix, 2 Bu-
der Mollusken während des Jahres 1873. 207
limus, 3 Clausilia, 1 Pupa, 2 Vertigo, 1 Carychium, 9 Pla-
norbis, 3 Linmaea, 1 Bythinia, 2 Paludina, 2 Valvata, 1 Ne-
ritina, 1 Unio, 2 Pisidium, 3 Cyclas.
Colbeau berichtete über die auf einer Excursion
nach Couvin beobachteten Land- und Stisswasser-Mollusken.
Annales de la Soc. nialaeologique de Belgique VIII. p. 84.
Es sind 2 Arion, 3 Limax. 1 Vitrina, 1 Succinea, 2 Zo-
nites, 12 Helix, 2 Bulimus, 3 Clausilia, 4 Pupa, 1 Vertigo,
2 Planorbis, 3 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Cyclostoma, 1 Pi-
sidium, zusammen 39 Arten.
Van den Broeck hat, Proces - verbal de la soc.
malac. de Belgique p. XCV ; Bulletin p. LXXVIII, während
einer Excursion nach Arlon und Virton seine Aufmerksam-
keit auf die Molluskenfauna gerichtet. Das belgische
Luxemburg zerfällt in zwei malakologische Provinzen, in
die Ardennische und die Jurassische. Um die letztere
handelt es sich hier. Die Gegend gehört fast ganz zum
Becken der Meuse; hier tiefe Felsthäler, da weite Wald-
districte, wechselnd mit cultivirtem Boden und dürren Sand-
flächen mit Brüchen und Morästen. Die meisten gesam-
melten Arten zeichnen sich durch kleinere Schalen und
kürzere Spira aus, was besonders bei den Clausilien und
Bulimus der Fall ist. Verf. unterscheidet drei Zonen, die
Kalkzone, die Thon-Mergelzone, und die Sandzone, die den
botanischen Zonen des Prof. Malaise wohl entsprechen.
Die Sandzone ist die an Mollusken reichste. Die vom
Verf. gesammelten Arten sind 3 Arion, 2 Limax, 2 Vitrina,
3 Succinea, 6 Zonites, 15 Helix, 4 Bulimus, 3 Clausilia,
3 Pupa, 5 Planorbis, 5 Limnaea, 1 Ancylus, 2 Pisidium,
2 Unio.
Van den Broeck theilte das Verzeichniss der Mol-
lusken mit, welche auf einer Excursion nach Tongres und
Hoesselt gesammelt wurden: 2 Arion, 2 Limax, 2 Succinea,
2 Zonites, 8 Helix, 2 Bulimus, 1 Clausilia, 2 Pupa, 3 Pla-
norbis, 1 Physa, 3 Limnaea, 1 Bythinia, 1 Cyclas. Proces-
verbal de la soc. malac. de Belgique p. CXXXII; Bul-
letin p. CX.
Boffiaen sammelte im Thal der Ourthe 2 Succinea,
1 Zonites, 8 Helix, 2 Bulimus, 4 Clausilia, 3 Pupa, 1 Cy-
208 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
clostoma, 1 Physa, 3 Limnaea, 1 Ancylus, 1 Bithynia,
1 Neritina, 2 Cyclas. Proces - verbal de la soc. malac.
de Belgique p. CXII; Bulletin p. XCV. Ihnen werden ib.
p. CXLIII; Bulletin p. CXX 1 Vitrina, 2 Zonites, 5 Helix,
3 Bulimus, 2 Clausilia, 2 Pupa, 1 Vertigo, 1 Planorbis,
3 Limnaea, 1 Valvata, 1 Anodonta und 1 Unio hinzu-
gefügt.
Fischer und F o 1 i n berichten über die bathyme-
trische Erforschung der Fosse du Cap Breton. Es werden
die gefundenen Mollusken nach den drei Zonen aufgezählt.
Journal de Zoologie IL p. 299.
Seibert nennt 26 Conchylien, die er bei Eberbach
am Neckar gesammelt hat. Nachrichtsblatt p. 45.
Wieder sheim theilte über Befunde aus Höhlen des
schwäbischen Jura, besonders der Falkensteiner- und Frie-
drichshöhle, mit, dass er daselbst einen Ancylus und eine
Hydrobia fand. Der Ancylus lebt am Eingang der Höhle
und besitzt Augen, die Hydrobia ist augenlos. Man findet
jedoch ganz dieselben Thiere, wie sie in der Tiefe der
Höhle getroffen werden, auch vor derselben, unmittelbar
am Eingang. Letztere sind jedoch pigmentirt und haben
wohlentwickelte Augen. Beide Arten sind neu, s. unten.
Verh. Würzburger phys. med. Gesellsch. IV. Bd. mit 2 Tafeln.
Clessin: Beiträge zur Molluskenfauna der oberbaye-
rischen Seen. Correspondenzblatt des zool. miner. Vereines
zu Regensburg 27. p. 56, 67, 99, 114, 147, 179. Verf. nimmt
an, dass die jetzt in den Seen lebenden Mollusken ursprüng-
lich nur aus den Zuflüssen in die Seen gekommen sind,
und dass durch Kalkgehalt, Bodenverhältnisse, bewegteres
Wasser Veränderungen der Form entstanden sind, welche
im Stande sind ihre früheren Formen wieder anzunehmen,
wenn sie wieder in ihre alten Verhältnisse zurückgerathen ;
es möchten aber durch lange Dauer auch feste Formen ge-
bildet werden, welche keiner Veränderung mehr fähig sind.
(Es ist nicht recht ersichtlich, warum diese fester sein
sollten, als die sogenannten ursprünglichen!). Verf. theilt
die Seen in Gruppen, 1) die Hochseen, 2) grössere Seen
zwischen hohen Felswänden und von enormer Tiefe, 3) grös-
sere Seen zwischen den Ausläufern der Alpen mit sich
der Mollusken während des Jahres 1873. 209
verflachenden Ufern ; sie sind von Mollusken sehr bevölkert.
4) die Torfmoore, welche die Stellen bezeichnen, wo in
vorhistorischen Zeiten sich grosse Seen befanden. Verf.
untersucht dann die einzelnen Seen. Der Königssee ent-
hält 12 Arten; der Chiemsee ist reich an Arten und na-
mentlich an Individuenzahl der Limnaeen, Valvaten, By-
thinien, Anodonten und Unionen ; der Simssee ist ärmer
an Arten und Individuen wegen der Beschaffenheit seiner
Ufer, welche den Mollusken nur wenige geeignete Wohn-
orte bieten, 14 Arten; der Schliersee ist sehr arm, mit fast
völligem Mangel an Limnaeen, 9 Arten; der Spitzingsee
sehr ähnlich dem vorigen, 8 Arten, nicht arm an Indivi-
duen ; der Tegernsee wegen des Fehlens der Unionen und
spärlichen Auftretens der Limnaeen ein echter Gebirgssee,
Paludina contecta kommt vor und hat hier ihren Tirol
nächstgelegenen Aufenthaltsort; der Walchensee hat grosse
Molluskenarmuth, grössere Bivalven fehlen vollständig wegen
grosser Tiefe und der steil abfallenden Ufer, 9 Arten, alle
klein, eine neue Planorbis; der Barmsee ist ein grösserer
Weiher, 8 Arten; der Wagenbrechsee fast vollständig ver-
sumpft, Verf. fand nur 1 Pisidium ; der Eibsee enthält nur
Bythinia tentaculata; der Staffelsee nicht reich an Indi-
viduen, 8 Arten ; der Alpsee mit 9 Arten, wozu noch einige
in einem durch die Eisenbahn abgeschnittenen Stücke kom-
men, darunter ein neues Pisidium; der Ammersee stimmt
ziemlich mit dem Starnberger und Chiemsee tiberein, weist
aber eine grosse Verschiedenheit in der Zahl der Indivi-
duen auf. Wird noch fortgesetzt.
Miller: Die Schalthiere des Bodensee's mit 2 Ta-
feln. Schriften für Geschichte des Bodensee's und seiner
Umgebung, Heft 4. Obgleich die Zahl der Arten in diesem
9V2 G Meilen grossen Gewässer gering ist, so gewinnen
die Schalthiere doch an Interesse, weil der Bodensee sehr
eigenthümliche Abarten hat, die constant geworden sind,
und die Verf. Seeformen nennt. Als Eigenthümlichkeiten
der Bodensee-Schalthiere giebt Verf. an, dass sie kleiner
bleiben, dickschalig werden, dass das Gewinde der Schnek-
ken kürzer wird und dass sie häufig verkrüppeln. Als
Gründe führt er an: Mangel an Nahrung, wechselnder
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. 0
210 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Wasserstand und starker Wellenschlag. Die Constanz der
Formen erklärt er dadurch, dass der Bodensee mancherlei
schädlichen Wechseln enthoben ist, welche in kleinern
Gewässern eintreten können. Die 16 Arten vertheilen sich
in 1 Succinea, 4 Limnaea, 3 Planorbis, 1 Ancylus, 1 Val-
vata, 1 Bythinia, 2 Cyclas, 1 Pisidium, 1 Anodonta, 1 Unio.
Alle sind mit ihren Varietäten abgebildet.
Am Stein lieferte einen zweiten Nachtrag zur Mol-
lusken-Fauna Graubtindens (vergl. den Bericht ti. d. J. 1862.
p. 684), in welchem 2 Arion, 5 Limax, 1 Vitrina, 3 Hya-
lina, 4 Helix, 1 Bulimus, 1 Cionella, 5 Clausula, 4 Pupa,
1 Planorbis, 2 Pupula und 1 Anodonta verzeichnet sind.
Jahresbericht dernaturf. Ges. Graubtindens 17. Jahrg. p. 133.
Ratzel hat unter dem Titel „Wandertage eines Na-
turforschers" die Schilderungen, welche zuerst in der Köl-
nischen Zeitung 1869 und 1872 erschienen, zusammenge-
stellt und Leipzig 1873 herausgegeben. Das Buch wird
gewiss manchen Leser befriedigen; es ist anmuthig, le-
bendig geschrieben. Die Klasse der Mollusken berühren
nur wenige Abschnitte, am meisten noch haben die Cepha-
lopoden den Verf. interessirt, wie in dem Abschnitt „aus
der Ahnengeschichte des Tintenfisches", „der Hectocotylus".
Die Vergleichung der Molluskenfauna des Mittelmeeres mit
dem Rothen Meere ist bereits veraltet.
Kobelt hat unter der Ueberschrift „Von den ita-
lienischen Muschelmärkten über die in Italien als Nahrungs-
mittel benutzten Muscheln und Schnecken berichtet. Dabei
erwähnt er auch die Muschelzucht im Busen von Ta-
ranto u. s. w. Zool. Garten p. 201.
Senoner notirte die essbaren Mollusken, namentlich
die aus Italien und Sicilien. Ausser einigen Helix-Arten
nennt er einige marine Schnecken und eine grössere Zahl
Muscheln. Bulletin de la soc. malacologique de Belgique
VIII. p. CXXI.
Der Marquis de Monterosato berichtigt in einer
Mittheilung an Jeffreys die Bestimmung einiger Schnecken-
Arten aus der Microdorida Mediterranea von Costa. An-
nais nat. hist. XII. p. 251.
In den Annales des sc. nat. 17. Article 6. p. 3 findet
der Mollusken während des Jahres 1873. 211
sich von Marion ein Verzeichniss der Mollusken aus der
zweiten Zone im Golf von Marseille. Es sind 82 Arten.
Bon eil i verzeichnete die in der Umgegend von Siena
und in einigen anderen Theilen von Toscana gesammelten
Mollusken. Es werden genannt: 3 Vitrina, 12 Hyalina,
28 Helix, 3 Buliminus, 4 Cionella, 1 Stenogyra, 12 Pupa,
1 Balea, 9 Clausilia, 3 Succinea, 2 Carychium, 6 Limnaea,
1 Physa, 6 Planorbis. 3 Ancylus, 1 Acme, 1 Cyclostoma,
1 Paludina, 1 Bythinia, 5 Hydrobia, 3 Valvata, 1 Mela-
nopsis, 1 Neritina, 1 Unio, 2 Anodonta, 3 Cyclas, 1 Pi-
sidium, zusammen 114 Arten, v. Martens hat zu vielen
Arten Bemerkungen gemacht, und auch zwei neue Clau-
silien aufgestellt, die unten namhaft gemacht sind. Atti
della Societä Italiana 15. fasc. 5.
Kobelt fand in der Campagna von Bari nur 14 Land-
schnecken, nämlich 1 Glandina, 9 Helix, 1 Bulimus, 1 Ste-
nogyra, 1 Clausilia und 1 Cyclostoma. Nachrichtsblatt p. 7.
Kobelt schildert eine Excursion auf den Monte Pel-
legrino. Malak. Bl. 21. p. 69. Er hält sich durch eigene
Anschauung tiberzeugt, dass die Gänge, in denen ausser
Helix Mazzullii auch Helix sicana, macrostoma und vermi-
culata gefunden werden, von den Schnecken selbst gebohrt
worden sind. Das Wie, bleibt noch zu ermitteln. Verf.
stimmt jetzt auch dafür, dass Helix Mazzullii nur Varietät
von aspersa sei. Seine Ausbeute am Berge belief sich
auf 21 schalentragende und 2 nackte Schnecken. Er deutet
schliesslich einige auf die Fauna von Sicilien bezügliche
Thatsachen an, die ein genaueres Studium der geographi-
schen Verbreitung der sicilianischen Binnenconchylien sehr
wünschenswerth erscheinen lassen.
Adami hat einen Catalog der Land- und Süsswasser-
Mollusken der Provinz Catanzaro in Calabrien zusammen-
gestellt. Atti della Societä Veneto-Trentina di scienze na-
turali IL p. 24. Verf. hält das Land nicht für günstig
für die Landmollusken, da es bergig und rauh, durchfurcht
von sehr engen Thälern und von tiefen oft unzugänglichen
Abstürzen ist, wegen des Mangels an Kalkboden, wegen
der Sommerhitze in den Niederungen, der strengen Winter-
kälte auf den Höhen, wegen der steten Verwitterung. Ca-
212 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
labrien bietet drei Regionen : die der Agrumi, die der Oel-
bäume, die der Kastanien und Wälder von 1300 M. Das
Verzeichniss enthält 66 Arten, nämlich 1 Glandina, 2 Zo-
nites, 6 Hyalina, 30 Helix, 1 Buliminus, 2 Cionella, 1 Ste-
nogyra, 3 Pupa, 1 Vertigo, 5 Clausilia, 1 Succinea, 1 Ca-
rychium, 2 Limnaea, 1 Planorbis, 1 Aneylus, 1 Acme, 1 Po-
niatias, 1 Cyclostoma, 4 Bithynia und 1 Pisidium. — Vergl.
auch die Anzeige von Kobelt in Malak. Bl. 21. p. 157.
Nyst theilte in Proces-verbaux Soc. malac. de Bel-
gique IL p. 18 das Verzeichniss der in Volhynien gesam-
melten fossilen und lebenden Conchylien mit. Die lebenden
sind 1 Helix, 1 Melanopsis, 1 Paludina, 1 Bithynia, 1 Li-
thoglyphus, 1 Neritina, 1 Anodonta, 2 Unio, 1 Cyclas. Ein
sehr unvollständiges Verzeichniss.
von Möllendorff hat in seinen Beiträgen zur Fauna
Bosniens, Görlitz 1873 p. 30 den Mollusken besondere Be-
achtung gewidmet. Er giebt von 131 Arten die Fundorte,
nach den Flussgebieten geordnet, an, so dass mit I das
Gebiet der Unna, mit II des Urbas, mit III das der Bosna,
mit IV das der Drina, mit V das der Narenta bezeichnet
ist. Es sind 1 Glandina, 3 Limax, 2 Vitrina, 4 Zonites,
8 Hyalina, 2 Arion, 29 Helix, 5 Buliminus, 3 Cionella,
7 Pupa, 2 Alloglossa, 26 Clausilia, 2 Succinea, 1 Cary-
chium, 4 Linmaea, 3 Planorbis, 1 Ancylus, 2 Acicula, 2 Po-
matias, 1 Cyclostoma, 1 Valvata, 2 Paludina, 2 Bithynia,
2 Hydrobia, 3 Lithoglyphus, 1 Melania, 2 Melanopsis, 1 Ne-
ritina, 5 Unio, 4 Anodonta. Unter diesen Arten ist eine
grosse Zahl allgemein in Mitteleuropa verbreitet, einige ge-
hören dem ganzen Süden Europas an, vier Arten sind auf
den südöstlichen Theil unseres Continentes beschränkt,
über 40 Arten sind Bosnien mit seinen Nachbarländern
eigenthümlich. Die fünf neuen Arten (s. unten) scheinen
auf Bosnien beschränkt. Für eine Anzahl von Arten sind
die Höhengrenzen angegeben. Diese kleine Schrift ist für
die noch wenig bekannte Bosnische Fauna von grossem
Interesse. — Vergl. auch Kobelt's Bericht in Malak. Bl.
21. p. 161.
v. Möllendorf hat auch zur Molluskenfauna von
Serbien durch Aufzählung von 85 Arten einen Beitrag ge-
der Mollusken während des Jahres 1873. 213
liefert. Diese Arten vertheilen sich auf die Gattungen als
1 Glandina, 2 Limax, 2 Vitrina, 2 Zonites, 4 Hyalina,
1 Arion, 22 Helix, 2 Buliminus, 5 Pupa, 2 Alloglossa,
24 Clausilia, unter denen 7 neu, 1 Cionella, 1 Limnaea,
1 Ancylus, 3 Planorbis, 1 Pomatias, 2 Cyclostoma, 1 Pa-
ludina, 1 Melania, 2 Melanopsis, 2 Lithoglyphus, 2 Neri-
tina. Von ihnen bezeichnet er 41 als mitteleuropäische
Arten, 12 als ostalpinische, 3 als südeuropäische, 4 als
Südosteuropäische, 10 als nur mit den nächsten Nachbar-
ländern (Siebenbürgen, Banat, Bosnien) gemein, 15 bis
jetzt eigenthümlich für Serbien.
Ed. v. Martens fügt den Mollusken des Peloponnes
(vergl. vorj. Ber. p. 181) 18 Arten hinzu. Malak. Bl. 21.
p. 122.
Mousson bearbeitete die von Dr. Sievers im süd-
lichen und asiatischen Russland gesammelten Conchylien.
Die Sammlung enthält 46 Arten, unter denen viele neue.
Verf. unterscheidet in der transkaukasischen Fauna 5 ver-
schiedene Elemente, die sich dort gemischt haben : 1) Arten
des mittleren Europa, 27 Arten, 2) mediterrane Arten,
13 Arten, 3) Arten die auch im südlichen europäischen
Russland, im Caucasus und in der Krimm vorkommen,
26 Arten, 4) Arten, die nur in Transcaucasien vorkommen,
51 Arten, 5) Arten, die sich an südlichere Gegenden an-
schliessen, an Armenien, Anatolien, Kurdistan, Mesopo-
tamien und Syrien, 16 Arten. Journal de Conchyl. p. 193.
Africa. Mousson hat die malacologische Fauna
der Canarischen Inseln einer Revision unterworfen. Neue
Denkschriften der allg. Schweizerisch. Ges. für die Natur-
wiss. 25. p. 1 — 176 mit 6 Tafeln. Verf. beabsichtigt nicht
eine vollständige Fauna zu geben, sondern beschränkt sich
auf eine einfache Revision. Er giebt daher neue Diagnosen
nur für die neuen oder zweifelhaften Arten, und beschränkt
sich in der Synonymie auf die Original-Citate. Die Auf-
zählung der Arten bringt 3 Limax, 1 Plectrophorus, 3 Par-
macella (2 neu), 2 Testacella, 6 Vitrina (3 neu), 8 Hya-
lina (1 neu), 3 Leucochroa (alle neu), 12 Patula (l neu),
93 Helix (nämlich 4 Euparypha, 7 Xerophila, 9 Monilearia,
2 Cochlicella, 7 Turricula, 5 Discula, 2 Hispidella, 1 Val-
214 T rose hei: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
lonia, 5 Ochthephyla, 2 Ciliella, 7 Gonostoma, 2 Leptaxis,
1 Pomatia, 3 Macularia, 10 Iberus, 26 Hemicycla (zusam-
men 25 neu), 24 Buliminus (6 neu), 1 Stenogyra, 11 Pupa
(3 neu), 10 Cionella (5 neu), 2 Auricula, 3 Physa (1 neu),
1 Planorbis (neu), 2 Ancylus, 5 Cyclostomus (1 neu), 1 Po-
matias, 1 Hydrocaena, 1 Truncatella, 2 Hydrobia (1 neu),
1 Pisidium, im Ganzen 183 sichere und 13 zweifelhafte
Arten. Davon leben auf Lanzarote 26, Fuerteventura 30,
Gran Canaria 43, Tenerife 90, Gomera 24, Palma 43,
Hierro 17, ohne genaue Angabe 6. Noch jetzt leben 177 Ar-
ten, 32 sind theils ausgestorben, theils zugleich subfossil.
Vergleicht man die gegenwärtige Fauna der Canarischen
Inseln mit den Faunen anderer Länder, so findet man 16
europäische Arten. Ausser den cosmopolitischen Arten ist
keine Art gemeinsam mit denen von Marocco, auch findet
sich kaum eine Beziehung zu denen der Capverdischen
Arten, mit Madeira sind ausser den 16 cosmopolitischen Arten
nur drei identisch. Die Fauna der Canarischen Inseln ist
daher eine selbstständige.
Watson beschrieb einige marine Mollusken von Ma-
deira, unter denen er eine neue Gattung der Muriciden,
eine neue Eulima und alle Rissoen beschreibt. Proc. zool.
soc. p. 361. Er hat den von M'Andrew verzeichneten Ma-
deira-Mollusken (1854) etwa 200 bis 250 Arten hinzuzu-
fügen, von denen er 80 bis 90 für neu hält. Der vorlie-
genden ersten Veröffentlichung soll der Rest folgen.
Morel et war veranlasst durch eine Sammlung Con-
chylien, welche Bouvier et Cessac auf den Inseln des
grünen Vorgebirges gesammelt hatten, die Fauna der Land-
und Süsswasser-Mollusken dieser Inseln zusammenzustellen.
Es kommen dort vor 2 Succinea, 17 Helix, 5 Bulimus,
1 Glaudina, 1 Caecilianella, 5 Pupa, 1 Carychium, 1 Me-
lampus, 1 Planorbis, 2 Limnaea, 1 Physa, 1 Ancylus, 1 Hy-
drobia, 1 Melania. Drei Helix werden als neu beschrieben.
Journ. de Conchyl. p. 231.
Mousson beschrieb, Malak. zool. Bl. 21. p. 149, eine
Anzahl neuer Arten aus West-Marocco.
Die malakologische Fauna wird in Hanoteau und
Letoureux, Die Kabylen I. p. 212, als grossentheils
der Mollusken während des Jahres 1873. 215
(40 Arten) dem Pyrenäischen Centrum angehörig bezeich-
net, worunter Pupa avenacea und Penchinatiana, die sonst
in Algerien nicht vorkommen. Daran schiiessen sich Arten,
die sich um das Mittelmeerbecken finden, dann Typen von
Sicilien und Sardinien, welche von einer alten Verbindung
dieser Inseln mit einem Theil der airicanischen Küste
Zeugniss geben; 15 Arten sind Cabylien eigenthümlich.
Das Verzeichniss enthält 1 Arion, 2 Limax, 2 Milax, 2 Te-
stacella, 1 Daudebardia neu, 9 Zonites, 52 Helix (6 neu).
7 Bulimus (1 neu), 8 Ferussacia, 9 Pupa (2 neu), 5 Vertigo,
2 Glandina. 1 Carychinm, 1 Alexia, 6 Planorbis (1 neu),
1 Physa, 3 Limnaea, 3 Ancylus, 2 Cyclostoma, 2 Pomatias
neu, 1 Acme, 1 Hydrobia, 6 Amnicola (2 neu), 2 Pisidium,
2 Unio, zusammen 131 Arten. Die neuen Arten sind von
Letourneux beschrieben und werden unten namhaft
gemacht.
Der Schluss des Reiseberichtes von Jickeli erschien
Malak. Bl. 21. p. 81. Er bezieht sich auf den Aufenthalt
in Massaua und den Dahlak-Inseln, sowie die Rückreise.
Jickeli sprach in den Sitzungsber. der Ges. naturf.
Freunde zu Berlin 1873. p. 4 über die Resultate seiner
Bearbeitung der Land- und Süsswasser-Mollusken Nord-Ost-
Africas. Von dort sind gegenwärtig bekannt: 96 Land-,
68 Süsswasser- und 14 submarine Arten. 43 Arten sieht
er als neu an. Als auffallend weit verbreitet werden
vier Arten hervorgehoben : Pupa umbilicata Drap., Bulimus
fallax Say, B. pullus Gray und Melania tuberculata Müll.
Ausserdem sind die Nilländer wesentlich aus zwei Factoren
zusammengesetzt. Von den Arten Unterägyptens gehören
7 Helix, 3 Chondrula, 1 Sira und 2 Süsswassermollusken
der südeuropäischen Küstenfauna an, während die Nilmol-
lusken Spatha, Lanistes, Ampuilaria, Cleopatra tropisch
africanische Gattungen sind. Ein anderes Bild bietet die
Fauna der oberen Nilländer, nur eine Helix (melanostoma
Drp.) von den genannten europäischen Formen, finden wir
hier, dagegen sind zu den tropisch-africanischen Gattungen
Aetheria, Physopsis, Achatinen und Limicolarien getreten.
Die oberen Nilländer haben mit Westafrica 3 Landschnecken.
11 Süsswasser-Mollusken bestimmt gemein; von diesen letz-
216 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
teren kommen 6 Arten in Abyssinien vor. Isidora contorta
Mchd. und Forskalii Ehrbg., welche noch in Südafrica vor-
kommen, dürften durch ganz Hochafrica verbreitet sein.
Abyssinien hat ausser den zum Nilgebiet gehörigen Arten
Succinea badia Morel, mit Westafrica, Pupa fontana Krauss,
Succinea striata Krauss mit dem Natal und Petraeus abys-
sinicus Rüpp. bestimmt mit Ostindien gemein. Mit den Nil-
ländern hat Abyssinien ausser den zugleich Westafrica an-
gehörenden Arten vier übereinstimmend.
Ed. v. Martens bearbeitete die von Dr. Schwein-
furth in Africa gesammelten Land- und Süsswasser-Con-
chylien. Malak. Bl. 21. p. 37. Das Verzeichniss besteht
aus 10 Landschnecken, 18 Süsswasserschnecken und 4 Mu-
scheln. Darunter eine neue Achatina.
Morel et beschreibt acht neue Landschnecken, die
von Marche und de Compiegne im aequinoctialen Africa
gesammelt worden sind. Journ. de Conchyl. p. 329.
Asien. In Semper's Reisen im Archipel der Philip-
pinen sind im 2. Bande des 2. Theils der wissenschaft-
lichen Resultate Malacologische Untersuchungen von Bergh
enthalten. Das erste Heft, die Aeolodien umfassend, er-
schien 1870 (s. Bericht), das zweite mit den Phyllobranchidae
1871, das dritte, welches die Hermaeidae und Placobran-
chidae bringt, 1872, das vierte, Elysiadae, 1872 und das
fünfte, Limapontiadae und Phylliroidae, 1873. Da in den
früheren Berichten nur das erste Heft besprochen worden ist,
geben wir diesmal in der Kürze eine Anzeige nachträglich.
— - In demselben Reisewerke erschienen ferner als dritter
Band die Landmollusken, von Semper selbst bearbeitet,
und zwar das zweite Heft im Jahre 1873. Die neuen
Gattungen und Arten sind unten namhaft gemacht. Das
Werk ist schön ausgestattet, und Bergh hat die Anatomie
höchst sorgfältig und eingehend berücksichtigt. Ebenso
hat Semper der Anatomie, namentlich dem Gebiss und den
Geschlechtsorganen Rechnung getragen.
S t o 1 i c z k a setzte seine Bearbeitung der Land-
schnecken der Insel Penang (vergl. vorj. Ber. p. 183) mit
der Beschreibung der Helicaceen fort. Journal Asiat. Soc.
of Bengal 42. p. 11 — 38. Daselbst werden 23 Arten mit
der Mollusken während des Jahres 1873. 217
Berücksichtigung der Thiere beschrieben, unter denen zwölf
neue. Die beigegebenen Tafeln enthalten Abbildungen von
den Schalen, von Geschlechtsorganen und vom Gebiss.
Lischke charakterisirte 7 neue Meeres-Conchylien
aus Japan. Malak. Bl. 21. p. 19.
Australien. In Brenchley „Jottings during the
cruise of H. M. 8. Curacao among the South Sea Islands
in 1865. London 1873" hat p. 432 Baird die Conchylien
bearbeitet. Daselbst werden 34 neue Arten beschrieben,
die unten erwähnt werden.
Bergh beschrieb einige neue Nacktschnecken der
Südsee mit Abbildungen und mit Berücksichtigung der
Anatomie im Journal des Museum Godeffroy IL p. 65.
Garrett beschrieb eine grössere Anzahl mariner und
Landschnecken von den Südsee-Inseln. Proc. Philadelphia
1873. p. 209 und 233.
Mousson gab Kunde von der malacologischen Fauna
einiger Inseln des westlichen Stillen Oceans. Journ. de
Conchyl. p. 101. Die Ellis-Jnseln, nördlich von den Samoa-
und Viti-Inseln, welche aus vulkanischen Gipfeln bestehen,
die Korallenriffe tragen, welche sich aus dem Meere erheben,
waren bisher conchyliologisch fast ganz unbekannt. Das
Material zur gegenwärtigen Arbeit ist durch Graeffe ge-
sammelt. Die Landschnecken sind sparsam und kleine
Arten, nämlich 1 Zonites, 2 Patula, 1 Pkhys neu, 1 Ste-
nogyra, 1 Vertigo, 1 Tornatellina. 1 Melampus, 1 Helicina,
2 Omphalotropis, 1 Hydrocaena, 2 Truncatella, zusammen
14 Arten. — Die Kermandec- und Norfolk-Inseln, erstere
zwischen Tongatabou und Neu-Seeland. letztere zwischen
Neu-Caledonien und Neu-Seeland^ lieferten bisher nur
8 Arten: 1 Vitrina neu, 1 Microcystis, 2 Trocho-Nanina,
eine neu, 1 Patula, 1 Diplommatina, 1 Helicina, 1 Om-
phalotropis neu.
America. Carpenter hat in Smithsonian Miscel-
laneous Collections No. 252. Dec. 1872 seine Aufsätze aus
den Proceedings of the zoological society, den Annais and
Magazine of Natural history und dem Journal de Conchy-
liologie aus den Jahren 1863 bis 65 als besonderen Band
von 325 Seiten, unter Hinzufügung eines Index der Arten
218 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
wieder abdrucken lassen. Der Band führt den Titel The
Mollusks of Western North America. Die Seiten tragen
oben die Zahl des Urtextes, unten die laufende Paginirung.
Stearns vergleicht die Conchologie des atlantischen
und pacifischen Oceans an den Küsten von Nordamerika.
Hervorstechend für die Californische zoologische Provinz
ist das Ueberwiegen der Scutibranchier (worunter Verf.
die Rhipidoglossen und Docoglossen versteht). Die Zahl
der marinen Mollusken in der Californischen und Orego-
nischen Provinz beträgt etwa 630, wovon 200 Bivalven
sind; von den übrigen 430 sind 123 Scutibranchier, und
unter diesen 40 Chitoniden und 40 Trochiden. Von
den 247 marinen Gasteropoden aus den arctischen Meeren
bis Georgia gehören nur 32 zu den Scutibranchiern, 7 zu
den Chitoniden und 14 zu den Trochiden, und Haliotis hat
gar keinen Vertreter, Proc. California Acad. IV. p. 271;
Annais nat. hist. XII. p. 185.
Stearns schrieb über das Muschel-Geld der Urein-
wohner Americas. Proc. California Acad. V. p. 113. Die
Bewohner der Ostküste benutzten andere Conchylien als
die der Westküste, vermuthlich weil sie nichts von ein-
ander wussten. Die Indianer von Neu-England machten
ihr Purpur-Geld, was sie Wampum nannten, aus Merce-
naria violacea; aus einer Art Pyrula und aus anderen
Schalen machten sie ihr weisses Wampum. Die Indianer
der Westküste benutzten als Geld Dentalium. 25 in ein-
ander gesteckte Dentalien müssen 6 Fuss lang sein und
bilden ein Hi-qua im Werth von 50 Pfund Sterling. Im
Innern Californiens galt auch Haliotis rufescens; ein In-
dianer kaufte von einem anderen ein Pferd für eine solche
Schale. In der Nähe von Bodega, alte Russische Station,
galt Saxidomus aratus als Geld. In Gräbern fand man
Olivella biplicata, zubereitet zu kleinen, flachen Scheiben
mit centraler Höhlung, auch Ringe aus Lucapina crenulata
bereitet, die aber jetzt nicht mehr von den Californischen
Indianern angewendet werden.
Verrill macht Opposition gegen die Ansicht von
Jeffreys (vergl. vorj. Ber. p. 174), dass manche Mollusken
von Europa nach America eingewandert seien; er hält es
der Mollasken während des Jahres 1873. 219
vielmehr für wahrscheinlicher, dass sie von Amerika nach
Europa übertragen seien. Er beruft sich darauf, dass
America in uralten Zeiten ein grosser Continent gewesen
sei, als Europa nur eine Gruppe von Inseln war, dass kein
Land reicher ist an Ueberbleibseln von Landthieren, die
die Tertiär- und Kreidezeit mit der gegenwärtigen ver-
binden, dass viele von den für europäisch gehaltenen
Formen sich weiter zurück in die Tertiärformation ver-
folgen lassen als in Europa, und dass viele Gattungen von
Thieren, die noch jetzt in beiden Erdtheilen lebend ge-
funden werden, in Amerika bis in die Kreideperiode zu-
rückreichen, in Europa nur bis in die Tertiärperiode. Ueber-
dies könne die grosse Zahl und Manchfaltigkeit der Land-
und Süsswassermollusken, wie Unionen und Melanien jeden
mit dem Gegenstande Vertrauten nur überzeugen, dass sie
in Amerika in einer sehr fernen Periode einheimisch waren.
Dabei läugnet Verf. nicht, dass einzelne Landschnecken in
neueren Zeiten durch den Menschen aus Europa nach
Amerika übertragen sein mögen. Verf. geht dann weiter
auf die einzelnen Gattungen und Arten ein. Dana and
Silliman Amer. Journal 5. p. 465 ; Annais nat. hist. XI.
p. 206.
Gegen diese Kritik spricht Jeffreys Annais nat.
hist. XI. p. 375. Er nennt die Verrill'sche Idee, dass die ge-
meinschaftlichen Arten Amerikas und Europas von Amerika
ausgegangen seien, für mehr geistreich als annehmbar, steht
jedoch davon ab, seine Nationalgefühle weiter zu verletzen,
und führt dann einige Beispiele zu Gunsten von Gould's
Invertebrata of Massachusetts an.
Die durch P i n a r 1 von den Aleuten mitgebrachten
marinen Conchylien hat Fischer, Journ. de Conchyl. p. 243
bestimmt. Es sind neun Arten, von denen 6 an den Nord-
küsten Americas und Asiens zugleich leben, die drei übrigen
sind americanisch.
Stearns zählt 45 Arten von San Juanico, und 35 Arten
See-Conchylien von Loreto in Nieder- Californien auf, die
dort von Gabb im Februar 1867 gesammelt worden sind.
Proc. California Academy V. p. 131.
Whiteaves berichtete über seine Schleppnetz-Expe-
220 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dition bei der Insel Anticosti (vergl. vorj. Ber. p. 184) auch
im Report British Association held at Brighton p. 143.
V e r r i 1 1 berichtete über die Schleppnetz-Untersuchun-
gen an der Küste von Neu-England. Dana and Silliman
Amer. Journal 5. p. 1. Von Mollusken wurden den 142 Ar-
ten, welche Stimpson in den Invertebrata of Grand Menan
aufgezählt hat, 95 Arten hinzugefügt, nämlich 30 Bryozoen,
18 A seidien, 13 Lamellibranchier, 30 Gasteropoden und
3 Cephalopoden. Darunter einige neue unten namhaft zu
machende Arten.
In dem dritten Berichte über die Resultate der Schlepp-
netz-Expeditionen an der Küste von Neu-England, verzeich-
net V er rill auch einige Mollusken aus einer Tiefe von
50 bis 95 Faden: Octopus Bairdii V., Neptunea curta
(islandica Gould), N. pygmaea soll im Gebiss von Neptunea
abweichen, Aporrhais occidentalis, Turritella erosa, Lepeta
coeca, Bela deeüssata, Natica clausa, Scaphander puneto-
striata, Entalis striolata, Dentalium occidentale, Cardium
islandicum, Astarte lens und elliptica, Yoldia thraeiformis,
obesa, sopotilla, Dacrydium vitreum, Macoma sabulosa,
Neaera aretica, Crenella decussata, glandula, Panopaea
norvegica, Pecten islandicus und viele andere nordische
Arten. American Journal of sc. and arts VI. p. 439.
Bei einer Schleppnetz - Expedition bei St. George's
Bank fand Baird Pecten pustulosus, der noch nicht von
der Küste bekannt war, und Area pectuneuloides, welche
an der Norwegischen Küste lebt. Bull. Essex Institute
IV. p. 153.
Bland schrieb, Annais Lyc. New York X. p. 311,
über die physische Geographie und die Verbreitung der
Land-Mollusken der Bahama-Inseln. Von den 80 Arten
gehören 20 zu den mit Deckel versehenen, die übrigen zu
den Inoperculata. Die Fauna der Bahamas ist wesentlich
Westindisch, und die der Great Bank ist nahe verwandt
mit der Cubanischen Fauna.
Von der Abtheilung der Mollusken in dem Werke
Mission scientifique au Mexique vergl. Ber. über d. Jahr
1871. p. 148 bearbeitet von Crosse und Fischer, er-
schien die dritte Lieferung. Sie enthält den Schluss der
der Mollusken während des Jahres 1873. 221
Gattung Berendtia (B. Taylori Pfr.) und die Fortsetzung
der Familie Helieidae, nämlich die Subfamilie Pupinae
mit den Gattungen Pupa und Vertigo, und die Subfamilie
Euealodinae mit den Gattungen Holospira, Coelocentrum
und Eucalodium. Die Gattung Pupa ist in Mexico und
Guatemala durch drei Arten, Vertigo durch eine Art ver-
treten. Die echten Cylindrellen, Lia, Macroceramus und
Pineria werden als besondere Familie Cylindrellidae ver-
einigt, während Holospira, Eucalodium und Coelocentrum, als
zu den Helieidae gehörig, die Subfamilie Euealodinae bilden.
In einem Aufsatze über die geographische Verbreitung
der Helix Mexico's und Guatemala's in Journal de Conchyl.
21. p. 258 verzeichnete Crosse und Fischer 45 Arten
aus Mexico und 13 Arten aus Guatemala. Beiden Ländern
sind nur 4 Helix gemeinschaftlich. Im nördlichen Theile
von Mexico finden sich 11 Arten aus dem Süden der Ver-
einigten Staaten, nämlich 2 Arionta und 2 Euparypha auf
dem Pacifischen, 2 Fruticicola und 5 Polygyra auf dem
Atlantischen Abhänge. Von den 13 Arten Guatemala^
kommen zwei auch in Honduras vor. Während in Nord-
amerika die Helix vorherrschen, thun dies die Bulimus in
Südamerica : in Mexico halten sich beide grossen Gattungen
ungefähr das Gleichgewicht.
Die einzige Landschnecke auf der Insel Socorro an
der Mexicanischen Küste ist Orthalicus undatus Brug. Die-
selbe kommt auch auf den Tres Marias vor. Proceed.
Boston Soc. XIV. p. 303.
In Levy's Notas geograficas y economicas sobre la
republica de Nicaragua. Paris 1873 wird p. 202 unter den
Mollusken von der pacifischen Küste Avicula margaritifera
hervorgehoben, ferner Ostrea und Murex purpureus.
Von Ed. v. Martens erhielten wir einen werthvollen
Beitrag, die Binnenmollusken Venezuelas in der Festschrift
zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft
naturforschender Freunde zu Berlin p. 157—225 mit 2 Ta-
feln. Daselbst werden 113 Arten aufgeführt, nämlich 3 Cy-
clotus, 1 Cistula, 2 Chondropoma, 8 Helicina, 1 Proser-
pina, 1 Vaginulus, 1 Arion, 2 Glandina, 1 Stenopus, 2 Hya-
lina, 4 Streptaxis, 4 Helix (Labyrinthus), 15 Bulimus
222 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
(1 Borns, 7 Dryptus, 1 Eurytus, 4 Pelecychilus, 2 Anthinus),
1 Tomigerus, 15 Otostomus, 1 Bulimulus, 4 Orthalicus,
4 Stenogyra, 2 Tornatellina, 1 Clausilia, 1 Cylindrella,
2 Succinea, 7 Planorbis, 2 Physa, 2 Ancylus, 12 Ampul-
laria, 3 Hydrobia, 5 Melania, 1 Neritina, 1 Unio, 2 Cy-
rena, 2 Cyclas. Die Gattungen sind kurz charakterisirt,
und bei den meisten Arten sind Bemerkungen zu ihrer
Unterscheidung und über ihre geographische Verbreitung,
bei vielen auch über das Gebiss gemacht. Die wenigen
neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
M o u s s o n gab eine zweite Notiz über einige von
Herrn Gustav Wallis aus dem nördlichen Stidamerica zu-
rückgebrachte Mollusken. Malak. Bl. 21. p. 1. Mehrere
neue Arten.
Döring hat bei seinem Aufenthalte in Rosario die
Conchylien der Umgegend gesammelt, und beabsichtigt die
Mollusken der Argentinischen Republik zu bearbeiten. Zu-
nächst beschreibt er Malak. Bl. 21. p. 52 die von ihm ge-
sammelten Succineen, 6 Arten, unter denen 4 neu, s. unten.
Cephalopoda.
Keller hat als Beitrag zur feineren Anatomie der Cephalo-
poden, histologische Untersuchungen angestellt, und namentlich die
Knorpel, die Haut mit den Chromatophoren, und das Gefässsystem
untersucht. Die Chromatophoren, die er auch an der inneren Wand
der Kiemenhöhle auffand, sind nach unserem Verf. kernhaltige Zellen,
die wahrscheinlich eine structurlose Membran besitzen. Der Zell-
körper besitzt vitale Contractilität und enthält zahllose Pigment-
körnchen eingestreut, die bei der Bewegung passiv mitgezogen
werden. Die Bewegungen werden weder durch muskulöse, noch
nervöse Elemente veranlasst, sondern sind der gleichen Kategorie
einzuverleiben, zu der die Bewegungsphänomene der Lymphoidzellen,
der Bindegewebszellen, der Pigmentzellen des Frosches und Cha-
mäleons u. s. w. gehören. Zu den Farbenerscheinungen tragen
ferner glänzende Füttern bei. Als Nachtrag werden noch einige
Bemerkungen über Spirula beigebracht. Bericht über die Thätigkeit
der St. Galli'schen naturw. Gesellseh. während des Vereinsjahres
1872-73. p. 447.
Packart zählte die Funde von colossalen Cephalopoden auf,
der Mollusken während des Jahres 1878. 228
wie sie bisher in der Litteratur gegeben sind. The American Na-
turalist p. 87.
Dali theilte mit, dass bei Ilinlink in Unalashka viele grosse
Cephalopoden gestrandet, sind, so ein Pinnoctopus von 52 Zoll Länge,
Onychoteuthis Bergii Licht, von 110 Zoll. Der Octopus punctatus
Gabb erreicht eine Länge von 16 Fuss. The American Naturalist
p. 484.
Murray spricht in einem Briefe von einem durch einen Fischer
Picot in Conception Bay an der Ostküste von Great Bell Island be-
obachteten Seeungeheuer von 60 Fuss Länge, das sein Fahrzeug
mit den Tentakeln umfasst habe. Picot hackte ihm einige Tentakeln
mit der Axt ab, von denen einer, 19 Fuss lang, noch vorhanden ist.
Es handelt sich offenbar um einen grossen Cephalopoden. Bei dieser
Mittheilung erinnerte Gabriel, dass im Winter von 1870 auf 1871
zwei ganze Cephalopoden von 40 und 47 Fuss Länge an der Süd-
küste der Insel bei Lamalein gestrandet seien. Proc. Boston Soc
XVI. p. 161.
In den Mittheilungen der deutschen Gesellschaft für Natur-
und Völkerkunde Ostasiens, Yokohama Mai 1873, ist ein grosser
Ommastrephes beschrieben, der in dem Japanischen Meere gefunden
und von dem Hinterende bis zum Vorderrande des Mantels 6' 1"
lang war. Vergl. auch American Journal of sc. and arts VI. p. 237.
Octopoda. Argonauta expansa Dali, Proc. California Acad.
IV. p. 303, aus dem Meerbusen von Californien.
Octopus Bairdii Verrill, Dana and Silliman Amer. Journ. 5.
p. 5, aus der Bay von Fundy. Vergl. auch The American Naturalist
p. 394 mit zwei Holzschnitten.
Spence Bäte erwähnt zweier Exemplare von Sepia offici-
cinalis, die am 24. Juni 1871 in Copuia beobachtet wurden, Kopf
an Kopf mit verschlungenen Armen, etwa 12 Minuten am Boden
bleibend. Am 12. Juli starb das Weibchen und enthielt eine Menge
Eier. Quarterly Journ. micr. science XII. p. 403.
Lankaster hat die Entwickelung im Ei von Loligo beob-
achtet. Annais nat. hist. XI. p. 81. Wenn das Ei im Eierstock
seine volle Grösse erlangt und sein grosses Keimbläschen verloren
hat, verliert es alle Falten oder Korbwerk der Dotteroberfläche und
schlüpft aus seiner Kapsel, und wird im Eileiter befruchtet. Dann
tritt an einem Pol ein Keimfleck in Form einer dünnen Scheibe
oder Kappe auf, der sich theilt. Wenn diese obere Lage von Blasto-
derm-Zellen sich ausgebreitet hat, tritt ausser ihr und ganz getrennt
von ihr ein Kreis von 7 oder 8 durchsichtigen Nuclei auf; ein
zweiter, dritter und vierter Kreis entsteht, bis sie sich über das
ganze Ei ausgebreitet haben. Die Furchungsarea wächst über jene
Nuclei hinweg, welche daher in einer tieferen Schicht des Dotters
liegen. Beide umhüllen die ganze Oberfläche des Eies als zwei ver-
224 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
schiedene Schichten. Die untere bildet die grosse Menge des subepi-
dermalen Gewebes, welches dem Mesoderm der Vertebraten ent-
spricht. Dann beginnt die Organenbildung. Verf. hebt ferner her-
vor, dass der erstgebildete Mund nicht bleibt, sondern, dass der
eigentliche Mund erst später auftritt. Ein anderer Punkt, der dem
Verf. interessant geworden ist, ist eine Einsenkung in Form einer
Grube hinter jedem Auge; eine traubige Gewebsmasse ist die Folge
der Einstülpung, und giebt dem optischen Nerven jeder Seite den
Ursprung. Die Schale entwickelt sich sehr früh in einem Schlauche,
der oben offen bleibt, bis der Embryo beinahe die Eihülle verlässt.
Lenz erzählt, dass am 24. September 1872 ein Loligo vul-
garis Lam. 74 Meile oberhalb Travemüaide im sog. Kolk gefangen
wurde. Er bestätigt bei dieser Gelegenheit die Artverschiedenheit
von L. vulgaris und Forbesii Steenstr. Archiv des Vereins in Mecklen-
burg XXVI. p. 104.
A twood theilte mit, dass Ommastrephes sagittatus, vor sechzig
Jahren bei Provincetown, Cape Cod. sehr häufig, um 1847 weniger
zahlreich vorgekommen sei, bis er 1867 nicht ein einziges Exemplar
mehr finden konnte. Seitdem sind wieder einige gefunden, und im
Jahr 1872 erschienen sie plötzlich wieder in zahlloser Menge.
Aehnliches habe an den grossen Bänken von Neu-Fundland statt-
gefunden. — Bei dieser Gelegenheit erzählte Packard, dass auf
der grossen Bank ein grosser Cephalopode mit 10 Fuss langen
Armen gefangen sei, der als Architeuthis dux bestimmt sei.
Heteropoda.
Macdonald hat Mundzähne bei der Gattung Tirola ge-
funden, die in zwei Reihen stehen. Er bildet in jeder Reihe fünf
derselben ab. Quarterly Journal of Microscopical society XI. p. 274.
Cheletropis crenilabris Garrett, Proc. Philadelphia p. 215. pl. II.
fig. 18, von den Paumotu-Inseln. (Die Arten dieser Gattung sind
wohl Jugendzustände von Gasteropoden. Ref.)
Gasteropoda.
Taenioglossa.
Fomatiacea. Pomatias Martensianus Möllendorff, Beiträge zur
Fauna Bosniens p. 56. — P. Maresi und atlanticus Letourneux La
Kabylie I. p. 230, aus Kabylien.
Cyclotacea. Cyclophorus Leonensis von Sierra Leone, und LH-
Uputianus von Gabon Morelet Journ. de Conchyl. p. 332.
der Mollusken während des Jahres 1873. 225
Pupina vitiensis Garrett, Proc. Philadelphia p. 233. pl. III.
fig. 62. von den Viti-Inseln.
Leptopoma Hargravesi Cox, Proc. zool. soc. p. 151, von den
Salomonsinseln.
Omphalotropis albocarinata Mousson, Journ. de Conchyl. p. 115,
pl. 7. fig. 3, von den Norfolk-Inseln. — 0. taeniata, littorinula und
Hameliana Grosse Ib. p. 142, von der Insel Rodriguez.
Realia (Omphalotropis) laevis von den Samoainseln, vavauensis
von den Freundschaftsinseln und bicarinata von Tongatabou. Baird
bei Brenchley 1. c. p. 440. pl. 39.
Cyclostomacea. Euptychia n. gen. Crosse et Fischer, Journ.
de Conchyl. p. 156. Testa umbilicata globoso-turbinata, tenuiuscula,
longitudinaliter striata, haud nitens, epidermide tenuissima, decidua
partim obtecta: spira turbinato-conica, apice obtusulo ; sutura sub-
impressa; anfractus convexi, ultimus subascendens, magnus, lamellis
longitudinalibus. compressis, prominentibus, pone marginem externum
elegantissime ornatus; apertura subovato-circularis; peristoma bre-
viter expansum (interdum lamella vicina subduplicatum), in adultis
speciminibus continuum (marginibus in juvenilibus speciminibus callo
junctis), in vicinio anfnactus penultimi subangulatum. — Operculum
subovale, cartilagineo-corneum, planiusculum, niedio levissime in-
crassatum, margine simplice, attenuato, acuto; nucleo subexcentrico ;
anfractibus 5 sensim crescentibus ; pagina externa plicato-striatula,
interna granosa, ad marginem laevigata. Steht zwischen Cyclosto-
mu3 und Cyclophorus. E. metableta von Madagascar.
Cyclostomus adjunctus Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges.
25. p. 145, von Tenerifa. — Cyclostoma vexillum Sowerby, Proc.
zool. soc. p. 452. von Madagascar. — C. balteatum, ßostriatum, con-
sanguineum Sowerby, ib. p. 718. pl. 59. fig. 1—3, von Madagascar.
G. (Leonia) scrobfkulata Mousson, Malak. Bl. 21. p. 155, aus West-
Marocco. — C. Desmazuresi Crosse, Journ. de Conchyl. p. 141, von
der Insel Rodriguez.
Buckleya bifasciata Mousson, Malak. Bl. 21. p. 17, von Bogota.
Tropidophora suffusum und perspectivum Sowerby, Proc. zool.
soc. p. 452, von Madagascar.
Clwndropoma aspratile Morelet, Journ. de Conchyl. p. 125.
pl. 5. fig. 2, aus Ecuador.
Choanopoma Neiccombi, Gabbi und Moreletianum Crosse, Journ.
de Conchyl. p. 352, von Taiti.
Tmncatellacea. Truncatella Stimpsonii Stearns, Proc. Cali-
fornia Acad. IV. p. 249, von Californien. — Tr. debilis Mousson,
Malak. Bl. 21. p. 156, von West-Marocco.
Ampullariacea. Ampullaria semitecta Mousson, Malak. Bl. 21.
p. 18, von Bogota.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2, P
226 Troschel: BericLt üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Potamophila. Bithynia mostarensis Möllendorff, Beiträge zur
Fauna Bosniens p. 58.
Assiminea recta Mousson, Malak. Bl. 21. p. 156. aus West-
Marocco.
Amnicöla acrambleia und Rouvieriana Letourneux, La Ka-
bylie I. p. 232, aus Kabylien.
Hydrobia valvataeformis Möllendorff, Beiträge zur Fauna Bos-
niens p. 59. — H. Ernesti v. Martens, Festschrift der Ges. naturf.
Freunde in Berlin p. 209. Taf. 2. Fig. 12, aus dem See Valencia. —
H. canariensis Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25. p. 148,
von Tenerifa. — H. Quenstedti Wiedersheim, Verh. Würzburger
phys.-med. Gesellsch. 4. Bd., aus der Falkensteiner Höhle in Würt-
temberg.
Lithoglyphus pyramidatus Möllendorff, Beiträge zur Fauna
Bosniens p. 59.
Melania Brenchleyi von den Samoa-Inseln und cylindroides
von Savage-Insel Baird bei Brenchley 1. c. p. 440. pl. 40.
Littorinacea. Sau vage beobachtete die Begattung zwischen
Littorina rudis und littorea. Journ. de Conchyl. p. 122.
Littorina tristis Mousson, Malak. Bl. 21. p. 155, aus West-
Marocco.
Bei der Aufzählung der 34 bei Madeira gefundenen Rissoen,
Proc. zool. soc. p. 365, die zum grossen Theil auch abgebildet sind,
stellte Watson folgende neue Arten auf: Rissoa Leacocki, auran-
tiaca, crispo, gibbera, moniziana, Watsoni, novarensis, albugo, ob-
jecto,, lincta, tenuisculpta. — R.vitrea, littorinaeformis, infrastricta,
infratincta, venusta, crystallina, hyalina, truncata Garrett, Proc.
Philadelphia p. 215. pl. II. fig. 19—26.
Bissoina supracostata, sculptilis, mülecostata, oryza, horrido,
scaba, castaneogranosa, gracilis, debilis, affinis, terebra, turrita Gar-
rett, Proc. Philadelphia p. 209. pl. II. fig. 1 — 12, von den Südsee-
inseln.
Pyramidellidae. Pyramidella canaliculata Sowerby, Proc. zool.
soc. p. 720. pl. 59. fig. 7, von den Sandwichinseln.
Jickeli hat sich durch Anschleifen eines Exemplares vonObe-
liscus terebellum überzeugt, dass im Innern Falten vorhanden waren,
wie bei dolabratus. Die Gaumenfalten wachsen also nicht mit dem
Gehäuse fort, sie sind nur die Auszeichnung eines Wachsthumsab-
schnittes. Man darf daher auf Fehlen oder Vorhandensein der Gau-
raenfalten bei Unterscheidung der Arten in der Gattung Obeliscus
nur einen sehr beschränkten Werth legen. Malak. Bl. 21. p. 118.
Obeliscus hyalinus Garrett, Proc. Philadelphia p. 228. pl. 3.
fig. 56, von den Paumotu- und Gesellschafts-Inseln.
Odostomia carinata Adams, Proc. zool. soc. p. 206. pl. 23.
fig. 4, aus dem Persischen Meerbusen. — O. densecostata, exilis,
der Mollusken während des Jahres 1873. 227
densestriata, oryza, sulcata, amanda, pulclira, crystallina, lutea, obe-
liscus, vitrea, unilineata, cuspidata Garrett. Proc. Philadelphia p. 223.
pl. III. fig. 42 — 54, von den Viti-Inseln.
Eulimacea. Eulima paivensis Watson, Proc. zool. soe. p. 364.
pl. 36. fig. 29, von Selvagens, Madeira.
Bissopsis n. gen. Garrett, Proc. Philadelphia p. 228. Schale
klein, dünn, langstreckig, cylindrisch ; Apex abgestutzt: Apertur
subovat, oben winklig, ganzrandig; Peristom ziemlich dünn, etwas
erweitert; Spindel schief, gebogen. jB. typica, pl. III. fig. 55. von
den Viti- und Samoa-Inseln.
Styliferidae. Stylifer dubius Baird bei Brenchley 1. c. p. 437.
pl. 38. fig. 5, 6, von Neu-Caledonien.
Gerithiacea. Cerithidea turrita Stearns, Proc. Boston Soc. XV.
p. 24, von der Westküste von Florida.
Capuloidea Nachdem Salenski in seiner Arbeit über die
Entwickelung von Calyptraea sinensis (vergl. vorj. Ber. p. 191) die
in russischer Sprache geschriebene Schrift von S tepanoff über
denselben Gegenstand critisirt hatte, sah sich der Letztere veranlasst
seine Abhandlung auch in deutscher Sprache, Bull, de Moscou 1873.
I. p. 115, zu veröffentlichen.
Xenophorea. Fischer giebt an, dass die embryonalen Win-
dungen bei Xenophora 5 bis 6 sind, convex, glatt, gelblich, ohne
fremde Körper anzuheften. Journ. de Conchyl. p. 123.
Amphiperasidae. Amphiperas pulcliellus Adams, Proc. zool.
soc. p. 206. pl. 23. fig. 5, von Mauritius.
Sigaretina. Ueber Natica fusca Biainv. vergl. Wiechmann im
Nachrichtsbl. p. 82.
Natica Prietoi und intricatoides (vittata) Hidalgo, Journ. de
Conchyl. p. 332, von der spanischen Küste.
Cypraeacea- Cypraea Coxeni Cox, Proc. zool. soc. p. 568, von
den Salomonsinseln.
Cypraea Petitiana Crosse et Fischer 1872 ist Journ. de Con-
chyl. p. 254. pl. XI. fig. 6 abgebildet.
Tritoniidae. Triton temiiliratus Lischke. Malak. Bl. 21. p. 20,
von Japan.
Toxoglossa.
Conoidea. Weinkauff übernahm für Küster's systematisches
Conchylien-Cabinet die Fortsetzung der Gattung Conus. Zunächst
erschienen die Species 114 — 126, worauf Zusätze und Aenderungen
zum Küster'schen Texte folgen, und dann Alles, was bei Küster
fehlt. Letzteres schätzt der Verf. auf nahe an 250 Species. In den
vorliegenden 1873 erschienenen Lieferungen ist die Gattung Conus
bis zur 198. Art fortgeführt. Als neu werden aufgestellt p. 204
Conus Maltzanianus von Tahiti, p. 206 C. Jickelii aus dem Rothen
228 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Meere, p. 221 C. Loebbeclcianus unbekannten Fundortes, und p. 229
C. Scheck Jickeli (C. neptunus Kiener non Reeve) aus dem Rothen
Meere.
Conus Fergusoni von Panama, tenuisulcatus und articulatus
von Mauritius, altispiratus von Südafrica und cuneatus ohne Vater-
landsangabe. Sowerby, Proc. zool. soc. p. 145. pl. 15. — C. race-
mosus Sowerby, ib. p. 721. pl. 59. fig. 11, von den Sandwichinseln.
— G. Dalle Stearns, Proc. California Acad. V. p. 78. pl. I. fig. 1,
von Oalifornien.
Conus fulvocinctus Crosse 1872 ist Journ. de Conchyl. p. 248.
pl. 11. fig. 5 abgebildet.
Terebracea. Edgar Smith machte kritische Bemerkungen
über einige Arten der Familie Terebracea. Annais nat. hist. XI.
p. 262. Terebra buccinulum Desh. ist = Bullia turrita Gray. —
T. anomala Gray, inconstans Hinds. und matheroniana Desh., welche
Reeve zusammenzieht, erklärt Verf. für gut unterschiedene Arten.
T. pulchra Hinds. = cerithina Lam. jüv. — Für T. coerulescens,
micans, acuminata, cuspidata, apicina, Traillii und bacillus gründet
er ein Subgenus Impages, testa subulata, terebraeformis, anfr. in-
tegri, plus minusve longitudinaliter striati vel plicati, sutura indi-
stiucta separat!, callo angusto lineam suturalem supra cincti. — T.
flava Gray wird in T. lutescens umgetauft. — Dann folgen folgende
neue Arten: Terebra Adamsii Japan, australis Swan River, concolor,
similis, japonica Japan; Myurella fijiensis Fidschi-Inseln, turrita
Torresstrasse, Belcheri Ecuador, Macgülivrayi Neu-Guinea, miranäa
Malacca, contractu, granulosa Japan, paucistriata Fidschi-Inseln,
capensis Cap, pumilio, tantilla Japan; Äbretia antarctica antarktisch,
brasiliensis Rio de Janeiro.
Terebra (Leiostoma) parva Baird bei Brenchley, 1. c. p. 435.
pl. 37. fig. 4, 5, von Neu-Caledonien.
Pleurotomacea. Pleurotoma circinata Dali, Proc. California
Acad. V. p. 61. pl. II. fig. 5, von Unalaschka.
Pleurotomella n. gen. Verrill, Dana and Silliman Am er.
Journal 5. p. 15. Verwandt mit Pleurotoma, aber ohne Augen, ohne
Deckel, Labrum mit weitem, sehr tiefem Einschnitt. PI. Paclcardii
aus der Bay of Fundy.
Drillia ostrearum Stearns, Proc. Boston Soc. XV. p. 22, von
der Westküste von Florida. — Dr. vidualoides, papulosa, minu-
tissima, pusitta Garrett, Proc. Philadelphia p. 217. pl. II. fig. 28—31,
von den Viti-Inseln. — Dr. brunneo-maculata aus Californien und
strigata ohne Fundortsangabe Sowerby, Proc. zool. soc. p. 720.
pl. 59. fig. 8, 9. — D. montereyensis und Hempliillii Stearns, Proc.
California Acad. V. p. 80. pl. I. fig. 2 und 3, von Californien.
Clathurella pulchella, daedalea, caelata, infrasulcata. obesa,
der Mollusken während des Jahres 1873. 229
semilineata, pinguis, punetifera Garrett, Proc. Philadelphia p. 219.
pl. III. fig. 32—39, von den Viti-In9eln. — Gl. Jcwetti Stearns, ib.
p. 346, von der Westküste von Florida.
Baphnella fusiformis, mlllegrana. vitrea. tessellata Garrett,
Proc. Philadelphia p. 229. pl. III. fig. 58—61, von den Paumotus-Inseln.
Zafra purpurea Adams, Proc. zool. soc. p. 206. pl. 23. %. 3,
von den Neuen Hebriden.
Githara melanostoma und abbreviata Garrett, Proc. Philadelphia
p. 222. pl. III. fig. 40, 41. von den Südsee-Inseln. — C. Balansai
Crosse, Journ. de Conchyl. p. 65, 131. pl. 5. hg. 5, von Neu-Ca-
ledonien.
Mangelia stellata Stearns, Proc. Boston Soc. XV. p. 22, von
der Westküste von Florida. — M. interlirata Stearns, Proc. Cali-
fornia Acad. IV. p. 226, aus Californien.
Defrancia albostrigata Baird bei Brenchley, 1. c. p. 434. pl. 37.
hg. 3. 4, von Neu-Caledonien.
Verrill verwirft, Dana and Silliman, Amer. Journ. 5. p. 101,
den Gattungsnamen Defrancia Bronn (1835), weil er schon von
Millet (1826) vergeben war, und führt dafür Discofasigera
d'Orb. ein.
Cancellariacea. Gancellaria turrita Sowerby, Proc. zool. soc.
p. 721. pl. 59. fig. 11, ohne Angabe des Vaterlands. — C. (Trigo-
nostoma) circumcincta Dali, Proc. California Acad. V. p. 58. pl. II.
fig. 1, 2, von Unalascbka.
Rhachiglossa.
Volutacöa. Voluta (Callipara) Brazieri von Neu-Südwales und
Voluta Macgillivrayi von der Insel Woodlark. Cox, Proc. zool. soc.
p. 567. pl. 48. fig. 8 und 9.
Marginellacea. Marginella quadrifasciata Marrat, Annais nat.
hist. XII. p. 426, von Kabenda, Africa. — M. (GlabeUa) opalina und .
auraecineta Stearns. Proc. Boston Soc. XV. p. 21. von Florida.
Volvaria (Volvarina) pygmaea Garrett, Proc. Philadelphia
p. 217. pl. II. fig. 27, von den Viti-Inseln.
Buccinacea. Fusus (Chrysodonms?) Harfordii Stearns, Proc.
California Acad. V. p. 79, von Californien. — F. (Colus) similis
Baird bei Brenchley, 1. c. p. 432. von Neu-Caledonien, und Brench-
leyi ib. p. 434. pl. 37. fig. 1, 2, aus der Südsee.
Sipho Hallii Dali. Proc. California Acad. V. p. 59. pl. II. fig. 3,
von Unalaachka.
Euthria aracanensis Angas, Proc. zool. soc. p. 182. pl. 20.
fig. 1, von Aracan.
Turbinellacea. Die Gattung Turbinella ist in der 221. Lief,
von Küster's systematischem Couchylien-Cabinet von No. 35 bis 60
fortgesetzt.
230 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Nassacea. Nassa nodulosa unbekannten Fundortes und aethio-
pica von Kabenda, Africa. Marrat, Annais nat. hist. XII. p. 426.
— N. anthracina Garrett, Proc. Philadelphia p. 229. pl. III. fig. 57.
von den Viti-Inselu. — N. bifaria Baird bei Brenchley, 1. c. p. 436.
pl. 38. lig. 1, 2. von Neu-Caledonien.
Columbellacea. Columbella compta Lischke, Malak, Bl. 21.
p. 20, von Japan.
Nitidella filosa Stearns, Proc. Philadelphia p. 345, von der
Westküste Florida's.
Mitrella daedala Adams, Proc. zool. soc. p. 205. pl. 23. fig. 2,
von den Neuen Hebriden.
Anachis semiplicata und acuta Stearns, Proc. Philadelphia
p. 344, von der Westküste Florida's.
Astyris variegata Stearns, Proc. California Acad. V. p. 81.
pl. I. fig. 5, von San Diego.
Olivacea. Oliva signata Lischke, Malak. Bl. 21. p. 20, aus
Japan.
Ancillaria albo-callosa Lischke. Malak. Bl. 21. p. 21, von
Japan.
Muricea. Murex Thornasi Crosse ist Journ. de Conehyl. p. 249.
pl. 11. fig. 4 abgebildet.
Murex Lienardi Crosse, Journ. de Conehyl. p. 284, von Mau-
ritius. — M. Crossei Lienard, ib. p. 285, von Mauritius.
Muricidea subangulata Stearns, Proc. California Acad. V
p. 81. pl. I, fig. 4, von Californien.
Chasca% n. gen. Muricidarum Watson, Proc. zool. soc. p. 361.
Schale spindelförmig, weit genabelt, längsgerippt und mit spiralen
Leisten, ohneVarices; Epidermis hornig, Mundrand winklig; Aussen-
und Innenlippe ganz glatt, Sipho lang, schmal und tief, ein wenig
nach links gebogen, aber vorn nicht aufgebogen. Deckel kräftig,
hornig, Nucleus terminal, innen durch eine breite Leiste längs dem
rechten Rande verstärkt. Ch. maderensis von Madeira.
Typhis expansus Sowerby, Proc. zool. soc. p. 719. pl. 59.
lig. 4, unbekannten Fundortes.
Purpuracea. Purpura canaliculataDucl. kommt von Unalaschka
bis Monterey in Californien vor, und variirt in Grösse und Gestalt.
Stearns, Proc. California Acad. IV. p. 250.
Ptychatr actus occidentalis Stearns, Proc. California Acad. V.
p. 79, von den Shumagin-Inseln.
Coralliophila Barclayana Adams, Proc. zool. soc. p.'205. pl. 23.
fig. 1, von Mauritius.
Ptenoglossa.
Scalariacea. Scalaria Mariei Crosse, Journ. de Conehyl. p. 136,
aus Neu-Caledonien.
der Mollusken während des Jahres 1873. 231
Adams taufte seine Scala delicatula (1869) in Scala tcnera
um, da der Name bereits von Crosse und Fischer vergeben war.
Proc. zool. soc. p. 209.
Solariacea. T. A. di Montirosato erkennt in einer kleinen
Schrift, Notizie intorno ai Solarii del Mediterraneo, Palermo 1873,
sechs Arten der Gattung Solarium an, nämlich S. discus Phil., monili-
ferum Bronn, mediterraneum Mont., hybridum Lam., fallaciosum
Tib., Architae Costa. Alle sind abgebildet. — Als Anhang folgen
Berichtigungen zu seiner Schrift Notizie intorno alle conchiglie mc-
diterranee.
Architectonica tricarinata Stearns, Proc. Boston soc. XV .
p. 23, von der Westküste von Florida.
Rhipidoglossa.
Helicinacea. Helicina Gomeaensis Garrett, Proc. Philadelphia
p. 233. pl. III. fig. 63, von den Viti-Inseln. — IL Gäbbi Crosse et
Newcomb, Journ. de Conchyl. p. 354, von Taiti. — H. Brenchleyi,
fulgurata, multistriata und strigata von den Samoainselu, Julii von
den Salomonsinseln, Novae Caledoniae von Neu-Caledonien, Baird bei
Brenchley 1. c. p. 448. pl. 41.
Helicina Schrammi Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 251.
pl. 11. fig. 3 abgebildet.
Hydrocaenacea. Hydrocaena similis Baird. ib. p. 440. pl. 39.
fig. 1, 2, von den Samoa-Inseln.
Neritacea. Neritina subrugata Baird bei Brenchley, 1. c. p. 438.
pl. 38. fig. 7 — 9, von den Salomonsinseln.
Nerita strieta Baird, ib. p. 438. pl. 38. fig. 10 — 11, aus der
Südsee, Novae Caledoniae, ib. fig. 12, 13, von Neu-Caledonien.
Trochoidea. Turbo Carduus Fischer unbekannten Fundortes
und stenogyrus von den Philippinen. Fischer. Journ. de Conchyl.
p. 126.
Phasianella Wisemanni Baird bei Brenchley. 1. c. p. 436.
pl. 38. fig. 3, 4, von den Neuen Hebriden.
Collonia munda Adams, Proc. zool. soc. p. 206. pl. 23. fig. 6,
aus dem Persischen Meerbusen.
Liotia bellula Adams, Proc. zool. soc. p. 296. pl. 23. fig. 7,
aus dem Persischen Meerbusen.
Eutrochus altematus Sowerby, Proc. zool. soc. p. 719. pl. 59.
fig. h, aus Australien.
Cyclostrema earinatum Adams, Proc. zool. soc. p. 207. pl. 23.
fig. 8, aus dem Persischen Meerbusen.
Claneulus pusülus Adams, Proc. zool. soc. p. 207. pl. 23. fig. 9,
von den Neuen Hebriden.
Minolta variabilis Adams, Proc. zool. soc. p. 207. pl. 23.
fig. 10, aus dem Persischen Meerbusen.
232 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Margarita vorticifera Dali, Proc. California Acad. V. p. 59.
pl. IL fig. 4, von Unalaschka.
Vitrinella pura, liricincta, scitlptilis, caelata, nodosa Garrett,
Proc. Philadelphia p. 213. pl. IL fig. 13—17, von den Südseeinselu.
Docoglossa.
Patellina. San vage erörtert einige Punkte der Naturge-
schichte von Patella vulgaris. Ihre Fortpflanzungszeit fällt in die
letzten Tage des März, die Embryonen haben eine sehr dünne Schale.
Kleine und mittlere Exemplare sah er sich bewegen, grosse sassen
immer an demselben Orte ; sie bewegten sich aber nur, wenn sie
bei der Ebbe vom Wasser entblösst waren. Sie variiren nach dem
Orte ihres Aufenthaltes. Journ. de Conchyl. p. 118.
Acmaeacea. Acmaea (Collisella) peramabilis Dali, Proc. Cali-
fornia Acad. IV. p. 302.
Cüitonidae. Carpenter bringt die sechs Chitonarten der
Amerikanischen Küste von Labrador bis Florida in fünf Gattungen :
Chiton apiculatus gehört zu Chaetopleura ; auf Chiton ruber gründet
er eine neue Gattung Trachydermon, weil die Kiemenreihen kurz
sind, anstatt den Fuss zu umgeben ; Chiton albus ist wahrscheinlich
auch ein Trachydermon ; ebenso der britische Chiton marginatus;
Chiton marmoreus gehört zu Tonicia Adams, hat aber kurze Kie-
menreihen, und wird daher als eigene Gruppe Tonicella unter-
schieden ; Chiton mendicarius ist eine Hanleia nach des Verf. Diagnose,
nicht nach der von Loven und Gray, er glaubt, dass die Büschel
durch Contraction beim Trocknen entstanden sind, die Kiemen sind
kurz und hinten, wie bei Leptochiton und das Thier hat eine cen-
trale Afterröhre, aus der er die Faeces hervortreten sah; Chiton
Emersonii, welcher keine Poren hat, bildet die neue Gattung Stimp-
soniella, wohin auch Ch. Pallasii von Alaska gezogen wird, die
Faeces werden, wie bei Trachydermon durch zwei Schlitze am
Schwanzlappen ausgeführt. Verf. beabsichtigt eine Monographie der
Chitoniden zu veröffentlichen. Bull. Essex Institute V. p. 152.
Chiton japonicus und rübro-lineatus Lischke, Malak. Bl. 21.
p. 22, von Japan. — Ch. (Onithochüon) amicorum Baird bei Brench-
ley, 1. c. p. 445. pl. 40. fig. 7, von Savage.
Pulmonata.
Bland und Binney haben, Proc. Philadelphia p. 240, wieder
das Gebiss einer Anzahl Landschnecken aus den Vereinigten Staaten
untersucht, mit Bemerkungen über ihren systematischen Werth. Die
untersuchten Arten gehören in die Gattungen Macrocyclus, Limax,
Zonites, Vitrina und Helix, und aus der letzteren zu den Subgenera
Polygyra, Stenotrema, Triodopsis, Mesodon, Truticieola, Arionta und
der Mollusken während des Jahres 1873. 233
einer neuen Untergattung Glyptostoma, die auf Helix Newber-
ryana gegründet ist: Testa late umbilieata, depressa, ruguloso-
striata, solida, anfraetus 6, ultimus depresso-globosus, antice non
descendens; apertura obliqua, subcircularis; peristoma simplex,
acutum, intus incrassatum, marginibus approximatis, eolumellari
brevi, vix reflexiusculo. Maxilla arcuata, costis validis distantibus
(circa 16) exarata, margines valide dentati. Lamina lingualis ut in
Heiice videtur, deirtes marginales subquadrati. Systema sexuale sim-
plex, desunt sagitta, bursa, flagellum et vesica multifida. Orificium
ut in Heiice positum. — Die Verf. fügen ein Verzeichniss aller
von ihnen untersuchten und schon früher beschriebenen Arten hinzu,
was die Benutzung sehr erleichtert und um so dankenswerther ist,
da sie an sehr zerstreuten Arten publicirt sind. Auf der beige-
gebenen Tafel sind der Kiefer von Helix Newberryana und die Ge-
schlechtsapparate von Helix infumata, Newberryana, Townsendiana
und fidelis abgebildet.
Bland und Binney machten Angaben über die Weichtheile,
namentlich das Gebiss von Helix columbiana Lea, Helix germana
Gould, Macrocyclis Baudoni Fer, Bulimulus multifasciatus Lam.,
alternans Beck., Helix pachygastra Gray, Josephinae Fer., invalida
Adams, Punctum minutissimum Lea und Geomalacus maculosus Allm.
Annais Lyc. of New-York X. p. 304.
Dieselben Verf. beschrieben das Gebiss und die Anatomie
von Achatin ella und anderen Pulmonaten in Annais Lyceum New-
York X. p. 331 mit 2 Tafeln. Ausser den Aehatinellen, auf die wir
unten zurückkommen, wird das Gebiss beschrieben von Nanina Cha-
missoi, Succinea canella, Zonites Gundlachi, Helix (Polygyra) uvuli-
fera, Veronicella occidentalis, Onchidium Schrammi, Helix (Polymita)
picta, Helix (Hemitrochus) gallopavonis und Troscheli, Amphibulima
appendiculata, patula und rubescens, Omalonyx felina, Lithotis rr.pi-
cola, Helix (Thelidomus) provisoria, Glandina (Oleacina) solidula,
Bulimulus (Leptomems) sepulcralis, Strophia decumana und mumia,
Pupa fallax, Limax Hewstoni, Erinna Newcombi.
Bei einer Besprechung der colorirten Tafeln des Lehmann'-
schen Werkes über deutsche Nacktschnecken macht Seibert auf
einige Irrthümer aufmerksam, und will Arion hortensis zu einer
eigenen Gattung erheben, der er den Namen Kobeltia beilegt.
Nachrichtsbl. p. 79.
In der zweiten Lieferung des dritten Bandes seines Reise-
werkes hat Semper die Familie der Heliciden zu bearbeiten be-
gonnen, die er den Zonitiden gegenüber (vergl. den Bericht von
1870. p. 146) durch den Mangel der Schwanzdrüse am Fussende
charakterisirt. Die Familie wird in Unterfamilien getheilt, 1) Vi-
trinin ae mit längs getheilter Fusssohle und deutlichem Fusssaum,
Kiefer glatt, die seitlichen Zungenzähne bald pfriemförmig, bald
234 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
zweispitzig oder dreispitzig und immer hakenförmig, mit den Gat-
tungen Limax, Vitrinoidea, Vitrinopsis, Vitrina, Parmacella, Vitriuo-
conus. Hyalina, 2) Helicinae ohne längsgetheilte Fusssohle, jedoch
mitunter mit Mittelfeld und Fusssaum; Geschlechtsöffnung meist
unter oder dicht an dem rechten (linken) Fühler, Kiefer glatt, ge-
rippt, gestreift, oder aus Platten zusammengesetzt; Zungenzähne
variabel, meist mehrspitzig uud kurz. Diese Unterfamilie wird
weiter eingetheilt : 1. Gruppe 0 xygnatha mit glattem Kiefer.
1. Unterabtheilung mit glatten einspitzigen Zähnen der Radula. Da-
hin die Gattungen Acavus Montf., Corilla Adams (Atopa Albers),
Caryodes Albers, Panda Albers ; 2. Unterabtheilung, mit mehrspitzigen
breiten Zähnen der Radula. a. Gattungen mit 2 die Augen tragen-
den Fühlern, Janellidae Keferstoin, Gatt. Janella Gray. b. Gattungen
mit 4 Fühlern und einem in Aetzkali resistenten hinteren Fortsatz des
Kiefers (Succinidae). Gatt. Succinea. c. Gattungen mit 4 Fühlern,
deren Kiefer keine in Aetzkali sich erhaltende hintere quadratische
Platte besitzt. Gatt. Oopelta Mörch, Trochomorpha v. Martens,
Planispira Beck, Obbina n. gen. — Wird fortgesetzt. Die neuen
Gattungen und Arten sind unten angegeben.
Sandb erger berichtet über das Vorkommen einiger Heli-
ceen. Nachrichtsbl. p. 83.
Helicea. Aus der Gattung Helix beschrieb Mousson Neue
Denkschr. Schweiz. Ges. 25. p. 31 folgende neue Arten ^ von den
Canarischen Inseln: Euparypha Grasseti Tarnier in litt.. Xenophila
adoptata, Monilearia Wooäwardia Tarnier in shed., proposita, Tur-
rieula inops, nodoso-striata, Discula granostriata, morata, multi-
pimctata, Hispidella pavida, OcMhephüä multigranosa, Ciliella la-
nosa, Leptaxis digna, Macidaria adonis und efferata, Iberus har-
monica, merita, semiteeta, Hemicycla inutilis, desculpta, gravida
temper ata, retrodens, Fritschi, invernicata, indifferens, distensa.
Helix lenabaria, zonitomaea, Nicaisiana, Berbruggeriana, Eu-
sicadensis, aphaea sind neue Arten aus Kabylien von Letourneux
La Kabylie I. p. 218.
Cox stellte folgende neue Arten aus Australien auf, Proc.
zool. soc. p. 146. von denen mehrere auf pl. 16 abgebildet sind :
Helix {Geotrochus) miser, H. (Discus) cerealis, H (Geotrochus) Qui-
rosi, blanda, H. Mendanae, H. (Camaena) Bameyi, H. Hoioinsulae,
yatalaensis, serena, fatigata, H. (Geotrochus) gelata, H. crustulum,
H. (Geotrochus) zelina, H. Bockhamptonensis.
Helix (Semicornu) silenus Angas, Proc. zool. soc. p. 182.
pl. 20. fig. 2, von Neu-Irland, H. (Trochomorpha) juanita Angas, ib.
p. 183. pl. 20. fig. 3, von den Salomonsinseln, H. (Angasella) Phil-
lipsiana Angas ib. p. 183. pl. 20. fig. 4, aus Südaustralien. — Helix
(Fruticola) Everetti Adams, Proc. zool. soc. p. 207. pl. 23. fig. 11,
von Borneo. — Helix Ällasteri Cox, Proc. zool. soc. p. 564, von
der Mollusken während des Jahres 1873. 235
den Salornonsinseln. — H. (Camaena) Arthuriana, Rawnesleyi und
Ghallisi Cox, ib. p. 564. pl. 48. fig. 1 — 3, von Nordaustralien. — H.
{Corasia) Balcombei Cox, Proc. zool. soc. p. 566. pl. 48. fig. 4, von
den Salornonsinseln. — Helix Leei Cox, Proc. zool. soc. p. 565.
pl. 48. fig. 5, von den Louisiade-Inseln. — Helix (Geotrochus) re-
demta pl. 48. fig. 6 und Macfarlanei Cox, Proc. zool. soc. p. 566, von
den Salornonsinseln. — Helix (Trochomorpha) merzianoides Garrett,
Proc. Philadelphia p. 237. pl. III. fig. 72, von den Viti-Inseln. —
Helix basidens, erecta Mousson, Malak. Bl. 21. p. 2, von Bogota. —
Helix tectum sinense und Bichthofeni v. Martens, Malak. Bl. 21.
p. 67, aus China.
Helix (Xerophila) camerata und subapicina, H. (Cochlicella)
duplieata, H. longipila, H. {Macidaria) Eerayana, Beaumieri, At-
lasica praedisposita Mousson, Malak. Bl. 21. p. 150, aus West-Ma-
rocco. — H. (Fruticicola) Arpatschaiana pl. 7. fig. 4 aus dem Ar-
patsehai-Thal, H. (Fruticicola) pseudoglobula pl. 7. fig. 5 von Ka-
patschig. Mousson, Journ. de Conchyl. p. 197. — H. Borniert, pri-
maeva, atlantidea Morelet, Journ. de Conchyl. p. 235, von den Cap-
verdischen Inseln, die beiden letzteren fossil. — Helix palmarum
und seminium Morelet, Journ. de Conchyl. p. 329, aus Westafrica.
— H. Bourailensis, melaleucarum, Bruniana Gassies, ib. p. 336,
von Neu-Caledonien. — H. Megei Lambert, ib. p. 136, 356. pl. 14.
iig. 3, von Neu-Caledonien. — H. cantabrica Hidalgo, ib. p. 358,
aus Asfcurien. — H. Bodriguensis Crosse, ib. p. 137, von der Insel
Rodriguez. — H. stragulum Crosse et Fischer, ib. p. 158, von Ma-
dagascar. — H. laqueata und samoensis von den Samoainseln, va-
vauensis von den Freundschaftsinseln. Baird bei Brenchley, 1. c.
p. 446. pl. 40.
Helix ostiolum (1870) Crosse ist Journal de Conchyl. p. 341.
pl. 14. fig. 5 abgebildet.
Ed. v. Martens machte Bemerkungen über die Verbreitung
der vier verwandten Arten Helix nemoralis, hortensis, austriaca und
silvatica. Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1873. p. 128.
Adams erkannte seine Stylodonta (Erepta) Bewsheri als
identisch mit Helix detecta Fer. an. Proc. zool. soc. p. 209.
Clessin giebt den Verbreitungsbezirk von Helix obvia Z. als
auf den östlichen, ericetorum Müll, als auf den westlichen und
Ammonis Schm. als auf den südlichen Theil Europas fallend an.
Nachrichtsblatt p. 24.
Wiechmann gab eine kurze Notiz über das Vorkommen
von Helix nemoralis und hortensis, und beobachtete das Abnagen
der Epidermis bei der letzteren. Archiv des Vereins in Mecklen-
burg XXVII. p. 145.
Helix Dehnei Rossm. lebt nach Kobelt bei Marocco. Nach-
richtsbl. p. 27.
2S(> Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in dv Naturgeschichte
Crosse und Fischer geben als Vaterland von llelix Cha-
stellii Fer. (11. Craoherodü Gray) und von llelix fulgurata Sow,
Madagaskar an. Journ, de ConchyL p, 116.
Cooper; Leber das Variations-Gesets bei den gebänderten
Californischen Landschnecken. Proc. California Acad. V. p. 121,
Vorl. sieht alle Californisohec Arten von Arionta als Varietäten
sweiei Arten an, die einen gewissen Parallelismnfi /.eigen. Kino
hoho. unperfcrirte Form haben die; welche kalte neblige Orte be-
wohnen, so vineta Val. und nemorhaga Val. als Varietäten von Ca-
liforniensis Lea. und anderseits Tryoni Newe. und redemita W. G,
B, von Kelettii Fbs.J die der wärmeren Loyalitäten sind niedriger
und perforirt, nämlich pamentoea Gldu, retionlata Pf. und Bridgesii
Newe. lu Californiensis. und erebristriata Newe.. intereisa Xewe.
und Stearnsiana Gabb su Kellettii gehörig. — Während die Species
von Arionta in linienartigen Strecken längs den Gebirgen von Nord
nach Süd. oder längs den Inselketten verbreitet sind, kommen die
Arten von l.ysinoe in weit getrennten loealisirten Gruppen vor.
Aber wie bei Arionta treten einige isolirte Formen als extreme
lokale Kntwiekehmgen von Varietäten auf, vielleicht abhängig in
ihren Charakteren von lokalen Einflüssen, die jedoch nicht immer
leicht erkennbar sind. Es findet eine Beiiehung statt .'.wischen ge-
kielter Peripherie und Sehiefer^ehirgen. und zwischen Behaarung
und trockenem Klima.
Crosse setste die unterscheidenden Charaktere von llelix
Bavayi und Helix lleckeliana auseinander, und bildete die letztere
pl. 14, tig. 1 ab. Dieselbe war früher vom Verf. II. Kossiteriana
genannt. Journal de Conehyl. p, 847.
Bland and Binney haben llelix lychnuohus anatomisch un-
tersucht und fanden sie als echte llelix. Annais l.yeeum Xew-Vork
X. p. 301.
Von Sievera gab wieder die Gewichtsabnahme einer llelix
pomatia im Winterschlafe an. Sitsungsber. der Dorpater Natur-
forscher-Cesellsehaft HI. p. &99.
Jickeli beschreibt abnorm gebildete Zungensahne bei llelix
desertorum Forsk. Var. depressa. und fragt, ob sich bei vorschrei-
teudem Wachsthum die Zahl dir Längsreihen vermehre? (Bei den
Sehnecken getrennten Geschlechts ist das Letztere entschieden nicht
der Fall. Nachrichtsblatt p. 68.
Künow fand im Bernstein zwei Schnecken eingebettet, die
beide der Gattung Helix angehören, aber die nicht mit Spe
Namen versehen worden sind. Die eine hat vier Windungen und
1 Mm. Durchmesser, die andere ist sehr jung. Schritten der
phys. Ökon, Gesellsch. eu Königsberg \Ill. p 160.
Troc]iomorphahohol<)}*)< von Bohol. infonda von Lu/.ou. spien-
des Mollusken während de« Jahren 1878. 237
dens von Cebu, oleacma, diu int und pagodula von den Palauinseln,
Semperas Reisen 1. c. p. l L6.
Ob Irina n. gen. Semper Lb. \>. 120. Teste umbilicata, ortri-
culato-depressa, apice übtusissinja, anfr. 4Va— "6, ultimus ante de-
lli'xus ; apertura perobliqua vel horizontalis; peristoma incrassatuna,
reflexum, marginibue oallo junctis, basi dilatato, umbiücum Bubte-
gente, Maxilla laevis, dentes ut in Helicibus odontognatbis ; sagitta
amatoria et glandula multifida nulla; penis flagello et glandula
peunata instruetus; pen longus. Verf. vereinigt in dieser Gattung
die von Albers zu Obba gestellten Sachen philippinischen Beliceen
mit glattem Kiefer, 10 Arien.
PattUa (AccmtJwnulä) spinifera Mousson, Neue, Denkscbr.
Schweiz, Ges. 25. |». 25, von der Insel Palma.
Trachiu penangentis Stolie/.ka, Journ. Asiat, soc. of Bengal
42. p. 24. pl. :;. fig. l. von Penangr.
Leucochroa ultima, presea, aecola Mousson, Neue. Denksohr.
Schweiz. Ges. 25. )). 20, von den canarisehen Inseln. — L. dege-
nereme Mousson, Malak. Hl. 21. p, 150, aus West-Marocco.
Cochlostyla fuliginata v. Martens, Malak. Bl. 21. p« 40, von
LiUZOU.
Bulimus Bowgmgriaii Letourneux, La Kabylie I. p. 225, aus
Kabylien, gehört in die Gruppe des B. obesatus Webb. — 11. (h'ume-
costylus) ticottü Cox, ProC. zooli floe. p. 152, von den Salomons-
inseln. — B. (JJrymaeus) Jtawsonis Adams, Proo. zool. hoc. p. 208.
pl. 2:;. fig. 12, von Tobago. — J». Wallisianus, subglandiformix,
awpullaroide8, violaceus, eversns, ävycntix.simus, trivütatu.s Mousson,
Malak. BL 21. p. 5, von Bogota.
Bulimus llauxwelli Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 252.
pl, XI. fig. 2, abgebildet.
Achatina Schiveinfurthi v. Martens, Malak. Bl. 21. p. 40, aus
Africa, im Njam-Njam-Lande. — A. (Stenogyra) decollata Morelet,
Joürn. de Conchyl. p. 330, aus Gabon.
Do hm erklärt Aehatina Dohrniana Pfr. für synonym mit
Achatina Bandeiraua Morelet. Malak. Bl, 21. p. 79. — Dem wider-
spricht Morelet Journ. de Conchyl. p. 327.
Crosse setzt Aehatina Gundlachi Pfeiff. in seine Gattung
Geostilbia. Ib. p. 355.
Bulimulm Istapensis Crosse et Fischer, Journ. de Conchyl.
]). 280, von Guatemala.
Orthalicuü isabellinua v. Martens, P'estschrift der Ges. naturf.
Freunde in Berlin p. 190, aus Peru.
Hhodea gigantea Mousson, Malak. Bl. 21. p. 15, von Bogota.
Buliminus {Napaeus) ocellatux, indiff'erem, texturatux und B.
(Petraeus) Maffia! canux, 8&TVU8 und cansecaamis Mousson, Denksohr.
2)38 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
der Schweiz. Ges. 25. p. 107, von den Canarischen Inseln. — B..
(Napaeus) umbrosus Mousson, Journ. de Conchyl. p. 205. pl. 8. fig. 1,
von Borchom.
Chondrus Sieversi pl. 7. fig. 6 und phasianus pl. 7. fig. 7
Mousson, Journ. de Conchyl. p. 207, in dem Alluvium des Araxes.
Gulick erklärt, indem er einige Correcturen angiebt, fol-
gende 10 Gattungen der Achatinellinae für gut begründet: 1) auf
Bäumen lebend Achatinella Swains. (Achatinellastrum Pfr.), Buli-
nella Ffr., Apex Martens, Laminella Pfr., Partulina Pfr., Newcombia
Pfr., Auriculella Pfr., b. auf der Erde lebend Carelia Adams, Amastra
Adams, Leptachatina Gould. Proc. zool. soc. p. 89.
Bland und Binney, welche die von Gulick gesammelten
Arten anatomisch untersuchten, fanden dem Gebiss zufolge drei
Gruppen unter den Achatinellen zu unterscheiden : 1) Partulina und
Achatinella haben eine von den Heliciden abweichende Form des
Gebisses, nach dem Typus von Achatinella bulimoides, welche Art
Heynemann untersucht hat, 2) Newcombia und Laminella zeigen
den Typus der Helicinae, aber der mittlere Zahn ist ganz schmal,
3) Leptachatina ist den vorigen ähnlich, hat aber andere Seiten-
zähne, mit stumpfen Einschnitten an der umgebogenen Spitze. Annais
of the Lyceum of New-York X. p. 333.
Gulick und Edgar Smith beschrieben folgende neue Arten
von Achatinellinen, Proc. zool. soc. p. 73. pl. 9 und 10 : Achatinella
consanguinea, longispira, augusta, rhodorhaphe, diluta, fuscolineata,
concolor, pygmaea, tricolor, lehuiensis, fuseozona, ligata, bellula :
BuTipella fuscobasis; Apex albospira, GulicJcii, albofasciatus, innota-
bilis,fyeglectus, leueorrhaphe, lilaceus, versicolor, flavidus, coniformis,
tuberans, polymorpha. turbiniformis, tumefactus, leueophaeus, leuco-
zonus; Amastra carinata, tenuüabris, elliptica, decorticata, rubida,
rustica, conifera, malleata, nueula, nigrolabris, conicospira, Peasei,
amieta; Auriculella tenuis, diaphana, perpusilla, crassula, uniplicata,
brunnea, patula.
Gulick hat in der Zeitschrift »Nature« eine Mittheilung über
die geographische Verbreitung der Achatinellen auf den Sandwich-
Inseln gemacht. Die meisten Genera und alle Species sind nicht
nur auf eine Insel, sondern sogar auf einen kleinen Theil einer
Insel beschränkt.
Spiraxis incerta Mousson, Malak. Bl. 21. p. 14, von Bogota.
Cionetta (Ferussacia) Beissi, valida, Fritschi, Lanzarotensis
und attenuata Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25. p. 129,
von den Canarischen Inseln. — C. {Azeca) maroccana Mousson,
Malak. Bl. 21. p. 154, aus West-Marocco.
" Rumina decollata L. Var. maura Crosse, Journ. de Conchyl.
p. 137, aus Marocco.
der Mollusken während des Jahres 1873. 230
Ein Ungenannter fand eine Subulina, die er suavolenta nennt,
aus Abyssinien, sehr wohlriechend. Nachrichtsbl. p. 85.
Clausula Bonellii und Amiatae Ed. v. Martens, Atti della So-
cietä Italiana 15. fasc. 5, bei Bonelli aus Toscana. — Gl. (Delima)
Blaui Möllendorff. Beiträge zur Fauna Bosniens p. 52. — Cl. per-
arata v. Martens, Festschrift der Ges. naturf. Freunde in Berlin
p. 193 und Malak. Bl. 21. p. 157. aus Neu-Granada. — Cl. (Phae-
dusa) penangensis und filicosta Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal
42. p. 27. pl. 2. fig. 4 — 6 und 7— 8, von Penang. — Cl. (Lacinaria)
Sandbergeri Mousson, Journal de Conchyl. p. 216. pl. 8. fig. 2, von
Borschom. — Cl. Yokohamensis Crosse ib. p. 68, 133. pl. 5. fig. 3,
aus Japan.
E. v. Martens hat Clausilia itala, welche A. Braun früher
bei Weinheim an der Bergstrasse entdeckt hatte, wonach sie von
Charpentier Cl. Braunii genannt wurde, dort wieder gefunden, und
zwar in den Weinbergen, die einst durch v. Babo mit Weinreben
aus Italien angelegt waren. Verf. vermuthet, dass sie mit diesen
Reben eingeschleppt sei. Sitzungsber. der Ges. naturf. Freunde zu
Berlin 1873. p. 127.
Wiechmann bestätigt das Vorkommen von Balea perversa
auf Weiden. Archiv des Vereins in Mecklenburg 27. p. 146.
Cylindrella aequatoria Morelet, Journ. de Conchyl. p. 124.
pl. 5. fig. 1, aus Ecuador.
Pupa (Gibbulina) microgyra, P. (Pustula) debilis und P. (Cha-
radrobia) pytliiella Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25. p. 122?
von den Canarischen Inseln. — P. isserica, Kabyliana Letourneux,
La Kabylie I. p. 226, aus Kabylien. — P. (Scopelophila) palmira
Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal 42. p. 32. pl. 2. fig. 3. von
Penang. — P. (Pupisoma) orcella Stoliczka ib. p. 33. pl. 2. fig. 2,
von Penang. — P. (Sphyradium) bifilaris, pl. 8. fig. 8, von Gorktscha
und P. signata, pl. 8. fig. 1, vom Araxes, Mousson, Journ. de Con-
chyl. p. 210. — P. Demazuresi und Lienardiana Crosse, ib. p. 140,
von der Insel Rodriguez.
Vertigo sinuata Mousson, Journ. de Conchyl. p. 218. pl. 8,
fig. 10, von den Ufern des Araxes.
Gonospira Dupontiana, Eodriguezensis und chloris Crosse,
Journ. de Conchyl. p. 138, von der Insel Rodriguez.
Ennea monodon, bicristata, doliolum Morelet, Journ. de Con-
chyl. p. 330, von Gabon.
Do hm zeigt, dass Cylindrella Cumingiana gar keine Cylin-
drella sei, sondern eine Ennea. Er nennt demnach die Art Ennea
Cumingiana. Malak. Bl. 21. p. 109.
Omalonyx patera Döring, Malak. Bl. 21. p. 58, von Rosario
in der Argentinischen Republik.
240 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Succinea Burmeister i, Bosariensis, porrecta Döring, Malak.
Bl. 21. p. 59, aus der Republik Argentina. — S. Nevüli Crosse,
Journ. de Conchyl. p. 141, von der Insel Rodriguez. — 8. monticola
Semper, Reisen, 1. c. p. 110, von Luzon.
Fischer beschrieb das Thier von Succinea rubescens. Journ.
de Conchyl. p. 324.
Schramm giebt als Vaterland von Succinea patula Brug.
ausschliesslich Guadeloupe an. Ib. p. 127. — Bland kennt sie auch
von Dominique und St. Kitts. Ib. p. 342.
Vitrinidae. Vitrina canariensis, latebasis und reticulata Mous-
son, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25. p. 12, von den Canarischen
Inseln. — V. kermadeensis Edgar Smith, Annais nat, bist. XI. p. 288,
von der Kermadee-Gruppe. — V. nucleata Stoliczka, Journ. Asiat.
Soc. of Bengal 42. p. 23. pl. 1. fig. 12, von Penang. — V. ultima
Mousson, Journ. de Conchyl. p. 110, von den Kermandec-Inseln.
Seibert: Zur Kenntniss von Vitrina brevis. Nachrichtsbl. p.37.
Vitrina Welwitschi Morelet erklärt Dohrn für identisch mit
Vitrina Angasi Adams und spricht dem letzteren Namen die Prio-
rität zu. Malak. Bl. 21. p. 78. — Morelet zeigt jedoch, Journ.
de Conchyl. p. 326, dass sein Name der ältere sei.
Vitrinoidea n. gen. Semper, Reisen 1. c. p. 85. Mantel gänzlich
geschlossen, umhüllt die gewundene Schale vollständig; Fuss lang
mit schmalem Saum und einer Mittelfurche auf dem Rücken, von
welcher rechts und links schräge Furchen herabziehen; Athemloch
etwas vor der Mitte des Mantelrandes, Geschlechtsöffnung unter dem
rechten Tentakel; das Mittelfeld der Fusssohle ungetheilt. Ge-
schlechtstheile ganz einfach, ohne alle Anhangsdrüsen, am Penis
kein Flagellum ; Niere an der Decke der Lungenhöhle, doppelt so
lang wie der Herzbeutel ; Zähne alle dreispitzig; Kiefer glatt. Schale
kugelig, mit mehreren Windungen, trotzdem sie eine ganz innere
ist, dünn, durchscheinend, und besteht deutlich aus Kalkschicht
und eigentlicher Cuticula. V. albajensis, Taf. 8. fig. 2 und Taf. 11.
fig, 5 und 33, von Luzon.
Vitrinopsis n. gen. Semper, Reisen 1. c. p. 86. Die beiden
Schalenlappen bedecken die Schale von vorn und links her theilweise.
und stehen mit einander in Verbindung; Fuss sehr lang, äusserst
spitz mit einer dorsalen Längsfurche und schräg von vorn nach
hinten und unten von ihr abfallenden Seitenfurchen; am Nacken
zwei seitliche Längsfurchen, keine mittlere ; Geschlechtsöffnung unter
dem rechten Fühler; Athemloch vor der Mitte des rechten Mantel-
randes; Schale ungemein flach, durchsichtig, fast häutig, halb äusser-
lich, mit IV2 bis 2 Windungen, Schalenmündung ganz horizontal.
Geschl|phtstheile einfach ; die äusseren Seitenzähne der Radula deut-
lich dreispitzig. V. tuber culata, Taf. 8. fig. 5, Taf. 11. fig. 6 und
26 von Bohol, tigrina, Taf. 8. fig. 3, Taf. 11. fig. 3, 4, von Luzon.
der Mollusken während des Jahres 1873. 241
Parmacella auriculata und callosa Mousson. Neue Denkschr.
Schweiz. Ges. 25. p. 9, von den Canarischen Inseln. — P. dorsalis
Mousson, Malak. Bl. 21. p. 149, aus West-Marocco.
Vitrino conus n. gen. Semper, Reisen 1. c. p. 92. Testa
unibilicata, conica vel trochiformis, apice obtusa. anfr. 5 — 8 planu-
lati. ultimus saepissime carinatus vel angulatus ; apertura lunaris,
obliqua; peristoraa simplex, acutum vel incrassatum. Typus Helix
cyathellus. Zähne in der Mitte undeutlich dreispitzig, die äussern
mit zweispitziger Schneide. 9 Arten, neu V. discoideus und turritus
von Luzon.
Bland und Binney haben das Gebiss von Gaeotis unter-
sucht. Annais Lyceum New-York X. p. 252.
Daudebardia platystoma Letourneux, La Kabylie I. p. 216,
von Tala Guizan.
Seibert erkannte Hyalina cellaria als gewaltige Raubthiere,
die alle anderen Schnecken auffrassen. Nachrichtsblatt p. 12. —
Wird von Friedel ib. p. 27 bestätigt.
Hyalina Canariae Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25.
p. 16, von den Canarischen Inseln.
Limax brasüiensis Semper, Reisen 1. c. p. 84. Taf. 11. fig. 21.
Prophysaon n. gen. Bland u. Binney, Annais Lyceum New-
York X. p. 293. Mit innerer Schale und der Lage der Genital-
öffnung wie Limax, mit geripptem Kiefer, Zungenzähnen und Lage
der Respirationsöffnung wie Arion, aber ohne deutliche Fusssohle;
kein Schleimporus am Ende des Fusses. P. Hemphilli aus Oregon
und Californien.
Dieselben Verf. beschreiben ib. p. 297 die Gattung Ariolimax.
Seibert lieferte, Malak. Bl. 21. p. 190, Beiträge zur Kennt-
niss unserer Nacktschnecken. 1) Er wies durch Züchtung nach,
dass Arion rufus var. fasciatus Van den Broeok nur eine Jugend-
form von Arion empiricorum ist. 2) Von den Nordwestkarpaten
erhielt Verf. prachtvoll gefärbte Exemplare von Limax Schwabii
Frfld., und eiDe neue Art Limax Bielzi in einer rothen und in
einer grauen Form. 3) Ein Exemplar von Limax Bielzi hatte
das Athemloch an der linken Seite. .4) Arion albus mit seinen
Varietäten wird durch Züchtung als Farbenvarietät von Arion em-
piricorum nachgewiesen. — Vergl. Nachrichtsblatt p. 61 die Be-
schreibung von Limax Schwabii. die Seibert als gute Art an-
erkennt.
Heynemann hat sich überzeugt, dass die von Mabille auf-
gestellten französischen Arten von Geomalacus, wie Bourguignati,
Paladilhianus und Moitesserianus nichts anderes sind als junge
Arion empiricorum. Annais nat. hist. XI. p. 271.
Heynemann lieferte eine Monographie der Gattung Geo-
malacus mit verbesserter Gattungs-Diagnose und der einzigen Art
G. maculosus AUman, welche im südwestlichen Irland vorkommt.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd, 2. Q
242 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
In Frankreich kommt die Gattung nicht vor ; die von dort be-
schriebenen Arten sind junge Arion empiricorum. Malak. Bl. 21. p. 25.
Phüomycus pictus Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal 42.
p. 30. pl. 3. fig. 9 — 14, von Penang.
Zonitidae Macrochlamys stephoides Stoliczka, Journ. Asiat,
soc. 42. p. 17. pl. 1. fig. 9, von Penang.
Helicarion Hilli von Lord Howe's Insel und Brazieri von
der Fitzroy insel. Cox, Proc. zool. soc. p. 151. — H. permolle Sto-
liczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal 42. p. 18. pl. 1. fig. 11, von Penang.
Microcystis palmicola Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal
42. p. 18. pl. 1. fig. 10, von Penang.
Dubreuil hat bei Zonites algirus einen Capreolus gefunden
und beschrieben. Comptes rendus 75. p. 1126; Annais nat. hist.
XI. p. 235.
Zonites Desmazuresi Crosse ist Journ. de Conchyl. p. 25G.
pl. 11. fig. 1 abgebildet.
Zonites subnitens Gassies, Journ. de Conchyl. p. 335. pl. 14.
fig. 8, von Neu-Caledonien.
Nanina kivaensis Garrett, Proc. Philadelphia p. 237. pl. III.
fig. 71, von den Viti-Inseln.
Trocho- Nanina exposita Mousson, Journ. de Conchyl. p. 111.
pl. 7. fig. 2, von den Kermandec-Inseln.
Sitala earinifera Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal p. Iß.
pl. 1. fig. 8, von Penang.
Pitys. maupiensis, taneae, zebrina, unilamellata Garrett, Proc.
Philadelphia p. 233. pl. 64 — 67, von den Südseeinseln. — P. decem-
plicata Mousson, Journ. de Conchyl. p. 105, von den Ellice-Inseln-
Botida bijuga Stoliczka, Journ. Asiat, soc. of Bengal 42. p. 14.
pl. 1. fig. 4 — 7, von Penang.
Adams bildete für Stylodonta (Rotula) cernica wegen der
sehr dünnen membranösen Schale ein eigenes Subgenus Cald-
loellia, wovon er Helix phillyrina Morel, als Typus ansieht. Proc.
zool. soc. p. 209.
Auriculacea. Co o per berichtigt, dass seine Alexia setifer
der Jugendzustand von der Europäischen A. myosotis sei. Proc.
California Acad. V. p. 172.
Melampns (Tifata) ovuloides Baird bei Brenchley, p. 442.
pl. 39. fig. 9, 10, von den Samoa-Inseln.
Pedipes subglobosus Garrett, Proc. Philadelphia p. 236. pl. III.
fig. 70, von den Viti-Inseln.
Plecotrema turrita und consobrina Garrett, Proc. Philadelphia
p. 235. pl. III. fig. 68, 69, von den Viti-Inseln.
Limnaeacea. Sem per veröffentlichte nun ausführlich seine
Untersuchungen ȟber die Wachsthums-Bedingungen des Limnaeus
stagnalise, worüber er schon früher vorläufige Mittheilungen (vergl.
vorj. Ber. p. 203) gemacht hatte. Als festgestelltes Resultat aus
der Mollusken während des Jahres 1873. 243
seinen Experimenten stellt er den Satz hin: »Das Wachsthum, d. h.
die Assimilation fester stoffbildender Nahrungstheile hängt nieht
bloss von Menge und Qualität der Nahrung, der Temperatur, dem
Sauerstoff des Wassers und der Luft ab, sondern auch noch von
einem andern bis jetzt unbekannten Stoff im Wasser, ohne dessen
Anwesenheit die andern Wachsthumsbedingungen, wenn auch in
günstigster Weise vorhanden, keinen Wachsthumseinfluss äussern
können«. Ferner ergab sich als wahrscheinlich, »dass das Maximum
des aus einer unbekannten Ursache entspringenden Volum-Einflusses
eintritt bei einer jedem einzelnen Individuum zukommenden Wasser-
menge von ungefähr 2 — 4000 Cc. bei mittlerer Sommertemperatur«
und »dass (bei sonst im Optimum wirkenden äusseren Lebensbe-
dingungen) das Wachsthum der jungen Limnaeen zuerst bis unge-
fähr zur 3. Woche ganz langsam, dann aber bis zur 7. oder 8. Woche
sehr rasch ansteigt, um von da an wieder mehr und mehr abzu-
nehmen«. Verh. d. Würzburger Phys. med. Ges. IV.
Wiechmann hat sich überzeugt, dass die Thiere von Lim-
naeus stagnalis sich gegenseitig benagen, um auf solche Weise sich
den nöthigen Bedarf au Kalk zu verschaffen, sowie dass diese Ver-
letzungen in verhältnissmässig kurzer Frist ausgeführt werden kön-
nen. Das Benagen der Schalen findet nur im ersten Frühling, d. h.
beim Erwachen des neuen Lebens statt, kann aber schon unter der
Eisdecke beginnen. Daher die so häufigen Verletzungen, wie das
Fehlen des Gewindes, die theilweise Zerstörung der Aussenlippe,
Streifen über das Gehäuse und Durchlöcherungen desselben. Archiv
des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg
XXVI. p. 95.
C 1 e s s i n fand, dass Limnaeen in einer Quelle ohne allen
Pflauzenwuchs stark benagte Gehäuse hatten, während im folgenden
Jahre, wo die Quelle von Glyceria fluitans dicht durchwachsen war,
nur noch wenig angenagte Gehäuse gefunden wurden. Nachrichts-
blatt p. 28.
Physa Tenerifae Mousson, Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25.
p. 137, von den Canarischen Inseln.
Bland und Binney beschrieben^ das Gebiss von einer Art
Physa, welches von den übrigen Arten dieser Gattung abwich. An-
nais Lyceum New-York X. p. 255.
Planorbis pronus v. Martens, Festschrift der Ges. naturf.
Freunde in Berlin p. 198. Taf. 2. fig. 5, aus dem Valencia-See. —
PI. (Gyraulus) Beissi Mousson. Neue Denkschr. Schweiz. Ges. 25.
p. 140, von Tenerifa. — PI. Tcabylianus Letourneux, La Kabylie I.
p. 229, aus Kabylien. — PI. spinolosus Ciessin, Correspondenzbl.
des zool. miner. Vereins zu Regensburg 27. p. 121, aus dem Wal-
chensee in Bayern. — PI. Sieversi Mousson, Journ. de Conchyl.
p. 221. pl. 7. fig. 9, von Daralagher. — PI. Eodriguezensis Crosse,
ib. p. 144, von der Insel Rodriguez.
244 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Limnaea (Gulnaria) confmis Mousson, Journ. de Conchyl.
p. 219, aus den Seen des Ararat.
Notobranchiata.
Langerhans beschreibt die ersten Entwickelungsstadien
einiger Gasteropoda Opisthobranchia, namentlich von Acera bullata,
einer unbestimmten Doris-Art, und von Aeolis peregrina. Die beiden
letzteren schliessen sich in fast allen Punkten den bekannten Entwicke-
lungsreihen von Phyllirhoe, Elysia, Tergipes, Aeolis, Dendronotus,
Doris an. Die Maulbeerform des Embryo besteht aus Zellen der-
selben Grösse, und macht darauf jene eigenthümliche Ausstülpung
durch. Wesentlich anders verhält sich Acera bullata; ihr maulbeer-
förmiger Embryo besteht aus Zellen verschiedener Grösse, und die
Bildung des Darmes geht durch centripetale Wucherung von Epi-
thelzellensträngen hervor, ähnlich wie Aplysia. Verf. vermuthet
trotz des beschränkten bisher bekannten Materials, dass der hier
beobachtete Typus in weiterer Verbreitung bei den Tectibranchiern
vorkomme, und diese sich mehr an die Heteropoden und die Proso-
branchier anschliesse. Zeitschr. für wissensch. Zoologie 23. p. 171.
Lankester machte einige Bemerkungen über die Ent Wicke-
lung des Embryo von Aplysia und den Nudibranchiern. Annais
nat. hist. XI. p. 85.
Hesse bildete, Journ. de Conchyl. p. 305, zwölf Arten neuer
Nudibranchier von Brest ab, und beschrieb sie ausführlicher, nach-
dem sie bereits im vorhergehenden Jahre aufgestellt waren. Sie
sind im vorj. Bericht nicht erwähnt, weil mir das 4. Heft des
20. Bandes des Journ. de Conchyl. nicht zugekommen war. Die
Arten s. unten bei den Familien.
Dorididae. Goniodoris Tryoni Garrett, Proc. Philadelphia
p. 232. pl. IV, von den Gesellschafts-Inseln.
Polycera horrida Hesse, Journ. de Conchyl. p. 305, von Brest.
Aegirus hispidus Hesse ib. von Brest.
Triopidae. Lateribranchiaea n. gen. Stearns, Proc. Cali-
fornia Acad. V. p. 77. Thier wie Triopa, mit einer einzigen Kie-
menreihe jederseits, central oder subcentral, gegenüberstehend. L.
festiva von Monterey.
Triopa Carpenteri Stearns, ib. p. 78, von Monterey.
Dotonidae Doto uncinata, pinniger a, armoricana, aurita, sty-
Ugera, confluens und onusta Hesse, Journ. de Conchyl., von Brest.
Aeolididae. Trotz grösster Sorgfalt ist es nicht immer mög-
lich, die Schriften für unsere Jahresberichte vollständig zusammen-
zubringen ; in solchen Fällen, wo Arbeiten übersehen sind, erscheint
es zweckmässig sie lieber spät als gar nicht nachzutragen. So er-
schien in Annuario del Museo zoologico III. 1866. p. 59 und IV.
1867. p. 26, sowie V. 1869. p. 46 eine Arbeit von Costa über die
Aeolidier des Golfs von Neapel, die mir erst jetzt bekannt geworden
ist. In derselben werden folgende neue Gattungen und Arten be-
der Mollusken während des Jahres 1873. 245
schrieben und abgebildet: Vol. III. Äeolia gigas, argenteo-lineata.
affinis Gmel., digitata, peregrina Gmel.. rubrovittata; Flabellina
neapolitana und inornata; Favorinus versicolor; Embletonia viridis,
nigrovittata: Tenellia n. gen. Körper länglich, vorn mit breitem
Mundsegel; zwei glatte fadenförmige Rücken-Tentakel; cylindrische
wenig zahlreiche Kiemen in zwei Längsreihen an den Seiten des
Rückens; Anus seitlich. T. med Herr anea ; Hermaea dendritica Aid.
Hanc. lutescens, orbicularis. — Vol. IV. Montaguia Scacchiana Phil.,
Hymenaeolis n. gen. Körper länglich, schmal, robust; 4 con-
tractile Tentakel, die beiden dorsalen cylindrisch mit wenig deut-
lichen Runzeln; Kiemen cylindrisch, zahlreich, mit häutigem Saum,
an beiden Seiten des Rückens in mehreren Reihen ; vordere Winkel
des Fusses wenig verlängert. Anus in der Mitte der Länge, rechts
am Grunde der inneren Kiemenreihe, als kleine cylindrische Röhre;
Geschlechtsöffnung rechts am Halse. IL elegantissima ; Doto coro-
nata Gmel.; Älderia comosa; Janus cristatus; Flabellina verruci-
cornis: Embletonia funerea: Hermaea brevicornis. — Vol. V. Her-
rn aeopsis n. gen. Körper länglich mit vorspringendem Schwänze;
Kopf mit zwei seitlichen Hautlappen; Rücken tentakel der Länge nach
mit Lamellen, massig contractu; Augen deutlich am Grunde der
dorsalen Tentakel; Kiemen spindelförmig längs den Seiten des
Körpers, die grösseren in einer regelmässigen Reihe, die kleineren
mehr nach aussen; vordere Winkel des Fusses abgerundet; Anus
rechts bei den Geschlechtsöffnungen. H. variepicta; Caliphglla
n. gen. vergl. Ber. 1867. p. 151. G. mediterranea.
Bergh lieferte Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. Er
beschreibt Janus (Antiopa Alder Hanc, Fiona pinnata Eschsch.,
Heteromorpha n. gen. antillensis von St. Thomas, P Indiana lyn-
ceus Var., Aeolidia serotina von Valparaiso, Galvina viridula aus
dem nördlichen atlantischen Ocean. — Die Charactere der neuen
Gattung Heteromorpha sind: Tentacula majora, recurvata; rhi-
nophoria calyculata, clavo simplici; papillae dorsales simplices;
podarium latiusculum, antice rotundatum. Mandibulae laterales;
radula uuiseriata, dentes mediani fere ut in genere Doto. Verhaudl.
zool. bot. Ges. in Wien 23. p. 597. Taf. 7— 10.
In der Familie der Aeolidier beschrieb Bergh, Journal des
Museum Godeffroy II. p. 87, Fiona pinnata Eschsch. = Aeolidia
lepadivora Graeffe = F. atlantica Bergh. und ausserdem die neue Gattung
Cerberilla, forma corporis sat elegans, vix compressa, elon-
gata; rhinophoria perfoliata, tentacula elongata; papillae dorsales
pedamentis ut plurimum humilibus impositae, non caducae: podarium
sat latum, margine antico sulco transverso et angulis tentaculatim
producto. Margo masticatorius mandibulae laevis ; radula dentibus
uniseriatis, dentes depressi, acie pectiniformi irregulari, denticulis
longissimis et pro parte iterum denticulatis. Penis inermis. C. longi-
eirrha, Taf. 12. fig. 6—16, von den Samoa-Inseln.
246 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Eolis nemesis und armoricana Hesse, Journ. de Conchyl.
p. 305, von Brest.
Fhyllobranchidae. Phyllobranchus rubicundus Bergh, bei Semper
I. c. p. 87. Taf. 10. fig. 18—22 und Tafel 11. fig. 1—21, von den
Philippinen.
Cyerce n. gen. Bergh ib. p. 99. Anus dorsalis, podarium
transversaliter bipartitum, penis hämo instructus, brevis. Dentes
orales elongati, in inferiore latere apparatus muscularis lingualis
acervum irregulärem formantes. Ingluvies brevis, folliculi hepatici
papilläres, hyalini. C. elegans, Taf. 1. fig. 9 etc., aus dem Rothen
Meer, C. nigra, Taf. 1. fig. 10 etc., von den Samoa-Inseln. Die
letztere Art ist von Bergh auch im Journal des Museum Godeffroy
II. p. 83 abgebildet.
Hermaeidae. Stiliger Mariae Bergh, bei Semper 1. c. Taf. 139.
pl. 26. fig. 1 — 17 (Embletonia Mariae Meyer und Möbius), aus der
Kieler Bucht. — Hermaea polychroma Hesse, Journ. de Conchyl.
p. 305.
Elysiadae. Bergh beschrieb bei Semper 1. c. p. 186 als neu
Elysia faustula, Taf. 9. fig. 1, Taf. 22. fig. 1—24 und Taf. 23. fig. 1,
von den Philippinen und E. grandis, Taf. 9. fig. 2, von den Pelew-
inseln. Ebenso die folgenden Gattungen:
Thuridella. Caput rotundatum, tentaculis majoribus, anus
posterior, medianus. Dahin Elysia splendida Grube.
Elysiella. Caput lateribus subcarinatum, tentaculis minutis
conicis. E. pusüla, Taf. 9. fig. 3 und Taf. 24. fig. 20—25, von den
Palaosinseln.
Elysia nigropunctata (Pterogasteron nigropunctatus Pease) ist
von Bergh, Journal des Museum Godeffroy II. p. 80. Taf. 9, be-
schrieben. Die Exemplare stammen von Tahiti.
Placobranchas chlor opliacus Bergh, Journal des Museum Go-
deffroy IL p. 76. Taf. 9, von Huaheine. — PI. argus Bergh, bei
Semper 1. c. p. 151. Taf. 9. fig. 6—9, Taf. 17 und 18, von den
Sandwichinseln, lamiguinus p. 167. Taf. 19. fig. 14 — 19, punctulatus
p. 169. Taf. 9. fig. 1—12, Taf. 19. fig. 20— 27, laetus p. 171. Taf. 19.
fig. 28—30, Taf. 20. fig. 1—7. priapinns p. 173. Taf. 18. Fig. 17,
18 und Taf. 20. Fig. 8 — 13, sämmlich von den Philippinen.
Phyllirboidei. Eine Notiz über Phyllirhoe bucephala von Lan-
k est er s. Annais nat. hist. XL p. 94.
Ph. lanceolata Bergh, bei Semper 1. c. p. 241. Taf. 31. Fig. 5,
von den Philippinen und atlantica Taf. 28. fig. 1—18.
Actaeoilidae. Tornatella Fabreana Crosse, Journal de Con-
chyl. p. 66, 130. pl. 5. fig. 4, von Neu-Caledonien. — T. alba So-
werby, Proc. zool. soc. p. 720. p. 59. fig. 6. von Port Elisabeth
am Cap.
Monopleurobranchiata.
Alicyloidea. Ancylus Sandbergeri Wiedersheim. Verh. Würz-
der Mollusken während des Jahres 1873. 247
burger phys. med. Gesellsch. 4 Bd. aus der Friedrichshöhle in
Württemberg.
Siphonariacea. Siphonaria naufragum Stearns. Proc. Boston
Soc. XV. p. 23, von der Westküste von Florida. — S. Brannani
Stearns, Proc. California Acad. IV. p. 249, von Californien.
Hypobranchiata.
Phyllididae. Phyllidia rosans und loricata Bergh, Journal des
Museum Godeffroy II. p. 67. Taf. 9, von Tahiti.
Pteropoda.
Hyalaeacea. Craven bildete Hyalaea tridentata Lam. mit
dem Thier nach dem Leben ab, und machte einige Bemerkungen
über dieselbe. Annales de la Soc. malacologique de Belgique VIII.
p. 70. pl. IH.
Creseis conica Costa (vergl. Ber. 1871. p. 178) ist im Annuario
del Museo zoologico V. p. 45. Tav. I. Fig. 2 abgebildet.
Lamellibranchiata.
Gray stellte die Frage, ob es für alle Fälle richtig sei, dass
gleichschalige Muscheln senkrecht im Meeresgrunde stecken, und
ungleichschalige horizontal auf den Unterlagen liegen, und möchte
die Aufmerksamkeit der Beobachter hierauf lenken, namentlich
in Betreff der Gattungen Pandora und Mya. Annais nat. hist. XII.
p. 76. — Hierauf theilte Mason ib. p. 184 mit, dass er viele Exem-
plare von Pandora inaequivalvis L. in St. Aubin's Bay, Jersey ge-
funden habe, die bald auf einer Seite, bald auf der andern lagen,
und weder einen Byssus noch eine andere Anheftung hatten. Alle
waren lebendig. — Darauf erwiedert Gray ib. p. 265, diese Pandora
seien nur durch die Fluth ausgepült, und wenn sie nicht in ihrer
natürlichen Lage bleiben, sterben sie und man findet sie mit ge-
öffneten Schalen.
Garner sprach über die Bildung der britischen Perlen und
hält es für möglich, die Erzeugung der Perlen in Britannien künst-
lich zu fördern. Unansehnliche Perlen behandelt er mit Potasche
um sie schön und werthvoll zu machen.^ Er erwähnt bei dieser
Gelegenheit, dass sich in der Tiefe des Fusses von Anodonta, etwas
vor und hinter dem Fussganglion ein kleiner gelblicher Körper
finde, den er lieber für das Rudiment einer Byssusdrüse als für ein
Gehörorgan ansprechen möchte (?). Journal of the Linnean Soc.
XI. p, 426.
Ule schrieb in seiner Zeitschrift die Natur 1873. p. 316 und
331 einen kurzen Artikel über essbare Muscheln.
Pectiniformia.
Ostreacea. Die Nahrung der Ostrea virginea in Charleston
besteht nach McCrady, Proc. Boston Soc. XVI. p. 170, vorzugs-
weise aus Diatomeen und Algensporen. — Auch er überzeugte sich,
248 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
dass die Auster zwitterig ist, und zwar so, dass das männliche
Organ ein solider verzweigter Stamm ist, der ganz aus Spermato-
cysten besteht., und vollständig umschlossen von dem Ovarium ist.
Die Laichzeit trifft in den Mai bis November.
Pectinea. Pecten formosus Angas, Proc. zool. soc. p. 184.
pl. 20. fig. 8, von den Fidschi-Inseln. — P. similis Baird, bei Brench-
ley 1. c. p. 453. pl. 42. fig. 7, von den Freundschaftsinseln. — P.
pustulosus Verrill, Dana and Silliman Amer. Journal 5. p. 14, von
St. George's Bank.
Spondylus Wrightianus Crosse ist Journal de Conchyl. p. 253.
pl. 9. fig. 1 abgebildet.
Nuculidae. Leda Hanleyi Angas, Proc. zool. soc. p. 184.
pl. 20. fig. 7, von Australien.
Arcacea. Area Novae Caledoniae und A. (Byssoarca) dubia
Baird, bei Brenchley 1. c. p. 452. pl. 42, von Neu-Caledonien.
Anomalocardia crassicostata, Proc. zool. soc. p. 209. pl. 23
fig. 17, aus dem Persischen Meerbusen.
Pectunculus Gealei Angas, Proc. zool. soc. p. 183. pl. 20
fig. 5, von Neu-Südwales.
Limopsis Loringi Angas, Proc. zool. soc. p. 183. pl. 20
fig. 6, von Queensland.
Luciniformia.
Avicillacea. Ueber egyptische Perlmatter, dessen Fischerei
und Handel findet sich eine Notiz in Franceschi Volkswirth
schaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal. Wien
1873. p. 241.
Perna (Isognomon) Samoensis Baird, bei Brenchley 1. c. p. 454.
pl. 42. fig. 8, von den Samoainseln.
Dreissenacea. Struck führt mehrere Fische an, welche Dreis-
sena polymorpha Pall. fressen, zu denen namentlich die Kaulbarsche
gehören, sucht aber die Ansicht zu widerlegen, dass die genannte
Muschel die Ursache der Abnahme der Kaulbarsche und der Krebse
seien. Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in
Mecklenburg XXVI. p. 102.
Najades. C 1 e s s i n übernahm in Lief. 219 und 220 des Küster'-
schen systematischen Conchylien-Cabinets, nach dreissigjähriger Un-
terbrechung die Fortsetzung der Gattung Anodouta. Er wird ausser
Unio und Margaritana alle übrigen Genera, Anodonta Cuv., Mono-
condylaea d'Orb.. Alasmodonta Say, Microcondylaea Vest, Byssano-
donta d'Orb. und Mycetopus d'Orb. in seinen Bereich ziehen, auch
die der Adams'schen Familie Mutelidae angehörigen Gattungen,
deren Mantel zu Siphonen verwachsen ist. — Die Gattung Anodonta
wird dann von No. 39 bis 80 fortgeführt. Neue Arten sind Ano-
donta gibba Held aus Bayern, subcircularis Clessin (A. lata Parr.
in coli.) von Scutari, oviformis Clessin aus dem Bodensee und ba-
hiensis von Bahia.
der Mollusken während des Jahres 1873. 249
Jickeli beobachtete eine abnorme Schlossbildung bei Spatha
Hartmanni. Nachrichtsbl. p. 69.
Unio bosnensis Möllendorff, Beiträge zur Fauna Bosniens
p. 62, aus der Bosna. — U. infulgens, subolivaceus, cirratus. sub-
cylindraceus, hastatus, corneus, strumosus Lea, Proc. Philadelphia
p. 422, aus den Vereinigten Staaten. — U. dooleyensis, invemistus
und Gesnerii Lea, ib. p. 424, aus Georgia. — U. Ksibianus Mousson.
Malak. Bl. 21. p. 156, aus West-Marocco.
Hardy zeigte an, dass sich Unio tumidus in dem Canal bei
Bar ton gefunden habe. Proc. of the literary and philosophical So-
ciety of Manchester XII. p. 117.
Cyrenidae. Pisidium Dubreuili Baudon, Revue des sc. natu-
relles I. 1872. pl. 3, aus Frankreich. — P. pileus Clessin, Corre-
spondenzblatt des zool. miner. Vereins zu Regensburg 27. p. 150,
aus dem Alpsee in Bayern.
Fischer machte einige Angaben über die Anatomie von
Cyrena carolinensis und floridana. Er fand einen allmählichen Ueber-
gang des Rückziehmuskels der Siphonen, der bei Galatea sehr lang
und gross, bei Cyrena carolinensis lang und schmal, bei C. floridana
kurz und dreieckig, bei Corbicula sehr kurz und bei Batissa gar
nicht entwickelt ist. Für Cyrena carolinensis schlägt er den gene-
rischen Namen Leptosiphon, für floridana den Namen Cyreno-
capsa vor. Die Familie setzt er zusammen aus den Gattungen
Cyrena Lam. (Subgen. Leptosiphon, Cyrenocapsa, Batissa, Velorita),
Corbicula Meg., Cyclas Brug., Pisidium Pfr., Galatea Brug. Annais
Lyceum of New-York X. p. 191.
Veneriformia.
Veneracea. Venus roseotincta Baird, bei Brenchley 1. c.
p. 452. pl. 42. flg. 1 — 3, von Neu-Caledonien.
Meroe Boetersiana Crosse, Journ. de Conchyl. p. 284, unbe-
kannten Fundorts.
Dosinia Troscheli Lischke, Malak. Bl. 21. p. 24, von Japan.
Tellinacea. Die Gattung Tellina, bearbeitet von Römer, ist
in der 217. Lieferung des Küster'schen systematischen Conchylien-
Cabinets von Martini und Chemnitz mit der 161. bis 170. Art zu
Ende geführt. Als neu sind beschrieben Tellina praemitis Römer
von Japan und Tellina caspicum Römer von Angola.
Ed. v. Martens hat in Malak. Bl. 21. p. 166 Bemerkungen
über diese Monographie gemacht. Er hat versucht die Uebersicht
der AbtheilungeD, weil sie durch Vereinigung so vieler Kennzeichen
charakterisirt seien, dass es schwer sei, eine rasche Ueberskcht zu
gewinnen, durch Buchstaben zu erleichtern, welche das Verhalten
der Seitenzähne und der Mantelbucht bedeuten. LL bedeutet vor-
dere und hintere Seitenzähne deutlich ausgebildet, L nur die vor-
deren, E keine Seitenzähne vorhanden. MM bedeutet die Mantel-
bucht liegt ihrer ganzen Länge nach an der Mantellinie an, M sie
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. Q*
250 Troschül: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
löst sieh vorn etwas ab und B sie ist ziemlich bis zur Hälfte ab-
gelöst. So bezeichnet er die Seetion Musculus als LLB, Tellinella
LLBM, Areopagia LLB, Peronaeoderma LMM, Peronaea LB, Angulus
LM, Phylloda EB, Tellinides LM, Homala LMM, Strigilla LM, Telli-
dora LBMM. Metis EB, Macoma EMM. Rhexithaerus EM. Telli-
nungula EB, Gastrana EB. Er erwähnt dann, dass Beyrich in
einer nicht veröffentlichten Arbeit die MM Macrosynapten. die B
Brachysynapten genannt habe und er schiebt für die M noch den
Namen Mesosynapten ein. Endlich werden über mehrere Arten kri-
tische Bemerkungen hinzugefügt.
Teilina Novae Caledoniae und bifaria Baird, bei Brenchley 1. c.
p. 451. pl. 41, von Neu-Caledonien.
Tellidora pellyana Adams, Proc. zool. soc. p. 208. pl. 23.
fig. 14, aus dem persischen Meerbusen.
Psammobia Rossiteri Crosse, Journal de Conchyl. p. 66 und
129. pl. 5. fig. 6, von Neu-Caledonien.
Thyella lamellosa und Hargravesi Adams, Proc. zool. soc.
p. 208. pl. 23. fig. 15, 16; erstere von Mauritius, letztere von den
Neuen Hebriden.
Pholadiformia.
Gorbulacea. Gorbula pygmaea Adams, Proc. zool. soc. p. 208.
pl. 23. fig. 13, aus dem Persischen Meerbusen.
Pholadacea. Pholas paeifica Stearns, Proc. California Acad.
V. p. 81. pl. I. fig. 6, von San Francisco.
Bracliiopoda.
Morse stellt in längerer Abhandlung, Proc. Boston Soc. XV.
p. 315 mit Holzschnitten und einer Tafel, alle seine Gründe zusam-
men, um nachzuweisen, dass die Brachiopoden nicht zu den Mol-
lusken, sondern zu den Würmern gehören. Bei der Gegenüber-
stellung der Charaktere der Würmer und Brachiopoden, sind die-
selben meist nahezu übereinstimmend, was wohl geeignet ist, zur
Annahme der Morse'schen Ansichten zu verleiten. Bei dem aller-
wichtigsten Charakter, dem Nervensystem, lässt jedoch die Ver-
gleichung im Stich, da den Brachiopoden der Bauchstrang fehlt.
Beiden Gruppen Würmern und Brachiopoden schreibt Verf. Chitin
zu. Es würde grossen Einfluss auf die Entscheidung dieser Frage
haben, zu untersuchen, ob die organische Substanz in den Schalen
und Haaren oder Borsten der Brachiopoden wirklich Chitin ist, oder
nicht vielmehr Conchiolin?
Ein Verzeiehniss von Dali über sämmtliche lebende Arten
der Klasse Brachiopoda enthält ÖTerebratula, 8 Terebratulina, 9 Wald-
heimia, 12 Terebratella, 2 Laqueus, 3 Megerlia, 11 Magasella, 4 Kraus-
sina, 1 Bouchardia, 3 Platidia, 1 Megathyris, 6 Cistella, 2 Thecidium,
6 Hemithyris, 1 Dimerella, 4 Crania, 1 Discina, 7 Discinisca, 11 Lin-
der Mollusken während des Jahres 1873. 251
gula, 6 Glottidia. Demnach sind bisher im Ganzen 104 Arten be-
kannt. Proceed. Philadelphia 1873. p. 177.
Terebratulacea. Lankester hat die lebenden Thiere von
Terebratula vitrea untersucht. Ein junges Exemplar von Nadelkuopf-
Grösse zeigte die Arme wie das Lophophor eines Polyzoon ; er fand
aber auch den Bau der Arme von der erwachsenen Terebratula
übereinstimmend mit den Kiemenblättchen der Lamellibranchiaten.
Der Darm endigt blind, ohne After. Von der Function des Herzens
(Hancock), konnte er sich nicht überzeugen. Die rothe Masse bei
Lingula, welche Hancock fraglich als Hoden anspricht, ist bei Tere-
bratula gelb, und eine Reihe von Corpora lutea. Annais nat. bist.
XL p. 92.
Terebratula cemica Crosse, Journ. de Conchyl. p. 285, von
Mauritius.
Morse wiederholt seine Angaben über den Durchtritt der
Eier von Terebratulina durch die Tuben u. s. w. (vergl. vorj. Ber.
p. 213). Proc. Ainer. Association advanc. of science 21. p. 222.
Derselbe beschrieb auch in Memoirs of the Boston Soc. of
nat. hist. Vol. II. Part. III. Number I die Embryologie von Tere-
bratulina, begleitet von 2 Tafeln mit Abbildungen. Es wurden
sechs Stadien beobachtet.
Lingulacea. King hat Lingula anatina näher studirt, weil
sie ihm ein besonderes paläontologisches Interesse bot, indem sie
in allen Schichten unseres Planeten, von der ältesten Lebensperiode
bis zur Gegenwart, vorkommt, und das längstlebende ihm bekannte
Genus ist. Verf. schlägt vor die Palliobranchier in zwei Sectionen
zu theilen, nämlich in Gli Stent er ata ohne After und in Tr et en-
ter ata mit After, mit den Familien Lingulidae und Discinidae.
Annais nat. hist. XII. p. 1. — Gill erinnert ib. p. 201 daran, dass
die obige Eintheilung bereits längst vorgeschlagen ist. Die Treten-
terata King's sind von Owen Lyopomata, von Bronn Pleuropygia,
von Huxley Inarticulata genannt worden; die Clistenterata Gill's von
Owen Arthropomata. von Bronn Apygia, von Huxley Articulata.
Die Priorität haben die Owen'schen Namen, dagegen seien die
Bronn'schen die bezeichnendsten.
Tunicata.
Wilhelm Müller bezeichnet als Hypobranchialrinne den
gegen die Kiemenhöhle offenen Halbkanal, der bei allen Tunicaten
längs der ventralen Fläche der Athmungshöhle vom Mund gegen
den Oesophaguseingang sich erstreckt. Er weist auf die falsche
Auffassung hin, mit der von einigen Forschern der sogenannte Endo-
styl, ein längs der untern Fläche dieses Organs verlaufender Streifen,
damit verwechselt wurde. Nachdem nun Verf. die Hypobranchial-
rinne der Tunicaten weiter beschrieben hat, findet er, dass eine
solche auch bei Amphioxus permanent vorhanden ist, und dass Pe-
252 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte etc.
tromyzon sie im Larvenzustande als transitorisches Organ besitzt.
Nur ein geringer Rest seiner Epithelialbekleidung entgeht bei den
letzteren der Vernichtung und entwickelt sich zur Schilddrüse.
Ascidiae Simplices. K. E. von Baer wendet gegen die Ko-
walevsky'sche Deutung, dass in den Ascidien ein U ebergang zu den
Wirbelthieren sei, ein, dass der Nervenknoten* der Ascidien an der
Bauchseite liege, und daher dem Hirn und Rückenmark nicht analog
sein könne. Sitzungsber. der Dorpater Naturf. Gesellsch. III. p. 274.
Die von v. Heu gl in bei Nowaja-Semlja gesammelten Ascidien
bestimmte Ehlers als Cynthia echinata, die von Finmarken als
Cynthia prunum und Didemnum roseum. Sitzungsber. der phys.
med. Societät zu Erlangen Jan. 1873.
Molgula nana Kupffer die Expedition der Pommerania p. 13G
von der Colberger Haide.
Morse zeigte seine Untersuchungen über die früheren Zu-
stände von Cynthia pyriformis Rathke an. Proc. Boston Soc. XIV.
p. 351. pl. I.
Ascidiae compositae. Peach giebt an, dass er zusammenge-
setzte Ascidien in Canada-Balsam gut und dauerhaft conservirt hat.
Quarterly Journ. microsc science XII. p. 162.
Giard hat wieder Beiträge zur Naturgeschichte der Syn-
ascidien geliefert. Archives de Zoologie experimentale II. p. 481. Er
beschrieb die Ueberwinterung einiger Arten ; die abweichende Färbung
bei Botryllus, wenn sie auf gewissen Algen leben ; erwähnt einige
Thiere, welche die Ascidien nachahmen (Mimicry), namentlich La-
mellaria perspicua, Goniodoris castanea, Planaria Schlössen und
verschiedene Spongien; spricht von einer Gregarine, die auf einem
Araaroecium parasitisch lebt ; ferner von einigen zusammengesetzten
Ascidien aus grossen Tiefen; über die Synonymie einiger zusammen-
gesetzten Ascidien u. s. w.
Luciae. Lankester hat eine kurze Notiz über Pyrosoma.
Annais nat. hist. XI. p. 94.
Sälpae. Moss machte eine Bemerkung über die geogra-
phische Verbreitung von Doliolum. Er sieht die aufgestellten Arten
nur als provisorisch an. Quart. Journ. of Micr. soc. XI. p. 403.
Lankester beschreibt, Annais nat. hist. XI. p. 87, das Herz
von Appendicularia furcata als aus zwei Zellen mit Kern bestehend,
welche die beiden Pole einnehmen und durch 12 bis 20 Fäden ver-
bunden werden. Die Contractionen dieser Fäden setzen das Blut
in Bewegung, in welchem das Herz suspendirt ist, aber keine Adern
stehen mit dem Herzen in Verbindung.
K e n t bildete eine Appendicularia mit Eiern und Spermatozoen
ab. Quarterly Journal of microscopical Soc. XI. p. 267.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen anf
dem Gebiete der Entomologie während der Jahre
1873 und 1874.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
Hiermit übergebe ich dem entomologischen Publikum
den Bericht über die Leistungen auf dem Gebiete der En-
tomologie während der Jahre 1873 — 1874, für den ich die
im vorigen Jahre ausgesprochene Bitte um nachsichtige
Beurtheilung wiederhole. Ist schon das Berichterstatten an
und für sich keine angenehme Aufgabe, so bringt das
Nachholen früherer Jahrgänge noch mehr Unannehmlich-
keiten mit sich. Zudem gestattet einerseits die beschränkte
Zeit und andererseits der beschränkte Raum nicht die volle
Berücksichtigung sämmtlicher Aufsätze, und über die Grund-
sätze, durch die ich mich bei der Auswahl habe leiten
lassen, möchte ich einige Worte sagen. Abhandlungen von
allgemeiner Bedeutung habe ich, wenn auch in möglichst
gedrängter Kürze, berücksichtigt; Hess sich ein kurzer
Auszug nicht wohl machen, so habe ich doch eine Inhalts-
angabe versucht. Der weitaus grössere Theil des Berichtes
wird von dem speciellen Theile in Anspruch genommen,
wo ich mich auf Angabe, nicht Charakterisirung,
der neuen Gattungen und Arten beschränken musste;
selten, und meist nur bei mehreren Novitäten derselben
Gattung oder Familie aus derselben Gegend, habe ich
die namentliche Anführung unterlassen. Den in neuerer
Zeit sich so ungemein mehrenden „synonymischen Be-
richtigungen", die dazu doch in manchen Fällen höchst
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2 R,
Ö54 ßertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
unsicherer Natur sind, habe ich nur hin und wieder Be-
rücksichtigung erfahren lassen, ohne dass ich mit meinem
verschiedenen Verhalten diesem Gegenstande gegenüber ein
Urtheil über den Werth oder Uuwerth der berücksichtigten
oder nicht berücksichtigten Angaben hätte aussprechen wollen.
Sonst habe ich, soweit es mir irgendwie möglich war, auch
durch Benutzung anderer Berichte, nach Vollständigkeit ge-
strebt. Mit Rücksicht auf diesen Punkt erlaube ich mir indes-
sen, an meine Fachgenossen und die Herren Verleger die Bitte
zu richten, mich durch Zusendung ihrer Publikationen, sei
es auch nur zur Ansicht, unterstützen zu wollen; auf aus-
gesprochenen Wunsch werde ich die mir zugesandten Ab-
handlungen, sobald ich sie benutzt habe, wieder zurück-
senden.
Les insectes, traite elementaire d'entomo-
logie, comprenant l'histoire des especes utiles etc. Par
Maurice Girard. Introduction-Coleopteres. Avec Atlas
de 60 planches 840 pag. grand in 8°.
Dieses Buch ist dazu bestimmt, den jungen Forscher,
wenn auch nicht speciell Entomologen, in das Studium der
Insektenwelt einzuführen. Zu diesem Zwecke giebt die
Einleitung in 8 Paragraphen eine allgemeine Begriffs-
erklärung der Insekten, das Wichtigste der Anatomie und
Physiologie, Paläontologie, geographischen Verbreitung,
sowie Anleitung zum Fang und Conserviren der Insekten.
Nach der allgemeinen Klassification der ganzen Klasse
werden dann zunächst die Käfer behandelt, von denen
wichtige Gattungen ausführlicher geschildert und durch
Abbildungen dargestellt sind. Die letztern sind hauptsächlich
die Guerin-Meneville'schen der Iconographie du regne
animal deCuvier, einige auch Bl an chard, Dufour, J. du
Val etc. entlehnt. — Bemerkungen über den Nutzen und
Schaden, biologische oder anatomische Eigenthümlichkeiten
machen das Werk auch für den sich nicht berufsmässig
mit Entomologie Beschäftigenden zu einer empfehlens-
werthen Lektüre. (Vergl. Berl. Ent. Zeitschrift 17. p. 218.)
J. 0. Westwood. Thesaurus entomologicus
oxoniensis; or Illustrations of new, rare and interesting
Insekts, for the most part contained in the collections pre-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 255
sented to te University of Oxford by the Rev. F. W.
Hope etc. Oxford 1874. Das Werk enthält nach einem
Nekrolog Hope's und einem Verzeichniss seiner entomo-
logischen Werke (von T. J. Pettigrew) die Beschreibung
und Abbildung von Käfern (namentlich Goliathiden, Cre-
mastochiliden, Paussiden), Hymenopteren, Geradflüglern,
Netzflüglern, Schmetterlingen, Halbflüglern, Zweiflüglern,
Thysanuren, Anopluren (und Arachniden).
C. G. H. Brische macht kürzere Mittheilungen über
Insekten. Schriften d. naturf. Gesellschaft in Danzig.
Neue Folge. III. 2 u. 3. (Ueber die Zerstörer der Pappeln ;
über Ratzeburg's Spinneneier; Nahrung zweier Raubwes-
penlarven; Beitrag zur Parthenogenesis ; Massenhaftes Er-
scheinen einiger Insekten; Gelechia cauligenella ; über
die Zucht der Kieferspinnerraupen im Jahre 1874; ein
summender Acilius sulcatus ; Meisen und Baumläufer können
auch schädlich werden).
Beitrag zur Kenntniss einiger Insekten-
larven. Von Dr. W. Rolph. Dieses Archiv. 1874. I.
p. 1 ff. Taf. I, Die beschriebenen im Wasser lebenden
Larven gehören Käfern an und sind im Allgemeinen durch
doppelte Respirationsorgane ausgezeichnet. Es sind die
Larven von Arten der Gattungen ElmiSj Psephenas, Helodes
und Cyplion. Angeschlossen sind einige Bemerkungen, aber
keine Originalbeobachtungen über Binoculus hemisphaericus
Geoffr. (Prosopistoma punctifrons Latr.); s. für das einzelne
den speciellen Theil.
Ueber die entomologischen Arbeiten Hans
Ström's von Dr. H. Hagen. Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 225 ff. Hagen macht auf die Arbeiten des verewigten
Pastors H. Ström (gest. 1797) auf dem Gebiete der En-
tomologie und die unverdiente Vernachlässigung, die dieser
Forscher erfahren, aufmerksam. Da von den 387 von Str.
beschriebenen Insekten 88 als neu aufgeführt werden, so
werden seine Werke zur Erlangung einer gerechten, die
Priorität berücksichtigenden, Synonymie nicht länger un-
beachtet bleiben dürfen.
J. L. Leconte's „Hints for the promotion of econo-
mic entomology in the United States", Amer. Natural. VII.
256 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
p. 710 ff. geben eine Uebersicht der entomologischen Lite-
ratur Nordamerikas.
A. G. Butler. The Zoology of the Voyage of H.
M. S. Erebus and Terror, under the eommand of Capitain
Sir James Clark Ross, R. N. F. R. S., during the years
1839 to 1843. Insects. (conclusion). II. London. E. W.
Janson. 1874. 4. pp. 25 — 51. Hiermit ist dieser Theil des
Werkes, das seit 1846 in's Stocken gerathen war, vollendet.
Die Lepidoptera sind von Butler selbst bearbeitet; der
Rest der Orthoptera, die Neuroptera, Rhynchota, Hyme-
noptera und Diptera von dem verstorbenen A. White.
Ausser der Beschreibung und Abbildung neuer Gattungen
und Arten finden sich in demselben auch Bemerkungen
über schon bekannte Arten, die von Interesse sind.
Baron Claus von der Decken's Reise in Ost-
afrika in den Jahren 1859 — 1865. III. Bd. Wissenschaft-
liche Ergebnisse. III. Abtheilung. Gliederthiere. Leipzig
und Heidelberg 1873. Von A. Gerstäcker. Hiermit liegt
eine vollständige Bearbeitung des auf jener Reise ge-
sammelten entomologischen Materials vor, von dem der-
selbe Verfasser schon einzelne Bruchstücke in diesem Archiv
und in den Sitzungsberichten Ges. naturf. Freunde in
Berlin veröffentlich hatte. (Siehe den vorigen Bericht
p. 249 (29)).
0. Struve giebt in seinen Reiseberichten aus
den Alpen (Stett. Eni Zeit. XXXV. p. 189 ff.) Finger-
zeige über die passendste Route für den Sammler (bes.
von Schmetterlingen), sowie ein Verzeichniss der von ihm
um Zermatt gesammelten Schmetterlinge; ebenda p. 201 f.
J. P. E. Fr. Stein berichtet von einem Ausflug
nach dem Altvater-Gebirge (Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 233 ff., XXXV. p. 245 ff), wo neben vielen anderen Er-
lebnissen auch Bemerkungen über die entomologische Aus-
beute (Neuroptera, Diptera, Poduridae) gemacht werden.
Becker führt die Insekten an, die er gelegentlich
einer Reise bei Madschalis, Kasum, Kent, Lenkoran, Baku
beobachtet hat. Bull, de la Societ. Imp. des Naturalistes
de Moscou. Tome XL VI. p. 255 ff.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 257
Deutschlands Thierwelt nach ihren Stand-
orten eingetheilt von Dr. G. Jäger. 2 Bde. mit 6
Tafeln in Farbendruck, 8 Thonbildern und zahlreichen
Holzschnitten, gr. 8°. 768 S. Stuttgart A. Kröner.
Auf dieses allgemein zoologische Werk sei nur hinge-
wiesen.
Notizen und Beiträge zur Insektenfauna
Siebenbürgens von Carl Fuss Verhandl. u. Mitthei-
lungen d. siebenb. Ver. f. Naturw. in Hermanstadt. XXIII.
p. 17 ff. und XXIV. p. 34 ff. Enthält Schilderungen einiger
Missbildungen, biologische und namentlich faunistische
Notizen.
A. Raddatz-Rostock bringt Uebersichten über die
Insektenfauna Mecklenburgs. Archiv des Vereines
der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. (27. Jahr,
p. 1 — 22 die Blatt- und Holzwespen; p. 22 — 131 die Di-
pteren; 28. Jahr, p.49— 80 Wanzen; p.81 — 98 die Cicaden).
Bidrag til Norges Insektenfauna. Beretning
om en i Osterdalen foretagen Reise i 1870 af H. Siebke.
Nyt Magazin for Naturvidenskaberne. 19 Bd. p. 39 ff.
Enthält die Aufzählung der auf einer Reise 1870 ge-
sammelten Arten (Coleoptera p. 43 — 58, 389 Arten; Or-
thoptera p. 58, 59, 16 A.; Neuroptera p. 59, 60, 22 A.;
Hymenoptera p. 60—68, 177 A.; Lepidoptera p. 68 — 73,
119 A.; Hemiptera p. 73-75, 55 A.; Diptera p. 75— -102,
481 A.) im Ganzen 1251 bestimmte und benannte Arten,
wozu noch 200 wegen Mangels an literarischen Hülfsmitteln
nicht zu bestimmende Arten aus den Ordnungen der
Hymenoptera, Lepidoptera und Neuroptera kommen. 53
dieser Arten sind neu für Norwegens Fauna ; 4 Arten und
13 Varietäten neu für die Wissenschaft.
Enumeratio Insectorum Norwegicorum. Au-
etore H. Siebke, Cons. Mus. Zootomici. Fase. I. 1874;
Fase. II. 1875. Christiania. Dieses Verzeichniss erscheint
in einzelnen Heften, die als Universitätsprogramm gelten,
und umfasst bis jetzt die Hemiptera, Orthoptera (Fase. I.)
und Coleoptera (Fase. II). Dem Verzeichniss der Arten
einer jeden Ordnung ist eine Uebersicht der Familien und
Gattungen vorangeschickt.
258 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
J. Ritzema Bos bringt einen kleinen Beitrag zur
Kenntniss der Insektenfauna einiger Nordsee in sein
(Tessel, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog, Rottum);
Tijdschr. v. Entom. 2. VIII. p. 248 ff. Von den während
eines kurzen Sommeraufenthaltes dort gesammelten In-
sekten gehören an: den Orthopteren 5, Neuropteren 6, Co-
leopteren 36, Hymenopteren 29, Lepidopteren 26, Di-
pteren 20, Hemipteren 15 Arten.
In den „Geographical Relations oftheNew-
Zealand Fauna", Ann. a. Mag. of Nat. Hist. XIII.
p. 25 ff., 85 ff., giebt Hutton auf p. 91 ff. einige Bemer-
kungen über die Insektenfauna dieser Inseln. Danach sind
ungefähr 200 Käfer arten mit 110 Gattungen bekannt,
von welchen letzteren 35 Neu-Seeland eigenthttmlich sind.
Sie sind den Australischen am nächsten verwandt. Von
Hymenopteren sind erst 18 Arten, aber diese en-
demisch, bekannt. Fliegen sind zahlreicher als Hyme-
nopteren, da 60 Arten bekannt sind, die keiner Neu-See-
land eigenthtimlichen Gattung angehören. Von Schmetter-
lingen verräth der Autor nur, dass die Zahl der Tag-
falter äusserst gering ist (8 von über 300 Arten). Von
Neuropteren sind 15 Arten bekannt. Bei den Rhyn-
choten muss die geringe Zahl der' Heteroptera (13 Arten
in ebensoviel Gattungen und 9 Familien) gegenüber den
Homoptera auffallen. Die letzteren haben 19 Arten, alle
endemisch, in 2 Gattungen (Cicada 12, Cixia 7 Arten). Die
Zahl der Orthopteren giebt Hutton nicht an; einen
Ohrwurm (F. littorea) führt er unter den Fliegen an; dann
sind noch erwähnt Blatta orientalis und americana, sowie
eine „schwarze Feldgrille", die der Verfasser für
identisch mit Acheta domestica hält.
Chilenische Insekten, beschrieben von Dr. R.
A. Philippi. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 296. Die-
selben gehören den Hymenopteren, Dipteren, Coleopteren
und Lepidopteren an.
E. C. Reed. Catälogo de los Insectos Chilenos.
Santiago de Chile. 1874. Ist mir nur dem Namen nach
bekannt geworden.
Selys-Longchamps unterzieht das Verfahren Stau-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 259
dinger's, ein Land zum europäischen Faunengebiet hin-
zuzurechnen, wenn mindestens 60% seiner Arten eigent-
lich europäische sind, einer missbilligenden Kritik, indem
er auf die Willkürlichkeit der Zahl 60 hinweist. Ferner
kann diese Zahl für eine Ordnung erreicht werden, für
die andern nicht. Er schlägt demnach vor, der Euro-
päischen Fauna nur solche Formen zuzuschreiben, die
wirklich in Europa gefunden sind, und unterscheidet unter
den letzteren 5 Klassen. Compt. Rend. Soc. Ent. Belg.
15. p. XXII.
De Borre ist ebenfalls der Ansicht, dass das Euro-
päische Faunengebiet Staudinger's auf ganz willkür-
lichen Voraussetzungen beruhe und verlangt von den Theilen
eines Faunengebietes nicht nur das Vorkommen derselben
Arten, sondern auch (annähernd) dasselbe Zahlenverhält-
niss. Für die Eintheilung des Erdkreises in Faunenge-
biete fehle jetzt noch das ausreichende Material, das nur
durch Lokalfaunen geliefert werden könne. Ebenda
p. XLIII. ff.
S. Fries. Die Falkensteiner Höhle, ihre
Fauna und Flora. Jahreshefte des Vereins für vater-
ländische Naturkunde in Würtemberg. XXX. p. 86 ff.
Von eigentlichen Höhlenbewohnern (d. h. Arten, die aus-
schliesslich in Höhlen wohnen und meist blind sind) hat
die im schwäbischen Jura gelegene Falkensteiner Höhle
nur Orthopteren, und selbst diese noch fraglich, aufzu-
weisen. Es fanden sich in derselben Ancyrophorus longi-
pennis Fairm. ; Leria serrata L., L. modesta Mg.; Culex
pipiens L. und eine weitere Fliegenart, die nicht näher
bestimmt ist; Anabolia pilosa Pict.; ferner zwei Poduriden
und eine Wanze, die ebenfalls nicht specifisch bestimmt
sind. Zum Schluss stellt Fries die Faunen verschiedener
anderer Höhlen zusammen.
A. S. Packard jr. On the Cave Fauna of Indiana.
Rep. Peabod. Acad. V. p. 93. Die Insekten dieser Höhle
sind : eine Anthomyia, Anophthalmus tenuis, Platynus mar-
ginatus und Ceuthophilus Sloanii.
Für die Insekten haben die Forschungen Forel's in
Betreff der Tiefen-Fauna des Genfer See's das Resultat
260 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
gehabt, dass nur Dipteren-Larven, den Gattungen Chirono-
mus und Tanypus angehörig, ermittelt wurden. Bulletin
de la Soc. Vaudoise. 2. ser. Vol. XIII. No. 72. p. 60 f.
Les Insectes de la promenade Lenötre ä
Strassbourg. Contribution a l'histoire des insectes du
tilleul. Par. Ferd. Reiber. Bullet, de la Societe
d'Histoire naturelle de Colmar. 1873—74. p. 467 ff. Zählt
die auf genannter Promenade beobachteten Insekten auf,
doch nur aus der Ordnung der Käfer vollständig, während
von den anderen Ordnungen nur einzelne namhaft gemacht
sind. Die meisten der angeführten Käfer sind auf Linden,
resp. in deren Pilzen, ein geringer Theil auf der Ulme ge-
funden.
Riley. On the insects more particularly associated
with Sarracenia variolaris. In den krugförmig um-
gebildeten Blättern der S. variolaris und flava fangen sich
manche Insekten, die aber meist durch den Saft der
Pflanze zur Unkenntlichkeit zerstört werden. Am häufig-
sten findet man Asaphes memnonius, Euryomia melancho-
lica, Pentatoma lugens, Orsilochus variabilis; Bienen und
Hummeln als äusserste Seltenheit. In dem Kruge lebt von
der Blattepidermis die Larve der Xanthoptera semicrocea
Guen., eines kleinen Schmetterlings, sowie, von den todten
Insekten, die Larven der Sarcophaga Sarraceniac Riley.
Proc. of the Amer. Assoc. for the Advanc. of Science. 23.
Nat. Hist. p. 18 ff.
P. V. M. Gredler (die Thiere des Rebstockes)
zählt die von dem Weinstock, den Blättern und Beeren
lebenden Thiere auf, deren grösste Zahl natürlich den In-
sekten angehört. Auf Vollständigkeit macht diese Auf-
zählung keinen Anspruch. X. Bericht d. naturf. Ge-
sellsch. z. Bamberg p. 49 ff.
C.G.Giebel. Insecta epizoa. DieaufSäuge-
thierenund Vögeln schmarotz enden Insekten nach
Chr. L. Nitzsch' Nachlass bearbeitet. Mit 20 Tff. nach
Nitzsch' Handzeichnungen. Leipzig bei Otto Wigand.
1874. — „Nach der geschichtlichen Einleitung und einer
Anleitung zur Beobachtung der Thierinsekten, aus Nitzsch7
Nachlass aufgenommen, beschreibt Verf. unter ausführlicher
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 261
Charakteristik der einzelnen Familien und ihrer 15 Gat-
tungen nicht weniger als 700 Arten, von welchen etwa 500
in Exemplaren in der Halle'schcn Sammlung sich befinden
und die Mehrzahl dieser überhaupt noch nicht beschrieben
oder nicht bekannt gewesen ist. Die Arten anderer Schrift-
steller dagegen sind nur mit kurzen Diagnosen aufge-
nommen worden, die der altern Systematiker, also von
Linne, Scopoli, Degeer, Redi u. s. w. nur insoweit
dieselben eine annähernd sichere Deutung gestatten, be-
rücksichtigt, alle übrigen blieben als völlig werthlos ganz
unbeachtet. Den Schluss bildet eine sehr interessante
Verbreitungstabelle der Epizoen in der systematischen
Anordnung ihrer Wohnthiere, also der Säugethiere und
Vögel, aus welcher die Häufigkeit dieser Schmarotzer und
auch ihre eigenthüniliche Verbreitung über die Warm-
blüter sofort zu übersehen, zugleich aber auch zu ermessen,
dass durch diese reichhaltige Monographie gewiss erst
der kleinste Theil aller wirklich existirenden Epizoen be-
kannt sein dürfte, dass bis jetzt überhaupt nur erst eine
auffallend geringe Zahl von Säugethicren und Vögeln auf
ihre Schmarotzer aufmerksam und mit Erfolg untersucht
worden ist. Von den vortrefflich ausgeführten 20 Tafeln
bringen 18 sauber colorirte Abbildungen einzelner Arten
und zwei sind der Darstellung des anatomischen Baues
gewidmet." Aus dem Referate in GiebeTs Zeitschr. ges.
Naturw. XLIII. p. 370 ff.
Les Oiseaux et les Insectes. Par M. Edouard
Perris. M6moires de la Societe Royale des Sciences de
Liege. II. ser. Tome III. p. 673—730. Perris sucht in
diesem Aufsatze die übergrossen Erwartungen herabzu-
stimmen, die man von einem Schonen der Vögel auf die
Verminderung der schädlichen Insekten gehegt hatte. Er
geht zu diesem Zwecke die verschiedenen Insektenord-
nungen durch und weist nun nach, dass manche und zwar
gerade die schädlichsten von den Vögeln wegen ihrer ver-
borgenen, oder nächtlichen Lebensweise, oder wegen ihrer
Kleinheit unbehelligt bleiben; dass zu der Zeit, wo die
schädlichen Insekten den Angriffen der Vögel ausgesetzt
sind, diese Nahrung in Hülle und Fülle haben, so dass
262 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
der Procentsatz an schädlichen Insekten, die ihnen
zum Opfer fallen, ein sehr geringer ist. Diese sehr tref-
fenden Bemerkungen sind übrigens nicht zu dem Zwecke
gemacht den Vögeln den erstrebten Schutz zu entziehen,
sie sollen nur gewisse unrichtige Anschauungen beseitigen.
Als Vögel, die am meisten zur Verminderung schädlicher
Insekten beitragen, sieht Perris die Spechte, Spechtmeisen,
Baumläufer und Meisen an, die aber nie einen Gegenstand
der Jagd und Nachstellungen gebildet haben (?). Neben
Vögeln betheiligen sich auch Säugethiere, Reptilien und
Amphibien, und ganz besonders Insekten an der Vertilgung
ihrer Klassenverwandten, und gerade den letzteren schreibt
Perris mit Recht den Haupteinfluss auf die Aufrechthal-
tung des Gleichgewichtes zwischen den verschiedenen Or-
ganismen zu.
E. Andre bringt in Rev. et Mag. de Zool. 1874.
p. 205 ff. ein Verzeichniss der Insecta Myrmecophila,
das 584 Arten aufweist. Von diesen kommen 542 auf die
Coleoptera, 26 auf die Rynchoten, 1 auf Orthoptera, 7 auf
die Hymenoptera, 1 auf die Lepidoptera, 4 auf die Dip-
tera, 1 auf die Tysanura. Abgesehen davon, dass zufällige
Gäste eines Ameisenhaufens wohl als myrmekophil aufge-
führt sind, ist auch durch Synonyme das Verzeichniss
auf eine zu hohe Zahl von Arten gebracht. Myrmecophila
acervorum kommt z. B. drei Mal vor (569 Sphaerium acer-
vorum Panz., 570 Myrmecoph. ac, 571 Blatta acervorum).
Dr. Hermann Mueller. Die Befruchtung der
Blumen durch Insekten und die gegenseitigen
Anpassungen beider. Leipzig, 1873. (Engelmann).
Obwohl das vorliegende Werk die gegenseitige An-
passung von Blumen und Insekten zum Gegenstande hat,
so liegt doch sein Schwerpunkt mehr auf dem Gebiete der
Botanik als auf dem der Zoologie. Zudem machen die
sehr detaillirten Angaben einen Auszug unmöglich, und es
lassen sich daher für diesen Bericht nur ganz allgemeine
Züge hervorheben. Nach einer geschichtlichen Darstellung
des Entwicklungsganges, den unsere Kenntnisse von der
Bestäubung der Phanerogamen genommen haben, geht
Mueller zu seiner eigentlichen Aufgabe über, als welche
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 263
er bezeichnet 1 ) die Erklärung der verschiedenen Blüthen-
einrichtungen ; 2) das Studium der die Blüthen besuchenden
Insekten, und zwar beides mit der Absicht, in dieser oder
jener Einrichtung der Blüthe die Folge der Anpassung
derselben an das die Bestäubung vollziehende Insekt, in
dieser oder jener Bildung des Insektenkörpers die An-
passung desselben an eine Blüthe nachzuweisen. (Wonach
in jedem Falle entschieden wird, ob sich das Insekt an
die Blüthe, oder diese an jenes angepasst habe, lässt
Mueller unbestimmt. Refer.) Die gestellte Aufgabe löst
der Verfasser nun in der Weise, dass er für nahezu vier-
hundert einheimischer Pflanzenarten eine genaue Beschrei-
bung ihrer Blüthentheile entwirft und eine Liste der die-
selben besuchenden Insekten nach fünfjährigen überaus
fleissigen Beobachtungen aufstellt. Von Orthopteren und
Neuropteren sind nur wenige für die Bestäubung der
Blumen von Bedeutung und gar keine, die sich der Ge-
winnung des Honigs angepasst hätten. Selbst Panorpa
communis mit ihrem schnabelförmig verlängerten Kopf hat
diese Einrichtung nicht durch Blumenbesuch erworben, da
der verwandte Boreus hiemalis dieselbe Bildung besitzt,
ohne je in die Lage zu kommen, eine Blüthe zu besuchen.
Unter den Rhynchoten finden sich schon zahlreiche Ver-
treter, die durch ihren häufigen Aufenthalt auf Blüthen
für dieselben von grosser Bedeutung sind, obwohl eine
Anpassung an die Gewinnung von Blüthennahrung auch
bei ihnen nicht zu finden ist, wenn man nicht etwa die
geringe Körpergrösse der Anthocoriden in diesem Sinne
deuten wollte. Unter den Käfern finden sich in zahlreichen
Familien Repräsentanten, die sich auf Blüthen herumtreiben
und dadurch die Bestäubung vermitteln, aber nur einen
Zweig der Cerambyciden, bei dem sich eine durch die
ausschliessliche Blumennahrung hervorgebrachte Anpassung
nachweisen lässt. Es sind dies die Lepturiden, die sich
zunächst von ihren Familienverwandten durch andere (d. h.
nicht auf Anpassung zurückgeführte) Charaktere unter-
scheiden, und deren einheimische Arten, mit Ausnahme
von Rhamnusium, vorzuweise oder ausschliesslich auf
Blüthen leben. Diese Arten sind nun der Gewinnung des
264 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Honigs besonders dadurch angepasst, dass ihr Kopf stark
nach vorn verlängert, Prothorax und der übrige Körper
ebenfalls lang und schmal ist und die Unterkiefer lang
beborstet sind. Am vollkommensten ist diese Einrichtung
bei Strangalia attenuata L. durchgeführt. Unter den Fliegen
zeigen namentlich Syrphiden, Empiden, Conopiden und
Bombyliiden in ihrem Rüssel verschiedene Stufen der An-
passung an die Honiggewinnung, während von den Mücken
namentlich die kleinen Psychoda- (nach anderen Autoren
Cecidomyia-) arten regelmässige Befruchter einzelner Pflanzen
sind, ohne dass eine Anpassung einer an die andere nach-
zuweisen wäre. Die Hymenopteren stellen ein sehr reiches
Kontingent zu den Blumenbesuchenden Insekten und in
der Familie der Apidae einen Formenkreis, der in seinen
einzelnen Gliedern eine vollständige Stufenleiter der man-
nichfaltigsten Anpassungsverhältnisse zeigt. Dieselben sind
durch Beschreibung und Abbildung der Mundtheile und
des Sammelapparates mehrerer Arten erläutert und wie
schon in einem früheren Aufsatz (s. den vorigen Bericht
p. 326 (106)) auf die Umwandlung der betreffenden Körper-
theile bei Grabwespen zurückgeführt, von denen sich die
Vorfahren der Bienen zunächst nur dadurch unterschieden,
dass sie ihre Brut nicht mit getödteten oder gelähmten
Insekten u. s. w., sondern mit Blüthenstaub und Honig
fütterten. Die Schmetterlinge endlich sind eine Ordnung,
bei der die Anpassung an die Aufsaugung des Blüthen-
honigs am allgemeinsten und vollkommensten, wenn auch
in verschiedenem Grade der Vollkommenheit durchgeführt
ist. Der umfangreichste Theil (Seite 59—416) des Werkes
ist einem systematischen Verzeichniss deutscher Phanero-
gamen gewidmet, bei deren jeder sich die Insekten ver-
merkt finden, die als Besucher beobachtet sind. Daneben
ist in sehr zahlreichen Fällen die vollkommene Anpassung
der Blüthen- und Körpertheile des Insektes nachgewiesen,
wodurch die Narbe der ersteren gesichert ist, Pollen zu
erhalten und das letztere befähigt, zu dem Honig oder
Pollen gelangen zu können.
H. Mueller theilt aus seinem Werke (s. vorhin) eine
Stelle über die Insekten, die den rothen Klee besuchen,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 265
mit. Es sind dies Schmetterlinge und Fliegen, sowie
kurzrtisselige Bienen, die eine Befruchtung nicht vollziehen
können, und 17 Arten mit langem Rüssel, die immer be-
fruchtend wirken. Zool. Garten. 1873. p. 372 ff. (Dem
berühmten Schlüsse Darwin's und HäckeTs über das
Gedeihen des englischen Volkes in Abhängigkeit von der
Zahl seiner Katzen liebenden alten Jungfern wird dadurch
der Boden entzogen.)
Americ. Natural. VII. p. 268 ff. enthält einen ge-
drängten Auszug aus einem in dem Journal of Botany
Vol. X. p. 334 von Mr. Bennet erschienenen Aufsatz: The
influence of insect-agency on the distribution of plants.
Sphinx Convolvuli soll Conv. sepium befruchten (obwohl
bei uns die Pflanze viel früher blüht, als der Schwärmer
erscheint); Dianthoecia die Befruchtung von Silene und
Lychnis bewerkstelligen. Unter den Käfern sind nament-
lich die Trichius fleissige Besucher der Syngenesisten;
die Meligethesarten finden sich in den Blüthen sehr ver-
schiedener Pflanzen u. s. w.
Wie unsere Lychnis viscosa an den Blüthen-
stielen, so sondert Azalea viscosa an der Aussen-
seite der Cor oll a eine kleberige Feuchtigkeit ab, an der
kleinere Insekten haften bleiben. Am er. Natur. VIII.
p. 517 f.
F. Loew stellt ein Verzeichniss der Milbengallen
der Wiener Gegend zusammen, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien. 24. p. 495 ff, auf das ich hier in dem entomolo-
gischen Bericht wegen der verschiedenen Insektengallen
an denselben Pflanzen aufmerksam mache.
Haller bringt eine Tabelle über die Nahrung ein-
heimischer Vögel, nach Untersuchungen des Magen-
inhaltes, der in sehr vielen Fällen aus Insekten besteht
und damit zeigt, welche Insekten in einzelnen Vogelarten
ihre besondern Feinde haben. Zool. Garten, Frank-
furt. 1873. p. 377 ff., 1874. p. 384 ff.
Nature's means of limiting the numbers of insects.
By A. S. Packard jr., Americ. Natur. VIII. p. 270 ff.
Bietet keine Originalbeobachtungen; das übrige sagt der
Titel.
266 ßertkatt: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Breyer macht auf die merkwürdige Uebereinstim-
mung aufmerksam, dass Stirnwaffen bei Säugethieren und
Insekten nur bei Pflanzenfressern vorkommen (Wieder-
käuern — Lamellicornia). Compt. Rend. Soc. Ent. Belg.
16. p. XLI.
Zum Hypnotismus der niederen Thierwelt.
Von P. V. Gredler. Zool. Garten, Frankfurt. 1873.
p. 459 ff.
Dytiscus-Arten von Hydrachna geographica
heimgesucht. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 7 f.
Fliegen, den Chelif er -arten (Ch. Hahni, Panzeri)
als Transportmittel dienend. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
22. p. 75 f., Sitzber. 23. p. 36.
Les moyens d'attaque et de defense chez les
insects. Discours de M. E. Candeze. Bullet, d. FAcad.
Roy. des Scienc. etc. de Belgique. II. s6r. T. 37. p. 787 ff.
Cohn stellt die Resultate der bisherigen Beobach-
tungen über die Epidemieen der Seidenraupen in über-
sichtlicher Weise zusammen. 51. Jahresbericht der Schles.
Gesellsch. f. vaterl. Cultur. p. 45.
Peyritsch bringt weitere Beiträge zur Kenntniss
der Laboulbenien. Sitzungsber. der Math.-Naturw. Klasse
der Kaiserl. Akad. d. Wissensch. Wien. LXVIII. I. Abth.
p. 227. Da diese auf Insekten schmarotzenden Pilze nur
indirekt in das Gebiet der Entomologie gehören, so be-
gnüge ich mich hier mit dem Literaturnachweise.
Verschiedene Insekten (Larven eines Telephoriden
und einer Noctuide, eine Capsia sp., Cecidomyia Salicis,
Boreus brumalis und B. nivoriundus, letztere in grosser
Menge) auf mehrere Zoll tiefem Schnee ; Proceed. Bost. soc.
XV. p. 155.
C. Rondani. Degli Insetti nocivi e dei loro Paras-
siti. Bull, della Soc. Ent. Ital. V. p. 3 ff., 133 ff., 206 ff.;
VI. p. 43 ff. Hiermit ist die im vorigen Bericht (p. 243
(23)) angezeigte Arbeit vollendet (Lepidopteren Schluss,
Coleoptera, Hymenoptera, Diptera, Hemiptera, Orthoptera;
auch die Milben sind berücksichtigt).
Dr. M. Bach. Anleitung zur Kenntniss und Ver-
tilgung derjenigen Insekten, welche dem Wein und Obst-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 267
baue schädlich werden. Soest; Nasse'sche Verlagsbuch-
handlung. 1873. Vorliegende Arbeit, von der Direktion
des landwirtschaftlichen Vereins für Kheinpreussen mit
dem ersten Preise gekrönt, wendet sich ausschliesslich an
das entomologisch nicht gebildete Publikum und führt
nur solche Arten auf, welche dem Obst- und Weinbau
regelmässig grösseren Schaden zufügen. Nach einer allge-
meinen Einleitung, die das Allernothwendigste über Bau,
Eintheilung und Lebensweise der Insekten enthält, be-
handelt Bach die Schädlinge an Obstbäumen und Wein-
stock (Spilographa cerasi, Geometra brumata, Vanessa
polychloros, Melolontha vulgaris, Schizoneura lunigera,
Aphis mali, Anthonomus pomorum, Liparis chrysorrhoea,
Tortrix pomonana, Gastropacha neustria, Rhynchites conicus,
Rhynchites betuleti, Tortrix Billeriana, T. ambiguella,
Phylloxera vastatrix, Nematus ventricosus) nebst den ge-
eigneten Gegenmitteln. Der Fachentomologe dürfte in
dem Werkchen keine Belehrung finden. Einzelne der
Insekten sind in Holzschnitten dargestellt, Rhynchites be-
tuleti aber nicht einmal als Rüsselkäfer kenntlich.
J. H. Kaltenbach. Die Pflanzenfeinde aus
der Klasse der Insekten. I. und IL Abth. Stuttgart.
Jul. Hoffmann. Nachdem Kaltenbach schon früher
unter dem Titel: „Die deutschen Phytophagen aus der
Klasse der Insekten" in mehreren Jahrgängen der „Ver-
handl. d. naturh. Vereins der preuss. Rheinl. und Westf."
eine Zusammenstelluug der an den Phanerogamen der
deutschen Flora beobachteten Insekten (und Milben) ge-
geben und dabei in alphabetischer Ordnung der lateinischen
Pflanzennamen verfahren war, hat er hier denselben Stoff
in der Weise behandelt, dass die Pflanzen nach dem na-
türlichen System geordnet erscheinen und nun die Insekten
an denselben in der Reihefolge: Käfer, Schmetterlinge,
Hautflügler, Zweiflügler, Geradflügler, Rynchoten, Milben
aufgezählt werden. Den Namen der Insekten sind An-
merkungen über Erscheinungszeit, andere Futterpflanzen
u. s. w. beigefügt. Jede Pflanzengattung, die von einem
Insekt geschädigt wird, ist in einer Art in guter Abbildung
dargestellt. Die erste Abtheilung reicht von den Ranun-
268 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
culaceen bis zur Umbelliferengattung Daucus, die zweite
bringt den Schluss. (S. Taschenberg's Referat in Gie-
bel's Zeitschr. ges. Naturw. 39. p. 529 f.)
C. Wiel. Anleitung zur Verminderung schäd-
licher Kerbthiere, besonders solcher Raupen,
und Schonung der natürlichen Insektenfeinde
ein Haupt schütz mittel. Bonn, Max Cohen und Sohn.
Der Verfasser, der seit vielen Jahren als Sammler und
Züchter von Schmetterlingen thätig ist, giebt hier einiges
aus seinen reichen Erfahrungen. Das Buch ist zunächst
für die Volksschule auf dem Lande und die landwirt-
schaftliche Fortbildungsschule bestimmt. Auf eine allge-
meine Einleitung, in der der gröbere Bau der Insekten
und deren Stellung im Naturhaushalte geschildert werden,
folgt der specielle Theil: Beschreibung einiger Gross- und
Kleinschmetterlinge nebst deren schädlichen Raupen, mit
Angaben bekannter Schutzmittel. In einem Anhange sind
auch nichtschädliche Arten behandelt, namentlich solche,
die in irgend einer Beziehung eine besondere Aufmerksam-
keit verdienen.
Beobachtungen über der Landwirthschaft
schädliche Thiere in Galizien im Jahre 1873.
Von Prof. Dr. M. Nowicki in Krakau. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien. 24. p. 355 ff. Es sind meist Insekten, die hier
als Schadenstifter bei den Pflanzen aufgezählt sind.
Von A. S. Packard's jr. Annual Report u. s. w. ist
der dritte erschienen. Salem 1873.
Ebenso ist von C. V. Riley der 5. und 6. Ann. Rep.
on the noxious, beneficial and other Insects of the State
of Missouri erschienen. Jefferson City, Mo., 1873 und 1874.
Glover Townend. Report of the Entomologist and
Curator of the Museum. (Rep. Commiss. Agriculture for
1872; Washington 1874 pp. 112—138; for 1873 pp. 152—
169.) Behandelt die meist bekannte Lebensgeschichte
von solchen Insekten, die dem Amerikanischen Landmann
u. s. w. besonders schädlich werden.
Americ. Natural. VII. p. 241 ff. führt einige be-
sonders schädliche Insekten Nordamerikas nebst ihren na-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 269
ttirlichen Feinden in Holzschnitt vor, die dem Rep. on the
injurious Insects of Mass. 1872. entlehnt sind.
C. Brunner von Wattenwyl. Ueber Hyper-
telie in der Natur. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXIII.
p. 133 ff. Als Hypertelie bezeichnet Brunn er das in der
Natur sich kundgebende Streben nach Vollkommenheit.
Dasselbe spricht sich namentlich in ornamentalen und
Farbenausschmückungen aus, welche dem Organismus durch-
aus ohne Vortheil im Kampfe ums Dasein sind(?). Dabei
macht Brunner noch besonders auf die „ Nachlässigkeit"
aufmerksam, mit der die Natur hierbei zu Werke geht,
während sie in Bezug auf Bau und Vertheilung der Organe
die ängstlichste Symmetrie beobachtet (?). Aber auch
andere Erscheinungen, die man nicht schlechtweg aus dem
Vervollkommnungsstreben ableiten kann, z. B. die Mannich-
faltigkeit im Flügelgeäder, subsumirt Brunn er unter den
Begriff der Hypertelie, die somit eigentlich da zu Hülfe
gerufen wird, wo wirkliche Erklärungen noch nicht ge-
geben werden können. Er selbst giebt zum Schluss fol-
gende Definition von ihrer Wirksamkeit im Gegensatz zum
Kampf ums Dasein: Das Genus ist der Inbegriff aller
jener Charaktere, welche ein Organismus durch die Not-
wendigkeit annimmt. Die Species dagegen entsteht da-
durch, dass der Organismus, seiner ideellen Ausbildung
nachstrebend, durch Hypertelie die Formen potenziert.
Grote (On the origin of insects and remarks on
the antennal characters in the Butterflies and Moths) hält
die Neuroptera für die ältesten Insekten, von denen sich die
Orthoptera, Hemiptera, Coleoptera einerseits und die Di-
ptera, Lepidoptera, Hymenoptera andererseits abgezweigt
haben. Das Auftreten der Tagschmetterlinge und Bienen
auf der Erde soll gleichzeitig mit dem des Menschen Statt
gefunden haben. Bei den Nachtschmetterlingen sollen
die Antennen als Tastorgane das Gesicht ersetzen; daher
die Mannichfaltigkeit derselben gegenüber der grösseren
Einförmigkeit, namentlich auch in der Längenentwickelung,
bei den Tagschmetterlingen, ausgenommen den Hesperiden.
Proc. of the Amer. Assoc. for the Advanc. of Science. 22. Nat.
Hist. p. 110 f. Vergl. auch Amer. Natur. VIII. p. 519 ff.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. S
270 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Entomologische Beiträge zur Beurtheilung
der Darwinschen Lehre von der Entstehung der
Arten von H. v. Kiesenwetter. Berl. Eni Zeitschr. 17.
p. 227 ff. v. Kiesenwetter modificirt hier die von Dar-
w i n über den Dimorphismus der Dytiscidenweibchen ge-
gebene Erklärung, nachdem er die Angriffe, die namentlich
Joseph gegen dieselbe erhoben, als unberechtigt zurück-
gewiesen, v. Kiesenwetter weist nämlich darauf hin,
wie man in den vertieften Streifen der Flügeldecken den
Ausdruck des inneren Verlaufes der Tracheenstämme er-
kennen könne und daher gerippte Flügeldecken als die
ursprüngliche Form anzusehen habe. Bei den Carabiden
finden sich auch diese Rippen noch in weiter Verbreitung
vor und kamen früher auch allen Dytisciden, die an's
Wasser angepasste Carabiden sind, zu. Während aber
der grösste Theil derselben eine glatte Körperoberfläche,
die bei dem Schwimmen die günstigsten Verhältnisse
darbot, annahm, behielten die $ einiger Arten die gefurchten
Flügeldecken bei, die andererseits bei dem Begattungsge-
schäfte von Vortheil waren. — Thatsächlich kommt übri-
gens auch v. Kiesenwetter zu dem Resultat, dass die $
mit glatten Flügeldecken nicht, wie Darwin behauptet
hatte, in dem stärkeren Körper und den kräftigeren
Schwimmbeinen einen Ersatz für die mangelnde Streifung
der Flügeldecken besitzen.
Considerations zoologiques sur la determi-
nation de Fespece et sur la fixation des limites
entre eile et la vari6t6, tirßes principalement de
l'etude de l'ordre des Insectes hymenopteres.
Par J. Sichel. Mem. d. 1. Soc. Royale d. Sc. de
Li6ge II. s6r. Tom. III. Der Verfasser spricht seine An-
sichten über den in der Ueberschrift genannten Gegen-
stand in 8 Thesen aus, die er dann weiter ausführt und
durch Beispiele aus der Ordnung der Hymenopteren belegt.
Solche aus dem beschränkten Studium einer einzelnen
Ordnung sich ergebenden Resultate sind wohl geeignet,
die allgemeine Gültigkeit von Wahrheiten in Frage zu
ziehen, aber aus demselben Grunde sehr wenig dazu an-
gethan, allgemeine Wahrheiten finden zu lassen ; namentlich
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 271
der sechsten These wird wohl von den Specialisten anderer
Ordnungen (z. B. Käfer, Schmetterlinge, Wanzen) nicht
beigestimmt werden; diese Thesen sind: 1) Die Artcharak-
tere müssen nach einer grossen Zahl von Individuen auf-
gestellt werden. 2) Die Bildung grosser, nach ihrem na-
türlichen Verwandtschaftsgrade geordneter Reihen ist das
sicherste Mittel, um zur Abgrenzung der Art und Varietät
zu gelangen. 3) Die Sitten der Insekten, für dieselbe
Species und ihre Varietäten dieselben, differiren von Spe-
cies zu Species und können als Hülfscharaktere der Artbe-
stimmung dienen. 4) Das Larvenstudium bildet ein er-
gänzendes und unterstützendes Moment zur Festsetzung
der Species. 5) Ebenso tragen die Parasiten, von Art zu
Art variirend und unveränderlich bei allen Varietäten
derselben Art, dazu bei, die Species von der Varietät
zu scheiden. 6) Die geologische Beschaffenheit einer Ge-
gend scheint auf die Häufigkeit der Arten und selbst Gat-
tungen einen grösseren Einfluss auszuüben als das Vor-
kommen dieser und jener Pflanze in dieser Gegend. 7) Das
Klima ist eins der mächtigsten Agentien, um eine Art zu
modificiren und daraus Varietäten zu bilden. 8) Die Art
ist unveränderlich, kann aber in's Unendliche modi-
ficirt werden, wie die Varietät, unter dem Einfluss der
Bodenbeschaffenheit, des Klimas und anderer äusserer Ein-
flüsse und der Bastardierung.
R. Meldola veröffentlicht einen kleinen Aufsatz über
einige Fälle von veränderlicher schützender Fär-
bung bei Insekten. Proc. ZooL Soc. London. 1873.
p. 153 ff. Zunächst unterscheidet er mit Wallace zwischen
Mimikry (bei welcher ein lebendes Wesen nachgeahmt
wird) und schützender Aehnlichkeit (protective re-
semblance, bei welchen die leblose Umgebung nachgeahmt
wird). Die Erscheinungen der letzteren bringt Meldola
in 5 Gruppen: 1. Das nachgeahmte Objekt und nach-
ahmende Insekt bleiben ungeändert in der Färbung wäh-
rend der Lebensdauer des letzteren. 2. Das nachgeahmte
Objekt und nachahmende Insekt zeigen kl e ine Aenderungen
(Kallima paralecta; Phasmiden). 3. Das nachgeahmte
Objekt erleidet einmal eine Aenderung seines Charakters,
272 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
die von dem nachahmenden Organismus mitgemacht wird.
(Geometra papilionaria dunkel im Herbst und grün im
Frühjahr; die Raupe von Acidalia degeneraria, beim Aus-
schlüpfen aus dem Ei bis Mitte September grün, wird braun,
wenn sie sich zum Ueberwintern anschickt). 4. Das nachge-
ahmte Objekt erleidet periodische Veränderungen. In der
5. Klasse vereinigt Meldola solche Fälle, in denen die
Färbung nach der Futterpflanze variiert, oder wo die
Raupen vor der Verpuppung ihre Farbe ändern. Hier
haben die Insekten die Fähigkeit, die Farbe zu ändern,
wenn sie sich in andere Umgebung begeben, und sie
machen von dieser Fähigkeit Gebrauch, indem sie ihre
Farbe der jedesmal veränderten Umgebung anpassen.
M. Constant Bar. Note controverse sur le
sens de i'ouie et sur l'organe de la voix chez les
insectes. Soc. Ent. Belg. Compt. rend. XVI. p.LXXXIX—
CXII. (Auch in deutscher Uebersetzung von Taschen-
berg in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 44. p. 401— 431.).
Der Verfasser, der die neuere deutsche Literatur (Landois,
T hierstimmen; die zahlreichen Untersuchungen über das
Gehörorgan der Orthopteren) nicht zu kennen scheint,
neigt der Ansicht zu, dass Lautäusserungen zum Zwecke
der Verständigung und demnach auch ein Organ zur Wahr-
nehmung dieser Laute den Insekten fehle. Sämmtliche
von Thieren hervorgebrachte Töne bringt der Verfasser in
3 Kategorieen, wobei er aber nicht die Art und den Ort
ihrer Entstehung, sondern das immer sehr dunkele Moment
des Willens berücksichtigt. Die erste Art von Tönen ist
immer freiwillig und drückt einen Gedanken oder einen
moralischen ganz bestimmten physischen Zustand aus
(Stimmen der meisten Vertebraten). Die zweite Art von
Tönen ist bald freiwillig, bald unfreiwillig und drücken
einen physischen Zustand aus (als Beispiel wird Schlucken,
Husten, Schnarchen des Menschen angeführt). In die dritte
Kategorie gehören endlich Töne, deren Entstehung neben
anderen Lebensfunktionen einhergehen, die also immer
unfreiwillig sind und weder einen physischen noch mora-
lischen Zustand ausdrücken. Nur die beiden letzten Arten
von Tönen kommen den Insekten zu und zwar die letzte
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 273
ausschliesslich. Beispiele zu der zweiten Art von Tönen
liefern die Cikaden und die meisten Orthopteren, auch
einige Lepidopteren. Diese Töne, die gewöhnlich als
Lockrufe der J angesehen werden, fasstBar als den Aus-
druck eines Zustandes des Wohlbehagens, hervorgerufen
durch einen besonderen Zustand der Atmosphäre, auf (ver-
gisst aber dabei, dass die Orthopteren z. Th. bis in die
späte Nacht hinein ihre schrillen Laute ertönen lassen;
Refer.). In der dritten Kategorie kommen zwei Entstehungs-
weisen vor: durch Reiben von Körperth eilen an einander
und durch die Flugbewegung (Hymenopteren, Dipteren).
Die Ansicht, dass bei den letzteren Tönen die aus den
Stigmen ausströmende Luft es sei, die den Ton hervor-
rufen, bekämpft Bar, und führt die Entstehung des Ge-
summes auf die durch Bewegung der Flügelmuskeln ent-
stehende Vibration der Flügel und benachbarten Körper-
theile zurück, eine Ansicht, die er durch Versuche an
Eulema elegans und dimidiata zu erhärten sucht.
(Indem Bar das Summen der Hymenopteren allgemein
in die dritte Kategorie von Tönen stellt, ignoriert er z. B.
die Thatsache, dass das Summen der Bienen in einem
Stock ganz anders klingt, wenn man ihnen die Königin
genommen hat und wenn man sie ihnen zurückgiebt;
Refer.). — Da nun die Tonäusserungen der zweiten Kate-
gorie nicht die Bedeutung des Lockrufes haben, so folgt
daraus, das diese Insekten auch nicht notwendiger Weise
ein Gehörorgan haben müssen; wenn dasselbe übrigens
vorhanden sei, so habe man es am Kopfe zu erwarten (!).
Obwohl Bar an den verschiedensten Stellen erklärt,
durch seine x^bhandlung eine Lössung der wichtigen Fragen
nicht geben zu wollen, so ist doch seine Unkenntniss so
mancher wichtiger einschläglicher Arbeiten zu bedauern.
Eine Stütze für seine Ansicht, dass den Insekten der Ge-
hörssinn mangele, glaubt er z. B. darin gefunden zu haben,
dass der „hervorragendste Anatom unserer Zeit, L6on Du-
four", den Sitz desselben in den Fühlern vermuthet habe,
an denen sich aber keine Stelle finde, die den Ansprüchen
an ein Gehörorgan Genüge leiste.
Zum Theil auf demselben Standpunkte einer Verken-
274 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
nung der Resultate der neueren 'Histiologie steht ein Auf-
satz von A. Paasch: Von den Sinnesorganen der In-
sekten im Allgemeinen, von Gehör- und Geruchsor-
ganen im Besonderen. Dieses Archiv 1873. Lp. 248 ff.
Indem Paasch die Wirbelthiere zum Ausgangspunkt seiner
Betrachtungen macht, will er nur solche Organe als zu
Sinneswahrnehmungen dienend anerkennen, die vom Ge-
hirn innerviert werden (wobei also eine Homologie des
Insekten- mit dem Wirbelthiergehirn angenommen wird).
Ausserdem sollen Geruchs- und Gehörsinn bei den Insekten
dieselbe Lage zu einander und zu den andern Sinnen
haben wie bei den Wirbelthieren. Der Sitz des Gehörs
wird demnach in die Antennen verlegt, während dem Ge-
ruchssinne die Oberlippe (und ihre Homologa bei Insekten
mit saugenden Mundwerkzeugen, Fliegen z. B.) vorstehen
soll, wie letzteres schon von Rosenthal behauptet worden
war. Für beide Anschauungen werden allerdings keine
anderen Gründe als die Innervierung vom Gehirn aus
und die Bewegungen der Fühler und jener Platte ange-
führt, die als „Ohrenspitzen" und „ Schnüffeln" gedeutet
werden.
A. M. Mayer glaubt den Sitz des Gehörs bei Mücken
in den Fühlern gefunden zu haben (wie schon seit alter
Zeit behauptet). Die verschieden langen Haare der Fühler
des Mosquito-</ geriethen in zitternde Bewegung bei ver-
schiedenen Tönen, namentlich solchen, die dieselbe Höhe
haben wie der Flugton des Mosquito-?. Anatomisches De-
tail ist dem Vol. III. des Quart. Journ. of the Microsc.
Society entlehnt. Amer. Journ. of Sciences and Arts. Au-
gust 1874 und Amer. Natur. VIII. p. 236 f.; 577 ff.
H. Landois hat die Resultate seiner zahlreichen
Untersuchungen über die Lautäusserungen der Thiere in
einem besondern Werke „Thierstimroen" (Freiburg im
Breisgau. 1874. Herder'sche Verlagshandlung) veröffentlicht.
Dieses Werk wendet sich zugleich an das grosse Publikum
und enthält daher zahlreiche interessante Mittheilungen
über Lebensäusserungen verschiedener Thiere, die mit
deren Lautäusserungen nichts zu schaffen haben. Von den
meisten im Text genannten Arten sind Abbildungen bei-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 275
gefügt. Die Lautäusserungen der Insekten werden auf
S. 23 — 153 behandelt. Landois verfährt dabei in syste-
matischer Reihenfolge der Ordnungen (Hemiptera, Ortho-
ptera, Neuroptera (?), Diptera, Lepidoptera, Coleoptera,
Hymenoptera). Bei den Hemipteren kommt nach Landois
sowohl eine Stimme (Cicaden) als Tonapparat vor; bei
den Orthoptera nur letzterer; bei den Pseudoneuroptera
dagegen auch wieder eine Stimme (Libelle); die Diptera
besitzen wieder in weiter Verbreitung eine Stimme ; unter
den Schmetterlingen ist es nur Acherontia, die eine Stimme
hat, während manche Raupen einen Ton von sich geben
können. Der Tonapparat tritt bei verschiedenen Käfer-
familien in verschiedener Bildung auf; eine Stimme fehlt
daneben bei einigen auch nicht; bei den Hymenopteren
ist dieselbe wieder sehr verbreitet, neben einem spärlicher
vorkommenden Tonapparat. Diese Lautäusserungen haben
im Allgemeinen eine Bedeutung für das Geschlechtsleben,
hin und wieder auch für den Schutz gegen Angreifer.
G. Haller giebt einige Bemerkungen über einige
bis jetzt weniger bekannte Tonapparate der Insekten.
Zool Garten. Frankfurt. 1874. p. 106 ff., 223 ff. (Tetrix,
Crioceris, Neuropteren, Reduvius personatus; s. den spe-
cialen Theil.)
V. Grab er macht Bemerkungen über die „Gehör-
und Stimmorgane" der Heuschrecken und Cikaden. Sitzungs-
ber. Kais. Akad. Wissensch. Wien. Mathem. naturw. Klasse.
LXVI. Bd. I. Abth. p. 205 ff. Grab er bestreitet zunächst
die von H. Landois behauptete Analogie zwischen dem
von ihm bei den Gryllen entdeckten (?) trommelfellähn-
lichen Organ und dem Tympanum der Cikaden, welches
für Graber unzweifelhaft ein Tonapparat ist, während
das betreffende Organ bei den Gryllen mit der Erzeugung
des Tones entschieden nichts zu thun hat. Dagegen be-
steht eine incomplete Homologie zwischen dem Organ
der Gryllen und dem „Ohr" der Schnarrheuschrecken, da
das erstere etwas hinter und über dem vierten Stigma,
das letztere dicht hinter dem dritten Stigma liegt. Die
Homologie zwischen „Akridierohr" und dem löffei-
förmigen Tympanum der Cikaden ist dagegen complet, so
276 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
dass man sagen kann, „das Cikadentympanum sei nur ein
differenzierteres Akridiertroinmelfell, dem als incompletes
Homologon das gewisse Organ der Grillen an die Seite
zu setzen sei." Da die letzteren nun ihr Ohr an den Ti-
bien der Vorderbeine besitzen, so kann das homologe Organ
bei den Acridiern nicht wohl Ohr sein (?).
Stetheophyma grossum L. bringt einen „knipsenden"
Ton, wie im Allgemeinen schon v. Siebold angegeben
hatte, dadurch hervor, dass die langen Dornen der
Schienenspitze von der area stridens der Oberflügel
abgleiten. Von Bedeutung im Sinne der Descendenztheorie
ist dieser Fall deshalb, weil er „das Zufällige in der Er-
lernung des Musicirens und in der Heranziehung gewisser
sonst mehr indifferenter Körpertheile zu diesem Zwecke"
illustriert.
Pettigrew hat die Ergebnisse seiner langjährigen
Untersuchungen über die Ortsbewegung der Thiere in einem
besonderen Werke niedergelegt, von dem Rosenthal eine
deutsche Uebersetzung geliefert hat: Die Orts bewegung
der Thiere u. s. w. Leipzig, 1875. F. A. Brockhaus.
Internationale wissenschaftliche Bibliothek. X. Band. Die
den Entomologen am meisten interessirenden Ausführungen
sind im 4. Capitel (Bewegung in der Luft) p. 81 — 178
enthalten. Die Bewegung des Insektenflügels erfolgt fast^
in einer Horizontalebene, wobei die Flügelspitze eine
liegende 8 beschreibt. Zugleich führt die Flügelfläche
eine drehende Bewegung um den starken Vorderrand aus.
Die Zahl der Flügelschläge wird als eine sehr grosse (300
und mehr in einer Sekunde) angegeben, ohne dass die
Thatsachen aufgeführt wären, auf die diese Behauptung
sich stützt. Den Tracheenblasen (wie auch den Luftsäcken
und pneumatischen Knochen der Vögel) schreibt Petti-
grew eine geringe, wenn überhaupt eine Bedeutung für
das Flugvermögen zu. Derselbe weist nach, dass die
Flügelfläche grösser als nöthig ist, wie aus den Versuchen
hervorgeht, wo ein Insekt mit beträchtlich beschnittenem
Flügel in seinem Flugvermögen nicht beeinträchtigt ist.
Verletzungen des Vorderrandes dagegen macht das Insekt
zum Fliegen fast untauglich (wohl wegen des als Stütze
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 277
dienenden starken Vorderrandsnerven). Bei den Figuren
hätte, wenn auch nicht auf grössere Eleganz, so doch auf
Naturtreue mehr Gewicht gelegt werden müssen (die Wespe,
Fig. 66 und 67 z. B. wird Niemand als solche erkennen;
Fig. 85, eine Libelle mit 13gliedrigem Abdomen, ist
geradezu ein Unding).
Die im vorigen Bericht p. 16 (236) besprochenen
„Rech. phys. chim. etc." von F. Plateau sind im
Auszuge mitgetheilt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XI.
p. 70 ff.
Meldola veröffentlicht eine kleine Abhandlung über
den Substanzverlust der Insekten mit vollkommener Ver-
wandlung und dessen Beziehung zur Grösse des vollkom-
menen Insektes. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 301 ff.
(Die Versuche sind an Schmetterlingspuppen angestellt.)
Da die Puppe athmet und auch Wasserdampf abgiebt ohne
Nahrung aufzunehmen, so ist mit diesen Vorgängen ein
Substanzverlust verbunden, der ceteris paribus der Dauer
der Puppenruhe proportional ist. Da ferner die Zeit des
Raupenstadiums die einzige ist, während welcher Nahrung
zum Wachsthum aufgenommen wird, so würde man zu
dem Schlüsse geneigt sein, dass unter sonst gleichen Um-
ständen die Grösse des vollkommenen Insektes direkt pro-
portional sein müsse einem Bruche, der die Zeitdauer der
Larve im Zähler und des Puppenstadiums im Nenner hat.
Diese Deduction wird aber durch das Experiment (an Pa-
pilio Ajax) nicht bestätigt. Dieser nordamerikanische
Falter kommt in drei Varietäten vor, die sich auch in
der Grösse beträchtlich unterscheiden: P. Marcellus, Te-
lamonides, Walshii. Die Raupe des kleinsten, P. Walshii
braucht 22 — 29, die von Telamonides 15—18 und die des
grössten, Marcellus, 12—19 Tage, während die Puppen-
ruhe ohne Unterschied 11 — 14 (bei Walshii gewöhnlich 14
Tage währt. Diesen Ausführungen sind 3 Tabellen über
Wägeversuche (an Bombyx quercus und Liparis dispar)
beigefügt, die darthuen, dass der Gewichtsverlust in den
verschiedenen Perioden verschieden ist (am stärksten un-
mittelbar nach der Verpuppung, dann sehr stark abnimmt,
und später wieder steigt).
278 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
On the distribution and primitive number of
spiracles in insects. By A. S. Packard jr., Amer.
Natur. VIII. p. 531 ff. Bei den Schmetterlingsraupen, die
neben den 8 Abdominalstigmen nur ein Stigma am Pro-
thorax haben, machen die beiden Längsstämme der Tra-
cheen eine Abweichung von ihrem geraden Verlauf an der
Stelle zwischen Meso- und Metathorax und senden hierhin
auch einen kleinen Ast. Es ist demnach wahrscheinlich,
dass an dieser Stelle ein Stigma obliteriert ist. Bei den
Bienen- und Wespenlarven haben der Meso- und Meta-
thorax je ein Stigmenpaar. Bei den Tenthrediniden ist
das Verhältniss wie bei den Lepidopteren; die Uroceriden
dagegen (Tremex) haben ein prothorakales und metathora-
kales Stigmenpaar. Da nun auch nach M e i n e r t Compodea an
jedem Körperringe ein Stigmenpaar trägt, so scheint 11 die
Zahl der Stigmenpaare zu sein, die dem Insektenkörper
überall zukömmt.
Studer bringt kleine Beiträge zur Histologie
der Insekten: Ueber Nervenendigung. Mitth. der
naturf. Ges. in Bern. No. 812—827 p. 97 ff. Die Nerven-
endigung an der Haut einer Mückenlarve (vermuthlich
Culex niceensis Riss.) wird beschrieben, die aber schon
seit lange durch Leydig bei Corethra plumicornis, mit
der auch das abgebildete Bruchstück der C. niceensis
grosse Aehnlichkeit hat, bekannt ist. Der Nerv, der vom
Kopfe herkommend sich an den Retractor der Nacken-
gabel verschiedener Papilioraupen heftet, zerfällt kurz vor
seinem Eintritt in den Muskel in mehrere Zweige und
bildet eine zur Längsrichtung der Faser querstehende
Endplatte, die in körniger Grundmasse einzelne Kerne
enthält.
F. Plateau. Recherches sur les phenomenes
de la digestion chez les insectes. (Extrait du
Tome XLI. des Mem. de TAcad. royale des Scienc.
etc. de Belgique. 1874.) Den Hauptgegenstand dieser
ziemlich voluminösen Abhandlung bildet die Frage nach
der Bedeutung der einzelnen Darmabschnitte, sowie der
damit in Verbindung stehenden Drüsen für die Ernährung.
Als Theile unterscheidet Plateau die bekannten sechs
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 279
Abschnitte Oesophagus, Kropf, „Kaumagen", Mitteldarm,
Dünndarm und rectum; dieselben sind nicht gleichmässig
bei Fleisch- und Pflanzenfressern, Nagern und Saugern
entwickelt, wie denn auch bei letztern noch ein Saug-
magen hinzukommen kann. Bei Dytisciden und Carabiden
fehlt eine epitheliale Zellschicht im Oesophagus und Kropf,
während die chitinige Intima durch vorspringende Leisten
leicht den Schein einer Zusammensetzung aus polygonalen
Zellen hervorrufen kann. Ebenso fehlen hier wie auch
bei dem von vegetabilischer Nahrung lebenden Hydro-
philus piceus die Speicheldrüsen, die bei letzterem dagegen
durch eine den Oesophagus und Kropf auskleidende Zell-
schicht ersetzt sind. Die histiologische Struktur der Wand
von Oesophagus und Kropf ist gleich, dennoch aber der
letztere nicht als einfache Erweiterung des ersteren anzu-
sehen, da in ihm zugleich schon die Verdauung beginnt
Ungeachtet der Abwesenheit von Secretionszellen bei Cara-
biden und Dytisciden findet sich in dem Kropf nach längerem
Fasten eine zähe Flüssigkeit, deren chemische Natur zweifel-
haft ist (kein Speichel, keine Galle, kein Magensaft der höheren
Thiere). Ihre physiologische Wirkung scheint dagegen
der des Magensaftes gleich zu stellen zu sein, da sowohl
Versuche an gefütterten Carabus und Dytiscusarten, als
auch mit Fleischstückchen, die in derselben einige Stunden
lang lagen, auf eine verdauende Kraft schliessen lassen.
Da die Nahrung den Kropf schon in halbverdautem Zu-
stand verlässt um in den „Kaumagen" einzutreten, so kann
letzterer nicht die Bedeutung haben, die sein Name an-
zeigt, zumal da die seine Innenwand auskleidenden Zähn-
chen zu schwach sind, um zerkleinernd wirken zu können;
dieselben scheinen vielmehr, nach hinten gerichtet, ein
Zurückströmen des Speisebreies verhindern zu sollen. In
dem folgenden Darmabschnitte, dem Mitteldarm, findet
sich der Nahrungssaft schon in Form einer Emulsion, was
auf die Wirkung der von ihm ausstrahlenden Blinddarm-
ähnlichen Anhänge zurückgeführt wird, die also secre-
torische Functionen haben. Die Malpighi' sehen Gefässe
lassen Nichts erkennen, was mit Notwendigkeit auf eine
Leber zu beziehen wäre; ihre excretorische Natur ist da-
SM Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
gegen ausser Zweifel gestellt, und dieser Umstaud sowohl,
als auch eine Untersuchung des Inhaltes der Analdrüsen
weist den letzteren keine den Nieren gleichzustellende
excernirende Thätigkeit zu, wie manche Forscher ange-
nommen haben; ihre eigentliche Bedeutung ist noch dunkel.
Aus den übrigen Ausführungen sei Folgendes hervorge-
hoben: Bei den Nepiden linden sich am Eingange des
Oesophagus traubenlormige und cylindrische Drüsen, von
denen nur die ersteren Anspruch auf den Namen Speichel-
drüsen erheben können. — Nach der physiologischen Be-
deutung der einzelnen Theile wählt Plateau z. Th. nun
auch eine andere Benennung. Die Bezeichnung Oesophagus
soll Kropf bleiben; den ..Kaumagen'' nennt er appareil
valvulaire. die blinddarmähnlichen Ausstülpungen des Magens
coecums glandulaircs. Demnach ist die französische Be-
nennung der aufeinander folgenden Darmtheile des Ver-
dauungsschlauches mit ihren Drüsen folgende: Oesophagus
mit den glandes salivaires : jabot. appareil valvulaire, in-
testin inoyen mit den coecums glanduläres und den tubes
de Malpighi am Ende, iutestin terminal portion grele und
i. t. p. large mit den glandes anales. — Zur Untersuchung
hatten gedient Carabus auratus, Dytiscus dimidiatus, Hy-
drophilus piceus. Melolontha vulgaris. Oryctes nasicornis
Libellula conspurcata, Aeschna grandis. Locusta viridis-
sima, Stetheophyma grossum. Xepa cinerea. Kauatra li-
nearis. Kaupen von Cossus ligniperda, Liparis dispar, Pa-
pilio Maohaon. Veuessa Jo, V. polychlorus und V. Urticae.
Grab er hat seine im vorigen Bericht (p. 231 (11))
angezeigte Abhandlung: „lieber den propulsato-
ri sehen Apparat der Insekten" erscheinen lassen.
Schnitze'? Archiv für mikroskopische Anatomie.
IX. p. 129 ff. Während die älteren Anatomen (schon
Strauss-Dürkheim) eine in den groben Zügen richtige
Anschauung von der histologischen Zusammensetzung des
Insektenherzens hatten, wurde in neuerer Zeit eine grosse
Verwirrung namentlich durch Weiss mann angestiftet, der
das Herz für eine histologische Einheit erklärte, gleich
einem Arthropodenhohlmuskel mit Hülle, kontraktilem In-
halt und Kernen. Die Untersuchungen Gräber s bringen
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 281
dagegen die ältere Ansicht wieder zu Ehren. Grab er
unterscheidet nämlich am Insektenherzen (von Imagines)
drei wohl zu sondernde Schichten : eine strukturlose Intima,
die Muscularis, die an Mächtigkeit bei weitem praevaliert
und eine äussere bindegewebige Maut, die er der tunica ad-
ventitia der Blutgefässe höherer Thierc an die Seite stellt.
Die Muskelschicht des Herzens besteht aus Ringfasern,
die quergestreifte Primitivtibrillenbündel darstellen mit
kontraktilem Inhalt, homogener Scheide, Sarkolemm im
engeren Sinne und den zwischen Scheide und Inhalt ein-
gestreuten Kernen. Ob die Intima eine Kutikula oder
bindegewebiger Natur sei, lässt Grab er unentschieden,
obwohl er sich ersterer Ansicht zuzuneigen scheint; eine
besondere Zelllage stellt sie jedenfalls nicht dar. Die Ad-
ventitia, die überall sehr deutlich wahrzunehmen ist, zeigt
kein ganz übereinstimmendes Verhalten und ist sogar bei
Larven und Imagines derselben Art verschieden. Am
häufigsten besteht sie aus streifigem Bindegewebe mit
Kernen und länglichen Lücken, von demselben Ansehen
wie das Perikardialseptum. Das Herz, dessen histiologische
Zusammensetzung somit 3 Schichten erkennen lässt, stellt
im Allgemeinen einen langgestreckten Schlauch dar, der
am vordem Theile des Abdomens sich stark verengt, etwas
nach unten wendet und dann in den Thorax eintritt; da
die „ Aorta" in ihren Geweben vollkommen mit dem da-
hinter gelegenen Theile des Herzens übereinstimmt, so
wird sie von Grab er mit Recht als Theil des Herzens
selbst betrachtet. Der im Abdomen liegende Theil des
Herzens besitzt nun eine verschiedene Zahl (bis zu 9) von
Ostienpaaren, die z. Th. mit ebenfalls verschieden gestellten
Klappenvorrichtungen versehen sind, z. Th. derselben ent-
behren. Am complicirtesten ist der Verschluss bei Melo-
lontha, keine Klappen besitzt z. B. das Herz von Ephippi-
gera vituus, Odontura. Die Befestigung des Herzens an
der Rückenwand geschieht durch Muskeln, die sich an der
Kutikula des Abdomens inseriren und in Primitivfibrillen
verästelt direkt mit der Adventitia in Verbindung treten,
ausserdem ist über das zugespitzte kegelförmige Ende ein
trichterförmiger Muskel gestülpt, dessen Spitze direkt mit
282 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
der Hypodermis verbunden ist und zwar so. dass das Pe-
rimysium unmittelbar in die deutlich zu unterscheidende
bindegewebige Lage der Matrix übergeht (Ephippigera).
Während man den „ Flügelmuskeln " bisher, bei der
Befestigung und der Diastole des Herzens eine wichtige
Rolle zugeschrieben hat, so geschah das mit Unrecht; die
von ihrer Insertionsstelle divergirenden Muskelbündel stellen
vielmehr, indem sie in ein der Adventitia ähnliches Binde-
gewebe übergehen, eine unter dem Herzen liegende
Haut, das Perikardialseptum, her. Durch dieses
Septum wird die Leibeshöble in zwei Fächer geschieden,
in deren oberem wesentlich nur das Herz und Tracheen,
in deren unterem Darm mit Anhangsdrüsen, Geschlechts-
organe und Ganglienkette Platz nehmen. Die Scheidung
ist keine vollkommene, vielmehr ist der bindegewebige
Theil des Septum ebenso von Lücken durchsetzt, wie die
Adventitia, nur dass dieselben hier mit ihrem längsten
Durchmesser quergerichtet sind. Auf die näheren Einzel-
heiten der speciellen Natur des Bindegewebes gehe ich
hier nicht ein; Graber glaubt ein elastisches Fasernetz und
retikuläres Bindegewebe zu sehen. Die Bedeutung dieses
Septum's sieht nun Graber darin, dass bei einer seitlichen
Kompression des Leibes das Blut aus dem unteren Theile
der Leibes höhle durch die Septuminterstitien in den oberen
Theil, den Perikardialsinus eintritt. In diesem oberen
Theile finden sich ausser den speciell zum Herzen gehörigen
Gewebsbestandtheilen die sog. Perikardialzellen, der Fett-
körper s. str. und die in diesen „eingesprengten Zellen".
Die Perikardialzellen bilden nun nicht, wie andere Forscher
angaben, eine besondere Schicht, sondern sind lediglich als
Einlagerungen des das Herz umschliessenden grossen Hohl-
raumes anzusehen und haben oft weder mit dem Herzen
noch den Flügelmuskeln einen Zusammenhang, sondern
verknüpfen sich, z. B. an der dorsalen Medianlinie, mit
der bindegewebigen Schicht der Hypodermis. Ihr wesent-
lichster morphologischer Charakter liegt in der unbe-
stimmten, meist grösseren Zahl von Kernen, so dass sie
oft wahre Zellfusionen bilden. In physiologischer Hinsicht
schreibt Grab er diesen Zellen eine Hauptrolle bei der
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 283
Respiration und den Insekten damit ein vorwiegend arte-
rielles Herz zu, das das im Perikardialsinus aufgefrischte
Blut durch die „ Aorta" austreibt.
Am Schluss sind noch einige Versuche über den Ein-
fluss von Wärme und Elektricität beigefügt. Die Wärme
steigert die Herzthätigkeit einer Larve von Phryganea
striata sehr beträchtlich, wenn eine die normale überstei-
gende Temperatur nicht zu lange anhält; bei 32° R. hören
die Kontraktionen auf und das Thier stirbt. Der galva-
nische Strom hatte das Resultat, dass während der Dauer
seines Durchganges (5 Min.) das Herz stille stand und
dann nach dem Oeffnen viel rascher als im normalen
Falle pulsierte.
Derselbe. Ueber eine Art fibrinoiden Binde-
gewebes der Insektenhaut und seine lokale Be-
deutung als Tracheensuspensorium. Ebenda X.
p. 124 ff. Das Insektenintegument ist nach Grab er zu-
meist unrichtig dargestellt worden. Es besteht (von aussen
nach innen) aus einer chitinisierten Cutikula, der chitino-
genen bindegewebigen Schicht (= Matrix der äusseren Cu-
tikula) und der „Basalmembran oder Stützlamelle." Die
chitinogene Schicht enthält Kerne, von denen einer abge-
bildet ist. Derselbe lässt eine Membran, körnigen In-
halt, in demselben eine helle Scheibe und im Centrum
dieser ein ellipsoidisches dunckles Körperchen erkennen.
(Sollte sich dieses Bild nicht auch als das einer Zelle mit
Zellmembran, Inhalt, Kern und Kernkörpchen deuten
lassen? Refer.) Die Basalmembran, deren bindege-
webige Natur Graber Häckel gegenüber entschieden in
Abrede stellt, ist eine homogene Haut, und als das Pro-
dukt derselben chitinogenen Matrix aufzuassen, also eine
innere Cutikula. Dieselben Formbestandtheile besitzen auch
die Tracheen, die ja nur Einstülpungen des äusseren
Körperintegumentes sind. Ausser Matrixkernen kommen in
der mittleren Schicht auch flaschenförmige Zellen mit mehre-
ren Kernen vor, die gegen die Cutikula einen papillenartigen
Fortsatz entsenden und damit in die Wurzel der Cuti-
kulargebilde übergehen. Obwohl sie eine Aehnlichkeit
mit gewissen Drüsenzellen haben, so scheinen sie doch
284 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
vielmehr als Trichogenzellen in Anspruch genommen werden
zu müssen. An gewissen Körperstellen, den Extremitäten
z. B., ist die Matrix dadurch von dem gewöhnlichen Ver-
halten abweichend, dass sie ausser den in pigmentierter
Masse liegenden Kernen einen faserigen Charakter annimmt
und spärlicher Pigment enthält. In diese Fibrosa sind
ebenfalls (längliche) Kerne eingebettet; das Verhalten
derselben gegen Reagentien lässt indessen eine nähere
Verwandtschaft mit dem fibrillären Bindegewebe der Wir-
belthiere nicht erkennen und wird deshalb fibrinoides
Bindegewebe genannt. An den Extremitäten dient nun
diese Fibrosa, indem sie die Haupttrachee umfasst, auch
wohl linear mit ihr verschmilzt, als Tracheensuspensorium ;
sie überzieht hier nicht als kontinuirliche Lage das ganze
Integument, sondern stellt eine quer durch den Femur
ausgespannte, an der Anheftungsstelle angeschwollene Haut
dar, die sich in der Mitte spaltet und so die Trachee um-
schliesst. Die Bedeutung derselben scheint die zu sein,
die durch die kräftigen Sprungbewegungen vielleicht dislo-
cierte Trachee an ihren alten Ort zurückzubringen. —
Diese Resultate sind durch Untersuchungen verschiedener
Orth. Saltatoria gewonnen; wie weit namentlich die zuletzt
angeführten allgemeinen Gütigkeit haben, muss ein weiteres
Studium lehren.
A. W. M. van Hasselt. Ueber sexuelle Verschieden-
heit in der Grösse bei den Arthrozoen. Tijdschr. v. Entom.
2. VIII. p. 136 ff. Handelt hauptsächlich von dem Grössen-
unterschied beider Geschlechter bei den Araneiden.
La Valette St. George theilt einige Untersuchungen
über die Rolle mit, die der von ihm entdeckte „Neben-
körper" in den Samenzellen bei der Bildung der Sperma-
tozoon spiele. Als günstiges Objekt empfiehlt sich For-
ficula auricularia L., wo in der Samenzelle zu gleicher
Zeit Kern, Faden und der glänzende Nebenkörper zu sehen
sind. Der letztere erhält eine Furche, wächst nach dem
Faden hin aus und verbindet denselben mit dem zum
Kopf des Samenfadens umgewandelten Zellkern. Zellen
mit mehreren Kernen scheinen ebensoviele Samenfäden zu
entwickeln. Die Spermatozoon von Phratora vitellinae
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 285
sind wie die von Clythra octomaculata durch einen Doppel-
faden ausgezeichnet. Sitzber. Nieder rh. Ges. f. Natur-
u. Heilkunde; 1874. p. 22 und Schultzens Archiv f.
mikrosk. Anat. X. p. 495 ff.
Die von der philosophischen Fakultät in Würzburg
gekrönte Preisschrift H. Ludwigs: Ueber die Eibil-
dung im Thierreiche (Verh. d. physikal.-medicinischen
Gesellsch. in Würzburg. Neue Folge. VII. Bd.) behandelt
auf p. 156—171 die Eibildung der Insekten und enthält
neben einer auf sorgfältiger Berücksichtigung der Literatur
gegründeten Darstellung auch die Resultate von Original-
beobachtungen über die Entwickelung des Eies bei Zerene
grossulariata. Danach sind die Eiröhren (mit Ausschluss
der Peritonealhülle, also bloss tunica propria mit Epithel-
belag) nur Eier producirende, nicht auch leitende
Organe. Bei den Insekten, bei denen neben den Eizellen
auch die sogen. Dotterzellen (Einährzellen Ludwigs)
vorkommen, sind die 3 Zellenarten der Eiröhre: Eizellen,
Einährzellen und Epithelzellen, Modificationen von ur-
sprünglich ganz gleichen Zellen. Die weiteren Ausfüh-
rungen bestätigen die von anderen Forschern gegebene
Entwickelungsgeschichte des Eies. Nur darin tritt Ludwig
den Behauptungen Waldeyers, Gegenbaurs, Ley-
digs u. s. w. entgegen, dass nach ihm die Epithelzellen
der Eiröhre sich um jedes Ei einschnüren, auf die Dotter-
haut ein Chorion ablagern und zuletzt nebst der tunica
propria (die in den Zeichnungen übrigens nicht ersichtlich
ist) zu einer äusseren complicierten Hülle verschmelzen.
Hierdurch finden die Angaben von W. v. Nathusius,
dessen Abhandlung Ludwig entgangen zu sein scheint,
eine Stütze. Vergl. d. v. Ber. p. 335 (115).
In der Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXIIL
p. 198 ff. berichten Claus und v. Siebold über taube
Bieneneier. Das Vorkommen dieser pathologischen Er-
scheinung hat bei der Biene ein höheres Interesse als
bei anderen Insekten, da es von Gegnern der Partheno-
genesis als Einwurf gegen dieselbe benutzt wurde. In den
drei zur Untersuchung gelangten Fällen zeigte sich nun
aber das receptaculum seminis mit Sperma gefüllt, und
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. X
286 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
es konnte daher die ausgebliebene Befrachtung nicht als
Grand der Sterilität angesehen werden. Dagegen zeigten
sich tibereinstimmend die Dottermolekel der Eier und die
Dotterzellen selbst in Degeneration begriffen ; Keimbläschen
und Keimflek, sowie Zellkern der Dotterzellen waren
nirgends deutlich zu sehen. (Ein Referat über diese Beob-
achtungen findet sich in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIIL
p. 65 ff.)
Untersuchungen über den Bau, Mechanismus
und Entwickelungsgeschichte des Stachels der
bienenartigen Thiere. Von Dr. Carl Kraepelin.
Zeitschr. wissensch. Zool. XXIII. p. 289 ff. Um ein erstes
allgemeines Bild von dem Stachel zu geben, wählt der
Verfasser denjenigen Hautflügler, der am längsten und
öftesten zu Untersuchungen gedient hat: die Honigbiene.
Der eigentliche Stachel besteht aus 3 Stücken, nämlich
der Schienenrinne, einem der Länge nach gefurchten,
hohlen Chitinstabe, und den beiden Stechborsten, die
sich mittelst einer Rinne auf Leisten jener Schienenrinne
hin- und herschieben lassen. Bögen, Winkel, quadratische
und oblonge Platten, sowie ein Gabelbein sind die inneren
Theile, in die sich der Stachel fortsetzt. Auch die beiden
Stechborsten sind hohl und neigen so gegeneinander, dass
zwischen ihnen und der unteren Wand der Schienenrinne
ein Hohlkanal entsteht. Zu den 5 bis dahin bekannten
Muskeln des Stachelapparates fügt Kraeplin drei neue
hinzu. Den Bau i der Giftdrüse beschreibt derselbe in
Uebereinstimmung mit Meckel, ohne jedoch über die
Histiologie derselben detailliertere Angaben zu machen,
nur bestreitet er den wurzelähnlichen Ursprung des chitini-
sierten Ausführungskanals der Drüsenzellen, den Leydig
behauptet hatte. Der Blasenhals der Giftblase fügt sich
nach ihm zwischen Schienenrinne und Stechborsten und
zwar so, dass die obere Wand der (hohlen) Schienenrinne
von der verlängerten Blasenhalswandung gebildet wird,
während die Stechborsten die Seitenwände herstellen.
Die accessorische Drüse fasst er als Wachsdrüse auf, dazu
bestimmt, mit ihrem Sekret die einzelnen Theile des
Apparates schlüpferig zu erhalten. Dieses Schema wieder-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 287
holt sich bei der ganzen Reihe der Hymen opteren, sowohl
solchen mit Wehr-, als solchen mit Legestachel. Bei der
Gattung Formica ist die knäuelförmige Gestalt der Gift-
drüse, bei Vespa der starke, 4theilige Muskelbeleg der
Giftblasse hervorzuheben. Bei den Terebrantiern fehlt ein
Gabelbein und ist die Schienenrinne sehr allgemein ge-
spalten; die Drüse möchte Kraepelin dagegen als Gift-
drüse ansehen, da nicht nur einige Ichneumoniden em-
pfindlich stechen können, sondern sich auch bei manchen
Arten die Wachsdrüse neben der Giftdrüse vorfindet. Da
nun auch ausserdem bei den Aculeaten der Stachel z. Th.
den Eiern als Weg dient, so ist Kraepelin mit Recht
gegen eine scharfe Unterscheidung dieser Theile. Die
Entwicklungsgeschichte des Stachels zeigt nun folgendes:
das letzte (14.) Segment der Larve ist an der Bildung des
Stachelapparates unbetheiligt, sondern dient mit seinem
Bauch- und Rückentheile zur Umschliessung des End-
darmes. Die Entwicklung des Stachels knüpft sich an
die Ventraltheile des 12. und 13. Segmentes. Oblonge,
quadratische Platten und Rinnenwulst werden von dem 13.
Segment, Winkel, Bögen der Schienenrinne und Stech-
borstenschenkel, sowie das Gabelbein vom 12. Bauch-
segmente gebildet. Die Schienenrinne selbst, die Stachel-
scheiden, wie die geraden Theile der Stechborsten ent-
wickeln sich aus Imaginalscheiben des 12. resp. 13. Seg-
mentes, sind also Segment anhänge. Zum Schluss sucht
der Verfasser die Frage zu entscheiden, welche Theile
der männlichen Biene dem Stachelapparat homolog seien.
Die Bauchhälfte des letzten Abdominalsegmentes zeigt nun
2 dreieckige Platten, die einzigen Ueberbleibsel des 12.
Segmentes in der Larve. Auf diese folgen 2 kleinere
Plattenpaare, die in der Larve als Ausstülpungen des 13.
Segmentes auftreten und der Schienenrinne und den Stachel-
scheiden homolog sind. Ein hinter den ersterwähnten
dreieckigen Platten und zwischen den letztgenannten
Plattenpaaren liegendes unpaares Stück entspricht dem
Rinnenwulst. Es ist demnach bei der Drohne weder das
7. Bauchsegment noch der Zangenapparat dem Stachel
der weiblichen Bienen homolog, wie auch aus der Be-
288 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
trachtung von Zwitterbienen folgt. (Da der Zangenapparat
der Drohne sich durch grosse Einfachheit und geringe
Grösse von dem der übrigen Bienen unterscheidet, so ge-
stattet derselbe, wie auch Kraepelin andeutet, vielleicht
keinen allgemeinen Schluss auf die gesammte Ordnung.)
Zur Morphologie der Orthoptera amphibio-
tica. Von A. Gerstäcker. Festschrift zur Feier des
hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft naturforschender
Freunde zu Berlin (Berlin, 1873) p. 39 ff. mit 1 Taf. Ab-
bildungen.
Der erste Theil enthält eine nähere Darlegung und
Begründung der vom Verfasser früher gegebenen Deutung
der Mundtheile der Libellen, wonach diesen Insekten
sichelförmige Taster an den Unterkiefern zukommen sollen,
deren beide verwachsene Laden hornig sind, und ebenso
zweigliederige, mit den äusseren Laden der Unterlippe
verwachsene Lippentaster. Um diese Ansicht näher zu
begründen, zeigt der Verfasser, wie der von vielen Forschern
als einfache Innenlade der Unterkiefer genommene Theil
bei manchen Arten (z. B. Gomphus vulgatissimus, Cordu-
legaster annulatus) sehr deutlich eine Verwachsung aus
zwei Stücken erkennen lasse; von diesen trägt das eine
bewegliche, das andere unbewegliche Zähnchen, meist in
der Dreizahl; jenes wird als die äussere, dieses als die
innere Lade des Unterkiefers gedeutet; die Verwachsung
ist an der Aussenseite erfolgt, wo meist noch eine Naht
sichtbar ist.. An der Aussenseite dieses Theiles ist dann
der eingliedrige Taster eingelenkt. Die Unterlippe der
Libellen wird gewöhnlich als aus drei Lappen bestehend
beschrieben. Der Mittellappen ist nun aus zwei Lappen
(Innenladen) verschmolzen, was bei Aeschna, Lestes, Agrion,
Calopteryx durch eine mehr oder weniger deutlich ausge-
prägte Naht angedeutet wird. Die Seitenlappen tragen
bei den meisten Arten eine in ihrer Längsrichtung ver-
laufende Furche; von den durch dieselbe gesonderten
Stücken trägt das innere an seinem Ende einen starken
spitzen Zahn; dieses ist die Aussenlade der Unterlippe;
mit dem äusseren Stück gelenkt an dessen Ende ein rund-
licher Anhang, der mit dem Endglied eines Insektentasters
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 289
grosse Aehnlichkeit hat. Dieses äussere Stück sammt An-
hang ist nun der Lippentaster, der mit der Aussenlade
verschmolzen ist; nur das Endglied ist frei geblieben.
Der zweite Theil betrifft die Kiemenathmung bei
einer zweiten (neuen) Perlarien-Gattung (s. unten). Seit
der ersten Entdeckung eines im vollkommenen Zustande
durch Tracheenkiemen athmenden Insektes, die Newport
1844 an Pteronarcys machte, war diese Gattung die ein-
zige geblieben. Erst jetzt fand Gerstäcker dieselben
an einer zweiten Gattung (Diamphipnoa), die aber, ent-
gegen den 13 Paaren Kiemenbüschel au Thorax und Ab-
domen bei Pteronarcys, bei dieser Art in der Zahl 4 auf
die 4 ersten Hinterleibsringe beschränkt sind. Gerstäcker
vermuthet bei der ausserordentlichen Kleinheit der Stigmen,
dass diese Gattung in der Ruhe durch die Kiementracheen
athme, die mit der feuchten Unterlage in innige Berüh-
rung gebracht werden; im Fluge treten statt ihrer die
Tracheen in Funktion, deren Stigmen durch die Flugbe-
wegung weiter geöffnet werden. Dass diese Insekten
durch die Kiemen befähigt würden, im Wasser (etwa um
dort sich Nahrung zu suchen) auszuhalten, wie Newport
vermuthet hatte, wird von Gerstäcker mit Recht als
sehr unwahrscheinlich zurückgewiesen.
Denselben Gegenstand behandelt ein weiterer Aufsatz
desselben Autors in der Zeitschr. f. wissensch.
Zool. XXIV. p. 204 ff. Die namentlich durch Pictet
bekannt gewordenen Perlarienlarven lassen sich nach
ihren Athmungsorganen in 3 Gruppen bringen: 1) solche
ohne Kiemen, 2) solche mit Thorakalkiemen und 3) solche
mit Sternalkiemen ; von letzteren sind drei Arten bekannt:
Nemoura cinerea Oliv., inconspicua und nitida Pict. Wenn
bei einem vollkommenen Insekt Kiementracheen zu er-
warten waren, so war dies in erster Linie bei der zweiten
und dritten Gruppe der Fall, während bei den Arten der
ersten Gruppe das Fehlen derselben am wahrscheinlichsten
war. Diese Vermuthung zeigte sich nun auch als richtig.
Kiementracheen fehlen Larven und Imagines von Nemoura
variegata Oliv., Taeniopteryx trifasciata Pict., Leuctra
nigra Oliv., fusciventris Steph., Capnia nigra Pict., Iso-
290 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
pteryx flava Fourc, Chloroperla virescens und Perla micro-
cephala Pict.; dagegen fand Gerstäeker Sternalkiemen
bei einer Art, die er als Nenioura lateralis Pict. bezeichnet,
die aber auch Nem. nitida Pict. als $ mit umfasst. Hier
finden sieb ungefähr in der Mitte des Prosternums jeder-
seits ein Büschel von drei wurstförmigen Anhängen, nach
denen hin der Haupttracheenstamm eine starke Knickung
macht, um dann in dieselben je einen verzweigten Ast
eintreten zu lassen. Ausser den drei Thorakalstigmen-
paaren, (deren allgemeines Vorkommen bei Insekten Ger-
stäcker besonders hervorhebt), sind sieben Paare Abdo-
minalstigmen vorhanden, deren jedes durch einen kurzen
Ast mit dem Tracheenhauptstamm in Verbindung tritt.
Schon diese hohe Ausbildung des Tracheensystems, mehr
noch aber die Beobachtung der Lebensweise von N. late-
ralis im Freien und künstliche Versuche bringen Ger-
s tacke r von der oben angeführten Ansicht, die Kiemen
wären für das Leben des Insektes noch von irgend einem
Belang, zurück; er erkennt in ihnen vielmehr nur noch
Ueberreste von Larvenorganen. Bei Perla marginata Pz.
und cephalotes Curt., deren Larven Thorakalkiemen be-
sitzen, finden sich diese Rudimente in Gestalt dreier Chi-
tinplättchen neben den Thorakalstigmen. (Auf die Wichtig-
keit dieser Beobachtungen für die morphologische Deutung
der Insektenflügel unterlässt Gerstäcker hinzuweisen;
wenn sich Kiemenrudimente neben den Flügeln vorfinden,
so können die letzteren nicht wohl aus Kiemen entstanden
sein; Ref.) In der Familie der Perlarien sind also nun
drei Gattungen (Pteronarcys, Diamphipnoa und Nemoura)
bekannt, die Arten mit Tracheenkiemen im vollkommenen
Zustand enthalten. Eine weitere Verbreitung dieser Organe
ist dagegen nicht konstatirt, vielmehr entbehrt nach den
Beobachtungen Gerstäckers die gleiche Deutung, die
Guerin blasenförmigen Anhängen an der Bauchseite von
Machilis gegeben hatte, der Begründung. Zum Schluss
macht Gerstäcker noch auf die Wichtigkeit aufmerksam,
die durch diese Organe die Perlarienfamilie und die Or-
thopteren überhaupt für den Stammbaum der Insekten
haben.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 291
Kriechbaume r empfiehlt dem Sammler, namentlich
für faunistische Zwecke, das Anlegen von Tagebüchern,
deren Einrichtung folgende ist. Eine liniierte Seite wird
der Länge nach durch 6 in verschiedenen Abständen ge-
zogene senkrechte Linien in 5 Columnen getheilt. Die
erste erhält die fortlaufende Nummer, die zweite den
Namen des Insektes, die dritte Zahl und Geschlecht der
gefundenen Individuen, die vierte Futterpflanze, Fundort
und sonstige Notizen, die fünfte Tag und Datum. Die
gefangenen Insekten erhalten natürlich dieselbe Nummer.
Correspondenzbl. d. zool. - mineral. Vereins in
Regensburg. XXVII. p. 61 ff.
E. Emery giebt (Atti d. Societä Ital. sc. natur. XV.
Fase. V) ein neues Schutzmittel der Insektensammlungen
gegen die Angriffe der Anthrenuslarven an. Da dieselben
sehr selten von Eiern stammen, die an die Insekten ge-
legt sind, vielmehr gewöhnlich von aussen eindringen und
an den Nadeln in die Höhe steigen, um zu dem Insekt
zu gelangen, so genügt es, ihnen den Zutritt zu demselben
zu verwehren. Dies wird durch eine 6—8 Mm. im Durch-
messer haltende Scheibe von glattem Cartonpapier, das
noch mit einem Firniss überzogen ist, erreicht. Nach
Emery hat sich dieses Mittel bereits trefflich bewährt.
Geiger empfiehlt das Petroleum als Schutz von
Insektensammlungen gegen Raubinsekten. Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 23. p. 168.
T. A. Mars hall empfiehlt zu demselben Zwecke
Carbolsäure. Entomologists Monthl. Mag.
A. S. Packard jr. giebt in den Smiths. Miscell.
Collections Vol. XI. Art. IV. (No. 261) Anleitung zum
Sammeln und zur zweckmässigen Herrichtung der ge-
sammelten Insekten, Spinnen und Tausendfüssler für das
Cabinet.
Zum Ausfüttern der Insektenkästen empfiehlt H. B.
Mö schier die Stengel von Typha latifolia und beschreibt
die geeignete Methode zur Herstellung derselben für diesen
Zweck; Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 96 ff.
E. Oustalet. Recherches sur les Insectes fos-
siles des terrains tertiaires de la France. Paris
292 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
1874. Der erste Theil dieses Werkes, der von den fossilen
Insekten der Auyergne handelt, ist schon im vorigen Be-
richt (p. 251 (31)) besprochen worden. Der zweite Theil
handelt von den fossilen Insekten, namentlich Käfern, der
Umgegend von Aix in der Provence. Es sind hier 84
Arten, von denen 54 neu sind, beschrieben und abgebildet.
Dieselben gehören 51 Gattungen an, von denen eine Pae-
derinengattung, Erinys (!, der orthographische Name
Erinnys ist schon vergeben), neu ist. Das Werk ist be-
sprochen im Bull. Soc. Ent. Franc. (5). IV. p. CXCI.
Coleoptera.
G. R. Crotch schlägt auf der von Leconte ge-
gebenen Grundlage eine neue Klassifikation der Coleo-
pteren vor. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. p. 75 ff. Gegen
den Versuch, die ßhynchophora den übrigen Coleo-
ptera (genuina) als gleichwerthig gegenüber zu stellen,
lässt sich wohl mit Recht die Geringfügigkeit der Ab-
weichung geltend machen, die die Rynchophora zeigen.
Die Col. genuina zerfallen in Isomera (Pentamera, Te-
tramera) und Heteromera. Zu den Pentamera gehören die
Adephaga, Clavicornes (!), Lamellicornes (!), Serricornes (!);
die Tetramera werden direkt in die drei Familien der
Cerambycidae, Bruchidae, Chrysomelidae; die Rhynchophora
in Anthribidae, Curculionidae, Scolytidae eingetheilt. Bei
den Heteromera bleibt die Leconte'sche Eintheilung be-
stehen, nur dass Lagria und Allecula (Cistela) mit den
Tenebrioniden und Nilio mit den Pythiden vereinigt wird,
die Othniidae werden ebenfalls zu den Heteromera ge-
bracht; den grössten Reichthum an Familien und die
grösste Schwierigkeit einer naturgemässen Klassifikation
bieten die Pentamera. Die Adephaga zerfallen in die
Familien der Cicindelidae, Carabidae, Pseudomorphidae,
Amphizoi'dae, Haliplidae, Dytiscidae, Rhyssodidae, Gyri-
nidae, wobei Crotch es aber zweifelhaft lässt, ob nicht
die 6 ersten als Unterfamilien einer einzigen Familie zu-
sammengehören, wie das die bisherigen Systeme bei ein-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 293
zelnen anerkennen. Die Clavicornia enthalten die Fa-
milien der Hydrophilidae, Leptinidae, Platypsyllidae, Sphae-
riidae, Trichopterygidae, Staphylinidae, Pselaphidae, Sil-
phidae, Brathinidae, Scydmaenidae, Corylophidae, Scaphidii-
dae, Lathridiidae, Derodontidae,Dermestidae,EndQmychidae,
Triphyllidae, Cioidae, Erotylidae, Atomariidae, Monotomidae,
Bitomidae, Colydiidae, Rhizophagidae, Trogositidae, Niti-
tulidae, Micropeplidae , Phalacridae , Coccinellidae , Ci-
stelidae, Georyssidae, Psephenidae, Parnidae, Elmidae, He-
teroceridae, Histeridae. Die Lamellicornia enthalten die
beiden Familien der Lucanidae und Scarabaeidae ; die
Familien der Serricornia lässt Crotch, wie Leconte sie
aufgestellt und angeordnet hatte. Ein nennenswerther
Fortschritt scheint mit diesem System nicht gemacht zu sein.
Von Lacordaire's „Genera des Col^opteres"
ist Tome X und XI erschienen. Paris 1874 und 1875.
Dieselben enthalten die Bearbeitung der Chrysomelidae
(Familie des Phytophages) von Chapuis; siehe unten.
Der 2te Theil von Bd. IX. des Catal. Coleopt.
von Gemminger und Harold enthält Prionini, Cerambycini;
Bd. X. Lamiini, Bruchidae; Bd. XL einen Theil der Chry-
somelidae.
J. L. Leconte liefert den 2ten Theil seiner Classi-
fication of the Coleoptera of North America.
Smithsonian Miscellaneous Collections Vol. XI. Art. VI.
(No. 265). Derselbe enthält die (LXIII.) Familie der
Spondylidae, die Leconte aus den Gattungen Parandra,
Spondylis und Scaphinus hergestellt hat, und der Ceram-
bycidae.
G. R. Crotch. Chek List of the Coleoptera of
America, North of Mexico. Salem, Mose. 1873. 136 S.
In diesem Verzeichniss, das 7540 Arten enthält, sind einige
Aenderungen in der üblichen systematischen Reihenfolge
eingeführt. Die Cocinelliden , Erotyliden und Endomy-
chiden sind zu Clavicomes gemacht ; auf die Bruchiden, die
hier den Namen Spermophagidae haben, folgen die Chryso-
meliden, und die Brenthiden schliessen.
E. Herbert Cox. A. Handbook of the Coleo-
ptera orBeetles of Great Britain and Ireland. Lon-
294 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
don 1874. 8°. 2 vis. p. 1—527, p. 1—366. Ist dem Re-
ferenten nicht zugekommen. .
G. Kraatz. Die Käfer Europa's. Nach der Natur
beschrieben von Dr. G. Kraatz im Anschluss an die Kä-
fer Europa's von Dr. H. C. Küster. Heft XXIX. Mit Bei-
trägen von EL v. Kiesenwetter. Nürnberg 1873. Die-
ses Heft enthält die Beschreibung südeuropäischer Bascil-
liden , Malthiniden , Malachiiden und Basytiäen von
der Hand v. Kiesenwetters; die meisten der Arten
sind früher schon von demselben in der Berliner Entomol.
Zeitschr. veröffentlicht worden. Daneben enthält dasselbe
eine Revision der Gattung Dorcadion nebst der Beschrei-
bung von 30 neuen, südeuropäischen oder westasiatischen
Arten von Kraatz.
Die im vorigjährigen Bericht p. 254 (34) angezeigte
Fauna Baltica von Dr. G. Seidlitz findet sich aus-
führlicher von Suffrian besprochen in der Stett. Ent.
Zeit. XXXIV. p. 65 ff.
Die während der Frühjahrsüberschwemmungen im
Jahre 1871 bei Breslau gefangenen Käferarten verzeichnen
E. Schwarz und K. Letzner; Entomol. Miscellen
herausgegeb. vom Verein f. schles. Insektenkunde (Breslau
1874) p. 45 ff. Es sind 521 Arten (incl. Varietäten) mit
der Angabe ihrer Häufigkeit aufgeführt, die demnach den
Beweis liefern, dass sie um diese Zeit schon als vollkom-
mene Insekten entwickelt sind, zumeist wohl auch über-
wintert haben.
Die Ausbeute an 166 Käferarten auf einer Excursion
an das Schwarzwasser bei Liegnitz nach der Ueberschwem-
mung am 3. April 1869 zählt J.Gerhardt auf; ebenda
p. 54 ff.
Motschoulsky's Enumeration des Nouvelles Es-
peces de Coleopteres rapportes de ses voyages findet ihre
Fortsetzung (s. den vor. Ber. p. 258 (38)) im Bull, de la
Soc. Imp. des Natural ist es de Moscou. XL VI.
p. 466 ff. (Diaperini), No. 4. p. 203 ff. (Bruchidae), XL VIII.
No. 4. p. 226 ff. (Änthribidae).
J. L. Leconte beschreibt in einem 2ten Theil
90 neue Nordamerikanische Käferarten. Smiths. Miscell.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 295
Collections. Vol. XL Art. V. (No. 264). Dieselben gehören
den Cerambyciden an; s. unten.
Derselbe bringt Synonyniical Remarks upon North
American Coleoptera. Proeeed. of the Acad. ol Natural
Sciences of Philadelphia. 1873 p. 321 ff.
Th. Kirsch liefert Beiträge zu der Kenntniss
der Peruanischen Käferfauna. Berl. Ent. Zeitschr.
17 p. 121 ff., 339 ff., 18 p. 385 ff. Es werden hier nach
einer geographischen Einleitung die neuen Käfer beschrie-
ben, die Dr. Abendroth während eines 14 monatlichen
Aufenthaltes in der Colonie am Pozuzu gesammelt hat.
D. Sharp setzt seine Coleoptera of Scotland,
The Scottish Naturalist IL p. 44 ff., 89 ff., 137 ff., 185 ff.,
233 ff., 285 ff., 329 ff., 377 ff. fort. Das Verzeichniss
reicht von Trechus bis zu Othius.
John Sahlberg. Enumeratio Coleopterorum carni-
vororum Fenniae. Not. ur Sällskapets pro Fauna et Flora
Fennica Förhandlingar. XIV. p. 1 ff. Enthält die Auf-
zählung und kurze Beschreibung der in Finnland vor-
kommenden Arten der Cicindeliden, Carabiden und Dyti-
sciden, von denen einige als neue ausgegeben werden.
Als neu für die deutsche Fauna führt Scriba in der
Berl. Ent. Zeitschr. 18 p. 136 die 12 Arten auf: Calodera
pulchella Baudi, Gyrophaena carpini Baudi, G. rugipennis
Muls., Lithocharis graeca Kraatz, Bryaxis Schüppelii Aube,
Botriophorus atomus Muls., Xylophilus ruflcollis Ross.,
Myorhinus albolineatus F., Cleonus flavicans F., Acalles
parvulus Schönh., Scolytus Amygdali Guer., Bruchus Ste-
venii Schönh. (Homalota basicornis Muls.).
Fase. II der „En um. Ins. Norvegic." (s. oben p. 257 (5))
enthält auf p. 65—334 einen Catalogus C oleopterorum,
der 543 Gattungen in 103 Familien umfasst. Die grosse
Zahl der Familien rührt von der Befolgung der Thomson'-
schen Klassifikation her, der eine Menge von Unterfamilien
der früheren Systematik zu selbständigen Familien erhoben
hat (z.B. Haliploidae, Limnebiidaey Ochthebiiäae, Hydrochidae,
Helophoridae, Melolonthidae, Copridae, Gestrupidae u. s. w.).
Bull, de la Soc. Imp. des Naturalistes de Moscou
enthält in Tome XLVL No. 1. p. 124 ff. die Fortsetzung
296 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
der „Enumeration der in den russischen Gouvernements
Kiew und Volhynien bisher aufgefundenen Käfer von J. H.
Hochhuth" (s. den vorigen Bericht p. 263 (43)). Enthält
die Familien der Scarabaeidae und Buprestidae.
Letzner ergänzt das Verzeichniss der in Schle-
sien beobachteten Käferarten (s. den vor. Bericht
p. 255 (35)) um 19 Arten; 51. Jahresber. der Schles. Ge-
sellsch. f. vaterl. Cultur p. 184 ff., und um 10 weitere Ar-
ten in Entomol. Miscellen, herausgegeb. v. Verein f. Schles.
Insektenkunde (Breslau, 1874) p. 57 ff., und im 52. Jahres-
ber. p. 170 ff. um 33 Arten, so dass Ende 1874 die Zahl
der in Schlesien aufgefundenen Arten die Höhe von 4148
erreicht hat.
Ein systematisches Verzeichniss der bisher
in der Gegend von Bremen gefundenen Käferarten
von F. Brüggemann (Abhandl, herausgegeb. vom na-
turw. Verein zu Bremen, 1873. p. 441 ff.) enthält 1650 Ar-
ten, während die Zahl der im Ganzen dort vorkommenden
weit höher (2000) geschätzt wird. Das Verzeichniss ist
übrigens keine blosse Aufzählung, sondern enthält auch
synonymische Bemerkungen; ferner sucht der Verfasser
das Fehlen mancher Arten in dem ganzen Gebiet oder
einzelnen Theilen desselben aus lokalen Einflüssen zu er-
klären.
H. Beuthin ergänzt in der Stett. Eni Zeit. XXXIV.
p. 117 ff. das Endrulat-Tessiensche Verzeichniss der Käfer
Hamburgs, wodurch sich die Zahl der um Hamburg ge-
fundenen Arten auf 2914 beläuft.
Nowicki. Beschreibung einer neuen Käferart nebst
Ausweis über die Literatur über die Käferfauna Galiziens.
Krakau 1872 und 1873. Ist mir nicht zugekommen.
F. Hoff mann führt Elleschus scanicus, Cionus olens,
Bruchus marginellus als in Württemberg vorkommend auf.
Jahreshefte des Vereins für vaterländische Na-
turkunde in Württemberg. XXIX. p. 368.
U. Brancsick's „Die Käfer der Steiermark.
Systematisch zusammengestellt. Graz 1871. 8. 114 S."
ist mir nur aus der Kritik von Kraatz, Berl. Ent. Zeitschr.
XVIII. p. 44 bekannt geworden.
der Entomologie wührend der Jahre 1873 und 1874. 297
G.Kittel veröffentlicht eine Systematische Ueber-
sicht der Käfer, welche in Bayern und der nächsten
Umgebung vorkommen. Correspondenzbl. d. zool. mineral.
Vereines in Regensburg. XXVII. p. 13], 169, 189 und
XXVIII. p. 46, 53, 87, 131, 150, 162. Das Verzeichniss,
dem hin und wieder auch biologische Notizen (z. B. über
Macrodytes und seine Larven) eingestreut sind, geht bis
zu den Gyriniden (Orectochilus) incl.
Kr a atz versucht die Deutung einiger 1817 von Beck
in den Beiträgen zur baierischen Insekten-Fauna
beschriebenen Käferarten. Berl. Entom. Zeitschr. 17.
p. 181 ff.
F. Reib er führt seltene oder für die Fauna des El-
sasses und der Vogesen neue Käfer auf. Bullet, de la
Soci6te d'Histoire naturelle de Colmar. 1873 et 1874.
p. 475 ff. Als neu für die Fauna sind 112 Arten bezeichnet.
In „Naturgeschjchtliche Beiträge zur Kennt-
niss der Umgebungen von Chur" (Chur 1874) sind auf
S. 117—148 die Käfer des Gebietes aufgezählt (1308 Ar-
ten aus 428 Gattungen und 55 Familien).
Beiträge zur Käferfauna Kärntens bringt
J. Birnb acher im Jahrb. des Naturh. Landes - Museums
von Kärnten. 12. Heft. p. 48 ff.
Eine dritte Nachlese zu den Käfern von Tirol
von V. Gredler, Coleopt. Hefte XI. p. 49 ff., enthält die
Beschreibung einer neuen Art, ferner mehrere synonymische
Bemerkungen und den Nachweis specieller Fundorte von
Bürgern der Tiroler Fauna, sowie solcher Arten, die bis-
her aus Tirol nicht bekannt waren.
S. de Bertolini. Catalogo sinonimico e topografico
dei Coleotteri dltalia. Firenze. 1873. p. 45—92. 1874.
p. 93—156. Mit dem Bull. dell. Soc. Ent. Ital. 1873 und
1874 veröffentlicht. Geht von den Staphyliniden bis zu
den Anthiciden.
Bargagli vollendet im Bull, della Soc. Ent. Ital. V.
p. 34 ff., 88 ff., 198 ff., 244 ff. das Verzeichniss der Käfer
der Insel Sardinien. (S. vorigen Bericht p. 257 (37)).
Fairmaire und Raffray beschreiben Käfer vom
298 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Norden Afrikas; Rev. et Magas. de Zoologie etc. 1873.
p. 332 ff.
Sharp. The Water Beetles of Japan. Trans.
Ent. Soc. Lond. 1873. p. 45—67. Die Familien der Dy-
tisciden, Gyriniden und Hydrophiliden sind nach dieser
Bearbeitung in der geringen Zahl von 49 Arten vertreten,
die sich auf 25 Gattungen vertheilen. Eine beträchtliche
Zahl von Arten hat Japan mit Europa gemeinsam.
Nach den von G. Lewis während der Jahre 1869
bis 71 auf Japan gemachten Sammlungen liefert Sharp
in den Transact. of the Ent. Soc. of London 1874 part. I.
Febr. eine Beschreibung der Staphyliniden , Pselaphiden
und Scydmaeniden, und H. v. Kiesenwetter in der Berl.
Ent. Zeitschr. 18. p. 241 ff. eine solche der Malacodermen
Japans. Da die Insektenfauna Japans so gut wie gar nicht
bekannt ist und nur wenig dort gesammelt ist, so kann es
nicht ausbleiben, dass ein grosser Theil der gesammelten
Arten neu ist, manche neu zu errichtenden Gattungen an-
gehören. Einige Arten hat Japan mit Deutschland gemein
(Corynetes ruficollis, rufipes ; Creophilus maxillosus); die
Pselaphiden-Fauna Japan' s scheint übrigens mehr Aehnlich-
keit mit der Nordamerica's als Europa's zu haben.
Eine entomologische Exkursion durch die Graf-
schaft Glatz und in das Riesengebirge nebst Aufzählung
der erbeuteten (Käfer-) Arten, s. Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 206 ff.
Die Ausbeute einer 30tägigen Exkursion in Dalmatien
ist aufgezählt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 141 ff.
Ebenda p. 144 sind die Sammlungen Dejeans in Dal-
matien im Auszuge mitgetheilt.
In der Berl. Ent. Zeitschrift 17. p. 317 ff. giebt F.
Baudi a Selve den 5ten Theil seiner „Coleopterorum
messis in insula Cypro et Asia minore . . . congregatae
recensitio etc., welcher die Dasytini, Cleridae, Ptinidae,
Anobiidae, Bostrichidae, Lyctini, Cisini behandelt.
Becker zählt die bei Gelegenheit einer Reise nach
den Schneebergen des südlichen Daghestans bei Derbent
beobachteten Käfer auf. Bull, de la Soc. Imp. des Natural,
de Moscou. XLVIII. p. 217.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 299
E. P. Austin liefert ein Verzeichniss der bei einer
Besteigung des Mt. Washington gesammelten Käfer. Die
neuen Arten sind von Le Conte beschrieben. Proc. Bost.
Soc. XVI. p. 265 ff.
A. Rouge t. Sur les Coleopteres parasites des Ve-
spides. Mein, de l'Acad. d. Scienc. Arts etc. de Dijon. (3).
I. p. 161 ff. Rouge t erörtert zunächst die Lebensweise der
in Frankreich vorkommenden Arten von Vespa und Polistes
und berichtet dann in sehr ausführlicher Weise über die
Naturgeschichte von Quedius dilatatus, Rhipidophorus pa-
radoxus, Xenos Vesparum, und führt einige andere Käfer
auf, die gelegentlich in Wespennestern gefunden werden.
Letzner zählt die Käfer auf, die ihre Verwandlung
in Mehlwurmhecken durchmachen; es sind dies: Gnathoce-
rus cornutus L., Tenebrio molitor L., Hypophloeus Ratze-
burgi Wism., H. depressus F., Tribolium ferrugineum F.,
Sitophilus granarius L., S. Oryzae L., Attagenus pellio L.,
A. megatoma F., A. pantherinus Abr., Anthrenus museo-
rum L. , Trogosita mauritanica L. , Corynetes ruficollis F.,
Ptinus für L., im Ganzen 14 Arten. 52. Jahresber. der
Schles. Gesellsch. für vaterl. Cultur. p. 166.
Schiödte beschreibt in den Ann. Soc. Ent. Franc.
(5) IV. p. 39 ff. die Stridulationsorgane der Larven von
einigen Arten von Lamellicorniern. Die Schenkel des ersten
Beinpaares sind mit Höckern besetzt und werden an den
Trochantern des hinteren Paares gerieben (?).
Dr. Carl Heinemann liefert Untersuchungen über
die Leuchtorgane der bei Vera-Cruz vorkommenden Leucht-
käfer (Pyrophorus sp.). Schultze's Archiv für mikro-
skopische Anatomie VIII. p. 461 ff., La Naturaleza
III. p. 10 ff., 54 ff. Ausser den beiden länglichen gelben
Flecken am Prothorax besitzen die Pyrophorusarten (Cu-
cuyos der Mexikaner) ein drittes, grösseres Leuchtorgan
am Bauche, wo es zwischen Metathorax und dem ersten
Abdominalring liegt (nicht auf der Unterseite des Metatho-
rax, wie Lacordaire angiebt). Das Leuchten selbst steht im
Zusammenhang mit der energischen Lebensthätigkeit der
Thiere: im Schlafe (auch im künstlichen, durch Bestrahlung
mit Lampenlicht hervorgerufenen) leuchten sie nicht. Den
300 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscb. Leist. auf d. Gebiete
Pyrophorus ist gegenüber den Lampyriden eine grössere
Stetigkeit des Leuchtens eigen. Das ausgiebigste der drei
Leuchtorgane ist das Bauchorgan, obwohl dasselbe nur
dann in Wirkung tritt, wenn der Hinterleib etwas in die
Höhe gehoben wird, d. h. beim Fluge. Es ist in Gestalt
einer dreieckigen Platte in den Vorderrand des Abdomens
eingefalzt und an seiner Oberfläche von der an dieser Stelle
dünnen Chitinhülle des Körpers bedeckt. Dieses Bauch-
organ ist beim $ etwas kleiner als beim ^\ Wie bei den
Lampyriden besteht dasselbe aus zwei Schichten: einer
vorderen, leuchtenden, und einer hinteren (wie kalkigen),
nicht leuchtenden. Die vordere besteht aus runden oder
länglich runden Zellen, an denen eine Membran und Fort-
sätze nicht wahrnehmbar sind. Das Verhalten dieser Zel-
len zu den Tracheen ist ein wesentlich anderes als bei den
Leuchtzellen der Lampyriden; sie stehen nämlich mit den
Tracheen in keinem anderen Zusammenhang, als dass sie
in Reihen angeordnet die einzelnen Tracheenäste be-
gleiten. (Damit stimmt allerdings schlecht die Angabe aut
S. 468, dass man an Osmiumsäurepräparaten Zellen isoliren
kann, die von einem Tracheenbruchstück durchsetzt wer-
den. Refer.) Die nicht leuchtende Schicht erscheint zu-
sammengesetzt aus grösseren Tracheenstämmen und kom-
pakten Massen, die sich z. Th. als Konglomerate kleiner
Körnchen ausweisen. Die Tracheenstämme schicken nun
ihre Aeste, die aber hier sich nicht wie bei Lampyris
baumartig verästeln, sondern pinselgleich ausstrahlen, in
die leuchtende, aus Zellen bestehende Schicht. Die Körn-
chen scheinen nicht in Zellen eingeschlossen zu sein, und
enthalten ein Harnsalz, dessen Base aber nicht Ammoniak
(sondern Kalk und Kali) ist; s. unten. Der Zusammenhang
zwischen beiden Schichten wird durch die Tracheen ver-
mittelt; ein Hervorgehen der nicht leuchtenden aus der
leuchtenden, wie sie Schult ze bei Lampyris angenommen
hatte, ist nach den Beobachtungen nicht wahrscheinlich;
die Bedeutung der ersteren ist wohl die eines Reflektions-
apparates. Osmiumsäure färbt dieselbe schwarz, während
die leuchtende fast weiss bleibt.
Eine Aschenanalyse von 186 Bauchleuchtorganen er-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 301
giebt harnsaures Kali und harnsauren Kalk, die aus der
nicht leuchtenden Schicht herstammen. Derselbe, Pflü-
ger's Archiv VIII. p. 365 f. und La Natural eza, III.
p. 97 ff.
Eimer macht im Zusammenhang der Entdeckung
leuchtender Ganglienzellen in den Nervenendigungen bei
Phyllirhoe bucephala durch Panceri auf die Aehnlichkeit
aufmerksam, welche zwischen den Tracheenendzellen im
Leuchtorgan von Lampyris und den Langerhans'schen
Körperchen aus der Haut des Menschen besteht. Schultze's
Archiv für mikrosk. Anatomie VIII. p. 652 f. (Der Zweck
dieser Mittheilung ist mir nicht recht klar; soll damit die
Vermuthung nahe gelegt werden, die „Tracheenendzellen"
seien ganglionärer Natur? Refer.)
H. W. Bates. On the Geodephagous Coleoptera
of Japan. Transact. Eni Soc. Lond. 1873. p. 219—322.
Durch die Sammlungen, die G. Lewis während eines
mehrjährigen Aufenthaltes in verschiedenen Theilen Japans
zusammengebracht hat, ist die Kenntniss der Japanischen
Insektenfauna nicht unbedeutend vermehrt worden. Von
Cicindeliden und Carabiden sind nun 244 Arten bekannt,
in 84 Gattungen, von denen nur 9 Japan eigenthümlich
(vielleicht aber auch mit Korea gemeinsam) sind. Die
Fauna Japans ist, wie sich hier wiederum zeigt, einmal
mit der Westeuropas, und dann mit der Nord-Amerikas
verwandt.
Derselbe beschreibt ebenda p. 323 ff. neue Gattun-
genjund Arten von Coleoptera Geodephaga.
H. W. Bates giebt ein Verzeichniss der Coleoptera
Geodephaga von Neu -Seeland nebst der Beschreibung
neuer Arten. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 233 ff., 270 ff.
Reed bringt ein Verzeichniss Chilenischer Cicin-
deliden und Carabiden nebst der Beschreibung 8 neuer
Arten. Proc. Zool. Soc. London. 1874. p. 48 ff.
Relev6 des Cicindelides et Carabiques re-
cueillis en Portugal etc. Par M. J. Putzeys. Annal.
Soc. Ent. Belg. 17. p. 47 ff. Putzeys liefert ein Verzeich-
niss der 'von van Volxem im Mai und Juni 1871 besuchten
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. TJ
302 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Punkte und der während dieser Zeit gesammelten Cicin-
deliden und Carabiden. 4 der Arten sollen neu sein.
Derselbe bringt eine „Notice sur les Cicindeles
et Carabiques rec. dans Tile d'Antigoa. Ebenda
p. 117 ff. mit der Beschreibung zweier neuer Carabiden.
F. Baudi a Selve. Catalogo dei Dascillidi, Malaco-
dermi e Teredili della Fauna europea e circummediterranea
appartenente alle collezioni del Museo Civico di Genova.
Ann. Mus. Gen. IV. p. 226 ff. In diesem Katalog sind
auch die Beschreibungen einiger neuer Arten enthalten, die
aber z. Th. nicht benannt sind. Sonst sind Bemerkungen
über Synonymie und geographische Verbreitung von eini-
ger Bedeutung.
F. Bat es beschreibt neue Gattungen und Arten von
Heteromeren, hauptsächlich von Neu-Seeland und Neu-Cale-
donien und giebt eine Revision der Gattung Hypaulax.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 472 ff., XIII. 16 ff., 102 ff.
Fuss beobachtete Cantharis melanura <? in copula
mit Clytus Verbasci $ ; Verhandl. u. Mittheil. d. siebenb.
Vereins f. Naturw. in Hermannstadt. XXIII. p. 20.
Ferner beschreibt Fuss in Verhandl. u. Mittheil. d.
siebenb. Vereins f. Naturw. in Hermannstadt XXIII. p. 17
Missbildungen an (Procrustes coriaceus;) Donacia affinis
und einem Brachinus.
Suffrian giebt die Beschreibung von Curiositäten,
Monstrositäten aus seiner Coleopteren- Sammlung. Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 113 ff.
Fälle von Monstrositäten bei Käfern (Rhago-
nycha melanura F., Carabus violaceus) beschreibt de Borre
in den Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 16. p. XVIII f.
Kr a atz beschreibt einen sog. halbierten Zwitter von
Melolontha vulgaris; Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 425 ff, sowie
difforme Exemplare folgender Käfer (ebenda p. 429 ff.):
Carabus Scheidleri, auratus, ^Roseri, silvestris, arvensis
cancellatus , granulatus , Preyssleri, graniger ; Calosoma in-
vestigator; Nebria Gyllenhalii; Hydaticus bilineatus, cine-
reus, Geotrupes Typhoeus, Opatrum sp., Clytus liciatus,
Lamia Fairmairei, Aphodius plagiatus, Vesperus luridus.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 303
Gicindelidae. Mulsant und May et beschreiben die Larven
von Tetracha euphratica und Cicindela maura; Mem. de l'Acad.
des Sciences etc. de Lyon. XIX. p. 314 ff.
Bat es stellt im Ent. Monthl. Magaz. X. p. 267 die neue
Gattung Prionyssa auf; die Art ist F.nodicollis (Darjeeling). Der-
selbe beschreibt ebenda die neuen Arten : Megacephala excelsa (Ost-
Afrika) p. 261; Tetracha fuliginosa (Nicaragua); Oxyohila gratiosa
(Neu-Granada) ; Cincindela igneicollis (West- Australien) p. 262, liila-
riola (Nord-Persien) p. 363, nebulosa (ebendaher), chontalensis (Nica-
ragua), Wallacii (Celebes) p. 264, granulipennis (Ecuador), cathaica
(Hongkong), delicata (Neu-Guinea) p. 265, immanis (Yemen) p. 266.
Derselbe beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1873.
p. 226. C. Lewisi (Japan).
C. Magdalenae (Nord-Carolina?); Le Conte in Proc. Acad.
Phil. 1873. p. 321. C. maracandensis (Maracand), sublacerata (Ko-
kand); Solsky, Fedtschenko's Reise in Turkestan. 5. Vol. II. pt. 5.
p. 3 u. 8.
Cicindela Wakefieldi /Neu-Seeland); Bates, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIII. p. 234. Christchurch.
Omus Lecontei, eine neue Art aus Californien, Hörn, Tr ans-
äet. Amer. Ent. Soc. IV. p. 143.
Odontochila Salvini (Panama) p. 267, rufiscapis (Ecuador)
p. 268, nicaraguensis (Nicaragua); Therates erinnys (Borneo); neue
Arten; Bates im Ent. Monthl. Mag. X.
CaraMdae. Elaphrini. Nach J. Sahlberg kommt Diachila
(Blethsia) polita in Europa (im Russischen Lappland) vor. Notiser
ur Sällsk. pro Fauna et Flora Fennica Förh. XIV- p. 71.
Notiophilus breviusculus (Ost-Sibirien), sublaevis (Samarkand);
Solsky, Horae Ent. Ross. IX. p. 299 f., letztere auch in Fedt-
schenko's Reise etc. p. 11.
Elaphrus riparius und Blethsia multipunetata be-
sitzen oben am vorletzten Hinterleibsringel zwei mit Zähnchen besetzte
Chitinplatten. Die Flügeldecken tragen an dieser Stelle eine stark
angeschwollene, hohle und fein quergeriefte Ader, gegen die die er-
wähnten Platten gerieben werden. Landois^Thierstimmen. p. 122.
Carabini. Nebria van Volxemi (Monchique, Portugal) neue
Art, Putzeys in den Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 49.
Leistus expansus (Foya, Monchique) neue Art; derselbe
ebenda, p. 50.
Nebria Taygetana (Taygetos); N. hybrida (Rhilo Dag); v. Rot-
te nb er g in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 325 f.
Carabus (Buquetii var.) elegantissimus p. 53, Moehae p. 54
(Chili); Reed, Proc. Zool. Soc. London. 1874.
Carabus variolatus Costa = C. cavernosus Friv. Stett. Eni.
Zeit. XXXIV. p. 322.
304 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Carabus elephas Putz. = C. Riffensis Fairm; Rev. et Mag.
de Zoolog. 1873. p. 332.
C. A. Dohrn beschreibt eine neue Art (oder Varietät?), Cara-
bus Fausti vom Caucasus, der wie auch C. deplanatus Chaud. in
naher Beziehung zu C. nothus Ad. steht. Stett. Ent. Zeit.
XXXIV. p. 78 ff.
Eine grünliche Farbenvarietät und Exemplare mit verküm-
merten Füssen von Calosoma sycophanta L. ; Stett. Ent. Zeit.
XXXV. p. 116. Procrustes coriaceus L. mit Andeutung beginnen-
der Rippenbildung auf den Flügeldecken; eine kupferfarbige Va-
rietät von C. nitens L. ebenda p. 114, 115.
Mulsant und May et beschreiben die Larve von Nebria ru-
bicunda; Mem. de l'Acad. des Sciences etc. de Lyon. XIX.
p. 322 ff.
Carabus yaconinus p. 231, maiysanus p. 232; Calosoma Mikado
p. 25 ; Nebria macrogona p. 235, pulcherrima p. 236, neue Arten aus
Japan; Bates, Transact. Ent. Soc. London 1873. N. Lewisi
(Japan), elliptipennis, crassiceps (Kurdistan); derselbe, Ent.
Monthl. Mag. XI. p. 22 f.
Solsky beschreibt (Fedt schenko's Reise in Turkestan)
die neuen Arten Nebria psammophila p. 12, Umbigera p. 13; Carabus
Fedtsclienkoi (Marakand) p. 14, Stscharovskii (Sarafschan) p. 15, Kauf-
manni p. 16 ; Callisthenes Usgentensis (Usgent) p. 20.
Leistus Koziorowiczi neue Art vonCorsica; de la Brülerie,
Ann. Soc. Ent. Franc. (5) III p. 262.
Cychrini. Cychrus rugiceps (Oregon); Hörn, Trans. Am.
Ent. Soc. IV. p. 143; C. minus (Californien); derselbe ebenda V.
p. 20; C. angulicollis (Pesiothal), E. Sella, Bull. Soc. Ent. Ital.
VI. p. 82.
Nach Landois, Thierstimmen p. 119 f., ist bei G. ro-
stratus der Aussenrand der verwachsenen Flügeldecken auf der
Unterseite ausgehöhlt und die Rinne mit feinen Querriefen versehen.
In diese Rinne passen die Hinterleibsränder hinein. Dieselben sind
mit Schuppen besetzt und erzeugen, über die Rillen gerieben, den
bekannten Ton.
Pamborini. Chaudoir beschreibt in den P et. Nouv. VI.
p. 376 f. die neuen Afrikanischen Arten Tefflus Baffrayi (Abyssinien)
und juvenilis (Ostafrika).
Odacanthini. Bates beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London 1873. p. 303 Casnonia flavicauda aus Japan und China.
Scopodini. Scopodes aterrimus (Auckland, Christchurch) ;
Bates, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 276.
Galer itini. Zuphium microphthalmum (Tanger) neue Art.
Putzeys, Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 51.
Bates beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1873.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 305
p. 303 f. die neuen Arten Drypta Formosana (Formosa) ; Galerita
japonica (Japan).
Helluonini. MacLeay giebt eine Revision der australischen
Gattungen und Arten dieser Abtheilung und stellt die neuen Arten
auf Lachno derma (n. g.) cinctum (Clarence River); Helluosoma
aterrimum (Cap York); Aenigraa parvulum. Trans. Ent. Soc. New
South Wales. II. p, 320 ff.
Br achinini. Bates beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London 1873. p. 305 ff. die neuen Arten aus Japan: Brachinus
stenoderus (= longicornis Motsch. non Fairm.), incomptus, Lewisi;
erwähnt das Vorkommen von B. bicolor Boh., den er zur Gattung
Crepidogaster zieht, in Japan. •
Lebiini. Reed beschreibt in den Proc. Zool. Soc. Lond.
1874. p. 67 ff. die neuen Arten: Mimodromius PMlippii (Chillan);
Variopalpus Crusoii (Juan Fernandez); und stellt auf Cyanotarus
n. g. (von Cymindis verschieden durch mehr verlängerten, herz-
förmigen Prothorax, abgerundete Schultern, kurzes Metasternum,
behaarte Palpen) für Dyscolus andinus Germ.
Aus Japan macht Bates folgende neue Arten bekannt: Dro-
mius optimus p. 308 ; Apristus rußscapis, seticollis, cuprascens p. 309 ;
Cymindis pictula, daimio p. 310; Endynomena Lewisit p. 311; Para-
phaea (n. g. von der nahe verwandten Gattung Endynomena unter-
schieden durch die deutlich gelappte geschweifte Basis des Thorax)
signifera p. 312; Bothynoptera perforata, tripunctata p. 314, Tai-
cona (n. g.) aurata; Crossoglossa laticincta p. 315, ?nonostigma, ca-
vipennis p. 316, laevipennis p. 317; Callida oncha (Hiogo); Singilis
hirsutus p. 353; Lebia Idae p. 318, sandaligera, comitata p. 319;
Pentagonica nigripennis p. 320, subcordicollis p. 321.
Glycia flavipes, bicolor (Maracand) p. 35, anthracina (Sibirien)
p.36; Tetragonoderus intermedius (Maracand) p. 45; Solsky, Fedt-
schenko's Reise etc. T. latipennis (Texas), Le Conte, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 44.
Cymindis aenea (Cooma), Illaivarrae (Illawarra); Mac Leay,
Trans. Ent. Soc. New South Wales. II. p. 320.
G. H. Hörn unterzieht in den Trans. Am. Ent. Soc. IV.
p. 130 ff. die in den vereinigten Staaten gefundenen Arten der Gat-
tung Lebia einer Revision und beschreibt die neuen Aphelogenia
Spraguii (Texas); Dianchomena miranda (Arizona).
Porigona basalts (Queensland) p. 323; Uvens (Coromandel) p. 325;
Putzeys, Ann. Mus. civ. etc. di Genova. IV.
Eine Monographie der Gattung Cymindis im Umfange Schaum's
giebt M. de Chaudoir in der Berl. Ent. Zeitsch. 17. p, 53 ff.
Nachdem Chaudoir denjenigen Arten, die nicht in diese Gattung
gehören, aber nach dem Gemminger-Harold'schen Kataloge darin auf-
geführt werden, ihren Platz angewiesen hat, stellt er die 4 Gattungen
306 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Iscariotes (Unguiculi haud serrati, corpus supra glaberrimum), Psam-
moxenus n. g. (Unguiculi haud serrati, corpus pubescens), Cy-
mindis s. str. (Unguiculi serrati, metasternum haud excavatum);
Trymosternus n. g. (Unguiculi serrati, metasternum excavatum)
auf. Die beiden ersten Gattungen zählen je 1 Art (J. hiericonticus,
P. sabulosus): Cymindis 85, Trymosternus 7 Arten. Neue Arten
sind Cymindis africana (Tanger) p. 63; C. distinguenda (Griechen-
land?) p. 63; C. limbipennis (= marginata Lucas) p. 76; C. inter-
media (Transcaucasien) p. 78; C. acutangula p. 80; C. ruflceps (Sierra
Guadarrama) p. 84; C. villigera (Texas) p. 96; Trymosternus plici-
pennis (Rom) p. 109; T. refleximargo (Sierra Nevada) p. 110.
Kirsch beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. die
neuen Arten vom Pozuzu in Peru: Stenonotum chalceum p. 125;
Lebia exigua, jucunda p. 126; Lia exarata, mesoxantha; (Tetragono-
derus undatus Dej. var.) p. 127, Tetragonoderus eximius p. 128.
Dromiini. Variopalpus Crusoei (Chili); Reed, Proc. Zool.
Soc. London. 1874. p. 69.
Dromius lateplagiatus (Alger); Fairmaire in Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 332.
D. accentifer (Boghari); Raffray, ebenda p. 350.
D. vectensis (England); Rye, Ent. Monthl. Mag. X. p. 73.
Panagaeini. Mac Leay stellt in den Trans. Ent. Soc.
New South Wales. II. p. 327 die Gattung Platylytron (!) auf;
die Art ist P. amplipenne von King George's Sound.
Bates desgl. Trans act. Ent. Soc. London. 1873. p. 243-
Dischissus (!, vom Ansehen eines Eudema; das 4. Tarsenglied
sämmtlicher Füsse bei beiden Geschlechtern zweilappig; von Euschi-
zomerus verschieden durch die schwächeren Lappen an den hinteren
Füssen und den starken Kinnzahn, für Perononomerus quadrinotatus
Motsch. und) mirandus (Nangasaki) p. 244; Perononomerus nigrinus,
Panagaeus singularis (Japan) p. 245.
Pericalini. Bates stellt die neue Gattung Amphimenes
auf (von Stenognathus unterschieden durch 2borstige Zunge); die
Art ist A. piceolus von Nangasaki. Trans. Ent. Soc. Lond.
1873. p. 322.
Ozaenini. Bates beschreibt im Ent. Monthl. Mag. XI-
die neuen Arten Ozaena magna (Amazonas) p. 23, brevicornis (Peru)
p. 24 ; Pachyteles setifer (Ecuador), goniaderus, undulatus p. 25, fus-
cidus (Ega) tapajonus (Tapajos), peruvianus (Peru) p. 26, sulcipennis
(Ega), aspericollis (Terunatias) p. 27, fuliginellus (Nicaragua) p. 28.
Nach demselben (Trans. Ent. Soc. Lond. 1873. p. 237) kommt
Eustra plagiata in Japan vor.
Eine Varietät von Pachyteles verticalis Chaud. vom Pozuzu
beschreibt Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 129.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 307
Siagoniini. Bates beschreibt a. a. 0. p. 95 Coscinia pi-
ctula, eine neue Art aus Mesopotamien.
Ditomini. Eine monographische Bearbeitung dieser Ab-
theilung enthält L'Abeille IX. von C. P. de la Brülerie. Me-
laenus, Coscinia und Apotomus schliesst der Verfasser von dieser
Gruppe, die mit den verwandten Harpalinen grasfressend sein soll,
aus. Ihre Hauptverbreitung findet dieselbe in dem Mittelmeergebiet.
Als neue Arten werden beschrieben Aristus semicylindricus (Dshon-
garei) p. 24, Moloch (Syrien); Ditomus (Carterus) gilvipes (Syrien,
Cypern, Bona) p. 59, validiusculus (Syrien) p. 66; Eriotomus (n. g.,
von Ditomus durch die Behaarung, den einfach herzförmigen Pro-
thorax unterschieden, für Ophonus tomentosus Dej., Ditomus cau-
casicus Dej., rubens Fairm. = Ophonus villosulus Reiche und) pa-
laestinits ('.Jaffa) p. 78; Penthus Peyroni (Libanon) p. 96. Eine aus-
führlichere, kritische Recension dieser Arbeit von der Feder Kraatz'
findet sich in der Berl. Ent. Zeitschr. XVIII. p. 235 f.
Solsky in Fedtschenko's Reise in Turkest. beschreibt
Aristus tenuiscülptus (Sarafschan Thal) p. 47; Carenochyrus (n. g.)
Titanus (Taschkent) p. 50.
Apotomus xanthotelus (Celebes); Bates, Ent. Monthl. Mag.
XI. p. 95.
Anthiini. Gerstäcker bildet a. a. 0. Tafel IV. Anthia
hexasticta Fig. 3, cavernosa 4; Polyhirma spatulata 5, bihamata 6,
lagenula 7, quadriplagiata 8 ab.
Morionini. Putzeys beschreibt in Ann. Mus. civ. etc.
di Genova IV. p. 216 ff. die neuen Arten Morio Walkeri (Ceylon),
brevior, Doriae (Borneo), acuticollis (Bogos).
Scaritini. Mulsant und May et beschreiben die Larve
von Scarites arenarius. Mem. Acad. Scienc. etc. de Lyon. XIX.
p. 325 ff.
J. L. Le Conte giebt in dem Bull. Buff. Soc. I. p. 266 ff.
Bemerkungen synonymischen Inhaltes zu Arten der Gattung Pasi-
machus und beschreibt P. strenuus von Florida p. 267.
Im Ent. Monthl. Mag. XI beschreibt Bates die neuen
Arten Carenum porphyreum p. 95, breviforme, subplanatum p. 96,
planipenne p. 97; Neocarenum cylindripenne, retusum p. 98; Eutoma
cavipennis (!); Carenidium sapphirinum p. 99; Ter atidium (n. g.)
macros (!) p. 100, alle von Westaustralien.
Derselbe desgleichen in den Trans. Ent. Soc. London.
1873. Scarites pacificus p. 238; Clivina Niponensis; Dyschirius che-
loscelis p. 239, steno, ordinatus p. 240, hiogoensis, daimiellus p. 241,
sphaerulifer p. 242 (Japan).
Philoscaphus costalis (Nicol Bay), lateralis (Südaustralien) p. 324;
Carenum parvulam (Murrurundi), foveipenne (Gawler) p. 325, Dig-
glesi (Brisbane), planipenne (Port Wakefield), lacustre (Wagga
308 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Wagga) p. 326; Gnathoxys punctipennis (Südaustralien) p. 327;
Macleay, Trans. Ent. Soc. New South Wales. II.
Dyschirius ovicollis (Kisil-Kumwüste), Solsky in Fedtschenko's
Reise in Turkestan p. 57; strigifrons (an h. g.?) (Algier); Fair-
maire, Pet. Nouv. VI. p. 407. D. thoracicus Hl. var. lapponicus;
J. Sahlberg a. a. 0. p. 66.
Putzeys veröffentlicht ein Deuxieme Supplement [ä la
revision generale des Clivinides; Annal. Soc. Ent. Belg.
16. p. 10 ff. mit der Beschreibung folgender neuer Arten: Scolyptus
oUongus (Sidney) p. 10, ahbreviatas (Queensland, Wide Bay) p. 11.
Dyschirius Uguriensis (La Spezzia), samharicus (Massaoua) p. 12, ste-
noderus (Shanga'i) p. 13, ovicollis (Shangai), Doriae (Borneo, Sarawack)
p. 14; Clivina dolens (Shanga'i), moerens (Shanga'i) p. 15, curticollis
(Bogosland) p. 16, coronata (King George's Sound); Coryza Beccarii
(Bogosland) p. 17.
Schizogenius Pytzeysii (Pozuzu); Kirsch in der Berl. Ent.
Zeitschr. 17. p. 129.
Chlaeniini. Bates beschreibt Trans. Ent. Soc. Lond.
1873. die neuen Arten Frist o machet er us (n. g.) Messi (Hong-
kong) p. 324; Chlaenius abstersus p. 247, aspericollis, deliciolus p. 248,
callichloris p. 250, (Epomis) culminatus, Noguchii p. 251, oereatus
p. 252, praefectus p. 253 (alle von Japan), (Vertagus) spathulifer p. 324,
eyanieeps, prostenus p. 325, postscriptus p. 326 (aus China); Oodes
vicarius, prolixus (Hiogo) p. 254; Lachnocrepis japonicus (Japan und
China) p.255.
Chlaenius proximus neue Art von Cuenca; Martinez y Saez
in Ann. Soc. Espan. Hist. Nat. II. p. 54. Chlaenius azureus var*
Algeriens Raffray, Rev. et Mag. d. Zool. 1873. p. 361.
Mac Leay beschreibt a. a. 0. p. 329 f. Die neuen Austra-
lischen Arten Coptocarpus Chaudoirii (Clarence River), Biverinae
(Murrumbidgee), nitidus (Cap York).
Licinini. Bates beschreibt in den Transact. Ent. Soc.
Lond. 1873. die neuen Japanischen Arten Rembus gigas (auch in
China und auf Formosa), elongatus p. 256; Badister pictus p. 257,
vittatus, marginellus p. 258.
Die Larve von Licinus silphoides ist beschrieben von Muls.
und Mayet in den Ann. Mein. Acad. Scienc. etc. de Lyon.
XIX. p. 329 ff.
Badister brevicollis (Karamanien) ; Reiche, Ann. Soc. Ent.
Franc. (5) IV. p. 544.
Dicrochile sübopaca (Christchurch), aterrima (Coleridge See
unter Steinen), neue Arten von Neuseeland; Bates, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XIII. p. 237 f.
Gnemacanthini. Putzeys bringt in den Ann. Mus.
civ. etc. Genova. IV. p. 307 ff. eine Revision der Australischen
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 309
Brosciden mit mehren synonymischen Berichtigungen und der Be-
schreibung zweier neuer Adotelaarten (striolata, Roebuck Bay und
carenoides, Port Dennison, p. 341.
Mac Leay beschreibt in den Trans. Ent. Soc. NewSouth
*Wales. II. Die neuen Australischen Arten Promecoderus parvulns,
Biverinae, interruptus p. 331, Hunter ensis, Mast er si p. 332, inor-
natus, puncticollis, dorsalis p. 333, anthracinus, olwaceus, p. 334;
Adotela nigerrima (Percy-Inseln) p. 335; Mecynognathus (n. g.)
Dameli (Cape York) p. 336; Brithysternum (n. g.) cälcaratum
(Peak Downs) p. 367.
Anis o dactylini. Bates beschreibt in den Trans. Ent.
Soc. London. 1873. Dichirotrichus tenuimanus (Japan) p. 359,
amplipennis (Shanghai) p. 326.
D. microderus (Maracand), Solsky, Fedtschenko's Reise
in Turkestan, a. a. 0. p. 72.
Migadops bimaciüatus (Chili); Reed, Proc. Zool. Soc. London.
1874. p. 52.
Bates stellt in den Ann. a. Mag. N at. Hist. XIII. p. 270
die neue Gattung Triplosarus (für T. fulvescens = Harpal. novae
zelandiae Casteln.?) auf und beschreibt ferner die neue Art Leca-
nomerus latimanus (Neu-Seeland) p. 271.
Harpalini. C. P. de la Brülerie giebt eine Revision der
(12) Arten der Gattung Acinopus nebst der Beschreibung von A.
Mniszeehi (Tripoli) p. 259; Ann. Soc. Ent. Franc. (5) III. p. 255 ff.
Solsky (in Fedtschenko's Reise etc.) beschreibt a. a. 0. die
neuen Arten Pangus extemepunctatus (Kisilkumwüste) p. 74, inter-
mittens p. 75, diversopunctatus (Maracand) p. 76; Ophonus cycloderus
(Varsaminor), chlorizans (Chokand) p. 78; Harpalus anisodactyliformis
p. 80, viridulus (Chokand) p. 82, remboides (Karakumwüste) p. 84.
Bradycellus Ponojensis (Lappland); J. Sahlberg, Not. ur
Sällsk. Faun. Flor. Fenn. XIV. p. 131.
Bates macht in den Trans. Ent. Soc. London 1873 aus
Japan folgende neue Arten bekannt: Harpalus rcninus p. 260, argu-
toroides p.261, platynotus p. 262, chalcentus, tinctulus (beide auch
in China) p. 263, relucens, rubef actus p. 264; Tachycellus anchome-
noides p. 265, grandiceps p. 266; Bradycellus laeticolor, fimbriatus
p. 267, sinicus (nur aus China bekannt) p. 328; Acupalpus inomatus
(auch in China) p. 268; Stenolophus castaneipennis p. 269, connotatus
(nur China) p. 327, chalceus (auch China) ; Platymetopus corrosus
(auch China) p. 270; Amblystcmus guttatus (Foochow) p. 327.
Selenophorus propinquus, eine neue Art von den kleinen
Antillen (Antigua); Putzeys Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 118.
Bates errichtet in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 272
die neue Gattung Euthenarus (mit Tachycellus verwandt) für die
310 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
beiden neuen Neuseeländischen Arten Euth. brevicollis (Coleridge
See), puncticollis (Auckland).
Nach J. Sahlberg ist Harpalus despectus Sahlb. nicht,
■wie Mäklin meinte, synonym mit Amara (Celia municipalis
Duftschm., sondern z. Th. mit Amara (Celia) Quenseli Schönh.,
z. Th. mit Amara litorea Thomson. Stett. Ent. Zeit.
XXXIV. p. 62.
Kraatz zähhlt einige Harpalus von Sarepta auf, die die eu-
ropäische Fauna um mehrere Arten vermehren ; H. obtusus Gebl. =
H. borysthenicus Krynicki. Berl. Ent. Zeit. 18. p. 299.
Selenophorus dorsalis, punctiger, neue Arten vom Pozuzu;
Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 130.
Lecanomerus marginatus ; Tratfiysar^us (n. g.) antarcticus
neue Arten aus Chili; Reed in den Proc. Zool. Soc. London.
1874. p. 62 f.
Ophonus planiusculus Kraatz, aus Thüringen; Berl. Ent.
Zeitschr. 17. p. 197.
Trigonotomini. Abacetus leucotclus (Japan und China);
Stomonaxys platynotus (Japan) p. 283; Trigonotoma Lewisi (Japan)
p. 284, chalceola (Hongkong) p. 328; Bates in den Transact.
Ent. Soc. London 1873.
Bates in den Transact. Ent, Soc. London 1873 p. 282
gründet die neue Unterfamilie Trechichini, die ihre Stelle zwischen
den Truncatipennes und Anchomenini findet. Er rechnet dazu
Trechichus, Mizotrechus (und vielleicht auch Pentoplogenius). Von
den ersteren unterscheidet, sie sich durch die gerundeten, nicht ab-
gestutzten Flügeldecken, von den letzteren durch die anhängenden
Nebenzungen. Eine neue Art ist Trechichus japonicus aus Japan, p. 281.
Feroniini. Materiaux pour servir ä l'etude des Fero-
niens. Par le Baron de Chaudoir. Bullet, de la Societ. Imp.
des Naturalistes de Moscou. Tome XLVII. p. 85 ff., Tome
XLVIII. No. 1 p. 1 ff. Behandelt die Charaktere und Arten der
Gattungen Stolonis Motsch., Oxycrepis Reiche, Cynthidia Chaud.,
Marys Bates, Pseudaborys Chaud. (neue Arten brasiliensis von
Neu -Freiburg, mexicamis, columbicus von Venezuela, Lebasi von
Columbien, substriatus von Mexico), Othomus Chaud., Simodontus
Chaud. (neue Arten orthoploides von Melbourne, elongatus aus Süd-
australien, transfuga, convexus, curtulus von Melbourne, picescens
von den Philippinen), Ophryosternus Chaud., Hormochilus
Chaud., Ceneus Chaud., Hylothecus Chaud. (incrassatus aus Co-
lumbien neue Art), Marsyas Putz., Pachythecus Chaud. (rubrocu-
preus von Brasilien neue Art), Oribazus Erichs, ined. (quinque-
striatus aus Columbien neue Art), Euchroa Brülle, (dimidiata aus
Mexico, cupripennis von Haiti neue Arten), Eucamptognathus Chaud.
(mit der neuen Art diversus), Myas, Styracoderus Chaud., Aespera
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 311
Chaud. (neue Art: ferruginea von Birmah), Metaxys Chaud., Cyrto-
moscelis Chaud. (mit natalensis n. A.).
Putzeys veröffentlicht in den Memoires de la Societe
Royale des Sciences de Liege II. ser. Tom. V. einen Essai
sur les Antarctia (Dejean), in welchem neben den Dejean'schen
Arten auch folgende neue beschrieben werden: A. leucoscelis p. 9,
nitens (Malouinen) p. 10, foveolata (Brasilien) p. 14, brevicomis
(Chili) p. 15, striata (Peru) p. 16, cordata (Montevideo) p. 17, in-
certa (Peru) p. 18, obscura (Montevideo) p. 20, gilmpes, Bonariensis
(Buenos-Ayres) p. 21, caudata (Montevideo) p. 22, parvicollis (Monte-
video) p. 24, punctulata (Montevideo), euryptera (Massafuero) p. 25,
crassiuscula, laevigata (Patagonien) p. 29, puncticollis (Chili) p. 31.
Leconte zählt die Pterostichi der Vereinigten Staaten auf.
Proceed. of the Academy of Natural Sciences of Phila-
delphia. 1873. p. 303 ff. Als neue Arten werden beschrieben P. tar-
salis, crenicollis, longulus, scutellaris, Spraguei, Hornii, obesulas, corvus,
pensylvanicus, corrusculus ; Lophoglossus gravis; Euarthrus nonnitens.
Pterostichus Bhilensis (Rhilo Dag), v. Rottenberg in der
Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 327.
VanVolxem brachte von seiner Sammelreise nach Portugal
eine neue Art von Pterostichus mit, die Putzeys a. a. 0. p. 56 als
Pt. Van Volxemi beschreibt.
Agonum Ericeti Pz. in der Ebene (in Schlesien) vorkommend,
51. Jahresber. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur p. 182.
Reed beschreibt Percus alienus, eine neue Art aus Chili;
a. a. 0. p. 60.
Holcaspis oedicnema (Neu-Seeland) p. 243; Haptoderus ma-
orinus (Christchurch) p. 244; Bat es, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII.
Eine Monographie der Calathiden veröffentlicht Putzeys
in den Annal. Soc. Ent. Belg. 16. 'p. 19 ff. In der Gattung Cala-
thidius werden beschrieben 2 Arten, Calathus 82, darunter neu:
Pirazzolii p. 43, zabroides p. 44, lissodems, laevicollis p. 46, Heydeni
p. 52, acuticollis p. 54, thessalus, libanensis p. 59, pluriseriatus p. 60,
rugicollis p. 68, aeneus p. 70, Kollari (= angustatus Koll. u. Redt.)
p. 72, leptodactylus p. 75, melanotus, extensicollis p. 76, coptopsophus
p. 81, crenatus p. 82, pectiniger p. 86, ovipennis p. 87; in der Gat-
tung Amphigynus 1, Thermoscelis 1 Art.
Aus Turkestan macht Solsky (Fe dt schenk o's Reise etc.
a. a. 0.) folgende neue Arten bekannt: Poecilus longiventris (Mara-
cand, Taschkent) p. 91, janthinipennis p. 93, leptoderus, carbonicolor
(letztere von Chokand) p. 94; Argutor stricticollis (Sarafschan Thal)
p. 97; Celia picina (Maracand) p. 102. Derselbe setzt die Unter-
schiede der mit Poecilus cupreus verwandten Arten auseinander
und beschreibt p. 306 die neue Art P. encopöleus aus Ostsibirien.
Horae Ent. Ross. IX. p. 303 ff.
312 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Argutor Wasastjcnmc (Vasa) p. 99; Feronia Midäcnäorffi
(Lapplaud) p. 102; J. Sahlberg, Not. ur Sällsk. Faun, et Flora
Fenn. XIV.
Zabrus Theveneti (Andalusien); Chevrolat, Bull. Soc. Ent.
Franc (5) IV. p. LXXVIII.
Bates beschreibt in den Transactions Ent. Soc. Lond.
187S die neuen Arten aus Japan: Pterostichus (Lagarus) proccphalus
p. 285, (Argutor) hnginqua, (Lyperus) Xoguchii p. 286, (Omaseus)
thorectes p. 287, (Steropus) tropidurus p. 288, sphodriformis p. 289,
yoritomtis p. 290; Cyrtonotus hiogocnsis (Hiogo) Bradytus ämpliatvs
p. 291 ; Celia ehalcophaca p. 292, laticarpus p. 293; Amara obscuripcs
p. 294.
Eine neue Art aus Schweden ist Amara continua: Thomson,
Opusc. entom. V. p. 529.
Abax suicipenms (Richmond River); Mac Leay, Trans. Ent.
Soc. New South Wales. II. p. 368.
Martinez y Sa ez beschreibt in den Ann. Soc. Espan. Hist.
Natur. II. Feronia (Orthomus) Perczi (Cuenca) p. 57; Zabrus Castroi
(Cuenca) p. 60, uotabilis (Burgos) p. 407.
Putzeys ebenda p. 51 Amara (Celia) nitidiuscida (Arauguez).
Anchomeni ui. J. Sahlberg macht in den Not. ur Sällsk.
Faun. Flor. Fenn. XIV. zwei neue Arten bekannt (Calathus tar-
saUs aus Lappland p. 114; Anchomenus archanpdicus aus Russisch
Karelien p. 118).
Bates beschreibt in den Transact. Ent. Soc. London
1S73 folgende neue Arten: Pristonychus aenec&US (Japan); Dolichus
callitheres (Japan) p. 272; Pristodactyla cyclodcra, duleigrada (Japan)
p. 273. cathaica (Foochow) p. 330; Taphria crassipalpis (Hiogo)
p. 274; Colpodes atricomcs. lampros p. 275, modestior p. 276, sylphis
p. 277 (Japan), oJirins (Hongkong) p. 330; Anchomenus (Limo-
dromus) magnus p. 278. leueopus, daimio p. 279, (Agonum) chal-
comus p. 280, alle von Japan, irideua (Hongkong) p. 329, acnco-
timiits (Foochow) p. 330; O nyeholabis (n. g.) sinensis (Yang-tse-
Kiang) p. 329.
Anchomenus (an h. g.?) astur (Reinosa); 'Sharp, Ann. Soc.
Espan. Hist. Nat. I. p. 259.
Bates beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII.
folgende neue Neuseeländische Arten : Platynus Edwardsii p, 239;
Anchomenus Fereaayi (Christehurch). Lau\<oui (Auckland) p. 240;
Tropopterus mdcicollis (Christehurch) p. 241, seriatoporus p. 242.
Pogonini. Bates beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London. 1873. p. 294. Diplous caligatus aus Japan und spricht
für eine Verschmelzung der Gattung Piatidius Chaud. mit vor-
stehender Gattung, da die stark verbreiterten Epimeren des Meso-
thorax einen guten Gattungscharakter abgeben.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 313
Pogonus parallelus (Texas), depressus (Californien) ; Le Conte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 44. P. dilutus (ßouksoul); Fairmaire,
Rev. et Mag. Zool. (3). I. p. 323.
Trechini. Packard giebt eine Beschreibung der Larve
und Puppe einer Anophthalmusart, die sich in der Salzhöhle, in der
Nähe der Mammuthhöhle in Kentucky findet. Die augenlose weisse
Larve ist etwas schmäler als die von Pterostichus nigritus nach der
Abbildung Schiödtes, der sie im übrigen sehr gleicht. Am. Natur.
Salem. VIII. p. 562.
A. Ganantii (Pesiothal); Sella, Bull. Soc. Entom. Ital. VI.
p. 824; Taf. II. Fig. 1.
Bat es beschreibt in den Trans. Ent. Soc. London 1873
die neuen Japanischen Arten Trechus postilenatus, ephippiatus nebst
der Varietät aegrotus p. 295; Perileptus japonicus p. 296.
T. modestus (Piemont), nitens (Tasmanien); Putzeys, Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 49. T. diaphanus (Taygetos); Microtyphlus
perpusülus (Saloniki); v. Rottenberg, Berl. Ent. Zeitschr. 18.
p. 328 und 329.
Bembidiini. Bates beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
Lond. 1873 die neuen Arten Tachys exaratus p. 296, pallescens,
sericeus p. 297, laetificus, fuscicauda p. 298, perlatus; Tachyta micro-
scopica p. 299; Bembidium stenoderum p. S00, (Peryphus) consum-
matum p. 301, Hiogoense, lissonotum p. 302.
Aus China beschreibt derselbe ebenda p. 331 f. Tachys
gradatus, poecilopterus, vixstriatus ; Bembidium chloreum, cöllutum.
Aus Turkestan macht Solsky in Fedtschenko's Reise
etc. a. a. 0. folgende neue Arten bekannt: Tachypus flavicornis
(Sarafschanthal) p. 112; Tachys tetraspila (Maracand) p. 114; Bem-
bidium luridicorne p. 117, cuprcolum p. 118, platypterum, cardia-
derum p. 123, kokandicum p. 120, piceocyaneum p. 124, ovalipenne
p. 125, düutipenne p. 128, abbreviatum p 129, insidiosum p. 130.
ß. repandum (Lappland) p. 78, contaminatum (Finnland) p. 83 ;
J. Sahlberg, Not. ur Sällsk. Faun. Flor. Fenn. XIV.
Tachys antarcticus (Auckland?) p. 274; Bembidium rotundicolle
(Coleridge See) p. 276; neue Arten von Neu-Seeland; Bates, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. XIII.
Tachys picturatus (Antigua), neue Art; Putzeys in den
Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 119.
Seidlitz weist (in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 131 ff.)
nach, dass Bembidium riparium Ol. Kraatz = Car. biguttatus Fabr.
sei, während Illigers Elaphr. bigutt. = Bemb. inoptatum Schaum.,
guttula Redtenb. sein sollen. Letztere Ansicht bekämpft Kraatz
(ebenda p. 133), der B. guttula Redt, als synonym zu B. biguttatum
F. zieht.
J. Sahlberg hält das Artrecht der, Bembidium Mannerheimi
314 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Sahlb., das nach Mäklin mit B. öbtusum Sturm synonym sein
sollte, aufrecht, und sucht seine Ansicht durch eine Paralleldiagnose
zu beweisen. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 63.
Bembidium Dufouri (Coimbra) (Perr. i. 1.); Putzeys in
Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 60.
Bembidium chlorosticticum (Chili); Reed, Proc. Zool. London.
1874. p. 66.
Dytiscidae. G. R. Crotch giebt in den Trans. Am. Ent.
Soc. IV. p. 383—424 eine Revision of the Dytiscidae of the
United States, nach der Amerika eine beträchtliche Zahl von
Arten mit Europa gemein hat. Die nahe Verwandtschaft mit den
Carabiden, namentlich in den Triben der Amphizoiden und Pseudo-
morphiden, veranlasst Crotch zu der Frage, ob beide Familien
überhaupt noch getrennt aufrecht zu halten seien. Zur Aufnahme
von Eunectes Erichs. (= Eretes Lup.) wird die Tribus der Eretini
gegründet; Hydrocanthus, Suphis, Colpius bilden die Noterini; für
die mit Noterus verwandte neue Gattung Agabinus wird die
Tribus der Agabinini aufgestellt. Ausserdem finden sich synony-
mische Bemerkungen, sowie die Beschreibung neuer Gattungen und
Arten in diesem Aufsatze. — Eine Kritik desselben übt H. v. Kie-
senwetter, Col. Hefte XI. p. 76 ff.
Haliplini. Sharp beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London 1873. p. 55 Haliplus japonicus, und Cnemidotus intermedius
aus Japan.
Brychius Horni (Californien) p. 383 ; Haliplus Lewisi (Texas)
p. 384, longulus (Oberer See, Boston) p. 385; Crotch, a. a. 0.
Brychius cristatus (Lappland); J. Sahlb er g a. a. 0. p. 137.
Schiödte giebt in Naturhistorisk Tidskrift (3) VIII. p. 198 ff.
die ausführliche Beschreibung und Abbildung (Taf. V — VIII) der
Larven von Pelobius Hermann! und Cnemidotus caesus.
Hydroporini. Crotch a. a. 0. führt die neuen Arten auf.
Hydrovatus Horni (Texas) p. 387 ; Hydroporus dispersus (Californien),
plicipennis (Californien) p. 388, fuscatus p. 391, funer 'eus (Californien),
p. 392, addendus (Californien) p. 393, persimilis (Canada) p. 395
Derselbe ebenda V. desgl. H. (Coelambus) unguicularis (Brittisch
Columbien) p. 73, masculinus (Labache See) p. 74.
H. alienus (LaGranja); Sharp, Ann. Soc. Esp. Hist. Natur.
I. p. 361.
H. japonicus (Japan); Hyphydrus japonicus (Japan), derselbe
Trans. Ent. Soc. London. 1873. p. 54.
H. sübmuticus (Helsingland), Thomson, Opusc. Entom. VI.
p. 537.
H. Kolstroemi p. 145, öbtusipennis p. 146, rübripes p. 151, pici-
cornis p. 152, monüicornis p. 154; neue Arten aus Lappland;
J. Sahlberg a. a. 0.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 315
H. fractilinea (Maracand); Solsky, Fedtschenko's Reise
in Turkestan etc., a. a. 0. p. 134.
Pelobiini. Pelobius Hermanni besitzt ausser dem von Erich-
son und Darwin beschriebenen Stridulationsapparat einen zweiten,
indem die stark geriefte Randader der Unterflügel an eine scharf
vorspringende Kante auf der Innenseite der Flügeldecken gerieben
wird. Bis jetzt scheint dieser Käfer das einzige Insekt zu sein, bei
dem ein willkürliches Reibungsgeräusch durch die Thätigkeit der Unter-
flügel an die Oberflügel zu Stande käme. Landois a. a. 0. p. 118 f.
Colymbetini. Crotch macht a. a. 0. aus Nordamerika
folgende neue Arten bekannt: Suphis puncticollis p. 397; Lacco-
philus atristemälis (Californien) p. 400; Rhantus anisonychus, flavi-
griseus p. 409 ; Ilybius suffusus (Indian Territ.), viridiaeneus (Kansas)
p. 411; Gaurodytes disintegratus (Kansas, Canada) p. 416, aeneolus
(Pennsylv., Neufundl.) p. 417, ovoideus (Kansas) p. 418, lutosus
(Sclaven - See), Walsinghami (Oregon), interstinctus (Californien,
Oregon) p. 419, inscriptus (Labrador), strigulosus (Californien)
p. 422, suturalis (Nevada) p. 423. Auf Agabus morulus Lee. =
glabrellus Motsch. gründet er die neue Gattung Agabinus p. 397,
Typus der Tribus Agabinini zwischen Noterini und Dytiscini, auf
A. aeuduetus Harr. A gab et es p. 401 und für Ilyb. regularis Lee.
Ilybiosoma p. 413.
Durch Sharp werden in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1873
nach den Sammlungen von G. Lewis aus Japan bekannt gemacht
Agabus conspieuus p. 48, pictipennis p. 49. japonicus, dissimilis p. 50;
Ilybius apicalis p. 51; Noterus japonicus; Hydrocanthus politus;
Laccophilus Lewisius (!) p. 52, difficilis, Kobensis p. 53.
Laccophilus apicalis; Copelatus signatus (Chontales); der-
selbe Ent. Monthl. Mag. X. p. 53.
Ilybius hispanicus (Escorial); derselbe in den Ann. Soc.
Esp. Hist. Nat. I. p. 260.
Laccophilus Stroehmi (Helsingland); Thomson, Opusc. Ent.
VI. p. 535.
Agabus amoenus Solsky, Fedtschenko's Reise etc. p. 142.
Gaurodytes coriaceus p. 174, obovajtus p. 176, obscuripennis
p. 177, ovalis p. 178, septemseriatus p. 180, Mimmi p. 182, neue
Arten aus Lappland, Finnland; J. Sahlberg, Not. ur Sälsk.
pro Faun, et Flor. Fenn. XIV.
Agabus eminens p. 131; Copelatus externus, substriatus p. 132,
neue Arten vom Pozuzu in Peru; Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
Gaurodytes angusticollis Sahlb. ist nicht = Agabus depressus
Aube, sondern eigene Art. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 63 f. vgl.
d. vorigj. Bericht p. 274 (54).
Dytiscini. Beim <-^ von Cybister findet sich ein Stridu-
lationsapparat, bestehend in 3—5 hohen Leisten in der Höhle hinter
316 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
den Hinterhüften, über die eine Leiste auf der Unterseite der Hinter-
schenkel gerieben wird. Crotch, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 398.
Thomson stellt in seinen Opusc. Entom. VI. p. 541 die
neue Gattung Arctodytes auf für Dyt. elongatus Gyll.
Acilius (Homoeolytrus ! subg. nov., die Haftorgane an den
männlichen Vordertarsen wenig an Grösse verschieden, Flügeldecken
der Weibchen nicht gefurcht, wie bei dem exotischen Subgenus
Thermonectus) Duvergeri (Landes); E. Gobert, Ann. Soc. Ent.
Franc. (5) IV. p. 441, Bullet, p. CXX.
Sharp beschreibt Cyhister japonicus p. 45, Lewisianus p. 46;
Hy&diticus japonicus p. 48 aus Japan. Trans. Ent. Soc. Lond. 1873.
Eimer beschreibt und bildet ab gelegentlich einer grösseren
Abhandlung über die Samenfäden der Thiere solche von Dytiscus
marginatus als gestreckte stabförmige Körper, die am vorderen,
dickeren Ende eine Differenzierung in abwechselnd auf einander-
folgende dunkele und helle quadratische Theilchen erkennen lassen;
hinter diesem Theil trägt der Samenfaden ein seitlich abstehendes
Widerhäckchen. Verh. d. Phys.-Medic. Gesellsch. in Würz-
burg. Neue Folge. VI. Bd. p. 105 f.
Brischke beobachtete einen Acilius sulcatus (f, der, ruhig
sitzend, zu wiederholten Malen ein lautes Summen hören liess ; dabei
war der After 2 Mm. unter den Flügeldecken vorgestreckt und in
vibrierender Bewegung. Kürzere Mittheilungen in »Schriften
der naturf. Gesellsch. in Danzig. Neue Folge.« III. 3. p. 4.
Kirsch beschreibt a. a. 0. 17. p. 133 eine Varietät von Aci-
lius margineguttatus Aube.
Hydaticus piciventris Thoms. auch in Deutschland; Berl. Ent.
Zeitschr. 17. p. 225.
Kraatz erhielt als Varietät von Dytiscus latissimus ein
Exemplar zugesandt, in welchem er einen Bastard von D. latissismus
und D. dimidiatus erkennt, der somit ein Bastard zwischen 2 ver-
schiedenen Gattungen (Macrodytes Thoms. und Dytiscus Thoms. (L.))
wäre. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 293 ff.
Derselbe hält D. Ibericus Rosenh. für eine Varietät von
D. Pisanus; ebenda p. 296.
Gyrinidae. Schiödte giebt die Beschreibung und Abbildung
der Larve von Gyrinus strigosus. Naturhist. Tidskr. (3) VIII.
p. 211; T. VI. F. 3 und 4.
Gyrinus japonicus p. 55; Dineutes marginatus p. 56; neue
Arten aus Japan; letzterer auch in der Mandschurei; Sharp, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1873.
D. truncatus (Chontales), derselbe im Ent. Monthl. Mag.
X. p. 54.
Gerstäcker bildet ab Orectochilus schistaceus; Cl. v.
Decken's Reisen. III. 2. Taf. V. Fig. 8.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 317
Hydropbilidae. Einen Beitrag zur Kenntniss der Larven von
(Helophorus, Berosus, Hydrophilus Hydious, Hydrobius, Philhydrus,
Cercyon, Sphaeridium) Berosus signaticollis und Spercheus emarginatus
liefert Schiödte in Naturh. Tidskr. (3) VIII. p. 211 ft. Taf. IX.
Sharp beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1873.
Hydrophilus cognatus, japonicus p. 57; Hydrochares affinis p. 58;
Philhydrus japonicus, simulans p. 59; Helochares striatus, Lewi-
sius (!) p. 60; Berosus japonicus, (Enoplurus) Lewisius (!) p. 61;
Volvulus profundus; Amphiops mater p. 62; Hydrochus japonicus;
Cycionotum latum p. 64; Cercyon dux, algarum, aptus p. 65, lami-
natus; Megasternum distinctum p. 66; und ebenda 1874 Cercyon
ustus, olibrus, sorex p. 418; Cycionotum simplex (auch in China),
brtve p. 419, alle aus Japan.
Philhydrus nigritus; Cycionotum minor (!) (Escorial) derselbe
in An. Soc. Esp. Hist. Nat. I. p. 262.
Laccobius Sellae (Piemont), derselbe Bull. Soc. Ent. Ital.
VI. p. 317.
v. Rottenberg bringt eine Revision der europäischen Lac-
cobiusarten, der einige Angaben über Verbreitung und Lebens-
weise dieser Käfer vorausgeschickt sind. Berl. Ent. Zeitschr. 18.
p. 305 ff. Von den 11 Arten sind zwei, nigriceps Thoins. und alu-
taceus Thoms.. in ganz Europa verbreitet: 2, viridiceps v. Rottenb.
und alternus Motsch., Mittel- und Südeuropa; 3, decorus Gyll.. bi-
punctatus Thoms.. minutus L., Nordeuropa eigentümlich. In
Deutschland kommen 6 Arten nachgewiesener Massen vor: nigri-
ceps Thoms., bipunctatus Thoms., minutus L., alutaceus Thoms.,
viridiceps v. Rottenb., alternus Motsch., die beiden letzteren nur
im südlichen Theile, in Krain und Steiermark. Eine neue Art ist
L. Emmeryanus aus Süditalien, Sicilien und Andalusien p. 318.
Hydrophilus piceus mit abnormem Maxillartaster (monstruo-
site par exces). Compt. Rend. Soc. Ent. Be.lg. 16. p. CXLIV.
Cercyon brunneum, neue Art vom Pozuzu in Peru, die erste
aus Südamerika; Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 134.
G. H. Hörn giebt in den Proc. Am. Philos. Soc. XIII.
p. 1 18 ff. eine Revision der Gattungen und Arten der Tribus der
Hydrobiini und beschreibt die neuen Arten Berosus (Enoplurus subg.)
emarginatus (Texas) p. 120, (Berosus s. str.) styliferus (Colorado)
p. 121, rugulosus (Unter-Californien) p. 124; Philhydrus fucatus
Utah und Arizona) p. 127, (Helochares subg.) punctatostriatus (Cali-
fornien) p. 131; Hydrobius (s. str.) scabrosus (Nord-Californien,
Oregon, Vancouver), latus (Californien) p. 133, (Paracymus subg.)
rufiventris (Süd-Oregon) p. 135, dissimüis (San Francisco) p. 136:
Helopeltis (n. g.. Clypeus seitlich stark verbreitert, Oberlippe ver-
deckt, Ränder des Thorax und der Flügeldecken breit ausgedehnt,
Maxillartaster sehr lang) larvalis (von habitueller Aehnlichkeit mit
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. y
318 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch Leist. auf d. Gebiete
einigen Larven von Elraiden, aus Louisiana und Sonora; eine zweite
Art kommt auch auf Cuba vor) p. 137.
Hydrobius solstitialis p. 133, punctatus p. 134, neue Arten vom
Pozuau in Peru; Kirsch in der Berl. fiat. Zeitschr. 17.
Hydrobius chalceolus (Maracand) ; Fedtschenko's Reise in
Turkestan p. 140; Berosus sculptus (Astrachan), Hör. Ent. Ross.
IX. p. 308. Solsky.
Gyprimorphus (n, g.) compressus (Marocco), Fairmaire,
Rev. et Mag. d. Zool. 1873. p. 334.
J. L. Le Conte stellt die neue Gattung Sepidulum auf für
eine Art, S. costatum von Texas, deren Zugehörigkeit zu dieser
Familie noch zweifelhaft ist. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 47 f.
Derselbe schlägt ebenda p. 45 f. die neue Familie der Hy-
droscaphidae vor, für Hydroscapha (n. g.) natans von Californien.
Dieselbe weicht von allen Hydrophiliden ab durch die flachen, weit
aus einanderstehenden hinteren Hüften und wird als ein verbin-
dendes Glied der Hydrophiliden, Scaphidiiden und Trichopterygiden
angesehen. — Diese Ansichten sucht Sharp im Ent. Monthl. Mag.
XI. p. 101 ff. fester zu begründen und berichtigt einige Irrthümer
Le Conte's (die Antennen sind 2gliedrig, die Tarsen 3gliedrieg).
Eine neue Art dieser Familie wäre H. Crotchi von Madrid; vielleicht
gehören auch Limnobius evanescens Kieseuw. und gyrino'ides hierher.
Staphylinidae. Deyrolle verzeichnet in Kleinasien gesammelte
Staphyliniden; 2 neue Arten sind von Sharp beschrieben. Rev.
et Mag. de Zool. 1873. p. 410 ff.
Aleocharini. Mulsant und Ray fahren in der monographi-
schen Bearbeitung der französischen Aleocharini fort. Memoires de
PAcademie des Sciences, Beiles - Lettres et Arts de Lyon. XX.
p. 23 ff. Es werden die 5 »branches« der Dinardarii, Gymnusarii,
Diglossarii, Hygronomarii und Oligotarii erledigt
Dieselben beschreiben in den Ann. Soc. Linn. Lyon
XX. die neuen französischen Arten Myllaena incisa p. 1; Oli-
gota (Logiota) picescens, 0. picipennis p. 2, conveoca, aliena p. 3.
australis, fuscipes p. 4, pilosa, misella p. 5; Myrmedonia (Myr-
melia) excepta; Kraatzia laevicollis p. 6; Thamiaraea australis: Col-
podota parens p. 7, piceorufa p. 8, subgrisescens p. 9, lacertosa.
negligens p. 10, laeticomis p. 11. navicula. simulans p. 12; Dadura
nudicomis p. 13; Microdota fulva, perdubia p. 14, obscura, brun-
nipes p. 15, parvieornis p 16, asper ana, sene&a p. 17; Ceritaxa spis-
sata p. 18 ; Homalota laetipes. tristiciüa p. 19, nutans p. 20, taedula,
decepta p. 21, fulvipennis p. 22, ebenina, interrupta p. 23, foliorum
p. 24, robusta; Dinaraea melattocomis (!) p. 25, pubes p. 26; Pla-
taraea geniculata; Halobrechtha Halensis p. 27; Ouralia picicomis;
Meotica parasita p. 28, parilis p. 29, misera, capitalis p. 30; Amischa
arata p. 31, forcipata, filum p. 32, minima p. 33: Bessobia nebulosa,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 319
gibbera p. 34; Metaxya apricans p. 35, marina; Disopera immatura
p. 36. latisulcata p. 37; Thinoecia Mbitina. haesitana p. 38, merita,
callida p. 39, amara p. 40, simülima; Hygroecia parva p. 41; Taxi-
cera perfoliata p. 42, indigna p. 43.
E. Eppelsheim beschreibt Homalota procedens und H. assi-
milis, beide von Franzenshöhe in Tirol; Stett. Ent. Zeit. XXXIV.
p. 83, 84.
H. Jeckel giebt in den Coleopt. Jeckeliana p. 9 ff. ein
Verzeichniss der ihm bekannten Arten mit synonymischen Bemer-
kungen und der Beschreibung der neuen Arten Autalia conura (Si-
cilien) p. 29, longula (Corfu) p. 31; Falagria sicula p. 33; Thiaso-
phila brunnicorni* (Corfu) p. 35; Aleochara aurivilhsa (Malta) p. 37,
brachialis (Neu - Süd - Wales) p. 39, erectisetosa (Sicilien) p. 41;
Tachyusa cingulata (Malta) p. 43; Oxypoda quadricuspidata (Sicilien)
p. 45; Homalota anstralis (Nen-Süd- Wales) p. 47; Gyrophaena flavi-
cineta (Nord-Amerika) p. 49.
Leptusa pieipennis (Maracand); Solsky, Fedtschenko's
Reise etc. p. 159.
L. lativentris (Reinosa); Sharp, An. Soc. Esp. Hist.
Natur. I. p. 265.
Derselbe beschreibt in den Trans. Ent. Soc. London
1874 die neuen Arten aus Japan Falagria sapida p. 2, fovea p. 3 :
Santhota (n. g.) sparsa; Ocalea japonica p. 4; Thiasophila rufe-
scens; Homoeusa japonica p. 5; Microglossa prineeps; Aleochara
parens p. 6, diseoidea, claviger (!) p. 7, japonica p. 8, praesul, pere-
grina, fucicola p. 9; Myrmedonia comes, socius p. 10; Ilyobates
pictus; Tachyusa rufescens p. 11, algarum; japonica p. 12, proba;
Homalota trän sfvga p. 13, Lewis i 'a (!) distans p. 14, vivida; Dinopsis
modestus p. 10.
Aleochara sareptana (Sarafschan Thal); Solsky a. a. 0. p. 161.
Oligota femoralis (Lund); Thomson, Opusc. Ent. VI.
p. 520.
Oxypoda Sahlbergi (Finnland); Seidlitz, Fauna Baltica
p. 323.
Myrmedonia triangülum (Escorial); Perez Areas, An. Soc.
Esp. III. p. 111.
Apteranillus convexifrons (Dely-Ibrahim) ; Fairmaire, Rev.
et Mag. de Zoolog. 1873. p. 335.
Tachyporini. Sharp beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London 1874 die neuen Arten aus Japan Tachinus mimulus p. 16;
Tachyporus celatus; Conurus germanus p. 17, pumilus; Megacronus
setiger p. 18, prineeps; Bryoporus Lewisius (!) p. 19; Bolitobius ja-
ponicus p. 20.
Tachinus Manueli (Piemont); derselbe Bull. Soc. Ent. Itai.
320 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
VI. p.318; T. Deyrolln (Trebisonde); derselbe, Rev. et Mag. Zool.
(3) I. p. 411.
Quediini. A. Rouget setzt die Lebensweise des Quedius
dilatatus, dessen Larven er häufig in den Nestern von Vespa crabro
traf, ausführlich auseinander; Mein, de l'Acad. d. Seienc, Arts
et Belles-lettres de Dijon. 3e. ser. I. p. 201 ff.
Sharp beschreibt in den Transactions Ent. Soc. Lon-
don 1874 zahlreiche neue Arten aus Japan, nämlich Heterothops
cognatus p. 20; Rientis (n. g.) paroiceps p. 21; Alyon (n. g. zwi-
schen Quedius und Astrapaeus) grandicollis p. 23: VeMeim pectinatus;
Quedius Juno p. 24, simulans. parviceps p. 25, japonicus, pretiosus
p. 26, Leioisius (!) p. 27.
Staphylinini. Derselbe macht ebendaher aus dieser
Gruppe bekannt Leistotrophus gracilis p. 28, oculatus; Eucibdelus
japonicus p. 29; Staphylinus paganus p. 30. mornatus . subaeneus
p. 31 ; Goerius carinatus p. 32; Ocypus Leioisius, parvulus p. 33,
gloriosus p. 34; Phucobius (! Fucob. ? n. g.) Simulator p. 35; Phil-
onthus nudus p. 36, vestitus, histrio p. 37, mimulus, dlgarum p. 38,
quedio'ides, spinipes p. 39, japonicus, parcus p. 40, macies, gcrmanus
p. 41, rectangulus, Leioisius (!) p. 42, solidus, mutans p. 43, egens
p. 44, sericans, amicus p. 45, prolatus, Kobensis p. 46, rutiliventris
p. 47, gastralis p. 48, Uro, pumilus p 49.
Fauvel gründet in den Ann. So c. Ent. Franc (5) IV. p. 437
die neue Gattung Diplostictus für Staphylinus Chenui Perroud.
Derselbe stellt in seiner Faune Gallo-Rhenane III. p. 426
die neue Gattung Hesperus auf für Philonthus rufipennis , balti-
morensis Grav,, und p. 427 Erichsonius für Ph. cinerascens Grav.
und beschreibt die neuen Arten Ph. plagiatus (Algier) p. 448, nim-
bicola (Monte Rosa) p. 457, anguinus p. 464, pisciformis (Var) p. 468,
laticollis (Spanien) p. 488.
Philonthus rubellus (Maracand) Solsky a. a. O. p. 179.
Staphylinus armeniacus (Armenien); Sharp, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 412.
Ocypus rhaeticus n. sp. aus Tirol; E. Eppelsheim in der
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 85.
Xantholinini. Fauvel (Faune Gallo-Rhen.) beschreibt
Xantholinus myops (Seealpen) p. 389. cribripennis (Italien) p. 390;
barbarus (Algier; p. 389 ; Baptolinus longiceps (Nancy) p. 374.
Derselbe in den Ann. Soc. Ent. Franc. (5) IV. p. 435.
Metoponcus variegatus von Neu-Caledonien.
Sharp beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1874.
p. 49 ff. die neuen Arten aus Japan : Othius rufipennis, medius, latus ;
Xantholinus japonicus, suffusus, mixtus, pleuralis; Xanthophyus an-
g^lstus.
Derselbe stellt im Ent. Monthl. Mag. X p. 1 die neue
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 321
Gattung Typhlodes auf: die Art, T. italicus von Florenz ist nach
Fauvel (suppl. 1 zu seiner F. G.-Rh. 24) = Xantholinus myops Fauv.
und die Gattung von Xantholinus nicht zu trennen.
Typhlodes italicus Sharp = T. tenuipes Baudi; C. A. Dohrn
in der Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 85.
Othius pallidits, grösser und kräftiger als der sehr ähnliche
brevipennis , mit nur dunkler gelbem (nicht pechschwarzem) Kopf;
von K. Brancsik im Bachergebirge bei Marburg in Steiermark unter
schimmeligem Moose gesammelt. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 135
Nach Kraatz ist Ercmomus colchicus Kraatz = Coproporus
gallicus Perris. Die Vereinigung dieser Art mit der Gattung Cilea,
wie sie Pandelle vorgenommen, hält Kr. für ungerechtfertigt; Berl.
Ent. Zeitschr. 18. p. 297 f.
Vaederini. Sharp macht in den Trans. Ent. Soc. London
1874 aus Japan neue Arten bekannt: Lathrobium digne (!). nudum
p. 55, partitum p. 56. anguinum, Kobense p. 57, scabripenne, stili-
coides p. 58, crssaicome: Cryptobium apicatum p. 59, pectorale, ja-
ponicum p. 66; Stilicus rufescens p. 61; Scopaeus complexus, virilis
p. 62; lithocharoides (!), basicornis p. 63; Acanthoglossa setigera
p. 67; Mesunius (n. g.) Wollastoni p. 68: Neognathus (n. g.)
angulatus: Sunius latifrons p. 70, histrio, brevipes p. 71, oculatus.
bicolor p. 72, suffusus p. 73. chloroticus p. 74; Paederus Poweri
p. 74; ynixtus, Idae p. 75.
Micrillus (n. g. von Achenium namentlich durch die ver-
längerten Hintertarsen unterschieden) snbterraneus aus der Um-
gegend von Alger; Raffray. Rev. et Mag. de Zool. 1873. p. 362.
Fauvel stellt die neue Gattung Nazeris p. 298 für Meco-
gnathus cribellatus und beschreibt die neuen Arten Cephisus (n. g.)
orientis (Syrien) p. 300: Domen e (n. g.) scopaeellae (Syrien) p. 306;
Scopaeus longicollis (Limoges) p. 311, micropterus (Toscana) p. 313;
Scotonomus (n. g.) Baymondi (Toscana) p. 328; Lathrobium lute-
ipes (Piemont) p. 342.
Ebenso in den Ann. Soc. Ent. Franc. (5) IV. 433 f.
Noumea (n. g.) serpens (Neu-Caled.)
Stilicus prolongatus (Taschkent) p. 187; Sunius lithocharoides (!)
(Maracand); Solsky a.a.O.
Lithocharis procera (Madrid), Perez Areas, An. Soc. Esp.
Hist. Nat. III. p. 112.
Pinophil i n i. Procirrus Saulcii (Palaestina), Fauvel, Faune
Gallo-Rhen. p. 291,
Oedichirus Lewisius (!), Idae. p. 76; Pinophilus insignis, Le-
wisius p. 77; rufipennis p. 78; neue Arten aus Japan; Sharp a. a.O.
Taenodema africanum (Bogos); Gestro, Ann. Mus. civ. St.
nat. IV. p. 357.
Stenini. Sharp beschreibt a. a. 0. aus Japan Euaesthetus
322 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
nitidulus p. 78; Stenaesthetus (n. g.) sunio'ides; Stenus tenuipes
p. 80, alienus, verecundus p. 81. Lewisius (!) p. 82, macies, puberu-
lus p. 83, japonicus, sexualis p. 84, rugipennis, cicindela p. 85, hir-
tellus p. 86, oblitus, dissimüis p. 87, rufescens, currax p. 88.
St. alpicola (Alpen, Pyrenaeen) p. 236, strigosus (Corsica) p. 239,
gallicus (Metz) p. 248. explorator (Spanien) p. 254, speculifer (Pyre-
naeen) p. 288; Octavius (g. n.) pyrenaeeus, insularis (Corsica) p. 220,
Fanvel a. a. 0.
Derselbe im Suppl. II. p. 36 Leptotyphlus (n. g.) sublae-
vis (Corsica) p. 36; Stenus sparsus (Corsica) p. 39.
St. micros (Maracand) p. 196. tumidulus (Taschkent) p. 199;
Solsky, a. a. 0.
Dianous nitidulus (Oregon); LeConte, Proc. Bost. Soc. XVI.
p. 272.
Oxytelini. Sharp beschreibt a. a. 0. aus Japan die neuen
Arten Osorius augustulus p. 89; Bledius fragilis, lucidus p. 90, or-
phanus; Platystethus operosus p. 91; Oxytelus crassicornis,laevifrons
p. 92, opacifrons p. 93, cognatus, vicinus, mimulus p. 94, Lewisius,
laticornis p. 95.
Trigonurus Crotchi (Vancouver und Californien), caelatus (Ca-
lifornien); Zolobius (n. g.) spinicollis (Vancouver Insel); LeConte,
Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 48 f.
Ancyrophorus sericinus (Chokand); Solsky a. a. 0. p. 206.
Thinobins minutissimus (Loire) ; Fauvel, Faune G all o-R heu.
Suppl. p. 14. Von V. Pyot Bull. Soc. Ent. Franc. III. p. CCXXVL
und Ann. IV. p. 79 ff. als Th. ligeris beschrieben.
Homaliini. Sharp hat a. a. 0. p. 97 ff. die neuen Arten
aus Japan: Leste va fenestrata; Olophrum simplex; Boreaphilus Lewi-
sianus, japonicus: Homalium japonicum ; Anthobium solitare.
Boreaphilus guadarramus (Sierra de Guad.), astur (Asturien);
derselbe An. Soc. Esp. Eist. Nat, I. p. 266.
Microedus austinianus (Vancouver Insel); LeConte, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 273 u. Proc. Bost. Soc. XVI. p. 273.
Homalium apicicorne (Maracand) p. 207, Taschkentense (Keless)
p. 298, turanicum (Maracand) p. 209; Anthobium fulvipenne (Chokand)
p. 210, Solsky a. a. 0.
Lathrimaeum macrocephalum (Tyrol), E.Eppelsheim , Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 86.
L. fratellum (Taygetos), v. Rottenberg, Berl. Ent. Zeit-
schr. 18. p. 330.
Protinini. Redtenbacher unterscheidet in seiner Faun.
Austr. 3. Aufl. die neue Art Protinus egregius p. 550 (Oesterreich).
P. longicollis (Tyrol); Gredler, Col. Hefte XII. p. 52. P.
crassicomis; Megarthrus japonicus, parallelus, convexus, neue Arten
aus Japan; Sharp a. a. 0. p. 99 f.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 323
Phloeocharini. Derselbe beschreibt in den An. Soc.
Esp. Hist, Nat. I. p. 267 Phloeocharis bracliyptera (Reinosa).
P. (Scotodytes) laticollis (Piemont); Fauvel, F. Gallo-Rh.,
Suppl. p. (II) p. 25.
Piestini. Sharp stellt Trygaeus n. g. auf für T. princeps
aus Japan, p. 420 f.. und beschreibt ferner Lispinus longulus (Japan)
p. 101. a. a. 0.
Micropeplini. Derselbe ebenda Micropeplus fulvus Er.
var. japonicus.
Kalissus (n. g.) nitidus (Vancouver Insel); Le Conte, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 501.
Paussidae. J. 0. Westwood schildert im Thesaur. ent.
Oxon. p. 72 ff. die Lebensweise der Mitglieder dieser Familie, lie-
fert Abbildungen und Beschreibungen bekannter und folgender neuer
Arten: Cerapterus Stall (Africa) p. 73: Taf. XX. 10; Arthropterus
punctatissimus XV. 3, quadricollis 8. p. 75, suhcylindricus 2. p. 76.
Hoioittii 4, Melbournii 5 p. 77, alle von Australien; Lebioderus Per-
chewni (Tingo) p. 80; XVII. 3; Hylotorus hottentottus (Südafrica)
p. 81; XVII. 1: Platyrhopalus vexülifer (Penang) p. 82, XVII. 4;
Castelnaudi (Siam) p, 96; Paussus nüoticiis (Weisser Nil) p 83, XIX.
9, damarinus p. 84. XVII. 9, Schiödtii (Bengalen) p. 85, XVI. 8,
Waterhousü p. 90, XVI. 4, Vollenliovii (! Südafrica) p. 94, XIX. 10.
W. Mac Leay giebt ein Verzeichniss der Australischen Arten
dieser Familie und beschreibt 38 neue Arten der Gattung Arthro-
pterus. Trans. Ent. Soc. New-Lonth. Wales II. p. 337 ff. Zwei
derselben (A. suhcylindricus und Howittii) sind auch von Westwood
beschrieben; s. oben.
Pselaphidae. Die mehrjährigen Sammlungen von Lewis in
Japan sind nun auch für diese Familie Gemeingut der Wissenschaft
geworden. Sharp zählt die 24 Arten, die in einem solchen Erhal-
tungszustande sich befanden, dass sie eine sichere Bestimmung und
Beschreibung gestatteten, auf. Das Vorkommen eines Tmesiphorus,
sowie das Vorwiegen von Batrisusarten veranlasst ihn. auch hier die
Aehnlichkeit der Japanischen Fauna mit der Nordamerikanischen
besonders hervorzuheben. Tran sa ct. Ent. Soc. London 1874.
p. 106 ff. |
Derselbe beschreibt ebenda p. 483 ff. 26 Australische und
15 Neuseeländische Arten. Letztere sind die ersten, die aus Neu-
seeland bekannt werden, und gehören 6 Gattungen an, von denen 4
auch Vertreter in Europa haben und 2 neu sind. Die neuen Gat-
tungen und Arten sind Lasinus (n. g. mit den Nordaraerikanischen
G. Cedius, Ceophyllus, Tmesiphorus verwandt, aber Maxillartaster
wie in Bryaxis) spinosa p. 106: Cent rotoma prodiga; iStip esa (n. g.)
rudis: Tmesiphorus speratus p. 109; Ctenistes oculatus p. 110, ar-
matus, medius p. 111, simüis p. 112, (alle von Japan), impressus
324 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Westaustralien) p. 485, simplex, parvus (Victoria) p. 486 ; Tyrus
mutandus (Neu-Seeland) p. 487, mirandus (Victoria) p.488; Tyraphus
(n. g. mit Pselaphus sehr nahe verwandt, aber das vierte Glied der
Maxillartaster kurz, fast dreieckig) planus p. 490, brevis, major
(Westaustralien) p. 491; Pselaphus mundus tenuis (Victoria) p. 491,
panper (Neu-Seeland) p. 492: Ger all us (n. g. für Tyrus palpaHs,
subulatus, formosus King und) nanus (Westaustralien) p. 494; Dur-
bos (n. g.) priscus (Westaustralien) p. 495; Batrisus optatus p. 112,
angustus p. 113, ornatus p. 114, stipes p. 115, dissimilis, modestus
p. 116; Morana (n. g. zwischen Bryaxis und Trichonyx.) discedens;
Bryaxis princeps p. 118, alienus p. 120, protervus p. 121. cubitas,
mundus p. 122, pullus p. 123, curtus p. 124, crassipes , japonicus
p. 125 (alle von Japan); optata (Victoria), recta (Paramatta) p 496,
inflata, micans p. 497, dispar p. 498, deformis p. 499, impar, grata
p. 500 (Neu-Seeland), spreta p. 501, concohr, plecta p. 502 (Victoria).
sulcata p. 503, euplectodes (Westaustralien) p. 504; Dalma (n. g..
Bindeglied zwischen Pselaphinen und Euplectinen) pubescens (Neu-
Seeland) p. 505; Sagola (n. g. Staphylinus ähnlich, mit Faronus
nahe verwandt, aber die Mittel hü ften sind durch einen Fortsatz des
Mesosternums getrennt) major, prisca p. 507, misella, parva p. 508;
Euplectus convexus, opacus (Neu-Seeland) p. 509; Articerus West-
woodi, tumidus p. 510. Pascoeus p. 511, brevipes, Kingius p. 512,
gibbulus, spinifer p. 513, Deyrollii (Westaustralien) p. 514.
Derselbe beschreibt ferner die neuen Gattungen und Arten
Tetracis (n. g.) complex (Tanger) p. 79; Pselaphus Saidcii (Nord-
spanien) p. 80; Bythinus Oedipus. Crotchi (Nordspanien) p, 81, Ma-
nuell (Savoyen); Batrisus Sibiriens (Ostsibirien) p. 82; Trogaster
(n. g.) aberrdns (Corsica) p. 83. Ent. Monthl. Mag. XI.
Ebenso beschreibt Schaufuss (Nunquam otiosus II. p. 243 jff.)
neue Arten in den Gattungen Metopias. Batrisus, Trichonyx, Rhexius,
Panaphantus, Bryaxis, Tamotus (n. g.), Listriophorus (n. g.),
Machaerites.
Ctenistes parvipalpis (Boghari); Raffray, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 364.
Bryaxis Kabyliana (Azib-Zamum) p. 364, tuberiventris (Alger)
p. 365; Bythinus Algeriens (Alger), diversicomis (Dely-Ibrahim) p. 366,
Trichonyx lapidicola (Alger) p. 367. Derselbe ebenda.
Pselaphus ruber Beck = Batrisus venustus Reichenb. Kraatz
a. a. O. p. 184.
Tmesiphorus formicinus (Murrum bidgee); Mac!eLeay , "Trans.
Ent. Soc. New-South. Wales II. p. 370.
Machaerites procerus (Condino in Tyrol); Gredler, Coleopt.
Hefte XI. p.159.
Trichonyx striatus; Tychys cognatus (Vancouver Insel); Le
Conte, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 49 f.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 325
Ctenistes Obcrthuri (Escorial), Perez Areas, An. Soc.
Esp. etc. III. p. 117. Taf. I. Fig. 3 u. 4.
F. Baudi di Selve giebt eine ausführliche Gattungsdiagnose
von Amaurops und beschreibt die neuen Arten A. Diecki , exaratus,
carinatus. corsicus, sardous. Pirazzolii von Italien, Sardinien und
Corsica; Att. d. R. Acc. d. Sc. d. Torino. XVI. p. 236 ff.
Scydmaenidae. Nach C. 0. Waterhouse, Ent. Monthl.
Mag. XI. p. 137 ist Aulacothorax exilis Boh. entweder ein Anthri-
bide oder Bruchide, gehört aber keinesfalls in vorstehende Familie.
Sharp beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1874 die
neuen Arten Eumicrus vestitus p. 126; Scydmaenus japom'cus, debi-
lis p 127, f listiger, reversus p. 128 (Japan), optatus (Westaustralien).
Edwardsi p. 515 ; Phagonophana setosa (Neu-Seeland) p. 516.
Silphidae. M. Girard macht im Bull. Soc. Ent. Franc. (5)
IV. p. CV. und Ann. etc. p. 574 eine neue augenlose Gattung,
Scotocrypt us . bekannt, deren Art, S. MeUponae. in den Nestern
von Melipona scutellaris (Bahia) lebt.
Ry e beschreibt Anisotoma m ult ipun data, circinipes (Japan),
macropus (England) und meldet das Vorkommen von A. pallens Stm.
in England. Ent. Monthl. Mag. X. p. 131 ff.
A. Simplex, humeralis (Schweden), C. G. Thomson, Opusc.
Ent, VI. p. 542 f.; A fr acta (Esthland), Seidlitz, Fauna Baltica
p. 209; A. paludicola (San Diego); Hydnobius Matthewsi (Vancouver-
Insel); Ptomaphagus leptinoides (Fort Crook); G. R. Crotch, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 74 ff.
Anisotoma bicolor (Karpathen): Brancsik in der Berl. Ent.
Zeitschr. 18. p. 228.
Adelops triangulum, Perezi (Labra), Crotchi, rugosus (Alsasua),
Uhagoni (Reinosa), neue Arten; Sharp, An. Soc. Esp. Hist.
Natur. I. p. 268 ff.; A. Piochardi, Hermensis (Ariege), A beule de
Perrin, Bull. Soc. Ent. Franc. (3) III. p. XCVIII.
Hydnobius ciliaris (Christiania) p. 545, septentrionälis (Lapp-
land) p. 546, intermedia (Schweden) p. 548; Thomson a. a. 0.
Solsky beschreibt in Fedtschenko's Reise etc. a. a. 0.
Silpha ferrugata (Maracand) p. 215; Agyrtes ferrugineus (Maracand)
p. 220.
Leptinus validus (Hudsons Bay), Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. IV. p. 145.
Necrophorus germanicus L. mit rothgefleckten Flügeldecken :
N. mortuorum F. mit fast rothen Flügeldecken; eine Monstrosität (?)
von Silpha rugosa L. (vielleicht Bastard von S. rugosa und S. sinu-
ata F.); Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 118 ff.
Choleva ovalis (Pozuzu); Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 134.
Oorylophidae. Die Gattungsmerkmale von Orthoperus
326 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Steph. setzt L. v. Hey den sehr ausführlieh auseinander in der
Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 116 ff Von dieser Gattung kommen
nach Kr a atz (ebenda p. 119 ff.) 7 Arten in Deutschland vor (C.
punctatus Wanc, Kluki Wanc, brunnipes Gyll., atomus Gyll., corti-
calis Redtb., coriaceus Rey, punctum Marsh.).
T. V. Wollaston stellt im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 278
die neue Gattung Aphanocephalus auf (Tarsen 3-, Antennen 10-
gliederig; Kopf fast ganz unter dem Prouotum versteckt); die Art
ist A. hemisphaericus von Japan.
(Ebenda X. p. 167 beschreibt Rye eine zweite Art von Ja-
pan, A. Wollastoni.)
Derselbe stellt ebenda X. p. 167 Phaenocephalus n. g.
auf (Fühler llgliederig; Pronotum vorn tief ausgehöhlt) für P. ca-
staneus von Japan.
Ueber Cybocephalus s. bei den NitiduUden.
Trichopterygidae. Die Trichopterygia illustrata et descripta
von A. Matthews (s. den vorigen Bericht p. 280 (60)) sind be-
sprochen von C. A. Dohrn in der Stett. Entom. Zeit. XXXIV,
p. 398 ff.
Matthews beschreibt im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 178 ff.
die neuen Arten Trichopteryx carbonaria (England), laetitiae (Belgien).
Derselbe desgl. in Cist. Ent. XI. p. 123 Ptenidiura Law-
soni (Auckland, Neu-Seeland); A ctidi u m lineare; Trichopteryx incon-
spicua (Neu -Seeland) p. 296, maerens; Nossidium posthumum (Nord-
america) p. 298.
Scaphidüdae. Kirsch beschreibt in der Berl. Ent. Zeit-
schr. XVII. p. 135 die neuen Arten aus Peru: Cyparium inclinans:
Scaphisoma tropicum p. 136.
Scaphium quadraticolle (Sarafschanthal); Solsky a. a. 0. p. 231.
Histeridae. G. H. Hörn giebt eine Synopsis der Histeriden der
Vereinigten Staaten. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. p. 273. ff. Als
neue Arten werden beschrieben Hister lucanus (Cap San Lucas in
Californien), der Gruppe des arcuatus angehörig, p. 283, (Phelister
subg.) aeneomicans (Columbia) p. 295, (Platysoma subg.) aurelianus
(Louisiana; p. 297; Tribalister (n. g. für T- marginellus Lee.)
p. 299; Epierus nasutus (Fort Yuma und Arizona unter der Rinde
der Baumwollenstaude) p. 301 ; Promalus mimeticus (Arizona)^p. 308,
Tejonicus (Fort Tejon in Calif.) p. 309; Änapleus (n. g. für A.
marginatus Lee.) p. 311; Saprinus Behrensii*t(§&n Diego in Californien)
p. 315, Floridae (Florida) p. 318. Copei (Wyoming) p. 320, wacoen-
sis (Waco in Texas) p. 331; Teretriosoma (n. g. zwischen Tere-
trius und Xiphonotus. von ersterer durch das doppelte Pygidium,
von letzterer durch das Fehlen des Prothorakalfortsatzes und die
zwei Klauen an allen Tarsen verschieden) chalibatum (Texas) p. 347;
Plegaderus consors (Colorado) p. 351; Acritus Arizonae (Arizona
der Pmtomologie während der Jahre 1873 und 1874. 327
unter Rinde des Baumwollenstrauches) p. 353; Sallei (Georgien und
Louisiana) p. 355; Aeletes (n. g. für Acr. politus Lee, brevisternus
Mars., basalis Lee., simplex Lee.), charakterisirt durch das Fehlen
des Scutellum, p. 356.
S. A. de Marseul verzeichnet in den Ann. So c. Ent. Franc.
(5) III. p. 226 ff. die 19 Arten dieser Familie, die Lewis aus Ja-
pan mitgebracht hat, von denen 6 neu sind (Platysoma Lewisi, lin~
eicolle: Hister Pirithous , depistor; Paromalus musculus; Abraeus
bonzicus).
Kirsch beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. folgende
neue Arten vom Pozuzu in Peru: Epierus Marseulii p. 136, ferru-
(jineus p. 137 ; Carcinops peruvianus p. 138.
Westwood (Thesaur Ent. Oxon. p. 67 f.) beschreibt
Terapus Marseuli n. sp. (Amazonas) und bildet ab auf Taf. III. Chla-
mydopsis Douboulayi Westw. Fig. 7, striatella Westw. Fig. 8.
Fletaerius tristriatus; Paromalns difficilis; neue Arten aus
Californien; Hörn, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 21.
Phalacridae. Phalacrus acutangulus p. 138; sericeus (an gen.
Olibrus?); Olibrus versicölor p. 139; neue Arten von Peru; Kirsch
a. a. 0. 17.
Nitidülidae. E. Reitter giebt eine Systematische Ein-
theilung der Nitidularien. Verhandl. naturf. Vereins in Brunn.
XII. Band, I. Heft, p. 1 ff. Gleich den früheren über diese Familie
veröffentlichten Abhandlungen desselben Verfassers will derselbe
auch diese „systematische Eintheilung*' nur als Vorarbeit zu der
beabsichtigten Monographie dieser Familie angesehen wissen. Da
diese Arbeit zugleich eine Fortsetzung von A. Murrayfs ,,Monograph
of the Family of Nitidulariae" bilden soll, so hat Reitter von den
5 Unterfamilien (Brachypteridae, Carpophilidae, Nitidülidae, Strongy-
lidae, Ipidae) nur die 3 letzten, von Murray nicht bearbeiteten aus-
führlicher behandelt. Es werden die neuen Gattungen und Arten
beschrieben: Cercus politus (Columbien) p. 167; Priops n. g. p. 167
einer gestreckten Pria ähnlich, aber Fühlerkeule des £ dreigliederig) ;
Mexicanus (Takubaya) p. 168; Brachypterus aurosericeus (Griechenl.,
Kleinas.); Colastus maior (Mexico) p. 169, flaveolus (Surinam); Bra-
chypeplus dilutus (Columbien) p. 170, Badeni (Cap), (Liopeplus)
fulgidus (Caraccas?) p. 171; Cillaeus simplex (Columbien), Murrayi
(Brasilien) p. 172, sulcicollis (Columbien); Macrostola costulata (Bra-
silien) p. 173; Carpophilus luteipennis (Mexico), limbipennis (Mexico)
p. 174, Mexicanus (Mexico), obtusicollis (Mexico) p, 175, humerosus
(Japan), (Myothorax) punetipennis (Brasilien) p. 176, pauculus (Cap),
(Nitops) crassicollis (Columbien), distinetus (Columbien) p. 177; Hapt-
oneus piceus (Hinterindien), remotus (Hinterindien), p. 178, pauper-
culus (St. Domingo) ; Mystrops basalis (Brasilien) p. 179; Cychroce-
phalus n. g. p. 180 (von Mystrops durch den schnabelartig ver-
828 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
längerten Kopf, gleicbgeformte Fühler in beiden Geschlechtern, ein
eigenes oberes (sechstes) Aftersegment verschieden) corvinus (Mexico),
luctuosus (Columbien) p. 181; Ecnomaeus Haroldi (Himalaya) p. 182;
Perilopa flava (Chili) p. 11; Stelidota ferruginea (America) p 14;
biseriata (Cuba, Brasilien) p. 15, rubripes (Orizaba) p. 16; Epuraea
sericata (Tirol) p. 21, suturalis (Schlesien) p. 22, ruficollis Sol. i. litt.
(Chili) p. 29, terminata Er. (Madagascar, Indien) p. 30, domina (Ja-
pan) p. 31, öbnoxia (Japan), similis (Japan), obtusicollis (Nordame-
rica) p. 32, pellax (Japan) foveicollis (Japan) p. 33, flavicans Mur-
ray i. 1. (Chicago), rotundicollis (Nordamerica) p. 34, nitida Marseul
i. 1. (Madagascar), Erichsoni (Nordamerica) p. 35, paulula (Japan)
p. 36, parilis (Japan), rubronotata (Japan) p. 37, macrophthalma
(Nordamerica), mandibularis (Japan) p. 38, Japonica (Japan) p. 39,
minnta (Japan), mellitula (Mulmein in Hinterindien) p. 40, Thimei
(Japan), decorata (Madagascar) p. 41; Nitidulora n. g. für Epu-
raea ephippium Er. p. 42: Nitidula mollicella (Nordafrica). rußdens
Moritz i. 1. (Columbien) p. 44; Omosita funesta (Mexico) p. 45; So-
ronia Japonica (Japan) p. 47, superba (Neu-Holland) p. 48 ; Lobiopa
Chilensis Deyr. i. 1. (Chili) p. 49; Pronidopia Dohrniana (Brasilien)
p. 50, cryptarchoides (Mexico) p. 51; Axyra perplexa (?) p. 53;
Cryptoraea n. g. p. 57 Americana (Columbien) p. 58; Meligethes
violaceus (Japan) p. 71, luminosus (Ceylon), Gredleri (Tirol) p. 72,
Japonicus (Japan) p. 73, Letzneri (Deutschland), Lewisii (Japan)
p. 74, luteolus (Ceylon), Krüperi (Smyrna) p. 75, (Odonthogethes!)
flavicollis (N.-Japan) p. 76; Ithyra n. g. (Meligethes nahestehend,
Fussklauen lang und schlank, mit einem langen, geraden Dorn an
der Basis) hirsutula (Cap) p. 78; Circopes n. g. Motsch., Macroura
n. g. p. 80 nigra (Neu-Holland) p. 81, meligethoides (Himalaya), ni-
gritula (Ceylon?) p. 82, punctata (Bintang) p. 83; Aethina maior
(Madagascar; = A. pubescens Klug inedit.), villosa (Mexico) p. 84,
aeneipennis (Japan) p. 85, obscura (Himalaya) p. 86: Lasiodactylus
tubercidifer (Japan), testudinarius (Madagascar) p. 87. substriatus
Deyr. i. litt. (Senegambien). elongatus (?) p. 89, Chevrolati (Indien?),
caliginosus (Madagascar) p. 90, aethinoides (?) p. 91, Americanus
(Brasilien), marginatus (Neu-Holland) p. 92; Pocadius brems (Cuba),
infuscatus (Nordamerica), Japonicus (Japan) p. 94, limbatus Murray
i. litt. (Nordamerica), nobilis (Japan) p. 95 ; Hebascus discoideus
Murray i. litt. p. 97 ; Amphicrossus immaculatus (?) p. 99, Japonicus
(Japan), Lewisi (Japan) p. 100; Camptodes centralis (Brasilien) p. 103,
brevis (Mexico) p. 104, nitidus (?), nigroviridis (Mexico, Brasilien).
nigrocyaneus (Mexico) p. 105, splendens (Columbien) p. 107, langui-
dus (Columbien), signaticollis (Columbien) p. 108, collaris (Mexico),
limbipennis (?) p. 109, rubripennis (?) p. 110, rubrivittatus (Bolivien)
p. 111, viridescens (Brasilien), metallicus (Mexico) p. 112, luteus
(Brasilien), laevicollis (Bogota) p. 113, auctus (Brasilien) p. 115, po-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 321)
litus (?), glaberrimus (Brasilien) p. 116. coralinus (!) (Brasilien), api-
cipennis p. 1 18, Jeckelii (Brasilien), umbripennis (Peru), angustipennis
(Brasilien) p. 120, distinctus (Peru) p. 122, nitMicollis (Peru) p. 123,
Erichsoni (Brasilien) p. 124, fuscipennis (?), discoideus (Mexico)
pi 125, nitidipennis (Columbien) p. 126, atripennis (Columbien)
p. 127; Strongylus camptöides (Mexico) p. 128, coccinelloides (Java),
notatus (Ceylon ; = Hemirhopalum notatum Murray i. litt.) p. 129,
pallodoides (Parahyba) p. 130; Apallodes n. g. palpalis (Parahyba)
p. 132; Pallodes umbratilis (Japan) p. 134, jucundus f Mexico), rufi-
collis Gundlach i. litt. (Cuba) p. 135: Oxycnemus rostrosus (?), ni-
griceps (Brasilien), anulipes (!) (Brasilien) p. 137, aterrimus (Brasi-
lien) p. 138; Triacamus nigripennis Murray i. litt. (Ceylon) p. 139;
Cryptarcha acalypta (Mexico) p. 142, elongata (Mexico) p. 143, clavata
(Mexico), apicipennis (Caraccas) p. 144, tricidata (?), camptöides
(Senegambien) p. 145, thalycroides (Mexico) p. 146, striatopimctata
(Columbien), ephippigera (Columbien) p. 147, Australis (!) (Neu-Hol-
land), ovata (Para) p. 148, bellet (Nordamerica) p. 150, maculata (?),
omoaitoides (Mexico) p. 151, Leioisü (Japan) p. 152, Senegalensis
(Senegal) p. 153r, Badenii (Brasilien), fove'icollis (Brasilien), polita
(Brasilien) p. 154, nanula (Columbien) p. 155, nitidisnima (Neu-Hol-
land), pallodoides (Brasilien) p. 156; Paromidia n. g. (Ips sehr
nahe stehend , Stirne vorne halbkreisförmig ausgerandet , Hinter-
schienen mit unregelmässigen kleinen Dörnchen) nigerrima (?) p. 158;
Ips Chinensis (Nordchina) p. 160; Cnips n. g. marginatus Philippi
i. litt. p. 164; Ipsimorpha n. g. striatopimctata (Mexico) p. 165.
Pityophr.gus rufipennis (Oregon, Vancouver Insel), Hör n. Tr a ns.
Am. Ent. Soc. IV. p. 146.
Colastus Yuccae, agavensis (Californien); Epuraea Horni (Ca-
nada), (Dadopora), texana (Texas), monogama (Vancouver); G. R.
Crotch ebenda V. r. 75 f.
C. Brisout de Barneville hebt die Unterschiede seiner Ep,
diffusa von E. decemguttata hervor und beschreibt die neue E. Fagi
(Fontaineblau, Deutschi.); Bull. Soc. Ent. Franc. (5) IV. p. LXXI.
Helota gemmata (Japan und bei Shanghai den aus den Larven-
gängen von Cossus ausfliessenden Saft anfleckend); H. S. Gorham
Trans. Ent. Soc. London 1874. p. 447 ff.
Westwood beschreibt und bildet ab (Taf. V. Fig.* 10) Ips
clarkana aus Brasilien; Thesaur. Ent. Oxon. p. 71.
E. Reitter beschreibt die neuen Arten: Brachypterus metal-
licus (Neu -Holland) p. 509; Stelidota aequalis (Columbien); Omosita
japonica (Japan) p. 510; Meligethes viridulus (Cap), subopacus (Mo-
gador) p. 511; Apsectochilus (n, g. zwischen Pallodes und Oxy-
cnemus) Steinheili (Columbien), hydrobioides (Columbien); Cryptarcha
meligeihoides (Columbien) p. 513; Pityophagus basalis (Nagasaki)
p. 514; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
330 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Derselbe beschreibt Verh. naturf. Yer. Brunn XL (1872)
p. 63 ff. die neuen Arten: Pria magna (Cap), argenteola (Cap), ni-
gritula Klug inedit. (Madagascar), deplanata Schaufuss i. litt. (Neu-
Caledonien).
Derselbe ändert ebenda XII. 1. p. 207 den Namen für Campto-
des thoracius Er. in C. transversus Reitter um.
Kirsch beschreibt a. a. 0. 17 die neuen Arten aus Peru:
Halepopeplus dimidiatus ; Lobiopa lineola p. 140; Stelidota metabola
p. 141, thoracia; Hebascus vestitus p. 142; Camptodes dichrous, dif-
ficilis p. 143, irritans, turpis p. 144, pygidialis, obsoletus p. 145,
laetus, opacus p 146, molestits p. 147 ; Pallodes brunnipennis, graci-
lipes p. 148.
Bactridium momtrosum p. 514, Japonum, cribratum p. 515,
3 neue Arten aus Japan; Reitter, Verh. Zool. Bot. Gesellsch.
Wien 24.
Derselbe giebt ebenda XII. 2. p. 1 ff. Diagnosen der
bekannten Cybocephalusarten und beschreibt als neu C.
micans (Aegypten) p. 2. nitidissimus (Brasilien) p. 3, flaviceps (Ae-
gygten) p. 6, rufifrons (Frankreich, Spanien) p. 7. Da die Tarsen
in dieser Gattung 4-gliederig sind, so muss dieselbe nach Reitter
aus der Familie der Nitidularien entfernt werden ; sie wird vielleicht
am passendsten bei den Clambiden untergebracht.
Cryptarcha fuscipennis (Pozuzu); Kirsch a. a. 0. 17. p. 148.
TrOgOSitidae. Nach Reitter (Verh. naturf. Ver. Brunn, XII.
p. 8) gehört Thyreosoma circulare Chevr. zu dieser Familie, nicht
zu den Nitiduliden.
Derselbe beschreibt ebenda Th. cassideum aus Mexico.
Trogosita Yuccae (Californien) ; Grynocharis (Peltis) pilosula
(Oregon, Vancouver); G. R. Crotch, Trans. Am Ent. Soc- V.
p. 75 ff.
Temnochila chalcea. rugulosa (Peru) neue Arten; Kirsch,
Berl. Ent. Zeitschr. XVII. p. 149.
Syntelia Westwoodi (Mexico); Salle. Rev. et Mag. de Zool.
1873. p. 13.
Colydiidae. Wollaston beschreibt indenTrans. Ent. Soc.
Lond. 1873. p. 1 ff. Pseudotarphius (n. g.) Lewisi (Japan); Tar-
phiosoma echinatum (Ceylon).
Derselbe desgl. im Ent. Monthl. Mag. X. p. 9 Tarphio-
mimetes Lawsoni, viridipicta (Neu-Seeland) p. 11; Tarphiomimius
(n. g.) indentatus (ebendaher) p. 13.
Cossyphodes Baffrayi (Abyssinien), R. Gestro, Pet. Nouv.
Entom. VI, p. 443.
Deretaphrys oregonensis (Oregon; die Gattung war bisher nur
aus Australien bekannt); Hörn, Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 146.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 331
Lasconotus linearis (an h. g.?) (St. InezMts.); Oxylaemus ca-
lifornicus (Sierra Nevada); G. R. Crotch, ebenda V. p. 75.
Rhysodidae. Chevrolat bespricht diese Familie in den Ann.
Soc. Ent. Franc. (5) III. p. 207 ff. und beschreibt die neuen Ar-
ten Bhyzodina (n. g.) Mniszeclii (Abyssinien) p. 209; Rhysodes
aterrimus (Malacca), quadristriatus (Cayenne), maderiensis (Madeira)
p. 24; Clinidium mexicanum (Orizaba), Rojasi (Venezuela), p. 214,
curvicosta, humeridens p. 215, granatensis (Neu-Granada). arcuatum
(Neu-Seeland) p. 216, cavicölle, simplex (Neu-Granada) p. 388.
Rhysodes Taprobanae (Ceylon) p. 389: Fairinaire ebenda.
GuCQjidae. Diochares Reitt. = Xenoscelis Woll.; Fairmaire,
Bull. Soc. Ent. Franc. (5) III. p. CCXXXV.
A. Grouvelle beschreibt ebenda IV. die neuen Arten: Passan-
dra elongatula (Malacca) p. XXVII; Hectarthrum latum (Molucken);
Catogenus longicornis (Texas); Cucujus Mniszechi (Japan); Laemo-
phloeus Juniperi (Frankreich, Spanien) p. XXVIII: Aeraphilus syri-
acus (Syrien), corsicus (Corsica) p. XXIX.
Prostomis amcricanus (Vancouver Insel); G. R. Crotch, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 74.
Ino qiiadrinotata (Japan); H. S. Gorham, Ent. Monthl. Mag.
IX. p. 258.
J. melanoleuca p. 361, venusta p. 362; Ochrosanis klematanica
p. 364 (alle von Sarawak); Gestro, Ann. Mus. ci v. etc. Genova IV.
Cryptamorpha fasciata (Japan); Wollaston, Ent. Monthi.
Mag. X. p. 169.
Psammoocus longicornis (Caffrarien); Schaufuss, Nunq.
Otios. II. p. 277.
Reitter beschreibt in den Verb. Zool. Bot. Ges. Wien.
24. die neuen Arten: Pediacus Japonicus; Laemophloeus prosiomo'/des
p. 516, dorcoides p. 517, laevior, fuscicornis p. 518, immundus p. 519;
Microbrontes n. g. (von Laemophioeus verschieden durch die in
beiden Geschlechtern füufgliederigen Füsse, auch an den hinteren
Beinen) laemophloeo'ides, alle aus Japan; Telephanus procerulus (Co-
lumbieu) p. 520, argentatus, ornatas (Columbien) p. 521, humerosus,
pilicornis (Brasilien) p. 522, dilutus (Brasilien), pallidus (Porto Rico),
niger (Columbien) p. 523, paradoxus (Columbien); Psammoecus tri-
guttatus p. 524, fasciatus, qimdrimaculatus p. 525, die drei letzten
aus Japan.
Othniidae. Chevrolat stellt au!' Polypria n. g. (Derestenus
sich nähernd), für eine Art (P. crux rufa) aus Mexico und beschreibt
ferner Othnius Mexicanus (Mexico); Rev. et Mag. de Zool. 1874.
p. 330.
Cryptophagidae. Reitter bereichert die Japanesische Fauna
mit folgenden von G. Lewis in Nagasaki gesammelten Arten: Crypto-
phagu8 decoratus, Lewisi p. 379, dilutus, japonicus, pumilus p. 380,
332 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d Gebiete
mirramböides ; Cryptophilus n. g. p. 381, oblüeratus, propinquus,
gliaonotho'ides p. 382; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
Leucohimatium breve (Japan); Wollaston, Entom. Monthl.
Magaz. X. p. 170.
Cryptophagus subtilis (Lund in Hanfsamen); Thomson. Opu sc.
Entom. V. p. 530.
Telraatophilus tropicus p. 150; Cryptophagus bifasciatus p. 151
(Pozuzu); Kirsch a. a. 0. 17.
Cryptophagus villosus Beck = Mycetaea hirta Marsh.; Para-
mecosoma pilosula Erichs. = Crypt. villosus Heer. Kraatz a. a. 0.
p. 184.
Lathridiidae. Wollaston verzeichnet im Ent. Monthi.
Mag. X p. 200 ff', die (9) Arten der Gattung Holoparamecus und
beschreibt H. ellipticus, signatus, capitatus, contrarius von Japan.
Corticaria metallica (Spanien); Reitter. Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXIV. p. 526.
Einen Beitrag zur Lebensweise der bei Atta struetor schma-
rotzenden Cholovocera Attae bei Mentone liefert H. Lucas in Bull.
Soc. Ent. Franc. (5) IV. p. CCXXXIX.
Derotoma Lederi Beitter = Monotoma sericella v. Bottenberg ;
der Käfer muss also den Namen Derotoma sericella r. Bottenberg
führen, v. Rottenberg in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 331.
Derodontidae. Mycetomychus Frivaldsky = Derodontus Leconte,
die einzige Gattung der in Europa durch D. macularis Fuss vertrete-
nen Familie; Reitter; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 24. p. 526.
Mycetephagidae. Wollaston beschreibt im Ent. Monthl.
Mag. X. p. 170 ff. die neuen Arten aus Japan: Triphyllus Lewisia-
nus; Thallestus throsco'ides, suffusus, rufopictus.
Myrmecoxenu s lathridioides (Nordam.); Crotch, Trans. Am.
Ent. Soc. IV. p. 363.
Typhaea pallidula (Japan), Haagi (Siam), neue Arten; Reitter,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 24. p. 527.
Litargus quadrimaculatus (Pozuzu); Kirsch a. a. 0. 17. p. 151.
Thorictidae. Thorictus Fairmairii (Boghari): Raffray, Rev.
et Mag. Zool. 1873. p. 369.
Dermestidae. Le Conte beschreibt in den Trans. Am. Ent.
Soc. V, p. 50 Dermestes signatus; Trogoderma Belfragii (Texas).
ByrrMdae. Wollaston stellt im Ent. Monthl. Mag. X. p. 33
Bendrodipnis n. g. auf für eine Art, D. coenosus, aus Japan.
Kirsch berichtigt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 152
einige Angaben Lacordaire's über die Gattung Chelonarium F.
Cryptorhopalum Heydeni (Pozuzu) p. 152; Chelonarium emys
(Pozuzu); Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 339.
Byturus affinis p. 525, ferrugineus, atricollis p 526, neue Ar-
ten aus Japan; Reitter in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 333
Nosodendron californicum (Californien); Hörn, Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 22.
Georyssidae. Unter der Ueberschrift „Tribu des Improsternes"
giebt Mulsant in den Ann. Soc. d'Agric. etc. de Lyon IV. p. 61 ff.
eine Revision der französischen Arten.
Georyssus californicas (Californien), Le Conte, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 51; G.siculus (Palermo); Ragusa, Bull. Soc Ent. Ital. V.p.233.
Parnidae Eine Beschreibung der Larven einiger zu dieser
Familie gehörender Arten liefert Rolph a. a. 0. Aus der Beschrei-
bung der Larven von Elmis aeneus und E. Volkmari sei hervor-
gehoben, dass die Augen 6 Krystallkegel enthalten, dass die junge
Larve ein geschlossenes, nicht durch Stigmen nach aussen münden-
des Tracheensystem besitzt. Die erwachsene Larve hat 10 Stigmen-
paare, die dorsal am Meso-, Meta-thorax und den 7 ersten Abdomi-
nalsegmenten gelagert sind. Das Körperende trägt drei Büschel
Kiementracheen , in deren äusserste je drei Tracheenäste eintreten,
während das mittlere Büschel nur von 2 Tracheen versehen wird
Das Nervensystem hat 3 Thorakal- und 5 Abdominalganglien; der
Darm 4 Malpighi'sche Gefässe. Speicheldrüsen hat Rolph bei diesen
Larven nicht gefunden. — Die Larven von Psephenus Lecontei, die
Erichson für solche von Elmis lithophila gehalten hatte, wurden von
De Kay unter dem Namen Fluvicola Herricki (eine andere unter F.
tuberculata) als Crustaceen beschrieben. Sie haben eine elliptisch-
schildförmige Gestalt, und ebenfalls sechsfach facettierte Augen.
Das Tracheensystem mündet mit 2 Stigmenpaaren, die gleichfalls
dorsal amMesothorax und dem vorletzten Abdominalsegment liegen.
(So ist es bei den Rolph zugänglichen jungen Exemplaren; ob sich
nicht bei älteren mehr Stigmen finden, wäre die Frage.) Dazu
kommen 5 Paare Kiementracheenbüschel am 2 — 6ten Abdominalseg-
ment. Der Bauchstrang hat 3 Thorakal- und 7 verschmolzene Ab-
dominalganglien, die dicht an das Metathorakalganglion herangerückt
sind. Von denselben gehen die Nerven gleich der cauda equina ab.
Das Vorhandensein von Thorakalstigmen bei Elmis und dieser Larve
ist bemerkenswerth ; (cf. Gegenbaur, Grundzüge der vgl. Anatomie.
2. Auflage, p. 441).
Mulsant a. a. 0. p. 79 ff. giebt eine Revision der Arten der
Gattungen Elmis, Potamophilus, Potaminus („Tribu des Unciferes",
T. d. Diversicornes) ; für Elmis cupreus, subviolaceus, nitens, sodalis
wird die neue Gattung Riolus p. 107 gegründet; für E. parallelepi-
pedus, angustatus, pygmaeus Esolus n. g.; ferner wird Dy pophilus
(n. g.) brevis aus der Rhone beschrieben; p. 120.
Le Conte beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. V.
Throscinus (n. g.) Crotchi (Californien) p. 51; Elmis divergens,
seriatus (ebendaher), corpulentus (Columbien) p. 52, foveatus (?),
vulneratus, caesus (Texas) p. 53.
Archiv f, Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. "W
334 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
E. subcarinatus (Reinosa); Limnius gigas, Perezi (Escorial),
brevis (Argel, Sinai), Sharp, An. Soc. Esp. Hist. Nat. I. p. 263 f.
Heteroceridae. Mulsant giebt a. a. 0. p. 177 ff. eine Revi-
sion der französischen Arten dieser Familie (,.Tribu des Spinipedes").
Mulsant und Rey beschreiben in den Ann. Soc. Linn.
Lyon. XIX. p. 433 Heterocerus pictus von Sicilien.
C. 0. Waterhouse stellt in den Trans. Ent. Soc. London
1874. p. 585 Eythomerus n. g. (Körper sehr verlängert, Proster-
num ungekielt, zwischen den Vorderhüften nicht sichtbar, Mittel-
hüften aneinanderstehend); die Art ist E. elongatulus von Queensland.
Heterocerus australasiae (Westaustralien) ; derselbe ebenda
p. 536.
Heterocerus albipennis (Boghari); Fairmaire, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 336.
Lucanidae. F. Stoliczka bringt „A contribution towards a
Monograph of the Indian Passalidae" ; Journ. Asiat. Soc. ofBeng.
XLII. pt. 2. p. 149 ff., in der 23 Arten aufgezählt werden, von de-
nen neu sind Ceracupes Austeni (Bengalen); Comacupes Masoni
(Johore), Felderi (Philippinen?); Pleurarius brachyphyllus (Malabar);
Seraicyclus Bedtenbacheri (Ceylon); Laches gracüis (Batchian); Cete-
jus australiensis (Australien) ; Basilianus indicus (Malabar), andama-
nensis (Nicobaren), sikkimensis (Sikkim).
F. J. S. Parry beschreibt in den Trans. Ent. Soc. Lond.
1873. die neuen Arten Lucanus Dybowski (Amur) p. 335; Odonto-
labis Lowii (Borneo) p. 336; Metopodontus Blanchardi (Mongolei)
p. 337; Prosopocoelus Molmikii (Java) p. 338; Nigidius cribricollis
(Westafrica), distinctus (Cambodja) p. 341, und ebenda 1874: Eule-
pidius (n. g.) luridus (Borneo) p. 357; Sphenognathus nobilis,
signatus p. 366, circumflexus p. 367, canaliculatus, Taschenbergi (Ve-
nezuela) p. 368; Lucanus Swinhoii (Formosa) p. 370; Aegotypus
n. g. für Aegus trilobatus Parry p. 371.
Dorcus semisulcatus (Bona); Mulsant und Rey, Ann. Soc.
Linn. Lyon XX. p. 52. (Nach Desbrochers des Loges in den Mit-
thlg. Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 196 eine Varietät von D. musi-
mon Genee.).
Chiasognathus pubescens (Venezuela); Waterhouse, Ent.
Monthl. Mag. X. p. 110.
Aegus subnitidus: Figulus binodulus, punctatus (Japan); der-
selbe ebenda IX. p. 277.
Prismognathus angularis; Dorcus binodulosus (Japan) p. 6;
Figulus nitens (Neu-Süd- Wales) p. 7; Mitophyllus marmoratus (Neu-
seeland) p. 8; derselbe ebenda XI.
Deyrolle beschreibt in den Transact. Ent. Soc. London
1873. p. 339 Lissotes capito (Chatham-Inseln) ; 1874. p. 411 ff. Aegus
grandis (Fidji-Inseln); Cardanus laevigatus (Philippinen); Figulus ater
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 335
(Mysol), punctatostriatus (Timor, Malacca), rugosus (Borneo), cambo-
diensis (Cambodja), mediocris (Borneo), minutus (Banda).
Heterochthes andamensis (Andaman-Inseln) ; Leptinopterus fra-
ternus (Brasilien); Westwood, Entom. Monthl. Mag. XI. p. 359.
Scarabaeidae. Auch bei verschiedenen Larven dieser Familie
beschreibt Schiödte Stridulationsapparate. Bei den Larven der Geo-
trupiden haben sie dieselbe Lage, wie bei den Lucaniden; bei den
Dynastiden, Cetoniiden, Ruteliden, Melolonthiden, Sericiden und Co-
priden dagegen hat die Oberseite der Maxillen eine mit Zähnen ver-
sehene Leiste, die sich an der Unterseite der Mandibeln reibt.
Derselbe beschreibt und bildet ab die Larven zahlreicher
Arten dieser Familie in der Naturhistor. Tidskrift (3) IX.
p. 227—287.
Lamellicornia Asgentina von H. Burmeister. Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 403 ff., XXXV. p. 120 ff. Neben Bemerkungen
über Lebensweise, Verbreitung, Berechtigung früher beschriebener
Arten finden sich folgende neue beschriebene Eucranium pulvinatum
(Cordova, XXXIV. 405); Deltochilium variolosum, vdlgum (409); Mega-
thopa picea (XXXV. 120); Coprobius principälis (XXXIV. 411), C.
bipunctatus, badius (412), semicupreus (413), atramentarius (415);
Ontherus aphodiöides (XXXV. 126), contrarius (127).
Coprini. G. van Lansberge (Observations sur la
Classification des Lamellicornes Coprophages. I. Ateu-
chides in den Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 177 ff.) versucht
eine von dem neueren System Lacordaire's, Burmeister's abweichende
Eintheilung der in der Ueberschrift genannten Lamellicornier. In-
dem er auf die Nothwendigkeit hinweist, die Lebensweise mehr zu
berücksichtigen und an den Formen mit übereinstimmender Lebens-
weise dann nach übereinstimmenden systematischen Kennzeichen zu
suchen, findet er namentlich die Beschaffenheit der Mittelbrust und
ihrer Gliedmaassen für geeignet , solche Merkmale abzugeben. Er
bildet demnach in den Ateuchiden die drei Gruppen, 1. Ateuchides
vrais : Mittelhüften genähert, stark schief. Diese Gruppe enthält auch
die Gattung Gymnopleurus. 2. Canthonides: Mittelhüften getrennt
von einander, massig schräg. Diese Gruppe "enthält Streblopus n. g.,
das die Epirini in Brasilien vertritt. 3. Sisyphides: Mittelhüften
stark entfernt von einander, parallel; Metasternum fast die ganze
Brust einnehmend. Diese Gruppe schliesst mit Drepanocerus , wo-
durch der Uebergang zu den Copriden (Onitis) gemacht wird.
Bei Copris lunaris trägt das Pygidium zwei nach hinten kon-
vergirende Raspelleisten , die mit einer grossen Zahl kurzer Zähn-
chen besetzt sind. Durch Reiben der Flügeldeckenspitze über diese
Leiste entsteht der schrillende Ton dieses Käfers. Landois a.a.O.
p. 108.
Sharp beschreibt in der Rev. et Mag. de Zool. 1873 folgende
336 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
neue Arten: Labroma (n. g.) horrens (Neu-Holland) p. 263; Men-
thophilus subsulcatus (Neu-Holland) p. 264; Homodesmius (n. g.)
Haroldi p. 265; Saphobius (n. g.) Edwardsi (Neu-Seeland) p. 266.
Harold beschreibt in den Coleopt. Heften XI. p. 102 ff.
die neuen Arten Diphysema (n. g.) Gandezii (Malabar); Megathopa
Candezii (Nicaragua); Parachor ius (n. g.) Thomsoni (Indien);
Onthophagus forcipatus (Mangalore), anthracinus (Guatemala), tristis
(Brasilien), scabriiisculus (Kiachta); Oniticellus sumptuosus (Madagas-
car), triangularis (Südafrica), africanus (Cap).
Lansberge beschreibt ebenda XII. die neuen Gattungen und
Arten Pachylomera opaca (Ngami-See) p. 4; Scarabaeus pubiventris
(Mozambique) p. 5; Canthon grandensis (Neu-Gran.), nigripennis ;
Deltochilum orbiculare (Bahia) p. 6; Epilissus ustulatus (Queensland)
p. 7; niger (Wide Bay) p. 8; Monoplistes (n. g.) Haroldi (West-
australien) p. 9; Streblopus (n. g.) opatro'ides (Bahia) p. 10; Uroxys
tuberculatus (Brasilien) p. 10; Choeridium vigilans (Brasilien); Ca-
tharsius birmanensis (Birniah) p. 11.
Canthon pinopterus (Pozuzu) ; Kirsch in Berl. Ent. Zeit-
schr. 17. p. 340.
Temnoplectruin laeve (Queensland), parvulum (Japan); Mintho-
philus tuberculatus (Australien); Waterhouse, Ent. Monthl. Mag.
X. p. 175 f.
Platyphymatia aeneopicea (Queensland); derselbe, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1874. p. 537.
Auf Onthophagus lobocephalus Har. gründet Lansberge die
neue Gattung Ennearabdus ; Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 17.
p. CXLIII. und beschreibt ferner Synaspis Bitsemae von Java.
Aphodiini. E. v. Harold giebt in den Colopt. Heft. XII.
p. 15—25 eine Revision der Arten mit gezähntem Clypeus und be-
schreibt Ataenius Steinheili (Neu-Granada) p. 18, Horni (Süd-Carolina)
p. 19, Lecontii (Carolina), carinatus (Venezuela) p. 20, attenuator
(Columbien) p. 22, texanus (Texas) p. 23, ßgurator (Louisiana) p. 24
neue Arten.
Ataenius Haroldi (Argentinien); Steinheil, Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. XV. p. 556.
Aphodius (Otophorus) brachysomus ('Ost-Sibirien); S. Solsky,
Col. Heft XII. p. 13.
Sharp schlägt die Bildung einer neuen Gruppe (Tulosini) vor,
deren Hauptkennzeichen in der Unterseite des Abdomens liegen
würde, die hier ganz dieselbe Beschaffenheit hat wie bei der Trogini.
Ausser zwei neuen Gattungen würden in diese auf die Aphodiinen
folgende Gruppe gehören: Eremazus Muls. und Aegialia Marmot-
tani Fairm. Die neuen Gattungen und Arten sind Millengenia
fossor (Cairo) und Tolisus aeneus (Arabien), minor (Indien); Ent.
Monthl. Mag. XI. p. 123—126.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 337
v. Harold fährt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 174 ff.
in der Beschreibung von Aphodiusarten fort. Darunter sind neu :
A. socialis Chevr. i. 1. (Nordamerica), A. nobilis (Südafrika, Abys-
sinien); A. Lansbergi (Mexico) p. 179; A. anomalus (Chili?) p. 185;
A. fulvescens (Senegal) p. 189; A. pihsulus (Hindostan) p. 190; A.
ibericus (Madrid) p. 203; A. Sharpi (Algier, Spanien, Malaga) p. 205;
A. tranquebaricus (Tranquebar) p. 208.
Orphnini. Nach Dours in den Pet. Nouv. Ent. p. 299
lebt die Larve von Hybälus Doursi Luc. in Algier in den Wurzeln
von Rumex patientia und Beta vulgaris.
Orphnus Strobeli (Bahia), neue Art; Steinheil a, a. 0. p. 556.
Hybalus gazella (Boghari), Raffray in Rev. et Magaz. de
Zoolog. 1873. p. 370.
Hybosorini. Le Conte stellt ohne Angabe der unterschei-
denden Merkmale die neue Gattung Pachyplectrus auf für eine
Art aus Californien (P laevis); Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 53 f.
Geotrupini. Mulsant und Rey stellen in den Ann. Soc.
Agric. Lyon III. p. 194 die neue Gattung Silotrupes (vorderer
Zahn der Vordertibien einfach in beiden Geschlechtern) auf für S.
epistomalis (Südfrankreich).
Macleay beschreibt in den Trans. Ent. Soc. New South
Wales II. folgende neue Arten aus Australien : Bolboceras armigerum
p. 360, puncticolle, laticorne p. 361, angulicorne p. 362, cavicolle,
cornigerum p. 363, Carpentariae, denticolle p. 364, lacunosum, planipes,
Siveeri p. 365.
Die Arten der Gattung Geotrupes haben an den Coxen der
Hinterbeine eine fein quergerillte Leiste, über welche der scharfe
Hinterrand des dritten Hinterleibsringels gerieben wird; dadurch
entsteht das bekannte knarrende Geräusch. Landois, Thier-
stimmen p. 106.
Ueber Geotrupes Typhoeus und seine Puppenhülle s. Jahre sh.
des naturw. Ver. f. d. Fürst. Lüneburg.
Bolboceras andicola, neue Art aus Chili, Philippi a. a. O.
p. 312.
Trogini. Trox sabulosus und perlatus haben einen doppelten
Stridulationsapparat. Der eine wird durch eine auf dem vorletzten
Hinterleibsringel gelegene Reibleiste dargestellt, über die eine scharfe
Kante der Flügeldecken reibt. Der andere findet sich in Gestalt von
4 Chitinplatten vor, die jederseits am 6ten und 7ten Hinterleibsringe]
zwischen dem 4ten und 5ten, und» 5ten und 6ten Stigma liegen und
mit zahlreichen Zähnchen besetzt sind. Landois, Thierstimmen
p. 108.
E. v. Harold behandelt in den Col. Heft. XII. p. 26—51
die cylindrischen Arten. Spaeromorphus Germ. = Acanthocerus
Mcl. Neue Arten sind Acanthocerus Redtenbacheri p. 31, setulosus
338 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Columbien) p. 32, pygmaeus (Surinam) p. 33, Gundlaclii (Cuba) p. 34,
micans p. 36, undulatus p. 38, aureolus p. 40 (Brasilien); Cloeotus
metallicus (Ega) p. 45, Batesi (Ega), puncticollis (Columbien) p. 46;
Liparochrus multistriatus (Rockhampton) p. 48, süpJwides (Neu-Süd-
Wales) p. 49.
G. H. Hörn vervollständigt die Monographie v. Harold's durch
Beschreibung der Nordamerikanischen Arten. Neu ist Trox gemmu-
latus (San Diego) p. 9. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 1—12.
T. (Omorgus) larvatus (Zanzibar) ; Gerstäcker in Cl. v. d.
Decken' s Reisen etc. a. a. 0. p. 309.
Liparochrus oblongus (Nordaustralien); Harold, Col. Heft. XI.
p. 105.
Sharp stellt auf Antiochrus n. g. für eine Art (brunneus)
aus Neu-Holland; Rev. et Mag. de Zool. 1873. p. 266.
E. v. Harold. Ueber asiatische Acanthoceriden.
Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 285 ff. Beschrieben werden Cloeotus
variolosus von Pulo Penang und Synarmostes Gestroi von Sarawak
(Borneo).
Melolonthini. H. Deyrolle giebt in den Ann. Soc. Ent.
Franc. IV. p. 443 eine Revision der Euchiriden und verbessert
einen Irrthum Lacordaire's, der bei Euchirus das Epistom als Ober-
lippe aufgefasst und bei Propomacrus die an letzterer anhängende
Wimper für sie selbst angesehen hatte. Die beigefügte Taf. IX ist
namentlich der Abbildung von Epistoma und Oberlippe von Euchi-
rus- und Propomacrus-arten gewidmet. Eine neue Art ist P. Davidi
(Kiang-Li) p. 48 und Bull. p. CX.
Hymenoplia Illigeri (Portugal) p. 120; Rhizotrogus parvicöttis
(Spanien) p. 126; Perez Areas, An. Soc. Esp. Hist. Nat. III.
Sharp beschreibt im Ent. Mo nt hl. Mag. XL Pachytricha
mundo, p. 3, pallens, robusta p. 4, teeta, minor p. 5 (alle aus dem
westlichen und nordwestlichen Australien).
Anoxia luteipüosa (Algier) p. 82, Hungarica (Ungarn) p. 83;
Desbrochers des Loges, Ann. Soc. Ent. Franc. IV.
A. derelicta (Marocco, Oran), derselbe ebenda Bull. III.
p. XLI, vielleicht nur Varietät von A. emarginata Coq.; derselbe
ebenda Ann. IV. p. 82.
Fairmaire stellt ebenda III. p. 391 Flatipalpus n. g.
auf (von dem sehr nahe verwandten Pachydema durch den ausser-
ordentlich stark entwickelten Kiefertaster verschieden) für F. albila-
nosus aus Algier.
Isonychus maculatus (Granada), Waterhouse, Ent. Monthl.
Mag. X. p. 203.
Hymenoplia Chevrolati (Lyon) p. 355; Serica Ariasi (Escorial)
p. 343; Rhizotrogus Beichii (Allier) p. 330; Muls. u. Rey, a. a. O-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 339
Pachydema lanata (.'Syrien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 203.
Rhizotrogus Zapateri, Bolivari (Cuenca); Martin ez y Saez,
An. Soc. Esp. p. 62 u. 64.
Gama squamiventris (Argentinien); Steinheil, Atti Soc.
Ital. Sc. Nat. XV. p. 558.
Schizonycha capito, aberrans (Zanzibar); Gerstäcker a. a. 0.
p. 308 f.
Bemerkungen über die Erscheinungszeit, Flugjahre und Feinde
der Melolontha vulgaris in Russland macht Hochhuth a. a. 0.
p. 142. Unter den Feinden macht sich besonders die Haubenlerche
verdient, die ihre Jungen fast ausschliesslich mit den Engerlingen
füttert; der Maulwurf soll dieselben verschmähen.
0. Pagelsen (Beobachtungen im Maikäfer jähr 1871 in Morel
bei Hohenwestedt) giebt statistische Daten über den Flug der Mai-
käfer, den Procentsatz der Weibchen u. s. w. im Jahr 1871 von der
Zeit ihres ersten Erscheinens (Anfang Juni) bis zu ihrem allmählichen
Verschwinden. Am lOten August wurde die letzte Begattung be-
obachtet. Schriften des naturw. Ver. f. Schleswig-Holstein
I. 3. p. 279 f.
Diphydactylus singularis Thoms. (Gemm.-Har. p. 1152) ist
eine Hoplia und die Thomson'sche Gattung daher hinfällig; Can-
deze in den Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. CXLIV.
Calodactylus Äbendrothii (Pozuzu), Kirsch in der Berl. Ent.
Zeitschr. 17. p. 341.
Philochlaenia molesta (Pozuzu), derselbe ebenda.
Rhizotrogus cariosicollis (Marocco); Fairmaire Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 336.
Raffray beschreibt (ebenda p. 370) Rhiz. eburneicollis von
Bona und giebt eine Note über die Varietäten von R. Numidicus.
Nach Candeze ist der Käfer, für den J. Thomson die neue
Gattung Brachymus geschaffen hatte, eine Art der Gattung Camenta
Er. Die Thomson'sche Gattung muss daher eingehen und der Käfer
heissen C. pubens, Thoms. Compt. Rend. Soc. Ent. Beige. 16
p. CXLIV.
Macropnus Mniszechi (Mexico); Salle, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 14.
Butelini. Mac Leay giebt in den Trans. Ent. Soc. New.
South Wales II. p. 353 ff. eine Revision der Australischen Arten
der Gattung Anoplognathus und beschreibt A. longipennis montanus,
dispar, viridicollis, rubiginosus, Odewahni, abnormis; Calliodes pra-
sinus, Mastersi, neue Arten.
G. van Lansberge giebt in den Annal. Soc. Ent. Belg.
16. p. 195 f. eine Berichtigung zu der Paranonca prasina Castelnau,
der von Castelnau nur eine Kralle an den Hintertarsen zuge*
340 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
schrieben worden war und Lacordaire dem entsprechend einen
Platz unter den Hopliden angewiesen hatte, während Blanchard
und demselben folgend Gemm.-Harold das Insekt als synonym
mit Stethaspis suturalis F. bezeichnet hatten. Durch Kenntniss-
nahme des Castelnau'schen Originalexemplars ist von Lansberge
in den Stand gesetzt, die vollständige Verschiedenheit von Steth.
suturalis nachzuweisen, sowie durch eine vollständige Gattungs-
diagnose die Zugehörigkeit desselben zu den Ruteliden darzuthun.
C. C. Waterhouse beschreibt im Ent. Monthl. Mag. X.
p. 75 Anoplognathus parvulus (Ostaustralien); ebenda XI. p. 52
Rutelarcha (n. g., die stärkere Klaue an allen Endtarsen zwei-
spaltig am Ende) quadrimaculata (Penang); Rutela sanguinolenta
(Neu Granada) p. 53 und var. rufipennis (Columbien) p. 54.
Anoplognathus quadrüineatus (Queensland), derselbe, Trans.
Ent. Soc. Lond. 1874. p. 538.
Tribostethus testaceus (Rosario), Steinheil, Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. XV. p. 559.
Pelidnota lugübris (Arizona), Le Conte, Trans. Am- Ent.
Soc. V. p. 54.
P. chrysargyrea (Costa Rica), A. Salle, Ann. Soc. Ent.
Franc. IV. p. 362.
Dynastini. E. Steinheil beschreibt Atti Soc. Ital.
Scienz. Nat. XV. p. 560 f. Cyclocephala metrica (Argentinien);
Ligyrus Burmeisteri, Patagonus (ebendaher); Scatophilus comutus
(Bahia); Bothynus minor (Patagonien).
Cyclocephala contraria p. 343: C. nodicollis p. 344; Dyscinetus
curtus p. 345; Gymnetis pelochroma p. 346, neue Arten vom Pozuzu
in Peru; Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
Pseudoryctes (n. g.) für Oryctes Müllerianus White, p. 267:
Nephrodopus (n. g.) enigma p. 269; Horonotus Lacordairei, dei-
phobus p. 270; Teinogenys (n. g.) nitidus (Neu-Holland) p. 271,
orevis (ebendaher) p. 272; Corynophilus major p. 273; Sharp, Rev.
et Mag. de Zool. 1873.
Oryctes LandbecJci, eine neue Art von den Anden von Tal-
caregue, Philippi in Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 309.
Oryctes gnu (Luzon); Trichogomphus excavatus neue Arten.
Mohnike in den Sitzber. d. Niederrh. Ges. f. Natur- und
Heilkunde: 1874 p. 261.
E. Duges beschreibt und bildet ab die (in Baumstümpfen
lebende) Larve, Nymphe und Imago von Strategus Julianus. La
Natur aleza. III. 3. p. 49 ff.
Cetoniini. 0. Mohnike beschreibt und bildet ab die Ceto-
niden der Philippinischen Inseln. Dieses Archiv 1873. I. p. 109 ff.
Taf. VI— XI. Von den beschriebenen 74 Arten sind 38 neu; für
6 wird die Aufstellung 2 neuer Gattungen nöthig. Eine beigefügte
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 341
Tabelle giebt eine Uebersicht über die Artenzahl, die sich in den
5 Regionen der Inseln des Indischen Archipels finden (Java, Su-
matra, Borneo, Banka mit 110, Timor, Flores 9, Molukken, Neu-
Guinea, Aru Inseln 43, Celebes 18, Philippinen und Sulu-Inseln 74
oder 75 Arten).
Nach Candeze gehört Pantodinus Klugi Burm., welchen
Burmeister den Dynastiden zugezählt hatte, zu den Cetoniden, an
die Spitze der Trichiden. Corapt. Rend. Soc. Ent. Belg. 16.
p. XL f.
Westwood bringt im The säur. Ent. Oxon. die Beschrei-
bung zahlreicher Arten dieser Abtheilung, darunter folgender neuer:
Goliathus Higginsi (Afrika) p. 2; Goliathinus (subg. nov. für Golia-
thus Fornassinii) p. 2 und 3, T. I. F. 1; Asthenosella (n. g.) leo-
nina (Sierra Leone) p. 4. T. I. F. 5; Phymatopteryx (n. g.) seid-
ptilis (Guinea) p. 7; T. VIII; Macroma lutescens (Natal) p. 10 T. 7
F. 2; Macromina (n. g.) angidicottis (Ngami See) p. 15, T. VII.
Fig. 3; Praona (n. g.) niveo-sparsa (Mindanao) T. XIII F. 1; Platy-
sodes (n. g.) Verloreni (Java) p. 23, T. VII. F. 4; Genuchinus (n. g.)
v- notatus T. X. F. 4, sulcipennis T. II. F. 3, velutinus T. X. F. 5,
(Central- America) p. 24 und 25; Callynomes Vollenhovii (Java) T. VII.
F. 6, jueundus (Siam) F. 7. p. 26, mandarinus (China) F. 8- p. 27;
Spilophorus aurifer (Guinea) p. 30. T. IX. F. 5; Plinurgus despectus
(Siam) p. 32. F. 3; Coenochilus tiirbatas p. 37. T. XII. F. 7, analis
(Natal) p. 39. F. 10, castaneus (Abyssinien) p. 38. T. IX. F. 9, cal-
caratus p. 39. T. XII. F. 3, crassipes p. 42. F. 5, angustatus p. 43.
F. 6 (Westafrika), armiger (Südafrika) F. 2, nüoticus (Weisser Nil)
F. 11. p. 40, emarginatus p. 41. T. XIII. F. 1, corniger p. 42. F. 4
(Südwestafrika), javanicus (Java) p. 45. F. 9, striatus (Hongkong)
F. 7, tapröbanicus (Ceylon) p. 46. F. 8, apicalis (Siam) F. 4, curtipes
(Assam) p. 47. F. 6; Genuchus perditus (Guinea) p. 50. T. X. F. 2;
Scaptobius pentarthrius (Natal) p. 52. F. 7; Cyclidinus (n. g.)
lugubris (Amazonenstrom) p. 56. T. XL F. 4, velutinus (?) p. 204;
Cremastochilus cicatricosus (Süd Carolina) p. 60. T. XIV. F. 9, cre-
nicollis (Neu-Mexico) p. 65, T. II. F. 6, 6 a.
Derselbe beschreibt in den Tra-us. Ent. Soc. Lond. 1784
Gymnetis subpunetata (Ecuador): p. 4 Chalcotheca auripes (Borneo)
p. 474; Allorhina hypoglauca (Nicaragua) p. 475. T. VII. F. 6; Clin-
teria tricolorata (Indien) T. VIII. F. 4; Diaphonia ruficornis (Austra-
lien) F. 6. p. 477; Euryomia quadrimaciilata (Madagascar) F. 8.
p. 477; Pachnoda hilaris (Sierra Leone) F. 2. p. 478; Stalagmosoma
quadriguttata (Angola) F. 1. p. 480; Glycyphana mediata (Borneo)
p. 476. T. VII. F. 3.
Cremastochilus crassipes, derselbe Ent. Monthl. Mag. XL
p. 55; crinitus (Utah), Le Conte, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 55.
Hemipharis castanea (Nicol Bay) p. 133, speciosa', Schizor-
342 Bert kau: Bericht üb. cl. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
rhina concinna (Nicol Bay); p. 134; Diaphonia Parrii (Südaustraiien)
p. 135, gulosa (Victoria) p. 136, luteola p. 137, vicina p. 138, Breweri
(Westaustralien) p. 139, (VI), Mniszechi (Esperance Bay) p. 179 (VII);
Digglesi (Queensland) p. 238, lacunosa p. 239, maura p. 240 (West-
australien); Eupoecila pullata (Lizard Isl.) p. 140 (VI), inscripta
(Nicol Bay) p. 180 (VII); Loraaptera Higginsi (Borneo) p. 339 (IX);
Hemipharis torrida (Australien) p. 237; 0. E. Janson in Cistul.
Entomol. pt. VI, VII, IX.
Lomaptera Älbertisi p. 427, xanthopyga p. 451 (Neu -Guinea);
R. Gestro, Pet. Nouv. Ent. VI.
Gymnetis pelochroma (Pozuzu); Kirsch a. a. 0. p. 346.
Agestrata Samson (Silhet), Sharp, Ent. Monthl. Mag.
XI. p. 35.
Mohnike beschreibt a. a. 0. Coryphocera simülima (Min-
danao) p. 122, paupera (! ebendaher) p. 124. Clinteria formosa (Min-
danao) p. 125; Agestrata Kempen (Mindanao) p. 127. Macronota pro-
pinqua (Mindanao) p. 139, Mindanaoensis (ebendaher) p. 140, abdomi-
nalis p. 142, tricolor p. 143, jucunda p. 145, sponsa p. 146, pilosa
p. 148 (alle von Mindanao), gratiosa (Luzon) p. 149, lugubris (Luzon,
Panaon, Leyte) p. 152. Glycyphana rubromarginata (Mindanao) p.154,
pulcherrima (ebendaher) p. 157, rubroscutellaris (Bohol) p. 159, robusta
(Samar, Leyte, Mindanao) p. 164; Astraea (n. g. für Cet. francolina
Burrn. und die neuen Arten) margaritacea (Mindanao) p. 170, biguttulata
(Luzon) p. 171, tigrina (Luzon, Samar) p. 172; Euglypta (n. g.
für Cet. megaspilota Wall, und) attenuata (Luzon) p. 177, biplagiata
(Isabela) p. 179, multoguttata (Mindanao) p. 181; Cetonia multogut-
tulata (! Luzon) p. 185, coeruleo-signata (Mindanao) p. 186, ducalis
(Luzon) p. 196, papalis (Panaon, Bohol, Leyte, Mindanao) p. 198,
leucogramma (Luzon) p. 201, plebeja (Luzon) p. 202, lineata (Min-
danao) p. 204, flavo-variegata (Luzon) p. 205, purpurissata (Babaynes)
p. 211, Satrapa (Camiguin bei Mindanao) p. 222, venerabilis (Luzon)
p. 229, Boholica (Bohol) p. 231, compacta (Camiguin) p. 234, tenai-
collis (Camiguin) p. 236, moerens (Mindanao) p. 237, incerta (Min-
danao) p. 239.
Westwoodia (n. g.) Howittii (Borneo); Castelnau, Rev.
et Mag. de Zool. 1873. p. 398.
Nach Glaser wird Cetonia hirta Fabr. (Epicometis hirtella L.)
durch Abnagen von Staubfäden und Griffeln von Obstbäumen
schädlich. Zool. Garten. 1873. p. 231. Valgus hemipterus wird
wegen gleichen Schadens gefürchtet.
Buprestidae. E. C. Reed giebt in den Anal, de la Univers,
di Chili XXXVIII. p. 405-429 eine Beschreibung der (65) Arten
dieser Familie, die in Chili aufgefunden sind.
Neu sind Anthaxia obscurata p. 411; Zemina maculiventris,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 343
poecilogastra p. 417; Acmaeodera Philipii p. 425, asperata, vitti-
pennis p. 426.
E. Saunders (»Notes on the Buprestidae collected by Pro-
fessor Semper in the Philippine Islands« in Trans. Ent. Soc. London
1874 pp. 303—328) führt unter den 58 Arten 36 als neu auf. Die-
selben gehören den Gattungen Chrysochroa (1), Iridotaenia (3), Chry-
sodema (9), Dicercomorpha (1), Poecilonota (1), Chrysobothris (4),
Coraebus (4), Cryptidactylus (1), Toxoscelis (1), Sambus (2), Agrilus
(7), Trachys (2) an.
Derselbe beschreibt in Cistul. Entom. IX. Sternocera
Boucardi (Ostafrika) p. 219, syriaca (Syrien); Amblysterna bilineata
(Loando) p. 290, Chrysaspis propinqua (Westküste Afrikas) ; Steraspis
fusca (Weisser Nil) p. 221; Paracupta aeneiventris (?), samoensis
(Samoa) p. 222; Pseudochrysodema (n. g., Chrysoderaa ähnlich,
Tarsen gelblich, Schulterecken stark) Badeni (Yap Isl.) p. 223,
Schmeltzi (Pelero Isl.) p. 224; Evides intermedia (Westküste Afrikas);
Crysesthes auro-notata (Honduras) p. 225; Pelecopselaphus Chevro-
lati, acutus (Nicaragua) p. 226; Haiecia bicolor (Ega) p. 227, chry-
someloides (Chontales), parallela (Peru) p. 228, rugicollis, costata
(Brasilien) p. 229, pictipes, Batest p. 230, cupripes (Amazonenstr.)
p. 231, cyaneonotata (Para) p. 231, Belti (Chontales) p. 232, igni-
ventris (Brasilien) p. 233; Pasiphae amozonica, vitticollis (Ama-
zonenstr.) p. 234.
Psiloptera Leyboldi (Mendoza); Pacliypyga (n. g.) undata
(San Luis); Anthaxia debilipennis (Mendoza); Dactylozodes Leyboldi
(Mendoza); Agrilus mendozanus; Steinheil, Atti Soc. Ital. Sc.
Nat. XV. p. 563 ff.
Catoxantha eburnea (Andaman Inseln); 0. E. Janson, Cist.
Ent. XI. p. 340.
Trachys Fragariae, Marseuli (St. Germain en Laye); C. Bri-
sout de Barneville; Bull. Soc. Ent, Franc. IV. p. LXX.
C. 0. Waterhouse beschreibt in den Trans. Ent. Soc.
London 1874 p. 539 ff. acht neue Stigmoderaarten von WTest-
australien.
G. R. Crotch bringt Notes o^n the species of Bupre-
stidae found in the United States. Proceed. of the Acad. of
Natural Sciences of Philadelphia. 1873. p. 84 ff. Dieselben geben
folgende synonymische Berichtigungen: Dicerca baltimorensis, soror
Lee. = obscura Febr.; D. spreta Lee. = asperata Gory; asperata
Lee. = spreta Gory; D. lacustris Lee. = lugubris Lee. $; D. bifove-
ata Lee. = tenebrosa $; Agrilus obliquus Lee. = fulgens £; A.
defectus Lee = otiosus $; pusillus Lee. — otiosus $; A. granula-
tus Say, Lee. und biguttatus Gory, Lee. = A. zemes Gory; A. Coue-
sii Lee. = perlucidus Gory.
Derselbe beschreibt ebenda folgende neue Arten: Dicerca
344 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Hornii (Californien) p. 86, sexualis (Californien), Californica (Cali-
fornien) p. 87; Agrilus Texanus (Texas), Floridanus (Florida), im-
bellis (Florida) p. 94, pubiventris (Texas), addendus (Texas), Wälsin-
ghami (Oregon, Californien) p. 95; Taphrocerus agrilo'ides (Texas).
Julodis variolaris Pall. kommt auch auf europäischem Gebiet
(Bogdo bei Sarepta) vor und wird in seinen Unterschieden von J.
Faldermanni Mann, genau erörtert. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 317 ff.
J. Zablodskyi Motsch. = J. variolaris Pall.; ebenda p. 320.
J. mucescens Dohrn n. A. aus Palästina, ebenda XXXV. p. 256.
Chalcophora Doriana n. sp. von Labuan; C. A. Dohrn in der
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 76.
Haiecia simplex (Pozuzu), Kirsch in der Berl. Ent. Zeit-
schr. 17. p. 347; Colobogaster bella p. 348; Stenogaster tenuis p. 349;
Agrilus Cordillerae p. 350; Brachys tenuis p. 351; carinicollis p. 352;
nöbilis p. 353; ignobilis, aeratus p. 354, trisüs p. 355, inornatus,
obversans p. 356; bicolor, emargiuatus p. 357; brems p. 358; viride-
scens p. 359; aeneicollis p. 360, jucundus p. 361, austerus, viridulus
p. 362, virens, latus p. 363, planifrons, cognatus p. 364, compar
p. 365, nanus p. 366; derselbe ebenda.
Raffray beschreibt in der Rev. et Mag. de Zool. 1873.
p. 372 f. Acmaeodera Montilloti (Orleanville) und konstatirt das
Vorkommen von Chrysobothris spuria bei Bona und Perotis compo-
sita bei Boghari.
Kraatz zieht (in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 129 f.) Tra-
chys scrobiculata Mars., phlyctaeno'ides Kol., ahenata Muls., maior
Perris als Varietäten zu T. pumila JH.
Throscidae. E. Steinheil beschreibt a. a, 0. p. 566 Trixa-
gus Bonvouloiri (San Luis).
Eucnemidae. Eine neue Art aus Europa ist Nematodes fovei-
collis (Westgothland); C. G. Thomson, Opusc. Ent. (VI) p. 550.
Phaenocerus americanus (Vancouver Insel), Hörn, Trans.
Am. Ent. Soc. IV. p. 147.
Elateridae. Die von Lewis während seines mehrjährigen
Aufenthaltes in Japan gesammelten Elat er i den beschreibt E. Can-
deze in den Memoires de la Societe Royale des Sciences
de Liege. II. ser. Tome V. (58 Arten).
Derselbe beginnt eine Revision der Monographie der
Elateriden; ebenda IV. (Fasel. Agrypnites, Alaites, Chalcolepi-
diites, Oxynopterites) p. 1 — 218.
Agrypnus attenuatus (Guinea) p. 4, australis (Ngami-See) p. 5,
Arabiens, Persicus p. 6, maculicollis (Sansibar), rufipes (Pondicheri)
p. 7, opacus (Malacca) p. 8, rubiginosus (Borneo) p. 9, attonitus (In-
dien) p. 10, neue Arten; Candeze a. a. 0. IV.
Adelocera coeca (Guatemala) p. 18, Oliveri (Indien) p. 20, uni-
color (Persien) p. 21, Calabarica (Alt Calabar), aberrans (Caraccas)
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 345
p. 23, spurca (Laos) p. 25, Walfacei (Borneo) p. 26. setosa (Para)
p. 29, adspersa (Guatemala) p.3ü; Dilobitarsus tessellatus (Brasilien),
nebulosus (Cayenne) p. 32, subsulcatus (?) p. 34, inopinus (Nicaragua),
Eloini (Central- America), gracilis (Para) p. 35; Anacantha marmo-
rata (Chili) p. 38; neue Arten; derselbe ebenda.
Hexaulacus Reedi (Valdivia); Candeze a. a. 0. IV.
Optaleus argentatus (Ega) p. 42. Lacon grisescens (Madagascar)
p. 52, maculosus (desgl.) p. 53, tripartitus (desgl.) p. 54, albitactus
(Alt-Calabar) p. 55, asper (Guinea) p. 56, muscerda (Cap) p. 57, bi-
divisus (Alt-Calabar) p. 58, taciturnus (Laos), falsarius (Ceylon) p. 60,
judex (Shang-hai) p. 62, leucaspis (Malacca) p. 63, fex (Malacca) p. 64,
consors (Madras) p. 64, comptiis (Siam) p. 65, coctus (Rangon), fla-
vescens (Ceylon) p. 66, tactus (Siam), inops (Malacca) p. 67, afflictus
(Malacca), minusculus (Bombay) p. 68. coarctatus (Himalaya) p. 70,
Birmanicus (Rangon) p. 71, Nepalensis p. 72, Schwaneri (Borneo),
litigiosus (Malacca) p. 75, insularis (Molucken), erinaceus (Borneo)
p. 74, cinnamomeus (Ostsibirien), praeter missus (Indien) p. 76, depres-
sus (Korea) p. 77, Wallacei (Celebes) p. 80, gracilis (Gilolo) p. 83,
turgescens (Pulo-Pinang) p. 84, sparsus (Java), laxus (Mysol) p. 85,
labiosus (Schwanen-Fl.) p. 86, ferrugineus (Nickol-Bay), socius (Cap
York) p. 87, crassus (desgl.) p. 88, princeps (desgl.) p. 89, Deboulayi
(Nickol-Bay), paraUelus (Queensland) p. 90, marginatus (Clarence-Fl.),
fatuus (Westaustr.) p. 91, variolosus (Queensland) p. 91, pleureticus
(Queensland), porriginosus (Westaustralien) p. 93, marmoratus (Queens-
land) p. 94, octavus (Queensland), sculptus (Darling-Fl., Paroo) p. 95,
lacrymosus (Südaustralien) p. 96, insignitus (Queensland) p. 98, cor-
dipennis (Albany), punctipennis (Westaustralien) p. 99, calamitiosus
(Oajaca) p. 100, Truquii (Mexico) p. 101; neue Arten; Candeze a.
a. O. IV.
Lacon tumens, scrofa (Japan); derselbe a. a. 0. V. p. 4.
Eumaeus Murrayi (Madras) p. 113; Alaolacon griseus (Bang-
kok) p. 114; Alaus cerberus (Dahomey), tortrix (Natal) p. 124, po-
dargus (Lugon) p. 125, lactellus (Borneo) p. 130, figuratus (Java),
maculosus (Sarawak) p. 131, elaps (Borneo) p. 132, caprimulgus
(Sarawak) p. 136, scops (Neu-Guinea), Timoriensis (Timor) p. 137,
Rosenbergi (Celebes) p. 138, lynceus (Indien) p. 139, nanus (Surabaya),
Eryx (Laos) p. 140, larvatus (China) p. 141, Tisiphone (Ceylon) p. 142,
Haje (Cambodscha), obliquus (Neu-Guinea) p. 143, infumatus (Neu-
Guinea) p. 144, angularis (Mysol) p. 145, melancholicus (Queensland)
p. 147, scriceus (Rockhampton) p. 148, pumilus (Rockhampton) p. 149,
cristatus (Neu-Hebriden) p. 150; neue Arten; Candeze a. a. 0. IV.
Monocrepidius intermissus; Aeolus bivittatus p. 367; Pyropho-
rus alychnus p. 368 ; Cosmesus gracilis p. 369 ; neue Arten vom Po-
zuzu in Peru; Kirsch a. a. 0-
Ueber die Leuchtorgane von Pyropliorus s. oben p. 299 (47).
346 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Melanotus amussitatus (p. 19), erythropygus (p. 20), spernen-
dus, seniculus (p. 21); Japan; Candeze a. a. 0. V.
Athous secessus, suturalis (p. 23), virens (p. 24): Limomus vit-
tatus (p. 22); Corymbites notabilis, serrifer (p. 25), puerilis (p. 26),
neue Arten aus Japan; Candeze a. a. 0. V.
Cardiophorus pullatus, sequens (p, 16), pauper, adjutor (p. 17);
Japan; Candeze a. a. 0. V.
Meristhus insignatus (Ceylon), apiccdis (Celebes) p. 103, minu-
scülus (Sarawak) p. 104; Candeze a. a. 0. IV.
Agraeus cuniculus (Singapore), feroculus (Sumatra) p. 105, Mou-
lioti (Siam) p. 106; Tilotarsus fulvisparsus (Gabon), tuberculatus (Benj
guela) p. 109, Simplex (Gabon) p. 110; derselbe ebenda.
Chalcolepidius exülatus (Brasilien?) p. 161, Jekeli (Columbien?)
p. 162, aurulentus (Südcalifornien) p. 163. corpulentus (Bahia) p. 164,
Jansoni (Nicaragua) p. 165, Fryi (Peru) p. 168, Boucardi (Mexico)
p. 169; Semiotus Jansoni (Ecuador) p. 174, Fryi (Quito) p. 175, zo-
natus (Ecuador) p. 176, Chontalenus (Nicaragua) p. 177, acutus, bi-
spinus (Ecuador) p. 180, multifidus (Columbien) p. 181, cristatus
(Columbien) p. 182, Buckleyi (Ecuador) p. 183, auripilis (Bolivien)
p. 184, fusiformis (Bogota) p. 185, scitulus (Ecuador) p. 186, juve-
nilis (Columbien) p. 187, diptychus (Ecuador) p. 188; Campsosternus
Mouhoti (Laos) p. 191, a'eneus (Bengalen) p. 192, latiusculus (Pulo-
Pinang) p. 193, punctatus (Singapore) p. 194, igneus (Malacca), Plu-
tus (Borneo) p. 195, Iris (Madras) p. 196, Mulleri (Sumatra) p. 198,
Apollo (Laos), luctuosus (Madras) p. 199, Mniszechi (Malacca), so-
brinus (Indien) p. 201, argentipüis (Siam) p. 202, Saundersi (Laos),
parallelus (Birmah) p. 203; neue Arten; Candeze a. a. 0. IV.
Campsosternus Candezei n. sp. von Borneo, Sarawak; C. A.
Dohrn in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 77.
Calais Nietoi; Eudactylus Boucardi (Mexico); Salle, Rev. et
Mag. de Zool. 1873. p. 15 f.
Hemirhipus Bonvouloirei (Cayenne) p. 154, Perroudi (Brasilien)
p. 155; Tetrigus cyprius (Syrien) p. 156, pexus (Dorey) p. 157; Can-
deze a. a. 0. IV.
Tetrigus Lewisii; Pectocera Fortunei; neue Arten von Japan;
Candeze a. a. 0. p. 6.
Pectocera Messi (Canton) neue Art, Candeze a. a. 0. IV.
Psephus desertor (p. 7); Aeolus agnatus\ Anchastus aquilus
(p. 8), alle aus Japan; Candeze a. a. 0. V.
Ludius Sieboldii, junior (p. 27), plebejus, linteatus (p. 28);
Agriotes exülatus (p. 29), leucophaeatus, helvolus (p. 30); Glyphonyx
illepidus; Silesis musculus (p. 31); neue Arten aus Japan; Candeze
a. a. 0. V.
Elater hypogastricus, bicarinatus (p. 9); Megapenthes opacus,
gracilis (p. 10); Cryptobypnus cruciatus, quadrillum (p. 11), dlbipilis,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 347
curatus (p. 12), insulsus, humeralis (p. 13), ellipticiis. ovalis, luteipes
(p. 15); neue Arten aus Japan; Candeze a. a. 0. V.
Hörn beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. IV. p. 147 f.
die neuen Arten Cardiophorus mimetieus (Californien) ; Limonius
Crotchi (Oregon); Agriotes Thevenati (Californien); und V. p. 22 ff.
Elater Phelpsi (Californien); Esthesopus bicolor (Delaware) ; Glypho-
nyx mimetieus (Texas); Oestodes puncticollis (Dacota); Aplastus an-
gusticollis, tenuiformis, corymbitoides, molestus (Californien).
C. mimetieus = Edwardsi J; Limonius cribricollis Hörn =
Melanotus longulus Lee.; derselbe ebenda V. p. 22.
Heterocrepidius rufus (San Luis) p. 566; Monocrepidius hetero-
dero'ides (San Luis): Aeolus lateralis (Rosario) p. 567: Heteroderes
patagonus (Patagonien); Horistonotus canescens p. 568, castaneus
(Argentinien); Drasterius pictus; Cosmesus obtusipennis p. 569 (Bue-
nos Ayres); E. St ein heil a. a. 0.
Ischiodontus Candezii (Congo); Ritsema, Ent. Monthl. Mag.
X. p. 223.
Corymbites Putoni (Cantal); Paulinoi (Coimbra); Desbrochers
des Loges, Bull. Soc. Ent. Franc. III. p. CXVIII.
Melanotus Hidalgoi (Spanien), L. Perez Areas, An. Soc.
Esp. Hist. Natur. III. p. 131; Taf. I. Fig. 5.
Cryptotarsus (n. g.) ater (Rancagua in Chili); Philippi,
Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 308.
Elater fulvipes Beck = Agriotes gallicus? Kr a atz a. a. 0.
p. 187.
Rupertsberger beobachtete, wie Larven eines Elater, ver-
muthlich E. sanguineus L., sich von Larven und Puppen verschiede-
ner Holzinsekten nähren. Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
p. 5.
Corymbites tesselatus L. und holosericeus L. an Puppen von
Leucoma Salicis nagend. Sitzber. Zool. Bot. Ges. Wien. 24.
p. 5.
Die Larven von Agriotes segetis im Winter 1873 — 74 in Mähren
der Wintersaat schädlich geworden. Sitzber. naturf. Vereins Brunn.
1873. p. 37.
N. Coleman theilt über die Lebensweise der Larve von
Agriotes mit, dass sie um 9 Uhr Abends aus der Erde hervorkriegt,
um zu fressen. Amer. Natur. VII. p. 372. »
Cebrionidae. A. Chevrolat unterzieht in den Ann. Soc.
Ent. Franc. IV. p. 9 ff., 363 ff., 507 ff. diese Familie, aus der er
die Gattung Physodactylus ausscheidet, einer Revision. Auf die
Männchen einiger Arten gründet er drei neue Gattungen: Cebrio-
rhipis für C. Siamensis (Siam), coronatus (Malacca), elongatus, pe-
ctinicornis (Japan); Leptelytron für L. (C. ruscus F. und) gracili-
tarsis (Cap); Musopsis minarum (Brasilien). Ferner beschreibt er
348 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
64 neue Cebrioarten aus Spanien, Algier und Griechenland, 18 Sca-
ptolenus und Anachilus manäibularis (Florida).
Le Conte beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 55
Scaptolenus striatus (Texas).
Cebrio collaris (Algier) p. 337, nigriceps, angusticornis, filicor-
nis p. 338, luteolus (Boghari) p. 339, neue Arten; Fairmaire,
Rev. et Mag. de Zool. 1873.
C. Fairmairii (Boghari); Raffray ebenda p. 373.
Rhipidoceridae. Le Conte stellt in den Trans. Am. Ent. Soc.
V. die neue Gattung JBrachyspectra auf (von Ansehen einer
Zenoa, aber breiter, Mund geneigter, Mandibeln kleiner; kein Ony-
chium; vorderer Schenkelkopf undeutlich; Prosternum hinter den
Hüften verlängert und in eine Höhlung der Mittelbrust aufgenom-
men) für B. fulva (Texas) p. 56.
Dascillidae. Aus Japan beschreibt v. Kiesen wetter (Berl.
Ent. Zeitschr. 18.) folgende neue Arten: Eubrianax (n. g.)
ramicornis p. 246; Grammeubria (n. g.) opaca, nitidula p. 249.
Carcinognathus (n. g.) sulcifrons p. 370; Artematopus
variegatus p. 371; Ptilodactyla cistelo'ides, praecellens p. 372, la-
mellifera p. 373, scutellaris p 374, angusta p. 375, probanda, simu-
lans, obscura p. 376, vilis p. 377, heterophya, omospila p. 378, mi-
nuta, seceäens p. 379, nigra p. 380 neue Arten vom Pozuzu in Peru;
Kirsch a. a. 0.
Dascillus parallelus Dohrn = D. sicanus Fairm. Stett. Ent.
Zeit. XXXI V. p. 321.
Le Conte stellt in den Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 56
die neue Gattung A raeop us (von Spinola schon bei den Hemipteren
vergeben) auf; A. monachus (Oregon) und beschreibt Dicranopsela-
phus JEdwardsi (Californien) p. 57.
Microcara dispar (Spanien); Seidlitz, Fauna Baltica,
p. 329 Anm.
Helodes signaticomis (Pracchia); Baudi Ann. Mus. civ.
Genov. IV. p. 227.
Ptilodactyla pallida (Buenos Ay res); E. Steinheil, Atti Soc.
Ital. Sc. Nat. XV. p. 569.
Cyphonidae. Rolph giebt a. a. 0. p. 25 ff. die Beschreibung
der Larven von Cyphon (variabilis ?) und Helodes marginata, aus
der ich folgendes hervorhebe. Das vorletzte Körpersegment trägt
ein Stigmenpaar, von dem zwei mächtige, sackähnliche Längsstämme
ihren Ursprung nehmen. Diese entbehren des Spiralfadens und
anastomosieren im Pro- und Mesothorax durch eine breite Brücke.
Am Körperende finden sich einziehbare und vorstreckbare Kiemen-
tracheen, die aber für die Athmung nur von untergeordnetem Werthe
sind. Der Bauchstrang des Nervensystems hat 10 Ganglienknoten,
von denen der letzte der grösste und nahe an den vorhergehenden
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 349
herangerückt ist. Zwischen Unterlippe und Hypopharynx mündet
eine verästelte Speicheldrüse, deren feinere Zusammensetzung mit
der durch Leydig bekannt gemachten des grössten Speicheldrüsen-
paares der Biene übereinstimmt.
v. Kiesenwetter (Berl. Ent. Zeitschr. 18.) beschreibt folgende
neue Arten aus Japan: Odontonyx pectiiiata) Octoglossa flabellata
p. 242; Prionocyphon ovalis p. 243, fuscipennis; Scyrtes jap onicus
p. 244; Cyphon punctipes p. 245.
Telephoridae. F. Baudi a Selve liefert die Fortsetzung sei-
ner Vergleichung der in der 3. Ausgabe des Dejean'schen Catalogs
benannten Species der Dasytiden und Melyriden mit der heutigen
Nomenklatur. Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 293 ff.
Lycini. Lycus vallatus (Zanzibar); Gerstäcker a. a. 0.
p. 310.
Zur Kenntniss der Gattung Calopteron Guer. von Prof. E.
Taschenberg. Giebel 's Zeitschr. ges. Natur w. 44. p. 79 ff.
Nach Aufstellung der Gattungsdiagnose beschreibt Taschenberg die
Arten, darunter folgende neue: C. reguläre (Brasilien) p. 88, macu-
latum (Paraua) p. 89, Kirschi (Rio de Janeiro), ehngatulum (?) p. 90,
campanulatum (Venezuela) p. 91, laticorne (Parana, Mendoza), eon-
frater (Venezuela) p. 92, interstitielle (Venezuela) p. 93, quadraticolle
(Venezuela), columbianum (Venezuela) p. 94, nigripes (Brasilien) p. 95,
sexvittatum (Brasilien), scalare (Brasilien) p. 96. disco'idale (Brasilien)
p. 97, cognatum (Dej. ? Venezuela), plagiatum (Mendoza) p. 98, tri-
dens (Brasilien), bivittatum (Brasilien) p. 99, flavocostatum (Brasilien),
praeustum (Brasilien) p. 100, abundans (Brasilien) p. 101.
Calopteron infirmum p. 381 , acrocirrhum, humerale p. 382,
fatigans, acroleucum p. 383; Caenia peruviana, mirifica p. 384; Eros
bimaculatus, patruelis p. 386, parvulus p. 387 neue Arten vom Po-
zuzu; Kirsch a. a. 0.
Lampyrini. Le Conte beschreibt in den Trans. Am.
Ent. Soc. V. Microphotus angustus (Californien, Oregon) p. 58;
Matheteus (n. g., Calyptocephalus nahe stehend, aber Antennen
weit auseinander stehend, Oberlippe stärker entwickelt) Theveneti
(Californien) p. 59.
Kirsch beschreibt in der Berl. Ent. Zeits ehr. 17. die neuen
Arten vom Pozuzu in Peru: Cladoceras peruvianus; Lucidota bicolor
p. 388, funerea p. 389; Photinus pectordlis p. 389, Lecontei, fuscicor-
nis p. 390, maculicollis p 391; Aspidosoma sinuatocolle. angustum
p. 392.
Ueber das Leuchtorgan von Lampyris s. oben p. 301 (49).
Telephorini. Phengodes integripennis (Californien); Masti-
nocerus texanus (Texas); Le Conte a. a. 0. p. 59. Letztere Gat-
tung ist nicht aufrecht zu halten, derselbe ebenda p. 60.
Chauliognathus Lewisi (Neu-M^xieo); Crotch, ebenda p. 78.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. X
350 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Ichthyurus Doriae (Pulo Pinang); Gestro, Ann. Mus. civ.
Gen. IV. p. 359 f., wo auch die Genitalcharaktere der $ von J.
scripticollis, Dohrni, inermis und discoidalis abgebildet sind.
Suis apicalis (Angola); C. 0. Waterhouse, Ent. Monthl.
Mag. X. p. 157.
S. spinigera, cava, vulnerata (Oregon) p. 61, flavida, filigera;
Ditemnus obtusus (Californien) p. 62 ; L e Conte a. a. 0.
Telephorus flavigena (Rosario); E. Steinheil, Atti Soc.
Ital. Sc. Nat. XV. p. 570.
Chauliognathus (?) laticornis p. 393; Telephorus erythro cepha-
lus p. 394, carinatus lugens p. 395, luridus p. 396; neue Arten vom
Pozuzu; Kirsch a. a. 0.
Telephorus oriflavus (White Mountains); Le Conte, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 273.
Malthinini. Trypherus argentinus (Rosario), E. Steinheil,
Atti Soc. Ital. Sc. Nat. XV. p, 571.
In der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 45 ff. führt v. Kiesen-
wetter seine »Revision der europäischen Arten der Gattung Mal-
thodesa mit der Beschreibung von 40 weiteren Arten zu Ende, so
dass im Ganzen 81 Arten dieser Gattung in Europa nachgewiesen
sind. Zur leichteren Bestimmung ist eine analytische Tabelle bei-
gefügt, die aber nur 71 Arten enthält.
Malachiini. G. H. Hörn giebt in den Trans. Am Ent.
Soc. IV. p. 109 ff. eine Synopsis der in den Vereinigten Staaten
gefundenen Arten. Neu sind Temnosophus (n. g., die llgliede-
rigen Antennen sehr lang; Tarsen des ö* viergliederig) bimaculatus
(Louisiana) p. 111; Malachius mixtus (Californien) p. 113, Ulkii (Da-
catah) p. 114; Microlipus laevicollis (Nebraska) p, 116; (Pseudebaeus
n. g. für Eb. apicalis, pusillus Say, bicolor, oblitus Lee); Anthoco-
mus ventrdlis (Arizona) p. 118; Attal u s rostratus (Californien) p. 121?
oregonensis (Oregon) p. 122, varians (Texas, Louisiana) p. 123, par-
allelus (Texas), Pettüi (Canada) p. 124, rußventris (Ohio. Texas) p. 125.
Malachius macer, spinipennis , Theveneti (Californien); der-
selbe ebenda V. p. 27 f.
M-^iitülicolUs (Syrien), Chevrolat, Ann. Soc Ent. Franc.
III. p. 204; Abeillii (Jaffa), Bauduer, ebenda Bull. IV. p. CLXIV;
securiclatus (Baalbeck) p. 239; carinifrons (Caucasus) p. 241, flexi-
cornis (St. Jean d'Acre) p. 242, tricolor (Persien) p. 244; Baudi,
Ann. Mus. civ. Gen. IV.
Dasytini. E. Steinheil beschreibt in den Atti Soc. Ital.
Sc. Nat. XV. p. 572 f. die neuen Arten Astylus Strobeli (Mendoza,
Salvador); Arthrobrachys quadrilineatus, testaceus, testaceolimbatus
(Argentinien).
Dasytes acutipennis (Algier), Baudi, Ann. Mus civ. Ge-
no va IV. p. 248.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 351
Baudi a Selve beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
die neuen Arten: Dasytes timidus (Cypern) p. 318; Dasytiscus vire-
scens (Cypern) p. 319; Acanthocnemus Truquii (Cypern).
Aphyctus saginatus (Salonik), Mülleri (Griechenland) zwei neue
Arten; Kiesenwetter in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 31, 32.
Dasytes amplipennis (Algier), D. flavipennis (Sicilien) p. 296;
Haplocnemus integer (Oberitalien) p. 302 n. A. ; Baudi a Selv e a. a. 0.
Astylus ambages (Pozuzu) n. A.; Kirsch a. a. 0. p. 396.
Henicopus dentipes; Lobonyx ruficollis (Boghari); Raffray,
Rev. et Mag. Zool. 1873. p. 373.
Folgende neue Arten beschreibt v. Kiesenwetter (Berl. Ent.
Zeitschr. 18) aus Japan: Lycus modestus p. 250; Celetes pectinifer
p. 251, quadricollis p. 252; Eros militans p. 253, delicatulus, spini-
coxis p. 254, nasutus p. 255, geometricus p. 256, coracinus p. 257,
nothus; Lucernuia discicollis p. 258; Lucidota tabida p. 259, vulne-
rata p. 260, angusticollis ; Luciola vitticollis p. 261, picticollis p. 262,
parvula, praeusta p. 263; Podabrus macilentus p. 264, ochraceus,
malthinoldes p. 265; Cantharis japonica p. 266, Ciusiana p. 267,
oedemero'ides p. 268, provida, episeopalis p. 269, Midas p. 270, viri-
dipennis, venatrix p. 271, attristata p. 272, luteipennis, curtata p. 273,
adusticollis p. 274, aegrota p. 275, modesta p. 276, vitellina p. 277,
badia, plebeja p. 278; Podistra japonica p. 279; Malthinus humeralis
p. 280; Malthinellus (n. g.) bicolor; Malthodes Niponicus p. 281;
Drilonius (n. g.) striatulus p. 282; Laj us flavicornis, histrio p. 283;
Malachius xantholoma, foveifrons p. 284, vitticollis p. 285; Attalus
japonicus; Ebaeus clüorizans p. 286, picticollis; Hypebaeus oblongu-
lus ; Carphurus plagiatus p. 287; Dasytes Japonicus p. 288.
Gleridae. Chevrolat veröffentlicht einen Katalog der Arten
in seiner Sammlung, Rev. et Mag. de Zool. 1874. p. 252 ££., nebst
der Beschreibung von 118 neuen Arten: Cylidrus pallipes (Indien);
Macrotelus ? cinctipennis (Cuba); Cladiscus Hindostanus (Indien);
Tillus leucomelas (Mexico); Pallenis fulvescens (Indien); Cymatodera
melazona, geniculata (Guatemala); Priocera hypocrita (Brasilien), fla-
voguttata (Yucatan); Axina retrocincta (Natal); Opila nigrites (Africa),
tuberculicollis (Natal), variipes (Sydney), - praeustics (N'gami-See),
punctipennis (Chili); Sallea (n. g.) necrobio'ides (Guatemala), rubri-
pennis (Mexico), bicolor (Vera Cruz); Derestenus distinctus (Yucatan),
nigrifrons (Mexico), lateralis (Mexico), mutabilis (?), vittipennis
(Mexico); Thanasimus melanoceplmlus (Neu-Schottland) ; Clerus obli-
quevittis (Brasilien), mutabilis (Mexico), semiochraceus (Mexico), ' in-
dagator (Venezuela), paraensis (Para), Meridanus (! Yucatan), quadri-
nodosus (Mexico), torquatus (Guyana), faber (Para), simulans (Cayenne),
sanguinipes (Mexico), tricinctus (Para), Pilatei (Yucatan), cognatus
(Para), morosus (Brasilien), scutellaris (Mexico), immar ginatus (Neu-
Granada), mollifascia (Mexico), scapularis (Natal); Aulicus plutus
352 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Australien), corattipes (Tasmanien), chrysurus (Australien), basicollis,
alboguttülatus, bilineatus (Cuba); Olesterus cruentatus (Australien);
Zenithicola funestus (Neu-Süd-Wales), sosius (Australien); Trichodes
Dregei (Cap), rufitarsis (Caucasus), Sinae (China), caucasicus (Cau-
casus), sexpustulatus (Syrien), Georgianus (Georgien), ephippiger
(Erzerum), Kindermanni (Syrien), Atticus (Griechenland), x-littera
(Algier); Eleale speculum (Van Diemensland), herbacea (Australien),
alboscutellata (Australien), Tasmaniae (Tasmanien), semichrysea (Au-
stralien), anormis (Schwanenfluss), brevicomis (Australien), lanata
(Van Diemensland), latacincta (Schwanenfluss), disparipes (Schwanen-
fluss); Stigmatiuni thanasimo'ides (Malacca), basipes (Java), dimidiatum
(Cochinchina), nitidiceps (Dorey), leucochile (Siam), basipenne (Bor-
neo), fasciatoventre (Moreton Bay), flavescens (Nouv. Gall. du Sud),
linealba (Moreton Bay), pallipes (Borneo), miserum (Australien);
Omadius semicarinatus (Molukken), nigropunctatus (Cambodja), annu-
lipes (Molukken), Novae-Gruineensis (!), pictipes (Neu-Guinea); Epi-
phlaeus marginipes (Mexico) , lividipes (Venezuela) , quadristigma
(Cuba) ; Lemidia xanthozona (Australien), pulverosa, semilutea (Indien);
Hydnocera funebris (Californien), bituberculata (Mexico), quadrilineata
(Yucatan), nüidicollis (Mexico); Eurymetopum circumflexum (Chili);
Tenerus binotatus (Malaisia) ; Ichenea religiosa (Mexico), trilineata,
circumcincta ; Platynoptera ichno'ides] Pelonium milüare (Mexico),
Pensylvanicum (Pensylvanien), stenochio'ides (Mexico), piciventre^vibsi),
nigroclavatum (Mexico), insigne (?), lineatocolle (Californien), ßiolus
(Californien), subfasciatum (Guadeloupe), bilineicolle (Mexico), flavo-
marginatum (Neu-Freiburg), quadrinotatum (Texas), circumcinctum
(Brasilien); Orthopleura suturalis (Mexico).
Zur Lebensweise des Denops albofasciatus Charp, bemerkt
Fuss, dass derselbe an Zaun- und Weinbergpfählen im April und
Mai anzutreffen sei und vom Raube anderer Käfer lebe (Apate si-
nuata, vielleicht auch anderer, in seiner Gesellschaft lebender Arten).
Ein Springen des Denops, was Hampe hehauptet hatte, kann Fuss
nicht bestätigen. Verhandl. u. Mitth. d. siebenb. Vereins f. Natur-
wissensch. i. Hermannst. XXIV. p. 34.
Kraatz macht Bemerkungen zu einigen Trichodesarten und
beschreibt Tr. subfasciatus (Falderm i. 1.). Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 239 ff.
Axina fasciata; Pelonium (?) sexpunctatum (Pozuzu) n. A.;
Kirsch a. a. 0. p. 398.
Trichodes armeniacus (Armenien); Baudi, Ann. Mus. civ.
Genova. IV. p. 245.
T. bimaculatus (Californien, Oregon); Lebasiella maculicollis
(Californien); Le Conte, Trans. Am. Ent. Soc V. p. 63.
Hydnocera bonariensis (Buenos-Ayres); Necrobia fusca (San
Luis); E. Steinheil a. a. 0. p. 573.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 353
Cupesidae. Nach Le Conte in den Proc. Acad. Phil. 1873.
p. 334 ist Omma Newm. sehr verwandt mit Cupes, namentlich C.
serrata Lee; trotzdem schafft er für letztere Art die neue Gattung
Priacma und beschreibt Cupes lobieeps (Californien) ; Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 87 f.
Ptinidae. Le Conte beschreibt in den Trans. Am. Ent.
Soc. V. die neuen Amerikanischen Arten Hedobia granosa (Cali-
fornien); Xestobium affine (ebenda und Vancouver Isl.) p. 64, squa-
lidam (Rhode Isl.) Vriletta (n. g., von Xyletinus durch den Bau der
Fühler unterschieden) Murrayi, expansa p. 64, convexa (Californien);
Euceratocerus (! n. g., von Ptilinus durch die Fühler, die
grösseren und wenig hervorragenden Augen, längeren und schlan-
keren Tarsen unterschieden) Horni (Texas) p. 65.
Dorcatoma argentina (Argentinien); E. Stein heil, a. a. 0.
p. 574.
Ptinus comptus (Syrien) ; Chevrolat, Ann. Soc. Ent. Franc.
III. p. 204; (Eutaphrus) damascenus (Damascus), Baudi, Ann. Mus.
civ. Genova IV. p. 256.
Baudi a Selve beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr.
17. die neuen Arten: Hedobia tricostata (Cypern); Ptinus obsoletus
(Cypern) p. 326; P. (Eurostus) qiiisquüiaritm (Alpen) p. 327 Anmerk.
P. (Eurostus) apenninus (Porretta in Toscana) p. 328 Anmerk.
Noch einmal Anobium paniceum in spanischem Pfeffer; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 192.
Dorcatoma Zusmaehusense Beck = Enneatoma affinis Sturm;
Kraatz a. a. 0. p. 185.
Dorcatoma pdllicornis (Mt. Washington), Le Conte, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 274.
Xyletinus byssinus p. 399; Phoberus (n. g.) byrrho'ides p. 401
neue Arten vom Pozuzu in Peru; Kirsch a. a. 0.
Baudi a Selve stellt auf in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 331 Bhadine n. g.; die Art ist R. parmata (Cypern), ebenda
p. 332^ und beschreibt ferner die neuen Arten Apate cornifrons
(Cypern) p. 334; Rhizopertha sicula (Sicilien) p. 336 Anmerk.
Catorama peruviana, humeralis (Pozuzu) n. A.; Kirsch a. a. 0.
p. 401.
Bostrychidae. Polycaon pllcatus, obliquus (Texas), Le Conte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 65 f.
Apate hamaticollis (Algier), Fairmaire, Pet. Nouv. Ent.
VI. p. 407.
Bostrychus angustus (Buenos Ayres), Steinheil a. o. a. 0.
p. 575.
Lyctidae. H. Tournier verzeichnet in den Pet. Nouv. Ent.
354 Bertkau: Bericht üb. d. wissenscb. Leist. auf d. Gebiete
VI. p. 411 f. die Europäischen Arten und beschreibt L. Deyrollii
(Mingrelien), caucasicus (Caucasus) neue Arten.
Cioidae. E. Abeille giebt im Bull. Soc. Ent. Franc. IV.
p. CCXXIV synonymische Bemerkungen (C. sublineatus Wank. =
fuscicornis Meli. ; striatulus Meli. = flavipes Luc, bleibt aber wegen
des früheren flavipes Mots.; fuscatus Meli, eine Varietät von casta-
neus id. Ebenda p. LII ändert er C. Alni Meli, (non Gyl.) in C.
coluber um und beschreibt C. reflexicollis (Pyrenaeen), Perrisi, filum
(Sos), quadridentulus (Landes); Rhopalodontus Baudueri (Sos).
Cis coriaceus p. 337; C. (Hydraule Thoms.) pumilio, C. clavi-
cornis, p. 338, neue Arten von Cypern; Baudi aSelve in der
Berl. Ent. Zeitschr. 17.
Tenebrionidae. F. Baudi a Selve beginnt im Bull. Soc.
Ent. Ital. VI. p. 183 ff., 275 ff. eine Aufzählung und Revision der
in Italienischen Sammlungen vertretenen Arten nebst Anmerkungen
über das Vaterland und die Verbreitung. In diesem Theile, der von
den Zophosini bis zu den Akisini geht, sind einige neue Arten nament-
lich aufgeführt, deren ausführlichere Beschreibung in der Berl. Ent.
Zeitschr. 1875 erfolgen soll.
Erodiini. Eine Monographie der Gattung Erodius giebt
Allard in Rev. et Mag. Zool. 1873. p. 122 ff. Auf eine analy-
tische Tabelle folgt die ausführliche Beschreibung der 62 Arten
unter denen neu sind E. (rugicollis = rugosus All. p. 145, Henoni
= granulosus All.,) Beichei (Syrien) p. 164, pyriformis (Sicilien)
p. 203, maximus (Marocco) p. 206, Solieri (Algier) p. 212, nitidi-
costis (Algier) p. 220, obtusus (Huelva in Spanien) p. 221.
Helaeini. Bates beschreibt im Ent. Monthl. Mag. X.
p. 50 f. Aethalides (n. g.) punctipennis (Westaustralien); Onoster-
rhus punctulatus (ebendaher); und in den Trans. Ent. Soc. Lond.
1873. Nyctozoilus Deyrollii (Australien) p. 348; Styrus (n. g.)
elongatulus (Queensland) p. 350; Amphianax (n. g.) subcoriaceus
(Australien) p. 351; Agasthenes (n. g.) Westiooodi (Südaustralien)
p. 353.
Cilibe opacula p. 474, otagensis p. 476, Pascoei p. 469, hume-
ralis p. 480, thoracica p. 481, brevipennis p. 482, rugosa p. 483,
tibialis p. 484, impressifrons p. 485; neue Arten von Neu-Seeland;
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
Bates giebt eine Revision der Gattung Hypaulax) Ann. a.
Mag. Nat. Hist. XIII. p. 16 ff. und beschreibt die neuen Arten
H. opacula (Rockhampton) p. 18. ampliata (Champion und Nicol Bay)
p. 19, tenuistriata (Queensland) p. 21.
Derselbe stellt ebenda p. 23 f. eine verwandte neue Gat-
tung Astathmetus, auf; die Art ist A. alienus von Colombia.
Tentyriini. G. Hörn giebt ein Verzeichniss der Gattungen
dieser Tribus, aus der er Craniotus und Auchmobius als Repräaen-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 355
tauten je einer besonderen Tribus entfernt. Cryptadius Lee. = Eu-
rymetopon. Neu sind Stibia ovipennis (Californien) p. 28, hispidula
(Utah) p. 29. Trans. Am. Ent. Soc. V.
Gnathosia pumila (Griechenland) p. 197; Microdera marginata
(Persien) p. 278; Baudi a. a. 0. Megalophrys Waterlwusii (Valdivia);
Bates, Ent. Monthl. Mag. X. p. 47.
Eremoecus (?) cordicollis (Pozuzu) n. A. ; Kirsch a. a. 0.
p. 402.
Epitragini. Hörn stellt a. a. 0. die neue Gattung Chilo-
metopon auf für C. (Trimytis abnormis und) helopioides (Cali-
fornien) p. 31.
Steinheil beschreibt in den Att. Soc. Ital. Sc. Nat. XV.
p. 576 ff. 8 Epitragusarten aus Argentinien.
Le Conte macht in den Proc. Acad. Philad. 1873. p. 334
auf die überraschende Aehnlichkeit aufmerksam, die zwischen einem
Chilenischen Nyctipetus und Amphizoa Lecontii Matth. besteht.
Stenosini. Baudi beschreibt a. a. 0. p. 295 ff. die neuen
Arten Stenosis tenuicornis (Persien); Dichillus pdlaestinus (! Palae-
stina), cylindricus (Kleinasien), rugatus (Persien), bicarinatus (Algier).
Scaurini. Hörn stellt a. a. 0. p. 33 Schizillus n. g.
(von Centrioptera verschieden durch die vollständig getheilten
Augen) auf; S. latieeps (Californien).
Tenebrionini. Fairmaire stellt die neue Gattung Pro-
derops auf (Zophobas sehr nahestehend; Kopf gross, Flügeldecken
schmal, Augen weit vom Thorax entfernt); P. foraminosus (Süd-
amerika); Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 394 und. beschreibt in
den Ann. Mus. civ. Genov. IV. p. 533 Goniadera cariosa, parvula
(Montevideo); Pet. Nouv. Ent. VI. p. 388 Tenebrio fuliginosus
(Marocco).
Nyctobates subnitens (Arizona); Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 35.
Calcar Maffrayi (Algier); Fairmaire, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 340.
Heterotarsini. Phobelinus metallicus; Anaedus angusticollis
(Pozuzu) n. A. ; Kirsch a. a. 0. p. 404 f. .
Cyphaleini. F. Bates beschreibt in den Trans. Ent.
Soc. Lond. 1873 Amarygmimus (n. g.) Duboidayi (Champion
Bay) p. 355; Anausis (n. g. für Prophanes metallicus Westw. und)
Macleayi (Champion Bay); Oremasis Haagi (Queensland) p. 356;
Apomestris (n. g.) Westwoodi \ Victoria); Decialma Pascoü (Queens-
land) p. 358; Mithippia Jansoni (Westaustralien) p. 359; Ctimene
(n. g.) Breweri (Albany) p. 360; Cyphaleus chalybeipennis Mac. L.
= C. Mastersi Pasc. Diese Art, sowie C. cupricollis Mac. L. ist
zu Prophanes zu ziehen; C. 0. Waterhouse, ebenda 1874 p. 546
f.; als neue Arten beschreibt derselbe Cyphaleus qiiadrispinosus
356 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Queensland) p. 545; Prophanes spinosus p. 546; Platyphanes öb-
longus p. 547 (Australien).
Cnodalonini. Bates beschreibt in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XIII folgende neue Arten: Titaena pulchra (Neu Süd
Wales) p. 103; Artystona (n. g.) Wakefieldi, rugiceps (Neu Seeland)
p. 105; Callismilax (n. g.) venusta (Neu-Caledonien) p. 106, Mäk-
lini p. 107, Deplanchei p. 108, ruficomis, grandis p. 109, sternalis
(alle von Neu-Caledonien); Adeliura zelandicum (Neu-Seeland) p. 110;
Amarygmus zelandicus p. 112.
Helopini. Waterhouse beschreibt in den Trans. Ent.
Soc. London 1873 Ectyche scdbripennis p. 360, sculpturata, tuber-
culipennis p. 361; Micr ectyche (n. g., Antennen kurz, nicht durch-
blättert) intermedia p. 363, ferruginea, dubia, Byii p. 364; Meti-
sopus (n. g.) purpareipennis (Norfolk Inseln) p. 371; Chlor ocamma
(n. g. für Neomida sulcata Montr. und) carenipennis (Neu-Caledonien);
Adelium strigipenne (Australien) p. 365, nigroaeneum, Fairmairii
p. 366, marginatam p. 367, externecostatum p. '368 (Neu-Caledonien);
Dystalica subpubescens (Neu Süd Wales) p. 369; Episopus (n. g.
für Isopus convexus Montr. und) politus (Neu-Caledonien) p. 373;
Isopus robustus p. 375, Allardi p. 376, cyaneus, caledonicus p. 377
(Neu-Caledonien); Omolipus oblongus, parvus (Westaustralien) p. 379.
Helops arizonensis (Arizona); G. H. Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 36.
Helops maroccanus (Marocco); Fairmaire, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 341.
Eusarcus Letourneuxi (Dellys); Raffray ebenda p. 368.
v. Rottenberg ändert den 1870 aufgestellten Gattungsnamen
Parablops als schon von Schönherr auf ein Anthribiden-Genus an-
gewandt in Gerandryus um. Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 217.
Helopinini. Micrantereus Gerstaeckeri (Keren, Abyss.),
Gestro, Ann. Mus. civ. Genov. IV. p. 354.
Amarygmini. Amar. zelandicus (Neu-Seeland); Bates, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (4) XIII. p. 112.
Eupezus nigerrimus (Südafrica). J. G. Wood; Insects Abroad
London 1874. p. 183.
Strongyliini. C. V. Riley (Rep. Ins. Miss. VI. p. 117 f.
Fig. 32) beschreibt und bildet ab eine in Gesellschaft mit Eupsalis
minuta auf der Eiche vorkommende Larve, die er für die von
Strongylium tenuicolle hält.
Strongylium ruficorne, axillare (Pozuzu) n. A.; Kirsch a. a. 0.
p. 416 f.
Blaptini. Mulsant und Mayet geben in den Mem. Acad.
Lyon XIX. p. 340 ff. die Beschreibung der Larve von Blaps gigas.
Hörn beschreibt a. a. 0. p. 33 Eleodes veterator (Texas); E.
texana Lee. = suturalis Say. var.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 357
Le Conte giebt in den Proc. Ac. Philad. p. 334 folgende
synonymische Berichtigungen: E. viator Lee. = tuberculata Mann.;
subtuberculata Walk. — granulata Lee; latiuscula Walk. = hume-
ralis Lee; binotata Walk. = sponsa Lee; conjuneta und convexi-
collis Walk. = obscura Say.
Ein Blaps fatidica Creutz. mit abnorm entwickelten Beinen
beschreibt Mohnike in den Sitzber. d. Niederrh. Ges. f. Natur-
u. Heilkunde. 1873. p. 171.
Asidini. Cardigenius granidatus, crinifer (Montevideo),
Fairmaire, Ann. Mus. civ. Genov. IV. p. 532.
Asida alonensis (Alicante) p. 409. T. XIII. F. 3, Bicoi p. 412.
F. 4; Martinez y Saez, An. Soc. Esp. Hist. Nat. II.
A. Ludovici (Ivica) p. 136; T. III. F. 1, setosa (Spanien) p. 139.
F. 2, Perez Areas ebenda III. A. serripes (Andalusien) Chevrolat,
p. 157.
Nach Kraatz (Berl. Ent. Zeitschr. 18 p. 105 ff.) kommt
in Deutschland nur eine Asidaart vor, nämlich A. sabidosa Goeze,
von der die 3 anderen für Deuschland aufgeführten nur Varietäten
sind.
Derselbe beschreibt ebenda p. 112 A. pusülima aus der
Sierra Nevada und berichtigt einige Irrthümer Allard's ebenda
p. 115.
Nycteliini. Gyriosomus Kingi, affinis (Nord Chili); E, C.
Reed, Ent. Monthl. Mag. IX. p. 207 f.
Pimeliini. Polpogenia Laglaizii (Cap Verde), F. Bäte 8
ebenda X. p. 47.
Pimelia pubenda (Syrien), Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 203; P. semiliispida (Algier), L. Fairmaire. Pet.
Nouv. Ent. VI. p. 407.
Molyrini. Haag-Rutenberg giebt in den Coleopt. Heft.
XI. p. 1 — 43 eine Monographie der Gattung Trachynotus, mit der
er Somaticus und Trachelaeum Hope vereinigt. Neue Arten sind
Trachynotus Waldbergi (Svakop), Badeni (Caffrarien), Bohemanni
(N'gami See) p. 14, cinetns (Central-Afrika p. 12, Brückt (N'gami
S.) p. 13, punetiger, scaber (Cap) p. 15, Stall (Svakop) p. 18, gracilipes
(Cap) p. 19, tibialis bipunetatus (Caffrarien) p. 20, geniculatus (Dia-
mantfelder) p. 21, vittiger p. 22, tricostatus, licinöides (Cap) p. 23,
tentyrioides (N'gami) p. 24, dilatatus p. 25, contrarius p. 27 (Cap),
vestitus (Südafrika) p. 30, setidosus p. 31, crinitus p. 32, Kraatzi
p. 32, similis, Chevrolati p. 35, recurvus, plicipennis p. 38, omatus
p. 40 (Cap), frontalis, albimacidatus (Caffr.) p. 42.
Derselbe stellt ebenda Etlimus n. g. (von Psammodes und
Trachynotus verschieden durch die verbreiterten Fühler; Flügel-
decken schmal, Kopf gross und frei), auf; E. maculatus (Angola),
latus (N'gami) p. 45.
358 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Allard liefert eine Beschreibung der Arten der Gattungen
Sepidium und Vieta (Rev/ et Mag. de Zool. 1874. p. 120 ff.) und
beschreibt die neuen Arten Sepidium perforatum (Tanger) p. 130,
Eeichei (Algier, Aegypten) p. 131, laterale (Algier) p. 133, pattens
(Algier) p. 137; Vieta Algeriana p. 146, costata (Abyssinien), ovalis
(ebendaher) p. 147.
Chevrolat beschreibt Echinotus Natalensis, eine neue Art
von Natal; ebenda p. 331.
Pedinini. Blapstinus latifrons (Vancouver Isl.), Le Conte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 70.
Opatrini. Mulsant und Mayet geben die Beschreibung
der Larve von Phylax littoralis ; Mem. Acad. Lyon XIX. p. 338 ff.
Fairmai re stellt die n. G. Psendolamus auf (von Gestalt
eines Gonocephalum, letztes Kiefertasterglied abgestutzt, eiförmig;
Oberlippe ganz, Augen klein, Yorderschienen ungezähnt, nicht er-
weitert); P. seriatoporus (Tangiers). Nach demselben ist Platydema
subplumbeum ein Haionomus. Pet. Nouv. Ent. VI. p. 388 f.
Derselbe beschreibt Ann. Soc. Ent. Franc. III. Brachy-
esthes approximans p. 391, Gastonis p. 392 (Souf).
Gonocephalum angustatum (Syrien), Chevrolat, ebenda
p. 204.
Kraatz erörtert in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 436 ff.
die Synonymie einiger Opatrumarten. 0. patruele Küst. = 0. ru-
sticum Ol. 0. famelicum Küst. = 0. rusticum. 0. setulosum Küst.
= 0. rusticum. 0. lineare Küst. = 0. costatum Brülle. 0. Sturmii
Küst. = 0. pesthiense Friv. 0. graniger und hispidosum Brülle =
0. verrucosum.
Diaperini. Bates beschreibt im Entom. Monthl. Mag.
IX. folgende neue Arten: Spiloscapha (n. g.) crassicornis (Neu
Süd Wales) p. 202; Hoplocephala amazonica (Santarem) p. 203,
castanea (Neu Granada), lateralis (Columbien) p. 204; Euoplus Le-
contii (Columbien) p. 234; Allophasia Marseuli (?); Stenoscapha
(n. g.) tibialis (Ega) p. 237 und ebenda X. Diaperis Lewisi (Japan),
sanguineipennis (Ceylon) p. 14; Apsida chrysomelina p. 15, Belti
p. 16 (Chontales), purpureimicans (Neu Granada), aeneomicans p. 16,
Boucardi p. 17 (Mexico).
Motschulsky beschreibt im Bull, de la Soc. Imp. des
Naturalistes de Moscou. XLVI. No. 2 die neuen Arten Diaperis
fungi (Caucasus, Sibirien); Oplocephala quadricornis (Georgien)
p. 466, gracilis (Ohio), ferruginea (Indien), castanea (Louisiana)
p. 467, rufotestacea (Indien), spadicea (Madagascar), testacea (Indien)
p. 468, atra (Madagascar), Callistomonis (Neu-Holland), p. 469;
Platydema nigritum (Neu-Orleans), novicum (Neu-Holland), oblongulum
(Florida) p. 470, ochracea (!) (Indien); Basides (n. g.) bifasciatus,
plagiatus, rufopiceus, nificollis, crassicollis, octotnaculatus, ziezac (alle
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 359
von Indien), lunatus, flavomaculatus (von Port Natal) p. 475; Cero-
pria femorata (Java), posticalis (Java) p. 476 ; Neomida atra (= eu-
ropaea?) (Spanien), discolor (Brasilien), subquadrata (Centralamerika)
p. 477, texana (Texas), subsericea (Syrien), nigrata (!) (Californien)
p. 478, flavicornis (Neu-Orleans), tricuspis (Indien), rufula (Aegypten
p. 480, bicuspis (Surinam); Pentaphyllus barbarus (Algier) p. 481>
americanus (Georgien); Heterophyllus natalis (Port Natal) p. 482.
Anemia? submetaUica (Bouksoul); Raffray, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 377.
Phrenapatini. Delognatha brevicornis (Epirito Santo), pun-
cticollis (Brasilien), Buckleyi (Ecuador); F. Bates, Ent. Monthl.
Mag. X. p. 48 f.
Ulomini. Derselbe beschreibt ebenda Toxicum picticolle
(Neu-Guinea) p. 45; Epitoxicum (n. g.) haplandroides (Indien)
p. 46; Peneta cervus (Peru) p. 50 und IX. Alegaria Sallaei (Mexico)
p. 181, quadraticöllis (Venezuela) p. 182, parallela (Brasilien) p. 183;
Ulomimus (n. g.) Indiens p. 202; Metabolocerus (n. g.) pilosus
(Neu-Granada) p. 259, clypeatus (Cumana), Frii (Columbien) p. 260;
Metulosonia (n. g.) Horni (Panama), Egaensis (Ega) p. 262; Pel-
toides capensis p. 262.
Phthora americana (Oregon); Hörn, Trans. Am. Ent. Soc.
V. p. 35.
Toxicum tricornutum (Japan); C. 0. Waterhouse, Ent.
Monthl. Mag. XI. p. 126.
Uloma Cypraea Kraatz, von Cypern; Berl. Ent. Zeitschr.
17. p. 196.
Letzner beschreibt Larven und Puppen von Gnathocerus
cornutus L. 52. Jahresber. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur
p. 166 ff.
Cistelidae. Aus dieser Familie beschreibt Mäklin in den
Acta Societ. Scient. Fennicae. X. p. 664 ff. die neuen Arten: Alle-
cula promiscua, punetatissima, funesta, annulata, vilis (Java), fuli-
ginosa, melanaria (Japan); Lystronychus Guerini (Bolivien), Scolaris
(Columbien), sexsignatus (Venezuela ?), . metallicus, hirtellus, hirsutus
(Brasilien), denticollis (Columbien), latipennis (Brasilien); Xystropus
pilosus (Cayenne), fallax (Columbien), breviusculus (Brasilien), Lebasii
(Columbien), fulgidus (ebenda), laniger (Brasilien), pedino'ides (Co-
lumbien).
v. Kiesenwetter giebt in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 9 ff. eine Revision der Ci steliden-Gattung Podonta
Muls., in der auf eine analytische Tabelle die ausführliche Be-
schreibung der (12) zu diesem mehr eine Artengruppe vorstellen-
den Genus gehörenden Arten folgt. Neue Arten sind: P. ambigua
(Magnesia), Turcica (Asiat. Türkei), atrata (Türkei), Heydeni (Klein-
360 Bertkau: Bericht üb. d. wissenseh. Leist, auf d. Gebiete
asien), Müleri (= oblonga Miller, Cephalonia), corvina (Salonik),
morio (Olymp).
Heliotaurus janthinns (Boghari); Raffray, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 378.
Cistela impressicottis (Syrien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 205.
Monommatidae. Hoporhagus Gilensis, Opuntiae (Arizona);
Hörn, Trans. Am. Ent. Soc, IV. p. 149.
Pythidae. Derselbe beschreibt ebenda p. 150 f. Sphalma
(n. g., Thorax fast quadratisch, scharf gerandet) quadricollis (Cali-
fornien).
Abeille de Perrin bringt in Bull. Soc. d'hist. nat. de
Toulouse VIII. eine Aufzählung der Europäischen Salpingiden
(Agnathus, Pytho, Lissodema, Salpingus, Rhinosimus). Neu sind
Salpingus Ryi (Sos); Rhinosimus tapirus (Tarbes), omithorhynchus
(Var).
Melandryidae. Eustrophus impressicottis (Vancouver Insel);
Le Conte, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 69.
Nach G. C. Champion kommt Abdera triguttata Gyl. in
Schottland vor. Ent. Monthl. Mag. XI. p. 63.
Scotochroa atra (White Mountains); Le Conte, Proc. Bost.
Soc. XVI. p. 274.
Orchesia blandula (Vratna-Thal in den Karpathen) ; Brancsik
in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 229.
Dircaea dorsalis Beck = Dryala fusca Gyllh.; Kraatz a. a. 0.
p. 187.
Pedilidae. Hörn hebt die Verschiedenheit der Genitalanhänge
der J von Corphyra hervor und beschreibt C. abnormis, Crotchi,
monticola, inconspicua, Bairdi, distinguenda (Californien) ; Trans.
Am Ent. Soc. V. p. 39 ff.
Stereopalpus pruinosus (Californien); Eurygenius campanulatus
(Vancouver- Insel); Le Conte, ebenda p. 69.
RMpidophoridae. Die Lebensweise des bei Vespa germanica
und vulgaris (bei letzterer namentlich die dunkele Varietät) leben-
den Rhipidophorus paradoxus setzt A. Rouget in den Mem. Acad.
Dijon (3) I. p. 229 ff. auseinander.
A. Laboulbene beschreibt und bildet ab die Puppe eines in
die Nachbarschaft von Symbius gerechneten Käfers in der erhärteten
Larvenhaut; Ann. Soc. Ent. Franc. IV. p. 45— 48. T. II. F. 1—7.
Clinops spectabilis (Antiochien) ; Emenadia inferna (Caffrarien) ;
Schaufuss, Nunq. Otios. II. p. 272 f.
Le Brun beschreibt sein Verfahren des Ausnehmens von Wes-
pennestern, um Metoecus paradoxus zu erhalten. Compt. Rend.
Soc. Ent. Belg. 16. p. CXXIX. und 17. p. VII.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 361
Rhipiphorus Raffrayi (Boghari); Fairmaire, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 342.
LagrÜdae. Statira armata, tuberculata, laticollis, fuscitarsis
(Brasilien), tristis (Mexico), &i<baenea, apicalis (Brasilien), nigripennis,
humerälis, affmis (Mexico), annulata, fasciata, obscura, gracüis (Bra-
silien); Disema (n. g. gegründet auf St. thoracica und die ebenso
abweichenden neuen Arten) bimaculata, cöllaris, crassicornis, longi-
comis, impressicollis , serraticollis, ambigua (Brasilien) ; Eutrapela
unicolor, bicolor, verticalis, gracüis (Südafrica) ; Acropachia (n. g.)
bifoveolata (Brasilien); Storthephora (n. g.) denticollis (Vene-
zuela), aurita (Brasilien); neue Arten, Mäklin in Acta Societ.
Scient. Fennicae. X. p. 636 ff.
Statira sculpta, anthicoides (Pozuzu) n. A.; Kirsch a. a. 0.
p. 411 f.
Lagriola (n. g.) operosa, denticulata (Pczuzu) n. A.; Kirsch
a. a. 0. p. 411.
Anthicidae. Zwei neue Anthicinen , Steropes Hungaricus
(Gross-Kanizsa in Ungarn) und Neogonus (n. g.) Plasonii (Athen)
beschreibt Hampe in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 23. p. 166.
Kraatz in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 351 hält dagegen
den letzteren für einen Melandryaden.
Die Gattung Anthicoxeuus Fairm. und Germain hat nach Phi-
lippi in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 311 gespaltene Klauen.
Derselbe beschreibt ebenda p. 310 A. Ovallei n. sp. aus Chili.
Mordellidae. Mäklin beschreibt in den Acta Societ.
Scientiarum Fennicae. Tom X. p. 565 ff. neue Mordelliden.
Mordella elegans (Cap), Fahraei (= hieroglyphica Fähr.), albonotata
(Brasilien), albiventris (ebenda), fuliginosa (desgl.), stimulea, brasi-
liana, subnotata (alle aus Brasilien), confusa (Cap), tenella, subfasci-
ata, scita, ruficauda, tristicula, pauper. consobrina, punctulata, ful-
vonotata, quadripustidata, decorata, amoena (Brasilien); Mordellistena
amabilis, semirufa, pilosula, puberula, gibbula, cognata, misella, nota-
bilis, nigrosignata (Brasilien), diffinis (Cap), orizabensis (Mexico),
bifurcata, marginicollis, amphicometa, simplex, rusticula, imbecilla,
bivittata (Brasilien).
Mordellistena brevis, diagonalis p. 413, curvicauda, ddldbrata
p. 415 (Pozuzu); Kirsch a. a. 0.
Cantharidae. M. S. A. de Marseul publiciert eine Mono-
graphie der Mylabriden (Gattungen Mylabris, Decatoma, Coryna,
Actenodia) in den Mem. d. 1. Soc. R. d. Sc. de Liege. II. ser.
Tom. III. p. 363 — 662. Aus den angeführten Gattungen werden
241 Arten, 76 neue beschrieben und z. Th. auf 6 Tafeln abgebildet.
Mäklin beschreibt (Acta Societ. Scient. Fennicae. X.
p. 601 ff.) neue Cantharisarten z. Th. mit den Namen von Dejean's
Catalogue des Coleopteres. C. sulcata ( = gigas $ Oliv., Senegal),
362 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch, Leist. auf d. Gebiete
amethystina, Buquetii, rugipennis, Beyrollii (Senegal), subrugulosa,
subcoriacea, maculifrons, saphirina, Bauhiyi (Guinea), spinifera (Se-
negal), castaneipennis (Guinea), aegyptiaca (Sennaar), pilipes, flavi-
cornis, Mouffleti, Leprieuri, leucophaea, cineracea (Senegal), flavilabris
(Galam), bisignata (Südafrika), Westermanni (Guinea), fulvipes (Per-
sien), Mannerheimi (Himalaya), sulcicollis (Brasilien), melanota (Neu-
Granada), aloomarginata (Bolivien), nigromarginata, tomentosa (Sene-
gal), cervina, laevicollis (Brasilien), nigrans (Peru), tristis, bella (Bo-
livien), hemigramma (Montevideo).
Marseul beschreibt a. a. 0. die neuen Arten: Mylabris
transversalis (Caffrarien) p. 400, Abiadensis (Aegypten) p. 402, sca-
laris (Svakop) p. 407, ligata (Aegypten) p, 413, hybrida (Natal)
p. 418, filicornis (Aegypten) p. 485, laevicollis (Caucasus) p. 517,
dubiosa (Aegypten) p. 421, Abyssinica (Abyssinien) p. 424, bipartita
(Caffrarien) p. 427, palliata (Caffrarien) p. 432, dispar (Südafrica)
p. 435, Gamicola (N'gami-See) p. 436, Nabica (Nubien) p. 439, vici-
nalis (Chartum) p. 441, bihumerosa (Senegambien) p. 442, orientalis
(Indien) p. 451, Bajah (desgl.) p. 452, rutilipubes (desgl.) p. 453,
Batesi (desgl.) p. 455, trifolia (Caffrarien) p. 461, testudo (desgl.)
p. 461, zigzaga (desgl.) p. 466, Baulnyi (Algier) p. 469, Svdkopina
(Cap) p. 477, Picteti (Inner-Africa) p. 480, Ledereri (Syrien) p. 483,
Javeti (Persien) p. 485, macilenta (Indien) p. 489, tauricola (Syrien),
p. 493, zebraea (Kleinasien) p. 495, tibialis (Cap) p. 499, spuria
(Caffrarien) p. 500, basibicincta (N'gami-See) p. 497, connexa (Cap)
p. 504, Dohrni (Bombay) p. 505, fimbriata (Aegypten), p. 507, Eu-
phratica (Caucasus) p. 508, concinna (Palaestina) p. 634, Goryi (Ae-
gypten) p. 509, concolor (Kleinasien) p. 518, bicincta (N'gami-See)
p. 521, Batnensis (Algier) p. 523, quattuordecimsignata (Aegypten)
p. 527, gratiosa (Aegypten) p. 528, lactea (Sibirien), Audouini (Kir-
gisien) p. 530, Aegyptiaca (Aegypten) p. 531, octodecimmaculata
(Berberei) p. 534, Myrmidon (Algier) p. 539, bella (Senegambien)
p. 539, Doriae (Persien) p. 545, (Subg. Ceroctis) coronata (Aegypten)
p. 556, Bohemanni (Caffrarien) p. 558, amphibia (Angola) p. 559,
bivittata (Südafrica) p. 560, exclamationis (Caffrarien) p. 562, (Subg.
Mimesthes Mars.), maculicollis (Cap) p. 567; Decatoma decipiens
(Cap) p. 574, nigricomis (Cap) p. 577, histrio (Caffrarien) p. 581,
omega (Caffrarien) p. 585, Caffra p. 587; Coryna Guineensis (Guinea)
p. 599, cinctuta (Caffrarien) p. 600, apicipustulata (Caffrarien) p. 602,
posthuma (Benguela) p. 603, mixta (Caffrarien) p. 605, Mauritia (!)
(Mauritius) p. 610, Wdhlbergi (Caffrarien) p. 612, tergemina (Angola)
p. 613, birecurva (Syrien) p. 616, Allardi (Biskra) p. 632; Actenodia
amoena (Cap) p. 621, villosa p. 625, rufinigra (Caffrarien) p. 628.
Cantharis melanura <f in copula mit Clytus Verbasci $ siehe
oben p. 302 (50).
C. A. Dohrn beschreibt Eletica (nicht Iletica!) gigantea
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 363
n. sp. von Assam, Bengalen und macht wahrscheinlich, dass E. ver-
ticalis Fähr. , wie schon Fähraeus selbst vermuthete , Varietät von
E. Wahlbergi Fähr, sei, Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 70.
Derselbe beschreibt ebenda p. 73 Myiabris gemmula u. M.
plurivulnera aus dem nördlichen Persien.
Myiabris aperta (Dschagga-Land) ; Gerstäcker, GL v. d De-
cken's Reisen etc. a. a. 0. p. 311.
M. Uhagoni (Cuenca, Escorial); Martinez y Saez, An. Soc.
Esp. Hist. Natur. II. p. 66. Taf. I. Fig. 6.
M. hirtipennis (Boghari) p. 379, Boghariensis p. 380; Raffray,
Rev. et Mag. de Zool. 1873.
Nemognatha zonito'ides (Guanajuato in Mexico); E. Duges,
La Naturaleza. III. 3. p. 47.
G. H. Hörn giebt in den Proc. Am. Phil. Soc. XIII.
p. 88 ff. eine Revision der nordamerikanischen Arten der Gattungen
Macrobasis, Epicauta, Cantharis, Pomphopoea mit den neuen Arten
Epicauta caviceps (Arizona) p. 99, funebris (Texas) p. 102.
Epicauta Bileyi (Arizona) p. 37, Alphonsii; Cantharis Crotchi
p. 38, insperatus p. 39 (Californien) Hörn, Trans. Am. Ent.
Soc. V.
E. Gorrhami (Japan); Zonitis cotliurnata p. 228; Cantharis
antennalis (Indien) p. 230; S. A. de Marseul, Ann. Soc. Ent-
Franc. III. p. 221; C. Philippii (Chili), Reed, Ent. Monthl. Mag.
IX. p. 208; C. frontalis (Chili), griseinigra (Tucuman), luctifera
(Montevideo). Fairmaire, Ann. Mus. Genov. IV. p. 534.
Sitaris Cottetis (bei Montpellier bei einer Colletes n. sp.
schmarotzend) ; V. Mayet, Bull. Soc. Entom. Franc. III.
p. CXCVIII.
Cephaloidae. Cephaloon ungulare, tenuicorne (White Mountains);
Le Conte, Proc. Bost, Soc. XVI. p. 275.
Oedemeridae. Le Conte beschreibt in Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 70 Asclera discolor (Californien).
G. H. Hörn desgl. ebenda p. 39 Xanthocbroa californica und
p. 42 Mycterus quadricollis (Californien).
Pascoe stellt die neue Gattung ^Techmessa auf für die
beiden neuen Nenseeländischen Arten T. cowcolor und telephoro'ides ;
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 113.
M. gracilior (Algier); Fairmaire, Pet. Nouv. Ent. VI.
p. 388.
Anoncodes versicolor (Syrien), Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 205.
Nacerdes Saundersi (Chili); E. C. Reed, Ent. Monthl.
Mag. IX. p. 208.
Stenaxis vittata-, Mecopselaphus lycoides (Pozuzu) n. A.;
Kirsch a. a. O. p. 416.
364 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Curculionidae. The Classification of the rhynchophorous
coleoptera. By John L. Le Conte, Amer. Natural. VIII. p. 385 ff*.,
p. 452 ff. — Nachdem Le Conte die Systeme Schönherr's, Lacor-
daires, Jeckel's kurz besprochen, ferner den auf kleinere Fauuen-
oder Gruppengebiete beschränkten systematischen Ideen Suffrian's,
Thomson's und Horn's Rechnung getragen, setzt er seine eigenen
Ansichten über eine naturgemässe Klassifikation der Rüsselkäfer
auseinander. Dieselben bilden nach ihm eine mit den übrigen (»nor-
malen*) Käfern gleichwerthige Unterordnung und zerfallen (unter Be-
rücksichtigung und weiterer Verfolgung einer von Hörn gemachten
Entdeckung) in drei Reihen: Haplogastra, Allogastra, Heterogastra.
In der ersten Reihe ist das Abdomen bei beiden Geschlechtern
gleich; 7 Dorsalsegmente. Die Familien ordnen sich nachfolgendem
Schema:
A. Bauchsegmente nahezu gleich lang; Epipleuren undeutlich;
Schienensporen klein; Klauen einfach (immer?). Mandibeln
einfach, platt; Oberlippe deutlich ... Bhinomaceridae.
B. Bauchsegmente an Länge abnehmend; Epipleuren deutlich;
Oberlippe fehlend, Klauen gespalten oder mit Anhängen:
Mandibeln platt, jederseits gezähnt, Schienensporen klein.
Bhynchitidae.
„ stämmig, zangenförmig, Schienensporen lang.
Attelabidae.
Bei den Allogastra ist das Abdomen in beiden Geschlechtern
verschieden; 7 Dorsalsegmente, das 7. gross, hornig, ungetheilt
beim $, in zwei getheilt beim rf.
A. Fühler mit einer soliden, geringelten Keule;
a. Tarsen schmal:
Kehle stark vorragend, Kinn zurückgezogen;
Pro8ternum nicht ausgehöhlt . . , . . Amycteridae.
„ „ ausgehöhlt Byrsopidae.
Kehle nicht vorragend; Kinn gross, die Mandibeln bedeckend.
Brachyceridae.
b. Tarsen breit, gewöhnlich unterseits mit einer Harrbürste:
Mandibeln mit abfallender Spitze, eine Narbe zurücklassend.
Otiorhynchidae.
„ „ einfach, gewöhnlich zangenförmig
Curculionidae.
B. Fühler mit 11 getrennten Gliedern Brenthidae.
Die Otiorhynchidae und Curculionidae sind weiter in Tribus
eingetheilt. Zu den Heterogastra gehören 5 Familien, die
sich folgendermassen charakterisiren lassen:
A. Pygidium senkrecht oder abschüssig.
a. Fühler gekniet, mit Endkeule; Oberlippe fehlend:
Letztes Stigma bedeckt Calandridae.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 365
b. Fühler gerade, Oberlippe deutlich; letztes Stigma nicht
bedeckt; Pygidium tief eingeschnitten zur Aufnahme der
Flügeldeckenspitzen Anthribidae.
B. Pygidium horizontal, kleiner.
a. Fühler gekniet, mit Keule Scolytidae.
b. „ gerade :
Bauchsegmente sehr ungleich; Fühler mit geringelter Keule :
Apionidae.
„ fast gleich ; Fühler mit 1 1 getrennten Gliedern :
Belidae.
Bei den Männchen vieler Rüsselkäfer befindet sich am Hinter-
rande jeder Flügeldecke neben der Nath auf der Innenseite eine
fein quer gerillte Raspel, gegen welche der scharfe Rand des dar-
unter liegenden Hinterleibsringes gerieben wird, wodurch ein zir-
pender Ton entsteht. Landois, Thierstimmen; p. 101.
G. II. Ilorn bringt Contributions to a knowledge of
the Curculionidae of the United Sates. Proc. Am. Phil.
Soc. XIII. p. 407 ff.
F. P. Pascoe bringt weitere Additions to the Austra-
lian Curculionidae. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV) XI. p. 178 ff.
Part. IV; XII. p. 230 ff., 278 ff. Part. V. XIII. p. 283 ff. Part. VI,
p. 412 ff. Part. VII.
Curculionides recueillis au Japon par M. G. Lewis.
Par W. Roelofs I. Annal. Soc. Ent. Belg. 16. p. 154 ff. II.
ibid. 17. p. 121. Wie in den übrigen Familien so sind auch in
dieser Familie die von Lewis in Japan gesammelten Arten zum
grössten Theil neu, manche Vertreter neuer Gattungen.
Van Segveit giebt ein Verzeichniss von für Belgien neuen
Curculioniden. Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 16. p. CXLV f.
Dem Part IV seiner Contributions towards a Knowledge
of the Curculionidae fügt Pascoe ein systematisches Ver-
zeichniss der in allen 4 Theilen beschriebenen neuen Arten hinzu.
Journ. of the Linn. Societ. XII. No. 57 p. 1 ff.
Brachyderini. Tournier diagnosticirt in den Compt.
Rend. Soc. Ent, Belg. 17. p. LXXXVI, CX1V, CLII ff. neue
Arten, nämlich: Cneorhinus maroccanus (Tanger), Heydeni (Portugal),
tarsalis (Andalusien), DiecTci (Algesiras) p. CLII: Liophloeus spar-
sutus (Schweiz, Frankreich, Belgien), ineditus (Jura) p. CXIV, aure-
opilis (Schlesien), viridanus (Schlesien), Kirschi (Sarepta, Caucasus)
p. CXV, amplipennis (Genf), modestus (Jura), minutus (Genf) p. CXVI,
alpestris (Waliis), rotundicollis (Genf; p. CXVII; Catapionus inter-
medius (Sibirien), maculatus (Baikal-See), viridanus (Baikal-See)
p. CLII; Cnemeplatia rufa (Tanger); Chiloneus Chevrolati (Portugal);
Eusomus BecJceri (Sarepta) p. LXXXVI; Heydenia crassicornis (Bai-
kal-See); Acradidius Milleri (Syrien), ochraceus (Syrien) p. CLIII :
Archiv f. Naturg. XXXX. Jalirg. Bd. 2. Y
366 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Polydrosus deliciosus (Tanger), roseus (Tanger); Strophomorphus
algericus (Algier) p. LXXXVII ; Tanymecus Revelierei (Toscana), ro-
tundicollis (Sarepta) p. LXXXYIII.
Kirsch beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18 die neuen
Arten aus Peru : Naupactus armatus p. 385, Jekelii p. 386, obsoletus
p. 387; Mimographus griseus; Menetypus biseriatus p. 388; Platy-
omus tripunctatus : Eustales micans p. 389, funieularis p. 390.
Strophosomus elongatus (Palma); Martinez y Saez, An.
Soc. Esp. Hist. Nat. II. p. 414; T. XIII. F. 5. S. Veladoi (San-
tiago Gal.), L. Perez Areas, ebenda III. p. 81, T. III. F. 3. S.
Baudueri (Sos); Barynotus latieeps (Pyrenaeen); Desbroches des
Loges, Bull. Soc. Ent. Franc. IV. p. CXCVIII und CCXXVI.
Evas Uneatus (Queensland), Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
XI. p. 179.
Chiloneus brevithorax (Cypern); Brachyderes anälis (Ajaccio)
p. CCXXVI; ; Tanymecus bidentulus (Sarepta); Psalidium aurigerum
(Syrien) p. CCXXVII; Thylacites seriesetulosus (Antilibanon), alienus
(Spanien), Olivieri (Bona) p. CCXXVIII; Desbrochers; Bull.
Soc. Ent. Franc, IV.
Tanymecus planus (Arabien); Tournier, Pet. Nouv. Ent.
VI. p. 456.
Geonomus Olcesii (Tangiers), derselbe, Mitth. Schweiz,
ent. Ges. IV. p. 170.
Strophomorphus impressicollis, tessellatus, brunneus, Milien,
minutus, cretaceus, neue Arten von Syrien; derselbe, Ann. Soc.
Ent. Franc. IV. p. 60 f.
Der als Wald verderber bekannte Strophosomus obesus Marsh,
fällt in Ermangelung zusagender Laubnahrung auch Nadelhölzer an
52. Jahresber. d. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Oultur p. 169.
Piazomias tigrinus (Japan, Formosa) p. 161, griseus (Japan);
Chlorophanus grandis (Yokohama) p. 162, neue Arten; Roelofs a.
a. 0. 16.
Pascoe beschreibt a. a. 0. folgende neue Arten von Rhino-
scapha: R. basilica (Gilolo, Batchian) p. 1, aulica (Batchian), Stain-
toni (Neu-Guinea), formosa (Morty) p. 2, alma (Aru), opalescens
(Waigiou, Mysol, Dorey) p. 3, verrucosa (Matabello, Goram, Java),
sellata Batchian), stolifera (Waigiou) p. 4, miliaris (Mysol), earinata
(Morty) p. 5.
Roelofs beschreibt a. a. 0. 16 folgende neue Arten: Cata-
pionus modestus (Kawatchi) p. 156, clathratus, gracilieornis (Hako-
dadi) p. 158; Scepticus (n. g.) insularis (Nagasaki) p. 159; Amy-
stax (n. g. bei Prosayleus Schh.) fasciatus p. 160.
Metallites Carpathicus (Karpathen); Brancsik in der Berl.
Ent. Zeitschr. 18 p. 229.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 367
Rhino gnatlius (n. g.) globulatus (Bona); Fairmaire, Rev.
et Mag. de Zool. 1873. p. 344.
Sitones japonicus (Nagasaki) neue Art; Roelofs a. a. 0. 16.
p. 160.
Bathyrini nov. trib. Bathyris (n. g.) dispar (Arizona,
Texas); Le Conte, Amer. Natur. VIII. p. 463 f.
Otiorhynchini. De Marseul vollendet in L'Abeille
p. 105 — 800 die Monographie der Otio rhy nehmen ; als neue Arten
werden aufgeführt Ot. amputatus (Spanien) p. 174 (Chevrolat), tenui-
cornis (Steiermark) p. 383 (Miller), Marseuli (?), paradoxus (Syrien)
p. 401, Allardi (Algier) p. 405 (Stierlin); Pseudomyllocerus
(n. g. für Phyllobius dorsalis Man., sinuatus und mus F.) p. 662 und
739 (Desbrochers); Corigetus (n. g.) marmoratus (Sibirien) p. 602
und 746; Phyllobius Brisouti (Jerusalem) p. 681, pilicornis (S. Eu-
ropa) p. 686, pilipes (Sardinien) p. 692, etruscus (Italien) p. 696,
fulvipilis (Italien) p. 702, parvieeps (Türkei) p. 707, crassior (Sibirien)
p. 718, Artemisia (Alpen) p. 722, mutabilis (Sibirien) p. 724, lati-
thorax (Sibirien) p. 730 (Desbrochers); Cathormiocerus Biecki (Süd-
afrika) p. 647 (Seidlitz).
C. maritimus (Südküste von England), E. C. Rye, Ent.
Monthl. Mag. X. p. 176; das Vorkommen von C. socius in Eng-
land bestätigt derselbe ebenda p. 177.
Holcorrhinus Seidlitzi (Biskra); Tournier,Bull. So c. Franc.
IV. p. CCXI.
Otiorhynchus Simoni (Digne), Bedel, ebenda p. LI.
Arhinus callizonatus (Algier,) Faimaire, ebenda Ann. III.
p. 392.
Systates conspersus (Mozambique); Gerstäcker a. a. O. p. 232.
G. Stierlin giebt eine analytische Uebersicht der Otior-
hynchus-Arten, Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 261 ff. und beschreibt
die neuen Arten O. jaenensis (Jaen in Andalusien), 0. Brucki
(Griechenland), 0. Ledereri (Kleinasien).
Timareta crinita (Fremantle); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIII. p. 383.
Stomodes gyrosicollis var. gracilior (Ungarn); Brancsik
in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 230.
Arrhaphogaster (n. g. bei Celeuthetes) püosus (Hakodadi)
Roelofs a. a. 0. 16 p. 164.
S tu der schildert die Verheerungen, die Phyllobius argentatus
als Larve an Buchen anrichtet; Mitth. der naturf. Gesellsch.
in' Bern. No. 812—827. p. 42.
Phyllobius longicornis (Hakodadi) p. 166, rotundicöllis (Naga-
saki) p. 167; Myllocerus variabilis (Nagasaki), castaneus p. 168, nigro-
macidatus (Nagasaki) p. 169, griseus (Nagasaki), elegantulus p. 170,
virididus (Nagasaki), p. 171; Hypertylus (n. g. prope Myllocerus)
368 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
pdllipes p. 172. Taf. II. Fig. 6; neue Arten aus Japan; Roelofs
a. a. 0. 16.
Coenopsis Beichei neue Art von Algesiras; Tournier in
Compt. Rend. Soc. Ent. Belg. 17. p. LXXXIX.
Holcorhinus otiorhynchöides (Seybouse); Fairmaire, Rev. et
Mag. de Zool. 1873 p. 844.
Roelofs stellt auf die neuen Gattungen Myosides, ver-
wandt mit Scoliocerus Wollast. und Trachyphlo.eops; die Arten
sind Myosides seriehispidus (Nagasaki) p. 165, Taf. II. Fig. 4 und
Trachyphloeops setosus (Nagasaki) p. 166. Taf. II. Fig. 5; a. a. 0. 16.
Trachyphloeus Fairmairei (Oran); Reitter, Verh. naturf.
Vereins Brunn. XII. 2. p. 12.
Er emnini. Roelofs stellt auf die neuen Gattungen a. a. 0.
16. Canoixus, Anosimus, Calomycterus für neue Arten aus
Japan, nämlich Canoixus japonicus p. 172. Taf. III. Fig. 7; Anosimus
decoratus Taf. III. Fig. 8, pallidus p. 174; Calomycterus setarins
p. 175. Taf. III. Fig. 9; Phytoscaphus ciliatus p. 176.
Kirsch bringt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 146 eine
kurze Notiz über die Gattung Callirhcpalus Hochh., nach der ihm
diese Gattung am besten ihren Platz unter den »Eremnides vrais«,
unmittelbar vor Eremnus, zu finden scheint.
Derselbe stellt in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 391 auf
Priocnemus n. g. mit der Art Abendrothii p. 393 vom Pozuzu.
B. tursio (Damara-Land) ; Pascoe a. a. 0. p. 6.
Brachycerini. L. Bedel giebt in den Ann. Soc. Ent. Franc.
IV. p. 119 ff. eine Revision der Mittelmeerarten von Brachycerus mit der
Beschreibung der neuen Arten B. Balearicus (Balearen) p. 151, cylin-
dripes (Tangiers) p. 171, hypocrita (Spanien) p. 190, foveifrons
(Syrien) p. 194, spinicollis (Syrien) p. 205. Die Larven der meisten
Brachycerusarten leben in Liliaceen (B. albö-dentatus Gyl. in
Zwiebeln von Knoblauch, a. a. 0. p. 125); doch fand sich die von
B. Pradieri auf Centaurea aspera; ebenda Bull. p. CXCVI; vergl.
p. CCXII und CCXXI).
Für Brachycerus porcellus Lacord. gründet Bedel a. o. a. 0.
p. 212 Herpes n. g.
Leptopini. Pseudocneorhinus (n. g.) obesus neue Art
von Nagasaki; Roelofs a. a. 0. 16. p. 177. Taf. III. Fig. 10.
Pascoe beschreibt folgende neue Australische Arten: Leptops
argillaceus (Queensland), musimon (Rockhampton), muricatus (Nicol
Bay); Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 231 f.
Polyteles setosus (Pozuzu) n. A., Kirsch in der Berl. Ent.
Zeitschr. 18. p. 293.
Byrsopsini. Rhytidorrhinus Kirschi (Oberägypten), sind-
laris (Tangiers); Gronops pretiosus (Marocco, Portugal); Tournier,
Mitth. schw. entom. Gesellsch. IV. p. 170 ff.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 369
Rhytirrhinus sabidicola (Bouksoul); Raffray, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 382.
Amycterini. Pascoe giebt a. a. 0. p. 21 eine analytische
Tabelle der Gattungen der langfühlerigen Amycterini und beschreibt
folgende neue Gattungen und Arten: Acantholophus nasicornis, gla-
diator p. 6, simplex (alle von West-Australien) ; Anascoptes (n. g.)
muricatus (Schwanen Fiuss) p. 7; Polycreta (n. g.) metrica (Cham-
pion Bay); Sclerorrhinus taeniatus p. 8, mölestus, marginatus (Süd-
Austr.) p. 9, ecliinops (West-Austr.), meliceps (Queensland); Talau-
rinu8 victor (Süd-Austr.) p. 10, funereus, pustulatus p. 11, carbo-
narius (West-Austr.), phrynos (Queensland) p. 12, molossus, Simu-
lator, melanopsis (West.-Austr.) p. 13, 3Iacleayi, encaustus (King
George's Sd.) p. 14, tenuipes (Schwanen Fl.) tessellatus p. 15, geni-
culatus, lemmus, pupa, cariosa (West-Austr.) p. 16, capito (Cham-
pion Bay), laevicollis (Victoria) p. 17; Molochtus (! n. g.) gagates;
Cubicorhynchus cichlodes (West-Austr.) p. 18, sterüis (Victoria);
Chriotyphus (n. g.) acromialis (Champion Bay) p. 19; Alexirhea
(n. g.) notata, aurita (West-Austr.) p. 20, fahiflca (Champion Bay)
p. 21; Myotrotus (n. g.) obtusus (Rockhampton) p. 22.
Rhypar osomini. Dysostines cellaris (Sydney); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 232.
Dichotrachelus Kozioroiviczi (Corsica); Desbrochers, Bull.
Soc. Ent. Franc. III. p. CXIX.
Cylindrorrhinini. Listroderes superbus (Süd-Chili); Reed,
Ent Monthl. Mag. IX. p. 209.
F. P. Pascoe stellt die beiden neuen Gattungen Ocynoma
p. 233 und Decienus p. 234 auf und beschreibt die neuen Arten
Perperus ürticarum (Queensland) p. 233, variegatus (Rockhampton)
p. 234; Ocynoma antennata, cordipennis (Schwanen Fluss) p. 234;
Decienus sphasodes (West-Austr.), Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
Molytini. Psaldus ammodytes (Champion Bay), Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XI. 179.
Molytes Lewisii (Hiogo), neue Art, Roelofs a. a. 0. 16.
p. 178.
Liosomus Isabellae Tschapeck; n. A. "aus Steiermark; Stett.
Ent. Zeit. XXXV. p. 207.
Trachodes aegypticus (Ober- Aegypten) ; Tournier, Mitth.
Schweiz, entom. Gesellsch. IV. p. 173.
Anisorhynchus cornutus (Valencia), L. Perez Areas, An.
Soc. Esp. Hist. Nat. III. p. 143. Taf. III. Fig. 4.
A. gallicus (Südfrankreich); Desbrochers, Bull. Soc. Ent.
Franc. IV. p. CLXXI.
Tanyrhynchini. Rhynchaenus Acanthion Beck = Trachodes
hispidus? Rh. tereticollis Beck = Bagous tempestivus Herbst. Kraatz
a. a. 0. p. 188.
370 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Scythropini. Pascoe beschreibt im Joum. Liim. Soc. XII.
Catachaenus scintillans (Philippinen) p. 22; Eugnathus bracteatus
(Tsusima), chloroticus (Formosa) p. 23.
Roelofs beschreibt a. a. 0. 16 p. 179 folgende neue Arten
aus Japan: Eugnathus distinctus (Nagasaki); Scythropus scutellaris.
Promecops nebuloms p. 394. infidus p. 395, neue Arten vom
Pozuzu; Kirsch in der Berl. Ent. Zeitschr. 18.
Scythropus Desbrochersi (Boghari); Raffray, Rev. et Mag.
de Zool. 1873. p. 282.
Gonypterini. F. P. Pascoe beschreibt in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XII. folgende neue Arten aus Australien: Oxyops Ma-
stersii (Rope's Creek), memnonius (Champion Bay) p. 235, calidus,
pruinosus (Nicol Bay), meles p. 236, sparsutus (Champion Bay),
floreus (West- Australien), rutilus (Champion Bay) p. 237; Syarbis
semilineatus (West- Australien), nervosus (Queensland) p. 238; Pan-
toreites cretatus (Champion Bay), Breweri (Schwanen Fluss) p. 239.
Hyperini. Pascoe beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XI. p. 180 Hypera Acaciae (Queensland); Prophaesia confusa
(Tasmania).
Roelofs stellt auf Phaeopholus n. g. Chloropholus Dej. pro-
ximum a. a. 0. 16. p. 180; die Art ist P. omatus ebenda p. 181;
Taf. III. Fig. 11.
Aterpini. Rhinaria perdix (Victoria), fasciata; Aesiotes leuc-
urus (Sydney), morosus (Victoria); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
XII. p. 278 f.
Cleonini. Eine Monographie dieser Gruppe liefert A. Che-
vrolat in den Memoires de laSociete Royale des Sciences
de Liege II. ser. Tome V.
Die Veröffentlichung von Capiomont's Monographie dieser
Gruppe ist unter der Redaktion von C. E. Leprieur begonnen
worden. Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 273 ff., IV. p. 49 ff.,
283 ff, 469 ff. Neu sind folgende Gattungen und Arten: Coeloste-
thus (n. g., Vorderbrust vor den Hüften ausgehöhlt) für Rhino-
cyllus planifrons Dej., proyincialis Fairm. und villosus (Algier) III.
p. 279 und var. hispanicus (Spanien) p. 280, siculus (Sicilien);
Diecki (Südspanien) p. 282, orientalis (Türkei) p. 283, var. smyr-
nensis (Smyrna) p. 284; Rhinocyllus Schönherri (Caucasus) p. 288,
oblongus (Griechenland, Algier, Spanien) p. 290: Larinus Hedenbor gi
(Rhodus), aegyptiacus (Abyssinien, Aegypten) IV. p. 63, albolineatus
(Aegypten) p. 64, inaequdlicollis (Südrussland, Syrien) p. 65, ochro-
leucus (Astrabad), Kirschi (Aegypten) p. 75, atomarius (Trebisonde)
p. 283, Reichii (Spanien) p. 286, puncticollis (Taurus, Syrien) p. 287,
griseus (Algier) p. 288, castaneus p. 299, Heydeni p. 314, Lejeunii
p. 321, Westringi p. 326 (alle aus Algier), suborbicularis (Spanien)
p. 289, maroccanus (Marocco) p. 290, arabicus (Arabien) p. 294,
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 371
crassus (Kleinasien) p. 296, austrdlis (Südeuropa) p. 303, ferrugineus
(Altai), griseo-tessellatus (Biskra) p. 305, Serratulae (Sarepta) p. 306,
ovaliformis (Anatolien) p. 315, Schoenherri (Spanien) p. 320, albo-
marginatus (Spanien) p. 323, orientalis (?) p. 325; Lixus Beichii
(Algier) p. 479, gracilicornis (Syrien) p. 482, castellanus (Spanien
Oran) p. 485, bidens (Sicilien) p. 488, validirostris (Oran) p. 497.
Ileomus laticoUis (Pozuzu) neue Art; Kirsch in der Berl.
Ent. Zeitschr. 18. p. 396.
Bothynoderes Sareptensis (Sarepta), nigrocinctus (Südrussland)
p. 8, Menetriesi (Turcmanien), betavorus (Caucasus) p. 9, Caucasicus
(Caucasus) p. 10, Crotchi (Cartagena) p. 11, uniformis, Hispanus
(Spanien), meridionalis (Südfrankreich) p. 12, fissirostris (Nordpersien)
p. 14, maculicollis (Malta) p. 15, Genei (Sardinien) p. 18, peregrinus
(Montpellier), ambiguus (Nordsibirien) p. 19, angulicollis (Türkei),
mus (Sardinien) p. 20; Plagiographus albirostris (Aegypten), Podo-
licus (Podolien) p. 23, Lethierryi (Spanien) p. 24, Graellsi (Spanien)
p. 25; Stephanocleonus anceps (Mangolien) p. 27, margineguttatus
(Mangolien), deportatus (Sibirien) p. 29, lineirostris (Daurien) p. 30,
lobatus (Mangolien) p. 31, Mannerlieimi (Kiachta) p. 32, semicostatus
(Sibirien), niveus (Sibirien) p. 33, foveifrons p. 34, indutus (Man-
golien) p. 35; neue Arten; Chevrolat a. a. O.
Neue Arten aus Japan, von Roelofs a. a. 0. 16 beschrieben,
sind ferner: Larinus griseopilosus (Nagasaki) p. 182, latissimus
(Hiogo), ovalis p. 183; Lixus depressipennis p. 184, impressiventris,
maculatus (Hakodadi) p. 185.
Larinus crassus n. sp. ; C. A. Dohrn in der Stett. Ent.
Zeit. XXXIV. p. 74 f.
Stolatus (n. g., vom Ansehen eines Tychius) Nicolasi (Beau-
caire); Mulsant und Godart, Ann. Soc. Linn. Lyon. XX.
p. 44 ff.
Microlarinus (Ober-Aegypten) : Tournier, Mitth. Schweiz,
entom. Gesellsch. IV. p. 174.
Tamnorhinus pilosus (Kirgisien) p. 42, Kirguisicus, rufulus
(Kordofan) p. 43, Saucerottii (Sennaar), dlbofimbriatus (Bona) p. 44,
Aegypticus (Aegypten) p. 45; Conorhynchus plumbeicollis (Südruss-
land), lacerta (Caucasus) p. 46, gibbirostris (Persien), pistor (Syrien)
p- 47, Fischeri (Tartarei) p. 48, Fahraei (Tartarei) p. 49; neue
Arten; Chevrolat a. a. 0.
Lixus Breioeri (Albany), Mastersii (Neu-Süd- Wales) ; Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 384.
Pycnodactylus fuscoirroratus (Persien) p. 51; Eumecops spica-
tus (Sibirien) p. 52; Leucomigus Lucasi (Oran) p. 53, cristatus
(Transvaal) p. 98; Liocleonus umbrosus (Ostindien) p. 57; Chevro-
lat a. a. 0.
372 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Cleonus planidorsis (Souff); L. Fairmaire, Pet. Nouv.
Entom. VI. p. 388.
Plagiographus areif erus (Aranjuez); Porocleonus albo-guttatus
(Spanien); Chevrolat, An. Soc. Esp. Hist. Nat. III. p. 158 f.
Chevrolat beschreibt a. a. 0. die neuen Arten: Cylindropte-
rus Luxerii (Aegypten) p. 58; Porocleonus insidiosus (Sarepta) p. 61;
Leucosomus heros (Algier) p. 66; Neocleonus frater (Pondichery)
p. 67, consimilis (Benguela) p. 68, Cocquereli (Madagascar), costulatus
(Senegal) p. 69, pudendus (Senegal) p. 70, Thibetanus (Tybet) p. 71,
bimaculatus (Siam), orientalis (China) p. 72, zebra (Indien) p. 73,
rufirostris (Senegal) p. 74, hypoerita (Pondichery) p. 75, sordidus
(Amboina), trifasciatus (Weisser Nil) p. 76; Apleurus fossus (Mexico)
p. 78, Boucardi (Mexico) p. 79, quadrilineatus (Texas) p. 80; Pachy-
cerus Eclvii (Frankreich) p. 81, Abeillei (Marseille); Rhabdorhynchus
seriegranosus (Oran) p. 86; Megaspis albo-virgatus (Algier) p. 87;
Cnemodontus gypsatus (Cap), oblongus (Cap) p. 93; Cyphocleonus
achatesides (Sarepta) p.90; Xanthochelus canescens (Aegypten) p. 95,
longus (?), niloticus (Aegypten), montivagus (Sibirien) p. 96, coelestis
(China) p. 97.
Cleonus bisignatus p. 181, acutipennis p. 182; neue Arten aus
Japan; Roelofs a. a. 0. 16.
Cleonus Weisei, neue Art von Oran; Reitter, Verh. naturf.
Vereins. Brunn, XII. 2. p. 11.
Hylobiini. Orthorhinus palmaris (Ceram); Pascoe, Journ.
Linn. Soc. XII. No. 57. p. 23.
Orthorhinus tenellus (Champion Bay), infidus (Richmond Ri-
ver), carinatus (Wide Bay), neue Arten aus Australien; derselbe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XI. p. 180 f.
Kirsch beschreibt a. a. 0. 18. die neuen Arten aus Peru:
Heilipus apiealis (Chancho majo) p. 397, Steinii (Chancho majo) p. 398,
depressifrons (?) p. 399, inomatus (?) p. 400, funestus (Chancho majo)
p. 401, aequabilis (?) p. 402, iniquus (?) p. 403.
Hylobius sparsutus, longicollis (Marocco), Tournier, Mitth.
Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 175 f.
Hylobius abietis L. var. und H. fatuus Rossi auch in Japan;
Roelofs a. a. 0. 16. p. 187.
Derselbe beschreibt von ebendaher die neuen Arten Lepyrus
japonicus (Hiogo) p. 186; Hylobius signatipennis (Hakodadi) p. 187,
rectirostris, perforatus p. 188, cribratus, elongatus p. 190; Scapho-
stethus (n. g.) variegatus p. 192. Taf. III. Fig. 12 und ebenda 17.
Pissodes nitidus p. 121, obscurus p. 121.
Erirrliinini. Eine neue Klassifikation dieser Tribus versucht
H. Tournier (Materiaux pour servir ä la monographie de la tribu
des Erirrhinides etc.) in den Annal. Soc. Ent. Belg. 17. p. 63 ff.
Das Studium der Tychiini hat diesem Forscher die Ueberzeugung
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 373
beigebracht, dass diese Tribus unnatürlich ist und grösstenteils in
die der Erirrhinini aufgehen muss. Aus letzterer werden Mecinus
und Geranorhinus ausgeschieden und erstere zu Gymnetron Schh.,
letztere zu den Hyperini neben Coniatus gestellt. Die 29 Gattungen,
die vorstehende Tribus nun gegenwärtig umfasst, werden auf vier
Gruppen vertheilt, nemlich: 1. Erirrhinini s. str. Augen gross, oval,
nicht vorspringend. Tarsen gross, unterhalb schwammig, 3tes Glied
21appig und grösser als die beiden ersten; 4tes Glied das 3te stark
überragend. 2. Hydronomini. Augen wie bei 1 , Tarsen schwach
und fadenförmig, nie oder kaum mit schwammiger Sohle. 3. Tany-
sphyrini. Augen und Tarsen wie bei 1, nur überragt das letzte Glied
das vorletzte nicht oder nur sehr wenig und fehlt oft. 4. Brachony-
chini (Tournier schreibt mit französischer Endung Brachonydes;
da ich diesen Namen doch ändern musste, so glaubte ich auch die
sprachlich richtigere Form wählen zu dürfen; Refer.) Augen, klein,
rund, hervorragend. Zu 1. gehören die Gattungen Procas Steph.,
Acrisius Desb., Acrodrya Tourn.. Jehelia Tourn., Colchis Tourn.,
Brachypus Schh., Pseudostyphlus Tourn., Elleschus Steph., Smi-
cronyx Schh., Sharpia Tourn., Aubeonymus Duv., Pachytychius Jekel,
Barytychius Jekel, Oryx Tourn., Grypidius Schh., Notaris Germ.,
Icaris Tourn., Erycus Tourn , Erirrhinus Schh., Dorytomus Germ.,
Hypoglyptus (?) Gerst.; zu 2. Hydronomus Schh., Bagous Germ.,
Ephimerops Hochh., Philernus Schh.; zu 3. Tanysphyrus Germ., En-
daliscus Kirsch, Anoplus Schh.; zu 4. Brachonyx Schh.
Pascoe giebt in seinen Addit. to the Austr. Cure. Part. IV.
eine synoptische Tabelle der Gattungen dieser Familie und be-
schreibt die neuen Arten: Agestra (n. g.) suturalis (Fremantle)
p. 184; Eniopea (n. g.) amoena (ebenda) p. 184; Diethusa (n. g.)
fervida (Süd-Austr.) ; Emplesis filirostris (Champion Bay) p. 185,
storeoides (Queensland); Lybaeba (n. g.) subfasciata (Schwanen-
Fluss) p. 186, repanda (ebenda); Enide (n. g.) porphyrea (geschr.
poryhyrea) (West-Australien) p. 187, aestuans (Schwanen -Fluss),
saniosa (Fremantle) p. 188; Hedyopis (n. g.) selligera (Champion
Bay); Gerynassa (n. g.) nodulosa (West- und Süd-Australien) p. 189,
basalis (Süd- Australien); Dicomada (n-> g.) litigiosa (Fremantle)
p. 190, ovalis (Schwanen-Fluss), terrea (Champion Bay) p. 191; Pa-
ryzeta (n. g.) musiva (Champion Bay); Xeda (n. g.) amplipennis
(Schwanen-Fluss), bilineata (Champion Bay) p. 192; Olanaea (n. g.)
nigricollis (Schwanen-Fluss); Antyllis (! n. g.) setosa (Südaustral.)
p. 193, griseola (Schwanen-Fluss), aurulenta (Champion Bay) p. 194;
Cytalia (n. g.) griseipüa (Sydney); Phrenozemia lunata (West-
Australien); Meriphus coronatus (ebenda) p. 195.
Aus Japan macht Roelofs a. a. 0. 17. folgende neue Arten
bekannt: Echinocnemus bipunetatus p. 123; Orsophagus (n. g.) tri-
fasciatus: Dorytomus maculipennis (Nagasaki) p. 124.
374 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Procus Putoni (Biskra), Tournier, Bull. Soc. Ent. Franc.
IV. p. CCIX.
Tournier in seinen Mat. p. 1. monogr. etc. beschreibt die
neuen Arten Bagous Friwäldzkyi (Ungarn) p. 104, mingrelicus (Min-
grelien) p. 105, JRevelieri (Revelierei?) (Corsica) p. 106, Olcesei (Tan-
ger) p. 108, Chevrolati (Portugal, Marocco) p. 109.
JEndaliscus (n. g. Cryptopl.) Skalitzkyi (Böhmen) ; Th. Kirsch,
Berl. Ent. Zeit. 17. p. 419 ff.
Bagous curtirostris (Tanger); Fairmaire, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 349.
Tanysphyrus Lemnae F. auch in Japan; eine neue Art ist T.
maior ebendaher (Orakami); Roelofs a. a. O. 17. p. 125.
Kirsch beschreibt a. a. 0. 18. die neuen Arten aus Peru:
Penestes apicalis p. 404, alternans p. 405 ; Phyllotrox speculator, pu-
sülus p. 406.
Roelofs a. a. 0. 17. p. 126. stellt die neue Gattung Celia
auf für C. dentipes von Nipon.
Pascoe bereichert die Australische Curculionidenfauna mit
folgenden neuen Gattungen und Arten: Glaucopela (n. g.) unicolor
(Champion Bay) p. 385; Phaeodica (n. g.) fulvicomis (Westaustralien),
scutellaris (Schwanen-Fluss) p. 386; Empira (n. g.) variegata
(Schwanen-Fluss) ; Ann. a. Mag, Nat. Hist. XIII.
Derselbe beschreibt im Journ. Linn. Soc' XII. No. 57 folgende
neue Arten: Cenchrena (n. g.) fasciata (Aru), poecüa (Batchian)
p. 24, suturalis (Sula); Techia (n. g.) pygmaea (Champion Bay)
p. 25; Tithene (n. g.) microcephala (Sarawak) p. 26.
Kirsch beschreibt Geranorhinus Seidlitzii n. A. aus dem Cau-
casus; Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 22.
H. Tournier liefert in den Annal. Soc. Ent. Belg. 17.
p. 40 ff. eine synoptische Tabelle von 16 Arten der Gattung Meci-
nus Germ., von denen 5 neu sind: M. laeviceps (Sarepta) p. 42,
Eeichei (Algier) p. 43, nasutus (Calabrien) p. 44, humeralis (Sicilien)
p. 45, Fairmairei (Tanger) = Tychius seminitens Fairm. i. 1. p. 46;
siehe auch ebenda Compt. Rend. 16. p. LXXXV f.
Tournier in den Annal. Soc. Ent. Belg. 17. beschreibt
die neuen Arten: Acrodrya (n. g.) BrucJci (Toscana) p. 72; Col-
chis (n. g.) tibialis (Aegypten) p. 74, carinirostris (Mingrelien) p. 75 ;
Smicronyx puncticollis (Genua) p. 80, seriepilosus (Türkei), funebris
(Algier) p. 81, scops (Sarepta), cretaceus (Jon. Ins.), nebulosus (Süd-
frankr., Spanien) p. 82, modestus (Genua), striatipennis (Ungarn, Sy-
rien), Kiesenwetteri (Algier) p. 83, rafipennis (Aegypten) p. 84, Be-
velierei (Ajaccio) p. 114; Sharpia (n. g.) Heydeni (Syrien) = Hey-
deni Wencker i. 1. p. 85, grandis (Persien) p. 86; Pachytychius gra-
nulicollis (Portugal, Marocco) p. 89; Notaris (n. g.) granulipennis
(Türkei) p. 94; Erycus (n. g.) Brancsiki (Ungarn) = Erirrh. sulci-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 375
pennis Tourn. i. 1. p. 95 ; Dorytomus amplipennis (Caucasus) p. 101 ;
stellt ferner auf die neuen Gattungen Pseudostyphlus p. 75 für
Erirrh. pillumus Schh., setiger Perr, bilunulatus Desb.; Oryx p. 91
für Erirrh. nitidus Chevr.
Ambatini. Ambates rufipes (Sarayacu) p. 408, pusillus (?),
palliatus (?) p. 409, bimacülatus (?) p. 410, rufitarsis (?) p. 411, mo-
destus (?) p. 412, neue Arten aus Peru; Kirsch in der Berl. Ent.
Zeitschr. 18.
Brexius lineatus (Melbourne); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XI. p. 196.
Beiini. Belus Wallacei (Aru), inornatus (Mysol, Morty);
Pascoe, Journ. Linn. Soc. XII. No. 57. p. 26 f.
Derselbe beschreibt folgende neue Australische Arten: Pa-
chyura vestita (Murrurundi) p. 279; Belus ganglionicus (Sydney);
Isacantha exigua (Gayndah) p. 280; Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
Amalactini. Tranes insularis (Lord Howe Isl.); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII. p. 387.
Eurhynchini. Eurhynchus maculatus (Schwanen -Fluss);
Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. p. 281.
Apionini. Apion Beuthini, Hoffmann n. A. aus Spanien;
Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 208.
Apion strangulatum p. 413, tenerum, crassipes p. 414. infernum
p. 415, interstitielle, nitidum p. 416, pyriforme p. 417 (Sarayacu, Po-
zuzu), sulphuripes (Sarayacu) p. 418, luteipes, macromerum p. 419,
opacum p. 420, coerulescens p. 421, splendens, grisescens p. 422, areo-
latum, tricolor p. 423; neue Arten aus Peru; Kirsch a. a. 0. 18.
Apion comosum (Queensland) p. 387, pulicare (Schwanenfluss),
argutulum (Queensland) p. 388; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII.
A. pallidirostris (1), japonicum (!) p. 128, unicolor, griseo-pu-
bescens (Japan); Roelofs a- a. 0. 17.
Attelabini. Roelofs beschreibt a. a. 0. 17 die neuen Ar-
ten aus Japan: Apoderus fülvus (Yango) p. 130, longicomis (Hiogo
auf Weissbuche?), nigricollis p. 131, (Centrocorynus) Jefcelii p. 132,
rufescens, nitens p. 133, (Strigapoderus) montanus (Nagasaki) p. 134,
(Apoderus s. str.) balteatus, rufiventris p\ 135, minimus. (Haplapo-
derus) tigrinus p. 136; Phialodes (n. g.) rufipennis, distinetus
(überall in Japan auf »Maronnier d'Espagne«) p. 138; Attelabus
(Lamprolabus) cupreus, (Euscelus?) splendens p. 139, poliius p. 140.
Euops coelestina (Neu-Guinea), violacea (Ceram) p. 27, plicata
(Macassar), trigemmata (Batchian, Dorey), aerosa (Batchian, Sarawak),
clavigera (Queensland), Eucalypti (Gayndah) p. 28, amethystina (Sin-
gapore), divisa (Dorey), Jekelii (Aru, Dorey) p. 29; neue Arten;
Pascoe im Journ. Linn. Soc. XII. No. 57.
Bhinomacerini. Rhynchites heros p. 141, regalis (Yokohama,
Hakodadi), ursuhis (Yokohama, Hiogo) p. 142, plumbeus (auf Dios-
376 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
corea) p. 143, Süntfuinip&mis (Yokohama) p. 144, amabilis, pilosus
p. 145. assiuülis p. 146, singitlaris (Nagasaki, Hiogo auf Eiche),
crioceroidcs p. 147, bncirostris p. 148, unicolor p. 149, planipvnnis
p. 150; Eugnamptus aurifrons; Auletes fionigatus p. 151, testaceus,
nniformis p. 152, neue Arten aus Japan; Roelofs a. a. 0. 17.
Auletes filirostris (Albany) p. 388, calccatus (Champion ßay),
turbidiis (Süd-Australien), uigritarnis (Süd- u. West-Australien) p. 389;
Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII.
Eugnamptus tropicus (Peru) neue Art, Kirsch in der Berl.
Ent. Zeit sehr. 18. p. 424.
Rhynchites Bacchus in verheerender Menge in Weinbergen und
an Obstbäumen in der Umgegend von Neusiedl am See. Sitzber.
Zool. Bot. Ges. Wien. 23. p. 29.
Magdali nini. Carcilia n. g.. Vertreterin einer neuen Tri-
bus neben den Magdaliniden; Roelofs a. a. 0. 17. p. 152; die Art
ist C. BtrigicoUis von Japan.
Magdalis perforata (Georgien), euneiformis (Nebraska) p. 451.
Lecontei (Kansas, Oregon, Calif.) p. 454. Salicis (Mittel-Staaten), in-
conspicua (Pennsylvaiiien) p. 456; Hörn, Proc. Am. Phil. Soc. XIII.
Erodiscini. Erodiscus Ibis p. 425, Tringa, Numenius p. 426,
GaUinago p. 427, neue Arten aus Peru; Kirsch a. a. 0. 18.
Otidocephalitii. Kirsch stellt auf Laemomerus n. g.
a. a. 0. 18. p. 427; die Art ist ambiguus (Peru) ebenda p. 429.
Otidocephalus vittatus (Owen's Valley in Calif.) p. 448, UlJcei
(Californien) p. 449, laevicollis (Georgien), perforatus (Maryland)
p. 451; Hörn, Proc. Am. Phil. Soc. XIII.
Bala >ii >ti ni. Roelofs beschreibt a. a. 0. 17. folgende neue
Arten aus Japan : B. robustus (auf der Zwergeiche) p. 155, dentipes,
distinguendus p. 156, CanuUiac (auf Camellia), Styracis (Nagasaki
auf Styrax Iaponica und Syringa) p. 157, macida-nigra (auf der
spanischen Kastanie) p. 158, albo-seutelhi latus (Kagosima, Yokohama),
funebris p. 159, flavescens, ftavo-scutetidtus (Nagasaki auf Rosa sp.)
p. 160, convexus, pictus (auf der spanischen Kastanie) p. 161, cru-
eifer (Yokohama auf demselben Baume) p. 162.
B. cerasorum Herbst auch in Japan, derselbe, ebenda.
Balaninus quercus (Texas) p. 459, caryae (New-York in Hickory-
nüssen) p. 460; Hörn, Proc. Am. Phil. Soc. XIII.
Balaninus DeyrolUi (Imerithia), Tournier, Mitth. Schweiz,
entom. Gesellsch. IV. p. 177.
Anthonomini, Kirsch beschreibt a. a. 0. 18. die neuen
Arten aus Peru: Authonomus basal is p. 429, sonarius p. 430, Sili-
cat us p. 431.
Pascoe stellt die neue Gattung Imachra auf für eine Art
(J. ruficoUis) von Sarawak. Vermuthlich eine mit Orchestes ver-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 377
wandte springende Gattung, verschieden durch den kurzen Rüssel
und die grossen Augen. Journ. Linn. Soc. XII. No. 57. p. 30.
Anthonomus bisignatus p. 162; Minyrus japonicus p. 163; Or-
chestes excellens p. 164, sanguinipes p. 165, aterrimus, variegatus
p. 166, dorso-planatus, (Tachyerges) awomoriensis (Awomori) p. 167,
neue Arten aus Japan; Roelofs a. a. 0. 17.
Orchestes niger (Neu-Schottland, Canada, Illinois), subhirtus
(Illinois); Hörn, Proc. Am. Phil. Soc. XIII. p. 462.
Tournier beschreibt in den Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sell seh. IV. Anthonomus discoidalis (Ober-Aegypten) p. 179; Au-
baeus strangulatus (Ober-Aegypten) ; Bradybatus Sharpi (Ost-Sibirien)
p. 180; Orchestes sericeus (Taurus), astrachanicus (Astrachan) p. 183.
0. montanns (Monte Rosa); Chevrolat, Bull. Soc. Ent.
Franc. IV. p. XXX.
Prionomerini. Pascoe beschreibt folgende neue Gattungen
und Arten: Themeropis (n. g.) fimbriata (Amazons); Ochyromera
(n. g.) dissimilis (Sarawak) p. 31, rufescens (Singapore); Synnada
(n. g.) currueula (Macassar) p. 32; Journ. Linn. Soc. XII. No. 57.
In diese Gruppe gehört auch Nychiomma testacea, die irrthüm-
lich zu den Erirrhinini gestellt worden war; s. den vor. Ber. p. 310 (90).
Prionomerus pistor (Peru); Kirsch in der Berl. Ent. Zeit-
schr. 18. p. 432.
Trigonocolini. Trigonocolus sulcatus, neue Art aus Japan:
Roelofs a. a. 0. 17. p. 168.
Tychiini. Die Description de quelques Tychiides
nouveaux par M. J. Desbrochers des Loges in den Annal.
Soc. Ent. Belg. 16. p. 97 fif., Compt. Rend. 16. p. V. ff. enthält fol-
gende neue Arten: Tychius trivirgatus (Sarepta), ghbithorax (Frank-
reich) p. 99, lineolatus (Pyrenäen) p. 100, grandicollis (Oran) p. 101,
sericeus (Bona, Algier) p. 102, longulus (Sarepta), confmus (Sarepta)
p. 103 u. 122, longitubus (Algier) p. 104, parallelipennis (Algier ?)
p. 105, breciusculus (Algier), dimidiatipennis (Algier) p. 106, curti-
rostris (Corsica) p. 107, depressas (Bona) p. 108, deplanatus (?) p. 109,
discithorax (Mostanagem, Algier) undulatus (?) p. 119, mixtas (Ma-
roeco) p. 120; Apeltarius n. g. multümeatus (Oran) p. 126; Si-
bynes nigrovittatus (Algier), inelusus (Bona) p. 110, nieeivittis (de
Marseul, = sublineatus Chevrol. nee Schönh.) p. 111, amplithorax
(Tebessa, Algier) p. 112, auricollis (Algier) p. 113, velutifer (Gannat)
p. 114, seriatus (?), Bohemanni (?) p. 115, dlgiricus, Moelofsi (Coim-
bra, Portugal) p. 116; Microtrogus diseoideus (Alger) p. 117.
H. Tournier (»Observation s sur les especes europe-
ennes et circumeuropeennes de la Tribu des Tychiides«
in Ann. Soc. Ent. Franc. III. p. 450 ff.) tritt für die Ansicht
ein, dass diese Tribus mit den Erirrhinini zu vereinigen sei und
beschreibt Jekelia (n. g. für T. ephippiatus Fairm. und) depressi-
378 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
pennis (Ungarn, Algier) p. 459; Ectatotychius (subg. n. von Ty-
chius für T. amplicollis Aube und) similis (Sicilien, Algier) p. 461 ;
Tychius modestus (Griechenland), tessellatus (Andalusien) p. 464,
arietatus (Genf), aureimicans (Malaga) p. 465, tenuirostris (Jerusalem)
p. 466, seriepilosus (Aegypten), depressicollis (Algier) p. 468, hypae-
trus, Baffrayi (Algier) p. 469,, subsidcatus (Ungarn) p. 470, Brisouti
(Jura) p. 471, Hueti (Calabrien) p. 472, longiusculus (Sarepta) p. 474,
terebrosus (Calabrien) p. 475, Heydeni (Ober-Aegypten) p. 476.. carini-
collis (Astrachan), italicus (Toscana) p. 479, Olcesii (Portugal) p. 483,
Chevrolati (Portugal) p. 484, Kiesenwetteri (Serbien) p. 485, acosmus
p. 486, Beckeri p. 487 ('Sarepta), sericatus (Genf) p. 488, difficüis
(Kärnthen) p. 490, dentipes (Algier) p. 493, obscurus (Tangiers) p. 494,
armatus (Italien, Nordafrica) p. 495, decretus (Algier) p. 496, com-
ptus (Nordafrica) p. 497, sericatus (Algier) p. 498, reduncus (Tangiers)
p. 499, rußcornis (Syrien) p. 500, Neapolitanus (Neapel) p. 502, per-
pendus (Libanon), similaris (Algier) p. 504, ochraceus (Syrien) p. 505,
Sharpi (Genf) p. 506, rufipes (Algier) p. 508; Sibynes Heydeni (Grie-
chenland, Algier, Südspanien) p. 511, minutissimus (Astrachan), fu-
scus (Aegypten) p. 513, Beichii (Calabrien), Hopffgarteni (Ungarn)
p. 514, grisescens (Alpen) p. 515, abdominalis (Ungarn), rudipilosus
(Türkei) p. 520, Beckeri (Sarepta), curtirostris (Schweiz, Frankreich)
p. 521, Perrisi (Aix) p. 522.
Roelofs stellt auf Lychnuchus n. g. für die neuen Arten
tricolor und circulus aus Japan; a. a. O. 17. p. 170, und beschreibt
Tychius ovalis p. 171.
Styphlotychius puncticollis (Oran); Reitter, Verh. naturf.
Vereins in Brunn. XII. 2. p. 12.
Zephiantha (n. g.) pubipennis (Sumatra); Pascoe, Journ.
Linn. Soc. XII. No. 57. p. 33.
Cionini. Roelofs beschreibt a. a. A. 17. die neuen Arten
aus Japan: Nanophyes pubescens p. 172, albovittatus, pallipes p. 173.
Nanophyes Doriae (Genua); H. Brisout, Bull. Soc. Ent.
Franc. III. p. LXXXV.
Gymnetrini. Gymnetron mixtum (Narbonne) , Mulsant
und Godart, Ann. Soc. Linn. Lyon. XX. p. 49.
Derelomini. Crypharis strigirostris (Tanger) p. 346, con-
vexiuscula (Dely- Ibrahim), subterranea (Boghari) p. 347, curtirostris
(Tanger) p. 349; Fairmaire, Rev. et Mag. de Zool. 1873.
Laemosaccini. Pascoe beschreibt in den Ann. a. Mag.
Nat. Hist. XII. folgende neue Australische Laemos accus- arten:
L. ocularis (Champion Bay), longiceps (Rockhampton) p. 281, semi-
ustus (Champion Bay), funereus (Gayndah), gibbosus (Champion Bay)
p. 282, querulus (Victoria), tarsalis, magdaloides p. 283, fulvirostris
(Champion Bay) p. 284,
Cryptorhynchini. Pascoe beschreibt die neuen Arten:
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 379
Perrhaebius (n. g.) ephippiger (Dorey, Arn, Macassar); Ocladius
Barani (Syrien) p. 35; Pachonyx araneosus (Cochinchina) p. 34,
Zeneudes (n. g.) Sterculiae (Gayndah) p. 36; Cyamobolus bicinctus
(Malaeca), subsellatus p. 36, duplicatus (Saylee) p. 37; Gydostethus
(n. g.) solutus (Ceram), Uneolatus (Amboina) p. 38; (Syrotelus n. g.
für Cyamobolus Falleni Boh.) ; Cecliania (n. g.) eremita (Japan);
Aechmura (n. g.) emys (Singapore) p. 39: Orochlesis maculosa
(Salwatty); Odosyllis (n. g.) congesta (Tondano) p. 40, atomaria
(Singapore), gramdicollis (Tondano), vitiosa (Waigiou, Saylee), terrena
(Menado) p. 41, irrorata (Saylee); Pelephicus (n. g.) stigmaticus
(Saylee) p. 42; Endymia geminata (Batchian) ; Berosiris (n. g.)
picticollis (Sarawak) p. 43, violatus (Java), cribratus (Sarawak), hepa-
ticus (Tondano), devotus (Goram) p. 44 ; Journ. Linn. Soc. XII. No. 57.
Derselbe beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV).
XI. die neuen Arten Psepholax Mastersii (Wide Bay), egerius (Queens-
land) p. 196, latirostris (Illawarra, vielleicht Typus einer neuen
Gattung) ; Poropterus satyrus (Tasmanien), inominatus (! Queensland)
p. 197, varicosus (Illawarra), oniscus (Queensland), tumulosus (Süd-
Australien, Tasmanien) p. 198.
Derselbe stellt die neuen Gattungen Tentegia und Axides
auf und beschreibt die neuen Arten Tentegia favosa (West-Austra-
lien) p. 284; Poropterus prodigus (Eclipse-Insel) p. 285; Axides dor-
salis (Sydney); Tychreus sellatus (Rope's Creek in Neu-Süd- Wales)
p. 286. Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII.
Derselbe beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XIII.
folgende neue Gattungen und Arten aus Australien : Psyd estis (n. g.)
affluens (West- Australien) ; Poropterus tetricus (Gayndah) p. 412;
Scolyphras (n. g.) obesus (Queensland) ; Petosiris annulipes (Arma-
dale) p. 413; Drassicus infaustus (Wide Bay); Imaliodes scrofa (Al-
bany) p. 414; Acalles delirus (Rockhampton) p. 415, nucleatus (Ade-
laide), distans, cribricollis (Champion Bay), bisignatus (Gayndah) p.416,
perditus (Melbourne), foraminosus (Albany) p. 417, expletus (Rock-
hampton); Euoropis (n. g.) castanea (Schwanen-Fluss) p. 418;
Embaphiodes (n. g.) pyxidatus (Lord Howe Isl.) p. 419.
Rhyssomatus aeqiialis (Pennsylvanien, Illinois, Kansas), pube-
scens (Owen's Valley in Californien) ; Hörn, Proc. Am. Phil. Soc.
XIII. p. 464 f.
Chalcodermus inaeqiiicollis (! Georgien) p. 466, collaris (Texas)
p. 467 ; Analcis variegatus (Illinois und durch die Golfstaaten) p. 468,
derselbe ebenda.
Acalles Sopliiae, n. A. aus Steiermark; Tschapeck in Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 345.
Tournier beschreibt in den Mitth. Schweiz, entom. Ge-
sellsch. IV. Graphicotera (n. g.) excelsa (Caucasus) p. 184;
Acalles carinicollis (Aegypten) p. 185, Olcesü p. 186, brevis p. 187
380 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Tangiers) und im Bull. Soc. Ent. Franc. IV. p. CCX. Crypharis
longicollis (Biskra).
Acalles Graellsi (Puerto del Pico); MartinezySaez, An.
Soc. Esp. Hist. Nat. II. p. 416; Taf. XIII. Fig. 6.
A. Giraudi (unter Rinde von Eucalyptus globulus); Mulsant
und Godart, Ann. Soc. Linn. Lyon. XX. p. 265.
Bhamphini. Rhamphus Kiesenwetteri (Sicilien) ; Tournier,
Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 188.
Isorhynchini. Pascoe beschreibt im Journ. Linn. Soc. XII.
No. 57. folgende neue Arten: Lobotrachelus stigma (Gayndah) p. 44,
plagiatus (Flores), linteiis, albirostris (Macassar) p. 45; Brephiope
(n. g.) castanea (Sula, Ceram) p. 46; Metetra (n. g.) suturalis
(Waigiou); Telephae strigüata p. 47, concreto,, luctuosa (Batchian),
denticollis (Dorey), metata (Batchian) p. 48, repetita, selligera p. 49;
Othippia (n. g.) distigma; jitbata, proletaria (Sarawak) p. 50, fune-
oris (Ceram), podagrica (Mysol) p. 51; Egiona (n. g.) laeta (Ma-
cassar) p. 51; Pseniclea (n. g.) puellaris (Dorey) p. 52; Panigena
(n. g.) chalybea, violacea (Batchian), cyanoptera (Saylee), pedestris
(Mysol) p. 53; Oebrius (n. g.) luteicomis (Mysol, Waigiou) p. 54;
Lissoglena (n. g.) picipennis (Sumatra) p. 55.
Ceutorhynchini. Poophagus Hop ff gart eni (Ungarn); Tour-
nier, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch. IV. p. 189.
Rhinoncus nigriventris (Queensland), Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (IV) XI. p. 199.
Baridiini. Aus dieser Gruppe beschreibt Pascoe im Journ.
Linn. Soc. XII. No. 57 folgende neue Artea: Pseudocholus laticollis
(Ceram), basalis (Gilolo, Morty), orichalceus (Bouru), cinctus (Saylee)
p. 56; Metanthia (n. g.) pyritosa (Dorey), ebenina (Batchian) p. 57,
cyanea (Waigiou), nitidula (Batchian); Ipsichora (n. g.) cupido
(Ceram) p. 58, coelestis (Dorey), pulchella (Salwatty), femorata (Aru)
p. 59; Myctides (n. g.) barbatus (Batchian) p. 60; Cynethia (n. g.)
interrupta (Sumatra) p. 61; Acythopeus (n. g.) tristis (Saylee),
tenuirostris (Tondano), pdlmaris (Amboina), curvirostris, bigeminatus
(Batchian) p. 62; Laodia (n. g.) niveopicta (Macassar) p. 63, niveo-
sparsa (Amboina); Lystrus (n. g.) sculptipennis (Singapore,, Ma-
cassar) p. 64; Simocopis (n. g.) umbrinus (Brasilien?) p. 65.
Baridius aterrimus (Singapore auf Orchideen); C. 0. Water-
house, Ent. Monthl. Mag. X. p. 226.
B. granulipennis (Aegypten), Stierlini (Sicilien); Tournier
a. a. 0. p. 190.
Centrinus Vergarae (Chili); Reed, An. Universidad di
Chili XLI. p. 354.
Calandrini. Pascoe hat im Journ. Linn. Soc. XII. No. 57
folgende neue Arten: Prodioctes (n. g.) quinarius (Muruk), pavo-
ninus (Sarawak) p. 67; Tyndides (n. g.) pustulosus (Sumatra, Ma-
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 381
lacca), lineatus (Sarawak); Megaproctus pugionatus (Tondano) p. 68 ;
Zetheus (n. g.) electilis (Penang); Periphimus (n. g.) retrorsus
(Sarawak) p. 69, superciliaris (Sumatra), deletus (Cochinchina, Laos),
Poteriophorus congestus (Malacca) p. 70; Barystethus ater (Dorey)
p. 71; Diathetes (n. g.) rußcollis (Waigiou), sannio (Aru), nitidi-
collis (Amboina. Goram), strenuus (Aru) p. 72, morio (Cap York);
Cercidocerus indicator (Singapore), hispidulus p. 73, saturatus (Pe-
nang) effetus (Singapore), nervosus (Java) p. 74; Autonopsis (n. g.)
lineata (Malacca, Sumatra) p. 75; Laogenia (n. g.) sorex (Gilolo,
Sarawak). intrusa (Tondano, Sarawak) p. 76.
Hörn beschreibt in den Proc. Am. Philos. Soc. XIII. die
neuen Arten Scyphophorus robustior (?) p. 409, Yuccae (Californien
auf Y. gloriosa) p. 410; Metamasius (n. g., von Sphenophorus
unterschieden allein durch die sehr weit getrennten Vorderhüften) ;
Sphenophorus Ulket (Nebraska, Colorado, Neu-Mexiko, Wyoming)
p. 413, robustus (verbreitet) p. 419, costipennis (Illinois, Wisconsin,
Nevada) p. 420, latinasus (Georgien) p. 421, scoparius (Wisconsin,
Kansas) p. 424, arizonensis (Arizona) p. 428, cidtettaUis (Kansas,
Texas) p. 429.
Sipalini. Rhiua frontalis (Californien); Le Conte. Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 70.
Gossonini. T. V. Wollaston veröffentlicht eine umfang-
reiche Arbeit über diese Abtheilung; » On the genera of the
Cossonidae«; Trans. Ent. Soc. London 1873. p. 427—657.
Derselbe unterscheidet fünf Unterfamilien (!) : Notiomimetid es
(subf. n.), Dryophthorides, Pentarthrides, Onycholipides
(subf. n.), Cossonides; Lacordaire's Lymantides sind auf-
gelöst, da der angegebene Charakter nicht stichhaltig ist, und
Phaenomerus zu den Sphadasmiden gestellt. Die so umgrenzte Fa-
milie enthält 122 Gattungen (75 neue) und 253 Arten (139 neue).
Die Aufzählung derselben werde ich mir schenken.
Derselbe beschreibt ebenda p. 5 — 43 18 neue Arten von
Japan, die den Gattungen Tetratemnus, Pentacoptus, Pentar-
thrum, Tychiodes, Pholidoforus (!), (Xoprodema, Exodema,
Phloeophagosoma, Pseudocossonus, Heterarthrus, Macro-
rhyncolus, Xenomimetes, Hexarthrum, Sphaerocorynus, Ste-
no sc elis angehören.
Derselbe beschreibt in Cist. Entom. VIII. Mesoxenopha-
sis (n. g.) Brouni (Neu-Seeland) p. 200; Tychiodes Jansoni (Philip-
pinen) p. 201: Himatium variolosum (Cap) p. 202; Phloeophagosoma
thoracicum p. 203, dilutum, pedatum p. 204 (Neu-Seeland); Boro-
phloeus Murrayi (Californien) p. 205; Eutornus congener (Malacca)
p. 206; und Ent. Monthl. Mag. XI. p. 149 f. Pentarthrum Sliar-
pianum (Neu-Seeland); Brachyscapus angolensis (an h. g. ?) (Angola).
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. Bd. 2. Z
382 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Hörn beschreibt in den Proc. Am. Phil. Soc. XIII. die
neuen Arten Dryotribus (n. g. Pentarthrid., Augen klein, rund,
sehr fein facettiert, am Rüssel stehend) mimeticus (Florida) p. 433;
W ollastonia (n. g. Pentarthrum sehr nahe stehend, Fühlergruben
die Augen nicht erreichend) quercicola (= ? Rhync. quercicolus Boh.
Schönh.) p. 434; Amaurorhinus (?) nitens (Florida) p. 434; Elas-
soptes (n. g. Cossonid., von dem verwandten Lipommata Woll.
durch den Besitz von Augen und die schlankeren Fühler und Tar-
sen unterschieden) marinus (San Francisco) p. 436; Cossonus crena-
tus (Nord-Californien und Oregon unter Fichtenrinde) p. 440, sub-
cylindricus (Delaware) p. 441, pinguis (Georgia, Florida), dubius
(Illinois oder Missouri) p. 442; Phloeophagus minor (Pennsylvanien,
Columbia, Nebraska) p. 443; Rhyncolus protractus (Fort Tejon in
Californien unter Eichenrinde) p. 444, oregonensis (Oregon) p. 445;
Hexarthrum Ullcei (Columbia) p. 446.
Scolytidae. Chapuis giebt eine Synopsis der Scolytiden,
in der die Gruppen der Hylesiniden, Phloeotribiden, Camptoceriden
und echten Scolytiden behandelt werden. Mem. d. i. Soc. R. d.
Scienc. d. Liege. II. ser. T. III. Als neue Arten beschreibt derselbe
Coptonotus cyclopus (Neu-Grauada) p. 219; Dactylipalpus transversus
(Malacca), quadraticollis (Teruate) p. 220; Phloeoborus grossus (Co-
lumbien), sericeus (Cayenne), elongatus (Brasilien), cristatus (Bogota)
p. 221, punctatorugosus (Neu-Granada), breviusculus (Cayenne), nitidi-
collis (Rio), mamülatus (Brasilien) p. 222, ellipticus (Brasilien), ovatus
(Cayenne) p. 223; Hylastes vastans (Mexico) p. 225, exilis (Nord-
america) p. 228, planirostris (Mexico), peregrinus (Neu-Seeland) p. 229,
Bonvouloiri (Algier), alternans (Mexico) p. 230. contractus (Brasilien)
p. 231; Bothrosternus cancellatus (Neu-Freiburg), costatus (Brasilien),
Lacordairei (Brasilien) p 233; Nemophilus strigülatus (Texas) p. 235,
gibbus (Cumana) p. 236; Hylesinus atomarins (Brasilien), reticulatus
(Bogota) p. 237, porcatus (Neu-Holland), Perrisi (Corsica) p. 239;
Dendroctonus parallelocollis (Mexico) p. 244: Phloeosinus coronatus
(Yucatan) p. 247, variegatus (Chile) p. 248; Carpoborus bicristatus
(America); Nemobius pallidus (Guadeloupe) p. 249, Lambottei (Mexico)
p. 250; Phloeotribus transversus (Columbien) p. 252, puncticoUis (Bra-
silien), obliquus (Mexico), sulcifrons (Neu-Granada) p. 253, collaris
(Neu-Granada), contractus (Brasilien); Dry otomu9 puberulus (Cayenne)
p. 254; Rhopalopleurus tuberculatus (Neu-Granada), rotundatus (Gua-
deloupe), Le Contei (Nordamerica), pumilus (Mexico) p. 255 ; Ony-
chius nitidus (Brasilien); Ctenophorus laevigatus (Brasilien) p. 257;
Diamerus impar (Guinea) p. 258; Camptocerus cinctus (Südamerica),
squamiger (Cayenne), costatus (Brasilien) p. 259; Ceratolepis ju-
cundus (Neu-Freiburg) p. 260; Loganius flavicornis (Cumana)
p. 261; Scolytus thoracicus (Brasilien), carinatus (Cartagena) p. 263,
javanus (Java), marginatus (Yucatan) p. 264, proximus (Neu-Granada),
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 383
dimidiatus (Cuba) p. 265, atratus (Columbien), costellatus (Brasilien)
p. 266, nitidulus (Südfrankreioh) p. 267, Carpini (Europa), Dahnri-
cus (Daurien), intricatus (Europa) p. 268.
Le Conte beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc. V.
p. 70 ff. Cryphalus carinulatus, puncticollis, digestus; Tomicus lati-
dens; Xyleborus hamatus (Californien), vicinus (Columbien).
Bischoff Ehringer giebt in den Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch. IV. p. 160 ff. Beschreibung und Abbildung der Larven-
gänge von Tomicus cembrae und vergleicht dieselben mit denen von
T. chalcographus, typographus und Laricis.
Brenthidae Hörn beschreibt in den Trans. Am. Ent. Soc.
V. p. 128 f. Brenthus peninsidaris und lucanus von Nieder-Californien.
Anthribidae. In dieser Familie beschreibt Motschoulsky
die neuen Arten: Mycterus capensis (Cap) p. 226; zahlreiche Arten
von Cyclops Muls. p. 226—228; Alticopus Villa p. 229; Bra-
chytarsus Schh. p. 230; ferner Eucorynus variolosus (Siam); Eu-
gonus orientalis (Indien) p. 231; Macrotrichius (n. g.) scabratus
(Sundainseln), niveinasus (Neu-Holland) p. 232; Pachygenia (n. g.)
guttulata (Sumatra), impluviata (Indien); Acorynus anthriboides (Su-
matra); Stenocerus variegatus (Nicaragua) p. 234; Gymnogaathus
nebiüosus (Brasilien); Tropideres neglectus (Cap), lateralis (Indien)
p. 235; Cratoparis tessdatus (Indien), ferruginosus (Brasilien), fusco-
maculatus (Panama); Xylinades tuberculosus (Port Natal) p. 236;
Xenocerus olivaceus (Neu-Guinea), albotriangidaris (Sunda-Inseln),
seminiveus (Sunda-Inseln) p. 237, leucogrammus (Nordk. von Neu-
Holland) p. 238; Anthrimecus (n. g.) altemans (Brasilien); Phae-
niton nodosus (Surinam) p. 239, philippensis (Philippinen) p. 240;
Phaenisor (n. g.) albofasciatus (Mittelamerika) p. 241; Rhin-
anthribus (n. g.) dispar (Sunda-Inseln) p. 242. Bullet, de la
Soc. Irap. des Naturalistes de Moscou. Tome XLVIII. II. part.
Straboscopus planipennis Jekel, n. A. vom Pozuzu in Peru;
Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 417.
Sharp beschreibt im Entom. Monthl. Mag. X. Lawsonia
(n. g. Proscoporhinid., Kopf in beiden Geschlechtern einfach, Rüssel
sehr kurz; longicomis p. 30, variabilis p. 3-1; Etnalis (n. g. Eu-
gonid., die Querleiste des Thorax in einen kurzen Dorn ausgezogen)
spinicollis p. 32 (Neu-Seeland).
Stenocerus Vidali (Chili), Reed, ebenda IX. p. 209.
J. O. Westwood (Thesaur. Ent. Oxon. p. 205) beschreibt
und bildet ab Zygaenodes monstrosus Pascoe Taf. V. Fig. 4. und
diopsideus n. sp. (Borneo) Fig. 5.
Bruchidae. G. H. Hörn giebt in den Trans. Am. Ent. Soc.
IV. p. 311 — 342 eine Revision der amerikanischen Arten und die
Beschreibung der neuen Bruchus sordidus (Nieder-Californien) p. 319,
impiger (Owen's Valley) p. 323, Ulkei (Arizona) p. 324, bivulneratits
384 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
(Südstaaten), cruentatus (Georgien) p. 325, limbatus (Arizona), disco-
lor (Texas) p. 326, nigrinus (Mittelstaaten), pruininus (Arizona) p. 327,
aureolus (Californien) p. 329, Floridae (Florida), protractus (Califor-
nien) p. 332, inornatus (Mittelstaaten), pectoralis (Texas) p. 333, bi-
signatus (Kansas), albiscutellatus (Georgien) p. 334, perforatus (Ari-
zona) p. 335, distinguendus (Georgien), calvus (Massachusetts), frater-
culus (Kansas) p. 336, amicus (Texas) p. 337, longistilus (Columbien),
Schrankiae (Missouri) p. 339, mixtus (Utah) p. 340, placidus (Arizona),
exiguus (Kansas) p. 341, seminulum (Pennsilvanien), macrocerus (Co-
lumbien) p. 342; Caryoborus Veseyi (Nieder-Californien) p. 313.
Motschoulsky beschreibt im Bull, de laSociet. Imp. des
Naturalistes de Moscou. Tome XLVI. 2e part. folgende neue Arten :
Urodoplatus (n. g.) ventriclosus (!) (Cap); Kytorhinus semigriseus
(Indien), Ipomeae (Brasilien) p. 204, quadratus (Brasilien), rubigino-
sus (Mexico) p. 205, bifloccosus (Venezuela), cubicus (Brasilien) p. 206,
pygidalis (!) (Brasilien), umbraculatus (Panama), cassivorus (an huj.
gen. ?) (Chili) p. 207, Thermopsis (Daurien), aridus (Kirghisien), im-
mixtus (Caucasus) p. 208; Bruchus Halimodendri (Casp. Meer) und
viele andere Bruchusarten; Pachymerus fuscicrus (Panama), tubercu-
latus (Panama) p. 244, triquetrus (Brasilien), helvinus (Venezuela)
p. 245, clandestinus (Panama) ; Caryaborus testaceus (Nicaragua) p. 246,
Lagonychii (Casp. Meer) p. 247, Capicola (Cap); Spermophagus affi-
nis (Cuba), lineolatus (Nicaragua) p. 248, nigromarginatus (Surinam),
dilatatus (Syrien) p. 249, albopunctatus (Cap), bifasciolatus (Indien)
p. 250, capensis (Cap), subdenudatus (Songarei); Xenorchestes ameri-
canus (Nordamerica).
Bruchus granarius (?), ein Feind der Kaffeebohnen in Südame-
rika. Proceed. Bost. Societ. XV. p. 187.
Ein (nicht näher bestimmter) Bruchus mit Palmnüssen aus Rio
Janeiro als Larve nach Basel verschleppt, entwickelte sich dort zum
fertigen Insekt. Verhandl. der Naturforschenden Gesell-
schaft in Basel. Sechster Theil. Erstes Heft. p. 213.
Cerambycidae. Bates bringt Notes on the Longicorn
Coleoptera of Tropical America. Ann. a. Mag. Nat. Eist.
(IV) XI. p. 21 ff. 117 ff.
Derselbe desgl. über die Longicornier Japans; ebenda
XII. p. 148 ff., 193 ff, 308 ff., 380 ff.
Ebenso über die Neuseeländischen; ebenda XIV. p. 16 ff.,
118 ff.
Prionides. Le Conte stellt a. a. O. p. 288 Homaesthe-
sis (n. g.) auf für Prionus integer Lee. und emarginatus Say. P.
innoeuus Lee. ist wahrscheinlich das $ zu letzterer Art.
Psalidognathus Boucardi (Panama). J.Thomson, Pet. Nouv.
Ent. VI. p. 427.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 385
C. A. Dohrn beschreibt Acanthophorus Hdhni n. sp. aus dem
Hottentottenlande; Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 423 ff.
Cerambycides. H.W. Bates beschreibt in den Transact.
Ent. Soc. London. 1874. Hypermallus daedaleus p. 219; Eburo-
dacrys sticticollis; Nephalius nigviventris p. 220; Aleyopsis chalcea;
Heterachthes obtusus p. 221; Cleozona (n. g. Tillomorphin.) pulchra
p. 223, alle von Nicaragua.
Phymatodes nitidus (Californien) ; Hybodera debüis; Xylotrechus
planifrons; StraDgalia delicata; Leptura rhodopus (Californien); Toxo-
tus virgatus (Oregon, Yancouver); Le Conte, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 66 ff.
Platynotus Moei (Norwegen); C. G. Thomson, Opusc. Ent.
VI. p. 552.
C. 0. Waterhouse beschreibt im Ent. Monthl. Mag. XI.
p. 127 Demelius (n. g. Phoracanthid.) semirugosus (Queensland).
Blessig beschreibt in den Hör. Ent. Ross. IX. Omphalo-
dera (n. g., vom Ansehen eines kleinen Acmaeops, die vier Hinter-
schienen gekrümmt) Puziloi (Sibirien) p. 245; Gaurotes ussuriensis
(Ussuri) p. 247; Strangalomorpha (! n. g.) tenuis (Ostsibirien);
Leptura gibbicollis p. 258.
Asemum nitidum (Oregon), Le Conte in Smiths. Mise.
Collect. Vol. XI. Art, V. p. 169. Eriocephalus montanus (Colo-
rado) p. 170.
Ganimus vittatus; Oeme costata (Californien) p. 174; Eucros-
su8 vitticornis (Californien) p. 175; Haplidus (n. g. ?) testaceus (Cali-
fornien, Nevada, Utah) p. 176; Gracilia fasciata (Californien) p. 171;
Achryson concolor (Texas) p. 176; Axestinus obscurus (Rio Grande?)
p. 177; Osmidus guttatus (Cape San Lucas in Californien) p. 178;
Eburia perforata (Texas), ovicollis (Texas) p. 180, tumida (Texas)
p. 181; Elaphidion aculeatum (Texas) p. 184, punetatum (Cape San
Lucas) p. 185; Aneflus volitans (Cape San Lucas) p. 186, prolixus
(Cape San Lucas) p. 203; Eustroma (n. g.); Zamodes obscurus
(Pennsilvanien) ; Compsa puncticollis (Cape San Lucas) p. 188, qua-
driplagiata (ebendaher) p. 189; neue Arten; Le Conte a. a. 0.
Callimus chalybaeus (Californien) p. 189; Eumichthus oedipus
(Vancouver Isl); Phyton diseoideum (Cape San Lucas) p. 190; Hy-
bodera tuberculata (Oregon) p. 191; Philema ruflcolle (Californien),
cyanipenne (Californien) p, 192; Megobrium Edwardsii (Sta. Rosa
Isl., Californien); Molorchus longicomis (Californien) p. 193; neue
Arten; Le Conte a. a. 0.
Callidium (Rhopalopus) caucasicum; Desbrochers , Bull. Soc.
Ent. Franc. II. p. CXXXVII.
Callidium vile (Californien), hirtellum (Nevada); Xylocrius cri-
bratus (Nevada); Le Conte a. a. 0. p. 172.
Le Conte beschreibt in den Descript. of New species etc.
386 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Part. IL p. 193 Rhopalophorus laevicollis (Texas), und stellt auf
Holopleura n. g.; die Arten sind H. marginata und Helena aus
Californien.
Mohnike beschreibt einen Purpuricenus Koehleri L. mit
durch Defekt abnormen Fühlern; Sitzber. Niederrh. Ges. f. Na-
tur- und Heilkunde 1873 p. 170.
C. A. Dohrn beschreibt Cerambyx elegans n. sp. von Astra-
bad. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 74.
Cerambyx elegans Dohrn = C. multiplicatus Motsch. Stett.
Ent. Zeit. XXXIV. p. 322.
Xylosteus gracilis Kraatz von Ulyrien, Griechenland. Berl.
Ent. Zeitschr. 17. p. 202.
Bat es stellt die neuen Gattungen Liogramma p. 18 (für
Callidium zealandicum Blanch.) und Leptachrons p. 19 (für Ce-
rambyx strigipennis VVestw.) auf und beschreibt die neuen Arten
Didymocantha picta (Neu-Seeland) p. 18; Astetholea (n. g.) pauper
(Auckland) p. 21; Gastro sarus (n. g.) nigricollis (Christchurch)
p. 23; Ann. a. Mag. Nat. Hist, XIV.
Callichroma cobaltinum (Cape San Lucas); neue Art; LeConte
a. a. 0. p. 195.
Neomarius (n. g.) Gandolphii (Alger); Fairmaire, Rev. et
Mag. de Zool. 1873. p. 351.
Schizax senex (Arizona) p. 196 ; Crossidius punctatus (Oregon)
p. 197; neue Arten; Le Cocte a. a. 0.
Cyllene brevipennis (Utah) p 197; Clytus lanifer (Californien);
Xylotrechus convergens (Ohio) p. 198, insignis (Californien), oblitera-
tus (Colorado) p. 199; Neoclytus torquatus (Texas) p. 200, balteatus
(Oregon), interruptus (Californien) p. 201; Euderces Reichet (Texas),
parallelus (Californien) p. 202; neue Arten, Le Conte a. a. 0.
Clytus Favieri (Marocco); Fairmaire, Rev. et Mag. de
Zool. 1873. p. 351.
Clytus Verbasci F. $ in copula mit Cantharis melanura <-f s.
oben p. 302 (50).
C. A. Dohrn beschreibt das bisher unbekannte $ von Tau-
rotagus Klugi Lacord. Stett. Ent. Zeit. XXXV. p. 422.
Zagymnus Lee. (Agalissus Dalmann) clerinus, eine neue Art
von Florida: Le Conte a. a. 0. p. 203.
Necydalis curvipennis (San Francisco), derselbe ebenda
p. 204.
Leptusa alpicola (Trencsiner Comitat), flavicomis (Ungarn);
Pachyta excellens (Vratna-Thal in den Karpathen); Brancsik in der
Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 237 ff.
Le Conte beschreibt a. a. 0. folgende neue Arten: Centro-
dera nevadica (Virginien) ; Xylosteus omatus (Oregon) p. 205 ; Toxo-
tus obtusus (Yellowstone Basin) p. 206; Pachyta armata (Oregon),
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 387
rugipennis (Canada) p. 207; Anthophilax tenebrosus (Californien)
p. 208; Acmaeops pinguis (Californien) p. 210, ligata (Montana),
basalis (Californien) p. 211; Strangalia virilis (Texas) p. 212; Typo-
cerus brumiicornis (Texas) p. 214; Leptusa gigas (Texas), soror (Ca-
lifornien) p. 223. plagifera (Sierra Nevada), rubida (Californien),
tribalteata (Owens' Valley) p 2 24, quaärata (Saskatchewan), grossa
(Californien) p. 225, brevicomis (Nevada), coccinea (Californien), hir-
tella (Labrador) p. 226, crassicornis (Californien), Behrensii (Califor-
nien) p. 227, gnathdides (Oregon), aspera (Vancouver Jsl.) , spuria
(Oregon) p. 228.
Neue Arten von Japan sind: Pachydissus (Mallambyx) japoni-
cus; Neocerarnbyx chrysothrix p. 152; Ceresium holoptaeum p. 153;
Stenodryas (n. g.) clavigera; Stenygrinum (n. g.) quadrinotatum
p. 154; Obrium longicome\ Stenhomalus cleroides; Distenia japonica
p. 155; Toxotus caeruleipennis p. 193; Acmaeops criocerinus; Le-
ptura scotodes p. 194, dimorpha, Xanthoma p. 195, anaspidöides ; Thra-
nius variegatus p. 196; Callichroma (Chloridolum) tenuatum p. 197;
Phymatodes albicinctus; Clytanthus muscosus p. 198, diminutusy. 199;
Xylotrechus pyrrhoderics; Clytus caproides p. 200; Bates in den
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (IV) XII.
Oxylymma gibbicollis (Bahia); Bates, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(IV) XL p. 23.
Ominata clavicomis (Neu-Freiburg) p. 28, castanea (Rio Ja-
neiro) p. 29, thoracica (Parana), flavicollis (ebenda) p. 30, brachialis
(Rio Janeiro), liturifera (ebenda) p. 31, prolixa (Parana), lanuginosa
(Rio Janeiro) p. 32, cribripennis (Parana), erythrodera (Neu-Freiburg)
p. 33, vitticollis (Parana) p. 34, anoguttata (ebenda), Xantho (Pa-
rana), poecüa (ebenda) p. 35 ; Odontocera vittipennis (Brasilien) p. 37,
clara (Chontales) p. 38, crocata (Neu-Freiburg), sanguinolenta (Dej.)
(Rio Janeiro) p. 39, flavicauda (Parana) p. 40, nigriclavis (Rio Ja-
neiro) p. 41, aurocincta (Tehuantepec), leucothea (Neu-Freiburg) p. 42,
hilaris (= punctata Bates Tapajos) p. 43, petiolata (Neu-Freiburg)
p. 44; Acypboderes moestus (Parana) p. 117, carinicollis (Rio Janeiro)
p. 119; Isthmiade rubra (Rio Janairo) p. 121, macilenta (Süd-Bra-
silien) p. 122; Charis mimica (Neu-Freiburg; Melipona-ähnlichl)
p. 123, bicolor (?) p. 124; Acorethra (n. g.) chrysaspis (Neu-Frei-
barg) p. 126; Phespia (n. g.) für Odontocera cercerina Bates,
Charis Corinna Pascoe und) simulans (Neu-Freiburg) p. 127; Tomo-
pterus quadratipennis (Rio Janeiro) p. 128; Apostropha (n. g.)
cwrvipennis (Parana) p. 130; Stenopseustes (n. g.) aeger (Parana)
p. 131; Xenocrasis (n. g.) Badenii (Neu-Freiburg) p. 132; der-
selbe ebenda.
Lamiides. Monilema gigas (Arizona), forte (Arizona), obtusum
(Utah), neue Arten; Le Conte a. a. O. p. 230.
Bates beschreibt in den Trans. Entom. Soc. London
388 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
1874 folgende neue Arten von Nicaragua: Hammoderus nitidus
p. 224, (sticticus, Ecuador) ; Tautoclines scissicauda p. 225 ; Desmi-
phora canescens, (pallida, Jamaica); Estola vitulata; Trestonia assu-
lina (Chontales) p. 206; Hoplistocerus gemmatus p. 227; Oreodera
obsoleta, semialba p. 228; Leptostylus palliatus, hispidulus p. 229,
cineraceus, {gibbulosus, Venezuela) ; Lepturges sexvittatus p. 230,
tigrellus, gratiosus p. 231; Phaea mirabilis) Isomerida lineata p. 232;
Evana pusilla; Eumathes cuprascens p. 233; Cymatonycha (n. g.
zwischen Estolinae, Gryllicinae und Hebestolinae) castanea p. 234.
Pogonocherus crinitus (Californien), simplex (Kansas, Cali-
fornien), sordidus (Cape San Lucas) p. 237 ; Eupogonius pubescens
(Ohio) p. 237; neue Arten, Le Conte a. a. 0.
Monohammus guttatus (Ostsibirien) p. 196, Taf. VII. Fig. 2;
Bhopaloscelis (n. g., vom Ansehen eines Astynomus; von Stenidea
verschieden durch die stark keulenförmigen Schenkel, von Pogono-
cherus durch den Mangel der Haarbüschel auf den Flügeldecken,
sonst beiden nahe stehend) unifasciatus (Amur) p. 206- Taf. VIII.
Fig. 3; Pogonocherus dimidiatus (Südost-Sibirien) p, 208; JEury-
cotyle (n. g.) Maacki p. 211; Fig. 4; Tylophorus (n. g. Niphona
nahe stehend) Wulffiusi (Port Bruce) p. 215; Fig. 5; Saperda cari-
nata p. 219, octomaculata p. 221 (Südost-Sibirien); Oberea vittata
p. 223; Phytoecia punctigera p. 226. Blessig a. a. 0.
Bat es beschreibt in den Ann. a. Mag. Nat. Hist. XII. fol-
gende neue Arten von Japan: Echthistatus gibber; Monohammus
subfasciatus p. 308, luxuriosus, fraudator p. 309, sejunctus, degener
p. 310; Mesosa japonica p. 312, longipennis; Rhodopis Lewisii
p. 313; Olenecamptus cretaceus; Aelara furcata p. 314; Praonetha
caudata, zonata, jugosa p. 315, rigida p. 316, angusta, leiopodina
p. 317; Sybra ordinata, cribrella p. 318; Microlera (n. g.)
ptinoides; Atimura japonica p. 381; Lasiapheles (n. g.) obrioides;
Pogonocherus seminiveus p. 382; Smermus bimaculatus; Calamobius
japonicus p. 383; Leiopus guttatus; Exocentrus fasciolatus, lineatus
p. 384, tonsus, guttulatus p. 385; As aper da (n. g.) rufipes, aga-
panthina p. 386; Glenea ocelota p. 387; Phytoecia simulans; Oberea
japonica p. 388, hebescens, mixta, nigriventris p. 389, marginella,
fulveola p. 390.
Conizonia Coquerelii (Mers el Kebir); Fairmaire, Rev. et
Mag. de Zool. 1873. p. 352.
Le Conte beschreibt a. a. 0. folgende neue Arten: Lopho-
poeum volitans (Cape San Lucas) p. 222; Leptostylus Palmeri (Ari-
zona), planidorsis (Louisiana) p. 233, parvus (Westl. Staaten) p. 234;
Sternidius (n. g.) crassulus (Cape San Lucas) p. 235; Eutessus
(n. g.) asper (Cape San Lucas).
Mecas marginella. eine neue Art aus Texas; Le Conte a. a.
0. p. 239.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 389
Styloxus lucanus (Cape San Lucas); Dysphaga laevis (Illinois)
derselbe ebenda p. 240.
Kraatz beschreibt (»die Käfer Europa's: XXIX. Heft«)
30 neue Dorcadionarten aus Südeuropa und Westasien.
Dorcadion apicale (Syrien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 205.
Oberea quadricallosa (West-Californien, Nevada), Le Conte,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 68.
Von Neu-Seeland macht Bates in den Ann. a. Mag. Nat.
Hist. XIV. folgende neue Gattungen und Arten dieser Unterfamilie be-
kannt: Xylotoles (!) humeratus (Auckland) p. 119, nudus, rugicollis p. 120,
nanus, aegrotus (alle von Auckland) p. 121, pulchellus, scissicauda
(Cristchurch) p. 122; Microlamia (n. g. von Xylotoles (!) verschieden
durch kurze Fühlerglieder, das erste am Grunde aussen nicht
plötzlich verbreitert, Körper klein, langhaarig) pygmaea (Auckland)
p. 123; Somatidia antarctica (Auckland) p. 124; Stenellipsis (n. g.
für Xylotoles (!) bimaculatus White, gracilis White und) latipennis
(Auckland) p. 125; Psilocnaeia (n. g.) linearis (Auckland); Spilo-
trogia (n. g. Stenellipsis nahe stehend, cylindrisch, fein behaart;
Fühler schlank, doppelt so lang als der Körper) maculata (Auckland)
p. 126; Eurychaena (n. g., von den verwandten Enicodes von
Neu-Caledonien verschieden durch das sehr schmale Pro- und Meso-
sternum) fragilis, Feredayi (Auckland) p. 127; Hybolasius (n. g.
für Lamia crista F. und) viridescens p. 128, simplex (Auckland)
p. 129; Poecilippe (n. g.) stictica (Auckland).
Chrysomelidae. Chapuis in Lacordaire's »Genera des Coleo-
pteres« T. X. stellt in dieser Familie die 4 Sektionen auf: Eupodes
(Stirn und Abdomen normal, letzteres ohne Pygidium; Pronotum
schmaler als Flügeldecken , ohne Randleiste) , Camptosomata (Stirn
normal, die mittleren Hinterleibsringe in ihrer Mitte verschmälert;
Pygidium vorhanden), Cyclici (wie Eupodes. aber Pronotum so breit
(oder fast so) wie die Flügeldecken, mit Randleiste), Cryptostomata
(Stirn nach unten, Mund nach hinten gerichtet). Die Eupodes um-
fassen dreiTribus: Sagrini, Donaciini, Criöcerini; die Camptosomata
sechs: Megascelini, Megalopini, Clythrini, Cryptocephalini, Chlamy-
dini, Sphaerocharini; die Cyclici vier: Lamprosomini, Eumolpini,
Chrysomelini. Galerucini; die Cryptostomata endlich zwei: Hispini
und Cassidini. Als neue Gattungen werden aufgestellt Amasis
(calcaratus von Rio Janeiro), Iphimeis dives ähnlich, aber Epistom
kaum ausgerandet, die hinteren Tibien innen bestachelt X. p. 236;
Agrianes (validicomis von Brasilien) wie Clisithera, aber Epistom
ausgerandet, zweizähnig; Alphites (clavipalpus ebenfalls von Bra-
silien), letztes Glied der Kiefertaster aufgeblasen, ebenso breit als
lang p. 239; Agbalus (sericeus) Hinterschienen innen bedornt
390 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
p. 242, Alittus (foveolatus von Port Danison), Hinterschienen nicht
bedornt, Seitenränder des Pronotum gerade; Terillus (rotundicollis
von K. George's Sund in Australien) Seitenränder des Pronotums
gerundet, Vorderecken desselben stumpf p. 243; Teaspes (für Le-
pronota tessellata v. Winthem in Dejean's Catalog) p. 244; Aletes
(angulicollis von Columbien), Fühler zusammengedrückt, sonst
Colaspis ähnlich p. 250; Agetus (suhcostatus von Australien) wie
Dermorhytis, aber Glied 2 und 3 der Fühler fast gleichlang; Tha-
sycles (cordiformis von Neu-Caledonien) p. 254; Tomyris (pulchella
von Sydney), einziger Kepräsentant der Tomyrites, zwischen Culli-
sinites und Scolodontites p. 265; Irenes (manca von Malacca?)
Demotina ähnlich, Augen sehr gross, nierenförmig, tief ausgebuchtet
p. 281; Casmena (Murragi von Alt-Calabar), Schenkel stark ge-
zähnt, sonst wie Heteraspis p. 284; Eurytus (Balyi vom Cap)
ausgezeichnet unter allen Eumolpiden durch die Breite des Meta-
sternum p. 289; Pausiris {rotundicollis vom Cap); Pallena (tibialis
vom Cap) p. 291; Macrocoma (eriophora); Hirn er a (squammu-
losa! vom N'Gami) p. 292; Macetes (albicans von Südafrika)
p. 293; Enipeus (Murragi von Alt-Calabar) p. 294; Abirus (für
Dermorhytus aeneus Baly) p. 310; Tymnes (verticalis von Süd-
america), Vertreterin der Edusites in der Neuen Welt p. 310; Olo-
rus (femoralis von Inthia), Körper glatt, sonst Edusa nahe stehend
p. 311; Argolis (tibialis von Brasilien, wo sie die Australischen
PMusaarten vertritt) p. 312; Heterotrichus (Balyi von Inthia),
die letzten Fühlerglieder breiter als lang p. 316; Euraspis (vit-
tatus von Indien) Gattungscharakter nicht besonders hervorragend
p. 317; Neocles (sulcicollis von Sydney) von Myochrous unter-
schieden durch den Besitz zweier konvergirender rainures auf dem
Pronotum p, 320; Damasus (albicans aus Syrien) unter allen Eu-
molpiden die am regelmassigsten eylindrische Form, von den
nächsten Verwandten unterschieden durch die gespaltenen Tarsen-
klauen p. 321; Mecistes (tarsalis von Südafrika) p. 322; Syagrus
(für Typophorus Buqueti Dejean) p. 331; Menius (Lacordairei von
Alt-Calabar), Pronotum konkav, vorn mit 2 Ecken, Schenkel unter-
seits ganz gezähnt p. 332; Eurydemus (insignis von Australien)
Augen sehr gross, um weniger als ihren Durchmesser von einander
entfernt p. 333; Metastyla (für Chrysomela nigro-fasciata Stäl)
p. 400; Eli tili a (grossa, parva von Cayenne, media Ecuador), von
Crimissa Stäl unterschieden durch die gespaltenen Krallen XI. p. 22;
Ophrida (guttata von Malacca) p. 31; Amphimela (Mouhoti von
Indien), Type der Amphimelites unter den Halticinen, Körper kurz
eiförmig, Antennen 11 gliederig, an ihrem Grunde weit von ein-
ander entfernt p. 34; Physodactyla (für Physonychis Africana
Casteln.) p. 88; Myrcina (nigra von Alt-Calabar) zu den Lacticites
gehörig, mit zwei Sporen an den Hinterschienen p. 126; Miltina
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 391
(dilatata von Malacca), Antennen keulenförmig, Flügeldecken ge-
schweift, sonst Bonesia nahe stehend, p. 172; Atimeta (Kirschi
von Malacca), Agelasticite mit punktiert gestreiften Flügeldecken
p. 174; Scelida (elegans von Guatemala), drittes Fühlerglied weit
länger als das zweite, sonst Chthoneis nahe stehend p. 184; Cydippa
{Balyi von Nikols Bay in Australien), drittes Fühlerglied länger als
das erste p. 215; Arima (für Adimonia brevipennis 111.), drittes
Fühlerglied weit kürzer als das erste p. 217; Ellopia (für Galeruca
pedestris Erichs.) p. 218; Merista (Arten von Kaschmir, Himalaya
etc.), Tarsen mit gespaltenen Krallen p. 228; Synodita (Borrei
von Sydney), Pronotum doppelt so breit als lang p. 231; Callima
(schon bei Lepidopteren vergeben) Candezei von Neu-Guinea) p. 240;
Leucispa (! für Eurispa Odewahnii Baly) p. 266; Spilispa (Balyi
von Celebes, Ternate, Gilolo), erstes Fühlerglied schief abgeschnitten,
p. 285; Octodonta (depressa von Malacca), die 4 Ecken des Pro-
notum zweizähnig, p 289; Plesispa (Reichet vou Malacca) Oxyce-
phala und Octodonta nahe stehend, Oberlippe klein und ausgerandet,
p. 290; Erionispa (Badeni von Dämel in Australien), Type einer
neuen Gruppe unter den Hispini, Kopf sehr stark; Körper lang,
flach und hinten verschmälert, mit langen Haaren bedeckt; Füsse
lang und schwach, Tarsen mit gespreizten Krallen, p. 301; Mono-
chirus (3 — 4 Arten von Borneo, Java, Neu-Holland, Tasmanien).
Repräsentant der Monochirites unter den Hispini; die 4gliederigen
Tarsen enden mit einer Kralle, p. 330; Trichispa (für Hispa
sericea Guer. Menev.) , Bepräsentant der neuen Gruppe der Trichi-
spites, p. 331; Prionispa (nitida von Java, Sumatra, snbopaca von
Pulo-Penang). Krallen durch einen Anhang von einander getrennt
p. 337; Chirida (für Coptocycla elatior Boh., cruciata L ), Type der
neuen Gruppe der Chiridites unter den Cassidini, p. 405; Ctenochira
(für Coptocycla aciculata Dejean), drittes Fühlerglied kaum länger
als das zweite; zur Gruppe der Aspidomorphites gehörig, p. 409.
G. R. Crotch bringt Materials for the study of the
Phytophaga of the United States. Proceed. of the Acad.
of Nat. Scienc. of Philadelphia 1873 p. 19 ff. Kann als ein
Yerläufer einer Monographie der Chrysömeliden der Vereinigten
Staaten betrachtet werden.
J. S. Baly. Catalogue of the Phytophagous Coleo-
ptera of Japan, with descriptions of the species new to
Science. Trans. Ent. Soc. London 1873. p. 69—99; 1874.
p. 161 — 217. Der Katalog ist hauptsächlich auf die Sammlungen
begründet, die Lewis aus Japan mitgebracht hat.
Sagrini. H. Lucas beschreibt in den Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 231—248. Taf. VII ausführlich die Lebensweise und
Entwicklung von Sagra splendida, deren Larve bei Canton und
Hongkong auf den Stämmen von Dioscorea batatas lebt, ohne die
392 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Knollen anzugreifen. — Diese Art ist purpurea zu benennen (Licht.
1795; splend. Fabr. 1801); E. v. Harold, Col. Hefte XII. p. 100.
Donaci ini. Crotch beschreibt a. a. 0. die neuen Arten
Donacia pubescens (Illinois) p. 21, texana (Texas) p. 22.
Haemonia Zosterae Lac, Schiödtii Guer. = Ruppiae Germ.;
Sehiödte, Naturh. Tidskrift VIII. p. 117.
Criocerini. Zeugophora puberula (Illinois), varians (Kansas,
Pennsylvanien), consanguinea (Illinois); n. A. Crotch a. a. 0. p. 23.
Zeugophora californica (Oregon); Crotch, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 78.
Nach Landois ist der Tonapparat der Crioceriden (Lema etc.)
am letzten Hinterleibssegment in Gestalt zweier feingerillter Leisten
vorhanden, die über die mit feinen Zähnchen besetzten Ränder der
Flügeldecken gerieben werden. Beide Leisten können einander
näher rücken und zuletzt mit einander verschmelzen. Thier-
stimmen p. 94.
Hai ler beschreibt bei Crioceris merdigera den Tonapparat
ähnlich gebaut wie bei den Bockkäfern, Zool. Garten. Frank-
furt 1874. p. 107; dagegen entdeckte 0. Liebe einen ebensolchen
am Hinterleibsende; ebenda p. 234.
Lema texana (Texas), peninsulae (Californien) p. 25, Sayi (Süd-
Staaten) p. 26: Euryscopa Lecontü (Texas) p. 28; Coscinoptera aene-
scens (Süd-Staaten), maior (Texas) p. 29; n. A.; Crotch a. a. 0.
Crioceris parvkollis (Nangasaki); Baly a. a. 0. 1873. p. 76.
Megalopini. Temnaspis japonicus p. 78; Pedrillia annulata
p. 79; derselbe ebenda.
Clythrini. H. Lucas giebt ein Verzeichniss von 8 von
ihm in seiner »Hist. nat. des Anim. Artic. de l'Algerie, II.«
beschriebenen Arten, die Lefevre in seiner Monographie übersehen
hatte.
Clythra japonica (Nangasaki) p. 79; Coptocephala orientalis
(Hiogo) p. 81; Baly a. a. 0. 1873.
Labidostomis Leithneri (Oesterreich); Redtenbacher, Faun.
Au str. III. Aufl. II. p. 448.
Otiocephala Warioni (Oran); Lefevre, Bull. Soc. Ent.
Franc. III. p. CCX.
Clitaspis (n. g.) für Cl. sericata Perty; E. v. Harold,
Coleopt. Hefte XII. p. 88.
Lampr osomini. Lamprosoma cupreatum, nigrocoeruleum
(Nangasaki), Baly a. a. 0. p. 82 f.
Chlamydini. Chlamys Lewisi p. 83, interjecta p. 84, spilota
p. 85, derselbe ebenda.
Hymetes indica (Indien); F. Chapuis, Gen. Coleopt. X.
p. 205.
Eumolpini. E. v. Harold beginnt in den Col. Heft. XII.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 393
p. 53—87 »Beiträge zur Kenntniss der Amerikanischen
Eumolpiden«, in denen folgende neue Gattungen und Arten be-
schrieben werden : Chrysodina sulcifrons, Kirschi (Bogota), fulgurans
(Brasilien), purpurea, Chapuisi (Columbien); Iphimeis Balyi (Bra-
silien), obscura (St. Catharina) ; Noda aenea, erythropus, vicina, festiva
(Brasilien), pustulata, Bogotana (Bogota); Lepronota Marshalli (St.
Catharina), variolosa (Brasilien); Colaspis interrupta (Brasilien);
Aracyntha n. g. für Colaspis Sturmi Dej. = illustris Chevr. =
tricolor Perty; Prionodera Wagneri (Costa Rica); Chalcophana (22
Arten aus Columbien, Brasilien, Costa Rica, Mexico); Endocephalus
Lefevrii, fenestratus ; Melina Suffriani (Brasilien).
F. Chapuis stellt a. a. 0. p. 236—333 36 neue Gattungen,
resp. Untergattungen auf, zumeist nach neuen Arten, und beschreibt
solche in den Gattungen Phaedra, Lepronota, Trichostola, Melina.
Pseudocolaspis aeneinigra (Algier); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Franc. III. p. 392.
Glyptoscelis varicolor (Californien); G. R. Crotch, Trans.
Am. Ent. Soc. V. p. 79.
Xanthonia placida p. 161; Demotina fasciculata, fasciata
p. 162, decorata p. 163, modesta p. 164, (Nangasaki); Scelodonta
Lewisi (Japan und China) p. 165; Paria variabilis (Japan und Sibi-
rien), robusta (Nangasaki) p. 166; Nodostoma hirticolle p. 167,
flavopustulatum, pallidulum p. 169 (Nangasaki), consimile p. 168;
Nodina chalcosoma p. 170 (Japan und China); Baly a. a. 0. 1874.
Von Eumolpiden beschreibt Crotch a. a. 0. folgende neue
Arten: Fidia murina (Süd-Staaten) p. 33; Glyptoscelis illustris (Cali-
fornien, Oregon) p. 35, sauamulatas (Calif., Oreg.), alternatus (Cali-
fornien) p. 36; Typophorus metastemalis (Illinois), oregonensis (Ore-
gon) p. 38; (Chalcoparia n. g. für C. globosa Oliv. p. 29); Paria
laevicollis (Pennsylvanien, Wisconsin), viridicyanea (Illinois, Mexico);
Metaparia (n. g.) clythröides (Texas) p. 40; Metachroma angustulum
(Missouri, Illinois), cdlifornicum (Californien) p. 41, peninsulare (Ca-
lifornien) p. 42, vicinum (Süd-Carolina), marginale (Nord-Carolina,
Kansas), floridanum (Florida), laevicolle (Nord-Carolina); pellucidum
(Nord-Carolina) p. 43, laterale (Nord-Carolina, Kansas) p. 44; Cql-
aspis Arizonae (Arizona), nigrocyanea (Arizona) p. 45.
Palesida (n. g.) Chapuisi, n. A. von Fassogl am blauen Nil;
Harold in der Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 24.
Raffray beschreibt in Rev. et Mag. deZool. 1873 Pseudol-
aspis cyanea (Boghari) p. 384; Nodostoma bimaculata (ebendaher)
p. 385.
E. v. Harold unterzieht die Nomenklatur der Cryptocepha-
liden, wie sie namentlich von Suffrian behandelt worden war,
einer Revision. Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 161 ff. Danach ist
Crypt. flavoguttatus = apiealis Gebl. Cr. Hübneri = C. biguttatus
394 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Schaller; Cr. biguttatus Scop. == Cr. bipunctatus L. C. pulchellus
Suffr. = Cr. blandulus Harold; Cr. Böhmi = Cr. bohemicus Dra-
piez; Cr. congestus = Cr. brunnipes Oliv. Cr. octopunctatus Oliv.
= Cr. capensis Harold; Cr. quinquepunctatus Suffr. = Cr. distensus
Chevrol. (Cr. elatus Fabr. = Clythra novempunctata Oliv.); Cr. tes-
selatus Germ. = Cr. elegantulus Gravenh. Cr. flavescens Schneid. =
Cr. frenatus Laichart.; Cr. minutus Fabr. = Cr. fulvus Goeze; Cr.
bistripunctatus Germ. = Cr. imperialis Laichart.; (Cr. imperialis
Fabr. = Cr. primarius Harold); Cr. signatus Oliv. = Cr. Mariae
Muls.; Cr. melanocephalus Suffr. = C. mucidus Harold ; Cr. dispersus
Haldem. = Cr. mutabilis Melsh.; Cr. fulcratu's Germ. = Cr. nigro-
coeruleus Goeze; Cr. nitens L. = Cr. nitidus L.; Cr. nitidulus
Gyllh. = Cr. ochrostoma Harold; Cr. variabilis Schneid. = Cr. octo-
punctatus Scop.; Cr. flavilabris Fabr. = Cr. parvulus Müll.; Cr. to-
piarius Suffr. = Cr. picturatus Bohem.; Cr. coloratus Fabr. = Cr#
quattuordecimmaculatus Schneid. Cr. duodecimpunctatus Fabr. = Cr.
quinquepunctatus Harrer; Cr. gracilis Fabr. = Cr. rufipes Göze; Cr.
lobatus Fabr. = Cr. Schaffen Schrank; Cr. ypsilon Suffr. = Cr.
sesquistriatus Krynicki; Cr. interruptus Suffr. = Cr. signatus Laich.;
Cr. fasciatus H. Schäffer. = Cr. sinuatus Harold; Cr. ocellatus
Suffr. = Cr. subtilis Harold; Cr. quatordecimpustulatus Suffr. =
Cr. tesseratus Chevrol. ; Cr. florentinus Oliv. =s= Cr. tricolor
Rossi. Cr. Salicis Fabr. == Cr. trimaculatus Rossi; Cr. violaceus
P'abr. = Cr. violaceus Laich.; Cr. quadripustulatus Gyllh. = Cr.
Wydleri Falderm. ; Cr. consobrinus Suffr. XV. p. 292 = Cr. pa-
truelis Harold; Scolochrus Suffr. = Griburius Haldem. Griburius
fallax Suffr. = Gr. humeraüs Stäi; Pachybrachys hieroglyphicus
Fabr. = P. hierogl. Laich.; P. pubescens Oliv. = P. morosus
Haldem. P. histrio Oliv. = P. tessellatus Oliv. P. fimbriolatus Suffr.
= P. tristis Laich.
H. v. Kiesenwetter unterzieht die obige Abhandlung v.
Harold's einer Kritik. Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 71 ff., die die
Harold'sche Deutung der meisten Arten für richtig befindet und
sich nur hie und da gegen das übertriebene Bestreben der Sprach-
reinigung und überall den ältesten Namen einzuführen wendet.
Chapuis stellt in dieser Gruppe die 5 neuen Gattungen
Chlamy dicadmus (für Lachnobothra Saund.), Diandichus, Atro-
pidius, Scaphodius und Pleomorphus auf.
Coenobius sulcicollis, piceus; Dioryctus Letoisi (Nangasaki),
Cryptocephalus (13 Arten), Baly a. a. 0. p. 86 ff.
C. melanostictus (Batna); Fairmaire, Pet. Nouv. Ent. VI.
p. 309; C. Manuell (Savoyen), Tapp es, Bull. Soc. Ent. Franc.
IV. p. CCL; C. nigerrimus; Pachybrachys Donneri, circumcinctus
(Oregon); Crotcb, Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 78 f.
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 395
Cryptocephalus fulgurans, acupunctatus neue Arten von Bog-
hari; Fairmaire in Rev. et Mag. de Zool. 1873. p. 353 f.
Pachybraehys prasinus (Boghari); derselbe ebenda p. 355.
Pachybrachys (Cryptoceph.) albescens Suffr. — P. (C.) bivit-
tatus Say, und letzterer nicht synonym mit P. (C.) viduatus F.
Suffrian in der Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 153.
Monacbus thoracicus (Süd-Carolina, Florida) p. 31; Griburius
Lecontii (Texas); Pachybrachys Xanti (Californien) neue Arten;
Crotch a. a. 0.
Chrysomelini. Chrysoraela ruginosa (! Bona) p. 356, semio-
paca (Algier), Edoughcnsis (Bona) p. 357; Fairmaire, Rev. et
Mag. de Zool. 1873.
Chry3omela (Myocoryna) juncta; Prasocuris varipes (Canada,
Oberer See) p. 51, öbliquata (Illinois) p. 52; Plagiodera Arizonae
(Arizona) neue Arten; Crotch a. a. 0.
Ueber die schnelle Verbreitung des Coloradokäfers, seine
Larve u. s. w. finden sich kurze Notizen in der Berl. Ent. Zeitschr.
18. p. 151, p. 442.
Nach H. Gillman geht die Larve, die bis dahin vorzüglich
auf Solanaceen gefanden wurde, auch andere Pflanzen an; so fand
er sie auf Cirsium lanceolatum, Amaranthus retroflexus, Chenopo-
dium hybrid um, C. album, Eupatorium perfoiiatum, Sisymbriura
officinale, Polygonum Hydropiper. Am er. Natur. VII. p. 430.
Fairmaire giebt in den Ann. Soc. Ent. Franc. III.
p. 143 — 202 eine Revision der europäischen Arten der Gattung Ti-
marcha und beschreibt als neu T. coarcticoüis (Andalusien), sericea
(Sierra Nevada), (Brulerii =) Piochardi (Barcelona), erosa (Por-
talegre), tingitana (Tangiers), brachydera (Biskra), crassaticollis
(Xabylien), Henonii (Constantine), Camoensi, validicornis (Portugal),
montana (Macedonien), sublaevis (Corsica), globata (Bannat), elliptica
(Balearen), dubitäbilis (Algier), globipennü (Madrid), corallipes (Atlas),
sphaeroptera (Spanien), trapezicollis (Portugal), corinthia (Dalmatien),
globulata (Armenien).
T. amethystipes (Syrien?), Chevrolat, ebenda p. 206.
Cyrtonastes (n. g.) aeneomicans % (Syrien), phaedonoides
(Beirut); derselbe, ebenda IV. p. 42 ff.
Chapuis stellt in seinen Gen. d. Coleopt. X. p. 400 Meta-
styla n. g. (für Chrysomela nigrofasciata Stäl) und p. 414 Clido-
notus n. g. (für Stethomela gibbosa Baly) auf.
Chrysomela japana! p. 171; Plagiodera distincta p. 174;
Phaedon Brassicae, incertum p. 175; neue Arten von Japan; Baly
a. a. 0. 1874.
Galerucini. G. R. Crotch beschreibt in den Trans. Am.
Ent. Soc. V. p. 79 f. Scelolyperus (n. g., von Lyperus ver-
schieden durch die stark geschwungenen Hinterschienen, die im
396 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
ersten Drittel einen starken dreieckigen Zahn besitzen) tejonicus
(Californien): Thricolema (n. g.) anomata (Calaveras); Lyperus
graptodero'ides (St. Barbara).
Derselbe Proc. Ac. Philad. 1873. Luperus brunneus (Ca-
lifornien) p. 54; Andr olyperus (! n. g.) fulvus (S. Francisco); Ga-
lerucella (n. g., von Galeruca verschieden durch die offenen Coxal-
höhlen) für Galeruca tuberculata etc. p. 55.
Derselbe ändert Luperus rufipes Lee. in L. Lecontn um;
ebenda p. 54.
Adorium japonicum (Japan und China); Galeruca tibialis
p. 176, annulicornis p. 177, vittaticollis, distineta p. 178; Aenidea
armata p. 179, ornata p. 180, basalis p. 181 (Japan und China);
abdominalis p. 180, nigripes; Cneorane elegans p. 182; Arthrotus
variabilis p. 183, cyaneus p. 184; Melospila consociata p. 185; Au-
lacopbora quadriplagiata p. 186, Lyperodes pallidulus p. 187; Age-
lastica caerulea; Lyperus Moorii p. 188 (Japan); neue Arten, Baly,
a. a. 0. 1874.
Andrector (n. g.) sexpimetatus (Texas); Hörn, Trans. Am.
Ent. Soc. IV. p. 152.
Adimonia tripoliana (Syrien); Chevrolat, Ann. Soc. Ent.
Franc. III. p. 206.
Calomicrus Bottenbergi (Sicilien); Ragusa, Bull. Soc. Ent.
Ital. V. p. 234.
Galeruca articulata Beck = Grapt. Hippophaes Aube;
Kraatz a. a. 0. p. 186.
v. Kiesenwetter macht in der Berl. Ent. Zeitschr. 17.
p. 23 ff. Bemerkungen zur Bearbeitung der Luperus- Art en
in der Monographie des Gallerucides von Joannis und beschreibt
L. (Calomicrus) sordidus n. sp. von Java, p. 24.
Halticini. E. Mulsant und C. Rey geben in einem Nach-
trag zu Foudras Werk die Beschreibungen folgender neuer Arten:
Aphthona punetiventris p. 250, punetigera p. 252, subimpressa p. 255
(Provence), orientalis (Caramanien) p. 253, subaptera (Languedoc)
p. 256; Haltica splendens (Pyrenaeen) p. 244; Psylliodes sicana
(Sicilien) p. 217; Dibolia Foudrasi (Cluny) p. 219; Chaetocnema
punetulata (Frankreich) p. 222; Thyamis australis p. 227, obsoleta
p. 230, scutellaris p. 231, funerea p. 232, sternalis p. 233, livens
p. 235, palacea p. 236, gracilicornis p. 238 (Frankreich), Ann. Soc.
Linn. Lyon, XX. p. 215 ff.
Hypolampsis Mellyi (Kansas) p 58; Oedionychis opacior, lu-
strans, octomaculata (Texas) p. 60,interjectionis (Texas) p. 61, circum-
cineta (Süd-Staaten), flavoeyanea (Süd-Staaten, Texas) p. 62, thya-
mo'ides (West-Staaton), texana (Texas) p. 63; Balophila cyanipennis
(Texas) p. 65; Orchestris Zimmermanni (Missouri), Oregonensis
(Oregon), Lewisn (Colorado, Illinois) p. 66, aeneicollis (Mittel- und
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 397
Süd-Staaten), chalybeipennis (New- Jersey) ; Aphthoria texana (Texas)
p. 67; Systena collaris (Texas) p. 68; Orthaltica n. g. für copalina
Fabr., recticornis Lee. p. 69; (Luperaltica n. g. für fuscula Lee,
senilis Say p. 70) ; Haltica Burgessi (Florida); Crepidodera sedbricula
(Texas) p. 71, nana (an h. g.?) (Süd-Carolina); Epitrix (!) fuscula
(Carolina), löbata (Süd-Carolina) p. 72; Mantura Floridana (Florida,
Louisiana); (Cerataltica ! n. g. für C. insolita Melsh.) p. 73;
Chaetocnemia crenulata (Nord-Carolina), alutacea (Florida) pareepun-
etata (Pennsylvanien), texana (Texas) p. 74, conßnis (Carolina), elon-
gatula (Colorado); Euplectroscelis (n. g.) Xanti (Californien)
p. 75 neue Arten; Crotch a. a. 0.
Haltica chrysopygis Beck = Crepid. Modeeri L.; Kraatz a.
a. 0. p. 187.
Crepidodera robusta (White Mountains); Le Conte, Proc.
Bost. Soc. XVI. p. 274.
Balanomorpha suturata (Boghari); Fairmaire, Rev. et Mag.
d. Zool. 1873. p. 359.
Baly beschreibt a. a. 0. folgende neue Arten, zumeist aus
Japan: Oedionychis japonicus p. 189; Graptodera coerulescens p. 190,
viridieyanea, pieipes, angustata p. 191, flavicomis p. 192, flavipennis;
Hermaeophaga Adamsi p. 193; Saebaethe flavipennis; Liprus hirtus
p. 194; Crepidodera parvula p. 195; Phyllotreta funesta p. 196;
Aphthona sordida, strigosa p. 197, pygmaea, collaris, Pryeri p. 198;
Thyamis Adamsi, Letcisi p. 199, bimaculata p. 200, amicula, incon-
spicua p. 201; Argopistes coccinello'ides p. 202; Sphaeroderma seriata!
tarsata! p. 203, japana! p. 204, separata!, apicalis! p. 205; Argopus
clypeatus, orientalis p. 206; Apteropoda nigropicea; Plectroscelis
gramdosa p. 207, concinnicollis, cylindrica p. 208; Psylloides angusti-
collis, punetifrons p. 209, difficilis; Monarthra cyaneum! p. 210,
fulvum p. 211.
L. Schau fu ss beschreibt Nunq. Otios. II. p. 294—309
22 neue Oedionychisarten von Bogota.
Orchestris ramosa; Crepidodera basalis (Californien); Crotch,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 80.
C. Äbeälii (Jerusalem); Plectroscelis- Perrisi, orientalis (Jaffa),
Bauduer, Bull. Soc. Ent. Franc. IV. p. CLVI.
Lithonoma Favieri (Tangiers), L. Fairmaire, Pet. Nouv.
Ent. VI. p. 388.
Phyllotreta Foudrasi (Paris, Hyeres), Brisout, Bull. Soc.
Ent. Franc. III. p. LXV.
Hispini. Baly führt aus Japan die neuen Arten auf: Hispa
maerens, japonica, subqiiadrata a. a. O. p. 215 f.
Odontota Hardii (Californien); Crotch, Trans. Am. Ent.
Soc. V. p. 80.
Odontota omogera (Mexico) p. 81; Walshii (Illinois) p. 81;
Archiv f. Naturg. XXXX. Jalirg. Bd. 2. XK
398 Bert kau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. auf d. Gebiete
Microrhopala Melsheimeri (Pennsylvanien) neue Arten; Crotch
Proc. Acad. Philad. 1873.
Cassidini. Nach L. Bedel leben dieselben ausschliesslich
auf Compositen. Bull. Soc. Ent. Franc. III. p. LXXXVIII. (Die
gewöhnlichen Handbücher geben zahlreiche Arten an, die auf
Pflanzen anderer Familien leben; so auch Fairmaire, ebenda
IV. p. XCVI).
Cassida japana, erudita, consociata; Coptocycla Lewisi (Japan) ;
Baly a. a. 0. p. 212 ff.
Chelymorpha Lewisi (New-Mexico), phytophagica (Arizona)
p. 77; Cassida texana (Texas); Coptocycla Arizonae p. 78, Lecontii
p. 79 (Arizona); Crotch, Proc. Acad.Philad. 1873.
Cassida sareptana, flaviventris (Sarepta); Kraatz, Hör. Ent.
Ross. X. p. 126 f.
Kraatz liefert (Berl. Ent. Zeitschr. 18. p. 83 ft.) Bei-
träge zur Kenntniss der Cassida-Arten, nach denen C. languida
Cornelius =• C. chloris Suffr. ist. Ferner werden Bemerkungen
zu C. austriaca F., seladonia Gyll., denticollis Suffr., stigmatica
Suffr., sanguinolenta F., thoracica Fourcr. (non Kugelann!), chloris
Suffr., lucida Suffr., rosea Bohem., Berolinensis Suffr., ferruginea F.,
nigra Herbst, murraea L., sibirica Gebl., deflorata Suffr., algirica
Lucas, inquinata Brülle, angusticollis Hagenb., lata Suffr., alpina
Bremi gemacht.
Derselbe zählt die andalusischen und griechischen Cassida-
Arten auf und beschreibt C. humer alis (Andalusien) ebenda p. 103
und C. graeca (vom Parnes) p. 104.
Crotch beschreibt a. a. 0. folgende neue Cassididen: Chely-
morpha Lewisit (Neu-Mexico), phytophagica (Arizona) p. 77; Cassida
texana (Texas); Coptocycla Arizonae (Arizona) p. 78; Lecontii
(Arizona) p. 79.
Erotylidae. G. R. Crotch giebt in den Transact. Am.
Ent. Soc. IV. p, 349 — 358 eine »Synopsis of the Erotylidae of
Boreal America«, in der die neuen Arten beschrieben sind: Lan-
guria Lecontii (Illinois) p. 351 ; Megalodacne Ulkei (Kentucky)
p. 353; Ischyrus nigrans (Florida), extricatus (Mittelstaaten) p. 354;
Mycotretus dissimulator ; Cyrtotriplax mimetica p. 355 (Illinois).
Derselbe beschreibt die von G.Lewis in Japan gefundenen
Arten im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 184—189 mit einem Nach-
trag von E. W. Janson und C. 0. Waterhouse. Neu sind Lan-
guria Lewisi, nigripes, praeusta, atriceps, ruflceps, Jansoni (Crotch),
praetermissa (Janson), nigritarsis, pectoralis, convexicollis (Waterh.);
Dacne japonica, picta; Episcapha Fortunii; Cyrtotriplax Lewisi;
Triplax japonica; Aulacochilus japonicus (Crotch).
Derselbe giebt ein Verzeichniss von 28 Arten von Nicaragua;
Cist. Entom. VI. p. 141—150 mit der Beschreibung folgender
der Entomologie während der Jahre 1873 und 1874. 399
neuer Arten: Pselaphacus äistortus (Mexico), vitticollis (Neu-Granada),
Nicaraguae (Nicaragua) p. 142; Megischyrus (n. g., Prosternum
stark gekielt, für Isch. sanguinolentus und discipennis Lac. und)
Nicaraguae p. 143; Ischyrus tripunctatus (San Domingo) p. 144;
Mycotretus Chontalesi (Chontales) p. 145; Aegithus Jansoni (San
Domingo) p. 146; Brachysphaenus zonula (Ecuador) p. 147; Erotylus
Nicaraguae p. 148; Zonarius Jansoni p. 149; Scaphidomorphus
xanthomelas; Homoeotelus Jansoni (S. Domingo), confusus (Chon-
tales, Guatemala, Costa Rica) p. 150.
J. 0. Westwood im Thes. Ent. Oxon. p. 107 beschreibt
und bildet ab Zythonia (n. g.) fulva (Guinea); Taf. V. Eig. 1.
Cyrtotriplax octonotata (Transcaucasien); L. Bedel, Bull. Soc.
Ent. Franc. IV. p. CXCVI.
C. niponensis (Japan); consobrina (Süd-Sibirien); Episcapha
taislwensis (Chiosan); G. Lewis, Ent. Monthl. Mag. Xf p. 78 f.
Coccinellidae. G. R. Crotch unterzieht in den Trans. Am.
Ent. Soc. IV. p. 363—382 die Arten der Vereinigten Staaten einer
Revision und beschreibt Ceratomegilla (n. g., vom Ansehen
einer Hippodamia, Klauen am Grunde gezähnt, Schenkellinien ver-
wischt; Thorax geschweift und am Grunde gerandet etc.) Ulkei
(Hudsons Bay), p. 365; Hippodamia oregonensis (Oregon) p. 367,
falcigera (Hudsons Bay), americana (Kansas) p. 368; Coccinella diffi-
cüis (Utah) p. 370, annectens (Colorado) p. 371; Mysia Horni (Oregon)
p. 375; Brachyacantha indubitdbilis (Illinois), Bolli (Texas) p. 379;
Hyperaspis dissoluta, Lewisi, Horni (Californien) p. 381; Hypera-
spidius (n. g. für Hyperaspis vittiger, arcuatus militaris Lee); Ce-
phaloscymnus (n. g.) Zimmermanni p. 382.
Derselbe. A. Revision of the Coleopterous family
Coccinellidae. London 1874. 8. 311 S. Ist Refer. nicht zugänglich
gewesen.
G. Lewis veröffentlicht ein Verzeichniss der Japanischen
Arten, die von Crotch bestimmt waren; Ent. Monthl. Mag. X.
p. 54 — 56. Japan ausschliesslich angehörend sind nur wenige Arten,
im Uebrigen ist die Fauna mehr Indisch als Sibirisch. Mit West-
europa hat Japan 7 Arten gemein.
Scymnus paeißcus, conif er arum, Phelpsi (Californien); Crotch,
Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 77.
Hyperaspis erythrocephala F. kommt bei Derb ent vor; Berl.
Ent. Zeitschr. 18. p. 301. üeber H. quadrimaculata Redt, und H.
sexguttata Bris., von denen die erstere bei Smyrna und Jerusalem
häufiger vorkommt und die letztere bei Aranguez gefangen wurde,
s. ebenda p. 302.
Kraatz revidiert in der Berl. Ent. Zeitschr. 17. p. 189 ff.
die europäischen Arten der Gattung Exochomus Redt, und be-
schreibt p. 195 E. minutus aus dem Thüringer Walde.
400 Bertkau: Bericht üb. d. wissensch. Leist. etc.
Endomychidae. H. S. Gorham (»Endomychici recitati,«
London 1873. 8., 64 S. mit Taf.) giebt ein Verzeichniss der 46
Gattungen und 302 Arten dieser Familie, als deren eigentliche
Heimath er die Tropen ansieht. Stenotarsus ist ihm ein neuer Bei-
trag zu der Anschauung, dass Südamerika und Madagaskar früher
eine Landverbindung besassen. Arten mit behaarten Flügeldecken
sieht er als primitive Typen an. Neue Gattungen und Arten sind:
Spathomeles insuspectus (Borneo), pyramidalis (Philippinen), elegans
(Penang); Trycherus hydroporo'ides (Senegal); Eumorphus Guerini,
costatus (Celebes), expatriatus (?), Thomsoni (Manilla), Westwoodi,
GerstäcJceri (Malacka); Encymon bipustulatus (Aru), angulatus (Mo-
luccen), resinatus (Borneo); Indalmus insularum (Timor); Ancylopus
graphicus (Gambia); Dapsa inornata (Beirut); Phalantha variegata
(Amazon.); Mycetina obliquesignata (Amoor); Anidrytus amazonicus,
fallaciosus (Cayenne), liquef actus (Columbien), humilis (Nicaragua);
Epopterus testudinarius, cucullinus, Byei, quaesitus (Amazon.); He-
liobletus (n. g.) servilis (Borneo); Aphorista (n. g.) humeralis
(Californien) ; Stenotarsus grandis (Columbien), flavicornis (Brasilien),
Pilatii (Yucatan), flavago, nigricollis (Neu-Freiburg), brunneus (Neu-
Granada), aequatus (Senegal), Sallaei; Eucteanus Marseuli (Indien);
Rhymbus seminulum (Guiana), minutus (Nordamerica), limbatus
(Mexico).
Derselbe verzeichnet im Ent. Monthl. Mag. IX. p. 205—207
die von G. Lewis in Japan gefundenen Arten, von denen folgende
neu sind: Coniopoda (n. g., wie Lycoperdina, aber die Fühlerkeule
dreigliedrig, Flügeldecken behaart) orientalis; Lycoperdina dux;
Mycetina amabilis, ancoriger; Stenotarsus nigriclavis; Panamomus
(n. g.) Lewisi; Mhabduchus (n. g.) denticornis.
Derselbe ebenda X. p. 224 f. Saula japonica; Symbiotes ni-
ponensis; und XL Cyanauges (n. g.) Gorhami; Lycoperdina ca-
stanäpennis (Japan).
Eumorphus Murrayi (Philippinen), sanguinipes (Java); Pe-
danus laevis (?); Encymon regalis (Philippinen); Corynomalus colon
(Cayenne), coriaceus (Neu-Freiburg); Mycetina candens (Ceylon),
africana ( W.-Afr.) ; Epopterus clara, dives (Amazon.) ; Stenotarsus leo-
ninus, Philippinarum, tabidus (Philippinen), indianus (Indien), rus-
satus (Ceylon); derselbe, Trans. Ent. Soc. London. 1874. p. 437 f.
C. A. Dohrn beschreibt Spathomeles darwinista, eine neue,
dem S. anaglyptus Gerst. sehr nahe stehende Art von den Philip-
pinen. Stett. Ent. Zeit. XXXIV. p. 322.
Crotch veröffentlicht in den Trans. Am. Ent. Soc. IV.
p. 359 — 363 eine Synopsis der Endomychiden der Ver-
einigten Staaten mit der Beschreibung von Mycetina Homi
(Californien); Alexia UlJcei, minor (Washington).
Berichi über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der niederen Thiere während
der Jahre 1872—1875.
Von
Dr. Rud. Leuckart.
2. Piatodes.
Schneider berücksichtigt in seinen „ Untersuchungen
über Plathelminthen" (Giessen 1873) u. a. auch den histologi-
schen Bau der hierher gehörenden Thierformen, besonders
insoweit dieser das Muskel- und Nervensystem betrifft.
Freilich weichen die dabei ausgesprochenen Ansichten
mehrfach von der sonst üblichen Auffassung ab.
Ueber die Eibildung bei den Plathelminthen vgl.
Ludwig a. a. 0. S. 17—34. Die sg. Dotterstöcke liefern
kein Deutoplasma, wie van Beneden wollte, sondern
eine morphologisch davon verschiedene Hüllmasse, sind
demnach besser als Hiilldrüsen oder Eiweissdrüsen zu be-
zeichnen. Bei den Hirudineen wurde (S. 61) die Bildung
der Eier in den — bei Hirudo und Haemopis — doppelten
Ovarialsträngen nach eigenen Untersuchungen geschildert.
Hirudinei.
Hermann behandelt „das Centralnervensystem von
Hirudo medicinalis" (München 1875 in Quarto mit Abbild.)
und liefert davon eine sehr eingehende anatomische und
histologische Darstellung.
Ranke findet in den sog. Augen der Blutegel im
Wesentlichen den von Leydig (Jahresber. 1861. 8. 140)
beschriebenen Bau, macht aber darauf aufmerksam, dass
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. ßß
402 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
die „Glaskörperkugeln", welche den Augenbecher aus-
kleiden und keineswegs als genuine Zellen zu betrachten
sind, „beimOeffnen des Auges" unter dem Drucke der den
Becher unigebenden Muskeln zum Theil über den Aussen-
rand hervorgepresst werden und dann halbkugelförmig sich
vorwölbend einen soliden Glaskörper darstellen, der nach
Aussen durch eine zugleich als Cornea und Linse wirkende
Fläche begrenzt wird. Die Bilder, welche auf diese Weise
entworfen werden, fallen dann auf die vordere flächenhafte
Ausbreitung des im Innern des Bechers gelegenen Ganglion
opticum, in der man sogar mosaikartig angeordnete Nerven-
organe, die den Zapfen der Retina vergleichbar sind, zu
unterscheiden vermag. Uebrigens ist Verf. geneigt, dem
Auge auch im becherförmigen Zustande für die Perception
gewisser Empfindungen , besonders des Tastens und
Schmeckens, eine Bedeutung beizulegen. Er ist der An-
sicht, dass die Trennung der einzelnen Sinnesempfindungen
von einander nicht immer — und namentlich bei dem Blut-
egel nicht — eine so absolute sei, wie es die Lehre von
den specifischen Energieen, in aller Strenge durchgeführt,
verlangt, und hält es hiernach durchaus nicht für unwahr-
scheinlich, dass selbst die Gesichtsempfindung des Blut-
egels noch Etwas von einer Tastempfindung und Ge-
schmacksempfindung an sich trägt. Beiträge zur Lehre von
den Uebergangs- Sinnesorganen. Die Augen des Blutegels,
Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie Bd. XV, S. 152—162
Taf. X.
Aus den Untersuchungen, welche Ludwig (a. a. 0.
S. 64 — 67) über die Eibildung von Piscicola angestellt hat,
geht hervor, dass das ausgebildete sog. Eierstocksei dieser
Art mit Recht als ein Eifollikel gedeutet ist, welcher seiner-
seits erst das wahre — einzellige — Ei in sich einschliesst.
Ro b in's Memoire sur le developpement embryogenique
des Hirudinees (Paris 1875. 472 Seiten in Quarto mit 19
Kupfer tafeln, extr. du T. XL des mem. de TAcad. des
sciences) stützt sich vorzugsweise auf Untersuchungen von
Nephelis und Clepsine, denselben Arten also, die auch dem
Rathke' sehen Opus postumum (J. B. 1862. S. 142) über
den gleichen Gegenstand zu Grunde lagen. Eine Ver-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 403
gleichung der beiden Werke fällt freilich unbedingt zu
Gunsten des französischen Forschers aus, dessen Beobach-
tungen nicht bloss sehr viel mehr in's Detail gehen, sondern
auch in sofern methodischer angestellt sind, als sie auf
continuirliche Untersuchungsreihen sich stützen, während
die Rathke'sche Darstellung vielfach durch eine Combi-
nation vereinzelter Beobachtungen entstanden ist und des-
halb denn auch mehrfache Irrthümer in sich schliesst. Ob
freilich auch die R ob in 'sehe Abhandlung von diesem Vor-
wurf ganz freizusprechen ist, scheint Ref. sehr zweifelhaft.
Jedenfalls bedürfen die Angaben, die Verf. über die Ent-
stehung der Eier in den sog. Ovo-Spermatophoren(!), über die
Bildung des Entoderms, die Anlage des Nervensystems
macht — um hier nur Einiges zu nennen — gleichfalls
noch der Sichtung und Läuterung. Die Richtungsbläschen
(globules polaires) sollen zu dem Keimbläschen keinerlei
Beziehung haben, sondern Gebilde sein, die durch eine
Art Knospung aus dem Dotter hervorkommen, eine Zeit-
lang auch in mehrfacher Anzahl vorhanden sind, dann aber
mit einander verschmelzen und schliesslich zu Grunde
gehen. Die Vorgänge der Furchung geschehen bei Clep-
sine im Wesentlichen auf dieselbe Weise, wie bei Nephelis.
Nach der Viertheilung entstehen zunächst durch Knospung
aus dreien Furchungskugeln vier weitere kleine Zellen,
deren Zahl sich sodann durch Viertheilung der bis dahin
unthätigen vierten Furchungskugel auf sieben vermehrt.
In Folge neuer Theilungen vermehren sich diese kleinen
(hellen und Anfangs auch hüllenlosen) Zellen immer mehr,
bis sie schliesslich die drei persistirenden grossen Furchungs-
kugeln umwachsen und in sich einschliessen. An eine Um-
wandlung in Kopfzapfen und Seitehtheile des Embryo,
wie Rathke sie für Nephelis behauptet hatte, ist nicht zu
denken. Der Kopfzapfen entsteht vielmehr selbstständig
durch eine Zellenwucherung am vordem, den Furchungs-
kugeln gegenüberliegenden Pole des Embryonalkörpers, zu
einer Zeit bereits, in der die betreffenden Kugeln ihre
frühere Beschaffenheit noch unverändert bewahrt haben,
während sie sich später in die drei grossen Zellen des
Rritnitivstreifens, den Roh in ausschliesslich als Anlage des
404 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Nervensysternes auffasst, umwandeln. Aehnlich, wie bei
Nephelis, ist es auch bei Hirudo, nur dass die Grössen-
unterschiede dieser Dotterballen und der Embryonalzellen
hier weniger auffallen. Bei Clepsine entstehen die betreffen-
den — hier bekanntlich in der Mehrzahl vorhandenen —
Zellen nur aus einer einzigen Furchungskugel und zwar
derjenigen, die bei der Production der ersten Embryonalzellen
unthätig war, natürlicher Weise gleichfalls durch eine
Theilung. Aber auch die drei andern, bei Nephelis (und
Hirudo) beständig einfach bleibenden Furchungskugeln
unterliegen hier, nachdem sie von dem Ectoderm umwachsen
sind, einer Theilung. Sie verlieren dabei das frühere
mehr körnige Aussehen und verwandeln sich in öltropfen-
artige Ballen, die im Centrum des Embryonalkörpers zu
einem Haufen zusammengedrängt sind und schliesslich zu
den sog. Leberzellen (dem Entoderm des Wurmes) werden.
Bei Nephelis entstehen diese Gebilde auf eine andere Weise,
dadurch nämlich, dass sich noch vor der Bildung eines
eigentlichen Ectoderm in dem den drei Dotterkugeln auf-
liegenden Embryonalzellenhaufen eine Anzahl grösserer
und kleinerer Fettballen ansammelt, die später zu einer
gemeinsamen Masse zusammenfliessen und erst durch eine
Art Furchung wieder in zellige Gebilde (Entodermzellen)
sich verwandeln. In ein weiteres Detail können wir hier
natürlich nicht eintreten, doch dürfte noch so viel erwähnt
sein, dass der Pharynx durch eine Art Einstülpung von
dem Ectoderm aus gebildet wird. Bei den jungen Embryonen
von Nephelis beschreibt Verf. jederseits zwischen Darm und
Hautblatt ein schlingenförmig zusammengelegtes helles Ge-
fäss, das fast die ganze Länge des Körpers durchzieht und
dem Ectoderm verbunden ist. Ref. erkennt darin dasselbe
provisorische Gebilde, das bei den jungen Embryonen von
Hirudo nach seinen Untersuchungen jederseits in drei-
facher Anzahl vorkommt und von ihm als Urniere gedeutet
ist. Der Verf., der die Beobachtungen des Ref. über Hi-
rudoentwicklung (J. B. 1863. S. 84) nicht kennt, ist über
die Natur des fraglichen Gebildes im Unklaren geblieben.
Allem Anscheine nach hält er es für einen Theil des hintern
Blutgefässsystemes. Gelegentlich flicht Verf. auch (p. 314—
iu (1. Naturgesch. d. uied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 405
336) einen Excurs über die von ihm in Algerien und Frank-
reich beobachteten Clepsinearten ein, von denen dieCl.(Glossi-
phonia) catenigera Moq. Tand, aus Algier, Cl. rnarginata
Müll., Cl. stagnalis L. (= Cl. bioculata Bergm.), Cl. hetero-
clita L. (= Ch. hyalina Müll.) und eine nicht benannte
Art mit vier Augen, die am meisten noch mit Cl. algira
Moq. Tand, verwandt zu sein scheint, aufgeführt werden.
Grube berichtet über die bisher nur von Kathke
in Königsberg beobachtete und neuerdings wieder daselbst
aufgefundene Clepsine maculosa, die durch ihre sammet-
schwarze Färbung und 20 rostgelbe Randflecken jederseits
leicht sich kenntlich macht. Sitzungsber. der Schlesischen
Gesellsch. 1872. Naturhistor. Section S. 34.
Ebenso (a. a. 0. S. 35) über einen neuen Fischegel,
Codonobäella (n. gen.) trimcata, mit glockenförmig gewölb-
ten Saugnäpfen, von denen der vordere sehr viel grösser und
höher ist, als der hintere.
Unter dem Namen Macrobclella (n.gen.) valdiviana be-
schreibt Philippi in der Halle'schen Ztschrft. für die ge-
sammten Naturwissenschaften 1872. Bd. VI. S. 435— 442 mit
Abb. einen riesigen Blutegel aus Valdivia, welcher der Augen,
Kiefer und Lippen entbehrt und seine Mundöffnung auf
der Spitze eines cylindrischen dünnen Kopfanhanges trägt,
der geringelt ist und scharf gegen den etwas breitern und
abgeplatteten Leib sich absetzt. Im lebenden Zustande
soll das Thier beinahe anderthalb Fuss lang sein. Die
Ringe sind deutlich und belaufen sich insgesammt auf 92,
wovon 14 auf den Kopf und Hals kommen.
Leidy berichtet (Proceed. Philol. Acad. 1876. p. 306)
über das Vorkommen der seit Say nicht wieder beobachteten
Hirudo marmorata und H. lateralis in dem Obern See und an
andern Orten. (Die Angabe, dass N. lateralis Say nicht wieder
beobachtet sei, beruht auf einem Irrthum ; ich habe bereits in
meinem Parasitenwerke Bd. I, S. 716 Anm. bemerkt, dass
derselben die Kiefer fehlen, sie also keine echte Hirudo
sei.) Mit H. marmorata hat Say übrigens noch eine zweite
Form Aulostomitm lacustris Leidy zusammengeworfen.
Verrill giebt in dem oben erwähnten Report von
Baird (p. 666—688) eine Synopsis der Nord-Amerikanischen
406 Leuckart: Bericht üb. tl. wissenschaftlichen Leistungen
Süsswasseregel und beschreibt dabei als neu : Macrobdclla
floridana, Semiscolex granäis, Glepsine occidentalis, Ichthy-
obdella Milneri.
Später wird von der Küste Neu-Englands weiter noch
hinzugefügt (Annais and Mag. nat. hist. 1. c. p. 624): Pon-
tdbdella rapax von Chaenopsetta ocellaris und P. n. sp. von
Mysis americanus. Ausserdem noch zwei Malacobdella-
arten (M. obesa n. sp. aus Mya arenaria und M. merce-
naria, M. n. sp. aus Venus mercenaria), die freilich nur mit
Unrecht den Hirudineen zugerechnet werden, da sie nach
Semper' s Untersuchungen, auf die wir im nächsten Jahres-
berichte zurückkommen, — schmarotzende Nemertinen sind
— wie das Ref. schon vor 30 Jahren in den mit Frey
zusammen herausgegebenen Beiträgen zur Fauna des nord-
deutschen Meeres (S. 80) nachzuweisen versucht hat.
Ebenso Glepsine elegans und Gl. modesta Verrill, zwei
neue Arten, die im Amer. Journ. Sc. and Art. 1872. T. III.
p. 132 beschrieben sind.
Identisch mit diesen zwei Arten sind wahrscheinlich
auch Ni chol son's Glepsine patelliformis und Cl. submodesta
aus dem Ontario-See (Ann. nat. hist. T. X. p. 279). Unter
den von demselben Autor erwähnten zwei Nephelisarten
dürfte die eine (N. vermiformis) vielleicht mit N. lateralis Say
zusammenfallen. Die andere schliesst sich durch Fähig-
keit der Kugelung und Brutgegeschäft an Clepsine an.
Trematodes.
In seiner Abhandlung „zur Naturgeschichte des Poly-
stomum integerrimum und des Pol. ocellatum Rud." (Ztschrft.
für wissensch. Zool. Bd. XXII. S. 29— 39. Tab. III) liefert v.
Willemoes -Suhm eine weitere Darstellung der schon im
letzten Bericht (S. 79) angezogenen Beobachtungen über die
Jugendform des Pol. integerrimum mit Bemerkungen über den
Bau des ausgebildeten Thieres und des nahe verwandten Pol.
ocellatum, das in der Rachenhöhle von Emys europaea lebt,
bisher aber nur ungenügend bekannt war. Was Verf. über letz-
teres mittheilt, enthält die Resultate von Untersuchungen,
die schon vor längerer Zeit von v. Siebold angestellt
sind, bisher aber noch nicht veröffentlicht waren. Wir
in d. Naturgesch. d. nied. Thicre währ. d. Jahre 1872 — 1875. 407
entnehmen daraus als besonders interessant die Thatsache,
dass Pol. ocellatum mit einem nur einfach gespaltenen Darm
(ohne seitliche Verästelungen) versehen ist und Saugnäpfe
besitzt, die je von einem gegliederten Chitinringe umgeben
sind. Ausser den zwei grossen Haken trägt der Haft-
apparat noch eine Anzahl kleinerer Häkchen, in denen
Verf. die persistirenden Larvenhäkchen wieder erkennt.
Dass diese Gebilde übrigens auch bei Pol. integerrimum
persistiren und nicht abgeworfen werden, wie Verf. meint,
hätte derselbe schon aus den Andeutungen des Ret. in dem
Berichte für 1863. S. 93 entnehmen können.
So dankenswerth übrigens die Beobachtungen von v.
Willemoes-Suhm sind, so haben sie doch mehr dazu
beigetragen, das Bedürfniss nach einer vollständigen Er-
kenntniss der Lebens- und Entwicklungsgeschichte des
Polystomum zu wecken, als zu befriedigen. Wir begrüssen
es desshalb als ein sehr willkommenes Ereigniss, dass
Zell er fast um dieselbe Zeit „Untersuchungen über die
Entwicklung und den Bau des Polystomum integerrimum"
veröffentlicht (ebendas. S. 1 — 24, Tab. I, II), welche nicht
bloss die bis dahin noch unbekannte Metamorphose dieses
Schmarotzers in eingehender Weise behandeln, sondern
auch über den Bau und die Lebensgeschichte desselben
zahlreiche neue und überraschende Aufschlüsse geben.
Einige wenige Punkte musste Verl", allerdings unerledigt
lassen. Nachdem aber auch diese neuerlich (ebendas. 1876.
Bd. XXVII. S. 238—275. Tab. XVII und XVIII) ihre Auf-
klärung gefunden haben, dürfen wir die Polystomeen jetzt
den am besten und vollständigsten erforschten Parasiten
zurechnen. Da dieser „weitere Beitrag zur Kenntniss der
Polystomeen" ergänzend und berichtigend sich den frühern
Mittheilungen a.nschliesst, dürfte es auch gerechtfertigt er-
scheinen, denselben schon hier zu berücksichtigen, obwohl
er nach der Zeit seiner Publication über die Grenzen des
vorliegenden Berichtes hinausliegt.
Zunächst hat sich durch die Beobachtungen Z e 1 1 e r ' s
die Thatsache herausgestellt, dass das Pol. integerrimum
unter naturgemässen Verhältnissen nur im Frühlinge (März,
April) Eier produzirt, zu jener Zeit also, in der die Frösche
4U8 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftliehen Leistungen
aus dem Winterschlafe erwachen und dann sofort zur
Paarung sich anschicken. Die ersten Mittheilungen unseres
Verf.'s lauten allerdings dahin, dass die Eierbildung unseres
Parasiten während des ganzen Winters vor sich gehe,
allein davon ist, wie wir später erfahren, nur soviel richtig,
dass dieselbe schon von December an durch Uebertragung
der Frösche in die Wärme künstlich hervorgerufen werden
kann. Dieser Umstand erklärt es auch, wesshalb die Eier
unseres Parasiten bisher nur so selten und nur von wenigen
Forschern gesehen sind. Uebrigens werden die Eier rasch,
noch vor Eintritt der Embryonalveränderungen nach Aussen
abgelegt, so dass man nur selten eine grössere Menge in
dem Uterus auffindet (höchstens gegen 80), obwohl die Ge-
sammtzahl der von einem Individuum erzeugten Eier immer-
hin auf etwa 1500 sich belaufen mag. Zum Zwecke der
Eierablage schiebt der Wurm das Vorderende seines Kör-
pers durch die Harnblasenmündung hindurch bis zur After-
öffnung des Frosches, so dass die Eier direct in das Wasser,
niemals aber in die Harnblase gelangen. Die Embryonal-
entwickelung nimmt eine Zeit von etwa 6—8 Wochen in
Anspruch, nach deren Ablauf dann die junge Larve aus-
schlüpft und einige Stunden lang mittelst ihrer Wimpern
lustig umherschwimmt. Die letzteren bilden übrigens
keinen continuirlichen Belag, wie v. Willemoes-Suhm
angiebt, sondern stehen vielmehr, wie wir durch die letzten
Mittheilungen unseres Verf.'s erfahren, in sehr eigenthüm-
licher Anordnung in fünf Querreihen, von denen die drei
vordem der Bauchfläche, die beiden hintern aber vornehm-
lich der Rückenfläche angehören. Von den Geschlechts-
organen lässt sich nicht die geringste Spur entdecken, ob-
wohl Darm und Excretionsapparat bereits in gewöhnlicher
Weise entwickelt ist, auch die auf der Höhe des Schlund-
kopfes gelegene Ausmündung des letztern in Form zweier
seitlicher Iiückenöffnungen (je eine für den entsprechenden
Seitenstamm) deutlich gesehen wird. Obwohl auf den
ersten Blick der Unterschied zwischen der Larve und dem
erwachsenen Polystomum sehr auffallend zu sein scheint,
so reducirt sich derselbe bei näherer Untersuchung — von
den Geschlechtsorganen und dem provisorischen Wimper-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 409
besatze abgesehen — aui eleu Mangel der Saugnäpfe und die
geringe Grösse der zwei Scheibenhaken. Die kleinen Rand-
häkchen, die man vielleicht für blosse Larvenorgane halten
könnte und — Willemoes-Suhm — auch wirklich
gehalten hat, lassen sich niitsammt den vier Augen un-
verändert noch bei dem erwachsenen Thiere nachweisen,
obwohl sie bei diesem viel weniger leicht auffallen. Die
Metamorphose beginnt erst nach der Einwanderung in die
Frösche, aber diese erfolgt nicht in die erwachsenen
Frösche, auch nicht gleich in die Harnblase, sondern immer
nur in die Kaulquappen und zwar deren Kiemenhöhle, in
der die Würmer theils an den Wandungen, theils auch an
den Kiemen selbst sich anklammern. Die Polystomeen
sind demnach in allen Fällen ziemlich so alt, wie ihre
Träger. Aus dieser Thatsache erklärt es sich denn auch,
dass die jüngeren Frösche unsere Parasiten weit häufiger
und durchschnittlich auch in beträchtlicherer Anzahl be-
herbergen, als die altern, die dagegen ihrerseits stets die
grossesten Polystomeen aufweisen. Die Entwicklung, welche
die Larve in der Kiemenhöhle nimmt, ist unter gewöhn-
lichen Verhältnissen eine nur beschränkte. Das Thierchen,
das bei dem Ausschlüpfen aus dem Ei etwa 0,3 Mm. misst,
wächst während des Aufenthalts in der Kiemenhöhle bis zu
0,4 Mm. und bildet dabei das hintere Paar der Saugnäpfe,
die das drittletzte Paar der Randhäkchen in sich ein-
schliessen. Bisweilen entsteht auch im Umkreis der vor-
hergehenden Randhäkchen schon das mittlere, sehr selten
selbst das letzte vordere Paar der Saugnäpfe. Da diese
gleichfalls um einen Randhaken gebildet wird, bleiben am
vordem Rande der Schwanzscheibe drei Hakenpaare übrig,
denen dann die zwei hintern Paare zwischen den hintersten
Saugnäpfen gegenüberstehen. Die ursprünglich gleichfalls
nur kleinen stachelförmigen Scheibenhaken zeigen übrigens
während der Bildung der Saugnäpfe ein so rasches Wachs-
thum, dass sie, bevor noch das dritte Paar augelegt ist,
im Wesentlichen bereits die spätem Verhältnisse erkennen
lassen. In der Kiemenhöhle nun verweilen die jungen Pa-
rasiten durchschnittlich etwa 8—10 Wochen, bis die Kaul-
quappe ihre Metamorphose vollendet hat und den Kiemen-
410 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
apparat zurückbildet. Erst während dieser Veränderung
wandern dieselben in die kaum zuvor gebildete Harnblase
über und zwar, wie schliesslich nachgewiesen wurde, durch
den Darrakanal hindurch, in den sie durch die Kiemen-
spalte eintreten. Aber auch in der Harnblase macht die
weitere Entwicklung des Thieres nur langsame Fortschritte,
so dass dasselbe mit zwei Jahren erst eine Länge von
etwa 2 Mm., mit dreien eine solche von 3—5 Mm. erreicht
und kaum vor dem fünften und sechsten Jahr zu seiner
vollen Grösse (8 Mm.) heranwächst. Die Geschlechtsreife
des Parasiten tritt mit etwa dreien Jahren ein, obwohl die
ersten Anlagen der Geschlechtsorgane bereits im vierten
Monat sich erkennen lassen. So wenigstens verhält es
sich für gewöhnlich. Unter gewissen Umständen aber —
wie später sich herausgestellt hat, dann, wenn die Larve
in noch ganz junge Kaulquappen einwandert, was im
Freien aber nur ausnahmsweise der Fall ist — nimmt die
Entwicklung unserer Parasiten einen andern Verlauf. Sie
ist dann, bei sehr erleichterter Nahrungsaufnahme, eine so
rapide, dass die Thierchen schon mit 3 Wochen 1 Mm.
messen und sämmtliche drei Paare von Saugnäpfen be-
sitzen, zwei Wochen später aber bereits eine Grösse von 2 Mm.
haben. Schon um den zwölften Tag lässt sich bei diesen
vorschnell sich entwickelnden Individuen die Anlage der Ge-
schlechtsorgane erkennen und schon am 27. sind diese bis
zur Eiproduction entwickelt. Die Fortpflanzung geschieht
in solchen Fällen noch während des Aufenthaltes in der
Kiemenhöhle. Eine Wanderung fehlt, und die Mehrzahl der
Parasiten geht zu Grunde, noch bevor die Metamorphose
der Kaulquappe begonnen hat. Es ist aber nicht bloss die
ausserordentliche Beschleunigung der Entwicklung, welche
diese Individuen auszeichnet, sondern weiter auch eine
Reihe von Abänderungen, die in der Bildung der beiden
grossen Haken und namentlich der Fortpflanzungsorgane
sich bemerklich machen. Ovarium und Haken erhalten
eine von der sonstigen sehr abweichende Gestalt. Die
weiblichen Begattungsorgane, die wir übrigens erst durch
die letzten Untersuchungen unseres Verf. 's kennen gelernt
haben, fehlen ganz, so dass eine Begattung unmöglich ist,
in d. Naturgesch. d. iiicd. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 41!
und die Befruchtung nur auf dem Wege einer innern
Selbstbefruchtung- zu Stande kommt. Da gleichzeitig auch
der Eileiter fehlt, ist immer nur ein einziges, sonst aber
durch Nichts besonders ausgezeichnetes Ei im Innern des
Mutterthieres vorhanden, wie das Verf. auch bei Pol.
ocellatum beobachtete, das hinsichtlich der Bildung des
Hodens gleichfalls eine bemerkenswerthe Uebereinstimmung
zeigt. Die Larven übrigens, die aus den Eiern diesei; di-
morphen Individuen sich entwickeln, machen ihrerseits
wieder die gewöhnliche langsame Entwicklung durch und
gewinnen dabei auch die gewöhnliche Bildung ihrer Ge-
schlechtsorgane. An den letzteren constatirte Verf. die An-
wesenheit eines besondern zur Begattung dienenden Vagi-
nalapparates, wie solcher auch den übrigen Trematoden zu-
kommt, aber nicht in Form eines einfachen, auf der Rücken-
fläche ausmündenden Ganges, sondern zweier seitlicher
Röhren, die auf der Höhe des Schlundkopfcs durch die
schon längst gekannten, bis dahin aber sehr problematischen
Randpolster mittelst zahlreicher kleiner OefTnungen aus-
münden und hinten mit dem queren Dottergange der zu-
gehörenden Seite sich verbinden, so dass der Samen zu-
gleich mit den Dotterzellen in die Schalendrüse, deren
langgestielte Drüsenzellen vom Verf. Anfangs irriger Weise
für Muskelfasern gehalten waren, übertritt. Die Begattung
lässt sich, da sie häufig vollzogen wird, leicht beobachten.
Die Thiere saugen sich dabei mittelst ihrer Mundnäpfe
auf der Rückenfläche zwischen den Seitenwülsten fest und
führen dann ihren Cirrus mit dem aufsitzenden Krönchen
in eine der zahlreichen Mündungen des seiner Lage nach
entsprechenden Seitenwulstes ein. Uebrigens ist Verf. (in
seinem letzten Beitrage) geneigt, unter gewissen Umständen
eine Selbstbegattung zu statuiren. Dass eine Selbstbe-
fruchtung stattfinden kann, ist zweifellos, denn unsere Po-
lystomen besitzen in der That jene directe Verbindung
zwischen den Hoden und dem Eiergange, die man irriger
Weise eine Zeitlang sämmtlichen Trematoden beilegte, bis
man sich überzeugte, dass der fragliche (Laurer'sche)
Canal als Vagina zu deuten sei. An eine Verwechselung
mit dem letztern ist in unserm Falle übrigens um so we-
41:
Lcuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
niger zu denken, als unser Verf. die wahre Bedeutung* des
Laur er 'sehen Ganges selbstständig erkannte, und letzterer
überdiess in Form der beiden Begattungscanäle daneben
vorhanden ist. In Betreff der sonstigen Mittheilungen über
den Bau besonders der Geschlechtsorgane und die Vor-
gänge der Embryonalentwicklung müssen wir auf die Ori-
ginalarbeiten selbst (namentlich den „weitern Beitrag") ver-
weisen. Nur so viel mag hier bemerkt sein, dass die letz-
tern mancherlei eigenthümliche Erscheinungen zeigen, welche
der Theilung des Eies theils vorhergehen, theils die-
selbe begleiten und zum Theil an die Veränderungen er-
innern, die wir durch Auerbach undBütschli jüngst in
dem sich eben entwickelnden Eie kennen gelernt haben.
Ref. lugt den voranstehenden Mittheilungen die Notiz
hinzu, dass die Beschreibung, welche von Willemoes-
Suhm und Zell er yon den schwärmenden Jugendformen
des Polystomum gegeben haben, keinen Zweifel lässt, dass
der von Claparede (Beobachtungen u. s. w. 1863) im
Meere frei schwimmend aufgefundene Onchogaster natator
gleichfalls eine Polystomeenlarve darstellt.
Wie den Polystomeen, so hat Zeller auch den Di-
plozoen seine Studien zugewendet und uns mit „Unter-
suchungen über die Entwicklung des Diplozoon paradoxum"
beschenkt (ebendas. Bd. XXII. S. 168—180. Tab. XII),
die unsere Kenntnisse über dieses sonderbare Geschöpf,
wenigstens dessen Jugendformen, gleichfalls zu einem ge-
wissen Abschluss bringen. Auch bei Diplozoon ist die
Eibildung auf eine bestimmte Jahreszeit beschränkt. Sie
cessirt mit dem Eintritte des Winters, lässt sich aber be-
liebig auch während der kalten Jahreszeit hervorrufen,
sobald man die Wohnthiere der Parasiten — Verf. untersuchte
die kleinen Diplozoen der Pfeilen (Phoxinus laevis), die
in der Nähe seines Wohnortes so häufig vorkommen, dass
er deren Eier nicht selten zu hundert u. m. an den Kiemen
ihrer Wirthe antraf — in einen erwärmten Raum bringt.
Die Eier werden bekanntlich einzeln nach der Ausbildung
ihres Haftfadens aus dem Eihalter (neben welchem auch
noch ein besonderer Samengang existirt) ausgestossen und
liefern nach Verlauf von etwa 15 Tagen einen ziemlich
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 413
gedrungenen Embryo, der in der Bildung des Kopfendes,
besonders des Mundes und der Mundsaugnäpfe, so wie des
Hinterleibes mit seinen zwei Angeln und Klammer Werkzeugen
genau an Diporpa sich anschliesst, durch den Besitz zweier
Augenflecke und eines Wimperapparates aber davon ver-
schieden ist. Die Wimperzellen bilden keinen contiuuir-
lichen Belag, sondern stehen in fünf Gruppen an den Sei-
tenrändern und der Hinterleibsspitze. Mit Hülfe dieses
Apparates schwimmen die Thierchen rasch im Wasser um-
her, doch leben dieselben, falls sie keine Gelegenheit zur
Ansiedelung finden, nicht länger, als etwa 5 Stunden. Im
andern Falle geht die Larve durch Verlust der Flimmer-
haare und Augen rasch in den Zustand der Diporpa über,
in der man jetzt auch den Darm und das aus zwei Seiten-
stämmen bestehende excretorische Gefässsystem mit seinen
Ausmündungen, die auch hier auf der Höhe des Schlund-
kopfes gefunden werden, deutlich zu erkennen vermag. Die
Diporpen können eine geraume Zeit, Wochen und Monate
lang, im isolirten Zustande leben und saugen, wie die
Diplozoen, das Blut der Kiemen. Sie wachsen dabei auf
das Doppelte ihrer ursprünglichen Länge und bilden häufig
noch im isolirten Zustande das zweite, bisweilen selbst das
dritte' Paar Klammern. Für gewöhnlich aber erfolgt schon
vor Anlage des zweiten Klammerpaares die Umbildung in
ein Diplozoon und zwar, wie wir durch v. Siebold wissen,
durch Copulation zweier — bisweilen sogar sehr ungleich
entwickelter — Individuen. Diese Copulation ist freilich
nicht so einfach, wie man früher vermuthete. Sie geschieht
nicht durch Verbindung der beiden Bauchsaugnäpfe, son-
dern dadurch, dass diese Näpfe sich je auf der Rücken-
fläche des Partners, die zu diesem Zwecke eine kleine
zapfenartige Hervorragung trägt, ansaugen. Auf diese
Weise erklärt sich auch die gegenseitige Stellung der bei-
den in einem Diplozoon verbundenen Körper, ihre Kreu-
zung und das für den ersten Anblick ganz unverständliche
Verhältniss, dass sie von den Seitenrändern her in ein-
ander geschoben erscheinen. Eine Zeitlang lassen sich die
Sauguäpfe auch noch nach der Copulation deutlich erken-
nen, aber später verschwinden sie, und dann sind beide
414 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Leiber fest mit einander verwachsen. Uebrigens gelangen
keineswegs alle Diporpen zur Copulation, und diese, viel-
leicht die Mehrzahl, gehen zu Grunde, ohne ihre Bestim-
mung erreicht zu haben. Auch von den jungen Diplozoen
kommt eine nur geringe Menge zur Geschlechtsreife.
Nach den Mittheilungen, welche Semper über den
Bau von Temnophila macht, die er in einer von T. chi-
lensis Gay kaum abweichenden Art an verschiedenen Süss-
wasserkrabben von Luzon und Mindanao auffand, kann
kaum noch länger gezweifelt werden, dass dieser erst jüngst
wieder (J. B. 1871. S. 453) von Philippi beschriebene
Wurm zu den ectoparasiti sehen Trematoden gehört. Das
Nervencentrum besteht aus einem einzigen, wenngleich
mehrfach gegliederten Schlundganglion. Der Magen ist mit
Blindsäcken besetzt und ohne After, das exeretorische Ge-
fässsystem mündet mit seinen zwei Hauptstämmen jeder-
seits auf der Höhe des Pharynx nach Aussen, und die zwitter-
haften Geschlechtsorgane lassen sich trotz mancher Eigen-
thümlichkeiten — Verf. vermisste z. B. die Dotterstöcke —
gleichfalls auf den Typus der Trematoden (freilich auch
der Turbellarien) zurückführen. Die Eier bilden sich ein-
zeln in dem kurzen, sackartigen Fruchthalter und werden
auf dem Panzer der Wohnthiere befestigt. Der Embryo,
der daraus hervorkommt, hat schon bei der Geburt die
Gestalt der erwachsenen Würmer. Ueber die Gattung
Temnophila, zoolog. Aphorismen IL, Ztschr. für wissensch.
Zool. Bd. XXII. p. 307-310. Tab. XXIII.
Nach J. Wood Mason lebt Temnophila auch in Neu-
seeland (auf Paranephrops setosus), und im Norden In-
diens. Annais nat. bist. Vol. XV. p. 336.
Chat in liefert Beschreibung und Abbildung einer
neuen Amphibdella, A. torpeäinis, von den Kiemen der
Torpedo marmorata, Annal. des sc. natur. 1874. T. I. Art.
Nr. 0. p. 11—16. PI. X.
Ueber Dactylogyrus Dujardinianus Dies, vergl. v.
Linstow, Archiv für Naturgesch. 1875. Tb. I. S. 195.
Obwohl nach den Untersuchungen von Bergk die
Frage nach der Natur der sg. Foenicuri im Sinne Derer,
die in diesen Gebilden integrirende Anhänge von Tethys
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 415
sahen, abgeschlossen schien, erklärt Lacaze Duthiers
dieselben neuerlich wieder mit kurzen, aber sehr ent-
schiedenen Worten für Parasiten, die sich auf den für das
Einlassen des Wassers in den Venenapparat bestimmten
und mit einem Sphincter verschli essbaren Rückenöffnungen
von Tethys befestigten und ihre Nahrung direct aus dem
Blute ihres Wirtlies entnähmen. Nähere Angaben über den
Bau und die systematischen Beziehungen des Wurmes werden
in Aussicht gestellt. Archiv, zoolog. exp6r. T. III. p. 30.
v. Willem oes-Suhm handelt (Ztschrft. für wissen-
schaftl. Zoologie Bd. XXIV. S. 332—335) über den Bau
des Monostomum faba, besonders die bis dahin nur unvoll-
ständig bekannten Geschlechtsorgane und schildert den
schon im Uterus sich entwickelnden Embryo als einen ein-
fachen flininierlosen Körper ohne jede Organisation. Die
Eier gelangen durch die Follikelöffnung, der das Hinter-
leibsende der Würmer zugekehrt ist, nach Aussen und
dürften wahrscheinlich von den Anopluren, welche zahl-
reich zwischen den Federn schmarotzen, oder den in den
Nestern lebenden Insekten verzehrt werden und bei diesen
zur Entwicklung kommen.
Dass Rudolphi's Monostomum crucibulum aus dem
Darme von Conger nicht dem Gen. Monostomum zugehört,
sondern ein Gasterostomum ist, dürfte seit Gervais und
van Beneden wohl allgemein anerkannt sein. v. Wille-
moes-Suhm hebt nun die Unterschiede von dem G. fim-
briatum hervor und bemerkt dabei, dass der Embryo gleich
dem der letztgenannten Art nackt sei, aber einen Mund-
stachel besitze. Vermuthlich wächst derselbe in den
Austern und Cardiumarten zu dem von Lacaze-Duthiers
(J. B. 1854. S. 366) aufgefundenen Bucephalus Haimeanus
aus. Ebendas. S. 336 u. 337.
Was nun diesen letztern betrifft, so wandert derselbe
nach Giard (Cpt. rend. T. 79. p. 485—487, sur l'encyste-
ment du Bucephalus Haimeanus) in Belone vulgaris, deren
Eingeweide, besonders Leber man im Sommer oftmals mit
kleinen cylindrischen, am Ende kuglig angeschwollenen
Cysten durchsetzt sieht, die einen bisweilen noch nicht me-
tamorphosirten Bucephalus enthalten. Dass die Trematoden
416 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Coelenteraten zu Bucephalus gehörten, wie Clapa-
r e d e einst vermuthet hat, stellt Verf. in Abrede ; er glaubt,
dass die ausgebildeten Zustände vielleicht bei den ge-
frässigen Haien und Schellfischen in Gasterostomumform
zu finden seien.
Der in Ostrea virginiana schmarotzende resp. sich
entwickelnde Bucephalus soll nach Mc. Crady, der den-
selben sehr häufig beobachtete, von der Europäischen Form
verschieden sein. Er wird als Bucephalus cuculus n. be-
schrieben und nach Bau und Entwicklungsweise mit den
Hydroiden verglichen, ja selbst damit zusammengestellt.
Proceed. Boston soc. nat. hist. 1874. XVI. p. 176.
Die Mittheilungen über Bucephalus von Slaon (monthly
microscop. Journal, T. XIII. p. 141 — 146) und Steward
(ibid. Vol. XIV. p. 1) enthalten kaum etwas Neues.
v. L instow beschreibt „einige neue Distomeen"
(Archiv für Naturgesch. 1873. Th. I. S. 95—108. Tab. V)
und knüpft daran Bemerkungen über die weiblichen Se-
xualorgane der Trematoden, die namentlich die von mir
zuerst aufgefundene (und auch benannte) Schalendrüse und
den sg. L au r er 'sehen Canal betreffen, der nach Verf.
eine Verbindungsröhre zwischen dem vorderen Abschnitte
des Leitungsapparates (Vagina Verf.) und der Samenblase
sein soll. Ein Zusammenhang mit dem Hoden wird —
mit Recht — in Abrede gestellt. Die Darstellung bezieht
sich zunächst auf Bist, pellucidum n. sp. aus dem Haus-
huhn. Daneben beschreibt Verf. noch Bist, eaudatum n.
aus dem Igel, B. tectum n. aus dem Stint, B. beleocephalum
n. aus dem grauen Reiher und B. curvatum n. aus Anas
marila. Den Schluss macht eine vergleichende Zusammen-
stellung der Arten des Subgen. Echinostomum mit Zahl
und Grösse der Stacheln.
Weitere Beobachtungen desselben Verf.'s über Bisto-
mum vitellatum n. aus Totanus hypoleucos, D. macrophallos
ebendah., D. putorii Mol., B. coelebs n. aus Darmwandcysten
des Sperlings: Archiv für Naturgesch. 1875. Th. I. S. 189
— 193 mit Abbild. Bei Dist. macrophallos fand Verf. eine
ansehnliche Erweiterung am Ende des Eileiters. Da die-
selbe augenscheinlicher Weise nur die Bestimmung habe,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 417
den grossen Cirrus aufzunehmen, glaubt Verf. die Ansicht
aussprechen zu dürfen, dass keineswegs alle Trematoden
einen auf dem Rücken mündenden Laur er 'sehen Canal
besässen. Ein Exemplar dieses Plattwurmes trug auffallen-
der Weise noch den aus dem Cercarienzustand persistiren-
den Mundstachel.
Durch Bütschli wird übrigens für Distomum endolo-
bum die Anwesenheit eines auf der Rückenfläche ausmün-
denden Scheidenkanales ausser Zweifel gestellt. Archiv für
Naturgesch. 1872. Th. I. S. 234-236. („Der Verbindungs-
kanal des Hodens und der weiblichen Organe bei Disto-
mum endolobum".)
v. Willemoes- Suhm beschreibt (helminthol. No-
tizen in Ztschrft. für wissensch. Zoologie Bd. XXIII.
S. 337 — 339) die Embryonen von Distomum hians und
Dist. laureatum, die beide denen des Dist. hepaticum
ausserordentlich ähnlich sind, so wie (ebendas. S. 339 u.
340) die von Dist. globiporum, D. folium und D. nodulosum.
Die Embryonen von D. globiporum und folium sind mit Flim-
merüberzug, Seitengefässen und Mundnapf versehen, aus
dem bei D. globiporum ein conischer Zapfen sich erhebt,
während der von D. nodulosum dadurch bemerkenswerth
ist, dass er, wie die Embryonen der Monostomeen, einen
Augenfleck mit deutlicher Linse besitzt. Ausserdem zeigt
derselbe Wimperkleid, Seitengefässe, etwas diffuses Pig-
ment und einen sehr kleinen Mundnapf. Dieser Darstel-
lung lässt Verf. schliesslich noch (S. 341 u. 342) eine syn-
optische Tabelle folgen, in der die bis jetzt bekannt geworde-
nen Trematodenembryonen, die der monogenetischen so gut,
wie der digenetischen Formen mit den betreffenden Lite-
raturnachweisen nach ihrer Verwandtschaft zusammenge-
stellt sind. Unter die monogenetischen Arten rechnet Verf.
ausser den Polystomeen (6 Arten) noch — freilich fraglich
— das Distomum sternae cantiacae (nach la Valette).
Bewimperte Embryonen kennt man von 18, unbewimperte
von 10 Arten.
Cobbold hatte Gelegenheit, die Eier und Embryonen
des Distomum haematobium aus dem Urine eines von Süd-
afrika nach London zurückgekehrten Hämaturikers frisch
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2 Bd. CC
418 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zu untersuchen (on the development of Bilharzia haema-
tobia, British med. journ. 1872. N. 604 oder Veterinarian
1873. p. 636—654 mit Abbild.). Die letztern besassen in
den entleerten Eiern bereits ihre volle Entwicklung und
brachen schon nach wenigen Minuten aus der Eihülle her-
vor, wenn der Urin mit grössern Mengen Wassers verdünnt
oder durch reines Wasser ersetzt ward. In unverdünntem
Urin blieben die Embryonen ruhig und bewegungslos, bis
sie — nach etwa Tagesfrist — in ihrer Hülle abstarben.
Ein Zusatz von Schleim, Blut und faulenden Substanzen
erwies sich eben so schädlich. Die Schwimm-Bewegung des
flimmernden Embryo war sehr rasch und die Körperform
je nach den Contractionszuständen des Leibes manchfach
wechselnd. Das vordere Ende bildet einen mehr oder
minder scharf abgesetzten kurzen Kegel und ist in ein
Zäpfchen verlängert, dem zwei oder drei ovale Körperchen
von ziemlich starkem Lichtbrechungsvermögen anhängen,
die Verf. den Lemnisken der Echinorhynchen vergleichen
möchte (? Ref.). Der übrige Leib umschliesst eine Anzahl
grösserer und kleinerer Sarcodetropfen und wird von einem
ansehnlich entwickelten Gefässsystem durchzogen, dessen
Haffptstämme die Seitentheile des Körpers einnehmen.
Leider führten die von Cobbold angestellten Versuche,
diese Larven in Süsswassermollusken (Paludina, Limnaeus,
Planorbis), kleineren Krebsen, Fliegenlarven und Fischen
zur weitern Entwicklung zu bringen, zu keinem Resultate.
Auch Sonsino beschreibt die Embryonen der Bil-
harzia, ohne der Cobbold 'sehen Darstellung jedoch we-
sentlich Neues hinzuzufügen. (Rencord. r. Accad. sc. fisiche
e matemat. Napoli 1864. Juni, ricerche intorno alla Bil-
harzia etc.) Er findet die Eier bei zahlreichen Hämatu-
rikern (immer nur bei Männern oder Knaben) und ist der
Ansicht, dass das Auftreten des Parasiten keineswegs in
allen Fällen so verhängnissreiche Folgen habe, wie das
nach den Angaben von Griesinger und Bilharz, die
ihre Erfahrungen ausschliesslich in Krankenhäusern mach-
ten, den Anschein hatte.
Das merkwürdige, schon seit lange bekannte Leuco-
chloridium paradoxum hat durch Untersuchungen Zeller's
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 419
(„über Leucochloridium paradoxum und die weitere Ent-
wicklung seiner Distornenbrut", Ztschrft. für wissensch.
Zoologie. Bd. XXIV. S. 564—578. Taf.XLVIII) ein neues
Interesse gewonnen. Auf experimentellem Wege liefert der
eben so ausgezeichnete, wie glückliche Forscher den Nach-
weis, dass die Distomenbrut des Leucochloridium aus dem
letztern direct in seine spätem Träger übergeht, ohne dass
es einer Einkapselung und eines Zwischenwirthes bedarf.
Hiermit stimmt auch die Beschaffenheit dieser jungen Disto-
men, die bekanntlich des Cercarienschwanzes entbehren
und an Stelle der Kapsel von einer mächtig verdickten
Epidermis umhüllt sind. Dazu kommt, dass der Wurm
noch innerhalb seines Ammenschlauches eine ganz unge-
wöhnliche Entwicklung erreicht und seine Generationsor-
gane in allen ihren Theilen vollständig und deutlich er-
kennen lässt. Die Ausmündung derselben liegt, wie sonst
nur bei wenigen Distomeen — Ref. kennt auch ein Mono-
stomum, das sich ganz ähnlich verhält, M. Dnjonis, das
Sem per in den Eustachischen Röhren des Dujuug der
Philippinen sammelte und dem Ref. freundlichst zur Unter-
suchung überlassen hat — am Hinterende des Körpers,
dicht neben der des excretorischen Apparates. Auch der
Laurer'sche Canal ist unverkennbar. Er bildet einen
eigenen Scheidenkanal, welcher gleichfalls in der Nähe der
Excretionsöffnung auf der Rückenfläche beginnt und von
da spindelförmig sich erweiternd nach vorwärts läuft. Das
ausgebildete Distomum, welches sich nur durch seine dünne
Epidermis, seine Grösse und die Anwesenheit von Eiern
in dem Oviducte von der Larve unterscheidet, sonst aber,
besonders auch in der so charakteristischen Bildung des
Kopfendes, das kragenartig über den Mundsaugnapf empor-
gezogen ist, der Larve gleicht, ist das D. macrostomum,
welches bei zahlreichen insektenfressenden Singvögeln vor-
kommt und von dem (allerdings nicht unbeträchtlich grössern)
D. holostomum der Rallen, in dem schon v. Siebold die
entwickelte Form des Leucochloridium vermuthet hatte,
kaum specifiseh verschieden sein dürfte. Die Insekten-
fresser verzehren, wie Verf. feststellte, das Leucochloridium,
das durch Form und Grösse und Färbung einer fusslosen
420 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Insektenlarve gleicht, mit grosser Begierde, ja sie ziehen
dasselbe zu diesem Zwecke sogar mit grosser Gewandtheit
aus dem Fühler der Succinea hervor, sobald man die letz-
tere ihnen vorwirft. Schon sechs Tage nach der Einwan-
derung findet man die jungen Distomen, die im hintersten
Abschnitte des Darmes, unmittelbar vor dem After, ihren
Wohnsitz aufschlagen, mit Eiern im Innern. Auffallender
Weise hat es übrigens den Anschein, als wenn junge Sänger
für die Aufzucht der Helminthen weit günstigere Bedin-
gungen darbieten, als die erwachsenen Thiere. An die
Stelle des ausgetretenen oder nach Aussen hervorgezogenen
Leucochloridium tritt übrigens schon nach wenigen Tagen
ein neuer Schlauch, der aus der Leibeshöhle nachrückt und
dann dieselben heftigen stossenden und bohrenden Bewe-
gungen ausübt, durch welche sich die Anwesenheit des
merkwürdigen Parasiten schon frühe kundgiebt. Der aus-
gewachsene Wurm mit seinen Zweigen und Blindschläu-
chen, von denen übrigens gleichzeitig höchstens fünf (binnen
7—8 Wochen) ihre volle Ausbildung erreichen, ist über-
haupt ein wunderbares Wesen. Er hat eine Grösse, die
im Vergleich zu der Grösse des Wohnthieres eine unge-
heure genannt werden muss, dabei eine Färbung und Zeich-
nung, eine Selbstständigkeit und Freiheit der Bewegung,
die für einen Helminthen und namentlich einen Keim-
schlauch ganz unerhört sind. Dass die Aehnlichkeit mit
einer Insektenlarve, die für unsere Parasiten so verhäng-
nissvoll ist, nach den bekannten Principien von Wallace
und Darwin durch Annahme eines Mascirungs- oder
Nachahmungsvermögens kaum zu erklären ist, bedarf nicht
der weitern Ausführung; Verf. trägt kein Bedenken, sich
offen für die teleologische Bedeutung jener ganz unge-
wöhnlichen Eigenschaften auszusprechen.
Vi Hot beschreibt zwei neue marine Cercarien: C.
hymenocerca, die sich in einer bei Calyptraea sinensis schma-
rotzenden Redie mit grossem Mundsaugnapf und Darm
entwickelt und einen mit zwei Flossensäumen besetzten
Schwanzanhang trägt, den sie jedoch leicht abwirft, um dann
alsbald (schon auf dem Objectträger) sich einzukapseln, und
0. fascicularis aus Nassa reticulata mit Borstenbündeln am
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 421
Schwänze, wie die Cerc. setigera Müll. In dem vorausge-
schickten Verzeichnisse der bis jetzt beobachteten marinen
Cercarien fehlen u. a. die Arten von Graeffe, Cl apa-
rede, Pagen Stecher, die ihrer Zeit sämmtlich in unser n
Berichten verzeichnet wurden. Archiv, zool. exper. T. IV.
p. 480. PL XIV.
Derselbe findet in dem Darme von Tringaalpina zwei
leicht von einander zu unterscheidende Distomen, D. lepto-
somum Crpl. und D. brachysomum desselben Autors, beide
in grosser Menge und in verschiedenen Reifezuständen,
die sich bis zu den im Muskelmagen zwischen Nahrungs-
resten verschiedener Art vorhandenen eingekapselten Lar-
venformen zurückverfolgen Hessen. Auf diese Weise konnte
auch weiter noch festgestellt werden, dass die Cysten von
D. brachysomum mit einem an der Küste der Manche weit
verbreiteten Isopoden (Anthura gracilis) importirt werden,
die von D. leptosomum ursprünglich aber auf den Siphonen
und im Fusse von Scrobicularia tenuis vorkommen. Beide
Thiere bilden die Hauptnahrung des spätem Trägers. Auch
in Mysis und Ligia oceanica beobachtete Verf. eingekap-
selte Distomen, in letzterer sogar ein Distomum von be-
trächtlicher Grösse. Von Scrobicularia erhielt Verf. drei
verschiedene Sporocysten mit schönen Cercarien, von de-
nen zwei der C. dichotoma und C. setifera verwandt zu
sein scheinen. Die dritte Form ist mit kurzen ringförmig
gestellten Schwanzborsten versehen und wahrscheinlich neu.
Sur les migrations et les metamorphoses des Trematodes
endoparasites marins, Cpt. rend. T. 81. p. 475—477.
Die Fledermäuse beherbergen in ihrem Darme min-
destens drei verschiedene Arten des Gen. Distomum, zwei
grössere (D. lima Rud. und D. chilostomum Mehl.) und
eine kleinere (D. ascidia n. sp.), und zwar gewöhnlich in
grosser Menge und in verschiedenen Entwicklungsstufen.
Während des Winterschlafes sistirt die Entwicklung der
Würmer: gegen Ende desselben findet man neben reifen
Exemplaren gewöhnlich auch solche, die eben erst den
Cercarienzustand durchlaufen haben. Leider Hess sich über
das Herkommen der Würmer kein bestimmter Aufschluss
gewinnen. Bei der kleinen Hufeisennase fand sich eine
422 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Form, die durch die beträchtlichere Grösse ihres Mund-
saugnapfes von dem gewöhnlichen D. ascidia abwich und
vielleicht eine eigene Art (D. ascidioides n. sp.) darstellt,
van Beneden, 1. c. p. 23—30. P. VI.
v. Linstow fand bei Gammarus pulex ein einge-
kapseltes, vollkommen geschlechtsreifes Distomum mit Eiern,
die in der Embryonalentwicklung begriffen waren. Ob
dasselbe freilich eine besondere Art (D. agamos v. L.) dar-
stellt, ist zweifelhaft; Ref. sieht in der Geschlechtsreife
des betreffenden Schmarotzers nur das Zeichen eines un-
gewöhnlich langen Verweilens in dem Zwi sehen wirthe.
Mit Recht erinnert Verf. an einen vom Ref. in diesen Be-
richten (1866. S. 179) erwähnten ganz analogen Fall. Ar-
chiv für Naturgeschichte 1872. 'S. 1—5 mit Abbild. (Ueber
Selbstbefruchtung bei Trematoden.) Bei einer spätem Ge-
legenheit (a. a. 0. 1875. Th. I. S. 193) macht Verf. übrigens
auf zwei ältere ganz ähnliche Beobachtungen von Pon-
taille und Gastaldi aufmerksam.
Die Paludinen (P. impura) eines mit der Brut von
Distomum nodulosum inficirten Aquariums enthielten nach
den Angaben desselben Forschers structurlose kleine Spo-
roeysten mit vorspringendem Kopfzapfen, die sich durch
Quertheilung vermehrten und immer nur einige wenige, mit-
unter nur eine einzige Cercarie mit Bohrstachel in sich
erzeugten. Die gleichen Cercarien fanden sich auch einge-
kapselt — natürlich ohne Schwanz — bei demselben Wirthe
und lieferten nach Verfütterung der Kapseln an kleine
Barsche in dem Darme der letztern 48 Stunden später ein
kleines Distomum mit den Charakteren des pist. nodu-
losum. Ganz dieselben Kapseln werden übrigens auch an
der Aussenfläche des Darmes von Acerina cernua beob-
achtet. Verf. leitet die letztern — wohl mit Recht — von
frei einwandernden Cercarien ab. Ueber die Entwicklungs-
geschichte des Distomum nodulosum, Archiv für Natur-
gesch. 1873. Th. I. S. 1—7. Tab. I.
Die Leber von Lymnaeus truncatulus fand Weinland
in Urach (die Weichthierfauna der Schwäbischen Alp.
Stuttgart 1875. S. 101) im August 1873 fast bei allen
Exemplaren von Cercarienschläuchen durchsetzt. Die Cer-
in tl. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 423
carien waren ohne Kopistachel, besassen aber ein feines
Stachelkleid und zeigten eine entschiedene Neigung an
fremden Gegenständen umherzukriechen, wobei der Schwanz
meist abgeworfen wurde. Der Beobachter denkt an die
Möglichkeit, dass dieselben an Grashalmen in der Nähe
des Wassers sich einkapselten und nach der Uebertragung
in den Darm der Schaafe vielleicht zu Dist. hepaticum
würden.
v. Linstow bemüht sich vergebens durch Fütterungs-
versuche (besonders an Succinea amphibia und Planorbis
vortex) die zu Distomum hepaticum gehörende Cercarien-
form zu erziehen, beobachtet dabei aber in Planorbis vortex
eine Cercarie, die durch Grösse und Stellung der Saug-
näpfe allerdings von Dist. hepaticum verschieden ist, mög-
lichenfalls aber dennoch damit zusammenhängen dürfte.
Archiv für Naturgesch. 1875. Th. I. S. 194.
Unter Berücksichtigung der sehr beschränkten Mol-
luskenfauna der Faer-Oer — es giebt daselbst nur Arion
ater und cinctus, Limax agrestris und marginatus, Vitrina
pellucida, Hyalina alliaria, Limnaea peregra und trunca-
tula — , so wie des Umstandes, dass Limax agrestris da-
selbst bei Weitem am häufigsten und schädlichsten ist,
denkt v. Wille moes-Suh m an die Möglichkeit, dass das
auf den betreffenden Inseln ausserordentlich häufige Disto-
mum hepaticum, in dieser Nacktschnecke seinen Zwischen-
wirth habe. Ztschrft. für wissensch. Zoologie Bd. XXIII.
S. 339. (Bei Limax findet sich nach Moulinie bekannt-
lich eine Sporocyste, die schwanzlose Cercarien producirt.
Aehnliche Formen kommen, wie ich hier hinzufüge, auch
bei Helix arbustorum vor.)
Ueber das bisher nur unvollkommen bekannte Disto-
mum crassum erhalten wir durch Cobbold nähere Auf-
schlüsse (on the supposed rarity, nomenclature, structure,
affinities and source of the large human fluke, Distomum
crassum, Journ. Limnaean Soc. T. XII. p. 285—296 mit
Holzschnitt, im Auszuge Nature, 1875. Febr.), und zwar
auf Grund von Untersuchungen, die an einer Anzahl frischer,
von einem chinesischen Missionär und dessen Ehefrau per
vias naturales entleerter Exemplare angestellt wurden. Die
424 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Würmer maassen zwischen 1 — 2 Zoll und besassen eine
Breite bis zu reichlich einem halben. Körperform, Dicke
und Abwesenheit des Stachelkleides unterscheiden dieselben
von Dist. hepaticum, wie schon seit längerer Zeit bekannt
ist. Ebenso die einfache Schlauchform der Darmschenkel.
Dafür aber zeigt die Anordnung der Genitalien insofern
ähnliche Verhältnisse, als die Windungen des Uterus auf
die vordere Hälfte des Körpers beschränkt sind und nach
hinten nicht über die keimbereitenden Organe hinausgreifen.
Nach Cobbold soll sich daran ein mittlerer Stamm mit
Seitenzweigen erkennen lassen, doch dürfte diese Angabe
wohl auf einem Irrthume beruhen. (Bei Dist. lanceolatum,
für welches Cobbold die gleiche Bildung angiebt, lassen
sich die scheinbaren Seitenzweige deutlich in Schlingen
auflösen.) Auch die übrigen Geschlechtsorgane sind nur
unvollständig analysirt, doch dürfte die Existenz zweier
Dotterstöcke in den Seitentheilen des Leibes und eines
baumartig verästelten Hodenapparates wohl ausser Zweifel
sein. Vor dem letztern, der aber nur einfach sein soll,
beschreibt Verf. ein ansehnliches Ovarium von rundlicher
Form, dem ein kleineres rundes Gebilde aufliegt, das sich
scharf abzeichnet und an der einen Seite eine Anzahl von
hirschgeweihartigen Anhängen trägt. Verf. betrachtet diese
letztern als Schalendrüse — eine Deutung jedoch, die viel
eher auf den rundern Träger (diverticulum Cobb., v. Sie-
bold's innere Samenblase) zu passen scheint. Ueber das
Herkommen der Parasiten, Hess sich nur so viel mit Sicher-
heit feststellen, dass die Infection während eines längern
Aufenthaltes in Ningpo stattgefunden haben muss. Die
letztere ist vielleicht, wie Cobbold vermuthet, durch
den Genuss von Ningpoaustern vermittelt.
Das von Leidy (Proceed. Philad. Acad. 1873. p. 365)
kurz beschriebene Distoma hepaticum, das in Canton von
einem chinesischen Knaben erbrochen wurde, ist nach den
über Grösse, Körperform und Hautbeschaifenheit gemachten
Angaben unstreitig gleichfalls ein Dist. crassum. Der Arzt,
welcher den Wurm übersendet hatte, sah auch von einem
vierjährigen Mädchen englischer Abkunft, das in Canton
lebte, neun solcher Würmer abgehen.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 425
Nach den Beobachtungen von Mc. Connell dürfte in
China übrigens noch ein anderes Distomum, das in Körper-
form und Grösse mehr an Dist. lanceolatum erinnert, die
Leber des Menschen bewohnen. Bei einem in Calcutta
an schwerem Leberleiden verstorbenen Chinesen fand der-
selbe (La nee t, 1875. N. 8. Aug.) 50—60 Exemplare eines
Egels von 18 Mm. Länge, welche die Lebergänge erfüllten
und sonder Zweifel Krankheit und Tod ihres Trägers her-
beigeführt hatten. Leider ist die Beschreibung des Wurmes,
besonders die des innern Baues, nur ungenügend, doch ist
so viel gewiss, dass derselbe trotz der mit Dist. hepaticum
und D. crassum übereinstimmenden Vertheilung der männ-
lichen und weiblichen Organe über zwei auf einander fol-
gende Körperabschnitte eben so wenig mit einer dieser
beiden Formen übereinstimmt, wie mit D. lanceolatum, viel-
mehr eine neue Art darstellt, für die ich an einem andern
Orte (die menschlichen Parasiten Bd. TL 1876. Nachträge
S. 871) die Benennung D. spathidatum in Vorschlag ge-
bracht habe. (Cobbold hat ziemlich gleichzeitig die be-
treffende Art als D. cJiincnse bezeichnet.)
Lewis und Cunningham bemerken gelegentlich
in ihrem Rep. micr. and phys. research. into the nat. of
the agent produc. Cholera (Calcutta 1872. p. 43), dass die
indischen Hunde in ihren Gallengängen häufig ein 6—7 Mm.
langes Distomum enthalten, welches mit Dist. conjunetum
Cobb. eine grosse Aehnlichkeit besitzt und vielleicht damit
zusammenfällt. Cobbold selbst hat später (parasiti in-
terni degli anim. dornest, p. 101) die Identität der beiden
Arten anerkannt.
Auch Ercolani findet bei dem Hunde ein Distomum,
welches er tür neu hält. Memor. Accad. di Bologna 1875.
T. V. (Ref. hat die betr. Abhandlung nicht einsehen können.)
Distomum tursionis, eine neue Art mit langgestrecktem
2 Ctm. grossen Leibe aus dem Darmkauale von Delphinus
tursio, Marchi, Atti Soc. Ital. sc. nat. 1873. Vol. XV.
fasc. 4.
Grebnitzky beschreibt ein neues Distomum aus
Ichthyophorba angustata (D. iclithyophorbae). Von in-
nern Organen wird besonders der zweilappige Keimstock
426 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hervorgehoben. Materialien zur Fauna von Südrussland
(Russisch).
Bei Gelegenheit der oben (S. 420) angezogenen Un-
tersuchungen erwähnt Vi Hot auch zweier neuer Trema-
toden aus Strepsilas interpres: eines Monostomum mit
Flügeln am Kopfe und grossem Saugnapfe und eines Ho-
lostomum mit beschuppter Haut.
Cestodes.
Unsere Kenntnisse über den anatomischen Bau der
Cestoden sind durch eine Anzahl von Arbeiten gefördert
worden, unter denen an erster Stelle zwei Abhandlun-
gen von Sommer zu nennen sind, die durch zahlreiche
Abbildungen illustrirt in der Zeitschrift für wissensch.
Zoologie 1872. Bd. XXII. S. 40-99 und 1874 Bd. XXIV.
S. 499 — 564 veröffentlicht wurden und auch als „Beiträge
zur Anatomie der Plattwürmer" Hft. 1 u. 2 (Leipzig bei
Engelmann) selbstständig erschienen sind. Die erste dieser
Abhandlungen, die von Sommer in Gemeinschaft mit Lan-
dois verfasst ist, handelt vornehmlich „über den Bau der
geschlechtsreifen Glieder von Bothriocephalus latus", die
andere „über den Bau und die Entwicklung der Geschlechts-
organe von Taenia mediocanellata und T. Solium". Auf
Grund genauer und eingehender Untersuchungen entwirft
Verf. in diesen beiden Abhandlungen ein vollständiges Bild
von dem wichtigsten Organenapparate der Bandwürmer,
das von den frühern Darstellungen und Deutungen, na-
mentlich auch derjenigen, welche Ref. in seinem Helmin-
thenwerke gegeben hat, in mehrfacher Beziehung abweicht.
Es gilt dies besonders in Betreff des Bothriocephalus latus.
Der fiügelförmige Drüsenapparat am untern Ende des Uterus,
der von mir als Dotterstock gedeutet worden, wurde als
Keim- oder Eierstock erkannt, während die „Knäueldrüse"
Eschricht's, in der ich das Ovarium gefunden zu haben
glaubte, sich als eine Schalendrüse ergab, wie ich solche
(J. B. 1863. S. 98) zuerst bei den Distomeen — und Tä-
nien — nachgewiesen hatte. Als wirkliche Dotterstöcke
fungiren, wie schon von Stieda bemerkt ist (J. B. 1864.
S. 255) die peripherischen Körnerhaufen, die durch ein
in d. Naturgesch d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 427
System baumartig verästelter Gänge (Eschricht's „gelbe
Gänge") mit der Schalendrüse und der Vagina zusammen
in das hintere Ende des Uterus einmünden. Nachdem auf
diese Weise bei Bothriocephalus die wahren Eierstöcke in
den „flügeiförmigen Organen" nachgewiesen, konnte es na-
türlich nicht zweifelhaft sein, dass die in gleicher Weise
den Tänien zukommenden Gebilde ebenfalls als Ova-
rien zu deuten seien. In der That liefert denn auch die
zweite Abhandlung unseres Verf.'s dafür den directen Nach-
weis. Das unpaare, zwischen den untern Eierstocksenden
gelegene Organ, das ich irrthümlicher Weise als Ovarium
in Anspruch nahm, liefert bloss die Umhüllungen der Eier;
es ist also das, was man gewöhnlich als Dotterstock zu
benennen pflegt — auch seiner Lage nach, wie hier be-
merkt sein mag, der untern Dotterstockpartie von Caryo-
phyllaeus entsprechend — , obwohl es von unserm Verf.
mit Rücksicht auf die gelinartige Beschaffenheit seines
Secretes als Eiweissdrüse bezeichnet wird. Was von mir
als Dotter beschrieben wurde, ist nach unserm Verf. eine
bloss zufällige Beimischung, ein „Nebendotter", der von
einer unvollständigen Lösung der das Eiweiss liefernden
Zellen herrührt. Im Uebrigen schliesst sich die Dar-
stellung des Verf.'s fast in allen Punkten genau an die
Angaben an, die in dem oben erwähnten Werke des Ref.
über die Geschlechtsorgane der Tänien gemacht sind. Die
zahlreichen Details erlauben kaum einen Auszug, doch mag
hier noch so viel erwähnt sein, dass Verf. die (auch bei
Bothriocephalus latus nicht fehlenden) Kalkkörperchen mit
Virchow als verkalkte Bindegewebszellen auffasst und
unter der subcuticularen Zellenschicht ein äusserst zart-
wandiges System plasmatischer Canäle beschreibt, die
mit den Zellen der Bindesubstanz continuirlich zusammen-
hängen und durch Vermittlung von cuticularen Porenka-
nälen auf der Aussenfläche des Bandwurmgliedes ausmün-
den sollen. Seitengefässe dagegen Hessen sich bei Bothrio-
cephalus mit Bestimmtheit nur in den Jüngern Gliedern
nachweisen. Sie kommen in zweifacher Anzahl jederseits
vor, entbehren aber jeder Communication. Die geschlechts-
reifen Bothriocephalusglieder enthalten freilich auch ein
428 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
Paar Längsstränge, die als „Seitengefasse" beschrieben
werden, sich auch injiciren lassen, durch ihren spongiosen
Bau jedoch auffallend von den klaffenden Seitengefässen
der Tänien abweichen. Sie sind, wie Verf. sagt, von einem
Netzwerk äusserst feiner Bälkchen und Blättchen ausge-
füllt, welches direct aus der bindegewebigen Grundsub-
stanz des Körperparenchyms hervorgeht und in seinen
Maschenräumen eine feinpunktirte Molecularmasse birgt.
Ein Zusammenhang mit dem plasmatischen Gefässsystem
konnte nirgends nachgewiesen werden. Ebenso fehlten die
Queranastomosen, die bei Taenia so deutlich sind. Flim-
merorgane sollen übrigens auch bei den letztern fehlen, so
dass die Fortbewegung des feinkörnigen Inhaltes (in dem
bei chemischer Untersuchung Substanzen aufgefunden wur-
den, welche dem Xanthin oder Guanin sehr nahe stehen)
lediglich durch die Gesammtmuskulatur des Körpers ver-
mittelt wird. Ein Klappenapparat, der oberhalb der Einmün-
dung der Queranastomosen in den Längsstämmen angebracht
ist, lässt übrigens nur eine Bewegung nach hinten zu.
Schneider erklärt die von Sommer undLandois
beschriebenen Stränge, die bei den Cestoden an der Aussen-
seite der excretorischen Längsgefässe hinlaufen, für Nerven
(Untersuchungen über Plattwürmer S. 34). Bei Ligula sieht
man dieselben in einiger Entfernung hinter dem Kopfende
durch eine ziemlich breite Brücke mit einander in Zu-
sammenhang. Zellen und Fibrillen sind darin freilich nicht
nachweisbar. Taenia perfoliata, welche keinen Hakenkranz
und kein Rostellum besitzt, zeigt die Anastomose noch
schöner und zwar 18—22 Querschnitte von der Kopfspitze
entfernt. Die Anastomose enthält hier auch Kerne und
Fibrillen, und ebenso sind auch die seitlichen Stämme an
Bauch- und Rückenfläche deutlich mit Zellen belegt, wie
die Seitennerven einer Nemertine. Bei Taenia crassicollis
ist das Rostellum nahe seinem hintern Ende mit Nerven-
substanz umgeben, doch gelingt es nicht, dieselbe als
zusammenhängenden Ring zu sehen, da eine Menge Mus-
kelfasern vom Rostellum in radialer Richtung nach der
Leibeswand verlaufen.
Auch S c h i e f fe r d e c k e r kommt in seinen „ Beiträgen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 429
zur Kenntniss des feineren Baues der Tänien" (Jenaiscbe
Ztschrft. f. Naturwissenschaften 1874. Bd. VIII. S. 459—
474. Tab. XVI-XVIII) zu derselben Auffassung der S om-
ni er'scben Stränge. Die spongiöse Substanz bildet nach
den Untersuchungen des Verf. 's bloss ein Stützgewebe, das
zahlreiche Zellen (hüllenlose Nervenzellen) in sich ein-
schliesst. Eigentümliche spindelförmige Körperchen, die
durch das ganze muskelführende Körperparenchym zer-
streut sind, werden dabei als nervöse Endorgane (zur
Vermittlung des Muskelgefühles) in Anspruch genommen,
obwohl deren Zusammenhang mit den hypothetischen Ner-
vensträngen sich nirgends nachweisen Hess. Das binde-
gewebige Körperparenchym hat übrigens histologisch eine un-
verkennbare Aehulichkeit mit den So inm er 'sehen Strängen,
indem es gleichfalls aus membranenlosen Zellen und einem
intercellularen Maschengewebe sich aufbaut. Daneben ent-
hält es freilich noch zahlreiche Einlagerungen, besonders
von Muskelfasern und Kalkkörperchen, die den Strängen
fehlen. Die Kalkkörperchen selbst werden als verkalkte
Bindegewebszellen gedeutet. In den Körperhüllen unter-
scheidet Verf. nach Aussen von den senkrecht stehenden
spindelförmigen Matrixzellen noch vier verschiedene Cuti-
cularschichten, zwei innere, die von feinen quer und senk-
recht verlautenden Fibrillen durchzogen sind und zwei
äussere, die, von den sie durchbohrenden Porenkanälen
abgesehen, eine mehr homogene Beschaffenheit besitzen.
Durch diese Porenkanäle hindurch geschieht die Aufnahme
der Nahrungsstoffe, die sich dann zwischen den Matrix-
zellen ansammeln und weiterhin durch den ganzen Körper
des Bandwurmes der Art verbreiten, dass die Bindege-
webszellen, Muskelfasern und Nerven direct davon umhüllt
werden. Ein plasmatisches Gefässsystem hat Verf. bei T.
solium, die vorzugsweise zur Untersuchung kam, nicht
nachweisen können. Der Bau der Geschlechtsorgane ist
vom Verf. nicht in Betracht gezogen.
Nitsch e's „Untersuchungen über den Bau der Tänien"
(Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie. 1873. Bd. XXIII.
S. 181—197. Tab. IX) betreffen vorzugsweise das Rostellum.
Verf. bestätigt die Angabe des Ref., dass letzteres aus-
430 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
schliesslich zur Bewegung des Hakenapparates dient, liefert
dabei aber den Nachweis, dass der Bau desselben bei den
Blasenbandwürmern nicht unbeträchtlich von dem der übri-
gen Arten (T. undulata) abweicht. Während das Rostel-
lum der letztern einen Sack mit doppelten, ziemlich weit
von einander abstehenden dünnen Muskelwänden darstellt,
bildet dasselbe bei den erstem einen linsenförmigen soliden
Körper, in dem man ein vorderes nach Verf. elastisches
(? Ref.) Kissen von eigenthümlichem Faserbau und einen
hintern schalenartigen Muskelapparat von ansehnlicher
Stärke zu unterscheiden hat. Im Einzelnen zeigt übrigens
das Verhalten dieser Theile bei den verschiedenen Arten
manche Unterschiede, die, wie es scheint, mit der Ent-
wicklung der Haken Hand in Hand gehen. Aut diese
Weise erklärt sich denn auch die sehr rudimentäre Bil-
dung des Rosteil ums bei T. mediocanellata, das keineswegs
fehlt, wie man gelegentlich noch heute liest, obwohl Ref.
die Existenz desselben — auch der rudimentären Häkchen
— schon vor anderthalb Decennien nachgewiesen hat. Wie
in der Bildung des Rostellum, so sind die beiderlei Tä-
niadengruppen übrigens auch in der Anordnung der Kör-
permuskeln mehrfach von einander verschieden. Wir er-
wähnen in dieser Beziehung namentlich den Umstand, dass
die Cystoideen (T. undulata) der bei den Blasenbandwür-
mern so mächtig entwickelten Quer- (oder Rings-)Muskeln
fast vollständig entbehren. Die von Sommer entdeckten
spongiösen Längsstränge hält Verf. — bestimmt mit Recht
— nicht für Seitengefässe, sondern für neue, bis dahin
übersehene Organe des Cestodenleibes. Sie lassen sich
auch bei den Tänien nachweisen und zwar als besondere,
neben den echten Seitengefässen hinziehende Stränge —
mitunter sogar in grösserer Anzahl, wie denn z. B. T.
crassicollis deren auf Querschnitten nicht weniger als zehn
erkennen lässt, zwei stärkere, die nach Aussen von den
Seitengefässen gelegen sind, und vier schwächere jederseits,
die oben und unten neben denselben paarweise zwischen
die Ausstrahlungen der Quermuskeln eingeklemmt sind.
Die Untersuchungen, welche Sälen sky „über den
Bau und die Entwicklungsgeschichte der Amphiline" an-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 481
gestellt hat (Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie Bd. XXIV.
S. 291—342. Taf. XXVII-XXXII), ergeben so viele Be-
ziehungen zwischen diesem Thiere und den Cestoden, be-
sonders den Bothriocephaliden, dass dadurch der von G.
Wagen er derselben angewiesene Platz vollkommen ge-
rechtfertigt erscheint. Wie bei den Cestoden lässt sich
auch bei Amphiline eine Rindenschicht (Hautmuskelschlauch)
und eine Mittelschicht (das eigentliche Körperparenchym)
unterscheiden, von denen die letztere alle Organe mit Aus-
nahme der Dotterstöcke in sich einschliesst. Die Grund-
substanz des Körpers ist ein Zellennetz, dessen Ausläufer
allerorten continuirlich in einander übergehen. Eine äussere
Umhüllung fehlt an diesen Zellen, wesshalb dieselben auch
nicht selten, wie z. B. in der Haut, unter sich zu einer
bloss Kerne enthaltenden Masse zusammenfliessen. Aus
solchen gruppenweis zusammenfliessendeu Zellen bestehen
auch die ersten Anlagen der spätem Organe, besonders
der Geschlechtsorgane, die man erst auf einer bestimmten
Entwicklungsperiode unterscheidet. Die innerste Schicht
des Hautmuskelschlauches wird von einer Drüsenschicht
gebildet, deren charakteristische Theile aus einfachen
Zellen von kolbiger Form bestehen. Die Kalkkörperchen
liegen frei im Körperparenchym und erscheinen in ihrer
ersten Anlage als rundliche Körper mit Membran und einem
stark lichtbrechenden Kerne, auf dem sich dann später
immer neue Schichten ablagern. Zu den Wassergefässen
haben dieselben keinerlei Beziehung. Ob die letztern frei-
lich richtig erkannt sind, erscheint fraglich, denn das, was
Verf. als „Seitenstämme" beschreibt, besitzt einen spon-
giösen Bau und wird den oben erwähnten Sommer'schen
Strängen parallelisirt, die doch kaum dem excretorischen
Gefässapparate zugehören. Ein Nervensystem wurde trotz
der kräftigen Muskulatur des Bulbus, der eine trichter-
förmige Höhle in sich einschliesst, also ein Saugnapf ist
und auch so ziemlich dieselbe Lage besitzt, wie der vor-
dere Saugnapf der Trematoden, nach hinten aber nur in
einem mächtigen Muse, retractor sich fortsetzt, nicht auf-
gefunden. Der Geschlechtsapparat Hess sich vollständig
analysiren. Der männliche Theil besteht zunächst aus
432 Leuckart: Bericht üb. d, wissenschaftlichen Leistungen
einer grossen Anzahl von Hodenschläuchen oder vielmehr
— da, wie auch bei den Dotterstöcken und dem Ovarium,
eigne Wandungen fehlen — Hodenkammern, deren Aus-
führungsröhren in einen gemeinschaftlichen Samengang ein-
münden. Die erweiterten Windungen dieses Ganges bilden
eine Samenblase, die sich dann ihrerseits in einen Ductus
ejaculatorius mit Cirrusbeutel und Penis fortsetzt, um
schliesslich am hintern Körperende auszumünden. Der
Penis trägt nach unserm Verf. einen Kranz von zehn
Haken, die den zehn Embryonalhaken so vollständig glei-
chen, dass Verf. beiderlei Bildungen geradezu identificirt
und die letztern direct in die Penishaken sich verwandeln
lässt. Als keimbereitende weibliche Theile fungirt ein
zweilappiger Keim- oder Eierstock, der in das hintere
Körperende eingelagert ist, und ein7 paariger Dotterstock,
der die Seitentheile des Leibes einnimmt. Ausser dem
schon längere Zeit bekannten Uterus, der in der Nähe des
Saugnapfes ausmündet, ist auch — wie Ref. schon im
letzten Jahresber. S. 452 nach Analogie der verwandten
Plattwürmer erschlossen hatte — in dem bereits von Wa-
gener gesehenen und zur Seite des Hinterleibes sich öffnen-
den geraden Kanäle eine eigne Scheide vorhanden, deren
oberes Ende sich zu einem Receptaculum seminis erweitert
und mit den Ausführungsgängen der Dotterstöcke und des
Ovariums in dem Innenraume einer Schalendrüse zusam-
menkommt. Als eine besondere Auszeichnung unseres
Wurmes wird schliesslich noch ein Verbindungskanal zwi-
schen Receptaculum und Samenblase beschrieben, vermit-
telst dessen der Samen ohne Begattung aus den männlichen
Organen in die weiblichen übertreten kann. Die Embryo-
nalentwicklung geschieht im Innern des Uterus, so dass
die Jungen schon 24 Stunden nach dem Ablegen der Eier
ausschlüpfen. Natürlich ist es nur das Product des Keim-
stockes, das die Jungen liefert, während die Dotterkugeln
zerfallen und nur indirect an der Embryonalbildung theil-
nehmen. Uebrigens ist es nicht gleich und unmittelbar
der Embryo, der aus den Klüftungskugeln des Eies her-
vorgeht, sondern zunächst nur eine sg. Umhüllungshaut,
in der dann erst nachträglich der Embryonalkörper als ein
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 433
besonderer Zellenhaufen seinen Ursprung nimmt. Der ent-
wickelte Embryo besitzt an seinem einen Ende eine aus
zehn Häkchen bestehende Bewaffnung. In seinem Innern
erkennt man eine Anzahl von Drüsenzellen, deren scharf
gezeichnete Ausführungsgänge nach dem unbewaffneten
Körperende hinlaufen. Das Ausschlüpfen geschieht da-
durch, dass die Eischale der Länge nach aufreisst. An-
fangs ist der Embryo noch in die locker anliegende Hülle
eingeschlossen, allein schon nach kurzer Zeit wird auch
die letztere durchbrochen. Schon vorher hatte dieselbe,
während der Embryo in ihrem Innern sich entwickelte, den
frühern Zellenbau verloren und sich in eine feinkörnige
Membran verwandelt. Die freigewordene Larve hat eine
walzenförmige Gestalt. Das unbewaffnete Ende ist abge-
rundet und mit Flimmerhaaren bekleidet, während das
gegenüberliegende Ende, das beim Schwimmen das hintere
ist, eine kleine Aushöhlung zeigt und am Rande mit kleinen
die Haken tragenden Höckern besetzt ist. Von der eigent-
lichen A. foliacea unterscheidet übrigens Verf. noch eine
zweite A. neritina n., die freilich nur in wenigen Exem-
plaren zur Untersuchung kam und sich bei sonst überein-
stimmender Bildung durch ihre graugrüne Färbung und
ihre Undurchsichtigkeit unterscheidet, durch Charaktere,
die sich in letzter Instanz auf eine , mächtige Entwicklung
der subcuticularen Drüsenschicht zurückführen Hessen.
Im Gegensatze zu Salensky ist übrigens Grimm
nach wie vor der Ansicht, dass Amphiline mitsammt dem
nahe verwandten Amphiptyches nicht den Cestoden, son-
dern den Trematoden zugehöre und hier neben Gyrodactylus
seine Stelle zu finden habe. Die A. neritina soll — was
allerdings sehr wahrscheinlich ist — keine eigene Art re-
präsentiren, sondern auf krankhafte Zustände der gewöhn-
lichen A. foliacea, die gelegentlich bis zu 60 Mm. gross
wird, gegründet sein. Ebenso bestreitet Verf. die Richtig-
keit der Angabe, dass der Penis mit den persistirenden
Embryonalhaken bewaffnet sei. Derselbe soll überhaupt
keine Haken tragen, sondern einen Besatz von kleinen
Dornen. In andern Punkten haben die Untersuchungen des
Verf.'s die schon im October 1873 in russischer Sprache —
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. DI)
434 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
also vor Salensky, der dieselben nicht kannte — veröffent-
licht sind, zu den gleichen Ergebnissen geführt. Ebenso
ist auch die Embryonalentwicklmig bis zum Momente des
Ausscklüpf'ens von unserem Verf. beobachtet. „Nachtrag zu
dem Artikel des Herrn Dr. Salensky über den Bau u. s. w.
der Amphiline". Ztschrft. für wissenschaftl. Zoolog. Bd.
XXV. S. 214—266.
Die hier von Grimm angezogene ältere Arbeit ist
der Magisterdissertation des Verf.'s (Materialien zur Kennt-
niss der niedern Thiere, Petersbg. 1873, S. 24—41) einver-
leibt. Sie betrifft nach den mir darüber zugekommenen
Mittheilungen vornehmlich den Bau der Genitalien und die
Entwicklung. Oviduct und Vagina werden richtig be-
schrieben. Ebenso die Dottergänge, obwohl deren Verbin-
dung mit dem Eierstocke uicht gesehen wurde. Der
letztere soll übrigens aus einem vielfach gewundenen an-
sehnlichen Canale bestehen. Die Samendrüsen, die auch
bei grösseren Thieren noch nachweisbar sind, also keines-
wegs nach dem Alter schwinden, wie Verf. früher annahm,
werden als einfache Erweiterungen der Samenkanälchen
beschrieben. Der Penis ist mit Stacheln besetzt, die im
Ruhezustande, solange derselbe in seiner Scheide liegt, der
Innenfläche aufsitzen. Die Eier, welche 0,082— 0,092 Mm.
messen, sind von länglich ovaler Form und mit einer
dicken Schale bedeckt, die den undurchsichtigen Dotter
und die dem einen Eipole angenäherte Eizelle in sich ein-
schliesst. Die Bildung der Embryonalzellen soll auf dieselbe
Weise geschehen, wie Kölliker es von Dist. tereticolle be-
schrieben hat. Bei Beginn der Embryonalentwicklung zer-
fällt der bis dahin ungeformte Dotter in rundliche Ballen,
die den Dotterkugeln der Insekten verglichen werden und
je ein Theilstück des Keimbläschens als Kern besitzen
sollen. Der Stiel, mittelst dessen die Eier den Uterus wän-
den anhängen, soll nach unserem Verf. erst zur Zeit der
Furchung seinen Ursprung nehmen. Der ausgebildete Em-
bryo besitzt, wie auch Salensky angiebt, zehn Haken
und ist mit einer Wimperhülle bekleidet, unter der erst
nachträglich die genuine Cuticula ihren Ursprung nimmt.
Die Drüsen im Innern werden als eine kernartige Masse
in ct. Naturgescli. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 435
beschrieben, die durch eine Furche getheilt sei. Der Vor-
dertheil des Embryo soll ausserdem noch ein Rohr enthalten,
welches Schluckbewegungen macht und als Darm in An-
spruch genommen wird.
v. Willem oes-Suhm beschreibt den flimmernden
Einbryo von Bothriocephalus ditremus, der sich in etwa 26
Tagen entwickelt, und stellt die bisherigen Erfahrungen
über die Embryonen der Bothriocephalen in einer Tabelle
zusammen. Wir ersehen daraus, dass zahlreiche Bothrio-
cephaluseier schon beim Ablegen einen fertigen, aber flimmer-
losen Embryo enthalten, wie die Tänieneier, denen dieselben
dann auch gewöhnlich durch die Mehrzahl ihrer Hüllen
ähneln (B. proboscideus, B. infundibuliformis, B. rectangulus
— sämmtlich nach v. Siebold), während andere, die dann
eine derbe gedeckelte Hülle tragen, den Embryo erst nach
dem Ablegen entwickeln und mit einem Flimmerkleide
ausstatten. Zeitschrift, für wissensch. Zool. Bd. XXIII.
S. 343-345.
Megnin findet bei einem an Peritonitis verstorbenen
Pferde zwei am Ileum anhängende und durch einen Fistel-
gang damit in Zusammenhang stehende Cysten, die eine
Anzahl kleiner hakenloser Tänien (von 5 Mm. bis 2 Ctm.)
enthalten. Der Körper derselben bestand aus einem etwa
2 Mm. grossen Kopfe mit weiten und vorspringenden Saug-
näpfen und 60—80 kurzen Gliedern, die aber noch keine
Geschlechtsorgane erkennen Hessen. Zahlreiche ähnliche
Würmer waren im Ileum der Darmschleimhaut ange-
heftet. Diese Beobachtung glaubt der Verf. dahin aus-
legen zu müssen, dass die Tänien in den Cysten entstan-
den und erst nachträglich in den Darm übergewandert
seien, während es vielleicht näher gelegen hätte, gerade
das Gegentheil anzunehmen und das Vorkommen in den
Cysten von einer pathologischen Einwanderung der jungen
Würmer abzuleiten. Jedenfalls hätte der Verf. bei solcher
Annahme nicht nöthig gehabt, weiter zu vermuthen, dass
die in den Cysten aufgefundenen Würmer von einem viel-
köpfigen Blasenwurme abstammen möchten, dessen Köpfe
sich nach* der Abtrennung von ihrem Mutterboden an Ort
und Stelle weiter entwickelt hätten, während der Blasen-
436 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wurm selbst wohl als ein Nachkomme der im Darme leben-
den hakenlosen Tänien zu betrachten sei. Ref. braucht
kaum hinzuzufügen, dass dieses ganze Raisonnement in der
Luft steht und Allem schnurstracks widerspricht, was wir
über die Entwicklungsgeschichte der Tänien kennen und
auf experimentellem Wege constatirt haben. Sur le deve-
loppement des Cestoides inermes, Cpt. rend. 1872. T. 74.
p. 1292—1295, Journ. de Tanat. et de la physiol. 1872
T. VIII. p. 289—296, Bullet. Soc. centr. med. veterin. T.
VI. p. 110—115 mit Abbild.
Auch Hering kann sich mit unsern heutigen An-
schauungen von der Lebensgeschichte der Tänien nicht be-
freunden. Derselbe ist vielmehr der Ansicht, dass diese
Würmer keineswegs durch einen cysticercoiden Jugendzu-
stand hindurchzugehen brauchten, vielmehr gelegentlich auch
ohne Wirthswechsel durch directe Einwanderung der Em-
bryonen in den definitiven Träger zur Entwicklung kämen.
Zur Prüfung dieser Annahme hat er die reifen Endglieder
der Taenia cucumerina an junge Hunde verfüttert und die
, Versuchsthiere dann zu verschiedenen Zeiten secirt. Er
hat auch bei denselben fast in allen Fällen — ausgenommen
zwei — Bandwürmer aufgefunden, aber in so verschiedenen
und regellos wechselnden Entwicklungsstadien, dass daraus
keineswegs auf eine Infection von Seiten des Experimen-
tators zurückgeschlossen werden kann. Wie in den früher
erwähnten Experimenten mit Ascaris mystax (S. 545) be-
weist die Obduction auch hier nur die Häufigkeit und die
rasche Entwicklung des Parasiten. Schon bei einem Hunde
von 31 Tagen wurde eine Bandwurmkette von 15 Zollen
mit völlig reifen Gliedern aufgefunden. Ein anderer Hund,
der erst 6 Tage alt war, enthielt bereits eine Tänie von
10 Linien, mit deutlich abgesetzten ovalen Gliedern. Wür-
temberg. naturwiss. Jahreshefte 1873. S. 356.
An dieser Stelle erwähne ich auch der Abhandlung
von Maddox (monthly microsc. Journ. Vol. IX. p. 245 —
253, PL XVIII) on an entozoon with ova, found encysted
in the muscles of a sheep. Nach der Ansicht des Ref. be-
trifft der hier beschriebene Fall einen abgestorbenen und
mehrfach veränderten Cysticercus, vielleicht C. cellulosae
in d. Natunresch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 437
der bekanntlich auch schon beim Rehe in den Muskeln be-
obachtet ist (J. ß. 1863 S. 101). Auch Verf. erkennt in
seinem Wurme einen Cysticercus, • hält ihn aber für eine
neue geschlechtsreife Form (C. ovipariens), weil er, offenbar
getäuscht durch die sog. „cactusf orangen" Massen und die
grossen Kalkkörperchen, darin Ovarien und Eier aufgefun-
den zu haben glaubt. Keinenfalls hat Verf. den Beweis
geliefert, dass die von ihm als solche beanspruchten Gebilde
wirklich Eierstock und Eier sind.
Unter dem Peritonealüberzuge des Darmes von Asca-
labotes mauritanicus fand Marchi (Atti Soc. Ital. sc. nat.
1872. Vol. XV. fasc. 4) eine Anzahl kleiner Pünktchen, die
sich bei näherer Untersuchung als Cysticercoiden von 0,8
— 1 Mm. ergaben, deren Rostellum eine kuglige Form hatte
und etwa 70 Haken trug, die eine verschiedene Grösse
zeigten und in vier Reihen über einander angebracht waren.
Bei dieser Gelegenheit mag übrigens bemerkt sein, dass
ich in der Leibeshöhle von Lacerta crocea gleichfalls ein
Mal eine erkleckliche Anzahl von Cysticercoiden gefunden
habe, die durch die Grösse ihrer Saugnäpfe und ihre
Hakenlosigkeit an die Taen. litterata des Fuchses erinnerten.
v. Linstow liefert im Archiv für Naturgesch. 1875.
Th. I. S. 189 eine Zusammenstellung der ihm bekannt ge-
wordenen Cysticercoiden von Vogeltänien. Er zählt deren
fünf auf und vermuthet dabei, dass der von Ratzel be-
schriebene Cysticercus lumbriculi (Bericht 1869, S. 313)
zu T. crassirostris aus Scolopax und Totanus gehöre.
In dem Darminhalte eines kleines Barsches fand v.
Linstow neben einer Anzahl kleiner Crustaceen einen
ovalen (0,14 Mm. langen) Cysticercoiden, dessen einge-
zogener Kopf mit seinen acht Haken dem der Taenia gracilis
Krabbe (aus der Ente) glich. Verf. hält hiernach den
Barsch für den genuinen Zwischenwirth des betreffenden
Wurmes, obwohl das Vorkommen des Cysticercoiden im
Darme eher auf eine passive Einfuhr desselben hindeutet.
„Ueber den Cysticercus der Taenia gracilis, eine freie Cesto-
denamme des Barsches" (Archiv für mikroskop. Anatomie
Bd. VIII. S. 535—537. Mit Abbild.)
Unter dem Namen Milina grisea (n. gen. et n. sp.)
4:38 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
beschreibt van Beneden in seiner Abhandlung über die
Parasiten der Fledermäuse (1. c. p. 31. Tab. VII) einen
hakenlosen kleinen Scolex, der zu Hunderten in dem Dünn-
darm von Vespertilio murinus und serotinus lebt und viel-
leicht in einem anderen Wirthe zur vollen Entwicklung
kommt. Derselbe gehört zu einer Taenia, aber nicht zu
T. obtusata Rud., die bei Vespert, noctula vorkommt und
einen doppelten Kranz von je 20 Haken besitzt.
Nach Zenker sollen, wie Heller mittheilt (Art. In-
vasionskrankheiten in Ziemsse n's Handbuch der speciellen
Pathologie Bd. III. S. 334), die Finnen im Hirne des Men-
schen bisweilen in blasig ausgebuchtete Stränge aus wachsen,
die innerhalb der subarachnoidealen Räume hinziehen, zwi-
schen die Hirnwindungen und in die Seitenventrikel ein-
biegen und an letzterem Ort gelegentlich in traubentormige
Massen sich umbilden, die um so weniger auf den ersten
Blick als Cysticercen sich erkennen lassen, als ihre Länge ge-
legentlich bis zu 25 Ctm. beträgt. Ein Kopf scheint an diesem
.,Cyst. racemosus s. botryoides" nur selten zur Ausbildung
zu kommen, doch gelang es an einem solchen Blasenstrange
die charakteristischen Haken des Cyst. cellulosae aufzufin-
den und die Abstammung der seltsamen Gebilde dadurch
ausser Zweifel zu stellen.
Ebendas. bildet Heller auch (Bd. VII. Th. 2. S. 594)
den Kopf einer Taenia Soliuni mit 6 Saugnäpfen und 28
Haken ab, deren 46 Ctm. langer Leib dieselbe dreikantige
Form hatte, die schon mehrfach (von Küchenmeister,
mir u. A.) bei derartigen Missbildungen beobachtet ist.
Nach demselben Autor (S. 600) sollen auch die Em-
bryonen von Taenia saginata Göze (= T. mediocanellata
Küchenm.) nicht selten mit 12, 16, ja selbst 32 Haken ver-
sehen sein, die dann freilieh oftmals nur kurz und plump
gebaut sind.
Welch' s Abhandlung „on the anatomy of Taenia
mediocanellata" (Quarterly Journ. microsc. science 1875.
p. 1—23. PL I u. II) dürfte kaum etwas Neues enthalten.
Die durchschnittliche Länge des Wurmes wird auf 5—10
Fuss, die Zahl der reifen Segmente (mit je etwa 8800 Eiern)
auf c. SO angegeben.
in d. Natnrgasch. d. oied. Tbiere wahr. <i. Jahre 1872—1875. 439
Gleiches gilt von den Bemerkungen, die Leidy über
eine in Philadelphia von ihm beobachtete Tänia dieser Art
macht Allerdings glaubt Verf. bei derselben einen ..bisher
übersehenen" Scheitelsaugnapf entdeckt zu haben, allein
dieser ist schon früher bekanntlieh vielfach beobachtet
worden. An einem Gliede wurde jederseits ein Oenital-
porns aufgefunden, wie ich das inzwischen, auch ein Mal
bei Taenia solinm gesehen habe. Proeeed. Acad. Philad.
1871. p. 54.
Ein von Zürn mit 57 Froglottiden der Taenia medio-
canellata gefüttertes Kalb verstarb nach 14 Tagen unter
den Erscheinungen der acuten Ce-todentubcreulose und
enthielt in seiner ge-arnmten Muskulatur, namentlich aber
im Herzen, zahllose kleine tuberkelartige Knötchen von
1,5— 3 Mrn., die je eine junge noch kopflose Finne in sieb
einschlössen Der Versuch, auch das Schaf- und Ziegen-
lamm in gleicher Weise zu inficiren, führte zu keinem Re-
sultate. Zoopathologische und zoophys. Untersuchungen.
Stuttgart 1-72. S. 52-50.
Auch Saint-Cyr gelingt die Aufzucht der Finnen
von Taenia mediocanellata bei zweien Kälbern, von
denen das eine 1. das andere 40 Proglottiden erhalten
hatte. Im ersten Falle wurden 11, im andern etwa 20
Cysticercen an verschiedenen Stellen aufgefunden. Sie
waren kleiner, als die Schweinefinnen. mit rundlicher Kap-
sel und hakenlosem Kopfe. Experiences sur le Scolex du
Taenia mediocanellata, Cpt rend. T. 77. p. 536—538.
Journ. de l'Anat. et de la PhysioL 187£ p. 504—516. I'l.
XXI. (Verf. scheint übrigens von früheren hierher gehören-
den Experimenten nur die des Ref. zu kennen — und auch
diese nur aus seeundären Quellen.)
Zenker erhält sogar an einer Ziege, an der bisher
(vom Referenten und Zürn) vergebens experimentirt war,
ein positives Resultat. Zwölf Wochen nach der Fütterung
fanden sieh neben zahlreichen käsig verkreideten Finnen-
herden in Nierenkapsel, Leber, Lunge, Hirn. Herz und
Muskeln, in letztern auch zwei lebende, völlig entwickeke
Finnen mit den Charakteren der Taenia mediocanellata.
440 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Sitzungsber. der physikal. media Societät zu Erlangen
1872. S. 88.
Chauvet untersucht den in Algier unter den Juden,
Mohamedanern und Christen weit verbreiteten Bandwurm
und erkennt denselben als Taen. mediocanellata. Die zu-
gehörige Finne wurde ein Mal auch in dem Diaphragma
eines Rindes aufgefunden. Note sur le Taenia Algerien.
Annal. des sc. nat. 1873. T. XVII. Art. N. 15.
Während sonst übrigens diese Finne unter natürlichen
Verhältnissen nur selten und einzeln vorgefunden wird, er-
fahren wir durch die Berichte der englischen Militärärzte,
besonders des Dr. Fleming und Dr. Lewis, die in dem
Julihefte des Veterinarian 1873 aus den Madras monthly
Journal med. sc. 1873 Febr. u. a. reproducii't sind, zum Theil
auch aus den ursprünglich indischen Quellen schon früher in
die Lancet (1872 Dec. p. 860) übergegangen waren, die
interessante und wichtige Thatsache, dass in Indien, be-
sonders in Punjab, das Vorkommen derselben zu den ge-
wöhnlichsten Erscheinungen gehört. Allein im Jahre 1869
wurden von den Rindfleischrationen eiües einzigen Regi-
mentes nicht weniger als c. 4000 Pfund aus diesem Grunde
beseitigt. Damit stimmt auch die Thatsache, dass die
Taen. mediocanellata unter der dortigen muselmännischen
Bevölkerung und den daselbst garnisonirenden Truppen
— von den Officiren abgesehen, die das Hammelfleisch dem
Rindfleische vorziehen — eine ausserordentliche Verbreitung
hat. In der That wurde auch bei mehreren früher gesun-
den Personen, denen die Finnen beigebracht waren, nach
Ablauf dreier Monate die Anwesenheit des Bandwurms con-
statirt (Oliver). Als Hauptursache der Finnenkrankheit
wird die bei den Muselmännern übliche Gewohnheit be-
zeichnet, die Excremente im Freien abzulegen, so dass die
Eier des Bandwurmes leicht verschleppt und in das Trink-
wasser wie auf das Futter übertragen werden können. In
der That hat man auch in den zum Tränken des Viehes
dienenden Cisternen diese Eier aufgefunden. Durch voll-
ständiges Garkochen wird das finnige Rindfleisch übrigens
unschädlich gemacht, doch muss dabei eine Temperatur
von 55° C. mindestens 5 Minuten lang direct auf die Finnen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 441
einwirken. Dass P e 1 1 i z z a r i die zum Abtödten der Finnen
nöthige Temperatur auf 60° C. bestimmt hat, ist schon
oben gelegentlich (S. 443) bemerkt worden. Man vergleiche
darüber den Nachtrag zu der Italienischen Ausgabe von
Cobbold's Parasiten der Hausthiere, einem Werke, das
auch die Beobachtungen der englisch -indischen Aerzte
(Cap. 3 — 5) eingehend berücksichtigt, oder Pütz, Ztschrft.
für Veterinärwissenschaft Th. IV. S. 303—312.
Pagenstecher findet den Cysticercus tenuicollis bei
Phacochoerus aethiopicus und Antilopa saiga. Verhandl.
des naturhist. medicin. Vereins in Heidelbg. 1874. Neue
Folge Bd. I. Hfl. 1. S. 76.
Perroncito vermehrt die Zahl der — von mir schon
früher (J. B. 1864. S. 259) zusammengestellten — Fälle vom
Vorkommen des Coenurus ausserhalb der Schadelhöhle bei
Schaaf und andern Säugcthieren durch die Beobachtung
dieses Blasenwurmes in der Leibeshöhle eines jungen
Kaninchens (Annali della r. Acad. d'agricultura di Torino
Vol. XVII. 1874. Nov.).
Der Echinococcus ist nach den oben angezogenen
Berichten F lern ing's im Punj ab so häufig, dass wenigstens
70 p. C. der im Schlachthaus getödteten Rinder damit be-
haftet sind. Ueber das Vorkommen bei dem Menschen
fehlt es bis jetzt noch an Angaben, dagegen aber erfahren
wir aus einer dem Melbourne Leader entlehnten Mittheilung
des Veterinarian (1874 May), dass in Victoria binnen eilf
Jahren (1862—74) nicht weniger als 200 Personen an der
Hydatidenseuche zu Grunde gegangen sind.
Pagenstecher beschreibt (Verhandl. des naturhist.
med. Vereines in Heidelberg 1872 Nov.) einen exquisiten
Fall von Echinococcus bei einem Tapir des Hamburger
zoologischen Gartens, der offenbar seinem Parasiten erlegen
war. Viele Tausende grosser und kleiner Blasen (von dem
Volumen eines Hühnereies bis zu dem eines Hanfkornes)
wurden theils frei in der Leibeshöhle, theils auch am Netze,
unter dem Peritonäum, in verschiedenen Eingeweiden und
selbst den Bauchdecken aufgefunden. Sterile und Köpf-
chen tragende Blasen kamen neben einander vor. Ebenso
zeigten die Form, Grösse und Zahl der Haken beträchtliche
442 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Verschiedenheiten, besonders die Zahl, die zwischen 19
und 56 schwankte, ohne dass sich diese Unterschiede
auf einen zufälligen Verlust hätten zurückführen lassen.
Ebenso fand derselbe (ebendas. 1875. Neue Folge.
Bd. I. S. 74 — 76) in der Leber eines Pavo spiciferus aus
dem Berliner zoologischen Garten ein etwa liniengrosses
Echinococcusbläschen mit schön geschichteter Cuticula,
feingestreifter Muskelhaut (? Ref.) und zahlreichen Kalk-
körperchen. Daneben auch 23 kleinere schlaffe Blasen, die
der für Echinococcus so charakteristischen dicken und
glashellen,, geschichteten Cuticula entbehrten. Köpfe fehlten
überall.
Nachdem es eine Zeitlang den Anschein hatte, als
wenn der sog. multiloculäre Echinococcus fast ausschliess-
lich auf den Menschen beschränkt sei, mehren sich allmäh-
lich die Fälle, in denen diese Form auch bei den Säuge-
thieren zur Beobachtung kommt. So beschreibt Per roncito
einen solchen Fall vom Rinde (degli echinococci negli ani-
mali domestici, Torino 1871, p. 19), Harms giebt an, in
einem Jahre zwei Mal gleichfalls beim Rinde denselben
Echinococcus gesehen zu haben (4. Jahresber. der k. Thier-
arzneischule zu Hannover 1872. S. 62) und Bollinger end-
lich stösst im Verlaufe von 9 Monaten auf nicht weniger
als 3 Rinder mit derselben Form, während andere Formen
des Echinococcus höchstens in doppelter Anzahl aus der
gleichen Quelle zur Untersuchung kamen. In Betreff der
äussern Form, wie auch des feinern Baues stimmt der
multiloculäre Echinococcus der Rindsleber mit dem der
Menschenleber überein, doch zeigt er für die äussere Be-
trachtung öfters eine täuschende Aehnlichkeit mit conglo-
merirten Tuberkelknoten, obwohl auf dem Durchschnitte die
bekannte Aehnlichkeit mit gewissen Formen des Gallert-
krebses deutlich zu Tage tritt (deutsche Zeitschrift für
Thiermedicin und vergl. Pathologie Bd. IL 1875. S. 109
-111).
Klebs erklärt übrigens den multiloculären Echino-
coccus für eine pathologische Form mit übermässiger Cuti-
cularentwickelung. Handbuch der pathologischen Anatomie
S. 517.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872-1875. 443
Die von Sangall i beschriebenen drei Fälle von
Echinococcus der Leber (E. granulosus) haben kaum ein
zoologisches Interesse. Dell' Echinococco del fegato, Mem.
Inst. Lombardo. 1870. T. XI, 12 Seiten in Quarto.
Zenker fütterte zwei Hunde mit einem ziemlich ange-
faulten Echinococcus veterinorum und fand 11 Wochen
später bei dem einen überaus zahlreiche, der Grösse nach
ausgebildete, aber noch eilose Echinococcus-Tänien, wäh-
rend der zweite Hund deren nur eine einzige in gleichem
Entwicklungszustande aufwies. Sitzungsber. der med. phys.
See zu Erlangen 1872. S. 88.
Die in vielen Wiederkäuern aller Zonen gefundene
Taenia expansa lebt nach Moeb ins (Nordpolfahrt a.a.O.
S. 258) auch im Grönländischen Moschusochs. Ebenso
Taenia coenurus im Darme von Canis lagopus.
Einer Mittheilung von Heller (a. o. a. 0.) entnehme
ich die Notiz, dass Spojoker die Taenia nana bei einem
jungen Manne in Amerika gefunden haben will (Americ.
journ. med. sc 1873 Jan.), Ebenso beschreibt Davaine
eine Taenia madagascariensis (Archiv de med. nav. 1870)
nach Bruchstücken, die vonGrenet auf Mayotte (Comoren)
bei einem Kinde von 18 Monaten und einem zweiten von 2
Jahren aufgefunden waren. Der Kopf ist nicht gesehen;
die mittleren Glieder sind 0,8 Mm. lang und 2,2 Mm. breit,
während die hinteren 3—4 Mm. messen. Geschlechtsöff-
nungen alle an derselben Kante. Die Eier sollen zu 3- 400
in Kapseln verpackt sein, deren jedes Glied etwa 120—
150 enthält.
Bei Anwesenheit der Taenia cueumerina des Hundes
hat Schiefferdecker (VirchowV Arch. 1875. Bd. 62.
S. 475) eine eigenthümliche pathologische Veränderung der
Schleimhaut beobachtet, indem die Würmer in tunnelartigen
Hohlräumen unter hypertrophischen, zu Platten zusammen-
gewachsenen Darmzotten versteckt waren.
v. Li n stow beschreibt „sechs neue Tänien" (Archiv
für Naturgeschichte 1872. Th. I. S. 55—58. Tab. III):
Taenia pachycephala aus Anas histrionica, Taenia puncto,
aus Corvus corone, T. pigmentata aus Anas marila, T. eune-
ata aus Gallus domesticus, T. parvieeps aus Mergus serrator
444 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
und Taenia Jiepatica aus der Leber der Hausmaus. Die
letztere ist freilich nichts weniger, als neu: sie ist trotz
der nur auf 34 angegebenen Zahl der Haken — und trotz
den nachträglichen Bemerkungen des Verf.'s (a. a. 0. 1873.
I. S. 107) kaum etwas Anderes, als der allbekannte Cysti-
cercus fasciolaris, dessen wahre Natur von unserm Verf.,
wie von den Zoologen der vorpallasischen Zeit, verkannt
worden ist und um so leichter verkannt werden kann, als
die Schwanzblase dieses Cysticercus in den spätem Ent-
wicklungsstadien nicht selten so gut wie vollständig fehlt.
Daneben liefert Verf. noch eine Abbildung des Kopfes von
Taenia naja Duj. aus Sitta europaea.
Weitere Beobachtungen desselben Verf.'s (a. a. 0.
1875. Th.I. S. 183-188) betreffen Taenia globifcra Batsch,
T. macrocephala Crepl., T. osculata Götze, T. longicollis
Rad., T. ocellata Rud., T. attenuata Duj., T. acuta Rud.,
T. polygramma n. sp. aus Parus major, T. depressa v. Sieb.
Verf. richtet dabei seine Aufmerksamkeit vornehmlich auf
Ilakenform und Kopfbildung — bei T. globifera, T. macro-
cephala, T. longicollis fand Verf. zwischen den vier grossen
Saugnäpfen noch einen kleinen am Scheitel — und schildert
bei T. depressa auch den Bau und den Zusammenhang der
einzelnen Geschlechtstheile, die er vollständig zu analysiren
vermochte.
Grimm macht (Nachrichten der Göttinger Gesellsch.
der Wissensch. 1872. S. 240—246) Mittheilungen über den
äussern und innern Bau von Taenia sagitta n. sp., und T.
ambigua Duj. und nimmt die erstere dabei als den bisher
nur unvollständig bekannten Bothriocephalus barbatulae in
Anspruch. Sie gehört zu den hakenlosen Arten mit kräftig-
entwickelten Saugnäpfen und erreicht eine Länge von 45 Mm.
Unter den von Villot in den Wasservögeln Roscoff's
aufgefundenen Cestoden findet sich nur eine neue Art, und
diese gehört zu dem merkwürdigen Täniadengenus Ophryo-
cotyle Fr. (J. B. 1869. S. 322), das sich durch eine sehr
eigenthümliche Umbildung des Rüssels in einen kuppei-
förmigen Forsatz auszeichnet, dessen Ende mit einer Reihe
kleiner Saugnäpfe versehen ist. Von der 0. proteus, die
Verf. gleichfalls beobachtete, unterscheidet sich dieselbe
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 445
durch eine geringere Entwicklung des terminalen Aufsatzes,
der nicht bloss kleiner ist, sondern auch nur drei Saug-
näpfe ohne deutliche Häkchen trägt. Sie lebt im Darm
von Limosa rufa und wurde als Ophr. Lacasii benannt.
Archiv, zool. exper. T. IV. p. 478 mit Abbild.
Olsson findet in dem Magen und den Pylorialanhän-
gen von Lota vulgaris einen Bandwurm, der sich durch
den Besitz eines einzigen terminalen Saugnapfes auszeichnet.
Er nennt denselben Acrobothrhim typicum und sieht darin
den Typus einer neuen Familie (Oefr. Akad. Förhand. 1872.
p. 40-44. PI. IL
Acrobothriumu, gen. Caput inerrae, bothridio terminali circu-
lari, a corpore collo discretum. Aperturae genitales laterales, mascu»
lae femineis postpositae.
Das neue Genus Diplo co tyl e Krabbe wird auf einen
ungegliederten 7 — 10 Ctm. langen Bandwurm gegrüudet,
dessen abgerundetes Vorderende mit zwei grossen und
runden dicht neben einander stehenden Säugnäpfen versehen
ist, die eine flächenständige Anordnung haben und mit
ihrer Oeffnung nach vorn gekehrt sind. Der innere Bau
zeigt eine unverkennbare Aehnlichkeit mit Dibothrium.
Die Würmer sind von Olrik in Grönland gesammelt —
daher D. OlriMi — und stammen aus dem Darme von
Salmo carpio. Videnskab. Meddelels. Kjöbenh. 1874. p.
22—25. Tab. III. (Diplocotyle Olrikii, on aleddet Bändelorm
af Bothriocephalernes Gruppe.) Die Abwesenheit der Glie-
derung giebt Verf. Veranlassung, die zahlreichen Missbil-
dungen zu besprechen, die durch mangelhafte Segmentirung
und transversale Wiederholung der Geschlechtsorgane bei
den Botriocephalen vorkommen.
Stepanoff untersucht (Arbeiten der Gesellsch. natur-
forsch. Freunde in Charkoff, Bd. VII. S. 70) den Bau und
die Embryonalbildung von Triaenophorus nodulosus und
Dibothrium rectangulum. Bei ersterein wird auch die Vagina
aufgefunden. Der Embryonalkörper diiferenzirt sich in
einen centralen und peripherischen Theil, den eigentlichen
Embryo und seine Umhüllungshaut, wie das auch bei den
verwandten Formen der Fall ist. Auch sonst zeigt die Ent-
wicklung keinerlei Besonderheiten. Die Versuche, die Eier
440 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
im Wasser zum Ausschlüpfen zu bringen, führten zu keinem
Resultate.
Der nordamerikanische Salmo fontinalis enthält nach
Leidy in seiner Leibeshöhle und seiner Muskulatur (an
letzterm Orte encystirt) nicht selten einen 5 Zoll langen,
aber ungegliederten und geschlechtslosen, also erst unvoll-
kommen entwickelten Bothriocephalus (Dibothrium), der
als B. cordiceps n. kurz charakterisirt wird. Proceed.
Philad. Acad. 1871. p. 306.
M osler berichtet über zwei Fälle, in denen ein Bo-
thriocephalus latus sechs und resp. vierzehn Jahre lang
den Darm seines Trägers bewohnte (Archiv für pathol.
Anatomie 1873. Bd. 57). Schon Bremser erzählt übrigens
von einem Schweizer, der 11 Jahre nach der Auswande-
rung aus seiner Heimath erst merkte, dass er mit Bothrio-
cephalus behaftet sei. Ebenso kenne ich einen deutschen
Professor, der vor mehr als zwölf Jahren sich in Dorpat
mit diesem Wurme inficirt hat und noch immerfort daran
leidet.
Welch berichtet über den Bau zweier Tetrarhynchen
aus dem Magen eines Carcharias, die er als Tetrarhynchiis
carcharias n. und Abothros (n. gen.) carcharias bezeich-
net. Die letztere Art, die sich durch Abwesenheit der
Sauggruben auszeichnen soll, ist allem Anscheine nach mit
Rhynchobothrius rufescens des Ref. (Archiv für Naturgesch.
1850. Th. I. S. 11) identisch und vielleicht schon früher
als Bothriocephalus ruficollis von Ey senhardt (Verhandl.
der Gesellsch. naturf. Fr. in Berlin I, 3) beschrieben. Aller-
dings ist mein Rhynchobothrius mit Sauggruben versehen,
aber dieselben sind nur seicht und oftmals fast verstrichen,
so dass sie, besonders bei weniger gut erhaltenen Exem-
plaren, leicht übersehen werden können. Uebrigens be-
merkt auch Welch „a few longitudinal furrows", die an
dem Kopf zu beobachten seien und um so eher auf die
Sauggruben bezogen werden dürften, als diese bei Rhyn-
chobothrius bekanntlich die ganze Länge des Kopfes ein-
nehmen. Die anatomischen Angaben beziehen sich vor-
nehmlich auf die Muskulatur und den Hakenapparat. Ein
Nervensystem wurde nicht aufgefunden. Journ. Linnaean
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 447
Soc. T. XII. p. 329-342. Tab. XXIV XXVI. „The ana-
tomy of two parasitic forms of the faniily Tetrarhynchidae".
Per ri er beschreibt aus dem Darme von Varanus zwei
Arten eines Bandwurmes, der zumeist mit Solenopho-
rus Dies, verwandt ist und sich vornehmlich durch die
Grösse und tutenförmige Bildung seiner * beiden Gruben
charakterisirt. Beide Tuten sind mit ihren anliegenden
Flächen verwachsen und hinten von einer kleinen Oeffnung
durchbohrt, die vor der Gliederkette nach Aussen führt.
Zur systematischen Bezeichnung des Wurmes wird der
Genusnamen Buthiersia (D. expansa aus Varanus bivitta
tus, D. elegans aus Varanus niloticus) in Anwendung ge-
bracht. Description d'un genre nouveau des Cestoides,
Archiv, zoolog. exper. T. II. p. 349—302. PL XVI.
Gen. n. Buthiersia Perr. Scolex en forme d'eventail aplati,
perpendiculairement au plan du ruban colonial et evase vers le haut.
Eventail creux, cloisonne seulement suivant son plan median, de
maniere ä constituer deux bothridies largement ouvertes vers le
haut, oü leur bord superieur est plus ou moins sinueux et comme
crepe, presentant egalement vers la base une petite onverture. Pro-
glottis semblable ä ceux des Bothriocephales. presentant sur leur
ligne mediane trois orifiees, deux supeiieures et tres-rapproehes
pour le penis et le vag-in, uu a peu pres central j)Our la matrice.
Turbellarii.
Pharyngocoeli. Schneide r's oben schon mehrfach
angezogene „Untersuchungen über Plathelminthen" (Giessen
1873, 76 Seiten mit 5 Tafeln, aus dem 14. Jahresber. der
Oberhess. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde) beziehen
sich vorzugsweise auf Mesostonmm Ehrenbergii, verbreiten
sich dabei aber auch auf zahlreiche andere Formen. Die
Stäbchen, die beständig in Zellen oder Zellenausläufern
gelegen sind und erst allmählich aus der Tiefe gegen die
Haut vorrücken, sollen nicht zum Fange benutzt werden,
sondern nach Art der Liebespfeile bei der Begattung als
Reizmittel dienen. Zum Zwecke des Fanges wird dagegen
häufig von den Planarien und andern Plattwürmern —
wie wohl zuerst von Dalyell beobachtet ist (Ref.) — ein
förmliches Schleimgespinnst verfertigt, dessen Bildungs-
stätte bei den Mesostomeen, die davon einen wahrhaft
448 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
mörderischen Gebrauch machen, die Zellen zu sein scheinen,
welche in der Mittellinie der Bauchfläche vom Schwanz bis
zur Geschlechtsöffnung und vorn zwischen den Kopfenden
und der vorderen Hirncommissur liegen (S. 24). Ob die
von Schneider als Speicheldrüsen des Mesostomum be-
schriebenen Stränge wirklich diese Bedeutung haben,
scheint Ref. sehr zweifelhaft. Ebenso glaubt derselbe kaum,
dass sich der „ Rüssel" der Tänien (Rostellum) ohne Wei-
teres mit dem Pharynx der Turbellarien zusammenstellen
lasse. Was bei Prorhynchus als Rüssel beschrieben wurde,
wird auf Grund einer Beobachtung Lieb erkühn 's als
Penis in Anspruch genommen, umgekehrt aber das Rticken-
gefäss von Stenostomum als ein nemertinenrüsselartiges
Gebilde gedeutet (S. 31). Die Seitennerven von Mesosto-
mum sind hinter dem Schlünde durch eine helle, wenig
Zellen enthaltende Quercommissur unter sich in Verbindung.
In Betreff der Fortpflanzungsverhältnisse des Mes. Ehren-
bergii belehrt uns Verf. zunächst davon, dass die hart-
schaligen Eier die Rolle von Wintereiern spielen. Sie
bilden einen Embryo, der, obwohl schon im November
ziemlich fertig, immer erst im folgenden Jahre — früher
oder später — ausschlüpft. Werden diese „Winterthiere"
isolirt aufgezogen, dann produciren dieselben nur dünn-
schalige sg. Sommereier, die von ihrem Träger selbst be-
fruchtet werden, während die Sommerthiere, die in isolirten
Müttern aufwachsen, umgekehrt nur Wintereier erzeugen.
Die Begattung ist also nicht unbedingt nüthig zur Ent-
wicklung der Eier. Es geschieht auch eine Selbstbefruch-
tung, ja es hat sogar den Anschein, als wenn ein regel-
mässiger Wechsel zwischen einer Fortpflanzung durch ge-
genseitige und Selbstbefruchtung stattfände. Bei der Bil-
dung der Wintereier sind die Zellen des Dotterstockes mit
dunkeln Körnchen gefüllt, die sonst fehlen; die Bildung
der Wintereier setzen also eine weitere Entwicklung des
Dotterstockes voraus, die vermuthlich erst in einem spätem
Alter stattfindet. Die Furchung, die auf die Eizellen be-
schränkt ist, in deren Umkreis sich die Dotterzellen bis
zur Entwicklung des Embryo unverändert erhalten, werden
durch eine eigeuthümliche Kernmetamorphose eingeleitet.
in d. Natnrgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 449
Salensky macht in den (russisch geschriebenen)
Protocollen der naturforschenden Gesellschaft in Kasan
1872—73 eine vorläufige Mittheilung über die Entwicklung
eines Enterostomum aus der Bucht von Sebastopol. Die
Eier werden in Form kleiner Platten an Seepflanzen ver-
schiedener Art abgelegt. Die Furchung ist eine unregel-
mässige, indem nach der Viertheilung von den vier grossen
Furchungskugeln vier kleinere sich abschnüren, welche
sich rasch vermehren und die erstem umwachsen. Sie
liefern später die Haut- und Muskelschicht, während die
centralen Zellen dem Darmkanale den Ursprung geben.
G raff veröffentlicht eine Abhandlung „zur Kenntniss
der Turbellarien" (Ztschrft. für wissenschaftl. Zoologie 1874.
Bd. 24. 8. 123—160. Tab. XIV— XIX), die sich aus einem
allgemeinen und einem speciellen Theile zusammensetzt.
Der erstere (S. 126 — 142), der unter dem Titel „zur Ana-
tomie der Rhabdocoelen", Strassburg 1873, auch selbst-
ständig — als Inauguraldissertation — erschienen ist, be-
handelt den Bau unserer Thiere mit besonderer Berück-
sichtigung der histologischen Verhältnisse. Verf. liefert
darin u. a. den Nachweis von der zelligen Struktur der
äussern Körperhülle. Die Stäbchen werden für niedere
Zustände von Nesselorganen erklärt, die jedoch nur bei we-
nigen Arten einen Faden entwickeln und wirklich als
Waffen dienen, sonst aber nur als Endorgane sensibler
Nerven zu fungiren scheinen. Das Körperparenchym soll
aus einem reticulären Bindegewebe bestehen und aus der
Verschmelzung von Zellen hervorgehen, deren grosse ovale
Kerne sich zahlreich in dem Gewebe nachweisen lassen.
Unterhalb des Integumentes liegt ein Hautmuskelschlauch,
der aus homogenen platten Fasern besteht, die in zwei
Schichten, einer äussern ringförmigen und einer darunter
liegenden Längsfaserschicht angeordnet sind. Ausser den
platten Fasern finden sich noch Schlauchmuskeln, die eine
feinkörnige (elastische) Masse enthalten und vornehmlich
an dem Aufbau des Pharynx theilnehmen. Der Rückziehe-
muskel des Prostomeenrüssels, den Verf. eingehend schil-
dert, besteht sogar aus quergestreiften Fasern. Einen After
konnte Verf. nirgends, auch nicht bei Microstomum und
Archiv für Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. EE
450 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Stenostomum, mit Sicherheit nachweisen. Die Dannbil-
dung und Anordnung der Geschlechtsorgane zeigt mehr-
fach Verhältnisse, die denen der Dendrocoelen sich an-
nähern. In dem speciellen Theile beschreibt der Verf.
neben einigen bekannten Arten (Mesostomum Ehrenbergii
und Vorticeros pulchellum) eine Anzahl neuer Formen aus
Messina: Turbella Klostermanni, Monocelis protractilis, Con-
voliiia armata, C. cinerea und Prostomum mamutinum. Die
erstere ist durch den Besitz von tiefen Flimmergruben und
Anwesenheit eines sonderbaren Hakenkranzes, der einer
hellen Blase aufzuliegen scheint und dem letzten Drittheil
des Körpers angehört , besonders ausgezeichnet. Auch
Monocelis protractilis trägt am hintern Leibesende eine
Anzahl napfartiger Haftorgane. Bei Mesostomum Ehren-
bergii soll das Wassergefässsystem durch einen besondern
vor dem Munde gelegenen Becher nach Aussen ausmünden.
Die „neuen Mittheilungen über Turbellarien", die Verf.
seiner ersten Abhandlung folgen lässt (a. a. 0. Bd. 25.
S. 407—424. Tab. XXVII u. XXVIII) beziehen sich auf
Microstomum lineare, Stenostomum leucops, Prostomum ba-
naticum n. sp., Mesostomum montanum n. sp., ebenfalls aus
dem Banat, M. banaticum n. sp. und Planaria quaäriocu-
lata n. sp., eine an Dendrocoelum lacteum erinnernde durch-
sichtige Art mit zwei Augen aus dem Starenberger See.
Auch hier sind es vorzugsweise die anatomischen Verhält-
nisse, welche die Aufmerksamkeit des Verf.'s auf sich
zogen. Die erstgenannte Art wurde in vielfach wieder-
holter Theilung beobachtet, in Ketten, die 16 Individuen
verschiedener Entwicklung aufwiesen, durch ihr Aussehen
mehrfach an Catenula erinnernd. Die Theilung wiederholt
sich, wie bei Chaetogaster u. a. Würmern, an sämmtlichen
Individuen, so dass die verschiedenen Entwicklungszustände
nach einer bestimmten Formel abwechseln. Eingeleitet
wird dieselbe durch eine intensive Zellenvermehrung, so-
wohl im Integumente, wie in der Darmwand, die sehr bald
zur Bildung zweier Septa hinführt, zwischen welchen dann
das Integument sich einbuchtet. Von den iniiern Organen
entsteht zuerst der künftige Schlundapparat: zunächst
eiu rundes wasserhelles Bläschen, das aber schon jetzt mit
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 451
kleiner Oeffnung nach Aussen ausmündet. In Betreff des
Gen. Stenostomuni tritt Verf. mit Recht — ich verweise
hier auf meine Angaben, d. Arch. 1854. Bd. II. S. 343 —
der Behauptung Sehn ei der 's entgegen, dass das Rücken-
gefäss als ein Rüssel zu deuten sei, und Stenostomum dess-
halb den Nemertinen zugehöre. Die Darstellung, welche
Hallez von den Beziehungen des Stachels von Prostomuni
lineare gegeben hat, wird auch für die neue Art bestätigt.
Hallez handelt über den Bau des Prostomum lineare
(observations sur le Prostomum lineare, Archiv, zoolog.
exper. T. IL p. 559-585. PI. XX— XXII) und fördert
dabei unsere Kenntnisse über dieses Geschöpf, besonders
durch genaue Darstellung des Rüssels, Wassergefässsyste-
mes und männlichen Geschlechtsapparates. Der Rüssel
wird nicht nach Aussen hervorgestossen, sondern durch
das Zurückziehen des vordem Leibesendes entblösst und
zum Festhalten der Beute (Cyclopen) benutzt, die dann
mit dem Giftstachel durchbohrt und getödtet wird. Der
Hinterleib wird zu diesem Zwecke durch die Contraction
der langen sg. Rückziehmuskeln, die an den Rüsselgrund
sich ansetzen und bis weit nach hinten sich verfolgen
lassen, nach vorne umgebogen. Der Pharynx steht mit
einer Anzahl einzelliger Drüsen in Verbindung. Der Darm
hat seine besondere Wandung und enthält in seinem In-
nern eine Menge freier rundlicher Zellen, die auch bei
andern Arten gefunden werden und wahrscheinlich abge-
stossene Epithelzeilen darstellen. Im Umkreis des Darmes
glaubt Verf. eine förmliche Leibeshöhle unterscheiden zu
können. Dieselbe ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, die
durch die Pulsationen eines besondern vor dem Pharynx
gelegenen Gefässes in Bewegung gesetzt werden soll. Das
Wassergefässsystem ist von ansehnlicher Entwicklung. Es
wird von zwei gewundenen Seitengefässen gebildet, die
keinerlei Zusammenhang zu besitzen scheinen und an den
Seitenrändern des Kopfendes je durch eine Oeffnung aus-
münden. Die trotz ihrer Grösse bisher übersehene Gift-
drüse besteht aus einzelnen traubenartig zusammenhängen-
den Zellen, und liefert ein feinkörniges Secret, das sich
zunächst in einer muskulösen Blase sammelt, um dann durch
452 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
den Stachel nach Aussen auszutreten. Zur Fixation und
Leitung des Stachels dient ein besonderes hohlsonden-
artiges Skeletsttick. Die Bewegung wird durch einen kräf-
tigen Muskel vermittelt, der zwischen dem untern Theil
dieses Gebildes und dem obern Stachelende sich aus-
spannt. Die Geschlechtstheile sind sämmtlich, männliche
so gut, wie weibliche, unpaar. An den erstem unter-
scheidet man ausser dem Hoden eine ansehnliche Samen-
blase von keulenförmiger Gestalt, die sich nach hinten in
das Vas deferens fortsetzt. Das letztere umhüllt den Gift-
stachel, so dass man diesen leicht für einen hornigen Penis
halten könnte, wenn man nicht durch directe Beobachtung
eine andere Ansicht von der Natur desselben gewönne.
Bei der Begattung, die eine gegenseitige ist, gelangen die
Samenfäden zunächst in eine geräumige Tasche, in deren
körniger Inhaltmasse sich dieselben zu grössern Ballen
vereinigen. Ueber die anatomischen Verhältnisse dieser
Tasche ist Verf. übrigens, wie über den Zusammenhang
der einzelnen Theile des weiblichen Geschlechtsapparates,
im Unklaren geblieben, denn es ist kaum wahrscheinlich,
dass Ovarium, Dotterstock und Eikapsel (capsule ovigere,
wohl das hartschalige mit einem Stiele versehene Ei selbst)
ohne directe Verbindung mit einander in die Leibeshöhle
einmünden, resp. gar, wie von der Eikapsel behauptet wird,
frei in derselben gelegen seien. Von einem Uterus hat
Verf. keine Spur beobachtet. Eben so wenig konnte er
einen Wechsel in der männlichen und weiblichen Geschlechts-
thätigkeit oder gar eine unvollständige Ausbildung des
einen Apparates, wie es Mecznikoff beobachtet haben
will, constatiren.
Moseley untersucht den anatomischen Bau zweier
Landplanarien aus Ceylon Bipalitim Ceres n. und Rhyncho-
desmus Thwaitesii n. mit Hülfe der Schnittmethode, und
findet dabei, trotz aller Aehnlichkeit mit den Süsswasser-
planarien, manche Annäherung an die Blutegel. Die Haut
enthält zahlreiche deutliche Stäbchen und Drüsen, deren
Secret von Bipalium beim Herablassen von Zweigen faden-
förmig ausgesponnen wird. Auch das der Biudesubstanz-
gruppe zuzurechnende Grundgewebe ist vielfach von Drü-
in d. Naturgeseh. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872- 1875. 153
senzellen durchsetzt. Die circuläre Muskelschicht liegt
(auch bei Dendrocoeluui lacteum) aussen, nicht innen, wie
man für die Turbellarien gewöhnlich angiebt. Der Darm
ist dreischenklig, wie bei der Mehrzahl der Planarien, aber
die beiden hintern Schenkel liegen — in Uebereinstimmung
mit der schlanken Körperform — dicht neben einander.
Ihre Aussenfläche trägt eine grosse Menge blindsackartiger
Ausstülpungen. Ob die beiden spongiösen Stränge, die
auf der Bauchfläche unserer Würmer — auch anderer Pla-
narien — hinziehen und von unserm Verf. mit einem Hin-
weis auf die von Sommer bei Bothriocephalus (S. 426)
beschriebene Bildung als Wassergefässstämme gedeutet wer-
den, diese Auffassung wirklich verdienen, dürfte sehr
zweifelhaft sein. Ein Wassergefässsystem, dessen Innen-
raum nicht bloss von Bindegewebssträngen, sondern so-
gar, wie es hier der Fall ist, von Muskelfasern durchsetzt
wird und den Nervenapparat in sich einschliesst, erscheint
jedenfalls als eine so paradoxe Einrichtung, dass der Ver-
such des Verf. 's, die excretorische Bedeutung, die wir dem-
selben beizulegen pflegen, als nebensächlich zu bezeichnen
und das sg. Wassergefässsystem als einen abgekapselten
Theil der Leibeshöhle zu deuten, kaum genügen dürfte,
seiner Auffassung eine allgemeinere Anerkennung zu ver-
schaffen. Von Interesse ist übrigens die beiläufig zuge-
fügte Mittheilung, dass die Leibesflüssigkeit eines kleinen
im Suez auf einer Clypeasterart gesammelten Derostomum,
wie Verf. auf spectroscopischem Wege nachwies, Hämo-
globin enthält. Die Hoden sind paarweise angeordnet und
in Reihen gruppirt, wenigstens bei Bipalium, während
sie bei Rhynchodesmus mehr zusammengeballt liegen. Der
Penis ist klein und ebenso auch die Scheide. Die Ovarien
erscheinen als einfache Säcke, die in grösserer Entfernung
von dem Uterus den Kopftheil der Würmer einnehmen.
Was man als Ganglien beschrieben hat (Blanchard,
Schmarda), sind die Hoden, während das wirkliche
Nervensystem nur wenig scharf markirt ist. Eigentliche
Ganglien konnte Verf. überhaupt nicht auffinden, obwohl
solches bei andern Planarien durchaus nicht schwer ist, auch
bisweilen (Leptoplana) deutliche Ganglienzellen sich nach-
4bi Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
weisen lassen. Was schliesslich als Nervensystem ge-
schildert wird, ist ein eigenthümliches Maschengewebe,
das in das Kopfende der sg. Wassergefässe eingeschlossen
ist. Die Augen enthalten einen hellen linsenartigen Körper
und zeigen bei Rhynchodesinus, der deren nur ein einziges
Paar besitzt, auch sonst noch durch ihren Bau eine grössere
Differenzirung. Bipalium trägt ausserdem noch am Vor-
derrande des halbmondförmigen Kopfendes jederseits eine
Reihe von Papillen, die durch flimmernde Säcke von ein-
ander getrennt werden und wahrscheinlicher Weise gleich-
falls als Sinneswerkzeuge fungiren dürften. — Auf die
histologischen Angaben des Verf.'s können wir hier nicht
eingehen. Ebenso wenig auf das, was Verf. über die
Lebensweise und das Vorkommen seiner Würmer angiebt.
Wir erwähnen nur noch, dass der Darstellung der anato-
mischen Verhältnisse eine vollständige Litteraturübersicht
über die Landplanarien vorausgeschickt ist. On the ana-
tomy and histology of the Land-Planarians of Ceylon, with
some account of their habits and a description of two new
species, and with notes on the anatomy of some Europaean
aquatic species. Transact. philos. Soc. 1874. p. 105 —
171. Tab. X-XV. (Auszug: Proceed. roy. Soc. 1873.
tf. 142.)
Nach der Zusammenstellung de Man 's sind in Europa
bis jetzt 61 verschiedene Süsswasserturbellarien beobachtet:
42 Rhabdocoelen, 3 Nemertinen — de Man zählt deren
6, weil er unter denselben ausser 2 Arten des Gen. Pro-
rhynchus und Tetrastemma lubricoideum auf Schneid er 's
Angaben hin auch noch das Gen. Stenostomum mit seinen
drei (oder, da de Man Leydig's Sten. coluber übersehen
hat, vier) Arten aufführt — und 17 Dendrocoelen. 14 zweifel-
hafte Arten (10 Rhabdocoelen und 4 Dendrocoelen) sind
dabei ausser Acht geblieben. Oversicht der tot dusvcrre
in de zoete wateren van Europa waargenomen Turbellaria,
23 Seiten, aus der Tydskr. der Nederl. dierkund. Vereenig.
Deel I besonders abgedruckt.
An dieselbe schliesst sich sodann ein eerste Bydrage
tot the kennis der nederlandsche zoetwater-Turbellarien
(cbendas. 15. Seiten mit 3 Tafeln), der ausser einer Auf-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 455
Zählung von 14 Arten (3 Vortex, 4 Mesostoinum, 1 Macro-
stomuni, 1 Prostonium, 1 Microstomuni, 4 Dendrocoelen)
Bemerkungen über Vortex pictus und eine Beschreibung
zweier neuer Arten (Mesostomimi lugdtmense und M. Her-
clotsianiim), sowie der seit Pallas nicht wieder beobach-
teten Fasciola punctata (= Planaria bicornis Gm.) enthält.
Die letztere bildet nach unserm Verf. den Repräsentanten
eines neuen Gen., für das unter Berücksichtigung des Um-
standes, dass das zwischen den beiden ohrförmig vorsprin-
genden Ecken des Kopfrandes gelegene Mittelstück einen
förmlichen Saugapparat darstellt, die Bezeichnung Bdello-
c ephala in Anwendung gebracht wird. Die hintere Grenze
des Kopfes ist durch eine halsförmige Einschnürung markirt.
Nachträglich berichtet derselbe Verf. (1. c. Deel II,
Geoeentrophora sphyroeephala, eene landbewonende Rhab-
docoele, 6 Seiten Tab. II) über den interessanten Fund
einer landbewohnenden neuen Rhabdocoele, die er unter
dem Namen Geoeentrophora (n.. gen.) sphijroeephala in
das System einführt. Sie besitzt einen langgestreckten
platten Körper (1 Mm.), mit einem tonnenförmigen Pharynx,
der in der Mitte des halbmondartig ausgebreiteten Kopf-
randes durch eine Muudöffnung ausmündet. Hinter der
Mundötfnung öffnet sich an der Ventralfläche noch ein cy-
lindrischer Schlauch, der einen Chitinhaken in sich ein-
schliesst, und eine stark muskulöse Blase, zwei Gebilde,
die Verf. als Theile des männlichen Geschlechtsapparates
(Penis, Samenblase) in Anspruch nimmt, obwohl er den
Beweis für die Richtigkeit der Deutung schuldig geblieben
ist. Die weiblichen Organe sind durch einen unpaaren
Eierstocksschlauch in dem Mittelstücke des Körpers ver-
treten.
Die von Mecznikoff vor einigen Jahren (J. B. 1866.
S. 290) in den Blumentöpfen des botanischen Gartens zu
Giessen entdeckte Landplanarie, Geodesmus bilineatus, wird
unter ähnlichen Verhältnissen auch von Grube in Breslau
aufgefunden — wohl ein neuer Beweis dafür, dass dieses
Thier aus der Fremde bei uns importirt ist. Jahresber.
der schlesischen Gesellsch. 1873, naturhist. Sect. S. 30.
Nach de Man zeigt übrigens die Planaria terrestris
456 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
0. Fr. Müll, die auch in Holland einheimisch ist, so
vielerlei Uebereinstimmung mit Geodesmus bilineatus, dass
sie dem gleichen Genus zugerechnet werden muss. Keinen-
fails darf dieselbe länger mit den echten Planarien ver-
einigt werden, von denen sie sich sowohl in der Körper-
form, wie in der Bildung des Darmes und der Geschlechts-
organe auffallend unterscheidet. De gewone europeesche
Landplan arie, Geodesmus terrestris (Tijdschr. nederl. dier-
kund. Vereeniging 1875. Deel IL An. 4. PL XIV).
Du Plessis handelt in ForeTs Mater. Faune prof.
Lac Leman (1. c. p. 114—124) über die Turbellaries limi-
coles des Genfer See's. Die betreffenden (3) Arten gehören
nach unserm Verf. zu den Gen. Vortex, Mesostomum und Pla-
naria. Sie leben ausschliesslich im Schlamme, sind in
diesem aber überall bis zur grössten Tiefe verbreitet und
von den verwandten Arten der benachbarten Gewässer so
abweichend, dass sie als besondere Formen betrachtet wer-
den müssen. Eine eingehende Beschreibung findet nur
eine dieser Formen, Vortex Lemani, die 15 Mm. gross
wird, aber nach Graff, der dasselbe Thier auch im Sta-
renberger See auffand, trotz dem einfach gebauten, unver-
ästelten Darme und dem fast ganz an die vordere Leibes-
spitze gerückten Munde nichts weniger als eine Vortex
und überhaupt keine Rhabdocoele, sondern unzweifelhaft
eine Planarie darstellt. Ob es freilich einer der bisher
bei den sg. Dendrocoelen aufgestellten Familie zuzurechnen
sei, ist fraglich; Graff nennt die betreffende Form dess-
halb denn auch einstweilen mit dem indifferenten Na-
men Planaria Lemani. Die Muskelfasern des Wurmes sind
an den Enden stark zerfasert und die Epithelzellen des
Darmes zeigen Verhältnisse, die man nur durch die An-
nahme einer amöboiden Bewegung und Nahrungsaufnahme
erklären kann, wie solche übrigens auch sonst den Süss-
wasserplanarien zukommen. Obwohl diese Zellen mit
ihrem basalen Ende unmittelbar den an dieser Stelle dich-
tem Faserzügen des Bindegewebes aufsitzen, kann man
zwischen Leibeswand und Darmtractus doch eine Art Lei-
beshöhle unterscheiden, die von einer kleinmaschigen,
äusserst zarten Bindesubstanz erfüllt ist und die Ge-
in d. Naturgcsch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 451
schlechtsorgane, so wie das Gehirn umhüllt uod in gegen-
seitiger Lage erhält. Dotterstöcke und Hoden sind wie
bei allen Süsswasserplanarien gebildet, und ebenso sind die
Eikeime in zwei hinter der Basis des Rüssels angebrachten
Häufchen rechts und links aufzufinden. Auf dein vordem
Theile des Hirns liegen zwei Paar Pigmenthaufen, die
durch feinere Pigmentstreifen unter sich verbunden sind.
Ueber die systematische Stellung des Vortex Lemani, Zeit-
schrift für wissensch. Zoologie, Supplement des Bandes
XXV. S. 335—342. Taf. XXIII.
Durch die Mittheilungen, welche Grube über die
„Planarien des Baikalsees" macht (Archiv für Naturgesch.
1872. Th. I. S. 273—292. Tab. XI u. XII), gewinnt der
letztere ein neues faunistisches Interesse. Nicht bloss näm-
lich, dass derselbe einen ungewöhnlichen Reichthum an
Planarien aufweist, es schliesst sich auch ein grosser
Theil dieser Würmer durch die auffallende Färbung und
die Dimensionen des Leibes so unverkennbar an die Ver-
hältnisse der marinen Planarienfauna an, dass die Re-
lictennatur des betreffenden Sees von Neuem dadurch eine
Bestätigung findet. Auch die Stellung der Augen zeigt in
einigen Fällen eine unverkennbare Annäherung an Lepto-
plana. Bei der Mehrzahl freilich waren die Augen ent-
weder gar nicht oder nur bei den Jüngern Exemplaren zu
entdecken, ein Umstand, der wohl damit zusammenhängt,
dass dieselben grösstenteils eine bedeutende Tiefe (von
50—150 Meter) bewohnen. Uebrigens besitzen sämmtliche
Arten, die Verf. untersuchte — 10, von denen aber drei
schon früher durch Gerstfeld bekannt geworden sind —
nur eine Genitalöffnung und einen cylindrischen Rüssel,
wie auch sonst die Süsswasserformen. Fühler fehlen durch-
weg, dagegen aber kommen hier und da am Vorderrande
Haftgruben oder Haftnäpfe vor. Die Namen der beschrie-
benen (und abgebildeten) Species, die sämmtlich von Dy-
bowski gesammelt wurden, sind die folgenden: Plcmaria
hepatizon n., PI. (Anocelis Stimps.) tigrina n., PI. (Ano-
celis) pardalina n., PI. (Anocelis) lanceolata n., PI. (Soro-
celis n, subg. mit Augen, wie Leptoplana) nigrofasciata
n., PL (Sorocelis) guttata Gerstf., PI. Angarensis Gerstf.,
458 Leuekart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
PL torva Müll. (Var. albifrons Gr.), PL fulvifrons n ., PL
(Dicotylus n. subg. mit zwei deutlich ausgeprägten Haft-
gruben an der Stirn) pulvinar n.
Collingwood handelt (Transact. Linn. Soc. 2. Ser.
Vol. I. T. 2 u. 3. London 1875 — 76) on thirty-one Species
oi' marine Planarians 16 P. 3 PL Ref. hat noch keine Ge-
legenheit gehabt, die Abhandlung eiuzusehen.
Slylochopsis littoralis, Leptoplana foliimi, Planaria
(jrisea nn. sp. von Neu-England, Verrill, Report, Ann.
nat. hist. 1. c. p. 627.
Giard fand aul Botryllus Schlössen eine 10—12
Mm. grosse Planarie, die durch Körperbeschaffenheit und
Färbung den Individuen der Botrylluskolonie zum Ver-
wechseln ähnlich war und in der Ruhe nur schwer von
ihrem Träger unterschieden werden konnte. Der vordere
Körperrand ist in zwei kurze Fortsätze ausgezogen und
der Darm verästelt. Verf. benennt die Form als Planaria
Schlössen. Archiv, zool. exper. T. II. p. 488. PL XIX.
Fig. 1.
Mesostomum bifidiim n. sp. von St. Andrews, M'Intosh,
Ami. nat. hist. T. XIV. p. 151.
Salensky erwähnt (a. a. 0.) einer neuen Art des
Gen. Nadina OuL, das den darmlosen Turbellarien zugehört.
Die neue Art zeichnet sich besonders dadurch aus, dass
das Parenchym von zahlreichen Vacuolen durchsetzt ist.
Eine derselben, zugleich von allen die grosseste, nimmt
constant den hintern Leibesabschnitt ein.
. Rhynchocoeli. Von der durch die Ray Society her-
ausgegebenen Monograph of the british Annelids by Mc'-
Intosh, Part I: the Nemerteans ist mir leider nur das
erste Heft (London 1873, 96 Seiten in Folio mit 10 Tafeln)
bekannt geworden. Es enthält nach einigen einleitenden
Bemerkungen über Lebensweise und Vorkommen der Ne-
mertinen eine ausführliche Geschichte unserer Kenntnisse
über diese Thiere (p. 9 — 42), so wie eine eingehende Dar-
stellung des anatomischen Baues und der Entwicklung der
Enopla (p. 43—95). Im zweiten Hefte (London 1874.
p. 97—213) folgt dann zunächst die Anatomie und Physio-
logie der Anopla (p. 97 — 123), und darauf der zoologische
in d. Naturgcsch. d. uied Thk-re währ. d; Jahre 1872—1875. 459
Theil mit einer ausführlichen Beschreibung der an den
brittischen Küsten beobachteten 31 Species, die grossen-
theils auch in prächtig colorirteu Abbildungen vorliegen.
Neu sind unter den abgebildeten Arten Tetrastemma Ro-
bertianum, Lineus laoteus, Micrura fusca, Borlasia Elizabc-
thae, Amphiporus liastatus, A. bioculatus. Was der Verf.
uns hier bietet, ist wenigstens in seinem anatomisch-physio-
logischen Theile weitaus das Beste und Vollständigste, was
bisher über unsere Thiere veröffentlicht ist. Den Nachfol-
gern dürfte — auf dem Gebiete wenigstens der anatomischen
Untersuchung — wenig mehr, als eine Nachlese übrig-
bleiben. Besonders eingehend ist der Bau des Rüssels
behandelt, dessen Bewaffnung bekanntlich den auffallend
sten Charakter der Enopla ausmacht. Allerdings nur den
auffallendsten, denn es giebt, wie das vorliegende Werk
zur Genüge kennen lehrt, kaum ein einziges Organ, welches
die Unterschiede der Enopla von den Anopla nicht in un-
verkennbarer Weise zur Schau trüge. Im Ganzen wird
übrigens durch unsern Verf. die Darstellung bestätigt,
welche C 1 a p a r e d e und K e f e r s t e i n von dem Rüssel der
Enopla gegeben haben. Dabei wird freilich auch manch
Neues hinzugefügt, besonders in Betreff der dem Rüssel
eingelagerten Drüsen und der Anordnung seiner Muskeln.
Gleichzeitig erfahren wir auch, dass die Entwicklung des
Rüssels und seiner Waffen einem viel grössern Wechsel
unterliegt, als das früher bekannt war. So ist z. B. der
Rüsselapparat von Nemertes carcinophila Köll. (= Polia
involuta van Ben.) nicht bloss durch seine ungewöhnliche
Kürze auffallend — derselbe geht ., nur um ein Weniges
über die bei Prorhynches vorkommenden Verhältnisse hin-
aus — sondern auch durch seine schwache Bewaffnung
(Kleinheit des Stachels, Abwesenheit der Stilettaschen') und
andere Eigenthümlichkeiten, unter denen wir den Mangel
einer eignen Scheide, als die vielleicht wichtigste, hier
hervorheben. Umgekehrt hat Amphiporus pulcher nicht
bloss Stilettaschen von beträchtlicher Grösse (mit je 5—
0 Nadeln), sondern hinter dem Hauptstachel noch einen
besondern Reservestachel, der gleich dem erstem in das
Basalstück eingelagert ist und bis an die Wurzel desselben
4ü0 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
heranreicht, offenbar dazu bestimmt, denselben im Falle
eines Verlustes zu ersetzen. Dass die Nadeln der Seiten-
taschen eine derartige Bestimmung besitzen, stellt Verf. in
Abrede, obwohl er andrerseits über die Bedeutung derselben
völlig im Dunkel geblieben ist. Wo kein Reservestachel
vorhanden ist, wie gewöhnlich, da geht — einer von un-
serni Verf. gemachten Beobachtung zufolge — die Neubil-
dung des Stachels an der ihm später zukommenden Stelle
vor sich. Dabei hat es übrigens den Anschein, als wenn
die verloren gegangenen Stacheln (und Nadeln) nicht selten
eine längere Zeit in der Rüsselhöhle verweilten. Bisweilen
geht bei unsern Thieren aber auch der ganze Rüssel ver-
loren, um dann gleichfalls durch einen neuen ersetzt zu
werden, der in Röhrenform von der Rüsselöffnung aus-
wächst, aber noch eine längere Zeit der Endbefestigung
entbehrt, obwohl er sonst vielleicht (auch in Betreff seiner
Bewaffnung) vollständig entwickelt ist. Den abgetrennten
Rüssel sieht man gelegentlich noch neben dem neugebil-
deten im Innern der Rüsselscheide, Anfangs, bis zur Ent-
wicklung der neuen Waffen, noch unverändert und sogar
im Vollbesitze seiner Beweglichkeit. Später aber verändert
sich das Gewebe des abgetrennten Rüssels, bis die einzel-
nen Elemente aus einander fallen und schliesslich in eine
zellenhaltige Körnermasse sich auflösen. Der Verf. scheint
sogar geneigt zu sein, den seit lange bekannten zelligen
Inhalt der Rüsselscheide überall auf einen derartigen Zer-
fall zurückzuführen. Dass der Mund der Enopla dicht
hinter der Rüsselöffnung gelegen ist und der wulstigen
Bildung entbehrt, die bei den Anopla nicht selten auffällt,
scheint der Mehrzahl der frühern Beobachter entgangen zu
sein. Ebenso der Unterschied, der sich in der Oesophageal-
bildung beider Gruppen ausprägt. Die Seitenorgane der
Enopla möchte Verf. den sg. Segmentalorganen zurechnen.
Gleich diesen bestehen dieselben aus einem Sacke, der
durch einen Flimmerkanal nach Aussen führt und sich nach
hinten wiederum in einen Flimmerkanal fortsetzt. An letz-
term beobachtet man wiederholte Spaltungen und einen
anscheinend drüsigen Zellenbelag. Wassergefasse, die man
bei unsern Würmern so vielfach nachzuweisen versucht hat,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere wahr. d. Jahre 1872—1875. 461
fehlen. Was man als solche gedeutet, gehört dem Circu-
lationsapparate an, der sich aus drei am Ende schlingen-
förmig vereinigten Längsstämmen (einem Rtickenstamme
und zwei seitlichen) zusammensetzt, die eine bisweilen
getärbte Flüssigkeit führen und — nach einzelnen Beobach-
tungen zu schliessen — auch in ihrem Verlauf vielfach
(durch Quergefässe) mit einander anastomosiren. Die Eier
werden, abweichend von dem Verhalten der Anopla, nur
selten in einer Schleimröhre abgesetzt meist klumpenweis
oder einzeln abgelegt und gewöhnlich erst nach dem Ab-
legen befruchtet. Bei Nemertes carcinophila beobachtet man
übrigens gelegentlich einzelne Weibchen mit Embryonen
in den Eiertaschen, obwohl die Mehrzahl der Exemplare
eierlegend ist, so dass dadurch ein Uebergang zu den
constant lebendig gebärenden Arten (Tetrastemma obscu-
rum, Prosorhochmus Claparedii) gemacht ist. Uebrigens
geht die Entwicklung der Enopla ohne alle Metamorphose
vor sich, indem der flimmernde Embryo während der
Schwärmperiode allmählich die innern Organe, eines nach
dem andern hervorbildet. Es kommt bei ihnen nicht ein
Mal zu der Entwicklung einer sg. Umhüllungshaut, auch
nicht bei Nemertes carcinophila, obwohl van Beneden
hier eine solche aufgefunden zu haben glaubte.
Unter dem Namen Borlasia Kefersteinii n. beschreibt
Marion (anim. infer. du Golf de Marseille, Ann. des sc.
natur. 1873. T. XVII. Art. No. 6. Seite 1—23. Tab. XVII)
eine hermaphroditische Nemertine von etwa 15 Mm., die
zwischen den Rhizomen von Posidonia lebt und in ihren
Genitaltaschen bald Eier, bald auch Samenfäden entwickeln
soll. Factisch ist, dass diese Taschen bald Eier enthalten,
bald auch dicht mit Samenfäden gefüllt sind. Dass die-
selben darin entstehen, ist vom Verf. nicht nachgewiesen
worden, obwohl ein derartiger Nachweis um so wichtiger
erscheint, als auch die Eiersäcke der weiblichen Individuen
sich nach den Angaben einzelner Forscher — vgl. z. B. die
später folgenden Beobachtungen von Dieck — zur Be-
fruchtungszeit prall mit Samen füllen sollen. An den Ab-
bildungen des Verf.'s fällt auch der Umstand auf, dass
zwischen je zweien Dissepimenten immer eine grössere An-
462 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zahl von Ei- und Samentaschen gezeichnet ist. Nach der
Reife sollen die Geschlechtsproducte, zunächst die Eier, in
die Leibeshöhle übertreten, von wo sie auf unbekannten
Wegen — Geschlechtsporen wurden nicht gesehen — nach
Aussen gelangten. Die giftige Wirkung des in der Rüssel-
höhle enthaltenen Secretes wurde auf directem Wege nach-
gewiesen. Verf. legt darauf um so mehr Gewicht, als die-
ser Rüssel neuerlich wieder von Leon Vaillant auf der
französischen Naturforscherversammlung zu Bordeaux (Revue
scient. 1872. N. 12) als Darmkanal in Anspruch genommen
ist, obwohl doch seit den vom Ref. (mit Frey) veröffent-
lichten Untersuchungen der Irrthum dieser Auffassung so und
so viel Mal betont ist. Uebrigens irrt Verf. selbst in der
Angabe, dass der Rückziehmuskel des Rüssels sich direct
an der Leibeswand ansetze. Es geschieht das bekanntlich
an der Wand der Rüsseltasche, die Verf. übersehen hat.
In einem Nachtrage zu der hier angezogenen Abhand-
lung (l c. R. 1874. Six. Ser. T. I. Art. 1. p. 19—29) ver-
sucht Verf. den Nachweis, dass die sonst freilebenden Borl.
Kefersteinii trotz mancher kleiner Abweichungen bes. in
der Bildung der Augen mit einer in der Kiemenhöhle von
Phallusia mamillata schmarotzenden und hier schon — was
übersehen ist - von delle Chiaje, so wie später vom Ref. in
allen Lebensstadien aufgefundenen Nemertine (Polia te-
trophthalma delle Ch. — Tetrastemma Lt.) identisch sei.
Schon früher war dem Verf. die grosse Aehnlichkeit beider
Formen aufgefallen, aber er zweifelte an der Identität der-
selben, weil er — im December und Januar — immer nur
eine einseitige (männliche) Geschiechtsentwicklung bei der-
selben antraf. Endlich aber im Februar gelang es auch
hermaphroditische Individuen aufzufinden, und zwar solche,
die neben zahlreichen Hoden einzelne Eiersäcke trugen.
Später, nachdem die Würmer inzwischen gewachsen waren,
nahm die Zahl der letztern immer mehr zu, bis schliesslich
nur noch Eiersäcke zur Beobachtung kamen (auch Ref. hat
— im Mai — immer nur Thiere mit Eiern angetroffen).
Die befruchteten Eier werden in Schläuche abgelegt, die
an den Wänden der Kiemenhöhle befestigt werden. Im
Innern derselben geschieht auch die Entwicklung, die in
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872-1875. 463
directer Weise, ohne Metamorphose abläuft, was auch mit
den Beobachtungen des Ref. übereinstimmt.
Die Mittheilungen, welche Zell er über den Rüssel
der in Phallusia schmarotzenden Borlasia macht, schliessen
sich an die Darstellungen an, welche früher schon von
C 1 a p a r e d e und K e f e r s t e i n darüber veröffentlicht sind.
Verf. unterscheidet an dem betreffenden Apparat fünf Ab-
schnitte: den eigentlichen protractilen Rüssel, den bestachel-
ten Bulbus, die Giftblase, dann den Drüsentheil und schliess-
lich den Muskel. Observation sur la structure de la trompe
d'un Nemertien hermaphrodite, provenant des eures de Mar-
seille, Cpt. rend. T. 77. p. 966—969.
Hubrecht veröffentlicht im zweiten Bande des nieder-
ländischen Archives für Zoologie S. 99—135 „Unter-
suchungen über Nemertinen aus dem Golfe von Neapel"
mit 3 Tafeln Abbildungen — bis auf einige Veränderungen
und Umstellungen eine deutsche Bearbeitung der Aan-
teckenigen over de anatomie, histologie en ontwickelings-
geschiedenis van eenige Nemertinen, die Verf. zum Zwecke
der Promotion der Universität Utrecht (1874, 58 S. mit 3
Tafeln) vorgelegt hat. Der Verf. bestätigt die schon von
Mac Intosh und Schneider hervorgehobenen Verschieden-
heiten in der Anordnung des Hautmuskelapparates und der
Lage der seitlichen Nervenstämme bei den enoplen und
anoplen Formen und liefert weiter den Nachweis, dass die
Bindegewebsfasern, welche die Muskulatur durchsetzen,
nicht bloss continuirlich mit der Unterhaut zusammen-
hängen, sondern auch in Form von förmlichen Dissepi-
menten die Leibeshöhle durchwachsen und die einzelnen
blindsackartigen Darmanhänge von -einander abtrennen. Auf
diese Weise entsteht eine Kammerung der Leibeshöhle, wie
bei den Anneliden, eine Aehnlichkeit, die um so auffallen-
der ist, als die Dissepimente zugleich die Träger von quer
verlaufenden Gefässstämmen und den Geschlechtsdrüsen ab-
geben. Die letztern entwickeln sich in der Dicke der Dis-
sepimente, die dadurch gewissermaassen in zwei Blätter
zerfallen und öffnen sich (Meckelia somatotomus) auf der
Rückseite durch eine zur Zeit der Geschlechtsreife schon
mit unbewaffnetem Auge sichtbare Oeffnuug. Dass der
401 Letickärt: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Rüssel in eine eigene von der Leibeshöhle verschiedene
Muskelscheide eingeschlossen wird, ist schon lange vor
Mac Intosh durch die Untersuchungen des Ref. (die Verf.
freilich nicht näher zu kennen scheint) mit Bestimmtheit
nachgewiesen. Verf. hebt hervor, dass diese Rüsselscheide
bei manchen Arten eine beträchtliche Stärke erreicht.
Auch der histologische Bau des Rüssels zeigt mancherlei
Verschiedenheiten, besonders bei den bewaffneten und un-
bewaffneten Arten, die freilich, wie das neue Genus Dre-
panopliorus zeigt, keineswegs so unvermittelt neben einan-
der stehen, wie man früher anzunehmen geneigt war. Bei
manchen Arten (Polia geniculata und Lineus longissimus)
kommen zu den typischen drei Blutgefässen noch einige
andere Längsstämme, von denen es jedoch zweifelhaft ist,
ob sie gleichfalls als Blutgefässe functioniren. Die rothen
Blutkörperchen einiger Nemertinen (Drepanophorus) ver-
danken ihre Farbe dem Hämoglobine, einem Stoffe, der
auch die rothen Hirnganglien der (mit farbloser Blutflüssig-
keit versehenen) Meckelien imprägnirt. Die von M. S c h u 1 1 z e
u. A. (früher schon von mir) betonten Unterschiede in der
Hirnbildung der Nemertinen erscheinen nach den in zweiter
Abhandlung hinzugefügten Untersuchungen des Verf.'s in
sofern in einem andern Lichte, als dadurch der Nachweis
geliefert ist, dass die bei den unbewaffneten Arten vor-
kommenden hintern Anschwellungen des obern Ganglien-
paares (Axel Boeck's Gehörorgane, J. B. 1866. S. 288)
in veränderter Form auch bei den übrigen Nemertinen
vorkommen. Sie sind (Seitenorgane Verf.) bei denselben
von dem Hirne abgetrennt und nur durch Nervenstränge
damit in Verbindung. In allen Fällen aber stehen sie mit
den Kopfspalten in Beziehung, indem letztere sich in einen
Canal vertiefen, der in das Seitenorgan eintritt und See-
wasser in dasselbe überleitet. Verf. stellt auf diesen Um-
stand hin die Vermuthung auf, dass die sg. Seitenorgane
als Gehirnrespirationsorgane zu betrachten seien. (Ref. hat
diesen Canal nicht bloss bei den Abkömmlingen des Pili-
dium gyrans gesehen und beschrieben, er kennt ihn auch
— seit lange schon — von einer Anzahl ausgebildeter Ne-
mertinen. Bei den letztern aber glaubt er von dem Canal e
in (1. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 465
noch einen nach hinten abgehenden Ast beobachtet zu
haben). Die — bisher meist übersehenen — Ganglien-
kugeln haben eine sehr verschiedene Grösse. Sie bilden
einen dicken Belag um das fasrige innere Gerüste, sowohl
der Centralknoten, wie der seitlichen Nervenstämme. (An
letztern sehe ich die Gangliensubstanz nur auf der dor-
salen und ventralen Fläche. Lt.) Die frei schwimmende
Larve von Borlasia olivacea, deren Beschreibung Verf.
seiner holländischen Inauguraldissertation hinzugefügt hat,
hat eine einfache Kugelform und eine Zusammensetzung
aus zweien Keimblättern, die beide, Ectoderm und Ento-
derm, in ganzer Ausdehnung mit Flimmerhaaren besetzt sind.
Das neue Gen. Drepanophorus charakterisirt sich
vornehmlich durch die Bewaffnung des Rüssels, die bei
allen Arten (Dr. rubrostriatus n. sp., Dr. serraticollis n. sp.,
Dr. nisidensis n. sp.) die gleiche Beschaffenheit zeigt. Die-
selbe besteht aus einem gebogenen zugespitzten Häkchen,
das mit seiner concaven Seite auf einer kragenartigen Er-
hebung zu ruhen scheint, welche da, wo der papillöse
Theil des Rüssels aufhört, bei andern Enopla also die
Stiletregion sich findet, eine bedeutende Verengerung des
Rüssellumens hervorruft. Die Befestigung des Häkchens
ist locker, indem weder ein Zapfen, noch auch die sonst
so eigenthümliche Muskulatur der Stiletregion zur Entwick-
lung gekommen ist. Ebenso fehlen die Seitentaschen mit
den Reservespitzen. Hinter dem Häkchen liegt ein taschen-
artiges Gebilde, welches eine grüne Flüssigkeit zu enthalten
scheint und wahrscheinlich mit der Giftblase anderer eno-
pler Nemertinen homolog ist. Der Vordertheil des Rüssels
ist mit grössern Stäbchenpapillen besetzt. Die Nerven-
stämme liegen, wie bei den Enoplen, an der Innenseite
des Hautmuskelschlauches, nicht ausserhalb von den Rings-
muskeln, wie bei den Anoplen, aber vom seitlichen Leibes-
rande weit entfernt, wie bei Oerstedtia.
Die übrigen MittheiluDgen unseres Verf.'s beziehen
sich auf Ommatoplea gracilis Dies., Meckelia somatotomus
Lt., M. ligurica Dies., die sich von der eben genannten
Art, mit der Ref. sie einst zusammengestellt hat (J. B.
Bd. XX. S. 354) durch Pigmentflecke am Kopfe und eine
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. FF
466 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
hellere graue Färbung unterscheiden soll, M. Ehrenbergii
Dies., M. aurantiaca Grube, Polia delineata delle Ch. und
P. geniculata delle Ch. (= Notospermus drepanensis Huschke
und Meckelia annulata Grube). Die holländische Ausgabe
zählt ausserdem noch Ommatoplea bembix Dies., so wie
die an der holländischen Küste lebenden Lineus longissi-
mus Sow. und Borlasia olivacea Thoms. auf.
Some remarks about the minute anatomy of Medi-
terranean Nemerteans desselben Verf.'s (Quarterly journ.
microscop. sc. 1875. p. 249 — 256. Tab. XIII) enthalten eine
kurze Recapitulation der oben angezogenen Untersuchungen
über den anatomischen Bau der Nemertinen.
Marion erkennt in den von Hubrecht aufgestellten
drei Arten des neuen Gen. Drepanophorus blosse Alters-
und Farbenvarietäten einer Nemertine, die schon früher
mehrfach beobachtet wurde und namentlich mit Cerebra-
tulus spectabilis Quatref., so wie mit Borlasia splendida Ke-
ferst. identisch ist. Nach der eigenthümlichen Bildung des
Rüssels muss aber das Hubrecht 'sehe Genus beibehalten
werden, obwohl die Beschreibung des jungen holländischen
Forschers unvollständig ist und der Correctur bedarf. An-
statt des sonst bei den bewaffneten Nemertinen vorkom-
menden Stilets trägt Drepanophorus nämlich eine dem
Manubrium entsprechende gewölbte Platte, deren Kamm
mit zahlreichen (9—20) kleinen Spitzen besetzt ist. Zur
Bewegung der Platte dienen zwei eigne Muskelbündel.
Neben dem die Platte tragenden Bulbus liegen jederseits
8—10 Taschen mit je 4 oder 5 Reservespitzen. Das Ge-
fässsystem besteht aus einem Rücken- und zwei Seiten-
stämmen, die durch quere Gefässschlingen unter sich in
Verbindung gesetzt sind und rothe Blutkörperchen führen.
Cpt. rend. T. 80. p. 893—895 (Anatomie d'un type remar-
quable du groupe des Nemertiens, Drepanophorus specta-
bilis) oder Ann. and Mag. nat. bist. T. XV. p. 371 u. 372.
Auch M ' I n t o s h erklärt die H u b r e c h t 'sehen Würmer
für identisch mit Cerebratulus (Amphiporus M'Int.) specta-
bilis und ist nur wenig geneigt, dieselben generisch von
den übrigen Amphiporusarten abzutrennen. Dabei unter-
wirft derselbe die Angaben Hu brecht's, besonders soweit
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 467
dieselben die histologische Bildung des Rüssels betreffen,
einer berichtigenden Critik. Neu ist der Nachweis eines
directen Zusammenhanges zwischen der Rüsselscheide und
dem Gefässapparate, der durch eine Anzahl von Spaltöff-
nungen vermittelt wird, welche die Rtickenfläche der Rüssel-
scheide seitlich durchbohren und der Vermuthung Raum
geben, dass die darin eingeschlossenen körperlichen Ele-
mente in das Gefässsystem übertreten. Die Seitenorgane,
die früher den Segmentalorganen verglichen wurden, möchte
Verf. jetzt lieber als Sinnesorgane betrachtet wissen. On
Amphiporus spectabilis and other Nemerteans, Quarterly
Journ. microscop. sc. 1875. p. 277—293. Tab. XIV u. XV.
Eine andere Abhandlung desselben Verfassers (Journ.
Anat. and Physiol. 1875. Hft. 2) ist speciell dem centralen
Nervensysteme der Nemertinen gewidmet. Das Seitenorgan
wird darin als ein evidentes Sinnesorgan in Anspruch ge-
nommen.
Diek liefert „Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der Nemertinen", nach Beobachtungen, die er an einer auf
Galathea schmarotzenden Cephalothrix (C. gdlatlieae n.)
— schon Kölliker kennt (1845) eine Nemertes carcino-
phila — angestellt hat. Die Würmer messen im weib-
lichen Geschlechte bis 7 Ctm. (Männchen, die freilich nur
in einem Exemplare angetroffen wurden, 2) und sollen in
der Nähe der Mundöffnung besondere contractile Greif- oder
Haftorgane tragen. Die Existenz einer besondern Leibes-
höhle wird geläugnet — ein Umstand, der vielleicht durch
die ausserordentliche räumliche Entwicklung der Eiersäcke,
die fast den ganzen Körper erfüllten, seine Erklärung findet.
Während der Geschlechtsreife lassen sich die Mündungs-
stellen der erstem deutlich nachweisen. Sie liegen an der
Bauchseite des Körpers und sind je mit einer besondern
Klappeneinrichtimg versehen. Trotzdem übrigens dringen
die von den Männchen entleerten Samenkörperchen in die
Eierstöcke hinein, bis dieselben strotzend angefüllt sind.
Die Eier selbst werden einzeln abgelegt und unterliegen
einer regelmässigen Furchung, in deren Verlauf sich an
der Zellkugel und zwar dem spätem centralen Theile eine
Einstülpung bildet, die von dem Verf. der Pilidiumeinstül-
468 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
pung verglichen wird, mit der Entwicklung des Darmes
aber in keiner Beziehung stehen soll, indem dieser durch
Differenzirung einer zweiten innern Zellenlage schon früher
angelegt sei. Die Entwicklung ist überhaupt eine ziemlich
directe, obwohl Mundöffnung, After und Rüsselanlage ver-
hältnissmässig spät auftreten, nachdem die dünne Oberhaut
mit ihren Wimpern in kleinen Partikelchen abgestossen
und ein neues Wimperkleid zum Vorschein gekommen ist.
In dem Abstossen dieser Zellschicht sieht Verf. gleichfalls
eine Andeutung an die Pilidiumentwicklung, die übrigens
nicht als Metamorphose, sondern als Generationswechsel
gedeutet wird.
Bütschli's „Bemerkungen zur Metamorphose des Pi-
lidium" (Arch. für Naturgesch. 1873. Th. 1. S. 276-283.
Tab. XII) schliessen sich im Wesentlichen eng an die Dar-
stellung an, welche Mecznikoff von den ersten Entwick-
lungsvorgängen der im Innern sich bildenden Nemertine
gegeben hat. Neu ist — von einigem histologischen Detail
abgesehen — die Angabe, dass auf einer gewissen Entwick-
lungsstufe bei Pilidium gyrans zwei flimmernde Ausstül-
pungen aus dem Oesophagus entstehen, die in den Nemertes
übergehen, jedoch will es mir scheinen, als wenn auch die
frühern Beobachter diese Gebilde gesehen, irrthümlicher
Weise aber mit den gleichfalls flimmernden Seitenorganen
in Beziehung gebracht hätten.
Während die bisherigen Darstellungen den Anschein
erwecken mussten, als wenn die Entwicklung der Nemer-
tinen mit und ohne Metamorphose ziemlich unvermittelt ein-
ander gegenüberstände, veröffentlicht Barrois in den
Compt. rend. 1845. T. 80. p. 270—273 Beobachtungen über
die Entwicklungsgeschichte des Nemertes communis (des
phenomenes generaux de l'embryogenie des Nemertiens),
— in's Englische übersetzt Ann. and Mag. nat. hist. XV.
p. 800 — die den Beweis liefern, dass der Unterschied
zwischen beiderlei Vorgängen keineswegs sehr scharf ist.
Obwohl bei dem genannten Thiere die ganze Entwick-
lung im Ei abläuft, es also niemals zu der Bildung eines
förmlichen Pilidium kommt, das — mit Unterbrechung der
eigentlichen Nemertesentwicklung — eine Zeitlang nach
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 469
Art eines selbstständigen Thieres lebt und fortwächst, sind
doch die Grundzüge des ontologischen Processes in beiden
Fällen die gleichen. Auch bei Nemertes communis entsteht
aus dem durchfurchten Dotter durch Einstülpung der Keim-
blase zunächst eine Gastrula. Aber diese Gastrula kommt
nicht zu einer selbstständigen Weiterbildung, sondern bleibt,
was sie anfangs war, um dann alsbald, ähnlich dem Pili-
dium, unter dem Ectoderm vier grosse scheibenförmige
Massen zu bilden, welche den Darm umwachsen und so-
mit, wiederum wie bei Pilidium, die Körperwand des spä-
tem Nemertes liefern. Ist der letztere im Innern der Ga-
strulahaut (ohne sg. Amnios) gebildet, dann geht die Aussen-
haut verloren; der Wurm aber gelangt darauf, von vorn
herein mit seinen definitiven Organen versehen, in's Freie.
Während wir die Nemertinen bisher nur als Schlamm-
und Erdbewohner kannten, erfahren wir durch Moseley
jetzt zu unserer Ueberraschung, dass es auch pelagische
Thiere dieser Gruppe giebt, Geschöpfe mit blattartig ver-
kürztem, breitem und durchsichtigem Leibe, die auf den
ersten Blick weit eher für schwimmende Planarien und
Nacktschnecken gehalten werden könnten, als für das, was
sie in Wirklichkeit darstellen. Leider kamen diese merk-
würdigen Nemertinen bis jetzt nur in zweien Exemplaren
zur Beobachtung, die beide in der Südsee aus grosser Tiefe
hervorgehoben wurden und derselben Art (Pelagonemertes
Rollestoni) zugehörten, obwohl das eine Exemplar durch
Grösse und Entwicklung der innern Organe noch weit von
dem Reifestadium (4 Ctm. lang, 2 breit, 5 Mm. dick) ent-
fernt war. Der Kürze und Breite des Leibes entspricht
die Anwesenheit zahlreicher — mit dem Alter an Menge
beträchtlich zunehmender — seitlicher Darmanhänge, die
sich, besonders vorn, am Ende mehrfach verzweigen. After,
Rüssel und Schlundring sind in gewöhnlicher Weise vor-
handen und lassen über die Nemertinennatur keinen Zweifel
aufkommen. Im Einzelnen finden sich allerdings kleine Ab-
weichungen von dem gewöhnlichen Verhalten (in der An-
ordnung der Ganglien, der Abwesenheit eines Retractor
proboscidis), allein diese werden sich bei erneuter Unter-
suchung vielleicht ausgleichen. Dass die Körperhaut wim-
470 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
pert, wird nicht erwähnt. Flimmergruben, Augen und
Waffen fehlen. Die Ovarien, die einzigen zur Beobachtung
gekommenen Geschlechtsorgane, bestehen wie gewöhnlich
aus kleinen symmetrisch über die Seitentheile des Körpers
vertheilten Säcken, die den beiden seitlichen Wassergelass-
stämmen ansitzen. Die Eigenthtimlichkeiten der Thiere
rechtfertigen die Aufstellung einer besondern Familie (Pe-
lagonemertidae), deren Charaktere durch die pelagische Le-
bensweise ihrer Glieder, deren Besitz eines hellen und
gallertartigen, breiten, flachen Leibes, die Abwesenheit der
Waffen, Flimmersäcke und Augen, sowie die dendrocoele
Bildung des Darmes so ziemlich erschöpft sein dürften. In
einer Nachschrift macht Mo sei ey schliesslich noch darauf
aufmerksam, dass Lessön's Pterosoma planum wahrschein-
lich gleichfalls eine pelagische Nemertine sei, obwohl sie
der oben beschriebenen Art nicht zugehöre. On Pelago-
nemertes Eollestoni, Ann. and Mag. nat. hist. 1875. T. XV.
p, 165 PI. XV und on a young specimen of Pelagonemertes
Rollestoni, ibid. T. XVI. p. 377. PI. XL
Nach Willemoes-Suhm lebt auf den Bermudas-
Inseln eine dem Gen. Tetrastemma zugehörende Landne-
mertine von weisser Farbe, die bis zu 35 Mm. lang wird
(T. agricola n.). Allem Vermuthen nach dürften derartige
Würmer in den tropischen Gegenden weiter verbreitet sein,
als man bisher weiss. Auch auf Nautilograpsus wurden
vom Verf. (auf den Azoren so gut, wie den Bermudas)
kleine Tetrastemmen beobachtet. On a land-Nemertean
found in the Bermudas, Ann. and Mag. nat. hist. T. XIII.
p. 409—411. PI. XVII.
Fedschenko beschreibt in dem zehnten Bande Hft. 2.
der — russisch geschriebenen — Protocolle der Gesellsch.
der Freunde der Naturwiss. zu Moskau (1872. 7 Seiten.
Taf. XIV) zwei neue Süsswassernemertinen, ein Tetra-
stemma (T. turanicum) und einen Prorhynchus {Pr. rivu-
laris). Das Tetrastemma wurde im Schlamme des Flusses
Salar gefunden, aber immer nur in weiblichen Individuen.
Es besass eine Länge von 10 Mm. und eine gelbliche Fär-
bung, die übrigens vorzugsweise von dem Darmkanale her-
rührte. Hautdrüsen konnten trotz der starken Schleimab-
in d. Naturgesch. d. nied. Thlere währ. d. Jahre 1872—1875. 471
sonderung nicht aufgefunden werden. Die Wimpergruben
liegen vor dem zweiten Augenpaare, hinter dem übrigens
gewöhnlich auch noch ein — wenngleich häufig nur wenig
entwickeltes — drittes Paar gefunden wurde. Darmkanal
und Rüssel zeigten keinerlei Besonderheiten, mit Ausnahme
vielleicht der zahlreichen Papillen, die der Innenfläche des
letztern aufsassen. Von Blutgefässen werden zwei Seiten-
stämme und ein Rückengefäss erwähnt. Die Hirnganglien
liegen dicht hinter den Wimpergruben. Obwohl die Thiere
noch nicht völlig geschlechtsreif waren, Hess sich doch
constatiren, dass die Eierstöcke die Zwischenräume der
blindsackartigen Darmanhänge einnahmen. Prorhynchus
rivularis, der in der Nähe von Taschkend, gleichfalls im
Salar gefunden ward, unterscheidet sich von Pr. stagnalis
vornehmlich durch die Abwesenheit der dem Stilete anlie-
genden Stäbchen.
Dass Schneider den Rüssel von Prorhynchus als
Penis deutet (a. a. 0.), ist schon oben erwähnt worden. Die
damit zusammenhängende Blase (Giftblase nach Schultze)
ist bei geschlechtsreifen Thieren mit Sperma gefüllt. Ausser
ihr nimmt der sg. Rüssel noch zahlreiche einzellige Drü-
sen auf.
Gelegentlich seiner Untersuchungen über Borlasia Ke-
fersteinii beschreibt Marion noch eine 40 Ctm. lange B.
echinoderma, deren Benennung sich auf das Vorkommen
zahlreicher krummer Skeletstäbchen in den Körperdecken
bezieht. Ref. kennt schon seit langer Zeit eine gleich-
falls im Mittelmeere lebende kleine Borlasia (1 "), welche
dieselben Körperchen trägt und auch durch die grosse
Menge der seitlich am Kopfrande angebrachten Augenflecke
mit B. echinoderma übereinstimmt.
Mc. Intosh, on Valencia Armandi, a new Nenier-
tean 9 Pages. Transact. Limnaean Soc. 2. Sei*. Vol. I. P. 2
u. 3. London 1875—76 ist Ref. noch nicht zu Gesicht ge-
kommen.
Ueber Borlasia anguis Dal. und Nemertes fragilis Dal.
vergl. Möbius, Würmer, Jahresber. d. Commiss. zur Er-
forsch, der d. Meere 1875. S. 154, 155.
Nemertes maculosa, N. teres, Borlasia incompta, neue
472 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Arten von Spitzbergen, Ehlers in Heuglin's Reisen
a. a. 0. S. 248-250.
Verrill findet an den Küsten Neu-Englands (Report,
Annais nat. bist. 1. c. p. 627 — 634) Dicht weniger als
25 Turbellarien, grösstenteils Nemertinen, unter denen als
neu beschrieben werden Tetrastemma (?) arenicöla, Meckelia
lurida, Cosmocephala ochracea, Polina glelainosa.
Ichthydini. Ueber die systematische Stellung der
Ichthydinen sind unsere Ansichten bekanntlich noch nicht
zu einem befriedigenden Abschluss gekommen. Eine Zeit-
lang glaubte man dieselben den Turbellarien zurechnen zu
können — und noch heute giebt es Zoologen, welche das
für gerechtfertigt halten — , bis Mecznikoff (J. B. 1865.
S. 265) dieselbe zu einer eignen Gruppe (Gastrotricha) er-
hob und den Nachweis versuchte, dass diese der Gruppe
der Räderthiere (Cephalotricha) am nächsten verwandt sei.
Die Mecznikoff sehe Auffassung findet nun einen neuen
Vertreter in Ludwig, der nach Untersuchung von Ichthy-
dium (Chaetonotus) larus und Ichth. podura (= I. ocel-
latum Meczn.) „die Ordnung Gastrotricha" zum Gegenstand
einer besondern Abhandlung (Ztschrft. für wissensch. Zoo-
logie Bd. XXVI. S. 193-226. Taf. XIV) macht und darin
u. a. auch eine synoptische Zusammenstellung und kritische
Vergleichung der bis jetzt bekannt gewordenen Geschlechter
und Arten giebt. Uebrigens glaubt Ludwig andrerseits
auch (besonders in der dreieckigen Bildung des Pharyn-
geallumens) gewisse Beziehungen von den Nematoden auf-
gefunden zu haben, denen die Ichthydinen auch früher
schon einmal von Ehlers angereiht worden sind. Er
meint sogar, dass dadurch ein neues Licht auf die Stel-
lung der Räderthiere falle, die sich vermuthlich ,,von dem
Formenkreise der Nematoden abgezweigt und eine eigen-
artige Ausbildung erfahren haben" (?). Aus der auf alle
einzelnen Organe eingehenden Darstellung des anatomischen
Baues heben wir hervor, dass der bis jetzt kaum jemals
mit Bestimmtheit gesehene After bei Ichthydium larus, das
Verf. vorzugsweise untersucht hat, in kurzer Entfernung
vor dem Körperende an der Bauchfläche gelegen ist, wäh-
rend die weibliche Geschlechtsöffnung auf der Rückenfläche
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 473
gefunden wird und hier dicht vor der Gabelung das Ende eines
kurzen und stumpfen kegelförmigen Vorsprunges einnimmt.
Im Innern der Gabeläste beobachtet man je eine einzellige
Klebdrüse. Eine Flimmerung fehlt dem Darme. Ebenso
fehlt ein seibstständig begrenztes Ovarium, indem die Ei-
zellen direct aus einer mehr oder weniger deutlich diffe-
renzirten Zellenmasse hervorgehen, welche über und zum
Theil auch seitlich neben dem Darme gelegen ist. Haar-
förmige Samenfäden wurden niemals aufgefunden. Dafür
aber fand Verf. ein Organ, welches bisher übersehen worden
ist und aller Wahrscheinlichkeit nach den Hoden dar-
stellt. Man beobachtet es nur bei solchen Exemplaren,
welche kein grosses Ei unter der Rückenhaut tragen, son-
dern an dessen Stelle nur eine feingranulirte Substanz, die
mit einzelnen grossen Kernen durchsetzt ist und den zur
Zeit noch nicht in Function getretenen Eierstock darstellt.
An solchen Individuen nun lässt sich bei günstiger Lage-
rung ein quergestelltes kleines Organ erkennen, welches
dem hintersten Theile des Darmes kurz vor der Afteröff-
nung von unten aufgelagert ist und denselben seitlich eine
kleine Strecke weit umgreift. Das Gebilde umschliesst in
einer feinen Membran eine dichte Menge kleinerer stark
lichtbrechender Kügelchen, die sich bei Ichth. podura nach
dem durch Druck hervorgebrachten Uebertritt in die Leibes-
höhle frei bewegten und diese Bewegung erst nach Zusatz
von Essigsäure einstellten. Vermuthlich tragen diese Kör-
perchen also einen feinen, bei der enormen Kleinheit des
Objectes aber nicht erkennbaren Schwanzfaden. Durch
diese Beobachtungen wird es also in hohem Grade wahr-
scheinlich, dass die Gastrotrichen- Zwitter sind, ihre Ge-
schlechtsorgane jedoch nach einander zur Entwicklung brin-
gen, so dass Anfangs nur der Hoden functionirt, später
aber, nach Schwund des Hodens, die Eibildung anhebt.
Dass die Fortpflanzung sowohl durch hartschalige Eier
geschieht, die nach Aussen abgelegt werden, wie durch
Soramereier, welche weit kleiner sind und sich im Innern
des mütterlichen Körpers entwickeln, ist schon durch Mecz-
nikoff bekannt geworden. Die Entwicklung ist eine di-
recte, indem keinerlei Larvenorgane auftreten, wie das
474 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Verf. an den Wintereiern von Ich. larus selbst zu beob-
achten Gelegenheit hatte.
3. Ciliati.
ßotiferi.
Hudson setzt auf der Englischen Naturforscherver-
sammlung 1875 (Nature Vol. XII. p. 413) seine Ansichten
über die Classification und Verwandtschaften der Rotiferen
auseinander und glaubt dieselben am natürlichsten in
vier Gruppen sondern zu können: die der beständig fest-
sitzenden Formen (Rhizota), der Schwimmer und Kriecher
(Bdelloida) mit Einschluss der Philodinen, der Freischwim-
mer (Ploima) mit den Brachioniden, Pterodiniden, Euchla-
niden und Notommatinen und schliesslich der Springer
(Scirtopoda) mit den Pedalioniden und Synchaetiden.
Auch Cubitt behandelt die Frage nach den Ver-
wandtschaftsverhältnissen der Rotiferen. Er sucht dabei
mit Rücksicht auf die Beschaffenheit der äussern Be-
deckungen und des Darmapparates den Beweis zu liefern,
dass die Familien der Flosculariaden und Melicertaden
einander nahe verwandt sind und eine besondere Gruppe
(thecated section) unter den Rotiferen bildeten. Remarks
of the homological position of the membres constituting
the thecated section of the class Rotatoria, monthly mi-
crosc. Journ. T. VIII. p. 5-12. PI. XXIII u. XXIV.
Ebendaselbst (T. V. p. 168—172, on the winter habits
of the Rotatoria) macht Cubitt darauf aufmerksam, dass
die Philodinen unter den freien Räderthieren den fest-
sitzenden am nächsten verwandt sind, nicht bloss durch
die Bildung ihres Räderapparates, der auch bei ihnen neben
dem Haupt- Wimperkranze noch einen zweiten schwächern
zeigt, sondern weiter auch durch die Fähigkeit, zu Zeiten,
besonders Winters, eine gallertartige Hülle auszuscheiden,
die auf fremden Objecten festsitzt und die Thiere dann in
sich aufnimmt.
Möbius findet in dem Wasser des Kieler Hafens ein
schönes Panzer-Räderthier, in dem er trotz einiger Ab-
weichungen in der Kerbung des Panzerrandes den Müller-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 475
sehen Brachionus plicatilis (= Br. Mülleri Ehrbg.) wieder-
erkennt. Die aufgefundenen Thiere waren sämmtlich weib-
lichen Geschlechtes und gaben dem Verf. hinreichendes
Material zu einer eingehenden anatomischen Untersuchung,
die namentlich in Betreff des Muskel- und Nervenapparates
manches neue Detail liefert. Ein Beitrag zur Anatomie des
Brachionus plicatilis, eines Räderthiers der Ostsee (Ztschrft.
für wissensch. Zoologie, Bd. XXV. S. 103—113, Taf. V).
Hudson handelt über den äussern und innern Bau
von Euchlanis triquetra und E. dilatata und liefert dabei
u. a. eine genaue Darstellung des Räderapparates. Monthly
microsc. Journ. T. VIII' p. 97—100. PL 28.
Pog genpol beschreibt ein mit Conochilus verwand-
tes coloniebildendes Räderthier, Strophosphaera ismaüo-
viensis. Die Individuen der in Kurbelform schwimmenden
Colonie sind je in eine Schleimhülse eingeschlossen und
aus zwei Abschnitten zusammengesetzt, einem Kelche und
einem Stiele, die sich durch eine Hautduplicatur gegen ein-
ander absetzen. Unter der Cuticula lässt sich eine körnige
Matrix ohne deutlich abgegrenzte Zellen nachweisen. Die
Muskulatur besteht aus Längsfasern, welche in Form von
sechs Bändern vom hintern Ende des Stiels nach vorn
laufen, im Kelche sich ausbreiten und bis zur Basis der
vierlappigen Segel sich verfolgen lassen, wo sie sich in
kleine Zweige auflösen. Querfasern konnten nicht aufge-
funden werden. Zu den Seiten der Mundöffnung stehen
zwischen den Segeln noch zwei mit Wimperhaaren bedeckte
Hervorragungen. Am Darmkanale lassen sich die gewöhn-
lichen Abschnitte, Pharynx, Magen und Enddarm unter-
scheiden. Der erstere enthält einen Zahnapparat, der sich
aus zwei Paar centralen Platten von dreieckiger Form
(ineus und rami), zwei seitlichen Platten und 6 Paar Zähnen
zusammensetzt, welche die Verbindung der centralen Platten
mit den seitlichen vermitteln. Der Magen besitzt zwei seit-
liche Blindsäcke und nimmt am obern Ende zwei Drüsen
auf, wie bei Lacinularia. Der Enddarm bildet eine Schlinge
und mündet in Mitte "des Körpers durch eine Analöffnung
nach Aussen. Das zweilappige Ganglion trägt in der Jugend
zwei mit Linsen versehene Augen. Die Bauchfläche trägt
476 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
ausserdem noch zwei mit Nerven- und Sinneshaaren versehene
Fühler. Obwohl im Innern der Leibeshöhle Flimmerkörper
aufgefunden wurden, die einige Aehnlichkeit mit Samen-
fäden hatten, sind die Männchen dem Verf. doch unbe-
kannt geblieben. Alle Individuen besassen Darm und Eier-
stock. Eine besondere Geschlechtsöffnung Hess sich nicht
nachweisen, weshalb Verf. denn auch eine Verbindung des
Oviducts mit der Cloake vermuthet, Die Eier werden in
die Gallertmasse abgelagert und unterliegen einer Furchung,
die keinerlei Besonderheiten zeigt. Eine Drüse, die im
obern Theil des Fusses liegt und mittelst eines langen
Ausführungsganges am hintern Ende ausmündet, dient
wahrscheinlicher Weise zur Absonderung der Gallertmasse.
Protocolle der Kaiserl. Gesellsch. der naturforscb. Freunde
in Moskau. Bd. X. Hft. 1. S. 9—13.
Nach den Untersuchungen, welche Salensky über
die Entwicklungsgeschichte von Brachionus urceolaris ange-
stellt hat, (Ztschrft. für wissensch. Zool. Bd. XXII. S. 455
—466. Tab. XXXVIII) zeigt dieses Thier, vornehmlich in der
ersten Anlage seiner äussern Organe, eine überraschende
Aehnlichkeit mit gewissen Schnecken, besonders der von
unserni Verf. gleichzeitig studirten Calyptraea. Nachdem
die Nachkömmlinge der kleinen Furcbungskugel die Ent-
wicklungsproducte der letztern vollständig umwachsen und
auf diese Weise einen Keim mit zwei Blättern gebildet
haben, entsteht an der Bauchfläche des Aussenblattes zu-
nächst eine Einsenkung, deren Begrenzung sich ganz eben-
so, wie bei Calyptraea, vorn in den Kopf, hinten in den
Fuss (Hinterleibsende des Räderthieres) und seitlich in die
Flimmerlappen umwandelt. Schlundkopf und Oesophagus
entstehen gleichfalls durch eine Einstülpung des äussern
Blattes, während das innere Blatt vornehmlich den Darm
liefert. Die Entwicklung der männlichen Thiere zeigt An-
fangs keinerlei Unterschiede von den weiblichen. Erst
später gehen die Vorgänge insofern auseinander, als der
mittlere aus gelappten Drüsen bestehende Theil des Darm-
kanales, der bei den Weibchen aus dem untern Keimblatt
entsteht, bei dem Männchen gar nicht zur Ausbildung kommt
und die Mundeinstülpung für immer hinten geschlossen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 477
bleibt. Statt aller jener Organe, die bei den Weibchen sich
aus dem untern Keimblatte bilden, entwickelt sich beim
Männchen nur eine kolossale Samenblase und die mit fein-
körniger schwarzer Masse gefüllte Urniere.
Flemming liefert bei Gelegenheit seiner „Studien
über die Entwicklungsgeschichte der Najaden" (Sitzungsber.
der Wiener Akad. dritte Abth. 1875. Bd. 71. S. 101—104)
eine Darstellung von der Furchung der — anscheinend par-
thenogenesirenden — Lacinularieneier, nach welcher das
Keimbläsehen vor Eintritt der ersten Furchung gegen die
Peripherie des Dotters rückt und schwindet, dann aber zwei
immer weiter aus einander weichende helle Radiensysteme
auftreten, die sich zu den Kernen der zwei ersten Furchungs-
kugeln consolidiren. Auch die späteren 'Furchungen ver-
laufen in derselben Weise mit abwechselndem Auftreten
und Schwinden von Kernen und Radienfiguren — ähnlich
also, wie es von Auerbach bei den Nematodeneiern be-
schrieben und vorher schon von Fol bei den Eiern der
Geryonien beobachtet ist (vgl. später).
Stein kennt die darmlosen Männchen von Diglena,
Asplanchna, Hydatina, Synchaeta, Polyarthra, Notonimata,
Eosphora, Monocerca, Monostyla, Colurus, Metopodia, Euch-
lanis, Salpina, von so zahlreichen und so verschiedenen
Formen, dass man an dem allgemeinen Vorkommen eines
geschlechtlichen Dimorphismus bei den (echten) Rotatorien
kaum noch länger zweifeln kann. Streng genommen ist
übrigens die Bezeichnung „darmlos" für diese Männchen
nicht richtig, da nur die Kiefer fehlen, der übrige Darm
aber in Form eines zusammengeschrumpften Stranges, der
dem Hoden zur Anheftung dient, ganz allgemein vorhanden
ist. Der sg. Kalksack der Rotatorien wird als Giftdrüse
beansprucht. Tageblatt der Leipziger Naturforscher- Ver-
sammlung 1872. S. 140.
Hudson berichtet gleichfalls über die Zwergmännchen
von Notommata brachionus, Asplanchna sp. n., Floscularia
campanulata und Lacinularia socialis, die sämmtlich darm-
los sind und einen einfachen Cilienkranz als Räderapparat
besitzen. Bei Asplanchna, die gleich der Notommata Sie-
boldii J zwei armartige Fortsätze trägt, lässt sich übrigens
478 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
noch das Rudiment eines Darmes in Form eines ligamen-
tösen Stranges auffinden. On some male Rotifers, monthly
microsc. Journ. T. XIII. p. 45—54. PI. 91. (Die Beobach-
tungen von Leydig, Cohn, Mecznikoff u. A. über
männliche Rotiferen sind dem Verf. unbekannt geblieben.)
Zu den auffallendsten Formen der Räderthiere gehört
jedenfalls Hudson's Pedalion mira (n. gen. et n. sp.),
eine Art mit sackförmigem Leibe ohne Fuss, aber mit 6
langen conischen Fortsätzen, die in kräftige Federborsten
auslaufen und in einiger Entfernung hinter dem zweilap-
pigen Wimperapparate der Art über den Körper vertheilt
sind, dass je zwei derselben den Seitentheilen, die beiden
andern aber der Medianlinie des Rückens und Bauches
angehören. Der Bauchanhang ist von allen der grosseste
und kräftigste, gleich den übrigen im Innern mit deut-
lichen Muskeln versehen und mehrfach eingeschnürt, ja
gegliedert. Von den bis jetzt bekannten Arten dürfte
Triarthra dem neuen Gen. noch am nächsten stehen. On
a new rotifer, monthly micr. Journ. 1871. T. VI. p. 121 —
124. PI. 94, sowie 1872. T. VII. p. 209-216. PL 33, wo
die Frage nach den systematischen Beziehungen von Pe-
dalion erörtert wird (is Pedalion a Rotifer?) und auch
die aus kleinen Eiern ausschlüpfenden darmlosen Zwerg-
männchen ihre Darstellung finden. Da der innere Bau von
Pedalion in allen wesentlichen Zügen mit den Rotiferen
übereinstimmt, lässt sich das Thier natürlich von den letz-
tern nicht abtrennen. Aber andrerseits erinnert die Bil-
dung der Anhänge den Verf. so stark an die Entomostraten,
dass derselbe geneigt ist, die Rotiferen (mit Leydig u. A.)
den letztern zuzurechnen.
Ein späterer Aufsatz desselben Verf. 's „on Pedalion
mira" (Journ. micr. sc. T. XX. p. 333—338. PI. XIX)
fügt den frühern Mittheilungen kaum etwas Neues hinzu.
Ebenso wenig die daran anknüpfenden remarks on Pedalion
by Ray Lankester (ibid. p. 338—342), in denen die
Eigenthümlichkeiten der neuen Art vom genealogischen
Standpunkt aus beleuchtet werden.
Cubitt liefert in dem Monthly micr. Journ. (11. div.)
Abbildungen und Beschreibungen einer ganzen Anzahl
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 479
neuer Räderthiere. So (1869. T. IV. Sept.) von Floscularia
coronetta, für die er später (T. VI. p. 166) die Benennung
Stephanoceros Horatii vorzieht, Melicerta anniäata (1. c.
Tab. 98), Floscularia campanulata und Melicerta pilula —
die letztere so genannt, weil sie ihre Röhre in der That
von ihren Excrementen aufbaut (1. c. T. VIII. PI. 24).
Auch Hudson beschreibt eine neue Melicerta, M.
tyro mit dicker Gallertscheide, und beobachtet auch deren
Männchen, die in allen Punkten denen der M. ringens
gleichen. Monthly micr. Journ. T. XIV. p. 225—231.
PI. 109.
Ebenso gelingt es demselben (ibid. p. 165—169. PI. 97)
das bis dahin ziemlich dubiöse Cephalosiphon wieder auf-
zufinden und durch nähere Untersuchung die Ueberzeugung
zu gewinnen, dass dasselbe in der That eine nur mit
einem Tentakel und einem einfach scheibenförmigen Räder-
apparate versehene Melicertade ist.
Nach den Beobachtungen von Newlin Peirce ist
das Gen. Stephanoceros auch in Nord-Amerika vertreten
(Proceed. Acad. nat. sc. Philadelphia 1875 Apr.). Verf.
liefert eine Abbildung der von ihm beobachteten Form und
schildert besonders den Fangapparat und die Nahrungs-
weise des Thierchens.
Eine in der Umgebung Philadelphias ausserordentlich
häufige Limnias wird ihres geselligen Vorkommens wegen
von Leidy als L. socialis bezeichnet. Auf den von ihnen
gebildeten Büscheln findet man zahlreiche Ansiedler, wie
Cothurnia pusilla und Dendrosoma radians. Proc. Acad.
nat. hist. Philadelphia 1874. P. II. p. 140.
Davis beschreibt eine neue^ Callidina (C. vaga) und
behauptet auf Grund der von ihm angestellten Experimente,
dass die Räderthiere nach dem EintrockneD nur dann zum
Leben zurückkehren, wenn sie unvollkommen eingetrocknet
waren. Ein vollständiger Wasserverlust ist selbst mit
Hülfe der Luftpumpe nur schwer zu erreichen, da die Thiere
sich bei langsamem Verdunsten des Wassers kuglich zu-
sammenziehen und einen schleimigen Ueberzug ausscheiden,
der die Verdunstung hindert. Monthly microscop. Journ.
T. IX. p. 201—209. PI. XIV (A new Callidina; with the
480 Leuckari: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
results of experiments on the desiccation of Rotifers). Man
vergleiche dazu weiter noch die Bemerkungen von Slack
(1. c. p. 241), Hudson (1. c. p. 274) und Mille t (ibid.
p. 286). Mit dieser Auffassung stimmen auch die Beob-
achtungen von Leidy, Silliman's Amer. Journ. 1874 Sept.
oder Annais nat. bist. T. XIV. p. 316.
Unter dem neuen Namen Trochosphaera aequatorialis
beschreibt Semper (zoolog. Aphorismen III., Ztschrft. für
wissenschaftl. Zoologie Bd. XXII. S. 311—320. Tab. XXIV)
ein kleines (Vs'") und durchsichtiges völlig sphäroidales
Thierchen, das er in den Monaten October und November
zahlreich in dem Grabenwasser der Reissfelder auf den
Philippinen auffand und als ein Räderthier, freilich ein
sehr auffallend und abweichend gebautes Räderthier, er-
kannte. An dem streng kugelförmigen Leibe lässt sich
keinerlei Segmentirung, kein Fuss und keine Kopfscheibe
nachweisen; nur ein Flimmerkranz, der die Kugel in äqua-
torialer Richtung umfasst und in zwei gleich grosse He-
misphären trennt, deren eine den Darm und die übrigen
Eingeweide enthält, so dass die gegenüberliegende der-
selben fast völlig entbehrt. Das Aussehen des Thierchens
erinnert somit an eine junge Annelidlarve, und zwar um
so mehr, als auch die Lage des Darmes und der Darm-
öffnungen völlig die gleiche ist. Der Flimmerkranz, der
natürlich das Räderorgan darstellt, treibt das Thierchen
ohne Ruh und Rast in beständigem Wälzen und Kreiseln
umher, wobei keine bestimmte, in der Bewegung festge-
haltene Richtungsachse bemerkbar ist. Die Muskulatur ist
ausserordentlich reducirt. Sie beschränkt sich, von zwei
seitlichen, vielleicht noch etwas problematischen Scheiben
abgesehen, auf die an Mund und Cloake sich ansetzenden
Stränge. Ein grosses, über dem Schlünde liegendes Ganglion
giebt eine Anzahl von Nerven ab, die vornehmlich für die
beiden Seitenaugen und drei andere Sinnesorgane unbe-
kannter Natur bestimmt sind, von denen zwei in der Nähe
der Augen, das dritte aber dem Munde gegenüber liegt.
Der Munddarm ist durch Anwesenheit eines mit den cha-
rakteristischen Räderthierkiefern versehenen Pharynx und
zweier Drüsenschläuche ausgezeichnet. Ebenso zeigt der
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 481
excretorische Apparat ganz unverkennbar die Züge des
Räderthierbaues, wobei freilich auffällt, dass der Inhalt der
contractilen Blase nach den Beobachtungen des Verf.'s für
gewöhnlich nicht nach Aussen entleert wird, sondern in den
Darm übertritt. Der Eierstock ist ein einfacher Schlauch,
der, wie auch sonst gewöhnlich bei den Räderthieren, mit
der Kloake zusammenhängt und hier auch die — weich-
schaligen — Eier zur Entwicklung bringt. Das neuge-
borne Junge stimmt in allen Einzelnheiten, bis auf die
Grösse und deutliche Sonderung einiger innerer Organe,
mit dem Mutterthiere überein. Männliche Exemplare kamen
nicht zur Beobachtung. Da auch keine Spur von Sperma-
tozoen nachweisbar war, nimmt Verf. seine Thiere als par-
thenogenesirende Weibchen in Anspruch.
Eine englische Uebersetzung des Semper 'sehen Auf-
satzes in monthly microscop. Journal T. XIV. p. 237.
Die von Marion auf Nebalia aufgefundenen Schnia-
rotzerrotatorien mit verkümmertem Flimmerapparate sind
nicht bloss mit Saccobdella van Ben. identisch (J. B. 1863.
S. 91), sondern schon früher von Grube ganz richtig als
Räderthiere erkannt und unter dem Genusnamen Seison
beschrieben worden (J. B. 1861. S. 179), was dem Verf.
unbekannt geblieben ist. Ebenso ist auch die Identität
dieses Rotators mit der als Hirudinee gedeuteten Saccob-
della nicht von dem Jüngern van Beneden, sondern zu-
erst von Ref. hervorgehoben. Rotateurs parasites des Ne-
balies, Compt. rend. T. 74. p. 1115.
Bryozoa.
S m i 1 1 veröffentlicht (Ztschrft. für wissenschaftl. Zoo-
logie Bd. XXII. S. 280, 281) eine „Bemerkung zu Dr. H.
Nit sehe's Beiträgen zur Kenntniss der Bryozoen", die
vornehmlich bestimmt ist, den Widerspruch des Letztern
gegen die Angaben des Verf.'s über die Randknospen und
den sg. Fettkörper auf ein linguistisches Missverständniss
zurückzuführen. In Betreff der „ Brutkapseln u hält Verf.
die Richtigkeit seiner Angaben in vollem Umfang aufrecht.
Während Nits che dieselben bekanntlich (J. B. 1871. S. 484)
Archiv für Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. GG
482 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
für rückgebildete Polypiden hält, will Smitt darin deutlich
die Anlage und Entwicklung neuer Polypiden verfolgt haben.
Aehnlich Hincks, der (Quarterly Journ. micr. science
T. XXI. p. 15—35. Tab. II, Contributions to the nat. hist.
of Polyzoa) die schon früher von ihm ausgesprochene Be-
hauptung, dass die sg. braunen Körper statoblastenartige
Keime seien, welche sich von dem hintern Magenende der
Polypide abschnürten und nach dem Untergange der letz-
tern zu neuen Polypiden auswüchsen, durch eine Reihe
directer Beobachtungen (an Bugula) als richtig nachzu-
weisen den Versuch macht. Daneben existirt allerdings
noch eine vom Verf. früher übersehene Neubildung von
Polypiden aus Knospen, die von der Endocyste sich er-
heben, mit den braunen Körpern aber keinerlei Beziehung
besitzen. Ebenso glaubt Verf. seine frühere Annahme, dass
die Oöcien nicht bloss die Bruttaschen, sondern auch
die Bildungsstätten der Eier seien, — für manche Fälle
wenigstens — nach wie vor aufrecht halten zu dürfen.
Auch in Betreff des sg. Colonialnervensystems bleibt er
der zuerst von Müller ausgesprochenen Ansicht.
Inzwischen hat Nitsche übrigens den Nachweis
geliefert, dass auch bei den Alcyonellen eine Rückbildung
der Polypiden zu unverkennbaren „Keimkapseln" statt-
findet und zwar in allen Zweigen, in denen das Ei sich
zu einer Larve entwickelt. Wie von Metschnikoff her-
vorgehoben wurde (J. B. 1871. S. 110), geht diese Entwick-
lung nicht frei in die Leibeshöhle vor sich, sondern wird im
Innern eines besondern „knospenartigen" Sackes durchlaufen,
welcher der Cystidenwand anhängt. Nitsche erkennt in
dieser Umhüllung eine Art Oöcium, wie solches bei zahl-
reichen Seebryozoen vorkommt, nur dass dasselbe bei den
Alcyonellen keine Cystidform darstellt, sondern eine Poly-
pidform und nach Art der letztern auch mit der Endocyste
zusammenhängt. Die Hibernacula von Paludicella und die
damit vollständig übereinstimmenden Statoblasten sind da-
gegen als Cystide anzusehen. Die schwärmenden Larven
können natürlich nur als Polypo-Cystide aufgefasst werden,
d. h. sie gleichen dem primären Zoöcium, in das sich der
Cyphonautes erst nach seiner Befestigung verwandelt und
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 483
nicht dem Cyphonautes selbst, der trotz der Anwesenheit
eines besondern Darmes nur dem zweischichtigen Zellsacke
entspricht, der die Polypide der Alcyonellen (bereits im
Innern des Oöciums) durch Knospung hervorbringt. Be-
trachtungen über die Entwicklungsgeschichte und Mor-
phologie der Bryozoen, Ztschrft. für wissensch. Zool. Bd.
XXII. S. 467—472 mit Holzschn.
Der Antheil, welchen diese zwei Zelleulagen (Keim-
schichten) an dem Aufbau des Bryozoenkörpers und der
Bildung der einzelnen Organe nehmen, ist genau derselbe,
den man in noch grösserer Bestimmtheit und Schärfe auch
an den Knospen der Alcyonellen nachzuweisen im Stande
ist, wie das von Nitsche in einer besondern kleinen Ab-
handlung (Untersuchungen über die Knospung der Süss-
wasserbryozoen, Sitzungsber. der naturforschenden Gesell-
schaft zu Leipzig 1874. S. 31—36) nachgewiesen wird.
Die erste Anlage der Knospen erscheint in Form einer
Einstülpung der unter der Ectocyste sich hinziehenden
Leibeswand. Freilich betheiligen sich nicht alle die Schich-
ten, die in die Bildung derselben eingehen, gleichmässig
an dieser Einstülpung, sondern nur die äussern und innern,
die beide als Epithelien erscheinen, also einen einfachen
Zellenbau besitzen, während die dazwischen hinziehende
Muscularis an der Knospungsstelle der Resorption anheim-
fällt. Die junge Polypidknospe besteht also ganz wie der
flimmernde Embryo aus einem zweischichtigen Zellsacke,
dessen innere Schicht continuirlich in das äussere Epithel
der Cystidwandung (das sg. Ectoderm) sich fortsetzt, wäh-
rend seine äussere Schicht aus einer Wucherung der in-
nern, der Cystidhöhle zugekehrten Zellenlage (des mütter-
lichen Entoderms) hervorgegangen ist. Der Einstülpungs-
stelle des Sackes entspricht am ausgebildeten Polypid der
Punkt, in welchem die Tentakelscheide in die Cystidwand
übergeht; das blinde Ende dagegen repräsentirt das blinde
Ende des spätem Polypidmagens, das dem Funiculus zum
Ansätze dient. Die Umwandlung selbst geschieht in höchst
gesetzmässiger Weise durch Faltungen und Einstülpungen
des zweischichtigen Zellensackes. Zunächst gliedert sich
der Darmtractus ab, indem die Wände der Knospe an
484 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
zwei gegenüberliegenden Punkten in Form eines hohlen
Zapfens einander entgegenwachsen und der Art verschmelzen,
dass die untere Hälfte des Sackes, an der dieser Vorgang
abläuft, dadurch zu einem bogenförmig gekrümmten Rohre
wird, das der obern Hälfte anhängt und mit dem Innen-
raume desselben comniunicirt. Das Rohr besteht natürlich
aus beiden Zellenschichten, einer innern, die trotz ihrer
Abstammung von dem Ectoderm des Cystids das Darm-
epithel bildet, und einer äussern, die mit dem Ectoderm
des Mutterthieres zusammenhängt. Der bis dahin nicht
veränderte vordere Theil des Knospensackes giebt nun die
Anlage der Tentakelscheide, indem zu den Seiten der einen
Darmöffnung (Mundöffnung) zunächst die Anlagen der beiden
Arme des Lophophors in Form einer zapfenförmigen Ein-
stülpung beider Blätter entstehen, an denen dann erst später,
aller Orten aber ziemlich gleichzeitig, die eigentlichen Ten-
takel hervorsprossen. Schon vorher ist übrigens das Gang-
lion entstanden, und zwar gleichfalls als eine Einstülpung
beider Zellenlagen, aber so gerichtet, dass ihr Lumen
mit dem Innenraume der Tentakelscheide communicirt, das
Ende des Zapfens also nach Aussen sieht. Der Zusammen-
hang mit der Tentakelscheide geht übrigens bald verloren,
und dann stellt das Ganglion eine anfänglich sehr grosse
Zellenblase dar, deren innere Zellenlage zu der eigentlich
nervösen Substanz wird, während die Aussenlage sich
in die Bindegewebshülle umwandelt. Das eigentliche
Ganglion also entsteht aus dem Ectoderm des Cystids,
derselben Schicht also, die auch die ganze Epithelialbe-
kleidung des Darmtractus liefert. Bis dahin ist übrigens
noch nirgends an den Knospen eine Tunica muscularis
(Mesoderm) wahrnehmbar. Diese entsteht erst später, ohne
dass es jedoch dem Verf. gelungen wäre, dieselbe mit
Sicherheit von einer der beiden Schichten herzuleiten.
Die Fasern der Retractoren und der Parietovaginalmuskeln
entstehen je aus einer Zelle des Endoderms, d. h. der
äussern Schicht der Knospe zunächst an der Stelle, wo
dieselbe mit der Cystidenwand zusammenhängt.
Eine eingehende mit zahlreichen Abbildungen illustrirte
Darstellung der hier mitgetheilten Untersuchungen hat Verf.
in d. Naturgasen, d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 485
später in einer neuen Folge seiner „Beiträge zur Kenntniss
der Bryozoen V. Erster Theil : über die Knospung der Po-
lypide der phylactolämen Stisswasserbryozoen" (Ztschrft.
für Wissenschaft!. Zoologie Supplement zu Band XXV.
S. 342—361. Taf. XXV u. XXVI) veröffentlicht.
Den gleichen Gegenstand behandelt auch Koro tne ff,
allerdings nicht bei Alcyonella, sondern bei Paludicella,
deren Colonien bei Moskau auf Carex und andern Wasser-
pflanzen angetroffen werden. (Die Knospung von Paludicella,
Protocolle der Moskauer Gesellsch. der naturforsch. Freunde
1874. Bd. X. Hft. 2. S. 47-50. Tab. XII, XIII.) Die Bil-
dung der Knospen wird hier dadurch eingeleitet, dass sich
das Endstück eines Zoöciums durch die Erhebung einer
Anfangs nur aus der zelligen Endo- und Ectocyste beste-
henden Ringfalte absetzt. Hat die letztere nun den Innen-
raum vollständig durchwachsen und eine Chitinlage abge-
sondert, dann ist das neue Zoöcium im Wesentlichen fertig.
Es handelt sich dann weiter um die Bildung des Polypids,
das Anfangs als ein solider Zellenhaufen erscheint, welcher
in der Nähe der Zoöciumspitze von der Endocyste ausgeht.
Nachdem derselbe eine ellipsoidische Form angenommen hat,
isolirt sich die Aussenschicht von der übrigen Zellenmasse,
um zu einer Art Receptaculum zu werden, das sich oben
und unten mittelst Muskeln (der spätem parieto-vaginalen
Muskeln und des Retractors) an das Zoöcium anheftet, und
in seinem Innern dann das Polypid mit Darm und Tentakel-
krone zur Entwicklung bringt. Die Einzelnheiten dieses
Vorganges entziehen sich unserm Berichte, zumal sie viel-
fach dunkel sind und auch nicht überall ganz richtig be-
obachtet zu sein scheinen. Die Anordnung der Tentakel
ist Anfangs zweizeilig, doch findet sich Gleiches bekannt-
lich auch bei den marinen Bryozoen, so dass man kaum
berechtigt ist, daraus eine besonders nahe Verwandtschaft
mit den Hippocrepien zu erschliessen. Auffallender ist der
Umstand, dass Anfangs auch eine sg. Epiglottis vorhanden
ist, die später jedoch wieder verloren geht. Unter un-
günstigen Ernährungsverhältnissen fällt übrigens das ganze
Polypid der Rückbildung anheim. Die Tentakel verkürzen
sich und schwinden, und der Darmkanal wird zu einem
486 Leuckart: Bericht üb, d. wissenschaftlichen Leistungen
„bräunlichen Körper", in dem man nicht selten aber noch
die Speisereste nachzuweisen im Stande ist.
Nach einer von Salensky veröffentlichten vorläufigen
Mittheilung ist der Bau von Bugula (wohl auch anderer
Arten) complicirter, als bisher bekannt war, indem die
Tentakel ausser der Centralhöhle je noch ein besonderes
Längsgefäss einschliessen, das aus einem Ringkanale her-
vorkommt und der vordem Gefässabtheilung von Phoronis
entsprechen dürfte. Sämmtliche Knospen bestehen aus zwei
Zellenschichten, einer äussern und einer innern, von denen
die letztere die Anlage des Darmepithels abgiebt, während
der äussere Zellenüberzug des Darmes und die Anlage der
Tentakelscheide von der andern geliefert wird. In den
Avicularien persistiren diese beiden Schichten, so dass
also der dem Polypide homologe Fühlknopf auch ein Ru-
diment der Tentakelscheide besitzt. Auch die Vibracula-
rien von Scrupocellularia enthalten ein dem Polypide ho-
mologes Gebilde. Tentakelkrone und Oesophagus nehmen
bei Bugula nicht, wie sonst gewöhnlich, durch horizontale
Einsenkung der Oberfläche der innern Zellensäcke ihren
Ursprung, sondern durch Auftreten eines ellipsoidischen
Wulstes, an dem dann die kleinen zuerst knopfformigen
Tentakel hervorknospen. Der Eierstock entsteht gleich-
falls, wie eine Polypidknospe, als ein aus zwei Schichten
bestehender Zellenhaufen, so dass man ihn auch mit All-
man als ein morphologisch selbstständiges Glied der Co-
lonie betrachten muss. An der Larve von Bugula plumosa
Hess sich eine Mundöffnung nicht auffinden. Wohl aber
im hintern Theile, umgeben von Dotterkörnern, ein zwei-
schichtiger, Anfangs scheibenförmiger Körper, der später
kugelförmig wird und sich schliesslich auf gewöhnliche
Weise in eine Polypidknospe verwandelt. (Nach Repia-
choff ist dieser scheibenförmige Körper Nichts, als ein
bauchständiger Saugnapf, der mit der Entwicklung des spätem
Poiypids Nichts zu thun hat.) Eine Histolyse findet dabei
nicht statt. Untersuchungen an Seebryozoen, Ztschrft. für
wissenschaftl. Zoologie Bd. XXIV. S. 343—348. Taf. XXXII.
Die bekannte Angabe v. Nord mann 's, dass die Co-
lonieen von Tendra zosterica aus männlichen und weib-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 487
liehen Zoöcien beständen, beruht nach den Untersuchungen
Repiachoff's auf einem ' Irrfchume. Es ist allerdings
wahr, dass sich in manchen eierstockshaltigen Thierzellen
keine männlichen Geschlechtselemente auffinden lassen und
umgekehrt, allein das beruht wahrscheinlich nur auf einer
Ungleichheit in der Entwicklungszeit der beiderlei Geni-
talien, denn in zahlreichen Zoöcien sind neben männlichen
Geschlechtselementen auf verschiedenen Stadien der Ent-
wicklung auch zugleich Ovarien vorhanden. Die erste An-
lage des Ovariums findet man schon in Knospen, deren
Tentakelkranz noch nicht einmal zur vollen Entwicklung
gekommen ist. Was übrigens v. Nordmann für „weib-
liche Zellen" hielt, ist in der That eine besondere Zoöcien-
form, die nicht bloss durch die Bildung ihrer Ectocyste
unterschieden ist (die sg. gegitterten Zellen darstellt), son-
dern auch die Rolle der Ovicellen spielt, d. h. die Eier
der unterliegenden Zellen während der Incubationsperiode
in sich aufnimmt, obwohl sie selbst auch in gewöhnlicher
Weise mit Polypid und Ovarium versehen ist. Die Larven,
die demnach ausschliesslich in den gegitterten Zoöcien ge-
funden werden, gleichen im Aeussern denen von Bugula —
bei denen Nitsche übrigens den wahren an der Bauch-
fläche gelegenen Saugnapf übersehen hat, denn das, was
N. also deutet, ist eine die Mundöffnung kragenartig um-
gebende Kappe — nähern sich aber andrerseits durch den
Besitz einer Wimperschnur und eines Darmtractus auch
dem Cyphonautes. Die Umwandlung in die erste Thier-
zelle ist wegen der Undurchsichtigkeit der Larve schwer
zu verfolgen, doch unterscheidet man nach dem Festsetzen
derselben im Innern einen ovalen Körper, der nach einiger
Zeit hohl wird und sich in zwei Lamellen schichtet, aus
denen beiden dann später die Tentakel mit ihrer Scheide
und dem Schlünde hervorgehen. Eine compacte braune
Masse, die neben dem eben erwähnten Körper in der fest-
gesetzten Larve gefunden wird, umkleidet sich mit einer
durchsichtigen Membran, welche zu der äussern Epithelial-
schicht des Mittel- und Hinterdarmes wird. Ueber die
Abstammung des innern Darmepithels ist Verf. im Unge-
wissen geblieben, doch gelang es, die Reste der braunen
488 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Masse auf einem späteren Entwicklungsstadium bisweilen im
Innern des Nahrungsschlauches zu beobachten. Zur Ent-
wicklungsgeschichte der Tendra zostericola, Ztschrft. für
wissenschaftl. Zoologie Bd. XXV. S. 128—142. Taf. VII
—IX.
In einer spätem Arbeit (zur Naturgeschichte der chi-
lostomen Seebryozoen, ebendas. Bd. XXVI. S. 139 — 160.
Taf. VI — IX) handelt derselbe Verf. über die Geschlechts-
theile von Lepralia und Tendra, über die Larve von Le-
pralia Pallasiana und ihre Verwandlung, so wie schliess-
lich über die Entwicklung des Polypids im Innern der
Secundärzoöcien und die Bedeutung der sg. braunen Körper.
Wir heben daraus zunächst die Thatsache hervor, dass es
im schwarzen Meere wahrscheinlich zwei von einander
verschiedene Tendraarten giebt, die früher — auch vom
Verf. selbst — zusammengeworfen wurden, sich aber da-
durch von einander unterscheiden, dass nur eine derselben
mit Gitterzellen ausgestattet ist, während die andere dieser
Gebilde entbehrt, dafür aber poröse Wandungen besitzt und
die muthmaasslichen Ovarien an einer Stelle besitzt, die
von der gewöhnlichen Anordnung abweicht. Die Larve
von Lepralia erinnert in ihrer äussern Gestalt und Aus-
stattung an die früher beschriebenen Formen, enthält aber
im Innern statt eines deutlichen Darmtractus eine grob-
körnige Masse von bräunlicher Färbung. Die Anlage des
Polypids kommt, wie auch sonst, erst nach dem Festsetzen
zum Vorschein. Sie geschieht auf die gewöhnliche Weise,
namentlich auch darin mit den übrigen Formen überein-
stimmend, dass der Darmtraktus unabhängig von der brau-
nen Masse sich bildet. Später allerdings findet man einen
Zusammenhang zwischen dieser Masse und dem Blindsack.
Zuerst entsteht eine oberflächliche Berührung, dann aber
schwindet die Scheidewand und schliesslich wird der Rest
gar von den Wandungen des Blindsackes umwachsen. Der
Vorgang erinnert an die Aufnahme des Nahrungsdotters in
den spätem Thierkörper und wird vom Verf., der von
einer Polymorphismustheorie bei den Bryozoen Nichts wissen
will und das Polypid einfach als den Darmtractus eines
die Zelle repräsentirenden einfachen Individuums ansieht,
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 489
auch ohne Weiteres dieser letztern gleichgestellt. Ganz
dieselben Beziehungen beschreibt Verf. auch zwischen den
„braunen Körpern" der ausgebildeten Zoöcien und den
bestimmt ganz unabhängig von denselben neu entstehenden
Polypiden. Beide, Anfangs getrennt, nähern sich bis zur
Berührung, und schliesslich wird erstere durch Umwachsung
in das Innere des letztern aufgenommen.
In vieler Beziehung übereinstimmend sind die Resul-
tate, welche Reinhard durch seine Untersuchungen ge-
wonnen hat (einige Mittheilungen aus der Entwicklungs-
geschichte der Bryozoen, Charkow 1875, 39 Seiten mit
5 Kupfertafeln aus dem neunten Bande der — russisch
geschriebenen — Arbeiten der Gesellschaft naturforsch.
Freunde in Charkow besonders abgedruckt). Dieselben
betreffen auch nahezu die gleichen Arten: Tendra zosteri-
cola, Lepralia Pallasiana, Lepr. reticulata und Membrani-
pora denticulata, besonders die erstere, über die auch eine
Anzahl anatomischer Mittheilungen gemacht werden. Wir
heben daraus hervor, dass die Endocyste keine ununter-
brochene Hülle darstellt, sondern aus einem Netze spindel-
oder sternförmiger Zellen besteht. Zu dieser Endocyste
gehört nach unserm Verf. auch die sg. Fünicularplatte.
Die Knospung, die immer nur an vollkommen entwickelten
Zoöcien geschieht, beginnt damit, dass ein Theil der Ento-
cystzellen durch kleine, nur zu dieser Zeit vorhandene
Poren der Ectocyste auswandern und sich am äussern
Rande derselben anhäufen. Diese Zellen bilden die An-
lage ebensowohl des Polypids, wie auch des Zoöciums.
Beide sind Anfangs durch einen Zellenhaufen in Verbin-
dung, der sich bei dem allmählichen Wachsthum des Zo-
öciums auszieht und schliesslich in die Fünicularplatte ver-
wandelt. Die weitern Entwicklungsstadien des Polypids
sind an den Neubildungsknospen beschrieben. Dass die
Polypide sich von Zeit zu Zeit rückbilden und dann zu
den sg. „braunen Körpern" werden, hat Verf. vielfach be-
obachtet, allein trotzdem ist er der Ansicht, dass letztere
die Rolle eines Nahrungsdotters spielen, weil er sich davon
überzeugt hat, dass sie von dem neu sich bildenden Po-
lypid (Darm Verf.) umwachsen werden. Der Ueberrest
490 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
wird nach vollständiger Ausbildung des Polypids durch
den After ausgeworfen. Samenfäden und Eier werden nicht
selten in demselben Zoöcium angetroffen, so dass Tendra
demnach als Hermaphrodit zu betrachten sein dürfte. Sie
entstehen beide aus Endocystzellen, die man auf allen Um-
bildungsstufen namentlich in Eier verfolgen kann. Die
sg. Gitterzellen, welche nach Repiachoff den Ovicellen
entsprechen, entstehen aus gewöhnlichen Zoöcien, deren
Polypid zu Grunde geht, während die Eier sich entwickeln.
Die Embryonen haben bei Lepralia Pallasiana eine pilz-
förmige Bildung mit Hut und Fuss, die durch einen Wim-
perkranz gegen einander sich absetzen. Das vordere Kör-
perende trägt ausserdem noch einen Wimperbüschel. Den
anatomischen Bau hat Verf. nicht näher untersucht, doch
Hess sich nach dem Festsetzen im Innern eine braune Sub-
stanz unterscheiden, die von einem bis zur Peripherie hin-
ziehenden Netzwerk umgeben ist. Das letztere soll die
Bildung des Polypids vermitteln, während die braune Sub-
stanz eine Art Nahrungsdotter darstelle. Die Embryonen
von Lepralia reticulata sind nur durch eine mehr röthliche
Farbe von denen der Lepr. Pallasiana verschieden. Bei
Membranipora konnte Verf. nur die Neubildung des Poly-
pids beobachten, die im Wesentlichen wie bei Tendra
geschieht.
Zum Schlüsse unserer Mittheilungen über die Ent-
wicklungsgeschichte der Bryozoen erwähnen wir einer Reihe
vorläufiger wichtiger Mittheilungen, die Barrois über die
Larvenzustände dieser Thiere macht (Des formes larvaires
des Bryozoaires, Cpt. rend. T. 81. p. 288-291, p. 443-445,
p. 904—906, p. 1134 u. 1135). Die Darstellung des Verf.'s
ist in der bis jetzt allein vorliegenden knappen Form (ohne
Abbildungen) nicht leicht verständlich; wir beschränken
uns desshalb hier im Wesentlichen auf die Angabe, dass
es die Vorgänge der Dotterklüftung und der Larvenbildung
sind, die derselbe zum Gegenstand seiner Untersuchungen
gemacht und bei einer ganzen Anzahl von Arten verfolgt
hat. Nach den Eigentümlichkeiten, die in dieser Hinsicht
vorkommen, unterscheidet Verf. dreierlei verschiedene
Larvenformen. Die eine derselben ist durch Alcyonium
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 491
und Cyphonautes compressus repräsentirt, deren Jugendzu-
stände auf den ersten Blick allerdings ausserordentlich ab-
weichen, aber durch Eucratea und den Cyphonautes von
St. Vaast ihre Vermittlung finden. Eine zweite Form ge-
hört zu Pedicellina und Loxosoma, deren Larven sich voll-
ständig auf einander zurückführen lassen, die dritte zu Disco-
porella, Crisia, Hornera und Idmonea, zu den Cyclostomen
also. Die Larvenzustände der Lophophoren dürften noch am
ersten der zweiten Gruppe zugerechnet werden können. In
allen Fällen entwickelt sich — freilich nicht überall auf
die gleiche Weise — durch eine Klüftung zunächst eine
sog. Blastosphaera, die dann durch Abspaltung oder Ein-
stülpung (letzteres bei den Cyclostomen) zu einer Gastrula
wird, deren Körper durch einen Flimmerkranz in eine vor-
dere flachere und hintere stark gewölbte Hälfte getheilt ist.
Auf diesem Stadium haben die Bryozoenlarven eine grosse
Aehnlichkeit mit der von Kowalewsky beschriebenen
ersten Larvenform der Brachiopoden. Aber von da an
gehen die einzelnen Typen auseinander. Bei den Larven
des ersten Typus wird die hintere Körperhälfte nach Innen
gezogen, so dass der Leib eine Glockenform annimmt, die
dann bei Cyphonautes noch weitere Umgestaltung erfährt.
Die Larven des zweiten Typus sind mit einem vollständigen
Tractus intestinalis (Oesophagus, Darm, Kectum und After)
versehen und entwickeln an dem kugelförmigen Leibe,
dessen verjüngtes Ende von der hintern Embryonalhälfte
gebildet ist, eine Anzahl eigenthümlicher Specialorgane,
während die dritte und letzte Larvenform dadurch sich
charakterisirt, dass die den Flimmerkranz tragende Zone
falten artig aus wächst und wie ein Mantel schliesslich die
hintere Körperhälfte in sich einschliesst.
Angesichts der voranstehenden Mittheilungen dürften
die Zweifel, welche Allman (Journ. microsc. sc. T. XX.
p. 395—398 od. Nature T. VI. p. 427) in Betreff der Lar-
vennatur zu Cyphonautes ausspricht, kaum gerechtfertigt
erscheinen. Es gilt das selbst für den Fall, dass Allman
den Bau des betreffenden Thieres in einiger Hinsicht
richtiger und vollständiger aufgefasst haben sollte, als
Schneider und Claparede.
492 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Der Bau von Loxosoma Kefersteinii gleicht nach
Nitsche (Ztschrft, für wissenschaftl. Zoologie, Bd. XXV.
S. 451 — 456 „über den Bau und die Knospung von Loxo-
soma Kefersteinii" aus einem Sendschreiben an Prof. von
Siebold) im Wesentlichen dem einer Pedicellina, mit dem
einzigen längst bekannten Unterschiede, dass letztere ein
stockbildendes Thier ist, während das Gen. Loxosoma nur
Einzelthiere umfasst. Das Nervensystem konnte freilich nicht
nachgewiesen und der Geschlechtsapparat nur in der Anlage
beobachtet werden, da die vom Verf. untersuchten Thiere (im
September) sich lediglich ungeschlechtlich fortpflanzten. Die
Knospen entstehen rechts und links an der untern Seiten-
fläche des Kelches und zwar jederseits in mehrfacher Anzahl,
aber abwechselnd, so dass die Knospen der einen Seite die
Zwischenstufen zwischen den Entwicklungsphasen der andern
Seite darstellen. Ihre Bildung geht ausschliesslich von der
Leibeswand aus und geschieht dadurch, dass sich eine
schildförmige Gruppe subcuticularer Zellen gegen die andern
markirt und um ein Weniges über das Niveau der Körper-
oberfläche sich erhebt. Die erste Differenzirung der Or-
gananlagen wird dadurch angedeutet, dass sich die Cen-
tralzelle des Schildes gegen die üftrigen kranzförmig sie
umlagernden Zellen absetzt. Diese centrale Zelle ist nun
bestimmt, durch Theilung die Auskleidung des gesammten
Darmtractus, der intertentaculären Leibeswand und der
innern Zellbekleidung der Tentakel zu liefern; sie reprä-
sentirt also trotz ihrer Abstammung aus dem Ectoderm
des Mutterthieres die Entodermanlage des Sprösslings. Ein
Complex von unregelmässig angeordneten Zellen, der später
zwischen Entoderm aus Ectoderm gefunden wird und die
Anlage des Mesoderm darstellt, ist wahrscheinlicher Weise
durch Abspaltung aus dem Ectoderm hervorgegangen.
Die weitere Entwicklung geht nun der Art vor sich, dass
der basale Theil des Entoderms sich ganz wie bei den chi-
lostomen Bryozoenknospen in den schlingenartigen Darm-
tractus umwandelt, während der obere Theil durch Aus-
einanderweichen seiner Zellen den intratentaculären Raum
darstellt. Später öffnet sich dieser Raum, in den auch
Mund und After einmünden, nach Aussen, und dann wachsen
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 493
die kelchartig vorspringenden Ränder der Oeffnung unter
Theilnahme sowohl desEntoderms, wie auch des Ectoderms
in die Tentakel aus. Dieselben sind Anfangs in den In-
tertentacularraum hinein gerichtet und werden erst nach
der Entwicklung des Flimmerapparates mitsammt dem
Kragen nach Aussen umgeschlagen. Der Stiel entsteht
durch eine von dem Ectoderm ausgehende selbstständige
Wucherung dicht oberhalb der Anheftungsstelle, die also
keineswegs mit der spätem Fussscheibe zusammenfällt,
sondern dem Bechergrunde angehört und es somit bedingt,
dass der eigentliche Körper der Loxosomen auch noch
im ausgebildeten Zustande mit dem Stiele einen merklichen
Winkel bildet. Das junge Thier hat Anfangs nur zehn
Tentakel, nicht vierzehn, wie solche bei dem erwachsenen
vorkommen, und besitzt eine Fussdrüse, die dem ausge-
bildeten Loxosoma Kefersteinii abgeht, während sie bei
L. neapolitanum persistirt. Da letzteres auch niemals mehr
als zehn Tentakel besitzt, erscheint dasselbe fast wie eine
geschlechtsreif gewordene Jugendform von L. Kefersteinii.
Abweichend in mancher Beziehung von der voran-
stehenden Darstellung sind die Angaben von 0. Schmidt,
der „die Gattung Loxosoma" gleichfalls zum Gegenstand
seiner Untersuchungen gemacht hat (Archiv für mikroscop.
Anatomie 1875. Bd. XII. S. 1-14. Taf. I— III) und die
Arten derselben mit zwei Formen L. raja und L. cochlear,
die freilich etwas zu knapp charakterisirt sind, bereichert.
In anatomischer Beziehung sind allerdings nur wenige Di-
vergenzpunkte zu verzeichnen und fast überall nur in unter-
geordneten Punkten, z. B. in Betreff der Fussdrüse, die
Schmidt für ein bei allen Arten vorkommendes Gebilde
hält. Der Geschlechtsapparat wird von unserm Verf. voll-
ständiger beobachtet, als von seinen Vorgängern, indem er
nicht bloss den paarigen Eierstock deutlich erkannte, son-
dern auch jederseits neben der Leber zwei sackförmige
Hoden auffand, deren zellige Elemente in einer median gele-
genen Samenblase zu spindelförmigen Fäden sich entwickeln
und von da dann durch ein Paar flimmernde Gänge direct
in den Eierstock eintreten, in dessen Innern man dieselben
zwischen den Eiern lebhaft sich bewegen sieht. Ueber die
494 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ausmündungen der Genitalien finden wir keine Angabe.
War die Darstellung Schmidt's bis hierher nur wenig
von den früheren verschieden, so ändert sich das, sobald
er zu der Beschreibung der Seitensprösslinge übergeht,
denn diese sind nach der vorliegenden Auffassung nicht die
Producte einer Knospung, sondern einer Eientwicklung, die
freilich — abweichend von der bisher bekannten, die Verf.
nur bei einer Art und auch hier erst nach fast völligem
Abschluss seiner Untersuchungen zur Beobachtung brachte
— in continuirlichem Zusammenhange mit dem mütterlichen
Leibe geschieht und ohne Metamorphose abläuft. Was
Verf. zu Gunsten dieser Behauptung anführt, reducirt sich
übrigens so ziemlich auf die Angabe, dass die Entwicklung
des Sprösslings von einer einzigen Zelle ausgehe, die den
Eizellen zu ähneln scheint, wenigstens ohne Weiteres als
ein Ei gedeutet wird. Ob ein eigner Ausführungsgang aus
dem Eierstocke nach dem spätem Befestigungspunkte des
Sprösslings hinführt, oder ob der Austritt jedes Eies mit
einem Bersten des Ovarialüberzugs verbunden ist, lässt Verf.
ungewiss; man sieht, dass die Gründe für die Annahme
einer Abstammung der betreffenden Zelle aus dem Eierstock
ziemlich schwacher Natur sind. Was über die Entwicklung
dieses sog. Eies unter der Kapselhaut, seine Umwandlung
in eine Zellenscheibe (Eifurchung nach unserm Verf.) und
die Entwicklung des spätem Thieres resp. des Antheiles
gesagt wird, welchen die einzelnen Zellengruppen dieser
Scheibe an dem Aufbau der einzelnen Organe nehmen,
lässt sich ziemlich ungezwungen mit der Darstellung von
Nitsche vereinigen, aber abweichend klingt es wieder,
wenn wir zum Schlüsse lesen, dass sich für die systemati-
schen Beziehungen des Loxosoma keinerlei Anhaltspunkte
finden Hessen und auch die Aehnlichkeit mit Pedicellina zu
oberflächlich sei, um dasselbe zu einem Bryozoon zu machen.
Dieser Auffassung gegenüber hält Nitsche seine frühere
Darstellung in einer spätem Arbeit (Beiträge u. s. w. zweiter
Theil: über den Bau und die Knospung von Loxosoma Kefer-
steinii, a. a. 0. Bd. XXV. Supplem. S. 361-389) in allen we-
sentlichen Punkten aufrecht. Er bringt auch für die Knos-
pennatur der seitlichen Sprösslinge eine Reihe von neuen Be-
in d. Naturgesch. d. nied. Tliisre währ. d. Jahre 1872—1875. 495
weisgründen — von denen wir hier nur den einen anführen,
dass die erste dieser Knospen schon zu einer Zeit ange-
legt wird, in welcher der Seitensprössling, der sie trägt,
noch weit von seiner definitiven Entwicklung und der Ge-
schlechtsreife entfernt ist — und glaubt durch Schmidt'«
Beobachtungen über die Genitalbildung von Loxosoma
Alles beseitigt, was gegen die nahe Verwandtschaft mit
Pedicellina etwa angeführt werden könnte. Nur darüber
sei ein Zweifel zulässig, ob die sog. entoprocten Bryozoen
überhaupt Bryozoen seien, und daran könne man vielleicht
um so eher zweifeln, als die einschichtige Leibeswand und
die einschichtige Darmwand dieser Thiere durchaus nicht
ohne Weiteres mit der in der Anlage wenigstens stets deut-
lich zweischichtigen Cystidwand und der stets zweischich-
tigen Darmwand der ectoprocten Bryozoen verglichen wer-
den dürfe, auch die Leibeshöhle von Loxosoma der Ent-
wicklung nach keineswegs einer Cystidhöhle entspreche.
Die Ectoprocten sind in morphologischer Hinsicht nicht als
Polypo-Cystiden, sondern als gewöhnliche Individuen mit
Leibeswand und Darmkanal zu betrachten. Für die Einzeln-
heiten der Darstellung, sowohl der Entwicklungsgeschichte,
wie auch der Anatomie müssen wir auf die Abhandlung
selbst verweisen, der auch eine vollständige Geschichte des
Gen. Loxosoma vorausgeschickt ist. (Unter den hier ange-
zogenen Angaben fehlen übrigens die Beobachtungen M'
Intosh's über das Vorkommen von Loxosoma auf den
Schuppen von Lagisca varispina und den Borsten von An-
tinoe Sarsi, Ann. nat. bist. T. XIII. p. 262, 264.)
Dass die von Norman am Hinterleibsende seines
Strephenteros (J. B. 1861. S. 125) beschriebenen Anhangs-
organe wirklich, wie schon vom Ref. hervorgehoben wurde,
parasitirende Loxosomen gewesen seien, wird jetzt sowohl
von Nit sehe (a. a. 0. S. 362), wie auch von Theel (rech,
sur le Phascalion strombi p. 7) anerkannt. Der letztere
findet dieselben („bryozoairs epizootiques saeeiformes") auch
bei seinem Phascalion.
Nach den Angaben vonHincks besitzt die Larve von
Pedicellina echinata einen conischen Körper, der mit seiner
Endspitze festsitzt und am Rande der Kopfscheibe mit
496 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
einem Flimmerringe versehen ist. Aus der Fläche der
letztern erheben sich zwei ungleich grosse, und verschieden
bewimperte Lappen, deren grösserer eine Mundöffnung trägt.
Der innere Bau honnte nicht analysirt werden. Quarterly
J'ourn. micr. sc. T. XXI p. 23 mit Abbild.
In den Reports roy. Soc. Victoria 1871 (oder 1870)
veröffentlicht Mac Gillivray die Beschreibungen von 48
Australischen Polyzoen, von denen zwei als Repräsentanten
neuer Genera betrachtet werden. Später sollen dieselben
in den von M' Coy herausgegebenen Memoirs of the Mu-
seum of Victoria auch abgebildet werden. Dem Ref. ist
die betr. Abhandlung nicht zu Gesicht gekommen.
Ebenso wenig kennt er den Catalogue of the marine
Mollusca of NewZealand by Hutton (New Zealand 1873),
in dem (p. 87 — 104) die daselbst vorkommenden Bryozoen
behandelt sind.
M' Intosh zählt von St. Andrews nicht weniger als
62 Bryozoen auf (Ann. nat. bist. T. XIII p. 302—312), der
bei Weitem grössern Mehrzahl nach (49) den Chilostomeen
zugehörig. Sämmtliche Arten sind bekannt.
Smitt bearbeitet die von Graf Pourtales bei Ge-
legenheit seiner Tiefseeforschungen an der Küste Florida
gesammelten Bryozoen : Floridan Bryozoa Part I, 20 Seiten
in Quarto mit 5 Tafeln, P. IT, 76 Seiten mit 13 Tafeln,
Stockholm 1872 und 1873 (kongl. Svenska vetensk. Akad.
Handlingar B. X. N. 11 u. B. XI N. 4). Es sind nicht
weniger als 89 Arten aus verschiedener, bis zu 450 Faden
reichender Tiefe, die in diesem wichtigen Werke beschrie-
ben und kritisch beleuchtet werden, theils solche, die schon
früher bekannt waren, theils auch neue. Die Arten aus
grösserer Tiefe sind vielfach mit fossilen Formen identisch ;
sie sind überhaupt entweder sehr alte Arten oder solche,
die eine grosse geographische Verbreitung besitzen, nament-
lich auch mit arctischen und antarctischen Species identisch
sich erweisen. Unter den Arten aus geringerer Tiefe sind
mehrere (z. B. Nellia oculata Busk), die in gleicherweise
auch an der Westküste Panamas gefunden werden, also
darauf hindeuten, dass diese Landenge früher einmal durch-
brochen war, während andere, die das caraibische Meer
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 497
mit Australien, dem Mittel meere und dem Rotlien Meere
gemein hat, möglicher Weise den Rückschluss auf eine
frühere Küstenverbindung zwischen den jetzt getrennten
Continenteu in den tropischen und subtropischen Breiten
zulassen. Für die Rückführung der von d'Orbigny,
Reuss, Stolitzka, Gabb, Hörn u. A. beschriebenen
fossilen Formen auf recente Arten liefern die Erörterun-
gen des Verf. 's ein umfassendes Material, auf das wir leider
hier nicht näher eingehen können. Auch die Umgrenzung
und Benennung der Familien und Genera zeigt mehrfach
Abweichungen von dem Frühem. So rechnet Verf. u. a.
die Membranipora denticulata Busk und M. Savartii Busk
zu dem ursprünglich nur für fossile Formen von d'Orbigny
aufgestellten Gen. Biflustra, das er zugleich als Repräsen-
tant einer eigenen Familie (Biflustridae) betrachtet. Den
Genusnamen Porina d'Orb. will Verf. nur auf die Arten mit
rundem Medianporus angewendet wissen, während er für
die Formen mit mondförmigem Porus die Bezeichnung
Porellina restituirt. Ebenso wird zwischen Cribrilina Gr.
und Escharipora d'Orb. unterschieden. Discoporella um-
bellata d'Orb. trägt den Genusnamen Cupularia Gr. und
für Eschara elegans M. Edw. (Farn. Microporidae) wTird ein
neuer Genusnamen Steginoporella in Anwendung gebracht.
Auch in der Familie der Myriozoiden wrerden zwei neue
Genera Mamillipora und Gemellipora aufgestellt. Von
neuen Arten beschreibt Verf. in dem ersten Bande: Fili-
sparsa Pourtalesii, Homer 'a galcata, Cellularia pusilla, in dem
zweiten: Vincularia abyssicola, Escharipora (?) mucronata,
E. stellata, Porina serrulata, P. subsulcata (vielleicht mit
Porina sulcata M. Edw. und P. decussata Busk identisch),
Mamillipora cupula, Gemellipora ebumea, G. lata, G. glabra,
G. limbata, Hippothoa porosa, H. pes anseris (vielleicht von
H. Dutertrei Aud. Sav. nicht specifisch verschieden), H. mu-
cronata, H. divergens, H. fenestrata, Cellepora verruculata,
C. coronata, C. gigas, Escharella rostrigera, E. setigera7
(beide Formen betrachtet Verf. als Varietäten der mittel-
meerischen E. depressa Busk), E. bisinuata, Lepralia clei-
dostoma, L. cdax (in drei verschiedenen Formen, der Forma
typica, F. caicarea und F. janthina), L. turrita, Eetepora
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2. Bd. jjfj
498 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
marsupiata, Discopora advena, D. albirosiris mit einer Forma
pupilla, D. patusa. Die neu aufgestellten Genera werden
charakterisirt, wie folgt:
Steginoporella Sm. (p. 15) Zooecia flustrina, extus micropori-
dacea, intus calcificatione secundaria constractionem Steginoporarum
(d'Orb.) imitantur.
Mamillipora Sm. (p. 33) Zooecia escharina formam flustri-
nam eo imitantur, quod magnam aperturam, totam fere froutem
occupantem, retinent; coloniam Cupulariae formae exstruunt. Aper-
tura zooeciorum formam praebet ellipticam, parte proximali a la-
teribus eonstrictam, margine proximali sinuatam.
Gemellipora Sm. (p. 35) Apertura zooeciorum vestigii pedis
equini formam refert, ad angulos proximales pro articulatione oper-
culi constringitur, marginem proximalem sinuatum praebet.
Derselbe Verf. liefert in den kongl. Vetensk.-Akadem.
Förhandl. 1871. N. 9. p. 1115—1134. Tab. XX und XXI
eine Fortsetzung seines „kritisk förtekning öfver Skandi-
naviens kafsbryozoer", der die 1868 bei Gelegenheit der
skandinavischen Expedition nach Spitzbergen gesammelten
Materialien zu Grunde liegen. Verf. beschreibt darin eine
neue Reticulipora intricaria und eine neue Tubulipora (Id-
monea) tuniida, handelt weiter über Tubulipora (Proboscina)
incrassata und die damit theils zusammenfallenden, theils
verwandten Formen d'Or bigny's (Filifascigera dichotoma
d'Orb. = T. incrassata), über eine neue Varietät von Alcyo-
nidium mamillatum Aid. (A. disciforme) u. A. corniculatum
und giebt sodann eine Uebersicht über die verschiedenen
Formen der Flustra membranacea, der Verf. jetzt auch Fl.
chartacea Gm., Fl. membranacea truncata Sm. und Fl. Bar-
leei Busk zurechnet. Den Beschluss der Abhandlung macht
ein Excurs über eine Anzahl arctischer Discoporaarten, die
theils neu sind (D. emucronata, D. stenosoma), theils auch
früher verkannt waren (Escharina impressa Reuss — bis
dahin nur fossil bekannt — , Lepralia cruenta Busk, L. me-
gastoma Busk = Cellepora californiensis Gabb et Hörn —
gleichfalls bis dahin nur fossil), und ein „Conspectus spe-
cierum borealium generisPedicellinaeu, in welchem die bisher
aus den nördlichen Meeren beschriebenen Arten sämmtlich
auf P. cernua Pall. und P. gracilis Sara zurückgeführt werden.
Kirchenpauer bearbeitet die von der Pommerania
in d. Naturgesoh. d. nied. Thierc währ. d. Jahre 1872—1875. 499
1872 gesammelten Bryozoen (a. a. 0. S. 173—192). Die
Zahl der gefundenen Species ist 54. Von denselben ge-
hören 39 zu den Cheilostomata, 8 zu den Cyclostomata, 7
zu den Ctenostomata und 1 zu den Pedicellina. Sie sind
mit Ausnahme einer kleinen Flustra (Fl. dichotoma n. —
an Var. Fl. foliaceae?) aus dem kleinen Belt und einer
Cellepora (0. tridens n., die von Busk als Varietät von C.
Skenei betrachtet wird, obwohl das nach der Bildung des
Stammes nicht angeht) bereits beschrieben und auch schon
als Nordseebewohner bekannt. Von besonderm Werthe wird
die Abhandlung durch einen beigefügten Excurs „über die
Flustra der nordischen Meere", in der die bis jetzt daselbst
aufgefundenen 8 Arten einer kritischen Revision unter-
worfen sind. Zum Schlüsse bringt Verf. noch eine tabel-
larische Uebersicht der unterscheidenden Merkmale der
ihm zur Disposition gestellten Bryozoen nach Gattungen
und Arten.
Auch die Grönländischen Bryozoen der „ zweiten
deutschen Nordpolarfahrt" (Leipzig 1874. S. 411— 428) fin-
den in Kirchenpauer ihren Bearbeiter. Es sind mit
Einschluss von vier nach Smitt Sämmtlich zu Hornera li-
chenoides gerechneten Formen — H. borealis Busk, IL
flabellaris n., H. frondiculata Lmx., H. rcücidata n. — -
29 Species, die demselben vorlagen, 18 Cheilostomata,
9 Cyclostomata und 2 Ctenostomata, sämmtlich, von den
zu Hornera lichenoides gezogenen Formen abgesehen, schon
von Smitt unter den (75) Grönländischen Arten aufgeführt.
Für die nordische Escharella Legentilii Sm., die nach einer
Art des rothen Meeres benannt ist, obwohl ihre Zugehörig-
keit sehr zweifelhaft erscheint, wird die Bezeichnung E. (Le-
pralia) Smithii in Anwendung gebracht. Ebenso wird die
? Escharella porifera, forma cancellata Sm. als Hemieschara
(?) contorta aufgeführt. Auch sonst finden sich in der Auf-
fassung und praktischen Verwerthung des Artbegriflfes
manche Abweichungen von Smitt, der für die nordischen
Bryozoen sonst die erste Autorität ist.
Manzoni handelt (Wiener Sitzungsberichte 1871.
Bd. LXIII) über mittelmeerische Bryozoen undP. Fischer
über die Bryozoaires (Echinodermes etc.) marins du de-
500 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
partenient de la Gironde et des cotes du Sud-Ouest de la
France (Paris 1870).
0. Sars berichtet (Videnskab. Selsk. Forhandl. Christi-
ania 1873) „orn en hintil lidet kjendt maerkelig Slaegstype
af Polyzoer", 16 Seiten, Taf, VIII und IX, das der Gruppe
der Cellularinen zugehört und bisher nur in einer von D a -
ly eil als Tnticeila flava bezeichneten Form (J. B. Bd. XX.
S. 371) beobachtet war. Freilich stellt sich jetzt heraus,
dass die Angaben Dal yell's nicht in jeder Beziehung zu-
treffen, indem das Thier nichts weniger als ein solitäres
Bryozon ist und der eigentümlichste Charakter desselben,
die gelenkartige Verbindung zwischen dem Köpfchen und
dem Stiele, übersehen wurde. Sars giebt dem Genus die
nachfolgende Charakteristik :
TriticellaDal. Zoooecia simplicia, pediceliata, de crusta con-
tinua vel stolone repente surgentia, cuti tenui et pellucido corneo
(non calcareo) tecta, lateraliter compressa, facie altera (ventrali) lata,
in tota fere longitudine plana vel leviter excavata, limbo elevato
tenui et acuto circumcincta vel arcam aperturae lateralem distmctam
elongato-ellipticam praebente, altera (dorsali) fastigiata vel medio
subcarinata, fascia tenui valde chitinosa (frenaculo), in semicirculum
oblique antice curvata firmata. Apertura zoooecii terminalis sine
aperculo; vagina tentacularis annulo setarurn instructa. Pedicellum
subrigidum, rectum, tenuissimum, zoooecio articulatione mobili con-
junctum. Tr. Boeckii n. sp. auf Kückenschild und Schwanz von
Geryon tridens und Tr. Korenii n. sp. auf Rückenschild von Calo-
caris Macandrei.
Die an einem andern Orte (on some remarkable forms
of anim. life I. p. 19—22. Tab. II) von demselben For-
scher neu beschriebene Flustra abyssicola, die in einer Tiefe
von 120—300 Faden lebt, ist von den verwandten Formen
vornehmlich durch die ansehnliche Grösse der Avicularien
verschieden, welche die gewöhnlichen Thierzellen noch
überragen und ein entsprechend grosses eigenthümlich ge-
formtes Mandibularstück tragen.
Gray erkennt in der Flustr.a marginata Krauss (Cap
Natal) den Typus eines neuen den Eschariden zugehörigen
Genus Flustramorpha (Ann. nat. hist. 1872. T. X.
p. 167—169) mit folgender Diagnose:
Flustramorpha Gr. Polyzoarium frondose, flabellate, furca-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 501
tely divided; cells disposed on both surfaces back to back, immersed,
coalescent, parallel to the plane of the axis. Oral opening with a
small tubulär opening on,one side of it and a smaller aperture be-
neath. The frond supported by cylindrical horny fibres, which tra-
verse it in various directions and edge the two margins of the lobe.
Ausser Fl. marginata hierher noch Eschara flabellaris Busk.
Unter der Bezeichnung Naresia cyathus erwähnt Wy-
ville Thompson (Nature 1878. Maren 20) einer neuen
Bryozoe von sehr absonderlichem Habitus, die in der Nähe
der Portugiesischen Küste von dem Challenger aus einer
Tiefe von 1500 Faden hervorgehoben wurde und dem Gen.
Dictyonema des Cambrischen Systemes verglichen wird.
Die becherförmig gestellten Zweige des Stockes werden
von einem 2 — 3 Zoll langen glashellen Stiele getragen
und gleichen auf den ersten Blick den Polyparien von
Acamarchis neritina.
Busk findet auf Gonoplax angulata eine neue Bryo-
zoenform, die der Gruppe der Ctenostomeen zugehört, hier
vielleicht eine besondere Familie bildet und (Proc. zoolog.
Soc. 1874. p. 29. PI. V) als Hippuraria (n. gen.) Egertoni
beschrieben wird. Die Genusdiagnose lautet : Stern jointecl,
nudular, ivhorls of celliferous tubiües arising from the nodcs.
Als Campylonema tremuhmi beschreibt Hincks (Ann.
and Mag. nat. hist. Vol. X. p. 396. PI. XX. Fig. 5) eine
neue den Vesiculariaden zugehörende Bryozoenform, die
zumeist mit Valkeria verwandt ist, aber durch die Bildung
ihres Tentakelapparates davon abweicht.
Campylonema n. gen. Polyzoary a filiform creeping stolon,
on which the zooecia are distributed at intervals in groups; zooecia
erect, sessile; polypides with eight tentacles, two of which are bent
outwards for about two thirds of their length, so as to interrupt
the circle of arms on one side; no gizzard.
Cellepora hemisphaerica n. sp. Parfitt, Ann. and
Mag. nat. hist. T. XII. p. 98. PI. III (von der Engl. Küste).
Die von Pectinatella magnifica Leidy gebildeten Co-
lonieen erreichen eine Länge von sechs Fuss und eine
Breite von 6—12 Zoll. Leidy, Proceed. Acad. nat. sc.
Philad. 1874. T. IL & 139. (Auch die Colonieen von
Cristatella mirabilis wachsen übrigens gelegentlich zu Bän-
dern von einigen Fuss Länge aus. Ref.)
502 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ob die von Busk (Journ. microsc. sc. T. XIV. p. 261
u. 262. PI. IX) den Alcyonellenartigen Bryozoen ange-
rechnete Clavopora (n. gen.) hystrichis n. richtig gedeutet
ist, scheint Ref. sehr zweifelhaft. Es ist ein etwa lty2 Li-
nien grosses marines Gebilde von keulenförmiger Gestalt,
welches wahrscheinlich auf einem fremden Körper festsass
und seiner Hauptmasse nach aus einem pflanzenartigen
Gewebe mit grossen scharf begrenzten Zellen besteht, die
von einzelnen parallelen Fasern (Muskelfasern, wie Verf.
vermuthet) durchzogen werden. Das keulenförmige Ende
enthält in manchen Fällen wenigstens „den Körper eines
Polypiden im zusammengezogenen Zustande". Das neue
Genus erhält als Diagnose : Zoarium simple, claviform, sub-
capitulate, composeä of distinct cells, traversed by nucleatcd
(probably contractüe) fibres.
Reuss behandelt „die fossilen Bryozoen des Oesterr.
Ungarischen Miocens" und berücksichtigt dabei zunächst
(Wien 1874. Th. I. 50 S. mit 12 Tafeln, abgedruckt aus
den Wiener Denkschriften Bd. 33) die Salicornarideen,
Cellularideen und Membraniporideen. Die untersuchten
Arten (1 Salicornaria, 1 Cellularia, 2 Scrupocellaria, 75 Le-
pralia, 17 Membranipora) sind den jetzt noch lebenden
Formen vielfach ähnlich, zum Theil sogar damit identisch.
Alleyne Nicholson beschreibt eine ganze Anzahl
fossiler Bryozoen aus altern Gesteinen, die fast sämmtlich
neu sind. So Crypiopora (n. ge'n.) mirabilis und Cari-
nopora (n. gen.) Hindei, beide der Familie der Fenestel-
liden zugehörig aus dem Devon von West-Ontario (Annais
and Mag. nat. bist. T. XIII. p. 77 — 85), Hyphasmopora
(n. gen.) Buskii aus der Kohlenformation (ibid. T. XV.
p. 43 — 45), Hippothoa inflata Hall, Alecto confusa (ibid.
p. 123 — 127), Ptüodictya falciformis, Pt. emacerata, Pt.
flagellum, Pt. arctipora, Pt. fenestelliformis, Ceramopora
ohioensis (ibid. p. 175 — 184).
Auch Young beschreibt einige neue Bryozoen aus
der Kohlenformation, Ann. and Mag. nat. hist. T. XIII.
p. 335 u. XV. p. 333.
Aus den Mittheilungen von 0. Sars über Rhabdo-
pleura mirabilis (on some remarkable forms anim. life I.
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872—1875. 503
p. 1—19. Tab. I u. II, Jouni. micr. sc. Fol. XIV. p. 23—
44. PI. I) erfahren wir, dass das schon im Jahre 1868 von
M. Sars als neu erwähnte Gen. Halophilus (J. B. 1868.
S. 345) mit der von Allmann inzwischen (1869. Ibid.
S. 341) näher beschriebenen merkwürdigen Rhabdopleura
zusammenfällt, obwohl die beobachteten Arten, nach Form
und Befestigungsweise des Stockes zu urtheilen, von ein-
ander verschieden sind. Die genaue Beschreibung, die
von dem frühem Halophilus mirabilis jetzt entworfen wird,
macht es aber unzweifelhaft, dass Rhabdopleura nur mit
Unrecht den Bryozoen zugerechnet wird. Auf den ersten
Blick zeigt allerdings unser Thier (von dem Kopfschilde
abgesehen) eine unverkennbare Aehnlichkeit mit dem Po-
lypiden einer (lophophoren) Bryozoe, aber die Beziehungen
zu der umgebenden Skeletröhre sind doch ganz anders,
als wir es erwarten müssten, falls unser Thier wirklich
zu den Bryozoen gehörte. Zwischen dem Polypiden und
dem Skelet findet sich nämlich kein weiterer Zusammen-
hang, als derjenige, welcher durch den langen Rückzieher
vermittelt wird, den A 11 man dem sg. Funiculus der Bryo-
zoen vergleicht, obwohl er nicht an dem Blindsacke des
Magens, sondern weiter vorn an der Bauchfläche sich an-
setzt und zwar zunächst an die den Darmkanal umgebende
dünne Scheide, die wir dem Anscheine nach als die äussere
Leibeswand unseres Thieres in Anspruch zu nehmen haben.
Unter solchen Umständen besitzt denn auch unser Thier
im Innern seiner Skeletröhre, die der sonst bei den Bryo-
zoen vorhandenen weichen Auskleidung entbehrt, eine sehr
freie Beweglichkeit, indem es bald weit nach hinten sich
zurückzieht, bald auch nach vorne ^emporsteigt, wobei ihm,
in Ermangelung von Steigborsten und derartigen Apparaten,
das Kopfschild die besten Dienste leistet. Der kriechende
Stamm ist, obwohl er der Länge nach von dem sg. Chi-
tinfaden durchsetzt wird, gegliedert und in Zellen abge-
theilt, die sich je in einen Seitenzweig fortsetzen, der
dann den Thierkörper in sich einschliesst. Der letztere
entsteht durch Knospung an dem Chitinfaden, der keines-
wegs ein solides strangförmiges Gebilde ist, sondern eine
weiche Pulpa enthält, wie das Rückzieheband, das daran
504 Leuckart: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
sich inserirt und keineswegs eine ausschliesslich musku-
löse Beschaffenheit besitzt. Verf. glaubt diese Innenmasse
dem sg. Colonialnervensysteine der Bryozoen vergleichen
zu können. Gefässe fehlen und Geschlechtsorgane wurden
nicht beobachtet. Die Frage nach der systematischen Stel-
lung von Rhabdopleura beantwortet der Verf. mit einem
Excurse seines Vaters, in dem dieser die betreffende Form
für eine Art Uebergangsbildung von den Hydrozoen zu den
Bryozoen erklärt. Mit welchem Rechte das geschieht, ist
dem Ref. nicht ganz klar geworden, da seiner Meinung
nach die Anwesenheit eines geschlossenen Darmapparates
mit Mund und After eine jede Verwandtschaft mit den Coel-
enteraten ausschliesst. Ref. würde das Thier bis auf Wei-
teres eher den Gephyreen zuzählen und an Phoronis an-
schliessen. Auf Grund der neuen Untersuchungen stellt
Sars folgende Genusdiagnose auf:
Rhabdopleura Allm. Polyparium tubum formans tenuem. flexi-
bilem, cylindricum, chitinosurn, hyalinurn, ex stirpe compositum re-
pente, intus septis transversis in cameras plures discretas divisa,
quarum utraque in cellulam cylindricam plus minusve liberam et
erectam stirpe vix angustiorem, subtiliter annulatam vel plicis
acutis circularibus dense ornatam, orificio simplice circulari termi-
natam exit. Stirps in tota longitudine chorda chitinosa obscura.
tenui, cylindrica, rigida, pulpa vero molli cellulosa impleta, trajecta,
Polypides nullo endocystide vel pallio parietibus cellularum connexi,
sed modo funiculo contractili tenui et carnoso chordae stirpis chi-
tinosae affixi, corpore forma elongato-ovata, extremitate anteriore
paullo dilatata et in ramos divisa duos cylindricos et attenuatos
supra vergentes et a se divergentes, quibus series duplex tentacu-
lorum flexuosorum affixa est. Series tentaeulorum minime continua,
sed et supra et infra intervallo distincto interrupta, quare nulla
adest corona tentaeulorum vel lophophorus proprie dictus, sed modo
duo rami tentaculiferi valde flexibiles. Inter bases horum ramorum
iuferne adest prominentia magna carnosa scutiformis ovalis vel sub-
pentagonalis pedicello brevi et crasso affixa, facie inferiore sub-
plana, extremitate antica libere prominente attenuato-truncata, in-
feriore corpori ineumbente medio leviter emarginato, superfioie
ubique dense ciliata. Orificium oris subventrale, transversum pone
prominentiam scutiformem situm, postice lobo rotundato ciliato
limitatum. Oesophagus brevis et spatiosus, constrictione distineta a
ventriculo sejunetus ; ventriculus simplex subteres, postice attenuatus
et sine fine, ansam subito formans, in intestinum transiens; intesti-
in d. Naturgesch. d. nied. Thiere währ. d. Jahre 1872 — 1875. 505
num antice porrectum, tenue, cylindricura, lateri dorsali ventriculi
et oesophagi incumbens, orificio anali circulari ad basin ramorum
tentaculiferorum supine sito. Tractus intestinalis, vel corpus pro-
prium polypidis, minime nudus, sed cuticula distincta, tenui, hya-
lina arcte circumdatus. Musculi adsunt nulli distincti, neque re-
tractores, neque protractores. Retractio polypidis solummodo funi-
culo contractili effecta; protrusio singulari modo prominentia effiei
videtur scutiformi praeorali, ad modum soleae gasteropodum. Et
retractio et protractio polypidis segnissima.
Semper möchte das Gen. Rhabdopleura — das übri-
gens, wie unser Bericht von 1869 zeigt, keineswegs so
unbeachtet geblieben ist, wie Verf. annimmt — wegen
der dem jungen Thiere zukommenden Schalen (? Ref.)
den Mollusken annähern, hier aber als Repräsentanten
einer allerdings sehr abweichenden und daher selbststän-
digen Classe betrachtet wissen. Arbeiten aus dem zoolog.-
zootom. Institute in Würzburg Bd. IL S. 65.
Auch Ray Lankester nimmt (remarks on the affi-
nities pf Rhabdopleura, Journ. microsc. sc. T. XIV. p. 77
—80) Rhabdopleura als ein Mollusk in Anspruch. Er sieht
darin zugleich eine Form, welche die Molluskennatur der
Polyzoen ausser Zweifel stelle.
Archiv f. Naturg. XXXX. Jahrg. 2, Bd. gJJ =
/
Mittlieilung.
Die Fürstlich Jablonowskrsche Gesellschaft in Leipzig
hat für das Jahr 1880 folgende Preisfrage ausgeschrieben:
Nachdem durch die enibryologischen Untersuchungen
der letzten Jahre der Nachweis erbracht ist, dass der Körper
sämnitlicher Thiere — mit Ausschluss der sog. Protozoen
— in ähnlicher Weise aus einigen wenigen Keimblättern
sich aufbaut, entsteht die Frage, ob der Antheil, welchen
diese Blätter an der Entwicklung der einzelnen Organe
und Gewebe nehmen; überall genau der gleiche ist oder
nicht; eine Frage, die dann naturgemäss weiter zu der
Untersuchung führt, ob dieser Antheil durch die specifischen
Eigenschaften der Keimblätter oder durch gewisse secun-
däre Momente (etwa die Lagenverhältnisse der späteren
Organe) bedingt sei. In Anbetracht der grossen Bedeu-
tung, welche die Entscheidung dieser Fragen für die Auf-
fassung der thierischen Organisation hat, wünscht die Ge-
sellschaft
eine auf eigene Untersuchungen gegrün-
dete Kritik der Lehre von der Homo-
logie der Keimblätter.
Preis 700 Mark.
Die anonym einzureichende Bewerbungsschrift ist in
deutscher, lateinischer oder französischer Sprache
zu verfassen, muss deutlich geschrieben und paginirt,
ferner mit einem Motto versehen und von einem versiegelten
Couvert begleitet sein, das auf der Aussenseite das Motto
der Arbeit trägt, inwendig den Namen und Wohnort des
Verfassers angiebt. Die Zeit der Einsendung endet mit
dem 30. November 1880 und die Zusendung ist an den
Secretär der Gesellschaft zu richten. Die Resultate der
Prüfung der eingegangenen Schriften werden durch die
Leipziger Zeitung im März oder April des folgenden Jahres
bekannt gemacht.
Die gekrönte Bewerbungsschrift wird Eigenthum der
Gesellschaft.
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