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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON UND F. H. TROSCHEL.
HERAUSGEGEBEN
VON
DR. ED. VON HÄRTENS,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH- WILHELMS -UNIVERSITÄT ZU BERLIN.
FÜNFZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin 1884.
Nicolaische Verlags-Buchhandlung
R. Stricker.
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Ar-
thropoden während des Jahres 1883. Von Dr. P h. Bert kau
in Bonn.
Allgemeines 1
Crustacea 9
Myriapoda (incl. Peripatina) 39
Arachnoidea 49
Insecta, Allgemeines 71
Thysanura 85
Rhynchota 86
Orthoptera 109
Pseudoneuroptera 113
Neuroptera 118
Diptera 120
Lepidoptera 140
Hymenoptera 180
Coleoptera 202
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
tlliere während des Jahres 1883. Von Ant. Reichenow . 267
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1883. Von Ant. Reichenow . . . 309
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1883. Von Dr. Oskar Böttger in Frankfurt a. M. 379
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1883. Von Dr. F. Hilgendorf 435
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mollusken
während des Jahres 1883. Von Prof. E. v. Martens.
Allgemeines 522
Cephalopoda 557
Heteropoda 558
Gatropoda 559
Lamellibranchia 603
Brachipoda 613
IV Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Eclliuoder-
luen in den Jahren 1880 — 1883. Von Prof, E. v. Martens.
Allgemeines 615
Crinoiden 644
Blastoiden 650
Echinidcn 650
Asteriden 662
Ophiuriden 670
Molothurien 677
Jahresbericht für 1882 und 1883 über die Coelcuteraten mit
Ausschluss der Spongien und Anthozoen. Von Dr. J. v. Kennel,
Privatdocent in Würzburg.
Literatur 684
Allgemeines 688
Hydromedusae 688
Siphonophora 701
Acalephae 706
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Eiiigeweide-
Uiiriuer in dem Jahre 1881. Von Dr. von Li n stow.
Allgemeines 711
Nematoden 716
Gordiaceen 735
Acanthocephalen 736
Trematoden 738
Cestoden 742
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Arthropoden während des Jahres 1883.
Von
Dr. Ph. Bertkaa
in Bonn.
Eingsley scheint geneigt zu sein, die von ihm aufgeworfene
Frage: Is the group Arthropoda a valid one? zu ver-
neinen, indem er auf die verschiedene Zahl der Fühler, Mundtheile,
die verschiedene Entwickehmg, Beschaffenheit derVerdauungs- und
Respirations- und Circulationsorgane der Crustaceen und Insekten
hinweist; die Tardigraden, Pycnogoniden , Linguatulinen und
Limulus sind vielleicht als Gruppen aequivalent den Insekten
und Crustaceen, vielleicht auch als Zweige des Arachniden-
stammes anzusehen; jedenfalls gehören sie nicht zum Phylum
der Crustaceen; Americ. Naturalist 1883 S. 1034 ff.
Packard in seinem Aufsatze: On the Morphology of
the Myriapoda führt bei der Benennung der Kopftheile und
ihrer Anhänge einige neue Bezeichnungen ein. Auf Grund der
Embryonalentwicklung sieht er die Chilognatha als die ursprüng-
lichere Ordnung an, die von einem „Leptus-ähnlichen" Vorfahr,
d. h. einem Tracheaten, wie es der aus dem Ei schlüpfende
junge Chilognath ist, mit 3 Paar Kopfgliedmassen und 3 Bein-
paaren, abstammen. Diesem Vorfahr kommen Eurypauropus und
Pauropus am nächsten, die nicht als eine besondere Ordnung,
sondern als eine zweite Unterordnung der Chilognathen neben
den Ch. genuina anzusehen sind, und zwar vermittelt Eurypauropus
den üebergang zu Polyxenus. — Scolopendrella ist kein Myria-
pode, sondern ein Thysanure. — Palaeocampa, die Scudder zu
einem Chilognathen gemacht hatte, ist wahrscheinlich eine haarige
Neuropterenlarve.
Arcli. f. Natuigesch. L. Jahrg. 2. Bd. A
2 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Die Myriapoden mit ihren sechsbeinigen Jugendstadien haben
keinen gemeinsamen näheren Ursprung mit den Insekten und
Arachniden, bei denen gerade in der Embryonal entwickelung
vielfach Boiupaare auftreten, die hernach verschwinden. Ueber
die Beziehung zu den Crustaccen spricht sich Packard nur in
folgendem Satze aus, den ich wörtlich hierhersetze: The Leptus-
form larvae of Myriopoda — may tlien be the genealogical
equivalent of the six-legged Nauplius of Crustacea; which type
ig generally believed to have originated from the worms.
Die Kopf- und ersten Rumpfgliedmassen bei den Insekten,
Arachniden und Myriapoden lassen sich in übersichtlicher Weise
auf folgender Tafel neben einander stellen:
Ob die neben einander gestellten Gliedmassen auch homolog
sein sollen, darüber spricht sich Packard nicht aus. Proc.
Am. Philosoph. Societ. 1883 S. 197; Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 337 ff.
Ray Lankester und Bourne studirten the minute struc-
ture of the lateral and the central eyes of Scorpio and
of Limulus mit dem ausgesprochenen Zwecke, wo möglich
weitere Anhaltepunkte für eine gemeinsame Abstammung beider
Ordnungen zu gewinnen. Im allgemeinen lässt sich das positive
Resultat dieser Studien dahin zusammenfassen, dass die Autoren
Grenacher's Angaben über den Bau des Auges (contra Graber)
bestätigen und ergänzen. Die seitlichen Augen der Scorpione
sind „monostichous" d. h. der hinter der Kutikularlinse gelegene
Weich theil des Auges („ommateum") ist einschichtig, bestehend
aus umgewandelten Hypodermiszellen, zwischen denen die grossen
Nervenendzellen verlaufen. Die Kerne der letzteren sind dem
Grunde des von einer Haut, der inneren Kutikula der Hypodermis-
zellen, umgebenen Ommateum genähert und scheiden distalwärts
Kutikularbildungen ab, die (als „Rhabdomere") in gewissen Füllen
mit denen der benachbarten zur Bildung eines Rhabdoms zu-
sammentreten. Bei Euscorpius findet sich ausser dieser stab-
ähnlicheu Kutikularbildung dem Grunde der Zelle genäliert und
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 3
gewöhnlich unterhalb des Kernes liegend auch eine kugelige
„Phaosphäre" ; bei Androctonus fehlt dieselbe. Die centralen
Augen der Skorpione sind „distichous" ; die der Linse zunächst
gelegene Schicht, der Glaskörper, ist von der darunter liegenden,
von den Nervenendzellen gebildeten, durch ein Membran getrennt.
Hier treten gewöhnlich 5 Zellen in eine nähere Beziehung zu
einander, und verschmelzen je ein Rhabdomer zu einem Rhab-
dom ; der Unterschied zwischen Euscorpius und Androctonus be-
züglich der Phaosphäre hat auch für die centralen Augen Giltig-
keit. Was bisher übersehen, ist das Auftreten eines reichlichen
zelligen Bindegewebes im Grunde des Ommateum, das nament-
lich bei Androctonus stärker entwickelt ist und dem vielleicht
auch Pigment führende Zellen an der Innenwand der Augen-
kapsel angehören. Zwischen den seitlichen Augen der Skorpione
und dem zusammengesetzten Auge des Limulus besteht nun eine
grosse üebereinstimmung, wenn man die Gesammtheit der ersteren
dem letzteren gleichsetzt. Die Linse desselben springt an der
Innenseite in zahlreichen stumpfen Kegeln vor, hinter denen je
ein Bündel von Nervenfasern sich mit 10 Nervenendzellen ansetzt.
Das Ommateum ist einschichtig und die allgemeinen Verhältnisse
stimmen mit denen eines Seitenauges der Scorpione übereiu.
Geringer ist diese üebereinstimmung bei den centralen Augen
des Limulus, die hier zum ersten Male eine genügende Dar-
stellung finden. „Distichous" ist dasselbe zwar auch, aber die
Nervenendzellen, an denen auch hier hin und wieder Gruppen
von je 5 auffallen, sind von dem Glaskörper durch z. Th. pig-
mentirtes Bindegewebe getrennt, so dass man auf den Gedanken
gebracht werden könnte, diese Augen hätten, wenigstens bei
erwachsenen Individuen, ihre Funktion z. Th. eingebüsst. —
Quarterly Journ. Microsc. Science (N. S.) LXXXIX S. 177 ff,
PI. X— XII.
Owen nimmt in seinen Betrachtungen 0 n cerebral homo-
logies in Vertebrates and Invertebrates auch das Gehirn
der Arthropoden in die Homologieen mit Mollusken- und Verte-
bratengehirn auf; Journ. Linn. Soc. Lond. XVII S. 1 ff.
Die Priorität der Entdeckung und ersten Beschreibung der
glom. olfactorii, „Geruchskörper" bei Insekten nimmt Flögel
für sich in Anspruch; Zool. Anz. 1883 S. 539; vergl. den Ber.
für 1877—78 S. 379 (161).
In einer Memoria intorno alla struttura e alla
4 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
connessioni dei lobi Olfattorii negli Artropodi su-
per iori e nei Vertebrati weist Bellonci noch einmal darauf
liin, dass bei Squilla, Gryllotalpa, Sphaeroma, Astacus, Nephropa
Fasern von den lob. olfactor. zu den 1. optic. gehen und ver-
anschaulicht deren Verlauf. Einen gleichen Zusammenhang fand
er bei Kana und Anguilla und stellt vergleichende Betrachtungen
über die physiologische Bedeutung dieser Thatsache an. Mem.
R. Accad. dei Lincei (3) XIII S. 555 ff Tav. I, IL
Packard hält the coxal glands of Arachnida and
Crustracea für homologe Organe, die unter den Arachniden
auch den Milben zukommen, wie Michael bei Oribatiden nach-
wies (bei den Opilionen längst bekannt); Americ. Naturalist
1883 S. 795 ff.
Graber hat seine Fundamentalversuche über die
Helligkeits- und Farbenempfindlichkeit augenloser
und geblendeter Thiere zuletzt auch auf Blatta germanica
ausgedehnt und gefunden, dass geblendete Exemplare sowohl
auf Helligkeits- wie auf Farbendifferenzen energisch reagiren.
Diese Wirkung der Lichtstrahlen nennt Grab er photoderma-
tische oder photosomatische. Sitzber. K. Akad. Wissensch.
87. Bd. 1. Abth. S. 201 ff.
In einer Influence du milieu exterieur sur la com-
position saline du sang chez quelques animaux aquati-
ques überschriebenen Note theilt Fredericq die Aschen- Analyse
einiger bei Roseoff gefangenen Cephalopodeu und der Hummer
von Ostende mit. Letztere enthielt 3,04 % Salze. „Die im
Brakwasser des Braeckman lebenden Gare, maenas haben ein für
den Geschmack weniger salziges Blut als die von Ostende, und
die Astaci unserer Flüsse endlich enthalten sehr wenig lösliche
Salze in ihrem Blut (Prüfung nach dem Geschmacke)." Daraus
schliesst Fredericq, dass sich bei diesen Thieren ein auf ein-
fachen diosmotischen Gesetzen beruhender Austausch der Salze
vollzieht, bis das Gleichgewicht zwischen der Blutflüssigkeit und
dem äusseren Medium hergestellt ist. Bei den Krustern des
süssen Wassers halten aber die Eiweiskörper des Blutes wahr-
scheinlich ein wenig mehr lösliche Salze zurück als das Wasser
enthält. Bullet. Acad. R. d. Sei. etc. de Belgique (3) IV
S. 209 f.
Canestrini fand, dass bei Insekten und Myriapoden nach
ihrer Dokapitation die Bewegungen des Körpers und der Glied-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 5
massen noch längere Zeit fortdauern, am längsten in foucLter
Atmosphäre und bei niederer Temperatur (+ 5 bis 10 ") ; Bull.
Sog. Veneto-Trentina Sei. Nat. II S. 119 ff; s. auch Bull. Sog.
Eut. Ital. XV S. 189.
Speyer maeht Bemerkungen über den Einfluss des
Nahrungswechsels auf morphologische Veränderun-
gen, insbesondere bei den Arten der Gattung Eupithecia; Stett.
Ent. Zeit. 1883 S. 333 ff.
Die Raupe von Acronycta Alni ist insofern ein biolo-
gisches Räthsel, als sie in der Jugend eine Schutz-, nach der
letzten Häutung eine Trutzfärbung hat, ohne dass eine Aende-
rung ihrer Säfte wahrscheinlich oder gar nachgewiesen wäre;
derselbe ebenda S. 419 ff.
Ueber den Nachweis von Chlorophyll bei den Aphiden
s. im speciellen Theile.
Une application de l'Entomologie ä la medicine
legale sieht Megnin in dem Gutachten, das er über den in
einer Kiste verpackten Kadaver eines 7 — 8jährigen Knaben ab-
gab, in dessen Umhüllung sich unzählige Puppenhüllen von
Sarcophaga laticrus und Lucilia cadaverina, ferner Dermestes
lardarius, Anthrenus museorum, Tyroglyphus longior fanden.
Mit grosser Anschaulichkeit schildert er die wahrscheinlichen
Vorgänge und schliesst mit Scharfsinn, dass die Leiche zwei
Sommer gelegen, der Tod also vor mmdestens IV2 — 2 Jahren
eingetreten sei. Le Naturaliste 1883 S. 212 f.; vgl. ebenda
S. 331, 339; C. R. Ent. Belg. 1883 S. LXXXIIIff.; Entomolo-
gisk Tidskrift 1883 S. 39 ff.
Branner erläutert seine Bemerkungen überhypertelische
Nachahmungen bei den Orthopteren durch eine eine
Ameise nachahmende Phaneropteride, Myrmecophana fallax und
diu-ch 4 Pseudophylliden (Pterochroza colorata, deflorata, arrosa,
infecta), deren Vorderflügel die verschiedenen Phasen eines wel-
kenden Blattes nachahmen; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 247 ff. Taf. XV.
J. Kennel theilt biologische und faunistische Skizzen
aus Trinidad mit; Arb. a. d. Zoolog. - zoot. Instit. Würzburg
VI S. 259 ff. — Von besonderem Interesse sind die Angaben
über Peripatus torquatus n. sp., der das zähe Secret der
am Kopfe mündenden Drüsen mehrere Fuss weit spritzt und
dadurch seine Beute unfähig macht zu entfliehen.
6 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Tho food of thesmaller fresh-water fishes und the
first food of . . . Coregonus clypeiformis von S. A. Forbes;
lilin. State Laborat. Nat. Hist. Bull. Nr. 6 S. 65 if. und 95 ff.
Es sei auf diese Statistiken einfach hingewiesen.
Eine Biological study of the tap water von Toronto
Hess G. Acheson in demselben von Arthropoden Cyclops quadri-
coruis; Daphnia pules; Macrobiotus Hufelandii oder nahe ver-
wandte Arten auffinden. Proceed. Canad. Institute I S. 425.
StoUwerck zälilt die Thiere auf, die zu Uerdingen aut
amerikanischem Farbholz gefunden sind und giebt zu den ein-
zelnen Arten biologische Anmerkungen. Zu bedauern ist, dass
die Arten z. Th. unbestimmt gelassen, z. Th. falschen Gattungen
oder gar Familien zugeschrieben sind. (Nr. 3, Buthus mega-
cephalus, ist kein Buthus; der „Ichneumon" ist ein Pompilide).
Verh. Naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westfalens 1883 S. 428 ff.
In den Contributions to the Natural History of
Arctic America made in connection with the Howgate Polar
expeditiou 1877 — 78 in dem 15. Bullet, of the U. S. National-
Museum (Shmiths. Mise. CoUect XXIII) sind auf S. 139 f. und
155 ff. folgende Arthropoden aufgeführt: Hyas araneus; Crangon
boreas; Hippolyte groenlandica, Fabricii; Gammarus locusta;
Amathilla Sabini; Hyperia Medusarum; Caprella septentrionalis;
Lepas fascicularis ; Baianus balanoides, crenatus; Colias Hecla;
Argynnis Freya, polaris, charidea; Chionobas semidea; Lycaena
aquilo; Chrysophanus phlaeas; Laria Rossii; Anarta melanopa;
Bombus lacustris sp. prope scutellaris; Limneriasp.; Culex sp.;
Tipula arctica; Bhamphomyia sp.; Tachinide; Calliphora erythro-
cephala; Scatophaga apicalis; Amara haematopus; Agabus tristis;
Halesus sp.? ; Lycosa (groenlandica?).
Die pelagische Fauna und die Tiefseefauna der
zwei Savoyerseen: Lac du Bourget und Lac d'Annocy
weist nach Imhof, Zool. Anz. 1883 S. 655, folgende Arthropoden
auf: (Lac du Bourget) üaphnella brachyura Liev.; Leptodora
hyaliua LiUJ.] Bosmina sp.; Sida crystallina; Daphnia hyalina
Leyd.', Cyclops sp. ; Daphnia sp., pelagisch in 20—50 m Tiefe;
Asellus Foreli Blaue und Cypris sp. aus der Tiefe; (Lac
d'Annecy) Daphnella brachyura; Daphnia hyalina; Bosmina sp.;
Leptodora hyalina; Cyclops sp.; Diaptomus sp.; Corethra-
Larve pelagisch ; Simocephalus vetulus ; Lynceus affiuis; Cyprid.
sp. ; Canthocamptus sp. in der Tiefe.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 7
F. A. Forel fand durch seine dragages zoologiques . .
dans les lacs de Savoie im lac du Bourget von Arthropoden
eine Hydrachuide und Leptodora hyalina, im lac d'Auuecy Larven
einer Corethra, Chironomus, eine Hydrachnide, Gammarus, einen
blinden, von dem im Genfer See vorkommenden verschiedenen
Asellus und Lynceus lamellatus; Niphargus puteanus fehlte,
findet sich aber im Brunnen des Hotel d'Angleterre; Compt.
Rendus XCVII S. 859 f.
Heller imd v. Dalla-Torre behandeln m der 2. Abth. über
die Verbreitung der Thierwelt im Tiroler Hochge-
birge, Sitzber. K. Akad. Wissensch. Wien 86. Bd. 1 Abth.
S. 8 iF., die Orthoptera, Pseudoneuroptera, Neuroptera, Rhyn-
chota, Hymenoptera, Arachnoidea, Myriapoda; vgl. den Ber. für
1881 S. 4.
van der Wulp giebt Handleiding voor het verzameln,
bewaren en verzenden van uitlandsche Insecten;
Tijdschr. v. Entomol. XXVI, Versl. S. XCI flf.
Die Bilder aus dem Aquarium von Dr. W. Hess ent-
halten im 2. Bd. 2. Ausg. auf S. 17—168 die Gliederfüsser.
A. Berlese: Acari, Miriapodi e Scorpioni italiani.
Padova 1882—83; habe ich nicht gesehen; vgl. Bull. Soc. Ent.
Ital. XV S. 193.
Costa beschreibt in seinen Notizie ed osservazioni
sulla Geo-Fauna Sarda etc. neue Arten aus allen Klassen.
Die Diagnosen der neuen Arten sind auch im Bull. Ent. Ital. XV
S. 332 If. abgedruckt. Atti d. R. Accad. d. Sei. etc. di Napoli
(2. ser.) I, Napoli 1883.
Arthropoden (Insekten und Spinnen) von Wageningen;
Tijdschr. v. Entom. XXVI, Versl. S. XXVIII ff.
0. Taschenberg's weitere Beiträge zur Fauna der
Insel Sokotra in Giebel's Zeitschr. LVI S. 157 ff. behandeln
auf Seite 171 ff. die Arthropoden.
Gogorza schildert eine Excursion zoolögica per Va-
lencia; Anal. Soc. Esp. Hist. Natur. XH S. 59 ff.
Ebenda S. 83 ff. bucht Cuni y Martorell das Resultado de
una Exploracion entomolögica . . por el termino de la Garriga (Ca-
taluna). Ausser Insekten sind auch einige Arachniden aufgezählt.
Les galles utiles. Par G. E. Ch. Beauvisage; habe ich
nicht gesehen; eine „Analyse" der Schrift von van Segveit s.
C, R. Ent. Belg. 1883 S. CXLIX.
8 Bcvtkan: Bericht über die wissenschaftlichen
Wilms iiiul Westhoflf stellen ein Verzeichniss der bis-
lang in der Provinz Westfalen beobachteten Gall-
gebilde zusammen; 11. Jahresber. Westf. Provinzial -Vereins
S. 32 ff. Die Pflanzen, an denen Gallen beobachtet sind, sind
systematisch geordnet und die Gallen und ihre Erzeuger kurz
besclirieben. Von letzteren gehören 2 den Coleopteren, 36 den
Hymenopteren , 43 den Dipteren, 39 den Rhynchoten, 33 den
Acarinen an; von 17 Gallen sind die Erzeuger nicht bekannt.
Parthenogenesis bei Nematus similis und den Tenthre-
diniden überhaupt; Ent. Nachr. 1883 S. 1 ff. ; vgl. imten.
Nematus Salicis war von Fletcher durch einen Irrthum
Parthenogenesis zugeschrieben worden ; der richtige Artname ist
melanocephalus Hurt.] Ent. Monthl. May. XIX S. 206 f.; vgl. den
Bericht für 1881 S. 6.
Osborne theilt some further Observations on the Parthe-
nogenesis of Zaraea fasciata .... mit; ebenda XX S. 145.
Er fand, dass sich das Kopfende des Embryo mit gleicher
Häufigkeit am oberen und unteren Eipole bildete.
Monströses Weibchen von Ptinus latro; Ent. Nachr. 1883
S. 44.
Astacus fluviatilis mit 4 Scheeren an der linken Hand;
Rend. del R. Istit. lombardo (2) XVI, Müano 1883 mit Holz-
schnitt.
Melomelie tarsal chez un Staphylinide (Philonthus
ventralis); Revue d'Entom. II S. 93, PI. II No. 2.
Monstrosität bei Carab. festivus und Melomelie bei Calos.
auropunctatum; ebenda S. 228.
Omaseus niger; C. R. Ent. Belg. 1883 S. CXXXVIH f.
mit Holzschnitt.
Eine Larve von Melanippe montanata mit den Fühlern
und Vorderbeinen der Image; Americ. Natural. 1883
S. 1175.
Eine hermaphroditische Boarmia repandata, beschrieben
und mit einer statistischen Glosse begleitet; Stett. entotn. Zeit.
1883 S. 20 ff.; von Erebia Euryale — Adyte; ebenda S. 373.
Halbirter Zwitter von Macropis labiata; Proc. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. XXV mit Holzschn.
Zwitter von Saturnia Carpiui; Ent. Nachr. 1883 S. 135.
Ueber einige neue Blattinarieu-, zwei Dictyo-
neura- und zwei Arthropleura-Arten aus der Saarbrücker
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. Q
Steinkohleiiformatiou. Von M. Kliver. Palaeontographica XXIX
5 und 6 S. 251 ff. Tafel XXIV— XXVI. — AngescLlossen ist
eine tabellarische Zusammenstellung sämmtlicher bis jetzt in
der Saarbrlicker Steinkohlenformation aufgefundenen fossilen
Insektenreste mit Angabe des Fundortes und des Horizontes,
lieber die Goldenberg 'sehen Arten und Beschreibungen sind
einige berichtigende Zusätze gemacht.
R. D. Lacoe hat eine List of Palaeozoic Insects of
the United States and Canada zusammengestellt, wobei
Insects im Umfange der Tracheaten zu nehmen ist. Einschliess-
lich 14 von Scudder demnächst zu beschreibenden Arten (10 In-
sekten, 3 Myriapoden, 1 Anachnide) enthält die Uebersicht
Rhynchoten IG. 1 A.; Neuropteren 16 G. 21 A,; Orthopteren
9 G. 26 A.; Myriapoden 9 G. 19 A.; Arachniden 5 G. 5 A. Jeder
Art ist der Literaturnachweis, Angabe des Fundortes und jetzigen
Aufbewahrungsortes beigefügt.
Crustacea.
Frenze! fasst das Resultat seiner Untersuchungen über die
Mitteldarm drüse (Leber) der Crustaceen in folgenden Wor-
ten zusammen: „Bei allen Crustaceen enthält das Sekret dieser
Drüse zunächst Fett in Gestalt von ungefärbten oder gefärbten
Tröpfchen, welche entweder in besonderen Zellen wie bei den
Decapoden, Gammariden und Caprelliden, oder in den gewöhn-
lichen Sekretzellen, wie bei den Isopoden und Phronimiden,
gebildet werden. Mit alleiniger Ausnahme der Isopoden ent-
halten diese Zellen ferner überall kleine, kugelförmige Gebilde,
welche zu einem Klümpchen vereinigt sind. Der Hauptbestand-
theil des Sekrets wird jedoch von meist sehr feinen und ge-
färbten Granulis gebildet, welche bei den Decapoden, Gammariden
und Caprelliden in besonderen Zellen, bei den Isopoden und
Phronimiden jedoch zusammen mit dem Fett in einer Zellenart
entwickelt werden. Auch der Bau der Zellen zeigt noch eine
grosse Uebereinstimmung, denn bei allen Crustaceen tragen die
Drüsenzellen einen Saum, welcher aus feinen Härchen zusammen-
gesetzt ist und einem Membranstück aufsitzt, das wahrscheinlich
überall mit Poren versehen ist, wie sie sich bei den Phronimiden
nachweisen Hessen. Ferner lässt das Zellprotoplasma überall
10 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
eine purallclstreiiige Anordnung erkennen, welche namentlich
bei den Isopoden am schärfsten hervortritt.
In Betreif der Funktion dieser Drüse ist gezeigt worden,
dass sie bei den Decapoden nicht neben der fermentsecernirenden
noch eine gallbereitende sein kann. Da nun die übrigen Crusta-
ceen, besonders die Gammariden und Caprelliden in histiologi-
scher Hinsiclit eine so grosse Uebereinstimmung mit den Deca-
poden aufweisen, so kann man dieses Resultat auch unbedingt
auf sie übertragen. Dieser Schluss wird noch durch die That-
sache unterstützt, dass die Mitteldarmdrüse der Isopoden über-
haupt nur eine einzige Epithelzellenart, die der Fermentzellen,
führt und dass den Phronimiden eine morphologisch und histio-
logisch besonders entwickelte Mitteldarmdrüse, eine Leber, völlig
fehlt. Es bleibt demnach nur der Schluss gerechtfertigt, dass
die Mitteldarmdrüse die Funktion einer Verdauungsdrüse besitzt,
welche in ihrer Wirkung mit dem Pankreas der Wirbelthiere
eine gi-osse Aehnlichkeit zeigt. Mitth. Zool. Station Neapel V
S. 50 ff. Taf. 4 ; über die Mitteldarmdrüse der Decapoden allein
auch Sitzgsber. K. Preuss. Akad. d. Wissenschaften, Berlin,
1883, XLII S. 1113 ff.
Milne- Edwards erstattet einen Rapport preliminaire
sur l'expedition du Talisman dans l'Ocean Atiantique,
der namentlich aus den grösseren Tiefen eine Menge inter-
essanter Krustaceenformen erwähnt (Heterocarpus, Penaeus,
Nephropsis, Polycheles, Lithodes, Aristaeus, Nematocarcinus) ;
Compt. Rendus XCVII S. 1389 ff.
Aus Willemoes Suhm's hinterlassenen Papieren veröffent-
licht Ray-Lankester dessen Beschreibung und Zeichnungen der
anfanglich einem Limulus, später aber einem Cirripeden zu-
geschriebenen Larvenformen; Quart. Journ. Microsc. Sei. (N. S.)
LXXXIX S. 145 ff PI. VII; vgl. den vor. Ber. S. 19.
In einer Note sur la Spermatogenese des Crustacös
podophthalmes, specialement des Decapodes schildert
G. Herrmaun die Entwicklung der Spermatozoon folgender-
massen: Nachdem aus den männlichen „Ovula" durch Theilung
die Spermatoblasten hervorgegangen sind, leitet sich die Um-
wandlung letzterer zu den Samenkörpern dadurch ein, dass
neben dem Kern und mit ihm in Berührung zunächst ein
Körperchen entsteht, dass sich zur Kopfblase entwickelt.
An dem vom Kern am meisten entfernten Pol dieser kugeligen
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. H
Blase entsteht ein nach innen gerichteter Auswuchs, dem hernach
ein ähnlicher vom entgegengesetzten Pol entgegenkommt; beide
verschmelzen mit einander und bilden so eine die Achse der
Kopfblase central durchziehende Säule. Später öffnet sich diese
Säule an ihren Enden und scheint dann durch Einstülpung der
Wand der Blase entstanden zu sein. Bei den Brachyuren nimmt
die Blase die Gestalt einer Glocke an, deren convexe Spitze in
den Kern hineinwächst; letzterer umhüllt dieselbe späterhin
ganz, bis auf die Basis, und entsendet an seinem Rande nach
Grösse und Zahl verschiedene Fortsätze. — Bei den Macruren
streckt sich die Blase sehr in die Länge und wächst nicht in
den Kern hinein, sondern bleibt mit demselben durch eine Art
Halsband in Zusammenhang; die Herkunft des letzteren lässt
der Verfasser unentschieden. Dasselbe nimmt später die Gestalt
einer dreieckigen Platte an, dessen Ecken sich verlängern und
zuletzt in starre Fäden ausziehen. — Compt. Rendus XCVH
S. 959 ff.
Bei den Edriopthalmen verläuft die Entwicklung anders.
Die männlichen „Ovula" zeichnen sich durch ihre sehr bedeutende
Grösse aus (0,1 mm). Nachdem dieselben durch wiederholte
Theilung in die Spermatoblasten von 0,015 mm Grösse zerfallen
sind, verschwindet an dem Kern der letzteren das Kernkörper-
chen; dem Kern anliegend wird das mützenförmige Kopfkuöt-
chen sichtbar, dessen weitere Bestimmung und Schicksale nicht
ermittelt wurden. Indem der Spermatoblast sich bis auf 0,1 mm
verkleinert, dabei aber sein Zellleib im Vergleich zum| Kern
sich etwas vergrössert, fügt sich an den Kern durch ein kleines
Mittelstück ein Faden an, der ganz ausserhalb des Spermato-
blastes liegt. Damit sind die 5 Theile des Spermatozoids
fertig, und die weitere Entwicklung beruht nur auf einem
Wachsthum in die Länge, von dem namentlich der Kern, der
den Kopf, und der Faden, der den Schwanz desselben bildet,
beti'offen wird. Anfangs in dem Spermatoblast aufgerollt, befreit
sich der Kopf an seinem hinteren, dem Mittelstück angefügten
Ende aus demselben und streckt sich; ein Rest der Zelle bleibt
noch längere Zeit an dem Vorderen Theile des Kopfes als proto-
plasmatischer Saum erhalten, das Mittelstück hat die Gestalt
eines Kegels, dessen ausgehöhlte Basis das Ende des Kopfes
umgiebt, und dessen Spitze den Schwanzfadon wie eingelenkt
trägt. Letzterer ist durch seine bedeutende Länge ausgezeichnet,
12 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
die z. B. bei Ligia 3 mm beträgt, während auf Kopf und
Mittelstuck nur 0,1 mm kommen. Die fertigen Spermatozoon
sind in Bündel von 8 — 100 Stück vereinigt; wahrscheinlich
bildet sich aus einem „Ovulum" ein solches Bündel; wodurch
dasselbe zusammengehalten wird, ist von dem Verfasser nicht
mit Sicherheit ermittelt. Isolirte Spermatozoon wurden nur in
den Ovidukten gefimden. Derselbe ebenda S. 1009 fF.
Die Ausbeute einer Escursione zoologica al lago di
Tob Uno Hess in demselben Bythotrephes und Leptodora ver-
missen, dagegen Cyclops coronatus, serrulatus; Bosmina longi-
rostris auffinden; Pavesi in Atti d. Soc. ital. di Sei. naturali,
Vol. XXV. Milano 1882; s. Bull. Soc. Ent. It. XV S. 196.
Als Daten zur Kenntniss der Crustaceen-Fauna
der Seen am Retyezät führt E. Daday nach Aufzählung der
Protozoen und Würmer folgende Arten mit ihrer Beschreibung
auf: Cyclops viridis, agilis, alpestris, nivalis; Canthocamptns
staphylinus, omatus; Diaptomus Castor; Cypris ornata; Chydorus
sphaericus, globosus; Alona affinis, Leydigii, guttatus; Campto-
cercus Lilljeborgii; Daphnia lacustris, longispina, obtusa, pellu-
cida, psittacea, SchaefFeri; Branchipus diaphanus; Termesz.
Füzet. VII S. 41 ff. Taf. II.
No. XXIII der Reports on the results of dredging . . on
the east coast of the United States, .... enthält eine Auf-
zählung, Beschreibung und Abbildung der Isopoden durch
0. Karger; Bull. Mus. Comp. Zoolog. XI No. 4 S. 91 ff. PI. I— IV.
Es sind nur Vertreter der Schmarotzerasseln angeführt; manche
derselben waren von diesem Theile des Meeres noch nicht be-
kannt. Es sind folgende Arten: Cirolana spinipes Bäte &
Westio., impressa n. sp. ; Aega psora Kroy., Webbii Schiödte & Meint.,
incisa Schiödte & Meint.; Rocinela oculata n. sp. , Americana
Schiödte & Meint., spec. ind.; Syscenus infelix Harg.
Brooks gelang es, aus einem Protozoeastadium, welches
F. Müller aus einem Nauplius erhalten hatte, einen Penaeus
zu erziehen; damit ist der Beweis geliefert, dass diese Deca-
podengattung das Ei als Nauplius verlässt; Johns Hopkins
University Circulars, November 1882 S. 6 und Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 147.
C. Keller fand im Suezkanal Baianus miser; Sphaeroma
serratum; Gammarus sp. und einen Brachyuren, die sämmtlich
aus dem Mittelmeer in den Kanal eingewandert sind; das Rothe
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 13
Meer liefert unter den Krustern keinen Theilnebmer an der
Migration. Die Fauna im Suez-Kanal. ... in Neue Denkschr.
d. allgem. Schweiz. Ges. f. d. ges. Naturw. XXVIII Abth. 3 S. 22.
In einem Part II „On the sense of color among some
of the lower auimals" bestätigt Labbock seine früheren Resultate,
während Mereschkowski; allerdings an anderen Objekten, zu
anderen gelangt war, vgl. dies. Bericht f. 1881 S. 8. Lubbock
operirte auch dieses Mal mit Daphnia. Er fand, dass dieselben
grelles Sonnenlicht meiden, obwohl sie Licht der Dunkelheit
vorziehen. Von den verschiedenen Farben bevorzugen sie nicht,
wie früher gesagt war, grünes, sondern gelbes; die scheinbare
Bevorzugung des grünen Lichtes rührte von der zu starken In-
tensität des gelben Lichtes her, das bei den ersten Versuchen
angewandt war. — Journ. Linn. Soc. Lond. XVII S. 205 fF.
Unter der Aufschrift „Heterogenetic development
in Diaptomus" führt C. L. Herrick aus, dass Diaptomus
castor in Nordamerika unter verschiedenen Verhältnissen in
verschiedenen Grössen, Formen und Färbungen vorkomme;
die Färbung ist nicht vom Alter, sondern von der Beschaifenheit
des Wassers abhängig, indem sie sich in gleicher Weise bei
sämmtlichen, verschiedenartigen Einwohnern desselben Tümpels
zeigt; es geht daher auch nicht an, die Färbungen durch
sexuelle Zuchtwahl erklären zu wollen, wie Weismann gethan
hat. — In einem Cyclops tenuicornis wurden Parasiten, die für
Distoma? erklärt werden, aufgefunden; an diesen Fund sind
Bemerkungen über die bekannten Parasiten der Entomostraka
angeschlossen. Von zwei Daphnia -Arten werden die ver-
schiedenen Entwickelungszustände abgebildet. Ferner werden
neun Arten von Copepoden und Cladoceren beschrieben und
abgebildet; The American Naturalist 1883 S. 211, 381 ff., 499 ff.
PI. V— VII.
Nach Regnard und Blanchard haben nicht nur einige
schmarotzende Copepoden, sondern auch Apus und Branchipus,
vielleicht auch Daphnia, Hämoglobin in ihrem Blut, das sich
durch verschiedene Methoden nachweisen Hess. Zool. Anz. 1883
S. 253 ff. — Ray Lankester weisst darauf hin , dass er bei
Daphnia und Chirocephalus bereits 1869 Hämoglobin nach-
gewiesen hat; ebenda S. 416 ff.
Observations on the marine fauna off the east
14 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
coast of Scotlaud; by F. Day; Journ. Linn. Soc. Lond. XVII
S. 84 (T.
In seinem Bidrag til kundskab om Throndhjems-
fj Ordens Fauna im Kongl. Norske Vid.-Selsk. Skrifter, 1880,
Throndhjem 1881 S. 73 ff. führt V. Storm auf S. 82 ff. von
Crustaeeen auf: Calocaris Macandriae; Pandalus borealis;
Cryptochelcs pygmaea; Pasiphae tarda; Orchestia gamarellus;
Callisoma crenata; Orchomene minuta; Epimeria cornigera;
Calliopius laeviusculus ; Melita dentata; Haiice abyssi; Ampelisca
spinipes; Ampbithoe podoceroides; Podocerus falcatus; Aega
Strömii, monophthalma; Rocinela dannouiensis; Munopsis typica;
Nebalia bipes.
Die Notes on the Palaeozoic Bivalved Entomo-
straca No. XVI von T. R. Jones enthalten L: Some . . .
from Siberian Russia S. 243 ff. PL VI.— IL: Some . . . from
Spitzbergen S. 247 ff. PI. IX (Estheria, Entomis und Leperditia).
Als New discoveries in Devonian Crustacea theilt
J. M. Clarke 10 Fundpunkte seines Spathiocaris Emersonii und
die Diagnose einer neuen Gattung mit 3 Arten mit: Diptero-
caris („Carapace in one piece, elongated, divided along the
major axis into two more or less separated wings or alae;
greatest width anteriorly through the apex or area of Union
of the alae of the carapace . . .") pennae-Daedali, Procne, pes-cervae.
Von den Schalen sind Holzschnittbilder in natürlicher Grösse
und vergrössert gegeben. Amer. Journ. Sei. a. Arts XXV
S. 120 ff.
EUipsocaris Deioalquei Woocho, i. 1. (Schistes de Frasnes,
Belgien); Dewalque, Ann. Soc. geol. Belg. VIII S. 46.
Ueber die „Phyllopoden"-Natur von Spathiocaris,
Aptychopsis und cähnlichen Körpern äussert sich Dames
in dem Neuen Jahrb. f. Mineral. 1884 I. Bd. S. 275 ff. dahin,
dass auch diejenigen, die nicht als Aptychen zu deuten sind,
doch jedenfalls keine Phyllopoden sind.
Die Mem. de l'Acad. Imp. d. Sei. de St. Petersbourg (7)
XXXI No. 5 enthalten Miscellanea Silurica; Nachtrag zur
Monographie der russischen silurischen Leperditien ; Crustaceen-
Fauna der Eurypterus-Lager von Oesel; von Mag. F. Schmidt;
s. Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 129.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 15
Phyllopoda.
Branchiopoda.
Unter der Aufschrift A Monograpli of North American
Phyllopod Crustacea bringt A. S. Fackard zunächst eine
Monographie der Nordamerikanischen Branchiopoden im Sinne
Claus'. (33 Arten, ohne 3 nicht zu identificirende anderer
Autoren.) An diese sind aber allgemeine Betrachtungen und
Darstellungen angeschlossen, welche weit über die geographischen
und systematischen Grenzen, welche in der Ueberschrift genannt
sind, hinausgehen. So wird sehr eingehend die genealogische
Aufeinanderfolge und die Phylogonie des ganzen Crustaceen-
stammes, die geographische Verbreitung der Unterordnung auf
der ganzen Erde, ihre Anatomie und Entwickelungsgeschichte,
Abhängigkeit von äusseren Einflüssen, die systematische Stellung
der Nebalia u. s. w. behandelt. Dem Text sind instruktive
Holzschnitte beigefügt; diese sowie die lithographirten Ab-
bildungen auf den Tafeln sind nur zum kleineren Theile Origi-
ginalien. Es würde den Plan dieses Berichtes weit überschreiten,
wenn ich den reichen Inhalt dieses Werkes genauer berücksich-
tigen wollte. Dasselbe nimmt S. 295 — 592 des XII. Annual
Report of the U. S. Geol. a. Geogr. Survey ein und ist mit
39 lithographirten Tafeln und einer geographischen Karte aus-
gestattet. Ein ausführlicheres Referat s, in Ann. a. Mag. N. H.
(5) XII S. 199 ff.
Two genera of Bvanchiopoda in the Australian desert
(Apus und Limnetis); Americ. Natur. 1883 S. 1185.
Estheria compleximanus (EUis, Kansas); von Fackard a. a. 0. S. 305
nochmals als n. sp. aufgeführt und auf PI, V Fig. 1 — 7; XXIV 8,10;
XXV 6 abgebildet, obwohl die Art bereits 1877 als Eulimnadia compl.
zuerst beschrieben war.
Branchinecta LindakU (Wallace, Kansas); Fackard a. a. 0. S. 339
PI. XI Fig. 1, 7.
Cladocera.
Eine Altra serie di ricerche e studi sulla Fauna pelagica dci
Laghi Italiani von F. Pavesi in den Atti Soc. Veneto - trentina Sei. natiir.
VIII mit 7 Taff. beschäftigt sich mit Daphnia hyalina, cristata, geleata,
kahlbergensis ; Bosmina longispina; Bythotrephes longimanus; Leptodora
hyalina.
C. Beck veröffentlicht nun auch eine Beschreibung und Abbildung
16 ßcrtkau: Bericht über die wissenschaftlichen
der von ihm für England neu aufgefundenen Cladocera -Arten Holopedium
gibberum ZadiL; Bythotrephes Ccderstrümii Schödler; Latona setifera Straus;
Journ. R. Microsc. Soc. (2) III S. 777 ff. PI. XI, XH; vgl. den vor.
Ber. S. 15.
Scapholeberis angviata (Decatur, Ala.); Herrick, Americ. Naturalist
1883 S. 502 PI. V Fig. 26—28; auf VI 23, 24 ist Sc. armata abgebildet.
Simoccphalus daphonoides (Decatur, Ala.) ; Herrick, Americ. Naturalist
1883 S. 503 PI. V Fig. 30, 31; VI 16.
Ceriodaphnia Alabamensis (Tuscaloosa, Ala.) S. 503 PI. VI Fig. 11,
12 (reticulata var.?), parva (ebenda) S. 504; Herrick, Americ. Natu-
ralist 1883.
Nach Herrick ist der Dom am Hinterende der Schale von Daphnia
ein in verschiedenem Grade persistirender embryonaler Charakter; die
europäische D. longispina ist eine unreife Form und daher kann der
gleichlautende Name für eine andere, nordamerikanische, von Herr ick
aufgestellte Art beibehalten werden. Als neu ist D. dubia? beschrieben;
Americ. Naturalist 1883 S. 500 f. PI. VI Fig. 1—4, 10 (longispina),
5—9. 13, 14 (dubia).
Trilobita etc.
0. Noväk: Zur Kenntniss der böhmischen Trilo-
biten (Moisisovics und Neumayi', Beitr. z. Paläontol. Oesterr.-
üngarns III S. 48 — 63 mit 5 Tafeln). Auf eine Art, von
welcher von Barrande verschiedene Theile als Asaphes alienus;
Ogygia discreta und Trilobites contumax beschrieben waren,
wird nach der Beschaftenheit des Hypostoms PtycJioch[e]ilus
n. g. errichtet. Ogygia peltata Saiter gehört ebenfalls in diese
Gattung.
Meneghini führt in seiner Note alla fauna cambriana
deir Iglesiente, Proc. Verb. Soc. Toscana, Pisa, IV. aduu.
11. novembre 1883 S. 7 ff. Olenus Zoppii MgJi., armatus Mgh,,
sp. ind.; Conocephalites sp.; Anomocare arenlvagum; Platypeltis
Moneghinii Born. auf.
Arthropleura armata und eine andere Art aus dem
SaarbrUckener Steinkohlengebirge beschrieben und abgebildet von
Kliver; Palaeontographica XXIX S. 262 Taf. XXVI, Fig. 1, 2.
Locomotive appendages of Trilobites; s. Americ.
Naturalist 1883 S. 1275 ff. XXVI, XXVII.
Newberry zeigte in der Versammlung am 9. Oct. 1882
der New York Acad. Sei. einen Asaphes gigas mit deutlichen
Beinen vor; Transact. etc. Vol. II S. 3.
Leibtangen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 17
In W. C. BrSgger's „Die silurischen Etagen 2 und 3 im
Kristianiagebiet und auf Eker sind mehrere neue Arten und auf
S. 102 zu Parabolina das subg. Parabolinella für limitis und rugosa
S. 104 aufgestellt.
Poecilopoda.
Koons schreibt über die sexual Charakters of Limulus; Amer.
Natur. 1883 S. 1297 ff. mit Holzschn. Er spricht zunächst seine Ver-
wunderung darüber aus, dass noch keine Exuvien mit männlichen Scheeren
des ersten Beinpaares aufgefunden sind, findet aber die Erklärung darin,
dass die jungen Männchen sich in diesem Punkte noch nicht von den
Weibchen unterscheiden und die alten sich wahrscheinlich nicht mehr
häuten. Beide Geschlechter lassen sich aber auch in der Jugend leicht
unterscheiden, indem die Ovidukte in einer Querspalte, die vasa deferentia
auf Papillen mit kreisrunder Oeffhung münden. Das Verhältniss zwischen
den abgelegten Häuten und dem ausgeschlüpften Thier war in einigen
Fällen 4:7,1; 7:10,7; 29:40.
Fackard beschreibt den Vorgang der Häutung bei Limulus und hebt
ebenfalls das starke Wachsthum unmittelbar nach der Häutung hervor,
wie auch schon Bolau nachgewiesen hatte, vgl. dies. Ber. 1879 S. 14;
ebenda S. 1075 f.
Dwight berichtet über ein „Nest frisch ausgeschlüpfter Larven von
Limulus Polyphemus"; Trans. New York Acad. Sei. Vol. H S. 106 f.
Beuham beschreibt die Hoden von Limulus. Die Vasa deferentia
bilden durch Verzweigungen und Anastomosen 2 seitliche und eine mediane
Masse; auf den Wänden dieser Gänge sitzen die „Spermasäcke", bisweilen
ainzeln, gewöhnlich aber in Gruppen. Da einzelne solcher Säcke keine
Verbindung mit den ausführenden Gängen erkennen Hessen, so ist es
möglich, dass sie nicht als Divertikula der letztereh entstehen und erst
später mit ihnen in Verbindung treten. Aus der Verzweigung und Anasto-
mose der Ausführungsgänge schliesst der Verfasser auf eine nähere Ver-
wandtschaft mit den Arachniden. Trans. Linn. Soc. London. Zool. II
S. 363 ff'.
Belinurus Süesiacus (Steinkohlengebirge Oberschlesiens); Boemer,
Zeitschr. Deutsch. Geol. Gesellsch. XXXV S. 429 ff. mit 2 Holzschn.
Dolichocephala (n. g., „allied to Eurypterus") Lacoana (aus dem
grünen Sandstein von der Catskill - group von Wyoming); Gl ay pole,
Proceed. Amer. Philos. Soc. Philad. XXI No. 114 S. 236 ff', mit Taf.
Notice sur le Prestwichia rotundata . . . schiste houiller de
Hornu, prcs Mons; par M. L. — G. de Koninck; Bulletins de l'Acad. Roy.
d. Sei. etc. de Belgique; 50 me Annee, 3me Ser. T, I S. 479 ff. PI.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahi-g. 2. Bd. g
18 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Copepoda.
Onathostomata.
Cyclops (iof^cns Herr.), peclinatus PI. VII Fig. 25 — 28, lenuisst7iius
(Piidiicah Ky.) PI. V Fig. 24, 25; VI 20, 21 S. 499, modestus (Cull-
man Ctj'., Ala.) V 21—23; Herrick, Amcr. Natur. 1883; (C. pectinatus
wird ebenda S. 794 als der südliche Vertreter von C. Thomasi Forbes
erkannt); tiljieslris S. 46, nivalis S. 47 (Seen am Retyezüt); Daday, Termcsz.
Füzet. VII.
Bradya (?) limicola, eine blinde Form aus einem Graben in einem
Salzsumpf an der Küste Mexicos; Herrick, Amer. Naturahst 1883 S. 206.
Canthocamptus ornatus (Seen am Rctyezat) ; Daday , Termesz. Füzet.
Vir S. 48.
Epischura Jluviatilis (Mulbcrry creek , Alabama) ; Herrick , Americ.
Naturalist 1883 S, 384 PI. V Fig. 10—20, der ebenda und S. 795 eine
Diagnose der 1882 von Forbes aufgestellten Gattung Epischura giebt.
Herrick glaubt sich überzeugt zu haben, dass Diaptomus giganteus
Herr., sanguineus und stagnalis Forbes nur Varietäten oder Altersstufen
von D. eastor sind; D. sieilis Forbes steht in demselben Verhältniss zu
D. pallidus Herr., wie giganteus zu eastor. Americ. Naturalist 1883 S. 381 ff.
PI. V Fig. 1—9.
Siphonostomata.
In dem 23. Art. seiner Crustaces rares ou nouveaux
des cötes de France (Ann. Sei. nat., Zool., T. XV Nr. 5 et 6
Art. Nr. 3, PI. 4 — 6) beschreibt Hesse einige auf Haifischen
schmarotzende Copepoden, die er mit französischen Endungen
und unter genialer Missachtung der lateinischen Dekliuations-
cndungen Nogagne Spinacii Achantias! (auf Spinax
Achantias!); Lepimacre (n. g.?) Jourdaini (auf Lamna cornu-
bica); Pandarus spinacii achantias (auf Sp. A.), Carcharil
glaucus (auf Carcharias glaucus), unicolor (auf Galeus vul-
garis), Musteli laevis (auf Mustelus laevis); Cecrops
Achantii! vulgaris (auf A. vulgaris) benennt. Ein kleines,
mittels eines langen Stieles einem Weibchen von Nog. Spin.
Achant. angeheftetes Exemplar deutet er als einen „seiner Mutter
angehefteten Embryo", und begründet seine Ansicht, dass die
Gattung zu den „Pandariens" und nicht zu Caligus gehöre. Die
Gattung Lepimacre nähert sich sehr Dinemura. Auf Grund der
Verschiedenheit der Mundtheile von Argulidcn, Caligidon und
Pandariden einerseits und den Ascomyzontiden und Artrotrogiden
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 19
andererseits beschränkt er die Bezeichnung „Siphonostomes"
auf die letztere Gruppe und schlägt für die Gattungen Argule,
Calige, Trebie, Nogague, Dinemoure, Lepimacre, Pandare,
Cecrops, welche bei Hesse die Tribu Arguliens, Caligiens und
Pandariens seiner Familie der Peltocephales bilden, den Namen
Rostrostomes vor.
Della Valle. SuiCopepodi chevivono uelleAscidie
composte del Golfo di Napoli; Mem. R. Accad. Lincei XV.
Habe ich noch nicht gesehen, handelt nach Bull. Ent. Ital. XV
S. 347 von Enterocola, Doroixys und Kossmechthrus notopus
(auf Distoma Pancerii).
Graeffe macht im Bollett. d. Societa Adriat. di Sei. natur. in Triestc,
Vol. VIII S. 206 ff. einen an den Kiemenfäden einer Sabellide, Dystilia
Josephina, schmarotzenden Copepoden bekannt, den er Gastrodelphis
Clausii benennt und in ausführlicher Weise in beiden Geschlechtern be-
schreibt und abbildet. Ueber die systematische Stellung des mit saugenden
Mundtheilen und einem dorsalen Brutraum im weiblichen Geschlecht aus-
gerüsteten Schmarotzers äussert der Autor die Vennuthung, dass er mit der
Gattung Sabelloehares Sars eine besondere zwischen die Gnathostomen,
speciell Notodelphiden , und Siphonostomen einzureihende Familie bilden
möchte.
Ergasilus Centrarchidarum (N. Amerika, auf den Kiemen verschiedener
Centr.); Eamsay Wright, Proc. Canad. Instit. I S. 243 ff. mit Tafel.
C&Yigws ijacißcus (Fuget sound, Washington terr., auf einem „salmon");
American Natural. 1883 S. 885 mit Holzschnitt.
Philichthys Do(e)derleini (Mitteil. Meer, auf Labrus turdus Bl.)\
Eichiardi, Proc. verb. d. Soc. Tose Sei. nat. , 1 luglio 1883, und Zool.
Anz. 1883 S. 558.
Achtheres Micropteri (N. - Amerika) ; Ramsay Wright, Proc. Canad.
Instit. I, S. 243 ff. mit Taf.
Cirripedia.
Yves Delage unterscheidet in seiner Note sur l'ana-
tomie et la physiologie de la Sacculine ä l'etat adulte
an dem Körper dieser Schmarotzer den in den Wirth ein-
gesenkten Theil von dem äusseren Sack. Der wesentlichste
Theil des ersteren ist die Basilarmembran, ein platter, auf dem
Darm des Wirthes ausgebreiteter Sack, von dessen Rande die
Röhren und von dessen Rücken der Stiel entspringt, mittels
dessen dieser Sack mit der äusseren Sacculina zusammenhängt.
Die Röhren wie die Membran selbst dringen nie in eine Wandimg
20 Bert kau; Bericht über die wissenschaftlichen
der Eingeweide ein, sondern verbreiten sich in der Leibeshöhle.
Unter der Chitinhant des äusseren Sackes befindet sich ein Netz
von quergestreiften Muskelfasern, das von Bündeln von Binde-
gewebsfasern quer durchsetzt wird; die von dem Muskelnetz
und den Bindegewebsfasern freigelassenen Stelleu sind von
einem flaclien Endothel ausgekleidet. Die Eingeweidemasse
besitzt eine ähnliche Wandung wie der äussere Sack; aber an
die Bindegewebsfasern setzen sich Muskelfasern an, welche sich
quer durch die ganze Masse erstrecken; so entsteht ein System
von Lakunen, die unter einander, mit denen der Basilar-
membran und mittels einer Art Mesenteriums mit denen des
Sacks coramuniciren und gleichzeitig einen Verdauungs- und
Circulationsapparat vorstellen. Die Ovarien sind von dem all-
gemeinen Endothel umkleidet und verlaufen als gebuchtete Röhren
zwischen den Muskeln der Eingeweidemasse; sie münden in die
Brutkammer durch einen kurzen breiten Ovidukt. Hoden sind
zwei vorhanden.
Das Nervensystem ist von einem einzigen, in der Ein-
geweidemasse, nahe der Kloake gelegenen Ganglion gebildet,
das vier Hauptnerven aussendet. Die beiden oberen ver-
zweigen sich im Muskelnetz des äusseren Sackes ; ein
Hauptast innervirt den Sphinkter der Kloake. Die beiden
unteren Hauptnerven sind für die Eingeweidemasse bestimmt.
Wenige Tage nachdem eine Nauplius-Brut den Brutraum der
Sacculina verlassen hat, beginnt eine neue Ablage von Eiern.
Es löst sich von dem Brutraum die innere Haut ab und wird
durch die Kloake entleert; unter ihr hat sich bereits eine neue
Haut gebildet. Die Eier gelangen in ein System verzweigter
Röhren, die sich durch Ausstülpung an der Mündung des Ovi-
duktes gebildet haben und später von demselben ablösen;
in ihnen eingeschlossen erlangen die Eier ihre volle Reife in
dem Brutraum. Die Befruchtung hat vorher in den Eierstöcken
stattgefunden, in welche die Spermatozoon durch den Ovidukt
einwandern. — Die Röhren mit den Eiern werden durch kleine
Hervorragungen der Innenwand dos Brutraumes festgehalten.
Der Verfasser nennt sie deshalb retiuacula; Compt. Rendus
XCVH S. 961 ff. '
Nach demselben geht dem Stadium der äusserlicheu Sacculina
(beobacht bei S. Carcini) ein bisher unbekaimtes Stadium im Innern
des Wirthes vorher. Die 0,2 mm grosse Cyprisform gelaugt (auf
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 21
welchem Wege s. unten) in die LeibesliÖhle des Wirthes, wo sie
sich im Fettkörper zwischen Darm und Ilinterleibshaut etablirt.
Sie nimmt bald die Gestalt eines platten Sackes an, von dessen
gesammter Oberfläche, namentlich aber Rande, die Saugröhren
entspringen. Das Innere ist von sternförmigen Zellen gebildet,
deren mit einander anastomosirende Verlängerungen eine Art
von cavernösem Bindegewebe bilden, dessen Hohlräume mit
einander communiciren. In der Mitte bildet der Sack auf seiner
Oberfläche eine Art Anschwellung, in deren Innerem, unzweck-
mässiger Weise „Nucleus" genannt, sich ein Haufen kleiner
Zellen befindet. Dieser Nucleus bildet die spätere äussere
Sacculina, der vorher erwähnte Sack die Basilarmembran.
Anfangs (wenn das Thier erst 0,33 mm gross ist), sind die
Zellen des Nucleus gleich; später schreitet dessen Gewebe zu
dem oben geschilderten difi"erenzirten Zustande vor. Aber bevor
diese Difl^renzirung vollendet ist, gelangt der Nucleus durch
eine in der Wand des Sackes auftretende Spalte ausserhalb
desselben und ausserhalb des Wirthes.
Bald nachdem das letztere geschehen ist, öflnet sich die
Kloake, und am oberen Rande siedeln sich junge Cypris an,
gewöhnlich 2 — 5, aber bisweilen auch bis zu einem Dutzend,
die die Rolle von Ergänzungsmännchen zu spielen haben.
Derselbe ebenda S. 1012 flf.
In einer dritten Mittheilung, ebenda S. 1145 fif., behandelt
derselbe die Embryologie dieser Art, die als eine so eigen-
thümliche und von der bisherigen Annahme abweichende ge-
schildert wird, dass ich möglichst mit den Worten des Originals
sprechen werde. „Nach einem etwa dreiwöchentlichen Auf-
enthalte in dem Brutraum haben die Eier ihre Entwickelung
vollendet und die Larven verlassen denselben als Nauplius.
Derselbe besitzt zwei lange Geruchsfäden vor dem Auge und
hinter dem Brustschild eine sphärische Anhäufung kleiner Zellen,
welche sich vermehren und in sechs Quersegmente ordnen, von
denen sich jederseits sechs Doppelhöcker zu den Beinen der
Cypris entwickeln. Die Antennen der letzteren werden vom
Nauplius her übernommen, während dessen beide Beinpaare
verloren gehen. Nach vier Tagen und fünf Häutungen sclilüpfen
die Cypris aus. Die Antennen derselben enden mit einem sehr
beweglichen Gliede, das drei Anhänge trägt: zwei zur Sinnes-
wahruehmung dienende, einen kegelförmigen und einen blatt-
22 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
artigen, und einen, in Gestalt eines langen Krummsäbela, zum
Greifen dienenden. Die Cypris führt mindestens drei Tage lang
ein umherschweifendes Leben. Vom vierten Tage an beginnen
sie sich festzusetzen, entweder in der Nacht oder an einem
dem Licht entrückten Punkte, und zwar auf jungen Krabben
von 2 — 12 mm Länge. Die Anheftung geschieht mittels einer
Antenne an der Basis eines Haares der Krabbe, mit Vorliebe
an der Basis der Füsse oder des Rückens des Hinterleibes. Die
Cypris können 14 Tage und länger leben ohne sich festzusetzen,
und gehen während dieser Zeit keine wesentliche Veränderung
ein. Nach ihrer Fixiruug hingegen beginnt sich die Hypodermis
am ganzen Körper, mit Ausnahme an der Insertion (?) (point
d' Implantation) der Antennen von der Chitinhaut abzulösen
und zurückzuziehen wie zu einer Häutung, dann tritt die Ge-
sammtheit der Abdominal-Beine stark nach vorn hervor und löst
sich endlich ab, auf diese Weise eine weite Unterbrechung in
dem Zusammenhang des Integumentes hervorrufend. In dem
Körper des Thieres vollziehen sich langsame und nachhaltige
Bewegungen. Die Fetttröpfchen vereinigen sich zu grossen
Kugeln und bewegen sich allmählich gegen die durch Abwerfen
der Beine entstandene Oeffnung hin; das Auge folgt dieser Be-
wegung und in weniger als drei Stunden befindet sich alles in
dem von den Beineu verlassenen Theil zwischen den beiden
Risswänden. Die Haut der Cypris fällt und es bleibt, mit der
der Antenne an ein Haar angeklammert, ein neues Wesen zu-
rück, von der Gestalt eines länglichen Sackes, dessen Inhalt
fast ausschliesslich aus der oben erwähnten kugeligen Anhäufung
von Zellen besteht. Bald bildet sich am vorderen Ende der neuen
Larve eine Art von starrer Spitze, welche sich an der Basis rasch
vergrössert und später hohl wird mit weit klaffender Oeffnung.
Dieser Schnabel dringt in die Antenne ein und gelangt bald
bis zum Integumeut der Krabbe, welches er neben dem Haar
durchboln-t; an dieser Stelle ist die Haut, um eine Artikulation
zu ermöglichen, weich. Der Zelleninhalt des an dem Schnabel
angehefteten Sackes rückt durch ersteren in den Wirth; hier
muss sich die junge Sacculina den Punkt aufsuchen, wo sie iln*e
Entwicklung vollenden will, d. h. die vordere Seite der Ein-
geweide. Die jungen inneren Sacculinen haben an einer Stelle
ihres Umfanges einen ziemlich langen Fortsatz, der sich im
Körper der Krabbe verliert und sicher den Weg angiebt, auf
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 23
dem der Parasit zu seinem definitiven Aufenthaltsort gelangt
ist. Derselbe ist nach allen geschilderten Vorgängen ein inner-
licher, der nur seine Geschlechtsprodukte in einen äusseren
Sack treten lässt. Der Name „Rhizocephala" für diese Krebse
ist unzutreffend, da die „Wurzeln" nicht vom Kopfe, sondern
von der ganzen Körperoberfläche entspringen. Wesentlich ist der
Schnabel, womit die Larven die Haut des Wirthes durchstechen
und durch den sie in denselben einwandern; es empfiehlt sich
daher der Name „Kentrogonides" für diese Schmarotzer, die
übrigens nicht eine Unterordnung der Cirripedien, sondern eine
neben diesen und den Copepoden selbständige Ordnung bilden,
NoU fand eine Cochlorrhine {bihnmata ?) auf einem vom Cap
stammenden Haliotisgehäuse ; Zool. Anz. 1883 S. 471.
Ostracoda.
Seguenza beschreibt in seinem II Quaternario di Rizzolo
betitelten Aufsatze in dem Natural. Siciliano III S. 183 ff., 199 ff.,
223 ff., 256 fi"., III S. 16 ff., 48 ff., 67 ff. neue Arten.
Derselbe zählt ebenda II S. 284 ff., III S. 39 ff., 75 ff. Gli
Ostracodi del Porto di Messina auf.
Bythocypris messanensis (M. und im Quarternär von Rizzolo) ; Seguenza
a. a. O. S. 227.
Argilloecia suhreniformis (Quartemär von Rizzolo); Seguenza a. a. 0.
ms. 17 Tav. I Fig. 5, Messanensis (Hafen von M.) derselbe ebenda
S. 41 Fig. 4.
Cypris Sardoa (S.) ; Costa, Relazione etc. a. a. 0.
Cythere dmbaeformis (Quarternär von Rizzolo) S. 20 Tav. I Fig. 6,
Venus (ibid. und Hafen von Messina) S. 48 Fig. 7, phaseolina (nur fossil)
S. 49 Fig. 8, bicostata (Rizzolo) S. 67 Tav. II Fig. 1, mullipunctata (ibid.)
S. 69 Tav. I Fig. 9; Seguenza a. a. 0.
Leperditia Briarti (Luxemburg, Stringocephalenkalk) ; Dewalque, Ann.
Soc. geol. Belgique VIII S. 49 PI. 2 Fig. 2, 3.
Macrocypris {inßaia S. 203), elongata S. 204, (compressa S. 223),
trigona S. 225 (Hafen von Messina und im Quarternär von Rizzolo;
Seguenza a. a. O. 11, gracilis (Messina) S. 76; derselbe ebenda III.
Pontocypris interposita (Hafen von Messina und im Quarternär von
Rizzolo); Seguenza a. a. O. II S. 201; punctata (Messina) III S. 89 Tav. I
Fig. 2, polita (ibid.) S. 40 Fig. 3; derselbe ebenda.
24 Bortkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Malakostraka.
J. E. V. Boas berücksichtigt in seinen Studien über die Ver-
wandtschaftsbeziehungen der Malakostraken, Morphol. Jahrb.
VIII, S. 485 ff. Taf. XXI— XXIV hauptsächlich die Gliedmassen. Für
die Kiefer- und Thoraxfüsse führt er den gemeinsamen Namen Kormopoden,
Rumpffüsse, ein; es sind deren bei allen Malakostraken acht Paare vor-
handen. Die Gliedmassen bestehen aus einem Stamm-Endopodit- und ge-
wöhnlich einem vom zweiten Gliede des Endopodit entspringenden Exopodit;
an den Rumpffüssen ist überdies typisch noch ein vom ersten Glied des
Endopodit entspringendes Epipodit vorhanden. Die ersten Antennen (An-
tennulen) weichen von diesem Schema ab und sind daher nicht mit den
übrigen zu parallelisiren. Die beiden Aeste derselben sind nämlich nicht
Endopodit und Exopodit, sondern der Innenast ist eine Neubildung. —
Der Verfasser betrachtet nun der Reihe nach den allgemeinen Bau der
Gliedmassen (Antennen, Mandibeln, 2 Maxillen, 8 Rumpffüsse, 6 Schwanz-
füsse) und die Modificationen, welche dasselbe Organ bei den verschiedenen
Gruppen erlitten hat und geht dann zu einer speciellen Schilderung der
Gliedmassen bei den Euphausiden, Mysidaceen, Cumaceen, Iso- imd
Amphipoden, Decapoden und Squillaceen über. Die Betrachtung der
Gliedmassen hat Boas nämlich dazu gebracht, die Malakostraka von den
Phyllopoden, und zwar von einer mit Nebalia nahe verwandten Form ab-
zuleiten. „Diejenige Malakostraken -Gruppe, welche den Phyllopoden im
Ganzen am nächsten steht, sind die Euphausiden, besonders die Gattung
Thysanopus. Von einer mit Thysanopus verwandten Form ist die grosse
Decapoden - Gruppe ausgegangen; von einer Thysanopus - ähnlichen Form
sind ebenfalls die Mysidaceen (Mysiden und Lophogastriden) abzuleiten. . .
Von einer Form, welche den Mysiden nahe verwandt war, sind die Cuma-
ceen ausgegangen. Die Hedriophthalmen sind von Formen abzuleiten, die
zwischen den Mysiden imd Cumaceen standen. . . Die Iso- und Amphi-
poden sind übrigens unter einander so verschieden, dass ich eine Ver-
einigung beider zu einer Ordnung nicht ganz glücklich finde. Eine sehr
isolirte Stellung wird von den Squillaceen eingenommen; am nächsten —
wenn auch freilich sehr entfernt — sind sie mit den Euphausiden ver-
wandt." Der Verfasser erkennt daher die Subclassis der Malakostraka
aus den 7 Ordaungen Euphausiacea, Mysidacea, (Lophogastrida und Mysida)
Cumacea, Isopoda, Amphipoda, Decapoda (Natantia, Reptantia), Squillacea
bestehend, an, welche hernach (S. 568 fT.) in bündiger Weise charakterisirt
werden. Für die Ansicht einer nahen Verwandtschaft zwischen Mysiden
und Isopoden stützt sich Boas in erster Linie auf den Besitz von Brut-
platten, die in beiden Gruppen homologe Gebilde sind. Ferner ist die
Entwicklung in beiden Abtheilungen eine starke Stütze für ihre Verwandt-
schaft (? lässt sich ebensogut aus der geschützten Entwicklung erklären).
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 25
Weitere Punkte der Uebereinstimmung bieten die Mundgliedmassen und
inneren Organe. Die Mysiden stehen dabei der gemeinsamen Stammform
näher als die Isopoden, die manche Organe der Mysiden verloren haben.
Amphipoda.
Th. R. R. Stebbiag beschreibt vorläufig die neuen „CIi all-
enger" Amphipoda; Fundorte sind nicht angegeben. Ann.
a. Mag. N. II. (5) XI S. 203 ff.
H. Blanc bespricht die Structure des cupules mem-
braneux ou „calceoli" chez quelques Amphipodos und
sieht in ihr und in der Art ihres Vorkommens Gründe für die
Annahme, dass sie der Gehörswahrnehmung dienen. Zool.
Anz. 1883 S. 370 ff.
Caprellidae. Die VI. Monographie aus der Fauna und Flora des
Golfes von Neapel behandelt die Caprelliden von Dr. Paul Mayer,
S. 1 — 201; Taf. I — X nebst vielen Holzschnitten. Die Arbeit besteht in
dem systematischen Theile zunächst aus einer historischen Einleitung, auf
welche dann des Verfassers eigene Ansichten folgen. Es wird von der
Familie eine Diagnose gegeben und femer werden mehrere Schlüssel zum
Bestimmen der 8 (überhaupt auf der Erde bekannten) Gattungen geboten.
Bei der Auffassung der Arten macht sich auf Grund der grossen Varia-
bilität, des verschiedenen Aussehens derselben Art in den verschiedenen
Altersstufen und Geschlechtern, das Bestreben geltend, die Zahl der be-
schriebenen Arten zu reduciren. So werden als im Golfe von Neapel ver-
treten nur die folgenden aufgeführt: Protella phasma ; Caprella acanthifera,
grandimana, aequilibra, acutifrons, dentata; Podalirlus Kröyeri?, minutus.
Ausser diesen Arten, die sehr ausführlich beschrieben und in toto
abgebildet sind, sind auch die übrigen Ai'ten, soweit sie nicht als un-
berechtigte eingezogen oder als unrecognoscirbare unberücksichtigt gelassen
sind, meist mit den Worten ihrer Autoren charakterisirt. Die geographische
Verbreitung ist wegen der geringen Kenntnisse und wegen der Unzuver-
lässigkeit der Namen in blossen Verzeichnissen fast noch ganz unbekannt;
als Kosmopoliten sind Caprella acutifrons und aequilibra, vielleicht auch
Protella phasma und Proto ventricosa anzusehen. Manche Arten sind
thermophil, andere thermophob. Die meisten Arten halten sich in ge-
ringen Tiefen auf und gedeihen in Wasser von geringem Salzgehalt schlecht.
Auf diesen systematischen Theil lässt Mayer nun die Anatomie und
Histiologie, Entwickelungsgeschichte, Phylogenie und Biologie der Arten
folgen, über die der Verfasser genauere Studien anstellen konnte, Angaben
der früheren Forscher bestätigend oder berichtigend und ergänzend und
neue Beobachtungen hinzufügend. Bei dem grossen Reichthum an Material
muss ich mich darauf beschränken, nur die wesentlichsten Punkte hervor-
26 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
zuhcben. — Die Hypoilermis fehlt an einigen Stellen oder wird vielmehr
durch ein Netzwerk von Fortsätzen der benachbarten Hypodermiszellen ver-
treten. Die von ihr abgeschiedene Chitinhaut lässt eine äussere dunkele
und eine innere hellere Schicht erkennen, welche beide sich gegen färbende
Reagentien verschieden verhalten. Die in der Haut mündenden Drüsen
sind die Frontaldrüse (Frontalorgan Gamroth's), Antennendrüse, Drüsen der
Greif hände, die Giftdrüsen sind, und Drüsen des Kopfes und der Mund-
werkzeuge, die als Speicheldrüsen anzusehen sind. Das Nervensystem ist
von Dohrn und Gamroth richtiger als von Heller gesehen und dar-
gestellt worden; von Sinnesorganen sind, da das „Frontalorgan" eine Drüse
ist, nur die Augen und mit Nerven in Verbindung stehende Haare zu
erwähnen. Die Semper'schen Kerne gehören nicht den Zellen der
Hypodermis an; die retinula besteht aus fünf Zellen. Der Respiration
dienen vor allem die als Anhänge des Grundgliedes der verkümmerten
Brustbeinpaare 2. — 4. oder 3. und 4. auftretenden Kiemen. Bei jungen
Exemplaren sind dieselben eine durch eine mediane, nicht ganz durch-
gehende Scheidewand getheilte Blase; später bildet sich in ihnen ein
Netz- und Balkenwerk aus, welches das Blut zu längerem Verweilen in
ihnen zwingt. Bei den besonders dickhäutigen alten Männchen gewisser
Arten ist auch das 2. Glied der Vorderantennen in gewissem Sinne als
Respirationsorgan anzusehen. Eine Hautathmung findet in ausgiebiger
Weise wohl nur bei jungen Thieren statt. Das von einem Perikardium um-
gebene Herz hat 3 seitliche venöse Klappenpaare und 2 arterielle, eine vordere
und hintere am Beginn der Aorten gelegene. In der Beschreibung des Ver-
dauungsapparates wird namentlich dem Kaumagen besondere Aufmerksamkeit
geschenkt. Von Anhangsdrüsen sind namenthch die beiden Leberschläuche
zu nennen , deren Epithelzellen doppelter Natur sind , aber nur morpho-
logisch mit den von Weber bei andern Krustern unterschiedenen „Leber"-
und „Fermentzellen" verglichen werden können. — Sehr reich an inter-
essanten Mittheilungen ist der Abschnitt über die Biologie. In der
Phylogenie wird zunächst die Verwandtschaft der Caprelliden und Cya-
miden und ihre Herkunft von Amphipoden erwiesen; der gemeinsame
Stammvater war ein Gammaride s. 1. und mehr Caprelliden- als Cyamiden-
ähnlich. Von den jetzt lebenden Gattungen mögen Proto und Cercops
gleich alt sein; von erstercr zweigten sich Caprellina und Podalirius, von
letzterer Protella und von dieser Aegina und Caprella ab ; die Cyamiden
sind von einer Caprella nahestehenden Gattung abzuleiten.
Dodecas (n. g. Mandibulae palpo triarticulato instructae; pcreion
pedum paribus 6 instructum , segmentum 4. nudum ; branchiae basi 2.
gnathopodibus, 1. periopod. et segmento 4. apodi infixae; pleon rudimen-
tarium paribus 2 appendicum biarticulat.) elongatu ; Stebbing, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 207.
Caprella grandimana (Neapel; die Jugendform von Heller als
Leistangen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 27
C. Dohrnii l»eschrieben , daher der letztere Name beizubehalten! Ref.)
S. 4.3 Taf. 1 Fig. 5, 2 Fig. 23—29, 4 Fig. 29—31 ; Mayer a. a. 0.
Protclla Haswelliana (Australien); Mayer a. a. 0. S. 32.
Podalirius minulus (Santa Lucia; Hafen von Terschelling) ; Mayer
a. a. O. S. 76 Taf. 1 Fig. 4; 4 Fig. 9—11, 15.
CreYettina.
Als einen Bidrag til en nüiere karakteristik af de ved
Norges kyster forekommender arter af familien Oediceridae
giebt Spavre - Schneider zunächst eine äussere Anatomie der norwegischen
Arten dieser von Lilljeborg zuerst als ünterfamilie der Gammariden
aufgestellten Gruppe und dann eine Beschreibung der norwegischen Arten.
Es sind dies Oedicerus saginatus (macrochir , borealis) , Lynceus , microps ;
Pontoerates norwegicus (haplocheles) ; Monoculodes carinatus, norwegicus,
borealis, (Grubei), longicornis, longirostris, Packardi, (tenuirostratus), tuber-
culatus (Kröyeri), latimanus; Halimedon Mülleri Saussurei, longimanus,
brevicalcar, megalops; Aceros phyllonyx; (Oediceropsis brevicornis ; Hali-
crion longicaudatus , latipes). Die eingeklammerten Arten waren dem
Verfasser nicht in natura bekannt. — Tromso Museums Aarshefter VI
S. 1 ff. PI. 1—3.
Acanthostephia ornata\ Stebbing, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 203.
Oediceropsis rostrata; Stebbing, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 204.
Epimeria conspicua; Stebbing Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 204.
Acanthozone trkarinata ; Stebbing, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 205.
Amathillopsis australis; Stebbing, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 205.
Gammarus fontinalis (Sardinien) ; Costa, Relazione etc. a. a. O.
Andania gigantea; Stebbing, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 206.
lT^\iivD.&äia. pulchndentata S. 206, pacifica S. 207; Stebbing, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI.
Isopoda.
L. Huet hat die Resultate seiner Nouvelles recherches
sur les Crustaces Isopodes in einer umfangreichen Ab-
handlung in Robin & Pouchet's Journ. de l'anatom. et de la
physiol. . ., 19. annee S. 241—376 PI. XII— XV niedergelegt.
Die Untersuchungen beschäftigten sich vorwiegend mit Onisciden
(Ligia, Porcellio, Onisciis, Philoscia, Armadillo); nur neben-
her wurden auch andere Isopoden (Idothea, Anilocra) in den
Kreis der Untersuchungen gezogen, die sich auf alle Organe
erstreckten. Bei dem grossen Umfange der Arbeit muss ich
mich auf Hervorhebung der mir am wichtigsten scheinenden
28 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Punkte beschränken. Von Ligia wird der feinere Bau der
Kiemenlamellen beschrieben, ohne dass Leydig's Mittheiluugen
über denselben Gegenstand bei anderen Gattungen berücksichtigt
wären. Versuche haben dargethan, dass alle Onisciden zu ihrer
Athraung einen gewissen Feuchtigkeitsgehalt der Luft bedürfen;
dass Ligia oceanica, in Wasser eingetaucht, darin „indefini-
ment" lebe (unter sonst ungünstigen Umständen immerhin
7 — 8 Tage), dass dagegen die Land -Onisciden im Wasser keine
12 Stunden überdauern. Bei allen untersuchten Arten kommen
Speicheldrüsen vor. Dieselben liegen im hinteren Theile
des Kopfes unterhalb und zu den Seiten des Schlundes, und
bestehen aus kugeligen, mehrzelligen Drüsen, deren tunica
propria sich zu dem Ausführungsgange verlängert; mehrere der
letzteren verschmelzen mit einander, aber ihre Ausmündiings-
stelle Hess sich nicht ermitteln. Die Natur dieser Drüsen wird
durch die Wirkung ihres Sekretes (Verwandlung von Stärkemehl
in Zucker) klar bewiesen. In den „Leberschläuchen" beschreibt
der Verfasser nur eine Art von Epithelzellen. Das Sekret dieser
Drüsen und der Epithelschicht des Darmes übt auf Stärke keine
Wirkung, löst dagegen Eiweissstoffe, Muskeln u. s. w. auf, und
zwar scheint die letztere mehr auf das Sarkolemm und nament-
lich das Bindegewebe der Muskeln einzuwirken als das Sekret
der Leberschläuche, das seinerseits eine energischere Aktion
auf die Fasern ausübt. — Auf Fette zeigte sich nur in einem
Falle mit dem Lebersekret eine schwach emulsionirende Wir-
kung. — Beim Nervensystem beschreibt der Verfasser zwei
sympathische Nervenfäden, die mit Fasern des letzten Ganglions
zusammenhangen, und sich seitwärts nach vorn begeben bis zum
vierten Thorakalringe und von Zeit zu Zeit Zweige ausschicken,
deren Verästelungen sich in der mucosa des Darms verlieren.
Ob sie von dem vom letzten Ganglion aus nach dem Hinterleibs-
ende verlaufenden Fäden in der That entspringen, oder was
die „origine reelle des ces nerfs" ist, lässt Huet unentschieden.
— Die Spermatozoen erreichen ihre definitive Form erst in dem
als Samenblase dienenden erweiterten Theile der Ausführuugs-
gänge. Die Oeffnungen am fünften Bauchriuge sieht Huet
als Mündungen der Ovidukte an, durch die die Eier in
die Bruttasche gelangen; vergleiche unten La Valette. Bei
den jungen Individuen besteht die Körperhaut nur aus zwei
Schichten, der Chitinhaut und deren Matrix; später kommt
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 29
duzii noch eine dritte, zu innerst gelegene Bindegewebs-
schiclit, welche mit dem Bindegewebe der Leibeshöhle in
Zusammenhang steht, hinzu. Die Chitinhaut besteht bei den
Isopoden nur aus zwei Schichten, einer Kutikula genannten,
sehr feinen oberflächlichen und dem tieferen „chorion calcifie",
das aus wellenförmigen, parallelen, abwechselnd helleren und
dunkleren Lagen besteht. Die von Vitzou aufgestellte Be-
hauptung, dass die Chitinhaut nicht ein Sekret der Hypodermis-
zellen sei, sondern durch Umwandlung eines Theiles derselben
sich bilde, will Hu et weder bestreiten noch adoptiren. — Im All-
gemeinen ist hervorzuheben, dass die deutsche Literatur nur
unvollkommen berücksichtigt ist; daher bleiben manche der in
letzter Zeit angeregten Fragen unberührt; so sind bei der Be-
sprechung der Geschlechtsverhältnisse Schöbl's und Web er 's
Arbeiten, bei den Verdauungsorganen ebenfalls Web er' s Ar-
beiten ganz übersehen.
Harger schreibt als XXIIL der Rep . . . dredging . . ou
the east coast of the U. S. . . , 1880 by . . . „Blake" . . .
einen Rep. on the Isopoda; Bull. Mus. Comp. Zool. XI Nr. 4
S. 91 ff. PI. I — IV. (Cirolana spinipes Bäte & Westw.; Aega
psora (L.) Kröy., Webbii {Guer.) ScUödte & Meint., incisa Scli. &
Meint. ; Rocinela Americana Seh. & Meint. ; Syscenus infelix Harger
und einige a. A.
Der Darlegung der eigenen Resultate seiner Studien über
die Gleschlechtsverhältnisse der Onisciden schickt H.
Friedrich einen geschichtlichen üeberblick voraus, in dem aber
Weber's Abhandlung über die Trichonisciden (s. den Ber. f.
1881 S. 24) nicht mit aufgeführt ist, anderer kleinerer Notizen
nicht zu gedenken. Aus der Darstellung des Hodens und der
Samenfäden ist anzuführen, dass die Entwickelung der Samen-
fäden nicht verfolgt wurde; der blinde Anhang an der Spitze
des Hodens, der eine verschiedene Deutung gefunden hatte,
wird hier als abortives Ovarium in Anspruch genommen. — Die
Darstellung der Samenbehälter, vasa deferentia, äusseren Ge-
schlechtsorgane der Männchen bietet nach der Web er 'sehen
und Schöbl 'sehen Arbeit nichts Bemerkenswerthes. Gleich
Schöbl lässt Friedrich das in den Ovidukt hineinragende
rec. seminis blind geschlossen sein und erst nach Aufnahme der
Spermatozoon platzen. — Giebel's Zeitschr. LVI S. 447 ff. Taf. 5.
La Valette's commentatio anatomica de Isopodibus be-
30 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
scbäftigt sicli ebenfalls mit den Gcncrationsorganen der Ouiociden,
namentlich mit denen des Oniscus miirarius. Hoden und Eier-
stock besteht aus einer kernhaltigen tunica adventitia, der eine
strukturlose t. propria anliegt; in den jungen Hoden besitzt die
letztere Quermuskeln. Der ersten Anlage nach smd die Epithel-
zellen des Eierstocks und die jungen Eier nicht verschieden;
die Eier sind von Zellen umhüllt, die eine Art Follikelhaut
bilden. Der ganze Theil, der die reifen Eier enthält, gelit mit
der Eiablage zu Grunde; es ist daher wahrscheinlich, dass die
Eier in die Leibeshöhle gelangen; jedenfalls werden sie nicht
durch den sogenannten Oviduckt nach aussen befördert, für
welches Organ daher La Valette die Bezeichnung vagina
vorschlägt. Dieselbe hat ausser Längs- und Quermuskeln
Drüsenzellen in ihrer Wandung, deren Funktionen wahrscheinlich
in der Abscheidung einer Hülle um die eingeführten Spermato-
zoenbündel besteht. Ein rec. seminis ist dieses Organ nicht, da
es ein blosses Sekret ist, dass vor der Eiablage zerreist und
später durch einen mehr oder weniger soliden Griffel ersetzt
wird; der Verfasser möchte dieses Organ lieber Samenkapsel
(Capsula seminalis) nennen. — Die Spermatozoen entwickeln
sich so, dass sich der Kern einer Spermatozyte in den vorderen
Theil des Spermatozoon umwandelt, das Protoplasma derselben
den Faden desselben bildet. — Einladung zur Geburtstagsfeier
Friedr. Wilh. HL Bonn 1883, 3. Aug. 14 S. mit 2 Taf. 4°.
Tana'idac. H. Blanc theilt Observations faiets sur la Tana'is
Oerstedii Kröyer mit; Zool. Anz. 1883 S. 634 ff. Das Gehäuse dieses
Krebses ist von der Schleimabsonderung von drei grossen Drüsenpaaren
gebildet, die an den Enden der drei ersten Brustfusspaare ausmünden.
Ausser diesen Drüsen kommen kleinere, paarige jedem Brust- und Hinter-
leibssegment und sogar dem Kopfe zu, die in einem Porus der Körperhaut
ausmünden. Aus dem untei'en der 3 Theile des Oberschlundganglions
entspringen die Nerven für die Mundwerkzeuge. Die Kommissuren zwischen
Ober- und Unter- Schlundganglion sind kurz. Die Bauchganglienkette hat
ausser dem Unter -Schlundganglion 6 Thorakal- und 5 Abdominalganglien,
die dicht an einander gerückt, aber nicht verschmolzen sind. Eine mit
Diatomeen und Staub erfüllte Blase am vierten Gliede des in eine Scheere
umgewandelten Fusspaares des (^ sieht Blaue als Gehörorgan an, und
einer Einstülpung an der Basis desselben Fusspaares, die aber beiden Ge-
schlechtern zukommt, schreibt er eine gleiche Funktion zu, wie die
Seitenlinie der Fische hat. — An den beiden Leberschläuchen lassen sich
die zweierlei Zcllcnarten, die an andern Krustern bekannt, und von Weber
Leistunj^en im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 31
als Ferment- und Leberzellen bezeichnet wurden, unterscheiden. Der Fett-
kürper ist in der Jugend stärker entwickelt als im Alter und bei erwach-
senen Männchen fast verschwunden. Er lagert einen gelben Stoff ab, der
die Reaktionen wie die „combinaisons de l'acide urique'' gicbt. Die beiden
Hoden erstrecken sich auf der Rückenseite von dem 3. bis zum 6. Thora-
kalsegment, steigen dann nach unten und vereinigen sich auf der Bauch-
seite dieses 6. Segmentes zu einer Samenblase, aus der 2 getrennte, kurze
vasa dcferentia entspringen. Die Spermatozoidien sind linsenförmig mit
einem Kern. Die aus den beiden Eierstöcken entspringenden Eileiter mün-
den an dem Hinterrande des 5. Brustsegmentes in zwei dicht nebeinander
liegenden Spalten nach aussen. Die Zahl der Eier übersteigt 8 — 10 nicht.
CjTUOtlloadae. Cirolana impressa (Ostk. Am., Lat. 38" 21' 50" N.,
Long. 73" 32 W., 197 Faden); Harger, Bull. Mus. Comp. Zool. XI Nr. 4
S. 93 PL II Fig. 3, II Fig. 3.
Lockwood fand 25 ausgewachsene Exemplare von C. Concharum
Harger unter dem Panzer von Callinectes hastatus Ordway; New Jersey
St. Microsc. Soc, meet. March. 19 1883.
Rocinela oculata (Ostk. Am., Lat. 32" 18' 20" N., Long. 78° 43 W.,
252 Faden); Harger, Bull. Mus. Comp. Zool. XI Nr. 4 S. 97 PI. III
Fig. 2, IX Fig. 1.
Oniscidae.
Iglesius (n. g. Platyarthro affine; capite profunde cmarginato)
coccineus ;
Syngastra (n. g. Armadillo affine) dasypus;
Philoscia hngisiila (Sardinien) ; Costa Relazione etc. a. a. 0.
Farona meldet einen caso di allocroismo in un Armadillus
morbillosus?; Bull. Soc. Ent. Ital. XV S. 167 mit Holzschnitt.
Thorakostraka.
Vignal giebt von demjenigen Theil seiner Recherches
Listologiques sur les centres nerveux de quelques
Invertebres, die sich auf Crustaceen (Palinurus vulgaris;
Hommarus vulgaris; Astacus fluviatilis; Palaemon serratus;
Mala squinado; Cancer maenas, pagurus) bezieht, ein Resume,
das hier in möglichst wortgetreuer Uebersetzung folgt:
1. „Die Zellen der Gehirn-, Brust- und Bauchganglien sind
fast alle unipolar; sie sind fast sämmtlich von einer zähen,
dicken, granulösen und sehr dehnbaren Substanz gebildet. Sie
umschliessen einen das Licht wenig brechenden Kern, mit einem
oder zwei stärker brechenden Kernkörperchen ; ausserdem kom-
men auch bi- und multipolarc Zellen vor, welche alle sehr feine
32 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Fibrillen iimscliliessen, die sich in der Ganglienkugel selbst
verlieren.
2. Die Nervenfasern, welche die Längs- und Qiier-
kommissuren und die Nerven bilden, haben eine eigene, bald
einfach, bald doppelt konturirte Wand, je nach ihrem sehr
wechselnden Volum. An der Oberfläche oder im Innern der
Wandung finden sich ovale verlängerte Kerne. Die von diesen
Röhren umschlossene Substanz ist durchsichtig, klebrig, halb
flüssig, wenig granulirt; sie enthält entweder ein centrales
Fibrillenbündel oder zerstreute und von einander getrennte
Fibrillen. Die Nervenfasern theilen sich entweder dichotomisch
oder entsenden Aeste, die kleiner sind als sie.
3. Die centrale Nervenkette und die Nerven sind von zwei
Scheiden umkleidet: die eine strukturlos, scheint kutikular zu
sein; die andere ist von durchweg übereinander geschobenen
Lamellen gebildet; diese bildet die Scheidewand, welche die
Längskommissur bei den höheren Crustaceen in 2 Hälften theilt.
4. Die Nervenröhren sind miteinander durch fibrilläres
Bindegewebe, das zahlreiche Bindegewebszellen umschliesst,
verbunden.
5. Die an der Bauchseite eines Ganglions gelegenen
Nervenzellen schicken ihre Fortsätze in das Centrum desselben.
6. Das Centrum eines Ganglions ist einestheils von Nerven-
fasern, anderntheils von Fortsätzen der Ganglienzellen ein-
genommen; diese beiden verflechten sich innig mit einander
und lassen die Nerven aus diesem Plexus hervorgehen.
7. Die Nerven des sympathischen Systems sind von feinen
Fasern gebildet, die dieselbe Struktur haben, wie die von der
Bauchkette herkommenden. Sie bilden einen Hauptplexus und
einen zweiten kleineren mit engeren Schlingen zwischen den
beiden Muskelschichten des Darmes. Man findet in der ganzen
Ausdehnung dieses Plexus keine Nervenzellen." — Die Ab-
handlung ist in Lacaze-Duthiers' Archives (2) II S. 280 — 412
PI. XV — XVIII erschienen und durch mehrere Holzschnitte im
Text illustrirt.
Nr. 3 der Carcinological studies in the Leyden Museum von
J. G. de Man, Notes from the Leyden Museum V S. 150 ff.
beziehen sich auf Neptunus diacanthus Latr., mit dem vielleicht
marginatus Alph. Miln.-Edw. identisch ist, convoxus de Haan,
mit dem Sieboldii A. Miln.-Edio. synonym ist, Goniosoma annu-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 33
latiim F. von Amboina und Nossy-Faly in der Nähe Madagaskars,
dubium Hoffmann, die mit Orientale Dana synonym ist, acutifrons
de Man von Timor, erythrodactylum Lam. aus dem Rothen
Meer, Carupa laeviuscula Hdler von Timor und dem Rothen
Meer, Lupocyclus rotundatus Ad. & White von Amboina, Geo-
telphusa KnMü n. sp. S. 154 von Java, Ocypode africana de Man
die von 0. Kuhlii de Haan verschieden ist, Metopograpsus ocea-
nicus Homhron & Jacquinot von Gebeh und Amboina, quadri-
dentatus Stimpson von Amoy, China, Pachygrapsus minutus
A. Miln,-Edw. aus der Banda See, Grapsus maculatus Cateshy
von Liberia, Djeddah (Rothes Meer) und Reunion, gracilipes
Miln.-Edw. von Amboina, der vielleicht eine Varietät von voriger
Art, Hypsilograpsus Deldeni de Man, der vermuthlich mit Pyxi-
doguathus granulosus A. Miln.-Edw. identisch ist, Grapsodes
notatus Heller von Morotai, Ptychognathus pusillus Heller von
Madagaskar, Sesarma angolensis Brito Capello von Liberia,
Büttikoferi n. sp. S. 163 von Fischermanlake, Liberia, Kamermani
n. sp. S. 165 von Muserra, indica Mün.-Edw. und Plagusia dc-
pressa Say, die auch bei Amboina gesammelt wurde.
Birge theilt mit Notes on the development of Pano-
paeus Sayi; Studies from the Biolog. Laboratory (Johns
Hopkins Univers., Baltimore) Vol. II Nr. 4 S. 411 ff. PL XXX
bis XXXIII. Er charakterisirt die einzelnen Stadien kurz mit
folgenden Worten: 1. Zoea noch in der Larvenhaut. 2. Zoea
gehäutet, mit 4 Schwimmborsten. 3. Zoea mit 6 Schwimm-
borsten. Erstes Sichtbarwerden von Abdominalfüssen unter der
Haut; ein langer Dornfortsatz am 5. Abdominalsegment; 4. Zoea
mit 8 oder mehr Schwimmborsten; äusserliche Abdominalfüsse ;
Dornfortsätze an vorderen Abdominalsegmenten. Letzte Zoea
mit 12 oder mehr Schwimmborsten; ein getheiltes Telson;
Mandibularpalpus. Erste Megalopa unmittelbar nach der Häu-
tung der letzten Zoea mit Verlust sämmtlicher Dorne; ein ein-
faches Telson u. s. w. Erstes Krabbenstadium mit 3 Dornen
auf jeder Seite des Panzers.
In einem Sur l'autotomie ou mutilation par voie reflexe
comme moyen de defense chez les animaux überschriebenen und
durch Holzschnitte illustrirten Artikel führt L. Fredericq eine
fi-ühere Mittheilung (s. den vor. Ber. S. 11) weiter aus. Lacaze-
Duthiers' Archives (2) I S. 4l3 ff.
Ueber die bei den Oxyrrhynchen vorkommende
Arch. f. Natnrgesch. L. Jahiir. 2. Bd. Q
34 Bertkau-. Bericht über die wissenschaftlichen
Maskirung klärt C. Ph. Sluiter Graeffe dahin auf, dass ein
ähnliclier Fall von ihm bei Chorinus algatectu8 (s. dies. Ber.
1881 S. 38) und von 0. Schmidt gar in Brehm's Thierleben
von Inachiis dasselbe gemeldet wird; vgl. dies. Ber. 1881 S. 38.
— Zool. Anz. 1883 S. 99 f.
Stomatopoda.
Claus studirte die Kreislauforgane und Blutbewe-
gung der Stomatopoden zunächst an den durchsichtigen
Alima- und Erichthus-Formen und überzeugte sich ferner, dass
dieselben in der Squilla-Form keine wesentlichen Veränderungen
erfahren haben. Das Centralorgan des Kreislaufes beginnt in der
Maxillarfussregion und erstreckt sich bis zum 5. Hinterleibsring.
Der kurze vordere Theil (bis etwa zur hinteren Grenze des
ersten Maxillarfusssegmeutes) ist seitlich und dorsalwärts stark
verbreitert und dem Decapoden-Herzen gleichzustellen ; der übrige
Theil ist ein mit 12 dorsalen Ostienpaaren versehenes lang-
gestrecktes Rückengefäss. Vom ersten Theil (eigentliches Herz)
gehen die grosse Kopfaorta und 2 seitliche Arterien aus;
nahe an semem hinteren Ende hat es ein Paar sehr grosser
Ostien, hinter welchen ein mächtiges Gefässpaar entspringt.
Von dem Rückengefäss, das hinten in die in der Schwanzplatte
sich verzweigende hintere Aorta ausläuft, gehen seitlich 13 Ar-
terienpaare ab, vor welchen je eins der dorsalen Ostienpaare
liegt; nur oberhalb des vordersten Arterienpaares fehlt das
Ostienpaar.
Die Aorta cephalica versorgt die Augen, die Antennenpaare,
das Gehirn und die vorderen seitlichen Regionen der Schale,
wobei sie im Gehirn eine Schlinge abgiebt, als deren Ver-
zweigungen und Schlingen verschiedener Ordnung die zahl-
reichen Gehirngefässe anzusehen sind. Das erstere Arterienpaar
umzieht den Magen, giebt in der Tiefe mehrere Zweige für die
Maxilleu ab und wendet sich dann nach oben, um die Schale
zu versorgen. Das hintere Paar der Herzarterien und die 3
ersten Ärterienpaare des Rückengefässes begeben sich zu den
Kiemenfächern der 5 Kieferfusspaare. An der Ventralseite der
Ganglienkette verläuft die Baucharterie, welche in jeden
Ganglienknoteu eine Schlinge entsendet, die ihrerseits wieder
Nebenschlingen bildet. Die terminalen Endzweige der Gefässe
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 35
enden offen; das ausgetretene Blut wandert in die „grossen
Seiten- und Randlacunen, um von hier aus in der Hauptbahn,
dem Mediansinus, nach dem Perikardialraum oberhalb der
beiden grossen Ostien des Herzens zurückgeleitet zu werden."
Arb. a. d. Zool. Institut der Univ. Wien u. d, zool. Station in
Triest VIS. 1—14 Taf. I— HI; vgl. d. Ber. f. 1880 S. 24.
Schizopoda.
Y. Belage schildert die Circulation et respiration
chez les Crustaces Schizopodes (Mysis); Lacaze-
Duthiers' Archives de zoolog. experim. (2) I S, 105 ff. PI. X.
Das Herz erstreckt sich vom Niveau des letzten Maxillarringes
bis zum letzten Thoracalring , so fast die Hälfte des Cephalo-
thorax einnehmend. Seine vordere Grenze gegen die in ihrer
Weite vom Herzen nicht sehr verschiedene vordere Aorta wird
durch Klappen bezeichnet. An seiner breitesten Stelle ist es
oben und unten von je einem Paar von Oeffnungen durchbohrt,
durch welche das Blut in dasselbe einströmt; es ist von einem
Perikardium umgeben. Vorn entspringt von ihm die aorta
cephalica, hinten die a. abdominalis, während auf seiner Unter-
seite eine grössere Anzahl von Arterien ihren Ausgang nehmen,
von denen die zu den Eingeweiden verlaufenden sehr schwach,
dagegen eine unpaare art. sternalis sehr umfangreich ist. Die
a. abd. theilt sich im 6. Abdominalsegment in 2 Aeste: der
eine setzt den Hauptstamm fort, wogegen sich der andere nach
vorn imd unten wendet, zur linken des rectum verläuft und,
in der Nähe der Bauchwand, an der Basis des Telson sich in
2 Aeste spaltet, einen unteren, sich in 4 Kanäle theilenden,
welche das Blut den Schwimmfüssen des 6. Ringes zuführen,
und einen oberen, der später in den auf der Bauchseite ver-
laufenden einen venösen Hauptstamm einmündet. Auf ihrem
langen Verlaufe hat diese Aorta auch zahlreiche kollaterale
Zweige, sowohl zu den Anhängen der einzelnen Ringe als auch
zu den Muskeln des Hinterleibes ausgeschickt.
Die a. cephalica hat einen etwas gebogenen Verlauf und
mündet in der Oberlippe. Sie sendet 4 Arterien aus: den ge-
gemeinsamen Stamm der art. ophthalmicae , die art. cerebralis
und die beiden art. antennales. Ausserdem ist noch ein Ast
am hinteren Rande des Magens zu erwähnen, der in einen Sack
36 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
einmündet, also wahrscheinlich ein Aneurysma bildet. — Auf
der Unterseite des Herzens, nahe bei der a. cephalica, ent-
springen die art. hepaticae, weiter rückwärts ferner 2 sehr feine
Arterien, deren Vertheilung nicht zu verfolgen war, und die
art. Sternalis, die sich wieder in mehrere Aeste spaltet.
Das arterielle System geht durch Lakunen in das venöse
über, in welchem 3 Hauptströme zu bemerken sind : ein oberer
und zwei untere. Der obere Strom führt das Blut aus dem
Kopfe und seinen Gliedmassen in eine Thoraxlakune zurück ; die
unteren sammeln das aus dem Bereiche der a. abdominalis
stammende Blut. Der eine begleitet diese Aorta, der andere
die Ganglienkette, und beide kommuniziren mit einander. An
der Basis des Thorax angekommen, mündet der letztere in die
grosse Lakune ein, der erstere dagegen, nachdem er vorher 2
Sti'öme zu dem zweiten abgegeben hat, in das Perikardium.
Aus der Thoraxlakune treten Ströme in die Gliedmassen des
Thorax ein, sich wieder in zwei Aeste spaltend. Das aus den
Gliedmassen zunickk ehrende Blut sammelt sich dann in je einem
Stamm, der dann in das Perikardium mündet; so kommen
jederseits 7 Gefässe zu Stande, von denen 6 den Anhängen
der 6 Thoraxringe und eins dem 2. Maxillarfusspaar angehören.
Das erste Maxillarfusspaar, die Maxillen und Mandibeln ver-
einigen ihr venöses Blut mit dem seitlichen zuflUirenden Strom
der Kiemen, d. h. des Rückenschildes. Denn dieses ist ver-
möge seiner Struktur, die das Blut zwingt, längere Zeit in ihm
zu verweilen, in erster Linie für den Gasaustausch befähigt.
Diesem Athmungsorgan wird das Blut zugeführt durch je ein
zu beiden Seiten des Schildes verlaufendes Gefäss, das unter-
wegs die Zuflüsse der Gliedmassen aufnimmt, an denen es
vorbei passirt und namentlich durch den mächtigen Strom aus
der Thoraxlakune gespeist wird. Nachdem das Blut in dem
Rückenschild arteriell gemacht ist, kelirt es durch das Peri-
kardium zum Herzen zurück. — Der Verlauf der Blutbahnen
in dem dorsalen Aste der Beine ist ein ähnlicher wie in
Kiemen, und es wird dadurch die Vermuthung einer Homologie
derselben mit den Kiemen der Decapoden z. B. nahe gelegt;
aber „au point de vue physiologique, l'appareil au question n'est
pas une brauchie"; als Kieme fungirt oben nur das Rücken-
schild.
Boas beschreibt die bis dahin unbekannten Spermatozoen von Thysa-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 37
nopus als „gan^ einfache, rundUche oder ovale Zellen, ohne Fortsätze
irgend einer Art, dagegen mit einem deutlichen Kern"; a. a. O. S. 523
Taf. XXrV Fig. 90.
Dekapoda.
Nr. V der Carcinological Notes von J. S. Eingsley beziehen
sich auf Macrura: Bullet. Essex Institute Vol. 14 S. 105 ff. PI. I, II.
Albert hat Naiick's Untersuchungen (s. d. Ber. für 1880
S. 23) erweitert und auf das Kaugerüst der Dekapoden
ausgedehnt; Zeitschr. wiss. Zool. XXXIX S. 444 ff., Taf. 29—31
und 2 Holzschn. Nach einer Einleitung und allgemeinen Schil-
derung der in das Kaugerüst eingehenden Theile, bei deren
Benennung von Nauck's Principien Gebrauch gemacht wird,
geht der Verfasser zur Beschreibung der einzelnen Stücke bei
54 Arten über. Die Schlussresultate, zu denen Albert gelangt,
sind folgende: „Die Hartgebilde des Magens sind für die Syste-
matik der höheren Crustaceen von der allerhöchsten Wichtigkeit.
Die aus einer ausschliesslichen Untersuchung des Kaugerüstes
gewonnenen Resultate stimmen in allen wesentlichen Punkten mit
den Ergebnissen der Boas'schen Arbeit (d. Ber. f. 1880 S. 26)
überein. So erscheinen zunächst die Natantia mit Recht allen
übrigen Decapoden gegenüber gestellt, denn das Kaugerüst ist
hier theils viel primitiver, theils fehlt dasselbe ganz. Dem-
entsprechend sind die Eucyphotes als Decapoden ohne kar-
diakales dorsales Kaugerüst und die Penaeidae mit einem
solchen zu unterscheiden.
Innerhalb der Eucyphotes nehmen die Pasiphaeinen und
Atyinen eine besondere Stellung ein; letztere stehen vorläufig
noch ganz isolirt da. Vielleicht giebt eine Untersuchung von
Troglocaris einen Schlüssel für diese Bildungen. Den Peuaeiden
sind die Sergestiden zuzurechnen, welche damit nun endgültig
ihre systematische Stellung erhalten haben. Eben so evident
ist es, dass die Cerataspisformen hierher zu stellen sind und
nicht zu den Schizopoden . . . Die Familien der Homariden,
Loricaten, Thalassiniden, Galatheiden und Paguriden erscheinen
in sich wohl abgegrenzt, während die Hippiden z. Th. recht
verschieden gestaltet sind. An letztere schliessen sich die
Dromiaceen an, welche eine Uebergangsform zu den echten
Brachyuren bilden. Die Homariden lassen sich in die Unter-
familien Homarinae und Astacinae zerlegen. Eine scharfe Ab-
38 Berti: au: Bericht über die wissenschaftlichen
grenzung der Anomala s. de Haan lässt sich durch das Kau-
gerüst nicht rechtfertigen. Den Galatheideu ist Porcellana und
den Pagurideu Lithodes zuzuzählen.
Der Typus der Dekapoden lässt sich noch weiter verfolgen
und tritt namentlich bei den SquUlaceen, Mysideen und Cuma-
ceen als ein in fast allen ausgebildeten Theilen homologer auf.
Von grossem Interesse ist die allmähliche Entstehung des mitt-
leren pylorikalen Inferomedianum. Dasselbe stellt eine crista-
artige Längseinstülpung der Unterseite im Pylorikalmagen dar,
die jederseits bei Diastylis mit 1, bei Mysis mit 2, bei
Gammarus mit 3 und bei den höhern Malakostraken mit vielen
Längsborstensäumen ausgerüstet ist, und zwar steigt die Zahl
derselben, je höher eine Form im System steht." — Ein Theil
dieser Arbeit wurde auch als Göttinger Inaugural- Dissertation
veröffentlicht: Ueber das Kaugerüst der Makruren.
Noch weiter hat Mocquard seine Recherches anato-
miques sur l'estomac des Crustaces podophthalmaires
ausgedehnt, indem er auch die Nerven und Muskeln mit berück-
sichtigt und das Kaugerüst an einer grossen Zahl von Arten
beschreibt. Ann. Sei. natur. Zool. (VL ser.) T. XVI Nr. 1,
2, 3. Fl. XI, Nr. 4, 5, 6 PI. I— X.
Makrura.
Carididae. Palaemon ufricanus (W. K.Afrikas) S. 107; Kingsley,
Bull. Essex Instit. Vol. 14.
Leander Hammondii (Baker's Isl.); derselbe ebenda S. 108 PI. I
Fig. 2.
Caridina africana (Zulu Mission) S. 127 Fig. 3;
Nectocrangon alaskensis (Marmot Isl.);
Crangon tenuifrons (ibid.) Fig. 10 S. 128; derselbe ebenda.
Penaeus entwickelt sich mit einem Naupliusstadium ; s. Americ.
Naturalist 1883 S. 90 und oben S. 12; Faxon bestreitet die Beweiskraft
von Brook's Beobachtungen; ebenda S. 554.
Astacidae.
E. Cantoni macht einen Caso di polichiria in un gambero di
acqua dolce (Astac. fluviatilis) in Wort und Bild bekannt; Rendic. d. R.
Istit. lombardo (2) XVI.
Hilgendorf macht einige Bemerkungen über die sog. Krebspest,
fiir die er eine zuerst von Haeckel beobachtete Psorospermie , Ps.
Haeckeln, verantvvorthch macht; Sitzber. Ges. Naturf. Freunde BerHn 1883
S. 179 flF.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 39
Mocquard behandelt die Häutung des Hummer; Compt. Kendus
XCIV S. 204.
Thalassiuidac. Euaxius (n. g.) tricarinatus (Zanzibar); Kingsley,
Bull. Essex Instit. Vol. 14 S. 130 PI. I Fig. 1. Der Autor giebt die
Gattungs- und Artmerkmale nicht getrennt an und stellt die Gattung zu
den Gebidae s. Dana; „von Gebia und ihren Verwandten imterschcidet
sie sich durch das Fehlen der Fühlerschuppe und das scheerenförmige
zweite Fusspaar; von Axius durch das Fehlen der Fühlerschuppe und von
Gebiopsis durch die Beschaftenheit des zweiten Fusspaares. Ihre Stellung
scheint zwischen Axius und Gebiopsis zu sein."
Der Umstand, dass Lucas im Bull. Ent. Fr. 1883 S. 39 über Birgus
latro sprach, giebt Baer Veranlassung, ebenda S. 50 seine Erfahrungen
über diese Art und ihre geographische Verbreitung mitzutheilen. Auf den
Molukken kommt sie auch an der Küste vor, und das Weibchen legt seine
Eier in den Sand.
Guppy fand auf Malanpaina einen Birgus mit dem Verzehren einer
Cocosnuss beschäftigt, und glaubt, dass dieselbe von dem Krebs enthülst
und ausgehöhlt worden sei; Proc. Linn. Soc. New South Wales VU
S. 661 ff.
Hippidae.
Th. Meehan zeigt, dass Hippa talpoidea im Sande der See
Spuren macht, die leicht für die Spuren eines dreizehigen Vogels gehalten
werden können; Proceed. Acad. Nat. Sei. Philad. 1882 S. 238 f.
Brachyura.
Telplmsidae.
Telphusa socotrensis (S.); Taschenberg a. a. 0. S. 171.
Ocypodidae.
Ishikawa fand auf den Bonin Isl. eine mit Ocypoda arenaria nahe
verwandte Sandkrabbe, die in zwei Formen, mit sehr langen und mit kurzen
Augen vorkommt; die beiden Extreme sind aber durch Zwischenglieder
verbunden, so dass sie sich nicht artlich trennen lassen. Americ. Natural.
1883 S. 207 PI. IV. — Nach Smith, ebenda S. 427, gehören die von
Ishikawa abgebildeten Formen zwei untereinander und von 0. arenaria
weit verschiedenen Arten an.
Myriapoda.
Packard's „On the Morphology of the Myriopoda" s.
oben S. 1.
N. Passerini beginnt seine Centrib. alle studio dell'
istologia dei Miriapodi mit dem Integument, an dem er
40 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
ausser Ilypodermia und Chitinkutikula auf letzterer noch eine
Lage von „cellule epiclermiclü" beschreibt, welche mit der
Chitinkutikula die Epidermis bilden. Ferner werden Poren-
kanäle und Haare verschiedener Arten beschrieben. Bull. Ent-
Ital. XV S. 288 ff. Tav. I.
In einer Mittheilung sur l'orig. de cellules du folli-
cule et du noyau vitellin de l'oeuf chez les Geophiles
im Zool. Anz. 1883 S. 658 ff., 676 ff. mit 10 Holzschn. macht
Balbiani die Angabo, dass man in den Eierstockseiern von
Geophilus longicornis durch Reagentien (Essigsäure) einen feinen
Ueberzug von Plasma um das Keimbläschen sichtbar machen
könne, der sich auf ein von dem letzteren in den Dotter hinein-
ragendes Rohr fortsetzt. Der Keimfleck ist immer der Ursprungs-
stelle dieses Rohres genähert und steht mit der innern Höhlung
derselben in Kommunikation. Balbiani nennt dieses Rohr
Nuklear -Kanal oder -Trichter. In den nach dem Eierlegen in
dem Ovarium zurückbleibenden Eiern nimmt dieser Fortsatz die
Gestalt eines vielfach verschlungenen Seiles an, das vom distalen
Ende her in kleine Stücke zerfällt, die theils im Dotter zerstreut,
theils zwischen Ei und Follikelhaut liegen ; wie sie dorthin ge-
langen, ist nicht gesagt. Der Dotterkern ist nichts anderes als
ein solches Stück, das im Dotter verbleibt, wächst und manch-
mal auf die umgebende Plasmamasse als Anziehungszentrum
wirkt. Aus den zwischen Follikelhaut und Ei gelangten Partieen
entwickeln sich die Epithelzellen des Follikels, wie Fol und
Roule für Ascidien nachgewiesen haben. Diese Epithelzellen
(und auch der Dotterkern, der mit ihnen ja gleichen Ursprungs
ist) sind das Homologon der Spermatoblasten. Ausser bei G.
longicornis Hess sich die Herkunft dieser Epithelzellen von dem
Keimbläschen auch bei G. carpophagus beobachten; hier lässt
das Keimbläschen mehrere (bis 8) kurze ' Fortsätze hervor-
spriessen, die wahrscheinlich durch Abschnürung in den Dotter
und hernach auf die Follikelhaut gelangen.
^ Packard macht bei Besprechung der systematischen Stellung
der Archipolypoda Scudd. darauf aufmerksam, dass die Lysio-
petaliden ebenfalls einen spindelförmigen Körper haben und be-
zweifelt die Richtigkeit der Angabe, dass bei den Archipolypoda
die Kopfgliedmassen von einem einzigen Segment getragen
worden. Die verästelten Dornen finden sich ähnlich in dem
Embryo von Strongylosoma und bei Polyxenus. Die Archi-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 41
polypoda bilden eine den Lysiopetaliden fast gleichwertbige, aber
tiefer stehende Gruppe, die mit den Chilogn. vera die beiden
Unterordnungen der Chilognathen ausmacht. Amer. Natur. XVII
S. 326 ff. ; Journ. R. Microsc. Sog. (2) III S. 365.
Derselbe giebt A revision of the Lysiopetalidae . . .;
Proc. Amer. Philos. Soc. 1883 S. 177 ff. Die Familie unter-
scheidet sich von den Julideu hauptsächlich durch folgende
Merkmale: Kopf breiter als der Körper vorn; Wangen stark
aufgeblasen, Stirne flach; Fühler cylindrisch, länger und mehr
borstenförmig als bei den Juliden. Körper fast spindelförmig,
hinter dem Kopf eingeschnürt. In dem vorderen Theile der
Segmente bis zu % oder ^3 der Körperlänge seitlich auf einer
Anschwellung drei Borsten tragende Tuberkel. Füsse sehr
lang und schlank. Zu ihr gehören die Gattungen Lysiopetalum
Brandt, Pseudotremia Cope, Cryptotrichus n. g. S. 189 (Körper
borstentragend, kurz und dick; Augen in ein Dreieck gestellt;
Antennen schlank; Borsten '/^ so lang als der Körper dick ist;
Beine kurz für (Spirostrephon) caesioannulatus Wood), Tricho-
petalum Harger, Scoterpes Cope, Zygonopus Ryder. Angeschlossen
ist eine Note on the genus Cambala . . ., S. 195 ff., deren
typische Art, Julus annulatus Say, von Gray, Newport und
Gervais für Lysiopetalum lactarium angesehen wurde. Die
wesentlichen Charaktere dieser Gattung sind: Augen in einer
Linie angeordnet, Körper lang und schlank mit gekielten
Schildern, aus 50 Segmenten bestehend; Antennen kurz und
dick, wie bei Spirobolus. Die Gattung ist zu den Juliden zu
stellen.
Wood-Mason macht Notes on the structure, postem-
bryonic development, and systematic position of
Scolopendrella; Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 53 ff. Auf der
Oberseite des Kopfes, hinter der Einlenkung der Fühler, beschreibt
Wood-Mason j ederseits eine konvexe Fläche , deren feinere
Struktur und eigentliche Bedeutung ihm unbekannt blieb, s. Haase.
Ausser den Mandibeln ist nur ein Paar Mundwerkzeuge vorhan-
den, indem die von den übrigen Autoreu gemeldeten 2 Paare als
verschmolzene Unterlippe mit ihren Maxillen anzusehen sind.
Auf dieses folgen noch drei Paare postorale Gliedmassen, von
denen auch das letzte fussförmige noch dem Kopfe zuzuzählen
und dem Labium der Insekten zu vergleichen ist. Auf den
Kopf folgen die 13 Tergite mit 11 Sterniten, von denen jedes
42 Bort kau: Bericht über die wissenschaftlichen
eiu Paar 5 - gliediiger , mit 2 Klauen versehener und davor je
ein Paar zu Stummeln verkümmerter Füsse trägt.
Die Athemorgane bestehen nach Wood-Mason aus 11 Quer-
briieken, die jederseits mit einem Stigma vor der Einlenkuug
der Beine ausmünden; vgl. dazu unten. Ausser den Stigmen
kommt an jedem Beintragenden Segment, mit Ausnahme des 1.,
vielleicht auch des 2., 11. und 12., hinter den rudimentären
Beinen je ein Paar zweilippiger Oefihungen vor, die wahrschein-
lich Mündungen von Drüsen sind.
Die Jungen haben 7 Paar entwickelter und ebenso viele
rudimentäre Beine, ausser dem ersten zum Kopfe zu rechnen-
den, und bereits 9 Tergite; die beinlosen scheinen das 4. und
7. zu sein. Die Vermehrung der Beinpaare bis zur Normalzahl
der erwachsenen findet bei der Häutung durch Einschaltung
zwischen dem letzten und vorletzten Sternite statt. — Scolo-
pendrella ist daher den Chilopoden nur in der äussern Gestalt
ähnlich, aber nahe mit den Chilognathen verwandt. Ob sie eine
Unterordnung der letzteren ausmacht oder als eigene Ordnung
anzusehen ist, lässt sich erst bei genauerer Kenntniss entscheiden.
Haase schildert das Respirationssystem der Sym-
phylen und Chilopoden; Zool. Anz. 1883 S. 15 ff. Scolo-
pendrella hat nur 2 Stigmen, am Kopfe unter der Fühlerbasis
gelegen. Die von denselben ausgehenden Hauptstämme wenden
sich nach hinten und theilen sich am Hinterende des Kopfes in
Aeste, welche nach vorn umbiegen und ihre feinen Enden wieder
rückwärts bis ins dritte Leibessegment verfolgen lassen.
Bei Scutigera entspringen die kurzen, wenige Male sehr
regelmässig dichotom getheilten Tracheen aus den 7 unpaaren
Rückenstomata und sind an ilirem Ende deutlich kolbenartig
geschlossen. „Die in der Länge der Röhre diffundirte Luft wird
im Leibe durch Vermittelung des Fettkörpers fortgeleitet und
zwar oft in besonderen Duplikaturen der weichen Verbindungs-
haut, welche z. B. jederseits des Nervenstranges ausserordentlich
entwickelt sind."
Bei keinem der untersuchten Chilopoden findet sich ein
Verschlussapparat im Sinne L a n d o i s '. Bei Lithobius verlaufen die
von den paarigen Stigmen ausgehenden Tracheen, viel und fein
verästelt, zum Herzen, an die Pleuren, den Nervenstrang und
in die Gliedmassen, im späteren Alter auch an den Darm und
die Geschlechtsorgane. Bei Cryptops sind die Verhältnisse im
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 43
Allgemeinen dieselben; es verbinden sich aber hier bereits die
symmetrisch gelegenen Stigmen durch eine Queranastomose.
Bei Scolopendra bilden die oft blasig angeschwollenen Tracheen
von einem Stigma zum anderen Längsanastomosen ; die Ventral-
stämme zeigen ausser vielen sekundären Längsanastomosen noch
kurze Querbrücken. „Ein über dem Herzen liegender besonderer
Tracheenzug fehlt durchaus."
Bei den Geophiliden besteht das Tracheensystem haupt-
sächlich aus einem Ganglionalgeflecht und einem über dem
Herzen gelegenen Maschen bildenden Herztracheennetz. Bei
Himantarium Gabrielis zeigt sich die Entwickelung desselben
folgendermassen. „Aus dem dorsalen Querstamm, der sich
schon bei Cryptops fand, entsteht ein sich kreuzendes Röhren-
system, von den Hauptstämmen der je 4 einander nächsten
Stigmata gebildet. Allmählich dehnt sich die Kreuzungsstelle
zu einem grösseren Behälter aus und aus vorlaufenden Seiten-
ästen des aufsteigenden hinteren Stammes bilden sich neue
Längsstämme, welche in die Kreuzungsstelle vorhergehender
Segmente einmünden." Die Entwickelung des Tracheensystems
bestätigt die bereits früher ausgesprochene Ansicht, dass die
vielgliederigen Formen (Ch. epimorpha) von den an Segmenten
ärmeren abzuleiten sind.
N. Sograf veröffentlicht Materiali k posnanij embrio-
nalnago raswitija Geophilus ferrugineus L. K. i. G.
proximus L. K., Moskau 1883 (Is iswestii Imperator skago
obschestwa Ijobitilej estestwosnanija XLHI) mit schönen Ab-
bildungen, über die ich aber aus Unkenntniss der russischen
Sprache nicht referiren kann.
F. Fanzago beschreibt ein spindelförmiges, 15 mm langes,
10 mm breites Nest aus Erde, in welchem Geophilus flavus
seine Eier bewachte. Att. R. Institut. Veneto di scienze etc.
(VI) T. H S. 537 und Bull. Ent. Ital. XV S. 299 f.
Caput Scolopendrae; The head of the Scolopendra
and its muscular System ist der Titel einer inhaltreichen
und wichtigen Arbeit von Fr. Meinert; Copenhagen 1883; 77 Ss.,
3 Tff. 4°. Nach einer historischen Einleitung schildert Meinert
die Zusammensetzung des Kopfes und seiner Muskulatur. Die
Raubbeine schliesst er mit Recht von dem eigentlichen Kopfe
aus, so dass für diesen 3 Metameren bleiben, ungerechnet die
Kopfplatte. Letztere, die als lamina cephalica den Kopf von
44 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
obou bor zum grössteu Theile bedeckt, kann aus verscbiedenen
Gründen nicht als homonom den Deckstücken der übrigen
Metamcren gelten. Ausser dieser sind noch folgende Chitin-
platten am KopfgerUst vorhanden: Vorne an die 1. ceph. sich
anschliessend der clypeus, und vor diesem das labrum. Von
unten sind an der oberen Wand der Mundhöhle 2 laminae pala-
tinae und hinter und etwas nach aussen von diesen die 1, pha-
ryngeales, deren innere Winkel durch das ligameut. transversum
verbunden sind. An die Seitenecken des clypeus, zwischen
diesem und den Augen, liegen jedorseits zwei scutella inter-
calaria, von denen das oberste gewöhnlich getheilt ist. Hinter
diesen, dem Clypeus und den lam. palatin. und nach aussen
von den 1. pharyng. liegen die laminae obliquae, an welche
sich die Epimeren und Episternen des dritten Metamers an-
schliessen. Bei den Geophiliden und Lithobiaden ist von der
eigentlichen 1. ceph. noch eine davor liegende 1. frontalis ab-
getrennt.
Die morphologische Bedeutung dieser Platten ist nun fol-
gende: Das labrum ist die obere (und das labium die untere)
Hälfte des ersten der 3 Metamere, aus denen der Kopf besteht.
Der clypeus ist der dorsale Theil des zweiten Metamers, zu
dem die 1. obliquae als Pleuren gehören. Die 1. ceph. ist ein
Gebilde für sich und ebenso ihre Gliedmassen, die Antennen
(dagegen hebt Meinert nochmals hervor, dass die Antennen der
Crustaceen den Beinen derselben homonom sind). Das erste
Metamer hat keine Gliedmassen, Die des zweiten sind die
Maxillen und die des dritten die Mandibeln.
Sehr eingehend ist die Muskulatur behandelt. Die Kopf-
platte selbst wird von 6 Muskeln bewegt : retractores cap. ma-
jores und minores; flexores cap. interiores, exteriores, perlongi
und pertenues. Noch mehr weisen ihre Gliedmassen, die An-
tennen, auf: reflexores antennarum obliqui, interiores, medii,
exteriores, lati, longi ; adductores ant. perlongi, parvi, absconditi
und inferiores. In ähnlicher Weise sind auch die Muskeln der
übrigen Theile des Kopfes und des Paares der Raubfüsse be-
handelt; doch muss ich den Leser wegen dieser auf das Original
selbst verweisen, zumal da eine blosse Aufzählung derselben
doch keine rechte Vorstellung davon giebt.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 45
Peripatina.
Die Beiträge zur Anatomie und Histiologie vonPeripatus
von Dr. Ed. Oaffron beziehen sich auf den Leibesschlauch, die
Segmentalorgane, Seitenkanäle und das Gefässsystem von
Peripatus Edwardsii Blanch. Zoolog. Beiträge. Herausg. von Dr. A.
Schneider, Breslau 1883 S. 33 flf. Taf. VII— XIL Der Leibesschlauch
lässt 4 Schichten erkennen: Die Epidermis, die Subepidermoidalschicht,
die muscularis und das Peritoneum. Die Epidermis wird von der Hypo-
dermis gebildet, die eine chitinisirte Kutikula hat hervorgehen lassen,
welche sich in Fetzen ablösen lässt. Ueber die ganze Oberfläche zerstreut
treten in der Epidermis zwiebelähnliche Papillen auf, in deren Mitte ein
Haar steht und an deren Grunde einige Male ein herantretender Nerv
beobachtet wurde. Sie dienen daher theilweise als Tastpapillen. Durch
Einstülpung der Epidermis entstehen die Stigmen, die Gafifron in der Ver-
bindungshaut zwischen 2 Segmenten in grosser Anzahl (in der mittleren
Körpergegend 75) ohne regelmässige Anordnung antraf. Vom Boden
des durch Einstülpung der Körperwand entstehenden Rohrs laufen unzählig
viele geschlängelte, unverästelte Röhrchen aus, deren Ende wahrscheinlich
mit den Perikardialzellen zusammenhängt. Sie besitzen Verdickungsleisten,
von denen es aber noch ungewiss ist, ob sie spiralig oder ringförmig
verlaufen. Wann und wie das Tracheensystem angelegt wird , Hess sich
nicht ermitteln, da selbst die ältesten (25 mm langen) Embryonen noch
keine Spur desselben sehen Hessen.
Als Subepidermoidalschicht bezeichnet Oaffron eine kernhaltige,
aus senkrecht stehenden und wellenförmig zwischen den von jenen gebil-
deten Säulen nach allen Richtungen verlaufenden Querfasern bestehende
Schicht, die er geneigt ist, als eine der Lederhaut der Wirbelthiere analoge
Bindegewebsschicht anzusehen. — Die stets der Querstreifung entbehrenden
Muskeln ordnen sich in eine äussere Ringschicht, 2 Diagonalschichten,
deren Fasern schräg von hinten und unten nach vorn und oben ziehen;
eine mächtige Längsfaserschicht und die Sagittalfaserschicht. Die Fasern
der letzteren inseriren mit ihren Enden mehr oberflächlich, theils an der
Subepidermoidalschicht, theils zwischen Diagonal- und Längsfaserschicht
und begrenzen nur in ihrem mittleren Verlauf die innere Fläche der
Leibeshöhle. Indem aber in dem ganzen Umkreise diese im allgemeinen
ringförmig verlaufenden Fasern in ihrem mittleren Theile durch die Längs-
faserschicht nach innen hindurchtreten, ist der Leibeschlauch von ihnen
innen ausgekleidet. — Auf dieselbe folgt nach innen noch die Peritoneal-
schicht, welche der des Regenwurmes entspricht, nur dass sie auch zahl-
losen Tracheenröhrchen zum Substrat dienen. Ueber die Segmentalorgane
theilt der Verfasser mit, dass sie mit einer trichterförmigen Oeffnung, deren
Ränder unregelmässig zerschlitzt sind , ihren Ursprung nehmen. Das aus
46 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
dem Trichter hervorgehende Rohr macht eine Schleife, deren beide Hälften
durch eine Bindegewebsschicht mit einander verbunden sind, und erweitert
sich dann, ungefähr an derselben Stelle, wo der Trichter sich befindet, in
eine Blase, die an der Basis der Fussstummeln ausmündet. An dem Rohr
selbst sind drei Abschnitte zu unterscheiden; der immittelbar aus dem
Trichter hervorgehende Theil ist der engste und wimpert wahrscheinlich;
der aufsteigende Schenkel hat das weiteste Lumen und wahrscheinlich
einen Beleg von Drüsenzellen; der absteigende Schenkel hat ein engeres
Lumen mit fast glasheller Wandung. Ueber die Seitenkanälc macht
Gaffron Angaben, die wesentlich mit denen Balfour's übereinstimmen.
Das Rückengefäss ist flachgedrückt und besitzt in seiner oberen
Wandung in jedem Segment ein Paar quergestellter Ostien, aber keinerlei
Aeste. Mitten über die Rückenwand verläuft der Länge nach ein Strang,
der als Nerv gedeutet wird. Vgl, auch Biol. Centralbl. III Nr. 10 S. 319.
Die Entwickelungsgeschichte von Peripatus verläuft nach
J. von Eennel wesentlich anders, als Uoseley und Sedgwick nach Balfour's
hinterlassenen Papieren angegeben hatten ; s. d. vor. Ber. S. 39 und
Quart. Journ. Microsc. Sei. XXIII S. 213 ff. Die beiden kleinen Ovarien
sind der Länge nach mit einander verschmolzen und gehen in je einen
Schenkel des vielfach gekrümmten Uterus über; beide Uterushälften ver-
einigen sich erst kurz vor ihrer Mündung zur Bildung einer kurzen Scheide.
Wo die Ovarien in den Uterus übergehen, befindet sich jederseits eine
Drüse und ein kleines kugeliges recept. sem. Das befruchtete und ge-
furchte Ei setzt sich in Aushöhlungen der üteruswandung fest, die sich
durch Abplattung des sonst hohen Epithels bilden. Die Eier sind in
diesem Stadium halbkugelig mit centraler Höhle, und sitzen mit der breiten
Seite der Uteruswandung an. Die derselben zunächst liegenden Zellen
zeichnen sich bald vor den übrigen aus, wachsen und vermehren sich
stärker und bilden einmal einen Stiel, durch den das Ei und der spätere
Embryo ernährt wird, und ferner auch eine denselben umschliessende,
dem Uterusepithel dicht anliegende Haut. Die frühere Höhle geht ver-
loren, indem eine an der dem Stiel gegenüberliegenden Stelle vom Ekto-
derm her auftretende lebhafte Zellwucherung dieselbe ausfüllt. Jene Ein-
wucherungsstelle könnte man als Blastoporus ansehen; sie hat aber nichts
mit der Bildung des Mundes und Afters zu thun. Indem der durch die
Einwucherung entstandene innere Zellenhaufen sich spaltet, wird die defini-
tive Darmhöhle angelegt. Hierauf wächst der Embryo wesentlich in der
Längsrichtung des Uterus und lässt somit jetzt zum ersten Mal eine bila-
teral symmetrische Gestalt erkennen. Von der freien Aussenseite her
betrachtet, bietet er eine ovale Gestalt; am schmäleren Ende ist die Ein-
wucherungsstellc des Entoderm als Einsenkung zu sehen und grenzt sich
noch nach dem breiteren Ende durch einen Wall ab; das breitere Ende
ist das Kopfende des Embryo und die an den Stiel befestigte Seite die
Rückenseitc. Von der Einwucherungsstelle her löst sich vom Entoderm
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 47
jetzt auch das Mesoderm ab. Der After bildet sich auf dem die Ein-
wucherungsstelle umgebenden Walle und zwar vor derselben, der (Ur-)Mund
weiter nach vom als „eine Einwucherung des Ektoderm, die schräg von
hinten nach vom in die Tiefe dringt und an den Darm herantritt", aber
anfangs noch kein Lumen hat. — Die erste Spur einer Segmentirung
zeigt sich darin, dass die ältesten, also die am weitesten nach vom ge-
legenen Mesodermtheile sich in eine innere, dem Darm anliegende und
eine äussere, dem Ektoderm sich anschmiegende Platte spalten, zwischen
denen jederseits sich eine Höhle bildet Diese paarweise Höhlenbildung
schreitet dann von vorn nach hinten fort und jedem Paare entspricht ein
Segment.
Jedes Segment bildet die Gliedmassen als ein Paar Ausstülpungen
(die Fühler aber sind einfache Fortsetzungen der Kopfhöhlen). Das
Gliedmassenpaar des ersten Segmentes rückt, von einer Anzahl sekundärer
Papillen umwachsen, als Kiefer in die weite Mundhöhle ; das des zweiten
Segmentes wandelt sich zu den Papillen um, auf denen die Schleimdrüsen
(Seitenkanäle) ausmünden. — So lange der Embryo noch mittels des
Rückenstieles mit der Uteruswandung zusammenhängt, wird er durch
diesen ernährt; wenn sich aber sein Schlund gebildet hat, löst sich jene
Verbindung, und er schluckt nun „die durch das ungemein verdickte und
protoplasmareiche Uterusepithel gelieferte Nahrung."
Die Untersuchungen wurden vorzugsweise an P. Edwardsii angestellt;
ausserdem macht der Verfasser eine zweite 10 — 15 Cm. lange Art mit
41 — 42 Beinpaaren (ebenfalls von Trinidad) bekannt. Zool. Anz. 1883
S. 531 ff. und Natiire Vol. 29 S. 92 f.; 196.
Eine andere Art mit 30 Beinpaaren (von Dominica) ist angedeutet in
Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 388.
Die ausführlichen Mittheilungen von Moseley und Sedgwick nach
Balfour's hinterlassenen Papieren s. im Quart. Journal Microscop. Sei.
(N. S.) XC S. 213 ff. PI. 13—20; über dieselben referirt Packard im
Americ. Natural. 1883 S. 882 ff.
Notes on a Peripatus from the Isthmus of Panama (mit
26 Beinpaaren); A. S. Packard ebenda S. 881.
Pauropoda.
Latzel behandelt die Pauropoden Oesterreichs, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXIII S. 123 ff;, von denen er eine anatomische Schil-
derung, meist sich an Labbock anlehnend, giebt. Ausser Pauropus Huxleyi,
den er in NiederösteiTcich nicht selten antraf, fand er dort auch zwei
neue Arten der Gattung Eurypauropus auf, E. ornatus und cydiger S. 127.
Die erste stellt er in die FamiHe Pauropoda agilia Latzel, die letzteren
in die der P. tardigrada.
48 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Trachypauropus mwgaritncem (Pele, com. Szilagy) ; Tömösväry,
Termesz. Füzet. VII S. 39 mit Holzschn.
Chilognatha.
Jalidae. Unter der Ueberschrift Studi critici sulla sistematica
dei Chilognathi . . . beginnt Berlese eine Synopsis der Italienischen
Chilognathen mit Parte I: Julidae. Atti d. R. Istit. Veneto di Sei.,
Lettere cd Arte (s. VI) T. II S. 247 flF. mit 2 Taflf. Sowohl bei der
Art- wie Gattungsdiagnose wird die Bildung der Kopulationsorgane im
männlichen Geschlechte berücksichtigt. Es sind bis jetzt 20 Arten, den
Gattungen Julus (14), Blanjulus (2) und Lysiopetalum (4) angehörend
aufgeführt, darunter mehrere in dem mir nicht zugänglich gewesenen
„Acari, Myriopoda et Scorpiones hucusque in Italia reperta" zuerst be-
schriebene, die ich hier namhaft mache: I. (Pachyjulus) incertus S. 260,
(Diplojulus) Latzelii S. 266; Lysiopetalum Sicanum S. 275. Auf den bei-
gefügten Tafeln sind die Kopulationsorgane abgebildet.
Blanjulus guttulatus Bosc, bekannt als Schädling der Erdbeeren
und Runkelrüben, richtet auch unter keimenden Bohnen Verheerungen an.
Lucas, Bull. Ent. Fr. 1883 S. LXV.
lieber die LysiopetaHden s. oben S. 41.
Polydesmidae. ScMechtendal theilt über das Nestbauen von
Polydesmus complanatus mit, dass das Weibchen, nachdem es die
Eier gelegt, um den Eihaufen eine Schutzwand aufführe. Es nimmt zu
diesem Zwecke Erde mit dem Munde auf, welche rasch den Darmkanal
passirt und in Gestalt eines Plättchens zum Vorschein kommt. Durch
Aneinanderfügen solcher Plättchen wird um die Eier ein glockenförmiger
Bau aufgeführt; später zwischen jedem Einschalten eines neuen Bausteines
zugleich auch ein Ei abgelegt, von aussen wird das Nestchen dann noch
mit Steinchen, Erdklümpchen und Moosstückchen bekleidet, die mittels der
Kiefer herbeigeschleppt werden. Giebel's Zeitschr. LVI S. 223 ff.
P. ocellatus (Portland, Oreg.; mit 12 — 13 schwarzen Ocelli jederseits
und leicht zu verwechseln mit einem Trichopetalus) ; Packard, Amer,
Natur. XVn S. 428 mit 6 Abbild.
Polyxeilidae. In der Meinung, die eigenthümlichen Haare von Po-
lyxenus wären noch nicht bekannt, boschreibt Scudder die von P. fasci-
cularis und stellt sie in herzlich schlechten Holzschnitten dar; Proc. Bost.
Soc. Nat. Hist. XXII S. 66.
Glomeridac. Glomeris lunatosignata (Sardinien); Costa, Rclazionc
etc. a. a. O.
Chilopoda.
Geophilidae. Geophilus aassicawla (Sardinien); Costa, Rclazionc
etc. a. a O.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 49
Scolopeudridae. Tömösväry ändert den Namen Edentistoma (s. den
Bcr. für 1881 S. 46) in Änodontitsloma (richtig hiesse er Anodontost.)
um und gielit von dieser Gattung und von Heterostoma New,, Branchiostoma
New., Trematoptychus Fet. eine Parallcldiagnose. Die Diagnose von Ano-
dontastoma lautet: Corpus elongatum, cylindricum, segm. pedig. 21. Caput
subcordatum, margine post. partim obtecto, anteimae moniliformes , longac,
17-art. ; oculi utrinque 4, ped. max. coxae edentatae; lamina basalis
capite latior, margine laterali fere recto ; lam. dors. (exe. 1 et 2) longitrorsum
sulcatae; Stigmata sat magna, elliptica, cribriformia, utrinque 10 (3, 5, 7,
8, 10, 12, 14, 16, 18, 20); pedes breviusculi, paullo deplanati, anales ceteris
paullo crassiores, spinis destituti. — Termesz. Füzet. VI S. 162 f.
Whitell beobachtete einen 4" langen Diplodaetylus in der Gewalt
eines 3V2" langen Heterostoma; letzterer hatte mit den hinteren Beinen
einen festen Halt an einem starken Zweig; die mittleren hatten den fast
abgetrennten Schwanz und die vorderen den Schwanzstummel und das
rechte Bein des Opfers gefasst. Whitell glaubt gesehen zu haben, dass
der Heterostoma nicht nur das Blut getrunken, sondern auch Bissen Fleisch
abgerissen habe. Proc. Linn. Soc. Nevv-South-Wales Vni S. 33 f.
Scolopendrellidae. Die Beschreibung einer Scolopendrella-
Art von Scudder s. Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 64 f. mit Holz-
schnitten.
Scutigeridae. Scutigera coleoptrata bei Aberdeen in Ge-
bäuden, wahrscheinlich eingeführt; Gibson - Carmichael, Ent. Monthl. Mag.
XX S. 88.
Arachnoidea.
Das 14. Memoire der Etudes arachnologiqiies von
E. Simon in den Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 259 ff. enthält
Materiaiix p. s. ä la faune arachnol. des tles de l'Ocean
Atiantique (Agores, Madere, Salvages, Canaries, Cap Vert,
Ste. Helene et Bermiides). Zunächst sind 48 Arten von den
Azoren, und zwar von Sao- Miguel aufgezählt und z. Th. be-
schrieben, während bisher von dort noch keine Arten bekannt
waren. Dieselben sind grössteutheils europäischer Herkunft,
indem 24 Arten in Europa verbreitet, 13 den Mittelmeerländern
eigenthümlich sind und 2 bereits von andern Inseln bekannt
waren; 8 sind als neu beschrieben. Die 48 Arten sind: Den-
dryphantes uitelinus Sim.\ Menemerus semilimbatus Hahn;
Calliethera mutabilis Luc. , infima Sim. ; Euophrys finitima Shn. ;
Syuageles veuator Z;/c.; Ocyale mirabilis {Clerck); Lycosaperita
Latr.; Pardosa A<;orensis, Furtadoi, proxima C. L. Koch; Xysticus
,insulanus Thor.; Argiope Brünnichii (Scop.); Epeira acalypha
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. D
50 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
WitlcL; Zilla x-notata (Clcrck); Meta Meuardi {Sop.),- Tetra-
guatba extensa {L.); Tegenaria parietina (Fuurcr.)f domestica
(Clerck), pagana (C. L. Koch); Textrix coarctata (/>. Dufour);
Dictyna flavesceus {Walck); Amaurobius dentichdis; Oecobius
aunulipes Luc, naviis Blnckw.; Tberidium denticulatum Walck.,
tepidariorum C. L. Koch; Teutana grossa C. L. Koch, rufipes
Luc; Ero furcata {Vülers); Enoplogiiatha maudibidaris {Luc)-^
Lasacola testaceo - marginata Sim.; Erigone vagans Sav.; Micro-
neta rurestris (C. L. Koch); Leptyphautes tenebricola {Wid.);
Ariamnes dellcatnlus.
Koppen berichtet über einige in Russland vorkom-
mende giftige und vermeintlich giftige Arachniden
(Lathrodectus 13-gvittatus , seine Nahrung und Feinde; Lycosa!
singoriensis ; Androctonus bicolor, melanurus, ornatus; Scorpio
tauricus, awhasicus, mingrelicus; Galeodes araneoides, intrepida);
Soparatabdr. aus Beitr. z. Keuntn. d. russ. Reiches und der an-
grenzenden Länder Asiens (2. F.) IV.
Linguatiilina.
Chatin beschreibt Pentastomum oxyceijhalum aus Alligator
lucius, und geht auf einige Punkte der Anatomie dieser Art und ihre
Verwandtschaft mit anderen Formen aus Reptilien ein; Ann. Sc. nat. (Zool.)
XIV art. 2 mit Tafel.
P. Lari (in den Luftsäcken von L. glaucus; ausgezeichnet durch den
vorne stark verschmälerten Körper, der jeder Ringelung entbehrt, Lernaeen-
ähnlich, und vielleicht Veranlassung, die Pentastomiden zu den Crustaceen
zu stellen); Megnin, Bull. Soc. Zool. de France VIII S. 153 ff. mit Taf.
Acarina.
Die erste Serie einer Aca,rofauna Sicula von A. Berlese /iählt
(17) Trombidiadae, (l) Caeculidae, (19) Gamasidae, (15) Oribatidae, (3)
Acaridae nach einer neuen Klassifikation des Autors auf; Bull. Soc. Ent.
Ital. XV S. 212 ff.
Troaessart und Megnin berichten , dass die jungen (^ von Procto-
phyllodes, deren $ sich bekanntlich durch einen zweilappigen Hinterleib
auszeichnen, den Weibchen ähnlich sehen, so dass sich der Geschlechts-
dimorphismus einseitig mit der letzten Häutung entwickelt, während das
Weibchen die Larvenform beibehält. Bei einem auf Erismatura, Quer-
(juedula, Spatula lebenden Pterolichiden, bei Bdellorrhj-nchus polymorphus,
kommen dimoq)he Männchen vor, indem neben solchen mit normalem
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 51
Schnabel sich Männchen mit vorne verlängertem Haken der Mandibeln
finden. Compt. llendus XCVII S. 1319 ff.
Dieselben machen ebenda S. 1500 ff. einige Bemerkungen über das
Ei, das Integument, den Polymorphismus der Nymphen und sekundäre Ge-
schlechtsorgane der Sarcoptidae plumicolae. — Einige Arten Freyana,
sowie Dimorphus (Megninia Berlese) Stemae sind ovovivipar. Bei Anaiges
fuscus besitzt das Ei einen dem Ring der Farnkräutersporangien ähnlichen
Apparat. — Bei einer als Pterolichus ornatus benannten Art haben die
Weibchen 2 Paar rother Blasen: eine an den Seiten im Niveau der
Thorakalfurche, eine an den Hinterecken des Hinterleibes; das letztere fehlt
den Männchen. Sie haben einen drüsigen Bau, aber die Mündung ihrer
Ausführungsgänge Hess sich nicht ermitteln und ihre physiologische Be-
deutung ist noch unbestimmt. — Bei Proctophyllodes und Pterodectes ist
die Unterlippe, in zwei symmetrische, am Ende verbreiterte und fächerförmig
zusammengefaltete Lappen verlängert.
Staub referirt über Koller's Angaben über die „Getreidemilbe";
Biol. Centralbl. HI No. 4 S. 127; vgl. den vor. Ber. S. 47.
Dermatopllili. R. Ramsay Wright meldet das Vorkommen von
Demodex phylloides Csokor auf Canadischen Schweinen; Americ.
Natural, November 1883 S. 1112, und schildert einige Punkte aus der
Entwickelungsgeschichte desselben, Proceed. Canad. Institute, Toronto,
Vol. I Fase. 4 S. 275 ft., sich an Csokor anlehnend; vgl. dies. Ber. für
1879 S. 295 (63).
Sarcoptidae. Tyrrell stellt die neue Gattung Psorergates auf
mit folgender Diagnose : Forma corporis in mare et femina valde diversa ;
pedes maris apice spina et unguiculo, armati feminae minutissimi, apice
nudi; mandibulae styliformes. Larva et nympha feminae magis quam
mari similes. Ovipara. Die Art, für die diese Gattung errichtet ist,
nähert sich am meisten Dermatoryctes fossor Ehlers und fand sich in der
Ohrmuschel von Mus musculus in Canada; Proceed. Canad. Instit. Toronto,
Vol. I, Fase. 4 p. 337 ff. (PI. IV).
Tyrrell meldet das Vorkommen von Sarcoptes minor vai'. Cati
Hering in Canada und bespricht einige Punkte aus der Naturgeschichte dieses
kleinen Parasiten. Proceed. Canad. Institute, Toronto. Vol. I p. 332 ff.;
Plate III, auf die verwiesen ist, ist dem mir vorliegenden Heft noch
nicht beigefügt.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der
Dermaleichiden in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 91 ff.
Taf. I, II beschreibt Nörner Dimorphus urogaUi (auf Tetrao urog.), sowie die
auf Athene noctua und Strix aluco lebende Crameria lunulata Hau., deren
grosse Männchen früher von Buch holz als Dermaleichus aluconis be-
schrieben waren; endlich Pterocolus corvinus in ihren verschiedenen
Stadien.
Phytoptidae. ScUechtendal stellt eine Uebersicht der bis zur
52 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Zeit bekannten mi ttcleuropiiischcn Phyt optocecidien und
ihre Literatur zusammen; Giebel's Zeitschr. LV S. 480 if.; s, auch
ebenda S. 667 und LVI S. 219 ff.
Derselbe meldet ein neues Phytoptocecidium an Ervum tetraspermum
und ein anderes auf Genista pilosa an; Giebel's Zeitschr. LV S. 427.
Bnckhout handelt On thc gall-raites, Phytoptus, und zählt 20
Milbcngallcn Nordamerikas auf; Proc. Amor. Assoc. Advanc. of Sei., 31 th.
meet, S. 473 ff".
In einem Beitrag zur Kenntniss der Milbengallen beschreibt
F. Low ausser bekannten durch Milben veranlassten Deformitäten ein Erineum
auf Bctonica officinalis ; Erineum auf der Unterseite der Blätter von Evo-
nymus verrucosus ; Vergrünung der Blüthenküpfchen von Hieracium prae-
altum; Erineumrasen auf den Blättern von Populus nigra; warzenfürmige,
behaarte Auswüchse auf den Stengeln und Blättern von Potentilla Tormen-
tilla; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 129 ff.
TyrOgrlypllidae. Histiogaster n. g., gegründet auf (Tyroglyphus)
carpio Kram.; Berlese, Lettura fatta alla R. Accad. di Padova, 1883.
Trombidiadae. Nömer theilt einiges über Cheyletiden mit,
indem er die Angaben Megnin's (in einer mir nicht zugekommenen Ab-
handlung im Bull. zool. de France pour 1883) reproducirt, dass das $
von Ch. heteropalpus aus Fäden ein Nest herstellt, in welches es seine Eier
legt; die ausschlüpfenden Jungen haben bereits 8 Beine. Nömer fand auf
einer Krähe einen ähnlichen Cheyletus, dessen Palpen an ihrem Endgliede
2 vielzähnige Kämme trägt, wie Syringophilus bipectinatus an den Füssen.
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 645 ff. mit Holzschn.
Oribatidae. Michael, der über britische Oribatiden schon mehrfache
Mittheilungen faunistischen , entwickelungsgeschichtlichen und biologischen
Inhalts gemacht, hat nun auch aus seiner durch die Ray Society zu ver-
öffentlichenden Monographie der britischen Oribatiden Observations on
the Anatomy of the Oribatidae mitgetheilt; Journ. R. Microsc.
Societ. (2) III S. 1 ff. PI. I, II. Die Untersuchungen bezogen sich auf
den Nahrungsschlauch, die Geschlechts- und Respirationsorgane, soAvie auf
eigenthümliche Drüsen, welche von Michael wegen ihrer Lage supcr-coxal
glands genannt sind. — Am Oesophagus sind die Muskeln deutlich wahr-
zunehmen, bildeten aber nie die von Nicolet beschriebenen Einschnürungen,
welche dem Organ das perlschnurähnliche Aussehen verleihen sollen. Am
Anfang des Hinterleibes mündet der Oesophagus in den geräumigen Magen,
der jederseits ein drüsiges Diverticulum, bald kugelig, bald sackfürmig hat;
an der Uebergangsstelle des Oesophagus in den Magen befindet sich ein
Sphinkter, der das Rückströmen der Nahrung aus dem Magen in die
Speiseröhre verhindert. Auf den Magen folgt ein engerer, dann ein
weiterer Darmtheil und endhch nach einer Einschnürung mit folgender
Erweiterung der After. Diesen Thcil nennt Michael small intestine,
Colon und rectum. Am Mund- und Enddarm konnte der Verfasser keine
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 53
Anhangsdrüsen finden. Am Magen sind ausser den drüsigen Divertikeln
2 rundliche Drüsen m bemerken mit dunkelem Inhalt, die ziemlich vorn
liegen und deren Ausführungsgänge nach ziemlich geradem Verlaufe an
der Oberfläche der Magenwandung in den Magen unmittelbar vor den er-
wähnten Divertikeln einmünden. Sie sondern wahrscheinlich ein für die
Verdauung brauchbares Sekret ab und sind möglicher Weise homolog
einem Paar der vorderen Blindsäcke des Magens so mancher Arachniden.
Nicolet's Ansicht, dass die erwähnten Divertikula einfache Erweite-
rungen des Magens und ohne specielle Funktionen sind, theilt Michael
nicht, da er in ihrem sehr engen Lumen nie Nahrung fand. Er meint
daher, dass auch sie einen zur Verdauung nöthigen Stoff zu sezerniren
hätten, ohne denselben indessen näher anzugeben. Ausserdem wird nun
auch noch angegeben, dass „the dorsal part of the anterior portion of the
ventriculus and of the whole of the caeca is usually covered with a thickish
layer of brown follicular-looking cells, which sometimes entirely cover
the dorsal surface of the ventriculus." Von diesen heisst es weiter, dass „i
never have succeeded in detecting any ducts from this mass; they would
doubtless be very fine, but i think that they are identical with those,
which many authors have considered as having a hepatic function." Ich
habe diese Stelle wörtlich hierhergesetzt, da ich mich in die Vorstellung
des Autors über das Verhältniss dieser Drüsenzellen zu den drüsigen BHnd-
schläuchen nicht hineinversetzen kann.
Die Geschlechtsorgane haben die bei Milben und anderen Arachniden
gewöhnliche Ringform; doch deutet eine Einbuchtung in dem Hoden und
Eierstock mancher Arten die Verschmelzung aus zwei Hälften an (?). Die
keimbereitende Stätte ist immer der hintere querhegende Theil des Ringes,
auf welchen die vasa deferentia oder Ovidukte folgen, welche letztere von
Nie ölet irriger Weise für Eierstöcke angesehen wurden. Nachdem sich
die beiden Ausfühiungsgänge hier vereinigt haben, kommt noch ein hervor-
stülpbarer Theil, der Penis oder Ovipositor. Die Spermatozoen sind ruhende
elliptische Körperchen.
Die Tracheen fehlen bei Hoplophora und zeigen bei den übrigen
Gattungen einen verschiedenen Grad der Ausbildung. Bei Oribata globula ;
Damaeus geniculatus z. B. sollen von der Hüfte des 4. Beinpaares eine
grosse ventrale Trachee, von der des 3. eine grosse dorsale, des 2. eine quer
verlaufende und des 1. Paares die kleinen Cephalothoraxtracheen ausgehen.
Vielleicht gehen auch von der Basis der Maxillen die kleinen Kopftracheen aus.
Bei Nothrus theleproctus sind die Tracheen kürzer, dicker und nicht gewunden
oder geknäuelt ; sie besitzen einen schwer zu beschreibenden silbernen Glanz
und zeigen bei starker Vergrösserung dicht gestellte rundhche Auswüchse. Die
von N i c 0 1 e t als Stigmen in Anspruch genommenen Oeffnungen am Cepha-
lothorax sind keine Stigmen, weil sich nie die Tracheen bis zu ihnen ver-
folgen lassen und weil sie schon bei Larven und Nymphen wohl entwickelt
sind, die noch keine Tracheen besitzen. Sie werden Pseudostigmata genannt
54 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
und sind gewöhnlich vollständig von einem Haar verschlossen, das das
„pseudostigmatic organ" Michaels bildet, über dessen Bedeutung aber
nichts näheres verlautet. Der von Nicolet in der Nähe der Stigmen
beschriebene Luftsack ist eine hufeisenförmig gebogene Drüse, deren
Schenkel sich kreuzen und die über den Hüften des ersten und zweiten
Beinpaares liegt. An dem einen (äusseren) Schenkel ist eine kugelige
Blase (jedenfalls das Reservoir für das Drüsensekret) angebracht. Die
Mündungsstelle der Drüse liess sich nicht ermitteln. Von Michael wird
sie mit der grünen Drüse des Flusskrebses und den „Coxaldrüsen" von
Scorpio und Limulus verglichen; ohne Zweifel liegt das Homologon der
Krohn'schen Drüse der Opilionen vor.
Von Liosoma microcephala erwähnt der Verfasser noch die eigen-
thümliche Beschaffenheit der Mandibeln. Dieselben sind nämlich nicht wie
gewöhnlich scheerenförmig, sondern einfach lang spiessförmig und an der
konkaven Seite in dem Enddrittel dicht sägeartig gezähnt. Auf Grund
dieser Eigenschaft schlägt Michael für die genannte Art die Gattung
Serrarius, S. 25, vor.
Nothrus Konihuberi (Japan); Zarpelles, dies. Archiv XLIX S. 455 fr.
mit 3 Holzschn.
Ixodidae. Duges beschreibt Argas turicata und Megnini, die in
Guanajuato häufig vorkommen und unter der volksthümlichen Bezeichnung
Turicata und Garrapata bekannt sind. Erstere lebt hauptsächlich
auf Schweinen letztere auf dem Pferde, Ksel und Rinde, vorzüglich im
Inneren des Ohres, gehen aber auch auf den Menschen über; La Natura-
leza VI Entr. 13 S. 195 f^^". Lam. 4; über die letztere Art vgl. auch Megnin
in Le Naturaliste 1883 S. 309.
Hydraraclmidae. Atax ypsilophorus {Banz) auch in Amerika
auf Anod. fluviatilis?; Leidy, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1883 S. 45 und
Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 391 f.
Pantopoda.
V. Lendenfeld schildert die Larvenentwickeliing von
Phoxichilidium Plumulariae n. sp. ; Zeitschr. wiss. Zool.
XXXVIII S. 323 ff. mit 3 Holzschnitten. Die neue Art ist dem
Ph. longicoUe Dohm ähnlich und lebt recht häufig in Port Philip.
Die Eier durchlaufen, an die Beine der Männchen mittels Kitt-
drüsen befestigt, hier die ersten Stadien der Entwickelung und
werden erst „nachdem sie ziemlich gut ausgebildet sind", an
Plumularienstöckchen abgesetzt, in einem Stadium, wo sie als
einzige Extremität die mächtigen, senkrecht nach unten gerich-
teten Mandibeln tragen. Dieses Stadium wird rasch durch-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 55
laufen, indem noch ein 2. xmd 3. Extremitätenpaar hervorsprossen.
Auf diesem Stadium, auf welchem dem Kopfkegel bereits die
Anlage des Auges und der Reuseuapparat angelegt ist, verbleiben
die Larven mehrere Wochen ohne weitere Aenderung als Wachs-
thum zu zeigen. Während die zweibeinigen Larven an ver-
schiedenen Stellen der Plumularia-Stöckchen sich festhaken,
siedeln sich diese sechsbeinigen nur an der Basis eines Polypen
an, senken ihren Schnabel in das Körperparenchym desselben
ein und nähren sich vom Inhalt des Gastrovaskularraumes der
Plumularia. Sie macht mehrere Häutungen durch und verlässt
ihren Wirth erst als nahezu ausgewachsenes Thier. An den
grossen Mandibeln der Larven sind nur an den beiden End-
gliedern Ganglien, die mit einem in dem Basalglied befindlichen
grösseren Ganglion zusammenhangen, und von denen Nerven-
fasern zur Basis von an der Innenseite der Scheerenglieder
angebrachten Härchen verlaufen, die somit als Tasthaare anzu-
sehen sind. Ausserdem finden sich in dem Basalgliede zwei
sackförmige Drüsen, deren Ausführungsgänge sich in den beiden
Scheerengliedern verzweigen und an Poren an der Innenseite
derselben ausmünden. Bei den erwachsenen Thieren ist von
diesen Drüsen nur selten noch ein Rest erhalten. — Vgl. auch
Emery's Referat im Biolog. Centralbl. III Nr. 14 S. 448.
Opiliones.
van Hasselt zeigt an und referirt über W. de Graafs „Over den
bouw der geslachts-organen bij de Phalangiden "; Tijdschr. v.
Entom. XXVI S. 104 ff.; vgl. den vor. Ber. S. 59.
Dasylohus fusco - annulatus (Canaren); Simon, Ann. Ent. France 1883
S. 298.
Chernetina.
Obisium caecum (Ponta Delgada); Simon, Ann. See. Ent. France 1883
S. 279.
Scorpiones.
Verschiedenartige, an mehreren Exemplaren wiederholte
Experimente konnten C. Lloyd -Morgan nicht von dem Sui-
cide of Scorpions überzeugen; Nature Vol. 27 S. 31.3; vgl.
S. 530.
56 Bertkfiu: Bericht über die wissenschaftlichen
J. Kusta giebt eine Notiz über den Fund eines Arach-
nidenrestes im Carbon bei Petrovic; Sitzber. kgl. bülim.
Gesellsch. d. Wissenscli. 13. Oct. 1882.
Araneae.
Bertkau fasst das Resultat seiner Untersuchungen über
den Bau und die Funktion der sog. Leber bei den
Spinneu, Archiv f. mikrosk. Anatomie XXIII S. 214 ff. Taf. XII,
in folgenden Worten zusammen:
Die „Leber" der Spinnen entsteht dadurch, dass der er-
weiterte Theil des Darmes im Anfang des Hinterleibes eine
beträchtliche Zahl kleinerer und grösserer Ausstülpungen bildet,
die sicli weiter und weiter verästeln und durch ein Zwischen-
gewebo zu einer anatomischen Einheit verbunden werden.
Unter den Darmausstülpungen sind 5 von bedeutenderem
Umfange; eine befindet sich vorn auf der Unterseite des Darmes;
die übrigen paarweise weiter nach hinten auf der Oberseite;
das hintere Paar ist Anfangs eng und hat in seiner Wandung
Muskelfasern (?). Die Ausstülpungen wie der Darm an der
Stelle, wo er sie bildet, sind drüsiger Natur. Unter den Epithel-
zellen sind zwei Arten zu unterscheiden: kleinere eiförmige,
mit grossen farblosen Kugeln dicht gefüllte, und grössere keulen-
förmige, deren Inhalt unter anderem aus kleinen Krystallen und
grösseren Tropfen von gelber, brauner, grüner Farbe besteht.
Die Hauptwirkung des Sekretes dieser Drüsenzellen ist die
Auflösung und Verdauung von Fibrin, gekochtem Hühnereiweiss
u. s. w.
Die Spinnen nehmen keine Nahrung in fester Form zu sich.
Die assimilirbaren festen Bestandtheile ihrer Beute, Muskeln
u. s. w. lösen sie auf und saugen den flüssigen Brei. Derselbe
gelangt bis in die letzten Verzweigungen der Darmausstülpungen.
Der Enddarm beginnt unmittelbar hinter dem letzten Paar
der DarmausstUlpungen.
Die Malpighi 'sehen Gefässe verlaufen in dem Zwischen-
gewebe. Ihre Ausscheidung ist Guanin oder ein verwandter
Körper. Derselbe oder ein verwandter Körper findet sicli bei
vielen Arten auch in der Aussenschicht des Zwischengewebes
abgelagert und betheiligt sich in hervorragender Weise an der
Färbung und Zeichnung des Thieres.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 57
Nach dem gegeuwärtigeu Staude unserer Keuutuisse ist es
augemesseu, den Namen „Leber" bei den Spinnen durch
„Chylusmagen" zu ersetzen.
Earpinsky macht eiue Mittheilung über den Bau des
männlichen Tasters und den Mechanismus der Be-
gattung bei Dictyna benigna WdcJc; Biolog. Centralbl. I
S. 710 ft\ mit 1 Tafel. — Der Verfasser verschmähte den von
Bertkau gewiesenen Weg, durch Betrachtung der einfachen
Verhältnisse bei Segestria u. s. w. sich das Verstäudniss der
komplizirten Tasterbildungen zu erleichtern, und unterscheidet
an dem Kolben des Tasters der genannten Art zunächst zwei
Theile, von denen der eine „ohne Zweifel mit einer Flüssigkeit,
dem Samen" gefüllt und „Samenbehälter" genannt ist. „Dieser
Behälter verlängert sich in ein Rohr, das Sameurohr", welches
in dem zweiten Theile des Kolbens, dem „Samenrohrbehälter"
einige Schlingen bildet und sich in einem langen, peitschen-
ähnlichen Anhang fortsetzt. In dem Ruhezustande liegt letzterer
in einem an der Basis des Samenbehälters angebrachten Fort-
satz, dem „Leiter", aus welchem er durch Druck hervorgetrieben
werden kann. Den Fortsatz auf dem Rücken des vorletzten
Tarsengliedes nennt Karpinsky „Einsetzer"; aus demselben
sollen bei gelindem Druck zwei pinselartige Spitzen hervor-
treten, welche bei der Begattung in die eine Oeffnuug des
Schlosses hineingesetzt werden, während zugleich der „Ein-
dringer" in die andere Oeffnung eindringt. Bei Beginn der
Begattung schwillt der Sameuträger blasenförmig an und pulsirt,
anfangs rascher, später langsamer, „wie ein Herz" in Folge seiner
ZusammenziehuDg. — „Jeder der beiden Eileiter mündet in eine
besondere Oeffnung in der Nähe des Stieles, welcher den
Cephalothorax mit dem Hinterleibe verbindet." — (Glegenüber
den meisten hier geäusserten Ansichten muss Referent auf seine
früheren Mittheilungen verweisen, die er aufrecht erhält und die
von Karpinsky kaum berücksichtigt sind.)
Zur Frage nach der Begattung der Spinnen macht
Wagner eine vorläufige Mittheilung in Nachr. Ges. Freunde
Naturw. Moskau XXXVH S. 210 ff. Er bestätigt die Angabe
Bertkau's, dass die bei der Uebertragung des Samens in
dem Endglied des Tasters vorgehenden Veränderungen auf eine
Schwellung durch die Blutflüssigkeit, nicht auf Muskelthätigkeit
zurückzuführen sind. Auf welche Weise sich das Spermoplior
58 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
mit Samen füllt, lässt der Verfasser imgewiss, obwohl hierüber
bereits von Menge, Äusserer, van Hasselt und Bertkau
bestimmte Angaben gemacht sind; zu irrthümlicher Auffassung
kann Wagne's Behauptung führen, dass das Spermophor nach
der letzten Häutung bereits mit Sperma erfüllt sei.
F. Maule Campbell theilt einige Beobachtungen über das
Geschlechtsleben der Togen aria Guyonii mit; Journ. Llnn.
Soc. XVH S. 162 ff. PI. VII, VHI. Zu wiederholten Malen
wurde die Füllung der Taster mit Samen beobachtet. Ein
Männchen, das sich 28. Juli gehäutet hatte, wurde zu einem
geschlechtsreifeu Weibchen gebracht. Am 7. August hatte es
sich, nach einigen Zeichen von Unruhe, das von Menge „Steg"
genannte dreieckige Gewebe angelegt, vor welchem es sich in
der Stellung befand, dass die eine Spitze des Dreiecks hinter
die Geschlechtsüffnung am Hinterleibe reichte; der breitere Theil
erstreckte sich bis unter die Brust. Der Hinterleib war gegen
die Brust fast in einem rechten Winkel gekrümmt. Die Palpen
wurden abwechselnd unter die Brust gelegt, rück- und vorwärts, ab-
und aufwärts geworfen. Die Palpen zeigten sich bei der späteren
Untersuchung mit Sperma gefüllt, und zwar nur der innere
Schlauch (dieser aber bis zu seiner Spitze), während keiner
der übrigen Theile eine Spur davon entdecken liess. — Die
Paarung beobachtete Campbell von Mitte Juli bis Ende August,
während Black wall und Simon den Mai als Monat der
Fortpflanzung angeben; die Ablage der Eier findet erst im fol-
genden Frühjahre statt. — Ein unentwickeltes Weibchen wurde
von einem geschlechtsreifen Männchen, das sich mit ihm zu
paaren versuchte, getödtet; ebenso tödteten zwei andere Männ-
chen ihre Gattinnen eine Stunde nach der Begattung, ohne dass
der Hunger sie dazu hätte veranlassen können. Dass ein
Weibchen ein Männchen tödtete, wurde nur zwei Mal beob-
achtet, und zwar fand dies unmittelbar nach der Vereinigung
statt; ein Pärchen lebte aber friedlich vom 22. August bis
28. Oktober zusammen. — Vor der männlichen Geschlechts-
öffnung finden sich eigenthümliche Haare (etwa 24) und zwei
Papillen, auf denen mehrere Drüsen ausmünden, deren Bedeutung
noch zweifelhaft ist. Campbell vermuthet, dass die Papillen
dazu dienen, um die Fäden des „Steges" zu ordnen, während das
Sekret der Drüsen sich entweder dem Sperma beimischt oder Fä-
den zieht, die zur Ueberleitung des Samens aufden„Steg" dienen.
Leistungen im Gebiete dei Arthropoden i. J. 1883. 59
Sabatier macht eine Mittheilung über den Dotterl<ern
der Spinnen, den er bei allen untersuchten Arten fand; am
deutlichsten ist er bei Tegenaria agrestis. Er entsteht in der
Nachbarschaft oder gar im Zusammenhange mit dem Keim-
bläschen und unterscheidet sich vom übrigen Dotter dadurch,
dass er feiner und gleichmässiger granulirt ist und eine grössere
Verwandtschaft für Farbstoffe besitzt, bisweilen auch ein grösse-
res Lichtbrechungsvermögen. Später entfernt er sich vom Keim-
bläschen und rückt an die Oberfläche des Dotters, wird körniger
und zerfällt; seine Elemente werden vom Dotter absorbirt oder
mengen sich dem oberflächlichen, granulirten Protoplasma bei.
— Sabatier betrachtet ihn als ein Element der männlichen
Polarität, welches als solches zerstört wird, um die Sexualität
der weiblichen Zelle zu vervollständigen. Compt. Rendus XCVII
S. 1570 ff.
Dahl glaubt in feinen, abstehenden Huaren an Tibia,
Tarsus und Metatarsus der Spinnen, an den Scheerengliedern
der Scorpione und Chernetinen, Gehörorgane sehen zu können,
da sich dieselben bewegten, wenn ein tiefer Ton der Geige an-
gestrichen wurde. Dieselben sind bei den meisten Gattungen
in charakteristischer Weise angebracht, und bei den Spinnen
lassen sich danach zwei Abtheilungen unterscheiden: 1. Tibia
mit zwei Reihen von Hörhaaren, Tarsus mit nur einem Haar
und Metatarsus mit einem Becher ohne hervorragendes Haar:
Epeiridae, Theridiadae. 2. Tibia wie Tarsus und Metatarsus
mit zwei Reihen: Attidae, Thomisidae und Lycosidae. Zool.
Anz. 1883 S. 267 ff", mit 2 Holzschnitten.
Aus dem Leben der Spinne theilt C, Voges einige von
ihm angestellte Versuche mit, welche beweisen, das Kreuz-
spinnen Töne empfinden und auch ihrer Stärke nach unter-
scheiden. Ferner macht derselbe Angaben über den Bau des
Spinn- und Webeapparates und die Thätigkeit des Webeus.
2. Jahresber. Gesellsch. f. Mikroskopie zu Hannover S. 3 ff.
van Hasselt theilt mit, dass er aus Californien ein Kork-
deckelnest übereinstimmend mit dem von Moggride der
Cteniza californica zugeschriebenen erhalten habe und dazu eine
Eurypelma-Art (?) als Verfertigerin ; auch Steindachner hatte
eine Eurypelma als Verfertigerin eines solchen Nestes angegeben.
van Hasselt meint aber doch, dass diese grossen, langbeinigen
Arten nicht solche unterirdische Wohnungen verfertigen und
60 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
dass eiue Verwecliscluug vorliege; Tijdschr. v. Entom. XXVI
S. 229 ff.
Rov. Dr. Mc Cook maclit iu deu Proc. Aead. Nat. Sei.
Philad. 1883 S. 276 ff. eine Mittlieilung über den Nestbau
zweier californischer Spinneuarten. Die eine ist Attus opifex
genannt; sie hatte ihr eiförmiges, .3 Zoll langes und 272 Zoll
breites Nest zwischen den Zweigen von Ephedra antisyphilitica
angelegt. Innerhalb des von lockeren Fäden gebildeten grösseren
Gewebes befindet sich ein 2 Zoll langer und 1 Zoll breiter Sack
von festem Gewebe, in dessen Grunde eine kreisförmige Oeffnung
der Spinne als Thüre dient. Im Innern desselben fand sich, an
eine Seitenwand angesponnen, der linsenförmige Eiersack, um-
geben von dichter weisser Seide; die jungen Spinnen hatten
die Länge von '/g , die alte von % Zoll. Die zweite Art ist
P(e)ucetia aurora genannt; ihr Cocon ist kegelförmig, mit her-
vorragenden Punkten in ein Gewebe zwischen zusammen-
gezogenen Blättern aufgehängt, gewöhnlich auf Büschen von
Eriogonum corymbosum, und wird von der Mutter bewacht.
Diese Art zeigt in auffallender Weise die Erscheinung der
Mimicry, indem sie auf grünen Büschen grün, auf weissen
Büschen greis gefärbt erscheint; vielleicht sind diese Unter-
schiede aber im Alter begründet.
Mc Cook beschreibt das Nest von Tarentula arenicola
Scudder, der Turret-Spider der Amerikaner. Diese Art gräbt
senkrechte Gänge von 12 Zoll Länge in den Boden und ver-
längert dieselben über die Oberfläche hinaus auf V2 bis 1 Zoll
Länge, indem sie aus abgebissenen und quer über einander
gelegten Grashalmen eine fünfeckige. Schornsteinähnliche Warte
anlegt, deren Innenwände durch einen Leim mit einander ver-
kittet sind. In diesem Thurme lauert der Insasse auf vorüber-
gehende Beute. Proc. Acad. Nat. Sei. Philad., 19. June 1883
S. 131 und Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 281.
Forbes macht einen Thomisus dedpiens von Sumatra be-
kannt, der auf Blättern ein uuregelmässig begrenztes Gewebe
anlegt, unter welchem er, die Bauchseite nach dem Gewebe
gerichtet, Platz nimmt. Durch seine Färbung und die, Haltung
der Beine in Verbindung mit dem Gewebe sieht er dann Vogel-
oxkrementen täuschend ähnlich und täuscht unter dieser Maske
auch Schmetterlinge (Hesperiadae), die gerne an Vogelexkre-
menten saugen. Proc. Zool. Soc. London 1883 S. 586 ff. PI. LI.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. Q\
Mc Cook's Mittheilung Restoration of limbs in Tarau-
tula bietet niclits neues; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1883 S. 196.
On sorae new genera and species of Spiders; by
0. P. Cambridge; Proc. Zool. Soc. 1883 S. 352 ff. PI. XXXVI,
XXXVII.
Keyserling beschreibt weitere (30) neue Spinnen aus
Amerika (V); Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 649 ff.
Taf. XXI; vgl. die früheren Ber.
G. W. & E. G. Peckham liefern Descriptions of new
or little known Spiders of the Family Attidae from various
parts of the U. S. of North America; Milwaukee 1883
S. 1 — 35 mit 3 Tafeln. Ausser 21 neuen Arten sind die
Hentz 'sehen Epiblemum palmarum; Synemosyna formica;
Attus cardinalis und tripunctatus beschrieben; die neuen sind
alle unter dem Gattungsnamen Attus aufgeführt, der hier in
dem älteren weiteren Sinne zu nehmen ist.
Pavesi stellt Considerazioni sull' aracnofauna dell'
Abissinia an, zu denen ihm eine in Scioa von Antinori
gemachte Sammlung von 71 Arten die Veranlassung gab. Von
diesen 71 Arten sind 12 aus dem übrigen Abyssinien bekannt,
30 neu; im ganzen sind aus Abyssinien 118 Arten bekannt,
von denen 60 auf dieses Hochland beschränkl sind; die letzteren
sind namentlich aufgeführt. Rendic. R. Istit. Lombardo (2) XVI
fasc. IX, adun, 26. aprile 1883.
F. M. Campbell zählt The (201) Spiders of neigh-
bourhood of Hoddesdon (Hertfordshire) auf; Trans. Hertfordsh.
Nat. Hist. Soc. II. 7 S. 263 ff.
Im ersten Heft des V. Bds. der Schriften des Naturwiss.
Vereins für Schleswig -Holstein ist auf S. 15 ff, eine Ana-
lytische Bearbeitung der Spinnen Norddeutschlands
mit einer anatomisch - biologischen Einleitung von
Fr. Dahl erschienen. Der Verfasser bezweckte mit dieser
Arbeit, dem Anfänger eine Tabelle zum sicheren und leichten
Bestimmen der in Norddeutschlaud vorkommenden Spinneu zu
geben, und trotz der Schwierigkeit des Gegenstandes ist ihm
dies ziemlich vollkommen gelungen. — Aus der Einleitung
hebe ich hervor, dass der Verfasser senkrecht abstehende Haare
an den Schienen, dem Tarsus und Metatarsus, die sich bei
gewissen Tönen bewegen sollen, für Hör haare in Anspruch
nimmt; vgl. oben S. 59. — Die Drüsen, die der Verfasser
62 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
iu deu Untorkiefern der männlichen Spinnen beschreibt und die
nach ihm zum „Einspeicheln" des Samens dienen, scheinen
andere als die durch Grab er bekannt gemachten zu sein.
Das vom Verfasser angenommene System ist das Thor eil 'sehe.
Die in Schleswig-Holstein nachgewiesenen Arten sind durch den
Druck kenntlich gemacht.
Auf einige Uebelstände und Unrichtigkeiten sei hier auf-
merksam gemacht. Die Lebensdauer der Spinnen richtet sich
nicht nach ihrem Aufenthalt an geschützten Orten, sondern nach
ihrer Grösse und ist bei den meisten unserer Arten mehr als
ein Jahr. — Micrommata ornata ist nicht die überwinternde
Form von M. virescens und unterscheidet sich von letzterer
nicht blos durch die Färbung. — Die Aufstellung der auf
Pholcus begründeten Unterordnung Plagitelariae lässt
sich nicht rechtfertigen, da Scytodes mit ihren 2 Tracheen-
röhren einen deutlichen Uebergang zu dem ganz tracheenlosen
Pholcus bildet. Ferner entbehrt auch die Gattung Ctenium
der Tracheen. Die Diagnose der Plagitelariae (S. 51)
„vordere Tracheen rudimentär, vor den Geschlechtstheilen" ist
zudem falsch; es sind bei Pholcus bloss die gewöhnlich vor
den Spinnwarzen mündenden Tracheen verkümmert. — Die
Spinnwarzen sind auch bei Tubitelariae und Territelariae nicht
an das Ende des Hinterleibes, sondern etwas an die Unterseite
gerückt (S. 24). — Gewöhnlich ist Meta Merianae beträchtlich
grösser als M. segmentata und der Hinterleib gewöhnlich ver-
hältnissmässig viel kürzer und breiter (S. 34). — Erigone Hardii
rufa, viaria und lividia sind keine Micryphantiden. — Die
Gattung Phrurolithus lässt sich nicht durch den Glanz des
Hinterleibes diagnosticiren ; der Besitz einer starken Borste voi*n
auf den Mandibeln kennzeichnet sie dagegen zur Genüge (S. 52).
— Die verschiedene Färbung der Misumena vatia beruht nicht
auf einer willkürlichen Aenderung, sondern auf Altersunter-
schieden (S. 72). — Bei Ballus sind bei den Artnamen A und
B zu vertauschen (S. 80). — Die Gattung Leptorchestes ist
beizubehalten (S. 76).
Da der Autor manche Arten nicht in natura gesehen zu
haben scheint, so entbehren die Gegenüberstellungen der Unter-
!?chiede vielfiich der Schärfe. In welchem Umfange „Nord-
deutschland" genommen ist, ist nicht gesagt; manche Arten, die
jetzt fehlen, hätten getrost mit aufgenommen werden können.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883 03
olme class die Brauclibarkoit clor TabcUou dadiucli bceiuträchtigt
worden wäre.
Als Beiträge zur Keuntuiss der Spinueufauna der
llbeinproviuz von Prof. A. Förster in Aaclieu und Dr.
Ph. Bertkau in Bonn giebt der letztere zunächst Zusätze und
Berichtigungen zu den vor 3 Jahren aufgezählten Arten, zählt
dann seither neu aufgefundene Arten auf und liefert endlich im
Zusammenhang ein Verzeichniss sämmtlicher in der Rbein-
provinz aufgefundener Arten (412). Die auf S. 221 neu auf-
geführte Clubiona moutana 2 L. Koch ist dieselbe Art wie Cl.
neglecta Chr., von der das cT bereits früher aufgeführt war; die
Zahl der Arten beziffert sich daher auf 411. Verh. Naturh.
Vereins d. preuss. Rheinlande und Westfalens XL S. 205 ff.
Taf. III.
Holmberg, in Unkenutniss, dass Keyserling bereits 1879
für Senoculus Tacz. den Namen Platycteuus vorgeschlagen
hat (s. diesen Ber. 1879 S. 331 [99]), schlägt die Ersetzung
desselben Namens durch Neothereutes vor und giebt von dieser
Gattung eine lateinische Diagnose. Bei der Besprechung ihrer
systematischen Stellung kommt er zu dem Resultate, dass sie
nicht den Ctenoidae einzureihen, sondern als Typus einer diesen
und den LycosoTdae, OxyopoTdae gleich werthigen Familie der
„Citigrada" anzusehen sei. Diese vier Familien werden in fol-
gendem Schema unterschieden: «
1. Tarsi triarticulati :
a) Oculi 3-seriati (4, 2, 2) Lycosoidae.
b) Oculi 3-vel 4-seriati; series antica
ex 2 tantum constituta.
«. Oculi diurni 2, 2, 4 vel 2, 2, 2,
2; cephalothorax altus; mandi-
bulae verticales Oxyopoi'dae.
ß. Oculi ad partem nocturni, 2, 4,
2; cephalothorax satis complana-
tus (mandibulae fere porrectae) Neothereutoidae.
2. Tarsi biunguiculati ac penicillati; Oculi
2, 4, 2 Ctenoidae.
Unter dem Namen Neoth. Darwim beschreibt Holmberg
eine neue Art von Formosa, der Hauptstadt des „Chaco Central",
S. 42. — Boletin de la Acad. Nacional de Ciencias en Cordoba.
V S. 35 ff.
64 Bcitkuu: licricht ülicv die wisscribchaftlichen
Tetrasticta.
In seinen Observations a propos du sous- ordre des
Araigneos Torritelaires (Territelariae) . . erklärt Holm-
berg die Gattung Catadysas Ilentz für synonym mit Zora, und
schliesst dementsprechend die Catadysoidae aus den Territelariae
aus, wie Bertkau bereits vor 5 Jahren gethan hatte. Dafür
wird eine neue Familie, Mecicobothrioidae gebildet, charakteri-
sirt durch die RUckengrube, die längs, nicht quer gerichtet ist.
Sie ist gegründet auf die n. G. Mecicohothrium S. 160, von
der folgende Beschreibung gegeben ist: Cephaloth. ovalis, longior
quam latior, capite . . a thorace utrinque rimis bifurcationis
beue separate; fovea longitudinalis ; impressiones radiautes
thoracis sat profundae. Oculi 8 in seriebus 2 aeque longis in
tuberculo latiore quam longiore conferte impositi; . . Mandibulae
porrectae, . . processu apicali externo acromii instar introrsum
arcuato instructae; rima unguicularis crista externa fimbriata,
interna serie deuticulorum donata. Maxillae subquadratae.
Labium plus duplo latius quam longius, antice rotundatum.
Palpi cf tarso lanceolato, bulbo subgloboso terebra laterali
porrecta parte basali recta instructa; pedes prop. 4. 1. 2. 3;
triunguiculati. Mammillae 6, interiores 4 tenues, breviores
2-art. ; exteriores longissimae, 3-art., apicem versus sensim atte-
nuatae, art. apicali reliquis longiore, basali breviore crassioreque.
— Habitat in tubo sericeo cum reti horizontali Tegenariae instar.
Die Art ist M. Thorellii S. 163 genannt; sie wurde Anfangs
Mai in Tandil am Fusse des gleichnamigen Gebirges im Süden
der Provinz Buenos Ayres in einem Netze gefunden, das grosse
Aehnlichkeit mit dem einer Tegenaria hat; da sich in ihrer
Gesellschaft überdiess Tegenarien fanden, so regt Holmberg
selbst den Zweifel an, ob es ihr eigenes Netz gewesen sei, in
dem sie gefunden wurde. (Simon hat indessen von nord-
africanischen Arten ähnliche Netze bekannt gemacht. Ref.)
Das Weibchen ist noch unbekannt. Bol. d. 1. Acad. Nacion.
d. Ciencias Buenos Ayres. IV S. 153 ff. PI. I.
TherapllOSidae. Sarpedon (n. g. Teraphos.; ausgezeichnet durch
eine Anuuirobius-ähnlichc Zeichnung) robuslus (Ceylon; Cambridge scliveibt
vübustum, was unrichtig ist); S. 353 f. Fig. 1;
Ätypoides (n. g. Atypin. ; ausgezeichnet im männlichen Geschlecht
durch einen stielförmigen , am Ende gebogenen Fortsatz oben auf den
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 65
Mandibeln) Rivcrsü (Califomien) S. 354 f. Fig. 2; Cambridge, Proc. Zool.
See. 1883 PI. XXXVI.
Dysderid{ie. Dysdera crihellala S. 294 Fig. 17, macra S. 295
Fig. 18, Veineaui S. 296 Fig. 19, insulann S. 297 Fig. 20 (Canaren);
Simon, Ann. Ent. France 1883 PI. 8.
Tristicta.
AttidaC. Attus Pulnamii (Jowa) S. 1 PI. I Fig. 1, aestivalis (Penn-
silvanien) S. 2 Fig. 2, splendens (Wisconsin) S. 4 Fig. 3, octo - punctatm
(Missouri) S. 6 Fig. 4, Hoyi (Pennsilv.; Missouri) S. 7 Fig. 5, ßavus
(Pennsilv.) S. 9 Fig. 6, rmticolus (Wisconsin) S. 10 Fig. 7, tibialis (ibid.)
S. 11 Fig. 8, agreslis (Pennsilv.) S. 12 Fig. 9, Arizonensis (A.) S. 13
PI. II Fig. 10, miniatus (Florida) S. 15 Fig. 11 , If' Coolcii (?) S. 16
Fig. 12, peregrinus (Connecticut) S. 17 Fig. 13, princeps (Pennsilv.) S. 18
Fig. 14, quadrilineatus (ibid.; Wisconsin) S. 19 Fig. 15, pinus (Wisconsin)
S. 20 Fig. 16, Johnsonii (Washington Terr.) S. 22 Fig. 17, formosus
(Jowa) S. 23 Fig. 18, albo -iimnaculatus (ibid.) S. 24 Fig. 19, palustris
(Wisconsin) S. 25 PI. III Fig. 20, Mannii (Florida) S. 27 Fig. 21;
Peckham a. a. 0.
Philaeus supercüiosus (wahrscheinlich mit brasilianischem Farb-
holz nach Aachen gebracht); Bertkau, Verh. Naturh. Ver. preuss. Rheinl.
u. Westf. XL S. 277 Taf. III Fig. 8.
Das c^ von Ictidops fasciatus (Hahn) ist schon vor der letzten
Häutung einfarbig dunkel gefärbt; Bertkau a. a. 0. S. 207.
Mencmerus marginellus (Cap Verde's I.) ; Simon , Ann. Ent. France
1883 S. 303 PI. 8 Fig. 21.
Bertkau schlägt für die rothbeinige, dicht greis behaarte, am Boden
unter Steinen lebende Varietät von Ballus depressus den Namen var.
poecüus vor; die Art findet sich ausser am Hammerstein auch auf dem
Rochusberg; a. a. O. S. 208.
Thomisidae.
Cyrsillus (n. g.) drassiformis (Kaflfrarien) S. 358 PI. XXXVI Fig. 4;
Casturopoda (n g.) sigillata (Ceylon) S. 359 f. PI. XXXVII Fig. 5;
Nesis (n. g. „allied to Diaea") nigropunclatus (Kaffrarlen) S. 361
Fig. 6;
Palaephatus (n. g.) sallici/ormis (Ceylon) S. 362 Fig. 7;
Pherecydes (n. g. „allied to Monastes") tuherculafus (KafFrarien)
S. 363 Fig. 8; Cambridge, Proc. Zool. Soc. 1883.
Ebo (n. g. Philodr. ; Cephalothorax breiter als lang, vom recht schmal,
oben niedrig gewölbt; Clypeus nicht ganz so hoch als die Area der Augen.
Obere Augenreihe sehr wenig gekrümmt, untere stärker. Die 4 Mittcl-
augen bilden ein breiteres als hohes Trapez, das vorne schmäler als hinten
Arch. f. Natmgesch. L. .Jahrg. 2. Bd. E
66 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
ist. Die Mittelaugen beider Reihen von einander weiter als von den Seiten-
angen entfernt; die Augen in der Grösse nicht sehr verschieden. Die
Mandiboln schwach und senkrecht abwärts gerichtet. Die Maxillen gegen
einander geneigt und doppelt so lang als die breitere als lange Lippe ;
Stemum herzförmig; Beine 2, 1, ,3 — 4; nur fein behaart, nicht bestachelt,
das 2. Paar bedeutend länger als die andern und ebenso die Coxcn der-
selben recht lang; am Ende der Tarsen 2 Klauen und 2 Haarbüschel.
Das wenig längere als breite Abdomen oben und unten abgeflacht) latitfinrax
CRichraond, Virg.) ; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXXIII
S. 678 Taf. XXI Fig. 26.
Philodromus Glarae Berik. = rufus {Walck.) Sim. und vielleicht
= Clarkii Blackiv. ; Bertkau a. a. 0. 209.
Ph. Alascensis (A.) S. 674 Fig. 22, ohscurus (Washington) S. 675
Fig. 23, Californicus (San Francisco) S. 676 Fig. 24, Marxii (Columbus,
Texas) S. 677 Fig. 25; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. XXXIII
Taf. XXT.
SjTiema bicolor (Entreprise, Flor.); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 667 Taf. XXI Fig. 16.
Tmarus griseus (Crescent City, Flor.) S. 672 Fig. 20, Flortdensis
(Fl.) S. 673 Fig. 21; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXni
Taf. XXI.
Misumena alabamensis (Selma) ; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 666 Taf. XXI Fig. 15.
Oxyptila Monroensis (Fort Monroe); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 671 Taf. XXI Fig. 19.
Xysticns squalidm S. 286, Vemeaui S. 287 PI. 8 Fig. 13 (Canaren);
Simon, Ann. Ent. Fr. 1883, borealis (Alaska) S. 668 Fig. 17, nigromacu-
latus (Colorado) S. 670 Fig. 18; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII Taf. XXI.
Sparassidae. Olios abnomiis (Santa Fe, New -Mexico) S. 679
Fig. 27 giganteus (Punta del Aqua, New Mexico) S. 681 Fig. 28, concolor
(ibid.) S. 682 Fig. 29 ; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. XXXIII Taf. XXI-
Derselbe beschreibt ebenda S. 683 Fig. 30 eine Art von Tortugas-
Isl., Flor., die er für Selenops Aissa Walck. hält.
DraSSidae. Amaurobioides (n. g.) maritima (auf Felsen in der
See bei Otago; ob auch in's Wasser gehend?); Cambridge, Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 356 f. 356 f. PI. XXXVI Fig. 3.
Pythonissa convexa (Canaren); Simon, Ann. Soc. Ent. France 1883
S. 291.
Prosthesima oceanica (Ponta - Delgada) S. 2 73 Fig. 6, setifern (ibid.)
S. 274 Fig. 7; Simon, Ann. Ent. France 1883 PI. 8.
Drassus myogaster Bertk. = lapidicola nach dem Eierlegen;
Bertkau, a. a. 0. S. 211.
*
{
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 18S3. 67
Dr. Furtddoi (Ponta Delgada) ; Simon, Ann. See. Ent. France 1883
S. 275 PI. 8 Fig. 8, 9.
Echemus Rhenanus (Rheinbrohl und Haramerstein, vielleicht = Drassus
angustii'roDS Wesir.); Bertkau a. a. 0. S. 222 Fig. 1, Canariensis (C);
Simon, Ann. See. Ent. France 1883 S. 292 PI. 8 Fig. 16.
LycOSidae. Ueber P(e)ucetia aurora s. oben S. 60.
Trochosa terminalis Bertk. = sabulonum L. Koch; Bertkau a.
a. 0. S. 212; die Art fand sich auch bei Cöln und im Ahrthal vor.
Lycosa maritima (Ostseestrand bei Dahme) ; Dahl a. a. 0. S. 67,
(Pardosa) Agorensis S. 262, Furtadoi S. 263 (Sao-Miguel) ; Simon, Ann.
Soc. Ent. Fr. 1883, /w/iwen^m (Canaren; = pelliona Lucas?); derselbe
ebenda S. 285 PI. 8 Fig. 12.
Diapontia Kochii Keyserl, macht im Wasser auf Kaulquappen,
vielleicht auch andere Wasserthiere Jagd; Berg, An. Soc. Cienti'f. Argent.
XV S. 240.
Al'grjTOnetidae. Zur Anatomie der Argyroneta aquatica;
Mitrofanof in Nachr. Ges. Freunde Naturw. Moskau XXXVII S. 190 ff.
Agaleuidae* Phylloeca n. g. („die hinteren Mittelaugen doppelt
so weit von einander als von den vorderen Seitenaugen entfernt. Das
2. Glied der oberen Spinnwarzen klein. Taster des $ ohne Kralle) mar-
ffinata (Schwarzwald, auf Laub); Dahl, a. a. 0. S. 61 Taf. I Fig. 11, 12;
11 Fig. 34. (Ob die Stellung dieser Art in vorstehender Familie, in die
sie der Autor brachte, richtig ist, ist wohl fraglich.)
Amaorobiadae. Amaurobius dentichelis (Sao-Miguel); Simon, Ann.
Soc. Ent. Fr. 1883 S. 268 PI. 8 Fig. 3, 4.
Eresidae. Die jungen c^ von Eresus cinnabarinus sind ein-
farbig schwarz wie die Weibchen. Zwei in Gefangenschaft gehaltene
Exemplare der letzteren legten in derselben Nacht (30./31. Mai) ihre Eier.
Die Nahrung besteht in Julus, Carabus, Odontoscelis fuliginosus; Raupen
von Bomb. Quercus etc. Vom cf '^^^^ ^ine sehr dunkele Varietät be-
schrieben; Bertkau a. a. 0. S. 213.
Dictynidae. Ueber die Gattung Argenna TAo?-. und einige
andere Dictyniden macht Bertkau in dies. Archiv. XLIX S. 474 ff".
Taf. XI folgende Mittheilung. Die seit Thorell nicht wieder genauer unter-
suchte Gattung Argenna gehört zu den Dictyniden Bertk, mit denen sie
hinsichtlich ihres komplizirten Tracheensystems und des Baues von Cribellum
und Calamistrum übereinstimmen. Bei den Weibchen ist die grosse Ein-
gangsöfinung zu den Samentaschen weit vor der Genitalspalte gelegen und
die Samentaschen erstrecken sich von dieser Eingangsöffhung nach hinten.
Die letztere ist (vielleicht nur zeitweilig) durch einen (aus einem weissen
Sekret gebildeten) Deckel geschlossen, der von Cambridge bei seiner Lethia
albispiraculis für den Lungendeckel gehalten wurde. Die Gattung Argenna
ist wohl berechtigt und am nächsten mit Lethia verwandt; sie scheint am
besten durch den Samentaschendeckel und die Lage der Saraentaschen im
68 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Vergleich zu deren Oeffnungen charakterisirt zu sein ; ausser der vom Autor
als Typus der Gattung beschriebenen Art, A. Mengei Thor, und A. pallida
L. Koch, zieht Eertkau auch Dictyna albopunctata Menge und Lcthia
albispiraculis Cavibr,, vielleicht auch L. patula Cbr. hierher. A. pallida,
bisher nur von Niesky und Nürnberg bekannt, kommt auch im Ahrthal
vor. Eine neue Art wird als A. testacea von Rheinbrohl beschrieben,
S. 388 Fig. 1, 2, 4, 5.
Hieran schliesst der Verfasser die Beschreibung der Samentaschen
von Dict. viridissima. Der Eingang zu denselben befindet sich als
herzförmige Grube vor der Genitalspalte; jeder der beiden Seitenflügel
dieser herzförmigen Grube führt in einen engen, zartwandigen Kanal, der
in einen flachen, grossen, vom etwas ausgeschweiften Sack mündet, in
welchem sich die eigentlichen Samentaschen als keulenförmige Blasen mit
stärker verhornten Wandungen befinden. Ausserdem ist der Sack noch
mit zwei unregelmässig gestalteten wurstförmigen Körpern erfüllt, über
deren Herkunft und Bedeutung nur Vermuthungen geäussert worden.
Ebenso verlauten über den Vorgang der Füllung der Samentaschen mit
Samen nur Vermuthungen.
Dictyna crassipalpis (Dahmer See); Dahl a. a. O. S. 54 Taf II
Fig. 31, viltata (Washington) S. 663 Fig. 12, (volupis Keys. S. 664
Fig. 13), arundinaceoides (Cannon City, Col.) S. 665 Fig. 14; Keyserling,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII Taf. XXI.
Uloboridae. Emerton zeigt, dass das Gewebe von Uloborus nicht
wie das von Hyptiotes ein Kreissektor, sondern ein ganzer Kreis ist
und auch gleich dem Kreisgewebe der Epeiriden in der Weise hergestellt
wird , dass zunächst mehrere von einem Mittelpunkt ausstrahlende Radien
gezogen , diese von dem Centrum aus von einer lockeren Spirale gekreuzt
werden, und, wenn das Netz seine beabsichtigte Grösse hat, eine engere
Spirale vom Umfange her gezogen wird, wobei die erste Spirale beseitigt wird.
Die Fäden der zweiten Spirale bestehen aus einem derben Centralfaden und
diesem sich wellenförmig anschmiegenden Bündeln von Cribellumfäden. Der
Verfasser meint, dass durch die enge Uebereinstimmung im Gewebe dieser
Gattung mit dem der Epeiriden ihre Klassifikation noch schwieriger wäre, da
eine unabhängige Erwerbung derselben Gewohnheit in hohem Grade unwahr-
scheinlich sei. Amer. Joum. Sei. a. Arts XXV S. 203 flf. mit 3 Holzschnitten.
Filistatidae. Simon liefert eine Beschreibung und Abbildung des
erwachsenen cT von Filistata condita Cumbr. , die auch in Ponta-
Delgada vorkommt; vom Autor war sie von St. Helena beschrieben worden;
Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 278 PI. 8 Fig. 11.
Micryphantidae. Bertkau schliesst aus dieser Familie alle die-
jenigen von den meisten Autoren unter Erigone vereinigten, oder unter
Walckenaria und Neriene vertheilten Arten aus, bei denen die Tracheen
4 einfache Röhren sind, wie bei den meisten Spinnen. Es sind dies
Erigone livida, Clarkii, rufa, capucina, pabalatrix, silvatica, thoracica,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 69
Hardii, die zu den Theridiaden gebracht werden. Durch den Nachweis
eines büschelig verzweigten Tracheensystems bei den Arten dentata, herbi-
grada, atra, rubens, isabellina, Beckii, Simonii, humilis, Sundevallii, nigra,
brevis, fuscipalpis (longimana, tuberosa, graminicola, retusa, globipes, thora-
cata, parallela, pumila, obscura, altifrons, elongata, scabricula, obtusa,
cucullata, monoceros, unicornis, acuminata, furcillata apicata, gibbosa,
bicuspis) sind dieselben als Angehörige der Micryphantiden-Familie charak-
terisirt. Bertkau befürwortet ferner die Annahme der Menge'schen Gattungs-
namen und folgender neuer:
Oedothorax; Cephalothorax hinter den Augen in einen Buckel erhoben;
Stylothorax; <• ,».*<=:. Zapfen >
Ithyomma; vom Kopf ist durch einen Quereinschnitt ein die Stimaugen
tragender Zapfen abgeschnitten;
Diplucejihalus; die Scheitelaugen befinden sich auf einer stielförmigen
Erhöhung hinter den übrigen Augen.
Als Typen dieser Gattungen sind anzusehen Oedothorax gibbosus
(Chr.), Stylothorax apicatus (Blackw), Ithyomma cucullatum (C. L. Koch),
Diplocephalus foraminifer (Cambr.); a. a. 0. S. 226 ff.
Lophom'ma vittatum Bertk. =■ Erigone nigro - limbata Camhr.;
Bertkau a. a. 0. S. 215; die Art findet sich auch häufig auf der Lands-
krone im Ahrthal.
Lophocarenum falluciosum (Aachen, vielleicht identisch mit L. biha-
raatum Menge); Bertkau a. a. O. S. 229 Fig. 2.
Erigone Moebi! (Berlin) S. 47 Fig. 33, Henkingi (ibid.) S. 49,
Fig. 29, 30, commutabilis (Dahme, unter Strandpflanzen) S. 50 Fig. 32;
Dahl a. a. 0. Taf. II
Tlieridiadae* Bertkau fand, dass die Neriene livida Blackw.
gleich Pholcus keine Tracheen vor den Spinnwarzen besitzt. Dieser Um-
stand, sowie die gezähnte Tasterklaue des 9 schliesst sie von den Micry-
phantiden ans und berechtigt zur Aufstellung einer besonderen Gattung,
Ctenium Menge. In dieselbe gehören ausser der genannten Art noch
Clarkii Camhr., truncorum L. Koch, vielleicht auch neglectum Cambr.;
a. a. O. S. 249. Von Ct. Clarkii, die nebst lividum bei Bonn vorkommt,
wird in Fig. 6 die Zeichnung der Mandibeln und des Tasters gegeben.
Walckenaria Hardii hat 4 einfache Tracheenröhren und ist daher
keine Micryphantide ; da der von Menge für diese Art gebildete Gattungs-
name Leptothrix bereits vergeben war, so schlägt Bertkau vor, ihn durch
Phaulothrix zu ersetzen; a. a. 0. S. 216.
Drepanodus coroUatus (Ingelheim); Bertkau a. a. 0. S. 246; (ist wahr-
scheinlich das oft beschriebene Theridium mandibulare Luc).
Theridium erebennum (Hammerstein im Rheinthal); Bertkau a. a. 0.
S. 243 Fig. 5
Pholcomma gibbnm (Westr.) hat vier einfache Tracheenröhren
und ist deshalb zu den Theridiaden zu stellen; Bertkau a. a. 0. S. 216.
70 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Bertkau bildet die Epigync des bis dahin unbekannten 9 und das c^
von Lasaeola procax Stm. ab; a. a. 0. S. 242 Fig. 4.
L. testacco-marginata Sim. var. oceanka (Sao- Miguel); Simon, Ann.
Soc. Ent. Fr. 1883 S. 271.
Ariamnes delicatulus (Sao - Miguel) ; Simon, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883
S. 272 PI. 8 Fig. 5.
Formicina Eleonorae (Sardinien); Costa, Kelazionc etc. a. a. O.
Linyphia Calyjiso (im Rhcinthal unter einem Stein gefunden; allem
Anscheine nach eine Angehörige der Dunkclfauna und mit L. Koscnhaucri
L. Koch am nächsten verwandt); Bertkau a. a. O. S. 256 Fig. 7.
Arcliaeidae. Simon vereinigt unter diesem Namen die Bemstein-
gattung Archuea C. L. Kuch, Eriauchenus Camhr. und eine neue Gattung
Landdna vom Congo. Bei letzterer ist der Cephalothorax vorn über der
Mundöffnung stark schräg nach vorn und oben verlängert und trägt an
seinem Ende die Augen und die sehr langen, senkrecht nach unten ge-
richteten Mandibeln. Das Basalglied derselben ist fast parallelseitig und
so lang, dass es über die Mundöffnung noch weit nach unten hinausragt;
die Klaue ist verhältnissmässig kurz und schwach. — Die Gattung ist auf
L. Peliti begründet, eine 3,5 Mm. lange Spinne, die nur im männhehcn
Geschlecht bekannt ist. — Ueber die systematische Stellung der Familie
der Archaeidae spricht sich Simon nicht mit Bestimmtheit aus; die jetzt
lebenden Vertreter derselben (Eriauchenus imd Landana) bringt er mit den
„Thcridionidac" und den „Epeiridae de la sous-famille des Tethragna-
thinae" in Beziehung. Ann. Mus. Civico di Genova XX S. 182 ff. mit
5 Holzschn.
Fachyguathidae. Keyserling beschreibt und bildet ab Pachygnatha
tristriata C. L. Koch und xanthostoma C. L. Koch, erkennt in der im
vorigen Jahr als tristriata beschrieben Art (d. Ber. S. 80) eine andere
Art, die er brevis nennt S. 658 und beschreibt als neu P. autumnalis
(Pennsylvanien) S. 660 Fig. 10, furcillata (Philadelphia) S. 662 Fig. 11;
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 656 ff. Taf. XXI Fig. 8—11.
Epeiridae. Bertrana (n. g. ; besonders durch das gänzliche
Fehlen der Stacheln an den Beinen bemerkenswerth) striolata (Pevas,
Amazonas); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXXIII S. 654
Taf. XXI Fig. 6.
Singa nigripes (Florida; Texas); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S, 655 Taf. XXI Fig. 7.
Zilla aureola (Pevas, Amazon); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 652 Taf. XXI Fig. 4.
Epeira Worckmanni (Brasilien) S. 649 Fig. 1 , lucida (ibid.) S. 650
F'ig. 2, albiventer (ibid.) S. 651 Fig. 3; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII Taf. XXI.
Larinia nigrofoliata (Summit Carion, Utah); Keyserling. Verh. Zool.
T3ot. Ges. Wien XXXIII S. 653 Taf. XXI Fig. 5.
Lcistuiij^en im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 71
AcvobO'ca& j)eregrinat.(>rum (Foruiosa, Chaco Argcnt.); Holmberg, An.
Soc. CientiT. Argcnt. XV S. 232.
Solifugae.
Aus don Linterlassonon Papieren J. D. Putaam's stellt
H. Osborii die allgemeinen Bemerkungen, die Beschreibungen
neuer Arten, ein Verzeiclmiss der nordamerikanisclien Arten,
die Bibliograpliie, sowie gelegentliche Notizen in Briefen zu-
sammen; Proceed. Davenport Academy III S. 249 IT. Fl. I— IV.
Unter den neuen Namen sind beschrieben Datames striatus!
(Arizona) S. 255 Fl. I Fig. 1, II Fig. 7, Girardii (?) S. 257
Fl. II Fig. 12, constricta! (?) S. 258 Fl. I Fig. 2, II Fig. 13,
dilatata! (?) S. 259 Fl. I Fig. 3, II Fig. 15, cinerea (?) S. 260
Fl. I Fig. 4, III Fig. 17—31.
van Hasselt schildert den Bau der Coxalanhänge der
Solifugen und fand in dem Stiel derselben quergestreifte
Muskelfasern; ihre Bedeutung ist bei dem Mangel äusserer
Kopulationsorgane vielleicht, die beiden Geschlechter während
des Begattungsaktes vereinigt zu halten; Tijdschr. Entom. XXVI
Verslag. S. CXXXII.
Insecta.
M. Eoestler stellte Untersuchungen über das Eingeweide-
nervensystem von Periplaneta orientalis an, dessen
anatomisch - topographisches Verhalten und feinere Struktur er
durch Schnittserien zu ermitteln suchte; Zeitschr. wiss. Zool.
XXXIX S. 572 flf. Taf. XXXIV. Dasselbe besteht aus einem
unpaaren, einem paarigen Eingeweidenervensystem und dem
„eigentlichen" Sympathikus. Am längsten verweilt der Verfasser
bei dem unpaaren System. Dasselbe setzt sich zusammen aus
dem Stirnganglion, dem von diesem rückwärts auf dem Schlünde
verlaufenden unpaaren Nerv (n. recurrens), dem grossen, drei-
eckigen Kopfganglion, zu welchem derselbe anschwillt und den
beiden Nerven, die sich von letzterem aus auf den Kaumagen
verbreiten. Das Stirnganglion hat eine dreieckige Gestalt und
fast denselben Bau wie das Gehirn ; es besteht aus der zentralen
Punktsubstanz, die von einer Schicht Ganglienzellen umgeben
ist; letztere sind grösser als die im Gehirn, wandungslos und
besitzen ein in konzentrischen Schalen rosettenförmig angeord-
73 Bert kau: Bciicht über die wissenschaftlichen
netes Protoplasma, das in die von der Ganglienzelle auslaufende
Faser übergeht; die meisten sind unipolar, nur wenige bipolar.
Von den 3 Ecken des Stirnganglions geht je ein Nerv aus:
2 symmetrisch gelegene wenden sich mit einer Schleife rück-
wärts zur Schlundkommissur des Gehirns, aus der sie entspringen ;
der dritte verläuft auf dem Schlünde bis zum Kropf. Die beiden
ersteren enthalten keine Ganglienkugeln mehr, wie der letztere,
aber zweierlei Fasern, mittlere hellere und äussere dunkele;
von ihnen geht je ein Nerv zu den Oberkiefern, der aber nur
dunkele Nervenfasern enthält. — Der Bau des grossen Kropf-
ganglions ist ziemlich derselbe wie der des Stirnganglions.
Dasselbe ist so gelagert, dass die eine Spitze des Dreiecks
nach vorn gerichtet ist; aus den Ecken der quergerichteten
Seite entspringt je ein Nerv, die sich schräg um den Kropf nacli
hinten wenden und auf der Unterseite des Kaumagens gabeln
und hier ihr Ende erreichen. — Das beschriebene unpaare
System hat in den Jugendstadien eine mächtigere Ausbildung
als in der Imago. Neben demselben kommt ein paariges Ein-
geweidenervensystem vor, dessen Entwickelung in gewisser Be-
ziehung zu der des unpaaren steht, indem es nur wenig umfang-
reich erscheint bei den Arten, die ein stark entfaltetes unpaares
System haben und umgekehrt. Dieses paarige System besteht
aus einigen kleinen ovalen Ganglien, die zu beiden Seiten des
n. recurrens liegen und mit diesem, dem Gehirn und unter-
einander durch Stränge verbunden sind. Sie scheinen haupt-
sächlich die Speicheldrüsen zu versorgen zu haben, und wenn
dem so ist, so sind die Neuroidfasern Engelmann's echte
Nervenfasern.
Als den eigentlichen Sympathikus sieht Koestler das von
Blanchard entdeckte System an. Es wird sichtbar, wenn
man die herauspräparirte Ganglienkette den Dämpfen von
Osmiumsäure aussetzt. „Die Bauchganglienkette hat eine ent-
schieden dunkele Färbung angenommen, während zwischen den
Längskommissuren Nerven von viel hellerem Aussehen verlaufen.
Fast in der Mitte je einer Längskommissur, alternirend bald
der rechten, bald der linken, geht ein feiner Nerv ab, der auf
der dem Rücken zugekehrten Seite der Bauchganglienkette
zwischen den Kommissuren verläuft. In der Höhe der Bauch-
ganglien gabelt sich dieser Nerv in zwei Theile, jeder schwillt
etwas zu einem kleinen, länglichen, spindelförmigen Ganglion
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 73
an und gebt dann in den vom Ganglion kommenden Seitennerv
über, seine eigenen blassen Fasern den zerebrospinalen bei-
mischend und mit diesen peripherisch verlaufend."
A. B. Lee macht Bemerkungen über den feineren
Bau der Chordotonalorgane; Arch. f. mikrosk. Anatomie
XXUI S. 133 ff. Taf. VII B. — Zur Untersuchung dienten ihm
Dipteren-Larven, und der Schilderung des feineren Baues der
Chordotonalorgane sind Angaben über ihre Verbreitung und
Anordnung bei denselben vorausgeschickt. Nach Lee ist der
Bau der Stiftkörperchen ein komplizirterer als bisher an-
genommen wurde. Die Wandung des kegelförmigen Stiftes setzt
sich nämlich proximalwärts als „Apikaischlauch" fort und um-
hüllt die aus dem Stift hervortretende „Achsenfaser"; die
„Chorda" Grabers setzt sich demnacJi aus Apikaischlauch und
Achsenfaser zusammen. Obwohl ein Zusammenhang letzterer
mit einer Ganglienzelle nicht beobachtet wurde, so ist er doch
wahrscheinlich und ebenso liegt der Gedanke nahe, dass der
Apikaischlauch mit seiner terminalen Anschwellung eine Fort-
setzung einer Ganglienzellen -Kapsel ist. In dem Stift endet
die Achsenfaser mit einer oder zwei hintereinander liegenden
kugeligen Anschwellung (Terminalknospe); dieselbe ist hohl,
entweder nur im distalen Theile (bei 2 Stücken) oder in ihrer
ganzen Ausdehnung. — Der Kopf des Stiftes ist nach Lee
immer aus 2 hintereinander liegenden Stücken zusammengesetzt ;
in allen Fällen setzt sich an ihn ein (einfacher oder doppelter)
Schlauch an, der den Stift auch distal befestigt, so dass nur
amphinematische Chordotonalorgane nach der Terminologie
Graber 's vorkommen würden. Des Verfassers Ansichten über
die Beziehungen dieser Organe zu den Nerven gebe ich mit
seinen eigenen Worten wieder: „, . Das Ganze ist wesentlich
ein aus der Gauglienzellenkapsel (wahrscheinlich!) hervor-
gehender, eine Achsenfaser einhüllender Schlauch (Apikai-
schlauch), der zum Stiftkörper anschwillt, sich zum Stiftkopf
verdickt, und wieder verdünnt als Distalchorda am Integumeut
endigt. Der Kopf scheint eine ringförmige Verdickung zur An-
heftung der Nerventerminalknospe zu sein ..."
Ueber die Histiologie und Entwickelung der Ge-
webe der Insekten trägt Viallanes folgendes in den Ann. Sei.
nat. (Zool.) XIV S. 1 ff. mit 18 Taff. vor: Der Sehapparat
besteht bei der Larve aus 3 Theilen: der Imaginalscheibe des
74 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Auges, dem Nervenstamm und dem gaugl. opticum. Der erste
bat dieselbe Struktur wie alle Imaginalscheiben derselben Art:
er besteht aus einem provisorischen, einem ektodermalen und
einem mesodermalen Lager. Einige Zeit vor der Verwandlung
werden die oberflächlichsten Zellen des Ektoderm grösser,
länger und erhalten die Eigenschaft, sich unter Einwirkung von
Keagentien in intensiver Weise zu färben: sie werden „opto-
genetische Zellen". Das Mesoderm hat nicht denselben Bau
wie in anderen Scheiben. Es besteht nicht aus einer homogenen
Grundsubstanz, die die einzelnen Zellen verbindet, sondern
vielmehr aus feinen Nervenfäden, denen Kerne eingestreut sind
und welche scheinbar an der Basalmembran des Ektoderm
enden, thatsächlich aber durch dieselbe hindurch mit einer opto-
genotischen Zelle in Verbindung treten. Der Nervenstamm ist
gebildet von feinen Nervenfibrillen, welche in die des Mesoderm
übergehen; wenn die Differenzirung vollendet ist, steht daher
jede optogenetiscbe Zelle mit dem Nerveuzentrum in Verbindung.
Das gangl. opticum ist von dem äussersten Theile des Gehirns
gebildet und von einem Neurilemm umgeben. An den Seiten-
theilen des g. opt. und in der grauen Rinde ist ein sekr kom-
plizirtes Organ, welches als Rudiment eines Ganglienlagers
gelten mag, da wir in ihm alle die Hauptbestandtheile eines
solchen wiederfinden; aussen liegen die Ganglienzellen, welche
bipolar sind und kurze Reihen bilden. Gerade innerhalb der-
selben ist eine Andeutung einer Schicht von pallisadenähnliclien
Fasern und ein Lager von Fasern und Kernen. Die Fasern des
Nervenstarames entspringen von der Oberfläche der Schicht von
Ganglienzellen, ebenso wie beim erwachsenen Insekt die postreti-
nalen Faaeru. Der einzig wichtige Unterschied besteht in der mehr
kompakten Fassung des ganzen Apparates in der Larve. Bei der
Verwandlung verschwindet das provisorische Lager der Imaginal-
scheibe ; das Ektoderm wächst und bildet eine Membran, während
es am Rande mit den benachbarten Scheiben verschmilzt; seine
Kutikula wird die fazettirte Kornoalinse und seine Basalmembran
die hintere Begrenzungshaut des Auges. Während das Neu-
rilemm des gaugl. opt. verschwindet, wächst es selbst, wird
sphärisch und wird durch eine Ringfurche von dem Gehirn ge-
trennt. Die Ganglienschicht rückt auf die Aussenseite des gangl.
opt., wächst und dehnt sich bis zum zusammengesetzten Auge
aus, während sie sich zugleich in die beiden primären Schichten
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 75
difFerenzirt. Gleichzeitig mit diesen Vorgäugen trennen sich die
Fasern des Nervenstammes von einander, verkürzen sich und
werden zu den postretinaleu Fasern. Während das Lager von
Ganglienzellen den peripherischen Theil des g. opt. verlässt,
nimmt es einen Theil der Fasern mit sich, die als präganglio-
näre Fasern eine Art von Bindeglied zwischen den verschiedenen
Theilen herstellen.
In den von Viallanes studirten Larven beobachtete er
zwischen der allgemeinen Körperliaut und den Muskeln peri-
phere Ganglien, welche weder zur Bauchkette noch zum Eiu-
geweidenervensystem gehören und bei Tipuda in regelmässiger,
symmetrischer Weise angeordnet sind: je ein Paar in einem
Segment. Bei Musca sind sie unregelmässig angeordnet.
Vom histiologischen Gesichtspunkte aus ist das RUcken-
gefäes vergleichbar einem Wirbelthierkapillargefäss , physio-
logisch von demselben aber durch seine Koutraktilität ver-
schieden. Diese Kontraktilität ist der Entwickelung von
Muskelfasern im Protoplasma seiner Zellen zuzuschreiben. —
lieber die Endigungsweise der Nerven an den Muskeln und die
Histolysis trägt Viallanes nochmals dieselben Ansichten wie
früher (dies. Bericht für 1881 S. 88 und 89) vor. (Da mir das
Original nicht zugänglich war, habe ich nach Journ. R. Microscop.
Soc. (2) III S. 499 referirt, obwohl mir einige Stellen unklar
zu sein schienen.)
Während Dönhoff bei der Biene in den vorderen Ganglien
ein respiratorisches Centrum angab, fand Laugedorff bei der
Honigbiene, Wespen und anderen Insekten, dass die respira-
torischen Bewegungen auch nach Entfernung des Kopfes fort-
dauern, namentlich, wenn derselbe abgerissen und nicht
abgeschnitten ist, durch welches letztere Verfahren immer ein
grösserer Blutverlust veranlasst wird. Bei Libellula und anderen
Pseudoneuropteren ist sogar jedes Segment für sich selbst ein
Respirationszentrum und setzt die Athembewegungen fort, auch
wenn es ganz isolirt ist; Arch. f. Anat. und Physiol. 1883
S. 80 ff.
Wilkins macht eine kurze Mittheilung über die Spinn-
organe der Ameisenlöwen und des Maulbeerseiden-
spinners; Nachr. Ges. Freunde Naturw. Moskau XXXVII
S. 30 flf.
C. Luks schreibt über die Brustmuskulatur der In-
76 Bertkau. Bericht üt)er die wissenschaftlichen
Sekten; Jen. Zeitachr. XVI S. 529 ff. Taf. XXII, XXIII. Nach
einer historischen Einleitung schildert der Verfasser die Brust-
rauskulatur von Locusta viridissima, Aeschna grandis, Dytiscus
marginalis, Syromastes marginatus, Musca vomitoria, Gastro-
pacha neustria, Bombus lapidarius als Vertreter der Orthoptera
und Neuroptera, Pseudoneuroptera , Coleoptera, Heteroptera,
Diptera, Lepidoptera und Hymenoptera. Auf diese ins Einzelne
gehende Schilderung folgt eine Zusammenfassung und eine phylo-
genetische Betrachtung. Ein inhaltlicher Auszug aus der fast
nur aus Detailangaben bestehenden Arbeit ist nicht wohl mög-
lich und wird hier nicht versucht.
The number of Segments in the head of winged
Insects fand Packard nach embryologischen Untersuchungen
an Nematus auf 4 bestätigt; das erste, Antennentragende Seg-
ment, hat ausserdem die Augen, Ozellen, den Clypeus und das
Labrum; Americ. Naturalist 1883 S. 1134 ff. mit Holzschnitt.
lieber die Entstehung der Farben der Insekten äussert
Lewis ähnliche Ansichten wie Hagen; Trans. Ent. Soc. Lond.
1882 S. 503 ff.
Amans macht darauf aufmerksam, dass bei der Theorie der
künstlichen Flügel, wie sie von Marey und Pettigrew vor-
geschlagen sind, beide Beobachter übersehen haben, dass die
Basis der Flügel von zwei unter einem stumpfen Winkel zu-
sammenstossenden Ebenen gebildet ist, die beim Nieder-
gehen der geschlagenen Luftsäule ihre Konkavität darbieten.
An Aeschna, Sirex und Locusta erhärtet er diese seine Ansicht.
Compt. Rend. XCVI S. 1072; Journ. R. Microsc. Soc. (2) III
S. 363.
J. Nusbaum glaubt durch die Entwickeluugsgeschichte den
Nachweis liefern zu können, dass die Homologisirung des die
Bauchganglienkette der Arthropoden umgebenden ober über ihr
gelagerten Stranges mit der chorda der Wirbelthiere berechtigt
sei. Bei Blatta germanica entsteht dieser Strang aus Entoderm-
zellen und schiebt sich zwischen die paarige Anlage der Bauch-
ganglienkette ein, umwächst dieselbe hernach in einfacher
Schicht (als äusseres Neurilemm) und wächst, nachdem in der
Bauchkette die Differenzirung in Mark- und Rindensubstanz vor
sich gegangen ist, zwischen beide hinein, so auch ein inneres
Neurilemm bildend. Da nun der Bauchstrang der Arthropoden
und das Rückenmark der Vertebraten homolog sind, indem beide
I
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 77
flieh aus den seitlichen Nervensträngen mancher Nemertinen
ableiten lassen, und da auch die Wirbelthierchorda aus dem
Hypoblast entsteht und zwischen dem Nervensystem und Darm-
rohr liegt, so sind auch diese beiden Organe homolog. Zool.
Anz. 1883 S. 291 ff. mit 3 Holzschnitten. (Später scheint
Nusbaum anderer Ansicht geworden zu sein; s. Zool. Anz.
157 S. 17 ff.)
Die Entwickelung des Herzens bei Gryllotalpa
geht nach KorotnefF von einer Anhäufung von Zellen im Haut-
faserblatt aus, die sich zu einer jederseits den Embryo in seiner
ganzen Länge durchziehenden Rinne umgestalten und nach innen
von dem Zwerchfell, einer Abspaltung des Darmfaserblattes,
nach aussen von dem Ektoderm begrenzt sind. An der Rücken-
seite sind sie Anfangs durch das hernach schwindende „Rücken-
organ" getrennt, unten sind sie im vorderen Theile nur „von
einem engen Anlegen der Dottermasse, dem Ektoblast" ge-
schieden, kommuniziren aber in der Gegend des Hinterdarmes
direkt miteinander. „Die beiden Sinusse treiben das Blut von
unten nach oben. In der oberen Hälfte des sich herausbildenden
Thorax giebt es einen Spalt zwischen der inneren Wand der
Gefassrinne und der Darmwand, durch welche das Blut an die
Ventralseite des Embryo gelangt, wird hier herunter (d. h.
wohl nach hinten, Ref.) getrieben, um wieder in die Blutsinusse
hineinzutreten." Das Zwerchfell bekommt Muskeln, die sich
zusammenziehen und auch ein Pulsiren der äusseren Wand der
Gefassrinne, des Ektoblast, veranlassen. Später rücken die
beiden Gefässrinnen dorsalwärts zusammen, und zwar ver-
schmelzen zuerst die äusseren Wände, von welchem Momente
an das Ektoderm still steht, und die Pulsirung wird von der
Dorsalwand des Herzens aufgenommen. Anfangs dient als innere
Wand des unten offenen Herzens die Darmwand; später ver-
wachsen auch die beiden Hälften des Zwerchfells und damit ist
das Herz geschlossen. Die Blutkörperchen sind abgelöste Zellen
des Mesoblast in der Thoraxgegend, die amöboide Bewegungen
erhalten und in den Blutsiuus durch die oben erwähnten Spalten
eindringen. Zool. Anz. 1883 S. 687 ff.; Jaworowski's Ab-
handlung scheint Korotneff unbekannt zu geblieben zu sein.
Ueber die Entwickelung der Geschlechtsorgane
der Insekten spricht sich A. Schneider folgendermassen aus:
Die Anlage der Geschlechtsorgane der Insekten ist eine Faser
78 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
der Ilerzmuskulatur. Der hinterste Flügelmuskel sendet einen zum
Enddarm verlaufenden Ast ab , der kurz nach seinem Ursprung
keulenförmig anschwillt und eine grössere Anzahl Kerne enthält.
Diese Kerne sind auf einem späteren Stadium von zweierlei
Grösse. Die grösseren umgeben sich mit einer Protoplasma-
portion und werden selbständige Zellen, Ureier. Dieselben
wandeln sich bei den viviparen Cecidomyen direkt zur jungen
Brut, bei den übrigen Insekten zu den Ovarialschläuchen um,
indem der Kern sich theilt. Der eine der beiden Tochterkerne
bleibt grösser und wird zum Kerne des Eies. Der kleinere
Kern theilt sich weiter und giebt dem Follikelepithel und den
Dotterzellen den Ursprung. Auch können einzelne dieser Kerne
sich vergrössern und zum Kern eines zweiten Eies werden, und so
entstehen die mehrkammerigen Eischläuche; Zoolog. Beiträge,
Bd. I S. 62 f.; s. auch Lacaze-Duthiers' Archives (2) I S. XLVII.
Jaworowski hat noch einige weitere Resultate ent-
wickelungsgeschichtlicher und anatomischer Unter-
suchungen über die Eierstöcke bei Chironomus sp.
und einigen anderen Insekten erhalten, die er im Zool.
Anz. 1883 S. 211 flf. seinen Fachgenossen vorlegt; vergl. den
vor. Ber. S. 84. Hier sucht der Verfasser hauptsächlich zu
zeigen, dass die sog. Epithel- und Dotterzellen einer Eikammer
diesen Namen nicht verdienen. Eine solche Kammer ist näm-
lich erfüllt mit Zellen, die in eine Plasmamasse, Nähr- oder
Bildungsprotoplasma, eingebettet sind. Das Wachsthum
der Zellen geschieht auf Kosten dieses Protoplasmas, das zuletzt
ganz aufgezehrt ist, so dass die Zellen einander berühren. Jetzt
tritt eine Differenzirung dieser primitiven Eizellen ein: Die bis dahin
am besten genährte wird zum Ei, indem ihre weitere Ernährung
durch die durch die Tunica propria der Eiröhre hindurch diffun-
dirte Blutflüssigkeit geschieht; die an die T. propria angelagerten
„primitiven peripheren Eizellen" werden zu den bisher
sog. Epithelzellen und die im Innern befindlichen „primitiven
Inneneizellen" werden die sog. Dotterbildungszellen, Diese
beiden Zellenarten wachsen von nun an schwach oder gar nicht,
oder „müssen auch während weiterer Entwickelung verkümmern".
Auf die Ernährung der Samen- und Eizellen . durch die Blut-
flüssigkeit führt der Verfasser auch den bald nach dem Fort-
pflanzungsgeschäft eintretenden Tod der Insekten (Hymenopteren?
Termiten?) zurück. Durch die Bildung der Geschlechtsprodukte
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 79
ist nämlich die Blutflüasigkeit auf ein Minimum reduzirt; durch
Entleerung der Geschlechtsprodukte entsteht im Körper ein Hohl-
raum, in dem sich das Blut ansammelt, das somit nicht wieder
zum Herzen zurückkann.
Palmen ergänzt in einer vorläufigen Mittheilung zur ver-
gleichenden Anatomie der Ausfiihrungsgänge der
Sexualorgane bei den Insekten Nusbaum's vorjährige
Angaben; s. dies. Ber. S. 83. Insekten, bei denen die ursprüng-
lich paarige Anlage der Ausführuugsgänge der Geschlechtsdrüsen
sich so erhalten haben, sind die Ephemeriden, bei denen die
duct. ejacul. die beiden am 9. Segment befindlichen Begattungs-
organe durchbohren. Bei Polymitarcys virgo tritt im 9. Segment
eine Querverbindung zwischen den beiden d. ejac. auf. Aus
einer solchen Querverbindung entwickelt sich bei den Forficuliden
die unpaarige Samenblase, aus der bei Labidura 2 d. ejac.
entspringen, die je eine glans durchbohren. Indem der schon
bei Labidura geringer entwickelte eine ductus bei Forficula
ganz verkümmert, der andere mit seiner glans dafür median
rückt, entsteht die Unpaarigkeit des Endabschnittes der männ-
lichen Sexualgänge. Ausser auf diese Weise kann die ün-
paarigkeit noch dadurch hervorgebracht werden, dass das
Körperintegument sich nach den nahe bei einander gelegenen
Ausmündungsstellen der männlichen Geschlechtsorgane hin ein-
stülpt. „Bei solchen Insekten wäre alsdann der unpaarige d.
ejac. morphologisch ein durch Einstülpung entstandenes Derivat
des Körperintegumentes." — Die weiblichen Ephemeriden
haben ebenfalls getrennt ausmündende Ovidukte; bei den Per-
liden ist die zwischen dem 7. und 8. Bauchsegmente liegende
„vagina" als eine Intersegmentaifalte, also äussere Einstülpung,
anzusehen, an deren Grunde die beiden Ovidukte wiederum
getrennt ausmünden. Bei anderen Insekten kann die Grenze
zwischen dem unpaarigen, integumentalen und dem paarigen
tubalen Theil der Ausführungsgänge durch Verschmelzen des
Endstückes der beiden Tuben verwischt, und der unpaarige
Abschnitt durch Ausbildung von Nebenorganen, bursa copulatrix,
recept. seminis, Kittdrüsen, komplizirter werden. Morphol. Jahr-
buch 1883 S. 1—8 (des Sep.)
Balbiani's Aufsatz über die Bedeutung der Polzellen bei
den Insekten ist auch in Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 64
abgedruckt.
80
Berlkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Ueber den Fettkörper von Corethra plumicornis
und seine Entwickeln ng theilt v. Wielowiejski mit, dass
seine Anlage bereits bei jungen Larven (vor der vierten
Häutung) neben den vorderen Tracheenblasen in Gestalt von
fast regelmässig in gerader Linie angeordneten Zellen wahrzu-
nehmen ist. Der Fettkörper der Image geht aus den von
Weismann als Anlagen der Haare und Borsten gedeuteten
„Wucherungen der Hypodermis" hervor. Die letztere besteht
nämlich aus zwei Schichten, einer äusseren, ein Plattenepithel
darstellenden, und einer inneren, zum Mesoderm zu rechnenden
Schicht, deren Zellen immer höher werden und nachher sich
theilen und so den Fettkörper durch Abspaltung bilden. Zool.
Anz. 1883 S. 318 ff.
Bei der Puppe des als Image ganz flügellosen Niptus
hololeucus fand Dewitz Flügelstummel vor; Zool. Anz. 1883
S. 315 fi". ; Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 108 ff.
J. Dewitz lässt den Insektenfühler (bei Pieris Brassicae)
durch eine Einstülpung der Matrix der Chitinhaut entstehen;
der Fühler der Image bildet in seiner Anlage einen sackartigen
Anhang des Raupenfühlers. Biol. Centralblatt III Nr. 19 S. 582 f.
Packard betrachtet die Orthoptera und Neuroptera zu-
sammen als eine „Superorder", die er Phyloptera nennt und
nach der Beschaffenheit des Kopfes, Thorax und Hinterleibes
in die 4 Ordnungen Dermatoptera (Forficulidae), Orthoptera
(= Ortho, genuina excl. Forficulidae), Pseudoneuroptera
und Neuroptera theilt. Die Pseudoneuroptera zerfallen in
die Unterordnungen Platyptera (Termitidae, Embidae, Pso-
cidae, Perlidae), Odonata, Ephemerina; die Neuroptera
in Planipennia und Trichoptera. Hinzugefügt ist eine Tabelle,
welche die Ansichten Packard's über die Systematik der ge-
sammten Insektenwelt veranschaulicht:
Superorders,
Euglossata
Elytroptera =
Orders.
Hymenoptera
Lepidoptera
Diptera
Coleoptera
Svlmrders,
r genuina.
^ Aphaniptera
[ Pupipara.
( genuina
^ Strepsiptera.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883.
81
Superorders.
Orders
Eurhynchota = Hemiptera
Phyloptera
Synoptera =
Neuroptera
Pseudoneuroptera
Orthoptera
Dermatoptera.
Thysanura
Suhorders.
Homoptera
Heteroptera
Physopoda
Mallophaga.
Cinura
. Symphyla
[ CoUembola.
/
Americ. Natural. August 1883 S. 820 flf.; Ann. a. Mag. N.
H. (5) XII S. 145 ff. und weiter ausgeftihrt im Third Report
of the U. S. Entomological Commission S. 286 ff. PI. 23—64.
Derselbe veranschaulicht seine Ansichten On thegenea-
logy of the Insects durch einen Stammbaum, und bespricht
die einzelnen Ordnungen (Thysanura, Dermatoptera, Orthoptera,
Pseudoneuroptera, Hemiptera, Neuroptera, Coleoptera, Diptera,
Lepidoptera, Hymenoptera) , die er direkt und indirekt von
Campodea und verwandten Thysanuren herleitet; ebenda S. 932 ff.
J. H. Fahre hat Noiiveaux Souvenirs Entomolo-
giques den früheren folgen lassen; Paris 1882. Da ich das
Werk nicht gesehen habe, so beschränke ich mich auf Angabe
der Ueberschriften der einzelnen Kapitel, wie ich sie aus der
Review im Entom. Monthl. Mag. XX S. 43 entnehme: 1. L'Har-
mas (d. i. die Lokalität der späterhin mitgetheilten Beobachtun-
gen); 2. L'Ammophile herisse; 3. ün sens inconnu; Le Ver
gris; 4. La Theorie de ITnstinct; 5. Les Eumenes; 6, Les
Odyneres; 7. Nouvelles Recherches sur les Chalcidomes;
8. Histoire de mes Chats; 9. Les Fourmis rousses; 10. Frag-
ments sur la Physiologie de l'Instinct; 11. La Tarentule h ventre
noir; 12. Les Pompiles; 13. Les Habitans de la Ronce; 14.
Les Sitaris; 15. Les Larves primaires des Sitaris; 16. La Larve
primaire des Meloes; 17. Le Hypermetamorphose ; vergl. auch
Le Naturaiiste 1883 S. 254 f.
Experiments with the antennae of Insects führten
C. J. A. Porter zu dem Schluss, dass die Fühler von den fünf
Sinnen hijchstens dem Geschmack vorstehen, und auch dies nur
Arch. f. Natiu'g'csch. L. Jahrg. 2. ßU. F
82 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
in gewissem Sinne. Auch hat die Fähigkeit der Direktion
während des Fluges nicht ihren Sitz in den Fühlern, da manche
dieselben entbehren können und doch während des Fluges im
Gleichgewicht bleiben. Dagegen ist Porter geneigt, sich der
Ansicht Trouvelot's anzuschliessen, dass die Fühler der Sitz
eines uns unbekannten Sinnes sind. The Amer. Natur. 1883
S. 1238.
Gruber überzeugte sich, dass Blatta, verschiedene Käfer
(Laccobius, Laccophilus) und Wanzen (Nepa, Corisa) ein wahres
Gehör haben; s. Americ. Natural. 1883 S. 200.
In einer Note intorno allaEphestia interpunctella
empfiehlt Camerano die Anwendung trockener Hitze (50") zur
Vertilgung derselben und anderer schädlicher Insekten. Gegen
Kohlensäure bewies die Raupe eine grosse Widerstandsfähigkeit.
Annal. R. Accad. di Agricoltura di Torino XXV; s. Bull. Soc.
Ent. Ital. XV S. 190.
Die Ricerche intorno alle aberrazioni di forma
negli animali . . ., die L. Camerano angestellt hat, beziehen
sich hauptsächlich auf Käfer; Atti d. R. Accad. d. Sei. di
Torino XXIII.
On the Constancy of Insects in their Visits to
flowers; by A. W. Bennett; Journ. Linn. Soc. of London
XVII S. 175 fif. und
On the methodic habits of Insects when visiting
flowers; by R. M. Cristy; ebenda S. 186 ff. Beide führen
eine Reihe von Beobachtungen an, welche die Richtigkeit des
bekannten Satzes bekräftigen, dass Blumen besuchende Insekten
gerne bei der Pflanzenart bleiben, mit der sie gerade begonnen
haben; namentlich zeichnen sich in dieser Hinsicht die Honig
sammelnden Bienen aus.
Forbes suchte die Frage zu beantworten, ob die Vögel
etwas dazu beitragen, die bestehenden „Oscillationen" schäd-
licher Insekten zu reduziren, indem sie zeitweilig ihr gewöhn-
liches Futter vernachlässigen und ungewöhnlich grosse Mengen
solcher Arten verzehren, die durch irgend welche Verhältnisse
sich über das Normalmass vermehrt hatten. Gelegenheit zum
Studium dieser Frage gab ihm ein seit einigen Jahren von
dem „Canker-worm", der Larve von Anisopteryx vernata be-
fallener Baumgarten (mit Apfelbäumen) in Tazewell Co., 111., in
dem sich seit dieser Zeit eine grosse Zahl von Vögeln, sowohl
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 83
Individuen wie auch Arten, eingefunden hatte. Es wurden zu
zwei verschiedenen Malen in zwei Jahren 54, resp. 92 Vögel
in 24 resp. 31 Arten geschossen, und deren Mageninhalt unter-
sucht. Es zeigte sich nun nicht nur, dass in allen Fällen der
Canker-worm nebst einigen anderen in jenem Obstgarten un-
gewöhnlich häufigen Insekten einen wesentlichen und bisweilen
den hauptsächlichsten Bestandtheil der Nahrung ausmachte,
sondern auch, dass dieselben Arten, in anderen Gegenden ge-
schossen, eine andere Nahrung bevorzugten. — The Regula-
tive Action of Birds upon Insect Oscillations in lUin.
Stat. Laboratory of Nat. Eist. Bull. Nr. 6 S. 3 ff.
L. Faille-Tedaldi fährt in seinen Insetti commestibili,
sacri, medicinali e d'ornamento fort; II Naturalista Sici-
liano II S. 91 ff.
Hummer erhielt aus zwei angestochenen Raupen von Sa-
turnia Carpini die Imago, aus deren Leib sich erst die Schma-
rotzer, Fliegen, herausarbeiteten; Mitth. Naturf. Gesellsch. in
Bern a. d. J. 1882, II Heft S. 18 der Sitzgber.
Brauer hielt einen Vortrag über einige schmarotzende
und parasitische Insekten; Schriften d. Vereins z. Verbr.
naturw. Kenntn. in Wien XXIII S. 405 ff. mit 4 Holzschn.
Dewitz macht nochmals auf die Wichtigkeit aufmerksam,
die ein klebender Schleim an den Füssen springender Insekten
beim Springen gegen senkrechte Flächen für die Thiere hat.
Zool. Anz. 1883 S. 273.
Riley trug vor der Biolog. Society of Washington am
24. November 1882 nochmals über Jumping seeds and
Galls vor; Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 140 ff.; vgl. dies.
Ber. über 1875—76 S. 319 (111).
Ein Asilus macht auf Aspilates dissimilaria regel-
recht Jagd und vertilgt deren in kurzer Zeit viele; Edwards,
Papilio 1883 S. 25; Ent. Nachr. 1883 S. 135 f.
In dem entomologischen Theile seines Rapporte prelim. e
sommario suUe ricerche zoologiche fatte in Sardegna . . .,
Rendic. acad. Sei. fis. e math. Napoli XXI S. 189—201 führt
A. Costa die von ihm beobachteten bemerkenswerthen Insekten
an und versieht in Anmerkungen die von ihm für neu gehaltenen
mit lateinischen Diagnosen.
Die Frucht einer im Frühjahr 1882 nochmals in Sardinien
unternommenen Reise sind desselben Notizic ed osser-
84 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
vazioni sulla Geo-Fauna sarda, ebenda (2. S.) I 1883.
Es sind hier 6 Käfer, 3 Ortliopteren , 1 Neiiropteron , 19 Hy-
menopteren, 3 Hemipteren, 5 Dipteren als neu beschrieben.
Bormans zählt die während un ete k Rouge-Cloitre
gesammelten Insekten auf; C. R. Ent. Belg. 1883 S. XIX ff. ;
bei den Orthopteren, Neuropteren und Lepidopteren sind einige
zusätzliche Bemerkungen über die Häufigkeit und Art ihres
Vorkommens gemacht.
Sandahl giebt den Fundort einiger für Schweden neuer
oder seltener Insekten bekannt; Entomol. Tidskrift 1883 S. 45 ff.
Ebenda S. 139 ff. werden die von Nordenskiöld und
seinen Begleitern 1875 auf Novaja Semlja und Waigatsch ge-
sammelten (46) Hymenoptera, (8) Diptera (von Holmgren)
und (2) Lepidoptera (von Aurivillius S. 191 ff.) aufgezählt.
Auch Wallengren macht einen Försök att bestämma
en del af de utaf H. Ström bskrifna Norska Insekter;
Forh. i Vedensk.-Selsk. i Christiania Aar 1880 Nr. 2; Schöyen
macht eine Nachschrift dazu ; S. 24 ff. Vgl. den Bericht über
1873 u. 74 (1. H.) S. 255 (3).
Bidrag tili det Nordenfieldske Norges insekt-
fauna af J. Sahlberg; I Hemiptera; ebenda Nr. 9.
Schöyen macht Bemaerkninger til H. Siebke's Enumeratio
Insectorum Norvegicorum Fase. V Pars I; ebenda Nr. 10.
Report on a small coUection of Hymenoptera and Di-
ptera from the Timor Laut Isl. . . by W. F. Kirby;
Proc. Zool. Soc. 1883 S. 343 ff. mit 1 Holzschn.
List of Lepidoptera . . . Timor Laut, A. G. Butler;
ebenda S. 365 ff. PI. XXXVHI.
Brongniart fugt der Beschreibung seines Titanophasma
Fayoli (s. d. vorig. Ber. S. 116) ein Verzeichniss der Insekten
der Devon- und Kohlenformation hinzu, unter denen die Ortho-
ptera (72) neben 18 Neuroptera, 14 Palaeodictyoptera, 3 Rhyn-
chota, 3 Coleoptera und 1 Lepidopteron (?) die Mehrzahl
ausmachen. Von Commentry sind ausserdem neuerdings 440
weitere Entdeckungen von Insekten gemacht worden, wodurch
deren Zahl auf 551 steigt, unter denen 362 Blattiden sich finden.
Bull. Soc. G6ol, de France (3) XI S. 146 ff.; vgl. S. 240 f.
Unter der Aufschrift „The carboniferous hexapod
Insects of Great Britain" zählt Scudder die aus der
Kohlenformation Grossbritanniens bekannt gewordenen Insekten-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 85
reste auf und liefert eine erneute Beschreibung und Abbildung
der bereits 1881 im Geol. Magaz. (2) VIII bekannt gemachten
Brodia priscotincta S. 213 ff. Fig. 3 — 7| Archaeoptilus ingens
S. 217 Fig. 10—12; Lithosialis Brongniarti S. 220 Fig. 1, 2, 8,
9; Memoirs of the Boston Society Vol. III Nr. VII PI. 17.
Derselbe spricht über Older fossil Insects west of
the Mississipi (Phthanocoris occidentalis und 3 Blattiden);
Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 58 ff.
Scudder bespricht in^seinen Notes on some of the tortiary
Neuroptera of Florissant, Colo., and Green River,
Wyoming, die Neuropterenreste Florissants, welche alle zu
den Planipennien gehören und 12 Arten in 8 Familien und
7 Gattungen ausmachen. Es sind 1 Raphidia, 4 Inocellia,
1 Osmylus, 4 den neuen Gattungen Palaeoclirysa und Tribo-
cJirysa angehörende Chrysopiden, eine bereits beschriebene Pa-
norpide, Holcorpa maculosa, und die Hemerobiide Bothromicromus
Lachlani. — Odonaten sind in den Ablagerungen von Florissant
6 Arten gefunden, in den Green River shales deren 4. — Proc.
Bost. Soc. Nat. Hist. XXI S. 407 ff.
Wilkinson erwähnt eine fossile Larve und Puppe einer
Ephemeride aus den Tertiärablagerungen des Vegetable Creek,
New-England ; Linn. Soc. New-South-Wales, Abstract of Proceed.
August 29 tb 1883.
Thysanura.
Tömösväry theilt die Beschreibung der 6 ungarischen
Smynthurus- Arten oblongus, aureus, fuscus, macnlatus n. sp.
S. 36, luteus, viridis mit; die neue Art ist im Holzschnitt ab-
gebildet. Termesz. Füzet. VII S. 31 ff.
Moore führt die Zeichnungen auf den Schuppen auf Dörn-
chen zurück, die an die Schuppen nicht nur am Ende, sondern
fast auf ihrer ganzen Unterseite angeheftet sind ; The Microscope
n S. 186 ff. mit 3 Holzschn.
Hitchcock demonstrirt ebenfalls stark vergrösserte Ab-
bildungen der Schuppen von Podura und Degeeria domestica,
die die behauptete Struktur beweisen; Amer. Monthl. Micr.
Journ. IV S. 101 f. mit Abbildung.
Sinella (n. g. ; von Degeeria unter anderem dadurch unterschieden,
dass jederseits nur 2 Linsen, jede auf einem Augenfleck fiir sich, sind;
86 Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen
der Llinterlcib ist mit gekrümmten, keulenförmigen Borsten bekleidet) cwvi-
seta (England); Brook, Joum. Linn. See. Lond. XVI S. 541 ff, mit 3 Holzschn.
Derselbe behandelt ebenda XVII S. 19 ff. Taf. I in seinen Notes
on some little known Collembola, and on the British species of
the genus Tomocerus die Arten Achorutes manubrialis Tullb. Fig. 1 — 5;
Xenylla maritima Tullb. Fig. 6 — 10; Triaena mirabilis Tullb. Fig. 11 — 14;
Tomocerus plumbeus L., tridentiferus Tullb., vulgaris Tullb.
Tetrodontophora (n. g. subf. Lipurinae Tullb.; corpus subcrassum,
magnum non tuberculatum ; cutis granulosa; instrumenta cibaria rodentia;
ocelli et organa postantennalia nulla; antennae subcylindricae, capitis longi-
tudine, art. 4. cylindrico 2 praeced. simul sumtis longitudine aequali et
his fere pauUulum crassiore, his art. aeque longis; unguiculus inferior
tenuissimus, pilaeformis; furcula ad tub um ventralem pertinens, mucronibus
rectis acuminatis; segmentum anale apice dentibus 4 in arcum latum
positis armatum); die Art, auf die die Gattung gegründet ist, ist ffiffas
n. sp. (sub lapidibus et locis humidis in Alpibus, Sudetibus , Karpathibus)
genannt , aber wohl mit Achorutes bielanensis Waga identisch ; Reuter,
Sitzgsber. K. Akad. Wissensch. 86 Bd. 1. Abth. S. 184.
Rhynchota.
0. Giese beschreibt die Mundtheile der Rhynchoten;
dies. Archiv XLIX S. 315 ff. Taf. X, wobei er im AUgemeiuen
mit Kraepelin's vorjähriger vorläufigen Mittheilung übereinstimmt
(d. Bor. S. 83). Am eingehendsten und als Typus beschreibt
der Verfasser den Saugmechanismus von Notonecta glauca, mit
dem später die Mundtheile anderer Wasser- und Landwanzen
verglichen werden. — Der Wanzenschnabel besteht aus einem
zum grössten Theile aus der umgebogenen Unterlippe gebildeten
Rohr, das nur an seinem Grunde, da, wo die Unterlippenränder
noch nicht zusammenstossen, oben von der Oberlippe bedeckt
wird. In diesem Rohre bewegen sich, durch Führungen geleitet,
die Mandibeln und Maxillen als Stechborsten vor- und rückwärts.
Sowohl Unterlippe wie Unterkiefer haben ihre Taster verloren.
Die Oberkiefer liegen ausserhalb der Unterkiefer und ihre
Führung durch die Unterlippe geschieht an der Basis durch
eine Leiste mit umgebogenem Rande, die in eine entsprechend
gestaltete Nute an der oberen Begrenzungswand 'des von der
Unterlippe gebildeten Rohres eingreift; weiter nach vorn verliert
sich Leiste und Nute und tritt dafür eine Führung durch seit-
liche Längscannellirungen ein; dazu kommt an der Basis eine
Führung durch eine von dem Schlundkopf seitlich ausgehende
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 87
Leiste. Die Maxillen haben gleich den Maudibeln an der Basia
diese Führung durch die Schlundkopfleiste und ausserdem nur
noch eine dreifache an einander. Die einander zugekehrten
Seiten sind nämlich zweimal ausgebuchtet, so dass drei vor-
springende Leisten entstehen, welche mit ihren Rändern in
einander gefalzt sind imd dadurch aus den beiden Maxillen
scheinbar ein unpaares Organ machen. In dem vorderen Theile
bilden die beiden Ausbuchtungen je ein Rohr, von denen das untere,
je weiter nach vorn, um so mehr unsymmetrisch auf eine Seite rückt;
das hintere setzt sich am Grunde, etwa von der Stelle an, wo
sich auch die Oberlippe an dem oberen Verschluss des sonst
von der Unterlippe allein gebildeten Rohres betheiligt, in die
Rinne fort, die von der auslaufenden unteren Leiste des „Schlund-
kopfes" gebildet wird, während das untere Rohr bis zu der
Ausmündungsstelle der Speicheldrüsen reicht und hier in ein
von Giese „Spritze" genanntes Organ leitet. Dasselbe hat
die Gestalt einer Kugel, deren eine Hälfte eingedrückt ist; an
den eingedrückten, stark federnden Theil setzt sich aussen ein
kräftiger Muskel an. Der Ausführungsgang der Speicheldrüse
mündet seitlich in den Innern Hohlraum und ist durch ein
Klappenventil so verschliessbar, dass aus dem Reservoir kein
Speichel in den Ausführungsgang zimickströmen kann, derselbe
vielmehr, wenn der kontrahirte Muskel erschlafft und somit der
eingedrückte Theil zurückfedernd den inneren Hohlraum des
Reservoirs verkleinert, durch den unteren Kanal der Maxillen
hindurch in die Wunde gepumpt wird. Der obere Kanal dient
natürlich zur Aufsaugung der Säfte, also als Saugrohr. Das
Pumpwerk dieses Saugrohres befindet sich in dem „Schlundkopf",
der Wangenplatte Bur meist er 's. Die Gestalt desselben lässt
sich am besten so verstehen, wenn man sich einen Kegel denkt,
dessen Längsachse mit der des Thieres zusammenfällt, und
dessen nach oben gekehrte Mantelfläche der Länge nach ein-
gedrückt ist, bis fast zur Berührung mit der unteren ; der Quer-
schnitt durch den so gebildeten Hohlraum ist somit hufeisenförmig.
An die Aussenwand des eingedrückten Theiles und zwar zumeist
an die Mittellinie derselben setzten sich vier in der Längsrichtung
auf einander folgende kräftige Muskeln an. Indem sich dieselben
in der Reihenfolge von vorn nach hinten kontrahiren und er-
schlaffen, stellen sie einen von vorn nach hinten fortrückenden
und verschwindenden Hohlraum her, in den Flüssigkeit aufsteigen
88 Bert kau; Bericht über die wissenschaftlichen
mus9, wenn das Ansatzrohr in eine solche taucht. Da die Darm-
wandung hinter dem Sclilundkopf schlaff ist, so wird bei dem
Nachlassen der Kontraktion des letzten der vier Muskeln die
Flüssigkeit, die sich etwa in diesem Theile des Schlundkopfes
befindet, in den Darm hineingepresst. An der eingedrückten
Oberseite des Schlundkopfes befinden sich noch andere
Einrichtungen, bestehend in Fältelungen mit Zähnchen und
Haaren, die wie ein Sieb und ein Triturationsapparat wirken.
— Ausser Notonecta untersuchte der Verfasser noch Nepa,
Sigara, Corisa, sowie einige Landwanzen. Bei Sigara und
Corisa fand er den Triturationsapparat zu einem „wohl differen-
zirten abgeschlossenen Kaukästchen" entwickelt. Bei Nepa
greifen die Ränder der Oberlippe um die Mandibeln und Maxillen
und sind unten ebenso mit einander verfalzt, wie es oben mit
den Rändern der Unterlippe der Fall ist. Bei den Landwanzen
ist die „Spritze" nicht halbkugelig, sondern viereckig gestaltet.
Hemipterologische Notizen in der Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 57 ff. von P. Low enthalten ausser biologischen und
synonymischen Daten hauptsächlich neue Fundorte, zumeist
von solchen Arten, deren geographische Verbreitung noch wenig
bekannt ist.
Part. XIX von The zoology of the voyage of H. M. S.
Challenger enthält den Report on the pelagic Hemiptera
by F. Buchanan White; London 1883; 80 Ss. 4to; 3 Taff. —
„Diese sehr bemerkenswerthen Insekten . . . entbehren gänzlich
der Flügeldecken und Flügel, haben einen oft ^/^ der Gesammt-
länge einnehmenden und sehr breiten Thorax, einen sehr kleinen,
unproportiouirten Hinterleib und eine ungewöhnliche Länge des
2. vmd 3. Beinpaares, deren Bau in bewundernswerther Weise
dem Lauf über die Wasserfläche angepasst ist. Von einigen
dieser Arten ist beobachtet, dass sie untertauchen. Sie sind
nur in den warmen Breiten aufgefunden, vorzüglich in den
Atlantischen, Indischen, Pacific und Chinesischen Regionen,
meist fern vom Lande. Sie leben gesellig; über die Natur ihrer
Nahrung ist nichts mit Sicherheit bekannt . . . Die Arten werden
in die beiden Gattungen Halobates (mit WüUerstorffi, micans,
princeps, Streatfieldianus, sohrinns, sericeus, germanus, Hayanus,
proavits, flaviventris, Frauenfeldanus) und Halohatodes n. g.
(mit lituratus, histrio, compar und (?) stall) untergebracht;
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 89
sämmtlicbe sind mit Ausnalimo des H. Stali Dohm abgebildet."
Nacb der Rewiew im Ent. Montbl. Mag. XX S. 119 f.
Als ContributioDS to a proposed monograpb of the
homoptorous family Cicadidae macbt Distant in den Proc.
Zool. Soc. 1883 S. 187 ff. PI. XXV 10 neue Arten bekannt
und ausserdem synonymische Bemerkungen. (Werde ich an-
führen: a. a. 0.)
lakowleff bringt als X seiner „Materiali dlja fauni polu-
schestkokrilich rossii i sosdnich stran" Nowie wid is se-
mei'stwa Coreidae, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LVII (1882
Nr. 3) S. 98 ff.; als XI Opisanie nowich widoff roda
Monanthia Lep.; ebenda LVIII (1883 Nr. 1) S. 103 ff.
Nordin macht Angaben über Vorkommen und Lebensweise
von Acanthosoma haemorrhoidale ; Pentatoma juniperina; Cimex
bidens; Dasycoris pilicoruis; Clinocoris ferruginatus ; Verlusia
quadrata; Gastrodes Abietis; Syromastes marginatus; Ischuor-
rhynchus Resedae; Elasmostethus dentatus; Entom. Tidskrift
1883 S. 133 f.
Berg lässt zu seinen Hemiptera Argentina (s. d. Ber. f.
1879 S. 356 [124]) Addenda et Emendanda erscheinen;
An. Soc. Cientef. Argent. XV S. 193 ff.; 241 ff.; XVI S. 5 ff.,
73 ff., 105 ff., 180 ff., 231 ff., 285 ff; XVU S. 20 ff.
Lethierry zählt 20 Homopteres de Provence auf;
Revue d'Entomologie II S. 43.
Ebenda S. 285 f. giebt Puton Localites et habitats
und Sononymies meist französischer Arten.
Fokker beginnt in Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 234 ff.
einen Catalogus der in Nederland voorkomende Hemiptera
(Pentatomidae, Coreadae, Berytidae).
Heteroptera Anatolica in regione Brussae collecta
enum. G. Horväth; Termesz. FUzet. VII S. 21 ff.
On Rhynchota from Mergui; by W. L. Distant; Ann.
a. Mag. N. H. (5) XI S. 169 ff.
In einem First report on the Rhynchota collected in
Japan byMr. Geo. Lewis behandelt Distant die Familien der
Pentatomidae, Coreadae, Lygaeidae und Pyrrhocoridae, aus denen
109 Arten bekannt gemacht werden, von denen 33 mit 3 neuen
Gattungen als neu beschrieben sind; ausserdem werden 4 neue
Reduvier mitgetheilt. Mit Europa hat Japan nur wenig Arten
(Eurygaster maurus; Graphosoma lineata; Zicrona caerulea;
90 Bortkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Carpocoris nigricornis ; Dolycoria Verbasci; Rubiconia inter-
media; Tropicoris ruflpes; Corizus maciilatus, crassicoruis;
Lygaous cquestris) gemeinsam; aber auch von den Amur-Arten
sind die Japaner meistens verschieden. Trans. Ent. Soc. Loud.
1883 S. 413 flF. PI. XIX, XX.
Parasitica.
0. Taschenberg's „Die Mallophagen mit besonderer Berück-
sichtigung der von Dr. Meyer gesammelten Arten systematisch
bearbeitet", Nova Acta d. Ksl. Leop. Carol. — Deutsch, Akad. d. Naturf.
Bd. XLIV Nr. 1—232 mit 7 Tafeln ist ein für die Formenkeuntuiss dieser
Familie sehr wichtiges Werk. Durch den Umstand, dass der Verfasser
die Typen von Nitzsch, Rudow, Giebel und Piaget einsehen und
vergleichen konnte, ist er in den Stand gesetzt, manche S}Tionyme anzu-
geben und Irrthümer zu berichtigen, die Piaget in seinem „Essai mono-
graphique" wegen Unvollkommenheit der Beschreibungen hatte begehen
müssen.
In der Einleitung wird die systematische Stellung dieser Thiere be-
sprochen und der Verfasser entscheidet sich dafür, sie mit den echten
Läusen imter dem Namen „Pediculina" als eine Unterordnung der
Rhynchota zusammenzufassen, trotzdem sie beissende und kauende Mund-
werkzeuge haben und hauptsächlich von Haaren und Federn leben, während
die Läuse saugende Mundtheile haben imd sich nur vom Blute ihres Wirthes
nähren. Die Theile des Körpers werden soweit geschildert und benannt,
als sie bei äusserlicher Betrachtung sich zeigen und für die Beschreibung
und Unterscheidung der Arten von Bedeutung sind. Bezüglich letzterer
Frage hebt Taschenberg hervor, dass die Arten nicht auf ein einziges
Wohnthier beschränkt zu sein brauchen, sondern auch auf mehreren, wenn
auch verwandten Arten vorkommen können; die Herkunft einer Art von
einem Wohnthier, von welchem eine solche noch nicht bekannt war,
begründet daher durchaus noch keine neue Art. Femer sind zur Feststellung
der Art nur ausgebildete Individuen zu brauchen, und manche der von
Giebel aufgestellten Arten sind einzuziehen, weil sie auf Jugendzustände er-
richtet waren. Wenn nun aber auch die Schmarotzer sich über mehrere Arten
von Wohnthieren verbreiten können, so sind doch gewisse systematische
Gruppen auf einen bestimmten systematischen Formenkreis als ihre Wirthc
beschränkt. So kommt die Gattung Trichodectes nur auf Säugethieren
vor und 'ist die einzige auf Säugethieren lebende Gattung der Mallophagen;
Goniodes unter den Federungen ist auf die Ordnungen der Tauben und
Hühnervögel beschränkt, ebenso Goniocotes, und das Vorkommen von An-
gehörigen dieser Gattung auf andern Vögeln ist als ein zufälliges anzusehen.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 91
Hinsichtlich der Nomenklatur schliesst sich Taschenberg Piaget
an und hält das Prioritätsrecht nicht für ausreichend, um eine gute jüngere
Beschreibung und Benennung durch einen älteren Namen zu verdrängen,
wenn die demselben beigefügte Beschreibung ungenügend ist. In dem
vorstehenden Theile der Arbeit, die fortgesetzt werden soll, werden die
Piaget' sehen Gattungen Goniodes Niizsch, Goniocotes Bicrm., Lipeurus
Nitzsck, Omithobius Benny, Acidoproctus Piag. (Taschenberg schreibt
auch gleich Piaget Akidopr.) behandelt. Einige der von Piaget
bereits gebildeten Gruppen innerhalb der Gattungen versieht Taschen-
berg als Untergattungen mit Namen. Es sind dies Coloceras S. 42
für die auf Tauben schmarotzenden Goniodes - Arten, deren c^ die beiden
letzten Fühlerglieder verkümmert haben; Rhopaloceras S. 46 für die
Arten, bei denen die Fühler im cT keulenförmig (das dickere Ende natür-
lich an der Basis) sind; Strongylocotes n. g. S. 54 (Schläfen und
Hinterhauptsecken sind abgerundet) für die auf Crypturiden lebenden spinosus,
complanatus, setosus, excavatus Piag. und eine neue Art; für die letztere,
excavatus Piag. und agonus Niizsch wird die Untergattung Lepidophorus
gebildet S. 61; Eurymetopus n. g. S. 182 für (Lipeurus) taurus N.,
latus Piag., (Oncophorus) Schillingi Rudow; Bothriometopus n. g.
S. 188 für Lipeiirus macrocnemis N. — Die zahlreichen Arten der
Gattungen werden auf analytischen Tabellen übersichtlich gruppirt und
(76 an der Zahl) ausführlich beschrieben und abgebildet. Folgende sind
die neuen Arten: Goniodes parvulus (Costa Rica, auf Tinamus robustus)
S. 38 Taf, I Fig. 4; Strongylocotes (Lepidophorus) coniceps (auf T.
variegatus) S. 63 Fig. 8; Goniocotes discogaster (von Megapodius Freycineti)
S. 86 Taf. n Fig. 12, macrocephalus (Talegalla Lathami) S. 87 Fig. 11,
guttatus (Penelope cristata und pipila) S. 89 Fig. 14, verrucosus (Tinamus
variegatus) S. 94 Taf. HI Fig. 4, procerus (Henicophaps albifrons) S. 96
Taf. II Fig. 6, afßnis (Carpophaga rufigastra) S. 97 Fig. 4, Carijophagae
Rud. var. robustus S. 100; Lipeurus fortis (Otidiphaps nobilis) S. 126
Taf. III Fig. 11, testaceus (Procellaria capensis) S. 135 Taf. V Fig. 3,
Gurhi (Proc. capensis und Smithi) S. 151 Fig. 6, luguhris (Sula fiber)
S. 153 Taf. VI Fig. 9, fuliginosus (Diomedea exulans und chloron-hyncha)
S. 156 Taf. IV Fig. 3, Burmeisteri (Lophophorus impeyanus) S. 170
Taf. VI Fig. 4 , (eurycnemis ? S. 171 Taf. VI Fig. 5) , ischnocephalus
(Talegalla Lathami) S. 173 Fig. 8, Meyeri (Tal. fuscirostris) S. 175 Fig. 1,
oxycephalus (Megapod, Freycineti und Reinwardti) S. 178 Fig. 7; Tricho-
dectes peregrinus (auf Mycteria crumenifera [von einem Hufthiere über-
gewandert?]) S. 218 Taf. VII Fig. 10, Meyeri (?) S. 222 Fig. 13. —
Eine ausführliche Besprechung von Piaget s. in Tijdschr. v. Entom.
XXVI S. 145 ff.
Letzterer handelt ebenda S. 152 ff. PI. 9 über quelques Pediculines
nouvelles ou peu connues ( Ancistrona gigas S. 1 5 2 Fig. 1 von Pro-
cellaria aus dem n. Eismeer; Docophorus bisignatus Niizsch S. 154 Fig. 2;
92 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Nirmus semiannulatus S. 156 Fig. 3 von Barita leuconota; Goniocotus
latijascialus S. 157 Fig. 4 von Cinclosoma bicolor).
Ose. Ströbelt, Anatomie und Physiologie von Haematopiniis tcnuirostris
Burm.; Münster. Inauguraldissertiition; Düsseldorf 1883, ist mir nur durch
die Uebersct/Aing von Dallas in Ann. a. Mag. Nat. Bist. (5) XI S. 73 IV.
bekannt geworden.
Phytophthires.
Coccidae. R. Blanchard. — Les Coccides utiles; s. Bull. Soc.
Zool. de France VIII; Bull. Ent. Ital. XV S. 355.
A. Herrera handelt von dem Erzeuger des von den Eingeborenen
Yucatan's Ni — in, Aje oder Axin von den Mexikanern genannten Wachses,
den er unter dem Namen Coccus axin La Llava beschreibt; La Natu-
ralem VI Entr. 13 S. 198 ff.; s. auch Duges, ebenda S. 283 ff. Lam. 5.
— J. D. Ibarra macht einige Angaben über das Sekret dieses Thieres,
das er C. adipofera nennt ; S. 200 ff. ; G. Bloede theilt die Resultate seiner
chemischen Untersuchungen desselben Stoffes mit; ebenda S. 205 ff.
Alzates y Kamirez „Memoria sobre la Grana 6 Cochinilla s. ebenda
Apendice.
Das Manna oder Lerp von Süd -Australien hat zu seinem Erzeuger
„eine kleine grünliche Psylla oder verwandte Gattung"; J. G. 0. Tepper,
Joum. Linn. Soc. Lond. XVII S. 109 ff.
F. Low macht eine neue Nadelholz-Coccide, Leucaspis pusUla (Nieder-
österreich, auf Pinus silvestris) bekannt, deren Männchen hinsichtlich ihrer
Flugorgane sehr variiren, indem neben solchen mit grossen Flügeln Exem-
plare mit verkürzten oder ganz fehlenden Flügeln vorkommen. Von diesem
Dimorphismus sind auch Fälle bei andern Cocciden, Chionaspis Salicis;
Gossyparia Ulmi ; Acanthococcus Aceris, bekannt geworden. Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 3 ff.
P. Colvöe beabsichtigt als Nuevos estudios sobre algunos in-
Sectos de la familia de los Coccidos (Valencia 1882) „ausführliche
Beschreibungen der von ihm in der Provinz Valencia beoachteten Cocciden
zu veröffentlichen. Die 1. Lieferung enthält die Beschreibung von 6 Arten,
unter denen sich 3 neue befinden, nämlich Eriococcus Araucariae 1 (auf
A. excelsa); Leucaspis Löwii 10 (auf Pinus) und Aspidiotus oleastri 12
(auf Olea europaea lebend). Die einzelnen Arten sind ziemlich ausführlich
beschrieben und die Art ihres Vorkommens ist sehr genau angegeben ..."
Aus Löw's Referat in Wien. Ent. Zeit. 1883 S. 43.
Boisduvalia {■= Oudal)lis Sign) piceae (Niederösterreich, auf den
Nadeln von Abies excelsa); Loew, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 267.
Daetylopius r.aricus (Kleinasien, auf Pinus laricio v. taurica) ; Gennadius,
Ann, Soc. Ent. Fr. 1883 S. 31.
Pulvinaria Eiicae (Niederösterreich, auf E. camea); Loew, Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 115.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 93
Diaspis aurantii aut Orangen in Guyana ; nur angedeutet von Signoret,
Bull. Ent. Fr. 1883 S. LXIII.
Leucaspis Epidiirica (Peleponnes, auf dem Oelbaum) ; Gennadius, Ann.
Soc. Ent. France 1883 S. 31.
Monophlebus Hellenicus (Attika, auf Pinus halepensis); Gennadius,
a. a. 0. S. 32.
Äleurodes Lacerclae, auf Anona sylvatica; nur angedeutet; Signoret
Bull. Ent. Fr. 1883 S. LXIII,
Aphididae. A. Brass schreibt über das Ovarium und
die ersten Entwickelungsstadien des Eies der vivi,
paren Aphiden; Giebel's Zeitschr. LV S. 339 flF. Taf. 2. Die
Untersuchungen wurden an Aphis Rosae, einer an der Schaf-
garbe und einer anderen an Chelidonium lebenden Art angestellt,
deren Namen der Autor nicht angeben konnte, was mit Rück-
sicht auf die höchst auffallendeu Resultate und eine eventuelle
Nachprüfung an denselben Thieren sehr zu bedauern ist.
Denn wenn es auch dem Autor „für den Zweck, den er ver-
folgte, nicht darauf ankam, ob die sogenannten Arten langbeinig
oder langfühlerig u. s. w. waren", so ist es dem Leser nicht
gleichgültig, ob er bestimmt weiss, von welcher Art die Rede
ist oder nicht. Als Ovarium bezeichnet Brass nur den mit
embryonalen Zellen angefüllten Theil der Eiröhre, während er
den ganzen übrigen Theil, von wo an sich die EirÖhre um die
einzelnen Eier einschnürt, nur als Eileiter gelten lässt. Eine
Eischale ist nicht vorhanden ; ebenso fehlen die sonst bei Insekten
so vielfach beobachteten Dotterzellen oder Einährzellen ; die Er-
nährung des Eies geschieht vielmehr durch eine Flüssigkeit, die
sich zwischen dem Ei und der Wandung der Eiröhre befindet.
Die Theilung der Eizelle lässt keine Kerntheilungsfiguren er-
kennen. Wenn sich das Ei in zwei Furchungskugeln getheilt
hat, so beginnt auch die Bildung des Ekto- und Entoderms,
indem das am unteren, d. h. dem Ausgange zugekehrten Pole
befindliche Plasma sich durch weitere Theilung in das Ekto-
derm, der übrige, grössere und weniger an Körnchen reiche
Theil in das Entoderm umwandelt. Eine Trennung von Ekto-
und Entodermzellen tritt erst ein, nachdem eine hinlängliche
Zahl der ersteren gebildet sind, worauf dieselben die central
gelagerten Entodermzellen allseitig umgeben. Dieses Stadium
wird als Amphigastrula bezeichnet. Darauf bildet sich auch
bald das Mesoderm durch Abspaltung von den unteren Ektoderm-
zellen. Ein zwischen Ektoderm und Entoderm an der einen
94 B c r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen
Seito befindlicher Zwischenraum wird als Furchungshöhle be-
zeichnet, und die Entstehung derselben auf die stärkere Ver-
mehrung der Ektodermzellen im Vergleich zu den Entodermzcllen
zurückgeführt. — An diese Darstellung der von Brass gesehenen
Verhältnisse schliesst derselbe dann einen Vergleich mit den von
Weismann bei Rhodites, Biorrhiza, Chironomus geschilderten
Vorgänge und klagt Metschnikoff der Anfertigung von Phantasie-
zeichnungen und -Schilderungen an. Zu bedauern ist, dass sich
Brass nicht über die Entwickelung der Insekteneier im All-
gemeinen ausgesprochen hat; die von ihm als Ektoderm des
Embryo bezeichnete Schicht hat eine unverkennbare Aehnlich-
keit mit der das Ei umgebenden Schicht, die der Eischale
ihren Ursprung giebt.
Denselben Gegenstand behandelt L. Will in den Arb. d.
zool.-zoot. Instit. in Würzburg Bd. VI S. 1 ff. Taf. I: Zur
Bildung des Eies und des Blastoderms bei den vivi-
paren Aphiden. Nach Will ist die Eibildung vollkommen
dieselbe wie bei den eierlegenden Aphiden. Eine homogene
T. propria vermisste er an den Eiröhren, deren Wand vielmehr
aus einem einschichtigen Epithel besteht. Dasselbe ist in dem
oberen Theile des Endfachs ein Plattenepithel, besteht dagegen
in der unteren Hälfte aus schönen Cylinderzellen. Der Inhalt
dieses Endfaches besteht aus einer zentralen, homogenen Plasma-
masse, Rhachis, der peripherisch sich gegenseitig keilförmig
begrenzende Zellen mit einem Stiel (!) aufsitzen. Die Zahl
derselben ist bei jüngeren Thieren eine grössere als bei alten,
die schon mehrmals geboren haben, und da es Will nicht
gelang, andere Eianlagen in dem Endfache aufzufinden, so sieht
er jene Zellen als die primitiven Eier an. Sie entwickeln sich
zu wirklichen Eiern, indem sich eine günstig gelegene Zelle
(gewöhnlich die untere) stark vergrössert und in ein Eifach
gelangt, aber mit der Rhachis noch durch einen langen Plasma-
strang, Eistiel oder Verbindungsstrang, in Verbindung bleibt.
Den Grund sowohl für den Austritt (?) eines primitiven Eies aus
dem Endfach als auch für das auf diese ausgetretenen Eianlagen
beschränkte Wachsthum sieht er in einem durch die Ernährungs-
verhältnisse allseitig ausgeübten Druck, der diejenige Eianlage,
in deren Naclibarschaft ein geringerer Druck herrscht, nach der
Stelle dieses geringeren Druckes hintreibt; letztere hat dadurch
mehr Raum bekommen und kann sich ungehindert vergrössern.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 95
Will übersieht hierbei, dass ein Heraustreten eines Eies aus
dem Endfach nur scheinbar stattfindet, dass vielmehr das End-
fach sich in seinem unteren Theile zum Eifach umwandelt und
von unten nach oben wächst. Die Ernährung der Eier geschieht
theils durch eigene Assimilation, theils durch Zufuhr von Seiten
der gestielten Eianlagen und der Rhachis her mittels des Ver-
bindungsstranges. Die Eianlagen werden aber hierbei nicht als
Einährzelleu oder Dotterzellen verbraucht, sondern geben nur
den Ueberschuss an Nahrung ab, den sie vermöge des hohen
Druckes der Wandung des Endfaches nicht behalten können.
Die Blastodermbildung beschreibt Will im Allgemeinen in
Uebereinstimmung mit Metschnikoff und in ausgesprochenem
Gegensatz zu Brass. Das Keimbläschen bleibt erhalten und
wandelt sich direkt in den ersten Furchungskern um. Derselbe
leitet die Theilungsvorgänge dadurch ein, dass das Kernkörper-
chen in eine Menge kleiner Granula zerfällt, die sich vor der
Theilung in einer Richtung anordnen. Die durch Theilung
entstandenen Furchungskerne rücken an die Oberfläche, umgeben
sich mit Plasma und bilden so zuletzt das einschichtige Blasto-
derm, während im zentralen Dotter noch einzelne Kerne zurück-
bleiben. Mit der Bildung des Blastoderms ist auch eine Ge-
staltveränderung des Eies vor sich gegangen, das aus der
Kugelgestalt in eine eiförmige übergegangen ist.
In einer Nota, la Chlorofilla negli Afidi, berichtet
L. Macchiati, dass er von grünen Arten, Siphonophora Malvae,
Rosae u. a., durch Alkohol einen Stoff ausgezogen habe, der
ganz die Eigenschaften des Pflanzenchlorophylls hatte. Indem
er der alkoholischen grünen Lösung Benzin zusetzte, bildeten sich
zwei Schichten, von denen die obere im Benzin Chlorophyll,
die untere im Alkohol Xanthophyll enthielt. Bei geeigneter
Behandlungsweise des alkoholischen Auszuges gelang es auch,
das Chlorophyll in krystallisirter Form zu erhalten. Bull. Soc.
Ent. Ital. XV S. 163 f.
Derselbe liefert in seiner Fauna e Flora degli Afidi
di Calabria ein systematisches Verzeichniss der Aphiden mit
Angabe der Erscheinungszeit und Pflanzen, bibliographischen
Notizen, Diagnosen der Gattungen, Beschreibung neuer Arten
und ein alphabetisches Verzeichniss der Pflanzen, auf denen
Aphiden beobachtet sind ; ebenda S. 227 ft'., 254 ff.
Buckton hat seine Monographie Britischer Aphiden
96 Bert kau: Bericht über die ■wissenschaftlichen
mit Vol. IV (London 1883, R. S. for 1882) beendigt. In diesem
Bande werden der Schliiss der Pemphiginae, Chermosinao imd
Rhizobiinae behandelt. Hinzugefügt sind Angaben über die
Fortpflanznngsgeschichte und -Organe, Anweisungen über Prä-
paration der Aphiden zu mikroskopischer Betrachtung und zum
Aufbowalircn u. s. w.
Lindemann entdeckte in verschiedenen Gegenden des Kubanisehen
Gebietes an den Wurzeln des Winterweizens eine Wurzellaus, die unzweifel-
haft zur Gattung Schizone ura gehört und unter Umständen einen
merklichen Schaden anrichtet. Ob sie mit einer der anderwärts beob-
achteten Arten (S. venusta Passerini, cerealium Szaniszlö) identisch ist,
konnte nicht festgestellt werden. Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII
(1883 Nr. 1) S. 163 ff.
Somc friendly rcmarks on Ms. Buckton's Standard work on the
British Aphidcs by J. Lichtenstein im Entom. Monthl. Mci{,'az. XX S. 79
berichtigen einige Angaben Buckton's, die derselbe irriger Weise
Liehtenstein hinsichtlich seiner Migrationstheorie untergeschoben hatte;
Buckton's Antwort s. Bd. IV S. 110 seiner „Monograph. etc."
Nach Liehtenstein begiebt sich die erste geflügelte Form von Tetra-
neura Ulmi an die Wurzeln von Zea mais (und anderen Gräsern), wo ihre
Nachkommen als ungcflügeltc Wurzelläuse leben. Später bekommen sie
Flügel, wandern an die Ulmen zurück und produziren hier die ungeflügelte,
ungeschnäbelte und geschlechtlich differenzirte Generation. Die an den
Maiswurzeln lebende Form war von Horvath fälschlich für Pemphigus
Zeae-raaulis gehalten worden. Compt. Kcndus . . de l'Acad. d. Sciences
XCVII p. 197 ff., Ann. a. Mag. N. II. (.5) XII S. 282 f., Ent. Monthl.
Mag. XX S. 61; vgl. auch Horvath in der Revue d'Entomologie II
S. 64 ff. , 94 ff'. Für Lichtenstein sind damit „les migrations des
pucerons confirmees; vgl. den vor. Ber. S. 165 ff. p. 104.
Derselbe schreibt sur Tevolution biologique des pucerons
cn gcneral et du genre Phylloxera en particulier; Assoc. franc;.
pour l'avanc. d. scienees, Congres de la Rochelle, 1882 S. 475 ff.
Horvath bleibt dabei, dass die von ihm an den Wurzeln des Mais
beobachtete Laus ein Pemphigus nach der Hartig'schen Diagnose sei
und mit der Beschreibung Dufour's von dessen P. Zeae— maidis über-
einstimme; zur Unterscheidung der Gattungen Pemphigus und Tetraneura
empfiehlt er das von Kessler bereits hervorgehobene Merkmal, dass bei
letzterer die Längsader der Ilinterflügel sieh fast an einem Punkte in drei
Aestc spaltet, während bei Tetraneura die beiden unteren Aeste entfernt
von einander von der Hauptader sich abzweigen. Revue d'Entom. II
S. 310 ir. mit Abbildung.
Liehtenstein gründet auf Aphis chinensis Bell die Gattung Schlecluen-
dalia und bespricht deren Geschichte; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 2 10 ff.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 97
Üeber Aphis Aceris Fbr. und den in derselben schmarotzenden
Aphidius varius Nees e. Kessler im 31. Bericht Ver. f. Naturkunde zu
Cassel S. 29.
Siphonophora Antirrhini (gedruckt ist Antherrinii ; Reggio, auf Ant.
Orontium); Macchiati a. a. 0. S. 228.
Rhopalosiphon Galeactüis (Calabrien auf G. tomentosa); Macchiati
a. a. 0. S. 233.
Myzus Portulac{c)ae (Reggio auf P. oleracea); Macchiati a. a. 0.
S. 235.
Ueber Chermes Fagi Kaltb. s. Kessler im 31. Bericht Ver. f.
Naturkunde zu Cassel. S. 29.
Schlechtendal demonstriert Phylloxera vastatrix. Giebel's
Zeitschr. LVI S. 95.
La fillossera in Austria dal suo primo apparire a tutto l'anno
1882. Rapp. per Giov. Nap. Barono h Ponto; Gorizia 1883.
Das Naphthalin . . . zur Vertilgung der Reblaus; von
Dr. E. Fischer; Strassburg 1883.
Targioni Tozzetti unterzieht die Questione sulla esistenza doli'
uovo di inverno della Fillossera d|ella vite ... einer eingehen-
den Besprechung; Bull. Soc. Ent. Ital. XV S. 169 IT.
J. Lichtenstein: L'entomologie agraire et le Phylloxera; Revue
d'Entom. II S. 148.
Bertkau: üeber das Auftreten der Reblaus im Ahrthale; Correspbl.
d. Naturh. Vereins d. preuss. Rheinl. u. Westf. XL S. 139.
Boiteau berichtet über seine im dritten Jahr fortgesetzten Zuchtver-
suche mit der agamen Wurzelform. Die letzte Generation des vorher^
gehenden Jahres (die neunte sich ungeschlechtlich vermehrende) legte am
22. Mai Eier, aus denen am 4. Juni die Jungen ausschlüpften; diese
Generation am 3. Juli, die am 14. ausschlüpften; letztere am 4. Septem-
ber, aus denen die Jungen am 15. auszukriechen begannen. Diese dritte
Generation des Jahres, die 12. nach dem befruchteten Ei, ist die Winter-
form und geht in demselben Jahre keine Häutung ein. — Nymphen und
Geschlechtsthiere wurden in diesem Jahre nicht beobachtet, so dass die
Vermuthung ausgesprochen wird , dieselben entwickelten sich im zweiten
Jahre nach der geschlechtlichen Fortpflanzung. — Die von anderweitigen
Wintereiern herrührenden Insekten gingen zu Grunde, ohne an Wurzeln
zu saugen. Compt. Rend. XCVII S. 1180 ff.
Henneguy berichtet über das Auftreten der Blattgallenform an
V. riparia 1883; in diesem Jahre wurde dieselbe nicht beobachtet an
einer Stelle, wo sie im vorhergehenden Jahre in Masse aufgetreten waren ;
bei Bordeaux fehlten sie an amerikanischen Reben zwar nicht ganz, waren
aber doch weit seltener als in den früheren Jahren und traten dazu unter
Verhältnissen auf, die ihre Herkunft von einem Winterei fraglich erscheinen
Hessen; ebenda S. 1348 ff.
Arch. f. Natiugesch. L. Jahrg. 1. Bd. G
98 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Psyllidae. Trioza binotata (Tirol; auf Hippophac rhamnoides);
Loow, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 83 mit Holzschn.
Homoptera.
JaSäidae. In a proposed arrangement of the British Jas-
sidae charakterisirt J. Edwards die neue Gattung Glyptocephalus ,
die sich von Doratura dadurch unterscheidet, dass bei ersterer der Quei--
eindruck des Scheitels vollständig dem Vorderrand parallel, bei
letzterer dagegen geradlinig zwischen den beiden Augen verläuft; Ent.
Monthl. Mag. XX S. 148 ff.
Plathynna n. g. für (Epiclines) bdellostoma By.\ Berg, Add. et
Emend. a. a. 0. XVII S. 26.
Spangberg beschreibt (12) species novas gen. Gypoiiae...;
Entom. Tidskr. 1883 S. 101 ff.
Tettigonia (Dilobopterus) Windmülleri (Uruguay) S. 20, (Tett.) Selloum
(Montevideo) S. 22, guaranitica (Chaco) S. 24; Berg, Add. et Emend.
a. a. 0. XVII.
Eupteryx atropunctata Goeze (= nigropunctata Schrk., Carpini
Geoßr. , melanosticta Gmel. , tripunctata Gmel. , picta F. , aureola Boh.,
nee Fall.); Loew, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 148.
Athysanus erythrostictus (Fieb.) Leth. (= Allygus exemtus
Fieb., welche letztere Art auf Exemplare mit überzähhgen Quernerven
gegründet war); Low, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 17.
A. nimbuliferus (Buenos Aires) S. 28, slelUger (ibid.) S. 29, dimorphus
(Prov. Buen. Aires) S. 30, personutus (Chaco) S. 31; Berg, Add. et Emend.
a. a. 0. XVII.
Deltocephalus picturatus Fieb. nicht = Flori Fie6., wie Scott wollte ;
Low, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 37.
D. flavivittu (Uruguay); Berg, Add. et Emend. a. a. 0. XVII S. 32.
J. Edwards unterscheidet in analystischer Tabelle The (15) British
species of Idiocerus; Entom. Monthl. Mag, XX S. 113 ff.
J. tibialis Heb. (= affiuis Fieb., Heydeni Kbm., vittifrons Kbm.,
rotundifrons Kbm.); P. LOW, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 15.
Spangbergiella ;junc<öto-</u«a^i (Argent. ; Uruguay) S. 34, Felix (Buenos
Aires) S. 35; Berg, Add. et Emend. a. a. 0. XVII.
Thamnotettix Marrim (Portugal; Aviguon; Greoulx) ; Lethierry, Revue
d'Entom. II S. 43.
Parabolocratus uruguayensis (U.); Berg, Add. et Emend. a. a. O.
XVII S. 36.
Paramesus obtusiceps (Uruguay); derselbe ebenda S. 37.
Platymetopius undatus De Geer new to the Britisch Fauna;
Bignell, Entomologist XV S. 282; vgl. d. vor. Ber. S. 109.
Typhlocyba nitidulai'". (= Norgueti ZeM.) ; candidula. Kbm.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 99
(= lactea Leih. ^ aber nicht = Zygina nivea Mls. und Rey); Low,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 37 f.
T. centralis (Chaco); Berg, Add. et Emend. a. a. 0. XVII S. 38.
Zygina flammigera Geoffr.^ Curt. (= blandula Rossi, Quercus
H.-Sch. nee L., gracilis Schellenhg)] Low, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 149.
Agallia insularis (Staten-Isl., Fuegia) S. 39, rubicundula (Buenos Aires)
S. 40; Berg, Add. et Emend. a. a. 0. XVII.
Membracidae. Cyphonia ancoraUs (Tucuman); Berg, Add. et Emend.
a. a. 0. XVI S. 285.
Ceresa Uruguayensis (ü.) S. 286 , pauperata (ibid.) S. 287 ; Berg,
Add. et Emend. a. a. 0. XVI.
Melusina rugifrons (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. a. a. O.
XVI S. 288.
Berg beschreibt die auf Acacia farnesiana lebende Larve von Darnis
(Stictopelta) limbata sowie D. (St.) Luisae (Corduba, nebst Larve auf Cassia
aphylla) ; Add. et Emend. a. a. 0. XVI S. 288 flf.
Pyranthe Acaciae (Uruguay; auf A. farnesiana; nebst Larve); Berg,
Add. et Emend. a. a. 0. XVI S. 290.
SmiHorrhachis proxima (Uruguay); Berg, Add. et Emend. a. a. 0.
XVI S. 292.
Cercopidae. Tomaspis Flatensis (Argent.; Uruguay); Berg, Add. et
Emend. a. a. 0. XVI S. 240.
FulgOridae. Plagiopsis (n. g. Ommatidiot.) Distanti (Buenos
Aires); Berg, Add. et Emend. XVI S. 189 ff.
Idiosystatus n. g. für (Delphax?) acutiuscula Spin.] S. 231;
Idiosemus n. g. Delphacin. (prope Tropidocephalum Stal , a quo difFert
absentia carinae longitudinaUs frontis, mesonoto carinis 4 instructo, art. 2
anteimarum longiore etc.) für (Liburnia) Xiphias Berg; S. 233; Berg,
Add. et Emend. a. a. 0. XVI.
Dictyophara polyneura (Argentinien ; Uruguay) ; Berg, Add. et Emend.
XVI S. 186.
Issus muscaeformis Schrk, (= frontaHs Fleh)] Low, Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 148.
Phromnia ruhicunda (Mergui); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI
S. 171.
Oliarus transitorius (Uruguay); Berg, Add. et Emend. XVI S. 187,
Panzeri (= leporinus Panz etc. nee Z.); Low, Wien. Ent. Zeitg. 1883
S. 147.
Pyrops javanensis (J.) S. 242, mustelinus (Java) S. 243; Distant, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XIL
Cixiosoma Bonaerense (B.) ; Berg, Add. et Emend. XVI S. 188.
Hysteropterum areolatum (Sardinier); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Megamelus scuteUaris (Corrientes) ; Berg, Addenda et Emend. a. a. 0.
XVI S. 235.
100 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Trirrhacus formosissimus (Sardinien; ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Euides fucata (Prov. Bonaerens.); Berg, Add. et Emend. a. a. 0.
XVI S. 237.
Falcidius Ij/ra (Entre Rios); Berg, Add. et Emend. a. a. 0. XVI S. 238.
Cicadidae. Distant'ß „Contributions etc." s. oben S. 89.
Perissoneura (n. g. . . . tegmina elongate; the costa slightly
depressed immediately beyond base, and then slightly raised and con-
vex from about the apex of upper ulnar area ; thc interior ulnar area with
the apex slightly but distinctly broader than base; the space between thc
apices of the postcostal vein and the postcostal ulnar ramus ampliated,
and the costal margin very finely hirsute; apical areas 8, the 8. broadest
and shortest; an additional curved and rudimentary vein connecting the
base of the second and the apex of the 5. ulnar areas . . .) maculosa
(Celebes); Distant, a. a. 0. S. 189 f.
Zammara luculenta (?) ; Distant, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 187 PI.
XXV Fig. 4.
Tibicina lacteipennis (Persien); Puton, Revue d'Entom. II S. 45, lu-
cluosa (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.
Tettigarcta cincta (AustraUen); Distant a. a. 0. S. 188 Fig. 5.
Die Tettigonia strumosa F. ist nach Ausweis der Type nicht =
Oxypleura contracta Walk. , sondern = Platypleura Afzelii Stäl, aerea
Dist und auf PI. II Fig. C abgebildet; eine neue Art ist PL Rutherfordi
(Calabar) S. 173 Fig. D; Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 172 f.
Dundubia Rafßesü (Java); Distant, a. a. 0. S. 188.
Cosmopsaltria Meyeri (Celebes); Distant a. a. 0. S. 189 Fig. 2,
Andersoni (Mergui); derselbe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 170.
Melampsalta Oldeßeldi (Neu-Holland); Distant a. a. 0. S. 191.
Carineta crocea (Columbien) S. 191 Fig. 1, cingenda (Madeira river),
apicalis (Ega) S. 192; Distant a. a. O.
Cicadetta awantiaca (Büne); Puton, Revue d'Entom. II S. 45.
Heteroptera.
Notoncctidae. Signorctiella (n. g. Antipalocoridi proxiraum)
Uruyuayensis (U.); Berg, Add. et Emend. XVI S. 122 ff.
Belostomatidae. Zaitha Mayri (Buenos Aires); Berg, Add. et
Emend. XVI S. 121.
Veliadae. Velia p/a<ensis (Argent. ; Uruguay); Berg, Add. et Emend.
XVI S. 119.
Hydrometridae, Plalygerris (n, g. „somewhat, but not very
closely, allied to Hydrobates and Halobates") depressa (Mexico); B. White,
Entom. Monthl. Mag. XX S. 36.
Tiugitidae. Opisthochasis (n. g. Tingitin. , capite sabquadrato,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. IQ!
longiore quam latiore, antice parum acuminato; tylo jugisque obtuse productis;
vertice medio canaliculato et postice subtilitcr transversim impresso . . . ; pro-
noto oblongo, latitudine capitis, paullo longiore quam latiore, antice recto . . .,
hemelytris coleoptratis, sat convexis, sensim angustatis postice dehiscenti-
bus . . . valde distinctum) albo-costata (Buenos Aires); Berg, Addend. et
Emend. XVI S. 83.
Monanthia (Platychila) sinuaticoUis (Derbent) S. 103, rotundicoUis
(ibid.) S. 105, (Monastira) discoidalis (Artscha-Masar, Turkest.) S. 107;
Jakowleff, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII (1883 No. 1).
Leptobyrsa Passißorae (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend.
XVI S. 85.
Acanthiadae. Vertilgung der Bettwanze; Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 301 f.
ÄntllOCOridae. Die Gattungen Poronotus und Dasypterus Reut.
sind mit Cardiastethus Fieh. synonym; Berg, Add. et Emend. XVI S. 81.
Leucopterum transversum (Kaukasus); Jakowleff, Arb. d. russ. entom.
Gesellsch. St. Petersb. Xm S. 127.
Piezostethus sphagnicola (Abo) S. 135, Thomsoni (Oeland) S. 137;
Reuter, Entom. Tidskrift 1883.
Saldidaei Salda hngicomis (Kaukasus); Jakowleff, Arb. russ. ent.
Gesellsch. St. Petersburg XIII S. 133, Grenieri (Tunis); Signoret, Bull.
Ent. Fr. 1883 S. XLII.
Bednviadae. 0. M. Eeuter's Abhandlung ad cognitionem
Reduviidarum mundi antiqui ist mir erst jetzt mit dem XII. Bd.
der Acta Societ. Sei ent. Fennicae, in dem sie die Ss. 271 — 339 einnimmt,
zugekommen. Sie besteht in Beschreibungen zumeist neuer Arten , deren
Aufzählung mich zu weit fuhren würde, und neuer Gattungen, die ich
hier folgen lasse.:
(Subf. Reduviina) Polemistes, prope genera Vestula et Vadimon
Stal locandus; S. 276;
Macracanthopsis Cydnocori Stal affinis; S. 282;
Colpochilocoris Agriolsti Stcd affinis; S. 283;
(Subf. Ectrj'chotina) Hexamerocerus Labidocori Mayr , Mendi Stal,
Cleptriae Stal affine; S. 306;
Bathysviataspis Sphinctocori Mayr affinis;
S. 308.
(Subf. Piratina) Cal{l)istocoris S. 318;
(Subf. Acanthaspidina) Apecht{h)ia Smintho Stal affine; S. 320.
Paralenaeus Lenaeo Stal affine; S. 321;
Masticocerus S 323, 339.
Pasiropsis Acanthaspidi et Pasirae Stal affine;
S. 329.
(Subf. Emesina) Myiophanes S. 337.
Deliastes Brachmanni (Mendoza) ; Berg, Add. et Emend. XVI S. 115.
102 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Pasira ilimidiata Fieb. kommt bei Brussa auch in der kurzflüge-
ligen Form vor; Horväth, Termesz. Füzet. VII S. 29.
Heuiartcs Mayri (Argentin.); Berg, Add. et Emend. XVI S. 109.
Har])actor argenteolineatus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Labidocoris splendens (Yokohama) PI. XX Fig. 8 , insignis (Kobe)
Fig. 9; Distant, Trans. Ent. See. Lond. 1883.
Henicocephalus subantarcticus (Staten Isl.; Feuerland); Berg, Addend.
et Emend. XVI S. 116.
Haematoloecha rubescens (Nagasaki); DiBtant, Trans. Ent. See. Lond.
1883 S. 442 PI. XX Fig. 11.
Ectr)'chotes deUbutus (Kumaraoto); Distant, Trans. Ent. See. Lond.
1883 S. 441 PL XX Fig. 12.
Diaditus annuUpes (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XVI S. 112,
Cosmociopius j'n^ermeJiVs (Montevideo) ; Berg, Add. et Emend. XVI S. 108.
Bactrodes midtiannulatus (Buenos Aires) ; Berg, Add. et Emend. XVI
S. 114.
Coriscus Tandilensis (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XVI S. 107.
Coranus pectoralis (Sson-Kul, Turk.) ; Jakowleff, Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou LVni. I S. 435.
LygaCldae* Idiotropus (n. g. Heterogastrin. alarum hami ab-
sentia insigne ; capite et antennis longis , art. basali caput plus dimidio
superante, pronoto trapezoideo, ante medium leviter constricto, marginibus
lateralibus obtusis, nee marginatis nee explanatis .... distinctum) insulare
(Basket Isl., Prom. Hom); Berg, Add. et Emend. XV S. 267 f.
Leptomelus (n. g. Lasiocoridi affine) .V/orsa^us (N.-Persien) ; Jakowleff,
Arb. niss. ent. Gesellsch. St. Petersb. XIH S. 151.
Hadrocnemis (n. g. Hyalocoridi affine) crassicornis (Kirghisen-
Steppe); Jakowleff, Arb. russ. entom. Gesellschaft St. Petersb. XIH S. 149.
Paradieuches (n. g. prope Dieuches) Lewisi (Yokohama); Distant,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 439 PI. XX Fig. 4.
I(s)chnodemus Signoretii (Buenos Aires^; Berg, Add. et Em. XV S. 260,
suluralis (Brussa); Horväth, Termesz. Füzet. VE S. 26, obnubilus (Yoko-
hama); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 431 PI. XIX Fig. 11.
Lygaeus (Ochrostomus) trivittatus (Buenos Aires); Berg, Add. et
Emend. S. 257, Hanseni (Sibirien); Jakowleff, Revue mensuelle d'Entom. I
S. 15; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LVÜI. I S. 42 7; gibbicollis (Sardi-
nien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Lygaeosoma gibbicoUis (Sardinien); Costa, Kapporto etc. a. a. O. S. 200.
Nysius plebejus (Yokohama), expressus (Niigata); Distant, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 429.
Melanospilus elegans (Niigata); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 428 PI. XIX Fig. 9.
Trapezonotus agrestis var. seductor (Brussa); Horväth, Termesz.
Füzet. Vn S. 27.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 103
Tropistethiw dubtiis (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XV S. 265.
Oncopeltus Stalü (Argentin.); Berg, Addend. et Emend. XV S. 2.55.
Blissiis pollipes (Niigata; Yokohama), bicoloripes (Nagasaki; Yokohama)
PI XIX Fig. 12; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 432.
Phlegyas patruelis (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XV S. 261.
Geocoris maurus (Krasnowodsk) ; Jakowleff, Revue mensuelle d'Entom. I
S. 15; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII. I S. 429, Proteus (Nagasaki;
Yokohama; Otsu); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 432 PI. XX
Fig. 1, 2.
Lethaeus syriacus (Brussa ; Kaifa ; Athen) ; Horväth, Termesz. Filzet.
Vn S. 27, Leunsi (Nagasaki); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 440 PI. XX Fig. 7.
Dieuches dissimilis (Ono ; Hakodat^) ; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 438.
Drymus marginatus (Ichiuchi); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 440 PI. XX Fig. 6.
Lamproplax viemhraneus (Yokohama ; Nikko ; Nagasaki) ; Distant,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 440 PI. XX Fig, 5 und var. pallescens
(Nagasaki) S. 441.
Pamera ejuncida (Nagasaki) S. 433 PI. XX Fig. 3, exigua (Nagasaki),
jejuna (Hosokute; Kumamoto), erubescens (Yokohama) S. 434, festiva
(Sanjo) S. 436; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Plociomera japonica (Nagasaki); Distant, Trans, Ent. Soc. Lond.
1883 S. 437.
Lasiocoris albomaculahis (Turkestan); Jakowleff, Bull. Soc. Imp. Natur.
Moscou LVm. (1883) I S. 433.
Lamprodema inerme (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XV S. 266.
On the (4) British species of Eremocoris; Douglas, Ent.
Monthl. Mag. XIX S. 266.
Horväth giebt eine Revision dieser Gattung, in der er zu den be-
kannten (6) Arten die neue, E. fratemus (Transcaucasien) S. 7 mit der
Var. longirostris beschreibt. Revue d'EntomoI. II S. 1 ff. PI. I.
Desselben Az Eremocoris-faj ok maganrajza in M. T. fot. a
term. tud. köreböl XIII habe ich nicht gesehen.
Hadrocnemis (s. oben) rufescens (Turkestan) ; Jakowleff, Bull. Soc.
Imp. Natur. Moscou LVIII (1883) L S. 432.
Rhyparochromus irewcomw (Safed, Syr.) ; Puton, Revue d'Entom. n S. 13.
Beosus simplex (Wernoi) ; Jakowleff, Revue mensuelle d'EntomoI. I
S. 16; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou T. LVm. (1883) L S. 431.
Emblethis gracilicomis (Geddah, Arab.); Puton, Revue d'EntomoI. 11
S. 13, tenellus (Schachrud); Jakowleff, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII
(1883) No. 3 S. 124.
Ischnorrhynchus nnbilus (Yokohama); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 430.
104 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Cymus aurescens (Yokohama; Chinzenji); Distant, Trans. Ent. Soc.
Loml. 1883 S. 430 PI. XIX Fig. 10.
Capäidae« Ophthalmomiris (n. g. Reut. i. 1. „gen. Miris sat
affinis, capitc anterius multo magis declivi, multo breviore, latitudine nc
minime quidem longiore, ocalis maximis, infeme (juam supcme vix magis
distantibus, orbita interiorc sinuatis, pronoto a basi apicem versus convexo
declivi, postice convexo, mesosterno magis convexo; femoribus post. usque
ad apicem aeque crassis insignis; genere Leptosterna Fieb. etiam
affinis, sed vertice haud transversim impresso, clypeo basi cum fronte
confluente, pronoto scutelloque distincte punctatis divergens;" bei der Art-
benennung Ophthalmocoris geschrieben) Reuteri (Argent. ; Uruguay)
S. 7 f.;
Porpomiris (n. g, Miris pronoto annulo lato apicali praesertim latera
versus subdiscreto, corpore latiore, pronoto latitudine postica haud longiore,
fronte supra clypeum nonnihil producta, antennis pedibusque subglabris.
A genere Pantilio Curt,, cui statura habituque similis, pronoti annulo
apicali multo minus distincto, capite longiore structuraque antenn. et tarsor.
post. mox distinctum) pictiiratiis (Buenos Aires) S. 8 f . ;
Derophthalma (n. g. Stethocono Fieb. sat similis, differt stru-
ctura capitis, oculis a pronoti margine apicali haud remotis, structura anten-
namm, corpore non piloso, pronoti marg. lateral, haud carinatis, marg.
postico subtrisinuato , scutello valde tumido-elevato, cuneis brevioribus,
mucrone prostethii parvo et antice excavato, mesosthetio carinato) Reuteri
(Argent., Uruguay) S. 22 f. ;
Myrmecopeplus n. g. Pilophorar. (Sericophanes Reut, affine, sed
corpore longa piloso, verticis margine postico tenui acuto sed vix marginato,
oculis ab angulis pronoti remotis, ant. aliter constructis, pronoto margine
basali rotundato et basim scutelli tegente etc. distinctum) für (Monaionion)
ornatum Berg; S. 27;
Myrmecozelotes n. g. Pilophorar. Myrmicomimo Reut, valde af-
finis; differt clypeo basi a fronte impressione discreto, loris haud totis
occlusis, rostro coxas anticas haud superante, ant. art. 2. lineari , apice
haud clavnto et 2 ultimis simul sumptis fere breviore , pronoto margine
apicali incrassato, sed strictura apicali annuliformi discreta destituto etc.)
Lynchii (Buenos Aires) S. 30 f. ;
Microtechnite's n. g. Cyllocorar. (Cyrtorrhino Fieb. sat affine, capite
pronoti basi multo angustiore, vertice postice marginato, rostro breviore et
crassiore etc. distinctum) für (Deraeocoris) pygmaeus Berg; S. 73;
Spanagonicus (n. g. Agalliasti affine; antennis ab apice oculorum
valde remote insertis, art. 1. incrassato, apicem cl)'pei vix vel nonnihil
superante; 2. etiam valde sed aequaliter incrassato, capite paullo longiore,
3. 2. aeque longo vel nonnihil longiore divergens; hamus areolac alarum
brevissimus, sed attamen distinguendus) provincialis (Buenos Aires) S. 78 f. ;
Berg, Addend. et Emendand. ... in An. Soc. Cientif, Arg. XVI.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883, 105
Eccritotarsus erythronotus (Uruguay) S. 24, platensis (Buenos Aires)
S. 25, Holmbergü (ibid.) S. 26 ; Berg, Addend. et Emend, XVI.
Calocoris Tucumanus (T.); Berg, Addend. et Emend. XVI S. 15,
Campylomma Nicolasi (Avignon); Reuter, Eevue d'Entom. II S. 251,
simillma (Kaukasus); JakowleflF, Arb. russ. Ent, Ges. St. Petersb. XIU S, 129.
Deraeocoris trifasciatus var. imitator (Brussa); Horväth, Termesz.
Füzet. VII S. 30, der ebenda das Vorkommen von D. trif, var ultramon-
tanus Gredl, aus Ungarn und von Brussa meldet.
Phytocoris bonaerensis (B,); Berg, Addend. et Emend. XVI S. 11.
Lopus vittiventris (Philippeville ; Böne); Puton, Revue d'Entom. II S. 14.
Lygus cetratiis (Uruguay); Berg, Addend, et Emend. XVI S. 17.
Mimocoris Scotti (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend. XVI S. 29.
Resthenia Urugayensis (U.) S. 12, Montevidensis (M,) S. 13; Berg,
Addend. et Emend. XVI.
Halticus Spegazzinii (Buenos Aires); Berg, Addend, et Emend. XVI
S. 75.
Platycranus metriorrhynchus (Apt); Reuter, Revue d'Entom, II S. 252.
Orthotylus chloropterus Kh., diaphanus Kb., rubidus
Fieb., Salsolae Reut, in Holland (Ruurlo u. Zierikzee) ; Fokker, Tijdschr.
v, Entom. XXVI Versl. S. XIX.
0. Cupressi (Avignon); Reuter, Revue d'Entom, II S, 253,
Poeciloscytus Eryngii (Buenos Aires, auf E. agavifolium); Berg,
Addend. et Emend. XVI S. 19.
Poecilocapsus nohilellus (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend.
XVI S. 21,
Atractotomus egregius (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend.
XVI S, 79.
Conostethus? pamparum (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend.
XVI S. 76,
Die Larve von Stethoconus mamillosus Mor lebt von Tingis
pyri , zu der sie im Mimikry-Verhältniss steht; Rey in Ann, Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 385.
Agalliastes Ärgentinus (Buenos Aires) ; Berg , Addend. et Emend.
XVI S. 77.
Reuter unterscheidet im Entom. Monthl. Mag. XX S. 49 ff. the (7)
Brithish species of Dicyphus, unter denen D, Epilobii S. 52 und
Stachydis S. 53 als n, sp. bezeichnet sind.
Coreadae« Jakowleff beschreibt 6 neue Arten dieser Familie aus
dem Russischen Reiche; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVin (No. 3)
S. 98 ff. Als neue Gattung wird Corizomorpha aufgestellt S. 107
(Körper plattgedrückt, länglich ; Kopf so lang als breit ; Fühler dünn, Wurzel-
glied sehr kurz, Glied 2 so lang als der Kopf und 4 mal länger als 1.
Fühlerhöcker sehr kurz, vorne spitz. Wangenplatten niedrig, eben, um Vs
kürzer als der Kopf. Schnabel dünn, an die Mitte der Mittelbrust rei-
106 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
chend. Wurzelglied kür/.er als der Kopf; Nacken kantig. Pronotum vorn
verengt, Halsecke spitz, Seitenrand fein geschweift, Schulter breit ab-
gerundet, Hinterrand gerade. Schild länger als breit, das Ende spitz,
Seitenrand kantig. Halbdccken lederartig, am Grunde viel breiter als
rronotura. Bauch platt, breit. Beine dünn, unbewehrt, Füsse klein,
Hinterfusswurzel so lang als Glied 2 und 3 zusammen) für C. Janowskyi
von Kuldscha; S. 109.
Ästygiton (n. g. Corear. Namaco Am. & Serv. finitimum, a
([uo diflert corpore ovali; capite subconvexo tuberculis antennif. salientibus,
conicis, rostri art. 1. brevi , ocellis inter sc magis separatis, collaris ab-
sentia . . .) gnttaiellus (Chaco); Berg, Addend. et Emend. XV S. 247 f.
Myrmecalydus (n. g. Alydin., Cydamo Släl vicinum; differt capite
magis prolongato, ant. art. 1. apicem capitis haud superante, pronoto sub-
parallelo, hemelytris rudimentariis, sine membrana; alis deficientibus vel
minutissimis , squamiformibus) celeripes (Argentinien; Uruguay) habituell
Ameisen ähnlich; S. 250 f.
Xenogenus (n. g. Corizin. ; corpore valde elongato-oblongo, antennis
sat longis, artic. apicali incrassato et tertio longiore, pronoto convexo etc.
iisimcixan) picturatum (Argent. ; Uruguay); S. 2.52 f.; derselbe ebenda.
Spathocera tenuiconns (Turkestan); Jakowleff, Bull. Soc. Imp. Natur.
Moscou LVII (1882 No. 3) S. 9 8, der ebenda S. 101 die Arten laticornis
Schäl., obscnra Germ., lobata H.-Sch., Dalmanni Schill, und gegenwärtige
neue in einer anal}-tischen Tabelle (in russischer Sprache!) unterscheidet.
Pseudophloeus intermedius (Krasnowodsk) ; Jakowleff, a. a. O. S. 101
mit ähnlicher Tabelle für P. auriculatus Fieb., Felleni Schill, und inter-
medius wie bei Spathocera.
Haploprocta umbrina (Ordubat, Kauk.); Jakowleff a. a. 0. S. 105.
Spartocera dentiventris (Buenos Aires) ; Berg, Add. et Emend. XV S. 244.
Anasa monievidensis (M.); Berg, Addend. et Emend. XV S. 249.
Homoeocerus tinctus (Mergui); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI
S. 170.
Centrocarenus Balassnghi (Turkestan); Jakowleff a. a. O. S. 103;
zum Vergleich mit der neuen Art sind spiniger -F., Volxemi Put. ana-
lytisch unterschieden.
Corizus latus (Amur, Ussuri) ; Jakowleff a. a. 0. S. 109.
Pentatomidae. Cyplocephala (n. g. Ox}Tiotin.; Corpus subovale,
Caput valde nutans, elongatum, pronoto aeque longuni, ante oculos utrinque
leviter sinuatum, ante sinus modice angustatum; jugis tylo longioribus,
vix convergentibus , apice subrotundatis ; ....; Cosmopeplae Sia/ affine,
sed antennis longioribus, artic. 1. brevi oculis inter se magis separatis etc.
distinctum) cogitabunda (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XV S. 210.
Storthecoris (n. g. Podopar.) nigriceps (Himalaya) ; Horväth, Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 296 f.
Ne ocazira{n. g. Asopin.) confragosa (Ynyama) S. 420 PI. XIX Fig. 2 '
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 107
Fara slrackia (n. g. Pantatomin.) fidgens (Yokohama; Konosc)
S. 425 Fig. 5; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Signoret fährt in seiner Groupe des Cydnides Partie 9 — 12 fort;
Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 33 flF., 207 ff., 357 ff., 517 ff., PI. 2—5,
9, 10, 15, 16.
Diese Fortsetzungen behandeln Geotomus (47 A. , unter denen levi-
pennis (Amazonas) S. 35 Fig. 144, Bergi {= americanus. Stal nee Berg)
S. 36 Fig. 145, subparallelus (Rio grande do Sul) S. 37, foratus (Ama-
zonas) S. 38 Fig. 146, obscurus (Ocana) S. 39 Fig. 147, nigrocinctus
(Brasil.) S. 40 Fig. l48, semüevis (Mexico) S. 44 Fig. 153, scutellopunctatus
(Nossi-Bc) S. 47 Fig. 156, Landsbergi! (Java) S. 48 Fig. 157, Jakoivleß
(Lenkoran; Kauk.) S. 49 Fig. 158, Lethierryi (Java) S. 50 Fig. 159, pusiUus
(Madagaskar) S. 53 Fig. 162, proximus (Bourbon) S. 54 Fig. 163, anten-
natiis (Syrien) S. 56 Fig. 165, Distanti (Australien; S. 58 Fig. 167, (Me-
lanaethus) crenatus (Mexico) S. 208 Fig. 171, radialis (Cap) S. 210
Fig. 173, Uhleri (Nordamerika) Fig. 174, Schaefferi (Sennaar) Fig. 175,
S. 211, gracilipes (Adelaide) S. 213 Fig. 177, Breweri (W.-Austr.) S. 214
Fig. 178, striiventris (Dagang) S. 215 Fig. 179, punctatissimus (Sitka)
Fig. 180, (Alonips) rugosulus (Alt-Calabar) Fig. 181 S. 216, abdominalis
(Indien) Fig. 184, (Geotomus?) niger (Tasmanien) Fig. 185 S. 219),
Brachyleptus (1 A.), Cydnopeltus n. g. (l A., C. Horvaihi von Java,
S. 360 PI. 9 [XXI] Fig. 187), Hiverus (2 A., darunter aereus von Austra-
lien, S. 362 PI. 9 [XXI] Fig. 189), Dearcla n. g. (l A., D. opercularis
von Simon's Bay S. 364 PI. 9 [XXI] Fig. 190), Pachymeroides (n. g.
(für P. Bolivari Sign.) , Amnestus (8 A. , darunter brunneus von Mexico
S. 370 PI. 10 [XXn] Fig. 194), Chilocoris (4 A.), Peltoxys (l A.), Mac-
rhymenus (1 A.), Microrrhj-nchus (l A.), Amaurocoris (1 A.), Linospa
(n. g. praecedenti affine, für hirsutus Thunberg) S. 527 PI. 16 [XXIV)
Fig. 207, Lobonotus (l A.), Gnathoconus (4 A.).
Clinocoris gramineus (Chiuzenji); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 426 PI. XIX Fig. 8.
Elasmostethus humeralia (Wladiwostok); Jakowleff, Revue mensuelle
d'Entomol. IS. 15; Bull. Soc, Imp. Nat. Moscou LVIII. I S. 426.
Scotinophora Horvaihi (Yokohama); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 421 PI. XIX Fig. 3.
Aenaria assimulans (Nagasaki); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 421 PI. XIX Fig. 4.
Sepontia aenea (Yuyama; Kumamoto) ; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 422.
Stollia Lewisi (Awomori; Urasa); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 423 PI. XIX Fig. 6.
Alcimus borea/is (Nara) ; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 423.
Menida japonica (Nagasaki); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. T883
S. 425 PI. XIX Fig. 7.
108 Bert kau: Bericht über die wissenschaltlichen
Strachia scutellata (Kuldscha); Jakowleff, Revue mensuelle d'Eutom. I
S. 14; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LVIII. I. S. 424.
Picromerus simüis (Hakodate); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 421.
Stirctrus decacelis (Buenos Aires); Berg, Add. et Emend. XV S. 202.
Megymenum tauriformis (Kashiwagi ; Nara) ; Distant, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 427.
Die europäischen Podoparien der Gattung Podops werden von
Horväth nach folgender Tabelle in 3 Untergattungen getheilt:
1 (2) Die Jochstücke berühren sich vom nicht, sondern
lassen die Stirnsehwiele frei, welche beinahe ebenso
lang ist als die Jochstücke Podops s. str.
2 (l) Die Jochstücke sind bedeutend länger als die
Stirnschwiele und berühren sich vor derselben in
der Mittellinie, wodurch die Stirnsehwiele tief ein-
geschlossen erscheint.
3 (4) Schnabel bis an die Hinterhüften verlängert . . Petalodera.
4 (3) Schnabel nur an die Mittelhüften reichend. . . Opocrates.
Die 8 Arten sind in jener Tabelle ebenfalls aufgenommen und wer-
den ausführlicher diagnosizirt und beschrieben. Folgende sind neu:
P. (s. Str.) Retowskii (Theodosia) S. 137 Fig. 2, {Petalodera n. subg.)
buccata (Bou-Saada, Alg.) S. 138 Fig. 3, {Opocrates subg. n.,) dalma-
tina (Almissa) S. 162, incerta (Astrachan) S. 163 Fig. 7, rectidens (Do-
brudscha; Griechenland) S. 164 Fig. 8. — Die Gattung Scotinophara
Sictl ist in Europa nur mit der einen Art sicula Costa (Spinolae Gen^ a. 1.)
vertreten, die am Blauen Nil in einer Varietät coniuta S. 167 Fig. 11, vor-
kommt. Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 133 if.
Gnathoconus notattis (Amur); Jakowleff, Arb. russ, entom. Gesellsch.
St. Petersb. XIII S. 144.
Thyrecoris xanthocnemis (Corrientes) ; Berg. Add. et Emend. XV S. 200.
Tholagmus breviceps (Wernoi); Jakowleff, Revue mensuelle d'Entom. I
S. 14, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII. I. S. 423.
Poecilochroma Lewisi (Yokohama ; Nikko ; Kashiwagi) ; Distant,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 419 PI. XIX Fig. 1.
Trigonosoma uvibrosum (Kaukasus); Jakowleff, Arb. russ. entomol.
Gesellsch. St. Petersb. XIII S. 145.
Psacasta (Cryptodontus) rugidosa (Brussa); Horväth, Termesz. Füzet
VII S. 22.
Euschistus circum/usus, SellowH (Montevideo); Berg, Addend. et Emend.
XV S. 208.
Dalleria plataspis (Brussa) ; Horväth, Termesz. Füzet. VII S. 23.
Mormidea Speguzzinii (Argentinien) ; Berg, Add. et Emend. XV S. 204.
Poriptus filius (Buenos Aires); Berg, Addend. et Emend. XV S. 205.
Thoreyella romuta (Uruguay); Berg, Addend. et Emend. XV S. 215.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 109
Edessa nigrvpunctata (Montevideo); Berg, Add. et Emend. XV S. 216.
Jakowleff stellt eine in Russischer Sprache abgefasste Tabelle der
Russischen Odontotarsusarten auf mit O. mi^wsto^us (Turkestan) S. 120,
rugicollis (Orenburg) S. 121, robustm (Kaukasus) S. 123; Bull. Soc. Imp.
Natur. Moscou LVm (1883 No. 3) S. 118 ff.
Coptosoma anatolicmi (Brussa) ; Horväth, Termesz. Füzet. VII S. 21.
Orthoptera.
On the Classification of the Linnean Orders of
Orthoptera and Neiiroptera by A. S. Packard; s. oben
S. 80.
Genuina.
A. Berlese hat Ricerche sugli organi genitali degli
Ortotter i (Mantidae, Locustidae, Gryllidae, Gryllotalpidae,
Truxalidae, Acrydiidae) angestellt und deren Ergebniss in einer
Memoria von 40 Seiten mit 2 Tafeln veröffentlicht; Mem. R.
Accad. dei Lincei (3) XI S. 259 ff. Tav. I, II. In einem ersten
Theile (anatomia descrittiva e comparata) werden zunächst die
weiblichen und dann die männlichen Organe beschrieben, wo-
bei die äusseren Begattungsorgane und die keimbereitenden
Drüsen getrennt behandelt sind. Zu den ersteren gehören das
Sistema tegumentale, scheletrico, muscolare; bei den letzteren
die Ovarien und Hoden, das Sistema nervoso und tracheale.
Von jeder Gruppe sind die Arten namhaft gemacht, die zur
Untersuchung gedient haben. Nach Berlese ist die Begattung
eine innere (mir sind äusserlich angeklebte Spermatophoren von
Ephippigera, Locusta, Gryllus, Nemobius bekannt. Ref.) und
der Penis zum Zwecke der Fixirung im Uterus mit Haken
versehen. Bei Gryllus deutet der Verfasser Spermatophoren
an, lässt aber ihre Entstehung und ihre Verwendung im Un-
klaren. — Die Befruchtung der Eier findet im „Uterus" Statt,
mit Ausnahme der Truxaliden und Acridier, bei denen das
Ei die Vulva verlassen und in eine im Innern vor den äusseren
Geschlechtstheilen liegende Kammer eintreten muss, um mit
dem Sperma in Berührung zu kommen. — In dem zweiten
Theile (Morfologia) wird die morphologische Bedeutung der im
ersten Theile beschriebenen Organe besprochen und die Homo-
logie zwischen den weiblichen und männlichen erörtert. Mit
110 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Rücksicht auf die Bedeutung der äusseren Geschlechtstheile fasst
der Verfasser seine im Allgemeinen mit Lacaze-Duthiers über-
einstimmende Ansicht folgendermassen : Bei den Orthoptoren
finden sich 11 Rücken- und Bauchschienen des Hinterleibes.
Die Afteröffiiung liegt zwischen der 11. Rücken- und 11. Bauch-
schiene; die GeschlechtsöfFnung zwischen 9. und 10. Bauch-
schiene. Die letztere ist immer in ein der Fortpflanzung die-
nendes besonderes Organ umgewandelt. Die 9. Bauch- und
10. Rückenschiene tragen noch besondere Anhänge. Die Ge-
schlechtsdrüsen sind paarig und besitzen einen gemeinsamen
Ausführungsgang, der Anhangsorgane entwickeln kann." — In
der Literaturübersicht ist dem Verfasser das Missgeschick wider-
derfahren, aus Kraepelin einen Master However zumachen.
Les Orthopteres de la France, Perce-oreilles, Blattes,
Mantes, Criquets, Sauterelles et Grillons, par A. Finot; Paris
1883 S. 1—200 Fl. I.
In Notizie preliminari zählt R. Cobelli nach einer histori-
scheu Einleitung gli (84) Ortrotteri genuini del Trentino
auf; Rovereto 1883. Unter anderem werden Beobachtungen
über das Stridulationsorgan des Weibchens von Gryllotalpa
vulgaris mitgetheilt; s. Bull. Soc, Ent. Ital. XV S. 190.
Ficaglia führt in den Atti d. Soc. d. Naturalisti di Modena
(3) II 44 Arten aus Modena auf
Targioni-Tozetti handelt in den Ann. di Agricoltura, 1882,
von den Ortotteri agrari: cioe dei diversi insetti dell' ordine
delgi ortotteri, nocivi o vantaggiosi all' agricoltura o all' eco-
nomia domestica e principalmente delle cavallette; s. Le Natu-
raliste 1883 S. 263.
Ein neuer Beitrag zur Orthopteren-Fauna Ti-
rols ... von H. Erauss berichtigt nach Leydig's Angabe zu-
nächst, dass Bryodema tuberculata F. nicht bei Meran, sondern
am Plansee bei Reute in Nord -Tirol, später auch bei Reute
selbst gefunden sei. Pezotettix Salamandra Fisch, ist zu strei-
chen, da die Angabe ihres Vorkommens am Mte. Baldo auf
einer Verwechselung mit zwei neuen Arten {Baldensis und Co-
hdlU) beruht. — • Ein genauer Fundort für Barbitistes obstusus
Targ. ist Ratzes (auf Juniperus); die fraglich als Platyclei's
stricta Zell, bezeichnete Art von Windisch-Matrei gehört wahr-
scheinlich zu PI. grisea F. Verb. Zool. Bot. Gesellsch. Wien
XXXIII S. 219 flf.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. Hl
Orthoptera inSerbiahucdum detecta; von J. Pancic ;
Belgrad 1883 S. 1—172.
Packard schUdert in Chapter X S. 263 flf. PI. XVI— XXI
des Tbird Report U. S. Entomological^ Commission The
embryological development of the Locust.
La feuille qui se transforme en insecte ist Choera-
daedis rhombicoUis Latr., die nebst Nymphe abgebildet
ist; De Borre, C. R. Eni Belg. 1883 S. CXLIUff.
Forficulidae. A. de Bormans' in den Ann. Soc. Ent. Belg. 1883
S. 59 ff. abgedruckte J&tude sur quelques Forficulaires nou-
veaux QU peu connus ist von einer analytischen Tabelle der Gattungen
dieser Familie begleitet und besteht im Wesentlichen aus der Beschreibung
und Abbildung neuer Arten: Cylindrogaster abnormis (Java) S. 59 PI. II
Fig. 1; Psalis colovibiana (C.) S. 61 Fig. 2; Anisolabis (lativentris Phil.
Fig. 3) javana (J.) S. 63 Fig. 4 ; (Brachylabis chilensis Blanch. Fig. 5) ;
Platylabia yauana (J.) S. 65 Fig. 6; Sparatta columhiana (C.) S. 66 Fig. 7,
australica (Queensld.) S. 68 Fig. 8, Brünneri (soll wohl Brunneri heissen;
Rockhampton) S. 69 Fig. 9; (Mecomera brunnea Serv. S. 71 Fig. 10;
Labia mexicana (M.) S. 73 Fig. 11, (cheliduroides Borm. Fig. 12,
rotundata Scudd. PI. III Fig. 13); Spongophora similis (Columbien) S. 76
Fig. 14; Chelisoches pulchripennis (Indien) S. 78 Fig. 65; Neolobophora
ova! [(Madag.) S. 80 Fig. 16; Ancistrogaster punamensis (P.) S. 81
Fig. 17, aterrimus (Ecuador) S. 82 Fig. 18; (Forficula (bicuspis Släl
Fig. 19), versicolor (Sta. Fe de Bogota) S. 86 Fig. 20, (lugubris Dohrn
Fig. 21), (Anechura ancylura Böhm Fig. 22). Die Gattung Brachyla-
bis Dohrn wird in einem etwas engeren Sinne als von ihrem Autor ge-
nommen und so von neuem diagnostizirt ; in dieser Fassung enthält sie
nur Br. chilensis (Blanch.) und punctata Dubrony.
Blattidae* J. Kusta berichtete über eine Blattina aus der
Lubnaer Gaskohle (15. Dez. 1882) und über einige neue böh-
mische Blattinen (9. März 1883); die Arten sind Anthracoblattina
Lubnensis; Etoblattina büuminosa; Blattina ligniperda und Blatt, sp.
Sitzber. kgl. böhm. Gesellsch. d. Wissensch.
Anthracoblattina camerata S. 251 Taf. XXIV Fig. 1, incerta S. 253
Fig. 2; Petroblattina subtüis S. 254 S. XXV Fig. 1; Gerablattina robusta
S. 255 Taf. XXIV Fig. 3; Etoblattina propria S. 258 Taf. XXV Fig. 3
(Saarbrücker Kohlengebirge) ; Kliver , Palaeontogr. XXIX , der ebenda
S. 256 f. Berichtigungen zu Hennatoblattina Wemmetsweileriensis Goldbg.
und Blattina intermedia Goldbg. giebt.
Etoblattina mazona (Carbon von Mazon Creek, lUin.) ; Scadder , Proc.
Bost. Soc. XXI S. 391 ff.
Blatta germanica in Münster; 11. Jahresb. Westf. Provinzial-
vereins S. 14.
112 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Mautidae. A. Preudhomme de Borre stellt eine Liste des Man-
tides du Musee R. d'Hist. nat. de Belgique mit Angabe des Vaterlandes
der aufgeführten Arten zusammen; Ann. Soc. Ent. Belg. XXVII S. 60 — 81.
Mantis religiosa bei Favemey (Haute-Saöne) ; Bull. Ent. Fr. 1883
S. LXXII.
Danuria elongaia (Guinea); Freudliomme de Borre a. a. 0. S. 76.
Pliasmidae. Fayol schickte aus den Schichten von Commentry
einen Insektenflügel ein, dessen Grösse und Nervatur es wahrscheinlich
machen, dass er dem Titanophasma Fayoli Brongn. oder einem nahe ver-
wandten Insekt angehört hat; Bull. Soc. geol. de France (3) XI S. 240 f.;
vgl. den vor. Ber. S. 116. üeber T. Fayoli s. auch Science, 1883
2. März, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 71 und Bull. Ent. Fr. 1883
S. 19. Am letzteren Orte berichtigt er nach dem Fund einer neuen Art,
Protophasma Woodwardn , dass bei der Gattung Protophasma die Vorder-
und Hinterflügel gleich lang sind; früher hatte er die Basis des ersten
Flügelpaares für die ganzen Flügeldecken angesehen.
Acridiadae. 0. de Betta erstattet Bericht über eine Nuova in-
vasione di cavallette (Caloptenus italicus) in provincia di Verona
neir anno 1882; Atti R. Istituto Veneto (6) I S. 397 ff. ; desgl. ... nel
1883; ebenda 11 S. 103 ff.
C. differentialis epidemisch durch Entomophthora Calopteni
zerstört; s. Americ. Naturalist 1883 S. 1286.
Gogorza meldet von Euprepocnemis plorans, dass derselbe
anscheinend absichtlich in's Wasser springt, untertaucht und sich an
Wasserpflanzen anklammert. Es wird dadurch eine theilweise aquatische
Lebensweise dieser Art wahrscheinlich, die von Tettix längst bekannt ist.
Anal. Soc. Esp. Hist. Natur. XII S. 64.
Pezotettix baldensis (Mte. Baldo) S. 220, Cobellii S. 222 (Mte Pasu-
bio ; Cima posta) , beide Arten bisher mit P. Salamandra verwechselt ;
Krauss, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 220, 222 Fig. 1 und 2.
LocUStidae« Myrmecophana (n. g. Phaneropt.) faüax (Ambu-
carra im Sudan, eine Ameise nachahmend); Brunner, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXXHI S. 247 Taf. XV Fig. 1.
Poecilimon orbelicus (Serbien) ; Fancic a. a. 0.
Pterochroza deßorata Fig. 2, arrosa Fig. 4, infecta Fig. 5; Brunner,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 249 Taf XV.
Odontura Calaritana (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Lewis macht ein sonst normales Exemplar von Cyrtophyllum
concavum Say, Katydid der Amerikaner, bekannt, das, anstatt grün
gefärbt zu sein, die complementäre rothe Farbe aufwies. Proc. Acad.
Nat. Sei. Philad. 1883 S. 44.
Ctenodecticus costvlatus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.
Mecopoda nbbreviata (Socotra) ; Taschenberg , Giebel's Zeitschr. LVI
S. 184.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 113
F. Kraus fand in der Krausgrotte bei Gams in Steiermark T r o -
glophilus cavicola Anfangs April zahlreich in der Begattung und
beobachtete ein leises Zii'pen bei dieser Art, das in zwei rasch aufeinander-
folgenden Tönen besteht; als Nahrung dieser Thiere vermuthet er After-
spinnen (?); Sitzgsb. Zool, Bot. Ges. Wien 1883 S. 15.
Pseudoneur optera.
Mac Lachlau zählt (17) Pseudoneuroptera of the Hawaiian
Islands auf (2 Termitidae, 1 Embia, 2 Psocidae, 12 Odonata) ; Ann. a.
Mag. N. H. (5) XII S. 226 ff.
Kliver beschreibt 2 Flügelreste aus dem Saarbrücker Steinkohlen-
gebirge als Dictyoneura simiosa und nigra-, Palaeontogr. XXIX S. 259 f.
Taf. XXV Fig. 4, 5.
Physopoda. Portchinsky schreibt eine histoire naturelle d'un
Thrips observe sur les feuilles de Tabac en Bessarabie en 1882; Thr.
Solanaccorum Widgalm ; der Autor hält ihn für Th. Urticae Schrk. ; Revue
mensuelle d'Entomologie I S. 44 ff.
Psocidae, Mc Lachlan's Remarks on certain Psocidae,
chiefly British in Entom. Monthl. Mag. XIX S. 181 ff. melden zu-
nächst den Fang von Ncopsocus Rhenanus Kolbe im Apennino
Pistojese und die Variabilität des Flügelgcäders in untergeordneten Punkten ;
von den Flügeln ist eine gelungene Holzschnittdarstellung gegeben. Unter
Peripsocus alboguttatus Dahn, sind 2 Arten verwechselt worden, deren
Unterschiede durch eine Abbildung der Oberflügel veranschaulicht sind.
Die eine ist die Dalman'sche Art, mit der pupillatus Dnle, Hagen, Kolbe
synonym ist ; die andere Art , die K o 1 b e im vorigen Jahr unter dem
Namen alboguttatus von seinem pupillatus unterschieden hatte, ist neu
und subpupillatus genannt S. 183. — Die von Kolbe unterschiedenen
Caecilius obsoletus Steph., Burmeisteri Brauer imd perlatus Kolbe kommen
alle drei in England vor, auf Fichte, Taxus und Wachholder. Da Eli-
psocus laticeps Kolbe wahrscheinlich eine gute Art, aber mit Mesoiisocus
unipunctatus Müll, sehr nahe verwandt ist, so „lag eine geringe Nothwendig-
keit für die Gattung Mesopsocus vor."
Kolbe beschreibt Neue Psociden des Königl. zoologischen Museums
zu Berlin; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 65 ff. Ausser 5 neuen Arten alter
Gattungen werden folgende drei neue Gattungen aufgestellt:
Cerastis S. 65: Alar. ant. areola discoidali I cluplo vel triplo ma-
iore areola disc. II; areola postica vertice angusto vel angustissimo, non-
nunquam acuminato \el pedunculato instructa; ramus radialis cum vena
mediana plerumque linea brevissima punctove simplici vel venula separante
transversali conjunctus. Palpi breves, art. ultimo paenultimo sesquilongiore.
Insecta robustula, generis recentissimi, bene evoluta;
Arcli. f. Naturgcsch. L. Jahrg. 2. Bd. H
114 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Syngonosoma S. 76: Antennae longissimac , art. 3. et 4. valde
incrassatis, 13- art.; palporum art. ult. cylindriformis , paenultimo duplo
longior, ccteris haud crassior. Pterostigmatis angulus posticus obtusus,
vertice rotundato; areola discoidalis I triplo major discoidaU II; areola
postica vertice peduncalato instructa; ramulus radialis cum vena mediana
phis minusve puncto simplici conjunctus. Tarsi bi - articulati ;
Blast e S. 79: Ramus radialis cum mediana venula transversa
conjunctus; areola postica simplex, vertice lato, a ceteris arcolis margina-
libus vicinatis indistincta, ar. discoid. I latitudine fere duplo longior, satis
major quam ar. disc. II. Pterostigma elongatum, angustissimum, vertice
postico deficiente, postice aequatum.
Alle 3 gehören zur Tribus Psocini.
Die Arten sind Cerastes (venosus Burm., fuscipennis Burni., infectus
M'LachJ. und) crassicomis (Brasilien) S. 70, colorata (Bogota) S. 71, ocularis
(Brasil.), moesLa S. 72, pallidinervis, Bogotana S. 73, vetusta S. 74 (Columb.);
Syngonosoma y/a^e^/icorne (Columb.) S. 78; 'B\a.ste juvenilis (Pennsylv.) S. 80.
Derselbe beschreibt 2 neue Arten von Philotarsus und Elipsocus aus
dem Bernstein und giebt eine Zusammenstellung der Bernsteinarten ; ebenda
S. 186 ff.
Ebenda S. 285 ff. beendet Hagen seine Beitrag e zur Monographie
der Psocidcn mit der Familie Atropina, zu der die Gattungen Atro-
pos, Tropusia (mit Atropos nahe verwandt; Augen mit nur 2 ovalen
Facetten, Fühler mit kräftiger Geissei, 17 gliederig, von halber Koi-per-
länge; Fussklauen kammzähnig ; für (Atropos) oleagina S. 296), Clothilla,
Lepinotus, Hyperetes, Sphacropsocus, Psoquilla gehören. — Von Clothilla
pulsatoria werden Imagines mit Nebenaugen erwähnt; über das Insekt, das
als „Todtenuhr" in der Literatur seit mehr als 300 Jahren herumspukt,
ist ein langer Exkurs gemacht.
Kolbe bespricht die systematische Stellung von Myopsocus, die
am nächsten bei Cerastis, Eremopsocus und Syngonosoma zu stellen und
eine phylogenetisch alte Gattung ist, wie aus ihrer kosmopolitischen Ver-
breitung hervorgeht. Von ihren Arten ist M. Eatoni in Portugal, lugens,
sparsus in Nordamerika, unduosus in Ceylon, griseipennis in Australien,
fraternus in Assam, rapidus auf den Fidschi-Inseln, australis in Neuholland
und eine neue Art, M. Novae Zealandiae S. 145 auf Neu -Seeland, Wel-
lington, gefunden. Entom. Nachr. 1883 S. 141 ff.
Psocus Taprobanes ist auf Malacca durch die Rasse cosmopterus
Mc Lachl. , und in Bengalen durch die Rasse Bengalensis vertreten ; der-
selbe ebenda S. 152 ff.
Da Hagen und Mc Lachlan die Berechtigung der Gattung Me-
sopsocus Kolbe bezweifelt hatten, und ersterer sogar geneigt ist, Eli-
psocus laticeps Kolbe für eine Varietät von Mesopsocus aphidioides Schranck
(= unipunctatus Müll.) zu halten, so sieht sich Kolbe veranlasst, eine
Paralleldiagnose der Gattungen Mesopsocus und Elipsocus neben einander zu
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 115
stellen , sowie Mes. aphidioides und Elips. laticeps von Neuem zu charak-
terisiren. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 235 ff.
Psocus fumigatus (Minas Geraes), pyralinus (Brasilien) S. 81 , picli-
venlris (ibid.) S. 83; Kolbe, Stett. Ent. Zeit. 1883.
Henry C. Mc Cook meldet das "Vorkommen des Ps. sexpunctatus bei
Philadelphia und bespricht die Gespinnste der Psociden; Proc. Acad. Nat.
Sei, Philadelphia 1883 S. 278.
Elipsocus cyanops in Schottland; Ent. Monthl. Mag. XX S. 142.
Elipsocus vinosxis (Hawaii); Mc Lachlan, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 228, KüMi (Berstein); Kolbe, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 188.
Caecilius piceus (Halle); Kolbe, 'Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 85; auch
in Britannien; Ent. Monthl. Mag. XX S. 142.
PhilotarsuS antiquus (Bernstein); Kolbe, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 187.
Hyperetes tessulatus (Boston auf Dächern, an Knochen ; Mammuthhohle
an Fledermauskoth) ; Hagen, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 316.
Atropos sericem (Oderberg, in einem alten Polster); Kolbe, Stett.
Ent. Zeit. 1883 S. 86.
Emlbiadae. Lucas findet, dass Embia antiqua aus dem Bernstein
die meiste Aehnlichkeit mit E. Solieri hat, obwohl sie mit derselben wegen
ihrer längeren Fühler nicht verwechselt werden kann. Aber im Bernstein
kommt auch eine Embia -Larve vor, welche hinsichtlich der Gestalt E.
Solieri und mit Rücksicht auf Länge und Zahl der Fühlerglieder Oligo-
toma Michaeli am nächsten kommt. Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXVI.
Derselbe berichtet über die Larven von Embia L atreill ei iJamJ.,
die sich an Cycas von Madagaskar fanden. Larven, Nymphen und Ima-
gines halten sich an der Basis der Blätter auf, geschützt durch ihre Ge-
spinnste, innerhalb deren sie sich behende hin- und herbewegen. Auch die
Imago hat die Fähigkeit zu spinnen. Ebenda S. GVL
Wood-Mason fand die Weibchen von Oligotoma Saundersi und
Michaeli, während bis dahin von diesen Embiden nur </ bekannt waren.
Die Weibchen unterscheiden sich von den Männchen durch ihre bedeutende
Grösse, den gänzlichen Mangel an Flügeln, den Besitz von 10 Abdominal-
segmenten (das segm. mediaire mitgezählt), von denen das letzte ein Paar
symmetrischer Anhänge trägt; die Geschlechtsöffhung findet sich
zwischen dem 8. und 9. Bauchring. Die kleinen geflügelten Männchen
haben nur 9 Hinterleibsringe, unsymmetrische Anhänge und die Ge-
schlechtsöffnung liegt im 9. Segmente. Die Larven leben gesellig. Proc.
Zool. Soc. London 1883 S. 628 ff PI. LVI.
Low theilt in seinem Referat über Lucas' Note bezügl. des Spinnens
von Embia (s. vorhin) mit, dass die Weibchen zweier Arten ihre Eier mit
einem Gespinnst iimhüllen, das aus nach allen möglichen Richtungen ge-
zogenen Fäden bestehe. Wien. Ent. Zeit. 1883 S. 283.
Ohgotoma insularis (Hawaii; Antigua?); Mc Lachlan, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 227.
116 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Perlidae. Kolbe's Verzeichniss der Perlidae Westfalens
im 11. Jahresb. Westf. Provinzialvereins S. 21 ff. enthält 24 Arten in
9 Gattungen.
Epheuieridae. Rccherches sur l'organisation des larves
des Ephcimerines; A. Vayssiere, Ann. Sei. nat., Zool. XIII No. 1.
In einem Bijdrage tot de Kennis der Zuid-Amerikaan sehe
Ephemeriden macht Weijenbergh folgende Arten bekannt: Ephemera
Wappaei (Cordova) S. 159 PI. 10 Fig. 1, Holmberffü {Eaenos Aires) S. 160;
Palingenia Na/ijiü (Santiago d. E.) S. 162 Fig. 2; Cloti Sellacki (Cordova)
S. 164 Fig. 3, Lorenlzii (ebenda) S. 167 Fig. 4, Siewertn, Stelzneri
S. 170 (?), Vogleri S. 171 Fig. 5*; Oxycypha Oldendorfßi S. 173 Fig. 6;
Tijdschr. v. Entom. XXVI PI. 10.
Odonata. Zur näheren Kenntniss der Odonaten-
Gattungen Orchithemis, Lyriothemis und Agriono-
ptera setzt Brauer in den Sitzber. K. Akad. Wissensch. 87. Bd.
1. Abth. S. 85 fF. auseinander, dass Orchithemis und Lyriothe-
mis durch die grossen cf Kopulationsorgane und den vom Grunde
an bis zur Mitte blasigen Hinterleib eine natürliche Gruppe bil-
den. Bei Lyriothemis sind die Flügel in der Mitte und am
Grunde breit, das Dreieck quer, im Vorderflügel die Aussenseite
desselben länger; bei Orchithemis dagegen die Flügel schmal,
das Dreieck der vorderen schief und Aussen- und Innenseite
gleich. Agrionoptera und Uracis bilden ebenfalls eine natür-
liche, durch die kleinen cf* Kopulationsorgane und das schwache
Dreieck der Vorderflügel charakterisirte Gruppe, in der Agri-
onoptera durch sehr schmale Flügel, den am Grunde blasigen
dünnen Hinterleib und die unbedeckte Scheide des 2 ausge-
zeichnet ist, während bei Uracis Rhr. die Flügel in der Mitte
breit, mit sehr schiefem Dreieck sind; Hinterleib am Grunde
nicht erweitert, Weibchen mit Legeröhre. Neurothemis bildet
durch die breiten Flügel mit zur Längsachse senkrecht gestell-
tem Dreieck, und die Scheidenklappe der Weibchen, Orthemis
durch das quere Dreinck der Vorderflügel und die unbedeckte
Scheide der Weibchen eine besondere Gruppe.
De Selys-Longchamps beschreibt Les Odonates du Ja-
pon; Ann. Soc. Ent. Belg. 1883 S. 82 fl*. Während derselbe
Autor 1841 22 Arten aus Japan bekannt machen konnte, und
im Laufe der Zeit noch 21 dazu kamen, sind hier 67 aufge-
zählt, von denen also 24 zum ersten Male bekannt gemacht
werden. Der Verfasser meint, dass, nach den Verhältnissen
Europa's zu schliessen, die Gesammtzahl der Japanischen Odo-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 117
naten 100 nicht tibersteigen wtirde. — Wie auch in andern
Thiergruppeu, so zeigt die Odonatenfauna Japans, mit einziger
Ausnahme dass zwei Gattungen (Aeschnophlebia mit 3 , Mnais
mit 2 Arten) bis jetzt auf dasselbe beschränkt sind, keinen
eigenthümlichen Charakter ; sie ist ein Gemisch von europäischen,
sibirischen, Indo-chinesischen und Philippinen-Formen ; ein Viertel
derselben etwa ist Japan eigenthUmlich. Im Allgemeinen gleicht
die Odonaten-Fauna mehr den europäischen Formen des Amur und
von Nordasien als einer andern Region. Aus der paläarktischen
Region kommen 8 Arten in Japan vor: Leucorrhinia rubicunda;
Libelhüa 4-macul. ; Libella albistyla; Gomphus postocularis;
Anax Parthenope; Aeschna arundinacea ; Lestes sponsa; Sym-
pycna fusca; blosse Lokalrassen sind Diplax elata; Crocothemis
servilia; Calopteryx japonica; Lestes japonica, temporalis;
Agrion quadrigerum. Ein europäisches Gepräge haben Diplax
frequens; Libelhüa angelina; Libella japonica; Somatochlora
atrovirens, viridiaena; Gomphus Kurilis, melampus, Pryeri, me-
laenops; Anotogaster Sieboldii; Fonscolombia Maclachlani;
Calopteryx atrata, Cornelia; Ischnura Senegalensis , orientalis;
Enallagma circulatum; auf die indo - chinesische und malayische
Region weisen Pantala flavescens ; Rhyothemis fuliginosa ; Diplax
trivialis; Lyriothemis Lewisii; Libella melania; Epophthalmia
elegans, amphigeua; Sieboldius japonicus; Ictinus clavatus;
Gynacantha Rosenbergi, hyalina; Neurobasis chinensis; Psilo-
cnemis annulata, marginipes; Ceriagrion melanurum; Pseud-
agrion migratum hin.
Megalagrion (n. g. Leg. Agrion; „inferior sector of the triangle
originating before the basal postcostal nervale; arculus continuous with
the 2. costal nervale. Pterost. lozenge-shaped, its lower edge shorter than
the Upper, surmounting two cellules. Postcostal area with 2 rows
of cellules. Postocular spots present, large. Labium excised for about
a third of its length. Form robust, especially in the 2- Spines of the
tibiae long and strong; inner tooth of claws small. Colour red. No-
vuivar spine) Blackhurni (Wailaku Valley, Maui) S. 238, oceanicum (Oahu)
S. 239; Mac LacMan, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIL
Agrion Haivaiiense (H.) S, 232, pacißcum (Lanai; Oahu) S. 234,
deceptor (Oahu) S. 235, calliphya (Lanai) S. 236; Mc Lachlan, Ann. a.
Mag. N. H. (5) Xn, sexlineaium S. 135, quadrigerum (Japan) S. 136;
S^lys-Lougchamps a. a. 0.
Lestes temporalis S. 129, japonica (Yokohama) S. 130; S61ys-Long-
champs a. a. 0.
118 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Lephthcmis Blackburni (Hawaii); Mc Lachlan, Ann. a. Mag. N. H.
(5) Xn S. 229.
Diplax infuscata, erotica S. 90 nebst \&v. fastigiata S. 91 , unifonnis
S. 92, frequens S. 93, croceola S. 94 (Japan), cordulgestra (Amur) S. 139,
Sinemis (Ch.), orientalis (Indien); S^lys-Longchamps a. a. 0.
Ueber das Eierlegen von D. rubicunda s. Amer. Naturalist 1883
S. 548 und das Referat von Behrens im Biol. Centralbl. III No. 13 S. 415.
Somatochlora alrovhens S. 108, (?) marginata (Japan) S. 109; Selys-
Longchamps a. a. 0.
S3Ticordulia atrifrons (Quecnsld.); Mc Lachlan, C. R. Entom. Belg.
1883 S. XCI.
Trithcmis phaon S. 106 und ab.? dispar (Japan) S. 107; Selys-
Longchamps a. a. O.
Rhjothemis fuliginosa Hag. i. 1. S. 88, plutonia (Japan) S. 89; Selys-
Longchamps a. a. 0.
Lyriothemis Lewisit (Japan) S. 96, elegantissimu (China) S. 141;
Selys-Longchamps a. a. 0.
Libellula angelina (Yokohama); Selys-Longchamps a. a. O. S. 99.
Libella melania (Yokohama); Selys-Longchamps a. a. 0. S. 103.
Aeschna melunictera S. 119, Milnei S. 120, (Aeschnophlebia)
optata S. 122, longistigina, anisvptera S. 123, {Fonsc olomhia für Irene,
vinosa und) Mac Lachlani S. 126 (Japan); Selys-Longchamps a. a. O.
Anax Wahinghami (Calif. ; Guatemala) S. 127, llutherfordi (Sierra
Leone, ähnlich A. speratus Hag.) S. 128; Mc Lachlan, Entom. Monthl.
Mag. XX.
Gomphus excelsus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0., Pri/eri
(Japan); Selys-Longchamps a. a. 0, S. 111.
Neuroptera.
Mac Lachlan zählt (6) Neuroptera of the Hawaiian
Islands auf; Ann. a. Mag. N. H. (5) S. 298 ff. Es sind nur
Planipennia, ausser neuen Arten Chrysopa oceanica Walk,, Formi-
caleo perjurus Walk, und eine Megalomus-Art. Trichoptera sind
nicht gefunden worden, fehlen aber schwerlich. Die Fauna
dieser Inseln, soweit Neuroptera und Pseudoneuroptera (s. oben
S. 113) in Betracht kommen, setzt sich aus 3 Komponenten
zusammen. Aus Nordamerika sind, ohne Zweifel künstlich,
2 Arten von Termiten eingeführt, während grosse Libellen auf
natürlichem Wege auf jene Inseln gelangt sind. Der Austra-
lische Antlieil ist sehr gering und beschränkt sich wahrscheinlich
auf die Ameisenjungfer. Der Rest ist endemisch und nament-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 119
Hell durch charakteristische Formen von Agriouiuen und Chry-
sopideu vertreten.
lieber die Himantopteriden und eine neue Gattung
derselben s. unten bei Lepidoptera.
Triclioptera.
Hagen erinnert aus Anlass von Mc Lachlan's Mittheiluug
über eine marine Phryganide (s. den vor. Ber. S. 128) an einen
von ihm gemeldeten Fall von der Küste Neu -Englands, Mar-
tha's Vineyard Isl.; die Larve war der einer Molanna ähn-
lich; nach Mc Lachlan ist der Neuseeländische Philanisus
vielleicht verwandt mit Molanna; Ent. Monthl. Mag. XIX S. 235.
Cora H. Clarke liefert die Description of two inter-
esting houses made by native caddis-fly larvae; Proc.
Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 67 ff. mit Holzschnitten. Das
eine dieser Gehäuse hat eine Hydropsyche zu seinem Verferti-
ger. Es ist an einem Stein befestigt und hat die Gestalt eines
Tunnels, dessen gegen die Strömung offene Mündung von einem
senkrecht stehenden Netzwerk von Fäden umgeben ist. — Das
zweite ist aus Schlamm verfertigt, steht auf dem schlammigen
Grunde des Wassers und hat die Gestalt eines aufgerichteten
Zweiges oder Blattstieles; es wird bewohnt von einer Plectro-
cnemia-Art.
K. J. Morton's Notes on the Trichoptera of upper
Clydesdale erwähnen 66 Arten; Ent. Monthl. Mag. XIX
S. 194 ff
Mesophylax aspersus in England (?); Ent. Monthl.
Mag. XX S. 19.
Flampennia.
Anomalochry sa (n. g. „in form and faeies similar to Chrj'sopa,
but the wings have 3 or more series of gradate nervales, which are some-
times irregulär; dividing nervule of the third cubital cellule angular
beneath so that the cellule it formes is triangulär; subcosta confluent
with the Costa before the apex of the wing. Antennae scarcely longer
than the wings. Labrum truncate (?) Tarsal claws dilated internally at
the base. Abdomen of ^f ending in a dilated flattened superior
plate, beneath which is an elongate triangulär inferior
appendage, the whole structure causing the apex to appear dilated)
120 Bertkaa: Bericht über die wissenschaftlichen
hepatica (Maui, auf dem Ilaleakala, 4000') S. 299, rufescens S. 300; Mac
Lachlan, Ann. a. Mag. N. H. (5) XH.
Chrysopa microphja (Honolulu); Mc Lachlan, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XII S. 300.
Chr. flava Scop. und vittata Wesm. sind verschiedene Arten und
in ihren Unterschieden in beiden Geschlechtem einander gegenüber ge-
stellt ; Mc Lachlan, Ent. Monthl. Mag. XX S. 161 ff.
Panorpa hybrida Mc LachL auch in Ent. Nachr. 1883 S. 27 f.
beschrieben.
Aus Mc Cook's „On the Habits of the Ant-Lion" geht hervor, dass
die Larve von Myrmeleon obsoletüs Sai/ in ihrer Lebensweise mit
unseren deutschen Ameisenlöwen übereinstimmt; Proceed. Acad. Nat. Sei.
Philad. 1882 S. 258 ff. und Ann. a. Mag. N. H. (.5) XI S. 288 ff.
MjTmeleon Socotranus (S.); Taschenberg, Giebel's Zeitschr. LVI
S. 182, Jalcipennis (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
M. Erberi Brauer ^ inconspicuus Ramhur; Mc Lachlan, Entern.
Monthl. Mag. XX S. 103,
J. Redtenbacher beschreibt die Larven von Myrmeleon Erberi, tri-
grammus und Creagris plumbeus (?) und setzt ferner die Unterschiede der
Larven von M. formicarius und europaeus auseinander. Wien. Ent. Zeitg.
1833 S. 289 ff.
Dilar Japonicus (Fukushima); Mc Lachlan, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 220.
Nematoptera pusilla (Socotra); Taschenberg, Giebel's Zeitschr. LVI
S. 183.
Diptera.
Die für die Biologie und Systematik dieser Ordnimg wich-
tigste Arbeit des vergangenen Jahres ist Brauer's in den
Denkschr. math. nat. Klasse Kais. Akad. d. Wissensch., XLYII.
Bd. erschienene Abhandlung: Systematische Studien auf
Grundlage der Dipteren-Larven nebst einer Zusam-
menstellung von Beispielen aus der Literatur über
dieselben und Beschreibung neuer Formen; als No. III
von „Die Zweiflügler des Kaiserlichen Museums zu Wien". In
dieser Abhandlung begründet Brauer sein vor nunmehr 20
Jahren zuerst aufgestelltes System weiter und führt es im spe-
zielleren aus, wozu die in den letzten Jahren bekannt gewordenen
Larven so mancher Familien den erwünschten Anhaltpunkt gaben.
Als nicht oder nur in untergeordneter Weise für die Systematik
verwerthbar ist die Zahl der Leibesriuge und die Beschaffen-
heit der Athmungsorgane; beide sind bei unbestritten nahe ver-
wandten Formen verschieden. Die Zahl der Leibesringe kann
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883, 121
einmal eine vermehrte sein, indem die Bindehaut zwischen den
Segmenten ebenfalls verhornt ist und ein Segment vortäuscht
oder ein Segment nochmals geringelt erscheint; andererseits
tritt aber auch eine Verminderung der Normalzahl der Segmente
durch Verwachsung ein. Die Beschaffenheit des Athemsystems
richtet sich nach der Lebensweise der Larve imd hat daher als
Anpassuugserscheinung für die Systematik geringen Werth. Von
grosser Bedeutung fiir die natürliche Systematik ist dagegen die
verschiedene Ausbildung des Kopfes resp. der Kieferkapsel u. s. w.
und die Art der Verwandlung zur Puppe und Imago. Den
Charakter der Dipteren - Larven im Allgemeinen giebt Brauer
mit folgenden Worten an: „Larven stets ohne ausgebildete
Thorakalbeine, aber oft mit 1 Paar Fussstummeln am 1. Brust-
ringe oder einem einzigen, oft einziehbaren Haftfusse daselbst,
oder mit einer als Fuss dienenden unpaaren Chitinplatte,
welche aus einer queren Spalte des dritten Ringes hervorstreck-
bar ist, oft mit Bauchfüssen oder queren lateralen Kriech-
schwielen oder Saugscheiben am Abdomen oder ganz fusslose
Maden; entweder ganz kopflos, nur mit einer Mundöffnung am
Kopfende, oder mit einem Kieferschädel, oder mit vollkommen
differenzirtem Kopfe, mit rudimentären oder entwickelten Mund-
theilen, diese aber stets ohne entwickelte Lippentaster. . .
Nervensystem wenigstens in der Anlage aus 13 Ganglien be-
stehend (2 Kopf-, 3 Thoraxknoten), zuweilen bis zu 2 Kom-
plexen konzentrirt. Verwandlung zur Fliege durch Verpuppung;
die Nymphe eine Mumienpuppe, d. h. ihre Glieder zwar frei,
aber am Körper anliegend und angeklebt und nicht beweglich
zum Gange, — oder freigliederig , dann aber stets in der
Larvenhaut (Tonne) eingeschlossen. . . . Manche Nymphen ruhen
in einem von der Larve gefertigten Cocon, der jedoch nicht
immer gesponnen, sondern von der Haut abgesondert wird."
Das ausfiihrlichere System (vergl. den Ber. über 1880 S. 123)
gestaltet sich nun folgendermassen. In der Unterordnung der
Orthorrhapha sind 2 Sektionen, 0. nematocera und 0. brachycera
zu unterscheiden, die also nicht mit den früheren gleichnamigen
Unterordnungen zu verwechseln sind. Zu den ersteren gehören
die Tribus Eucephala mit Mycetophilidae, Bibionidae, Chiro-
nomidae, Culicidae, Blepharoceridae, Simuliadae, Psychodidae,
Ptychopteridae , Rhyphidae; Oligoneura mit Cecidomyidae;
Polyneura mit Limnobiadae, Tipulidae. Die 0. brachycera
132 Bertkau: Bericht ülior die wissenschaftlichen
enthalten die 3 Tribus Acroptera mit den Louchopteridae,
Platygeuya imd Ortliogenya; letztere Tribus ist durch 2
mit der Fläche vertikal gestellte, gebogene, vorn zusammen-
stossende Cliitinleisten, die das Gerüst der Unterlippe der Lar-
ven bilden, charakterisirt und enthält die Familien Empidae
und Dolichopodidae. Die Platygenya sind vielgestaltiger; sie
zerfallen in Homoeodactyla und Ileterodactyla, je nachdem die
Imagines 3 gleiche Haftlappen an den Füssen haben, oder 2
gleiche, resp. 3 ungleiche, oder gar keine. Zu den Homoeoda-
ctyla gehören die Notacantha mit Stratiomyidae, Xylopha-
gidae; Tanystomata mit Tabanidae, Acanthomeridae, Leptidae ;
Bombylimorpha mit Acroceridae, Nemestrinidae; zu den
Heterodactyla die Procephala mit Mydaidae und Apioceridae,
Asilidae, Bombyliadae; Polytoma mit Therevidae und Sceuo-
pinidae. Der Verfasser deutet dabei an, dass es vielleicht
natürlicher wäre, die Orthorrhapha nur in die 5 Sektionen:
Eucephala, Oligoneura, Polyneura, Brachycera mit den Tribus
Platygenya und Orthogenya, und (?) Acroptera einzutheilen. —
Die Cyclorrhapha zerfallen in die beiden von Becher nach der
Beschaffenheit der Imagines unterschiedenen Sektionen Aschiza
mit den Tribus Syrphidae (Syrphidae s. str., Pipunculidae) imd
Hypocera (Phoridae, Platypezidae) und Schizophora mit den
Tribus Eumyidae (Gruppe der Schizometopa = Calyptrata olim
und Holometopa =: Acalyptera + Conopidae olim) und Pupipara.
An diese Uebersicht des Systems schliesst sich eine Cha-
rakteristik der bekannten Larven nach Gattungen in systemati-
scher Reihenfolge an; zunächst nur mit Rücksiclit auf das Nerven-
system, und dann eine solche, welche sich auf alle wesentlichen
Körpertheile und die Lebensweise ausdehnt; einige neue oder
weniger bekannte Larven werden vollständig beschrieben. Die
beiden Kapitel: Beispiele aus der Literatur, welche sich auf
die Verwandlung und Biologie der Diptera orthorrhapha (resp.
cyclorrhapha) beziehen, nach Familien geordnet, geben einen
fast vollständigen Nachweis und niclit blos Beispiele
der wichtigeren Angaben in der Literatur.
Kraepelin hat einen Theil seiner vorjährigen vorläufigen
Mittlioilung (d. Ber. S. 83) weiter ausgeführt: Zur Anatomie
und Physiologie des Rüssels von Musca; Zeitschr. wiss.
Zool. XXXIX S. 684 ff. Taf. XL, XLL Neben dem eigentlichen
Rüssel, der aus Unterlippe und Oberlippe gebildet wird, nebst
I
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 123
dem von der erstereu entspiingcntlen Ilypopliarynx untorsclieidet
Kraepeliu den weichhäutigen , einstUlpbareu vorderen Tlieil
der Kopfwaudung als Kopfkegel, an welchen sicli Unterlippe
und Oberlippe anfügen. Auf derselben ist an der Oberseite
ein Paar von eingliedrigen Tastern angebracht, die als Unter-
kiefertaster anzusehen sind; bei Mesembrina und Aricia sind
auch noch Ladentheile der Unterlippe erhalten. Das Saugrohr
des Rüssels wird durch Oberlippe und den als Papille (Zunge)
von der oberen Wand der Unterlippe entspringenden Hypo-
pharynx gebildet; die Oberlippe ist nämlich auf ihrer Unter-
seite, der Hypopharynx auf seiner Oberseite rinnig vertieft und
die Ränder beider Rinnen schliessen zu einem Rohr zusammen.
Ungefähr da, wo sich Ober- und Unterlippe an den Kopfkegel
inseriren, ist die eigentliche Mundöffnung, von wo an der
Nahrungsschlauch rundum zusammenhängende Wandung hat.
Anfänglich ist dieselbe stark chitinisirt in 2 aufeinanderfolgen-
den Abschnitten ; auf eine kleine Chitinkapsel folgt das Schlund-
gerüst, „fulcrum" etc. früherer Autoren, das beim Saugmecha-
nismus in erster Linie betheiligt ist, indem die Kontraktion
eines kräftigen Muskels die obere Wand von der unteren ent-
fernt; beim Nachlassen der Kontraktion erschlaffen die vorderen
Fasern zuerst und verhindern so ein Zurückströmen der auf-
genommenen Säfte. Hervorgestreckt wird der Rüssel höchst wahr-
scheinlich dadurch, dass von den Bruststigmen her Luft in die
Tracheen des Rüssels eingepresst wird; beim Zurückziehen ist
in erster Linie ein langes Muskelpaar betheiligt, welches am
Hinterhauptsloch beginnend sich am Grunde der Unterlippe in-
serirt; unterstützt wird dieses Muskelpaar durch ein zweites,
das an einer Chitinleiste des Kopfkegels und den flügeiförmigen
Fortsätzen des Schlundgerüstes inserirt; durch die Art der An-
heftung des ersten Paares an einem über der Gelenkung der
Unterlippe mit der kleinen Chitinkapsel gelegenen Punkte in-
volvirt eine Kontraktion derselben zugleich eine Verschiebung
der Unterlippe mit der Chitinkapsel und damit im Zusammen-
hang mit dem Schlundgerüst; er wird daher von Kraepelin
als Flexor der Unterlippe bezeichnet.
Die Unterlippe, welche als Futteral für die Oberlippe und
den Hypopharynx dient, hat ausser weniger wichtigen Tlieilen die
sog. Lippenpolster mit ihren Pseudotracheen und normalen Haar-
gebilden specifischer Natur: Tasthaare und Drüsenhaare, ausser-
124 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen
dem noch Geschmacksorgane. Die Drüsenhaare sind rinnen-
förmig und stehen mit je einem Säckchen von Zellen in Ver-
bindung, an das ein Nervenast herantritt; von andeni Forschern
wurden diese Organe als Sinnesorgane gedeutet. Die Pseudo-
tracheen, deren Bau von Kraepelin sehr genau beschrieben
wird, haben den Zweck, den aus der Brustspeicheldrüse stam-
menden Speichel auf den Lippenpolsteru zu verbreiten, die
Adhäsionsfläche für denselben zu vergriassern und so zu verhin-
dern, dass der Speichel an die aufzulösenden Substanzen ab-
fliesse. Der gemeinschaftliche Ausführungsgang dieser Drüse,
der unter dem Hypopharynx verläuft und an dessen Spitze
ausmündet, hat im Kopfe eine Art Drosselventil, indem an
einer Stelle die obere Wand gegen die untere eingedrückt und
so das Rohr geschlossen ist; soll Speichel ausfliessen, so wird
die angedrückte Wand durch die Thätigkeit eines Muskelpaares
gehoben. Ein zweites Speicheldrüsenpaar liegt in der Basis
der Lippenpolster und mündet an der Spitze der Unterlippen-
platte aus. An der Stelle, wo das Schlundgerüst in den weich-
häutigen Theil der Speiseröhre übergeht, findet sich eine dritte
Ansammlung von Drüsenzellen, die aber nicht mit gemeinsamem
Ausführungsgange, sondern vereinzelt in den Schlund münden.
Humbert führt mehrere in Amerika beobachtete Fälle auf,
in denen die Larve von Lucilia macellaria in Geschwüren
in der Nasenhöhle des Menschen lebten und z. Th. den Pa-
tienten tödteten; über einen von ihm selbst beobachteten Fall
berichtet er ausführlicher. Alle diese Infektionen ereigneten
sich im September; 38 Tage genügen wahrscheinlich zur Ent-
wickelung vom Ei bis zum vollkommenen Insekt; Proc. U. S.
Nation. Mus., Sept. 1883, S. 103 und Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 353 ff.
F. Low berichtet in Wittelshöfer's Wien. Med. Wochenschr.
33. Jahrg. S. 972—975 über Myiasis und ihre Erzeuger.
Der Fall, der zu dieser Mittheilung Anlass gab, hatte eine
71 Jahre alte Frau aus Herrenhof bei Ohrdruf betroffen und
war von Sarcophila magnifica Schin. (Wohlfahrti Portsch.) veran-
lasst worden. Diese Art ist auch als die alleinige Ursache der
in Europa beobachteten Fälle von Myiasis anzusehen, — Ange-
schlossen sind aus der Litteratur Fälle von Myiasis in Amerika
(durch Compsomyia macellaria veranlasst) und vom Vorkommen
von Oestriden- Larven unter der Haut des Menschen. Letztere
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 125
Fälle sind äusserst selten (3) und wohl nur als Verirrungen
anzusehen.
Ueber Lucilia macellaria F., den „screw-worm" s.
auch noch Psyche IV S. 107; Le Naturaliste 1883 S. 300.
Jacobs berichtet in der Soc. Ent. Belg., Seance du 7 juillet
1883, dass Laboulbene einer aus Brasilien gekommenen Frau
eine Larve von Cuterebra (Dermatobia) noxialis G(nidot ans
einer Geschwulst geschnitten habe; C. R. S. CXXV.
Laboulbene berichtet über die Zucht der Larven von Cyr-
toneura stabulans, die sich in den Vomitis einer Frau ge-
funden hatten und einen andern Fall, wo aus Larven, die aus
der Nasenhöhle einer Frau hervorgekommen waren, sich eine
Sarcophaga (Ägria latifrous oder Sarcophila maculata) entwickelt
hatte; Bull. Ent. Fr. 1883 S. 89 ff.
Macleay meldet in einer Note on a reputed poisonous
fly of New Caledonia, dass von den Ansiedlern mehrere
rapid verlaufende und mit dem Tode endende Erkrankungsfälle
dem Stich einer Fliege zugeschrieben werden, die „Mouche
Charbonneuse" genannt und von einigen für eine „Blow fly"
(oder vielmehr „Green Bottle"), von andern für eine gewöhn-
liche Musca domestica, von noch andern für eine besondere Art
erklärt werde. Ein Korrespondent schickte ihm eine Fliege zu,
deren Stich schmerzhaft, aber ohne weitere üble Folgen gewe-
sen war; diese war eine (wahrscheinlich aus Australien einge-
schleppte) Stomoxys-Art, deren Larve im Pferdedünger lebt und
die Macleay für unschuldig hält; die gemeldeten Erkrankungs-
fälle rühren nach ihm vielmehr wahrscheinlich von „einigen der
zahlreichen Muscidae her, welche besonders durch todte Körper
angezogen werden." Indem sich solche auf die Leiber von
Organismen, die an „Anthrax" zu Grunde gegangen sind,
setzen, übertragen dieselben den Bacillus anthracis möglicher
Weise weiter. Proc. Linn. Soc. New South Wales VII S. 202 ff. ;
vergl. auch das nicht ganz zutreffende Referat Mik's in Wien.
Entom. Zeit. 1883 S. 183.
Die Beiträge zur Kenntniss des Flügelgeäders
der Dipteren nach Adolph's Theorie von Brauer be-
schäftigen sich mit Epidosis und Platyura. Bei der ersteren
ist nur eine konkave Längsfalte vorhanden, welche die vierte
Längsader vertritt. Auch bei Platyura ist die vierte Längs-
ader nur als Koukavfalte vorhanden und Seh in er 's Längs-
126 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
ador 4 ist eine Gabel von 3. Wien. Ent. Zoitg. 1883 S. 27 ff.
mit 4 Holzschnitten.
In einer Note on parasitic Diptera spricht Meade
die Ansicht aus, dass durch gewisse, noch nicht bekannte Um-
stände und Oertlichkeiten Fliegen zum Parasitismus veranlasst
werden könnten und verweist dabei auf Cyrtoneura stabulans,
die in Amerika als Feind der Aletia argillacea auftritt, wäh-
rend die Larve sonst von vegetabilischen Stoffen lebt. The
Entomologist XV S. 140; vergl. unten bei Cyrtoneura.
E. Räthay fuhrt in seiner über Phallus impudicus L.
und einige Coprinus-Arten betitelten Abhandlung 14 Di=
ptera- Arten, sonst auch Aasfresser, als Besucher des Ph. imp.
auf; Sitzgsb. Akad. Wissensch. Wien 87. Abth. I S. 18 ff.
Girschner erhielt Epidosis defecta ; Diplosis Polypori ; Phora
rufipes und eine Anthomyia, sowie Sciophila punctata, fasciata;
Lasiosoma pilosa aus Polyp, versicolor; fand die Larve von
Tipula hortensis unter Moos auf Steinen und Baumwurzeln
und beobachtete Gonia trifaria mit G. capitata, Trineura
stictica mit Tr. aterrima in Kopulation. Ent. Nachr. 1883
S. 204.
Fälschlich für Gallenerzeuger gehaltene Dipte-
ren sind nach Low in der Wien. Ent. Zeitg. 1883 Sciara tili-
cola Lio., foliorum Rudow und ocellaris Comstock, deren Larven
oder Puppen mit der Erde, auf die man die Gallen legte, in
den Zwinger kamen und so zu dem Irrthum Veranlassung gaben.
Andere Fliegen oder deren Larven sind bei solchen Zuchtver-
suchen mit den Pflanzentheilen eingezwingert woi'den und
wurden hernach fälschlich für die Erzeuger der Galle gehalten.
Dies ist mit C. strobilina Rud., einer Asynapta-Art, der Fall;
ferner mit Diplosis Gollmeri Karsch, Cecid. foliorum Low und
bedeguariformans Rudow. Die Erzeugerin der der strobilina
zugeschriebenen Galle ist Cec. rosaria, der Dipl. Gollmeri wahr-
scheinlich eine Aphide, der foliorum und bedeguariformans
Phytoptus- Arten.
A. Handlirsch bringt Beiträge zur Biologie der Di-
pteren; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 S. 243 ff. (Chlorisops
tibialis; Calliphora quadrimaculata ; Ceratopogon; s. unten).
Mik macht Dipter elegische Bemerkungen, meist
nomenklatorischer Natur; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883
S. 181 ff.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 127
Derselbe beschreibt 5 neue österreicbisclie Dipteren;
ebenda S. 251 ff. mit 4 Holzschn.
C. E. Osten- Sacken's No. II der Synonymica concer-
ning exotic dipterology erklären Dialysis Walk. = Tripto-
tricha Loew (Leptid.); Nouacris Wnlk. = Chiromyza?; Inopus
desgl. ; Leptonyma Westw. =. Lampromyia Macq. ; Metoponia Loeiv
ist nicht Metoponia Macq.; dagegen Chiromyza fulvicaput Walk.
= Met. rubriceps Macq. und die Macquart'sche Gattung viel-
leicht näher mit Chiromyza als mit Beris in Beziehung zu
bringen; für die Löw'sche Gattung Metoponia wird Allognosta
S. 297 in Vorschlag gebracht; Apelleia Bellardi unterscheidet
sich von Ocnaea Ericlis. nur durch die unbehaarten Augen;
Hermetia chrysopila Loeiv =: aurata Bell.:, Chrysops vulneratus
Rond. =: costatus F. ; Amphicnephes pertusus Loeiu =. Trypeta
puUa Wied. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 295 ff.
Bigot hat XXXI, XXXIl, XXXIII seiner Dipteres nou-
veaux ou peu connus folgen lassen, enthaltend: Genre
Volucella Geoffr. et Phalachromyia Bond.] Syrphidi:
Generalites, genres nouveaux, tables syuoptiques des curies et
des genres; especes nouvelles No. I und II; Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 61 ff, 221 ff., 314 ff., 534 ff.
F. M. van der Wulp behandelt in dem Vervolg der
Amerikaansche Diptera den Rest der Ordnung (Syrphidae-
Hippoboscidae); Tijdschr. v. Enlomol. XXVI S. 1 ff. PI. I, II.
E. Lynch Arribälzaga beginnt im Bolet. de la Acad.
Nacional de Cieucias en Cordoba T. IV S. 109 ff. einen Ca-
tälogo de los Dipteros . . . en las Repüblicas del Rio de
la PI ata, eine Arbeit, wozu er, dem wir mehrere werth volle
dipterologische Abhandlungen aus den letzten Jahren verdanken,
gewiss die geeignetste Kraft ist. Soweit mir der Katalog vor-
liegt, reicht er von den Nematocera bis zu Midas.
V. Röder zählt 13 Dipteren von den Canarischen
Inseln auf; Wien. Ent. Zeit. 1883 S. 93 ff.
van der "Wulp fand unter den bei der Nordpolexpedition
1881 gesammelten Insekten 30 Fliegenarten, unter denen fol-
gende besonders namhaft gemacht und z. Th. besprochen wer-
den: Exechia lateralis Mdg.] Culex nemorosus Meig.] Tipula
nubeculosa Meig., nodulicornis Zett.] Rhamphomyia morio Zett.,
griseola (?) Ze«. ; Onesia alpina Ze«. ; Anthomyia fulgens Meig.y
muscaria Meig., platura Meig. ; Scatophaga stercoraria L., villipes
128 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Zett.\ Fucellia muscaeformia Zett. Tljdschr. v. Entomol, XXVI,
Versl. S. XXIV f.
Verrall zählt Diptera in Arran auf und macht zu eini-
gen Anmerkungen ; Entom. Monthl. Mag. XIX S. 222 ff.
van der Wulp meldet als Anhang zu seinen Dipt. Neer-
land. das Vorkommen folgender Arten in den Niederlanden:
Asphondylia Sarothamni; Platyura tipuloides, fasciata; Chiro-
nomus psittacinus; Aedes cinereus; Tipula caesia; Dicranota
bimaculata; die von Zetterstedt aus Schweden beschriebene
Psiloconopa Meigenii wurde von Piaget in der Schweiz wieder-
gefunden. Tijdschr. v. Entomol. XXVI Versl. S. XXXVIII.
Als Beiträge zu einem Verzeichnisse der Dipte-
ren Böhmens zählt Kowarz die ihm bekannten (23) Stratio-
myiden, (2) Xylophagiden , (1) Coenomyiden, (25) Tabaniden,
(18) Leptiden, (2) Acroceriden, (28) Bombyliaden, (39) Asiliden,
(2) Sceuopiniden, (9) Thereviden auf; Wien. Ent. Zeit. 1883
S. 108 ff., 168 ff., 241 ff.
Neniatocera.
Cecidomyidae. Cccidomyia (?) sp. als Schädling der Garten-
Astern; 60, Jahresb. Schles. Ges. f. Vaterl. Culttir S. 309.
Fitch macht eine neue Galle von Juniperus communis bekannt:
Proc. Ent. Soc. Lond. 1883 S. VI mit Holzschnitt.
C. hj/yropliila (Oberösterreich, in Blattachselgallen von Galium pa-
lustre); Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 209 Taf. III, baccarum (Blatt-
achselgallen von Artemisia scoparia) S. 477, IMoraviae (Blüthen von
Lychnis viscaria), Buplewi (Triebspitzen von B. falcatum) S. 478; Wachtl,
Centralbl. f. d. ges. Forstwesen, Wien 1883; auch Referat in Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 28.5,
Mik entdeckte neben dem „Fuss" der Cecidomyienlarven jederseits
ein Organ , das wie eine durchbohrte Papille aussah und vielleicht mit
dem Spinnapparat in Verbindung gebracht werden darf; Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 41.
Lasioptera populnea (an P, alba und canescens); Wachtl, Centralbl,
f, d, ges. Forstwesen, Wien 1883 S, 477,
Mycetopllilidae. Der Heerwurm, die Ileerwurmsmückc
und die Thomas-Trauermückc; von Th. Beling; Giebel's Zeitschr.
LVI S. 253 ff. Beling schildert die Erscheinungen des Heerwurms und
der ihn veranlassenden Larven , beschreibt ihre Entwickelung und die
Geschichte ihrer Kenntniss , imd hebt hervor, dass Sciara Thomae keine
Heerwurmserscheinung veranlasse , vielmehr sei die Larve dieser Art noch
unbekannt; die Heerwurmsmücke sei Sc, militaris Now,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 129
Sei. vitlicoUis (Matotschkin Scharr) S. 182, riparia (ibid. und Cha-
barowa B.), pumilio (Ch. B.), morionella (M. Seh.) S. 183; Holmgren,
Entom. Tidskrift 1883.
Die von Comstock als Sciara ocellaris O.-Sack. beschriebene Art ist
unter keinen Umständen dieselbe, die die von 0. -Sacken beschriebenen
Gallen an Acer rubrum veranlasst; letztere ist vielmehr eine Cecidomyia,
bei der die Sciara vielleicht als Inquiline haust; Mik, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1883 S. 190 ff. und Brauer a. a. O. S. 46.
Paratinia sciarina Mik kommt auch in Galizien und Ober-
Oesterreich (Hammern) vor und neigt zu Obliteration des vorderen Gabcl-
astes der Postikalader ; Mik, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 39.
Sciophila fuliginosa (Matotschkin Schanr); Holmgren, Entom. Tid-
skrift 1883 S. 189.
Boletina erythropyga (Matotschkin Scharr) S. 189, fuscula (ibid.)
S. 190; Holmgren, Entom. Tidskrift 1883.
Docosia morionella (Oberösterreich) ; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1883 S. 251.
Rhypllidae. Ueber die Stellung der Gattung Lobogaster
Phil, im Systeme, über die der Autor und Schiner verschiedener An-
sicht waren, entscheidet nach Brauer der Umstand, dass die beiden
Zinken der Gabel der Kubitalader gemischt sind, indem die vordere kon-
kav, daher die einfache Radial-, die hintere konvex, daher die ein-
fache Kubitalader ist. Die Gattung gehört daher auch nach dem
Flügelgeäder zu den Rhyphidae, wohin sie Philippi gestellt hatte, und nicht
zu den Bibionidae, wie Schiner gewollt hatte. Sitzber. K. Akad. Wissensch.
87. Bd. 1. Abth. S. 92 ff.
Siuiuliadae. Nach Hagen saugen Simulium-Ärten auch die Puppen
von Schmetterlingen (Pieris Menapia; Acraea Thalia? und Vesta?) aus;
Entom. Monthl. Mag. XIX S. 254.
Bibionidae. Bibio KochU (fossil im Tertiär von Felek bei Klausen-
burg); Staub, Mitth. a. d. Jahrb. Kön. Ung. Geolog. Anstalt VI. S. 280
Taf. XVIII Fig. 13.
Culicidae. Die seit De Geer mit Sicherheit nicht wiedererkannte
Tipula culiciformis De Geer ist im Larvenzustande im April in ver-
schiedenen Gegenden Dänemarks keine Seltenheit und Meinert erzog
aus den Larven eine grosse Anzahl Imagines beiderlei Geschlechts. Ob-
wohl M ei gen auf diese T. culiciformis De Geer seine Gattung Core-
thra gründete, und durch Meinert jetzt erwiesen ist, dass sie nicht mit
C. plumicornis in dieselbe Gattung gehört, so weicht Meinert doch aus
praktischen Rücksichten von dem starren Prioritätsprinzip ab und lässt der
jedem Zoologen bekannten Corethra plumicornis ihren Gattiingsnamen. Die
Tipula culiciformis gehört aber mit Corethr. velutina Ruthe in dlesulbe Gat-
tung Mochlonyx Loew, welche auf jene lluthe'sche Art errichtet wurde.
Dieselbe ist unter anderem deutlich durch die Beschaffenheit des ersten
Arch. f. Natuvgesch. L. Jahrg. 2. Btl. J
130 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Tarsenglicdes und der Krallen charakterisirt. (art. 1. tarsi 2. pluries
brevior, art. ultimus pedum cT ^*^ basim tumidus setisque incurvis in-
struetus, 9 simplex; ungues producti, graciles, ad basim breviter hirsuti
at([ue processu longiore crenulato instracti; ungues cT praeterea ad apicem
dcnte producto tenui armati ; onychium productum , flexuosnm , pertenue,
Processus multos filiformes e lateribus emittens). Die Art ist in beiden
Geschlechtem ausführlich beschrieben. Meinert in Oversigt af Kongl.
Danske Vidensk. Forh. 1883 No. 1 S. 1 ff. und Ann. a. Mag. N. IL (5)
Xn S. 374 ff.
ClliroilOmidaei Didi/mophleps (richtiger -phlebs; Ceratopogon
ähnlich, aber mit mehrfachen Abweichungen im Flügelgeäder) hortorum
(Cordova, Arg.); Weijenbergh, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 108 mit Hohschn.
Thalassomyia congregata (Untere Donau) ; Tömosväry, Termesz. Füzet.
VII S. 19.
Chironomus nitidkollis (Matotschkin Scharr), eunjnotus (Waigatsch)
S. 179, tramgressus (Matotschkin Scharr), ripicola (Sommerstation), humc-
ralis Gaskap) S. 180, gracilentus (Kostin Scharr) S. 181; Holmgren, Ent.
Tidskrift 1883.
Smittia longipennis (Matotschkin); derselbe ebenda S. 181.
Ceratopogon pusillus (Chabarowa Bay); Holmgren, Entom. Tidskrift
1883 S. 182.
Eine Ceratopogon-Art (?), deren Stich sehr schmerzhaft ist, und die
ihre Eier auf den am Strande modernden Tang ablegt, wird von Hand-
lirsch nach Raynal's Bericht erwähnt; Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien
XXXIII S. 246.
Tipillidae. Tipula confusa (= marmorata v. d. Wulp , nee. Meig.,
Zett.); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 175 ff., carinifrons
(Sibirien) S. 184, senex (Gaskap), stagnicola (ibid.) S. 185, convexifrons,
serotina S. 186, mstabilis (ibid.), divaricata (Möllerbay; Skoddebay) S. 187,
lionota (Gaskap) S. 188; Holmgren, Entom. Tidskrift 1883.
Mik stellt eine analytische Tabelle der deutschen Gattungen von
O.-Sacken's „Limnobina anomala" auf und diagnostizirt die neue Gattung
Orimargula (Orimargae affine, sed alis brevioribus et latioribus, ccllula
posteriore quarta breviore, venis mediastinali et longitudinali ad suos apices
approximatis diversum) für eine bei Gastein, in Kärnthen und bei Linz
vorkommende Art, 0. alpigena S. 199, und beschreibt Orimarga anomcdn
(Görz) S. 201. Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 198 ff. mit 2 Holzschnitten,
die Flügel der beiden Arten darstellend.
Trichocera versicolor Liv. = maculipennis Meig.; Mik, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1883 S. 189.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 131
Brachycera.
Stratioiuyidae. Cyrtopus (d. g. Odontomyiae affine) fastuosus
(Abyssinien) ; Bigot, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XCVI.
Eine Stratiomys -Larve in Seewasser; Americ. Natur. 1883 S. 1287.
Handlirsch beschreibt die Larva pnpigera der Chlorisops tibialis, die
er in moderiger Walderde fand; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 243 mit Holzschn.
Day zählt die Nordamerikanischen Arten der Gattung Odontomyia
auf; 0. limbipennis Macq. stammt wahrscheinHch nicht aus Amerika;
einschUesslich der neuen 0. niffra (Kansas) S. 75, ßava (Wyoming),
püosus! (Calif.) S. 76, pubescens (New York und Calif.), americana (Calif.)
S. 77, bicolor (Calif.), Willistoni (New York) S. 79, extremis! (Connect. ;
Calif.) S. 80 sind aus Nordamerika 28 Arten beschrieben, von denen
Day aber nur 1 1 in seiner Sammlung identifizirt hat. Proeeed. Acad.
Nat. Sei. Philadelphia 1882 S. 74 ff.
Tabauidae. Pandell6 giebt eine Synopsis des Tabanides de
France; Revue d'Entom. II S. 165 flf.
Tabanus obsolescens (Athen) S. 207, exclusus (Dijon) S. 208, expol-
licatus (Südfrankr.) S. 218; Pandelle a. a. 0.
Brauer beschreibt die Larve der Hexatoma pellucens; a. a. 0.
S. 42 f. Taf. II Fig. 35—37, III 39—40.
Pandelle sieht die zahlreichen Formen der Gattung Haematopota
als Varietäten der 2 Arten variegata und pluvialis an; a. a. 0. S. 195.
Neiuestrinidae. Williston macht zu den 3 North American
Species of Nemestrinidae eine vierte, Rhynchocephalus volaticus
bekannt; The Canadian Entomol. 1883 S. 71 mit Holzschn.
Mit Nemestrina albofasciata Wied. ist Rynchocephalus caucasicus
Fisch, und Nemestrina fasciata Bosc synonym; v. Böder, Stett. Ent.
Zeitg. 1883 S. 427.
Handlirsch gelang es auch, die Larve der Hirmoneura obscura
aufzufinden, die im Boden von Puppen des Rhizotr. solstitialis lebt. Sie
ist metapneustisch und steht in nächster Verwandtschaft mit den Acantho-
meriden- und Leptiden- Larven, namentlich Ptiolina und Symphoromyia,
als Uebergang zu den orthoceren Orthorraphen. — Die Imago hat drei-
gliederige Taster; Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 11 ff. Taf. I mit Ergän-
zung von Brauer S. 25 f.; vgl. den vor. Ber. S. 141.
Osten-Sacken erinnert an E. Lynch-Arribalzaga's Mittheilung,
derzufolge H. exotica Wied. ihre Eier in die Nester von Xylocopa Augustii
lege; ebenda S. 114.
Brauer's „Beleuchtung der Ansichten des Herrn Oberför-
sters F. A. Wachtl überH. obscura, Wien 1883, habe ich nicht gesehen.
Brauer machte ebenfalls Beobachtungen über die Entwickehmg
der Hirmoneura, nach denen folgende Punkte mit Sicherheit oder Wahr-
132 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
scheinlichkeit aufgestellt werden können: Die aus den in die Frassgänge
von Anthaxien (wahrscheinlich A, qnadripunctata) abgelegten Eiern aus-
schlüpfenden Larven (1. Form) hungern lange und suchen (vielleicht durch
Zwischenträger unterstützt) nach llingercm Fasten Engerlinge (oder Puppen?)
von Rhiz. solstitialis (und assimilis) auf, in die sie sich einbohren. Ihr
Wachsthum geht anfänglich sehr langsam von Statten; aber wenige Tage
nach der Venvandlung des Engerlings in die Puppe findet sich in letzterer
bereits die 1 1 Mm. lange zweite Larvenform der Hirmoneura. Die Um-
wandlung in das dritte, reife Stadium von 22 Mm. Länge geht sehr rasch
vor sich, da die Puppenruhe des Rhizotrogus 2 — 3 Wochen dauert und
die ausgewachsenen Hirmoneura-Larven sich aus der ausgefressenen Nymphe
ungefähr zu derselben Zeit herausarbeiten, wo die Käfer erscheinen. In
der Rhizotrogus - Nymphe geht dabei die Entwickelung des Käfers bis zur
Bildung der Kutikula der Imago mit ihren Zähnen etc. vor sich. Die
ausgewanderte Hirmoneura -Larve liegt neben der letzten Rhizotrogus-
Nymphe in umgekehrter Richtung, während sie im Innern derselben in
gleicher Richtung, Kopf nach vorn, lebte ; wahrscheinlich überwintert sie
als Larve und ihre Entwickelung nimmt daher wohl 2 Jahre in Anspruch.
Sitzgb. k. Akad. Wissensch. Wien Bd. L XXXVIII. 1. Abth. S. 865 11'.
Taf. I und II Fig. 1 — 12.
Desselben Beleuchtung der Ansichten über Hirmoneura;
Wien 1883, bei Holder, habe ich nicht gesehen; vgl. auch Sitzgsber. Zool.
Bot. Ges. Wien, 4, Juli 1883, S. 19; vielleicht dasselbe wie oben.
Bombyliadae. Anthrax halteralis (Böhmen); Kowarz, Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 169.
Usia taeniolala (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Acroceridae. Opsebius pterodontinns (Dallas, Texas); Osten-Sacken,
Bcrl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 299.
Ellipidae. Brauer schildert die Verwandlung der als Larve im
rothen feuchten Moder von Weisspappeln lebenden Ililara lurida Fall.;
a. a. 0. S. 44 f. Taf. IV Fig. 75—79.
Asilidae. Dioctria concinna (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
V. Böder giebt eine Diagnose der Gattung Brach yrrhopala 3fci/.
und beschreibt zu den beiden von Vandiemcnsland bekannten Arten ruficornis
und raaculinervis eine dritte, mncuhtta S. 274 von Neu -Holland; Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 273 ff.
Osten-Sacken kommt auf Grund des Studiums der australischen Gat-
tung Apiocera und ihres amerikanischen Vertreters Anypenus zu der An-
sicht, dass dieselben nicht zu den Midaiden, sondern zu den Asiliden
gehören. Die Gattung Anypenus ist vorläufig zu beanstanden. Von den
8 zu Apiocera zu rechnenden Arten wird eine S}iiopsis aufgestellt; Bcrl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 287 ff. und 300.
Bei Daspogon breviostris hatte Helgen fälschlich das Fehlen
eines Enddorncs an den Vorderschienen angegeben, und auch Locw und
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 133
Schiner bei der auf jene Art gegründeten Gattung Isopogon diesen
Irrthum nicht berichtigt. Der Name Isopogon ist daher nicht beizube-
halten und entweder durch Aphamartania Schin., auf welche Gattung man
durch die Tabelle beim Bestimmen des Das. brev. geführt wird, oder durch
Leptharthrus Steph. zu ersetzen, welche Gattung ebenfalls für dieselbe Art,
aber nur nach einem Charakter der q", en-ichtet war; Brauer, Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 53.
Mida'idae. Ueber das (variabele) Flügelgeäder von Dolichogaster
brevicornis Wied. s. v. Röder in der Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 426.
Tliereuidae. Thereua Ucinctella (Sardinien); Costa, Notizie etc.
a. a. O., amoena (Böhmen); Kowarz, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 242.
Leptidae. Brauer ergänzt und berichtigt Reaumur's Beschreibung
und Abbildung der Larve vonVermileo De Geeri in einigen Punkten;
a. a. O. S. 43 Fig. 84—88.
Miss Ormerod beobachtete neuerdings wieder einen aus mehreren
1000 Stück bestehenden Klumpen von Atherix Ibis, der von einem
Erlenzweig über einem Wasser hing; Proc. Ent. Soc. Lond. 1883 S. XX.
Brauer beschreibt die in der Erde unter Hypnum, auf Felsen, in
Wäldern lebende Larve von Ptiolina nigripes Zett.; a. a. O. S. 43
Taf. III Fig. 41, 42.
Dolicliopodidae. Porphyrops Schineri Mik = P, (Angelaria)
antennatus Carlier, aber P. antennatus Schin., Mik = Rhaphium disci-
gerum Stenh.: Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 S. 182.
Hercostomus papillifer Mik = H. (Gymnoptemus) exarticu-
latus Liv.; die Art variirt mit schwarzen und gelben Schenkeln; H. prae-
ceps Liv. = H. (Dolichopus) Rothi ZetL; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1883 S. 181 und 189.
Poecilobothrus Bigoti (Südwestl. Frankr.) ; Mik, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 88, der ebenda S. 105 fF. eine Bestimmungstabelle der Arten giebt.
Brauer beschreibt die in feuchter Modererde in hohlen Weisspappeln
lebende Larve von Dolichopus aeneus; a. a. 0. S. 44 Taf. IV Fig. 7 2 — 75.
Campsienemus platypns Liv, und C. (Medeterus) pusillus Meig. sind
identisch; C. varicomis Lw. = Dol. picticornis $ Zett.] Mik, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1883 S. 188 f.
Syrphidae. Gazagnaire beschreibt das Labrum in dieser Familie
und findet eine besondere Art der Artikulation, welche durch einen Mangel
der Chitinisirung veranlasst ist und für diese Fliegen charakteristisch zu
sein scheint. Bei Ceria, Volucella und Eumerus bestehen in dieser Hin-
sicht generische Unterschiede. Obwohl der Verfasser seine Studien nur
in beschränktem Umfange auch auf ausländische Formen ausgedehnt hat,
so glaubt er doch , dass den mitgetheilten Resultaten eine allgemeine
Gültigkeit zukomme. Compt. Rend. XCVI S. 351 ff.
Bigot (Ann. Ent. Franc. 1883 S. 221 «■.) theilt die Tribe des
Syrphidi in 7 Curien: Ceridae, Psaridae, Bacchidae, Eristalidae, Helo-
134 Bert kau: Bericht über die wiesenschaftlichen
philidae, Xylotidae, Syrphidae, und stellt für jede Curie eine analytische
Tabelle der Gattungen auf. Vorausgeschickt sind die Diagnosen neuer
Gattungen, welche z. Th. bereits im vorigen, l. Th. erst in diesem Jahre
in dem Bull, der Soc. Ent. Fr. aufgestellt waren, deren Namen aber jetzt
hier und da etwas anders lauten. Es sind die folgenden: Ptilostylomyia,
Dolyosyrphus, Trigidiamyia, Prionotomyia, Eumerosyrphus, Asemosyrphus,
Kirimyia, R(h)omaleosyrphus , Ortholophus, Endoiasimyia , Atemnocera,
Eurhimyia und Cartosyrphus (g. Chilosiae simillimum, differt chaeta
et oculis glabris) S. 230.
Femer sind Bemerkungen zu einigen Gattungen und Arten voraus-
geschickt, von denen die folgenden hier erwähnt sein mögen: Die Gat-
tungen Asarkina und Didea sind neben Syrphus aufrecht zu halten ; ebenso
ist die Gattung Ischyrosyrphus berechtigt; Orthoneura ustulata Loeiu gehört
vielleicht besser zu Chilosia; Plagiocera magnifica Big. ist eine Lejops
Rond.; Brachymyia Willis Ion = Eurhynomallota Bigot (soll wohl Eurrhinom.
heissen); Eurrhinomyia rhingioides Big. (s. unten) = Rhingia lineata F.
Euronimyia (n. g.; soll Eurrhinomyia heissen; von Tropidia durch
die wie bei Rhingia kegelförmig verlängerte Stirn unterschieden) rhingioides
(Orival); derselbe, ebenda Bull. S. XX f.; ist nach Mik, Wien. Entom.
Zeitg. 1883 S. 66 = Rhingia (Helophilus) rostrata F., was Bigot an-
erkennt; Bull. S. XXXVI, vergl. oben. — Als weitere neue Formen be-
schreibt derselbe in den Ann. Ortholophus notatus (Chili) S. 535;
Myolepta Fairmairii (Alpes maritim.) S. 536, lunulata (Mt. Hood, Nordam.)
S. 537; Brachyopa cinereovittata CCalifornien) S. 537; Syritta rußfacies
(Pondichery) S. 538, Mexicana (M.); Eumerus rnßcanda (Alger) S. 539;
Paragus latecinclus (Sierra Leone), auricaudalus (Sierra Leone) S. 540,
rttßcaudatiis (Brasilien), (?) pachypus (Sidney) S. 541; Xylota caeruKJrons ! (?)
S. 542, calopus (Java), rv,[b]biginigaster S. 543, Coloradensis (C.) S. 544,
metallifera (ibid.) , anntdifera (Nordamerika) S. 545 , satanica, ßavilibia
(Californien) S. 546, bivittala (Chili); Temnocera /"«Zwcornzs (Buenos Aires)
S. 547, andicola (Chili); Glaurotricha (?) vulucelloides (Mexico) S. 548;
Endoiasimyia indiana (L); Cartosgrp hus {s. oben) hirtiventris, albibarhis
S. 550, castaneiventris (Brussa), pilipes (Indien) S. 551 , lamprurus (Nord-
amerika), Hoodianus (Mt. Hood) S. 552, infumatus (ibid.), laevis (Washingt.
territ.), frontosus (Mexico) S. 553; Chiysogaster (?) notata (Neu-Seeland);
Melanogaster (?) nißpes (Nordamerika) S. 554, ochripea (Mt. Hood) S. 555;
Orthoneura sinuosa (Washingt. terr.), annulifera (Brasil.) S. 556; Penium
dubium (Chili); Pipiza crassipes (Nordamerika) S. 557; Triglj-phus /«/t?i-
cornis (Australien) S. 558.
Foujadd beschreibt Larve, Puppe und Imago von Microdon mu-
tabilis, die er bei La Perbc-Milon (Aisne) unter der Rinde einer ge-
fällten Pappel mit Lasius niger fand. Um die Angaben in der Literatur
hat sich der Verfasser nicht gekümmert; Ann. Soc. Entom. Fr. 1883
S. 23 ff. PI. I No. I Fig. 1 — 18; Bull. S. XCIX.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 135
M. opulentum (Brasil.) S. 319, cothurnatum (Washington territ.), mar-
moratum (Calif.), gracile (Mexico) S. 320; Bigot ebenda.
Graptomyza vittigera (Natal), atripes (Moluccen); Bigot a. a. 0. S. 321.
Sphyximorjjha nigra S. 317, rußhasis (Mexico), anchorota (Savawak)
S. 318; Bigot a. a. 0.
Chrysotoxum lineare Zett. bei Aschersleben; v. Böder, Stctt.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 427.
Chr. villosulum (Washington, territ.); Bigot a. a. 0. S. 323.
Ptilostylomyia triangulifera (Sierra Leone); Bigot a. a. O. S. 322.
Spazigaster bacchoides (Rocky mts.); Bigot a. a. 0. S. 326.
van der Wulp unterscheidet die 7 ihm bekannten Amerikanischen
Mesograpta- Arten in analytischer Tabelle und macht Bemerkungen zu
denselben; neu sind M. linearis (Mexico) S. 5, middpunclata , variahilis
(Guadeloupe) S. 7; Tijdschr. v. Entom. XXVI PI. I Fig. 5, 7, 9.
Ocyptamus infuscatus, fraternus (Mexico) S. 324, rujivenlris (Cuba),
albimanus (Chili) S. 325; Bigot a. a. 0.
Doros insuluris (Cuba); Bigot a. a. 0. S. 330.
Ascia nasuta (Mt. Hood), quadrinotata (ibid.) S. 327, cdbipes (Nord-
amerika) S. 328; Bigot a. a. 0.
Sphegina macropoda (Birma); Bigot a. a. 0. S. 331.
Baccha punctum (Senegal) S. 332, tricincta (Washington terr.), marmo-
rata S. 333, luciuosa (Mexico), apicalis (Brasil.) S. 334, nigrifrons (Chili),
gratiosa (Sarawak) S. 335 ; Bigot a. a. 0.
Bigot unterscheidet die Gattungen Volucella und Phalachromyia,
5 Divisionen der ersteren und die Arten dieser Divisionen und der letzteren
Gattung in analystischen Tabellen. Von ersterer Gattung sind 90 , von
letzterer 16 Arten aufgeführt mit Angabe des Vaterlandes, und einige
ihrer Synonyme; als neu sind V. fulvicornis (Panama), tau (Mexiko) S. 84,
saphirina (Chili) S. 85; Ph. vicina, melanor(r)hina (Mexiko) S. 86, Argen-
tina (Buenos Aires) S. 87, soror (ibid.) S. 88 beschrieben. Ann. Soc.
Ent. Fr. 1883 S. 61 fi.
Bloomfield macht darauf aufmerksam, dass J. C. Dale wahrschein-
lich schon 1852 das Singen der Sericomyia borealis beobachtet habe;
Ent. MonthL Mag. XIX S. 188.
Lepidomyia cincta (Mexiko); Bigot a. a. 0. S. 345.
Salpingogaster anchoratus S. 328, cothurnatus (Mexico), niyrivenlris
(Mte. Video) S. 329; Bigot a. a. O.
Eristalis opidentus (Cuba); Bigot a. a. 0. S. 336.
Eristalomyia calomeru (Nordamerika) S. 337, laticornis S. 338, qua.drio-
culuta, Caledonica (Neu-Caled.) S. 339 ; Bigot a. a. 0.
Helophilus ßavifacies (Baltimore) ; Bigot a. a. 0. S. 344.
Mesembrius rußcauda (Australien); Bigot a. a. 0. S. 344.
Dolichogyna nigripes (Chili); Bigot a. a. 0. S. 346.
M e r 0 d 0 n e q u e s t r i s F. in Holland in Narzissenzwiebeln schädlich ;
136 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Eitsema Cz. , Tijdschr. v. Entom. XXVI, Versl. S. XXIII und Kitzema
Bo8, ebenda S. XXVI f.
M. Knerii Mik = M. aberrans Effg.; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1883 S. 182.
Brachypalpus lilorrisoni (Washington terr.) ; Bigot a. a. 0. S. 355.
Sijilomyia j>aUipes (Mexico); Bigot a. a. 0. S. 352.
Calliprobola oeren S. 352, c(ilor(r)hma (Washington terr.) S. 353,
pkltpcs (Carolina) S. 354; Bigot a. a. 0.
"Williston zeigt, dass die von Say als Milesia barda beschriebene
Art die Eristalis posticata F. ist, wie Macquart richtig erkannte, der aber
als 2 <^^'"^ unter dem Namen Imatisma posticata eine auch in Europa
vorkommende, und von Fallen als Syrphus cimbicifomis beschriebene Art
abbildete; unter dem Namen posticata wird dieselbe auch von Schiner in
seiner Fauna austr. aufgeführt, während der Fallen'sche Name der allein
berechtigte ist. An den in Amerika gefangenen (^ dieser Art beobachtete
Williston einen Dimorphismus, indem die einen in der Mitte der Hinter-
schienen einen starken Fortsatz haben, der den andern fehlt. Berl. Ent.
Zeitschr. 1883 S. 171. — Bigot hält die angegebene Synonymie nicht
für „integralement" annehmbar, indem er die Gattung Imatisma (für posti-
cata, aber man weiss nicht, ob für posticata F. oder cimbiciformis Fall.)
für verschieden von Mallota hält; Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 227.
Sph}'xaea fuhipes (Java) S. 340, fulvißons (Nordamerika) S. 341;
Bigot a. a. 0.
Conopidae. Conops piciventris (Argentinien) S. 12 PI. I Fig. 11,
lestaceus (ibid.) S. 13; van der Wulp. Tijdschr. v. Entom. XXVI.
Physocephala biguttata (Canaren); v. Böder, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 94.
Fliasiadae. Allophora mkans (Argentinien); van der Wulp, Tijdschr.
V. Entom. XXVI S. 14 PI. I Fig. 12.
Ueber Hyalomyia Bonapart ea Rond. (urnigera [v. Ros.l v. Röd.)
und ihre in der Umgebung von Meiningen vorkommenden Varietäten auri-
gera, Bonapartea und Kriechhiumeri s. Girschner in der Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 144 ff., 175 ff.
Ocypteridae. Ocyptera nigrina (Argentinien) ; van der Wulp,
Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 15.
Tachilüdae. Sphyromyia (n. g. Echinomyiae affine) malleola
(Calif.); Bigot, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CIX.
Echinosoma pectinota Girsckn. = Platychira consobrina Meig.
und Echinosoma Girschn. ■= Platychira Rond. ; Mik , Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1883 S. 182.
Echinomyia lugiiWis (Quebec) S. 20, viltata (Argentinien) S. 21,
piliventris (ibid.) S. 22; van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXVI, tricon-
dyla (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
van der Wulp unterscheidet die Arten Belvosia bifasciata F., nifi-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 137
palpis Macg., leucopyga v. d. Wulp und Weijenherghiana n. sp. in analytischer
Tabelle S. 24 f., macht Bemerkungen dazu und bildet von bifasciata Flügel
und Hinterfuss in Fig. 13, 14, von rufipalpis Hinterbein in Fig. 15,
Weijenherghiana S. 26 den ganzen Körper in Fig. 16, ausserdem Kopf
Fig. 17 und Hinterbein, Fig. 18, ab; die Art stammt aus Argentinien;
Tijdschr. v. Entom. XXVI PI. I.
Fabricia magnifica (Kärnthen); Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1883 S. 260 mit Holzschn.
Leskia tricolor (Niederösterreich); Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1883 S. 257 mit 3 Holzschn.
Mik unterscheidet in analytischer Weise und unter Anlehnung an
Schiner's Tabelle die Gattungen Thryptocera, Halidaya, Hyperecteina,
Degeeria, Braueria, Hypostena vind Eloceria Eond., für welche letztere
Form er die richtigere Helocera einführt; von dieser Gattung wird eine
genaue Beschreibung gegeben. In dieselbe gehört Thiyptocera (Tachina)
delecta Meig., mit der Thr. Kowarzii Nowicki und (Eloceria) macrocera
Eob.-Desv. synonym sind; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 S. 182 ff.
Bigneil erhielt Thryptocera bicolor aus Bombyx Quercus, und
zwar 50 Stück aus einer Raupe; The Entomologist XV S. 140.
Dexiadae. Prosena hngipalpis S. 30 Fig. 1, 2, sarcophagina S. 31
Fig. 3, 4 (Argentinien) ; van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXVI PI. H.
Dexia temdcomis S. 32 Fig. 5, 6, parvicornis Fig. 7, 8 (Argentinien),
suavis (Guadeloupe) S. 33; van der Wulp, Tijdschr. v. Entom XXVI
PI. II.
Brauer fand die Larve von Phorostoma latum Egger als Parasit
in den Larven von Rhizotrogus solstitialis; Sitzber. k. Akad. Wissensch.
Wien LXXXVm. Bd. 1. Abth. S. 875 f. Taf. II Fig. 13 — 19. „Die
Fliegenlarve liegt am hinteren Ende neben dem sogen. Colon des Darmes
der Käferlarve und ist ganz von einer Haut umschlossen, wie eingekapselt.
Diese Kapsel verjüngt sich nach hinten und bildet dort einen etwas ge-
krümmten, fest chitinösen Trichter, dessen Ende offen ist und wahrschein-
lich mit einer Trachee in Verbindung steht Die Larve liegt so in
dem genannten Sack, dass das hintere Ende in den Trichter hineinreicht.
Der übrige Sack schien wie ein normales Colon am Darm anliegend. . . .
Die Larve ist 12 ringelig, amphipneustisch ; die Vorderstigmen liegen hinter
dem 2. Ringe und sind spaltförmig; die Hinterstigmenplatten liegen ter-
minal an der leicht konkaven Endfläche des letzten Ringes dicht neben-
einander; jede Platte zeigt 3, gegen die nach hinten und innen gelegene
falsche Stigmenöffnung konvergirende gerade Spitzen. . . . Aus einer zweiten
kleineren Larve entwickelte sich Dexia rustica Fall., die also auch in
Rhizotrogus lebt. ..."
Sarcophagidae. Sarcophaga striata der meisten Autoren ist
nur eine Farbenvarietät von S. carnaria L. , dagegen ist S. striata Schin.
= S. melanura Mei^.; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 S. 187,
138 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Onesia polita (Niederösterreich); Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1883 S. 255.
Mnscidae« Handlirsch entnimmt aus dem Bericht von Rayiial
dessen Mittheihmg über die auf den Aucklands- Inseln zu einer wahren
riagc werdenden Calliphora quadrimaeulata Sivcd. = dasyophthalma
{Macq.) Mik; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXHI S. 245.
Pollenia rudis eine „Cluster-fly"; Americ. Natural. 1883 S. 82.
Dasyphora spinifera (Argentinien); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXVI S. 39.
Lucilia macellaria infesting Man; Humbert, Proc. U. S.
Nation. Mus. 1883 S. 103 und Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 353 ff.
Aus den verschiedenen Erscheinungen, die über die Tsetsefliege
Afrikas berichtet werden, schliesst Schoch, dass die Fliege nicht Pro-
dui;ent eines Giftes ist, sondern höchstens Träger eines sich stellenweise
erzeugenden Miasmas; Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch. VI S. 685 f.
Huntington Snow fand Musca domestica, weit von menschlichen
Ansiedelungen entfernt, in Gebirgsschluchten in grosser Anzahl. Sie
kamen auch in die Zelte, wurden dann aber von Vespa occidentalis als
Nahrung für deren Brut geraubt. Psyche III S. 340.
Cyrtoneura nudiseta (Argentinien) ; van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXVI S. 42.
Mik hält die Larve von G. stabulans für einen blossen Aasfresser,
indem sie nur in faulende Raupen und Puppen oder an faulende Pilze
ihre Eier ablegten; Wien. Ent. Zcitg. 1883 S. 156.
Autliomyidae. Meade fährt in seiner Annotated list of Bri-
tish Anthomyiidae fort; Entom. Monthl. Mag. XIX S. 213 ff ; XX
S. 9,104 (Schluss).
Proboscimyia (n. g. Anthomyiae simillimum; differt antennis
brcvissimis et haustello tenui, rigido, recto, fere usque ad apicem abdominis
retro subtus elongato) siphonina (Rocky Mts.); Bigot, Bull. Ent. Fr. 1883
S. XXX.
Aricia iVor JensAi'öWi (Besimannaja Bay; Gäskap), proboscidea S. 166,
macroylossa (Matotschkin Scharr) S. 167, sordidipennis (Gaskap), seynis
(ibid.; Matotschkin Scharr) S. 169, diadcma (Mat. Seh.) S. 170, remorota,
coronata (Russische Sommerstation) S. 171; Holmgren, Entomol. Tid-
skrift 1883.
Spilogaster sexpunctata (Argentinien) ; van der Wulp , Tijdschr. v.
Eutom. XXVI S. 43.
V. Boeder ergänzt Meigen's Beschreibung von Mydaea ancilla in
beiden Geschlechtern, welche bei Zürich aus dem Mulm eines Birnbaumes
erzogen wurde ; bisher war sie nur aus Schweden und Dänemark im männ-
lichen Geschlechte bekannt; Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch. VI S. 687 f.
van der Wulp führt die verschiedenen Unterscheidungsmerkmale an,
die von verschiedenen Autoren für M. (Spilogaster) Angelicae und urbana
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 139
angegeben sind; in Holland ist bis jetzt nur letztere nachgewiesen. Tijdschr.
V. Entomol. XXVI S. 116 ff.
Limnophora Lynchü (Argentinien); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXVI S. 43.
Anthomyza balleata (Besimannaja Bay); Holmgren, Entom. Tidskrift
1883 S. 172.
Chortophila albostriata (Argentinien); van der Wulp, Tijdschr. v.
Entom. XXVI S. 46.
Phorbia cepeioi-um (aus Zwiebeln) S. 218, neghcta S. 219, exigua
(Laackshire, England) S. 220; Meade a. a. 0. XIX.
CordyllU'idae. Cordylura frigida (Matotschkin Seh.) ; Holmgreu,
Entom. Tidskrift 1883 S. 176.
Hydromyza Tießi (Salzburg; Villach); Mik , Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1883 S. 253.
Scatophagidae. Scatomyza cordylwina (Waigatsch) S. 173, mulli-
setosa (ibid.; Gaskap) S. 174, varipes S. 175, erythrosluma (Matotschkin
Seh.) S. 176; Holmgren, Entom. Tidskrift 1883.
Dryomyzidae. Girschner kennt von Dryomyza flaveola eine
helle Sommer- und dunkele Herbstform; Ent. Nachr. 1883 S. 201.
Tetanoceridae. Ectinocera (?) ocddentalis (Argentinien) ; van der
Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 48 PI. II Fig. 9.
Sapromyzidae. Osten -Sacken erinnert daran, dass zuerst Kedi
die durch die Larve von Lonchaea lasiophthalma an Cynodon
dactylum verursachten Deformationen bekannt gemacht habe; Bull. Soc.
Ent. Ital. XV S. 187.
Ueber Sapromyza difformis Lw, s. Girschner in den Entom.
Nachr. 1883 S. 203.
Trypetidae. Aus Weijenbergh's Notiz über Icaria Scudderi
(s. d. vor. Ber. S. 150) nimmt Bigot Veranlassung, die Unterschiede
der Gattungen Rhachiptera Big. (= Percnoptera Phil. ?), Icaria, Ptero-
calla, Strobelia auseinander zu setzen; Bull. Ent. France 1883 S. 88.
Urophora diaphana v. d. Wulp (nicht diaphora, wie im vor.
Ber. S. 150 steht) ist näher beschrieben und abgebildet in Tijdschr. v.
Entom. XXVI S. 54 PI. II Fig. 12.
Fiophilidae. Piophila arclica (Waigatsch; Gäskap), fulviceps
(Chabarowa Bay); Holmgren, Entom. Tidskrift 1883 S. 177.
Tauypezidae. Paranerius (n. g. Nerio et Telostylo vicinum)
Miki (Batchian); Bigot, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XLVI.
Calobata albipes (Quebec); van der Wulp, Tijdschr. v. Entomol.
XXVI S. 50.
Micropeza ntgrina (Argentinien); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.
XXVI S. 50.
Chloropidae. Chlorops yt«a/je»nts (Sardinien); Costa, Noti-zie etc.
a. a. 0.
140 Bort kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Ephydridae, Ephydra caesia (Argentinien); van der Wulp, Tijd-
schrift V. Entom. XXVI S. 58.
Drosopllilidne. Drosophila uvarum Rond. = Dr. ampelophilu
Liv.; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 S. 188.
Lepidoptera.
In einer Note sur les bsltonnets antennaires du
Vanessa Jo beschreibt Chatin die Gruben au den Fühlern,
in deren Gründe er bisweilen 3 — 4 Stifte auffand. Der Bau
der letzteren ist ein komplizirter. Ausser einer peripherischen
Zone nämlich lässt der Körpertheil Protoplasma, Kern und
Pigment erkennen. Das letztere tritt erst im Laufe der Eut-
wickelung auf, ballt sich später zu kleineren eiförmigen Par-
tieen zusammen und hat zu dem Irrthume von zahlreichen
Kernkörperchen Anlass gegeben. Der Stift, der seiner Ent-
stehung nach eine umgewandelte Hypodermiszelle ist, steht mit
seinem untern Fortsatze mit einer Nervenfaser in Zusammen-
hang; über den terminalen Fortsatz macht der Verfasser nur
Andeutungen und stellt weitere Mittheilungen in einer ausführ-
licheren Arbeit in Aussicht. Compt. Rend, Acad. des Sciences
XCVII S. 677 flf.
Kirbach macht eine vorläufige Mittheilimg über die
Mundwerkzeuge der Schmetterlinge. Zool. Auz. 1883
S. 553 fif. Die an der Innenseite des Rüssels vorkommenden
Stifte, „Rinnenstifte", prüfen die aufgenommene Nahrung nach
Quantität und Qualität. Zwei Papillenfelder der unteren
Schlundfläche werden als Geschmacksorgane gedeutet. — Die
Kontraktion der Schrägmuskeln der Rüsselhälften soll den
Rüssel strecken, während Burgess auf dieselbe Weise das
Einrollen Statt finden Hess; vergl. dies. Ber. f. 1880 S. 134.
A new sexual character in the Pupae of some
Lepidoptera ist nach Lintner die Zahnbewaffnung des 10.
Segment der Cossiden und Aegeriaden ; das cT hat nämlich hier
2 Reihen von Zähnen, das 2 nur eine; Proc, Amer. Acad.
Advanc. of Sei., 31th. meet., S. 470.
Einige Abänderungen von Lepidopteren, beschrie-
ben und abgebildet von G. Weymer, sind: Papille Machaon S. 63
Taf. 1 Fig. 1 (das Blau auf Ober- und Unterseite der Hinter-
flügel fehlt); Apatura Iris S. 65 Taf. 2 Fig. 6 (Uebergang
zu ab. Jole); Limenitis Sibylla S. 66 Taf. 2 Fig. 4 (melani-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 141
tische Form aus d. J. 1880; ab. nigrina genannt); Vanessa
polychloros ab. testudo S. 68 Taf. 2 Fig. 1; Melitaea Athalia
S. 69 Taf. 1 Fig. 7 (auf der Oberseite ist die schwarze Farbe
ungewöhnlich verbreitet; unten fehlen die gelben Binden); Ar-
gynnis Selene S. 70 Taf. 1 Fig. 5 (die ganze innere Hälfte
der Flügel durch schwarze Farbe überdeckt); Arctia Caja
S. 70 Taf. 2 Fig. 3; Acronycta Menyanthidis S. 71 Taf. 2
Fig. 2 (der Raum zwischen der zweiten Querbinde und dem
Saume fast ganz schwarz ausgefüllt); Hybernia leucophaearia
ab. merularia Weym. S. 72 Taf. 1 Fig. 4 (die einfarbig dunkel-
braune Varietät); Biston stratarius ab. terrarius Weytn. S. 73
Taf. 1 Fig. 3 (ohne braune Querbinden, dagegen Grundfarbe
der Vorderflügel überall ein bräunliches Gelbgrau); Jahresb. d.
naturw. Ver. Elberfeld VI.
Derselbe macht zwei Lepidopteren - Hermaphro-
diten, Apatura Iris und Nemeophila russula, bekannt; ebenda
S. 74 ff. Taf. 1 Fig. 2, 6.
Als einige interessante Schmetterlings-Varietä-
ten macht C. Fromholz Farbenvarietäteu von Melitaea Athalia
Rott.j Polyommatus Phlaeas Z., Nemeophila russula L., Amphi-
dasys betularia L. aus der Umgegend Berlins bekannt. Berl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 239 f.
Angebissene Flügel von Acraea Thalia liefern den
Beweis, dass die jungen Vögel die Geringachtung unangenehm
riechender und schmeckender Schmetterlinge sich erst erwerben,
nicht ererbt haben. F. Müller, Kosmos XII S. 197 ff.
Ueber die Aehnlichkeit einzelner Arten von
Schmetterlingen aus ganz verschiedenen Familien
äussert B. Gerhard in einem Vortrage andere Ansichten, als
die gewöhnlich zur Erklärung der Mimikry vorgetragenen. Er
hält sie in den meisten Fällen für „ein Spiel oder eine Neckerei
der Natur", die Aehnlichkeit zwischen Danaiden und Helico-
niern aber nicht für eine Erscheinung der Mimikry, sondern
einer natürlichen Verwandtschaft. Bull. Ent. Boss. XV S. 158 ff.
J. Schilde skizzirt Darwinistische Ungeheuer, d. h.
Raupen und Schmetterlinge mit angeblich schreckender Gestalt,
und erwägt die Frage, ob dieselben in der That ihre Feinde
abschrecken könnten; diese Frage wird verneint. Entomol.
Nachricht. 1883 S. 225 ff
Meldola's im vorigen Bericht (S. 157) erwähnter Artikel
142 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
gicbt Distant Gelegenheit, seine Ansichten über den liypotbe-
tischen Werth von the thoory of mimicry and mimicking
tlioorios auszusprechen; Ann. a. Mag. N, H. (5) XI S. 43 ff.
D. Stewart macht in Nature Vol. 27 S. 314 einen merk-
würdigen Fall von Mimicry in Moths, oder vielmehr einer
Raupe bekannt.
Higgins bittet im Interesse der Frage der protective
mimicry um vollgültige Zeugnisse für die stillschweigende
Voraussetzung, dass Rhopalocera die gewöhnliche Beute In-
sektenfressender Vögel seien. Nature Vol. 27 S. 358.
Aurivillius ergänzt eine frühere Mittheilung (s. d. Bericht
1880 S. 137), indem er auch beim Männchen von Erebia Ligea
Mänuchenschuppen bekannt macht. Dieselben sind normale
pinselförmige Schuppen und bilden eine Reihe von Flecken in
den Zellen la, Ib, 2, 3, 4, 5. Sie sind kürzer als die ge-
wöhnlichen Flügelschuppen, von denselben bedeckt und unsicht-
bar gemacht. Müller's Annahme, dass diese Schuppen „Duft-
sclmppen" seien, bezweifelt Aurivillius, weil die cf von Pieris
Brassicae nicht duften (?), obwohl sie grosse „Männchen-
schuppen" haben, während bei Oenei's Norna auch das Weib-
ehen einen angenehmen Geruch ausströmt. Entomol. Tidskrift
1883 S. 33 ff.
Hagen erwähnt, dass die Duftflecken an dem Vorderrando
der Flügel gewisser Tagschmetterlinge nicht bei allen cf der-
selben Art vorhanden sind. So sind sie nur bei der Stammart
von Papille Priamus vorhanden und fehlen bei allen Varietäten;
bei Callidryas Eubule fand Hagen sie nur an den von Florida
stammenden Exemplaren und vermisst sie bei den aus Texas
und von anderen Lokalitäten der Ver. Staaten stammenden.
Auch Kef erst ein fand sie bei Colias Electra, Edusa und
anderen Arten nur ausnahmsweise. Nature Vol. 28 S. 244.
E. D. Jones theilt als curious habits of a Brazilian
moth mit, dass Panthera apardalaria auf die eben über
den Spiegel kleinerer Flüsse ragenden und vom Wasser be-
netzten Felsen sich setze und Wasser aufsauge, das dann in
kleinen Tropfen am After wieder hervorperle (?). Er berechnet
die während 3 Stunden (so lange beobachtete er den Vorgang
bei deraselbeu Exemplar) aufgesogene und wieder abgegebene
Menge Wassers auf 15,84 Cc. , was beinahe das 200 fache des
Körpervolums des Thieres ausmachte. — Nature Vol. 28 S. 55.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 143
Ein eigenthümliches Puppengespinnst verfertigt die Raupe
von Eunomia Eagrus. Sie richtet nämlich um den Zweig,
an dem sie sich verpuppen will, vor und hinter sich ungefähr
je 6 Quirle aus ihren Haaren auf, die innersten so gerichtet,
dass die Haare über dem Kopf und dem Hiuterleibsende der
Puppe zusammenneigen. F, Müller im Kosmos XH S. 449
und Proc. Ent. Soc. Lond, 1883 S. XXIV.
Borgmann theilt mit, dass ein cf von Asteroscopus nube-
culosus, nachdem es erst in copula mit einem 2 gefangen war,
sich mit einem anderen noch zwei Mal paarte und hernach
munter davonflog. Ent. Nachr. 1883 S. 114 f.
Skinner beobachtete das Eierlegen von ArgynnisCy-
bele. Das Weibchen setzte sich bei diesem Geschäft nicht
auf die Futterpflanze, sondern flatterte etwa einen Fuss über
einem Veilchenbeet, verweilte dann zeitweilig an derselben
Stelle imd Hess aus dieser Entfernung ein Ei auf die Nähr-
pflanze fallen. Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1883 S. 36.
Sandberg macht die Metamorphose einiger arktischer
Schmetterlinge bekannt, die er in Sydvaranger, 69" — 70° lat.
N. , gezüchtet hatte. Ihre Entwickelung dauert 2 — 3 Jahre,
während die Flugzeit im arktischen Sommer nur sehr kurz ist.
Die Lebensgeschichte folgender Arten ist behandelt : Oeneis
Bore; Erebia Lappona (einj.); Argynnis Freja?; Arctia Quen-
selii; Trichiura Crataegi; Eriogaster sp. ; Saturnia pavonia;
Notodonta dromedarius; Cymatophora duplaris; Acronycta auri-
coma; Pachnobia carnea; Agrotis hyperborea, speciosa; Anarta
melalcuca, lapponica; Selenia bilunaria; Cidaria dilutata; Eupi-
thecia hyperboreata ; Crambus furcatellus ; Plutella cruciferarum.
Entom. Tidskr. 1883 S. 9 ff.
W. Martini theilt in den Entom. Nachricht. 1883 S. 14 ff.
Lepidopterologische Beobachtungen mit. Dieselben be-
ziehen sich auf Acronycta Aceris; Episema giaucium ab. denti-
macula oder Hispana; Scoparia Zelleri bei Sömmerda; Ephestia
interpunctella mit Korinthen eingeführt und mehrfach gezogen;
Couch ylis implicitana var. ; Aspis jimctana bei Sömmerda;
Phthoroblastis Trauniana, Raupe lebt in den Ahorn fruchten
und begiebt sich nur zur Verpuppung unter die Rinde; Acro-
lepia cariosella?; Scythropia crataegella. Raupe minirt Anfangs;
Prays (curtisellus ?) var. rustica, Raupe lebt auf Acer cam-
pestre; Depressaria discipunctella bei Sömmerda, ultimella aus
X44 Bertkftu: Bericht über die wissenschaftlichen
Phellandrium erzogen; Gelechia nigricans und Bryotropha ba-
saltinella, aus Moospohtern von Dächern gezogen; Br. dcser-
tella; Lita halonelia; Pleurota Schlaegeriella; Gracilaria Fri-
bergensis, auch aus Acer campestro; Coleophora cuprariella,
ornatipennella; Coriscium sulphurellum ; Lithocolletis torminella ;
Tischeria Heinemanni; Nepticula sp. aus Weide.
Ebenda S. 25 theilt Kalender einige abnorme Ent-
wicklungsfälle von Eulenfaltern mit (Agrotis pronuba,
segetum; Brotolomia meticulosa; Amphipyra pyramidea und
Tragopogonis überwintern nebst Orthosia ferruginosa und Eu-
gonia autumnaria im Eizustand).
Von Eupitliecia linariata kommt eine zweite Generation
vor. Endotriclia flammealis lebt wohl nicht (ausschliesslich)
auf Eichen; Eurrhypara urticata von Authriscus silvestris; Tor-
trix heparana von Chaerophylhim. Seltene Arten aus Thü-
ringen sind verzeichnet. Martini ebenda S. 53 f.
Höfner theilt seine Beobachtungen über Vorkommen und
Lebensweise verschiedener, besonders Gebirge und Alpen
bewohnender Schmetterling-Arten mit. Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 189 ff., 245 ff, 277 ff.
A Mina' Palumbo stellt eine Liste der Lepidotteri
Druofagi (!), d. h. der auf Eiclien lebenden Arten, zusammen.
II Naturalista Siciliano II S. 298 ff., III S. 31 f, 54 ff, 92 ff.
Als un nuovo flagello degli agrumi behandelt 0. Pen-
zig die Acrolepia Citri; Ephestia gnidiella; Eupithecia pumilata,
und empfiehlt als einziges Radikalmittel die Beseitigung der
befallenen Pflanzen; L. Italia agricola, anno 1883.
Kleinere Mittheilungen von M. Wild in dem Bericht
d. St. Gallischen Naturw. Gesellschaft 1881/82 behandeln u. a.
die Lärchenminirmotte (Tinea laricinella), den Lärchen-
wickler (Tortrix pinicolana), den Obstblattminirer oder
die Pflaumenlaubmotte (Tinea Clerckella), die Schnauzen-
motte, Apfelbaumgespinnstmotte (Tinea malinella).
Die von A. Constant milgetheilten Observations sur
quelques chenilles nouvelles ou imparfaitement con-
nues in den Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 5 ff. beziehen sich
auf Botis aurantiacalis, pygmaealis; Acrobasis glaucella; Myelois
cribrum; Dioryctria raendacella, coenulentella; Nephoptcryx
subliueatcUa; Epliestia gnidiella; Cochylis contrastana; Retinia
tessulatana; Eudemis amaryllana; Dichrorrhamplia acuminatana;
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 145
Acrolepia eglanteriella ; Depressaria subpvopinquella; Gelechia
basigiittella, cytisella; Teleia myi'icariella ; Mesophlebs trino-
telliis; Nothris asinella; Chauliodiis aequidentellus ; Pyroderces
argyi'ogrammiis.
ßössler wirft die Frage auf: Welches ist das beste
System der Lepidopteren? Stett. Ent. Zeit. 1883 S.
244 ff.
Nach C. V. Gumppenberg sind die Flügelschuppen
der Geometriden auch zur Systematik zu verwenden. Jeder
Spanner hat 8 — 10 verschiedene Schuppenformen, je nachdem
man Ober- oder Unterseite, Wurzel-, Mittel- oder Saumfeld,
cf oder 9 prüft. Die Mittelrippe an der Unterseite der Vorder-
flügel, nahe an der Wurzel, „ergiebt bei der Mehrzahl der
Exemplare (60%) dieselbe Schuppenform". Jeder Spanner hat
2 Hauptformen von Schuppen: fruchtkern- oder umbelliferen-
fruchtartige und federartige. Die ersteren bieten weniger Ver-
schiedenheiten, die letzteren dagegen zeigen 66 verschiedene
Formen. „Von den untersuchten 254 Arten hatten 37 au der
bezeichneten Stelle nur je eine, 53 je 2, 56 je 3, 50 je 4,
58 je 5 verschiedene Schuppenformen." Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 192 f.
Rogenhofer bespricht die systematische Stellung der Hi-
mantopteriden, die nach ihm zunächst mit den Syntomiden
und Procriden verwandt sind, wie das Geäder beweist. Zu
den beiden Gattungen Himantopterus und Thymara macht er
eine dritte, von Marno in Ostafrika, Sansibar gegenüber, ent-
deckte bekannt:
Doratopteryx: „Fühler schwach gesägt, etwas kürzer als
der halbe Vorderrand; die 3 Wurzelglieder breiter als lang;
Kopf klein, Ocellen nicht sichtbar; Mundtheile verkümmert;
keine Spiralzunge; Beine dünn behaart, ohne Sporne; Afterseg-
ment mit Wollquaste; Flügel behaart; Vdfl. mit gegabelter
Mediana; Mittelzelle mit kurzer Falte (vena spuria). Submediana
mit 4 gesonderten Aesten. Eine freie Innenrandsrippe (analis);
Htfl. schmal, fadenförmig, mit 2 knapp nebeneinander her-
laufenden Längsadern." Dieselbe ist auf ein einziges, wahr-
scheinlich männliches Exemplar gegründet; die Art ist D. ajm
genannt und im Holzschnitt dargestellt. Sitzber. Zool. Bot.
Ges. Wien, 3. Oct. 1883, S. 23 ff.
Aldi. f. Natmgescli. I^. Jahr?. 1. Rd. K
146 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Meyrick spricht sich in seinen Bemerkungen On tlio
Classification of some families of the Tineina in den
Trans. Ent. Soc. London 1883 S. 119 ff. zunächst über das
Ungenügende der bisherigen Klassifikation der Sclimetterlingc
aus, die bei den Kleinschmetterlingen auf ein zu geringes Ma-
terial, vorwiegend das europäische, gegründet ist. Dann versucht
er selbst die von v. Heinemann in die Familie der Gelechiidcn
und von Stainton auf diese und die Oecophoriden vertheiltcn
Gattungen in 6 Familien zu gruppiren. Diese sind:
Gelechiidae. Fühler einfach, sehr selten im cT gewim-
pert. Vorderflügel mit 12 Rippen (selten 11 oder 10 durch
Unterdrückung von Rippe 5 und 10), 7 und 8 gestielt, 7 zur
Costa, 2 vorn oder nahe am Winkel der Zelle, 3 und 4 ge-
trennt, oder von einem Punkt oder gestielt, 6 und 7 gestielt
oder getrennt. Hinterflügel oft viel breiter als die Vordei*flügel.
Chimabacchidae. Fühler im ^ gewimpert; Vorder-
fltigel mit 12 Rippen, 7 und 8 gestielt, 7 zum Hinterrand, 2
vor dem Hinterwinkel der Zelle. Hinterflügel mit 8 Rippen, 3
und 4 am Ursprung getrennt, 6 und 7 getrennt, nahezu parallel ;
Hinterflügel nicht oder nur wenig breiter als die Vorderflügel.
Depressariidae. Fühler einfach. Vorderflügel mit 12
Rippen, 7 und 8 gestielt, 7 zur Costa oder zum Apex (selten
zum Hinterrand), 2 von oder nahe dem Winkel der Zelle.
Hintei-flUgel mit 8 Rippen, 3 und 4 aus einem Punkte oder
gestielt, 6 und 7 getrennt, fast parallel. Hintei-flügel nicht
breiter als die vorderen, Hinterrand gerundet.
Cryptolechiidae. Fühler im ^ gewimpert; Vorder-
flügel mit 12 Rippen, 7 und 8 gestielt, 7 zUm Hinterrand
(selten zur Costa), 2 von dem hinteren Winkel des Unterran-
des der Zelle, weit entfernt von 3; Hinterflügel mit 8 Rippen,
3 und 4 aus einem Punkte oder gestielt, 6 und 7 ebenfalls
oder an der Basis sehr genähert. Hinterrand der Hinterflügel
gebuchtet.
Oecophoridae. Fühler im </ gewimpert. Vorderflügel
mit 12 (selten durch Verschmelzung von 7 und 8 nur 11) Rippen,
7 und 8 gestielt, 7 zum Hinterrand, Apex oder Costa; 2 aus
oder nahe bei dem Winkel der Zelle. Hinterflügel mit 8 Rippen,
3 und 4 aus einem Punkte, selten gestielt, 6 und 7 getrennt,
nahezu parallel. Hinterflügel nicht breiter als Vorderflügol.
Hinterrand gerundet oder schwach gebuchtet.
Leistanp;cn im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 147
Dasyceridae. Fühler verdickt mit dichten Schuppen,
im cT gewimpert. Vorderflügel mit 12 Rippen, 7 und 8 ge-
stielt, 7 zur Costa, 2 wie vorhin Hinterflügel mit 8 Rippen,
3 und 4 aus einem Punkt, 6 und 7 getrennt oder aus einem
Punkt. Hinterflügel nicht breiter als die vorderen, Hinterrand
gerundet. — An diese 6 Familien wird die folgende ange-
schlossen.
Glyphipterygidae. Fühler einfach oder gewimpert im
cT. Vorderflügel mit 12 Rippen (selten durch Verschmelzung
von 7 und 8 nur 11), 7 und 8 getrennt, selten gestielt, 7 zum
Hinterrand, 2 nahe aus dem Winkel der Zelle, 1 am Grunde
einfach oder bisweilen gegabelt. Hinterflügel mit 8 Rippen,
3 und 4 aus einem Punkte, 6 und 7 getrennt, parallel, Hinter-
flügel nur selten breiter als die vorderen, Hinterrand gerundet.
Die zu den genannten Familien zu rechnenden Gattungen
sind aufgeführt und z. Th. auch weiter gruppirt; zum Schluss
ist die Phylogenie derselben aufgestellt.
B. Qerhard's Aufsatz über die geographische Ver-
breitung der Macro-Lepidopteren auf der Erde be-
rücksichtigt vorzugsweise nur die Rhopalocera im Anschluss an
Kirby's Katalog. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 173 ff".
Ebenda S. 217 ff", bringt Kolbe einen Beitrag zur Sy-
stematik der Lepidoptera. Die Hepialiden und Cossiden,
deren Discoidalzelle die bei den Rhopaloceren gewöhnlich nur
durch eine Falte angedeutete Ader meistens wohl ausgebildet
besitzen, sind nach ihm „der ürtypus eines alten Lepidopteren-
stammes" und werden von ihm unter dem Namen Hepialidae
zusammengefasst. Die Entwickelung der Diskoidaladern wird
dann durch die ganze Ordnung verfolgt; ausgebildet findet sich
die Gabelader unter den Castniaden bei Castnia (fehlt bei
Synemon), Psychiden bei Oeceticus, Metura, Animula, Psycharia
(und ist niu" angedeutet bei Psyche), Cheloniariern bei Aclytia,
Epidesma, Eucereon. In den übrigen Familien treten ausge-
bildete Diskoidaladern nur ausnahmsweise auf: bei Lagoa,
Ptilophora und Notodonta, häufiger dagegen wieder bei Micro-
lepidoptereu (Micropterygiden und Tineen). Auch die Klein-
sehmetterlinge erscheinen ihm „als den ersten Anfängen des
Lepidopteren- Stammbaumes angehörend." Die Dämmermigs-
und Nachtfalter sind überhaupt als direkte Nachkommen der
Urlepidopteren zu betrachten, „welche letztere in einer trüben . . .
148 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
und dicht nebeligen Atmosphäre . . . gelebt haben." Dagegen
sind die Diurna als die vollendetsten Angehörigen ihrer Ord-
nung anzusehen. — Der Verfasser bespricht ferner noch Köss-
lor's Anschauungen (s. d. Ber. f. 1879 S. 419 [187]), die ihm
sehr wohl gefallen und resümirt Brandt' s Darstellungen des
Nervensystems der Lepidopteren.
Als eine Aufgabe für Lepidopterologen stellt es
F. Müller hin, die systematische Verwandtschaft, die sich für ihn
unzweifelhaft aus der gleichartigen Bedornung gewisser auf den-
selben oder verwandten Pflanzen lebender Raupen ergiebt, auch
an den Schmetterlingen nachzuweisen. Als solche durch die
Raupen und deren Futterpflanzen als nahe Verwandte gekenn-
zeichnete Arten und Gattungen werden namhaft gemacht Hypan-
artia Lethe, Vanessa Urticae, Pyramei's Atalanta; Heliconius,
Euides, Colaenis, Diona (auf Passiflora); Ageronia, Didonis;
Victorina, Anartia, Junonia, Phyciodes, welche an Acanthaceen
leben, und die auf einer Urticacee (Urera) lebende, ebenso
bedornte Raupe von Smyrna Blomfildia. Mit den Heliconier-
raupen stimmen in der Bedornung die auf Compositen (Ver-
nonia, Micania) lebenden Raupen gewisser Acraeen (A. Thalia
und Alalia) Uberein. Ebenda S. 214 if.
In einer Note on the Classification of Moths spricht
Grote seine Ueberzeugung dahin aus, dass die natürlichste
Klassifikation der Noctuiden die von ihm in der „check list of
1876" vorgeschlagene sei, und dass man neben den Bombyciae
und Noctuophalaenidi vom Range von Familien die drei Unter-
familien Noctuinae, Catocalinae und Deltoides unterscheiden
müsse. The American Naturalist 1883 S, 496 ff.
Derselbe schildert den Lesern des Amer, Journ. Sei. a.
Arts in Vol. XXV S. 210 ff. die Fortschritte, die unsere Kennt-
nisse der Sphingiden Nordamerikas seit den Zeiten Harris' ge-
gemacht haben. Während Harris 9 Gattungen und 30 Arten
als Nordamerikanisch kannte, führte die letzte Grote'sche „New
Check List" 34 Gattungen und 91 Arten auf. Diese Arten sind
nach ilirer Herkunft in drei Gruppen zu bringen. Die erste
Gruppe enthält solche, welche ihre Stellvertreter in Europa
haben, während sie in Nordamerika z. Th. auf die Westküste
oder das Innere des Landes beschränkt sind. Diese Arten
stammen von einer älteren circumpolaren Fauna ab. Es sind
ihrer 47, die den Gattungen Ilemaris (14), Pogocolon (4), Del-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 149
lephila (2), Ampelophaga (1), Smerinthus (1), Eiismerinthus (2),
Triptogon (2), Diludia (3), Sphinx (15), Hyloicus (3) angehören.
In Florida hat Nordamerika eine aus dem Süden eingewanderte
Kolonie, deren Formen z. Th. (die stärker geflügelten, weit
wandernden Sphingiden und Noctuiden) mit den Westindischen
identisch, z. Th, (die schwächer geflügelten Zygaeniden, Bom-
byciden, Geometriden) vikarireude Arten sind. Dieser Ein-
wanderer aus dem Süden sind unter den Sphingiden 26 Arten,
die sich auf die Gattungen Aellopus (2), Cautethia (1), Am-
phion (1), Enyo (2), Philampelus (4), Argeus (1), Pachylia (2),
Chaerocampa (2), Amphonyx (1), Phlegothontius (4), Dilopho-
nota (6) vertheilen. Endlich sind 14 Gattungen mit 20 Arten
Nordamerikanischen Ursprungs und diesem Kontinente eigen-
thümlich; es sind Lepisesia (1), Euproserpinus (1), Thyreus (1),
Deidamia (1), Arctonotus (1), Eueryx (2), Paonias (1), Cala-
symbolus (2), Cressonia (1), Ceratomia (3), Daremma (3),
Dolba (1), Ellema (3), Exedrium (1).
Sorhagen liefert Beiträge zur Auffindung und Be-
stimmung der Raupen der Microlepidopteren. Unter
anderem stellt er eine Tabelle der Tineinen - Raupen nach der
Beschaffenheit der Füsse und anderen plastischen Merkmalen
und ihrer Lebensweise auf und eine andere der Blattminir-
raupen. Berl. Entom. Zeitschr. 1883 S. 1 ff.
Rouast hat einen Catalogue des chenilles Euro-
peennes connues ausgearbeitet mit Angabe der Futterpflanze
und Erscheinungszeit der Raupe. Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX
S. 251 ff.
On the synonymy of certain Micro-Lepidoptera;
Meyrick vergleicht einige der Zeller'schen Arten von Australien
mit denen Walker's und Butler's. Ent. Monthl. Mag. XIX
S. 265; Butler's reply s. ebenda XX S. 14; Meyrick's
Duplik S. 122.
Descriptions of new species of Zygaenidae and
Arctiidae by H. Bruce. Proc. Zool. Soc. 1883 S. 372 ff.
PI. 39, 40.
S. Alpheraky's in Revue mensuelle d'Entomologie I S. 17 ff.
erschienenen Notes lepidopterologiques beziehen sich auf
Lycaena orbitulus var. Dardanus Frr.., Corydon var. caucasica;
Smerinthus populeti Bienen (vgl. ebenda S. 37 Oberthür);
Syntomis phegea ab. nigricornis] Agrotis Rogneda Stand.] No-
150 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
nagria distracta Ei\\ Cidaria rectifasciaria ZecZ.; Eupithecia
sinuosaria Ev.] Ephestia ficella Dougl.
Aus dem Americ. Natural. 1883 S. 80 wurden mir 3 Kata-
loge uordamerikanischer Schmetterlinge bekannt: A check -list
of tho Macrolepidoptera of America, north of Mexico (Brooklyn
Entom. Society); auch besprochen von Mö seh 1er in Stett. Ent.
Zeit. 1883 S. 154); A synonyraical Catalogue of the described
Tortricidae of America, north of Mexico (C. H. Femald; be-
sprochen von demselben a. a. 0. S. 366 ff.); New check -list
of North American Motlis (A. R. Grote).
Möschler's „Beiträge zur Schmetterlings-Fauna von
Labrador" in der Stett. Ent. Zeit 1883 S. 114 ff. führen aus
diesem Lande 47 Arten, darunter viele zum ersten Male, auf.
The Butterflies of North America by W. H. Edwards
sind mit Part XI (1883) fortgesetzt (3 Arten und Varietäten
von Pieris; Limenitis Eros life history; Lemonias Palmerii und
Nais life history; mit 3 Taf.); s. Entom. Monthl. Mag. XX
S. 89.
Grote zählt in Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 49 ff. tho
Moths of New Mexico (98 Arten) auf.
Butler bringt Part IX (Schluss) seiner Heterocerous
Lepidoptera coli, iu Chili..., der ausser einem Nachtrage
die „Pyrales and Micros" behandelt; Trans. Ent. Soc. London
1883 S. 49 ff. PI. XI.
Berg behandelt in seinen Miscellanea Lepidoptero-
logica, Contribuciones al estudio de la fauna argentina y paises
limitrofes, in den An. Soc. cientif. Argentina XV S. 151 ff.
folgende Arten : Lemonias tenellus Burm.f mit dem Charis Zabua
Gosse synonym ist; Pycuodontis spadicea Feld., welche wahr-
scheinlich macht, dass die Felder'sche Gattung mit Alypia Hh,
synonym ist; Antarctia brunnea IIb., mit der A. severa Da-g
synonym ist; Dirphia venata Jhitl., mit der D. consularis und
tribuualis Burm. synonym sind; Hyperchiria Coroesus Bsdv., die
er früher für eine Varietät von IL Liberia Cram. gehalten hatte,
erkennt er jetzt als gute Art an; Anisota argyi-acantha Bsdv.,
wovon Adelocephala crocata Bsdv., erubescens Bsdv. blosse Va-
rietäten sind; Thermesia? infumata Fdd. und Bog., die zur Gat-
tung Hypenaria gehört; Salbia haemorrhoidalis Gn., die zu
Botis gehört und mit B. suavidalis Jierg synonym ist; Asciodes
scopulalis Gn., mit der Ceratoclasis verecundalis Berg identisch
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 151
ist; Cindaphia bicoloralis (Gn.) Led., mit der C. iucensalis Led.
und Botia amiculatalis Berg synonym sind. Ausserdem werden
neue Arten und eine neue Gattung beschrieben.
Zapater und Korb beginnen in den Anal. Sog. Esp. Hist.
Natur. XII S. 273 ff. einen Catälogo de los Lopidöpteros
de la provincia de Teruel y especialmente de Albarracin
y SU Sierra, dem ein Verzeiebniss von J. de Asso aus dem
vorigen Jahrhundert vorangeschickt ist.
A. Carö bringt den Saggio di un catälogo dei Lepi-
dotteri d'Italia zu Ende; Bullett. Soc. Ent. Ital. XV S. 1 ff.
Derselbe macht Bemerkungen über Epichnopteryx proxima;
Apamea testacea, Dumerilii ; Luperina sp ? ; Orrhodia Veronicae,
die z. Th. für die Fauna Modena's neu sind; ebenda XV
S. 296 ff.
Christ schreibt über den Charakter der Tarasper
Tagfalter und Zygaenen-Fauna; Jahresb. Naturf. Ges.
Graubündens (N. F.) XXVI S. 8 fl'. — Das Gebiet zeichnet
sich durch eine Mischung alpiner und südlicher Formen aus.
Bei den Schmetterlingen sind die Zeichnungen schärfer und die
Farben vertiefter als vielleicht an irgend einer andern Lokalität.
Bemerkenswerth ist das Fehlen von Zygaena Carniolica Scop.
Christ zählt die Rhopaloceren und Sphingiden von
Wallis auf, giebt bei den einzelnen Arten die lokalen Abän-
derungen und charakteristischen Farbennüancen und die allge-
meine geographische Verbreitung an. Bull. . . . Soc. Murithienne
du Valais XI S. 55 ff.
Ebenda S. 15 ff. macht Tasker einige Mittheilungen über
Anthocharis Belia var. Simplonica; Lycaena Baten, Zephyrus
var. Lycidas, amanda; Argynnis Selene, Pandora; Mamestra
splendens; Anomogyna laetabilis.
Schirm fügt seinen Beiträgen zur Kenntniss des
Berchtesgadener Landes ein Verzeiebniss der dort gesam-
melten Schmetterlinge bei, S. 89 ff., und macht Bemerkungen
über ihre Verbreitung, ihren Fang und sonstige Eigenthümlich-
keiteu; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk., 36. Jahrg. S. 57 ff.
Die Gross-Schmetterlinge der Umgebung Kemp-
tens; 27. Bericht Naturh. Vereins in Augsburg S. 113 ff.
Fuchs fährt in seinen Anmerkungen zu Macrolepido-
pteren des unteren Rheingaues fort; Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 248 ff.
152 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Ein dritter Naclitrag ...bei Hannover ... Schmet-
terlinge von C. T. Glitz führt noch Hepialus liipulinus; Ha-
dena basilinea ; Cuciillia Chamomillae ; Hypeuodes costaestrigalis ;
Lobophora sertata; Cidaria procellata; Euzophera fuliginosella ;
Conchylis hybridella; Grapholitha trigeminana; Steganoptycha
pygmaeana; Adela cuprella; Argyresthia Andereggiella; Tinagma
saltatricellum auf; 31. und 32. Jaliresber. Naturh. Ges. Han-
nover S. 30 ff.
P. C. T. Snellen's „De Vlinders van Nederland (Hi-
er olepidoptera) sind besprochen von de Roo van West-
maas; Tijdscbr. v. Entom. XXVI S. 79 ff.
In einer Liste supplementaire No. 8 ergänzt Hey-
laerts fils sein Verzeichniss der Grossschmetterlinge von Breda
und Umgegend durcli die Arten (600 ~ 610) Trochilium bem-
beciforme; Emydia striata; Cymatophora octogesima; Agrotis
prasina; Senta maritima; Orrhodia ligula; Cucullia Absynthii;
Plusia moneta; Tholomiges turfosalis; Acidalia inoruata; Fidonia
limbaria; Tijdschr. v. Entom. XXVI Versl. S. CXLIXf.
Stray Notes on the Lepidoptera of Pembroke-
shire; Barrett, Ent. Monthl. Mag. XX S. 28.
In einem Tillaeg til fortegnelse over de i Danmark
levende Lepidoptera zählt A. B. Haas 696 Macrolepido-
ptera auf, während aus Schweden deren 778, England 850,
Pommern 800, Mecklenburg 795 und Umgegend von Hamburg
696 bekannt sind. Microlepidoptera sind in Dänemark 737
Arten bekannt geworden. Naturhist. Tidsskrift (3) XIII S. 167 ff.
Der Vollständigkeit halber sei nachträglich auf einen Aufsatz
von W. M. Schöyen in Nyt Mag. f. Naturvidenskaberne XXV
S. 300 ff. aufmerksam gemacht: Lepidopterologiska Bidrag
til Norges Fauna, der mir erst jetzt zu Gesicht kommt.
Sparre-Schneider macht zu den 132 durch Schöyen auf-
gezählten Arten von Syd-Varanger 19 weitere bekannt. Entom.
Tidskrift 1883 S. 63 ff.
Psyche hirsutella; Sesia asiliformis, Aurivillii] Fidonia lori-
caria; Polyommatus Helle neu für Schweden; ebenda S. 37,
60, 89, 127, 131.
Wallengren zählt die (34) LithocoUetiden und (9) Micro-
pterygidon Skandinaviens auf; ebenda S. 195 ff., 213 ff.
In einem Bidrag til Kundskaben om Norges Le-
pidopterfauua zählt Sparre-Schneider zunächst 20 für
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 153
Norwegens Fauna neue Heterocera auf; handelt dann von
Dianthoecia Colletti Schneider und ihre Artberechtigung und ver-
zeichnet zuletzt 52 in Tandal im Juli 1879 gesammelte Arten.
Christiania Vidensk.-Selsk. Forhandl. 1881 No. 2.
Ebenda No. 15 führt Schöyen als forNorges og tildels
Ggsan for Skandinaviens Fauna nyo Lepidoptera auf:
Trochilium melanocephalum; Sesia scoliiformis , myopiformis,
ichneumoniformis ; Drepana curvatula; Notodonta tremula; Giu-
phisia crenata; Pygaera anachoreta; Agrotis putris, sobrina var.
Gruneri; Hadena lithoxylea, sublustris, gemina; Leucania ob-
soleta; Plastenis retusa; Orrhodia Vaccinii; Erastria uncula;
Zanclognatha tarsipennalis ; Acidalia virgularia; Macaria alter-
naria; Halia loricaria; Cidaria silaceata; Scoparia valesialis;
Teras abietana, lipaiana, comparana; Cheimatophila tortricella;
Grapholitha caecimaculana , similana, cirsiana; Steganoptycha
pinicolana; Phoxopteryx biarcuana var. subarcuana; Adela
cuprella; Depressaria liturella, badiella; LithocoUetis Crame-
rella; Bucculatrix thoracella.
Ebenda 1882 No. 2 giebt J. Sparre-Schneider eine 0 ver-
sigt over de i Nedenaes amt bemaerkede Lepidoptera
(398 A.).
Teich schreibt Lepidopterologische Beiträge, die
sich auf seine Heimath beziehen (Riga). Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 171 ff.
Eugonia fuscantaria und Boarmia consonaria neu
für die Dorpater Fauna. Knüpffer in Sitzber. Naturf. Gesellsch.
Dorpat VI S. 589.
G. Grumm - Grshimailo und J. Swiatsky schreiben über
einige Lepidopteren von Narva; Hör. Entom. Ross. XVII
S. 148 ff., hauptsächlich mit Bezug auf Nolcken's Fauna von
Est-, Liv- und Kurland.
G. Duske zählt als Beitrag zur Lepidopteren-Aus-
beute der Umgegend St. Petersburgs die i. J. 1882 dort
gefangenen Arten auf; ebenda S. 228 ff.
Die III eme Partie von S. Alpheraky's „Lepidopteres
du District de Kouldja et des montagnes environ-
nantes" (No. 277 — 377) enthalten die Spanner. Hör. Ent.
Ross. XVII S. 156 ff. Taf. VHI, IX.
On Lepidoptera from Manchuria and the Corea
by A. G. Butler; Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 109 ff.;
154 Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen
Od a sraall Series of Lepidoptera from Coroa;
derselbe ebeuda S. 277 ff.
r. Moore's „Descriptions of uew Indian Lepidopterous
lusects (Cymatophoridae-Herminidae) Part II 1882, habe ich
nicht einsehen können,
Descriptions of new genera and species of Asiatic Le-
pidoptera Heterocera by F. Moore. Proc. Zool. Soc. Lond.
1883 S. 15 ff. PI. V, VI.
On a collection of Indian Lepidoptera ... by A. G.
Butler; ebenda S. 144 ff. PI. XXIV.
In der Fortsetzung IV seiner Lepidoptera von Celebes
behandelt Snellen die Pyralidiua, von denen zunächst 78 Arten
aufgezählt und z. Th. abgebildet werden. Sie waren mit 1 Aus-
nahme schon früher beschrieben, theils von Snellen in Midden-
Sumatra und in der Tijdschr. XXIII; Tijdschr. v. Entomol.
XXVI S. 119 ff. PI. 6-8.
Butler zählt die (101) „Cballenger" Lepidoptera
auf und versieht einzelne mit Anmerkungen; sie stammen von
den Philippinen, Aru-, Admiralitäts-, Fidschi- und Freundschafts-
inseln. Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 402 ff
Derselbe ebenda XII S. 50 ff". On a collection of
Lepidoptera made . . in Formosa.
Butler, on a small series of Lepidoptera from the
Hawaiian Islands, zählt 8 Arten auf. Eutom, Monthl.
Mag. XIX S. 176 ff.
Ebenda XX S. 31 ff. macht Meyrick Notes on Hawaiian
Micro-Lepidoptera.
Descriptions of (4) uew Lepidoptera from the Viti
Islands by A. G. Butler. Ann. a. Mag. N. IL (5) XII S. 389 ff.
Die Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaf-
fernlandes von H. B. Möschler in den Verh, Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 267 ff Taf. XVI führen 157 Arten auf.
Trimen liefert Descriptions of twelve uew species
of South-African Lepidoptera-Rhopalocera. Trans.
Ent. Soc. Lond. 1883 S. 347 ff.
On some Lepidoptera from the Victoria Nyanza
by A. G. Butler. Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 101 ff.
Oberthür verzeichnet 32 von Nodier im Haut- Senegal,
240 und 850 km von Khaycs entfernt, gesammelte Arten. Bull.
Ent. Fr. 1883 S. XI ff.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 155
Psoloptera Meisteri (Buenos Aires ; Uruj^uay) ; Berg , Mise. Lepid.
S. 153.
Graphidipus flavipes Feld, i^ Rogenh. = (Terenodcs) pisciata Gn. ;
Berg, An. Sog. Cientif. Argent. XVI S. 271.
Mi er olepidopter a.
Meyrick hat in den Proc. Linnean Society New South Wales seine
Aufsätze über Australische Micro-Lepidoptera fortgesetzt ; Tortri-
cina VI S. 410 flF., 629 fr.; Revisional (Tineina) VII S. 148 ft'.; Occopho-
ridae S. 415 ff.; VIII S. 320 fit. Bei dem grossen Umfange dieser Ab-
handhingen, die eine Revolution in der bisherigen Systematik anstreben,
und bei der bedeutenden Zahl neuer Formen, die angeführt sind, beschränke
ich mich darauf, die Namen der neuen Gattungen hervorzuheben. (Tortri-
cidae) Mictoneur a VI S. 419, Proselena S. 421, Palaeotoma
S. 422, Isochorista S. 424, Atelodora S. 426, Aristocosma S. 427,
Adoxophyes S. 429, Thrincophora S. 430, Acropolitis S. 432,
Pyrgotis S. 439, Acroceuthes S. 458, Asthenoptycha S. 461,
Anatropia S. 463, Anisogona S. 464, Cryptoptila S. 481, Di-
pterina S. 523, Arotrophora S. 528, (Grapholithidae) Phricanthes
S. 636, Helictophanes S. 637, Scolioplecta S. 646, Epalxiphor a
S. 647, Epitymhia S. 657, Palueobia S. 660, Holocola! S. 669,
lialhro toma S. 675, Strepsiceros S. 678, Hendecasticha S. 692,
(Conchylidae) Heliocosma S. 693, Paramorpha S. 696, O'istophora
S. 699, Coscinoptycha S. 700, Hyperxina VII S. 177, Hetoro-
rrossa S 179, (Schoenobiadae) Eroiomanes VII S. 152, (Crambidac)
Crunophila S. 152, Ptychostoln S. 154, (Phycidae) Cateremna
S. 156, l^rissonca Ampyrophorn, Heosphora , Crocydopora!
S. 158, Hypophana , Eucampyla S. 159, (Galleridae) Gallionyma
S. 161, (Oecophoridae) Enchocrates S. 442, Eclecta S. 444, Lepido-
tarsa S. 446, Eochroa S. 448, Euphiltra S. 458, Zonopetala
S. 459, Heliocausta S. 466, Euchaetis S. 484, Euryplaca S. 487,
Atelosticha S. 490, Nymphostola S. 491, Proteodes S. 492,
Hoplitica S. 493, Eulechria S. 508, {Atomotricha VIII S. 324,
Brachysara S. 325, Leisturcha S. 325, Oenochroa S. 327, Ma-
chetis S. 331, Placocosma S. 332, Allodoxn S. 434, Pelalanthes
S. 335, Linosticha S. 338, Phriconyma S. 340), Locheutis S. 341,
(Jopiera S. 344, Macronemata S. 345, Phloeopola S. 347, Sphy-
relata S. 360, Hieropola S. 363, Piloprepes S. 365, Trachypepla
S. 367); Mesiilecta S. 371, {Nephogenes S. 372, Antidica S. 382).
— Fernald's Referat über diese Arbeit s. Entom. Monthl. Mag. XX
ö. i24ir.
Pteroplioridae. Oxyptilus Lanloscanus (Alpes - Maritimes) ; Mabille,
Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 176, PI. IV Fig. 8.
156 Bertkau: Bericht über ilic ^vissenschaftlichen
Aciptilia AjwUina (Alpes Maritimes); Mabille, Ann. Soc. Linn. Lyon
XXIX S. 177 PI. IV Fig. 9.
TiuCÜia. T oecorhyctria (n. g. Ilyponom.) cinerea (Valpa-
raiso) S. 75 ;
Ilyperskeles (n. g. Gelechiin. propc Oeeophoram) choretoidea
(Valdivia) S. 79;
Callistenvma n. g. für (Cryptolechia) ustimacula Zeller S. 79 und
var. Zelleri S. 80 PI. XI Fig. 8 ;
Pachyphoenix (n. g. prope Tortricopsim) sanguinea (Corral)
S. 81 Fig. 13;
Pulaephatus (n. g. Gelechiin.) /«&ms (Chili) S. 82 Fig. 11;
Pisinidea (n. g. Gelechiin.) viridis (Chiloe) S. 83 Fig. 10;
Ithiitumus (n. g. Gelechiin.) furmosiis (Valdivia) S. 85; Butler,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Agisana (n. g. ex affinit. Nemophorae) caßrarieüa (K.); Möschler,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 308 Taf. XVI Fig. 24.
Thyrocopa n. g. Gelech. für (Depressaria) usitata Uud. S. 32;
Synomoiis (n. g. Gelech. prope Thyrocopam) epicapna (Ilawaii) S. 33;
Aulomolis (n. g. Gelech.) pelodes (ibid.) S. 34;
Diplosura n. g. Gelech. für (Scardia) Ugnivora (ibid.) S. 35;
Meyrick, Ent. Monthl. Mag. XX.
Chauliodus petrusellus S. XI, nigrostriatellus S. Xu (Ungarn); Hey-
laerts, C. R. Ent. Belg. 1883.
Coleophora vibicigerella in Essex; neu für Britannien; Stain-
ton, Ent. Monthl. Mag. XX S. 165.
Oecophora Minnetta (Cauquenes); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 78.
Protasis Glitzelhi (Granada); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 185.
V\&\xx oi& protasella (Granada); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 184.
Topeutis venosa (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 79.
Hypsolophus robiisttis (Kurrachee); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 174.
Doryphora Homigi (Wien, aus Stengeln von Polygonum lapathifolium) ;
Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 184.
Gelechia fulminella (Alpes Maritimes) ; Mabille, Ann. Soc. Linn. Lyon
XXIX S. 161 PI. n Fig. 4, ocelligera (Cauquenes); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 77, plantaginellu (bisher mit instabilella verwechselt;
Larven in PI. maritima); Stainton, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 253.
Cnptolechia Phoenissa (Corral, Chili) ; Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 81 PI. XI Fig. 12.
Depressaria discipunctella bei Sömmerda, Coln a. Rh., Metz; Ent.
Nachr. 1883 S. 15 und 55.
D. Swinhoei (Mhow, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 174,
Edmondsii (Cauquenes); derselbe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 76.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 157
Agriocoma mimulina (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 83 PI. XI Fig. 9.
Psecadia oculigera (Kaffr.) ; Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXni S. 309 Taf. XVI Fig. 25.
Orthotelia increta (Valdivia); Butler', Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 75.
Plutella Äzasi (Dovrefjeld); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 183.
Argyresthia Wulsinghamiella (Garnes; Raupe auf Juniperus oxyce-
drus?); Mabille, Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 159 PI. II Fig. 1, con-
spersa (Cauquenes); Butler, Trans. Ent. Soc. 1883 S. 85.
Observations . . . on structural and anatomical peculiaritics in Pro-
nuba and Prodoxus; by C. V. Riley; Proc. Americ. Assoc. Adv. of
Sei., 31th meet., S. 467 und Americ. Naturalist 1883 S. 197.
Acrolepia Citri Mill. in den Alpes Maritimes (Menton) die
Knospen und Blüthen des Citronenbaums verzehrend; sie wird von
einer Elasmus-Art verfolgt; Laugier, Compt. Rend. Acad. d. Sei. XCVII
S. 760.
Nemophora fasciolata (Valdivia); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 74.
Atychia triphaendides (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 73.
Tortricina. Barrett giebt hints as to the best means of
rearing Larvae of Tortricidae; Entom. Monthl. Mag. XIX S. 172flf.
Derselbe fährt in seinen Notes on British Tortrices fort;
ebenda XX S. 132 ff.
Snelleu führt aus Nordasien 26 von v. Hedemann gesammelte Arten
auf, von denen 23 neu sind; Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 181 ff. PI.
11—13.
Arctopoda (n. g. Cacoeciae proximum) macidosa (Las Zorras);
Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 67 PI. XI Fig. 5.
Melaneulia (n. g. prope Euliam) Hecate (Valdivia); derselbe
ebenda S. 70.
Grapholitha caecana new to Britain; Ent. Monthl. Mag. XX S. 83.
Gr. ninana (Ai'izona; am Stamm von Acacia felicina gallenähn-
liche Anschwellungen verursachend); Eiley , Amer. Natur. 1883 S. 661
mit Holzschn. ; (Sericoris) expeditana (Imaschina; Samarow) S. 198 PI. 12
Fig. 1 , quadrimaculana (Blagowestschenk) S. 200 Fig. 2 , (Semasia) rigi-
dana (Askold) S. 203 Fig. 4, lignana (Irkutsk) S. 205 Fig. 5, glebana
(Pokrowsk) S. 206 Fig. 6, hjrann (Irkxitsk; Amur) S. 208 Fig. 7, (Pae-
disca) ro/nndana (Irkutsk; Askold) S. 209 Fig. 8, acceptana (Amur) S. 211
Fig. 9, subcorticana (Chabaroffska ; Suifun) S. 215 PI. 13 Fig. 2, (Graphol.)
perangustana (Amur) S. 220 Fig. 4, lepidulana (Irkutsk) S. 221 Fig. 5,
nigrostrinta (Alhasin) S. 223 Fig. 6, fimann (Askold) S. 225 Fig. 7, (Tme-
tocera pmgnathana (Chingan) S. 227 Fig. 8; Snellen a. a. O.
158 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Penthina septenirionain (Labrador); Möschler, Stctt. Ent. Zeit. 1883
S. 124.
The Pine Moth of Nantucket: Retinia frustrana by
S. Scudder. — Publ. of the Mass. Soc. for the promotion of agriculturc.
Boston 1883 mit Tafel; s. auch Americ. Natural. 1883 S. 66.5.
Sericoris Wilkinsonii (Valparaiso) S. 71, Catn/ur.nensix , erehina (Cau-
quenes), Eurydice (Valparaiso?) S. 72; Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Phtheochroa inezacta (Cauquencs); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 71.
Heterocrossa achroana (Mauna Loa); Meyrick, Ent. Monthl. Mag.
XX S. 31.
Conchylis Hedemanniana (Blagowestschenk) S. 192 PI. 11 Fig. 6,
Olindiana (Albasiu) S. 94 Fig. T,jaculana (Suifun) S. 195 Fig. 6, furatana
(Anosowa) S. 196 Fig. 9; Snellen a. a. 0.
Doloploca r.hararterana (Pokrowsk; Imaschina); Snellen a. a. O.
S. 191 PI. 11 Fig. 5.
Sciaphila leonina (Valparaiso); Butler, Trans, Entom. Soc. London
1883 S. 69.
Oenectra approximata S. 67, fulvaria Blanch. S. 68 PI. XI Fig. 4
und var. dives (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Dichelia exusta (Valparaiso); Butler, Trans. Entomol. Soc. London
1883 S. 69.
Teras Hippophaeana v. Heyd. ein Proteus unter den Wick-
lern; Frey, Mitth. Schweizer, ent. Gesellsch. VI S. 689 flf.
T. longipalpana (Amur); S. 184 PI. 11 Fig. 1, afßnatana! (Chingan)
S. 185 Fig. 2; Snellen a. a. O.
Teras Blanchardü (Chili) S. 64 PI. XI Fig. 6, Walsinghamii (Val-
paraiso) Fig. 7 S. 65, Fernaldii (Valdivia) S. 66; Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883.
Tortrix chrysopteris (Valparaiso?); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 69, suhrufana (Suifun) S. 187 PI. 11 Fig. 3, stihiana (ibid.)
S. 189 Fig. 4; Snellen a. a. 0.
Pyralidina. Zophodiopsis (n. g. Phycid. Zophodiae affine,
palpis rectis ascendentibus brevibus tcnuibus, antennis (^ simplicibus. Ramus
venae longitudinalis primae al. post. in medio oritus, secundus prope apicem
primi. Vena mediana earundem alarum quadrifida) Hyuenella (Zanzibar,
in den gemeinsamen Gespinnstnestem der Anaphe panda, von deren Raupen
und Puppen lebend, aus denen sie sich in 1 — 2 Jahren entwickeln);
Fromholz, Berl. Ent. Zeitschr. 1882 S. 9 flf. Taf. II Fig. 2—5.
Milothemma (n. g. Crambid.) acwninata (Las Zorras) S. 62, sbiata
(ibid.) S. 63;
Taseopteryx (n. g. Crambid.) sericea (Las Zorras) S. 64 PI. XI
Fig. 3; Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Gyptitia (n. g., bei 87 von Lederer's analytischer Tabelle ein-
Leistungen im Gebiete der Arthro])odcn i. J. 1883. 159
zusehaUen) gonialis (Makassar; einigermasscn Meroctena Staintonü und
Botyodes Asialis ähnlich); Snellen, Tijdschr. v. Entomol. XXVI S. 138 f.
PI. 8 Fig. 9.
Orthomecyna (n. g. für [Mecyna] exigua als Type und) albicau-
datci (Lanai) S. 178, exigua var. cupreipennis (ibid.);
Melanomecyna (n. g. für (Mec.) ennychioides und nigrescens Bull.
und) stellata (Oahu) S. 179; Butler, Entom. Monthl. Mag. XIX.
Tylochar es n. g. Phycid. (proboscis mediocris ; ant. (^ dentatae,
subtiliter ciliatae, basi longe fasciculatae. Palpi max. in (^ longi, fili-
formes, apice 2 separatis penicilliis instructi; in $ breves, filiformes;
palpi labiales mediocres curvati, ascendentes. AI. ant. venis 11; 4 et 5
])etiolatae necnon 7 et 8 ; al. post. venis 7, ... 3 et 4, 6 et 7 petiolatae)
für (Euzophera) cosmiella Meyr.; Meyrick, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 2.56.
Paraedis obliqualis (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (.5)
XI S. 56.
Leucinodes discisigna (Darjiling) ; Moore, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 29.
Cryptoblabes divergens (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 60.
Actcnia rubescens (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. .51.
Prorasea mdentalis (Washington Territ.) ; Grote, Ann. a. Mag. N. IL
(5) XI S. 57.
Perapelia lialo-GcdliceUal (St.-Martin-Lantosque) ; Mabille, Ann. Soc.
Linn. Lyon XXIX S. 160 PI. II Fig. 3. — Die Raupen der 2. Generation
von P. cingillella Zell, überwintern in einem dichten Gespinnst und ver-
puppen sich erst im Frühjahr, 4 — 5 Wochen vor dem Erscheinen des
Schmetterlings; Milliere, II Natural. Siciliano III S. 35.
Heosphora euryzona (S. -Austr.); Meyrick, Ent. Monthl. Mag. XIX
S. 256.
Nephopteryx auranticella (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H.
(.5) XI S. 57.
Salebria gypsopa (Adelaide); Meyrick, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 255.
Mella Ragonotii (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 59.
Cx&xabns todarixis (Nilgherris) ; Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 173,
diviidiatellus (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 57.
Baker setzt die Unterschiede der europäischen mit Cr. pinellus
verwandten Arten auseinander; Ent. Monthl. Mag. XIX S. 239 ff.; el)enso
der mit margaritellus verwandten; ebenda XX S. 157 ff.
Porritt beschreibt die Raupe von Cr. inquin atellus; ebenda XX
S. 154.
Chilo chillanicus (Ch.), Ceres (Las Zorras); Butler, Trans. Ent. Soc
Lond. 1883 S. 61.
1(30 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Gesncria ßoricolens (Lanai) ; Butler, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 180.
Rhodaria purpuraria (Chillan); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 52.
Hydrocampa tenera (Kurrachee); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 167.
Orobena submundalis (St.-Martin-Lantosque) ; Mabille, Ann. Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 160 PI. II Fig. 2, mitis (Valparaiso); Butler, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 53.
Scopula amitina (Valparaiso), cinerea (Cauquenes) S. 54, indistincta,
melinoxticla (Valparaiso) S. 55; Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883,
lilorea (Mauna Lea); derselbe, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 178.
Snellen ersetzt den Namen seiner Botis niveicilialis wegen des gleich-
lautenden Grote'schen durch alboßmbrialis; Tijdschr. v. Entom. XXVI
S. 128.
B. radio.ialis (Labrador); Möschler, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 123.
Stenoptycha ZeUeri (Las Zon-as); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 57.
Scoparia dispersa (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 58.
Eudorea lativüta (Darjiling); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 29.
Pyralis platymitris (Solun); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 166.
Macrolepidoptera.
treometridae. Lagynopteryx (n. g. Rhopalodes et Tomopteryx
simillimum ; differt alis post. parvis ovalibus , caudatis , area media quasi
nulla, venis subcost. et subdors. valde approximatis , limbum versus longe
3- aut 4- furcatis, ramo superiore (vena subc.) prope caudam bifurcata,
vena costali libera, a subcost. valde separata, apicem versus obsoleta, venis
dorsalibus nuUis vel obsoletissimus , angulo anali squamis longis obscuris,
ex parte reflexis et supra quasi succulum minutum fingentibus, ornata;
abdom. apice utrinque fasciculatum) Valdiviana (V.); Berg, Miscell. Lepid.
S. 166.
Delorharis (n. g. ; aspect of Idaea, but allied to Coremia) herli-
rolens (Solun); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 172.
Stigma (n. g. prope Zonosoma) Kuldschaensis (verbreitet und gemein
im Tian-Chian); Alphöraky, Hör. Ent. Ross. XVII S. 164 Taf. VIII
Fig. 83, IX, 98.
Imitator (n. g.) dentistrigatae (Kuldscha; das cT 'ihmt Palpangula
dcntistrigata Stgr, , das mit verkürzten und verschmälerten Flügeln ver-
sehene 9 die Domen einer Xanthium- ähnlichen Pflanze nach) S. 170 fT.
Taf. IX Fig. 95, 96.
Kuldscha (n. g. differt a Triphosa et Scotosia antennis maris bi-
pectinatis .alisque margine integro etc.) Stnudingeri S. 207 Fig. 94; der-
selbe ebenda.
A
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 161
Scoiorythra (n. g. Boarmiid.) arhuricolens (Lanai, Hawaii); Butler,
Ent. Monthl. Mag. XIX S. 177.
A. G-. Butler giebt in seinem Aufsatz On the Moths of the fa-
mily Urapterygidae . . . synoptische Diagnosen der Gattungen dieser
„Familie", nämlich Urapteryx, Tristrophis n. g. („form of Urapt. ma-
culicundaria , but at once distinguishable from typical Urapt. by the
neuration of the secondaries, the siibcostal branches being emitted from a
Short footstalk, and second and third median branches separated at their
origins, instead of being emitted from the same paint" S. 199), Gonor-
thus („difFers from Urapteryx in the form of the wings-the primarics
having an acute apex and straight outer margin; the sec. with rect an-
gular outer margin, the angle being acutely produccd but not preceded
by a Short angle as in the 2 foregoing genera; discocellular of sec.
almost straight and transverse" S. 200), Ilipula, Sirinopteryx („allicd
to Gonorthus and Tristrophis, with the form of wings nearly as in the
former, but the neuration of the latter; the antennae of the male thickened
but not pectinated"), Gonogala, Nepheloleuca („form of Gonorthus, and
with very similar neuration, excepting that the subcostal branches of the
sec. are not emitted quite at the same point, that the 2. and 3. median
branches are also separated by a short space at their origins, and that
the radial is very oblique and subangulated towards the anterior angle of
the cell : antennae very different, not pectinated in the male, but with fine
Short cilia along the anterior margin" S. 201), Thinopteryx („Prim.
triangulär, with acute prominent apex; second subcostal with its 3 branches
emitted before the end of the cell; lower radial emitted from the centre
of the discocellulars; discocellulars forming a concave transverse line;
second and median branches well separated at their origins: secondaries
with two distinct angles — ... the second forming a short tail; . . sub-
costal and second and third medians separate at their origins; the disco-
cellular oblique and slightly concave ; antennae ciliated not pectinated"
S. 202), Xeropteryx (S. 203), Aeschropteryx („form of Gonorthus:
neuration nearly as in Urapteryx, but the antennae of the male simple"
S. 204). Die Typen der neuen Gattungen sind Tristrophis (Urapt.) Vc-
neris Bull., Gonorthus (Urapt.) fiavifimbria Walk., Sirinopteryx (Urapt.)
rufivinctata Walk. , Nepheloleuca (Phalaena) politia Cram. , Thinopteryx
(Urapt.) crocopterata Kollar, Xeropteryx (Urapt.) columbicola Walk.,
Aeschropteryx (Chaerodes) tetragonata Gic^n^e. Von Thinopteryx werden
ausserdem die n. A. striolata (Japan) S. 202 und nebuhsa (Silhet) S. 203,
von Xeropterj-x simplicior (Sarawak) S. 204 beschrieben. Auf der bei-
gefügten Tafel ist Flügelgeäder und männlicher Fühler abgebildet, und
zwar Urapteryx 1,2, Tristrophis 3,4, Xeropterj-x 5,6, Aeschropteryx
7, 8, Gonorthus 9, 10, Nepheloleuca 11, 12, Thinopteryx 13, 14, Sisino-
pteryx 15, 16, Ripula 17, 18, Gonogala 19, 20. — Joum. Linn. Soc.
Lond. XVn S. 195 ff. PI. IX.
Arch. f. Naturgesch. L. Jalu-g. 2. Bd. L
162 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Enpithecia latoniatu (St.-Martin-Lantosque) ; Mabille, Ann. Soc. Linp.
Lyon XXIX S. 165 PI. 11 Fig. 10, sepuMrata (Kuldscha) S. 221 Taf.
Vni Fig. 75, minuscidata (ibid.) S. 225 Taf. IX Fig. 91; Alphöraky,
Hör. Ent. Ross. XVII.
In einem I. Nachtrag fügt BohatBch zu seinem früheren Verzeichniss
5 Arten hinzu und macht zusätzliche Bemerkungen zu den früheren Arten;
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 185 iV., 22 7 ff.
Schmidt be.stätigt Wocke's und Wackerzapp'.s Angabe, dass
die Raupe von E. succcnturiata auf Artemisia und Tanacetum lebe ; Ent.
Nachr. 1883 S. 24; vgl. den vor. Ben S. 175.
E. scriptaria Raupe und Puppe beschrieben von 0. Habicht,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 244.
Ueber E. strobilata vmd togata, ihre Raupen und deren Nah-
nmg s. Stett. ent. Zeit. 1883 S, 25 f.
Gross beschreibt die Raupe von Cidaria raunitata; Entom. Nachr.
1883 S. 216; Teich die von C. sagittata; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 174;
HofiJmann die von C. incursata ebenda S. 275 ff.
C. (tauaria Stgr. var.?) altüttdinum (Archane) S. 210 Taf. VIII Fig.
78, 79, inlemiediaria S. 24, Tianschanica S. 213 Fig. 70, 71, (sociata
Bkh. var. duhiosata S. 216), fulminata S. 218 Fig. 68; Alpheraky, Hör.
Ent. Ross. XVn, ßavolineata (Granadu) ; Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 182.
Scotosia instabilis (Khorgosse) S. 201 Taf. IX Fig. 92, (?) pukhnäa
(Archane) S. 204 Fig. 97; Alpheraky, Hör. Ent. Ross. XVII.
Prochoerodes (nov. nom. = Choerodes praeocc.) catenulata (New
Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 55.
Hypsipetes chiloemis (Gh.); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 88.
Ortholitha Sinensis (Archane; Margelan) S. 196 Taf. VIII Fig. 74,
sarlala (Archane) S. 198 Taf. IX Fig. 99; Alpheraky, Hör. Ent, Ross. XVII.
Sterrha albidaria Ersch, ist gute Art und nicht Var. von antho-
philaria, und kommt bei Kuldscha in Var. gegenaria und ab. albipunctaria
vor; Alpheraky, Hör. Ent. Ross. XVII S. 193 Taf. VIII. Fig. 11.
Nadagra grisea (Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 172.
Heliothea lliensis S. 189 Taf. IX Fig. 88, C/,rislopki S. 191 Fig. 90
(Kuldscha); Alpheraky, Hör. Ent. Ross. XVH.
Eusarca Staudingeri (Tian-Chian); Alpheraky, Hör. Ent. Ross. XVH
S. 186 Taf. Vni Fig. 82.
Aspilates gilvaria F. var. oricnfaria S. 184, insignis (Archane); Al-
pheraky, Hör. Ent. Ross. XVII S. 185 Taf.VIII Fig. 72.
Phasiane cruciata (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XI S. 55.
Caripeta aequaliaria (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. II. (5)
XI S. 56.
Ilalia Packardiana (Labrador); Möschler, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 119.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 163
Selidosema erebäria (Sebdou, Oran); Ch. Oberthür, Bull. Ent. Fr.
1883 S. XLIX.
Ematurga atomaria L. var. IKaria (Kuldscha, Thal Ili) ; Alpheraky,
Hör. Ent. Ross. XVII S. 181.
Rhopalodes argentina (Corrientes) ; Berg, Mise. Lepid. S. 164.
Milionia Drucei S. 107, Snelleni S. 108 (Celebes); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (.<)) Xn.
Archiearis pusilla (Valparaiso); Butler, Trans. Entom. Soc. London
1883 S. 87.
Tomopteryx viduaria (Valdivia); Berg, Mise. Lepid. S. 16.5.
Gnophos difficUis (Tian-Chian) S. 178 Taf. IX Fig. 86, sericaria
(Archane) S. 180 Taf. VIII Fig. 80; Alphiraky, Hör. Ent. Ross. XVII.
Psaliodes Alathewi (Valparaiso); Butler, Trans. Entom. Soc. Lond.
1883 S. 89.
Boarraia Songarka (Archane); Alph6raky, Hör. Ent. Ross. XVII
S. 176 Taf. Vill Fig. 73, Vierllii (Fiinfkirchen, von Quercus); Bohatsch,
Wien. Ent. Zeitg. 1 883 S. 1 1 1 ff. mit Holzschn. , mntummia (Kaffrar.) ;
Mösohler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 307 Taf. XXXIII Fig. 23.
E. Bagusa meldet den Fang dreier (^ von Apochima flabellaria
Heeger bei Girgenti; II Nataralista Siciliano II S. 136.
Icterodes sordida (Korea); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 116.
Hyria hüineata (Assirghur); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 170.
Phigalia (?) Suidunaria (Djar-sou, Kuldscha); Alpli6raky, Hör. Ent.
Ross. XVII S. 174 Taf IX Fig. 89.
Semiothisa Labradoriata (L.); UöscMer, Stett. Entom. Zeit. 1883
S. 118, der diesem Gattungsnamen Semiothisa gegenüber Macaria
das Wort redet.
Crocallis Auberti (Sebdou, Oran); Ch. Oberthür, Bull. Ent. Fr. 1883
S. XL VIII.
Cbr^tien schildert die Entwickelungsgeschichte der Himera pen-
naria; Le Naturaliste 1883 S. 286, 293.
Urapterjx nivea (Tokei, Japan); Butler, Journ. Linn. Soc. Lond.
XVII S. 199.
Eugonia undiUneata (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 87.
Metrocampa (?) admirabilis (Sidemi; Uasuri) ; Oberthür, Bull. Ent.
France 1883 S. LXXXIV.
La Corycia temerata, ses premicrs etats; Chr^tien, Le Natura-
liste 1883 S. 317, 32.5.
Abraxas grossnlariata ab. Dokrni; Koenig, Revue mensucUe d'Ento-
mologie I S. 20.
Tephrina litfdna (Kurrachee ; Solun ; Umballa), zebrina (Mhovv) ; Butler,
Proc. Zool. Soc. 1883 S. 171.
Timandra xympaihicd (Mündung des Khorgosse); Alpheraky, Hör.
Ent. Ross. XVn S. 166 Taf. VHI Fig. 76.
164 Bertkau: Bcriclit über tlic wissenschaftlichen
Ephyra Dhannsulae. (D., Indien); Butler, Proc. Zool. Ent. 1883
S. 169.
Zonosoma Lenniyinria (unterer Rheingau); Fuchs, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 268 fl'. nebst ihrer Lebensgeschichte, die z. Th. schon früher als
die von albiocellai'ia mitgetheilt wurde.
Acidalia cumulata (Archane) S. 160 Taf. VIII Fig. 69, characteristica
(Talki) S. 162 Taf. IX Fig. 87; Alpheraky, Hör. Ent. Ross. XVIT,
Schöyeni (Syd-Varanger); Sparre-Schneider, Entom. Tidskrift 1883 S. 80.
Scordylia basiiata Gn. = Ileterusia conduplicaria IIb. ; Berg , An.
Sog. Cienti'f. Argent. XVI S. 271.
Nemoria camifrons! (Mhow); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 169.
Eucrostis indigenata, deren Raupe einen kugeligen Kopf
hat, ist die einzige europäische Art dieser Gattung; impararia, herbaria
und Olympiaria, die im Staud. Kataloge in derselben Gattung stehen, ge-
hören wegen des tief zweispaltigen Kopfes ihrer Raupen zu Nemoria;
Milliere, II Natural. Siciliano III S. 33.
Alpheraky hält Phorodesma prasinaria Ev. für eine blasse Varietät
von smaragdaria F.\ Hör. Ent. Ross. XVII S. 156, und beschreibt von
fulminaria Ld. eine var. correspondens von Kuldscha; S. 157 Taf. IX Fig. 85.
Noctilidao. Ucber Grote's „Introduction to a study of North Ame-
rican Noctuidae" in den Proc. Amer. Philos. Soc. XVI No. 114 S. 134 ff.,
die mir zu spät zukamen, um noch in diesem Bericht berücksichtigt wer-
den zu können, hoffe ich in dem nächsten Bericht ausführlicher zu referiren.
Arthisma (n. g. Gonopterid.) scissuralis (Singapore); Moore, Proc.
Zool. Soc. 1883 S. 20.
Byturna n. g. H}'penid. , für (Bocana) digramma Wo/A;; derselbe
ebenda S. 28.
Hypocalpe n. g. „allied to Calpe" für (Calpe) fasciata Moore;
Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 157.
Copimamestra (n. g. Mamestrae congruum, except.: tibiae anticae
calcari valido armatae; oculi pilosi; abdomen lophophorum; Typen sind
(Mamestra) Brassicae und) occidenta! (New Mexico); Grote, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI S. 54.
Schöyenia (n. g.) arclica (Nowaja Semlja); Aurivillius, Entom.
Tidskrift 1883 S. 191 flf.
Maurilia (n. g. inter Acontiam et Oraesiam loc.) Lubinn (Kaflfr.) ;
Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 298 Taf. XVI Fig. 13.
Epistona (n, g.) Limula (ibid.) S. 303 Fig. 17.
Alura (n. g.) Caupona (ibid.) S. 304 Fig. 18; derselbe ebenda.
Acharya coslalis (Andaman); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 28.
Capnodes stellala (Singapore); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 28.
Sonagra biviltata (Andaman I.) Fig. 7, decussata Fig. 8, vialis Fig. 9
(Himalaya); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 27 PI. VI.
Coenopeta /wv(Srt (Buenos Aires); Berg, Mise. Lepid. S. 159.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 165
Durdara fenestrata (Bombay); Moore, Proc. Zool, Soc, 1883 S. 27
PI. VI Fig. 6.
Aphandala misera (Assinghur; Mhow); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 166.
Pasira hiatomea (Ceylon); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 29.
Berg ergänzt die Diagnose der Gattung Chadaca Walk, durch die
Schilderung des Flügelschnittes und Aderverlaufs und beschreibt Ch. Mis-
sionum (Terr. Miss.) S. 161 f; Mise. Lepid. a. a. O.
Donda striatovirens (Cherra Punjo) Fig. 2, ornala (Bombay) Fig. 3;
Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 23 PI. VI.
Nach Eiley lebt die Raupe von Helia americalis in den Nestern
von Formica rufa, und er glaubt (mit Unrecht!), dass dies der erste Fall
eines myrmekophilen Schmetterlings sei; Americ. Natural. 1883 S. 1070.
Zanclognatha caffraria (K.); MöscMer, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 307 Taf. XVI Fig. 22.
Bankia Bankiana Natural History; Backler, Ent. Monthl. Mag.
XX S. 77.
Apopestes indka (Manpure); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 22.
Spirama _;Vwcīena (Korea) S. 115, inaequalis (ibid.) S. 116; Butler
Ann. a. Mag. N. H. (5) XI. '
Gyrtona chalybea (Solun, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 163.
Gonitis trilineata (Bombay); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 21
PI. VI Fig. 1.
Hypopyra /jaWida (Ceylon); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 26.
Hypocala aspersa (Solun); Butler, Proc. Zool. Zool. Soc. 1883 S. 164.
Ercheia ;xmnosa, uniformis (Malabar); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 24.
Alamis caffraria (K.); Möschler , Verh. Zool. Bot. Ges. XXXIII S. 301.
Pandesma similata (Allahabad, Indien); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 24, tempica (Kaffi-.); Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 300 Taf. XVI Fig. 16.
Grotella Dis (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 55.
Acontia dignata (Kaffr.); Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXni S. 297 Taf. XVI Fig. 12.
Oraesia Hartmanni (Kaft'r.); Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 299 Taf. XVI Fig. 14.
Sypna coniellata (Dharmsala), rubrifascia S. 24, prunosa, fratema
(Darjiling), renisigna (Khasia H.) S. 25; Moore, Proc. Zool. Soc. 1883.
Argiva strigipennis (Khasia H.) ; Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 25.
Nyctipao prunosa (N.W. Himalaya) ; Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 26.
Plusia melanocephala (Kaffr.); Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 297 Taf. XVI Fig. 11.
Calpe bicolor (Punjab); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 19.
CucuUia ditissima (Sidemi); Oberthür, Bull. Ent. France 1883 S. 85,
166 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
mmUa S. 295 Fig. 9, piisilla S. 296 Fig. 10 (Kaffr.); Möschler, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII Taf. XVI.
Ophiusa acuta (Khasia H.); Moore, Proc Zool. Soc. 1883 S. 27
PI. VI Fig. b.
Ophisma Statina Fig. 19, demla Fig. 20 S. 305, exuleata Fig. 21
S. 306 (Kaffr.) ; Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wi^n XXXIII Taf. XVI.
Naxia duplexa (Darjiling); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 26
PI. VI Fig. 4.
Phyllodes roseiyo-a (Andaman.); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 164, cerasifera (Mindanao) ; derselbe, Arm. a. Mag. N. H. (5) XI
S. 426 mit Holzschnitt des Hinterflügels auf S. 427, maligera (Ceylon);
derselbe, Ent. Monthl. Mag. XX S. 138.
Rusicada diversalis (Singapore); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 21.
Thalatta aZ6jo;-6w, modesta (Ceylon); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 22.
Argyritis pura (Chili); Butler, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 86.
Sericia culamistrala (Andaman I.); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 26.
Orthosia Rhadama (Cannes; Raupe auf Rumex scutatus); Mabille,
Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 153 PJ. I Fig. 1.
Cosmia trapezina var. badiofasciata (Livland); Teich, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 173.
Dicycla Oo -Larve; Buckler, Entom. Monthl. Mag. XIX S. 203.
Anomis Luperca (Kaflfr.) ; MöscMer , Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXni S. 300 Taf. XVI Fig. 15.
Perigea^a/aar{a(Dharmsala? Indien); Butler,Proc. Zool. Soc. 1883S.159.
The hibernation of Aletia xylina (Sa//), in the United States
a settled fact; by C. V. Riley; Proc. Amer. Acad. Advanc. of Sei., 31th.
meet., S. 468; Americ. Natural. 1883 S. 420.
Die vor Kurzem durch Oberthür von Askold beschriebene Cara-
Urina albosignata wurde auch bei St.-Martin-Lantosque, Alpes Mari-
times, aufgefunden und ist beschrieben und abgebildet; Mabille, Ann. Soc.
Linn. Lyon XXIX S. 154 PI. I Fig. 2.
C. singula S. 292 Fig. 6, orbata S. 293 Fig. 7 (Kaffr.); Möschler,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIH Taf. XVL
Leucania internata Fig. 3, melianoldes! Fig. 4 S. 291, Baziyae Fig. 5
S. 292 (Kaffr.); Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIH Taf. XVL
Meliana flammea Larva etc.; Ent. Monthl. Mag. XX S. 63.
Tapinostola frumentalis , ein neues schädliches Insekt Russlands.
Lindemann, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou LVIII (1883 No. 1) S. 145 ff.
Die Raupe dieses Schmetterlings höhlt im Mai die noch jungen, saftigen
Halme des Roggens, weniger des Weizens aus und tödtet dadurch die
Pflanze. Sie gelangt in den Halm durch ein an dessen Basis gefressenes
Loch und arbeitet sich in demselben in die Höhe. Ist der eine Halm
ausgefressen, so verlässt die Raupe denselben durch ein am oberen Ende
ihres Frassganges gemachtes Loch und fällt einen zweiten und dritten an.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 167
Anfangs Juni, wo die Halme zu reifen und trocken zu werden beginnen,
vei-puppt sich die Raupe in der oberflächhchen Erdschicht ohne Gespinnst
in einer Höhle ; der Falter erscheint Anfangs Juli und hat eine lange
Flugzeit. Die Nachkommen dieser Generation leben wahrscheinlich an
wild wachsenden Gräsern, die verspäteten Exemplare vielleicht auch im
Wintergetreide. In welcher Form die Ueberwinterung Statt findet, konnte
nicht ermittelt werden; aber im April und Mai fliegt eine erste, die
Wintergeneration dieses Falters. Derselbe scheint bis jetzt auf den Süd-
osten Russlands und den Norden des Kaukasus beschränkt zu sein.
Prodenia litoralis Boisd. und testaceoides Guen. sind nach
Züchte rgebnissen die beiden Geschlechter derselben Art; Tijdschr. v. Ent.
XXVI Versl. S. CXXXIV.
Anthoecia Swinkoei (Assinghur, Indien); Butler, Proc. Zool. Sog.
1883 S. 162.
Hadena Calberlai (Campagna bei Rom); Staudinger, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 181.
Apamea chloris (Acqui-les-Bains , Italien); Uabille, Ann. Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 172 PI. IV Fig. 1, 2.
Polia dubia Z)m;:>. var. Typkomca; Mabille, Ann. Soc. Linn. Lyon
XXrX S. 178 PI. IV Fig. 10, 11.
Dianthoecia submodesta (Kaflfr.); Köschler, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXffl S. 294 Tef. XVI Fig. 8.
Copimamestra occidenia! (New Mexiko); Orote, s. Amer. Joum. Sei.
a. Arts. 25 S. 212; vgl. oben S. 164.
Agrotis himarginalis , circumdata , planalis S. 53, grandipennis , beata
S. 54 (New Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5) XL
Spaelotis /ra^zVw (Solun); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 160.
Acronycta Alni, Raupe vergl. oben S. 5; s. auch Entom. Monthl.
Mag. XX S. 82.
Notodoutidae* Moore ersetzt seinen Namen Corma wegen der
gleichnamigen Walker'schen Gattung durch Ambadra und beschreibt
femer Baradeaa (n. g.) lithosioides (Darjiling); Proc. Zool. Soc. 1883
S. 16 f. PI. V Fig. 2.
Hanimond sieht die Angabe, dass die Raupe von Harpyia vinula
aus ihrer Schwanzgabel eine saure Flüssigkeit ausspritzen könne, als
erwiesen an, macht aber auf Grund des anatomischen Verhaltens auf die
Schwierigkeit einer Erklärung aufmerksam; Proceed. Linn. Soc. Lond.,
from Nov. 1880 to Joine 1882 S. 7 (Febr. 1881). Vgl. des Refer. frühere
Bemerkungen über das Ausspritzen einer Masse in dies. Ber. f. 1881 S. 199
und 1882 S. 185.
Petasia nubeculosa Natural History; Buckler, Ent. Monthl.
Mag. XIX S. 271.
Satnmiadae* Micrattacus/«Züit7en^m (Territ. Mission.) ; Berg, Mise.
Lepid. S. 157.
1G8 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Copaxa Hanningtoni (Victoria Nyanza) ; Butler , Ann. a. Mag. N. H.
(5) XII S. 106.
Ilypcrchiria Lama (Salta); Berg, Mise. Lepid. S. 156, zephyria (New
Mexico); Grote, Ann. a. Mag. N. H. (5,' XI S. 52.
Saturnia Numicht (Algier); Austaut, Le Naturaliste 1883 S. 359.
Mimallo Schuhii et sa metamorphose; Weijenbergh, Hör. Ent. Ross.
XVII S. 141 flf. Taf. VII; (= M. cordubensis Berg; Berg, An. Soc.
Cientif. Arg. XVI S. 271).
Endromis versicolor Natural. History (vom Ei an); Buckler,
Ent. Monthl. Mag. XX S. 73.
Boml)ycidae. Berg erkennt, dass die meisten Argentinischen Spinner
in die Gattung Tolype Hb. gehören, mit der Hydrias H.-Sch., Coeculia
H. - Srh. , Titya Walk, , Artace Walk. , Ocha Walk, , z. Th. auch Poecilo-
campa, Clisiocampa und Echedorus H,-Sch, synonym sind. Von der
Gattung wird eine sehr eingehende Schilderung geliefert, in der auch die
Larvenstände der (6) Arten berücksichtigt sind, von denen dieselben be-
kannt geworden sind. Eine ausführliche Besprechung finden dann die
folgenden Arten, die dem Autor zur Untersuchung zur Verfügung standen :
T. Velleda (Stult) , Hella {H,-Sch.), mexicana {H,-Sch,), innocens (Burm,),
primitiva (Walk.), proxima (Burm,), pauperata {Burm.), punctistriga (Walk,),
albicans (Walk,), Güntheri n. sp. (Prov. Salta) S. 117, abstersa {Fdd,),
pelochroa n. sp. (Rio de Janeiro) S. 118, plagiata (Walk,), ochropyga
(Feld,), lignosa [Walk,), mollis (Sepp), adusta {Walk,), rivulosn (MöschL),
argyphea n. sp. (Rio de Janeiro), egenes {H.-Sch.), deusta {H.-Sch,), nocens
{H,-Sch.); angeschlossen ist ein Verzeichniss von 25 dem Verfasser in
natura unbekannt gebliebenen Arten. Von T. innocens , proxima und li-
gnosa sind die Raupen beschrieben; die von proxima verbreitet einen starken
Moschusgeruch und lebt auf verschiedenen Pomaceen und anderen Rosi-
floren, sowie auf Camellia japonica, Rhaphiolepis indica, Sapium aueupa-
rium. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 101 flf.
Tarugma inlensa (Bengalen) Fig. 4, Hyperantherae (Calcutfa) Fig. 5 ;
Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 18 PI. V.
Demaison meint , der von Aristoteles erwähnte , auf Cos gezüchtete
Seidenspinner der Alten könne nur Lasiocampa Otus gewesen sein;
Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXXIX.
Dirphia Caisa (Buenos Aires); Berg, Mise. Lepid. S. 155.
Brahmaea Curpenteri (Korea); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 114.
Austaut beschreibt die Raupe von Bombyx Serrula; Le Natura-
liste 1883 S. 206.
B. Korhi (Albarracin) ; Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 179.
Liparidae. Fromholz beschreibt das gemeinsame Nest, die Raupe und
Puppe von Anaphe Panda iJ«/ü.; in dem Neste schmarotzt eine Phycide;
s. oben S. 158; Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 9 flf. Taf. II Fig. 1, 6, 7.
Lymantria y!(%jHosa (Bombay); Hoore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 17.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 169
Trisuloides catocalina (Darjiling); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 17.
Thaumatopoea (Cnethocampa) cheela (Umballa-Distrikt) ; lloore, Proc.
Zool. Soc. 1883 S. 18.
Psycllidae, Epichnopteryx flavescens Heyl. var. Kuldschaensis (K.) ;
Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1883 S, XL VIII.
Bijugis Alph&akü (Kuldscha); Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1883
S. XLVII.
Acanthopsyche Oberthüri {ÖT&n) ; Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1883 S.93.
Psyche helicinalla H.-Sch., bisher nur in einem Exemplar
aus Sizilien bekannt, kommt auch in Algier vor; Heylaerts, C. R. Ent.
Belg. 1883 S. 93.
Limacodidae. Limacodes Codeti (Sebdou); Ch. Oberthür, Bull.
Ent. Fr. 1883 S. XLVIII.
Ai'CtiadaC* Microsemyra (n. g. ; „aspect of a small Leucania,
but more nearly allied to Semyra" ; von Butler hin diese Familie gestellt)
paUida (Mhow, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 155.
In einer Revision del genere Ecpantheria in den Anales del
Mus. publ. Buenos -Aires III S. 19 — 4 4 beschreibt Burmeister E. ano-
mala S. 40.
Charidea Cleasa (Bogota) PI. 40 Fig. 3, imperialis (Ecuador) Fig. 2
S. 380, Julia (Chanchamayo) , Buckleyi (Ecuador) Fig 4, Bertha (ibid.)
Fig. 1, Ferilla (ibid.), Chloe (ibid.) S. 381; Druce a. a. 0.
Amerila Bauri (Kaffr.) ; MöscWer, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 289 Taf. XVI Fig. 2.
Die Raupen von Palustra Burmeisteri gehen vor ihrer Ver-
puppung aus den grösseren Flüsschen in die kleineren Bäche und Gräben
hinauf und verpuppen sich, gewöhnlich in Gesellschaft, ausserhalb des
Wassers an überhängenden Grasbüscheln; Berg, Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 402 ff.
Diabaena imitata (Ecuador); Druce a. a. 0. S. 382.
Dionychopus (Amasis Cr. var.?) similis (Kaft'r.); Möschler, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 289.
Ctenucha opaca Blanch. = rubriceps Walk.; vittigera {Blanch.) =
nivosa TFa/^■. (?); Berg, An. Soc. Cienti'f. Argent. XVI S. 270.
Hoplarctia claria (Ecuador); Druce a. a. 0. S. 383.
Automolis superha (Ecuador) PI. 40 Fig. 8 , Asara (ibid.) Fig. 7 ;
Druce a. a. 0.
Evius Pohjxenus (Ecuador); Druce a. a. 0. S. 383 PI. 40 Fig. 6.
Zatrephes Chaon PI. 40 Fig. 10, grandis Fig. 5, Buckleyi Fig. 9
(Ecuador); Druce a. a. 0. S. 383.
Swinton überzeugte sich von der Richtigkeit der älteren Angabe, die
meines Wissens zuerst Zeller gemacht hat, von der Stridulation der
Arctia caja und lässt das Geräusch durch Reiben der Beule der Vorder-
flügel an den Hinterflügeln entstehen. Ent. Monthl, Mag. XX S. 83.
170 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Fallou macht eine Aberration dieser Art bekannt, deren Vorder- und
Hinterflügel braun gefärbt sind, die hinteren heller und die gewöhnlichen
Flecken erkennen lassend. Das Exemplar schlüpfte in einer orkanartig
stürmischen Nacht aus ; Fallou erinnert an andere Beispiele , wo nach
abnormen atmosphärischen Erscheinungen aberrante Schmetterlinge gefun-
den wurden; Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 21.
Chelonia Bieti (Tibet); Ch. Oberthür, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XLIII.
Androcharta Cassotis (Ecuador); Bruce a. a. 0. S. 382 PI. 40 Fig. 11.
Aloa marginata (Nepal); Moore, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 15 PI. V
Fig. 1.
Hypercompa tigris (Victoria Nyanza); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) Xn S. 106.
LithOSiadae. Histia ß-atema (Calcutta); Moore, Proc. Zool. Soc.
1883 S. 15.
Bi/ione rubrifasciata (Nord-Celebes); Bruce, Ent. Monthl. Mag. XX
S. 156.
Cleosiris fasciata (Bomeo) , major (Indien) ; Moore , Proc. Zool. Soc.
1883 S. 15.
Amesia Trepsichrols (Nias); Butler, Ent. Monthl. Mag. XX S. 57.
Nychthemcra Fulleri (Camerons); Brace, Ent. Monthl. Mag. XX S. 157.
Leptosoma mehneura! (Nias Isl.): Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 161.
Pintia njanea (Sumatra); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 160.
Isbarta lactea (Java); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 160.
Epyrgis parvula (Darjiling; Nicobars); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XII S. 160.
Chalcosia Oenone (Nias); Butler, Ent. Monthl. Mag. XX S. 57.
Anomoeotes thymiads (Ost - Afrika) ; Bruce, Ent. Monthl. Mag. XX
S. 1&6.
Aletis Monteironis (Ost-Afrika); Bruce, Ent. Monthl. Mag. XX S. 156.
Nycteolidae. Hylophila prasinana var. Mülierei ; Capronnier,
C. R. Ent. Belg. 1883 S. XCIX.
Syntomidae. Höfner fing ein (^ von Naclia ancilla bei Nacht
„in vollster Thätigkeit" imd wird dadurch in der schon durch die ver-
schiedene Beschaffenheit der Fühler, Palpen, des Hinterleibes, Nahning
der Raupen angeregten Ansicht unterstützt , dass dieselbe nicht zu den
Syntomiden, sondern den Lithosiden gehöre; Wien. Ent. Zeitg. 1883
S. 223.
Syntomis phegea ab. nigricomis CKaukas.); Alphöraky, Revue men-
suelle d'Entomologie I S. 18.
Zygaenidae. Zygaena exulans Natural History; Buckler, Ent.
Monthl. Mag. XX S. 150 ff.; millosa (La Rochelle); L. Candeze, Feuilles
des Jeunes Naturalistes 1883 Janvier; wird in C. R. Ent. Belg. 1883
S. XCII für eine Varietät von Hippocrepidis erklärt und als H. var. mütosa
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 171
bezeichnet und PI. IV B, Flügel ganz roth, nur mit schwachem, schwarzen
Aussenrandc, abgebildet.
Eupyra Herodes (Ecuador) PI. 39 Fig. 1 , Salmoni (Columbien),
cephdlena (Ecuador) Fig. 2; Drace a. a. O. S. 372,
Calonotus Sandion (Columbien; Ecuador), Jlavicomis (Col.) PI. 39
Fig. 3; Druce, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 373.
Isanthrene Eusebia (Ecuador) S. 373, Thyestes (ibid.) PI. 39 Fig. 4,
tolosa (ibid.) S. 374; Druce, Proc. Zool. Soc. 1883.
Homoeocera ozora (Columbien) PI. 39 Fig. 6, Buckleyi (Ecuador)
Fig. 7 S. 374, Lyrcea (Ecuador) S. 375; Druce a. a. 0.
Erruca lycopoUs (Ecuador) PI. 39 Fig. 7, Phyleis (ibid.), Sephela
(ibid.) ; Druce a. a. O. S. 375.
Sphecosoma surrentum (Bolivien) PI. 39 Fig. 9 S. 375, Ecnadora
(E.) S. 376; Druce a. a. 0.
Loxophlebia Eumelis, Petosiris (Ecuador); Druce a. a. 0. S. 376.
Cosmosoma omole (Ecuador), ufentina (Boliv.); Druce a. a. 0. S. 377.
Gymnelia Whithdyi (Peru) S. 376, torquatus (Bras.) S. 377; Druce
a. a. O.
Dycladia Felderi (Ecuador) PI. 39 Fig. 9 S. 377, Vindonissa, Cre-
thels, Chalonilis Fig. 10 S. 378; Druce a. a. 0.
Desmidocnemis Äsmodeus, Eumonides (Ecuador); Druce a. a. O. S. 378.
Eunomia Ocina (Boliv.); Druce a. a. 0. S. 379.
Ueber Eu. Eagrus s. oben S. 143.
Pezaptera carmania (Ecuador); Druce a. a. O. S. 379.
Argyroides Boliviana (B.); Druce a. a. 0. S. 379 PI. 39 Fig. 12.
Trichura hadassa (Ecuador) Druce a. a. 0. S. 379.
Chloropsinus viridis (Ecuador); Druce a. a. 0. S. 380.
Illipula ornata (Ecuador); Druce a. a. O. S. 380.
Procris Globulariae Natural History; Buckler, Ent. Monthl.
Mag. XX S. 97.
Agaristidae. Phaegorista palHda (Ogowai, Ost - Central - Afrika) ;
Druce, Ent. Monthl. Mag. XX S. 156.
Aegocera afßnis (Manboia), triculor (Ost-Afr.); Druce, Ent. Monthl.
Mag. XX S. 155.
Sesiadae. Aegeria rufa (Valparaiso); Butler, Trans. Ent. Soc.
London 1883 S. 58.
Ueber Trochilium api forme, den Treitschke'schen Hermaphro-
diten, s. Ent. Nachr. 1883 S. 129 ff., 197 ff., 205; vgl. dies. Ber. 1881
S. 167.
Sesia Aurimllii (Lappland); Lampa, Entom. Tidskrift 1883 S. 127 f.
mit Holzschn. , flaviventris (Mecklenburg; Raupe in Zweiggallen der Salix
caprea); Staudinger, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 177.
SpMngidae* Smerinthus Austauti Stgr. var. wirabüis (Marocco);
Anstaut, Le Naturaliste 1883 S. 359.
172 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Deilephila Nicaea var. castissima Mill. i. 1. (Sebdou, Oran) ; Austaat,
Le Naturaliste 1883 S. 360.
Leidy beschreibt 7 Farbenvarietäten des Tobacco-worm, der Raupe
von Sphinx Carolina; Proceed. Acad. Natur. Sei. Philad. 1882 S. 237 f.
S. Baruta (Buenos Aires); Berg, Mise. Lepid. S. 151.
Hesperiadae, Description d'Hesperies par M. P. Mabille;
C. K. Ent. Belg. 1883 S. Llflf. (wird a. a. 0. zitirt werden).
Floetz behandelt die Hesperiinen-Gattung Phareas Westw.
und ihre (18) Arten; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 451 ff.;
ebenso Entheus Hübn. und ihre (7) Arten; S. 456 ff.
Derselbe stellt analytische Tabellen der Arten der Gattungen
Pyrgus und Carcharodus auf; Mitth. naturw. Ver. Neu -Vorpommern
und Rügen ; 1 5. Jahrg. S. 1 ff.
Anastrus subviolareus , stigmaticus (Brasil.), variiis S. LIV, perßdus
S. LV (Venezuela); Mabille a. a. 0.
Anisochoria suhlimbata (Columbien) ; Mabille a. a. O. S. 76.
Camptopleura ebenus (?); Mabille a. a. 0. S. LIII.
Carystus Duris (Philippinen), grandipuncta (Pard) 8. 59, Vallio (Neu-
HoUand), Lepte (Parä), Salenus (Columbien) S. 60, (?) Sporus (?) S. 61;
Mabille a. a. 0.
Cecropterus sulfureolus (Bras.) S. 55, zonilis (Columbien) S. 56;
Mabille a. a. 0.
Cobalus obsolelus (Südam.) , atramentarius (Cayenne) , nigritvlus (Pa-
nama; Bras.), vetulus (Bras.), umbrosus (?) S. 62, evanidiis, Renidus (Süd-
amer.) S. 63; Mabille a. a. 0.
Eurypterus peruvianus (P.); Mabille a. a. O. S. LIII.
Hesperia Melangon (Südam.), coeliginea (Bras.; Bogota), Giselus (Bo-
gota) S. 75, Pkilippits (Bras.) S. 76; Mabille a. a. O.
Floetz bringt die Beschreibung der Arten der Gattung Hesperia
zu Ende; es sind 512 Arten, von denen 162 als neu beschrieben sind;
Stett. ent. Zeit. 1883 S. 26 ff., 195 ff'.
Hesperilla Eac/is (Australien); Mabille a. a. 0. S. 63.
Leucochitonea nivella (Bogota); Mabille a. a. 0. S. LV.
Nisoniades australis (Columbien); Mabille a. a. O. S. LIV, phyllo-
phila (Natal; Delagoa-B.); Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 362.
Buckler beschreibt die Raupe von Pamphila linea, die er von
Holcus lanatus schöpfte, das sie dem Brachypodium sylvaticum vorzuziehen
schien; Ent. Monthl. Mag. XIX S. 244.
P. pellucida Murr. var. quinquepuncta (Japan), Neophytes (Philippinen),
Aures (O.-Africa) S. 64, Leniur (Cayenne), Indira (I.) S. 65, trisema (Bras.),
impar (Austral.?) S. 66, antarclica (Bras.), monüis (Pendjab) S. 67, Cali-
fornica (C), Ludoviriae (Murat, Pyrenäen) S. 68, Dryops (Bras.; Venezuela)
S. 69, Nicomedes (Bras.), Rolla (Südam.) S. 70, Pseudolus (?), Akar
(Philippinen) S. 71, Melanion (<')ceanien) , Hetaerus (Philippinen) S. 72,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 173
Japonica (J.), Philaenus (Malacca) S. 73, Orßtns (Java), Phellus (Malacca)
S. 74; Mabille a. a. 0.
Plesioneura Froserpina (Aru); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (s) XI
S. 424, Goto (Japan), volux (Philippinen) S. 56, mirrothi/rus (ibid.) S. 57;
Mabille a. a. O.
Proteides Volesus (Bogota), Philodumxis (Peru) S. 58, Porius , Orius
(Südamerika) S. 59; Mabille a. a. 0.
Pterygospidea Everyx! (Ceylon; Malacca); Mabille a. a. O. S. 77.
Pyrgus Tucusa (Natal ; Transvaal) ; Trimen , Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 359.
Pyrrhopyga Sothis, Orhius (Bras.); Mabille a. a. O. S. 57 f.
Pythonides contuhemaJis, assecla (Bras.); Mabille a. a. O. S. 76.
Thymele Nucula (Bras. , Cayenne) S. LH , Maneros (Bras.) S. LIII ;
Mabille a. a. O.
Thymelicus Wallengrenii (Natal; Zulu); Trimen, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 361,
Thanaos inomatus (Aru); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 424.
Telegonus rotundatus (Südam.); Mabille a. a. O. S. LIII.
Tagiades Sem (Sanghir J.), lugens (Saigon); Mabille a. a. 0. S. 78,
albovittaia (Bomeo); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1883 S. 534.
Baoris scopulifera (Andaman) S. 532, unieolor (Darjiling), Äusteni
(Khasia h.);
Isoteinon Vindhjäna (Jabbulpore) , Nügiriana (N.) S. 533 , modesta
(Nilgiris) ;
Baracus subditus (Nilg.) ;
Parnara Ctmarica (Canara) S. 534 ; derselbe ebenda.
Lycaeuidae. Vadebra n. g. (Nadisepae et Rapalae intermedium)
für (Deudorix) petosiris, pheretima, suffusa, lankana;
Lehera n. n. für Artipe Boisd.\ Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1883
S. 528.
Lycaena Aegon var. Killinsi (Tarspp); Christ, Jahresb. Naturf.
Gesellsch. Graubündens XXVI S. 10.
A. Levettn (Korea); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 111,
Nodieri (Haut - Senegal) ; Oberthür, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XII, lucida
(Cap; Transvaal; Natal) S. 348, stellala (Cap-Col.) S. 349, puncticih'u (ibid.)
S. 350, Bowkeri (Natal) S. 351; Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883,
benigna (Kaffr.); MöscWer, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 285
Taf. XVI Fig. 1.
Polyommatus virgaureae var. Estonica (Esthland); Hoyningen - Haene,
Entom. Nachr. 1883 S. 48 flf.
P. Ellisi (Indien); Marschall, Journ. Asiat. Soc. Bengal LI S. 41
PI. IV Fig. 4.
Surendra biphigiaia (Madras); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 147
PI. XXIV Fig. 12, Todara (Nilgiris); Moore ebenda S. 530.
174 Bertkan: Bericht über die wiäsenschaftlichen
Pauchala Birmana (Toungu);
Nilusera Hrithons (Assam), opalina (Khasia h.) PI. XLIX Fig. 1
S. 531, suhfnschtia (Burmah) Fig. 2 S. 532; derselbe ebenda.
Aphnaeus bradeatus (Mhow, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 147 PI. XXIV Fig. 10, 11, ahnomiis (Nilgiris) ; Moore, ebenda S. 526
PI. XLIX Fig. 4.
Derselbe giebt ebenda eine emeate Beschreibung der Gattung
Sithon Hbn. und beschreibt S. indra (Bengalen) S. 527.
Hypolycacna Cachara (N.-Cachar h.) Fig. 6, Grotei (N. O. Bengalen)
Fig. 5, Nilgirkd (N.) Fig. 8; derselbe ebenda.
Taj uria ^'eAana (Lucknow) Fig. 7;
Pratapa Lila (Silhet) Fig. 9; derselbe ebenda.
Catochrysops hapalina (Mhow, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 148 PI. XXIV Fig. 2,3, V^tiensis (V.); derselbe Ann. a. Mag. N.
H, (5) XII S. 389.
Zizera oriens (Mindanao); Butler, Ann. a. Mag. N. H, (5) XI S. 415.
Spalgis nubilus (Andaman J.); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1883
S. 522.
Curetis ghriosa (Silhet) Fig. 1 , anguhtta (N. W. Himalaya) Fig. 2
S. 522, arcuata (Malabar) Fig. 3 ;
Castalius interruplus (Bombay) Fig. 4 ;
Cyaniris placida (Darjiling) Fig. 5, marginata (ibid.; Nepal) Fig. 6,
liUimargo (N. O. Bengalen) Fig. 9 S. 523, albidisca (Nilgiris) Fig. 7, jyn-
teana (Jyntea h.) Fig. 10, Sikkima (Darjiling) Fig. 11;
Niphanda plinioides (Sikkim) Fig. 8 S. 524 PI. XL VIII;
Horaga Moidmeina (M.), Cingalensis (Ceylon), Sikkima (Darjiling) S. 525 ;
Ilerda Langii (Masuri) S. 526; derselbe ebenda.
Miskin beschreibt und bildet ab Ogyris Genoveva Hew. in allen
Stadien; die asselähnliche Raupe lebt auf Loranthus; Trans. Entom. Soc.
Lond. 1883 S. 343 ff. PI. XV.
Myrina inopinata (Nias Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 159.
Miletus coeltsparsus (Nias Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII
S. 159.
Arrugia brachycera (Cap-Col.); Trimen, Trans. Entom. Soc. London
1883 S. 353.
D'Urbania saga (Cap-Col.); derselbe ebenda S. 354.
Satyrida©. Pararge Ida aberr. albumarginata (partieller Albino);
Fallou, Ann. Soc. Entom. France 1883 S. 21 PI. I Fig. IIa b.
Pararge erebina (Korea); Butler, Ann. a. Mag. N. IL (5) XI S. 278.
Hipparchia Shandura (Indien); Marshall, Journ. Asiat. Soc. Bengal
LI S. 38 PI. IV Fig. 3.
Elymnias PeaJi (Assam); Wood-Mason, Ann. a. Mag. N. II. (5) XI
S. 62 PI. II Fig. A. B, GoJferyi (Malacca, Sungci Ujong); Distant,
ebenda XII S. 351, dolorosa (Nias); Butler, Entom. Monthl. Mag. XX S. 53.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 175
Callerebia modesla (N.W. Himalaya); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond.
1883 S. 521.
Melanitis Abdullae (Malaeca, Prov. Wellcsley) ; Distant, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 241.
Zophoessa Dura (Indien); Marshall, Journ. Asiat. Soc. Bengal LI
S. 38 PI. IV Fig. 2.
Mycalesis Swkha (Indien); Marahall, Journ. Asiat. Soc. Bengal LI
S. 37 PI. IV Fig. 1.
Yphthima rara (Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 145 PI.
XXIV Fig. 1, multistriata (Formosa); derselbe, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 50, granulosa (Victoria Nyanza); derselbe ebenda S. 101.
Xdis fulvida (Wai Levu , Viti L., Kandavii); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 411.
Erycillidae, Abisara alnorvns (Moulmein) PI. XLIX Fig. 3, fra-
terna (Bombay); Moore, Proc. Zool. Soc. Lond. 1883.
Acraeidae. Der Anhang am Hinterleibe der Acraea-
Wei beben ist ein Zeichen der stattgefundenen Begattung, und entsteht
wahrscheinlich durch Erhärten einer während der Begattung von einem
der Geschlechter ergossenen Flüssigkeit, durch welche leicht ausfallende
Schuppen und Haare auf einem unter der letzten Riickenplatte gelegenen
Wulst des Männchen zusaramengekittet werden. F. Müller, Zool. Anz.
1883 S. 415 f.
A. arcticincta (Victoria Nyanza); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII
S. 103.
Telchinia Nero, perrnpta (Victoria Nyanza); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) Xn S. 102.
Alaena interposita (Victoria Nyanza); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XII S. 103.
Morphidae. Tenaris Birchi (Singapore) ; Diatant, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 241.
Drusilla jo/«o;)s (Pt. Moresby; Yule Isl.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1883 S. 164 (wird ebenda S. 304 als D. Butleri Oherth. erkannt).
Dana'idae. Moore zeigt zunächst in seiner Monograph of Li-
ra naina and Euploina . . ., Proc. Zool. Soc. Lond. 1883 S. 201 ff.
PI. XXIX — XXXII, dass die Bezeichnung Danaidae für diese Familie
nicht berechtigt sei, da Esper und Cuvier den Gattungsnamen auf die-
jenigen Linne'schen Danai beschränkt haben , die die D. candidi L.
(= Pieridae heutigen Tags) bilden. Die Unterfamilie ist daher Euploei-
nae zu nennen und zerfallt in die Gruppen Limna'ina (Males possessed
with one or more glandulär sacs or scent - producing organs on the bind
wing; hind wing also mostly with a more or less defined precostal cell;
abdomen furnished with odoriferous anal tufts of hair. Larva smooth, with
2 or more pairs of subdorsal, long slender fleshy processes) und Euploe-
ina (Males in most genera, possessed with either 1 or 2 glandulär streaks
176 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
or scent-producing organs on the fore wing, or with such an organ ab-
sent or present on the fore wing, and also a glandulär patch on the costal
border of the hind wing. No prccostal cell on hind wing; abdomen furni-
shed with odoriferous anal tufts. Larva smooth, with 4 pairs of sub-
dorsal long slender fleshy processes). Die Arten dieser Gruppen lassen
sich noch weiter ordnen unter Berücksichtigung des Vorhandenseins und
der Stellung der Duftflecken auf den Flügeln der Männchen, und es stellte
sich heraus, dass jede so erhaltene Gruppe Arten enthält, welche von den
Arten einer anderen Gruppe nachgeahmt wird. Auf der ersten der bei-
gefügten 4 Tafeln sind solche mimetische Formen in instruktiver Weise
nebeneinander zur Anschauung gebracht. Ausserdem werden noch 7 Ta-
bellen aufgestellt, welche ebenfalls zur übersichtlichen Darstellung dieser
Verhältnisse dienen. Die unvermeidlichen neuen Gattungsnamen sind:
(Limnaina): Sabalass u S. 217, für (Hestia) Electra Semper; Gamana
S. 220 für (Idea) daos und costalis n sp. (Nias Isl., Wk. Sumatras) S. 221;
Cadytis S. 226 für (Danais) Vashti ButL; Nebroda S. 228 für (Amauris)
Echeria Stall; Berethis S. 228 für (Euploea) Phaedon F.; Lintorata
S. 229 für L. Menadensis n, sp. (Menado); Melinda S. 229 für (Danais)
formosa Godm.; Nasumu S. 233 für (Dana'is) Ismare Gram.; Tasitia
S. 235 für (D.) Berenice Cram.; Ravadeba S. 244 für (D.) Cleona
Crom.; Jlahora S. 245- für (D.) AspasiaF.; Phirdana S. 245 für (D.)
pumila Boisd.; Asthipa S. 246 für (D.) vitrina Feld.; Mangalisa
S. 248 für (Euploea) albata Zinken; Caduga S. 249 für (E.) tytia Cram.
und Niphonica n. sp. (Nikko) S. 249, Loochooana (Loo Choo Isl.), Swin-
hoei (Formosa), pseudumelaneus (Java) S. 250, Banksii (Sumatra) S. 251;
(Euploeina): Vonona S. 257 fiir (E.) Goudoti Boisd.; Nipara S. 257
für (E.) helcita Boisd. und intermedia (Rasatonga Isl.), indislincta (ibid.);
Oranasma S. 258 für (E.) lugens Bull, und SmitJdi {^qm Guinea) S. 259;
Patosa S. 259 für (Crastia) funerea BtUl; Sarobia S. 260 fiir (Eupl.)
Grayi Feld.; Vaderba S. 260 für (Cr.) Qimene Cram.; Lontara
S. 261 für (Eupl.) Wallacei Feld.; Gamatoba S. 262 für (Eupl.) aethiops
Butl. und monilifera (Thursday, Isl.) S. 262, diadema (Port Moresby, Neu
Guinea), spiculifcra (Boero) S. 263; Menama S. 264 für (Eupl.) Cama-
ralzeman Butl. imd Tavuyana (Tenasserim) PI. XXX Fig. 6, Buxtoni
(Suniatra) , Lorzae (N. Bomeo) PI. XXXI Fig. 5 , IMouhotii (Cambodja)
Fig. 6 S. 265; Tronga S. 266 für (Eupl.) Crameri Luc. und biseriata
(Nicobaren), Marsdeni (Singapore) S. 266, ollvacea (Tenassarim) , Niasira
(Nias Isl.) S. 267, Brookei (Sarawak), Labuana (L.), Daatensis (Daat Isl.,
Bomeo) S. 268, Pryeri (Sandakan, Borneo) S. 269; Sabanosa S. 269
für (E.) Gratis JMl.; Adigama S. 269 für (E.) Ochscnheimeri Moore;
Chanapa S. 270 für (Dan.) Corinna Macleey; Andasena S. 270 für
(Dan.) Swainsonii Godart und Suluana (S.) , Lucasi (Mindanao) S. 271;
Deragena S. 272 für (Eupl.) Proserjjina Butl. und Cldldreni (Java)
S. 272; Bibisana S. 273 für (E.) Horsfieldü Feld.; Betanga S. 273 für
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 177
(E.) Megaera Butl. und Dodingensis (D.) S. 274; Penoa S. 274 für (D.)
Alcathoe Godart und transpectus (Billiton Isl.) S. 275; Mahinthci S. 280
für (E.) subdita Moore; Karadiva S. 281 für (E.) Andamanensis Alk.;
Pramasa S. 282 für (E.) miträ. Moore; Tagiata S. 281 für (E) abjecta
Butl.; Praniesta S. 282 für (E.) Tobleri Semper; Rasuvia S. 282 für
(Calliploea) violetta Butl. und ordinnla (Port Moresby) S. 282, denlicidata,
bipumtala, Pleiadis , Louisa , siderea S. 283, Astraea, Stella S. 284 (alle
cheiulaher); Chirosn S. 284 für (E.) Brenchleyi Bud.; Mestapra S. 285
für (E.) fraudulcnta Butl; Glinama S. 288 für (H) Euctemon Heivils. ;
Danisepa S. 296 für (Salpinx) Rhadamanthus Butl.; Tabada S. 297
für (Eupl.) Hyacinthus; Satanga für (E.) Eupator Hewits.; Saphnra
S. 297 für (E.) Treitschkei Boisd.; Selinda S. 298 für (E.) Mnis/.echii
Feld.; Hirdapa S. 299 für (E.) Usipetes Hewits.; Pademmn S. 305 für
(E.) Klugii Moore und Dharma (Assam) PI. XXXII Fig. 2, Augusta (ibid.),
indigofera (ibid.) Fig. 3 S. 306, imperialis (Bengalen), regadis (ibid.) S. 307,
Pembertoni (Pegu) Fig. 6, Macclellandi (Assam) Fig, 4, uniformis (Benga-
len), apicalis (Burmah S. 308, Burmeisteri (Saigon) S. 309; Nacamsa
S. 310 für simillimu spec. typ. (Luzon) und Meldolae (Mindanao) S. 310;
TiruJia S. 316 für Ruehstorfß spea. typ. (Andaman) S. 316 PI. XXXII
Fig. 8 und (Eupl.) Ochsenheimeri Luc; Anadara S. 317 für (Salpinx)
Gamelia Hübn.\ Dar ich a S. 317 für (E.) Sylvester F. Ausserdem wei'-
den in den alten Gattungen viele neue Arten beschrieben, die ich unten
unter Moore a. a. O. anführen werde.
Crastia graminifcra (Malacca) S. 27 7, Binghami (U. Tenasserlm)
S. 278, inconspicua (Sumatra) S. 279, prunosa (China), Snelleni (Mindanao)
S. 280; Moore a. a. 0.
Calliploea Aristotelis (N. Borneo) S. 292, Mariesis (N. China), mo-
nilis (Mindanao), Engrummellü (Gilolo), Kirschi (Waigiou) S. 293; Moore
a. a. O., visenda (Timor Laut); Butler ebenda S. 367 PI. 38 Fig. 1.
Chanapa sncerdos (Timor Laut); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond.
1883 S. 366 PI. 38 Fig. 7.
Euploea Dnicei (Siam), grandis (y), Bii/leri (Borneo) S. 290, God-
muni (N. Borneo) S. 291; Moore a. a. O.
Hestia Donovani (Singapore) S. 218, Druryi (Sumatia' S. 219;
Moore a. a. O.
Ideopsis glaphyra (Mindanao); Moore a. a. O. S. 222.
Isamia Sinica (S. China) S. 312, Marseuli (Saigon) S. 313, Brahma.
(Moulroein), Rafjlesi (Java) S. 314, Fabricii (Cochin China), Singapura
(S.), Sop/da (Sumatra) S. 315, Lowei (Borneo), Dameli (Shanghai) S. 316;
Moore a. a. ().
Limnas akippoides (Nepal) PI. XXXI Fig. 1, Butaviana (Java) S. 238,
Bowringi (Hongkong) S. 239; Moore a. a. 0.
Kadena Manillnna (M.), Luzonica (N. L.) S 224, Curtisi (Batchian)
S. 225 ; Moore a. a. 0.
Aldi. f. Natuigusch. L. Jalug:. 1. üd- M
178 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Salatura intensa (Java; Bomeo) Ö. 240, intermedia (Singapore) S. 241,
Sumatrana (S.)j Mysolicn (M.) S. 242, Aruana (A.), nigrita (Australien)
ö. 243; Moore a. a. O. , Lnratensis (Timor Laut); Batler, Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 367 PI. 38 Fig. 5.
Salpinx lazulina (Malacca) S. 300, ocnlata (Mindanao), llnuruana
(B.) S. 302, Weberi (Cclebcs), Brandtii (ibid.) S. 304, Labreyi (?) S. 305;
Moore a. a. 0.
Saphara ursula (Admiralitüts-I.ns); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XI S. 407.
Stictoploea regina (Cachar) S. 319, tyrianthina (Bomeo; Sumatra),
l>ygmaea (Cachar) S. 320, Lacmdairei (Jiiva) S. 321, Watsoni (Boero)
S. 322; Moore a. a. O.
Tirumala arnjuncta (Java; Mime von Radena juvcnta) S. 231 PI.
XXIX Fig. 2, ishmoüles (Celebes), angustatu (Tongatabu) S. 232; Moore
a. a. O.
Trepsichrois Ver/iuelli (Nias Isl. , Wk. Sumatra'») S. 287, Kor/n
(Philipp.) S. 288; Moore a. a. O.
Nyinpalllidae. Timeiaea! n. g. für (Melitaea) m-aculata Ilremer ^•
Grey; Lucas, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXXV.
Xanthotacnia obsriira (Nias); Butler, Ent. Monthl. Mag. XX S. 54.
Hypanis simplex (Depalpore, Indien); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 146 PI. XXIV Fig. 8.
Ueber das Eierlegen von Argynnis Cybele s. oben S. 143.
Arg. Pales var. ; Entom. Tidskrift 1883 S. 129.
Als Material! dlja posnanija entoraologitscheskoi fauni
Simbirskii guberni verzeichnet A. A. Umnowa die bei Simbirsk vor-
kommenden Vanessa- Arten (V. levana, C-album, polychloros, xantho-
melas, V-album, Urticae, Jo, Antiopa, Atalanta, Cardui); Bull. Soc. Irap.
Natur. Moscou LVII (1882 No. 3) S. 94 flf.
V. polychloros überwintert ausnahmsweise im Eizustande; Ka-
lender, Ent. Nachr. 1883 S. 26.
V. Jo ab. Jo'ides entwickelt sich nicht aus Hungerraupen , sondern
solchen, die sich von Brennnesselblüthen genährt haben; aus Blatt-
fr es Sern gehen Jo hervor; Bernard ebenda S. 27.
V. polychloros hat auf der Basalhälfte der Costa eine Reihe
langer, starker Schuppen, welche Urticae fehlen; Antiopa und xantho-
melas haben ähnliche Schuppen, Jo und Atalanta dagegen nicht. Snellen,
Ent. Monthl. Mag. XX S. 82 ; Tijdschr. v. Ent. XXVI Versl. S. CXXXIV.
Precis expansa (Timor Laut); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 367,
Sesamus (Cap; Natal etc.); Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 347.
Cyrestis Earli (Malacca); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 174.
Pandita imiiuns (Nias); Butler, Entom. Monthl. Mag. XX S. 54.
Limcnitis Äeimnia (Nias bei Sumatra); Weymer, Ent. Nachr. 1883
S. 193, Elwesi (Yunan); Oberthür, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CXXVIIL
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1Ö83. 179
Moduza imüala (Nias); Butler, Entom. Monthl. Mag. XX S. 54.
Neptis EurTjmene Fig. 5, Swinhoei (Nilgherris) Fig. 9 S. 145; Butler,
Proc. Zool. Sog, 1883 PI. XXIV.
Godman & Salvin erkennen in ihrem Agrias Stuarti eine Varietät
von A. beatifica Hew.; Proc. Zool. Soc. 1883 S. 384.
Charaxes niasicus (Nias); Butler, Ent. Monthl. Mag. XX S. 56,
Porthos (Camaroons) S. 57, Nvhetes (ibid.), Nepenthes (Siam) S. 58;
H. Groae Smith ebenda.
Cethosia Gahinia (Nias bei Sumatra); Weymer, Entom. Nachr. 1883
S. 191.
Euispe tesselata (Darjiling; Nepal); Moore, Proc. Zool. Soc. London
1883 S. 521.
Euthalia pyxidata (Nias bei Sumatra); Weymer, Entom. Naehr. 1883
S. 195.
Hypolimnas Forbesii (Timor Laut); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 367 PI. 38 Fig. 4, Miirrayi (Kandavu, Fidschi) S. 413, Thomsoni (ibid.
und Tongatabu), Moseleyi, Naresi (Tongatabu) S. 414; derselbe, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XI, alcippoides (Victoria Nyanza); derselbe, ebenda
XII S. 102, eremila (Dorey) ; derselbe Ent. Monthl. Mag. XX S. 56.
Pieridae. Ixias Depalpura (D., Indien); Butler, Proc. Zool. Soc.
1883 S. 153 PI. XXIV Fig. 6, 7, Birdi (Malacca, Sungei Ujong); Di-
Btant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 351.
Terias Asphodelus (Mhow; Depalpure, Indien); Butler, Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 151 PI. XXIV Fig. 13, Maroemis (Maroe Isl.) S. 368,
Laratensis (Larat, Timor Laut) S. 369 PI. 38 Fig. 3; derselbe ebenda,
subjervens (Süd-Korea); derselbe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 278,
inmdd (Mindanao) S. 418, vaVivolans (ibid.), aprica (Tongatabu) S. 420;
derselbe ebenda.
Teracolus intermissus (Kurrachee) ; Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 152 PI. XXIV Fig. 4, aurigineus S. 103, HannitKjtoni S. 104, viihs,
subvenosus , cinctus S. 105 (Victoria Nyanza); derselbe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII, Bowkeri (Cap-Col.); Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 358.
Ueber die Synonymie der Tachyris Rhodope und Poppea und
einige neue Varietäten s. Möschler, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 270 ff.
Pieris Ogygia (Natal); Trimen, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883. S. 356.
Colias Hyale L. ab. J/avu (Ungarn) und andere Aben-ationen ; Husz,
Ent. Nachr. 1883 S. 132.
S. Alpheraky schreibt über die Gattung Colias, als Entgegnung
an Keferstein, s. den vor. Ber. S. 203; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 488.
C. Ularno'ina (Sudan); Rogenhofer, Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien,
3. Oct. 1883, S. 22.
Belenois consunguü (Timor Laut); Butler, Proc. Zool. Soc. 1883
180 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
S. 369, inopindta S. 389, Clarissa S. 390 (Viti Ins.); derselbe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) Xn.
Appias Mindanensis (M., Pasananca valley); Butler, Ann. a. Mag
N. H- (5) XI S. 421.
Fapilionidae. On the clasping organs ancillary to gene-
ration in certain groups of the Lepidoptera ist der Titel eines
mit 8 Tafeln 4" ausgestatteten Aufsatzes von Ph. H. Gosse in den Trans.
Linn. Soc. Lond., Zool. (2. S.) Vol. II S. 265 ff. PI. XXVI— XXXIIl. —
Nach einer geschichtlichen Einleitung beschreibt der Verfasser das von
ihm angewandte Verfahren, um die fraglichen Organe der ö" auch aus
trockenen Objekten herauszupräpariren , ohne die oft werthvoUen Stücke
zu zerstören und geht dann zu einer allgemeinen Schilderung dieser Theile
über, die er, nach der von seinen Vorgängern eingeführten Nomenklatur
als valves, harpes, uncus imd pcnis benennt; ein, wie Gosse meint, bisher
übersehenes unpaares, mit dem uncus gewöhnlich verbundenes Stück nennt
er scaphium. Die Frage der morphologischen Bedeutung dieser Organe,
ihre etwaigen Beziehungen zu den Körpersegmenten oder ihre Homologieen
mit den Genitalklappen anderer Ordnungen wird von Gosse nicht be-
sprochen. Der grösste Theil des Aufsatzes ist der genaueren Beschreibung
der erwähnten 5 Oi-gane bei einer grossen Anzahl von exotischen Arten
der Gattung Ornithoptera (ll) und Papilio (58) gewidmet. Angeschlossen
sind einige Bemerkungen über die entsprechenden Organe anderer Rhopa-
locera, namentlich Pieridae (Picris, Callidrj'as, Gontpteryx, Hebomoia,
Terias, CoHas), Morpho und Dynastor.
Ueber die Nackenhörner der Raupe von Papilio Turnus und
Troilus s. Skinner in Proceed. Acad. Nat. Sei. Philad. 1882 S. 239.
Ueber P. Machaon, Zolicaon, oregonius etc. s. Hagen, Papilio, De-
cembcr 1882 und Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 105 ff.
P. Clarae (Indien); Marshall, Journal Asiat. Soc. Bengal LI S. 4 2
PI. IV Fig. 3 , abcrrans (Timor Laut) S. 369 , inn/nnatus (Maroe Isl.)
S. 370; Butler, Proc. Zool. Soc. 1883, (ilcidiniis (Am); derselbe, Ann.
a. Mag. N. IL (5) XI S. 423, lurliniis (Victoria Nyanza); derselbe
ebenda XII S. 106, Caunus Wfstiv, r. Ac(/i(t1us (Singapoi'c) ; Distant
ebenda S. 352, Fulleri (Camaroons), Diophanlus (Sumatra), Forlicsi (ibid.);
H. G. Smith, Ent. Monthl. Mag. XIX S. 234.
Parnassius imperator (Tibet); Ch. Oberthür, Bull. Entom. Fr. 1.S83
S. LXXVII.
Israene bihnata (Viti); Butler, Ann. a. Mag. N. IL (5) XII S. 391.
Hymenoptera.
P.Schiemenz schreibt über das Herkommen des Putter-
saftes aus den SpoicJieldrüsen der Biene nebst einem
Anhange über das Kiechorgan; Zoitschr. wissensch. Zool.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 131
XXXVIII S. 71 ff. Taf. V— VII. — Nach einer historischen
Einleitung geht der Verfasser zur Beschreibung des Darmkanals
über, und sucht zu beweisen, dass der Mechanismus des Vor-
magens, namentlich der von ihm „Verschlusskopf" genannte
Theil den Honigmagen gegen den Chylusdarm unter Umständen
vollständig absperrt. Jedenfalls macht er einen Uebertritt des
Inhaltes des letzteren in den vorderen Darmabschnitt unmög-
lich, imd die Ansicht Leuckart's, dass der „Futtersaft" der
Bienen aus dem Chylusdarm stamme, ist daher unhaltbar. Der
hinter der Einmündung der Malpighi'schen Gefässe gelegene
Theil des Darmes, „Dünndarm", dient, wie Leuckart mündlich
schon früher äusserte, dazu, „eine passende Verbindung zwischen
Chylusdarm und Rectum herzustellen". (Einfacher und natur-
gemässer wäre wohl, den Mastdarm überhaupt von der Stelle
an zu rechnen, wo erwiesener Massen die Resorbtion beendet
ist, in diesem Falle also jedenfalls von der Einmünduugsstelle
der Malpighi'schen Gefässe an.) Hierauf beschreibt der Ver-
fasser die Speicheldrüsen, die er nach dem Vorgange v. Siebold's
nicht nach ihrer Lage, sondern als I, U etc. — V bezeichnet.
Die Untersuchung ist in diesem Punkte auch auf andere Apiden
ausgedehnt, hat aber keine besonderen neuen Resultate zu
Tage gefördert. System II und III, obwohl mit gemeinsamem
Austuhruugsgang versehen und gemeinsamer Herkunft, worden
noch als gesonderte Systeme betrachtet und behandelt. Das
Spinngefäss der Larve entwickelt sich nämlich in seinem vor-
deren Theile zu System III um, imd aus dessen Ausführungs-
gang her nehmen II und V ihren Ursprung. I und IV dagegen,
die bei der Larve nicht vorhanden sind, entwickeln sich als
völlige Neubildungen durch Einstülpung der Hypodermis. (Die
„NeuroTdfaseru" Engelmann's erklärt Schiemenz sammt und son-
ders für Bindegewebsbrücken , schiesst aber über's Ziel hinaus,
wenn er meint, damit die Frage der Drüsennerven abgethan
zu haben.) Bei System IV, Riechschleimdrüse WolfTs, sind
ihm die Angaben Forel's unbekannt geblieben. Der „Futter-
saft" wird von der Speicheldrüse I geliefert, die bei Königin
und Drohne ganz reduzirt ist; vielleiclit betheiligen sich auch
U und in daran, deren Sekret alkalisch reagirt und von denen
II bei der Drohne einer fettigen Degeneration anheimgefallen
ist. IV ist keine „Riechschleimdrüse", sondern wirkt, gleich
den übrigen, mit Ausnahme von I, bei der Verdauung, ohne
132 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
(lass die besonderen Verrichtungen jeder einzelnen Drüse hätten
angegeben werden können. Den Sitz der Geruchsempfindung
verlegt Scliiemenz in die Füliler, an denen er verschiedene
Nervenendigungen beschreibt; vgl. auch Emery's Referat im
Biolog. Centralblatt III No. 13 S. 395.
G. Ulivi antwortet Duifau (?) in Bordeaux, dass die Ar-
beiterinneu nicht die Larven aus einer Zelle in die andere traiis-
portiren und spricht sich nochmals gegen die Parthenogenesis aus,
die er eine „teoria omai troppo vieta ed inussistente" nennt;
L'Economia rurale, fasc. II, TorJno 1883.
Lubbock setzt seine Observations on Ants, Bees,
and Wasps mit Part. X fort; Journ. Linn. Soc. Lond. XVII
S. 41 ff. Zunächst theilt er den Erfolg einiger Versuche mit,
die er zur nochmaligen Prüfung seiner früheren Behauptung,
dass die Bienen die blaue Farbe bevorzugten, angestellt hatte.
In einem Referat über Lubbock's „Observations" im Kosmos
hatte Müller die Beweiskraft der Lubbock'schen Experimente
augezweifelt und einige Versuche mitgetheilt, welche das Gegen-
theil der Lubbock'schen Behauptung darthun sollten. Lubbock
zeigt indessen ganz deutlich, dass jene MüUer'schen Versuche
sich mit seinen eigenen ergänzen, um zu beweisen, dass die
Bienen in der That die blaue Farbe bevorzugen. —
Einige verschieden variirte Versuche Hessen nicht erkennen,
dass die Bienen von Musik irgend welchen Eindruck empfangen,
selbst ob sie hören, Hess sich nicht ermitteln. — Die Wespen
stehen den Bienen an Thätigkeit nicht nach. Lubbock be-
richtet von einer, die innerhalb eines Tages von Morgens 4 Uhr
bis Abends 7. 45 in regelmässigen Zwischenräumen 116 Mal
einen Honigvon-ath besuchte und plünderte. Bienen zeigten
sich erst später und stellten ihr Tagewerk früher ein. — Wenn
auch die Erkennung der Ameisen durch den Geruch vermittelt
wird, 90 deuten doch verschiedene Erscheinungen darauf hin,
dass der spezifische Geruch eines Stockes ein gemeinsames
Erbtheil ist, und von anderen Individuen (derselben Art) selbst
nicht durch monatelanges Zusammenleben mit Angehörigen des
ersten Stockes erworben wird; andererseits geht er den letzteren
auch nicht verloren, wenn sie selbst ein halbes Jahr mit an-
dern Ameisen zusammengelebt haben. — Königinnen von For-
mica fusca leben nun schon 8 Jahre in Gefangenschaft und
haben ein wahrscheinliches Alter von 9 Jahren; Arbeiterinnen
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 183
derselben Art und von Lasius niger sind zwischen 7 und 8
Jahre alt. — Erneute Versuche ergaben dasselbe Resultat von
früher, dass Ameisen von ultravioletten Strahlen beeinflusst
werden und dieselben meiden. — Zum Schluss meldet Lubbock
das Vorkommen von Ponera contracta in England und beschreibt
eine neue „Honigameise" von Australien.
Schlechtendal referirt ausführlich über Lubbock's „Anta,
Bees and Wasps"; Giebel's Zeitschr. LVI S. 490 fr.
Als Beispiel von Animal Intelligence führt F. Müller
zwei Beobachtungen an, die er an einer Trigona und Melipona-
Art gemacht hat; Nature Vol. 27 S. 240. Einen Schwärm einer
kleinen Trigona (von den Brasilianern Abelha preguicosa ge-
nannt), der in einer kleinen Höhle eines Baumes seine Waben
angelegt hatte, die deshalb sehr unregelmässig ausgefallen
waren, nahm er mit nach Hause, wo er noch ein Jahr in
einem geräumigen Kasten existirte und fortfuhr, dieselben
unregelmässigen Waben anzulegen, obwohl vielleicht von den
zuerst beim Mitnehmen vorhandenen Bewohnern kein einziger
mehr am Leben war. — Von einer mit Melip. marginata ver-
wandten Art nahm er ferner von zwei verschiedenen Lokalitäten
je einen Schwärm; der eine hatte seinem Wachs durch Zuthat von
bestimmten Baumharzen eine gelbe, der andere eine rothbrauno
Farbe gegeben, und diese selbe Beschaffenheit hatte das Wachs,
das während des mehrjährigen Bestehens beider Sshwärme in
der Wohnung des Beobachters verwandt wurde, obwohl beide
natürlich zu allen Bäumen der Umgegend gleich leichten Zu-
tritt hatten. Müller schliesst aus beiden Fällen, dass eine
Art von Erlernen bei den Thierstaaten besteht, indem die jün-
geren Genossen stets so handeln, wie sie es von den älteren sehen.
Ebenda Vol. 28 S. 5 berichtet de Villiers, dass er mehrere
Male in einem Schwärm von „Cape Bees" die Königin in ein
mit kleinen Oeffnungen versehenes Metallkästchen eingesperrt
habe, um eine Auswanderung des Stockes zu verhüten. In
zwei Fällen Hess aber der Schwärm seine Königin im Stich.
In den anderen Fällen wurden Honigwaben angelegt und die
Zelle n mit Eiern besetzt, aus denen sich Arbeiter entwickel-
ten. Aus dem letzteren Umstand geht hervor, dass diese Eier
von keiner der Arbeiterinnen gelegt sein konnten; da Villiers
sich auch überzeugt hatte, dass keine zweite Königin im Stocke
war, so sieht er als erwiesen an, dass die eingesperrte Königin
184 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
die Eier durch die Oeffnuugeu iiires Käfigs gelegt hatte und
die Arbeiter dieselben in die Zellen transportirt haben.
Müllenhoff zeigt, dass die so viel bewunderten Biencn-
zellen niclit durch einen besonderen Kunsttrieb zu Stande
kommen, sondern ihre Gestalt einzig und allein als eine Folge
der Gleichgewichtsbedingung einer plastischen Wachsmasse an-
nehmen unter der Voraussetzung, dass von beiden Seiten der
Wabe Bienen dicht gedrängt mit dem Bau der Zellen beschäf-
tigt sind. Die Länge der Zellen im Vergleich zu ihrem Durch-
messer entspricht der Forderung, dass die Oberfläche ein Mini-
mum bei gegebenem Inhalt sein soll. Bei den einschichtigen
Waben (der Wespen z. B.) führt diese Forderung zu einer im
Vergleich des Durchmessers längeren Zelle, und dieser Forderung
ist in der Natur thatsächlich genügt. Die Gestalt des Kopfes
hat auf die Gestalt des Bodens der Bienenzelle (bekanntlich
eine dreikantige Pyramide, deren Seiten Rhomben mit Winkeln
von 109° 28' und 70° 32' sind) ebensowenig Einfluss als die
Länge des Hinterleibes auf die der Zellen. Umgekehrt, meint
Müllenhoff, könne man die Gestalt des Hinterleibes aus der
Lebensgewohnheit erklären (kugelige Zellen und Hinterleib bei
Hummeln, kürzere Zellen und Hinterleib bei Biene, längere bei
Wespen). Dagegen wird die schwache Neigung der Zellen in
senkrechten Waben durch den dem Thorax an Dicke nach-
stehenden Hinterleib und die Gewohnheit der Bienen, sich
möglichst stark nach oben zu drängen hervorgebracht. Berl. Ent.
Zeitschr. 1883 S. 165 ff. und ausführlicher Pflüger's Archiv 32
S. 589 ff.; vgl. auch Natur 1883 S. 650; Biol. Centralbl. HI S. 543.
lieber Müller's Angaben in Betreflf der Proterandrie der
Bienen (s. den vor. Ber. S. 205) referirt Karsch im Bi(»l.
Centralblatt HI No. 4 S. 111.
Zur Morphologie der Hymenopterenflügel. Zugleich
ein Beitrag zu den Fragen der Speciesbildung und dos Atavis-
mus. Von Dr. E. Adolph; Nova Acta Ksl. Leop.-Carol.
deutscheu Akad. XL VI No. 2 S. 48 ff. Taf. I— VI.. Ist eine
weitere Fortsetzung der von demselben Verfasser früher ver-
öffentlichten Aufsätze; der gegenwärtige beschäftigt sich ausser
mit dem Hymenopterenflügel im Allgemeinen mit Abnormitäten
des Geäders im Drohnenflügel.
Andre's Species des Ilymenopteres sind mit Fase. 16,
17, 18, 19, S. 281-548, PI. XIII— XX fortgesetzt, den Schluss
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 185
der Ameisen und den allgemeinen Tlieil (Bau, Lebensweise,
Nestbau) der Wespen enthaltend.
Alex. Mocsäry beschreibt (84) Hymenoptera nova euro-
paea et exotica; Magy. Akad. Term. Ertek. (Dissertat. pliy-
sicae Acad. scientiarum Hungaricae) Vol. XllI No. 11 S. 1 — 72.
(Wird zitirt werden Mocsäry a. a. 0.)
Bridgman bringt further additions to Mr. Marshall's
Catalogue of British Ichneumonidae; Trans. Ent, Soc.
Lond. 1884 S. 139 ff.
Descriptions of new genera and species of Hyme-
noptera by Cameron; Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 187 ff.
Hymenoptera in Hayling Island; Saunders in Ent.
Monthl. Mag. XX S. 86.
Als Bidrag tili Sveriges Hymenopter-Fauna be-
schreibt Möller Cephus femoratus Grav.'^ Ichneum. deletus T7esm.,
clavipes n. sp. , albilarvatus Wesm., lanius Grav.] Eurylabus lar-
vatus Grai;.; Cryptus quadriguttatus Grav.'^ Glypta genalis n. sp.;
Entom. Tidskrift 1883 S. 91 ff.
H. Friese zählt in seinem Beitrag zur Hymenopteren-
fauna des Saalthals 665 Arten auf; Giebel's Zeitschr. LXI
S. 185 ff
Als 2. Theil seiner Beiträge zur Kenntniss der Hy-
menopteren-Fauna der weiteren Umgegend von Frank-
furt a. M. zählt V. Heyden die in seiner Sammlung befind-
lichen Arten der Familien der Braconiden mit Angaben der
Herkunft und des Wirthcs auf. Bericht Senckenberg. Naturf.
Gesollsch. 1882 und 1883 S. 238 ff.
F. F. Kohl verzeichnet die Fossorieu der Schweiz;
Mitth. Schweiz. Eutora, Gesellsch. VI S. 647 ff. Während bis-
her aus der Schweiz 95 Arten bekannt waren, weist diese Auf-
zählung die Zahl von 295 Arten auf, von denen der Autor
meint, dass auch sie den wahren Bestand noch nicht ausdrücke.
L. V. Heyden liefert die Fortsetzung seiner Beiträge zur
Kenntniss der Hymenopteren des Ober-Engadins (Ten-
thrediniden, Chrysiden, Fossorcs, Braconiden, Sigalphiden, Chelo-
uiden, Microgastridcn, Agathididen, Eumicrodiden, Dacnusiden:
27 A.); Jahresb. Naturf. Gesellsch. Graubündens (N. F.) XXVI
S. 3 ff.
Kohl beschreibt neue Grabwespen des Mediterran-
gebietes; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 161 ff.
186 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Kirby liefert Notes on new or little-known species
of Hymenoptera chiefly from New Zealand; Trans. Ent.
Soc. Loiid. 1883 S. 199 ff".
C. Henrich beobachtete 1882 bei Hermannstadt in Sieben-
bürgen 27 früher nicht aufgefundene Apiden, wodurch die Zahl
der in dortiger Gegend überhaupt gefundenen auf 126 steigt;
vergl. die früheren Bericlite; Verh. und Mitth. Hermannstadt
XXXm S. 115 ff.
P. Magretti bringt einen vorläufigen Bericht über Rac-
colte imenotterologiche nell'Africa Orientale mit 120 Ar-
ten und den Beschreibungen neuer durch Kriechbaumer, Andre
und ihn selbst; Bull. Soc. Ent. Ital. XV S. 241 ff. mit 3 Holz-
schnitten.
Die Miscellanea imenotterologica von Th. De Stefani
beziehen sich auf Crypturus argiolus, der in Polistes schmarotzt,
und dessen Cocon; Anthidium sticticum; Anthophora pennata;
Chalicodoma Sicula; Osmia aurulenta; Pelopoeus spirifex und
destillatorius; Cryptocampus saliceti; Dolerus pratensis var.;
Emphytus Viennensis var.; AUantus viduus var,, Frauenfeldi
var.; Phoenusa n. sp.; 11 Naturalista Siciliano II S. 280 ff.,
m S. 9 ff.
Sohl beschreibt weitere neue Hymenopteren . . . aus
den Gattungen Arpactiphilus, Pison, Trypoxylon, Miscophus,
Palarus, Larra, Liris, Piagetia, Tachysphex, Tachytes, Pelo-
poeus, Ammophila, Enodia, Bothynosthetus, Paraliris. Das
Segment mediaire Latr. wird in der Beschreibung Mittelsegment
und das frühere 1. Hinterleibssegment 2. genannt, u. s. f.; vgl.
den vor. Ber. S. 206; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 321 ff. Taf. XVII a, XVIII.
Acropiesta (V) niyriceps (Gloucester) ; Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 195.
Lyssonota maculipcnnis (Sardinien) ; Costa, Notizic etc. a. a. O.
Notoglossa frontigera (diphylla) (Sardinien) ; Costa, Notizie etc a. a. O.
Pachylomma grandis (Thüringen); Rudow, Ent. Nachr. 1883 S. 246.
Phoenusa Doderleini; De Stefani, II Natural. Siciliano III S. 12.
Planiceps fidviventris (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Tenthredinidae. Ucber den Blattwespenfrass amKnic-
holze des Riesengebirges s. Schneider im 60. Jahresbericht der
Schles. Ges. f. vatcrl. Cultur S. 121. Derselbe stellt dort die in ihrer
Allgemeinheit nicht richtige Behauptung auf, dass die „Blattwespenlarven
normal auf oder in die Erde gehen, wenn sie sich einspinnen wollen, und
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 18H3. 187
dass nur die Kranken sich auf den Pflanzen, an denen sie gefressen, ein-
spinnen."
In No. 2 der Tenthredinologisehen Studien beschäftigt sich
Stein mit der Parthenogenesis der Blattwespen. Entom. Nach-
richt. 1883 S. 1 ff. Als ausschliesslich parthenogenetisch sieht er die
Arten an, von denen die Weibchen seit langem bekannt, die ^ dagegen
noch unbekannt sind (reine P.); es ist dies der Fall bei Dineura verna;
Nematus gallicola; Blennocampa albipes, ephippium, fuscipennis; Hoplo-
campa brevis; Eriocampa ovata (luteola vgl. S. 150); Poecilostoma pulve-
ratum; für fast ausschliesslich parthenogenetisch sind die Arten zu halten,
bei denen die cT äusserst selten sind (gemischte P.); Abia fasciata;
Hemichroa Alni, rufa; Nematus varus, appendiculatus, pavidus; Emphytus
melanarius; Eriocampa limacina; Macrophya punctum - album, chrj'sura.
— Einer parthenogenetischen Fortpflanzung für fähig hält Stein alle
übrigen Blattwespenarten (fakultative P.). Von Lophyrus similis
wurde die parthenogenetische Fortpflanzung direkt beobachtet; S. 7 ff". —
Von Eriocampa luteola wurde das bisher vermisste cf aufgefunden S. 150;
dadurch wird die Grenze zwischen reiner und gemischter Parthenogenesis
schwankend.
In der vierten der Studien, S. 206 fF., werden die Raupen von Abia
sericea und Allantus arcuatus beschrieben; in V (S. 247 ff".) die von Scio-
pteryx costalis; Blennocampa lanceolata; Hylotoma enodis und pagana.
Dalla Torre macht Bemerkungen zur Nomenklatur der euro-
päischen Tcnthrediniden, mit besonderer Rücksicht auf Kirby's list
of Hymenoptera ; ebenda S. 1 1 7 ff".
Humnicki führt von Gerardmer (Vogesen) 1 1 Arten an , die in
Andrc's Werk für Frankreich nicht aufgezählt waren; Feuille des Jcunes
Natur., dec. 1882; Faton giebt aus verschiedenen Gegenden Frankreichs
35 weitere, bei Andre fehlende, Arten an; Revue d'Entomol. II S. 15.
Cercalces S. 30; C orynophilus S. 82; Paralypia S. 33
Trichor(r) kachus S. 39; Topot7-ita S. 48; Hemidianeura S. 48
Atherviantus S. 54; Loboceras S. 79; Acher docerus S. 92
Euryopsis S. 95; Folyclonus S. 97; Xenapates S. 180; Diptero-
inorpha S. 324; Aglaostigma S. 325; Macroxyela S. 351; Tere-
donia S. 386; nn. Gg. in Kirby's list etc.; nach Dalla Torre a. a. 0.
S. 117.
Ametastegia (n. g.) ßdvipes (Sardinien); Costa, Rapp. a. a. O.
S. 198.
Abia Hnngarica (Mehadia) S. 1, Sibiriba (S.) S. 3; Mocsäry a. a. O.
Allantus moestus (Kaukasus) S. 3, dorsutus (Indien) S. 4; Mocsäry
a. a. O. , viduus Rossi var. unißisciutus , Frauenfeldi Giratid var. montanus
(Sicilien); De Stefani, II Naturalista Siciliano III S. 12, atratm (Sarepta);
Ed. Andre, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 206.
Macrophya Hurtigii (Albanien) S. 260 PI. X Fig. 1, corynetes S. 264
188 Bert kau: Bericht übur die wissenschaftlichen
Fi{,'. 3, Luciisn S. 265 Fig. 2, Juyurthu Fig. 5 (Algier); Kirby, List ol
Hymcnoptcra I.
Tenthredo Semsei/i (Domogled) S. 4, Andrä (Dobrudscha) S. 6,
Caspiai (Kaukasus), cuncinmi (Indien) S. 7 ; Uocsäry a. a. 0.
Blcnnocampa /o/»iose//f< (Sardinien); Costa, Rapp. etc. a. a. 0. S. 198.
Stein beschreibt das q^ von Friocampa luteola; Entom, Nachr.
188.3 S. 150.
Emphytus Viennensis Schk. var. nigricoxis (Sizilien) ; De Stefani , II
Naturalista Siciliano III S. 11.
Dolerus pratensis L. var. testaceus (Sizilien?); De Stefani, II Natura-
lista Siciliano III S. 11.
Der 23. Jahrg. (1882) der Schriften der physik. - ökon, Gesellsch. zu
Königsberg (2. Abth.) enthält auf S. 127 ff. Taf. I (VII) aus Zaddach's
Nachlass die Fortsetzung der Beobacht. über die Arten der Blatt-
und Holzwespen, mitgetheilt von Brischke, Diese Fortsetzung schliesst
sich an die Publikation v. J. 1875 an und ergänzt Brischke's Mittheilung
vom vorigen Jahr (s. d. Ber. S. 208) insofern, als hier die Gattung Ne-
matus, die Brischke nicht berücksichtigt hatte, ausschliesslich und er-
schöpfend behandelt ist. Nach der Färbung und Fühlerbeschaffenhcit sind
die zahlreichen Arten dieser Gattung in Gruppen gebracht, die Larven,
soweit sie bekannt wurden, beschrieben und z. Th. auf der Tafel abge-
bildet. Als neu sind beschrieben N. lariciphaffus S. 129 (Larve auf Larix),
pyrrhmotus (Wien) S. 130, rußceps (Sonderburg) S. 131, urdens (Carolath,
Schlesien) S. 133, brunnicornis (Preussen; Harz?; Baiem?) S. 136, Fayi
(Danzig, auf F. silvatica) S. 139, montanus (Schweiz) S. 142, mihonotus
(Danzig; Königsberg; Mecklenburg) S. 143, nigricomis (Damenhof) S. 146,
telricus (Thüringen) S. 148, velatus (Baiern) S. 149, Sauterianus (Ost-
preussen) S. 153, eurijstemus (Thüringen; Böhmen; Schottland) S. 162,
timicatus (Königsberg; Bautzen; Nürnberg) S. 166, xanthopus (Danzig;
Elberfeld ; Schottland) S. 167, togattis (Danzig) S. 170, poecVonolus (Dan-
zig; Königsberg) S. 178, saliiarius (Kopenhagen?) S. 179, sulp/mreus
(Danzig; Königsberg; Larve auf Pop. tremula und Salix -Arten) S. 181,
lutgits (Königsberg; Danzig; Finnland; Schlesien) S. 186, multiplex (Schle-
sien), alnicola (?) S. 188, Spiraeae (München; Larve auf Sp. aruncus)
S. 189, lanificiis (Königsberg) S. 192, laevigalus S. 194, cirrhotitomus
(Finnland), ohscuralus (Ungarn) S. 195. Den Hinweis auf die Abbildungen
der Larven habe ich unterlassen, weil in der Bezeichnung der Tafeln eine
Unsicherheit eingetreten ist.
N. Bridginanii (aus Gallen von Sahlweiden zu Brimdall) S. 193,
laelus (Mickleham) S. 194; Cameron, Trans. Eut. Soc. Lond. 1883, polaris
(Matotschkin Scharr), retictdatiis (ibid.) S. 143, morionelhis, occipitalis , ob-
scuripes S. 144, anceps (ibid., auch Besimannaja Bay; Gaskap), mystictts
(Besimannaja B.) S. 145, licntericus, nigriventris (Matotschkin B.), parvidus
(Waigatsch) S. 146, varipictus, picticollis (Matotschkin Seh.), udus (ibid.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 189
und Besiniannaja B.) S. 147, exlremus (Matotschkin Seh.), ahnormis (Be-
rimannaja B.) S. 148; Holmgren, Entomol. Tidskrift 1883.
On an egg-parasite of the C urrant-saw -fly, Nematus
Tcntricosus, s. unten bei Chalcididac.
Aneugmenus Thwaitesii (Ceylon); Kirby, Trans. Ent. Soc. Lond.
188.3 S. 203.
Cryptocampiis distinc.lus (Sardinien); Costa, Riipp. etc. a. a. O. S. 198.
Megalodontcs (Tarpa) (itidtolicus (Brussa); Mocsäry a. a. 0. S. 8.
Ui'OCeridae. Macrocephus riihustus (Kaukasus); Mocsäry a. a. O. S. 9.
Cephus Mocsaryi (Ungarn); Kirby, List of Hymcnopt. I S. 3.56
ri. XIV Fig. 2, iptddriynltalHs, Jlavistp.rnum (Sardinien); Costa, Uapp. etc.
ii. a. O. S. 198.
Icliuenuiouidae. N castus (n. g. Mesolio proximum) laeviceps
(Skodde Bay; Gaskap); Holmgren, Entomol. Tidskrift 1883 S. 155.
Adelognathus /n^'iW?« (Waigatsch); Holmgren, Entom. Tidskrift 1883
S. 153.
Ichneumon ritrlulus, melanostigma S. 144, cordiyer S. 145 (Ungarn);
Eriecbbaumer, Termcsz. Füzct. VI, hisignitus (Sardinien); Costa, Notizic etc.
a. a. O., clavipes (Skane) ; Möller, Entom. Tidskrift 1883 S. 92.
Amblyteles ^-cinctus (Ala-Tau) S. 146, pandw (Mehadia) S. 147,
iucundus (ibid.) S. 148, carnifex (i\la-Tau), erythropygus (ibid.) S. 149,
graliosus (ibid.) S. 150; Kriechbaumer, Terme'sz. Füzet. VI.
Psilomastax violaceus (Sardinien ; aus der Puppe des Papil. Ilospiton) ;
Mocsäry, a. a. 0. S. 10.
Neotypus intermedius (Spanien); Mocsäry, a. a. O. S. 10, semirufns
(Aikota); Kriechbaumer, Bull. Ent. Ital. XV S. 242.
Osphrynchotus elegans (Kaukasus) S. 1 1 , Syriacus (S.) S. 12; Moc-
säry a. a. O.
Platylabus afer (Keren); Zriecbbaamer, Bull. Soc. Ent. Ital. XV S. 242.
Phygadeuon Marshalli (Northampton) ; Bridgman, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 141, waigatsvhensis (W.) S. 148, nivalis, laticul/is (ibid.)
S. 149; Holmgren, Entom. Tidskrift 1883.
Cryptus tuikestanicus (Ala-Tau); Kriechbaumer, Termesz. Füzet. VI
S. 150, haenuäorius, leticozomäus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.,
poecilopus (aus Cheimat. brumata), hyinotoniddum! (Hylotomatum?; aus
H. cyanocrocea) S. 239, Aetnensis (Südeuropa) S. 240, ßavopictus (aus
„Spannern"), rufifrons (Südeuropa) S. 241, aculealus (Perleberg), ichneu-
motioides (Südeuropa) S. 242, crassiromis (Perleberg), collaris (Thüringen)
S. 243, elongiittis (aus Lophyrus frutetorum), Lippcnsis (Westfalen) S. 244;
Rudow, Entom. Nachr. 1883.
Holmgren erhielt Spilocryptus fumipennis Grav. aus Satumia
])avonia (in Dalecarlien) und giebt ein Verzeichniss der Arten von Spilo-
cryptus mit Angabe ihres Wirthes, bei denen der letztere bekannt ist;
Entom. Tidskrift 1883 S. 29 ff.
,190 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Hemiteles ohscurus (Norwich, aus einem Spinnennest) S. 142, sub-
miirginatus (ibid., aus Microgaster - Cocons) S. 143, mdrgimUus S. 144,
politiis (Exeter) S. 146, suhannulatus (Shere) S. 147, mixtus (ibid.) S. 148,
rtißcaufldtas (ibid.) S. 149, inrisus (Chobham) S. 1.50, dislinclus (Exeter)
S. l.'il; Bridgman, Trans. Ent. Sog. Lond. 1883.
Ilcmimachus j'ici'tis (Norwich) S. 153, Hi/ponomeutue (aus H. evonyrn.)
rufolinrtus (Norwich) S. 155, ru/ipes (ibid ) S. 157, ovatus (Brundall)
S 158, rufocinctus ]\/iirs/i., aiinulicomis Marsh, ms. S. 160; Bridgman,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Thcroscopus niger (Kingussie); Bridgman, Trans. Ent. Suc. Lond.
1883 S. 152.
Pezomachus brevis (Dover), Hierncii (Gallen von Aulax Hier.);
Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 162.
Rhyssa semipunctuta (Australien; Neu Seeland); Kirby, Tran;;. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 202.
Ephialtcs Balanini (Thüringen; aus B. nucum) S. 232, Ascuniae
(Perleberg; Zcrbst) S. 233; Rudow, Ent. Nachr. 1883.
Pimpla Jlavipimnis (Thüringen; Süddeutschland) S. 234, nodusa (Süd-
deutsch!.), cruen/atd (Thüringen; aus Dasych. pudibunda) S. 235, erythro-
soina S. 236, ejihippium (Thüringen), colonttd (Norniandie) S. 237, rußpes
(aus dem „weissen Pappelspinner" [?]), robusta (Thüringen; Süddeutschi.)
S. 238; Rudow, Ent. Nachr. 1883.
Glypta brevkornis (aus Puppen von „Birkenspannern") ; Rudow^
Ent. Nachr. 1883 S. 234, genalis (Kämping); Möller, Entom. Tidskrift
1883 S. 95.
Xylonomus ephialldides (Mehadia; Mainz); Eriechbaumer, Termesz.
Fü/iet. VI S. 151.
Metopius diriis (Tiflis) S. 12, fulvicornis (Beirut) S. 13; Mocsäry
a. a. 0.
Bassus tibiulis (Worccstcr) ; Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 171.
Exochus brunnivcntiis (aus Nematus sp.); Rudow, Ent. Nachr. 1883
S. 64, niger (Norwich); Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 1C9.
Orthocentrus rivosus (Waigatsch) S. 155, solüarius (ibid.), rarinttlatus,
dispar S. 156, hirlicornis S. 157, hi/nris, hnicoUis S. 158 (ibid.); Holm-
gren, Entom. Tidskrift 1883.
Trematopygus 6tco/o;- (Elsass; Nordfrankr.), rußvtnhis (ibid.); Rudow,
Ent. Nachr. 1883 S. 63.
Polyblastus nigrifronx (Waigatsch); Holmgren, Entom. Tidskr. ISS3
S 154.
Cteniscus (Exenterus) xanlhostignut (aus Lycaena sp.) , xanlhoslom"
(aus Abia sericca); Rudow, Ent. Nachr. 1883 S. 62.
Nemeritis rußpes (Shere); Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1888
S. 166,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 191
Ophion undulatus var. gigunteus (Eberswalde aus Bombyx), varieguium
(Elsass); Eudow, Ent. Nachr. 1883 S. .59, lineatus (Hawaii) S. 192, nigri-
cans (ibid.) S. 193; Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Ar\omi\.]on ßdvitarsc S. 57, laliceps (Süddcutschland) , rußventre (El-
sass), luteum (Eberswalde; aus Geomctra) S. 58; Rudow, Ent. Nachr. 1883.
Paniscus lineolatus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.
Campoplex Geometrae (aus G. (!) betulai-ia), rußnus (Elsass) S. 60,
aHntarsu.t S. 246; Eudow, Ent. Nachr. 1883, senn/fitvns (Sardinien); Costa,
Notizic etc. a. a. O.
Cbarops breviceps (Metemma); Kriechbaumer, Bull. Ent. Ital. XV
S. 243.
Sagaritis incisu (England); Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 165.
Casinaria(?) Magretiii (Bahr el Salaam); Kriechbaumer, Bull. Soc.
Ent. Ital. XV S. 243.
Limneria spectabilis (aus Chimatob. brumaria), normarmica (Nord-
fraukr.); Rudow, Ent. Nachr. 1883 S. 61, polyne^iaUs (Haleakala) S. 191,
Bhukburni (Manna Kea) S. 192; Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Cremastus pleunmtkitus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.,
pallidus (Kor Arvian); Kriechbaumer, Bull. Ent. Ital. XV S. 243.
Atractodes nigerrimus (lamal); Holmgren, Entomol. Tidskrift 1883
S. 151.
Mesochorus pectinipes (Norwich) S. 166, hirsiUus (Shere) S. 168;
Bridgman, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
Exetastes rußcomis (Perleberg); Rudow, Ent. Nachr. 1883 S. 245.
Banchus zonatm (Südeuropa) S. 57, rohustus (Thüringen) S. 246;
Rudow, Ent. Nachr. 1883.
ETaniadae. Evania sericea (Oahu ; Hawaii) ; Cameron, Trans. Ent.
Soc. London 1883 S. 191.
Aulacus fasciatus (Mehadia); Kriechbaumer, Tcrmesz. Fuzet. VI
S. 143.
Chalcididae. W. F. Kirby macht Remarks on the subf.
Chalcidinae, with synonymic notcs and descriptions of new species of
Leucospidinae and Chalcidinae; Journ. Linn. Soc. Lond. XVII
S. 53 ff. PI. III, IV.
Der Verfasser charakterisirt hier, meist unter Hinweis auf die Ab-
bildungen der wichtigsten Körpertheile , die Gattungen Smicra, Spilochal-
cis, Epitranus, Chalcitclla, Änacryptus , Ari-etocera , Thaiimapus! ,
Dirrhinus, Eniacn, Axima, Agamerion, Notaspis, Epinaeus , Conura,
Stypiui-a, Phasgonophora , Trigonura, Aspirrhinal , Proctoceras,
Thnmnotelia, Epitelict, ]\[egalo colus^ Pseudochalcis, Tricho-
xenid, Stomatocerds, Anlrocephalus,, Euchaicis , Neochalcis ,
Hockeria, Halticella, Hybothorax, Hippota, Chalcis mit Angabe der typi-
schen Art. Es werden dann als neu beschrieben Leucospis iriculor (Süd-
192 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
afrika; bei Anthidium cordatum), Mysolicn (M.) S. 69, tomentosa (St. To-
mas; Amazons); Smicra rufipes (Georgia) S. 70, ignedides! (Ver. Staaten},
foveaUi (Amazons) S. 71, ■pera (Brasil.), incertn (Amaz.) S. 72, decipiens
(Villa Nova), Burmeiitteri (Argentinien) S. 73, Phasgonophora ? Butcsii
(Santarem); Thaumapiis W(dken (St. Paulo); Ilockeria? Cunarie.nsis (C.)
S- 74; Chalcis adlipus (Japan) S. 75, //e«rse_yi (Indien), atrata (Queensld.),
Cowani (Antananarivo; aus Papilio Demoleus und einer Nephele- Art),
Wullds/oni (Canaren) S. 76.
S. Saunders liefert Dcscriptions of threc new gencra and
S[)ccies of fig insects allied to Blastophaga . . .; Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 1 ff. PI. 1— III. Sie heissen:
Eupris timi Masoni (Calcutta, in F. Indica) S. 5 ff. PI. I;
PleistodonI es imperitdis (N. S. Wales, in F. macropliylla und
australis) S. 8 ff. PI. PI. II;
Kradibia Coivnni (Madagascar, in den dortigen wilden Feigen)
S. 22 ff. PI. III ; in allen 3 Gattungen sind die (^ ungeflügelt, die $ ge-
flügelt. Bei Kradibia lebt Sycoscapter (n. g.) gibbus S. 25, nur im
männlichen Geschlecht bekannt, und ähnlich den cT von Kradibia. Die
in den Feigen lebenden Arten sieht Saunders als eine besondere Unter-
familie (Sycophagides) der Cynipiden an , und hält ihre Vereinigung mit
Parasiten für einen Missgriff. Die Unterfamilie zerfällt in die Priona-
stomata (Mandibeln mit gesägtem Anhang) mit den Gattungen Blasto-
phaga, Agaon, Sycocrjiita, und obigen 3 neuen, und (H) Aplosto-
mata mit Sycophaga und Apocrypta. Ausser der genannten Unterfamilic
zählen die Cynipiden noch die Cecidophagides und Heterophagides oder
„aphidivorous Cynipidae", welche letztere den Uebergang zu den aphidivoren
Braconiden vermitteln. Die als Schmarotzer bei den Sycophagiden leben-
den Arten bezeichnet Saunders als Sycocolacides, welcher Name
eine biologische, aber keine systematische Gruppe bedeutet.
Ebenda S. 31 ff. PI. IV— X bringt Westwood further dcscri-
ptions of insects infesting figs, nämlich Sycobia bethyloulcs W(dker
S. 31 ff. PI. IV Fig. 1 — 8; Walker ella (n. g.) temeraria S. 32 Fig.
9—12; Sycobicild (n. g) Suundersn S. 34 PI. V Fig. 13 — 19; Syr.n-
scapler itisignis Saund. mss. S. 35 Fig. 20 — 29; Sycoscaptella (n. g.)
nfßnis S. 36 PI. VI Fig. 30—35; Idarnella (n. g.) transiens Wulk.
S. 37 Fig. 36 — 42; diese Arten finden sich in Ficus Indica; an F. rcligiosa
(auf Ceylon) sind gebunden Olitesella (n. g.) diyiluta PI. VII Fig. 43 — 51,
religiosii Fig. 52 — 57 S. 40; Sycoscapter monüifer PI. VIII Fig. 58 — 62,
ffiaeilipes Fig. 63 — 66 S. 41; Sycoscaptella (?) anguliceps S. 42 PI. IX
Fig. 67 — 75; Sycoscaptella (?) 4-setosa (Ceylon in F. asperrima, vielleicht
identisch mit dem cT von lehn, ficarius Mayer; vgl. S. 375 ff. PI. XVI,
dessen $ eine Idarnella ist), S. 43 PI. X Fig. 76 — 85; endüch Palmon
(Pachytomu,s) Klugianus WeMw. S. 44 Fig. 86 — 96. — Bei mehreren der
genannten Arten (Sycobiella Saundei-sii; Sycoscapter insignis; ütitcsella
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 193
religiosa) sind die Vorderflügel durch fühlerartig gegliederte Anhänge
ersetzt; bei Syc. 4-setosa finden sich solche Anhänge auch am Metathorax.
Vgl. übrigens zu den Saunders'schen Gattungsnamen den vorigen Bericht
S. 215. — Ich lasse alle diese durch ihre Lebensweise zusammengehörige
Arten hier bei einander stehen , ohne damit über die Ansicht Saunders'
ein Urtheil abgeben zu wollen. — Zu Saunders' Mittheilung s. aucli Proo.
Ent. Soc. S. V, wo die Namen richtiger Prionostomata und IIa]ilostoniata
lauten.
Derselbe giebt ebenda S. 375 ff. PI. XVI further noticc
concerning the fig-insects of Ceylon, indem er seinen Irrthum
hinsichtlich des lehn, ficarius Mayer erkennt; die von Mayer als die beiden
Geschlechter einer Art beschriebenen Formen gehören auch zusammen,
und sind vielleicht identisch mit S. 4-setosa; letztere Art kann nicht in
der Gattung Sycoscaptella bleiben. — Von Apocr^-pta perplexa wird das
Männchen beschrieben und abgebildet (Fig. 2).
0. Saunders handelt On the Cynips Caricae of Hassel-
quist . . .; ebenda S. 383 flf. PI. XVIII. Diese zu den „parasitic races"
gehörige wurde von Linne mit C. Psenes, einer „genuine fig-seed'-feeder
(Blastophaga Grav.), zusammengeworfen und wird hier unter dem West-
wood'schen Gattungsnamen Idarnella nach Exemplaren , die aus Smyrnaer
Feigen hervorgekommen waren, eingehend beschrieben; eine neue Art ist
Idarnella aterrima aus Ficus macrophylla von Sydney.
Moranila (n. g. prope Eunotum Walk., Megapelte i^örs/.) testaceiceps
(Oahu) S. 188;
Solindenia (n. g. Calosoteri affine) pictxcornis (ibid.) S. 189; Ca-
meron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883,
Epitranus lacteipennis (Oahu); Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 187.
Callimome antipoda (Lindis, Neu-Seeland) ; Kirby, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 202.
Lochites Mayri (Wien, aus Gallen des Aulax Scorzonerae) ; Wachtl,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 9.
Torymus Fruni (Milngavie, aus Cecid. Pr.); Cameron, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 196, Heyeri (Böhmen, aus Cecid. abietiperda) ;
Wachtl, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 35.
Eupelraus ßavipes (Oahu); Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883
S. 190, albitarsis (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.
Trichogramma pretiosa RH. in den Eiern von Nemat. ventri-
cosus parasitirend ; Proc. Amer. Assoc. Advanc. of Sei., 31 th. meet.,
S. 471.
PrOCtotrypidae. Parasierola (n. g. prope Sierolam) teslacei-
cornis (BrasiHen); Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 197.
Cyilipidae. Adatok a Gubacsdarüzsok faumijahoz hazilnkban, . . .
Paszlavszky (Beiträge zur Cynipi denfauna Ungarns . . . von
Aich. f. Natiirgesch. L. Jahrg-. 2. Rd. N
194 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
F. Paizlavsaky; Termiisz. Füzet VI S. 152 ff. und 197 ff. — Es werden
im Ungarischen Text 68 Arten aufgeführt und biologische Notizen bei-
gefügt. Besonders hervorgehoben ist der Fund der Galle von C. super-
fetationis Girand. In Ungarn entwickeln sich die Arten fast um einen
Monat früher als es von denselben aus Deutschland angegeben wird. Bei
mehreren Arten wurde ein spezifischer Geruch beobachtet, der meistens
wanzenartig ist, bisweilen aber auch andere Beimischung hat ; bei C. am-
blycera mit säuerlicher Nuance, bei B. terminalis nach frisoh geriebenen
Citronenblättem , C. tinctoria nach frischem Malz. Wahrscheinlich dient
dieser (unangenehme) Geruch dem Thier als Schutzmittel. Diese biolo-
gischen Angaben sind als Beiträge zur Biologie der Cynipiden
in Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 129 ff., 171 ff. besonders abgedruckt.
Schlechtendal liefert ein ausführliches Referat über Beyerinck's
„Beobachtungen u. s. w."; s. den vor. Ber. S. 217; Giebel's Zeitschr.
LXI S. 97 ff.
Derselbe spricht die Ueberzeugung aus, dass Neuroterus Schlechten-
dali Mayr und aprilinus Giraud im Generationswechsel zu einander stehen.
Beyerinck sprach in den 37. Zomervergadering der Nederl. Ent.
Vereen. über die Lebensweise der Cynipiden; Verslag. S. XIII ff.
Cameron giebt Description of sixteen new species of para-
sitic Cynipidae, chicfly from Scotland; Trans. Ent. Soc. Lond.
1883 S. 365 ff.
Allotria rußcollis (Mull), ruficeps (New Galloway) S. 365, curvicornis
(Glen Lyon), Mulhnsis (M.) S. 366, Salicis („bred from a black Aphis
on S. pentandra from the Kilpatrik Hills"), piceonuiculaia (Dumfries) S. 367:
Cameron a. a, O.
Psichacra gehlinna (Cambusland), similis (ibid.) S. 368, MarshalJi
(Bumstaple) S. 369;
Trybliogi'apha nigriromis (Clydesdale) S. 369, testaceipes (Cambus-
land) S. 370;
Erisphagia longipes (Alsasua, Span.) S. 3 71;
Melanips /e»io?Y//ts (Bonar Bridge) S. 371;
Aegilips sco/ica (Glen Moriston), rußcornin (Bishopton) S. 372, atrio-
liitd (Glasgow) S. 373; derselbe ebenda, der auch S. 374 eine Sjmopsis
der Britischen Aegilips - Arten aufstellt.
Ohrysididae. Fletcher erhielt Cleptes semiauratus aus dem
Cocon eines Nematus , wahrscheinlich N. caeruleocarpus ; Entom. Monthl.
Mag. XX S. 71.
Iledychrum plagiatum (Brussa); Moosäry a. a. 0. S. 14.
Chrysis (Gonochrysis) scita (Kaifer, Syr.) S. 14, (Tetrachr.)
cruenta (Kauk.) S. 15, Mnroccnnn (M.) S. 16, dira (Ashanti), (Pentrachr.)
//itirK/uedentdta (Java) S. 17; Mocsäry a. a. 0., melanops (Timor Laut);
Kirby, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 345.
Crabronnlao, Tachysphex (n. g. Tachytis pars; habitu teneri,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 195
corporis pubescentia parca, femoribus I in c^ prope basim valde emar-
ginatis; valvula anali supera nuda; für T. unicolor Pz. etc. und) gallica
(Marseille) S. 167, ßlicomis (ibid.) S. 169, Schmiedeknechli (Griechenland)
S. 170, mediterranen (SiziHen) S. 173, graeca (Epirus; Corfu) S. 174,
pygididialis (Griechenland; Italien) S. 176, Jidliani (Marseille) S. 177;
Kohl, Deutsch, Ent. Zeitsshr. 1883.
liothi/nostethus (n. g.) Saussurei (Mexico) S. 344 Taf. XVIII
Fig. 5, 6;
Paraliris (n. g.) Kriechhaumeri (Cap) S. 361; Kohl, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXIII.
Chevrieria n. subg. (= Pemphredon aut.^ welcher Name für den
bisherigen Cemonus eintreten muss) für unicolor und Wesmaeli ; Kohl,
Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VI S. 658.
Taranga (n. g. „apparenthy allied to Pemphredon, but moi'e of
the shape of Priocnemis") dubia (Neu-Seeland) ; Kirby, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 201.
Oxybelus aurantiacus (Budapest) ; Mocsäry a. a. O. S. 48.
Crabro Kollari Dahlb. in England; Ent. Monthl. Mag. XIX S. 246.
Kohl fand den verschollenen Solenius nigritarsus Herr. -Schaff.
bei Bozen, Chur, Hohenschwangau und München in beiden Geschlechtem
wieder auf und giebt von denselben eine Beschreibung; Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 81.
Thyreopus Korhi (Chiclana; Gibraltar); Kohl, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 50.
Lindenius ibex (Corfu); Kohl, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 161.
Thyreocerus M(/.v.<i/ieH.vjs (M.) ; Kohl, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 163.
Nitela/«//ax (Tirol ; Wien) ; Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1 883 S. 343.
Trypoxylon neghctum (Süd - Carolina) S. 340 Taf. XVIII Fig. 3,
Rogenhoferi (S. Paolo) S. 342 Fig. 4; Kohl a. a. 0.
Kohl berichtigt Smith's Diagnose von Arpactophilus dahin, dass er
dieser Gattung nur eine Diskoidalzelle zuschreibt; Smith hat die äussere
mittlere Schulterzelle als zweite Diskoidalzelle angesehen; neu ist A. Stein-
dachneri (Australien); Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 334.
Cerceris Morawitzi (südöstl. Russliind) S. 46, fulim (ibid.), orientalis
(ibid.) S. 47 ; Hocsäry a. a. 0.
C. Antoniae Fahre ■= conigera Dahlb.; Andre et Perez, Revue
d'Entom. 11 S. 161.
Bembex Pannonica (Budapest) S. 38, Lichtemteini (Südfrankr.) S. 39,
Gallica (Fr.) S. 40, occitanica (Toulouse; Montpellier; Granada) S. 41,
cristata (Granada) S. 42, fuscilabris (Corfu; Epirus) S. 43; Mocsäry a. a. O.
B. Julii Fitbre =r sinuata /'(/HJ. ; Andrd et Perez, Revue d'Entom.
II S. 161.
Stizus Ilisjxmicus (Granada), lacleipennis (südöstl. Russland) S. 44,
Kohlii (Syrien) S. 45; Mocsäry a. a. 0.
19ß Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Astata rujipes (Budapest); Mocsäry a. a. O. S. 22.
Kohl giebt a. a. O. S. 352 f. eine tabellarische Ucbersicht der Gat-
tungen Larra, Notogonia, Liris, Parnliris und beschreibt Larra melano-
ptera (Mauritius) S. 353, sumatrana (S.) S. 354, psilocera (Australien)
S. 355; Liris magnifica (Nord-Australien), 5mz<cn (Arabien) S. 356; Notog.
japonira (Kioto) S. 357, deplamitc (Ceylon) S. 358; Piagetia odontostoma
(Arabien) S. 359 Taf. XVIII Fig. 9.
Larrada Cowani (Madagask.) ; Kirby, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 200.
Ueber L. australis(?) und ihr Verhältniss zu Pelopoeus laetus s. unten.
Pison punctulatum (Pek Downs) S. 336 , coüare (Duke of York I.)
S. 331, fascvi tum (America, Mexiko oder Peru) S. 339; Kohl a. a. O.
Tachytes lativalvis Thoms. in England (Sandhills, Deal); Saunders,
Ent. Monthl. Mag. XX S. 135.
Auf Grund der Autopsie typischer Stücke macht Kohl folgende syn-
onymische Angaben: Tachytes (erythropus Costa = [Tachysphcx]) flu-
etuata Ger st. ; (grandis Chevrter = Larra) anathema Rossi; (discolor
Friv. = Tachysphex) Panzeri v. d. L.\ Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 226.
T. erythrogastra, proce.ra (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O., (imbidens
(Sarepta) S. 364, obesa (Granada) S. 365; Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1883.
Palarus latifrons (Cap); Kohl a. a. 0. S. 362 Fig. 7, 8.
Tachysphex Mocsaryi (Ungarn) S. 367, psihpus (Arabien) S. 371
Taf. XVII a Fig. 2, 3, punctulatus (Tanger) S. 372, latifrons (Brussa)
S. 373 Fig. 7, psilocerus (Mexico) S. 374; Kohl a. a. O.
Miscophus {helveticus [Peney; = ater Le Pe/. ?]; Kohl, Mitth. Schweiz,
ent. Gesellsch. VI S. 673 =) gallicus (Marseille, Peney) S. 837 , ctenopus
(Arabien) S. 349, pretiosus (Corfu) S. 351; Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXin.
Bembecinus biarmatus (Brussa); Mocsäry a. a. 0. S. 45.
Trigonopsis soror (San Paolo, Bras.), Frivaldszkyi (Bras.); Mocsäry
a. a. 0. S. 23.
Sphex Orientalis (südöstl. Russland) S. 31, melanarius (Tiflis) S. 32,
Persicus (P.), luleipennis (Amboina) S. 33, lanatits (Transvaal) S. 34,
pulrhripennis (Ashanti) S. 35; Mocsäry a. a. O.
Whittell beschreibt den Nestbau von Pelopoeus laetus. Diese
Art macht aus Schlamm ihre Zellen in Reihen nebeneinander, die in ihrer
Gesammtheit einen ovalen Raum einnehmen. Wenn die Zellen fertig sind,
so werden Spinnen, 4 — 7 je nach ihrer Grösse, eingetragen und wird ein
Ei dazu gelegt. — Ein ungebetener Gast dieses Pelopoeus ist Larrada
australis (?), die in die Zellen eindringt, dieselben durch eine Scheidewand
thcilt, und dann ihrerseits mit Eiern belegt. Proc. Linn. Soc. New South
Wales VIII S. 29 ff.
P. sumatramts (S.); Kohl a. a. O. S. 375, riißpps (Amboina); Moc-
säry a. a. O. S. 24.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. IQT
Psammophila polita (südöstl. Russland) S. 30, Caucusku (Tiflis) S. 31;
Mocsäry a. a. 0.
Ammophila Hanguriai (Budapest) S. 25, clypeuta (Epirus) S. 27,
Hispanica (Malaga), modestn. (Granada) S. 28, Turcieu (Brussa) S. 29,
Sytiaca (Syrien) S. 30; Mocsäry a. a. 0., sareptanu (S.) S. 378, longi-
collis (ibid.) S. 379 Taf. XVII a Fig. 6,Jallax (Amasia) S. 380, dolicho-
dera (Süd-Afr.), haematusoma (Cypern) S. 383; Kohl a. a. 0,
Enodia Graeca (Corfu) S. 35, argentatu (südöstl. Russland) S. 36,
oblique-ütriuta (Beirut) S. 37 ; Mocsäry a. a. 0., vütata (Kasp. M.); KoM
a. a. O. S. 385.
Fompilidae. Pompilus unguicularis in England (Hayling,
Isl., Deal, Chobham); Saunders, Ent. Monthl. Mag. XX S. 135.
Pompilus Gredleri (Brussa); Eohl, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 184, Hiendlmai/ri (Albarracin, Span.); derselbe, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 49, plicaius (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. O.
Priocnemis sordidipennis (Sizilien) S. 179, Mocsäryi (Corfu) S. 181,
Frey-Gesmeri (Brussa) S. 183; Kohl, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883, Hut-
toni (Neu-Seeland) S. 199, Xenos , Fascoei (ibid.) S. 200; Kirby, Trans.
Ent. See. Lond. 1883, leucocelis, bisdecoratus (Sardinien); Costa, Rapp. etc.
a. a. 0. S. 197, pogonidides (ibid.); derselbe, Notizie etc.
Sapygidae. Sapyga punctata ein Schmarotzer von Osmia
aurulenta; Friese, Ent. Nachr. 1883 S. 67.
Scoliadae. Myzine Graeca (Syra) S. 18, nigriceps (Astrabad) S. 19;
Mocsäry a. a. 0., Suakinemis (S.); Magretti, Bull. Ent. Ital. XV S. 248.
Dielis laratensis (Timor Laut); Kirby, Proc. Zool. See. 1883 S. 345
mit Holzschn.
Tiphia major (Gibraltar) S. 20 , Caucasica (K.) , Älgira (Konstantin.)
S. 2 1 ; Mocaäry a. a. O.
Tliyuuidae. Weijenbergh beschreibt, dass die c^ von Tachypterus
{urgentinus und Cordovensis) die ungeflügelten kleineren 2 ^"f '^^ii Blumen
aufsuchen und mit ihnen davonfliegen , um die Kopulation zu vollziehen ;
Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 279 ff. Beide Geschlechter werden von bei-
den Arten beschrieben.
Mutillidac. MutiUa Sudanensis (Bahr el Salaam; Atbara) S. 245;
sulcata (B. el Salaam), tar^üjnnosa (Suakin) S. 246, unguiculata (Suakin),
Madoszkowskyi (Metemma) , Takoura (B. el Salaam) , Pavesii (Kor Saua)
S. 247, aureocincta (Metemma) S. 248; Magretti, Bull. Ent. Ital. XV.
Formicidae. Reuter hielt in der Jahresversammlung vor der
Finska Vetensk. -Societät einen Vortrag Om myrornas s. k. instinkt,
in welchem er sich zumeist auf die neuesten Forschungen von Moggridge,
Mc Cook und Lubbock stützte; Öfversigt af F. V.-S. Förh. XXIV S. 136 ff.;
vergl. Natur 1883 No. 40 und 41.
Ants an their ways . . . by W. F. White; London 1883. Habe
ich nicht gesehen. Ist nach Wallace, Nature 28 S. 293, eine gute
198 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
und kritische ZusammenstcUung unserer Kenntnisse über die Lebensweise
dieser Thiere bereichert mit des Verfassers eigenen Beobachtungen und
einer Aufzählung der Brittischen Gattungen und (41) Arten.
Emery zählt auf und beschreibt alcune formiche della Nuova
Caledonia; Bull. Soc. Ent. Ital. XV S. 145 flF. mit Holzschnitten.
H. de Saussure schildert les Fourmis americaines d'apr'es les
observations les plus recentes: Archives d. sei. phys. et naturelles X.
Rev. H. C. Mc. Cook macht eine Mittheilung über die Verbreitung,
den Nestbau und den „harvesting habit" der Pogonomyrmex occiden-
talis; Proc. Acad, Nat. Sei. Philadelphia 1883 S. 294 ff.
Derselbe theilt einige Beobachtungen über Camponotus pennsylva-
nicus mit, aus denen hervorgeht, dass die befruchtete Königin sich isolirt
und allein eine Kolonie gründet. Das Larvenstadium dauert 30 Tage,
und ebenso lange verbleibt die Ameise im Puppenzustande. Die Königin
ist beim Ausschlüpfen den jungen Ameisen behülflich und füttert auch
diese, nicht nur die Larven. Die bei der Gründung einer neuen Kolonie
zuerst auftretenden Ameisen gehören der „Zwerg -Kaste" an; die Ent-
wickelung derselben kann aber nicht wohl auf eine mangelhafte Pflege —
da jetzt die Königin noch allein alle Geschäfte besorgen muss — zurück-
zuführen sein, da auch später alle drei Kasten noch fortwährend neben
einander prodirzirt werden. — Ebenda S. 302 ff.
Radoszkowsky zählt Fourmis de Cayenne Fran^aise auf, nach
Determination durch Mayr; Hör. Soc. Ent. Ross. XVIH.
Mayr beschreibt 3 neue Ostindische Formiciden- Arten; Notes
Leyden Museum V S. 245 ff.
Das Vorkommen einer Aphis- und Coccus - Art bei der y e 1 1 o w a n t
Leidy's, früher Formica flava genannt, nach Mc Cook aber Lasius inter-
jectus, ist kein zufälliges; vergl. dies. Bericht für 1877 — 78, 2. Hälfte,
S. 15 (358); Leidy, Proceed. Acad. Nat. Sei. Philad. 1882 S. 148 f.
Mc Cook behandelt Ants as beneficial Insecticides; ebenda
S. 263 ff".
iMelophorus (n. g.) Bagoti (Australien; eine neue „honey-ant");
Lubbock a. a. O. S. 51 f. PL IL
Polyrrhachis exul (Neu-Caled.); Emery a. u. O. S. 147; Rilsenwi
(Sumatra) S. 245, Cerameiisis (C.) S. 246; Mayr, Notes Leyden Museum V.
Myrmecia apicalis (Neu-Caled.); Emery a. a. O. S. 150.
Monomorium afrum (Atbara); Andr6, Bull. Ent. Ital. XV S. 244.
Meranoplus LeveilM (Neu-Caled.); Emery a. a. O. S. 151, Magreliii
(Suakin); Andre, Bull. Ent. Ital. XV S. 245.
Leptomyrmex pallens (Neu-Caled.); Emery a. a. O. S. 147.
Epitritus argiolus Emery von Horväth im Pester Comitat auf
mit Phylloxeren besetzten Rebwurzeln gefunden ; die Art war bis dahin
aus Südfrankreich, Korsika und Italien bis Neapel bekannt; Mayr, Terme'sz.
Füzet. VI S. 141 und 196.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 199
Holcomjrmex glaber (Indien); Andr^, Spec. des Hymen. S. 345.
Cyphomyrmex conformis (Cayenne); Mayr, Hör. Soc. Ent. Koss.
XVm S. 9 (Separ.).
Aphaenogaster Hispanica (Madrid); Andre, Spec. des Hymen. S. 365
und 372.
Ph[e]idoIe Jelski! , fallacis (Cayenne) S. 5, Radoszkowskii S. 6, exi-
ffua, subormata S. 7 ; Mayr, Hör. Soc. Ent. Roris. XVHI (Separ.).
Tetramorium .sigmoideum (Cayenne); Mayr, Hör. Ent. Soc. lloss.
XVHI S. 4 (Separ.).
Gnoraptogenys striaiula (Cayenne); Mayr, Hör. Ent. Soc. Ross. XVHI
S. 3 (Sep.).
Ectatomma fidgens S. 148, pulchellum S. 149 (Neu-Caled.), Mayri
(Neu-Seeland) S. 150 Anm.; Emery a. a. 0.
Ponera contracta in England; Lubbook, Journ. Linn. Soc. Lond.
XVn S. 51.
P. con-stricta (Cayenne); Mayr, Hör. Soc. Ent. Ross XVIH.
Prenolepis Sumatrensis (S.); Mayr, Notes Leyden Museum V S. 247.
Camponotus Gambeyi S. 145, cnmelus S. 146 (Neu-Caled.); Emery
a. a. 0.
Vespidae« Paramischocyttarus (n. g. Mischocyttaro affine)
subtüis (Kassala) S. 251;
Ichno g unter o'id es (n. g. Ischnog. , Belonog. et Mischoc. affine)
fiavus (Abyss.) S. 252; Magretti, Bull. Ent. Ital. XV.
Polistes exlrcmeus (Timor Laut); Kirby, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 344.
Belonogaster tricolor (Socotra); Taschenberg a. a. 0. S. 175.
Odynerus (Ancistrocerus) jucundiis (Budapest; Brussa) S. 49,
(Lionotus) Andrei (Granada) S. 50, (Epipona) albicinctus (Malaga)
S. 51, terricola (Budapest; Dalja; in Wegen nistend) S. 52, Bulgariens
(Philippopel), Sibirien.-! (S.) S. 54; Mocsäry a. a. 0., !>ieulus (S.); De
Stefani • Ferez , II Naturalista Siciliano II S. 85, (Ancistrocerus) lobatus
(Kauk. ; Griech.; Sicil.) S. 229, suleatus S. 230, (Lionotus) Trinaeriae
S. 231, insidaris, (Epipona) depressus S. 232, Destefanii S. 233 (Sizilien);
£. Andrö ebenda.
Apidae. E. Taschenberg stellt die Gattungen der Bienen
(Anthophila) mit ihren Unterschieden und Angabe der geographischen
Verbreitung zusammen. In der Einleitung sind die Kunstausdrücke kurz
erläutert. Hinzugefiigt ist eine analytische Tabelle der ,(108) Gattungen,
die vorwiegend das Flügelgeäder berücksichtigt. Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 37 ff.
Von Schmiedeknecht's Apidae Europaeae sind fasc. 5 — 7 erschienen,
die Gattungen Bombus (zu Ende), Psithyrus, Andrena (und subg. Campy-
logaster) enthaltend; S. 315 — 574, Taf. 10—15.
Melectoides (n. g. ; K.-Taster 4gliedrig; L.-Taster zwei gestaltig,
ungefähr von -3 der Zungenlänge; Oberlippe ziemlich versteckt, quer-
200 Bertkuu: Bericht über die wissenschaftlichen
vicrecki^^; Kinnbacken stumpfziihnig, tiefer unten ein zweites Zähnehen,
hinten bis /.u den Augen reichend. Nebenaugen. Fühlerglied 3 an der
Wurzel verdünnt, stark verlängert, länger als der Schaft, etwa viermal so
lang wie jedes der folgenden, auf der Oberseite schuppenartig erscheinenden
Glieder, Radialzelle etwas kürzer als die Cubitalzelle , elliptisch, vorn ge-
rundet oder gestutzt, mit Andeutung eines Anhanges. Cubitalzellen 3,
gleich lang unter sich, 2 fast ([uadratisch , mit der ersten rücklaufenden
Ader in ihre Ilinterecke . . . Köqier Meleetaförmig; Schildchen einfach
gerundet; Hinterleibssegment 6 beim $ querviereckig ; schwach eingedrückt
und an den Rändern schwach ausgeschweift . . .) senex (Parana) ; Taschen-
berg a. a. 0. S. 75.
Schmiedeknecht macht a. a. O. auf die Veränderungen aufmerksam,
die das Schmarotzen von Stylops an Andrena hervorruft und die zur
Aufstellung neuer Arten Anlass gegeben haben; er beschreibt als neu
A. Lichtenxteini 'Südfrankr. ; Balearen) Perez i. 1, S. 631, Paveli (Un-
garn) Mocsary i. 1. S. 541, Hiendlmayri (Spanien; Griechenland) S. 546,
Gallica (Bordeaux) Perez i. 1. S. 549 , Sclaniedeknechti (Florenz) Magretti
i. 1. S. 563; Magretti, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 200 Fig. l, Floren-
tina (Fl.) S. 202 Fig. 2; derselbe ebenda PI. VII No. HI.
Cilissa dimidiata Mor. var. Hungarica (Budapest ; Siebenbürgen) ;
Mocsäry a. a. 0. S. 58.
Osmia igneo-purpurea (Sardinien); Costa, Rapp. etc. a. a. O. S. 198,
olriventris (ibid.); derselbe Notizie etc. a. a. 0.
Megachilc carinuldla (Sardinien); Costa, Rapp. etc. a. a. O. S. 198.
Anthidium rufi)<pirmm (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. O.
^t^Ws fossulata (Persien); Kocsäry, a. a. 0. S. 69, leucostoma (Sar-
dinien), Costa, Notizie etc. a. a. O.
Dioxys vioesta (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Brauns verzeichnet nach Schmiedeknecht's „Apidae" die (25)
mecklenburgischen Arten der Gattung Nomada F.; Archiv
Freunde Naturg. Mecklenburg 36. S. 148 ft'.
N. Algira (Konstantine) S. 60, Sagana (ibid.) S. 61, melanura (ibid.)
S. 62, lateritia (Dobrudscha) , teneUa (Kaukasus) S. 63, bispinoaa (Dobru-
dscha) S. 64, Jaticrus (Brussa), carnifex (Malaga) S. 66, dulosa (Granada)
S. 67 , erijtlirosoma (Brussa), graja (Epirus) S. 68; Mocsäry a. a. O.,
Picciu/ana (Florenz); Magretti, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 203 PI. VII
No. III Fig. 3.
Crocisa caeruleifrons (Timor Laut); Kirby, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 343.
Tctralonia ghiuropis (Siebenbürgen); Mocsäry a. a. 0. 8. 55.
Anthophora Manni (Sizilien; Konstantine); Mocsary a. a. O. S. 54,
procera (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0., arctka (Olcnek) S. 33,
Hamei (Irkutsk) S. 35 ; Morawitz, Revue mensuellc d'Entomologic I.
Xylocopa Xanti (Borneo); Mocsäry a. a. 0. >S. 58, Forbesü (Timor
Laut); Kirby, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 344.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 201
Von den 8 von Schmiedeknecht aus Europa aufgeführten Psithyrus-
Arten sind rupestris, quadricolor, vcstalis, campestris, Barbutelhxs auch in
England vertreten; Saunders, Ent, Monthl. Mag. XIX S. 267 f.
In einer Sur quelques espcces russes appartenant au genre
Bomb US überschriebenen Arbeit wendet sich Radoszkowsky gegen das
Verfahren von Morawitz, der wesentlich auf Grund des Studiums der
Genitalien mehrere Arten zusammengezogen hatte ; vergl. dies. Bericht für
1880 S. 193. Radoszkowsky findet, dass die Benutzung des von
Morawitz angewendeten Merkmals zunächst noch so lange unsicher ist,
als keine auf ein vergleichend anatomisches Studium gegründete einheit-
liche Terminologie angenommen ist. Wie aber bei anderen Arten, so sind
auch bei den Hummeln die Geschlechtstheile Aenderungen unterworfen.
Den aus der Literatur entnommenen Beispielen, wo von demselben
Autor zu verschiedenen Malen die Geschlechtstheile derselben Art ver-
schieden dargestellt werden (Schmiedeknecht in seinen Thüringer Arten
von Bombus und in Apidae Eui'opaeae) fügt Radoszkowsky das von B. la-
pidarius hinzu, dessen Genitalien bei einem von St. Petersburg stammenden
Exemplar ein ganz anderes Aussehen hatten als bei einem bei Warschau
gefangenen. Andererseits können aber auch verschiedene Arten sehr ähn-
liche oder fast gleiche Genitalien besitzen; eine einseitige Berücksich-
tigung dieses Körpertheiles führt daher zu Irrthümern. Besprochen werden
dann B. terrestris L. imd viduus F., die verschiedene Arten sind; der
B. vorticosus Gerst. wird als montanus Lep. in Anspruch genommen;
B. incertus Mor. = tunicatus ä«., niveatus Kriechb.; B. nivalis Zet., tri-
color Dlb. imd balteatus Dlb. sind nicht identisch ; B. alta'icus Eversm, =■
melanurus ie/j. ; B. Uralensis Mor., canus Pul. und armeniacus i2«c?. sind
nicht = pomorum P~. , B. modestus Eversm. nicht = Baicalensis Rad.\
B. zonatus Smith {= Stevenii Rad., aber) nicht = calidus Eversm. \ di-
stinguendus Mor. nicht = fragrans Pal. ; lapidarius L. , eriophorus B.,
caucasicus R. sind nicht identisch, ebenso wenig consobrinus Dalb. und
hortorum L., oder sylvarum L. imd Mocosewiczi i?r«f. ; variabilis Schmied.
hat den älteren Namen tristis Seidl zu führen ; alticola Kr. nicht = mon-
tanus Gerst. Zum Schluss unterscheidet der Autor 58 Arten in analyti-
scher Tabelle, zumeist nach der Färbung. Als neu ist B. Persicus (De-
mavend, 15 000') S. 214 beschrieben. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LVIII
(1883 No. 1) S. 168 ff. — Morawitz vertheidigt sich gegen einige un-
gerechter Weise ihm gemachte Vorwürfe ; ebenda No. 3 S. 28 ff.
Brauns liefert nach einer Besprechung einiger neuen Werke über
Hymenopteren (S. 137 ff".) ein Verzeichniss der (18) in Mecklenburg beob-
achteten Arten von Bombus, dem er ein solches von Psithyrus anschliesst
(5 A.). Die Benennungen sind nach Schmiedeknecht 's „Apidae Eu-
ropaeae" gewählt. Archiv Vereins d. Freunde d. Naturg. i. Mecklenburg.
36. S. 143 ff.
Morawitz beschreibt Neue russisch - asiatische Bombus-
202 B e r t k a u : Bericht über ilie wissenschaftlichen
Arten, uiiiiilitfi B, utiicus 'Amur) S. 234, Oberti. (Hochgebirge bei War-
noje) S. 238, In/drojihthalmus (ibid.) S. 240, ßuvobarbatiui (Amur^ S. 242;
Hör. Ent. Ross. XVU.
Hoffer theilte in der 3. Monatsvers, des Naturw. Vereins für Steier-
mark am 28. April 1883 alte und neue Beobachtungen über das
Familienleben der Hummeln mit; Mitth. Naturw. Vcr. etc. für 1883
S. LVn flf.
In der 6. Monatsvers, desselben Vereins am 27. Oct. hielt Kristof
einen ähnlichen Vortrag, der zugleich über die wichtigsten früheren
Hoffer'schen Arbeiten referirte; ebenda S. LXIV ff.
J. Herschel beobachtete, wie eine Hummelart sich den Zugang zu
dem Honig einer blauen Salvia durch ein Loch im Kelch und in der
Krone immer an derselben, der rechten Seite der Blüthe verschaffte.
Dieselbe ^?) Art wurde ein anderes Mal bei derselben Pflanze saugend ge-
funden, wo sie nicht durch ein in das Perigon gebissenes Loch zum Nektar
vordrang, sondern durch den Schlund der Kronröhre; die Bemühungen der
kleineren Honigbiene, zum Nektar zu gelangen, waren fruchtlos ; Nature 29
ö. 104.
Intelligenz der Honigbienen. V erschiedenes Tempera-
ment verschiedener Rassen. H. Müller in Kosmos VII S. 216 ff'.
Schweickert: Ueber die Nachzucht junger Bienenköni-
ginnen; Verhandl. naturw. Vereins in Karlsruhe IX S. 85 ff".
Derselbe: Ueber die Versendung lebender Bienen auf grössere
Entfernungen; ebenda S. 15.
Ueber den Futtersaft u. s. w. der Honigbiene s. oben S. 180.
Beber • Tschumper schildert in anschaulicher und gediegener Weise
die Honigbiene und die Rolle, welche Drohnen, Königin und Arbeits-
bienen im Stock zu spielen haben; Bericht St. Gallischen naturw. Gesell-
schaft 1881/82 S. 119 ff',
Coleoptera.
Fackard bringt Description of the larvae of in-
j Urions forest insects, Third Report U. S. Entomological
Commission S. 251 ff. PI. VI — XV. Die beschriebenen Larven
gehören zu Chrysobothris femorata; Chalcophora (virginica?);
Melanophiia spp; Dicerca divaricata; Cerambycid. spp. ; Ase-
mum maestum; Elaphidium parallelum; Xylotrechus colonus;
Clytus sp.; Rhagium lineatum; Orthosoma brunneum.
Buddeberg tlieilt Beobachtungen über Lebensweise und
Entwickelungsgeschichte von Mecinus janthinus Genn.;
Baris raorio ScM.; Phloeosinus Thujae Perr.; Thamnurgus
Kaltenbaclii ; Urodon conformis .s'»//"r. mit; Jahrb. Nass. Ver.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 203
Natitrk.; 36, Jabrg. 8. 124 ff. Tat". I, II. Von Mcciuufl janthi-
nus ist auch die Embryonaleutwickelung z. Th. geschildert.
Riley findet die Lebensdauer und Zahl der Larvenhäutungen
variabel; eine Tenebrio obscurus häutete sich 11, eine andere 12
mal; 2 Larven von Trogoderma tarsale hatten gar im Verlauf
von S'/.j Jahren 43 Häute abgelegt; Americ. Naturalist 1883
S. 547.
Reitter's synoptische Tabellen der Paussiden, Clavi-
geriden, Pselaphiden und Scydmaeniden sind von Le-
prieur übersetzt und bilden mit ihrem Anfang No. 275 von
Marseul's Abeille 1883.
Sharp hielt einen Dytiscus Roeselii 5 Jahre am Leben;
Ent. Monthl. Mag. XIX S. 260.
Friedenreich erzog aus einer in dem Regenwasser zwischen
Bromelienblättern, anfangs für die eines Agabus gehaltenen Larve
einen Halticiden mit 5 Tarsengliedern, Pentameria, s. unten.
Die Larve „athmet durch schilffdrmige Tracheenkiemen, welche
im Innern des vorletzten Hinterleibsringes liegen und auf Druck
strahlenförmig nach aussen vorgestreckt werden können. Sie
münden in 2 Tracheenstämme ein , welche am Körperrande
entlang bis zum Kopfe verlaufen." Die Tracheen entbehren
der Spiralleisten und zeichnen sich ferner durch die abge-
plattete, breite Beschaffenheit ihres Lumens aus. — Wegen der
erhaltenen Fünfzahl der Tarsenglieder ist diese Gattung als die
phylogenetisch älteste der Halticiden anzusehen. Stett. Ent.
Zeit. 1883 S. 140 ff.
Forbes giebt the food relations of the Carabidae
and Coccinellidae an; Illin. State Laboratory of Nat. Hist.
Bull. No. 6 S. 33 ff.
Unter der bekannten Aufschrift „Exotisches" bespricht
Dobrn 47 Käferarten resp. Varietäten; Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 102 ft'., 278 ff., 397 ff., 495 ff.
Westwood macht in seinen Descriptions of some new
exotic Coleoptera zumeist Angehörige neuer Gattungen be-
kannt; Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 61 ff. PI. 3-5.
J. L. Leconte und G. H. Hörn geben unter dem Titel
Classification of the Coleoptera of North America
nach einer terminologischen Einleitung die Charaktere der Fa-
milien, Unterfamilien und Gattungen. Smithsonian Mise. Collect.
Vol. XXVI Art. No. IV.
204 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Diese „Classification of the Coleoptera of North America"
von Le Conte imd Hörn ist besprochen von A. Matthews in
Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 167 ff.
Notes on Coleoptera, with descriptions of new
genera and species. Part V. By F. P. Pascoe; Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI S. 436 ff. (Tenebrionidae).
Beitrag zur Kenntniss der Clavigeriden, Psela-
phiden und Scydmäniden von Westindien von E. Reitter.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 33 ff.
Beitrag zur Kenntniss der Pselaphiden-Fauna
von Valdivia; derselbe ebenda S. 47 ff. Taf. I.
Kirsch beschreibt Neue südamerikanische Käfer aus
den Familien der Chrysomelidae, Erotylidae, Coccinellidae;
Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 187 ff. Taf. II Fig. 8, 9.
Friedenreich macht Pilzbewohnende Käfer in der Pro-
vinz Santa Catharina bekannt; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 375 ff.
Zur Pampa-Fauna bespricht Berg 9 Arten; Stett. Ent.
Zeit. 1883 S. 392 ff.
Fairmaire's Notes sur quelques ColeopteresdeMagellan
et de Sa. Cruz führen 61 Arten auf; Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 483 ff.
Desselben Description de quelques Coleopteres de la
Patagonie et de la Republique Argentine beschäftigt
sich mit Heteromeren.
Die VIII. der Bestimmungstabelleu der europäischen
Coleopteren bringt den Schluss der Cerambycidae von L.
Ganglbauer; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXUI S. 437 ff'.
Von Calwer's „Käferbuch" erscheint eine neue (4.) Auflage
von G. Jäger; Stuttgart bei Hoffmann.
P. Bargagli beginnt eine Rassegna biologica di Rin-
cofori Europei; Bull. Ent. Ital. XV S. 301 ff.
Catalogue of British Coleoptera by Rew. W. W.
Fowler & A. M. Matthews. London 1883.
Die Notes on new British Coleoptera since 1871 ...
sind fortgesetzt, Entom. Monthl. Magaz. XIX S. 197, 229, 247,
269; XX S. 44 ff.
Seinen Beiträgen zur Kenntniss der Staphylinen-
Fauna von Süd-Spanien, Portugal und Marokko schickt
M. ftuedenfeldt einen allgemeiner gehaltenen Reisebericht
voraus. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 149 ff.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 205
Bedel's Faune des Coleoptöres du bassin de la Seine et de
ses bassins secondaires ist fortgesetzt; Ann. Ent. Fr. 1883
S. 49 — 96, Brachyrrbinidae (zu Ende), Curculionidae bis Li-
parus (Molytes).
Catalogo ragionato dei Coleotteri dl Sicilia;
E. Ragusa in II Natural. Siciliano II S. 169 ff., 193 ff., 241 ff.,
275 ff.; III S. 57 ff.
Derselbe schreibt über Coleotteri nuovi o poco cono-
sciuti della Sicilia; ebenda S. 302 ff.
Ebenda III S. 1 ff. macht F. Saudi Bemerkungen sugli
Eteromeri dl Sicilia.
Pirazzoli zählt die während einer mehrtägigen Exkursion
auf den Gran Sasse d'Italia (Abruzzen), die zum Zweck der
Jagd auf den Carabus cavernosus Friv. (variolatus Costa) unter-
nommen war, gefundenen Käfer auf; Bull. Ent. Ital. XV S. 152 ff.
Die Fortsetzung von Fiori's „Saggio di un Catalogo
dei Coleotteri del Modenese et del Reggiano" enthält
die Dytisciden, Gyriniden und Hydrophiliden, mit den Cara-
biden zusammen 351 Arten; Atti d. Soc. Naturalisti di Modena
(3) II, 1883.
Von G. Stierlin ist ein Zweiter Nachtrag zur Fauna
Coleopterorum helvetica erschienen; Neue Denkschr. allg.
Schweiz. Gesellsch. ges. Naturw. Bd. XXVIII, Abth. 3 S. 1-98.
Brancsik bringt einen I. Nachtrag zur Aufzählung der
Coleopteren des Trencsiner Komitats. Otödik evfolyom
1882 evkönyo melyet a Trencsin Megyei S. 64 ff.
Kittel setzt seine Systematische Uebersicht der
Käfer Bayerns fort. Corrbl. zool.-mineral. Ver. Regensburg.
36 S. 30, 94, 123, 155, 175 ff.
Ein dritter Nachtrag bringt die Käfer von Nassau und
Frankfurt auf 3313 Stück; v. Hey den, Jahrb. Nass. Vereins
f. Naturk., Jahrg. 36 S. 104 ff.
Ein Verzeichniss der Käfer von Elberfeld im Jahres-
Ber. naturw. Ver. Elberfeld, 6. Heft, S. 1 ff. von Cornelius
enthält 2304 Arten.
Coleopterologisches aus der Lüneburger Haide;
Ent. Nachr. 1883 S. 217 ff.
NaturgeschichtlicheMittheilungen aus dem Kreise
Rotenburg; Coleoptera (Carab. — Pselaph.). Ber. Wetterau'-
schen Gesellsch. Hanau 1879 - 82 S. 73 ff.
206 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Vcrzoichniss der Coleoptereii . . .; VII. Ber. Ver. f.
Natiirk. Fulda S. 36 ff.
Verzeichniss der im Gebiet des Aller-Ver eins,
zwiaclion Ilolmstadt und Magdeburg aufgefundenen
(2871) Käfer, von M. Wahns chafFe. Neuhaldenslcben 18H3.
No. 4 der Beiträge für Naturkunde Preussens enthält den
von Lentz neubearbeiteten Catalog der proussi sehen Käfer,
in dem etwa 3250 Arten aufgeführt sind. Königsborg, 1879.
Herausg. von der physikal.-ökon, Gesellscliaft.
Ueber den Status der Coleopteron-Arten Schle-
siens Ende des Jahres 1882 erfahren v/ir von Letzner,
dass 37 Arten hinzugekommen, dagegen 15 in Abzug zu bringen
sind; die Zahl der Arten ist demnach 4314. — GG. Jahresb.
Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur S. 306 ff.
Als weitere Materiaux pour la Faune entomologique
lässt Preudhomme de Borre Colcopteres, 2. centurie, de la pro-
vince de Namur; Bull. Soc. Naturalistes dinantais;
Coleoptöres, 3. centurie, de la provinee du Brabant; Bull.
Soc. R. Linneenne de Bruxellos;
Coleopteres, 3, centurie, de la provinee de Liege; Mem.
Soc. R. d. Science de Liege (2) X
erscheinen.
V. Heyden bringt den Schluss des Catalog der Coleo-
pteren von Sibirien etc.; Beiheft zum 1. Heft der Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1883; vergl. dies. Ber. f. 1881 S. 239.
V. Heyden und Kraatz zählen Käfer aus Osch (in Tur-
kestau) auf; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 337 fr.
Dieselben desgl. aus Tekke-Turcmenien; ebenda
S. 354 ff.
Unsere Kenntniss der Fauna Japans ist durch 3 Abhand-
lungen bereichert in den Trans. Ent. Soc. London 1883. Bates
giobt dort S. 205 ff. ein Supplemente to the Geodepha-
gous Ooleoptera, das zu den 241 Arten des ersten auf
Lewis' Sammlungen begründeten Verzeichnisses 167 weitere be-
kannt macht, die von demselben Reisenden bei seinem zweiten
Besuche, Februar 1880 bis September 1881, gesammelt waren. —
Sharp liefert eine Revision of the Pselaphidae, S. 291 ü\,
die 67 Arten in 17 Gattungen aufweist, von welchen letzteren
9 anscheinend Japan cigenthüralich sind. Lewis selbst zählt
die Lucanidae auf, S. .333 ff., 15 Lucanini, 1 Passaliden;
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 207
die Gattung Sinodendron ist bis jetzt noch nicht von Japan be-
kannt geworden, — Den Weg, den Lewis bei dieser seiner
zweiten Reise genommen, ist auf einer in grossem Massstabe
ausgeführten Karte eingetragen.
In dem Part I seiner Revision of tho genera and
species of Malacoderm Coleoptera of thc Japanese
fauna behandelt Gorham die (18) Lycidae und (8) Lampyridae;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 393 ff. PI. XVII.
A. S. Olliff macht Remarks on a small collection of
Clavicorn Coleoptera from Borneo with descriptions of
new species; Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 173 ff.
In einem zweiten Beitrag zur Pselaphiden- und
Scydmaeniden-Fauua von Java und Borneo beschreibt
Reitter 75 Arten; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 387 ff.
Taf. XX.
In den Notes from the Leyden Museum V sind von der
Insel Saleyer (südlich von Celebes) Arten aus verschiedenen
Familien beschrieben; Heteromeren von Fairmaire S. 31, Cur-
culionidae und Lamiadae von Pascoe S. 91 , Phytophaga von
Jacoby S. 197, Onthophagus von van Lansberge S. 42.
Fairmaire führt in einem Essai sur les Coleopteres
de l'Archipel de la Nouvelle Bretagne in den Ann.
Ent. Belg. 1883 S. 1 — 58 (mit besonderer Paginirung) 176
Arten auf.
Fauvel setzt Les Coleopteres de la Nouvelle-Ca-
ledonie et dependances . . . mit Dytisciden, Gyriniden, Hydro-
philiden fort; Revue d'Entomol. II S. 335 ff.
Sharp beschreibt Some new species and genera of
Coleoptera from New Zealand; Ent. Monthl. Mag. XX
S. 23 ff., 66 ff.
F. Ancey's Contributions k la faune de l'Afrique
Orientale beschränken sich auf die Beschreibung neuer Formen
aus vorstehender Ordnung; II Naturalista Siciliano II S. (68,)
94, 116 ff.
G. Quedenfeldt stellt ein Verzeichniss der von v. Mechow
in Angola und am Quango-Strome gesammelten (14) Ci-
cindeliden und (52) Carabiden zusammen; Berl. Ent. Zeitschr.
1883 S. 241 ff Taf. III.
Kolbe beschreibt (72) Neue Coleoptera von West-
afrika; Berl. Entom. Zeitschr. 1883 S. 15 ff.
208 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
V. Heyden stellt ein Verzeichniss der von Herrn Dr. med.
W. Kobelt in Nordafrika und Spanien gesammelten Coleo-
pteren zusammen; Bericht Sonckenberg. natiirf. Gesellsch. 1882
bis 1883 S. 217 flf.
Waga macht un Lucanide incruste dans le Succin
bekannt, den er Pal{a)e(ignat7ius (Leuthner) siiccini nennt; Ann.
See. Ent. Fr. 1883 S. 191 ff. — PI. VII No. III. Die Gattung
ist am nächsten mit Prismognathus verwandt.
Diaedes otroclavalns, ohlongulus (Madagaskar) ; Fairmaire, Le Natu-
raüstc 1883 S. 365.
Phaenoterion Steinduchneri (Beirut); Frivaldszky, Wien. Ent. Zeit.
1883 S. 36.
CoCCinellidae. Phanis Fleisr.heri (Griechenland) S. 67, viUosuhts
,Kaifu, Syr.) S. 68; Weise, Wien. Ent. Zeitg. 1883 (letztere Art wird
von demselben ebenda S. 97 für Scyranus pharoi'des IMurs. erkannt).
Beitter giebt eine Uebersicht der bekannten Litophilus-
Arten und Irimaculatiis (Syrien), suhseriatus (Sibirien), Kalawrylus (Moera)
S. 63, unicolor (Sibirien) S. 64; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 61 ff.
Scymnus (Nephus) sannio (Palermo); Weise, II Naturalista Siciliano
II S. 137, zig-zag (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Hyperaspis (Cleothera) andicula (Neu-Granada) ; Kirsch, Berl. F^nt.
Zeitschr. 1883 S. 212.
Coelophora ruhronigra (Duke of York J.) ; Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 58.
Coccinella livihicollis (Punta Arena?); Fairmaire, Ann. See. Ent.
France 1883 S. 506.
Adonia? nigrodorsala (Punta Arena); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 505.
In einer Revision der Alexia -Arten unterscheidet Reitter
15 (16) Arten in einer analytischen Tabelle, beschreiht dieselben hiernach
ausführlicher und bringt sie nach der Behaarung in 3 Gruppen. Neue
sind A. ululucea (Kaukasus), subhievis (Swanetien), carpathica S. 239,
laevicollis (Wien) S. 240, Newadensis S. N.) S. 251, ohsoleta (Surampass),
puncticollis (Kaukasus) S. 242; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 237 ff.
A. ignorans (Kärathen, Krain etc.) S. 393, cora/rea (C.) S. 394;
derselbe ebenda.
Eudoinycllidae* Endomychidae in Asia orientali ... cnum.
J. Frivaldszky; Termesz. Füzet. VI S. 123 ff. Taf. I.
Dryadiles (n. g. Corynoraalin.; labrum transversum , apice leviter
emarginatum , dense pilosum; mand. apice acutae, infra apicem dente in-
terne armatac; ))alp. max. art. ult. ovato, apice truncato; palp. lab. .avt.
ult. transverso, .ipice excavato: ligula transversa, medio subrecta; antenna-
rum clava dilafata, subcompressa , avt. 2 ult. arctc junctis; prost, racdio-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 209
criter dilatatum, coxas non superans, apice triangulariter excisum) Borne-
ensis (Sarawak; Ms. Batang); Frivaldszky a. a. 0. S. 130 Fig. 3.
Hyhopterus (n. g. prope Indalmum) plagikolUs (Madagaskar); Fair-
maire, Le Naturaliste 1883 S. 36.5.
Panomaea undecimnotata (Sarawak; Ms. Batang); Frivaldszky a. a. 0.
S. 133.
Hylaea dalmatina (D, ; Herzegowina); Kaufmann, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 10.
Eumorphus -quadripuslulatus (Borneo, Ms. Batang); Frivaldszky
a. a. O. S. 126.
Amphistemus tuberifer (Borneo, Ms. Batang); Frivaldszky a. a. 0.
S. 123 Fig. 1, sexcristatus (ibid., Sarawak); derselbe S. 125 Fig. 2.
El'Otylidae. Descriptions of (29) new species of beetles
belonging to the family Erotylidae; by H. S, Gorham; Proc.
Zool. Sog. 1883 S. 75 ff. PI. XVIII. (Werde ich anführen: a. a. 0.)
Hybosoma (n. g. inter Coptengim et Triplatomam quasi inter-
medium) hydropicum Fig. 6, striatum S. 77, tetrastictum S. 78 (Philip-
pinen); Gorham a. a. 0.
Motrita (! n. g. Tritomae proximum) /«Zui/ics (Solok) ; Westwood,
Tijdschranr. Entom. XXVI S. 77 f. PI. 3 Fig. 16; PI. 5 Fig. 19—25.
Erotylus aequatoris (E.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 211,
Badeni (Peru?); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 103.
Brachysphaerus (Habrodactylus) arcuUfer (Ecuador); Kirsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 211.
Aulacochilus inclytus (Panaon, Philipp.), agahoules (Mindanao; Luzon)
Fig. 10 Ö. 83, (agaboides var. ?) furciferus (Luzon) Fig. 11, episcapho'ides
(Andaman) Fig. 12 S. 84; Gorham a. a. 0.
Palaeolybas cychramo'ides (Camaroon Mts.); Gorham a. a. 0. S. 87.
Ischyrus peruvianus S. 85, grammicus (Chanchamayo , Peru) S. 86;
Gorham a. a. 0.
Lybas (?) dorsalis (Chamicuros, Peru); Gorham a. a. 0. S. 86.
Megischyrus elongatus (Chanchamayo , Peru), Bartletti (Chamicuros,
Peru) Fig. 9; Gorham a. a. 0. S. 85.
Pselaphacus conspersus (Bogota); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 211, mysticus (Chanchamayo, Peru); Gorham a. a. 0. S. 84.
Triplatoma PMlippinensis (Ph. ; Mindanao) Fig. 3, Andamnnemis (A.)
Fig. 2 S. 79, (Gestroi Bed. [Sarawak] Fig. 1, letztere von Bedel in den
Ann. Mus. Civ. Gen. XVIII, 1882, S. 440 Tab X Fig. 4 beschrieben)
Brahminica, Siva (Assam) S. 80; Gorham a. a. 0.
Episcapha Semperi (Mindanao), cordatn (Old Calabar) S. 81, di(fi-
ciiis (Andaman.), octopustalata (Mindanao) Fig. 4, picivenlris (Old Cala-
bar) S. 82; Gorham a. a. 0., perforata (Higo, Oyayama und Yuyama);
Lewis, Ent. Monthl. Mag. XX S. 140.
Arch. f. Natuigesch. L. Jahrg. 2. Bd. O
210 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Micrencaustes torquatus (Old Calabar) Fig. 5 , pjagiatus (Java) ;
Gorham a. a. 0. S. 76.
Megalodacne imperatrix (Mamboia) S. 78 Fig. 8, furccUa (Old Cala-
bar; Isabu) S. 79; Gorham a. a. 0., bellula (Japan, auf allen Inseln);
Lewis, Ent. Monthl. Mag. XX S. 139.
Encaustes Crotcld (Philippinen; Bohol); Gorham a. a. O. S. 7C
Fig. 7 , pruenobilis (Japan , auf allen Inseln) ; Lewis , Ent. Monthl. Mag.
XX S. 138.
Clll'ysomelidae. Weise macht Bemerkungen über Chryso-
meliden; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 251 ff,
Marseul beginnt in seiner Abeille 1883 No. 273, 274 eine Mo-
nographie des Chrysomelides de l'ancien-monde. (Gatt. Cyr-
tonus, Timarcha).
Cassidini. Ctenochira respersa, Wageneri (Ecuador); Kirsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 209.
Coptocycla pectoralis (Boliv.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 210.
Chelymorpha bipunctata (Boliv.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 208.
Mesomphalia Balyi (Neu -Granada), mcu-ginata (Ecuador^ Kirsch,
Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 207.
Hispini. Oxycephala tripartita (Duc of York I.); Fairmaire,
Ann. Ent. Belg. 1883 S. 54.
Galerucini. Narichona. (n. g. Coelomerid.; corpus obovatum,
supra vix pubescens ; oculi rotundati, sat convexi ; ant. filif., corpus dimidium
superantes, art. 1. incrassato, 2. parvo, oblonge, 3. 2. fere duplo longiore,
seqq. inter se aequalibus , 3. paullo brevioribus ; proth. transversus inter
latera et medio longitudinaliter impressus, angulis anticis et lateribus sat
rotundatis, scutellum subquadrangulare ; elytra postice latiora, epipleuris
sat latis, versus apicem evanescentibus ; tibiae extus bisulcatae, apice nee
dilatatae nee mucronatae ; . . unguiculi bifidi) Haroldi , acruleucn (Neu-
Granada); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 204.
Weise spricht über die mit Galeruca Geoffr. verwandten
Arten und bildet für Galerucella elongata Brüll, die Gattung Dior-
(r)habda und für G. capraeae L. Lochmaea; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 315 f.
Xenarthra Elodiae (Senegal); Fairmaire, Bull. Ent. France 1883
S. CXXXIII.
Monolepta euchroina (Abyssin.); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883
S. 111.
Observations in the Elm- leaf beetle, Galeruca xanthomelaena;
Proc. Amer. Assoc. Advanc. Sei., 31th meet., S. 472.
G. futvirnigra iPunta Arena); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 505.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883, 211
Merista Oberlhüri (Tybet) ; Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1883 8. 404
PI. 45 Fig. 10,
Megalognatha cruciatn (Transvaal) S. 401 Fig. 7, unifasciata (ibid.)
Fig. 8, bipuncUUa (Ngura Mts.) Fig. 9 S. 402 ; Jacoby, Proc, Zool. Soc.
1883 PI. 45,
Malacotheria picticollis (Duke of York L); Fairmaire, Ann, Ent.
Belg. 1883 S. 56.
Pachytoma gibhosa (Old Calabar); Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1883
S. 403 PI. 45 Fig. 6.
Mesodonta transversa -fasciata (West- Afrika); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 403 PL 45 Fig. 5.
Dircema evidens Er. var. discedens (Ecuador); Kirscb, Berl. Ent.
Zeitschr. 1883 S. 206.
Luperodes intramarginalis (Neu - Granada) , bisignatus (Columb.);
Kirscb, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 205.
Coelomera BoUviensis (B.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 206.
Diabrotica Lacodairei (Bogota) S. 199, Jacobyi (Neu-Gran.), fi/scüdd
S. 200, trabeata (Ecuador), Sharpii S. 201, lineolata S. 202 (Boliv.),
bivittula (ürug.) S, 203; Kirsch, Berl, Ent. Zeitschr. 1883.
Aulacophora Montrouzieri (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 55, unicolor (Saleyer); Jacoby, Notes Leyden Museum V S. 201.
Raphidopalpa ßacipes (Saleyer) ; Jacoby , Notes Leyden Museum V
S. 202.
Oides apicalis (Sumatra) S. 399 Fig. 1 , affinis (Nilgherris) S. 400
Fig. 4, Clarkii (Waigiou) Fig. 3, biplagiata (Port Moresby) Fig. 2 S. 401 ;
Jacoby, Proc, Zool. Soc. 1883 PI. 45, Jacobyi S. CIX, Borrei S CLXI
(Neu-Guinea) ; Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1883.
Halticini. Halticopsis (n. g. Halticae simile) spissicornis
(Abyssinien); Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 197.
Pentameria (n. g. : Tarsi 5-art., unguibus appendiculatis, articulo
eorum cylindrico, sine nodulo in basi; antennae distantes, 11-art. , in
intemum oculorum circuitum insertae; acetabula antica retro aperta;
mesost. conspicuum; tibiae post. calcari grandi armatae; pronotum in basi
haud sulcatum ; abdomen segmentis longitudine subaequalibus) BromeJiarum
(Larve in den Regcnwassertümpeln zwischen den Bromelienblättern ;
Blumenau); Friedenreich, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 140 ff. ; vgl. oben S. 203.
Psylliodes napi var, ßavicornis (Schneeberg, an Lunaria rediviva);
Weise, Deutsch, Ent. Zeitschr, 1883 S. 219.
Hypolampsis viridiaenea (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 199.
Allochroma acroxanthum , jucundmn (Neu - Granada) ; Kirsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 198.
Physimerus xanthurus (Neu-Granada) ; Kirsch, Berl. Ent, Zeitschr,
1883 S, 197,
212 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Rhoicus Clarkii (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 197.
Physonychis nigricollis (O.-Afr. ; Zanzibar) ; Jacoby, Proc. Zool. Soc.
1883 S. 404 PI. 45 Fig. 11.
Oedionychis serruhita (Peru) S. 195, posdcalis (Bolivien) S. 196;
Kirsch, Bcrl. Ent. Zeitschr. 1883.
Asphacra proslernnlis (Bolivien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 194.
Homophoeta holivianu (B.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 195.
Aspicela centrimaculata (Neu-Granada) ; Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1883 S. 194.
Lactina Haroldi S. 193, puncticollls S. 194 (Ecuador); Kirsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1883.
Lactica Bali/i (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 192.
Der Erdfloh und seine Vertilgung s. Mitth. Mährisch. -Schles.
Gesellsch. ... in Brunn; 63. Jahrg. S. 186 f.
Systena disco'idalis (Ecuador); Jacoby, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 405
PI. 45 Fig. 12.
Chrysomelini. Fairmaire giebt in den Notes complemen-
taircs sur le genre Cyrtonus eine Gruppirung und Beschreibung der
Arten, unter denen C. vwjor (Alicante) S. 252, Pazii (ibid.), conformis
(Ronda) S. 254, dorsidineatiis (Andalusien) 8. 256, curluliis (Ebora),
strictus (Toledo) S. 262, Sycophanta (Alicante) S. 263, scutellatus (Por-
tugal) S. 264, mino7- (Ronda) S. 267, punctulatus (Guerda) S. 268 neu
sind; An. Soc. Esp. Hist. Natur. Xu S. 251 ff.
C. canalisternus (Portugal) S. 20, versicolor (Lissabon) S. 22, cylin-
drims (Granada) S. 25; Marseul, L'Abeille 1883 No. 273 und 274.
Timarcha Leseleuci (Spanien); Marseul, Monogr. etc. S. 62.
Elytrosphaera Jacobyi S. 189 Fig. 9, nivalis S. 192 Fig. 8 (Ecuad.);
Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 Taf. ü.
Desmogramma rufofasciata S. 190, senilis S. 191 (Ecuador); Kirsch,
Berl. Ent. Zeitschr. 1883.
Proseicela antennalis (Ecuador) S. 189, tarsalis (Neu-Granada)
S. 190; Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883.
'Dory^'hors. puncticollis (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 187.
Duges schildert die Metamorphoses de la Chrysomela (Leptinotarsa)
modesta Jacoby; Ann. Soc. Ent. Belg. 1883 S. 144 ff". PI. IVA.
Chrysomela Weisei (Südungam) S. 16, eurina (Bihar. Com.) S. 1 7 ;
Frivaldszky, Termesz. Füzet. VII.
Weise macht Bemerkungen über die im Glazer Gebirge lebenden
Orina- Arten intricata Genn., alpestris Schumm., decora Rieht., alcyonea
Suj/'r., spcciosissima Scop., Senecionis Schumm. und ihre Larven, nament-
lich die von alpestris ; nicht alle Arten leben auf Senecio und Adenostylis.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 210 ff.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 213
Derselbe beschreibt die Or in a- Arten der Schweiz und giebt
eine Bestimmungstabelle sämmtUcher Arten ; ebenda S. 243 ft". imd
248 ff.
Colaphus tenuipes (Marocco; zunächst mit pulchellus Luc. verwandt);
Weise, Deutsche Ent Zeitschr. 1883 S. 254.
Eumolpini. Malegia (n. g. prope Dameliam) striatula (Zanzi-
bar) S. CXV, obscurella (Abyssinien) , Letourneuxi (Aegypten) S. CXVI;
Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883.
Iphimo'ides (n. g. Iphimein.) Celehensis (Salcyer Isl.); Jacoby,
Notes Leyden Museum V S. 200 f.
Syagrus bipimctatus , rußpe.'s , auratus (Ashanti) S. 335, Simoni (Ad-
dah), Mechowi (Quango) S. 336; Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1883.
Pseudocolaspis fulgidipes (Abyssinien) ; C. F. Ancey , II Natural.
Siciliano II S. 120.
Scclodonta aurosignata (Natal) ; Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CL.
Nodostoma cupreocyanea (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 54.
Metaxyonycha ./()r7?io.sy/ (Cayenne) S. CXLIX, elegans, concinna (Bra-
silien) S. CL; Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883.
Cryplocephalini. Cryptocephalus quadriplagiatus (Saleyer); Ja-
coby, Notes Leyden Museum V S. 199, carpathiciis (Ung. Carp.); Fri-
valdszky, Termesz. Füzet. VII S. 15.
Stylosomus corsicus (C. , auf Tamarix africana); Abeille i. 1., Rey,
Rev. d'EntomoIogie II S. 319.
Pachybrachys Carpathicus (K.) S. 271, apicalis (Hyeres) S. 272, ex-
clusus (Hyeres) S. 291; EeJi Revue d'Entomol. II.
Clythrini. Coptocephala instg'mVa (Abyssinien); Lefevre, Bull. Ent.
Fr. 1883 S. CXXII.
Melitonoma puncticollis (Sierra-Leone) ; Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883
S. CXI; Gounellei (Abyssinien); derselbe ebenda S. CXXII.
G}Tiandrophthalma Fabrei (Ramnad) S. CXI, terniinalis (ibid.), lilu-
rata (Abyssinien) S. CXIl; Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883, tratissylvanica
(S.); Frivaldszky, Termesz. Füzet. VII S. 14.
Peploptera pvisUla (Senegal); Lefevre, Bull. Ent. France 1883
S. CXXII.
Clythra insularis (Andaman I.); Lefevre, Bull. Entom. Fr. 1883
S. CXXL
Camptolenes cingulata (Aden); Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CIV.
Miopristis venusiula (Cap); Lefevre, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CIV.
Criorerini. Jacoby bespricht die Gattung Macrolema Baly,
der er ihren Platz zwischen Brachydactyla nnd Lema anweist, und be-
schreibt das Weibchen der Tj-pe von M. vittata, das in manchen Punkten
vom Männchen abweicht; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 125 ff.
Lema aubcylindrica S. 197, quinqueplagiata S. 198 (Saleyer); Jacoby,
214 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Notes Leyiicn Museum V, patayonica (Punta Arena); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent, France 1883 S. 504.
Donaciini. V. Heydon giebt die geographische Verbreitung von
l'lateumaris sericea L. und discolor Panz. nebst ihren Varietäten
an; ])cutsch. Ent, Zeitschr. 1883 S. 209.
Cerambycidae. G. Quedenfeldt stellt ein Verzeichniss der ..
in Chinchoxo . . gesammelten (47) Longicornen .. zusammen;
Bcrl. Ent, Zeitschr. 1883 S. 131 ff.
Ganglbauer vollendet die Bestimmungstabelle der europäischen Arten ;
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 437 ff'.; vergl. den Ber, für 1881
tf. 248,
Eine dieser Familie angehörige Larve hatte die Bleibekleidung eines
Daches durchlöchert; sie wird muthmasslich dem Acanth. aedilis zuge-
schrieben; von Hylotrupes bajulus ist ähnliches bekannt; Bull. Soc, Sei,
nat. Neufchatel XIII 8, 420.
Lamiini. Fhilieus (n. g. inter Diallum et Cereopsium) dial-
lu'ides (Saleyer); Fascoe, Notes Leyden Museum V S, 89 f.
Xambeu bringt eine Note sur les larves du genre Oberea et
description de la larve de 1 ' 0 b e r e a e r y t h r o c e p h a 1 a F.\ Ann. Soc.
Linn. Lyon XXIX S, 133 ft'.
Phytoccia Fo/^ensi's (W,); Kraatz, Wien. Ent, Zeitg. 1883 S, 276,
Nupscrha bisbiocnhtta (Chinchoxo;; Quedenfeldt a. a. 0. S. 142.
GXqwqsl fuscovirgutu (Neu Brit.) ; Fairmaire, Ann Ent. Belg. 1883 S. 53.
Zur Synonymie der Saperdiden theilt Ganglbauer mit, dass
S. sulphurata Gebl. eine Menesia , keine Tetrops ; (carinata Bless. =)
sedecinipunctata Motsch.; vittigera F. (■= Phytoecia detrita F.; Oberea
(melanura Gredl. =) pedemontana Chevr. ; Phytoecia (orbicollis Reiche =
fumigata Küst. =) (Helladia) flavescens Brüll. ; (simplonica Slierl. =)
cylindrica Z. ; (Kotsehyi Hawpe =) Mallosia mirabilis FalJ. sei; Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 216.
Phytoecia Boeberi (Kaukasus; Türkei) S. 559, Merkli (Türkei;
Taurus) S. 560, (Conizonia) Euffeniae (Persien) S. 568, Fatimo (ibid.)
S. 570, Plasoni (ibid.) S. 571, Kiirdistuna (K.) S. 572, Bithynensis
(Brussa) S, 573, ferrugala (Syrien), poniica (P,) S. 574, Türki (Brussa)
S. 575; derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIU.
Agapanthia lateralis (Konstantinopcl; Kleinasien), sicula (S.) S. 541,
daurica (D. ; Amur) S. 54-1, Frivaldszki/i (Kleinasien) S. 546; Gangl-
bauer a, a. O.
Exocentrus Stierlini (Mitteleuropa); Ganglbauer, Wien Ent, Zeitg.
1883 S, 298 Taf, IV Fig, 3 und Verh, Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 530.
Nonyma? ffuinensis! (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. O. S. 141.
Acanthocinus clcijans (Haniarat^; Ganglbauer a. a. O. S. 534.
Lioj)US si/riacm Beirut), jnic/ii/meru.s ^Kaukasus) ; Ganglbauer a a. O,
S. 532.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883, 215
Pogonochaerus Plasoni (Griechenland;; Ganglbauer a. a. 0. S. 526.
Apomecyna trifasciata (Chinchoxo) ; Quedenfeldt a. a. O. 8, 141.
Theticus bishinodulus (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a, O. S. 140
Tat'. I Fig. 8.
Dichostates costiger (Lunda); Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 145.
Eumimetus Haroldi (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a, 0. S. 139 Taf. I
Fig. 7.
Homelix micolor (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. O. S. 138 Taf. I
Fig. 6.
Coptops hieroglyphica (Socotra^ ; Taschenberg, Giebel's Zeitschr. LVI
S. 179, pyramidalis (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 365,
intermissu (Saleyer) ; Pascoe, Notes Leyden Museum V S. 89.
Batocera lactißua (Neu Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 50.
Cereopsius Niassensis (Nias); Lansberge, Notes Leyden Museum V
S. 24.
Diochares hasigranatus (Neu Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883
S. 51.
Die Larven von Dorcadion carinatum in Russland als Schäd-
linge an den Wurzeln des Weizens beobachtet; Lindemann, Bull. Soc,
Imp. Nat. Moscou LVIII (1883 No. 1) S. 157 ff.
Gutbeil hält D. atrum lUig. für verschieden von fuliginator; Ent.
Nachr. 1883 S. 154; nach v. Hey den mit Unrecht; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1883 S. 367.
D. hybridum (Balkan) S. 441, Krügeri (Thessalien; Macedonien)
S. 453, Oertzeni (Attika), litigiosum (Dobrudscha) S. 454, Korbi (Arago-
nien) S. 469, songaricum (Ala Tau) S. 477, Semenovi (Turkestan) S. 479,
Deyrollei (Transkauk.) S. 482, cingulatum (Persien) S. 484, complanutum
(ibid.) S. 485, Hellmanni , Türki (ibid.) S. 486, Plasoni (ibid.) S. 491,
Rdtteri (Swanetien) S. 492, Faldermanni (Persien) S. 493, robuslwn
(Amasia) S. 500, funestum (Mytilene) S. 501, variegatum (Syrien) S. 502,
Merkli (Ak-Dagh) S. 506; (Neodorcadion) glaucopterum (Nord -China)
S. 511; Ganglbauer a. a. 0.
Cerambycini. Omoptycha (n. g. Callichrom. prope Dictator
Thoms.) Falkensteini (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. O. S. 132 f. Taf. I
Fig. 2.
Rey entlehnt aus 0 1 i v e r ' s preisgekröntem Memoire über die
Lebensweise des Vesperus Xatarti einige Züge, die ich hier kurz
wiedergebe , da ich s. Z. das Originalwerk nicht habe benutzen können.
Aus dem Ei schlüpft vom 15. — 30. April die Larve, welche zunächst die
Eischale verzehrt und sich dann in die Erde eingräbt. Ihre Entwicklung
nimmt S'/z Jahre in Anspruch. Sie hat jährlich nur 2 Perioden von Ak-
tivität: 15. März bis 15. Mai und 15. September bis Ende Oktober;
während der grossen Hitze oder Kälte frisst sie nichts. Gleich dem Enger-
216 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
ling macht sie um die Wurzeln einen Kreisschnitt beim Fressen. Nach
drei Jahren , im Juli und August , verwandelt sie sich in einer Erdhöhle
in eine l:*iii)i)C, aus der Ende September und im Oktober der Küfer
schlüpft. Dieser verlässt aber seine unterirdische Wohnung erst Ende
Uczember, um im Januar bis Anfangs Februar, Abends von e'/j— V'/aUhr,
dem Fortpflanzungsgeschäft obzuliegen. Ein Weibchen wird von mehreren
Männchen befruchtet und legt bis zu 500 ziemlich grosse Eier. Ann.
8oc. Linn. Lyon XXIX S. 138 f.
Xylotrcchus lieichenowi (Chinchoxo} ; Quedenfeldt a. a. O. S. 137
Taf. I Fig. 4.
Clytus (Xylotrochus) vurücollis (Duke of York I.); Fairmaire, Ann.
Ent. ßelg. 1883 S. 53.
Nach Faton sind Kho^jalopus insubricus und Siculus nur
Kassen des Hungaricus; Revue d'Entom. II S, 91 f.
Euporus illaesicollis (Lunda); Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
8. 143.
Khopalizus Buchneri (Lunda ; Quedenfeldt, Bcrl. Ent. Zeitschr. 1883
y. 143 Taf. I Fig. 9.
Callichroma fucosum (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. 0. S. 134 Taf. I
Fig. 3.
Eulitopus seminitidus (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. O. S. 135.
Molorchus miminus Scop. var. Sckmidtii i^Lemberg); Ganglbauer,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 8. 300.
Rhagium indagator Verwandlungsgeschichte; Bull. 8oc. Ent. Ital.
XV S. 165.
Stenhomalus ocellalus (Chinchoxo); Quedenfeldt a. a. 0. 8. 131
Taf. I Fig. 1.
Gracilia appromiiaata (Biskra) ; Fairmaire, C- R. Ent. Belg. 1883
8. CLIX.
Ceresium validipes, vütico/le i^Neu Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 8. 46.
Cordylomera Karschi (Lunda); Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
8. 144 Taf. I Fig. 10.
Hesperophanes Kotschji (Cilicischer Taurus); Ganglbauer, Wien. Ent.
Zeitg. 1883 8. 300.
Xystrocera nitidicollis (Chinchoxo^; Quedenfeldt a. a. O. 8. 131.
Brnchidae. Buddeberg schildert <lie Entwickelung und verschie-
denen Stadien des auf Reseda luteola lebenden Urodon conformis
SaUr.; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk., 36. Jahrg. 8. 140 iV. Taf. II
Fig. 13—17.
Bruchus Barcenae (Guanajuato, auf B. Guanajutensis ; nebst seiner
Verwandlung geschildert); E. Duges, Ann. 8oc. Entomol. Belg. 1884
imd La Naturaleza VI. Entr. 11 8. 171 ff. Lam. 3, fulvus (Aegypten)
8. 5, sordidatus (Spanien), rxtßsura! (Syrien) 8. 6, algiricus (A.) S. 9,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 217
albopktius (Jaft'a) 8. 11, leuvuphdcus (Libanon) 8. 12; Allard, Ann. 8oc.
Ent. Belg. 1883.
Antliribidae. Nach Kitsema ist Xylinadcs affinis Vhevr. = mar-
nioratus Mac/.. ; Pertyi Fährs. = atricornis Labram <j- Imh. =■ funereus
Dej. Cat. und hat West -Afrika zum Vaterland; tuberculosus Motsch. =
rugicollis Fährs. X. lanugicomis Dalm. ist von Schönherr, Lacordaire und
Gemm. Hur. irrthümlich lanuginosus geschrieben worden; Chevrolatii Dej.
Cat. ist von Westermanni Schönh. dnrch einen dreieckigen Eindruck aut
der Mitte des Pronotum unterschieden. Notes Leyden Museum V S. 7 f.
Xenocerus luctißcus (Duke of York L); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 45.
Nessiara depkmula (Duke of York L); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1882 S. 45.
Tophoderes Hildcbrandti (Madagaskar); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 157.
Breuthidae. Kolbe sprach in der Gesellsch. naturf. Freunde zu
Berlin am 22. Mai 1883 über die auf Madagaskar gefundenen
Brenthidcn und verglich die Madagaskarfauna mit der des benachbarten
Afrika. Dann zählte er die von Hildebrandt dort gesammelten Arten,
15 an der Zahl, auf; Sitzgsber. S. 74 ff.
Derselbe schreibt über . . . am Coango gesammelte Bren-
thidcn; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 233 ff.
Homales (n. g. Ithystcn ; „corpore cylindrico, thorace superne glabro,
haud canaliculato, capite cum collo tumido, subquadrato, sat pone oculos
levissime et vix conspicue strangulatim impresso ; oculis mediocribus, rostro
cylindrico in cT ^^ apicem dilatato ; antennis cT prope apicem rostri in-
scrtis , scapo brevissimo , art. funiculi 4 primis subelongatis , longitudine
inaequalibus , 2. ceteris longiore, 1. breviore, 3 et 4 mediocribus, ceteris
brevissimis, clava triarticulata distincta; elytris cylindricis, laevibus, ad
basim integris, ad apicem breviter eaudatis; femoribus pedunculatis , in-
ermibus, tibiis gracilibus; segm. ultimo ventrali paenultimis 2 fere duplo
longiore") glaber S. 81 , melallicus S. 82 (Innere des südlichen Madaga-
skar); Kolbe, Sitzgber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1883.
Pericordu.s (n. g. Amorphoceph. „Cordo et Symmorphocero affine,
parte rostri anteriore brevissima, angusta, antrorsum leviter dilatata, antice
emarginata, rostro subtus extuberationibus lateralibus extantibus longis
instructo; antennis robustis, articulis valde transversis ; tibiis per longitu-
dinem extus dilatatis, foliaceis, femoribus inermibus clavatis, intus basi com-
pressis, distinctum) latipes (Cuango); derselbe, Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 237 f.
Änchisteus (n. g. Hephebocer. ; tibiis anticis integris simplicibus,
capite quadrato, longulo, postice constricto, ant. gracilibus, longis haud
valde ciliatis; oculis sat separatis; proth. antice attenuato; dorso corporis
sat convexo, supeme deplanato) peregrinua (Madagaskar; der erste Ver-
218 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
treter der Ilepheboc. von dieser Insel): derselbe, Bcrl. Ent. Zeitschr.
1883 8. 185 f.
Amerismus Uildehrandli (Madagaskar) ; Kolbe, Ges. Nat. Freunde S. 79.
Kolbe giebt in der Statt. Ent. Zeit. 1883 S. 381 ff. die Diagnosen
der (lO) Arten der Gattung Centrophorus Cfievr. Madagaskars, unter
denen assiduus (Ost.-M.) 8. 382, vnlidirosiris (Inn.-Süd-M.) S. 383 und
recliro.stris (Ost- und Süd-M.) 8. 385 neu sind.
Schizotrachelus Schmdizii (Duke of York I.) ; Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 44.
Rhinopteryx erram (Chinchoxo); Kolbe Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 36.
Ceocephalus _/7-a/(!rc!//M.s (Madagaskar); Kolbe a. a. 0. S. 77.
Eupsalis coracina (Madagaskar); Kolbe a. a. O. S. 76, subm/tculatits
(Cuango); derselbe, Stett. Ent Zeit. 1883 S. 238.
Dohrn stellt Arrhenodes (Estenorrhinus) Faldermanni GylL mit dem
ki-opfartigen Auswuchs im Holzschnitt dar; Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 398 f.
Bavyrrhynchus indocilis (Duke of York I.) ; Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 41.
Anisognathus Mechowi S. 234, anaticeps S. 235; Kolbe, Stett. Ent.
Zeit. 1883.
Scolytidae. Aus dem Werke Eichhoffs sind die Tableaux von
Dubois in's Französische übertragen und mit Anmerkungen, die „faune
gallo-rh^nane" betreffend, versehen; Revue d'Entom. II S. 97ff. , 121 ff.,
PI. n, ni.
Scolytus mtmidicus (Batna); Barneville, Revue d'Entom. 11 S. 147.
Corthylus punctatissimus in Acer saccharinum wohnend und
mit den Frassgängen in Holzschnitt abgebildet; Amer. Natural. 1883
S. 84 ff.
Lindemann fand seine frühere Behauptung, dass Tomicus typo-
graphus nur kranke Bäume anfalle und vollends tödte, neuerdings be-
stätigt. In einem Walde bei Moskau, in welchem sieb der Käfer sehr
stark vermehrt und Fichten zum Absterben gebracht hatte, stellte sich
heraus, dass die Bäume zuerst von Agaricus melleus befallen imd
getödtet wurden; nur auf einem Theil der von genanntem Pilz angegrif-
fenen Fichten hatte sich auch der Käfer angesiedelt. Bull. Soc. Imp.
Nat. Moscou LVII (1882 No. 3) S. 189 ff.
Xyleborus subdepressus (Lyon); Eey, Revue d'Entom. II S. 142.
Phloeophthorus (subg. Phthor ophloeus) spinulosits (Freiburg i. d.
Schweiz); Key, Revue d'Entom. II S. 127.
Baddeberg schildert die Frass- und Larvengänge, sowie Larve und
Puppe des in Juniperus lebenden Phloeosinus Thujae, der (bei Nas-
sau) nur eine Generation im Jahre hat; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk.
36. Jahrg. S. 133 ff. Taf. H Fig. 8—12.
Phl. Cedri (Batna); Barneville, Revue d'Entomolog. II S. 146.
Hylastes Bainensis (Algier); Barneville, Revue d'Entomol. H S. 146.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 'J19
Clircillioilidae. Faust sieht sich durch seine Studien über die
Khissitikation der Rüsselkäfer veranlasst, für eine einheitliche Auffassung
und Bezeichnung der Körbchen folgende Benennungen vorzuschlagen:
1, Aussenrand der Körbchen scharf kielförmig, ohne Spur einer Er-
weiterung dieses Randes gegen die Tarsen und mit Borsten ge-
kränzt .... corbulae apertae (Brachyder.).
1. 1. Aussenrand der Körbchen mit Borsten gekränzt, aber ausserdem in
eine schmale oder breite Fläche gegen die Tarsen erweitert.
2. Der gegen die Tarsen gerichtete Rand dieser Fläche kahl, ohne
Borsten falsche Körbchen, corbulae pseudocavemosae (Lio-
phloeus, Hylobius).
2. 2. Der gegen die Tarsen gerichtete Rand dieser Fläche stets und
gewöhnhch länger geborstet als der Aussenrand . . . geschlossene
K., c. cavemosae (Cneorrhinus).
„Zur Theilung der Adelogn. Cyelophth. Lac. mit geknieten Fühlern
lässt sich in erster Linie die Lage, weniger die Richtung der Fühlerfurche
verwerthen; es kann sein:
1 . Die Furche oberständig (superna), wenn mindestens
die Unterkante derselben von oben mit ihrer ganzen
Länge sichtbar, d. h. wenn die Breite des Rüssels
über die Furchenunterkante gemessen grösser als
die über die Oberkante gemessen ist. Pterygien
vorhanden oder fehlend Otiorrhynchini.
1. 1. Die Furche seitlich (lateralis und sublateralis), wenn
keine der Furchenkanten in ihrer ganzen Länge
von oben sichtbar ist Brachyderini."
Die Otiorrhynchini und Brachyderini werden in weitere Gruppen ein-
getheilt ; von den letzteren werden die Tanymecini durch den hinter den
Augen gewimperten Thorax charakterisirt; die übrigen mit geschloss-
senen Körbchen der europäischen Fauna werden als Cncorrhini aus-
geschieden und ihre Gattungen Geonemus , Psalidium, Barynotus, Lepto-
pleurus, Cneorrhinus, Lacordaireus, Dactylorrhinus, Attactagenus, Catapionus
in analytischer Tabelle unterschieden. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 81 ff.
Derselbe zählt (28) Rüsselkäfer um Margelan und Sa-
markand . . . auf; ebenda S. 99 ff.
Derselbe beschreibt (52) neue asiatische Rüsselkäfer; ebenda
S. 102 ff., 193 ff.
Weise giebt Notizen über Rüsselkäfer; ebenda S. 2.54 ff.
Additions to Australian Curculionidae, Part. X, by F. P.
Fascoe; Ann. a. Magazine N. H. (5) XII S. 412 ff.
On some new Species of Curculionidae from Ceylon; by
F. P. Pascoe, ebenda XI S. 121 ff.
Descriptions of some new genera and species of Curcu-
lionidae, mostly Asiatic; ay F. P. Pascoe; ebenda XII S. 88 ff.
220 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Dfs i^'cnrcs . . . E]>isomus, Platjoraicus, Synthaphoccrus
et Zircosa, du noinbres d'especes de ces genres, synonymies et nou-
velles espiccs i)ar A. Chevrolat; Revue mensuclle d'Entomologie I S. 74 ft".
Capanopachys in.su/aris (Sachalin^ ; Faust, Hör. Soc. Ent. Ross. XVI
S. 297.
Tychanus Inifo ^Neu Seeland); Sharp, Knt. Monthl. Mag. XX S. 68.
Anomop/itknlmus (n. g.; die systematische Stellung ist unbestimmt
gelassen) vi.so/i(us (Sa. Cruz); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883
S. 498.
J3oirior{r)hinus (n. g. Amorphocephalo affine) coslidy)ejinis (Duke
of York IsL); derselbe, Ann. Soc. Ent. Belg. 1883 S. 42.
üossonini. Rhyncolus ater L. ein Fichtenschädiger; 60. Jah-
resbericht Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur S. 304.
Sipalini. Sipalus s^jfaZü/u.s (Chinchoxo) ; Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr.
1883 S. 35.
Calandrini. Eugnoristus niger (Madagaskar): Fascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XII S. 100.
Aus Veranlassung von Stierlin's Bestimmungstabellc der Gattung
Sphenophorus (s. den vor. Ber. S. 246) stellt Reitter ebenfalls eine
solche auf und bespricht die Arten; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 231 flF.
Si^henophorus simiUmus, xubidircxtris (Chinchoxo); Kolbe a. a. ().
S. 35.
Macrochirus spectabüis (Nias) ; Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 362
und 397.
Baridiini. Hypocentrinus (n. g. prope Centrinum) ignubilh
(Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 35.
Acythopeus luxaUis (Labuan) ; Fascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 100.
Ceutorrhynchini. Letzner schildert noch einmal die Larve und
Puppe des Poophagus Sisymbrii F.; 60. Jahresb. Schles. Ges. f.
Vaterl. Cultur S. 301 f.
Weise stellt eine Bestimmungs-Tabelle der blauen oder
metallischen Ceuto rrhynchus-Arten auf; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 321 ff,, mit sulcicoUis (Dalmatien) S. 325, obesulus (Andalusien),
ffrcmipennis (Griechenland) S. 326, pervicax (Sommerfeld; in Gesellschaft
von Hypulus bifasciatus an Erlenstöcken) S. 331 als neuen Arten.
C. Rayusue (Sizilien ; Neapel) ; Ch. Brisout , II Natural. Siciliano III
S. 61, piceolatus (Samara) S. 113, nolutits (West - Sibir.) S. 114, ufßnis
(ibid.), aeneipennis (Südrussld.) S. 115, dubius (ibid.) S. 116, seniculus
(Daurien) S. 117, rußmanus (Astrachan) S. 118, Fausti (Baikal) S. 119;
derselbe, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883, Kuthß (Budapest); Frivaldszky,
Termesz. Füzet. VII S. 13.
Coeliodes lloßmunni (Kroatien); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 219.
^!J9'>piiii. Po dal in (n. g. prope Coptarum, sed pedibus brcvibus.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 221
robustis; rostro mesosternum non attingente etc. valde diversum) mimica
(Galle, Ceylon; ähnlich dem Menemachus Stigma); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 126 f.
Sympiezopus tenuüvieatus (Zanguebar); C. F. Ancey, II Natural. Si-
ciliano II S. 119.
Coryssopus dixcolor (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 33.
Phaenomerus piceatus (Abyssinien) ; C. F. Ancey, II Natural. Siciliano
n s. 119.
Arachnopus inlerruptus (Duke of York Isl.) ; Fairmaire , Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 40.
Isorrhynchini. Telephae pro/w^a (Sarawak); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 99.
CryptorrhTjnchini. Byrsia (n. g. Colobodi finctimum) cerata
(Queensland); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) Xn S. 95.
Acacallis (n. g.) personata (Queensland) S. 96;
Miocalles (n. g. ; rostro latiusculo vel depresso et prothorace apice
producto Caput occultante ab Acalle differt) notatus (Aru ; Mysol) S. 9 7 ;
Diphilus (n. g. Euthyrrhino simile) squamosus (Siam) S. 97 f.;
Osaces (n. g. Maemacti finitimum, a 'quo differt, inter alia, femori-
bus subtus canaliculatis , tibiis striatis) naso (Port Bowen) S. 99; Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XII.
Pseudocalles (n. g. Acalli affine) latendus (Duke of York L);
Fairmaire, An. Ent. Belg. 1883 S. 38.
Amphialus (n. g. Acalli simile, cum Ithyporin. pectore brevi, latc
excavato et abd. segmento 2. 3. aequilongo congruens) turgidus S. 127,
ngrestis S. 128;
Phrygena (n. g. Colobodi affine) ephippiata S. 129, affinis (Singa-
pore) S. 129;
Strathis (n. g. „femora infi-a canaliculata et scutellum distinctum
ab Acalle distinguunt) biguttatus S. 129, vesdgialis S. 130, mit Ausnahme
der Phrj-g. affinis alle von Ceylon, Dikoya; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XL
Dipaltosternus Fairmairei (Fiji); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (.5)
XII S. 98.
Cyamobolus clavicidaris (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 35.
Asytesta antica (Kaioa); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII S. 100.
Anaballus crassus (Neu Brit.); Fairmaire, Ann. Entom. Belg. 1883
S. 39.
Acalles pyrenaeus Boh. var. germanicus (Schlesien); Letzner,
60. Jahresber. Schles. Ges. Vater!. Cultur S. 292 ft.
Camptorrhinus f rater (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 33, unifi>rmis
(Neu. Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 38.
Euthyrrhinus breviynnosus (Duke of York I.) ; Fairmaire , Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 37.
222 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Ithyoporus postftsr.iaius (Abyssinien) ; Fairmaire, Le Naturaliste 1883
S. 206.
Alcidini. Aleides griaeolineatus , Guesxfeldi (Chinchoxo); Kolbe
a. a. O. S. 34, Letoisü, ruplus, curialis (Dikoya, Ceji.) S. 124, ffuüuhitus
(Bogowantalawa) , su.spensits (Kitulgalle) S. 125, arffiUor (Dikoya) H. 126;
Fascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI.
Laemosaccini. Laemosaccus nigroluberosus (Pnnta Arena); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 504.
Gymnetrini. Gymnetron marmotn, serielihius (Algier); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1883 S. CXIV.
Cionini. Platylaemus n. g. für die mit Cionus pulchellus ver-
wandten Arten (Prostern, haud excavatum, apicc integrum; ant. sat validae);
Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 255.
Ueber schlesische Farben-Varietäten des Nanophyes
(Sphaerula) Lythri F. s. Letzner im 60. Jahresb. Schles. Ges. f. Vatcrl.
Cultur S. 298 ff.
'^. ßnitiis (Sarawak) , concretus (Macassar) S. 94, iarsalis (Bourou)
S. 95; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII, Marlini {Biskra, auf Tamarix);
Brisout de Barne ville, Bull. Ent. France 1883 S. XXV.
Cionus oöesj« (Madras); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) Xu S. 93.
Tychiini. Ueber Bekleidung und Farben- Varietäten von
Tychius venustus F. theilt Letzner mit, dass dieser Käfer eine doppelte
Bekleidung, von breiten und schmalen, haarförmigen Schuppen besitze.
60. Jahresb. Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur S. 296 f.
Coryssoinerini. Faust bespricht diese Gruppe und giebt eine
analytische Tabelle ihrer Gattungen , in der nach Ausschluss oder Unter-
drückung von Hypogymnius Kirsch, Prodotes Kirsch, Aocnus Ko/ett. nur
Coryssomerus , Metialma, Euryommatus und Panoptes figuriren und be-
schreibt neue Arten in den Gattungen Euiyommatus (nebulosus) und Me-
tialma {roßrostris, saeva, ignoratn, Pascoei); Stett. Ent. Zeit, 1883 S. 473 ff.
Anthonomini. Anthomorp hus subg. nov. (unguiculis dentatis) für
Anthonomus varians Payk.; Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 255.
Anthonomus Uplagiatus (Panta Arena) ; Fairmaire , Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 503.
Mngdalinini. Magdalinus alpinus (Mte. Rosa, bei Macugnaga);
Letzner, 60. Jahresb. Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur S. 295, leucoplcums
(Pic des Cedres, Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. CLVIII.
lialaninini. Balaninus luctuosus (Dorey) S. 91, gafbiila (ibid.),
cinereus, cuneipennis (Tondano) S. 92, produdu.i (Siam) S. 93; Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XII.
Rhino mar er in i. Eugnamptus marginatus (Dikoya, Ceylon); Pascoe,
Ann. a. Mag. N. IT. (.5) XI S. 123.
Rhynchites chwalus (Dikoya, Ceylon); Pascoe, Ann. a. Mag. N. II.
(5) XI S. 123.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 223
Altelabini, Attelabus corallipes (Cambodja) , indigaceus (Laos);
Fascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) Xu S. 90, (Heterolabus) regulmis (Bahia)
S. 471, (Phymatolabus) dromedarius (Zanzibar) S. 472; Faust, Stett. Ent,
Zeit. 1883.
Apoderus pidchellus (Dikoya, Ceylon); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XI S. 122, TOnc?-ojo«s (Sarawak) ; derselbe ebenda XII S. 91, (Cycno-
trachelus) Badeni (Philippinen) S. 461, denlipes (Indien) S. 462, insularis
(Philippinen) S. 463, sejunctus (ibid.), (Centrocorynus) bilineatus (Indien;
Cochinchina) S. 464, (Physapod.) semirufus (Borneo) S. 465, constans
(Hongkong) S. 466, hieroglyphicus (Birma; Cochinchina) S. 468, (Apod.)
trinotatus (Java) S. 469, calceatus (Old-Calabav), Fabricü (Nyassa Mozam-
bique) S. 470; Faust, Stett. Ent. Zeit. 1883.
Äpionini. Apion maculipes , aeneipenne (Kandy, Ceylon); Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XI S. 122, lethale (Saleyer); derselbe, Notes
Leyden Museum V S. 88.
Erirrhinini, FauBt revidirt die europäischen und asiatischen
Arten der Gattungen Erirrhinus, Notaris, Icaris, Doryto-
mus; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LVII (1882 No. 3) S. 112 ff. und
(No. 4) S. 368 ff. In der Einleitung deutet der Verfasser auf die Meta-
thoraxepimeren hin , deren Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit meist sehr
geeignet ist, die Gruppen der Cure, phanerognathi scharf zu unterscheiden.
So erhält er, wenigstens für die europäischen Vertreter der Hyperini,
Cleonini, Hylobiini imd Cr}'ptorrhynchini, folgende Tabelle:
Trochanteren ohne
Starrborste . . Gatt. Hypera
Trochanteren mit
Starrbroste . . » Cleonus
Trochanterenboi*-
ste vorhanden . « Ilylobius
Trochanterenbor-
ste fehlend . . « Cryptorrhynchus.
Hiernach würde Procas nicht zu den Hj-perini, sondern den Hylobiini
oder Erirrhinini, Alophus nicht zu den Hyperini, sondern Tropiphorini,
Lepyrus nicht zu den Hj'lobiini, sondern Cleonini, Arthrostenus nicht zu
den Cryptorrhynchini, sondern zu den Erirrhinini, neben Bagous, gehören.
Die 4 genannten Gattungen der Erirrhinini stimmen mit den Hylo-
biini durch die unsichtbaren Metathoraxepineren und den Besitz einer
Starrborste an den Trochanteren überein; bei Erirrhinus und Notaris ist
die Kinnplatte lang, schmal; erstere hat runde, gewölbte Augen, sämmt-
liche Schienen gebogen, keinen umgeschlagenen Marginalsaum der Flügel-
decken, letztere länglich ovale, flache Augen, gerade Schienen und einen
umgeschlagenen Marginalsaum der Flügeldecken. Bei Icaris und Dory-
tomus ist die Kinnplattc kurz, die Unterlippe nicht bedeckend; bei ersterer
die Augen kurzoval, der Thorax mit kurz gewimperten Augenlappen,
Metathoraxexpimeren sichtbar
unsichtbar
224 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
bei Dorytomus sind die Augen länglich oval und der Thorax entbehrt
deutlicher Augenlappen.
Absolute Gcschlechtsunterschiede sind bei
Erirrhinus: cf Rüssel bis zur Fühlereinlenkung kurz behaart, matt;
die 2 ersteren Abdominalsegmente der Länge nach
eingedrückt, Analsegmcnt abgestuzt;
$ Rüssel nur an der Wurzel kurz behaart, glänzend; die
2 ersten Abdominalsegmente gewölbt, oder nur das erste
mit abgekürztem Längseindruck, Analsegment gerundet.
Notaris: cf Die 2 ersten Abdominalsegmente der Länge nach flach
vertieft ;
2 Abdomen gleichmässig gewölbt; 1. Segment hinten tiefer
oder flacher eingedrückt.
Icaris: (^ Wie Notaris.
2 Abdominalsegment 1 und 2 flach gewölbt.
Dorytomus: cf* Wie oben.
2 Das erste Abdominalsegment mit einem Eindruck, welcher
sich aber nicht auf das zweite fortsetzt.
Die Arten werden zunächst in analytischer Tabelle, und dann durch genaue
Beschreibungen unterschieden. Als neu sind aufgestellt Notaris Daw-iciis
(D.) S. 155, illibatius (Nertschinsk) S. 163, discretus (Centralasien) S. 167,
Eversnianni (Nordostsibirien) S. 169; Dor}i;omus Schönherri (Oesterreich ;
Italien; Spanien; Kaukasus) S. 394, Roelofsi (Japan) S. 402, subcinctus
(Daurien) S. 413, Sahlbergi (Jeniseisk) S. 414, Nordenskiöldi (Frankreich;
Deutschland; Sibirien) S. 417, chinensis (Shenei) S. 423, {Dejeani [Mittel-
und Südeuropa] S. 424), imbecillus (Daurien; Jeniseimündung) S. 442,
alternans (Shenei, China) S. 443.
Eugnomus argutua (Christchurch) ; Sharp, Ent. Monthl. Mag. XX
S. 67.
Geranorrhinus brunneo-fasciattis (Biskra) ; Fairmaire , C. R. Ent. Bclg.
1883 S. CLIX.
Buddeberg fand Mecinusjanthinus bei Nassau nicht selten von
Ende April bis Juni an Linaria vulgaris. Im Mai werden die Eier in
ein mit dem Rüssel in den Stengel gebohrtes Loch gelegt; aus denselben
schlüpfen nach 10 — 15 Tagen die Larven aus, welche in das Mark Höhlen
fressen, in denen sie sich nach ca. 40 Tagen, den Kopf nach oben, verpuppen.
Aus der Puppe schlüpft nach 16 Tagen der Käfer, der aber den Rest des
Sommers und den ganzen Winter über in den Pflanzenstengeln bleibt und
erst durch die Wärme des kommenden Frühjahrs herausgelockt wird. —
Jahrb. Nass. Ver. Naturk., 36. Jahrg., S. 124 ff., Taf. I, n, Fig. 1—3.
Letzner beschreibt die in den Kätzchen von Populus tremula lebende
Larve imd die Puppe von Dorytomus tortrix L.; 60. Jahresb. Schles.
Ges. f. Vaterl. Cultur S. 300.
D. elegans (Neu Seeland); Sharp, Entom. Monthl. Mag. XX S. 67.
Leistungen im Gebiete Jer Arthropoden i. J. 1883. 225
Aubeonymiis granicoUis (Andalusien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 394.
Hylobiini. Dy sprofi oestus (n. g. corpore depresso, glabro, . . .)
costalus (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 33.
Orthorrhinus cMCÄromus (Duke of York I. ; Somerset); Fairmaire, Ann.
Ent. Belg. 1883 S. 36.
0. Klugii Schönh. in Australien „injarious to the Vine" ; Macleay,
Proc. Linn. Soc. New South Wales VH S. 344 ff.
Hylobius fasdculatus (Chinchoxo; Aquapim); Kolbe a. a. 0. S. 32.
Cleonini. In seinem Aufsätze über die Cleoniden- Gattung
Chromonotus (Aloisch.) Chevr. spricht sich Faust zunächst gegen eine
Trennung der Gattungen Lixus, Larinus uud Cleonus aus, da die für diese
Trennung verwandten Merkmale nicht stichhaltig sind und dieselben ander-
seits in der als Spitze zwischen die Epipleuren der Decken und Pleuren
der Ilinterbrust sich schiebende vordere Ansseneckc des ersten Abdominal-
segments ein gemeinsames positives Merkmal besitzen. Hierdurch haben
auch die Hinterbrustepimeren eine in die Augen fallende Lage, während
dieselben bei den Hylobiinen und Erirrhininen bei normaler Lage der
Flügeldecken nicht sichtbar sind. — Zu den Cleoninen ist auch Rhyti-
toderes zu stellen, die Jekel zu den Hypsonotinen gebracht hatte, worin
ihm Chevrolat unbesehen folgte. Eine Prüfung der von Chevrolat für
Chromonotus angegebenen Gattungsmerkmale zeigt, dass diese Gattung
nicht haltbar ist. Es werden dann die Arten confluens F/ts. , costijiennis
F/is. = suturalis Gebl. = interruptus Zubk., variegatus Motsch. ebenfalls
=: interruptus Zubk., vittatus Zubk., vittatus Hochh. = confluens, Icuco-
graphus Fhs. (= vittatus Zuhk. ?), bipunctatus Zubk., pilosellus Fhs., mar-
gelanicus (M.), hirsutulus (Orenburg) S. 97, vehemens (Samarkand) S. 98,
humeralis Zubk., bipunctatus Fhs., pictus Fall., lagopus F/is. besprochen;
Stctt. Ent. Zeitg. 1883 S. 88 ff.
Chr. Perofskyi (Kam Basch): derselbe, Deutsch. Ent. Ztiitsclir.
1883 S. 124.
Lixus subnehulosus (Chinchoxo): Kolbe a. a. O. S. 31 , Turkestaniam
(Samai'kand?), dlutinus (ibid.) S. 204, Capiomonti (ibid.: Artscha) S. SOf),
Tschemkentkus (T.) S. 206, stranffu/aiiis (ibid.), Aslrachanicus (A.; Margc-
lan; Samgor) S. 207, Lecontei (Kasalinsk ; Fort Perofsky) S. 208; Faust,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883, Riiscmae (Salcyer); Pascoe, Notes Leyden
Museum V S. 87.
Xanthochelus /)os<M»!w.s- (Kleinasicn; Cairo) ; Fanst, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1883 S. 203.
Cleonus punctivent ris Germ, ein Feind der Runkelrüben: Port-
chinsky, Revue mensuelle d'Entomologie IS. 22.
Cleonus interstitialis, mns (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 32, (Plagi-
graphus) Bonnoini (Biskra) : Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. XLVI.
Mecaspis Damnni (Samarkand) S. 199, yhihratus (Scliahrud) S 200,
Aicli, f. Naturgescli. L. .Jaliig-. 1. Bd. P
226 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
obviux (Saniarkand) S. 201, praeditus (Ala-Tau) S. 202; FaUBt, Deutsch.
Ent. Zcitschr. 1883.
Pachyccrus ohlüjuatm (Samarkand) ; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 199.
BothjTioderes Dohmi (Margelan ; Divana) S. 121, Balassogloi (Ak-
Kum; Ara-Ssat) S. 122, (T[h]emnorrhinus) verecumhts (Naryn) S. 123:
Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Stephanocleonus corrugans (Ala-Tau; Persien) S. 125, ignohüis [Or&n-
burg etc.) S. 126, perscitus (Dshuka) S. 127, simu/ans (Btschan) S. 193,
caelebs (Ala-Tau), Chevrolali (Centralasien) S. 194, ferox (Issyk-Kul)
S. 195, planirostris (Mongolei) S. 198; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Alerpini. Clypeor{r)hynchus (n. g. PhrjTiixo simile) gracilipes
(Mouri Creek, Neu-Seeland) ; Sharp, Entom. Monthl. Mag. XX S. 27.
Scaphor{r)hynchus (n. g. inter Clypcorrhynchum et Rhinarium
loc.andum) longicornis (Mouri Creek); derselbe ebenda S. 67.
Ilyphaeria (n. g. ; char. ut in Ethemnia, sed tarsi art. 3 integre)
assimüis (Gayndah) S. 420;
Myarda (n. g.) ferrugata (Nicol Bay) S. 421; Pascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XII.
Rhinaria tessdlata (Westaustr.) S. 417, signifera (Inner- Australien),
cavirostris (Queensland) S. 418, diversa (Westaustr.) S. 419; Pascoe, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XH.
Rhinoplethes ignavus (Champion Bay); Pascoe, Ann. a. Mag. N. II.
(5) XII S. 417.
Iphisaxus aethiops (Westaustr.); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (">)
XII S. 416.
Diahathr ariini. Aromagis horrens (Victoria); Pascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) Xn S. 416.
Ithyc erini. Pachyrrhynchus Plutus (Neu - Britannien) , com'elhitus
(Fidji); R. Oberthür, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXV.
Hy per int. Prophaesia florea (Westaustr.); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 415.
Alophus setosits (Dolon) S. 118, lentus (Tschaar-Tasch) S. 119, arro-
gans (ibid.; Sson-Kul) S. 120; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Gonipterini. Minia (n. g.) opalescens (Clarcnce R.); Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XH S. 415.
Scyikropini. Catascythropus (n. g.; rostro capite breviore,
apiccm versus attenuato ; ant. tenuibus , scapo oculos fere attingcntc ;
funiculi art. 2 primis elongatis; . . . pedibus anticis pauUo elongatis, tibiis
arcuatis, corbiculis femorum posticorum apertis, unguiculis mcdiocribus,
pauUulum connatis; segm. abd. medio 2 sequcntibus duplo longiore) acuii-
rollis (Chinchoxo); Eolbe a. a. 0. S. 31.
9:c\thro\)i\s ph'>r.mren.i (Batna) ; Fairmaire, C. R. Ent. Bclg. 1883 S. XLV.
Molylini. Letzner: Ucbcr die Farben Varietäten des Me-
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 227
leus (Plinthus) Tischeri Germ.; 60. Jahresb. Schles. Ges. f. Vaterl.
Cultur S. 290 f.
Letzner bespricht die Unterschiede des Liparus carinaerostvis
Küster von L. Germanus L.\ L, dirus HbsL, glabratus F. und laevi-
gatus Gyllh. sind eine Art, die aber bisher noch nicht im Riesengebirge
beobachtet ist; was Kirsch für L. glabratus gehalten hat, sind abge-
riebene Stücke von L. carinaerostris gewesen. 60, Jahresb. Schles, Ges.
f. Vaterl. Cultur S. 288 ff.
Cylindr orr hinini. Listroderes nigrinus (Punta Arena); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 503.
Otideres cancellatus S. 500, externevütatus , ecMnosoma S. 501 (Sa.
Cruz); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883.
Adioristus aspericollis (Sa. Cruz); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 502.
Byrsopinü Ethemaia angustiroUis (Cape York) S. 419 , cur/ula
(Wcstaustralien) S. 420; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII.
Rhytirrhinus Luciae (Madonie); Ragusa, II Naturalista Siciliano II
S. 304.
Borborocoetes signattpes (Kaklik); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1883 S. 118.
Leptopini. Stenocorynus vexatus (Timor); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) Xn S. 89.
Leptops puncitgera (Port Bowen) S. 413, incompta (Queensland),
vermicosa (Gayndah) S. 414; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XII.
Otiorrhi/nchini. Gynaria (n. g.; rostrum crassura; scrobcs api-
cales, arcuatae, ad^oculum currentes; oculi majuscuH, rotundati. Scapus
ant. ad proth. haud extensus. Proth. normalis. Scutellum distinctum.
Elytra ovata, modice convexa. Mcsost. angustum, declive; pedes et ab-
domen. ut in Isomerintho) nasula (Aru); Pascoe, Ann. a. Mag. N. II. (5)
XII S. 89.
Argopt ochus subg. nov. für die Arten mit an der Basis verwachsenen
Klauen; T}ije: Ptochus bisignatus Germ.; Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 255.
Phyllobius Hochhuthi (Amur); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 108, Logesi (Castelbuono) ; Ragusa, II Naturalista Siciliano II 8. 303,
(Pseudomyllocerus) albidus (Parnass); Miller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 265.
Peritelus Leveillei (Ardeche); Brisout de Barneville, Bull. Ent. Fr.
1883 S. VI.
Nastus beatus (Tarbagatai), Sareplanus (S.) S. 102, trapezicolUs (Der-
bent; Lenk(jran) S. 103, conchmm (Nord-Persien), AS/zW/i«? (Kasbek) 8. 104,
Kiischakeivitscld i^Wjernoe), Seidli/zi (T.irbagatai) S. 105, tigrinus (8amar-
kand) S. 106, fralermis, /tpecufator (ibid.) S. 107; Faust, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1883.
228 Bertkau: Bericht über <lie wissenschaftlichen
Holcon-hinus mutatoi- (Tlemcen, Algier^; Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1883 S. XLVI.
Chevrolat zählt a. a. 0. S. 82 f. 8 Arten von Synthaphocerus
auf nnd beschreibt S. semiviridulus , suhcrvciatits S. 83, nigrUus, opht/uilmi-
cux S. 84 (Old Calabar).
Chevrolat zählt a. a. O. S. 74 ff. 14 Episomus- Arten auf untl
beschreibt E. cataleucus (Bengalen), annuUpes (Ceylon) S. 77, binodosus,
incisipes (Pennay) S. 78, aplcalis (Malacca), nigrosparnus (Assani) S. 79,
büineatus (Malacca) S. 80, humeralis ^ griscus (Java) S. 81, puraUehis
(Cochin-China) S. 82.
Systates fossulatns (Chinchoxo); Kolbe a a. 0. S. 30, angiisliraUis
(Socotra); Taschenberg, Giebel's Zeitschr. LVI S. 179.
Fondaveu schildert die Verheerungen, die ein seit einigen Jahren in
Brest eingebürgerter Rüsselkäfer an verschiedenen Pflanzen des Botanischen
Gartens, namentlich Primulaceen, Crassulaceen , Saxifraga, Oxalideen,
Geraniaeeen, Gentianecn und Scrophulariaceen , sowie an den Erdbeer-
pflanzungen anrichtet. Derselbe (?) Käfer fand sich gefangen in den
Blättern einer „Insektenfressenden" Pflanze, der Sarracenia purpurea aus
Florida vor und wurde von Brester Entomologen für Otiorrhynchus sul-
catus erklärt. Bull. Soc. Sei. nat. de Neufchatel XIII S. 401 ff.
Piezonotus diversus (Saleyer); Pascoe, Notes Leyden Museum V S. 87.
Trigonops vitiicollis (Duke of York I.) ; Fairmaire , Ann. Ent. Belg.
1883 S. 34.
^^haQXOT^tQrws cdhidoplagiatus (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 35.
Isomerinthus interruptus (Fiji); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. XII S. 88.
Elytrogonus siibangulatus (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 34.
Brachyderini. Ästycomerus (n. g. Astyco et Hadromero affine;
rostro subbrevi, vix crasso, ad apicem fere attenuato; art. ant. fimiculi
7. libero, scapo clavato, eadem fere longitudine ac funiculo, clavn ex-
cepta; . . .) spicrius, privignua (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 29.
Styreus (n. g.) geonomoides (Nord-Austr.) ; Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XII S. 413.
Omotrachelus (n. g. ; pronoto brevissimo, longitudine postice plus
triplo latiore , late bisinuato ; elytris . . . quasi inter humeros et basim
thoracis ad incumbenda femora I et 11 profunde sinuatis; .... scutello
obtecto; unguieulis liberis) difformis (Chinchoxo); Kolbe a. a. (). S. 30.
Dyschcres (n. g. ; diiTert ab Anemero tarsorum art. 3. bilobato, ab
Atmetonycho unguieulis connatis) agrestis (Saleyer), griseus (Timor; B'lorc.s)
S. 84, macularis (Yemen), rugosus (Cambodja) S. 85; Pascoe, Notes Leyden
Museum V.
Celebia sutundis (Saleyer); Pascoe, Notes Leyden Museum V S. 85.
Catamonns mhmtuhis (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. O. S. 29.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 229
Cimbus pidlus (Chiuchoxo) ; Kolbe a. a. 0. S. 28, Sebituane (Uzagara);
C. F. Ancey, II Naturalista Siciliuno II S. 119.
Taenophthalmus Desbi-oc/tersi (Shahku) S. 115, aubcarinatus (Margelan)
S. 116, Krautzi (ibid.) S. 117; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883, der
sich in Uebereinstimmung mit Kirsch gegen eine Annäherung der G.
Taenophthalmus an Brachycerus und für eine nahe Verwandtschaft mit
Thylacites und Phacephorus ausspricht.
Nach Letzner sind Polydrosus Peragallonis Desbroch.^ binotatus Thums,,
nodulosus Chevr. identisch mit P. cervinus L. var. pilosa GredL; die Art
ist als P. pilosus GredL aufzuführen, in Schlesien nicht selten, wo ausser-
dem noch P. cervinus L. vorkommt. 60. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl.
Cultur S. 285 ff.
Ischnotrachelus inermis , abiiannis , humilis S. 27, major S. 28 (Chin-
choxo); Kolbe a. a. 0.
Sitones y/-o«?o (Taschkent; Samarkand) S. 112, ignavus (Taschkent),
uadlus (ibid.) S. 113, costipennis (Samarkand) S. 114; Faust, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1883.
Mesagroecus manifestus (Samarkand) S. 108, rusticanus? S. 109,
terresiris, erinaceiis (Turkestan) Ö. 110, sus (Taschkent) S. 111, viduatus
(Samarkand) S. 112; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Brachyderes opaculus (Batna); Fairmaire , C. R. Ent. Belg. 1883
S. CLVIII.
Faust ergänzt Schönherr's Gattungs-Diagnose von Catapionus und
beschreibt neben alten folgende neue Arten: C. lineatus S. 87, Krualzi
S. 88 (Ala-Tau), agreslif~ (Taschkent; Dschilka) S. 89, semiglabrutiis
(Tschaar-Tasch) S. 90, irresectus (ibid.) S. 91, ine xpec latus , iratus S. 92,
brevicornis S. 93, dispar (Ala-Tau), Heydeni S. 94 (Songaria) , conßnis
(Sson-KuP S. 95, sulcicollis (Taav-Sou), simplex (Central-Asien) S. 96, mo-
deratus (Songaria), {Ballionis = argentatus Ball., wegen argent. Gebl.),
Gebleri (Daurien; Sibirien) S. 97; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Blosyrus setifer , lentuliis (Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 30, criici-
roslria (Borneo) ; Chevrolat, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CIII.
Holonychus inaequicollis (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste
1883 S. 365.
Lithinus rufopenicillus , compressüuber (Madagaskar); Fairmaire, Le
Naturaliste 1883 S. 365.
Oedemeridae. Ananca hottentoUa (Cap); Fairmaire, Bull. Ent. Fr.
1883 S. LXXI, opiicipennis (Duke of York I.) ; derselbe, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 32, ijuadripunctuJata (Saleyer); derselbe, Notes Leyden Museum
V S. 40, dor.-alU (Mendo^a); derselbe, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 516.
Cailtharidae. Zonitoldes (n. g. Zonitidi simillimum, sed oculis
magnis, supra parum distantibus, subtus vix separatis, antennis corpore
longioribus . . .) megahps (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 32.
230 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen
Sitarobr<icliij.s (n. y. Zonitidi et Sitfiridi affine; aus destitutum)
brevipcnnis (Balkan^; Reitter, Wien. Ent. Zcitg. 1883 S. 309 Taf. IV
Fig. 6.
Ncmognatha Peringucyi (Cap) ; Fairmaire, Bull. Ent. Fr. 1883 8. LXX.
Zonitis rufofasciata (Dobnidscha) , funeraria (Vama): Fairmaire,
Bull. Ent. Fr. 1888 S. CXLII.
Lytta frontalis (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. 0. S. 24, (Cantharis) nie-
loidea (Abyssinien) ; Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 197, spurcaticollis
(ibid.); derselbe, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 104.
Berg ersetzt den Speziesnamen femoralis Erichs, wegen des gleich-
lautenden Klug'schen durch erythroscelis , An. Soc. Cientif. Arg. XVI
S. 270 und beschreibt L. Arahie (Mendoza) S. 66, monachica (ibid.) S. 68;
ebenda XV.
Nach Groneman sind Epicauta ruficeps und andere Arten
strychninhaltig und ihre Exkremente werden von den Eingebomen
als Gift und Arzneimittel verwendet; Tijdschr. v. Entomol. XXVI, Versl.
S. CXXXVII; van Hasselt bezweifelt die Richtigkeit dieser Angabe.
Decatoma diffinis (Chinchoxo); Kolbe a. a. S. 24.
Zonabris (Mylabris Oliv.) jndluta, sodn/is S. 65, 11 -no<a<a, impedita
S. 66, excisofasciata S. 67 (Samarkand) und var. oschensis (Osch) S. 333,
parmipicta (Nord -Persien) S. 353, triangulifera S. 359, tekkensis S. 360
(Tckke-T.); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
De Borre regt die Frage an, ob nicht Cissites tcstacea auch in
Afrika vorkomme und Castelnau das $ derselben mit seiner Horia sene-
galensis vereinigt habe als das andere Geschlecht; C. R. Ent. Belg. 1883
S. CXXXVI flf. mit Holzschnitt.
Pseudomeloc Magellanicus S. 496, venosidus S. 497 (Sa. Cruz); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1883.
Katter giebt in seinen Ent. Nachr. 1883 S. S5 ff. eine Mono-
graphie der europäischen Arten der Gattung Meloe mit beson-
derer Berücksichtigung der Biologie dieser Insekten. — Derselbe betrachtet
ebenda, S. 156 ff., die Canthariden, spec. Meloe als Heilmittel
der Tollwuth.
Strepsiptera. Zur Lebensweise der Strepsipteren theilt
Friese mit , dass er im Winter (Dezember — Februar) an ausgegrabenen
Andrcna pratensis zahlreiche Stylops, und zwar die cT ebenso häufig wie
die 9, fand; die ersteren flogen bereits am 26. Februar um die Mittags-
stunde bei einer Temperatur von 8—9° R. umher; Ent. Nachr. 1883
S. 64 ff.
Auch Schmiedeknecht in seinen Apidae Europaeae S. 422 f.
schildert die Lebensweise der bei Andrenen lebenden Stylops.
Rllipidoplioridae. Hofifer macht seine Erfahrungen über die
Lebensweise des Metoecus jiaradoxus auch in den Ent. Nachr.
1883 S. 43 ff. bekannt.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 231
Emenadia sodalis (Fianarantsoa) S. 279, armata (Coimbatoor, Indien)
S. 280, Sabrina (Melbourne) S. 281; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XL
Trigonodera pruinosa (Neu Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883
S. 32.
Mordellidae. Stenalia 6if.ecta (Sizilien); Baudi, II Natural, Siciliano
m S, 5.
Mordella leucosjnla (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent. Bclg.
1883 S. 30.
AllthicidaC. Aulacodems guineensis S. 277, lijonicho'idefi ! (lionych.)
S. 278 (Chinchoxo); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1883.
Anthicus floralis Larve beschrieben von Key, Ann. Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 141 f.
A. blechro'ides (Palaestina) ; Saudi, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 150, Bonnami (Sidh-Okba, südl. Biskra); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1883 S. XLV.
Formicomus Biskrensis (B.); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CLVn.
Pedilidae. Trotommidea (n. g. Scraptiae valde simile, sed
palp. max. art. ultimo valde elongato , subparallelo , cultriformi , margine
externo sulcato; ant. art. 2. brevi, 3. valde abbreviato subobsoleto, cetcris
elongatis, subaequalibus; oculis magnis subglobosis vix reniformibus; tarsis
tenuibus, art. penultimo indistincte lobato, anteriorum art. 3. indistincto
differt) Salonae (Spalato); Beitter, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 307 Taf. IV
Fig. 4.
Xylophilus laesicoUis (Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CXIII.
Lagriadac« Porrolagria (n. g. inter Lagviara et Eutrapelam,
huic magis affinis; corpus glabrum; coUo constricto , clypeo impressione
profunda a fronte separate ; processu prosternali inter coxas angustissirao ;
tibiis spinis apicalibus destitutis) nuda (Chinchoxo); Eolbe a. a. O. S. 27.
Mylops (n. g. prope Trachelostenum) Magellanicns (Punta Arena);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 499.
Nemostira crenatostriata (Saleyer); Fairmaire, Notes Leyden Museum
V S. 39.
Aryenis rufescens Bates = Statira unicolor Blanch.; Berg, An.
Soc. Cientif. Argent. XVI S. 269.
S. rufonilens (Abyssinien); Fairmaire, Ann. Soc. Ent France 1883
S. 102.
Lagria Falkensteini, simtdatrix, brevicornis (Chinchoxo) ; Eolbe a. a. 0.
S. 26, longipennis (Abyssinien); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883
S. 102.
Melaudryadae. Fseudorckesia (n. g. Orchesiae affine) nigro-
signatn (Missiones); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 515.
232 Bcrtkiiu: Bericht über die wissenschaftlichen
Cistclidac. Si/nalltcula (n. g. ; Corpore breviusculo, unt. medio-
Qribus, vix. subserriitis , art. 3. primis simplicibus, 3. 4. paullo longiore,
ceteris sat brevibus, inter se aeiiualibus; art. ])alporuni ultimo fortissinic
sceiiriformi; oculis magnis prominentibus; . . . coxis anticis processu pro-
sternali sepavatis, für livida und picea Thom. und) sororcula (Chinehoso);
Kolbe a. a. O. S. 25.
Cteniopus graecus (Parnass ; Olymp); v. Heydea, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1883 S. 312.
Mycetochares Jlavicornis (Parnass); Miller, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXIII S. 265.
Cistela (Isomira) paupercula (Riesi, Sic); F. Baudi, II Natural. Sici-
liauo III S. 3, impressiuscula (Abyssinien) ; Fairmaire, Le Naturalistc
1883 S. 206, densepimctata (Saleyer); derselbe, Notes Leyden Museum
V S. 38.
AUecula ßavicomis, pleheja (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. 0. S. 25,
foveipennis, cribricollis (Montevideo); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 514.
Teneljrioilidae. Strongyliini. Agissopterus (n. g. prope
Strongylium) semipunctatus (Cordova); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 513.
Oenomia (n. g. ; caput breve, clypeus a capite sulcatim discretus
oculi approximati; ant. breviusculae, articulis a 4. dilatatis. Proth. trans-
versus, utrinque haud lineatus; elytra oblonga; prost, postice rotundato-
productum; mesost. ant. depressum ; pedes breves, intermedii et postici
aequales) /e»io/-(vta (Para) S. 441;
Messalia (n. g. ; caput breve, rotundatum; clypeus a capite lineatim
discretus, oculi subapproximati ; ant. longiusculae , art. a 5. dilatatis.
Proth. convexus a pleuris linea elevata separatus. Elytra oblonga; prost,
postice subacute jiroductum; mesost. antice depressum. Pedes elongati,
intermedii longiores) varians (Gilolo ; Penang) S. 442; Pascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI.
Amärygmini, Dietysus oricntalis (Neu-Brit.); Fairmaire, Ann.
Ent. Belg. 1883 S. 29, modestiis (Saleyer); derselbe, Notes Leyden
Museum V S. 37.
Amarygmus alienus (Ceylon); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI
S. 441.
M eg ac anthini. Gonocnemis simiaticollis (Chinchoxo); Kolbe
a. a. O. S. 24.
Hclopinini. Phyma eus (n. g. ; caput subexscrtum; cly))eus apice
emarginatus ; labrum breve ; mentum convexum ; ant. niodicc elongatac,
art. 3. quam 4. duplo longiore, ultimis 4 clavam compressam formanti-
bus. Proth. transversus, subplanatus, utrinque rotundatus, apice late
emarginatus, basi subtruncatus ; scutellum distinctum; elytra convexa, bre-
viter ovata; epipleura angusta; pedes subelongati ; femora et tibiae lincuria,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 233
iniitica; tarsi graciles, art. ultimo elongato; mesost. perbreve, prost, in
mesost. receptum) picstulosus (Ceylon) ; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI
S. 439 f.
Nalassus lueviusculus (Andalusien) , alicanticus (A.) ; Eraatz , Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 395.
Helops (Drastixus) ohtusalus (Biskra), (Catomus) Butnensis (B.); Fair-
maire, C, R. Ent. Belg. 1883 S. XLIV.
Chariotheca thalassina (Neu-Brit.); rairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883
S. 28.
Laena Merkli (Konstantinopel); "Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 313.
Cnodalonini. Bradynocerus (n. g. inter Tetraphyllum et Ca-
mariam) aulacopterus (Saleyer); Fairmaire, Notes Leyden Museum V S. 36 f.
Camaria gloriosa (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste 1883
S. 365, pulchenima (Paranä) S. 75, auslera (Chaco; Tucuman) S. 76;
Berg, An. Soc. Cient. Arg. XV.
Thecacerus sycophanta (Minas Geraes, Bras.); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 440.
Cijphaleini. Hemicyclus discicyclus (Duke of York I.); Fairmaire,
Ann. Ent. Belg. 1883 S. 27.
Heterotar sini. Lyprops atronitens (Neu-Brit.); Fairmaire, Ann.
Ent. Belg. 1883 S. 27 , fortkornis (Saleyer); derselbe, Notes Leyden
Museum V S. 35.
Tenebrionini. Dolichoderus laticornis (Madagaskar); Fairmaire,
Le Naturaliste 1883 S. 365.
Dilamus plunicollis (Biskra); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. XLIV.
Derosphaerus interstitüdis (Saleyer) ; Fairmaire, Notes Leyden Museum
V S. 36.
Nyctobates illaesicoUis S. 25, punctalator S. 26 (Duke of York L);
Fairmaire, Ann. Ent, Belg. 1883.
Coelomelopini. Centronopus speciosus (Chontales); Pascoe, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XI S. 439.
Ulomini. Anthracias ruficollis (Matabello, Saylee) ; Pascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI S. 439.
Toxicum heros (Borneo, Ms. Batang); Frivaldszky , Termesz. Fiiiet.
VI S. 139 Taf. I Fig. 5, gracüe (N. S. Wales); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XI S. 438, mtdicurne (Duke of York L); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 25.
Eutochia (juadricollis (Missionen); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 512.
Uloma nifida (Abyssinien); Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 206.
E. Dages schildert die Verwandlung des Tribolium ferrugineum
in Wort und Bild; La Naturaleza VI S. 294 ff. L. 6.
234 Bert kau: Bericht über die wisseiibchaftlichcn
Diiipcrini. L[e'\ioclirinus (n. g. Nilionem et Hemicycliim non-
nihil habitu hemisphacrico simulans, a Coccinellis primo intuitu vix distin-
guendum) fulvicollis (Andai; Batchian; Waigiou etc.) PI. 3 Fig. 14;
PI. 5 Fig. 1 — 7, nigricomis (Mysol; Waigiou) S. 70, rufo-fulvus (Aru),
hilescens (Mt. Ophir), testacetis (Menado), (subg. L[e]iochrodes) discoülalis
(Batavia) S. 71 PI. 3 Fig. 15, PI. 5 Fig. 8—13, picetis (Moeara Laboe),
fulvescens (Klocmpang), nigripcnnis (Ceram; Dorei; Gilolo) S. 72, mcdianus
(Batchian), chalybeaüis (Kaifa; Batchian), subpurpurascens (Aru; Dorei;
Waigiou), suturalis (Tondona; Amboina; Ceram; Moreton-Bay?}, picicollis
(Mysol) S. 73, castaneus (Sarawak), bispüotus (ibid.), rufo-fulvus (Name
schon dagewesen I Sulla , Celebes) , parvulus (Dorei) , limbalus (Singapore),
octomaculatus (Sarawak) S. 74, agathidioides (Aru), coccinello'ides (Ceylon),
(subg. L[e]iochrota) uniformis (Men&do ; Tondano) S. 75 PI. 5 Fig. 14 — 16,
varicolor (Sarawak), (subg. L[e]iochrotina) indica (I.) S. 76 PI. 5 Fig. 17,
18; Westwood, Tijdschr. v. Entom. XXVI.
Ceropria viridula (Neu-Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883
S. 24, dolorosa (Saleyer); derselbe, Notes Leyden Museum V S. 34.
Platydema obscuratum (Missionen) , impressifrons (Montevideo) ; Fair-
maire, Ann. Sog. Ent. France 1883 S. 512.
Bolilophagini. Ozolais divisa, gibbera (Ega); Pascoe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI S. 437.
Bradymerus violaceus (Philippinen) S. 437, cyaneipennis (Ceylon)
S 438; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5) XI, gramticollis (Duke of York I.)
S. 23, semiasperatus (Neu-Britan.) S. 24; Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883.
Mychestes congestus (Port Bowen); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XI S. 436.
Op atrini. Pseudonomus (n. g. Opatro et Licheno simile) der-
mestiformis (Montevideo); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 511.
Scler o'ides (n. g. Sclero simWo) pluricostatiis (Saleyer); Fairmaire,
Notes Leyden Museum V S. 33.
Brachijidimn (n. g. transitum a Sclerinis ad Opatrin. forman^)
breviusculum (Saleyer) ; Fairmaire, Notes Leyden Museum V S. 33 f.
Haionomus cribricoUis (Abyssinien), ScJmeideri (Cairo); Allard, Ann.
Ent. Belg. 1883 S. 31.
Opatrum subselosum (Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 24, humeridens
(Abyssinien); Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 205, picescens (ibid.);
derselbe, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 98, hispidocostatum (Neu-Brit.);
derselbe, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 23, occidentale (Rio Colorado); Berg,
Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 396. ^
Gonocephalum Demaisonis (Aegypten); Allard, Ann. Entom. Belg.
1883 S. 32.
Sclerum .stt-atiguhänm (Abyssinien); Allard, Ann. Entom. Belg. 1883
S. 31.
Brachyesthes appropinquans Fain», = (Melanesthes) pilosellus Mars ;
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 235
der Br. pilosellus Fainn. ist brevior umgetauft; Fairmaire, C. K. Eiit.
Belg. 1883 S. CXIII.
Pedinini. Blapstinus? metallesccns (Prov. Buenos Aires); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1883 S. 511.
Platyscelis rotundangula , difßcilis S. 351, simpicx S. 352 (Osch);
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Coniontini. Crypticus Platensis (Montevideo); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1883 S. 510.
Praocini. Platyolmus Uspallalensis (U.) S. 507, spinicollis (Tdcu-
man) S. 508; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1883.
Praocis striolicollis S. 494, silphomorpha S. 495 (Sa. Cruz); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1883, denseciliata (Rio Sa. Cruz) S. 508,
compacta (Prov. Buenos Aires) S. 509; derselbe ebenda.
Calymmatophorus Vspallatensis (Ms. Usp. Prov. Mendosensis) ; Berg,
An. Soc. Cient. Arg. XV S. 77.
Itlolurini. Vieta crinita (Nyassa) S. 28, erosa (Abyssinien) S. 29;
AUard, Ann. Ent. Belg. 1883.
Psammodes rugicoüis (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. 0. S. 23 , acuductus
(üzagara); C. F. Ancey, II Natural. Siciliano II S. 118.
Pimeliini. Allard stellt die ihm bekannten (20) Ocnera-Arten
zusammen; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 35 ff., 53.
Lasiostola grisescens (Osch), grandis S. 358, elongata S. 359 (Tokke-
Turcm.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 350.
AUard stellt ein tableau synoptique des (ll) espcces de
Trigonoscelis auf; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 33 f.
Asidini. Scotinus Antavarm (Madag.); C. F. Aneey, II Natural.
Siciliano II S. 118.
Asida convexicollis (Reynosa, Spanien), foveicollis (Bune, Alg.); Al-
lard, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 27.
Blaptini. Prosodes calemdata S. 346, angidicollis S. 347, graudi-
collis S. 348, longicornis S. 349 (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zoitschr.
1883, cordicoüis (Persien); AUard, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 25.
Blaps oblonga (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 349,
Lajoyei (Persien); AUard, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 26.
Sciiurini. Scaurus macricollis ! (Mesopotam. ; Aegypten) ; Allard,
Ann. Ent. Belg. 1883 S. 24, Buugonii (Tunis); Fairmaire, Bull. Ent. Fr.
1883 S. CXXV.
Acisini, Acis Kohelli (Tetuan, Marocco); v. Heyden, Bericht
Senckenb. naturf. Gesellsch. 1882—1883 S. 236.
Epitragini. Himatismus Lindneri S. 22, planicollis S. 23 (Chin-
choxo); Kolbe a. a. 0.
Epitragus coslipennis (Mendoza) S. 69, Baccfiidus (Cördoba) S. 70,
porcelius (ibid.; Tucuman) S. 71 , luevicoUis Maekl. i. 1. (Mendoza; Cor-
236 Bertkau: ßcricht über die wisscnschaltlicheu
doba), sliiulatus (Buenos Aires) S. 72, mucidus (Tucuman) S. 73, arci-
coUis (ibid.) S. 74; Berg, An. Soc. Cient. Arg. XV.
Tentyriini. Nolioscythis (n. g. prope Scythis) punctoseriaiu
(Saleyer); Fairmaire, Notes Leyden Museum V S. 31 f.
Oxycara Olcesii (Rabat); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. CXI.
Micipsa ovoidea (Tripoli); Fairmaire, Stctt. Ent. Zeit. 1883 S. 460.
Mesostenopa tricostata (Abyssinien) ; Allard, Ann. Ent. Belg. 1883
S. 24.
Stegatojisis Arubicu (A.); Allard, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 23.
Tentyria ginijßa (Arabien); Allard, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 22.
Allard unterscheidet 14 Ana tolica- Arten in analytischer Weise
und giebt deren vollständige Beschreibung; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 18 ff.;
neu ist A. oblonga (Sibirien) S. 19.
Allard beschreibt die ihm bekannten 1 1 Gnathosia- Arten ; Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 15 ff.
Allard macht in einer analytischen Tabelle zu Trientoma Varvaisi
und Sallei noch martinicensis (M.) , laevis , r{li)yticephalus (St. Domingo),
convexipennis bekannt; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 14.
Erodiini. Arthrodeis pliratulns (Abyssinien); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. Fr. 1883 S. 97.
Spyrathus Fabrii (Ramnad, Indien); Fairmaire, Bull. Ent. Fr. 1883
S. LV.
Bostrychidae. Duges schildert die Me'tamorphoses du Ly-
ctus plan ic Ollis Le Cunte {= carbonarius WaM?) und erläutert die-
selben durch Abbildungen; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 54 ff. PI. I.
Apate (Bostrichus) tetraodon (Abyssinien); Fairmaire, Le Naturaliste
1883 S. 205, insiffnila, (Ligniperda) lignicolor, (Xylopertha) /or/fcuZ« (ibid.);
derselbe, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 95, (Bostr.) Ludovici (Gabon);
derselbe, ebenda Bull. S. CXXXIII.
Ptiuidae. Xyletinus strigillatus (Abyssinien); C. F. Ancey, 11 Natu-
ralista Siciliano n S. 117.
Xestubium rufovillosum De G. (Anobium tesselatum F.) ein
Fichtenschädiger; 60. Jahresb. Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur S. 302.
Fauvel setzt die Unterschiede der 3 Mezi um- Arten sulcatum, ame-
licunum und affine auseinander und erläutert dieselben durch Zeichnungen
der Skulptur des Halsschildes; Revue d'Entomol. II S. 307 ff.
Ueber das Auftreten des Niptus hololcucus bei Greiz (seit 1874)
s. Sitzber. Ges. naturf. Freunde Berlin 1883 S. 48.
Ptinus fietkiopicus (Abyssinien); C. F. Ancey, II Naturalista Siciliano
II S. 117.
Cleridae. B rarliyderus (n. g. Clerin.) Jionnairii (Biskra); Fair-
maire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. CLVII.
Laricobius Sahlbergi (Fadjanovsk, Sib.); Reitter, Revue mcnsuelle
d'Entomol. I S. 42.
Leistungen im Gebiete der Arthropotlen i. J. 1883. 237
Trichodes spectaUlis (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 346.
Xambeu beschreibt Larve und Puppe von Thanasimus rnfipes
die er am Fusse umgewehter Fichtenstämme unter der Rinde fand; Ann.
Soc. Linn. Lyon XXIX S. 128.
Malacoderuiata. Melyrini. In einem Nouveau Supplement
a l'histoire des Malachides bestätigt E, A. Abeille de Perrin für
mehrere Arten die älteren Angaben einer räuberischen Lebensweise der
Larven. Die von M. marginellus, parilis, rufus , viridis leben in wildem
Wein von den Larven und Puppen des Callidum unifasciatum , Sinoxylon
6-dentatum, Psoa italica; auch die Imagines sind noch Fleischfresser, wie
ein M. marginellus bewies, der Larven und Imago von Adimonia brevi-
pennis verzehrte. Ferner macht der Autor Bemerkungen über die Arten
M. dissimilis , Bellieri, Calabrus, parilis, geniculatus, vittatus, gethsema-
niensis ; Attalus Sicanus , und beschreibt mehrere neue. Revue d'Entom.
II S. 25, 49 ff.
Dasytiscus Hehraicm (Jerusalem); Bourgeois, Bull. Ent. Fr. 1883
S. LIII.
Danacaea? rufotibia (Punta Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 493.
Henicopus physomerus (Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CXII.
Carphurus mbrivenhis (Duke of York L), serricornis (Miako I.);
Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 21.
Troglops ryrtosoides (Biskra) S. 35, albozonalus! (C}i^)ern) S. 3fi;
Abeille de Perrin a. a. O.
Abeille de Perrin setzt a. a. 0. S. 34 des längeren die Unterschiede
zwischen Ebaeus humilis Ei\, adolescens (= humilis Peyr. nee Er.)
und pygialis auseinander; die beiden neuen Arten stammen von Biskra.
Attalus thalassinus (Oesterreich) ; Abeille de Perrin a. a. 0. S. 31.
Malachius sponsus (Cj"pern) S. 25, sculptifrons (Kaspi S.) S. 27, cuix
(Caiffa; Syr.) S. 28, flavicrus (Kaspi S.) S. 30, haeres (Morca) S. 31 ;
Abeille de Perrin a. a. 0.
Ilapalochrus tibialis (Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 22, speclahilis
(üzagara, Afr.); C. F. Ancey, II Naturalista Siciliano II S. 116.
Driliai. Diplocladon (n. g. Luciolam quasi simulans; corpus
oblongum, dense breviter pilosum; caput sat magnum, oculis magnis, glo-
bosis, subtus fere contiguis ; ant. 12-art., art. 3. ad 11. ramum dupliccm
emittentibus, ramis haud longis, subflabellatis, pectiniformibus ; palpis Omni-
bus art. ultimis apice acuminatis; abdomen ad apicem conoi'deuni, scgm.
genitale $ (8.) supra et infra fissum; tarsi 5 -art., haud membranacei,
ungues simplices) Hassellii (Sumatra); Gorham, Notes Le.yden Museum V
S. 5 f.
Drihis ramosus (Abyssinien); Fairmaire, Lo Naturaliste 1883 S. 2ü5.
238 Bcrtkaii: Bericht über die wissenschaftlichen
Ucber die Lebensweise des Dr. flavescens; Bertkau, Correspbl.
Naturh. Vereins d. prenss. Rheinl. ii. Westf. XL S. 96. (Nichts neues).
Telephorini. Trypherus argentinus Steinh. gehört in die Gattung
Malthinus; Berg, An. Soc. CientiT. Argent. XVI S. 269.
M. ]>7/rrhodert(s , obscuricoUis (Vama) ; Fairmaire, Bull. Ent. France
1883 S. XXXIV, paüicolor (Algier); derselbe, C. R. Ent. Bclg. 1883
S CXII.
Telephorus crassicornis Sol. = denticornis Blanch.; Berg, An, Soc.
Cientif. Argent. XVI S. 269.
T. (?) hasicornis (Duke of York L); Fairmaire, Ann. Ent. Bclg. 1883
S. 20.
Cantharis hellenica (Veluchi) ; V, Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 310.
Rhagonycha consocinta (As. Olymp); v. Heyden, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1883 S. 311.
Lampyrini. Ueber Wieclowiejski's Studien über die Lamiiyriden
referirt Emery im Biol. Centralblatt III No. 3 S. 69; Lacaze-Duthiers in
seinen Avchives (ü) I S. XXX; vergl. den vor. Ber. S. 224.
Emery theilt einiges aus seinen Studi intorno alla Luciola
italica L. mit und verweist im übrigen auf weitere Angaben in der
Zeitschr. f. wissensch. Zoologie; Bull. Ent. Ital. XV S. 327 ff.
E Olivier beschreibt Lampyrides nouveaux ou peu connus;
Rev, d'Entom. II S. 73 ff., 326 ff".
Lucidina (n. g.) accensa (Nara; Tokio); Gorham, Transact. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 408 PI. XVII Fig. 9.
Luciola quadripunctuia , pallida. (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. 0. S. 22,
semimarginatd (Celebes) S. 73, insignis (Zanzibai) S. 74, Ligultuta (ibid.),
ap.milimbala (Indien) S. 75, venunta (Java), timida (Saigon) S. 76, neglecla
(Java) S. 77, Zanzibarica (Z.) S. 78, lata (Borneo) S. 79, coxalis (Abys-
sinien) S. 80, insidaris (Andaman) S. 328, rubiginosa (?) S. 329, Ancciji
(China), ierminulis (Saigon) S. 330, (australis F. Larve) S. 331; Olivier,
Revue d'Entom. II, hilicollis (Java); Gorham, Notes Lcyden Museum V
S. 4, {dnrhami [= affinis Gorh. ncc Rits.}\ ßitsema, ebenda).
Lamprorrhiza Mulsanti Larve beschrieben von Rey in den
Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 143 ff'.
Pyrocoelia pecloralis (Nordchina); Olivier, Revue d'Entom. II S. 328.
Pelania anguslipennis (Algier); E. Olivier, Bull. Entom. France 1883
S. LXIX.
Lampyris Soyauxi (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 22, nervosa (Sy-
rien); Olivier, Bull. Ent. Fr. 1883 S. LXIX.
f Lucidofa /«/«osa (Fukushima; Tsukuba-yama) ; Gorham, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883 S. 409.
Alecton indinis Chevrol. i. 1. (Bengalen); Olivier, Revue d'Entomo-
logie II S. 327.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 239
Cladophorus ochraceicoUis (Duke of York I.) ; Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 22.
Yesta rtrens (Borneo; Sumatra); Gorharn, Notes Leyden Museum V S. 3.
Lamprocera brunnea (Amazonas); Olivier, Revue d'P]ntomol. II S. 326.
Lycini. Mesoli/cus (n. g.) punveus (Nara; Junsai; Nikko) S. 399
PI. XVII Fig. 3;
Pristolycus (n. g.) sagulutus (Junsai) S. 407 Fig. 8; Gorham,
Trans, Ent. Soc. Lond. 1883.
Bourgeois giebt eine Synopsis du genre Thonalmus, in der er
die Arten militaris Dalm., dominicensis Chevr., bicolor i., suavis .7. Duv.,
amabilis J. Duv., distinguendus J. Duv., nigritarsis J. Duv., aulicus J. Duv.
elegantulus J. Duv. vereinigt; Ann. Ent. France 1883 S. 375 ff.
Calochroraus distinguendus (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 21.
Eros enjtkropterus (Oyayama) S. 400 PI. XVII Fig. 7, oculalus (Ha-
kone; Miyanoshita) S. 401, velatus (Kobe) S. 402; Gorham, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1883.
Lygistopterus anorachilus (Bosco della Ficuzza) ; E. Ragusa, II Natural.
Siciliano II S. 251.
Conderis orientis (Nara; Fukushima; Oyama) S. 403, pictus (Odai-
gahara) S. 404 PI. XVII Fig. 4; Gorham, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883.
T^lateros africanus (Choa) ; Bourgeois, Bull. Ent. Fr. 1883 S. X,
purpwivesiis (Fukushima), lineaius (Kashiwagi); Gorham, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 406.
Bourgeois theilt die Arten der Gattung Lycus in 9 Grujipen oder
Untergattungen, für deren jede er die typische Art angiebt: Acantholycus
praemorsus Dalm., Holol. intermedius Bourg., Lophol. Raffrayi Bourg.,
Lycus (mit 4 sous-groupes), Chlamidol. mit 2 sous - groupes , Merol. mit
2 sous-groupes, Neol. Schönherri, ChevroL, Thoracocalon adumbratus
Bourg., Haplol. mit 3 sous-groupes; Bull. Ent. Fr. 1883 S. LIX ff.
Lycus seminiger (Chinchoxo) ; Kolbe a. a. O. S. 21, fastiditus (Sene-
gal); Bourgeois, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CIL
Dascillidae. Cyphon onlarcticus (Punta Arena?); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1883 S. 493.
Rhipidoceridae. Chamaerrhipis hifoveohtus (Socotra) ; Taschenberg,
Giebel's Zeitschr. LVI S. 177.
Callirrhipis piceiveniris (Duke of York I.): Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 18.
Elateridae. Als Beitrag zur Metamorphose der Käfer-
familie derElateriden beschreibt Beling in der Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 129 ff., 257 ff. Larve und Puppe von Lacon murinus; Melanotus
rufipes; Agriotes atemmus, lineatus, obscurus, pallidulus; Dolopius margi-
natus ; Sericosoraus brunneus ; Ludius fcrrngineus ; Corymb. hacmatodes,
aeneicoUis, pectinicornis, acrugino.sus, tcssclatus, affmis, holosericeus, aeneus;
240 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Campylus rubens, linearis; Athous subfuscus , haemorrhoidalis , vittatus,
longicoUis, niger; Limonius nigripes.
Jlemiopinus (n. g. Hemiojji affine, transitum inter Eiateridas et
Cebrionidas formans) Ilildehrdmlti (Madag.); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 365.
Sossor (n. g. Dicrepidiin.) Hagcni (Scrdang, Sumatra); CandJ'ZO,
Notes Leyden Museum V S. 208 f.
Oxysthetus (n. g. Ypsilostetho affine) scnpulntus (Neu Britannien):
Tairmaire, Lc Naturaliste 1883 S. 238.
Agriotes caspicns (Tekke-T. ; Baku) ; V. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 3.58, (nislraJis (Punta- Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 492.
Ludius (lüaticollis (Neu Britannien); Fairmaire, Lc Naturaliste 1883
S. 239,
Rupertsberger fand einen Athous niger Mutterkorn verzehrend;
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 63.
Diploconus ustulalus (Sumatra) S. 13, Ilassellii (^Lebong) S. 20.');
Caudeze, Notes Leyden Museum V.
Cardiophorus vehitus, octonotatus (Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 21.
Letzner sprach über die deutschen Arten der Gattung
Cryptohypnus Esch. mit besonderer Bei-ücksichtigung der variabclcn
Arten; 59. Jahresb. Schles. Ges. vaterl. Cultur S. 352 ff.
Melanoxanthus tetraspilotiis (Neu-Britannien): Fairmaire, Lc Natin-a-
liste 1883 S. 239.
Megapenthes ((grioddes (ile de Saleyer); Candeze, Notes Leyden Mu-
seum V S. 12.
Simodactylus /asctoZr/<Ms (Neu-Britannien); Fairmaire, Le Naturaliste
1883 S. 238.
Sharp beschreibt an den Prothorakalstigmen von Chalcolcpid i us
eine in einer beweglichen Klappe, ähnlich dem Deckel eines „Trap-door-
spider's" Gespinnst, bestehende Schutzvorrichtung, welche wohl parasitische
Milben abhalten soll; Proc. Ent. Soc. London 1883 S. IlL
riemirrhipus apicalis Cand. und elegantissimus Cand. sind identisch :
Berg, An. Soc. Cientif. Argent. XVI S. 268.
Alaus hreviplicntus (Duke of York I.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 17, Engelhardi (ile de Saleyer); Candöze, Notes Leyden Museum
V S. 11, Wallandi (Serdang, Sumatr.); derselbe ebenda S. 207.
Agraeus RUsemae (Java); Candcze, Notes Leyden Museum V S. 204.
Monoiuinidae, Monomma suhopacum, ntronitens , notnhile (Abyss.) ;
Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 197, sphndidulum (Saleyer): derselbe,
Notes Leyden Museum V S. 39.
Encilftmidac. Lnmesis (! n. g. Melasi maximc affine) suturaUx
(Cm-doba Argent.); Westwood, Tijdschr. v, Entom. XXVI S, 67 f. PI. 3
Fig. 8—13.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 241
Bnprcstidae. Brisout de Barneville macht Buprestides nou-
veaux d'Algdric et d'Espagne bekannt; Revue d'Entom. II S. 81 ff.
In der Revue d'EntomoI. II S. 17 ff. ist Bauduer's Tableau synoptique
des Agrilus de France aus dem Bull. Soc. d'hist. nat. de Toulouse
1878, das mir s. Zeit nicht zu Gebote stand, abgedruckt.
A. sinuatus destructeur des poiriers; Puton, Revue d'Entom.
II S. 67.
A. Munieri (Tebessa) S. 82, sinuatocoUis (Aranjuez) S. 83; Barne-
ville ebenda.
Discodercs mulliundatus (Zanguebar); C. F. Ancey, II Naturalista
Siciliano II S. 116.
Belionota Ilübneri (Neu- Britannien); Eairmaire, Ann. Entom. Belg.
1883 S. 16.
Si^henoptera spectabilis (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 345.
Abeille de Perrin schreibt eine Etüde sur le genre Polycesta
ÄoZ., in der er nach den Arten aegyptiaca, arabica und Cottyi eine genaue
Gattungsbeschreibung liefert; Revue d'Entom. II S. 57 ff.
Stigmodcra Magellanica (Punta- Arena?); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 491.
Anthaxia Marmottani (Batna; Tenict-el-Haad) S. 81, Marlini (Batna)
S. 82; Barneville a. a. 0., pleuralis (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1883 S. CLVII, Magdalenae (Türkei); derselbe. Bull. Ent. Fr. 1883
S. CXL.
Xambeu beschreibt Larve und Puppe von Melanophila cyanea,
die er unter der Rinde von Fichten am Fusse der Bäume fand; Ann.
Soc. Linn. Lyon XXIX S. 125 ff.
Coecnlus turcomanicus (Tekke-T.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 358.
Chrysodema Sioierstrae (Nias); Lansberge, Notes Leyden Museum
V S. 23.
Philocteanus rutilans (Pulo, Nias); Kerremans, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CXXVIII; derselbe erkennt ebenda, S. CXXXIII, dass die Art bereits
von Lansberge als Ph. Maitlandi beschrieben ist in Notes Leyden Mu-
seum V S. 22.
Julodis variolaris Fall. var. undulata (Tekke - Turkmenien) ;
V. Heyden, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 107 (von Meyer -Darcis in Bull.
Soc. Ent. Belgique 1883 S. 39 unter dem Namen Frey-Gessneri als Art
beschrieben und auf PI. IV C abgebildet).
Scaraliaeidac« Coprini. Canthon pauxillus (Amazonas), ungui-
ciilaris (S. Joao del Rey); Harold, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 430,
Uroxys pygmaeus (ünt. Amazon.); Harold, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 431.
Canthidium parvulum S. 432, minimum (Bahia), ßahellalum (Ega)
S. 433, misceüum (Amazonas) S. 434; Harold, Stett. Ent. Zeit. 1883.
Arcli. f. Naturgescli. L. Jahrg. 2. Bd. Q
242 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Choeridium procerum S. 431, oblongum S. 432 (Brasilien); Harold,
Stett. Ent. Zeit. 1883.
Eurystemus cirrhatus (Bahia); Harold, Stett, Ent. Zeit. 1883 S. 429.
van Lansberge giebt eine Revision des Onthophagus de l'Ar-
chipel Indo-Neerlandais, nebst einem Supplement; Notes Leyden Mu-
seum V S. 41 {f., 145 ff. Dieselbe enthält 86 Arten, darunter 0. frater-
nus (Saleyer) S. 43, Luzonicus (Java; Sumatra) S. 44, catenatus (Has,
Nürdl. Neu-Guinea) S. 45, Colj/si (Sumbawa) S. 46, fiiscopunctatus (Java;
Malacca) S. 48, venlralis (Sumatra) S. 147, rectecomutus (Java; Sumbawa)
S. 49, Neptunulus (Flores) S. 50, pygidialis (Java) S. 51, phanneicoUis
(Flores) S, 52, luteosignatus (ibid.) S. 54, Javanus (J.) S. 55, Mulleri!
(Bomeo) S. 56, oblungomaculaius (Serdang) S. 79, Blumei (Java) S. 57,
cribratiis (ibid.) S. 59, Hageni S. 80, Sundanensis {Ssiva.; Bandong) S. 146,
Sumatranus (Singalan) S. 147, Idevicollis (Sumatra) S. 61, pilosiis (Java)
S. 62, apkodioides (ibid.) S. 63, Saleyeri (S.) S. 64, variolaris (Java),
roliindicollis (ibid.) S. 65, hirsutidus (ibid ) S. 66, nanus (Sumatra; Ma-
lacca) S. 67, pullus (Java) S. 68, lilliputanus (ibid.) S. 69, pilularius (Mt.
Ardjoeno) S. 70, deflexicolUs (Siam; Malacca; Sumatra; Java) S. 72,
mulabilis (Tjibodas, Java) S. 148, semigranosus (Sumbawa, Flores) S. 74,
semiaureus (Java; Sumatra) S. 75, accedens (Java) S. 77 neu.
Derselbe beschreibt ebenda 0. (Proagoderus) Rilsemae S. 14, (0.)
Liberianus S. 15, deplanatus S. 16 von Liberia und Kraatzeanus S. 78
vom südlichen Neu-Guinea.
Derselbe stellt in seinen Matcriaux pour servir h une mono-
graphie des Onthophagus, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 161 ff., eine
analytische Tabelle der (20) Arten der Gattung Phalops auf und be-
schreibt Ph. olivaceus (Indien) S. 164, Candezei (Indien) S. 165, sulcatus
(Senegal), vanellus (Mozambique) S. 166, barbicomis (ibid.) S 167, inerniis
(Abyss.) S. 168.
0. ponticus (Grusien); Harold, ebenda S. 434.
Aphodiini. Aphodius granulifrons (Biskra) S. XLII, sesquivittatus
(Batna) S. XLIII; Fairmaire, C. R. Ent. Belg 1883 (die erstere Art wird
S. CLVn in die Gattung Mendidius verwiesen), HoJubi (Inner- Afr.) ; Dohrn,
Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 107, Jlavipemm (Parnass); Miller, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXIII S. 265.
Oxyomus interslitvdis (Mioko I.) ; Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 5.
Saprosites capitalis (Neu-Brit.); Fairmaire, Le Naturaliste 1883 S. 238.
Ataenius crenutulus (Punta-Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 489.
Antrisis Xanti (Bornco, Ms. Batang); Frivaldszky, Termesz. Füzet.
VI S. 138.
Orphnini. Ochodaeus Alleonis (Dobrudscha) ; Fairmaire, Bull. Ent.
Fr. 1883 S. CXLI.
Geotrupini. Bolboceras rugifer (Chinchoxo); Zolbe a. a. 0. S. 19
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 243
Geotrupcs subcostatus (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CIX.
Lethrus sulcipennis S. 340, suhstriatus S. 341, sulcatus S. 342 (Osch);
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Trogini. Heptaphylla (n. g. tarsis 4 - articulatis ; ant. 11-art.,
clava 7-foIiata; coxis anticis processu prostemali separatis) /wn^iciy/« (Süd-
brasilien; Vertreter einer besonderen, zwischen Geotrupinen und Troginen zu
stellenden Gruppe); Friedenreich, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 375 flF.
Trox glohulatus (Punta - Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 490.
Acanthocerus (Sphaeromorphus) byrrhoides (Ternate) S. 1, ignitus (Sa-
rawak) S. 2 ; Westwood, Notes Leyden Museum V.
Melolonthini. Auf Melolontha pexa Zoubk. gründet Kraatz die
neue Gattung Adoretops, die er für eine Nachahmung der Rute-
liden-Gattung Adoretus unter den Rhizotrogiden ansieht; gleich Lasiopsis
hat sie achtgliederige Fühler; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 151 fF.
Derselbe desgl. auf Amphim. dahuricus Blanch. = Rhiz. Sahl-
bergi Mannerh. Askeptonycha (Habitus g. Rhizotrogi; ant. 9-art. ; tarsi
unguiculis apice bifidis) ; ausser der genannten Art gehören noch Sedokovii
und intermedia Mannerh. aus Daurien in dieselbe Gattung; ebenda S. 153 f.
Apterodema (n. g.) acuticollis (Punta-Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1883 S. 491.
Die Stellung der Gattung Pleocoma Lee. im System ist in
dieser Abtheilung, in der Nähe von Pachj'pus und Elaphocera, nicht bei
den Geotrupinen; Gerstäcker, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 436 fr.
Serica lutipes (Chinchoxo); Eolbe a. a. 0. S. 19.
Trochalus rufolrunneus, concolor S. 19, semiaeneus, Falkensteini S. 20
(Chinchoxo); Eolbe a. a. 0.
Diphucephala hirtipennis, caerulea, latipennis (Australien); Macleay,
Proc. Linn. Soc. New South Wales VIII S. 415.
Maechidius luniceps (Neu-Brit.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 8.
Liparetrus convexiusculus (Australien) ; Macleay , Proc. Linn. Soc.
New South Wales Vin S. 416.
Heteronyx insularis, brevior (Duke of York L); Fairmaire, Ann. Ent.
Belg. 1883 S. 8.
Apogonia afßnis (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 20.
Encya strigisciUata (Madag.) ; Fairmaire, Le Natural. 1883 S. 364.
Lepidiota suspicax (Nias); Lansberge, Notes Leyden Museum V S. 18.
Oiebeler meldet den Fang zahlreicher cf , aber nur 5 2 » von denen
3 in der Mitte von Klumpen gebildet von 20 — 25 cf sassen, von Rhizo-
trogus ater; Entom. Nachr. 1883 S. 215.
R. semivillosus (Marocco) S. CIX, psilopus (Rabat), (sordescens Fairm.
2, ungeflügelt) S. CX; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883, cristatifrons
(Südl. Algier; Tunis); derselbe, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CXXV.
244 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Brauer behandelt die Lebensweise von zwei Parasiten des Rhi-
zotrogus solstitialis aus der Ordnung der Dipteren und regt
die Frage an, ob dieselben nicht ein wirksames Mittel zur Verminderung
dieses Schädlings und daher in ihrem Kampfe durch künstliche Gewährung
der zu ihrer Entwickclung nüthigen Bedingungen zu unterstützen seien. Sitzb.
k. Akad. Wissensch. Bd. LXXXVIII 1. Abth. S. 685 iL ; vgl. o. S. 131 f. u. 137.
Anoxia semißava (Tekke-Turcm.) ; Kraatz, Deutsch. Ent, Zeitschr.
1883 S. 357.
Der Maiküfer auf der Wanderschaft; 11. Jahresb. Westf.
Provinzial- Vereins S. 9 ff. und Entom. Nachr. 1883 S. 70 ff.
Pachydema vlscnrala (Tripoli); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 459.
Elaphocera Maltzmii (Greta); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 368.
Rutelini Rhinyptia (?) bilaminifrons (Abyssinien) ; F. Ancey, II
Naturalista Siciliano 11 S. 95.
Kraatz macht Bemerkungen über Anisoplia segetum Hbst, (fruticola
£?•.), mit der inculta Er,, velutina Parr., straminea Brülle, syriaca Burm.,
Zoubkoffi Krpr. vereinigt werden ; als bemerkcnswerthe Varietät von ru6pes
(Motsch.) Burm. ist rußcollis aus Kurdistan aufgestellt, S. 24; als neu
sind beschrieben A. valida (Griechenland) S. 18, armeniaca (Erzerum) S. 19,
morio (Smyrna), marginuta (Sizilien) S. 20, parva (Sarepta; Baku; Derbent)
S. 21; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 17 ff.
Anomala Güssfeldi (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 20, Vitis var.
cupreomtens (Ungarn); Bau, Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 286, aeneiventris
(Duke of York I.) S. 6, aeneotincta (Neu-Brit.) S. 7; Fairmaire, Ann.
Ent. Belg. 1883, (Euchlora) purpureiventris S. 19, citrina S. 20, seminigra
S. 25 (Nias); Lansberge, Notes Leyden Museum V.
Popillia hexaspila, ludißcans (Zambeze); F. Ancey, II Naturalista
Siciliano II S. 96.
Parastasia guttulata S. 9, Montrottzieri S. 10 (Duke of York I.);
Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883.
Ueber einige Arten von Plusiotis Burm. s. Dohrn in Stett. Ent.
Zeit. 1883 S. 496 flf.
Tribostethes pUcicoUis (Punta- Arena?); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 491.
Adoretus viitaticoUis , albohispidus (Madagaskar); Fairmaire, Le Na-
turahste 1883 S. 364.
Bolax incogilatus (Pebas, Peru); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 427.
Dynastini. Fairmaire ersetzt Oronotus Burm. wegen Oron. Wesm.
durch Camelonotus S. 14 und beschreibt C. orcyctoides (Neu-Hebriden) ;
Ann. Ent. Belg. 1883 S. 15.
Melanhyphus semiveluiinus (Manilla); Fairmaire, Ann. Entom. Belg.
1883 S. 12.
Piraelopus armicoUis (Ternate); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 13.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 245
Coptognathus curtipennis (Tripoli) ; Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1883
S. 459.
Astaborus Antinorii (Let - Marefia) ; Oestro, Ann. Mus. Civ. Genova
XVI S. 203.
Oryctes Pechueli (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 21.
Cetoniini. Kraatz macht Synonymische Bemerkungen über
Cetoniden; Deutsch. Ent. Zcitschr. 1883 S. 317 ff.
Derselbe schreibt über das männliche Begattungsglied der
sog. Goliathiden und der Gattung Pachnoda und seine Verwendung
für deren scharfe spezifische Unterscheidung. Der Forceps von Goliathus
ist durch seine relative Länge (dreimal so lang als breit) von den übrigen
abgebildeten sog. Goliathiden ausgezeichnet, deren Forceps höchstens
doppelt so lang als breit ist. Verh. naturf. Ver. Brunn XXL 1. S. 21 ff.
Taf. L
Niphetophora (n. g. prope Tephraeam) maculipes (Transvaal)'
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 384.
Tetrar(r)habdotis (n. g. habit. ut in Leucocelid.) nigra, ruficolUs
(Madag.) S. 389;
Ptychodesthes n. g. für (Heterorrhina) gratiosa Ancey; S. 391;
derselbe ebenda.
Rhynchocephala (n. g. Doryscelidi affine) Hildebrandtii (Mada-
gaskar); Fairmaire, Le Naturahste 1883 S. 365.
Romborrhina giganiea (_?) ; Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 380.
Heterorrhina Dohrni (Nias); Lansberge, Notes Leyden Museum V S. 20.
Rhinocreta miyior (Südafr.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 390.
Coptomia Hildebrandd S. 381, castanescens, iridoides S. 382 (Mada-
gaskar); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Gnathocera costata (üsagara, Afr.) ; F Ancey, II Naturalista Siciliano
11 S. 95.
Elaphinis svnillima (Abyssinien) ; F. Ancey, II Naturalista Siciliano
II S. 94.
Stephanucha pilipennis (Nebraska); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 384.
Leucocelis semicuprea (Congo); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 387.
Oxythyrea Biskrensis (B.) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. XLIIL
Eucosma minor (Aschanti); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 386.
Kraatz giebt die Unterschiede der Cetonia submarmorea Burm,
und brevitarsis Lewis an; Varietäten der ersteren sind aerata Er.^ con-
faciusana Thoms.; der brevitarsis nigrocyanea Kraatz, qjaniventria , crassa
V. Har.; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 9 ff.
C. nigro-aenea S. 343, cyanescens S. 344 (Osch); derselbe ebenda.
246 B e r t k a u : Bericht über diu wissenschaftlichen
Phonotacnia bella (Guinea); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 385.
Charadionota soror (Aschanti' : Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 389.
Macroma anyolensis (A.); Kraatz, Deutsch Ent. Zeitschr. 1883 S. 380.
Coenochilus SwiKitrunus (Boenga-Mas ; Palembang) S. 62 Tl. 3 Fig. 2;
PI. 4 Fig. 7—16, ohscurus (Sumatra) S. 64 PI. 3 Fig. 3; PI. 4 Fig.
17 — 23, Bananu.s (Angola) S. 65 PI. 3 Fig. 4; PI. 4 Fig. 24, 25;
Westwood, Tijdschr. v. Entom. XXVI.
Westwood lässt Trichoplus cordicollis Waterh. abbilden;
Tijdschr. v. Entom. XXVI PI. 3 Fig. 5 — 7.
Ueber die Trichiiden-Gattung Incala Thoms.; von Kraatz, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 369.
Myoderma rnßcollis! (Aschanti) S. 371, /«sm (ibid.) S. 372; Kraatz,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Valgus quadrtmactdatus (Malacca) S. 374, sellutus (Luzon) S. 375,
pyrrhopi/gus S. 376, niger S. 377, pitlc/ter (Malacca), pustulipennis (Aschanti)
S. 378; Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Lncanidae. Albers bringt Beiträge zur Kenntniss exoti-
scher Lucaniden; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 221 ff. Der fast
verschollene Dorcus brevis Say aus Nordamerika wird beschrieben; Lucanus
Sa'iga Oliv, wird auf Eurytr. concolor Blanch. bezogen und für die bisher
unter dem Olivier'schen Namen aufgeführte Art muss gjpaetus Casteln.
eintreten. Von Eurytrach. intermeclius Deyr. werden die abweichenden
kleineren Exemplare beschrieben. — Die neuen Arten s. unten.
Lewis giebt in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 333 ff. folgende
Synonyme an: Luc. maculiferaoratus Motsck. {= sericans Voll,, Hopei
Parry); Cladogn. incHnatus Motsch. (= mandibularis Thoms., inflexus
Har.) ; Macrodorcus rectus Motsch. (= Neponensis Voll., diabolicus Tlwjns.,
rugipennis Motsch., striatipennis Motsch., cribellatiis Motsch., opacus Waterh.,
Vanvoixemi Lewis); Dorcus Hopei Suund. (= binodulosus Waterh.).
Ausserdem beschreibt derselbe 5 neue Arten und bildet sie auf PI. XIV ab.
Leuthner las in der Sitzung vom 18. Dec. einen Abstrakt seiner
Monographie der Odontolabini, die demnächst in den Transactions
abgedruckt werden soll; Proc. Zool. Soc. Lond. 1883 S. 598 f.
Aegognulhus (n. g. ; similar in appeaiance to Aegus, but is most
allicd to Lissotes and Alcimus) Waterhotisei (Chanchamayo, Peru);
Leuthner, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 445 PI. XXI Fig. 3.
Auxicerus (n. g. ; Scortizo affine, valde depressum; coxae anteriores
paullum distantes; prosternum postice non in processum elongatum; meso-
sternum antice declive; tibiae 4 post. rectae, latorc extcriore inermes;
oculi integri . . .) platiceps (Chanchamayo, Peru); Waterhouse, Ann. a.
;. N. H. (5) XII S. 387.
Aulacocyclus patalis (Yuyama); Lewis a. a. O. S. 341 Fig. 6, 7.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 247
Aesalus irogoides (Mexico); Albers u. a. O. S. 228, Asinttcus Miya-
uoshita); Lewis a. a. 0. S. 340 Fig. 5.
Eurytrachchis uroccphalns (Celebes); Albers a. a. 0. S. 225, jnlosipes
(Solonian Isl.); Waterhouse, Trans. Ent. Soc. Lond. 1883 S. 447 PI. XXI Fig.l.
Ceruchus lignarius (Sapporo); Lewis a. a. 0. S. 339 PI. XIV Fig. 4.
Figulus mento (Neii-Guinea) ; Albers a. a. 0. S. 226.
Platycerus delicatulus (Oyayama etc.) ; Lewis a. a. 0. S. 338 PI. XIV
Fig. 3.
Aegus nitidicollis (Philippinen); Albers a. a. O. S. 227.
Macrodorcus vwntivagiis (Chiuzenji etc.) ; Lewis , Trans. Entom. Soc.
Lond. 1883 S. 337 PI. XIV Fig. 2.
Parnidae. Der Name Elmis Latr. ist für E. Maugei (nicht Mau-
geti) beizubehalten ; LarejTiia Dural ist also mit ihr synonym ; für Elmis
sens. Muls. wird Latelmis in Vorschlag gebracht; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitsehr. 1883 S. 75.
Protoparnus (n. g. Parno affine, sed corpore simpliciter pube-
scente . . .) vestitus (Neu-Seeland) ; Sharp, Ent. Monthl. Mag. XX S. 26.
Pamus hicolor, sulcipennis (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Dermestidae. Anthrenus vorax (Himalaya); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XI S. 61.
Orphilus oscüans (Bomeo) ; OUiff a. a. 0. S. 185.
Trogoderma Irizonatum (Biskra); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CLVL
Dermestes Favarcqui (aus China nach Frankreich mit Cocons des
Bombyx Mori gebracht); Godard, Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 383.
Di(od)ontolobus lateriiim (Punta - Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 488.
Mycetopliagidae. Litargus exigms (Borneo); Olliff a. a. 0. S. 184.
Latliridiadae. Belon redigirt den Katalog der zu Lathridius subg.
Coninomus gehörigen Arten nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kennt-
nisse und beschreibt L. (C.) dromedarius (Valdivia) S. CI; C. R. Ent.
Belg. S. XCIXff.
Cartodera elegans .4m6^ neuerdings von Reitter bei Bozen an einer
Stallmauer in grösserer Anzahl gefangen; Deutsch. Ent. Zeitsehr. 1883 S. 60.
Ueber die deutschen Anommatus- Arten s. Reitter in Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 195 ff.
Cncujidae. Platycotylus {n. g. Cucujin. prope Laemophloeum)
inusitatus (Borneo; Andaman Ins.); OUifF a. a. O. S. 183.
Psammoecus hirsutus (Bomeo); Olliff a. a. 0. S. 183.
Inopeplus Borneensin (B.) ; Olliff a. a. O. S. 182, fasciipmnis (Duke
of York I.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 4.
Colydiadae. Deionosoma [r\. g. Cicones Cnrt. und Hyberis
Pascoe affine) rugosum (Borneo); Westwood, Tijdschr. v. Entom. XXVI
S. 61 f. PI. 3 Fig. 1 ; PI. 4 Fig. 1—6.
248 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Bothrideres confossicollis (Abyssinien) ; Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
Fr. 1883 S. 91.
TrOgOSitidao. Fachycephala (n. g. Ncraosomati affine) lermili-
formis (Neu-Brit,); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 4.
Lophocaleres (n. g. Peltin. prope Eronyxam) nanus (Borneo);
OUiflF a. a. O. S. 181.
Peltastica Reitteri (Suyama; Nikko; Fukiu) ; Lewis, Ent. Monthl.
Mag. XX S. 79.
Nitidulidae. Ips LUefasciatus (Sai'matien) ; Eeitter, Revue men-
suelle d'Entomologie I S. 41.
Cyllodes ruficeps (Abyss,) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 90.
Ischaena quadricolUs (Ardjoneo); Eeitter, Notes Leyden Museum
V S. 10.
Prometopia rhomhus Murray i. ]. S. 176, catillina! S. 177 (Borneo);
OUifif a. a. 0.
Carpophilus ordinatus (Borneo); OUiff a. a. 0. S. 175.
Ithyphenes ustipennis (Neu -Britannien); Fairmaire, Ann. Ent. Belg.
1883 S. 4.
Histeridae. J. Schmidt liefert eine Aufzählung ... Quango . .
(7) Histeriden; Berl. Entom. Zeitschr. 1883 S. 147 f.
Trypeticus lahacigliscem, Grouvellei (in Tabak); Marseul, Bull. Ent.
Fr. 1883 S. LXVm.
Saprinus brunnemis (Brunn); Fleischer, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 179,
nitiduloides (Mioko I.); Fairmaire, Ann. Ent. Belg. 1883 S. 3.
Phylloscelis orbiculuris (Borneo); Olliff a. a. 0. S. 174.
Eretmotes talyschensis (T.); Eeitter, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 143.
Hetaerius Lewisi (Morea), grandis (Talysch); Eeitter, Wien. Ent.
Zeitg. 1883 S. 143, comosellus (Philippeville , Algier); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1883 S. XLII.
Hister 3£echowi (Quango); Schmidt a. a. 0. S. 147.
Platysoma incisipyge! (Nizza, in Tabak); Marseul, Bull. Entom. Fr.
1883 S. LXVn.
Scaphidiadae« Scaphium rußpes (Kars); Eeitter, Revue mensuelle
d'Entomologie I S. 41.
Tricliopterygidae. Mycophagus (n. g. ; ant. breves, 11-art.,
clavatae, clava 2-art. ; coxae posticae laminatae; abd. segment. 7 compo-
situm; seta interunguicularis deest) bidavatus (Südbrasilien in Pilzen);
Friedenreich, Stett. Ent. Zeitg. 1883 S. 379 f.
Ptenidium Gressneri in England; Blatch, Ent. Monthl. Mag.
XX S. 121.
Ueber Limnobius, Hydroscapha s. imten bei Hydrophilidae.
SilphidaO. Idioch[e]ila (n. g.; labruni transversum, profunde
emarginatum, angulis coriaceis auctum; mand. apice valde acutae, interne
pilis ciliatae; palp. max. filif. , art. ultimo elongato, apice obtuse acuto;
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 249
palp. lab. breves, art. ult. ovato; ant. . . art. 5 penultimis obconicis, sen-
sim incrassatis, ut et ult. ovato apiceque acumiiiato opacis pubetiue densa
vestitis; . . . elytris Bubparallelis, apice late truncatis, angulo externo spina
apicali armatis; abd. e sex scgmentis coraposituin, ultimo elongato apice
bilarainato) spinipennis (Borneo, Ms. Matang) ; Frivaldszky, Termesz. Füzct.
VI S. 137 Taf. I Fig. 4.
Bathyscia Fausti (Samara); Reitter, Revue mensuelle d'Entomologie
I S. 72, Merklii (Südungarn); Frivaldszky, Termesz. Füzet. VII S. 12.
Ptomaphagus creticus (C); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 368.
Catopomorphus Weinet (Elisabethpol); Eeitier, Revue mensuelle
d'Entomologie I S. 73.
Anisotoma hydrobioides (Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1883
S. CXI, ßavicornis (Saint-Germain-en-Laye; Jura; Savoyen) ; Brisout de
Barneville, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CXLIII.
Necrophorus nigricornis Fald. vom Kaukasus kommt auch in
Krain (Nanos) und um Görz vor; Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 60.
Scydiuaeilidae. Cephennodes (n. g. Cephennio simile) Smo7iis
(Telang; Tameanglaiang) ; Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXHI
S. 421.
Euthia clavata in England; Blatoh, Ent. Monthl. Mag. XX
S. 121.
Eumicrus frontalis (Tameanglaiang) S. 426, agilis (ibid.), declinatus
(ibid.), simulus! (Telang), potior (ibid.) S. 427; Reitter, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXXIH.
Euconnus felinus , coralinus! S. 44, dominus, (Napochus) amoenus
S. 45, tantillus, (Euconnus) atomiis S. 46 (St. Thomas); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1883, (Napochus) clavigeroides , luculus, Charon S. 423,
(Euconnus) discedens, eumicroides (Telang), favorabilis (Tameanglaiang)
S. 424, telungensis (T.), semisulcatus (Pengaron), sparsnlus (Barabei) S. 425,
nigritidus (Telang) S. 426; derselbe, Verh. Zool Bot. Ges. Wien XXXIII.
Fselai)llidae. Ephymia (n. g. Ctenistin. prope Lasinum, antcnnis
vix clavatis, palpis 4-art., art. 1 minimo, fronte non tuberculata distinctum)
Simoni (St. Thomas; Waters -Isl.) S. 34;
Berdura (n. g. Reichenbachiae proximum, abdomine brevi, con-
vexo, deflexo et palporum forma diversum) cxcisida (S. Thomas) S. 36;
Bythinoplectiis (n. g. Euplecto simile, antennis novemart., artic. 2
basalibus incrassatis, capite ut in Panaphanto formato Aiv&r&wai) fovealus
(St. Thomas) S. 37;
Bale^a (n. g. Gasolae affine) elegans (St. Thomas) S. 43; Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Aplodea (n. g. für Psel. castaneus Blanch, und) palpalis Fig. 1 — 3,
ELshethae (Valdivia) S. 48;
250 Bertkau: Bericht ül)er die wissenschaftlichen
Acolreha (n. g.) Simoni S. 52 Fig. 4 — 6 (Valdivia); derselbe
ebenda Taf. I.
Arnyllium (n. g. Batrisin. Batriso affine) peclinalum (Telang;
Tamcanglaiang) Fig. 9, ensipes (Telang) Fig. 10, parviccps (Barabei)
S. 392;
Batrisoschema (n. g. Bryaxidarum) laleridentata (Barabei) S. 400
Fig. 11;
BytJiinophanax (n. g. Pselaphin.) lutehrosus (Telang), eocilis (Ta-
mcanglaiang) S. 406, bicornis (Telang) Fig. 13 S. 407;
Dythinoderes (n. g. Pselaphin.) GrnhowskyH^cXimg) S. 408 Fig. 14 ;
Atychodea (n. g. Pselaphin.) Simoniana S. 413 Fig. 21, 22, lenti-
cornis Fig. 19, 20, Raffrayi Fig. 23, sinyularis Fig. 24 S. 414 (Borneo) ;
Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII Taf. XX.
Poroderus n. g. (Ctenisti affine, sed palp. maxill. art. 2. non
appendiculatus) für (Cten.) armatus, medius, similis Sharp; Sharp, Revi-
sion a. a. O. S. 294.
Rhaphitr eus n. g. für (Tmesiphorus) speratus Sharp S. 298;
Lahomimus (n. g. Lasino affine, sed art. 2 — 4 palp. max. externe
angulatis , et abd. segm. I in dorso elongato , elytra aequante) Reitteri
(Hakone) S. 300;
Ac ei all US (n. g.) dubius (Suwa Temple) S. 322;
Triomicrus (n. g.) simplex (Niigata) S. 326; derselbe ebenda.
Radama (n. g. Fustigero affine) inßalus! (Tamatave) S. 231
Fig. 3,4, spinipennis (ibid.) S. 232 Fig. 5,6; Eaffrey, Revue d'Entom.
II PL IV;
Acylopselaphus (n. g. prope Centrophthalmum) Mariae (Nossi
Be) S. 237 Fig. 12—14 und V Fig. 11;
Schaufussia n. g. (prope Rjtum King) für Bryaxis brevis Schau/.
S. 238;
Tyromorphus (n. g. prope Hamotum et Tyrum) nitidus (Clyde-R.)
S. 241 PI. V Fig. 18, 18;
Schistodactylus (n. g.) phanlasma (K. Gcorge's Sd.) S. 244 PI. IV
Fig. 23, V Fig. 20—22;
Autoplectus (n. g. prope Panaphantum) torticomis (Nossi Be)
S. 249 Fig. 26 — 29; derselbe ebenda;
Mentraphus (n. g. Pselapho simile, sed palpis maxillaribus brevi-
bus, capite brevioribus, tenuibus, art. ultimo gracili, acuminato, apice seta
curvata instructo) pselaphodes (Mesopotamien); Sharp, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 225 f.
Fustiger madagascariensis (Fantoumisy) ; Baffray, Revue d'Entom. II
S. 229 PI. IV Fig. 1, 2.
Articerus stricticomis (St. Thomas); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 33, quadriscopulatus (Sumatra); Schaufuss, Revae mensuelle
d'Entomologie I S. 2.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 251
Zethopsus sculptifrons (Batavia), simpHcifrons (Telang); Reitter,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 419.
Apharina Juscipennis (Telang); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 415 Taf. XX Fig. 15.
Euplectus Aigus (Valdivia); Reitter, Deutseh. Ent. Zeitschr. 1883
S. 53, divergens (Telang); derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII
S. 420 Taf. 20 Fig. 25.
Bythinus afßnis (Nagasaki) S. 326, reversus (ibid.) S. 327; Sharp,
Revision etc. a. a. 0.
Rybaxis cimica (Pengaron); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 405.
Hybocephalus denliventris S. 416, telangensis Fig. 16, infomiis Fig. 17
S. 417 (Bomco); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIU Taf. XX.
Filiger vestitiis (Mesghi, Abyss.); Raffray, Revne d'Entoni. II S. 242
PI. V Fig. 19, privius (Telang); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXm S. 415 Taf. XX Fig. 18.
Cyathiger Simonis (Telang) S. 387, Baumeisteri (ibid.) S. 388, Schau-
fmsi (ibid.) S. 389; Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII.
Enantius rostratus (Tameanglaiang) ; Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXm S. 390 Taf. XX Fig. 1.
Brj'axis Chilensis S. 49 Fig. 11 — 13, bifossifrons Fig. 9, Valdiviensis
(V.; gedruckt Valvidiensis) S. 50 Flg. 8, Kindermcmni, puncticeps S. 51 Fig. 10;
Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 Taf. I, difßnis (Yokohama) S. 324,
latifroiis (Miyanoshita) S. 325; Sharp, Revision etc. a. a. 0., Retowskii
(Theodosia); Simon, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 8, (Reichenbachia) afß-
nima!, amitta, Telangensis S. 402, integrostriata Fig. 12, ingruta, negligens
S. 403, subvalida S. 404 (Borneo); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII Taf. XX.
Tyxxxs juponicus (Nagasaki); Sharp, Revision a. a. O. S. 302.
Jubus Schuufiissi (S. Fe de Bogota) S. 245, longipennis (ibid.), Jati-
collis (Caraca.s) S. 246, Reitteri (Bogota) S. 247; mit dieser Gattung ist
Arctophysis Reitt. synonym; Raffray, Revue d'Entom. IL
Sagola microcephala (Valdivia); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1883 S. 54 Taf. I Fig. 7.
Centrophthalmus bispinosus (Telang) Fig. 2 , divisus (ibid.) ; Reitter,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXIII S. 390 Taf. XX.
Trimiopsis Eggersi (St. Thomas; Portorico), specularis (St. Thomas;
Water-Isl. , Dominica) S. 38 , gibbula (St. Thomas) , ventricosa (ibid ; Por-
torico) S. 39, parmaia (ibid.), dypeata S. 40, inconspicua S. 41, anguina
S. 42 (St. Thomas); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Rhexius muticus (Bogota); Raffray, Revue d'Entom. II S. 250.
Machaerites Falesiae (Mts. d'Eraines pres Falaise); Fauvel, Revue
d'Entom. HS. 160 Anm.
Batrisus euplectifonnis (Yokohama) S. 303 , spinicollis (Hitogoshi),
252 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
longicornis (Miyanoshita) S. 304 , punctipennia (ibid.) S. 305 , palpalis
(Mayabashi) S. 306, acuminatu» (Nagasaki), vestitus (Hakone; Chiuzenji)
S. 307, caviceps (Tuyama) S. 308, oscillator (Mikuni-toge) S. 309, politus
(Chiuzenji), concolor (Yokohama) S. 310, ßssifronx (Higo) S. 311, ba^ii-
comis (Miyanoshita) S. 312, rufficollis (Oyama), omatifruns (Chiuzenji)
S. 313, solilarius (Kiga) S. 314, gracilis (Miyanoshita) S. 315, puncticollis
(Kashiwagi) S. Z\f>, fragilis (Yokohama) S. 317, Japonicus ("Hakone etc.),
fallax (Junsai) S. 318, similis (Yokohama), pedator (Niigata) S. 319;
Sharp, Revision a. a. O,, (Batrisodes) bipunctulus , vestifer Fig. 3 S. 394,
cavifer , claviger S. 395, architectus Fig. 4, laminidens Fig. 5, tarsalis
Fig. 6 S. 396, puhifer S. 397, (Syrbatus) spinidens Fig. 7, (Batrisus)
lateridens S. 398, orbicoUis Fig. 8 S. 399 (alle von Borneo); Reitter,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXin Taf. XX.
Pselaphus debilis (Suwa Temple) 'S. 328, Lewisit (Nagasaki) S. 329;
Sharp, Revision etc. a. a. 0., sulcifrons (Belbela, Abyss.); Raffray, Revue
d'Entom. 11 S. 236 PI. IV Fig. 10, pilipalpis (südl. Sumatra); Reitter,
Notes Leyden Museum V S. 9, laevicollis, unipunctatus, biocellatus S. 410,
brevicornis, sexsiriatus S. 411 (Borneo); derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXni.
Tmesiphorus c/-assicor7iis (Nagasaki), princeps (Futai) ; Sharp, Revision
a. a. O. Ö. 299, umbrosus (Birma) ; Raffray, Revue d'Entom. II S. 234
PL IV Fig. 9.
Eupsenius politus (St. Thomas) ; Reitter , Deutsch. Entom. Zeitschr.
1883 S. 36.
Hamotus undicollis (Mexico); Raffray, Revue d'Entom. 11 S. 240.
Ctenistes parvipalpis Raßray ist eine D e s i m i a ; eine neue
Art ist D. Sharpi (Abyssinien) ; Raffray, Revue d'Entom. II S. 233 PI, IV
Fig. 7, 8.
Ct. mimeticus (Nagasaki) S. 295, discedens (Hitoyoshi) , breviceps
(Tokio; Yokoh.) S. 296; Sharp, Revision.
Clavigeridae. Diartiger (n. g. ; ant. 4-artic. ; ocuU adsunt)
fossidatxis (Hakone; Miyanoshita etc. bei Formica sp.) S. 330, spinipes
(Yuyama) S. 331; Sharp, Trans. Ent. 8oc. Lond. 1883.
PailSSidae. L. Peringuey's „Notes on three Paussi" beziehen sich
auf P. lineatus Thunb. , Linnei Westiv. , Burmeistcri Westw, , die er auf
dem Tafelberg unter Steinen in Araeisennestern fand, den letzteren auch
entfernt von Ameisennestern. Namentlich von P. lineatus hielt der Ver-
fasser zahlreiche Exemplare mit Ameisen in Gefangenschaft, ohne indessen
einen Beweis zu erhalten, dass die Ameisen von den Käfern, noch diese
von jenen Vortheil ziehen. Die Käfer suchten zwar mit Vorliebe die
Stellen des Nestes auf, an denen Larven und Eier gehegt wurden; da
aber der Autor sie nie dieselben verzehren sah, so vermuthet er, dass
die Paussus nur die geschütztesten Plätze aufgesucht hätten. — Während
dieselben bei der Berülirung mit der Hand oder anderweitiger Beunruhigung
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 253
bombardircn , lassen sie sich von den Ameisen nicht dazu veranlassen.
Bei der Begattung fasst das cT mit seinen Mandibeln in die Aushöhlung
des Prothorax des 9 ^i'^^' bringt das Hinterleibsendc des 9 mittels seiner
Hinterbeine zu sich heran; in dieser Stellung lässt sich das cf wohl 24
Stunden hcnimtragen, ohne zum Ziele zu gelangen ; es hatte sein Geschäft
aber in wenigen Sekunden abgemacht, wenn es in die Sonne gesetzt
wurde, und verlicss dann nach 56 — 58 Sekunden das 2, um ein neues
aufzusuchen. Ein cT befruchtete so im Verlauf von 4 Tagen 5 Weibchen.
— Bei keiner der drei Arten wurde eine Phosphoreszenz der Fühler
beobachtet. Trans. Entom. Soc. Lond. 1883 S. 133 ff.
Olivier giebt eine erneute Beschreibung und Abbildung von P. Jous-
selini Gti^-.; Ann. Soc. Ent. Fr. 1883 S. 195 ff. PI. VII No. I, wozu
vielleicht P. atripennis ined. das andere Geschlecht ist.
Stapliylinidae« Beiträge zur Kenntniss der Staphylinen-Fauna
von Süd-Spanien, Portugal und Marokko; von M. Quedenfeldt ;
Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 149 ff.
Key setzt (nach Mulsant's Tode) die Bearbeitung der Tribu des
Brevipennes (allein) fort; Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 13 ff". —
Tachyporiens, 2e rameau Bolitobiates. — Trichophyens.
A. Duvivier stellt eine Enumeration des Staphylinides
decrits depuis la publication du Catalogne Gem. & Har.
zusammen; Ann. Ent. Belg. 1883 S. 91 ff.
Proteinini. Nach Key ist Micropeplus Marietti Jacquelin
Dxtval eine von fulvus Erichs, verschiedene Art, deren cf nebst dem $
von fulvus als M. Margaritae J. Duv. beschrieben ist. Neu ist M. ohsoletus
(Hautes-Pyrenees); Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 364 f.
Homaliini. Homalium Merkli (Kodscha- Balkan); Eppelsheim,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 305.
Oxytelini. Bledius (Pucerus) »no(/es<Ms (Türkei) , Eppelsheim, Wien.
Ent. Zeitg. 1883 S. 271.
Megalops ornatus (Peru) S. 335, acutangulus (Java) S. 236; Water«-
house, Ann. a. Mag. N. K. (5) XII.
Stenini. Rey liefert Notes synonymiques sur . . . Stenus,
zumeist mit Rücksicht auf den Katalog Stein -Weise; Ann. Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 147 ff.
St. excellens (Spalato); Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 303.
Eppelsheim erkennt in Enaestethus fulvus Motsch. eine selbständige
Art an und setzt ihre Unterschiede von ruficapillus auseinander; die Art
wurde bei Elisabethpol gefunden; Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 265 f.
Pinophilini. Araeocerus fasciculatus Deg., Coff'eae F.
wiederum in Breslau aus Kaffee ausgekrochen; 60. Jahresb. Schles. Ges.
für Vaterl. Caltur S. 308.
Pinophilus erythrostomus (Sardinien); Costa, Notizie etc. a. a. 0.,
{Mac-Leayi; = brevis Mc Lemj praeocc; Duvivier a. a. O. S. 177).
254 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen
Oedichirus foveicoUis (Madagaskar); Quedenfeldt, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 117.
Pa eilerini. Paederus plagiator (Chinchoxo) ; Zolbe a. a. 0. S. 18.
Lathrobium (Gljiitomerus) coecum (Ungarn, Crassow. Com.); Fri-
valdszky, Termesz. Füzet. VII S. 11.
Staphylinini. Othius xantholino'ides (Marocco) ; Eairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1883 S. CVIII.
Nach Fauvel gehört Ämblyopinus Jansoni Matthews nicht in
diese Gattung und überhaupt nicht zu den Tachyporini , sondern zu den
Staphylinini, Abth. Quedii, und zwar zwischen Quedius und Heterothops.
Fauvel schlägt dafür den Gattungsnamen Myotyphlus vor; die Art lebt
ähnlich wie die beiden Peruanischen Amblyopinus Jelskii und Mnizechii
Sohky in Tasmanien auf Nagern. Revue d'Entom. II S. 37 ff.
Tachyporini. Mycetoporus conßnis (St..- Germain - en - Laye) ; Key
a, a. 0. S. 75.
Bolitobius (Lordithon) dorsalis (Südfrankr.) ; Eey, Ann. Soc. Linn.
Lyon XXIX S. 50.
Tachyporus fascipennis (Elisabethpol); Reitter, Revue mensuelle
d'Entomologie I S. 72.
Aleochariiii. Ambodina (n. g.) gramdata (Mexico) XXIII S.
153, 157;
Maseochara (n. g.) opaceUa S. 154 PI. V Fig. 2, rohusta, gracUis
(Mexico), depressa (Guatemala) S. 155, duplicata (Mittelamerika) S. 156;
Ocyota (n. g.) dubia (Guatemala) S. 163;
Tinotus (n. g.) cavicollis S. 170 PI. V Fig. 6, flavescens S. 171
(Guatemala) ;
Leptonia (n. g. für [Calodera] syntheta Shp. und) picla (Mittel-
amerika) XIV S. 196 PI. V Fig. 15;
Sceptobius (n. g.) dispar (Mexico) S. 211 Fig. 23;
Falagomia (n. g. prope Myrmedoniam) crnssiventris (Guatemala)
S. 213, mexicana (M.) Fig. 24;
Platonica (n. g. prope Myrmedoniam) major (Costa Rica), Sallaei
Fig. 25 S. 215, acuminata (Mexico), intermedia (Panama) S. 216, latifrons
(ibid.) S. 217 PI. VI Fig. 1, chiriquensis (ibid.), centralis, fitscicoHis,
(Guatemala) S. 218;
Charoxus (n. g. prope Forum) fodiens (Panama) S. 225 Fig. 4;
Neolara (n. g.) centralis (Mittelamerika) S. 231 Fig. 7;
Merona (n. g. für [Falagria] venustula Er. und) brevicollis, polita,
frrigills Sig. 6 (Guatemala) S. 230;
Stenagria (n. g. für [Falagria] concinna Er. etc und) gracilipes
S. 238 Fig. 9, opacula S. 239, humeralis S. 240;
Chitalia (n. g.) crenata, debilis (Mittelamerika) S. 235, 236;
Drachychara (n. g. pone Brachidum Muls. ij- Hey) brevicomis
crassa Fig. 14 (Guatemala) XXV S. 268:
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 255
Hoplomicra (n. g. pone Diestotam Muls. ^ Hey) clavicomis
(Guatemala) S. 274;
Euvira (n. g. pone Autaliam) lotigida, nigra S. 2 79, difßcilis,
fuscipes, Godmani Fig. 19, S. 280, dehilis, discedens, minuta S. 281;
Gansia (n. g. pone Eaderam Fauv.) hicolor Fig. 20, tibialis (Gua-
temala) S. 283;
Tachiona (n. g. pone Dinusum Saulcy) deplanata (Mexiko) S. 284
Fig. 21 ;
Bamona (n. g. pone Myllaenam Er) gracilis Fig. 22, marginata
(Guatemala), concolor (Panama) S. 288; Sharp, Biol. Ccntr. Amcr. Fase.
XXIII— XXV.
Homalota (Geostiba) Chyzeri (Nordungam) S. 270, (Aropleta) excisa
(Kroatien; Böhmen) S. 201; Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg. 1883.
Ocyiisa crassa (Resicza) ; Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 302.
Callicerus atricollis Äub, var. fulvicomis (Herzegowina; Südungarn);
Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S, 255.
Ilyobates MerUi (Südungarn); Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg. 1883
S. 254.
Myrmedonia triangulifera (Philippeville, Algier); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1883 S. XLI.
Key giebt einen geschichtlichen Rückblick auf seine Platyola
fuscicornis, die er neuerdings wiederholt in Frankreich aufgefunden
hat. Der Käfer führt wenigstens zeitweilig eine unterirdische Lebensweise.
Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 150 ff.
Leptusa Bodemerjeri (Südungarn) , Lederi (Kaukasus) ; Eppelsheim,
Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 252.
Bolitochara eximia (Mehadia; Resicza); Eppelsheim, Wien. Entom.
Zeitg. 1883 S. 251.
Hydropllilidae. Allocotocems (n. g. Amphiopsi affine, oculis
autem haud divisis, fortius prominulis, thoracis forma valde diversa, scu-
tellum sublineare, antennae graciliores, 9-art, art. 2 primis elongatis, primo
crassiore, 3. et 4. valde minutis, conjunctim praecedenti dimidio brevioribus,
5. multo majore, transversim posito, basi latioi'e, clava 3-art. oblonga, art.
5. basi extus affixa) Bedeli (Neu-Guinea) ; Zraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 14 f.
Dactylosternum auripes (Mou, Neu-Caled.); Fativel, Revue d'Entom.
II S. 357.
Hydraena densa (Kanada); Fauvel, Revue d'Entomol. 11 S. 350,
cordata (Portalegre) ; Schaufuss , Revue mensuelle d'Entomologie I S. 3.
Ochthebius velutinus (warme Quelle bei Biskra); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1883 S. XLII, caudatus (Salzburg in Siebenb.); Frivaldszky,
Termesz. Füzet. VII S. 10.
Eey zeigt durch eine genaue Parallelbeschreibung , dass die Gattung
Hydroscapha neben Limnebius berechtigt ist; von den französischen
256 Bert kau: Bericht über die wibsenschaftlichen
Arten der letzteren Gattung wird eine analytische Tabelle gegeben; Revue
d'Entom. II S. 84 ff.
Sharp macht auf Abweichungen in den Beschreibungen Rey's von
seinen, Le Conte's und Matthew's aufmerksam, welche die Zusammen-
gehörigkeit der Gattung mit den TrichoiJterygiden beweisen, entweder als
eigene Familie neben, oder als eine aquatische Tribus innerhalb der Fa-
milie Trichopt.; ebenda S. 117.
Berosus ffuttalis (= spinosus var. B. ]\luls.); Rey, Revue d'Entom.
II S. 88, alhipes (Nou Isl.), disligma (Numca); Fauvel, ebenda S. 356.
Ilydroxenus elevaltui (Yahoue); Fauvel, Revue d'Entomol. II S. 355.
Philydrus Caledonicus (Numea; Kanala), aHensis (Art; Kanala) S. 353,
nitescens, pullns (Aese Vata) S. 354; Fauvel, Revue d'Entomol. II.
Paracymus metallesceiis (Ncu-Caledonien ; Australien) ; Fauvel, Revue
d'Entomologie II S. 352.
Hydrobius picicrus (bisher mit fuscipcs vereinigt); Thomson, Bull.
Ent. Fr. 1883 S. CXXXI.
Sharp giebt eine Revision of the (33) species . . Tropister-
nus, unter denen Tr. proximus (Cuba) S. 97, purananux (P.) S. 99, I>reviceps
(Brasil.) S. 100, ßavipalpis (Mexico) S. 102, rohmtiis (Ecuador) S. 103,
lancifer (Columbien) S. 113 neu sind. Für Tropistemus obscurus Sluu-p
und Sahlhergi n. sp. (Brasil.) S. 115 wird die n. G. Pleurhomus (stru-
ctura fere generis Tropisterni, sed elytrorum epipleuris pone coxas poste-
riores omnino angustis , haud ad faciem elytri intcriorem applicatis ;
margine epipleurali omnino laevigato) S. 114 errichtet. Trans. Ent. Soc.
Lond. 1883 S. 91 ff.
Gyrinidae. Eegimbart berichtigt in der 2e Partie seines Essai
monographique de la famille des Gyrinidae in den Ann. Soc.
Ent. Fr. 1883 S. 121 ff. zunächst die von ihm zuvor gemachte irrige An-
gabe, dass die Unterkiefer stets eines inneren Tasters entbehrten und
ergänzt seine Beschreibung der Unterkiefer imd der Vorderbeine. Hierauf
fährt er in der systematischen Beschreibung mit den Gyrinini fort und
schliesst dieselbe in der 3e part. S. 381 ff. PI. 11 — 14 mit Orectochilini.
Der beigefügte Katalog weist 266 Arten auf.
Aul onogyrus (n. g. Motuch. ined.) Wehnckei (Angola) S. 125,
eleganlksimus (Madagask.) S. 126 PI. VI Fig. 70, 75, 77, suhparallehis
(Cap) S. 128 Fig. 79, convexiuscuhts (Delagoa B.) S. 129, Abi/ssinicus
(A.) S. 132, Sharpi (Caffr.) S. 136, virescens (Abyss.) S. 138, Bedeli
(Goldküste), Zanzibaricus (Z.) S. 139, Algoensis (Algoa B.), GouJoti
(Madag.) S. 140 Fig. 81; Regimbart, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883.
Orectogyrus (n. g. „ecusson visible; hanches intermediaires il
peine attenuees cn dehors, ayant une forme presque ova laire; la partie
externe pas meme une fois et demie plus etroite que le bord interne;
5. articie des tarses ante'r. deux fois plus long que le 4. ou au moins
une fois et demie plus long") für speculum Aub€, ornaticollis Aub^,
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 257
Schönherri Aub^, cyanicollis Aub^, pallidocinctus Fainn., semisericeus Geslro,
diraidiatus CasL, Madag. Aub^, specularis Aub^, costatus Aube, schista-
ccus Gerst., angustior Kolbe (s. unten) etc. und) lanceolatus (Natal) S. 440,
mirabilis (Delagoa Bay) S. 441, dorsiger (Natal) S. 443, Sedilloli (Madag.)
S. 444, lionolus (IIa de Prince) S. 449, trilobatus (ibid.) S. 450, tridens
(Guinea?) S. 451, heros (Antananarivo) S. 453, conformis (Kaffrarien)
S. 456, assiviüis (Angola) S. 458, cuprifer (Mittel- und West-Afr.), Bedelt
(Goldküste) ' S. 462, Oberlhüri (Madagaskar) S. 465, longitarsis (ibid.)
S. 466; derselbe ebenda.
Oreetochilus (vgl. oben) angustior (Chinchoxo); Kolbe a.a.O. S. 18,
crassipes (Borneo), corpulenlus (Borneo) S. 411, Wehnckei (Ceylon) S. 414,
procerus (Cochin-China) S. 415, fratenius (Ceylon) S. 417, metnllicus (In-
dien) S. 418, -productus (Indien; Süd-China) S. 422, Oberihüri (Mindanao)
S. 423, pulchellus (ibid.), limbatus (Indien) S. 424, scidpturatus (Hong-Kong)
S. 425, rivularis (Cochin-China) S. 427, Fairmairei (Ceylon) S. 428,
Indiens (I.), Andamanicus (A.) S. 435; Regimbart, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883.
GjTctes suturalis (Brasil.?) S. 387, sexualis (Cavenne; Amazon.)
S. 388, Sharpi (Santa-Cruz) S. 391, Cubensis (C.) S. 392, Bolivari (Ecua-
dor) S. 395, oblongus (Mato - Grosso) , tumidus (Goyaz - Cuyaba) S. 396,
Guatemalensis (G.) S. 399, Venezuelensis (V.) S. 403, Mexicanus (M.)
S. 405, minor (Guatemala) S. 407, meridionalis (Montevideo) S. 408,
angustatus (Brasil.) S. 409; Regimbart, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883.
Gyrinus Fairmairei (Bagdad), tenuistriatus (Philippinen) S. 144, chaU
cophurus S. 145, rufiventris S. 146 (Cap), Cubensis (C.) S. 151, oceanicus
(Philippinen) S. 154, Aegyptiacus (A.) S. 155, Wankorviczi (Minsk) S. 157,
Canadensis (C.) S. 159, Simoni (Australien) S. 163, Ceylonicus (C.) S. 164,
Gestroi (Japan) S. 165, Caledonicus Fauv. (Neu-C), orientalis (China)
S. 167, luctuosus (Mesop. ; Arabien) S. 168, corpulentus (Nordamerika)
S. 178, rujifer (Guadeloupe) S. 179, Colombicus (Columbien) S. 180, Bo-
livari (Ecuador) S. 181 Fig. 91, aequatorius (E.) S. 182, opalinus Chevr.
(Bras.) S. 184, sericeolimbatus Deyr. (Celebes etc.) S. 185, violaceus (Monte-
video) S. 187 Fig. 94; Regimbart, Ann. Soc. Ent. Fr. 1883.
Dytiscidae. Kolbe schreibt über die madagaskarischen
Dytisciden des Kgl. entom. Museums zu Berlin; dies. Arch. XLIX S.
383 ff. Das Berliner Museum enthält von den aus Madagaskar und den
benachbarten Inseln bekannten Arten 43; ausser diesen sind noch 20 Arten
von Madagaskar selbst und noch 6 von den madagaskarischen Insehi be-
kannt geworden, die neben jenen 43 hier ebenfalls aufgeführt und mit
den Worten ihrer Autoren diagnostizirt sind. Die Gattungen und Arten
der madagaskarschen Dystisciden zeigen eine grössere Verwandtschaft mit
denen der indischen und demnächst der australischen, als mit denen der
äthiopischen Region. Ein beträchtlicher Theil der Arten (50) sind auf
die madagaskarsche Region und 40 auf die Insel selbst beschränkt, nament-
lich alle kleinen Arten, deren Flugvermögen wohl nicht ausreichte, um
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 1. Bd. R
258 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
über grössere Mecresarmc hinwegzusetzen. Gattungen, welche Madagaskar
nicht mit der orientalischen Region gemeinsam hat, finden sich auch nicht
in Australien, und die meisten Gattungen sind in Madagaskar und Indien
zahlreicher an Arten als in Afrika. Mit letzterem hat es 15, mit der
indischen 1 2 , mit der australischen Region 1 1 Gattungen gemeinsam,
während von den Gattungen der äthiopischen Region 1 3, der orientalischen
7, der australischen 17 in Madagaskar fehlen. Durch diese Verhältnisse
wird der Verfasser zu dem auch von anderer Seite geäusserten Schlüsse
geführt, dass Madagaskar früher mit Indien zusammenhing, und dass
diese Verbindung später gelöst wurde als jene mit Australien, wenn eine
solche überhaupt bestanden hat. Indem der Verfasser femer (auf unzu-
lässige Analogieen sich stützend) die gelb gerandeten Formen für älter
als die einfarbigen erklärt, schliesst er aus dem Grad der Umwandlung,
die der einfarbige Cybister binotatus und der gelb gerandete tripunctatus
auf Madagaskar erfahren (binotatus Klug des afrikanischen Festlands =
var. madagascariensis Auh4; tripunctatus Oliv, von Indien in Madagaskar
bereits in cinctus Charp, umgewandelt), dass binotatus später in Madagas-
kar eingewandert ist als tripunctatus.
Ilydatonychus (n. g. Hydropor. ; corpus crassum, breve, convexum,
processu stemali apice dilatato; unguiculis pedum posteriorum aequalibus,
antic. validis valde clongatis, exteriore arcuato, crassiore, interiore recto,
lineari, parum breviore ; clypeo marginato ; antennis cT '° medio crassatis,
art. 5. parum, 6. et 7. valde, 6. maxime latis, compressis, foliaceis, ceteris
tenuibus , 2 simplicibus , tenuioribus , sed intus fere serratis ; elytris apice
acuminatis) crassicomis (Madagaskar); Kolbe a. a. 0. S. 402 f.
Hydaticus concolor S- 414, omatus S. 415 (Madagaskar) ; Eolbe a. a. 0.
Cybister convexiusculus (Madagaskar); Eolbe a. a. 0. S. 420.
Trogus punctipennis (Socotra) ; Taschenberg, Giebel's Zeitschr. LVI
S. 176.
Copelatus elongaius (Madagaskar); Kolbe a. a. 0. S. 411.
F. Baudi findet keine wesentlichen Unterschiede zwischen einem
tj'pischen Exemplar des Agabus fusco-aenescens R^gimh. und chal-
conotus Punz. von verschiedenen Lokalitäten; II Natural. Siciliano HI
S. 7; R6gimbart erkennt ebenfalls nun seine Art als blosse (hauptsächlich
südliche) Rasse von chalconotus; ebenda S. 38.
Rhantus alutaceus (Neu-Caledon.) ; Fauvel, Revue d'Entom. n S. 343.
Laccophilus seminiger (Kanala); Fauvel, Revue d'Entomol. II S. 337.
Hydrocanthus micans (Addah); Wehncke, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 149, gracilis (Madagaskar); Kolbe a. a. 0. S. 400.
Derovatellus Orientalin (Borneo); Wehncke, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1883 S. 149.
Canthydrus bisignatus^ mnculalus , Koppi (Addah) S. 148, javanus
(J.) S. 149; Wehncke, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883, serialis (Numea);
Fauvel, Revue d'Entomologie II S. 336.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 259
Bidessus perexiguus, playiatus (Madagaskar); Kolbe a. a. O. 8. 407.
Hydrovatus dilutus S. 403, cruenlutus S, 404, suhpunctatus S, 405
(Madag.); Kolbe a. a. 0.
Hydroporus fulviventris (Sardinien) ; Costa, Notizie etc. a. a. 0.
Hydrocoptas Koppi (Addah) S. 146, Shirpi (Borneo), dislinctus {=
rubescens Sharp nee Clark) S. 147; Wehncke, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Cnemidotus mexicams (M.); Wehncke , Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 145.
Hygrobia Davidi (Kiang-Si); Bedel, Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXIII.
Haliplus nigrolmeatus (Montevideo), siculus (S.) S. 145, Brandem
(Domingo) S. 146; Wehncke, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883.
Everts bringt einen Bijdrage tot de Kennis der in Neder-
land voorkommende Haliplidae (17 A.); Tijdschr. v. Entom. XXVI
S. 87 fr.
Carabirtae. L. v. Heyden's Artikel zur näheren Kenntniss
einiger Carabicinen-Gattungen in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 69 flf. ist durch Gozia' Aufsatz inspirirt, der ausführlicher rekapitulirt
wird; vgl. den vor. Ber. S. 287. Gozis' Angaben werden erweitert und
die von Gozis aufgestellten Gattungen Aello (um Pterost. Selmanni Dftsch.
und fossulatus Schh.), Artabas (um Harp. dispar Def.), Lianoe (um Pterost.
Sehaschli Chdr.) mit Arten bereichert.
Zolbe schreibt über die geographischen Verhältnisse der
nordafrikanischen Fauna der Coleoptera Carabidae; Berl.
Ent. Zeitschr. 1883 S. 225 ff. Auch die geographische Verbreitung der
Laufkäfer (von den 84 Gattungen Nordafrika's sind 70 auch in Europa,
53 auch in der äthiopischen Region vertreten, von welchen letzteren nur
10 in Europa fehlen) macht es wahrscheinlich, dass die Trennung Nord-
afrikas von der äthiopischen Region durch die Sahara älter ist als die
marine Trennung, welche Nordafrika von Europa schied, zumal da die
nicht-äthiopischen Gattungen Nordafrikas grösstentheils auf die paläarktiscbe
Region beschränkt, dagegen die auch in der äthiopischen Region ver-
tretenen Gattungen überhaupt fast über alle Regionen verbreitet sind.
Allotriopus hoplites (Chiuzenji); Bates, Supplem. S. 244.
Lachnoderma asperum (Miyanoshita) ; Bates, Supplem. S. 285 PI. XIII
Fig. 2.
Lioptera erotyloides (Yuyama, in Baumschwämmen); Bates, Supplem.
S. 280 PI. Xm Fig. 5, Plato (Borneo); derselbe S. 281 Anm.
Bembidiini. Cillenum 5 oÄroÄamoe (Kawasaki) ; Bates, Supplem. S.268.
Ueber blinde Bembidien macht W. EWers eine vorläufige Mit-
theilung; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 30 ff. Die Gattungen Micro-
typhlus Linder, Typhlocharis Dieck, Scotodipnus Sckauum werden mit
charact. emend. diagnostizirt ; als neu sind Geocharis (prope Anillum ;
ligula cum paraglossis connexa, margine anteriore bilobato, lobis rotundatis;
tarsi ant. <^ vix dilatati, art. 1 et 2 in latere inf. partis ant. solea ex
260 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
setis pulvillos ferentibus composita instructus; für cordubensis Z'/eci, Masi-
nissae Dieck , quadricollis Ehl.) und Dicroplerus (Oculi nuUi; aptcrus.
labruni eniarginatuin; mandibula dextra intus fridentata, sinistra edentata,
supra lamina (processu?) dentiformi surrecta (armata) instructa. Mentum
dente medio integro, Ligula angusta cum paraglossis connexa, paraglossis
rectis obtusis multo supei-anticus. Elytris abdomine brevioribus, apice
interne dehiscentibus , externe sinuatis. Tarsi antici (^ articulis 1 et 2
pauUo dilatatis, solca cum setis pulvillos ferentibus instructis) für Scot.
brevipennis Friv. Neue Arten sind Microt3plilus Gundarnimu.s (G.) S. 30;
Typhlocharis laetica (Cordova) S. 31, Z'z'ecii (Cascantc) ; Geocharis ^wadri-
collis Baudi i. 1. (Subiaco) S. 32.
Bembidium (Lopha) pnediscum (Hakodate ; Sapporo) , telraporum
(Awakisau; Junsai; Sapporo), aureofuscum (Nagasaki) S. 270, plicuhilum!
(Sapporo), (Peryphus) lucillum (Hakonc) S. 271, amaurum (Hakodate),
Nihkoense (N.) S. 272, (Per.) cnemidotum (Sapporo), (P.) oxyglymma (Ku-
mamoto) S. 273, (P.) eurygonum (Nagasaki), (P.) sanatum (Niohozan)
S, 274, (P.) semiluüum (Honjo), leucolenwn (Strasse von Nikko) S. 27.t,
(Hydrium) pogono'ides (Niigata; auch Ost - Sibirien) , aeneipes (Sapporo)
S. 276, chloropus (Hakodate) S. 277; Bates, Supplem , convergens (Laguna
Narra-C6) S. 394, Chaudoiri (ibid.) S. 395; Berg, Stett. Ent. Zeit. 1883,
parnassicum (P.); Miller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien. XXXIII S. 264,
Tachys scutellaris var. alrata (Sardinien); Costa, Notizie etc., reßexi-
coUis (Nagasaki), euglyplus (Tokio); Bates, Supplem. S. 268.
Pogonini. Trechus Oreas (Iwaki - san) S. 266, vicarius (Ontake)
S. 267; Bates, Supplem., (Anophthalmus) ViUardi (Drome); Bedel,
Eull. Ent. France 1883 S. XXXVII, (Anophth.) Nakeralae (Kaukasus);
Beitter, Revue mensuelle d'Entomol, I S. 71, (Anophth.) dacicus (Süd-
ungarn); Frivaldszky, Terme'sz. Füzet. VII S. 9, (An.) Oertzeni (Parnass);
Miller, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXHI S. 264.
Penetretus ambiguius (Ontake) S. 289, dilalulus (Shimidzu - toge)
S. 290; Bates, Supplem.
Anchomenini. Eucalathus (n. g. Calatho affine; für (Priston.)
aeneolus Bates und) colpodoides (Nikko) S. 254, atricolor (ibid., Chiuzenji,
Nara) S. 288;
Trephionus (n. g. Calatho affine, sed differt unguibus simplici-
bus etc.) Nikkoensis (N.) S. 255; Bates, Supplem.
2^ nrastethus (n. g. prope Cyclothorax) ptmclicollis, lacviventris
(Greymouth, Neu-Seeland) ; Sharp, Eutom. Monthl. Mag. XX S. 24.
Colpodes Bentonis (Nikko; Awomori) S. 258, mutdtor (Fukushima),
inlegratus (Miyanoshita) S. 259, astictus (Higo ; Yamato), aiiij)/n>iomns
(Kashiwagi; Oyajama) S. 260, limodromoides (Japan, auf den grösseren
Inseln und Sado), elainus (Kashiwagi) S. 261, c/Joreis (Habone) S. 262,
Äurelius (Miyanoshita; Oyama), ruhriolus (Kami-ichi) S. 263, Eurydamas
(Yuyama) S. 288, Ih-yeri (Oyama) S. 289; Bates, Supplem.
Leistungen im Gebiete «.Icr Arthropoden i. J. 1883. 261
Crepidactyla Melantho (Sapporo); Bates, Supplem. S. 254.
Megalonychus subaeneus (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 16.
Agonum rohustwn (Malange); Quedenfeldt a. a. O. S. 268.
Anchomenus (Platynus) ares^Ms (Nikko), cnZ/eü/e« (Morioka; Midzusawa)
S. 256, (Agonnm) sculplipes (Junsai), (Ag.) suavissmus (Ogiira Lake)
S. 257, (Ag.) Offurae (0.), (Ag.) charillus (Iwaki-san; Ontake) S. 258;
Bates, Supplem., se7nisiriatus (Punta- Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1883 S. 488.
Pristodactyla crocata (Hakodate; Yokohama); Bates, Supplem. S. 288.
Sphodrus Krueperi (Paniass); Miller, Vcrh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXIII S. 263.
Antarciiint. Antarctia anodon S. 485, cyano'idea, grandipennis
S. 486, /(dsicolor, pogonoides, bradytoides S. 487 (Punta - Arena) ; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1883.
Feroniini. Alecto n. g. (für [Pterost.] Graja Dej) mit 6 Poren
in der Vorderhälfte des Thorax und 1 in den Hinterecken;
Pkaon n. g. (für Pt. Rhilensis Rotibg.) mit 3 Poren in der Vorder-
hälfte nahe der Vorderecke, 1 in den Hinterecken, aber keinem in der
Mitte; v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 73.
Amara (Celia) viridescens (Swanetien); Eeitter, Revue mensuelle
d'Entomologie I S. 70.
Bradytus viacros (Japan; auf allen Inseln, unter Steinen in Fluss-
betten); Bates, Supplem. S. 241.
Zabrus arragonensis (Albarracin) S. 304 , taygetanus (T.) S. 306,
foveipennis (Achu-Dagh) S. 307, hellenicus (Tayg.) S. 308, balcaniciis (B.)
S. 309; V. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883,
Tibarisus robustus (Australien) ; Macleay, Proc. Linn. Soc. New South
Wales VIII S. 414.
Ueber Feronia regularis Fisch, und die ihr verwandten Arten
berichtet Eeitter in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 76flf., dass F.
ordinata Fisch, nur die rothbeinige Varietät derselben sei; verwandte
Arten sind F. Swanetica, obtusangula S. 78, rudestriaia S. 79 (Swanetien
im Kauk.).
Pterostichus macrogenys! (Niohozan), pachimcs (Junsai), asymmetricus
(ibid.) S. 245, spiculifer! (Nikko), mirißcm (Awomori) S. 246, (Omaseus?)
polygenys! (Nikko) S. 247, sejunctus (Yezo), (Omas.?) defossus (Nikko)
S. 248, (Omaseus) leptis (Sapporo; Hakodate) S. 249, (Om.) ambigenus
(Shimidzu-toge) S. 250; Bates, Supplem., (Steropus) Helmsi (Greymouth,
Nea-Seeland) ; Sharp, Ent. Monthl. Mag. XX S. 25, Walteri (Montenegro);
Eeitter, Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 224.
Tanythrix Heydeni (Kronstadt?); v. Hopffgarten, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 119; vgl. Reitter S. 180 und imten.
Ebenda S. 121 f. nimmt v. Heyden seine in der Deutsch. Ent. Zeit-
schrift 1883 S. 71 geäusserte Ansicht, dass edura Dej. und marginepunctata
262 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Dej. zusammenzuziehen seien, zurück. — Ebenda S. 255 stellt Keitter
eine Tabelle der Arten auf, nach der T. Heydcni = corpulcnta Chaud.
grosse 9 von edura Dej. ist.
Tapinopterus punctatosiriatus (Parnass) ; v. Heyden, Wien. Ent. Zeitg.
1883 S. 119 (nach Reitter = protensus Sihmmi; ebenda S. 180 f.).
Hyphcrpes colomis (Oyayama); Bates, Supplem. S. 244.
Lagarus dulcis (Ogura Lake); Bates, Supplem. S. 251.
Pedius Taiiricus (Krim); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883
S. 7 1 ; auch die Adelosia lyrodera Chdr. ist in diese Gattung oder deren
nächster Nähe zu stellen.
Poecilus laevis (Port Darwin); Maoleay, Proc. Linn. Soc. New South
Wales Viri S. 414.
Eucamptognathus ahaciformis (Madagaskar) ; Fairmaire, Le Naturalistc
1883 S. 364.
Trigonognatha (princeps [Quang-tung China] S. 243 Anm.) aurescens
(Niohozan); Bates, Supplem. S. 243.
Trigonotomini. Drimostoma Novae- Britanniae (N.-Br.); Fair-
. maire, Le Naturaliste 1883 S. 238.
Harpalini. Iridessus n. g. („Harpalo quoad formam similli-
mus, sed subf. Stenolophinae pertinet") für (Harp.) lucidus Moraw. und
relucens Bates; Bates, Supplem. S. 240.
Harpalidium (n. g. ; ad mentum dente medio deficiente, palp. art.
ultimo acuminato; interstitiis elytr. tertio, quinto, octavo punctis 7 pro-
fundis instructis, lateribusque illorum creberrime et densissime punctulatis)
punctigerum (Chinchoxo); Eolbe a. a. O. S. 17.
Ueber Acmastes Schaum äussert sich G. Quedenfeldt in Ueberein-
stimmung mit dem Autor, dass sie eine Mittelform zwischen den Gattungen
Acinopus und Heteracantha sei und ergänzt Schaum's Beschreibung von
der Gattung. Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 283 ff.
Stenolophus laeviceps (Chinchoxo); Eolbe a. a. O. S. 17, (Acupalpus)
angolensis (Malange!); Quedenfeldt a. a. 0. S. 267, agono'ides (Niigata);
Bates, Supplem. S. 241.
Dioryche ludifica S. 16, aemulatrix , tihialis S. 17 (Chinchoxo);
Eolbe a. a. 0.
Harpalus semipunctatus Dej. = limbopunctatas Fitss, eine Varietät
von aeneus; Hübner, Stett, Ent. Zeit. 1883 S. 175.
Hai-palus latiusmlus (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 17, macuUventris
(Malange; Quango); Quedenfeldt a. a. O. S. 267, leptopus (Nikko) S. 237,
chlorizans (Yokohama) S. 238, variipes (Yokoh.), crates (Korea; Kiu-
Kiang; Hong-Kong) S. 239; Bates, Supplem., 7nuhisetostts (Europa; bisher
imter picipennis versteckt); Thomson, Bull. Ent. Fr. 1883 S. CXXL
Pseudophonus hospes Sturm var. Retowskii (Krim); v. Heyden,
Peutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 310.
Ophonus constrichis (Oyayama); Bates, Supplem. S. 235.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 263
H\-polithus 7mü-inus (Chinchoxo); Kolbe a. a. O. S. 16.
Paramecus breviusculus (Sa. -Cruz); Fairmaire, Ann. Ent. France
1883 S. 485.
Anisodactrjlini. Lecanomerus marginatus (Auckland); Sharp, Ent.
Monthl. Mag. XX S. 25.
Anisodactylus limbaUis (Malange); Quedenfeldt a. a. O. S. 266.
Orthogonius alutaceus (Malange; Quango) S. 264, impunctipennis
(Mal.) S. 265; Quedenfeldt a. a. 0.
Stoviini. Disphaericus (gambianus Wulerh. var.?) quangonnus (Qu.);
Quedenfeldt a. a. 0. S. 262 Fig. 11.
Stomis prognathus (Hakone); Bates, Supplem. S. 252.
Cnemacanthini. Broscosoma elegans (Niohozan); Bates, Supplem.
S. 233 PI. Xni Fig. 7.
Cr\Qmaca.x\i\ms plicicollis (Punta - Arena) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Fr. 1883 S. 484.
Chlaeniini. Chlaenius occultayis, guineensis (Westafr.); Kolbe
a. a. 0. S. 16, ovalipennis (Quango) S. 260 Fig. 10, cuprithorax (Ma-
lange) S. 261; Quedenfeldt a. a. O.
Panagaeini. Peronomerus auripilis (Ogura Lake; Tokio); Bates,
Supplem. S. 235.
Stomonaxus laeviventris (Hakone); Bates, Supplem. S. 290.
Brachyonychus -punctipennis (Birmah) ; Gestro, Ann. Mus. Civ. Genova
XVin S. 305.
Dischissvis Borneensis (Simunjon flum.); Frivaldszky, Termfez. Füzet.
VI S. 134.
Quedenfeldt macht Bemerkungen zur Unterscheidung der
Tefflus- Arten und beschreibt T. brevicostatus (üshambala, Bogamojo)
S. 275 Taf. III Fig. 14; Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 269 ff.
Eudema fuscicome (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 18, magnicolle
(Malange); Quedenfeldt a. a. 0. S. 260 Fig. 9.
Sca7-itini. Scaritoderus (= Anomoderus; bereits im vorigen
Jahre hatte Fauvel für Anomoderus praeocc. den Namen Afiomo-
phaenus vorgeschlagen) Loyolae (Ramnad, Indien); Fairmaire, Bull.
Ent. Fr. 1883 S LV.
Holoprizus Putzeysi (Addah, Goldk.); R. Oberthür, C. R. Ent. Belg.
1883 S. XL.
Clivina interstitialis (Chinchoxo); Kolbe a. a. 0. S. 18.
Dyschirius Yezoensis (Y. , Hakodate und Sapporo) S. 232, glypturus
(Hakodate) S. 233; Bates, Supplem.
Scarites passaloides S. 256, malangensis (M.), strigtceps S. 257, cultri-
palpis S. 258 (Quango); Quedenfeldt a. a. 0., rapax (Madagaskar); Fair-
maire, Le Naturaliste 1883 S. 364.
Distichus maestus Chaud. = (Scarites) ebeninus Lch. Arrib, ; Berg,
An. Soc. Cienti'f. Argent. XVI S. 268.
264 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen
Muuhotia convexa (Burma); Lewis, Ent. Monthl Mag. XIX S. 193.
Carenum terra e-reffinae (Albania Downs) S. 411, ianllänum^ De Visii
pttsillum S. 412; Macleay, Proc. Linn. Soc. New South Wales VIII.
Eutoma punctipenne (Australien); Macleay, Proc. Linn. Soc. New
South Wales VIII S. 411.
Morionini. Stereostoma Batest (Malange) ; Quedenfeldt a. a. 0.
S. 254 Fig. 7.
Morio Japonicus (Kiushiu); Batea, Supplem. S. 242.
Anthiini. Anthia septcmcosla/a (Zambcse) ; Dohrn, Stett. Ent. Zeit.
1883 S. 282 und 357, Weslermuni (ibid.) S. 359, (Polyhirma) neutnt
(ibid.) S. 283 und 360; derselbe ebenda.
Graphipterini. Graphipteras albomarginatus (Malange); Queden-
feldt a. a. 0. S. 253.
Pericnlini. Catascopus ignicinctun (Yuyama; Konose) ; Bates,
Supplem. S. 280, laiicollis (Cape York?); Macleay, Proc. Linn. Soc. New
South Wales VIII S. 410.
Coptodera Japonicus (Kiushiu); Bates, Supplem. S. 281 PI. XIII
Fig. 4.
Lebiini. Pentagonica angvlosa (Yuyama); Bates, Supplem. S. 286.
Dolichoctis ornatellus (Yuyama); Bates, Supplem. S. 282.
Perigona acupalpoides (Japan) S. 264, dtscipennis (Nagasaki), sinuaia
(Miyanoshita ; Oyama), lachyotdes (Nagasaki; Kob^) S. 265; Bates, Supplem.
Tetragonoderus aericollis S. 252 Fig. 5, luridus S. 253 'Fig. 6 (Ma-
lange); Quedenfeldt a. a. 0.
Eine Revision der europäischen Amblystomus-Arten von
E. Reitter in der Wien. Ent. Zeitg. 1883 S. 139 ff. weist 8 Arten nach,
von denen A. levantinus (Jonische Inseln; Morea; auch Andalusien) S. 140
imd reclangulus (Dalmatien; Korfu; Syrien) S. 143 neu sind.
Lebia duplex (Japan, auf allen Inseln) S. 286, sylvarum (Higo),
Jolanthe (Ontake) S. 287; Bates, Supplem.
L. turcica in the Hastings district; Entom. Monthl. Mag. XX
S. 8; 40.
Dromius prolixus (Junsai ; Nikko) S. 282, cawpanulaius (Higo), brevi-
ceps (Yokohama), crassipalpis (Oyama) S. 283; Bates, Supplem., ephippialus
(Biskra); Faimaire, C. R. Ent. Belg. 1883 S. CLVI.
Demetrias mnrginicollis (Miyanoshita) ; Bates, Supplem. S. 285.
Cymindis Raß'rayi (Abyssinien) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1883 S. 89.
Brachinini. Ragusa erklärt sich gleich Crotch unfähig, die
Brachinus Jocnius und Siculus Patti zu deuten; II Naturalista
Siclliano III S. 13 ff.
Br. aeneicostis (Ogura-Lake) ; Bates, Supplem. S. 279.
Gderitini. Galerita attenmta (Quango) ; Quedenfeldt a. a. 0.
S. 250.
Leistungen im Gebiete der Arthropoden i. J. 1883. 265
Drypta piriformis (Malange); Quedenfeldt a. a. 0. S. 250, fulveola
(HoDJo); Bates, Supplem. S. 279.
Trigonodactylini. Trigonodactyla insignis (Yuyama; Hitoyoshi) ;
Bates, Supplem. S. 277 PI. XIH Fig. 6.
Odontacanthini. Casnonia aegrota (Niigata; Honjo); Bates,
Supplem. S. 278.
Pamborini. Pamborus viridi- aureus (Brisbane?); Macleay, Proc.
Linn. See. New South Wales VH! S. 409.
Carabini. Goniognathus (n. g.; habitus gen. Carabi ; sed :
genae lateraliter triangulariter dilatatae, pauUulum ad latera capitis pro-
minentes ; Vertex oblongiusculus ; mandibulae prolongatae ; labrum apice
fortiter impressum; palp. lab. setis 2 instructi; mentum dente medio
parvo, lobis lateralibus breviore; abd. segm. ventralibus strigatis, punctis
ordinariis 2 instructum; elytr. subtiliter punctato - striata (14), interstitiis
punetulatis; femora longiuscula) gmcilis (Samarkand) ; Kraatz, Deutsch
Ent. Zeitschr. 1883 S. 361 f.
Calosoma sericeum in Sizilien (Madonia); II Naturalista Sici-
liano n S. 175.
C. Raffrayi nov. nom. pro C. caraboides Raffr. ; Fairmaire , Ann.
Soc. Ent. Fr. 1883 S. 89.
In einem Beitrag zur Kenntniss der mit Carabus Stählini
Ad. verwandten Arten diagnostizirt Eeitter C. Stählini, Imitator n. sp.
(Swanetien) S. 56, Swaneticus (ibid.) S. 57 und Roseri Fald. und bildet
die Penisspitzen dieser Arten in der Seitenansicht ab; Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1883 S. 55 ff.
Eine neue Form des Carabus catenatus aus dem kroatischem
Gebirge ist var. Korlevici; Hoffmann, Ent. Nachr. 1883 S. 213.
Ueber C. cavernosus und sein Vorkommen in Italien und dem
Balkan s. Bull. Ent. Ital. XV S. 152 ff., Stett. Ent. Zeit. 1883 S. 127 f.
C. Yezoensis (Sapporo) S. 223, aquatilis (Shimonosuwa Lake; „taken
plentifully by pressing down the aquatic weeds floating round the margin
of the lake") S. 224, exilis (Sado Isl.), tenuiformis (Niohozan) S. 226,
gracülimus (Ontake) , Fujisanus (Subashiri) S. 227, porrecticollis (Urasa)
S. 228; Bates, Supplem., Weisei (Bosnien); Eeitter, Wien. Entom. Zeitg.
1883 S. 1.
F. Baudi macht Bemerkungen über Leistus crenatus Fairm. und
beschreibt L. sardous Chaud. i. 1. (aus Sizilien und Sardinien) ; II Natural.
Siciliano 11 S. 247 f.
L. crassus (Rakuwayama) S. 220, {alecto = laticollis Putz.?; Sap-
poro; Nikko), prolongatus (Oyama) S. 221, obtusicollis (Hakone), subueneus
(Nikko) S. 222; Bates, Supplem., angustus (Swanetien); Eeitter, Revue
mensuelle d'Entomol. I S. 40.
Nebria Sadona (Sado), saeviens (ibid.) S. 217, reflexa (Iwakisan)
und var. Niohazana (Mt. N.), Japonica (Iwakisan) S. 218, chalceola!
266 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen etc.
(Hakone; Oyama; Niohozan), Snowi (Ketoi, Kurilen) S. 219; Bates,
Supplem.
Elaphrini. Bei den (^ \on Notiophilus aquaticus, palustris, 2-gut-
tatus sind auch die Tarsen der Mittelbeine verbreitert; bei N. bigeminus
n. sp. (Nord- und Mitteleuropa) dagegen nicht; Thomson, Bull. Ent. Fr.
1883 S. CXIIf.
Cicindelidae. Dokhtouroff liefert in seiner Revue mensuelle d'Ento-
mologie weitere Materiaux pour servir ä l'etude des Cicindeli-
des II, HI S. 4 ff., 66 ff. durch Beschreibung neuer Formen.
Baffray berichtet über die Gewohnheiten der Madagassischen Pogo-
no Stoma, dass sie sich gewöhnlich an Baumstämmen, den Kopf nach
unten, aufhalten, und beunruhigt in Spiralwindangen dieselben geschickt
umlaufen. Auf dem Boden sind ihre Bewegungen schwerfalliger, und von
ihren Flügeln machen sie selten Gebrauch. Bull. Ent. Fr. 1883 S. XXVIII.
Tricondyla brunnea (Sumatra); Dokhtouroff, Revue mensuelle d'Ento-
mologie I S. 13.
Dromica auropunctata (Malange); Quedenfeldt a. a. 0. S. 249, albo-
clavata (Natal) S. 8, granulata (Caffr.?), transwaulensis ! (Tr.) S. 9; Dokh-
touroff a. a. 0., (Myrmecoptera) bilunata (Zambese); Dohrn, Stett. Ent.
Zeit. 1883 S. 278.
Ophiyodera Mechowi (Malange); Quedenfeldt a. a. 0. S. 248 Fig. 3.
Distypsidera Plutchevskii und var. interrupta (Somerset); Dokhtouroff
a. a. 0. S. 7.
Peridexia hüaris (Madagaskar); Fairmaire, Le Natural. 1883 S. 364.
Dokhtouroff unterscheidet in seinem Essai sur la subdivision
du g. Cicindela des autears die Untergattungen Calochroa, Prodotes,
Laphyra, Antennaria^. 68, Euryoda, Thopeutica, Habroscelis S. 69,
Habrosceli{dc)morpha S. 69, Cicindela, Cephalotu S. 70, Elli-
psoptera S. 70, Cylindera; a. a. 0. S. 67 ff.
Cicindela flexuosa Larve und Puppe beschrieben von Xambeu
in den Ann. Soc. Linn. Lyon XXIX S. 130 ff.
C. ßammulata (Malange) S. 241 Fig. 1, univiäata S. 242, nubifera
S. 243 Fig. 2, semicuprea S. 244, infuscata, variventris S. 245 (Malange);
Quedenfeldt a. a. 0., Niohozana (Mt. Nioh.) S. 213, ovipennis (Sado)
S. 214 PI. XIII Fig. 1, novitia (Hakodate; Niigata) S. 216; Bates,
Supplem. etc., hybrida var. Sibirica CS.) S. 13, Kraatzi (Neu -Guinea)
S. 10, Borneana (B.) S. 11, bisignata (Californien) S. 12; Dokhtouroff a. a. 0.
Pseudoxychila Chaudoiri (Ecuador); Dokhtouroff a, a. O. S. 6.
Tetracha bifasciata var. obscura (Amaz.) S. 6, splendida (Peru) S. 5 ;
Dokhtouroff a. a. 0.
Megacephala senegalensis var. cyanescens (Senegal); Dokhtouroff
a. a. 0. S. 4. _^_.„___
Druck von E. Buchbinder in Neu-Euppin.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgescliiclite der
Säugethiere während des Jahres 1883.
Von
Ant. Reichenow.
P. Albrecht, Siir les Copulae intercostoi'dales et les
HemisternoTdes du sacriim des Mammiferes. Avec 18 grav.
dans le texte. Bruxelles, Manceaux. 1883. 8*' (24 p.).
Derselbe, Siir la Fente maxillaire double sousmuqueuse
et les 4 OS intermaxillaires de FOrnithoryiique adulte normale.
Avec 1 grav. dans le texte. Bruxelles, Manceaux. 1883. 4°
(4 p.).
Derselbe, Sur la valeur morpbologique de l'articulation
mandibulaire , du cartilage de Meckel et des osselets de l'ouie
avec essai de prouver que Fecaille du temporal des Mammiferes
est composee primitivement d'un Squamosal et d'un Quadratum.
Avec une grav. Bruxelles, Mayolez 1883. 8° (22 p.).
Derselbe bestätigt die von Bardeleben gemachte Ent-
deckung des Os intermedium tarsi der Säugethiere; Zool. Anz.
6. Jahrg. No. 145 p. 419—420.
Derselbe, Memoire sur le basiotique, un nouvel os de la
base du cräne situe entre l'occipital et le sphenoide. Avec
2 grav. en bois. Bruxelles, Mayolez. 1883. 8° (31 p.).
W. Allen, Omphalo - mesenteric Remains in Mammals;
Journ. of Auat. and Physiol. Vol. 17 P. I. p. 59-61.
H. Allen, On a Revision of the Ethmoid bone in the
Mammalia. With 7 pl.; Bull. Mus. Compar. Zool. Vol. 10
No. 3. p. 1.35—164.
Derselbe, Cutaneous Nerves in Mammals; Proc. Acad.
Nat. Sc. Philad. 1883. p. 127.
Arcü. f. Naturg-esch. L. Jahrg. 2. Bd. S
268 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
B. Baginski, Zur Physiologie der Geliörschnecke; Sitzungs-
ber. K. preuss. Akad. Wiss. 1883. p. 685—688.
K. Barde leben hat das Os intermedium tarsi bei Säiige-
thieren nachgewiesen und giebt demselben die Bezeichnung Os
trigonr.m; Zool. Anz. 6. Jahrg. No. 139 p. 278—280.
G. Born, lieber die Derivate der embryonalen Schlund-
bogen und Schlundspaltcn bei Säugethieren. Mit 2 Taf. und
8 Holzschn.; Arch. f. mikrosk. Anat. 22. Bd. 2. Hft. p. 271
bis 318.
W. B ran CO beschreibt eine fossile Säugethier-Fauna von
Punin bei Riobaraba, welche von den Herren Reiss und St übel
ge'sammelt wurde (vergl. Reias unten S. 275) und vergleicht in
einem besonderen Kapitel die tertiären und quartären Säugethier-
Faunen Amerikas mit denen Em*opaa, während er in einem
anderen die geologische Entwicklung der pferdeartigen Tliiere
bespricht (vergl. systemat. Theil. unter Equidae); Palaeont.
Abhandl. von Dames u. Kayser 1. Bd. 2. Hft.
M. Braun, Ueber den Schwanz bei Säugethierembryonen ;
Deutsch. Zeitachr. f. Thiermedicin 9. Bd.
Derselbe, Ueber besondere Entwicklungsverhältnisse am
Schwanzende verschiedener Säugethiere; Sitzungsb. Naturf. Ges.
Dorpat. 6. Bd. 2. Hft. p. 334—335.
D. Brauns veröffentlicht eine längere Abhandlung über
japanische diluviale Säugethiere. Im speciellen werden be-
sprochen Elephas meridionaUsj Eleplias antiqunx, Cervus sp., Stegodon
sinensis und Bos priscus. Die bekannt gewordenen fossilen Säuge-
thiere Japans gehören somit sämmtlich der Quartärformation an.
Eine Uebereinstimmung mit Formen der Siwalikfauua bestätigt
sich nicht, ebensowenig solche mit der Narbadafauna. Dagegen
ergiebt sich die diluviale Fauna Japans als durchaus palaearktisch ;
Zeitschr. deutsch. Geol. Ges. 35. Bd. 1. Hft. p. 1—58 T. I.
A. Brehm, Thierleben. Chromolithographische Ausgabe.
Säugethiere. Erschienen Hft. 73—89.
H. G. Bronn, Klassen und Ordnungen des Thierreiches.
Fortges. v. C. G. Giebel. Bd. VI Abth. 5 Mammalia. Lief. 26.
Leipzig 1883.
E. D. Cope, The Evidence for Evolution in the History
of the Extinct Mammalia; Proc. Amer. Assoc. Adv. Sc. Vol. 32.
Salem, 1883. 8° (19 p.).
Naturgeschichte der Säugethierc während des Jahres 1883. 269
Derselbe, The Tritiiberciilar Type ot Superior Molar
Tooth; Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1883 p. 56.
Derselbe, Note on the Trituberculate Type of superior
Molar and the Origin of the Quadrituberculate ; Amer. Naturalist
Vol. 17 p. 407-408.
Derselbe veröffentlicht eine Revision der von ihm aufge-
stellten Gruppe der Bunntheria. Verfasser scliliesst auch die
Prosimiae in die Ordnung eiu und zerspaltet dieselbe in sechs
Unterordnungen in folgender Weise:
I. Incisor tecth growing from persistent pulps.
Canines also growing from less persistent pulps,
agreeing with external incisors in having mo-
lariform crowns ]. Taeniodonla.
Canines rudimental or wanting; hailux not oppo-
sable 2. Tillodonta.
Canines none ; hailux opposable 3. Dauhentonioidea.
n. Incisor teeth not gi'owing from persistent pixlps.
Superior true molars quadritubercuiate ; hailux
opposable 4. Prosimiae.
Superior true molavs quadritubercuiate; hailux
not opposable 5. Insectivora,
Superior true molars trituberculate or bituberculate ;
hailux not opposable 6. Creodonta.
Diese sechs Ordnungen umfassen die folgenden Familien :
Taenio donta : Calamodontidae, Ectogonidae.
Tillodon t n: Tillotheriidae.
D aubentonioide a : Vhiromyidae.
Prosimiae: Tarsiidae, Änaplomorphidae, Mixodectidae, Lemuridae.
Insectivora: Soricidae, Erinaceidae, Macroscelidae , Tupaeidae,
Ädapidae, Arctocyonidae.
Cr eodoniu: Talpidae , Chrysochlorididae , Esthonychidae , Cenietidae
(= Leptictidae olim), Oxyaenidae, Miacidae, Amblyctonidae, Mesonychidae ;
Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1883 p. 77 — 83 u. Ann. Mag. Nat. Hist.
No. 67 p. 20—26.
Derselbe beschreibt einige neue fossile Säugethierarten
und Gattungen: Mixodectes (zwischen Cynodontomys und den
Halblemuren) mit den beiden Arten M. pimgens und crassiuscidus,
Triisodon levlsianus, Phenacodits calceolatiis, Mloclaemis meniscus, huc-
cidmtus und ferox; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 2 p. 191.
C. Dareste, Memoire sur les anomalies des membres et
sur le role de l'amnios dans leur production; Journ. de l'Anat.
et de la Physiol. T. 18 Sept./Oct. p. 510—524.
270 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Ch. Debierre, D6veloppement de la vessie, de la prostate
et du canal de l'iirethro. Avec 14 fig. Thöse. Paris, Doin.
1883. 8" (104 p.).
F. Decker beschreibt den Primordialschädel einiger Säuge-
thiere; Zeitschr. wiss. Zool. 38. Bd. 2. Hft. p. 190—233. Taf. 9.
J. Dembo, De l'excitabilitc de l'uterus chez differents
Mammiföres; Bull. Soc. Zool. France T. 8 No. 1/2 p. 147—148.
F. Demon, Developpement de la portion sous-diaphrag-
matique du tube digestiv. Avec 2 pl. These. Lille 1883. 8''
(112 p.).
G. E. Dobson, On the Homologies of the Long Flexor
Muscles of the Feet of Mammalia; Report 52. Meet. Brit. Assoc.
Adv. Sc. p. 574.
Derselbe, On the Homologies of the Long Flexor Muscles
of the Feet of Mammalia, with Remarks on the Value of their
leading Modifications in Classification. With 3 pl. ; Journ. Anat.
Physiol. Vol. 17 P. II p. 142—179.
Derselbe, On the Digastric Muscle, its Modifications and
Functions; Trans. Lin. Soc. (2) II p. 259.
Th. Eimer setzt seine Untersuchungen über die Zeichnung
der Thiere fort (vergl. Bericht 1882 p. 403) und sucht die
Regeln für das scheinbar regellose Abändern in der Zeiclmung
des Haushundes festzustellen. Verf. nimmt an, dass die schwarzen
Zeichnungen in erster Linie auf einem stärkeren Hervortreten
der ursprünglich nur schattenhaft vorhandenen Schakalzeichnung
beruhen, während zwischen diesen dunklen Zeichnungen zugleich
Weiss auftreten kann; Zool. Anzeiger 6. Jahrg. No. 156 p. 690
bis 694.
G. Ercolani, Nuove Ricerche di Anatomia normale e pa-
tologica suU intima struttura della Placenta nella donna e nei
Mammiferi; Rend. Accad. Sc. Bologna 1882/83 p. 61—77.
M. H. Filhol, Memoires sur quelques Mammiferes fossiles
de Phosphorites du Quercy (Toulouse). — Enthält Bemerkuugen
über die Gattungen Aelumgale, Hyaenndon, Pterodon, Cynodon U. a.
und beschreibt einige neue Arten der Carnivora und Ungulata, eine
Oxyaena, CepTialogale, Cynodon und drei Cynodictis, ferner Stenoplesicth,
eine zweifelhafte marderartige Gattung mit zwei Arten. Von
Ungulaten sind zu erwähnen MIxotherium cuspidatnm, Mixochoems
jnrimaeoits , Amphimeryx parmdus , Deilotherinm .mnplex, Spaniotherium
Naturgeschichte der Säugcthiere während des Jahres 1883. 271
speciusum. Adapis parislensix hält Verf. für verwandt mit den
Lemuriden.
W. H, Flower liefert einen Entwurf der Classification der
Säugetbiere, wobei jedoch nur die jetzt lebenden Formen be-
rücksichtigt sind. Unter Ausschluss der aufgeführten Familien
ist der Entwurf folgender:
Subclassis Prototheria ; Ord. Monoti-emuta.
Subcl. Metalheria: Ord. Marsupialia.
Subcl. Eulheria: 1. Ord. Edentatu (Subord. Pilosd, LoricaUi, Squamata
und Tubulidentata), 2. Ord. Sirenia, 3. Ord. Cetacea (Subord. Musta-
cuceti und Odontoceti) , 4. Ord. Ungxduta (Subord. Artiodacli/la,
Perissodactyla , Hyrucoidea und Proboscidea) , 5. Ord. Rodentia
(Subord. Simplicidentata und Duplicidentata) , 6. Ord. CMroptera
(Subord. MegacMropiera und Microchiroptera) , 7. Ord. Insectivora
(Subord. Dermoptera und Insectivora vera) , 8. Ord. Carnivora
(Subord. Pinnipedia wnö. Carnivora vera), 9. Ord. Primates (Subord.
Lemuroidea und Antkropoidea) ; Proc. Z. S. P. 2 p. 178 — 186.
C. J. Forsyth liefert eine längere Darstellung der geo-
graphischen Verbreitung der Thiere im westlichen Mittelmeer-
gebiet. Speciell die Säugethiere betreffend weist Verf. darauf
hin, dass in der Grenzzeit zwischen Miocän und Pliocän das
Mittelmeergebiet mit dem nördlichen Europa und östlich bis zu
den Siwalikbergen Indiens eine übereinstimmende Säugethier-
fauna besass, deren berühmtester Fundort jetzt Pikermi bei
Athen und deren populärster Vertreter der pferdeartige Hipparion
ist. In die folgende pliocäne Säugethierfauua, als deren Typus
die Valdarnosäugethiere gelten können, ist keine Form der
Hipparion - Fauna hinübergegangen, aber auch während dieser
Periode war die Fauna des bezeichneten ungeheuren Gebietes
eine übereinstimmende. Auch die Valdarnofauna war bis Indien
verbreitet und wir finden ihre Vertreter in den Siwaliks wieder.
In der südöstlichsten Ecke Asiens und namentlich auf den
Sundaiuseln haben sich noch pliocäne Säugethiere bis auf die
Gegenwart erhalten. Ama depressicomis ist z. B. in wenig
verschiedener Gestalt in den Siwalik nachgewiesen. Tapire und
Rhinoceroten bewohnten das südöstliche Asien schon in der
Pliocänzeit. In den westlichen Mittelmeerländern, auf der ita-
lischen Halbinsel ist die pliocäne Säugethierfauua verschwunden.
Im Quaternär Italiens finden sich wohl noch manche Anklänge
an jene; heut könnte höchstens noch das Stachelschwein als
Ueberrest der Pliocänzeit angesehen werden. Verf. bespricht
272 Reichenow. Bericht über die Leistungen in der
sodanu die fossile und receute Säugetlüerfaiina der italischen
Inseln und zielit aus derselben Schlüsse über vermuthlichen
früheren Zusammenhang einiger der Inseln mit dem Festlande;
Kosmos 9. Jahrg. 1. Hft. p. 2—11.
L. Franck, Handbuch der Anatomie der Hausthiere, mit
besonderer Berücksichtigung des Pferdes. 2. Aufl. Abth. 2 mit
239 Holzschu. Stuttgart 1883. gr. 8. p. 481—1118.
A. Fräser, Ou the development of the ossicula auditus in
tho Higher Mammalia. With 5 pL; Philos. Trans. R. Soc.
London 1882 F. III p. 901—925.
A. Froriep, Zur Entwicklungsgeschichte der Wirbelsäule,
insbesondere des Atlas und Epistropheus und der Occipitalregion.
Mit 3 Taf.; Arch. Anat. Phys. Anat. Abth. 1883. 3. Hft.
p. 117—234.
M. Gott schau erörtert die Structur, embryonale Entwick-
lung und physiologiscjie Function der Nebennieren der Säuge-
thiere; Biolog. Centralbl. 3. Bd. No. 18 p. 565—576 u. Arch.
f. Anat. u. Phys. Anat. Abth. 1883. 4.-6. Hft. p. 412—458.
W. Grefberg, Die Haut und deren Drüsen in ihrer Ent-
wicklung. Mit 3 Taf.; Mitth. Embryol. Inst. Wien. 2. Bd.
3. Hft. p. 125-158.
N. Grehant et E. Quinquaud, Mesure de la quantite
de sang contenu dans l'organisme d'un mammifere vivant;
Journ. de l'Anat. et de la Phys. T. 18 Nov./Dec. p. 564—577.
E. M. Hart well, Note on the Anatomy of the Molar
Bone; Johns Hopkins Univers. Circul. Vol. 2 No. 22 p. 74.
N.Harz, Beiträge zur Histologie des Ovariums der Säuge-
thiere. Mit 1 Taf.; Arch. f. mikrosk. Anat. 22. Bd. 3. Hft.
p. 374—407.
R. Hoernes beschreibt Säugethierreste aus der Braunkohle
von Göriach bei Turnau in Steiermark, darunter zwei neue
Arten: Felis tumauensis und Dicroceros fallax; Jahrbuch d. geol.
Reichsanst. Wien 1882. p. 40.
G. and F. E. Hoggan, On some cutaneous Nerve-termi-
nations in Mammals. With 4 pl. ; Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 16
No. 96 p. 546—593.
G. Imbert, Developpement de l'uterus et du vagin. Avec
fig. Paris, Dein. 1883. 8° (106 p.).
Klaatsch, Zur Morphologie der Säugethier-Zitzen; Morphol.
Jahrbuch Bd. 9 Hft. 2. 1883.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 273
0. Körner, Beiträge zur vergleiclienden Auatomie und
Physiologie des Kehlkopfes der Säugethiere und des Menschen.
Mit 1 Taf.; Abhaudl. Senckenberg. nat. Ges. 13. Bd. 1. Hft.
p. 147—165.
A. Kollmann, Der Tastapparat der Hand der menf;ch-
lichon Rassen und der Affen in seiner Entwicklung und Glie-
derung. Mit 2 Doppel-Taf. Hamburg u. Leipzig, Voss. 1883.
8« (77 p.).
H. Landois beschreibt einen bei Hausmäusen häufig vor-
kommenden Hautausschlag (Kepfgrind), welcher durch einen
auch bei Katzen, Hunden und beim Menschen vorkommenden
Pilz, Achorion ScJioenleinii verursacht wird; Zool. Gart. 26. Jahrg.
No. 10 p. 299—300.
V. Le meine beschreibt eine neue fossile Gattung Adapi-
soi-ex, welche die tertiären Adapiden mit den jetzigen Insectivoren
verbindet, aus dem unteren Eocen von Reims. In den oberen
Schneidezähnen ergeben sich Beziehungen der Form zu Bohdon
Owen. Vier Arten gehören der neuen Gattung an: Adnpimrej:
Gaudryi, Chevülioni, remensis und minimus; Compt. rend. hebd. SC
1883. No. 23 p. 1325—1327.
Derselbe, Sur l'encephale de VArctocyon DueilU et du
Plcuruspidotherium Aumonieri, mammiferes de l'eocene inferieur des
environs de Reims; Bull. Soc. Geol. (3) X p. 328.
L. Löwe, Beiträge zur Anatomie und Entwicklungs-
geschichte des Nervensystems der Säugethiere und des Men-
schen. Bd. 2. Die Histologie und Histogenese des Nerven-
systems nebst einem Anhang: Die Schädelwirbeltheorie. Lief. 1.
1883. Leipzig, Denicke, fol. m. Kpfrt.
0. Lubarsch, Zoologische Wandtafeln, unter besonderer
Berücksichtigung d. anatom. Merkmale. Lief. 1. Taf. 4 (Hand-
thiere, Insektenfresser, Raubthiere). Mit erläut. Text in 8.
Cassel 1883.
J. G. Lucae, Die Statik und Mechanik der Quadrupeden
an dem Scelet und den Muskeln eines Lemur und eines Choloepus.
Mit 24 Taf.; Abhandl. Senckenberg. nat. Ges. 13. Bd. 1. Hft.
p. 1-92.
A. Lutkin liefert ein Verzeichniss des Thierbestandes im
zoolog. Garten in St. Petersburg; Zool. Gart. 26. Jahrg. No. 9
p. 279.
R. Lydekker wies Stegomdun Clifti {= St. i^sinensis Owen)
274 Uciohcnow: Bericht über die Leistungen in der
in tertiären Ablagerungen am oberen Hoangho nacli und
liält das Vorkommen von Vertretern der Siwalik- und Narbada-
Fauna in China sowohl wie in Japan für wahrscheinlich ; Records
geol. survoy of India. Vol. 16 Pt. 3. 1883. p. 158—161.
Mein hold, Wandbilder für den Unterricht in der Zoologie.
Serie 1 Lief. 1 u. 2. Dresden 1883. — Inhalt: Pferd, Hirsch,
Tiger, Bär, Hund, Kuh, Hase, Schaf.
A. Molina, De Hominis Mammaliumque cute; Atti Soc.
Toscan. Sc. Nat. Pisa. Mem. Vol. 5 Fase. 2 p. 255—286.
A. u. K. Müller, Thiere der Heimath. Deutschlands Säuge-
thiere und Vögel. Lief. 27—30 (Schluss). Kassel 1883.
P. Müller, Das Porenfeld (Area cribrosa) oder Cribrum
benedictum der Nieren des Menschen und einiger Haussäugo-
thiere. Mit 2 Taf.; Arch. f. Anat. u. Physiol. Anat. Abth. 1883.
4./6. Hft. p. 341—372.
A. Nohring berichtet über neue bei Westeregeln gemachte
Fossilfunde; Stzb. Ges. naturh. Fr. Berlin 1883. p. 50-63.
Derselbe vertheidigt einem Einwurfe von Howorth gegen-
über seine mehrfach erörterten Anschauungen über das frühere
Dasein von Steppen in Central-Europa und weist darauf hin,
dass Alactaga jacidus, SpermopMlus-Arteriy Arctomys hohac, Lagomys
pusiUus, Arvicola- Arten , Crketus pJiaeus, wilde Pferde und Esel,
Antilope saiya entschiedene Repräsentanten einer Steppen-Faima
seien, identisch mit der noch jetzt in den Steppen des süd-öst-
lichen Europa und des süd- westlichen Asien vorhandenen;
Geolog. Magazine Vol. 10 1883. p. 51-58.
M. Neumayr beschreibt die diluvialen Säugethiere der
Insel Lesina (Dalmat. Archipel). Am zahlreichsten waren in
den untersuchten Knochenbreccien die Reste von Eqims ver-
treten, nächstdem von Bos, Cervus, RUnoceros und Gulo borealis.
Die Funde weisen darauf hin, dass die Insel in geologisch junger
Zeit mit dem Festlande zusammengehangen hat; Verhandl. geolog.
Reichsanst. Wien 1882. p. 161.
G. Paladino, Sur les premiers phenomenes du developpe-
ment de quelques Mammiferes ; Archiv Ital. T. 2 Fase. 3 p. 363
bis 366.
Derselbe, Sur l'endothelium vibratile chez les Mammi-
feres et sur quelques faits physiologiques relatifs aux forma-
tions endotheliales; Archiv Ital. Biolog. T. 3 Fase. 1 p. 43
bis 56.
Naturgeschichte der Säugcthiere während des Jahres 1883. 275
H. Plant eau, Developpement de la colonne vertebrale.
Avec 1 pl. These. Paris, Pichon. 1883. 4" (116 p.).
La Preparation des petits squelettes; Le Naturaliste 5, Ann.
No. 27 p. 215. — Empfiehlt die Anwendung einer gesättigten
Lösung von kohlensaurem Ammoniak in Wasser, in welcher das
Objekt je nach Erforderniss ein bis zwei Monate verbleiben
miiss, um die Muskeln von den Knochen loszulösen.
F. A. Quenstedt, Handbuch der Petrefaktenkunde. 3. Aufl.
(Tübingen, H. Laupp). L Abth. enthaltend Säugethiere, Vögel,
Amphibien und Knorpelfische, nunmehr abgeschlossen.
E. Quenu, Developpement du coeur et du pericarde. These.
Paris, Chamerot. 1883. 4" (96 p.).
L. Ran vi er, Sur la structure des cellules du corps muqueux
do Malpighi; Compt. rend. Ac. Sc. Paris. T. 95 No. 26 p. 1374
bis 1377.
G. Rein, Beiträge zur Kenntniss der Reifungserscheinungen
und Befruchtungsvorgänge am Säugethiere. Mit 1 Taf. und
6 Holzschn.; Arch. f. mikrosk. Anat. 22. Bd. 2. Hft. p. 233-270.
W. Reiss, Ueber eine fossile Säugethierfauna von Punin
bei Riobamba in Ecuador. Die geologischen Verhältnisse der
Fundstellen fossiler Säugethier-Knochen in Ecuador. — Die be-
treflenden Formationen haben die grösste Aehnlichkeit mit un-
serem Löss. Die grossen Säugethiere, deren fossile Reste dort
gefunden werden, Mastodon andium, Machaerodus cf. neogaeus,
Equiis andium, Cervus cf. cJälensis und sp., Mylodon sp., Protau-
chenia Rässi n. g. et sp., gehören höchstens der Diluvialzeit,
vielleicht einer noch jüngeren Epoche an; Palaeont. Abhandl.
von Dames u. Kayser. 1. Bd. 2. Hft.
G. Renson, Contributions ä l'embryologie des organes
d'excretion des Oiseaux et des Mammiferes. Bruxelles 1883.
gr. 8. 56 pg. av. 3 pl.
W. Rep lach off, Ueber die morphologische Bedeutung der
jüngsten Säugethierkeime ; Zoolog. Anzeiger 6. Jahrg. No. 131
p. 65-67.
P. Reynier, Du developpement de la portion susdiaphrag-
matique du tube digestiv. Avec fig. These. Paris, Bailiiere,
1883. 8" (112 p.).
F. Roemer beschreibt die Fossilfunde in den Knochen-
höhlen von Ojcow in Polen und führt aus denselben folgende
Säugethiere an: Ursiis spelaeus, Fdis spelaea, Felis lynx, Felis caiusj
276 licichcuow; Bericht über die Leistungen in der
Felis dornestica , Ilyaena spclaeuj Canis bqms, Canis sp. (zwischen
liipns und vidpen), Canis vulpes, Canis lagopm, Mdes taxus, Mustela
marles, Foetorius pnturius, Plecohis aurittis, Ves2)erugo pipistreüus, Ves-
periKju serotinus, Vespertilio murinus, Talpa europaea, Erinaceus euro-
paeus, Surex vulgaris, Cervus tarundus, Cervus ulces, Cervus eluphus,
Cerims capreolus, Ovis sp. , Capra Sp., Antilope saiga?, Bos primi-
geniiis, Bos taurus, ßos priscus, Equus fossüis, Elephas primigenius,
Rhinoceros tichorhinus , Sus scrofa, Sus sp., Lepus vulgaris, Lepus
variahilis, Myodes torquutus, Myodes lemmus var. ohensis, Sciurus
vulgaris, Myoxus glis, Cricetus frnmentarius , Mus sylvaticus, Arvieola
glareohiSf Arvieola amphibia, Arvieola ratticeps, Arvieola arvcdis, Arvi-
eola ayrestis; Palaeontographica von Dunker u. Zittel 1882 — 1883
p. 193—233.
C. Schmeling, Das Ausstopfen und Conserviren der
Vögel uud Säugethiero. 6. Aufl. Berlin 1883.
Gl. Schneidern ü hl, Repetitorium der Muskellehre bei
den Haussäugethieren. Hannover 1883. 8. 72 pg.
P. L. Sclator veröflfentlicht eine Liste des Zuwaclises
der Menagerie der Zoologischen Gesellschaft in London während
des Jahres 1883; Proc. 2. S. Pt. 4 p. 655—676.
Derselbe berichtet über neue Erwerbungen der Menagerie
der Zool. Gesellschaft in London. Darunter : Cervus Eldi, Capra
jendaica, Hapalemur griseus, Cervus maerotis, Crocidura caerulescens,
Babiriissa alfurus, Cariaeus maerotis, Cervus davidianus. Geboren
wurden vier Forcula salvania. Proc. Z. S. Pt. 1 p. 73, Pt. 2
p. 178, Pt. 3 p. 346 u. 388, Pt. 4 p. 463, 464 u. 598.
F. Slevogt, üeber die im Blute der Säugethiere vorkom-
menden Körnchenbildungen. luaugural-Dissertatiou. Dorpat 1883.
W. Stirling, The Trachealis Muscle of Man and Ani-
mals; Journ. Anat. Physiol. Vol. 17 P. I p. 84—85.
C. Struck, Verzeichniss der warmblütigen Wirbelthiere,
die sich im v. Maltzahn'schen naturhistorischen Museum für
Mecklenburg befinden; Archiv d. Ver. d. Freunde d. Naturg.
Mecklenburg 36. Jahrg. 1883 p. 22—36.
M. Schmidt setzt seine Arbeit über die Hausthiere der
alten Aegypter fort (vergl. vorjähr. Bericht p. 392) uud be-
spricht das Pferd, das Schwein, dessen Auftreten im Pharaouen-
lande in die Zeit der 19. Dynastie fällt, und die Fleischfresser.
Unter letzteren ist zunächst der Hund, von welchem 6 Rassen
zu unterscheiden sind: Der Fuchshund, der Dougolahund, der
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 277
Wiudhuud, der Jagdhund, dauu eine an imsern Dachsbund
eriuuerude Form, welche sich wesentlich auf die Zeit der
zwölften Dynastie beschränkt, also wohl eine nur zeitweise in
Mode gewesene, fremde, eingeführte Rasse war, und eine
grosse, einem Fleischerhunde ähnliche Rasse. Ferner ausser
der Katze auch der Schakal, der Hyäuenhimd, Lycuon pktua,
und der Gepard, welche zur Jagd abgerichtet wurden, und
endlich auch der Löwe, welchen man zum Kriegsdienst ab-
richtete, auf den Kriegszügen meistens in Käfigen mitführte
und auf die Feinde losliess; Kosmos 7. Jahrg. 1. Hft. p, 17 — 31
u. 2. Hft. p. 107—125.
Th. Studer bespricht die Thierwelt in den Pfahlbauten
des Biclersee's und macht auf die Wandlungen aufmerksam,
welche die Thiere, namentlich die Hausthiere in den jedenfalls
verschiedenen auf einander folgenden Zeiten angehörenden
Epochen durchgemacht haben. In der ältesten Station Schaffis
ist das Vorkommen der Jagdthiere fast gleich dem der Haus-
thiere und zwar sind von wildlebenden die Pelzthiere, Mar-
der, Fuchs, Bieber, besonders zahlreich vertreten. Später
treten die wildlebenden gegen die Hausthiere im Vorkommen
zurück, an Stelle der Pelzthiere treten die Hirsche. In Mö-
rigen, wo die Bronzezeit in ihrer höchsten Blüthe repräsentirt
ist, überwiegen die Hausthiere wesentlich die Jagdthiere.
Hier tritt auch zuerst das Pferd auf. Die Schafzucht ist
gegenüber der früher vorherrschenden Rindviehzucht in den
Vordergrund getreten. An Stelle älterer Hausthierrassen finden
sich neue, deren Verschiedenheiten vom Verfasser eingehend
erörtert werden und welche die schon früher ausgesprochene
Ansicht wahrscheinlich machen, dass die Blütheepoche der
Bronze an den Schweizer Seeen einer neuen Einwanderung
mit neuen Hausthieren entspreche; Mitth. Bern. Naturf. Ges.
1883 und Separat (Haller, Bern) 1883.
J. Tereg, Die Nomenclatur der Hirnarterien und einige
Abweichungen in deren Verlauf beim Pferde. Mit 1 col. Taf.;
Jahresber. d. Königl. Thierarzneischule Hannover; 15. Bericht
1882—83 p. 26-39.
J. Toison, Contribution ä l'etude des premier etats du
coeur. These. Paris, Davy. 1883. 8" (43 p.).
A. Torcapel, Sur un gisement de Mammiferes tertiaires
ä Ar.bignas (Ardeche); Comptes Rendus XCIV p. 1432.
278 Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
F, Tourneux, Des restes du corps de Wolff chez l'adulte;
Bull. Sc. dept. du Nord, 5. Ann. 1882 No. 9/10 p. 321—353.
G. Variot, Developpement dos Cavitös et des moyens d'union
des Articulations. Thöse. Paris, Doin. 1883. 8" (84 p. 3 pl.).
A. Viti, Ricerche di Morfologia comparata sopra il Nervo
depressore nell' uomo e negli altri Mammiferi. I. II nervo
depressore del Coniglio; Proc. verb. Soc. Toscana Sc. Nat.
Pisa 1883 p. 282—284.
C. Vogt und F. Specht, Die Säugethiere in Wort und
Bild (München). Bis Lief. 26 erschienen.
C. Vogt, Les Mammiferes. Edition franc. originale. Ouvr.
illustre de 40 pl. hors texte et de 255 fig. dessinees par
F. Specht. Paris, Massen 1883. 8". (548 p.).
E. Wertheimer, Developpement du fois et du Systeme
porte abdominal. These. Paris, Delahaye et Lecrosnier. 1883.
8" (98 p. 1 pl.).
S. W. Willis ton, Anomaly in the Flexor longus in the
Poot; Amer. Natural. Vol. 17 p. 212.
B. Windle, On the Embryology of the Mammalian Mu-
scular System. No. 1. The Short Muscles of the Human.
Hand. With 2 pl.; Trans. R. Irish Acad. Vol. 28 No. 12
1883 p. 211—248.
Europa.
A. H. Cooks schildert einen Besuch auf Spitzbergen und
bespricht dabei die auf der Insel vorkommenden Säugethiere;
Zoologist Vol. 7 No. 84 p. 479—482.
Hörn, Mammalia of Perthshire; Proc. Nat. Hist. Soc.
Glasgow Vol. 5 p. 1.
H. Landois, Westfalens Thierleben in Wort und Bild.
Herausgegeben von d. zool. Section f. Westf. u. Lippe (Pader-
born, Schoeningh) 1883. 1. Lief.
A. v. Mojsisovics schildert die Säugethierfauna von
Bellye und Darda; Mitth. Naturw. Ver. f. Steiermark 1883.
H. Wiuge, Om nogle Smaapattedyr i Danmark; Vid.
Meddel. Nat. Foren. Kjobeuhavn 1882 p. 76—87.
Afrika.
E. Alix, Notice sur les principaux animaux domestiques
du littoral et du sud de la Tunisie. Paris 1883 (63 p.).
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 279
H. Capello und R. Ivens, Fi'om Benguella to the terri-
tory of Yacca; description of a journey into Central and West
Africa; translated from the Portugiiese by A. Elwes, London
1882. — Enthält manche Notizen über die während der Reise
beobachteten Säugethiere.
A. T. de Rochebrune beschreibt einige neue Säugethiere
von Senegambien : Erinaceus Adansoni, Crossojms nasutus, Canls fumi-
liaris var. laohetinnus, Vulpes Edwardsl, GrapMurtis Ziueti, Bos taurus
var. triceros und var. Harveyi, Oreas Colini, Ovis aries var. hakelensis
und djalonensis; BuU. Soc. Philom, (6) VII p. 5 — 11 und Separat:
Paris, Dein 1883 (163 p.).
Asien,
Dybowski veröffentlichte Notizen über die in Kamtschatka
beobachteten Säugethiere ; La Nature X No. 1 p. 297 und No. 2
p. 213.
B. Hagen und F. A. Jentink, Voorloopige Meddeelingen
over de fauna van Oost Sumatra; Aardrijkskundig Weekblad
1881 p. 273.
F. A. Jentink veröffentlicht ein Verzeichniss von Säuge-
thieren von West -Sumatra imd Nord-Celebes und beschreibt
dabei eine neue Art, Mus Faberi; Notes of the Leyden Museum
Vol. 5 No. 3 p. 170-181.
0. Mohnike, Blicke auf das Pflanzen- und Thierleben in
den Niederländischen Malaienländern. Mit achtzehn Tafeln.
Münster (AschendorfF) 1883. — Auf S. 332—431 werden die
auf den Sundainseln vorkommenden Säugethiere aufgeführt und
einzelne interessante Notizen über deren Lebensweise gegeben.
Severzow berichtet über einige in Pamir (Westl. Central-
Asien) beobachtete Säugethiere; The Ibis (5) Vol. 1 p. 83.
L. Stejneger giebt eine Schilderung des Thierlebens der
Commandern"- Inseln und beschreibt dabei zwei neue Cetaceen
(siehe Natantia); Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 58—89.
R. A. Sterndale, Natural History of the Mammalia of
India. With numer. illusti'. Calcutta 1883.
Australien,
W. Peters berichtete über die von Dr. F in seh auf den
Carolinen gesammelten Fiederhunde [s. Pteropus unter Voli-
tantia].
280 Keichenow: Bericht über die Leistungen in der
E. P. Ramsay boschreibt zwei neue Säiigetliiere, Dendro-
lagus doriamis lind liapalntis paptianus, von Neu -Guinea; Proc.
Lin. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 17—19.
Amerika.
A. V. Pelze In veröffentliclit ein Verzeichniss der von
Job. Natterer auf dessen Reisen in den Jahren 1817 — 1835 in
Brasilien gesammelten Säugethicre, nebst Litteraturnachweisen,
kritischen Bemerkungen über die einzelnen Arten und den vom
Reisenden denselben beigefügten Notizen. Neu beschrieben ist
Phyllostoma chrysosema Natt. und Hesperomys Rattus Natt. Die
ganze Ausbeute von Natterer's Reisen belauft sich auf 205
Säugethierarten in ii79 Exemplaren. Aus dieser Sammlung
ergiebt sich in zoogeographischer Hinsicht das Resultat, dass
die Vei'breitung der Säugethiere Brasiliens jener der Vögel
analog ist, indem die Säugethierfauna Brasiliens zwei charak-
teristisch unterschiedene Gebiete, das amazonische, der nörd-
liche Theil südwärts bis in die Provinz Matogrosso, Ost-Bolivien
und zum Rio Parauahyba sich erstreckend, und das südbrasi-
lianische, der südliche Theil bis zur Mündung des Paraguay
und westwärts bis zum La Plata, Paraguay und den Guapore
bis zu dessen Vereinigung mit dem Mamore, erkennen lässt.
Am Schlüsse der Arbeit ist ein Auszug aus dem Itinerarium
Natterer's sowie eine Liste des im ersten Bande der Zeich-
nungen des Dr. A. R. Ferrera dargestellten brasilianischen
Säugethiere angefügt; Verh. k. k. zool. bot. Ges. Wien Beiheft
zu Bd. XXXm 1883 Febr. u. Oct.- Versammlung.
W. A. Stearns giebt ein Verzeichniss der von ihm in
Labrador gefundenen Säugethiere. Vespertüw suhidatus wurde
bei Natashquan gefangen; Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883
p. 112—116.
Primates.
W. T. Brooks, The Brachial Plexus of the Macaque
Monkey {Macams cynotnolgus) and its analogy with that ofMan;
Journ. of Anat. and Physiol. Vol. 17 P. IH 1883 p. 329—332.
L. Famelart führt einige Maasse eines jungen Gorilla
auf und giebt einige Notizen über die Lebensweise der Go-
rillas; Bull. Soc. Zool. France 8. ann. No. 1—2 p. 149—152.
Ch. Ferö, Contribution a l'etude de la topographie cränio-
Natiirgesdiichte der Sätigethiere während des Jahres 1883. 281
Cerebrale chez quelques Singes; Journ. de l'Anat. et de la
Physiol. T. 18 Nov./Dec. p. 545-563.
J. V. Fischer tbeilt eine Reihe von Beobachtungen über
das Seelenleben eines gefangen gehaltenen Macacus eryth-aem
mit; Zool. Gart. 26. Jahrg. No. 6 p. 177—182, No. 7 p. 193
bis 203, No. 8 p. 227—235, No. 9 p. 257—265; No. 10 p. 289
bis 298 und No. 11 p. 325—332.
J. P. Harrison, The Projection of the Nasal Bonos in
Man and the Ape; Nature Vol. 27 N. 690 p. 266 — 267 und
No. 691 p. 294.
R. Hartmann, Die menschenähnlichen Affen und ihre
Organisation im Vergleich zur menschlichen. Mit 63 Abbild,
in Holzschn. Leipzig, Brockhaus 1883. 8°. Internat, wiss.
Biblioth. 60. Bd.
A. V. Pelz ein liefert eine monographische üebersicht über
die ia^ro^Är/a:- Arten; Verb. Zool. Bot. Ges. Wien Beiheft zu
Bd. 33 1883.
W. L. Sigel bespricht einen im Zoologischen Garten zu
Hamburg geborenen jungen Mandrill; Zool. Gart. 26. Jahrg.
No. 8 p. 235-287.
Derselbe schildert das Betragen eines Chimpansen im
zoologischen Garten in Hamburg; Zool. Gart. 26. Jahrg. No. 8
p. 237—240.
J. B. Sutton berichtet über die mit tödtlichem Ausgang
abschliessenden Krankheitsfälle der Affen im zoologischen Garten
zu London; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 581—586.
L. Testut, Le Ion flechisseur propre du pouce chez
l'Homme et chez les Singes; Bull. Soc. Zool. France 8. ann.
No. 3 p. 164—185 T. 9.
Prosimii.
H. Filhol, Caracteres de la dentition inferieure des
Lemuriens fossiles appartenant au genre Necrolemur; Bull. Soc.
Philomath. Paris (7) T. 7 No. 1 p. 13—14.
W. H. Flower hat die Lemuroidea folgendermassen ein-
getheilt: A. Lemuridae: 1. Subfam. Indr'mnae, Gattungen: Indris,
Propithecus, Avdhis; 2. Subfam. Lemurinae, Gattungen: Lemur,
Hapalenmr , Lepilemur ; 3. Subfam. Gdlaginae, Gattungen: CJiiro-
yalus, Galago; 4. Subfam. Loris'mae, Gattungen: Loris, Nyciicehus
Perodicticus. B. Tarsiidae, Gattung Tarsius. C. Chiromyidne,
282 Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
Gattung Chiromys. Die Gattungen sind cliaracterisirt, eine Ueber-
sicht über sämmtliche fossile Formen wird gegeben; Encyclop.
Britann. 9tli. ed. XIV p. 440—445.
G. A. Shaw liefert einige biologische Notizen über Chiromys
madagascariensis; PrOC. Z. S. Pt. 1 p. 44 U. 45.
Volitantia.
rrugivora. W. L. Sigel berichtet über die Erkrankung der Flattcr-
organe gefangen gehaltener Flughunde {Pterojms) ; Zool. Gart. 26. Jahrg.
No. 6 p. 183—184.
Pieropus insularis Hombr. Jacqu. auf der Inzel Ruck, Carolinen,
gesammelt, als selbständige Art und nicht als Varietät von Pt. Jceraudreni
zu betrachten; W. Peters, Sitzb. Ges. Ndturf. Fr. Berlin 1883 p. 2.
Pteropus molossinus Tem. lebt auf Ponape, Carolinen; W. Peters,
Sitzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1883 p. 2.
Pieropus ualanus n. sp. von Kuschai (Carolinen) ; W. Peters, Sitzb.
Ges. Naturf. Fr. Berlin 1883 p. 1.
Insectivora. A. 0. Ninni, Sopra una forma di Vespertilio nuova
pel Veneto. Milano 1883. 8. 4 pg. [cf. Naturae Novitates No. 13 p. 128.].
PhyUostoma chrysosema Natt. Msc. von Rio Janeiro beschrieben ;
A. v. Pelz ein, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien Beiheft zu Bd. 33 1883.
Phyllorrhina tridens var. n. murraiana; J. Anderson, Cat. Mamm.
Ind. Mus. Pt. I p. 113.
Vespertilio Dobsoni n. sp. von Bengal; J. Anderson, Cat. Mam.
Ind. Mus. Pt. 1 p. 143,
Insectivora.
M. H. Filhol beschreibt eine neue Oxyaena (von Cope zu
den Creodonta gestellte Gattung), Oxyaena galliae, aus dem oberen
Eocen von Quercy; Bull. Soc. Philom. Paris T. 7 p. 120.
W. Loche, Zur Anatomie der Beckenregion bei Insecti-
vora, mit besonderer Berücksichtigung ihrer morphologischen
Beziehungen zu derjenigen anderer Säugethiere. Mit 10 Taf.
Stockholm 1883 (113 p.). (Kgl. Svensk. Vet. Acad. Handl.
20. Bd. No. 4).
V. Lemoine, lieber Adapisorex [vgl. oben S. 273].
Erinacei. Arndt-Bützow, C. , Bericht über den Kampf zweier Igel
{Erinaceus europaeus); Archiv d. Ver. d. Freunde d. Naturg. Mecklenburg
36, Jahrg. 1883 p. 192—193.
Erinace.us Adansoni n. sp, von Senegambien; A, T, de Roche-
brunc, Bull Soc. Philom. (6) VII p. 7,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 283
Centetidae. Microgale n, g. : Allied to Geogale and Oryzorictes.
Clavicles well-developed; tibiae and fibulac anchylosed together for their
distal halves ; ears large; toes 5 — 5, not fossorial; tail well-developed;
0. Thomas, Journ. Lin. Soc. Vol. 16 p. 319. — M. Coiuani und longi-
caudata nn. spsp. von Madagascar; ebenda p. 320.
Oryzorictes tetradactylus n. sp. von Madagascar; Milne Edwards und
Grandidier, Le Natural. IV p. 55,
Soricidea. He'ron-Royer, Gas d'albinisme partiel chez la Musa-
räigne commune {Corsira vidgaris); Bull. Öoc. Zool. France T. 8 No. l/2.
p. 134—135.
Crocidura Beddomii n. sp. von Süd -Indien; J. Anderson, Cat.
Mam. Ind. Mus. p. 179.
Crossopus nasuius n. sp. von Senegambien; A. T. de Rochebrune,
Bull. Soc. Philom. (6) VE p. 7.
CarniTora.
M. H. Filliol liefert eingehende Characteristiken von
AmpMcyon lemanensis Pomel und Ceplialogale Geoffroyl (Jourd.) aus
dem Miocen von Saint -Gerand le Puy (Allier); Archiv. Mus.
d'Hist. Nat. Lyon Tom. 3 1883 p. 2—42, T. 1 u. 2.
Derselbe giebt eine eingehende Beschreibung der Zähne
und Theile des Schädels von Dinocyon Thenardi Jourd. von La
Grive St. Alban; ebenda p. 43—55 T. 3.
Derselbe beschreibt einen neuen Palaeoprinodon (P. simplex)]
Bull. Soc. Philom. Paris T. 7 No 1 p. 11—12.
Derselbe vergleicht die jetzt lebenden Hunde mit den
ihnen am nächsten stehenden fossilen Ranbthierformen und
gelangt zu dem Schluss, dass AmpMcyon und Cynodials eine
gemeinsame Stammform haben, die AmpMcyon die Stammeltern
unserer Hunde seien, während aus Cynodictis die Viverren
hervorgegangen, an welche sich dann Mustela und au diese
wiederum Felis anschliesse; Archiv Mus. d'Hist. Nat. Lyon
T. 3 1883 p. 70-97.
Derselbe beschreibt einige neue fossile Carnivoren; s. oben
S. 270.
Ursina. W. Dam es fand Hyaenarctos {Agriotherium) in den Pliocän-
Ablagerungen von Pikermi bei Athen. Von der weit verbreiteten Gattung
sind bis jetzt folgende Funde bekannt : I. Miocaen. Hyaenarctos hemicyon
von Sansan, H. sp. von Monte Bamboli in Toscana. II. Pliocaen. H.
sivalensis und pulaeindicus von den Siwalik Hills, H. sp. von Alcoy
(Spanien), H. sp. von Pikermi, H. iiisignis von Montpellier, //. sp. von
Arch, f. Naturgesch. L. Jalu-g. 2. Bd. T
284 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Suffolk. Die Zahnformel der Gattung ist nach des Verfassers Unter-
3.1.3+1.3,
suchungen dieselbe wie von Ursus , nämlich — (wobei
mit der römischen Ziffer der Reisszahn bezeichnet ist; Stzb. Ges. nat.
Freunde Berlin i883 p. 132 — 138.
Derselbe berichtet über das Vorkommen von 6Vs«.s sp. im Diluvial-
sande von Rixdorf bei Berlin; Stzb. Ges. naturf. Freunde Berlin 1883
p. 105 — 106.
M. Hu et behandelt die Arten der Gattung Bassaricyon; N. Arch.
Mus. (2) V p. 1.
F. W. True, Ueber eine gelbbraune Varietät des Ursm americanus
Fall. (C7. cinnamomeus Aud. et Bachm.) von Pensylvanien ; Proc. Un. St.
Nat. Mus. 1882 (May 23 1883) p. 653—656.
A. Zipperlen, Die Grizzlybären im Zoologischen Garten zu Cin-
cinnati; Zool. Garten 26. Jahrg. No. 11 p. 321—324.
Hyaenodon Äymardi neue fossile Art; H. Filhol, Ann. Sc. Geol.
XII p. 48.
Ursus spelaeus bei Presles, Isere, gefunden; Lory, Bull. Soc. Geol.
(3) X p. 348.
Mustelina. W. Blasius bestätigt, dass Mustela itatsi zu den
Sumpfottern gehöre [vergl. Brauns, vorjähr. Jahresb. p. 404], jedoch
specifisch verschieden sei von F. lutreola. Für den südosteuropäischen
Tigeriltis {Foetorius sarmaticus) schlägt Verf. die neue Gattung bez. Unter-
gattung Vormela vor. Der Character dieser Untergattung liegt haupt-
sächlich in der blasenartigen, dick-spindelförmigen Gestalt der nach hinten
divergirenden und nach vom dem Flügelfortsatze eine Brücke entgegen-
schickenden Gehörblasen , in den nach hinten zweispaltigen Nasenbeinen,
in der Form des oberen Höckerzahns, der keinen zentralen Vorsprung in
der Mitte der Kaufläche der inneren Hälfte zeigt, und in der Form des
unteren Reisszahns mit einem accessorischen Zacken auf der inneren Ab-
dachung, ferner auch in der fleckigen, tigerartigen Zeichnung des Pelzes;
Braunschweigische Anzeigen No. 258 3. Nov. 1883.
Derselbe bestätigt die specifische Verschiedenheit von Foetorius
Eversmanni und F. putorius und nimmt an, dass F. furo von ersterer Art,
nicht von der letzteren abstammt; ebenda.
A. H. Cocks, On the Breeding of the Pine Märten in Captivity;
Zoologist Vol. 7 No. 77 p. 203—205.
M. H. Filhol beschreibt eine neue fossile Lutra- Art, Liilra Lorleli
von La Grive Saint- Alban; Archiv Mus. d'Hist. Nat. Lyon T. 3 1883
p. 59—62 T. 4.
Derselbe beschreibt eine neue fossile ifetV/ts- Art, PL nmlatus von
La Grive Saint -Alban, für welche Jourdan das neue genus Dip/oihcrium
vorgeschlagen hat; ebenda p. 64 — 67 T. 4.
J. V. Fischer, Das Frettchen. Eine Anleitung zu dessen Zucht,
Naturgeschichte der Säugethicrc während des Jahres 1883. 285
Pflege und Abrichtung, nebst einer historischen und kritisch -zoologischen
Betrachtung über dessen specifische Verschiedenheit vom Iltis , auf
Kreuzungsrcsultaten basirt. Frankfurt a. M. , MahLau & Waldschmidt,
1883 mit Tafel und 6 Abbildungen.
C. Hanson, Otters in Halifax Parish; The Natural. Vol. 8 p. 135 — 136.
W. Yellowly berichtet über den Fang eines Maries abielum in
Northumberland ; Zoologist Vol. 7 N. 79 p. 295.
Enhydra lutris ist fast ausgerottet auf ' der Behring^^ - Insel nach
Stejneger; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 87.
Mustela Krejcii neue fossile Art; Woldrich, Sitz. Ber. Ak. Wiss.
Wien LXXXIV. I. p. 201.
PoedloguU n. g., Zahnformel: J. ^s» C. Vi, P. M. %, M. V, (od. V^)
X 2 = 28 (od. 30). T^-^nis: Mustela albinucha Gray; 0. Thomas,
Ann. Nat. Hist. (5) Vol. 11 May p. 370—371.
Viverrina. M. H. Filhol beschreibt einen neuen fossilen Herpestes,
H. crassus, von La Grive Saint- Alban; Archiv Mus. d'Hist. Nat. Lyon
T. 3 1883 p. 63 — 64 T. 4.
Derselbe beschreibt eine neue fossile Viverre, Viverra leptorhyncha
(ebendaher), für welche Jourdan die neue Gattung Ichneugale vorgeschlagen
hat; ebenda p. 67—69 T. 4.
Canina. E. D. Cope giebt eine Uebersicht über die ausgestorbenen
Canidae von Nordamerika. Die ersten Caniden finden sich in den ältesten
Miocen (Oligocen) Schichten in der -White River Formation; sie werden
sehr häufig in dem mittleren Eocen, John Day Formation, und kommen
nicht selten auch in dem oberen Eocen (Loup Fork Epoche) vor. Die
25 bekannten Caniden -Arten des Americanischen Miocens gehören neun
Gattungen an, von welchen Verf. folgende Analyse giebt:
I. Molar formula 7i %•
Humerus with epitrochlear foramen: Amphicyon Lartet.
IL Molar formula % %.
A. No anterior lobe of superior sectorial.
1. Humerus with epitrochlear foramen.
a. Inferior sectorial with heel trenchant: Temnocyon Cope.
b. Inferior sectorial with heel basin-shaped : Galecynus Owen.
2. Humerus without epitrochlear foramen.
Inferior sectorial with heel basin-shaped: Canis L.
B. An anterior lobe of superior sectorial.
Heel of lower sectorial basin-shaped; no epitrochlear foramen:
Aelurodon Leidy.
III. Molar formula % %•
Heel of imperior sectorial trenchant; premolars lobed posteriorly:
Enhydrocyon Cope.
Heel of inferior sectorial basin-shaped; superior molars unknown;
Tomnrclus Cope.
286 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
IV. Molar formula 7-. '4.
Heel of inferior sectorial basin-shaped ; internal cusp prcsent: Oligo-
btmii Cope.
V. Molar formula % Vj.
Premolars lobed ; first inferior two-rooted : Hyaenocyon Cope.
Die Gattungen sind eingehend characterisirt und durch Holzschnitte
erläutert. Amphicyon und Galecynus sind die ältesten bekannten Caniden ;
sie treten in dem untersten Miocen auf; danach erscheint Canis im mitt-
leren Miocen. Temnocyon, Enhydrocyon, Ilyaenocyon und Oligobunis sind
gleichzeitig, später, im oberen Miocen erschien Aelwodon. Wie in der
Gegenwart Canis das praevalirende Genus ist, so war dies Galecynus in
der Miocen-Epoche. Ihren Ursprung haben die Caniden in den Creodonta,
welche am meisten Verwandtschaft mit den Insectivora haben und mit
diesen vom Verf. in der Ordnung der Bunotheria vereinigt wurden. Als
die directen Vorfahren der Caniden sind unter den Creodonten die Miu-
cidae zu betrachten; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 3 p. 235 — 249.
H. Filhol beschreibt eine neue fossile Form, Amphicyon avihiguns
var. brevis von Quercy; Bull. Soc. Philom. T. 7 p. 15.
0. Grashey, die Racekennzeichen der bis jetzt durch die deutschen
Delegirten-Versammlungen festgestellten deutschen Hunderacen nebst den
Bedingungen für die Eintragung von Hunden in das Deutsche Hunde-
stammbuch. München (Killinger) 1883.
Landois, Ueber ein anatomisches Unterscheidungsmerkmal zwischen
Haushund und Wolf; Morphol. Jahrbuch Bd. IX Hft. I Leipzig 1883.
P. Megnin, Le Chien , histoire, hygiene, medicine. 2. edit.
entierement refondue etc. avec 73 gravures. Paris, Deyrolle. 1883. 8°.
(476 p.)
V. Shaw, Das illustrirte Buch vom Hunde, übersetzt und mit An-
merkungen versehen von R. v. Schmiedeberg. Leipzig, E. Twietmeycr.
Lief. 1 — 19. 1883, 4. 650 p. mit 28 color. Tafeln und zahlreichen
schwarzen Abbildungen (in 28 Lief.).
Canis Jamiliaris var. luobetianus n. v. von Senegambien; A. T. de
Rochebrune, Bull. Soc. Philom. (6) VII p. 9.
Canis hcrajnicus neue fossile Art; Woldrich, Sitz. Ber. Ak. Wiss.
Wien LXXXIV I p. 246.
Cynodon Aymardi neue fossile Art von Quercy; H. Filhol, Bull.
Soc. Philom. (6) 7 No. 1 p. 12.
Vulpes Edwardsi n. sp. von Senegambien; A. T. de Rochebrune,
Bull. Soc. Philom. (6) VII p. 8.
Vulpes 1(1 ff opus fand L. Stejneger sehr zahlreich auf der Behrings-
und Kupfer-Insel; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 87.
Feiina. M. H. Filhol beschreibt eine neue fossile Machairodus-
Art, M. Towdani von La Grive St. Alban; Archiv. Mus. d'Hist. Nat.
Lyon Tom. 3 1883 p. 57 T. 4.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 287
Nach L. Stone geht Felis concolor in das Wasser, um Fische zu
fangen; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 570.
R. Trimen berichtet über eine Varietät des Felis pardus aus dem
Osten der Capcolonie; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 535.
Felis twnaiiensis neue fossile Art von Steiermark; R. Hoernes,
Jahrbuch d. geol. Reichsanst. Wien 1882 p. 154,
Piunipetlia.
C. Bergonzini, Sopra un cranio di Odohaenus rosmarm
esistente nel Museo di Anatomia comparata della R. Univers,
di Modeua. Con 1 tav.; Annuar. Soc. Nat. Modena (2) Ann.
14 p. 218—232.
L. Camerano, Recherches sur l'anatomie d'un foetus
d'otarie (Otaria jubata). Avec 3 fig.; Archiv Ital. T. 2 Fase. 3
p. 285—291.
A. E. Brown berichtet über den Fang von Cystophora
cristata bei Springlake, New Jersey; Forest and Stream 1883
(vergl. Amer. Naturalist Vol. 17 No. 11 p. 1191). — J. A.
Allen über den Fang derselben Art an der Küste von Massa-
chusetts; ebenda p. 1192.
J. Huet, La Fourrure d'Otarie; Le Naturaliste 5. Ann.
No. 25, 26.
A. Ne bring weist darauf hin, dass die Angaben über das
Gebiss von Hdichoerus in der Mehrzahl unserer Handbücher
iucorrect seien. Die Formel für die Molaren ist nicht %, son-
dern % — Vs) ^a sich häufig (nach dem Verf. zugänglichen
Material bei 25 pCt.) sechs obere Backzähne finden. Die Form
betreffend, so haben die Backenzähne von Halichoerns eine ge-
wisse Tendenz zur Bildung von kleinen vorderen und hinteren
Nebenzacken, deren deutliche Entwickelung indessen sehr be-
deutenden individuellen Schwankungen unterliegt. Der fünfte
Backzahn scheint stets zweiwurzlig zu sein, der vierte (zumal
im Oberkiefer) häufig; der dritte ist fast immer einwurzelig,
der erste, zweite und sechste stets. Zwischen dem vierten und
fünften oberen Backzahn findet sich regelmässig eine auffallende
Lücke, wie der letztere überhaupt weit nach hinten gerückt
ist und bei geschlossenem Maule mit dem fünften Molar des
Unterkiefers meistens nicht in Berührung kommt. Die syste-
matische Stellung von Hcdichoerus anlangend, ist Verf. der An-
sicht, dass diese Gattung einen üebergang zwischen den eigent-
288 Reichcnow: Bericht über die Leistungen in der
liehen Phoken und den Otariiden bildet. Wenn man ins-
besondere den Scbädel und speciell das Gebiss zu Grunde
legt, wtodo sich die systematische Reihenfolge der Pinnipedien
folgendermassen gestalten miissen: I. Familie OtarätZae, 1. Otaria,
2. PJiocarctüs, 3. Callorhinus, 4. Arctocephalus, 5. Eumetopius, 6. Za-
lophus. II. Familie Phocidae, 1. Halichoerus, 2. Phoca, 3. Steno-
rhynchus, 4. Cystophura. III. Familie Tricliechidae, Gatt. Tricheclms.
Mit den Ohrenrobben würde die Ordnung an die carnivoren
Landsäugethiere sich anschliessen , während die TrichecMdae zu
den Pruhoscidea hinüberführen; Stzbr. Ges. naturf. Freunde
Berlin 1883 p. 107—126; auch Zoolog. Anzeiger 6. Jahrgang
No. 153 p. 610—615.
J. G. Swan, Report of investigations at Neah Bay, Wash.,
respecting the habits of Für Seals of that vicinity; Bull. Unit.
St. Fish Commission Vol. 3 p. 201 207.
E. L. Trouessart, Du role des courants marins dans la
distribution geographique des Mammiferes amphibies et parti-
culierement des Phoques et des Otaries; Bull. Soc. Et. Sc.
Angers XI p. 21.
Bodeutia.
F. Ameghino beschreibt aus der mesopotamischen Stufe
Patagoniens bei Paranä folgende neue fossile Nager: Lagodomus
antiquus n. sp., Hijdroclioerus paranensis n, sp., Megamys Laurillardl
n. sp. und Cardiatlierium Doeringi n. g. et sp. Verfasser erwähnt
femer Megamys patagoniensis Laur. aus denselben Schichten;
Bol. Acad. Nac. de Cienc. en Cordoba To 5 1883 p. 101—116
und 257—306.
E. D, Cope liefert eine Uebersicht über die ausgestorbenen
Rodentla von Nord -Amerika. Die Nager erschienen in Nord-
Amerika zuerst in der sogen. Wasatch-Eocen- Epoche. Aus
dem untersten Eocen ist noch keine Form bekannt. In der
Wasatch-Epoche treten wenige Arten auf, welche der Gattung
Plesiarctomys angehören. Eine grössere Anzahl und verschiedene
Gattungen liefert sodann die Bridger Epoche. Bedeutendere
Entwickelung zeigt die Gruppe in der Oligocen- Epoche, aus
welcher wir sieben Genera und zehn Arten kennen. Von der
John Day River - Formation sind uns neun Gattungen mit
21 Arten erhalten, die obere Miocen (Loup Fork) Epoche weist
sieben Genera mit neun Species auf. Fünf noch existirende
Naturgeschichte der Säiigethiere während des Jahres 1883. 289
Gattungen, Hystrix, Castor, Scmrus, Hesperomys Und Lepus, sind im
Miocen durch jetzt ausgestorbene Arten vertreten. Verf. führt
die nachfolgenden Gattungen auf nebst Angaben über deren
Vorkommen und characterisirt dieselben, wobei die Darstellung
durch zahlreiche Holzschnitte erläutert wird: Hystrix L. mit
einer Art, Mylagaulus Cope mit zwei Arten, Ileliscomys Cope mit
einer Art, Eucastor Leidy mit einer Art, Castor L. mit vier
Arten, Plesiarctomys Brav, mit zehn Arten, SyllopJiodus Cope mit
zwei Arten, hchyromys Leidy mit einer Art, Meniscomys Cope
mit vier Arten, Gymnoptychm Cope mit zwei Arten, Sciuncs L.
mit vier Arten, Eu7nys Leidy mit einer Art, Hesperomys Waterh.
mit zwei Arten, raciculus Cope mit zwei Arten, Pleurolims Cope
mit drei Arten, Entoptychus Cope mit fünf Arten, Paleolagus Leidy
mit sechs Arten, Panolax Cope mit einer Art, Lepus L. mit einer
Art; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 1 p. 43—57, No. 2 p. 165
bis 174, No. 4 p. 370—381.
W. Kamocki, Ueber die sogenannte Harder'sche Drüse
der Nager; Sitzungsb. math. naturw. Ges. d. Krakauer Acad.
Bd. 9 1882 p. 204—244 (In polnischer Sprache) und Arb. d.
Laborat. d. Kais. Uuivers. Warschau Hft. 8 1882 p. 1—38
(Russisch). Referat in: Biol. Centralbl. 2. Bd. No. 23 p. 709
bis 717.
W. Krause, Die Anatomie des Kaninchens in topogra-
phischer und operativer Rücksicht. Zweite Auflage. Leipzig,
Engelmann 1884. — Die ausserordentlich reichhaltige Samm-
lung von Thatsachen, welche theils aus verschiedenen Werken
und Fachzeitschriften zusammengetragen, theils von dem Ver-
fasser selbst festgestellt wurden, ist in dieser zweiten Auflage
des Buches durch eine grosse Anzahl von Zusätzen vermehrt,
welche durch die Benutzung der neuesten Fortschritte der
Wissenschaft ermöglicht wurden. Insbesondere hat auch eine
Reihe von Untersuchungen, zum Theil ganz neue Beobachtungen
enthaltend, Aufnahme gefunden, welche F. Hilgendorf dem
Verfasser in Form brieflicher Mittheilungen zur Verfügung stellte.
161 neu geschnittene Figuren erläutern den Text.
F. Lataste, Sur le bouchon vaginal des Rongeurs. Deu-
xieme note; Zoolog. Anzeiger 6. Jahrg. No. 133 p. 115 — 121.
Derselbe, Sur le bouchon vaginal des Rongeurs; Journ.
de l'Anat. et de la Physiol. T. 19 Jan./Fevr. p. 144—171.
F. Sickmann, Ueber zwei im Vereinsbezirke sehr seltene
290 Keichenow; Bericht über die Leistungen in der
Nager, Myoxus gUs und Mus agrarius; 5. Jahresb. Naturwiss.
Ver. Osnabrück 1883 p. 94—98.
Sciurina. F. A. Jentink gicbt eine Uebersicht über die im Ley-
dener Museum befindlichen Eichhörnchen nebst kritischen Bemerkungeu
über einzelne Species und Angaben der wichtigsten Synonyme. Es sind
69 Arten aufgeführt; Notes of the Leyden Museum Vol. 5 No. 2 p. 91
bis 144.
F. H. King schildert das Gcfangenleben von Sciuroplertis volucella;
Amer. NaturaHst Vol. 17 No. 1 p. 36— 4 2.
Myoxina. Grapldurus Thteti n. sp. von Senegambien; A. T. de
Rochebrune, Bull. Soc. Philom. (6) VII p. 8.
Castorina. R. Collett schreibt über das Vorkommen des Bibers
in Norwegen, welcher noch an zwei Stellen im Süden des Landes ange-
troffen wird; Nyt Mag. f. Naturvid. 18. Bd. 1. Hft. 1883.
R. E. C. Stearns berichtet über Biber- Albinos; American Naturalist
Vol. 17 No. 10 p. 1079.
Dipodina. F. Latastc, Les Gerboises d'Algerie. Description d'une
especc nouvelle (Dipus Darricarrerei) (Genes) 1883. 23 pg. [cf. Naturae
Novitates No. 15 1883 p. 147].
Derselbe schildert Aufenthaltsorte und Lebensweise von Dipus
aegyptius in Algier; Naturaliste 5. Ann. No. 30 p. 236—237, No. 31
p. 243—244, No. 32 p. 252 — 253, No. 33 p. 260 — 262.
Marina. Deleporte-Bayart, Notes sur une Invasion de souris,
mulots et campagnols dans les campagnes du nord de la France.
Lille 1883.
A. Fräser, On the Inversion of the Blastodermic Layers in the
Rat and Mouse. With 4 woodcuts; Proc. R. Soc. London No. 223.
V. Hensen, Bemerkungen betreff"end die Mittheilungen von Selenka
und Kupffer über die Entwicklung der Mäuse; Archiv für Anatomie und
Entwicklungsgesch. 1883. 1./2. Hft. p. 71—7 5.
F. Lataste beschreibt eine neue Maus {Mus spretus) von Algier;
Act. Soc. Linn. Bordeaux T. 37 und separat: Bordeaux 1883.
P. Magnus berichtet über das Vorkommen von Mus rattus bei
Greiz , wo sie in neuerer Zeit häufiger geworden und der ebenfalls dort
vorhandenen Mus decumanus Stand hält ; Stzb. Ges. naturf. Fr. Bei'lin
1883 p. 47—48.
Nach A. N e h r i n g ist Mus decumanus über die Küstenorte der
Provinz St. Paulo, Brasilien, verbreitet, so auch in Santos, während hin-
gegen in Piracicaba und anderen Binnenstädten Mus rattus vorkommt;
Stzb, Ges. naturf. Fr. Berlin 1883 p. 49 — 50.
ILipalotis papuanus n. sp. von Neu-Guinea ; E. P. Ramsay, Proc.
Lin. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 18 T. 11.
Ilesperomys Raiius Natt. msc. von Marabitanos (Brasilien) beschrie-
ben; A. V. Pelzein, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien Beiheft zu Bd. 33 1883
Naturgeschichte der Säugethierc während des Jahres 1883. 291
Miis Faberi d. sp. von Nord-Celebes ; J. A. Jentink, Notes of
the Leyden Museum Vol. 5 No. 3 p. 176.
3fus (? Acomys) Gaudryi n. fossile Art von Pikermi (Attica);
W. Dames, Zeitschr. Deutsch. Geol. Ges. 35. Bd. 1. Hft. p. 98 T. .5.
Mus velutinus n. sp. von Vandiemensland ; 0. Thomas, Ann. Nat.
Bist. (5) IX p. 415.
Ärvicolina. F. Lataste liefert eine üebersicht der in Frankreich
vorkommenden Arvicola-Arten und bespricht dabei in eingehendster Weise
die über die Classification dieser Nager erschienenen Arbeiten. Verfasser
trennt das genus in vier Untergattungen. 1. Myodes Fall., Typus: riUilus
Fall., hierzu auch glareolus Schreb. 2. Microtus Schrenck, Typus:
arvalis Fall., hierzu agrestis L. und nivalis Martins. 3. Arvicola Lac,
Typus : terrestris L., hierzu Musiniani Selys. 4. Terricola Fatio , Typus :
subterraneus Selys ; Le Naturaliste, 5. Ann. No. 41 p. 323, No. 42 p. 332,
No. 43 p. 342 und No. 44 p. 347.
J. Pfeiffer glaubt auf Grund seiner Beobachtungen die Gleich-
artigkeit von Hypudaexts terrestris und amphibius bestätigen zu können;
Zool. Garten 26. Jahrg. No. 3 p. 75—77.
G. T. Rope, Field Vole {Arvicola agrestis) suckled by a House
Mouse {Mus viuscidus), and vice versa; Zoologist Vol. 7 No. 80 p. 332.
Arvicola rozianus Boc. ist identisch mit Mus agrestis L. nach
F. Lataste; Le Naturaliste 5. Ann. No. 47 p. 373 — 374.
Arvicola rufocanus specifisch verschieden von A. rutilus; W. Bla-
sius, Braunschweigische Anzeigen No. 257 3. Nov. 1883.
Spalacoidea. Siphneus arvicolinus neue fossile Art aus lacustrinen
Ablagerungen am oberen Hoanho, China; A. Nehring, Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin 1883 p. 19—24.
Caviina. V. Hensen, Ein frühes Stadium des im Uterus des
Meerschweinchens festgewachsenen Eies. Mit einer Tafel; Arch. f. Anat.
u. Entwicklungsgesch. 1883 1./2. Hft. p. 61 — 70.
F. Spee, Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der früheren Stadien
des Meerschweinchens bis zur Vollendung der Keimblase. Mit einer Taf. ;
Arch. f. Anat. u. Entwicklungsgesch. 1883 1./2. Hft. p. 44—60.
Leporina. A. Grünhagen, Die Nerven der Ciliarfortsätze des Ka-
ninchens. Mit 1 Taf.; Arch, f. mikrosk. Anat. 22. Bd. 3. Hft. p. 369—373.
A. Kolli k er fand einen Chordakanal beim Kaninchen -Embryo und
erhielt neue Beweise dafür , dass die Chorda der Säuger eine Bildung des
Mesoderms ist; Sitzungsber. Würzb. Phys. med. Ges. 1883 p. 1 — 8.
W. Krause, Die Anatomie des Kaninchens in topographischer und
operativer Rücksicht. 2. Aufl. Leipzig 1883. 383 p. m. 161 Holzschn.
(S. oben S. 289).
Laulanie, Sur quelques points de la structure du placenta des
lapins; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 96 No. 22 p. 1588 — 1591,
292 Rcichcnow: Bericht über die Leistungen in der
Edentata.
P. Albrecht, Note siir le Pelvisternum des Edentes.
Avec 10 Fig.; Bull. Acad. Sc. Belg. (3) T. 6 No. 9/10 p. 265
bis 280.
F. Ameghino beschreibt aus der mesopotamischen Stufe
Patagoniens bei Paranä folgende neue fossile Edentaten: Frume-
gatherium smaltatus n. g. et. sp., Promylodon paranensis n. g. et
Sp., Olygodon pseudolestoides n. g. et sp., Chlamydotherium paranense
n. sp., Palaehoplophorns antiqims n. g. et sp., Palaehoplophorus Sca-
lahrini n. sp. , Hoplaphorus paranensis n. sp. — Grypotherium Dar-
lüinü Owen wurde ebenda gefunden; Bol. Acad. Nac. de Cienc.
en Cordoba T. 5 1883 p. 101—116 u. p. 257—306.
Derselbe weist nach, dass das genus ScMstopleurum 'Noö.ot
nicht Existenz berechtigt ist, da es auf das Skelett von Gly-
ptodon clavipes Ow. begründet wurde und diese Form aus den
Resten der beiden Gattungen Glyptodon und Hophphorus zusam-
mengesetzt ist. Verf. giebt sodann eine Revision der Glypto-
donten und nimmt folgende sieben Gattungen an: 1. Thoracophmis
Gerv. und Amegh. mit drei Arten, scheint den Uebergang von
den Megatherien zu den Glyptodonten zu vermitteln. 2. Gly-
ptodon Owen mit zwölf Arten. 3. Doedicums Burm. mit vier
Arten. 4. Euryums Gerv. u. Amegh. mit einer Art. 5. Panochtus
n. g. mit drei Arten. 6. Hophphorus Lund mit zehn Arten.
7. Chlamidotherium Lund mit drei Arten, welche Gattung den
Uebergang zwischen den Glyptodonten und den Dasypoden
bildet; Bol. Acad. Nac. de Cienc. en Cordoba T. 5 1883
p. 1—34.
,E. Rosenberg, Beobachtungen an der Wirbelsäule eines
Edeutateu; Sitzgsb. Naturf. Ges. Dorpat 6. Bd. 2. Hft. p. 255
bis 257 [Richtet sich gegen die Ihering-Welcker'sche Wirbei-
säulen-Anschauung].
Nuthropns neue fossile Gattung aus Quaternären Lagern in
Argentinien. Allied to Choloepus, but the teeth of somewhat
different shape. N. priscus n. sp. ; H. Burm eist er, Sitz. Ber.
Ak. Wiss. Berlin 1882 p. 613 und Amer. Naturalist Vol. 17
No. 6 p. 778.
Ungulata.
F. Ameghino beschreibt aus der mesopotamischen Stufe
Patagoniens bei Paranä folgende neue fossile Ungulaten:
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 293
1. Fentadactiila: Toxodontlierium cumpressus n. g. et sp. 2. rerisso-
dacU/la: Scalahr'mitherium Bravardi n. g. et sp. , Oxyodontherium
Zehallozi u. g. et sp. , Rihodon limhatum n. g. et sp. 3. Artio-
dactyla: Brach/thei-ium cuspidatus n. g. et sp. , Proterotheriwn cervi-
oides n. g. et sp, Toxodon paranerisis Laur. wurde in denselben
Schichten gefunden; Bol. Acad. Nac. de Cienc. en Cordoba
T. 5 1883 p. 101—116 und p. 257—306.
E. D. Cope hat die Entwickelungen der Ungulaten während
der Tertiärzeit in einer tabellarischen Uebersicht zusammen-
gestellt; American Naturalist Vol. 17 No. 10 p. 1056 [s. Bericht
1882 S. 414].
Derselbe erörtert die systematische Stellung von l'anta-
lamhda hathmodon und gelangt ZU dem Schluss, dass die Form
zu den AmUypoda gehöre. Von dieser Ordnung bildet Verf.
zwei Unterordnungen: 1. Taligrada (Astragalus with a head
distinct from trochlea, with distal articular facets); 2. ParUo-
donta (Astragalus without head, distal facets subinferior). Erstere
subordo wird gebildet von der einzigen Familie Pantolamhdidae
mit der Gattung Pantolamlda. Letztere betrachtet Verf. als den
Vorfahren von Coryphodon; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 3
p. 406—407.
Derselbe fiihrt einige Charactere der Gattungen Uintlm-
therium Und Bathmodon auf und beschreibt eine neue Art: Bath-
modon pachypus\ Amer. Naturalist Vol. 17 No. 1 p. 68.
' Derselbe hat vorgenannte fossile Art Bathmodon pachypus
aus den Wasatch - Schichten beschrieben; Proc. Acad. Philad.
1882 p. 294.
Derselbe stellt für Periptychus ditrigonus (n. sp. der Puerco-
Formation Neu -Mexicos, Proc. Ac. Philad, 1882 p. 294) die
neue Gattung Comryctes auf und beschreibt einige andere neue
fossile Säugethiere aus der „Puerco- Formation" Neu-Mexico's,
Periptychus coarctatus, Pantolambda cavirictus und Zetodon (n. g.)
gracilis; vergl. American Naturalist Vol. 17 No. 9 p. 968.
H. Filhol beschrieb einige fossile Ungulaten; vergl. oben
S. 270.
H. F. Osborne beschreibt einen neuen Achacmdon {A. ro-
hustiis) aus den mitteleocänen Bridger-beds von Wyoming. Es
sind somit drei Arten der Gattung Achaemdon bekannt: A. inso-
lens Cope, A. (Parahyus) vagus Marsh und .4. rohustus Osb, , und
es zeigen diese Formen eine interessante Vereinigung von
294 Keichcnow: Bericht über die Leistungen in der
Charakteren der Siüuen uud der Carnivoren; Contrib. from the
E. M. Miisenm of geol. and archaeol. of Princeton College.
Bulletin No. 3 1883 p. 23—35 T. 6.
M. Schlosser liefert eine Uebersicht über die bekannten
Anoplotherien und Diplobunen und erörtert die Beziehungen
zwischen Annplothcrium und anderen Säugethierfamilien. Mit
Chalicotherium hat die Form nicht das geringste gemein; letzteres
{Chalicüiherhim) erweist sich vielmehr durch den allmäligen
Uebergang der Molaren in die Praemolaren als echter Unpaar-
hufer. Grosse Aehnlichkeit im Zahnbau zeigt AmjAotherium mit
Hyopotnmus (Ancodus Pomel); gegen eine nähere Verwandtschaft
mit letzterem spricht jedoch der Umstand, dass die Extremi-
täten von Ilyopotamus viel complicirter gebaut sind ; Neues Jahrb.
f. Miner. Geol. u. Palaeont. 1883 2. Bd. p. 142—163 T. 7.
Derselbe hat die Extremitäten von Aiwplotherium studirt
und gelangt zu dem Resultat, dass das allgemein für zweizehig
gehaltene Anoplotherium commune am Hinterfusse höchst wahr-
scheinlich eine dritte Zehe besessen hat, während am Vorder-
fusse nur der Stummel eines Zeigefingers vorhanden gewesen
ist, eine Ungleichheit in der Zehenzahl an Vorder- und Hinter-
extremität, welche bei Taplrus ein Analogon findet; Neues Jahrb.
f. Miner. Geol. u. Palaeont. 1883 p. 142—152 T. 6.
Perissodactyla.
M. Schlosser bespricht die bekannten Chalicotherium- Arten]
Neues Jahrb. f. Miner. Geol. u. Palaeont. 1883 p. 164—167.
L. Tausch entdeckte ein ChuUcoiherinm und Hipj)<)therium
gracile Kaup in den lignitfiihrenden Ablagerungen des Hausruck-
gebirges in Ober-Oesterreich; Verh. geol. Reichsanst. Wien
1883 p. 147—148.
Equidae. E. L. Berthoud macht darauf aufmerksam, dass John
Cabot auf seiner Kavte über den Rio La Plata vom Jahre 1546 — 47
bereits wilde Pferde als Characterthiere der Steppen des La Plata und
Parana angiebt. Explorirt wurde das Gebiet von Cabot in den Jahren
1527 — 30, wo aber unmöglich verwilderte Pferde aus dem kaum 20 Jahre
früher entdeckten Peru dorthin hätten gelangen können. Man muss daher
annehmen, dass in Argentinien und Paraguay Tvilde Pferde ursprünglich
existirt haben; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 3 p. 434 — 435.
J. E. V. Boas weist nach, dass die an der Seite des Fusses
(meistens an der inneren Seite der Vorderfüsse) zuweilen auftretende über-
zählige Zehe keineswegs immer als Atavismus mit Beziehung auf die
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 295
Nebenzehe des Hipparions aufzufassen sei. Man kennt zwar eine Anzahl
von Fällen, in welchen die überzählige Zehe unzweifelhaft einer der Seiten-
zehen des Hipparions entspricht, in anderen beruht die Bildung dagegen
auf einer unvollkommenen Verdoppelung des Fusses, wobei der überzählige
Fuss ein mehr oder weniger vollständiges Spiegelbild des normalen Fusses
ist, von dessen Innenseite er entspringt, eine Entwicklung, welche auch
bei anderen Säugethieren , namentlich bei Schweinen, auftritt; Vidensk.
Meddel. fr. Naturh. Foren. Kjöbenhavn 1883.
In einem Kapitel seiner Arbeit über die fossile Säugethierfauna von
Punin (s. oben S. 268), betitelt „Die geologische Entwickelung der pferde-
artigen Thiere" bespricht W. Branco die in Amerika, Europa, Asien
und Afrika vorkommenden fossilen pferdeartigen Formen und weist speciell
auf folgende Thatsachen hin: 1. Allmählich sich vollziehende Reduction
der Zehen. 2. Ueberwiegen des Vorkommens der pferdeartigen Thiere in
Nordamerika vor anderen Erdtheilen. 3. Vorkommen solcher in Nord-
Amerika in geologisch älteren Zeiten. 4. Bedeutendere Abweichung der
fossilen Pferde junger geologischer Perioden von unserem Hausijferde in
Nordamerika als in Europa. 5. Verschwinden der Pferde mit Beginn der
alluvialen Epoche in Amerika trotz des Ueberwiegens derselben während
der tertiären und diluvialen Epoche ; Palaeont. Abhandl. von Dames und
Kayser 1. Bd' 2. Hft. p. 142—148.
E. D. Cope giebt Beschreibung und Abbildung von Phenacodus
'primaevus; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 5 p. 535 T. 12.
Ch. Cormenin, Sur quelques points de l'histoire de la doraesti-
cation du Cheval. Lyon 1883. 8° (34 p.).
E. Guy er, Les allures du Cheval demontrees ä I'aide de 14 plan-
ches coloriees decoupees, superposees et articulees. Avec une introduction
par M. Duval. Paris 1883.
Ellenberger und Hofmeister, Ueber die Magenverdauung der
Pferde; Bericht über d. Veterinärwesen im Kgr. Sachsen 1882 p. 101 — 120.
M. Fries, Das Pferd, dessen Struktur, Züchtung, Behandlung,
Mängel und Krankheiten. 3. Aufl. Stuttgart 1883.
J. A. Grant bestätigt, dass die auf der Expedition von Speke und
Grant beobachtete Zebra -Art Equus Grevyi Milne Edw. war, und giebt
einige Notizen über die Verbreitung tind Lebensweise dieser Art, auch
Abbildung des Kopfes; Proc. Z. S. Pt. 2 p. 175 — 177.
Langkavel hat eine Anzahl Notizen zusammengestellt, welche er
über die Haarfarbe der Pferde aus den verschiedensten Reiseberichten und
Abhandlungen über Länderkunde gesammelt; Zoolog. Garten 26. Jahrg.
No. 2 p. 38 — 43.
R. Lydekker bespricht die fossilen Pferde Indiens und characterisirt
zwei Species von Hippotherium , H. antilopinum Falc. (wahrscheinlich
identisch mit H. gracile) und H. Theohaldi Lyd. , sowie zwei Eijuus-
Arten , E sivalemis, welches mit E. hemionus nahe verwandt ist und
296 lleichenow: Bericht über die Leistungen in der
E. nnwidiius Falc. (= £. p(ilaeonus)\ Memoirs of the Geolog. Survey of
ladia. Palaeontologia Indica. Vol. 2 Part 3 (Siwalik and Narbada
Equidae) 1882.
A. Nehring erörtert die Vorgeschichte des Pferdes in Europa.
Die Ansicht, dass unser Pferd in den asiatischen Stej^pen seine ursprüng-
liche Ueimath habe, ist eine irrige. Europa hat schon in der mittleren
Tertiärzeit pferdeartige Thiere {Anchilherium, Hipparion) besessen und ist
seit dem Beginn der Diluvialperiode von wilden Pferden, welche von
unseren domesticirten nicht specifisch getrennt werden können, bewohnt
gewesen. Die weiten Steppen , welche im ersten Abschnitte der Post-
glacialzeit Mitteleuropa einnahmen , bildeten die Tummelplätze der wilden
Pferde, wie aus den grossen Mengen fossiler Pferdeknochen zu erkennen
ist, welche überall in den entsprechenden Ablagerungen Mitteleuropas
gefunden werden. Durch Einschränkung der Steppenbezirke und Vor-
rücken des Waldes wurden die Pferde nach Osten gedrängt. Nur in
schwach bewaldeten Districten hielten sich auch während der prähisto-
rischen Waldperiode noch Wildpferde, welche freilich im Vergleich mit
den diluvialen Steppenpferden degenerirt erscheinen, kleiner und dünn-
knochiger waren; Stzb. Gesellsch. naturf. Fr. Berlin 1883 p. 50 — 63.
C. A. Pietrement, Les Chevaux dans les temps pre'historiques et
historiques. Paris, Bailliere 1883,
G. Pouchet, Sur quelques particularites offertes par le plasma du
sang de cheval; Journ. de l'Anat. et de la Physiol. T. 18 Mai/Juni
p. 313—316.
J. Schlechter fand nach seinen auf einem ungarischen Staats-
gestüt angestellten Untersuchungen, dass die durchschnittliche Grösse der
weiblichen Nachkommen bei Pferden näher der Mutter als dem Vater
lag, dass in den Fällen, in welchen der Vater die Mutter bedeutend an
Grösse überragte, der weibliche Nachkomme grösser als die Mutter wurde,
dass derselbe aber kleiner blieb, wenn der Vater nur sehr wenig grösser,
gleich gross oder kleiner als die Mutter war. Im allgemeinen war die
Durchschnittsgrösse der weiblichen Nachkommen etwas kleiner als die der
Eltern; Oesterr. Monatsschr. f. Thierheilk. 1883 No. 4.
G. Schwarznecker und W. Zipperlen, Beschreibungen der vor-
züglichsten Pferderassen. Gesammelte Aufsätze. Zugleich Textband zu
Volkers Abbildungen der vorzüglichen Pferde-Rassen. 2. Aufl. Stutt-
gart 1883.
B. Steglich, Ueber den Mechanismus des Pferdehufes, mit beson-
derer Berücksichtigung der Hufrotationstheorie des Prof. Lechner in Wien.
Inaug. Dissert. Leipzig 1883.
E. Volkers, Abbildungen vorzüglicher Pferderassen. 34 Blatt.
Stuttgart 1883. qu. 4. in Mappe.
Tapirina. Th. Kitt beschreibt den Bau des Hornschuhs beim
Tapir; Zool. Garten 26. Jahrg. No. 9 p. 265 — 266.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 297
W. L. Sigcl schildert Betragen und Pflege eines im Hamburger
zoologischen Garten gehaltenen Tapirus indicus; Zool. Garten 26. Jahrg.
No. 6 p. 185—186.
Nasicornia. E. D. Cope berichtet über die Untersuchungen Kowa-
lewsky's des Elasmotherium lypus. Die Form ist an das Ende der Rhino-
cerontidae zu stellen und schliesst sich an die Coelodonten an. Stereoccrus
Duv. ist identisch mit Elasmotherium. Die Art E. tt/pics war so gross als
das indische Rhinoceros; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 1 p. 72.
R. Lydekker, Siwalik Rhinocerotidae. Supplement to Siwalik and
Narbada Proboscidea (Palaeontologia Indica Ser. X Vol. 2 p. 1 — 62. —
Rhinoceros palaeindicus , sivalensis , platyrinus, iravadicus und planidens
Lyd. (= Acerotherium perimense) finden sich in den Siwalik-Schichten.
W. B. Scott und H. F. Osborn beschreiben eine neue Gattung
Orthocynodon aus dem mittleren Eocän von Wyoming als ältesten Vor-
fahren der Rhinoceronten, Zusammen mit Amynodon Marsh bildet dieses
neue genus die Familie der Amynodonlidae. Es ist hornlos wie Acera-
therium und steht hinsichtlich seiner Bezahnung in der Mitte zwischen
dem miocänen liyracodon und den eocänen Lophiodonten. Der von
Gaudry vertretenen Anschauimg, dass die Palaeotherien die Vorfahren der
Rhinoceronten seien, treten die Verf. entgegen, da gleichzeitig mit dem
Erscheinen des Palaeoiherium in Europa schon in America Rhinoceros-
formen vorkamen , und betrachten als Ahnen vielmehr die Lophiodonten-
gattung Hyrachyus. Von dieser Form gingen nach Ansicht der Verfasser
mehrere Stämme aas: 1. Triplopus aus dem mittleren Eocän. 2. Dicera-
tkerium aus dem unteren Miocän. 3. liyracodon (Unter-Miocän). 4. Des-
matotherium (eocän), Tapiravus (Unter -Miocän) und als Endform Tapirus
(Mittel- und Ober- Miocän und noch lebend). 5. Orthocynodon (Mittel-
Eocän), Amynodon (Ober-Eocän), Acerotherium (Unter-Miocän), Ceratorhinus
(Mittel -Miocän) und als Endform Rhinoceros (Ober -Miocän und noch
lebend); Contrib. from the E. M. Museum of geol. and archaeol. of Prin-
ceton College. Bulletin No 3 1883 p. 1—22 T. 5.
F. Toula fand unter Wirbelthierresten der Braunkohle von Göriach
bei Turnau in Steiermark Zähne einer Rhinoceros- Krt , welche am besten
mit Rh. sansaniensis Lart. übereinstimmen; Verhandl. geol. Reichsanst.
Wien. 1882 p. 274—279.
Derselbe beschreibt Oberkiefer - Backenzähne von Rhinoceros ticho-
rldnus Fischer; Verhandl. geol. Reichsanst. 16. Jahrg. 1882 No. 14 p. 279.
Lophiodontia. W. B. Scott beschreibt zwei neue Lophiodonten,
Desmalolherium Puyoti n. g. et sp. und Dilophodon minuscxäus n. g. et sp.
Die Gattung Tapirulus hält Verf. für identisch mit Lophiodon und unter-
scheidet nunmehr acht Genera der Familie Lophiodontidae, nämlich:
Triplopus, Colonoceras, Helaletes, Pachynolophus , Lophiodon, Hyrachyus,
Dilophodon und Desmatotherium ; Contrib. from the E. M. Museum of geol.
and archaeol. of Princeton College. Bulletin No. 3 1883 p. 46 — 53 T. 8.
298 lleichenow: Bericht über die Leistungen in der
Artiodactfla.
M. H. Filhol hat zwei neue fossile Gattungen der Artio-
dactyla von Queicy beschrieben, Jiachitlierium, n. g., mit Gelocns
verwandt, mit den drei neuen Arten: insigne, medium und minus
und Monillacitherium n. g., mit Cainotherium verwandt, mit der
neuen Art pm-vidum; Compt. rend. T. 94 1882 p. 138 u. Natu-
raliste Vol. 4 p. 42.
Derselbe characterisirt zwei andere fossile Formen eben-
daher, Amphimoeryx parvulus und Myxocherus primavus n. g. et sp. 5
Bull. Sog. Philom. (7) 6 p. 125—126.
B. Lucbsinger, Zur Theorie des Wiederkauens; Mittheil.
Naturf. Ges. Bern 1883. I. p. 13—15.
R. Lydekker betrachtet Giraffen und Sivatherien als
verwandte Formen derselben Gruppe. Veif. bildet die Familie
Camdop ardnlidae und schliesst in dieselbe folgende Gattungen
ein, welche eingehend besprochen werden: Camdopardcdis, Orasius,
Vishnuiherium, Hdladotherium, Hydaspitherimn, Bnanatherium Und Siva-
therium. — Hydaspitherium ist eine neue Gattung, zu welcher die
beiden Arten //. megacephalum und H. gründe gehören. Die fos-
silen Giraffen von Europa sind miocen; dagegen entstammt
Camelopardalis sivalensis der Pliocenperiode ; Memoirs of thc
Geolog. Survey of India. Palaeoutologia Indica. Vol. 2 Pt. 4.
Siwalik Camelopardalidae. 1883.
F. Toula beschreibt Dicroceros minimus eine neue fossile
Art aus der Braunkohle von Göriach bei Turnau in Steier-
mark; Verh. geol. Eeichsanst. Wien 1882 p. 274—279.
Dicroceros fallax neue fossile Art von Steiermark; R. Hoer-
nes, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. Wien 1882 p. 157.
Cervina. P. B. du Chaillu schildert die Behandlung, Pflege und
Leistungen des Rennthiers in Norwegen ; Im Lande der Mitternachtssonne.
Sommer- und Winterreisen durch Norwegen etc. (Leipzig, Hirt 1882) und
Zool. Gart. 26. Jahrg. No. 2 p. 65—75.
W. Dames stellte das Vorkommen einer Hirschart {Cervus Fentelici)
im Pliocän von Pikermi fest und vermuthet, dass die von Gaudry als
Dremotherium Fentelici und Dremotherium sp. beschriebenen Fossile sich
auf dieselbe Hirschart beziehen; Zeitschr. Deutsch. Geolog. Ges. 35. Bd.
1. Hft. p, 92 — 98.
L. Hoffmann, Das Rudel Axishirsche im Kgl. Favoritcpark bei
Ludwigsburg. Stuttgart 1883. qu. fol. mit 3 Bl. Photographieeii.
M. Lcmoinc characterisirt eine neue fossile Gattung Decticaddpin,
Naturgeschichte der Säugethierc während des Jahres 1883. 299
welche verwiindtschaftliche Beziehungen zwischen Adapis und den Nagern
zu vermitteln scheint; Bull. Soc. Geol. France 1883 p. 249 — 271
T. 5 u. 6.
A, B. Meyer, Die Hirschgeweih -Sammlung im Kgl. Schlosse zu
Moritzburg bei Dresden (Dresden, W. Hoffmann). — Photographien auf
losen Kartonblättem nebst begleitendem, Beschreibungen und Messungen
enthaltendem Text.
A. V. Mojsisovics liefert eine tabellarische Zusammenstellung von
Maassen und Gewichten von Hirsch- Geweihen (Cervu-s elaphus), welche
aus der Herrschaft Bellye stammen und sich in der Sammlung des Directors
V. Rampelt befinden. Gemessen sind 14-, 16-, 18- und 20-Ender. Das
Gewicht variirt zwischen 7 — IIV4 Kilogr. ; Zur Fauna von Bellye und
Darda H., Mitth. Naturw. Ver. f. Steiermark 1883.
A. N ehrin g berichtet über das Auffinden eines Skeletts von Cervus
diima in einer praeglacialen Süsswasserkalklage bei Beizig im südwest-
lichen Theile der Mark Brandenburg. Durch diesen Fund scheint be-
wiesen zu werden, dass der Dammhirsch unmittelbar vor der Glacialzeit
in Norddeutschland vorgekommen ist und erst durch die Vergletscherung
verdrängt wurde. Ebenso scheinen Cervus elaphus und capreolus durch
die Eiszeit fast gänzhch aus Deutschland nach dem Süden verdrängt und
erst während der neolithischen Waldperiode wieder eingewandert zu sein;
Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin 1883 p. 68—71.
H. Nitsche berichtet über einige vom descendenz- theoretischen
Standpunkte interessante Abnormitäten des Rehwildes; Tharand. Jahrb.
1883 Hft. 2.
A. Portis beschreibt den rechten Unterkiefer eines Hirsches aus
einem Torfstich bei Trana, welcher mit dem von Cervus elaphus über-
einstimmt, aber durch bedeutende Grösse sich auszeichnet; Atti R. acc.
Torino Vol. 18 1883.
W. H. Ravenscroft beobachtete, dass ein in Gefangenschaft ge-
haltenes Thier von Cervus axis sein Kalb während der ersten zehn Tage
jeden Nachmittag in einem Gebüsche zur Ruhe bettete und so versteckte,
dass es nicht aufzufinden war; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 465.
H. de Saussure, Note sur le Cervius paludosns et les especes voi-
sines. Avec 2 pl. Gencve , Georg, 1883. 4° (Mem. Soc. de Phys. et
d'Hist. Nat. Geneve, T. 28 No. 6).
L. Schlachter hat an einem ausserordentlich reichhaltigen Ma-
terial Studien über die Geweihbildung des Rehes gemacht , welche
sowohl die älteren Anschauungen über die Benutzung des Geweihes zur
Altersbestimmung des Thieres als die neuere Altum'sche Ansicht über
Geweihbildung als irrthümliche erweisen. Verf. gelangt zu dem Schluss,
dass der Rehbock am Ende des ersten Kalenderjahres meist ein Knöpfchen,
bisweilen ein Spiesschen aufsetzt, welches in der Regel im Frühjahr ab-
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. U
300 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
geworfen, nur ausnahmsweise ein ganzes Jahr lang bewahrt wird. Das
zweite Geweih setzt zu Ende des ersten und im Anfang des zweiten
Lebensjahres meistens in Form eines Spiesses auf. Statt des Spiesses kann
wieder ein Öpiesschen oder eine Gabel oder Sechserstange auftreten, doch
geschieht das nicht häufig. In den folgenden Jahren tritt das Sechser-
geweih in den Vordergrund , so dass jetzt Spiesse und Gabeln nur als
Vertreter der Sechserstangen anzusehen sind; Zool. Garten 26. Jahrg.
No. 6 p. 161—177.
M. Schlosser referirt über die Chalicot her ium- Arten; Neu Jahrb. f.
Mineral. 2. Bd. 2. Hft. p. 164 — 169.
F. Teller weist die kleine, an Cervus dama sich anschliessende
fossile Hirschart, welche im Diluvium Siciliens, des istrischen Archipels
und der ägaeischen Inseln gefunden wurde, von der Insel Cerigo nach;
Vcrhandl. Geol. Reichsanst. Wien, 1883 p. 47—48.
F. W. True beschreibt ein abnormes Geweih von Cervus virginianus ;
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 151.
Cavicornia. R. Behmer, Ueber die Schafe auf der internationalen
landwirthschaftlichen Thierausstellung in Hamburg. Berlin 1883.
J. D. Caton, The Äntelope and Deer of America; a comprehensive
treatise upon the natural history, including the characteristics , habits,
affinities, and capacity for domestication of the Antilocapra and Cervidae
of North America. Boston 1881.
W. Dam es hat nachgewiesen, dass die 22 ^^^ Tragocerus amoJ-
theus Wagn. und Gazella brevicornis Roth, et Wagn. hornlos waren;
Sitzb. Ges. naturf. F. Berlin 1883 p. 25 — 26.
B. Dawkins fand bei Trimingham in Norfolk ein Schädelfragment
von Ovibos moschatus, welches nach Ansicht des Verfassers wahrscheinlich
aus dem Forest-bed stammt und demnach praeglaciales Alter hat, ein
Beweis, dass die Eiszeit keine scharfe Grenze zwischen zwei verschie-
denen Faunen bildete; Quart. -Journ. Geol. Soc. London 1883 5. p. 575
bis 581.
C. C. Klüver, Tabelle zur Bestimmung des Brutto- und Netto-
gewichts des Rindviehes vermittelst zweier Maasse. Deutsch v. R. Strauch.
2. Aufl. Bremen 1883. 39 pg.
J. Kühn züchtete in dem Thiergarten des landwirthschaftlichen In-
stituts zu Halle einen Bastard von einem Gayalbullen und einer Kuh des
Sangarindes; Zool. Gart. 26. Jahrg. No. 4 p. 126 — 127.
A. Nehring fand Eckzähne an dem Schädel einer sehr jungen
Saiga- Antilope. Derselbe führt Beispiele an, nach welchen Eckzähne zu-
weilen bei Cervus rapreolus und zwar nicht nur beim cT, sondern auch
beim $ vorkommen , und fand solche ferner bei Cervus tarandus , e/aji/ius,
conadensis, Arislotelis, moluccensis , hi/ipelap/nis und sika ; Sitzb. Ges.
naturf. Fr. Berlin 1883 p. 13 — 19.
G. ]'. Plana, Osscrvazioni Anatomico-Istologichc intorno a cinque
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 301
mostri Bovini del genere Amorphus di Gurlt: Rendic. Accad. Sc. Bologna
1882/83 p. 98- 100.
Ch. et H. Robin, Sur la generation et la regeneration des cornes
caduques et persistantes des Ruminants. Avec 1 pl.; Journ. de l'Anat.
et de la Physiol. T. 18 Mai/Juin p. 205—265.
J. Sarbo giebt an, dass das in Assam vorkommende wilde Rind
Bos gaurus sei und nicht Bos frontalis , welches letztere nur im halb-
domesticirten Zustande angetroffen wurde; Proc. Z. S, Pt. 2 p. 142
bis 144.
P. L. Sclater giebt einige genauei'c Notizen über Tragelaphus
gratus, von welchem sich ein Paar im Jardin des Plantes in Paris lebend
befindet; Proc. Z. S. Pt. 1 p. 34—37 T. 8.
Severzow beobachtete in Pamir, Westl. Central-Asien, Ovis nalwor,
Kenias Hodgsoni; The Ibis (5) Vol. 1 p. 83.
A. Slosarski referirt über die im Kngr. Polen gefundenen Schädel
von Bos primigenius. Mit 8 Holzschn. (In polnischer Sprache) ; Wiado-
mosci archeolog. 4. Hft. 1882 p. 40 — 55.
H. Werner, Ausmessungen von Thieren verschiedener Rinderracen.
Bonn 1883.
Die österreichischen Rinder -Racen, herausg. v. k. k. Ackerbau-
Ministerium. Bd. 1. Rinder der österreichischen Alpenländer von
F. Kaltenegger. Hft. 3. Etschthal und Wippthal. Wien 1883. gr. 8.
m. Karte.
Bos taurus var. Harveyi und var. triceros von Senegambien; A. T.
Rochebrunc, Bull. Soc. Philom. (6) VII p. 10.
Oreas Colini n. sp. von Senegambien; A. T. Rochebrunc, Bull.
Soc. Philom. (6) VII p. 8.
Ovis aries var. n. halcelensis und djalonensis von Senegambien ; A. T.
Rochebrunc, Bull. Soc. Philom. (6) VII p. 10 u. 11.
Proti-agelaphus Shouzesi neue fossile Gattung und Art aus dem Plio-
cän von Pikermi in Attica, scheinbar Vorläufer der recenten Tragelaphus-
Formen; W. Dames, Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin 1883 p. 95 — 97.
Tylopoda. W. Braneo beschreibt eine neue fossile Tylopodenform
Protaucheniu Reissi n. g. et sp. , ein mehr zu Auchenia als zu Camelus
hinneigendes Genus; Palaeont. Abhandl. von Dames und Kayser 1. Bd.
2. Hft. p. 148.
Suina. C. J. Forsyth ist auf Grund eines sehr reichen Schädel-
matcrials der Ansicht, dass ein und dieselbe Form von Wildschwein (Sus
viUatus Müll. u. Schi.) mit geringen Modificationen der Schädelbildung
gegenwärtig von Sardinien bis Neu -Guinea und von Japan bis Südwest*
Afrika (Damara) sich verbreitet findet. Der Schwerpunkt der Verbreitung
liegt in der orientalischen und äthiopischen Region. Sus scrofa fasst Verf.
ebenfalls als Varietät von S. villntus auf und zwar letztere als Stamm-
form, 5. scrofa als historisch jüngere Gestalt und auch morphologisch als
302 Reichenow: Berieht über die Leistungen in der
Terminalform. Es bleiben nach Ansicht des Verf. nur drei Arten lebender
Schweine bestehen, ausser S. viüatiui , S. verrucosus Müll. u. Sohl, von
Java und Cclebes imd Su.s burhatus Müll, und Schi, von Borneo; Zool.
Anz. 6. Jahrg. No. 140 p. 295 — 300.
J. G. G a r s 0 n liefert eine Beschreibung der Anatomie von Stis sal-
vanius; Proc. Z. S. Pt. 3 p. 413 — 418.
R. Lydekker giebt eine Uebersicht über die fossilen Schweine
Indiens und characterisirt dabei mehrere neue Formen : Hemimeryx Blan-
fordi und Sivameryx sindiensis, nahe verwandt mit Choeromeryx und Mery-
copotamus; Memoirs of the Geolog. Survey ofludia. Palaeontologia Indica.
Vol. 2 Pt. 5 Siwalik Selenodont Suina 1883.
Babirussn ulfurua juv. ist abgebildet in Proc. Z. S. Pt. 4 T. 47.
Obesa, P. Albrecht, Note sur un sixieme costoide cervical chez
un jeune Hippopoiamius amphibius. Avec 1 pl. ; Bull. Mus. R. Hist. Nat.
Belg. T. 1 No. 3 p. 197—202,
W. L. Sigel beschreibt eigenthümhche Schweisssekretionen des Nil-
pferdes im Zoologischen Garten in Hamburg und schildert die Lebensweise
und Pflege desselben; Zoolog. Garten 26. Jahrg. No. 1 p. 10 — 21.
Proboscidea.
P. Armandi, Histoire des Elephants dans les guerres et
les fetes des peuples anciens jusqu' ä, rintroduction des armes
ä feu. Limoges, Ardant et Co. 1883. 8". (304 p.)
lieber das Wachsthum eines ElepTias africamis im Zoolog.
Garten in London giebt P. L. Sola t er eine kurze Notiz; Proc.
Z. S. Pt. 4 p. 465.
J. Gass and W. H. Pratt, Bones of the Mammoth in
Washington Co, Jowa; Proc. Davenport Acad. Nat. Sc. Vol. 3
T. 2 p. 177—178.
Ch. Gib b es, Fossil Jaw of Mammoth. With 1 pl.; Proc.
Californ. Acad. Sc. Oct. 1882.
A. Jeutzsch bespricht einige tertiäre Sängethierreste aus
Ost- und Westpreussen und begründet auf einen Mastodun-Zahn,
welcher aus dem Thorn'schen Kreise stammen soll (!), eine
neue Art, M. ZaddacM; Schrift. Phys. Oek. Ges. Königsberg.
23. Jahrg. 1882 p. 201—205 T. 5.
A. V. Mojsisovics beschreibt die anatomischen Verhält-
nisse eines männlichen Loxodon africanus; Mitth. Naturw. Ver. f.
Steiermark 1883.
R. Owen, Description of portions of a tusk of a Probo-
Naturgeschichte der Säugcthiere während des Jahres 1883. 303
scidian Mammal (NotelepMs Australis)] Philos. Trans. CLXXIII
p. 777.
F. Plateau, Siir ranatomie de l'elephant d'Afrique {Loxochn
africunus) ; Rev. Sc. Nat. Montpellier (3) T. 1 No. 3 1883p. 346- 348.
M. Vacek berichtet über neue Funde von Mastodon angu-
stidens Cuv. und M. longirostris Kaup in Steiermark; Verhandl.
geolog. Reichsanst. Wien 1883 p. 94—95.
Derselbe berichtet über neue Funde von Dinotlierium im
Wiener Becken; Verhandl. geolog. Reichsanst. 16. Jahrg. 1882
No. 17 p. 341—342.
M, Watson theilt einige fernere Untersuchungen über die
weiblichen Organe eines ElepTias indicus mit; Proc. Z. S. Pt. 4
p. 517—521.
0. Weinsheimer liefert eine eingehende Beschreibung
von Dimiherium giganteum. Verf. gelangt nach seinen Unter-
suchungen zu dem Schluss, dass die Zähne ausserordentlich in
der Grösse variiren, die verschiedene Gestalt derselben auf den-
selben Grundtypus zurückzuführen ist und theils individuelle,
theils sexuelle und besonders Altersverschiedenheiten darstellt.
Somit gehören die Dinotherium-Reste> auch solche aus ungleich-
altrigen Schichten, welche als 15 verschiedene Arten beschrieben
wurden, zu einer Species, dem D. giganteum Kaup. In
einem Kapitel wird eine Uebersicht über die geographisclie Ver-
breitung der Dinotherium - Reste gegeben; Palaeont. Abhandl.
von Dames u. Kayser. 1. Bd. 3. Hft. p. 207—282.
Sirenia.
P. Albrecht, Note sur la presence d'epiphyses terminales
sur le Corps des vertebres d'un exemplaire de Manatus ameri-
canus Desm. Avec figg.; Bull. Mus. R. Eist. Natur. Belg. T. 2
No. 1 p. 35—40.
E. D. Cope beschreibt ein neues fossiles Genus der Fa-
milie Sirenia {Dioplotherium) von Süd - Carolina ; Proc. Acad. Nat.
Sc. Philad. 1883 p. 52—54.
Dybowski weist sexuelle Verschiedenheiten am Schädel
vOn Rhythina Stellen nach; Proc. Z. S. Pt. 1 p. 72 u. 73.
Chronozoon mistrnle neue fossile Art von Australien auf Grund
eines Schädelfragments aufgestellt; Ch. W. de Vis, Proc. Lin.
Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 392-395 T. 17.
304 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Dioplotherium n. g. der Sirenia aus dem Miocen von Süd-
Carolina, nahe Halicore und Halitherktm, aber mit zwei Stoss-
zähnen in jedem Praemaxillarknochen. Der vordere Stosszahn
ist gross und gegen die Spitze hin zusammengedrückt, der
zweite nicht viel kleiner. Das Thier hatte die ungefähre
Grösse des Dugong. Art: D. Monigaidti; Cope, Amer. Natu-
ralist Vol. 17 No. 3 p. 309.
Nataiitia.
H. Beauregard et Boulart, Recherches sur le larynx
et la trachee des Balaenides. Avec 2 pl. ; Journ. de l'Anat. et
de la Physiol. T. 18 Nov./Dec. p. 611—634.
— Recherches sur les appareils genito-urinaires des Balae-
nides. Avec 7 pl,; Journ. de l'Anat. et de la Physiol. T. 18
Mars/Avr. p. 158—201.
P. J. van Beneden, Sur l'articulation temporo-maxillaire
chez les Cetaces. Avec 1 fig. ; Ach. de Biolog. T. 3 Fase. 4
p. 669—678.
Derselbe beschreibt die Reste fossiler Cetaceen aus den
oligocänen Phosphotitlagern von Helmstedt in Braunschweig
und begründet auf dieselben die neue Gattung Pachjcetes mit
den Arten F. rohustus und P. Immilis; Bull. Acad. roy. Belgique
3. ser. t. 6 1883 No. 7.
W. H. Flow er, hat einen Aufsatz über die Wale in Ver-
gangenheit und Gegenwart und deren wahrscheinlichen Ursprung
veröffentlicht; Nature No. 713 u. 714, deutsche Uebersetzung
in: Kosmos 7. Jahrg. 5. Hft. p. 358—368 und 7. Hft. p. 525
bis 532. — Verfasser giebt zunächst einen allgemeinen Begriff
von der Stellung, den Grenzen und den wichtigsten Vertretern
der Gruppe der Wale und geht sodann auf deren Abstammung
ein. Die ältesten Cetaceen, über deren Organisation wir gehörig
unterrichtet sind, waren die Zeuglodonten aus den Eocänforma-
tionen Nordamerikas, welche ungefähr in der Mitte zwischen
den heutigen Unterordnungen der Wale, zwischen Mystacoceten
und Odontoceten standen. Vom mittleren Miocän an kommen
ossile Cetaceen in grossen Mengen vor und zwar haben sich
die beiden jetzt existirenden Gruppen bereits scharf geschie-
den. Die Bartenwale der miocänen Meere gehörten alle zu
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1883. 305
der Familie der Balaenoptera. Echte Wale (Balaena) finden
sich erst in der Pliocänzeit, und es ist beachtenswerth, dass die
Formen stetig an Grösse zugenommen haben, so dass die Gegen-
wart die grössten Repräsentanten aufweist, mit welchen die
Gruppe auch ihrem Erlöschen entgegen geht. Als zweifellos
nimmt Verf. an, dass die Wale von terrestrischen Säugethieren
abstammen und zwar von den schweineartigen Ungulaten, wel-
chen sich die Cetaceen noch in zahlreichen Punkten im inneren
Bau nähern. Einen Beweis, dass die Gruppe im Süsswasser
ihren Anfang nahm und erst später zu Meeresthieren wurde,
scheint ausser dem sonst unbegreiflichen Fehlen der Cetaceen
in den Meeren der Kreidezeit auch der Delphin des Ganges
{Platanista) und die demselben nahe verwandte Inia von Süd-
amerika zu liefern, welche auch eine gewisse Verwandtschaft
mit einigen der ältesten Formen aus dem Miocän verrathen und
die bis zur Gegenwart ausschliesslich Flussbewohner geblie-
ben sind.
J. Hector St. John, An Account of the Whale Fishery
of Nantucket, Mass., One hundredyearsago ; Bull. Unit. St. Fish
Commission Vol. 3 p. 179—181.
H. Jouan, Note sur les restes des Cetaces du Musee de
Cherbourg; Mem. Soc. Nation. Sc. Nat. Cherbourg T. 23 p. 359
bis 363.
C. Rothe, lieber das sogenannte Wasserspritzen der Wal-
thiere; Der Naturhistor. 5. Jahrg. 1883 p. 413—420.
Zeuglodontia: W. Dam es berichtet über eine tertiäre Wirbelthier-
fauna von der westlichen Insel des Birket-el-Qurun im Fajum (Aegjpten).
Von Säugethieren finden sich unter den Resten zwei Arten Zeughdon
{iiKijor und minor), und beschreibt Verfasser zum ersten Male den Epistro-
pheus dieser Gattung, welcher mehrfache Abweichungen von dem ent-
sprechenden Wirbel lebender wie fossiler Cetaceen zeigt und besonders
bemerkenswerth durch die von vorn nach hinten ausgezogene, zur Vertical-
axe des Wirbel - Körpers schräge Stellung der hinteren Gelenkfläche ist,
welche dem Thiere die Fähigkeit verlieh, den Kopf zu heben und zu
senken. In dieser Eigenschaft und durch Eigenthümlichkeiten des Gebisses
nähert sich Zeuglodon den Phoken; Sitzber. Preuss. Akad. Wiss. Berlin
Math. phys. Cl. 1883. VI. p. 126—153 T. 3., s. auch Sitzb. Ges. naturf.
Fr. Berlin 1883 p. 3.
Delphinida. G. Capellini, Sopra un' Orca fossile (0. citoniensis)
scoperta a Cetona in Toscana; Rendic. Accad. Sc. Bologna 1882/83
p. 47—49.
306 K c i c li c iKJ w : Bericht über die Leistungen in der
W. II. Flower liefert eine eingehende Charakteristik der Familie
Ddphinidiic und der einzelnen Gattungen derselben , nebst Synonjmie
und namenilicher Aufführung der Specics; Proc. Z. S. Tt. 4 y. 466
bis 513.
Fseudurca medilerraneu neue Species aus dem Mittelmeer; H. Gi-
glioli, Zool. Anz. 1882 p. 288.
Hyperoodontia, J. v. Haast liefert einige Notizen zur Charakteristik
von Zip/iius {Epiodon) Novue Zealiatdiae; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 590
bis 591.
Berardim Buirdii D. sp. von den Commandeur-Inseln ; L. Stejneger,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 75.
Ziphins Grehnitzkii n. sp. von den Commandeur-Inseln; L. Stejneger,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 7 7.
Balaenopterida. H. Beauregard, iltudes sur l'articulation tem-
poro-maxillairc dos Balaenoptcres. Avec 1. pl.; Journ. de l'Anat. et de
la Physiol. T. 18. Janv./Fevr. p. 16 — 27.
J. W. Dawson, On portions of the Skeleton of a Whale from
gvavel on the line of the Canada Pacific Kailway, near Smith's Falls,
Ontario {Megaptera longimana); Amer. Journ. Sc. (Silliman) (3) Vol. 25
p. 200—202.
W. H. Flower berichtet über ein an der Küste von Esscx gefun-
denes Exemplar von Balaenoplem burealis Less. ; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 513
bis 517.
J. V. Haast giebt einige Notizen über das Skelett von Bahtenojjlera
auslralis; Proc. Z. S. Pt. 4 p. 592 — 594.
Marsupialia.
E. D. Cope hat iiir Deltcahermm ahsaruka die neue Gattung
Diddphodus gebildet; Amer. Naturalist Vol. 16 p. 522.
D. J. Cunningham, Report on some points in the Ana-
tomy of the Thylacine {Thyladnus cynocephalus) , Cusciis {Phalan-
ijista maculatu) and Phascogale (Ph. calura) collected during the
Voyage of H. M. S. Challenger, with an account of the Com-
l)arative Auatomy of tlie Intrinsic Muscles of the Mammalian
Pes. With 13 pl.; Report Sc. Results Challeuger, Zool. Vol. 5
(192 p.).
Lemoiue, Etüde sur le Neoplagiaulax de la Faune eocene
inferieure des environs de Reims. Avec 2 pl. ; Bull. Soc. Geolog.
France (3) T. 11 No. 4 1883 p. 249—271.
H. F. Osborn, Upon the Foetal Membranes of the Mar-
supials; Zool. Anz. G. Jahrg. No. 145 p. 418 — 419.
Naturgeschichte der Säugethiere während deö Jahres 1883. 307
E. B. Poulton giebt eine eingebende Bescbreibung der
Zunge der Marsupialia; Proc. Z. S. Ft. 4 p. 599—628 T. 54 u. 55.
Ch. W. De Vis, On tootb-marked Bones of Extinct Mar-
supials; Proc. Lin. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 187—190. — Von
Thjlacoleo und Sarcophüus sind Zahnspuren nachgewiesen, beide
Formen waren somit Fleischfresser.
Cb. W. de Vis bespricht einen Humerus, vermuthlicb von
Dlprotudon, und erörtert die verwandtschaftlichen Beziehungen
von Diprotodon, Notothermm und Fhascolomys ; Proc. Lin. Soc.
N. S. W. Vol. 8 p. 404—408.
Ch. W. de Vis beschreibt einen Unterkiefer von Palor-
chestes Azael Owen. Die Form war näher vorwandt mit den
eigentlichen Känguru's als mit den Protemnodontiden ; Proc.
Lin. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 221—224.
Brachallestes rcdmeri neues fossiles Marsupial von Austra-
lien; Ch. W. de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. W. Vol. 8
p. 190—193.
Sthenumerus Charon neues fossiles Beutelthier von Queens-
land; C. W. de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 11
bis 15.
Macropodida. J. J. Fletcher, On some points in the Aiiatomy
of the Urogenital Organs in Females of certain species of Kangaroos.
Pt. I; Proc. Lin. Soc. N. S. W. Vol. 7 p. 640-661 und Pt. II Vol. 8
p. 6 — 11. — Verfasser bestätigte die Existenz einer direkten Verbindung
zwischen dem mittleren Theil der Vagina und dem Urogenitalkanal bei
einigen bereits untersuchten Känguruarten und wies dieselbe bei ferneren
Arten nach, so dass sie nun bei folgenden 12 Arten gefunden ist: Ony-
chogalea fraenata , Halmatitrus Bennelti, ruficollis , ßillardieri, luthibulus,
derbianus , agilis , dorsalis, Petrogale penicillata , xanihopus, Osphranter
rufus u. robutitus. Abweichend verhält sich Macropus major. In der Regel
ist die Verbindung erst im späteren Alter im Reifezustande oder bei der
Trächtigkeit vollkommen.
P. L. Sclater theilt mit, dass ein Exemplar von Macropus eruhe-
scens sich lebend im Besitz der Acclimatisations-Gesellschaft in Melbourne
befinde; Proc. Z. S. Pt. 2 p. 131.
Dendrolagus Dorianus n. sp. von Mt. Astrolabe (Neu-Guinea) ; E. P.
Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. W. Vol. 8 p. 17.
Phalangistidae. Belideus gracilis n. sp. von Nord - Queensland ;
Ch. W. de Vis, Proc. Lin. Soc. N. S. W. Vol. 7 p. 619.
, Saltatoria, E. B. Poulton, The tongue of Ferameles natiuta, with
some suggestions as to the Origin of taste bulbs; Quart. Jouni. Microsc.
Soc. Vol. 23 p. 69 — 86.
308 Reichenow: Ber. üb. d. Leist. i. d. Naturgesch. d. Säugethiere etc.
Ferameles myoides n. sp, von Neu- Britannien; A. Günther, Ann.
Niit. Ilist. (ö) Vol. 11 p. 247.
Dasyuridae. K. Owen, On the Affinities of Thylacoleo; Nature
Vol. 27 No. 693 p. 354.
Monotremata.
E. R. Lankester, On the Right Cardiac Valve oi Echidna
and of Ornithorhjnchus; Proc. Z. S. Pt. 1 p. 8—14 T. 3 u. 4.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Vögel während des Jahres 1883.
Von
Ant. Reichenow.
I. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
W. Blasius, Ueber die letzten Vorkommnisse des Riesen-
Alks {Alca imiiennis) und die in Braunschweig und an anderen
Orten befindlichen Exemplare dieser Art; Ver. f. Naturw. z.
Braunschweig, 13. Jahresb. f. 1881/82 und 1882/83. — Verf.
führt 74 in Sammlungen vorhandene Exemplare an, wovon 20
im deutschen Reiche, 21 in England, 7 in Frankreich, 5 in
Italien, in anderen Staaten je 1 bis 3. (Vergl. unter Alcidae).
Ph. Crowley, Catalogue of Birds' Eggs in the Collection
(of the author). (Privately printed 1883).
Clifton erklärt die Bedeutung einiger englischen Vogel-
namen; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 116—118.
M. Dune an, Cassell's Natural History. In six volumes,
4to, with numerous illustrations. London: Cassell, Fetter,
Galpin & Co. 1878—1883. Vol. IV. Birds, by Sharpe.
W. A. Forbes — Obituary; Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 385
bis 392.
Th. Grisdale — Obituary; Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 392.
E. IngersoU führt die Trivialnamen einer Anzahl ameri-
kanischer Singvögel auf; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2
p. 72—78.
W. Peters, Obituary; Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 385.
Ant. Reichenow hat die Redaction des Handwörterbuchs
der Zoologie an Stelle G-. Jaeger's übernommen und bearbeitet
310 Reichen ow: Bericht ül/cr die Leistungen in der
in demselben u. a. die ornitliologischeu Artikel. Erschienen
Lieferung 9 u. 10 Buchstaben E bis G.
Ant. Reichenow und H. Schalow, Ornithologischer
Jahresbericht für 1881; Zoolog. Jahresber. herausg. von der
Zoolog. Station in Neapel (Leipzig, Engelmann).
Nekrolog von Prof. J. Th. Reinhardt; Ibis (5) Vol. 1
No. 1 p. 131—132 und No. 3 p. 384.
IL Schalow giebt eine Uebersicht der ornithologischen
Arbeiten, welche in faunistischer Beziehung während der Jahre
1878 bis 1882 veröjffentlicht wurden; Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 225—255.
C. Schmeling, Das Ausstopfen und Conserviren der Vögel
und Säugethiere. 6. Aufl. Berlin 1883. 8.
R. B. Sharpe hat die Bearbeitung des ornithologischen
Theils von Rye's Record of zool. Literature übernommen. Der
vorliegende Bericht für 1882 unterscheidet sich, wie zu erwar-
ten, au Correctheit vortheilhaft von denen der letzten Jahre.
Die Anordnung des Stotfes ist dieselbe geblieben bis auf den
systematischen Theil, welchem Referent sein eigenes System
zu Grunde gelegt hat.
C. Struck verötfentlicht ein Verzeichniss der im v. Malt-
zan'scheu Museum für Mecklenburg sich befindenden Vögel;
Archiv d. Ver. d. Freunde d. Naturgesch. in Mecklenburg
36. Jahrg. (1882) p. 22—36.
Jean Francisco Sumichrast — Obituary; Ibis (5) Vol. 1
No. 4 p. 584.
V. V. Tschusi, Nachruf an Ludw. Jeitteles; Mitth.
Orn. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 6 p. 109— 11 L
Vieillot's Analyse d'un nouvelle Ornithologie Elementairo.
(Wiederdruck, veranstaltet von der Willnghby Society in Lon-
don, herausgegeben von H. Saunders.) London 1883.
Die Zeitschrift des Verbandes der Ornithologischen Vereine
Pommerns und Mecklenburgs hat mit diesem Jahre den Titel
verändert in: Zeitschrift für Ornithologie und praktische Geflügel-
zucht, Organ des Verbandes der ornithologischen Vereine Pom-
merns und Mecklenburgs.
Onze Gevedordo Vrienden. Tijdschrift voor Vogellief-
hebbers, Kweekers en Handelaars. Amsterdam. Jaarg. 1883
bis 1884.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 311
II. Anatomie, Physiologie, Palaeontologie.
A. Biimm liefert eine Beschreibung des Grosshirns der
Vögel; Zeitschr. f. wiss. Zool. 38. Bd. 3. Hft. p. 430—467
T. 24 u. 25.
J. Th. Cattie, Sur deux monstruosites observees chez le
Gallus domesticus. Avec 1 pl.; Bull. Acad. Sc. Belg. (3) T. 5
No. 1 p. 119—126.
G. Cattaui, Ricerche intorno alla normale tenitura ed
alle alterazioni sperimentali dei corpuscoli pacinici degli Uccelli.
Milano 1883. 8. 16 pg.
E. Coues, A Hearing of Birds Ears; Science Vol. 2
No. 34, 38 u. 39 p. 422, 552 u. 586.
C. Dareste, Nouvelle recherches sur la production des
monstres, dans l'oeuf de la poule, par d'effect de l'incubation
tardive; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 96 No. 7 p. 444—446.
Derselbe, Recherches sur la production des monstruosites
par les secousses imprimees aux oeufs de la poule; Compt.
rend. Ac. Sc. Paris T. 96 No. 8 p. 511—513.
Derselbe, Sur la viabilite des embryons monstrueux de
l'espece de la poule; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 96 No. 23
p. 1672—1674.
L. Dollo, Note sur la presence chez les Oiseaux du troi-
sieme trochanter des Dinosauriens et sur la fonction de celui-ci.
Bruxelles 1883. 8. 6 pg. av. pl.
P. DU sing, Versuche über die Entwickelung des Hühner-
Embryo bei beschränktem Gaswechsel; Pflüger's Archiv f. d.
ges. Physiol. d. Menschen u. d. Thiere. Bd. 33 Heft 1 und 2.
F. P. Evans fand bei einer jungen Rhea americana, ent-
gegen der von Garrod gemachten Angabe, eine deutliche rechte
Carotis, obwohl dieselbe viel kleiner als die linke war; Ann.
Mag. Nat. Bist. No. 66 p. 458.
Eimer hat die Gesetze der Zeichnung im Gefieder der
Raubvögel studirt und gelangt zu den Resultaten, dass Längs-
zeichnung ein Vorstadium der Querstreifang sei, dass in der
Jugend Längszeichnung und braune Grundfarbe vorherrschen,
welche beim Weibchen am längsten sich erhalten, während
beim Männchen zuerst neue Eigenschaften, bestehend in Quer-
streifung und dann in grauer, rostbrauner oder schwarzer Farbe
auftreten. Es ergiebt sich danach folgende Stufenreihe: 1. Hell-
312 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
braune Färbung mit schwarzer Längszeicbnung. 2. Braune
Färbung mit FleckenzeicLnung, ohne besondere Ausdehnung der
Flecken nach irgend welcher Richtung. 3. Graue oder roth-
braune Färbung mit Querzeiclmung (event. auch mit Flecken-
zeiclmung). 4. Dieselbe Färbung ohne Zeichnung; Jahresb. d.
Ver. f. vaterl. Naturk. Württemberg 39. Jahrg. p. 60—68.
H. Filhol, Description des muscles de la region ptery-
goidienne chez les Manchots; Bull. Soc. Philom. Paris (7) T. 7
No. 2 p. 93—94.
Derselbe, Du plexus ophthalmique chez les Mancliots;
BuU. Soc. Philom. (7) T. 7 No. 1 p. 18—19.
Derselbe, De l'origine des arteres intercostales dans quel-
ques especes de Manchots; ebenda p. 16—17,
H. Fol et St. Warynski, Sur la production artificiolle
de l'inversion viscerale ou heterotaxie chez des embryons de
poulet; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 96 No. 23 p. 1674—1676.
Aut. Fric, lieber die Entdeckung von Vogelresten in der
böhmischen Kreideformation {Cretomis Illavact)] Sitzungsb. böhm.
Ges. Prag 1880 p. 275—276.
M. Fürbringer, Over de Anatomie en Systematiek der
Vogels (Overzicht); Proc. verb. k. Akad. van Wet. Amsterd.
30. Juni 1883 p. 5—6.
H. Gadow beschreibt den Saugapparat (Zuugenbildung)
der Tenuirostres, insbesondere von Zosterops, Cinnyrl% Ptiloüs, Pro-
sßiemadera und der TrocMlidae. Der Unterschied der Zungen-
bildung zwischen Nectarinien und Meliphagiden liegt besonders
darin, dass dieselbe bei jenen nur zwei Tuben bildet, bei
letzteren dichotomisch 2, 4, 8 u. s. w. Ferner ist bei jenen
immer der innere Rand jedes Tubus zerfasert, der äussere glatt,
bei letzteren der äussere; Proc. Zool, Soc. Pt. 1 p. 62 — 69
T. 16.
C. K. Hoffmann, Die Bildung des Mesoderms, die An-
lage der Chorda dorsalis und die Entwickelung des Canalis
neureutericus bei Vogelembryonen. Amsterdam 1883. 109 pg.
m. 5 Tafeln.
B. Hoffraann, Die Thränenwege der Vögel und Reptilien.
Leipzig 1883. 8. 73 pg. n. 3 Kpfst.
J. A. Jeffries, The Epidermal System of Birds; Proc.
Boston Soc. Nat. Hist. Vol. 22 p. 203-340 T. 4-6 Dec.
1883.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1883. 313
E. Kreis, Zur Kenntniss der Medulla oblongata des Vogel-
hirns. Zürich 1882. 4. 19 pg. mit 6 Taf.
C. F, W. Krukenberg behandelt in einem Aufsatze die
Farbstoffe der Vogeleierschalen, indem er die Arbeiten Wicke's,
Sorby's und Liebermann's über denselben Gegenstand referirend
bespricht und den von ihm neben OorhodeYn und Oocyan ent-
deckten neuen Farbstoff Oochlorin characterisirt, welchen er
aus den gelbgrünen Eierschalen von Casuarius galeatus gewann,
ebenso wie das Ooxanthin (Sorby's Rufous-Ooxanthine), welches
aus Eiern von Crypturus perdicarius erhalten wurde. Es ist so-
dann die Verbreitung der einzelnen Eierschalenfarbstoffe unter
den Vögeln und ihre Vertheilung in den Eierschalen selbst
besprochen; Verhandl. Physik, medic. Ges. WUrzburg 17. Bd.
No. 5 p. 109—127.
Marsh hat auf Grund eines Schädelfi-agments eine neue
fossile Vogelform aus dem Jura Amerika's mit dem Namen
Laopteryx priscus n. g. et sp. belegt und vermuthet, dass die
Form Zähne ähnlich denen von Ichthyornis und biconcave
Wirbel gehabt habe; Ann. Report of the Board of Regents
of the Smith. Inst, for the year 1881, Washington 1883
p. 488.
A. B. Meyer, Abbildungen von Vogel- Skeletten. Lief. 4
und 5. Dresden 1883. — Enthält: OedirUnus insoUtus, Ptüopus
speciostis, Notornis HocTisietteri n, sp., Forpliyrio melunotus und cldoro-
notus, Ocydromus fuscus Und sylvestris, Rallina tricolor, Microglossus
aterrimus, Edeciiis polychlorus, Tanygnatlius Mülleri, Eos cyanogenys,
Collocalia fucij)haga, Heteralocha Gmddi, Tetrao urogalliis und medius,
einige Hühner- und Tauben-Rassen.
W. V. Nathusius vertheidigt seine Ansicht, dass die
Eihülle organisch zum Ei gehöre und nicht etwas accessorisches
sei; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 5 — 8.
A. Ne bring schreibt über die Verbreitung von Lagopus
allms und mutits zur Glacialzeit in Mitteleuropa und fiilirt die
einzelnen Oertlichkeiten auf, wo Fossilreste dieser Arten gefun-
den wurden. In der Einleitung giebt Verf. einige characte-
ristische Merkmale an, welche zur Bestimmung und Unter-
scheidung der Fossilreste der Lagopus von den Knochenresten
verwandter Hühnerarten dienen; Mitth. Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 3 p. 43—45.
R. Pott, Versuche über die Respiration des Hühner-
314 lleichenow: Bericht über die Leistungen in der
Embryo in einer Sauerstoffathmosphäre. Mit 1 Tafel; Pflüger's
Arch. f. d. ges. Physiol. 31. Bd. 5,/6. Hft. p. 268—279.
F. A. Quenstedt, Handbuch der Petrefactenkimde. 3. Aufl.
(Tübingen, II. Laupp). I. Abtli., neben Säugethieren , Amphi-
bien und Knorpelfischen auch die Vögel enthaltend, ist abge-
schlossen.
G. Renson, Contributions h l'embryologie des organes
d'excretion des Oiseaux et des Mammiferes. Bruxelles. 1883.
Gr. 8. 56 pg. av. 3 pl.
F. Roemer fand in den Knochenhöhlen von Ojcow in
Polen die Reste folgender Vögel: Symium aluco, Meruln torqmUa,
Fringüla linota, Fringüla cardudis (?), Emberiza sp., Corvus cornix,
Gurrulus glaudarius, Hirundo sp., Tetrao urogalliis, Perdix cinerea, Gallus
domesticus, Anser sp.; Palaeontographica von Dunker und Zittel
1882—1883 p. 193—223.
A. de Rochas, Sur les Pneumatiques de Heron et de
Philou; La Science des Philosophes et l'art des Thaumaturges
dans l'antiquite. Grenoble 1882. Gr. 8. 220 pg.
W. F. R. Weldon beschreibt die Muskulatur von PJioeni-
copterus; Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 638—652 T. 59 u. 60.
Ueber die Mechanik des Vogelfluges hat eine Anzahl eng-
lischer Beobachter geschrieben; Nature Vol. 27 u. 28.
III. Geographische Verbreitung, Fauuistik.
Allgemeines.
J. A. Allen führt eine Anzahl von Ausnahmen für die
gesetzmässige Erscheinung an, dass die Vogelformen, ebenso
wie die Säugethiere, nach den Polen zu an Körperstärke zu-
nehmen, so Tliryniliorus ludovicianus und miasmensis, Pijranga aestiva
und Cooperi u. a.; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 80—82
[vergl. auch Ridgway weiter unten].
E. Coues, Ornithology ofthe World. Boston 1883, imp. 8.
H. Jordan tritt für die Sonderung einer Nordpolar- Zone
in der Zoologie ein gegenüber der palaearktischen und neark-
tischen Region und will letztere beiden Faunengebiete, deren
Tliierleben er in den Hauptzügen schildert, ebenfalls getrennt
erhalten; Biol. Centralbl. 3. Bd. No. 6 p. 174—180 u. No. 7
p. 207-217.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 315
J. Palacky entwickelt seine Ansichten bezüglich der Ein-
theilung der Erde in Zoologische Regionen auf Grund der Ver-
breitung der Vögel. Dieselben stützen sich jedoch zum Theil
auf unrichtige Voraussetzungen und werden nicht Zustimmung
finden; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 11 p. 236—237.
R. Ridgway macht auf die geographische Variation in
der Grösse bei gewissen Entenarten und Kranichen aufmerk-
sam, wobei abweichend von der Regel die nördliche Form die
kleinere ist. So sind Ohr columbianus , Bemidn Hutschinsi, B. leu-
copareia, Fulix afftnis und Grus canadensis die nördlichen und
kleineren Vertreter von Olor huccinator, Bemida canadensis, B.
ocddentalis, Fulix marüa und Grus pratensis; Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 8 No. 1 p. 62.
Europa.
C. Ackermann, Beiträge zur physischen Geographie der
Ostsee. Hamburg 1883. 409 pg. m Tiefenkarte u. 5 Tafeln.
— U. a. Einwirkung der Ostsee auf das Verbreitungsgebiet
mancher Vogelarten.
B. Altum beschreibt die Artkennzeichen der in Deutsch-
land heimischen entenartigen Vögel; N. D. Jagdzeit. 1883.
Derselbe schildert das Vogelleben der Insel Zingst bei
Stralsund; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 218—221.
J. Backhouse, Uucommon Birds near York; Zoologist
Vol. 7 No, 76 p. 180.
E. F. Becher liefert einige Notizen über die Vogelwelt
Gibraltars; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 100—103 u. No. 76 p. 178.
R. Blasius, A. Müller, J. Rohweder undR. Tancre,
6. Jahresbericht (1881) des Ausschusses für Beobachtungs-
stationen der Vögel Deutschlands; Journ. Ornith. 31. Jahrgang
p. 13—76.
A. Bonomi, Die Vögel des Tarentino (Uebersetzung von
Dalla Torre); Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 8 p. 171
u. 172, No. 9 p. 190—196.
E. T. Booth, Rough Notes on the Birds observed during
Twenty years Shooting and Collecting in the British Islands.
With Plates from drawiugs by E. Neale, taken from specimens
in the Author's possession. Pt. IV. 1883 (R. H. Porter, London).
W. Capek bespricht die Zugzeiten und das Brutgeschäft
der in der Umgegend von Brunn heimischen Vögel; Mitth.
Aldi. f. Natiirtresch. L. Jahrg. 2. Bd. V
316 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4;.p. 76—77, No. 5 p. 99—101,
No, 6 p. 118—125, No. 7 p. 145—148, No. 8 p. 155—156.
A. Carruccio, Note illustrative al Catalogo clei vertobrati
del Modenese. Aves; Atti d. Soc. Naturalisti Modena. Mem. 3.
Vol. 1 Ann. 16 Append. p. 21—108.
W. E. Clarke, The Birds of Yorkshire; Transact. York-
shire Natur, ün. Pt. 1 p. 1—16, Pt. 3 p. 17—48, Pt. 4 p. 49
bis 64.
A. H. Cooks schildert einen Besuch auf Spitzbergen, wo-
bei die Vogelwelt der Insel eingehender berücksichtigt wird;
Zoologist Vol. 7 No. 82 p. 393—409, No. 83 p, 433-448,
No. 84 p. 479-488.
R. CoUett berichtet über das Vorkommen von Ardetta
miniUa, Sterna cantiaca und Larus minutus in Norwegen ; Christiania
Videnskabs. Forhandl. 1883 No. 15.
J. V. Csato fand Lanius exaMtor in Siebenbürgen brütend;
Mitth. Ornith. Ver. Wien. 7. Jaljrg. No. 10 p. 202—203.
H. Dresser erwähnt eines Merops phüippimis, welcher im
August 1862 in England erlegt wurde; Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 1.
A. Dubois, Faune illustree des Vertebres de la Belgique.
Ser. 2. Oiseaux. Bruxelles 1883. gr. 8 avec pl. col.
W. A. Durnford, List of Birds found in the Neighbour-
hood of Walney Island, with notes. 8 vo. Barnsley 1883.
Derselbe, The Birds of Walney Island. Barnsley 1883.
8". 20 p.
Eichenach, Verzeichniss der Fauna und Flora des Kreises
Rotenburg; Bericht d. Wetterauischen Ges. f. d. ges. Natur-
kunde zu Hanau, Jahrg. 1883 p. 12 — 60.
B. Farwick, Beiträge zur Fauna des Niederrheins: Die
Vögel des Viersener Gebietes und Umgebung, Kreis M.-Glad-
bach. Viersen 1883. 4. 18 pg.
Fischer schildert das Vogelleben am Neusiedler See und
giebt Notizen über den Zug und das Betragen der daselbst
vorkommenden Arten ; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4
p. 75-76, No. 5 p. 96-98, No. 6 p. 115-118, No. 7 p. 141
bis 145, No. 8 p. 153—155.
J. Gatcombe theilt einige ornithologische Notizen von
Devon und Cornwall mit; Zoologist Vol. 7 No. 82 p. 419—422
und No. 76 p. 165—167.
E. II. Giglioli und A. Manzella setzen ihr Werk
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 317
„Iconografia dell' Avifaima Italica, avrero tavole illiistranti le
specie di Uccelli che trovanai in Italia, coii brevi descrizioiii
e note" fort.
F. Gl" a essner, Die Vögel von Mittel -Europa und ihre
Eier. 3. Aufl. von: Die Eier der Vögel Deutschlands von Nau-
mann und Buhle. Lief. 2—4. Dresden 1883. gr. 4. 6 col. Taf.
H. Hadfield giebt einige Notizen über die Vogelwelt der
Insel Wight; Zool. Vol. 7 No. 73 p. 27 u. 28 u. No. 75 p. 120.
A. Ch, Hart schildert die Vogelwelt von Lambay Island,
Co. Dublin; Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 155—164.
J. A. Harvie-Brown, The Islands and rocks of Haskeir
and the Flannans Isles and their Bird-Life; Proc. Nat, Hist.
Soc. Glasgow Vol. 5 pt. 2.
J. A. Harvie-Brown, J, Cordeaux; R. M. Barring-
ton and A. G. More, Report on the Migration of Birds in
the Spring and Autumn of 1882. 8 °. London 1883. — Vierter
Bericht. Unter seltenen Vorkommnissen sind zu erwähnen das-
jenige von Oriolus galhula in Shetland, Tringa macitlata auf Loch
Lomond, Saxicola morio und Oäs tetrax auf Helgoland, Cypsehis
melba in Northumberland und Macrorhamplms griseus in Lincoln-
shire.
L, H. Irby liefert ein Verzeichniss der bei Santander in
Nord-Spanien vorkommenden Vogelarten; Ibis (5) Vol. 1 No. 2
p. 173—190.
J. Karlinski liefert ein Verzeichniss der Vögel der Hohen
Tatra, 133 Arten sind aufgeführt. Aus der Liste der Tatravögel
sind als bisher irrthümlich augeführt gestrichen: Pyrrhocorax al-
pinus, Lagopus albus, Ferdix saxatUis, Fringilla petronia, Cypselus melba ;
Berichte d. phys. Comm. d. Akad. d. Wiss. Krakau 1882 Bd. 16
1882 p, 141—169. (In polnischer Sprache.)
F. Kerry, Rare Birds at Harwich; Zoologist Vol. 7 No. 75
p. 119.
A. Kocyan giebt ein Verzeichniss der in der Nord-Tatra
vorkommenden Vögel, nebst deren polnischen und slovakischen
Namen, und schildert die Brut- und Zugverhältnisse; Mitth.
Ornith. Ver. Wien No. 8 p. 169—170, No. 9 p. 186—190,
No. 11 p. 230-236.
C. Krezschmar giebt eine Uebersicht der in der Gör-
litzer Haide vorkommenden Paarzelier, Steigfüssler, Schwalben,
Tauben und Hühnervögel nebst biologischen Notizen; Monats-
318 Ileichenow: Bericht über die Leistungen in der
Schrift d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 6 p. 157
bis 163.
L. Kühn, Der Vogelzug um Nagy-Szt-Miclos und Nagy-
falu in den Jahren 1881 u. 82; Termeszetr. Füzetek 1883
im. 7 p. 49—61.
Lilford liefert einige Notizen über die Vogelwelt von
Northamptonshire ; Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 26—27, No. 82
p. 425-429, No. 83 p. 466—468, No. 84 p. 502—503.
T. Lister, Ou the Distribution and Dutes of Spring Mi-
grants in Yorkshire, compared with West of England and Ire-
land; Report 52. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. p. 589—591.
J. Littleboy, Notes on Birds in Hertfordshire ; Trans.
Hertford Nat. Hist. Soc. and Field Club 2 Jahrg. Pt. 6.
0. V. Loewis giebt eine Uebersicht der in Livland vor-
kommenden Enten, Hühnervögel und Stelzvögel, nebst den est-
nischen und lettischen Namen der Arten und biologischen No-
tizen. Strix flammea und Athene fehlen auffallender Weise im
Gebiete, sollen hingegen in Kurland vorkommen; Zool. Gart.
24. Jahrg. No. 4 p. 113—122.
Derselbe berichtet über einige Wintervögel Livlands und
deren Aufenthaltsdauer; Zool. Gart. 24. Jahrg. No. 9 p. 268
bis 271.
H. A. Macpherson theilt einige Beobachtungen über die
Vogelwelt von Skye mit; Zoologist Vol. 7 No. 81 p. 358—362.
J. v. Madarasz bespricht das Vorkommen einiger Vogel-
arten in Ungarn. Grus virgo, obwohl häufig als ungarische Art
aufgeführt, ist nicht mit Sicherheit nachgewiesen, dagegen wur-
den einzelne Exemplare von Sumateria molUssima, Ftdmarus haesi-
tatus, Buteo ferox, Aqidla mogilnik, Purus c/janeiis und Müvus aegypt'ms
erlegt, Erismatura leucoceplmla ist Brutvogel in Siebenbürgen;
Termeszetrajzi Füzetek Vol. 7 1883 p. 131—135.
L. Magaud, Les oiseaux de la France. Premiere
Monographie, Corvides. Histoire Naturelle generale et parti-
culiere des Passereaux Deodactyles Cultrirostres observees en
France. Figures coloriees de toutes les especes, de leurs
varietös et de leurs oeufs. Planches osteologiques lithographiees.
Paris, A. Quantin 1883.
A. Graf Marschall führt die Vogelarten der österreichisch-
ungarischen Ornis auf, welche auch um Archangel vorkommen;
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 3 p. 52—54.
Naturgeschichte der Vüyel während des Jahres 1883. 319
Derselbe bespricht diejenigeu Vogelarten Oesterreich-
Ungarns, welche im Gebiet von Constantine vorkommen;
ebenda No. 6 p. 125—126.
Derselbe verzeichnet die Arten, welche gleichzeitig in
Oesterreich- Ungarn und um Santauder vorkommen; ebenda
No. 7 p. 149-150.
Derselbe führt die Vogelarten der Ornis viudobonensis
auf, welche in Egypten vorkommen; Mittli. Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 10 p. 222.
Derselbe veröffentlicht Notizen über das ausser-europäische
Vorkommen von Arten der Ornis Austriaco-Hungarica; ebenda
No. 11 p. 238.
Ad. Mejer führt die in der Umgegend Gronau's in Han-
nover vorkommenden Vogelarten auf nebst biologischen Notizen ;
Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 368—399.
M. Menzbier liefert eine Uebersicht über die ornitholo-
gische Fauna der Gouvernements Moskau und Toula; Bull. Soc.
Imp. Nat. Moskou 1883 I p. 109—144.
A. V. Mojsisovics giebt Nachträge zu seiner im Vor-
jahre veröffentlichton Schilderung der Vogelfauua von Bellye
und Darda, darin wieder zahlreiche Beobachtungen über die
Lebensweise vieler Arten in dem genannten Gebiete; Mitth.
Naturw. Ver. Steiermark 1883,
M. E. Oustalet beschreibt zwei neue Vogelarten von den
Capverden (Puf/imis Edivardsü und Passer hrancoensis) ; Ann. Sc.
Nat. Zool. T. 16 No. 4—6 Art. 5.
J. Palacky stellt die Verbreitungsgrenzen zusammen,
welche die in Böhmen vorkommenden Vögel nach Osten und
Süden hin, in Asien und Afrika erreichen; Mitth. Ornith. Ver.
Wien 7. Jahrg. No. 3 p. 47—49, No. 7 p. 129—136, No. 10
p. 203—209.
A. V. Pelz ein constatirt das gelegentliche Vorkommen
von Vidtur cinereus in Mähren, während hingegen eine Angabe
bezüglich der Beobachtung von Gups fulvus in dem genannten
Gebiet auf erstere Art zurückzuführen ist; Mitth. Ornith. Ver.
Wien 7. Jahrg. No. 2 p. 36.
E. Pfannenschmid theilt Zugdaten über einige Vögel
Ostfrieslands mit; Mouatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogel w.
8. Jahrg. No. 10 p. 262-264.
J. Platz giebt ein kleines Verzeichuiss von Vogelartcn,
320 Rcichcnow: Bericht über die Leistungen in der
welche er während eines kurzen Aufenthaltes in Bosnien beob-
achtet, darunter Ccdliope camtsclmtcensis ; Mitth. Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 1 p. 3—5.
0. Reiser berichtet über das Vorkommen von Munticoln
saxatilis, Tichodroma muraria Und Emheriza da an der hohen Wand
bei Wiener Neustadt; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 12
p. 254-255.
Kronprinz Rudolf von Oesterreich theilt einige
Beobachtungen über den Zug der Vögel in Oesterreich wäh-
i-end des Herbstes 1883 mit; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg.
No. 11 p. 225—226.
B. Schiavuzzi berichtet über das Vorkommen zweier
seltenen Arten in Istrien (des Ciconia nigra und der Lestris po-
rnarina)] Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 1 p. 10.
Derselbe, Matoriali per un' avifauua del territorio di
Trieste fino a Monfalcone e dell' Istria; Bull, della Soc. ailriat.
Sc. nat. Triest Vol. 7 Fase. 1 1883.
W. Schier bespricht die Verbreitung, Lebensweise und
Zugverhältnisse von Cuculus canorus, Stumus vulgaris, Parus major,
caeruleus, cristatus, ater und caudatus in Böhmen; Blätter Böhm.
Vogelschutz -Ver. Prag 3. Jahrg. No. 1 p. 7 — 13, No. 2 p. 17
bis 24, No. 3 p. 34—44, No. 4 p. 51—58 u. No. 6.
Derselbe bespricht die Verbreitung der Adler-Arten in
Böhmen; ebenda No. 5 p. 65 — 71.
P. L. Sclater and H. T. Wharton, A List of British
Birds compiled by a Committee of the British Ornithologists
Union, gr. 8. London 229 pp. — Es werden 376 Arten als
in Grossbritannien vorkommend in systematischer Folge auf-
geführt, nebst Synonymie, Etymologie der wissenschaftlichen
Namen, Vulgärnamen und Angaben der Verbreitung der ein-
zelnen Species in England sowohl wie in ganz Europa und in
anderen Erdtheilen.
H. Seebohm hat einen Auszug aus der von Bogdanow
im Jahre 1880 in russischer Sprache veröftentlichten Arbeit
über die Vögel des Kaukasus gemaclit und knüpft au einzelne
der anfgetiihrten Arten kritische Bemerkungen. Neu werden
beschrieben : Garrubts Anatoliae , Garrulus caspitts und Picus japo-
7iiais. Für die westliche Form von Pierodes alchata wird der
Brisson'scho Name pi/renairus wieder zur Anwendung vorgeschla-
gen. [Dass bereits im Jahre 1880 von H. Schalow ein Bericht
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 321
Über das Bogdanow'sche Werk gegeben und dabei die Beschrei-
bungen der neuen Arten in's Deutsche übertragen wurden,
scheint dem Verf. entgangen zu sein]; Ibis (5) Vol. 1 No, 1
p. 1—37.
Derselbe, History of British Birds, with coloured illustra-
tions of their eggs. Pt, 1 London 1883. roy. 8. p. 1 — 336, with
10 col. pl.
H. Slater giebt ein Verzeichniss derjenigen Vogelarten,
welche von ihm während eines kurzen Aufentlialts in Norwegen
beobachtet wurden; Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 4—14, No. 74
p. 53—60.
C. Smitii veröffentlicht eine Anzahl ornithologischer Beob-
achtungen, welche er auf einer Reise durch das westliche Eng-
land gesammelt; Zoologist Vol. 7 No. 83 p= 448—456.
H. Steven!;on theilt seine Beobachtungen während des
Jahres 1881 in Norfolk mit, welche sich namentlich auf Zug-
und Brutzeit der Vögel beziehen; Zoologist Vol. 7 No. 80
p. 313-327.
Stobiecki beobachtete in der Babia gora (West-Karpathen)
folgende Vogelarten: Cinclus aquoticus, Anthus spinoletta, Accentur
alpinus, Bonasia s;/lvestris und Tetrao urogaUus; Berichte d. physiogr.
Com. d. Akad. d. Wiss. Krakau Bd. 17 p. 1 — 84 (In polnischer
Sprache).
V. Taczanowski, Die einheimischen Vögel (Polens).
8». Krakau 1882. Bd. 1 p. VIII, 462; Bd. 2 p. 398. (In
polnisclier Sprache). — 319 Arten als in Polen vorkommend
aufgeführt; 39 besuchen das Gebiet nur zufällig oder erscheinen
sehr selten, darunter auch Calamlrella hracliydactyla erwähnt.
J. Talsky führt die Oertlichkeiten in Oesterreich an, wo
Eudromias viorinellus besonders als Brutvogel beobachtet wird;
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 3 p. 45—47, No. 4
p. 64.
V. V. Tschusi, 1. Jahresbericht (1882) des Comites für
ornithologische Beobachtungs - Stationen in Oesterreich imd Un-
garn. Wien 1883.
Derselbe, Die Vögel des Halleiner Thaies. [Vom Ref.
nicht gesehen].
V. v. Tschusi und E. v. Homeyer veröffentlichen ein
Verzeichniss (Tabelle) der bisher in Oesteri'eich und Ungarn
beobachteten Vögel (Verlag des ornithologischen Vereins in
322 Rcichcnow. Bericht über die Leistungen in «ler
Wien). — In demselben sind die deutschen, ungarischen, böh-
mischen, polnischen, croatischen und italienischen Trivialnamen
der einzelnen Arten angeführt. Der seitens der Verfasser aus-
gesprochene Zweck, mit diesem Verzeichniss einer einheitlichen
Anordnung vmd einheitlicher Nomenclatur Eingang zu verschaf-
fen, ist recht kühn; indessen wird es wohl Niemandem, der
mit den Vogelformen einigermassen vertraut ist, einfallen, dieses
wunderbare System anzunehmen, welches beispielsweise die
Gattungen Cucidus, Merops, Alcedo, Coracias und Oriolus in eine
Ordnung Jnsessores zusammenfasst, Phoenicopterus unter die Scolo-
paces stellt u. dergl., ebenso bei der Nomenclatur die Priorität
vollständig ignorirt.
W. S. M. d'Urban theilt einige Notizen über die Vogel-
welt von Devon mit; Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 28.
Derselbe berichtet über einige in Devonshire beobachtete
seltenere Vogelarten; Zoologist Vol. 7 No. 77 p. 220—221,
R. Warren veröffentlicht einige Notizen über die Vogel-
welt von Mago und Sligo; Zoologist Vol. 7 No. 81 p. 370—372.
C. D. Wolstenholme, Uncommon Birds near York;
Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 128.
W. Yarrel, A History of British Birds. Fourth Edition.
Revised to the end of the Second Volume by Alfr. Newton,
continued by H. Saunders. Parts 15 — 20.
Asien.
T. Blakiston weist auf die Verschiedenheit der Vogel-
welt der Nordinsel von Japan und derjenigen der Südinsel hin.
Während erstere sibirischen Character zeigt, schliesst letztere
an China sich an. Aus diesen Thatsachen ergeben sich Schlüsse
auf den früheren verschiedenen Zusammenhang dieser Inseln mit
dem Festlande; Trans. Asiatic. Soc. Japan 1883 p. 126.
Derselbe, Ornithological Notes. I. Birds observed on
Southeast Coast of Yezo in May. II. Autumn collecting at
Sapporo, Yezo. III. Mssrs. Jouy and Smith's late collections;
Chrysanthemum Vol. 2 p. 424, 471, 521; Vol. 3 p. 26 u. p. 76.
Derselbe, On the Birds of Yezo; Chrysanthemum, Mag.
of Yokohama Vol. 3 Jan. p. 31—38.
W. Blasius beschreibt eine von Grabowsky auf Borneo
zusammengebrachte Vogelsammluug. Zum ersten Male werden
durch diese Collection für das Faunengebiet nachgewiesen:
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 323
PrionocMlun percussus, Lanius magnirostris lind Hydrochelidim nigra.
Die daselbst vorkommende Chutorea versicolor wird wegen an-
scheinend constanter Abweichungen als var, homeensis gesondert.
Die bisher nur von dem Norden der Insel bekannten Arten:
Zandostomus javanicus, Lyncornis Temminckii , lole olivacea, Malaco-
pteron rostratum, Euplocarmts pyronotus, Melanoperdix nigra und Me-
lonopelorgus episcopus sind durch Grabowsky für den Süden nach-
gewiesen. In der Einleitung giebt Verf. eine Uebersicht über
die gesammte, die Insel Bomeo betreffende ornithologische Lite-
ratur; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1883 p. 3—92.
Derselbe beschreibt eine kleine, von Grabowski auf Java
zusammengebrachte Vogelsammlung; Ver. f. Naturw. Braun-
schweig, 3. Jahresb. f 1881 '82 u. 1882/83.
Derselbe liefert eine umfangreiche Arbeit über neue und
zweifelhafte Vögel von Celebes und giebt dabei eine Uebersicht
über die ganze das Gebiet betreffende ornithologische Literatur.
Rhipidura Lenzi ist neu beschrieben; Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 113—162.
A. T. Crawford giebt ein Verzeichniss einer kleinen
Vogelcollection von Nord-Kanara (Indien) ; Stray Feath. Vol. 10
No. 5 p. 422.
W. Davison beschreibt eine Vogelsammlung von Nilghiris,
Wynaad und Süd-Mysore und giebt biologische Notizen über
einzelne Arten; Stray Feath. Vol. 10 No. 5 p. 329-419.
B. Dybowski giebt Notizen über das Vorkommen und
die Zugverhältnisse der von ihm auf Kamtschatka und den
Commandeur-Inseln beobachteten Vögel und beschreibt eine
Anzahl neuer Arten und Unterarten: Astur candidissimus, Ilirundo
kamtschatica , Troglodytes sp. , PhyUopseuste Homeyeri, Corvus corax
kamtschaticus lind behringianus , Corythus eniicleator kamtschatkensis,
Pictis major kamtschaticus; Bull. Soc. Zool. France. 4. Partie
1883 p. 351—368.
J, Gould, The Birds of Asia. Pt. 34 u. 35 erschienen,
womit das Werk abgeschlossen ist.
E. V. Homeyer und R. Tancre beschreiben eine Vogel-
sammlung aus dem Altai, darunter 2 neue Arten: Budytes melu-
nocervix und Perdix robusta; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg.
No. 5 p. 81—92.
H. P. Hornby fand Lanius j^omeranus, L. nubicns, Monticola
cyanus und Certhilauda alaudipes in der Wüste von Siuai, welche
324 Hcichcnow. Bericht über die Leistungen in der
von Wyatt in einer Arbeit über die Ornis dieses Gebietes (Ibis
1870) nicht aufgeführt sind; Ibis (5) Vol. i No. l p. 124.
P. L. Jouy bespricht eine Vogelsammlung von Japan, wo-
bei die Jugendkleider einiger Arten besclirieben werden; Proc.
IJn. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 273-318.
Derselbe, On tbe Birds of the Region of the Mount
Fusiyama; Chrysanthemum, Mag. of Yokohama vol. 3 Febr.
Kutter beschreibt eine von den Herren Koch und Schaden-
berg in dem Südosten von Mindanao gesammelte VogelcoUection,
auch die Eier einzelner Arten, und fügt manche biologische
Notiz nach den Berichten der Reisenden ein. Von den 50 ge-
sammelten Arten sind 2 bisher nur im Norden der Insel gefun-
den (Hypsipetes plülippensiH und Cinnyris sperata), 8 waren bifiher
Überhaupt noch niclit für Mindanao nachgewiesen: Colhcalia
Linchi, Lanms nasuins, Hijpothymis superciliaris, Zeocejjlnis rufus, Den-
drophüa uenocMamys, Oxycerca Everetii, Excalfactoria chinensis und
Graiicalus Kochi n. sp. ; Yungipicits maculatus wurde auf der kleinen
Insel Guimaras gefunden; Journ. Orn. 31. Jahrg. p. 291 — 317.
0. Mohnike, Blicke auf das Pflanzen- uud Thierleben in
den Niederländischen Malaienländern. Mit achtzehn Tafeln,
Münster (Aschendorflf) 1883. — Auf S. 431—460 wird eine
lückenhafte Uebersicht der auf den Sundainseln vertretenen
Vogelgattungen gegeben, woran sich einige interessante Notizen
über die Lebensweise einzelner Arten schliessen.
F. Nicholson giebt ein Verzeichniss einer Vogelsammlung
von Borneo ; darunter fünf noch nicht für Borneo nachgewiesene
Arten: Xanthopyga narcissina, Machetes pugnax, Tringa tenulrostris,
Querquedvla circia, Platylophus Lemprieri n. sp. ; Ibis (5) Vol. 1
No. 1 p. 85—90.
Derselbe besohreibt eine zweite von H. 0. Forbes auf
Sumatra gesammelte VogelcoUection. Suya albigtdaris und Brachy-
pteryx saturatus sind abgebildet; Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 235
bis 257 T. 10.
E. W. Gates, A Handbook to the Birds of British Burmah,
iucluding those found in the adjoiniug State of Karennee. Lon-
don (Porter and Dulau) 1883. 2 Vol. 8" 430 p.
R. Ridgway bespricht einige japanische Vogelarten im
Vergleich zu vikariirendeu amerikanischen Species; Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 23 p. 368 und No. 24 p. 369—371.
P. L. Sclater giebt eine Uebersicht über die Vogel-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 325
Sammlung, welche von H. 0. Forbes auf Timor-Laut zusammen-
gebracht wurde. Die Inselgruppe gehört zoogeographisch zur
austro malayischen Subregion. Von den 54 gesammelten Arten
sind 33 von Salvadori in dessen „Ornithologia papuasia" ver-
zeichnet, 15 Species werden als neu beschrieben: Ninox For-
besi, Strix sororcida, Tanygnathus subaffinis, Monarcha castus, Monarcha
mundus, RMpidurn hamadryas, Myiagra ßdviverUris, Microeca Jiemixanthn,
Grnncidus tinitnodiis, Lalage moesta, Pachycephala arctitorques, Dicaeum
fidgidum, Myzamela annabdlae, Ccdornis crassa Und Megapodius tenim-
berensis; Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 48 — 58.
In einem zweiten Bericht über eine fernere Sendung des
genannten Reisenden sind 40 Arten aufgeführt, worunter 10,
welche von Salvadori noch nicht erwähnt werden. 6 Species
sind neu : BMpidura fusco-ru/a und opistherytJtra, Fnchyceplala fusco-
ßava, Zoster ops griseiventris , Gerygone dorsalis und Mimeta decipiens\
ebenda Pt. 2 p. 194—200.
H. Seebohm giebt einige Berichtigungen zu dem von
H. Slater veröffentlichten Verzeichniss von Vogelarten von
Yang-tse-Kiang [vergl. vorjähr. Bericht p. 451]; Ibis (5) Vol. 1
No. 1 p. 120—121.
Derselbe giebt eine Uebersicht über die asiatischen
Arten der Schwalbengattung Littia; Ibis (5) Vol. 1 No. 2
p. 167—169.
N. A. Severzow giebt eine Uebersicht der von ihm im
Pamir-Gebiet (westliches Mittel- Asien) und im oberen Altai ge-
sammelten Vogelarten. Als neu werden beschrieben: Lettcosticte
jHimirtnsis , AcrocepJiahts üensis und Phylloscopus pseudoborealis.
Zweifelhaft bleibt eine Emberiza, zwischen E. hortulana und Hid-
toni stehend; Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 48—83.
L. Taczanowski giebt ein Verzeichniss der von Dr. Dy-
bowski auf Kamtschatka und den Commandeur- Inseln gesam-
melten Vögel. Die Anzahl der nunmehr für Ost -Sibirien
nachgewiesenen Vögel beläuft sich auf 434. Dybowski's neueste
Forschungen vermehrten die Liste um 28 Arten. Dazu kommt
noch der von Nordenskiöld an der Küste des Eismeeres in
grosser Zahl gefundene Enrynorliynchis pygmaeua; BuU. Soc. Zool.
France 4. Partie 1883 p. 329—347.
G. Vi dal liefert einen Nachtrag zu seiner früheren Arbeit
über die Vögel von Süd-Konkan (Indien); Stray Feath. Vol. 10
No, 5 p. 423—424,
326 Keichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. G. Vordermau, Bataviasche Vogels. 4. u. 5. Tb.;
Natiiurk. Tijds. Nederl. Iiidiö. Deel 43 p. 90 - 123 u. 176—200.
Afrika und Madoffuskar.
R. B ü h m setzt seine oniitliologischen Notizen aus Central-
Afrika fort, in welchen er eine Fülle werthvoller Beobachtungen
über die Lebensweise der afrikanischen Vögel mittheilt; Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 162—208.
W. A. Forbes' hinterlassenes Tagebuch ist veröffentlicht.
Dasselbe enthält Aufzeichnungen über die während des Aufent-
haltes des Reisenden am Niger täglich beobachteten und er-
legten Vögel; Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 494-537.
G. Hartlaub beschreibt einige neue Arten aus den
Sammlungen Emin Bey's von Lado (Central -Afrika): Ptyrticus
turdinus n. g. et sp., Craterojms tenehrosus, XenoclcMa urientalis;
Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 425-426.
E. Hargitt liefert eine Uebersicht der Spechte der äthio-
pischen Region; Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 401—487.
H. Johnston, The River Congo, from its mouth to Bolobo,
with a general Description of the Natural History and Anthro-
pology of its Western Basin. 8 vo. London 1883.
C. Nolte liefert einen kleinen Beitrag zur Vogelkunde
Südafrikas und bespricht dabei ausführlicher die Straussenzucht
und die Behandlung der domesticirten Strausse; Bericht über
die 22. und 23. Jahresvers, des Offenbacher Ver. f. Naturk.
p. 135—145.
Ant. Reichenow beschreibt zwei neue von G. A. Fischer
in Ostafrika gesammelte Vogelarten, Hypochera purpurascens und
Corythaix Cn/xmisi; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 221.
Derselbe beschreibt einen neuen Strauss {Struthio molybdo-
pTianes) vom Somaliland; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 399.
H. Schalow liefert eine Uebersicht der von Dr. Böhm
auf Zanzibar, sowie im Innern Ostafrikas, in Ugogo und Ka-
koma gesammelten Arten; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 337—368.
Derselbe beschreibt einen neuen Cypseliden {Chaetura
Bohml) von Oät- Afrika; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 104.
H. Seebohm giebt eine Uebersicht über die äthiopischen
Arten der Gattung Turdus; Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 164—166.
G. E. Shelley veröffentlicht ein Verzeiclmiss der von
Forbes am Niger gesammelten Vogelarten. Passer occidentalis
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 327
wird als neue Abart von P. diffusus Smith getrennt; für Aegltdües
indicm Lath. wird der neue Name Ae. Forhesi gebildet; Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 p. 538—562.
Derselbe giebt eine Uebersicbt über die Tauben der
äthiopischen Region; Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 258—331.
Australien und Südsee- Ar cJiipel,
W. Blasius berichtet über das Vorkommen von Monarcha
inornata und Muscicapa griseosHcta Swinhoe auf Ceram; Joum.
Ornith. 31. Jahrg. p. 5.
0. Finsch beschreibt eine neue Calamoherpe {C. Rehsei) von
Pleasant Island; Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 142—144.
J. Gould, The Birds of New Guinea and the adjacent
Papuan Islands including any new species that may be disco-
vered in Australia. — Pt. 14 und 15 erschienen.
F. Heine beschreibt einen neuen Eisvogel, Ci/ancdcyon
EUsaheth, von Südwest - Neu - Guinea ; Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 222—223.
T. H. Potts, Out in the Open: a Budget of Scaps ot
Natural History gathered in New Zealand. 8vo. pp. 301.
Christchurch N. Z. 1882.
E. P. Ramsay liefert einen Beitrag zur Ornithologie Neu-
Guineas und beschreibt darin einige neue Arten: Poecilodryas
Sylvia, Eurostopodiis Astrolabae, Aegoiheles plumifera, Paradisea Susannae,
RhampJiomaiiiis Rollesi, Sitdla alhifrons und Aeluraedus melanocephahis ;
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 15—29.
Derselbe liefert einen kleinen Beitrag zur Ornithologie
der Salomons-Inseln, von Nasiterna MorUmi wurden zwei Exem-
plare von San Christoval erhalten ; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
Vol. 7 p. 665—673.
P. L. Sclater bespricht eine kleine Collection von Vögeln
von Neu-Bi'itannien, Neu- Irland und den Salomons-Inseln ; Proc.
Zool. Soc. Pt. 3 p. 347-348.
H. B. Tristram berichtet über eine kleine Vogelsammlung
von den Fanning-Inseln; Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 46 — 48.
Ch. W. De Vis beschreibt einen neuen Paradiesvogel
[Prionodura Newtoniana) Und einen neuen Würger {Cracticm ru-
fescens) von Queensland; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7
p. 561-563.
328 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Amerika.
J. A. Allen und W. Brewster liefern ein Verzeichniss
der in der Umgegend der „Colorado-Springs" in Colorado wäh-
rend März bis Mai 1882 beobachteten Vogelarten, wobei eine
neue Subspecies: GeoiUypis trichas uccklentalis beschrieben wird;
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 151—161, No. 4 p. 189
bis 198.
W. B, Barrowa beschreibt eine Vogel Sammlung vom un-
teren Uruguay und giebt dabei auch biologisclie Notizen, ins-
besondere Beschreibungen von Nest und Eiern der einzelnen
Arten; Bull. Niitt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 82—94, No. 3
p. 129—143, No. 4 p. 198—212.
Ch. W. Beckham, A List of the Birds of Bard-rtown,
Nelson County, Kentucky; Journ. Cincinuati Soc. Nat. Hist.
Vol. 6 1883 p. 136—147.
L. Beiding giebt eine Liste von Vogelarten, welche bei
Guaymas, Sonora im December 1882 und April 1883 gesam-
melt wurden. Unter diesen sind besonders folgende in Unter-
Californien nicht vertretene Arten bemerkenswerth: Harporhynclnis
Palmeri, Vireo vicinior, Qiäscalus palustris, Jache latirostris, Catharista
(Urata, Scardafella inca. Der in Sonora vorkommende Harporhjn-
cJius Bendirei wird in Unter Californien durch H. einer em vertreten,
Campylorhynchus brunneicapülus durch C affinis, Pipilo fuscus meno-
leucus durch P. fusais albigula, Picus Scolaris durch P. Scolaris luca-
samis, Lopliortyx Gambeli durch L, californianus ; Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 6 p. 343—344.
Derselbe liefert ein zweites Verzeichniss von Vögeln von
der Südspitze Unter- Californiens. Im Ganzen wurden 187 Arten
festgestellt; ebenda p. 344—352.
Derselbe beschreibt eine Vogelsammlung von der West-
Küste von Unter-Californien und zwar von den Coronados-Inseln,
der St. Rosalia-Bay, St. Quentin-Bay und der Cerros- Insel.
Danach zeigt die Westküste Unter - Californiens ornithologisch
denselben Character wie die Südküste bei San Diego; Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21 1883) p. 527-532.
Derselbe beschreibt eine Vogelsammlung von der Süd-
spitze Unter-Californiens; ebenda p. 532 — 550.
H. V. Berlepsch beschreibt eine Anzahl neuer Arten aus
Süd-Amerika: Phoenicothravpis Salvini, Tkripophoga Sclatcri, Thryo-
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1883. 329
thorus ruficdudutus , OcWiodiaetn luguhris, Pipra velutina, Lenclppun
viridicmda', Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 487—494.
Derselbe beschreibt drei neue Arten: Ekdnea Taczanowshli,
Myiarclim Pelzeini und Dendrocolaptes intermedius VOn Babia; Ibis
(5) Vol. 1 No. 2 p. 137—142.
H. V. Berlepscb und L. Taczauowski beschreiben eine
von Stolzmann und Siemiradzki in West -Ecuador gesammelte
VogelcoUectiou. Unter den 216 Arten befinden sich 18 neue:
Tiirdus ignobilis mactdiroslris , Trocjhdytes furvus albicans, Basileuterus
Fraseri, Vireosylvia clmi griseoharbata , HylupMlus minor, Chlor ophanes
spiza exstd, Euphonia hypoxaniha, Calliste cyanopygla, Phoenicoihraupis
Stolzmanni, Tanagra palmarum violilnvata, SpermopUla gtitturalis olivacea,
Leptopogon supei-ciliaris transandinus, Chrysomitris Siemiradzkii , Orni-
thion Sclateri, Rhynchocyclus peruvianus aequatorialis, Automolus assimilis,
Dendrornis erythropygia aequatorialis , Goiddia Converd aequatorialis,
Chaetura Sclateri occidentalis, Leptopüla pallida, Aramides Wolfi; Proc.
Zool. Sog. Pt. 4 p. 536 -577.
A. Boucard liefert ein Verzeichniss einer von G. F. Gau-
mer in Yucatan gesammelten Vogelcollection. Dieselbe enthält
181 Species, darunter Meleagris ncellata, Chrysotis xantholora, Mela-
noptila glabrirostris , Pyranga roseigularis , Icterus auratus, Cyanocitta
yucatanica, Amazilia yucatanemis ; Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 434 — 462.
W. Brewster berichtet über eine von F. Stephens in Ari-
zona zusammengebrachte Vogelsammlung und beschreibt dabei
eine neue Subspeciesr Cdlipepla squamata castanogastris; Bull. Nutt.
Om. Club Vol. 8 No. 1 p. 21—36.
J. Cabanis beschreibt neue von J. Schulz in Central-
Argentinien gesammelte Vogelarten; Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 97- -98, 102—103, 105—106, 108—110, 214—216.
M. Chamberlain liefert einige Zugdaten von in Neu-
Braunschweig (V. St.) vorkommenden Vögeln; Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 8 No. 1 p. 6—11.
Derselbe, Ornithological Notes; Bull. Nat. Hist. Soc.
New Brunsw. 1883 No. 2 p. 39.
W. Cooke, Bird Migration in the Mississippi Valley;
Forest and Stream 19 No. 15, 16, 20 p. 283, 284, 306,
384. 1883.
W. Cooke and 0. Widmann, Bird-Migration in the Mis-
sissippi Valley. Illinois, U. S. A. 1883 u. American Field 1883.
— Notizen über den Vogelzug bei St. Loiüs.
330 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
R. W. Coppinger, Cruise of tbe „Alert". Four Ycars
in Patagonian, Polynesian and Mascarene Waters (1878 — 82).
London 1883. 1 Vol. 8vo. — Enthält eingestreut biologische
Notizen über beobachtete Vogelarten.
B. Cory beschreibt einige neue Vogelarten von St. Do-
mingo; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 94—95.
E. Coues, New England Bird Life: being a Manual of
New England Ornithology. Revised and edited from the Manu-
script of W. A. Stearns. Ft. U Nonoscine Passeres, Birds of
Prey, Game and Water Birds. Boston: Lee & Shepard 1883
8vo. p. 409, 88 woodcuts.
F. D. Godman and 0. Salvin, Biologia Centrali-Ameri-
cana; or Coutributions to the Knowledge of the Fauna and
Flora of Mexico and Central - America. Zoology. — Die vor-
liegende Fortsetzung des Werkes (Bogen 27 — 39, p. 209 — 312,
Taf. 14 — 17) behandelt die Familien Vireonidae, Lanüdae, Ampe-
lidae, Hirundinidae, Coerebidae und Tanagridae. Neu beschrieben sind:
Pyrangn figlina, l'hoenicothranpis rhodinolaema und Dacnis Viguieri
Oustalet.
Dieselben beschreiben eine Anzahl neuer Vogelarten aus
dem Britischen Guiana: Microcerculus ustulatus, Cistothonis ultlcola,
Hylophilus Sclateri, Pyranga haemalea, Oxyrhamphus hypoglaucus, Ty-
ranniscus acer, Myiohius Roraimae, Myiarclms phaeonotus, Pachyrham-
phus griseigularis , Aitila spodiostethus, Dendrocolaptes plagosus, Den-
drornis polysticta, Dysiikamnus spodiotwtus und Brotogerys panychlorus ;
Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 203-212.
N. S. Goss, A Catalogue of the Birds of the Kansas.
Published under the direction of the Executive Council. Kansas
1883. 8vo. pp. IV t. 34.
F. L. Grundtvig berichtet über den Frühjahrszug einiger
Waldsänger am Wolfs =Fluss in Ontagamic county, Wisconsin;
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 65—72.
G. Hartlaub hat die von den Gebrüdern Krause in der
Gegend des Lynn-Canals in dem südöstlichen Alaska zusammen-
gebrachte Vogelsammlung bearbeitet. Dieselbe umfasst c. 80
Arten und ist insofei'n sehr interessant, als danach das betreffende
Gebiet durchaus nordamerikanischen Character zeigt, während
das Gebiet des Yukon nach den Sammlungen von Dali und
Bannister eine polare Vogelfauna untermischt mit paläarktischcn
Formen aufweisen; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 257 — 28G.
Naturgeschichte der Vogel wahrend des Jahres 1883. 331
T. M. Ilwraith schildert das Vogelleben iu West-Ontario
(V. St.) im Winter; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 143
bis 147.
G. N. Lawrence beschreibt einige neue Vogelarten von
Süd- und Mittelamerika {Chrysotis canifrons, Formicivora griseignla
und Sperinopkila parva; Ann. N. Y. Acad. Sciences Vol. 2 1883
p. 381—383.
C. H. Merriam giebt einige Ergänzungen zu seiner Ueber-
sicht der in Quebec, Canada, vorkommenden Vögel (Bull. Nutt.
Club Vol. 7 p. 333); Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 244
bis 245.
H. Nehrling setzt seine Beiträge zur Ornis des nördlichen
Illinois fort. Zahlreiche Notizen über die Lebensweise der auf-
geführten Arten sind in der Arbeit enthalten; Journ. Oruith.
31. Jahrg. p. 84-97, 255—257.
R. Ridgway veröffentlicht Beschreibungen vermuthlich
neuer Vogelarten von den Commandeur- Inseln und von Petro-
paulowski auf Kamtschatka {Ilaliaetus hypoleucns, Acrocephalus
D'jhdWsJäi , Anortlnira paUescen><, Ilirundo saturata Stejn., Antlms Stej-
negeri Ridgw.; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 90—96.
Derselbe beschreibt einige neue von L. Beiding in Unter-
Californien gesammelte Vogelarten: LopJiophanes inomatus clneracens
Ridgw., PsaÜriparus Grindae Beiding, Junco Balrdi Beiding; Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 154—156.
Derselbe beschreibt eine von Cb. Nutting in Nicaragua
zusammengebrachte Vogelsammhnig ; Proc, Un. St. Nat. Mus.
Vol. 6 No. 24 p. 372—384 (Nur Anfang der Arbeit).
Derselbe veröflentlicht ein Verzeichniss der von C. C.
Nutting im Innern von Costa Rica und zwar auf dem Vulkan
von Irazu und bei San Jose gesammelten Vögel; Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 5 1882 (Febr. 28 1883) p. 493—502.
Derselbe beschreibt eine neue Dendmeca [D. Adelaidae
delicata) von Santa Lucia (West- In dien); Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 5 1882 (March 21 1883) p. 525-526.
Derselbe beschreibt einen neuen Aeglalltes (A. alUdipedes)
von Chile; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21
1883) p. 526.
Derselbe beschreibt eine neue Procellarln {Oestrelata Fischeri)
von Alasclika; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21
1883) p. 656-658.
Aich. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. W
332 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
0. Salvin bespricht eine von Markham an der Westküste
von America zusammengebrachte Vogelsammlung. Unter den
149 Arten befinden sich 3 neue: Geoüd/jjns auricularis, Diomedea
irrorata, Cymocliorea Markhami; Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 419—432.
P. L. Sclater beschreibt 5 neue Arten von Süd-Amerika:
Bnsileuterus Fraseri, Calllste cf/anopygia, Cnipodectes minor, Antomolns
ruhidits und Anahazenops oleagineus; PrOC. Zool. Soc. Pt. 4 p. 653
bis 654.
W. A. Stearns giebt ein Verzeichniss der in Labrador
vorkommenden Vogelarten. Scolecnpliagus femigineus brütet noch
bei l'Anse Amour, Ceryle alcyon noch am Eskimofluss. Von
Drosseln sind F. migratorius und mnstelinus als Brutv'ögel nacli-
gewiesen; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 116 — 123.
Derselbe, Birds of Amherst; Amherst Record June 13,
July 11, 18 and August 8 1883.
E. Smith, The Birds of Maine. With annotations of their
comparative abundance, dates of migration, breeding habits etc. ;
Forest and Stream Vol. 19 No. 22-26 und Vol. 20 No. 1—7
und 10—13.
L. Stejneger schildert das Vogelleben der Commandeur-
Inseln; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 1883 p. 58—59.
Derselbe liefert eine Uebersicht über die amerikanischen
Drosseln; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 p. 449—483.
F. Sumichrast, Enumeracion de las Aves observadas en
el territorio de la republica mexicana; La Naturaleza (Mexico)
T. 5 p. 227—250.
L. Taczanowski beschreibt 7 neue Arten aus Peru:
Carenochrous Dresseri und Seehohmi, Phytotoma Raimondi, Oclithocca
Jelskli, Upucerilna pallido, Cynanthns griselventris und Psiüacula crassi-
rostris; Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 70.
B. Torrey, With the Birds ou Boston Common; Atlantik
Monthly, Febr. 1883 p. 203-208.
Ch. n. Townsend giebt ein Verzeichniss der Vögel von
Westmoreland , Penn. 136 Arten sind aufgeführt, darunter
Trochüus cohihris als gemein; Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia Pt. 1
1883 p. 59—68.
J. A. Tuelon, List of Birds observed near Bradford,
Peunsylvanien ; Quart. Journ. of the Boston Zoological Society
IV, Jan. 1883 p. 8—11.
E. H. White liefert einen Nachtrag zu seinem im Vorjahre
\
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1883. 333
gegebenen Bericht über die von ihm ia Argentinien beobachteten
Vögel, wobei P. L. Sclater einige kritische Bemerkungen über
einzelne Arten anfügt und eine Species, Poosplza Whüü, als neu
beschreibt; Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 37—43.
Im Anschluss an die vorstehende Arbeit bespricht White
9 fernere von ihm in Argentinien gesammelte Arten; Proc. Zool.
Soc. Pt. 3 p. 432-434.
ArkfiscJies Gebiet,
Dybowski, Ueber Kamtschatka s. oben S. 323.
'Hartlaub, Ueber Alaschka s. oben S. 330.
E. W. Nelson liefert einen Bericht über die in der
Beriugs-See und dem arktischen Ocean vorkommenden Vogel-
arten. Es werden 192 Arten mit speciellereu Angaben der
Verbreitung aufgeführt. Die Notizen über Lantus cristatus juv.
dürften sich auf lucephahis Schi, beziehen; Cruise of the Re-
venue Steamer Corwin in Alasca and the N. W. Arctic Ocean
in 1881 p. 57—118 (Washington 1883).
Ridgway, Ueber die Kommandeur-Inseln s. oben S. 331.
Stejneger, Ueber die Kommandeur-Inseln s. oben S. 332.
Taczanowski, Ueber Kamtschatka s. oben S. 325.
IV. Biologie, Zucht und Pflege.
A. G. van Aken schildert die Lebensweise von Pkus
vilhsus; Anier. Naturalist Vol. 17 No. 5 p. 511 — 515.
J. Baily, Pheasants and Pheasantries. 4. ed. London
1883. 12. 50 pg.
II. B. Bailey liefert Notizen über die Nistweise, Eier-
zahl, Brutzeit und Eiermaasse einer grösseren Anzahl von
Vogelarten aus Georgien (V. St.); Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8
No. 1 p. 37—43.
R. M. Barrington, Dipper singing during Frost; Zoolo-
gist Vol. 7 No. 76 p. 179.
R. M. Barrington und H. Ch. Hart beschreiben die
Stimme von Puffinus anglorum ; Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 28 — 29
und No. 74 p. 81 und 82.
J. M. Beclistein, Chamber and Cage Birds; their mana-
gement, habits, deseases, breeding and the methods of taking
334 Reich cnow: Bericht über die Leistungen in der
tlicm. Trnsl. fr. the last gerraau edit. by W. E. Stukkard.
Kevis. and partly i'cwritten and the poiuts of Show Birds de-
scribed by G. E. Barnesby. London 1883. 8. 496 pg.
Ch. E. Bendire beschreibt Nest und Junges von Glauci-
(linm (jnoma; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 p. 242.
A. Bennett, Nesting Habits of the Emu; Naturo Vol. 27
No. 701 p. 530.
K. H. Ben nett schildert die Lebensweise von Leipoa ocel-
lata, insbesondere den Bau des Bruthügels und das Betragen des
Vogels bei demselben ; Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8
p. 193—197.
Berenger, Glos, Pays-Mellier und Mercier berichten
über Acclimatisation des afrikanischen Strausses in Frankreich,
über Brüten und erfolgreiche Aufzucht von Jungen; Bull. Soc.
d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 1 p. 1—7.
J. Blum berichtet über einen singenden Mehpsittacus umlu-
latus; Zool. Garten 24. Jahrg. No. 5 p. 158.
A. Bouchereaux gelaug die künstliche Ausbrütung von
Kasuar-Eiern (näheres über die Art ist nicht angegeben); Bull.
Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 3 p. 203—204.
A. Brehm beobachtete im Jahre 1882 zweimaliges Brüten
der Staare in Thüringen; Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 99.
M. de Brisay züchtete Platycercus erythropterus in Gefangen-
schaft; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 7 p. 397
bis 401.
F. Brocchi, Traito d'Ostreiculture. Paris 1883. 12.
300 pg.
N. C. Brown erlegte ein Exemplar von ZonotricMa nlli-
ciilUs, welches, noch im ersten Jahre stehend, bereits im October
das voll ausgefärbte Kleid des alten Männchens zeigte. Verf.
ist der Ansicht, dass vielfach die als Jugendzustände betrach-
teten Kleider auf individuelle Variation zurückzuführen seien,
so auch das bald rothe, bald grüne Gefieder der Loxia-Arten (!);
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 46—48.
S. Brusina bespricht anormale Vögel des Agramer Mu-
seums, Farbenvarietäten und Missbildungen, und beschreibt dabei
einen Bastard von Numida mdeayris 9 und Gallxs (hmesticus d";
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4 p. 57—63.
0. Burbach, Der einheimischen Vögel Nutzen und Sclia-
den. 3. Aufl. Gotha, Thieuemann. 1883. (Tabelle).
Naturgeschichte der Vügel während des Jahres 1883. 335
Burtou berichtet über einen vermutblicLen Bastard von
Phaslanus colcUciis und Telrao tetrix; Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 578.
A. G. Butler bespricht die Verschiedenheiten im Nestbau
bei einigen gewöhnlichen englischen Vogelarten; Zoologist Vol. 7
No. 84 p. 491—493.
H. W. Campbell, Noctnrnal Movements of the Coot;
Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 127.
A. Chapman beschreibt das Nisten von Phoenicoptems anti-
quorum-, Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 397.
R. M. Chase, Com Crake in Winter; Zoologist Vol. 7
No. 76 p. 177.
R. M. Christy, On the Missel Thrush and Chaffinch
nestiug in proximity; Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 31—32.
Derselbe, Partridge Perching; Zoologist Vol. 7 No. 74
p. 80.
Derselbe, Interbreeding of Blackbird and Thrush; Zoo-
logist Vol. 7 No. 75 p. 123.
Derselbe, On the time of day at which birds lay their
eggs; Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 145 — 150.
Derselbe, Singular Cause of Death of a Chaffinch; Zoo-
logist Vol. 7 No. 76 p. 175—176.
St. Clogg, Early Assumption of Breeding Plumage in the
Cormorant; Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 176.
Clos und B er enger liefern Berichte über erfolgreiche
Züchtung der llhea omericana in Gefangenschaft in Frankreich;
Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 8 p. 473—475.
A. H. Cocks, Diver with the Tarsi feathered; Zoologist
Vol. 7 No. 76 p. 176.
J. Cordeaux, G. B. Corbin und Aplin besprechen die
Wanderungen des Garrtdus glcmdorlus in Schaaren von zahlreichen
Individuen, wie sie in den letzten Jahren beobachtet wurden;
Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 1—3, No. 74 p. 76 u. 77, No. 75
p. 128.
E. Coues berichtet über mehrere Fälle von Polygamie bei
Singvögeln, wobei ein Männchen zwei Weibchen hatte und die-
selben abwechselnd auf ihren Nestern befriedigte; Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 63.
Derselbe berichtet über ein auffallendes Farbenunter-
scheidungsvermögen eines Vogels. Ein in Gefangenschaft ge-
haltener Carpodacus purpureus gerieth in Aufregung, wenn sich
336 lleichenow: Bericht ühor die Leistungen in der
Jemand ihm mit einem blauen Tuche oder in einem bhuicn
Kleide näherte; Bull. Nutt. Oru. Club Vol. 8 No. 3 p. 181.
Derselbe bosclireibt Nest und Eier von Parus montunus;
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 240.
Derselbe beschreibt Nest und Eier von Mi/iadestes Tuivns-
endi; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 239.
J. V. Csato schildert Parus palustris als Charactervogel der
Buchenwaldungen in Siebenbürgen und beschreibt die Lebens-
weise von Pariis luguhri"; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg.
No. 3 p. 50—51.
J. CuUingford, Albino Common Bunting; Zoologist Vol. 7
No. 73 p. 33.
W. Dackweiler, Rationelle Geflügelzucht. (Düren, So-
linus). 1883. 8". 127 p.
C. Dareste erörtert die Grundbedingungen für erfolgreiche
Bebrütung von Eiern und giebt Vorschriften für die Behandlung
der letzteren vor und während der Bebrütung; Bull. Soc.
d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 3 p. 137—142.
J. F. Darling schildert das Gefangenleben von Turdus
torquatus; Zoologist Vol. 7 No. 78 p. 239—242.
Delaurier führt seine Züchtungserfolge mit exotischen
Vögeln während der Jahre 1881 und 1882 auf, darunter die
gelungene Zucht von Numida vuUurina, Ceriumis satijra, Ilastingi
und Blyihi, Phdslanus ElUoti, Aprosviictus eryütropterus, Cyunorlunnplais
Novae-Zdandiäe, Phlogoenas cruentata, Chalcopdia chalcospilos, Geupdia
malaccensis und passer ina Und Cohtinha gymnopldhalma ; Bull. Soc.
d'Acclim. France 3, Ser. T. 10 No. 12 p. 689—694.
H. Dietz und G. Prütz, Die Tümmler- und Purzler-
tauben. Ein Beitrag zum Mustertauben-Biich. Stettin (Dannen-
berg) 1883.
A. Ernst fand Ascaris inflexa in einem Hühnerei; Zool.
Anz. 6. Jahrg. No. 140 p. 291.
A. K. Fischer beschreibt die Nistweise, Nest und Eier
von Chrysomitris pinus; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 180.
A. Frenzel schildert das Gefangenleben von Chrysospka
eucldora: Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogel w. 8. Jahrg.
No. 5 p. 126—129.
Derselbe beschreibt das Benehmen von Ilyphnniomis vUel-
linus in Gefangenschaft; ebenda No. 7 p. 193 — 195.
Derselbe schildert das Gefangenleben von Zoslcrops
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 337
palpehrosa lind die Zucht von Spermestes (icuticamla, welche letztere
Art Verf. irrtliümlich für die Stammform der „Japanischen Möv-
chen" hält [Bekanntlich stammen letztere von der chinesischen
Art Sp. Sicinhoei Gab. Ref.]; ebenda No. 10 p. 265—268.
M. Fries, Die Geflügelzucht in ihrem ganzen Umfange.
Mit 20 Tafeln in Farbendruck. 3. Aufl. Stuttgart 1883. 8vo.
269 pp.
H. G ade au de Kerville hat durch Versuche nach-
gewiesen, dass der Genuss von Petersilie nicht, wie vielfach
irrthiimlich behauptet, eine schädliche Wirkung für Papageien
habe; Le Naturaliste 5. Ann. No. 26 p. 204—205, No. 37
p. 295.
C. W. Gedney, Foreign Gage Birds. London, Bazaar
Office. 1883. 8 ".
L. Glaser bespricht das Verhalten der Vögel gegen
Bienen. Rauchschwalben fangen nach des Verfassers Beobach-
tungen nur die stachellosen Drohnen, Rothschwänzchen fressen
nur herausgeworfene Bienenbrut. Schädlich werden den Bienen-
stöcken der graue Fliegenfänger, Meisen, Spechte, Storch und
Hühner; Zool. Gart. 24. Jahrg. No. 12 p. 369-372.
B. F. Goss beschreibt die Nistweise und Eier von Gijm-
nocitta cyanocepTiala und Picicorvus columhianus ; Bull. Nutt. Orn.
Glub Vol. 8 No. 1 p. 43-45.
J. Geoffroy St. Hilaire theilt mit, dass Mdopsittacus un-
dtdntus in Galcutta vollständig eingebürgert sei und innerhalb
der Stadt hohe Bäume (!) bevölkere; Bull. Soc. d'Acclim. France
3. Ser. T. 10 No. 4 p. 269.
Derselbe berichtet über die Einführung von Perdix albo-
gnlaris und Bamhusicola longirosiris in Frankreich. Nach den vor-
liegenden Erfolgen lässt sich vermuthen, dass die Einbürgerung
vollständig gelingen wird; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser.
T. 10 No. 4 p. 268.
J. V. Gr edler theilt einige Fälle von Melanismus und
Albiuismus bei Vögeln mit; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg.
No. 1 p. 11—12.
W. T. Greene, Parrots in Gaptivity. With notes on
several species by F. G. Dutton. London 1883. 8.
Derselbe, The Amateurs' Aviary of foreign Birds; or,
bow to keep and breed foreign Birds with profit in England.
London 1883. 8. 140 pg. w. ill.
338 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. Grisard scliildert die Lebensweise von Ortyx vlrginümn,
beschreibt deren Erhaltung in Gefangenscliaft und cmpfielilt
den Versuch der Einbürgerung des Vogels, welcher günstige
Kesultate erwarten lasse; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser.
T. 10 No. 1 p. 61—62.
J. H. Gurney, Varieties of the Wheatear and Siskin;
Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 124.
Derselbe, Assumption of Male Plumage by a Female
Wild Duck; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 128.
G. Gyles, Ring Ouzel defending its Nest; Zoologist Vol. 7
No. 76 p. 180.
W. Hanke schildert die Zucht von Reisvögeln in Gefangen-
schaft; Monatsschr, d. Ver. z. Schutze der Vogelw. 8. Jahrg.
No. 5 p. 129—133.
W. Harr es züchtete Coiurnix camhayensis in Gefangenschaft
und beschreibt das Jugendgefieder der Art; Monatsschr. d. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 10 p. 272—275.
J. E. Harting, Sketches of Bird Life from Twenty Years'
Observations of their Haunts and Habits. With Illustrations by
Wolf, C. Whymper, Keulemans and Thorburn. London 1883.
8". 302 p.
K. G. Henke beschreibt die Eier von StnäUo molybdophanes;
dieselben seien grösser (!) als diejenigen von Str. camelus, die
Poren weiter, sparsamer und ungleichmässiger vertheilt; Mitth.
Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 11 p. 230.
H. W. Henshaw berichtet über einen Fall der Ein-
gewöhnung von Lophortyx callforniana in halber Freiheit; Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 184.
W. Hewett, Coot and Moorhen laying in the same Nest;
Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 31.
Derselbe berichtet über spätes Nisten von Qiprimu'gits
europaeus; Zoologist Vol. 7 No. 81 p. 380. Ebenso H. T. Sop-
pitt, ebenda No. 82 p. 429, Gurney, ebenda p. 429, und
Corbin, ebenda No. 84 p. 495—496.
E. Hodek schildert das Brutgeschäft verschiedener Reiher
in Bulgarien; Mitth. Oriiith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 1 p. 5 — 9,
No. 2 p. 23—27.
Derselbe weist nach, dass die gelbe Färbung dos Ge-
fieders der Bartgeier auf mechanischem Wege durch Suhlen in
stark eisenhaltigem Wasser entstehe, dass die neu gebildete
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 339
Feder roin weiss sei, und widerlegt damit eine gegentheilige
Behauptung E. v. Homeyer's in den Wiener Mittb. No. 3 p. 57
und No. 4 p. 67; Mittli. Ornitli. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4
p. 65-66.
G. Holte r ho ff hörte einen eigenartigen dem Taubenruf
ähnlichen Lockton von Geococcyx caUfornianus ; Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 8 No. 3 p. 182.
Derselbe beschreibt Nistweise, Nest und Eier von Ilarpo-
rliynclms redhivm Lecontii; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1
p. 48—50.
F. V. Home y er polemisirt in einem Artikel über Cmclus
aqnaticm gegen Prof. Metzger und hält die Schädlichkeit des
genannten Vogels für künstliche Fischzuchtanstalten für unbe-
deutend; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelwelt 8. Jahrg.
No. 1 p. 10-12.
Hu et veröffentlicht Verzeichnisse über den Zuwachs der
Menagerie des Museum d'Histoire naturelle in Paris während
des Zeitraums von Oct. 1882 bis August 1883. Als seltenere
Art ist nur IMiaetus lencoryphus ZU erwähnen. Gezüchtet wur-
den ferner: Cygnus atraius, Perdix fiisca, Bernichi magdlanica und
sandvicensis , Cäsar ca varlegata, Thaumalea Amherstiae, Euplocamus
leucomelanus , Phasiatms mongolicus, Talegoila Lothami und ver-
schiedene Fasanenbastarde; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Sor.
T. 10 No. 2 p. 95—97, No. 6 p. 323—326, No. 10 p. 609
bis 613.
J. A. Jeffries berichtet über einen Zwitter von Pipilo
cMorurus. Das Exemplar hatte das Kleid eines weiblichen
Vogels und zeigte bei der Section auf der linken Seite einen
vollkommen ausgebildeten Eierstock, auf der rechten Seite einen
Hoden; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 17-21.
G. E. Jones and E. J. Shulze, lUustrations of the Nests
and Eggs of the Birds of Ohio. Pt. 16.
F. H. King, Economic Relations of Wisconsin Birds;
Wisconsin Geological Survey Vol. 1 chap. XI p. 441—610 figg.
103—144. Roy. 8vo.
K. E. H. Krause beobachtete während des ganzen Win-
ters in Rostock Schwalben {Hinmdo urlica), welche in Pferde-
ställen sich aufhielten und nur an sonnigen Tagen herauskamen;
Arch. des Ver. der Freunde der Naturgesch. in Mecklenburg
36. Jahrg. (1882) p. 136,
340 licichenow: Bericht über die Leistungen in der
Lavencre schildert die Straussenzucht in Südafrika; Bull.
Süc. d'Acclim. Frauce 3. Ser. T. 10 No. 8 p. 450—462.
II. Laver berichtet über eine blaue Varietät von Garndus
glandar'ms; Zoologist Vol. 7 No. 78 p. 257.
E. Leroy züchtete Perdix Hodgsoniae in Gefangenschaft und
beschreibt die Behandlungsweise dieser Art; Bull. Soc. d'Acclim.
France J). Ser. T. 10 No. 9 p. 497—507.
F. Lescuyer, Considerations sur la forme et la coloration
des Oiseaux. Reims 1883. 8. 58 p.
Th. Liebe, Winke betreffend das Aufhängen der Nist-
kästen. Gera 1883. 8vo. 14 p.
K. Th. Liebe hat eingehende Untersuchungen über die
Nahrung des Eisvogels angestellt. Nach denselben nährt sich
der Eisvogel vorzugsweise von Fischen, verzehrt indessen auch
viele Insecten, welche während ihres Daseins oder wenigstens
während des Larvenzustandes arge Fischräuber sind, den jungen
Fischen und dem Laich nachstellen; Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 286—291.
Derselbe bespricht den Nutzen des Bepflanzens der
Eisenbaliudämme für die Zwecke des Vogelschutzes, welchen
er an einem Beispiele (Gera-Eichicher Eisenbahn) erläutert;
Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 4 p. 89—91.
Derselbe tlieilt eine Anzahl Beobachtungen über die
Lebensweise, insbesondere über die Nahrung des Eisvogels mit;
Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 8 Jahrg. No. 5
p. 114—126.
F. Long, Singular Accident to a Robin; Zoologist Vol. 7
No. 75 p. 123.
D. F. Macdouald, Grouse Disease; its Causes and Re-
medies. 8vo. pp. 182 with illustratiojis. London: W. H.
Allen & Co. 1883.
H. A. Macpherson, Food of the Bittern; Zoologist
Vol. 7 No. 73 p. 35.
Derselbe, Hybrid Song Birds; ebenda No. 76 p. 178.
Derselbe, Hybrid between Grecnfinch and Linnet; Zoo-
logist Vol. 7 No. 75 p. 127.
Derselbe, Melanism in the BuUfinch; Zoologist Vol. 7
No. 78 p. 254.
Derselbe schildert das Gcfangenleben des grossen Bunt-
spechts; Zoologist Vol. 7 No. 84 p. 473 — 478.
I
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 341
Derselbe berichtet über eine Keilie ihm bekannt gewor-
dener Albinismen bei verschiedenen Vogelarten ; Zoologist Vol. 7
No. 82 p. 424.
Derselbe berichtet über einen partiellen Melanismus von
Turdus viscivorvs; Zoologist Vol. 7 No. 81 p. 877,
Derselbe erwähnt eines Albinismus von Piai. rmtica; ebenda
No. 78 p. 258.
A. Mairet hat Phashmns EUioü in der Gefangenschaft ge-
züchtet; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 3 p. 172.
C. A. Marriott, Wildfowl at Poole; Zoologist Vol 7 No. 75
p. 124.
J. Marshall erwähnt eines Albinismus von Numenius ar ma-
lus; Zoologist Vol. 7 No. 81 p. 377.
M. A. Mathew, Dipper singing during severe frost; Zoo-
logist Vol. 7 No. 74 p. 78.
Derselbe, Keble and the Nightingale; Zoologist Vol. 7
No. 76 p. 176.
P. Megnin, On the gapes in Gallinaceous Birds, and on
the Parasite which causes it. 8vo. 23 pp. with two coloured
plates. London: West, Newman & Co. 1883.
L. Merlato urtheilt über den Werth des Straussenfleisches
als Nahrungsmittel und ist der Ansicht, dass dasselbe nach
Aussehen und Geschmack am ehesten mit dem Rindfleische zu
vergleichen sei. Verf. knüpft an diese Erörterung werthvollo
Bemerkungen über Wärmeentwickelung, Luftverbrauch und
Gewichtsverlust des Embryos während der Bebrütung. Das Ei
ist während seiner Entwickelung (ebenso wie der vollkommen
ausgebildete Organismus) kein Wärmeverzehrer , sondern ein
Wärmeerzeuger. Aber diese Wärmeproduction ist nur möglich
in einem Medium, dessen Temperatur nicht über gewisse Grenzen
hinaus schwankt. Das Ei trägt somit die Elemente in sich,
welche nöthig sind, um aus demselben ein vollkommenes Thier
zu entwickeln, nur bedarf es noch des Sauerstoffes, welchen es
der Luft entnimmt. Hierzu ist eine bestimmte Temperatur und
Feuchtigkeit der umgebenden Atmosphäre nothwendig. Wärme
und Feuchtigkeit haben demnach für die Entwickelung des Eies
nur passive Bedeutung; sie bilden die Grundbedingungen für
das Leben des Embryos, aber nicht die Elemente, welche an
seiner Ausbildung direct theiluehmen; Bull. Soc. d'Acclim. France
3. Ser. T. 10 No. 1 p. 8—20.
342 Reichcnow: Bericht über die Leistungen in der
C. II. Merriam bespricht die Verbreitung von Histrionkus
minutus lind gicbt an, dass dieselbe in Baumlöchern niste; Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 Ko. 4 p. 220.
J. C. Merrill beschreibt die Nistweise von Bernida ami-
densis; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 124.
H. N. Moseley, On the Incubation of the Ostrich; Nature
Vol. 27 No. 700 p. 507—508.
Montessus schildert Aufenthaltsorte und Lebensweise von
Nxtclfraga caryocatactes in der Schweiz, insbesondere auf dem
Zermatt; Naturaliste 5. Ann. No. 48 p. 379—382.
De Montlezun hat Viäpanser nitUa in der Gefangenschaft
gezüchtet; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 2
p. 65-67.
F. Montresor giebt den Lockruf von FrancoUnns plctus
durch Noten wieder; Stray Feath. Vol. 10 No. 5 p. 420— 42L
H. Moreau bespricht einige Vorsichtsmassregeln, welche
zur Verhütung der Dii)hteritis und gegen Eindringen und Ver-
breitung des Luftröhrenwurms in Fasanenvolieren zu empfehlen
sind; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 8 p. 438
bis 444.
G. Mütze 1 schildert das Balzen des Cerlurnis Temmlncki
und die dabei vorsichgehenden Veränderungen der Form und
Farbe der nackten Gesichts- und Kehllappen; Jouru. Oruith.
31. Jahrg. p. 8—9.
J. A. Murray beschreibt das Ei von Sypleotides auritus;
Stray Feath Vol. 10 No. 5 p. 420.
C. Nolte über Straussenzucht (vergl. oben S. 326).
A. Nuijens, De Vogelwereld. Handboek voor Liefhebbers
V. Kamer- en Parkvogels. Groningen 1883. gr. fol. m. 300 afbld.
E. Oustalet, L'architecture des Oiseaux; Rev. Sc. T. 31
No. 18 p. 545-555, No. 20 p. 618—625.
H. Parker berichtet über frühzeitiges Nisten und über die
Wanderung der Vögel in Nordwest-Ceylon ; Ibis (5) Vol. 1 No. 2
p. 191—198.
E. Paske beschreibt Pflege und Abrichtung der Brief-
tauben; Zcitschr. f. Ornith. und prakt. Geflügelzucht, Stettin
Jahrg. 1882 p. 90 u. 109 u. Jahrg. 1883.
D. Paul st ich stellt die Gutachten hinsichtlich der Frage
der Schädlichkeit von Cindm aquaticiis und Alcedo ispidn für die
künstliche Fischzucht zusammen. Die Mehrzahl derselben hält
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 343
den Schaden für unbedeutend und spricht sich für Schonung der
Vögel aus; Monatsschr. d. Vor. z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg.
No. 11 p. 293—299, No. 12 p. 313—323.
R. Payne-Gallwey, The Fowler in Ireland; or Notes
on the Haunts and Habits of Wildfowl and Scafowl, including
Instruction in the Art of shooting and capturing them. London
1883. 8. 502 p. 10 illustr.
V. La Perre de Roo, Monographie des Pigeons domes-
tiques. Paris 1883. 8. 394 pg. av. fig.
Derselbe, Monographie des races de Poules. Paris 1883.
8. 461 pg. av. fig.
E. Pfannenschmid empfiehlt Pa^aemon serratus als Futter
für gefangene Insektenfresser; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 9 p. 242—244.
T. H. Potts beschreibt die Eier von Nestor notuUUs; Zoo-
logist Vol. 8 No. 81. p. 376.
Gr. Prütz, Das illustrirte Muster -Taubenbuch. Hamburg
1883. Gr. 4. m. c. 60 Farbendruck-Tafeln. Lief. 1 m. 2 col. Taf.
B. Placzek bespricht die Quelle und Bedeutung des Vogel-
sanges. Demselben liegen psychische Eigenschaften zu Grunde.
Der Gesang verhält sich zu den gewöhnlichen Vogellauten wie die
menschliche Kunst zu handwerksmässigen Verrichtungen. Wie die
Kunst wird auch der Vogelsang, öfter geübt, zur gewohnheits-
mässigen Aeusserung; Kosmos. 7. Jahrg. 6. Hft. p. 464 — 472.
E. P. Ramsay beschreibt die Nester und Eier einiger
Vogelarten von Neu -Guinea, darunter solche von Drepanornis
Alberüsi und Paradisea raggiann. Die Nester dieser Arten sind
frei auf Bäumen angelegt, von Zweigen und Gras gebaut; die
Eier sind auf gelblich weissem Grunde rothbraun und violet-
grau oder braun gefleckt. Die Eier von Manucodia atra sind
nach des Verf. Beschreibung rabenähnlich; Proc. Lin. Soc. N.
S. Wales Vol. 8 p. 15—29.
Derselbe beschreibt Nester und Eier australischer Vogel-
arten; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 406—415.
C. Raver et-Wattel liefert einen Jahresbericht über die
Arbeiten der Acclimatisations- Gesellschaft in Paris; Bull. Soc.
d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No, 5 p. LXVII u. f.
Ant. Reichenow, Vogelbilder aus fernen Zonen. Ab-
bildungen und Beschreibungen der Papageien. Lieferung 11,
(Th. Fischer, Cassel) Schluss des Werkes.
344 Rcichcnow: Bericht über die Leistungen in der
S. G. Reid giebt an, dass die Eier von Bulearica regulorum
von denjenigen anderer Kraniche abwichen und blaiiweisse
Scliaalo hätten ; von einem kalkigen Ueberzug [Nehrkorn, Z. G.
p, 317] erwähnt der Autor nichts; Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 225.
S. N. Rhoads führt Beispiele an, wonach Geier nur ver-
mittelst des Geruches Beute (Aas) aufzufinden vermögen; Amer.
Naturalist Vol. 17 No. 8 p. 829—833.
E. V. Rodiezky, Die Monographie des Truthuhns. Mit
1 Holzschn.-Taf. (Wien, Frick) 1882.
F. G. Roger on schreibt über das Vorkommen von Cngma
minor in Frankreich und schildert Frei- und Gefangenleben der
Art; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10 No. 4 p. 220-230.
Derselbe hat verschiedene Entenarten fruchtbar gekreuzt,
Anas strejjera mit A. boschas und Fuligula ferina cT niit Anas
sirepcra $; Bull. Soc. Zool. France 3. Ser. T. 10 No. 10 p. 569
bis 572.
H. Rogers, Late Stay of Swift in South Wales; Zoolo-
gist Vol. 7 No. 75 p. 127.
G. J. Romanos, On the lucubation of the Ostrich ; Nature
Vol. 27 No. 699 p. 480-481.
Kronprinz Rudolf von 0 esterreich glaubt auf Grund
bezüglicher Beobachtungen die Fruchtbarkeit von Tetrao medius
annehmen zu können; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 9
p. 105—109.
Derselbe theilt einige biologische Notizen über europäische
Raubvögel mit; Mitth. Ornith. Ver. "Wien 7. Jahrg. No. 9 p. 177
bis 178.
E. Rüdiger schildert die Zucht von ryrrlaäa vulgaris in
Gefangenschaft; Zool. Garten 24. Jahrg. No. 9 p. 282—285.
Derselbe beschreibt die Zucht von CorypTiospingns cruentns
in Gefangenschaft; ebenda No. 12 p. 353 — 357.
K. Russ, Der Kanarienvogel. Seine Naturgeschichte, Pflege
und Zucht. 4. Aufl. Magdeburg, Creutz. 1883. 8".
E. Russow, An der Spechtmeise oder dem Kleiber {Siita
enropaea) gemachte Beobachtungen; Sitzungsb. Naturf. Ges.
Dorpat 6. Bd. 2. Hft. p. 433—436.
Sage berichtet über einen theilweisen Albino von Asio
arcipitrinus; Biill. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 183.
A. Saunders, Our domestic Birds. Practical Poultry
Book for England and New Zcaland. London 1883. 8. 256 pg.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1883. 345
B. Schiavuzzi theilt einen Fall von Chlorochroismiis bei
Anthis pratetisis mit; Mittb. Ornitb. Ver. Wien 7, Jabrg. No. 12
p. 253.
F. S oblag scbildert das Gefangenleben von Rtdicilla phoeni-
ciira; Monatsscbr. d. Vor. z. Scbutze d. Vogel w. 8. Jabrg. No. 7
p. 189—191.
M. Scbmidt bescbreibt die Lebensweise von Pelecanus
onocrotalns in Gefangenscbaft und die Pflege desselben; Zool.
Gart. 24 Jabrg. No. 4 p. 97—103, No. 5 p. 134—141.
Derselbe bespricbt in einer Arbeit: „Die Hanstliierc der
alten Aegypter" auch die in domesticirtem Zustande gehaltenen
Vögel. Es erscheinen als solche auf den alten Denkmälern nur
die Gans, Chenahpex aegyptiacus, die schon in den ältesten Zeiten
in grossen Heerden gehalten wurde, und Kraniche, Grus cinerea
und virgo. Hühner finden sich auf keinem altägyptischen Bild-
werk. Dieselben sind frühestens im Jahre 525 v. Chr., nach
dem Einfall der Perser, in das Land gekommen. Auch Haus-
tauben sind nicht nachgewiesen; Kosmos 7. Jabrg. 2. Hft.
p. 125—127.
P. Scbomann, Die Brieftaube, ihre Geschichte, Zucht,
Pflege und Dressur, sowie ihre Verwendung zu militärischen
und andern Zwecken. Nach dem Französischen von La Perre
de Roo. Rostock, W. Werther, 1883.
P. L. Sclater theilt mit, dass Pelecanus tracJiyrh/ncJms sich
in der Menagerie der Zoologischen Gesellschaft in London be-
finde; Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 463.
Derselbe berichtet über ein Exemplar von SarcorTiamphus
aequatorialis Sh., welches sich in der Menagerie der Zoologischen
Gesellschaft in London befindet; Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 349.
Dasselbe ist abgebildet T. 35.
Derselbe theilt mit, dass Turdus cardis und Parus varms
in die Menagerie der Zoologischen Gesellschaft in London ge-
langt seien; Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 32.
Derselbe veröfi'entlicht ein Verzeichniss des Zuwachses
der Menagerie der Zoologischen Gesellschaft in London an
Vögeln während des Jahres 1883; ebenda Pt. 4 p. 655 — 676.
R. Service, „Eider", a Lokal Name for the Cormorant;
Zoologist Vol. 7 No. 74 p. 77—78.
Derselbe, Late Breeding of Swallows and Martins in
Kirkendbrightsbire; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 124.
34 G Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
W. L. Sigel schildert das Gefaugenleben vou Cancroma
cochlearia; Zool. Garten 24. Jahrg. No. 6 p. 182—183.
G. S im merm acher berichtet über Missbildungen bei
Vögeln; Zool. Gart. 24. Jahrg. No. 12 p. 359—360.
E. Slade sah Tyrannus intrepidus seine Jungen mit Früchten
füttern; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 8 p. 887—888.
Smith, Hybrid between the Lesser Black-back and Her-
ring Gulls; Zoologist Vol. 7 No. 7G p. 174—175.
D. Stephens, Moorheu in a Rabbit's Earth; Zoologist
Vol. 7 No. 75 p. 128.
Stolzmann schildert die Lebensweise der Kolibris und
erwähnt, dass dieselben auch im Fluge Insekten mit grossem
Geschick fangen und dieselben von Bäumen und Mauern ab-
nehmen; Die Welt 1883 p. 17—20, 43 — 46 (In polnischer
Spraclie).
G. Sundmann, Finska Fogelägg. Med Text af J. A.
Palmen. Helsingfors 1883.
D. H. Talbot schildert das Gt fangenleben von Leucosticte
tepJirocotis; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 240—242.
W. Thienemann theilt Beobachtungen aus verschiedenen
Gegenden Mitteldeutschlands mit über die verderblichen Wir-
kungen des Nachwinters im Mäi-z 1883 auf die Vögel; Monats-
schrift d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 4 p. 96 — 101.
F. J. Thompson beschreibt das Betragen von Siurus
naevius in Gefangenschaft; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1
p. 57.
C. E. v. Thüngen, Das Rebhuhn, dessen Naturgeschichte,
Jagd und Pflege. 2. Aufl. Weimar 1883. 8. 128 pg. m. Illustr.
Fr. Tiemann, Leitfaden für eine praktische Geflügelzucht.
Breslau 1883. M. Holzschnitten.
H. Townsend berichtet über die Albino -Exemplare ver-
schiedener Vogelarten im Museum von Philadelphia; Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 126.
Derselbe beschreibt einen Bastard von ZonotricJda alUcoUis
und Junco Memalis; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 78—80.
Turner, Variety of the Red-backed Shrike; Zoologist
Vol. 7 No. 76 p. 180.
Baronin Ulm -Erb ach beschreibt die aus Japan importirten
Chabo- Hühner, auch Japan- und Nagasaki -Bantam genannt;
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4 p. 72—73.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 347
Ussber, Building Sites of House Martin; Zoologist Vol. 7
No. 75 p. 124.
Derselbe, Dipper singing during severe Frost; Zoologist
Vol. 7 No. 75 p. 118.
Derselbe, Missel Thrush and Chaffinch nesting in proxi-
mity; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 129.
J. Völscbau, Illustrirtes Hühner-Buch. Enthaltend das 6e-
sammte der Hühnerzucht etc. Lieferung 13 u. 14. Hamburg,
Richter. 1883.
Ad. Walter berichtet über einige Fälle von Baumfrevel
und Nestplünderung seitens Grün- und Buntspechtes; Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 317—320.
Derselbe theilt werthvolle Beobachtungen über das Brut-
geschäft des Kukuks mit und weist darauf hin, dass derselbe
den kleinen Singvögeln dadurch oft schädlich werde, dass er
dieselben durch Unterschieben seiner Eier in dem eigenen
Fortpflanzungsgeschäft störe; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. 8. Jahrg. No. 2 p. 34—38.
A. Weil hat Euplocamus eryihrophthalmus im Thiergarten in
Marseille gezüchtet; Bull. Soc. d'Acclim. France 3. Ser. T. 10
No. 8 p. 476—477.
J. Weir, Gurions Site for Sparrow's Nests; Zoologist Vol. 7
No. 75 p. 125.
J. Whitaker, Variety of Wheatear and other Birds;
Zoologist Vol. 7 No. 74 p. 79.
Derselbe berichtet über einen Bastard von Grünling und
Hänfling; Zoologist Vol. 7 No. 79 p. 302.
B. Wiemeyer beschreibt die Aufzucht junger Sperber in
Gefangenschaft und deren Pflege ; Zool. Garten 24. Jahrg. No. 5
p. 152—157.
C. W. Wilson schildert das Brutgeschäft von Pastor roseus\
Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 575—577.
L. Wunderlich berichtet über den Zuwachs des Zoolo-
gischen Gartens in Berlin während des Jahres 1882. Besonders
zu erwähnen sind die gelungenen Züchtungen von Vidpanser ta-
dorna, Fuligula nyroca Und rtifina, Euplocamus praelatus. Auch ein
Cathartes yota wurde erbrütet, aber nicht aufgezogen; Zool. Gart.
24. Jahrg. No. 5 p. 150—152.
C. Young, Late stay of the Swift in Autumn; Zoologist
Vol. 7 No. 73 p. 30.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. X
348 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe, Late Stay of tlio Swift. — Chichchaff in
Winter; Zoologist Vol. 7 No. 74 p. 81.
Derselbe, Building Sites of the House Martin; Zoologist
Vol. 7 No. 7.3 p. .34.
Derselbe, Siskins breeding in Confinement; ebenda No. 75
p. 119.
IT. Systematik.
A, Allgemeines.
J. A. Allen vertheidigt in einer kurzen Auseinandersetzung die trinäre
Nomenclatur; Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 97 — 100.
Ant. Reichenow und H. Schalow setzen das Compendium der
neu beschriebenen Gattungen und Arten fort. 11. Folge, Serie 7 No. 149
bis 240; Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 399 — 424.
B, Specielles.
Familie Sylviidae.
L. Stejneger liefert eine systematische üebersicht der amerika-
nischen Tnrdidae. Verfasser trennt zunächst zwei Subfamilien, Turdinae
und Myiadesiinae. Erstere zerfällt in 5 Gruppen: 1. Sialieae mit den
Gattungen Ridgwayia n. g. (s. unten) und Sialia Sws. 2. Saxicoleae mit
der einzigen Gattung Soxicola Bchst. 3. Turdeae mit den Gattungen
Hylocicliht Baird, Turdus L. und Hesperocichla Baird. 4. Lusdnieae mit
den Gattungen Catharus Bp. und Cyanecula Br. 5. Merulae mit den
Gattungen Merula Leach, Semimerula Sei., Cichlherminia Bp. und Mimo-
cichla Sei. Die Myiadestinae zerfallen in 2 Gruppen: 1. Platycichleae mit
den Gattungen Cossyphojms n. g. (s. unten), Platycichla Baird und Turd-
ampelis Less. 2. Myudesteae mit der einzigen Gattung Myadestes Sws.
Neben der Synonymie sind die Charactere für die einzelnen Gattungen
angegeben und durch Holzschnitte der Flügel-, Schwanz-, Fuss- und
Schnabelbildung erläutert. Die Unterschiede der Unterfamilien und Grup-
pen werden in einer analytischen Üebersicht dargestellt; Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 5 1882 (Febr. 13 1883) p. 449 — 483.
Accentor fervidus n. subsp. von Japan, Abart des A. ruhidus Tem.
Schi.; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. Vol. 8 p. 653. — A. orientaUs
n. subsp. von den östlichen Gestaden des schwarzen Meeres und von Per-
sien, Abart von A. vwdularis; ebenda p. 652. — A. rußlatus „Scverzow"
n. subsp. von Turkestan und Nord - Cachmir , zwischen A. collaris und
nipa/enxis; R. B. Sharpe, 1. c. p. 664.
Acroce.phaluK Dyhowslii Stejneger n. sp. von Kamtschatka; R. Rid-
gway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 92. — A. ilensis n. sp. von
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 349
Pamir, Westl. Central-Asien ; N. A. Severzow, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 66.
— A. Mariatmae neuer Name für Tatar e luscinia Quoy Gaim; H. B.
Tristram, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 45 [s. Tatare]. — A. Mendanae n. sp.
von den Marquesas- Inseln, nahe Tatare olalare; ebenda p. 43 T. 1. —
A. pistor n. sp. von den Fanning- Inseln, nahe Tatare syrinx; ebenda
p. 44 T. 2.
Calamoker])e Rehsei u. sp. von Pleasant Island; 0. Finsch , Ibis (5)
Vol. 1 No. 2 p. 143.
Cinclus Schulzi n. sp. von Tucuman : J. Cabanis , Journ. Ornith.
31. Jahrg. p. 102.
Cossyphopsis n. g. : Outermost tail - feathers longer than the inner
ones ; second primary shorter than the seventh. Typus : Turdus Reevii
Lawr.; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (Febr. 13
1883) p. 478.
Geocichla Machiki n. sp. von Timorlaut, zwischen G. ruhiginosa und
G.erythronota; H. 0. Forbes, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p, 588 t. 52.
Hylocichla fuscescens salicicola in Illinois ; H. K. Coale , Bull. Nutt.
Om. Club Vol. 8 No. 4 p. 239.
Locusteüa luscinioides Sav. bei Salzburg; V. v. Tschusi, Mittheil.
Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 8 p. 163.
Lusciola luscinia in Irland; R. J. Ussher, Zoologist Vol. 7 No. 73
p. 30.
Merula conßnis Baird wird characterisirt und deren specifische Selbst-
ständigkeit vertreten von R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6
p. 158 — 159.
Monticohi saxatilis an der hohen Wand bei Wiener Neustadt;
O. Reiser, Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 12 p. 254—255.
Fhyüopseuste Homeyeri n. sp. von Kamtschatka, nahe Ph. tristis ;
B. Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 358.
Phylloscopus pseudoboreaiis n. sp. von Pamir, Westl. Central-Asien;
N. A. Severzow, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 66.
Ridgw'jyia n. g. : Gonys very short, being shorter than two-fifths of
the commissure, so that the chinangle is considerably produced before
the line of the nostrils. Tail double rounded. Typus: Turdus pinicola
Sei.; R. Ridgway, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (Febr. 13 1883)
p. 460.
Ruticilla tilJiys in Nord-Irland; Clermont, Zoologist Vol. 7 N. 74 p. 78.
Saxicola monticola, Variiren in der Färbung nach Alterszuständen ;
Buttler, Feilden und Reid, Ibis (5) Vol. 1 No. 3 p. 331 — 337 und R. B.
Shaqje, ebenda p. 337 — 345. — S. viorio auf Helgoland erlegt; Harvie-
Brown, Report on Migrat. of Birds in Spring and Autumn 1882.
Tatare Less.; Uebersicht über die Arten der Gattung: otatare, Men-
danae n. sp. von den Marquesas - Inseln , syrinx, pistor n. sp. von den
Fanning-Inseln , Mariannae (neuer Name für Tatare luscinia Quoy Gaim.)
350 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
und (lei/ulnncltfilis ; das Genus ist mit Arrocephalus zu vereinigen, höchstens
als Untergruppe des letzteren zu betrachten ; H. B. Tristram , Ibis (5)
Vol. 1 No. 1 p. 38 — 46.
Tnrdus; Uebersicht der äthiopischen Arten, T. Uboni/amis , pelios,
tephronotus und oUvacinus; H. Seebohm, Ibis (.5) Vol. 1 No. 2 p. 164 — 166.
— T. Aliciae BickneUi in Neu-England, V. St.; W. Brewster, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 12. — T. ignolilis maculirostris n. subsp. von
Chimbo, Ecuador; v. Berlepsch, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 538. — T. tor-
rjuatus in Suffolk; G. T. Rope, Zoologist Vol. 7 No. 84 p. 504.
Familie Timeliidae.
R. B. Sharpe hat in dem siebenten Bande der Kataloge des Bri-
tischen Museums (Catalogue of the Passeriformes. Cichlomorphae Pt. IV)
die Familie Timelndae, welche bereits im 6. Bande des Werkes begonnen
wurde (vergl. Bericht 1881 p. 59) zum Abschluss gebracht, und zwar
wird die Unterfamilie Timeliinae abgehandelt. Verf. theilt die umfang-
reiche Unterfamilie in 10 Gruppen: Thamnohiae, Bradypteri, Eremomelae,
Cisticolae, Ckamaeae, Henicuri, Crateropodes, Timeliae, Liotriches, Accen-
tores. Letztere Gruppe ist trotz ihrer kurzen ersten Schwinge und entgegen
der Anschauung des Verfassers hier eingereiht, weil sie in dem von See-
bohm bearbeiteten, die Sylviinae und Turdinae umfassenden Theile aus-
gelassen war und nunmehr kein anderer Platz für dieselbe übrig blieb (!).
Verf. hat eine grosse Anzahl neuer Gattungen aufgestellt und neue Arten
beschrieben. Der ganze umfangreiche Band behandelt gegen 700 Species
und Subspecies und 164 Gattungen.
Aedonopsis n. g. Tjpus: Cossypha signata Sund.; R. B. Sharpe,
1. C. p. 69.
Aethocichla gymnogenys abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 12.
Alethe castanonota abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 2.
Anorthura pallescens Stejneger n. sp. von der Berings - Insel , nahe
A. alaacemis Baird; R. Ridgway, Proc. Un. St, Nat. Mus. Vol. 6 p. 93.
— A. formosa abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34. — A. troglodytes
hiemalis wahrscheinlich blutend in Ost-Massachusetts; W. Brewster, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 119. — A. troglodytes hiemalis bei
Brandon in West-Vermont; F. H. Knowlton; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8
No. 2 p. 120.
Anuropsvi n. g., Tjjjus: Brnchypteryx malaccensis Hartl. ; R. B Shai'pe,
1. c. p. 588.
Apalis cerviniventris abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c T. 3.
Argya Heuglini neuer Name für A. rufcscens Heugl. ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 391. — A. hyperythra n. sp. von Madras, nahe A. subru/a Jerd.;
ebenda p. 390.
Jlehromis n. g., Typus: Drymoeca rodericana Newton; R. B. Sharpe,
1, c. p. 102.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 351
Brachypteryx saluratus abgebildet; F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1
No. 3 T. 10.
Bradypterus sylvaticua abgebildet; K. B. Sharpe, 1. c. T. 4.
Calamocichla n. g., T}i)U3: Calamoherpe Newtoni Hartl. ; K. B. Öharpe,
1. c. p. 131.
Calamonastes n. g., Typus: Drymoiat fasciolata Smith; R. B. Sharpe,
1. c. p. 138
Cmclosoma marginatum n. sp. von Nordwest-Australien, nahe C. cas-
taneothorax Gray; R. B. Sharpe, 1. c. p. 336.
Cisticola Hurtlauhi neuer Name für C. inai-ginalia Hartl. ; K. B. Sharpe,
Cat. B. Brit. Mus. Vol. 7 p. 243 [vergl. C. Blanfordi im vorjährigen Be-
richt]. — C. meridionalis n. subsp., nahe C. [Melocichla] menkdis Fräs.;
R. B. Sharpe, 1. c. p. 243. — C. orientalis n. subsp., nahe C. [Melocichla^
mentalis Fräs.; ebenda p. 245.
Cistothorus alticola n. sp. aus dem Britischen Guiana, nahe C. brun-
neiceps; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No- 2 p. 204. — C. stclluris
brütend in den Hudson-Hochländern ; E. Roe, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8
No. 3 p. 179.
Corythocichla n. g. , Typus: Turdinns brevicaudatus Blyth; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 592.
Cossypha leucosticta n. sp. von Accra (Goldküste); R. B. Sharpe,
1. c. p. 44 T. 1. — C periculosa n. subsp. vom Gabun, nahe C. cyano-
campter ; R. B. Sharpe, 1. c. p. 40.
Crateropus Hctynesii abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 11. — C.
tenebrosus n. sp. aus dem östlichen aequatorialen Africa ; G. Hartlaub,
Journ. Ornith 31. Jahrg. p. 425.
Crateroscelis n. g. , Typus: Myiothera murina Tem. ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 590.
Drymaoedus pallidus n. sp. von West-Australien, nahe />. brunneo-
pygius Gould; R. B. Sharpe, 1. c. p. 344.
Drymocataphus assamensis n. sp. von Assam (identisch mit Turdinus
garoensis (^ Godw. Austen) ; R. B. Sharpe. 1. c. p. 557.
Drymoedus Beccarii abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 15.
Dryonastes n. g., Typus: Janlhocincla rußcollis Jard. et Selby; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 454.
Eremomela polioxunthu n. sp. von Suazi-Land, Südost- Afrika ; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 160. — E. scotops und usticollis abgebildet; ebenda
T. 5.
Eroessa viridis n. sp. von Betsileo (Madagascar) ; R. B. Sharpe, 1. c.
p. 152.
Erythrocichla n. g., Typus : Brachypteryx bicolor Less. ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 551.
Erythropygia rttjicauda und znmbesiana abgebildet; R. B. Sharpe,
1. c. T. 15.
352 Ileichenow: Bericht über die Leistungen in der
Eucomctis spodocephala abgebildet ; Godman and Salvin , Biol. Centr.
Amer. T. 20 F. 2.
Eupetes castanonotus abgebildet ; J. Gould , Birds New Guinea
Th. 14.
Euryptila n. g. , Typus : Drymoeca subcinnamomea Smith ; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 116.
Garrulux Mouhoti n. sp. von Cambodja; R. B. Sharpe, 1. c. p. 444.
Grallina Bruijni abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Gi/psophilii n. g., Typus: Turdinus crispifrons Blyth ; E. W. Oates,
Birds of British Burmah p. 61.
Harporhynchus Bendirii in Colorado; W. Brewster, Bull. Nutt. Om.
Club Vol. 8 No. 1 p. 57. — //. ocellatus; Characteristik der Art;
R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 399.
Hydrocichla n. g., Typus : Enicurus riißcapiUus Tem. ; R. B. Shaq)e,
1. c. p. 319.
Lioptila annectens abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34.
Malacopterum erythrote n. sp. von Borneo ; R. B. Sharpe, 1. c. p. 567
T. 13 F. 2.
Melanocichla n. g., Typus : Janthocincla lugubris Müll. ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 451.
Microcerciilits usLuhUus n. sp. aus dem Britischen Guiana ; Salvin
und Godman. Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 204 T. 9 F. 2.
Microcichla n. g. , Typus : Enicurus Scouleri Vig. ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 322.
Blimus polyglotlus nistend in West-Katasas ; N. S. Goss, Bull. Nutt. Om.
Club Vol. 8 No. 3 p. 186. — In West-Kansas; S. W. WiUiston, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 240.
Minla hrunneicanda n. sp. von Tenasserim, nahe M. castaneiceps
Hodgs. ; R. B. Sharpe, 1. c. p. 609.
Pellorneum intermedium n. sp. von Cachar, nahe P. nipalense; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 519 T. 13.
Phylleryates n. g. , Typus: Orlhotomus cuculhttus Sh. ; R. B. Sharpe,
I. c. p. 229.
Pinarornis plumosus abgebildet ; R. B. Sharpe, I. c. T. 9.
Ponuitorhuuts nuchalis und Pinwilli n. subsp. von Nordost-Tenasserim,
bez. dem nordwestlichen Himalaja, nahe P. schisticeps Hodgs.; R. B.
Sharp e, 1, c. p. 413.
Priniu sylvalica abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 7 und 8.
Pseudocossyphus n. g., Typus: Ccssypha Sharpii Gray; R. B. Sharpe,
1. c. p. 21.
Piilopyga n. g. , Typus; Midacocinda nifiventns Salvad. ; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 585.
Ptyriicus [ß. g.) lurdinus n. sp. von dem östlichen äquatorialen Africa;
G. Ilartlaub, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 425.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 353
Rliinocichla n. g., Typus: Tirnalin mUrata Müll. ; U. ß. Sharpe, I. c. p. 4 52.
Scolocichla D. g. , Typus : DrymocaUi-plMs fuscocapillns Blyth ; R. B.
Sharpe, 1. c. p. 523.
Sericornis Beccarii und arfakiana abgebildet; J. Gould, Birds New
Guinea Th. 15.
Stachyridopsis n. g., Typus : Slachyris rußceps Blyth ; R. B. Sharpe,
1. c. p. 598.
Stactocichla n. g. , Typus: Garrulax merulinus Blyth; R. B. Sharpe,
I. c. p. 449.
Stiphrornis erythro/korax abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 6. —
St. gabonensis n. sp. vom Gabun, nahe St. erythrothorax ; ebenda p 174 T. 6.
Suya albigulann abgebildet; F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1 No. 3 T. 10.
Suthora Humii neuer Name für S. piclifrons Hodgs. und S. nipalensis
Gould nee Hodgs.; R. B. Sharpe, 1. c. p. 487. — S. Verreauxi neuer
Name für S. gularis Verr. ; ebenda p. 488.
Thamnornis n. g. Milne- Edwards et Grandidier, Hist. Nat. Madag.
Ois. p. 335 1881, Typus: Ellisia chloropetoides Grand.
Tliryoihorus ludovicianus im März 1883 in Connecticut erlegt; J. H.
Sage, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 120. — T. rußcaudalm
n. sp. von Venezuela, am nächsten 2\ mystacalis ; H. v. Berlepsch, Ibis
(5) Vol. 1 No. 4 p. 491.
Trochalopteron Jerdoni abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 10, — T.
cachinnans, Unterschiede von Jerdoni, Fairbanki und meridionale ; Davison,
Stray Feath. Vol. 10 p. 379.
Troglodytes sp. von der Comandor- und Behrings - Insel , vermuthlich
neu, beschrieben von Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie p. 357.
— 2\ aedon Parkmanni in Illinois; J. L. Hancock, Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 8 No. 3 p. 179. — In Kansas erlegt; H. K. Coale, Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 8 No. 2 p. 120. — 7\ (Uropuila) auricularia n. sp. von Tucu-
man; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 105 T. 2. — 2'. fwvus
albicans n. subsp. von Guayaquil, Ecuador; v. Berlepsch, Proc. Zool. Soc.
Pt. 4 p. 540.
Twdinulus Roberti abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34.
Turdinus gularis abgebildet; R. B. Sharpe, 1. c. T. 14.
Urocichla longicaudatu abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34.
Familie Paridae.
H. Gadow liefert in dem achten Bande der Cataloge des Britischen
Museums eine Monographie der Familie Paridae. Gegen seine Anschauung
ist Verf. gezwungen als Untergruppe auch die Regidinae zu der Familie
zu ziehen, weil dieselben im sechsten Bande, wo sich eine passende Stelle
gefunden hätte, ausgeblieben sind. Unter Regidimie sind die Gattungen
Regulas und Leptopuncile vereinigt. Aegilhalus masculus Hartl, hält Verf.
irrthümlich für identisch mit A. capensis Gm.
354 Reichcnow: Bericht über die Leistungen in der
Lophophanes inornatus cineracetts n. subsp. von Laguna, Unter-Cali-
fornien; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 154.
Parus cyanem in Ungarn erlegt; J. v. Madarasz, Termesc. Füzetek
Vol. 7 1883 p. 131 — 135.
Polioptüa caerulea in Connecticut gefangen; J. H. Sage, Bull. Nutt.
Om. Club Vol. 8 No. 3 p. 179.
Psaltriparus Grindae Beiding n. sp. von Laguna, Unter- Califomien,
zwischen P. minimm und P, plumbeus: R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 6 p. 155.
Familie Certhiidae.
H. Gadow hat in dem achten Bande der Kataloge des Britischen
Museums eine monographische Uebersicht der Certhiidae geliefert. Die
Familie ist in zwei Unterfamilien getheilt : 1 . Certhiinae mit den Gattungen
Cerfhia , Salpornis, Tichodroma und Climacteris , 16 Arten enthaltend,
2. Sittinae mit den Gattungen Sttta, Sitlella und Hypositta, 28 Arten
umfassend.
Dendrophila oenochlamys auf Mindanao nachgewiesen; Kutter, Journ.
Omith. 31. Jahrg. p. 293.
Sittella cdbifrons n. sp. von Mt. Astrolabe, Neu-Guinea; E. P. Ramsay,
Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 24.
Tichodroma muraria an der hohen Wand bei Wiener Neustadt;
O. Reiser, Mitth. Omith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 12 p. 254—255.
Familie Dacnididae.
Certhiola Caboti abgebildet; Godman und Salvin, Biol. Centr. Amer.
T. 15a F. 4.
Chlorophanes spiza ezsul n. subsp. von Chimbo, West-Ecuador; v. Ber-
lepsch, Proc. Z. S. Pt. 4 p. 543.
Dacnis Viguieri n. sp. von Panama ; E. Oustalet, Godman und Salvin,
Biol. Centr. Amer. p. 246 T. 15a F. 3.
Dicaeum Everetti Tweedd. identisch mit D. modestum Tweedd. ; R. B.
Sharpe, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 580. — D. fvlgidum n. sp. von Timor-
laut, ähnlich D. keiensis und D. ignicoÜis; P. L. Sclater, Proc. Zool.
Soc. Pt. 1 p. 56. Abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 15. —
D. olivaceum Waiden identisch mit D. inornutum Hodgs.; R. B. Sharpe,
Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 580. — Z>. P-yeri abgebildet; Gould, Birds
Asia Th. 34. — D. pulchrius n. sp. von Südost -Neu -Guinea, nahe D.
rubricoronatum; R. B. Sharpe, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 579. — D.
schistaceum Tweedd. juv. von D. rubriventer Less. ; R. B. Sharpe, Proc.
Zool. Soc. Pt. 4 p. 580. — D. sulaense n. sp. von den Sula-Inseln, nahe
D. celebicum; R. B. Sharpe, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 579. — D. Tris-
trami n. sp. von San Christoval, Salomon-Insel ; R. B. Sharpe, Proc. Zool.
Soc. Pt. 4 p. 579.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 355
Diglossu plumbea abgebildet; Godman und Salvin, Biol. Centr. Amer.
T. 15a F. 1 u. 2.
Pi-ionochihs percussus auf Borneo nachgewiesen; W. Blasius, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1883 p. 76.
Familie Nectariniidae.
Ueber Zungenbildung der Nectariniidae siehe H. Gadow (oben p. 312).
Arachnothera longirostris in Nord-Kanara (Indien); Crawford, Stray
Feath. Vol. 10 No. 5 p. 422.
Familie Meliphagidae.
Die Zungenbildung der Meliphagidae beschreibt H. Gadow (s. oben
p. 312).
Melilestes poliopterus abgebildet ; J. Gould, Birds New Guinea Th. 1 4.
Myzomela Annabellae n. sjj. von Timor-Laut, nahe M, erythrocephala ;
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 56. — Abgebildet; J. Gould,
Birds New Guinea Th. 15. — M. ivakoloensis n. sp. von der Insel Boeroe
(Ceram-Gruppe); H. 0. Forbes, Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 116.
Ptilotis viarmorata abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Zosterops delicatula abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
— Z. griseiventris n. sp. von Timorlaut, zu der Gruppe von Z. albiventris
gehörig; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 199.
Familie Brachypodidae.
Xenocichla orienlalis n. sp. aus dem östlichen äquatorialen Africa;
G. Hartlaub, Journ. Omith. 31. Jahrg. p. 425.
Familie Alaudidae.
Alauda alpestris in Kent (England); W. 0. Hammond, Zoologist
Vol. 7 No. 74 p. 83. — A. cristata brütend in England; J. E. Harting,
Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 178.
Calandrella brachydactyla bei Cambridge (England) gefangen; J. E.
Harting, Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 33.
Pallassia [!] v. Hom. n. g., Typus: Alauda sibirica Gm.; v. Tschusi
und V. Homeyer, Verz. d. in Oesterr. u. Ungarn beob. Vögel.
Familie S y 1 v i c o 1 i d a e.
Anthus campesiris bei Brighton (England) erlegt; Th. Parkin, Zoolo-
gist Vol. 7 No. 73 p. 34. — A. cervinus Pall. am 26. Januar bei San
Jose dcl Cabo in Unter-Califomien erlegt; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 6 p. 156 — 157. — A. Contelli; Unterschiede von spinoletta;
N. A. Severzow; Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 62. — A. Stejnegeri vermuth-
lich neue, von A. japonicus Tem. Schi, verschiedene Art von der Berings-
und Kupfer-Insel; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 95
356 Rcichenow: Bericht über die Leistungen in der
Basileulerus Fraseri n. sp. von West -Ecuador [B. chry-sogasler Sei.
nee Tsch.); P- L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt, 4 p. 653 T. 61.
Buarremon {Ätlapetes) citrindlus von Tucuman ; J. Cabanis , Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 109 T. 1. — B. Nationi Sei. ist identisch mit
Hpilo wy-staadis Tacz. ; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 348.
Biidijlex melanocervix vom Altai wird von E. v. Homeycr als neu
beschrieben, obwohl der Autor dieselbe für identisch mit B, Kaleniczenskii
Krynicki hält; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 5 p. 86.
Calliste cijanopyyiu n. sp. von West - Ecuador , nahe C. cyanetcollis
und C. caerub.ocephala; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 653. —
C ßorida abgebildet; Godman and Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 17 F. 1.
Carenochrous Dresseri und Seehohmi nn. spsp. aus Peru; L. Tacza-
nowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 70.
ChlorolkraupU Ridgway n. g. , Typus: Phoenicolhraupis Varmioli,
diese Art abgebildet; Godman and Salvin, Biol. Centr. Araer. p. 305
T. 20 F. 1.
Dendroecu Adelaidae delicata n. subsp. von Santa Lucia (West-
Indien); R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21
1883) p. 525. — D. Anduboni in West-Kansas; N. S. Goss, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 186. — D. pinus überwinternd in Massa-
chusetts; W. Brewster, Bull. Nutt. Ora. Club Vol. 8 No. 2 p. 120.
Eucometis spodocephala abgebildet; Godman and Salvin, Biol. Centr.
Amer. T. 21.
Euphonia, gracüix, fulvicrkxu und luteicapü/a abgebildet; Godman and
Salvin. Biol. Centr. Amer. T. 16. — E. lujpoxantha n. sp. von Chimbo,
West-Ecuador, nahe £. crussirostris; Stokmann, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 544.
Geothlypis awicularis n, sp. von Peru; 0. Salvin, Proc. Zool. Soc.
Pt. 3 p. 420. — G. trichas occidentaJis n. subsp. aus dem Westen imd
den mittleren Provinzen der Vereinigten Staaten; J. A. Allen und W.
Brewster; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 159.
Helminthophila celata frühzeitig bei Haddonfield, N. Y., beobachtet;
S. W. Rhoades, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 179.
Hylophilm vdnor n. sp. von Chimbo, West-Ecuador; Stolzmann, Proc.
Zool. Soc. Pt. 4 p. 542. — - H. Sclaieri n. sp. aus dem Britischen Guiana,
ähnlich //. muscicapimts; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 205.
Icieriu virens bei Albany, N. Y. , gefangen; G. A. Lintner, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 180.
Lanio melanopygim Ridgw. n. sp. von C. -Amerika; Godman und
Salvin, Biol. Central. Amer. Aves p. 305.
MoUicilla ; analytische Uebevsicht der asiatischen Arten der Gattung ;
H. Seebohm, Ibis (.5) Vol. 1 No. 1 p. 90—92. — M. Blukisloni n. sp.
von Japan, nahe M. amuremis; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 91.
— M. flava in Süd-Irland (Cork); Ch. Donovan, Zoologist Vol. 7 No. 80
p. 340. — M. ocularis Swinh. vermuthlich identisch mit M. amurensis
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 357
Seebohm und M. Blakistoni Seeb. ; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 6 1883 p. 144 — 147. — M. Ran in Dublin; J. Royston, Zoologist
Vol. 7 No. 79 p. 302.
Phoenicophiltifi frugivorus n. sp. von S. Domingo; Ch. B. Cory, Journ.
Bost. Zool. Soc. II No. 4 p. 45.
Phoenicothraupis rhodinolaema n. sp. von Ecuador; Godman and
Salvin, Biol. Centr. Amer. p. 300. — Ph. Salvini n. sp. von Guatemala,
Yucatan und Honduras , nahe P. ruhicoides ; H. v. Berlepsch , Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 p. 487. — PJi. Stolzmanni n. sp. von Chimbo, West-Ecua-
dor, nahe Ph. CarmioK; v. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Zool. Soc.
Pt. 4 p. 546.
Pipilo. Unterschiede der Arten maculatrMs von Mexico , arcticus aus
der Missouri-Gegend imd oregonus von der Oregon- und Washington-Küste.
P. megulomjx ist eine Mittelform zwischen arcticus und oregonui-^ J. A.
Allen und W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 191.
Pyranga ßglina n. sp. von Brit. Honduras und Guatemala, nahe
P. testacea-, Godman and Salvin, Biol. Centr. Amcr. p. 293. — P. ery-
throcephala; Characteristik der Art; R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 1 No. 4
p. 400. — P. erylhrocephald abgebildet ; Godman und Salvin, Biol. Centr.
Amer. T. 17 F. 2. — P. haemalea n. sp. aus dem Britischen Guiana,
nahe P. Äzarue und testacea; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2
p. 205. — P, testacea abgebildet; Godman und Salvin. Biol. Centr. Amer.
T. 19 F. 1 u. 2.
Rhamphocodus Passerinii und ur-opygiulis abgebildet; Godman and
Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 18.
Siuriis naevius in Grönland; J. Dalgleish, Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 8 No. 3 p. 179.
Tanagra palmarum violilavuta n. subsp. von Chimbo, West-Ecuador;
Stolzmann, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 546.
T'achyphonus chysomelus und nitidissimits abgebildet; Godman and
Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 21.
Vireosylvia chivi griseoharhata n. subsp. von Chimbo , West-Ecuador ;
V. Berlepsch, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 541.
Familie Fringillidae.
[Ueber Pipilo, Arremon und Bwirremon siehe unter Sylvicolidae.]
Äegiothus linaria Holboelli in Illinois; H. K. Coale, Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 8 No. 4 p. 239. — In Neu- England (V. St.); W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 95—99. — Im unteren Hudson-
Thal gefangen; A. K. Fisher, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 121.
Cardinalis virginiamis in Massachusetts beobachtet; E. H. Richards,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 59.
Carduelis elegans albogidaris , Vorkommen in der Mark Brandenburg;
H. Schalow, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 223.
358 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Carpodiicus mongolicus] Unterschiede dieser Art von C. githugineus;
N. A. Sevcrzow, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 57.
Chondeates grammicus wiederum in Massachusetts beobachtet; F. C.
Browne, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 181.
Chri/somitris pinus, grosse Wanderzüge im October bei Fort Hamilton
(New- York) beobachtet; W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1
p. 57. — 67/. spinus Brutvogel in Irland; R. J. Ussher, Zoologist Vol. 7
No. 84 p. 493 — 494. — Ch. Siemiradzkii n. sp. von Guaya(iuil, West-
Ecuador, nahe Ch. icterica; v. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Zool. Soc.
Pt. 4 p, 551 T. 50.
Corylhus emucleator kamtschatkemis n. subsp. ; B. Djbowski , Bull.
Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 367.
Coturniculus Lecontei in Südost-Illinois beobachtet ; R. Ridgway, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 58.
Emberiza cia an der hohen Wand bei Wiener Neustadt; 0. Reiser,
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 12 p. 254 — 255. — E. horlulana
in Lincolnshire ; J. Cordeaux, Zoologist Vol. 7 No. 78 p. 253. — E.
rustica bei London; Lilford, Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 33 und Ilarting,
ebenda No. 74 p. 83.
Junco Bairdi Beiding n. sp. von Laguna, Unter -Californien, nahe
J. insuhris; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 155.
Linola rufescens bei Oxford brütend; H. A. Macpherson, Zoologist
Vol. 7 No. 73 p. 30.
Orospina n. g., nahe der Gattung Syadis, aber durch einen kleinen,
schwächeren , zugespitzten , weniger gebogenen , seitlich mehr zusammen-
gedrückten Schnabel und durch weniger abgerundete Flügel unterschieden.
Die Färbung ist Sycalis-artig, weicht aber characteristisch durch die theil-
weise weisse Färbung der äusseren Steuerfedem ab; J. Cabanis, Joum.
Ornith. 31. Jahrg. p. 108. — Typus der Gattung: 0. pratensis Cabanis ;
ebenda T. 1.
Fasser brancoensis n. sp. von den Capverden; M. E. Oustalet, Ann.
Sc. Nat. Zool. T. 16 No. 4—6 Art. 5. — P. montanus, Verbreitung in
Schottland; J. Dalgleish, Proc. R. Phys. Soc. Edinb. Vol. 7 p. 196. —
P. occidenlalis n. sp. von West-Africa, westliche Abart von Passer diffusus
Smith; G. E. Shelley, Ibis (5) Vol. l No. 4 p. 548.
Passerculus Caboli juv. von Melospiza palustris; E. Coues, Bull. Nutt.
Orn. Club. Vol. 8 No. 1 p. 58. — P. princeps bei St. John in Neu-
Braunschweig (V. St.); M. Chamberlain, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8
No. 1 p. 8.
Peucaea notosticta; Characteristik der Art; R. Ridgway, Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 p. 400.
Phrijgilus dorsalis n. sp. von Tucuman; J. Cabanis, Joum. Ornith.
31. Jahrg. p. 109.
Pinicola cnucleator bei St. John in Neu - Braunschweig (V. St.);
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 359
M. Chamberlain, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 6. — In Cam-
bridgeshire; R. M. Christy, Zoologist Vol. 7 No. 77 p. 222.
Plectrophancs nivalis und lapponica in Kent (England) ; W. 0. Ham-
mond, Zoologist Vol. 7 No. 74 p. 83.
Poospiza Whitii n. sp. von Cordova, Argentinien ; P. L. Sclater, Proc.
Zool. Soc. Pt. 1 p. 43.
Rhaphidura neuer Gattungsname für Acanthylis leiicopygialis und A.
sylvadca; E. W. Gates, Handbook Birds Burmah p. 6.
Seriniis hortulanus jetzt sehr häufig bei Zeitz ; W. Thienemann,
Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 8. Jahrg. No. 6 p. 167.
Spermophila gutturcüis olivacea n. subsp. von Chirabo, West-Ecuador;
Stolzmann, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 550. — Sp. parva n. sp. von
Tehuantepec, Mexico; G. N. Lawrence, Ann. N. Y. Acad. Sc. Vol. 2
p. 382.
Sycolis intermedia n. sp. von Central-Argentinien , zwischen S. hrasi-
liensis und ä Pelzeini; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 216.
Zonotrichia quinguestriata ; Characteristik der Art; R. Ridgway, Ibis
(5) Vol. 1 No. 4 p. 400.
Familie Ploceidae.
Astrilda nonnula n. sp. aus dem östlichen äquatoi'ialen Africa;
G. Hartlaub, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 425.
Hypocliera purpurascens n. sp. von Usegua, Ost-Africa, nahe H. nitens ;
Ant, Reichenow, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 221.
Lfiffonoslicta; Uebersicht über die •westafrikanischen Arten; G. E.
Shelley; Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 554.
Munia grandis abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Oxycerca Everetti auf Mindanao nachgewiesen ; Kutter, Journ. Ornith.
31. Jahrg. p. 293.
Pentkelria concolor Cass. Melanitform von P. ardens Bodd. ; letztere
Art variirt mannigfach hinsichtlich der Ausdehnung des rothen Halsringes ;
J. Cabanis, Joura. Ornith. 31. Jahrg. p. 218. — P. Hartlaiibi n. sp. von
Lado; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 218.
Ploceella n. g. , Typus : P. javanensis Less. ; E. W. Oates , Stray
Feath Vol. 10 p. 231.
Familie Icteridae.
P. L. Sclater giebt eine Monographie der Icteridae. Der erste
Theil der Arbeit behandelt die Unterfamilie Cassicinae , welche in 6 Gat-
tungen getheilt wird : 1. Clypeictents Bi^. mit einer Art C. Oseryi, 2. Ocya-
lus Waterh. mit einer Art 0. latirostris, 3. Eucorystes n. g. [s. unten]
mit einer Art E. Wagleri, 4. Ostinops Cab. mit 12 Arten, darunter
2 neue, 0. Salmoni und oleagineus [s. unten], 5. Cassictdus Sws. mit
einer Art C. melanicterus , 6. Cassicus Cuv. mit 11 Arten. Der zweite
360 Keichenow: Bericht über die Leistungen in der
Theil behandelt die Unterfamilie Icteiinue mit der einzigen Gattung Ictents
Briss. Diese wird in drei Untergattungen getheilt: 1. Ili/pfumtes mit drei
Arten, 2. Pendtdinus mit 24 Arten, 3. Icterus mit 10 Arten; Ibis (5}
Vol. 1 No. 2 p. 145 — 163 und No. 3 p. 352 — 374.
Eucarystes n. g. Ab Ocyido clypeo frontali maximo supra oculos
produeto , rostri culmine incurvato , crista nuchali tenui et alio brevioribue
diversum. Typus: Cassicus Wayleri Gray; P. L. Sclatcr, Ibis (5^ Vol. 1
No. 2 p. 147.
Icterus Grace-annae abgebildet; P. L. Sclatcr, Ibis (5) Vol. 1 No. 4
T. 11.
Molothrus aler in Massachusetts überwinternd; H. M. Spelman, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 121. — M. pecoris (Gm.) ist als
Speciesbezeichnung für den Kuhstaar beizubehalten, da Oriolus ater Bodd.
sich vermuthlich nicht auf diese Art bezieht; P. L. Sclatcr, Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 p. 583.
Ostinops oleaginus n. sp. von Venezuela (?; nahe 0. atrovirens ; P. L.
Sclater, Ibis (5; Vol. 1 No. 2 p. 154 T. 7. — 0. Salmoni n. sp. von
Antioquia, nahe 0. atrocastuneus; ebenda p. 153 T. 6.
SturneUa magna in Vermont im Winter; F. H. Knowlton, Bull. Nutt.
Om. Club Vol. 8 No. 3 p. 182.
Familie S t u r n i d a e.
Calornis crassa n. sp. von Timorlaut; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc.
Pt. 1 p, 56 T. 14. — C. crassa abgebildet;' J. Gould, Birds New Guinea
Th. 15.
Pastor roseus bei Salzburg; V. v. Tschusi, Mitth. Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 8 p. 163.
Familie Oriolidae.
Mimeta decipiens n. sp. von Timorlaut, ähnlich M. bouroensis\ P. L.
Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 199.
Ori<dus galbula in Essex; R. M. Christy, Zoologist Vol. 7 No. 80
p. 335. — In Lerwick auf Shetland beobachtet; Harvie- Brown, Report
on Migrat. of Birds. 1882.
Familie Para diseidac.
Äehiraedus melanocephalus von Mt. Astrolabe, Neu -Guinea; E. P,
Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 25.
Drepanornis Albertisi cervinicauda n. subsp. von Süd -Neu -Guinea;
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 578.
Paradisca dccora n. sp. von d'Entrecasteaux Island bei Neu-Guinea;
Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 131 und 202 T. 8. —
J'. Susannae n. sp. ebendaher; E. P. Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales
Vol. 8 p. 21 [identisch mit der vorgenannten ArtJ.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 361
Pnonodura n. g. Paradiseidarnni : Beak short, shallow, with a feeble
maxillary tooth and a regularly arched culmen compressed over the nostrils.
Nostrils oval , sunken , sub-basal , partly hidden by plumes and surrounded
by a few weak bristles. Gape wide, feebly fringed with bristles. Wing
rather short, obtusely pointed, fourth quill the longest; third and fifth
nearly equal. Tail moderate of twelve feathers which are subspinose at
the apex. Tarsi short. Inner and outer toes nearly equal. Two outer
toes connected at base. Typus: P. Newtoniana n. sp. von Queensland;
Ch. W. De Vis, Proc. Lin. Sog N. S. Wales Vol. 7 p. 561 — 562.
Familie Corvidae.
Corvus corax behringianus und C. corax kamtschaticus nn. subspsp. ;
B. Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 363 und 362. —
C. corax und japonensis speeifisch nicht zu trennen ; D. Brauns , Jen.
Zeitschr. f. Naturw. 16. Bd. 4. Hft, p. 601-614 m. 1 Taf. — C. cornix
bei Birmingham nistend; J. Whitaker, Zoologist Vol. 7 No. 80 p. 337.
— Vorkommen an der Westküste von Irland ; Ch. Donovan , ebenda
p. 337. — In Warwickshire nistend; R. W. Chase, ebenda No. 82 p. 423.
Cyanocorax tucumanus n. sp. von Tucuman, Abart des C. pileatus;
J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 216.
Garrulus atricapillus subsp. Änatoliae n. subsp. von Kleinasien;
H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 7. — G. atricapillus subsp. caspius
n. subsp. von Lenkoran; ebenda p. 8. — Unterschiede von G, atricapillus,
liyrcanus und Krynicki; ebenda p. 7.
Platylophus Lemprieri n. sp. von Borneo , ähnlich P. coronalus ;
F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 88.
Pyi-rhocorax graculus in Süd -Irland; C. Donovan, Zoologist Vol. 7
No. 77 p. 224. — In Waterford; R. J. Ussher, ebenda No. 78 p. 252
und No. 79 p. 298.
Familie Laniidae.
[Ueber Hylophilus siehe unter Familie Sylvicolidae.]
H. Gadow hat in dem achten Bande der Cataloge des Britischen
Museums die Familie der Laniidae monographisch bearbeitet. Die Familie
wird in 5 Unterfamilien eingetheilt: 1. Gymnorhininae, in welcher die von
den meisten Systematikern (wohl richtiger) zu den Corvidae gestellte Gat-
tung Gymnorhina mit Cractictis und Pityriasus vereinigt ist, 2. Malacono-
tinae, zu welchen auch die Gattungen Artamia und Pteruthius gezählt wer-
den, 3. Pachycephalinne , 4. Laniinae, 5. Vireoninae {Vireo , Hylophilus,
Cyclorhis). Neu werden beschrieben: Laniarius poliochlamys, Lanius See-
hohni und Pachycephala fortis. Man vermisst u. a. Laniarius melamprosopus
Rchw., Lanius dorsalis Gab., L. pyrrhostictus Holub u. v. Pelz., L. guher-
nator Hartl. Sehr störend sind viele Auslassungen im Index; Bogen T
wurde vollständig vergessen
362 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Th. H. Streets vergleicht die Bindenzeichnung der Unterseite bei
den verschiedenen nordamerikanischen Würgern und schliesst daraus aut
die Entwickelung derselben von einer gemeinsamen Stammform, als welche
CoUurto horealis anzusehen sei; Amer. Naturalist Vol. 17 No. 4 p. 389 — 391.
Cracticus rufescens n. sp. von Queensland; Ch. W. De Vis, Proc.
Lin. See. N. S. Wales Vol. 7 p. 562.
Laniarius poliochlamys n. sp. von der Goldküste, sehr nahe L. hypo-
pyn-hus; H. Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. Vol. 8 p. 155 t. 3.
Lanius caniceps in Nord-Canara (Indien); Crawford, Stray Feath.
Vol. 10 No. 5 p. 422. — L. collurio regelmässiger Brutvogel in Lincoln-
shire; J. CuUingford, Zoologist Vol. 7 No, 80 p. 339. — In Nottingham-
shire erlegt; J. Whitaker, ebenda No. 73 p. 31. — L. excuhitor in
Siebenbürgen brütend; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 10 p. 202
bis 203. — In England; J. E. Taylor, Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 125;
G. Mawson, ebenda p. 125: Ph. Crowley, ebenda No. 76 p. 176;
H. Turner, ebenda p. 178, und F. L. Berney , ebenda p. 180. — L.
magnirostris auf Borneo ; W. Blasius , Verhandl. Zool. Bot. Ges. Wien
1883 p. 76. — L. nasutus anf Mindanao nachgewiesen; Kutter, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 293. — L. Seehohmi n. sp. vom Amur, am nächsten
L. phenocercus; H. Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. Vol. 8 p. 243.
Pachycephala arctitorcjuis n. sp. von Timorlaut, ähnlich P. leucogaster ;
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 55 T. 13. Abgebildet;
J. Gould, Birds New Guinea Th. 15. — P. hrunnen und hyperythra ab-
gebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14. — P. fortis n. sp. von
Südost -Neu -Guinea, am nächsten P. hattamensis ; H. Gadow, Cat. Birds
Brit. Mus. Vol. 8 p. 369. — P. fusco-ßava n. sp. von Timorlaut; P. L.
Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 198 t. 28 $ u. juv., t. 53 mas.
Vireo ßavoviridis bei Godbout, Province Quebec in Canada; C. H.
Merriam, Bull. Nutt. Om. Club Vol. 8 No. 4 p. 213.
Familie Campephagidae.
Graucalus axillaris abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
— G. KocJd n. sp. von Mindanao; Kutter, Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 103. — G. unimodus n. sp. von Timorlaut, nahe G. caendeogriseus \
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 55. — cf der Art beschrieben;
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 198.
Irena pueUa abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34.
Lalage moesta n. sp. von Timorlaut, nahe L. atrovirens und L, tri-
color; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 55. — Abgebildet; J. Gould,
Birds New Guinea Th. 15.
Familie Muscicapidae.
Ampelis garrula in South Lincolnshire ; J. CuUingford, Zoologist
Vol. 7 No. 75 p. 129.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 363
Gerygone dorsalis n. sp. von Timorlaut; P. L. Sclater, Proc. Zool.
Sog. Pt. 2 p. 199.
ILjliota. Monographie der Gattung. Dieselbe lunfasst 4 Arten :
H. ßavigasler Sws. , violacea Verr. , australis Shelley und Barhozae n. sp.
von Benguella; G. Hartlaub, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 321 — 333.
Hypothymis snperciliaris auf Mindanao nachgewiesen; Kutter, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 293.
Leucosticte pamirensis n. sp. von Pamir, westl. Central-Asien ; N. A.
Severzow, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 58.
Microeca hemixantJia n. sp. von Timorlaut, hinsichtlich der Färbung
ähnlich Poecilodryas papuana; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 5.5.
Monarcha castus n. sp. von Timorlaut, nahe M. leucotis; P. L.
Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 53 t. 12. — M. mundus n. sp. von
Timorlaut; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 54 t. 12. — M. in-
ornala auf Ceram; W. Blasius, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 5. — M.
periophthalmiciis abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Mascicapa atricapüla in Northamptonshire ; W. Tomalin, Zoologist
Vol. 7 No. 79 p. 300. — M. griseosticta auf Ceram; W. Blasius, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 5.
Myiagra fidviventris n. sp. von Timorlaut, am nächsten 3f, rußgula;
P. L; Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 54.
Phaenoptila melanoxantha abgebildet; Godman and Salvin, Biol. Centn
Amer. T. 14.
Poecilodryas sylvian. sp. von Mt. Astrolabe, Neu -Guinea; E. P.
Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 19.
RMpidura fusco-rufa n. sp. von Timorlaut; P. L. Sclater, Proc. Zool.
Soc. Pt. 2 p. 197 t. 27. — Rh. opistherythra n. sp. von Timorlaut; ibid.
p. 197. — Rh. hamadtyas n. sp. von Timorlaut, am nächsten R. dryas;
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 54. — Rh. fusco-rufa und hamadryas
abgebildet; Gould, Birds New Guinea Th. 15. — Rh. Lenzi n. sp. von
Nord-Celebes ; W. Blasius, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 145. [Stammt von
Amboina. Ref.] — Rli. tenehrosa n. sp. von St. Christoval (Salomons-Jnseln) ;
E. P, Ramsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 6 Pt. 4 p. 835.
Xanthopyga narcissina auf Borneo ; F. Nicholson , Ibis (5) Vol. 1
No. 1 p. 86.
Zeocephus rufus auf Mindanao nachgewiesen ; Kutter , Journ. Ornith.
31. Jahrg. p. 293.
Familie Hirundinidae.
Atticora jnleatu abgebildet; Godman and Salvin, Biol. Centr. Amer.
T. 15 F. 2.
Hirundo [vgl. unter Litiia]. — //. albilineata abgebildet; Godman and
Salvin, Biol. Centr. Amer. T. 15 F. 1. — //. kamtschatika n. sp. Kam-
tschatka; B. Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 356. —
Arch. f. Natiu-gescli. L. Jahrg. 2. Bil. Y
364 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
H. rufula ScuJlü n. subsp. von Griechenland, Kleinasien und Palästina;
H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 167. — H. saturaia Stejneger n. sp.
von Kamtschatka, nahe H. erythrogastra ; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 6 p. 95. Identisch mit H. gutturalis Scop.; Taczanowski und
Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 356.
Littia; analytische Ucbersicht der asiatischen Arten der Untergattung.
Hirundo rufula ist Brutvogel in Pcrsien, Turkestan und Nepal, H. rufula
subsp. n. Scullii [s. oben] in Griechenland, Kleinasien und Palaestina,
Hirundo alpestris {■= H. intermedia Hume) in Süd-Sibirien, während die-
selbe in Assam überwintert. Von H. alpestris ist eine kleinere subspecies
H. cdpestris nipaUnsis vom Himalaya (im Winter in Indien und Birma)
zu unterscheiden, von H. striolata von Java eine kleinere subspecies H.
striolata suhstriolata von Formosa und eine noch schwächere //. striolata
japonica von Japan und Süd -China zu sondern; H. Seebohm, Ibis (5)
Vol. 1 No. 2 p. 167 — 169.
Familie Eriodoridae.
Dysithamnus spodionotus n. sp. aus dem Britischen Museum , nahe
D. semicinereus ; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 211.
Formicivora griseigida n. sp. aus dem Britischen Guiana; G. N.
Lawrence, Ann. N. Y. Acad. Sc. Vol. 2 p. 382.
Microbates nur als subgenus von Rhamphocaenus zu betrachten.
Typische Arten der Gattung Rhamphocaenus sind: Rh. melanurus Vieill.,
Rh. albiventris n. sp. [s. unten], Rh. rußventris Bp. Zum subgenus Mia-o-
bates gehören hingegen : Rh. cinereiventns Sei. , Rh. semitorquatus Lawr.,
Rh. collaris v. Pelz. (= Microbates torquatus Sei.); P. L. Sclater, Ibis (ö)
Vol. 1 No. 1 p. 92 — 96. — M. collaris abgebildet; P. L. Sclater, Ibis (5)
Vol. 1 No. 1 T. 3.
Rhamphocaenus albiventris n. sp. vom nördlichen Südamerika, nahe
Rh. melanurus; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 95.
Scytalopiis superciliaris n. sp. von Tucuman; J. Cabanis, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 105 T. 2.
Familie Anabatidae.
Anabazenops oleagineus n. sp. von Nord- Argentinien , nahe A. rufo-
superciliatus ; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 654.
Automolus assimilis n. sp. von Chimbo, West-Ecuador, nahe A. sticto-
ptilus; Stolzmann, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 561. — A. rubidus n. sp.
von Brasilien (?); P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 654.
Dendrocolaptes intermedius n. sp. von Bahia; H. v. Berlepsch, Ibis
(5) Vol. 1 No. 2 p. 141. — D. plagostis n. sp. aus dem Britischen
Guiana, nahe Z>. validus; Salvin u. Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 210.
Dendrornis erythropygia aequatorialis n. subsp. von Chimbo, West-
Ecuador; V. Berlepsch, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 563. — D. polysticta n. sp.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 365
aus dem Britischen Guiana, nahe D. lani/mosa-^ Salvin und Godman,
Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 211.
Phacellodomus maculipectus n. sp. von Tucuman, Abart des Ph, ruber \
J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 109. — Ph. sincipitalis n. sp.
von Tucuman, Abart des Ph. frontalis \ J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg.
p. 109.
Synallaxis sitperciliosa n. sp, von Tucuman, Abart des S. frontalis
Pelz.; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 110.
Thripophagd Sclateri n. sp. von Rio Grande do Sul, Brasilien, am
nächsten T. erythrophthalma; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 1 No. 4
p. 490 T. 13.
Upucerthia pallida n. sp. von Junin, Peru, nahe U. Jelukii; L. Tac-
zanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 71.
Familie Tyrannidae.
Cnipodectes ininor n. sp. von Ost-Peru , nahe C. suhbrunneus ; P. L.
Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 654.
Contopus brachyrhynchus n. sp. von Tucuman, Vertreter von C. pertinax ;
J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 214. — C. Frazari n. sp. von Sant
Domingo; B. Cory, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 94. — C. ochra-
ceus; Characteristik der Art; R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 401.
Ela'inea grata n. sp. von Tucuman, nahe E. placens; J. Cabanis,
Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 216. — E. strepera n. sp. von Tucuman;
ebenda p. 215. — E. Taczanowshii n. sp. von Bahia; v. Berlepsch, Ibis
(5) Vol. 1 No. 2 p. 137.
Leptopogon supercilüiris transandinus n. subsp. von Chimbo, West-
Ecuador; Stolzmann, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 553.
Myiarchus atriceps n. sp. von Tucuman, nahe M. nigricejis Sei.;
J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 215. — M. ferocior n. sp. von
Tucuman; ebenda p. 214. — M. Pelzeini n. sp. von Bahia; H. v. Ber-
lepsch, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 139. — AI. phueonotus n. sp. aus dem
Britischen Guiana, sehr ähnlich M. apicalis; Salvin und Godman, Ibis (5)
Vol. 1 No. 2 p. 207. — M. rußcaudatus n. sp. von Sant Domingo;
B. Cory, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 95,
Myiobius Roruimae n. sp. aus dem Britischen Guiana, am nächsten
M. ßavicans; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 207.
Ochthodiaeta lugubris n. sp. von Venezuela, sehr ähnlich 0. fumiga-
tus; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 492.
Ochthoeca Jelskii n. sp. von Montana de Nancho, Peru, nahe 0.
citrinifrons ; L. Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 1. p, 71.
Ornithion Sclateri n. sp. von West-Ecuador, nahe 0. pusillum ; v. Ber-
lepsch und Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p, 554.
Oxyrhamphus hypoglaiicus n. sp. aus dem Britischen Guiana, ähnlich
0. flamnnceps und frater; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 206.
366 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Fipra veluiina n. sp. von Panama und Veragua, nahe P. cyaneo-
capilla; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 492.
Rhynchocyclus peruvianus aequatorialis n. subsp. von West -Ecuador;
V. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 556.
Sayornis dominicensis n. sp. von Sant Domingo; B. Cory, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 95.
Tyranneiites brachyurus identisch mit Plpra virescens Pelz. ; Salvin
und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 208.
Tyranniscus acer n. sp. aiis dem Britischen Guiana , nahe T, vilis-
simus; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 206.
Familie Ampelidae.
Ättila spodiostethus n. sp. aus dem Britischen Guiana; Salvin und
Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 209.
Pachyrhamphus griseigularis n. sp. aus dem Britischen Guiana, ähn-
lich P. viridis; Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 208.
Phytotoma Raimondi n. sp. von Tumbez, Peru, nahe Ph. angustirostris ;
L. Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 71 T. 17.
FamiHe Trochilidae.
üeber die Zungenbildung der Trochilidae schrieb H. Gadow (s. oben
p. 312).
Von J. Gould's „Trochilidae or Humming-Bir^ls" ist der dritte
Supplement-Theil erschienen.
Cynmithus griseiventris n. sp. von Paucal, Peru; L. Taczanowski,
Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 72.
Gouldia Conversi aequatorialis n. subsp. von Chimbo, West-Ecuador;
V. Berlepsch, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 567,
Leucippus viridicauda n. sp. von Süd -Peru, nahe IL leucogaster
H. V. Beriepsch, Ibis (5) Vol. 1 No. 4 p. 493.
Polyonymiis Caroli bei Lima; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 3
p. 348.
Stellula calliope in Montana; R. S. Williams, Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 8 No. 1 p. 59.
Xanthogenys n. g. Bec droit, assez fort, de la longueur de la tete,
avec mandibule superieure noire et mandibule infe'rieure jaune. Tete
triangulaire, emplumee jusqu'aux scutelles, couverte sur son sommet de
plumes metalliques vertes. Plaque bleue sur le devant du cou. Queue
relativement courte, ä rectrices peu larges, ä peine echancree. Le male
seul a des prases metalliques eclatantes ; la femelle plus modeste ayant les
parties siiperieures d'un vert bronze et les inferieures mouchetees de brun
verdätre. Typus: Heliodoxa xanthogenys Salv. , welche nunmehr Xantho-
genys Salvini benannt wird [Ein Verfahren , welches als unzulässig zu ver-
werfen ist! Ref.]; Bull. Soc. Zool. France 8. ann. Pt. 1 — 2 p. 78.
Naturgeschichte der Vögel wahrend des Jahres 1883. 367
FamiUe Cypselidae.
Chuelura Böhmi von Kakoma, Ost- Afrika, wiederbeschrieben ; H. Scha.
low, Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 104 [s. Bericht 1882 p. 478]. — Ch.
Sclateri occidentalis n. subsp. von Chimbo, West -Ecuador; v. Berlepsch
und Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 569.
Collocalia Linchi auf Mindanao nachgewiesen; Kutter, Joum. Ornith.
31. Jahrg. p. 293.
Cypselm melba in Northumberland beobachtet; Harvie-Brown, Report
on Migrat. of Birds in Spring and Autumn 1882.
Fanyptila cayennensis; Characteristik der Art; R. Ridgway, Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 p. 401.
Familie Caprimulgidae. .
Caprimulgus isabellinus in Nottinghamshire ; J. Whitaker , Zoologist
Vol. 7 No. 81 p. 374.
Eurostopodus Astrolabae n. sp. von Mt. Astrolabe, Neu -Guinea;
E. P. Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 20.
Familie Coraciidae.
Aegotheles plumifera n. sp. von Neu -Guinea, nahe Äeg, Bennetti;
E. P. Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 21.
Todtts hat gezähnelte Schnabelränder, durch welchen Nachweis die
verwandtschaftlichen Beziehungen der Form mit Prionites, insbesondere mit
den plattschnäbligen Arten dieser Gattung, wiederum Bestätigung erhalten ;
Ant. Reichenow, Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 430.
Familie Meropidae.
Merops philippinus und persicus in England erlegt; H. T. Wharton.
Zoologist Vol. 7 No. 73 p. 33—34 u. No. 74 p. 80.
Familie Alcedinidae.
Ceryle. R. Ridgway vergleicht die amerikanischen Arten des genus.
Dieselben stellen drei Gruppen dar mit je zwei einander sehr ähnlichen
Arten, von welchen die eine die Miniaturform der anderen bildet, so
C. tori/uutit und alcyon, C. amazona und americana, C. inda und super-
eiltosa; Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 59 — 60.
Cyanalcyon Elisabeth n. sp. von Südwest -Neu -Guinea; F. Heine,
Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 222.
Halcyon Solomonis n. sp. von den Salomons- Inseln, Vertreter von
H. chloris; E. P. Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 6 Pt. 5 p. 833.
Familie Picidae.
E. Hargitt hat eine Uebersicht über die Picidae der äthiopischen
Region geliefert, ausführliche Speciesbeschreibungen, Synonymie, analytische
368 Reichen ow; Bericht über die Leistangen in der
Schlüssel und Verbreitungstabelle der einzelnen Arten; Ibis (5) Vol. 1
No. 4 p. 401—487.
CJiloronerpes {Campias) frontalis n. sp. von Tucuman, nahe C. viacu-
Ufrons Spix; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 110. — Ch. tucu-
manus n. sp. von Tucuman, sehr nahe Chi. ruhiginosus; J. Cabanis, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 103.
Colaptes longirostris n. sp. von Tucuman ; J. Cabanis, Journ. Ornith.
31. Jahrg. p. 97. Unterschiede dieser Art von C. puna und C. rupi-
colu\ ebenda p. 98.
Dendropicus gabonensis und lugubris abgebildet; E. Hargitt, Ibis (5)
Vol. 1 No. 4 T. 12. — D. xantholophus n. sp. vom Gabun; E. Hargitt
Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 173.
Jyngipicus semico?-onatus, canicapillus, Hardwickii, auritus, fulvifasciatus
und maculatutt abgebildet; Gould, Birds Asia Th. 34,
Fhloeotomus Schulzi n. sp. von Central - Argentinien , Diminutivform
von Ph. pileutus; J. Cabanis, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 102.
Piciis Danfordi n. sp. von Südost -Europa und Kleinasien, nahe P.
minor; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 172. — P. japonicus
n. subsp. von Japan, Abart von P. major; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 1
No. 1 p. 24. — P. major hmüschaticus n. subsp.; B. D)'bowski, Bull.
Sog. Zool. France 4. Partie 1883 p. 368. — P. MitcheUi Radde identisch
mit Yungipicus Kizuki Tem. et Schi.; L. Tac^anotvski , Bull. Soc. Zool.
France 4. Partie 1883 p. 347.
Yungipicus maculutus auf Guimaras (Philippinen) nachgewiesen;
Kutter, Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 293.
Familie Capitonidae.
Chotorea versicolor var. borneensis n. var. von Borneo; W. Blasius,
Zool. Bot. Ges. Wien 1883 p. 27.
Familie C u c u 1 i d a e.
Rhamphomantis Rollesi n. sp. von Neu Guinea; E. P. Ramsaj, Proc.
L. S. N. S. Wales Vol. 8 p. 23.
Familie Musophagidae.
Corylhaix Cabanisi n. sp. von den Nguru-Bergen , Ost- Afrika, nahe
C. Reichenowi; Ant. Reichenow, Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 221.
' Ordo. Psittaci.
Ant. Reichenow, Vogelbilder aus fernen Zonen, Abbildungen und
Beschreibungen der Papageien. Lief. 11 (Schluss) T. 31—33 erschienen.
Abgebildet sind im ganzen Werke 250 Arten. Die nicht abgebildeten
Species werden in einem Nachtrag aufgeführt und beschrieben. Verfasser
unterscheidet 448 Arten und Unterarten.
Naturgeschichte dei* Vögel während des Jahres 1883. 369
Familie Pionidae.
Ändruglossa mtffusta, Bodini , eri/lhrura , mercenaria und ochrocephala
abgebildet; Reichenow, Vogelbilder Lief. 11 T. 32. — A. viltala, Pretrii
und xantkops abgebildet; ebenda T. 33.
Chrysolis canifrons n. sp. von Arabu, West-Indien; G. N. Lawrence,
Ann. N. Y. Ac. Sc. Vol. 2 p. 381.
Pachynus brachyurus abgebildet; Reichenow, Vogelbilder Lief. 11 T. 33.
Familie Conuridae.
Brotogerys panychlorus n. sp. aus dem Britischen Guiana; Salvin und
Godman, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 212. [Ist eine Psittacida! Ref.].
Conurus frontalis abgebildet ; Reichenow, Vogelbilder Lief. 1 1 T. 33.
PsUtacula crassirostris n. sp. von Yurimaguas, Peru; L. Taczanowski,
Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 72.
Familie Palaeornithid ae.
Eclectus Riedeli cT beschrieben und beide Geschlechter abgebildet;
Proc. Zool. Soc. Pt. 2 p. 196 t. 26.
Tanygnathus suhafßnis n. sp. von Timorlaut, nahe T. afßnis; P. L.
Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 53.
Familie Trichoglossidae.
Chalcopsittacus scintillatus abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea
Th. 14.
Domicella curdinalis abgebildet; Reichenow, Vogelbilder Lief. 11
T. 33. — D. hisirio, hypoenochroa, scintillata, riciniatu, cyanogenys^ iibialis,
chlorocerca und fuscata abgebildet ; ebenda T. 31.
Eos reticulata abgebildet; Gould, B. New Guinea Th. 15.
Trichoglossus Goldiei abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Famihe Micropsittacidae.
Naskerna Mortoni n. sp. von den Salomons - Inseln ; E. P. Ramsay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 7 Pt. 1 p. 35.
Psittacella Brehmi abgebildet; Reichenow, Vogelbilder Lief. 11 T. 33.
Familie P latycercidae.
Euphema elegans und petrophüa abgebildet; Reichenow, Vogelbilder
Lief. 11 T. 33.
Familie Plissolophidae.
Dasyptilus Pesqueti abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 14.
Plissolophus gymnopis, ophthahnicus, pJnlippinarum und sanguineus ab-
gebildet; Reichenow, Vogelbilder Lief. 11 T. 32.
370 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Ordo. Raptatores.
Familie S t r i g i d a e.
Aeffolius scandiacus in Donegal (England); A. G. More, Zoologist
Vol. 7 No. 74 p. 80.
Aluco flammeus pratincola in Canada gefangen; E. Coues, Bull. Nutt.
Om. Club Vol. 8 No. 2 p. 122.
Buho Blakistoni n. sp. von Yezo (Nordinsel von Japan), nahe B.
coromandus ; H. Seebohm, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 466.
Glauddium gnoma in Montana; R. S. Williams, Bull. Nutt. Om. Club
Vol. 8 No. 1 p. 59.
Micrathene Whitneyi in Arizona, Biologisches über diese Art;
W. Brewster, Bull. Nutt. Om. Club Vol. 8 No. 1 p. 27.
Ninox Forbesi n. sp. von Timor-Laut, nahe N. hantu; P. L. Sclater,
Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 52 t. 11. — Abgebildet; J. Gould, Birds New
Guinea Th. 15. — N. Goldii vermuthHch neue Art von Südost^Neu-Guinea,
nahe N. terricolor; J. H. Gumey, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 171.
Nyctala Tengmalmi Richardsoni im südlichen New Hampshire (V. St.)
beobachtet; W. H. Fox, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 61. —
Bei Providence, R. J. (V. St.) gefangen; F. T. Jencks, ebenda p. 122.
Scops ßammeolus, wiederum in Colorado beobachtet; W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn, Club Vol. 8 No. 2 p. 123.
Scotopelia Oustaleti n. sp. von Senegambien; A. T. de Rochebrune,
Bull. Soc. Philom. 1882/83 p. 165.
Speotyto häufig in Florida; E. Coues, Bull. Nutt. Orn. Club p. 61.
Strix dominicensis n. sp. von Sant Domingo; B. Cory, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 95. — St. sororcida n. sp. von Timor -Laut,
nahe S. Novae Hollandiae; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 52.
— St. Tengmalmi im Sommer in Neu-Braunschweig , V. St.; E. Smith,
Amer. Naturalist Vol. 17 No. 10 p. 1078.
St/rnium cinereum in Massachusetts gefangen; J. A. Allen, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p, 123. — Auf Rhode Island; F. T. Jencks,
Bull. Nutt. Orn. Olub Vol. 8 No. 3 p. 183.
Familie Falconidae.
Accipiter Stevensoni, Unterschiede des jungen Vogels von Accipiter
virgatus; J. H. Gumey, Stray Feath. Vol. 10 No. 5 p. 426.
A(/uila chrysaetus in Albany, N. Y. , gefangen; G. A. Lintner, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 123. — A. mogilnik in Ungarn erlegt;
J. V. Madarasz, Termesc. Füzetek Vol. 7 1883 p. 131 — 135.
Astw- aindidissimus n. sp. von Kamtschatka, nahe Astitr atricapülus
Wils.; B. Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 353. —
A. palumharius bei Oxford; H. A. Macpherson, Zoologist Vol. 7 No. 73
p. 31.
Buteo abbreviatus {TachytriorcMs abbreviatim Sharpe) bei Lima erlegt;
Natui'geschichte der Vögel während des Jahres 1883. 371
P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 348. — B. ferox in Ungarn
erlegt; J. v. Madarasz, Termesc. Füzetek Vol. 7 1883 p. 131 — 135.
Circus cyaneus in Irland; R. J. üssher, Zoologist Vol. 7 No. 73
p. 32 u. No. 76 p. 177. — C. Humbloii n. (?) von Madagaskar; Milne-
Edwards und Grandidier, Ois. madag. t. 29 F. 1.
Elanoides forficatus in Massachusetts beobachtet: E. Coues, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 61.
Falco candicans bei Lewes (England) erlegt; Ch. A. Wright, Ibis (5)
Vol. 1 No. 1 p. 119. — In Sussex erlegt; T. J. Monk, Zoologist Vol. 7
No. 73 p. 34 und J. Gurney, ebenda No. 74 p. 80. — F. gyrfulco obso-
letus zum dritten Male in Massachusetts gefangen ; W. Brewster , Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 184. — F. sparverius in Yorkshire
(England); J. Backhouse, Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 126.
ILiUaetus hypoleucus Stejneger n. sp. von den Aleuten und der
Behrings-Insel , vielleicht östlicher Repräsentant von //. albicilla; R. Rid-
gway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 p. 90.
Ictinia mississippensis in Süd -Carolina beobachtet; E. Coues, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 61.
Milvulus forficatus in Norfolk (Virginien) beobachtet; R. Ridgway,
Bull. Nutt Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 59.
Milvus aegypiius in Ungarn erlegt, Beschreibung des Jugendkleides,
Grössenunterschiede von M. aegypiius, ater und regalis; J. v. Madarasz,
Termescet. Füzetek Vol. 7 1883 p. 131 — 135.
Pernis apivorus in Lincolnshire; J. Cullingford, Zoologist Vol. 7
No. 73 p. 35.
Rupornis Ridgioayi n. sp. von S. Domingo; Ch. B. Cory, Journ.
Bost. Zool. Soc. II No. 4 p. 46.
Familie Vulturidae.
Gypaetus bai-batiis, Vorkommen in den österreichischen Alpen;
V. V. Tschusi, Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 8 p. 163.
Vultur cinereus gelegentlich in Mähren , auf welche Art auch die
Angaben bezüglich des Vorkommens von Gyps fulvus zurückzuführen sind ;
A. V. Pelzein, Mitth. Orn. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 2 p. 36.
Familie Tetraonidae.
Lagopus [s. oben Nehring, S. 313].
Lagopus rupestris atkhensis Turner n. sp. von Alaschka ; E. W.
Nelson, Cruise of Rev. St. Corwin in Alaschka 1883 No. 80.
Telrao camtschalicus Kittl.. Unterschiede von T. uroga/loides Midd.;
L. Taczanowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883 p. 333.
Telrastes griseiventris Menzbier. Die Güte der Art glaubt E. von
Homeyer anzweifeln zu dürfen [mit Unrecht. Ref.] ; Mitth. Ornith. Ver,
Wien 7. Jahrg. No. 11 p. 228—229,
372 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Perdicidae.
Caccabis rxifa in Nord - Norfolk ; J. H. Gurney, Zoologist Vol. 7
No. 74 p. 79.
CaUipepla squamata castanogastris n. subsp. von Arizona ; W. Brewster,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 34.
Excalfactoria ehinensis auf Mindanao nachgewiesen; Kutter, Journ.
Ornith. 31. Jahrg. p. 293.
Perdix robusta n. sp. von Altai; E. v. Homeyer, Mitth. Ornith. Ver.
Wien 7. Jahrg. No. 5 p. 92.
Familie Phasianidae.
Lophophorus chumbanus n. sp. von Chumba, N. W. Indien; C. H. T.
Marshall, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 465.
Polyplectrun Helenue n. sp. von Ober-Birma, nahe P. chinquis; E. W.
Oates, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 136 T. 5.
Pucrasia joretiana n. sp. [Vaterland?], nahe P. xanthuspila; P. M.
Heude, Ibis (.5) Vol. 1 No. 2 p. 225—226.
Familie Megapodiidae.
Meyapodius tenimberensis n. sp. von Timorlaut, nahe M. geelvinkianus
und tumulus; P. L. Sclater, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 57.
Ordo. Gyrantes.
G. E. Shelley hat eine Uebersicht der Columbiden der äthiopischen
Kegion geliefert. Die Synonymie der einzelnen Arten ist sorgfaltig geprüft.
Die Specics werden ausführlich beschrieben; zur Erleichterung der Be-
stimmung sind bei den einzelnen Gattungen analytische Schlüssel gegeben.
[7re/-on Schalowi ist vom Verf. übersehen, s. unten]; Ibis (5) Vol. 1 No. 3
p. 258—331.
Familie Columbidae.
Columba intermedia abgebildet; Gonld, Birds Asia Th. 34.
Melopdia plumbescens ist juv. von Columba rußna; Salvin und God-
man, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 212.
Leploptila pallida n. sp. von Chimbo, West -Ecuador, am nächsten
L. ru/axilla; v. Berlepsch u. Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 575.
Familie Geotrygonid ae.
Olidiphaps insularis n. sp. von der Insel Fergusson bei Neu-Guinea;
Salvin und Godman, Proc. Zool. Soc. Pt. 1 p. 34.
Familie Carpophagidae.
Carpophaga rubricera gehört Neu-Irland und den Duke of York-Inseln
an; auf den Salomonsinseln (S. Christoval) ist dieselbe durch C. rußgulu
Salv. vertreten; E. P. Ramsay, Proc. Lin. Soc. N. S. W. Vol. 7 p. 665—673.
Naturgeschichte clor Vogel während des Jahres 1883. 373
Ftilopus Wallacü abgebildet; J. Gould, Birds New Guinea Th. 15.
Treron Schaloivi wiederbeschrieben; H. Schalow, Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 9 p. 196.
. Familie Ardeidae.
Ardea egretta in grosser Schaar im August 1883 in Ost-Massachusetts
beobachtet; H. A. Purdie, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 242. —
Im August 1883 bei Amherst, Mass., beobachtet; W. A. Stearns, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 243.
Ardetta minuta in Norwegen beobachtet; R. Collet, Christiania
Videnskabs. Forhandl. 1883 No. 15.
Gorsachius melanolophus im östlichen Ceylon ; J. H. Gurney , Ibis (5)
Vol. 1 No. 2 p. 222.
Familie Balaenicipidae.
Balaeniceps rex soll nach Pechuel Loesche und Johnston am Cunene
vorkommen: Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 233 und No. 4 p. 578.
Familie C i c o n i i d a e.
R. Ridgway liefert eine monographische Bearbeitung der Gattung
Tantalus L. Er sondert die altweltlichen Arten unter dem Gattungsnamen
Pseudotantulus (!) und belässt bei dem alten Genus nur die Art 2\ locu-
lator L. ; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21 1883) p. 550.
Ciconia nigra am 9. August 1883 in Istrien erlegt; B. Schiavuzzi,
Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 1 p. 10.
Pseudotantulus n. g. : Adult with only the fore part of the head
naked , the hinder half and entire neck densely feathered ; nostrils strictly
basal; tertials shorter than primaries and with their webs somewhat
decomposed. Bill, legs and tail very much longer and basal outline of
bill of diflferent contour. Typus : Tantalus {bis L. ; R. Ridgway, Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21 1883) p. 550.
Tantalus loculator in Massachusetts erlegt; J. A. Allen, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 185.
Familie Ibidae.
Ibis rubra in Florida; W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8
No. 3 p. 185.
Familie Pteroclidae.
Pterocles alckaia bei Delhi (Indien); W. N. Chili, Stray Feath. Vol. 10
No. 5 p. 427. — Pt. pyrenaicus (Briss.) ist für die westliche (spanische)
Form von Pt. alchata anzuwenden; Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 26.
Familie Rallidae. '
Aramidcs Wolfi n. sp. von Chimbo, West-Ecuador, nahe A. cayen-
nensisf v. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Zool. Soc. Pt. 4 p. 577.
374 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Hydralector Novae HoUundiae n. sp. von Australien; T. Salvadori,
Ornith. Papuas. III p. 309.
NoLornis Huchstetleri n. sp. von der Süd -Insel von Neu -Seeland;
A. B. Meyer, Abbild. ?on Vogelskeletten Th. 4 n. 5 1883.
Forphyrio poliocephalus in Süd-Konkan (Indien); G. Vidal, Stray
Feath. Vol. 10 No. 5 p. 423.
Porzana Carolina in New- York überwinternd; E. Coues, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 124.
Familie Gruidae.
Grus virgo noch nicht mit Sicherheit für Ungarn nachgewiesen;
J. V. Madarasz, Termescetr. Füzetek Vol. 7 1883 p. 131—135.
Familie Otididae.
Oiis tetrax auf Helgoland erlegt; Harvie - Brown , Report on Migrat.
of Birds in Spring and Autumn 1882.
Familie Scolopacidae.
Actodromus Bairdi bei Scarborough, Maine; N. C. Brown, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 243.
GaUinago Wilsuni in Massachusetts brütend; N. A. Francis, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 243.
Lobipes hi/perboreus bei Albany, N. Y. , gefangen; G. A. Lintner,
Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 180. — In West -Kansas; N. S.
Goss, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 186.
Machet es pugnax auf Borneo; F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 86.
Macrorhamphus griseus in Lincolnshire ; Harvie -Brown, Report on
Migrat. of Birds in Spring and Autumn 1882.
Fhalaropiis fulicariiis in der Nähe der englischen Küste; F. Kerry,
Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 119 und O. V. Aplin, ebenda p. 128. — Ph.
hi/perboreus in Süd -Wyoming; S. W. Williston, Bull. Nutt. Orn. Club
Vol. 8 No. 4 p. 240.
Scolopax rusticola in Lincolnshire erlegt; J. Cullingford, Zoologist
Vol. 7 No. 73 p. 31. — In Nottinghamshire ; J. Whitaker, Zoologist
Vol. 7 No. 75 p. 127.
Totanus Juscus in Sussex; Th. Parkin, Zoologist Vol. 7 NO. 84
p. 495. — T. Haughtoni beschrieben und abgebildet; J. E. Harting,
Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 133 — 135 T. 4.
Tringa maculata bei Loch Lomond erlegt; Harvie-Brown, Report on
Migrat. of Birds in Spring and Autumn 1882. — In Dumbartonshire
(England); J. E. Harting, Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 177. — T. tenui-
rostris auf Labuan ; F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1 No. 1 p. 86.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 375
Familie Charadriidae.
Aegialites albidipectes n. sp. von Chile; R. Ridgway, Proc, Un. St.
Nat. Mus. Vol. 5 1882 (March 21 1883) p. 526. — Ae. Forhesi neuer
Name für Aegialites indicus (Lath.) , G. E. Shelley, Ibis (.')) Vol. 1 No. 4
p. 560 T. 14.
Chnradrius illyricus Piller und Mitterpacher (Iter per Poseganam
Sclavoniae provinciam p. 26 t. 3 1782) der älteste wissenschaftliche Name
für den Triel, an Stelle von Ch. crepitans Gm. zu benutzen; J. E. Harting,
Zoologist Vol. 7 No. 78 p. 255. — Ch. indicus Lath. identisch mit Ch.
tricollaris Vieill. ; J. E. Harting, Zoologist Vol. 7 No. 82 p. 409—418. —
Ch. nigris n. sp. vom Niger; J. E. Harting, ebenda p. 418 [identisch mit
Aeg. Forhesi (s. oben). Ref.]. — Ch. virginicus in Europa erlegt; J. H.
Gumey, Ibis (5) Vol. 1 No. 2 p. 198.
Eudromias morinellus , Vorkommen in Oesterreich; J. Talsky, Mitth.
Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 3 p. 45—47, No. 4 p. 64.
Oedicnemus dominicensis n. sp. von S. Domingo ; Ch. B. Cory, Joum.
Bost. Zool. Soc. II No. 4 p. 46.
Podasocys montanus, Beschreibung der Osteologie; R. W. Shufeldt,
Joum. Anat. Phys. Vol. 18 p. 86—102 T. 5.
Ordo. Lamellirostres.
B. AI tum. Die Artkennzeichen des inländischen entenartigen Geflügels;
Neue Deutsche Jagd-Zeitung 1883, auch separat (Berlin, W. Baensch).
R. Ridgway über die geographische Variation in der Grösse bei
amerikanischen Lamellirostres siehe oben S. 315.
Familie Cygnidae.
Cygnus americanus bei St. John in Neu - Braunschweig (V. St.);
M. Chamberlain, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 9.
Familie Anseridae.
Anser brachyrhynchus auf Föhr, Verbreitung der Art im Allgemeinen;
H. Bolau, Joum. Ornith. 31. Jahrg. p. 76 — 81.
Bemicla torquata in Nieder- Oesterreich erlegt; Mitth. Ornith. Ver.
Wien 7. Jahrg. No. 5 p. 102.
Familie Anatidae.
Clangula glaucion, Vorkommen in Indien ; R. N. Stoker, Stray Feath.
Vol. 10 No. 5 p. 424—426.
Erismatura leucocephala Bratvogel in Siebenbürgen; J. v. Madarasz,
Termescetr. Füzetek Vol. 7 1883 p. 131 — 135. — Im Gurgaon - District
und Pilibheet; die Art geht somit in Indien wenigstens bis zum 80. Grad
östlich; A. Hume, Stray, Feath. Vol. 10 No. 5 p. 419—420. — Bei
Delhi (Indien); W. N. Chili, Stray Feath. Vol. 10 No. 5 p. 427. — Fuli-
376 Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
gula cristata in Oxfordshire ; O. V. Aplin, Zoologist Vol. 7 No. 83 p. 470.
— F. marila, Vorkommen in Indien; R. N. Stoker, Stray Feath. Vol. 10
No. 5 p. 424.
Histrionicns minutus, Verbreitung, Nistweise; C. H. Merriam, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4 p. 220.
Mareca americana in grosser Häufigkeit auf Rhode Island im November
1882 beobachtet; F. T, Jencks, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 1 p. 61.
Querguedula circia auf Borneo; F. Nicholson, Ibis (5) Vol. 1 No. 1
p. 86. — Qu. formosa bei Delhi (Indien); W. N. Chili, Stray Feath.
Vol. 10 No. 5 p. 427.
Sarcidiomis melanonotus , Vorkommen in Indien; G. Trevor, Stray
Feath. Vol. 10 No. 5 p. 430.
Somateria viollissimu in Nottingharashire; Zoologist Vol. 7 No. 75
p, 129. — In Ungarn erlegt; J. v. Madarasz, Termescetr. Füzetek Vol. 7
1883 p. 131 — 135. — Auf dem Belpmoos (Schweiz) geschossen; Th.
Studer, Mitth. Naturf. Ges. Bern 1883 I p. 8—9.
Familie Pelecanidae.
Pelecanus. M. A. Dubois giebt eine Uebersicht über die Arten der
Gattung Pelecanus, Sjuonymie, Beschreibung und Verbreitung der einzelnen
Arten nebst einem Schlüssel zur Erleichterung des Bestimmens. Verfasser
unterscheidet 6 Arten nebst 4 Varietäten und zwar: I. Poche gulaire peu
vaste et ne descendant pas plus bas que la naissance du cou. 1. P. ono-
crotalus L. (Süd-Europa, Nord-Africa) , mit den Varietäten minor Rüpp.
(Ost- und Süd-Africa, Süd-Asien, Sunda-Inscln) und Sharpei Boc. (West-
Africa) ; 2. P. crispus Bruch (Dalmatien , Griechenland, Süd -Russland,
Südwest-Asien, Nord-Africa); 3. P. philippensis Gm. (Süd-Asien, Philip-
pinen, Sunda-Inseln), mit der Varietät rufescens Gm. (Africa, Madagascar);
4. P. erythrorhynchus (Nord-America) ; 5. P. <fo)tspicillatus Tem. (Australien).
n. Poche gulaire trcs vaste et descendant jusqu'au milieu du cou: 6. J\
fuscus L. (Central- Amerika, Galopagos-Inseln), mit der Varietät Molinae
Gray (Chile, Peru); Bull. Mus. Roy. Bist. Nat. Belgique T. 2 Mars 1883.
— P. trachyrhynchus abgebildet; Proc. Zool. Soc. Pt. 4 T. 46.
Familie Graculidae.
Gracidus carbo an der Küste von Süd-Carolina; W. Brewster, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 186.
Phalacrocorax violaceus Gm. {bicristalus Fall.), Unterschiede von Ph.
pelagicus Pall. ; L. Taczanowski, Bull. Soc. Zool. France 4. Partie 1883
p. 341.
Familie Sternida e.
Hydrochdidon leucoptera in Norfolk; R. W. Chase, Zoologist Vol. 7
No. 80 p. 341. — H. nigra auf Borneo; W. Blasius, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1883 p. 76,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1883. 377
Sterna cantiaca in Norwegen beobachtet; R. CoUett, Christiania
Videnskabs. Forhandl. 1883 No. 15. — St. caspia in Ohio; E. Coues,
Bull. Nutt. Om. Club Vol. 8 No. 1 p. 62.
Familie Laridae.
Larus glaucescens in der Fundy-Bay; W. Brewster, Bull. Nutt. Orn.
Club Vol. 8 No. 2 p. 125. — Bei Grand Menan, N. B.; H. Merrill,
ebenda p. 125. — L. glaucus bei Portland, Maine; N. C. Brown, Bull.
Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 3 p. 186. — L. Kumlieni n. sp. von Cumber-
land-Sund und Grönland ; W. Brewster, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 No. 4
p. 214. — L. leucopterus in Maine (V. St.); W. Brewster, Bull. Nutt.
Orn. Club Vol. 8 No. 2 p. 125. — L. minutus in Norwegen beobachtet;
R. Collett, Christiania Videnskabs. Vorhandl. 1883 No. 15. — L. Phila-
delphiae an der englischen Küste erlegt; C. Smith, Zoologist Vol. 7 No. 75
p. 120—121.
Lestris pomarina juv. am 10. Oct. 1883 auf offenem Meere nördlich
von Pirano (Istrien) erlegt; Schiavuzzi, Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg.
No. 1 p. 10. — Bei Offenbach a. M. erlegt; M. Schmidt, Zoolog. Gart.
24. Jahrg. No. 2 p. 45 — 46. — L. pomarina und parasilica, Vorkommen
in Kroatien, Brusina, Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 4 p. 62.
Pagophüa ehurnea an der Küste von Lincolnshire ; T. Fischer, Zoo-
logist Vol. 7 No. 78 p. 258.
Familie Colymbidae.
Colymhus glacialis in Ungarn erlegt; Mitth. Ornith. Ver. Wien
7. Jahrg. No. 5 p. 102. — In Glaz erlegt; ebenda p. 127.
Fodiceps cristatus in Oxfordshire brütend; 0. V. Aplin, Zoologist
Vol. 7 No. 73 p. 32.
Familie Procellariidae.
Aestrelata Fischeri n. sp. von Alaschka, am nächsten Ae. defillipiuna
Gigl. et Salvad.; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 5 1882
(March 21 1883) p. 656.
Cymochorea Markhami n. sp. von Peru, ähnlich C. Melaniae; 0. Sal-
vin, Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 430.
Diomedea irrorata n. sp. von Peru, am nächsten D. melanophrys ;
0. Salvin, Proc. Zool. Soc. Pt. 3 p. 430.
Fnlmarus haesitatus in Ungarn erlegt; J. v. Madarasz, Termesce-
trajzi Füzetek Vol. 7 1883 p. 131 — 135.
Pufßnus anglorum in Nottinghamshire ; J. Whitaker, Zoologist Vol. 7
No. 73 p. 31. — P. borealis an der Küste von Massachusetts erlegt;
H. K. Job, Bull. Nutt. Oni. Club Vol. 8 No. 4 p. 244. — P. Edwarddi
n. sp. von den Capverden; M. E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. Zool. T. 16
No. 4—6 Art. 5. — P. griseus bei Bridlington (England) erlegt; H. A.
378 Reichenow: Ber. üb. d. Leist. i. d. Naturgesch. d. Vögel etc.
Macpherson, Zoologist Vol. 7 No. 75 p. 121, — In Norfolk erlegt;
T. Southwell, Zoologist Vol. 7 No. 76 p. 179. — P. ohscurus in Norfolk
im Jahre 1858; H. Stevenson, Trans. Norfolk and Norwich Nat Soc.
Vol. 3 p. 467.
Familie Spheniscidae.
M. H. Filhol liefert einige Beiträge zur Anatomie der Sphenisciden ;
Bull. Soc. Philom. 1882/83 p. 16 — 19 u. 92—94.
M. Watson, Report on the Anatomy of the Spheniscidae; Report
on the scientific Results of the Voyage of H. M. S. Challenger. Zoology,
Vol. 7 Pt. 18.
Familie Alcidae.
B. Dybowski liefert einen ferneren Artikel über die Veränderung
des Schnabels durch Mauser bei einigen Mormoniden und zwar bei den
Arten Lunda cirrhata, SimorJiynchts cristatellus , S. kamlschaticus und
Ciceronia pusilla (vergl. Bericht 1882 p. 492); Bull. Soc. Zool. France
4, Partie 1883 p. 348—350.
Alca impennis; früheres Vorkommen der Art, Aufzählung der noch
in Sammlungen vorhandenen Exemplare; W. Blasius , Ver. f. Naturw. z.
Braunschweig, 3, Jahresb. f. 1881/82 u. 1882/83. — Nach einer Notiz im
„American Naturalist" 1872 ist der Riesenalk im Jahre 1870 in einem
todten Exemplare an der Labradorküste gefunden worden ; J. E. Harting,
Zoologist Vol. 7 No. 83 p. 470.
Familie Struthionidae.
W. N. Parker beschreibt die Respirationsorgane von Rhea; Proc.
Zool. Soc. Pt. 2 p. 141 — 142.
M. A. de Quatrefages referirt über die Arbeiten, welche über
die Moas bisher publicirt wurden und giebt dabei eine Aufzählung der
bekannt gewordenen fossilen Riesenvögel Neu-Seelands. Es sind : Dinornis
robust its, gradlis und slruthionides ; Palapieryx ingens, crassus und elephan-
topus, Melonornis casuarinus und didiformis, Ewyapteryx rheides und
gravis; Ann. Sc. Nat. Zool. T. 16 No. 4 — 6. Art. 4.
Struthio molyhdophanes n. sp. aus dem Somaliland; Ant. Reichenow,
Sonntagsbl. Norddeutsch. Allgem. Zeitung No. 37 16. Sept. (ausgegeben
15. Sept.) 1883; Mitth. Ornith. Ver. Wien 7. Jahrg. No. 10 p. 202;
Journ. Ornith. 31. Jahrg. p. 399.
Bericht
über die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1883.
Von
Dr. Oskar Boettger
in Frankfurt a. Main.
Beptilia.
He in ig eh. Ist die Scheidung der Linne'schen Thierklasse
Amphibia in zwei Klassen, Reptilia und Amphibia, auf Grund
ihrer anatomischen Unterschiede und ihrer Entwicklungsgeschichte
gerechtfertigt? Leobschütz, 4°, 9 pg.
F. Müller giebt in einem Dritten Nachtrag zum Katalog
der herpetologischen Sammlung des Baseler Museums zahlreiche
Verbesserungen des früheren Katalogs. Besondere u. z. Th. aus-
fuhrliche Bemerkungen widmet Verf. Spelerpes Ugnicolor Pts., Bufo
viridis Und (wahrsclieinlich auch) vulgaris von Corsika, TypUops
cf. lumhricalis D. B., Corondla laevis und var. leopardina F. Müll.
(Südabhang der Alpen, besonders Wallis), Äblabes fuscus Gthr.,
Tropidonotus hypomelas Gthr., Psammodynastes pidverulentus Gthr.,
Dipsas irregidaris Gthr. , Trimeremrus Anamallensis Gthr. , Tropido-
laemus Wagleri Jan und Lacerta stirpiwn. Die Sammlung hat sich
von Dez. 1881 bis Mai 1883 um 67 Batracliier, 64 Schlangen,
61 Saurier und 2 Schildkröten vermehrt. 1 neue Gatt, und
4 n. sp. Mit 1 Taf. Verh. d. Naturf. Ges. Basel, Bd. 7
p. 274-300.
0. Boettger bringt kurze Notizen über Reptilien und
Amphibien in der Heidelberger Universitäts- Sammlung. Auf-
gezählt und mit Bemerkungen versehen werden 2 Amphibien,
16 Schlangen, 10 Eidechsen und 3 Schildkröten. 1 neue Gatt.,
2 n. sp. 22. u. 23. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 147—152.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Ijcl. Z
380 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Eine Notiz über das neue Reptilhaus in den Gärten der
Londoner Zool. Ges. findet sich auch in Zoologist (3) Bd. 7
p. 353—358 (vergl. Bericht f. 1882 p. 503).
Von Bronu's Klassen u. Ordn. d. Thierreichs: Reptilien,
bearb. v, C. K. Hoffmann erschienen in 1883 die Lieferungen
36 — 40, die sich mit dem Venensystem der Saurier, der che-
mischen Zusammensetzung des Blutes und den Blutkörperchen
der Eidechsen und Krokodile beschäftigen, dann einen Nach-
trag zum Blutgefässsystem geben und das Lymphsystem und
die Blutgefässdrüsen und endlich die Respirationsorgane behan-
deln. Ein systematischer Theil bringt sodann die Classification
der Crocodiliden und Saurier, der eine ausführliche Geschichte
der Systematik dieser Reptilordnungen vorausgeht. Die sehr
übersichtliche Zusammenstellung, die mit der Schilderung der
Agamidengattung Dllojjhyrus Gray abbricht, zeugt von grosser
Literaturkenntniss und ist trotz mancher Mängel doch im Augen-
blick das Beste, was wir im Zusammenhang über die schwierige
Systematik der Saurier besitzen. Mit Taf. 104—107.
Brehm's illustr. Thierleben. Chromo- Ausgabe. Farben-
drucktafeln nach dem Leben ausgef. von 0. Wink! er. Repti-
lien: Heft 90 u. f. Gross 8».
F. Mercanti's Untersuchungen über den Ciliarmuskel der
Reptilien in Arch. Ital. Biol. Bd. 4 p. 197—202 und die Arbeit
von Rumschewich über die inneren Augenmuskeln der Rep-
tilien {Lacerta agüis, viridis, Chelone midas etc.) in Zapinski der
Naturf. Ges. Kiew Bd. 5—6 (1879—82) sind mir nicht zugäng-
lich gewesen.
Kurze Mittheilungen über die Chorda spinalis der Reptilien
und Batrachier bringt H. Allen. Verf. vergleicht einerseits
Rana, Menopoma und Siren, andererseits Lacertilier, Croco-
dilier, Ophidier und Chelonier in Hinsicht auf die Bildimg ihres
Rückenmarks mit einander. Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia
p. 56—57.
lieber das Verhältniss des Nervus laryngeus inferior vagi
zum Aortensystem bei den Reptilien, das dem der Vögel nahe
verwandt sei, berichtet A. Brenner. Er kommt zu dem
Schlüsse, dass bei allen Amnioten der N. laryngeus inferior,
um vom Stamme des Vagus zu seinem Bestimmungsorte zu
gelangen, sich um den untersten, letzten der erhaltenen Aorten-
bögen herumschlingt, und wenn er sich um den fünften Bogen
Herpetologie während des Jahres 1883. 381
schlingt, liegt er uach aussen vom Abgange des Pulmonalastes.
Arch. f. Auat. ii. Phys., Anat. Abth. p. 388—391, mit Taf. 17.
G. Ret z ins. lieber ein Blutgefässe führendes Epithel-
gewebe im raembranösen Gehörorgan der Reptilien. Retzius'
Biol. Unters. 2 (1882) p. 97—102.
F. Regnard und R. Blauchard haben in einer Studie
über die „Capacite respiratoire du sang des animaux plongeurs"
auch die Lungencapacität gewisser wasserliebeuder Reptilien
studirt und gefunden, dass, wenn die Capacität von Varanus
arenarius =^ 5 gesetzt wird, die des Alligator Mississippiensis "=.
8,4 ist. Bull. Soc. Zool. France Bd. 8 p. 136—138 mit einem
Holzschn. und Americ. Naturalist Bd. 17 p. 1301.
P. Reiche 1 giebt einen Beitrag zur Morphologie der Mund-
höhlendrüsen bei Amphibien, Sauriern und Ophidiern. Be-
sprochen werden die betreffenden Drüsen von Salamandrina,
Triton und Pelonectes, Salamandra, Hemidactylium und Pletho-
don, mehrerer Saurier und Schlangen. Die Unterlippendrüsen
und vorderen und hinteren Unterzungendrüsen der Ophidier ent-
sprechen den gleichnamigen Drüsen der Saurier. Was die Gift-
drüse anlangt, so kommt Verf. nach Untersuchung der Embryonen
zu dem Resultat, dass die Schnauzendrüse und hintere Ober-
lippendrüse von Tropidonotus in der ersten Anlage gleich und
nur stark entwickelte Oberlippendrüsen sind; ebenso entspricht
die Giftdrüse von Vipera der hinteren Oberlippendrüse. Beider
Ausführungsgang mündet in die Zahnfurche an der Aussenseite
des Zahnes. Morph. Jahrbuch Bd. 8 (1882) p. 1—72, mit 1 Taf.
Die feinere Anatomie der Thymusdrüse bei Reptilien und
Amphibien behandelt H. Watney. Als Versuchsthiere dienen
Schildkröte, Alligator, Python, Frosch und Axolotl. Phil. Trans.
R. Soc. London Bd. 173 p. 1099-1100, mit Taf. 95 part.
B. Solger veröffentlicht Beiträge zur Kenntniss der Niere
und besonders der Nierenpigmente von Amphibien und Reptilien.
Als Versuchsobjekt dient die Niere von Rana, Triton, Sala-
mandra und Proteus; Tropidonotus und Coluber; Pseudopus
und Anguis; Alligator; Testudo, Chemisch stellt sich das
Pigment der Amphibienniere am gleichmässigsten dar; es löst
sich in Alkohol und hält sich in 207oiger Salpetersäure. Abh.
Naturf. Ges. Halle Bd. 15 (1882) p. 405—444, mit 1 Taf. u.
3 Holzschn.
K. Kupffer berücksichtigt in einer Arbeit über die Gastru-
382 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
lation an den meroblastischen Eiern der Wirbelthiere und über
die Bedeutung des Primitivstreifen ganz wesentlich die Ver-
hältnisse bei den Reptilien (Emys, Lacerta, Coluber), weswegen
hier nachträglich noch auf diese Abhandlung hingewiesen sein
mag. Arch. f. Anat. und Phys., Anat, Abth. (1882) p. 1 — 30.
Arbeiten über Reifung, Geschichte des Keimbläschens und
die Furchungserscheinungen des Reptileies bringt auch C. F.
Sara sin. Als Objekt dienten Eier und Embryonen von Lacerta
agilis. Biol. Centr. Bl. 3. Jahrg. p. 108—111 und Arb. d. Zool-
zoot. Instit. Würzburg Bd. 6 p. 159—216, mit Taf. 12—15.
In weiteren Beiträgen zur Entwicklung der Reptilien gibt
H. Strahl eine Uebersicht über das bisher in dieser Hinsicht
Geleistete und bespricht sodann die Entwicklung von Lacerta
agilis und vivipara von Anlage der Kopfscheide bis zum Schluss
der Rückenfurche mit besonderer Berücksichtigung des Canalis
neurentericus und seiner Veränderungen in dieser Zeit, ferner
der Vergrösserung des Gefässhofs nebst Spaltung des Mesoderms
und endlich des Wachsthums der Chorda. Die neuen Beob-
achtungen des Verfassers lassen sich in folgende Sätze zusammen-
fassen: 1. Der Canalis neurentericus, beziehungsweise seine
Wandung, ist von wesentlicher Bedeutung für die Anlage der
Chorda. 2. Er schliesst sich an seiner oberen Seite etwa
gleichzeitig mit dem MeduUarrohre. 3. Der Medullarstrang,
aus dem Material des Primitivstreifen gebildet, enthält wie beim
Vogel nicht nur die Anlage für das geschlossene Medullarrohr,
sondern auch für die Chorda, 4. Die Chorda besitzt vor Schluss
der Rückenfurche zeitweise zwei Stellen, an welcher sie vom
Entoderm nicht überzogen ist, ihr dermaliges vorderes und
hinteres Ende. 5. Das den Gefasshof bildende periphere Meso-
derm hat den Keimwall zu einer Zeit noch nicht erreicht, in
welcher dasselbe, soweit bis dahin vorhanden, völlig gespalten
ist. Gefässe in demselben werden ebenfalls bereits vor dieser
Zeit und ohne Betheiligung des Keimwalls angelegt. Arch. f.
Anat. u. Phys., Anat. Abth. p. 1 — 43, mit 1 Taf. und zahlr.
Ilolzschn.
Ueber die Anlage der Chorda dorsalis bei Reptilien und
Amphibien macht auch C. K. Hoffmann kurze Mittheilimgen.
Festschrift f. Henle (1882) p. 41.
Eiue Notiz über das Vorkommen von Kopfsomiten und
Kopfliöhlen bei Reptilien bringt J. W. van Wijhe. Verhandi.
Hcrpetologie während des Jahres 1883. 383
k. Akad. Wetenscli. Amsterdam, Proc. verb. SitÜDg v. 24. Febr.
1883 p. 2—4.
M. Sagemehl untersucht die Entwicklung der Spinal-
nerven bei Eidechse und Frosch. Stets treten die Anlagen der
Ganglien zuerst auf. Untersuch, über d. Entwickl. der Spinal-
nerven, Dissert. Dorpat (1882), 8°.
A. von Svertschkoff giebt kurze biologische Notizen
über die Ueberwinterung zahlreicher Reptilien und einiger Ba-
trachier im Terrarium. Zoolog. Garten p. 124 — 126.
Fr. Knauer. Unsere südeuropäischen Kriechthiere mit
besonderer Berücksichtigung ihrer Lebensweise. Naturhistoriker
Jahrg. 5 p. 420—427.
J. J. Fl et eher bringt Notizen über lebendiggebärende
Schlangen und Eidechsen Australiens und speciell über HinuUa
derjans in N. S. Wales. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8
p. 215-217.
A. Gaudry. Les reptiles primaires. Arch. Zool. exper.
et gener. Bd. 1 p. 5 — 30, mit 7 Taf.
In einem Dritten Beitrage zur Naturgeschichte der Verte-
braten der Permformation von Texas macht E. D. Cope einige
Mittheilnngen über die Reptilfamilie Diadectidae (Kreuzbein nur
aus 2 Wirbeln bestehend etc.), beschreibt sodann Edaphosaurus
(pogouias) als neue Gattung und nennt ihn der Gattung Pan-
tylus verwandt. Beide letztgenannten Genera bilden die neue
Familie Edaphosauria und geh'ören zur Reptilunterordnung Pe-
lecysauria. Als weiterer Anomodontier wird diagnosticirt Ecto-
cynodon (aguti). Von stegocephalen Batrachiern, und zwar zur
Unterordnung Microsauria Daws. gehörig, werden eingehend
beschrieben Diplocaulus (magnicornis) und zur Unterordnung
Rhachitomi Familie Eryopidae gehörig die 2 neuen Gattungen
Acheloma (Cumminsi) und Anisodexis (imbricatus). Die Familie
Eryopidae wird somit jetzt durch 5 Gattungen mit 8 Arten ge-
bildet. Proc. Americ. Phil. Soc. Bd. 20 p. 447—461.
In einem Vierten Beitrage beschreibt derselbe Verf. sodann von
Batrachiern Trimerorhachis (bilobatus), zur Unterordnung Stego-
cephalidae, Familie Trimerorhachidae gehörig, und von Reptilien
Pariotichus (megalops), welchen er mit den Gattungen Pantylus
(im dritten Beitrag noch zu den Edaphosauria gestellt !) und (?)
Ectocynodon zu einer neuen Familie Pariotichidae der Anomo-
dontier vereinigt. Weiter wird das neue Genus Chilonyx (rapi-
384 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
dens) beschrieben (s. auch Proc, Ac. N. Sc. Philadelphia p. 69)
und von der Gattung Empedias (nächstverwandt Diadectes) wer-
den 2 neue Arten (fissus und phaseolinus) aufgestellt und mit
den beiden bereits bekannten Species dieser Gattung verglichen.
Ebenda Bd. 20 p. 629—636.
H. E. Sauvage bringt eine Uebersicht der fossilen Rep-
tilien der Juraformation von Boulogne-sur-Mer. Es werden
9 Schildkröten, 19 Crocodilier, 3 Pterodactylen, 10 Dinosaurier,
1 Lacertilier, 17 Plesiosaurier und 5 Ichthyosaurier erwähnt
und einige Reste auf Taf. 19—21 abgebildet. Bull. Soc. Geol.
France (3) Bd. 8 (1880) p. 536—547.
In einer Arbeit über die fossilen Reptilien aus dem Gault
des östlichen Pariser Beckens berichtet derselbe über einen
Pterodactylus , einen neuen Megalosaurus , sodann über Hylaeo-
saurus, einige wenige Crocodil- und Lacertidenreste wie Daco-
saurus, endlich über einen Ichthyosaurus, 3 Plesiosauren, über
Polycotylus und über Polyptychodon. Mem. Soc. Geol. France
(3) Bd. 2 No. 4 (1882) p. 1—41, Taf. 1—4 und Bull. Soc.
Geol. France (3) Bd. 10 (1882) p. 218.
Derselbe beschreibt sodann von fossilen Reptilien aus
dem Rhaet von Autun Rhachitrema Pellati, einen Dinosaurier,
dessen Neuralbögen nicht mit den Wirbelcentren verwachsen
sind, Actiosaurus Gaudryi (n. g. et sp.), vielleicht ebenfalls ein
Dinosaurier und verwandt Palaeosaurus, und je 2 neue Ichtliyo-
sauren und Plesiosauren. Hervorzuheben ist, dass die rhätische
Reptilfauna sich mehr an die des Lias als an die der Trias
anschliesst, und dass sie als der Vorläufer der jurassischen
Fauna betrachtet werden muss. Ann. Sc. Geol. Bd. 4 Art. 6
(1882-83) p. 1—44, Taf. 6—9.
In einer Li^te der Vertebraten der Puerco-Eocänepoche
zählt E. D. Cope 3 Crocodilier, 4 Chelonier und 4 Choristo-
deren (Champsosaurus- Arten) auf. Proc. Americ. Phil. Soc,
Bd. 20 p. 461—462.
F. Sandberg er weist an Kiefern und Wirbeln aus dem
Löss von Hahnstätten bei Diez nach, dass Trojndotwhis tesselatus
ein uralter Bewohner der Lahngegend ist und nicht als von
den Römern eingeführt betrachtet werden darf. Ausserdem wer-
den aus dem dortigen Löss Salamandra, Bufo calamita und Unna
temporaria als vorkommend aufgezählt. Neues Jahrb. f. Mineral.
p. 183 und Zoolog. Garten p. 28.
Hcrpetologie während des Jahres 1883. 385
St. De Stefani. Sui primi resti fossili di un ittiosauro
e di un cheloniano scoperti nella provincia veronese. Verona.
E. D. Cope beschreibt zwei neue Arten der Laramie-
Sauriergattung Clmmpsosaurus {Puercensls und Saponensis) aus den
untereocaenen Puerco-Schicbten Neu-Mexicos. Proc. Am. Phil.
Sog. Bd. 20 p. 195—197.
Notizen über die fossilen Reptilien, und insbesondere über
die Testudinidengattung Ptychogaster {emydoides) aus dem Unter-
miocaen von St.-Geraud-le-Puy geben L. Vaillant und A. Gau-
dry. Diese Gattung steht zwischen Emys und Cistudo. Auch
Trionychidenreste und der Crocodilier Diplocynodon {Rateli),
nächst verwandt dem tropisch - amerikanischen Jacare, wurden
daselbst gefunden und letzterer vollständig restaurirt. Compt.
rend. Ac. Sc. Paris Bd. 97 p. 1152—1155.
Filhol. Descr. d'un n. gen. de Reptile fossile p. 127 und
Note sur PUsitodon n. sp. (rept.), ebenda p. 127 — 128. Bull.
Soc. Philomat. (1881—82).
A, Gaudry. Ecaillos des Actinodon et des Euchirosaurus.
Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 10 (1882) p. 263.
Palaearctische Region. G. Ruhmer's Ausbeute an Repti-
lien und Batrachiern aus der Umgebung von Bengazi in der
Cyrenaika, Nord -Afrika, enthielt nach A. Reichenow's Be-
stimmung: Chamaeleo vulgaris, Hemidactylus verniculaius, Agama Sa-
vigniji D. B., Lacerta muralis, Acantliodactylus Boshianus Daud. und
Uneomaculabis D. B., Gongylus ocellatus, Zomenis florulentus Geoffr.,
Coronella hrevis Gthr, , Naja liaje und Bufo variahilis. Naja war
bis jetzt nur in Aegypten und in Marokko bis nahe an die
Mittelmeerküste nachgewiesen gewesen; auch das Auftreten der
marokkanischen Coronella hrevis ist bemerkenswerth. v. Martens
in Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin p. 149—150.
Anknüpfend an eine frühere Abhandlung über denselben
Gegenstand in Abh. Senckenberg. Nat. Ges. Frankfurt Bd. 9,
1874 giebt 0. Boettger eine erschöpfende Aufzählung aller
von Marokko bekannten Reptil- und Amphibienarten. Reiche
Sammlungen der Herren H. Simon und Dr. W. Kobelt ver-
mehrten die Zahl der von dort bekannten Species um 11 weitere.
Aufgezählt und eingehender beschrieben werden 13 Schlangen,
18 Eidechsen, 2 Schildkröten und 7 Batrachier. Den Schluss
bildet eine Vergleichung der Fauna mit der der Nachbargebiete.
27 der Arten sind circummediterran, 6 specifisch nord afrikanisch.
3B6 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
2 aethiopisch, 5 Marokko vorläufig eigenthümlich. Mit Algerien
gemeinsam sind 76 "/o der Reptilien imd 86 7o der Batrachier,
mit der pyrenäisclien Halbinsel 49 % der Reptilien und gleich-
falls 86 7o der Batrachier. Mit Senegambien hat dagegen Ma-
rokko nur 9% Reptilien und keinen Batrachier gemein. Abb.
Senckenberg. Nat. Ges. Frankfurt Bd. 13 p. 93—146, mit
1 Taf.
J. Gogorza schildert eine zoologische Excursion nach
Valencia, wobei er des Vorkommens und der Lebensweise von
Psammodromus Hispaniciis Fitz, und c'mereus Bon., sowie von
Acanihodactylus Boskianus Fitz, am Albufera-See gedenkt. Anal.
Soc. Espan. H. N. Bd. 12 p. 62.
E. Boscä hat die Insel Ibiza (Pityusen) herpetologisch
durchforscht. Er fand von Batrachiern nur Bufo variabüis var.
Balearica und Rana esculenta, von Reptilien Lacerta muralis var.
Balearica und Pityiisensis n. var. (p. 246), Hemidactylus, Platy-
dactyhis und Thalassochelys caretta. Ophidier fehlen. Anal. Soc.
Espan. H. N. Bd. 12 p. 241—250.
F. Olivier zählt in seiner „Faune du Doubs" die Repti-
lien und Batrachier auf, die in diesem Departement beobachtet
worden sind. Mem. Soc. d'emulation Doubs, Besan^on.
lieber einige Reptilien und Batrachier der Normandie be-
richtet G. T. Rope. Neben einigen Amphibien werden Angnis
und Vipern herm als vorkommend erwähnt. Zoologist (3) Bd. 7
p. 49—53.
H. Eisenach giebt als im Kreise Rothenburg, Hessen,
gefunden von Reptilien nur an Lacerta agüis, Anguis, Coronella
und Tropidonotus natrix, von Batrachiern Hyla, Rana esculenta Und
temporaria, Bonihinator, Bufo cinereus Und calamita, Salamandra,
Triton palustris, punctatus und alpestris. Vipera komme in der
Nachbarschaft bei Michelsrombach vor. Ber. Wetterauische
Ges. Hanau p. 61 — 64.
E. Friedel erwähnt aus Neuvorpommern von Kröten:
Bufo vulgaris Greifswald und Rügen, variaUlis von ebenda, cala-
mita von ebenda, seltener ; Pehbates fuscus auf Möuchguth, früher
auch bei Greifswald. Von Reptilien: Vipera herus südlich von
Greifswald, Corondla Barth und Rügen, Tropidonotus natrix auch
im Meere bei Alsen beobachtet; Lacerta viridis und Emys fehlen
bis jetzt der dortigen Faima. Zoolog. Garten p. 146—147.
0. Reinhardt fand bei Lohme, nahe Stubbenkammer
Herpetologie während des Jahres 1883. 387
(Rügen), Lacertn agiUs und vhipara, Vipern heriis, Ilona temporaria,
HyJa und Triton taenintus. Zoolog. Garten p. 147.
A. V. Mojsisovics zählt aus der Gegend von Bellye und
Dtärda (Donau-Drauwinkel, Ungarn) 10 Reptilien {Emys, Lacerta
agilis, viridis und muralis, Anguis, Vipern herm drei Exemplare in
etwa 20 Jahren, Tropidonotus natrix und tesselntus, Calopeltis Aeskulapii,
Coronelln Austriaca) und 10 Batrachier {Rana escidenta und fusca,
Bomhinator, Bufo calamita, vulgaris und variahilis, Hyla, Salamandra,
Triton cristatus und taeniatvs) auf. Bei den meisten der genannten
Arten werden die genauen Fundorte und die Häufigkeit an-
gegeben. Mitth. Naturw. Ver. Steiermark Jahrg. 1883 p. 162
bis 166.
E. De Betta beschenkt uns mit einer dritten Reihe von
herpetologischen Notizen zur Fauna von Italien. Er erwähnt
der seit seiner letzten Arbeit (1879) erschienenen faimistischen
Arbeiten und behandelt dann eingehender Sphnrgis coriacea (sehr
selten im Mittelmeer), Seps chalcides, Anguis fragilis (Nachweis
älterer Fälle von Dicephalie bei Vipern aspis, Tropidonotus natrix,
Lacerta und Angids) , Tropidonotus viperinus (auch im Nordwesten
von Italien weit verbreitet), Vipern aspis Hugyi, Rann escidenta
(Polymelie), Bufo calamita (in Italien angeblich nur bei Nizza),
Triton taenintus, Euproctiis montnnus Savi und Rusconii Gene. Atti
R. Istit. Veneto (6) Bd. 1.
C. Campegg i giebt aus der Umgebung Mailands 7 Repti-
lien {Lacertn viridis Und muralis, Angids, Coronella Austriaca, Zamenis
viridiflavus, Tropidonotus natrix und tessekdus) Und 8 Batrachier
{Hyla, Rana escidenta und agilis, Pelohntes fusctis, Bufo vulgaris und
viridis, Triton cvistatus und taeniatus) mit ihren Varietäten an.
Catalogo dei Rettili ed Anfibi di Milano, 8".
J. V. Bedriaga berichtigt einige Angaben seiner in den
Berichten für 1881 p. 413 und für 1882 p. 511 angezeigten
Arbeit über die Kriechthiere Griechenlands. Danach ist die
dort erwähnte Lacerta Taurica nicht diese Art, sondern wohl
mit Peloponnesiaca Bibr, Bory zu identificiren. Verf. giebt die
wichtigsten Unterscheidungsmerkmale beider Species. Doch
kommt in Griechenland auch die ächte L. Taurica (Pall.)
Rathke auf Tino, im continentalen Griechenland und im Balkan
vor. Lac. saxicola Eversm. ist nach Kessler = muralis var.,
Z. praticola Eversm. dagegen nach Strauch gute Art (kann Ref.
bestätigen). Der vom Verf. aufgeführte Triton paradoxus ist
388 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
gleichfalls nicht diese Species, sondern wahrscheinlich neu.
Zoolog. Anzeig. p. 216—220.
0. Boettger erwähnt das Erymanthos - Gebirge in Nord-
Morea als Fundort für Salamandra maculosa Laur. Jahrb. d, d.
Malakozool. Ges. Frankfurt p. 313—314.
Fr. T. Koeppen macht bemerkenswerthe Mittheilungen
über die Herpetologie der Krim. Laceria viridis (Ref. erhielt
diese Art mehrfach und von den verschiedensten Fundorten er-
wachsen und jung direct aus der Krim!), Angids und Rana Jusca
sollen fehlen; von den Schwanzlurchen ist nur Triton cristatus
vertreten; dagegen finden sich Rana escuUnta, Hyla, Bttfo cinereus
und viridis, Corondla Austriaca, Coluher quadriUneatus, Tropidonotus
mdrix Und hydrus, Viper a herus, Pseudopiis, Lacerta agilis, Taurica
und muraüs und Emys hitaria (Ref. besitzt ausserdem noch Za-
rnenis viridißavus Und Podorces arguta von Theodosia!). Eine auf-
fällige Aelmlichkeit der Fauna der Krim mit der der Insel Sar-
dinien wird besonders betont. Beiträge z. Kenntn, d. russ. Reichs
u. d. angrenz. Länder Asiens, 2. Folge, St. Petersburg (1882).
L. L ortet giebt in seinen „Poissons et Reptiles du Lac
de Tiberiade" eine Liste der von ihm in Syrien gesammelten
Arten und einige Notizen über besonders interessante Formen.
Es sind 19 Schlangen, darunter Periops neglectus Jan, parnlldus
Geoffr. und Algirus Jan und EcMs arenicola Boie, 20 Eidechsen,
darunter AmpMshaena cinerea Vand. , Lacerta Taurica Pall. und
stirpium Daud. (alle drei wohl irrthümlich!), Acanthodactylus scu-
tellatus D. B., Eremias guttulata D. B. und Euprepes Savignyi D. B.,
sechs Schildkröten, darunter Testudo Kleimnanni n. sp. Aegypten bis
Syrien, namentlich bei Alexandria, angeblich auch Cistudo Euro-
paea Gray, dann Trionyx Aegyptiacus Geoffr. im Euphrat und
endlich drei Batrachier. Arch. d. Mus. d'hist. nat. Lyon Bd. 3,
S. A. p. 85—91, mit Taf. 19.
Nordamerikaiiische Region. H. C. Yarrow beschreibt
eine neue Art und drei neue Subspecies von Schlangen. Proc.
U. S. Nation. Mus. Bd. 6 p. 152—154.
N. S. Davis und E. L. Rice geben eine Liste der Rep-
tilien und Batrachier von Illinois. Chicago, 8°.
H. C. Yarrow und H. W. Henshaw. Report upon the
Reptiles and Batrachians collected during 1875—77 in Cali-
fornia, Arizona and Nevada. Washington, 8".
E. D. Cope zählt aus dem Lake Valley in Neumexico
Herpetologie während des Jahres 1883. 389
zwei Species Frösche, acht Eidechsen und sieben Sclilangen
auf, darunter eine neue Varietät von HolhronMa maculatn B. G.
(var. ßavüenta) und von Crotalus conßuentus Say (var. puherulenta,
die mit der typ. Form und der var. Incifer eingehend verglichen
wird). Von Socorro, Neumexico werden neun Eidechsen und
fünf Schlangen, darunter Dladophis regalis B. G. zum ersten Mal
aus Unionsgebiet, und von Santa Fe, Neumexico zwei Batrachier
verzeichnet. St. Thomas, Nevada lieferte eine Kröte, zwei
Eidechsen und zwei Schlangen, die S. Francisco-Berge in Utah
sieben Eidechsen, Provo und Salt Lake City in Utah vier Anuren,
darunter einen neuen ScapMopus und eine Eidechse, Atlanta in
Idaho ein neues AmUystoma, eine Kröte und zwei Schlangen und
die Mündung des Bruneau-Flusses in Idaho fünf Eidechsen und
zwei Schlaugenarten. Von Reno bis zum Pyramid Lake in
Nevada werden zwei Anuren, sechs Eidechsen und zwei Schlan-
gen, von den Seen des südlichen und westlichen centralen Oregon
drei Anuren, vier Eidechsen und acht Schlangen, darunter eine
neue Entaenia aufgezählt; aus dem Willamet Valley, Oregon sechs
Batrachier, drei Eidechsen und eine Schlange, davon je ein
Pleihodon und eine Rana neu; von der Mündung des Russian
River, Californien vier Batrachier, eine Eidechse und eine
Schlange; aus Nordcalifornien sechs Batrachier, drei Eidechsen
und eine Schlange; von Los Angeles, Californien zwei Batra-
chier, fünf Eidechsen und vier Schlangen, und endlich von Sau
Diego, Californien zwei Batrachier, acht Eidechsen und drei
Schlangen. Die Untersuchungen ergaben, dass die pacifische
Subregion ostwärts eine viel grössere Ausdehnung besitzt, als
man bisher annahm, und dass sie in drei Districte eingetheilt
werden muss, die Verf. den Idaho-, den Willamet- und den
Südcalifornia-District nennt. Der Idaho- District ist charakterisirt
durch das Fehlen von Gerrhonotus und Cynops und gewisser
Amblystoma-Arten, der Südcalifornia-District durch die Abwesen-
heit von Amblystoma und das Vorkommen von Hypsiglena und
Rhinochilus. Schliesslich weist Verf. nach, dass die Sonora-
Subregion weit weniger Berührungspunkte mit der neotropischen
als mit der nearktischen Region aufzuweisen hat. Die Grenze
zwischen beiden Regionen geht auf der Westküste von Guaymas
über das Plateau nach Guanajuato und auf der Ostküste bis in
die Nähe des Rio Grande. Fünf neue Arten. Proc. Acad. N.
Sc. Philadelphia p. 10—35.
390 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Indische Region. 0. Boettger giebt Listen von Reptilien
und Amphibien der niederländisch -indischen Insel Bangka, der
siamesischen Insel Salanga und des Reiches Atscbin in Nord-
Sumatra, grossentheils nach Materialien des Senckenberg'schen
Museums und des Instituts Linnaea in Frankfurt (Main). Auf-
gezählt werden drei Amphibien, 22 Schlangen, 13 Eidechsen
und zwei Schildkröten. Ein Simotes von Atschin wird kurz
diagnosticirt, aber nicht benannt, Hemidactylus maculatus D. B. fiir
kaum unterscheidbar von H. mahuia (Mor. de Jon.) erklärt.
22. u. 23. Ber. Offenbach. Ver. f. Natnrk. p. 152—155.
0. Mohnike bringt Notizen über Vorkommen und Lebens-
weise einiger niederländisch-indischer Reptilien. Von Interesse
sind Bemerkungen über Chelone hnhricota, Crocodilus hiporcatu.%
GaviaUs Schlegdi, Platydactylus guttatus und homcdocephalus , Hemi-
dactylus marginatus und frenatus, Draco ßnl/ricäus, Pythoniden und
Tragops prosinus und über die Seltenheit von Todesfallen an
Schlangenbiss auf den niederländisch - indischen Besitzungen.
Die Eier der Ascalaboten iDhosphoresciren nicht. Platydactylus
homalocephalus Crev. wird in Holzschnitt abgebildet. Blicke
auf das Pflanzen- und Thierleben in den niederl. Malaienländern.
Münster p. 461 — 474.
G. A. Boul enger veröffentlicht eine Liste von neun Ei-
dechsen, sechs Schlangen und zwei Anuren, welche H. 0. For-
bes auf den Timor Laut-Inseln gesammelt hat. Interessant ist
das Auftreten der östlich von Java bislaug fehlenden Schlangen-
gattuug Simotes. Neu eine Eidechse und eine Schlange. Proc.
Zool. Soc. London p. 386-388.
Afrikanische Region. Recht anschaulich und ausfiihrlich
schildert E. Pechuel-Lösche das Leben der Kriechthiere an
der Loango- Küste. Von Schildkröten werden Chelonia mydas,
Trionyx triungnis und NiluHca , Sternothaerus Derby anus und Cinixys
erosa erwähnt. Krokodile kommen in drei Arten {catopkrachis,
frontatus und vidgaris) vor und sind sehr häufig, aber von Un-
glücksfällen hört man nichts. Anders am Congo, wo nächst
den europäischen Besitzungen jährlich etwa vier Menschen den-
selben zum Opfer fallen. Von Eidechsen werden Monitor saurus,
Agama colonorum var. Congica Pet., Hemidactylus mahuia und zwei
Arten Chamaeleons in ihren Lebensgewohnheiten beschrieben.
Einen tödtlichen Biss von Vipera rkinoceros kann Verf. verbürgen.
Die Art nährt sich für gewöhnlich von Ratten und Mäusen, soll
Herpetologie während des Jahres 1883. 391
aber nach allen Berichterstattern merkwürdigerweise auch im
Wasser der Flüsse gefunden werden. Naja haje soll speien und,
was weniger verbürgt ist, springend und angreifend vorgehen.
Sonst finden sich noch fünf Giftschlangen. Von Python Sehae,
einem Nachtthier und geschickten Schwimmer, werden Kolosse
von 21 — 27' engl, erwähnt. Aus einem Python wurde eine
Antilope herausgeschnitten, der, entgegen der vielverbreiteten
Anschauung, nicht ein Knochen gebrochen war. Frösche spielen
im dortigen Natnrcoucert eine nur sehr untergeordnete Rolle.
Es wurden 13 Arten beobachtet, darunter Pmiui occipitalis, Xenopus
calcaratus, Bufo Guineensis und Hylamhates Aubryi. Die Loango-
expedition, III. Abth. 1. Hälfte (1882) p. 205—210 und p. 270
bis 278.
C. Nolte giebt kurze zoologische Mittheilnngen über die
Cap-Fauna, bei w^elcher Gelegenheit er auch auf einige auffällige
Lebensgewohnheiten der Vipera arietans und einiger Eidechsen
und Frösche zu sprechen kommt. 22. u. 23. Ber. Offenbach.
Ver. f. Naturk. p. 142-144.
0, Boettger zählt vier Schlangen und drei Eidechsen von
Smithfield, Transvaal auf. Drei neue Varietäten. Ebenda
p. 155—156.
W. Peters beschreibt vier neue Geckonen, darunter drei
Arten von Scaläbotes, von Madagascar, die der verstorbene
J. M. Hildebrandt daselbst gesammelt hat. Sitz. Ber. Ges.
Naturf. Fr. Beriin p. 27—29.
0. Taschenberg giebt eine Zusammenstellung der bislang
von der Insel Sokotra bekannten Reptilien. Es sind zehn Ei-
dechsen, darunter zwei Chamaeleons, und vier Schlangen, dar-
unter Echis. Zeitschr. f. Naturwiss. Halle p. 164—169,
Tropisch - amerikanische Region. Von A. Dumeril und
Bocourt's Etudes sur les Reptiles et les Batracieus du Mexiquo
et de l'Amerique centrale soll TJieil III Lief. 9, mit 5 Tf. er-
schienen sein.
F. Sumichrast's im Ber. f. 1882 p. 514 erwähnte Arbeit
über die Reptilien und Batrachier des westlichen Theiles des
Isthmus von Tehuantepec, Mexico findet sich im Original in La
Naturaleza (Mexico) Bd. 5 (1881) p. 268—293.
Auch F. J. Clavigero bringt eine Liste von Reptilien aus
Mexico. Ebenda Bd. 6 (1882) p. 43—47,
G. A. Boulonger beschreibt eine kleine Suite von seclis
392 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Eidechsen und Fröschen ans Mexico, welche von Ä. Forrer
gesammelt worden sind. Neu zwei Eidechsen, drei Frösche.
Ann. a. Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 342—344.
S. Gar mau giebt Notizen über einige Reptilien von Bra-
silien und Florida. Science Observer Bd. 4 p. 47—48.
Australische Region. G. A. Boulenger giebt eine werth-
volle Monographie der 14 bis jetzt bekannten Geckonen Neu-
caledoniens. Proc. Zool. Soc. London p. 116—131, Tf. 21—22.
Chelonia.
In einer Notiz über den Mechanismus der Athembewegung bei den
Schildkröten weist L. Charbonnel-Salle nach, dass sowohl Zwerchfell,
M. transversus und M. obliquus abdominis als auch die motorischen Muskeln
des Schulter- und Beckengürtels der Respiration dienstbar sind, dass aber
jedes dieser beiden motorischen Systeme eine quantitativ sehr verschiedene
Rolle spielt, je nachdem die Schildkröte zu den Testudiniden oder zu den
Cheloniiden gehört. Compt. rend. Paris Bd. 96 p. 180.3 — 1804.
A. Portis zählt im Anschluss an seine Arbeit in Mem. R. Accad.
Sc. Torino (2) Bd. 32 (1880) p. 113 vier tertiäre Schildkröten aus Pie-
mont auf und beschreibt davon als neu Emys (brevicostata) und Trionyx
(antracotheriorum). Bekannt sind jetzt aus dem Tertiär und dem Pleistocän
Piemonts 1 Testudo, 4 Emys, 3 Trionyx und 3 Chelonc-Arten, in Summa
11 Species, wovon drei übrigens nur der Gattung nach bestimmt werden
konnten. Mem. R. Accad, Sc. Torino (2) Bd. 35 p. 369—378, mit 2 Taf.
Anknüpfend an eine Notiz übei das Vorkommen einer Emys -Art im
Untereocän von Wyoming und Neumexico giebt E. D. Cope eine analy-
tische Tabelle aller lebenden und fossilen nordamerikanischen Schildkröten-
familien und -Genera. Folgende Eintheilung wird vorgeschlagen:
I. Dactylosterna. Bauchpanzer nicht mit dem Rückenpanzer articulirend,
aber mehr weniger offene fingerförmige Verzweigungen gegen ihn
ausstreckend.
1. Cheloniidae. Phalangen der Hand ohne Condylen und mit gemein-
samem Integument bedeckt; 8 Rippenpaare. Chelonia, Pappigerus
(foss.).
2. Propleuridae. Phalangen wie bei 1 ; 9 oder mehr Rippenpaare.
Osteopygis , Peritresius , Propleura , Catapleura , Lytoloma (sämmt-
lich foss.).
3. Trionychidae. Phalangen der Hand mit Condylen; Finger in deut-
liches Integument eingeschlossen; 8 Rippenpaare; die einzelnen
Sternaltheile durch Ramificationen verbunden und Fontanellen cin-
schliessend; Caudalwirbel procoel. Axestus (foss.), Emyda, Cycla-
nosteus, Chitra, Trionyx, Plastomenus (foss.).
Herpetologie während des Jahres 1883. 393
4. Chelydridae. Phalangen wie bei 3; Finger deutlich; 8 Rippen-
paare; Sternalpartieu durch Sutur verbunden, ohne Fontanellen;
Caudalwirbel opisthocoel. Idiochelys (foss.) , Hydropelta (foss.),
Macrochelys, Chelydra, Claudius, Anostira (foss.;.
II. Clidosterna. Bauchpanzer mit den Rippen des Rückenpanzers duich
geziihnelte Sutur und durch aufsteigende Axillar- und Inguinalstützen
vereinigt. Schreitfüsse.
A. Intersternalknochen vorhanden.
5. Pleurosternidae. Ohne Intergularschilder. Ohne Vertretung in
America; in Europa Plem'osternum und Helochelys (beide foss.).
6. Buenidae. Intergularen vorhanden; Schwanzwirbel opisthocoel.
Platychelys, Baena, Polythorax (sämmtlich foss.).
B. Intersternalknochen fehlen,
a. Intergularschilder vorhanden.
7. Adocidae. Ein Mesosternalknochen. Adocus, Amphiemys, Ho-
morhophus (sämmtlich foss.).
b. Keine Intergularschilder.
8. Emydidae. Ein Mesosteruale ; 3 Reihen Phalangen. Apholidemus,
Dermatemys, Agomphus, Compsemys, Emys, Ptychogaster, Dithy-
rosternum, Stylemys (sämmtlich bis auf Dermatemys und Emys
foss.).
9. Cinostemidae. Kein Mesosternale : 3 Reihen Phalangen. Sämmt-
lich recent.
10. Testudinidae. Ein Mesosternale; 2 Reihen Phalangen. Iladrianus
(foss.), Xerobates, Testudo.
Auch die Unterschiede der sämmtlichen genannten Gattungen von
einander werden eingehend erörtert. Proc. Amer. Phil. Soc Bd. 20
p. 143—146.
Testudinidae. In einem Briefe theilt W. Littleton mit, dass von
den grossen Landschildkröten von Aldabra zum Zwecke ihrer Schonung
sechs junge Exemplare nach Fiat Island übergeführt und freigelassen wor-
den seien. Ein Stück davon stamme übrigens aus Madagascar. Sie
gediehen zur Zufriedenheit. Ob noch erwachsene Stücke auf Aldabra
leben, ist dem Schreiber unbekannt, aber auf Mauritius und auf den
Seychellen fänden sich noch zahlreiche alte Exemplare in Gefangenschaft.
Nature Bd. 28 p. 398.
Testudo Klemmi/nni n. sp. von Aegypten bis Syrien. Lortet , Arch.
d. Mus. d'Hist. nat. Lyon Bd. 3 p. 90 (S. A.).
C Struck nennt Ernys lutaria aus dem Warnkcr See bei Waren
in Mecklenburg. Mecklenb. Arch. Bd. 36 p. 193.
Trionychidae. Ueber mittelmiocäne Trionyxreste aus Steiermark
berichten R. Hoernes in Jahrb. Geolog. Reichsanst. Wien Bd. 31
394 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
(1881) p. 479 und Fr. Toula in Verh. Geolog. Reichsanst. (1882)
p. 274 — 279. Hoernes zählt aus dem österr. - ungar. Tertiär acht
Trionyxarten auf.
Cheloniidae. W. K. Parker behandelt in einem „Report on the
development of Chelone viridis'''' die Embryonalentwicklung des Schädels
dieser Art. C. Wjville Thomson, Report on the scientific results of the
voyage of H. M. S. Challenger during 1873—76, Zoology Ft. I.
C. Ubaghs beschreibt zwei Unterkiefer der fossilen Chelonia Hoff-
manni Gray aus der Maastrichter Kreide , die dem der lebenden Arten
der Gattung sehr ähnhch sind. Ann. Soc. Ge'ol. Belgique Bd. 10 p. 25
bis 35, mit Taf, 1.
Atlas zum Leitfaden f. d. Aquarium d. Zoolog. Station zu Neapel
Taf. 47: Reptilia, enthält nur Abbildungen von Thalassochelys corticata.
Leipzig, W. Engelmann,
G. Capellini. Sui primi resti di Protostega in Europa. Rendic.
Accad. Sc. Bologna 1882 — 83 p. 46—47. Zu den Sphargidinen gehörige
Gattung, bisher fossil nur aus Nordamerika bekannt.
P. J. van Beneden. Sur les ossements de Sphargis trouves dans
la terre ä briquc du pays de Waes. Bull. Acad. R. Sc. Belg. (3) Bd. 6
No. 12 p. 665—684, mit 1 Taf.
Crocodilia.
Endlich erschien auch die ausführliche Arbeit W. K. Parker's
über Struktur und Entwicklung des jugendlichen Krokodilschädels. Die
Untersuchungen wurden gemacht an reifen Embryonen verschiedenen Alters
von Crocodilus acutus und palustris und an halbreifen Eiern von Alligator
Misfiissippensis. Die cinxelnen (7) Stadien der Entwicklung werden be-
schrieben und in mustergiltiger Weise abgebildet. In einem Schlusskapitel
fasst Verf. seine Resultate zusammen. Im ersten Stadium ist die Ent-
wicklung des Krokodilschädels nicht verschieden von der anderer Wirbel-
thierformen; im dritten Stadium dagegen ist schon das ganze Chondro-
cranium sauropsidisch und die Deckknochen sind bereits crocodilisch
geworden. Die Vergleiche mit analogen Erscheinungen beim Schädel der
verschiedensten Vertebratengruppen, sei es im Flusse der Entwicklung, sei
es in der vollendeten Ausbildung desselben, sind bis in's kleinste durch-
geführt, und namentlich die Hinweise auf den Säugethiertjp , wenn er
auch ontogenetisch nicht in dieselbe Reihe gehört, überaus beachtenswerth.
Trans. Zool. Soc. London Bd. U p. 263—310, mit Taf. 62 — 71 (s. auch
Ber. f. 1882 p. 515).
A. Tafani. Verlauf und Endigung des Nervus opticus in der Retina
der Krokodile. Die Untersuchungen wurden an Champsa lucius gemacht.
Arch. Ital. Biol. Bd. 4 p. 210—233, mit 1 Taf.
Kurze Notiz über einen Krokodilrest aus dem Untereocän von Wyo-
in. Unterordnung. Eusuchia.
1. Gavialidae (Longirostrcs).
2. Crocodilidae 1 ,^ . .
. , MBrevirostres).
ridaej
3. Alligatori
Herpetologie während des Jahres 1883. 395
ming und Neumexico giebt E. D. Cope. Proc. Amcr. Phil. Soc. Bd. 20
p. 139.
In einer ersten Note über die fossilen Crocodiliden von Bernissart
beschreibt L. Dollo die beiden gefundenen Arten Goniopholis simus Ow.
und die neue Gattung Bemissartia Fagesi. Von beiden Gattungen werden
sehr eingehende Diagnosen gegeben. Verf. weist sodann nach, dass der
sogen. Trochanter medius dem von ihm früher „vierter Trochanter" ge-
nannten Vorsprung am Femur der Dinosaurier und Vögel entspricht,
wendet sich gegen die Berechtigung einer besonderen Unterordnung der
Metamesosuchia und schlägt vor, die Mesosuchia in Longirostrcs (Gavial-
tjpus) und Brevirostres (Crocodiltypus) zu theilen, diese letzteren aber
wiedenim in die beiden Familien der Goniopholidae , die dem Alligator-
typus, und der Bernissartidae zu zerfallen, die dem Crocodiltypus s. str.
entsprechen würden. Sein System ist also folgendes:
I. Unterordnung. Parasuchia Huxl.
II. a Mesosuchia Huxl.
1. Teleosauridae (Longirostres).
2. Goniopholidae 1 ,_ . ,
^ . .-, ( (.Brevirostres).
3. Bernissartidae ]
Die Bernissartidae sollen die Stammeltern der heutigen Crocodile sein,
während die beiden anderen mesosuchen Familien keine Nachkommen
hinterlassen hätten. Bull. Mus. Roy. Hist. nat. Belgique Bd. 2 p. 309 bis
340, mit Taf. 12. — Ref. von Six in Ann. Soc. Ge'ol. Nord, Lille
Bd. 11 p. 214.
Teleosauridae. (nur fossil). Eine kurze Mittheilung über den Fund
eines grossen Teleosauriers im Kimmeridge von Angouleme bringt A.
Gaudry. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 12 p. 31 — 32.
Eingehende Untersuchungen , namentlich über Grösse und Form des
Gehirns und des Nervus trigeminus beim (foss.) Sieneosawtis (Heberti)
macht Morel de Glasville. Ebenda (3) Bd. 8 (1880) p. 318—329.
Crocodilidae. Der früher nur fossil bekannte Crocodilus rohtstus
Vaill. et Grand, wurde auch lebend in den grossen Seen Centi'almada-
gascars gesammelt. Die Art ist dem Cr. palustris Less. nächstverwandt.
Diagnose ist beigegeben. Compt. rend. Paris Bd. 97 p. 1181 — 1183.
üeber ein Schädelfragment des eocaenen Crocodilus (Rollinati) von
Naves, Tarn berichtet Gar aven-Cachin. Bull. Soc. Geol. France (3)
Bd. 8 (1880) p. 368—369.
Nothosauria
(nur fossil).
C'l. Schlüter. Ucbcr einen Schädel von Nothosaurus (mirabilis)
aus der Trias Westfalens. Verh. nat. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf
Bd. 38 (1882), Sitz. Ben p. 62—63.
Arch. f. Natiugesch. L. Jahrg. 2. Bd. AA
396 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Enallosauria.
(nur fossil).
Wichtige und z. Th. neue Mittheilungen über Ichthyopterygier und
Sauropterygier giebt J. W. Hulke. Am Schultergürtel von Ichthyosaurus,
Plesiosaurus und Pliosaurus, den er mit den homologen Theilen von
Chelone, Lacerta, Pipa und Calamites (Hyla) vergleicht, weist er nach,
dass die Coordinirung der Ichthyopterygier mit den Sauropterygiern in
eine Unterklasse Enaliosaurier nicht ganz natürlich sei, dass sie aber aus
Zweckmässigkeitsgründen beibehalten werden könne, und dass die Enalio-
saurier ihre Stellung im System am besten zunächst und hinter den'
Batrachiern erhielten. Weiter werden die Gliedmaassen von Plesiosaurus,
Pliosaurus, Sauranodon und Ichthyosaurus besprochen und mit den homo-
logen Gebilden bei Salamandra und Cryptobranchus verglichen. Den
Schluss bilden Referate über neuere Arbeiten in der Unterklasse der
Pterosaurier und der Dinosaurier und namentlich ein Versuch, den
Schultergürtel von Iguanodon zu restauriren. Die Arbeit ist reich an
allgemeinen Bemerkungen und mit 16 Holzschnitten geziert. Proc. Quart.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 39 p. 43 — 64. — Ref. in Amer. Naturalist
Bd. 17 p. 967.
Sauropterygia. R. Owen beschenkt uns mit einer wichtigen Arbeit
über die generischen Charactere in der Ordnung Sauropterygia. Er zeigt,
dass der auch zeitlich jüngere Pliosaurus durch gewisse Uebergangs-
bilduDgen zu den Crocodiliden vermittelt. Eingehend werden die Ver-
schiedenheiten im Bau der Sterno-Coraco-Scapular-Platte bei Plesiosaurus
und Pliosaurus imd im Vergleich mit den entsprechenden Brustschildern
und dem Schultergüi-tel der Schildkröten besprochen. Ein dritter gene-
rischer Typus der Sauropterygier ist die cretaceische Gattung Poly-
ptychodon. Quart. Journ. Geol. Soc. London Bd. 39 p. 133 — 138, mit
3 Holzschnitten.
Von W. Kiprijanow's Studien über die fossilen Reptilien Russ-
lands erschien der dritte Theil: Thaumatosauria aus der Kreide imd aus
dem Moskauer Jura. Verf. stellt die Gruppe Thaumatosauria als Unter-
abtheilung der Sauropterygia Ow. auf für die Gattungen PHosaurus, Poly-
ptychodon, Thaumatosaurus , Ischyrodon und Luetkesaurus (n. gen.). Die
Thaumatosaurier hatten einen kurzen Hals mit grossem , schwerem Kopfe,
und der Rachen war mit grossen und dicken Kegelzähnen versehen, die
in besonderen Alveolen sassen und deren Höhle fast bis zur Spitze des
Zahnes reicht. Die Zahnkrone war mit Schmelz überzogen , welcher
Längsstreifen trug. Wirbel biconcav ; Langknochen ohne Markhöhle ; die
übrige Knochenmasse grobzellig mit schwammigem Gewebe. Eingehend
abgehandelt werden Polyp tychodon interruptus Ow. , Thaumatosaurus Mos-
quensis n. sp. und Luetkesaurus. Viele der 21 vorzüglich gearbeiteten
'^Tafeln sind der Darstellung der mikroskopischen Structur des Zahn- und
Herpetologie während des Jahres 1883. 397
Knochengewebes gewidmet. Mem- Acad. St. Pe'tersbourg (7) Bd. 31 No. 6
u. Nachträge No. 7 p. 4 — 8, mit Taf. 1 u. 5 part.
Eingehend berichtet P. J. van Beneden über zwei Plesiosaurns-
Arten (hxtispinus und Dewalquei) aus dem unteren Lias von Luxemburg.
Von der erstgenannten, auch in der englischen Kreide gefundenen Species
liegt das ganze Skelett mit Ausnahme des Kopfes vor; ihre Reconstruction
wird auf Taf. 3 versucht. Me'm. Acad. Sc. Belgique, Bruxelles Bd. 43
II (1882) No. 7, mit 4 Taf.
Ichtliyopterygia, Eine kurze Notiz über die Frage, ob Ichthyosaurus
lebendig-gebärend gewesen sei, bringt Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. Halle
p. 665,
Einen Nachtrag zu seiner vorjährigen Arbeit (s. Ber. f. 1882 p. 516),
den Knochenbau von Ichthyosaurus campjlodon Cart. betreffend, giebt
W. Kiprijanow. Me'm. Acad. St. Pe'tersbourg (7) Bd. 31 No. 7 p. 1 — 4,
mit Taf. 2.
R. Lydekker beschreibt einen Ichthyosaurus (Indicus) aus der
Kreide von Trichinopohs. Records Geol. Survey India Bd. 16 p. 61.
Zigno, Sui vertebrati fossili etc. in Mem. R. Accad. Sc. (wo?) p. 9
erwähnt das Vorkommen jurassischer Ichtbyosauren von drei Fundorten in
Italien.
Binosauria
(nur fossil).
E. D. Cope bemerkt, dass die Ordnung der Dinosaurier das Ge-
meinsame zeige, dass das Quadratbein mit seinem Träger durch Sutur
articulirt sei, was diese Thiere von den Lacertiliern entferne und mehr
den Crocodiliern nähere. Verf. schlägt vor, die Dinosaurier in folgende
vier Unterordnungen zu theilen:
1. Opisthocoela Ow. (Sauropoda Marsh). Fuss ungulat; Pubes voi'-
ragend und vorn vereinigt; keine Postpubes.
2. Orlhopoda Cope (Stegosauria und Ornithopoda Marsh). Fuss un-
gulat; Pubes frei nach vorn vorragend; Postpubes vorhanden.
3. Goniopoda Cope (carnivore Dinosaurier). Fuss unguiculat; Pubes
nach unten gerichtet und distal durch Knochenmasse mit einander ver-
einigt; Calcaneus nicht vorgezogen.
4. Hallopoda, Fuss unguiculat; Calcaneus stark nach hinten ver-
längert. Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia p. 97.
H. G. Seeley giebt in einer Arbeit über die Dinosaurier der
Maastrichter Kreide Abbildung und Besehreibung vom Femur eines Me-
galosaurus (Bredai) und von Femur und Tibia der neuen Iguanodontiden-
gattung Orthomerus (DoUoi). Beide letztgenannten Knochen stehen in der
Form zwischen Iguanodon und Hadrosaurus. Diese Maastrichter Reste
sind die zeitlich jüngsten der bis jetzt in Europa gefundenen Dinosaurier.
Quart. Journ. Geol. Soc. London Bd. 39 p. 246 — 253, mit 3 Holzschn.
398 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
L. Dollo beschreibt Dinosaurierreste aus der oberen Kreide Bel-
giens. Es sind zwei Wirbel von Orthomerus, eine üngualphalanx , sicher
von einem fleischfressenden Dinosaurier herrührend, und zwei mit denen
von Iguanodon vergleichbare Zähne (Craspedodon Lonzeensis n. gen. et sp.)-
Den Schluss der Arbeit bildet eine Parallele zwischen der Zahnentwicklung
der herbivoren Dinosaurier und der der Ungulaten. Verf. erschliesst aus der
successive höher stehenden Specialisining des Gebisses der Sauropoden,
Stegosaurier, Scelidosaurier, Omithopoden und bei Cionodon eine ähnliche
Vervollkommnung der Bezahnung, wie sie Kowalewsky für die Ungulaten
nachwies. Bull. Mus. E. H. nat. Belgique Bd. 2 p. 205 — 222, mit
19 Holzschnitten. — Auszug von Six, in Ann. Soc. Geol. Nord, Lille
Bd. 11 p. 1.
Notizen über ein Dinosaurier - Femur aus dem oberen Portland von
Boulogne-sur-Mer bringt H. G. Seeley p. 520 — 522, über jurassische
Dinosaurier überhaupt H. E. Sauvage p. 522—524. Bull. Soc. Geol.
France (3) Bd. 8 (1880).
Eine weitere Mittheilung über Reste des Körper- und Gliedmaassen-
skeletts von Megalania (prisca), dem grossen gehörnten Saurier aus
Australien giebt R. Owen. Neuerdings gefundene Beckenfragmente lassen
auf die Möglichkeit schliessen, dass die Gattung zu den Dinosauriern
gehört, Proc. Roy. Soc. London Bd. 34 (1882) p. 267—268 (vergl. auch
Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 172 p. 547 — 556).
Sauropoda. O. C. Marsh giebt in einer sechsten Abhandlung über
die Ilauptcharaktere der amerikanischen jurassischen Dinosaurier eine Re-
stauration der auffallend kleinküpfigen Gattung Bronlosaurus. Das abgebildete
Exemplar ist fast vollständig erhaltcü und hat beinahe 50' Lange. Hals sehr
verlängert und beweglich, Körper kurz, Gliedmaassen massiv mit soliden
Knochen, Füsse plantigrad, Schwanz dick und lang mit soliden Knochen.
Der Schädel ist kleiner und wiegt weniger als der vierte oder fünfte Hals-
wirbel. Das lebende Thier mag 20 Tons gewogen haben und besass
weder offensive noch defensive Waffen. Leben amphibisch, Nahrung ver-
muthlich Wasserpflanzen. Weitere Notizen beziehen sich auf die Gattung
Morosaurus, Apatosaunis und Diplodocus. Die Ordnung Sam'opoda wird
schliesslich folgendermaassen charakterisirt :
Ordn. Sauropoda. Pflanzenfresser. Füsse plantigrad, ungulat; fünf Finger
in Hand und Fuss; zweite Reihe der Carpal- imd Tarsalknochen
nicht verknöchert. Pubes nach vorn gerichtet, distal durch Knorpel
verbunden; kein Postpubis. Vorder- und Hintergliedmaassen nahezu
gleich stark; Langknochen solid. Sternalknochen paarig. Prae-
maxillarknochen mit Zähnen. Praecaudalwirbel hohl. Jeder Sacral-
wirbel trägt seine eigenen Querfortsätze.
1. Fam. Atlantosauridae. Vordere Wirbel opisthocoel. Ischia
nach abwärts gerichtet; ihre Enden in der Mittellinie zusammen-
Herpetologie während des Jahres 1883, 399
treffend. Vordere Caudalen mit seitlichen Höhlungen. Ein
schleimführender Canal.
2. Fam. Morosauridae. Wie vorige, aber Ischia nach rück-
wärts gerichtet, ihre Seiten in der Mittellinie zusammen-
stossend. Vordere Caudalen solid. Nur schleimführende Gruben.
Am. Journ. Science (3) Bd. 26 p. 81—85 mit Taf. 1 u. Geol. Magaz.
London (2) Bd. 10 p. 385 mit Taf. 9.
Stegosauria. Scelidosauridae. J.W. H ulke beschreibt Po/ac«n<ÄMs
Foxi n. gen, et sp. aus dem Wealden der Insel Wight. Die Gattung
zeichnet sich durch sehr entwickelten Hautpanzer, starke Gelenke, kräftige
Muskelkämme, kurze Gliedmaassen und die Anchylose der Lendenwirbel
aus, die mit dem Sacrum eng verbunden sind; sie steht Hylaeosaurus am
nächsten, Phil. Trans. Roy, Soc, London Bd, 172 (1882) p, 653—662
mit Taf, 70—76,
Ornithopoda. M. DoUo giebt für diese dritte Unterordnung der
Dinosaurier folgende Kennzeichen und Eintheilung:
Unterord. Omithopoda. Fuss digitigrad, ungulat ; fünf functionirende Finger
in der Hand, drei bis vier im Fuss. Pubis frei nach vorn hervor-
ragend; Postpubis vorhanden. Wirbel solid. Vordergliedmaassen
verkürzt; Langknochen hohl; Praemaxillaren zahnlos, zum minde-
sten in ihrem distalen Theil.
1. Fam. Iguanodontidae. Eine einzige Zahnreihe. Drei
functionirende Zehen im Fuss. Zwei symmetrische Sternal-
platten. — Hierher von europäischen Gattungen Iguanodon
und Vectisaurus, von amerikanischen Gattungen Camptonotus,
Laosaurus und Nanosaurus.
2. Fam. Hypsilophodontidae. Eine einzige Zahnreihe. Vier
functionirende Zehen im Fuss. Sternum unpaarig, rhomboidal.
— Hierher als einzige europäische Gattung Hypsilophodon.
3. Fam. Hadrosauridae. Mehrere Zahnreihen, welche den
Molaren der jetzigen Ungulaten ähnlich sind. — Nur ameri-
kanisch: Hadrosaurus, ? Agathaumas und Cionodon.
Bull. Mus. R. Hist. nat. Belgique Bd. 1 (1882) p. 161.
a. Iguanodontidae. L. Dollo hat den sogen, dritten Trochanter
von Iguanodon mit dem verschiedener Schwimmvögel verglichen und den-
selben bei diesen Vögeln wiedergefunden. Der dritte Trochanter dient als
Ansatzpunkt für die Insertion des M. caudo - femoralis und des M. ischio-
femoralis, und seine starke Entwicklung bei Iguanodon wird erklärt durch
die Anheftung von starken Muskelmassen, die den enormen Schwanz dieser
Thiere in horizontaler Richtung zu bewegen hatten. Verf. nennt ihn, da
er mit den drei bekannten Trochantern der Säugethiere nicht homologisirt
werden darf, den „vierten Trochanter". Ebenda Bd. 2 p. 13 — 18 mit
Taf. 1 und Ref. in Americ. Naturalist Bd. 17 p. 869.
Derselbe beschenkt uns mit vier wichtigen kleinen Abhandlungen
400 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
über die Dinosaurier von Bernissart. In einer ersten Note gicbt er Ab-
bildung und Beschreibung des Schulter- und Beckengürtels von Iguanodon
(Mantelli) und einer zweiten häufigeren und grösseren Art (Bemissartensis
Blgr. , ähnlich oder identisch ? mit Seeleyi Hlke.). Verf. macht darauf
aufmerksam, dass die Zahnlosigkeit der Praemaxillaren bei Iguanodon
einen wichtigen Unterschied von Hj'psilophodon abgiebt. Im fünfzehigen
Vorderfuss übersteigt die Zahl der Phalangen an keinem Finger die Zahl
drei. In der zweiten Note macht uns Verf. mit dem Stemalapparat von
Iguanodon bekannt. Die richtige Deutung der Lage der einzelnen Knochen
scheint übrigens auch jetzt noch nicht ganz klar zu sein. lu der dritten
Note bespricht Verf. Stellung und Haltung des 7. Bemissartensis im Leben
und kommt zu dem Schlüsse, dass sich diese Thiere wesentlich auf den
Hinterfiissen fortbewegten , aber auch im Stande waren , das Wasser auf-
zusuchen. In seiner vierten Note endlich beschreibt er den Schädel der
grösseren Art. Vom am Unterkiefer befindet sich ein unpaarer Knochen,
der zahnlos ist und den Verf. Praesymphysale nennt. Hulke scheint den-
selben Knochen bei Hj-psilophodon, Cope bei Diclonius gefunden zu haben ;
ersterer hatte ihn aber als einen Oberkieferknochen gedeutet. Auch die
Bildung des Kronenfortsatzes, die dem von Hatteria am näch.«ten steht,
der Praemaxillaren und anderer besonders charakteristischer Kopfknochen
wird besprochen und mit denen der Verwandten verglichen. Im allge-
meinen ist Hatteria doch das nächststehende lebende Reptil. Wichtige
Notizen über die Zahl der Wirbel und der Rippen schliessen die Arbeit.
Bull. Mus. R. Hist. nat. Belgique Bd. 1 (1882) p. 161 — 177 u. p. 205
bis 211 mit Taf. 12, Bd. 2 p. 85 — 126 mit Taf. 3 — 5 u. p. 223—252,
mit Taf. 9 — 10.
Von der grossen Bedeutung dieser Arbeiten Dollo's zeugen die
Referate von H. N. Moseley in Nature Bd. 28 p. 439—443 u. p. 514
bis 515 mit 1 Holzschn.; von St. Meunier in La Nature, Paris p. 337
bis 338, p. 543 u. 544; von G. Dutilleul in Bull. Scientif. dept. Nord
6. Jahrg. p. 87 — 88; von Six in Ann. Soc. Geol. Nord, Lille Bd. 10
p. 35, 138 u. 189 und Bd. 11 p. 5; sodann Referate in Naturforscher
16. Jahrg. p. 380—381; in Bull. Scient. d. Pe'dagog. Bruxelles p. 25;
sowie ein kleines, etwas confuses Schriftchen von C harr in: L'Iguanodon
bipede de Bemissart au Musee de Bruxelles. Bruxelles, 12°, 16 p.
P. J. van Beneden. Sur ce qu'il faut entendre par le mot
Decouverte, a propos des Iguanodons de Bemissart. Rectificirende
und polemische Bemerkungen. Bull. Acad. R. Belg. (s) Bd. 6 p. 25
bis 27.
Eingehende Mittheilung über die Dorsalwirbel einer neuen Dino-
sauriergattung Sphenospondylus aus dem Wealden der Insel Wight macht
H. G. Seeley. Die Hauptunterschiede von Iguanodon liegen in der
grossen seitlichen Comp-ession des Wirbelcentrums und in der nieder-
gedrückten Form des Neuralbogens. Zum Vergleich ist die Zeichnung
Herpetologie während des Jahres 1883. 401
eines Rückenwirbels von Iguanodon Mantelli beigegeben. Quart, Journ.
Geol. Soc. London Bd. 39 p. 55 — 61, mit 4 Holzschn.
b. Hypsilophodontidae. J. W. Hulke giebt die nahezu vollständige
Osteologie von Hypsilophodon (Foxi) aus dem Wealden der Insel Wight.
Besonders Schädel, Schulter- und Beckengürtel und Extremitäten werden
eingehend beschrieben und abgebildet. Das Os sacrum unterscheidet sich
bei allen echten Dinosauriern von dem der Lacertilier und Crocodilier
durch die grössere Anzahl seiner Wirbelkörper, Ilium und Ischium nähern
sich dem der Vögel. Femur und Tibia haben bei Hypsilophodon und
Iguanodon umgekehrte Grössenverhältnisse, auch besitzt erstere Gattung
eine vierte functionirende Zehe im Fuss und vier Phalangen im dritten
Finger der Hand. Femur, Tibia und proximale Reihe der Tarsalen sind
sehr vogelähnlich, die Hand ist lacertil. Hypsilophodon, dessen Restaura-
tion auf Taf. 82 versucht wird, dürfte, trotz der starken Entwicklung von
Hinterextremität und Schwanz auf Kosten der Vordergliedmaassen , zum
Klettern auf Felsen und Bäumen geeignet gewesen sein. Phil. Trans. Roy.
Soc. London Bd. 173 p. 1035 — 1062, mit Taf. 71—82.
c. Hadrosauridae. Ueber die Schädelcharaktere dieser Familie be-
richtet E. D. Cope. Die 1869 von ihm aufgestellte Familie gehört nach
Verfassers Eintheilung der Dinosaurier zu den Goniopoda und bildet die
jüngste in der oberen Kreide von Nordamerika vorkommende Gruppe der
Dinosaurier. Ausser Hadrosaurus gehören die Gattungen Diclonius und
Cionodon und vielleicht auch Monoclonius , Dysganus , Agathaumas und
Hypsibema zu den Hadrosauriden. Verf giebt als Beispiel für einen Ver-
treter dieser Familie ausführliche Mittheilungen über den Schädel von
Diclonius (mirabilis Leidy). Diclonius unterscheidet sich von Hadrosaurus
durch die Verschmälerung des Astragalo-Calcaneus und dessen Verwachsen-
sein mit der Tibia, von Monoclonius durch die Känguru- artigen Glied-
maassenverhältnisse. Bei der Ordnung Dinosauria ist das Quadratbein
imbeweglich mit dem Schädel verbunden durch das Parietale, das Qua-
dratojugale und das Jugale. Das Intercalare hat seine Stellung an der
äusseren Ecke des Exoccipitale und reicht beinahe bis an das proximale
Ende des Qnadratbeins an dessen hinterer Seite. Als Charaktere der Sub-
ordnimg Goniopoda und der Familie Hadrosauridae dürfen folgende gelten.
Das Parietale ist von oben gesehen ein T - förmiger Knochen , dessen in
die Quere gerichteter Theil direct auf dem Supraoccipitale aufraht. Die
Aussenenden der Querflügel sind unten ausgehöhlt, um das proximale Ende
des Quadratbeins aufzunehmen. Diese Bildung steht somit genau in der
Mitte zwischen der von den Lacertiliem und der bei den Crocodiliem be-
kannten. Auf die weiteren Charaktere, die sehr eingehend geschildert
werden, einzugehen, ist hier nicht der Ort; nur sei noch erwähnt, dass
Form und Lage des Vomers und die starke Entvricklnng des zahnlosen
Praemaxillare und Dentale an ähnliche Verhältnisse bei den lamellirostralen
Vögeln erinnern. Analogien mit Säugethiercharakteren fehlen. Diclonius
402 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
war ein Känguru- artiger Saurier, der Kopf vogelartig mit Platalea-ähn-
licher Bildung des Vorderkopfes, Die grossen Hinterfüsse machten ihn
zum Waten im Wasser geschickt, die Zahnbildung verbot derbere Nahrung
als Wasserpflanzen und kleine weiche Fische. Proc. Acad. Nat. Sc. Phila-
delphia p. 97 — 107, mit Taf. 4 — 7. — Auszug daraus in Amer. Naturalist
Bd. 17 p. 774 — 777, mit Taf. 16 — 19.
Theropoda. Megalosauridae. Notizen über Megalosawus aus dem
Unteroolith von Sherborne giebt E. Cleminshaw in Dorset Cty. Chronicle
vom 15. Juni (1882), eingehende Mittheilungen über den Schädel, nament-
lich über die Facialpartie und die Bezahnung im Ober- und Unterkiefer
ß. Owen. Die von Owen gegebene Restauration des Schädels weist auf
einen katzenartig gedrungen gebauten, carnivoren Typus. Den Schluss
bildet eine Kritik der mehr weniger nahen Beziehungen der Dinosaurier
zu Vögeln und Säugethieren. Quart. Journ. Geol. Soc. London, Bd. 39,
p. 334—347, mit Taf. 11 und 1 Holzschn.
Der 4. Theil von W. Kiprijanow's Studien über die fossilen Rep-
tilien Russlands behandelt eingehend Poecilopleurum (Schmidti), sowie ver-
schiedene unbestimmte Reste aus der S ewerischen Kreide und bietet sodami
beachtenswerthe allgemeine Ergebnisse und Reflexionen in einem Schluss-
capitel. Die sämmtlichen vom Verf. untersuchten wasserbewohnenden
Saurier zeigen die Eigenthümlichkeit, dass in ihren Knochen das Knorpel-
gewebe sehr langsam in Knochengewebe überging, und dass sie eine sehr
lange Wachsthumsperiode gehabt haben müssen. Mem. Acad. St. Peters-
bourg (7) Bd. 31 No. 7 p. 9 — 29, Taf. 3 — 7.
Pterosauria (Ornithosauria)
fnur fossil).
T. C. Wink 1er. Note siu- une espece de Rhamphorhynchus du Musee
Teyler. Arch. d. Mus. Teyler (2) Pt, 4, Harlem p. 219—222, mit 1 Taf.
Lacertilia.
M. Dollo, On the Malleus of Lacertilia. Quart. Journ. Microsc.
Sc. London Bd. 23 p. 579 — 596, mit 1 Taf.
Amphisbaenidae. a. Trogono phidae. Ueber die zur Unterfamilie
Trogonophidae gehörigen Amphisbaenidengattungen , die sich durch mit
den Kieferrändern verwachsene Zähne auszeichnen , macht W. Peters
einige Mittheilungen. Es gehören hieher Trogonophis, Agamodon, in der
Kopfform sich an Lepidosternum anschliessend, und Pachycalamus von
Sokotra. Sitz. Ber. Berlin. Acad. (1882) p. 579—584.
Agamodon n. gen. W. Peters, ebenda p. 515 und 580. Dentes
maxillarum tomiis innati. Caput superne scutis duobus, rostrali fronto-
parietalique obtectum. Oculi distincti, superolaterales. Coi-pus subbreve;
Herpetologie während des Jahres 1883. 403
segmenta lateralia quadrangul^ria , dorsalia ventraliaque media minora,
squamiformia; sulcus lateralis nuUus, spinalis obsoletus, abdominalis me-
dianus distinctiis; pori praeanales dlstincti. Cauda corapressa, apice acu-
miuato. — A. anguliceps n, sp. aus Barava, Ostafrika. Ebenda p. 515
u, 580, mit Taf. 10.
Proterosauridae (nur fossil). In einer Abhandlung über Wirbelthiere
aus der Permformation von Illinois erwähnt E. D. Cope auch eines
Restes der Familie Diadectidae, zu welcher Verf. auch den europäischen
Phanerosaurus von Mey. rechnen möchte. Pi'oc. Acad. Nat. Sc. Phila-
delphia p. 108.
Derselbe berichtet auch kurz über Chüonyx, ein neues Genus, ver-
muthlich zur Familie Bolosauridae gehörig, aus der Permformation von
Texas. Die Gattung steht zwischen den Pelecysauria mit Molarzähnen
und den Diadectidae mit Raubthiergebiss (beide Familien nach Cope zur
Ordnung Theromorpha gehörig), nähert sich aber mehr den letzteren. Die
Zähne sind quer in die Kiefer eingefügt, aber ihre Kronen enden ohne
vorstehende Ränder in eine gekrümmte Spitze. Ebenda p. 69.
Helodermidae. Ueber S. W. Mitchell und E. T. Reichert's
Versuche mit Gift von Hehderma suspecium Cope findet sich ein Ref. in
Nature Bd. 28 p. 83. Sein Biss ist für den Menschen ungefährlich; der
alkalisch reagirende Speichel tödtet aber Frösche und Tauben in wenigen
Minuten, Das Gift wirkt anders als Schlangengift durch Lähmung der
Herzthätigkeit.
Tejidae. Cnemidophorus afßnis n. sp. von Hayti. Fischer, Oster-
progr. Akad, Gymn. Hamburg p. 1, Fig. 1 — 2.
Xacertidae. J. v. Brediaga wendet sich in einer kurzen, an-
merkungsweise gegebenen Kritik gegen die von Th. Eimer (vergl. auch
Ber. f. 1882 p. 520) angewendete Nomenclatur bei Bezeichnung der Va-
rietäten und Formen von Lacerta muralis. Zool. Anzeiger p. 219 — 220.
W e 1 d 0 n , On the germ - layers and early development of Lacerta
muralis. Quart. Journ. Microscop. Science Bd. 23 p, 134 — 144, mit
3 Tafehi.
H. Strahl beschreibt kurz die Entwicklungsvorgänge am vorderen
Ende der Embryonen von Lacerta ugilis und vivipara und zeigt , dass die
Kopfscheide bei Lacerta ursprünglich blos vom Ectoderm und Entoderm
gebildet wird, und wie dann das Mesoderm in die so angelegte Kopfscheide
hineinkommt. Es reicht das Entoderm offenbar viel weiter über die
Rückenfläche herüber, als dies bei anderen Thierformen beobachtet ist.
Zoolog. Anzeiger p. 17 — 19.
Derselbe giebt weitere Notizen über frühe Entwicklungsstadien von
Lacerta agilis, indem er ausführt, dass die Furchung der Eier Unter-
schiede gegenüber der Furchung des Hühnereies bemerken lässt. Der
verdickte Rand der Keimscheibe geht bei Lacerta unmittelbar in den
Keimwall über, der also hier nicht als Produkt des Entoderm zu bezeichnen
404 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
ist. Die Aehnlichkeiten und Verschiedenheiten in Bezug auf die bei
L. ngilis und Triton taeniahis vorkommende Einbuchtung und die Ent-
stehung des mittleren Keimblattes werden sodann eingehend besprochen.
Ebenda p. 347—350.
Derselbe theilt auch umfassende Untersuchungen mit über Canalis
neurentericus und Allantois bei Lacerta viridis. Makroskopisch wie mi-
kroskopisch zeigt sich in der Bildung der früheren Entwicklungsstadien
keine wesentliche Abweichung von den übrigen untersuchten Lacerta-Arten.
Die Aehnlichkeiten zwischen dem Canalis neiirentericus der Reptilien und
der Vögel sind zwar vielfach, eine Hauptabweichung besteht aber doch in
der Art und Weise der Entstehung des Canals. Arch. f. Anat. u. Phys.,
Anat. Abth. p. 323—340, mit Taf. 14.
H. Strahl. Ueber die Anlage des Gefässsystems in der Keimscheibe
von Lacerta agilis. Sitzber. Ges. z. Bef. d. ges. Naturw. Marburg p. 60 — 71.
M. Braun bemerkt, dass Lacerta Filfohnsis Bedr. , Faraglionensis
Bedr., Lüfordi Gthr. , Melissellensis Br. und Archipdagica Bedr., alles zu
Lac. murali.i gehörige Formen, infolge Aufenthalts auf kleiner Felseninseln
schwarz geworden seien. Die Jungen von Z. Lilfordi gleichen fast ganz
den erwachsenen Exemplaren der L. muralis von Menorka, werden aber
noch im Laufe des ersten Jahres dunkel, im zweiten schwarz. Die Ur-
sachen dieser auffallenden Verfärbung sind unbekannt; alle darüber auf-
gestellten Hypothesen scheinen dem Verf. anfechtbar. Sitz. Ber. Naturf.
Ges. Dorpat Bd. 6 p. 41.5-416.
Nach C. B. Klunzinger kommt Lac. muralis in Württemberg
namentlich häufig in Wildberg, 0, A. Nagold vor. Auffallend bei dieser
Form sind die lebhaft lasurblauen Seitenflecke und der mennigrothe Bauch.
Die hier beobachteten Formen würden zu var. mhriventris Bon. und punc-
tato-fasciaia Eim. gestellt werden können. Doch kommen in Württemberg
auch Formen vor, die mit den italienischen Varietäten reticulata imd selbst
tigris Aehnlichkeit haben, und ein Stück könnte zu var. nigriventris Bon.
gehören. Ueber Vorkommen und Verbreitung in Württemberg imd die
allmähliche Vergrössening ihres Wohngebiets werden eingehende Beob-
achtungen beigebracht. Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württ. Jahrg. 39
p. 108 — 111.
Algira microdactyla Bttg. abgeb Boettger, Abh. Senckenbg. Ges.
Frankfurt Bd. 13, Taf. 1, Fig. 2.
Podarces Simoni Bttg. abgeb. Boettger; ebenda Taf. 1, Fig. 3.
Pseuderemins n. gen. Boettger, ebenda S. A. p. 26. Unterscheidet
sich von Podarces durch die vier um die Nasenöflfnung herum gestellten
Schildchen, durch den Mangel einer Jugularfalte und durch ein medianes,
zwischen Interparietale und Occipitale eingeschaltetes, längliches Schildchen,
das als Interparietale aufgefasst werden kann und sich ähnlich auch bei
manchen Ophiops-Arten findet. — Typus ist Eremias lineoJala Rüpp. aus
Abessynien.
Herpetologie während des Jahres 1883. 405
Xantusiidae. E. D. Cope begründet auf die Gattungen Xantusia,
Lepidophyma und Cricosaura die neue Familie Xantusiidae und giebt
folgendes Schema:
1. Ein grosses Interfrontonasale ; Frontoparietal en in der
Mittellinie zusammenstossend.
Ohne Superciliarschuppen ; Pupille rund LepidophjTna.
Mit Superciliarschuppen ; Pupille vertical Xantusia.
2. 2 Interfrontonasalen ; Frontoparietalen durch ein Inter-
parietale getrennt.
Mit Superciliarschuppen Cricosaura.
Von Xantusia liiversiana Cope werden nochmals eingehende Be-
schreibung und Maasse gegeben und es wird hervorgehoben, dass die
Gattung den Ecpleopiden (Cercosauridae) am nächsten steht, aber durch
das Fehlen der Augenlider abweicht. Proc. Acad. N. Sc, Philadelphia
p, 29—32.
Zonuridae. F. Hilgendorf beschreibt als nen Propseudopus (Fr aasi)
aus dem Miocaen von Steinheim am Aalbuch. Die Reste bestehen aus
zahlreichen Kopfknochen, insbesondere dem intacten Unterkiefer, Wirbeln
und Hautknochen. Von Pseudopus unterscheidet sich die neue Gattung
durch markirtere Oberflächenskulptur der Knochen und dadurch, dass die
Gaumenzähne in breiteren Reihen stehen. Für das Vorhandensein einer
Seitenfurche ergeben sich directe Anhaltspunkte. Verf. hat übersehen,
dass Ref. schon vor längerer Zeit eines Pseudopus Moguntinus Erwähnung
gethan hat, dessen Hautknochen zu einem der räumlich und zeitlich ver-
breitetsten Wirbelthieren des Mainzer Beckens gehören. Sitz. Ber. Ges.
Naturf. Fr. Berlin p. 139 — 142.
Chalcididae. Herpetochalcis n. gen. Boettger, 22. und 23. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 150. Füsse sehr kurz; Vorderfüsse mit
drei, Hinterfüsse mit zwei klauentragenden , sehr kurzen Zehen. Ein ein-
faches, dreieckiges, vorn abgestutztes Internasale; jederseits nur zwei
Supraocularen ; ein langes, dreieckiges Interparietale; kein Frontonasale.
Schilder des Rückens und der Seiten rechteckig, sehr schmal, glatt. —
Nächstverwandt Mici'odactylus Tsch., aber mit zwei statt drei Supraocu-
laren, mit 3 — 2 statt 3 — 3 Zehen und mit Praeanalporen. — H. heteropus
n. sp. wahrscheinlich aus Centralamerika.
Scincidae. G. Born beobachtete eine frei vorragende Anlage der
Vorderextremität bei Embryonen von Änguis fragUis bei 4,2 mm. Körper-
länge, die in ihrer ersten Erscheinung durchaus dem für das Auftreten
dieses Gliedes typischen Bilde bei den andern Wirbelthieren gleicht, sich
aber nur sehr wenig weit entwickelt und bald zurückgebildet wird. Zoolog.
Anzeiger p. 537 — .539.
Lipinia anolis n. sp. von den Salomonsinseln. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 12 p. 161.
Eumeces {Plestiodon) Dugesi n. sp. aus Mexico. A. Thominot, Bull.
406 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 7 p. 138. — E. Bocourti n. sp. aus Mexico.
Boulenger, Ann. Mag, N. H. (5) Bd. 11 p. 342.
W. Haacke giebt die Unterschiede der beiden bekannten Trachydo-
sawrus - Arten an und bemerkt von Tr. asper, dass er (gewöhnlich zwei)
lebendige Junge zur Welt bringe. Als Sexualcharakter sei zu beachten,
dass der Schwanz beim cT lang und schmal, beim $ kurz und breit sei,
beides freilich nicht sehr ausgesprochen. Zoolog. Garten p. 225 — 227.
Stephens erinnert an eine Beschreibung des Trachydosaurus asper
durch Dampier 1699. Ref. in Zoolog. Anzeiger p. 544.
Euprepes {Tiliqua) Leoninus (elegans ex err.) n. sp. von Sierra Leone.
Fischer, Osterprogr. Akad. Gymn. Hamburg p. 3, Fig. 12—15 u. Abhandl.
Nat. Ver. Hamburg-Altona Bd. 8, S. A, p. 7.
Sepidae, Gongyhseps n. sect. von Seps Laur. Typus: S. mioneclon
Bttg. Boettger, Abh. Senckenbg. Ges. Frankfurt Bd. 13, S. A. p. 30.
Eublepharidae. G. A. Boulenger fand, dass Eublepharis, Psilo-
dactylus und Coleonyx ein einfaches Parietale und procoele Wirbel be-
sitzen, während alle übrigen Genera von Cope's Nyctisaura amphicoelc
Wirbel zeigen. Demnach fehlt die Unterlage für die Aufrechtorhaltung
der Subordnung Nyctisaura. Verf. benutzt seine Entdeckung aber, um
diese aberranten Gattungen zu einer der Familie Geckonidae gleichwerthi«
gen Familie der Eublephariden zu erheben. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 12
p. 308.
Geckonidae. J. v. Fischer bespricht nach genauen Beobachtungen
eingehend die Häutung der Geckonen, die mit der der Kröten, abgesehen
von dem Verzehren der abgestreiften Haut, in keiner Weise verglichen
werden könne, wie es Knauer behauptet hatte. Die Haut wird stück-
weise abgezogen. Zoolog. Garten p. 147 — 150.
M. Braun macht Mittheilungen über die Haftzehen des Gecko.
Danach setzt sich das Festheften des Fusses aus zwei Akten zusammen:
1. Die Unterseite der Zehen wird durch Muskelwirkung der Unterlage
angepresst und dadurch die Luft zwischen Unterlage und Zehen heraus-
getrieben. 2. Der Druck lässt etwas nach, durch besondere Muskeln
werden die Blätter der Haftlappen emporgerichtet, wobei jedenfalls die
Elasticität eines dieselben bedeckenden dichten Haarpolsters mithilft, und
so entsteht ein luftleerer Baum zwischen Sohle und Unterlage. Bei der
Häutung werden auch die genannten Haarpolster erneuert. Dass diese
Cuticularborsten nur umgewandelte Häutungshärchen sind, beweist die
Entwicklungsgeschichte; sie treten erst nach der ersten Häutung auf.
Aehnliche Haftborsten besitzt auch Anolis. Krebs' Humboldt p. 185 — 186,
mit 2 Holzschn.
E. Ficalbi giebt eine erschöpfende Darstellung der Osteologie von
Plaiydactylus Mauriianicus. Auch das Hautskelett wird berücksichtigt.
Atti Soc. Toscan. Sc. N. Pisa. Mem. Bd. 5 p. 287—330, mit Taf. 13
bis 14.
Herpetologie während des Jahres 1883. 407
Lygodactylus Gray (= Scalahotcs Peters). Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 11 p. 174. — Scalaboies bivütis n. sp. , Sc. Hildehrandti
n. sp. lind Sc. picttts n. sp. sämmtlich aus Centralmadagascar. Peters,
Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 28,
Microscalahotes n. gen. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11
p. 173. Finger von sehr ungleicher Länge, frei, schmal an der Basis,
stark verbreitert an der Spitze, mit freien distalen, krallentragenden Pha-
langen; innerer Finger rudimentär, nicht verbreitert, mit starker, sehr
deutlicher Ki-alle ; die Fingerverbreiterungen tragen auf der Unterseite zwei
Reihen regelmässiger, schief gestellter Lamellen, die in der Mitte durch
eine Furche getrennt sind. Oberseite mit neben einander liegenden Köraer-
schuppen, Unterseite mit dachziegelig gelegten Schuppen. Pupille rund.
Augenlid deutlich, vollkommen kreisförmig. Männchen mit Praeanal-
poren. — M. Cowani n. sp. von Ost-Betsileo (Madagascar).
Pachydactylus quadriocellatus n. sp. aus Centralmadagascar. Peters,
Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 28.
Macleay macht die Bemerkung, dass die australische Strophura
spinigera für giftig gehalten werde. Wenn gereizt, spritze sie aus Poren
am Schwänze eine scharfe Flüssigkeit, welche, der Luft ausgesetzt, sogleich
zähe und klebrig werde. Ref. in Zool. Anzeiger p. 544.
Hemidadylus Garnoti D. B. abgeb. Boulenger, Proc. Zool. Soc.
Taf. 22, Fig. 1 (Fuss).
Gehyra vorax Gir. abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 22, Fig. 2 (Fuss).
Ebenda p, 120 giebt G. A. Boulenger eine analytische Tabelle
zur Unterscheidung der vier neucaledonischen Arten von Lepidodactylus
Fitz. — L. lugubris (D. B.) abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 22, Fig. 3
(Fuss). — L. cyclitrus (Gthr.) abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 22, Fig. 4
(Fuss). — L. Sauvagei n. sp. aus Neucaledonien. Boulenger, ebenda
p. 122, Taf. 22, Fig. 5 (Fuss). — L. crepuscxdaris (Bav.) abgeb. Bou-
lenger, ebenda Taf. 22, Fig. 6 (Fuss).
Weiter giebt G. A. Boulenger eine analytische Tabelle zur Unter-
scheidung der sechs Arten des auf Neucaledonien beschränkten Genus
Rhacodachjlus Y\iz. Proc. Zool. Soc. London p. 123. — R. chahoua {ß&\ .)
abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 21, Fig. 1. — R. tracJnjrhynchus Boc.
abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 21, Fig. 2.
Eurydactylus VieiUardi (Bav.) abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 22,
Fig. 7.
Gymnodaclyhs Amoüxt A. Dum. abgeb. Boulenger, ebenda Taf. 22,
Fig. 8 (Fuss).
Iguanidae. Enyalius pcdpebralis n. sp. aus Osfperu. Boulenger,
Proc' Zool. Soc. London p. 46, Taf. 10.
R. W. Shufeldt theilt seine Beobachtungen mit über die Lebens-
weise von AnoUs principalü: Er ist in Luisiana ungemein häufig. Sein
grösster Feind ist die Hauskatze, die ihn aller anderen Speise vorzieht.
408 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Dass er auch sonst zahlreichen Verfolgungen preisgegeben ist, zeigen
fehlende Gliedmaassen und verstümmelte Schwänze. Der rothe, mit
weissen Schuppen gedeckte Kehlsack ist kein sexueller Charakter, wohl
aber der Rückenkamm des cT- Seine Fähigkeit, die Farbe zu ändern
und sich der Umgebung anzupassen, ist überraschend. Gefangen beisst
er, ohne natürlich zu verletzen. Je heisser, desto zahlreicher sieht man
die Thiere von den Bäumen herabsteigen und nahe den Wurzeln Jagd
auf Insekten machen. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 919 — 926, mit
Holzschnitt.
Uta {Phymatolepis) lateralis n. tp. aus Westmexico. Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 342.
üeber Schutzfarben bei Phiynosoma macht R. Stearns kurze Mit-
theilung. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 1077 — 78.
S. Lockwood giebt eine Notiz angeblich über mütterliche Fürsorge
bei Phrynosoma , die aber nicht schlagend ist, da das vermeintliche Junge
auch das cT gewesen sein kann. Ebenda p. 682 — 683.
Agamidae. Ch. W. De Vis untersucht eingehend die Myologie von
Chlartiydosaurns Kingi und findet neben kräftiger Entwicklung der gewöhn-
lichen Halsmuskeln einen wenn auch schwachen specifischen Muskelapparat,
der dazu dient die Halskrause zu heben. Die erigirte Halskrause selbst
scheint als Schallbecher zu dienen und gleichsam eine Ohrmuschel dar-
zustellen. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8 p. 300—320, Taf. 14
bis 16.
G. A. Boulenger giebt Diagnosen der vier ihm bekannten Lo-
pkogmUhus- Arten. Ann. Mag. N. PI. (5) Bd. 12 p. 225—226. — L. lun-
yirostris n. sp. von Nordwest- Australien. Boulenger, ebenda p. 225. —
L, labialis n. sp. von Port Essington. Boulenger, ebenda p. 225. —
L. macul ilabris n. sp. von den Timor Laut -Inseln. Boulenger, ebenda
p. 226 und Proc. Zool. Soc. London p. 386, Taf. 46.
Fr. Knauer giebt Abbildung und Beschreibung der Lebensgewohn-
heiten von Stellio vulgaris Latr. Krebs' Humboldt p. 148 — 150.
Uromastix costatus n. sp. unbek. Vaterlands. F. Müller, III. Nach-
trag Cat. herp. Samml. Basel p. 23.
Khynchöcephalia.
Rhynchocephalidae. P. Albrecht, Note sur la presence d'un
rudiment de Proatlas sur un exemplaire de Ilutteria punctata Gray. Bull.
Mus. R. H. N. Belgique Bd. 2 p. 185—194, mit Abbild.
Derselbe, Epiphyses osseuses sur les apophyses epineuses des ver-
tebres de Hatteria punctata Gray. Presse medicale Beige d. 25 nov. 83
und Bruxellcs, A. Manceaux 8°, mit 2 Holzchn.
Stephens bringt in der Linn. Soc. N. S. Wales Notizen über
Hatteria, Ref. in Zoolog. Anzeiger p. 591 — 592.
Herpetologie während des Jahres 1883. 409
Eine kurze, aber recht anschauliche Schilderung des Vorkommens,
Lebens und des Körperbaues von Haüeria punctata Gray giebt G. v. Hayek.
Schrift. Ver. z. Verbr. nat. Kenntn. Wien Bd. 23 p. 233—241.
Ophidia.
F. Leydig macht zoologische und anatomische Bemerkungen über
die deutschen Schlangen. Aus der reichen Fülle neuer Beobachtungen
sei hervorgehoben, dass die sechs deutschen Schlangenarten namentlich
nach ihren äusseren Kennzeichen, der Färbung, der Farbe der Iris und der
geographischen Verbreitung innerhalb Deutschlands charakterisirt, und dass
vielfach auch Abbildungen aus älteren Werken citirt werden. Beiläufig
sei bemerkt, dass die p. 175 citirten Beobachtungen Brehm's sich bestimmt
nur auf Dopidoiiotus viperinus beziehen; T, tesselatus kommt nach Boscä's
und des Ref. Erfahrungen auf der iberischen Halbinsel überhaupt nicht
vor. Elaphis ßavescens fehlt in Norddeutschland, Zameyiis viridißavus und
Vipera ammodytes fehlen in ganz Deutschland. Betreffs des Vorkommens
von Vipera berus möchte Ref. erwähnen, dass der einzige Fundort in der
unteren Maingegend Wächtersbach im mittleren Kinzigthal am Südabhang
des Vogelsbergs (Noll) ist, und dass in der bayerischen Pfalz nach eigenen
Erfahrungen und vielfach eingezogenen Erkundigungen Niemand mehr
ausser Gümbel-Kaiserslautern das Vorkommen der Kreuzotter am Donners-
berg behauptet. Die Angabe Römer - Büchner's für ihr Vorkommen bei
Weisscnau und die v. Heyden's für den Niederwald bei Rüdesheim ist in
den letzten 50 Jahren trotz grösster Aufmerksamkeit von Seiten verschie-
dener Frankfurter Forscher absolut unbestätigt geblieben. Vipera aspis
wird für den Südabhang des Schwarzwaldes als sicherer Bewohner deut-
schen Bodens in Anspruch genommen. Von anatomischen Mittheilungen
seien erwähnt Bemerkungen über das Gehirn der Ringelnatter, über becher-
förmige Sinnesorgane in der Mundhöhle bei Vipera, über das die Unter-
kieferäste vorn verbindende angebliche Ligament und über ein neues
Ligament zwischen Palatinum und Vomer, über den Bau der Zunge, über
morphologische Uebereinstimmung von Mundschleimhaut und Hautdecke,
über das Zungenbein, über das Bauchfell, über die Begattungsorgane und
über das Chorion des Eies. Wie alle Arbeiten des Verf. bietet auch diese
viel des Neuen und Interessanten. Auf den zwei beigegebenen Tafeln
finden sich auch prachtvoll ausgeführte Kopfansichten der acht in Be-
rücksichtigung gezogenen Species. Ahandl. Senckenberg. Ges. Frankfurt
Bd. 13 p. 167—221.
Ueber das Vorkommen von Coronella und Vipera bei Hildesheim
berichtet v. L in stow. Eine Krankengeschichte von Otternbiss mit gün-
stigem Erfolg wird mitgetheilt. 10. Jahr. ßer. Westfal. Prov. Ver. Münster
(1882) p. 13—14.
Ueber Fundorte in Böhmen und Lebensweise von Vipera berus (Ruine
410 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Hammerstein nächst Reichenberg) p. 1 — 12 und von Tropidonotus natrix
p. 12 — 14 macht Ä. Schmidt Mittheilungen. Verf. theilt ebenfalls
einen Fall von Otternbiss ohne tödtliche Folgen mit. Mitth. Ver. Naturfr.
Reichenberg Jahrg. 14.
S. Gar man. On the Reptiles and Batrachians of North America:
Part. I. Ophidia. XXXI w. 185 p. mit 9 Taf. in Mem. Mus. Comp. Zool.
Harvard College, 4°.
G. Born schildert die Bildung der Nasenhöhlen imd des Thränen-
gangs bei den Ophidiern, besonders dessen Entwicklung bei T?opidonotus
natrix. Bei den Sauriern wie bei den Ophidiern dient der Inhalt des
Thränengangs zur Einspeichelimg der Beute; bei den Schlangen ist die
Einrichtung am meisten entwickelt, da hier die Harder'sche Drüse in den
Thränengang einmündet. Morph. J.ahrb. (1882) Bd. 8 p. 188 — 232, mit 2 Taf.
Macallum bringt eine Abhandlung über die Nasenregion von
Eutaenia sirtalis (Jacobson'sches Organ etc.). Proc. Canad. Institute To-
ronto Bd. 1 p. 390.
R. Ramsay Wright theilt neue Beobachtungen mit über die Struc-
tur des Jakobson'schen Organs bei den Schlangen. Die Untersuchungen
basiren ebenfalls auf Schnittreihen von Embryonen der Eutaenia sirtalis.
Zool. Anzeiger p. 389—393.
Fr. Knauer. Wie die Schlangen ihre Beute erjagen. Naturhisto-
riker 5. Jahrg. p. 10 — 15.
Notizen über fischfressende Schlangen bringen C. A. Witchcll in
Zoologist (3) Bd. 7 p. 259; W. Nye jr. in Bull. U. S. Fish Comm.
Bd. 3 p. 196 und Martin, ebenda p. 424 (Art nicht genannt).
A. Stradling giebt Fortsetzung seiner Arbeit über die Behandlung
und Nahrung der Schlangen in der Gefangenschaft. Zoologist (3) Bd. 7
p. 18 — 24, 61—68, 103 — 114, 205-213, 242 — 251 u. 284 — 291 (vergl.
Ber. f. 1882 p. 528).
R. Fisk macht auf zwei Wege aufmerksam, durch welche die rapide
Vermehrung der Schlangen eingeschränkt wird, einmal dass ihre Eier
(Beispiel an Saurophis crucifer) von anderen Schlangen (Coronella) ver-
zehrt werden, und zweitens dass gewisse Eidechsen Jagd auf Schlangen
machen. Proc. Zool. Soc. London p. 32 — 33.
Ucbcr eine zweiköpfige Schlange aus Nordamerika (Art nicht an-
gegeben) berichtet H. Landois. Länge 20 cm.; Köpfe bis 3 mm. unter
den Mundspalten völlig frei. Aus der Literatur werden drei ähnliche Fälle
bei Schlangen, einer bei Eidechsen beigebracht. 11. Jahr. Ber. Westfäl.
Prov. Ver. Münster p. 12 — 13.
A. J. Wall. Indian Snake Poisons, their nature and effects. Lon-
don, 8", mit Holzschn.
Ueber die chemischen Eigenschaften des Schlangengiftes macht
J. Fayrer, gestützt auf Untersuchungen von W. Mitchell und E. T.
Reichert, kurze Mittheilungen. Die Versuche wurden hauptsächlich
Herpetologie während des Jahres 1883. 411
mit Gift von Crolalus und N((ja angestellt. Crotalus-Gift kann auf 100°
erhitzt werden, ohne seine Wirkung gänzlich zu verlieren. Die Gifte ver-
schiedener Schlangenarten wirken fast nur dem Grade nach verschieden.
Gautier's alkaloidisches Princip (vergl. Ber. f. 1882 p. 528) konnte,
ganz in Uebereinstimmung mit W. Gibb's Untersuchungen, nicht nach-
gewiesen werden, doch fanden die Verf. drei ProteinköiiDer , von denen
zwei in Wasser löslich sind. Der eine Proteinkörper scheint eine pepton-
ähnliche Substanz und zugleich ein fäulnisserregendes, der andre ein
globulinähnliches Gift zu sein, das vennuthlich die Respirationscentren
ergreift und die Fähigkeit des Blutes aufhebt zu gerinnen. Der dritte
unlösliche Körper ist ein Albuminat und wahrscheinlich nicht giftig. Zer-
stört wird das Gift durch Bi'om, Jod, BromwasserstofFsäure, Natriumhydrat
und Kaliumpermanganat. Nature Bd. 28 p. 114 und 199.
In einem I. Nachtrag zur Fauna der Puerco-Eocaenperiode beschreibt
E. D. Cope nach Wirbelrestcn eine neue foss. Schlangengattang i/e/t/^ras
{prisciformis) als älteste Schlange Nordamerikas. Die Wirbel lassen etwas
nähere Beziehungen zum Sauriertypus erkennen als die unserer recenten
Schlangen. Proc. Americ. Phil. Soc. Bd. 20 p. 545 — 546.
Typhlopidae. Typhlops Syriacus Jan abgeb. Lortet, Arch. Mus.
H. N. Lyon Bd. 3, Taf. 19, Fig. \. — T. Wilderi n. sp. aus Florida.
S. Garman, Science Observer Bd. 4 p. 48. — T. emunctus n. sp. aus
Centralamerika. S. Garman, Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, Rept. p. 3.
Stenostomidae. Stenostoma rubellum n. sp. aus Texas. S. Garman,
ebenda p. 130.
Siagonodon Duyesi n. sp. aus Colima. Brocchi in Dum. et Bocourt,
Miss. Scient. Mex. Rept. (1882) p. 507, Taf. 29, Fig. 9.
Calamariidae. Geophis latifrontalis n. sp. aus Mexico. S. Garman,
Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, Rept. p. 103.
Virginia inornata n. sp. aus Texas. S. Garman, ebenda p. 97.
Sphenocalamus n. gen. J. G. Fischer, Osterprogr. Akadem. Gymn.
Hamburg p. 5. Oberkieferzähne gleich lang, keiner gefurcht. Zwei Na-
salia. Kein Frenale. Schuppen glatt, in 15 Längsreihen. Analschild
getheilt, Schwanzschilder doppelt. Schnauze platt, scharf, über den Unter-
kiefer weit vorragend. — Durch die Form der Schnauze und das platte
Rostrale an Prosymna Gray = Temnorhynchus Smith erinnernd, abweichend
von ihr durch die zwei Nasalla und den Mangel des Frenale. — S, lineolatus
n. sp. von Mazatlan, Fig. 3 — 5.
Elapomorphidae. Homalocranimn lineatum n. sp. (= sexfasciatum
Fisch, var. olim) von Maracaibo und Venezuela. J. G. Fischer, ebenda
p. 6, Fig. 6—8.
Micrelaps Miilleri Bttg. abgeb. Lortet, Arch. Mus. N. H. Lyon Bd. 3
Taf. 19, Fig. 2.
Oligodontidae. Simotes Forbesi n. sp. von Timor Laut. Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London p. 387, Taf. 47.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahig. 2. Bd. BB
412 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Colubridae. a. Coronellinae. Bhhiochilus Lecontei B. G. var.
iesselata n. aus Mexico. S. Gannan, Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge,
Rept. p. 74.
Ophibolus triangulus Boie var. Mexicana n. aus Mexico. S. Garman,
ebenda p. 66.
Coronen a laevis in Surrey. S. B. Axford, Zoologist (3) Bd. 7
p. 84. — Notiz über C. laevis. L. Muller, Bull. Soc. Amis Sc. nat.
Rouen (2) Jahrg. 18 p. 395 — 397. — Notiz über C. {Mizodon) rcgularis
Fisch. J. G. Fischer, Osterprogr. Akad. Gymn. Hamburg p. 15.
Ablabes coronella Schleg. var. (Homalosoma) abgeb. Lortet, Arch.
Mus. H. N. Lyon Bd. 3 Taf. 19, Fig. 3 (optime!).
Erythrolamprus Güntheri n. sp. (= venustissimus Gthr. var. D.) aus
Mexico. S. Garman, Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, Rept. p. 63.
b. Trimerorhinae. Zamenis Dahli Fitz, abgeb. Lortet, Arch.
Mus. H. N. Lyon Bd. 3, Taf. 19, Fig. 4.
c. Colubrinae. RhinecMs Ainuliae Btig. ahgob. Boettger, Abhandl.
Senckenb. Ges. Frankfurt Bd. 13, Taf. 1, Fig. 1.
Pityophis intermedius n. sp. von Mexico. Boettger, 22. u. 23. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 148,
Bascanium flabelliforme bicinctum n. subsp. H. C. Yarrow, Proc. U.
S. Nation. Mus. Bd. 6 p. 153.
Phyüophilophis n. gen. mit dem Tjpus Coluber aestivus L. S. Gai--
man, Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, Rept. p. 40 imd 140.
d. Natricinae. H. Virchow giebt eine Notiz über die Augengefässe
der Ringelnatter. Sitz. Ber. phys. med. Ges. Würzburg Jahrg. 1883
p. 132—134.
Czizek beschreibt einen in Mähren gefangenen Tropidonotus iesse-
latus, Verh. Naturf. Ver. Brunn Bd. 16 p. 73. — T, dendrophiops n. sp.
von den Philippinen. A. Günther, Ann. Mag. N. H. (.5) Bd. 11, p. 136,
mit Holzschn. — T. compressicaudus Walkeri n. subsp. von Florida, H. C.
Yarrow, Proc. U. S. Nation. Mus. Bd. 6 p. 154. — Eutaenia biscutata
n. sp. aus Centraloregon. Cope, Proc, Acad. N. Sc. Philadelphia p, 21.
— £u. vagrans plutonia n. subsp. aus Arizona. H. C. Yarrow, Proc. U.
S. Nation. Mus. Bd. 6 p. 152. — Eu. Henshawi n. sp. von Washington
Territory. Yarrow, ebenda p. 152.
Atomarchus n. gen. E. D. Cope, Americ. Naturalist Bd. 17 p. 1300.
Gebiss isodont; Analschild ungetheilt; 3 Intemasalia und 2 Nasalschilder;
Frenale vorhanden; Schuppen gekielt, ohne Poren. — Nächstverwaudt
Tropidonotus. — A. multimaculatus u. sp, aus Neumexico.
Homalopsidae. Helicops marginatus n, sp, unbek. Vaterlands, J, G,
Fischer, Osterprogr. Akad. Gymn. Hamburg p, 11.
Heleopkis n. gen. F. Müller, IIL Nachtr, Cat, herp. Samml. Basel
p. 15. Körper leicht compress, Kopf wenig abgesetzt, Bezahnung opistho-
glyph, Pupille oval vertical, Nasenschild einfach, After- und Schwanzplatten
Herpetologie während des Jahres 1883. 413
getheilt. Schuppen glatt. 4 Frontalia + 1 Internasale (Postrostrale). —
Aehnlich Hypsirhina, Campylodon und Hydrodipsis. — H. flavescens n. sp.
wahrscheinlich aus Ostindien, mit Taf. 5, Fig. 2 — 2 b.
Psammophidae. M. H. Peracca und C. Deregibus weisen durch
zahlreiche Versuche nach, dass der bekanntlich opisthoglyphe Coelopellis
insignilns für kleinere Thiere giftig ist. Die grosse Drüse hinter der
Orbita, die sich vom fünften bis zum siebenten Supralabiale erstreckt,
wird als Giftdrüse bezeichnet. Der Biss wirkt, vorausgesetzt, dass er drei
bis vier Minuten eingewirkt hat, tödtlich auf Eidechsen, Vögel und
Frösche, indem das Gift zuerst die Respiration, dann die Reflexbewegungen
beeinflusst und schliesslich vollständige Lähmung erzeugt. Der Tod erfolgt
durch Asphj^xie. Für Hunde zeigte sich der Biss ungefährlich. Giornale
R. Accad. di Medicina Torino, Fase. 6. — Ref. in DeyroUe's Naturaliste
Jahrg. 6 (1884) p. 413—414; in Biolog. Centralblatt Bd. 4 p. 48 — 49;
in Krebs' Humboldt Jahrg. 3 (1884) p. 319 und in Arch. Ital. d. Biolog.
Bd. 5 p. 108 — 109.
Dendrophidae. LeptopMs fi-enatus n. sp. von Sierra Leone. J. G.
Fischer, Osterprogr. Akad. Gymn. Hamburg p. 8, Fig. 9 — 11.
Dipsadidae. Dipsas Aruanus n. sp. von den Arn -Inseln. A. Gün-
ther, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 137.
Pythonidae. a. Pythonina e. P. Albrecht, Note sur une hemi-
vertebre gauche surnumeraire de Python Sebae Dum. Bull. Mus. H. N.
Belgirpic Bd. 2 p. 21—34, mit 1 Taf.
Ueber die Eihaut von Python bivittafus, über einige andere Reptilien-
eier und die Genesis der Eihäute derselben berichtet W. v. N a t h u s i u s -
Königsborn. Verf. kommt zu dem Resultat, dass die complicirten Ge-
bilde der Eihaut von Python gewachsene Organismen sind, und eine
mechanische Entstehung desselben als Praecipitate oder Sekrete ihrer Be-
schaffenheit nach absolut undenkbar ist. Die in den Zellen des Oviducts
aufgefundenen Fasernetze sind nicht die Grundlage, aus welcher die
Schalenhaut erwächst; da aber schon die Eimembran im Oviduct Fasei'-
netze enthält, ist die Entwicklung der Schalenhaut und der sonstigen
Membranen der Eihüllen aus der Dotterhaut wahrscheinlich. Zeitschr. f.
wiss. Zool. Bd. 38 p. 584-620, mit Taf. 33 — 34.
b. Boinae. G. Schubert giebt eine kurze Notiz über Eiablage von
Boa constriclor im Berliner Aquarium. Zoolog. Garten p. 186 — 187.
Elapidae. F. W. True schildert ausführlich Folgen und ärztliche
Behandlung nach Biss nordamerikanischer Elaps (fulvius). Von fünf
sicheren Fällen verliefen zwei tödtlich. Für kleinere Schlangen ist der
Biss ebenfalls todbringend. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 26 — 31.
Causidae. E. D. Cope führt aus, dass er Dinodipsas als zur Fa-
milie Causidae Cope 1859 gehörig betrachte, und dass die Verbreitung
der beiden einzigen zu dieser Familie gehörigen Genera (Causus afrika-
nisch, Dinodipsas südamerikanisch) sehr bemerkenswerth erscheine. Ent-
414 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
gegen Peters' Ausspruch habe Verf. diese „Vipernattern" zuerst als eine
selbständige Gruppe von den Crotaliden , Viperiden und Atraetaspididen
abgetrennt. Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia p. 57.
Crotalidae. E. W. Claypole zählt vier Fälle von Biss der nord-
amerikanischen Crotalus und Triffojiocephalus auf, sämmtlich ohne tödtliche
Folgen. Nature Bd. 28 p. 563.
E. A. Gastman beobachtete, dass sich Catidisonn tergemina in der
Gefangenschaft im Jahre zweimal häutete und nach einem Jahre auch
Futter annahm. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 1186.
Crotalus exul n. sp. von Cedros Island, N. Amerika. S. Garman,
Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, Rept. p. 114. — C. lepidus Kenn,
früher nur nach dem Kopf beschrieben, ausführlich diagnosticirt von Cope,
Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia p. 13.
Sistrurm nov. gen. für Crotalinus catenatus Raf. und Crotalus milia-
rius L. und C. intermedius Fisch. S. Garman, Mem. Mus. Comp. Zool.
Cambridge, Rept. p. 110, 118 u. 176.
R. E. Kunze sucht die Frage zu beantworten, ob Ancisirodon con-
iortrix jemals angreife und beisse, ehe sie sich nach Art von Crotalus
aufgerollt habe, und ob sie sich todt stellen könne. Ueber zahlreiche
Fälle von tödtlichem Biss wird berichtet und hervorgehoben, dass diese
Schlange in ausgestreckter Lage ebensowenig beisse, als wenn sie auf-
gerollt daliegt. Nur wenn sie in scharf S-förmig gekrümmten Windungen
liege, sei sie unmittelbar gefährlich. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 1229
bis 1238, mit 2 Holzschn.
Boihriechis triangidigei-a n. sp. aus Guatemala. J. G. Fischer,
Osterprogr. Akad. Gymn. Hamburg p. 13.
Viperidae. K. B. Claypols registrirt vier Fälle von Otternbiss bei
Dean, England, sämmtlich ohne tödtliche Folgen. 1865 und 66 waren
Kreuzottern bei Dean besonders häufig; Verf. glaubt, dass das Austreiben
der Schweine auf die Felder ihrer Vermehrung starken Abbruch gethan
habe. Nature Bd. 28 p. 563.
G. Badaloni. II morso della vipera ed il permanganato di po-
tassa. Napoli 1883, 8'^ (auch u. d. Titeln: Viper-poison and ijermanga-
nate of potash. London 1884, 8" und La vipera ed il suo veneno.
Bologna 1884, 8").
F. Müller beschenkt uns mit einer trefflichen Abhandlung über die
Verbreitung der beiden Vipera - ArtQU in der Schweiz. Eine beigegebene
Karte zeigt, dass V. aspis alle Grenzen mit Ausnahme des nordöstlichen,
zwischen Aargau und der Ostspitze der Schweiz liegenden Theiles bewohnt,
während F. herus die ganze Innerschweiz, jedoch den Norden und Osten
geschlossener als den Westen einnimmt und namentlich in Graubünden do-
minirt, während F. aspis die ganze Jurakette und das Wallis, sowie das
südliche Tessin bevölkert. Beilage z. HL Nachtrag d. Cat. d. herpct. Samml.
Basel p. 1—27 und Verh. d. Naturf. Ges. Basel, Bd. 7 p. 300—324.
Herpetologie während des Jahres 1883, 415
R. Fiiickh berichtet, dass in 1882 V. berus besonders häufig beob-
achtet worden sei. Bei Metz seien bis September gegen 1000 Exemplare
gesammelt worden; auch am Mondsee in Oberösterreich hätte sie sich
häufiger als gewöhnlich gezeigt. Bei Urach, Württembex'g , wurden seit
42 Jahren zum ersten Mal wieder Kreuzottern gefunden. Auch Schopf-
loch, 0. A. Kirchheim, wird als guter Fundort erwähnt. Koch meine,
dass man die Otter stets nur vor oder nach einem starken Regen, nie bei
trockener oder heisser Witterung finde, und glaubt, dass sie in 1882 sich
nicht stärker als gewöhnlich vermehrt habe, wohl aber habe sie sich in-
folge der nassen Witterung häufiger bei Tage gezeigt, um die Sonnenwärme
aufzuzuchen itnd sich zu trocknen. Im allgemeinen kommt die Kreuzotter
in Württemberg nur in den höher gelegenen Gegenden der Alb, des
Schwarzwaldes und in den Torfmooren Oberschwabens vor. Zahlreiche
Fundorte werden beigebracht. Aus der Ebene werden Heilbronn (1865),
Gerabronn (1847), Oehringen (1865), Weinsberg und Schorndorf, wahr-
scheinlich sämmtlich irrthümlich (Krauss), als Fundorte genannt. Die var.
presier scheint auf der Alb und in Oberschwaben häufiger vorzukommen
als anderwärts. Jahresh. Ver. f. vaterl, Naturk. Württ. Jahrg. 39 p. 309
bis 314.
Batrachia.
Von Fr. Knauer's Naturgeschichte der Lurche, Wien 1877
erschien eine zweite unveränderte Ausgabe. 8° mit 120 Holz-
schnitten, 4 Karten und 2 Tabellen.
Nach H. F. Osborn finden sich in „Wilder und Gage'a
Anatomical Technology 1883" wichtige Studien über das Gehirn
von Rann Und Menohranchus, die eine theilweise neue Nomen-
clatur der verschiedenen Gehirnabschnitte einfuhren, wesentlich
gestützt auf Beobachtungen der embryonalen Entwicklung. Proc.
Acad. N. Sc. Philadelphia p. 177—178.
Mittheilungen über die Entwicklung der rothen Blutkörper-
chen bei Puma und Triton finden sich bei W. Feuer Stack.
Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 38 p. 136—164, mit 6 Holzschn.
W. Stirling und A. Rannie haben die Wirkung ver-
schiedener Reagentien (organischer Säuren, Salzsäure, Ammoniak,
Ammouiumverbindungen und Harnstoff) auf die rothen Blut-
körperchen des Frosches und Wassermolchs eingehend studirt.
Proc. Roy. Soc. London Bd. 35 p. 114—129, mit Taf. 1.
Eine weitere Notiz über das secernirende Epithel der Ba-
trachierniere giebt J. Bouillot. Die Nierenzelle verhält sich
wie eine wahre Drüsenzelle. Compt. rend. Paris Bd. 97 p. 916
bis 918 (vergl. Ber. f. 1882 p. 535).
41(3 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
E. Valaoritis untersucht in ausführlicher Weise und von
neuen Gesichtspunkten ausgehend die Genesis des Thiereies,
Bevorzugtes Objekt ist der Salamander -Eierstock. Nicht das
Keimepithel ist der Ausgangspunkt der Eier, sondern weisse
Blutkörperchen, welche das Keimepithel als Lagerstätte auf-
suchen. Die Genesis des Thiereies, n. d. Tode d. Verf. her-
ausg. V. W. Preyer, Leipzig (1882), 8°.
Eingehend berichtet 0. Hertwig über das mittlere Keim-
blatt der Amphibien, speciell über das von Triton taeniaius und
Rana temporaria p. 3 und 51, cursorisch über das der Reptilien
p. 94. Es entwickelt sich bei den cranioten Wirbelthieren in
ähnlicher Weise wie bei den Chaetognathen, bei den Brachio-
poden und beim Amphioxus lanceolatus, indem es von dem
Epithel des Urdarms durch Einfaltuug erzeugt wird. Neun
Tafeln illustriren die vielfacli neuen Beobachtungen. Die Ent-
wicklung des mittleren Keimblattes der Wirbelthiere , Jena, 8*^.
Vergl. auch Jena. Zeitschr. f. Naturw. Bd. 9 (1882) p. 247 bis
328, mit 5 Taf. und Bd. 16, Heft 3, Sitz. Ber. p. 19—21.
Mit einer sehr fleissig durchgefülirten Untersuchung über
das Larvenleben der Batrachier beschenkt uns L. Camerano.
Nach eingehender Berücksichtigung der früheren Arbeiten über
diesen Gegenstand und Aufzählung der Literatur giebt Verf.
eine Tabelle aller Batrachier, bei denen eine Verlängerung des
Larvenlebeus bislang beobaclitet werden konnte. Weitere Ka-
pitel behandeln die Frage, wann ein Batrachier als erwachsen
anzusehen sei, und verbreiten sich über Färbung und Körper-
form, Maasse verschiedener Körpertheile, sowie über den Darm-
canal, Respirations- und Reproductionsorgane , Mundbewaffnung
und über allgemeinere Fragen. Zwei gut ausgeführte Tafeln
mit den Abbildungen zahlreicher Larvenformen in den ver-
schiedensten Stadien der Entwicklung zieren die schöne Arbeit.
Mem. R. Accad. Sc. Torino (2) Bd. 35 p. 405-466.
Derselbe giebt auch eine kurze Zusammenfassung seiner
Untersuchungen über das Larvenstadium der Batrachier. Verf.
bemühte sich die Grenze festzustellen, wann die betreffende
Species als erwachsen zu bezeichnen sei. Er kommt zu folgenden
Sätzen: 1. Das Larvenstadium kann je nach Umständen kürzer
oder länger sein. 2. Die grösste Verkürzung desselben lässt
sich bei Salamandra atra, die grösste Verlängerung bei Proteus,
Axolotl und Triton constatiren. 3. Die Verlängerung des Larven-
Herpetologie während des Jahres 1883. 417
lebens kann abhängen von Ueberwinterung im Larvenzustand
(bei Aniiren) oder sie kann sich auf mehrere Jahre verlängern.
4. Bei den Urodelen spielt Wasserquantum, Nahrung etc. bei
der Verlängerung des Larvenlebens eine Hauptrolle. Sie schreiten
trotz der mangelnden Entwicklung der Respirationsorgane zur
Fortpflanzung. 5. Bei den Anuren bringt die Verlängerung des
Larvenstadiums eine Desorganisation hervor und sie können sich
in diesem Zustand nicht fortpflanzen. Verf. kommt weiter zu
dem Resultate, dass bei einem Theile der Batrachier die Ten-
denz zu beobachten ist, auf einer niederen Organisationsstufe
zu verharren, die bei einigen länger und bei wenigen zeitlebens
dauert. Das Thier ist demnach als erwachsen zu betrachten,
wenn es sich fortpflanzt. Atti R. Accad. Sc. Torino Bd. 18
p. 755—758 und Zool. Anzeiger p. 685—687.
Derselbe hobt weiter hervor, dass Triton alpestris sich
durch die Häufigkeit auszeichne, im Larveuzustande zu ver-
harren. Mindestens 15 Species unserer europäischen Amphibien
könnten ihre Larvenform länger, als man bisher angenommen
hat, erhalten, und namentlich sei dies bei Rana mitta Laur. der
Fall. Der Organismus vermöge sogar einige der jugendlichen
Merkmale mit in das terrestrische Leben hinüberzunehmen.
Atti R. Accad. Sc. Torino Bd. 19 p. 84—93.
J. Kollmanu. L'hivernage des larves de Grenouilles et
de Tritons d'Europe, et la metamorphose de l'Axolotl du
Mexique. Fol's Recueil Zool. Suisse Bd. 1 p. 75 — 80. Auch
unter dem Titel: Das Ueberwintern von europäischen Frosch-
und Triton - Larven und die Umwandlungen des mexicanischen
Axolotl. Verh. d. Naturf. Ges. Basel, Bd. 7 p. 387—398.
E. Yung giebt Fortsetzung seiner Arbeit über den Ein-
fluss der physico-chemischen Agentien auf die Lebewesen. Arch.
Sc. Phys. et Nat. Geneve (3) Bd. 10 p. 346—349 und Arcb.
Zool. experim. Jahrg. 1883 (vergl auch Ber. f. 1881 p. 428,
1882 p. 539).
Palaearctische Region. L. Camerano veröfi'entlicht
Untersuchungen über die geographische Verbreitung der euro-
päischen Anuren. Die europäische Faunengrenze ist in Rück-
sicht auf die Verbreitung der Anuren nach Osten hin sehr
schwierig zu fixiren, die dortigen und angrenzenden asiatischen
Formen auch noch wenig studirt. Nach einer Aufzählung der
fünf Familien und sieben Gattungen europäischer Anuren , von
418 Boettgei": Bericht über die Leistungen in der
welch' letzteren vier rein europäisch sind, bemerkt Verf., dass
Pelodytes und Alytes als westeuropäisch angesehen werden
müssen, Pelobates gehe noch einen Schritt weiter nach Osten,
Bombinator allein sei eine mehr östliche Gattung, während
Discoglossus rein südeuropäisch ist. 17 Arten mit neun Sub-
species werden namentlich aufgezählt und ihre Verbreitung ein-
gehend beleuchtet. Dass Bufo viridis eine rein östliche Form
sei, ist falsch ; Ref. hat ihn sogar noch auf den Balearen nach-
gewiesen. Auch Pelobates fuscus würde Ref. lieber zu den central-
europäischen Formen als zu den westlichen stellen, erreicht er
doch in Ostdeutschland und in der Wiener Gegend seine grösste
Entwicklung und erhielt ihn Ref. sogar noch aus Hermannstadt
in Siebenbürgen. Rana agilis kann ebensowenig als nordische
Form gelten, da sie den 49. Breitegrad nördlich nicht über-
schreitet; das gleiche gilt für R. Iberica und Latastei. Die bei-
gegebene Karte (Taf. 3) giebt im allgemeinen ein gutes Bild
der geographischen Verbreitung der einzelnen Arten, aber die
Linie für Rana temporaria (ca-valis) geht ZU wenig weit nach
Westen (Frankfurt am Main) , für R. agüis und Pdobates fttscus
zu wenig weit nach Osten (Siebenbürgen) und für Bufo viridis
nicht weit genug nach Westen (Balearen). Atti R. Accad. Sc.
Torino Bd. 18 p. 214—226.
Die im Ber. f. 1882 p. 540 bereits erwähnte Monographie
der italienischen Anuren von L. Camerano ist inzwischen
ebenfalls erschienen. Verf. setzt in einem ersten Capitel seine
Ansichten über Systematik und Nomenclatur auseinander, die
manches Beachtenswerthe enthalten, wendet sich sodann in wei-
teren Capiteln zur Frage über Variabilität und ihre Ursachen,
zur Eintheilung des Wohngebietes nach Zonen und giebt end-
lich eine Aufzählung der wichtigsten einschlägigen Literatur.
Den Haupttheil der sehr verdienstlichen Arbeit nimmt die Be-
schreibimg der Thiere, ihres Skeletts und ihrer Larven in An-
spruch, wobei ausgezeichnete Holzschnitte und zwei Tafeln
Abbildungen das Verständniss der Objecto ungemein fördern.
Auf die genauen Diagnosen der zahlreichen Varietäten und
Subspecies von Hyla, Rana etc. sei hier nochmals besonders
verwiesen. Mem. R. Accad. Sc. Torino (2) Bd. 35 p. 187—284.
Indische Region. 0. Mohnike macht Bemerkungen über
Vorkommen und Lebensweise einiger niederländisch - indischer
Batrachier. Bemerkenswerth ist davon vielleicht nur, was Verf.
Herpetologie währeml des Jahres 1883. 419
Über Rhacopliorus Remimrdti lind Über den fünf Monate andauern-
den Sommerschlaf der dortigen Batrachier sagt. Blicke auf
das Pflanzen- und Thierleben in den uiederl. Malaienländern,
Münster p. 474—477.
R. Horst berichtet über neue und wenig bekannte Frösche
aus der malaiischen Inselwelt. Er macht darauf aufmerksam,
dass Bufo cruentatus und B. Borbonicus zwei distincte Arten sind
und giebt verbesserte Diagnosen beider nach den Originalen.
Ebenso wird eine neue Diagnose von Theloderma leprosa gegeben
und werden schliesslich sechs neue anure Batrachier beschrieben.
Notes Leyden Mus. Bd. 5 p. 235—244.
Afrikanische Region. W. Peters beschreibt zwei neue
von J. M. Hildebrandt in Central -Madagascar gesammelte
Anurengattungen aus der Familie Dyscophidae. Sitz. Ber. Preuss.
Akad. Wiss. p. 165—168.
Tropisch - amerikanische Region. F. Sumichrast giebt
als Fortsetzung seiner Liste der mexicanischen Kriechthiere
die Aufzählung der bis jetzt im östlichen und südlichen Theil
der Republik beobachteten Batrachier. La Naturaleza (Mexico)
Bd. 6 (1882) p. 78—84 (vergl. Ber. f. 1882 p. 514).
Von Brocchi's Etudes sur les Batraciens du Mexique et
de l'Amerique centrale in Mission scientif. au Mexique. Rech.
Zool. erschien Theil 3, Lief. 2, Paris 4°. 143 p. mit 24 Taf.
(Die neuen Arten sind bereits in Boulenger's Cat. Batr. Sal.
1882 aufgenommen).
Gr. A. Boulenger zählt von Yurimaguas, Huallaga-Fluss
in Nordost- Peru 18 Species Frösche auf, die von Dr. Hahnel
gesammelt worden sind. Acht Arten ergaben sich als neu und
werden z. Th. in Farben abgebildet. Proc. Zool. Soc. London
p. 635—638, mit Taf. 57—58.
Ecaudata.
H. Landois beschreibt und bildet ab einen Behälter für Laub-
frösche, der zugleich selbstthätiger Fliegenfänger ist. Zoolog. Garten
p. 103—105.
P. Alb recht. Notiz über das Basioccipitale der Anuren. Bull.
Mus. H. N. Belgique Bd. 2 p. 195—200, mit 1 Taf.
W. Stirling und J. F. Macdonald machen Mittheilungen über
den feineren Bau der Gaumennerven beim Frosche und über die Nerven-
endigiingen in den Blutgefässen und Drüsen. Humphrey's Joum. Anat. a.
Phjs. Bd. 17 p. 293—307, mit Taf. 13.
420 Boettgev: Bericht über die Leistungen in der
Eine Notiz zur Nervenphysiologie von Bufo vulgaris giebt N. We-
denskii. Ein nennenswerther Unterschied in der elektromotorischen
Kraft der Nerven von Rana und Bufo konnte nicht nachgewiesen werden.
Arch. f. Phvs., Phys. Abth. p. 310 — 311.
G. Bellonci macht Bemerkungen über die Lobi olfactorii bei Rana.
Atti R. Acc, Lincei, Trans. 6 vl882) p. 302 — 303.
J. Chat in, Recherches pour servir a. l'histoire du noj-au daus l'epi-
thelium auditif des batraciens. Paris, 4'\ 30 p. mit 2 Taf.
Ueber Einrichtung und physikalisches Verhalten des Froschauges ver-
öflfentlicht J. Hirse hberg ausführliche und beachtenswerthe Mittheilungen.
Die Einstellung des Froschauges in Luft ist scheinbar hypermetropisch ;
das von den brechenden Medien selbst entworfene Bild der Netzhautvorder-
fläche liegt einige Zoll hinter dem Auge in Luft und ist aufrecht. Dem
Froschauge fehlt jede Spur einer accomodativen Aenderung der Linsen-
wölbung. Beim Eintauchen des Auges in Wasser verringert sich seine
Refraction stark. Zum Schluss giebt Verf. die Skizze des Augengrundbildes
vom Frosch. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. (1882) p. 82 — 88,
mit 1 Holzschn. und p. 509 — 522, mit 1 Holzschn.
R. Harvey beschreibt eine Perioesophial- Membran bei Rana, Hyla
und Bufo. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 212 — 213.
Vorläufige Untersuchungen über den Bau der Leberzellen beim Frosche
veröffentlicht J. N. Langley. Proc. Roy. Soc. London Bd. 34 (1882)
p. 20 — 25.
Eine Notiz von A. v. Brunn über Flimmerepithel in den Gallen-
gängen des Frosches findet sich in Zool. Anzeiger p. 483.
W. Stirling bringt eine vorläufige Mittheilung über die Nerven der
Froschlunge. Proc. Roy. Soc. London Bd. 34 (1882) p, 265—266.
Pohl-Pincus schliesst aus seinen Untersuchungen über die trophische
Wirkung von Herzreizen , dass sich im Froschherzen zwei verschieden ge-
baute Muskelsysteme, beide quergestreift, finden, und dass demnach die
Annahme, die Action des Herzens sei möglich ohne eine besondere Re-
gulirung der Blutfülle seiner Wandung, aufgegeben werden müsse. Arch.
f. mikr. Anat. Bd. 23 p. 500—505 und Arch. f. Anat. u. Phys., Phys.
Abth. p. 272 — 273.
Fr. Martins kommt zu dem Resultate, dass der Herzmuskel des
Frosches niemals auf Kosten seiner eigenen Substanz Arbeit leisten könne,
und dass nur serumalbuminhaltige Flüssigkeiten die Fähigkeit haben, das
Herz zur Arbeit zu befähigen. Es ist wohl gerechtfertigt, die am Herz-
muskel bewährten Anschauungen auf alle Muskeln zu übertragen. Arch.
f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. (1882) p. 543 — 562, mit Taf. 19.
Ausführliche Mittheilung über den Rhythmus des Froschherzens und
über die Natur der Thätigkeit des Nervus vagus giebt W. H. Gaskell.
Eine Nachschrift behandelt das Herz der Schildkröte. Phil. Trans. Roy.
Herpetologie während des Jahres 1 883. 421
Soc. London Bd. 173 p. 993—1033, mit Taf. 66-70 (vergl. Ber. f. 1882
p. 538).
Loewit fand Ganglienzellen im Bulbus aortae des Froschherzens,
Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 31, Heft. 1—2.
Fr. Bell und 0. Langender ff geben Beiträge zur Kenntniss der
hinteren Lymphherzen von Rana escuhnta und temporaria. Lymphherz-
innervation , Einfluss der Temperatur auf die Lymphherzthätigkeit und die
Bedeutung, welche der Grad der Wandspannung auf die Pulsationen des
Lymphherzens ausübt, werden eingehend untersucht. Arch. f. Anat. u.
Phys., Phys. Abth. p. 327 — 356, mit 2 Holzschn.
P. Schiefferdecker macht in seinen Beiträgen zur Kenntniss des
Baus der Schleimdrüsen Mittheilungen über die einzelligen Schleimdrüsen
in der Blase der Anuren und bespricht eingehend Blasencpithel und
Schleimzellen derselben. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 23 p. 382 — 393,
mit Taf. 19 — 20.
0. Schnitze giebt einen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der
Anuren, der nicht wohl eines kürzeren Auszugs fähig ist, aber mehrfach
neue Beobachtungen bringt. Die Untersuchungen werden an Eiern von
Rana fusca und »Bm/o cinerem angestellt. Ebenda p. 1 — 22, mit Taf, 1.
W. Roux, Ueber die Zeit der Bestimmung der Hauptrichtungen des
Froschembryo. Leipzig, 8", mit 1 Taf.
Infolge seiner Untersuchungen über Furchung und Achsenbildung
beim Froschei kommt A. Raub er zu dem Schlüsse, dass mehrere Typen
vorhanden sind, nach welchen das Froschei im Breitegrad der Norm sich
abfurcht. Von einer Mittelstellung der Medianfurchen aus können zwei
Extreme erreicht werden , der Knochenfischtypus und der rein meridiane
Typus. Durch Furchenbrechung, Umsetzung und zeitliches Vorspringen
von Furchen kann eine bedeutende Mannigfaltigkeit der äusseren Erschei-
nung erreicht werden, während das einheitliche Princip doch gewahrt
bleibt. Was weiter das Verhältniss der Theilung zu den embryonalen
Achsen anlangt, so entwickelt Verf. die Ansicht, dass höchstwahrscheinlich
die erste Furche des Eies beim Frosch die Querachse und nicht die Längs-
achse bezeichnet. Morphol. Jahrb. (1882) imd Zool. Anzeiger p. 461
bis 466.
Nach E. Gas s er verläuft die Furchung des Eies von Älyies obste-
tricans ganz, wie dieselbe von Goette an Bombinator beschrieben worden
ist. Marburger Sitz. Ber. (1882).
A. Canini und im Anschluss an dessen Untei'suchungen J. Gaule
verbreiten sich über die Nervenendigungen in der Haut des Froschlarven-
schwanzes. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. p. 149 — 160, mit
Taf. 3.
Eine autographische Mittheilung über einige Entwicklungsstadien des
Peritonealepithels der Amphibienlarven legte B. Solger der anatom.
Section der Naturf.-Vers. in Freiburg vor. 8 p.
422 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Einen beachtenswerthen Beitrag zur Diagnose unserer einheimischen
Anurenlarven und speciell von AJytes obstet ricans giebt E. Pflüg er. Es
ergiebt sich, dass nur zwei deutsche Arten Riesenquappen von 8 — 10 cm.
Länge haben ; Pelohates mit lateral und links, Alyles mit median liegendem
Spiraculum. Die Larven des Bombinator sind ihnen gegenüber sehr klein.
Das Gewicht einer vierbeinigen, ausgewachsenen Bombinator-Larve betrug
nur 0,6 gr., das der gleichzeitig vorhandenen, nicht ausgewachsenen Pelo-
bates-Quappe aber 7 gr. Ob die ausgewachsene Larve der grossen Bei'liner
Huna {fortis Beul.) etwa auch die Länge von 8 — 10 cm. erreicht, bleibt
unentschieden. Joh. Müller und Troschel hatten nach dem Verf.
bereits früher Alytes bei Bonn beobachtet. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 29
(1882) p. 78 — 88.
E. Pflüg er macht auch Bemerkungen über das üeberwintern von
Pelohates fuscus, imd giebt damit zugleich einen Baitrag zur Lehre von
der Anpassung der Organismen an die äusseren Lebensbedingungen und
zur Diagnose der Batrachierlarven. Ein Theil der Larven von Pelohates
überwintert und ihre Anzahl richtet sich nach der Strenge des Winters
und nach dem Standort. Die mangelhafte Anpassung an das deutsche
Klima führt zu dem Schlüsse, dass Pelohates aus dem Süden eingewandert
sein müsse. Die Art, wie Pelohates diese Anpassimg erstrebt, wird ge-
schildert. Im Allgemeinen sind die Verhältnisse der Ernährung und des
Aufenthalts , also die äusseren Lebensbedingungen in der ausgedehntesten
Weise für die Kaschheit und Vollständigkeit der Entwicklung desselben
maassgebend. Alytes erreicht seine Anpassung an das Klima dagegen
durch Züchtung dem Winter trotzender Larven. Auch von Rana esculenta
kennt Verf. Riesenquappen. Die Unterschiede der Larven von Pelohates,
Alytes, Bombinator und Rana esculenta werden eingehend erörtert. Pflüger's
Arch. f. Phys. Bd. 31 p. 134—145.
Nach E. Pflüger's Untersuchungen an Fröschen hat die Concen-
tration des Samens keinen Einfluss auf das künftige Geschlecht der
Frucht. Auch hat künstliche Befruchtung mit allen ihren abnormen Ein-
wirkungen auf Ei und Samen, Aenderung des Klimas, des Wassers, der
Nahrung u. s. w. keinen Einfluss auf die relative Beziehung der beiden
Geschlechter zu einander. Das Geschlecht der jungen Frösche ist vielmehr
schon bestimmt, ehe die Eier, aus denen sie entstanden, befruchtet worden
sind. Ein Räthsel bildete die von Born und Verf. gemachte Beobachtung
des fast vollkommenen Verschwindens der männlichen Individuen in den
Aquarien. Doch stellt sich dies als eine Täuschung heraus. Bei den
jungen Fröschen giebt es nämlich dreierlei Arten von Thieren; Männchen,
Weibchen und Hermaphroditen. Erst im Laufe der Entwicklung ver-
wandeln sich letztere in definitive Weibchen oder Männchen. So erscheint
anfangs das männliche Geschlecht bald mehr, bald weniger zurückgedrängt.
Ebenda Bd. 29 (1882) p. 1 — 40.
Derselbe wies ferner nach, dass die specifieche Wirksamkeit des
Herpetologie während des Jahres 1883. 423
Hodens nach abgelaufener Brunst zwar rasch abnimmt, sich aber doch
sicher noch über einen Monat erhält. Ebenda p. 44 — 48.
Derselbe macht weiter beim Ei von Rana esculenta Versuche über
den Einfluss der Schwerkraft auf die Theilung der Zellen, und sucht der
Frage näher zu treten , ob aus jedem Theile des Eies jede beliebige Bil-
dung entstehen könne. Verhindert man durch künstHche Mittel die normale
Drehung der Eier nach der Befruchtung, so erscheint die erste Zelltheilung
ganz normal, sie liegt aber nicht mehr wie früher in der Achse des Eies,
sondern folgt stets der Richtung der Schwerkraft, geht also durch den
lothrechten Durchmesser. In solchem Falle sah Verf. wiederholt sich die
ganze Hauptembryonalanlage auf der sogen, „weissen Hemisphaere" des
Eies entwickeln. Im Anhang werden einige biologisch -zoologische Er-
fahrungen über R. esculenta mitgetheilt. Die Laichzeit verläuft bei heissem
Wetter geradezu rapid; in 1883 bei Bonn vom 30. Mai bis 6. Juni. Eine
kleine Anzahl von Weibchen mag sich verspäten. Pflüger's Arch. f. Phys.
Bd. 31 p. 311—318.
Ueber denselben Gegenstand handelt eine zweite ausführlichere Arbeit
desselben Verfassers. Er findet, dass die durch die Wirkung der Schwer-
kraft hervorgerufene abnorme Richtung der Furchung die Entstehung nor-
maler Thiere keineswegs ausschliesst ; vielmehr könne ein und dasselbe
Ei bei der ersten Entwicklung sich in sehr verschiedenen Richtungen
theilen, und es resultirten doch daraus normale Frösche. Auch der
Winkel, den die Eiaxe mit der Richtung der Schwerkraft bildet, solange
das Ei in den ersten Stadien der Furchung ist, scheint für die spätere
Entstehung eines normalen Organismus gleichgiltig zu sein. Weitere Ka-
pitel verbreiten sich über die continuirliche Einwirkung der Schwerkraft
auf die Theilung der Zellen, über die experimentell nachgewiesene Ent-
stehung der Anlage des centralen Nervensystems auch auf der „weissen
Hemisphaere" der Eier bei schiefliegender primärer Achse u. s. w. Als
wichtiges Resultat ist noch hervorzuheben, dass Mark und Gehirn sich
auch bei normal gerichteten Eiern immer aus der weissen Hemisphaere
entwickeln. Ein Schlusskapitel enthält wichtige biologische Notizen über
das Generationsgeschäft der einheimischen Batrachier. Gleiche Temperatur-
steigerungen bringen nicht allen Arten gleichen Vortheil ; die Laichzeit
einer Art dürfe somit zeitlich nicht auf die einer anderen Art bezogen
werden. Rana arvalis fehle bei Bonn, finde sich aber bei Breslau. Pflü-
ger's Arch. f. Phys. Bd. 32 p. 1—79, mit Taf. 1 — 2.
Derselbe theilt sodann Befruchtungsversuche an überreifen Eiern
mit , inwiefern der Reifegrad des Eies einen Einfluss auf das künftige
Geschlecht des Frosches ausübe. Es ist klar, dass, wenn der Reifegrad
des Eies in Betracht kommt, auch der des Samens nicht vernachlässigt
werden darf. Die Anzahl der in dieser Hinsicht gemachten Versuche aber
ist noch zu klein und verlangt eine Wiederholung. Doch hebt Verf. her-
vor, dass er bei diesen Zuchten eine ganz erstaunlich grosse Anzahl von
424 Boettger: Bericht über die Leibtungen in der
jungen Fröschchen bekommen habe, deren Sexualdrüsen selbst in der Mitte
des August vollkommen embryonal, in der That atrophisch waren oder
nicht existirten. Ebenda Bd. 29 (1882^ p. 76—77.
Derselbe stellte weiter Beobachtungen an über die parthenogene-
tische Furchung der Eier von Rana , Bufo und Triton. Ohne vorherige
Einwirkung von männlichem Samen unterblieb die Furchung constant.
Ebenda p. 40—44.
Derselbe untersuchte endlich auch die Verhältnisse der Bastard-
zeugung bei den Batrachiern, und gelangte zu ähnlichen Ergebnissen wie
Spallanzani. Es konnte kein lebensfähiger Bastard erlangt werden. Was
die Gründe dieses Misserfolgs betrifft, so konnten dieselben äusserer oder
innerer Art sein. Die Bastardbefruchtung zeigte sich nun in der That
wirksam; sie veranlasste die ersten Stadien der Entwicklung. Je näher
die gekreuzten Thiere einander stehen, um so regelmässiger und weiter
gebt diese Entwicklung vor sich: bei entfernt stehenden Gattungen ist die
Furchung von Anfang an abnorm. Auffallendcrweise ist, entgegen den
Versuchen De l'Isle's, die Möglichkeit der Erzeugung von Bastarden zweier
bestimmter Amphibienarten nicht mit Reciprocität verbunden. Beiläufig
macht Verf. p. 68 die interessante Bemerkung, dass man das 2 von Rana
esculentd am schnellsten an einem schwarzen Striche erkenne, den es auf
dem Rande des Oberkiefers habe. Dem cf fehle dieser Strich fast immer,
wie ihm auch meist die übrigen schwarzen Linien der Oberseite des Kopfes,
wodurch das $ ausgezeichnet ist, fehlen. Ebenda p. 48 — 75, mit Taf. 1
und 3 Holzschn.
Auch G. Born gicbt Beiträge zur Bastardirung zwischen den ein-
heimischen Anurenarten. Verf. will Bastarde von R. arvcdis und fusca
erzogen haben. Ref. ist mit Pflüger der Ansicht, dass diese Breslauer
arvalis nicht dem Typus der Nilsson'schen Art entspricht und würde sie
sogar ohne weiteres für fusca var. ansprechen. Ebenda Bd. 32 p. 453
bis 518.
Weitere Experimente über Bastardirung anurer Batrachier stellen
E. Pflüger und W. J. Smith an. Die Kreuzung verschiedener Rassen
der Rana fusca mit einander und von R. esculenta mit dem grossen See-
frosch der Spreeseen gelang vollkommen , die von R, fusca mit arvalis,
abgesehen von einer zweifelhaften Ausnahme (vollkommene Aehnlichkeit
des Bastards mit der Mutter!) und überhaupt von zwei verschiedenen Spe-
cies mit einander nicht. Eine Tabelle aller bislang gemachten Kreuzungs-
versuche und ihrer Resultate ist angefügt. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 32
p. 519—541.
In einer Zusammenstellung der Ergebnisse seiner Arbeiten über die
Bastardbefruchtung der Anuren endlich kommt E. Pflüg er zu dem Re-
sultate, dass Rassenverschiedenheit die Fruchtbarkeit in keiner Weise ver-
mindere, dass infolgedessen der BerHner Seefrosch nur als Rasse, R arvalis
aber als gute Art neben R. fusca zu behaupten sei. Der Regel nach sei
Herpetologie während des Jahres 1883. 425
die Bastardbefruchtung nicht reciprok. Form, Grösse und penetrirende
Kraft der Spermatozoen spiele bei den negativen Bastardirungsversuchen
eine wesentliche Rolle. Das wahre Gesetz sei wahrscheinlich: Reciproke
Fruchtbarkeit bei allen Anuren mit normaler Furchung des Eies und (mit
seltenen Ausnahmen) Absterben der Keime während der ersten Entwicklung.
Ebenda p. 542—580. — Ref. in Natiu'forscher Jahrg. 16 p. 445—447.
Auch Heron-Royer macht höchst überraschende und von den bei
den Süsswasserfischen bekannten Erscheinungen ganz abweichende Versuche
über Bastarderzeugung anurer Batrachier. Er kreuzt Rana fusca cT und
Pelobates fuscus $ ; die Entwicklung des Eies ist die von Pelobates , aber
die Larve ist Rana-artig. Die entwickelten Larven und einjährigen Bastard-
frösche werden genau beschrieben, unterscheiden sich aber schliessHch in
nichts von Rana fusca. Weitere Versuche mit Bufo, Pdohates und Ilyla
hatten meist negatives Resultat ; sie ergaben zwar die ersten Stadien der
Entwicklung, aber zum Ausschlüpfen kamen nur wenige Embryonen. Verf.
giebt die Schuld dieses theilweisen Misserfolgs wesentlich der Erschütterung,
welcher die Eier infolge siebenstündiger Eisenbahnfahrt ausgesetzt waren.
Nur noch von Bufo culamita (^ mit vulgaris $ konnten Bastarde erzogen
werden; sie gleichen vollständig B. calamita, also wie bei dem früheren
Versuche dem Männchen. Weitere Beobachtungen beziehen sich auf die
Eiablage von Bombinator und Alytes, auf einen Albino von Alytes und auf
die Form der Eistränge unserer £«/o- Arten. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 8 p. 397—416 mit 3 Holzschn.
Versuche über die Einwirkung von Seewasser auf die Entwicklung
der Eier imd Larven von Fröschen machen H. de Varigny und P. Bert.
Compt. rend. Paris Bd. 97 p. 54—55 und p. 133 — 136.
Nach W. Flies s lähmt Piperidin bei Fröschen, subcutan injicirt,
nur die peripherischen Endigungen sensibler Nerven, setzt in kleineren
Dosen die Respirationsfrequenz auf etwa die Hälfte herab und lässt die
Herzfrequenz auf etwa zwei Drittel der normalen Zahl sinken. Analoge
Versuche werden mit Coniin angestellt und die Wirkungen beider Gifte
mit einander verglichen. Arch. f. Phys. , Phys. Abth. p. 190 — 208, mit
15 Holzschn.
Ueber die Wirkung des Guachamacä- Giftes stellt J. Schiffer Ver-
suche an Fröschen an. Die Wirkung ist dem des Curare verwandt.
Ebenda p. 289 — 296.
H. Landois beschreibt und bildet ab monströse Beine von Rana
platyrrhinus Steenstr. Verf. erwähnt ein Stück des Oldenburger Museums
mit doppeltem linken Vorderbein und beobachtete ein Exemplar mit ent-
wickelter Schwimmhaut zwischen linkem Ober- und Unterschenkel. Ober-
und Unterschenkel bilden bei der Streckung einen rechten Winkel. Von
besonderem Interesse ist die Zeichnung der Knochen von zwei monströsen
Vorder- und von fünf (der beschriebenen neun Fälle von) monströsen
Hinterbeinen, denen zum Vergleich die Darstellung der normalen osteo-
426 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
logischen Verhältnisse beigegeben ist. Verh. naturh. Ver. f, Rheinl. u.
Westf. Bd. 39 (1882) p. 236 — 244, mit Taf. 3.
C. Struckmann nennt Bufo ciiwreiis und Rana temporaria fossil
aus der Einhornhöhle am Harz. Leopoldina p. 69.
Sanidae. J, H. Garnier theilt Beobachtungen über Rana septem-
Irioiialis Baird mit. Dieser Frosch bewohnt nur Flüsse und Bäche und
scheint sich nicht weit von dem Wasser zu entfernen. Er lebt einsam
imd erscheint im April. Seine Stimme hört man nur zur Laichzeit.
Gefangen riecht er stark nach Moschus. Seine Nahrung besteht aus
Julus-Arten, Carabiden und Wasserinsecten. Ende Juni ist die Begattung,
die Nachts zu erfolgen scheint. Die lebhaften und scheuen LaiTen leben
einzeln in kleinen Ausbuchtungen des Flusses, gehen aber bis in den
Sti'om. Verf. giebt Maasse und Schilderung von Frosch und Larve. Die
Larve hat denselben Moschusgeruch wie das envachsene Thier, scheint
Fleischnahrung jeder anderen vorzuziehen und braucht (wie nach dem
Verf. auch R. Catesbyana und fontinalis) zwei Jahre zur vollen Entwick-
lung. Die Art scheint, wie schon der Name sagt, für den Norden der
Union und für Canada charakteristisch zu sein. Americ. Naturalist Bd. 17
p. 945 — 954.
H. Macpherson, Habits of the ediblc frog. Zoologist (3) Bd. 7
p. 129—130.
Ein Ochsenfrosch hat einen andern verschlungen. Down man. Bull.
U. S. Fish Commission Bd. 3 p. 392.
M. H. Hinckley hat die Entwicklung von Rana sylvaüca Lee.
durch die ganze Metamorphose hindurch sehr gewissenhaft verfolgt.
8 mm. lange Larven, die am 12. April gesammelt wurden, hatten am
9. Juni ihi'e Entwicklung vollendet. Beachtenswcrthe Beobachtungen sind
eingestreut. Proc. Boston Soc. N. H. Bd. 22 p. 85 — 95.
W. J. Smith giebt einen Beitrag zur difterentiellen Diagnose von
Rana fusca s. platyrrhinus und R. arvalis s. oxyrrhinus auf Grund der
an den Gaumenzähnen nachweisbaren Unterschiede. Pflüger's Arch. f.
Phys. Bd. 32 p. 581-588, mit 2 Taf.
Rana ayilis Tho. abgeb. Camerano, Mem. Accad. Sc. Torino Bd. 35,
Taf. 1, Fig. 5 — 8. — R. esculenta L. abgebild. Camerano, ebenda Taf. 1,
Fig. 1. — R. Forreri n. sp. aus Mexico. Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 11 p. 343. — jR. Latastei Boul. abgeb. Camerano, Mem. Accad.
Sc. Torino Bd. 35, Taf. 1, Fig. 2 — 4. — R. macularia Javanica n. subsp.
von Java. R. Horst, Notes Leyden Mus. Bd. 5 p. 243. — R. Maclaga-
scarieiisis (A. Dum.) = inguinalis Gthr. Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 11 p. 17. — R. inula Laur. abgeb. Camerano, Mem. Accad. Sc.
Torino Bd. 35, Taf. 1, Fig. 9 — 10. — R. pachyderma n. sp. aus Oregon.
Cope, Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia p. 25. — R. pustulosa n. sp. aus
Mexico. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11, p. 343. — R. septem-
trionalis Baird = circulosa Rice & Dav. Boulenger, ebenda p. 16.
Herpetolofjie während des Jahres 1883. 427
Rhacophorns lateralis d. sp. aus Malabar. Boulenger, ebenda (5)
Bd. 12 ].. 1G2.
Cornufer mtermedius n. sp. von den Viti-Inseln. F. Müller, III. Nachtr.
Cat. herp. Samml. Basel p. 6.
Rappia Burtoni n. sp. von der Goldküste. Boulenger, Ann. Maw.
N. H. (5) Bd. 12 p. 163.
Prostherapis femoralis n. Sp. aus Nordperu. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. p. 635, Taf. 57, Fig. 1.
Dendrobatidae. Dendrobates fantasticus n. sp. aus Nordperu. Bou-
lenger, Proc. Zool. Soc. p. 636, Taf. 57, Fig. 3. — Z>. Huhneli n. sp.
von ebenda. Boulenger, ebenda p. 636, Taf. 57, Fig. 4. — D. reticulatus
n. sp. von ebenda. Boulenger, ebenda p. 635, Taf. 57, Fig. 2.
Engystomatidae. Sraphiophryne marmorata Blgr. = spinosa Stcind.
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 17.
liypopachus oxyrrhinus n. sp. aus Mexico. Boulenger, el)enda
p. 344.
Callula frontifasciata n. sp. von Salawatti , Morotai und Halmahcira.
R. Horst, Notes Leyden Mus. Bd. 5 p. 243.
Dyscophidae. Mantipus n. gen. Peters , Sitz. Ber. Preuss. Akad.
Wiss. p. 165. Dentes intermaxillares , maxillares; series dentium vomc-
rinorum elongata, post choanas posita. Pupilla horizontalis? Lingua
ovalis, integra, elongata, postice libera. Membrana tympani obtecta, vix
visibilis. Digiti liberi, apice furcillati. Metatarsi externi conjuncti. Cora-
coidea robusta, claviculae tenues, manubrium sterni cartilagineum, sternum
cartilagineum , magnum, disciforme. Processus sacrales transversi modice
dilatati. — M. Ilildehrnndti n. sp. aus Centralmadagascar , mit Holzschn.
des Sternalapparats.
Fhrynocara n. gen. Peters, Sitz. Ber. Preuss. Akad. Wiss. p. 166.
Dentes intermaxillares , maxillares ; vomerini post choanas seriem trans-
versam formantes. Papilla horizontalis. Lingua ovahs, magna, libera.
Membrana tympani distincta. Digiti liberi, apice attenuati. Metatarsi
extci'ni conjuncti. Coracoidea robusta, claviculae tenues, cartilagineae,
manubrium ovale, cartilagineum, sternum ovale, cartilagineum, postice
excisum. Processus sacrales dilatati. — P. tuberatum n. sp. aus Central-
madagascar, mit Holzschn. des Sternalapparats.
Cystignathidae. Pseudis fmca n. sp. vom Rio Arassuahy, Brasilien.
S. Garman , Science Observer Bd. 4 )>. 47. — P. mantidactyla (Cope).
Diagnose wird vervollständigt. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5; Bd. 11
p. 17.
Phyllobates trilineatus n. sp. aus Nordperu. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. p. 636, Taf. 58, Fig. 1.
Ceratophrys {Pyxicephalus) crisliceps n. sp. aus Brasilien. F. Müller,
III. Nachtr. Cat. herp. Samml. Basel p. 8, Taf. 5, Fig. 1 — 1 c.
Pahtdi<o/(i gracilis n. sp. = Gomphobates notatus Hensel, nee Reinh.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. CC
428 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
et Liitk.) von Rio Grande do Sul. Boulenger , Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 11 p. 17.
Leptodactylus discodactylus n. sp. aus Nordperu. Boulenger, Proc.
Zool. Soc. p. 637, Taf. 58, Fig. 3. — L. rJiodomystax n. sp. von ebenda.
Boulenger, ebenda p. 637, Taf. 58, Fig. 2.
Bufonidae. üeber die Kröte im deutschen Aberglauben verbreiten
sich E. Friedel, Handelmann und E. Lemke. Verh. Berlin. Ges.
Anthrop. p. 145—148 und p. 346.
J. V. Fischer giebt interessante Mittheilungen über Gefangenleben
und Stimme von Bufo Mawitanicus Schleg. Verf. hielt sie in einer
Temperatur von 20° R. Nachtthier wie alle Bufonen. Zoolog. Garten
p. 43 — 45.
G. T. Rope giebt Notizen über Bufo calamita Laur. Zoologist (S)
Bd. 7 p. 84.
S. Lockwood führt Beispiele an, welche die geistigen Eigenschaften
von Bufo Amencanus Holbr. höher erscheinen lassen, als man gewöhnlich
glaubt. Americ. Naturalist Bd. 17 p. 683—684.
Bufo Andersoni n. sp. für B. pantherinus Anders. P. Z. S. 1871
p. 203 aus Ostindien. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 12 p. 163.
— B. formosus n. sp. aus Japan. Boulenger, Proc. Zool. Soc. p. 139,
^a,L 23. — B. punctatus Baird & Gir. Diagnose wird vervollständigt.
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11 p. 19.
Hylidae. H. Dewitz bemerkt, dass die Schleim absondernden
Drüsen der Zehenspitzen beim Laubfrosch nicht allein in der die Haft-
scheibe abgrenzenden Ringfurche ausmünden, sondern dass man ihre Mün-
dungen vielmehr über die ganze Scheibe zerstreut, besonders zahlreich aber
an der Basis derselben finde. Zool. Anzeiger p. 274.
J. V. Fischer berichtet über das Gefangenleben, über Farbenwechsel
und Paarung von Hyla caerulea White. Da Verf. die Art als Nachtthier
beschreibt, dürfte er wohl eine Phyllomedusa, einen Bewohner des tro-
pischen Amerika vor sich gehabt haben. Zool. Garten p. 21 — 25.
Hyla Amloinensis n. sp. von Amboina und Misool. R. Horst, Notes
Leyden Mus. Bd. 5 p. 239. — H. Aruensis n. sp. von den Aru-Inseln
und Misool. R. Horst, ebenda p. 242. — H. Bemsteini n. sp. von Sala-
wattie und Gebeh. R. Horst, ebenda p. 241. — H. genimaculata n. sp.
Insel Gebeh. R. Horst, ebenda p. 240. — //. glandulosa n. sp. von
Guatemala. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 12 p. 164. — H. macr-
ops n. sp. von den Salomonsinseln. Boulenger, ebenda p. 164.
Phyllomedusa perlata n. sp. aus Nordperu. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. p. 638, Taf. 58, Fig. 4.
Pelobatidae. Scaphiopus intermontanus n. sp. aus Utah ixnd Nevada.
Cope, Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia p. 15.
Discoglossidae. Ausführliche Mittheilungen über die äusseren embryo-
nalen Charaktere bei Alyles obstetricans von der Eiablage an bis zum
Herpetologie während des Jahres 1883. 429
Ausschlüpfen der Larve und namenthch über deren Branchialsystem gicbt
Heron-Royer. Verf. vergleicht die von ihm beobachteten Thatsachen
mit den an Hylodes Martinicensia und an europäischen Anuren bekannten
Vorgängen. Bull. Soc. Zool. France Bd. 8 p. 417—436.
Caudata.
G. F. Dowdeswell macht auf ein winziges Häkchen am Kopf der
Spennatozoen von Triton aufmerksam. Quart. Joum. Micr. Soc. Bd. 23
p. 336—339, mit Holzschn.
E. D. Cope giebt zur Vergleichung mit der Kiemenbildung der
muthmaasslichen Larve von Amblystoma tenebrosum B. Gir. eine Tabelle
über die Unterschiede im Bau der Kiemen von Siran, Proteus, Necturua,
Spe/erpes, Gyrinophilus , Plethodon und Amhhjatoyna, Proc. Acad. N. Sc.
Philadelphia p. 24.
Salamandridae. a Salamandrinae. Eine Notiz über Salamandra
rt^-a Laur. bringt G. Coutagne. Feuille des jeunes naturalistes Jahrg. 13.
W. Frey er entnahm trächtigen Erdsalamandern ihre Embryonen
und hielt dieselben, sqwie auch Neugeborene derselben Species dauernd in
sauerstofifreichem Wasser. Die so erhaltenen, 14 Monate alten Larven
unterschieden sich von ihren lungenathmenden Eltern durch die grossen
gelb und schwarz pigmentirten Kiemen, die sehr grosse dorsale und ven-
trale Schwanzflosse, die kleinen Extremitäten und den grossen Kopf.
Jena. Zeitschr. f. Naturw. Sitz. Ber. f. 1881.
0. Boettcher betrachtet in seinen sehr dankenswerthen „Beiträgen
zur Anatomie von Chioglossa Lusitanica Barb." nach einer Kritik der ge-
ringen vorhandenen Literatur und nach der Beschreibung des erwachsenen
Thieres eingehend Skelett, Muskelsystem, Tractus intestinalis, Urogenital-
apparat imd Larve von Chioglossa, von der zum erstem Male 33 — 35 mm.
lange Exemplare untersucht werden, und kommt zu dem Schlüsse, dass
diese Salamandrine am nächsten wohl mit Heredia Gir. verwandt sein
könne. Gegen letztere Auffassung dürfte die Form der Wirbel und die
sehr abweichende Bezahnung sprechen. Inaug. Dissert. v. Göttingen,
Nordhausen 46 p., 8°.
Untersuchungen über das Gift von Triton cristatus macht A. Cappa-
relli. Arch. Ital. Biol. Bd. 4 p. 72-80.
A. V. Svertschkoff erhielt aus der Rheingegend noch Mitte De-
zember 1882 ein Dutzend junge Tnton cristatus, von denen die Hälfte
noch mit Kiemen versehen war. Zoolog. Garten p. 87.
Molge palmata (Schneid.) in Gloucesterthiere. H. A. Macpherson
in Zoologist (3) Bd. 7 p. 226.
b. Amblystomatinae. Ueber die Bildung des Primitivstreifens
und der Primitivspalte beim mexicanischen Axolotl macht G. Bellonci
Mittheilungen. Rendic. R. Istit. Lomb. Sc. c Lett. (2) Bd. 16.
430 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
K. Lampert findet in einem Beitrag zur Genese der Chorda dor-
salis beim Axolotl, dass die Chorda desselben, in Uebereiustimmung mit
den neueren Befunden bei den übrigen Batrachiern und anderen Wirbel-
thieren, eine rein entodermale Bildung ist und durch Abschnürung aus
dem Entoderm entsteht. Sitz. Ber. phys. med. Soc. Erlangen Heft 15
p. 37 — 57, mit 1 Taf.
M. V. Chauvin brachte im Februar Amblystomen, bei denen sich
der Paarungstrieb äusserte , in ein Gefäss , in dem sie ihren Aufenthalt,
nach Belieben, im Wasser oder auf dem Lande wählen konnten. Sie
blieben freiwillig beständig im Wasser; die Männchen setzten aber erst
am 9. Juli ihre Spermatophoren ab, die in der darauffolgenden Nacht
von den Weibchen aufgenommen wurden. Die Eiablage erfolgte am 10.
und 11. Juli. An letzterem Tage schon verliesscn alle Thiere das Wasser.
Der Vorgang erinnert im übrigen ganz an die analogen Erscheinungen
beim Axolotl. Die Fortpflanzungsgeschichte gerade dieser Amblystomen
gewinnt aber dadurch ein besonderes Interesse, dass dieselben, ohne gewalt-
sames Eingi'eifen in ihre Entwicklung, unzweifelhaft für ihre ganze Lebens-
zeit im Wasser verblieben wären und sich auch in diesem Elemente ver-
mehrt haben würden. — Weiter berichtet Verf., dass sich vier Axolotl,
bei denen sich die Lunge so weit ausgebildet hatte, dass sie zum Leben
auf dem Lande befähigt waren, durch künstliche Mittel drei Jahre und
zwei Monate auf einer Zwischenstufe zurückhalten Hessen. Nach Ablauf
dieser Frist wurden zwei durch geeignete Mittel wieder zu vollständigen
Axolotl zurückgebildet, einer aber zur Amblystoma - Form erzogen; der
vierte starb während der Umwandlung. Zoolog. Anzeiger p. 513 — 515.
Hynobius lichenaliis n. sp. aus Japan, ßoulenger, Ann. Mag. N. H.
(.5) Bd. 12 p. 165, Taf. 5, Fig. 1.
Amblystoma epixcmthum n. sp. aus Idaho. Cope, Proc. Acad. N. Sc.
Philadelphia p. 16.
c. Plethodontinae. Plethodon Jecanus n, sp. aus Oregon. Cope,
ebenda p. 24.
Spelerpes ladceps n. sp. von Veracruz. Brocchi, Miss, scient. Mex.
Batr. p. 110, Taf. 18, Fig. 1. — S. l'eruviunus n. sp. aus Peru. Bou-
lenger, Ann. Mag. N. II. (5) Bd. 12 p. 166, Taf. 5, Fig. 2.
Amphiumidae. H. F. Osborn giebt vorläufige Mittheilungen über
seine Studien am Gehirn von Amphitcma im Vergleich mit dem von Meno-
poma und von Teleostiern. Die Untersuchungen berücksichtigen nicht
blos die äusserlich sichtbaren Verhältnisse, sondern stützen sich auch aut
Reihen dünner Quer- und Längsschnitte. Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia
p. 177—186, mit Taf. 8.
Physiologische Bemerkungen über Megalobati-achus maximus (Schleg.)
bringt N. T. Bjeletzky. Charkow C1882), 8°. 34 p. mit 1 Taf. (russisch).
Notizen über Megalobatraclms maximus giebt auch A. J. C. Gecrts.
Nouv. Arch. Mus. H. N. Paris (2) Bd. 5 p. 273—290, mit l Taf.
Herpetologie während des Jahres 1883. 431
Ueber die Lebensweise von Cryptohranchus bringt B. G. Wilder
eine Mittheihmg. Proc. Amer. Assoc. f. Advanc. of Sc. Salem Part 1 — 2
p. 482—483.
Froteidae. F. Klaussner hat das Rückenmark von Proteus angui-
neus histologisch untersucht. Eine schon äusserlich wahrnehmbare Glie-
derung des Markes in der Weise, dass jedem Spinalnervenpaar eine An-
schwellung entspricht, existirt nicht. Hauptresultat der Arbeit ist, dass
das Mark des erwachsenen Proteus den embryonalen Charakter des Markes
der höheren Wirbelthiere in ausgeprägterem Grade zeigt, als von irgend
einem anderen Vertebraten bekannt ist, und dass dem mächtigen Epithel
um den Centralcanal bei Proteus die Bedeutung eines centralen Nerven-
apparates zukommt. Abh. Bayr. Akad. Wiss. Cl. II Bd. 14 (2) p, 141
bis 174, mit 2 Taf.
Ueber die Art der Fortpflanzung von Proteus anguineus veröffentlicht
M. V. Chauvin sehr interessante Beobachtungen und Versuche. Männ-
chen und Weibchen sind für gewöhnlich äusserlich nicht zu unterscheiden ;
erst zur Brunstzeit schwillt die Kloakengegend des cT bedeutend an, beim
2 macht sich eine stärkere Körperfülle hauptsächlich in verticaler Richtung
geltend. Bei beiden Geschlechtern bilden sich schmale gekräuselte Haut-
säume an der Schwanzflosse, und zeigt sich auch lebhaftere Körperfärbung.
Form und Farbe der Kloake vor und nach der Begattung werden genau
beschrieben und abgebildet. Eine Befruchtung innerhalb des mütterlichen
Körpers ist nahezu sicher, konnte aber nicht direct nachgewiesen werden.
Die Eiablage geschieht bei Nacht; jedes Ei wird einzeln angeklebt. Die
Befruchtung der Eier Hess sich mit Sicherheit feststellen. Den Schluss
der wichtigen Abhandlung bilden genaue Angaben über die Behandlung
des 01ms in der Gefangenschaft. Gleichmässige Wassertemperatur von
7 — 9° R. , vollkommener Lichtmangel, Schutz vor Ei-schütterungen , reines
massig luftreiches Wasser und zweckmässige Fütterung mit Regenwürmern
und Froschlarven sind Hauptbedingungen guten Gedeihens. Der Ortssinn
der Olme ist überaus fein. Endlich werden noch Andeutungen über sexuelle
Unterschiede auch ausser der Brunstzeit gegeben. Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 38 p. 671 — 685, mit Taf. 38 (vergl. Ber. f. 1882 p. 552).
Ein Auszug dieser Arbeit, speciell über die Färbung des (^ von Pro-
teus anguineus handelnd, findet sich in Naturforscher Jahrg. 16 p. 480.
Stegocephala
(nur fossil).
In einer Arbeit über die Fauna aufrechtstehender Baumstämme der
Kohlenfoi-mation in Neu -Schottland bringt J. W. Dawson die Beschrei-
bung und Abbildung zahlreicher neuer Stegocephalen. Er theilt die ge-
fundenen Genera ein in 1. Microsauria mit schmalem Schädel, glatten
Schädelknochen, einfachen Zähnen, wohlentwickelten Gliedmaassen und
432 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Rippen, verlängerten biconcaven Wirbeln und mit Knochenplatten und
Schuppen auf Brust und Bauch und mit Horaschuppen auf Rücken und
Seiten. Hierher Hylonomus mit vier Arten (davon vmltidens und latidens
neu), Smilerpeton mit einer Art, Hi/ler]wton mit zwei Arten (davon longi-
dentatum neu), Fritschia n. gen. (curtidentata) , eidechsenartig mit grossen,
gut ossificirten Gliedmaassen, mit conischen Zähnen in beiden Kiefern, die
an der Spitze eine Grube tragen, und mit schmalen Bauchschuppen, und
endlich Ämblyodon n. gen. Cproblematicum) , charakterisirt durch kräftige,
cylindrische, oben stumpfe Zähne, im übrigen unvollkommen bekannt. Die
zweite Familie Lahyrinthodontia ist nur durch die Gattung Dendrerpeton
mit zwei Arten vertreten. Specialuntersuchungen sind schliesslich den
Hornschuppen und anderen Hautgebilden der carbonischen Amphibien
gewidmet, die auch mikroskopisch geprüft werden, und den Fusstapfen
von Batrachiern der Kohle {Sauropus und Ilylopiis mit je drei Arten).
Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 173 (1882) p. 634—648 und p. 651
bis 654, mit Taf. 39—45. — Auszug in Proc. Roy. Soc. Bd. 33 p. 254
bis 256.
In einem vierten Theile giebt H. Credner weitere, auch für den
Zoologen wichtige Details über die Stegocephalen aus dem Rothliegenden
des Plauen'schen Grundes. Eingehend abgehandelt werden Branckiosaurus,
Äcanlkostoma, Melanerpeton und Discosaurus. Dem Pterygoid aller palaeo-
zoischen Stegocephalen ist das gemeinsam, dass sein vorderer Flügel, wie
bei den lebenden Anuren, bis an den Oberkiefer und den Vomer reicht
und die äussere Begrenzung der Gaumenhöhle bildet, die somit ganz von
Knochen umrandet wird, was bei den Urodelen nicht vorkommt. Das
Schuppenkleid von Discosaurus zeigt höchst interessante Beziehungen zu
dem der lebenden Gymnophionen sowie gewisser Fische. Zeitschr. d. d.
Geol. Ges. Berlin p. 275—300, mit Taf. 11 — 12 (vergl. Ber. f. 1882
p. 553).
Weitere Notizen über die Stegocephalen im Rothliegenden von Nieder-
hässlich im Plauen'schen Grunde geben H. B. Geinitz und Deich-
müller, imd der Letztgenannte veröffentHcht auch eine Kritik von
Credner 's Arbeit über denselben Gegenstand Theil HL Sitz. Ber.
Naturw. Ges. Isis, Dresden (1882 — 83) p. 7 und p. 71 (vergl. ebenfalls
Ber. f. 1882 p. 553).
A. Fritsch bringt den Schluss des ersten Bandes seiner Fauna der
Gaskohle etc. Prag p. 159—182, mit Taf. 37—48. Als neue Batrachier-
gattungen werden Hyloplesion, Seeleyia und Ricnodon beschrieben. Sieben
neue Arten.
Eine kurze Notiz über das Vorkommen von Labyrinthodontenrestcn
in den Yoredale- Schichten von Wensleydale (Brit. Assoc.) findet sich bei
J. W. Davis. Nature Bd. 28 p. 578.
Auch R. Lydekker giebt eine Notiz über den Bijori-Labyrintho-
donten. Records Geol. Survey India Bd. 16 p. 93 — 94.
Herpetologie während des Jahres 1883. 433
Apoda.
G. A. Boulenger giebt folgende Synopsis der Genera der Cae-
ciliiden :
I. Mit Cycloid schuppen in der Haut.
A. Augen deutlich oder unter der Haut verborgen.
1. Zwei Reihen Zähne im Unterkiefer.
a. Squamosalen und Parietalen in Coutact mit einander.
Tentakel conisch, ausstülpbar 1. Ichthyophis Fitz.
« lappenförmig, unterhalb des Naslochs 4. Caecilia L.
s lappenförmig, hinter dem Nasloch . 5. Hypogeophis Pet.
a kugelig 6. Dermophis Pet.
b. Squamosalen von den Parietalen getrennt.
Tentakel lappenförmig, dicht am Auge ... 2. Epicrionops Blgr.
3 conisch, ausstülpbar, unterhalb des
Naslochs 3. Uraeotyphlus Pet.
2. Eine einzige Zahnreihe im Unterkiefer.
Tentakel kugelig 7. Cryptopsophis Blgr.
B. Augen innerhalb der Schädelknochen.
Tentakel kugelig, näher der Kiefercommissur
als dem Nasloch 8. Gymnopis Pet.
s kugelig, näher dem Nasloch als der
Kiefercommissur 9. Herpele Pet.
IL Ohne Hautschuppen.
A. Augen innerhalb der Schädelknochen.
1 . Zwei Reihen Zähne im Unterkiefer.
Squamosalen in Contact mit den Parietalen;
Tentakel kugelig 10. Gegenophis Pet.
2. Eine Reihe Zähne im Unterkiefer.
Squamosalen getrennt von den Parietalen;
Tentakel kugelig 11. Scolecomorphus Blgr.
B. Augen deutlich oder unter der Haut verborgen.
1. Eine Zahnreihe im Unterkiefer.
Squamosalen in Contact mit den Parietalen ;
Tentakel lappenförmig 12, Siphonops Wgl.
2. Zwei Zahnreihen im Unterkiefer.
a. Parietalen und Squamosalen in Contact . . 13. Typhlonectes Pet.
b. « von den Squamosalen getrennt . 14. Chthonerpeton Pet.
Ann. Mag, N. H. (5) Bd. 12 p. 167.
434 Boettger: Bericht üb. d. Leist. i. d. Herpetol. währ. d. Jahr. 1883.
Epicrionops n. gen. G. A. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 11
p. 202. Squamosalen von den Parietalen getrennt. Zwei Zahnreihen im
Unterkiefer. Tentakel klein, lappenförmig, dicht vor dem Vorderrande des
Auges. Auge deutlich. Dachziegelige Cycloidschuppen in der Haut. —
E. bicolor n. sp. von Ecuador p. 203.
Cryptopsophis n. gen. G. A. Boulenger, ebenda (5) Bd. 12 p. 166.
Squamosalen in Contact mit den Parietalen. Eine einzige Zahnreihe im
Unterkiefer. Tentakel kugelig, vor dem Auge gelegen. Cycloidschuppen
in der Haut. — Cr. multiplicatus n. sp. von den Seychellen.
Scolecomorphus n. gen. G. A. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 11 Jan. Squamosalen von den Parietalen getrennt. Eine einzige
Zahnreihe im Unterkiefer. Augen innerhalb der Schädelknochen. Ten-
takel lappenförmig, unter und etwas hinter dem Nasloch gelegen. Keine
Hautschuppen. — »Sc. Kirki n. sp. aus Ostafrika, wahrscheinlich vom
Tanganyika.
Bericht
über die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1883.
Von
Dr. F. Hilgendorf.
Allgemeines.
R. Wiedersheim, Lehrbuch der vergleichenden Anatomie
der Wirbelthiere auf Grundlage der Entwicklungsgeschichte
bearbeitet, 905 Seiten und 607 Holzschnitte.
L. Crie. Pierre Belon et l'ichthyologie. Mit Abbildungen,
Revue scientitique. Bd. 31, S. 741—745.
Tarl. H. Bean giebt Vorschriften zur Conservirung von
Fischen für Sammler. Bull. ü. S. Fish Comm., Bd. 3, S. 197.
Anatomie und Physiologie.
Skelett. C. Schmid-Monnard, „die Histogenese des
Knochens der Teleostier." Die von Gegenbaur geleugnete di-
rekte Verknöcherung des Knorpels bringt Verf. wieder bis zu
einem gewissen Grade zu Ehren ; dieselbe tritt indess nur in einem
mittleren Stadium der Knochenbildung und nur vorübergehend
auf, indem der umgewandelte Knorpel später wieder resorbirt
wird. Auch eine directe Verkalkung von Bindegewebe wird
angenommen (an der Ansatzstelle von Sehnen). Die Hauptrolle
für die Erzeugung fällt aber nach wie vor dem Perichondrium
bez. Periost mit den Osteoblasten zu. Die Vergleichung des
Teleostierknochens mit dem Zahnbein, die hauptsächlich auf
dem Vorkommen von Dentinröhren in beiden Substanzen
fusste, ist nur durch eine Verkennung der die Fischknochen
436 Di*' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
durchziehenden Sharpey'schen Fasern, deren Anordnung (in
quer geschnittenen Flossenstrahlen von Lota) der von Zahn-
röhrchen auffallend ähnlich werden kann, veranlasst worden.
Bei der Beurtheilung der Homologie der Knochen wurde früher
der Histogenese eine hervorragende Bedeutung zugemessen;
Gegenbauer erhob Widerspruch dagegen und betonte haupt-
sächlich die vergleichend anatomische Methode. An dem Squa-
mosum vom Californischen Lachs weist Verf. nun G.'s Ansicht
stützend nach, dass dieser Knochen nach Art eines Deck-
knochens entstanden, später, nachdem er eine feste Verbindung
mit dem Knorpelcranium eingegangen, ganz nach dem Typus
eines Knochens mit knorpeliger Grundlage weiter wäclist, somit
zu jedem der beiden Knochen- Typen gerechnet werden mUsste.
Am Squamosum vom Hecht wird sowohl direkte Knorpel-, als
auch direkte Bindegewebs- Verknöcherung als auch solche durch
Osteoblasten beobachtet. Zeitschrift für wissenschaftliche Zoo-
logie, Bd. 39, S. 97—136, Taf. 6—9.
E. A. Göldi untersucht die Natur der Deckknochen am
Fischschädel; bei Loricaria und verwandten Siluroiden, bei Ba-
listes und Acipenser erkennt er, dass viele als Hautknochen
betrachtete Elemente perichondral gebildet werden, selbst Den-
tale, Angulare und Operculare am Unterkiefer von Loricaria
sind keine Belegknochen; der Schultergürtel ist wesentlich eine
vom Knorpel ausgehende (centripetale) Bildung. Zoolog. An-
zeiger, Bd. 6, S. 420.
J. Walther bearbeitet die Entwicklung der Deckknochen
am Kopfskelett des Hechtes (Esox lucius); er unterscheidet
zwei principiell verschiedene Vorgänge, 1. Entwicklung inner-
halb der Haut (Hautknochen) mit drei in einander über-
gehenden Abänderungen, nämlich die Knochen entweder von
vorgebildeten Zähnen ausgehend (Cementknochen), oder mitten
in der Haut ohne solchen Ausgangspunkt entstehend (Binde-
gewebsknochen), oder noch tiefer unmittelbar am Knorpel aber
nicht aus ihm entstehend (Perichondralknochen) und 2. Ent-
wicklung aus dem Knorpel (Knorpelknochen, ehemals pri-
märe Knochen genannt), entweder von dem Perichondrium aus
und zwar centripetal vordringend, oder, was am Hecht aber
nicht beobachtet wurde, aus Kernen innerhalb des Knorpels
(enchondraler Knorpelknochen). Der Vomer ist im vorderen
Tbeil Cement-, im hintern Bindegewebsknochen, das Dentale
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 437
vorn Cemeut-, hinten Porichondralkuoclien. Jenaisclie Zeitschr.
f. Natiirw., Bd. 16, S. 59-87, Taf. 3, 4.
Ose. Hertwig bringt einen Auszug der Walther'schen
Arbeit. Ebenda, Sitzber. S. 46 — 47.
M. Sagemehl weist in dem Prae- und Postfrontale von
Amia Knochen nach, die durch Struktur der oberen Lage und
den Besitz von Schleimkanälen sicher als Hautknochen, andrer-
seits aber durch ihre innige Verbindung mit dem Kuorpel-
schädel bestimmt als primäre Knochen gekennzeichnet werden;
eine Zusammensetzung aus zwei Schichten ist nicht erweislich.
Der bei Amia sehr klare Anschluss von (drei) Elementen der
Wirbelsäule ist auch bei allen Teleostiern noch deutlich. Aus-
fuhrliche Beschreibung des Schädels mit zahlreichen morpholo-
gischen und systematischen Erörterungen. Beiträge zur ver-
gleichenden Anatomie der Fische. I. Der Schädel von Amia
calva L., Morphol. Jahrbuch Bd. 9, S. 177—228, Taf. 10.
B. Grassi stellte an Esox, Salmo, Cyprinus Beobachtungen
über die Entwicklung der Wirbelsäule an. Die vier Schichten,
aus denen diese im ersten Embryonalstadium sich zusammen-
setzt, nämlich die centrale blasige Chordasubstanz, die epithelio-
morphe Schicht, die dicke eigentliche Chordascheide und die
dünne äussere elastische Membran, erzeugen bei den Knochen-
fischen nie eine Knorpel- oder Knochenschicht zwischen sich;
die Chorda ist im ersten Stadium der der Selachier noch ho-
molog (bei diesen schaltet sich aber später eine pseudocartila-
ginöse Zellschicht ein). Der nächste Schritt wird bezeichnet
durch das Auftreten knorpeliger oberer Bogen und zwar des
basalen Endes; untere Bogen, Querfortsätze und Wirbelkörper
folgen später, letztere entstehen ohne knorpelige Grundlage;
auch die oberen Bogen einer Körperstrecke entbehren bei dem
Hecht einer solchen, woraus gegen eine principielle Differenz
der knorpelig und häutig angelegten Knochen argumentirt wird.
Die Rippen legen sich abgesondert vom Wirbel an und sind
daher nicht einem Theile der untern Bogen homolog (was bei
Knochenganoiden und Selachiern der Fall) ; die Flossenträger und
die sehr spät (nicht knorpelig) auftretenden Fleischgräten bilden
sich gleichfalls gesondert ; die letzteren können somit nicht Ver-
treter der Rippen bei Selachiern, Amphibien etc. sein; die stets
als Rippen bei den verschiedeneu Wirbelthieren bezeichneten
Stücke sind bei allen Classen derselben homolog. In allen
438 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
principiellen Fragen steht Verf. auf Seite Gegenbaur's (gegen
Kölliker bezüglich Götte). Archives italiennes de Biologie,
Bd. 4, S. 236—244, 250—268; vergl. auch: Atti R. Ac. Lin-
cei. Transunti Vol. 7, S. 128—129.
Facciolä. Der Vordertheil des Rückgrats ist bei Chau-
liodus sehr mangelhaft ausgebildet, indem dort keine Wirbel
differenzirt sind und das Mark nach oben nicht von ihm bedeckt
wird. Naturalista siciliano, Bd. 2, S. 188.
M. David off, „Beiträge zur vergleichenden Anatomie der
hinteren Giiedraasse der Fische, III. Ceratodus," zieht aus seinen
auch auf die Muskulatur und die Nerven ausgedehnten Studien
Schlüsse zu Gunsten des Gegenbauer'schen Archipterygiums; die
grosse Aehnlichkeit mit der vorderen Extremität bei gleich-
zeitigem Auftreten des primitiven biserialen Typus, sodann der
Nervus CoUector, der acht vordere Spinalnerven mit den vier
Hauptnerven der Extremität verbindet, werden dafür verwerthet.
Um aus der Ceratodus-Flosse die der Haie zu bilden muss eine
Drehung vorgenommen und die bei Ceratodus bereits zurück-
tretende Reihe der Radien völlig reducirt gedacht werden,
Morpholog. Jahrb. Bd. 9, S. 117—162, Taf. 8, 9.
A. Lavocat, „Appareil hyoidien des animaux vertebres"
und „Construction de la ceinture scapulo-claviculaire dans la
Serie des Vertebres" Comptes rendus, Bd. 96, S. 723—725 und
1316—1319.
lieber das Skelett der Marsipobranchier und den Schädel
der Ganoiden siehe den systematischen Theil, über die Osteo-
logie von Syngnathus den Abschnitt über Entwicklung, über
Flossenstacheln bei Monocentris (Berycidae).
Hautsystem. C. Emery beobachtete an der ganzen Haut
von pelagischen Larvenformen der Knochenfische unter dem
Epithel ein ganz homogenes Gewebe, aus dem erst durch Um-
wandlung von Bindegewebszellen (Lophius) die spätere Cutis
entsteht, wie beim „Secretgewebe" der Quallen. 1878 war be-
reits an der Cornea der Fische das Gleiche nachgewiesen; die
jungen Flossen bestehen hauptsächlich aus dieser hyalinen Ab-
scheidung der Epidermis. Arch. Ital. de Biologie Bd. 3, S. 37
bis 43, Holzschn.
F. Leydig, Untersuchungen zur Anatomie und Histologie
der Thiere, 1883, S. 1—29, Taf. 1—3, giebt eine nähere histo-
logische Beschreibung der Poren, Papillen und Lappenbildungen
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 439
am Kopf einiger indischen Cyprinoiden, namentlich des Schis-
matorhynchus heterorhyuchus Blkr., des Lobocheilus falcifer
Hasselt und der Rohita vittata Val. sowie der Sinnesplatte in
der Mundhöhle desselben Fisches. Die untersuchten Lappen
zeigen sich reich an Blutgefässen, aber arm an Nerven. Die
Poren sind sackförmige Einstülpungen der Haut, welche öfters
strahlenförmige Leisten und Papillen enthalten. Die Platte in
der Mundhöhle von Lobocheilus zeichnet sich durch ein dickes,
dunkelbraunes, glänzendes Epithel aus, die obersten Epithel-
zellen sind spindeirörmig und scharf gestreift, indem sie
Längsfasern zeigen, welche nach vorn aufhören und so ein
kranzförmiges Ansehen veranlassen. Bei dem bedeutenden
Nervenreichthum darf dieses Epitliel wohl als Sinnesepithel auf-
gefasst werden, um so mehr als die Zunge selbst schwach aus-
gebildet ist.
Ewald und Kruken b er g besprechen das Vorkommen
von Guanin in der Haut von Petromyzon. Unters, phys. Inst.
Heidelberg, Bd. 4, S. 253—256.
Muskelsystem und elektrische Organe. Owsiannikow
beobachtet in den Augen- und Herzmuskeln des Neunauges
Degeuerationsphaenomene. Bull. Ac. Petersb. Bd. 28, S. 448.
J. V. Ciaccio entdeckt an den Muskeln electrischer Rochen
eine neue Modification der motorischen Endplatten, bei denen
die Nerven in Trauben von Nervenkörnchen ausgehen (Gold-
Cadmium-Chlorür). Arch. Ital. de Biologie, Bd. 3, S. 75. (J.
de Microgr. 7, S. 38).
Gr. F ritsch. An der Umbildung zum elektrischen Organ
betheiligen sich bei Torpedo ventral gelegene Muskeln des
Kiefer- Zungenbeinbogens und der Kiemenbögen mit Ausschluss
des letzten; durch starkes Wachsthum verschmelzen sie mit
den benachbarten. Die Säulen gleichen zuerst noch völlig em-
bryonalen Muskelprimitivbündeln und werden durch neugebildete
von der Peripherie her in ihrer Zahl vergrössert; diese Ver-
mehrung hört indess bei Erreichung des Stadium torpediniforme
auf. Bis dalün ermangeln die Säulen jeder Spur von Platten-
bildung, sind längsfaserig mit länglichen Kernen, die Fasern
mit schwaclier Querstreifung. Durch Kernvermehrung und An-
ordnung derselben in Querzonen bei Zurückbildung des Proto-
plasmas erzeugen sich die Platten; eigne biruförmige Platten-
bilduer konnte Verf. nicht erkennen. Die bindegewebigen Scheiden
440 I^i*- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
der Säulen nehmen lange vorher die prismatische Gestalt an,
ehe die noch dünnen Säulen selbst das Fach auszufüllen ver-
mögen; es bedingen also die Perimysien die eckigen Formen
durch ihre Quellung (erläutert durch Taf. 1). Bericht über die
Fortsetzung der Untersuchungen an elektrischen Fischen. Sitz-
ber. V. pr. Akad. d. Wiss. 1883, Bd. 8, S. 205—209.
Th. Weyl bestimmte das Gewicht des elektrischen Organs
im Verhältniss zum Körpergewicht bei Torpedo oculata; es war
letzteres das 3,5- bis 4,9 fache bei Männchen und nicht schwan-
geren Weibchen, bei schwangeren Weibchen dagegen das 5,2-
bis 6,1 fache des ersteren; Weyl vermuthet, dass nach Analogie
der Lachse durch die Generationsorgane dem (bei Torpedo
metamorphosirten Muskel, d. h. dem) elektrischen Organ Stoffe
entzogen werden. Physiologische und chemische Studien an
Torpedo. Arch. f. Anat. u. Physiol., Phys. Abth. 1883, S. 117
bis 124.
Babuchin (über Physiologie der elektrischen Organe)
ebenda, S. 239—254.
H. Stassano's Experimente am elektrischen Rochen be-
weisen, dass auch physiologisch die elektrischen Organe sich
den Muskeln sehr ähnlich verhalten; er liess Curare, Muskel-
gifte, Schwefeläther in Verbindung mit Strychnin, Inductions-
schläge auf Rochen einwirken, deren Respiration künstlich auf-
recht erhalten wurde. Comptes reud. Ac. Sc. Pai-is, T. 96,
S. 1436—1439.
Ein anonymer Artikel „Los Peces el6ctricos" erschien in
La Naturaleza (Mexico), Bd. 6, S, 9 — 26.
Nervensystem. Em. Baudelot giebt eingehende Beschrei-
bung des Nervensystems der Fische nach Untersuchungen, die
1875 durch seinen Tod abgeschlossen wurden; eine längere
historische Einleitung reicht bis 1878 (von Blanchard ?); her-
vorzuheben ist die grosse Variabilität des Gehirns innerhalb
eng verwandter Formen; so besitzt Carassius auratus die An-
schwellung des Riechnerven dicht vor dem Gehirn, die andern
Cyprinoiden nahe an der Riechgrube, ebensowenig scheint die
innere Structur des Gehirns geeignet, für die Classification An-
haltspunkte zu bieten. Nur die Hauptabtheilungen, Selachier,
Knochenfische, Ganoiden, Marsipobranchier sind sicher abge-
grenzt. Gasterosteus zeigt ein ganz eigeuthümliches Centrum
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 441
im Stiel der Lobi inferiores, zu dem ein Bündel von der Com-
miösura Halleri zieht. Recberches sur le Systeme nerveiix des
poissons. 10 Taf. XII u. 178 S.
H. Rabl-Rückhard behandelt in Verfolg seiner früheren
Untersiijchungen (s. d. Bericht d. Vorjahres) „das Grosshirn der
Knochenfische und seine Anhangsgebilde" (für die Zirbeldrüse
ist Kogauei Mitarbeiter). Verf. fand über dem vor der Zirbel
liegenden, bisher je nach der Auffassung der Autoren als Lobi
anteriores oder olfactorii, Hemisphaeren, Vorderhirn oder Stirn-
hiru (Fritsch) bezeichneten Halbkugelpaare eine Membran, die
einen Hohlraum über dem vordem Theil des Hirns zum Ab-
schluss bringt, und die aussen von der Pia gebildet, innen mit
einem Epithel bedeckt ist, welches sich in den Epithelüberzug
der sog. Hemisphaeren fortsetzt; durch Vergleich mit dem em-
bryonalen Gehirn der höhereu Vertebraten und unter Hinzu-
ziehung der Ontogenese ergiebt sich ihm, dass dieser Raum den
zwei Seiteuventrikeln nebst Ventriculus tertius gleichzusetzen
ist; die obere Membran entspricht dem Mantel des Grosshirns,
die sog. Hemisphaeren dem Corpus striatum (Insel des Stamm-
lappens). Dieses besitzt die Epithelbekleidung nur, soweit es
in den Hohlraum (Ventr. communis) hineinragt, ventralwärts
lagert sich die Pia unmittelbar auf dasselbe auf. Eine der
Sichel entsprecliende Längsfalte fehlt dem Mantel, dagegen tritt
sehr regelmässig eine Querfalte auf und andre kleinere Ein-
stülpungen, welche die bisher vermissten Plexus chorioidei dar-
stellen. Das Mittelhirn nimmt daher keinerlei Bestandtheile des
Vorderhirns auf (Tectum opticum gleich Grosshirnmantel nach
Fritsch), dagegen wächst vom Hinterhirn dessen Valvula nach
vorn in den Aquaeductus sylvii hinein. Der Ventr. communis
hängt nicht nur mit letzterem zusammen, sondern setzt sich
auch in den Tractus olfactorius nach vorn hin fort. Dieser
kann sich, wie bei den Cyprinoiden und Gadiden, stark ver-
längern und den Bulbus olfactorius bis an die Riechgrube vor-
schieben; bei andern Fischen, z. B. Salmo, ist dagegen der
Bulbus ungestielt und liegt unmittelbar dem Hirn an. Das
Seelenleben der Fische muss nach Rabl-R.'s Annahmen ent-
sprechend der bei Fischen auf eine Epithelschicht reducirten
Mantelmasse auf ein Minimum reducirt sein und grösstentheils
durch Reflexthätigkeit ersetzt werden. — Archiv für Anatomie
u. Phys., Anat. Abth. 1883, S. 279—322, Taf. 12. 13, und
442 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
„Weiteres zur Deutung des Gehirns der Knochenfische" Biol.
Centralbl., Jahrg. 3, S. 21—23.
G. Fritsch beharrt gegenüber dem mehrseitigen Wider-
spruch auf seiner Deutung der mittleren Abschnitte des Fisch-
gehirus. Offener Brief an meine Opponenten in Sachen .„Fisch-
gehirn". Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, Bd. 38,
S. 163.
Ahlborn studirte an Schnittserien das Gehirn von Petro-
myzon, hauptsächlich von P. Planeri. Bezüglich der Eintheilung
des Hirns in seine Haupttheile vertritt Verf. die Zweitheilung
in epichordales Gehirn, aus dem dritten Hirnbläschen entstanden
und allen Nerven, mit Ausnahme des ersten und zweiten, den
Ursprung gebend, und praechordales Gehirn, das aus dem Mittel-
hirn nebst Zwischenhirn und dem Vorderhirn besteht. Die sehr
ausgedehnten Plexus chorioidei sind die oberen marklos ge-
bliebenen und gefalteten Wände des primitiven Hirnrohrs; ihr
Flimmerepithel dient der Ernährung des Gehirns, indem es die
Cerebralflüssigkeit in Circulation setzt. Die Medulla oblongata
zerfällt durch eine seichte Einschnürung in den hinteren Lobus
N. Vagi und den vorderen L. acusticus. Dem Vagus kommen
zu acht obere 'sensible Wurzeln und eine dahinter liegende
motorische. Die zwei Wurzeln des Acusticus und darüber die
des Facialis liängen eng zusammen, ebenso die drei (eine mo-
torisclie und zwei sensible) des V. mit dem ungewöhnlich hoch
liegenden Abducens; die vordere Grenze des epichordalen Hirns
nehmen Trochlearis imd Oculomotorius ein, nach Ursprung
und Austritt ohne jede Beziehung zum vorderen Hirnabschnitt.
Die Unterseite der Oblongata wird bis zur vordem Grenze von
einer medianen Raphe gefurcht. Das kümmerliche Cerebellnm
scliliesst dorsal den hinteren Abschnitt ab. — Das Mittelhirn
reicht vorn bis zur Commissura posterior incl.; die grosse Oeff-
nung des Aquaeductes zeigt bei Petromyzon marinus eine stär-
kere Anschwellung der Ränder, dagegen ist bei P. fluviatilis
keine erhebliche Abweichung von Planeri zu beobachten, so
dass Schneider im Recht gegen Wiedersheim. Die schwache
Entwicklung der Eminentia bigemina beim Ammocoetes hängt
mit dem verkümmerten Auge desselben zusammen. Ventral-
wärts keilt sich das Mittelhirn aus. — Das Zwischenhirn stösst
dalier an die Oblongata. Die ganze untere Fläche des Prae-
chordal-Gehirns gehört ihm und zwar der Regio infundibuli an,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 443
die sich nach oben bei der Comm, posterior auskeilt. Der nach
hinten gekehrte Lobus infundibuli ist äusserlich einfach, allein
mit gespaltener Höhlung und entspricht den grossen paarigen
Lobi inferiores der höheren Fische. Oberhalb und vor den
Tractus optici liegt, das ganze Zwischenhirn bedeckend, die
Regio Thalami optici des letzteren. Sie zeigt eine höchst merk-
würdige Asymmetrie des hintern medianen Abschnitts, der ober-
flächlich betrachtet eine regelmässige längsovale Anschwellung
zu bilden scheint, genauer betrachtet aber wesentlich nur die
rechte Hälfte eines Ganglienpaares, Gr. habenulae, darstellt, in-
dem das linke G. hab. ganz verschmälert und zur Seite ge-
drückt ist; dafür ist es aber nach vorn in einen fadigen Fort-
satz verlängert, der nach oben zu fast bis zur Hirndecke
emporragt und an seiner Spitze eine knopfförmige Anschwellung
(das Zirbelpolster) trägt, die über der Vorderspitze der Thalami
optici schwebt. Die Zirbel nimmt ihren Ursprung hinter dem
G. habenulae und deckt den Fortsatz desselben, ihn gewisser-
maassen copirend, zuerst als rundlicher Strang, dann als platter
ovaler Körper, doch ist dieser letztere doppelt; seine kleinere
Unterhälfte hat einen Hohlraum, der mit dem der oberen noch
communicirt, aber nicht mit dem Ventriculus tertius, wie Verf.
früher annahm; erst die Untersuchung junger Thiere Hess den
Knopf sicher als distales Ende erkennen, während er früher
als Basis gedeutet wurde. — Eine Kreuzung der Fasern der
beiden Sehnerven findet zwar statt, aber noch im Innern des
Gehirns, so dass man wörtlich nur von einem Chiasma tractus
optici, nicht aber nervi optici reden dürfte. Die rein epitheliale
Lamina terminalis verdickt sich oben zu einer Commissur, ent-
sprechend der C. interlobularis der Knochenfische. Von den
andern Theilen des Vorderhirns sind die Hemisphaeren ver-
hältnissmässig klein und setzen sich mit schwacher Einschnürung
in die grossen Lobi olfactorii fort, deren Oberfläche durch Her-
vortreten der Glomeruli schwach wellig erscheint.
Der zweite Theil der Arbeit behandelt die innere Organi-
sation. Die Asymmetrie der Zirbelbasis findet ihren Ausdruck
in der Verkleinerung des linken Meinert'schen Bündels. Das
Gewebe der Zirbel wird durch ein feinkörniges weisses Pigment
schon makroscopisch auff'allend gefärbt, der Hohlraum ist von
einem Cylinderepithel ausgekleidet. — Betrefi's der Einzelheiten
über Lage der Nervenkerne, Richtung der Faserzüge u. s. w.
Arcb, f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. DD
444 Dr. F. Hilgenclorf: Bericht über die Leistungen
müssen wir auf das Original verweisen. — Zeitscbr. f. wiss.
Zool. Bd. 39, S. 191—294; Taf. 13—17, 1 Holzschn.
Richard Owen recapitulirt in zwei „Essays on the Co-
nario - hypophysial Tract and on the Aspects of the Body in
Vertebrate and Invertebrate Auimals" die Theorie, nach der
der Mundcanal der Arthropoden und Würmer dem durch Hypo-
physis, dritten Ventrikel und Zirbelhöhle gebildeten Gange der
Vertebraten entsprechen soll, und die anscheinend verschiedenen
Typen von einer Grundform ableitbar sein würden; die „hä-
male" bezüglich „neurale" Seite (welche Ausdrücke an Stelle
der morphologisch verwerflichen „obere" und „untere" zu setzen
sind) beider ist typisch gleichwerthig. Die langen Stränge
zwischen Vorder- und Mittelhirn bei Chimaera erinnern lebhaft
au den Schundring der Insekten. 48 Seiten, 11 Holzschnitte.
A. Dohrn schildert die Entwicklung des Nasenganges bei
Petromyzon Planeri; dieses Organ ist danach als eine sehr
entwickelte Hypophyse zu betrachten. Der Zusammenhang
dieser mit der Nasenhöhle anstatt mit der Mundhöhle spricht
gegen die von Dohrn wieder aufgegebene Theorie, welche in
dem „Conario- hypophysial Tract" den Urmund erblickt; die
Hypophyse ist vielmehr einer Kiemenspalte homolog. Studien
zur Urgeschichte des Wirbelthierkörpers HI (Die Entstehung
der Hypophysis bei Petromyzon Planeri). Mittheil. Zool. Stat.
Neapel, Bd. 4, S. 172—189, Taf. 18. (Vergl. S. 451.)
Götte weist darauf hin, dass er schon früher den ent-
wicklungsgeschichtlichen Zusammenhang zwischen Geruchsorgau
und Hypophysis bei Amphibien, Selachiern und Knochenfischen
betont und den Nasengang der Marsipobranchier als Homo-
logen der Hypophyse gedeutet habe. Zoolog. Anzeiger, Bd. 6,
S. 344.
M. Sagemehl erklärt die Verschiedenheit der Länge des
Tractus olfactorius bei den Fischen durch deren geschützte
Lage innerhalb der nach vorn verlängerten Schädelhöhle be-
züglich durch ihr Heraustreten in die Orbita; in letzterem
Falle zieht sich der Bulbus olfactorius weit nach hinten hinter
die Orbita zurück und der Nervus mit seinem starken Neurilem
übernimmt die Vermittlung zum Endorgan. Selbst bei Formen,
bei denen der Bulbus nur den halben Weg zurückgewandert
ist (Raniceps, Hydrocyon, Alestes), hält die Regel Stich. Die
Ganoiden machen eine Ausnahme, ein typischer Geruchs nerv
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 445
zielit innerhalb der Scluidclliölile bis zur Nase. Morpliolog.
Jahrbncli, Bd. 9, S. 217.
Bellouci findet Analogien zwischen den Lobi olfactorii
der Arthropoden und der Vertebraten (Anguilla). Arch. Ital.
de Biol., Bd. 3, S. 191.
J. Th. Cattie. Mit Unrecht habe ihm Ahlborn die An-
sicht zugeschrieben, dass die Ephiphyse aus Bindegewebe be-
stehe, in der französischen Publication seiner Arbeit werde das
Gewebe als pseudo-connectif bezeichnet. Zeitschr. f. wissensch.
Zoologie, Bd. 39, S. 720-722.
W. Vignal weist am Herzen von Haien und Rochen
durch Experimente das motorische und hemmende Nerveu-
centrum nach, das bei Fröschen und Knochenfischen schon
früher constatirt ist; auch anatomisch gelang es, am Herzohr
zwei Gruppen von Nervenzellen zu erkennen, die eine, den
vorderen Theil umschnürend, mit unipolaren complicirtereu
Zellen, die andere, an der rechten Seite, einem Nervenast
folgend, mit bipolaren Zellen. Arch. Zool. Experimentale (2),
Bd. 1, Notes S. XVH— XX.
Owsianikow stellt bei Petromyzon experimentell die voll-
ständige Unabhängigkeit des Herzens vom Gehirn und Rücken-
mark fest; die anatomische Untersuchung Hess gleichfalls jede
Verbindung des Vagus mit den im Atrium nachgewiesenen
Ganglien vermissen, der Herzventrikel schien frei von solchen
zu sein. Der Vagus ist durchweg so stark mit Ganglienzellen
durchsetzt, dass man annehmen darf, es sei der Sympathicus
mit ihm verschmolzen. Bull. Ac. St. Petersb. Bd. 28, S. 439.
Vergl. auch den systemat. Theil bei Mormyrus (Sanders),
Galeocerdo (Haswell), Torpedo (Ciaccio) und S. 438 (Davidofi").
Sinnesorgane. Fr. Leydig macht das Vorhandensein
epithelialer Sinnesbecher am Kopf des blinden Fisches, Am-
blyopsis spelaeus, im Gegensatz zu Wyman's Angabe wahr-
scheinlich, in seinem Werk Untersuchungen zur Anatomie und
Histologie der Thiere, 1883, S. 29—35, Taf.
Alex. Dogiel hat die Retina von Acipenser einer ein-
gehenden Untersuchung unterworfen; die Grösse der histologi-
schen Elemente erwies sich dabei als sehr günstig. Eine
innere Körner schiebt fehlt hier, weil die nervösen bipo-
laren mit varicösen Fibrillen zusammenhängenden Kerne durch
wohlcharakterisirte fortsatzreiche Nervenzellen ersetzt sind.
446 ^^- ^* Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Eine äussere subepitheliale gangliöse Schicht, die
bisher bei keinem Wirbelthiere beschrieben wuräe, steht mit
den Stäbchen und Zapfen nicht in Verbindung, die peripherischen
Ausläufer der Glanglien - Zellen schieben sich als feine varicöse
Fädchen zwischen jene. Im Ganzen 12 Schichten unterscheid-
bar. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 22, S. 419—472, Taf. 17—19.
lieber das Auge von Ammocoetes und Xiphias s. den
System. Theil.
Hirschberg corrigirt die früheren Angaben Plateau's,
wonach ein Hecht ausserordentlich kurzsichtig sein müsste, da
die Fernpunktsdistanz nur 50 mm. betragen soll; diese misst
aber in Wahrheit 650 mm., eine Entfernung, die dem Fisch
wohl erlaubt eine Beute in's Auge zu fassen. Ophthalmosko-
pische Bilder im Fischauge (Holzschnitt). Arch. f. Anat. u.
Physiol., 1882, Phys. Abth. S. 493—526. Auszug v. W. Krause,
Biolog. Centralbl. H, S. 745—747.
M. Sagemehl macht darauf aufmerksam, dass auch
bei Teleostiern Nasenknorpel vorkommen (in Form einer 8);
es ist bei jungen Fischen die Nasen(3ftnung zuerst noch ein-
fach, dann halb getheilt, erst später erfolgt völlige Trennung
und Auseinanderrücken (Lota); es sind beide zusammen dem
halb getheilten Nasenloch der niedern Selachier homolog. Mor-
phologisches Jahrbuch, Bd. 9, S. 221.
M. Sagemehl findet den Hauptangriifspuukt der Schall-
wellen nicht sowohl in der Bulla acustica (Hasse), sondern
in einem obern Fortsatz der Kiemenhöhle, der dicht an die
Labyrinthwand herantritt; es ist dies die Stelle, wo bei Poly-
pterus sich ein Spritzloch (dem der Selachier homolog) findet,
dieselbe Stelle also, die auch bei den höheren Thieren zum
Gehörgang wird. Morpholog. Jahrbuch Bd. 9, S. 208.
C. V. No Orden schildert die Entwicklung des Labyrinths
der Knochenfische. Das in das Mesoderm eindringende Gehör-
bläschen verflacht seine Cylinderzellen mit Ausnahme der Stelle
der späteren Maculae acusticae. Die Otolithen entstehen durch
Vereinigung kleiner Körnchen. Die Bogengänge sind keine
Einstülpungen des Ohrbläschens, sondern ausgesparte Stellen
bei einer von vier Punkten ausgehenden Ausfüllung desselben
durch Balkenbildung (Bestätigung C. Vogt'scher Beobachtungen).
Arch. f. Anat. u. Phys., 1883, S. 235—264, Taf. 10. Den
histologischen Ausführungen v. N.'s tritt Ph. Stöhr darin ent-
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 447
gegen, dass er die Kopfknorpel aus getrennten Inseln sich an-
legen lässt, während v. N. sie im Zusammenhang mit einem
Heerd an der Chordaspitze entstehend beobachtete. Biolog.
Centralbl. Bd. 3, S. 374.
T. Jeffr. Parker fand an Lotella bacchus die Schwimm-
blase vorn in zwei Hörner auslaufend; jedes derselben reicht
nach aussen bis an die Haut der Kiemenhöhle (Trommelfell),
vorn an das Hinterhaupt, das hier ein mit einer Platte ver-
schlossenes Foramen besitzt (Fenestra ovalis), das Hörn selbst
lässt sich der Paukenhöhle vergleichen. Transact. N. Zealand
Institute, Bd. 15, S. 234, Taf. 33.
G. B. Howes bezeichnet bei Raja als Tympanum das
zweite grössere Loch neben der Mitte des Hinterrandes vom
Schädel; die dasselbe schliessende Membran wird von der Kopf-
haut durch eine halbflüssige Lage getrennt. Das kleinere Fo-
ramen vor ihm ist der Aquaeductus vestibuli. Journ. of Anat.
Phys. Bd. 17, S. 188, Taf. 8.
Rice. Canestrini und L, Parmigiani beschreiben die
Otolithen von etwa 40 in Padua käuflichen Fischarten; die
Sagitta wird von 37 derselben abgebildet. Die Differenzen
zwischen den Gattungen sind fast stets leicht zu erfassen, nur
die Cypriniden machen mitunter Schwierigkeit, die der Species
dagegen sind häufig schwer, öfters überhaupt nicht zu erkennen.
Sehr eigenthümlich T-förmig ist die Sagitta von Zeus. A. Fischer
lieferte dazu chemische Analysen; Phosphorsäure fehlt stets,
auch bei dem Sand der Plagiostomen. Atti Soc. Ven.-Trent.
Sc. Nat,, Vol. 8, S. 280-339, Taf. 16, 17.
Gefässsystem. W, Feuerstack, „Die Entwicklung der
rothen Blutkörperchen." Neben anderen Wirbelthieren unter-
suchte Verf. auch Fische, speciell den Aal, und constatirt in
diesem nach Blutentziehungen, oder einfacher an jungen Exem-
plaren von 10 cm. Länge, Uebergangsformen zwischen weissen
und den daraus entstehenden rothen Blutkörperchen ; sie zeichnen
sich vor denen der Amphibien und Vögel durch Kleinheit aus
(Abbildung der verschiedenen Formen im Holzschnitt, Fig. 4).
Die ausgeschnittene Milz wird wieder reproducirt ; sie ist für die
Blutbildung nicht unbedingt uothwendig. Zeitschr. f. wissensch.
Zoologie, Bd. 38, S. 136—164.
C. Phisalix untersuchte die Struktur der Milz des Aals.
Die Leichtigkeit der Injektion vom Herzen aus gestattete das
448 ^'^' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gewebe der Milz genau an Schnitten zu studiren, die von Blut-
körperchen befreit waren. Compt. rend. Acad. Sc. Paris, Bd. 97>
S. 190-192.
G. Pouch et, „des terminaisons vasculaires dans la rate des
Selaciens,« Journ. de l'Anat. Phys. Bd. 18, S. 498—502, 1 Taf^
Ch. Robin untersuchte die „rothen Körper" an der
Schwimmblase von Conger, die keinerlei Epithelbildungen er-
kennen Messen und daher nicht Blutgefässdrüsen , sondern eher
Wandernetze darstellen. Journ. de l'Anat. Phys. Jahrg. 19,
S. 528—537, Taf. 37.
lieber die Thymusdrüse vergl. im syst. Theil, Rochen.
Darmkanal. Joh. Cajetan untersuchte den Darmkanal
und besonders das Pancreas von Cobitis, Gasterosteus, Esox,
Perca, Anguilla, Trutta, Wegen der Selbstverdauung ist ganz
frisches Material erforderlich (direct in Jodserum oder nach
1 — 2 stundiger Osmium-Einwirkung [1 7o] gehärtet). Alle, auch
der Hecht, besitzen ein echtes aber disseminirtes Pankreas, mit
grossen Drüsenzellen, deren starker Kern an der Peripherie des
Drüsenschlauches liegt, während am Lumen sich die Granula
zu einer Zone vereinigen. Ein Beitr. z. Lehre v. d. Anat. u.
Phys. des Tractus intestinalis der Fische. Diss. Bonn 1883.
Raph. Blanchard zeigt, dass die Coeca pylorica gekochtes
Stärkemehl leicht verdauen, schwächer das rohe, und Eiweiss-
stofFe umwandeln. Bull. Soc. Zool. France, Bd. 8, S. 143 bis
146; Comptes rendus Ac. Sc, Bd. 96, S. 1241.
Bezüglich des Ductus pneumaticus siehe im System.
Theil bei Synguathus. lieber die Schwimmblase vergl. beim
Gehörorgan (Parker, S. 447, und bei Robin, oben auf dieser S.).
Ueber Zähne der Fische schreibt Baume in „Odontolo-
gische Forschungen« 1882, S. 41—52.
Athmungsorgane. F. Maurer verfolgt in „ein Beitrag zur
Kenntniss der Pseudobranchien der Knochenfische" die Entwick-
lung dieser Organe beim Hecht. Verf. sieht in früheren Stadien
noch erheblich grössere Aehnlichkeiten mit den echten Kiemen
als später; sie sind derzeit noch nicht unter der Schleimhaut
der Kiemenhöhle verborgen, liegen dem Hyomandibulare noch
nahe an, besitzen regelmässig die typischen Knorpel-Elemente,
auch erfolgt die Blutzuführung noch vom Hyomandibulare her,
sodass an der morphologischen Gleichwerthigkeit mit echten
Kiemen nicht zu zweifeln ist; das Organ der Knochenfische ist
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 449
ferner homolog mit clor Kiemeudeckel-Kieme der Gauoiden, aber
nicht mit der „Pseiidobranchie" der Ganoiden und der Spritz-
lochkieme der Selacliier. Morphol. Jahrbuch Bd. 9, S. 229 bis
252, Taf. 11, 12.
lieber die Kiemen vergl, auch im syst. Theil bei Xiphias.
lieber die Stimme bei Ciarias.
Niere. C. Emery. Studi intorno allo sviluppo cd alla
morfologia dol rene dei Teleostei. Con 1 Tav. Atti 11. Accad.
Lincei (3) Mem. Gl. fis. mat. Vol. 13, S. 43—50. Vergl. Be-
richt f. 1882, S. 569.
Generationsorgane. Th. H. Huxley bezeichnet die rudi-
mentären Oviducte bei Osmerus als homolog mit denen von
Amia, Polypterus und Acipenser; die andern Salmonoiden mit
fast vollständig verschwundenen Oviducten schliessen sich an
Osmerus an, so dass hier bezüglich des Baues der Geschlechts-
organe ein enger Zusammenhang zwischen den Palaeichthyes
und Teleostei besteht; Lepidosteus besitzt Ovarien und Aus-
fiihrnngsgänge ganz nach dem Typus der meisten Knochenfische.
Auch in Hinsicht auf Bildung von Gehirn und Conus arteriosus
(Boas) hält Verf. die Kluft zwischen Plagiostomen und Ganoi-
den für grösser als die zwischen diesen und den Teleostiern.
Contributious to Morphology. Ichthyopsida. No. 2. On the
oviducts of Osmerus with Remarks on the relations of the
Teleostean with the Ganoid Fishes. 2 Fig. Proc. Zool. Soc.
London 1883, S. 132—139, 2 Holzschnitte.
Die Struktur der Zona radiata erklärt v. 1 he ring nach
Untersuchungen an Eiern von Perca fluviatilis durch Zusammen-
setzung aus Säulen, während Brock u. A. Porencauäle in der
Schicht annehmen. Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 38, S. 468.
J. A. Ryder weist auf die grosse Verschiedenheit in den
Eiern der Knochenfische hin (Anwesenheit oder Mangel an Oel-
tropfen, deren Anordnung etc.) und die daraus resultirenden
Erscheinungen während der Entwicklung (Richtung des Keims
abwärts oder aufwärts) und glaubt, dass die Oologie der Fische
grossen Werth tlir die Systematik haben kann. Bull. U. S.
Fish Comm., Bd. 2, S. 197 — 202; auch das Protoplasma selbst
bietet zahlreiche Verschiedenheiten im specifischen Gewicht, Fär-
bung, Beschaffenheit der festen Körnchen etc., sodass die physi-
kalischen und chemischen Eigenthümlichkeiten der Theorie der Pan-
genesis immerhin einige Grundlage gewähren. Ebenda S. 202 — 205.
450 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Vergleiche auch im System. Theil: Eikapsel der Forelle,
Sexualorgane des Aals und von Girardinus (Cyprinodonten),
sowie bei den Plagiostomen.
van Bambeke beschreibt eine zarte Hülle, welche das
Keimbläschen an Fischeiern (Leuciscus, Lota) einschliesst und
durch Chromsäure etc. sichtbar wird. Bull. Acad. Belg., Bd. 6,
S. 843—877, 1 Taf.; Arch. de Biologie, Bd. 4, S. 803—831.
Ant. Schneider beobachtete Spermatophoren- artige Bil-
dungen im Vas deferens bei Callorhynchus antarcticus als
Kugeln von Stecknadelknopfgrösse, welche aus dicht gedrängten
Spermatozoen bestehen. Das Ei und seine Befruchtung, S. 66.
G. Herrmann, Recherches sur la Spermatogenese chez
los Selaciens. Journ. de l'Anat. Phys., Bd. 18, S. 373—432,
1882, 3 Taf.
Entwickelung.
C. K. Hoff mann setzt seine Untersuchungen „zur Onto-
genie der Knochenfische" fort (Lachs, Forelle); in Abschnitt IX,
Sinnesorgane, behandelt er sehr ausführlich das Auge. Im
Nervus opticus (Augenblasenstiel) erfolgt die Verdrängung der
embryonalen Zellen durch Nervenfasern durchaus nicht später
als im Chiasma, mithin ist diese Verdrängung auf eine Um-
wandlung der Elemente an Ort und Stelle, nicht aber auf ein
Eindringen der Nerven vom Gehirn aus zurückzuführen (gegen
His, Kölliker, W. Müller); auch die Stützzellen (Neuroglia)
bilden sich aus dem gleiclien Material, nicht aus der binde-
gewebigen Scheide. Die Hauptschicht der Cornea wird von
zuvor auftretenden Mesodormzellen durch Ausscheidung der
Zwischensubstanz gebildet, die Epidermis hat keinen Theil
daran (gegen Kessler). Die Gefässe des Glaskörpers dringen
durch den Augeuspalt zuerst als einfache Schlinge ein; die
Retina enthält weder in der Embryoualzeit noch später irgend-
welche Capillaren. Bezüglich der Bildung der Choroidealdrüse
gelang es Hotfmann, deren Abkunft von der bei Knochenfischen
nur kurze Zeit und nur rudimentär auftretenden ersten Mandi-
bular- oder Spritzloch-) Kieme zu verfolgen; die auskleidenden
Zellen dieses Ganges nehmen spindelförmige Gestalt an und
wandern die Arteria ophthalmica magna entlang in die Chorioi-
dea ein (Bestätigung für Balfour). Die Linsenkapsel entsteht
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 451
wie bei allen Vertebraten mit Ausuabme der Säugethiere ohne
Mitwirkung von Mesoderm aus den Linsenzellen. — lieber
Gebirn- und Gerucbsorgan nur kurze Bemerkungen. — Die
Bildung des Ramus lateralis nervi vagi erfolgt aus der Grund-
scbicbt des Hornblatts; in fast gleicber Weise, aber in segmen-
tärer Anordnung, scheidet sich aus dieser Schicht darauf die
erste Anlage der Sinneshügel aus, nachdem der Nerv sich tiefer
in den Körper hineinversenkt hat; auch hier ist ebensowenig
als beim N. opticus eine Entwicklung vom Centrum (Vagus)
aus constatirbar. Der Abschnitt X behandelt die Entstehung
der Epiphyse und Hypophyse. Als Grundlage der Hypophysen-
Entwicklung hat bei Knochenfischen (Lachs) ebenso wie bei
allen anderen Wirbelthieren das Ectoderm (der Mundein-
stülpung) zu gelten, nicht das Entoderm (des Darms), weshalb
die Hypophyse auch nicht als eine Kiemenspalte angesehen
werden darf, wie Dohrn es will. — Auch die Epiphyse entsteht
bei Knochenfischen genau entsprechend dem Verhalten bei
den übrigen Vertebraten; ein Zusammenhang mit der Oberhaut
konnte zwar noch nicht nachgewiesen werden, indess liegt das
obere Ende der Zirbel der letzteren doch dicht an ohne Schei-
dung durch Mesodermelemente. — Archiv für mikrosk. Anatomie,
Bd. 23, S. 45—108, Taf. 4—6.
Derselbe über Entwicklung der Knorpelfische, s. im syste-
matischen Theil.
J. S. Kingsley und H. W. Coun beschreiben die Ent-
wicklung von Ctenolabrus coeruleus, dessen Eier von der Meeres-
oberfläche aufgefischt wurden und sich besonders wegen ihrer
grossen Durchsichtigkeit empfahlen; ungünstig erwies sich der
Umstand, dass der Embryo sich stets nach unten drehte und
andrerseits Pressungen oder Härtungen das Objekt zerstörten.
Dennoch konnte unter anderm die Invagination des Hypoblasts
und das Hervorgehen der Chorda dorsalis aus ihm sicher fest-
gestellt werden. Mem. Boston Soc. Nat. Hist,, Vol. 3, No. 6,
S. 183—212, 3 Taf.
J. Play fair Mc Murrich behandelt „the osteology and
development of Syngnathus peckianus Storer." Vier Stadien
von 3 — 11 mm. Länge und das erwachsene Thier standen zur
Verfügung. Das Vorrücken des Mundes wird durch eine Ver-
längerung der Trabeculae cranii und des Symplecticum erzielt;
wobei zeitweise eine starke Aufwärtsbiegung der ersteren
452 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
bemerkenswevlb erscheint; dadurcli, dass Bridge's Nomeuclatur
(für Amia) augenommen wird, ist anscheinend das Hinterhaupt
abweicliend gebildet. Beim Visceralskelett werden als prae-
mandibulare Bogen noch die Trabeculae und das Ethmo-pala-
tiuum in Anspruch genommen. Die Büschelkiemen werden nach
Ryder's Vorgang (Hippocampus) als verhältnissmässig leichte
Modification der gewöhnlichen Teleostierkiemen aufgefasst; die
Blättchen sind nur weniger zahlreich und dafür verlängert, ihre
Anordnung in vier Reihen bleibt aber gewahrt, Quarterly
Journ. Microsc. Science Bd. 23, S. 623—650, Taf. 42, 43.
J. A. Ryder gelang es eine Oelfiiung im Herzen des Em-
bryo von Alosa sapidissima zu erkennen, durch welche die
Dotterpartikel (Blutkorper) in den Kreislauf gelangen. Die Ab-
lösung derselben geschieht unter Kernbildung in der Dotter-
oberfläche (Dotterhypoblast) ; das Herz hat zu dieser Zeit sich
in die Segmentations- Höhlung hinabgesenkt. Der Eintritt der
Blutkörperchen war am lebenden Embryo zu verfolgen. Bull.
U. S. Fish Comm. Bd. 2, S. 179 (Abb.), u. in Amer. Naturalist,
Bd. 17, S. 98.
J. Janosik behandelt in czechischer Sprache die partielle
Furcliung von Teleostier-Eiern. Sitzungsber, k. böhm. gelehrt.
Gesellsch.
L. F. Henneguy, Embryonalblätter der Forelle (Ber. f.
1882, S. 572), Auszug in: Journ. R. Microsc. Soc, (2) Bd. 3,
S. 190.
Repiachoff bespriclit in zwei Arbeiten die Homologie der
Keimblätter und das Verhältniss der Primitivrinne zum Pro-
stoma. Zool. Anz. Jahrg. 6, S. 148 u. 365.
R. Blanchard, Glycogen bei Haien von den Zollen des
Dottersacks ausgeschieden, wie von der Placenta der Säuger
(s. Ber. 1882, S. 571), Zool. Anz. No. 131, S. 67, u. Journ.
R. Micr. Soc. Bd. 3, S. 493.
H. H. Gary, Karpfeneier, die bei 69° F. 5-6 Tage zur
Entwicklung bedürfen, erfordern nur 2—3 Tage bei 90" F.
Bull. U. S. Fish Comm. HI S. 447.
lieber Fortpflanzung, Brutpflege etc. vcrgl. auch im System.
Theil bei Meuidia (Atherina), Spinachia, Chromis und Hemi-
chromls, bei Amiurus, Salmo, beim Aal, sowie bei Scymnus,
Mustelus, Torpedo etc. Siehe auch oben: Unter Gehörorgan
(v. Noorden. S. 446) und unter Ei S. 449.
in der Ichthyologie wiihrend des Jahres 1883. 453
Larvenformen. F. Ili Igen clor f konnte eine vollständige
Uebergangsreilie von der Acronurus-Form des Aeanthurus trio-
stegus zum reifen Thier zusammenstellen, diese sämmtlicbeu
Exemplare messen zwischen 25 und 30 mm.; auch von Prio-
nurus fand er das Acrouurus-Stadium in Japan auf. Larve von
Dactylopterus orientalis beschrieben. Sitzungsb. Ges. naturf.
Freunde, Berlin 1883, S. 43 — 45. Ueber weitere Larvenformen
vergleiche im systematischen Theil bei Blennius, Chlorophthal-
mus, Gonostoma, Phycis, Rhomboidichthys, Plagusia.
Bastarde. Einige Bemerkungen über Fischbastarde liefert
das Protokoll der Zweiten Deutschen Fischzüchterversammjung.
Ben ecke erwähnt, dass Bastarde ohne Rückbastardirung in
einzelnen Fällen sich als fruchtbar erwiesen. Circular des
Deutsch. Fisch.-Vereins 1883, No. 5, S. 169. — Einen zweifel-
losen Bastard zwischen dem aus Amerika eingeführten Salmo
fontinalis und S. fario beschreibt Day, er war unfruchtbar;
Stücke, die nach der Färbung von Anglern für hybride gehalten
wurden, hatten die Probe der Schuppen- und Zahnuntersuchung
nicht bestanden. Journ. Linn, Soc. London, Zool. Bd. 17, S. 17,
vergl, auch Fishes of Gr. Britain, S. 103 u. 120, sowie bei
den Cyprinidae ebenda.
F. Day beschreibt weiter künstlich gezüchtete Bastarde
zwischen der Lochleven- Forelle (W.) und dem Lachs (M.).
Proc. Zool. Soc. London 1882, S. 751—753, Holzschn.
J. A. Ryder 's Angabe ist sehr auffallend; nach ihm lie-
ferten Alosa sapidissima (Weibchen) und Labrax (Roccus) linea-
tus (M.) durch künstliclie Befruchtung Bastarde, die sehr wenige
Tage nach dem Ausschlüpfen starben. Die Abweichungen vom
Alosa-Typus waren jedenfalls deutlich. Bull. U. S. Fish Comm.,
Bd. 2, S. 187.
Biologie.
L. Charby beobachtete die Schwimmbewegungen an einer
laugsam sich bewegenden Trigla und an einem Modell; die
Schwanzflosse bewegt sich nur passiv, fördert aber doch die
Schnelligkeit; activ wirkt der Schwanz und zwar wie ein Ruder
beim Wricken (godille). Journ. de l'Anat. Phys., Jahrg. 19,
S. 582.
Abbott, Die Intelligenz der Fische, Science, Bd. 1, S 327
bis 328.
454 Dl'- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Harting, Ueber den Schlaf der Fische; Zoologist, Bd. 7,
S. 182 — 183, aus: Scientific American.
Lunel schreibt über einen Fall von Commensalismus.
An Caranx melampygus wurde in Mauritius beobachtet, dass
er in den natürlichen Höhlungen einer Qualle, Crambessa pal-
mipes, (dies sind aber nicht die Räume des Digestions- und
Gastro vascularsystems) die er ausweitet, als Coramensalist auf-
hält; er geht nach Belieben aus und ein, je nachdem er Nah-
rung oder Schutz bedürftig ist. Ebenfalls in Mauritius wurden
zwei Seenadeln Doryichthys (Schilder 18 -|- 15 — 16) in einer
nicht bestimmten Holothurie lebend angetroffen. Arch. Sc. Phys.
et Nat. Geneve, Bd. 10, S. 271, 1 Taf., Ann. Mag. N. H.
Bd. 12, S. 264, Zool. Anz. No. 161, S. 106.
J. A. Ryder beobachtet, dass Durchsichtigkeit der Fisch-
larven diesen verhältnissmässig wenig Schutz gewährt; die jungen
Alosa wurden von Stichlingen (Apeltes quadracus) leicht wahr-
genommen und vertilgt. Bull. U. S. Fish Com. Bd. 2, S. 193.
G. W. Baird giebt an: Elektrisches Licht unter der
Meeresoberfläche (1 — 10 Fuss), für Fischereizwecke verwerthet,
lockt ausser Crustaceen und Cephalopoden besonders Atherina,
Temuodon und fliegende Fische an. Versuche über Beleuchtung
grösserer Meerestiefen werden beschrieben. Science, Bd. 2,
S. 705—707.
De Rochebrune hebt hervor, dass in Africa Meeresfische,
auch Rochen und Haie sich ganz dem Aufenthalt im Süsswasser
angepasst haben, Faune de la Senegambie, Seite 12; das-
selbe Thema wird auch häufig berührt in Möbius und
Heincke, Ostseefische, ferner von Arth. Stradling, Zoolo-
gist, Bd. 7, S. 180-182.
Das Vorkommen von Süsswasserformen in salzigen Ge-
wässern behandelt ausser Möbius und Heincke auch Lortet
(vergl. unter Barbus longiceps im syst. Theil).
Den Aufenthalt ausserhalb des Wassers erwähnt Lortet
bei Ciarias.
Das Vorkommen in artesischen Brunnen und heissen Quellen
wurde bei Gasterosteus beobachtet (syst. Theil).
H. D. Pierce will das grosse Fischsterben bei Westflorida
i. J. 1880 auf Temperaturerniedrigung des Wassers zurückführen.
Bull. U. St. Fish Commission, Bd. 3, S. 332.
S. T. Walker schildert nach eignen Beobachtungen und
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 455
dem Zeugnisse anderer die Erscheinungen desselben Fisch-
sterbens 1880; er hält giftige Gaseruptionen für die Ursache.
Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 6 S. 105-109, Ann. N. Hist. Bd. 12,
S. 355.
P, Mitrophanow entdeclcte im Blute von Cobitis fossilis
und Carassius vulgaris Blutparasiten (Haematomonas cobitis und
carassii) von 30 — 40 (j Länge und 1 — l'/a fi. Breite, vorn mit
einer Geissei, hinten mit undulirendem Saum. Biol. Ceutralbl.
Bd. 3, S. 35-44, Holzschn.
De Rochebrune, die keulenförmige Anschwellung des
Rückenstachels bei Corvina clavigera ist nicht pathologisch.
Faune de la Senegambie, S. 67.
Ueber Chromis niloticus mit zerstörten Augen und über eine
Monstrosität von Leuciscus dobula s. den syst. Theil.
Nutzen und Schaden.
Tetroden Spengleri als giftig von den Negern besonders
gefürchtet. De Rochebrune, Faune de la Senegambie, S. 155.
C. Remy, Ueber die giftigen Eigenschaften einiger japa-
nischen Fische. Comptes rendus Soc. Biologie (7) Bd. 4, S. 263
bis 265, und Mem. S. Biol. S. 1—28.
Schuppen von Polynemus 4-filis von Senegambien nach Frank-
reich importirt zur Seiden -Industrie (eraployees ä eu-coUer . . .
les rubans). Ebenda S. 69.
W. 0. Atwater untersuchte die wichtigsten Fische Nord-
amerikas auf ihren Nahrungswerth ; nach Abrechnung des Ab-
falls bei der Zubereitung und des Wassergehalts bleiben als
Nahrungssubstanz zurück höchstens 21 7o (Cybium maculatum),
es folgen Alosa sapidissima, Makrele, Salmoniden, Hering, Per-
coiden, Schellfisch, Flunder (5 7o)- Report U. S. Fish Comm.
for 1880, S. 231—285.
Fischzucht und Fischfang.
T. Westwood and T. Satchell. Bibliotheca piscatoria,
a Catalogue of Bocks on Angling, the Fisheries and Fish-
Culture. London, 410 S. 8".
Der Deutsche Fischerei- Verein veröffentlichte fünf
Circulare, in denen ausser der Einbürgerung von Fischarten in
neue Gebiete (vergl. unter Lucioperca, Grystes, Salmo, Gore-
456 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
gonus, Muraeua) hauptsächlich die Erfolge der jüngst versuchten
Bereicherung von Gewässern mit künstlich erbrüteten Fischchen
Besprechung finden.
Das Bulletin of the United States Fish-Commission,
Vol. III for 1883, bringt 132 Artikel, zunächst eine Liste aller
Publicationen , die sich auf diese Commission und ihre Arbeiten
beziehen (1871—1883), sodann Notizen über Zucht, Fang und
Verwerthung amerikanischer Arten, endlich Uebersetzuugeu inter-
essanter europäischer Abhandlungen. Das zoologisch Wichtige
ist an geeignetem Orte berücksichtigt.
Die Un. St. Commission of Fish and Fisheries ver-
öffentlicht ausserdem (Part 8) den „Report of the Commissioner
for 1880" ; im Anhang einige wichtigere Arbeiten (Goode, Schwert-
fische) und Uebersetzungen europäischer Schriften. 1060 S.,
mehrere Taf.
Max von dem Borne. Fischerei und Fischzucht im Harz
mit besonderer Berücksichtigung der Forellen. 9 Ilolzschu.,
72 Seiten.
J. P. J. Koltz. Traitö de pisciculture pratique ou des
procedes de multiplication et d'incubation naturelle et artificielle
des poissons d'eau douce. Figg. VIII u. 186 Seiten.
R. Edw. Earle giebt einen kurzen Ueberblick über den
gegenwärtigen Stand der künstlichen Fischzucht. Salmo quinnat,
obgleich eigentlich ein Theil seines Lebens dem Meere ange-
hörig, liat in den Niederlanden doch als permanenter Süss-
wasserfisch sich fortpflanzen lassen. — Salmo irideus ist nicht
nur nach Europa, sondern auch nach Australien und Japan
übergeführt worden, Alosa sapidissima von der atlantischen
nach der pacifischen Küste Amerikas. — Das Reifen der Eier
kann durch sparsameres Füttern verzögert, durch kräftigere
Ernährung beschleunigt werden; dieser Umstand giebt ein
Mittel in die Hand, grössere Massen von Laich zu erziehen
ohne die Brutanstalten zu vermehren und ohne zu Refrige-
ratoren seine Zuflucht zu nehmen. Nature, Bd. 28, S. 542
bis 544.
II. Nitsche. Wandtafel für den Unterricht in der künst-
lichen Zucht der Forellen. Fol. u. 28 S. 8° Text.
M. Nowicki. Natürliche Zanderzucht in Seen und Teichen.
Circular d. Deutschen Fischerei- Vereins 1883, No. 1, S. 9—15.
G. Simmer mach er giebt kurze Nachricht über die Fo-
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 457
rellen-Ziichtanstalt in Gremsmlihlen (Holstein). Zool. Garten,
Jahrg. 24, S. 110.
Nadmorski. Bericht über Fische, Fischerei und Fisch-
zucht in Ost- und West-Preussen. Die Welt, Warschau 1883,
No. 26 (Polnisch).
Chauvet. Essais de pisciculture dans la Charente, eta-
bllssement de Nanteuil. Assoc. fraug. avanc. Sc, Congrös de
la Rochelle 1882.
Raver et-Wattel et Bartet. Es wurden im Trocadero-
Aquarium 1500 Stück Oncorhynchus quiunat gezüchtet, die für
die Zuflüsse des Mittelmeeres bestimmt sind. Compt. rend. Ac.
Sc. Paris, T. 96, S. 796—797. Uebers. Bull. U. S. Fish Comm.
Vol. 3, S. 207—208.
Malmgreen kritisirt die bisherigen praktischen Ergebnisse
der Fischkultur der verschiedenen Länder in sehr abfälliger
Weise. An d. Ackerbauexpedition i. k. Senat f. Finnland von
d. Inspector abgegebene Gutachten. Helsingfors 1883. Ueber-
setzung in: Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 3, S. 363—381.
Die praktischen Ergebnisse der künstlichen Fischzuclit in
Canada werden in Bestätigung der Malmgreen'schen Kritik als
wenig günstig geschildert von W. F. White her, Forest and
Stream, 1883, S. 408.
Eckardt sucht die Malmgreeu'sche Kritik auf ihr richtiges
Maass zurückzuführen. Deutsche Fischerei - Zeituug, Bd. 6,
No. 15. Uebers. in Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 3, S. 382
bis 387.
K. Möbius erörtert die Frage: „können wir dazu bei-
tragen, den Bestand unserer nutzbaren Seethiere zu vermindern,
zu erhalten oder zu vermehren" und weist dabei auf die von
der Natur gesteckten Grenzen für die Erzeugung der Futter-
menge auf einem gegebenen Areal, die das Maximum bedingen,
und auf die Vernichtung von Nutzthieren und deren Brut, die
der Mensch zum Theil zu regeln im Stande ist, als Ursache
der Verminderung hin. Vortrag in d. G. -Vers. d. Fischerei-
Vereins f. Schleswig - Holstein am 1. März 1883. Zool. Garten
J. 24, S. 305. Uebers. in Bull. U. S. Fish Commissiou, Bd. 3,
S. 393-400.
J. A. Ryder beobachtete an gefangen gehaltenen Clupea
sapidissima krankhaft veränderte Eier, das germinale und deuto-
458 Dl'- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
plastische Material schien sich vermischt zu haben. Bull. U.
S. Fish Comm. Bd. 3, S. 440.
Mor. Nussbaum empfiehlt, um in der ersten Zeit zu er-
kennen, ob Fischeier wirklich befruchtet sind, die Anwendung
von Essigsäure, welche den Embryo undurchsichtig auf dem
durchsichtigen Dotter hervortreten lässt. Deutsche Fischerei-
Zeitung Bd. 6, S. 35. Uebers. v. Ryder (Chromsäure vor-
geschlagen) Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 2, S. 347.
S. A. Forbes. The food of the smaller Fresh- water
Fishes; derselbe: The first food of the common Whitefish
(Coregonus clupeiformis). Illinois State Laboratory Bull. No. 6,
S. 65—94 und 95—109.
V. Sensen. Ueber das Vorkommen und die Menge der
Eier einiger Ostseefische, insbesondere derjenigen der Scholle
(Platessa platessa), der Flunder (PI. vulgaris) und des Dorsches
(Gadus morrhua). 4. Ber. Comm. z. wiss. Unters, d. d. Meere,
S. 297—313.
0. S. Jensen's Bericht über Untersuchungen betreffend
die norwegische Fischerei des Frülilings- Herings (1881), über-
setzt in Report U. S. Fish Comm. for 1880, S. 127—161.
Axel Vilh. Ljungman. Det förestäende Sillfisket i
Bohuslänska skärgärden Güteborgs-Posten, (15 S.,) 8".
G. Simmer mache r. Schilderung einer Fahrt zum Schollen-
Fang bei Kiel. Zoolog. Garten, Jahrg. 24, S. 33.
ElishaSlade. Dates of tlie appearauce of Herring, Shad,
Bass, Tautog, Scup, Frostfish, Fishhawks, Kingfishers and Green-
land Seal in Taunton River (Mass.) from 1871 — 1883. Bull.
U. S. Fish Comm. Bd. 3, S. 478.
W. Arthur erkannte an den in Neuseeland eingebürgerten
Forellen des Wakatipu Lake eine Saprolegnien-Infection. Trans.
N. Zealand Instit. Bd. 15, S. 198—203, 1 Taf.
Ch. W. Smiley. The Spanish Mackerei (Cybium macu-
latum) and its artificial propagation. Proc. Amer. Assoc. Adv.
Sc. 1880, Boston, S. 575—583.
M. V. dem Borne. Es gelang die glückliche Ueberführung
von den nordamerikanischen Grystes salmonoides Lacepöde und
G. Dolomieui Lac. nach dem Oder- Gebiet; diese Fischgattung
wird besonders für die Barbenregion der Flüsse als geeignet
empfohlen. Dem Zoologen würde die Einbürgerung der in
Europa mangelnden Gruppe der Grystina sehr willkommen sein.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 459
Der amerikaiiiscbe Scliwarz - Barsch (Micropterus salmonoides),
Circular No. 2 1883 Deutsch. Fischerei- Vereins, S. 45. Uebers.
Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 3, S. 221-224.
Friedr. Zenk. Lucioperca sandra Cuv. wurde aus einer
galizischen Brutanstalt in das Stromgebiet des Rheins ver-
pflanzt; der Bodensee, die Gegend von Speyer und Bonn, sowie
mehrere Punkte des Mains erhielten zusammen fast 10,000 Stück
ein- bis zweijähriger junger Zander. Einige wurden bei Ulm
in die Donau gesetzt. Giro, d, D. Fisch. -Ver. No. 5.
H. Haack. Eine noch grössere Menge (500,000) junger
Aale als im Vorjahre wurde 1883 in das Donau-Gebiet versetzt;
sie wurden theils von Pisa theils von Westfrankreich bezogen
und zunächst einige Monate in Hüningen aufbewahrt. Ebenda,
Circ. 2.
V. Behr. Fünf amerikanische Salmoniden in Deutschland
(1882). Uebers. Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 2, S. 237—246.
Cb. W. Smiley. The German Carp and its Introduction
in the United States. Eine frühere Einführung (1830) war ohne
Resultat, die neueren andauernden Versuche datiren seit 1877.
Derselbe: Kurze Instruction für Züchter von Karpfen. Bull.
U. S. Fish Comm. Vol. 3, S. 333—336, bezw. 241—248.
S. C. Farr. Description of a California Salmon (Ouco-
rhynchus sp.) found in one of the rivers of New Zealand and
identified by Dr. H. T. Beau. Eine Frucht der seit 1874 unter-
nommenen Acclimatisationsversuche. Bull. U. S. Fish Comm.
Bd. 3, S. 427.
H. E. Sau vage. La Grande Peche. Paris, 316 S., 86 Abb.
Behandelt den Fang und die Industrie -Producte, welche von
den Fischen geliefert werden.
Ueber die Fischzucht und den Fang der einzelnen Arten
vergl. im System. Theil bei Scomber, Cybium, Xiphias, Lopho-
latilus, Gadus, Hippoglossus, Cyprinidae, Salmonidae, Clupeidae,
Anguilla.
Oberpfälzischer Kreisfischerei -Verein. Oberpfäl-
zische Fischerei -Ausstellung in Regensburg vom 19. — 24. Mai
1883, Katalog u. Festschrift, Regensburg, S% 120 S.
Die gi'osse internationale Fischerei- Ausstellung in
London im Jahre 1883 hat eine reiche Gelegenheits- Lite-
ratur hervorgerufen, die auch noch in das nächste Jahr hinüber-
greift. Eine Zusammenstellung findet man in: Nature, Bd. 29,
Ai-ch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. EE
460 I^i*- F. Hilgcndorf: Bericht über die Leistungen
S. 33 — 36, 60 — 62. Dieselbe Zeitscbrift bringt auch mehr-
fache Berichte über die Ausstellung selbst, ebenso der Zoologist
(3) Bd. 7.
Faunen.
Allgemeines. L. Tillier nimmt für die Seefische sechs
geographische Regionen an: 1. die pelagische, welche in alle
übrigen eingreift, 2. eine [nördliche] circumpolare mit der Süd-
grenze von New -York nach England und in der Breite von
Nordcalifornien , 3. eine ostatlantische, 4. eine westatlantische,
5. eine indo-pacifische, 6. eine amerikanisch -pacifische. Be-
trachtungen über die Vertheilung der 287 Gattungen von Cuvier
und Valenciennes, von denen eigenthümlich sind den sechs Re-
gionen bezüglich: 28, 15, 39, 27, 78, 5, dagegen 95 über mehrere
Regionen sich verbreiten, aber nur 25 absolut cosmopolitisch
sind. Verf. kommt zu dem Schluss, dass die Seethiere den-
selben Gesetzen unterworfen sind, die Darwin und Wallace für
die des Festlandes aufgestellt haben, und dass nur die grössere
Leichtigkeit des Wanderns im Meere, die Einförmigkeit seiner
physicalischen Verhältnisse und dann die grössere Unkenntniss
unsererseits Abweichungen herbeiführen. Mem. Soc. Nation. Sc.
Natur, et Math. Cherbourg, Bd. 23, S. 5—28, 1881.
Nordeuropa. W. Tilljeborg, Sveriges och Norges Fiskar,
Upsala 1881, 4". Theil 1: Percidae, Berycidae, Trachinidae,
Cottidae, Sciaenidae, Mullidae.
G. Winther: Fische in: Schiödte, Zoologia Danica, Af-
bildninger af Danske Dyr med populär text. 4°, Fase. 1 — 3,
1878—1882.
Deutschland. K. Mob ins und Fr. Heincke, Die Fische
der Ostsee. Mit Abbildungen aller beschriebenen Arten und
einer Verbreitungskarte. 4. Ber. Comm. z. wiss. Unters, d,
deutsch. Meere. S. 197 — 296. Auch in 8" (IV u. 206 S.)
Berlin. Die Fischfauna der Ostsee erfährt hier zum ersten
Male eine ausführlichere Betrachtung im Ganzen. Die Gesammt-
zahl der bisher beobachteten Fische beträgt 109; die westliche
Ostsee (bis Rügen einschliesslich) zählt 96 Arten, von denen
37 in den östlichen Theilen nicht gefunden werden, nämlicli
vier Cyprinoideu und sämmtliche Gäste aus den Westmeeren,
Xiphias ausgenommen, der noch weiter östlich geht; diese Gäste
sind Labrax, Mullus, Sciaena, Thynnus, Brama, Trigla hirundo,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 461
Liparis Moutagui, Anarrhichas, Mugil, zwei Labriden, drei
Gadiis- Arten, Lota molva, Hippogiossus , zwei Pleiirouectes,
Solea, Orthagoriscus , Conger, zwei Haifische, die vier
Rochen. Häufige Standfische werden hier angetrofi'en 25,
die echt marinen Formen, sowie Gasterosteus pimgitius und
aculeatus in dem offenen Wasser, Perca fluviatilis, Leuciscus
idus und Osmerus eperlanus im Brackwasser. Als ständige
aber seltenere Bewohner gelten 29, darunter acht Brackwasser-
Fische (mit Coregonus oxyrhynchus). Unter den Standfischen
erreichen ihre Ostgrenze hier Caranx, Lophius, Trigla gur-
nardus, Ctenolabrus, Gadus aeglefinus, Raniceps, Hippoglos-
soides, Rhombus laevis, Acanthias. Durch die grosse Zahl
echter Seefische, 68 Arten unter 96, erhält der Westtheil noch
einen vorwiegend marinen Charakter. — Die mittlere Abthei-
lung, die „südöstliche Ostsee", besitzt nur 60 Arten, wovon als
Gäste acht Arten aus der See, eine aus dem Süsswasser (Salmo
fario) betrachtet werden; unter erstereu erreichen ihre Ost-
grenze Thynnus, Xiphias, Trachinus und Motella, während
Scomber, Agonus und Petromyzon marinus den letzten Abschnitt
der Ostsee betreten; häufige Standfische 36, seltene 16. Die
Hälfte der Arten ist bereits durch Brack- oder Süsswasserfische
vertreten. An der schwedischen Küste geht Cottus bubalis und
Motella cimbria (Nordfische) weiter nach Osten als an der
deutschen, die marinen Südfische dringen dagegen umgekehrt
an den deutschen Küsten weiter ostwärts. — Die „nordöstliche
Ostsee" begreift den bottnischen, den finnischen Meerbusen und
die See im Südwesten von letzterem, Gottland ausgeschlossen.
Gesammtzahl der Arten 54, wovon Cottus quadricornis und
gobio, Liparis vulgaris, Thymallus vulgaris und Coregonus
albula nur diesem Theile eigen; ständige häufige Bewohner 29
(darunter 16 Brack- oder Süsswasserfische), ständige seltene
16, Gäste neun Arten. Echte Seefische sind nur noch 20 zu
treffen. Die ausschliesslichen Bewohner der schlammigen Tiefe
fehlen mit alleiniger Ausnahme von Zoarces. Die marinen
Standfische sind als veränderte Ueberreste einer früheren ark-
tisch-baltischen Fauna anzusehen. Als Grund dafür, dass in
der nordöstlichen Ostsee trotz der starken Ansüssung eine
grössere Zahl der früher heimischen marinen Fische sich er-
halten hat als in den salzigeren westlichen Theilen (die durch
Einwaudrung südlicher Formen sich vermehrten), ist in der
462 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
niedrigeu Temperatur zu finden. Typische Eismeerfiscbe sind
besonders Cottus quadricornis, Liparis vulgaris, Sticbaeus is-
landicus und Clupea harengus var. membras. — Für das Stu-
dium der durch Süsswerden des Wassers veranlassten Umände-
rungen eines Typus bietet die Ostsee treffliche Gelegenheit.
Die Brackwasserrassen sind kleiner, ihr Rumpf ist höher, die
Bewaffnung des Körpers mit Stacheln etc. ist schwächer, sie
werden in einem jugendlichereu Stadium geschlechtsreif. Nero-
phis ophidium hat sich am meisten dem Leben im Süsswasser
angepasst. Zahlreiche Notizen über Nahrung, Laichzeiten etc.
finden sich neben den geographischen und ökologischen am
Schlüsse des Werkes, das durch Umrissbilder sämmtlicher
Arten und eine Karte sowie einfache und klare Darstellung für
einen grösseren Leserkreis nutzbringend sein wird.
0. Nüssliu. Die eigentlichen Donau -Fische steigen dies
Flussgebiet nicht weit genug aufwärts, um das badische Land
zu erreichen. Die Bodensee -Fauna wird der des Mittelrheins
gegenüber charakterisirt durch vier Coregonus- Arten (C. Wart-
manni, macrophthalmus, fera, hiemalis), den Salmo salvelinus
und zwei Varietäten von S. trutta. Auch Silurus glanis würde
hier zuzurechnen sein, wenn er nicht möglicherweise als ein-
geführter Donaufisch zu gelten hätte. Dagegen erreichen 13
Arten des Rheins den Bodensee nicht und vier weitere über-
springen ihn. Im Ganzen beherbergt Baden 43 Arten (den
Wels eingeschlossen 44). Das Grossherzogthum Baden, Ib
Thierwelt, S. A. Die Fische, S. 10—13.
Gross-Britannien. 0. T. Olsen, „the Piscatorial Atlas of
the North Sea, English and St. George's Channels," illustrirt,
ausser den physicalischen Verhältnissen der Gewässer die Ver-
breitung von 40 ökonomisch wichtigen Fischarten; von jeder
ist eine kleine Farbenskizze gegeben.
Von Fr. Day, Fishes of Great Britain and Ireland, er-
schienen Part. VI, VII; sie behandeln die Salmonidae, Esocidae,
Scombresocidae, Cyprinidae, Clupeidae, Muraenidae, Syngna-
thidae, Sclerodermi und Gymnodontes, die Tafeln 117 — 149
liefern ausser einem treflflichen Profilbild der Arten oft auch
die für die Diagnose wichtigen anatomischen Details. Näheres
im systematischen Theil.
W. S. Kent, Handbook of the Marine and Freshwater
Fishes of the British Islands, London. 129 S., Holzschn.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 463
A. Günther untersuchte die Tiefsee -Fische, welche wäh-
rend der Expedition des „Knight Errant" 1880 im Faroe-Canal
erbeutet wurden; von den zehn Arten sind zwei neu, sechs neu
für die brittisclie Fauna, nur Haloporphyrus weist nach Süden,
die andern Formen meist arctisch, Chimaera, Cottus, Cottun-
culus, Liparis, Lycodes, Brosraius, Motella, Macrurus, Proceo-
dings Royal Society of Edinburgh, Bd. 11, S. 677—680 (Mai
1882).
G. Sim, Occurrence of rare Fishes at Aberdeen (Rhina,
Phycis, Fierasfer, Labrax, Mullus). The Scott. Naturalist,
N. S., Vol. 1, S. 55—57.
Belgien und Frankreich. Ed. van Beneden erweitert
die von seinem Vater 1870 gegebene Liste der belgischen
marinen Fische um sieben Arten: Trigla pini und cuculus,
Scyllium catulus (diese wurden mit andern Arten verwechselt),
Motella maculata und Raja circularis (beide selten), Nerophis
lumbriciformis , Amphioxus lanceolatus, wodurch die Gesammt-
zahl auf hundert steigt. Die Raja circularis der früheren Liste
ist R. Schultzii M. u. H. Bull, Acad. roy. Sc. de Belgique,
Ser. 3, Bd. 5, S. 404—420.
E. Moreau lieferte in seiner „Histoire naturelle des poissons
de la France" 1881 drei Bände, die erste vollständige Ichthyo-
logie des an Artenzahl reichsten europäischen Landes. In der
Einleitung wird wesentlich die Anatomie behandelt, die geo-
graphischen Betrachtungen beschränken sich auf einige kurze
Bemerkungen in der Vorrede, wonach für die Seefische fünf
Regionen angenommen werden, nämlich der Canal, die Mittel-
meerküste und drei atlantische Abtheilungen, getrennt durch
Loire- und Gironde- Mündung, die südlichste derselben zeigt
bereits eine merkliche Verwandtschaft mit dem Mittelmeer.
Durch die zahlreichen (220) Holzschnitte werden hauptsächlich
bisher mangelhaft abgebildete Species dargestellt; es sind
sämmtlich Originalzeichnungen. Neue Arten sind nicht auf-
gestellt. Von den 478 aufgeführten dürften manche als syno-
nyme zu streichen sein.
A. F. Marion, Liste der Fische des Meeres bei Marseille.
Ann. Mus. Marseille, Bd. 1, S. 99—102.
J. M. F. Reguis. Essai sur l'histoire naturelle des Ver-
tebr^s de la Provence et des departements circonvoisins.
Vertebres anallantoidiens (Poissons et Batraciens). 45 figg.
461: Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Marseille, 1882. 8" (429 S.). Petrom. 3 Arten, Selacli. 57,
Lophob. 13, Plectogn. 5, Malac. 113, Acanth. 200, zusammen 391.
Italien und Mittelmeer. F. Pavesi, Esciirsione zoolo-
gica al Lago di Toblino. Zu den sechs bereits constatirten
Arten werden hinzugefügt: Cyprinus carpio L., Leuciscus muti-
cellus Bp., L, aula Bp., Chondrostoma soetta Bp., Anguilla
vulgaris Flem. Estratto dagli Atti della Societä Italiaua di
scienze naturali Bd. 25, S. 3.
D. Vinciguerra unterwirft die vom Kutter „Violante" auf
verschiedenen Excursionen im Mittelmeer gesammelten Fische
einer Untersuchung, zahlreiche kritische und biologische Notizen,
119 Arten, 4 neu. Ann. Mus. Civ. Stör. Nat. Genova, Bd. 18,
S. 465—490, Taf. 1—3.
E. H. Giglioli sammelte 1881 und 1882 im Mittelmeer
pelagische und Tiefseefische und machte Mittheilung darüber
in: Atti 3. Congr. Geogr. Internat. Venezia 1881, Bd. 2,
48 Seiten („Scopertes di una fauna abissale nel Mediterraneo")
und in: Nature, Bd. 25, S. 535 u. Bd. 27, S. 198 (1882).
J. Y. Johnson, New and very rare Fish from the medi-
terranean, ebenda, Bd. 26, S. 453 (1882).
P. Döderlein beobachtete in den letzten Jahren im
Mittelmeer Cybium Veranyi Död., Lobotes autorum G., Caranx
carangus C. V., Molva vulgaris Fl., Pimelepterus Boscii Lac.
als Eindringlinge aus dem atlantischen Ocean. Naturalista Si-
ciliano, Jahrg. 3, S. 81 — 86. — Derselbe beobachtet bei Pa-
lermo Physiculus Dalwigki, Serranus alexandrinus, Scarus cre-
tensis. Bull. Soc. Sc. Econ. Palerma No. 16, März 1882; und
über die sicilianischen Epinephelus Giorn. Sc. Econ. N. Palermo,
Bd. 15, S. 1—96, 5 Taf.
P. Döderlein, Manuale Ittiologico del Mediterraneo,
Fase. 1 , Elusmobranchi selacoidei, worüber eine Besprechung
in Naturalista siciliano J. 1, S. 43 - 45 (Juni 1882) von Riggio.
L. Fasciolä behandelt einige Formen im Naturalista
Siciliano Bd. 1 — 3.
G. L. Faber „the Fisheries of the Adriatic and the fish
there of" hauptsächlich den practischen Theil berücksichtigend;
in der Liste der Fische sind 382 Arten unter Zufügung der
einheimischen Namen und biologischer Notizen aufgezählt, wobei
66 Süsswasserfische; fünf Arten sind exclusiv adriatisch (Trygon
thalassia, Cantharus brama, Gobius Knerii, quadrivittatus.
in der Ichthyologie während des Jahres 18c!3. 465
Pleuronectes italicus), 31 gelten als Irrgäste, bis Euglaud ver-
breiten sich 24 Siisswasser- und 126 Seefische. 292 S., Illustr.
(Netze, Landschaften), London. 4".
G. Kolombatovics, Pesci delle acque di Spalato, 1881;
deutsch: Fische der Gewässer von Spalato und überhaupt des
adriatischen Meeres, 1882. — Derselbe: Mammiferi, Rettili cd
Anfibi della Dalmatia e Pesci rari e nuovi, 1882 (35 S.).
Steindachner und Kolombatovicz beschreiben Blennius
und Gobius von Dalmatien. Anzeiger der k. Akad. d. Wiss.
Wien 1883, S. 212.
Osteuropa. M. A. Bart, Notizen über Fische, welche im
Prut von seinen Quellen bis zum Delatyn vorkommen, Kosmos,
Zeitschr. d. poln. Natf. Ges. Kopernicus, 1882, S. 27—30,
(10 Arten) polnisch, und desgleichen über die Fauna des
Dniestr (49 Arten), ebenda, S. 108—116, 222—228.
N. A. Warpachowsky, Ichthyol. Fauna des Flusses
Klein -Kokschaga im Gouvernement Kasan (russisch), Beilage
No. 63 zu den ProtocoUen d. Naturf. Ges. Kasan, 14 S.
Afrika. D. Vinciguerra erkennt unter 35 auf der Yacht
„Corsaro" bei Madeira und den Canaren gesammelten Fisch-
arten sechs, die nicht im Mittelmeer vorkommen; Liste mit
kritischen Bemerkungen. Ann. Mus. Civico Genova, Bd. 18,
S. 607—620.
A. Milne-Edwards erstattete der Societe de Geographie
einen Bericht über die Expedition des „Talisman", die im Juni-
August 1883 zur Erforschung des Atlantischen Oceans westlich
von Marocco bis zu den Capverdischen Inseln und der Sargasso-
See ausgeführt wurde. Die Anwendung von Netzen mit Streif-
tauen statt der Dredge mit Schneide lieferte unvergleichlich
mehr Fische als früher. In 1000 — 1500 m. wurden bei Marocco
angetroflfen Bathynectes, Coryphaenoides, Malacocephalus, Bathy-
gadus, Argyropelecus, Chauliodus, Bathypterois, Stomias, Mala-
costecus, Alepocephalus. Weiter südlich in 2300 m. Tiefe
Melanocetes Johnson!, Bathytroctes , Halosaurus etc. Zwischen
Senegal und Cap Vert bei 3210 — 3655 m. ausserdem Bathy-
nectes, Synaphobranchus, Myrus, Aristeus. Enorme Mengen von
Malacocephalus leben in 450 — 600 m. bei St. Antoine (Capverd.
Ins.). Bei den Azoren in 1250 m. grosse Aristeus, und in 4060
bis 4415 m. noch reichliche Thiere, darunter grosse Macrurus,
466 I^^r- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Scopelus, Melanocetus. Bull, hebdom. de l'Assoc. scieut. de
France, 16. u. 23. Doc. 1883.
A. T. de Rochebrune, Fauue de la Senegambie, les
Poissons, Von 240 littoralen Arten sind 87 ausschliesslich
westafrikauisch , 67 gehen nordwärts bis nach Madeira, den
Canarischen Inseln oder zum Mittelmeer, nur sieben sind ame-
rikanisch, 79 besitzen weitere Verbreitung, häufiger sind dar-
unter Typen des indischen Archipels als amerikanische. Die
verschiedenen Flüsse haben wesentlich dieselben Fischarten;
unter den 92 Süsswasserspecies des Gebiets sind nur acht auf
den Gambia beschränkt, diese Fauna ist ausserdem der des
übrigen Afrika so ähnlich, dass keine eigenthümliche senegam-
bische Provinz sich abscheiden lässt. Eine Zahl von Hai- und
Rochenarten haben sich als Süsswasserbewohuer erkennen lassen,
die im Meere nicht gefangen werden. — Actes de la Soc. Linn.
Bordeaux, Bd. 36, S. 23 — 191; auch selbstständig erschienen
(wonach unten die Seitenzahlen citirt), 6 col. Taf.
Sauvage zählt 14 Congo-Fische, welche Balay ihm sandte,
auf im Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 160.
D. Vinci guerra beschreibt vier Arten (Haplochilus , Di-
scognathus und Dillonia) aus Aequatorial - Afrika. Ann. Mus.
Civ. Genova, Bd. 18, S. 691—703.
0. Taschenberg. Von Sokotra wurden acht bekannte
marine Arten von Riebeck eingesandt. Von Süsswasserfischen
liegt nur eine Handzeichnung Schweinfurth's vor, die vielleicht
einen Cyprinoiden darstellt. Beiträge zur Fauna der Insel
Sokotra. Zeitschr. f. ges. Naturw. Bd. 46, S. 169.
Asien. A. Bunge verzeichnet von der Lena -Mündung in
einer vorläufigen Notiz fünf Coregonus- Arten (nur einheimische
Namen), drei andre Salmoniden, Lota vulgaris, Cottus quadri-
cornis?, Esox lucius, Perca fluviatilis, Gadus sp., Platessa sp.,
drei Acipenser (Cyprinoiden fehlen). Bull. Acad. imp. des Sc.
St. Petersb., Bd. 28, S. 532-4.
Leonhard Stejneger beobachtete auf der Bering-Insel
Gasterosteus pungitius und cataphractus, Salmo callarias, Ouco-
rhynchus lycaodon, sanguinolentus, proteus und den „Bajdarsik".
Proc. U. S. Nat. Museum, Bd. 6, S. 65.
F. Steindachner und L. Döderlein beginnen eine Be-
schreibung der japanischen Fauna nach den Sammlungen von
Döderlein und einigem sonstig ihnen zugänglichen Material.
in der Ichthyologie währeml des Jahres 1883. 46'7
Die Redaction besorgte St., als Autorität für. die meisten der
ueuen Arten gilt indess Död. Die „Beiträge zur Kenntniss der
Fische Japans I" bringen die Berycidae und Percidae, 37 Arten
mit 7 Tafeln, No. II Percidae (Scbluss), Sparidae, MuUidae,
Squamipinnes, Hoplognathidae, Teuthidae, Cirrhitidae, Pemplie-
ridac, Polynemidae, Embiotocidae, Sciaenidae, Sphyraeuidae,
Trichiuridae, Acronuridae, 58 Arten mit 7 Taf. 8 neue Gat-
tungen. Denkschriften d. Akad. d. Wiss. Wien, Bd. 47, Abth. 2,
S. 211—242 u. Bd. 48, S. 1—40. Vorl. Notiz im Anzeiger d.
k. Akad. d. Wiss. 1883, S. 49, 50, 123, 124.
H. E. Sau vage zählte in einer Sammlung von T. Steen-
ackers aus dem grössten Süsswasser-See Japans, dem Biwa-See,
27 Arten, darunter 7 neue (Tribolodon n. g.) ; 1 Plecoglossus,
4 Siluridae, 2 Oncorliynchus (lycaodon und Scoulcri), 19 Cypri-
niden, 1 Gobius. Bulletin de la Societe Philomatique de Paris
(Ser. 7), T. 7, S. 144-150.
Shirano Ka-un liess in zwei Heften ein japani-
sches Werkchen erscheinen: Uebersicht der Thierarten des
Kagoshima Meeres [südlichstes Japan]; in Heft 1 werden
132 Fische, in Heft 2 128 Fische, 40 Crustaceen und Cephalo-
podeu und nochmals 24 Fische besser als in älteren Werken
in schwarzen Holzschnitten, je zwei auf einer 8 °- Seite, ab-
gebildet; der Text beschränkt sich auf wenige Seiten der Vor-
rede. 1883. Herausgegeben von dem Industrie-Zweigamte des
Bezirks Kagoshima.
H. E. Sau vage führt in einem „Catalogue des poissons
recueillis par M. E. Chantre pendant son voyage en Syrie,
Haute-Mesopotamie, Kurdistan et Caucase" 32 Arten von Süss-
wasserfischen auf, worunter sieben neu. Bulletin de la Societe
Philomathique de Paris (7) Bd. 6, 1881—82, S. 163—168.
L. Lortet beschreibt hauptsächlich nach seinen eignen
Sammlungen die Fische der Binnengewässer Syriens, die in
zahlreichen Abbildungen dargestellt werden; die Gattungen
(Artenzahl in Klammern) sind folgende: Blennius (3), Mugil
(4), Chromis (7), Hemichromis (1), Ciarias (1), Discognathus
(1), Capoeta (6), Barbus (2), Phoxinellus (2), Leuciscus (2),
Rhodeus (1), Alburnus (2), Nemachilus (4), Cyprinodon (3),
Anguilla (1). Angehängt ist eine Liste von 24 Süsswasser-
fischen, welche von E. Chantre 1881 in Syrien gesammelt und
durch Sauvage bestimmt wurden. Poissons et Reptiles du Lac
468 !''■• F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
de Tibiriade et de quelques autres parties de la Syrie. Ar-
chives du Mus. d'Hist. nat. de Lyon, T. 3, S. 129 — 186; Auszug
iu: Revue Sc. Nat. Montpellier (3) T. 2, 1883, S. 608—609.
D. Vinciguerra erhielt eine Sammlung von Fischen des
Irawaddi (bei Minhla 20 ° N. Br,), 20 Arten, von denen Tetro-
don cutcutia für den Irawaddi neu. Appunti itt. V, Ann. Mus.
Civ. Genova, Bd. 18, S. 651—660.
A. Haly verzeichnet den durch Exemplare des Colombo-
Museum constatirten Zuwachs der indischen Fauna, als Nachtrag
zu Day's „Fishes of British India: Branchiostoma lanceolatum
Pall, Rhinodon typicus Smith (23 Fuss 9 Zoll lang), Diodon
maculatus Gth., Chilinus undulatus Rüpp., Xiphochilus robustus
Gth., Peristethus sp. Ann. of Nat. Hist. (5), Vol. 12, S. 48—49.
H. D. Sauvage giobt eine Liste über eine Sammlung des
Dr. Harmand aus dem Me-Nam in Slam, 70 Arten, 3 neue
Cypriniden, 2 neue Siluriden). Bull. Soc. Philomath. de Paris
(7) Bd. 7, S. 150—155.
Neuguinea und Australien. Ch. W. De Vis erhielt eine
Sammlung Seefische von Neubritannien, Neu -Irland, Api und
den Duke of York-Inseln, die bekannten Arten (15) aufgezählt,
und die neuen (30) Arten und Gattungen, Harpage (Berycide),
Nesiütes (Labride), Trachycephalus (Scleroderm) beschrieben.
Proceed. Linn. Soc. of New South Wales, Bd. 8, S. 445—457.
W. Maclay, Contribution to a knowledge of the Fishes of
New Guinea No. 4. Die neueren Sammlungen stammen von
der Küste etwas mehr westwärts als Port Moresby, bis zur
Hood Bay und dem Papua-Golf, einiges Material aber auch von
den d'Entrecasteaux-Inseln; die Zahl der von Neu-Guinea durch
Goldie zurückgebrachten Arten steigt dadurch von 274 auf 405 ;
20 neue Species. Ebenda, S. 252—280.
Derselbe: Ein neuer Mugilide [Aeschrichthys, gen. et sp.
n.]. Ebenda, S. 2—6.
Derselbe, Notes on a Collection of Fishes from the Bur-
dekin and Mary Rivers. In der Mündung des Mary und Bur-
dekin R. (tropisch) bis 15 engl. Meilen aufwärts noch viele
Seefische, im B. R. 200 Meilen aufwärts echte Süsswasserfische
(15 Arten) aus den Gattungen Apogonichthys, Oligorus, The-
rapon (5), Centropogon, Eleotris, Atherinichthys , Neosilurus,
Copidoglanis, Arius, Belone, Ceratodus; Fische, die namentlich
im Süsswasser leben, aber doch zuweilen in der See gefunden
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 469
werden (7), gehöron zu den Gattungen Mugil, CLatoessus, Me-
galops und Anguilla. Ebenda S. 199—213.
De Vis, Descriptions of New Genera and Species of
Australian Fishes (12 Arten, 2 Gattungen, Dactylopliora und
Lerne). Ebenda S. 283—289.
E. P. Ramsay, Description of some [4] new Australien
Fishes. Ebenda S. 177—179.
F. St ein dachner, die Ichthyologischen Beiträge XIII,
enthalten 9 neue Arten von Südaustralien. Anzeiger d. k.
Akad. d. Wiss. Wien 1883, S. 194 (ausserdem je eine chine-
siche und westafrikanische Art).
J. E. Tension-Woods, Fish and Fisheries of New South
Wales. 1882. Sidney. 8". 213 S. u. 45 Taf. — Derselbe
bringt in seiner Natural History of N. S. Wales, 1882, S. 38
bis 41 Notizen über Fische.
A. H., Rare Fishes [of New Zealand]. New Zeal. Journ.
Sc. Vol. 1, No. 10, S. 465—466.
Nordamerika. David S. Jordan, and Ch. H. Gilbert,
Synopsis of the Fishes of North America, 1882. (Erschienen
1883) .= Bulletin of the United States National Museum No. 16.
LVI und 1018 Seiten. Das umfangreichste und wichtigste Werk
dieses Jahres. Der Druck begann bereits 1879, so dass viel-
fache Nachträge erforderlich wurden, die aber fast sämmtlich
im systematischen Register berücksicht sind (ausgenommen die
auf S. 973 und 974). Die Anzahl der behandelten Arten be-
läuft sich auf 1483, in 512 Gattungen vertheilt; beiläufig wer-
den ausserdem noch Species, die aus den Nachbargebieten
bekannt sind, sammt kurzen Diagnosen aufgeführt (mexikanische
Cyprinodonten , uordasiatische Agonidae). Zahlreiche Schlüssel
erleichtern die Uebersicht, die durch möglichste Kürzung der
Synonymie vermehrt wird. Die Gattungen sind minder zer-
splittert, als dies in der amerikanischen Litteratur sonst üblich
war, ihre Namen weichen aber zum grossen Theil von den in
den europäischen Werken gebräuchlichen in unbequemer Weise
ab; das alphabetische Register berücksichtigt beide Bezeich-
nungen. Die Zusammenfassung der ganzen höchst unübersicht-
lichen amerikanischen Litteratur und zwar unter gleichzeitigem
Studium des reichen Materials der amerikanischen Museen in
der vorliegenden Synopsis wird von allen Ichthyologen mit
Freude begrüsst werden, war es doch selbst Günther's Eifei-
470
Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
unmöglich gewesen sich überall durchzufiuden, sodass sein Werk
uns auf diesem Gebiete des öfteren (Cypriuidae) im Stiche Hess.
Möge bald eine bildliche Darstellung der amerikanischen Fisch-
fauna, wie sie den reichen in Amerika verfügbaren Geldmitteln
wohl möglich ist, das Werk vervollständigen.
Die neuen Gattungen und Arten sind im systematischen
Theil aufgenommen worden, desgleichen einige wichtigere son-
stige Einzelheiten. Alles, was das Buch an Neuem bietet, auf-
zuführen, müssen wir uns bei dem Umfange der Arbeit versagen.
Beiträge zu derselben sind übrigens den Verfassern von allen
namhaften americanischen Ichthyologen zu Theil geworden.
Die nachstehende Liste der Familien soll das gewählte System
und die Natur der Fauna zu gleicher Zeit veranschaulichen;
die Zahlen hinter den Familiennamen geben die vorhandenen
Arten, die eingeklammerten die der Gattungen an.
Classe I.
Cirrostomi.
Leptocardii.
B
C
D
Classe II. Marsipobranchii.
Hyperotreta.
My.xinidae 1.
Bdellostomatidae 1 .
Hyperoartia.
Petromy/.ontidae (s) 10.
Classe III. Elasmobranchii.
Squali.
Scymnidae (2) 2.
Spinacidae (3) 3.
Seylliidae (2) 3.
Carchariidae (s) 14.
Sphyrnidae (1) 2.
Alopiidae 1.
Odontaspididae 1.
Lamnidae (3) 3.
Cetorhinidae 1.
Cestraciontidae 1 .
Notidanidae (2) 2.
Squatinidae 1.
E. Rajae.
Pristidae 1.
Rhinobatidae (l) 4.
Toipedinidae (2) 3.
Rajidae (1) 13.
Trygonidae (3^ 9.
Myliobatidae (3) 4,
Cephalopteridae 1 .
F. Holocei)hali.
Chimacridae (1) 2.
Classe IV. Pisces.
G. Sclachostomi.
Polyodontidae 1 .
H. Glaniostomi.
Acipenseridae (2) 6.
I. Ginglymodi.
Lepidosteidae (1) 3. .
J. Halecomorphi.
Amiidae 1.
K. Nematognathi.
Siluridae (7) 30.
L. Eventognathi.
Catostomidae (lo) 59.
Cyprinidae (45) 269.
Characinidae 1.
M. Isospondyli.
Alepocephalidae 1.
Albulidae 1 .
Hyodontidae (l) 3.
Elopidae (2) 2.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883.
471
Clupeidae (6) 15.
Dorosomatidae (l) 2.
Engraulididae (l) 6.
Alepidosauridae (l) 3.
Paralepididae (l) 3.
Scopelidae (2) 6.
Sternoptychidae 1.
Chauliodontidae 1 .
Stomiatidae (4) 4.
Salmonidae (l3) 42.
Percopsidae 1.
N. Haplomi.
Aml)lyopsidae (3) 5.
Cyprinodontidac (9) 51.
Umbridae (2) 2.
Esocidae (l) 5.
0. Apodes.
Muraenidae (l) 5.
Anguillidae (10) 17.
Synaphobranchidae 1.
Saccopharyngidae 1.
Nemichthyidae (l) 2.
P. Opisthomi.
Mastacembehdae 1.
Notacanthidae (1) 2. ,^
Q. Synentognathi.
Scomberesocidae (7) 22.
R. Lophobranchii.
Syngnathidae (1) 11.
Hippocampidae (1) 6.
S. Hemibranchii.
Centriscidae 1.
Fistulariidae (l) 2.
Aulostomatidae 1.
Aulorhynchidae 1 .
Gasterosteidae (2) 8.
T. Acanthopteri.
Mugilidae (1) 2.
Atherinidae (6) 13.
SphjTaenidae (l) 4.
Polynemidae (1) 3.
Ammodytidae (1) 3.
Echeneididae (4) 5.
Elacatidae 1 .
Xiphiidae (3) 4.
Trichiuridae (2) 2.
Scombridae (6) 14.
Caiangidae (ll) 31.
Pomatomidae 1.
Nomeidae 1.
Stromateidae (2) 4.
Lamprididae 1 .
Coryphaenidae (l) 2.
Bramidae (2) 2.
Zenidae 1.
Berycidae (2) 2.
Aphredoderidae 1 .
Elassomatidae 1.
Ccntrarchidae (10) 38.
Percidae (18) 70.
Serranidae (12) 35.
Priacanthidae (l) 2.
Sparidae (l 4) 43.
Apogonidae (l) 4.
Mullidae (2) 2.
Sciaenidae (14) 27.
Gerridae (l) 6.
Embiotocidac (lO) 18.
Labridae (lO) 16.
Cichlidae (1) 2.
Pomacentridae (3) 7.
Ephippidae 1 .
Chaetodontidae (2) 6.
Acanthuridae (l) 4.
Trachypteridae 1.
Icosteidae (3) 3.
Latilidae (2) 3.
Trichodontidae 1.
üranoscopidae (l) 2.
Opisthognathidae (2) 3.
Gobiidae (13) 24.
Chiridae (7) 11.
Scorpaenidae (4).
Cottidae (20) 74.
Agonidae (7) 12.
Triglidae (4) 10.
Liparididae (3) 13.
Cyclopteridae (3) 4,
472 Dr. F. Hilgendorf: Bei*icht über die Leistungen
Gobiesocidae (l) 4. Pleuronectidae (18) 50.
Batrachidae (2) 4. V. Pediculati.
Blenniidae (24) 57. Lophiidae 1.
Lycodidae (6) 17. Antennariidae (3) 4.
CoDgrogadidae 1. Ceratiidae (4) 5.
Fierasferidae 1. Malthidae (3) 4.
Ophidiidae (2) 7. W. Plectognathi.
Gadidae (12) 27. Ostraciidae (l) 3.
Chiasmodontidae 1. Balistidae (3) 10.
Macruridae (2) 4. Tetrodontidae (5) 13.
U. Heterosomata. Orthagoriscidae (3) 3.
Einige Abänderungen sind später noch erfolgt in den Proc. ü.
S. N. Mus. Bd. 5, S. 580-620 z. Th., 648, Bd. 6, S. 110,
142, 188, 208.
D. S. Jordan untersuchte eine grössere Zahl von Typen
amerikanischer Arten in europäischen Sammlungen, wodurch
auch Correkturen und Zusätze für die Synopsis Fish. N. A.
möglich wurden. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia, 1883,
S. 281—293.
G. Brown Goode und Tarl. H. Bean berichten über
die ichthyologischen Resultate der wissenschaftlichen Expedition
des „Blake" unter Agassiz 1880. Die Schleppnetz -Ausbeute
ergab auf dem Terrain östlich von der nordamerikanischen
Küste bis zu den Bermudas -Inseln hin und vom 32° — 4174"
N. Br. im Ganzen 52 Arten, die aus 44 — 1632 Faden Tiefe
stammen. 17 neue Arten, wobei 7 neue Gattungen. (Die Se-
lachier beschrieb Garman im Vol. VIII, No. 4.) Bull. Mus.
Compar. Zool. Bd. 10, No. 5 (XIX), S. 183—226.
Th. Gill beschrieb (z. Th, in Gemeinschaft mit Ryder)
die neuen Arten der Tiefseefische, welche der „Albatross" 1883
im Atlantischen Ocean zwischen 38 — 42" N. Br. und 66 — 70"
W. L. erbeutete (18 n. Arten, 8 n. Gen.). Proc. U. St. Nat.
Mus., Bd. 6, S. 253—273.
W. A. Stearns macht einige Mittheilungen über ökonomisch
wichtige Fische von Labrador. Ebenda, Bd. 6, S. 123
bis 125.
Tarl. H. Bean hat nach dem Material des U. S. National
Museum eine Liste im Norden der Beringsstrasse lebender
Fische zusammengestellt, 21 Arten, 9 andre werden ohne Beleg
aufgeführt; Abbildungen von Coregonus Merckii var. und von
in dei" Ichthyologie während des Jahres 1883. 473
Salvelinus malma. Cruise of the Revenue -Steamer Corwin in
Alaska and the N. W. Arctic Ocean in 1881. Schriften des
47. Congress, House of Representatives, 1883, S. 118 — 120.
E. D. Cope fand im Batsto River (N. Jers.) 12 Fisch-
arten, darunter einen neuen Amiurus. Proc. Acad. Nat. Sc.
Philadelphia, 1883, S. 132—133.
Derselbe beschreibt die Fauna von acht Seen des west-
lichen Theils vom Great Basin (Oregon, Nevada, Californien) ;
der südlichste, Pyramid Lake, besitzt unter 7 Arten 6 eigene
(Siphateles n. g,); 7 neue Arten. Zwei Salmoniden, S. purpu-
ratus und malma, ein Cottide, sonst nur Cypriniden und Catos-
tomiden. Ebenda, 1883, S. 134—167.
D. S. Jordan, Report on the Fishes of Ohio. Rep. Geol.
Survey Ohio, Zool. Bot. IV, S. 735—1000. 1882.
D. S. Jordan und J; Swain sammelten 25 Arten im
Gebiet des Cumberland- Flusses, Kentucky, drei neue Pereiden.
Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 248—251.
Jordan und Gilbert beschreiben die von Gilbert bei
Charleston, S. Carolina, gesammelten Fische (123 Arten), 20
davon früher nur südlicher (Westindien) bekannt, zwei neu,
einige der Notizen schon in den Nachträgen der Synopsis.
Ebenda, Bd. 5, S. 580—620, und geben eine Liste von 18
Arten, die bei Pensacola, Florida, im Magen des Lutjanus
Blackfordi gefunden wurden. Ebenda, Bd. 6, S. 143.
Rosa Smith erhielt 25 Fischarten an der Küste Nieder-
kaliforniens (Todos Santos), worüber kurze Notizen. Ebenda,
Bd. 6, S. 232—236.
Mittel- und Südamerika. J. von Kennel schildert das
Thierleben des Süss- und Brackwassers auf Trinidad; zwei
Panzerwelse (Plecostomus sp. u. Callichthys sp.) werden erwähnt
und ein kleiner besonders im Hochzeitskleide schön gezeichneter
Cyprinodont wegen der Lebenszähigkeit für Aquarien empfohlen.
Biologische und faunistische Notizen aus Trinidad, Arbeiten
des zool.-zoot. Instituts in Würzburg, Bd. VI.
Dav. S. Jordan und Ch. H. Gilbert beschreiben unter
96 Arten von Panama und den benachbarten Perl -Inseln 15,
die bisher von dort nicht bekannt, 3 oder 4 neue; meist durch
Bradley gesammelt für das Yale College. Pr. U. S. Nat. Mus,,
Bd. 5, S. 620 — 632. — Dieselben Autoren hatten bereits im
474 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Vorjahr vier Sammlungeu aus dem mexicauiscbeu Stillen Ocean
beschrieben, enthaltend: 16 Arten von Colima, 13 und 41 von
Panama, 14 von Cap San Lucas. Ebenda, Bd. 5, S. 371
bis 382.
F. Steindachner liefert „Beiträge zur Kenntniss der
Flussfische Südamerikas. IV," worin 1. die Sammlung des
Dr. A. StUbel (Mus. zu Dresden) aus dem HuUaga und dem
anstossenden Theil des Amazonenflusses mit 55 Arten bearbeitet
wird, die Namen der Quichua- Sprache und der spanischen
Peruaner sind beigefügt, 2. die Stolzmann'sche Ausbeute aus
dem Rio de Huambo (im Warschauer Museum aufbewahrt),
3. Siluroiden und Characiniden aus Ecuador (Canelos) und dem
Amazonenstrom. Denkschr. d. Kais. Akad. d. Wiss. Wien, Bd.
XLVI, 7 Taf, 44 Seiten, 1882 (erschien 1883, aber vorläufige
Notizen im „Anzeiger" der Akad. bereits 1882).
Decio Viuciguerra erstattet einen vorläufigen Bericht
über die Fischfauna Patagoniens und von Staten - Island , in;
Rapporto del tenente G. Bove al Comitato Centrale per le
Esplorazioni antartiche, 27 S.
H. E. Sauvage beschreibt 10 neue Arten des Pariser
Museums aus verschiedenen Lokalitäten. Bull. Soc. Philomath.
Paris Bd. 7, S. 156.
Fossils rische.
Wir beschriinken uns darauf, die Titel der einschlägigen Arbeiten
anzugeben , nur in vereinzelten Fällen werden wir uns einige sachliche
Notizen gestatten.
F. Bassani. Descrizione dei Pesci Fossili di Lesina accompagnata
da appunti su alcune altre Ittiofauna Cretacee. 16 Taf. Denkschr. k.
Akad. Wiss. Wien Bd. 45, Abth. 2, S. 195 — 288. 1882.
Derselbe: I Pesci attraverso le ere geologichc. Bull. Soc. Ven.-
Trent. T. 2, No. 3, S. 116—117.
E. W. Clav pole, Note on a large Fish-plate from the Upper
Chemung (?) beds of Northern Pennsylvania 1 PI. Proc. Amer. Phil.
Soc, Vol. 20, No. 113, S. 664—666.
E. D. Cope. On a new extinct genus and species of Percidae from
Dakota Territory. Amer. Journal of Science (Silliman) (3) Vol. 25,
S. 414—416.
Derselbe: A new Chondrostean from the Eocene. Amer. Natu-
ralist, Vol. 17, Nov. p. 1152-1153.
Derselbe: On the fishes of the recent and pliocene lakcs of the
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 475
western part of the Great Basin, and of the Idaho pliocene lake. — Die
fossilen Funde im Westen schlicssen sich ziemlich eng an die lebenden
Formen an ; die im Idaho - Becken entfernen sich mehr ; eine Raja ist als
Süsswass erform und Reste von Cobitiden deshalb merkwürdig, weil diese
heut zu Tage in Amerika fehlen. Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1883,
S. 134—167.
Derselbe: Fourth Contribution to the History of the Permian For-
mation of Texas. Fische S. 628 — 629. Proc. Amer. Philos. See. Bd. 20.
Derselbe: Permian Fishes and Reptiles. Proc. Acad. Nat. Sc.
Philad. S. 69 und: on some Vertebrata from the Permian of Illinois,
ebenda S. 132—133.
J. Cornuel. Nouvelle note sur les Pycnodontes portlandiens et
neocomiens de Test du bassin de Paris et sur les dents binaires de plu-
sieurs d'entre eux. 2 PI. Bull, ge'ol. France, T. 11, S. 188 — 190.
W. Dam es. Ueber eine tertiäre Wirbelthierfauna von der westhchen
Insel des Bicket-el-Qarun in Fajum. Fische S. 135 — 153, Taf. 3. Sitzb.
Ak. W. Berlin 1883.
Derselbe: Ueber Ancistrodon Debey. Zeitschr. d. Deutsch. Geol.
Ges. S. 655—670, 1 Taf.
J. W. Davis, On the Fossil Fishes of the Carboniferous Limestonc
Series of Great Britain. Trans. R. Dublin Soc. (2) Bd. 1, S. 327—600,
Taf. 42-65.
Derselbe: On some Fossil Fish-Remains found in the Upper Beds
of the Yoredale Series at Leybuvn in Yorkshire (ßrit. Assoc). Nature,
Bd. 28, S. 577 — 578.
A. Gaudry. Les Enchamements du Monde Animal dans- les temps
geologiques. Fossiles primaires. Paris 1883, 8° (Fische S. 218 — 250)
Holzschn.
H. B. Geinitz. Die sogen. Koprolithcnlager von Helmstedt etc.
Abh. Ges. Isis, 1883, S. 3—9, Taf. 1, S. 37—45, Taf. 2.
A. Günther. Note on a Fish - palate from the Sivaliks [Arius ?]
2 Woodc. Records Geol. Survey India, Vol. 14, S. 240.
A. Jentzsch. Ueber die fossilen Fischreste des Provinzialmuseums.
Schriften Phys. Oekon. Ges. Königsberg, Jahrg. 24, S. 38 — 40.
A. V. Konen, Beitrag zur Kenntniss der Placodermen des Nord-
deutschen Oberdevons. Abhandl. d. k. Ges. d. Wissensch. Göttingen. 4".
41 S., 4 Taf.
L. G. de Koninck, Notice sur la distribution geologique des fos-
siles carbonifcres de la Belgique. Bull. Mus. H. N. Belg. Bd. 2, S. 253
bis 285.
D. Kramberger. Vorläufige Mittheilungen über die aquitanische
Fischfauna der Steiermark. Verhandl. k. k. Geol. Reichsanst. 1882.
16, Jahrg., S. 27-29.
Arch. f. Natuvgesch. L. Jahrg. 2. Bd. FF
476 Dr. F. Hilgendorf; Bericht über die Leistungen
Derselbe: Ueber fossile Fische der südbaierischen Tertiärbildungen.
Verhandl. k. k. geol. Reichsanst. 16. Jahrg. 1882, No. 13, S. 231—235.
D. Kramberger-Gorjanovic, Die jungtertiäre Fischfauna Croa-
tiens, 1. Theil. Beitr. z. Paläontol. Oesterr. -Ungarns von Mojsisovics u.
Neumayr, Bd. 2, Heft 3, S. 86 — 88. 2. Theil ebenda Heft 4, S. 89
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M. Schlosser, Die Fauna des Kelheimer Diceras-Kalkes, Palaeonto-
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Th. Stock, On the structure and affinities of the genus Tristychius
Ag. 1 Taf. Ann. of Nat. Hist. (5), Vol. 12, S. 177—190.
R. H. Traquair, Notice of New Fish Remains from the Blackband
Ironstonc of Borough Lee, near Edinburgh. Geol. Mag. (2) Bd. 10,
S. 542—544.
J. F. Whiteaves, Recent Discoveries of Fossil Fishes in the
Devonian Rocks of Canada. Amcr. Naturalist, Vol. 17, S. 158 — 164.
H. S. Williams, Note on some Fish -Remains from the Upper
Devonian Rocks in New York States. Proc. Amer. Assoc. Adv. Sc.
1881 Cincinnati, S. 192 — 193.
Systematik.
Acanthopteri.
Percidae. Jordan und Gilbert vereinigen die Etheostomatidae mit
den Percidae, und zwar mit den Porcina Günther's; sie stellen von letz-
teren die Gattungen Labrax und Centropomus nebst Verwandten zu ihren
Serranidae. Synopsis Fish. North America.
Percalabrax japonicus C. V., Beschreibung und Abbildung des Jungen,
Steindachner und Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 228,
Taf. 4, Fig. 3.
Megaperca ischinagi Hilgd. , Abbildung des jungen Fisches, Stein-
dachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 228, Taf. 3,
Fig. 3.
Etelis, zu dieser Gattung gehören Serranus oculatus Schi. (= E. car-
in der Ichthyologie ■während des Jahres 1883. 477
bunculus C. V. ?) und Anthias berycoides Hilgdf. , let/ierer abgebildet.
Stcindachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 223,
Taf. 4, Fig. 1,
Th. Gill begründet die von Poey für die Gattung Ccntroi)omus vor-
geschlagene eigne Familie Centropomidae durch osteologische Charaktere,
Leistenbildung auf dem Hinterkopf, Form der Parietalsinus etc. Proc. U.
S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 484.
Boleosoma Susanae Jordan u. Swain, ähnlich nigrum, Kopf nackt,
L. 1. 45, Cumberland-Fl. (Kentucky), Pr. U. S. N. Mus. Bd. 6, S. 249,
Cottogaster Putnami für C. tesselatus Putn. ncc Dekay, Jordan u.
Gilbert, Synops. Fish. N. Amer., S. 498.
Hadropterus scierus J. Swain, ähnlich nigrofasciatus, Kiemenmem-
branen mit breiter Verbindung, L. I. 65, Indiana, 6 M. nördlich von
Bloomington, Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 252.
Etheostoma cumherlandicum Jordan u. Swain, nahe flabellarc, Kopf
dick, Kentucky, ebenda, S. 251.
Poecilichthys Builencmus Hay (in Jord. u. Gilb., Synopsis S. 519) =
Baratti Holbr. , Jordan u. Gilbert, Synopsis Fish. N. Amer. S. 973, u.
Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 599.
Poecilichthys sagitta Jordan und Swain, Kopf lang, nackt, D. 10/l3,
A. 1/10, L. 1, 68 (48), Kentucky (Wolf Creek) , Pr. U. S. Nat. Mus.,
Bd. 6, S. 250,
Aprion ariommus Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 6,
S. 142. Florida, L. 1. ca. 70.
Anthias margaritaceus Hilgd., das 2 ohne verlängerte Strahlen, Abb.
des Männchens. Stcindachner und Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien,
Bd. 47, S. 225, Taf. 3, Fig. 1. A. japonicus Död. ebenda S. 227, Taf. 3,
Fig. 2. — Anthias, ilioz-ioni W. Macleay, D. 10/17, L, 1. 40, Pitt Bay
(Neu-Guinea), Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8, S. 253.
Creolus (für Serranus fureifer C. V.), Jordan u. Gilbert, Synopsis
Fish. N. Amer. S. XXXVI, später eingezogen, weil synonym mit Paran-
thias Guich., S, 973.
Serranus, Die sechs zur Gruppe Cerna gehörigen , bei Sicilien vor-
kommenden Arten revidirt P. Döderlein , S. (Cerna) acutirostris var. nov.
lata Död., S. 243, Taf. 3, Fig. 2 und S. (C.) chrysotaenia D., S. 268,
Taf. 2, Fig. 4. S. (C.) sicana ob neu?, Giorn. Sc. Ecom. N. Palermo,
Bd. 15, S. 168 — 259, Taf. 1 — 5, 1882. — Serranus alexandrinus C. V.,
hiermit synonym : Plectropomus fasciatus Costa und S. Costae Stcind.,
Vinciguerra, Ann. Mus, Civ, Genova, 1883, S. 492. Uebersicht der medi-
terranen Serranus- Arten ebenda S. 497. — Ueber die Färbung (im Leben)
von Serr.anus ongus, Mentzeli und ouatalibi. Sauvage, le Naturaliste, 1883,
S. 292. — Epinephclus galcus M. Tr., dazu syn. : Serr. itaira C. V. (nee
Lichtenst.) und S. quinquefasciatus Boc; Jordan, Pr. Ac. N. Sc. Philad.,
1883, Ö. 285.
478 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Serranus poecilonotus Schi. = brunneus Bl. var. , Abbildung beider
Formen. Steindachner u. Döderlein, Dcnkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47,
S. 230, Taf. 5. — Serranus perguUaius de Vis, D. 9/l4, A. 3/9, L. 1.
üb. 100, Neue Hebriden, S. cruentus (11/15, 3/8) Neu Britannien, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 445. — Serranus estuarius W. Macleay,
D. 11/14, A. 3/8, sehr ähnlich S. salmonoides. Mündung des Mary-R.
Ebenda, S. 200.
Döderleinia gen. nov. Steind. Form wie Mesoprion, Auge sehr
gross ; Zähne spitz in schmalen Binden im Zwischenkiefer, Vomer, Gaumen,
einreihig im Unterkiefer; Hundszähne fehlen. Vordeckel mit grossen Dornen
am Winkel und unteren Rande, Kiemendeckel mit zwei Stacheln, der
untere sehr lang. D. einfach, mit neun Stacheln. Schuppen massig gross.
Br. 7. — D. Orientalis Död. Tokio-Bai. Steindachner und Döderlein,
Dcnkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 237.
Mesoprion flavirosea\us\ L. 1. 52, Neubritannien, de Vis, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 446. — Mesoprion marginipinnis und sex-
fiiscialus W. Macleay, beide D. 10/13, A. 3/7, L. 1. 50, Normanby - Ins.
(Neu-Guinea) Süsswasser. Ebenda, S. 254, 255.
Genyoroge Macleayana Ramsay, North Head (Australien). Ebenda,
S. 178.
Lutjanus argentivittatus (Peters) Jord. u. Gilb., nur Schreibfehler für
L. argentiventris (P.) J. u. G. ; Jordan, Proc. Ac. N. Sc. Philad. 1883,
S. 285; L. incrmis Pet. verw. mit chrysurus, ebenda; L. vivanus ähnlich
dem jungen L. Blackfordi Gd. u. Bn., ebenda. — Die Färbung der lebenden
Lutjanus chrysurus, jocu, auroi-ubens und uninotatus beschreibt Sauvage,
le Naturaliste 1883, S. 292.
Labrncopsis n. g. Död. Von Pikea durch die zahlreichen spitzen
Zähne des Vordeckels unterschieden. L. japonicus Död., Steindachner und
Döderlein, Dcnkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 235, Taf. 6, Fig. 3.
Nach Steind. Untergattung von Pikea.
Pikea maculata Död. Steind. Ebenda S. 234, Taf. 6, Fig. 3. P.
lunulata Steind., Abb. ebenda Taf. 6, Fig. 2.
Pentaceros y(//;omc?w Död., D. 11/14, A. 5/9. Steindachner u. Dö-
derlein, Dcnkschr. Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 8, Taf. 5.
Pentaceropsin, ohne Vomerzähne, sonst wie Pentaceros, für Hi-
stiopterus recurvirostris Rieh, und labiosus. Ebenda S. 13, Abb. von
P. recurvir. Taf. 6.
Priacanthus supraarmatus Hilgdf. = japonicus C V. juv. Stein-
dachner u. Döderlein, Dcnkschr. Ak. W. Wien Bd. 47, S. 239. Abb.
von P. japonicus ebenda Bd. 48, Taf. 1, Fig. 1. — Die Färbung des
lebenden P. arenatus, Sauvage, le Naturaliste 1883, S. 293.
Apogon Suezii Sauvage, Suez, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 156.
Tef?acenii-um g. n. W. Macleay. Br. 6, Sammetzähne mit
grösseren äussern, auch Vomer und Palatinum bezahnt; D. einfach, A.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 479
mit vier Stacheln; Opcrcuhtm ohne Dorn, Praeoperciiluni mit doppeltem
gezähntem Rand; Schuppen gross, ziemlich leicht abfallend. T. apogo-
noides D. 9/lO, A. 4/9, L. 1. 30, tr. 4/7. Goldie- River (Neu- Guinea).
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 256.
JMalakichthys gen. nov. Död. Form wie Ambassis, beide D. dicht
beisammen, durch niedrigen Hautsaum verbunden, kein liegender Stachel
vor D. I, A. mit drei Stacheln. Vordeckel gezähnt, Kiemendeckel mit
zwei schwachen Spitzen. Kopfknochen zart, mit Hohlräumen, Auge gross.
Schmale Binden von Sammetzähnen in Kiefern, Vomer und Gaumenbein.
Kopf fast ganz beschuppt, Rumpfschuppen massig, gezähnt, leicht ab-
fallend. Br. 7. , Pseudobranchien vorhanden. Caeca pyl. wenige (4). —
M. griseus, Tiefsee Japans. Steindachner u. Döderlein , Denkschr. Ak.
W. Wien, Bd. 47, S. 240. Abb. ebenda Bd. 48, Taf. 2, Fig. 1.
Melanostovia n. g. Död. Nahe Pomatomus. Körper gestreckt,
comprimirt. Br. 7. Sammetzähne in schmalen Binden in beiden Kiefern
(oben jederseits ein, unten eine Reihe von Hundszähnen nach innen zu),
am Vomer und Palatinum. Vordeckel fein gezähnt, Operculum mit zwei
Spitzen. D. I mit neun Stacheln, D. II kurz, getrennt. Schuppen gross,
cycloid , am theilweis beschuppten Kopf fast unter der Haut verborgen.
Schwimmblase vorhanden. M. japonicum. Steindachner und Döderlein,
Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 5, Taf. 1, Fig. 2.
Anoplos banjos Rieh. Steindachner u. Döderlein, ebenda, S. 7,
Taf. 4, Fig. 1 juv.
Enneacanthus simulans (spotted Sunfish) bewohnt die tiefern Schichten
krautigen Wassers, frisst Schwimmkäfer, Mollusken, greift sich häutende
Krebse an. Abbott, American Naturalist, Bd. 17, S. 1254.
Mesogonistius chaetodon (Banded Sunfish), Holzschn., als Aquarium-
thier beliebt, bewohnt die Oberflächen verwachsener Wasserstellen, frisst
kleine Crustaceen und Insektenlarven (Chironomus) , laicht Mai oder Juni.
C. C. Abbott, ebenda.
Lepomis symmetricus Forbes, in Jordan und Gilbert, Synops. Fish.
N. America, S. 473.
Xenistius gen. nov. neben Xenichthys mit kürzerer weichstrahliger
Dorsalis (ll — 12 Strahlen) und Analis, Typus: X. californiensis Stein-
dachner, Jordan u. Gilbert, ebenda S. 920.
KuMia, zu diesem Genus wird gebracht Xenichthys xenurus, J. u. G.
(1881), Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. Nat. Mus. Bd. 5, S. 376 (1882).
Dules papuenaisW. Macleay, D. lO/ll, A. 3/ll, L. 1. 42. Goldie-R.
(Neu-Guinea), Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 257.
Pristipomatidae. Therapon iiasutus (D. 12/9, A. 3/8, L. I. 58), inter-
rupiiis (12/10, 3/8, 50) und chalyheus (12/10, 3/8, 60) aus Süsswasser auf
der Normanby -Insel, trimaculutus (13/11, 3/ll, 50) aus dem Goldie-R.,
W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 258-260. — The-
480 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
rapon fuliginosus, D. 12/13, Th. parviceps, D. 13/10, beide im Süsswasser
des Burdekin River. W. Macleay, ebenda S. 201.
Pomadasys [Pristipoma] brevipinnis Steind. und Microlepidotus in-
ornatus Gilb, nicht sjTionym, letzterer mit schuppenloser D. von 14 Stacheln.
Jordan u. Gilbert, Fr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 626. Pomadasys modestus
(Haemulon m. Tshudi) dazu sj-n. : Pristip. notatum Pet. , (Hilgendorf u.)
Jordan, Pr. Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 286.
Diabasis sexfasciatus Gilb., dazu syn. ; Haem. maculosum Pet., Jordan,
ebenda S. 287. — Die Färbung der lebenden Haemulon aurolineatum,
clegans, formosum beschreibt Sauvage, le Naturaliste 1883, S. 299.
Histiopterus typus Sohl, bei Steindachner u. Döderlein, Dcnkschr.
Ak. W. Wien, Bd. 48, S. II, Taf. 2, Fig. 2, juv. und H. acutirostris
Schi, ebenda S. 12, Taf. 3. Die austrahsehen Histiopteras bringt St. in
die Nähe von Pentaceros als Pentaceropsis. Vergl. S. 478.
Diagramma lahiosum W. Macleay, Wide Bay, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales, Bd. 8, S. 202. Diagramma unicolor W. Macleay, D. 12/20,
L. 1. 70, China-Straits (Neu-Guinea), ebenda S. 261.
Lobotes hat mit den Pristipomatiden keine Verwandtschaft, ist als
eigne Familie den Serranidae anzureihen. Gilb. , Pr. U. S. N. Mus.,
Bd. 5, S. 560, .Jordan u. Gilbert, Synopsis Fish. N. A. , S. 554 bringen
ihn zu ihren Sparidae.
Cypselichthys g. n. Nächst verwandt mit Caesio (St.). D. einfach,
(10/26) erster Theil schuppenlos, zweiter Theil und A. lang (3/23) und
ganz beschuppt. Zwischenkiefer massig vorstreckbar, sehr kleine Zähne
in beiden Kiefern, auf Vomer, Zunge, Palatinum und Pterygoid,
Vordeckel fein gezähnt, Deckel mit schwachen Stacheln. V. hinter der
P., C. gegabelt. Schuppen gezähnt. Br. 7. — Död. hält die Scombridae
für näher verwandt. C. juponicus. Steindachner u. Döderlein, Dcnkschr.
Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 14—16, Taf. 7, Fig. 1.
Gerridae. Gerres. Von den sechs Arten in Jord. u. Gilb. Syno])sis
ist homonymus G. u. B. , weil synonym mit gula C. V. , zu streichen und
harengulus G. u. B. ist der G. (Eucinostomus) pseudogula Poey (wozu
syn. gracilis Gill). Im Ganzen 1 6 amer. Arten anerkannt, von denen nur zwei
(gracilis u. cinereus) im Osten und Westen zugleich leben ; pacifisch sind :
Dowi, califomiensis, aureolus, peruvianus, lineatus, brevimanus; atlantisch:
Lefroyi, Jonesi, gula, rhombeus, olithostoma, patao, brasiliensis, Plumieri.
Everman und Seth, Proc. Acad. N. Sc. Philad. 1883, S. 116. — Gerres
cinereus Walb., dazu syn.: aprion C. V., zebra M. Tr., squamipinnis Gth. ;
Beschreibung der Originale von brasiliensis C. V. und brevimanus Gth. ;
Jordan, ebenda S. 289.
Gerris octactis Blk. (1863) ist syn. mit nigri Gth. (1861), aber nicht
das Junge von melanopterus, dieser besitzt schmaleren Interobitalraum und
eine längere vorn verengte Schnauzengrube; Horst, Notes of the Leyden
Mus., Bd. 5, S. 27 — 30.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 481
Squamipinnes. Chaetodon nippon Död. Eine schwarze Querbiiulc
über den Hinterkörper, Steindachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. Wiss.
Wien, Bd. 48, S. 23, Taf. 4, Fig. 2. — Chaetodon Luciae Rochebrime
(1880). Derselbe, Faune Sene'gambie S. 60, Taf. 4, Fig. 1; Ch. Hoefleri
Steind. vielleicht nur eine Varietät davon, beide nahe dem Ch. striatus L.,
ebenda S. 61.
Ephippus besitzt zwar gegabelte Ossa postorbitalia, steht aber den
Chaetodonten nahe, bildet mit Chaetodipterus eine eigne Familie; Drepane
gehört zu den Carangidae, Scatophagus wahrscheinlich in eine besondere
Familie. Gill, Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 557.
Chaetodipterus Lac. statt Parephippus Gilb., Jordan u. Gilbert, ebenda,
Ö. 574.
Sparidae, Jordan und Gilbert characterisiren die Familie haupt-
sächlich durch ein seiner ganzen Länge nach scheidenartig vom Praeorbi-
tale bedecktes Maxillare; sie besteht aus Theilen von Günther's Pristi-
pomatiden, Pereiden und Squamipinnen, nämlich den (amerikanischen)
Geschlechtern Xenistius, Lutjanus, Conodon, Pomadasys (Pristipoma), Dia-
basis (Haemulon), Lobotes, Calamus (Chrysophrys) , Sparus, Stenotomus
(Sargus), Lagodon (desgl.), Diplodus (desgl.), Girella, Cyphosus (Pimele-
pterus), Scorpis. Synopsis Fish. North America.
Girella carbonaria u. mentalis de Vis Moreton Bay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 283, 284. — G. tricuspidata , R. M. Johnston,
Pap. Proc. Rep. R. Soc. Tasmania 1881, S, 49.
Aplodon g. n. A. Dumeril (M. S.). Die Zähne der vorderen
Reihen nicht gekerbt, Typ.: Girella simplex Gth. , A, margariliferum
A. Dume'ril (M. S.), L. tr. 23/10, Melbourne, Castelmdd Thom.., Australien,
L. tr. 18/9, sulcatus Guich. (M. S.) L. tr. 9/17, Port Philippe (Melbourne) ;
Thominot, Bull. Soc. Phil. (7), Bd. 7, S. 140—144.
Dipterodon Cuv. nee Lac. zu ersetzen durch Coracinus Gron. Jordan
u. Gilbert, U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 573.
Pur haplodacty lus n. g. für die Arten des Gen. Haplodactylus
ohne Zähne am Vomer und Palatinum (australisch); P. marmoratus L. 1.
100 — 105, tr. 13/54, AustraHen , Thominot, Bull. Soc. Phil. (7), Bd. 7,
S. 140.
Pagrus ruher Död. L. I. 53 — 54, Japan. Steindachner u. Döderlein,
Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 20.
Sparus aurata L. und nicht boops L. ist typische Art der Gattung;
Gill, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 566.
Cyphosus Lac. statt Pimelepterus aut. ; Jordan u. Gilbert , ebenda,
S. 572.
Pimelepterus Boscii Lac, var. Sirula Döderlein, der erste im Mittel-
meer beobachtete Pimelepterus. Ausführliche Beschreibung. P. Döderlein,
Naturalista Siciliano, Anno III, S. 81 — 86.
482 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
MulUdae. Upcnoides tokiserniis [tokioensis] Död. mit Gaumenzähnen
und Scajiulastachel , ob = japonicus Houtt. und bensasi Schi.? Stein-
dachner u. Döderlein, Denkschr, Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 22.
Mulloides pinnivittatus St. Ichth. Not. X = Upenoides sulphureus
C. V.; dieselben ebenda, S. 23. Mulloides flavolineatus , die Färbung des
lebenden; Sauvage, le Naturaliste 1883, S. 293.
Upeneus semifasciatus W. Macleay, zwei halbe braune Querbinden,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 263, und filamentosus, beide von
der Hood Bay, S. 264.
Nandidae. Plesiops gigas , verwandt mit Bleekeri, D. 11/11, Golf
St. Vincent; Steindachner, Anz. Ak. W. Wien, S. 196.
Cirritidae. Paracirrhites n. g. Steind. Körper länglich, com-
primirt, mit (stark) gezähnten Schuppen. Kiefer-, Vomer- und Gaumen-
zähne spitz; zwei kleine Hundszähne vorne im Zwischenkiefer. Vordeckel
gegähnt. Zehn Rücken- und drei Analstacheln. Untere Brustflossenstrahlen
unverzweigt. P. japonicus. Steindachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W.
Wien, Bd. 48, S. 25.
Chilodactylus gibbosus Rieh.; damit synonym Ch. vittatus Garr. und
quadricornis Gth. Steindachner u. Döderlein, ebenda, S. 27, Taf. 7,
Fig. 2.
Psil ocranium n. g. von Chilodactylus durch schuppenlose Wangen
und verlängerten Körper unterschieden; Ps. Coxü, D. 16/25, A. 3/10,
L. 1. 46, tr. 4/10. Watson's Bay, auch Ch. nigricans Rieh, gehört wahr-
scheinlich hierher; W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8,
S. 439, Taf. 22.
Dactylophora g. n. D. einfach mit 16 Stacheln, einer der ein-
fachen P. -Strahlen verlängert, A. kurz, Zähne unten in einfacher Reihe,
oben in einem halbmondförmigen Haufen, Wangen nackt, Praeorbitale und
Praeoperculum ganzrandig, Br. 4, Schuppen cycloid, massig gross, C. ge-
gabelt. D. semimaculata , D. 16/24, A. 3/l0, L. 1. 52, tr. 4/11, Süd-
australien; de Vis, ebenda, S. 284.
Scorpaenidae. Scorpaena ustulata Lowe im Mittelmeer; Giglioli,
Nature, Bd. 25, S. 535, nach Johnson = S. scrofa juv., ebenda, Bd. 26,
S. 4 53. — Scorpaena histrio -Jen. (pacifisch) von brasiliensis C. V. nur
durch Mangel schwarzer Flecke und kürzere Suborbitalbrückc unterschieden,
Jordan, Pr. Ac. N. S. Philad., 1883, S. 292. — Scorpaena Stearnsi
Goodc u. Bean (1882) wohl gleich brasiliensis C. V., bei Charleston, Jordan
u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 614.
Sebastes macrocephalus Sauvage, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 6, S. 169.
D. 11, 1/10, A. 3/5. L. 1. 36. Sandwich -L — Sebastodes ciliatus (Til.)
Jord. u. Gilb, entspricht dem einen Originalexemplar von Perca variabilis
Pall., das andre ist mit dem S. Matzubarae Hilgdf. identisch, Jordan, Pr.
Ac. N. Sc. Philad., 1883, S. 291.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 483
Tetraroge vesliiusla] D. 16/9, A, 3/6, de Vis, Proc. Linn. Sog. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 446.
Teuthidae, Teuthis viliunus Sauvage, C. weit ausgeschnitten, Fidji,
Bull. See. Philom. (7) Bd. 6, S. 173.
Berycidae. Monocentris japonicus , die Fixirung des Brustflossen-
Stachels erläutert G. Eiehm, 5 Holzschn., Zeitschr. f. Natur. Halle, Bd. 56,
S. 107, und die der Rückenstacheln ebenda, S. 227.
Hoplostethus mediterraneus C. V. var. = H. japonicus Hilgdf., Stein-
dachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, S. 218, Taf. 1.
Trachichthys japonicus Döderlein. D. 8 — 9/13. Die Vomerzähne
unbeständig. Steindachner u. Döderlein, ebenda, S. 218, Taf. 2.
Polymixia japonica Gthr,, Steindachner u. Döderlein, ebenda, S. 221,
Taf. 4, Fig. 2.
Rhynchichthys Novae- Britanniae, D. 10, l/ll, A. 4/7, de Vis, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 447.
Harpage n. g. Schnauze kurz, Mundspalte ziemlich schräg, Kiefer
gleich lang, Sammetzähne auf Kiefern, Vomer, Palatinum, Zunge, Br. 5,
Kiemendeckstücke gesägt, Operculum mit deutlichem, Praeoperculum mit
undeutlichem Dorn; die beiden D. schwach verbunden, V. 1/7. H. rosea,
D. 12/14, A. 3/11, L. 1. 42, tr. 5/lü; Südsee. De Vis, ebenda, S. 448.
Foro7nitra nov. gen. Kopf fast von halber Körperlänge, beschuppt;
Mund sehr gross mit vorstehendem Unterkiefer ; lutermaxillaru kurz,
Maxillare lang; Zähne zahlreich cardiform, auf Intermaxillare und Man-
dibel. Dorsalis dicht hinter der Ventralis, mit fast gleich langem Stachel-
und Strahlentheil, Analis viel kürzer. P. capito. Oestlich von Nordamerika,
1632 Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 214.
Caulolepis n. g. Gill. Nahe bei Anoplogaster. Contour breit
birnförmig; zusammengedrückt, Schuppen klein, gestielt, blattförmig,
Stirn abschüssig; ein Paar sehr langer oberer Zähne vor der Spitze des Unter-
kiefers , ein noch längeres Paar in diesem durchbohrt den Gaumen , zur
Seite jedes Kiefers zwei lange, in Anschwellungen endende Zähne, eine
Reihe kleiner in der Hiuterhälfte des Oberkiefers, Gaumen zahnlos. C.
lonyidem, D. 2/17, A. 2,8; Atl. O. 39° N. Br. , 70" W. L., 1346 Fd. ;
Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 258.
Stephanober i/x n. g. Gill. Nahe bei Melamphaes. Verlängert
keulenförmig, Schuppen sich kaum deckend, auf dem Centrum mit ein
oder zwei Stacheln, Kopf oben mit Knochenlcisten, Augen ziemlich klein,
in der vordem Kopfhälfte ; Zähne klein, spitz, in Binden, Gaumen zahnlos,
V. 1/5. St. Monae, D. 14, A. 13; 41° N. Br., 66° W. L. , 1253 Fd.;
ebenda, S. 258.
Plectromus n. g. Gill. Von verlängerter Gestalt, mit massigen,
cycloiden Schuppen, länglichem Kopf, abschüssiger Schnauze, ziemlich
kleineu Augen; Zähne klein, spitz, zwei Reihen in jedem Kiefer, die
innere des Unterkiefers länger, Gaumen zahnlos. PI. suhorbituKs, D. 3/l6,
\
484 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
A. 1/8, Schulterknochen jederseits mit zwei Stacheln; 39" N. Br. , 69°
W. L., 1735 Fd., ebenda, S. 258.
Eurtidae. Pempheris japonicus Död. (= molucca Schi, nee C. ¥.)■
Steindachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 29.
Polynemidae. Polynemus specularis, Brisbane River, de Vis, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 285.
Sciaenidae. Polycirrus Dumerili Bog. , dazu synon.: Genyanemus
fasciatus Steind. ; zu Polyc. gehören auch G. peruanus Steind. und brasi-
liensis Steind. (= Micropogon ornatus Gth.); Jordan, Pr. Ac. N. Sc.
Philad. 1883, S. 288.
Umbrina ronchus Val., hierzu syn. U. canariensis Steind. (ncc Val.),
Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 612.
Menticirrus saxatilis Bl. Sehn., dazu sjti. : Sciaena nebulosa Mitch. ;
M. nasus (Umbrina nasus Gth.) beschrieben; Jordan, Pr. Ac. N. Sc.
Philad. 1883, S. 288.
Sciaena aquila im Adriatischen Meere, Enr. F. Trois, Atti R. Ist.
Veneto (6) Bd. 1 (7 S.) ; früher (5) Bd. 8, 7 Seiten, anatomische Notizen.
— Sciaena Wieneri Sauvage, Peru, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 156. —
Sciaena Suuvagei Rochebrune (1880); Rochebrune, Faune Se'ncgambie
S. 65, Taf. 3, Fig. 1. L. 1. 75. — Sciaena (Bairdiella) chrysura Lac. sp.
zu setzen für Sc. (B.) argyroleuca Mitch. sp. ; Jordan u. Gilliert, Pr. U. S.
N. Mus. Bd. 5, S. 573.
Corvina nigra Bl., die Jugendform, C. canariensis C. V. (mit grossen
Flossen), abgebildet, Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 514,
Taf. 1, Fig. 1. — Corvina Moorii Günther (1865) = C. clavigera C. V.,
die Keulenform des Rückenstachels ist nicht pathologisch, Rochebrune,
Faune Se'ne'gambie, S. 67. — Corvina argenteu W. Macleay, Mündung
des Burdekin R.,'Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 204.
Isopisthus brevipinnis (Ancylodon b. C. V.) , dazu syn. : I. affinis
Steind. (P. 7/5 mal in Kopfl.); L remifer (pacifisch) verschieden; Jordan,
Pr. Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 289.
Xiphiidao. G. Brown Goode veröffentlicht reichhaltige „Materials
for a history of the Sword-Fish", 98 S. und 24 Taf., Originalabb. von
X. gladius (Taf. 1, Skelet Taf. ll), Tetr. albidus (Taf. 4), Eist, americanus
(Taf. 6, Skelet Taf. 12), Karte der Verbreitung (Taf. 15), Copien der
Bilder von sechs andern Arten, Skeletten, Jugendzuständen. (Vergl. Ber.
für 1882). Un. St. Commission of Fish and Fisheries, Report Part 8 for
1880, S. 289 — 386; 1883.
Die SjTionyme der Bezeichnungen Xiphiidac und Histiophoridae stellt
zusammen Gilb., Proc. ü. S. Nat. Mus. Bd. 5, S. 485.
Ein Canal durchbohrt bei Xiphias den äussern Rand der L-is nach
der vordem Augenkammer durchbrechend. C. V. Ciaccio, Rendic. Accad.
Sc. Bologna 1882/83, 1 Taf., S. 107 — 109, Journ. de Micrographie,
Bd. 7, S. 323.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 485
Die Kiemenbliittchen von Xiphias ghxdius sind wie die ganze Kicmen-
hühle von einer Hülle kleiner (l mm.) Knochenplättchen bedeckt, E. F. Trois,
Atti R. Istit. Vencto (6) Bd. 1, 6 S., 1 Taf.
Trichiuridae. Lepidopus caudatus von Neuseeland weicht vom euro-
päischen etwas ab, wird zur Laichzeit an die Meeresoberfläche und an die
Küsten getrieben, R. v. Lendenfeld, Zoolog. Anzeiger, Bd. 6, S. 559.
Thyrsites Ballieui Sauvage, D. 20/20, A. 2/20, Sandwich -I. Bull.
Soc. Philom. (7) Bd. 6, S. 170.
Ruvettus ist von Thyrsites getrennt zu halten , dagegen Gempylus
vielleicht mit Th. zu vereinigen, weil G. der Gaumenzähne nicht cr-
mangelt. Alle drei Gattungen in Japan vertreten. Steindachner u. Dö-
derlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 48, S. 36, 37.
Acronuridae, Acanthurus zebra, D. 9/28, A. 3/20, Duke of York
Liseln, de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 447.
Acanthurus triostegus L. , Larvenform, Hilgendorf s. S. 453. Prio-
nurus scalprum C. V. desgl.
Carangidae. Die Familie Carangidae wird characterisirt hauptsächlich
nach osteologischen Merkmalen, die Unterfamilien zeigen nur schwache
Abweichungen: Seriolinae, Seleninae, Caranginae, Chloroscombrinae, Tra-
chynotinae. Gill, Proc. U. St. Nat. Mus., Bd. 5, S. 487 — 493.
Carangina, die sämmtlichen amerikanischen Arten werden revidirt.
Betreffs der Gattungen wird Gallichthys (= Blepharis) mit Caranx ver-
einigt, so auch Vomer (statt zu Selene), sonst wie Lütken (1880), so dass
vier gute und zwei zweifelhafte Gattungen bleiben: Megalaspis (asiatisch),
Decapterus, Trachurus (?), Caranx, Selene (?), Chloroscombrus , die zu-
sammen 30 amerikanische (14 nordamerikanische) Arten zählen; Ab-
weichungen von der Synopsis F. N. Am. : C. cibi und Beani wahr-
scheinlich = ruber BL; C. fallax C. V. wird latus Ag.; Bleph. crinitus
wird wahrscheinlich = C. ciliaris und gallus. — Chloroscombrus stirurus
(vgl. unten) ; Caranx otrynter (S. 202) für Caranx dorsalis Günther nee
Vomer dorsalis Gill. Jordan u. Gilbert, Proc. U. Ö. Nat. Mus., Bd. 6,
S. 188 — 207.
Chloroscombrus orqueta Jordan u. Gilbert, der pacitische Repräsentant
des atlantischen C. chrysurus, L. 1. mit längerer Curve und hinten deutlich
bewaffnet, Panama; Pr. U. S.N.Mus., Bd. 5, S. 646; stirurus (vgl. oben)
ist nur ein M. S. -Name für orqueta, Jordan u. Gilbert, Pr. Ac. N. Sc.
Philad. 1883, S. 284.
Caranx leucurus Gth. (1864) gehört zur Abth. Hemicaranx statt Ur-
aspis, C. ruber zu Caranx s. s. (statt Uraspis), C. cubensis eine gute Art.
Jordan, Pr. Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 284. — Caranx africanus, D. 7/1/20,
A. 2/1/17 — 19, L. 1. 44 — 48, Senegal bis Loango, Steindachner, Anz.
Ak. W. Wien, 1883, S. 196. — Caranx cowpressus W. Macleay, L. arm.
45, Mündung des Burdekin, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8,
S. 204.
486 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Seriola Dumerilü Ilisso, eine (auch im Alter) gebänderte Var. (S.
dacariensis), ßoehebrune, Faune Senegambie S. 78.
„Temnodon" zu ei-setzen durch „Pomatomus" ; Pomatomidae bilden
eine eigne Familie, aber neben den Carangidae (1873 nur durch Versehen
im Druck weit davon entfernt). Gill , Proc. U. S. Nat. Mus. , Bd. 5,
S. 557, 567.
Sparactodon gen. nov., Rochebrune, Bull. Soc, Philom. 1880.
„Corpus ellipticum, subcompressum , squamis latis, praeoperculum inden-
tatum, pinna dorsalis setis tenuibus, p. analis inarmata, dentes (!) brevibus
crassis conicis , tabula palatina dentibus villosis triangularibus tecta.
Sp. nahial. Senegambien.
Die Gattung wird aufrecht erhalten gegen Steindachner, der Sp.
nalnal R. mit Temnodon saltator identificirt. Rochebrune, Faune Sene-
gambie S. 80, Abb. Taf. 4', Fig. 2.
Trachynotus myrias C. V. = T. goreensis C. V., Rochebrune, Faune
Senegambie, S. 82.
Psettus C. V. zu ersetzen durch Monodactj-lus Lac, Jordan u. Gilbert,
Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 573.
Coryphaenidae. Brama longipinnis Lowe, Abb. bei Steindachner und
Döderlein, Denkschr. Ak. W. Wien, Bd. 47, Taf. 7 (in der Tafelerkläiung
als Argo Steindachneri bezeichnet Bd. 48, S. 38).
Luvarus imperialis, Anatomische und physiologische Notizen, Bcla
Haller, vergl. i^hysiol. Stud. Bd. 1, Th. 4, Taf., 1882.
Scombridae. Zu dieser Familie will L. Döderlein die Gattung Cy-
pselichthys stellen (statt zu Maena), vergl. S. 480.
Scomber scombrus L., Auftreten und Fang in Nordamerika, J. W.
CoUins, Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 2, S. 273 — 286. — Scomber pneu-
matophorus ist nicht das Junge von colias, aber beide Species sind viel-
leicht zu vereinigen, Jordan u. Gilbert, Proc. U. S. N. Mus., Bd. 5,
S. 594,
Euthynnus g. n. Lütken (Typus: Thynnus thunnina C. V.) ab-
getrennt von dem Rest (Orcynus) der Gattung Thynnus wegen des Mangels
der Vomerzähne, abweichender Beschuppung der Brust, eigenthümlicher
Ausbildung der Brustwirbel; in Jordan und Gilbert, Synopsis Fish. N.
America, S. 429. — Th. thunnina für Norwegen neu, Collet, Forh. Vid.
Selsk. Christiania, 1882, No. 19, S. 1—9.
Orcynus brachypterus im adriatischen Meere, Ninni, Atti Soc. Ital.
Sc. N. Bd. 25, 1882; desgl. im Fluss Exe, d'Urban, Zoologist, Bd. 7,
S. 430.
Scomberomorus Lac. statt Cybium C. eingeführt durch Jordan u.
Gilbert, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 573. — Cybium maculatum Mitch ,
Naturgeschichte, Fang, künstliche Aufzucht, 3 Taf. R. Edw. Earll, U.
S. Fish Comm., Report for 1880, S. 395 — 426. — Cybium altipinne
Guich. ^ C. tritor C. V. juv., Rochebrune, Faune Senegambie S. 73. —
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 487
Cjbium seinifasciatum Macleay, D. 16/17/VIII, A. 2/19/IX, Mündung des
Burdeliin, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 205.
Echeneis bietet, auch abgesehen von der Eigenthümlichkcit der
D. I , starke Abweichungen von den Scomberoiden und Carangiden (Basis
craiiii nicht doppelt und ohne Höhlung), ist eher den Gobiiden und Blen-
nioiden anzuschliessen und als eigne Unterordnung „Discocephali" zu be-
trachten. Gill, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 561. — Echeneis batra-
choides Dum. (1858) = E. remora L. und E. occidentalis Dum. =
naucratcs L. , Rochebrune, Faune Se'negambie, S. 74. — Echeneis al-
bescens Schi, als atlantisch (Madeira) nachgewiesen von Vinciguerra,
Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 614.
TracMnidae. L. Fasciolh hebt als Organe, die beim Uranoscopus
scaber L. für die Erbeutung seiner Nahrung von Belang sind, hervor die
sublinguale Membran, die Richtung der Augen, Irisfärbung. Atti Soc.
Natur. Modena (3) Bd. 1, S. 17 — 28.
Uranoscopus chinensis Guichenot , Sauvage , Bull. Soc, Philom. (7)
Bd. 6^ S. 169. — U. (Astroscopus) anoplus C. V. ist von y-graecum C. V.
nicht zu sondern, Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 610.
Percis Coxii Ramsay, Port Jackson, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales,
Bd. 8, S. 179.
Far aper eis n. g. (vel subg. ?) Steindachner, durch Palatinzähne
von Percis abweichend. P. Ramsayi, D. 4/24, A. 19, L. 1. 60 + C.-Sch.,
S. Vincent Golf, Anz. Ak. W. Wien, 1883, S. 194.
Lopholatilus chamaeleonticeps, Fang, Collins, Bull. U. S. Fish Comm.
Bd. 2, S. 301.
Batrachidae. Batrachus punctulatus Ramsay, Toitcs- Strasse, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 177.
Porichthys, die atlantischen Exemplare mit vergrösserten Palatin-
zähnen sind P. porosissimus (C. V.?) Gth. (= plectrodon Jord. u. Gilb.),
die pacifischen mit kleinen sind P. margaritatus Rieh. ; Jordan , Pr. Ac.
N. Sc. Philad,, 1883, S. 291.
Pediculati. Ergänzungen zu seiner 1878, Pr. U. S. N. Mus,, Bd. 1,
S. 215, gegebenen Systematik der Pediculati bringt Gill, ebenda, Bd. 5,
S. 251; Lophius s. s. mit 27 — 31 Wirbeln, wogegen:
Lophiomus [Lophiomys (Mammalia)] für L. setigerus, 19 W.
Antennarius sanguineus Gill (1863) Priorität vor leopardinus Gth.
(1864), A. strigatus Gill (1863) desgl. vor tenuifilis Gth. (1869); Halieu-
tichthys aculeatus Poey = Lophius aeuleatus Mitch. (1818). Ebenda.
Lophius piscatorius , Ueber dessen Osteologic , Morrow , P. N. - Scot.
Inst. 1882, S. 340—357.
Cottidae. Cottus. Die Variabilität der Ostseeexemplarc von C. scor-
pius L. wird eingehender behandelt; Färbung nach Geschlecht und nach
Umgebung verschieden, D. I 7 — 11, D. II 14-17, A. 11 — 14, Prac-
opercularstacheln 3, seltener 4, Caeca pylorica 7 — 11; C. grönlandicus
488 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Cuv. Val. ist die dreinifil so grosse nordische Form der Art, C. quadri-
cornis eine arktische Art , die zwar in der üstHchen , nicht aber der west-
lichen Ostsee oder der Nordsee gefunden wird ; C. bubalis und gobio. Mübius
und Heincke, Fische der Ostsee, S. 219 — 221. — Cottus bubalis gehört
nicht zur nordamerikanischen Fauna, Jordan, Pr. Acad. N. Sc. Phil. 1883,
S. 293. — Cottus Thomsonii Günther, Kopfdornen nur kurze spitze Höcker
von der Haut überzogen, D. 5/17, A. 13; in 555 Fd. , Faroe-Canal, Pr.
R. Soc. Edinburgh, Bd. 11, S. 679 [1882].
Cottunculus microps Collett, 540 Fd., Faroe-Canal, ebenda. — Cottun-
culus torvus Goode. Oestlich von Nordamerika. Bull. Mus. Comp. Zool.
X, S. 212 (1880 von G. der blosse Name veröffentlicht), vergl. auch
Jord. u. Gilb., Synops. Fish. N. Am., S. 688.
Artedius fenestralis Jordan u. Gilbert , nahe notospilotus Gir. , mit
kleinem Porus hinter der vierten Kieme, weiter nördlich, Puget Sound;
Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 577.
Uranidea minuta Pall. (nach Jord. u. Gilb. Synopsis N. A. Fish,
vielleicht nur Var. von C. gobio) südlich bis zum Klamath Lake (Oregon),
Cope, Pr. Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 152.
Platycephalus liaackei, D. 1/6/12, A. 12, L. 1. 54, S.Vincent Golf,
Steindachner, Anz. Ak. W. Wien, 1883, S. 195. — Platycephalus Mortnni
W. Macleay, A. 12, ähnlich P. insidiator, Mündung des Burdckin, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 206. — Platycephalus semermis, Süd-
australien, de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 285.
Prionotus scUulm Jordan u. Gilbert für punctatus Jord. u. Gilb.
(Pr. U. S. N. Mus., 1878, S. 373 und 1882, S. 228, Synopsis S. 734),
bei Charleston, Jord. u. Gilb., Pr. N. M. Bd. 5, S. 614 und Syn. S. 956.
Pr. sarritor Jord. u. Gilb, für Pr. evolans Jord. u. Gilb. (Pr. N. M. 1878,
S. 374 imd Syn. S. 735) nee Tr. evolans L. Pr. N. M., Bd. 5, S. 615
und Syn. S. 974. — Prionotus alatus , zum Subg. Ornichthys, N. Atlan-
tischer Ocean bei Charleston. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool.
X, S. 210.
Trigla cuculus Bl. ist nur ein auffallend roth gefärbtes Milnnchen
von T. gurnardus L., Möbius u. Heincke, Fische der Ostsee, S. 221.
Lcpidotrigla MulhaJIi, D. 9/15, A. 15, L. 1. 53, Sidney, 40 Faden,
W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8, S. 460.
Cataphracti. Der Gattungsname Brachyopsis ist beizubehalten (statt
des in der Synops. Fish. N. A. , S. 955 vorgeschlagenen Lcptagonus),
Agonus decagonus Bl. gehört zu Podothecus , Jordan , Pr. Ac. N. S.
Philad., 1883, S. 293.
Botin- äff onus Gill, neue Gattung (für Hypsagonus Swani Stein-
dachner) in Jordan u. Gilbert, Synopsis Fish. N. America, S. 7 28.
Ccphalacauthus Lac. statt Dactylopterus Lac. zu setzen, Jordan u.
Gilbert, Pr. U. S. N. Mus. Bd. 5, S. 573.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 489
Dactylopteriis orientalis L. , Caphalacanthus - Stailium , Hilgendorf,
Sitzber. Ges. natf. Freunde Berlin, 1883, S. 43.
Discoboli. Munomitra statt des verbrauchten Namens Amitra
(1880), Brown Goode, Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 109.
Liparis. Die durch Malm von L. vulgaris als Arten abgespaltenen
L. stellatus, maculatus und Eckströmii haben kaum den Werth von Va-
rietäten, MiJbius und Heincke, Fische der Ostsee, S. 225 Anm. — L. li-
paris L. Faroe-Canal in 540 Faden, Günther, Pr. R. Soc. Edinburgh,
Bd. 11, S. 679.
Cyclopterus lumpus in Devonshire, d'Urban, Zoologist, Bd. 7, S. 228.
Gobiidae. Gobius Buccichii Steind. ist synonym mit oder eine Var.
von ophiocephalus Pall. G. vittatus, D. 6/11, A. l/ll, L. 1. 36, bei
Sardinien (S. 63, Taf. 1, Fig. 4). Ausser den zehn gesammelten Gobius-
Arten werden noch die 15 übrigen bekannten des Mittelmeers (excl.
Schwarzes Meer) aufgezählt. Vinciguerra, Ann. Mus. Civico Genova, 1883,
S. 56 — 68. — G. Canestrinii Ninni, ähnlich G. quagga Heck., Adriatisches
Meer, Atti Soc. Venet.-Trent. Sc, Nat. Bd. 8, S. 276—9, 1 Taf.; eine
Liste der 1 7 Gobius (nebst 1 Latrunculus) der Adria und Venetiens, Ninni,
Atti Soc. Natur. Modena, Bd. 1, S. 221 — 226. — Gobius Licht ms teinü,
D. 6/12, A. 10, L. 1. 37, Reihe stärkerer Vorderzähne, P. nicht seidig,
Insel Solta, Adria, Steindachner u. Kolombatovic , Anz. d. k. Akad. d.
Wiss. Wien, 1883, S. 214.
Gobius casamancus Rochebr. (1880) Abb. Rochebrune, Faune Sene-
gambie S. 86, Taf. 5, Fig. 1, 2, L. 1, 33; G. Mendroni Sauvage (Bull.
Soc. Philom. 1879 — 80), L. 1. 36, Beschreibung ebenda S. 86; beide
dem ebenfalls senegambischen G. lateristriga Dum. ähnlich.
Gobius rhombomaculatus Janos Karoli, Borneo, Term. Füsetek, Bd. 5,
S. 165, 1882.
Gohms ßlamentosus , Sauvage, L. 1. 32, Neu-Caledonien, Bull. Soc.
Phil. (7) Bd. 7, S. 157. — Gobius viaculipinnis (D. 7/ll, A. 10, L. 1. 26),
Normanby-I. imd circumspectus (7/10, 9, 30), Milne-Bay, aus dem Süss-
wasser, W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 267. —
Gobius Haackei, D. 6/ll, A. 10, L. 1. 32, Südaustralien, Steindachner,
Anz. Ak. W. Wien, 1883, S. 194.
Gobius encaeomus, Jordan u. Gilbert, D. 6/11, A. 12, L. 1. 37,
Charleston, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 611 (Synopsis p. 945) und
G. ihalassinus ähnlich dem pacifischen emblematicus , D. 7/16, A. 15
(Syn. p. 947 als Lepidogobius thal.), Charleston, ebenda S. 612.
Gobius uraiioscopus Sauvage, D. 6/l0, A. 9, L. 1. 98, Brasilien,
Bull. Soc. Philom. (7), Bd. 6, 170.
Sac CO Stoma n. g. Guichenot (M. S.)- Wie Gobius, aber mit sehr
weitem Mundspalt und weit nach hinten verlängertem Oberkiefer. S. gu-
losus[um] Guich. (M. S.), Japan [cf. G. dolichognathus Hilgd. 1879] Bull.
Soc. Philom. (7) Bd. 6, S. 171.
490 Rr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Apocr3'ptes fasciatus W. Maclea}-, Neu -Guinea, Proc, Linn. Soc. N.
S. Wales, Bd. 8, S. 268.
Gobiosoma punctulatu7n , D. 5/2 5, A. 24, Südsee (?), de Vis, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 449.
Gobiodon axillaris, D. 6—1/9, A. 1/7, ßavidus (1/9, l/S), linealus
(l/lO, 1/9), inornaius (l/ll, 1/9), Banks-Ins., de Vis, Proc. Linn. Soc. N
S. Wales, Bd. 8, S. 448, 449.
Periophthalmus papilio BIk. , gabonicus Dum., erythronotus Guich.
als Arten aufrecht erhalten, Luftaufenthalt geschildert, Rochebrune, Faune
Senegambie, S. 87.
Eleotris Dumerilü Sauvage (Bull. Soc. Philom. 1879 — 80) statt
E. macalata Dum., welcher Name vergeben. Eleotris imnacuhdm (D. 6/10,
A. 9, L. 1. 63; Neu-Guinea, W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales,
Bd. 8, S. 268. — Eleotris planiceps W. Macleay, ähnlich aporos, aber
ohne Backenstreifen, Mündung des Burdekin, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 206.
Gobiomorus Lac. anstatt Philypnus C. V., Jordan u. Gilbert, Pr. U.
S. N. Mus., Bd. 5, S. 571.
Aristeus Goldiei, ähnlich rufescens (D. 1/5, 1/13, A. 1/22) Goldie-R.,
W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 269.
Lerne n. g. (Abth. Amblyopina) Körper verlängert, zusammen-
gedrückt, Kopf gross, oblong, vierkantig, Mund.spalte aufwärts gerichtet,
Unterkiefer vorragend , Augen fast verborgen , Kinn mit Barteln , Zähne
stark , auf der Kante vortretend ; eine lange D. fast mit C. und A. za-
sammcnfliessend , alle Strahlen einfach, biegsam, die vordersten der D.
nicht abgesondert, V. 1/5 zu einer Scheibe vereinigt, thoracisch, P. kurz,
Br. 4, Schuppen rudimentär. L. mordnx , Murray R., Queensland. De
Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 286.
Callionymus partenopoeus zwischen festivus Pall. nee Bp. und belenus
Risso, vorn stark deprimirt, Neapel; GiglioH, Zoolog. Anzeiger, Bd. 6,
S. .398.
Blenniidae. In die Nähe dieser und der vorhergehenden Familie will
Gill die Echeneidae bringen, s. oben S. 487.
AnaiThichas lupus in Devonshire, d'Urban, Zoologist, Bd. 7, S. 227.
Blennius. Die pelagischen Jugendformen sechs verschiedener Arten
des Golfs von Neapel, galerita, Canevae, trigloides, sanguinolentus, gatto-
rugine, tontacularis, hat C. Emery mehr oder minder sicher erkannt. Die
Formel der Brustflosse, bezüglich 12, 13, 14 bei je zweien dieser Spccies,
sowie das Vorhandensein des Tentakels geben gute Anhaltspunkte. Me-
morie Acc. dei Lincei, Ser. 3, Vol. 14, S. 9, Taf. 2, Fig. 15 — 29 und
Mitth. zool. Stat. Neapel, Bd. 4, S. 403 — 418, Taf. 28, 29.
Blennius adriaiicus (A. 2/l6 — 17) und dalmatinus (A. 2/18 — 19)
beide ohne Augen- und Hinterhaupts - Tentakeln , bei Spalato, Adria;
Steindachner u. Kolombatovic , Anzeiger d. k. Akad. Wiss. Wien, 1883,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 491
S. 213. — Blennius nigviceps, D. 12/14, A. 1/15, Färbung wie beim
Männchen von Tripterygium nasus, zusammen mit dieser Art gefangen,
bei der Insel Brazza. Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 73,
Taf. 1 , Fig. 5 ; auch die übrigen mediterranen Arten besprochen. —
Blennius lupulus Bonap. , B. varus Risso , See von Tibei'ias , nom. indig.
Barbot es-Rhir, Fig. 3; B. vulgaris Pollini, bei Tripoli, Fig. 4; Lortet,
Poissons du lac de Tiberiade, S. 129 u. 130, Taf. 8. — Blennius Bou-
vieri Rochebr. (1880), Rochebrune, Faune Sencgambie S. 92, Taf. 5,
Fig. 3, 4; ähnlich d. Bl. sanguinolentus P. — Blennius periophthahnoides
(D. 12/16, A. 18), Dufaure-I. (Neu - Guinea) , Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 269. — Blennius ater Sauvage, D. lo/22, A. 25,
Patagonien, Bull. Soc. Philom. (7) Bd. 6, S. 172.
Emblemaria n. g. Jordan u. Gilbert. Aehnlich Blennius, in der
Bezahnung aber Chaenopsis. Schlank, comprimirt, schuppenlos; V. 1/2,
D. ohne Einschnitt vom Nacken bis zur C. , doch nicht mit dieser ver-
schmolzen, Kopfform wie bei Opisthognathus , Symphysis der Mandibel
sehr spitzwinklig, eine Reihe starker, conischer Zähne auf den Kiefeni,
ebenso auf Vomer und Palatinum, aber hier grösser; keinerlei Bartfäden.
Kiemenspalt sehr weit, die Haut unten weit verschmolzen, vom Isthmus
gelöst; L. 1. fehlt. E. nivipes, D. 23/14, A. 25, Perlen -I. (Panama),
Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 627.
Isesthes g. n. (1882) Jordan u. Gilbert von Blennius abweichend
durch den Mangel der Caninen und verkleinerte Kiemenspalte, Typus:
Blennius gentilis Girard; I. scrutator, Jordan u. Gilbert, Proc. U. St. N.
Mus. Bd. 5, S. 300 und Synops. Fish. N. Amer , S. 757.
Petroscirtes Germaini Sauvage, D. 30, A. 23, Neu-Caledonien, Bull.
Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 158.
Salarias griseus, D. 30, A. 20, Südsee und aequipinnis Gth. var.
(D. 12/19), de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 450.
Clinus nuchipinnis Q. G. , dazu wahrscheinlich syn. C. canariensis
Val.; Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 616. — Clinus
pedatipinnis Rochebr. (1880), Rochebrune, Faune Senegambie, S. 93,
Taf. 6, Fig. 2 — 4. — Chnus evides J. u. G. für Myxodes elegans Cooper
nee (Clinus) elegans C. V., Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Americ,
S. 763. — Clinus chilensis Sauvage, D. 9/13, A. 2/l9, L. 1. 87, Bull.
Soc. Phil. (7) Bd. 7, B. 157.
Muraenoides [Centronotus] maxillaris Bean in : Jordan u. Gilbert,
Synops. Fish. N. Am., S. 768. Alaska.
Dactyloscopus sp. n. (? Dactylagnus mundus Gilb), D. beginnt auf
dem Nacken, Pseudobranchien fehlen; pacifisches Centralamerica ; Jordan
u. Gilbert, Pr, U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 628.
Cremnobates integripinnis R. Sm., die Farben im Leben, Rosa Smith,
Pr. ü. S. Nat. Mus. Bd. 6, S. 216.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. GG
492 I^r. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Stichaeus Castelnaui Sauvage, D. 47, A. 28, Cap, Bull. Soc. Phil.
(7) Bd. 6, S. 172.
Pataecus Vincentü, verwandt mit subocellatus , D. 32 — 33, vordere
Stacheln niedriger, Golf St. Vincent, Steindachner, Anz. Ak. W. Wien,
1883, S. 195.
Peronedi/s g. n. Steindachner. Aalförmig, stark comprimirt; V.
jugular, mit einem Strahl; P. fehlen, D. fast nur von Stacheln gebildet,
mit C. und A. vereinigt, A. mit zwei Stacheln und zahlreichen biegsamen
Strahlen, Hinterkörper mit rudimentären Schuppen, E. br. 6, Kiemenhäute
unten vereinigt, vom Isthmus abgelöst, Vomer und Palatinum zahnlos, drei
Seitenlinien. P. anguillaris , D. 75/5, A, 2/52, Golf St. Vincent, Anz.
Ak. W. Wien, 1883, S. 196.
Sphyraenidae. Sphyraena strenua, Moreton Bay, de Vis, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 287.
Atherinidae. Atherina Boyeri R. kann nicht Jugendform von prcs-
byter sein, da letztere, mehr nordisch, von Boyeri geographisch zum Theil
streng getrennt ist, Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 77.
Menidia vagrans var. laciniata Swain, North Carolina, Küste und
Menidia audens Hay, Missisippi-Fluss ; in: Jordan u. Gilbert, Syn. Fish.
N. Amer. , S. 908. — Die Eier von Menidia notata Mitch. besitzen einen
Schopf von vier langen Fäden (Holzschnitt), J. A. Ryder, Bull. U. S.
Fish. Comm. III, S. 193 — 196.
Atherinichthys Eyresii, D. 5/1/6, A. 1/6, L. 1. 35. Lake Eyre-
Expedition, Steindachner, Anz. Ak. W. Wien, 1883, S. 194. — A. 7nn-
cuhtus W. Macleay, L. 1. 32, tr. 8, Mündung des Burdekin, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 207.
Mugilidae. Mugil septentrionaÜs Günther ist nur eine (nördlichere)
Varietät von M. chelo Cuv. , Möbius und Heincke , Fische der Ostsee,
S. 228. — Mugil capito^Cuv. Val. , Taf. 10, Fig. 2; desgl. M. curtus
Yarell, Taf. 11, Fig. 1, M. octoradiatus Günther, Taf. 11, Fig. 2 (beide
unter dem einheimischen Namen „Bouri endjerani") und M. auratus
Risso, T. 1 1 , Fig. 3, „Bouri dahabi"; Syrien, Flussmündungen, Lortet,
Poissons du Lac de Tiberiade, S. 131 — 134, Taf. 10, Fig. 2, Taf. 11,
Fig. 1 — 3.
Mugil nasuUis de Vis, Cardwell (New Queensland), Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 7, S. 621. — Mugil papillosus (D. 4, l/7 , A. 3/9,
L. 1. 38), Normanby-L, SüssM'asser, W. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 270, Holzschn. — Mugil Ramsayi W. Macleay, D. 3,
1/8, L. 1. 36, tr. 9—10, Mündung des Burdekin, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 208.
Aeschrichthys n. g. W. Macleay. Nahe Agonostoma; Mund
seitlich bis unter die Augenhöhle reichend, Zungenbein nicht auf den
Boden des Mundes vorragend, eine äussere Querfurche an der Mandibel-
basis, Lippen dick, untere vom gerimdet, Zähne nur oben; Ae. Goldiei
in der Ichthyologie wilhreiul des Jahres 1883. 493
Goldie River (Neu-Guinea). Proc. Linn. See. N. S. Wales, Bd. 8 , S. 2
bis 6, 2 Holzschnitte.
Querimana n. g. (portugisischer N.) für Myxus harengus Gth , nur
2 A.- Stacheln, feste Zähne nur in der Oberkinnlade, atlantisch bei Char-
leston S. C. und pacifisch von Mazatlan bis Peru; Jordan u. Gilbert, Pr.
U. S. N. Mus., Bd. .5, S. 588 (noch nicht in der Synopsis F. N.-A.). —
Mugil ciliilabis C. V. gehört zu Queriniana; Jordan, Pr. Ac. N. S. Phi-
ladelphia, 1883, S. 283.
Gasterosteidae. Spinachia vulgaris Flem. , Beschreibung des Nest-
baus; findet auf 500 Schritte sein Nest wieder, Möbius u. Heincke, Fische
der Ostsee, S. 229.
Gasterosteus pungitius L. und aculeatus L., von jeder Art wird eine
Salz- (trachurus) und Süsswasserform (leiurus) unterschieden , ebenda,
S. 229, 230.
Gasterosteus Williamsoni Gir. ist keine Eucalia, sondern ein echter
G. nahe bei microcephalus Gir., durch einen artesischen Brunnen in Cali-
fornien ausgeworfen, Rosa Smith, Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 217;
G. microcephalus in heissen Quellen Niedercalifornicns , derselbe, ebenda,
S. 233.
Centriscidae. Macrorhamphosus Lac. statt Centriscus Aut. und Cen-
triscus L. statt Amphisile Aut, Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus.,
Bd. 5, S. 575.
Centriscus scolopax L. und gracilis Lowe werden auf ihre Unter-
schiede geprüft, gracilis ist nicht die Jugendform, sondern eine eigne Art,
bei Italien vorkommend ; Fasciola, II Naturalista Siciliano, Anno II, No. 11,
S. 252 — 256.
Gobiesocidae. Gobiesox adustus Jord. u. Gilb., pacifische Küste von
Centralamerika, Correctur: Kopfdicke 2% — 3 mal in der Kopflänge, P. '/s
bis % der Kopflänge, D. 9 — 10, A. 7—8; Jordan u. Gilbert, Pr. U.
S. N. Mus., Bd. 5, S. 627.
Crepidogaster lineatum Sauvage, D. 16, A. 14, Neu-Caledonien, Bull.
Soc. Philom. (7) Bd. 7, S. 158.
OpMocephalidae. Ophiocephalus bivittatus, Janos Karoli, Borneo,
Term. Füzeteke, Bd. 5, S. 170.
Trachypteridae. Alle im nordatlantischen Meere vorkommenden Re-
galecus sind wahrscheinlich nur Einer Art, R. glesne Ascan., zuzurechnen,
die aber eine grosse Variabilität der Strahlenzahl besitzt und von der nur
deswegen R. Grillii und Banksii abgetrennt wurden. Dors. 218 — 406.
Von 1881 — 1883 kam in jedem Jahr ein Exemplar bei Norwegen zur
Beobachtung, in diesem Jahrhundert acht, seit 1740 überhaupt 13 Stück.
Die letzten acht werden eingehender beschrieben. Männchen sind mit
Sicherheit auch unter den norwegischen noch nicht nachgewiesen. Ueber
die in unserm Jahrhundert an den norwegischen Küsten gestrandeten
Exemplare der Gattung Regalecus. Christiania Vidensk. Forh. 1883,
494 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
No. 16, S. 1 — 36, Taf. 1 — 3. — Trachypterus avcticus, Beschreibung und
Abbildung bei Sparre-Schneider, ebenda, No. 15, S. 1 — 6, 1 Taf., 1882.
Die Arbeit von Lütken (1882) ist wiedergegeben in: Ann. Nat. H.
(5), Bd. 11, S. 176 — 184 und Am. Naturalist, Bd. 17, S. 330.
Notacanthidae. Notacanthus analis Gill. D. ll/l, A. 18/, 40°
N. Br., 69° W. L., 547 Fd., Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 255.
Paradoxichthys für Notacanthus Rissoanus Depl. und Tera-
tichlhys n. g. für eine nah verwandte Art, T. garibaldiamis , Giglioli,
Nature, Bd. 25, S. 535; vergl. Gill, ebenda, Bd. 26, S. 574 (1882).
Fliaryngognathi,
Pomacentridae. Amphiprion papuensis, d'Entrecasteaux-I. , Macleay,
Proe. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 271. — A. arion, Südsee, helles
Querband vom, dunkles Feld hinten, de Vis, ebenda, S. 451.
Pomacentrus Hamyi Rochebr. (Bull. Soc. Phil. 1880), Rochebrune,
Faune Senegambie S. 100, Taf. 3, Fig. 2, Gattung neu für Westafrika,
im Fluss Casamence. — P. madagascariensis Sauvage, D. 12/14, A. 2/l3,
Bull. Soc. Philom. (7) Bd. 6, S. 174. — P. onyx Südsee, notatus Neu
Britannien, niomatus und trifasciatus Südsee (?), de Vis, Proe. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 452. — P. rubicundus (lebend) jung nach dem
Tj-pus der übrigen Arten gefärbt, Rosa Smith, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5,
S. 652.
Glyphidodon pallidus Banks -Ins., omnhilis Südsee, eine Mittelform
zwischen uniocellatus Q. G. und assimilis Gth. , de Vis, Proe. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 453. — G. nigrifrons und bimacidatus , Neu-
Guinea, Macleay, ebenda, S. 271.
Heliastes hicolor Rochebr. (Bull. Soc. Phil. 1880), Rochebrune, Faune
Sene'gambie S. 102, Taf. 3, Fig. 3, ähnlich H. chromis L., Fluss Ca-
samence.
Labridae. Tautoga Mitch. ersetzt durch Hiatula Lac. , Jordan u.
Gilbert, Pr. U. S. N. Mus. Bd. 5, S. 517.
Nesiotes n. g. Caninen vorn vier oben und vier unten, hinten
keine (Unterschied von Decodon), Seitenzähne zusammenfliessend , mit
deutlichem Sägerand (Semicossj'phus glatt), L. 1. unterbrochen (resumed),
Wangen und Operkel beschuppt, Basis der D. nackt. N. purpurascens,
D. 12/13, A. 3/14, L. 1. 37, Südsee; de Vis, Proe. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 453.
Trochocopus sanguinolenius , Cap Moreton, de Vis, ebenda, S. 287.
Labrichthys dux, Moreton Bay, de Vis, ebenda, S. 287. Labrichthys
elegans, Golf St. Vincent, Steindachner, Anz. Ak. W. Wien, 1883, S. 195.
Platyglossus 7nargarilaceus ^ Hood-Bay, Macleay, Proe. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 274. — P. Xanti, Singapore, Janos Karoli, Term.
Füzetek, Bd. 5, S. 174, 1882.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 495
Sparus radiatus L. ist gleich Choerojulis grandisquamis Gilb, und
Platyglossus florealis Jord. u. Gilb. (1882, juv.) aber nicht gleich PI.
cyanostigma Gth. Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 608
und Synopsis, S. 973.
Coris papuensis, Neu-Guinea, Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales,
Bd. 8, S. 275.
Coris cyanea W. Macleay, Port Moresby (Neu-Guinea), ebenda, Bd. 7,
S. 588.
Pseudoscarus Goldiei, frontalis, papuensis, zonatus, labiostis, Mores-
by ensis , sämmtlich nebst sechs bekannten und mehreren unbestimmbaren
Arten von Port Moresby (Neu-Guinea), W. Macleay, ebenda, Bd. 7, S. 590
bis 592.
Scarus cretensis bei Palermo gefangen, P. Döderlein, Bull. Soc. Sc.
Econ. N. Palermo, No. 16, 1882. — Notizen über die Färbung im
Leben bei mehreren Pseudoscarus- und Scarus -Arten giebt Sauvage, le
Naturaliste, 1883.
Embiotocidae. Neoditrema n. g. Steind. Form des Körpers und
der Dorsale wie bei Ditrema. Kiefer zahnlos. Kiemenstrahlen fünf. N.
Ransonnetti St., Japan. Steindachner u. Döderlein, Denkschr. Ak. W.
Wien, Bd. 48, S. 32.
Chromidae. Chromis Tiberiadis (= Chr. niloticus Günth. e. p),
Schwanzflosse concav, nom. ind. „Moucht- lebet", S. 135, Taf. VI; Chr.
niloticus Hasselq. , „Moucht", Taf. VII. Beide werden oft gefangen mit
von den Podiceps zerstörten Augen, deren Verlust sie nicht an der Er-
nährung zu hindern scheint. C. microstomus , S. 139, Taf. VIII, Fig. 1,
„Moucht Kart"; C. Flavii - Josephi , S. 141, Taf. VIII, Fig. 2, „Addadi";
C. Andreae Gth., Taf. VIH, Fig. 3, „Moucht"; C. Simonis Gth., Taf. IX,
Fig. 1 (= paterfamilias Lortet 1875); die Männchen nehmen die be-
fruchteten Eier in die Mundhöhle, in der sie bis zum Ausschlüpfen (Juni)
verbleiben, ähnlich auch Hemichromis sacra; „Moucht". C. Magdalenae,
S. 146, Taf. IX, Fig. 2. Letztere Art von Damaskus, aber auch, wie
alle anderen, aus dem Jordangebiet. Lortet, Poissons du Lac de Tibc-
riade, S. 135 — 146. — Chromis caerulea -maculatus Rochebr. (Bull. Soc.
Phil. 1880), Rochebrune, Faune Senegambie S. 109, Taf. 4, Fig. 3, mit
fünf schwarzen Flecken. C. Faidherbi R. (1880), ebenda, S. 111, Taf. 5,
Fig. 5, mit drei dunklen Querbändern; ausserdem noch 16 andre Chromis
erwähnt, deren Individuenzahl ebenfalls oft in's Ungeheure geht. — Chro-
mis enchrysurus, Jordan u. Gilbert, Mexico, Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 5,
S. 286 (1882).
Hemichromis Desguezi Rochebr. (Bull. Soc. Phil. 1880), Rochebrune,
Faune Senegambie S. 113, Taf. 5, Fig. 6, mit fünf Schrägbinden; im
Gambia. — Hemichromis Bioyeti Sauvage, D. 18/8, A. 3/7, L. 1. 28,
Kandoa (Ostafrika), Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 159. — Hemichromis
496 ^^'' ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sacra Gtli. , Lortet 1. c. p. 148, Taf. X, Fig. 1, Bemerkungen über Fort-
pflanzung.
Ptychochromis Grandidievi Sauvage, Madagascar, Bull. Soc. Philom.
(7) Bd. 6, S. 174.
Mesonauta surinamensis Sauvage, D. 13/9, A. 13/8, Surinam, ebenda,
S. 173.
Cichla ocellaris BI. juv. , Abb., Steindachner, Flussf. Südamerikas,
IV, Taf. 1, Fig. 2; C. temensis Humb. juv., Abb., ebenda, Fig. 3.
Anacanthini.
Lycodidae. Lycodes muraena und pallidus Collett, Faroe-Canal in
540 Fd., Günther, Pr. E. Soc. Edinburgh, Bd. 11, S. 679. Lycodes
paxiUoides G. u. B. , Mund kleiner als bei paxillus. Oestlich von Nord-
amerika, 304 — 466 Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X,
S. 207.
Lycodonus gen. nov. Durchgehends mit Lycodes übereinstimmend,
aber jeder Strahl der Dorsalis und Analis seitlich mit einem Paar sculp-
turirtor Platten versehen. L. mirabilis, Gestalt ähnlich L. VcrlUi. Oest-
lich von Nordamerika. 740 Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp.
Zool. X, S, 208.
Gadidae. Gadus. Die Ostseeabart des Dorsches (G. callarias L.)
wird als ,. Küstendorsch" im Gegensatz zu dem grösseren „Hochseedorsch"
der Nordsee und des Atlantischen Oceans (G. morrhua L.) bezeichnet
(S. 233). Ferner Notizen über G. acglefinus L., merlangus L., minutus L.
(= luscus L.) , virens L. (= carbonarius L.) , pollachius L. , von denen
die letzten drei selten in der Ostsee, Mübius u. Heincke, Fische der
Ostsee, S. 234 — 237. — Gadus poutassou R. , Vinciguerra, Ann. Mus.
Civ. Genua, 1883, S. 5.50, Taf. 2, Fig. 1, 2. — Bei Portsmouth erschienen
im Aug. 1882 grosse Massen junger, 4 — 10 Zoll langer Kabliaue als
Frucht der künstlichen Züchtung, Wilcox, Bull. U. S. Fish. Comm. , III,
S. 439; dieser erste Beweis dafür, dass der Züchter, auf den Wander-
trieb der Fische rechnend, auch die Vermehrung der Seefische einer Küste
erheblich fördern kann, wird als ein Triumph der künstlichen Fischzucht
vielfach in der einschlägigen Literatur hervorgehoben. — Ein Kabliau von
65 Zoll Länge und 100 Pfund Gewicht, Ev. Smith, ebenda, S. 443.
Lotella, Gehörorgan, s. oben S. 447.
Phycis blenniodes, Jugendform, die Ventralen besitzen noch ent-
wickelte und functionirende Häute zwischen drei Strahlen; erste D. noch
nicht verlängert; Facciolä, il Naturalista Siciliano, Jahrg. 2, S. 25 — 29
(Nov. 1882).
Laemonema harbalula. Schuppen kleiner als bei Yarellii, zahlreichere
D.- und A.- Strahlen als bei robustum. Oesthch von Nordamerika, 230
Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 204.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 497
Motella macrophthalma Stur., Faroe-Canal in 540 Fd., Günther, Fr.
R, Sog, Edinburgh, Bd. 11, S. 580.
Onos ruf US Gill, ob gleich 0. ensis? Mit fast einförmig ziegel-
rothem Farbenton. 40° N. Br., 69° W. L., 1106 Fd.; Pr. U. S. Nat,
Mus., Bd. 6, S. 259.
Haloporphyrus lepidion Risso, Faroe-Canal, 530 — 555 Faden, Günther,
Pr. R. Soc. Edinburgh, Bd. 11, S. 680. — Haloporphyrus lepidion Risso
(nee Gth.), Beschreibung und Abbildung (Taf. III), L. 1. 160 (ncc 210),
Auge gross, Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 90.
Brosmius brosme Müll., Faroe-Canal, 530 Fd., Günther, Pr. R. Soc.
Edinburgh, Bd. 11, S. 680.
Chiasmodus niger, bei Madeira, Johnson, Nature, Bd. 26, S. 453,
bei Neu-England, Gill, ebenda, S. 574.
Ophidiidae. BaralJu-odemus gen. nov. Aehnlich Brotula. Stark
comprimirt; kurzer Operculardorn; Schnauze weit vorragend, Mund gleich-
kiefrig; kein Bartfaden; keine Pseudobranchien ; Caudalis klein, selbst-
ständig , verlängert ; Ventralen weit vor den Pectoralen ; Schuppen klein ;
ohne Seitenlinie? B. vmnatinus. Oestlich von Nordamerika, 647 Faden,
Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 200.
Dicrolene nov. gen. Brotula ähnlich. Auge gross, hoch; Supra-
orbital-, Praeopercular- und (l) Operculardorn en; Mund vorn, gleichkiefrig ;
ohne Bartfaden ; keine Pseudobranchien ; Caudalis abgetrennt , sehr lang ;
untere Pectoralstrahlen abgelöst und verlängert; Ventralen weit vor der
Pectoralis; sieben Rad. branchiost. ; Schuppen klein, auch am Kopf; Lin.
lat. nahe der Dorsalis , hinten undeutlich ; wenige kleine Caeca pyl. D.
inlroniger , östlich von Nordamerika, 464 — 647 Faden. Goode u. Bean,
ebenda, S. 202.
Jiass ozetus n. g. Gill. (Brotulina) Dinematichthys-artig ; schlank,
schmale abgesonderte Caudalis, After etwa V3 der Totallänge von der
Schnauze entfernt, Augen klein, Kopf und Schultern unbewaffnet. B. nor-
malis, C. 9; N. Atl. Oc. , 40° N. Br., 68° W. L. , 1555 Fd.; Pr. U. S.
N. Mus., Bd. 6, S. 259.
Bellottia n. g. Giglioli, (Brotulina) nahe Pteridium atrum; Schuppen
klein , glatt , festsitzend ; Augen klein ; verticale Flossen vereinigt ; V.
fehlen; Unterkiefer mit gedrängten kleinen Zähnen in einer Binde, ein-
zelne grössere konische Zähne dazwischen, Zwischenkiefer ohne solche.
Binde schmaler, auf Vomer und Palatinum spitze weitläuftige Zähne im
Halbkreis geordnet; gleichkiefrig, Oberkiefer nach hinten verlängert; kein
Bartel; Rad. br. 4 (so auch Pteridium!), Kiemen 4, mit langen Anhängen,
Spalte weit; Schwimmblase. B. apoda, D. 90, A. 75, Neapel; Zool.
Anzeiger, Bd. 6, S. 399.
Ophidium Beani Jordan u. Gilbert = Gracllsi J. u. G. (1882) nee
Poey, Pensacola; 0. Graellsi P. = marginatum Dek. = Josephi Gir.;
Pr. U. S. N. Mus., Bd. 6, S. 143. Ophidium omostigma ist kein Geny-
498 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
pterus, welche Gattung nur durch grössere Gaumenzähne von 0. unter-
scheidbar ist; Jordan, Proc. Ac. N. S. Philad., 1883, S. 293.
Fierasfer arenicola J. u. G. (1881) = dubius Putn., Carapus Raf.
ist nicht für Fierasfer zu substituiren, Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. Nat.
Mus. Bd. 5, S. 629. — Emery's Untersuchungen über F. behandelt po-
pulär G. V. Hayek, Schriften d. Ver. z. Verbreit, naturw. Kenntn. Bd. 23,
S. 231 — 245. — F. dentatus in Noi-wegen, CoUett, Forh. Vid. Selsk.
Christ., 1882, No. 19, S. 1 — 9.
Sci/taliscus statt Scytalina, Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus.,
Bd. 6, S. 111.
Kacruridae. Macrurus atlanticus Lowe einzuziehen, gleich coelo-
rhynchus R. Zu Macrurus sclerorhynchas gehört wahrscheinlich Corj'-
phaenoides scrratus Wyv. Thoms. Vinciguerra, Ann. Mus. Civico Genova,
1883, S. 566. — Macrm-us sp. n.?, zwei junge Exemplare (schlecht),
vielleicht M. Trachyrhynchus juv., Schnauze kürzer. Faroe-Canal in
555 Fd., Günther, Pr. R. Soc. Edinburgh, Bd. 11, S. 680 [1882]. —
Macrurus asper, verwandt mit Bairdii, aber Schuppen ohne Kiele, After
mehr hinten. Oestlich von Nordamerika, 304 — 1242 Faden. Goode u.
Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 196. — M. Bairdii G. u. B. in
150 Fd., Gill, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 6, S. 260.
Hymenocephalus italicns Giglioli, Mittelmeer, Nature, Bd. 27,
S. 199.
Coryphaenoides carapinus. Oestlich von Nordamerika, 922 — 1242
Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 197.
Chalinura simula , ähnlich Coryphaenoides affinis Gth. Maul sehr
gross, Schnauze lang, stumpf, erster Ventralstrahl stark verlängert. Oest-
lich von Nordamerika, 333 — 1242 Faden. Goode u. Bean, ebenda, S. 198.
Malacocephalus , zu dieser Gattung gehört wahrscheinlich das von
Facciolä 1882 beschriebene und auf Macrurus bezogene Larvenstadium,
C. Emery, Memorie Acc. dei Lincei, Ser. 3, Vol. 14, S. 14.
Eurypharyngidae, Name eingeführt von Gill, Science, Bd. 5, S. 231,
für die „nouvellc famille" Vaillant's (Bericht für 1882, S. 598). Gill
und Ryder erhielten durch den „Albatross" drei Exemplare einer neuen
Gattung und bringen auf Grund ihrer Untersuchungen an diesen die Fa-
milie als neue Ordnung „Lyomeri", zu der vielleicht noch Saccopharynx
als zweite Familie gehören mag, in die Nähe von Muraena. Die Lyomeri
besitzen fünf Kiemenbogen (keiner in Branchiostegalen oder Pharyngealen
umgewandelt) weit hinter den Schädel gerückt; Cranium unvollkommen
ossificirt, durch einen nur basioccipitalen Condylus mit der Wirbelsäule
verbunden, ohne Maxillare, Zungenbein- und Opercularstücke ; der unvoll-
ständige Schultergürtel vom Schädel entfernt; gesondert ossificirte aber
unvollständige Wirbel. Zur Charakteristik der Familie Eurypharjugidae
gehört ein quer verbreiterter Rostralrand , an dessen äusseren Enden die
Augen stehen, weit nach hinten verlängerte Kiefer, die obem parallel und
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 499
aneinanderschliessend bis zur Einlenkung des Suspensoriums. Die neue
Gattung ist:
Gastrostomus n. g. Gill u. Ryder. Von Eurypharynx unter-
schieden durch Mangel der zwei Fangzähne vorn im Unterkiefer; Cra-
niam kürzer, nicht länger als breit; die zahntragenden Knochen siebenmal
so lang als dieses, Schwanz unten mit einer (strahlenlosen) Membran.
G. Bairdü, D. 160, A. 107. N. Atl. Oc. 40—42" N. Br. , 65 — 69"
W. L., 389 — 1467 Fd. Ausführlichere anatomische Bemerkungen. Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 6, S. 262—273.
Eurypharynx pelacanoides, die Notizen Vaillant's (Ber. 1882, S. 598)
übersetzt in Ann. N. Hist. (5) Bd. 11, S. 67 — 59, und (mit Abb.) Ausz.
in: Revue scientifique, Bd. 31, S. 188.
Flenronectidae. Hippoglossus vulgaris Flem. Biologisches und Fischerei
in der Davis-Strasse, N. P. Scudder, Report U. S. Fish Comra. for 1880,
S. 189 — 228; Vorkommen imd Fang, J. W. Collins, Bull. U. S. Fish
Comm. Bd. 2, S. 311.
Bothus Raf. , eingeführt für Rhombus C. ; Psetta Bp. Untergattung
von B. (typ. Pleur. maximus L.), Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. Nat. Mus.,
Bd. ."i, S. 576.
Rhombus maximus L, , als Mageninhalt Reste kleiner Fische,
K. E. H. Krause, Arch. d. Ver. d. Fr. d. Naturgesch. Mecklenb., Jahrg. 36,
S. 134 — 135. — D'Urban beschreibt einen Rhombus lacvis, „Brill", der
beiderseitig gefärbt war. Zoologist, Bd. 7, S. 36.
Amoglossus lophotes Günther ist syn. mit A. Grohmanni Bp. und
neuerdings als brittische Art nachgewiesen, Abb. Taf. 53, F. Day, Proc.
Zool. Soc. London 1882, S 748 — 750.
Pseudorhombus ffutttdatus, D. 75, A. 63, Hood Bay, Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 276.
Paralichthys ommatus (und ophryas , welche Art im Nachtrag, weil
gleich ocellaris Dek. , wieder eingezogen), Jordan u. Gilbert, Syn. Fish.
N. Americ, S. 822, 824, 972, und Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 5,
S. 616, 617.
Notosema gen. nov. ähnlich Paralichthys, aber linke Ventralis ver-
längert, und die vordersten Strahlen der Dorsalis bilden eine besondere,
gleichfalls verlängerte Abtheilung. N. dilecta. Ostküste Nordamerikas,
75 Faden. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 192.
Rhomboidichthys podas L., hierzu ist als Jugendform anzusehen
Bothus diaphanus Raf. {=■ Rhombus candidissimus Risso) und wahr-
scheinlich auch die symmetrische Peloria Heckeli Cocco, vier verschie-
dene Formen der Reihe abgebildet; C. Emery, Memorie R. Acc. dei
Lincei, Ser. 3, Vol. 14, S. 5; Taf. 1, Fig. 4—6 u. Holzschnitt, und
Mitth. Zool. Stat. Neapel, Bd. 4, S. 403—418.
Pleuronectes platessa L. variirt in Körperform und Beschuppung
auffallend; eine nach P. flesus hinübergehende Varietät (P. pseudoflesus
500 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gottsche) schliesst sich der glatteren PI. flesus an, so dass beide Arten
vielleicht sich durch continuirliche Uebergänge werden verbinden lassen.
Die Zwischenformen kommen mit reifem Samen und Eiern vor. Von
beiden Arten sind mehrfach Hemmimgsbildungen mit noch randständigem,
halbgewandertem Auge beobachtet worden. Möbius u. Heincke, Fische
der Ostsee, S. 242—244.
7s op setta Lockington , Subgenus von Pleuronectes (Typus Lepido-
psetta isolepis Lock.) in Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Amer., S. 832.
Delothyris statt des verbrauchten Namens Thyris, Br. Goode, Pr.
ü. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 109.
Solea lineata Ramsay, 30 dunkle Querlinien, Port Stephens, Proc.
Linn. Soc. N. South Wales, VlI, S. 406. — Solea (Achims) Haackeana,
D. 60, A. 46, L. I. 74 + C, Golf S. Vincent, Steindachner , Anz. Ak.
W. Wien, 1883, S. 195.
Plagusia sp. Zu einer bisher im Mittelmeer erAvachsen noch nicht
beobachteten Art gehört vermuthlich die al-s Peloria Rüppellii von Cocco
beschriebene symmetrische Jugendform; Plagusia (Ammopleurops) lactea
Bonap. hätte eine zu grosse Flossenstrahlen-Zahl. Abbildungen der Larve
Taf. 1, Fig. 1 — 3. C. Emery, Memorie Reale Accad. dei Lincei, Anno
280, Ser. 3, Vol. 14, S. 3, und Mitth. Zool. Stat. Neapel, Bd. 4, S. 403
bis 418. — Plagusia nniutu , Moreton Bay, de Vis, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales, Bd. 8, S. 288.
Synaptura cinerea^ Moreton Bay, de Vis, ebenda, S. 288.
Aphoristia nebulo.stt , Ostkiiste Nordamerikas, 229 Faden. Goode u.
Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 192.
JPhi/sostomi.
Die Verwandtschaftsbeuiehungen der 27 von Günther (Introduction
1880) angenommenen Physostomen-Familien (excl. Aale) erläutert L. Vail-
lant unter Beihülfe eines Schemas von sechs sich berührenden oder
schneidenden Kreisen, Fünf stellen die alten Haupttypen dar, wovon einer
wesentlich marin ist (Clupeidae); ein centraler Kreis umfasst die drei
Tiefseegruppen Scopelidae, Sternoptychidae und Stomiatidac, welche der
Reihe nach Beziehungen zu den Cyprinidae, Esocidae und Salmonidae be-
sitzen. Die Siluridae haben keine nah verwandten Gruppen, aber durch
die Haplochitonidae und Percopsidae ist der Uebergang zu den Cyprinidae
vermittelt, denen die Kneridae und Cyprinodontidae eng sich anschliessen,
weiter auch die Heteropygii. Den Esocidae werden genähert die Um-
bridae, Galaxidae, Alepocephalidae , Scombresosidae (zu den Anacanthini
überleitend) und die abnormen Pantodontidae. Die ebenfalls hierher ge-
hörigen Mormyridae zeigen Verwandtschaft mit der Clupeidengruppe , spe-
ciell mit den Notopteridae und in paralleler Weise die GonorhjTichidae
mit den Halosauridae. Eng an die Clupeidae reihen sich Chirocentridae
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 501
nebst Bathythrissidae , weiter Hyodontidae und Osteoglossidae. Bei den
Salmoniden stehen nur die Characinidae , welche zu den Clupeidae eine
Brücke liiklcn. Annales Scienc. natur. (VI) Bd. XV, Artikel No. 6.
Siluridae. Ciarias macracanthus Gth. im Jordangebiet, ist der „Co-
racinus" des Flav. Josephus; nom. indig. „Barbour"; nach Ansicht des
Verf. dient die Schwimmblase zur Athmung, weshalb der Fisch lange ohne
Wasser leben bleibt, ausserdem erzeugt sie den der Katzenstimme ähn-
lichen Schrei (vergl. Bericht f. 1882, S. 567). Stimme bei AVelsen beob-
achtete auch Tirant in Cochinchina. Lortet, Poissons du Lac de Tibe-
riade, S. 151, Taf. 13.
Heterobranchus senegalensis C. V. = longifilis C. V. und guine-
ensis Blk. (beides Jugendformen) und gleich isopterus und macronema Blk.,
Rochebrune, Faune Scne'gambie S. 118, Taf. 6, Fig. 1.
Silurus Chantrei Sauvage, äff. S. afghana G., Tiflis, Bull. Soc. Phil.
Bd. 6, S. 163.
Eutropius Adansonii C. V. = niloticus Rp. , Rochebrune , Faune
Sene'gambie, S. 121. — E. Bocagii Guimaräes, Dondo, Angola, Journ.
Scienc. Lisboa, 1882, S. 222.
Pseudotropius siamensis Sauvage, A. 48, Me-Nam, Bull. Soc. Phil.
(7} Bd. 7, S. 154. — Pseudotropius Buchanani Val., (Orig. -Expl. von
Bagrus B.) Augendurchmesser gleich Vi ^ei' Kopflänge , beide Kiefer
gleich lang, D. l/6 , A. 49; Vaillant, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 25.
Bagrus goreensis Guich. = Arius Heudelotii C. V. , Rochebrune,
Faune Sencgambie S. 125.
Macrones chinensis Steindachner , Kanton, Anz. Ak. W. Wien, 1883,
S. 196.
Pseudobagrus nudkeps Sauvage, D. 1/6, A. 23, Biwa-See, Japan,
Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 145, desgl. Ps. nudkeps Sauvage, Me-Nam
(Slam)!, ebenda, S. 155.
Akysis ^Jic^Ms, Günther, D, 1/6, A. 9, Tenasserim, Ann. Mag. N.
Hist., Bd. 11, S. 138.
Olyra gehört in die Nähe von Saccobranchus , 0. elongata, D. 7,
A. 19, Tenasserim, Günther, ebenda, S. 140.
Amiurus prosthistius Cope, A. 24 — 27, schlanker ix. C. runder als
bei natalis, Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1883, S. 133. — A. albidus, das
Männchen behütet den Laich und die Jungen und sorgt für Strömung
durch die Eier - M.assen. In dem Raum zwischen Dotter und Schale
schwimmen in früheren Stadien zahlreiche stark lichtbrechende Körper-
chen. Der Maxillarbartfaden erscheint schon am dritten Tage ; J. A. Ryder,
Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 3, S. 225 — 230.
Noturus (Schilbeodes) elassochir Swain u. Kalb, P.-Stachel schwach,
3V3 mal in Kopflänge, A. 16, Illinois -River; Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5,
S. 639; N. exilis Nels. gleich insignis Rieh., Uebersicht über die sieben
Arten; Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 638—644.
502 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Arius. Notizen über Günthers Originalcxemplare von A. assimilis,
coerulescens und Seemanni (zu Letzterem gehört A. assimilis Jord. u.
Gilb., Bull. U. S. F. C, 1882, 47), Jordan, Proc. Acad. N. Sc. Philad.,
1883, S. 281. — Arius latirostris (D. l/7, A. 14), Goldie-R., Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 277. — Arius armiger, A. 22,
Vomerzähne in zwei Gruppen, zusammenstossend mit den Palatinzähnen,
Neu- Britannien, de Vis, ebenda, S. 454.
Ariodes aeneus Sauvage, D. 1/7, A. 13, Insel Rafiles (Reise der
„Zele'e"), Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 160.
Eunaemus [Euanemus] longipinnis (Ag.) Steind., synonym mit Epa-
pterus dispilurus Cope (1878), Steindachner, Beitr. K. Flussf. Südamerikas,
IV, S. 31.
Centromochlus Perugiae Steindachner, Canelos, ebenda, S. 29, Taf. 7,
Fig. 2 (cf).
Cetopsis p/umbeus Steindachner, Canelos, ebenda, S. 31, Taf. 6,
Fig. 3.
Oxydoras Slübelii Steindachner , ebenda , S. 5 , Taf. 3 , Fig. 1 , Rio
Huallaga.
Arges sabalo C. V. Abb. bei Steindachner, Beitr. K. Flussf. Süd-
amerikas IV, Taf. 4, Fig. 2. — A. longißlis, erster Strahl der P. und
Randstrahlen der C. stark verlängert , sonst ähnlich wie sabalo , Rio Hu-
ambo, ebenda, S. 19, Taf. 5, Fig. 3. Brontes prenadilla Val. (= A.
brachycephalus Gth.) ist ebenfalls eine Arges-Art (jung), ebenda, S. 20,
Taf. 5, Fig. 5.
Chaetostomus Taczanowskii Steindachner, L. 1. 26, Huambo, ebenda,
S. 23, Taf. .5, Fig. 2.
Loricaria Slübelii Steindachner, Rio Huallaga, ebenda, S. 7, Taf. 3,
Fig. 2.
Acestra Knerii Steindachner, zwischen acus und oxyrhyncha, Canelos ;
ebenda, S. 26, Taf. 7, Fig. 1.
Erethisthes M. u. Tr. gehört in die Nähe von Callomystax , die
Gattung Hara Blyth fällt mit E. zusammen; Günther, Ann. Mag. N. Ilist.,
Bd. 11, S. 139.
Bunocephalus bicolor Steindachner, Beitr. K. Flussf. Südamerikas
IV, S. 8, Taf. 2, Fig. 1, Rio Huallaga. B. Knerii, Canelos (Ecuador),
ebenda, S. 9, Fig. 2.
Trichomycterus amazonicus Steindachner, von Cudajas, ebenda, S. 29,
Taf. 6, Fig. 4. — T. Taczanowskii Steindachner, Rio Huambo, ebenda,
S. 22, Taf. 4, Fig. 1.
Stegophilus Reinkar dtii Steindachner, C. mit vielen Stützstrahlen, D.
über der A. , Rio 19a , Aniazonenstrom , See Manacapuru , Fig. 1 ; St. ma-
crops St., See Manacapuru, Fig. 2; ebenda, S. 8, Taf. 6, Fig. 1, 2.
Scopelidae. Saurida /eroa: Ramsay, Port Jackson, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales, Bd. 8, S. 117.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 503
Scopelus oder verwandte Gattungen besitzen Jugendformen mit einem
Bulbus oculi von spindelförmiger Gestalt in verticaler Stellung. Be-
schreibung und Abbildung von drei vei'schiedenen Larven-Typen, worunter
Sc. Rissoi. C. Emery, Memorie R. Acc. dei Lincei, Ser. 3, Vol. 14,
S. 7, Taf. 1, Fig. 7—14 und Mitth. Zool. Stat. Neapel, Bd. 4, S, 403
bis 418. — Scopelus iiracoclampus Face, P. halb so lang als V., Messina,
FacciolJl, Naturalista Siciliano, Jahrg. 3, S. 51 — 54; S. [acanlhurus in
der späteren Nummer umgewandelt in) Döderleini Face, ebenda, Jahrg. 1,
S. 166, 193, Taf. 10, Fig. 1 — 4, nach P. Döderlein = S. maderensis
Lowe, ebenda S. 258—263.
Alepichthys g. n. Face. Körper gänzlich nackt, erste Dorsalis auf
der hintern Körperhälfte, Kiefer gross mit kleinen Zähnen. A. argyro-
gaster, Facciolä, ebenda, Jahrg. 1, S. 167.
Bathysaurus Agassizii („Sj'nodontidae"), Osten von Nordamerika,
647 Faden. Goode und Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 215.
Aulopus purpurisatus Rieh., Abb. und Beschr. bei Mc. Coy, Prodr.
Zool. Victor., Dec. 6, S. 19, Taf. 54, 55.
Paralepis coregonoides in Corwall gefunden, neu für die brittische
Fauna, F. Day, Zoologist (3), Vol. 7, S. 381 u. 506, sowie in Fishes of
Great Brit., Anhang.
Alepidosaurus aesculapius Bean, das Exemplar 1881 als ferox be-
zeichnet, aber unterschieden durch kürzere P. und V., V. nur 1/7, Una-
laschka; Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 661 (Jord. u. Gilb., Synopsis,
S. 888).
Pelopsidae, neue Familie (provisorisch) neben den Sternoptychidae
und Scopelidae. Körper nackt , ohne Bartfäden , Mundrand oben vom
Maxillare und Intermaxillare gebildet, ersteres ohne Zähne, Kiemendeckel-
Apparat vollständig, Kiemenspalte sehr weit, Fettflosse vorhanden, ohne
leuchtende Punkte.
Pelopsia g. n. Körper verlängert, durchsichtig. Schnauze nieder-
gedrückt. Unterkiefer länger als der obere. Zunge bezahnt. Kiemen-
deckel ganzrandig. Caudalis ziemlich lang. P. Candida und P. Scillae;
Facciolä, Naturalista Siciliano, Jahrg. 2, S. 145 — 147. [P. Candida wird
1884 von Face, für Chlorophthalmus Agassizii juv. erklärt.]
Cyprinidae. Chamistes cujus Cope, L. 1. 65, tr. 13/11, Pyramid
Lake, Beschreibung von Ch. brevirostris und luxatus, Pr. Ac. N. Sc.
Philad. 1883, S. 149.
Ictiobus, damit werden vereinigt Bubalichthys und Carpiodes, Jordan
u. Gilbert, Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 110.
Cj'prinus carpio L. , praeglacial in Norddeutschland, Nehring, Sitzb.
Ges. natf. Freimde, Berlin, 1883, S. 69. — 13 lebende Karpfen von New-
York nach Rio Janeiro übergeführt, Couchman, Bull. U. S. Fish Comm.
Bd. 2, S. 382. Die Einbürgerung der Karpfen in Nordamerika wird mit
grossem Eifer fortgesetzt, darüber zahlreiche Artikel in den Fachblättern.
504 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Carassius vulgaris Nordm. Schlundzähne zuweilen zweireihig 4 , 2
(3) — 2 (3), 4. Day, Fish. Great Brit , S. 165. — Parize beschreibt eine
parasitäre Krankheit des Carassius auratus im Bull. Soc. iitude scieut.
Finistere, Jahrg. 5, Fase. 1, 4 S., Abb.
Tylognathus Caniini Sauvage, L. 1, 40, tr. 6/5, Abyssinien, Bull. Soc.
Philom. (7) Bd. 6, S. 175.
Discognathus lamta H. B. und der nahe stehende Chiarinii Vinci-
guerra, L. 1. 42, von beiden Abb. (Holzschn.), See Arsade, Galla Land,
Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 7 — 11; in Syrien häufig, Lortet,
Poiss. Lac Tiberiade, S. 153, Taf. XVI, Fig. 4, 5.
Capoeta Sauvagei, tiefes Wasser des Sees Tiberias , L. 1. 33 , zwei
wohlentwickelte Bartfäden, Lortet 1. c. S. 154, Taf. XIII, Fig. 2. Ebenda:
Cap. syriaca C. V., S. 155, Taf. XIV, Jordangebiet; C. fratercula Heck.,
S. 156, Taf. XV, Fig. 1, Tripolis, Damaskus, sind die heiligen Fische,
welche von den Europäern als Forellen bezeichnet werden, L. 1. 70 — 72,
nom. ind. „Samak nahri"; C. amir Heck., S. 158, Taf. XV, Fig. 2,
Antiochia; C. sociahs Heck. (= C. damascina Gth. e. p.), S. 159,
Taf. XV, Fig. 3, Jordan, Pect. 16; C. damascina C. V., S. 160,
Taf. XVI, Fig. 1, Pect. 21. Der einheimische Name aller Capoeta-Arten
ist „Hefafi".
Dillonia Dillonii C. V. Beschreibung und Kritik der Gattung,
D. Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 699.
Barbus canis C. V. Lortet 1. c, S. 161, Taf. XII, Fig. 1, nom.
ind. „el Kclb" oder „el Karsin". B. longiceps C. V., S. 163, Taf. XIII,
Fig. 1 , nom. ind. „Escheri" verträgt das Brackwasser im Todten Meere
verhältnissmässig gut.
Barbus microphlhalmus , L. I. 100, L. tr. 17/16, Tiflis; Lorteti,
L. 1. 60, L. tr. 12/9, Antiochia, Sauvage, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 6,
S. 164, 165.
Puntius siaviensis Sauvage, L. 1. 28, tr. 5/3, im Me-Nam, ebenda,
Bd. 7, S. 152.
Labeobarbus Chantrei, L. 1. 35, tr. 6/4, Antiochia, Orontis (50,
10/10), Euphrati (70, 12/8), Sauvage, ebenda, Bd. 6, S. 165, 166.
Tirodon, s. Ber. f. 1882, S. 604.
Hybognathus ßaviphmis und nigrotuenintus Cope in Jordan u. Gilbert,
Synops. Fish. North America, S. 156.
Agosia novemradiata Cope, D. l/9, A. 1/8, L. 1. 60, tr. ll/ll.
Weber River (Utah), Pr. Ac. Nat. Sc. Philad. 1883, S. 141.
Leuciscus dolula V. Monstrosität mit abschüssiger Stirn, H. Landois,
Zool. Garten, Jahrg. 24, S. 298.
Leuciscus idus L. kommt bisher nicht in Brittannien vor, frühere
Angaben beruhen auf Verwechselung mit L. ccphalus L. 1874 wurden
Goldorfen vom Herzog von Bedford eingeführt, welche aber erst 1882 zur
Fortpflanzung gelangten. A. G. [Günther?], Nature, Vol. 28, S. 304.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 505
Leuciscus trkolor Lortet 1. c. S. 166, Taf. XII, Fig. 2, Seen östHch
von Damascus, L. 1. 60, Dent. phar. 5 — 5: L. lepidus Heck, idem S. 167,
Taf. XIII, Fig. 3, bei Lattakieh.
Sqxialius japonicus Sanvage, L. 1. 38, Biwa-See, Bull. Soc. Phil. (7)
Bd. 7, S. 147. S. coeridescens Saiivage, L. 1. 45, Biwa-See, ebenda,
S. 146. — S. (Clinostomus) galtiae Cope, Pyramid Lake (Oregon), Proc.
Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 148.
Phoxinus Steindachneri Sauvage, D. 9 , A. 9 , L. 1. 80, Biwa-See,
Japan, Bull. Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 148.
Phoxinellus Libuni Lortet op. cit. S. 164, Taf. XI, Fig. 4, See
Yammouni im Libanon, 1650 m. hoch, L. 1. 48; Ph. Zeregi Heck. ibid.
S. 165.
Minnilus scepiicus Jordan u. Gilbert, Synopsis Fish. N. America,
S. 200.
Leucus (Myloleucus) parovanus Cope, aufrecht erhalten gegen Jord.
n. Gilb., Syn. Fish. N. Amer. , S. 246, von Cope, Pr. Acad. N. Sc.
Philad. 1883, S. 143; (Myloleucus) thalassinits Cope, L. 1. 46, tr. 9/4,
Goose Lake, Oregon, ebenda, S. 144; L. olivaceiis Cope, L. 1. 56 — 59,
tr. 13—14/7—8 und dimidialus Cope, L. 1. 63—66, tr. 14 — 15/8, beide
Pyramid Lake (Nevada), ebenda, S. 145.
Trycherodon g. n. Forbes [nahe Leucus], Schlundzähne in einer
Reihe 5 — 5 oder 5 — 6, stark hakig und tief gekerbt, ohne Kaufläche.
Linea lateralis unvollständig. Dorsalis über der Ventralis. Intestinum
kürzer als Kopf nebst Körper. Peritoneum blass. Brust fast bis zur
Ventralis nackt. Mund terminal. Obere Kinnlade vorstreckbar. Keine
Bartfäden. T. megalops, Illinois River; Forbes (M. S.) in Jord. u. Gilb.,
Synopsis Fish. N. America, S. 247 — 248.
Siphateles g. n. Cope, bei Leucus, Dent. phar. 5 — 5 mit deutlichen
Kauflächen, L. 1. sehr unvollständig, ähnlich Leucus. S. vittalus, D. und
A. 1/8, L. 1. 55, tr. ll/5, Pyramid Lake (Oregon), Proc. Ac. N. Sc,
Philad. 1883, S. 146.
Platygobio pallidus Forbes (M. S.) in Jordan u. Gilbert, Sj'nopsis
Fish. N. America, S. 220.
Achilognathus Steenackeri Sauvage, L. 1. 38, Biwa-See, Japan, Bull.
Soc. Philom. (7) Bd. 7, S. 146.
Rhodeus syriacus Lortet 1. c. S. 168, Taf. XII, Fig. 3, bei Baalbek
und Seen östlich von Damaskus, L. 1. 48—49, Dent. phar. 5 — 4.
Barilius ornatus Sauvage, L. 1. 45, Me-Nam (Slam), Bull. Soc. Phil.
(7) Bd. 7, S. 153.
Opsariichthys Steenackeri Sauvage, D. 9, A. 17, L. 1. 75, Biwa-See,
Japan, ebenda, S. 148.
Tribolodon n. g. Gruppe Danionina. Schuppen klein, L. I. nach
unten gebogen, aber in der Mitte der C. endend, D. kurz, mit weniger
als neun getheilten Strahlen , gegenüber den V. , A. kurz ; keine Barteln,
506 ^r. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Maul klein, Suborbitalia nicht erweitert, Pseudobranchien , Dentes phar.
5 . 2, hakig. T. punctatum, L. 1. 75, Biwa-See, Japan. Sauvage, ebenda,
S. 149.
Alburnus Orontis , L. 1. 50, tr. 11/5, Sauvage, ebenda, Bd. 6,
S. 168. — Alburnus Vignoni Lortet 1. c. S. 170, Taf. XVI, Fig. 3.
D. 9, A. 13, L. 1. 56, Dent. phar. 5—5, Seen östl. von Damaskus;
A. sellal Heck. ibid. S. 169, Taf. XVI, Fig. 2, See Tiberias.
Paralaubuca Harmandi Sauvage, L. 1. 75, Me-Nam (Siam), Bull.
Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 153.
Nemachilus Leontinae Lortet op. cit. S. 171, Taf. XVm, Fig. 1,
See Tiberias, D. 9, A. 7; N. tigris Heck., ibid. S. 172, Taf. XVIII,
Fig. 2, Seen östlich von Damaskus, nom. indig. „el Jahoud" ; N. gali-
laeus Gth. S. 173; N. insignis Heck., S. 173, bei Jericho.
Characinidae. Curimatus Meyeri Steindachner, Rio Huallaga; Beitr.
K. Flussf. Südamerikas IV, S. 11, Taf. 1, Fig. 4.
Von Tetragonopterus - Arten werden durch Steindachner als neu be-
schrieben (Beitr. z. K. Flussf. Südamerikas IV): xinguensis L. 1. (excl.
C.) 30, Xingu, S. 32; ocellifer L. 1. unvollständig, 6 — 8, Amazonenstrom
bei Cudajas, S. 32, Taf. 7, Fig. 5; ColleüU , L. 1. 32—33, Amazonen-
strom und Hyavar)', S. 33, Taf. VH, Fig. 3; BelloUü, L. 1. 31—32, nur
5—7 Seh. durchbohrt, bei Tabatinga, S, 34; Copei, Amazonenstrom bei
Santarem, S. 35, Taf. 6, Fig. 6; Bciirdü, L. 1. 37—38, Tabatinga, S. 35;
elegans, L. 1. unvollständig (30—31), Amazonenstrom bei Obidos, S. 36,
Taf. 7, Fig. 4; SchrmirJae, L. 1. unvollständig 7—16 (30—31), S. 37,
Taf. 7 , Fig. 6. Ausserdem Noten über lepidurus Kn. und hauxwellianus
Cope. — Tetragonopterus huumhonicus Steindachner, vielleicht nur T. po-
lyodon Gth., Huambo, ebenda, S. 25, Taf. 5, Fig. 1 (cT).
Chirodon eques , Amazonenstrom bei Obidos, Agassizü, Jatuarana,
pulcher, Amazonenstrom, pei/iiira aus dem Cujaba, nur die letzte Art
mit vollständiger Seitenlinie, Steindachner, ebenda, S. 37 — 39, Notizen
über insignis St., Panama und Amazonenstrom, fugitiva Cope, Amazonen-
strom, S. 39.
Brycon Stübelii Steindachner, Rio Amazonas (Iquitos), verwandt B.
melanopterum Cope, ebenda, S. 13, Taf. 1, Fig. 1.
Stethaprion Copei Steindachner, Hohe halbe Totall., L. 1. 32 — 33,
Tabatinga, aprion Cope vielleicht = chryseum Cope, ebenda, S. 40.
Hydrocyon brevis Gth. und lineatus Schlegel = Forskalii Cuv.,
mithin giebt es nur eine H.-Art, Rochebrune, Faune Sene'gambie S. 130.
Cyprinodontidae. Cyprinodon Cypris Heck., Lortet, op. citat. S. 174,
Taf. X, Fig. 3, Damaskus, Jericho, Jordan; C. dispar Rüpp. id. S. 175,
Holzschnitt, salzige Quellen nördlich am Todten Meer, bei Jericho, leben
von Mückenlarven, für Aquarien sehr zu empfehlen; C. Sophiae Heck.,
id. S. 179.
Haplochilus Antinorü Vinciguerra, verwandt mit infrafasciatus Gth.,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 507
L. 1. 30, See Arsadc (Galla - Liind) , Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18,
S. 693, Holzschn. (M. u. W.).
Funduhis zebrinus statt des schon vergebenen Namens zebra Girard;
Joi'dan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Amer. S. 891, F. adinia J. u. G. (=
F. zebra Jord. 1878 nee Dek.), ebenda S. 335.
Cynolebias rohustus, D. 20, A. 23, bei C. porosus St., San Antonio
(Buenos Ayres), Günther, Ann. Mag. N. H. Bd. 11, S. 140.
Poecilia spilargyreia Dum. ist ein Haplochilus und zwar H. intra-
fasciatus Gth. , D.'s Speciesname hat Priorität, Rochebrune, Faune Sene-
gambie S. 139.
Girardinus caudimaculatus Hensel, Beschreibung des Aeusseren, der
Lebensweise und anatomische Details der Baucheingeweide. Die Schwimm-
blase besitzt in dem erweiterten Anfange des Ductus pneumaticus eine
vordere kleinere Abtheilung. Die Nieren sind kurz, kürzer als die ge-
trennten Ureteren, und liegen sehr weit nach vorn. Der Zangenapparat
in der Analflosse des Männchens entwickelt sich erst bei Individuen von
etwa 24 mm. Länge, er besteht aus zwei symmetrischen vorderen und
einem unpaaren hinteren Schenkel, dem noch ein hinten gezähnter Flossen-
strahl folgt. Die weitgehende Verschmelzung der beiderseitigen Hoden
sowohl als besonders der Eierstöcke hebt Verf. hervor; der gemeinschaft-
liche Ausführungsgang wird in beiden Fällen auch nicht mehr durch ein
Septum geschieden. Die Befruchtung ist in sofern sehr eigenthümlich,
als die Spermatozoen , um zu den Eiern zu gelangen, das Keimepithel
durchbrechen und die Masse des Ovariums bis zur Peripherie durchdringen
müssen. Die Hüllen des Eies sind schwach entwickelt, die Streifung der
äussersten Dotterschicht fehlt, und der Dotter entbehrt geformter Elemente;
die geschützte Lage des Eies während der Entwicklung, die im Ovarium
vor sich geht, gilt dem Verf. als Ursache für diese Erscheinung. Das
Lebendiggebären bringt er in Zusammenhang mit dem Aufenthalt der
Girardinus in austrocknenden Pfützen. Durch springende Bewegungen
vermag die Mutter benachbarte Gewässer zu erreichen und die Brut zu
retten, v. Ihering, Zeitschr. f. wiss. Zoologie, Bd. 38, S. 468 — 490,
Taf. 26.
Scombresocidae. Scombresox Rondeletü zu streichen, von Valen-
ciennes wurde die zarte Schwimmblase des S. saurus nur übersehen;
Grammiconotus bicolor Costa in der That die Jugendform dazu. Vinci-
gucrra, Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 672.
Exocoetus (s. s.) maculipinnis sp. n. ? Vinciguerra, in Färbung ähn-
licher dem spilopus als dem volitans, mit längerer P. als vol., Tunis,
Ann. Mus. Civ. Genova, 1883, S. 577, Taf. 1, Fig. 6. — E. brachy-
cephalus Gth. syn. zu Rondeletü C. V., derselbe, S. 574. — Exocoetus
obtusirostris Gth. = evolans L., Rochebrune, Faune Senegambie S. 138. —
Exocoetus longibarba , D. 14, A. 13, Neu Britannien, de Vis, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 454.
Arcli. f. Natui-gesch. L. Jahrg. 2. Bd. HH
508 ^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Exocoetus nifipinnis C. V., syn. : E. Dowi Gill (1863), Jordan, Pr,
Ac, N. Sc. Philad. 1883, S. 283.
Belone (Tylosurus) hians C. V., syn.: B. maculata Poey; Jordan,
ebenda, S. 283.
Esocidae. Esox vermiculatus Los. statt salmoneus zu setzen, Jordan
w. Gilbert, Proc. U. S. N. Mus., Bd. 6, S. 110.
Mormyridae. Alfr. Sauders untersuchte nach frisch präparirtem Ma-
terial das Gehirn der Mormyriden (drei Arten des Nil). Das „eigenthüm-
liche Organ" , das sich über die sämmtlichen andern Hirntheile fort aus-
breitet, ist eine colossale Wucherung der Valvula cerebelli (schon Marcusen
hatte es richtig dem Cerebellum zugetheilt) und zwar des seitlichen Theils,
der in mehrere mit dem Alter sich stärker complicircnde „Flügel" zerfällt
und dessen histologische Struktur mit der des Kleinhirns parallelisirt werden
kann; eine Andeutung einer grössern Entfaltung der Seitentheile liefert
Labrus maculatus. Bei Mormyrus sprengt die gewaltige Masse das Tectum
opticum in der Mittellinie, klappt dessen Hälften seitwärts nieder und füllt
den ganzen fi-eien Raum der Schädelhöhle über dem Gehirn aus. Das
fortgedrängte Tectum erleidet eine histologische Verkümmerung. Das
eigentliche Cerebellum ist (wie auch bei einigen Siluroiden) nach vorn statt
nach hinten hinüber gelegt. Hinter ihm entwickelt sich ein unpaariger
umfangreicher Körper „Tuberculum impar", der einer bei Carassius auratus
angedeuteten Erhebung am Boden der Rautengrube entspricht, mit dem
sich bei Mormyrus aber noch die Vagus - Anschwellungen der Medulla ob-
longata verbinden. Die mikroscopische Beschaffenheit harmonirt mit dieser
Deutung, spricht aber gegen die Auffassung des Organs als Cerebellum,
wie schon Marcusen hervorhob. Die übrigen Himabschnitte bieten keine
wesentlichen Abweichungen vom Teleostier-Gehirn. Die Funktion der beiden
dem Mormyrus eigenthümlichen Organe bleibt dunkel. — Contributions
to the Anatomy of the Central Nervous System in Vertebr. Anim., Teleo-
stei, Appendix; Philos. Trans. Roy. Soc. London, Bd. 173, S. 927 — 959,
Taf. 59—63.
Petrocephalus Bahyi Sauvage, D. 22, A. 29, L. 1. 37, Congo, Bull.
Soc. Phil. (7) Bd. 7, S. 159.
Sternoptychidae. Die Schwimmblase kommt bei allen Gattungen
vor, auch bei Coccia, Maurolicus, Gonostoma und Chauliodus. Coccia
scheint eine andre Bildung der Oberkinnlade zu besitzen als die übrigen
Stemoptychidae , indem das Intermaxillare den ganzen Rand bildet , aber
mit dem hinterliegenden Maxillare zu einem Stück verwächst, ist daher
von dieser Familie auszuschliessen. Beschrieben werden Chauliodus Sloa-
nü Bl. Sehn, (über die Wirbelsäule s. S. 438), Gonostoma denndatum
Raf. , Argyropelecus hemigjTnnus Cocco (ganz junge Exemplare ohne Ver-
schiedenheit), Maurolicus amethystino-punctatus, attenuatus imd Poweriae
Cocco. — Die Jugendform von Gonostoma denudatum besitzt in den
Kiefern gleichmässig lange Zähne, kürzere PectoraUs, weiter vorgerückte
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 509
Dorsalis. Facciolä, II Naturalista Siciliano Anno II, S. 186 — 189, 205
bis 208.
Cyclothone gen. uov. Lang gestreckt, schwach comprimirt,
schupjjcnlos ? , unten eine Reihe Leuchtpimktc jederseits; Mund weit, mit
stark vorragendem Unterkiefer; die lange sichelförmige Maxiila fest mit
dem kurzen Intermaxillare verbunden, beide mit einer Reihe langer, un-
gleich grosser Zähne, die des Unterkiefers vorwärts gerichtet, vom Hunds-
zähne. Vomerkopf mit einem kleinen Fleck Zähnchen. Augen massig,
mit Haut überzogen. Keine Pseudobranchien. Dorsalis und die grosse
Analis in der hinteren Körperhälfte; ohne Fettflosse. C. lusca. Oestlich
von Nordamerika, 457—1632 Faden. Goodc u. Bean, Bull. Mus. Comp.
Zool. X, S. 222.
Sigmops n. g. Gill. Chauliodontidae. Ohne Schuppen und Pseudo-
branchien, Körper verlängert, keulenförmig, D. kurz, A. lang, beider
Vorderenden übereinander, Zähne massig verlängert, mit mehreren kurzen
abwechselnd, in einer Reihe längs Zwischen-, Ober- und Unterkiefer.
S. stigmaticus, 38° N. Br., 68° W. L., 2361 Fd. ; Pr. U. S. Nat. Mus.,
Bd. 6, S. 256.
Stomiatidae. Hyperchoristus n. g. Gill. Körper gedrungen,
keulenförmig, nackt; Zähne in einfacher Reihe, in Gruppen von etwa
vier, die nach hinten schnell grösser werden, Zähne am Gaumendach
verlängert, einer jederseits am Vomer, mehrere auf dem Palatinum;
„moderate dorsals obliquely opposed," C. gegabelt, P. mit getrenntem
obersten Strahl. H. Tanneri, 40° N. Br., 67° W. L., 956 Fd., Pr. U.
S. Nat. Mus.; Bd. 6, S. 256.
Bathophilus nigerrimus Giglioli, Nature Bd. 27, S. 199, 1882,
Mittelmeer.
Salmonidae. Uebersicht der im Reichsmuseum zu Stockholm be-
findlichen Salmoniden unter Zufügung analytischer Bestimmungstabellen.
Es werden unterschieden: Salmo trutta (2 Var.: fario, trutta), salar (var.
venernensis, salar, breviceps), fluviatilis (v. hucho, fluviatilis), alpinus (sal-
velinus, stagnalis, alpinus); Osmerus eperlanus (var. dvinensis, eperlanus);
Mallotus villosus; Coregonus tugun, Merckii, albula (subsp. albula, var.
alb. und vimba, subsp. lucius), autumnalis (Novajae Semljae, Jenisejensis),
cyprinoides, lavaretus (subsp. muksun, subsp. maxillaris, subsp. Wartmanni, var.
aspius, Nilssoni, bolmeniensis, Wartmanni, subsp. lavaretus, var. lavaretus,
lavaretus - microps , l.-microcephalus, polcur, polcur-brachymystax) , nasus;
Thymallus vulgaris, Pallasii; Argentina silus, sphyraena. Zar Charak-
teristik wird die Zahl der Kiemendornen herbeigezogen. F. A. Smitt,
Öfversigt K. Vetensk. Akad. Förhandl., Jahrg. 39, S. 31—40.
Die englischen Salmoniden bringt F. Day zum Abschluss; zu den
Varietäten von Salmo trutta, subsp. fario L. rechnet er folgende acht:
orcadensis G., ferox Jord., comubiensis Walb., nigripinnis G., estuarius Kp.
(= gallivensis G.}, stomachicus G., Swale-dale trout und Crassapuill trout,
510 Dr- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
die beiden letzteren neue Varietäten aus Yorkshire bez. Sutherlandshire;
in der Gruppe der Salvelini hält Verf., abgesehen von dem neuerdings in
England sehr verbreiteten amerikanischen S. fontinalis nur den Salmo
alpinus aufrecht, zu dem er auch den continentalen S. umbla und salve-
linus rechnet; die übrigen brittischen Arten Günthers: S. Perisi, Willughbü,
Killinensis (nebst arctururus G. 1877?), Grayii und Colli werden Varietäten
(sämmtlich und womöglich nach Original -Exemplaren abgebildet). Fishes
of Great Brit. — Ueber Bastarde s. S. 453.
Salmo namaycush Penn, von Nordamerika in Eieni nach Deutsch-
land zur Zucht übergesiedelt ; Salmo carpio Lin. aus Italien nach
Deutschland verpflanzt; Salmo Levenensis Walk, von Schottland nach
Deutschland versetzt; Circular des Deutschen Fischerei - Vereins 1883,
No. 1, S. 5, 6.
Salmo salaf, „Zur -Lebensgeschichte des Rheinlachses" von Miescher-
Rüsch (1880) übersetzt in Report U. S. Fish Comm. for 1880, S. 427. —
Grilse ist nicht der junge Lachs, sondern eine eigne Art. Der aufsteigende
Lachs frisst auch noch im Süsswasser junge Heringe, Ammodytes, Lachs-
brut (Parr), Forellen, oft auch Barsch und Phoxinus (Minnow), J. Anderson,
Bull. U. S. Fish Comm. Vol. 3, S. 429. — Ueber die „Stotfwanderungen
im Organismus des Rheinlachses" (nach Glaser's und Miescher's Unter-
suchungen) und „Ueber das Leben des Rheinlachses" spricht O. Nüsslin,
Verhandl. naturw. Ver. Karlsruhe, Hft. 9, S. 25 — 33, 36 — 44. — S. salar
verirrt im Bielersee, Th. Studer, Mitth. Natf. Ges. Bern, 1883, S. 9.
Salmo trutta, Der „White Trout" von Pennant ist nicht die junge
trutta, sondern eine eigne, exclusiv dem Süsswasser angehörige Form (var.
albus), T. Comish, Zoologist (3), Bd. 7, S. 228. — Salmo fario, die
äussere Eikapsel enthält ausser den runzlig begrenzten Porenkanälen kleine
damit zusammenhängende Höhlungen, diese sind für die Quellung der
Kapsel wichtig, R. Stockman , Mitth. d. Embryolog. Instit. , Wien, Bd. 2,
S. 195 — 199. — Die Variationen des Salmo (Salvelinus) fontinalis nach
seinem Vorkommen je in seinem Vaterlande (Amerika), frei in Flüssen
Englands, in Teichen mit reichlichem Zufluss oder in Aquarien beschreibt
Day, Journ. Linn. S. Zool. Bd. 17, S. 13—19.
Salmo quinnat (choueka), Lebensweise und Zucht, Livingst. Stone,
Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 2, S. 217.
Coregonus. Für die vier Arten Brittanniens (oxyrhynchus L. , clu-
peoides Lac, vandesius Rieh, und pollan Thomps.) stimmt Day mit
Günther überein, sämmtlich abgebildet, Taf. 121 — 123, Fishes of Great
Britain. — C. candidus Goll; Verf. unterscheidet die sedentären Arten,
die der Tiefe angehören, und die wandernden, welche sich zwar
überall hin begeben, aber doch die oberen Schichten bevorzugen. Contri-
bution a l'histoire naturelle des Coregones du lac de Neuchätel, Arch.
des Sc. Phys. Nat. Geneve (3), Bd. 10, S. 341—343. — Coregonus
Kennicotti Milner in Jordan u. Gilbert, Synopsis Fish. N. America,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 511
S. 298. — Coregonus Hoji Gill, in New -York „Smelt" genannt, be-
schrieben von Bean, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 658.
Argentina sphyraena L. ist die einzige brittische Art, das vermeint-
liche Vorkommen von A. silus beruht auf Verwechsehing; A. hebridica
Nils, ist synonym mit A. sphyraena. Day, Fish. Gr. Brit., S. 136.
Osmerus arcticus, ein Bericht über die „Lodde" -Fischerei in Fin-
marken von Sars (1879), übersetzt im Report U. S. Fish Comm. for 1880,
S. 167 — 187.
Clupeidae. Ueber die Clupeiden der Ostsee vergl. Möbius u. Heincke,
Fische der Ostsee. — Om Sillens och skarpsillens racer med serskild
hänsyn tili Sveriges vestkust, A. V. Ljungman, Kopenhagen, Tidskr. f.
Fiskeri, 1881, 8°.
Clupea. Den alten Streit über die Natur des in London viel ge-
gessenen „Whitebait" erledigt Day dahin, dass verschiedene Arten von
Clupeiden dabei betheihgt seien, von erwachsenen Fischen aber nur
C. sprattus, junge von diesem und von C. harengus und C. alosa (Dono-
van's Figur); an demselben Ort kann im nämlichen Monat der White-
bait in einem Jahre ausschliesslich aus C. sprattus, im nächsten aus
C. harengus bestehen, wie bei Devonshire im August 1882 bez. 1883
constatirt wurde, während in der Themse 1878 im Mai und Juni die
Sprotten ein Zehntel, im August über die Hälfte der Masse bildeten, im
October aber nur Heringe auftraten.
Das Investigation Committee of the Fishery Board for Scotland er-
stattet einen vorläufigen Bericht über die Lebensverhältnisse des Herings:
es gelang die künstliche Befruchtung und Entwicklung der Embryonen (in
zehn Tagen). Nature Vol. 29, S. 105—107. — Ueber die Heringsfischerei
der Ostküste Schottlands, Day, Journ. Linn. Soc. London Bd. 17, S. 84
bis 97.
Cl. pilchardus, die Schuppenzahl der L. 1. beträgt 29 — 30 (nicht
47 — 48), die Cocc. pyl. sind zahlreich (nicht sieben, beides irrthümlich
durch Verwechselung mit C. sprattus in Günther's Catalogue Fish.
Brit. Mus. Vn, S. 440), Day, Fishes of Great Britain , S. 224. —
Ueber Lebensweise und Wanderungen des Pilchard schreibt Th. Cor-
nish: Vom Februar bis Juni bleibt er in der Tiefe, südlich von Scilly-I.,
meteorologische Verhältnisse, wie Blitz und Donner, sind auf sein Er-
scheinen von Einfluss. Zoologist, Bd. 7, S. 505, bez. 431. — Eine
Clupea von Neuseeland, D. 16—18, A. 22, L. 1. 55, bildet ab W. Ar-
thm-, Transact. N. Zeal. Inst. Bd. 15, S. 203, desgl. Cl. sagax Jen.
(= C. pilchardus var.), S. 208—13.
Clupea finta C. ist äusserhch, abgesehen von den schwarzen Flecken,
durch grössere Schuppen (Schwanzstiel L. tr. 10) von C. alosa unter-
schieden (15). Hilgendorf, Sitzber. Ges. natf. Fr. Berlin, 1883, S. 90.
Clupanodon Lac. für Clupeonia C. V. , Jordan u. Gilbert , Pr. U. S.
Nat. Mus., Bd. 5, S. 574.
512 ^^- ^* Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Engraulis Carpentariae de Vis , Queensland , Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 7, S. 320.
Chatoessus elongatus W. Macleay, Mündung des Maiy River, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 209.
Spratelloides madagascariensis Sauvage, D. 16, A. 19, Bull. Soc.
Phil. (7) Bd. 7, S. 160.
Alepocephalidae. Alepocephalus Agassizii, L. 1. 90. Oestlich von
Nordamerika, 922 Fd. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X, S. 218.
— Alepocephalus productus Gill, Auge kaum 74? Schnauze kaum V3 der
Kopflänge, ähnlich Agassizii, 39° N. Br., 7o" W. L., 1362 Fd., Pr. U.
S. Nat. Mus. Bd. 6, S, 257.
Halosauridae. Halosaurus Goodei Gill, D. l/lO— 11, V. I/8, früher
mit macrochir verwechselt, N. Atl. Ocean, 1098 — 1731 Fd. , Proc. U. S.
N. Mus., Bd. 6, S. 2.57.
Muraenidae. Zu den Muraenidae stellen Gill u. Ryder ihre Ordnung
der Lyomeri, Farn. Eurypharyngidae (s. S. 498).
Serrivomer n. g. Gill u. Ryder. Nemichthys- artig; Kopf hinter
den Augen von verlängert parallelogranimischer Form, mit massig aus-
gezogenen Kiefern; Kiemenhäute am hintern Rand zusammenfliessend, aber
die Kiemenöffnungen durch einen Isthmus begrenzt, ausgenommen am
Rande ; Vomerzähne lancettförmig in einer (oder zwei) gedrängten Reihe.
S. Beunü, D. 157, A. 138, 42" N. Br., 65° W. L., 855 Fd.; Pr. U. S.
Nat. Mus., Bd. 6, S. 260.
Spinivomer n. g. Gill u. Ryder, Nemichthys -artig; mit grader
rostro-occipitaler Conturlinie, Kiefer sehr verlängert (attenuated), mit hohen
Mandibularästen , Kiemenöffnungen fast zusammenfliessend , vergrösserte
spitze conische Zähne in einer medianen Reihe auf dem Vomer; Epi-
dermis silbrig, Schwanz fadenförmig. Sp. Goodei, 0,13 M., Augen klein;
38" N. Br., 68" W. L., 2361 Fd.; Proc. U. S. N. Mus., Bd. 6, S. 261.
Labichthys n. g. Gill u. Ryder. Nemichthys - artig ; Kopf hinter
den Augen zusammengezogen, Kiemenhaut mit der Kehle verbunden, die
Oeffnungen auf die Seiten beschränkt; kleine conische Zähne in einem
Band längs des Vomer, sonstige Bezahnung wie bei Nemichthys; Epi-
dermis schwarz; Schwanz plötzlich abgestutzt. L. carinatus, D. 268,
A. 287, P. 13; 41 " N. Br., 66° W. L., 906 Fd.; elongatus (346,
309 -f X, 19), 39° N., 69° W., 1628 Fd.; Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6,
S. 261, 262,
Histiohrunchus n. g. Gill (Synaphobranchidae) , D. fast bis zur
P.-Basis nach vorn reichend , ein zweiter kleiner Fleck mit Zähnen hinter
dem auf dem Kopf des Vomer; H. infernalis, P. viel kürzer als die
Schnauze; 38° N. Br., 69° W. L., 1731 Fd.; Pr. U. St. N. Mus., Bd. 6,
S. 255,
Anguilla vulgaris. Das von Syrski als Hoden angesehene Organ ist
ein unentwickelter Eierstock, die angeblichen Spermatozoen unreife Eier,
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 513
das s. g. Vas deferens ein Residuum des Wolf'schen Körpers, das sich
zum Ovarialligament umbildet. Die Entwicklungszeit ist von der Körper-
länge bis zu gewissem Grade unabhängig, in exceptionellen Fällen schwankt
die Grösse der reifenden Weibchen zwischen 27V2 und 43 cm. Das dritte
gefranzte Organ von Maggi und Balsame ist Fettgewebe, Ercolani's ab-
dominale Blase ein Lymphsack. Nach der Beobachtung von Maggi und
Balsame (Samenfäden in einem Theil des Ovariums) wäre Zwitterbildung
bei den Aalen anzunehmen. C. Lepori, Atti Soc. Italiana Sc. Nat.
Vol. 26, S. 327—354, Taf. 6. Schematische Darstellung der Entwick-
lung des Eierstocks.
Ueber die Milz (Phisalix) s. den allgemeinen Theil S. 447.
Die holsteiner Fischer unterscheiden den grauen Aal mit festerem
Fleisch, zu dem die im Herbst gefangenen Wanderaale gehören und den
gelben Aal, kleiner, fetter, als „Sommeraal" in den Seen des Eidergebiets
gefangen, im Winter in den Buchten der Ostsee gestochen. Die „Dick-
köpfe" oder „Tanzmeister" sind entlaichte oder sterile Weibchen. Be-
ständigere Racen treten indess nicht auf. Abbildung von Köpfen weib-
licher und männlicher Aale, letztere wurden nur unter den grauen Aalen,
gefunden. Der nordamerikanische und japanische Aal (A. bostoniensis)
wird als Abart von A. vulgaris erklärt. Möbius und Heincke, Fische der
Ostsee. — Die stahlgraue Färbung des Aals ist Paarungsfarbe, zuerst er-
scheint sie in Flecken, die sich vergrössern, Leth, Fiskeritiden, 1882,
S. 393. — Varietät mit dickem Nacken und Kopf und breiter Schnauze,
der „dickköpfige Aal", Arch. d. Ver. d. Fr. d. Naturgesch. Mecklenb.
Jahrg. 36, S. 132 — 134. — „Ueber den Aal," Zimmermann, Naturwiss.
Ges. Chemnitz, S. 61 — 62 (Referat). — Bart giebt den Aal vom Dniestr
(also vom Gebiet des schwarzen Meeres) an; Ichthyjol. fauny Dniestru.
A. vulgaris Flem. , Lortet, Poissons du lac de Tiberiade S. 179,
die Rückenflosse ist häufig gelb , sonst vom europäischen Aal nicht unter-
schieden, mehrere in's Mittelmeer fliessende Gewässer Syriens. — Die
amerikanische Anguilla rostrata [syn. bostoniensis] ist nur eine Varietät
des europäischen Aals, E. Seth Meek, Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 3,
S. 430. — Anguilla marginipinnis W. Macleay, Mündung des Burdekin,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 210.
Ein Conger wurde in einem Hummerkorb gefangen, Lovett, Zoologist
Bd. 7, S. 304. — Vergl. auch S. 448.
Nettastoma pi-ocerum, Zähne kleiner als bei melanurum. Oestlich
von Nordamerika, 647 Fd. Goode u. Bean, Bull. Mus. Comp. Zool. X,
S. 224.
Myrophis vafer Jordan u. Gilbert = punctatus Gth. nee Lütken,
Panama. Pr. ü. S. N. Mus., Bd. 5, S. 645. — Myrophis punctatus
Lütk. Westindien, syn.: microstigmius Poey , lumbricus Jord. u. Gilb,
(juv.); punctatus Gthr. (Cat. VHI, 51) Panama, ist eine andre Art (M.
vafer J. u. G,), Jordan, Pr. Ac. N. Sc. Philad. 1883, S. 282.
514 ßr- ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ophichthys cobra und naja Südsee, de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales, Bd. 8, S. 455. Herpetichthys besitzt doch Maxillarzähne, also =
Ophichthys, ebenda. — Ophichthys mordax geht wahrscheinlich nicht bis
Nordamerika, wo Schneider! Steind. , Jordan u. Gilbert, Proc. U. S. N.
Mus., Bd. 6, S. 143. — Die typische Species für Ophichthys Ahl ist
0. ophis L., welche mit triserialis und ocellatus verwandt sein muss.
Aufzählung der 13 nordamerikanischen Ophichthys. Jordan u. Gilbert,
Pr. Ü. S. N. Mus., Bd. 5, S. 648.
Gymnothorax Wienert Sauvage, Chili oder Peru, Bull. Soc. Phil. (7)
Bd. 7, S. 161.
Sidera castanea Jordan u. Gilbert, Mazatlan, Pr. U. S. Nat. Mus.
Bd. 5, S. 647, chlevastes, Galapagos - 1. , ebenda Bd. 6, S. 208, nebst
einer Tabelle über die west-pacifischen acht Sidera- Arten; pintita J. G.
(1882) wahrscheinlich = Dovii Gth. — Sidera Verrüli Jordan u. Gilbert,
Panama, Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 623.
Gymnomuraena Lac. für Muraena zebra Gthr. und
Muraenoblenna Lac. für Gymnomuraena Gth., Jordan u. Gilbert, Pr.
U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S. 575.
Crist. Belotti, Note ittiologiche VIl I Leptocefali del mare di
Messina. Auf die Anordnung der schwarzen Punkte wird Gewicht gelegt
und es werden folgende 14 Arten aufrecht erhalten: diaphunus Costa,
punctatus Raf., Köllikeri Kp., Morrisi Penn., Gegenbauri Kp., Bibroni Kp.,
Yarelli Kp., Heckeli Kp. , brevirostris Kp. , Stenops Kp., oxyrhijnchus Bei.
(mit Holzschnitt) wahrscheinlich zu Ophichthys serpens gehörig, Kefer-
steinii Kp. , taenia Q. et G., longirostris Kp. Atti Soc. Ital. Sc. Nat.
Bd. 26, S. 165—181. — Oxystomus hyalinus Raf. (Taf. 7, Fig. 1) und
Rajinesquii Face. (Fig. 2) und
Helmichthys punctatus Raf. und Coccoi Facciolä, Naturalista Siciliano,
Jahrg. 1, S. 167—168, 184—189.
Facciolä behandelt in drei Ai-beiten die Leptocephaliden Messinas :
l) Descrizione di nuove specie di Leptocephalidi dello Stretto di Messina
in: Atti Soc. Tose. Sc. N. Pisa, Bd. 6. 2) Revista delle Specie di
Leptoc. del Mar di Messina in: Atti Accad. Pcloritana, Jahrg. 4, 30 S.,
Taf. 3) Pesci dello stretto di Messina I in : Naturalista Siciliano, Jahrg. 2,
S. 145—148 (ausserdem früher in Jahrg. 1, S. 167 und 184) und stellt
folgende neue Arten auf: afßnis in 1 (Abb), 2, 3; inornatus in 1 (Abb.),
2 ; sicanus in 1 (Abb.) ; Borelli 1 (Abb.), 2 ; inaequalis 1 (Abb.), 2 ; Mau-
rolk'i 1 (Abb.), 2; gutturosus 1 (Abb.), 2; peloritanus 1 (Abb.), 2; zancleus
1 (Abb.) , 2 ; tenuirostris 1 (Abb.) , 2 ; Prestand?-eae 1 (Abb.) , 2 ; exopas 1
(Abb.), 2 ; Gronovü 2 (Abb.) ; Kaupii 2 (Abb.) ; Bleekeri 2 (Abb.) ; Heckelü
2 (Abb.); Playfain 2 (iVbb.); Gillii 2 (Abb.); ausserdem werden behandelt
stenops und Kefersteinii Kp. in 3. — Tilurus trichiurus Cocco, dazu
synon. : Rafinesqui Face, in 2.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 515
Lophohranchii.
Syngnathidae. Ein Ductus pneumaticus fehlt den Lophobranchiern
nicht immer, gefunden bei Syngnathus acus, üay, Blshes of Great Britain,
S. 256. — Ueber die Entwicklung von S. peckeamis s. S. 451.
Syngnathus acus L. umfasst Canestrini's tenuirostris, rubescens und
taenionotus, der S. Agassizii Mich, dessen Agassiiii, abaster (nee Risso) und
brevirostris ; Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova, Bd. 18, S. 5. — Sjm-
gnathus cayennensis Sauvage, D. 40, 20 + 25 Ringe. Bull. Soc. Philom.
(7) Bd. 6, S. 176; S. zonal us , Janos Kavoli, Term. Fuxetek, Bd. 5,
S. 185, Borneo.
Doryichthys Juilk><tti Rchb. (Bull. Soe. Phil. 1880), Rochebrune,
Faune Se'ne'gambie S. 151, Taf. 6, Fig. 5, ähnlich D. hrachyurus, ü. 50.
— D. in Holothuria s. S. 454,
Plectognathi.
Gymnodontes. Orthagoriscus Ramsayi Giglioli , Nature Bd. 28,
S. 315. — 0. mola, Bemerkungen über ein im Firth of Clyde gefangenes
Exemplar, Campbell, Free. Nat. H. Soc. Glasgow, S. 176—178; Exemplar
von Devonshire, d'Urban, Zoologist, Bd. 7, S. 431. — Oblong Sunfish
[Orthagoriscus truncatus] in Cornwall, Stephen Clogg, ebenda, S. 342. —
Das centrale Nervensystem beschreibt Vignal, Arch. Zool. exper. Bd. 9,
S. 369 — 385, Taf. 21.
Tetrodon uisularum, Api, und laevis, Südsee, beide mit einlachem,
doppelt geöffnetem Nasaltentakel, de Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
Bd. 8, S. 456. — Tetrodon angusticeps Jen., dazu als Syn. Cauthogaster
lobatus Steind., Nasentubus oben mit zwei Oeftnungen, Jordan u. Gilbert,
Fr, U. S. Nat. Mus., Bd. 5, S, 631.
Arothron erethizon Jordan u. Gilbert, fast der ganze Körper dicht
mit langen, starken Stacheln besetzt, Nasententakel bis zum Grunde ge-
spalten, Panama, Proc. U. S. N. Mus., Bd. 5, S. 631.
Sclerodermi. Balistes dicrostigma Guich. = forcipatus Gm., Roche-
brune, Faune Se'negambie S. 153. — Balistes papuensis Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 279.
Trachycephalus g. n. Körper theilweis nackt, Sammetzähne, nur
auf den Kiefern, Mund schief, sehr weit, Praeoperculum bewehrt, Br. 4,
Kiemen 4, ohne Schlitz hinter der vierten, keine Pseudobranchien, P. breit,
fleischig, auf starkem Carpale, L. 1. continuirlich , D. und A. mit wenig
Strahlen, V. abdominal, rudimentär. Tr. bankiensis, D. 7/14, A. 2/10,
Stacheln wie bei Monacanthus trachylepis, l'/a Zoll lang; Banks -I.; de
Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 8, S. 455.
516 Dr. F. Hilgcndorf: Bericht über die Leistungen
Ganoidei.
Polypterus, Amia und Lepidosteus werden nach dem erwachsenen
Schädel verglichen, auch die Entwicklung des Schädels von letzterem durch
sechs Stadien verfolgt von W. K. Parker, Roy. Soc. Phil. Trans. Vol. 173,
P. 2, S. 443—492, Taf. 30 — 38 (1882).
Amiadae. M. Sagemehl verwerthet seine Untersuchungen über „das
Cranium von Amia calva L." zur Ergründung des systematischen Zu-
sammenhangs zwischen Selachiern und Teleostiern. Letztere lassen sich
von Amia fast in allen Stücken (der Riechnerv ausgenommen, vergl. S. 444)
direct ableiten, und andrerseits bestehen derartige Homologien zwischen
diesem Ganoiden und den Selachiern , besonders den Notidaniden , dass
letztere als Ursprungsform der ersteren aufgefasst werden müssen. So ist
der Knochenbelag des Primordialschädels bei Amia zwar schon vorhanden,
aber den Teleostiern gegenüber noch mangelhaft, das Occipitale superius
fehlt, vom Basisphenoid sind nur die oberen Schenkclspitzen entwickelt,
der Augenmuskelkanal ist noch klein und dem Can. transversus der Se-
lachier homolog. Gegenüber einigen sehr abweichenden Deutungen Bridge's
(1877) (Parietalia, Spaltung der Prae- imd Postfrontalia etc.) bringt S. die
ältere Auffassung wieder zur Geltung.
Vergl. auch S. 437, 446.
Lepidosteini. Lepidosteus spatula Lac. selbständige Art, mehr
Fulcra als tristoechus, Jordan u. Gilbert, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 6,
S. HO.
Acipenserini. Recherches sur le de'veloppement du Sterlet (Acipenser
ruthenus), W. Salenski, Auszug in: Revue Sc. Nat. Montpellier (3) Bd. 1,
1882, S. 360—369.
Den Bau und die Entwicklung des Schädels studirte W. K. Parker
in den jüngsten Stadien (unmittelbar nach dem Ausschlüpfen — S'/j bis
eVa mm. lang — imd entwickelter — 9V2— H'/a mm. lang) an A. ru-
thenus, in späteren (7V4 Zoll lang und erwachsen) an A. sturio. Verf.
modificirt seine früheren Ansichten über die Natur des praeoralen Skelets,
wonach dieses selbständige morphologische Elemente enthalten sollte, zu
Gunsten von Balfour's Auffassung, der darin nur Auswüchse des para-
chordalen Theils erblickt. Phil. Trans. R. Soc. of London 1882, Bd. 173,
Th. 1, S. 139—185, Taf. 12 — 18.
Retina von Acipenser (Dogiel) s. S. 445.
lyipnoi.
Ceratodus laicht nach Morton's Beobachtung im Burnett River
(Queensland) von Juni bis August, die Eier werden bei 8 — 10 Fuss Tiefe
in seichte Gruben abgelegt, an denen beide Eltern bis zum Ausschlüpfen
Wache halten. Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, Bd. 7, S. 674.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 517
Frisst die abfallenden Eucalyptus - Blüthen , Morton (W. Macleay) , ebenda,
Bd. 8, S. 211, vergl. Zoologist, Bd. 7, S. 506 — 507. — Hintere
Extremität (Davidoff), s. S. 438.
SelacMi.
C. K. Hoffmann, sur l'origine du Feuillet Blastodermiqüc moyen
chez les Poissons cartilagineux. Arch. Neerland. Bd. 18, S, 241
bis 258.
W. Vignal, Nerven, s. S. 445.
Ant. Schneider weist darauf hin, dass in dem Pterygopodium bei den
Plagiostomen sich ein Receptaculum seminis vorfindet, das wahrscheinlich
vor der Begattung mit Samen gefüllt wird, sodass jenes Organ nicht nur
für die Erweiterung der Cloake des Weibchens bestimmt scheint. Zoolog.
Beiträge Bd. 1, S. 61 (Biol. Centralbl. Bd. 3, S. 224).
Das Verhalten der Spermatozoen von Scyllium stellare und canicula,
Acanthias vulgaris und Blainvillei, Raja punctata, clavata und miraletus
gegen physikalische und chemische Einwirkungen , E. F. Trois , Atti R.
Istit. Veneto (6), Bd. 1, Journ. de Micrograph., Bd. 7, S. 193—196.
F. M. Balfour, On the development of the Skeleton of the paired
fins of Elasmobranchii, Auszug in: Revue Sc. Nat. Montpellier (3) Bd. 1,
1882, S. 352 — 354.
Chimaerida. Chimaera monstrosa L. in 555 Faden, Faroe-Canal,
Günther, Pr. R. Soc. of Edinburgh, Bd. 11, S. 678. — Chimaera ahbreviata
Gill, 40" N. Br., 69° W. L. , 1290 Fd., Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 6,
S. 254.
T. J. Parker, On the Embryos of Callorhynchus antarcticus, New
Zealand Journ. Sc. Bd. 1, S. 479 — 480.
Callorhynchus, Spermatophoren s. S. 450.
Squali. S. W. Hanna fing einen 24 Fuss langen Seefisch von Aal-
Form, mit grosser Rückenflosse vorn und haiartigen Kiemenspalten, atlan-
tischer Ocean. Bull. U. S. Fish Comm. III S. 407—410, Holzschn.
Gill schlägt vor eine Eintheilung der Squali in vier Abtheilungen,
von denen die dritte, Anarthri oder Galei, beinahe die Gesammtheit der
lebenden umfasst. Die ersten beiden sind durch Anheftung des Palato-
quadratums an den Schädel ausgezeichnet, die erste, Opistharthri oder
Cyclospondili, trägt es am Postorbitalfortsatz, allein die Notidanidae geholfen
hierher, die zweite am Praeorbitaltheil, sie begreift die Heterodontidae ;
die vierte, Rhinae, ist gegenüber den Galei durch die Brustflossenbildung
charakterisirt ; in Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. America, S. 967.
Carcharias Murrayi Günther, untere Zähne lancettförmig, 29, Kur-
rachee, Holzschn., Ann. Mag. Nat. Hist. Bd. 11, S. 137.
Hypoprion brevirostris Poey beschrieben, Jordan u. Gilbert, Pr. U.
S. N. Mus. Bd. 5, S. 581.
518 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Galeorhinus zygopterus^ Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Amer.,
S. 871.
Galeocerdo Raj-neri, Gehirn, Haswell, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
Bd. 7, S. 210, 211.
Zygaena Leeuwenii Griffith eine selbständige Art, Rochebrune, Faune
Se'negambie S. 21.
Pseudotriacis microdon Cap. auch westatlantisch, Beschreibung, Bean,
Pr. U. S. N. Mus. Bd. 6, S. 147.
T. J. Parker sah am trächtigen Uterus von Mustelus antarcticus
mehrere von der Schleimhaut gebildete Kammern, eine für jedes Ei; die
Blutgefässe der Haut (Pseudo- Chorion) beschaffen den Sauerstoff' für den
Foetus, eine von ihr ausgeschiedene Cuticula ist functionell dem Amnion
gleichzusetzen. Transact. N. Zealand Instit. Bd. 15, S. 219 — 222,
Taf. 30.
Alopecias vulpes, Intorno ad un individuo di A. vulpes pescato
nel mare Sardo, C. Parona, Atti Soc. Natur. Modena (3) Bd. 1,
1883 (6 S.\
Selache maxima ist auch antarktisch, in Siidaustralien (Portland) ge-
fangen, Mc Coy, Proc. L. Soc. N. S. Wales Bd. 8, S. 4 64.
Crossorhinus ornatus, Moreton Bay, de Vis, ebenda S. 289.
Heterodontus zerfällt nach Miclucho Macleay und W. Macleay in fünf
Arten: Francisci (nördliches Westamerika}, Quoyi (Galapagos), Philippi
(von Sidney bis Tasmanien), galeatus (Sidney), japonicus M. u. W. Macleay
(China, Japan), letztere Art beschrieben und abgebildet; H. frisst Seeigel;
ebenda, S. 426—431, Taf. 20, Fig. 1-5.
Acanthias uyatus Raf. ist ein Synon}Tii von Centrophorus granulosus
Bloch, Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. Genova Bd. 18, S. 482.
T. Jeffi'. Parker beobachtete an erwachsenen Seymnus lichia noch
den Rest einer Seitenfalte, die der hypothetischen Urfalte der Glied-
maassen entspricht, und die von einer grossen Vene durchzogen wird.
Die Eileiterdrüse ist noch vorhanden, trotzdem die im Uterus entwickelten
Jungen keiner Schale bedürfen. Drei in dem Exemplar zusammengefun-
dene Stadien des Foetuslebens werden ihrer äusseren Erscheinung nach
geschildert. Am Gehirn fehlen die Lobi inferiores ; Notizen über die
ganze Splanchnologie. Transact. N. Zealand Institute Bd. 15, S. 222,
Taf. 31, 32, 1882.
Bajae. H. Watney, die Thymus von Rochen wird kurz beschrieben
(Abb.), die von Gadus als Lymphdrüse gedeutet. The minute Anatomy
of the Thymus, Philos. Trans. R. S. Lond. Bd. 173, S. 1100.
Gatcombe mass ein riesiges Rochenei von 14Vi Zoll Länge, Zoologist
Bd. 7, S. 472.
Pristis occa Dume'ril selbstständige Art, Rochebrune, Faune Sene-
gambie S. 26.
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 519
Rhinobatus glaucostigma Jordan u. Gilbert, Schnauze kürzer als die
der ähnlichen productus und leucorhynchus, Mazatlan , Proc. U. S. Nat.
Mus. Bd. 6, S. 210—211..
Torpedo. Die elektrischen Schläge werden nicht nur zur Abwehr
in der Gefahr benutzt, wie z. B. gegen einen Octopus, der im Begriff ist
eine Torpedo zu ergreifen, sondern auch aggressiv, um kleine Nahrungs-
fische zu tödten; über ein nahendes Scyllium legte sich der Rochen plötz-
lich hinüber es halb umfassend und versetzte ihm heftige Schläge ; H. Eisig,
Kosmos, Jahrg. 7, S. 129. — G. V. Ciaccio, Endigung der Nerven im
Muskel s. S. 439.
Torj^edo hebetans Lowe gehört nach der Säulenzahl in die Nähe
der auch sonst verwandten californica und occidentalis ; letzterer Species
wird das grosse brittische Exemplar von 1773, welches Hunter beschrieb,
zugerechnet, G. Fritsch (vergl. Bericht f. 1882, S. 620), Bericht über eine
Reise zur Untersuchung der in den Museen Englands und Hollands vor-
handenen Torpedineen, Sitzungsber. k. preuss. Äkad. Wiss. 1882, Nr. 46
bis 47, S. 1007 — 1010, Uebersetzt in Ann. nat. hist. Vol. 11, S. 58 — 61.
— lieber die Säulenzahl (cf. Ber. f. 1882 S. 562) spricht nach Fritsch,
E. du Bois-Reymond, Report 52. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. S. 592
bis 595. — Nach den Embryonen zu urtheilen werden bei Torpedo etwa
gleichviel Männchen und Weibchen geboren ; unter erwachsenen , in Triest
und Neapel gefangenen überwogen letztere (ca. Vs) > Babuchin fand in
Cannes unter 70 M. nur 1 W. , Weyl, Arch. f. Anat. u. Phys. , phys.
Abth. 1883, S. 117. Elektr. Organ s. auch S. 439.
F. Joiyet, sur la Torpille electri(iue, Mem. Soc. Bordeaux Bd. 5,
S. 371 — 374.
Torpedo (fusca?) in Neuseeland (bei Dunedin) gefangen, T. J. Parker,
New Zeal. Journ. Sc. Bd. 1, S. 478, 479; eine andre Art Fairchildii
(sp. n.?) ebendaher (Port Napier), A. H. [Hamilton] ebenda, S. 465.
Raja austrnlis, Habitus von R. batis, Sidney, W. Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8, S. 461. — R. rostrata in dem Ouse (60
bis 70 Meilen vom Meer) gefangen, Pascoe, Zoologist Bd. 7, S. 506. —
Ueber Gehörorgan s. S. 447.
Trygon spinosissima Dumeril beschrieben, Rochebrune, Faune Sene-
gambie S. 30.
Taeniura Mortoni W. Macleay, Mündung des Burdekin, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales Bd. 8, S. 212.
Urolophus asterias Jordan u. Gilbert, mit sternförmigen Rauhigkeiten
bedeckt, Mazatlan, Panama, Schlüssel der vier pacifischen Arten, Pr. ü.
S. N. Mus. Bd. 5, S. 579.
Pteroplatea Vaiüantii Rochebrune (1880), Faune Senegambie S. 31,
Taf. 2, Fig. 1, 2, 3, ähnlich der P. japonica, aber Zähne mit drei gleich
langen Spitzen, im Senegal, über 4 M. breit.
520 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Myliobatis aquila in Norwegen, Collett, Forh. Vid. Selsk. Christiania,
1882, Nr. 29, S. 1 — 4.
Cephaloptera Rochebrunei Vaill. (Bull. Soc. Philom. 1879), Abbild,
in Roehebrune, Faune Senegambie, Taf. 1, Fig. 1, 2, S. 35.
Cyclostonii.
Ueber das Skelet der Marsipobranchier schrieb W. K. Parker, Phil.
Trans. Roy. Soc. London 1883, Vol. 174, Part 2, S. 373—457, Taf. 8
bis 26 und vorl. Notiz in Proc. R. Soc, Bd. 34, S. 447 — 449. Besonders
ausführlich sind die Abbildungen über den Schädel von Myxine und Petro-
myzon fluviatilis, wovon zahlreiche Querschnitte geliefert werden, sowie
auch von Petromyzon-Embryonen (von 7,8 mm. und 6 Zoll Länge). Verf.
hält daran fest, dass in den Myxinen ein alter unentwickelter Typus vor-
liegt, der bei den Batrachier - Larven (besonders der von Dactylethra) An-
knüpfungspunkte hat; die Petromyzon - Larve steht in ihrer Ausbildung
etwa auf gleicher Höhe mit den erwachsenen Myxinoiden. Die Chimaeren
zeigen selbst in sehr jungen Stadien (S. 411 Anm.) keine Annäherung an
die Marsipobranchier.
Gill classificirt die Marsipobranchii: CI. Myzontes, Ordn. Hyperotreta,
Fam. Bdellostomidae, Gatt. Polistotrema, Heptatrema, F. Myxinidae, Subf.
-inae, G. Myxine, Ordn. Hyperoartia, Fam. Petromyzontidae , Subf. -inae,
G. Petromyzon, Ichthyomyzon , Ammocoetes, Entosphenus, Geotria, Ex-
omegas, Subf. Caragolinae, G. Caragola, Pr. U. S. N. Mus. Bd. 5,
S. 516—525.
Bei Ichthyomyzon ist die Supraoralplatte theils zwei-, theils drei-
zähnig, bei Ammocoetes niger desgleichen, doch ist es bequemer, vier
Gattungen zu unterscheiden, zwei marine: Petromyzon und Entosphenus
und zwei fluviatile : Ichthyomyzon und Ammocoetes ; Jordan u. Gilbert,
Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 6, S. 208.
Zusammenstelhmg des über die Lebensweise von Petromyzon Be-
kannten, Br. Goode, Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 2, S. 349. — Entwick-
lung und Biologisches s. A. Dohm, S. 444; über Nerven s. Owsiannikow,
S. 445.
L. Wajgel tritt für Vereinigung des P. Planen mit fluviatilis ein,
der erstere ist nur das jüngere zum Ammocoetes hinüber führende Stadium;
Abb. der Mundscheibe und der Zahne; Verh. kk. zool. -bot. Ges. Wien
Bd. 33, S. 311 — 320, Taf. 17. — Das Gehirn von P. Planeri bietet
keinen Anhalt zur Trennung von P. fluviatilis; P. marinus weicht etwas
mehr ab; Ahlborn (vergl. S. 442).
Petromyzon marinus. Die Eier scheinen innerlich befruchtet zu
werden, denn die aus einem gefangenen Weibchen entnommenen ent-
wickelten sich; Ferry, Compt. rend. Bd. 96, S. 721, Ann. Mag. N. H.
Bd. 11, S. 388; derselbe beobachtete am 20. Mai 1883 die Begattung
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 521
des Petromyzon miirinus im Arroux, einem Nebenfluss der Loire. Eine
Zahl See -Neunaugen gemeinschaftlich entfernen mit ihrem Saugmund aus
dem Flussgrundo eine grosse Menge von Steinen, so dass eine Grube ent-
steht, in der das Weibchen und über diesem das Männchen sich durch
Saugen festheftet; letzteres stülpt eine conische Spitze aus der Kloake her-
vor, die zur Begattung dient; Comptes rendus Ac. Sc. Paris, Bd. 97,
S. 757—759.
Petromyzon dorsatus Wilder auf S. IX als sp. n. , auf S. 868 als
P. marinus var. dorsatus angeführt in Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Amer.
Petromyzon {Bathymyzon) Bairdii Gill, ähnlich P. marinus, aber
supra- und infraorale Platten ohne Höcker, N. Atl. Ocean, 547 Fd., Pr.
U. S. N. Mus. Bd. 6, S. 254.
Leptocarclii.
Die Nomenclatur der Leptocardier verzeichnet Gill, Pr. U. S. N.
Mus. Bd. 5, S. 515.
J. V. Rohon erkannte bei seinen „Untersuchungen über Amphioxus
lanceolatus" das Vorhandensein rother und weisser Blutkörperchen ; Sinnes-
organe sind nur für Geruch und Geschmack anzunehmen, der „Augen-
fleck" ist das Epithelpigment der Hirnkammer, welches wohl Wärme aber
kein Licht empfindet. Das Nervensystem wird eingehend anatomisch und
histologisch dargestellt. Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. Wien Bd. 45, 6 Taf.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Mollusken während des Jahres 1883.
Von
Prof. E. V. Martens.
Allgemeines.
Der zweite Band von G. W. Tryon's Structural and sy-
stematic Concholog}^, Philadelphia, 430 S. mit 91 Tafeln, enthält
eine systematische Aufzälilung und kurze Beschreibung aller
bekannten Gattungen der Cephalopoden, Pteropoden und wasser-
athmenden Gastropoden, mit Abbildungen der meisten derselben,
lebende und fossile, ungefäln- in der Art von Woodward's be-
kanntem Handbuch und mit gelegentlichen interessanten Be-
merkungen über Lebensweise, geographische Verbreitung und
Verwendung durch den Menschen bei einzelnen Gattungen.
Ebenderselbe setzt sein, der Spezialbeschreibung ge-
widmetes Werk: Manual of Conchology fort, der zweite Theil
des vierten Bandes Seite 128—200, Tafel 31-58 behandelt
die Nassiden, Turbinelliden, Volutiden und Mitriden; der fünfte
Band 276 Seiten 63 Tafeln, die Marginelliden , Olividen und
Columbelliden. — Kritische Bemerkungen über dieses Werk giebt
W. Dali, Science 1883 S. 40.
E. V, Martens veröffentlicht „die Weich- und Schalthiere,
gemeinfasslich dargestellt," Leipzig und Prag 1883, 327 Seiten
in kl. 8 mit zahlreichen, theilweise originalen Holzschnitten.
Zuerst wird die Beschaffenheit der Schale im Allgemeinen und
der organische Bau der Thiere geschildert, dann folgt eine ge-
drängte Charakterisirung der Klassen, Ordnungen, wichtigeren
Familien und Gattungen, endlich eine etwas ausführlichere Dar-
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres I8s3. 523
stelliiDg des Vorkommens im Allgemeinen und der Verbreitung
nach Zonen und Erdtlieilen, beziehungsweise Oceanen, sowie
der Feinde der Schalthiere und ihrer Verwendung durch den
Menschen.
Anton de Gregorio schlägt in einem eigenen, zu Pa-
lermo erschienenen Schriftchen von Einem Blatte „Moderne
nomenclature des coquilles des Gasteropodes et des Pelecy-
podes" eine theilweise neue Terminologie für Sculptur und
Dimensionen der Schnecken- und Muschelschalen vor, z. B.
costae, fimiculi, fila und lineae nur für vorstehende Sculptur
in abnehmender Reihenfolge der Stärke, canaliculi, sulci und
Striae nur für vertiefte Sculptur in gleicher Reihenfolge, vittae,
versus und lineolae nur für Farbenbänder. Betrefts der Di-
mensionen gebraucht er den Ausdruck „umbotransversal" für
die H(5]ie der Muschelschalen von den Wirbeln zum Bauchrand,
„anteroposterior" für ihre Länge, „bisectional" für den Quer-
durchmesser von einer Klappe zur andern.
Anatomie und Physiologie.
Bindegewebe. J. Bock untersuchte die interstitiellen
Bindesubstauzen verschiedener Mollusken, namentlich Aplysia,
Pleurobrauchus, Pleurobranchaea, Helix, Limax und Arion und
findet bei denselben verschiedene Entwicklungsgrade; bei Aplysia
punctata ist dasselbe ausgezeichnet fibrillär, bei den Lungen-
schnecken herrschen die plasmatischen Zellen vor, die structur-
lose Scheide ist gut ausgebildet und die Fibrillen sind weniger
zahlreich, oft ohne Kern. Der Verfasser hält für wahrscheinlich,
dass dieses Gewebe aus den spindelförmigen oder verzweigten
Mesoderm- Zellen in der Leibeshöhle entstehe, und erklärt sich
für die Homologie desselben mit dem Bindegewebe der Wirbel-
thiere. Zeitschr. f wiss. Zool. XXXIX S. 1—63 Taf. 1—4.
Muskelsystem. Fei. Plateau bestimmt die Muskelkraft
verschiedener Muschelgattungen durch Feststellung des Ge-
wichtes, welches nöthig ist, um den Widerstand der Schliess-
muskelu bei lebenden Thieren zu überwinden. Derselbe findet
z. B. bei Venus verrucosa die Stärke des Schliessmuskels für
jeden Qiiadratcentimeter gleich 12431 Gramm, bei Pectunculus
glycymeris 10152, Mytilus edulis 7984, Ostrea edulis 5867,
Pecten maximus 3786, Cardium edule 2856, Tridacna 1595,
Arch. f. Naturgescli. L. Jahrg. 2. Bd. JJ
524 Pi'of. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Mya arenaria 1178 und Pecten opercnlaris 530, also theils
ähnlich, theils geringer als bei den Muskeln der Wirbelthiere.
Wenn dagegen nur der matte, nicht durchscheinende Theil des
Schliessmuskels entsprechend den Beobachtungen von A. Cou-
tance im Jahr 1878 in Rechnung gezogen wird, so fallen diese
Zahlen freilich höher aus, z. B. 13122 fiir die Auster, 14923
für Pecten maximus, aber sie übertreffen auch dann noch nicht
wesentlich diejenigen der Muskeln des Menschen und Frosches.
Der Verfasser ist jedoch nicht für eine solche Ausschliessung
des durchscheinenden Muskeitheils bei der Rechnung, da der
nicht-durchscheinende bei Tapes, Venus, Cardium und Mya nur
einen schmalen Gürtel an der Aussenseite des Schliessmuskels
bildet und bei Pectunculus der eine von beiden Schliessmuskeln
beinahe ganz nicht -durchscheinend, der andere beinahe völlig
durchscheinend ist. Bulletin de l'Acad. Roy. des Sciences de
Belgique, 3ieme Serie VI No. 9 und 10.
Die Anordnung der Muskeln im Fusse von Solen wird von
P. S. Abraham beschrieben, Annais of Nat. Hist. (5) XI
S. 214.
Verdauungsorgane. Die Mundhöhle der Rhipidoglossen
mit besonderer Berücksichtigung ihrer Drüsen und becher-
förmigen Zellen von B. Hall er in seinem Aufsatze über ma-
rine Rhipidoglossen Morphol, Jahrb. IX S. 1 — 98 und diejenige
von Chiton im zweiten Theil seiner Arbeit über die Organi-
sation der Chitonen, Arbeiten d. zoolog. Instituts in Wien
5. Bd., 1. Heft, beschrieben.
A. Rücker schildert die Bildung der Reibplatte bei Helix
pomatia; die Membran derselben entsteht aus einem Zellhaufen
an dem hintern Ende derselben innerhalb der Zungenscheide,
aber die Zähne selbt bilden sich gesondert davon, jeder aus
einer chitinösen Ausscheidung von zwei aneinanderstossenden,
besondern Zellen, Die Haut der Reibplatte bleibt immer in
direktem Zusammenhang mit der darunterliegenden elastischen
Platte Huxley's und ihr Vorrücken ist nur die Folge des
schwachen, aber beständigen Zuges, welchen die Muskelmasse
innerhalb der Rinne der Reibplatte ausübt. Bericht der Ober-
hessischen Gesellsch. für Natur- u. Heilkunde XXII S. 209 bis
229 Taf. III; ein Auszug im Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X
S. 390.
Die Radula einer beträchtliclien Anzahl neuseeländischer
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 525
Meerschnecken beschrieben und abgebildet von J. W. Hutton,
Trans. New Zeal. Inst. XV S. 118-131 Taf. 13—15.
D. Barfurth untersuclit die verschiedenen Arten von Zellen
in der Leber der Gastropoden und unterscheidet dabei Ferment-
zellen, Leberzellen und Kalkzellen, die letzteren enthalten nach
seiner Ansicht phosphorsauren Kalk und stellen einen Vorrath
von Kalksubstanz dar, der zu dem weiteren Wachsthum der
Schale verwandt wird. Archiv für Mikroskopische Anatomie
XXII S. 473 ff. In einer späteren Mittheilung giebt derselbe
an, dass Glycogen in der Leber der Landschnecken nur einige
Zeit nach der Aufnahme von Nahrung vorhanden ist, zuerst in
den Zellen der Zwischensubstanz, später bei reichlicher Nah-
rung auch ziemlich regelmässig in den Leberzellen und Fer-
mentzellen; es erscheint zuerst ungefähr 17 Stunden nach der
Nahrungsaufnahme und verschwindet vollständig, wenn die
Thiere einen bis drei Tage gefastet haben. Zool. Anz. S. 652
bis 655.
J. Frenz el hebt in Beziehung auf diese Angaben hervor,
dass es keineswegs bewiesen sei, dass die sogenannten Leber-
zelleu dieselbe chemische Wirkung ausüben wie die Leberzelleu
der Wirbelthiere, und zeigt durch chemische Experimente, dass
die sogenannten Kalkzellen keinen phosphorsauren Kalk ent-
halten. Biolog. Centralbl. III No. 11 S. 323—327.
Ed. Bonardi macht Mittheilungen über die Fähigkeit des
Speichels der Landschnecken, Stärke in Zucker zu verwandeln
und über die Funktion der Leber derselben, Bolletins Scienti-
fico d. Maggi, Pavia III S. 83—86.
Gefässsystem. B. Hall er beschreibt auch das Herz von
Fissurella und Haliotis mit seinen verzweigten, aber nicht quer-
gestreiften Muskelfasern in seiner Arbeit über marine Rhipido-
glossen im 9. Band des Morphol. Jahrbuchs.
Die Wasseraufnahme von aussen bei den Muscheln ist noch
immer ein Gegenstand lebhafter Controverse. H. Griesbach
beschreibt nach Aufzählung der verschiedenen Meinungen älterer
Autoren seine eigenen Untersuchungen an Anodonta, Unio und
Dreissena und kommt zu folgenden Resultaten: Es existiren
wirkliche Lakuneu oder coelomatische Räume ohne eigene
Wandung zwischen dem Verlauf der Arterien und der Venen,
der Inhalt derselben sowie der Gefasse ist eine Mischung von
Blut und Wasser; das Wasser tritt beständig durch Längs-
526 Frof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
spalten am Fiiss, die Pori aqiiiferi, in die Lakunen ein und
wird durch das Bojanns'sche Organ entleert. Besondere Wasser-
gofässe existiren nicht, die sogenannten Langer'schen Blasen
oder Schleimzellen Flemming's sind eben diese Lakunen selbst.
Zeitschr. f. Wiss. Zool. XXXVIII S. 1—44 Taf. I. W. Flem-
ming dagegen, ebenda Bd. XXXIX S. 137—144, vertheidigt
die Existenz seiner Schleimzellen als geschlossener, wirklicher
Zellen mit einem Kern, die bei Injectionen sich nicht füllen,
und beruft sich hierfür auf seine Präparate. Auch J. Carriere
kritisirt Griesbach's Angaben und ist geneigt, die Aufnahme
von Wasser durch eigene Oeffnungen ganz zu verneinen, Zool.
Anzeiger 1883 S. 250 — 253. Griesbach vertheidigt dagegen
ebenda S. 515—518 die Existenz der Pori aquiferi als be-
stimmter Oeffnungen, verschieden von den Oeffnungen der
Drüsengänge, und beschreibt von Neuem die Kommunikationen
zwischen der Furche am Fusse von Mytilus und den lakunären
Bluträumen. — Dagegen konnte auch J. Th. Cattie keine Pori
aquiferi bei Anodonta, Mytilus und Area finden, ebenda S. 561,
562. — J. Kollmann hält wiederum daran fest, dass offene
Kommunikationen zwischen den Intercellulargängen , welche
Haemolymphe enthalten und der äusseren Oberfläche des Fusses
bei den Bivalven existiren; die Oeffnungen derselben sind ent-
weder macroscopisch, wie bei den Unioniden und Pecten, oder
microscopisch , wie bei Cyclas, sie liegen in der Byssusfurche
neben den Byssusdrüsen, aber sind von diesen wohl zu unter-
scheiden. Die Existenz solcher Kommunikationen hält er für
erwiesen durch Injectionspraeparate und die Annahme, dass bei
diesen eine Zerreissung der Drüsenwände stattgefunden hätte,
für eine willkürliche Ausflucht. Verhandl. d. Naturf. Gesellsch.
in Basel VII 29 Seiten. — Eine Arbeit von Th. Barrois über
denselben Gegenstand Les Pori aquiferi et les ouvertures des
glandes byssogenes ä la surface du pied des Lamellibranches.
Lille 1883 20 pp. 8^° ist dem Berichterstatter nicht zu-
gänglich.
Alfr. Nalepa weist auch bei den Landschnecken, Helix
pomatia \md hortensis, offene „Porenkanäle" zwischen der
Aussenseite der Haut und den Intercellularräumen derselben
nach, Sitzungsberichte der Wiener Akademie Bd. 88 S. 1180
bis 1188 mit 1 Tafel.
Nierenorgan. Nach L. Joliet ist auch bei den Hetero-
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883. 527
poden die Hauptfunktion der Niere die, das dem Blut bei-
gemischte Wasser auszuscheiden, Comptes rendus de l'Academie
Bd. XCVn S. 1078—1081. — Diffuse Form der Niere bei
einigen Mollusken, S. Trinchese, Archives Italiennes de Bio-
logie IV S. 18—21. — Das Nierenorgan von Patella beschrieben
von J. T. Cunuingham, Quart. Journ. of microscop. Science
XXIII S. 369—375.
J. F. van Bemmelen bestätigt das Vorhandensein von
OefFnungen der Niere in das Pericardium bei Chiton marmo-
reus, marginatus und Chitonellus fasciatus, dasselbe war schon
von Sedgwick für die Chitoniden angegeben, aber von B. Haller
für andere Arten in Abrede gestellt worden. Zool. Anzeig.
1883 S. 340—343. — B. Haller bleibt dabei, dass keine
solche Oeflfnung bei Chiton Siculus und fascicularis vorhanden
sei, ebenda S. 509—513.
J. T. Cunningham beschreibt das Nierenorgan von
Aplysia; es liegt unter der Schale und hat neben der Kieme
eine OefFnung nach aussen, die während des Lebens sich ab-
wechselnd erweitert und zusammenzieht, Mittheilungen d. zool.
Station in Neapel IV S. 420—428 Taf. 30.
Das Nierenorgan der Auster wird bei Gelegenheit der Be-
schreibung der Geschlechtsorgane derselben von P. P. C. Hoek
auch näher geschildert; es erstreckt sich in zahlreichen Gängen
nicht nur unter der ganzen Obei-fläche des Rumpfes, sondern
dringt auch in einen Theil der Mantellappen ein; seine OefF-
nung liegt in einem Schlitz an der Seite des untern vordem
Theils des Rumpfes, hinter der Geschlechtsöflfnung, welche in
demselben Schlitze befindlich ist. Der Hohlraum dieses Organs
communizirt mit dem des Herzbeutels durch einen eigenen
Kanal. Tijdschrift van de Nederlandsche Dierkundige Ver-
eeniging, Supplement I.
Andere Drüsen. Eine FussdrUse, homolog der Byssusdrüse
der Muscheln, bei verschiedenen Limnaeaceen imd Paludiniden
nachgewiesen von P. B. Sara sin, Arbeiten d. Zool. Zootom.
Instit. Würzburg VI Heft 2 S. 105 — 108. — Die Drüsen
am Rande des Mantels von Aplysia beschreibt Friedr.
Blochmann, Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXXVIII S. 411
bis 418 Taf. 22.
Nervensystem. W. Vignal behandelt in einer grössern
Arbeit über das centrale Nervensystem der wirbellosen Thiero
528 Prof. E. V. Martcns: Eericht über die Leistungen in der
in anatomischer und vorzugsweise histologischer Hinsicht auch
dasjenige der Mollusken; zur Untersuchung dienten ihm haupt-
sächlich Helix pomatia und hortensis, Limax maximus, Arion
empiricorum, Paludina vivipara, Limnaea stagnalis, Aplysia
depilans, Pecten maximus und opercularis, Anodonta cygnea
und Mya arenaria. Unter seinen Resultaten dürfte hauptsäch-
lich hervorzuheben sein, dass die Ganglienzellen vorherrschend
unipolar sind, bipolare und multipolare dagegen, namentlich bei
den Gastropoden, selten sind und dass die mikroskopische
Struktur der sympathischen, oder wie der Verfasser sagt, „my-
enterischen" Ganglien und Nerven ganz mit derjenigen des
animalen Theils des Nervensystems übereinstimmt. Archives
d. Zoologie experim. (2j I S. 326—342 und 289 Taf. 16.
Ausführliche Beschreibung der Anordnung des Nerven-
systems der erwachsenen Bithynia tentaculata von P. B. Sa-
ra sin in seiner Entwicklungsgeschichte dieser Art. Arbeiten
des zool. zootom. Inst, Würzburg VI Heft II S. 41 — 43.
B. Hall er beschreibt das Nervensystem von Fissurella,
Haliotis und mehreren Trochiden, namentlich Turbo rugosus,
mit einigen kritischen Bemerkungen zu Ihering's Arbeit über
diesen Gegenstand (Morphol. Jahrb. 1878 und Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. 1876). Die Quer-Commissuren zwischen den Fuss-
nerven sind nach dem Verfasser nicht von den Würmern ererbt,
sondern in dem Kreise der Mollusken selbständig erworben, in-
dem sie bei den niedrigsten derselben, den Chitoniden, nur ein
unregelmässiges Flechtwerk darstellen. Morphol. Jahrb. IX
S. 1 — 98 mit 7 Tafeln. Ein Auszug daraus im Jahrb. d.
Malak. Gesellsch. XI 1884 S. 301—304.
H. Wegmann und Lacaze-Duthriers behandeln eben-
falls die Nervenstämme im Fusse von Haliotis und kommen zu
dem Resultat, dass das Epipodium ein Anhang des Mantels,
nicht des Fusses sei, Comptes rendus de l'Acad. XCVII S. 274
bis 277.
Sinnesorgane. Ein augenähnliches Organ bei Solen be-
schrieben von B. Sharp, Proceed. of the Acad. of Nat. Sciences
of Philadelphia 1883 S. 248.
H. Simroth erörtert noch einmal die verschiedenen Mei-
nungen betreffs des Geruchsorganes bei den Landschnecken und
spricht die Ansicht aus, dass die chemischen Sinne, Geruch
und Geschmack, nicht von einander getrennt seien und in der
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 529
ganzen Körperhaut ihren Sitz haben, aber in den Fühlern und
namentlich rings um die Athemöftnung besonders spezialisirt
seien, Jahrb. d. malak. Gesellsch. X S. 23 — 30.
Das von Spengel beschriebene Geruchsorgan auch bei
Nautilus beobachtet von R. Lankester und Bourne, Quart.
Journ. of microscop. Science XXIII S. 360,
Sinneszellen in der Basis der Fühler bei den Limnaeaceen,
an den obern Fühlern der Laudschnecken , in der Mundhöhle
von Helix und einigen Limnaeaceen; Spengel's Riech - Ganglion
nur bei Helix personata, aber bei keiner andern Landschnecke
gefunden. Die erstgenannten Sinneszellen fehlen bei allen vom
Verfasser untersuchten Kiemenschnecken. (Er untersuchte nur
Süsswasserformen.) P. B. Sarasin, Arbeiten des Zool. Zootom.
Instit. Würzburg VI Heft II S. 91—108. Mit 1 Taf,
Becherförmige Sinneszellen in der Mundhöhle von Fissu-
rella und Haliotis beschreibt B. Hall er in dem schon ange-
führten Aufsatz im Morpholog. Jahrb. IX und Sinneszellen in
der Mundhöhle von Chiton in den Arbeiten d, zool, Instituts in
Wien Bd. 5 Heft 2, wo er auch den Mangel von Gehörorganen
bei Chiton konstatirt.
Derselbe schildert ebenda Sinnesorgane an der Seite des
Fusses längs einer Furche, welche hinter dem Auge beginnt,
bei den Rhipidoglossen und vergleicht dieselben mit der Seiten-
linie der Fische.
Geschlechtsorgane. Paarige Geschlechtsgänge bei Nautilus,
R. Lankester und Bourne, Quart. Journ. of microsc. Science
XXIII S. 340.
Bemerkungen über den Bau des Hodens und die Bildung
der Spermatozoiden bei den Chitoniden von J. F. van Bem-
melen, Zool. Anzeig. 1883 S. 343, 344 und 361.
Allgemeine Beschreibung des Pfeilsackes und Pfeiles der
Gattung Helix und die Bildung des letztern von Ch. Ashford,
Journal of Conchology IV S. 69—79 Taf. 3.
P. P. C. Hoek veröffentlicht eine eingehende Beschreibung
der Geschlechtsorgaue der Auster; nachdem er die Befunde
und Ansichten der früheren Forscher erörtert, theilt er die Re-
sultate seiner eigenen Untersuchungen an Exemplaren aus der
Oster -Scheide mit, von denen folgende etwa hier zu erwähnen
sind: Die Geschlechtsdrüse ist nicht Ein kompaktes Organ,
sondern bildet eine Anzahl unter sich commuuicirender Gänge,
530 Prof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
welche sich innerhalb des Bindegewebes unter der Oberfläche
über den ganzen Rumpf erstrecken. Spermatozoideu und Eier
entstehen nahe beieinander in blindsackartigen Anhängen dieser
Gänge, wahrscheinlich beide aus dem Ectoderm, aber nicht
gleichzeitig. Jedes Ei ist wahrscheinlich eine umgebildete ganze
Epithel -Zelle, jede Mutterzelle eines Spermatozoiden dagegen
nur ein Theil einer Epithel -Zelle. Die Eier werden innerhalb
der Geschlechtsgänge befruchtet durch Spermatozoiden, die von
einem andern Individuum stammen und durch das einströmende
Wasser nicht nur in die Mantelhöhle, sondern auch iu die Ge-
schlechtsöfFnuug geführt werden, welch letztere in einem Schlitze
am vordem untern Theilo des Rumpfes befindlich ist. Zwei-
jährige Austern sind schon im Stande, Eier oder Spermatozoiden
hervorzubringen, aber die Fruchtbarkeit ist am grössten im
vierten und fünften Lebensjahr und nimmt dann wieder ab,
indem die Leber noch länger an Grösse zunimmt und die Ge-
schlechtsgänge nach und nach verdrängt. Während Einer Fort-
pflanzungs-Periode werden beinahe alle Eier gleichzeitig gebildet
und gleichzeitig ausgestossen ; die Bildung der Spermatozoiden
erfolgt bei demselben Individuum später als die der Eier und
geht einige Zeit fort. Alte Individuen produciren noch einige
Spermatozoiden, aber keine Eier mehr. Die künstliche Auf-
zucht übt sehr wahrscheinlich einen ungünstigen Einfluss auf
die Fruchtbarkeit der Individuen aus. Tijdschrift van de
Nederl. Dierkundige Vereeuiging, Supplement I S. 115 — 253
(holländisch und französisch), Tafel 1 — 5.
J. A. Ryder bestätigt, dass die gemeine europäische
Auster hermaphroditisch ist, aber entweder die Bildung von
Spermatozoiden oder diejenige von Eiern je nach Alter und
Jahreszeit vorwiegt; dagegen seien bei Ostrea Virginiana und
angulata die Geschlechter getrennt. Bulletin of the Un. St.
Fish Commission II S. 205 — 215. — Bouchon-Brandely's
Arbeit über denselben Gegenstand 1882 ist in's Englische über-
setzt ebenda S. 319 — 341 und ein Referat darüber von
J. Brock befindet sich im Kosmos.
Zweierlei Spermatozoiden hat M. v. Brunn bei Paludina
vivipara, bei der sie auch schon von Th. v. Siebold und Leydig
beobachtet worden, und bei Ampullaria beobachtet; die einen
sind haarförmig, die andern wurmförmig. Nur die erstem sind
uothwendig zur Befruchtung des Eis, die andern sind das
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883. 531
Resultat einer iiiclit so vielfach wiederLolten ZelltLeiluug und
können deshalb einigermassen als Homologa der Eier bei den
Männclien betrachtet werden. Zool. Anzeiger 1883 S. 89
bis 92.
Entwicklungsgeschichte. Die Entwicklung von Aplysia
limacina L. wird von Fr. B lochmann in der Zeitschr. f. wiss.
Zool. XXXVIII S. 392—410, Taf. 20 und 21, beschrieben.
Hervorzuheben ist daraus, dass der Blastoporus oder Gastrula-
mund eine lauge Spalte bildet, aus welcher sowohl der bleibende
Mund als der After entsteht. Dadurch lassen sich die sonst
widersprechenden Angaben anderer Forscher, welche bei ver-
schiedenen andern Gattungen nur den Mund oder nur den After
aus dem Blastoporus entstehen lassen, einigermassen vereinigen.
Zeitschr. f. wissensch. Zool. XXXVHI S. 392-410, Tafel 20
und 21. Ein Auszug im Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. XI
1884 S, 292. — C. Rabl fand dagegen bei Paludina vivipara,
dass der Gastrula-mund sich völlig wieder schliesst und weder
mit dem After nocli mit dem Munde in direktem Zusammenhang
sei; der After entstehe etwas nach dem Schlüsse des Blasto-
porus und der Mund noch später, aber dieser letztere an der
Stelle, wo der Blastoporus gewesen. Er beschreibt ferner noch
Einiges aus der Entwicklungsgeschichte der Bithynia tentacu-
lata, hauptsächlich die Bildung des Velums, den Ursprung
des obern Schlund -Ganglions, den Bau der Urniere und die
Entwicklung der bleibenden Niere. Sitzungsberichte d. Akad.
d. Wiss. in Wien, Bd. 87, dritter Theil S. 45—60 mit einer
Tafel; eine vorläufige Mittheilung im Anzeiger d. math. naturw.
Classe derselben Akademie, Januar 1883, S, 12.
Ein ausführlicher Auszug aus P. B. Sara sin 's Arbeit über
die Entwicklung von Bithynia tentaculata (1882) findet sich im
Jahrbuch d. malakol. Gesellsch. XI 1884 S. 294—298 und im
Journal of the Royal microsc. Society (2) III S. 36 — 38.
A. Kowalewsky beschreibt die ersten Entwicklungs-
Stadien von Chiton Polii und von Dentalium. Die Dotter-
furchung bei der letztgenannten Gattung gleicht ziemlich der-
jenigen der Bivalven^ die Einstülpungsvorgäuge stimmen aber
besser mit den an Chiton beobachteten; die Schalendrüse er-
scheint sehr frühe bei Dentalium, der Mitteldarm wird aber
durch die Einstülpung gebildet, die Hirn- und Fuss- Ganglien
entstehen aus dem Ectoderm, das erstere durch Einstülpung der
532 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Vorderkopfplatte. Die Larve von Dentalium gleicht äiisserlich
einigermassen derjenigen der Anneliden, aber ihr innerer Bau
ist ein ganz anderer. Annales du Museum de Marseille, Bd. I,
No. 5 und 7, 92 Seiten und 16 Tafeln.
Eine Arbeit über die ersten Entwicklungsvorgänge bei
Aplysia von L. de Manfredi in Atti dell' Accademia di Na-
poli IX append. No. 3 ist dem Berichter nicht zugänglich ge-
wesen.
H. Rouzaud giebt einige Beobachtungen über die Ent-
wicklung der Geschlechtsorgane der Lungenschnecken, Comptes
rendus de l'Acad. XCVI S. 273—276, ein Auszug im Journal
of the Roy. microscop. Society (2) III S. 192.
J. Leidy giebt an, dass das Clesammtgewicht der Em-
bryonen in den Kiemen einer Anodonta fluviatilis 56 — 66 Gramm
beträgt, bei einem andern Exemplar 40 — 43, während das
Gewicht des ganzen Thiers ohne die Embryonen 78 und 73
Gramm ausmachte. Proceed. of the Acad. of nat. sc. at Phi-
ladelphia 1883 S. 44 und Science I S. 150.
Schalenbildung. H. L. Osborn brachte Glasplättchen
zwischen die Aussenseite des Mantels und die Innenseite der
Schale von lebenden Austern und untersuchte die dünnen Ab-
lagerungen von Schalensubstanz, w^elche sich nach 24, 48 Stunden
und noch später daran vorfanden; diese Beobachtungen bestä-
tigen, dass die Schale durch Bildung von Kalkcrystalleu in der
chitinösen Schicht entsteht und dass die Form der Kalktheilchen
also nicht nur durch die Form der Hohlräume, in denen sie
sich bilden, bedingt ist. Zwei Monate alte Schalen sind durch-
schnittlich y4 bis 1 (amerikan.) Zoll lang und wiegen oft 3 bis
4 Gramm. Studios at the Biolog. Laboratory of the Hopkins
University (Baltimore) Bd. II No. 4 S. 427—432, Taf. 34.
Auszug in Ann. of. Nat. Hist. (5) XI S. 149, 150 und Journ.
of the R. microscop. Society (2) III p. 195.
C. Fr. W. Krukenberg beschäftigt sich mit der chemi-
schen Untersuchung der Farbstoffe in den Mollusken -Schalen
und findet, dass die rothen und grünen bei einigen Arten von
Haliotis, Turbo und Trochus Biliverdin oder eine diesem sehr
ähnliche Substanz sind, dagegen manche rothe, gelbe und braune
in den Schalen anderer Schnecken und Muscheln zu den so-
genannten Lipochromoiden und Molanoiden gehören, Central-
blatt für die medizinischen Wissenschaften 1883 No. 44.
Niiturgeschichtc der Mollusken während des Jahres 1883. 533
Biologisches. H. A. Coutance bestimmt durch Experi-
mente den Widerstand verschiedener Meei'esmollusken gegen
Flüssigkeiten, welche nur einen der normalen Bestandtheile des
Meerwassers, wie Chlormagnesium, Chlorcalcium und schwefel-
saure Magnesia enthalten, sowie gegen Flüssigkeiten, welche
einen dieser Bestandtheile in beträchtlich grösserer Menge als
das Meerwasser enthalten. Jede dieser Flüssigkeiten ist auf
die Länge für die Thiere verderblich, aber es findet ein grosser,
gradweiser Unterschied statt in dem Grade der giftigen Wirkung
zwischen den einzelnen Lösungen für dasselbe Thier und ebenso
ein grosser Unterschied in der Widerstandsfähigkeit zwischen
den einzelnen Molluskenarteu für dieselbe Flüssigkeit. Natron-
und Magnesiasalze wirken weniger heftig als Kalisalze. Die
Bivalven sind widerstandsfähiger als die Gastropoden, und unter
den ersteren übertriff"t Venus (Tapes) decussata hierin alle andern
vom Verfasser untersuchten Arten; unter den Gastropoden ist
Litorina widerstandsfähiger als Buccinum. American Naturalist
XVII S. 1079,
Helix rufescens zeigt bei einer Temperatur gerade unter
dem Gefrierpunkt 5 — 6 Herzschläge in der Minute. Sie zieht
sich bei 38—40° F. (+ 3— 4 «Gels.) zum Winterschlaf zurück.
Ashford, Journ. of Conchol. IV S. 13. — F. R. Wiegmann
fand mitten im Winter einige Landschnecken frei herum-
kriechend, Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S. 60.
Spinnen eines Schleimfadens bei Arion hortensis von
W. Denison-Roebuck, Journ. of Conchol. IV S. 82 und bei
Ancylus lacustris von T. D. A. Cockereil ebenda S. 127 be-
obachtet.
H. Glanville-Baruacle bestätigt, dass die Achatinellen
musikalische Töne, ähnlich denen einer Aeolsharfe, durch Reiben
der Schale an Holz hervorbringen. Journ. of Conchol. IV S. 118.
Ein lebender Unio hielt den Unterkiefer einer Schildkröte
drei Tage lang fest. Todd, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 93.
Bohrmuscheln. M. E. Woodsworth gla,ubt, dass die
Kieseltheilchen, welche Hancock am Fuss und Mantel der
Bohrmuschel gefunden hat, von den angebohrten Steinen her-
rühren. Dali, Science Bd. I No. 13 S. 422.
Neue Beobachtungen über die Lebensweise der Larve des
Leber -Egels in Limnaea truncatula von A. P. Thomas in
534 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Quarterly Joiim. of Microscopical Scieuce Januar 1883; sie ver-
lässt im Cercarieozustaüd die Schnecke und encystirt sich an
einem Grashalm. Auszug im Journ. of Conchol. IV S. 10 — 12.
Professor Leidy hat au den Kiemen einer nordameri-
kauischen Anodouta, A. fluviatilis, eine Milbe gefunden, welche
er für dieselbe Art hält, wie die an den europäischen Ano-
douten lebende, Atax ypsilophorus. Proceed. Acad. Nat. Sc.
Philadelphia Febr. 1883; Auszug in Annais Nat. Eist. (V) XI
S. 391 und Kachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 116.
Abnormitäten. Ein Fall von Verschluss der äussern
Geschlechtsöffuung bei Helix pomatia von Ch. Mangenot
beobachtet, Bulletin de la Soc. zoologique de France VIII
S. 130, 133.
Die grüne Farbe mancher Austern rührt von einer Fär-
bung der Blutzellen her und ist zuweilen sehr intensiv in den
Leber-foUikeln, es ist möglich, dass sie durch die Nahrung ver-
anlasst wird, aber sehr unwahrscheinlich, dass Chlorophyll oder
Diatomeen dabei im Spiele sind. J. A. Ryder in American
Naturalist XVII S. 86 — 88. Grüne Austern sind nicht schädlich,
derselbe Bullet. Un. St. Fish Commission III S. 294.
Albinos von Zenites fulvus, Helix horteusis, lapicida, vir-
gata, Cantiana imd rotundata, Buliminus obscurus, Pupa mu-
scorum (marginata), Succinea elegans, Planorbis spii'orbis, ni-
tidus und fontanus (lineatus), Physa fontinalis, Limnaea palustris
imd peregra von verschiedenen englischen Sammlern beobachtet.
Journ. of Conchol. III S. 392, IV S. 19, 27, 28—37, 44, 53,
83, 84, 117 und 125.
Linksgewundene Exemplare von Helix aspersa, hortensis
und virgata, Planorbis complanatus und Valvata piscinalis in
England, Taylor, Journ. of Conchol. IV S. 35—37 und 100;
von Helix ericetorum in Württemberg, Weiuland, Jahresh. d.
Ver. f. Vaterland. Naturkunde in Württemberg 1883 S. 121;
von H. Quimperiana in Frankreich, Daniel, Journal de Con-
chiliologie XXXI S. 380 und von der westindischen Helix lych-
nuchus Maze ebenda S. 12 Taf. 1 Fig. 5.
Sealariden von Helix nemoralis und aspersa sowie von
Planorbis complanatus (marginatus) in England, Taylor, Journ.
of Conchol. IV S. 53, 101 und 128; von Planorbis rotundatus
in Belgien, Jules de Guerne, Proces verbaux de la Soc.
mal. Belgique XU S. VI.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 535
üngewülmlich hoch gewundene Form von Helix pomatia
durch einen Bruch am Anfang der dritten Windung veranlasst,
Crosse, Journ. de Conchyliologie XXXI S. 401 Taf. 10 Fig. 7.
Missbildete Exemplare von Limnaea peregra in verhältniss-
mässig grosser Anzahl an demselben Orte, bei den meisten eine
% oder '/, Windung weiter gebaut, nachdem sie schon eine
ausgebreitete Lippe gebildet, W. Nelson, Journ. of Conchol.
IV S. 80.
J. C. Noll hat beobachtet, dass die Schalen von Limnaea
truncatula, Bithynia tentaculata und Planorbis nitidus im Aqua-
rium auch bei jungen Thierchen cariös wurden und an den
angegriffenen Stellen von zahlreichen Micrococcus besetzt waren,
in denen er daher die Ursache des Cariöswerdens vermuthet.
Zoologischer Garten XXIII 1882 S. 157, 159.
Eigenthümliche Spalten au der Columella einiger fossiler
Arten von Natica, E, Beyirich, Sitzungsber. d. Naturforsch.
Freunde in Berlin 1883 S. 3 und 45. Eine ähnliche Er.
scheinung an recenten Sclialen von Buccinum durch die Cirri-
peden-Gattung Alcippe veranlasst, E. v. Martens ebenda S. 45.
Geographische Yerbreitung.
A. Land- und SüsstvassertnoUusJcen.
W. Kobelt nimmt für Europa und die angrenzenden
Länder die folgenden Zonen und Provinzen an:
1) Arktisch-Boreale Zone,
2) Deutsche Zone,
3) Alpenzone: a) Iberische oder Pyrenäische Provinz,
b) Alpengebiet im engern Sinne, c) Balkan -Provinz,
d) Siebenbürgische, e) Kaukasische,
4) Mittelmeerzone: a) Mauritanische Provinz mit einem
Theil von Spanien, b) Italische, c) Griechische, d) Klein-
asiatische, e) Syrische Provinz,
Ferner bespricht derselbe die Wahrscheinlichkeit früherer Land-
verbindungen zwischen Europa und Afrika, die sich nach seiner
Ansicht aus der Betrachtung der gegenwärtigen Verbreitung der
Landschnecken ergiebt. Eine solche zwischen Cartagena und
Oran ist für ihn zweifellos, eine zwischen Sicilien und Tunis
fraglich und eine zwischen der europäischen Türkei und Klein-
asien mit Einschluss der Sporaden wahrscheinlich. Für die
536 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
erstere fülirt er an, dass viele Arten von Landschnecken Carta-
genas und Orans identisch sind und dass mehrere Arten, welche
an den meisten Küsten des Mittelmeers vorkommen, westlich
von Oran und Cartagena fehlen. Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 97—114.
Derselbe veröflfentlicht ferner zahlreiche Zusätze zur zweiten
Ausgabe seines „Catalog der im europäischen Faunengebiet
lebenden Binnenconchylien"; sie bestehen hauptsächlich in so-
genannten neuen Arten von Bourguignat und seiner Schule, in
Böttger's neuen Untergattungen und Arten von Clausilieu, in
neuen Funden von Benoit in Sicilien u. s. w, Nachrichtsbl. d.
Malak. Gesellsch. 1883 S. 1—25.
Ferner gab derselbe einen neuen Band von Rossmässler's
Iconographie, als neue Folge Band I bezeichnet; er enthält
hauptsächlich weniger bekannte oder neue Landschnecken aus
Südeuropa und Nordafrika.
Nördliches Russland. W. Dybowski veröffentlicht ein
Verzeichniss über die Literatur der russischen Land- und Süss-
wassermollusken, das übrigens nicht ganz vollständig ist (es
fehlen z. B. die Liste der von Ehrenberg und Polenoff ge-
sammelten, in den^Sitzungsber. der Naturforsch. Freunde 1875
und 1878 und die Arbeit von Milachevich in Bulletin de la
Soc. Imp. de Moscou 1881) und zählt die bekannten Fundorte
von Paludina vera (Listeri) und fasciata im europäischen Russ-
land auf. Malakozool. Blätter (II) VI S. 82—86. — M. Braun
giebt ein neues Verzeichniss der in den russischen Ostsee-
provinzen lebenden Arten, 62 Land- und 46 Süsswasser-
MoUusken. Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 174
bis 181.
Grossbritannien. Eine grosse Anzahl spezieller Angaben
zieht sich durch das ganze Journal of Conchology IV durch,
wir erwähnen davon nur eine neue Liste der britischen Arten,
86 Land- und 46 SüsswassermoUusken, von der Conchologischen
Gesellschaft S. 43 — 52, SpezialVerzeichnisse aus der Umgegend
von Peterborough von Th. W. Bell S. 14, Insel Man von
W. Nelson S. 15. Caernarvonshire (Wales) von Den. Roe-
buck S. 113—115. Ferner die Angaben über das Vorkommen
von Testacella haliotidea S. 67 und 115, das Verzeichniss eng-
lischer Nacktschnecken, worunter Limax cinereoniger, früher von
dort noch nicht bekannt, von Den. Roebuck S. 38—43, imd
Niitwrgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 537
das Niclitvorkommen von Paludiiia vivipara in Scliottland und Ir-
land nach Taylor S. 116. — Ein Verzeichniss der in Yorksliire
vorkommenden Arten von Nelson nnd Taylor in den Trans-
actions of tLe Yorksliire Naturalist's Union I S. 1 — 32 und ein-
schlägige Notizen von Roebuck und Roberts im Naturalist
VIII S. 81—87, 124 und IX S. 70, 87, 88. — Vorkommen
von Testacella in Monmouthshire und Süd -Wales im Report of
the British Association 33. Meeting S. 549. — P. H. Stokoe
nennt einige neue Fundorte in England für Helix pomatia,
Kalkdünen und Kalkhügel, Nature XXVIII S. 6 und W. C. At-
kinson giebt an, dass die englischen Grafschaften, in denen
H. pomatia vorkommt, eine ununterbrochene Reilie bilden, von
Kent und Sussex bis Gloucester und Northampton , Nature
XXVIII S. 81. Vergl. auch Zoologist (3) VII S. 342—345. —
Einige Landschnecken von der Insel Jersey nennt E. Duprey
in den Annais of Nat. Hist. (5) XI S. 189.
Frankreich. F. Jousseaume setzt seine Aufzählung der
um Paris vorkommenden Arten fort, indem er acht Arten von
Clausilia, zwei Chondrula, fünf Pupa, worunter P. quinque-
dentata äusserst zweifelhaft, vier Vertigo und ein Carychium
behandelt. Bulletin de la Soc. Zool. de France 1882 S. 430
bis 495 Taf. 12, — 60 Land- und 31 Süsswasser- Arten aus
Brest, worunter drei Arten von Testacella, Helix Quimperiana,
Unio margaritifer und littoralis, führt F.Daniel auf, Journ. de
Conch. XXXI S. 246, 253, 352, 353 und 371—387. — Liste
der bei La Rochelle vorkommenden Land- und Süsswasser-
Mollusken, 56 nnd 39 Arten, von L. Pire, Annales de la So-
ciete royale malacologique de Belgique, tome XVII 1882 (1883)
S. 23. Eine andere für Rochefort - sur mer von G. Regels-
perger in den Comptes rendus de 1' Association frangaise, Cou-
gres de Rochelle 1882. — P. Fagot giebt eine ausfuhrliche
Zusammenstellung über die Literatur der Land- und Süsswasser-
mollusken der Pyrenäen, mit kritischen Bemerkungen, nach den
einzelnen Departements geordnet, in mehreren Bänden des
Bulletin de la Societe d'Histoire naturelle de Toulouse 1879
bis 1882, auch besonders erschienen unter dem Titel: Histoire
malacologique des Pyi-enees frangaises in 6 Heften. — P. Be-
renguier behandelt die Arten des Departement de Var in
einer eigenen Schrift: Essai sur la faune malacologique du
Departement de Var, Draguignan 1883 106 S. 8"".
538 Prof. E. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
Belgien. P, Pelseneer führt die Land- und Süsswassev-
raollnsken von Aeltre in Ost -Flandern Proces verbanx de la
Societe malacologique Belgiqae VII S. XXVII — XXX und
C. übaglis diejenigen von Maestricht ebenda S. LXXXVII
bis XCII auf.
Deutschland. F. R. Borcherding behandelt die Binnen-
mollusken der nordwestdeutschen Tiefebene zwischen Ems und
Elbe, 63 Land- und 69 Süsswasserarten, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Varietäten, der Synonymie und historischen
Notizen in den Abhandl, des Naturwissenschaft!. Vereins in
Bremen VIII S. 255 — 366 und 551 — 557. Folgende Arten
mögen als seltener oder weniger verbreitet genannt werden:
Limax unicolor, variegatus und tenellus, Vitrina Heynemanni
und major, Hyalina Draparnaldi, alliaria und Petronella, Helix
granulata, liberta, Cantiana und aspersa, letztere in Gärten ein-
geführt, Limnaea glabra, Amphipeplea glutinosa, Planorbis
Clessini, Sphaerium solidum und Pisidium roseum. Nur zwei
Arten von Clausilien, nigricans und laminata, finden sich da-
selbst.
P. Hesse nennt einige seltenere Arten aus dem Harz,
darunter Amalia marginata und Clausilia cana, Nachrichtsbl. d.
Malak. Gesellsch. 1883 S. 44-46.
E. Huth veröffentlicht ein systematisches Verzeichniss der
bei Frankfurt a. 0. beobachteten Schnecken und Musclieln,
43 Land- und 30 Süsswasserarten enthaltend, in den Monatlichen
Mittheilungen des naturwissenschaftlichen Vereins des Reg.-Bez.
Frankfurt, No. 3 S. 39—43.
0. Goldfuss nennt 38 Land- und 36 Süsswasser-Mollusken
aus der Umgegend von Rosenberg und Creuzburg in Schlesien,
worunter Clausilia cana, Succinea elegans, Planorbis acies, Val-
vata macrostoma und Sphaerium Scaldianum; kein Buliminus.
Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S. 33—44. — lieber
einige auf dem Zobten gefundene Arten, worunter Clausilia com-
mutata und Pupa alpestris nicht (unter diesen Namen) von
Reinhardt 1874 von da aufgeführt, E. Merkel ebenda S. 150
bis 153.
Hessen. F. H. Diemar führt 37 Arten von Landschnecken,
worunter zwei Daudebardien und Cionella tridens (Menkeana),
aber nur eine Süsswasserart, Ancylns fluviatilis aus dem Ahne-
thal, unweit Cassel, auf, Nachrichtsbl. d. malak. Gesellscli.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 539
1883 S. 74, 75, — Von demselben Bemerkungen über einige
seltenere Arten bei Zierenberg, im Bericlit des Vereins fiir
Naturkunde zu Cassel XXIX und XXX 1883 S. 42. — K. Eck-
stein zählt 33 Süsswasser- und 43 Land - Mollusken aus der
Umgebung von Giessen in dem XXII. Bericht der Oberhessischen
Gesellschaft fiir Natur- und Heilkunde S. 187, 193 auf; Limnaea
stagnalis und Planorbis corneus nach demselben wohl bei Giessen,
aber nicht in dem engen Theile des Lalmthals unterhalb dieser
Stadt.
Aug. Köhler führt 34 Land- und 15 Süsswasserarteu aus
der Umgegend von Darmstadt auf, Buliminus detritus auf Aeckern,
soweit sie aus Löss und Sand bestehen, aber nicht auf Roth-
liegendem; Planorbis corneus und Paludina vivipara Müll, im
Bessunger Teich und einigen andern, Notizblatt des Vereins für
Erdkunde in Darmstadt (4) III No. 15 1882 S. 1—6.
0. Nu sslin zählt 94 Land- und 46 Süsswasser -Mollusken
für das Grossherzogthum Baden auf und gruppirt dieselben nach
dem geognostischen und hydrographischen Vorkommen in dem
zoologischen Abschnitt des grösseren Werkes: Das Grossherzog-
thum Baden, Karlsruhe 1883 I 6 S. 19, 21.
Aus dem noch weniger bekannten nordöstlichen Theil von
Württemberg fuhrt D. Weinland 55 Land- und 20 Süsswasser-
arteu, welche sein Sohn bei Schönthal gesammelt, darunter
zwei neue Arten von Vitrella, auf, Jahreshefte d. Vereins f.
Vaterland. Naturkunde in Württemberg 1883 S. 112—127.
Schweiz. Ueber das Vorkommen einiger seltener Arten,
besonders von Hyalina und eine neue Pupa, Sterki im Nach-
richtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S, 71 — 74. Nachträge zu
einem früheren Verzeichniss der Mollusken von Solothurn giebt
J. Blum ebenda S. 162, 163. — Conchyliologische Reisenotizen
aus St. Moritz im Engadin und der Via mala, Genf, Lausanne
und dem Rigi von R. M. Christy, Journal of Concbology IV
S. 56 — 60. — Einige Arten von St. Bernhard (und Mont Cenis)
Böttger im Bericht des Offenbacher Vereins f. Naturkunde
XXII S. 157-161.
Oesterreichische Monarchie. Jos. Bakowski giebt ein
Verzeichniss der Mollusken aus der Umgegend von Lemberg,
sowie Grodok, Sczerzec, Kolomyja, Mikuliczyn, Zabie und der
Czarnohora in Galizien, polnisch geschrieben, in den Bericliten
der pliysiographischen Commission der Universität Krakau XVI
Arcli. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. KK
540 Prof. E. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
1882 S. 56—63 und 130—140 und Kotula nennt Mollusken
von Przemysl und dem Flusse San ebenda S. 100—129.
69 Land- und 40 Siisswasser- Arten aus dem nördlichen
Böhmen, wovon Helix solaria und Bielzi, Clausilia orthostoma
und filograna aus diesem Lande bis dahin noch nicht bekannt,
von A. Schmidt im Bericht der Primärschule von Böhmisch-
Leipa 1881. — Eine Aufzählung aller böhmischen Mollusken in
czechischer Sprache gab Ladisl. Dudo in Prag 1880 (siehe
Malak. Blätter (2) VI S. 131).
In den Trachytgegenden Ober -Ungarns fand J. Hazay
zahlreiche Nacktschnecken, aber nur wenige und stellenweise
gar keine beschalte Mollusken; die Kalkgegenden sind auch
hier viel reicher, Helix lutescens und faustina kommen nur in
solchen vor. H. pomatia ist auf die Ruinen alter Schlösser be-
schränkt. Die warmen Quellen von 10—12° R. beherbergen
den Lithoglyphus Pannonicus, etwas kältere die Bithynella Tor-
nensis. Malak. Blätter (2) VI S. 88-109.
lieber die am Schiern und an einigen andern Orten im
Dolomitgebiet Süd -Tirols vorkommenden Schnecken finden sich
specielle Angaben in Prossliner's Schriftchen über das Bad
Ratzes 1883 S. 62 — 64, welche den Angaben von V. Gr edler
in einem früheren Programm des Gymnasiums in Bozen, 1863,
entnommen sind; hiernach sind Pupa inornata, Vitrina annularis
und Helix arbustorum var. rudis für die Dolomiten besonders
charakteristisch, in zweiter Linie auch H. Preslii.
Aus Istrien und Dalmatien werden 21 Arten Landschnecken
und sieben Süsswasser- Mollusken, durch V. Liechtenstein
gesammelt, von A. Wimmer in den Verhaudl. d. zool. bot.
Gesellsch. in Wien XXXII S. 263, 264 genannt.
M. V. Kimakowicz veröffentlicht ein neues Verzeichniss
der Landschnecken Siebenbürgens, welches sich von der zweiten
Ausgabe des Bielz'schen hauptsächlich durch die Einführung
vieler Untergattungen , reichlichere Citate und einige Ab-
weichungen in Betreff dessen, was als Varietät 'und was als'
Art betrachtet wird, unterscheidet. Verhandl. des Siebenbür-
gischen Vereins für Naturwiss. XXXIII 73 S.
Spanien. Malakologische Reisenotizen aus Bilbao und
Orduna von Kobelt, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 201 bis
212. — 20 Arten aus Gibraltar, worunter einige neu, von dem-
selben im Journal of Conchology IV S. 1—9.
Naturgeschichte der MoUusken während des Jahres 1883. 541
Italien. H. Drouet beschreibt in einem eigenen Schrift-
chen: Unionidae de l'Italie, Paris 1883, 125 S., 80 Arten,
darunter mehrere neue und viele, welche von früheren Autoren
nur als Varietäten betrachtet wurden, leider ohne Abbildungen,
so dass die Wiedererkennung derselben nicht immer leicht sein
dürfte. — Auch J. R. Bourguiguat hat einen „Apergu sur
les Unionidae de la Peninsule Italique", Paris 1883, 117 S. 8""
herausgegeben, der dem Berichterstatter nicht zugänglich ge-
wesen ist.
Malakologische Neisenotizen aus Venedig, Vicenza, Verona
und der Val Sabbia von V. Gr edler im Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 383 — 388. — A. Andreae veröffentlicht eine
Liste von Schnecken, die er bei Brescia, in der Val Trompia,
am See Iseo, in der Val Brembana und bei Vareuna gesammelt
hat, mit Beschreibung zweier neuen Arten von Acme und einer
Vergleichung der nord- und südalpinischen Schneckenfauna.
102 Arten aus dem Thale der Dora Baltea in Piemont
von L. Pegorari im Bullettino della Societä, Veneto - Trentina
II S. 148—185.
Von den Apuanen im nordwestlichen Toscaua und den an-
grenzenden Theilen der Appeuninen führt Carlo de Stefani
103 Landschnecken und nur 19 Süsswasserarten auf mit aus-
fuhrlicher Behandlung der einzelnen Arten und Beschreibung
einiger neuen Formen, Bullettino della Societä Malacologica
Italiana IX S. 11—212.
Südrussland. In der Krim finden sich nach 0. Retowski
58 Land- und 11 Süsswasserarten, von denen 29 derselben
eigenthümlich, 25 in Europa weit verbreitet und fünf wesentlich
südeuropäisch sind. Malak. Blatt. (II) VI S. 1 — 34. Einige
neue Arten darunter beschreibt S. Clessin, ebenda S. 37 — 52.
Eine Anzahl anderer Arten wurde am Strande bei Feodosia
gefunden, sie stammen aber wahrscheinlich aus dem gegenüber-
liegenden Theil der Kaukasus- Länder, Retowski, ebenda
S. 53-61.
79 Landschnecken aus Transkaukasien , namentlich Swa-
netien und Abchasien, von H. Leder gesammelt, und einige
Süsswasserconchylien aus dem See Goktscha bespricht 0. Bött-
ger, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 135—198 Taf. 4—7.
Griechenland. P. Hesse bericlitet über eine Anzahl von
Arten und Fundorten nach älteren Schriftstellern und Reisenden,
542 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
welche in Westerlimd's und Blanc's Fauna der griechischen
Land- und Süsswassermollusken nicht erwähnt sind, Jahrb. d.
Malak. Gesellsch. X S. 73—81. — 0. Böttger beschreibt
und erörtert einige Land- und Süsswasserconchylien , welche
E. Reiter und E. Brenske in Korfu, Cefalonien, Elis, Mes-
senien, Korinth und Attika gesammelt haben. Ebenda S. 313
bis 344.
Die vom damaligen Kapitän , jetzigen Vice - Admiral
T. Spratt auf den Cycladen und an der Küste Kleinasiens
gesammelten Clausilien sind von 0. Boettger von Neuem
untersucht und beschrieben worden; die meisten gehören zur
Gruppe Albinaria. Proceed. Zool. Soc. 1883 S. 324—343
Taf. 33, 34.
Neue Arten von Helix auf Greta gesammelt und be-
schrieben von H. V. Maltzan, Nachrichtsbl. der Malak. Ge-
sellsch. 1883 S. 102— lOG, die Clausilien von Boettger
S. 106—112,
Syrien. 50 Land- und neun Süsswasserarten, von F. Lange
und E. Schumacher bei Haifa und im Libanon gesammelt,
bespricht 0. Boettger in dem Bericht des Offenbacher Vereins
für Naturkunde XXII und XXIH S. 162—176.
Die in den Seen von Tiberias , Autiochia und Homs
lebenden Süsswasserschnecken und Muscheln bilden den Gegen-
stand einer grösseren Arbeit von Arn. Locard in der Art der
neuen, französischen Schule, mit recht guten Abbildungen, Ar-
chives du Musee d'Histoire naturelle de Lyon S. 195—293
Taf, 19 b bis 23. Hiernach finden sich im See von Tiberias
die Gattungen Unio, Corbicula, Mclania (tuberculata) , Me-
lanopsis und Theodoxia (Neritina), in demjenigen von Antiochia
dieselben ausser Melania, und ferner Leguminaia, Pseudodon,
Anodouta, Dreissena, Planorbis und Limnaea; im See von Homs
nur Unio, Leguminaia, Corbicula, Melanopsis und Limnaea.
Die Unio -Arten gehören theils zur Gruppe des Unio littoralis,
theils zu der des U. terminalis. Die Limnaeen sind alle euro-
päischen ähnlich, nämlich der L. stagnalis, ovata und peregra,
werden aber vom Verfasser als eigene Arten betrachtet mit
Ausnahme Einer aus dem See von Homs, in welcher derselbe
die europäische L. lagotis wiederfindet. Corbicula Syriaca und
Melanopsis costata sind allen drei Seen gemeinsam, einige Arten
von Uniouiden, einige Melanopsis und Neritina Michoui zweien
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883. 543
derselben. S. 201 — 203 giebt der Verfasser eine Liste aller
bekannten und einiger noch unbeschriebenen Arten von Me-
lanopsis aus der Asiatischen Türkei, zusammen 25.
Nord- Afrika. E. v. Martens führt 12 von G Ruhm er
bei Bengazi in der Cyrenaika gesammelte Arten von Land-
schnecken auf; acht davon finden sich auch an der Nordseite
des Mittelmeers, zwei nur weiter westlich und zwei weiter öst-
lich an der Südküste ; die neue Art, Helix Cyrenaica, ist nächst-
verwandt der H. turbinata vom griechischen Archipel. Sitzungs-
berichte d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin 1883 S. 147
bis 149.
Tropisches Afrika. J. R, Bourguignat beschreibt die
von Achille Raffray 1881 auf der Hochebene von Hamazen
und Anderta, sowie an den Bergen Zeboul und Abuna Yusef,
in Höhen von 2000 — 3000 Metern gesammelten Conchylien und
verbindet damit eine kritische Ueb ersieht aller von Abyssinien
bekannten Arten, 167, mit Aufzählung der einschlägigen Lite-
ratur und einer allgemeinen Skizze der physikalischen Verhält-
nisse des Landes nach den Angaben des genannten Reisenden.
Mehrere von Jickeli (s. Jahresbericht für 1874) beschriebene
und abgebildete Arten erhalten hier neue Namen. In einigen
Arten Bulimus [Buliminus] findet der Verfasser Aehnlichkeit
mit solchen aus den Cordilleren Südamerikas [Bulimulus], ohne
dabei auf die Zungenzähne Rücksicht zu nehmen. Nur sehr
wenige an sich weit verbreitete Arten, wie Opeas gracilis und
Limnaea truncatula, sind nach dem Verfasser Abyssinien mit
andern Ländern gemeinsam. Histoire malacologique de l'Abys-
sine in Annales d. Sciences nat. (6) XV No. 1 — 4 article 2,
162 Seiten, Tafel 7—11.
Einige Landschnecken aus Guinea, worunter eine neue
Gattung von Nacktschnecken, Äspidelus, beschreibt A. Morelet
Journ. de Conchyliologie XXXI S. 395—401, Taf. 10. — Zehn
Laudschnecken und eine Süsswasserart von Landana an der
Mündung des Kongo, Craven in den Annales de la Soc. ma-
lacol. de Belg. XVII S. 18, 19.
Die von Lieutenant Wissmann am und im Lualaba und
benachbarten Flüssen gesammelten Conchylien, eine Landschnecke
und vier Süsswassermuscheln, keine identisch mit den aus dem
Tanganyika bekannten, führt E. v. Martens in den Sitzungsber.
d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin 1883 S. 72—74 auf.
544 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Die Conchylien des Ukerewe und Tauganyika behandelt
J. R. Bourguignat in einer eigenen Schrift „MoUusques flu-
viatiles du Nyanza Oukerewe, suivis d'une note sur les genres
Cameronia et Burtonia« Paris 1883 29 S. 1 Taf. S«", worin
die weitverbreitete Melania tuberculata, ferner Vivipara Abys-
sinica Martens, eine noch unbeschriebene Mutela subdiaphana
und sieben neue Unioarten, s. unten, vom Ukerewe, fünf schon
von den Engländern beschriebene Unioarten und die beiden
neuen Gattungen Cameronia und Burtonia vom Tanganyika an-
gegeben werden. — Fünf Landschnecken und fünf Süsswasser-
Conchylien vom Tanganyika, durch Dr. Böhm gesammelt, eine
davon auch im Nil, E. v. Martens, Sitzungsberichte d. Ge-
sellsch. naturf. Freunde in Berlin 1883 S. 71, 72.
Die von Riebeck und Schweinfurth 1881 auf Sokotra
gesammelten Mollusken mit den von Prof. Balfour 1880 eben-
daselbst gefundenen zusammengestellt, ergeben zehn Arten ge-
deckelte und 22 deckellose Landschnecken, worunter einige
eigenthümliche Untergattungen: Passamaiella, Achatinelloides
und Riebeckia, die vorliegende Fauna schliesst sich am nächsten
an diejenige des Festlands von Ostafrika und Südarabiens
an; nur die Süsswasserschnecken zeigen indischen Charakter.
E. V. Martens, Conchologische Mittheilungen Bd. II S. 140
bis 151, Taf. 28, 29. — Dasselbe Verzeichniss auch von
Taschenberg in der Zeitschr. f. d. gesammten Naturwissen-
schaften (4) II S. 169—171. — H. H. Godwin-Austen be-
schreibt die von Balfour auf Sokotra gesammelten Süsswasser-
schnecken, nämlich drei Planorbis, eine Hydrobia? und vier
Melania, Proc. Zool. Soc. 1883 S. 2—8, Taf. 1, 2.
Auf der Insel Mayotte, zu den Komoren gehörig, finden
sich 70 Landschnecken, 11 Süsswasser- und 19 Brackwasser-
Conchylieu, die meisten eigenthümliche Arten und von geringer
Grösse; dieselben gleichen im Ganzen mehr denjenigen des
Festlandes von Afrika und Madagaskar, als denen von Mau-
ritius und Bourbon; zehn Brackwasserschnecken sind mit Poly-
nesien gemeinsam. A. Morelet, Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 189—216, Tafel 8.
Ost-Asien. Sechs Arten von Landschnecken und eine Physa
von dem Tschuktscheuland von Aur. und Arth. Krause ge-
sammelt, Sitzungsberichte d. Gesellsch. naturforsch. Freunde in
Berlin 1883, S. 31, 34.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 545
Die Hyalina- und Conulusarten Japans revidirt, und eine
neue japanische Fruticicola von 0. Reinhardt, ebenda S. 83
bis 86. — Neue Arten von Weste rlund Nachr. malak. Ges.
1883 S. 48-56.
Die Literatur der chinesischen Landschnecken bis November
1882 verzeichnet und die von Ludw. vonLoczy in den Pro-
vinzen Schensi und Kansu gesammelten, manche davon subfossil
oder fossil, beschrieben von Vinc. Hilber, Sitzungsberichte d.
k. k. Akad. d. Wiss. in Wien LXXXVI, Decemb. 1882 S. 313
bis 352 und LXXXVIII S. 1349—1392 Taf. 4—6. Auch einige
Arten aus Ost-Tibet sind darunter. — lieber die von demselben
Reisenden in Mittel- und Südchina gesammelten Süsswasser-
Conchylien giebt M. Neumayr im Neuen Jahrbuch f. Minera-
logie II S. 21—26 einige Notizen, in denen er namentlich die
Uebereinstimmuug der lebenden Süsswasserfauna Chinas mit der
tertiären, hauptsächlich miocänen Europas betont, nur die Gat-
tungen Melanopsis und Congeria fehlen in China, dagegen findet
sich dort ein Süsswasser-Mytilus.
0. V. Müllen dor ff behandelt die in China vorkommenden
Arten von Clausula, Streptaxis, Ennea, Helicarion, Macrochla-
mys, Microcystis, Kaliella, Sitala, Nanina, Hyalina und Plecto-
pylis, mit kritischen Bemerkungen und Beschreibung einiger
neuen, Jahrb. d. malak. Gesellsch. X S. 228, 269, 272—288
und 356—383, Taf. 8, 10 und 12. — Derselbe beschreibt neue
Landschnecken aus Süd- China, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 65—67 und 98—101, und A. Brot einige von dem-
selben gesammelte Melanien ebenda S. 80—86. — Drei neue
Clausilien- Arten aus China von V. Gr edler in einer eigenen,
kleinen Broschüre von sechs Seiten, Bozen 8°°.
R. P. Heu de setzt sein Werk „Conchyliologie fluviatile
de la Provence de Nanking" fort; der achte Fascikel enthält
auf Tafel 57—64 eine Anzahl chinesischer Unionen gut abge-
bildet, mit vielen neuen Namen und sehr kurzen Beschrei-
bungen.
Vorläufige Bemerkungen über Süsswasser-Conchylien aus
der Provinz Yunnan von M. Neumayr im Neuen Jahrbuch für
Mineralogie 1883 II S. 21 — 26; dieselben sollen sehr den mio-
caenen und pliocaenen aus Europa gleichen und einen neuen
Mytilus, einige Arten von Fossarulus und Eine von Diana enthalten.
Indien. Godwin-Austen behandelt im vierten Theil seiner
546 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
„Land and freshwatermollusca of India", Seite 95 — 163 und
Taf. 22—42 enthaltend, die Gattungen Macrochlamys, Oxytes,
Ariophanta und Helicarion, sowohl nach der Schale als nach
dem iunern Bau mit etwas groben Abbildungen. Der dritte
Theil ist dem Berichterstatter noch nicht zugekommen.
Einige neue SUsswasserschnecken aus Ceylon und einen
neuen Vaginulus von da beschreibt C. Ag. Westerlund,
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. S. 49—58 und 164—166.
Dreizehn Land-, sieben Süsswasser- und sechs Brackwasser-
conchylien von Herrn Weber auf der Insel Salanga an der
Küste von Malakka, einige neu, im Ganzen gleich viel mit
denen des hinter indischen Festlandes wie mit denen der Sunda-
Inseln übereinstimmend, bespricht E. v. Martens, Conchol.
Mittheilungen Bd. II S. 129-132 Taf. 25,
Neue Arten aus Cambodja von L. Morlet, Journ. de
Conchyliologie XXXI S. 104—109 Taf. 4.
Celebes und Molukken. C. Tapparone-Canefri be-
handelt die von Prof. 0. Beccari und L. M. d'Albertis
auf Celebes, Halmahera und Amboina gesammelten Arten,
worunter mehrere neue, Annali del museo civico di storia na-
turale di Genova XX S. 143—175 Taf. I.
Neuguinea. Ebenderselbe hat auf Grund der Samm-
lungen der beiden genannten Reisenden eine vollständige Auf-
zählung aller von Neuguinea und den nächstanliegenden Inseln
bekannt gewordeneu Land- und Süsswasser -Mollusken gegeben.
Es sind : 3 Paludiniden, 38 Melaniiden, 5 Cerithiiden, 34 Neri-
tiden, 128 Stylommatophoren, 33 Auriculiden, 7 Limnaeiden,
26 Cyclophoriden und Pupiniden, 1 Assiminea, 2 Truncatellen,
1 Glaucomia, 3 Cyi-eniden und 4 Unio. Unter den Helix-
älmlichen wiegt die Untergattung Papuina mit 37 Arten vor,
auch die Untergattungen Sulcobasis, Cristigibba, beide neu, und
Albersia sind nahezu eigenthümlich für Neuguinea, ebenso die
Gattungen Calycia und Perrieria, die übrigen Gattungen und
Helix- Gruppen sind ungefähr dieselben wie im Malayischen
Archipel, nur Amphidromus fehlt vollständig. Eigene Tabellen
geben die Verbreitung der einzelnen Arten in den verschiedenen
Theilen von Neuguinea und das Vorkommen derselben in an-
dern Ländern an. Annali del Mus. Civ. di storia nat. di Ge-
nova III 1883 313 S. 11 Taf.
Einige Helix- Arten von der Insel d'Entrecasteaux, Südküste
Naturgeschichte der MoUusken während des Jahres 1883. 547
von Neuguinea, beschreibt Edg. Smitli, Annais nat. bist. (5)
XI S. 190 — 192. — Einige Melaniiden und Neritineu von den
Salomon- Inseln und Neuen Hebriden nennt J. Brazier in den
Proc. of the Linnean Soc. of New South Wales VIII S. 294
bis 296.
Australien. Drei Arten von Physa, 1 Paludina, 1 Try-
onia (?) und 1 Anodonta aus dem Cooper's Creek in Central-
Australien, ohne Namen abgebildet; die Schnecken sterben wenn
das Wasser austrocknet, aber jeder Regen bringt neue aus be-
nachbarten Gewässern, die Anodonten graben sich in den
Schlamm ein und bleiben so am Leben. E. B. Sänger,
Americ. Naturalist XVII S. 1184 und 1185. — Mehrere neue
Landschnecken aus Neuseeland, darunter einige eigenthümliche
Gattungen, beschrieben von F. W. Hutton, Trans New Zeal.
Inst. XV S. 131—141.
Nordamerika. Einige neue Arten von Vovt Clarence am
Beriugs-Meer und von der Berings- Insel, während Norden-
skiöld's Reise gesammelt, beschreibt C. Ag. Weste rlund,
Nachrichtsbl. der Malakolog. Gesellsch. 1883 S. 48—59 und
165, 166. — 16 Arten von Landschneckeu aus dem südost-
liclien Alaska, die meisten bis Californien verbreitet, führt
Aurel Krause in den Sitzungsber. d. Naturf. Freunde in
Berlin 1883 S. 35—37 an.
Aus Canada nennt F. R. Latchford 14 Arten von Unio,
3 Margaritana und 10 Anodonta, Transactions of the Ottawa
field naturalist's club III S. 48—57. — Einige andere Notizen
über Conchylien aus Ottawa von H. B. Small und P. B. Seymes
ebenda S. 57—59.
W. G. Binney veröffentlicht ein Supplement zum fünften,
1878 erschienenen Band seiner Terrestrial air-breathiug Mollusks
of the United States, das eine Anzahl neuer Art-Beschreibungen,
Fundorte und Abbildungen von Schalen und Zungen, sowie ein
neues systematisches Verzeichniss aller bekannten Arten ent-
hält. Bulletin of the Museum of Compar. Zoologie at Harvard
College XI No. 8 S. 135—166 Taf. 1—4.
Amerikanische Fundorte von Limax maximus nennen
A. F. Gray, Americ. Naturalist XVII S. 105 und J. H. Pitts-
burg, Science II S. 278 und Americ. Naturalist S. 427.
Geographische Verbreitung von Campeloma (Melantho der
meisten Autoren) in Nordamerika von R. Ellsw. Call, Arne-
548 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
rican Naturalist XVII S. 606, 607, dieselbe vou Margaritana
margaritifera vou A. F. Gray ebenda S. 324 — 326.
Die Mollusken - Litteratur von Ohio ist gesammelt von
Arth. Gray in Journ. Cincinnati Society of Nat. Hist. VI
S. 39—53.
Rob. Stearns giebt einige Bemerkungen über das Vor-
kommen von Tryonia protea und Pliysa humerosa in der
Wüste von Colorado und in Indio, sowie von Anodonta cali-
forniensis in dem Sta Cruz-Flusse, Arizona. Americ. Naturalist
XVII S. 1014—120 mit Holzschnitten.
20 gedeckelte und 4 ungedeckelte Landschnecken, 1 Plan-
orbis und 6 Auriculiden in Florida gesammelt von H. Hem-
phill zählt W. H. Dali in Proceedings Un. St. National
Museum VI S. 321—323 auf.
Westindien. Die Land- und Süsswasserconchylien von
Portorico verzeichnet J. Gundlach in den Annales de la So-
ciedad Espanola de historia natural XII 1883 S. 5 — 58. Die
Arten sind dieselben, welche von E. v. Martens im Jahrbuch
der Malak. Gesellsch. IV 1877 S. 340—362 aus den Samm-
lungen von J. Gundlach und L. Krug besprochen wurden.
— H. Maze verzeichnet die Land- und Süsswassermollusken
der Inseln Guadeloupe, Saiutes, Marie -Galaute und Desirade
und theilt interessante biologische Beobachtungen über dieselben
mit. Auf der erstgenannten Insel finden sich 80 Arten, wor-
unter nur 18 wirkliche Süsswasserconchylien, 10 submarine und
5 wirklich marine sind. Die auf den drei übrigen Inseln ge-
sammelten Arten sind viel weniger zahlreich, aber unterscheiden
sich nicht von den auf Guadeloupe gesammelten, ausgenommen
durch Amphibulima patula, die lebend nur auf Maria- Galante
gefunden wurde, und Rhodonyx rubescens, dessen Vorkommen
auf derselben Insel etwas zweifelhaft erscheint. Journ. de Con-
chyliologie XXXI S. 1—54 Taf. 1.
Bemerkungen über die Süsswasserconchylien von Trinidad,
worunter eine Species von Mytilidae (wahrscheinlich Praxis) und
eine kleine Pholas, giebt J. v. Kenuel in d. Arbeiten des Zool.
Zootom. Inst. Würzburg VI Separatabdruck S. 6.
Süd-Amerika. 17 Land- und 7 Süsswasser-Arten aus Ost-
Brasilien zählt H. Do hm auf und begleitet sie mit interessanten
Bemerkungen über geographische Verbreitung und Synonymie
im Jahrb. Malak. Gesellsch. X p. 346—356 Taf. 11.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 549
B. 3Ieerniollus1ien.
Tiefseeuntersuchungen. R. Boog Watson beschreibt
neue Arten von Nassaria, Murex, Scalaria und Solarium, sowie
aus der Familie der Fissurelliden, Eulimiden, Tornatelliden und
Bulliden von der Challenger- Expedition bei St. Thomas, den
Azoren, Ascension, Kerguelen, in der Torresstrasse, bei Am-
boina, den Philippinen und Viti- Inseln gefunden. Einige der
westindischen Fissurelliden aus einer Tiefe von 390 Faden sind
identisch mit solchen aus der Miocän - Formation Europa's.
Journ. of Linnean Soc. XVI S. 594-611, XVII S. 26—40,
112—130, 284—293 und 319—346.
P. Fischer beschreibt einige neue Arten aus Tiefen von
400 — 5000 Metern an der Küste von Nordwest -Afrika, sowie
bei den Azoren und Capverden, Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 391 — 394. — Derselbe hebt die Dentaliden als besonders
charakteristische Tiefsee -Formen hervor, Comptes rendus de
l'Acad. XCVI S. 77—79 und führt eine Anzahl von hoch-
nordischen Arten auf, die auch in grössern Tiefen des atlan-
tischen Oceans zwischen den Wendekreisen vorkommen, ebenda
S. 1497—1499.
Eine augeulose Art von Fiisus aus der Tiefe des Sargasso-
meeres von Alph. Milne-Edwards im Bulletin liebdomadaire
de l'Association scientifique de France, December 1883.
J. Gw. Jeffreys setzt seine Beschreibungen der Con-
chylien von den Expeditionen des „Lightning" und „Percupine"
in den Jahren 1868 — 1870 im Atlantischen und Mittelmeer fort,
indem er die Scissurelliden, Trochiden, Turbiniden und Litori-
niden davon behandelt. Darunter befinden sich mehrere Arten,
die früher nur aus der Subappenninformatiou Italiens bekannt
waren und jetzt auch als in den Tiefen noch lebend nach-
gewiesen werden. Proc. Zool. Soc. 1883 S. 88—115 Taf. 19
und 20.
Hochnordische Meere. Vorläufige Notizen über die auf
Nordenskiöld's Reise an der Nordküste Asiens gesammelten
Mollusken giebt A. Stuxberg in Vega Expeditionens veten-
skapeliga iakttagelser Bd. I 1882 S. 695—715, 734, 736, 740,
741, 793—800. Es existirt nach demselben dort keine be-
sondere Litoralfauna und das Thierleben beginnt erst in einer
Tiefe von drei Faden, indem die höher gelegenen Theile des
550 Pi'of- E- V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Strandes zu sehr den Wecbselfällen des Eises ausgesetzt sind.
Nowaja-Semlja bildet eine bestimmte geograpLisclie Grenze für
mehrere Arten. 42 Arten von Bivalven von derselben Reise,
worunter eine neue Art und mehrere neue Varietäten, ver-
zeichnet AV. Leche, ebenda Bd. III S. 433—453 Taf. 32 bis
34. Die folgenden Arten sind ziemlich allgemein von der
Mündung des Jenissei bis zur Beringsstrasse verbreitet: Cyrto-
daria Kurriana, Teilina lata, Astarte semisulcata var. placenta
und A. Warhami, Yoldia Arctica, Area glacialis und Modiolaria
laevigata. — Einige andere Arten von derselben Reise er-
wähnt J. Gw. Jeffreys in Annais of Nat. Hist. (5) XII S. 119
mit Angabe der Tiefe, in der sie gefunden wurden.
Ein Auszug aus G. Pouchet's und J. de Guerne's An-
gaben über ihre Sammlungen im Varangerfjord in Annais of
Nat. Hist. (5) XI S. 221.
Nord-europäische Meere. J. Gw. Jeffreys behandelt die
Mollusken, welche zwischen den Hebriden und Faröern von
J. Murray auf der Expedition des Schiffes Triton 1882 ge-
sammelt wurden. Die meisten der in dem warmen Wasser
daselbst gefundenen sind weit verbreitet im Nordatlantischen
Gebiet, diejenigen aus dem kalten Wasser sind meist nordisch,
einige hochnordisch. Mehrere neue Arten beschrieben und ab-
gebildet, Proc. Zool. Sog. 1883 S. 389—399 Taf. 44.
Ueber einige seltenere Mollusken von der belgischen Küste
F. Pelseneer, Annales de la Societe malacologique de Bel-
gique XVII S. 33-39.
Interessante Beobachtungen über das Vorkommen seltener
Arten im tieferen Theil der Litoral-Zone von Jersey und ein
Verzeichniss von 77 dortigen Arten von E. Duprey, Annais
of Nat. Hist. (5) XI S. 185—189.
153 Meermuscheln, 345 Meerschnecken, 2 Pteropoden und
8 Cephaloden aus der Umgebung von Brest mit einigen bio-
logischen Beobachtungen aufgeführt von F. Daniel, Journ. de
Conchyliologie XXXI S. 224-263.
Mittelmeer. W. Kobelt beginnt ein Bilderwerk „Icono-
graphie der schalentragenden europäischen Meeresconchylien"
Cassel 4**. Das erste Heft, 16 Seiten mit 4 Tafeln, enthält
die Muriciden.
Bucquoy, Dantzenberg und DoUfus haben ein drittes
und viertes Heft ihres Werkes „Les MoUusques marins du Rou-
Naturgeschichte der MoUusken währeud des Jahres 1883. 551
sillon" beraiisgegebeu , 51 und 59 Seiten mit den pbotograplii-
seben Tafeln 11 — 20, Es sind darin die Pleurotomideu, die
Gattungen Mitra, Cypraea, (2 Arten) Ovula und Natica, sowie
die Pyramidelliden beliandelt.
A. F. Marion scbildert im Allgemeinen die topograpbiscbe
Verbreitung der Meertbiere bei Marseille und in einem folgenden
Aufsatz diejenige in dem tieferen Tbeil des Mittelmeers zwiscben
Marseille und Corsika. Annales du museum d'bistoire naturelle
de Marseille Bd. I No. 1 und 2.
21 bei Carini unweit Palermo von A. de Gregorio ge-
sammelte Bivalveu verzeicbnet M. de Monterosato im Natu-
ralista Siciliano HI S. 87—91.
Einige Meerconcbylien von Gibraltar erwähnt Kobelt im
Journal of Conchology IV S. 2.
Pb. Dautzeuberg verzeicbnet 282 Arten, welche im Golf
von Gabes (bei Tunis) von F. de Nerville gesammelt wurden,
Journ. de Conchyliologie XXXI S. 289-330.
A. Wimmer führt 165 Arten aus Istrien und Dalmatien
auf, mit Angabe der Tiefe, in der die einzelnen gefunden
wurden, Verhandl. d. Zool. Botan. Gesellsch. Wien XXXII
S. 255—263.
Kritische Bemerkungen über und genaue Beschreibungen
von einigen bei Triest beobachteten Nudibrancbien giebt
R. Bergh in den Verb. d. Zool. Botan. Gesellsch, Wien
XXXII S. 7—73 Taf. 1—6.
108 von Spratt vor ungefähr 30 Jahren bei Greta in
Tiefen von 70 — 120 Faden gesammelte Meerconcbylien, wor-
unter noch einige neue Arten, behandelt J. Gwyn Jeffreys,
Annais of Nat. Hist. (5) XI S. 393—401 Taf. 16.
Ostküste von Nordamerika. Catharine Bush giebt ein
Vcrzeichniss der Meeresmollusken von Labrador, 1 Cephalopod,
48 Gastropoden und 30 Muscheln, die theils während der Ex-
pedition unter W. A. Stearns, theils früher von A. Packard
gesammelt worden sind. Proc. of the ün. St. National Museum
VI S. 236—247 Taf. 9.
Aus Florida verzeichnet W. H. Dali 110 marine Gastro-
poden und 33 Bivalven, grösstentbeils von H. Hempbill ge-
sammelt, die meisten identisch mit westindischen Arten, einige
auch mit nördlicheren; auch mit der Westküste von Amerika
finden sich bemerkenswcrtbo Aehnlichkeiten und selbst einige
552 ^ro(. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
gemeinschaftliche Arten, Proc. of the Un. St. National Museum
VI S. 320—342 Taf. 10.
Tropisch- atlantisches Meer. Th. Studer giebt in einer
Arbeit über westafrikanische Crnstaceen an, dass von 541 aus
Westafrika bekannten Meergastropoden 55 auch an der gegen-
überliegenden Küste von Amerika vorkommen und schreibt ihre
Verbreitung der Strömung zu, welche die schwimmenden Larven
von Guinea zum Cap S. Roque führt. Abhandl. d. Akad. d.
Wissenschaften in Berlin 1882 (1883) S. 5.
H. V. Malt z an berichtet über sein Sammeln in der Bucht
von Goree (Senegambien). Von 36 dort gefundenen Pleuro-
tomiden kommen 5 — 6 auch im Mittelmeer vor, aber diese sind
in Senegambien kleiner und seltener als im Mittelmeer. Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 117 und 134, 135. — Auch A. F. de
Rochebrune beschreibt einige neue Arten aus Senegambien
im Bulletin de la Societe Philomathique de Paris (7) VII
S. 177 — 182 (dem Berichterstatter nicht zugänglich).
Von Landana an der Mündung des Congo fuhrt A. E. Craveu
60 Arten, einige nicht genau bestimmt, drei neu an, Annales
de la Soc. Mal. de Belgique XVII S. 15—19.
Indische Meere. 36 Meerconchylien von Sokotra, darunter
eine neu, die übrigen meist weit verbreitet, fuhrt E. v. Mar-
tens nach den Sammlungen von Riebeck und Schweinfurth
auf, Conchol. Mittheil. II S. 151, 152.
20 neue Arten kleiner Gastropoden, namentlich Pyrami-
delliden und Pleurotomiden, von den Andamaneu, beschreibt
Leop. de Fol in in einem eigenen Schriftchen: MoUusques
des lies Audaman, premiere Serie, Bordeaux 1879 19 S. 8°°.
Ungefähr 100 von M. Weber auf der Insel Salanga, an
der Küste von Malakka gesammelte Arten verzeichnet E. v. Mar-
tens, Conchol. Mittheilungen II S. 137—138.
Japan. Interessante Bemerkungen über auf Enosima er-
haltene Conchylien, viele darunter von den Korallenriffen der
Bonin-Inseln stammend und fälschlich von Andern für Japanisch
gehalten, von L. Döderlein, Archiv für Naturgesch. XLIX
S. 103, 107, 111.
Australische Meere. J. Brazier erörtert Synonymie und
Fundorte verschiedener australischer Meerconchylien, Proc. of
the Linnean Soc. of New South Wales VIII S. 224—234.
Die auf der Reise des Challeuger in Neuseeland gesammelten
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883. 553
Mollusken sind von R. BoogWatson nach seinen frühereu
Arbeiten im New Zealand Journal of Science I S. 319 — 321,
353—359 und 441—443 zusammengestellt. — F. W. Hutton
beschreibt einige neue Arten von Neuseeland, Trans. New Zeal.
Inst. XV S. 131 — 133, giebt anatomische Bemerkungen über
Struthiolaria und Siphonaria, ebenda S. 117 und 141, Taf. 12
und 17, und beschreibt die Radula zahlreicher Arten, ebenda
S. 116—131, Taf. 13—15.
C. Frühere Verbreitung.
Konr. Keilhack verzeichnet verschiedene recente Land-
und Süsswasserconchylien aus prae-glacialen Ablagerungen in
Norddeutschland, Jahrb. der Kgl. Preussischen Geologischen
Landesanstalt 1882 S. 139, 169 und 170. — E. Friedel nennt
15 Süsswasser und 16 Landconchylien aus Alluvial-Torf an der
Netze, alle noch lebend. Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 187.
lieber post-pliocäne Arten aus der Lombardei, alle mit
noch lebenden identisch, berichtet N. Pini in den Atti della
Societa Italiana delle science naturali Bd. XXVL
Aetheria Caillaudi, Corbicula fluminalis, Cleopatra buli-
moides und der abessinische Unio Dembeae in wahrsclieinlich
vorhistorischen Ablagerungen am Nil, von G. Schweinfurth ge-
funden, E. V. Martens, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturforsch.
Freunde Berlin 1883 S. 4—6.
Aus dem chinesischen Löss beschreibt 0. Hilber 18 Arten
von Landschnecken, 10 davon identisch mit noch lebenden
Arten, 2 dieselben wie im europäischen Löss, nämlich Pupa
muscorum und Succinea oblonga; die Gattungen Buliminus und
Clausilia fehlen völlig, obgleich sie in der lebenden Fauna
Chinas reichlich vertreten sind, aber einige Felsen und Steine
bewohnende Arten von Helix, z. B. H. pyrrhozona, finden sich
schon im dortigen Löss. Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. in
Wien LXXXVIII S. 1386—1389.
Ch. A. White glaubt in seiner grösseren Arbeit über die
nicht -marinen fossilen Mollusken Nordamerikas im Aunual Re-
port of the U. St. Geological Survey, Washington 1883, die
weite gegenwärtige Verbreitung mancher Gruppen und Arten
von Land- und Süsswassermollusken in Nordamerika daraus
554 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
erklären zu dürfen, dass in der Tertiärzeit getrennte Seeu-
systeme durch die allmäliliclie Hebung des Landes zu dem
ausgedehnten Stromsystem des Mississippi sich vereinigt und
dadurch die Ausdehnung des Wohngebietes mancher Arten be-
günstigt haben.
Ein Verzeichniss subfossiler Meerconchylien mit Vergleichung
des Tiefenvorkommens derselben Arten in Nowaja Semlja und
Norwegen von A. Stuxberg in Vega Expeditionens vetenska-
pliga iaktagelser vol. I S. 804—810.
Einige post-pliocäne Muscheln von Palermo nennt A. de
Gregorio, Naturalista siciliano III S. 78—80.
JD. Aenderungeti in historischer Zeit,
Lithoglyphus naticoides wurde im Sommer 1883 lebend bei
KUstrin von Heinr. Schulze, bald darauf bei Berlin von
Osw. Schulze und ungefähr gleichzeitig bei Danzig von
E. Schumann gefunden. Da diese sehr eigenthümliche Schnecke
nicht leicht von früheren Autoren übersehen oder verkannt werden
konnte, so scheint sie ein zweites Beispiel einer fortsclireitenden
Einwanderung von Südosten darzubieten, ähnlich wie Dreissena
polymorpha. E. v. Martens, Sitzungsber. d. Gesellsch. Natur-
forsch. Freunde Berlin 1883 S. 100-102, und E. Friedel,
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 184—186.
F. R. Th. Koppen hebt hervor, dass Dreissena poly-
morpha in Europa schon in der pliocänen und diluvialen Periode
weiter verbreitet war und demnach ihre Einwanderung im gegen-
wärtigen Jahrhundert gewissermassen ein Wiedergewinnen der
früheren Verbreitung sei. Er theilt dabei eine Anzahl Einzel-
heiten über ihr gegenwärtiges Fortschreiten im Anschluss an
die Angaben des Berichterstatters im Zool. Garten 1865 mit
und glaubt als Ausgangspunkt das Kaspische Meer annehmen
zu dürfen. Beiträge zur Kenutniss des russischen Reichs (2)
VI 35 S. — Denselben Gegenstand berührt auch N eh ring in
den Sitzungsber. d. GesfeUsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1883
S. 68, 69. — Dreissena, nunmehr auch bei Basel gefunden,
Sterki, Nachrichtsbl. der Malak. Gesellsch. 1883 S. 74.
Helix acuta und candicans in Frankfurt eingeschleppt, aber
nach zwei Jahren wieder ausgegangen, Kobelt, Jahrb. d.
Malak. Gesellsch. X S. 99. — Die erstere in einem Garten in
Naturgeschichte der MoHuskcn während des Jahres 1883. 555
Neiisüdwales vorgefimclon , aus Frankreich eingeführt, Abstract
of tho Proc. of the Linn. Soc. of New South Wales July 1883.
Aonclerungen in der Schneckenfauna eines kleinen Teiches,
indem darin 1884 fünf Arten gefunden wurden, welche 1800
bis 18G3 bestimmt noch fehlten, W. Nelson, Journ. of Con-
chology IV S. 117.
Abnahme der Pliysa Guadeloupensis an Häufigkeit und
Grösse auf Guadeloupe, Mazö, Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 31.
Bithynia tentaculata nunmehr auch im Staat Vermont ge-
funden und bei Mohawk sehr häufig geworden, A. F. Gray,
American Naturalist XVII S. 205.
Margaritana margaritifera 1881, aber noch nicht 1861 .auf
der Insel Anticösti gefunden, Hyatt, Nachrichtsbl. d. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 93. — Unio prcssus Lea, ursprünglich aus
dem Ohio beschrieben, wird jetzt auch in den Staaten New
York und Vermont gefunden, wahrscheinlich durch Wasservögel
in andere Flussgebiete übertragen und dann in deren Lauf sich
weiter verbreitend, A. F. Gray und W. M. Boauchamp,
Amer. Naturalist XVII S. 205 und 434.
C. Keller berichtet über Eindringen von Conchylien in
den Suezkanal, Cardium edule vom Mittelmeer bis zu den
Timsahseen, Mactra olorina und Mytilus variabilis vom rothen
Meer bis zum See Menzale, und einige andere Beispiele, Neue
Denkschriften der allgem. schweizerischen Gesellschaft f. Natur-
wisscnsch. XXVIII Theil 2 1882 S. 23—26; Auszug im Nach-
richtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S. 117.
J. Gw. Jeffreys handelt über Akklimatisation essbarer
Mollusken in Nature XXVII S. 510.
Litoi-iua litorea auf Long Island, Prime Americ. Naturalist
XVI 1882 S. 737.
Venus mercenaria, an der Mündung des Dee in England
akklimatisirt. Mar rat, Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883
S. 116.
Bemerkungen über die Akklimatisation der Ostrea angulata
in Südwestfrankreich, nach Bouchon-Brandely von Brock,
Biologisches Centralblatt III S. 291. "
K. Möbius berichtet über Versuche, Austern aus dem
schwächer gesalzenen Wasser der Mündung des Lorenzstromes
in der Ostsee zu akklimatisiren , aus den Jahren 1880 — 1882,
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. LL
55G Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
sio blieben am Leben, haben sich aber bis jetzt nicht fort-
gepflanzt. Circulare des deutschen Fischerei -Vereins 1883 No. 2
S. 68—71. In's Englische übersetzt im Bulletin of the Un. St.
Fish Commission III S. 213—217.
Rob. Stearns berichtet über missglückte Versuche, einige
grosse Muscheln von der Westküste Nordamerikas, wie Schizo-
thaerus Nuttalli, Saxidomus Nuttalli und Glycymeris generosa,
an der Ostküste einzubürgern , Bulletin of the Un. St. Fish
Commission III S. 353-362.
Verwendung durch den Menschen.
A. T. de ßochebrune veröffentlicht ein eigenes Werk
„De l'emplol des Mollusques chez les peuples anciens et mo-
dernes", Paris 8°". Der bis jetzt erschienene erste Band,
73 S., behandelt die amerikanischen Völker in dieser Beziehung.
Fr. Win slow schrieb „Catalogue of the economic Mollusca
and the Apparatus and Appliances used in their capture and
preparation for market, exhibited by the Un. St. National
Museum, Washington 1883, 80 S.
Einiges über die in der internationalen Fischerei- Ausstellung
zu London befindlich gewesenen Mollusken, namentlich Austern
und Buccinum - Arten , von Jeffreys in Anuals of nat. hist. (5)
Xn S. 16—20.
C. Ingersoll giebt interessante historische Nachweise über
das bei den Ureingebornen Nordamerikas üblich gewesene
Wampum, American Naturalist XVII S. 467 — 479, ein Auszug
im Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S. 87—89.
Angaben über das Schneiden von Cameen aus einer grossen
Cassis von Simmonds in Tryons structural and systematic
conchology II S. 200.
W. H. Dali veröffentlicht eine Vorlesung über Perlen und
Perlenfischerei, welche manche interessante geschichtliche, geo-
graphische und technische Einzelheiten enthält, American Na-
turalist XVII S. 579—587 und 731—745. — Ueber die Perlen-
fischerei an den Bahrein-Inseln im persischen Meerbusen handelt
E. Seh lag int weit in der Oesterreichischen Monatsschrift für
den Orient; ein Auszug im Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellscli.
1883 S. 153 — 156. — Ueber Perlen und Perlenfischerei im
Golf von Kalifornien Jos. Sanchez in der mexikanischen
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 557
Zeitschrift Naturaleza V 1880 S. 10—13, siehe auch Dali,
Science 1883 No. 13 und Kobelt, Nachrichtsbl. cl. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 60 und 116.
Statistische Notizen über die Ausfuhr von Haliotis- Schalen
und Perlmutter an der Westküste Nordamerikas von Dali,
Bull. U. St. Fisli Commission III 1883 S. 425 und Science
1883 S. 81; Auszug im Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883
S. 116.
Unio und Anodonta als Nahrungsmittel in Ottawa, Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 117.
Die essbaren Austern Neuseelands behandelt Cox, Proc.
of the Linn. Soc. of N. S. Wales VII S. 555—560.
Bemerkungen über japanische Muschelhügel von D. Brauns
im Correspondenzblatt der Gesellsch. für Anthropologie Februar
1883 S. 12 und Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 67
bis 71.
Cement als Schutzmittel gegen den Bohrwurm empfohlen,
Hoston, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 61.
Sammeln.
B. B. Woodward, The young coUector's Handbook of
Shells, London kl. 8"°, siehe Annais of Nat. Hist. (5) XII
S. 65.
A. G. Wetherby veröffentlicht eine Anweisung zum
Sammeln und Präpariren von Land- und Süsswasserconchylien
im Journal of the Cincinnati Society of Nat. Hist. V S. 44 — 51.
— Clessin empfiehlt eine Einrichtung am Stock oder Regen-
schirm zum Sammeln von Conchylien Mal. Blatt. (2) VI S. 204.
Cephalopoda.
Die Chromatophoren der Cephalopoden haben weder eine deutliche
umhüllende Membran noch strahlig angeordnete Muskeln , sondera sind
einfach amöboide Zellen wie diejenigen der Fische, Batrachier xmd des
Chamaeleons, sehr empfindlich und dem Einfluss des Nervensystems unter-
worfen. R. Blanchard in Comptes rendus (de TAcademie des Sciences)
Paris XCVI S. 655—658, ein Auszug in Annais and Mag. of Nat. Hist.
(.5) XI S. 292 und in Bull. Soc. Zool. Fr. VH S. 492-496. — Die
Entwicklung der Chromatophoren aus einfachen Zellen wurde bei Sepiola
beobachtet und beschrieben von P. Girod, Comptes rendus de l'Acad.
558 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
XCVI S. 1375 — 1377, Auszug im Joum. of the Microscop. Soc. London
(2) III S. 494, 495 und in Le Naturaliste No. 41 S. 322.
Der Bau der Saugnäpfe an den Armen der Cephalo])oden wurde
untersucht von P. Girod in Comptes rcndus de l'Acad. XCVII S. 195 bis
197 und 338 — 340.
Die Entwicklung der Kiemen bei den Cephalopoden ist der Gegen-
stand einer Schrift von L. Joulin, Comptes rendus de l'Acad. XCVII
S. 1076—1078.
Octopus 7»acnlosiis Hoyle Proceedings of the Ro_yal Physical Soc.
Edinburgh VII S. 319—322 Taf. 6, Australien.
Cirroteuthis wnbellata P. Fischer Joum. de Conchyliologie XXXI
S. 402 — 404, Westküste von Afrika, 1139—2235 m.
Ommatostrephes sagittatus lebend gefunden bei Eastbourne , F. C. S.
Roper in Annais of Nat. Hist. (5) XI S. 288.
(Megateuthus.) Eine Notiz über riesenhafte Cephalopoden in Japan
giebt Mohnicke in seinem Werk: „Blicke auf das Pflanzen- und Thier-
leben in den niederländischen Malayenländcrn" Münster 1883, auch Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 188.
A. G. Bourne beschreibt die Unterschiede zwischen den männlichen
und weiblichen Nautilus ; er nimmt an, dass die Fühlerlappen analog seien
den Armen der Dibranchiaten , die Fühler wahrscheinlich den Saugnäpfen
und er unterscheidet acht solcher Lappen, nämlich vier innere, zwei obere
und zwei untere. Bei den Männchen sind vier Fühler des obcrn linken
Lappens hcktokotylisirt; die vier entsprechenden der rechten Seite sind
auch ein Avenig nach derselben Richtung hin modificirt. Proceedings of
the British Association 1883 und Nature XXIX S. 580, ein Auszug im
Journal d. Royal Microscop. Soc. London (2) III S. 830.
Ferner mag hier eine Schrift von A. Hyatt über die Gattungen der
fossilen Cephalopoden erwähnt werden, welche eine Menge neuer Gattungs-
namen enthält wie „Koninckioccras" , „Sandbcrgeroceras" u. s. w. Proc.
Boston Soc. of Nat. Hist. XXII S. 253—338.
Heteropoda.
Auch bei den Gattungen Pterotrachea und Firoloides findet sich der
Saugnapf an der Flosse nicht nur beim männlichen Geschlecht, W. Fewkes,
Americ. Naturalist S. 206.
A. Cravcn , welcher in den Annales de la Soc. Malacologique de
Belgique XII 1877 Sinusigera, entgegen der allgemeinen Annahme, für
eine ausgewachsene Schnecke erklärt hatte, giebt jetzt zu, dass dieselbe
den Jugendzustand irgend einer Pectinibranchie , wie Purpura und Pisania
darstellt ; Sinusigera perversa (Craven) ist das Junge einer Triforis. Annais
of Nat. Hist (5) XI S. 141, 142, mit Holzschnitt und Proces verbaux de
la Soc. Malacologique Belgique XII S. XXVL
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 559
Gastropoda.
F. W. Hutton fährt in seiner Beschreibung der Kadula der neusee-
ländischen Kiemenschnecken fort. Transactions of the New Zealand Inst.
XV S. 118 — 131, mit 4 Tafeln, 59 Arten (dem Berichterstatter nicht
zugänglich.
Taenioglossa.
Aciculacea. Acrae Beneckei , suhlineota und lineata, alle von Val
Brembana in den Süd -Alpen, beschreibt und vergleicht Andrcae, Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. S. 137 — 139. Mit Holzschnitten. — Acme
lineata var. corcyremis aus Corfu und A. Reitteri aus Cephalonia beschreibt
Büttger im Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 319 und 326. — Acmc
Moutoni Dupny verschieden von A. veneta Pirona , Mme. Paulucci in
Bulletino della 8oc. Malacol. Italiana IX S. 5 — 8.
Pomatiacea. Die bekannten Arten von Pomatias zählt A. Westerlund
im Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 64 — 72 auf und theilt dieselben in
fünf Sektionen ein: Auritus, Maculatus, Personatus, Anotus und Turritus.
— Derselbe stellt ebenda S. 63, 64 folgende neue Arten und Varietäten
auf: P. Blrincianus , Sicilien, auritus (H.) var. dtehjs, Cattaro, und Capur-
densis Fagot var. labrosa , Montserrat in Spanien. — Im Nachrichtsbl. d.
Malak. Gesellsch, 1883 S. 168 bringt derselbe als neue Art: Pomatias
oosloma von den Julischen Alpen, sowie ebenda S. 170, 171 P. Boettgeri
von Palermo und P. Caficii und Agatocles Benoit neu beschrieben. Po-
matias Pauluccianum(-us), Stefani Bull, della Societä Malacol. Italiana IX
S. 188. Apuanische Berge. — Pomatias tesselatus Rossm. var. Aloicssoni,
Böttger, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 320, Corfu.
Cyclotacea. Cyclotus Novoguinensis = papua von Hombron und
Jacq., nicht Quoy et Gaimard, Neuguinea; C? Fuirierü , tristis , südliches
Neuguinea und rugate/lus, Aru-Inseln, Tapparone Canefri Ann. del Musco
civico di Storia Naturale di Genova XIX S. 251 — 257 Taf. 10 Fig. 1 — 9.
Cyclotus Schomburgianua von Hai-an im südlichen China und taivanus
aufs Neue beschrieben durch v. Möllendorft", Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 283 , 284 , ersterer auch im Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 65. '
Cyclophorus depictus , Tapparone -Canefri Ann. del Museo civico di
Storia Naturale di Genova XX S. 174 Taf. 1 Fig. 4—6. Kandari, Insel
Celebes. — Cyclophorus raripilus (Morelet), Deckel beschrieben von Morelet
Journ. de Conchyliologie XXXI S. 207. — C. atomus Morelet gehört
wahrscheinlich zu Adeorbis , ebenda S. 208. — Cyclophorus Friesianus,
Formosa, v. Möllendorlf, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1883 S. 66 und
Jahrb. Malak. Gesellsch. X S. 286.
Leptopoma intermedium (Martens als Varietät), als Species unter-
schieden von vitreum Less. , Zunge von Beiden abgebildet, L. multilabre
560 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Lam. Pfr. ist eine Missbildungsform von Miissenac Less und L. venustulum
Port Dorey, Neuguinea, Tapparone-Canefri Ann. del Mus. Civ. di Stör. Nat.
di Genova XIX S. 261 — 263 Taf. 9 Fig. 6—8 und Taf. 10 Fig. 10, 11. —
L. bicolor Pfr. var. dimididttnn, Molukken, ebenda XX S. 165. — Lepto-
poma Taivatum, v. Möllendorft" Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883
S. 66 und Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 287 Taf. 10 Fig 4, For-
inosa. — Leptopoma pannosa und calva{-um) , Hutton Trans. New Zeal.
Inst. XV S. 140, Neuseeland.
Amphicyclotus Muleri, Crosse und Fischer Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 102, Provinz Tabasco, Mexico.
Alycacus pilula Gould Hongkong, v. MöUendorff Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 281 Taf. 10 Fig. 6.
Cyclostomacea. Cyclotopsis Nevillei Morelet, dessen Beschreibung
vervollständigt von Morelet Journal de Conchyliologie XXXI S. 2. —
C. dubia Mor., Deckel beschrieben ebenda S. 208.
Cyclotopsis? radiolata (Martens 1881 als Cyclostoma) , Martens Con-
chol. Mittheil. II S. 143 Taf. 28 Fig. 1 — 4, Sokotra.
Cyclostoma elegans var. subsulcattim , in einer post-pliocäuen Schicht
bei Stradella, Lombardei, Pini Atti della Societä Ital. di Sc. natur. XXVI.
Cyclostoma moniliatum Morelet, Deckel beschrieben von Morelet
Juurn. de Conchyliologie XXXI S. 207.
Cistula Sargi Crosse und Fischer Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 103, Guatemala. — Cistula consepta Martens Jahrb. Malak. Gesellsch.
X S. 84 und Ann. of the New York Acad, of Science 1883 S. 371,
Portorico.
Chondropoma crenulatum Fer. w. Julieni Pfr., Mazt5 Journ. de Conchylio-
logie XXXI S. 34 Taf. 1 Fig. 7, 8, Guadeloupe. — Chondropoma Tor-
tolense var. major, Martens Ann. of the New York Acad. of Science 1883
S. 371, Portorico.
Realia (?) Inseliana, Tapparone-Canefri Ann. del Musco civico di
Storia naturale Genova XIX S. 271 Taf. 10 Fig. 12, 13, Aru-Inseln.
Fapiuacea. Pupiuella Crossei Brazier, Tapparone-Canefri Ann. del
Musen civico di Storia naturale Genova XIX S. 267 Taf. 10 Fig. 20, 21,
Yule-Insel; Neuguinea.
Bellardiellu, nahe Pupinella, aber genabelt, untere Kinne der Mündung
nach aussen ,und hinten vom Mundrande geöffnet. B. Murtensiana , Port
Dorey, Neuguinea, Tai)parone-Canefri Ann. Mus. civico di Storia naturale
Genova XIX S. 266 Taf. 10 Fig. 20, 21.
Pupina Faviei und Crosseitna, Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 107, 108 Taf. 4 Fig. 4 und 5, Cambodja. — Pupina speculum Tap-
parone-Canefri Ann. Mus. civico di Storia naturale Genova XIX S. 270
Taf. 10 Fig. 14, 15, Port Dorey, Neuguinea. — Pupina Jüdelliand
V. Müllendorff Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 66 und Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 288 Taf. 10 Fig. 5, Insel Hainan.
Naturgeschichte der MoHuskcn während des Jahres 1883. 561
Diplommatinacea. Moussonia Pupuana Tapparone-Cancfri Ann. Mus.
civico di Storia naturale di Genova XIX S. 269 Taf. 10 Fig. 16, 17,
Aru-Inseln.
Valvatacea. Valvata cristata var. Delprctiana (Pauhicci), Stcfani
Bull, dclla Socicta Malacol. Italiana IX S. 189, Apuanen.
Valvata macrostoma var. Anapensis und V. Monterosuli (Cafici Mscr.),
Westerlund Nachriditsbl. Malak. Gesellsch. 1883 8. 169, 170, Ricilien.
Valvata depressa (C. Pfr.) var. suluUi, Büttgcr Jahrb. Malak. Gesellsch.
X S. 343, Athen. — Valvata mergella, Westerlund Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 166, Port Clarence, Nordwest-Amerika.
Paludinacea. Die Arbeit von P. Fagot über die Paludiniden „Gla-
nages malacologiques, Les Paludinides de Kobelt, Toulouse 1883, 7 S.,
8% war dem Berichterstatter nicht zugänglich.
Einige kritische Bemerkungen , betreffend Bourguignat's Synon\ miü
der l'aludinen, von Mad. Paulucci Bulletiuo della Societä Malacolog. Ita-
liana IX S. 8—10.
Paludina fasciata Müll, von den Ufern des Niemen, Gouvernement
Minsk, ausführlich beschrieben und ihre Verschiedenheit von P. vera
Frauenf. [Listcri Forbes] nachgewiesen; die Zunge der embryonalen Schalen
hat eine grössere und weniger bestimmte Anzahl von Zähnelungen am
Kandc des einzelnen Zahns. Dybowski Malak. Blätter (2) VI S. 71 — 87
Taf. 3. — Die Zunge derselben beiden Arten und von P. Ilungarica ver-
gleichend beschrieben von Hazay, ebenda S. 99, 100, Taf. 7 Fig. 1,2. —
Paludina vivipara L. var. efasciata Pichering = iinicolor Jefl'r. mit Local-
angaben aus England, Taylor Journ. of Conchology IV S. 127. — Palu-
dina decipiens und Faulucciana , Tapparone-Cancfri Ann. d. Mus. Civ.
Genova XIX S. 20, 21 Taf. 1 Fig. 1 — 4, Fly rivor, südliches Neuguinea.
— Eine Paladine ohne Artnamen von Cooper's creek in Central-Australien
in Holzschnitt abgebildet von Sänger Amer. Naturalist XVII S. 1184. —
Vivipara Margeriana Nevill aus dem See Talifu in Yunnan variirt mit und
ohne Spiralkielc, Neumayr, im neuen Jahrb. für Mineralogie 1883 II
S. 24 und 25, mit Holzschnitt.
Campeloma Rafinesque 1819 ist der älteste Gattungsname für die
dickschaligen nordamerikanischen Paladinen, während Mclautho, wie sie
nach Adams und Binney jetzt meist genannt werden, sich bei Bowdich
ursprünglich auf eine fossile Meerschnecke bezieht. Ellsworth Call American
Naturahst XVII S. 603—608.
Bythinia tentaculata L , EntAvickhingsgtKchichte und Vorkommen in
Nordamerika siehe S. 531 und 555. — B)'thinia limiila, Westerlund Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 166, Ceylon.
DUjjiicidwn, Deckel in der Mitte spiral, nach aussen conceutrisch.
D. Sennaaricum = Paludina Sennaariensis Parr, Küst. , Letourneux bei
Locard, Prodrome de Malacol. fran(;. 1882 S. 224 und Bourguignat malac.
Abyssin. S. 130.
562 Prof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
Nematura Ceylunica, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 166, Ceylon.
Bythinella abbreviata Mich, bei Lausanne, Sterki , ebenda S. 74. —
B. Fornensis Haz., Kadula von Hazay beschrieben Mal. Blatt. (2) VI S. 99
Taf. 7 Fig. 3. — Bythinella obtusa Lea, Key West (Florida), in Salz-
wasser-Pfützen; Lea's Fundorts-Angabe ist wahrscheinlich irrig, Dali Proc
of the Un. St, National Mus. VI S. 334.
Bylhiospeum, als Gattungsname von Bourguignat für Vitrella Cless.
vorgeschlagen, weil letzterer Name schon von Swainson in der Conchylio-
logie angewandt sei [aber von keinem Späteren angenommen , weil =
Akera V. F. Müller, was viel älter], B. Lctoumeuxi, Kärnthen und Afri-
canum, Algerien, Bourguignat in einer kleinen Schrift „Bythiospeum ou
de'scription d'un nouveau genre de mollusques aveugles." Poissy 1882.
Vitrella Clessini und Kraussii, Weinland Jahreshefte des Vereins f.
vaterl. Naturkunde in Württemberg 1883 S. 124, 125 und Nachrichtsbl.
d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 79, 80, Schünthal, Württemberg.
Hydrobia? Bal/owi, Godwin Austen Proc. Zool. See. 1883 S. 4
Taf. 1 Fig. 4, Sokotra.
Pyrgula Nevadensis , Pyramid Lake und Walter's Lake in Nevada,
Nordamerika, Stearns Proc. of the Acud. of Natural Sciences of Phila-
delphia 1883 S. 171 — 176, mit Holzschnitt und Americ. Naturalist XVII
S. 1296 [ob diese Art wirklich zu Pyrgula gehört, ist erst durch Unter-
suchung der Radula festzustellen].
Diana Gredleri, Neumayr Neues Jahrbuch für Mineralogie II S. 24,
See Talifu in Yunnan.
Tryonia protea Gould, zwei Vainetäten, die eine glatt, die andere fein
gegittert, Colorado Desert, Stearns Americ. Naturalist XVII S. 1015, mit
Holzschnitt. — Tryonia, unbenannte Art von Cooper's Crcek in Central-
Australien , Sänger Americ. Naturalist XVII S. 1184, mit Holzschnitt
[vielleicht eine Melania?].
Lithoglyphus natieoides Fer., über ihr Erscheinen in Norddeutschland
siehe oben S. 554.
Lithoglyphus Pannonicus Frauenf. gehört zu Bythinella; die Radula
desselben und die von Lithoglyphus natieoides beschrieben und abgebildet.
Hazay Malak. Blatt. (2) VI S. 98, 99 Taf. 7 Fig. 4.
Paulia Bourguignati, Locard Actes de la Societe Linncenne de Lyon
1883, Courtenot, Dep. Aube.
Avenionia Locardiuna , Vayssieri und Fabri in Brunnen und unter-
irdischen Gewässern bei Avignon, Nicolas, Memoires de l'Academie de
Vaucluse, 1882 S. 159. Nach Locard fällt diese neue Gattung mit Paulia
zusammen, die zweite der genannten Arten ist gleich P. Beringuieri, die
dritte beruht auf einer zerbrochenen Schale.
Assiminea, Angaben über die Lebensart dieser Gattung nach ver-
schiedenen Beobachtern von A. Morelet, Le Naturaliste V Januar 1883
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 563
S. 198. — Ass. Grayana bei Emden gefunden und lebend beobachtet-, lebt
an der Fluthgrenze und kriecht, in's Wasser geworfen, gleich wieder her-
aus. Borcherding, Abhandl. d. Naturwiss. Vereins in Bremen VIII S. 329,
330. — Assiminea castanea, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 56, Yokohama. — Assiminea granum Morelet = Hydrocena Hi-
dalgoi Gassies, zugleich auf Mayotte und Neu-Caledonien , Morelet Journ.
de Conchiliologie XXXI S. 208.
Cijclotropis ähnlich Assiminea, Augen an der Spitze der kurzen Fühler ;
Nabel von einem Kiel umgeben. Hieher Omphalotropis maculata Martens
und C. Papnensis, letztere von Fly River in Neuguinea. Tapparone-Canefri
Annali del Museo civ. Genova XIX S. 278, 279 Taf. 10 Fig. 22, 23.
Melaniacea. Melania tuberculata, scabra, pagoda in mehreren Varie-
täten und Sclateri, alle auf Sokotra, Godwin Austen Proc. Zool. Soc. 1883
S. 5 — 8 Taf. 2 Fig. 1 — 11.
Melania pellicens, Insel Sorong, dominula und Domani , Aru- Inseln,
Flyensis und epidromoides Fly River und angularis Tapp.-Can. 1876, alle
von Neuguinea und den angrenzenden Inseln, Tapparone-Canefri Ann. d.
Mus. Civ. Genova XIX S. 30, 31, 34, 39, 41 u. 44 Taf. 1 Fig. 12—19.
— Melania acanthica Lea, Salomon's- Inseln und Neue Hebriden, Brazier
l'rocecd. of Linn. Society of New South Wales VIII S. 295. — Melania
Henriettae Gray = baccata Brot, non Gould, und ebenina aus Süd-China
nebst Bemerkungen über andere chinesische Arten, A. Brot Nachrichtsbl.
d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 80 — 86. — Melania Niponica E. Smith,
var. decipiens und trachea, M. Japonica Rv. var. ornata , Japan und M.
lentiginosa Rv. var. nymphula , Ceylon, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 56 — 58.
Melanopsis projjhetarum (Bourg. mscr.), Turcica (Parr.), Chanlrei und
Lortetiana , Locard Archives du Musee d'histoire naturelle de Lyon III
S. 265—271 Taf. 23 Fig. 44-57, alle im See von Antiochia.
Pirenopsis costata Quoy und Gaimard (als Melania) von den Neuen
Hebriden, Brazier Proc. Linnean Soc. of New South Wales VIII S. 294.
Rissoacea. Rissoa concinnala Jeftr. Annais of Nat. Hist. (5) XI
S. 396 Taf. 16 Fig. 2, bei Greta 70 — 120 Faden.
Truchysma delicatum, Phil, lebend gefunden im Jade-Busen, Radula
wie bei den Taenioglossen. Poppe Abhandl. des Naturwissenschaftl. Vereins
in Bremen VIII S. 364.
Pyramidellacea. Pyramidella? vincta, Dali Proceed. Un. St. National
Museum VI S. 330 Taf. 10 Fig. 7, Florida.
Odostomia electa, Jeffreys Proceed. Zoological Soc. London 1883
S. 394, Faröer- Kanal, warmes Wasser. — Odostomia brevicula , Jeffreys
Annais and Magazine of Nat. Hist. (5) XI S. 397 Taf. 16 Fig. 4. Bei
Cretu 70 — 120 Faden. — Odostomia cunuliculuta , dlipsoidea und vitreu,
Folin, Mollusques des iles Andaman S. 15, 16, Andamanen.
Oduslomella und Parthenina neue Untergattungen von Odostomia, ivx,
564 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
O, doliolum Phil, und interstineta Mont. und 0. Montcrusatui , Jeffrei/si
und peiichynuti [penchinati] Buequoy, Dantzenberg und DoUfus MoHusques
marins du Roussillon fasc. IV.
Turbonilla viridaria, virgo und punicea, Dali Proceed. Un. St. National
Museum VI S. 332, Florida. — Turbonilla taeniata, vitiatu, Wood-BIasoni,
microclicilos, intus-lirata, corpulcnta Fol. var. minima sowie eine Notiz über
tumidula Fol., Folin Mollusques des iles Andaman, Bordeaux S. 6 — 9,
alle von den Audamanen.
Noemia arctelirata und megacheilos, Folin a. a. 0. S. 14, 15, An-
damancn.
Dunkeria lalclirata, Folin a. a. 0. S. 5, Andamanen.
Cheranitzia suhemarginata, Folin ebenda S. 4, Andamanen.
Parthenia cedrosa , Dali Proc. Un. St. National Museum VI S. 351
Taf. 10 Fig. 11, Florida. — Parthenia /a&a: und Nevilli, Folin, Mol-
lusques des iles Andaman S. 10, 11, Andamanen.
Eiilimella infimdihiduia und cylindropsis, Folin, ebenda S. 3, 4, An-
damanen, erstero auch in Hongkong.
Mcncstho albula Möller von Labrador, Katharinc Bush, Proceed. Un.
St. Nat. Mus. VI S. 242 Taf. 9 Fig. U.
Monoptygma exigua Sow., Fundort unbekannt, ist der einzige lebende
Repräsentant des richtigen Monoptygma Lea, die andern recentcn Arten,
welche in diese Gattung gestellt werden, gehören zu den Actaeoniden.
Trjon, Manual of Conchology S. 91 Taf. 37 Fig. 1.
Eulimacea, Eulima acutalis und peiminima , Jeffreys , Annais and
Magazine of Nat. Hist. (5) XI S. 397, 398. Bei Greta 70 — 120 Faden.
Eulima psilu, fasciata, chumuix, chascdnuti, hians, cliydae<i^ ri/lindrata,
gomphus und hi/alina, St. Thomas, Westindien, 390 Faden, ep/unni/la,
sarissa und Imhes, bei Pernambuco, 350 Faden, /fa/fc/jc/, Azoren, 450 Faden,
chyta^ Insel Asceneion, 420 Faden, oxylata, Basilan- Strasse, ac(in//iy//is,
Honolulu, 40 Faden, ucerrima, cutnpyla und eurychuda, Kain-Island, Nord-
australien, 155 Faden, la/ipes, Torresstras&e , fallax , Viti- Inseln, amhlia,
zwischen Marion und Prince Edward's-Insel , 40° S. Br., 50 — 100 Faden,
dissimilis , Port Jackson, VVatson Journal Linnean Soe. XVII S. 112
bis 129.
Eidima (Leiostraca?) HewphiUi, Dali Proced. Un. St. National Mus.
VI S. 330 Taf. 10 Fig. 4, Florida.
Stylifer brychius, Watson Journ. Linnean Soc. XVII S. 130, südlicher
Atlantischer Oeean, 36° S. Br., 46" W. L., 2550 Faden.
Stylojjsis polyskista und lexlus\^-u'\, Folin, Mollusques des iles Anda-
man, S. 11, 12, Andamanen.
Litoriuacea. Litorina, die bekannten Arten, 105, mit ihrer Syno-
uymie aufgezählt von W.einkauff Jahrb. d. Malak. Gescllsch. X S. 213
bis 227.
Jphitus, Schale conisch, mit Höckern in Spiralrcihen ; mehrere der
Naturgeschichte der MoHusken während des Jahres 1883. 565
obersten Windungen bihlen zusammen eine vorstehende cylindrische , dicht
längsgestreifte Spitze. Deckel hornig, mit wenig Windungen. Verwandt
mit Fossarus. /. titberoius, Atlantisches Meer, Jeffreys Proc. Zool. Soc.
1883 S. 113, 114 Tal'. 20 Fig. 12. (Derselbe Name schon von Rafinesque
1815 für einen Pteropoclcn gebraucht, aber nicht weiter angenommen.)
Cithna (A. Adams 1863) =^ Heia Jeflr. ; C. cinc/c, carinata. Adamsi
und mi/iviformis , Atlantisches Meer, Jeffreys Proceed. Zool. Soc. 1883
y. 110 — 112 Taf. 20 Fig. 8-11.
Turritellacea. Turritella Sopkiae, neuer Name für incisa Tenison
Woods, welcher schon vergeben ist. Brazier, Proceed. Linnean Soc. New
South Wales VIII S. 227.
Smühiu nahe Tm-ritella, aber von der Gestalt eines Korkziehers;
Mündungsrand einfach, an der Ausscnscite eckig, oben etwas eingezogen.
Deckel vielgewunden. S. grucilis, Gorc'e, Maltzan Nachrichtsbl. d. Malak.
Gescllsch. 1883 S. 97, 98, mit Hokschnitt. [Name vergeben bei den
Korallen, Hymenoptcrcn und Lepidopteren, sowie zweimal in der Botanik,
d. Berichterst.]
Mathilda, Verzeichniss bekannter Arten, die meisten derselben tertiär,
neun davon lebend, von Boury, Jouru. de Conch. XXXI S. HO — 125. —
Beschreibung von M. magellanica Fischer 1872, ebenda S. 405.
Vermetacea. Vermetus lumbricalis L. var. nigricans, Dali Proceed.
Un. St. Nat. Mus. VI S. 334, Florida.
Cerithiacea. Planaxis semiluevis, Martens Concholog. Miltheil. II
S. 151, Sokotra.
Struthiolariidae. Struthiolaria papulosa Martyn, Anatomische Notizen
von Ilutlon, Transactions New Zealand Institute XV S. 117, TaF. 12; an
der IJadula die beiden äussern Zähne lang sichelförmig; Deckel mit einer
Einbucht nahe der Si)itze.
Calyptraeacea. G. B. Sowerby behandelt diese Familie in seinem
Thesaurus Guiichyliorum, XXXIX. und XL. Theil S. 55 — 74 Taf. 445
bis 453; 24 Arten von Calyptra, 12 Crucibulum, 21 Trochita und 29 Cre-
pidula sind darin charaktcrisirt und abgebildet, ausserdem manche von
Broderip u. A. aufgestellte Arten zu Varietäten reducirt.
Trochila helicoides und lateralis, sowie lamellosa A. Ad. und fastigiata
Gould abgebildet bei Sowerby S. 62—65 Fig. 41, 53, 54, 63, 64, 72
bis 74 und 93, 94. Von keiner ist das Vaterland angegeben.
Crepidula lenliginosa, Südafrika, und fissurata , Fundort^ unbekannt,
sowie Cr. (Noicea) Chinensis Gray abgebildet bei Sowerby S. 67 — 69
Fig. 130, 141, 142 und 151 — 154.
Naticacea. 1 44 Arten von Natica von Sowerby in seinem Thesaurus
Conchylioruni Theil XL S. 75 — 104 Taf. 454—462 behandelt. Die fol-
genden sind hier zum erstenmal abgebildet: N. fusca Carp. S. 89 Taf. 461
Fig. 104 Mazatlan, ustuhta S. 88 Fig. 112, rubromaculata E. Sm. S. 93
Fig. 124, puerilis Gould S. 92 Fig. 152, mozaica S. 92 Taf. 462 Fig. 133)
566 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
134, papyracea S. 79 Fig. 149, gracilis S. 92 Fig. 156, abbreviata S. 91
Fig. 157, 158, Mittelmeer, clavala S. 77 Fig. 167, Mauritius und tiotata
S. 83 Fig. 168 New-Calcdonien ; Fundort bei denen, wo er nicht genannt,
unbekannt.
Natica Incei Phil. = Baconi und fibula Keeve, Neusüdwales und
Südaustralien, Brazier Proc. Linnean Soc. of New South Wales VIII
S. 225.
Payraudeautia , neue Untergattung von Natica, Deckel hornig, drei
Furchen im Nabel. Tjpus N. intricata Donov., Bucquoy, Dautzenberg und
Dollfus Moll. mar. du Rousillon Heft 4.
Sigaretus, H. C. Weinkauft' liefert eine Monographie dieser Gattung,
einschliesslich Naticina, worin 14 Species beschrieben und abgebildet
werden, keine ist neu, aber ihre S}-nonymie ist vielfach verbessert. S.
Philippii, neuer Name für die Mittelmeer- Art, = haliotidcus von Philippi,
aber nicht von andern Autoren, neue Ausgabe von Chemnitz Lief. 321
S. 1—24 Taf. A, Thiere darstellend und 1—4; Lief. 323 S. 25—50
Taf. 5 — 10. Viele Figuren aus andern Werken copirt, einige lassen
Manches zu wünschen übrig.
Cypraeacea, Cypraea lynx, L. australische Varietät, Cox Abstract of
Proceed. of Linn. Soc. New South Wales, Octob. S. IV.
Cassidea. Cassis kalusmodix , Melvill Journ. of Conchology IV S. 43
Taf. 1 Fig. 1 . Fundort unbekannt. Zur Gruppe von C. vibex.
Tritonium Bayani, Jousseaume Bulletin de la Socic'tc Zoologiquc de
France 1883 S. 191 Taf. 10 Fig. 5. Fundort unbekannt.
Toxoglossa.
Conoidea. Conus nodulosus Sow. von West-Australien, Cox Abstract
of Proceed. Linn. Soc. of New South Wales, Octob. S. IIL
Pleurotomacea. Eine Anzahl bekannter Mittelraeerarten von Bucquoy,
Dautzenberg und Dollfus Moll. mar. du Roussillon Heft HI Taf. 14, 15,
photographisch abgebildet.
Pleurotoma insignin, Jeffreys Ann. Nat. Hist. (5) XII S. 120, bis
drei Zoll lang. Sibirisches Meer, 55 Faden. — PI. exigua , Jetl'reys Proc.
Zool. Soc. 1883 S. 398 Taf. 44 Fig. 10, Faröer-Kanal, warmes Wasser.
Pleurotoma microcerata , bidentata, abesa, cincta und gracilis, Folin Moll.
Andaman S. 15 — 19, Andamanen.
Pleurotoma (DrilHa) Awamoaensis , Hutton Trans. New Zeal. Instit.
XV S. 131, Neuseeland. — Drillia thea, leucocymn und limonitellu , Dali
Proc. Un. St. Nat. Mus. VI S. 328, 329 Taf. 10 Fig. 5, 8 und 10,
Florida.
Drillia tripter und baUista , Maltzan Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X
S. 120 Taf. 3 Fig. 1, 2, Goree.
Crassispira callosa Kien. , consociata E. Sm. , umbilicata Gray und
laevisulcata, Maltzan ebenda S, 120 — 122 Taf. 3 Fig. 3—6, Goree.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 567
Clavatula Lam. , Notiz über den Typus dieser Gattung und Cl. phi-
teata Rv. var., rubrifasciata Rv. = tunüs-virginca Chemnitz non Kien, und
Rv. mit var. ferruginea, Cl. Colini, sacerdos Rv. , alle von Goree und
Martcnsi^ neuer Name für caerulea Martens non Weinkauff. Maltzan
a. a. (). S. 122 — 128 Taf. 3 Fig. 7 — 10.
Defrancia fonnosa , Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 397 Taf. 44
Fig. 9, Faröer-Kanal, im warmen Wasser und Nordatlantisches Meer.
Mangilia Companioi BuC(|Uoy, Dautzenberg und Dollfus, Moll, marins
du Roussillon, Heft III S. 108 Taf. 15 Fig. 20—22, Südfrankreich.
Mangilia Goreensis, suhclalhratd , Strucki, Senegalensis und nebula
Mont. var. mediofasciata von Goree, Maltzan J.ahrb. d. Malak. Gesellsch,
X S. 131 — 134 Taf. 3 Fig. 11 — 1.5.
Mangelia nana, .Jou.sseaumo La Naturalistc 1883 S. 32.5, Neii-
Caledonien.
Mangilielhi, neue Untergattung von Mangilia für multilineolata Desh.
Bucquoy, Dautzenberg und Dollfus Moll, marins du Roussillon Heft III
S. 108 Taf. 15 Fig. 23 — 25.
Bellardiu , neue Untergattung von Pleurotoma (Mangilia) für gracilis
Mont., ebendieselben S. 88 Taf. 14 Fig. 1, 2 [schon bei den Dipteren
vergeben].
Tercs [!], neue Untergattung von Pleurotoma für PI. teres Eichw.,
ebendieselben S. 86, mit Holzschnitt.
Cithara, Notiz über das Thier, Jousseaame Bulletin de la Soc. Zool.
de France VIH S. 205—208.
Bela Sarsii Ven-. = cancellata G. O. Sars, non Mighels, Labrador
und B. incisula Verr , Maine, Kath.ar. Bush, Proc. Un. St. Nat. Mus. VI
S. 237, 238 Taf. 9 Fig. 8, 9.
Haedropleura Montcrosato mnscr. neue Gattung für PI. septangularis
Mont. Bucquoy, Dautzenberg und Dollfus Moll, marins du Roussillon
S. 110 Taf. 14 Fig. 26, 27.
Donovimia , neuer Name für Lachcsis und Nesaea Risso, beide schon
früher vergeben, ebendieselben S. 112; D. minima Mont. einschhesslich
mammilata Risso Taf. 15 Fig. 26—32.
Pusionella Gray gehört nach den Untersuchungen von G. Schacko
zu den Toxoglossen ; fünf Arten bei Goree von H. v. Maltzan beobachtet,
P. vulpina Born, und ihre schlankere Varietät buccinata Lam. variiren in
der Färbung, P. Recluziana Petit ist eine weisse Varietät der ersteren.
Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 116 und 129, 130.
Cancellariacea. Cancellaria undulata Sow. = granosa Angas, Brazier
Proc. Linn. Society New South Wales VIII S. 226.
Rhachiglossa.
Marginellacea. W. Tryon behandelt im fünften Band seines Manual
of Conchologie S. 12 — 58 Taf. 5 — 13 diese FamiHe, wobei er 190 Arten
568 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
in der Gattung Marginella beschreibt und abbildet und dieselben in folgende
Gruppen vertheilt: eigentliche Marginellen, Glabella, Prunum, Cryptospira,
Volutella, Persicula, Gibberula, Closia und Volvaria.
Marginella impudica, P. Fischer Journ. de Conchyliologie XXXI S. 392,
Westküste der Sahara, 800—1139 Meter.
Erato, 18 Arten von Tryon a. a. 0. Bd. V S. 7—11 Taf. 4 be-
schrieben und abgebildet; E. scabriuscula Gray, sulcifera Gray, corrugata
Hinds, nana Duclos und Schmeltziana Dunk. stellt er in die Untergattung
Eratopsis Hümes, welche für fossile Arten aufgestellt wurde.
Mitracea. Tr}-on führt die Behandlung dieser Familie im zweiten
Heft des IV. Bandes seines Manual of Conchology S. 128—200 Taf. 31
bis 58 zu Ende und bringt die Anzahl der daselbst beschriebenen und ab-
gebildeten Arten von Mitra auf 198; ferner 12 Thala, 5 Mitroidea ein-
schliesslich Mauritia und Mutyca, 1 Dibaphus, 145 Turricula einschliesslich
Pusia, 8 Cylindra und 9 Imbricaria.
Mitra (Mitromorpha) Floridana, üall Proc. Un. St. National Mus. VI
S. 327 Taf. 10 Fig. 12, Florida.
Mitrolumma, neue Gattung für Mitra olivoides Cantr. = columbellaria
Scacchi , Bucquoy, Dautzenberg und DoUfus Moll, du Roussillon Heft III
S. 121 Taf. 15 Fig. 33—39.
Fasacea. Fusus abyssorum , P. Fischer Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 391, Westküste von Afrika, in Tiefen von 2285 und 5005 m.
Siehe auch Pusionella unter den Pleurotomaceen S. 567 und Sipho
unter den Buccinaceen.
Buccinacea. Fusus [Sipho] Sabini Gray = tortuosus Rv. und F. de-
liratus, hirsutas und concmnus, Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 395 — 397
Taf. 44 Fig. 5 — 8, Faröer-Kanal, im warmen Wasser.
Sipho lividus Mürch, Labrador und Canada, Kath. Bush Proc. Un.
St. National Mus. VI S. 238 Taf. 9 Fig. 12.
Buccinum. W. Kobelt bringt seine Monographie dieser Gattung in
der neuen Ausgabe von Chemnitz mit Lieferung 325 S. 74—93 Taf. 89
bis 92 zum Schluss; in einem Anhang behandelt er noch 23 Arten oder
Formen nach den Originalexemplaren von Middendorff, Verkrüzen u. a.,
ohne jedoch für deren Artberechtigung eintreten zu wollen. Früher noch
nicht abgebildet sind darunter B, Herzensteini Verkr. von Awatscha, Mid-
dendorffi Verkr. Sachalin, simples Midd., pulcherrimum Verkr. und tene-
brosum Midd. non Hancock von Russisch-Lappland, Verkrüzeni neuer Name
für Schantaricum Verkr. non Midd., von Sachalin, Schrenkii und Greb-
nitzkji Verkr., angulosum Gray von Nowaja Scmlja, Packardi und plectrum
Stimps. von der Beringstrasse, castaneum Dali Shumagin- Inseln, polare
Gray mit var. percrassa Dali nördlich von der Beringstrasse, Fischeria mim
Dali mscr. Insel S. Paul im Bcringsmeer, tenellum Dali mscr. Nuniwak,
fringillum Dali Eiscap, Stimpsoni Gould Beringstrasse, Japonicum A. Ad
Okosiri, Jeffreys! und mirandum E. Smith Japan. — Buccinum Tottenii
Naturgeschichte iler Mollusken während dos Jahres 1883. 509
Stimps. und ciliatum Fabr. von Labrador und Canada, Kath. Bush Proc.
Un. St. National Museum VI S. 239 Taf. 9 Fig. 13, 14. — Buccinum
Schantaricum Midd. non Schrenck, Kohehi ^Kobelt neue Ausgabe von
Chemnitz Taf. 76 Fig. 2), Beringsmecr und convexum^ Neufundland, Ver
krüzen Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1S83 S. 144—150.
Buccinopsis Dalei Sow. mit var. eburnea Sars, B. nux und canali-
culata Dali, Kobelt in der neuen Ausgabe von Chemnitz Lief. 32.5 S. 99
bis 103 Taf. 88 Fig. 2—4 und 10—12.
Neobuccinum Eatoni E. Sm. , Kobelt ebenda S. 104 Taf. 88
Fig. 4.
Chlanidota vcstita Martens, Kobelt ebenda S. 106 Taf. 88 Fig. 7, 8.
Volutharpa, drei Arten beschrieben und abgebildet von Kobelt ebenda
S. 94—98 Taf. 93 Fig. 5—11.
Oocorys, Schale undurchbohrt , eiförmig-kuglig, spiral gefurcht; Mün-
dung eiförmig, innen einfach, Aussenrand wulstig, Columella gekrümmt
und ausgehöhlt, schief abgestutzt, Columellarwulst dünn, Kanal sehr kurz
und schief. Deckel hornig, spiral. V. sulcala, 36 mm. lang, Westküste
von Afrika in Tiefen von 1258 — 3655 m. P. Fischer Journ. de Con-
chyhologie XXXI S. 392. [Die Angabe, dass der Deckel spiral sei, macht
die Stellung der Gattung zweifelhaft, d. Berichterstatter.]
Eburna immaculrtta, Jousseaume Bull, de la See. zoologique de France
1883 S. 192 Taf. 10 Fig. 1. Fundort unbekannt.
Phos intricatus, Dali Proc. Un. St. National Mus. VI S. 325 Taf. 10
Fig. 9, Florida.
Nassaria kawpyla, B. Watson Journ. of the Linnean Soc. XVI S. 594,
Deckel in Holzschnitt, bei Sydney, 410 Faden.
Nassacea. Nassa Weyersii, Craven Aunales de la Soc. nialac. Bel-
gique XVII S. 16 Taf. 2 Fig. 2. Mündung des Kongo.
Bullia /«sca, Craven ebenda S. 16 Taf. 2 Fig. 1. Ebendaher.
Columbellacea. Tryon behandelt diese Familie im V. Band seines
Manual of Conchology S. 100—197 Taf. 42—63, wobei er von der
Gattung Columbella 176 Arten charakterisirt und abbildet und dieselben
in folgende Untergattungen eintheilt: eigentliche Columbellen, Nitidella,
Aha, Mitrella, Atiha, Anachis, Seminella, Mitropsis, Conidea, Meta und
Strombina. Als eigene Gattungen nimmt er an Alcira H. Ad., Engina
Gray, Columbellina Orb., Amphissa A. Ad. und die nur fossil vorkommende
Columbellaria Rolle.
Columbella Tajloriana Rv. = albomaculata Angas, Brazier Proc.
Linn. Soc. of New South Wales VIII S. 225.
Libellopsis , neue Untergattiuig von Columbella für C. minor Scacchi,
Buc(iuoy, Dautzenberg und Dollfus Moll. mar. du Roussillon Heft II
S. 77 Taf. 13 Fig. 9, 10.
Anachis ostreicola Melvill aus Florida, Dali Proc. Un. St. National
Mus. VI S. 326.
570 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Astyris rosacea Gould von Labrador, Kath. Bush ebenda S. 241
Taf. 9 Fig. e.
AIcira elegans H. Ad., Tryon Man. of conchology V S. 188 Taf. 61
Fig. 3.
Columbellina Orb., ursprünglich nur für fossile Arten bestimmt, aber
Tryon stellt auch die lebenden Columbella harpiformis Sow., uncinata Sow.
und cithara Reeve in diese Gattung, a. a. O. S. 196, 197 Taf. ' 63
Fig. 63 — 6.5.
Amphissa H. und A. Ad., zwei Arten bei Tryon ebenda S. 197
Taf. 163 Fig. 66, 67.
Engina Gray, 37 Arten bei Tryon a. a. 0. S. 188 — 196 Taf. 61 bis
63 beschrieben und abgebildet.
Harpacea. Neun Arten von H.arpa bei Tryon ebenda V S. 97 — 99
Taf. 40 und 41 beschrieben und abgebildet.
Olivacea. Tryon behandelt diese Familie im V. Band seines Manual
of Conchol. S, 59 — 97 Taf. 18 — 39. Er beschreibt darin 30 Arten von
Olivella, 54 von Oliva mit fünf Unterabtheilnngcn und 19 von Ancillaria.
Maricea. J. Poiricr veröffentlicht eine Revision dieser Gattung,
hauptsiichlich nach dem M.aterial des Pariser Museums; er erürtert ihre
geogr.iphische Verbreitung und verzeichnet die in den einzelnen Meeren
vorkommenden Arten, unterscheidet neun Untergattungen und führt 294
Arten mit ihrer S}Tionj'mie auf, mit Angabe der im Pariser Museum ver-
tretenen Fundorte. Die folgenden sind neu oder früher nicht abgebildet:
M. (Tribulus) Carbonieri Jouss. 1881 S. 31 Taf. 4 Fig. 1, Rothes Meer;
M. (Chicorcus) Bourguignati S. 48 Taf. 5 Fig. 2, Nossi-Bc, Poiricri Jouss.
1881 S. 55 Taf. 4 Fig. 2, Neu-Caledonicn, Rochebrunt S. 57 Taf. 5
Fig. 4, Diego Suarcs, Jousseaumi S. 58 Taf. 6 Fig. 1, Neii-Caledonien;
M. (Phyllonotus) hirsutus S. 83 Taf. 6 Fig. 2, Fundort unbekannt; M.
(Ilomalocantha) Lambert i S. 86 Taf. 6 Fig. 3, Neu-Calcdonien ; M. (Mu-
ricidea) Caledonicus Jouss. 1880 S. HO Taf. 5 Fig. 3, Neu-Caledonien ;
Murex (Ocincbra) erinaceoides Val. S. 115 Taf. 4 Fig. 3, Acapulco. —
M. Australis Quoy et Gaim. ist nach den Original - Exemplaren = palmi-
ferus Sow. S. 65 ; Nouv. Archives du Mus. d'hist. nat. de Paris (2) V
S. 13—128 Taf. 4—6.
Murex Gundlachi Cuba und serr<(tosjiinosus Insel Flores, Dunker
Malak. Blatt, (2) VI S. 34 Taf. 1 Fig. 1—5. — Murex acanthostephes,
acanthodes und pholidotus Cap. York, Cordismei Bassstrasse, dentifer 4°
S. Br. 129" 0. L. 300—360 Faden; pyrrhias Azoren 450—500 Faden
und pauper Amboina, B. Watson Journ. Linn. Soc. XVI S. 596 — 604. —
Murex brandaris , trunculus, erinaceus L. und gibbosus Lam. in Kobelt's
Iconographie d. europäischen Meeresconchylien Heft I S. 1 — 14 Taf. 1
bis 4. — Murex erinaceus L., eine bei Felixstow, England, lebend gefundene
Varietät entspricht genau der Purpura tetragona S. Wood aus dem Crag.,
S. 0. Wood Ann. of Nat. Hist. (.")) XII S. 66. — Jeffreys widerspricht
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 571
dieser Identification ebenda S. 143. S. 0. Wood hält daran fest mit der
Angabe, dass an 61 unter 113 lebenden Exemplaren der Kanal völlig offen,
an 52 mehr oder weniger geschlossen sei, ebenda S. 208.
Typhis Phitlipensis, B. Watson Journ. Linn. Soc. XVI S. 605, Port
Phillip bei Melbourne.
Trophon carinatus, Jeffreys Proc. Zoo). Soc. 1883 S. 395 Taf. 44
Fig. 4. Farüer Kanal im warmen Wasser.
Purpuracea. Polytropa Cheesernani , Hutton Trans. New Zeal. Inst.
XV S. 181. Neuseeland.
Latiaxis Sallei, Jousseaume Bull, de la Soc. zool. de France 1883
S. 186 Taf. 10 Fig. 3. Japan.
Lalaxiena, neue Gattung neben Latiaxis ohne Angabe bestimmter
Kennzeichen für Murcx luculentus ßv., Latiaxis rhodostoma A. Ad., Fusus
Blosvillei Desh. , L. lataxienn aus Japan und elegans von unbekanntem
Fundort, aufgestellt von Jousseaume ebenda S 188 — 190, L. lataxiena
Taf. 10 Fig. 1.
Ptenoglossa.
Solariacea. Solarium (Torinia) rosidentum, ß. Watson Journ. Linn.
Soc. XVI S. 610, bei Port Jackson, 35 Faden.
Brugnonia, Schale kuglig-konisch, undurchbohrt ; Columellarrand eckig
und an der Basis ausgebreitet. B. pulchella bei Creta, 70 — 120 Faden,
Jeffreys Annais Nat. Hist. (5) XI S. 399 Taf. 16 Fig. 2. Weder Riidula
nocli Deckel bekannt. — Später deutet Jeffreys an, dass diese neue Gattung
die Embryonalschale von Cassis sulcosa sein dürfte, ebenda XII S. 67.
Scalariacea. Scalaria tortilis, St. Thomas in Westindien, 390 Faden,
dentücalprum, Cap York, acus, westlich von den Azoren, 1000 Faden, im
Globigerinen - Schlamm , und funicidata , bei Pernambuco, 350 Faden, B.
Watson Journ. Linn. Soc. XVI S. 607 — 609.
Crossca striata, B. Watson ebenda S. 609, Cap York.
Aclis attenuans, Jeffreys Annais Nat. Hist. (5) XI S. 396 Taf. 16
Fig. 3, bei Creta, 70—100 Faden. — Aclis crenulata , Folin Moll.
Andaman. S. 5. Andamanen.
Rhipidoglossa.
Heliciuacea, Helicina derepta, Tapparone - Canefri Annali Mus. Civ.
Genova XX S. 167 Taf. 1 Fig. 7, 8. Amboina. — Helicina Coxeni,
Yule Insel, Neuguinea, und leucoslovm, Fly River, südliches Neuguinea,
derselbe, ebenda XIX S. 274, 275 Taf. 9 Fig. 10—13 und Holz-
schnitte.
Helicina Durangoana, Mousson Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 218 Taf. 9 Fig. 3, Dm-ango, Californien. — Helicina euglypta Crosse
nnd picta Fer., Varietäten von Guadeloupe, Maze Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 37, 38.
Arcli. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. MM
572 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Hydrocena? dabiosa C. B. Adams (als Trancatella), Maze Journ. de
Conchyliologie XXXI S. 36, Guadeloupe.
Neritacea. Nerita, 81 Arten dieser Gattung beschrieben und ab-
gebildet von Sowerby, Thesaurus Conchyliorum Theil XL S. 105 — 120
Taf. 463 — 468. Folgende Arten scheinen früher nicht abgebildet worden
zu sein: N. Birmanica Philippi S. 107 Taf. 467 Fig. 82, Birmah,
N. excavata S. 109 Taf. 467 Fig. 84, Fundort unbekannt, stricta Baird.
mscr., S. 107 Taf. 468 Fig. 118, Fundort imbekannt, und Saraoensis
Dunk. S. 118 Taf. 468 Fig. 123 Samoa-Inseln.
Neritina (Clithon) Nordquinti, Westerland Nachrichtsbl. Malak. Ge-
sellsch. 1883 S. 56, Japan.
Neritina consimilis Martens und Souverbiana Montrouzier, Notizen
darüber von Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 202.
Neritina (Clithon) rhytidophora , (Smaragdia) viridissima und seinen,
alle von der Insel Sorong, Neuguinea, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ.
Genova S. 76, 80, 81 Taf. 1 Fig. 5—11.
Septaria pulcherrima , neuer Name für suborbicularis Sow. var. fusco-
radiata Martens , Neuguinea und Philippinen , derselbe a. a. O. XIX
S. 85.
Trochacea. Phasianella Petiii, Craven Annales de la Soc. mal. Bel-
gique XVII S. 18 Taf. 2 Fig. 3. Landana, Mündung des Congo.
Turbo peloritanus Cantraine = Trochus filosus Philippi und seine
var. carinata = T. carinatus Cantr. = Trochus glabratus Phil., Mittel-
mecr, Bai von Biscaya und Florida, Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883
S. 108.
Cyclostrema tenerum, vulvatoides , simile, affine und bilhynoides, der-
selbe ebenda 1883 S. 91—93 Taf. 19 Fig. 2 — 6. Atlantischer Ocean. —
C. viinutum, Jeffreys Annal Nat. Hist. (5) XI S. 395 Taf. 16 Fig. 1.
Bei Creta, 70 — 120 Faden.
Adeorbis exqtnsitiis, derselbe ebenda (5) XI S. 399 Taf. 16 Fig. 8.
Bei Creta, 70 — 120 Faden.
Adeorbis Petterdi Brazier (als Fossarina), Hutton Trans. New Zeal.
Inst. XV S. 132. Neuseeland.
Trochus umbilicatus (Mont.) vielleicht := divaricatus L. [?? d. Be-
richterst.], lebendes Thier der Varietät Agathensis Rccl. beschrieben; —
Tr. striatus L. und exasperatus Penn., Bemerkungen über ihre Synonymie.
— Tr. miliaris (Broecki fossil) = miilegranus Phil , Jeffreys Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 102 — 105.
Trochus (Oxystele) euspira (Dali als Bathymophila), Westindien, 390
bis 805 Faden und suturalis (Philippi als fossil) = Folini Fischer, Bai
von Biscaya und Golf von Marseille, 174 — 1025 Faden, das lebende Thier
beschrieben, Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 98, 99, das erstere Taf. 20
Fig. 6.
Gibbula Vimontiae, Monterosato, Naturalista Siciliano 1883 No. 3, 4,
Naturgeschichte der Molhiskcn ■während des Jahres 1883. 573
Palermo. — Gibbula Gorgonarum, Fischer Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 393, Capverdische Insehi, 410 — 596 m.
Trochns (Margarita) fulgidus, minululns , Inminarum und väncellatus,
cinctus (Philippi 1836 fossil) = amabilis Jeffr. und Ottoi (Philippi 1836
fossil) = Margarita regalis (Verrill und Smitt) = T. rhysus und aegleis
(Watson) = T. Vaillanti Fischer, Atlantischer Ocean, Jeffreys Proc. Zool.
See. 1883 S. 95 — 98, die neuen Arten Taf. 20 Fig. 1—4.
lliarsis^ neue Gattung, Schale kugelig, fest, glasglänzend ; Mundrand
ki'eisrund , zusammenhängend , an den Columellarrand angelegt ; Unterseite
beim Erwachsenen durch eine dicke Schalenablagerung bedeckt, in der
Jugend durchbohrt, Deckel hornig, vielgewunden. Th. romcttensis (Se-
guenza als Oxystele), Mittelländisches und Atlantisches Meer, Jeffreys Proc.
Zool. Soc. 1883 S. 93 Taf. 19 Fig. 7. [Name von Giebel für einen
fossilen Ganoiden vergeben, d. Berichterst.]
Ganesa, neue Gattung, Schale in der Gestalt einer Natica ähnlich,
dünn; Mundrand zusammenhängend, in der Jugend abgelöst, beim Er-
wachsenen an die vorletzte Windimg angelegt ; Gewinde mit schiefer
Achse. Unterseite nur durchbohrt, nicht weit genabelt. Deckel hornig,
vielgewunden.
G. pruinosa, Atlantischer Ocean und nitidiuscula , zwischen Hebriden
und Faröern, 570 Faden, Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 94 Taf. 19
Fig. 8, 9.
Circulus Jeffr., 1865 als Untergattung, jetzt zur Gattung erhoben;
Schale ganz flach scheibenförmig, schwach perlmutterartig; Mündung vier-
eckig, mit abgelöstem Mundrand; Nabel sehr weit; Deckel vielgewunden.
C. striatus :=: Valvata striata Philippi = Solarium Philippii Cantraine =
Delphinula Duminyi Requien, Atlantisches und Mittelländisches Meer,
Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 94, 95.
Scissurella imbilicuta, Jeffreys Proc. Zool. Soc. 1883 S. 88 Taf. 19,
Fig. 1. Atlantisches Meer.
Haliotis, H. C. Weinkauff giebt eine Monographie dieser Gattung
mit Beschreibung und Abbildungen von 72 Arten, viele der letzteren, von
Reeve und Sowerby copirt, lassen Manches zu wünschen übrig. H. strigata,
neuer Name für striata (Gmel. nicht L.) = rugosa (Reeve nicht Lam ),
Fundort unbekannt, S. 20; exigua (Dkr. nicht vorher beschrieben), S. 29
Taf. 13 Fig. 2,3, Viti- und Samoa -Inseln; subvirginea, neuer Name für
virginea von Dunker und Sowerby, nicht Chemnitz, und gibba Reeve, nicht
Philippi, Unter -Guinea, S. 33 Taf. 13 Fig. 7, 8, Taf. 17 Fig. 1, 2;
11. maculata Küster 1840 = coccinea Reeve 1846 S. 83. Neue Ausgabe
von Chemnitz Lieferung 322, 324, 326 und 327, 88 S. Taf. 7—30.
Fissurellacea. Zeidoia naufraga , Watson Journ. Linn. Soc. XVII
S. 27, bei St. Thomas, Westindien, 390 Faden. Der Verfasser nimmt
an, dass diese Gattung zu den Opisthobranchien gehören könnte und dass
Crepiemarginula Seguenza mit derselben identisch sei.
574 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Tugalia intermedia Reeve = cinerea und ossea (Sow.) = Australis
Tenison Woods, Port Jackson, Victoria und Tasmanien, Brazier Proc.
Linn. Soc. New South Wales VIII S. 227.
Puncturella agger, plecta, oxia, sportella und profundi Jeffr. , bei
St. Thomas, Westindien, 390 Faden, brychia, Neuschottland, 1340 Faden,
Watson Journ. Linn. Soc. XVI S. 32 — 37. — Puncturella (Cranopsis)
Asturiana Fischer und granulata Seguenza, bei St. Thomas, Westindien,
390 Faden. Derselbe a. a. O. S. 29—31. — Puncturella (Fissurisepta)
rostrata Seguenza, ebendaher, derselbe a. a. 0. S. 38.
Lucapina? fasciata Pfr. von Florida, die Weiehtheile beschrieben;
dieselben unterscheiden sich von L. crenulata Sow., Dali Un. St. Nat.
Mus. VI. S. 336.
Cocculina, männliche Exemplare seltener als weibliche; das männ-
liche Organ ist beständig an der innem Seite des rechten Fühlers her-
vorgestreckt, Dali Science Vol. I No. 5 S. 130.
Cocculina spinigera und corrngata, Jeffreys Proc. Zool. Soc. S. 393,
394 Taf. 44 Fig. 1 und 2. Faröer Kanal, warmes Wasser.
Cocculina angulata, Watson Journ. Linn. Soc XVII S. 38, Holz-
schnitt der Radula S. 40, Philippinen.
Docoglossa.
Tecturacea. Acmaea flammea und conoidea Quoy und Gaim.,
Bcmci'kungen über dieselben von Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV
S. 132, 133.
Patellacea. Patella vulgata L. und athletica Bouch. , biologische
Notizen, Daniel Journ. de Conchyliologie XXXI S. 333.
Patella aculeata Rv. = squamifera Rv. , Port Jackson und Tasma-
nien, Brazier Proc. Linn. Soc. New South Wales S. 224.
Patella ulivacea , Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 133, Neu-
seeland.
Helcion pellucidum L. und corneum Gerville [laevis Penn.] , über
ihr Vorkommen zu Bixst, Daniel Journal de Conchyhologie XXXI
S. 333, 335.
Chitonacea. B. Haller setzt seine anatomischen Untersuchungen über
Chiton Siculus und einige andere Arten fort, er beschreibt den Bau der
Mund-Musculatur, constatirt den Mangel von Gehörorganen, beschreibt
jedoch Empfindungszellen, welche für den Geschmackssinn bestimmt schei-
nen, auf einer Erhebung des Bodens der Mundhöhlung, unter der Radula;
ein analoges „subradulares Organ" findet sich auch bei Patella. Er be-
handelt ferner die Kiemen von Chiton und giebt an, dass ihre Anordnung
zwei verschiedene Typen zeigt, in dem einen, wie bei Ch. Siculus, er-
strecken sich dieselben beinahe längs der ganzen Seite des Körpers und
ihre Zahl ist 32 jederseits; in dem andern, wie bei Ch. laevis Penn.,
fangen sie bedeutend weiter hinten an und es sind deren nur 14. Jedes
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 575
Blättchen der Kiemen ist selbst wieder aus Lamellen zusammengesetzt,
deren Anzahl in den grüsseren Kiemen von Ch. Siculus und fascicularis
sich auf 23 beläuft, folglich ist jedes Blättchen homolog einer ganzen
Kieme bei andern Mollusken. Arb. Zool. Instituts Wien V I Theil 33 S.
3 Taf. — Auszug in Journ. Microscop. Society (2) III S. 38 — 40, 495,
496, und in Archives de Zool. experimentale (2) I S. XIV — XVI.
J. van Bemmelen dagegen betont, dass die Anzahl der Kiemen
bei den Chitoniden von 14 — 75 wechselt und nicht immer im Einklang
mit der relativen Länge ihrer ganzen Reihe längs der Korperseite ist.
Die microscopische Untersuchung entkalkter Schalen von Chiton führt zu
dem Schluss, dass nur die Articulumenta oder unteren farblosen Schichten
derselben den Schalen anderer Mollusken homolog seien und dass das
Tegmentum oder die obere, mit Skulptur versehene Schicht der Schale
von Chiton, obgleich kalkhaltig, eine Cuticularbiklung ist und der Cuticula
von Neomenia homolog ist Zool. Anzeig. 1883 S. 361 — 365,
Chiton laevis Penn., auch in Triest gefunden. Haller Arb. des Zool.
Instituts Wien S. 21.
Pulmonata.
Helicea. Helix (Patula) lepta, Nagasaki, und ruderata var. opulens,
Beringsinsel , Westcrlund Nachrichtsbl. d. malak. Gesellsch. 1883 S. 50.
— H. (Pat.) Cronkheiti Newc. von Alaschka, verschieden von striatella
Anth., A. Krause Sitzungsberichte d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin
1883 S. 35.
Patula Brt/a7i(i, Harper Journ. of the Cincinuati Soc. of nat. hist.
IV S. 258. Nordamerika. — Patula Domani, Tapparone - Canefri Annali
d. Mus. civ. di Genova XIX S. 9 5. Aruinselp.
Patula iapirtna, Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 134, im vor-
hergehenden Band unrichtig unter dem Namen coma Gray abgebildet,
Neuseeland.
Gerontia, von Patula durch eine Schleimpore am Fussende ver-
schieden; Kiefer gestreift. G. pantherina , Hutton Trans. New Zeal. Inst.
XV S. 135. Greymouth, Neuseeland.
Microplysa? pwnila, derselbe ebenda S. 134. Neuseeland.
Amphidoxa Cornea und costulata, derselbe ebenda S. 136. Neu-
seeland.
Strobila Modus, dei'selbe ebenda S. 135. Neuseeland.
Helicodiscus fimbriatus Wetherby, Ost-Tennessee, abgebildet bei Binney,
Bull, of the Mus. of. comp. Zool. XI Taf. 1 Fig. D.
(Caracollina). Helix lens var. Mia, Böttger Jahrb. d. malak. Ge-
sellsch. X S. 330. Elis in Griechenland. — H. Cislernasi, Hidalgo Journ.
de Conchyliologie XXXI S. 56 Taf. 2 Fig. 4. Inseln S. Eulalia bei Iviza.
(Vallonia) Helix tenuilabris Braun in recenten Anschwemmungen der
Jagst bei Schünthal, grösser als gewöhnlich, Weinland Jahreshefte des
576 I'rof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
Vereins f. Natuvkunde in Württemberg 1883 S. 117. — Vallonia f/nicili-
cosla, Little Missouri, und asiatica (Nevill), Alaschka, Reinhardt Sitxungs-
bcrichte d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berhn 1883 S. 42, 43.
(Fruticicola) Hehx strigclla, Varietäten, Hazay Malakol. Blätter (2)
VI S. 188. — H. Hirri, derselben nahe stehend, aus Kroatien, Clessin
ebenda S. 198.
Helix (Eulola) euages, Böttger Jahrb. d. rualak. Gesellsch. X Ö. 161
Taf. 4 Fig. 2 und Taf. 6 Fig. 1. Transkaukasien.
Helix sericea var. carinuta, Taylor Journ. of Conchology IV S. 31.
Yorkshire.
Helix granulata Aid.? aus den Anschwemmungen der Jagst, Wein-
land Jahreshefte d. Vereins f. Nat. in Württemberg 1883 S. 117.
Helix Cantiana Mont. , Varietäten in Itahen, Carfaniemis und Ceme-
nelea Riss. var. Isselü, Apuanen, Stefani Bull, della Soc. mal. Ital. IX
S. 49—59. — H. Cantiana var. Lang ei , von Ha'iffa m Syrien, Böttger
Bericht d. Offenbacher Vereins f. Nat. XXII S. 168 Taf. 1 Fig. 2.
Helix (Carthusiana) globula var. nana und H. fiaveola Kryn. , Va-
rietäten, Böttger Jahrb. d. maUik. Gesellsch. X S. 157—159.
Helix (Fruticola) Freytagi, v. Malt^an Nachrichtsbl. d. malak. Ge-
sellsch. 1883 S. 106. Creta.
Helix (Nummulina) Prometheus, Böttger Jahrb. d. malak. Gesellsch.
X S. 159 Taf. 4 Fig. 6. Transkaukasien.
Helix (Xerophila) piratartmi, Oran, (Jacosta) Muragueii, Mallorka,
(Helicella) Hcijnemanni, Tetuan und (Candidula) Onlununsis, Orduna in
Nord-Spanien, Kobelt Nachrichtsbl. d. Malak.' Gesellsch. 1883 S. 113 bis
115. — Die zwei ersteren und Mauritanica Bourg. , Lemoinei Debeaux,
Sigensis Kob., alle von Oran, Hydrundina Blanc, Otranto, caula WesterL,
Attika , Onkotinovici Hirc. , Croaticn , Dautezi Algcsiras , pisanopsis Serv.
Var. Argusae, westliches Sicilien und Nyelii Mittre, Minorca, abgebildet
in Kobelt's Iconographie, zweite Reihe, Bd. I S- 41 — 54 Taf. 16 — 19.
Helix (Xerophila) Benoiti und praedara Cafici mscr. sowie moesta
l'arr. var. luctuosa, alle von Sicilien, Westerhmd Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. X S. 52, 53. — H, (X.) P/Uhiota, Phthiotis in Griechenland,
])astorella, Euboea und Prevesa, Libuniica Stossich mscr. Pontone, Satn-
nitum, Cerreto in Italien, und Gruja Missolunghi, derselbe ebenda S. 57
bis 60.
Helix virgata Mont. , Beschreibung des Pfeils durch Ashford , Journ.
of Conchology IV S. 111 Taf. 3 Fig. 11 — 17. — H. virgata var. leuco-
zona, Taylor ebenda S. 29. England.
Helix rufolabris ßcnoit, Notiz bei Westerluud Nachrichtsbl. d. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 172.
Helix Cyrenaica, Martens Sitzimgsber. d. Gesellsch. Naturforsch.
Freunde Berlin 1883 S. 149. Bengazi.
Helix cespitum Drap., Ammonis A. Schmidt und bathyomi^hala, ihre
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 577
Synonymie und Verbreitung in Italien, Stcfani Bull, della Soc. Mal. Ital.
IX S. 101 — 112. — Helix unifasciata Poiret, var. Vincae in den Apuanen,
derselbe ebenda S. 113.
Hehx obvia Hartm. von Griechenland , Büttger Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 321.
Helix Euxina Krynickii Andrz. = Theodosiae Cless., filiraargo Ziegl.,
Retowskii und substriata Cless , Clessin Malak. Blatt. (2) VI S. 44 — 48
Taf. 2 Fig. 4 und 3 Taf. 3 Fig. 1, 12 und 13; ihr Vorkommen in der
Krim, Retowsky ebenda S. 7 — 10.
Helix (Xeroleuca) Libyca Ponsonby mscr., Berenice, Küste von Libyen
und (Jacosta) Siphnica, Insel Siphuos, alle von Spratt gesammelt, Kobelt
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 181 — 183.
Helix (Jacosta) amphiconus^ euphacodes, Sjihakwta, Siderensis, (Candi-
dula) Diensis, Psiloritana und suhvariegata , alle aus Greta, v. Maltxan
Nachrichtsbl. d. Malak, Gesellsch. 1883 S. 102—106.
Helix Lawoffuaistana , Pauli, und philu?ri Bourg. mscr., scrupcllina
Fagot mscr. imd 23 weitere angebliche Arten aus der Gruppe der H. striata
Drap, in Frankreich, Locard Contributions a la Faune Malac. de la
France No. VI. (Annales de la Soc. Linn. de Lyon XXX.)
Helix profuga var. Attica, Böttger Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X
S. 342, Attika.
Helix intersecta Pair. von Düppel in Jütland, Friedel Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1883 S. 184.
Helix Platenica Scrvain, ist ein Jugendzustand von H. costulata Zgl.
und H. Füredensis desselben Autors ein verwittertes Exem^ilar derselben
Art, Hazay Malak. Blatt. (2) VI S. 189. — Helix Trutaliana, nahe can-
tabrica Hidalgo und Renei nahe conspurcata Dr. , Fagot Moll, du Pic du
Gar (Bulletin de la Soc. d'histoire- naturelle de Toulouse) 1882 S. 8, 9.
Pic du Gar, Dept. Haute-Garonne.
Helix Molinae, Hidalgo Journ. de Conchyliologie XXXI S. 57 Taf. 2
Fig. 5. Columbretes-Inseln bei den Balearen.
Helix (Xerophila) Bargesiana Bourg. , Palästina imd Syrien , Notiz
darüber von Böttger, Berichte des Offenbacher Vereins für Naturwiss.
xxn s. 170.
(Turricula) Helix trochoides Poiret mit zwei Varietäten, philammia
Bourg. , trochlea Pfr. , terrestris Chemu. , unterschieden von elegans Drap,
und scitula Jan. und endlich explanata Müll. , conchologisch und anato-
misch beschrieben und besprochen von Alfr. de Saint -Simon in einer
eigenen Schrift: Etüde des Helix du groupe de l'elegans, Toulouse 1882,
39 Seiten 8°°.
Helix (Turricula) simiarum, Kobelt Journ. of Conchology IV S. 8.
Gibraltar.
(Cochlicella) Bulimus acutus var. nigresccns, Taylor ebenda IV S. 32.
Insel Man.
578 Prof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
Camjjylaea Scliniidti Rossm. var. Hesi^fi von Siebenbürgen, Kimako-
wicz Verhandl, d. Siebenbürg. Vereins f. Naturwissensch. XXXIII S. 23.
Helix cingnlata Stud. Ueber den Grad ihrer Variabilität in Grösse
und Gestalt an Einem Fundort Bozen , während die allgemeine Färbung
constanter ist; Martens Conchol. Mittheilungen II S. 152 — 154 Taf. 30
Fig. 1-1 1.
Helix (Campylaea) Bremkei, Böttcher Jahrb. Malak. Geselbch. X
S. 335. Messenien.
Helix planospira Lam. Exemplare von Toscana und cingulata var.
carrarensis Porro, letztere mit den Unter- Varietäten : montana, Kobeltiana,
Apuana, agnata, Lucensis, aftinis (Paulucci), Appelii (Kobelt) und frigi-
descens (del Prete) , Apuanen , Stefani Bulletino della Soc. Malacologica
Italiana IX S. 60—87.
Helix subzonata var. distans Blanc. , Corfu, Nicolai Kleciach, Dal-
matien und mehrere Varietäten von H. planospira Lam., Kobelt Iconogr.
(2) I S. 36 und 39 Taf. 14 Fig. 105, Taf. 15 Fig. 111—114.
Ilclix (Fruticocampylaea) ßavolimbata, Ezeri in Swanetien, Narzanensis
Krjn. mit den Varietäten Sitanetica, viacromphnla, cyclothyra und depreasa,
H. pratensis Pfr. und Pontica, Caucasus, Böttger Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 162 — 171 Taf. 5 Fig. 3-6, Taf. 6 Fig. 2 — 6.
Helix Quimperiana Fer. über ihr Vorkommen bei Brest, Daniel
Jonrn. de Conchyliologie XXXI S. 381.
Helix lapieida var. niffrescens, Taylor Joum. of Conchology IV S. 83.
Westbury bei Bristol.
Helix Aethiops Bielz, unterschieden von arbustorum L. , H. arbusto-
rnm var. Jetschini, Mähren, var. alpestris costulata, Val Tonale, und H.
Xatartii Farines var. Camprodunica , Pyrenäen , Kobelt Iconographie (2) I
S. 37, 36 Taf. 14 Fig. 106—109. — H. arbustorum var. cincla = pallida
(Taylor), Taylor Joum. of Conchology IV S. 83; eine andere für England
neue Varietät, Scotch Naturalist I S. 57.
(Tachea) Helix nemoraHs L. und hortensis Müll., über die bei Bremen
beobachteten Farben- und Bändervarietäten von Borcherding , Abhandl. d.
Naturwiss. Vereins Bremen VlII S. 286 — 294.
Helix nemoralis var. Etrusca Ziegl. und var. alphea , von Pisa, Ste-
fani, Bulletino della Soc. Malacologica Italiana IX S. 87 — 91.
Helix hortensis var. oUvacea und lilanna, England, Taylor Joum, of
Conchology IV S. 34. — Helix hortensis var. fuscolabris Kregl. , Schön-
thal, Württemberg, Weinland Jahreshefte d. Vereins für Naturwissenschaft
in Württemberg 1883 S. 120. — Ein Exemplar mit sechs Bändern von
Altenburg, Simroth Malak. Blätter (2) VI S. 63.
Helix (Tachea) Coquandi var. Eüioti und (Macularia) lactea var.
Älyhensis, Kobelt Joum. of Conchology IV S. 5, 6. Gibraltar.
Helix (Macularia) Alcyone (Kobelt 1882), Kobelt Iconographie (2)
I S. 35 Taf. 14 Fig. 103, südliches Marokko.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 579
Hclix Marcsi (Crosse) = tigri (Gcrv.), im Süden der Provinz Oran
lebend gefunden, Crosse Journ. de Conchjliologie XXXI S. 97.
Plelix (Levantina) Mazenderanemis Nevill mscr., Kobelt leonographic
(2) I S. 35 Taf. 13 Fig. 102. Mazanderan. — H. (L.) Aec/opinoides,
V. Maltzan Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 102. Creta.
Helix Ragusae, Kobelt Iconographic (2) I S 40 Tat'. 15 Fig. 115.
Sicilien ?
Helix aimophila var. Tchihatchefß, Kobelt Jahrb. d. Malak. Gesellseh.
X S. 85, und Iconographie (2) I S. 38 Taf. 15 Fig. 110. Biredschik
am Euphrat. Steht in der Mitte zwischen den Sectionen Tachea und
Pomatia.
(Pomatia) Helix aspersa Müll., ihre Synonyniic, Entwicklung, Varia-
bilität und Anatomie von J. W. Taylor, Journ. of Conehology IV S. 89
bis 105 Taf. 4.
Helix Taurica Kryn. var. Mortensi, Böttger Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. X S. 172 Taf. 4 Fig. 8. Schirwan, Kaukasus.
Helix lucorum, cincta, ligata und pomatia, ihre Verbreitung in Italien,
Stcfani Bulletino Soc. Malacol. Italiana IX S. 93 — 98.
Helix (Pomatia) Maltzani, Kobelt Jahrb. d. Malak. Gesellsch. 1883
S. 84 und Iconographie (2) I S. 34 Taf. 13 Fig. 100, 101. Magnisi bei
Smyrna.
Aus Afrika. Helix Abhadiana, neuer Name für Brocchü Jickcli,
nicht Calcara, Combesiana, neuer Name für pilifera Jickeh, nicht Martens,
Ferreiiana, Ilerbini, Galinieriana, Raffrayi, Achilli, Ilamacenica, stihnivcUina.
und LeJea7U((7ia , die letztere = Darnandi va". von Jickeli, Hamacen und
Berg Zeboul, Abes,sinien ; Bourguignat Malacologie de l'Abyssinie S. 28
bis 42 Taf. 7, 8 Fig. 21 — 46; dieselben werden den Gruppen: pilifera,
rupestris, aculcata, Isseli und nivellina zugetheilt.
Helix Jickelii (Nevill mscr.), Kobelt Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1883 S. 113 und Iconographie (2) I S. 47 Taf 17 Fig. 136. Abessinicn.
Helix homalogyra und microsoma , Mordet Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 191, 192 Taf. 8 Fig. 13 und 14. Mayotte, Comoren.
Hclix excoriala, Martens Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 82. Ma-
dagaskar.
Aus Asien. Helix (Fruticicola) sphaerulala, Reinhardt Sitzungsber.
d. Gesellsch. Naturforschender Freunde Berlin 1883 S. 86. Japan. —
H. (Fr.) Eurnenes, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883
S. 51. Japan.
Helix Siningfuensis, Buvigneri Desh. = Kichthofeni Martens mit var.
Kalganensis Müllendorft", Confucii , Biidd/iae, Mencii, Provinzen Kansu und
Schensi und (Fruticocampylaea) Gred/eri, östliches Tibet, Hilber Sitzungs-
berichte d. Akademie Wien LXXXVI S. 325—348 Taf. 1 — 3.
Hclix Loczyi Hilber ^== pulveratricula Martens , beinahe gleichzeitig,
und Gredleri Hilber = StoHczkana Nevill, Hilber ebenda S. 1351 — 1353;
580 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
H. pulveratrjx Martens, bulimirms und buliminoides Heude, abgebildet
ebenda S. 1352 uud 1354 Taf. 4 Fig. 1 — 3.
Plectojiylis pulvinaris Gould. , multüpirn, fimbriosa Martens und cidi-
.sctdpta, alle von dem südlichen China, v. Mollendorff' Jahrb. d. Malak.
Gescllsch. X S. 375—382 Taf. 12 Fig. 9 — 12; die zweite auch im Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 101.
Helix Norodomiana, Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 10
Taf. 4 Fig. 3. Cambodja.
Helix? fflomerosa, Godwin Austen Land and freshw. Moll, of India
III S. 73 Taf. 14 Fig. 9. Daflaberge in Indien.
Helix haemastoma, Schale während des Lebens mit Algen bedeckt,
Am. Naturalist XVII S. 558.
Aus Neuguinea und dem Malayishen Archipel. Hehx
(Dorcasia) occulta Pfr, , Aru Inseln und (Trochomorphoides) Bertiniana
Tapp.-Can. 1880, Neuguinea, Tapparone - Canefri Annali del Mus. Civ.
Genova XIX S. 112, 113 Taf. 2 Fig. 18 — 20 imd 24—26.
Helix leptocheila , nahe expansa Pfr. , Molukken , und devincta , neuer
Name für sororcula (Martens, vergeben); H. argillacea Fer. in Java ge-
funden; H. zonaria, Varietäten besprochen, collis Mouss. , eine neue Va-
rietät beschrieben, lampas Müll., von Halmaheira und zwei neue Varietäten
von pyrostoma Fer. von derselben Insel, Tapparone- Canefri ebenda XX
S. 148—161 die erste Taf. 1 Fig. 14 — 16.
Helix (Chloritis) chcralomorpha , Insel Sorong, und dinoJeomorpha,
Fly lliver, südliches Neuguinea, Tapparone - Canefri ebenda XIX S. 167
und 169 Taf. 4 Fig. 4 und 15 — 18. Kiefer, Radula und Geschlechts-
organe dur letzten S. 7 Fig. 5 Taf. 8 Fig. 2 und 15.
Sulcobdsis neue Untergattung von Helix nahe Chloritis, aber das
Gewinde etwas ei'haben; typische Art: H. sulcosa Pfr. und Beatrüis,
Fly River, südliches Neuguinea, derselbe ebenda S. 163 Taf. 4 Fig. 14
Kadula Taf. 8 Fig. 16.
Helix (Planispira) zonaria L., ihr Vorkommen auf der Insel Sorong
und anatomische Notizen über dieselbe, derselbe ebenda XIX S. 181, 182
Taf. 7 Fig. 8 Taf. 9 Fig. 1 und 19.
Crisliyibba, neue Untergattung von Helix, typische Art: H. tortilabia
Less. und ihre Varietäten, ferner phtgiocheilu , rhodomphala und dominula,
alle drei vom Fly River, südliches Neuguinea, derselbe ebenda XIX S. 161
und 171 — 180 Taf. 4 Fig. 6—13 und Taf. 5 Fig. 4 — 7, anatomische
Zeichnungen plagiocheila und dominula betreffend Taf. 7 Fig. 4 und 6,
Geschlechtsorgane Taf. 9 Fig. 5 und 14, Kiefer und Radula.
Polygyra [?] Raffrayi (Tapp.-Can. 1878), Neuguinea, derselbe ebenda
XIX S. 109 Taf. 5 Fig. 19, 20.
Helix (Hadra) Hixoni und Broadbenti (Brazier), Neuguinea, derselbe
ebenda XIX S. 187—188 Taf. 5 Fig. 20, 21.
Papuina Martens, allgemeine Bemerkungen über diese Untergattung und
Naturgeschichte der Molhiskcn während des Jahres 1883. 581
drei Unterabtheihingen derselben; H. (P.) pelechystoma Tapp.-Can. 1880
Diomedes und Yulensis* Brazier, Kataiienais, Blainvillei Guillou = Gaert-
neriana Pfr. CanovarU, exsultarw, neuer Name für Ferussaei Pfr. nicht
Lesson; p?/thonissa, Taununitias* , ridibunda* , medita/a* , TomateUinüina*,
Gestroi* und Brazierae Braz., alle von Neuguinea und benachbarten Inseln,
anatomische Zeichnungen von den mit einem Stern bezeichneten Arten und
ausserdem von grata Michelin und Novoguineensis Pfr., Taiipavone-Canefri
Ann. del Museo Civico Genova XIX S. 114—155 Taf. 2 Fig. 3 Taf. 4
Fig. 1—3 Taf. 5 Fig. 1 — 3, anatomische Zeichnungen Taf. 6 und Taf. 7
Fig. 1—3.
Helix (Papuina) Walleri , neuer Name für Brenchleji (Angas), ver-
geben, Brazier Proc. Linncan Society New South Wales VIII S. 228.
Inaularia , neue Unterabtheilung vcn Papuina für Helix litnus Less.,
Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX S. 115 und 138 [ent-
spricht Papuina, wie sie ursprünglich in der 11. Auflage von Albers auf-
gcfasst war].
Helix (Geotrochus) Tapparunei und laliaxis, (Obba) oxystovia [Name
für eine fossile Art vergeben, d. Berichterst.] und (Sphaerospira) Gerrardi
Insel d'Entrecasteaux, südöstliches Neuguinea, Edg. Smith Annais and
Magazine of Natural History (5) XI S. 190—192.
Helix naso und Rehsei, Martens Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 82,
83. Südöstliches Neuguinea.
Corasia couformis (Fer.), Kiefer, Radula und Geschlechtstheile, Tap-
parone-Canefri Annali del Museo Civ. Genova XIX S. 158, 159 Taf. 8
Fig. 1, 8 und 15.
Aus Australien. Hehx (Discus) Thorpeiana, neuer Name für cc-
ralis (Cox), welcher vergeben ist, Brazier Proceed. Linnean Society New
South Wales YHI S. 228.
Aus Amerika. Polygyra Harfordiana Coop. abgebildet bei Binney,
Bulletin Museum of Comparative Zoology XI S. 151, Holzschnitt.
Helix (Polygyra) unguifera, Mousson Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 216 Taf. 9 Fig. 1. Mazatlan.
Triodopsis Hcmnettae Mazyck, Binney Bulletin Mus. of Comp. Zoo-
logy XI S. 152, Holzschnitt. OestHches Texas.
Arionta, systematische imd anatomische Notizen über einige nord-
amerikanische Arten von Binney, ebenda XI S. 157 — 159 Taf 1 Fig. I
und K.
Helix bracteola Fer. z= vortex Pfr., ihr Vorkommen in Guadeloupe,
Muze' Journ. de ConchyHologie XXXI S. 14 und 43.
Helix [Dentellaria] , Färbung des Thiers, Varietäten und Vorkommen
einiger Arten auf der Insel Guadeloupe, derselbe ebenda XXXI S. 10 bis
13, 42, 48 und 52.
582 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Biilimus (Araphicb-omus) Bercarii nahe Wintei'i Pfr. , Kandari auf
Celebes, Tapparone-Canefii Aunali Mus. Civico Genova XX S. 170 Taf. 1
Fig. 10, 11.
Bulimus cantagallanus Rang, einschliesslich proximus Sow., accelerans
und intercedens Martens, im mittleren Brasilien, von Bahia bis nahe Rio,
Dohrn, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 347, 348.
Bulimus Willi und alboßlosm , östliches Brasilien , und über einige
Varietäten von B. bilabiatus Sow. imd Pantagruelinus Morie, derselbe
ebenda X S. 348 — 351 Taf. 11 Fig. 4—7.
Achatina Buchneri Martens 1882, Kuilu Fluss, abgebildet in Martens,
Conchologische Mittheilungen II S. 138 Tuf. 26.
Achatina Ruffrayi , Jousseaume Le Naturaliste 1883 S. 324, Abes-
sinien [wahrscheinlich eine Subulina, d. Berichterst.].
Calycia crystallina Rv. und Isseliuna , letztere von der Südküste von
Neuguinea, Tapparone-Canefri Annali Mus. Civ. Genova XIX S. 100, 101,
mit Holzschnitten.
Pachnodus Alb. wird von Bourguignat für eine eigene Gattung der
„Achatinidcn" angesehen, P. liochebrunianus , Berg Zeboul, Abessinien
Bourguignat Malacologie Abyssinie S. 78, 79 Taf. 10 Fig. 81.
(Rhachis) Bulimus Comorensia Mor. var. , Morelet Journ. de Conchy-
liologie XXXI S. 205 Taf. 8 Fig. 8.
BuHmus terruhnius, derselbe a, a. O. XXXI S. 398 Taf. 10 Fig. 3.
Ogowe, Gaboon.
Bulimus Maclecnji Brazier von Yule Island, Neuguinea, abgebildet
von Tapparone-Canefri, Ann. Mus. Civ. Genova XIX S. 104 Taf. 2
Fig. 16, 17.
Buliminus (Petraeus) Sidoniensis Char]). in frischem Zustand braun,
von vielen Fundorten in Syrien, Böttger Berichte des Oftenbacher Vereins
für Naturkunde XXII S. 171.
Bulimus Raffrayi, Herbini, Simonis, Achilli, Famiserianus , Abba-
dianus, Gulinierianus, Lejeaniunus , Äelhiopiciis gleich dem bei Jickeli ab-
gebildeten fallax und Sennaaricus = Pupa scnnaarensis Pfr. = B. cerealis
(Paladilhe), Anderta und Hamacen, suheminulus und maa-oconus, neue
Arten, welche eine besondere Gruppe bilden, Bogos, Bourguignat, Malaco-
logie de l'Abyssinie S. 46—65 Taf. 9 und 10 Fig. 60—63 und 70—80.
— B. lamprodermum (Morelet) ist von dem Berg Meraya, Somali, dei'selbe
ebenda S. 43.
Medea neue Untergattung von Buliminus, zwischen Ena xmd Petraeus,
mit Spiral - Skulptur. Typen: B. Raddei Kobelt imd Carduchus Martens,
Böttger Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 174.
Buliminus (Ena) HoetUjeri = tener späterer Autoren, nicht Rossm.,
Tvanskaukasicn, Clessin Malak. Blätter (2) VI S. 49 Taf. 2 Fig. 15, auch
Böttger Jahrbuch der Malak. Gesellsch. X S. 176.
Buliminus (Naj)aeus) Neumayri, pantoensis und Gredleri, östliches
Naturgeschichte der MoHuskeii während des Jahres 1883. 583
Tibet, Loczi/i, Provinz Kiang-su, Scischuenetisis und MöUendorfß , Provinz
Se-tschuen, B. Heudeanus (Ancey), Giraudelianus (Heude), Baudoni (Desh.),
vom östlichen Tibet, und obesus Heude, Provinz Kiang-su, beschrieben und
abgebildet von Hilber, Sitzungsber. d. Akademie Wien LXXXVIII S. 1356
bis 1364 Taf. 4 Fig. 5-12, Taf. 5 Fig. 1—7.
Buliminus (Napaeus) cadaver, pumilio und Heudeanus^ neue Namen für
pallens, minutus und Thibetanus Heude, welche alle schon vergeben sind,
Ancey Naturalista Siciliano 1883 S. 17.
Buliminus cylindricus Menke als Varietäten umfassend : fusiformis
Mke., obsoletus Parr, acianinatus, bettai Ch., fuscilabris und turgidus Kryn.,
zebriolatus Clessin und illibatus Ziegl. , B. gibber Kryn. einschliesslich
candelaris Pfr. [? Berichterst.] , phoscus Bourg. und Chersonesicus Rv.
B. bidens Krjni. mit den Varietäten Theodosianus Bourg. und Retowski-
anus Clessin und costatus, alle von der Krim, Retowski Malak. Blätter
(2) VI S. 13—21 und Clessin ebenda S. 37 und 48, 49 Taf. 3 Fig. 3,
5, 6, 7.
B. Boetlgeri Caucasus, Clessin ebenda S. 49 Taf. 2 Fig. 15.
Buliminus (Zebrina? oder neue Untergattung?) Belai und Anceyi
weit genabelt, der erstere mit zwei Spindelfalten; östliches Tibet; Hilber
Sitzungsber. der Akademie Wien LXXXVHI S. 1367 — 1369 Taf. 5 Fig. 11
bis 13.
Buliminus (Zebrina) Dalaüamae und Batangensis, östliches Tibet, und
Szecheivji (Böttger mscr.), Provinz Se-tschuen, Hilber Sitzungsber. der
Akademie Wien LXXXVHI S. 1364—1367 Taf. 5 Fig. 8—10.
Mastus Transsylvanicus = Bulimus rcversalis var. relicta, var. curta,
var. parva und var. tenuis von Bielz, und auch M. venerabilis Pfr. unter-
schieden von reversalis Bielz, Kimakowicz Verhandl. des Siebenbürgischen
Vereins für Naturwissenschaften XXXIII S. 30 und 29. Siebenbürgen.
Buliminus (Chondrula) Euximis , incerüis, diodon und Clessini, Re-
towski Malak. Blätter (2) VI S. 54—56, die beiden letzteren Taf. 2
Fig. 1 und 2, der erste Fig. 13. Wahrscheinlich transcaucasisch, am
Strand in der Krim gefunden.
Buliminus (Chondrula) Ledoi, Böttger Jahrb. d. Malak. GescUsch.
X S. 177 Taf. 7 Fig. 1. Swanetien.
Buliminus (Chondrula) tridens Müll. var. Langei , 15 — 20 mm. lang,
Haiffa in Syrien, Böttger Berichte des OfFenbacher Vereins für Natur-
kunde XXII S. 172 Taf. 1 Fig. 3.
Buliminus (Chondrula) Sichoensis und Quangjuenensis, Provinz Hu-peh
und Se-tschuen, China, Hilber Sitzungsber. der Akademie Wien LXXXVIH
S. 1370 Taf. 5 Fig. 1 und 2.
Buliminus (subgen.?) Kreitneri, mit dissimilis Martens verwandt, Pro-
vinz Se-tschuen, China, Hilber ebenda LXXXVIH S. 1371 Taf. 6 Fig. 3.
Achatinelloides (Nevill 1878) = Ovella (Clessin 1879), Martens
Conchologische Mittheilungen 11 S. 145.
584 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Passamaiella ist eher eine Untergattung von Buliminus als von
Ennea. Bul. (Pass.) isthmodon und exodon (Martens 1881), der letztere
= Ennea Balfouri Godw. Austen, Martens Conchol. Mittheil. 11 S. 144
Taf. 28 Fig. 5 — 9. Sokotra.
Buliminus Riebecki Martens = Balfouri Godw. Austen, und B. can-
didissimus Ffr., Sokotra, Martens ebenda II S. 146, 147 Taf. 28 Fig. 10
bis 13.
Achatinella, über ihr sogenanntes Singen s. oben S. 533.
Cionella acicula Müll, , in einem alten Schädel gefunden , Martens
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 60.
Leptinaria, siehe bei den Testacelliden.
Geostilbia Mazei und Gundlachi Crosse, Maze Joum. de Conchylio-
logie XXXI S. 7 Taf. 1 Fig. 2 und 1. Guadeloupe. — G. Comorensis,
Morelet ebenda S. 196. Mayotte.
Stenogp-a, Notizen über die Färbung des Thiers und dessen Vorliebe
für animalische Nahrung von Mazc, ebenda XXXI S. l, 2 und 41, 42.
Stenogyra decollata L. , Varietäten, Kobelt Iconographie (2) I S. 54
bis 56 Taf. 20.
Rieheckia neue Untergattung von Stenogyra, typische Art : Socotorana
Martens , = fumificata Godw. Austen mit bemerkenswerthen Varietäten
in Grösse und Form, Radula beschrieben, etwas verschieden von derjenigen
von Stenogyra, indem der Mittelzahn nicht sehr klein imd die Seitenzähne
zweispitzig sind. Martens Conchol. Mittheilungen II S. 147 — 149 Taf. 29
Fig. 1—8.
Stenogyra enodis Godw. Austen = Socotorana Martens 1881 und
St. arguta Martens = hirsuta Godw. Austen, Socotra, Martens ebenda II
S. 149 Taf. 28 Fig. 14—18.
Stenogyra luguhris und nebulosa, Morelet Joum. de Conchyliologie
XXXI S. 399, 400 Taf. 10 Fig. 4, 5. Landana, Mündung des Flusses Zaire.
Stenogyra glabdla, j^yramidalis und spinula, Morelet ebenda XXXI
S. 193—195 Taf. 8 Fig. 9-11. Mayotte, Comoren.
Stenogyra didyma, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 51. Singapore. — Stenogyra aculeus, Tapparone-Canefri Annali
Museo Civ. di Genova XX S. 144. Amboina.
Subulina Perrierinna , Anderta und Mabilliana, Abonna Yousef, und
Munzingeri (Jickeli als Acicula), Bourguignat Malacologie de l'Abyssinie
S. 81—83 Taf. 9 Fig. 64—69.
Beccaria neue Gattung nahe Subulina, Schale glasartig, Mündung
vertical , Columella gerade, unten nicht abgestutzt. B. Isseli (Jickeli als
Subulina), Bogos, Bourguignat ebenda S. 119 [Name bei den Nudibran-
chiern vergeben].
Coeliaxis, (H. Ad. und Augas) P. Fischer rechnet zu dieser Gattung
Balea Australis Forb. ivnd beschreibt ihre Radula, welche derjenigen von
Clausilia ähnlich ist, und er findet, dass sie neben Eucalodium gehört;
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883, 585
jedoch vermuthet er, dass die typische Art der ersten Autoren, C. Layardi,
zu den Agnatha gehören konnte. Journ. de Conchyhol. XXXI S. 98 bis
102 Taf. 3 Fig. 4 — 6, Schale und Radiila.
Ahbadin neue Gattung, nahe Balea, aber mit einer vorstehenden
Columellarfalte. A. Aethiopiat , Berg Zeboul, Abessynien, Bourguignat
Malacologie de l'Abyssinie S. 69 Taf. 10 Fig. 82, 83.
Alopia glauca Bielz var. costala Bielz mscr. , var. ainhigua subspec.
Haueri Bielz var. transitaus, AI. elegans Bielz subspec. Bie^si = Fussiana
sinistrosa von Bielz, und var. polita, AI. livida Menke var. bipalatcdis,
Lischkeana Chavp. var. obesa, straminicollis Charp. var. microstoma Bielz
ined. und Böttgeri, sowie eine Uebersicht aller siebenbiirgischen Arten und
Varietäten dieser eigenthünilichen Gruppe, mit einigen allgemeinen Be-
merkungen von Kimakowicz, Verhandl. des Siebenbiirgischen Vereins für
Naturwissenschaften XXXII S. 40 — 60.
Clausilia laminata var. Targionii, Carrara, und Cl. Comensis var.
Regnolli, Apuanen, Itala var. gentüuomoi, Monte Amiata in Toscana, lineo-
lata var. Vallombrosana (Issel) und var. sororcula , cruciata var. Äpuana,
und C. Pinii Westerland = Pecchiolii Stefani, Apuanen, Stefani Bulletino
della ßoc. Malacol. Italiana IX S. 146 — 165.
ClausiHa Sandrii Küst. lebt nicht in Dalmatien, sondern wahrscheinlich
in Montenegro, Cl. Kneri, Brusina 1881 = Lesinensis Kutschig nicht auf
der Insel Lesina, aber bei Cattaro; und Cl. armata Kutschig, genauer
Fundort unbekannt, Brusina, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. XI S. 113 (Neri-
todonta S. 97 — 10-2).
Clausilia (Albinaria) Anatoliea Roth, var. apicalis, Thal des Xanthus,
Kleinasien, glabella Pfr. var. Spratli, strigata Pfr. var. orientalis , Insel
Karjiatho, subvirgmea, troglod)i;es Ad. Schmidt var. vexans, sublamellosa,
tenuicostata Pfr. var. heteropti/x, Aphrodite, bigibbosa Charp. var. evanida,
Kleinasien, brevicollis Pfr. var. Casia, Insel Kasso, Astropnlia, Insel Astro-
palia, sculpticollis mit var. unia , Inseln an der Nordostseite von Greta,
Heradeensis , MmiselU, Kavallos - Inseln , östlich von Creta, clara, Böttg.
var. multicosta und pancicosia, vemnculata, vesti mit var. suturalis, teres
Oliv, mit den Varietäten phalangn und imnlaris, Insel Kophino, Carpathin,
Insel Carpatho , privigna, Sofrana Inseln, Conemenosi, Patras, hians Böttg.
var. sublactea, Aetolien, Goldfussi, Taygetos, Krueperi Pfr. var. holostoma,
Kap Katakolo, Morea, Schuchi Rossm. var. Oscarii Thiesse mscr., Sparta,
incriistata, Elaphonisi. — Cl. (Papillifera) abyssoclista , Epidaurus, campy-
lauche», Lakonien, ^Alinda) denticulata (Oliv.) var. Spratii, Insel Kos und
(Oligoptychia) Kephissiae Roth var. dtbilitata, Bootien, Böttger, Proc. Zool.
Society London 1883 S. 324—343 Taf. 33 und 34. Alle diejenigen,
deren Fundort nicht angegeben ist, sind von Creta.
Clausilia (Albinaria) heleroptyx, Grahusana, xanlhostoma, venosa und
]\laltzani, alle von Creta, Böttger Nachrichtsbl. d. Malak. Gcsellsch. 1883
S. 106-112.
586 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Clausilia Messenica var. Brenskei, Böttgcr Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 337. Messenien.
Clausilia gastrolepta var. Eugenia (Kiist. ?), Cattaro, hitustructa (Blanc
mscr.), Balvano in Süd -Italien, und euchroa, Euboea, Westerlund Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 61 — 63.
Clausilia Itala, var. sublatestrinta Valsassina, und fortis , Berge bei
Vicenza, Cl. Balsamoi var. Variscoi, Val Brembana, und Cl. dubia var.
reticulata , Veltlin , und Longvhardica , in der Ebene und den Bergen der
Lombardei häufig, Pini Atti della Societa di Science naturali XXVI,
S. 137—143.
Clausilia lamellata var. miles Küst., von Elis in Griechenland, Büttger
Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 331.
Clausilia plicatula Dr., bei Belzig, Provinz Brandenburg gefunden,
Friedel Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 186.
Clausilia densestriata Rossm. , in der Südost-Ecke von Bayern von
C. Reuleaux gefunden; ihre geographische Verbreitung von O. Böttger er-
örtert, Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 162.
Clausilia dubia, ihre Varietäten in Steyermark, worunter eine, Bunensis,
neu, Tschapeck Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 26—32.
Clausilia rupeshis = obtusa var. rupestris Bourg. 1877, Cl. Reboudi
Dupuy und Cl. fallax = perversa var. fallax Moq. Tand, [nicht Cl. fallax
Rossm. 1836], alle aus der Umgegend von Paris, beschrieben von F. Jous-
seaume, Bulletin de la Societc zoologique de France 1882 S. 443 — 444
und 450, die erste und letzte abgebildet Taf. 12 Fig. 13, 14 und 7, 8.
Clausilia bicristata Rossm. 1839 = tetragonostoma Roth, nicht Pfr.,
Parnass in Phokis , mit var. tetragonostoma Pfr. und canaliculata Pfr.,
beide vom Berg Delphi (Dirphe) in Euboea, beide mit mehreren Sub-
varietäten; Cl. oxystoma Rossm. ist eine Missbildung von tetragonostoma
Pfr. — Cl. Kephissiae Roth mit var. Pikermiana Roth und Attica A.
Schm., Attica und Böotien. — Cl. Rolhi Pfr., Insel Syra, Cl. bicolor Pfr.,
Insel Andros, mit var. Thermia, Insel Thermia; — Cl. Castalia Roth,
Phokis , mit var. pirostoma Böttg. , Rumelien ? — Cl. eustropha Büttg.,
Insel Skiatho und nöi-dlicher Theil von Euböa; — Cl. unidentata Küst.,
Euböa. — Cl. cristicollis Westerlund = ? Bourguignati Charp. ist eine
Subvarietät der obigen Pikermiana Roth. Alle diese ausführlich be-
sprochen von Böttger, Berichte des Offenbacher Vereins für Naturkunde
XXII S. 177—216.
Clausilia Delesserti Bourg. 1853 umfasst als Varietäten Cl. Ehren-
bergii Roth, nervosa PaiT., fauciata Rossm., Bargesi und Baudryi Bourg.,
Beirut, und Cl. maesta var. suhlaevis, Beirut und Baalbek, Böttger ebenda
XXII S. 174, 175.
Uncinaria elata Rossm. var. viridana, Kimakovicz Verhandl. des
Siebenbiu-gischen Vereins für Naturwissenschaften XXXIII S. 66. Sieben-
bürgen.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 587
Clausilia (Acrotoma) Komarowi , laccata, scmicincta und (Micropon-
tica) closta, Böttg. abgebildet, (Euxina) litotes var. SHa7iet{ca und ganeo,
derasa, var. Suanetia, alle von Transcaucasien , Böttger, Jahrb. d. Malaie.
Gesellsch. X S. 185 — 190 Taf. 7 Fig. 4—10.
Clausilia (Euxina) dolium, Clessin Malak. Blatt. (2) VI S. 60 Taf. 2
Fig. 14. Krim am Strand, wahrscheinlich von Transcaucasien.
Clausilia, Untergattung Phaedusa, die chinesischen Arten kritisch be-
sprochen von O. V. Müllendorff, mit Beschreibungen einiger Arten, welche
schon von Heude benannt waren (siehe den vorjährigen Bericht) und Cl.
Tau var. cydostoma, von Kanton. Die folgenden sind abgebildet: Lorraini
Mke., Magnaciana und Moellendorffiana Heude, porphyrea, Elisabethae,
Gcrlachi, thaleroptyx und Eastlakeana Möllend. Eine neue Unterabtheilung
Rufospira wird für Cl. Gerlachi vorgeschlagen. Cl. aculus Bens, enthält
viele Varietäten, unter denen Shanghaiensis Pfr. und MöUendorffi Martens.
Eine geographische Tabelle aller von Ostasien bekannten Arten ist bei-
gegeben. Jahi-b. Malak. Gesellsch. X S. 228 — 269 Taf. 8.
Clausilia (Phaedusa) Loczyi mit var. novemsjiiralis, Provinz Se-tschuen,
China; ebenso Cl. aculus var. MöUendorffi Martens und var. insularis
Heude und Cl. Bensoni H. Ad. abgebildet, Böttger in Hilber's Schrift,
Sitzungsberichte der Akademie Wien LXXXVIH S. 1372—1376 Taf. 6
Fig. 4 — 8.
Clausilia (Stereophaedusa) clavocincia und Ponsonhyi, Böttger Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 270, 271 Taf. 8 Fig. 8 und 9. China.
Eine anscheinend neue aber nicht bestimmt definirte Untergattung
Garnieria und Cl. sarcochila , septemlamellata und wissionis, neue Namen
für pachystoma, septemplicata und straminca Heude, welche alle schon
vergeben sind, Ancey Naturalista Siciliano 1883 S. 17.
Clausilia (Garnieria) FucJisi mit var. Kaspari, Provinz Kuang-si,
China, Cl. (Phaedusa) paradoxa und (Euphaedusa) simiola, Provinz Hu-
nan, China, Gredler, drei neue ClausiHa- Arten S. 1 — 6.
Clausilia Moluccensis var. maj'uscula, von Celebes, Tapparone-Canefri
Annali Mus. Civ. Genova XX S. 171.
Pupa frumentum Dr. und avenacea Brug. , italienische Varietäten,
Stefani Bulletino della Societa Mal. Italiana IX S. 126—133.
Pupa secale var. edenlula, von Yorkshire und Sussex, Taylor Journ.
of Conchology IV S. 68.
Pupa Gourdoniana , Fagot Mollusques du Pic du Gar 1882 S. 11,
Spitze des Pic du Gar, Dept. Haute-Garonne.
Pupa avenacea Brug. var. cKenta, Westerlund Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. X S. 60. Tatra, Karpathen.
Pupa bipalutulü:, Luchon, Pyrenäen, und Notiz über eudolicha Bourg.,
Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 172, 173.
Pupa ringens Jeffr. in Sutherlandshire , Baillie Journ. of Conchology
IV S. 24.
Arch. f. Natiirgesch. L. Jahrg. 2. Bd. NN
588 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Pupa Hcklii Cless., Schönthal in Württemberg, Weinland Jahres-
hefte des Vereins für Vaterl. Naturkunde in Württemberg 1883 S. 122.
Pupa claustralis Gredl. var. Corcyrensis , Böttger Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 318. Corfu.
Pupa Haeusleri, Sterki Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 72
mit Holzschnitt. Brugg im Aargau, Schweiz.
Pupa Blandi Morse, von Little - Missouri , Reinhardt Sitzungsber. d.
Gesellsch. Naturforsch. Freunde 1883 S. 37.
Pupa (Charadrobia) pulchra, Retowski Malak. Blatt. (2) VI S. 57.
Krim am Strand, wahrscheinlich von Transcaucasien. Pupa (Charadrobia)
superstructa Mouss. var. Lederi und zonata^ BiJttger Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 180—182 Taf 7 Fig. 2 und 3. Transcaucasien. P. cla-
vella und opisthodon Reinhardt sind Varietäten von claustralis Gredl.
Derselbe ebenda S. 184.
Pupilla Raffrayi und globulosa, beide von Jickeli unter fontana,
Krauss begriffen, Abouna Jousef, Abessinien, Bourguignat Malacologie de
l'Abyssinie S. 71, 72.
Pupa (Pupilla) Aeoli, Chinensis, Richthof eni und muscorum L. , im
Lüss der Provinz Kan-su, China, gefunden, Hilber Sitzungsber. d. Akademie
Wien LXXXVm S. 1376—1379 Taf. 6 Fig. 9—12.
Pupa dorsata, Ancey Le Naturaliste 18S1 S. 373 und 407. China.
Pupa recondita und mtcrosoma, Tapparone - Canefri Ann. Mus. Civ.
Genova XIX S. 106, 107 Taf. 2 Fig. 1—4. Aru Inseln.
Pupa indigena Ancey, Maze Journ. de Conchyliologie XXXI S. 21.
Guadeloupe.
Orcula Jetschini = Pupa dolium von Bielz nicht Drap., südwestliches
Siebenbürgen, Kimakowicz Verhandlungen des Siebenbürgischen Vereins für
Naturwiss. XXXIH S. 34.
Vertigo pygmaea Dr. var. Aitsonia, V. Callicratis Scacchi var. nodo-
saria, Marcuccü und Sinti i , Apuanen, und V. Dinii , Apenninen, Stefani
Bulletino della Soc. Malacol. Itahana IX S. 140—143.
Pupa (Vertigo) Krauseana, Tschuktschen-Halbinsel, und decora Gould
= borealis Morelet, Alaska, Reinhardt Sitzungsber. der Gesellsch. Natur-
forsch. Freunde Berlin 1883 S. 38, 39.
Pupa (Vertigo) Selebensis, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova
XX S. 171 Taf 1 Fig. 12, 13. Makassar.
Goniognatha. Phrixgnatkus, Schale HeHx-artig, konisch oder kreisei-
förmig, mit 5 — 6 Windungen und dünnem Mundrand, genabelt. Mantel-
rand vorn über die Schale geschlagen. „Keine Kriechfläche am Fuss" (?).
Kiefer mit sich deckenden Falten; Zähne quadratisch, die seitlichen zwei-
spitzig. Phr. marffinatus, ^1^" , blass hornbraun, röthlich gestriemt, Neu-
seeland. Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 136, 137.
Buliminus Forreri, Mousson Journ. de Conchyliologie XXXI S. 217
Taf 9 Fig. 2. Durango, Califomien.
Naturgeschichte der Molhiskcn während des Jahres 1883. 589
Bulimulus Schiedeanus Pfr. , Kiefer beschrieben , Radula abgebildet
bei Binney, Bull. Museum of Compar. Zool. XI S. 160 Taf. 3 Fig. K.
Bulimulus Houclmontensis Crosse, Insel Guadeloupe, sowie biologische
Notizen über B. raultifasciatus Lam. var. , B. exilis Gm. , Lherminieri
Fischer und chrysalis Ffr., neue Varietät, Maze Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 16—20 Taf. 1 Fig. 6 und S. 43 und 52.
Bulimulus obliquus Rv. mit vielen Farbenvarietäten, worunter Jeffreysi
Pfr. von Ost-BrasiHen, Dohrn Jahrb. der Malak. Gesellsch. X S. 352
Taf. 11 Fig. 8 — 15.
Amphibulima patula Brug. , lebend auf der Insel Marie Galante,
Maze Journ. de Conchyliologie XXXI S. 49.
Rhodonyx rubescens Desh. von Marie Galante, derselbe ebenda S. 49.
Elasmognatha. Succinea, kritische Notizen über die von G. Servain
in seiner „Histoire malacologique du lac Balaton" gemachten Arten, von
Hazay, Malak. Blatt. (2) VI S. 184 — 187.
Succinea chnjsis und annexa, Westerlund Nachrichtsbl. der Malak.
Gesellsch. 1883 S. 51, 52, Port Clarence, Nordwest-Ende von Amerika,
die erstere auch von A. Krause an beiden Seiten der Beringsstrasse ge-
funden, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1883 S. 33
und 36.
Succinea erythrophana , neuer Name für rubella Heude nicht Pease,
Ancey Naturalista Siciliano 1883 S. 17. China. — Dieselbe und S. ob-
longa Dr. , diese vom LÖss der Provinz Kan - su , abgebildet bei Hilber,
Sitzungsber. d. Akad. Wien LXXXVIII S. 1379, 1380 Taf. 6 Fig. 13
bis 15.
Succinea Poineriana und Äethiopica, Hamacen, und Adowensis Bourg.
1879 = striata (Jickeli , nicht Krauss), Bourguignat Malacologic de
l'Abyssinie S. 25 — 27 Taf. 8 Fig. 47, 48 und 55 — 58.
Homalonyx unguis Orb. var. Guadeloujjensis , Maze Journ. de Con-
chyliologie XXXI S. 25.
Pellicula depressa Rang und appendiculata Pfr. , biologische Notizen,
Maze ebenda XXXI S. 23, 24.
Zonitidae und Vitrinidae. H. H. Godwin-Austen erklärt die Gattungen
mit stark entwickelten Mantellappen für höher entwickelt als diejenigen
mit gut ausgebildeter, vollständig deckender Schale, Land and Freshwater-
mollusca of India IV S. 157.
Microcystis Schmackeriana , sculpta und glaherrima, südliches China,
mit Notizen über andere chinesische Arten, welche zu dieser Gattung ge-
hören mögen, z. B. rejecta Pfr. = mamillaris Heude, v. Möllendorff
Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 363—366 Taf. 12 Fig. 7, 8, die neuen
Arten auch im Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 99, 100. —
Nanina (Microcystis) or6tVuZ((?« [-m.s] und Bnijnii, südliches Neuguinea, Tap-
parone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX S. 204 — 206 Taf. 5 Fig. 13
bis 18, anatomische Abbildungen der ersteren Taf. 7 Fig. 7.
590 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Nanina citrina L., Geschlechtsorgane, auHca Pfr. Varietäten, campy-
lonolu, Kei-Inseln bei Neuguinea, und Doriae (Tapp.-Can. 1880), westHches
Neuguinea, derselbe ebenda XIX S. 196—202 Taf, 5 Fig. 8, 10, 11 und
Taf. 8 Fig. 2.
Nanina ÄrtZan^ana, Martens Conchol. Mittheil. 11 S. 134, 135 Taf. 25
Fig. 8 — 12. Insel Salanga.
Nanina Egbertae, Martens Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 81.
Taburi, südöstliches Neuguinea.
Nanina Ribbei, Dohm ebenda X S. 344. Maros, Celebes.
Nanina (Xesta) Sibylla, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova
XX S. 172 Taf. 1 Fig. 2, 3. Geschlechtsorgane Fig. 9. Kandari, Insel Celebes.
Nanina Easllakeana, v. MöllendorfF Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 101 und Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 372 Taf. 12 Fig. 2.
Provinz Fudshien, China.
Macrochlamys Bens. 1832 Godwin - Austen bespricht die Literatur-
geschichte dieser Gattung, deren typische Art, M. Indica Bens, auch ui'-
sprünglich der Gattungsbeschreibung von Nanina Gray 1834 zu Grunde liegt,
und behandelt die vorderindischen Arten, welche er folgendermassen gruppirt:
1 ) kuglig-konisch, glatt, klein : longicauda *, Cherra Pongee, North Khasi
und North Cachar hills, Nengloensü* , Naga hills, Koliaensis,
Assam, Roberti, Naga hills, Dorani, North Khasi, Tanirensis, Pik
Tunir, 4400 Fuss, rusticula, North Khasi, planiuscula Hutt., Dnr-
jilingensis Nevill mscr. und molecula Bens.
2) kuglig-konisch, fein längsgestreift: umbratic.ola, Cachar hills, perpaula
Bens., Kandiensis Nevill mscr., Ceylon, pongee Theob., paccUa und
enata, Naga hills, faceta und sato, Dafla hills, originaria, Munipur
und ? anonae, Calcutta.
3) gross, kughg oder flach kuglig, mit welligen, durch glatte Zwischen-
räume getrennten Längsstreifen: Indica* Bens., petrosa Hutt.,
splendens Hutt., Shongorensis, Pik Shongor, und ? choinix Bens.
4) ebenso, aber die Längsstreifen warzig: exul Theob. = Andamanensis
Tryon und prona Nevill.
5) Gestalt ebenso, Sculptur feine regelmässige Längsstreifen : Hardwtckei*,
Calcutta, mit mehreren Varietäten, Lhoiaensis , Naga hills, npipa-
rus\_-ra\ Darjiling, und kala*, westliches Bhutan.
6) flach kegelförmig, mittelgross, ganz platt: resplendens Phil., ? con-
septa Blanf., Jainiana, Manbhum und Purisnath, ? politissima Pfr.,
atricolor* Godw. Aust. , Cacharica* , Munipur, lubrica Bens., und
koliaensis* , Assam (letzterer Name schon für eine andere Art in
der ersten Gruppe vergeben).
7) grob längsgestreift; Seitenzähne der Radula gerade und einspitzig:
M. castaneolimbata*, Assam.
8) Gross, kuglig oder flach kegelförmig, gegittert oder warzig: M. Dnlin-
gensis*, westliches Bhutan,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 591
Alle diese Arten abgebildet, die mit * bezeichneten auch anatomisch unter-
sucht. Godwin - Austen , Land and freshwater Mollusca of India III und
IV S. 76—122 Taf. 14, 17—29, 35 und 40.
Macrochlamys superlita (Morelet als Helix). — M. ? cincta Müllend.
und nitidissima, alle von China, mit anatomischen Beschreibungen der
beiden ersteren von Jickeli, 0. v. Möllendorff Jahrb. d. Malak, Gesellsch.
X S. 358 — 363, M. cincta abgebildet Taf. 12 Fig. 1, alle von China, die
letztere auch im Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 98.
Ariophanta Desmoul. , Gattungscharaktere erörtert und die vorder-
indischen Arten aufgezählt, von A. interrupta Bens., immerita Blanf. , re-
trorsa Gould und intumescens Blanf. Abbildungen der lebenden Thiere
und anatomische Notizen, Godwin - Austen a. a. O. S. 132 — 142 Taf. 33
bis 36. — Die Arten aus Niederländisch -Indien, welche Semper in diese
Gattung stellt, hält der Verfasser für nicht dahin gehörig.
Oxytes Ffr., Gattungsbeschreibung und Aufzählung der vorderindischen
Arten ; von 0. oxytes Ffr., cycloplax Bens, und orobia Bens., Abbildungen
der Schale und anatomische Einzelheiten. Godwin- Austen a. a. O. S. 123
bis 131 Taf. 30 — 32.
Thapsia euriomphala [euryomph.], Bourguignat Malacologie de l'Abys-
sinie S. 13 Taf. 7 Fig. 17, 20. Berg Zeboul, Abessinien.
Helicarion Helenne, Sidney, zu der typischen Abtheilung dieser
Gattung gehörig, anatomisch beschrieben von Godwin -Austen, Land and
freshwater Moll. India IV. Theil S. 146 Taf. 41. Rechter und linker
Rückenlappen sehr gross ; Fuss nicht scharf gekielt ; kein Ffeilsack. —
Helicarion praecellens und nucleatus Stolitzka, Martens Conchol. Mitthei-
lungen'H S. 132 Taf. 25 Fig. 1 — 7. Insel Salanga. — Helicarion im-
perator Gould, var. imperutrix, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Ge-
sellsch. 1883 S. 49. Hongkong. — Helicarion Boettgeri, Hilber Sitzungsber.
d. Akademie Wien LXXXVIII S. 1355 Taf. 4 Fig. 4. Provinz Se-
tschuen, China.
Austenia Nevill, Untergattung von Helicarion, ihre Charaktere her-
vorgehoben, Schalenlappen rings am Mantelrande verbunden, eine ununter-
brochene Kante auf dem Fussrücken; Pfeilsack immer vorhanden. A.
planospira* Bens., Bensoni Ffr., mit var. aylhetensis*, salia Bens, mit var.
ovata Darjiling, A. ? Panchetensis, Unter-Bengalen, papillaspira, Berge von
Nord-Khasi und ? globosa Godw. -Aust. , die mit Stern bezeichneten Arten
sind anatomisch beschrieben, Godwin-Austen Land and freshwater Mollusca
of India IV S. 148—154 Taf. 36—38.
Africarion neue Untergattung von Helicarion , Mantellappen fein
warzig, rechter Rückenlappen klein, linker sehr gross, die Kante des
Fussrückens gleich hinter der Schale nach vorn gegabelt, so dass die
Schale in einer länglichen, dreieckigen Vertiefung ruht. Radula ähnlich
derjenigen von Macro^ilamys , kein Ffeilsack. A. pallens Morelet (als
Helicarion), aus Abessinien, Godwin-Austen a. a. 0. S. 154—156 Taf. 42.
592 Prof. E. V. Malten s: Bericht über die Leistungen in der
Helixarion [Helicarion] Raffrayi, Bourguignat Malacologie de l'Abys-
binc S. 9 Taf. 7 Fig. 12—14. Berg Zeboul, Abessinien.
Stenopus? Helix Comorensis Morelet, Thier beschrieben, Morelet
Journ. de Conchyliologie XXXI S. 205 Taf. 8 Fig. 12.
Durgella Blanf. Gattungs- Beschreibung, Kadula ähnlich derjenigen
von Sitahi, D. levicula Bens, typische Art, minuta Godw. Aust. (1876
als Helicarion) und Khasiaca , West Khasi Hills, die beiden letzteren ana-
tomisch beschrieben. Godwin Austen a. a. 0. S. 142 — 145 Taf. 39.
Trochomorj)ha sculpticarina, Martens Conchol. Mittheilungen II S. 136
Taf. 25 Fig. 13—16. Insel Salanga.
Sitala Ballidna Nevill mscr., Madras, uvida, placüa, subnana, ? creni-
rincta, intunsa, recondita, Khasi-Berge, Godw. Austen Land and Freshwater
Mollusca of India HI S. 74-76 Taf. 13 Fig. 1 — 6, Taf. 14 Fig. 3 und
6 und IV S. 145 Taf. 38 Fig. 4 (Radula).
Sitala trochulus und turrita, v. MöllendorlF Nachrichtsbl. d. Malak.
Gesellschaft 1883 S. ini und Jahrb. d. Malak. Gesellschaft X S. 369
bis 371. Südliches China. — Sitala Ruf/rar/i, Bourguignat Malacologie
de l'Abyssinie S. 14 Taf. 7 Fig. 15, 16. Berg Zeboul, Abessinien.
Kaliella Lailangcotensis, Kezumahensis, Burrailensis und ruga, Naga-
Berge, NevW, Darjiling, Leühiana , Ceylon, Dikrangensis , Assam,
Nongsteinensis und Ttruiana, nördliche Khasi -Berge, und Chenel/i, Naga-
Hills, und conula Blanf., Cachas-Berge, Radula nur von den beiden erstcren
bekannt, die andern darum etwas zweifelhaft bctrefls ihrer systematischen
Stellung. Godwin Austen, Land and Freshwater Moll, of India III S. 68
bis 73 Taf. 15 und 16 Fig. 1 — 6 — Kaliella Kezamaensis, Radula be-
schrieben von Godwin Austen ebenda S. 146 Taf. 38 Fig. 5. — Kaliella
rupicola und depressu , v, MöllendorlF Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 100 und Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 367 — 369 Taf. 12
Fig. 5 und 6. Südliches China.
Thalassia? propin<jua, Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 137.
Neuseeland.
Macrocyclis HetnpMllt, Binney Bull. Mus, Compar. Zoolog. XI S. 137
Taf. 2 Fig. M. Oregon.
Leucochroa cariosula Mich. var. velula , Oran , und L. fimbriata
Bourg. var. myopa , Palästina, Westerland Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 57.
Zonites verticillus var. Corcyrensis, Böttger Jahrb. d. Malak. Gesellsch.
X S. 315. Corfu.
Hyalinia (Retinella) Swanetica , Suctnacia , KuLaisiana Mouss. var.
h-ansitans , reticulata neuer Name für Mingrelica Böttg. nicht Mouss. und
Mingrelica Mouss. = Pontica Büttg. , alle von Transcaucasien , sowie eine
analytische Tabelle aller bekannten transcaucasischen Arten. Jahrb. d.
Malak. Gesellsch. X S. 148 — 156 Taf. 5 Fig. 2—4.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahrea 1883. 593
Hyalinia (Retinella) Simoni, Böttger Berichte des Oftenbacher Vereins
für Naturkunde XXII S. 165 Taf. l Fig. 1. Baalbeck.
Hyalinia cellaria Müll, neue Varietät, lucida Drap. var. Isseliana
Paulucci und var. Blauneri Shuttl. , H. Faulucciae und Guidonii, Apuanen,
Stefani ßulletino della Soc. Malac. Italiana IX S. 25 — 30.
Hyalinia Westerlundi (Cafici mscr.), Westerlund Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 51. Sicilien. — H. alliaria Müll. var. Cantubricn, Bilbao,
glabra Stud. var. Hungarica , Ungarn , perspectiva Blanc , var. parma,
Otranto, nitens Mich. var. Messmanni, Kärnthen, icterica Tiberi var.
Parihenopaea , Neapel, AUeryi Paul. var. hemispherica ^ Sicilien und incerta
Drap. var. vafra, Bayonne, derselbe ebenda S. 55, 56.
Hyalinia olearis, Westerlund Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1883
S. 167. Schweden und Dänemark.
Hyalinia Oscari = Natolica von Bielz, nicht Albers, Kimakowicz
Verhandl. d. Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften XXXHI
S. 9. Siebenbürgen.
Hyalinia Calpica und Daulhezi, Kobelt Journ. of Conchology IV
S. 3, 4, Gibraltar.
Hyalinia diaphanella Krj-n. = Taurica, Clessin, planaria und Kry-
jnicki, Clessin Malak. Blatt. (2) VI S. 41 — 43 Taf. 2 Fig. 12, Taf. 3
Fig. 2 und 4. Krim.
Hyalinia (Polita) nitelina Bourg. , Haiffa und Tyrus ; aequata Mouss.
ist wahrscheinlich eine Varietät derselben; beide zeigen öfters im Jugend-
zustand lamellenartige Knötchen in der Mündung. H. (P.) camelina Bourg.
= frondosula Mouss. var. depressa, Brumana in Syrien, Böttger Berichte
des Offenbacher Vereins für Naturkunde S. 166, 167.
[Hyalina] Zonites nitidus Müll, und excavatus Bean, Pfeile beschrieben
durch Ch. Ashford, Journ. of Conchology IV S. 108 — 110 Taf. 3 Fig. 1
bis 10.
Hyalinia (Euhyalinia) arctispira , obtusa und (Vitrea) minura , Japan,
Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 49, 50.
HyaHna electrina Gould, von Alaska und Minnesota, Reinhardt
Sitzungsberichte d. Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1883 S. 40.
Hyalina subrupicola, Binney Bulletin of the Mus. of comp. Zool. XI
p. 140. Aus einer Höhle in Utah.
Hyalina Aruensis, Tapparone - Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX
S. 96 Taf. 2 Fig. 8—10. Aru-Inseln.
Hyalinia (Comulus) fulva vieler Autoren ist nicht 0. Fr. MüUer's
Helix fulva, Westerlund Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1883 S. 173.
[Schon längst durch andere Conchyliologen festgestellt und darum fulva
Drap, geschrieben vom Berichterstatter in Albers' Heliceen 1860 und
Kobelt's Catalog 1881.]
Hyalinia (Conulus) Bourguignati ^ Stefani Bulletino Soc. malacol,
Italiana IX S. 40. Apuanen.
594 Prof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
Conulus, in folgende Untergattungen cingetheilt:
1) Discoconulus neue Untergattung, gedrückt, ohne Kiel, mit vielen
Windungen, C. sinapidium Reinh., Gundlachi Pf. u. s. w.
2) Euconulus neue Untergattung , kuglig - conisch , ohne deutlichen Kiel,
C. fulvus Drap. u. s. w.
3) TrochoconuluK neue Untergattung, kreiselförmig , gekielt, C. labilis
Gould., semen-lini Moric. u. s. w.
O. Reinhardt, Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1883
S. 85, 86.
Hyalina (Conulus) praticola , Norddeutschland , pupula Gould , Tschu-
ktschen- Halbinsel, chersina Lay, östliches Nordamerika, Steamsi Blaud,
Alaska und Oregon und trochulns, Texas, alle nahe verwandt, aber unter-
schieden von fulva Drap, Reinhardt ebenda 1883 S. 40 — 42.
Conulus arnplus, ohtusangidm und circumcinctus, alle von Japan, sowie
Notizen über andere japanische Arten von 0. Reinhardt, ebenda 1883
S. 83—85.
Zonites udvaricus Servain ist der Jugendzustand von Hyalina cellaria
Müll., Hazay Malak. Blatt. (2) VI S. 188.
Zonites Upsoni Calkins 1880 ist wahrscheinlich der Jugendzustand
von Vertigo ovata Say. Binney, Bull. Mus. Compar. Zoology XI S. 149,
1 50. — Zonites Wheatleyi und pet7-oph{lus, Blaud Annais of the New York
Acad. of Science II S. 369, mit Abbildung, die letztere auch in Bull.
Mus. Comp. Zool. XI S. 141 Taf. 1 Fig. F. Tennessee. — Zonites
Lawi, Tennessee und Nord -Carolina, Binney Bull. Mus. Comp. Zool. XI
S. 142 Taf. 2 Fig. E und neue Abbildungen einiger andern nordameri-
kanischen Arten ebenda, Fig. A — G.
Pkacussa, neue Gattung, ohne nähere Definition von Hutton vorge-
schlagen für zwei neue Arten, Zonites? Helmsi, Neuseeland, \xm\ fulminala,
Stewart-Insel, hornbraun, roth gezeichnet, eng genabelt, gerippt oder ge-
streift, Kiefer gerippt, Zähne, wie es scheint, nach dem Typus der Oxy-
gnathen. Trans. New Zeal. Inst. XV S. 137, 138.
Vitrina pellucida Müll. var. Brunnensis, 7 mm. gross, von Brunn,
Ulicny Malak. Blätter (2) VI S. 200 — 263.
Vitrina Kotulae, Westerlund Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 54.
Tatra, Karpathen.
Vitrina exilis Morel., von Alaska, unterschieden von pellucida Müll.,
Krause Sitzungsberichte der Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1883
S. 36.
Vitrina nivalis Charp. = alpestris Clessin, Kleiner St. Bernhard und
Mont Cenis, Böttger Berichte des Offenbacher Vereins für Naturkunde
XXn S. 159.
Vitrina annularis Stud. , von der Krim , Clessin Malak. Blatt. (2) VI
S. 41 Taf. 3 Fig. 8, Radula Fig. 9.
Vitrina Milne-Edwardsiana^ Raffrayi und lierbini, Bourguignat Mala-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 595
cologie de l'Abyssinie S. 18—23 Taf. 7 Fig. 1—3 und 7 — 9. Hamacen
und Abouna-Yousef, Abessinien.
Vitrina ainoena, Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 397
Taf. 10 Fig. 2. Angola.
Vitrinozonites (ßinney 1879) latissimus Lewis, lebendes Thier und
Radula, Binney Bull. Mus. Comp. Zoology XI S. 145 Taf. 3 Fig. A,
Geschlechtsorgane Fig. B, Radula Taf. 1 Fig. H.
Viquesnelia Atlantica Morel., von den Azoren, anatomisch beschrieben
von Arrudo Furtado, Joraal de sciencias math. phys. nat. da Acadcmia
de Lisboa vol. VIII No. XXXII März 1882 S. 305 — 309 mit 1 Tafel,
Kiefer glatt, ohne mittlem Vor&prung; Zähne lang, schlank, der Mittel-
zahn kleiner, die Seitenzähne etwas stumpf, zweispitzig, die Randzähne
sehr lang zugespitzt.
Parmacella Olivieri Cuv., anatomische Beschreibung von H. Simroth :
Zwei Eiweissdrüsen , kein Pfeil aber statt dessen zwei bleibende Muskel-
schläuche, welche als Reizorgan wirken; der Verfasser hält diese Gattung
für die höchststehende unter den Pulmonaten. Jahrb. d. Malak. G eselisch.
X S. 1 — 47 Taf. 1.
Limax, vorläufige Notiz über die Unterscheidung der in Deutschland
vorkommenden Limax-Arten von H. Simroth, Berichte der Naturforschenden
Gesellsch. in Leipzig 1883 Februar.
Limax Transsilvanicus Heynemann 1863 = Schwab! Frauenfeld 1864,
im nördlichen Ungarn, Farbenvarietäten und anatomische Beschreibung,
Hazay Malak. Blatt. (2) VI S. 100—109 Taf. 5 und 6. — Limax agrestis
var. niger , Darker Buttereil Journ. of Conchology IV S. 27 und 65.
Beverley, England. — Limax gyratus mit var. Bergemis, Westerlund
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 167. Rönneby in Schweden
und Bergen in Norwegen.
Limax Dymiczewiczi Kaleniczenko, von der Krim, Radula beschrieben
von Clessin, Malak. Blatt. (2) VI S. 40 Taf. 2 Fig. 8.
Limax eustrictus Bourg. und berytensis Bourg., Notizen über dieselben,
Böttger Berichte des Offenbacher Vereins für Naturkunde XXII S. 163
bis 165.
Limax (Heynemannia) Conemenosi Böttg., Zusätze zu dessen Be-
schreibung, Böttger Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 322.
P(iralim«x neue Untergattung von Limax, Athemöffnung vor der
Mitte des Schildes. L. (P.) intermitiens , Böttger Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. X S. 145. Swanetien und bei Kutais.
Amalia Hessei Böttg., Zusätze zu deren Beschreibung von Böttger,
ebenda X S. 321.
Amalia Kdlenzkoi, Clessin Malak. Blatt. (2) VI S. 39 Taf. 2 Fig. 1 1 . Krim.
Gigantomüax neue Untergattung von Amalia, Schild hinten nicht ein-
gekerbt und ohne Ringfurche, A. (G.) Lederi, 59 mm. lang, Böttger Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 143 Taf. 4 Fig, 1. Swanetien, Transcaucasien,
596 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Urocyclus Coraorensis Fischer, Morelet Journ. de Conchyliologie
XXXI S. 190 Taf. 8 Fig 1. — Urocyclus sp., von Nossi-Be, derselbe
ebenda S. 54.
Elisa neue Gattung, äussere Form wie bei Limax, aber mit einem
offenen Schlitz auf jeder Seite am hintern Ende des Schildes , eine innere
Schale mit beinahe mittelständigem Kern, Kiefer glatt mit mittlerem Vor-
sprung, lladula wie bei Helix, E. belli, Madagascav, Heynemann Jahrb.
d. Malak. Gesellsch. X S. 47—50 Taf. 2 und 289—312 Taf. 9.
Aspidelus neue Gattung, Corpus limaciforme, postice attenuatum,
compressum, dorso carinatum, foraminatum, fovea mucipara terminali
praeditum: Clypeus mediocris, gibbus, marginibus breviter liberis: Cavitas
pulmonaria ad marginem medianum clypei. Testa externa, mjtiliformis,
superne convexa, subtus concava, tenuissima, non spiralis, postice in
uucleum cucuUatum clypeo adhaerentem desinens. A. Chaperi , Assinia,
Guinea, Morelet Journal de Conchyliologie XXXI S. 395 Taf. 10
Fig. 1.
Vega neue Gattung, limaxförmig, hinten gekielt und mit einer
Schleimpore. Schild mit netzartiger Skulptur, vorn frei, rechts zweilappig
(Kiefer und Radula nicht beschrieben). V. NordenskwlJi, Ceylon, Wester-
lund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 164.
Arionidae. Arion ater var. nlbolateralis , Camarvonshire und albida,
Westmoreland, Tenison-Roebuck Journ. of Conchology IV S. 39, 40.
Arion, vorläufige Notiz, betreffend die Artunterscheidung des A. hor-
tensis und subfuscus von empiricorum Fer. von 11. Simroth, Berichte der
naturforschenden Gesellsch. Leipzig 1883 Februar.
Hemphillia, verbesserte Gattungs-Beschreibung von Binney, Bull. Mus.
Comp. Zool. VI S. 130 Taf. 3 Fig. H.
Agnatha. Selenochhimys neue Gattung, Schild (Mantel) sehr klein,
nahe dem hintern Ende des Thiercs, er enthält in seinem vordem Tlieil
rechts die Athemöffnung. Keine innere Schale. S. pallida, von Kutais,
Transcaucasien. Böttger, Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 142 Taf. 5
Fig. 1. Radula nicht beschrieben.
Testacella hahotidea F. B. 25 Exemi)lare verzehrten in 24 Stunden
25 Regenwürmer und eine gleiche Zahl von Limax agrestis, J. E. Lowe
Report of the British Association 53 meeting 1883 S. 549. — Testacella
vagans, Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 140. Neuseeland.
Daudebardia brevipes Dr., Eisenberg im Altenburgischen , Ehrmann
Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 93 und Malak. Blatt. (2) VI
8. 62. — Daudebardia Transsylvanica Bielz, wahrscheinlich ein Jugend-
zustand von D. Langi Ffr., Böttger in Kimakowicz Vcrh. des siebenbürg.
Vereins für Naturwissensch. XXXIU S. 3 — 5.
Daudebardia Böttgeri, Clessin Malak. Blätter (2) VI S. 38 Taf. 2
Fig. 9, 10, Radula Taf. 3 Fig. 10. Krim. — Daudebardia Saulcyi Bourg.,
Beirut und Haiffa; D. Gaillardoti Bourg. ist wahrscheinlich ein Jugend-
Naturgeschichte der MoUuöken während des Jahres l!:*83. 597
zustand derselben, Bottger Berichte des Offenbacher Vereins für Natur-
kunde XXII S. 162, 163.
Rhylida putula und c i Irina , Neuseeland, auslralis, Stewart -Insel,
Hutton Trans. New Zeal. Inst. XV S. 138, 139.
Glandina Guadeloupensis Pfr. mit einer neuen Varietät, Mazc Jouvn.
de Conchyliologie XXXI S. 9 Taf. 1 Fig. 3, 4. Guadclouiic.
Leptinaria Beck, gehört rielleicht zu den Testacelliden und Lamellaxis
Strebel ist kaum davon unterschieden, H. Dohrn Jahrb. d. Malak. Ge-
sellsch. X S. 354.
Ennea H. und A. Ad. ist ursprünglich = Huttonella Pfr.; E. Rdf-
frayi Anderta , Abessinien ; E. denticulata Morel, umfasst als Varietäten
papillifera und Hildebrandti Jickeli und eine neue Varietät: Hamacenica,
Bourguignat Malacologie de l'Abyssinie S. 75 — 78, die erste Taf. 10
Fig. 88 — 91. — Ennea sulcifera, Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 401 Taf. 10 Fig. 6. Landana, Mündung des Flusses Zaire. — Ennea
sjireta, sesamum, dentiens und microdina, Komoren; E. anodon Pfr. dunkle
Varietät und E. pusilla Morelet nicht genügend unterschieden von Marici,
Mordet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 197—199 Taf. 8 Fig. 2—6.
— Ennea microstoma Müllend. (1881 als Pupa) und splendens Möllend.,
südliches China, abgebildet; auch Pupa strophiodes Gredl. gehört zu
Ennea; eine Art von Japan angekündigt, v. MöUendorff Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. X S. 277—279 Taf. 10 Fig. 10, 11. — Ennea Kervwrganli,
Ancey Le Naturaliste 1881 S. 373. China.
Raffriiya neue Gattung, Schale glasaitiig, vertikal gerij)pt, oben
stumpf; Mündung zwei- oder drcizähnig, Aussenrand verdickt. 11. filicosta
(Morelet als Carychium) , Angola und Milne - Edwardsi, Abouna Youscf,
Abessinien, Bourguignat Moll, de l'Abyssinie S. 66 — 69, die letztere
Taf. 10 Fig. 84—87.
Streptaxis Lemyrei und pellucens Pfr. , neue Varietät, Morelet Journ.
de Conchyliologie XXXI S. 104, 105 Taf. 4 Fig. 1 und 2. Cambogia.
— • Streptaxis Sinensis Gould, mehrere Varietäten in Grösse, worunter
erythroceros MöUend., Str. costulatus Möllend., beide in Süd -China und
bidens, Insel Hainan, v. MöUendorff Jahrb. d. Malak. Gesellsch. S. 272
bis 276 Taf. 10 Fig. 7-9, die letztere auch im Nachrichtsbl. d. Malak.
Gesellsch. 1883 S. 67.
Vaginulidae. Vaginula sHhaspera, Insel Nossicomba bei Madagaskar
und Comorensis, Insel Mayotte, Fischer Journ. de Conchyliologie S. 55,
die letztere Taf. 2 Fig. 3. — Vaginulus reticulatiis , Westerlund Nach-
richtsbl. Malak. Gesellsch. 1883 S. 49. Ceilon. — Vaginulus Stuxherfji,
derselbe ebenda 1883 S. 165. Kalias, Borneo.
Veronicella prismatica^ Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova
XIX S. 207 Taf. 11 Fig. 6 — 8. Insel Sorong, Neuguinea.
Rathouisia neue Gattung, typische Art: Vaginulus sinensis Heude,
kur^e Beschreibung, Heude Journ. de Conchyliologie XXXI S. 394.
598 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Auriculacea. Pythia chrysostoma, Südliüste von Neuguinea, und obe-
sula, Kei Inseln, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX S. 237,
238 Taf. 1 Fig. 25—30.
Cassidula Sowerbiana Pfr-, Aru Inseln, derselbe a. a. 0. XIX S. 227,
Holzschnitt. — Auricula helvacea Phil, von Australien und Neuguinea,
derselbe a. a. 0. XIX S. 219, 220, Holzschnitt.
Melampus hyalinus, Moi'elet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 200
Taf. 8 Fig. 15, Mayotte; — M. concretus, Mayotte und Neu-Caledonien,
derselbe ebenda S. 206.
Leuconia Hempilli, Dali Proc. Un. St. Nat. Mus. VI S. 323 Taf. 10
Fig. 6. Florida, auf Schlammäächen.
Limnaeacea. Physa humerosa, heterostropha und virgata gehen voll-
ständig ineinander über in der Colorado-Wüste, Dali Science vol. I No. 7
S. 202. — Varietäten der ersteren Art in demselben Distrikt, Steama
Americ. Naturalist XVII S. 1016—1018, Holzschnitt.
Physa sp. sp., von Cooper's Creek, Central-Australicn, Sänger Americ.
Naturalist XVII S. 1184, mit Holzschnitt.
Physa (Plesiophysa) Guadeloupensis Fischer und striata Orb. , bio-
logische Notizen über dieselben, Maze Journ. de Conchyliologie XXXI
S. 30, 31.
V
Fhysaslra neue Untergattung von Physa , limnäenfürmig , linksge-
wunden , mit hinfälliger weicher Schalenhaut. Ph. vestita , Great Kei
Island, bei Neuguinea, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX
S. 245, 246 Taf. 1 Fig. 20, 21.
Physa hypnorum L. var. picta, Krause Sitzungsber. Gesellsch. Nat.
Freunde Berlin 1883 S. 33. Tschuktschen-Halbinsel.
Aplecta Sowerbyana Orb. neue Varietät von Guadeloupe, Maze' Journ.
de Conchyliologie XXXI S. 30 und 45.
Planorbis, S. Clessin setzt seine Monographie dieser Gattung in der
neuen Ausgabe von Chemnitz 320. Lieferung, S. 95—110, Taf. 18 — 22
fort und behandelt hauptsächlich die Gruppe von PI. albus Müll. Nicht
früher schon abgebildet sind die folgenden Arten: dispar, Westerl.
Schweden S, 103 Taf. 19 Fig. 10; refulgens Dkr. , Salleanus Dkr. und
Rüsei (Dkr. mscr.), Westindien und Kühnerianus Dkr., Surinam, S. 106
bis 109, abgebildet auf Taf. 16 und 17, welche in einem früheren Theil
enthalten sind.
Planorbis contortus Müll., lebhaft röthliche oder scharlachrothe Va-
rietät durch die Farbe des Thiers veranlasst, bei Leeds, Nelson Journ. of
Conchology IV S. 128.
Planorbis contortus L. var. spondyloides , Weinland Jahreshefte d.
Vereins für Naturwissenschaften in Württemberg 1883 S. 122, mit Holz-
schnitt. Schönthal in Württemberg.
Pianoibis lineatus [nitidus Müll.], isnere Verdickungen auch in halb-
erwachsenen Exemplaren, Taylor Journ. of Conchology IV S. 37.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 599
Planorbis Tiberii, Apenninen des nördlichen Toscana , und Pauluc-
cianuB Caroti, Apuanen, Stefani Bulletino della Soc. Malac. Italiana IX
S. 176, 177.
Planorbis (Hippentis) Syracusanus Cafici mscr. , Westerlund Nach-
richtsbl. d, Malak. Gesellsch. 1883 S. 169. Anapo-Fluss, Sicilien.
Planorbis Antiochiamis, Locard Annalcs du Musce de Lyon III S. 262
Taf. 23 Fig. 5 — 6. See von Antiochia.
Planorbis exustus var. maculatus, PI. Socoirensis und Cockburni, alle
von Sokotra, Godwin - Austen Proc. Zool. Soc. 1883 S. 3, 4 Taf. 1
Fig. 1—3.
PI. (Gyraulus) liratus, derselbe ebenda 8. 165. Ceylon.
Planorbis (Gyraulus) illibatus und hiemanlinm, Japan, demis.ius und
associatus, Ceylon, (Segmentina) mica, Japan, spirodelus, Ceylon und (Hip-
pentis) versicolor, Ceylon, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 53 — 55.
Planorbis iu7-binellus, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX
S. 248 Taf. 1 Fig. 22 — 24. Aru-Inseln.
Planorbis Herbini und Aetkiopicus , letzterer = costulatus var. von
Jickeli, Bourguignat Malac. Abyssine S. 101. Abessinien.
Planorbis Hildebrandti, Martens Jahrb. d. Malak. Gesellsch. X S. 83.
Madagascar.
Caillaudia neue Gattung, unterschieden von Planorbis durch ein etwas
vorstehendes Gewinde. C. Letourneuxi Bourg. 1879, Unter-Egypten , und
C. angulata, Hamacen, der letztere = Planorbis costulatus, var. von Jickeli,
Bourguignat Malac. Abyssine S. 128, 129 Taf. 8 Fig. 49—52.
Pompholyx, Varietäten mit glatter und gerippter Schale in einander
übergehend, einige genabelt, von einer kalkigen Ablagerung in Nevada,
Dali Science vol. I No. 7 S. 202.
Kritische Bemerkungen über Bourguignat's und Servain's Klassifikation
von Limnaea, Hazay Mal. Blatt. (2) VI S. 190—194.
Limnaea palustris var. fasciata, Nelson Jouni. of Conchol. IV S. 26,
Leeds und var. globosa, Taylor ebenda S. 84 Taf. 1 Fig. 4. Enfield.
Limnaea peregra var. stagnaliformis , Taylor Journ. of Conchology
IV S. 82 Taf. 1 Fig. 2. Flamborough, Yorkshire.
Limnaea peregra var. Bumetti Aid. im Loch Skene, Miss J. Hele
Journ. of Conchol. IV S. 124. — Limnaea peregra Müll. var. Antixiamte,
Stefani Bulletino Soc. Mal. Ital. IX S. 172. Antisciana, Apuanen.
L. truncatula , über ihren Parasiten , die Larve des Leberegels,
siehe oben S. 533.
Limnaea Taurica, Clessin Mal. Blätter (2) VI S. 50 Taf. 2 Fig. 5, Krim.
Limnaea onychia, Westerlund Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1883
S. 52. Biwa-See, Japan.
Limnaea Scolaris, Westerlund ebenda 1883 S. 165. Port Clarence,
Nordwest-Amerika.
ßOO Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Limnaea Axiuca, Orontes-Fluss , Antiochiana^ See von Antiochia; L.
Lagodeschina (Bourg. mscr.) , Tripolitana (Letoumeux mscr.), caUopleura,
Reneana, Chanirei, Homsiuna, lagotiformis , suhpersica und peregriformis,
See von Homs, Locard Annalcs du Musee de Lyon III S. 263, 264 und
278 — 286 Taf. 23 Fig. 8 — 43.
Limnaea Caillaudi, acroxa, Alexandrina, Raffrayi, Aethiopica und
Africana Rüppell mscr., Bourguignat Malacol. Abyssine S. 89 — 96 Taf. 10
Fig. 94 — 101, Abessinien, die erste nahe stagnalis L. und im Dembea-See.
Ancylus fluviatilis und lacustris anatomisch untersucht von B. Sharp,
Proc, of the Acad. of nat. Sc. at Philadelphia 1883 S. 214—240, mit
einer Tafel. — A. lacustris var. albida, in England, Ashford Journ. of
Conchology IV S. 13.
Ancylus amnicola, Stefani Bulletino de la Soc. malacol. Ital. IX
S. 179. Apuanen und Apenninen.
Ancylus Hamacenicus neuer Name für compressus Jickeli, non Par-
reyss nee Nyst, Bourguignat Malacol. Abyssine S. 84.
OncMdiacea. Oncidiella (Gray), Tapparone - Canofri hält an den von
Gray gegebenen Gattungscharakteren fest, gegenüber den Einwürfen von
Semper (1877) und macht auf die Verwandtschaft dieser Familie mit den
Limnaeaceen aufmerksam. 0. tabularis neuer Name für Onchidium pla-
natum Quoy u. Gaim. Ann. del Mus. civ. di Genova XIX S. 208—212.
Nudibranchia.
Tritouiadae. Marionia Vayssiere 1877, allgemeine Form von Tri-
tonia, Stirnsaum mit vielen zusammengesetzten fingerförmigen Fortsätzen.
Magen mit starken Kalkplatten versehen. M. quadrilatera Schultz und
Blainvillea Risso (beide als Tritonia) = decaphylla Cantr. = Berghii
Vayss., beide aus dem Mittelmeer und anatomisch beschrieben. M. af Jinis,
Neapel und M. tethydea, Delle Chiaje, sowie acuminata Costa, Costae imd
Meyeri Verany sind zweifelhaft betreffs ihrer Artverschiedenheit von den
beiden vorigen. Tritonia elegans Audouin = glauca Leuckart und T.
cyanobranchiata Leuckart, beide aus dem rothen Meer, gehören wahr-
scheinlich auch hierher. Bergh, Mittheilungen d. zoolog. Station in
Neapel IV S. 303—326 Taf. 1.
Tethys leporina L., Lebensweise, Schwimmen, Nahrung, ebenderselbe
Verhandl. d. zool.-bot. GeseUsch. Wien XXXII S. 67, 68.
Dendrouotidae. Lomanotus Eisigii, Trinchese Rendiconto dell' Ac-
cademia di sc. fis. di Napoli 1883 Heft 3. Mittelmeer.
Meliboeidae. Doto coronata Gmel., Costae, Cornaliae, rosea, axirea,
cinerea, splendida und Paulinae von Genua, Trinchese Aeolididae (s. den
vorigen Bericht S. 369) II S. 89—96 Taf. 52 — 61.
Aeolididae. Beobachtungen über die Entwicklungsgeschichte, Be-
schreibung der Eier und Embryonalschalen von Ercolania Siottii, Cory-
phella Laiidsburgii , Amphorina coerulea, Janus cristatus und Favorinus
Naturgeschichte der Mollusken wahrend des Jahres 1883. GOl
albus von S. Trinchese in seinem Werk Aeolididae del Porto di Genova
n S. 106—109 Taf. 72 — 80.
Aeolidiella (Bergh 1867) glauca Aid. u. Hanc. , äussere Kennzeichen
and anatomische Beschreibung, Trinchese a. a. 0. 11 S. 23 — 30 Taf. 6 — 8.
Bei-ghia (Trinchese 1877) coeruleseens Laurillard = Flabellina ver-
rucicornis Costa, Aeusseres und Anatomie, derselbe ebenda II S. 5 — 22
Taf. 1 — 5.
Coryphella Landsburgii Aid. u. Hanc. und lineata Lovcn, derselbe
ebenda U S. 97 — 105 Taf. 62—70.
Facelina punctata Aid. u. Hanc, Drummondii Thomps. = Panizzae
und Janii Verany = gigas Costa, und F. coronata Forbes, ausführlich
beschrieben von Trinchese a. a. 0. II S. 31 — 66 Taf. 9 — 30 a xmd 71.
Favorinus albus Aid. u. Hanc. und versicolor Costa, derselbe ebenda
II S. 67 — 74 Taf. 31—35.
Janus cristatus Delle Chiaje, derselbe ebenda II S. 75—88 Taf. 36
bis 51.
Aeolis ffracilis, Kirk Trans. New Zeal. Inst. XV S. 217, mit Holz-
schnitt. Neuseeland.
Calliopaea felina, Hutton ebenda S. 133, mit Holzschnitt. Neu-
seeland.
Limapontiadae. Ueber Pelta s. am Ende der folgenden Ordnung.
Monopleurobranchia.
Actaeonidae. Actaeon twrittis, St. Thomas in Westindien, 390 Faden,
omabüls, westlich von den Azoren und bei den kanarischen Inseln, 1000
und 1125 Faden, austrinus, Bassstrasse, 38 — 40 Faden, A. (Actaeonina)
cdentulus, Kerguelen, 60 Faden, und chariis, Azoren, 1000 Faden, A. (Buc-
cinulus) cinereus, Viti-Inseln, 12 Faden, B. Watson Journ. of the Linnean
yoc. XVn S. 284 — 289.
Ringiculidae. Seguenza hat in einer ausführlichen Arbeit über die
tertiären ßingicula-arten auch die drei im Mittelmeer noch lebenden Arten
auriculata Menard, conformis Monterosato und leptocheila Brugnone be-
handelt und die beiden erstem abgebildet, Atti della K. Accademia dei
Lincci, Memorie vol. IX S. 344—390, mit 2 Tafeln.
Ringicula pusilla und assularum, Torresstrasse, peracuta, St. Thomas
in Westindien und bei den Bermuda -Inseln, 390, 1073 und 350 Faden,
B. Watson Journ. of the Linn. Soc. XVII S. 290—292.
Bullacea. Cylichna discus, St. Thomas in Westindien, 390 Faden,
Noronyensis, Fernando da Noronha, 25 Faden, Taldlensis, Tahite, a-ispula,
Torresstrasse, 155 Faden, reticulata und subreticuluta , Cap York, lahiaia,
Amboina, C. (Volvula) paupercula, St. Thomas, 390 Faden, und sulcotn,
Torresstrasse, B. Watson Journ. of the Linn. Soc. XVII S. 319 — 326.
Cryptaxis, zwischen Cylichna und Utriculus, aber das Gewinde theil-
weise umhüllt. Hierher Cylichna parvulu , Jeffreys Annais of Nat. Hist,
602 Pi'of- E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
(5) XI S. 400 Taf. 16 Fig. 9, wo die neue Gattung in Vorschlag ge-
bracht, aus Greta, und Cryptaxis crehripunctatus , derselbe in Proc. Zool.
Soc. 1883 S. 398 Taf. 44 Fig. 11. Aus dem Faröer-Kanal.
Utriculus oliviformis und leucus, westlich von den Azoren, 1000 Faden,
tornatus, Teneriffa, 78 Faden, spatka, St. Thomas in Westindien, 390 Faden,
oryctus, Ascension, 420 Faden, complanatus , amphizostus und simiUimus,
Cap York, famelictts, Viti-Inseln, ferner U. (Tornatina) kplel-es, Rain island
in Nordaustralien, 155 Faden, aratus, Cap York, nvennrius, Port Jackson,
pachys, nordöstlich von Neuseeland, 700 Faden, Amhoynensis , Amboina
und acrobeles, Fundort nicht angegeben, B. Watson ebenda S. 327
bis 340.
Atjs hyalina, Watson ebenda S. 341. Cap York.
Scaphander gracilis, Azoren, 1000 Fadon, in Globigerincnschlamm,
7nundus, bei den Aru- Inseln, 800 Faden, und niveus, südöstlich von den
Philippinen, 500 Faden, ebenfalls in Globigerinenschlamm, Watson a. a. O.
S. 342—345.
Apiysiacea. Dolabrifera triangidaris, Watson a. a. 0. S. 346, Si-
mons-Bai in Südafrika, 10 — 20 Faden.
Aplysia limacina L. =: fasciata Poiret = camelus Cuv. und über
einige andere bei Neapel vorkommende Arten, Fr. Blochmann Zeitschr. f.
wissensch. Zool. XXXVIII S. 392, in der Anmerkung, und 393, 394;
einschlägige Bemerkungen über diese Arten auch von Cunningham, Mit-
theil, d. zool. Station in Neapel IV S. 421, 422 und von Brock, Zeitschr.
f. wissensch. Zool. XXXIX S. 6.
Fleurobrauchacea. Tylodina, anatomische Beschreibung von A. Vays-
siere, Annales des Sciences nat. (6) XV No. 1 S. 28 — 44 Taf. 2 Fig. 22
bis 35.
Bertinia ähnlich Umbrella, Schale kalkig, Patella-förmig, oval, dünn-
randig, Wirbel nahe der Mitte gegen das kürzere Ende geneigt, dieses
nagelförmig mit deutlichen Muskeleindrücken. B. Bertinia aus Japan,
Jousseaume Bulletin de la Soc. zoologique de France VIII S. 194 Taf. 10
Fig. 6 — 8.
Siphonariacea F. W. Hutton beschreibt vier neuseeländische Arten :
obliquata Sow., australis Q. G., Zealandica Q. G., redimiculum Rv. sowie
Gadinia nivea Hutt., und bildet Kiefer und Radula derselben ab in Trans-
actions of the New Zealand Institute (Wellington) XV S. 141 — 145
Taf. 17.
Peltidae. Pelta Quatrefages 1844 = Runcina Forbes 1846 = Cha-
lidis Philippi 1852, soll den Typus einer neuen Familie bilden: eine
deuthche Kieme rechts unter dem Mantelrand, keine obem Fühler, männ-
liches Glied im vordem Theil des Körpers, entfernt von den andern Ge-
schlechtsorganen; Radula mit einem Mittelzahn und jederseits Einem
Seitenzahn, beide mit umgeschlagenem und gezähneltem Vorderrand;
vier starke Kauplatten im Magen. P. coronata Quatref. = Runcina
Naturgeschichte der MoUusken während des Jahres 1883. 603
Hancocki Forbes, Manche und Golf von Marseille, an den Stielen von
Cystoseira amentacea. A. Vayssiere Annales des Sciences naturelles (6)
XV No. 1 S. 1—28 Taf. 1 und 2 Fig. 1—21.
Solenoconchae.
Ueber das Vorkommen von Dentalien in den Tiefen des atlantischen
Oceans berichtet P. Fischer in den Comptes rendus de TAcademie XCVI
S. 77 — 79, mit Beschreibung einerneuen Art, Dentalium erffasticum, lebend
über 9 Centimeter lang.
Lamellibranchia.
M. Neumayr schlägt eine neue Eintheilung der Muscheln, mit be-
sonderer Berücksichtigung des paläontologischen Vorkommens vor, wie folgt:
1. Ordnung Palaeoconchae oder Cryptodonta: Schale dünn,
ohne Schlosszähne oder nur mit schwachen Spuren von solchen;
zwei gleiche Muskeleindrücke, keine Mantclbucht. Alle palaeo-
zoisch.
2. Ordnung Desmodonta: Schlosszähne fehlend oder unregelmässig,
mit Ligament -Trägern verbunden; zwei gleiche Muskeleindrücke,
eine Mantclbucht. Pholadomyiden, Corbuliden, Myiden, Anatiniden,
Mactriden, Paphiiden, Glycymeriden , ? Soleniden vmd alle Tu-
bicolen.
3. Ordnung Taxodonta: Schlosszähne zahlreich, nicht diflferenzirt , in
einer geraden, gebogenen oder gebrochenen Reihe; zwei gleiche
Muskeleindrücke. Arcidcn und Nuculiden.
4. Ordnung Heterodonta: Schlosszähne nicht zahlreich, deiitlich in
eigentliche Schlosszähne und Seitenzähne geschieden, gegenseitig
abwechselnd und in die Lücken der Gegenschale passend; zwei
gleiche Muskeleindrücke. Unioniden, Cardiniiden, Astartiden, Cras-
sateUiden, Megalodontiden , Chamiden, Tridacniden, Eryciniden,
Luciniden, Cardiiden, Cyreniden, Cypriniden, Veneriden, Gnatho-
dontiden, Telliniden und Donaeiden. Die Trigoniiden dürften viel-
leicht eine eigene Unterordnung bilden.
5. Ordnung Anisomyaria oder Dysodonta: Sehlosszähne fehlend
oder unregelmässig; zwei sehr ungleiche oder nur Ein Muskel-
eindruck, keine Mantelbucht.
A) Heteromyaria: Aviculiden, Mytiliden, Prasinidcn und Pin-
niden.
B) Monomyaria: Pectiniden, SpondyUden, Anomiiden und
Ostreiden.
Neumayr nimmt an, dass von den Palaeoconchen einerseits die Dcs-
modonten, andrerseits die Trigoniiden und Taxodonten direkt abzuleiten
seien und dass aus diesen letztem wieder die Heterodonten und Hetero-
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. OO
604 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
myarien sich entwickelt haben, die Monomyarien endlich aus den Hetero-
myarien. Sitzungsberichte d. Akad. d. Wiss. in Wien Bd. 88 Juli 1883
S. 345 — 419, mit zwei Tafeln, auf welchen das Schloss verschiedener
lebenden und fossilen Gattungen abgebildet ist.
Diese Eintheilung hat ohne Zweifel manche wesentlichen Vorzüge
vor den bisher üblichen, namentlich die Unterscheidung einer Anzahl
natürlicher Typen statt der künstlichen Trennung von Monomyarien und
Dimyarien oder von Asiphoniden und Siphoniden, ferner die Vereinigung
der Heteromyarien und Monomyarien in Eine grössere Abtheilung, endlich
die Erhebung der Arcaceen nebst den Nuculiden zu einer eigenen Haupt-
abtheilung, da diese sowohl in der Schale, als in Kiemen und Fuss sehr
eigenthümliche Charaktere zeigen und sowohl zwischen den Aviculiden imd
Mytiliden als zwischen den letztern und den Unioniden , -wie sie bis jetzt
meist gestellt wurden, eine natürliche Keihe zerreissen. Zu bedauern ist
nur, dass der Verfasser auf die Charaktere, welche in den Weichtheilen
liegen, keine nähere Rücksicht genommen hat, eben weil er wesentlich
von den fossilen ausging und es dürfte auch noch fraglich sein, ob Mactra
wirklich so weit von Venus und namentlich Paphia (Mesodesma) so weit
von Donax, Scrobicularia von Teilina getrennt werden darf, wie es hier
geschieht. Wir werden daher auch in diesem Berichte die neuen Ord-
nungen und Unterordnungen und ihre mehr oder weniger bezeichnenden
Benennungen annehmen, statt der bisher üblichen, welche von einzelnen
Gattungen hergenommen sind und daher besser für Familien passen, dabei
aber, soweit möglich, bei der bisherigen Reihenfolge bleiben.
Monomyaria.
Austern, P. P. C. Hoek giebt ein reichhaltiges Verzeichniss der
Literatur über die Auster, ebenso das Conchologisch- Systematische und
Anatomische, als die Praxis der Austernzucht berücksichtigend, mit kurzen
Auszügen aus den wichtigsten Schriften, in Tijdschrift van de Nederland-
sche dierkundige Vereeniging Supplement I S. 1 — 112.
Derselbe giebt eine ausführliche Beschreibung der Geschlechtsorgane
und Geschlechtsverhältnissc der europäischen Auster, s. oben im all-
gemeinen Theil S. 529, ebenso die Beschreibung des Bojanus'schen Organs
der Auster von demselben S. 527.
J. A. Ryder hat ferner bei Ostrea Virginiana beobachtet, dass die
ganz jungen Schalen, solange die Thiere noch frei schwimmen, gleich-
schalig und beiderseits gleichmässig gewölbt sind und eine lamellöse, nicht
prismatische Struktur zeigen; sie heften sich sodann mit dem freien Rande
der einen Schale, der künftigen untern, an mittelst Ausscheidung einer
Substanz aus dem Mantelrand, wahrscheinlich Conchiolin, und zwar in der
Art, dass die schon vorhandene Schale in schiefer Richtung zur An-
heftungsfläche liegt; die vom Zeitpunkt der Anheftung an neugebildeten
Schalentheile zeigen prismatische Struktur und legen sich mehr oder
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 605
weniger lange dicht an die Anhel'tungsfläche an. Bulletin of the Un. St.
Fish Commission 11 S. 383 — 386, mit einer Tafel.
Derselbe berichtet ferner über einen erfolgreichen Versuch, Austern
aus künstlich befruchteten Eiern in Sakwasserteichen bei Stockton in
Maryland au rächten und theilt dabei verschiedene Beobachtungen über
Lebensweise und Wachsthum der Austern mit. Die Nahrung ganz junger
Austern besteht grossentheils aus Bacterien; bei erwachsenen findet man
im Magen oft ganz junge Austern von Vsoo bis Vaoo Zoll Grösse, ferner
Diatomeen, ganz junge Cirripedien und Schalen von Meer - Infusorien,
namentlich Tintinnus. Die junge (amerikanische) Auster heftet sich sehr
frühe an, 24 bis 48 Stunden nach der Befruchtung des Eies, und wächst
noch beträchtlich nach dem Zeitpunkt der Anheftung, ehe die Schalen
unsymmetrisch werden. Austern mit grüner Färbung der Kiemen sind
für den Menschen durchaus nicht schädlich. Bulletin of the Un. St.
Fish. Commission III 1883 S. 281—294.
A. Certes fand die Infusorien - Gattungen Trypanosoma und Hexa-
mitus in Magen und Darm von Ostrea edulis und angulata, in Fi-ankreich,
Comptes rendus de l'Academie 1882 S. 463 und Bulletin de la Soc. zoo-
logique de France V 1882 S. 346—353 Taf. 7. K. Möbius die erstcre
auch im Krystallstiel der Austern, Zool. Anzeiger 1883 S. 148.
Einige Fälle von Perlen in Austern und Unterschiede zwischen
Ostrea edulis L. und hippopus Lam. , E. Friedel Nachrichtsbl. d. malak.
Gesellsch. 1883 S. 46 — 48. — Ueber eine neue Krankheit der Austern
berichtet kurz Kobelt ebenda S. 116.
Das Büchlein von Prof. K. Möbius „Die Austern und Austerwirth-
schaft" Berlin 1877 ist in's Englische übersetzt in The Commissioners
Report of the Un. St. Fish Commission for 1880, veröffentlicht 1883
S. 683 — 751, mit ausführhchem Register und elektrotypischer Nachbildung
der Figuren. Ebenda sind Berichte über die französische Austemwirth-
schaft von Fraiche, Coste 1861, De Bon 1873, Bouchon-Brandely 1878,
Renaud 1875 und Hausser 1876, die holländische von Hoek 1879 und
einem Ungenannten 1881, die norwegische von Basch übersetzt, S. 753
bis 1043.
P. Brocchi und G. Musset veröffentlichen eine Schrift „Traite de
rOstreiculture" Paris 1883, 303 Seiten. — H. Griesbach bespricht die
Austernzucht mit besonderer Rücksicht auf Schleswig-Holstein im Kosmos
XIII S. 449 — 463, mit 2 Tafeln, und ein Bericht über das die Austem-
zucht und Austernfischerei Betreff'ende in der internationalen Fischerei-
Ausstellung in London findet sich in der englischen Zeitschrift Nature
XXVni S. 415, 416. — Eine Notiz über Austeruzucht in Connecticut
im Nachrichtsblatt d. malakol. Gesellsch. 1883 S. 60.
Ostrea stentina Payr. , Synonymie , Monterosato Naturalista Siciliano
in S. 87.
Ostrea glomerata Gould und subtrigona Sow. sind nach Wood-
606 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
ward, einem erfolgreichen Züchter neuseeländischer Austern, nur Varietäten
derselben Species; jedoch gut unterschiedene Arten nach J. C. Cox, Pro-
ccedings Linnean Soc. New South Wales VII S. 555 — 559; die erst-
genannte reicht nordwärts bis zur Moreton-Bay, derselbe ebenda.
Margariona [siehe den vorjährigen Bericht S. 375], Notiz bei Dali,
Science S. 51.
Fectinea. Lima Goliath, von Japan, sehr nahe excavata Fabr., So-
werby Proc. Zool. Soc. 1883 S. 30 Taf. 7 Fig. 3.
Heteromyaria.
ÄviCttlacea. Eine allgemeine Behandlung der Perlen und Perlen-
fischereien von W. Dali und specielle Angaben über die Perlenfischerei
auf den Bahrein-Inseln und in dem Golf von Californien, siehe oben S. 556.
Mytilacea. Ein Süsswasser-Mytilus aus dem Fluss Sieho, Provinz
Hupe in China, angekündigt von Neumayr, Neues Jahrbuch für Minera-
logie II S. 21.
Mytilaster neue Gattung, typische Art: Mytilus minimus Poli. M.
solidus, Palermo, Monterosato Naturalista Siciliano III No. 3 S. 89.
Gregariella neue Gattung, typische Art: Modiola sulcata Risso,
Monterosato ebenda S. 90.
[Lithodomus.] W. Dunker beendigt seine Monographie von Litho-
phaga in der neuen Ausgabe von Chemnitz, Lief. 320, S. 9 — 32; neue
Arten sind: L. castanea, Fundort unbekannt, crenulaia, Porto Cabello,
Jeffreysii, Samoa-Inseln, Zitteliana, Japan und reticulcUa, Java, Abbildungen
derselben sind enthalten auf Taf. 3 und 4 in Lief. 316 (1882).
Modiolaria corrugata Stimps. var. glacinlis, M. laevis Beck und
laevigata Gray, Leche in Nordenskiöld , Vega Expeditionens vetenskapliga
iaktragelser III S. 450, 451 Taf. 34 Fig. 27—34. Nordküste von
Sibirien.
Crenella faba Fabr. und decussata Mont. von Labrador, Kathar. Bush
Proc. Un. St. National Museum VI S. 244 Taf. 9 Fig. 2 und 3.
TaxodoDta.
Ärcacea. Pectunculus robustus, Sowerby Proc. Zool. Soc. 1883
S. 31 Taf. 7 Fig. 4. Fundort unbekannt.
Nuculacea. Leda pernula Müll. var. costigera und lamellosa, Leche
in Nordenskiöld, Vega Expeditionens vetenskapliga iakttagclser III S, 447,
448 Taf. 33 Fig. 23 — 26. Nordküste von Sibirien.
Yoldia arctica Gray var. inßata und Y. hyperborea Lov. , Leche
ebenda III S. 444, 445 Taf. 33 Fig. 16 — 22. Nordküste von Sibirien.
— Yoldia arctica Gray, sehr häufig in der sublitoralen Region des
Karischen Meeres, Stuxberg in Vega Expeditionens vetenskapliga iaktta-
gclser I S. 756, mit Holzschnitt.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. ßQ?
Heterodonta.
Najadea. Kritische Notizen über die von Servain unterschiedenen
Arten von Unio und Anodonta aus dem Plattensee in Ungam; dieselben
sind alle wohlbekannte Arten in verschiedenen Altersstufen, Ilazay Mala-
kologische Blätter (2) S. 195, 196.
Unio VeiUanensis, Blanc mscr., See von Avigliana bei Susa, Picmont,
Oriliensis (Stabile als Varietät von Ilequieni), Seen von Orilio, Lugano etc.
Larius , neuer Name für robustus Villa , vergeben , Comersee , Polii , Rom,
subcylindricus Pini mscr. , Fluss Ticino , Jhiminalis neuer Name für Re-
quieni var. , Kobelt Iconogr. IV Fig. 1148, Po, Idrinus, Seen von Idro
und Iseo, Romanus, Kobelt als Varietät von Requieni Fig. 1145, Tiber etc.
Etruscus, Pisa, Campanus Blanc mscr., Pontinische Sümpfe, San Germano
und Neapel, meridionaUs , Pini mscr., Fluss Sarno etc., Longoburdus^
Pini mscr., Mincio, Brianieus, Pini mscr., See von Sartirana, nitidus, Turin
und Modena, silirjuatus, Po bei Turin, Gredleri neuer Name für ovalis var.
intercedens Gredler, Gardasee, vulgaris, Stabile als Varietät von U. Re-
quieni, Seen von Lugano, Como und Lage maggiore, Benacinits, Garda-
see, viinuscidus, ebenda, und 24 andere schon bekannte Arten aus Italien
beschrieben, aber keine abgebildet von H. Drouet, „Unionidae de ITtalie"
S. 21—78.
Auch J. R. Bourguignat hat ein eigenes Schriftchen über die Ita-
lienischen Unioniden herausgegeben, „Aperfu sur les Unionidae de la
peninsule Italique," Paris 1883, 117 S. 8°", worin er verschiedene Be-
stimmungen von Stabile und Kobelt kritisirt , 53 Arten in 20 Gruppen
vertheilt, aufführt und folgende als neu beschreibt, leider auch ohne Ab-
bildung: U. Latinus, Pontinische Sümpfe, Sebinensis Uzielli mscr., See von
Iseo, campsus Uzielli mscr., Pisa, Verbanicus Letourneux mscr., Lago
maggiore, glauchms (Ziegl. ?) , bei Mailand, Gurkensis (Ziegl.), Gardasee
[Gurk ist in Krain, der Berichterstatter], Delpretei, See von Mergozzo
beim Lago maggiore, Benoiti, Sicilien, Uziellii, Rom, Vittorioi, Pisa, Pi-
sanus Uzielli mscr., Pisa, Villae Stabile mscr., Mailand, Veillanicus Blanc
mscr., See von Avigliana, Gentiluomi, kein näherer Fundort genannt, Pec-
chiolii, Arno, Monterosali, Lentini in Sicilien, Bivonianus neuer Name für
Turtoni von Philippi, nicht Payraudeau, Sjrakus , Bland, Arno, Campanus
Blanc mscr. , S. Germano bei Monte Cassino , Isseli, Pietrasanta und Via-
reggio in Toskana, eucallistellus = U. pictorum var. parva Stabile, Comer
See, c(dlichrous Letourneux mscr., Piemont und in der Donau bei Belgrad,
D'Anconae, Arno, Caßcianus, Sjrakus, vulgaris, Stabile (als Varietät) für
longirostris von Stabile, nicht Ziegler, Fluss Tresa, Padanus Blanc mscr.,
Po bei Turin , Sirobeli Uzielli mscr. , Parma , und Pedemontanus neuer
Name für U. Requieni var., Kobelt Iconogr. Fig. 1148, Lago maggioi-e.
Wir müssen es einer nähern Vergleichung überlassen, welche von Drouet's
und Bourguignat's neuen Arten etwa zusammenfallen, Bourguignat's Arbeit
608 Prof. E. V, Martens: Bericht über die Leistungen in der
ist vom Juli 1883 datirt, Drouet hat keine nähere Zeitangabe, seine
Arbeit ist aber in R. Friedländer's Novitates Naturae erst im Februar 1884
angezeigt.
Derselbe beschreibt ebenda in der Anmerkung S. 30 eine neue Art,
U. eumacrus Letourneux mscr., aus Croatien.
Unio Simonis Tristram, Galilaei, Pietri und Lorteti Locard 1880,
Luynesi, timius, Raymondi, ellipsoideus und prosacrus Boiirguignat mscr.;
Genezurethanus und Tiberiadenais Letourneux mscr. und Tristratni, alle aus
dem See von Tiberias, beschrieben und abgebildet von A. Locard, Annales
du Muse'e de Lyon S. 203—221 Taf. 20, 21; 'er bringt dieselben in
fünf Gruppen, die von: l) U. Rothi Bourg. einschliesslich Simonis
Tristr., 2) Kaymondi, 3) ellipsoideus, 4) Lorteti einschliesslich terminalis
Bourg. 1852 und 5) lunulifer Bourg. 1856, ebenda S. 198 — 200. —
U. anemproslhus und Jcmberti Bourg. mscr. , Axiacus und subtigridis (Le-
tourneux mscr.), rhomboidopsis , Chantrei und Antiochanus, See von Anti-
ochia, in vier Gruppen getheilt: l) Simonis, 2) Axiacus, 3) Lorteti
und 4) Antiochanus, beschrieben und abgebildet von demselben, ebenda
S. 239-250 Taf. 20—22.
Unio Jickelii = Denibeae var. von Jickeli, Abessinien, Bourguignat
Malacologie de l'Abyssinie S. 135.
Unio Hauttecocuri, Grandidieri, Duponti , Riielhmi, Edwardsianus,
Grantianus und Monceti aus dem See Ukerewe, alle klein, mit KunÄcI-
skulptur von den Wirbeln mehr oder weniger weit abwärts, Bourguignat
Mollusques fluviatiles du Nyanza Oukerewe, S. 5 — 16, alle auf einer Tafel
abgebildet.
Unio cornuum-lunae, uuroreus, retiarius, trisidcutits , paschulis, verru-
culosus, vestiiits, Moreletianus , zonalus, mitrinus , distorlus , mediastinus , ab-
ortivus, Hnchonianiis und Cumingii Lea, Provinz Nanking, Heudc Conchy-
liologie fluviatile VIII No. 105—125 Taf. 57 — 64.
Unio Fiacheiianus ^ Morelet Journ. de Conchyliologie XXXI S. 109
Taf. 4 Fig. 6. Cambodja. [Von Lea schon ein „Fisherianus".]
Unio Duclerci, A. T. de Rochebrune Bulletin de la Societe philo-
matique de Paris (7) VII S. 26—31. Fluss Mekong.
Unio Beccarianus, Multirolii, Flyensis und (inadontaeformis, alle vom
Fly river, südliches Neuguinea, Tapparone-Canefri Ann. Mus. Civ. Genova
XIX S. 291—296 Taf. 11 Fig. 2—5 und Holzschnitte.
Unio borealis , Latchford Transactions Ottawa Field Naturalist's club
1883 No. 3. Ottawa.
Unio üunninyhajni , B. H. Wright Proc. Academy of Philadelphia
1883 I S, 58 Taf. 1 Fig. 1 — 4, Auszug im Americ. Naturalist XVII
S. 1184. Seen von Sumter country, Florida.
Ein Exemplar von Unio hielt sich 2 — 3 Tage lang fest am Unter-
kiefer einer Schnappschildkröte eingeklemmt. J. E. Todd, American
Naturalist XVII S. 428.
Naturgeschichte der Mollusken wahrend des Jahres 1883. 609
Austriella neue Gattung von Unioniden, Tenison - Woods Transact.
Royal Society Victoria XV]I (1881) S. 80.
Microcondylus truncalus, Gardasee, und fünf andere Arten aus Italien
von H. Drouet, Unionidae de l'Italie S. 85 und 78 — 84.
Pseudodon Chantrei, Locard Annales du Musec de Lyon III S. 254
Taf. 19 b Fig. 4—7. See von Antiochia.
Leguminaia Conrad 1865, Gattungsname für die südeuropäischen und
vorderasiatischen Arten, welche sonst als Monocondylaea oder Pseudodon
aufgeführt werden ; Aufzählung der bekannten Arten, L. depressa (C. Pfr.)
von Bonellii (Fer. Rossm.) unterschieden, beide in Illyrien und Oberitalien
und femer neu L. Servaini, Pavia, Doriae, bei Vercelli und in der
Brianza, und Gesiroi, Provinz Mantua, Bourguignat Unionid. penins. Italiciue
S. 62 — 77. Leguminaia Chantrei, Canal des Orontes, und Bourguiynati,
See von Antiochia, Locard ebenda III S. 251, 252 Taf. 19b Fig. 8 — 13.
Margaritana margaritifera L. , monodonta Say und Unio sinuatus
Lam., einige Notizen über dieselben von Wetherby im Americ. Naturalist
1882 S. 675 bis 676.
Spatha Wissmanni und sinuata , Martens Sitzungsber. d. Gescllsch.
Naturforsch. Freunde 1883 S. 73. Lubi und Lubilasch, Nebenflüsse des
Congo.
Spatha (Mutela) hirundo Martens 1881, Quango, abgebildet in Mar-
tens, Conchol. Mittheilungen II S. 139 Taf. 27.
Cameronia Bourg. 1879 für Iridina Spekii Woodw. aus dem See
Tanganyika, unterscheidet sich durch den allgemeinen Umriss, den lamcllen-
artigen Vorderzahn , auf welchen erst weiter hinten eine Reihe von Zähn-
chen folgt, und ein langgestrecktes einfaches Schlossband von Pliodon,
Bourguignat Moll. fluv. du Nyanza S. 19, 20.
Burtoma, neue Gattung, von Spatha durch den dreieckig -subellipti-
schen Umriss , eine deutliche Rückenkante , kleine zusammengedrückte
Wirbel, einen lamellenartigen Vordertheil des Schlosses und ein lang-
gestrecktes Schlossband verschieden. B. Tanganikana = Spatha Tan-
ganyicensis, Edg. Smith Proc. Zool. Soc. 1880 Fig. 8 und B. Living-
stoniana = Sp. Tang., Edg. Smith ebenda Fig. 8b und 1881 Fig. 32,
beide aus dem See Tanganyika, Bourguignat ebenda S. 20 — 23.
Anodonta Delpretei, Bourguignat in Naturalista Sicihano 1882 S. 21,
und Drouet, Unionidae de l'Italie S. 88, Massa ciuccoh bei Lucca. —
A. Blauneri, neuer Name für atrovirens, Shuttl. Stabile, nicht Philippi,
Lugano und Mantua , Alseria , See von Alserio, utricidosa, Castel goffredo,
Anxuremis Statuti mscr. , Terracina und See von Trasimeno, Slabilei,
Castel goffredo, Padana , Po, Finii , Po, hmgirostris , Tanaro, Oglio etc.,
scapulosa , See von Martignano , Romana , Terracina und Pontinische
Sümpfe, leprosa Parr. mscr., Pavia, Como etc., Utitiensis, Provinz Udine,
depressa F. Schmidt, nicht beschrieben, = Blanci Bourg., See von Avi-
gliana, Piemont, anatinella, Stabile als Varietät von piscinalis = Idrina
610 Prof. E. V. Märten 9 : Bericht über die Leistungen in der
Kobelt Fig. 1156, nicht SpineUi; = glabra Stabile, Seen von Lugano,
Como, Iseo und bei Mantua, Sebinensis Adami mscr. =: Idrina Fig. 1157
Kobelt, See von Iseo, VtUae, Gardasee, paupercula, Seen von Garda und
Como, Trasymenica [Trasim.], Kobelt als Varietät von Idrina, See Trasi-
meno, cristaia, Seen von Oggiono und Annono, und 11 bekannte Arten
von Italien beschrieben, keine abgebildet, von H. Drouet, Unionidae de
ritalie S. 88 — 125. Kritische Notizen über verschiedene Anodonta- arten
aus Italien und An. Doriana und Eporediana Issel mscr. von Ivrea, Isseli,
Gestroi, Beccariana, Ariuri und Arnouldi, aus der Provinz Mantua, neu
beschrieben von Bourguignat, Unionidae de la penins. Italique S. 77
bis 117.
Anodonta pseudodopsis , Locard Annales du Musde de Lyon III
S. 255 Taf. 19 b Fig. 1 — 3. See von Antiochia.
Anodonta Guiilaini Recluz, Somali, typisches Exemplar bei H. Crosse
abgebildet, Joum. de Conchyliologie XXXI S. 221 Taf. 9 Fig. 4.
Anodonta sp. von Cooper's Creek, Central-Australien, Sänger Americ.
Naturalist XVII S. 1184, Holzschnitt.
Anodonta Califomiensis im Fluss Sta. Cruz, Arizona, Stearns ebenda
XVII S. 1019, Holzschnitt. — Anodonta glauca var. Sinaloensis, Crosse
und Fischer Journ. de Conchyliologie S. 219. Provinz Sinaloa, Mexico.
Aetheria, mehrere Arten, worunter Niloiira, unterschieden von Bour-
guignat, Histoire des mollusques Acephales du Systeme Europeen 1880
S. 136 und Malacologie de l'Abyssinie S. 137, 138.
Dreissenidae. Dreissensia Bourguignati und Chantrci, Locard Annales
du Musee de Lyon III S. 260, 261 Taf. 23 Fig. 1 — 4, beide vom Euphrat
und dem See von Antiochia.
Astartacea. Astarte semisulcata Leach var. placenta MÖrch und
var. rhomboidalis, femer A. Warhami Hanc. , Leche in Nordcnskiöld Vega
Expeditionens vetenskapliga iakttagelser HI S. 441, 442 Taf. 32 Fig. 5
bis 12 und Taf. 34 Fig. 35, 36. Nordküste von Sibirien.
Parastarte Conrad 1862, ähnlich Astarte; eine kleine, abgerundete
Mantelbucht, vivipar. P. triquetra Conrad, von Florida, Dali Proc. Un.
St. Nat. Mus. VI S. 339 Taf. 10 Fig. 1.
Callicistronia neue Gattung, Dali Science II Sept. 1883 S. 447, ist
identisch mit der vorhergehenden, derselbe a. a. O. S. 339.
Crassatella (Eriphyla) lunulata Conrad :^ mactracea Linsley, von
Florida, Dali Proc. ün. St. Nat. Mus. VI S. 340.
Cardita novangliae Morse, Leche in Nordcnskiöld Vega Expeditionens
vetenskapliga iakttagelser HI S. 443 Taf. 32 Fig. 13—15. Nordküste
von Sibirien.
Lacinacea. Lucinia dentata Wood 1817 = divaricata Lam. nicht
L. ; = Chemnitzii Phil. = ornata und eburna Reeve = strigilla Stimps.
= Araericana und pilula C. B. Ad. ^ Lamarckii Dunk. = quadrisulcata,
Sechellensis , ornatissima und serrata Orb. = Cumingi Ad. und Angas,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1883. 611
alles nur Eine Art, Neu-Euglund bis Brasilien, Westküste von Südamerika,
Ostküste von Asien, Seychellen, Insel Bourbon, Neuseeland, Tasmanien,
Süd-AustraHen , Victoria, Neusüdwales und Nord- Australien , Braxier Proc.
Linn. Soc. New South Wales S. 229 — 233 [?, d. Berichterst.]
Loripinus und Lucinella neue Gattungen, Typen: Lucina fragilis Phil,
und commutata Phil., Monterosato Naturalista Siciliano III S. 91 [die
letztere = Divariceila, v. Martens].
Axinopsis orbiculata Sars, von Labrador, Kathar. Bush Proc. ün.
St. Nat. Mus. VI S. 243 Tat. 9 Fig. 4.
Lasaeidae. Kellia suborbicularis Mont., in der Litoralzone bei Jersey,
Duprey Ann. Nat. Hist. (5) XI S. 187.
Tridacnacea. Tridacna, Notiz über ihr Vorkommen im Malayischen
Archipel von- Mohnicke in der Schrift: „Blicke auf das Pflanzen- und
Thierleben in den niederländischen Malayenländern", Auszug im Nach-
richtsbl. d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 189,
Cycladea. Cyrena crebricostis , Westerlund ebenda 1883 S. 59.
Hongkong.
Cyrena viridescens, Tapparone - Canefri Annali Mus. Civ. Genova
XIX S. 285 Taf. 10 Fig. 24. Aru-Inseln.
Cyrena Floridana Conrad und Carolinensis Lam., Florida, in Salz-
lachen, Dali Proc. Un. St. Nat. Mus. VI S. 338, 339.
Batissa Albertisii, Tapparone - Canefri Ann. Mus. Civ. Genova XIX
S. 289 Taf. lo Fig. 1. Fly river, südliches Neuguinea.
Corbicula Syriacu Bourg. mscr. , Locard Annales du Musee de Lyon
III S. 223 Taf. 22 Fig. 22 — 24. Seen von Tiberias, Antiochia und
Homs. — C. Feliciani Bourg. mscr., neuer Name für orientalis var. 2 von
Lamarck, und Hebraica Bourg. mscr., See von Antiochia, derselbe ebenda
S. 257 und 259 Taf. 22 Fig. 19—21 und 27—29.
Sphaerium subcapense = Cyclas capensis (Jickeli, nicht Krauss), Bour-
guignat Malacologie de l'Abyssinie S. 133.
Sphaerium viridans Morelet, Maze Joum. de Conchyliologie S. 40
Taf. 2 Fig. 1. Guadeloupe.
Calyculina Japonica, Westerlund Nachrichtsbl. d. Malak. Gesellsch.
1883 S. 58. Japan.
Eupera Bourg. 1854 = Limosina Clessin 1872, E. parasitica Parreiss
und Jickelii, beide bei Jickeli als Limosina ferruginea abgebildet, Abes-
sinien, und E. Letourneuxi, Alexandria, Bourguignat Malacologie de
l'Abyssinie S. 134, 135.
Pisidium arcticum, nivale und glaciale, Westerlund Nachrichtsbl. d.
Malak. Gesellsch. 1883 S. 58, 59. Port Clarence, Nordwest-Amerika.
Veneracea. Transenndla neue Untergattung von Cytherea, Ränder
innen schief gekerbt , Mantelbucht massig gross , eckig , Aussenseite glatt
oder concentrisch gefurcht. Cytherea (Tr.) Conradina, Florida, Dali Proc.
Un. St. Nat. Mus. VI S. 340.
612 Prof- K. V. M.artens: Bericht über die Leistungen in der
Gouldia C. B. Adams, W. Dali glaubt, dass dieser Name mit Lio-
concha Mörch ursprünglich identisch sei, und weil älter, angenommen
werden sollte (vergl. auch den vorjährigen Jahresbericht S. 379). Journ.
of Conchology IV S. 60—63.
Tapes polita[-us] Sow. = inflata H. und A. Adams, Neu-Süd-Wales,
Brazier Proc. Linn. Soc. New South Wales VIII S. 234.
Saxidomus Nuttalii Conrad, Holzschnitt, Stearns Bull. Un. St. Fish
Comm. III S. 355.
Tellinacea. Teilina Baltica L. ist die Hauptnahrung der Pleuro-
nectiden in der Ostsee, Simmermacher Zool. Garten 1883 S 37 und
Nachrichtsbl. 1883 S. 92.
Teilina Brazieri und modesta, Port Jackson, Sowerby Proc. Zool.
Soc. S. 31 Taf. 7 Fig. 1 und 2.
Desmodonta.
Mactracea. Schizothaenis Nuttalii Conrad, Abbildung des lebenden
Thiers und Vorschlag, dasselbe an die Ostküste von Nordamerika zu ver-
pflanzen, Stearns Bull. Un, St. Fish-Comm. III S. 354.
Anatinacea. Thracia Jacksnnensis , Sowerby Proc. Zool. Soc. 1883
S. 30 Taf. 7 Fig. 5. Port Jackson.
Lyonsia arenosa var. Sibirica ^ L. gibbosa Hancock 1846, Leche
in Nordenskiöld Vcga Expeditionens vetenskapliga iakttagelser III S. 439
Taf. 32 Fig. 3, 4. Nordküste von Sibirien im Osten und Westen.
Kennerlia glacialis Leach. , von Labrador, Kathar. Bush Proc. Un.
St. Nat. Mus. VI S. 245 Taf. 9 Fig. 1.
Corbulacea. Neaera Behiingen.-iis , Leche in Nordenskiöld Vega Ex-
peditionens vetenskapliga iakttagelser III S. 438 Taf. 32 Fig. 1, 2, nahe
curta, Jeffr. Beringsmeer, 65 Faden.
Saxicavidae. Glycymeris generosa Gould, Abbildungen von lebenden
Thieren ; sie erreichen manchmal das Gewicht von 1 6 Pfund. Stearns,
Un. St. Fish-Comm. III S. 356—360.
Fholadacea. Teredo navalis , Beobachtungen über denselben , in
Missolunghi angestellt von Xaver Nieder, in der Zeitschrift Kosmos, XII
S. 304.
Teredo Fuchsii Vassel. La Nature No. 471, 10. Juni 1882, Suez-
canal, quaternär.
Tabicola. H. Lacaze - Duthiers veröflfcntlicht eine eingehende Be-
schreibung der anatomischen Verhältnisse von Aspergillum dichotomum Rv.,
deren Hanptresultat ist, dass diese Gattung in der That den normalen
Bau der Muscheln zeigt, wie übrigens schon 1830 von Rüppell nach-
gewiesen worden ist, nach dem Verfasser weniger abweichend von dem
allgemeinen Typus als Tridacna, Anomia und die Auster, nur modificirt
durch die eigenthümliche Lebensweise und namentlich durch die reichliche
Kalkabsonderung an der Aussenfläche von Mantel und Siphonen. Die
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1883, 613
innere Kieme ist, wie gewöhnlich bei den Muscheln, ein doppeltes Blatt,
die äussere einfach ; es bestätigt sich hierin die Regel, dass die Reduktion
der Kiemen bei den Muscheln von aussen beginnt. Die Geschlechter sind
vereinigt, die Befruchtung der Eier findet wahrscheinlich innerhalb der
Mantelhöhle statt. Archives de Zoologie experimentale (2) I S. 665 bis
732 Taf. 2.5 — 29.
BracMopoden.
Van Bemmelen's Untersuchungen über die Brachiopoden (s. den
vorjährigen Bericht S. 383) sind zuerst in holländischer Sprache als In-
auguraldissertation an der Universität Leyden unter dem Titel „Over den
bouw der Schelpen van Brachiopoden en Chitonen" 1882 veröfFcntlicht.
Wir können zu dem früher Angegebenen noch hinzufügen, dass bei allen
von ihm untersuchten Arten, nämlich Terebratula vitrea, Terebratulina
Caput - serpentis , Waldheimia cranium und Rhynchonella psittacea, die
Geschlechter getrennt zu sein scheinen. Ein Zusammenhang zwischen den
blindsackähnlichen Röhrchen des Mantels und den Lacunen und Gefdssen
im Mantel selbst liess sich nicht nachweisen; der Inhalt jener Röhrchen
besteht grossentheils aus Zellkernen aus der Wand derselben, und die
Röhrchen haben keine Oeffnung nach aussen. Das Lacunensystem in der
Körperwand, welches Hancock beschrieben hat, existirt nicht, derselbe
war durch ein Netzwerk multipolarer Zellen getäuscht worden. Die wich-
tigeren Armnerven werden vom Supraphavyngeal-ganglion abgegeben. In
den als Excretionsorgane gedeuteten Kanälen, welche mit einer trichter-
förmigen Mündung in die Leibeshöhle sich öffnen, wurden Eier gefunden;
sie dienen daher wohl als Eileiter.
Auszüge daraus in Archives de Zoologie experimentale (2) Bd. I
S. XXII— XXIV, in Annais of nat. Hist. (5) XI S. 379-384 und in
Journal of the Roy. microscop. Society (2) III S. 358 — 360.
Die Entwicklung von Argiope wurde von A. E. Shiplay in Neapel
studirt. Derselbe beschreibt zuerst die anatomischen Verhältnisse der er-
wachsenen Thiere, namentlich die Eierstöcke und Eileiter; männliche
Exemplare konnte er nicht finden, doch zweifelt er nicht daran, dass die
Geschlechter getrennt seien. Die Entwicklung wird dann vom Stadium
der Blastophaere an bis zu dem der dreitheiligen, mit Borsten bewaffneten
Larve von ungefähr V3 mm. verfolgt; diese Larve ist roth, wahrscheinlich
eine Schutzfarbe, da sie sich meist an Korallen festheftet. Der Verfasser
erörtert dann die verschiedenen Meinungen betreffs der systematischen
Verwandtschaft der Brachiopoden mit andern Thierklassen ; die soge-
nannten Segmente der Larve haben nach ihm nicht den Werth von
wirklichen Metameren und sind nicht homolog mit den Segmenten von
Sagitta oder den Chaetopodcn, sondern resultiren nur aus der Bildung der
Schale vom mittlem Theil des Körpers aus. Femer zählt er noch andere
wesentliche Unterschiede der Brachiopoden sowohl von den Biyozocn , als
614 Prof.E.v.Martens: Ber.üb.d.Leist.i.d.Naturg.d.MolI.w.d. J. 1883.
von den Chaetopoden auf. Mittheilungen der zoolog. Station in Neapel
IV S. 494—520 Taf. 39 und 40.
Kowalewsky veröffentlicht eine Zusammenfassung seiner früheren Be-
obachtungen über die Entwicklung der Brachiopoden in den Archives de
Zoologie experimentale von Lacaze-Duthiers (2) I S. 57 — 78; er schildert
zuerst die Entwicklung des Larvenzustandes aus dem Ei von Argiopc
Neapolitana, Thecidium Mediterraneum und zwei Terebrateln und wendet
sich dann zu allgemeinen Betrachtungen. Bei Argiope und Terebratula
entsteht die zweite Embryonalschicht durch Einstülpung (Invagination) aus
einem Theil der ersten, bei Thecidium durch Abspaltung (Dedoublement)
von der ganzen Innenfläche der ersten. Nur die obere Schale von The-
cidium scheint durch den Mantellappen gebildet zu werden, die untere
wahrscheinlich aus der Körperwand des Schwanzsegments. Der Verfasser
betont sehr bestimmt die Uebereinstimmung der Brachiopoden mit den
Anneliden in Betreff der Entwicklung und des allgemeinen Bauplans, nur
die Schale macht ihm Schwierigkeiten, er vermuthet aber in den Hervor-
ragungen der gelatinösen ünterhautschicht bei der Annelidenfamilie der
Chloraemeen Homologa mit den bei den Brachiopoden in die Schale ein-
dringenden Mantelfortsätzen.
Drei Brachiopoden -Arten aus Brest führt Daniel im Journal de
Conchyliologie XXXI S. 223 an.
Von Argiope Neapolitana Scacchi und cuneata Risso, die er bei
Neapel beobachtet, giebt Shiplay am oben angeführten Orte eine ver-
gleichende Beschreibung.
Argiope Capsula Jeffr. lebt in der Litoralzone am Strande von Jersey,
Duprey Annais of nat. Hist. (5) XI S. 186.
Druck von E. Buchbinder in Neu-Kuppin.
Bericht
über die Leistungen in der NatargescLichte der
Ecliinodermen in den Jahren 1880—1883.
Von
Prof. E. V. Martens.
P. H. Carp enter bespricht einige streitige Punkte in der
vergleichenden Morphologie der Echinodermen, speziell die Ho-
mologie der Kelchporen der Criuoideen mit der Madreporen-
platte bezweifelnd und die Homologie der Mundschilder der
Crinoideen mit denjenigen der Ophiuriden und den Ovarial-
platten der Echiniden in Abrede stellend, Quart. Journ. of
microsc. Science (2) XX July 1880 S. 321—329. — H. Lud-
wig vertheidigt die letztere und macht darauf aufmerksam, dass
bei allen Echinodermen von der Mundseite betrachtet die Darm-
windung von links nach rechts geht, sowie dass die Mundschilder
der Crinoiden den Genitalplatten der Seeigel entsprechen, und
dass Trivium und Bivium bei den Spatangiden nicht homolog
derjenigen bei den Holothurien seien, Zeitschr. f. wiss. Zool.
XXXIV 1880 S. 310—332 Taf. 13 Fig. 6—11 (Morphol. Stu-
dien an Echinodermen H S. 34—56). — Carpenter homolo-
gisirt dagegen die Ovarialplatte der Seeigel mit den Basalplatten
(nicht Mundschildern) der Crinoideen in der vorhin angeführten
engl. Zeits.3hr. XXH S. 1—16.
P. H. Carpenter berichtet über die neueren Fortschritte
in der Anatomie und Physiologie des Nerven-, Gefäss- und
Fortpflanzungssystems der Asterien, Ophiureu und Crinoiden in
Quart. Journ. of microsc. Sei. XXI 1881 S. 169—193 Taf. 11
und 12; eine Fortsetzung mit besonderer Beziehung auf die
Morphologie der Ophiuren und Crinoiden im folgenden Band
XXH S. 376-386 und XXIII S. 597-616.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd, PP
Q\ß Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Chemische Notizen über Muskeln und Darm von Holothurien
und Seesternen von C. Fr. Krukenberg, vergleich, physiol.
Studien lU 1880 S. 104—111, über die Skeletttbeile der See-
sterne von ebendemselben, a. a. 0. V 1881.
Wandernde Amoeboide Zellen (Plasma -Wanderzellen) im
Darm, den Geschlechtsscbläuchen und andern Theilen der Ho-
lothurien, 0. Hamann, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX S. 160
bis 162.
Das Bindegewebe des Mesenteriums der Holothurien aus
Fibrillen, welche in die Länge gewachsene Zellen sind, be-
stehend, 0. Hamann, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX S. 162.
Ueber Farbstoffe bei den Echinodermen, namentlich Aste-
rocyanin und den Farbstoff von Antedon rosaceus, Kruken-
berg, vergleichend -physiolog. Studien, 2. Reihe, III. Abth.
1881 S. 70 und 88.
Die Kalkkörperchen in den Füsschen verschiedener Gat-
tungen von See -Igeln näher untersucht, C- förmige nur in der
Familie der Echiniden, einschliesslich der Echinometriden, und
bei den Diadematiden gefunden; die Kalkkörperchen sind auch
bei Echinocidaris vorhanden, wenn auch sehr wenig zahlreich,
daher früher nicht gefunden; unregelmässige „amorphe" bei
Salenia, vielleicht die primitivste Form. F. J. Bell, Journ.
Roy. microscop Soc. (2) II S. 297—299 Taf. 5 und Ch. Ste-
wart ebenda III S. 909—912 Taf. 20.
Pedicellarien, die Weichtheile derselben, namentlich die
Muskeln, an Echinus sphaera untersucht von Geddes und
Boddard, Compt. rendus 92. Bd. 1881 S. 308— 310. Je nach
der Art des Präparirens erscheinen die Muskeln gestreift oder
ungestreift.
Grosse kugelköpfige Pedicellarien von Sphaerechinus granu-
laris werden von W. S laden beschrieben; sie enthalten eine
Drüse am Stiel und eine andere am Köpfchen; diese Drüsen
fehlen aber bei Echinus melo. An der Innenseite der Klappen
ein kissenförmiges Organ, das wohl zum Tasten dient. Ebenso
bei Astropecten aurantiacus. Ann. Mag. N. H. (5) VI S. 101
bis 114, Taf. 12—13.
Die Pedicellarien beschreibt Ch. Stewart an Echinostre-
phus, Parasalenia und Stomopneustes, Journ. Roy. microscop
Soc. HI S. 909—912 Taf. 20.
A. Föttinger beschreibt die Drüsen an den Pedicellarien
Naturgeschichte der Echinodermcn i. d. J. 1880 — 1883. (317
von Sphaerechinus, Strongylocentrotus, Mespilia und Ecbinometra
noch eingehender und eine neue Pedicellarienform , P. gemmi-
formes, bei Diadema, Zool. Anzeig. 1881 S. 548—552, Bull.
Acad. Belg. (3) II 1881 S. 493—504 und Archives de Biologie
II S. 455—496, Taf. 26—28.
Dreierlei Pedicellarien bei Dorocidaris und Briasopsis,
viererlei bei Schizaster, R. Köhler, Compt. rendus de l'Acad.
94. Bd. S. 1260—1262.
Vierarmige Pedicellarien bei einigen Luidien, Perrier,
Comptes rendus de l'Acad. 92. Bd. 1881 S. 60.
Kleine büschelweise gruppirte und in eine dicke Haut ein-
geschlossene Stacheln, kleine Sonnenschirme darstellend, bei
einigen Tiefsee -Ophiuriden, namentlich Ophiotholia und Ophio-
helus, Th. Lyman, Anniv. Mem, Bost. Soc. 1880 S. 1—12
Taf. 1, 2.
Muskulatur der Holothurien glatt und epithelialen Ur-
sprungs, 0. Hamann, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX S. 165
bis 167 Taf. 10 Fig. 1, 2.
Eine centrale Muskelmasse und fünf den Armen ent-
sprechende Muskelstreifen an der Rückenseite der Seesterne,
speziell Culcita, von H. Ludwig beschrieben, Zeitschr. f. wiss.
Zool. XXXIV S. 310 Taf. 12.
Die Flüssigkeit in der leibeshöhle der See -Igel hat das
spezifische Gewicht des Seewassers und reagirt alkalisch, ent-
hält etwas Albumin und zeigt 1) kernhaltige amoeboide Zellen
mit langen Pseudopodien, wahrscheinlich von Geisseizellen der
Epithel- Auskleidung herrührend, 2) grössere auch ungefärbte
amoeboide Zellen, die mit runden, stark lichtbrechenden Körnern
erfüllt sind, 3) braune amoeboide kernhaltige Zellen; ferner
parasitische Infusorien (Balantidium) und in Einem Falle auch
einen Wurm. P. Geddes, Arch. de Zool. exp. VIII S. 483
bis 496, Taf. 37, 38, Auszug in Proc. Roy. Soc. Lond. XXX
S. 253. — Bemerkungen über die Perivisceralflüssigkeit von
Strongylocentrotus lividus, J. Mourson und F. Schlagden-
hauffen, Compt. rendus de l'Acad. Bd. 95 S. 791—794. —
Perivisceralflüssigkeit der See-Igel leicht gerinnbar, spezifisches
Gewicht und chemische Zusammensetzung wie beim Seewasser,
E. A. Schäfer, Proc. Roy. Soc. Lond. 34. Bd. S. 370 (1883).
Verdanungssystem. W. Giesb recht beschreibt die Zähne
einiger Arten von Echinus und Clypeaster und betont, dass sie
618 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
aus Lamellen und Prismen, nicht aus einem Maschenwerk sich
bilden, Morphol. Jahrb. VI S. 79-105, Taf. 2—5.
H. Ludwig beschreibt Blindsäcke am Kauapparat der
Cidariden, welche frei in die Körperhöhle hineinragen; rudi-
mentär sind sie auch bei den Diadematiden vorhanden. Zeit-
schrift f. wiss. Zool. XXXIV S. 83—86 Taf. 3 oder Morphol.
Studien an Echinodermeu II 1. Es sind dieselben, welche Ch.
Stewart 1879 beschrieben hat, Zool. Anzeig. III S. 162.
Darm der regelmässigen See -Igel und der Spatangiden
anatomisch und histologisch behandelt von R. Köhler, Ann.
du Mus. d'hist. nat. de Marseille I No. 3. — Die Darmwindung
der regelmässigen See -Igel auf einfache Windung von links
nach rechts zurückgeführt; die der Spatangen nicht wesentlich
anders. Ludwig, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIV S. 324—326
Taf. 13 Fig. 6 — 11. — Nähere Beschreibung des Darms und
seiner Gefässe bei Spatangus purpureus von R. Köhler, Compt.
rendus de l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 139—341, bei Dorocidaris,
Schizaster und Brissopsis ebenda S. 1260 — 1262.
Darmkanal der Holothurien histologisch beschrieben von
E. Jourdan, Comptes rendus de l'Acad. 95, Bd. 1882 S. 565,
auch in Ann. Mag. n. h. (5) X S. 415 und von 0. Hamann,
Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX S. 148—156 Taf. 10, 11, von
Synapta ebenda S. 325—330, Taf. 21.
Gefäss System. A. Föttinger weist rothen Farbstoff in
den kugligen Inhaltskörpern des Wassergefässsystems von
Ophiactis virens nach und schliesst daraus auf eine respirato-
rische Funktion derselben. Bull, de l'Acad. Belg. 49. Bd. 1880
S. 402-404 und Archives de Biologie I S. 405—413, Taf. XVII,
Das Blut von Holothuria tubulosa und Cucumaria Planci
ist frisch farblos und Haemocyanin ist nicht darin nachzuweisen,
während frühere Autoreu dem Blut der Holothurien verschiedene
Farben zuschreiben, C. Krukenberg, vergl. physiol. Studien
n und III 1880.
H. Ludwig beschreibt das Wassergefässsystem , Blut-
gefässsystem und die perihaemalen Räume der Ophiuren und
weist eine wesentliche Uebereinstimmung hierin mit den Asterien
nach. Der Porus der Madreporenplatte führt mittelst eines nach
Alter und Art verschieden geformten Kanals in den Steinkanal,
der mit dem Herzgeflecht und dem umgebenden Perihaemalraum
einen gemeinschaftlichen Organcomplex bildet. Simroth's Vasa
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 619
ambulacralia cavi sind Homologa der Poli'schen Blasen; die
beiden Paare der Mundfüsschen werden bei den Ophiuren vom
Wassergefässring aus versorgt. Es ist ein oberer und ein
unterer Blutgefässring vorhanden, der obere von eigenthümlicher
Form und Anordnung, und beide werden, wie bei den Asterien,
durch das Herzgeflecht verbunden. Radiäre Blutgefässe sind
vorhanden und von Lange richtig beschrieben. Am Peristom
existirt ein innerer und ein äusserer perihaemaler Ringkanal
und das perihaemale Kanalsystem ist ähnlich wie bei den
Asterien als ein Abschnitt der Leibeshöhle ausgebildet. Aus
dem Verhalten zum Wasser- und Blutgefässsystem folgt, dass
die Mundschilder der Ophiuren den Mundplatten der Crinoiden
und den Genitalplatten der Ecliiniden und Asteriden homolog
sind. Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIV 1880 S. 333—365, Taf.
14 — 16, auch in dessen morphol. Studien über Echinoderm.
II 1 S. 57—89.
N. Apostolides weist durch Injektionen an verschiedenen
Ophiuren -Gattungen nach, dass das Wassergefässsystem durch
den Steinkanal sich nach aussen öffiiet, und dass die Leibes-
höhle weder durch diesen, noch sonstwie eine Oeffnung nach
aussen besitzt. Das sogenannte Herz gehört nicht zum Blut-
gefässsystem, sondern ist eine Drüse. An den Genitalspalten
strömt Wasser abwechselnd aus und ein, sie dienen also zur
Respiration. Compt. rendus de l'Acad. 92. Bd. 1881 S. 421
bis 424 und Arch. Zool. Exp. X S. 127—224, Taf. 7—12.
R. Köhler beschreibt das Gefässsystem von Spatangus
•purpureus und giebt dabei eine doppelte Communication zwischen
Wasser- und Blutgefässen an, einmal durch den von Hoffmann
beschriebenen vom Darm kommenden Verbindungsast, der sich
gabelförmig theilt, und dann durch den Steinkanal; das so-
genannte Herz soll aus einem Geflecht von Gefässen bestehen,
die sich nachher wieder zu einem einzigen vereinigen. Compt.
rendus de l'Acad. 93. Bd. 1881 S. 651—653; später, Bd. 94
1882 S. 140, wird dasselbe als Exkretionsapparat in Anspruch
genommen.
Derselbe giebt ferner eine eingehende anatomisch -histo-
logische Beschreibung des Gefässsystems der Echiniden, wonach
bei den regelmässigen Seeigeln Wasser- und Blutgefässsystem
getrennt, bei den Spatangiden dagegen mit einander verbunden
sind, Annal. du Mus. d'hist. nat. de Marseille I 1883 no. 3.
620 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Siehe auch Comptes rendus de l'Acad. 95. Bd. 1882 S. 459
bis 461.
S. Jourdain erklärt den dorsalen und oralen Blutgefäss-
ring und das sogenannte Herz bei Asterias für die Ausführungs-
gänge der Geschlechtsorgane, Compt. rendus de l'Acad. 94. Bd.
1882 S. 744—746, was Perrier und Poirier, ebenda S. 191,
zurückweisen, dagegen erklären dieselben auch das sog. Herz
für eine Drüse, die radialen Perihaemalräume (Hoffmann's Blut-
gefässe) für Nebenräume der Leibeshöhle und bestreiten das
Vorhandensein radialer Blutgefässe, ebenda 94. Bd. 1882 S. 658
bis 661, ersterer ferner ebenda Bd. 97 S. 187, 188. — Auch
P. H. Carpenter bespricht diese Streitfrage betreffs des sog.
Herzens, neigt sich aber dahin, eine nähere Verbindung des-
selben mit dem Blutgefässsystem festzuhalten, Quart. Journ. of
microscop. Sei. XXH S. 1—16 und XXHI S. 597.
Steinkanal bei der Holothurien - Gattung Kolga auch im
erwachsenen Zustand offen, ohne Madrenporenplatte, Dauiel-
ssen und Koren, Nyt Mag. for Naturvid XXVII.
Poli'sche Blasen der Holothurien beschrieben von E. Jour-
dau, Compt. rendus de l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 1206. — Die-
selben bei den Echiniden als Excretionsorgan betrachtet von
R. Köhler, ebenda S. 1280—1282.
Wasserlunge der Holothurien, Jourdan, Compt. rendus
de l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 1208.
Excretionsorgane. Die Cuvier'schen Organe von Holothuria
Polii beschrieben von 0. Hamann, Zeitschr. wiss. Zool. XXXIX
S. 314—316 Taf 20 Fig. 17—22.
G. J. Romanos und J. C. Ewart behandeln die Lei-
stungen des Nervensystems der Echinodermen in Beziehung auf
deren Ortsbewegung und auf Neubildung verlorener Tlieile.
Asterias rubens bewegt sich in einer Minute um 5 cm. vor-
wärts, Echinus um 15, Astropecten aurantiaeus 30 — 60, die
Ophiuren aber um beinahe 2 m. vorwärts, und zwar diese
gewissermassen in Sprüngen, zwei oder vier Arme anstemmend.
Bei den Seeigeln helfen die Zähne durch rhythmisches Vor-
stossen mit, beim Klettern auch die dreiarmigen Pedicellarien
zum Ergreifen flottirender Pflauzentheile, während die kugel-
förmigen und dreiblättrigen Pedicellarien allerdings hauptsäch-
lich das Beinhalten der Schalenoberfläche besorgen. Auf den
Rücken gelegt, drehen sich die Asterien und Ophiuren mit
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 621
Hülfe der Füsschen um, von einem Arm an beginnend, Asterias
rubens innerhalb '/j — 1 Minute, die regelmässigen See -Igel
ebenfalls mit Hülfe der Füsschen, die Spatangiden nur mit
Hülfe der Stacheln und sehr mühsam. Bei Reizung an Einer
Stelle bewegen sich die Echinodermen nach der entgegen-
gesetzten Seite, bei Reiz an zwei Stellen in diagonaler Rich-
tung davon weg. An den Seeigeln greifen die benachbarten
Pedicellarienj Stacheln und Füsschen nach der gereizten Stelle,
um die Ursache zu entfernen und zwar die Pedicellarien am
schnellsten, die Füsschen am langsamsten. An den Seesternen
bewirkt die Reizung in einer Armfurche nur Zusammenziehung
der Füsschen dieser Furche, dagegen Reizung der Mundgegend
Zusammenziehung der Füsschen aller Arme, Reizung der Rücken-
seite lebhaftere Bewegung der Füsschen. Seesterne und Seeigel
kriechen dem Lichte entgegen, unterlassen dieses aber nach
Entfernung der Augenflecke. Ganz abgetrennte Stücke bewegen
sich für sich noch ähnlich wie der ganze Seestern. Bei See-
igeln hebt ein in sich zurückkehrender Einschnitt von aussen
bis auf die Kalkschale die Beantwortung eines Reizes über die
Schnittlinie hinüber auf, nicht aber die Coordination der Stachel-
bewegungen für die Lokomotion, jene geschieht also durch
Nervengeflechte ausserhalb, diese durch solche innerhalb der
Schale. Der Nervenschlundring bedingt die Coordination der
Lokomotionsbewegungen zwischen den einzelnen Armen sowohl
bei den Seesternen (Füsschen), als bei den Seeigeln (Stacheln
und Füsschen), dagegen ist die locale Reizbarkeit und damit
auch die Bewegung der Pedicellarien unabhängig von dem
Schlundring, Philos. Transact. London HI 1881 S. 829—885,
Taf. 79—85. Vorläufige Mittheilungen darüber in Proc. Roy.
Soc. Lond. XXXn S. 1 — 11, Journ. of the R. microsc. Soc.
(2) I S. 464 — 466 und Nature XXIU S. 545-547. Weitere
Beobachtungen und Versuche derselben Beobachter betreffen
die Unabhängigkeit des Geruchsinns von den Augeuflecken, und
die Benutzung der Pedicellarien beim Klettern bei den See-
sternen, sowie den Einfluss eines Rotationsapparats zur Auf-
hebung der Gravitation auf das Umdrehungsbestreben eines
auf den Rücken gelegten Seeigels und die Einwirkung ver-
schiedener Narkotica u. dgl. auf die Echinodermen. Philoso-
phical Transactions of the Royal Soc. London 172. Bd. S. 829
bis 885 Taf. 79—85, Auszüge in der Proc. derselben Gesell-
622 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Schaft XXXII S. 1—12 und Journ. Linn. Soc, X\TI 1883
S. 131—137.
Znsammensetzuug der Ambnlakralnerven bei den See -Igeln
beschrieben von R. Köhler, Ann. du Mus. d'hist. nat. I
no. 3.
N, Apostolides beschreibt das Nervensystem der Ophiu-
riden, der Nervenring liegt in einer eigenen Abtheilung der
Leibeshöhle {perineuraler Raum) und besteht in seinem untern
Theil aus braunen Zellen mit grossen Kernen, ähnlich den
Pigmentzellen der Wirbelthiere, im obem aus achtem Nerven-
gewebe mit sehr zarten Fibrillen und zerstreuten bipolaren
ZeUen, Comptes rendus de l'Acad. 92. Bd. 1881 S. 1424 bis
1426 und Arch. Zool. exp. X S. 121—124, Taf. 7—12.
0. Hamann bespricht die Histologie des Nervensystems
der Holothurien und Asteriden, namentlich in Beziehung auf
Füsschen und Sinnesorgane: er betont, dass dasselbe bei den
erstem im Bindegewebe liegt und mit dem Epithel an den
distalen Enden der Füsschen in Verbindung geblieben ist, bei
den Seesternen seine Lage im Epithel beibehalten hat und
Epithel -Siuneszellen, Epithel -Stützzellen, Nervenfasern und
grosse und kleine Ganglienzellen zeigt; er kritisirt die An-
gaben früherer Autoren und kommt bei einem Vergleich des
Nervensystems der Echinodermen mit dem der Coelenteraten
zum Schluss, dass es bei beiden Gruppen dauernd dem Ektoderm
angehört, also hierin im ursprünglichen Zustand verharrt, aber
doch bei den einen und den andern unabhängig von einander
entstanden sei. Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIX S. 167 — 185
Taf. 10 — 12. — Derselbe beschreibt femer das Nervensystem
von Holothuria Polii und SjTiapta digitata, ebenda S. 309 — 313
und 316—324, Taf. 20—22. — Das Nervensystem der Holo-
thurien ist bearbeitet von R. Semon, Jenaische Zeitschr. f.
Naturwiss. XM S. 378—600 Taf. 25, 26.
Nervengeflechte in der Haut imd Ganglienzellen in den
Nervencentren bei Holothurien, E. Jourdan, Compt. rendus de
l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 1206.
Ueber das Nervensystem von Comatula hat H. Carpenter
in der Versammlung der British Association zu Shefdeld 1879
eine Mittheilung gemacht, die auch in dessen Abstracts of two
papers on the Crinoids, London 1880 8° S. 5 wiedergegeben
ist. — Derselbe weist bipolare Zellen im Achsenstrang von
Sahirgeschichte der Echinodermen i. d. J. IS SO — ISSo. (323
Pentacrinus . Bathvcrinas nnd Antedon EschricMi nach, Quart.
Joum. er" mierosc. Sei. XXTTT S. 597 — 616.
Das -gekammerte Organ- nnd die Faserstränge der Cri-
noiden werden von E. Perrier nunmelir auch, wie von Car-
penter, dem Nervensystem zügetheilt, Compt rendus de l'Acad.
97. Bd. S. IST— 189 nnd Ann. and Mag. of Nat Hist. (5) XII
S. 358.
Ebenso nochmals von Carpenter, welcher die Verbin-
dimg derselben mit dem snbepithelialen Nervenbande nachweist
und jene Theile als antiambtilakrales Nervensystem dem am-
bulakralen entgegenstellt, Quart. Joum. microsc. Sei. XXTTT
S. 597—616.
Die Sioaesorgaiie der Eohinodermen. namentlich das Auge
der Seesteme besprochen, und dieses als Complex von pigmen-
tirten Sinneszellen erklärt von 0. Hamann, Zeitschr. f. wiss.
Zeel. XXXIX S. 171—176 und 186 Taf. 11.
Ein Geruchsorgan (^?) bei Seestemen wahrscheinlich ge-
macht von Gr. J. ßomanus, Joum. Linn. Soc- XYII 1883
S. 131—137.
Sinnesknospen in den Tentakeln von Synapta digitata,
Hamann, Zeitschr. i. wiss. ZooL XXXIX S. 318—320 fa£ 21
Fig. 29, 30.
Die Tastpapilien in der Haut von Synapta beschreibt
0. Hamann, Zeitschr. l wiss. Zool. XXX TX S. 320 — 322
Taf. 21 Fig. 31, 32.
Biologische Beobachtnngen an See -Igeln imd Holothurien
in Gefangenschaft, C. NoU, Zoolog. Garten 1881 S. 137—147
u, 168 — 173.
Biologische Beobachtungen über die Bewegimgen der See-
Igel und See -Sterne von ßomanes und Ewart siehe oben
S. 620, 621.
Populäre Schilderung der Echinodermen von P. H. Car-
penter in Cassell's natural history VI 1883 S. 259 — 276.
Die Kraft der Stacheln steht bei den litoralen Seestemen
im umgekehrten Yerhiütniss zur Festigkeit und Dichtigkeit der
Skelettplatten, Bell, Ann. and Mag. nat. hist. {b) YIH S. 44.
Th. Studsr theilt Beobaehtimgen darüber mit, wie Echi-
nemetra lucunter und subangularis sich Löcher in Korallenkalk
und Felsen aushoU^ Mcmatsber. d. Akad. Berlin 1880 S. 871
und 872.
624 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
H. Eisig berichtet über Fütterungsversuche an Echinua
lividus, wobei die Stacheln sich als sehr geschickt erwiesen,
einen Wurm zu ergreifen und gegen den Mund hin zu trans-
portiren, Kosmos XIII S. 126.
Kent beschreibt, wie die Holothurien mittelst der Fühler
Nahrung in den Schlund bringen und bestreitet, dass sie von
lebenden Korallen sich ernähren; in letzterem Punkt stimmen
ihm Grenfell und Guppy bei. Nature XXVII S. 433, 508
und 384.
Graeffe hebt hervor, dass die Echinodermen im erwach-
senen Zustand wenig Feinde haben, daher keine Schutzfarben
u. dgl. zeigen, wohl aber die Larven. Arbeit, d. zool. Instituts
in Wien III S. 333-344.
C. Fr. Krukenberg theilt Versuche über die Einwirkung
von Giften auf einige Echinodermen mit, vergl. physiolog. Stu-
dien (2) I 1881 S. 76—86.
Geschlechtssystem. Th. Studer macht auf Geschlechts-
dimorphismus und Brutpflege bei einer Anzahl von Echinodermen
aufmerksam, und zwar Brutpflege allein bei verschiedenen Ophiu-
riden und bei Leptychaster, Geschlechtsuuterschiedo in der all-
gemeinen Schalenform sowie in Form und Grösse der Genitalporen,
durch Viviparität bedingt, bei einigen Cidarideu und bei Hemi-
aster (Spatangide), endlich verschiedene Färbung der Ge-
schlechter bei Oreaster und bei einer Ophiuride, Zool. Anzeig.
III 1880 S. 523—527 und 543—546; derselbe beschreibt die
Bruttasche von Ophioglypha hexactis, Ophiuriden der Gazelle,
Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 13. — Auch bei Asterina gib-
bosa fand H. Ludwig die Geschlechter zur Fortpflanzungszeit
in der Färbung verschieden, das Männchen fahlblaugrün, das
Weibchen kräftig grün, Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVII S. 445.
— lieber die Brutpflege bei Geniocidaris canaliculata, welche
die Jungen an der Aussenseite des Mundes, von den spatei-
förmigen Hauptstacheln überdeckt, herumträgt, und bei He-
miaster cavernosus, der sie in den paarigen hintern Ambulakral-
gruben trägt, s. Wyville Thomson bei AI. Agassiz Echinoidea
of the Challenger S. 45 und 178 Taf. 2 Fig. 2 und Taf. 20 a
Fig. 1.
Verschiedene Grösse der Genitalporen bei Amblypneustes,
vielleicht auch Geschlechtsunterschied, Bell, Proc. Zool. Soc.
1860 S. 436, 437.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 625
Annäherung beider Geschlechter von Asterina gibbosa bei
der Eiablage beobachtet von H. Ludwig, Zeitschr. f. wiss.
Zool. XXXVII S. 115 Taf. 1 Fig. 1.
Hermaphroditismus bei Amphiura squamata, getrennte Ge-
schlechter bei der Mehrzahl der untersuchten Ophiuriden kon-
statirt von N. Apostolides, Arch. Zool. exp. X S. 183.
Kalkkörperchen in der Wand der Geschlechtsorgane von
Echiuostrephus besclireibt Ch. Stewart, Journ. Roy. microsc.
Soc. III S. 909.
S. Jourdain glaubt nachzuweisen, dass die Produkte der
Geschlechtsdrüsen bei den Asterien wie bei den Holothurien
durch eine Oeffnung am Munde entleert werden, Compt. rendus
de l'Acad. 94. Bd. S. 744—746, wogegen Perrier und Poirier
an der Entleerung durch siebfürmige Oeffnungen an den Arm-
winkeln festhalten, ebenda S. 891, 892.
Th. Lyman giebt an, dass die Leibeshöhle bei Astro-
phyton, Gorgonocephalus und Euryale durch radiale Mesenterial-
bänder in zehn Räume getheilt ist, deren jeder durch eine
Genitalspalte nach aussen mündet. Die Ovarien haben keine
bleibende Oefiuung, die Eier werden vermuthlich durch Eiu-
reissen entleert. Auch bei Astrocnida und Astrogomphus führen
die Geuitalspalten direkt in die Leibeshöhle, obgleich dieselbe
nicht wie bei den obengenannten getheilt ist. Bei Ophiomusium
und Ophiocreas dagegen finden sich Bursae wie bei den Ophi-
uren. Bull. Mus. comp. Zool. VIII No. 6 1881 S. 117—125,
mit 2 Tafeln.
Junge Chirodoten in Mehrzahl und in gleichem Entwicklungs-
stadium frei in der Leibeshöhle einer erwachsenen, also ver-
muthlich lebendig gebärend, wahrscheinlich Ch. rotifcra Pourt.,
H. Ludwig, Zool. Anzeig. III 1880 S. 492 und Archiv, de
Biologie II S. 41—58 Taf. 3.
Männliche Genitalpapille bei Thyone aurantiaca und Cucu-
maria pentaetes, Ludwig, Mitth. zool. Stat. Neapel II S. 53.
Hodenschläuche und Entwicklung der Spermatozoidien bei
den Holothurien, E. Jourdan, Compt. rendus de l'Acad. 95. Bd.
1882 S. 252.
Die Eier von Antedon rosacea zeigen zapfenartige Vor-
sprünge an der Innenseite der Eihülle, welche in die Dotter-
oberfläche eingreifen, aber später schwinden. Ludwig, Zool.
Anzeig. HI 1880 S. 470.
626 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
üebersichtliche Darstellung der Entwicklungsgeschichte
der Ecbinodermen von F. M, Balfour, Handbuch det- ver-
gleich. Embryologie, engl. Original I S. 453—482, übers, von
Vetter, Bd. I 1880 S. 514—544.
Ausfuhrliche Literatur -Zusammenstellung über die Ent-
wicklungsgeschichte der Echinodermen, alphabetisch nach den
Verfassern, von AI. Agassiz im Bull. Mus. comp. Zool. X
No. 2 1882 S. 109—134, eine Auswahl von Abbildungen aus
dieser Literatur mit kurzer Text -Erklärung von demselben
in den Memoirs desselben Museums Bd. IX 1883, 15 Tafeln,
44 Seiten.
E. Selenka behandelt die Dotterfurchung und die Keim-
blätter der Echinodermen; die Furchung ist bei allen eine
gleichmässige (aequale) und zwar regulär (Eiachse = Achse
der Gastrula, Furchungsebenen abwechselnd horizontal und
vertikal, alle Kugeln gleichzeitig halbirt) bei Synapta, pseudo-
regulär (Längsachse der Gasti'ula geneigt zur Eiachse) bei
den Ophiuriden, aequal mit polarer Differenzirung (Achse
gleich, vom 48 -zelligen Stadium an verschiedenes Verhalten in
der vordem und hintern Hälfte) bei den Echiniden. Bei diesen
und bei den Ophiuriden entstehen die beiden Ur-Mesenchym-
Zellen aus zwei benachbarten Blastodermzellen 'am vegetativen
Pol und bilden in der Regel durch Theilung zwei Mesenchym-
streifeu; bei Synapta dagegen treten die Mesenchymzellen erst
nach dem Beginn der Gastrulation auf, gelaogen durch Wan-
derung in das Blastocoelom und bilden die Cutis, sowie die
Ringmuskelschicht des Darms; das Nervensystem entsteht aus
dem Epithel an der Bauchseite der Larve. Der Verfasser
spricht sich dafür aus, dass die Echinodermen von wurmähn-
lichen Thieren stammen, indem die zwei Ur-Mesenchym-Zellen
den zwei Urzellen des Mesoblasts der Würmer homolog seien,
dagegen seien die Urdarmventrikel eine neue Erwerbung und
zwar wahrscheinlich ursprünglich ein paariges Exkretionsorgan.
Studien über die Entwicklungsgeschichte der Thiere, II. Heft
S. 28—61, Taf 5—10.
Beobachtungen über den Hergang der Befruchtung bei
Asteracanthion rubens von A. Schneider, Zool. Anzeig. III
1880 S. 254, 255, Berichtigung S. 336.
Befruchtung und Dotterfurchung bei Sphaerechinus brevi-
spinosus, Echinus miliaris (microtuberculatus) und Toxopneustes
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 627
lividiis beschrieben von W. Flemming im Archiv f. mikrosk.
Anatomie XX 1881 S. 1—86, und 82, Taf. 1.
Dotterkern bei Asteracanthion glacialis aufgefunden von
Gius. Jatta, Atti dell' Accad. di Napoli IX 1882 12 S., 1 Taf.
R. S. Bergh theilt Einiges über die Entwicklung von Echi-
nus miliaris mit; seine Beobachtungen stimmen in den meisten
Punkten mit denen von Selenka (s. den Bericht in Band 45
dieses Archivs S. 503) zusammen. Ein eigentliches Morula-
Stadium fehlt und ob die Mesoderm-Anlage ursprünglich bilateral
sei, lässt er zweifelhaft. Vidensk. Meddelelser fra d. naturhist.
Forening i Kjöbenhavn 1879—1880 S. 255—264.
El. Metschnikoff beschreibt die Bildung der Gastrula
bei Echinus microtuberculatus ; die Anlage des Mesoderms ist
nur ausnahmsweise bilateral-symmetrisch. Bei Amphiura squa-
mata ist am Embryo ein Hinterdarm und ein After vorhanden.
Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXVII 1882 S. 286—313, Taf. 19, 20.
Dotterfurchung und erste Stadien der Larvenentwicklung von
Arbacia punctulata beschrieben von Fewkes in der Memoirs
of the Peabody Academy I No. 6 10 S. 1 Tafel. — An der-
selben Art die Reihenfolge im Erscheinen der Arme des Plu-
teus und der üebergang von demselben in die erwachsene Form
erörtert von H. Gar man und B. P. Colton in Studies of the
Biological Laboratory of Hopkins Univ. II, 2, S. 247 — 256 mit
2 Tafeln.
H. Ludwig hat die Entwicklungsgeschichte von Asterina
gibbosa mit besonderer Berücksichtigung des Uebergangs der
Larve in die Seesternform verfolgt. Für die Darmausstülpung,
welche zum Wassergefässsystem wii-d, führt er den Ausdruck
Iliidrocnel ein. Der Rückenporus bildet sich gleichzeitig mit
demselben und mündet zuerst in das mit dem Enterocoel noch
in offener Verbindung stehende Hydrocoel. Der Steinkanal ent-
steht aus einer Rinne der Hydrocoelwand und tritt erst später
mit dem Rückenporus in Berührung. Die Anlage des Mund-
darms ist dreilappig und behält durch die ganze Metamorphose
eine bestimmte Stellung zu den fünf Lappen des Hydrocoels.
Die Anlage der fünf antiambulakralen Armbezirke entsteht aus
Mesodermwucherungen. Nur das sog. Larvenorgan, das den
Armen der Brachiolaria homolog ist, und der Munddarm der
Larve werden bestimmt nicht in die Seesternforra aufgenommen,
sondern werden rückgebildet ; der After scheint sich an derselben
628 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Stelle zu bilden, an welcher der Larvenafter lag; der neue
Munddarm wird vom Hydrocoel umwachsen, ohne dass dieses
durchbrochen wurde. Die antiambulakralen und die ambula-
kralen Armanlagen vereinigen sich zu den Armen, wobei die
ersteren sich um die Breite eines Armes verschieben; der
Interradius, in welchem sich die ursprünglich einen Bogen bil-
denden antiambulakralen Armanlagen zu einem Kreis zusammen-
schliessen, ist derselbe, in welchem der Steinkanal und der
Rückenporus liegen; derjenige, in welchem sich die ambula-
kralen Armanlagen zusammenschliessen, trägt den später ent-
stehenden After und nach diesem, als nach vorn gerichtet,
schlägt der Verfasser vor, die Seesterne zu orientiren, die
Madreporenplatte liegt dann links vorn. Die Stacheln ent-
stehen als sechsstrahliger Stern, durchlaufen dann die Form
eines sechsspeichigen Rädchens, ähnlich denen von Chirodota,
und wachsen endlich in rechtswindender Spirale empor. — Der
Verfasser betont zuletzt im Allgemeinen, dass bei den Echino-
dermen nur eine Metamorphose mit Rückbildung einzelner
Larvenorgane, keine Knospung oder Generationswechsel Statt
finde und dass nur die primäre Larve mit allseitiger Wimper-
bekleidung und durch den Larvenmund und Larvenafter be-
zeichneter Bauchseite allen Echinodermen gemeinsam sei, da-
gegen die verschiedene Anordnung von Wimperschnüren u. dgl.
nur sekundäre Anpassung. Zeitschr. wiss. Zool. XXXVII S. 1
bis 98, Taf. 1 — 8, auch in desselben Morphol. Studien an Echi-
nodermen II 2 S. 111—208, dieselben Tafeln.
Entwicklung von Ophiothrix versicolor und Amphiura squa-
mata, N. Apostolides in Arch. zool. exp. Bd. X S. 187—220,
Taf. 11, 12, letzterer innerhalb der Mutter.
H. Ludwig beschreibt den inneren Bau der Larven von
Antedon und hebt namentlich hervor, dass ursprünglich nur
Ein Steinkanal und Ein Kelch -Perus vorhanden, und zwar,
nach der Lage des Afters bestimmt, konstant in demselben
Interradius. Zeitschr. wiss. Zool. XXXIV S. 310—332 Taf. 12,
13, oder in dessen morphol, Studien an Echinodermen II 1
S. 34—56.
Zwei Pentacrinus- artige Larven von Actinometra aus dem
Golf von Mexiko beschreibt Carpenter, Bull. Mus. comp.
Zool. IX 4.
Erhaltung der Eingangsöffnung der Auriculariaform bei der
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 629
Umwandluug der Holothurien, A. Götte, Zool. Anz. III S. 324
bis 326.
El. Metschnikoff betont die Bedeutung der wandernden
Mesodermzellen und grossen Mesodermplasmodien in den Echi-
nodermenlarven für intercellulare Stoffaufnahme und Verdauung,
sowohl zur Beseitigung unnützer und schädlicher Stoffe, wie
absterbender Zellen und Bakterien, als zur Ernährung, wofür
er verschiedene Beobachtungen anführt; er nimmt an, das Me-
soderm habe überhaupt ursprünglich die Funktion der Ernäh-
rung gehabt und die der Gewebebildung sei erst später hinzu-
gekommen. Arbeiten d. zool. Instituts in Wien V S. 1 — 28
mit 2 Tafeln.
Das Mesoderm der See-Igel, speziell des Toxopneustes livi-
dus, von zwei einander in der Medianebene berührenden Zellen
am Ectoderm-Pole abgeleitet, B. Hatschek, Arbeiten aus d.
zool. Institut in Wien III S. 30.
A. Götte beobachtet, dass die beiden Peritonealblasen an
der Larve von Asteracanthion glacialis ausnahmsweise als ge-
meinsame Aussackung aus dem Darm entstehen, Zool. Anzeig.
III 1880 S. 324.
H. Ludwig hat die Entwicklung der Skeletttheile bei
Amphiura squamata untersucht: die Armwirbel entstehen aus
je einem rechten und einem linken dreistachligen Kalkstückchen,
die Endplatte der Arme bildet anfänglich eine unten offene
Rinne. Das Mundskelett wird auf bestimmte Theile des Arm-
skeletts zurückgeführt. Bei der ersten Anlage der Scheibe
liegen die Mundschilder ursprünglich an der Rückenseite, der
Porus der Madreporenplatte befindet sich nie in deren Mitte,
sondern immer am linken Rande; der Interradius der Madre-
porenplatte ist stets durch zwei Radien von demjenigen getrennt,
welchem das rudimentäre Larvenskelett angehört. Zeitschr. wiss.
Zool. XXXVI S. 181—200, Taf. 10, 11, auch in dessen Mor-
pholog. Studien an Echinodermen II 2, S. 91—110, dieselben
Tafeln.
Viguier bleibt gegenüber Ludwig dabei, dass die erste
Ambulakralplatte doppelt sei, C. Viguier, Arch. zool. exp.
VIII 1880 S. I— V.
Bastarde. R. Köhler machte Versuche zu künstlicher
Erzeugung von Bastarden bei See-Igeln; bei Strongyloccntrotus
lividus mit Sphaerechinus granularis und mit Psammechinus
630 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
pulcbellus, sowie auffallenderweise bei Psammechinus cfcT mit
Spatangus 2 brachte er es regelmässig bis zu Pluteusformen,
bei andern nur bis zur Blastula oder Gastrula. Comptes ren-
dus de l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 1203—1205; auch Biologisches
Centralblatt II S. 258—261, und Ann. Mag. nat, bist. (5) X
S. 179, 180.
Regeneration des Scheibenrückens nebst den anhängenden
Eingeweiden bei Amphiura abdita von A. E. V er rill beobachtet.
Am. Journ. of Sei. XXIII 1882 S. 476, auch Ann. Mag. n. h.
(5) IX S. 476.
Theoretische Betrachtungen über Theilung bei Ophiuriden
von F. J. Bell, Ann. Mag. n. h. (5) X S. 221—224. — Beob-
achtung von Theilung bei Asterias tenuispina von R. Schmidt-
lein, Mittheil. a. d. zoolog. Station zu Neapel II 1881 S. 172.
Abnormitäten. Albinismus bei Cucumaria Planci, Kruken-
berg, Vergleich, physiol. Studien (2) I S. 148.
Zwei Genitalporen auf derselben Platte als Ausnahme bei
mehreren See -Igeln, Ludwig, Zeitschr. wiss. Zool. XXXIV
S. 80, 81 Taf. 2 Fig. 8, oder Morphol. Studien au Echino-
dermen II 1.
Ein 4- und ein 6 -armiges Exemplar von Actinometra pul-
chella Pourt., Carpenter, Bull. ]^us. comp. Zool. IX No, 4 S. 9,
Mangel des vordem Petalums bei Echinodiscus auritus und
dislocirter Genitalporus bei Laganum depressum, Pfeffer, Ver-
handl. naturwiss. Ver. Hamburg (2) Bd. V 1881 S. 61 u. 59.
Missbildung von Amblypneustes formosus, der aborale Theil
des linken vordem Ambulakrums und die jederseits anstossende
interambulakrale Plattenreihe fehlend, F. J. Bell, Joum. Linn.
Soc. zool. XV S. 126—129 Taf. 5 Fig. 1—3.
Verdoppelung des vordem Ambulakrums bei Amblypneustes
griseus, Ch, Stewart, ebenda S. 130 Fig. 4—6.
Eine Monstrosität von Actinometra mit zwei MundöfFnungen
und zwei Afterröhren erwähnt Carpenter in Populär Science
Review (2) IV No. 15 1880 S. 193, — Abweichungen in der
Zahl der Ambulakralfelder und Gabelstücke bei Pentatrematites,
Hambach, Transact. Acad. of St. Louis IV 1880 S. 160.
Missbildete Crinoidenstiele aus der Steinkohlenperiode und
zwar: 1) stellenweise verdickte, 2) mit seitlicher Höhle ohne
oder 3) mit Verbindung mit dem Achsenkanal, alle vermuthlich
durch Schmarotzerthiere veranlasst, deren mehrere aufgeführt
Naturgeschichte der Echinodcrrnen i. d. J. 1880 — 1883.
631
werden, beschreibt R. Etheridge, Proc. uat bist. Soc. Glas-
gow IV, 1. 1878—80, S. 19—36, Taf. 1 und 2.
Bibliographie. Italienische die Echinodermen betreffende
Werke aufgezählt von Cavanna, Elementi per una Biblio-
grafia Italiaua Florenz 1880 S. 90 ii. 91.
Bibliographie betreffs der Entwicklungsgeschichte s. oben
S. 626.
Die See -Igel von der Challenger- Expedition, 139 Arten,
wovon 52 früher nicht bekannt, hat AI. Agassiz irn dritten
Bande des Report of the Scientific Results of the Voyage of
H. M. S. Challenger 1881 321 S. 45 Tafeln in 4" eingehend
bearbeitet; vergl. die vorläufige Mittheilung im Jahresbericht d.
45. Bandes dieses Archivs S. 511 — 514. — Derselbe behandelt
hierbei die geographische und bathymetrische Vertheilung der
See-Igel überhaupt, wobei er folgende Kategorien hinsichtlich
ihres Vorkommens annimmt:
1) litorale, bis 100 oder höchstens 150 Faden abwärts,
201 Arten,
2) continentale, bis 450 — 500 Faden abwärts, soweit als
die allgemeinen Umrisse der Kontinente hinabreichen
mögen, 83 Arten,
3) abyssale oder oceanische, 79 Arten.
Systematisch vertheilen sich dieselben folgendermassen, wobei
die erste Ziffer die Zahl der für die Region eigenthümlichen,
die zweite die der überhaupt vorkommenden Arten angiebt:
632 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Die weiteste vertikale Verbreitung, von der Litoralzone bis nahe
an oder auch über 2000 Faden, zeigen Goniocidaris canaliculata,
Echinocardium australe und Brissopsis lyrifera, bis 1100 — 1600
auch Echinus acutus, magellanicus und Brissopsis hizonica. Neun
wesentlich continentale und vier abyssale Arten zeigen ferner eine
Differenz von über 1000 Faden in ihrem Vorkommen. Charakte-
ristisch für die Litoralzone sind namentlich die Echinometriden
und Clypeastriden, sowie die Mehrzahl der Diadematiden, Temno-
pleuriden und Triplechiniden. Ungefähr die Hälfte der charakte-
ristisch continentalen und abyssalen Gattungen sind sowohl aus
dem atlantischen als pacifischen Gebiet bekannt. Nur atlantisch
sind unter den abyssalen Gattungen Calymne und Pygaster (der
einzige Echinoconide), nur pacifisch Ciouobrissus und Argopata-
gus, den h'oheren südlichen Breiten eigen Spatagocystis, Echino-
crepis und Genicopatagus. Alle Gattungen, welche zu-
gleich von der Litoralzone bis in die Abyssalregion
reichen, gehen auch bis in die Kreideperiode zurück,
dagegen die auf die Litoralzone beschränkten nur
bis in die jüngeren Tertiärformationen. Mit Ausnahme
der höheren südlichen Breiten entfernen sich die Fundorte auch
der abyssalen Arten nicht sehr weit von den Grenzen der Kon-
tinente oder Inseln. Die Südenden von Amerika und Afrika
zeigen unter den kontinentalen und abyssalen Arten keine
eigenthümlichen, wie doch unter den lit oralen, sondern nur ein
Zusammentreffen atlantischer und pacifischer, beziehungsweise
indischer Arten. Rep, Echin. Challeug. S. 207—277,
Naturgeschichte der Echmodermcn i. d. J. 1880—1883. G33
Die Ophiuriden und Astrophytiden des CLallenger bearbeitet
von Th. Lyman im fünften Band des Report of the scientific
Results of the Voyage of H. M. S. Challenger 1882, 386 Seiten,
48 Tafeln. Es sind im Ganzen 85 Gattungen und 556 Arten
von Ophiuriden und Astrophytiden bekannt. 278 (226) Arten
leben weniger tief als 30 Faden, 151 (69) zwischen 30 und
150 Faden, 137 (72) von 150 zu 500, 64 (32) von 500 zu
1000 und 69 (50) tiefer als 1000 Faden; die eingeklammerte
Ziffer bezeichnet die Zahl der Arten, die nur ausschliesslich
in der genannten Tiefe leben; allen fünf Tiefregionen gemein-
sam ist nur Eine Art, Ophiacantha bidentata, in der ersten bis
vierten zwei, Amphiura Sarsii und Ophiacantha vivipara, in der
zweiten bis fünften auch zwei, Amphiura duplicata und Amphi-
lepis Norvegica. In Betreff der horizontalen Verbreitung ist
Eine Art, Amphiura squamata, sowohl im nördlichen als süd-
lichen Theil des atlantischen Oceans, am Cap und in Australien
vorhanden, sie gehört den beiden ersten Tiefenregioneu an;
die eben genannte Ophiacantha vivipara und Gorgonocephalus
Pourtalesii finden sich zugleich bei Kerguelen und an der Küste
Südamerikas. Ophiomusium Lymani, aus der vierten und fünften
Tiefenregion, kommt zugleich in den nördlichen und südlichen
aussertropischen Zonen des atlantischen und des stillen Oceans
vor; Ophiacantha cosmica, aus der dritten bis fünften Tiefen-
region, zugleich bei Brasilien, am Cap und bei Kerguelen.
Doch fehlt es auch unter den Tiefseearten nicht an solchen von
sehr beschränkter horizontaler Verbreitung. Lyman, Rep.
Ophiur. Challeng. S. 287—326.
Die Holothurien der Challenger-Expedition, I. Theil, bear-
beitet von Hj. Theel in Report of the Scientific Resultats of
the Challenger Zool. vol. IV part. 13 1882 176 S. 46 Taf.
(vergl. den Jahresbericht in Bd. 45 dieses Archivs, S. 487.)
Betrifft die neue Ordnung der Elasipoden, wovon nur vier Arten
in Tiefen von 50—500 Faden, ebenfalls vier in solchen von
500—1000, dagegen 34 zwischen 1000 und 2000, 26 von 2000
bis 2750 gefunden wurden und zwar im Ganzen drei im nörd-
lichen atlantischen Ocean, drei im tropisch - atlantischen , sechs
im nördlich-pacifischen, sechs im tropisch-pacifischen, die übrigen
in den südlichen Theilen des atlantischen und indischen.
Seesterne aus der Familie der Pterastridae , sechs Gat-
tungen und 34 Arten, während bis dahin nur neun Arten aus
634 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
der ganzen Familie bekannt, W. P. S laden, Journ. Linn. Sog.
Zool. XVI S. 189-246. — Die Astropectiniden, speziell Per-
cellanasteriden , derselbe a. a. 0. XVII S. 215 — 269. —
Einige Crinoiden von Carpenter, ebenda XVI S. 487. —
Einige eigenthümliclie Ophiuriden von Th. Lyman, Annivers.
Mem. of tlie Boston Soc. of nat. bist. 1880.
Th. Studer berichtet über die von ihm auf der Expedi-
tion der „Gazelle" 1874 — 1876 gesammelten Ophiuriden, 58
Arten von 36 Fundorten, hauptsächlich West-Afrika, Kerguelen
(diese schon früher 1876 in den Monatsberichten aufgeführt),
West -Australien, Neu -Guinea, Neu - Britannien und Magellan-
strasse, worunter noch 10 Arten neu nach der umfassenden
Arbeit von Lyman über die Challenger- Ophiuriden. Abhandl.
d. Kgl. Akad. d. Wissenschaften in Berlin, Physik. Klasse,
Abhandl. I 37 S. 3 Taf. in 4". — Ebenderselbe über die See-
lgel von derselben Expedition in den Monatsberichten d. Ber-
liner Akad. 1880 S. 861—885 mit 2 Tafeln, 40 Arten, darunter
mehrere neue, sowie Beobachtungen über die Lebensweise. —
Ueber die Seesterne derselben Expedition berichtet er vorläufig
namentlich in Bezug auf geographische Verbreitung und mit
Beschreibung zweier neuer Gattungen in den Sitzungsberichten
der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin 1883 S. 128
bis 132.
Uebereinstimmung der hochnordischen und Tiefsee -Fauna
durch Beispiele von See-Igeln erläutert, Th. Fuchs, Verhandl.
d. zool. bot. Gesellsch. XXXII Sitz. Ber. S. 24 und in Betreff
der Seesterne, Th. Studer, Sitzungsberichte der Gesellschaft
naturf. Freunde in Berlin 1883 S. 129, 130.
Arktische Meere. Stuxberg berichtet eingehend über
die Echinodermen des sibirischen Eismeeres; am oberfläch-
lichsten, von 4 Faden an abwärts, finden sich Cucumarien,
Eupyrgus, Myriotrochus und eine Ophioglypha; bis 150 Faden
tief gehen Archaster teuuispinus und Ophiacantha bidentata.
Der Verfasser schildert ferner einzelne „Thierformationen,"
d. h. grössere oder kleinere Bodenstrecken, wo bestimmte
Thierarten zahlreich vorkommen und zwar sind es im kari-
schen Meer hauptsächlich sowohl eigentliche Seesterne, als
Ophiuriden, im östlichen Theil des sibirischen Eismeeres aber
neben den letzteren auch Echinideu, Holothurien und Comatu-
liden, welche in solcher Weise für bestimmte Strecken charak-
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 635
teristisch siud, Vega Expeditionen Vetenskapelige Arbeten I
S. 679—812, deutsche Ausgabe S. 481—600. — Die Echino-
dermen der Nordeuskiüld'schen Expedition auf der Fischeroi-
Ausstelhing in London, s. deren offiziellen Catalog S. 95. Siehe
auch Bell in Markham's Polar Reconnaissance London 1881
S. 345, 346.
1 Criuoid, 10 Ophiuren, 15 Asterien, 4 Echiniden und
8 Holothurien auf der Expedition des Schooners Willem Barents
1878 und 1879 gesammelt, C. H. Hoffmann, Niederl. Arcli.
f. Zool, Suppl. Band I 20 S. 1 Taf. — 1 Holothurie, 1 See-
Igel, 6 Asterien, 7 Ophiuren und 1 Crinoid aus dem Barents'
Meer mit Angabe der Tiefen, W. S. M. d'Urban, Ann. Mag.
n. h. (5) VI S. 259—261 und 270, 271.
Neue Seesterne aus dem Meere zwischen Norwegen und
Spitzbergen, während der norwegischen Nordsee -Expedition
1876 — 1878 gesammelt, beschreiben D. C. Danielssen und
J. Koren, Nyt Magazin for Naturvidenskaberne XXVI 1881
S. 177-194 und XXVII 1882 S. 264—299 Taf. 1—4, ein Aus-
zug daraus in Ann. Mag. nat. bist. (5) VIII S. 66— 69 (später,
1884, in dem besondern Werk den Norske Nordhavs Expedition,
mit Abbildungen) s. Tylaster und Poraniomorpha. — Die Holo-
thurien derselben Expedition in dem letztgenannten Werk, Zoo-
logie, Holothuroidea, in dänischer und englischer Sprache von
ebendemselben bearbeitet, Christiania 1882, 91 S. mit 13 Taf,,
6 Gattungen näher beschrieben, im Ganzen 25 Arten aufgeführt,
S. 77 — 80, zu denen noch 2 aus der Aufzählung von 9 spitz-
bergischen Holothurien kommen, welche Ljungman in Öfs^ersigt
K. Vet. Akadem. Forhandl. Stockholm 1879 No. 9 S. 127 bis
131 aufgeführt hat.
Echinodermen der Baffinsbai eingehend bearbeitet von
P. M. Duncan und W. P. S laden in einer eigenen Schrift,
Memoir on the Echinodermata of the Arctic Sea to the West
of Greenland, London 1881 82 pg. 6 Tafeln 4°. Es sind
31 Arten, meist circumpolar.
Norwegen. 6 Arten Seesterne, darunter zwei neue, siehe
Goniaster und Ophioscolex, aus der Gegend von Drontheim,
V. Storm in Kgi. Norske Vidensk. Selsk. Skrift. Throndhjem
1880 (1881) S. 73-96,
Färöer- Kanal. 12 Arten Seesterne, darunter Rhegaster,
Zoroaster und Mimaster, W. P. Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinb,
ß36 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
XI 1881—1882 S. 698—701 und Trans. Roy. Soc. Edinburgh
XXXII S. 153-164, Taf. 26 — 8 Arten OpLiuriden von Ly-
man in den genannten Proc. S. 707 und 708 — die Holotlm-
rien von Theel, Proc. Roy. Soc. of Edinburgh XI S. 694-697
— Echiniden von AI. Agassiz, ebenda S. 697, 698,
Nordsee, üeber Tiefsee -Echinodermen Norman in den
Nat. Hist. Transact. of the Northumb. and Durham VIII S. 127
bis 129. — Sladen behandelt die während der Fahrt des
„Knight Errant" in den nordbritischen Gewässern gesammelten
Seesterne, Proc. Roy. Soc. Edinburgh XI 1881—82 S. 698 bis
707, darunter eine neue Gattung Mimaster. — 18 Echinodermen-
Arten von der Ostküste Schottlands, F. J. Bell, Journ. Linu.
Soc. XVII S. 102—104, — Echinodermen von Gothenburg auf
der Fischerei-Ausstellung in London, officieller Catalog S. 97, 98.
Ostsee. Bei Travemünde Ophioglypha albida, 7 — 19 Faden
tief, und Asterias rubens, Lenz im 4. Bericht d, Commission
z. wiss. Untersuch, d. deutschen Meere.
Manche. Acht Arten von Ophiuriden von Roseoff führt
N. Apostolides auf mit Angabe über Fundort und Lebens-
gewohnheiten, Arch. Zool. Experim, X S. 121 und ff.
Atlantische Küste Frankreichs. 34 Arten Echinodermen
bei Concarneau an der Südküste der Bretagne boobachtet von
Th. Barrois, Catalogue des Crustaces podophth. et des Echi-
nodermes recueillis ä Concarneau, Lille 1882, 68 S.
Aus Portugal, Lissabon und Setubal, führt R. Greeff,
grösstentheils nach eigenen Funden, auf: 1 Comatulide, 5 eigent-
liche Seesterne und 8 Ophiuriden, 6 See-Igel und 3 Holothurien.
Von diesen 23 Arten kommen 20 auch im Mittelmeer vor;
cigenthümlich für Portugal dürfte nur Ophiothrix Lusitanica
bleiben, nachdem der Verfasser selbst seinen Asteriscus Arre-
cifiensis wieder mit Asterina gibbosa Penn, vereinigt hat.
Asterias Africana M, Tr, ist als südliche Art, die nicht im
Mittelmeer vorkommt, zu erwähnen. Zoolog. Anzeig. V 1882
S. 114-120, 135—139,
Atlantische Tiefenfauna. Interessante Notizen über die
Echinodermen der Tiefe in der Bai von Biskaya nach der Aus-
beute der Expedition des „Travailleur" von A. M. Norman,
Ann. Mag. n. h. (5) VI S. 430—436, — Die von derselben
Expedition im atlantischen Ocean nahe der Küste von Portugal
gefundenen Arten, worunter zahlreiche Asterien und Ophiuren,
Naturgeschichte der Echiriodermen i. d. J. 1880—1883. 637
darunter Brisinga, Hymenodiscus, Hoplaster, Pedicellaster, und
von See-Igeln Phormosoma, bespricht Alph. Milne Edwards,
Compt. rendus de l'Acad. 93. Bd. 1881 S. 876—882, s. auch
Ann. Mag. nat. hist. (5) IX S. 45, 46 und Archives des mis-
sions scientif. et litteraires, Paris (3) IX S. 24 und 50.
Mittelmeer. Eine Brisinga, zwischen 550 und 2660 Met.,
der atlantische Archaster bifrons und eine neue Asterias, AIpb.
Milne Edwards, Compt. rendus de l'Acad. 93. Bd. S. 876
bis 882 und Perrier, ebenda 94. Bd. S. 62.
Ueber einige seltenere Echinodermen des Mittelmeers, H.
Ludwig, Mittheil. zool. Station Neapel II S. 53—71 Taf. 4. —
Das Vorkommen der Echinodermen an der Südküste von Frank-
reich nach den verschiedenen Regionen schildert Marion in
seiner zoologischen Topographie des Golfs von Marseille, Ann.
Mus. d'hist. nat. de Marseille I no. 1 und 2; zwölf Holothurien
von da nennt E. Jourdaiu, ebenda no. 6. — 16 Arten von
See-Igeln von der Küste Sudfrankreichs aufgezählt und ihr
Vorkommen daselbst näher geschildert von R. Köhler, Ann.
de Mus. d'hist. nat. de Marseille I No. 3 1882,
Adria. Angaben über Vorkommen und Lebensweise von
1 Crinoiden, 9 Asterien (Echinaster sepositus fehlt daselbst)
8 Ophiuren, 5 See -Igeln und 13 Holothurien bei Triest von
G raffe, Arbeiten aus d. zool. Institut d. Universität Wien III
S. 334-344.
Ostküste Nordamerikas. 22 Arten aus Labrador aufge-
zählt von Kath. Bush, Proc. Un. Stat. Nation. Mus. VI 1883
S. 245 — 247. — Die Echinodermen der äusseren Bänke an der
Südküste von Neu-England behandelt A. E. Verrill. 3 Holo-
thurien, 11 See-Igel, 19 Asterien, 14 Ophiuriden und 1 Crinoid
daselbst in Tiefen von über 60 Faden gefunden, 22 davon auch
an den eui'opäischen Küsten lebend. Am. Journ. of Sei. XX
1880 S. 401 und XXIII 1882. — Die Echinodermen von der
Nordküste Neu -Englands und Canadas aufgezählt von A. E.
Verrill, Prelim .Cheeklist of the mar. Invertebrata from Cape
Cod to the Golf of S. Lawrence Newhavn 1879. — Die an der
Südküste Neu -Englands vorkommenden von demselben in Am.
Journ. of Sei. (3) XIX S. 137—140 und XXIII S. 138—142,
XXIV S. 362. — Ueber essbare Echinodermen an den Küsten
von Noi'damerika siehe den offiziellen Katalog der internatio-
nalen Fischerei-Ausstellung in London 1883 S. 17 und 23.
638 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
West-Afrika. Th. Studer hebt hervor, dass ziemlich
viele aus Nordsee und Mittelmeer bekannte Echiuodermen im
tropischen Theil des atlantischen Oceans in der Tiefe vor-
kommen und führt die an der Westküste Afrikas auf der Ex-
pedition der Gazelle gesammelten Arten auf, Zool. Anzeig. V
1882 S. 334.
R. Greeff führt 2 Arten See-Igel, worunter Echinus melo,
und 1 Seestern von den Capverden, 10 Seesterne, 8 See- Igel
imd 4 Holothurien von den Inseln im Meerbusen von Guinea
auf, darunter einige neue, 13 auch an der gegenüberliegen-
den Küste Amerikas; Zoolog. Anzeig. V 1882 S. 114 bis
120, 135—139 und 156 — 159. — Ebendaher führt Roche-
brune Echinodermen an, Nouv. Arch. Mus. d'hist. nat. (2) IV
S. 321—329.
Insel Ascension: Cidaris metularia, Diadema setosum, Tri-
pneustes augulosus, Echinometra subangularis, Echiuoneus cyclo-
stomus, Rotula dentata und Linckia diplas daselbst von T. Co-
ney gesammelt. Bell. Ann. Mag. n. h. (5) VIII S. 436, 437.
Westindien. 58 Arten von See -Igeln, worunter 29 neu,
durch die Expedition des Schiffes Blake in dem Golf von
Mexiko 1877—80 und längs der atlantischen Küste von Nord-
amerika 1880 nachgewiesen, die neuen beschrieben und ab-
gebildet, und allgemeine Bemerkungen über die betreffende
Fauna von AI. Agassiz, report on the Echini in Reports ou
the Results of dredging by the „Blake" vol. X 94 S., 32 Taf.;
ein vorläufiger Bericht in Bull. Mus. comp. Zool. VIII No. 2
1880 S. 69—84. — Die Seesterue aus der Ausbeute der Blake-
Expedition behandelt Edm. Perrier, Compt. rend. Acad. Paris
Bd. 91 1880 S, 436—439 und Bd. 92 1881 S. 59—61, Auszug
in Ann. Mag. n. h. (5) VI S. 326—328, siehe unten Zoroaster,
Hymenodiscus, Goniopecten, Radiaster, Ctenaster, Marginaster
und Anthenoides, ausführlicher im Bull. Mus. comp. Zool. IX 1
1881 S. 1 — 31, 70 Arten, 26 neu, 6 neue Gattungen. — Die
Comatuliden von derselben Expedition, P. H. Carpenter, Bull.
Mus. comp. Zool. IX No. 4 1881 19 Seiten 1 Taf. — Die ge-
stielten Crinoiden, meist zehnarmig, derselbe ebenda X No. 4
1882 S. 165 — 181, siehe Pentacrinus, Rhizocrinus und Holopus.
— Die Ophiuriden von Th. Lyman, ebenda X No. 6 1883
S. 227—287 Taf. 1—8. — See-Igel von AI. Agassiz, ebenda
VIII 2 1880 S. 69—84.
Naturgeschichte der Echinodonnen i. d. J. 1880—1883. 639
Aus Cuba führt Raf. Arango 15 Arten von See -Igeln,
3 Seesterne, 8 Opliiuriden und 4 Criuoiden, darunter Pentacri-
niis asterias und Mülleri, auf, Anales de la Real Academia de
Ciencias medicas fisicas y naturales de la Habana Bd. XIV
S. 284 und 312, oder Radiados de la isla de Cuba, Habana
1877 S. 13—19.
Brasilien. Die von Dr. Ed. van Beneden gesammelten
Echinodermen: 2 Crinoideu, 2 Astorieu, 13 Opbiureu, 5 See-
Igel, 4 Holotbiirien, verzeichnet von H. Ludwig in Mem. des
savants etrang. de l'Acad. de Bruselles 44. Bd. 20 S.
Rothes Meer. 1 Crinoid, 3 Ophiuriden, 3 Asterieu, 2 See-
Igel und 9 Holothurien von R. Kossmann gefunden, wovon
1 Ophiure und 4 Holothurien bis jetzt noch nicht von dort be-
kannt, H. Ludwig in Kossmanns Zool. Ergebnissen einer Reise
an die Küstengebiete des Rothen Meeres II, 5. 7 S.
Mauritius und Seychellen. 22 Seesterne, 10 Ophiuriden,
17 Echiuiden und 28 Holothurien, unter diesen 13 neu, von
W. Haacke bestimmt, K. Moebius, Beiträge z. Meeresfauna
der Insel Mauritius, 1880 S. 46— 50. — Kritische Bemerkungen
über die Holothurien von H. Ludwig im XXII. Bericht der
Oberhess. Ges. f. Natur- und Heilkunde S. 155 — 157. — Die
von V. de Robillard auf Mauritius gesammelten See- Igel,
34 Arten, und ein neuer mit Brisiuga verwandter Scesteru von
dort beschreibt P. de Loriol in den Memoires de la Soc. de
Physique et d'Histoire naturelle de Geneve XXVIII No. 8, 64
Seiten 5 Taf. 4°.
Indischer Ocean. Echinodermen von Madras und Sind auf
der Fischerei-Ausstellung in London, siehe den officiellen Cata-
log S. 153 und 175. — Einige von Ceylon, Bell, Ann. Mag.
nat. bist. (5) X S. 218—225. — Neue Holothurien von C. Ph.
Sluiter in Natuurkundig Tijdschrift vor Nederlands Indie XL
1880 mit 7 Tafeln; Auszug in Verslagen en Meded. Akad.
Wetensch. Amsterdam (2) XVI 1881 S. 282—285. — Ueber-
sicht der im Leydener Museum befindlichen Holothurien von
H. Ludwig, Notes Leyd. Mus. IV S. 127—137. — Aufzählung
der Comatulen des Leydener Museums von P. H. Carpenter,
ebenda HI S. 173—217, 20 Arten.
Japan und China. 26 See -Igel und 12 Seesterue von
GreefF bestimmt, in J. Rein's „Japan nach Reisen und Studien
dargestellt" Leipzig 1881 S. 239 aufgeführt, darunter die weit
640 Prof. E. V. Märten s: Bei'icht über die Leistungen in der
verbreitetem Diadema setosum, Dorocidaris papillata und Aste-
rias rubens. — Seesterne von Swatau und Takun auf der
Fischerei -Ausstellung in London, siehe den officiellen Catalog
S. 51 und 63. — 18 Arten von Holothurien aus Japan erörtert,
Maren zeller, Verhandl. zool. bot. Gesellsch. XXXI 1881
S. 121—140 Taf. 4. 5.
Australien. Die bekannten See -Igel, 55, worunter zwei
neue, aufgeführt von J. Tenison Woods, Proc. of the Lin-
nean Society of New South Wales IV 3 1879 S. 288-290 mit
2 Tafeln, und Beobachtungen über Vorkommen und Lebens-
weise, ebenda V 1880 S. 125—131 und 193—204. — Weitere
Arten, derselbe, ebenda S. 493 und VII 1882 S. 93, 94. —
Echiniden aus Süd- Australien, R. Täte, Transact of the Royal
Soc. of South Australia V S. 74, 75. — Ecliinodermen von
Neusüdwales auf der Londoner Fischerei-Ausstellung, siehe den
Catalog S. 38.
Neuseeland. F. W. Ilutton bespricht 1 Ophiuride, 8 See-
sterne, 3 See -Igel und 7 Holothurien, darunter mehrere neue
Arten, Transactions of the New Zealand Institute XI 1878
S. 305 — 308 (im vorigen Bericht nicht einzeln erwähnt).
Insel S. Paul im südindischen Ocean, Die Seesterne, wor-
unter Asterina exigua und eine neue Culcita, behandelt von
Edm. Perrier, Arcb. Zool. exp. VIII S. 47—50, Taf. 4.
Magellanstrasse und patagonische Küste. 3 Echiniden,
13 Asterien, wovon 6 zur Gattung Asterias, 3 Ophiuriden und
2 Holothurien von der Expedition des „Alert," F. J. Bell,
Proc. Zool. Soc. 1881 S. 87—101 Taf. 8 u. 9. — Siehe auch
oben unter Studer, Gazelle.
AI. Agassiz verbreitet sich auf Grund zahlreicher eigener
Untersuchungen über die üebereinstimmung der Entwicklungs-
geschichte mit der paläontologischen Reihenfolge bei den See-
Igeln, und hebt dabei hervor, wie unsicher immer speziell
ausgeführte Stammbäume sein müssen, da meist mehrere Mög-
lichkeiten einer Ableitung vorliegen. Address before the Ame-
rican Association for the Advanc. of Science. Boston Aug. 1880,
auch in Ann. Mag. N. H. (5) VI S. 348—372, Am. Journ. of
Sei. (3) XX S. 294—303 und 375—390. — Auch F. J. Bell
spricht aus Anlass von Palaeolampas über die Misslichkeit
näherer Ableitungen, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 41 und 49.
In Betreff der fossilen See -Igel findet AI. Agassiz die
Naturgeschichte der Echinodcrmen i. d. J. 1880 — 1883. 641
von Pourtales aufgebrachte Annahme, dass die Tiefseeformen
mit denen aus der Kreideformation auffallend übereinstimmen,
durch die Ausbeute des Challenger bestätigt; er nennt 24 Gat-
tungen, die von der Kreideformation bis zur Gegenwart reichen,
und bespricht einzelne der für diese Formation charakteristischen
Gattungen wie Salenia, Pygaster und Hemipneustes als beson-
ders instructiv für die fundamentalen Beziehungen zwischen den
verschiedenen jetzigen Familien. In der Tertiärperiode sind
nicht nur viele Gattungen, sondern ohne Zweifel auch manche
Arten, wohl mehr als man bis jetzt annimmt, mit noch leben-
den identisch, aber die Verbreitung der einzelnen Gattungen
war eine gleichmässigere und weitere als jetzt; was jetzt für
Westindien charakteristisch ist und was jetzt nur noch in Austra-
lien lebt, kam beides in der Tertiärzeit auch in Europa vor.
Rep. Echinoid. of the Challenger S. 19 — 33 — abgedruckt im
Am. Journ. of Sei. (3) XXIII S. 40—46.
Fossile Ophiuriden noch wenig bekannt, kein einziger sicher
in der Gattung nach jetzigen Begriffen mit den lebenden über-
einstimmend, die ältesten silurisch, Ptilonaster und Eugaster,
sehr abweichend, mit Doppelreihen unterer Armplatten; in der
Kohlenformation beginnen Astrophytiden mit einfachen Armen;
Ophiuriden, die den lebenden im Allgemeinen ähnlich sehen, in
der Trias. Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 327, 328.
Von Diadematiden kennt man in Deutschland 13 Arten im
Jura, 30 in der Kreide, 1 tertiär, Schlüter, Verhandl. d. nat.
Vereins d. preuss. Rheinlande u. Westfalens XXXVIII Sitzungs-
berichte S. 213-218.
Falaeozoisch. Die Crinoiden des untern Silur zeigen noch
in primitiver Form und variabler Ausprägung Charaktere, welche
in den Familien der Rhodocriniden und Actinocriniden konstant
und wichtig werden. Glyptocrinus ist identisch mit Retecrinus.
Wachsmuth und Springer, Americ. Journ. of Sei. XXV
S. 255 — 268. — Gegen die letztgenannte Identifizirung protestirt
Miller, ebenda XXVI S. 105—113. — Neue devonische Cri-
noiden beschrieben von Oehlert, Bull, de la Societe geol. de
France (3) VIII S. 620—633.
Die Palaeocrinoiden aus Illinois behandeln Worthen und
Miller, Geol. Survey of Illinois VI S. 269—317.
Ueber Morphologie und Vorkommen der Blastoiden, nament-
lich im Devon und der Kohlenperiode, handeln R. Etheridge
642 Prof. E. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
und P. H. Carpenter, Aun. Mag. n. h. (5) XI S. 225—246.
Nach denselben kommt keine einzige Art zugleich in Europa
und Nordamerika vor.
Zwei neue Seestern - Gattungen aus der Kohlenformation,
Compsaster und Colaster, Worthon und Miller, Geolog. Survey
of Illinois VII 1883 S. 327, 328. — Eine neue Ophiuriden-
Gattung, Trematnster, ebendaher, dieselben, ebenda S. 330.
lieber fossile Holothurien, namentlich Chirodoten, aus der
Steinkohlenformation Schottlands und eine neue Gattung, Achi-
sirum, ebendaher, R. Etheridge jun., Roy. Physic. Soc. of
Edinburgh VI 1881 16 Seiten mit 2 Tafeln.
Juraformation. P. Loriol über die Crinoiden des Jura in
Frankreich in der Paleontologie frangaise Terrain jurassique
Bd. XI 384 Seiten 95 Tafeln 1882-1884. — G. Cottoau be-
handelt die Saleniden und Diadematiden desselben Gebiets,
ebenda X 2 704 Seiten 94 Tafeln 1880—1884, und Bull, de
la Societe geol. de France (3) VIII S. 297—299, X S. 48—52
und XI S. 8—13; vergl. auch Rigaux, ebenda VIII S. 620
bis 633.
Cotteau giebt ferner eine Uebersicht über das Vor-
kommen der Cidariden in der Juraformation, namentlich in
Frankrcicli: die Gattung Cidaris reicht von der Kohlenporiode
bis zur Gegenwart, Rbabdocidaris trennt sich davon im Lias
ab, kulmiuirt im Jura und reicht noch bis zur Gegenwart,
üiplocidaris ist dem Jura eigenthümlich. Bull. Soc. Geol. de
France (3) VII S. 246. — Catalogue des Echinides jurassiques
de Normandie von demselben 1881.
Das sechste Heft von Cotteau 's Echinides fossiles de
l'Algerie behandelt diejenigen aus dem etage bathonien (zum
braunen Jura). 1880, das siebeute erschien 1881. — Allge-
meine Bemerkungen darüber, wonach 47 Arten in den Jura-
schichten Algeriens vorkommen, von denen 29 mit europäischen
identisch, giebt derselbe im Bull. Soc. geol. de France X S. 341
bis 346, XI S. 449 — 451 und in Compt. rendus de l'Acad.
96. Bd. S. 1235—1238.
Oolithische Seestei-ne und Ophiuriden von Wright im
25. Band der Publications of the Palaeontological Society.
Kreideperiode, Die Diadematiden der norddeutschen
Kreide, worunter 2 neue, beschrieben von Gl. Schlüter in d.
Abhandl. z. geol. Spezialkarte Preussens IV 1 73 S. 4 Tafeln.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 643
Wright behandelt Seeigel der Kreide in den Veröftent-
lichiingen der Palaeontograpliical Society in London XXXV
24 Seiten 6 Tafeln und Cotteau solche aus der Cenoman-
Abtheilung im Bull, de l'Assoc. Scientif. de France VIII S. 655
bis 660, sowie turonische Echinoconus im Bull, de la Soc. des
Sei. bist, et nat. de l'Yonne (2) IV 1881 S. 135—143 Taf. 1
lind nennt einige aus dem Senon Algeriens, Compt. rendus de
l'Acad. 17. Apr. 1882.
Tertiär. Die tertiären Echinodermen aus dem Samland
behandelt F. Nötling, Zeitschr. d, deutsch, geolog. Gesellsch.
XXXV S. 671—694.
Die tertiären See -Igel Belgiens, 31 Arten, worunter 22
eigenthümlich, beschreibt Cotteau in einer eigenen Schrift
1881, vorläufige Notiz in Compt. rendus de l'Acad. 91. Bd.
S. 220-224.
lieber tertiäre Antedon- Arten, Fontanes in Bull, de la
Soc. Geologique de France (3) VII S. 497-500.
Die alttertiären See -Igel Istriens in Dalmatien, im Allge-
meinen mit denen Oberitaliens übereinstimmend, von Bittner
bearbeitet in Mojsisovicz und • Neumayr's Beiträgen z. Palaeon-
tologie von Oesterreich-Ungarn I 1 S. 45 — 71 Taf. 1 — 8.
Von 13 aus dem Pliocaen Italiens von A. Manzoni beschrie-
benen Echiniden fünf noch jetzt im Mittelmeer lebend, Man-
zoni, Atti Soc. Toscana di sei. nat. IV fasc. 2 1880.
Die tertiären See-Igel von Calabrien beschreibt Segnen za
in den Atti dell' Acad. d. Lincei, Rom., Mem. VI S. 42, 54,
61, 86, 133, 214, 298, 330 und 373.
Tertiäre See-Igel aus der Krim, Loriol, Mem. Soc. phys.
de Geneve XXVI 1 S. 73—83.
42 eocäne Echiniden aus Aegypten und der libyschen
Wüste, worunter nur 4 regelmässige, 34 anderswo nicht vor-
handen, 24 neu, von P. de Loriol bearbeitet in Mem. de la Soc.
Phys. de Geneve XXVII S. 59-148 Taf. 1—11 und in Zittel's
Beiträgen z. Geol. und Palaeoutol. der libyschen Wüste II 1
oder in Palaeontographica XXXII 2 59 Seiten 11 Tafeln. —
Echiniden aus der Oase von Siwa, Th. Fuchs, Palaeontogra-
phica XXX 1 S. 18—66 17 Tafeln.
Tertiäre Seeigel aus Persien, drei neu, Fuchs, Sitzungs-
bericht d. Akad. Wien 1880 S. 97-100 1 Taf.
Eocäne See -Igel aus Sind, Indien, beschreiben P. M.
644 Prof. E. V. Mar teils: Bericht über die Leistungen in der
Duncau und W. P. Sladen, Palaeontologia Indica, series 14
Bd. I fasc. 1, 2 1882 mit 20 Tafeln, darunter acht neue Gat-
tungen.
10 der tertiären Echiniden von Java mit lebenden identisch,
4 weitere mindestens sehr ähnlich, 2 neu beschrieben; die ter-
tiäre Fauna Java's stimmt im Wesentlichen mit der gegen-
wärtigen, nicht mit der tertiären anderer Gegenden überein.
K. Martin, Notes from the Leyden Mus. II S. 73 — 84.
Echiniden aus Cuba, Cotteau, Bull. Soc. geol. de France
X S. 264—266.
Crinoiden.
Trautschold nennt, wo zwei Plattenkreise die Basis des
Kelches bilden, den untern infrabasal, den obern suprabasal
und reservirt den einfachen Ausdruck Basalplatten für die
monocyclische Basis, Bull. Soc. imp. nat. de Moscou 57. Bd.
S. 201. lieber die Benennung der Basalplatten der Crinoiden,
speziell gegen Bezeichnung interradialer und radialer Platten mit
demselben Namen Basalia, äusserte sich P. H. Carp enter in
der Versammlung der British Association zu Sheffield 1879,
auch in Abstracts of two papers on the Crinoids, London 1880
S. 3. — Die Basalplatten fehlen bei Eugeniacrinus und Ver-
wandten nicht völlig, sondern sind nur mit dem obersten
Stielglied verwachsen, was durch den Verlauf der Kanäle bei
Eugeniacrinus nachgewiesen wird, der Verfasser bezweifelt über-
haupt deren vollständigen Mangel bei irgend einer Gattung der
Crinoiden, Derselbe, Ann. Mag. n. h. (5) XI S. 334—336.
Die ursprünglichen Basalplatten sind bei allen jurassischen
und vielen Kreide- Crinoiden reducirt, dagegen zu einer Rosette
umgebildet bei Comatula. Vorhandensein oder Fehlen der
äusseren Basalplatten kommt innerhalb der Gattung Pentacrinus
vor und hat keinen generischen Werth. Derselbe über Solano-
crinus, Journ. Linn. Soc. XV S. 216.
P. H. Carpenter und R, Etheridge bespi-echen die all-
gemeine Eintheilung der Crinoiden und unterscheiden nach
der Symmetrie des ganzen Baues 1) Irregvlaria = Palaeocri-
noidea Wachsm. u. Spr. und 2) Regularia oder Neocrimidea; die
erstem unterscheiden sich von den letztern durch starke Ent-
wicklung der Mundplatten, welche zuweilen eine geschlossene
Pyramide bilden, häufiges Vorkommen einer Scheiteldecke, Vor-
Naturgeschichte der Echinodermen \. d. J. 1880 — 1881. 645
handeusein von besonderen Analplatten, asymmetrisch in Einem
Interradiiis, verhältnissmUssig schwache Ausbildung der Arme
und häufiges Fehlen einer deutlichen Gelenkverbindung zwischen
dem ersten und zweiten Radiale. Ann. Mag. n. h. (5) VII 1881
S. 292—298.
Ch. Wachsmuth und Fr. Springer veröffentlichen den
ersten Theil einer eingehenden Abhandlung über die Palaeo-
crinoideen, deren sie etwa 1000 „gute'* Arten und 150 — 175
Gattungen anerkennen. Die Schale besteht immer aus soliden
Platten, unter denen die Interradialia eine wichtige Rolle
spielen; der Kelch ist nach oben geschlossen, ohne Mund-
furchen oder Mundüffnung, indem die Nahrung durch OefFuungen
an der Wurzel der Arme und von da durch bedeckte Kanäle
in den Körper gelangt; After subcentral oder seitlich. Die
Wasserzufuhr geschieht durch gruppenweise angeordnete Poren
(Hydrospiren) , welche an diejenigen der Blastoiden und Cysti-
deen erinnern. Die Palaeocrinoideen waren mit wenigen Aus-
nahmen gestielt und angeheftet; sie kulminiren in der Silurzeit
und im Kohlenkalk (Subcarboniferous), verschwinden in der
Steinkohle fast ganz, nur sehr wenige, nicht ganz unzweifel-
hafte, sind noch mesozoisch. Folgendes ist eine Uebersicht der
behandelten Familien:
Ordo Crinoidea, subordo Palaeocrinoidea.
1. Familie Ichthyocrinidae : Ichthyocrinus, Cleio-, Aniso-, Calpio-, Lecano-,
Mespilo-, Taxo-, Forbesio-, Onycho-, Nyptero-, Rhopalocrinus.
2. Familie Cyathocrinidae.
a) frühere oder embryonische Typen : Hetero- , Jo- , Anomalo- , Hybo-
iind Dendrocrinus.
b) Typische Gattungen: Cyatho-, Lecytho-, Gisse-, Arachno-, Vaso-,
Ophio-, Botryo- und Barycrinus.
c) Poteriocrinusartige : Poteriocrinus mit 116 Arten und Graphiocrinus.
d) Zeacrinusartige : Woodo-, Zea-, Hydreiono- und Coeliocrinus.
e) Uebergang zu Encrinus: Eupachy- und Erisocrinus.
-f) Unvollständig bekannt: Euspiro-, Carabo-, Cyrtido-, Pachyocrinus
und Myelodactylus.
Proc. Acad. nat. sc. Philadelphia für 1879 (1880) S. 226—378
Taf. 15 — 17. — Ein ausführlicher Auszug im Neuen Jahrbuch
f. Mineralogie 1881 S. 296—303.
Der zweite Theil behandelt die Familien der Sphaeroido-
crinoiden und ordnet sie foigendcrweise :
646 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Familie Sphaeroidocrinidae :
I. Platycrinida.
a) Platycrinites : Cocco-, Cordylo-, Culico-, Mavsupio-, Platy- und
Cotyledonocrinus.
b) Hexacrinites „mit entschieden bilateraler Symmetrie": Hexa-
Dicho-, Talaro- und Pterotocrinus.
II. Actinocrini.dae.
a) Stolidiocrinites, die einfachsten Formen : Briaro-, Stolidio-, Pa-
tellio- und Macrostylocrinus mit Untergattung Centrocrinus.
b) Agaricocrinites , „entschieden bilateral -symmetrisch": Carpo-
und Agaricocrinu?.
c) Melocrinitcs: Maria-, Techno-, Melo-, Scypho- und Dolatocrinus.
d) Periechocrinites : Periecho-, Abaco- und Megistocrinus.
e) Actinocrinites : Actino-, Tehio-, Stegano-, Amphora-, Physeto-,
Stroto- und Gennaeocrinus.
f ) Batocrinites : Bato-, Eretmo- und Dorycrinus.
III. Rhodocrinidae.
a) Glyptocrinites: Glypto-, Archaeo- und Retecrinus.
b) Glyptasterites : Glyptaster, Lamptero- imd Sagenocrinus.
c) Rhodocrinites: Lyrio- , Rhipido-, Thylaco-, Änlhemo-, Rhodo-
und OUacrinus.
Zweifelhaft, ob zu den Sphaeroidocriniden gehörig, sind Con-
dylo-, Schizo-, Scypho- {■=. Cupulo-) und Hadrocrinus. Proc.
Acad. uat. sei. Philadelphia 1881 S. 177—411 Taf. 17 — 19.
Auszug im Neuen Jahrb. f. Mineralogie II S. 422 — 430.
Cyathocrinidae. Lecythiocrinus aus der Kohlenformation, C. A. White,
Proc. Un. St. National Mus. 11 1880 S. 256.
Sicyocrinus, dessen Ventral - Tubus nach einer Zeichnung Loven's,
Trautschold, Bull. Soc. imp. nat. de Moscou Bd. 57 S. 140.
Xenocrinus aus dem Unter-Silur Nord-Amerikas, Hudson river group,
y. A. Miller, Journ. Cincinnati Soc. nat. hist. IV 1 1881 S. 69 Taf. 1,
Synyphocrinus, Kelch ähnlich dem von Poteriocrinus, Arm denen von
Stemmatocrinus, aus Njatschkowa, Trautschold, Bull. Soc. nat. de Moscou
55. Bd. 1880 S. 390 Taf. 5.
Hybocystites aus dem untern Silur von Kentucky, verwandt mit
Hybocrinus, Wetherby, Journ. of Cincinnati Soc. n. h. III 1880 S. 141
Taf. 5. — Näher verwandt mit den Blastoiden nach Carpenter, Quart,
Journ. Geol. Soc. XXXVIII S. 29 mit Abbildung.
Actino er inidae. Melocrinus aus dem belgischen Ober-Devon, J. Frai-
pont, Annal. de la Soc. ge'olog. Beige S. 45—68, Taf. 2 — 5.
Allagecrinus aus dem untern Kohlenkalk von Schottland, Typus einer
eigenen Familie, Carpenter und Etheridge, Ann. Mag. n. h. (5) VII 1881
S. 281 — 292.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 647
FamiHe ? — Arthroacantha, devonisch, mit beweglichen Stacheln, H. S.
Williams, Proc. of Am. Phil. Soc. Philadelphia XXI S. 81 — 83 mit 1 Taf.
Encrinidae. Encrinus gracihs Buch eingehend von H. Kunisch
beschrieben, Zeitschr. d. deutsch, geol. Gesellsch. XXXV S. 195 — 198
Taf. 8, — E. Beyrichi, Picard, ebenda S. 199—202 Taf. 4.
Holopidae. Holopus, ein Fragment und ein sehr junges Stück bei
der Expedition des „Blake" in Westindien bei Montserrat in 120 Faden
erhalten. Das Gewebe ist ähnlich wie bei andern Crinoiden, nicht weniger
differenzirt und fast protoplasmatisch, wie Wyville-Thomson nach getrock-
neten Stücken vermuthet hatte. Der Kelch theilt sich deutlich in ein
Trivium imd Bivium, indem er an der einen Seite höher und die drei
dieser Seite zugehörigen Arme viel grösser sind, ganz ähnlich wie bei
Eugeniacrinus mayalis aus dem Lias. Die Gelenkflächen am obern Rand
der Kelchröhre gehören wahrscheinlich den zweiten Radialia an. Der
untere Theil des Kelches wird von BasaHa gebildet, welche nach oben
über die Radialia emporragen, wie bei Pentacrinus. Cyathidium lässt sich
nicht von Holopus unterscheiden. Carpenter, Bull. Mus. comp. Zool. X
S. 177 — 179.
Plicatocrinidae. Plicatocrinus Münst. aus dem obersten weissen Jura
von Nusplingen in Württemberg, die 4 untern Pinnulae eines jeden Arms
in drei Glieder zerfallen, die übrigen einfach. Zittel, Sitzungsber. d. math.
phys. Classe d. Bayr. Akademie 1882 S. 105 — 113, Taf. 1, 2.
Apiocrinidae. Rhizocrinus lofotensis und Rawsoni, Unterschiede und
Vorkommen in Westindien, 100 — 539 Faden, und Gattungsunterschiede
zwischen Rhiz. und Boui-gueticrinus, Carpenter, Bull. Mus. comp. Zool. X
S. 173—177.
Democrinus Farfaiti, Cap Blanc, Küste von Marokko, 1900 Met.,
Perrier, Compt. rendus de l'Acad. 96. Bd. 1883 S. 450—452, ist nach
Carpenter nur ein verstümmelter Rhizocrinus Rawsonis, Ann. Mag. n. h.
(5) XI S. 334—336.
Fentacrinidae. Pentacrinus, Aufzählung der 8 bekannten Arten und
nähere Bemerkungen über die vier in Westindien vorkommenden, vollstän-
dige Exemplare in nicht sehr bedeutenden Tiefen, 42 — 250 Faden; Caino-
crinus Forbes mit ringsum zusammenschliessenden Basalplatten lässt sich
nicht von Pentacrinus trennen, da einzelne Arten hierin variabel sind.
Neu alternicirra und Blakei, Westindien. Carpenter, Bull. Mus. comp.
Zool. X 1882 S. 165 — 173.
Metacrinus, Wyville Thomson mscr., durch 4 — 6 Radialia von Penta-
crinus verschieden, aus dem stillen Ocean, Carpenter, Bull. Mus. comp.
Zool. X 1882 S. 167.
Mesocrinus , Kelch ähnUch dem von Pentacrinus , Stiel ähnlich dem
von Bourgeticrinus , aus der Kreideformation Sachsens (Antedon Fischeri
Geinitz) und Schwedens, Carpenter, Proc. Geol. Soc. London 1881 S. 33
und Quart. Joum. Geol. Soc. London XXXVII S. 128 — 136 Taf. 6.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. RR
648 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Comatuliden. P. H. Carpenter giebt eine historische Uebersicht
der Kenntnisse über die Comatuliden und dann eine eingehende Beschrei-
bung ihres Skelettbaues, sowie auch der Weichtheile, wobei Actinomoiijha
polymorpha wesentlich zu Grunde gelegt ist, mit vergleichenden Angaben
über andere Crinoideen; er benutzt den Gattungsnamen Antedon für die
Arten mit centralem oder subcentralem Mund und mit nicht kammförmig
eingeschnittenen Mund-Pinnulae, dagegen Actinometra für diejenigen
mit excentrischem Mund und kammförmig eingeschnittenen Pinnulae.
Transact. Linn. Soc. zool. II 1. Dec. 1879, 122 Seiten, 8 Tafeln; dieselbe
Gattungsunterscheidung mit dem Zusatz, dass braune Flecken (Sinnes-
organe?) an den Pinnulae meist bei Actinometra, aber nicht bei Antedon
vorkommen, auch in Bull. Mus. comp. Zool. IX No. 4 S. 11 — 13. —
Derselbe giebt in einer ausführlichen Arbeit über die britischen fossilen
ComatuHden eine eingehende Beschreibung des Kelches der beiden ge-
nannten Gattungen und unterscheidet als dritte lebende Gattung Promacho-
crinus, während er Semper's Ophiocrinus als Unterabtheilung zu Antedon
stellt. «Quart. Journ. Geol. Soc. Lond. XXXVI 1880 S. 36 — 55 Taf. 5.
— Eine populäre Darstellung des Baues der Comatuliden von demselben
in Populär Science Review (2) IV 1880 No. 15 S. 193—204 Taf. 5, 6.
Derselbe bestätigt die Identität der jurassischen Gattung Solenocrinus
mit Antedon und hebt hervor, dass in allen dem Jura und der Kreide an-
gehörigen Comatuliden die Basalplatten des Embryo ohne wesentliche Um-
änderungen in den erwachsenen Zustand übergehen, dagegen bei allen jetzt
lebenden imd wahrscheinlich auch bei den tertiären zur Rosette umgebildet
werden. Journ. Linn. Soc. zool. XV 1880 S. 187—217, Taf. 9 — 12.
Formeln aus Buchstaben und Ziffern zur Bezeichnung der wichtigsten
Artkennzeichen bei den Comatuliden, F. J. Bell, Proc. Zool. Soc. 1882
S. 530 — 535, mit Aufzählung der bekannten Arten, und Carpenter,
ebenda S. 731 — 747.
Eine ausführliche Anatomie von Antedon rosacea mit Benutzung der
Arbeiten von Ludwig, Götte u. A. giebt Alex. Weinberg im Natur-
historiker V S. 266—307.
Antedon phalangium, Artmerkmale, Ludwig, Mittheil, zoolog. Stat.
Neapel II S. 53 — 56 Taf. 4 Fig. 1 ; europäische Fundorte, und A. celtica
Norman als Varietät derselben, Carpenter, Zool. Anzeig. 1881 S. 520 — 522.
Antedon carinata Lam. , weit verbreitet, perspinosa, Insel Jobie,
pinniformis und serripinna, Neuguinea, himaculutu und brevicuneata , Am-
boina, laevicirra, Am, spicata, Banda; Carpenter, Not. Leyd. Mus. III
1881 S. 173—191.
A. prolixa, Baffinsbai, Sladen in Duncan und Sladen Memoir on the
Echinodermata of the Arctic Sea, 1881, abgebildet.
A. Eschrichtii var. magellanica^ Bell, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 650,
Magellanstrasse.
A. laevipinna und variipinna, Kanton, uequipinna, imparipinna und
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 649
aculicivra, Vaterland unbekannt, crenulata, Borneo, Ludovici und biparti-
pinna , Hongkong, Carpenter, Journ. Linn. Soe. zool. XVI 1882 S. 501
bis 503,
A. spinifera, Westindien, 124 — 278 Faden, nebst Bemerkungen über
Sjuonymie und Vaterland von A. Hagenii Pourt. , brasiliensis Lütk. mscr.
und carinata Müll.; derselbe, Ball. Mus. comp. Zool. IX no. 4 1881
S. 1—8.
A. dentata Say = Sarsi, Verrill, Am. Journ. of Sei. (3) XXIV S. 222.
Actinometra polymorphe, sehr variabel, von den Philippinen, Carpen-
ter, Transact. Linn. Soc, zool. II. 1. Dec. 1879.
Actinometra solaris Lam. = hamata Kühl und Hasselt, A. rohusti-
pinna, Molukken, alterncms und Schlegeln, Fundort unbekannt; Peronü,
neuer Name für multiradiata Lam. und J. Müll. part. von Ceram ; parvi-
cirra J. Müll. = timorensis J. Müll. = annata und polymorpha Carp.,
sehr variabel, Philippinen, Ceram und Timor; A. tjpica (Loven als Pha-
nogenia) = stellata Lütk. mscr. von der Insel Jobie bei Neu -Guinea
weicht zwar durch ein sternförmiges Centrodorsale und die unvollkommene
Syzygie der zweiten und dritten Radialplatte von den übrigen Arten ab,
ist aber doch mit A. Novae Guineae J. Müll, nächstverwandt und nur
gewissermassen eine weitere Fortbildung derselben. Carpenter, Notes from
the Leyden Mus. III 1881 S. 192 — 217. — A. solaris von Hongkong,
rohusta Lütken mscr., Australien, parvicirra J. Müll, ein Exemplar von
Peru, grandicalyx, Kanton, multiradiata Linn. u. Lam., Sumatra und Banda,
j\leyeri, Philippinen, derselbe, Journ. Linn. Soc. XVI 1882 S. 514 — 526.
— A. pulchella Pourtales, die vorherrschende Art in Westindien, sehr
variabel, derselbe, Bull. Mus. Comp. Zool. IX no. 4 S. 9, 10. — A. co-
lumnaris , Westindien, ebenda S. 19 Taf. 1 Fig. 8. — A. annulata, Cap
York, Bell, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 535 Taf. 35.
Alelecrinxts, ein geschlossener, äusserlich sichtbarer Kreis von Basal-
platten und keine Pinnulae an dem proximalen Theil der Arme, beides
Larvencharaktere. A. halanoides und cubensis Pourtales (als Antedon),
Golf von Mexiko, Carpenter, Bull. Mus. comp. Zool. IX No. 4 1881
S. 14 — 18 Taf. 1 Fig. 1 — 7. — Dieselben und A, Wyvillei, tropisch-
pacifisch, von demselben beschrieben, Jouni. Linn. Soc. XVI 1881 S. 487
bis 493.
Eudiocrinus, neuer Name für Ophiocrinus Semper 1860, nicht Salter
1853, noch Angelin 1878, indivisus Semp., Philippinen, varians, tropisch-
pacifisch, 1050 Faden, Semperi, südpacifisch, 700 — 950 Faden, und japo-
nicus, 565 Faden, Carpenter, Journ. Linn. Soc. XVI 18S2 S. 493—500.
— E. atlanticus, atlantischer Ocean, Perrier, Compt. rendus de l'Acad.
96. Bd. 1883 S. 725.
Promachocrinus (s. den Bericht im 45. Bd. dieses Archivs S. 587)
hierüber auch Carpenter, Quart. Journ. Geol. Soc. London XXXVI 1880
S. 3145 zu vergleichen.
650 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Thaumaiocrinus , ein geschlossener Ring von Basalstücken an der
Aussenseite des Kelches; primäre Radialplatten von den Interradialplatten
getrennt; ein armähnlicher Anhang auf der Interradialplatte der After-
seite. Der erste Charakter kommt auch bei Atelecrinus , der dritte bei
Reteocrinus und Xenocrinus aus dem Silur vor. Th. renovatus, aus der
Südsee, 1800 Faden, Carpenter, Proc. Roy. Soc. London XXXV 1883
S. 138 bis 140, auch in Ann. Mag. n. h. (5) Xu S. 143, ausführlicher
in Phil. Transact. 174. Bd. S. 919—933, Taf. 71.
Gymnocrinus mit nur zwei Armen?, Loriol Schweizer Crinoiden, viel-
leicht nur eine Missbildung, Dames, Neues Jahrb. f. Mineralogie I S. 303.
Blastoiden.
P. H. Carpenter bestätigt das Vorhandensein eines Längskanals in
den lanzettförmigen Platten, vielleicht ein Wassergefass enthaltend, so dass
die seitlichen Poren Einströmungsöffnungen wären, und das Vorhandensein
von Anhängen an den Seiten der Ambulakra, die aber nicht den Pinnulae
der Crinoiden homolog seien, Ann. Mag. n. h. (5) VIII 1881 S. 418 — 424.
Kritische Bemerkungen von demselben gegen Wachsmuth und H. Ham-
bach in Nature XXIV 1881 S. 497.
R. Etheridge und P. H. Carpenter behandeln die Morphologie
und Systematik der Blastoiden und legen besonderes Gewicht auf die
Poren (Spiracula) und Hydrospiren; der Fortsatz des Lanzettstückes wird
als Lippe bezeichnet. Roemer's Porenplatten Seitenplatten und dessen
supplementäre Porenplattcn äussere Seitenplatten genannt. Ann. Mag. n.
h. (5) IX 1883 S. 213—219 und X S. 225 — 246. — Weitere Bemer-
kungen über die Blastoiden, namentlich die Basalplatten von Colaster und
Pentremites von Worthen, Geol. Survey of Illinois VII S. 346 — 357.
Eine ausführliche Schilderung des Baues der Pentatrematiten von
G. Hambach, Trans. Acad. S. Louis IV 1880 S. 145—160 Taf. A u. ß.
Pentremites enger beschränkt, Pentremitidea Orb. davon getrennt tmd
neu definirt, aus dem Devon der Eifel und Asturiens, Phaenoschisma aus
englischem und belgischem Kohlenkalk und dem Devon in Spanien, und
Schizoblastus aus „subcarboniferen" und devonischen Schichten Nordame-
rikas , sowie einige andere schon bekannte Blastoiden-Gattungen behandelt
von Etheridge und Carpenter, Ann. Mag. n. h. (5) IX 1882 S. 220
bis 252. — Acentrotremites aus der englischen Kohlenformation, dieselben,
Ann. Mag. n. h. (5) XI 1883 S. 232.
Echiniden.
AI. Agassiz hat die Echiniden von der Challenger- Expedition in
einem grossen Quartbande, Band III Theil 10 der Scientific Results dieser
Expedition, bearbeitet. In der Einleitung bespricht er mehr oder weniger
eingehend die systematische Eintheilung derselben überhaupt, die Bestim-
mung von vorn und hinten, oder überhaupt einer zweiten Achse bei den
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 651
regulären Formen, wobei er im Ganzen Loven folgt, aber doch hervorhebt,
dass vom Standpunkt der Embryologie aus nur die Madreporenplatte einen
Anhaltspunkt gebe, indem sie die Stelle anzeige, wo der anfänglich als
Spiralband angelegte bleibende Theil des Körpers sich mit beiden Enden
zusammenschliesse , S. 4—8. Er bespricht ferner die Modification der
Coronalplatten, namentlich in Betreff des gradweisen Ueberganges zwischen
den regelmässigen und unregelmässigen (symmetrischen) Formen, S. 8 — 12,
findet eine erste Andeutung der nur bei den Spatangiden vorkommenden
Fasciolen in der stellenweisen Anhäufung von Miliartuberkeln bei einigen
Arten von Phormosoma, S. 13, und bespricht endlich die Unterschiede
im Bau der Stacheln, die keine fundamentalen, sondern nur sekundäre
seien, indem sie alle ontogenetisch aus der einfach gefensterten Anlage
hervorgehen, S. 15 — 18.
F. J. Bell recapitulirt die Bildungsgeschichte der zusammengesetzten
Porenplatten bei den Echiniden nach Loven und führt den Ausdruck
„sekundäre" Platten für dieselben ein; er bestreitet einen wesentlichen
oder physiologischen Unterschied zwischen den See -Igeln mit drei und
denen mit mehr als drei Porenpaaren in Einer Reihe und giebt die An-
zahl der Porenpaare für verschiedene Gattungen und Arten an, Proc.
Zool. Soc. 1881 S. 412 — 415.
Die Stacheln der Arbaciaden, Echinometriden und Echiniden näher
untersucht von H. W. Mackintosh, Transact. Acad. Dublin XXVIII
1883 S. 241 — 266, Taf. 5 — 10.
Schale, Stacheln und Füsschen der regelmässigen See -Igel und der
Spatangiden eingehend besprochen von R. Köhler, Ann. du Mus. d'hist.
nat. de Marseille I no. 3.
Bei der Bearbeitung der Echinoiden der Challenger giebt AI. Agas-
siz eine tabellarische Uebersicht aller bis jetzt bekannten Gattungen
und Arten, mit spezieller Angabe des Vaterlandes und des Tiefenvorkom-
mens, 107 der erstem und 297 der letztern, 18 und 90 mehr als in
seiner „Revision of the Echini 1872 — 74," darunter 93 der Tiefsee an-
gehörige Arten, 49 durch die Expedition des Challenger entdeckt, wobei
er die folgende systematische Eintheilimg annimmt:
Subord. Desmosticha Häckel.
Fam. Cidaridae Müll., subfam. Goniocidaridae Hack.
Salenidae Ag.
Arbaciadae Gray.
Diadematidae Peters.
Echinothuridae Wyv. Thom.
Echinometridae Gray.
Fam. Echinidae Ag., subfam. Temnopleuridae Des.
Triplechinidae AI, Ag.
652 Prof. E. V. Ma'rtens: Bericht über die Leistungen in der
Subord. Clypeastridae Ag.
Fam. Echinoconidae Orb., subfam. Fibularina Gray.
Fam. Ell clypeastridae Hack., subfam. Echinanthidae AI. Ag.
Lagenidae Des. (emend.).
Scutellidae Ag.
Subord. Petalosticha Hack.
Fam. Cassidulidae Ag., subfam. Echinoneidae Ag.
Nucleolidae Ag.
Fam. Spatangidae Ag., subfam. Pourtalesiae AI. Ag.
Ananchytidae Gras (incl. Holasteridae).
Spatangina Gray.
Leskiadae Gray.
Brissina Gray.
Rep. Echin. Challeng. S. 207 — 227.
H. Ludwig schlägt vor, die recenten regulären Echiniden folgender-
massen einzutheilen :
I. Abranchiata, ohne Mundkiemen, Ambulakral- und Interambulakral-
platten auf die Mundhaut fortgesetzt. Cidariden (ohne Salcnien).
n. Branchiata, mit Mundkiemen, nur die Ambulakralplatten auf die
Mundhaut fortgesetzt.
1) Mehr als Ein Paar von Ambulakralplatten in jedem Radius der
Mundhaut. Echinothuriden (Asthenosoma, Phormosoma).
2) Nur Ein Paar von Ambulakralplatten in jedem Radius der
Mundhaut. Saleniden, Diadematiden , Arbaciaden, Echiniden
und Echinometraden.
Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXIV S. 79 und 82, oder Morphol. Studien an
Echinod. H. 1.
F. J. Bell adoptirt im Ganzen diese Eintheilung, aber mit andern
Benennungen, wie folgt:
L Entobranchiata. Keine äussern Kiemen.
Auriculae nicht vollständig. Ämbulakral-
iind Interambulakralplatten auf die Mund-
haut fortgesetzt 1. Fam. Cidaridae
IL Ectobranchiata. Aeussere Kiemen. Auri-
culae radial. Interambulakralplatten nicht
auf die Mundhaut fortgesetzt.
a) Palaeoprocta. Eine grosse bleibende
Superanalplatte 2. Fam. Salenidae.
b) Neoprocta. Alle Analplatten sekundär,
aa) Polylepida. Mehr als Ein Paar
Ambulakralplatten in jedem Radius
der Mundhaut 3. Fam. Echinothuridae
Naturgeschichte der Echinodermen i. d, J. 1880 — 1883. (353
bb) Decalepida. Nur Ein Paar Ambu-
lakralplatten in jedem Radius der
Mundhaut.
aaa) Auriculae nicht vollständig . 4. Fam. Arbaciadae.
bbb) Auriculae vollständig; innere
Kiemen vorhanden .... 5. Fam. Diadematidae.
ccc) Auriculae vollständig ; keine in-
nere Kiemen 6. Fam. Echinidae (incl.
Echinometridae).
Proc. Zool. Soc. 1881 S. 416 — 418.
AI. Agassiz protestirt gegen einige Bemerkungen von F. J. Bell
betreffs Namen von Seeigelgattungen, namentlich Hipponoc und Tripneustes,
Proc. Zool. Soc. 1880 S. 33—38, worauf Bell ebenda S. 220 — 222 ant-
wortet.
Falechinoidea. Aus Anlass der Echinothuriden geht AI. Agassiz
auch auf den Bau der Palaeechiniden und anderer palaeozoischer Echi-
niden ein und findet ihre Verwandtschaft mit den recenten Echiniden viel
näher als bis jetzt angenommen wurde. Der interessanteste ist Bothrioci-
daris, am deutlichsten embryonalen Typus zeigend, indem hier die grossen
Platten ohne scharfe Grenze einerseits in die Anal- , andererseits in die
Mund])latten übergehen. Rep. Echin. Challeng. S. 77 — 81.
Perischocidaris aus der Kohlenformation von Donegal in Irland, Neu-
mayr, Sitzungsberichte d. Wiener Akad., math. naturw. Klasse 84. Bd.
S, 143.
Cidaridae. Allgemeine Bemerkungen über die Gattung Cidaris;
Dorocidaris und Phyllacanthus haben nur den Werth von künstlichen
Unterabtheilungen zur leichteren Uebersicht der zahlreichen Arten, erstere
für solche mit schmalen Ambulakralfeldem und langen gesägten Stacheln,
Phyllacanthus = Leiocidaris und Rhabdocidaris bei Desor, für solche mit
einer Verbindungsfurche zwischen den Poren Eines Paares. Bei Berück-
sichtigung der fossilen Formen grenzen sich die Cidariden nicht so scharf
von den übrigen See -Igeln ab, als wenn man nur die lebenden im Auge
hat. Die kleinen Cidariden von St. Cassian (alpine Trias) gleichen auf-
fallend den Jugendformen der jetzt lebenden. — C- tribuloides Lam.,
tropisch -atlantisch, 7 — 20 Faden. AI. Agassiz, Rep. Echin. Ghallenger
S. 33—37 Taf. 1 Fig. 2—6.
Dorocidaris Bartlelti, Westindien, in Tiefen von 86 — 398 Faden,
AI. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VIII S. 69. — D. Blakei mit
Stacheln, die von stielrund zu fächerförmig variiren, Westindien, derselbe,
Rep. Echini of the Blake. — D. bracteata, Seitenstück zu papillata,
im indischen Ocean, Amboina, 100 Faden, ebenda S. 37, 38 Taf. 1
Fig. 1.
Phyllacanthus parvispina, Port Jackson, Tenison Woods, Journ. Linn.
Soc. New South Wales IV 1879 S. 286 Taf. 14. — Ph. annuhfera Lam.,
654 Prof. E. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
Variationen der Stachelbildung, Ph. verticillata und Vergleich junger
Exemplare mit denen von Cidaris tribuloides ; AI. Agassiz, Challenger
Exped. S. 36 und 39.
Rhabdocidaris von Loriol folgendermassen definirt: Porenzonen
gerade oder wellig; die Poren in einzelnen Paaren durch eine seichte
Furche vereinigt, nie durch einen Höcker oder eine Scheidewand getrennt.
Ambulakralplatten mit einfachen Körnchen, Interambulakralplatten mit
zwei Reihen zahlreicher durchbohrter, gekerbter oder glatter Höcker. Keine
Poren oder Furchen in den Grübchen (scrobicules). Stacheln meist kräftig,
gekörnt, mehr oder weniger bedornt. Hiernach umfasst diese Gattung
ausser den fossilen Rhabdocidaris im engern Sinn auch diejenigen mit
glatten Höckern, die Leiocidaris von Desor und Dames, die lebenden
Arten von Phyllacanthus bei Brandt (der diese Gattung nur nach den
Stacheln aufstellte) und AI. Agassiz, femer die neuen Gattungen Stephano-
eidaris and Schleinitzia. Ph. baculosa Lam. einschliesslich pistillaris Lam.,
Rh. gigantea AI. Ag. und imperialis Lam. beschrieben und abgebildet;
Loriol, Mem. See. phys. de Geneve XXVHI no. 8 S. 4 — 12 Taf. 1
Fig. 1, 2 und Taf. 2.
Schleinitzia crenularis von Neu-Guinea näher beschrieben von Studer,
Monatsberichte d. Akad. Berlin 1880 S. 862—866 Taf. 1 Fig. 1. — Ge-
hört vielleicht zu Stephanocidaris, AI. Agassiz, Rep. Ech. Challeng. S. 41.
Porocidaris Sharreri, Westindien, 122 — 356 Faden, AI. Agassiz, Bul.
Mus. comp. Zool. VHI 1880 S 71 und Rep. Echin. Blake. — P. elegans
AI .Ag., Blake, stiller Ocean, tropisch und südlich, Rep. Echin. Challeng.
S. 40 — 43 Taf. 3, 38 und 44.
Geniocidaris umbraculum, Neusaeland, Hutton, Trans. New Zeal. Inst.
XI 1878 S. 306.
Goniocidaris canaliculata AI. Ag. , weit verbreitet in der südlichen
Zone, 5 — 1975 Faden, mehrere Jugendformen beschrieben, G. membrani-
pera und vivipara Stud. sowie Cidaris nutrix Wyv. Thoms. nicht davon
zu trennen. — G. florigera AI. Ag., tropisch -pacifisch, 100 — 129 Faden.
— G. tubaria Lam., südaustraUsch , 38 Faden, Rep. Echin. Challenger
S. 43—50 Taf. 1, 2, 38, 40, 42 und 44. — G. membranipera Stud.,
Geschlechtsunterschiede in der Form der Schale und in den Genitalplatten,
Studer, Zool. Anzeig. 1880 S. 543 mit Figuren.
Saleniidae. AI. Agassiz bespricht die Verwandtschaft dieser Gruppe
mit den Cidariden, das Vorhandensein äusserer Kiemen, bespricht Tate's
S. tertiaria und Duncan's S. profundi und beschreibt ausführlich Salenia
hastigera aus den tropischen und subtropischen (Bai von Biscaya) Gegen-
den des atlantischen und stillen Oceans, in Tiefen von 100 — 1850 Faden,
sowie S. varispina, nordatlantisch und tropisch - atlantisch , 350 — 1675
Faden, Rep. Echin. Challeng. S. 50 — 55 Taf. 4 und 38.
Arbaciadae. Arbacia, Tabelle über die Zahl der Analplatten an 150
Exemplaren, worunter nur bei 9 diese Zahl vermehrt, bei einem bis 13,
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 655
sonst immer 4, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 57. — A. Dufresnii
Blainv., Patagonien, und alternans Trosch., Magellanstrasse, Studer, Monats-
bericht Akad. Berlin 1880 S. 867.
Podocidaris scutata, Westindien, 580 Faden, AI. Agassiz, Bull. Mus.
comp. Zool. VIII 1880 S. 72 und Rep. Ech. Blake. — P. prionigera AI.
Ag., Rep. Echin. Blake, tropisch-pacifisch, 1050 — 1070 Faden, Rep. Echin.
Challenger S. 59 Taf. 34 Fig. 14, 15.
Coelopleurus Maillardi Mich. (Keraiophorus), ausführlich beschrieben,
von Amboina und im tropischen Theil der Südsee, 82 — 129 Faden, AI.
Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 60 — 64 Taf. 5, 6, 38 und 45. —
C. floridanus, Westindien, 76 — 206 Faden, derselbe. Bull. Mus. comp. Zool.
VIII S. 73.
Baueria nahe Coelopleurus, samländische Tertiärformation, Nötling,
Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. XXXV S. 671.
Diadematidae. Diadema setosum , Exemplar , an dem eine Anzahl
Stacheln ganz weiss, andere dunkelbraun sind, von Ceilon, Bell. Ann. Mag.
n. h. (5) X S. 219.
Aspidodiadema microtuberculatum AI. Ag. , atlantisch und pacifisch,
südlich und tropisch, 356 — 2225 Faden, und tonsum AI. Ag., südpacifisch,
600 — 630 Faden, Rep. Echin. Challeng. S. 64—67 Taf. 8, 38, 42 und
44. — A. Aniillarum und Jucohyi, Westindien, 95 — 1200 Faden, derselbe,
Bull. Mus. comp. Zool. VIII S. 73, 74.
Echinothrix Desori Ag. = annellata Peters = Frappieri Michelin,
kritische Bemerkungen, Loriol, Mem. Soc. phys. Genev. XXVIII 8 S. 14
bis 16.
Loriülia , von Pseudodiadema durch den stark in die Länge ge-
zogenen Scheitelappart mit deutlich unterscheidbarem Bivium und Trivium
verschieden, hieher Ps. Bourgueti, Neumayr, Zeitschr. d. deutschen geolog.
Gesellsch. XXXIII 1881 S. 570.
Pseudocidaris und Hemicidaris von Cotteau in der 44. Lieferung der
Palaeontologie fran9aise behandelt. Micropsis von demselben in Bullet, de
la Soc. zool. de France VII S. 406 — 424.
Micropyga tuberculata AI. Ag. , Philippinen und tropisch-pacifisch,
100 Faden, Rep. Echin. Challenger S. 67 — 70 Taf. 39, 40, 44.
Astropyga pulvinata Lam., junges Exemplar von 19 Milhm., ebenda
S. 70. — A. elastica Stud., Unterschiede von radiata, Studer, Monatsber.
Akad. Berlin 1880 S. 869.
Echinothuridae. AI. Agassiz bestätigt die wellenförmigen Bewegungen
in der Schale der lebenden Exemplare uud erwähnt, dass sie mit ihren
vielen kleinen Stacheln dem Berührenden ein Schmerzgefühl ähnlich wie
Physalia machen. Bei einigen Arten ist das Uebergreifen der Platten
übereinander nur unbedeutend und ein solches Uebergreifen kommt auch
bei Astropyga vor, doch hier ambulakral und interambulakral in derselben
Richtung. Ebenso zerfallen auch bei Astropyga wie bei dieser Familie die
656 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Interambulakralplatten in mehrere Stücke. Die Kiemen treten bei den
Echinothuriden ebenso am Rande der Schale gegen die Mundhaut hervor,
wie bei den Diadematiden , nur nicht in förmlichen Einschnitten. Der
Grösse der Genitalöffnungen und Eier nach zu schliessen ist diese Familie
lebendig gebärend. Die Untersuchung junger Stücke ergiebt eine grössere
Uebereinstimmung im Aufbau der abactinalen und der actinalen Platten
(beider Pole unter sich) als sonst bei den regelmässigen See -Igeln der
Fall ist. Die Pedicellaricn zeigen verschiedene Formen , theils langstielig
und langköpfig, wie ebenso bei den Diadematiden, theils kurzstielig und
kugelig, ferner auch flaschenförmige zweiarmige und sehr grosse, an denen
die tassenartige Aushöhlung sich am Stiel herabzieht. AI. Agassiz, Rep.
Echin. Challeng. S. 71—76 und 82.
Asthenosoma varium Grube von Ludwig näher beschrieben; Kalk-
körperchen in den Füsschen bilateral - symmetrisch ; echte Buccalkiemen
vorhanden, Zeitsch. f. wiss. Zool. XXXIV S. 70 — 82 Taf. 2, auch
Morphol. Studien an Echinodermcn II 1 S. 17. — A. Grubei, Zam-
boanga, 10 Faden, pellucidum, coriaceum und tesscllatum, Philippinen
und Polynesien, 100 — 310 Faden, und gntrUe, tropisch -pacifisch, 150 bis
1400 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 82 — 91, Taf. 12a,
15 — 19, 38 und 42 — 44. — k. Reynoldi Westindien 180 — 373 Faden,
AI. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VIII 1880 S. 75.
Phormosoma hurgarium, aslerias und rigidum, südlicher und tropischer
Theil des stillen Oceans, 255—2160 Faden, sowie Beschreibung der
4 andern schon 18 77 und 1879 benannten Arten, wovon Ph. Uranus aus
dem nordatlantischen Ocean 36—37" N. Br. 1000 — 1525 Faden, AI.
Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 91 — 104 Taf. 9—14, 17a— 19a und
38 — 44. — Ph. Sigsbei und Petersii, Westindien 120 — 1242 Faden, der-
selbe, Bull Mus. comp. Zool. VIII 1880 S. 75, 76.
Echinometradae. Echinomctra, Heterocentrotns und Colobocentrotus,
Artunterschiede und Massangaben, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881 S. 419 bis
424, Porenzahlen S. 415. — Ueber die verschiedenen Arten von Echino-
mctra, oblonga Blainv. eine Varietät von lucunter, und das Bohren der-
selben in Korallenkalk, Studer, Monatsberichte Akad, Berlin 1880 S. 870
bis 872.
Die Scheitelplatten einer jungen Echinometra viridis beschreibt Bell,
Journ. Linn. Soc. XV S. 318 — 320 mit Abbildung.
Parasalenia gratiosa, Stewart, Journ. Roy. microsc. Soc. HI S. 909
Taf. 20.
Stomopneustes variolaris Lam. , Bau , Stewart , Journ. Roy. microsc.
Soc. III S. 909 Taf. 20. Massangaben, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881
S. 425, nähere Beschreibung, Loriol, Mem. Soc. phys. Genev. XXVIII 8
S. 32 Taf. 4 Fig. 3. — St. ntropurpureiis , im tropischen Theil Nordost-
Australiens, in tiefen Löchern versteckt, Tenison - Woods Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales V 1880 S. 198 und näher beschrieben VII 1882 S. 93 Taf. 6.
Naturgeschichte der Eehino'lermen i. d. J. 1880 — 1883. 657
Strongylocentrotus. Zusammenstellung der Arten nach der Bildung
des Periprokts und nach dem Kauapparat, sowie Artunterschiede und Mass-
angaben, Bell, Proc. Zool. Soc. London 1881 S. 425 — 430. — Strongylo-
centrotus buUatus und eine unbenannte neue? Art, Magellanstrasse , Bell,
Proc. Zool. Soc. 1881 S. 88, 89 Taf. 8 Fig. 1 — 4.
Sphaerechinus Ag. unterscheidet sich durch tiefe Gabelung des Ra-
dius im Zahnapparat von Strongylocentrotus ; Massangaben von Exemplaren
verschiedenen Alters, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881 S. 430, 431.
Pseudoboletia, Artunterschiede und Massangaben, Bell, Proc. Zool.
Soc. 1881 S. 431 — 433. — Ps. indiane Michelin, Mauritius, beschrieben
von Loriol, nebst kritischen Bemerkungen über Bell's vorgenannte Abhand-
lung, Mem. Soc. phys. Genev. XXVIII 8 S. 28 Taf. 3 Fig. 4.
Echinostrophus molaris Blv. , Stewart, Journ. Roy. microsc. Soc. III
S. 909 Taf. 20 und Loriol, Mem. Soc. phys. Genev. XXVIII 8 S. 31
Taf. 4 Fig. 2.
Temnopleuridae. Die Gruben und Furchen an den Nähten setzen
sich als unterminirende Hohlräume in die Substanz der Schale fort und
dienen zur Oberflächenvergrösserung ; nahe dem Munde zeigen sie Sphae-
riden : erörtert von P. M. Duncan, Journ. Linn. Soc. XVI S. 343 — 358
Taf. 8. — F. J. Bell giebt eine Superrevision der Arten und Ma'Jsangaben
zur Beurtheilung der Altersunterschiede, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 422— 440,
Temnopleurus, Uebersicht der Arten und Massangaben, T. granulosus
Gray verschieden von Reynaudi Ag. , Bell, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 423
bis 426. — T. cavernosa [-us], Port Denison, Tenison-Woods, Proc. Linn.
Soc. New South Wales V 1881 S. 493 Taf. 1.5 Fig. 3, 4, nach einem
jungen Exemplar aufgestellt.
Pleurechinus botryoides Ag. als Untergattung zu Temnopleurus zu
stellen, aber nicht identisch mit Temnechinus, Duncan, Journ. Linn. Soc.
XVI S. 447 — 454. — , näher beschrieben, nordpacifisch , 8 — 50 Faden,
AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 108 Taf. 10 Fig. 1, 2.
Prionechinus , Bemerkungen über die Gattung (s. d. Jahresbericht in
Band 45 S. 513) und P. sagittiger aus dem stillen Ocean, 700 — 1070
Faden, beschrieben, AI. Agassiz, Rep. Echinoida Challenger S. 109 Taf.
6 a und 40.
Cottaldia Des., von dieser bis jetzt nur aus der Kreide- bis Mioeän-
Formation bekannten Gattung eine lebende Art, C. Forbesiana AI. Ag.,
tropisch-pacifisch, 315 Faden, beschrieben, Rep. Echin. Challeng. S. 112
Taf. 6 a Fig. 15—17.
Microcyphus, Massangaben, Bell, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 426. —
M. maculatus Ag., Loriol, Mem. Soc. phys. Gen. XXVIII 8 S. 19 Taf. 1
Fig. 3.
Trigonocidavis AI. Ag., vielleicht identisch mit Paradoxechinus Laube,
Tr. monolini, südlich stiller Ocean, 520 Faden, beschrieben, Rep. Echin.
Challeng. S. 11 1 Taf. 6 a Fig. 8 — 10.
658 Prof. E. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
Salmacis, Aufzählung der im britischen Museum befindlichen Stücke,
Artkennzeichen und Massangaben ; unter dem Namen S. globator Ag. kursiren
zwei unter sich verschiedene Arten. Bell, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 426
bis 434 Taf. 41 Fig. 1 — 3 und 7, 8. — Bemerkungen über einzelne
Arten, Studer, Monatsberichte Akad. Berlin 1880 S. 873. — Salmacis
bicolor, höher conische Form von Ceilon, Bell, Ann. Mag. n. h. (5) X
S. 219.
Mespilia globulus, Massangaben, Bell, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 434,
435. — M. Whitmani, Samoa-Inseln, derselbe ebenda 1881 S. 433.
Amblypneustes ovum, griseus, formosus und pallidus, Artunterschiede
und Massangaben, Bell, Proc. Zool. Soc. 1880 S. 435 — 439 Taf. 4
Fig. 4—6. — A. ffrossularia , Neuseeland, 95 Faden, Studer, Monats-
berichte Akad. Berlin 1880 S. 873 Taf. 1 Fig. 5. — A. ovum, der
häufigste See -Igel in Süd -Australien, Tenison- Woods, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales V S. 204.
Triplechinidae. Echinus Alexandri Danielssen und Koren, Eismeer,
536 Faden, Nyt Mag. for Naturvid. XXVII S- 267 mit Tafel. — E. Wal-
lisi, Westindien, 1241 Faden, Al. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VIII
1880 S. 77. — E. diadema Stud., auch in den Pedicellarien von marga-
ritaceus verschieden, Studer, Monatsberichte Akad. Berlin 1880 S. 875
Taf. 1 Fig. 7. — Mit dem letzteren vereinigt und E. horridus, Magellan-
strasse, 175 Faden, Al. Agassiz, ßep. Echin. Challeng. S. 115 — 117 Taf. 6a
Fig. 1 — 5. — Echinus verruculatus Lütken = pallidus Aud., nee Lara.,
verschieden von angulosus Al. Ag. und Robillardi, Mauritius, Loriol, Mem.
Soc. phys. Genev. XXVIII 8 1879 S. 21—25 Taf. 3 Fig. 1—3. — E.
Darnleyensis Ten. Woods, doch wohl von Magellanicus verschieden, Te-
nison-Woods, Proc. Linn. Soc. New South Wales V S. 202,
Toxopneustes variegatus, litoral gross, in der Tiefe nur kleine Exem-
plare, Al. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VIII S. 78.
Tripneustes Agassiz 1841 statt Hipponoe Gray 1840, was nicht
charakterisirt , T. variegatus Kl., Mauritius; Loriol, Mem. Soc. phys.
Genev. XXVIII 8 S. 25 Taf. 4 Fig. 1. — Hipponoe variegata var. alba,
Sidney, Tenison- Woods, Proc. Linn. Soc. New South Wales VII 1882
S. 94 Taf. 7. — H. variegata, Lebensweise, Studer, Monatsber. Akad.
Berl. 1880 S. 876.
Triarechinus aus dem obern Trias von St. Cassian im südl. Tirol,
Neumayr, Sitzungsberichte d. Wiener Akad. math. naturw. Classe 84. Bd.
S. 143.
Echinanthidae. Clypeaster, junge Exemplare, Pfeffer, Verhandlungen
naturwiss. Ver. Hamburg (2) V 1881 S. 57. — Cl. vulcani Fischer mscr.,
Rochebrune, Bull, de la Soc. philomath. (7) VI 1882 S. 32. Mayo, Cap-
verdische Inseln, subfossil.
Laganidae. Laganum, Geschichte und Gattungskennzeichen, Pero-
nella und Rumphia nicht davon zu trennen, die Ausdehnung der innern
Naturgeschichte der Echinodcrmen i. d. J. 1880 — 1883. 659
Scheidewände ändert sich mit dem Alter, Bell, Ann. Mag. n. h. (5) XI
S. 130 — 136.
Peronella Ludwigü, S. Thome', eleguns, chinesisches Meer, und deca-
gonella var. pallida, Kanton, Pfeffer, Verhandl. naturwissensch. Ver. Ham-
burg (2) V S. 60—61.
Scutellidae. Echinarachnius pacißcm , San Francisco und Japan,
Pfeff'er, Verhandl. naturw. Ver. Hamburg (2) V S. 65.
Alexandria ^ von den übrigen Scutelliden durch nicht verzweigte
Ambulakralfurchen unterschieden; After am Rand; grosse Augenlücher.
A. magnißca^ Fundort unbel^annt. Pfeff'er, Verhandl. naturw. Ver. Ham-
burg (2) V S. 63—65.
Echinodiscus biforis var. parviforis , Pfeffer, Verhandl. naturw. Ver.
Hamburg (2) V S. 67.
Encope jincificd, Westküste von Amerika, Pfeff'er, Verhandl. naturw.
Ver. Hamburg (2) V S. 68.
Rotula Rumphii und dentata, Unterschiede, Rochebrune, Nouv. Arch.
Mus. n. h. (2) IV S. 328. — R. Augusti, junge Exemplare, Studer,
Monatsberichte Akad. Berlin 1880 S. 876, 877.
Cassidulidae. Echinoneus cyclostomus Leske und abnormis , dieser
mit durchbohrten Höckern, Mauritius, Loriol , Mem. Soc. phys. Genev.
XXVIII 8 S. 38—43 Taf. 5 Fig. 2 — 6. — E. cyclostomus, Abänderungen,
Studer, Monatsberichte Akad. Berlin 1880 S. 877.
Nucleolidae. Echinolampas oviformis, junges Exemplar, Bell, Proc.
Zool. Soc. 1880 S. 357. — Stacheln, Al, Agassiz, Rep. Echin. Challeng.
S. 123 Taf. 37, 39, 41, 43 und 44. — Neue fossile Arten aus Ostindien,
Duncan und Sladcn, Palaeontologia Indica XIV 1883.
Catopygus Loveni, Südafrika, 117 Faden, Studer, Monatsberichte
Akad. Berlin 1880 S. 878 Taf. 2 Fig. 1. — C. roseus AI. Ag., tropisch-
pacifisch, 129 Faden, Rep. Echin. Challeng. S. 123 Taf. 20 Fig. 17—21.
Palaeolavipas crassa , verwandt mit Conoclypeus, zweifelhafter Her-
kunft und nicht sicher ob recent oder fossil, F. J. Bell, Proc. Zool. Soc.
1880 S. 43 — 49 Taf. 4. — Nach P. de Loriol vielleicht identisch mit
Echinolampas, Mem. Soc. Phys. de Geneve XXVII S. 88.
Conoclypeus, Kauapparat beschrieben von Loriol, ebenda S. 75 — 78.
Pourtalesiae. Diese Unterfamilie wird von Al. Agassiz eingehend
behandelt , namentlich der etwas variirende Verlauf des Darmkanals , die
starke Entwicklung des vordem unpaaren Ambulakrums und die bei den
einzelnen Gattungen verschiedene Anordnung der vier Genitalplatten. Diese
Abtheilung datirt von der Kreideformation an und zeigt verwandtschaftliche
Beziehungen nach verschiedenen Seiten : mit den Ananchytiden und Gale-
ritiden durch Cystechinus und Calymne, andererseits zu den Dysasteriden
und den eigentlichen Spatangiden. Die Pedicellarien sind sehr verschieden
und erinnern an die der Echiniden, Cl}i)eastridcn und Spatangiden. Rep.
Echin. Challeng. S. 124—132.
660 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Pourtalesia. Siibanale Fasciole gut ausgebildet; die Gesammtform auf
die Verhältnisse der Ambulakral- und Interambulakralplatten im vordem
und hintern Theil zurückgeführt. P. carinata, ceratopyga, hispida, lagun-
cula, phiale und rosea Wyv, Th. u. AI. Ag. beschrieben, aus der süd-
licheren kälteren Zone, 345 — 2900 Faden, nur die letzte tropisch-pacifisch,
2600 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 132 — 140 Taf. 17 a,
22, 28, 31, 35b und 38—45.
Spatagocystis , bogenförmig -elliptisch in Folge der horizontalen Ver-
längerung der Platten, an die Holasteriden sich anschliessend, mit tief
eingesenktem Mund und kurzem Analvorsprung. Sp. Challengeri, südliche
kältere Meere, 1600 und 1950 Faden, AI. Agassiz, ebenda S. 128, 129
und 140—143, Taf. 26, 26a, 39, 41 und 44.
Echinocrepis , nach oben konisch ; Genitalplatten nicht von einander
getrennt; kein Analvorsprung. Die Platten weniger lang. E. cuneata,
süd-indisches Meer, 1600 Faden. AI. Agassiz, ebenda S. 143—146 Taf.
27, 35a, 39, 41, 43 und 45.
Urechinus, allgemeine Form von Neolampas, Hinterseite hoch, über-
hängend, Mund rundlich, Genitalplatten durch zwischengreifende Inter-
ambulakraltafeln von einander getrennt wie bei den Dysasteriden. U. Na-
resianus, südliche kältere Zone, 1375 — 1800 Faden. AI. Agassiz, ebenda
S. 146—148 Taf. 29, 30, 30 a, 39 und 40.
Cystechinus, hoch -konisch, ähnlich Galerites, Mund fast central,
Genitalplatten getrennt. C. clypeatus, vesica und Wyvillei, südliche kältere
Zone, 1050—2225 Faden, AI. Agassiz, ebenda S. 148—154 Taf. 29, 35
und 39—45.
Calymne, länglich oval, schwuch gewölbt, Genitalplatten getrennt,
Mund sehr excentrisch. C. relicta, bei den Azoren, 26,50 Faden, AI.
Agassiz, ebenda S. 155 Taf. 34, 39, 43 u. 44.
Ananchytidae. Palaeotropus Thomsvni und Josephinae Loven, West-
indien, 233 und 82-200 Faden, AI. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool.
Vni 1880 S. 80, 81. — P. Loveni, tropisch-pacifisch, 37 5 Faden, der-
selbe, Rep. Echin. Challeng. S. 158 Taf. 21, 39 u. 41.
Argopatagus vitreus, tropisch-pacifisch, 800 Faden, und Goniopatagus
affinis AI. Ag., südaustralisch, 1950 Faden (s. den Jahresbericht in Bd. 45
dieses Archivs S. 514), beschrieben, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng.
S. 160—163 Taf. 31, 32, 35, 38, 39, 41, 43 u. 45.
CleistecJiinus neben Argopatagus, miocän aus Toscana, Loriol, Mem.
Soc. phys. de Geneve XXVIII 1882.
Homolampas AI. Ag., Bemerkungen über die Gattung und Beschrei-
bung von H. fulva, trop. stiller Ocean, 2425 Faden, Rep. Echin. Challeng.
S. 163 — 166 Taf. 24 und 38.
Palaeopneustes cristatus und hijitrix , Westindien 21 — 208 Faden,
AI. Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VIII 1880 S. 81, 82, und Rep.
Echini Blake.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. QQl
Linopneustes , Untergattung von Palaeopneustes durch Anwesenheit
einer peripetalen und einer subanalen Fasciole charakterisirt, L. Murrayi
AI. Ag. (1879 — als Palaeopneustes), tropischer und südlicher Theil des
stillen Oceans, 375 u. 345 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challenger
S. 167 — 171 Taf. 25, 35b, 38, 43 u. 45. — L. longispinus, Westindien,
derselbe, Bull. Mus. comp. Zool. VIII S. 82 und Rep. Ech. Blake, 38 bis
373 Faden.
Enicliaster, zu den Holasteriden, oligocän bei Vicenza, Loriol, Mem.
Soc. phys. de Geneve XXVIII 1882.
Spatangina. Spatangus purpureus Müll, von den Bermuda - Inseln,
1 00 Faden , und Sp. Raschi Loven von der Agulhasbank in derselben
Tiefe, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 171.
Spatangus (Loncophorus) interruptus , West -Australien, 30 Faden,
Studer, Monatsberichte Akad. Berlin 1880 S. 879, 880 Taf. 2 Fig. 2.
Maretia alta AI. Ag. =: carinata Bolau, und über verwandte Arten,
AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 172 Taf. 37 Fig. 1—4. — Dieselbe
von Mauritius beschrieben, Loriol, Mem. Soc. phys. Geneve XXVIII S. 49
Taf. 5 Fig. 7.
Eupatagus Valenciennesi Ag., mit Stacheln, Harafura-See, 28 Faden,
AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 173 Taf. 37, 39 u. 40.
Lovenia subcarinata Gray, mit rudimentärer Seiten-Fasciole, Hongkong,
10 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 175 Taf. 35 b Fig. 5 — 7.
Breynia Australasiae Gray , Stacheln beschrieben , AI. Agassiz , Rep.
Echin. Challeng. S. 177 Taf. 21, 39 u. 40.
Troschelia , fossil, Duncan und Sladen, Palaeontologia Indica XIV
1883 S. 91 Taf. 13.
Echinocardium , über die Begrenzung der Gattung, und E. australe
Gray, Neusüdwales und Japan, kaum konstant verschieden vom euro-
päischen cordatum, und Ech. flavescens Müll, vom Cap, 150 Faden, AI.
Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 174, 175.
Erissina. Hemiaster Mentzi , Westindien, 170 — 626 Faden, AI.
Agassiz, Bull. Mus. comp. Zool. VHI 1880 S. 83. — H. florigerus,
Studer, Monatsber. Akad. Berlin 1880 S, 882 Taf. 2 Fig. 3. Atl. Oc. —
Hemiaster cavernosus AI. Ag., womit auch H. australis, Philippii und cor-
datus Verr. vereinigt werden, Kerguelen und Heardinsel, 15 — 400 Faden,
ferner H. gibbosus, Südsee, 345 — 800 Faden, und zonatus, Atlant. Ocean,
tropisch und subtropisch, 620 — 750 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin.
Challeng. S. 177 — 186 Taf. 20, 20a, 39 und 41. — Geschlechtsunter-
schiede in der Schalenform von H. cavernosus, Studer, Zool. Anzeig. 1880
S. 544, 545 mit Figuren.
Hemiaster (Rhinobrissus) apicatus, Moreton-Bay, Tenison Woods, Proc.
Linn. Soc. New South Wales IV 1879 S. 283 Taf. 13.
Rhinobrissus hemiasteroides AI. Ag., Tahite, 20 Faden, Rep. Echin.
Challenger S. 186 Taf. 35b Fig. 12—15.
662 Prof. E. »■■. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Cionobrissus (s. Jahresbericht in Band 45 S. 513) revinctus AI. Ag.,
trop. stiller Ocean, 800 Faden, ebenda S. 188 Taf. 23, 35b, 39 und 41.
Brissopsis lyrifera Forb. auch südatlantisch, 150 Faden, AI. Agassiz,
Rep. Echin. Challeng. S. 189.
Aerope rostrata Wyv. Thoms., Biskayisches Meer und Portugal, und
auch tropisch - pacifisch, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 190—194
Taf. 33, 33a und 39.
Aceste bellidifera Wyv. Thoms., atlant. u. stiller Ocean, tropisch u. sub-
tropisch, beschrieben, AI. Agassiz, ebenda S. 195 — 197 Taf. 22, 33a, 39, 40,
41, 42, 43 u. 44 — gleicht der Jugendform von Schizaster, ebenda S. 201.
Brissus carinatus Lam., Mauritius, Unterschiede von unicolor aus dem
Mittelmeer, Loriol, Mem. Soc. phys. Genev. XXVIII 8 S. 47. — B. Ba-
viesiy atlantischer Ocean, tropisch und subtropisch, 350 — 450 Faden, AI.
Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 197 Taf. 30a Fig. 15, 16.
Metalia sternalis Lam., hierzu auch M. Robillardi als Form mit
extrem nach vorn gerücktem Scheitel, Loriol, Mem. Soc. phys. Genev.
XXVIII 8 S. 45. — M. africana Verr., junges Exemplar, Studer, Monats-
berichte Akad. Berlin 1880 S. 883.
Schizaster Orbignyanus , Westindien 92—1507 Faden, AI. Agassiz,
Bull. Mus. comp. Zool. VIII 1880 S. 84. — Seh. capensis , Südafrika
117 Faden, Studer, Monatsber. Akad. Berlin 1880 S. 884 Taf. 2 Fig. 4.
— Jugendformen beschrieben, Seh. japonicus, Japan und China, 8 — 28
Faden, und Moseleyi, südindisch, 140 — 400 Faden, AI. Agassiz, Rep.
Echin. Challeng. S. 199 — 204 Taf. 36, 43 u. 44.
Periaster limicola AI. Ag. , tropisch -pacifisch, 28 Faden, ebenda
S. 201 Taf. 35 b, 39 u. 40.
Moiropsis, eine peripetale Fasciole wie bei Moira und eine latero-
anale wie bei Schizaster; unpaares Ambulakrum den paarigen ähnlich, alle
eingesenkt. M. claudicans AI. Ag. (1879 als Schizaster), tropisch-pacifisch
129 Faden, AI. Agassiz, Rep. Echin. Challeng. S. 205 Taf. 36 u. 40.
Asteriden.
P. S laden bespricht die Homologie in den Armen der eigentlichen
Seesterne und der Ophiuren mit Berücksichtigung von Astrophiura und
sehliesst, dass beide von einer gemeinschafthchen, unbekannten, doch mehr
Ophiura-ähnlichen Form abstammen, Proceedings of the York Geological and
Polytechn. Society, new series vol. VE 1880 10 S. Taf. 15 (Durchschnitte).
F. J. Bell macht darauf aufmerksam, dass die Dissertation über
Seestemarten 1805, welche allgemein unter dem Namen Retzius geht,
nur diesen zum Praeses, aber den Studenten Nie. Bruzelius zum Ver-
fasser habe imd diesem daher die Autorschaft der darin beschriebenen
Arten zukomme, Ann. Mag. n. h. (5) IX S. 166 — 168. [Aber in da-
maliger Zeit wurden sehr oft die Dissertationen von den Professoren ge-
schrieben und den Kandidaten, öfters sogar gegen Honorar, abgegeben, Ref.]
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 6(33
Asteriadae. Asterias. F. J. Bell gliedert diese Gattung in Gruppen
nach der Zahl der Arme, der Madreporenplatten und der Längsreihen ad-
ambulakraler Stacheln, sowie nach Form und Anordnung der Rücken-
stachcln und giebt Formeln an , in denen diese Unterschiede durch je
einen Buchstaben bezeichnet werden. A. hispida Forbes verschieden von
rubens, Philippii, Süd-Amerika, inermis, Ecuador, Verrilli, antarktisches
Meer, spirabiUa, Falklandinseln, RoUesioni und japonica (Stimps.) Japan.
Proc. Zool. Soc. 1881 S. 492 — 515 Taf. 47, 48.
Asterias Richardi Perrier, Mittelmeer, 540 Meter, Compt. rendus de
l'Acad. 93. Bd. 1883 S. 882.
Asterias fascicidaris, linearis, angulosa und gracilis, Golf von Mexiko,
Perrier, Bull. Mus. comp. Zool. IX 1 1881.
Asterias Tanneri, Verrill, Am. Journ. of Sei. XX 1880 S. 401.
Neu-England. — A. Briareus, ebendaher, derselbe ebenda XXIII 1882
S. 220. — A. africana Müll. u. Troschel, Unterschiede von glacialis,
Greeff, Zool. Anzeiger V 1882 S. 117, doch wohl nicht von glacialis ver-
schieden. Bell, Zool. Anzeig. V S. 282.
Asterias spitzhergensis , Spitzbergen, 61 Faden. Mittelform zwischen
Asterias und Stichaster. Danielssen und Koren, Nyt Mag. for Natur-
videnskabcrne XXVI 1881 S. 177 Taf. 1.
Asterias Gunneri und hypevborea, Nordmeer, Danielssen und Koren,
Nyt Magaz. Naturvidensk. XXVII 1882 S. 267. — A. Normanni, 74"
Nordbreite, 180 Faden, dieselben ebenda XVIII 1883 S. 1 Taf. 1.
Asterias rubens var. an glacialis erinnernd , nordbritisch 53 Faden,
Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinburgh 1881 — 82 S. 706.
Asterias Brandii , alba, obitisispinosa und neglecta, Magellanstrasse,
Bell, Proc. Zool. Soc. 1881 S. 91 — 94 Taf. 9 Fig. 1—4. — A. Belli,
Patagonien, Studer, Sitzungsberichte d. Gesellsch. naturf. Freunde 1883
S. 128.
Asterias nautarum, Ecuador, Bell, Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XII S. 333.
Astrella simplex , Perrier in Archives des Missions scientifiques et
litteraires, Paris (3) IX S. 24, 25.
Calvasterias Antipodum, von der Reise des Erebus und Terror, Bell,
Proc. Zool. Soc. 1882 S. 121 Taf. 1 Fig. 1.
Stichaster arcticus, Nordmeer, Danielssen und Koren, Nyt Mag.
Naturvidensk. XXVII 1882 S. 267.
Zoroaster sigsbeei und ackleyi, Westindien, 120—321 Faden, Perrier,
Compt. rend. ac. Paris Bd. 91 1880 S. 436, auch Bull. Mus. comp. Zool.
IX 1 und Ann. Mag. n. h. (5) VI S. 326. — Z. fulgens Wyv. Thoms.,
Färöer-Kanal 570 Faden, Sladen XXXII S. 160 Taf. 26 Fig. 9—11.
Labidiaster Lütkeni, mit 26 Armen, vielleicht nur Jugendzustand von
radiosus, Magellanstrasse, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881 S. 94, 95.
Pedicellaster, Zu dieser Gattung gehört Asteracanthian palaco-
crystallus, Sladen, Ann. Mag. n. h. (5) V S. 216. — Verschiedene Varie-
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. SS
664 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
täten des P. typicus Sars, zu ihnen auch der ebengenannte palaeocrystallus,
Danielssen und Koren, Nyt Mag. Naturvid. XXVII S. 267. — P. margn-
ritaceus und sexradiatus nahe der Küste von Portugal, A. Milne Edwards,
Compt. rendus de l'Acad. 93. Bd. S. 876 und Arch. miss. scientif (3)
IX S. 50. — P. Pourtalesi , Westindien, Perrier, Bull, Mus. comp. Zool.
IX 1 1881.
Brisi'nga americana, Nova Scotia, 175 Faden, Verrill, Am. Journ. of
Sei. (3) XIX und XX 1880 S. 139, — B. Edwardsi im atlantischen
Ocean , und mediierranea , vielleicht Abart von coi'onata Asbj , im Mittel-
meer; das Rückenskelett ist erst bei geschlechtsreifen Thieren ausgebildet,
die Anordnung der Platten in der Jugend erinnert an diejenige bei den
Crinoiden, Perrier, Compt. rendus de l'Acad. 94. Bd. 1882 S. 61 — 63,
auch Ann. Mag. n. h. (5) X S. 261.
Brisingaster, Scheibenrücken dünnhäutig mit wenigen langen Stacheln;
1 2 Arme mit dachziegelförmigen Kalkplatten und bis zur Spitze bestachelt,
mit zahlreichen kleinen gekreuzten Pedicellarien ; an jeder Seite der Am-
bulakralfurche Eine Reihe von Stacheln, die am freien Ende in viele kleine
Cylindcr ausgehen. B. Robillardi, Mauritius, 60 Faden, Loriol, Mem.
Soc. phys. Genev. XXVIII no. 8 1883 S. 55 — 61 Taf. 6 Fig 1.
Labidiaster, Pedicellarien, Studer bei Loriol a. a. 0. S. 56 Taf. 6
Fig. 2.
Gymnobrisinga^ Pedicellarien, Studer ebenda S. 60 Fig. 3.
Hi/menodisciis, 12 Arme, Scheibe klein mit durchscheinender Rücken-
haut, Arm lang und dünn, mit 2 Reihen von Füsschen, nur aus 4 Reihen
von ambulakralen Skelettstücken gebildet, 2 auf dem Rücken und je einer
seitlichen, damit abwechselnden. Gekreuzte Pedicellarien. Magen ohne
Blinddärme. Keine eigentlichen Ambulakralplatten in den Armfurchen.
Bildet eine besondere Familie. //, Agassizii, Westindien, 321 — 450 Faden,
Perrier, Compt. rend, Acad. Bd, 91 1880 S, 436. — Ist nahe verwandt
mit Brisinga, derselbe ebenda Bd, 94 S. 62. Siehe auch Ann. Mag.
n. h, (5) VI S. 327 und X S. 261.
Echinasteridae. Cribrella oculata Forb, var. cylindreUa aus der
Tiefe des Färoerkanals, 516 — 555 Faden, Sladen, Trans Roy. Soc. Edinb.
XXXII S. 159 Taf. 26 Fig. 8. — Cr. Äntillarum und sexradiata, West-
indien, Perrier, Bull. Mus. comp. Zool. IX 1 1881. — Cr. tnhiuta, Ecua-
dor, Bell, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 122 Taf. 6 Fig. 2.
Echinaster scrobiculatus, 71" Nordbreite, 107 Faden, Danielssen und
Koren, Nyt Mag. Naturvid. XVIII 1883 S. 1 Taf. \. — E. modestus,
Westindien, Perrier, Bull. Mus. comp. Zool. IX 1 1881.
Mithrodia Victoriae, Victoriabank, 20° 45' Südbreite, 37° Westlänge,
39 Faden, Bell, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 123 Taf. 6 Fig. 3.
Solaster. F. J. Bell unterscheidet eigentliche Solaster, typ. S. endeca
L. , eine Reihe besonderer Platten , welche einen Kamm , nie Stacheln
tragen, an der Unterseite der Arme zunächst dem Rande.
Naturgeschichte der Echinodcrmen i. d. J. 1880 — 1883. 665
2) Crossaster, typ. papposus L., eine Reihe oberer Randplatten.
3) Lophaster Verr. , t}p. furcifer Dub. u. Kor., eine Reihe oberer
und eine Reihe unterer Randplatten. Ann. Mag. n. h. (5) VIII 1881
S. 140—143,
Crossaster Neptuni, zehnarmig, Ecuador. Bell am angeführten Ort
Crossaster papposus var septentrionalis, Nordbritisch, kalte Region 375 Fa-
den, Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinburgh XI 1881 — 82 S. 704.
D. C. Danielssen und J. Koren dagegen kommen nach ein-
gehender Untersuchung zum Resultat, dass Crossaster und Lophaster nicht
generisch von Solaster zu trennen seien, indem bei allen zwei Reihen von
Randplatten, nur mehr oder weniger ausgebildet, vorkommen. Nyt Mag. f.
Naturvid. XXVII S. 286—293, engl, in Ann. Mag. n. h. (5) X S. 436—443.
Solaster papposus für Katzen tödtlich, Ch. Parker, The Zoologist (3)
V 1881 S. 214.
Solaster <7^ac2'«&, siebenarmig, 72*^ Nordbreite, 191 Faden, Danielssen
und Koren, Nyt Mag. Naturvidensk. XXVI 1881 S. 177 Taf. 2.
Radiaster, zwischen Solaster, Goniaster und Asterina, ohne Diagnose.
R. elegans^ Golf von Mexiko, Perrier, Compt. rendus de l'Acad. 92. Bd.
1881 S. 60 und Bull. Mus. comp. Zool. IX 1.
Mimaster ähnlich Radiaster, Merkmale von Solaster, Pentagonaster
und Asterias vereinigend, fünfeckig mit ziemlich spitzen Armwinkeln, oben
und unten gewölbt, oben mit gleichförmigen Paxillen besetzt; oben und
unten Randplatten, alle mit kleinen Stacheln besetzt. Die Platten der
Bauchseite tragen je eine grosse Paxille. Keine Pedicellarien. M. Ti-
zardi, Nordsee, 516 und 555 Faden, Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinburgh
XI 1882 S. 702, und näher beschrieben in Trans. Roy. Soc. Edinb. XXX
S. 579 — 584 Taf. 34.
Linckiadae. Fromia japunica, Japan, Perrier, Bull. Mu?. comp. Zool.
IX 1 1881. — F. indica Perr. , ein fünfarmiges Exemplar, und tumida,
Ceylon, Bell, Proc. Zool. Soc. 1882 S. 123, 124 Taf. 6 Fig. 4.
Ophidiaster Floridae und Agassizi, Westindien, Perrier, Bull. Mus.
comp. Zool. IX 1 1881.
Scytaster Novae Caledoniae, Exemplar mit mehr als 5 Armen von
Ceilon, Bell, Ann. Mag. n. h. (5) X S. 220.
Goniasteridae. Pentagonaster subspinosics , armatus und Alexandri,
Golf von Mexiko, Perrier, Bull. Mus. comp. Zool. IX, 1 1881. — P.
singularis M. Tr. und paxillosus Gray, Magellanstrasse , Bell, Proc. Zool.
Soc. 1881 S. 95.
Pentagonaster (Dorigona) Jacqiieti, atlantisch, Perrier, Arch. Miss.
scientif (3) IX 1882 S. 50.
Goniodiscus pedicellaris, Golf von Mexiko, Perrier, Bull. Mus. comp.
Zool. IX, 1 1881.
Calliderma Grayi, Magellanstrasse, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881 S. 95
Taf. 8 Fig. 5.
666 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Oreaster turritus, Männchen niedriger, ganz ziegelroth, Weibchen
stärker gewölbt, mit mehr nachgiebiger Haut, Stacheln schwarz mit rothem
Hof, Studer, Zool. Anzeig. 1880 S. 545. — 0. bulbiferus Forb., Cai-penter^
Geolog. Magaz. (2) X S. 529.
Culcita Veneris, S. Paul, Perrier, Arch. zool, exp. Vin 1880 S. 47
Taf. 4. — C. acuiispinosa , Neue Hebriden, Bell, Ann. Mag. N. H. (5)
XII S. 334.
Goniaster Nidarosiensis, Gjetenes bei Drontheim, 250 Faden, Storm,
Kgl. Norske Vidensk. Selsk. Scrift. 1880 — 81. S. 73.
Anthenoides , zwischen Anthenea und Pentagonaster, ohne Diagnose,
A. Poiresi, Golf von Mexiko, Perrier, Compt, rendus de l'Acad. 92. Bd.
1881 S. 60 und Bull. Mus. comp. Zool. IX, 1.
Cycethra, Rücken dicht mit Kömchen besetzt, ohne Porenfelder,
Armfurche sehr schmal, MundbewafFnung wie bei den Qoniastrinen, Bauch-
platten an einander stossend, mit kurzen Stacheln wie bei Asterina. Untere
Randplatten kaum auf die Unterseite übergreifend, obere nur an der Spitze
der Arme von oben sichtbar. Keine Pedicellarien. C. simplex, Magellan-
strasse. Bell. Proc. Zool. Soc. 1881 S. 96 Taf. 9 Fig. 5, 6.
Goniopecten , zwischen Goniaster und Astropecten, ohne Diagnose,
G. demonstrans, intermedius und subtilis, Golf von Mexiko, Perrier, Compt.
rendus de l'Acad. 92. Bd. 1881 S. 60. — G. Edivardsi, atlantisch, der-
selbe Arch. Miss, scientif. (3) IX S. 52.
Poraniomorpha zwischen Asterina und Porania, oben und unten mit
feinen isolirten Kalkstacheln besetzt, Rand scharf, von den untern Rand-
platten allein gebildet, welche Stacheln tragen. Hautskelett des Rückens
ein kleinmaschiges Netzwerk. Keine Pedicellarien. P. rosea, 60° Nord-
breite, 220 Faden, Danielssen und Koren, Nyt Mag. Naturvid. XXVI
1881 S. 177.
Asterinidae. Asterina Lymani und pilosa, Golf von Mexiko, Perrier,
Bull. Mus. comp. Zool. IX 1 1881. — Asterina tumida Stuxberg (als
Solaster) mit var. tuberculata, nördl. Eismeer, 146 — 658 Faden, Danielssen
und Koren, Nyt Mag. for Naturvidensk. XXVI S. 177. (vgl. den folgenden.)
Rhegaster , fünfeckig. Rückenfläche dickhäutig, von gleichförmigen
Stachelchen dicht bedeckt. Obere Randplatten verborgen, unten breit.
Keine Pedicellarien. Rh. Murrayi, Färöerkanal, 285 — 433 Faden; auch
Solaster tumidus Stuxb. gehört in diese Gattung. Sladen, Trans. Roy.
Soc. Edinburgh XXXII 1883 S. 155 Taf. 26 Fig. 2 — 7.
Tylaster gewölbt, fünfeckig, Rückenhaut weich mit isolirten Kalk-
nadeln und Tentakelporen; obere Randplatten rudimentär, untere mit
Stacheln. Keine Pedicellarien. T. Willei, 71—75° Nordbreite, 620 bis
1200 Faden, Danielssen und Koren, Nyt Mag. Naturvidensk. XXVI 1881
S. 177.
Marginaster , zwischen Asterina und Goniaster, ohne Diagnose. M.
pectinatus und echinulattis , Golf von Mexiko, Perrier, Compt. rendus de
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 18 83. 667
I'Acad. 92. Bd. 1881 S. 60 und Bull. Mus. comp. Zool. IX 1. — M.
peniagonus, atlantisches Meer, derselbe, Arch. miss. scientif. (3) IX S. 50.
Korethraster hispidus Wyv. Thoms. beschrieben von Danielssen und
Koren, Nyt Mag. Naturvidensk. XXVII S. 264 Taf. 1.
Korethraster palmatus und radialis^ Golf von Mexiko, Perrier, Bull.
Mus. comp. Zool. IX 1 1881. — H. seiosus, atlant. Meer, derselbe, Arch.
miss. scientif (3) IX S. 50.
Pterasteridae. W. P. S laden giebt einen Schlüssel für die 5 Gat-
tungen dieser Familie: Pteraster, Retaster, Marsipaster , Calyptraster^
Hymenaster und Benthastei\ Er nennt supradorsal membrane die obere
Decke der Bruthöhle, paxillae die Stützen derselben auf der eigentlichen
Rückenfläche, oscidar orißce ihre centrale obere Mündung. Die Bruthöhle
hat aber auch kleine Mündungen an der Unterseite, an der Wurzel jedes
der langen Annstacheln, diese nennt er segmental apertures und eine die-
selbe überdeckende Papille aperture-papilla, Journ. Linn. Soc. XVI 1882
S. 189—192.
Pteraster militaris var. prolata, Faröer- Kanal 608 Faden, Sladen,
Trans. Roy. Soc. Edinburgh XXXII S. 153 Taf. 26 Fig. 1.
Pteraster caribbaens, Golf von Mexiko, Perrier, Bull. Mus. comp.
Zool. IX 1 1881.
Pteraster rugatus, stellifer und semtreticidatus , südindischer und südl.
stiller Ocean, 50 — 245 Faden, Sladen, Journ. Linn. Soc. XVI 1882
S. 192—196.
Retaster verrucosus und gibber, Magellanstrasse, peregrinator, Kergue-
len , 55 — 245 Faden, und insignis , tropischer Theil des stillen Oceans
25—29 Faden, Sladen, Journ. Linn. Soc. XVI 1882 S. 196—202.
Marsipaster, Paxillen mit massig ausgebreiteten Kernen von sehr zahl-
reichen haarähnlichen Stacheln, welche aus der Haut hervorstehen. Arm-
stacheln horizontal. 1 Paar sekundärer Mundstacheln, Keine Muskelbänder
in der oberen Decke der Bruthöhle. Kein besonderer Stachelsaum an den
Armen. M. hirsutus und spinostssimus , südl. stiller Ocean, 2335 und
2160 Faden, Sladen, Journ. Linn. Soc. XVI 1882 S. 202—206.
Calyptraster , Paxillen mit weniger kurzen , derben Stacheln , welche
die Haut nicht durchbohren. Armstacheln senkrecht. 3 Paare sekundärer
Mundstacheln. Im Uebrigen wie Marsipaster. Decke der Bruthöhle durch-
scheinend. C. coa, tropischer Theil des atlant. Oceans, Sladen, Journ.
Linn. Soc. XVI 1882 S. 189.
Hymenaster, Schlüssel zur Bestimmung der 20 Arten und Beschrei-
bung derselben, nämlich: nobilis Wyv. Th., formosus, pergamentaceus, sac-
culatus, echinulatus, carnosus, glaucus, vicarius, infernalis, caelatus, a-uci/cr,
anomalus, lalebrosus, porosissimus, graniferus, geomeiricus, pullatus, membran-
aceus Wyv. Th., coccinatus und praecoquis, die meisten im südlichen Theil
des stillen und atlantischen Oceans 1350 — 2650 Faden, pullatus im tropischen
Theil des stillen Oceans 1070 Faden, glaucus und infernalis im nördlichen
(368 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Theil desselben, 565 und 2900 Faden, membranaceus im nordatlantischen
Ocean, 1125 Faden, Sladen, Journ. Linn. Soc. XVI 1882 S. 210-242.
Hymenaster pellucidus Wj^'. Thoms. beschrieben, Danielssen und
Koren, Nyt Mag. Naturvidensk. XXVII S. 267 Taf. 1.
Bent haster. Paxillen mit büschelförmig gruppirten, sehr zahlreichen
und langen, feinen, dreikantigen Stacheln, welche weit über die Haut
hervorragen. Bruthöhle verkümmert. Armstacheln einzeln, ohne Ver-
bindungshaut. Aeusserlich an Korethraster erinnernd. Wi/villeThomsoni,
nördl. stiller Ocean, 2900 Faden, und penicillatua , tropischer Theil des
stillen Oceans 1070 Faden. Sladen, Journ. Linn. Soc. XVI 1882 S. 242
bis 246.
Diploperaster, für Pteraster multipes Sars, Füsschen in 4 Reihen, die
horizontalen Stacheln an der Unterseite zwischen den Armen beim Er-
wachsenen von einer dicken Haut umhüllt, Verrili, Am. Journ. of Sei. XX
1880 S. 400.
Archastridae. Archaster bifrons Wyv. Thomps. , beschrieben von
Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinburgh XI 1881 — 82 S. 699.
Archaster americanus und Agassizi, Verrill, Am. Journ. of Sei. XX
1880 S. 402, 403, Neu-England. — A. Bairdii ebendaher, derselbe
ebenda XXIII 1882 S. 139.
Ai'chaster pulcker , mirabilis und simplex, Golf von Mexiko, Perrier,
Bull. Mus. comp. Zool. IX, 1. 1881, über A. mirabilis derselbe auch in
Compt. rcnd. de l'Acad. Bd. 92 S. 60.
Archaster magnißcus, Bell, Ann. Mag. nat. hist. (5) VIII S. 440
S. Helena.
Cheiraster , ähnlich Archaster, auf der Bauchseite interambulakral
ein oder zwei eigenthümliche Greiforgane , aus zwei gegenüberstehenden
vierzackigen Klammern gebildet, vermuthlich umgebildete Pedicellarien;
Blindsäckc des Magens nicht in die Arme eingehend. Ch. Gazella und
pedicellaris, Nordwest-Australien und Südsee, 220 und 550 Faden, Studcr,
S. B. d. Gesellsch. naturf. Freunde in Berlin 1883 S. 130.
Odontaster, ähnlich Archaster, Bauchplatten stachlig; jeder Kiefer
trägt einen langen, starken, aufrechten oder nach aussen gekehrten
Zahn. 0. hispidus , Neu-England, Verrill, Am. Journ. of Sei. XX 1880
S. 402.
Blakiaster ohne Gattungsdiagnose , Bl. conicm , Golf von Mexiko,
Perrier, Bull. Mus. comp, Zool. IX, 1. 1881.
Astropectinidae. Astropccten Andromeda Müll. Tr. = Christi Düb.
u. Koren, Färöerkanal , Sladen, Proc. Roy. Soc. Edinb. XI 1881 — 82
S. 701. — Astropecten aster Filippi und wahrscheinlich auch A. Jon-
stoni Phil. = squamatus M. u. Tr. , Ludwig, Zeitschr. f wiss. Zool«
XXXIV S. 70 und Mittheil. zool. Stat. Neapel II S. 57—61. — A. Mül-
leri siehe Marion, Annal. du Mus. de Marseille I no. 2 S. 24. — A.
alligator, Golf von Mexiko, Perrier, Bull. Mus. comp. Zool. IX, 1. 1881. —
Naturgeschichte der EchinodeiTnen i. d. J. 1880—1883. ßßQ
A. sp. , vielleicht articulatus Say , südlichstes Brasilien , Bell , Proc. Zool.
Soc. 1881 S. 97.
Astropecten brevispimis und kermatophüus , nordatlantisch 345 und
450 Faden, cingulatus, tropisch-atlantisch, acanthifer und imbellis, tropisch-
pacifisch 129 und 115 Faden, zehra und monacanihus, ebenda oberfläch-
lich, pecilnalxts Australien 6 — 40 Faden, ponloporeius Cap und mesactus
Tristan d'Acunha 90 Faden, Sladen, Journ. Linn. Soc. XVII 1883 S. 248
bis 269.
Bathybiaster . Armfurche sehr breit, mit langen, gestielten Pedicel-
larien am Rande. Interbrachialraum breit, mit ungestielten Pedicellarien
dicht besetzt. Scheibe oben und Mitte des Armrückens mit runden, dach-
ziegelartig angeordneten Kalkplatten bedeckt. Kein After. Hierher Astro-
pecten pallidus, Nordraeer, Danielssen und Koren, Nyt Mag. Naturvid.
XXVII 1882 S. 267 Taf. 1.
Luidia barbadensis und convexiuscula, Westindien, Perrier, Bull. Mus.
comp. Zool. IX, 1. 1881.
Luidiasler, die dorsalen Randplatten durch ovale Warzen repräsentirt,
die an Zahl und Lage den ventralen entsprechen, aber ganz den Bau der
Paxillen des Rückens, nur in vergrössertem Massstabe, besitzen. Unterseite
ähnlich wie bei Archaster. Blindsäcke des Magens nicht in die Arme
fortgesetzt. Keine Ambulakralstützen. Kerguelen. Studer, Sitzungsberichte
d. Gcsellsch. naturf. Freunde, Berlin 1883 S. 131, 132.
Leptychaster kerguelensis, radiäre Magenanhänge auffallend kurz, Eier
zwischen den Stielen der Paxillen, von deren pinselförmiger Ausbreitung
beschützt, ausgebrütet, Studer, Zoolog. Anzeig. 1880 S. 525 mit Holzschn.
Ctenaster, zwischen Ctenodiscus und Echinaster, ohne Diagnose, Ct.
spectabilis, Golf von Mexiko, Perrier, Compt. rendus de l'Akad. 92. Bd.
1881 S. 60 und Bull. Mus. comp. Zool. IX, 1.
Caulaster pedunculatus , biskayisches Meer, 1960 und 2650 Meter.
Der stielförmige Rückenanhang 2 mm. lang, cylindrisch, biegsam; an
seiner Basis 5 grosse Kalkplatten in einem Kreis , 4 davon ungefähr in
der Richtung der Arme, die fünfte der Madreporenplatte gegenüber; nach
aussen davon ein zweiter Kreis von 5 kleineren Platten. Dieses erinnert
an den Kelch der Crinoiden. Perrier, Compt. rendus de l'Acad. 95. Bd.
1882 S. 1379—1381.
Ilyaster. Ein cylindrischer, mit Stacheln bedeckter Anhang auf der
Rückenfläche. Zwei Reihen konisch zugespitzter Füsschen. Rückenseite
mit Paxillen besetzt. I. mirabilis , Nordmeer, Danielssen und Koren, Nyt
Mag. Naturvidensk. XXVIII 1883 [Vgl. Caulaster].
Percellanastridae. Eine Unterfamilie der Astropectiniden, charakterisiit
durch ein aus vertikalen LameUen gebildetes , mit einer Haut überzogenes
„siebförmiges Organ" in den Armwinkeln, entweder nur eines auf der
Naht zwischen den beiderseitigen ersten Randplatten, oder mehrfach, auch
auf den Nähten der nächstfolgenden Armplatten wiederholt, die Zahl bei
670 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
jeder Art konstant; wahrscheinlich dient es als Filtrirmaschine. Hierher
die Gattungen Porcellanaster, Styracaster, Hyphalaster und Thoracaster.
Sladen, Journ. Linn, See. XVII 1882 S. 214 — 217.
Porcellanaster Wyv. Thoms., Bestimmungsschlüssel und Beschreibung
von P. caeruleus Wyv. Thoms., nordatlantisch 1340 — 1350 Faden, caulifer
und tuberosus, nordpacifisch 800 und \8lf> Faden, crassxts und ffracilis,
südpacifisch, 2335 und 2225 Faden, Sladen a. a. 0. S. 216—229.
Styracaster, Arm sehr lang, Randplatten bis zur Mittellinie des Arms
vereinigt, obere mit langen starken Stacheln, 3 — 7 siebförmige Organe.
St. horridus, tropisch- atlantisch 2350 Faden, und armatus , tropisch-
pacifisch 8500 Faden. Sladen a. a. 0. S. 229—234.
Hyphalaster, Arme kurz, ohne Stacheln auf den oberen Kandplatten,
Bauchplatten dachziegelförmig; 5 — 7 siebförmige Organe. H. hyalinus,
tropisch-pacifisch 2750 Faden, diademalus und planus, südpacifisch 2160
und 1950 Faden, inermis, nordpacifisch 1875 Faden, Sladen a. a. 0.
S. 234 — 244.
Thoracaster , Bauchplatten mit dornenartigen Kömchen bedeckt. 14
siebförmige Organe. Eandplatten ohne Stacheln. Th. cylindruins, atlan-
tisch, 22" N. Br., 2400 Faden. Sladen a. a. 0. S. 245 — 247.
Hoplaster spinosus. Atlantischer Ocean nahe der Küste von Portugal,
nur erst genannt, Perrier bei A. Milne Edwards Compt. rendus de l'Acad.
93. Bd. S. 881, auch Ann. Mag. n. h. (5) IX S. 45 und Arch. Miss.
scientif. (3) IX S. 50.
Tetraster palaeozoisch, in den Silurschichten von Girvan, Nicholson
und Etheridge monograph of Silurian fossils of Girvan in Ayrshire, fasc.
III. 1880 Auszug im Neuen Jahrb. f. Mineralogie 1881 II S. 100.
Leptaster aus dem Bathonien, Loriol, Abhandl. d. Schweiz, palaeont.
Gesellsch. VII S. 5.
Ophiuri den.
Th. Lyman's preliminary list of the known genera and species of
living Ophiuridae and Astrophytidae, Cambridge Mass. 1880. gr. 8., führt
86 Gattungen und 555 Arten auf, mit Angabe der Fundorte und Tiefen,
sowie den wichtigsten Synonymen und Citaten.
Die definitive Bearbeitung der Ophiuriden und Astrophytiden von der
Expedition des Challenger durch Th. Lyman im fünften Band des grossen
Challengerwerkes 1882 hat sich insofern zu einer systematischen Mono-
graphie dieser Familie im Allgemeinen gestaltet, als der Verfasser alle
bekannten Gattungen kurz charakterisirt , alle bekannten Arten auf-
führt und bei allen artenreicheren Gattungen schlüsselartige Tabellen zum
Bestimmen der Arten giebt. Ferner sind fast von jeder Gattung vergrösserte
Abbildungen sowohl des Aeussem als der Skeletttheile gegeben. Dagegen
enthält die Arbeit keine eigentlich neuen Gattungen und Arten, da alle
schon früher in dem Preliminary Report (s. den Jahresbericht in Band 45
dieses Archivs S. 556 — 563) mit den Fundortsangaben diagnosticirt und
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 671
abgebildet wurden. Ueber das geographische Vorkommen s. oben S. 033,
Die systematische Anordnung ist die folgende:
Fam. Ophiuridae.
I. Gruppe, Armstacheln am äussern Rand der seitlichen Armplatten, dem
Arme parallel : Ophiura, Ophiopeza, Pectiuura, Ophiopaepale, Ophio-
gona, -lepis, -plocus, -zona, -ceramis, -thyreus, -plinthus, -pleura,
Ophiernus, Ophiopyrgus, -glypha, -cten, -musium, -lipiis, -mastus,
-phyllura, -trochus, -pyren, -conis, -chaeta.
IL Gruppe, Armstacheln an den Seiten der seitlichen Armj)latfen, einen
entschiedenen Winkel mit dem Arme bildend: Ophiopholis, Ophia-
ctis, Amphiura, Amphilepis, Ophionema, -nephthys, -cnida, -pus,
Hemipholis, Ophiophragmus , -psila, -nereis, -cymbium, -pliix,
-Stigma, -chytra, -centrus, -coma, Ophiarachna, Ophiarthrum, Ophio-
mastix, -jiteris, -chiton, Ophiacantha, Ophiolebes, -mitra, -camax,
-thamnus, -thrix, -gymna, -cnemis, -maza, -thela, -psammium,
-blenna, -scolex, Ophiambix, Ophiosciasma, -geron, -helus, -tholia,
-myces.
III. Astrophyton-ähnliche: Ophiobyrsa, -myxa, -chondrus, Hemieuryale,
Sigsbeia.
Fam. Astrophytidae.
Astrophyton, Gorgonocephalus, Euryale, Trichaster, Astroclon, Astrocnida,
Astroporpa , Astrogomphus , Astroehele , Astrotoma , Astroschema,
Ophiocreas, Astroceras und Astronyx.
N. Apostolides giebt auf eigene Beobachtungen in Roseoff gestützt
eine Uebersicht über Anatomie und Entwicklung der Ophiuriden, uus der
wir Einzelnes im allgemeinen Theile erwähnen, Arch. Zool. exp. X 1882
S. 121 — 124, Taf. 7 — 12.
Th. Studer betont den embryonalen Charakter der Rückenbekleidung
bei Ophiopyrgus und einigen Tiefsee - Arten von Ophiogl}i:)ha und Ophio-
mastus, Abhandl. Akad. Berlin 1883 S. 9, 10.
Ophiuridae. Ophiura, Uebersicht der bekannten Arten, Lyman Rep.
Ophiur. voy. Challenger S. 8 — 11.
(Oijhiura) Ophioderma guineense, Insel San Thome und Rolas, Greeff
Zool. Anzeig. V 1882 S. 156.
Ophiopeza aeijualis, Neu- Guinea, 152 Faden, Lyman in Annivers.
Mem. of Boston Soc. 1880 S. 9 Taf. 2 Fig. 23—25. — Dieselbe, sowie
aster Lym. und fallax Pet. , Lyman Rep. Ophiur. Challeng. S. 11 — 13
Taf. 21, 27 und 41.
Pectinura tessellala , lacerlosa und (ingulata, Westindien, 88 — 451
Faden, Lyman Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 230—232 Taf. 3 Fig.
19. — P. arcnosa und heros Lym. Rep. Ophiur. Challeng. S. 15, 16
Taf. 23. — P. semicincta, Capverden , 38 Faden, Studer Abhandl. Akad.
Berl. 1882 S. 4 Taf. 1 Fig. 1.
672 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Ophiopaepale Gossiana Ljungm. , Lyman, Rep. Ophiur. Challeng.
S. 17, 18 Taf. 32 imd 37 (Skelett).
Ophiogona laevigata beschrieben, Studer, Abhandl. Akad. Berlin
1882 S. 6 Taf. 1 Fig. 2.
Ophiolepis afßnis, Westafrika, 4° N. Br., 59 Fad., und cincta var.
nigra, Neu-Guinea, Studer ebenda S. 6, 7, erstere Taf. 1 Fig. 3.
Ophiozona marmorea und dypeata, Westindien 88 — 250 Faden, Ly-
man, Bull. Mus. comp. Zool, X 1882 S. 233, 234. Taf. 3 Fig. 10 — 15-
— 0. impressa Lütk., insularia, stellata, Antillarum und depressa Lym.,
Rep. Ophiur. Challeng. S. 21—25 Taf. 11 und 37.
Ophioplinthus medusa imd grisea Lym., Rep. Ophiur. Challeng.
S. 28—30 Taf. 24 und 38.
Ophiernus (uhpersns, Westindien, in verschiedenen Tiefen, Lyman,
Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 314 Taf. 3 Fig. 19 — 21, — 0. vallin-
cola, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 32 Taf. 24 und 38.
Ophiopyrgus Wyville - Thomsoni , Lyman, Rep. Ophiur. Challeng.
S. 33 Taf. 9. — 0. saccharatits, Viti-Inseln 970 Faden, einen Uebergang
m Ophioglypha bildend, Studer, Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 7 Taf. 1
Fig. 4.
Ophioglypha aurantiaca und signatn, Neu-Engländ, 192—310 Faden,
Verrill, Am. Journ. of Sei. XXIII 1882 S. 141. — O. fasciculala, ahys-
soritm, scutata, (enera, femer aurantiaca Verr., falcifera und convexa Lym.
varr. , alle aus Westindien, 95 — 1097 Faden, Lyman, Bull. Mus. comp.
Zool. X 1882 S. 237-241 Taf. 3 Fig. 22-27, Taf. 4 Fig. 31 — 45. —
Uebersicht der bekannten 57 Arten und Beschreibung von 38 derselben,
alle schon früher abgebildet, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 35 — 78
Taf. 3 — 8, 38, 45 und 47. — 0. stellata, West-Australien und Amboina,
verrucosa (Pectinura Stud. 1876) und carinata (Ophiolepis Stud. 1876),
Kerguelen, letztere ziemlich abweichend, Studer, Abhandl. Ak. Berlin 1882
S. 11 — 16, Taf. 1 Fig. 5, Taf. 2 Fig. 6, 7.
Ophiocten Pattersont, Ostküste Nordamerikas, 129 Faden, Lyman,
Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 244 Taf. 4 Fig. 46—48. — 0. seri-
ceum, amitinum, pallidum, umbraticum und hastatum, [ — us], Lyman,
Rep. Ophiur. Challeng. S. 78—83 Taf. 9 und 38. — O. amitinum Lym.
von Kerguelen und der Magellanstrasse , Studer, Abhandl. Akad. Berlin
1882 S. 16 Taf. 2 Fig. 8.
Ophiomusium Lymani Wyv. Thoms , jung, Ostküste Nordamerikas,
Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 245 Taf. 5 Fig. 35—37. —
Die bekannten 19 Arten zusammengestellt und 15 beschrieben, Lyman,
Rep. Ophiur. Challeng. S. 84—99, Taf. 1, 2, 3 und 39.
Ophiomastus iexturatus, Westindien 310 Faden, Lyman, Bull. Mus.
comp. Zool. X 1882 S. 247 Taf. 4 Fig. 49 — 51. — O. tegulitius Lym.,
Rep. Ophiur. Challeng. S. 100 Taf. 8.
Ophioi^hyllum petilum Lym., Westindien 542 Faden, Lyman, Bull.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 673
Mus. comp. Zool. X 1882 S. 248 Taf. 4 Fig. 52—54 und liep. Ophiur.
Challcng. S. 102 Taf. 12.
Ophiotrochus pannicuhis Lym., Rep. Ophiur. Challeng. S. 103 Tuf. 9.
Ojihiopyren brevispinus und longispinus Lym., Rep. Ophiur. Challeng.
S. 104, 105 Taf. 12 und 39.
Ophioconis brevispina , Neapel, Ludwig in Mittheil. d. zool. Station
in Neapel II 1880 S. 61 Taf. 4 Fig. 3. — Ophioconis antarctica und
pulverulenta, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 107 — 109 Taf. 23.
Ophiopholis japonica, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 111 Taf. 23.
Polypholis , keine Zahn- oder Mund - Papillen. Scheibe oben symme-
trisch beschuppt, mit kleinen Stacheln auf und zwischen den Schupper,
unten häutig; erstes und zweites oberes Armschild bestachelt; Stacheln
und Haken an den Seiten der Arme; Eine Tentakelschuppe. P. echinata,
Ostküste Grönlands, 228 Faden. Duncan, Journ. Linn. Soc. zool. XV
1880 S. 73 — 78, Taf. 3. — "Vielleicht Jugendzustand von Ophiopholis
aculeata L., Lyman, Rep. Oph. Challeng. S. 112.
Ophiactis pectorale, Celebes, 500 Faden, Lyman in Annivers. Mcm.
of Boston Soc. 1880 S. 10 Taf. 2 Fig. 26 — 28. — Uebersicht der 24
bekannten Arten und 8 beschrieben, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 113
bis 122 Taf. 19, 20 und 27. — 0. incisa Martens und sexradia Grube
von Savignyi M.-Tr. verschieden, flexuosa Lym. auch erwachsen sechs-
strahlig, und Lymani =■ fünfstrahlige flexuosa Lyman's von den Tonga-
Inseln, Studer, Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 16, 17.
Amphiura parva, Neuseeland, Hutton, Transact. New Zealand Institute
XI 1878 S. 305. — A. macüenla, Neu-England, 68 Faden, Verrill, Am.
Journ. of Sei. XXIII S. 135; ist wahrscheinlich nur Jugendform von
A. abdita, ebenderselbe ebenda S. 408, — A. incisa und Nereis, West-
indien, 583 und 148 Faden, Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882
S. 250 Taf. 5 Fig. 59 — 63. — Uebersicht der bekannten 90 Arten und
Beschreibung von 18 derselben, alle schon früher abgebildet, Lyman, Rep.
Ophiur. Challeng. S. 123—148, Taf. 16 — 18, 29, 33, 40 und 46. — A.
Duncuni und Taimen für A. Lütkeni Duncan non Ljungm. und A. flexuosa
Lym. non Ljungm., Lyman, prelim. hst. Ophiurid. S. 17, 18. — A. tiw-
t?Ci"<a , Neuseeland 597 Faden, und conffensis , in der Kongo-Mündung
17 Faden, Studer, Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 19, 20, erstere Taf. 3
Fig. 9.
Amphilepis, 3 Arten beschrieben, 2 abgebildet, Lyman, Rep. Ophiur.
Challeng. S. 149—151 Taf. 19 und 40.
Ophiocnida, Uebersicht der bekannten 12 Arten, pilosa und scabra
beschrieben, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 153 — 157, Taf. 19.
Ophiopus Ljungm. nächstverwandt mit Ophiactis und identisch mit
Ophiaregma Sars, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 156.
Hemipholis Wdllichü, Agulhas-Bank, Duncan. Journ. Linn. Soc. XV
S. 138—142, Taf. 10 oder 6.
674 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Ophiorymbium, Scheibe beschuppt, mützenförmig über den Anfang dcj.
Arme ausgedehnt. Ein Büschel kleiner Stacheln statt der Zähne und
Zahnpapillen ; Mundpapillen viereckig, dicht aneinander. Tentakelporen
sehr gross. 0. cavemosum, Kerguelen, 1950 Faden, Lyman in Annivers.
Mem. of Boston Soc. 1880 S. 7 und Rep. Ophiur. Challeng. S. 163
Taf. 27.
Ophiostigma africanum und isacanthum, Lyman, Rep. Ophiur. Chal-
leng. S. 165 Taf. 18 und 42.
Ophiochytra, Scheibe beschuppt, mit kleinen Radialschildem. Zähne,
aber keine Zahn-Papillen. Seitenschilder der Arme gross, oben und unten
mit denen der andern Seite zusammenstossend. 0. epigrus^ Niedrige Inseln
der Südsee, 2350 Faden, Lyman, Annivers. Mem. of Boston Soc 1880
S. 8 Taf. 2 Fig. 17 — 19 und Rep. Ophiur. Challeng. S. 166 Taf. 28. —
O. tenuis , Westindien 291—383 Faden, derselbe, Bull. Mus. comp. Zool.
X 1882 S. 254 Taf. 3 Fig. 16 — 18.
Ophiocoma erinaceus und scolopendrina, Färbung nicht mit den an-
dern Artkennzeichen congruirend, Bell, Ann. Mag. n. h. (5) X S. 221;
auch Ludwig in Kossmann Zoolog. Ergebnisse einer Reise an's Rothe
Meer II S. 4 vereinigt beide zu Einer Art. — Uebersicht der 15 — 17 be-
kannten Arten und kritische Bemerkungen über verschiedene Arten, Ly-
man, Rep. Ophiur. Challeng. S. 167 — 172.
Ophiai-achna , die bekannten Arten aufgeführt, und 0. ormata, Mau-
ritius, hinzugefügt, Troschel, Sitzungsberichte d. naturhist. Vereins d. preuss.
Rheinlande und Westfalens XXXVI 1879 S. 135—138.
Ophiomastix annulosa, Arm 300 Millim. lang. Bell, Ann. Mag. n. h.
(5) X S, 221. — Uebersicht der 7 bekannten Arten, Lyman, Rep. Ophiur.
Challeng. S. 174, 175.
Ophiochiton temispinus , südwestlich von Irland 862 Faden, Lyman,
Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 255 Taf. 5 Fig. 67 — 69. — 0. fasti-
gatus und lentus, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 176 — 178 Taf. 23,
24. — 0. Lymanni, südindisches Meer 1438 — 1590 Faden, Studer, Ab-
handl. Akad. Berlin 1882 S. 22 Taf. 3 Fig. 10.
Ophiacantha jilacentigera , Viti-Inseln, 1350 Faden, Lyman in Anni-
vers. Mem. of Boston Soc. 1880 S. 9 Taf. 2 Fig. 20 — 22. — O. mille-
spina, Verrill, Bull. Un. St. Nat. Mus. II 1880 S. 203. — O. Bairdi,
Bartlelti, cervicornis , lineolala, laevipellis und scolopendrica , Westindien
88—394 Faden, Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 256—260
Taf. 5 Fig. 70 — 87. — Uebersicht der bekannten 38 Arten und Be-
schreibung von 21 derselben, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 178 bis
199 Taf. 10, 13 — 15, 20, 25, 26, 28, 41 und 46. — 0. vivipara, Brut-
taschen, Studer, Zool. Anzeig. 1880 S. 527 mit Figur.
Ophiolebes scorteus und vestitus, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng.
S. 199 — 201 Taf. 12 und 41.
Ophiomitra incisa, Westindien in verschiedenen Tiefen, Lyman, BulL
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. 675
Mus. comp. Zool. X 1882 S. 263 Taf. 6 Fig. 89, 90. — Uebersicht von
8 andern bekannten Arten und 6 davon beschrieben, Lyman, Rep. Ophiur.
Challeng. S. 202—209 Taf. 10, 14, 26 und 41.
Ophiocamax fasciculata^ Westindien in verschiedenen Tiefen, Lyman,
Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 265 Tuf. 7 Fig. 92—94. — 0. vitrea,
Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 210 Taf. 14.
Opfiiocopa, Scheibe mit gekörnten Schuppen bedeckt; kleine Radial-
schilder. Zahlreiche enggeschlossenc Mundpapillen mit Zähnen, ohne
Zahnpapillen. Seitenarmplatten oben und unten zusammentreffend, einzelne
Armstacheln ruderförmig verbreitert. Zwei lange GenitalöfFnungen in jedem
Interbrachialraum. 0. spatuhi, Westindien 150 Faden, Lyman, Bull. Mus.
comp. Zool. X S. 266 Taf. 7 Fig. 95 — 98.
Ophiostoma, Scheibe oben nackt, die kleinen Radialschilder von einer
dicken Haut bedeckt. Zahlreiche Mundpapillen und Zähne, keine Zahn-
papillen. Armstacheln hohl wie bei Ophiacantha und glatt; obere Arm-
schilder vorhanden. Zwei GenitalöfFnungen in jedem Interbrachialraum.
0. coriacea, Westindien 1242 Faden, Lyman, Bidl. Mus. comp. Zool. X
1882 S. 268 Taf. 2 Fig. 1—3.
Ophiothamnus remotus, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 212
Taf. 14. — O. ffracilis, West-Austrahen , 50 Faden, Studer. Abhandl.
Akad. Berlin 1882 S. 24 Taf. 3 Fig. 11.
Ophiothrix Pe^ersi, Westküste Afrikas 10° N. Br. 150 Faden, Studer,
Zool. Anzeig. 1880 S. 546 — Geschlechtsunterschiede in der Farbe —
und Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 24 Taf. 3 Fig. 12. — 0. versicolor,
nächstverwandt mit rosula, RoscofT, Apostolides Arch. Zool. exp. X 1882
S. 121. — 0. Rathbimi, Brasilien, Ludwig, Mem. sav. etrang. Acad.
Bruxell. 44. Bd. 1882. — Uebersicht der 56 bekannten Arten und Be-
schreibung von caespitosa, berberis, capillaris und aristulata, Lyman, Rep.
Ophiur. Challeng. S. 213—228 Taf. 21 und 26. — 0. smarac/dina, Nord-
west-Australien 50 Faden, Studer a. a. 0. S. 26.
Ophiothrichoides [philologisch richtiger Ophiotrichoides], Scheibe nackt,
sonst wie Ophiothrix. 0. Lymani, Brasilien, Ludwig in Mem. sav. etrang.
Acad. Bruxell. 44. Bd. 1882.
Ophiothela, Uebersicht der 5 bekannten Arten, Lyman, Rep. Ophiur.
Challeng. S. 230.
Ophioscolex Coppingeri, Magellanstrasse, Bell, Proc. Zool. Soc. 1881
S. 98 Taf. 8 Fig. 6. — Uebersicht der bekannten 5 Arten, dentatus und
tropicus Lyman beschrieben Rep. Ophiur. Challeng. S. 232, 233, Taf. 24.
— O. prolifer, östHch von Neuseeland, 597 Faden, Studer, Abhandl. Akad.
Berlin 1882 S. 28.
Ophioscolex? spinosus, Fjord von Drontheim, Storm, Kgl. Norsko
Vidensk. Selsk. Skrift. 1880 — 81. S. 73.
OpMambix, Scheibe und Arm mit stachelförmigen Körnern besetzt;
keine Radialschilder. Kleine scharfe Mundpapillen und Zähne, keine
676 Prof. E. V. MartenS: Bericht über die Leistungen in der
Zahnpapillen. Arrastacheln hohl, rauh. 0. aculeata, Viti-Inseln, 1350
Faden, Lyman, Annivers. Mem. of Boston Soc. 1880 S. 11 Taf. 2 Fig.
29 — 31 und Rep. Ophiur. Challeng. S. 234, 235 Taf. 27.
Ophiosciasma granulatum, Westindien 100 Faden, Lyman, Bull. Mus.
comp. Zool. X 1882 S. 269 Taf. 7 Fig. 99—102. — O. attenuatum,
Lyman, Rep. Ophiur, Challeng. S. 236 Taf. 10 und 16.
Ophiogeron supinits, Westindien 200 — 464 Faden, Lyman, Bull. Mus.
comp. Zool. X 1882 S. 270 Taf. 103 — 106. — 0. edentulus, Lyman,
Rep. Ophiur. Challeng. S. 237 Taf. 12.
Ophiotholia, Scheibe beschuppt mit feinen Stacheln. Die Arme
können vertikal erhoben werden, indem die Armwirbel aus zwei mitein-
ander gelenkig verbundenen Hälften bestehen; neben den normalen Arm-
stacheln noch andere sonnenschirmförmige in 2 — 3 vertikalen Reihen.
Scheibe fein beschuppt. 0. supplicans , südwestlich von Juan Fernandez,
1825 Faden, Lyman, Anniversary Memoir of the Boston Soc. of nat. hist.
1880 S. 4 Taf. 1 Fig. 1—3 und Rep. Ophiur. Challeng. S. 239 Taf. 28.
Ophiohelus, der vorigen ganz ähnlich, aber gar keine normale Arm-
stacheln. 0. umbel/a, Barbados, 82 Faden, und pdlucidus, Viti-Inseln,
1350 Faden, Lyman ebenda S. 5, 6 Taf. 1 Fig. 4 — 15, der letztere auch
Rep. Ophiur. Challeng. S. 237 Taf. 28.
Ophiomyces grandis, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 241 Taf. 19-
Ophiobyrsa Perrieri, serpens und hystricis , Westindien 278 — 345 Fa-
den, Ljman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 271, 272, Taf. 2 Fig. 4
bis 8, Taf. 8 Fig. 117 — 122 und Rep. Ophiur. Challeng. S. 243, 244
Taf. 43.
Ophiomyxa lumida, Westindien in verschiedenen Tiefen, und serpen-
taria , zwischen Färöern und Hebriden 363 Faden, Lyman, Bull. Mus.
comp. Zool. X 1882 S. 272 — 274, Taf. 1 Fig. 1—3 und Taf. VIII Fig.
114 — 116. — Uebersicht der 4 andern bekannten Arten, derselbe, Rep.
Ophiur. Challeng. S. 245, 246. — O. flaccida Liitk. von den Capverdischen
Inseln, Studer, Abhandl. Akad. Berlin 1882 S. 29 Taf. 3 Fig. 14. —
0. vivipara, Bruttaschen, derselbe, Zool. Anzeig. 1880 S. 526 mit Figur.
Ophiochondrus crassispinus und squamosus, Westindien 229 Faden,
Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 273 Taf. 7 Fig. 108—113.
— 0. stelliger, derselbe, Rep. Ophiur. Challeng. S. 247 Taf. 21.
Hemieuijale tuberculosa, Westindien 96—115 Faden, Lyman, Bull.
Mus. comp. Zool. X 1882 S. 276 Taf. 8 Fig. 123—127.
Ophiobrachion , eine dicke Haut umhüllt die Schilder; Scheibe oben
bestachelt. Arme lang, ohne Rückenschilder; Seitenschilder niedrig mit
einem kleinen Haken statt der Armstacheln. Mundwinkel abgerundet, mit
einem Klumpen stachelförmiger Papillen. 0. uncinatus , Westindien 250
Faden, Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 278 Taf. 8 Fig. 128
bis 131.
Aslrophis pyramidalis, neue Ophiuride mit kurzen hohen Armen,
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 677
Küste von Portugal, 390 Meter, kurz angedeutet, Alph. Müne-Edwards,
Compt. rendus de l'Acad. 93. Bd. 1881 S. 881 und xVnn, Mag. n. h. (.5)
IX S. 46.
Sigsbeia murrina, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 249 Taf. 43.
Astrophytidae. Anatomische Bemerkungen über den Bau der Astro-
phytiden überhaupt, sowie namentlich Gorgonocephalus und Euryale, sowie
Aufzählung der bekannten Arten, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 251
bis 266, Taf. 3.5, 45, 47, 48.
Astrophyton Lamarckii M. Tr., junges Exemplar, Urbau, Ann. Mag.
n. h. (5) VI S. 71. — A. Lymani, Magellanstrasse, Bell, Proc. Zool. Soc.
1881 S. 99 (nach Lyman in Zoological Record for 1881, Echinod. S. 7
Jugendzustand von A. Pourtalesi).
Astroclon propugnatoris , Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 267,
268, Taf. 24.
Astrocnida, anatomische Bemerkung, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng.
S. 269 Taf. 46.
Astrotoma Murrayi, Lyman ebenda S. 272 Taf. 22.
Astroschema, Uebersicht der 12 bekannten Arten, 5 derselben be-
schrieben, Lyman ebenda S. 273 — 278, Taf. 22, 30, 33 und 44.
Ophiocreas spinidostis [-um], Westindien 118 — 288 Faden, in grossen
Kolonien, Lyman, Bull. Mus. comp. Zool. X 1882 S. 281 Taf. 8 Fig. 132
bis 135. — Uebersicht der 5 bekannten Arten und Beschreibung von 4
derselben, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 279 — 283 Taf. 31, 32 u. 46.
Astroceras pergamena, Lyman, Rep. Ophiur. Challeng. S. 284 Taf. 34.
Astronyx Loveni bei Aberdeen gefunden, Sim, The Zoologist (3) VI
S. 24.
Holothurien.
H. Ludwig revidirt die von J. F. Brandt beschriebenen Gattungen
und Arten von Holothurien, mit Benutzung von dessen hinterlassenen
Manuskripten und den Exemplaren im Petersburger Museum, soweit solche
noch aufzufinden; er kommt zu dem Resultat, dass die Gattung Oncino-
labes nicht von Synapta, Liosoma nicht von Chirodota zu trennen und
Aspidochir ungenügend charakterisirt , zwischen Chirodota und Synapta
zweifelhaft sei. 16 Arten werden mit früher oder später von andern
Autoren beschriebenen identifizirt. Zeitschr. f. wiss. Zool. XXXV S. 575
bis 599.
Die Haacke'schen Holothurien von Mauritius durch H. Ludwig revi-
dirt und 7 angeblich neue als identisch mit schon bekannten Arten er-
kannt, 3 wohlbegründet gefunden, 22. Bericht d. Oberhessischen Gesellsch.
für Natur- u. Heilkunde in Giessen S. 155 — 176.
Ueber Fischen und Zubereiten des Trepang, Gronon im Zool. Garten
XX 1881 S. 94.
ABpidochirotae. Labidodemas turbinatus [-um], Neuseeland, Hutton,
Transact. New Zeal. Institute XI 1878 S. 307.
678 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
L. kucopus, punctulatum und net/lectum, Mauritius, Haacke bei Moebius
Meeresfauna von Mauritius 1880 S. 47, 48 — gleich Holothuria mono-
caria Less., Hneata Ludw. und decorata Marenz. nach Ludwig, Ber. ober-
hess. Ges. f. Nat. XXII S. 156, 166 und 170.
.Stichopus cylindricus , Mauritius, Haacke bei Moebius, Meeresfauna
von Mauritius 1880 S. 47 — = chloronotus Brandt nach Ludwig, Ber.
Oberhess. Ges. f. Nat. XXII S. 155 und 164.
Stichopus Selenkae, Bretagne, Barrois, catal. des Crust. et Echinod.
de Concameau 1882 mit Abbildung.
Stichopus japonicus Sei., Kalkkörper, Marenzeller, Verhandl. zool.
bot. Gesellsch. XXXI 1881 S. 121 Taf. 5.
Stichopus maculatiis, Rolas, Westafrika, Greeif, Zool. Anzeig. V 1882
S. 158.
Stichopus assimüis, Angola, Bell, Proc. Zool. See. 1883 S. 58.
Stichopus? Tizardi, Färöer-Kanal, Theel, Proc. Roy. Soc. Edinb. XI
1882 S. 696.
Holothuria Robsoni, Neuseeland, Hutton, Transact. New Zealand In-
stitute XI 1878 S. 308.
Holothuria lagena, utrimfjuesdgmosa ^ coUaris, monosticha und mammi-
culata, Mauritius, Haacke bei Moebius, Meeresfauna von Mauritius S. 48 —
hiervon die zweite = marmorata Jag., die dritte = immobilis Semp, und
die letzte = pervicax Selenka, Ludwig, Ber. oberhess. Ges. Nat. XXII
S. 156, 168, 172 und 173.
Holothuria maramata Grube aus dem Mittelmeer beschrieben, Ludwig,
Mittheil. zool. Stat. Neapel II S. 68.
Holothuria decorata, Japan und Kalkkürper, und H. monocarya Less.,
Marenzeller, Verhandl. zool. bot. Gesellsch. XXXI 1881 S. 137 Taf. 5
Fig. 12. — Dieselbe und H. Älarenzelleri, Nikobaren, Moebü, Hongkong,
und Magellani, Magellanstrasse , sowie auf andere Arten bezügliche Be-
merkungen und Fundorte, Ludwig, 22. Bericht d. oberhess. Gesellsch. f.
Nat. u. Heilk. 1883 S. 166 — 176.
Cyslipus. Tentakeln sehr klein , drei Reihen Saugfüsschen auf der
scharf begrenzten Bauchfläche, Rückenfüsschen rudimentär, die grössere in
zwei seitlichen Doppelreihen. In der Haut Stühlchen- und Schnallen-
förmige Körperchen. C. pleuripus, Mauritius, Haacke in Möbius, Beiträge
z. Meeresfauna der Insel Mauritius 1880 S. 47 — nach Ludwig nicht
generisch von Holothuria verschieden, Ber. oberhess. Ges. Nat. XXII S. 174.
Anu7ias, 13 schildförmige Tentakel, Füsschen nicht in Reihen gestellt,
auf Rücken und Bauch, hier zahlreicher. Kalkkörperchen nur rings um
der Basis der Füsschen. Kein After (?). A. holothuroides , Batavia,
Sluiter, Natuurkund. Tijdschr. voor Nederl. Indie XL 1880 Taf. 1—3.
Dendrochirotae. Thj'one aurantiaca Costa (als Uroxia) aus dem Mittel-
meer näher beschrieben, Ludwig, Mittheil. zool. Station Neapel II S. 64
Taf 4 Fig. 4 und Nachschrift S. 71.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. G79
Thyone Poucheti, Bretagne, ßarrois catal. Cr^st. et Echinod. de Con-
carneau 1882, mit Abbildung.
Thyone meridionalts , Magellanstrasse , und Cunninghami , Patagonien,
Bell Proc. Zool. Soc. 1883 S. 59, 60 Taf. 15 Fig. 3, 4.
Thyone spectabüis, Magellanstrasse, Ludwig 22. Bericht d. Oberhess.
Gesellsch. f. Nat. u. Heilk. 1883 S. 162.
Trachythyone, kritische Bemerkung von Ludwig, Mittheil. zool. Stat.
Neapel II S. 53.
Phyllophorus tenuis, Mauritius, Haacke bei Moebius Meeresfauna von
Mauritius 1880 S. 47. — Ph. Dobsoni, Honduras, Bell Proc. Zool. Soc.
1883 S. 60 Taf. 15 Fig. 5.
Pentadactyla , Füsschen gleichmässig über den grössern Theil des
Körpers verbreitet; Fühler 5, blattförmig, gestielt; Zahnapparat sehr gross.
P. longidentis (Hutton 1872 als Thyone), Neuseeland, Hutton Trans. New
Zeal. Inst. XI 1878 S. 307.
Orcnla hypsipyrga, Japan, Marenzeller Verhandl. zool. bot. Gesellsch.
XXXI 1881 S. 575.
Cucumaria Thomsoni, Neuseeland, Hutton Transact. New Zealand
Institute XI 1878 S. 307.
Cucumaria glacialis, Spitzbergen, Ljungman Ofvers. Kgl. Vet. Ak.
Förhandl. Stockholm 1879 S. 130.
Cucumaria echinata, Japan, Marenzeller Verh. zool. bot. Ges. XXXI
1881 S. 575.
Cucumaria B-mienfeldi, Cap, Ludwig Not. Leyd. Mus. IV 1882 S. 130.
Cucumaria Le/evrii, Bretagne , Barrois catal. des Crust. et Echinod.
de Concarneau 1882 mit Abbildung.
Die Kalkkörper verschiedener Cucumarien beschrieben und abgebildet
von Bell Journ. Roy. microscop. Soc. (2) III S. 481—484 Taf. 8.
Ocnus javanicus, Nordwestküste von Java, Sluiter Natuurkund. Tijdschr.
vor Nederl. Indie XL 1880 Taf. 4.
Ocnus vicarius, Antarktisches Meer, Bell Proc. Zool. Soc. 1883 S. 59
Taf. 15 Fig. 2.
Echinocucumis alba Hutton (früher als Chirodota a.), Neuseeland,
Hutton Trans. New Zeal. Inst. XI 1878 S. 607.
Thyonidium /jarvum, Brasilien, Ludwig Archiv, de Biol. II 1881 S. 54.
Thyonidium japonicum, Japan, Marenzeller Verhandl. zool. bot. Ge-
sellsch. XXXI 1881 S. 575.
Thyonidium magnum, Amboina, Ludwig Not. Leyd. Mus. IV 1882 S. 132.
Thyonidium flavum, Rolas in Westafrika, Greeff Zool. Anzeig. V 1882
S. 158.
Stereoderma Murrayi, Kurrachee, Bell Proc. Zool. Soc. 1883 S. 61
Taf. 15 Fig. 6.
Colochirus, Bemerkungen über die Gattung. C inomatus und arma-
tus, Japan, Marenzeller Verhandl. zool. bot. Gesellsch. XXXI 1881 S. 132
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. TT
680 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
bis 134 Taf. 5 Fig. 8,« — letztere ist Varietät von C. australis, Ludwig
Ber. d. Oberhess. Ges. f. Naturls. XXII S. 161.
Colochirus c.oUoradiattts und propinquus, Mauritius, Haacke bei Moe-
bius Meeresfauna von Mauritius S. 47.
Psolus, Uebersicht der bekannten Arten, Ps. Fabricii auch in Japan,
Ps. antarcticus Phil, und regalis Verr. näher charakterisirt , Ps. (Lopho-
thuria Verr.) Peronü, Fundort unbekannt, und Hypopsolus, Rückenplatten
gross und dick, von einer ziemlich dicken Haut bedeckt; das Trivium fast
gänzlich von Füsschen eingenommen. Ps. (i/.) ambulator, Australien.
Bell Proc. Zool. Soc. 1882 S. 641—650 Taf. 48.
Elasipoda. H. Theel giebt eine näher eingehende allgemeine und
anatomische Beschreibung des Baues der Ordnung Elasipoda (Elasmopoda
1879 s. den Bericht im 4.5. Jahrg. dieses Archivs S. 488), er macht auf
die Aehnlichkeit mit den Larvenformen von andern Holothurien aufmerk-
sam und betont dabei hauptsächlich die bilaterale Symmetrie im Ganzen,
die Lage des Mundes auf der Bauchseite, die geringe Zahl und bauch-
ständige Stellung der Füsschen, die einfache Form der Kalkkörper, die
Oeffnung des Wassergefässsystems nach aussen und das Fehlen der Wasser-
lungen. Rep. Holoth. Challenger Zool. IV S. 9, 10 und 112 — 147
Taf. 31—46.
Diese Ordnung wird in folgende drei Familien getheilt:
Elpidiidae. Meist 10 Fühler. Rücken meist mit starken konischen
Fortsätzen in seiner ganzen Länge. Kalkkörper als Siebplatten, Nadeln,
Rädchen u. s. w. Körpergestalt cylindrisch, spindelförmig oder elliptisch.
Parelpidia, Elpidia, Scotoplanes, Kolga, Irpa, Peniagone, Scotoanassa,
Achlyonice und Enypniastes, a. a. 0. S. 10 — 14.
Deimatidae. 15 — 20 Fühler. Rücken mit Fortsätzen hauptsächlich
nur in seinem vordem Theile. Kalkkörper hauptsächlich gerade oder
C-förmige Nadeln. Körpergestalt cyUndrisch, kuglig oder flach. Deima,
Oneirophanta, Orphnurgus, Pannychia, Laetmogone und Ilyodaemon, ebenda
S. 60—62.
Psychropotidae, 10 — 20 Fühler. Mund gänzlich an der Bauchseite,
vom Vorderrande entfernt, die vordersten Füsschen des Seitenrandes den
Rücken - Ambulakren angehörig. Körpergestalt mehr oder weniger ver-
längert, vom immer abgeflacht. Psycheotrephes , Euphronides , Psychropotes
und Benthodytes, ebenda S. 90 — 92.
Parelpidia sehr lang cylindrisch, Rückenfortsätze unbedeutend, Kalk-
körper 4-armig, mit langem Mittelfortsatz. P. elongata (Elpidia 1879)
und cylindrica, südl. stiller Ocean, 2160—2225 Faden, Theel Rep. Holo-
thur. Challenger S. 15-17 Taf. 1.
Elpidia rigida, purpurea, Willemoesü, incerta und ambigua, nord-
atlantisch, südatlantisch und südindisch 1260—2200 Faden, Theel Rep.
Holoth. Challeng. S. 20—28 Taf 7 Fig. 4—6 und Taf. 8 Fig. 1—3,
mit diagnostischer Uebersicht der bekannten Arten S. 28.
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880—1883. ßgl
Scotoplanes. Kalkkörper einfache Nadeln oder dreiarmig und daneben
immer kleine C-förmige Nadein. Sc. globosus, moUis, papillosus, Murrayi
(alle 4 als Elpidia in Preliminar Report 1879), ulhida, robusta und insignis,
alle in der südlichen gemässigten Zone, 1260 — 2650 Faden, Theel Rep.
Holoth. Challenger S. 29—38 Taf. 2 Fig. 1, 5, 6, Taf. 3 Fig. 3, 4,
Taf. 4, Taf. .5 Fig. 3, Taf. 6 und Taf. 7 Fig. 1 — 3.
Kolga hyalina, nördl. Eismeer 71 — 7.5° N. Br., 1100—1200 Faden,
ausführlich beschrieben von Danielssen und Koren in Norske Nordhavs
Exped., Zool. Holoth. S. 3 — 20 Taf. 1—3. — K. nana Theel, zugleich
nordatlantisch und südindisch, 1250 — 1260 Faden, näher beschrieben,
Theel Rep. Holoth. Challenger S. 39—42 Taf. 2 Fig. 3, 4.
Irpa abyssicola (s. Bericht in Band 45 dieses Archivs S. 487, durch
Druckfehler Ispa), Nordmeer, 63° N. Br. , 1081 Faden, beschrieben, Da-
nielssen und Koren Holoth. Norske Nordhavs Exp. Zool. Holoth. S. 21 — 28
Taf. 4 und Theel Rep. Holoth. Challenger S. 38.
Peniagone. Vorn auf dem Rücken ein grosser lappenförmiger Anhang
und weiter hinten einige kleinere Fortsätze. Kalkkörper mehrerlei , drei-
und vierarmig, einfache, verzweigte und C-förmige Nadeln. P. Wyvillei,
lugubris, horrifer [-a], atrox, Naresi, Challengeri^ vitrea und afßnis, 1450
bis 2600 Faden, die meisten in den südlichen kälteren Meeren, nur die
zweite tropisch-atlantisch , die erste tropisch-pacifisch , Theel Rep. Holoth.
Challenger S. 42—54 Taf. 7 Fig. 7—9, Taf. 8 Fig. 4, 5, Taf. 9 Fig. 1,
2, 6, 8 und Taf. 10.
Scotoanassa. Sehr flach, mit breitem Randsaum vorn und hinten.
Vierarmige Kalkkörper. »Sc. diaphana, südl. stiller Ocean, 2600 Faden,
Theel Rep. Holoth. Challeng. S. 55 Taf. 9 Fig. 3—5.
Achlyonice laciea, Südindischer Ocean, 2300 Faden, und paradoxa,
neuer Name für ecalcarea, 1879, nordpacifisch , ebenfalls 2300 Faden,
Theel Rep. Holoth. Challeng. S. 57—60 Taf. 5 Fig. 1—2.
Enypniastes. Sehr flach, mit breitem vordem Randsaum. 20 Fühler.
E. eximia [-us], südl. stiller Ocean, 1100 Faden, Theel Rep. Holoth.
Challenger S. 56 Taf. 8 Fig. 6, 7.
Deima validum Theel, nordatlantisch, und fastuosum, nordpacifisch,
2000 Faden, Rep. Holoth. Challeng. S. 68—72 Taf. 18—21.
Oneirophanta mutabilis Theel 1879, nord- und südpacifisch, 1375
bis 2900 Faden, ausführlich beschrieben, Rep. Holoth. Challeng. S. 62
bis 68 Taf. 21 Fig. 2 und Taf. 22.
Orphnurgus asper Theel westindisch 450 Faden, Rep. Holoth. Chal-
leng. S. 82—84 Taf. 15.
Pannychia, 20 Fühler; eine Doppelreihe von Füsschen im unpaaren
Ambulakrum. Haut biegsam mit Rädchen, Nadeln, kreuzförmigen und
dichotom verzweigten Kalkkörpern. P. Moseleyi, südlich stiller Ocean,
700—950 Faden, Theel Rep. Holoth. Challeng. S. 88—90 Taf. 17.
Laetmogone Wyville - Thomsoni Theel, nord- und südpacifisch und
682 Prof. E. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
südindisch, 375 — 1800 Faden, violacea und spongiosa, letztere vom Ver-
fasser früher (1879) als eigene Gattung Cryodora benannt, Rep. Holoth.
Challeng. S. 73—41 Taf. 11 — 14.
Ilyodaemon maculatus Theel, weissgrau, dunkelroth getüpfelt, Fort-
sätze mit dunkelrother Spitze, nord- und tropisch-pacifisch, 95 — 150 Fad.,
Rep. Holoth. Challeng. S. 84—88 Taf. 16.
Psycheotreph.es, Unpaares Ambulakrum ohne Füsschen. 10 Fühler.
Körper flach mit breitem Raum vorn und hinten. Ps. exi(/ua, tropischer
stiller Ocean, 2750 Faden, Theel Rep. Holoth. Challenger S. 92, 93
Taf. 8 Fig. 8.
Euphronides y sehr flach, mit einem konischen Anhang im hintern
Drittel des Körpers. 18 Fühler. E. depressa, nördl. atlantischer und
südl. stiller Ocean, 1090 und 1375 Faden, Theel Rep. Holoth. Challeng.
S. 93 — 96 Taf. 26.
Psychropotes vorn flach , hinten hoch , mit langem , flachem Rücken-
anhang nahe dem hintern Körperende. 10 — 18 Fühler. Ps. longicauda
mit var. monstrosa und purpurea, Ps. Loveni und Semperiana, in den süd-
lichen kälteren Meeren, nur die letzte auch im tropischen Theil des atlan-
tischen Oceans, 1375—2500 Faden, Theel, Rep. Holoth. Challeng. S. 96
bis 101 Taf. 27 Fig. 1 — 4, und Taf. 28—30.
Benthodytes, Fühler 12 — 20, Rücken nur mit kleinen Fortsätzen.
Füsschen in einer Reihe längs des Seitenrandes und in einer Doppelreihe
im unpaaren Ambulakrum. After dorsal , fast terminal. B. papillifera,
typica, sanguinolenta mit var. marginata^ abyssicola, sordida, mamillifera
und Selenkiana, Atlantischer und stiller Ocean, in allen Zonen, 1090 bis
2750 Faden. Theel Rep. Holoth. Challenger S. 102—111 Taf. 23—25
und 27 Fig. 5 — 6.
Diplostomidea. Rhopalodina lageniformis Gray im Schlamm der
Kongo-Mündung lebend, Studer, Abhandl. Akad. Berlin 1882.
Molpadidae. Haplodactyla hualoeides [hyal.], Insel Onrust bei Ba-
tavia, Sluiter Natuurkund. Tijdschr. Nederl. Indie XL 1880 Taf. 5.
Caudina Ransonneti, China, Marenzeller Verhandl. zool. bot. Gesellsch.
XXXI 1881 S. 126 Taf. 4 Fig. 6 und Ludwig Bericht d. Oberhess. Ge-
sellsch. f. Natur- u. Heilkunde XXII S. 158.
Caudina meridionalis , Neuseeland, Bell Proc. Zool. Soc. 1883 S. 58
Taf. 15 Fig. 1.
Microdactyla, ähnlich Caudina, aber 12 Fühler und Haut glatt, Kalk-
körperchen ähnlich wie bei Colochirus. M. caudata, Sundastrasse, Sluiter
Natuurkund. Tijdschr. Nederl. Indie XL 1880 S. 16 Taf. 6, 7. — Ver-
muthlich = Caudina Ransonneti Marenz. , Ludwig Ber. d. Oberhess. Ges.
f. Natur- u. Heilk. XXII S. 159.
Trochostoma (s. den Jahresbericht im 45. Bd. S. 494) Thomsoni,
borealis Sars (Molpadia) und arctica Marenz. (Haplodactyla), nordatlantiseh
62—67° N. Br., 412—525 Faden, ausführlich beschrieben von Danielssen
Naturgeschichte der Echinodermen i. d. J. 1880 — 1883. 683
und Koren in Norske Nordhavs Exped. , Zoologi, Holothur. S. 42 — 66
Taf. 7 — 9 und Taf. 10 Fig. 6—12.
Ankyroderma (s. Jahresbericht im 45. Bd. dieses Archivs S. 495)
JefFreysi und affine, Danielssen und Koren, Eismeer, 70 — 79" N. Br.,
101 — 459 Faden, ausführlich beschrieben in Norske Nordhavs Exped.,
Zoologi, Holothuroidea S. 67—76 Taf. 10 Fig. 12—15 und Taf. 11, 12.
— A. Roretzl Marenz. (als Haplodactyla) , Japan, Marenzeller Verhandl.
zool. bot. Gesellsch. XXXI 1881 S. 575. — A. Jeffreysii, KalkkÖrperchen,
Hoffmann Niederl. Arch. f. Zool., Suppl. Band I Taf. 1.
Synaptidae. Synapta Benedeni, Brasilien, Ludwig Arch. de Biologie
n 1881.
Synapta ooplax, distincla und autopista, Japan, Marenzeller Verhandl.
zool. bot. Gesellsch. XXXI 1881 S. 575.
Chirodota japonica, Marenzeller Verhandl. zool. bot. Gesellsch XXXI
1881 S. 575.
Chirodota dunedinensis , Neuseeland, Jeffrey Parker Transact. New
Zealand Institute XIII 1881 S. 418.
Chirodota eximia , Mauritius, Haacke bei Moebius Meeresfauna von
Mauritius 1880 S. 47.
Sigmodota, kritische Bemerkung von Ludwig Mittheil. zool. bot. Stat.
Neapel II S. 53.
Toxodora ähnlich Chirodota ; 1 2 gefingerte Fühler ; zerstreute schlanke
bogenförmige KalkkÖrperchen. T. ferruginea, Neu-England, Verrill Americ.
Joum. of Sei. XXIII S. 219 (cf. Sigmodota).
Myriotrochus Binkii, KalkkÖrperchen abgebildet. Hoffmann Niederl,
Arch. Zool., Supplementband I Taf. 6. — Derselbe und brevis Huxley
(Chirodota) = Oligotrochus vitreus Sars , beschrieben von Danielssen und
Koren in Norske Nordhavs Exped., Zool. Holothuroidea S. 28 — 35 Taf. 5
Fig. 1-7.
Acanthotrochus (s. den Jahresbericht in Bd. 45 dieses Archivs S. 492)
mirabilis Danielssen und Koren, Eismeer 71 — 74° N. Br., 658 — 11 10 Fa-
den, ausführlich beschrieben in Norske Nordhavs Exped., Zool. Holoth.
S. 36—41 Taf. 5 Fig. 9 und Taf. 6.
Jahresbericht
für 1882 und 1883 über die Coelenteraten mit
Ausschluss der Spongien und Anthozoen.
Von
Dr. J. Kennel,
Privatdocent in Würzburg.
1. Agassiz, AI. „Exploration of the Surface Fauna of the Gulf
Stream under the Auspices of the Coast Survey III. Part. I. The
Porpitidae and Vellelidae. With 12 plates." Mem. Mus. Compar.
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2. Allman, G. R. „Recent Progress in our Knowledge of the Deve-
lopment of the Ctenophora." Journ. Linn. Soc. Zool. vol. 16.
3. Allman, G. J. „Report on the Hydroida dredged by H. M. S.
„Challeuger" during the years 1873 — 1876. Part. I. Plumularidae.
(20 pl.) Rep. Scient. Results „Challenger" Zool. vol. 7 (55 p.).
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10. Chun, C. „Die Gewebe der Siphonophoren 11." Zool. Anz. No. 115
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11. Chun, C. „Ueber die cykhsche Entwicklung und die Verwandt-
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686 Dr- J- Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
30. Hamann, Otto. „Der Organismus der Hydroidpolypen" (6 Taf.).
ibid. p. 473—544.
31. — — „Zur Entstehung und Entwicklung der grünen Zellen bei
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37. — — „Ueber Hydra." Zool. Anz. No. 121.
38. — — „Der Bau der Hydroidpolypen I. Ueber den histologischen
Bau von Eudendrium Ehbg. und Hydra L." (3 Taf.). Morph. Jahrb.
Bd. 8 p. 373 — 416.
39. — — „Der Bau der Hydroidpolypen II. Ueber den histologischen
Bau von Tubularia L., Cordylophora Allm., Cladonema Duj., Coryne
Gartr. , Gemmaria M'Crady, Perigonimus Sars , Podocoryne Sars,
Camponopsis Claus, Lafoea Lam., Carapanularia Lara., Obelia Per.,
Anisocola Kirchenp. , Isocola Kirchenp. , Kirchenpaueria Jick."
(4 Taf.). Morphol. Jahrb. Bd. 8 p. 580 — 680.
40. Jung, H. „Beobachtungen über die Entwicklung des Tentakcl-
kranzes bei Hydra." Morph. Jahrb. Bd. 8 p. 339 — 350,
41. Keller, C. „Untersuchungen über neue Medusen aus dem rothen
Meere" (3 Taf.). Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 38 p. 621 — 670.
42. Korotneff, A. „Zur Kenntniss der Siphonophoren." Zool. Anz.
No. 115 p. 360 — 363.
43. — — „Zur Kenntniss der Siphonophoren." Zool. Anz. No. 148
p. 492—496.
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schrift f. wiss. Zool. Bd. 38 p. 314—322.
45. Krukenberg, C. F. W. „Antwort auf Herrn Dr. Blanchard's
Notiz über das Cyanein." Zool. Anz. No. 137 p. 215 — 216.
46. Lankaster, E. Ray. „Further observations on the Fresh Water
Medusa (Limnocodium) made during the summer 1881." Nature
vol. 25 p. 444 — 446.
47. — — „On the Chlorophyll - Corpuscles and Amyloid Deposits of
Spongilla and Hydra" (1 pl.). Quart. Journ. Microsc. Sc. vol.
XXII. 1882.
48. „The Chlorophyll -Corpuscles of Hydra." Nature vol. 27
p. 87—88.
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 687
49. Lenden feld, R. von. „Ueber Coelenteraten der Südsee. I. Mit-
theilung: Cyanea Annalaska n. sp." (7 Taf.). Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 37. p. 465-552.
50. — — „Ueber das Nervensystem der Iljdroidpolypen." Zool. Anz.
No. 131 p. 69-71.
.51. — — „Ueber eine eigenthümliche Form der Sprossenbildung bei
Campanulariden." Zool. Anz. No. 130 p. 42 — 44.
52. — — „Eine ephemere Eucopide (Eucopella campanularia)." Zool.
Anz. No. 136 p. 186—189.
53. — — „Ueber eine Uebergangsform zwischen Semostomen und
Rhizostomen." Zool. Anz. No. 116 p. 380 — 383.
54. — — „Ueber Coelenteraten der Südsee. III. Mittheilung: Ueber
Wehrpolj-pen und Nesselzellen" (l Taf.). Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 38 p. 355—371.
55. — — „Ueber Coelenteraten der Südsee. IV. Mittheilung: Eucopella
campanulai'ia nov. gen." (6 Taf.). Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 38
p. 497—583.
56. Marshall, W. „Ueber einige Lebenserscheinungen der Süsswasser-
polypen und über eine neue Form von Hydra viridis" (l Taf.).
Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 37 p. 464—702.
57. — — „Biologisches über Hydra." 55. Versammlung deutscher
Naturf. u. Aerzte in Eisenach.
Märten s, E. v., siehe Böhm.
58. Merejkovsky, C. de. „Sur les Nematophores chez les Hydroides."
Bull. Soc. Zool. France 1882 S. 280—281.
59. — — Structure et developpement des Nematophores chez les Hy-
droides" (2 pl.). Archiv. Zool. Expe'rim. t. 10 p. 583 — 610.
60. — — „Developpement des Spermatozoides de la Meduse (Cassiopea
borbonica) (1 pl.). Archiv. Zool. Exper. t. 10 p. 577 — 582.
61. — — „Histoire du developpement de la Meduse Obelia" (2 pl.).
Bull. Soc. Zool. France t. 8 p. 89—129.
62. Möbius, K. „Wassergehalt der Medusen." Zool. Anz. No. 124
p. 586 — 587.
63. Müller, Fr. „Drymonema an der Küste von Brasilien." Zool.
Anz. No. 137 p. 220—222.
*64. Pillsbury, J. K. „Development of the Planula of Clava lepto-
styla Ag." (l pl.). Americ. Monthly Microsc. Journ. vol. 3 p. 181
und 182.
65. Varenne, A. de. „Developpement de l'oeuf de Podocorj'ne car-
nea." Compt. rend. Acad. Sc. Paris t. 94 p. 892—894.
*66. — — „Recherches sur les Polyjjes hydraires (Reproduction et deve-
loppement)" (10 pl.). Paris, impr. Hennuyer 1882.
67. — — „Recherches sur la reproduction des Polj^pes hydraires"
(10 pl.). Archiv. Zool. Experiment, t. 10 p. 611—710.
688 Dr- J- Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
68. Weismann, Aug. „Die Entstehung der Sexualzellen bei den
Hydroniedusen ; zugleich als Beitrag zur Kenntniss des Baues und
der Lebenserscheinungen dieser Gruppe." Mit Atlas von 24 Tafeln.
(Xin u. 295 p.) Jena, G. Fischer. 1883.
Die mit Sternchen (*) bezeichneten Abhandlungen wurden dem Ref.
nicht zugänglich. Soweit als möglich werden dieselben im nächsten
Jahresbericht nachgetragen werden.
1. Allgemeines.
Haeckel (28) bearbeitete die von der Challenger-Expedition
gesammelten Tiefsee - Medusen, im Ganzen 18 Species, 9 Cras-
pedota und eben so viel Acraspedae. Wahrscheinlich sind
nicht alle Formen Tiefseebewohner, sondern dürften in gerin-
geren Tiefen beim Einholen des Netzes gefangen sein. Als
ächte Tiefseethiere müssen dagegen solche angesehen werden,
die in ihrer Organisation besondere Modificationen zeigen,
geeignet für das Leben in grossen Tiefen, oder solche, die
durch ihre primitive Organisation auf einen frühen phylogene-
tischen Ursprung hinweisen. Solche sind unter den Craspedoten:
Pectylis, Pectis und Pectanthis, ferner Cunarcha und Aeginura;
unter den Acraspedae: Tesserantha, Periphylla, Periphema,
Nauphanta und AtoUa. Es scheint indessen, dass auch andere
Formen, besonders Charybdeiden und Rhizostomiden vielfach
in bedeutenden Tiefen leben.
Verf. giebt auf 100 Seiten eine ausführliche Darstellung
der vergleichenden Morphologie der Medusen, die in übersicht-
licher Weise unsere gesammten Kenntnisse von der Organisa-
tion dieser Thiere, vielfach von neuen Gesichtspunkten aus
behandelt, und führt eine bis in die Details ausgearbeitete No-
menclatur ein. Es würde zu weit führen, auch nur die Ueber-
schriften der 144 §§ hier anzuführen, in welche die Materie
eingetheilt ist, geschweige denn über den Inhalt selbst zu refe-
riren, da dies beinahe eine völlige Copie des Originals nöthig
machen würde.
2. Hydromedusae.
Marshall (5 7) hat knospende Hydren über der Knospe durch-
schnitten. Der Stummel wuchs anfangs nicht weiter, wurde aber später
zum Knospungsheerd, nachdem die Knospe sich ausgebildet hatte. Wurde
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 689
aus der Leibeswand von Hydra fusca (bei H. viridis gelang das Experi-
ment nicht) ein Stück herausgeschnitten, so legten sich die Schnittränder
desselben aneinander und das Entoderm verschmolz, wodurch ein Pseudo-
embryo, aus diesem durch scheinbare Delamination eine Pseudoplanula ent-
stand, die sich festsetzte und nach dem schon von Baker entdeckten
Gesetz die Tentakeln trieb.
Ferner beschreibt Marshall (56) aus dem salzigen See im Mans-
feldischen eine Varietät von Hydra viridis var. Bakeri, die sich durch
geringe Grösse und oft sehr dunkle Färbung auszeichnet. Die an derselben
angestellten biologischen Beobachtungen des Verf. gipfeln in Folgendem:
An jungen Individuen kann man zwei Ringzonen des Ectoderms unter-
scheiden, an denen in der Gestalt ungemein wechselnde Tuberkeln auf-
treten, — eine vordere und eine hintere Zone; in der vorderen Zone
bilden sich die Hoden, in der hinteren entweder Knospen oder Eier, je
nach der Jahreszeit. Die Bewegungen des Thierchens sind lebhaft, was
in Zusammenhang mit der Kürze der Tentakel gebracht wird: es muss
seine Beute aufsuchen; ebenso sind die Bewegungen beim Kriechen sehr
mannigfaltig. Es kommen nie mehr als zwei Knospen zu gleicher Zeit,
und nie Tochterknospen an diesen vor ihrer Ablösung vor. Die Knospen
entstehen einander gegenüber, in derselben Ebene, in der auch die beiden
ersten Tentakel erscheinen: es giebt also eine Hauptebene bei Hydra
viridis var. Bakeri. Ein Abdominalporus kommt vor. Bei Nahrungs-
mangel kann Resorption der Knospen stattfinden. Von den alten Regene-
rationsversuchen gelangen dem Verfasser nicht: das Umkehren, zwei
Exemplare dauernd mit einander zu verbinden und Theilstücke verschie-
dener Exemplare zur Verschmelzung zu bringen ; Querschnitte müssen
zwischen den beiden Tuberkelkränzen oder zwischen dem vorderen der-
selben und den Tentakeln geführt werden, wenn die beiden Theilstücke
sich regeneriren sollen. Abgeschnittene Tentakel bilden sich zu Polypen
aus. Quertheilung wurde beobachtet. Verfasser schliesst mit Betrachtungen
über das Verhältniss der Knospung von Hydra zu derjenigen anderer Po-
lypen und mit Vergleichen zwischen Polyp und Meduse. Strobilation
und medusoide Knospung sind nach ihm Modificationen desselben Vor-
gangs ; erstere kann man als Stelechomerismus, letztere als Pleuromerismus
bezeichnen.
Ueber die Entstehung des Tentakelkranzes bei Knospen und sich
regenerirenden Stücken von Hydra macht Jung (40) Beobachtungen mit
folgendem Resultate : „1. Bei allen drei mir vorgelogenen gut definirbaren
Arten der Gattung Hydra können sämmtliche Tentakel zu gleicher Zeit
oder einzeln nach einander erscheinen; 2. die Reihenfolge im Erscheinen
der Tentakel ist nicht constant, scheint aber im Allgemeinen für jede Art
charakteristisch zu sein; 3. die Zeiträume zwischen den einzelnen Ent-
wicklungsstadien des Tentakelkranzes lassen sich durch Erniedrigung der
Temperatur bedeutend vergrössern."
690 "Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
Lendenfeld (51) beschreibt eine eigenthümliche Art von Sprossen-
bildung bei einigen Campanulariden , wodurch diese Colouien der Ver-
nichtung durch Ueberwucherung von Seiten anderer Organismen entgehen
sollen. Während die meisten Individuen zu Grunde gehen, wachsen ein-
zelne Polypen unter Einziehung ihrer Tentakel von ihrer Basalplatte aus
schnell in die Länge, rücken aus ihrer Hydrotheca heraus und werden zu
einem langen Faden, der auf der Aussenseite ein feines Perisark abscheidet,
das bald dicker wird. Nachdem der Faden eine beträchtliche Länge er-
reicht hat, knospen an seinem freien Ende kleine Aestchen heraus, aus
denen sich eine neue Colonie entwickelt, die nun auf dem hohlgewordenen
Stiel sitzt und durch diesen mit der Muttercolonie in Verbindung steht.
Eine ähnliche interessante Vermehrungsweise schildert Clarke (12)
von Stylactis arge n. sp. , wonach ein Hydranth durch eine quere Ein-
schnürung von der Colonie abgetrennt wird, und nachdem sich über der
Ringfurche mehre stumpfe Auswüchse gebildet haben, sammt diesen sich
loslöst und durch Festsetzen an einer andern Stelle eine neue Colonie
gründet, wobei die Auswüchse zur Hydrorhiza der Colonie werden. Auch
reissen sich mitunter Gonophoren sammt ihrem Inhalt von der Colonie ab
und entlassen erst dann die Embryonen.
Auch Varenne (67) theilt Beobachtungen mit über Ablösung und
Regeneration von Hydranthen bei Hydractinia echinata und Podocoryne
camea.
Ueber das Schicksal der Obelia, die ihre Eier abgelegt hat, berichtet
Merejkovsky (61), dass dieselben unter günstigen Verhältnissen nicht
stirbt, sondern sehr merkwürdige Umbildungen erfährt. Sie sinkt zu
Boden und stülpt ihre Scheibe nach oben um; deren Ränder nähern sich
einander immer mehr, bis ein Wesen von der Gestalt eines Pokals ent-
steht, dessen Fuss durch den Magenstiel repräsentirt wird; die frühere
Oberfläche der Glocke wird so zur Innenseite einer Höhlung, die durch
allmähliche Verschmelzung des freien, Tentakel tragenden Randes völlig
abgeschlossen wird; die Tentakeln werden unterdessen bedeutend reducirt.
Nun tritt diese Höhlung mit dem Lumen des Magenstiels in Verbindung,
die früheren Ectodermzellen der ersteren entwickeln Geissein, und das um-
gewandelte Wesen kriecht mit Hülfe seiner früheren Mundöffnung (jetzt
wieder der einzigen Oeflfnung) wie eine Hydra mit ihrem Fussporus am
Boden herum. Weiter konnte die Umwandlung nicht verfolgt werden,
obgleich diese Wesen drei Wochen im Aquarium am Leben blieben.
Ueber die interessante Süsswassermeduse Limnocodium Sowerbii bringt
Ray Lankaster (46) einen Artikel, in dem er die ganze Geschichte der
Entdeckung und Beobachtung dieser Thiere mittheilt; es geht daraus
hervor, dass alle bis jetzt beobachteten ausgewachsenen Individuen Männ-
chen waren, und dass es noch nicht gelungen ist, über die Herkunft der
oft in ungeheurer Menge erscheinenden kleinen „Brut" Aufschluss zu er-
langen. Auch beim Versetzen mehrerer grosser Exemplare in andere
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 691
Teiche, wobei wohl eine grosse Zahl kleiner Individuen mit übergeführt
wurde, erschienen nach einem bestimmten Zeitraum die Medusen aut's
Neue, ohne dass man Weibchen beobachtet hätte.
Derselbe Autor (47 und 48) wendet sich gegen die Auffassung der
grünen Körper bei Hydra und Spongilla als einzellige Algen, indem er
nachzuweisen sucht, dass denselben nicht die Attribute einer Zelle zu-
kommen, sondern dass dieselben den Chlorophyllkörperchen der grünen
Pflanzen entsiirechen. Nach eingehender Besprechung (4 7) der Natur des
Chlorophylls und seines chemisch-physikalischen Verhaltens behandelt Verf.
die verschiedenen Fälle, in denen Chlorophyll bei Thieren sicher nach-
gewiesen ist, bespricht die durch physiologische Versuche erbrachten
Nachweise selbst und bringt dann Darstellungen des microscopischen Ver-
haltens der fraglichen Körper bei Spongilla und Hydra, verbreitet sich
über Vorhandensein oder Fehlen von Stärke und amyloiden Substanzen in
den Geweben dieser Thiere. Diese Untersuchungen nebst solchen über
farblose und blassgrüne Formen führen ihn zu dem Resultat, dass wir es
mit nichts anderem, als mit Chlorophyllkörperchen zu thun haben, die mit
denen der Pflanzen übereinstimmen.
Jickeli (37) drückt Zweifel aus über die von Brandt angenommene
Bedeutung der grünen Körperchen (Zoochlorella) für Hydra. Abgesehen
davon aber könne von einer Umwandlung einer braunen Hydra in eine
grüne durch Aufnahme solcher Körper nicht die Rede sein, da man auf
Grund embryologischer (Kleinenberg) imd Knospungserscheinungen (Merej-
kowsky und Haacke) , aber auch durch histologische Untersuchung (vor
allem der Nesselkapseln) sicher 3 Arten unterscheiden könne. Ausserdem
hat H. grisea statt grüner bereits gelbe Körper im Entoderm, die bei
H. vulgaris (fusca) fehlen; letztere dürfte Brandt mit grisea verwechselt
haben. Dafür spreche auch das von Brandt erwähnte nicht gleichzeitige
Vorkommen der grünen und braunen Form, was nach Verf. für H. viridis
und vulgaris stimmt.
Ueber „Entstehung und Entwicklung der grünen Zellen bei Hydra"
stellt Hamann (31) Untersuchungen an, die zeigen, dass die im Ei von
Hydra viridis auftretenden grünen Körper nicht dort entstehen, sondern
aus dem Entoderm des Thieres durch die Stützlamelle hindurch als fertige
Bildungen in's Ei gerathen. Ihrer Natur nach sind es einzellige Algen,
welche sich durch Tetradenbildung fortpflanzen. Sie sind von mulden-
förmiger Gestalt. In ihrem Innern bergen sie neben ungefärbtem Proto-
plasma einen Chlorophyllkörper. Sie besitzen einen Zellkern sowie eine
Zellmembran. Bei einem grossen Theile sind Stärkekörner durch Jod-
kalium nachweisbar, besonders bei den in den Eiern von Hydra vorkom-
menden. Eine Polemik über dieses Thema, hauptsächlich Prioritäts-
ansprüche betreffend, erhebt sich zwischen Hamann (33) und Brandt (6).
Hamann (30) liefert eine grössere Arbeit über den Organismus der
Hydroidpolypen. Im I. Theil derselben verbreitet er sich über die Histologie
692 Dl". J, Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
der Polypen, deren Gewebe er in der Reihenfolge: Entoderm , Exoderm,
Stützlamelle, Chitinskelett behandelt. Als „entodermales Bindegewebe"
betrachtet er das Axengewebe der Tentakel. Im Entoderm werden unter
den Geisselzellen , welche dasselbe zusammensetzen, zwei Formen unter-
schieden, die hohen des oralen Theils von den würfelförmigen des übrigen
Leibes. Die „Taeniolen" werden für alle Gymnoblasten (Allmann)
nachgewiesen und gezeigt, dass deren Entodermzellen sämmtlich Muskel-
fibrillen an ihrer Basis besitzen, die eine Ringmuskellage bilden. Ausser-
dem werden im Entoderm besonders stark tingirbare Zellen als Drüsenzellen
beschrieben. Die „gelben Zellen" im Entoderm werden nun auch vom
Verf. (seinen früheren Angaben entgegen) für Algen erklärt. Von dem
histologischen Bau des „Exoderms" sind hervorzuheben die Pseudopodien-
zellen der Fussscheibe von Hydra, die Entstehung und Structur der
Nematophoren , die als „Machopolypen" angesprochen werden und bei
denen von Pseudopodien nichts zu finden ist; der Mangel von Ganglien-
zellen, die Verf. nirgends auffinden konnte, obwohl mitunter interstitielle
Zellen das Aussehen solcher haben.; die Structur der Nesselkapselzellen
und ihre Ausläufer nach der Basalmembran, die nichts mit nervösen Ele-
menten zu thun haben. Auch besondere Drüsenzellen sind zu unter-
scheiden in einem Kranz an der Basis der Polypen von Eudendrium, sonst
nirgends.
Die Stützlamelle ist nach Auffassung des Autors Entodermabschei-
dung, wie das Perisarc Ectodermbildung. Den histologischen Ergebnissen
folgen Hypothesen über Polymorphismus und Entstehung der Medusen,
sowie Vergleiche zwischen Medusen und medusoidem Gonophor; ferner
Beobachtungen über die Entstehung der Eier von Plumularia fragilis
n. sp. in Uebereinstimmung mit Weismann's Darstellungen. Nach einigen
Bemerkungen über Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Hydroidpolypen
und Siphonophoren sowie Anthozoen folgt ein Stammbaum, worüber das
Original nachgesehen werden möge. Bezüglich des Systems der Hydroid-
polypen legt Verf. grosses Gewicht auf das Vorhandensein oder Fehlen
der Taeniolen, und bildet darnach die zwei Gruppen der „Intaeniolatae"
und „Taeniolatae," die sich übrigens mit dem Calyptoblasten (Allman)
oder den Thecaphora (Hincks) resp. den Gymnoblasten (Allman) oder
Athecata (Hincks) decken. — Im IL Theil der Abhandlung bringt Verf.
genauere Darstellungen über den Bau von Tubularia, deren Entwicklung
gleichfalls kurz mitgetheilt wird, und daran anschliessend anatomische und
histologische Schilderung einer grösseren Zahl von Vertretern der beiden
Hauptgruppen. Der III. Theil „Histiogenesis" gipfelt in einigen „Ge-
setzen," die wir folgen lassen: I. Die Zellen der beiden Keimblätter rea-
giren auf äussere Reize in der Weise, dass sie nach der Seite des Reizes
Protoplasmafäden entsenden, welche sich zu Flimmerhaaren difFerenziren ;
II. Jede Zelle der beiden Keimblätter ist im Stande einen Fortsatz ihres
Protoplasmas nach der dem Reiz abgewendeten Seite zu wenden. HI. Jede
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 693
Zelle der beiden Keimblätter kann durch Längenzunahme und Abnahme
ihrer Breite zu einer secretabsondernden Zelle, einer Drüsenzelle werden.
IV. Jede Zelle des Exoderms und Entoderms kann sich zu einer Fort-
pflanzungszelle umwandeln."
In zwei umfangreichen Abhandlungen berichtet auch Jickeli (38 u.
39) über seine histologischen Studien an Hjdroidpolypen. Er schildert in
detaillirter Weise die verschiedenen Gewebsschichten zahlreicher Formen:
Die Differenzirung der Ectodermzellen in Deckzellen, Epithelmuskelzellen,
Stützzellen, Drüsenzellen, Nesselkapselzellen, Bildungszellen der Nessel-
kapseln etc. Als wichtigstes Resultat ist der Nachweis von Ganglienzellen
zu betrachten, der, wenn auch theilweise in wenig befriedigender Weise,
bei fast allen untersuchten Gattungen und Arten gelang. Am deutlichsten
sind dieselben bei Eudendrium (und Hydra) , wo lange , anastomosirende
Ausläufer und Anhäufungen der Ganglienzellen (an der Basis der Hydran-
then) nachgewiesen wurden. Eine Verbindung der Ganglienzellen mit
Epithelmuskel- und Nesselkapselzellen konnte nicht mit wünschenswerther
Deutlichkeit erkannt werden. Ferner legt Verf. besonderes Gewicht auf
die Form der Nesselkapseln, deren gewöhnlich mehrere bei jeder Art be-
schrieben und abgebildet werden. Als neue Dinge werden auch sogen.
Geisselkapselzellen aufgeführt.
Im Entoderm werden Nährzellen und Drüsenzellen unterschieden;
erstere entwickeln häufig eine entodermale Muskulatur. Als Mesoderm
wird nicht die Stützlamelle , sondern das Gewebe , das die Axe der Ten-
takeln bildet, bezeichnet und die Anordnung der Elemente desselben genau
geschildert. Die Stützlamelle, am mächtigsten im zweiten Gastralraum
von Tubularia entwickelt, lässt drei Schichten unterscheiden und wird von
feinen Fäserchen durchsetzt, die nach dem Autor die ectodermalen Zellen
mit den entodermalen in Verbindung setzen. Bezüglich der vielen mit
zahlreichen Abbildungen belegten Details muss auf die Arbeit selbst ver-
wiesen werden.
Eingeflochten sind mehrere Betrachtungen über die Wirkung und den
Zweck der Nesselkapseln, Neuromuskelzellen, der Sarcostyle (die nicht als
Wehrpolypen aufgefasst werden), theoretische Erörterungen über die Be-
ziehungen der verschiedenen Tentakelarten, die der Autor unterscheidet,
wobei die Anschauung des Verf. oft erheblich von den sonst geläufigen
difFeriren. Anhangsweise wird in Kürze das Verhältniss der Hydroid-
polypen zu den Graptolithen besprochen, die Verf. im Anschluss an
Andere eher für Bryozoen hält.
Lendenfeld (5ü) bestätigt die Angaben Jickeli's über das Nerven-
system der Hydroiden für die australischen Eudendrien. Ausser den ecto-
dermalen Ganglienzellen findet er noch im Mundkegel entodermale, kleinere
Nervenzellen, mit denen je eine grössere Zahl von entodermalen Sinnes-
zellen mit starren „Tastborsten" in Verbindung stehen. Durch gegenseitige
Anastomosen kommt ein entodermaler ovaler Nervenring zu stände.
694 Dr. J. Kenne!: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
Ueber Struetur and Bedeutung der Nesselkapseln berichtet Haman
(29); er beschreibt die Nesselkapseln einer grösseren Anzahl von Coelen-
teraten, wobei er besonderes Gewicht auf die basalen Fortsätze der Nessel-
kapselzellen legt. Auf Grund seiner Resultate, dass der Fortsatz als
Stützfaser, nicht als nervöses Element aufzufassen sei, deutet er die Organe,
in der bisherigen Weise, als "Waffen, die theils zum Schutz, theils zum
Fangen der Beute dienen. — Femer beschreibt er die Eigenschaft der
Zellen aus der Fussscheibe von Hydra, Pseudopodien auszusenden und
wieder einzuziehen; bei anderen Polypen und selbst bei deren Larven fehlt
diese Fähigkeit.
Varenne (67) bringt einige Notizen zur Anatomie und Histologie
einiger Organe von Hydroidpolypen (Organes en forme de vrille" bei Cam-
panularia angulata, Organe zur Befestigung der Hydranthen im Calyx etc.).
Merejkovsky (58. 59) schildert die Struetur und Entwicklungsweise
der Nematophoren bei einigen Vertretern der Familie der Plumularidae
und setzt seine Resultate etwa wie folgt, zusammen: 1. die Nematophoren
sind nicht einfach aus Sarcode zusammengesetzt, sondern bestehen aus
zwei Zellenlagen, einer entodermalen Axe, welche von Ectodermzellen um-
hüllt ist, beide Lagen sind durch die Stützmembran getrennt. 2. Die
Nematophoren bestehen gewöhnlich aus einem unbeweglichen und einem
beweglichen Theil , welch letzterer nur aus Ectoderm besteht und seine
Gestalt amöboid verändern kann. 3. Der bewegliche Theil zeigt eine be-
sondere histologische Struetur; die ihn zusammensetzenden Zellen sind
in eine structurlose Protoplasmamasse eingebettet, die allein Bewegungen
ausführt und pseudopodienartige Fortsätze ausstrecken kann. 4. Die Ne-
matophoren entstehen auf zweierlei Weise, es tritt entweder an einem sich
bildenden Polypen an einer Stelle eine Ectodermspaltung auf, in die später
das Entoderm hineinwächst (Agiaophenia) oder (bei Plumularia und An-
tennularia) es bildet sich eine Ectodermknospe, in welche die Entodermaxe
sich einstülpt. Verf. betrachtet die Nematophoren als degenerirte Polypen,
die der Colonie in zweierlei Weise dienen mögen: einmal als Vertheidi-
gungsorgane, dann aber auch als Ernährungsorgane, da das Protoplasma
des Ectoderms im Stande sein soll, Substanzen, die im Wasser gelöst
sind, zu verdauen. Bei Plumularia halecioides können wohl entwickelte
Polypen unter ungünstigen Verhältnissen ihre Tentakel einsiehen, den
Mund schliessen und sich zu Körpern reduciren, die eine fiappante Aehn-
lichkeit mit Nematophoren besitzen.
Lendenfeld (54") theilt die bei den Plumularidae vorkommanden Wehr-
polypen, die als Nematophoren bezeichnet werden, in drei Gruppen ein:
1. Wehrthiere mit Nesselkapseln,
2. * » Klebzellen,
3. s s Nesselkapseln und Klebzellen.
Die ersten, besonders an Plumularia - ähnlichen Polypen vorkommenden,
lassen eine deutliche Entodermaxe erkennen, die aber nicht zur Spitze
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 695
reicht; im Ectoderm finden sich epitheliale Deckzellen, glatte selbständige
Längsmuskelfasern, die der Stützlamelle anliegen, nur im angeschwollenen
Ende des Polypen Nesselkapselzellen; ausserdem finden sich an der Basis
des Knopfes mehrere grosse Ganglienzellen; auch radiale Muskelfasern
sind vom Verf. in den Endköpfchen beobachtet worden.
Bei gewissen Aglaophemiaarten kommen die Wehrthiere mit Kleb-
zellen vor, die sich von den andern hauptsächlich dadurch unterscheiden,
dass ihre Köpfchen statt Nesselkapseln Klebzellen (Fangfäden) enthalten.
Sie können sich ungemein verlängern und die Köpfchen selbst sind bedeu-
tender Formveränderungen fähig; auch hier lassen sich Deckzellen, Mus-
keln, Ganglienzellen, Stützlamelle und Entodermaxe nachweisen.
Ferner kommen bei der Gattung Aglaophenia Wehrpolypen der dritten
Gattung vor, deren Chitinhülle zwei Oeffnungen hat, aus deren einer eine
mit Nesselkapseln bedeckte Abtheilung, aus deren anderer ein Klebepolyp
herausgestreckt werden kann; da letzterer keine Entodermaxe besitzt, so
ist er nicht als selbständiger Machopolyp, sondern als Theil des Nessel-
polypen zu betrachten.
Derselbe Forscher (52) beschreibt eine kleine craspedote Meduse
„ohne Magen, Mund und Tentakeln," die einem Campanulariastocke an-
gehört. Radialkanäle und Ringgefässe existiren; an Stelle des Magens
sind die Canäle obliterirt und die vier Gruppen von Geschlechtsproducten,
die schon völlig reif sind, wenn die Meduse das Gonangium verlässt, füllen
dieselbe fast ganz an. Sie hat nur die Aufgabe , die Geschlechtsproducte
fortzutragen und zu verbreiten, worauf sie stirbt. Der zugehörige Hy-
droidenstock ist eine ächte Campanularia. Die neue Form wird Eucopella
Campanularia genannt und für sie innerhalb der Häckel'schen Familie der
Eueopidae die SubfamiHe Eucopellinae aufgestellt.
In einer ausführlichen, mit vielen Abbildungen belegten Arbeit (55)
erhalten wir Kenntniss von dem feineren Bau dieser interessanten Form
bis in alle Details. Mannichfache allgemeine Betrachtungen sind dabei
eingefügt.
Unter dem Namen Gastroblasta timida nov. gen., nov. sp. be-
beschreibt Keller (41) eine Craspedote aus dem rothen Meer, die sich
besonders durch die Ausbildung secundärer Magenstiele und Mundöffnungen
auszeichnet; dieselben entstehen als sinusartige Erweiterungen am untern
Theil der Radialgefässe. Die Aussackungen erweitern sich an ihrer Basis
und brechen an ihrer dem Schirmraum zugewendeten Spitze nach aussen
durch. Die Zahl der Radialkanäle ist variabel, doch liegt wohl die Vier-
zahl zu Grunde, auch kommen Anastomosen der Kanäle vor. Die Gona-
den entstehen als Verdickungen an der untern Wandung der Radialgefässe
und sind ursprünglich in jedem Kanal doppelt. Die Entstehung der
secundären und weiteren Mundöffhungen betrachtet Verf. als Sprossungs-
oder Knospungs - Erscheinung neuer Individuen, die aber sehr rudimentär
bleiben. Was die systematische Stellung betrifft, so bringt der Verf. sein
Arch. f. Naturgesch. L. Jalirg. 2. Bd. Uü
696 Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
neues Genus als Vertreter einer neuen Familie „Gastroblastidae" in An-
schluss an die Petasidae.
Ueber die Entstehung der Sexualzellen bei den Hydromedusen handelt
eine umfangreiche Arbeit Weismanu's (68). Indem wir bezüglich der
durch einen Atlas von 24 Tafeln illustrirten Details auf die Arbeit selbst
verweisen müssen, lassen wir die hauptsächlichsten Resultate nach einer
Zusammenfassung des Autors selbst (Biol. Centralblatt Bd. IV No. l)
folgen: „1. Die Keimzellen der Hydromedusen stammen von Ectoderm ab.
2. Die älteste, sicher nachweisbare Keimstätte ist das Ectoderm des Me-
dusen-Manubriums. 3. In späterer Zeit ist die Keimstätte verschoben
worden und zwar theils in centrifugaler Richtung (gewisse Medusen), theils
in centripetaler. (Letztere allein wurde vom Autor genauer untersucht.)
4. Die centripetale Verschiebung bewirkt eine Beschleunigung der Ge-
schlechtsreife und findet sich bei allen Arten mit rückgebildeten, zu sessilen
Brutsäcken umgewandelten Medusoiden. 5. Die Verschiebung der Keim-
stätte lässt mehrere Stadien unterscheiden; vom Manubrium geht sie zu-
nächst in den Glockenkern, dann in die Seitenwand der jungen Gono-
phorenknospe und weiter in die Wand des Polypen, der die Brutsäcke
hervorbringt (Blastostyl) , dann in den Seitenpolypen, der das Blastostyl
hervorbringt, und bei Endendrium noch weiter zurück bis in den Haupt-
polypen, von dem der Seitenpolyp entspringt. Vom Glockenkern ab kann
diese phyletische Verschiebung sowohl im Ectoderm, als im Entoderm
stattfinden. 6. Die Verschiebung der Keimstätte hält im Allgemeinen
gleichen Schritt mit der Rückbildung der Medusen. 7. Sobald sie mit
einer Verlagerung in's Entoderm verbunden ist, wird sie in jeder Onto-
genese durch Wanderung der Urkeimzellen aus dem Ectoderm in's Ento-
derm vermittelt. 8. Diese Rückwärtsverschiebung der Keimstätte ist nicht
verbunden mit einer Verschiebung der Reifungsstätte, vielmehr wandern in
jeder Ontogenese die Keimzellen von ihrer heutigen Keimstätte zurück
nach ihrer alten Reifungsstätte, dem Ectoderm des Manubriums. 9. Diese
Wanderung der männlichen und weiblichen Keimzellen müssen auf Ver-
erbung eines Triebes zum Wandern nach bestimmtem Ziele beruhen.
10. Die Art und Weise, wie die Keimstätte phyletisch verschoben wird,
lässt darauf schliessen, dass bestimmte somatische Zellen und Zellfolgen
Träger von Molekülgruppen des Keimplasmas sind und die Continuität
des Keimplasmas durch die Generationen hindurch vermitteln.
Die Hydromedusen bilden somit einen Beweis dieser Continuität auch für
diejenigen Fälle , in welchen die Keimzellen sich noch nicht während der
Embryonalentwickelung von den somatischen Zellen trennen."
Zu wesentlich anderen Resultaten kommt Varenne (67) auf Grund
eingehender Untersuchungen an Campanularia flexuosa, Plumularia echinu-
lata, Sertularia pumila, Gonothyraea Loveni, Podocoryne carnea und
Obelia geniculata bezüglich der Entstehung der Geschlechtsproducte und
der Träger derselben (Sporosaca, medusoide Gemmen oder freischwim-
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. ß97
mende Medusen). Er findet, dass in allen Fällen die Eier und Sperma-
mutterzellen im Entoderm des Coenosarcs entstehen, dass sie also immer
einen „coenogenetischen" Ursprung haben (Weismann). Sie entstehen
niemals erst in den genannten Trägern der Geschlechtsprodacte , sondern
sie sind immer das primäre; man kann im Coenosarc alle Uebergänge
von gewöhnlichen Entodermzellen zu Eiern oder Spermamutterzellen nach-
weisen. Sie wandern in blindsackförmige Divei'tikel der Leibeswand ein,
die sich dann zu den verschiedenen Bildungen, Gonophor etc., umwandeln.
Man könne demnach auch weder die Sporosacs, noch die medusoiden
Gemmen , noch auch die freien Medusen als Geschlechtsindividuen den
ungeschlechtlichen Nährpolypen entgegenstellen, sondern der Polypenstock
selbst sei geschlechtlich. In Folge dessen könne auch die bestehende
Lehre vom Generationswechsel nicht in der bisherigen Form aufrecht
erhalten bleiben. Nach einem Abschnitt derselben Arbeit beginnt die
Entwicklung der Spermatozoen bei den genannten Hydroiden/ mit starker
Vermehrung der Spermamutterzellen ; zu einer bestimmten Zeit enthalten
dieselben mehrere Kerne, die zu den Spermatozoenköpfchen werden, wäh-
rend das Protoplasma den Schwanz erzeugt.
Ueber die Furchung des Eies von Hydra berichtet Korotneff (44),
dass dieselbe anfangs regelmässig, später unregelmässig verläuft ; im Innern
tritt eine Höhlung auf, die durch Einwucherung von Zellen ausgefüllt
wird, welche aus der Vermehrung einiger grösserer Zellen an der Ansatz-
stelle des Eies an das mütterliche Thier herstammen ; dadurch entsteht
der „Epiblast" und ein solider „Hypoblast." Bei Hydra aurantiaca sondern
nun die Epiblastzellen unter Bildung von Höckern eine dünne Eischale
ab, während eine andere Parthie derselben drüsig wird und als Anheftungs-
apparat an fremde Körper dient, wobei sie eine klebrige Substanz abschei-
den. Die Zellen des Hypoblasts verlieren nun ihre scharfe gegenseitige
Begrenzung, und das Epiblast sondert eine neue Membran ab, wobei die
Zellen des Epiblasts eine „regressive Verwandlung" durchmachen und
völHg aufgebraucht werden zur Bildung der Schale. Hierauf entwickelt
sich unter lebhafter Vermehrung der Kerne und Constituirung von Zellen
im Hypoblast aus einem Theil desselben ein neuer „Epiblast," an dessen
Grund sich „interstitielle" Zellen ansammeln, die durch Wanderung aus
dem Innern herausi-ücken. Die definitiven „Entoderm"zellen grenzen sich
von diesem ab und im Innern entsteht ein Hohlraum, die Magenhöhle.
Bei Hydra fusca ist die Bildung der Eihülle etwas anders; die Epiblast-
zellen werden nicht ganz dabei aufgebraucht, sondern betheiligen sich
nach einer Umwandlung auch an der plastischen Entwicklung des Keimes.
Claus (14) giebt eine Darstellung der Entwicklung der Aequoriden-
Eier, die von den Quallen im März abgelegt werden. Die erste Furche
beginnt an der Stelle aufzutreten, wo das Richtungskörperchen austrat,
und halbirt das Ei ; darauf stellt sich die zweite meridionale Furche senk-
recht und die so gebildeten 4 Furchungskugeln werden durch eine aequa-
698 Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
toriale Furche in 4 obere kleinere und 4 untere grössere Zellen getheilt.
Im Centrum ist eine kleine Höhle vorhanden, die an beiden Polen offen
ist und sich erst mit dem Stadium der 16-Theilung schliesst, dann aber
bedeutend an Grösse zunimmt, während durch weniger regelmässige Fur-
chungen die Wand der Zellenblase immer dünner und die Oberfläche glatt
wird. Die beiden Pole lassen sich leicht dadurch erkennen , dass die
Wandung der Blase am oberen Pol dünner ist, als am entgegengesetzten.
Auf der Oberfläche bilden sich feine Geisseihaare, durch deren Schwin-
gungen die kuglige Keimblase rotirt. Letztere streckt sich in die Länge
und verjüngt sich nach dem Pole zu, wo die Wand dicker ist, und der
bei den Bewegungen das Hinterende des Embryos bezeichnet. Das Hinter-
ende verdickt sich stärker, die Zellen werden höher und bilden Brutzellen,
die in das Innere des Blasenraums vordringen, sich auch theilweise ab-
lösen und frei in die Höhle gelangen. Nach 10 — 12 Stunden ist der
ganze Hohlraum mit Zellen erfüllt, die das Entoderm vorstellen und ihren
Zusammenhang mit dem Ectoderm am hinteren Pole aufgeben. Später
tritt im Entoderm ein schmaler Längsspalt auf, der durch dunkle Körn-
chen in den ihn begrenzenden Entodermzellen besonders deutlich wird.
Die Bewegungen der Larve sind unterdessen lebhafter geworden , und im
Ectoderm sowohl, zuerst an den beiden Polen, als auch im Entoderm
treten Nesselkapseln auf. Der Autor hält es für wahrscheinlich, dass die
Larve sich mit dem vordem Pol festsetzt, nachdem sie vielleicht wochen-
lang frei lebend war. Claus betrachtet die Art der Entodermbildung als
modificirte Einstülpung und durchaus verschieden von der sog. Delamina-
tion. Einige Angaben Kowalevsky's werden vom Autor noch besprochen
und richtig gestellt.
Auch Merejkowsky beschäftigt sich mit der Embryonalentwicklung der
Hydromedusen (6l). Er bescheibt zunächst die weiblichen Geschlechts-
organe von Obelia und das Entstehen der Eier, welche sich durch Ver-
grösserung und Umbildung ihres Inhalts, vor allem des Kerns und Kem-
körperchens aus Entodermzellen entwickeln. Der Nucleolus verlängert
sich und zeigt allmählich eine grössere Zahl von Einschnürungen, die
ihm ein perlschnurähnliches Ansehen geben, wobei er sich krümmt und
kreisförmig aufrollt. Zuletzt zerfällt er in die einzelnen Anschwellungen,
die sich wiederum bis zu einer grossen Zahl theilen, um beim reifen Ei
völlig zu verschwinden, so dass das Keimbläschen völlig homogen wird
und keine Spur eines Keimflecks erkennen lässt. Nach einigen biolo-
gischen Bemerkungen über die Zeit der Eiablage wird die Entstehung des
(einzigen) Richtungskörperchens und die regelmässige Furchung (überein-
stimmend mit Kowalewsky und Claus) geschildert. Die Blastula bedeckt
sich mit Cilien und wird eiförmig, wobei die Zellen am spitzeren, bei der
Bewegung der Larve hinteren Ende länger werden, so dass dort die Dicke
des Blastoderms das Doppelte der übrigen Theile erreicht. Das ganze
Blastoderm ist in diesem Stadium durchsetzt von feinen scharfcontourirten
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 699
Poren (Lücken zwischen je einigen Zellen), die Verf. als der Nahrungs-
aufnahme dienend anzusehen geneigt ist.
Das Entoderm nimmt seinen Ursprung nur vom spitzen Pol der
Blastula aus in der Weise, dass Zellen des Blastoderms sich nach ein-
ander aus dem Verband lösen, in's Innere wandern und nach und nach
von dieser Ursprungszelle aus die ganze Furchungshöhle ausfüllen, wobei
die Entodermzellen sternförmig sind und durch pseudopodienartige Fortsätze
mit einander anastomosiren. Die doppelte Lage von Ectodermzellen, von
der Kowalewsky spricht, wird durch Structurverschiedenheit in der äusseren
und inneren Hälfte jeder einzelnen Ectodermzelle erklärt. Auftreten der
Nesselkapseln. Die Darmhöhle entsteht durch Spaltbildung im Entoderm,
wobei ein dunkles Pigment in dessen Zellen auftritt. (Vgl. Claus.).
Das Festsetzen der Larve und die ferneren Umwandlungen werden
ziemlich übereinstimmend mit Kowalewsky geschildert.
Haman (32) schildert die Entwicklung der Eier von Tiara plicata
genau wie Claus diejenige einer Aequoride.
Nach Varenne (65) zeigen die Eier der freischwimmenden Meduse
von Podocoryne camea nach der Befruchtung lebhafte amöboide Bewe-
gungen und furchen sich regelmässig, wobei die Bewegungen der einzelnen
Furchungskugeln andauern. Die Zellen ordnen sich, nachdem sie zahl-
reich geworden sind, in zwei Schichten, Ectoderm und Entoderm, welche
eine Höhle umschliessen (Planula); die viel kleineren Ectodermzellen be-
decken sich mit Cilien. Nachdem der Embryo sich mit seinem vordem
Ende festgesetzt hat, treibt er daselbst mehrere wurzelartige Ausläufer,
die sich mit feiner Chitinausscheidung bedecken (Hydrorhiza) ; das andere
Ende streckt sich in die Länge und erhält auf seiner kegelförmigen Spitze
die MundöflFnung; an der Basis des Kegels sprossen die Tentakel.
Herbert W. Conn (18) constatirt in Kürze, dass die Furchung und
Gastrulabildung bei Tubularia entgegen den Beobachtungen Ciamicians
nicht abweiche von der typischen Entwicklungsweise anderer Hydroiden.
Aus einer etwas unregelmässigen Furchung resultirt eine solide Morula,
die durch Delamination in eine zweischichtige Planula übergeht; die
Morula entwickelt keine Cilien.
Clarke (12) beschreibt sechs Species Hydroidpolypen, worunter fünf
neue mit einer neuen Gattung, aus der Chesapeake-Bay , Virginia, welche
er im Sommer 1879 und 1880 daselbst beobachtete. Die neue Gattung
Calyptospadyx zeigt die Eigenthümlichkeit, dass das Perisarc des Polypen
Hydrothek-ähnlich erweitert und quer gefaltet ist. Die beschriebenen Formen
sind: Calyptospadyx coerulea nov. gen. et sp. p. 136 tab. 7 figg. 1 — 9;
Eudendrium carneum nov. sp. p. 137 tab. 7 figg. 10 — 17; Stylactis arge
nov. sp. p. 138 tab. 8 figg. 18 — 20; Lovenella gracilis nov. sp. p. 139
tab. 9 figg. 25 — 39; Bougainvillia rugosa nov. sp. p. 140 tab. 8 figg.
21 — 24 und Hydractinia echinata p. 141 tab. 9 fig. 40.
Die Plumulariden der Challenger-Expedition sind systematisch bearbeitet
700 Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
von H. J. AUman (3). Nach einer kurzen Zusamnienstellung der haupt-
sächlichsten Literatur giebt der Verf. in einer klaren und gedrängten Dar-
stellung eine Uebersicht der morphologischen Verhältnisse der Gruppe,
wobei jedoch nur die gewöhnlich zur Beobachtung kommenden Skeletttheile
berücksichtigt werden. Nach dem Verhalten der Nematophoren theilt er die
Plumularidae ein in Eleutheroplea mit beweglichen Nematophoren, die nur
mit schmaler Basis angeheftet sind , und in Statoplea mit ausnahmslos
unbeweglichen , gewöhnlich der Länge nach befestigten Nematophoren.
Jede dieser Unterfamilien lässt sich in zwei Gruppen spalten, je nachdem
die Gonangien durch Modification des Hydrocaulus einen Schutzapparat
besitzen (Phylactocarpa) oder desselben entbehren (Gymnocarpa). Phyla-
ctocarpale Eleutheroplea fehlen in der Sammlung des Challenger.
An der Hand des reichhaltigen Materials erhalten wir dann detaillirte
Schilderungen der einzelnen Theile der Pol}'penstöcke , des Trophosoms,
der Hydrotheken, besonders der Nematophoren und Gonosomen in den
einzelnen Gruppen, bezüglich deren auf die Abhandlung selbst verwiesen
werden muss. Einige Bemerkungen über Ramification und ein Verzeichniss
der in der Morphologie der Plumularidae gebräuchlichen Termini technici
schliessen den allgemeinen Theil.
Im 2. Theil folgen die Diagnosen und genauen Beschreibungen,
z. Th. mit sehr interessanten Details, von 32 Arten (darunter 26 neu), die
sich in 15 Gattungen vertheilen, deren 8 neue aufgestellt werden. Diese
sind: L Eleutheroplea: Sciurella p. 25 tab. V, Acanthella p. 27 tab. VI,
Schizotricha p. 28 tab. VII, Heteroplon p. 31 tab. VIII figg. 1—3.
11. Statoplea: Acanthocladium p. 32 tab. IX u. XX figg. 1 — 3, Strepto-
caulus p. 48 tab. XVI figg. 1—3, Diplocheilus p. 48 tab. VIII figg. 4 — 7,
Azygoplon p. 53 tab. XIX fig. 1 — 3.
In den Bemerkungen über geographische und Tiefenverbreitung be-
zeichnet Verf. zwei Centren der mächtigsten Entwicklung, aus denen die
meisten und grössten Formen bekannt sind : das eine in den Meeren der
Philippinen und des ostindischen Archipels, das andere in Westindien und
an der Ostküste von Central- und Südamerika. Manche Formen sind
Küstenbewohner und wurden in 8 — 20 Faden Tiefe gefunden, die meisten
zwischen 20 und 150 Faden, 3 Species gehen hinunter bis 450 Faden,
während die Gattung Cladocarpus in einer Art bis 775, in einer andern
Cl. pectiniformis in der Tiefe von 900 Faden gefunden wurde.
Erooks (7) giebt eine vergleichende Liste der von A. Agassiz bei
Charleston S. C. und ihm in Beaufort N C. gefundenen Coelenteraten,
wonach dort 42, in letztgenannter Oertlichkeit 43 Species gefunden wer-
den; davon kommen 27 an beiden Orten vor, von den übrigen 16 sind
8 neu. Hierauf folgen kurze biologische und anatomische Notizen über
die beobachteten • Arten , sowie Characterisirung und Beschreibung der
neuen. Diese vertheilen sich folgendermassen ; Dipleuron n. gen. mit D.
parvum n. sp. , Eucope obliqua n. sp., Eutima cuculata n. sp. , E. emar-
Coelentcraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 701
ginata n. sp., Nematophorus sp. (zweifelhaft), Dynamema bilatteralis
n. sp., Pennaria inornata n. sp., Steenstrupia gracilis n. sp.
In einer später erschienenen Fortsetzung der Arbeit (9) giebt derselbe
Autor ausführliche Beschreibung der Polypenformen folgender Arten:
Turritopsis nutricola Mc. Crady, Cunina octonaria Mc. Crady, Nemopsis
Bachei L. Ag., Phortis gibbosa Mc. Crady, Amphinema apicatum Haeckel,
und Liriope scutigera Mc. Crady — und schildert deren Medusenformen
von ihrer Ablösung bis zur völligen Ausbildung ihrer Gestalt, die Reihen-
folge im Auftreten der Tentakel bei einigen Arten und giebt Anmerkungen
über Vorkommen und Verbreitung.
Haeckel (28) beschreibt ausführlich neun Species von Craspedoten,
gesammelt von der Challenger- Expedition, die er sämmtlich bereits in
seinem System der Medusen characterisirt hat; es sind: Thamnostylus
dinema, Ptychogena pinnulata, Pectyllis arctica, Pectis antarctica, Pectan-
this asteroides , Cunarcha aeginoides, Polycolpa forskalii, Pegantha pan-
theon, Aeginura myosura. (Cf. p. 688.)
Jickeli beschreibt in seiner oben referirten Arbeit (39) als n. sp.
Perigonimus Steinachi Dick. Hydrosom aus kriechenden Stolonen be-
stehend, von denen die Hydranthen einzeln gerade aufsteigen. Zahl der
Tentakel verschieden nach dem Alter der Hydranthen 3 — 12. Ferner:
Kirchenpaueria nov. gen. (sp. ?) (nach 3 Fragmenten aufgestellt).
Als neu sind noch aufzuführen:
Plumularia fragilis Haman (30).
Eucopella Campanularia v. Lendenfeld (52 u. 55).
E. V, Martens (5) macht die Mittheilung, dass Dr. R. Böhm im
Tanganyka-See eine craspedote Meduse mit kurzem, breitem Magen, und
Gonaden am Grunde desselben gefunden hat und knüpft daran einige
allgemeine Bemerkungen über das Vorkommen von Süsswasserformen in
vorherrschend marinen Abtheilungen des Thierreichs, in welchen solche
dann in der Regel eine niedrige Stufe einnehmen, z. B. Hydra unter den
Coelentcraten überhaupt, die Naidinen und Lumbricinen unter den borsten-
tragenden Anneliden.
3. Siphonophora.
Chun (11) berichtet über die „cyclische Entwicklung" einer kleinen
Siphonophore, Muggiaea Kochii, die früher von Will als Diphyes Kochii
und von Busch als Muggiaea beschrieben, von beiden aber zu den Diphyi-
den gerechnet wurde. Nach dem Verf. ist sie eine ächte Monophyide, da
sie stets nur eine einzige , fünf kantige Schwimmglocke besitzt. Ihre
untersten Individuengruppen lösen sich ab und sind dann mit Eudoxia
Eschscholzü Busch identisch; als solche sind sie getrennt geschlechtlich
und reifen ihr Gcschlechtsproduct. Neben den Genitalschwimmglocken
der Eudoxien knospen neue Glocken hervor, welche die ersteren, nachdem
702 Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
diese ihre Geschlechtsstoffe abgegeben haben, zum Abfall bringen und
ersetzen. Diesen Vorgang fasst der Autor als der Strobilation vergleichbar
auf. Aus den Eiern der Eudoxien entstehen kleine Siphonophorenstöckchen
anderer Art, die Chun als Monophyes primordialis n. sp. beschreibt.
Magenschlauch und Fangfaden ist gleich denen von Eudoxia, ihre
Schwlmmglocke aber miitzenformig , und sie besitzt einen grossen Saft-
behälter mit Oeltropfen, der als hydrostatischer Apparat wirkt. An der
Einmündung desselben in den Stamm tritt eine kleine Knospe auf, die
sich zu einer Schwimmglocke ausbildet, welche nun aber fünfkantig ist
gleich der für Muggiaea characteristischen. Diese löst sich unter Mitnahme
des gesammten Stammes von der mützenförmigen Glocke ab, und Verf.
drückt diesen Vorgang dadurch aus, dass er sagt, die Muggiaea werde
von Monophyes primordialis aufgeammt. Die Entstehungsweise des Mono-
phyes aus den Eudoxieneiem wird in Kürze geschildert; sie verläuft un-
gemein rasch.
Chun hält Monophyes primordialis für die Stammform der niedrigst
«tehenden Siphonophoren, der Calycophoriden, da diese in ihrer Ontogenie
die Gestalt jener durchlaufen und vermuthet, dass bei allen Calycophoriden
der erwähnte Schwimmglockenwechsel vorkomme. In dem Maasse, wie
sich zahlreiche Schwimmglocken ausbilden, wird die Selbständigkeit der
medusenartigen Geschlechtsthiere vermindert; bei den Polyphyiden bleiben
sie sessil und bei den Physophoriden kommen nur noch medusoide Gem-
men zur Entwicklung. Der hydrostatische Apparat ist hier in der Ent-
wicklung einer Luftglocke viel wirksamer geworden; Verf. schildert deren
Entwicklung bei Stephanomia pictum übereinstimmend mit MetschnikofTs
Darstellung. Mit der erwähnten Ansicht von der Correlation der Be-
weglichkeit und der Degeneration der Geschlechtsgenation stimmt der vom
Verf. geführte Nachweis, dass bei den nur passiv beweglichen Physalien
und Rhizophysa die Geschlechtsindividuen höhere Ausbildung erlangen:
bei PhysaHa bleiben die männlichen Gemmen zwar sessil , die weiblichen
aber werden als Medusen frei. An einem erwachsenen Exemplar von
Rhizophysa konnte constatirt werden, dass die ältesten Geschlechtstrauben
direct am Stamme aus schon länger bekannten maulbeerförmigen
Knospen hervorgehen; die Höhle ihres musculöseu Stieles communicirt
mit der Höhle des Stammes , und der Stiel selbst gabelt sich in circa
12 Aeste, an deren Spitze sich Geschlechtstaster entwickeln; an ihrer
Basis entstehen Knospen, die sich zu männlichen medusoiden Gemmen
oder zu wahrscheinlich frei werdenden weiblichen Medusen ausbilden.
Wegen der vielen Uebereinstimmungen vereinigt Verf. Rhizophysa und
Physalia zu einer neuen Gattung der Siphonophoren unter dem Namen
Pneumatophoridae. Bei den völlig passiv beweglichen Discophoriden
werden, wie längst bekannt, männliche und weibliche Geschlechtsindividuen
als Chrysomitren frei.
Claus (15) kommt in einer Discussion der Chun'schen Abhandlung
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 703
und gestützt auf frühere eigene und fremde Beobachtungen zu ganz an-
deren Anschauungen. Ihm ist Muggiaea Kochü eine ächte Diphyide, so
gut wie Diphyes mitra und Chamissonis Huxl.; Monophyes primordialis
ist eine Larvenform einer Diphyide, wie Metschnikoffs Larve von Diphyes
quadrivalvis , der sie zum Verwechseln ähnlich ist; es fehlt ihr der für
ächte Monophyiden charakteristische Stamm mit seiner Gliederung. Aus
diesem Irrthum Chim's gehen zwei neue Fehlschlüsse hervor; „erstens das
Monophyes - ähnliche Stadium für eine besondere Generation zu halten,"
und ferner „die Muggiaea nicht mehr als Repräsentant der Art, sondern
als aufgeammte zweite Generation von Monophyes primordialis zu erklären."
Das Abstossen der primären Schwimmglocke kann aber keineswegs so auf-
gefasst werden, als verlasse das aufgeammte Thier das elterliche, sondern
analoge Erscheinungen, Abwerfen von Nesselköpfchen und Deckstücken
und Ersatz durch andersgestaltete ist gerade bei den Siphonophoren häufig
und trifft hier nur zwei nach einander entstehende , verschieden gestaltete
Schwimmglocken. Chun's Anschauung, dass in den cyclischen Entwick-
lungsgang der Monophyiden drei Generationen eingreifen, ist daher nach
Verf. nicht zutreffend. Dagegen habe Chun gezeigt, dass die zuerst ge-
bildete Schwimmglocke der Diphyidenlarve und die ihr homologe Schwimm-
glocke der Monophyiden keineswegs der oberen Schwimmglocke der Di-
phyiden zu entsprechen braucht, derselben sogar wahrscheinlich in keinem
Falle homolog sein dürfte." In Consequenz der Chun'schen Ansicht, dass
sich für die gesammten Calycophoren der Nachweis einer dritten Gene-
ration erbringen lasse, müsste man sämmtliche Arten der Calycophoren
gleich der Muggiaea Kochü als selbständige Arten einziehen und als auf-
geammte Generationen von Monophyes betrachten, was ungereimt sei.
Dagegen ist nach Claus die Frage berechtigt , ob nicht alle Monophyiden
als Larvenformen betrachtet werden müssen; indessen sei für einige
Formen wenigstens die Sicherheit ihrer Stellung als Monophyiden be-
wiesen. Auch könne nicht, wie Chun will, Monophyes primordialis als
Stammform der Siphonophoren betrachtet werden, besonders auch, da
man diese Stammform kaum unter den lebenden suchen dürfe. — Nach-
dem Verf. die verschiedenen Anschauungen über die Entstehung der
Siphonophoren aus Polypenformen oder freischwimmenden Quallen be-
sprochen hat, wobei er seinerseits auf Hydractinien-ähnliche Urformen als
den wahrscheinlichsten Ausgangspunkt kommt, sucht er zu zeigen, dass
„die ältesten Siphonophoren schon mehrfache Veränderungen durchlaufen
haben , bevor sie die Gestaltung der jetzt lebenden Calycophoren aus-
bildeten, und durch Entwicklung eines Pneumatophors den zweiten Haupt-
ast zur Entwicklung brachten, welcher zu den Physophoriden , Physaliden
und Discoideen führte." Wahrscheinlich habe sich dieser Zweig erst sehr
viel später, vielleicht von Formen mit bereits zahlreichen Schwimmglocken
abgespalten, wofür manche Verhältnisse bei Hippopodius einerseits und
Apolemia andrerseits sprechen. Das Auftreten des Pneumatophors hält
704 Dr. J, Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
Claus eher für eine in den Stamm zurückgetretene Knospenanlage als für
eine Neubildung; wahrscheinlich hat Metschnikoff Recht, wenn er von
einer eingestülpten Schwimmglockenanlage ausgeht. Mit der erlangten
grösseren Mächtigkeit des Luftsackes verschwanden die Schwimmglocken,
so dass dann durch Formen mit offenem Pneumatophor diejenigen mit
geschlossenem blasenförmigen (Physalien) — nach anderer Richtung die
scheibenförmigen Vellehden sich abzweigten.
Agassiz (l) giebt eine ausführliche Darstellung der Anatomie von
Velella mutica Bosc. und Porpita Linnaeana Less. , die für den Golf-
Strom characteristisch sind; auch schildert er die Jugendstadien der
Quallengeneration von Velella in ähnlicher Weise wie frühere Forscher.
Er findet grosse Homologien zwischen Velella und den Hjdroidpolypen,
besonders von der Gruppe Hydractinia, und vergleicht die Scheibe der
ersteren mit der Hydrorhiza der letzteren, auf welcher die unfruchtbaren
Tentakel-Polypen und die Fortpflanzungspolypen zwischen Papillen stehen;
ebensolche Vergleiche führt er mit Podocoryne, Corymorpha etc. einerseits
und Velella andrerseits aus. Für PoqMta dagegen sieht er die nächsten
Verwandten bei den Hydrocorallinae, indem er die cigenthümliche „weisse
Platte" (Külliker's) dem festsitzenden „corallum" von Sporadopora, AUo-
pora oder Millepora etc. vergleicht. — Die von Pagenstecher beschriebene
Rataria gehört als Jugendstadium zu Porpita, nicht zu Velella, bei der
ähnliche Bildungen nicht vorkommen.
Chun (lo) giebt im Anschluss an seine früheren Beobachtimgen in
gedrängter Form eine Reihe von Bemerkungen über den feineren Bau der
Siphonophoren. Die stark verästelten Ganglienzellen auf der Oberseite der
Vellelidenscheibe anastomosiren in den meisten Fällen mit einander; in
der Nähe des Randes finden sich in ringförmiger Anordnung mehrere
Reihen grosser bandförmiger Ganglienzellen. Auch auf der inneren Ecto-
dermlamelle wurden obwohl kleinere und weniger reich verästelte Gang-
lienzellen gefunden. Femer wurden solche nachgewiesen im Ectoderm der
Luftblase und der Magenpolyioen von Rhizophysa und in den Magenpolypen
von Physalia. Ob verästelte und communicirende Zellen in den Tastern
von Apolemia uvaria als Ganglienzellen zu betrachten sind, lässt Verf.
unentschieden. Keine Ganglienzellen waren unter der quergestreiften
Muskulatur der Schwimmglocken von Diphyes zu finden. Im Ectoderm
sind ausser den gewöhnlichen Deckzellen noch Flimmer- und Drüsenzellen
weit verbreitet. Die der Luft ausgesetzten Deckzellen von Velella scheiden
eine dicke Cuticula ab. — Die Muskulatur wird, wie es scheint, allgemein
(auch bei den meisten Hydroiden) durch Längsmuskelfasern des Ectoderms
und Ringmuskelfasem des Entoderms zusammengesetzt; wo es sich um
starke Contractionen handelt, tritt eine Faltung der Muskulatur auf, die
besonders schön auf Querschnitten durch den Stamm von Rhizophysa oder
durch Fangfäden von Phj-salia zu sehen ist. Die contractile Substanz der
Muskelfasern ist in manchen Fällen quergestreift. — Aus dem Entoderm
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 705
beschreibt Verf. eigenthümliche aus einer Zelle bestehende Flimmertrichter,
die knieförmig gebogen, trichterförmig erweitert und mit ciiienbesetztem
Rand frei in die Höhlung des Tasters von Apolemia uvaria hineinreichen;
ihre Bedeutung ist unbekannt. — Als Mesoderm wird die Stützlamelle
aufgeführt, die an einzelnen Stellen eine bedeutende Dicke erreicht. Iq
der Luftblase der Physalia finden sich darin spindelförmige Zellen , die
durch Lostrennung ursprünglicher Entodermzellen aus Gefässwandungen in
die Stützlamelle gerathen sind, und so ein achtes von Zellen durchsetztes
Mesoderm bilden. — Aus der Schilderung der Luftblase von Rhizophysa
ist hervorzuheben, dass an der Basis der inneren, von Ectoderm ausgeklei-
deten Blasenwand zahlreiche „Blinddärmchen" entspringen, die sich zwischen
die innere und äussere Blasenwand hinein erstrecken. Die Enden derselben
sind von einer oder zwei riesigen Zellen in der Grösse von 1 bis 1,5 mm
Durchmesser gebildet, deren Protoplasma „schaumig" ist. Verf. verrauthet,
dass diese Zellen als Schutzmittel gegen eine Zerreissung der inneren
Blasenwand , bei heftigen Contractionen der äusseren Wandung , gleichsam
als elastische „Puffer" dienen.
Korotneff (42, 43) beschäftigt sich mit den histologischen Verhält-
nissen des Stammes einiger Siphonophoren und schildert namentlich die
Vertheilung von Ganglienzellen , welche zwischen einer Schicht quer ver-
laufender Muskelfasern und einer mächtigen Lage starker Längsmuskel-
bündel als „ununterbrochene Schicht grosser multipolarer Zellen" einge-
drängt sind. Er beschreibt die Verbindung der Ausläufer dieser Zellen
mit den Muskelfasern und unterscheidet ein peripheres und centrales
Nervensystem, letzteres als Längsstreifen dichter gedrängter Ganglienzellen
der freien Kante des Stammes eingelagert; bei Hippopodius fehlt dieses
„centrale" Nervensystem. Bezüglich der Muskulatur unterscheidet Verf.
drei histogenetische Gruppen, nämlich „ecto-, meso- und entodermale"
Muskeln; das „periphere" Nervensystem soll eine „mesodermatische Bil-
dung" sein, während das „centrale" eher dem Ectoderm entstamme, ob-
wohl es „eine locale Differenzirung des ganzen Nervennetzwerkes ist. —
In einer zweiten Mittheilung bringt der Autor eine Fortsetzung und theil-
weise Vervollständigung seiner früheren Angaben über den feineren Bau des
Siphonophorenstammes , unter besonderer Berücksichtigung des Nerven-
und Muskelgewebes; unter anderm berichtigt er eine seiner früheren An-
gaben bezüglich der selbständigen Ringmuskelschicht, die sich nie von den
Epithelzellen trennt. Er verfolgt durch die verschiedenen Siphonophoren-
gruppen die allmählich complicirteren Bildungen und Differenzirungen des
Ectoderms und das Auftreten des längsverlaufenden Centralnervensystems,
das er mit der Bildung eines Keimstreifens vergleicht. (!) (Verf. ignorirt
übrigens völlig alle Angaben früherer Forscher.)
Conn und Beyer (19) finden bei Porpita ectodermale Ganglienzellen,
deren Ausläufer mitunter in Verbindung treten , eine beträchtliche Strecke
unmittelbar über der Muskellage hinlaufen und endlich in dieselbe ein-
706 ür. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
dringen, wo sie sich verlieren. Man findet sie auf der ganzen Oberfläche
des Thieres, sparsamer gegen das Centrura, häufig am Rand der Scheibe
und besonders in dem sog. Velum. Ebenso auf der untern Seite des
letzteren und den Tentakeln ; gegen das Centrum der Scheibenunterseite
wurden keine Ganglienzellen mehr gefunden und ebensowenig an den
Nährpolypen und dem grossen centralen Zooid. Sie treten ausschliesslich
mit der Muskulatur in Verbindung. — Obwohl ohne Zusammenhang mit
irgend welchen Ganglienzellen werden doch von den Verfassern kleine
grubenförmige Einsenkungen des Ectoderms, die in grosser Zahl und in
einer einzigen Reihe am Rand der Scheibe angebracht sind, für Sinnes-
organe mit Tastfunction erklärt ; die Epidermiszellen, welche diese Säckchen
auskleiden resp. erfüllen, sind gegenüber den gewöhnlichen sehr gross und
von zweierlei Art; das Centrum des Organs ist eingenommen von grossen
kömigen Cylinderzellen mit breiter Basis und deutlichem rundem Kern;
diese Zellen sind umgeben von schmalen, hohen, mehr fadenförmigen
Zellen , deren Protoplasma hell und deren Kern nicht sehr deutlich ist ;
die Höhe der Zellen ist so bedeutend, dass ihre Oberflächen mit der Um-
gebung in einer Ebene liegen. (Chun und andere halten diese Zellen-
gruppen für Drüsen. Ref.)
Fewkes (24) macht aufmerksam auf die grosse Aehnlichkeit zwischen
den „Embryonalknöpfchen" von Agalma, Pphysophora, Agalmopsis etc.
und den Tentakelknöpfen der Calycophoren , bei denen man nur den
Endfaden reducirt denken darf; er hält diese Aehnlichkeit für werthvoU
bei der Beurtheilung der Verwandtschaftsverhältnisse. Ebenso hält er die
einzige (Embryonal-) Glocke von Monophyes für homolog mit der „primi-
tive Scale" von Agalma, nur hat jene die Function der Ortsbewegung,
welche diese verloren hat, während es bei Agalmopsis überhaupt nicht
mehr zur Entwicklung dieses Organs kommt. Hier kommt nur die oben
erwähnte Aehnlichkeit der Tentakelknöpfe in Betracht. Das Stadium in
der Phylogenie der Siphonophoren, wo die „primitive scale" auftritt, hält
er für den Punkt, von wo aus die Calycophoren und Physophoren ihre
Entwicklung nahmen.
4. Acalephae.
Blanchard (4) und Krukenberg (45) geben Mittheilungen, z. Th. sehr
diiferirender Art, über den blauen Farbstoff der Rhizostomeen.
Möbius (62) findet entgegen seinen früheren Angaben bei Aurelien
aus der Kieler Bucht 2,06 — 2,1 % Trockensubstanz, was er gegenüber
Krukenberg's Befund von 4,6 % bei Medusen aus der Adria mit dem ge-
ringeren Salzgehalt des Ostseewassers erklärt.
Guppy (27) berichtet kurz über die eigenthümliche Gewohnheit einer
Rhizostomide, die in einem Mangrove-Sumpf der Salomonsinseln lebt, sich
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 707
mit der convexen Seite der Scheibe auf den Boden zu legen und Mund
und Tentakeln in die Höhe zu strecken; beim Umkehren der Thiere
nahmen sie unter Schwimmbewegungen wieder ihre frühere Lage ein.
Lendeufeld (49) beschreibt Cyanea Annalaska n. sp. Schirmdurch-
messer 7 — 10 cm; die Ephycalappen sind durch tiefen Einschnitt in je
zwei Lappen getheilt; die Lappen sind an der Basis nicht verschmälert,
Magenepithel braun, Genitalorgane rosenroth bis orangegelb, Mundarme
purpurroth; die Magentaschen der Ocularlappen sowie die schmäleren
Gefässe der Tentakellappen geben nur an einer Seite Nebenäste ab. —
Es folgt dann eine sehr eingehende histologische Schilderung der Exum-
brella, des Gastrovascularsystems , der Randkörper und der Subumbrella
mit ihren Anhängen nebst Genitalorganen, wobei die Angaben anderer
Forscher über die Histologie der Coelenteraten theils bestätigt , theils
weiter ausgeführt werden. Im Ectoderm werden u. A. an verschiedenen
Stellen Sinneszellen nachgewiesen, alle von gleichem Bau, dennoch viel-
leicht zu verschiedenen Functionen; grössere Unterschiede finden sich bei
den Ganglienzellen und besonders den Muskelzellen; ausser den wenigen
exumbralen Epithelmuskelzellen kommen quergestreifte subepitheliale und
glatte intraepitheliale Muskelzellen vor. Die als Stütz- und Deckzellen
beschriebenen Elemente können wimpernd oder cilienlos, platt oder cylin-
drisch, regelmässig oder unregelmässig gestaltet sein. Die Nesselzellen
liegen im Ectoderm zwischen, im Entoderm in andern Epithelzellen.
In der Gallerte der Scheibe kommen zwei Formen von Fibrillen und zwei
Arten Celloblasten vor; nervöse Elemente scheinen daselbst zu fehlen.
(Details s. Original.)
Keller (41) giebt die Beschreibung einer neuen Cassiopea — poly-
poides — , die der C. Andromeda sehr nahe steht. Verf. unterscheidet
5 Varietäten: var. cyanea, flava, albida, rosea, herbacca, die besonders in
der Färbung von einander verschieden sind. Auf dem Scheitel der Scheibe
findet sich eine Vertiefung, die dem Thier als Saugnapf dient, mittelst
dessen sie sich, die Unterseite nach oben gekehrt, gewöhnlich in grösseren
Heerden, an die Unterlage ansaugt. Die Anatomie und Histologie dieser
Form wird eingehend geschildert ; in der Exumbrella, besonders dem Saug-
napf werden radiale Muskelfasern nachgewiesen, in der Scheibengallerte
dreierlei Zellformen, darunter „braune Pigmentzellen," „offenbar identisch
mit den sog. gelben Zellen anderer Coelenteraten." Verf. hält dieselben
nicht für pflanzliche Gebilde, sondern für Zellen, welche Reservestoffe für
die Umsetzungen in den Geweben dieser Thiere enthalten. Die übrigen
Verhältnisse werden im Allgemeinen entsprechend den herkömmlichen An-
gaben der letzteren Zeit dargestellt. Bei der Entlassung der Larven aus
den MesodermfoUikeln entstehen runde OefFnungen im Entodermüberzug
der letzteren, „Ovariostomen," während bei anderen Medusen die Embryonen
einfach durch Platzen der Decke frei werden. — Im Anschluss an die
Lebensweise der Cassiopea polypoides und rücksichtlich der Vertheilung
708 Dr. J. Kennel: Jahresbericht für 1882 und 1883 über die
der Nervenelemente ist Verf. geneigt, nähere Beziehungen zwischen solchen
sessilen Medusen und den Korallenthieren anzunehmen.
Lendenfeld (53) beschreibt eine Meduse von der Südküste Australiens,
die er Pseudorhiza aurosa nennt und die wesenthche Charactere der Semo-
stomen und Rhizostomen in sich vereinigt ; ihr Habitus ist der eine Rhizo-
stomide: sie besitzt 8 Randkörper, einen dicken Schirm mit 16 schmalen,
langen Ocularlappen und in jedem Octanten sechs Lappen , die wiederum
aus drei Läppchen zusammengesetzt sind. Tentakel fehlen. Vom Central-
magen gehen 16 Radiärkanäle ab, verbunden durch einen Ringkanal; von
diesem gegen das Centrum zu finden sich keine Anastomosen der Radiär-
kanäle; der Magenraum zeigt vier centrifugal stark verbreiterte Taschen.
Der Subgenitalporticus ist ungetheilt wie bei den Monodemnien (Haeckel).
Der Mund dagegen ist einfach, die Mundarme aber verästeln sich vielfach,
und alle Zweige tragen auf der Unterseite eine Rinne, wie die Hauptarme
bei denen jedoch die Rinnenränder auf eine kurze Strecke verwachsen
sind. An jedem Hauptarme stehen circa 40 Nebenarme, die sich in ter-
tiäre Arme spalten. An der Stelle, wo die Rinne des Hauptarms ge-
schlossen ist, findet sich je ein langer, zurückziehbarer Tentakel (= Nessel-
kolben). Die freien Ränder aller Arme sind dicht mit Digitellen besetzt,
neben denen sich zahlreiche Filamente finden, entodermale Bildungen, die
frei hervortreten. Bezüglich der systematischen Stellung möchte Verf. die
Pseudorhiza als Vertreterin einer den Vesuriden und Crambessiden gleich-
werthigen Familie betrachten, für die er den Namen „Chamostomidae"
vorschlägt.
Haeckel (28) giebt eingehende Beschreibungen von neun Species
Acraspedae aus der Sammlung der Challenger- Expedition (cf. p. 688),
nämlich: Tesserantha connectens, Lucernaria bathjphila, Periphylla mira-
bilis, Periphema regina, Charybdea murrayana, Nauphanta challengeri,
Atolla wyvillii, Drymonema victoria, Leonura terminalis. Bezüglich der
Beschreibungen der oft sehr merkwürdigen und complicirt gebauten Thiere
muss auf das Werk selbst verwiesen werden.
Müller (63) beschreibt eine Drymonema Gorgo n. sp., die er in drei
Exemplaren an der Küste von Brasilien gefunden hat; durch dieses Vor-
kommen wird die Tiefseenatur der betreffenden Gattung unwahrscheinlich.
D. Gorgo wird bis 0,5 Meter im Scheibendurchmesser gross und unter-
scheidet sich von D. Victoria Haeck., abgesehen von der Grösse, durch
häufigere Gabelung der „Tentaculartaschen, so dass im Ganzen 176 statt
80 Randtaschen vorhanden sind. Die zahllosen Fangfäden an den strahlig
verlaufenden Seiten der Unterseite können vielleicht auf fünfzig Fuss und
mehr niedergesenkt werden.
Lendenfeld (54) beschreibt aus der Schirmgallerte von Crambessa
mosaika Nesselkapseln, die mit ihren langgestreckten Bildungszellen so in
die Gallertsubstanz eingebettet sind, dass bei der Entladung der Faden
nicht aus der Scheibe hervortreten kann. Die Entladung geschieht nach
Coelenteraten mit Ausnahme der Spongien und Anthozoen. 709
dem Autor ausser auf directen Reiz auch durch Vermittelung nervöser
Elemente. Verf. kann der Ansicht Haman's, dass die Fasern, welche die
Cnidobhisten mit der Stützlamelle vereinigen, bei allen Cnidarien nur Stiitz-
fasern seien , nicht beipflichten , da er bei Cyanea Annalaska mit Sicher-
heit Ganglienzellen in Verbindung mit solchen Ausläufern gesehen hat;
auch sind die Fortsätze körnig und offenbar protoplasmareich, was auch
für Actinien gelte. Darnach denkt sich Autor den Mechanismus der
Entladung derart, dass die Nesselkapsel durch den Druck der umgebenden
Protoplasmahülle gesprengt wird; die Contraction wird durch einen Reiz
veranlasst, den der Cnidocil vermittelt, oder der vom Nervensystem aus-
geht. Im ersteren Falle könne aber das Nervensystem als Hemmungs-
centrum dem Cnidocilreiz entgegenwirken. Die Cnidoblasten betrachtet
Verf. als einzellige Hautdrüsen.
Nach Merejkowsky (60) entwickeln sich die Hodenfollikel der Cas-
siopea borbonica vom Entoderm des Genitalsinus aus wie bei Pelagia; sie
sind anfangs vollständig geschlossen, öffnen sich aber später durch einen
Porus an ihrer Ansetzstelle an den Sinus genitalis in diesen. Die anfangs
einschichtige Wand des Follikels wird durch Vermehrung der Zellen
doppelt und die innere Lage entwickelt stark schwingende Cilien. Die
inneren Zellen lösen sich ab und fallen in das Lumen des Follikels , wo
sie sich wieder und wieder theilen ; dabei bleibt öfters die durch Theilung
einer Zelle entstandene Brut an einander hängen und bildet verschieden
gestaltete Gruppen. Wenn die Spermatozoen sich der Reife nähern,
trennen sie sich von einander. Der Kern der Bildungszellen wird zum
vorderen Theil des Köpfchens, dessen hinterer Abschnitt von dem Zellen-
protoplasma gebildet wird ; der Schwanz geht direct aus der schwingenden
Geissei hervor. Durch Färbung kann man die beiden Theile des Köpf-
chens sichtbar machen.
Haman (32) studirte die Entwicklung der Geschlechtsorgane der Ejjhy-
riden (Haeckel) , die von Haeckel als Ausgangsgruppe der Discomedusen
betrachtet werden , an Nausithoe punctata. Die Ephyrula dieser Meduse
zeigt die erste Anlage des Ovariums als Verdickung des Gastralepithels
der Subumbralwand des Magens; bei der folgenden Wucherung des „Keim-
epithels" in dieser Verdickung erhebt sich die darüber liegende Zellschicht
als Falte, die Stützmembran verdickt sich und die reifenden Eier wandern
in sie ein. Dabei entsteht innerhalb der ganzen Anlage ein Hohlraum.
Der Hoden bietet ein ähnliches Bild, nur sind statt der Eier die pyra-
midenförmigen Hodenampullen in die Stützlamelle eingebettet; sie sind
angefüllt mit kleinen Zellen , aus denen nach weiterer Theilung die Sper-
matozoen hervorgehen. Durch eine Vergleichung dieser Bildungen mit
der Entstehung der Geschlechtsorgane von Pelagia noctiluca, die er als
Verdickung und Erhebung des Gastralepithels beschreibt, in welche die
Stützlamelle vorspringt, kommt Autor zu dem Resultat, dass die ri^e-
schlechtsorgane der Discomedusen sich auf die der Ephpiden nicht zurück-
710 Dr. J. Kennel: Jahresber. f. 1882 u. 1883 üb. d. Coelenteraten etc.
führen lassen." Er sieht daher in den Ephyridcn Formen, die aus ge-
schlechtsreif gewordenen Larven, den Ephyrulis, abzuleiten sind.
Claus (17) erhielt aus dem Hafen von Triest grössere Mengen von
Cotylorhizalan-en, unter denen alle Jugendstadien vertreten waren, die
bisher als wahrscheinlich supponirt, aber nie beobachtet waren. Er konnte
daran alle Uebergänge von der jüngsten Ephyraform, die ihrer Gestalt
nach zwischen den Ephyren von Aurelia und Chrysaora steht und beson-
ders auffallend ist durch die zahlreichen , gelblichbraunen Algenzellen im
Entoderm, durch das Florescastadium (mit geschlossenem Ringkanal), bis
zu der früher als jüngste Larve bekannten und vom Verf. beschriebenen
jungen Qualle, die bereits eine Zweispaltung der Mundarme aufweist, ver-
folgen. Schon sehr frühe treten Mundtentakel auf, ein Vorgang, der die
Wurzelmündigkeit einleitet, und welchem die Gestalt der vier hei-vor-
wachsenden Arme und die zunächst paarigen Faltungen der Armspreiten
folgt Die Beobachtungen über die gelben Zellen bestätigen die Angaben
firüherer üntersucher.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Eingeweiden^^rmer im Jahre 1881.
Von
Dr. TOn Linstow
in Hameln.
Allgemeines.
Die allgemeine Entwicklungsgeschichte der Würmer wird
von Goette weiter verfolgt, und behandelt Verf. nach dem 1882
herausgekommenen beschreibenden nunmehr den vergleichenden
Theil, in welchem unter den parasitischen Helminthen besonders
die Nematoden berücksichtigt werden. Verf. sucht aus der
Aehnlichkeit, welche theils die erwachsenen Formen, theils die
Entwicklungsformen bieten, die Abstammung der Würmer zu
begründen; diese beiden morphologischen Uebereinstimmungen
unterscheidet er als Homoidie, die nur in späteren Entwicklungs-
stufen und im völlig entwickelten Organismus auftritt, und als
Homologie, die vom Ei aufwärts stets mehr und mehr ver-
schwindet; von diesen beiden Aehnlichkeiten eines Organs kann
also nur die eine die Bedeutung eines Erbtheils einer gemein-
samen Stammform haben. Während die Keimkügelchen oder
Blastomeren sich bei den meisten Würmern radiär zum Eimittel-
punkt anordnen, beginnt die Blastomerenbildung bei den Nema-
toden mit einer Aequatorialtheilung, worauf dann scheinbar
regellose oder Meridionaltheilungen folgen; aber auch hier
bildet sich aus einem Theil der Blastomeren eine Ektoderm-
kappe über der Entodermmasse und zwischen beiden findet sich
ein spaltförmiges Blastocölom. Bei Cucullanus entspricht die
Arch. f. Katurgesch. L. Jahrg. 2. Bd. VV
712 D"*' von Linstow: Bericht über die Leistungen m der
eine der beiden ursprünglichen Blastomeren dem Ekto-, die
andere dem Entoderm; da nun die eine dieser beiden Kugeln
im einen, die andere im anderen Eipol liegt, bei der Blastula
aber, dem fertigen Ekto- und Entoderm mit dem von ihnen
eingeschlossenen Blastocölom, Ento- und Ektoderm in der Längs-
achse des Ei's liegen, so muss, um diese Lage zu erreichen,
eine Umwälzung der ganzen Keimmasse im Ei stattfinden. Der
Nahrungsdotter geht aus einem überschüssigen, für die embryo-
nale Gewebsbildung entbehrlichen Theil des Entoderms hervor.
Bei der Blastula sind noch keine Organanlagen bemerkbar und
die zusammensetzenden Elemente erscheinen mehr oder weniger
gleichartig, während bei der Gastrula Ekto- und Entoderm
unter Umständen als Haut und Darm gelten können. Die
Morula unterscheidet sich von der Blastula nur durch ein
kleineres, unregelmässiges Blastocölom. Nicht nur der Darm,
sondern auch das Mesoderm stammen vom Ektoderm ab, von
dem letzteres sich in Form einer oder mehrerer Zellen ablöst
und eine Bilateralform annimmt; der den Darm umschliessende
mesodermale Hohlraum wird als Holocöl bezeichnet. Den
Entodermbildungen entsprechend folgen auf einander: Acölen
— Rhabdo- und Dendrocölen — Nemertinen — Nematoden,
Gephyreen — Anneliden. Diese kurzen, die Nematoden be-
treffenden Sätze müssen genügen, auf dieses Werk aufmerksam
zu machen, dessen eigentlicher Inhalt, die Verwandtschafts-
beziehungen der Würmer, hier nicht wiedergegeben werden
kann. A. Goette. Abk zur Entivicklungsgesch. der Thiere, Heß 2,
Unters, zur EntwicMungsgesch. der Würmer, Vergl, Theil, Hamburg
und Leipzig 1884, 214 pg. mit 96 Holzschn.
Schneider bespricht die verwandtschaftlichen Beziehungen
zwischen Nemathelminthen und Plathelminthen und behandelt
die Anordnung der Muskulatur bei den letzteren; von aussen
nach innen folgen: eine Schicht Quer-, dann Diagonal- und
darauf Längsmuskeln und in die sogenannte Querschicht sind
immer Längsfasern eingeflochten, daher sie Querlängsschicht
genannt wird. Die Diagoualmuskeln bestehen aus zwei Lagen;
die Fasern der einen Hälfte derselben sto3sen mit denen der
anderen in der Rücken- und Bauchlinie unter einem Winkel
an einander, der in der Aussenschicht in der Bauchlinie nach
hinten geöffnet ist. Das Genus Holostomum muss von den
Trematoden entfernt und zu den eingliedrigen Cestoden gesetzt
Natafgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 71 3
werden, weil ihm die Diagonalmiiskeln fehlen und kein Darm-
kanal vorhanden ist. Was diesen letzten Punkt betrifft, so
kann Ref. dieser Angabe nicht zustimmen; Holostomum hat,
auch in den geschlechtsreifen , ausgewachsenen Formen, einen
mit Distomum völlig gleich gebildeten zweischenkligen Darm-
kanal, wie ein solcher für Holostomum cornucopiae (dieses
Archiv 1877, tab. XIII fig. 17), wo er mit Blut des Wohn-
thieres erfüllt gefunden wurde, für Holostomum erraticum (Er-
colani, dell' Adattamento etc. tav. II fig. 22) imd an verschie-
denen anderen Stellen beschrieben und abgebildet ist, wie auch
Duj ardin als Gattungsmerkmal für Holostomum angiebt: intestin
simple d'abord, puls bifurque etc. Die Gattungen Amphiline
und Caryophyllaeus bilden den Uebergang von den Cestoden
zu den Trematoden; hier findet man von aussen nach innen
gerechnet zunächst eine Querlängs-, dann eine Diagonal-, darauf
eine Längsmuskelschicht ; den Uebergang von den Trematoden
zu den Cestoden bildet die als Larve von Holostomum bekannte
Gattung Diplostomum, der in das Körperparenchym eingebet-
teten Kalkkörperchen wegen. Die hakentragenden Embryonen
der Cestoden sind Trematoden-artig, während die mit 10 Haken
am Hinterende versehenen Embryonen von Amphiline den Ces-
toden gleichen; wenn Verf. meint, die Embryonen von Holos-
tomum seien unbekannt, so bemerkt Ref , dass er einen solchen
in diesem Arch. 1877, pag. 195—197, tab. XIV fig. 30 be-
schrieben und abgebildet hat. A. Schneider. Neue Beiträge zur
Kenntniss der Plafhelminthen. Zoologische Beiträge, Breslau 1884,
Bd. l pag. 116—126, iah. XVIIl—XIX.
Bei Gelegenheit einer ausführlichen Besprechung der Mus-
kulatur der Chätopoden stellt Rohde an verschiedenen Stellen
vergleichende Betrachtungen mit den Nematoden an und findet
bei den Oligochäten entweder nematoide Muskeln, welche den
Schneider'schen Polymyariern entsprechen, oder Muskeln, welche
denen der Hirudineen gleichen. Während nun bei Enchytraeus
und Tubifex die Muskelsubstanz auf der ganzen Fläche des
Muskels in zahlreichen Bläschen hervortritt, erscheint sie bei
den Nematoden nur in wenigen Blasen in der Mitte. Die Poly-
myarier haben spindelförmige Muskelzellen, die eng an ein-
ander liegend mit der schmalen Kante auf dem Leibesumfänge
stehen und bandartige Platten fibrillärer Substanz enthalten.
Die cölomyaren Muskelfasern sind an der einen Seite offen und
7 14 Dl*' ^on Linstow: Bericht über die Leistungen in der
ist die Oeffnung immer nach der Leibeshöhle zu gerichtet. Jede
Muskelfaser ist das Aequivalent einer Zelle und ihre Membran
entspricht dem Sarcolemm. Die cölomyaren Muskelzellen be-
stehen aus einer contractllen Rinde und einem inneren Hohl-
raum, von denen die erstere aus soliden, fibrillären Platten
besteht; die letzteren sind wieder zusammengesetzt aus sehr
feinen Fibrillen von punktförmigem Querschnitt, eine Eigenschaft,
in welcher die Nematodenmuskeln mit denen der Hirudineen
und der Gattung Branchiobdella übereinstimmen, und sind diese
Fibrillen mit punktförmigem Querschnitt als Primitivelement
der contractilen Substanz anzusehen. Nicht überall sind die
Primitivfibrillen zu Platten angeordnet; so sind die äusseren,
unter der Subcuticula liegenden Partieen der Muskelplatte von
Ascaris megalocephala und lumbricoides zerfallen und stehen
die feinen Fibrillen ohne erkennbare Ordnung. Bei den Plat-
helminthen kommen nach Schneider zwei Modificationen in der
Entwicklung des Muskelgewebes vor; bei den Cestoden finden
sich Säulchen von fibrillärer Substanz, die entweder solide
(Taenia) oder hohl (Ligula) sind, während bei den Nemertineu
die Muskelsäulchen bündelweise von festerer Substanz umgeben
werden. Diesen Muskelsäulchen der Nemertinen entsprechen
die der Cestoden; sie sind entweder als Theile einer Muskel-
zelle aufzufassen, und würde die Auflösung in Muskelsäulchen
einem Längszerfall der Muskelzelle entsprechen; oder die con-
tractilen Säulchen sind einer Muskelzelle gleichwerthig. jR. RoMe.
Die Muskulatur der Chätopoden. Zoologische Beiträge, Breslau 1884.
Bd. I, pag. 164—205, tab. XIV— XVII.
Bunge stellt Untersuchungen über das SauerstofFbedürfniss
der Darmparasiten an und findet, dass Ascaris mystax bei einer
Temperatur von 35 — 38° C. in einer Lösung von l7o Cl Na
und 0,1% Naa CI3 7—10, mitunter 13—14 Tage am Leben
blieb ; die Sauerstofi"aufnahme ist weit geringer als 0,02 C C für
jedes Gramm des Körpergewichts in 24 Stunden; ganz ohne
Sauerstoff blieben die Thiere 4—5 Tage am Leben. Der
Sauerstoflfverbrauch ist hier also noch geringer als bei einer im
Winterschlaf erstarrten Eidechse, wo er 0,41 C C in 24 Stunden
per Gramm beträgt, die geringste bis jetzt beobachtete Sauer-
stofFmenge, die von einem Thiere verbraucht wird, während
die vom Verf. für Ascaris mystax gefundene noch 20 mal
kleiner ist. G. Bunge, lieber das Sauerstoffhedürfniss der Darm-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 715
Parasiten. Zeitschr. für physiologische Chemie, Bd. VIII, Strassburg
1884, Heß 1—2, pag. 48—59.
Die bisher bekannten tbierischen Parasiten des Menschen
stellt Brass zusammen und fügt der Arbeit, die vorwiegend für
Mediciner bestimmt ist, Abbildungen bei, welche grösstentheils
nach Originalpräparaten gezeichnet sind; auf pag. 18 — 81 wer-
den in gedrängter Kürze die Helminthen abgehandelt und bietet
das Werk dem Arzte, weniger dem Zoologen, einen brauch-
baren Ueberblick über das behandelte Thema. Auf die Ver-
wandten der Parasiten ist keine Rücksicht genommen, sie
stehen daher aus dem Zusammenhange gerissen da, so dass
die, welche mit der Parasitenlehre unbekannt sind, kein über-
sichtliches Bild bekommen. A. Brass. Die thierischen Parasiten
des Menschen, mit Tabellen, enthaltend die wichtigsten Merkmale der
Parasiten, Diagnosen und Angaben über Therapie der durch die Para-
siten hervorgerufenen pathologischen Erscheinungen. Cassel 1884,
123 pag., 6 Tfln.
V. von Dräsche. Nematoden aus Testudo graeca, Wien 1884,
6 pag. mit 1 Tfl. ist bereits im Bericht 1883 p. 784 angeführt.
Zschokke bespricht nach einer historischen Einleitung,
welche die wichtigsten Arbeiten über die in Süsswasserfischen
gefundenen Helminthen umfasst, die in den Fischen des Genfer
See's vorkommenden Parasiten, indem er zunächst die Organe
aufzählt, in welchen sie leben, sodann angiebt, wie oft verhält-
nissmääsig eine jede Fischspecies die einzelnen Arten beherbergt,
worauf er die Funde nach den Monaten vertheilt; es werden
dann die einzelnen Arten kritisch besprochen, boschrieben und
zum Theil abgebildet; die Arten werden weiter unten namhaft
gemacht. F. Zschokke. Recherches sur V Organisation et la distribution
zoologique des vers parasites des poissons d'eau douce. Arch. de lio-
logie, tome 5, Gand, Leipzig et Paris 1884, pag. 1 — 89, pl. IX — A"".
Chatin beschreibt von M. Filhol auf der Campbell -Insel
und auf Neuseeland gesammelte Helminthen, die am betreffen-
den Orte angeführt werden. M. J. Chatin. Hdminthes de l'ile
Campbell et de la Nouvdle Zeelande, Bullet. Soc. PUlomat. Paris
17. December 1884, 8 pag.
Eine grosse Anzahl von in Sardinien gefundenen Helmin-
then führt Parona an, bei denen viele unten bezeichnete neue
Fundorte angegeben sind. C. Parona. Materiuli per la fauna ddla
Sardegna. BoUetino scientifico, ann. 6, No. 1, Murzo 1884, pag. 14 — 20.
716 Dr. von Linstow; Bericht über die Leistungen in der
Leuckart zeigte auf der Naturforscher - VersammluDg in
Magdeburg menscblicLe Parasiten, besonders Distomum ende-
micum und innocuum sowie Ligula Mansoni, welche letztere er
zu Bothriocephalus stellt und Bothriocephalus liguloides
nennt. R. Leuckart. Demonstration einiger seltener menschlicher En-
tozoen. Tagebl. 57. Vers, deutsch. Naturf. Magdeburg 1884, pag. 321.
Ref. theilt Untersuchungsresultate an bekannten und neuen
Parasiten mit, welche gleichfalls unten angeführt werden. 0. von
Linstoiv. Helminthologisches. Arch. für Natur gesell. L. Jahrg., 1. Bd.
Berlin 1884, pag. 125—145, tob. VII— X.
Nematoden.
Eine der interessantesten und wichtigsten Fragen in der Zoologie ist
unstreitig die der Befruchtung und der ersten Veränderungen des Ei's
nach derselben. Zu Beobachtungen eignen sich die Thiere mit langen,
fadenförmigen Spermatozoen sehr wenig, besonders gut aber manche
Nematoden mit djn grossen, kegelförmigen Samenkörperchen , wenngleich
hier wiederum vielfach das Studium der weiteren Entwicklung durch die
Dicke der Eischale erschwert wird.
E. van Beneden hat nun Beobachtungen über das Reifen des Ei's
und dessen Befruchtung sowie die ersten Anfänge der Dotterfurchung
gemacht, und zwar in einem Umhange und mit einer Sorgfalt, wie sie an
einem Untersuchungsobjecte in der helminthologischen Litteratur wohl
noch nicht vorliegen; die Darstellung der üntersuchungsresultate dieses
einen Stadiums der Entwicklung der genannten Nematodenspecies füllt
einen stattlichen Band von 375 Seiten mit 13 Tafeln, darunter 11 dop-
pelten, und wird dieses Werk für alle Zeiten eine Zierde der zoologischen
Litteratur bleiben.
Den Inhalt mit kurzen Worten zu präcisiren ist bei der Fülle des
beigebrachten Materials sehr schwer und beginnt das Werk mit der
kritischen Besprechung der früheren bezüglichen Arbeiten. Was die
Präparationsmethoden betrifft, so kann hier nur kurz angegeben werden,
dass die Objecte zum Theil in künstlichem Serum (Aq. dest. 100, Natr.
chlor. 6, Natr. caust. 0,06), zum Theil in 3% Salpetersäure und 33%
Alcohol, in jedem eine Stunde, dann in 70% Alcohol untersucht wurden;
gefärbt wurde mit Borax -Carm in, Fuchsin oder Picrocarmin; auch 1%
Osmiumsäure wurde angewandt. An dem unbefruchteten, von einer Schale
noch nicht umgebenen Ei werden zwei Pole, ein Impregnations- und ein
neutraler Pol unterschieden ; ersterer ist der Ort, an dem das Spermatozoon
eindringen wird und zeichnet sich aas durch eine buckclförmige Ver-
wölbung, die Polarscheibe, welche in der Form an die Cornea des mensch-
lichen Auges erinnert; eine Parapolar - Region wird begrenzt von dem
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 717
Parapolarkreis, walcher dem Ae(iuator parallel ist, sowie auch der Grenz-
linie der Polarscheibe, und so das Ei in einen grösseren und einen klei-
neren Theil, die Parapolar -Region, sondert. Im seitlichen Bilde bemerkt
man in der äusseren Schicht der Polarscheibe eine nach dem Eimittelpunkt
ziehende, von der Oberfläche beginnende radiäre Zeichnung, mehr im Innern
verschiedene, stark lichtbrechende Kügelchen. Im Eiinhalt unterscheidet
Verf. eine Medullär- und eine Corticalschicht. von denen erstere excentrisch
gestellt ist und dem Impregnationspol näher liegt; zwischen beiden befindet
sich eine Intermediärschicht. Die Dottermasse besteht aus hyalinen Kugeln
und homogenen Tröpfchen , aus lichtbrechenden Körperchen und dem
Protoplasma, endlich noch aus eigenthümlichen, fast kry stallinisch gebauten
Körperchen, die als plaques und bätonnets bezeichnet werden. Die Dotter-
masse ist radiär gebaut, die Radien strahlen nach der Mitte des Ei's; in
diesem Stadium zeigt das Ei eine bilaterale Symmetrie; die Polarscheibe
ist oberflächlich achromatisch, während die dicke, innere Schicht chro-
matisch ist oder Färbemittel annimmt. Im Centrum der Polarscheibe
bildet sich dann ein hyaliner Pfropf, der Impregnationspfropf genannt wird
(bouchon d'impregnation); eine zarte Dottermembran umschliesst das Ei,
welche am Impregnationspol fehlt. Schliesslich muss die grosse Keimblase
(vesicale germinative) erwähnt werden , welche das Auffälligste im Ei ist ;
sie schliesst einen Kern, der KeimkÖrperchen genannt wird, ein, welcher
meistens randständig ist (corpuscule germinatif); der Hof, welcher das
KeimkÖrperchen umgiebt und oft aus dem Contour der Keimblase hervor-
tritt, wird Prothyalosoma genannt. In der Keimblase findet sich fast
immer eine accessorische Portion mit 1 , 2 oder 3 Körperchen , die aber
viel kleiner und weniger glänzend sind als das KeimkÖrperchen. Später
erscheint das KeimkÖrperchen getheilt und besteht dann aus 2 oder 4
Kügelchen.
Die Spermatozoen entstehen aus den Spermatogemmen , welche aus
je 4 Spermatocyten bestehen, und zeigen zunächst eine mehr oder weniger
kuglige Form; im Innern befindet sich ein chromatischer Kern und der
Zellkörper wird von einer granulösen Masse gebildet, an einer Seite bedeckt
von einer halbkugeligen, homogenen Calotte, der Rindenschicht (couche
corticale); die centrale Zone wird als perinucleäre Schicht bezeichnet; die
Granula stehen in regelmässigen, radiären und concentrischen Linien. Die
Hälfte des Samenkörpers, welche die Calotte trägt, wird Schwanz-Hemi-
sphäi'e, die andere Kopf- Hemisphäre genannt. Bei der weiteren Entwick-
lung erhebt sich über den mittleren Theil der Calotte eine Papille, welche
kegelförmig in die Höhe wächst, so dass der ganze Körper bimförmig
wird; dieser Anhang verlängert sich mehr und mehr und verbreitert sich
endlich, so dass eine Glocken- und Kegelgestalt entsteht.
Dieses Spermatozoon legt sich mit seiner Kopf - Hemisphäre an die
Polarscheibe des Ei's, und zwar in der ungeheuren Mehrzahl der Fälle
immer nur ein solches; der Vercinigungspunkt ist der hyaline Impregna-
718 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
tionspfropf, durch den das Spermatozoon, mit der Kopf-Hemisphäre voran,
in das Ei hineindringt. Die Hüllmembran des Schwanztheils des Samen-
körpers bläht sich dabei auf, und das Protoplasmanetz der Dottersubstanz
wird sehr deutlich. Nach dem völligen Eindringen des Samenkörpers in
das Ei färbt sich allein das nunmehr in 8 Kügelchen getheilte Keim-
körperchen mit seinem es einschliessenden Hofe, dem Hyalosoma, während
der accessorische Theil der Keimblase sich in eine granulöse Masse auf-
löst und mit dem Protoplasma verschmilzt. Um die Zeit, wenn das
Samenkörperchen sich an das Ei geheftet hat, ist im Umkreise des Im-
pregnationspfroi^fes die Verbindung zwischen Dottermembran und Dotter
eine minder feste als an den übrigen Stellen. Die Membran, welche den
Schwanztheil des Samenkörpers umgiebt, verschmilzt mit der Dotter-
membran an der Stelle des Eindringens zu einer, welche die membrane
ovo-spermatique genannt wird und das Eindringen eines zweiten Saraen-
körperchens in der Regel verhindert. Von dem Augenblick, wo das
Samenkörperchen sich am Ei fixirt hat, wird der Kern sehr viel weniger
glänzend; er wird blasser und undeutlicher und das ganze Körperchen
scheint von nun an amöboide Bewegungen zu machen. Sobald das Spei--
matozoon das Centrum des Dotters erreicht hat, wird der Impregnationspol
unkenntlich. Nach dem Eindringen des Samenkörpevchens in das Ei wird
die Dottersubstanz durch den Contact mit demselben dunkler und diese
Veränderung schreitet concentrisch nach der Oberfläche des Dotters fort.
Die nächste Veränderung ist die, dass der Contour des Keimbläschens
undeutlich wird; das Keimkörperchen besteht aus 2 chromatischen
Scheiben (disques) und von dem Hyalosoma, in dem es liegt, bilden sich,
jeder der beiden Scheiben gegenüber, 2 Strahlenbiischel (asters), welche
sich nach der einen Seite hin verlängern, so dass eine dreischenklige,
Y-förmige Figur entsteht; in der Peripherie der Dottermasse, welche ihre
lichtbrechenden Körperchen verloren hat, entsteht eine perivitelline Schicht.
Diese Y-förmige Figur wird ausser von dem Protoplasma von dem Resi-
duum der Keimbläschen -Membran gebildet, die in eine granulo-fibrilläre
Substanz verwandelt ist. Die Y-förmige Figur leidet nun die mannigfal-
tigsten Veränderungen, sowohl der Lage als auch der Form, welche damit
endigen, dass an der Peripherie des Ei's unter die perivitelline Schicht
das sogenannte erste Polkügelchen (premier globale polaire) ausgeschieden
wird. Die Bildung desselben geschieht auf Kosten des Prothyalosoma
und der beiden von demselben eingeschlossenen chromatischen Scheiben,
und zwar in der Weise, dass jede der beiden letzteren die Hälfte ihrer
Substanz abgiebt und das Prothyalosoma sich tangentiell theilt; die Eli-
mination geschieht in der Aequatorialebene. Das Samenkörperchen hat
sich unterdessen in folgender Weise verändert: während sich früher nur
der Kern färbte, ist nun der ganze Kö^jer chromatisch geworden; die Kopf-
hemisphäre scheint jetzt von einer homogenen oder fein punktirten Masse
gebildet; der Contour des Schwanztheils erscheint unregelmässig und
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 719
gczähnelt; letzterer nimmt an Umfang ab. Im weiteren Verlaufe der
Entwicklung wird in ähnlicher Weise ein zweites Polkügelchen gebildet
und ausgeschieden. Das Deuthyalosoma, welches 2 chromatische Ele-
mente einschliesst, theilt sich in 2 Hälften, von denen die eine ausge-
stossen wird, um das zweite Polkügelchen zu bilden, nachdem sich vorher
um das Deuthyalosoma eine sehr complicirte Spindelfigur gebildet hat,
welche im Dotter, an der Oberfläche angelangt, eine Drehung von 90°
ausführt; die Theilungsebene des Deuthyalosoma entspricht nicht dem
Aequator der Spindel, sondern der Axe; zugleich wird eine zweite Peri-
vitellinschicht gebildet. Der übrig gebliebene Theil wird der weibliche
Pronucleus genannt, das in ähnlicher Weise veränderte Samenkörperchen
der männliche; eine aureole wird als dunkler, granulirter Körper in der
Dottermasse abgeschieden. Die Polkügelchen und die chromatische Sub-
stanz des weiblichen Pronucleus stammen von dem corpuscule nuleiforme
des Ei's. Das zweite Polkügelchen haftet an der Oberfläche der hier
etwas eingezogenen Dottermasse. Die Fibrillen der Spindel heften sich
alle an die Elemente der Aequatorialscheibe. Der Kopftheil des Sperma-
tozoon sowie die Y-förmige Figur zeigen glänzende Pünktchen, Mikrosomen,
welche durch Fibrillen von äusserster Feinheit mit einander verbunden
sind, an denen die Mikrosomen als Knötchen aufzufassen sind ; die Fibrillen
sind contractu. Nicht nur der chromatische Kern des Samenkörperchens,
sondern auch die achromatische Schicht, welche ihn umgiebt, bilden den
männlichen Pronucleus ; ebenso liefert zum weiblichen die Keimblase so-
wohl chromatische wie achromatische Elemente.
Der männliche und weibliche Pronucleus nehmen nun an Grösse zu
und nähern sich einander mehr und mehr; in ihrem Innern bildet sich
ein verworrener, knäuelförmiger Strang mit rosenkranzformigen Anschwel-
lungen, Stade de pelotonnement, der sich nach und nach in 2 Schlingen
mit knieförmiger Biegung (deux anses chromatiques) theilt, und zwar
bildet jeder Pronucleus 2 solcher chromatischer Schlingen; die 4 chro-
matischen Schlingen bilden einen Kernfleck (plaque nucleaire), bleiben
aber getrennt, und jede von ihnen theilt sich der Länge nach in 2 gleich
lange Doppelschlingen. Nun erfolgt eine Verschmelzung des männlichen
und weiblichen Pronucleus zu einer Kugel mit 4 chromatischen Schlingen,
deren Knickung nach dem Centrum derselben gerichtet ist; die Schlingen
bilden eine Aequatorialebene oder Aequatorialscheibe (plaque equatoriale
chromatique). An den Polenden der Kugel bilden sich 2 spheres attrac-
tives, und indem die Aequatorialscheibe sich theilt, vollzieht sich eine
Zweitheilung des ganzen Dotters, die Bildung der beiden ersten Blasto-
meren, deren Kerne wieder 4 anses chromatiques secondaires zeigen. Die
Kerne der beiden ersten Blastomeren empfangen also jeder die Hälfte
jeder der 4 primären Schlingen, die sogenannten Secundärschlingen, von
denen 2 aus dem männlichen und 2 aus dem weiblichen Pronucleus
stammen ; in keinem Stadium vollzieht sich somit eine Fusion des mann-
720 Dr. von Linstow. Bericht über die Leistungen in der
liehen und weiblichen Chromatin. Die spheres attractives verschwinden
später wieder in dem Protoplasma des Ei's. Die Trennung der beiden
ersten Blastomeren ist das letzte Stadium der Longitudinaltheilung der
primären Schlingen. Im Augenblick, wo die Blastomeren sich trennen,
stellen sie eine polare, excentrische Kugel mit einer corticalen Calotte
dar; die Grenze zwischen den beiden Abtheilungen ist durch einen trans-
versalen Ring mai'kirt, der auf der Oberfläche der Zelle perpendiculär zur
Achse verläuft; somit repräsentiren die Spermatozoen , das Eierstocksei
und die Blastomeren Körper mit Axen und ungleichen Polen.
Bei der Bildung der Polkügelchen handelt es sich nicht um eine
karyokinetische , sondern um eine pseudokaryokinetische Theilung, denn
bei ersterer vollzieht sich die letztere perpendiculär zur Achse der dicen-
trischen Figur, der Aequatorialebene entsprechend, während hier die
Theilung längs der Achse der dicentrischen Figur vor sich geht; der
Vorgang, dass sich eine Schnur oder ein Knäuel bildet, der sich allmählig
verkürzt und dicker wird und sich schliesslich in gleichlange, chromatische
Schlingen theilt, fehlt hier.
Das erste Polkügelchen ist das Aequivalent des Deuthyalosoma , das
zweite das des weiblichen Pronucleus; beide werden ausschliesslich von
Elementen gebildet, die von der Keimblase herstammen, sie sind also
ihrem Wesen nach Kerne und keine Zellen.
Verf. stellt nun die interessante Ansicht auf, das Ei vor seiner Be-
fruchtung sei hermaphroditischer Natur; während der Reifimg stosse es
die männlichen Elemente, die Polkügelchen, aus ; der weibliche Character
des Ei's trete erst nach der Expulsion derselben hervor, und sie würden
durch das eingedrungene Samenkörper chen ersetzt. Der Ausscheidung
eines Polkörperchens geht immer die Bildung einer Perivitellinschicht
voran, an deren Innenseite ersteres sich anlegt. Die Micropyle, ausgefüllt
durch den Impregnationspfropf, ist nur von kurzer Dauer.
Denkt man sich das Ei ohne die beiden Pronucleus, so würde es das
Aequivalent einer gewöhnlichen Zelle sein; es wird in dieser Voraussetzung
als Gonocyte femelle bezeichnet, während der Körper das Samenkörperchens
Gonocyte male genannt wird. Die Polkügelchen, mit dem weiblichen
Pronucleus noch verschmolzen , bilden einen Zellenkern , die Keimblase,
während der männliche und weibliche Pronucleus verschmolzen ebenfalls
einen Zellenkern bilden. Eine parthenogenetische Eientwicklung würde
sich hiemach so erklären, dass die Polkügelchen an Stelle der Samen-
körperchen das männliche Element vertreten und die Befruchtung voll-
ziehen. E. van Beneden. Recherches sur la maturalion de Voeuf et la
f^condation. ' Archives de biologie, tome IV, fasc. 2 — 3, Gent 1883,
pag. 265—640, pl. X—XVII, XVIlIa-b, XIXa—c (erschienen 1884).
Recherches sur la maturation de Voeuf, la f€condation et la division cellu-
laire. Gent, Leipzig u, Paris 1883, 422 pag., 14 pl. (^erschienen 1884).
Den männlichen Genitalapparat von Ascaris megalocephala unter-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 721
guchen van Beueden und Julin und unterscheiden den gan/sen Tract in
Hoden, Canalis deferens, Samenblase und CanaHs ejaculatorius. Im Hoden
findet man Spermatomeren genannte Zellen, aus denen die Spermatogonien
entstehen. Der Hoden wird wieder in 3 Regionen getheilt, eine der
Bildung, eine der Reife und eine der Vermehrung der Samenkörperchen.
In der ersten Region bemerkt man die Rachis, welche auf Durchschnitten
eine Kreuzfigur zeigt und bemerkt man an den Enden dieser Figur eine
Bifurcation. In der zweiten Region werden die Spermatogonien weniger
zahlreich, nehmen dabei aber an Grösse beständig zu. In der letzten
Region, der der Vermehrung, entstehen aus jeder Spermatogonie 4 Sper-
matocyten, welche vorläufig noch unter einander zusammenhängen und so
eine Spermatogemme bilden. Die Stiele werden portion cjtophorale ge-
nannt und die 4 portions cytophorales bilden zusammen die Cytophore.
In der ersten Region findet man ausserdem kleine Kügelchen, welche
globules oder corpuscules residuels genannt werden; sie haben eine birn-
förmige Gestalt, scheinen von den Spermatomeren ausgeschieden zu sein
und zu diesen in demselben Verhältniss zu stehen, wie die Pol- oder
Richtungskügelchen zu den Eiern. Zunächst theilt jede Spermatogonie
sieh in 2 Zellen, welche aber unter einander verbunden bleiben, und diese
ihrerseits wieder in je 2. Die Spermatogonie besteht Anfangs aus 2 halb-
kugelförmigen Polartheilen, zwischen denen ein Aequatorialtheil einge-
schaltet ist. Im Canalis deferens machen sich die Spermatozoen vom
Cytophor los und werden frei; dieser schwindet endlich im Protoplasma.
Unter den Spermatozoen unterscheiden die Verf. 4 verschiedene Typen,
den kugel-, bim-, glocken- und kegelförmigen; in der Samenblase findet
man ausser den Spermatozoen mitunter auch einzelne Cytophoren. Die
Spermatozoen der poche copulatrice gehören zu dem kugel-, bim- oder
glockenförmigen Typus. Die Vermehrung der Spermatogonien ist eine
einfache Theilung, während die Spermatocyten aus den Spermatogonien
durch Karyokinese entstehen; wenn sich aber in den Blastomeren, wie
van Beneden dieses angiebt , und in den Spermatogonien bei der Karyo-
kinese 4 primäre, chromatische Schlingen bilden, entstehen bei dem
Theilungsprocesse der Spermatogonien nur deren 2. E. van Beneden und
Ch. Julin. La spermutog^ese chez l'Ascaride m^galoc€phale. Bullet.
Acad. sc. Belgique, 3. s&. tome VII, Bruxelles 1884, No. 4, pag. 312
bis 342.
Fast gleichzeitig mit den beiden eben besprochenen Arbeiten erschien
eine von NuBsbaum, welche dasselbe Thema behandelt und in den Haupt-
punkten ganz dieselben Resultate bringt; es kann daher nur weniges
berichtet werden. Die Eier und Spermatozoen entstehen aus Zellen,
welche einander völlig gleich erscheinen ; die Bildungszellen werden Ureier
und Spermatogonien genannt. Die Eimicropyle liegt dem Keimbläschen
diametral gegenüber; im Uterus entwickeln sich die befruchteten Eier in
4 5 Wochen in 30% Alcohol, selbst in 70% leben sie im Uterus noch
722 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
2 Tage. In ein Ei dringt stets nur ein Samenkörper und zwar mit dem
kernhaltigen, amöboiden Theil voran; bei der Bildung der beiden Rich-
tungskörper rückt das Keimbläschen an die Peripherie des Dotters; es
haben sich in ihm eine achromatische Spindel und 4 chromatische Faden-
bögen gebildet; letztere werden der Länge nach gespalten und die eine
Hälfte bildet einen Richtungskörper; der erste liegt zwischen primärer und
secundärer Dotterhülle, der zweite innerhalb der letzteren. Die Kopfkappe
des Samenkörpers wird im Ei abgeworfen und verschwindet. Auch bei
unbefruchteten Eiern kommt das Abschnüren der beiden Richtungskörper
vom Keimbläschen vor. Der Rest des Keimbläschens verschmilzt (in der
von Hertwig angegebenen Weise) mit dem Spermakem; nun bilden sich
wieder Spindel und 4 Fadenschlingen, die sich zur Bildung der beiden
ersten Blastomeren der Länge nach spalten, ebenso wie es der Fall ist
bei der Kerntheilung der Spermatogonicn, der Dreier und der Bildung der
Richtungskörper; während der ersten Furchung findet eine Drehung der
beiden Furchungskugeln um 90" statt; die primäi'e und secundäre Dotter-
hülle wird vom Ei selbst gebildet, die äussere Schale von den einzelligen
Drüsen des Uterus. Mitunter werfen die Samenkörper schon auf ihrem
Wege von der Vagina bis zur Tuba die sogenannte Kopfkappe ab; Kern
und Protoplasma, das bei der Temperatur der warmblütigen Thiere amö-
boid beweglich ist, dringen aber stets in das Ei ein; die Kopfkappe des
Samenkörpers verdankt ihre Entstehung sogenannten Nebenkemen im
Protoplasma. Sonach ist die Befruchtung die Copulation zweier Zellen,
deren gleichwerthige Theile, die Kerne, d. h. der Kern des Samenkörpers
und der Eikem, mit einander verschmelzen. Der aus dieser Verschmel-
zung hervorgegangene neue Eikem ijt also aus einer väterlichen und einer
mütterlichen Hälfte zusammengesetzt; ebenso besteht der Kern der beiden
ersten Furchungskugeln aus einer väterHchen und einer mütterlichen Hälfte,
rmd so wird auch bei den weiteren Theilungen eine Halbining der väter-
lichen und mütterlichen Kernsubstanz stattfinden, für die Lehre von der
Vererbung eine höchst bedeutsame Thatsache. M. Nussbaum, Ueber die
Veränderungen der Geschlechtsproducte bis zur Eifurchung. Ein Beitrag
zu der Lehre von der Vererbimg. Archiv für microscopische Anatomie,
Bd. XXIII, Heß II, Bonn 1884, pag. 155—213, tab. IX— XL
Schneider macht erweiternde und ergänzende Bemerkungen zu seiner
im vorigen Jahresberichte besprochenen grösseren Arbeit über das eben
erwähnte Thema, und betont, dass dieselbe vor den soeben erwähnten
Werken von van Beneden und Nussbaum erschienen sei, von denen die-
jenige des erstgenannten Verfassers zwar von 1883 datirt, aber im April
1884, die des letzteren im Januar 1884 herausgekommen sei. Ergänzt
werden die Ergebnisse dahin, dass Verf. angiebt, nach dem Eingängen
des Spermatozoon in das Ei entstehe aus dem Keimbläschen eine Kern-
spindel, deren Aequatorialplatte sich theile und die eine Theilhälfte zu
dem Richtungsbläschen werde; nunmehr — und diese Angabe fehlt in der
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 723
früheren Hauptarbeit — entsteht eine zweite Kernspindel, welche in der-
selben Weise ein zweites Richtungsbläschen liefere. Was die beiden im
Ei später vorhandenen Kerne betrifft, so ist Verf. über deren Ursprung
anderer Meinung wie van Beneden und Nussbaum; während die letzteren
beiden Forscher angeben, der eine derselben sei der Rest des Keimbläschens
nach Abgabe der beiden Richtungsbläschen, der andere aber sei der Rest
des Samenkörperchens nach Abgabe der sogenannten Kopfkappe, behauptet
Verf., das Spermatozoon werfe diesen letztgenannten Theil niemals ab und
die beiden Kerne im Ei beständen neben dem Spermatozoon, welches nach
der Perivitellinbildung verschwinde. Während van Beneden und Nussbaum
femer angeben, dass die beiden genannten Kerne im Ei verschmelzen und
dann nach der Bildung der besprochenen Fadenschlingen die Zweitheilung
des ganzen Eiinhalts vor sich gehe, behauptet Verf., dass die Kerne nie-
mals verschmelzen, und also auch das Spermatozoon nicht mit dem Keim-
bläschen verschmilzt. Nach dem Ausscheiden des zweiten Richtungs-
bläschens ist die Kernsubstanz verflüssigt; das Keimbläschen macht amöboide
Bewegungen und nimmt verschiedene Gestaltungen , meistens die von
Kugeln, an, welche mit einander zusammenhängen, wenn auch die Ver-
bindungsfäden nicht immer zu erkennen sind; schliesslich sammelt sich
die Kernflüssigkeit in zwei kugelförmige Centren, die unrichtig als Kerne
bezeichnet werden ; in diesen beiden Centren entstehen die Kernfiiden.
Die weitere Furchung beginnt erst, wenn das Ei den Körper des Weibchens
verlassen hat und um diese Zeit bildet sich eine secundäre Dotterhaut.
A. Schneider, Nachträgliche Jiemerkungen zu „Das Ei und seine Befruch-
tung."' III. Die Befruchtung von Ascaris megalocephala. Zoolog. Bei-
träge Bd. I, Breslau 1884, pag. 131—139, lab. XIX.
Auch Hallez giebt eine kurze Darstellung der Samenbildung und
Eibefruchtung bei Ascaris megalocephala, weicht aber darin von der Dar-
stellung der eben genannten Forscher ab, dass er da, wo diese eine Ver-
schmelzung finden, eine Theilung sieht und dass er den glänzenden Kern
des Spermatozoons für das Samenkörperchen selbst hält. P. Hallez. Sw
la Spermatogenese et sur les ph^nomenes de la f4condation chez les Ascaris
megalocephala. Compt. rend. Acad. sc. Paris 1884, t. 98, A^o. 11, pag.
695—697.
Ueber das Nervensystem der Nematoden berichtet Joseph, dass,
während bei den erwachsenen Ascariden aus dem den Schlund umfassen-
den Nervenringe ein Bauchnerv entspringt, sich bei ganz jungen Thierei^
desselben Genus und einigen der Gattung Plectus angehörigen Grotten-
Nematoden deren zwei abzv/eigen, die durch Queranastomosen unter sich
und mit dem Rückennerven in Verbindung stehen. Hinter der AnalöfFnung
theilt sich jeder der beiden Bauchnerven in 2 Aeste, von denen die stär-
keren , dorsalen nach vorn zurücklaufen , um an die Bursalmuskeln zu
treten, die schwächeren aber unter einander verschmelzen zu einem
Nerven, der bis zur Schwanzspitze läuft. Das Vorhandensein von 2 Bauch-
724 It. von Linstow: Bericht über die Leistungen In der
nerven hält Verf. somit für den ursprünglichen Zustand. G. Joseph, Bei-
träge zur Kenniniss des Nervensystems der Nematoden. Zoolog, Anz.
Leipzig 1884, pag. 264 — 266.
In der hinteren Nasenhöhle von Halichoerus grypus fand Nehring
eine Ascaris-Art, welche für Ascaris osculata gehalten wird und näher
untersucht werden soll; die genannte Specics fand Verf. einige Jahre
früher massenhaft in Magen und Oesophagus desselben Wohnthieres bei
Rügen. A. Nehring. {lieber Ascaris? osculata.) Sitzungsber. d, Gesellsch.
naturf. Freunde, Berlin, 15. April 1884, pag. 59.
Die im Schafe lebende Ascaris, Ascaris ovis Rud. , scheint ausser-
ordentlich selten zu sein, denn bisher war nur ein Weibchen bekannt,
welches im Wiener Museum aufbewahrt wird und neuerdings wieder von
V. Dräsche in seinen helminthologischen Notizen 1882 beschrieben wurde.
Neamann erhielt nun von dieser Art 29 Exemplare, die beschrieben
werden. Das Männchen zeigt jederseits 3 post- und 42 — 47 präanale
Papillen; die Lippen haben Zahnleisten und keine Zwischenlippen; sie
sind viereckig mit sattelförmig eingezogener Pulpa. Von der anderen
unbenannten, ebenfalls von v. Dräsche aus dem Schafe beschriebenen und
ebenso seltenen Form, von der 2 Weibchen gefunden sind, ist diese der
Lippenbildung nach verschieden. G. Neumann. Sur l'Ascaride du mouton
(Ascaris ovis Rudolphi). Revue v܀rinaire, IX. Toulouse, Aout 1884,
17 pag., pl. II.
. Slater bemerkt, dass die meisten Vögel, welche von animalischen
Stoffen leben, Entozoen beherbergen; zu diesen gehört auch Turdus me-
rula, welche fast stets unter der Achillessehne eine kleine Filarie beher-
bergt. H. Slater, Subcutaneous Woims in Birds. The Zoologist, 3. «er.,
vol. 7, London, pag. 383,
Uanson verfolgt die Entwicklung der Larve von Filaria Bancrofti
in den Mosquitos und giebt an, in drei verschiedenen Arten diesen Para-
siten gefunden zu haben ; 2 werden als Tiger-Mosquitos bezeichnet, welche
zwar auch des Nachts aus Filarien -kranken Menschen Filarien mit dem
Blute aufsaugen, jedoch die Filarien nicht zur weiteren Entwicklung bringen,
was bei der dritten Form dagegen der Fall ist, einer nicht benannten,
einfach braunen, 7i6 Zoll langen Art, von der nur das Weibchen Blut
saugt, 4 oder 5 Tage darauf am Wasser ihre Eier ablegt und darauf nur
noch am sechsten und siebenten Tage am Leben bleibt. 30 oder 40 Fi-
larien werden häufig von diesem Insect aufgesogen, in einzelnen Fällen
selbst über 100. Die erste Veränderung, welche die Filarie in der Mücke
erleidet, ist die, dass die hyaline Hülle verloren geht, dass die Querringel
der Haut deutlicher werden , und nunmehr wandern die Parasiten vom
Darm in die Leibeshöhle und aus dieser in 12 — 18 Stunden in den
Thorax, wo sie zwischen den Muskeln gefunden werden. (Ref. erinnert
an einen anderen Dipteren-Parasiten, den der Stechfliege, Filaria Stomoxeos,
eine Larve, die ebenfalls zwischen den Muskeln ihres Trägers gefunden
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 725
wird und wahrscheinlich auch von einer Blutfilarie stammt.) Diejenigen,
welche nicht in den Thorax einwandern, werden verdaut; die Länge
beträgt zuerst Vs»» die Breite Vaoco Zoll. Die Querringel verschwinden nun
nach 1 2 Stunden, der Körper wird kürzer und dicker, bis auf das äusserste
Schwanzende, das dünn bleibt und gegen den übrigen KÖrjier scharf ab-
gesetzt ist; nach 56 Stunden wird der Leibesinhalt, der bisher homogen
erschien, zellig und werden diese Zellen immer deutlicher und auffallender;
nach 80 Stunden wird der Verdauungstract durch eine dunkle Linie
markirt; nach 128 Stunden ist aus dem schlanken Thier ein sehr
plumpes, dickes geworden, das Vss Zoll lang und Vk» Zoll breit ist. Von
da ab wird der Körper wieder beträchtlich länger und verhältnissmässig
schmal, durch eine Häutung (Fig. 46) geht der sichelförmige Schwanz-
anhang verloren, nach 144 Stunden bemerkt man ihn nicht mehr und
der Oesophagus, etwas weniger als V3 der Körperlänge messend, zeichnet
sich vom Darm ab; durch eine neue Häutung (Fig. 31) verändert sich
das runde Schwanzende in ein mit 2 oder 3 grossen Papillen versehenes;
das Thier ist beträchtlich gewachsen und nun Vie Zoll lang und '/säs Zoll
breit; innere Organe sind in diesem Stadium nicht sichtbar, das in
160 Stunden erreicht wird, und während in den früheren Stadien der
Körper kein Wasser vertrug, scheint dieses nun das eigentliche Lebens-
element desselben geworden zu sein, denn das Thier bewegt sich lebhaft
in ihm. Man muss also annehmen, dass die Filarien in diesem Zustande
mit den Mücken in's Wasser gerathen, hier nach dem Tode der letzteren
frei werden und mit dem Trinkwasser in den Menschen gelangen, wo sie
dann in einem Lymphgefässe zur weiteren Entwicklung kommen. Verf.
hat sich durch diese höchst mühevollen Untersuchungen ein grosses Ver-
dienst erworben, indem er einen bisher noch unbekannten Abschnitt der
Lebensgeschichte dieses Parasiten ergründete, den man wohl den verderb-
lichsten aller menschlichen Schmarotzer nennen kann mit Rücksicht auf
sein massenhaftes Auftreten und die Schwere der durch ihn bedingten
Erscheinungen. P. Manson, The metamorphosis of Filarin sanguinis
hominis in ihe Mosquito. Tr ansäet. Linti. Soc. 2. ser. Zoolog,, vol. II,
part. 10, London 1884, pag. 367 — 388, pl. 39; communicated hy Cohbold.
SoDsino berichtet über die neuen Untersuchungen Manson's und
macht Versuche, in denen die Larven von Filaria Bancrofti in Culex
pipiens gezüchtet werden, besonders um die Frage zu lösen, welche
Mückenart der Zwischenwirth sei, was zur Zeit noch nicht constatirt ist.
Verf. findet, dass ein constanter Temperaturgrad zur Entwicklung nöthig
ist, und würde in Egypten der Monat October sich besonders zu Versuchen
eignen, zu welcher Zeit dieselben wiederholt werden sollen. P. Sonsino.
II ciclo vitale della Filaria sanguinis hominis, Process. verb. Soc. Toscana
di Sc, Nai. 6. Juli 1884, pag. 102 — 106.
Fourment beschreibt Nematoden aus der Peritonealhöhle und der
Darmwand von Sula bassana, die noch keine geschlechtliche Entwicklung
726 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
zeigen und einen dreilippigen Mund mit Bohrzahn haben, der an Ascaris
erinnert; auch der Blinddarm und die Analdrüsen sprechen für die Zu-
gehörigkeit zu diesem Genus. 71/. L. Fourment. Observations sur un
helminthe du Fou de Bassan. Comples rend. Soc. de Biologie, 8. s&.,
t. I, Paris 1884, No. 40, pac/. 649—651.
Der Erreger der Anämie beim Menschen, Ankylostomum duodenale,
scheint auf der Wanderung nach dem Norden zu sein, denn derselbe ist
nunmehr auch in Deutschland nachgewiesen. Bei Ziegelbrenncrn in der
Gegend von Bonn fand Menche, dass er eine Anämie hervorruft, welche
der vielbesprochenen ägyptischen Chlorose wie der St. Gotthards und
Bergwerksanämie völlig gleicht. Besonders diejenigen Arbeiter erkranken,
welche mit ihren Händen in nassem Thon arbeiten oder die noch unge-
brannten, feuchten Ziegel in ihren Händen forttragen, und meint Verf.,
dass die Larven durch die schmutzigen Hände in den Magen und Darm
gelangen beim Anfassen der Speisen. Wenn Perroncito's Beobachtung,
dass die Larven nur 50 Tage im Freien leben können und dann sterben,
wenn sie ihren Wirth nicht finden, richtig ist, so erscheint das Vorkommen
in Deutschland auffallend, da der Helminth erst nach durchgemachter Ver-
wandlung und Häutung im Freien wieder im Menschen lebensfähig wird,
so dass in unseren Breiten im Winter alle nach aussen gelangten Eier
untergehen müssen. (Mündlicher Mittheilung nach ist der Parasit jetzt
auch in Leipzig beobachtet. Ref.) //. Mench6 {Ueber Ankylostomum duo-
denale). Berlin, klin. Wochenschr. 21. Jahrg., Berlin, 9. Juni 1884,
No. 23, pag. 364. Ankylostomum duodenale bei der Ziegelbrenneranämie
in Deutschland. Zeitschr. für klin. Medicin 1884, VI. 2.
Ueber denselben Parasiten berichten Masius und Francotte, dass ein
22 jähriger Mann, seit Jahren in einer Lüttichor Kohlengrube beschäftigt,
im Sommer 1883 aber in einer Zicgelbrennerei bei Köln, in der auch
andere Fälle von Ankylostomsn- Krankheit vorkamen, mit 9 anderen Ar-
beitern an Ankylostomen - Anämie erkrankte. Zwischen den Lütticher
Kohlengruben und denen von Höngcn bei Aachen, wo dieselbe Krankheit
herrscht, besteht ein reger Arbeiterverkehr. Masius und Francotte. ( Ueber
Ankylostomen - Anämie.) Bullet. Acad. roy. m^d. Belg. 3. s., XIV, 1.
Bruxelles.
Cobbold beschreibt als neu Strongylus Axei, einen von Axe in
der Magenschleimhaut von Equus asinus gefundenen Nematoden, der sehr
zart und fein und mit Strongylus Douglassü aus dem Strauss verwandt
ist. Eine andere von Arnsfield in der Luftröhre und den Bronchien des-
selben Wohnthieres gefundene Art erhält den Namen Strongylus Arns-
fieldi, welche von Strongylus micrnrus, filaria und rufescens verschieden
ist. Abbildungen sollen den hier gegebenen Beschreibungen noch nach-
geliefert werden. T. Sp. Cobbold. New Parasites from the horse and ass.
The Veterinarian, January 1884, 4 pag.
Strongylus micrurus findet van Tricht massenhaft in der Lunge vom
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 727
Rind und meint die ganze Entwicklung in der Lunge ohne einen Zustand
im Freien zu beobachten. J. van Trichl. De Stronyylus micrurus bij het
rund. Tijdschrift Veeartsenijkunde en Veenlelt, 12. deel , paff. 231 — 233.
FaBserinl beschreibt einen merkwürdigen neuen Nematoden, Filaria
terminalis, welcher in Toscana die Lungen von Lepus timidus bewohnt.
Die Lungen zeigen Knötchen, in welchen der Parasit lebt und eine käsige
Entartung dieses Organs bewirkt, eine Art Phthisis, welcher die Thiere
massenhaft erliegen. Man findet in den Lungen erwachsene Helminthen,
Eier und Larven. Die Eier werden dort producirt, durch Hustenstösse
mit dem Schleim entfernt und an Pflanzen gebracht, wodurch die Weiter-
verbreitung bewirkt wird. Die erwachsenen Männchen sind 22 — 33 mm
lang und 0,1 mm breit, die Weibchen messen 30 — 40 und resp. 0,135
bis 0,154 mm. Am Mundende stehen 6 Papillen; die Eier sind 0,092
bis 0,118 mm lang und 0,062 — 0,081 mm breit; Länge und Breite der
Larve betragen 0,33 — 0,38 und 0,024 mm. Das Männchen hat 2 lange,
gleich grosse Girren und 2 kleinere, accessorische Chitinstücke, welche
ersteren Verf. Copulationsorgane , die letzteren Endhäkchen (Uncinetti ter-
minali) nennt; vom Schwanzende strahlen jederseits 3 fingerförmige Organe
ab, von denen die vorderen in 2, die mittleren in 3 Endzipfel auslaufen,
vom Verf. als Girren bezeichnet; die Grenze zwischen Hoden und Samen-
blase ist durch ein eigenthümliches, klammerförmiges Chitinstück markirt.
Verf. giebt eine genaue, anatomische Schilderung dieses auffallenden Nema-
toden, den er wohl mit Unrecht in das Genus Filaria setzt. N. Passerint.
Sulla Filaria terminalis. Atli Soc. Ital. Sc. natur. vol. XXVII, fasc. 1,
Milano 1884, pag. 42 — 63, tav. I—V.
M^gnin fand, dass der mittlere Leberlappen eines Pferdes zu einem
fibro-plastischen Tumor entartet war, der eine Masse Cysten enthielt, von
denen jede ein Exemplar von Sclerostoma armatum beherbergte; auch in
den Gefässen fanden sich einzelne Exemplare dieses Parasiten und bemerkt
Verf., dass derselbe, der unter der Mucosa des Colon und Goecum, im
Pancreas und in der Tunica des Hodens gefunden wird, an dem ange-
gebenen Orte noch nicht beobachtet ist. P. Mggnin. D^gen&escence
fibro-plastique du lobe moyen du foie d'un cheval sous l'inßuence d'une
Migration de Sclerostoma armatum Rud. Comples rend. Soc. Biologie,
8. s&., t. /, No. 38, Paris 1884, pag. 622,
Derselbe Verfasser beschreibt unter dem Namen Sclerostoma
Boularti n. sp. eine Strongylide von rother Farbe und kurzer, ge-
drungener Gestalt aus der Trachea von Gasuarius galeatus Vieillot; das
Männchen ist 7, das Weibchen 18 — 20 mm lang, die Breite beträgt
0,45 und 0,85 mm und die männliche Bursa ist von 5 Rippen gestützt,
zweilappig und an der Hinterseite ausgebuchtet. P. M^gnin. Memoire
sur un nouvel helminlhe, le Sclerostoma Boularti, rjui vil duns la trachte
d'un Casoar. Journ. Anat. et Physiol. XX, Paris 1884, 7 pag., pl, XXX.
Arch. f. Naturgesch. L. Jahrg. 2. Bd. WW
728 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Mosler giebt eine vollständige Geschichte dessen, was vom Alterthum
bis jetzt über Dracunculus medinensis bekannt ist und beschreibt die
Dracontiasis , die von dem Parasiten hervorgerufenen Krankheitserschei-
nungen und deren Behandlung, unter Schilderung mehrerer Krankheits-
geschichten, ohne zoologisch etwas Neues zu bieten. F. Mosler. Ueber
die medicinische Bedeutung des Medinmvurms {Filaria medinensis). Wien
und Leipzig 1884. 25 pg.
Chatin untersucht auf's Neue die Bildung der Trichinen -Cysten,
wobei er zu dem Resultat kommt, dass das Gewebe der quergestreiften
Muskeln nicht nothwendig zur Einkapselung sei, vielmehr könne diese in
der Darmwanderung, im Bindegewebe, im Fettkörper der Schweine eben-
falls stattfinden, wie auch Bakody eine Einkapselung der Trichine in der
Darmwand der Ratten constatirt hat. Was die Einkapselung in den quer-
gestreiften Muskeln beti-ifFt, so findet sowohl eine interfasciculäre als auch
eine intrafasciculäre statt. Bei der Einkapselung bemerkt man eine
celiuläre Neubildung; die jungen Zellen vermehren sich und im Innern
treten albuminoide Granulationen auf. Bei der intrafasciculären dringt
die Trichine in das Innere eines Muskelprimitivbündels, wo sie einen Reiz
bewirkt, der eine ähnliche Wirkung hat, wie die oben geschilderte. Die
Kapsel und deren Inhalt, welcher letztere zuerst gebildet wird, stammen
beide nicht von der Trichine, sondern vom Wirthe her, wie denn auch
das Aussehen der Kapsel dasselbe bleibt, einerlei, ob eine oder sieben
Trichinen sie bewohnen. Wenn die Trichine sich im Fettgewebe ein-
kapselt, so ist die Cystenwand dünn oder fehlt ganz, wobei trotzdem oft
die Citronenform innegehalten wird. J. Chatin. De l'äude et de la for-
mation du kyste dans la trichinöse tisiulaire. Paris 1884, 22 pg., 1 piche.
Während im Jahre 1882 nach Eulenberg in Preussen 1 trichinöses
Schwein auf 1839 untersuchte kam, wurde 1883 1 auf 1932 untersuchte
gefunden, es war also eine geringe Abnahme der Häufigkeit zu constatiren.
Im Regierungsbezirk Posen fand man auf 219 untersuchte Schweine und
in Berlin auf 1000 ein trichinöses; in der Stadt Posen war sogar unter
je 162 Schweinen eins mit Trichinen behaftet. Die Zahl der überhaupt
unter 4,248,767 untersuchten als trichinös befundenen Schweine betrug
2199. Trichinose bei Menschen war verhältnissmässig selten, und wenn
auch in vereinzelten Fällen die Muskeltrichinen von dem Fleischbeschauer
übersehen waren , besonders dann , wenn sie sich in nur geringer Anzahl
zeigten, so ist doch der Nutzen der microscopischen Untersuchung ein
augenscheinlicher. H. Eulenberg. Ueber die im Jahre 1883 in Preussen
auf Trichinen und Finnen untersuchten Schweine. Vierteljahrsschr. für ger.
Med. u. öffentl. Sanitätswesen. N. F. Bd. XLII, Heft 1, Berlin 1885,
pag. 131—136.
Zur Untersuchung auf eingekapselte Muskeltrichinen empfiehlt Benson
Färbung mit Methylgrün, 1 : 30 Aq., wobei die Kapseln sich viel dunkler
färben als das umgebende Muskelgewebe. C. Renson. Nouveau proce'de
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 729
de reckerche des Trichines dans les viandes. Bull. Soc, Belg. Microscop.
10. Ann. No. 2, pag. 24 — 25.
Vergl. auch E. Greve. Anleitung zur Untersuchung des Schweine-
fleisches auf Trichinen und Finnen. Oldenburg 1884, mit 5 Tßn.
von Bees beobachtet Myoryctcs Weismanni in einem normalen Pri-
mitivbündel des Froschmuskels, ohne den Parasiten weiter zu beschreiben.
J. von Itees. lieber eine neue Beobachtung von Myoryctes Weisinanni.
Amtl. Ber. der 56. Vers, deutscher Naturf, u. Aerzte in Freiburg i. B,
im Jahre 1883. Freiburg 1884 pag. 144.
Filaria horrida wird von Leidy als in der Brusthöhle von Rhea
americana gefunden erwähnt; in der Bauchhöhle von Strix brachyotus
wurden Filarien entdeckt, welche nicht mit den in diesem Wirthe früher
constatirten Arten, Filaria attenuata und foveata, sondern wahrscheinlich
mit Filaria labiata übereinstimmen. J. Leidy. Distotna and Filariae.
Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1884 pag. 47 — 48.
Unter denen von Parona in Sardinien gefundenen Helminthen sind
folgende Fundorte neu: Ascaris depressa in Gypaetus barbatus, Spiroptera
nuda in Falco cenchris (im Darm), Filaria nodulosa am Oesophagus von
Lanius rufus, Ascaris serpentulus? in Phoenicopterus roseus und Agamo-
nema Scorpaenae cirrhosae im Peritoneum von Scorpaena porcus (1. c).
Unter den auf der Campbell -Insel und Neuseelund gefundenen Hel-
minthen beschreibt Chatin: Spiroptera Campbelli n. sp. aus Nolo-
taenia Filholi Sauv., mit Halskrausen versehen; Ascaris Apterycis
n. sp. aus dem Darm von Apteryx, eine Art, von der nur ein Weibchen
beobachtet wurde; Ascaris Filholi n. sp. aus nicht näher bezeichneten
Fischen und Agamonema Campbelli n. sp. aus der Muskulatur von
gleichfalls nicht bestimmten Fischen (1. c).
Zschokke beschreibt unter den im Genfer See gefundenen Helmin-
then: Ascaris capsularia, acus, truncatula, tenuissima, adiposa, Dispharagus
denudatus und filiformis, Cucullanus elegans und verschiedene eingekapselte
Nematodenlarven. Als neue Fundorte sind zu verzeichnen: Ascaris trun-
catula in Salmo salvehnus (= umbla), Cucullanus elegans in Trutta
lacustris (^ variabilis), Ascaris capsularia und A. acus in Esox lucius,
Ascaris acus (Larve in der Leber) und Dispharagus filiformis in Alburnus
lucidus. Von Ascaris tenuissima wurden keine Weibchen gefunden und
glaubt Verf., dass diese Art zu Dispharagus gehört. Ascaris adiposa
Schrank ist nach den Untersuchungen des Verf. von A. acus wohl unter-
schieden. Unbestimmte Nematodenlarven wurden an den Eingeweiden von
Coregonus fera und Lota vulgaris eingekapselt gefunden: Dispharagus
filiformis (= Ascaris cuneiformis Rud.) ist eine neue, nur nach
Weibchen beschriebene Art aus dem Darm von Alburnus lucidus (1. c).
Ref. beschreibt Ascaris ensicaudata Zed., A. Comicis Gmel., A. cre-
nata Zed., A. heteroura Crepl., A. semiteres Zed. und findet, dass diese
fünf bisher für verschiedene Arten gehaltenen Formen völlig gleich sind
730 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
und unter dem Namen A. ensicaudata zusammenzufassen sind. Wie bei
verschiedenen anderen Ascaris -Larven eine Embryonalform mit Bohrzahn,
die oft eine gewaltige Grösse erreicht, und eine Larvenform im engeren
Sinne mit den definitiven Mundlippen unterschieden wird, die aber beide
ohne Geschlechtsorgane sind, so auch bei Ascaris (Agamonema) capsularia,
die an der Aussenseite des Darms von Trutta salar gefunden wird ; aus
der Lippenbildung erkennt man, dass die geschlechtsreife Form Ascaris
incurva aus Xiphias gladius ist. Die Embryonalform wird auf ihren
feineren Bau untersucht. Zwischen Darm und Oesophagus liegt ein
grosser Drüsenkörper, von dem ziemlich weit nach vorne zwei Blinddärme
entspringen, von denen der eine an der Bauchseite des Oesophagus, der
andere an der des Darmes verläuft; beide zeigen ein grosses Lumen. Von
Ascaris spiralis und adunca wird die Bildung des männlichen Schwanz-
endes besprochen. Ascaris Aculeati n. sp. ist eine kleine, in der
Leber von Gasterosteus aculeatus eingekapselte lebende Larve. In Lagopus
mutus wird eine Heterakis borealis n. sp. gefunden und mit Heterakis
inflexa verglichen. Strongyhis paradoxus wird besonders auf die Bildung
des männlichen Schwanzendes untersucht und eine Darstellung von Spiro-
ptera Vanelli und des bisher noch unbekannten Männchens von Spiroptera
(Filaria) Turdi gegeben. Eine neue Oxyuris aus Mus sylvaticus ist
Oxyuris stroma und wird zur Vergleichung auch Oxyuris obvelata
beschrieben, bei der in der Umgebung des Anus eigenthümliche Piiz-
wucherungen vorkommen. Trichosoma contortum lebt auch im Oeso-
phagus von Lusciola rubccula. Agamonematodum Gasterostei
n. sp. aus dem Darm von Gasterosteus aculeatus und Agamonematodum
Vespillonis aus Necrophorus Vespillo w erden untersucht und scheint letztere
zu den Arten zu gehören, die durch Fäulniss des Wirthcs frei werden,
um sich dann zur Geschlechtsreife zu entwickeln; beides sind Nematoden-
larven, deren Genus nicht bestimmbar ist (1. c).
Cobbold beschreibt von Axe gefundene kleine Nematoden, welche
die Hufe der Pferde bewohnen , die durch diesen Parasitismus krankhaft
entarten, unter dem Namen Pelodera (Rhabditis) Axei n. sp. Das
Männchen misst Vsoi das Weibchen V25 Zoll; am Kopfe bemerkt man einen
breiten Mundbecher und einen Viooo Zoll langen Bohrzahn (wodurch wohl
die Zugehörigkeit zu Rhabditis ausgeschlossen ist; Ref.); das Männchen
zeigt 2 fast gleich lange Spicula und keine Bursa; das Weibchen ist
vivipar, das Schwanzende erscheint zugespitzt und der Oesophagus hat am
Ende einen Bulbus mit Ventilzähnen (1. c.).
de Man giebt eine erweiterte und mit Abbildungen versehene Dar-
stellung der im Jahresberichte 1876 — 79 pag. .533 — 536 ausführlich be-
sprochenen Arbeit über freilebende Nematoden. Wir haben ein schön
ausgestattetes Werk in Gross-Folio-Format von 206 Seiten und 34 Tafeln
mit vortrefflichen Abbildungen vor uns, ein helminthologisches Prachtwerk.
Es war die Absicht des Verf., alle freilebenden Nematoden der Erde und
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 731
des süssen Wassers zu bearbeiten, doch musste er sich auf die nieder-
ländische Fauna mit Ausschluss der in faulenden Substanzen lebenden
Formen äusserer Verhältnisse wegen beschränken. Gegen die erwähnte
erste Ausgabe werden 3 Arten neu characterisirt , nämlich Diplogaster
fictor Bastian = Diplogaster fluviatilis de Man; Tylenchus agricola de
Man ^ Tylenchus filiformis de Man, Bütschli und v. Linstow; Tylenchus
fihformis Bütschli = Tylenchus elegans de Man, Tyl. exiguus de Man,
Tyl. tihformis de Man. Zwei Arten wei'den neu aufgestellt: Ironus
longicaudatus und Dorylaimus crassus. Verf. bespricht den Fang
und die Präparation dieser kleinen Nematoden, deren allgemeine Organi-
sationsverhältnisse, die örtliche und zeithche Verbreitung in den Nieder-
landen, die geographitche Ausbreitung, die Lebensweise, die Classification
und giebt sehr zweckmässige Bestimmungstabellen. Die geschlechtliche
Entwicklung ist an bestimmte Jahreszeiten nicht gebunden. Die nieder-
ländische Fauna wird nach ihrer örtlichen Verbreitung classificirt und
ferner nach der Körpergrösse in Abtheilungen gebracht; ein Litteratur-
verzeichniss schliesst das Werk. Die Beschreibungen der 145 angeführten
Arten sind sehr genau und sorgfältig und erschöpfend, die Abbildungen sind
ausgezeichnet, und so wird das Werk eine Zierde der helminthologischen
Litteratur sein. Der Aufenthaltsort wird geordnet nach: von süssem Wasser
duichtränkter Pflanzenerde, feuchter Pflanzenerde, von brackischem Wasser
durchtränkter Pflanzenerde, feuchter, humusreicher Pflanzenerde vom Walde,
sandiger Pflanzenerde von Dünenstrichen, solcher von Heidegründen und
süssem Wasser. Bei einigen Arten sind die Männchen so selten, dass sie
überhaupt noch nicht gefunden sind. Die Eier sind immer sehr sparsam,
in der Regel sind zur Zeit nur 2 als reif zu bemerken. Räthselhaft in Bezug
auf ihre Function sind immer noch die sogenannten Seitenorgane, die da
stehen , wo bei manchen Gattungen der parasitischen Nematoden die
Nackenpapillen gefunden werden; dieselben sind bald grubenförmig gestaltet,
bald hervorragend, bald linien-, bald rinnenförmig, bald spiralig. In
einigen Formen fand Verf. thierische, in anderen pflanzliche Parasiten.
Die Nahrung der hier beschriebenen Arten scheint lediglich eine vegeta-
bihsche zu sein, doch fand Verf. einmal einen Dorylaimus, der seinen
Stachel quer durch einen Cephalobus gcstossen hatte und ein anderes
Mal einen Mononchus, der einen Dorylaimus bis weit in den Oesophagus
hinein verschlungen hatte. J. G. de. Man. Die frei in der reinen Erde
und im süssen Wasser lebenden Nematoden der niederländischen Fauna*
Leyden 1884, 206 pg., XXXIV Tfln.
Cliatin legt die Resultate seiner an dem im vorigen Bericht erwähnten
Zwiebelnematoden angestellten Untersuchung in einer umfangreichen Mono-
graphie nieder, welche mit einer historisch -kritischen üebersicht über
die bisher bekannt gewordenen, in Pflanzen lebenden Nematoden beginnt,
unter denen besonders Tylenchus Tritici, Dipsaci, Millefolii, Fungorum,
Hyacinthi, Aphelenchus Avenae, parietinus, Pyri, Nematoden aus Dodoxia
732 Dr- von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Orientalis, Sedum, Falcaria Rivini, verschiedenen Piken, Hypnum cupres-
siforme , dem Kaffebaum erwähnt werden. — Verf. behandelt nun die
Körperform, die Cuticula, die Körpevhöhle, den Digestions-, den Genital-
apparat ausführlich und wendet sich dann der Entwicklungsgeschichte zu,
der wir nur entnehmen, dass die Art ovipar ist, dass die dem Ei ent-
schlüpften Larven den erwachsenen Exemplaren nicht gleichen und dass
also eine langsam fortschreitende Entwicklung stattfindet. Hierauf werden
die Lebensbedingungen besprochen und findet Verf., dass eine selbst voll-
ständige Austrockmmg die Wiederbelebungsfähigkeit nicht aufhebt und
zwar hängt die Zeit, welche das Thier zur Wiederbelebung im Wasser
zubringen muss, von dem Alter der Larven ab; für solche, welche einen
Monat ausgetrocknet waren, genügen 2 oder 3 Stunden der Berührung
mit Wasser; solche, die ein Jahr lang ausgetrocknet waren, müssen 3
oder 4 Tage im Wasser liegen, wenn sie wiederbelebt werden sollen;
Kälte des Wassers verzögert, Wärme beschleuiiigt die Wiederbelebung;
das Austrocknen und Wiederbeleben kann öfter wiederholt werden, findet
aber bald seine Grenze; organische, in Zersetzung begriffene Substanzen
halten die Wiederbelebung auf; langsam abgekühlt, widerstehen sie einer
Kälte von 10°, die höchste Wärme, welche sie ertragen, beträgt 65 — 70°;
diese Angaben beziehen sich nur auf die Larven , die erwachsenen Exem-
plare sind weit weniger widerstandsfähig. Was die Benennung der Art
betrifft, so glaubt Verf., sie sei identisch mit Kühn's Tylenchus putre-
faciens aus der Zwiebel, was allerdings mit Sicherheit nicht behauptet
werden kann, da Kühn diese Art nur benannt und nicht beschrieben hat,
was aber wahrscheinlich ist, da die hier beschriebene Art auch ein
Tylenchus ist. Der Parasit bewohnt die Mitte der Zwiebel, welche durch
ihn zerstört wird, und von hier gelangen die Larven in die Erde, wo sie
sich weiter entwickeln, um sich dann wieder in gesunde Zwiebeln einzu-
bohren. Beobachtet ist die Art in Deutschland (Westphalen, Rheinprovinz,
Lothringen, Thüringen) und Frankreich und sie lebt in Allium cepa und
porrum; mit der Schilderung der durch den Parasiten bewirkten Ver-
änderungen in der Zwiebel beschliesst Verf. seine dankenswerthe Arbeit.
M. J. Chatin, Reckerches sur VAnguillule de l'oignon, 56 pg., 2 plches.
Paris 1884. vid. auch: On a nematode parasilic on the common onion.
Ann. and magaz. of nat, history, b. ser., vol. XIII, London 1884,
pag. 150 — 151.
Larve und Geschlechtsform des die Zwiebel bewohnenden Tylenchus
sind verschieden; erstere ist spindeiförmig, letztere cylindrisch; beim
Männchen fehlen die Seitenflügel am Schwanzende, wie manche Arten
dieses Genus sie zeigen. Die Weibchen produciren Eier, welche den voll-
ständig entwickelten Embryo enthalten ; diese kurzen Angaben desselben
Verfassers gingen der eben erwähnten ausfuhrlichen Monographie voran.
M. J. Chatin. Nouvelles observations sur l'Anguillule de l'Oignon. Comptes
rendus Acad. Paris, t. 98, No. 26, 11. Fevrier 1884, pag. 375 — 377.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 733
In einer von Nathorst an der Westküste von Spitzbergen (78" 12'
nordl. Breite) auf sogenanntem rothen Schnee bei Alkhornet gesammelten
und von Wittrock imtersuchten Algenmasse, welche grosstcntheils aus der
rothgelben Alge Sphaerella nivalis ß lateritia Wittr. n. var. bestand, ent-
deckte Aurivillius Nematoden, die nach Wasserzusatz wieder auflebten
und die lebhaftesten Bewegungen zeigten. Die Art wird mit Aphe-
lenchas nivalis n. sp. bezeichnet und unterscheidet sich von den ver-
wandten Formen durch einen dichten Besatz von Borsten und kleinen
conischen Erhabenheiten am männlichen Schwanzende; das Miinnchen ist
1,47 mm lang und 0,07 mm breit, das Weibchen 2 und 0,1 mm; die
Art wird ausführlich beschrieben und abgebildet und macht Verf. übrigens
über das Genus Aphelenchus die Bemerkung, dass die Angabe Bastian's,
es fehle der Körperbedeckung ein Borstenbesatz, für diese Art nicht zu-
treffe, der auch an dem vorderen Körpertheil, wenngleich weit sparsamer
als am Schwänzende, zu finden ist, vorwiegend an ausgewachsenen Exem-
plaren; die Fähigkeit, nach dem Austrocknen wieder aufzuleben, in diesem
Falle nach einem 3 — 4 monatlichen Trockenzustande, theile Aphelenchus
mit Tylenchus, Cephalobus und Plectus, und wenn Blastian zweifelhaft sei,
ob bei Aphelenchus der Mundstachel vorgestossen werden könne, so sei
solches bei der hier beschriebenen Art der Fall, wenigstens werde der
vordere Theil desselben hervorgedrängt. C. W. S. Aurivillius. Eine An-
yuillalide aus der Schneefauna Spitzhergens. Svenska Vetenskap Akademiens
Ilandlingar Bd. 8, No. 1.1, Bihang, Stockholm, pag. 1 — 15, 1 Tjl.
Golgi und Monti prüfen die Angabe, dass Anguillula (Pseudorhabditis)
stercoralis und Anguillula intestinalis, welche letztere die Cochinchina-
Diarrhöe bewirkt, nur verschiedene Entwicklungsformen derselben Art
sind, und finden in der That, dass A. intestinalis im menschlichen Darm
niemals Männchen producirt, sich im Freien aber bei 20 — 22'' geschlecht-
lich differencirt, so dass A. intestinalis dimorphobiotisch ist und A. ster-
coralis die dazu gehörige freilebende Form ist. C. Golgi et A, Monti.
Note sur une question helminthologique. Archives Ilal. de Biologie, t. .5,
fasc. III, 1884, pag. 395—396.
Leuckart findet in der Leibeshöhle eines Rüsselkäfers , Hylobius pici,
einen 3 mm langen und 1 mm dicken Parasiten, der sackförmig ist und
einen Genitalapparat einschliesst; im Innern finden sich lausende kleiner,
0,4 mm langer, rhabditisartiger Nematoden, und nennt Verf. die Form,
welche an Sphacrularia zu erinnern scheint, AUantinema mirabile.
Die Jugendform gelangt in die Leibeshöhle des Käfers und von da in's
Freie, wo sie 0,8 — 0,9 mm gross wird und nach einigen Häutungen sich
geschlechtlich entwickelt. R. Leuckart. lieber einen neuen heterogenen
Nematoden, Tageblatt der 57. Vers, deutscher Naturf. u. Aerzte. Magde-
burg 1884, pag. 320.
Maller findet, dass Anguillula radicicola Greeff eine Heterodera ist,
also mit dem Verwüster der Zuckerrüben, Heterodera Schachtii, in das-
734 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
selbe Genus gehört; der Helminth bewohnt die Wurzeln der verschie-
densten Gewächse, von denen Verf. 36 aufführt, unter ihnen viele
Gewächshauspflanzen und auch CoiFea arabica, weshalb Verf. annimmt»
dass der von Jobert geschilderte KafFeenematode mit Heterodera radicicola
identisch ist. Der Parasit erzeugt Gallen in den Wurzeln , wodurch die
Pflanzen erheblich geschädigt werden. Die jungen Thiere sind schlank,
0,427 mm lang und 0,015 mm breit und zeigen am Kopfende den dem
Genus Tylenchus eigenen Bohrstachel. Zwei von Cornu unter den Namen
Anguillula Marion! und Anguillala spectabilis, ebenso die von Licopoli nur
„Anguillula" genannte Formen gehören hierher, sowie die von Warming
in den Wurzeln von Elymus arenarius gefundene Art. Das Vaterland dieses
Parasiten ist Deutschland, Italien, Frankreich, Dänemark und Brasilien.
Die schlanken Thiere bohren sich in das Wurzelgewebe ein, worauf sich
der Bohrgang hinter ihnen schliesst und sie nun beträchtlich anschwellen
und gcjchkchtsreif werden. Die Wurzel schwillt, da wo sie den Parasiten
urogiebt, gallenartig an; die Thiere häuten sich, ohne die ursprüngHche
Haut zu verlassen, welche sie als Cyste umgiebt, und zeigt die männliche
Cyste am Hinterende einen schwanzartigen Anhang, während die des
Weibchens kugelförmig aufgeschwollen ist; die Länge des in der Cyste
aufgerollten, schlanken Männchens beträgt 1,028 — 1,5 mm, die Breite
0,033 — 0,039 mm, während das Weibchen 0,85 mm lang und 0,51 mm
breit wird. In der Cyste entwickeln die 0,094 mm langen und 0,038 mm
breiten Eier die Embryonen, die Mutterthiere sterben ab, das Wurzel-
gewebe verfault und so werden die jungen Thiere frei; dieselben begatten
sich dann innerhalb oder ausserhalb der Gallen, Die weiblichen Ge-
schlechtsröhren sind doppelt, die männlichen Cirren sind gleich lang;
die Vulva liegt dicht vor der Analöffnung. Der Oesophagus zeigt
einen starken Bulbus; das weibliche Hinterleibsende ist stets abgerundet.
Das Männchen häutet sich in der Cyste noch einmal; wenn Verf. die
Geschlechtsreife übrigens erst in der Cyste eintreten lässt, so ist nicht
einzusehen, wie und wo die Copula vollzogen werden soll, und wenn Verf.
die im Uterus des Weibchens lebenden Männchen von Trichodes crassi-
cauda auch für in eine Cystenhaut eingeschlossen hält , so ist diese An-
sicht wohl durch die Beobachtungen Leuckart's, Bütschli's und des Ref.
widerlegt. C. Müller. Mitiheilungen über die unseren Kulturpflanzen
schädlichen, das Geschlecht Heterodera bildenden Würmer. LandwirthschiifÜ,
Jahrb. 13. Bd., Berlin 1884, pag. 1 — 42, tah. J—IV. Vergl. auch
B. Grassi und S. Oalandruccio. Inlorno ad una malattia parassitaria.
Catania 1884. L'agricoUore Calabro Siculo IX, No. 11.
0. Thüme. Referat über „B. Frank. Ueber das Wurzelälchen und
die durch dasselbe verursachten Beschädigungen der Pflanzen {^Heterodera
radicicola).''^ Sitzungsher. d. Nat. Ges. J.sis 1884. Januar — Mai pag. 6 — 8.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 735
Gordiaceen.
Villot spricht in Betreff der Entwicklungsgeschichte anlässlich einer
Mittheilung des Ref. über die Zwischenwirthe von Gordius aquaticus seine
Meinung, wie sie bereits den Comptes rendus Acad. sc. Paris t. 90,
No. 26 pag. 1569 — 1571 ähnlich gegeben wurde, dahin aus, dass eine
Gordius - Species keine speciellen Zwischenwirthe habe ; derselbe Wirth
könne die beiden Larvenformen beherbergen und dieselbe Larvenform einer
Art könne in den verschiedensten Wirthen leben ; in der Darmwand von
Cobitis barbatula, Phoxinus laevis und Petromy^on Planeri hat Verf. die
Embryonalform von den wohl unterschiedeneu Arten Gordius aquaticus,
tolosanus und grationopolensis, ausserdem auch in Mollusken und Insekten-
larven gefunden. So hält Verf. Fische und sogar warmblütige Thiere,
z. 13. eine Trappe, Otis Mac Quini, und in 3 constatirten Fällen den
Menschen nicht, wie Ref. es thut, für zufällige, sondern für naturgemässe
Zwischenwirthe der grossen Larvenform. Verf. meint, die Bestimmung
der in Insekten gefundenen Gordien sei wohl oft eine unzuverlässige, was
Ref. nicht zugeben kann, da dieselbe in der grössten Mehrzahl der Fälle
von dem berühmten t. Siebold herrührt, der einen Gordius wohl von einer
Mermis zu unterscheiden wusste. Wenn Verf. meint, das Vorkommen der
grossen Larvenform in Insekten sei ein mehr zufälliges, so ist daran zu
erinnern, dass die Frequenz desselben oft gleichen Schritt hält mit dem
des Vorkommens der entsprechenden geschlechtsreifen Form im Wasser,
wie Weyenbergh angiebt, dass in gewissen Jahren Gordienlarven massen-
haft in Acridium paranense zu finden sind, in denen dann später die frei-
lebenden Gordien in derselben Häufigkeit auftreten. A, Villot. Sur le
parasilisme et la cUlermination sp€cißque des Inrves des Gordiens. Zoolog,
Anz. VII, Leipzig 1884, No. 160, pag. 84—88.
Die Embryonalform von Gordius aquaticus, welche Kef. früher in
einem kleinen Zufluss des Ratzeburger See's fand, wird nun von demselben
in einem Bache, der in die Hamel, einem Nebenfluss der Weser, bei
Hameln fliesst, und zwar beidemale in Limnaea ovata gefunden. Durch
diese an entfernten Orten zu wiederholten Malen gemachten Funde hält
Verf. sich zu der Annahme berechtigt, dass der Zwischen wirth für die
Embryonalform von Gordius aquaticus Limnaea ovata ist, da in den ge-
nannten Gewässern diese und keine andere Gordius -Art vorkommt; der
Zwischenwirth der grossen Larven , die schon die Art erkennen lassen,
sind dann nach v. Siebold's Funden Raubkäfer und Fangschrecken. Wenn
Villot, welcher angiebt, die Embryonalform der einzelnen Gordius - Arten
wohl zu unterscheiden, die oben genannten Fische als Wirth der Em-
bryonalform für Gordius aquaticus anführt, so passt das für den hier in
Frage kommenden Fundort nicht, denn in dem genannten Bache leben an
Fischen nur Gasterosteus aculeatus und pungitius , welche nie Gordien
beherbergen (1. c).
736 Dr- von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Schwierig scheint die Frage, auf welche Weise die in Landiusekten
lebenden Gordiuslarven wieder in's Wasser gelangen, v. Siebold suchte
nnd fand Gordiuslarven in Feronia melanaria, welche in einem von Gor-
dien bewohnten Bache ertrunken waren. Es giebt aber noch eine andere,
höchst merkwürdige Art, wie Landinsekten die in ihnen lebenden Gordius-
larven dem Wasser übergeben, über welche Mc. Cook nach einer Beob-
achtung Conger's berichtet. In einem von zahlreichen Heimchen (Cricket,
Gryllus domesticus) bewohnten Hause wurde bemerkt, dass im Wasser-
eimer häufig Gordien gefunden wurden, während das Wasser beim Herein-
tragen frei von solchen war. Um diese Erscheinung zu ergründen, legte
man sich aufs Beobachten und sah, wie ein dickbäuchiges Heimchen an
dem Eimer in die Höhe kletterte, das Ende des Hinterleibes unter die
Wassei Oberfläche tauchte und nach heftigem Drängen eine schwarze Masse
in's Wasser fallen Hess, die zu Boden sank und sich auseinanderwickelnd
sich als ein Gordius erwies. Das Heimchen war nach diesem Act so
erschöpft, dass es kaum gehen konnte; diese Beobachtung wurde oft
wiederholt und fand man, dass, wenn ein dickbäuchiges Heimchen ergriften
und am Hinterleibe gedrückt wurde, derselbe dicht vor der Aftermündung
barst und einen Gordius austreten liess. H. C. Mc. Cook. Notes an the
inleÜigence of a cricket parasiticed by a Gordius. Proceed. Acad. nat. sc.
PhihtdelpMa, 1884, paff. 293-294.
Zschokke berichtet gelegentlich der Besprechung der im Genfer See
gefundenen Helminthen von einem 17 mm langen und 0,1 mm breiten im
Darm von Thjmallus vulgaris gefundenen Rundwurm, der als Gordius
acjuaticus angesprochen wird; die Zweifel, welche Verf. bezüglich der
richtigen Bestimmung ausspricht, sind aber wohl gerechtfertigt, denn ein
Nemato'ide mit Dornen am Koi)fe (bouche munie de quelques spieules)
und einem Cirrus (un penis ou spicule courbe) kann wohl kein Gordius
sein (1 0.).
Acanthocephalen.
Saefftigen macht eingehende Studien über den feineren Bau von
Echinorhynchus angustatus, proteus und clavaeceps und findet, dass die
Körperwandung aus einer höchst feinen Cuticula, einer sehr mächtigen
Subcuticula, einer Ring- und einer Quermuskelschicht besteht. Die äussere,
sehr dünne Lage der Subcuticula ist die sogenannte Streifencuticula, mäch-
tiger schon ist die darauf folgende aus Circulär- und Longitudinalfasern
bestehende, bei weitem die dickste aber ist die Radiärfaserschicht, welche
letztere ausser den Subcuticularkernen, welche mitunter einen Durchmesser
von 0,2 mm erreichen, auch die grossen Kanäle einschliesst. Im Rüssel
liegt zwischen der Subcuticula und der Ringmuskulatur eine helle, structur-
lose Schicht, in welcher die Haken wurzeln; sie wird als „chitinöse
Schicht" bezeichnet Die Lemnisken bestehen aus radial-, ring- und
längsvcrlaufenden Fasern und enthalten einen Längskanal mit grossen und
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 737
kleinen Kernen. Der im sogenannten Halstheil der Körperwand ver-
laufen'.le Ringkanal entsendet nach hinten in die Lemnisken zwei Gefässe;
ein eigentliches Bindegewebe wird im ganzen Echinorhynchen-Körper nicht
gefunden. Die Muskeln enthalten zahlreiche Kerne, Zellcontouren sind
aber nicht wahrnehmbar, so dass sie als viclkernigo Blasteme aufzufassen
sind. Das Muskelgewebe besteht aus einer fibrillären , contractilen Sub-
stanz, aus einer Markschicht, welche aus einem netzartigen, Flüssigkeit
enthaltenden Protoplasma besteht und die Kerne enthält, endlich aus einem
ttructurlosen Sarcolemm. Das Hineinragen der Markbeutel in die Leibes-
höhle , wie es bei den Polymyariern unter den Nematoden die Regel ist,
kommt auch hier vor, aber weit seltener als dort. Die Muskelschichten
werden von zahlreichen, ovalen Löchern durchbrochen. Durch viele
Sarcolemmzüge stehen die Ring- und Längsmuskeln mit einander in Ver-
bindung. Bei einigen Arten werden die Lemnisken von einer Muskel-
schicht, dem Lemniskenmantel oder Compressor lemnitcorum allseitig
umgeben. Die Rüsselscheide besteht aus zwei in einander gelagerten,
hinten geschlossenen Muskelcylindern; die Retractoren sind 4 Muskel-
röhren, die in manchen Fällen in kleinere Muskelzüge aufgelöst sind.
Die Retinacula sind muskulöse Hohlrinnen , in denen die hinteren Seiten-
nerven verlaufen. Das grosse, im Grunde der Rüsselscheide gelegene
Ganglion hat keine eigene Hülle und besteht durchschnittlich aus etwa
70 Zellen; von demselben entspringen 1 — 3 vordere Mediannerven, welche
in einzelnen Fällen bis zum Eindringen in die Rüsselretractoren und bis
an die Rüsselhaken verfolgt wurden, ferner ein vorderes Lateralnervenpaar,
welches an der Rüsselscheidewand verläuft, und ein hinteres Lateralnerven-
paar, welches erst im Retinaculum und dann an der Längsmuskulatur
hinzieht, wo sich der einzelne Nerv in einen vorderen und hinteren Ast
theilt. Das sogenannte Ligament ist ein geschlossener, muskulöser Hohl-
cylinder, in welchem beim Männchen die Hoden liegen und beim Weibchen
die Eier gebildet werden, die nach der Sprengung desselben in die Leibes-
höhle gelangen; beim Weibchen senkt es sich in den Glockenhohlraum
hinein und heftet sich, in 2 seitliche Zipfel gespalten, an den Grund des-
selben, so dass der Hohlraum des Ligaments nicht mit dem der Glocke
communicirt. Hinten geht die Glocke in den Uterus über, dessen letztes
Ende die Scheide bildet; letztere hat eine gesonderte Muskulatur, die aus
einem schwächeren , inneren und einem stärkeren , äusseren Sphincter
besteht; die innerste Scheidenauskleidung hat eine secretorische Function.
Die Ausführungsgänge der männlichen Geschlechtsdrüsen werden von einer
starken Muskelscheide, der Genitalscheide, umkleidet. Von derselben wird
auch das grosse Organ eingeschlossen, welches bisher Samenblase genannt
wurde; diesen Namen verdient es jedoch nicht, da es ein überall ge-
schlossener, muskulöser Sack ohne Lumen ist, der im Innern ein weit-
maschiges, protoplasmatisches Netzwerk enthält, in dem 2 Muskelkeme
liegen; das Organ scheint zur Ausstülpung der Bursaltaschen zu dienen,
738 ^^' VII Linstow: Bericht über die Leistungen in der
und wird Markbeutel genannt. An der Wurzel des Penis liegt jederseits
ein durch eine Commissur mit dem gegenüberliegenden verbundenes Gang-
lion, von dem nach vorn und hinten Nervenfasern an die Geschlechts-
organe abgehen. A. Saeffligen. Zur Organisation der Echinorhynchen.
Leipzig 1884. Morpholog. Jahrb. hersgeg. v. Gegenbaur. Bd. X, Heft 1.
52 pg., tab. III— V.
Nach Villot lebt die Larve von Echinorhynchus clavaeceps in Sialis
niger (Semblis, — Hemerobius lateratia) und soll schon von Robin in
dessen Traite du Microscope pag. 777 Fig. 209 im Jahre 1871 abgebildet
sein; doch konnte diese Figur nur von dem erkannt werden, der selber
Gelegenheit hatte, die Form näher zu untersuchen, da Robin sie Nema-
toide parasite des Nephelis nennt; dementsprechend fand Verf. sie auch
in Nephelis octoculata, meint aber, dass dieser Fundort wohl nur ein
zufalliger sei und Nephelis nicht als eigentlicher Zwischenwirth angesehen
werden könne, da die Fische, welche die Träger der erwachsenen Form
von Echinorhynchus clavaeceps sind, sich nicht von Blutegeln nähren.
Auf Ech. clavaeceps wird die hier gefundene Larve auf Grund der in
3 Reihen gestellten 18 Haken zurückgeführt, welche auch in der Form
übereinstimmen. Verf. wendet sich gegen verschiedene die Organisation
und die Entwicklung der Acanthocephalen betreflfenden Behauptungen
Megnin's und meint letzterem gegenüber, dass die Anlage der Geschlechts-
organe schon in der Larve vorhanden ist, dass das Ligamentum Suspen-
sorium, das auch beim Männchen existire, nicht als Ovarium anzusprechen
sei und dass die Lemnisken nicht den Darmschenkcln der Trematoden
gleichzustellen seien. M. Ä. Villot. Echinorhynchus clavaeceps Zeder;
Note sur S071 Organisation et son d€veloppement. Bullet. Soc. des Sc.
natur. du Sud-Est, tome III, Grenoble, 8. Nov. 1884, pag. 52 — 58.
Aus dem Genfer See beschreibt Zschokke Echinorhynchus angustatus,
proteus und clavaeceps und giebt als neue Fundorte an , Echinorhynchus
angustatus und proteus in Cyprinus carpio und Echinorhynchus proteus in
Alburnus lucidus gefunden zu haben (1. c).
Farona berichtet, Echinorhynchus globocaudatus in Falco cenchris
auf Sardinien gefunden zu haben (I. c.) und
Ref. beschreibt Echinorhynchus Eperlani aus Osmerus eperlanus (I. c).
Trematoden.
Biehringer macht die Anatomie und Entwicklungsgeschichte der
Sporocysten zum Gegenstande seiner Untersuchungen , und zwar sind es
Cercaria armata, macrocerca, micrura, Bucephalus polymorphus und Cer-
caria acerca n. sp. aus Onchidium Carpenteri Stearns, an welchen
Verf. die Studien anstellt. Die Sporocysten zeigen eine dreifache Schich-
tung des Leibesschlauches; zu äusserst findet sich die dünne, structurlose,
homogene, hie und da mit Kernen durchsetzte Epidermis. Die Kerne
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 739
beweisen, dass letztere aus Zellen entsteht und nicht die Ausscheidung
einer unterlagemden Matrix ist, daher nicht die Bezeichnung Cuticula
verdient und der Hypodermis der übrigen Würmer gleichzusetzen ist.
Darunter folgt die aus Ring- und Längsfasern bestehende, schwache
Muskelschicht und unter dieser das mächtige Keimepithel, das meistens
einschichtig ist. Ausserdem ist eine Hülle zu erwähnen, welche den
Körper mantelartig umgiebt und mit „Paletot" bezeichnet wird. Dieselbe
wird aus den Zellen des Schneckenblutes gebildet, welche sich an die
Epidermis legen, ihre Fortsätze verlieren und schliesslich zu einer epithel-
artigen Hülle verschmelzen , welche die Sporocyste eng umgiebt. Die
letztere hat an dem einen Ende in der Regel eine saugnapfartige Ver-
tiefung. In dem Gefässsystem werden die bekannten Wimpertrichter
wiedergefunden. Die Keimkörper bilden sich in den Sporocysten in der
Weise, dass eine Zelle im Keimepithel sich theilt in 2, 4, 8 Zellen u. s. f.,
und diese, anfangs mitten in den Zellen des Keimepithels liegende Zellen-
haufen , sich aus ihrem Lager abzulösen beginnen und nach der Höhlung
der Sporocyste gedrängt werden; eine Zeit lang sitzen sie noch als rund-
liche Körper an der Innenwand und fallen dann frei in die Höhlung hin-
ein; die Fortpflanzung ist eine ungeschlechtliche und muss als innere
Knospung oder Sprossung aufgefasst werden, so dass also bei den Trema-
toden in diesem Sinne ein Generationswechsel stattfindet. J. Biehringer.
Beiträge zur Anatomie und EnlwicMungsgeschicht& der Tremaloden. Arb.
aus dem zoolog.-zootom. Institut in Würzburg. Wiesbaden 1884, Bd. VII.
28 pg., l Tß.
Sonsino findet, dass der Stoflf, mit welchem die Cerkarien sich ein-
kapseln, bald von Drüsen abgesondert wird, welche beim Mundsaugnapf
münden, bald von der Körperoberfläche; die auf erstere Weise zustande-
kommenden Cysten sind in der Regel fein und durchscheinend. In solchen
Secretionszellen der Cerkarie von Distomum hepaticum fand Thomas
eigenthümliche , kleine Stäbchen, so auch Wagener und de Filippi bei
der Cerkarie von Amphistomum subclavatum. Dieselben Gebilde sah
Verf. wieder bei der Cerkarie eines Amphistomum aus Physa Alexandrina
und micropleura in Cairo, die nicht in die Entwicklungsreihe von Am-
phistomum subclavatum gehört. Die Zellen sind 0,018 mm lang, die
Stäbchen in ihnen 0,011 — 0,013 mm. Die Cyste dieser Cerkarie zeigt
2 Schichten , eine äussere , dickere und in der inneren fand er dieselben
Stäbchen wieder, welche zur Verstärkung der Cyste zu dienen scheinen.
Eine zweite Form, bei welcher diese Stäbchenformen gefimden wurden,
ist Cercaria distomatosa della Cleopatra bulimoides n. sp. aus Cleo-
patra bulimoides. P. Sonsino. Di una particolarila di strutlura di certe
cercarie, cellule a bastoncini, e della signißcazione funzionale. Process.
verb. Soc. Toscana di Sc. Nat. 6. Juli 1884, pag. 98 — 102.
Gaffron untersucht das in der Muskulatur von Astacus fluviatiHs ein-
gekapselte, geschlechtslose Distomum isostomum, das zum Studium des
740 Dl*' von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Nervensystems ein geeignetes Objeet ist, und findet, dass dieses aus sechs
Längsstämmen besteht, von denen jederseits einer ventral, einer dorsal
und einer lateral, nach aussen vom Darm verläuft; sie entspringen aus
einer über dem vorderen Theile des Oesophagus liegenden Quercommissnr,
die seitlich zwei Anschwellungen oder Ganglien zeigt, von denen je zwei
Nervenstämme nach vorn und zwei nach hinten abgehen; die beiden vor-
deren inneren theilen sich gleich nach ihrem Ursprünge in 2 Aeste und
treten an den Mundsaugnapf, während die vorderen äusseren an die vor
letzterem liegenden Drüsen gehen; die beiden hinteren inneren theilen sich
gleichfalls bald nach ihrem Austritt aus dem Ganglion und bilden jeder-
seits die ventralen und dorsalen Längsstämme, die hinteren äusseren aber
die lateralen. Bei weitem die stärksten der 6 Längsstämme sind die
beiden ventralen, welche wahrscheinlich von den Autoren als „Seitennerven"
der Distomen beschrieben sind; am hinteren Körperende corvergiren die
beiden ventralen und dorsalen Längsstämme und gehen in einander über,
während die lateralen am Hinterende getrennt bleiben; sechs Quercom-
missuren, drei vor und drei hinter dem Bauchsaugnapf, gehen vom late-
ralen Länf^sstammc zum Ventral- und Dorsalstamm der entsprechenden
Seite ; durch Quercommissuren stehen femer die beiden Ventral- und die
beiden Dorsalstämme mit einander in Verbindung, so dass auf diese Weise
ringförmige Commissuren entstehen, welche die Darmschenkel und ohne
Zweifel später die Geschlechtsorgane umkreisen; ausserdem bestehen noch
feine Quercommissuren in der Gegend , wo der Darm sich gabelt. So
gleicht das Nervensystem von Distomum, wenigstens bei dieser Art, auf-
fallend dem von Lang bei Tristomum gefundenen, und zweifelt Verf. nicht,
dass die hier beschriebenen Verhältnisse — sechs Längsstämme mit ring-
förmigen Quercommissuren — sich auch bei den übrigen Trematoden
wiederfinden lassen werden. Z. Gaßron. Nervensystem der Trematoden.
Zoolog. Beitr. herausgeg. von Schneider. Bd. 1, Heft 2, Breslau 1884,
pag. 109—115, tab. XVII.
Während Sonsino geneigt ist, nach dem Sitze und der Form der
conischen Spitze, welche die Eier von Gynaecophorus baematobius bald
am Eipol bei gerader Form , bald an der Seite und gekrümmt zeigen,
zwei Arten zu unterscheiden, findet Chatin an aus Egypten geschickten
Exemplaren , dass beide Eiformen nicht nur zusammen vorkommen , son-
dern auch alle möglichen Uebergangsformen zeigen, so dass diese Merk-
male zu einer specifischen Unterscheidung nicht geeignet sind. J. Chatin.
Sur les oeufs de la Bilharzie. Comptes rendus Soc. Biolog. 7. s&. , t. 1,
No. 22, Paris 1884, pag. 364—365.
Der bei Polystomum integerrimum in querer Richtung vom Oviduct
sich abzweigende Kanal, von welchem Zeller angiebt, dass er in den
Hoden trete und so eine directe Verbindung zwischen den männlichen und
weiblichen Geschlechtsorganen herstelle, verbindet nach Ijima den Oviduct
mit dem Darm und scheint den Zweck zu haben, überflüssige Geschlechts-
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 741
producte in den Darm zu leiten, wo sie verdaut werden, wie Verf. auch
eine Anzahl Eier im Darmlumen beobachtete; der Kanal enthielt oft Eier
und Dotterzellen. Derselbe Kanal kommt bei Polystomum ocellatum vor,
ebenso bei Diplozoon paradoxum und einer Art von Octobothrium ; die
von Zeller bei Polystomum gefundenen paarigen Kanäle , welche als
Scheiden oder Begattungskanäle dienen, hat Verf. ebenfalls gesehen.
Isao Ijivia. lieber den Zusanivienhan(/ des Eileiters mit dem Verdauungs-
kanal hei gewissen Polystomeen. Zoolog, Anz. 7. Jahrg. ^ Leipzig 1884,
pag. 635 — 639.
Encystirt in der Darmwand von Nephrops norvegicus aus dem Meere
an der schottischen Küste fand Cunningham eine mit Polystomum ver-
wandte Trematodenlarve, die Stichocotyle Nephropis n. gen., n. spec,
genannt wird. Die Grösse schwankt zwischen 10 und 75 mm; längs der
Bauchlinie zieht sich eine Reihe von grossen Saugnäpfen in der Anzahl
von 7 bis 22 hin; Darm und Gefässsystem sind Trematoden- artig und
die Geschlechtsorgane sind noch unentwickelt; eine ausführliche Beschrei-
bung behält Verf. sich vor. J. T. Cunningham. A new marine Trematode,
belonging to the Polystomidae. Zoolog. Anz. 7. Bd., Leipzig 1884, ^3«^. 399.
Ueber Distoraum hepaticum berichtet A. Prunac. Note sur la grande
douve du foie {Distomum hepaticum) Paris 1883.
Wright giebt an, Distomum nodulosum in Krebsen zu finden. R.
Ramsny Wrighl. Trematode Para.iite in Americnn Cray fish. The American
Naturalist, vol. 18, Salem u. Philadelphia 1884, pag. 429 — 430.
In der Mundhöhle von Alligator mississippiensis fand Leidy ein
15 — 20 mm langes und 3 mm breites Distomum; der grosse Bauchsaug-
rapf liegt im vorderen Körperviertel; die Art wird Distoma oricola
n. sp. genannt (1. c).
Zschokke bespricht unter den in Fischen des Genfer See's gefun-
denen Helminthen Monostomum Maraenulae, Monostomum Cotti n. sp.
(= ? M, Maraenulae Rud.) eingekapselt an den Appendic. pylor. von
Cottus gobio; Distomum globiporum, tereticolle, rosaceum, folium, nodu-
losum , longicolle ; Tetracotyle Percae , Diplostomum volvens , Diplozoon
paradoxum, Sporocystis Cotti ; letztere Form, mit Zellen gefüllte Schläuche
in den Muskeln von Cottus gobio, möchte Ref. nicht für junge Sporo-
cysten, in denen sich Cerkarien entwickeln werden, sondern für Psoro-
spermien-Schläuche halten. Neue Fundorte sind: Distomum tereticolle
D. folium in Salmo salvelinus, Distomum folium in Trutta lacustris, Di-
plozoon paradoxum an Lota vulgaris und Cottus gobio, Distomum longi-
colle in Perca fluviatilis, Distomum tereticolle in Squalius cephalus und
Thymallus vulgaris, Distomum folium in letztgenanntem Fisch (1. c).
Aus Sardinien führt Parona an: Monostomum faba unter der Haut
von Emberiza cirlus (1. c.) und
Ref. bespricht Distomum oxycephalum als unbewaffnete, ältere Form
von Distomum echinatum , dessen Haken sich allmählich aufgelöst haben ;
742 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
die Distomen der Fledermäuse, D. lima, chilostomum, ascidia und hetero-
porum werden beschrieben und ihre unterschiede angegeben; letztere beiden
messen nur etwa 1 mm; erstere sind grösser, D. lima hat die grössten
Eier, welche 0,04 mm lang und 0,023 mm breit sind; D. ascidia kann
den Mundsaugnapf bis mitten in den Leib zurückziehen, so dass er hinter
dem Bauchsaugnapfe liegt; die Larve von Distomum globiporum lebt
encystirt im Fuss von Limnaea ovata und Succinea Pfeifferi; Distomum
Gyrini ist eine neue Larvenform aus Froschlarven; neu ist ferner Cer-
caria Limnaeae ovatae, und Cercaria nodulosa wird von neuem unter-
sucht (1. c).
Cestoden.
Eine gedrängte üebersicht unserer gesammten Kenntniss der Cestoden
mit Einschluss der neuesten Entdeckungen auf diesem Gebiet giebt Leuckart;
die in unseren Hausthieren vorkommenden Arten werden besonders be-
sprochen. Die erläuternden Holzschnitte sind der zweiten Auflage des be-
kannten Parasitenwerkes des Verf. entnommen und die Darstellung ist in
so klarer, bestimmter Weise gegeben, wie wir es bei dem geschätzten
Autor gewöhnt sind. Derselbe hält an der Ansicht fest, dass die Tänic
nicht ein Thierindividuum, sondern als eine Colonie zahlreicher, ver-
wachsener Individuen aufzufassen ist; die Lehre von der directen Ent-
wicklung ohne Zwischenwirth wird als mit allen Beobachtungen und
Erfahrungen im Widerspruch stehend zurückgewiesen und die Ansicht,
dass die Kopfzapfen der Cysticerken in eingestülptem Zustande entstehen
mit der Modification aufrecht erhalten, dass besonders Arten mit lang-
gestrecktem Rostellum eine Entwicklung haben könnten , bei der das
äusserste Kopfende mit dem Rostellum keine ümstülpung erfahre. R.
Leuckart. Bandwürmer. Koch , Encyclopädie der Thierheilkunde. Wien
1884, pag. 361 — 404, 53 Holzschn.
Zschokke bespricht unter den in Fischen des Genfer See's gefun-
denen Helminthen in ausführlicher Weise Bothrioccphalus infundibuliformis
Rud. und B. proboscideus Rud. , die identisch sind und nur verschiedene
Contractionszustände derselben Art darstellen ; als Bezeichnung wird der
erstere Name gewählt; die einzelnen Ligula- Formen werden nach Donna-
dieu's Vorgange ebenfalls in eine Species: Dibothrium (Bothrioccphalus)
ligula zusammengefasst; encystirte Bothrioccphalus -Larven werden wieder-
holt in der Darm- und Magenwand von Perca fluviatllis, Trutta vulgaris,
Esox lucius, Saimo salvelinus, Thymallus vulgaris und Lota vulgaris
gefunden, aber nicht in den Muskeln; Triaenophorus nodulosus hat in der
Mitte der Proglottide eine besondere Uterus -OefFnung und 10 Hauptlängs-
gefässe; man findet 2 an Ganglienzellen reiche Nervenstränge, die durch
die ganze Proglottidenkette gehen und von den Saugnäpfen durch eine
Commissur verbunden werden; der Fund von Tetrarhynchus Lotae ist
Naturgeschichte der Eingeweirlewürmer im Jahre 1884. 743
merkwürdig, weil dieses Genus sonst nur in Meerfischen lebt. Cyatho-
cephalus ist mit Bothriocephalus und Caryophyllaeus verwandt. Uebrigens
werden besprochen und zum Theil abgebildet: Taenia longicollis, ocellata,
filicoUis, Salmonis umblae n. sp. , torulosa, und neue Fundorte sind:
Coregonus fera für Taenia longicollis, T. ocellata, T. torulosa, Cyatho-
cephalus truncatus und Bothriocephalus infundibuliformis; Salmo salvelinus
(= umbla) für Taenia ocellata und Tetrarhynchus Lotae; Trutta lacustris
(= variabilis) für Taenia ocellata und Tetrarhynchus Lotae; Esox lucius
fiir Taenia ocellata und Bothriocephalus infundibuliformis ; Lota vulgaris für
Taenia ocellata, T. torulosa, Cyathocephalus truncatus, Bothriocephalus infun-
dibuliformis und Tetrarhynchus Lotae; Perca fluviatilis für Taenia filicollis
und Bothriocephalus infundibuliformis ; Squalius cephalus für Ligula (1. c).
Bell berichtet über folgende in bei Madras gefangenen Fischen, durch
Oerley bestimmte Cestoden: Anthocephalus giganteus und A. Hippoglossi
vulgaris aus der Bauchhöhle von Caranx sp.; Anthocephalus giganteus
aus dem Oesophagus von Caranx sp. al. ; Anthocephalus elongatus aus
dem Oesophagus von Arius thalassinus; Pterobothrium macrourum aus
dem Oesophagus von Equula caballa; Pterobothrium heteracanthum aus
dem Oesophagus von Cybium guttatum, aus dem Oesophagus von Stro-
mateus niger und Drepane punctata; Pterobothrium crassicolle aus dem
Oesophagus von Synagris luteus und Trichiurus savala und dem Darm
von Sciaena sp. ; Anthocephalus n. sp. aus der Bauchhöhle von Trichiurus
savala; Pterobothrium n. sp. aus dem Darm von Sciaena sp. Beschrieben
werden die Funde nicht. F. Jeffrey Bell. Note on some parasites of
ßshes from Madras, de'.ermined by Dr. Oerley. Ann. of nat. hist. 5. ser.,
vol. 13, London 1884, pag. 173 — 175.
Farona findet auf Sardinien: Taenia tenuis und T. globifera in
Falco cenchris, Taenia perlata in Circus aeruginosus, Taenia linea in
Perdix petrosa, Taenia sphaerophora in Numenius tenuirostris , Taenia
lanceolata in Phoenicopterus roseus, Ligula digramma in Podiceps minor
und Tetrarhynchus megacephalus in Prionodon glaucus (1. c).
Von Neu- Seeland beschreibt Chatin als neu Taenia Apterycis
aus dem Darm von Apteryx, eine hakenlose Form (1. c).
Ref. findet, dass Taenia tenuicollis aus dem Iltis zwei verschiedene
Hakenformen besitzt und beschreibt unter dem Namen Taenia brevis
eine neue, aus wenig Gliedern bestehende Tänie aus dem Darm von
Charadrius pluvialis (1. c).
Bei einem zweijährigen Kinde vom Lande bei Varese in Italien con-
statirte Farona 4 Proglottidenketten einer Tänie, jede 12 — 20 cm lang;
der sehr kleine, 0,112 — 0,088 mm breite Scolex hat weder ein Rostellum
noch Haken, die Eier messen 0,058 — 0,068 mm; diese Eier, die ganze
Gestalt der Tänie, die birnförmigen Geschlechtsorgane, der Fundort
stimmen genau mit Taenia flavo-punctata Weinland überein, deren Scolex
bisher noch nicht bekannt war, und wird durch diese Beschreibung
Arch. f. Natiu-gesch. L. Jahrg. 2. Bd. XX
744 Dr. von Linstow: Bericht über die Leistungen in der
Parona's unsere Kenntniss dieser so sehr seltenen Tänie vervollständigt.
£. Pai-ona. Di un caso di Tania fiavo- punctata (?) riscontrata in una
bambina di Varese. Giornale della R. Accad. di Med. di Torino , Febr.
1884, 13 pag., 1 Tß.
In Nordamerika entleerte nach Leidy ein dreijähriges Kind ein
Dutzend Tänien Fragmente, anscheinend 3 Exemplaren angehörend, von
etwa 12 — 15 Zoll Länge; ein Scolex war nicht vorhanden; die Geschlechts-
öffnungen lagen einseitig, die Eier massen 0,072 mm und bestimmt Verf.
die Form als Taenia flavo- punctata. J. Leidy. A rare human tapeworm.
Proceed. Acad. nat. sc. Philadelphia 1884, paff. 137.
Mc Murrich vermuthet den Zwischenwirth von Taenia expansa der
Schafe in Melophagus ovinus, der Schafzecke, hat daselbst aber vergeblich
danach gesucht; Verf. bemerkt, dass die Taenie in feuchten Jahren be-
sonders häufig auftritt und schon säugende Lämmer sie beherbergen.
J. P. Mc Murrich. The Tapeworm Epizoolic {Taenia expansa Rud. in
Lambs). Ninlh Ann. Rep. Ontario Agric. Coli. 1883. Toronto 1884,
vag. 174 — 178, uilh ßg.
Braun untersuchte 6 Hechte aus dem Burtnek-See und fand in der
Muskulatur und den Unterleibsorganen von zweien derselben Finnen von
Bothriocephalus latus, während die in Dorpat auf den Markt gebrachten
fast alle diesen Parasiten enthielten. M. Braun, {lieber die Ergebnisse
der Untersuchung von sechs Hechten) Sitzungsher. der Dorpater Natur-
forscher-Gesellschaft 1884, pag. 45 — 46. Vergleiche auch: M. Braun.
Zur Entwicklungsgeschichte des breiten Bandwurms {Bothriocephalus latus).
Sitzungsher. der Dorvater Naturforscher -Gesellschaft 6. Bd., 3. Heft,
pag. 528—534.
L. Jany's Arbeit: Ueher Einwanderung des Cysticercus cellulosae in's
menschliche Auge. Wiesbaden 1884 siehe im Jahresbericht 1882 pag. 657.
Eulenberg berichtet, dass im Jahre 1883 in Preussen unter 4,248,767
untersuchten Schweinen 12,074 mit Cj'sticercus cellulosae behaftet gefun-
den wurden, so dass auf 352 untersuchte Schweine ein finniges kam
(1. c).
Hahn bespricht anlässlich des Vorkommens von Echinococcus am
Gelenkende der Tibia beim Menschen die Statistik von Echinococcen in
Knochen, und sind von den sehr zahlreichen Fällen von Echinococcen
nur 35 bekannt, bei denen der Sitz in den Knochen war. Den Grund
der Seltenheit dieses Vorkommens sucht Verf. in dem Umstände, dass die
Embryonen von Taenia echinococcus aus dem Vcrdauungstract in den
Blutkreislauf gelangen , wo sie in der Regel im ersten Capillarsystem,
welches sie zu passiren haben, also in dem der Leber, haften und sich
aus den Gefassen heraus in die Leber begeben, seltener aber dieses
Capillarsystem passiren, wo sie dann im zweiten sich festsetzen. E. Hahn.
{Das Vorkommen von Echinococcen in Knocken beim Menschen). Deutsche
Medicinalzeitung, Berlin 1884, pag. 19.
Naturgeschichte der Eingeweidewürmer im Jahre 1884. 745
Ein Fall eines geheilten solitären Milzechinococcus beim Menschen
giebt Mosler Veranlassung, die Litteratur der Milzechinococcen überhaupt
zusammenzustellen, und werden 66 derartige Fälle, von denen 36 durch
Vorkommen desselben Parasiten in anderen Organen complicirt waren,
angeführt; der Schwerpunkt der Arbeit liegt nicht auf zoologischem, son-
dern auf medicinischem Gebiet. F. Mosler. lieber Milz - Echinococcus
und seine Behandlung. Wiesbaden 1884.
Dasselbe gilt von J. D. Thomas, Hydatid Disease, with special
reference to its pi-evalence in Australia. Adelaide 1884, 6 «. 220 pag.,
5 plts.
Beimann bespricht das Vorkommen von Echinoccen beim Hunde.
R. Reimer. Beitrag zur Echinoccenkrankheit des Hundes. Deutsche
Zeitschr. für Thiermed. 11. Bd. pag. 81 — 86.
Druck von E. Bachbinder in Neu-Ruppin.
MBL/WHOI LIBRARY