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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHSON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. Dr. LEUCKART IN GIESSEN
HERAUSGEGEBEN
VON
Dr. F. H. TROSCHEL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN,
FÜNF UND ZWANZIGSTER JAHRGANG.
Ersier Band,
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Berlin,
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(G. Parthey,)
1859.
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Inhalt des ersten Bandes.
Die Staphylinen -Fauna von Ostindien, insbesondere der Insel
Ceylan. Bearbeitet von Dr. A. Kraatz in Berlin. Hierzu
Taf. I—Ill
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. Von Franz
Leydig in Tübingen. Hierzu Taf. IV
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. Ein weiterer Beitrag zur
Kenntniss der Parthenogenese. Von Rud. Leuckart in
Giessen. Hierzu Taf. V.
Careinologisches. Von Rud. Leuckart in Giessen. Hierzu
Taf. VI und VII.
Einige Bemerkungen über Sacculina Thomps.
Notopterophorus Costa
Ueber die Gesichtswerkzeuge der Copepoden
Ueber das Vorkommen eines saugnapfartigen Haftap-
parates bei denDaphniaden und verwandten Krebsen
Ueber die Gehörorgane der Decapoden >
Die Begattung des Arion empiricorum. Von Emanuel Pur-
kyne, Gymnasiallehrer in Prag. Hierzu Taf. VIII
Spix’ Serpentes brasilienses, beurtheilt nach Autopsie der Ori-
ginalexemplare und auf. die Nomenclatur von Dumeril
und Bibron zurückgeführt. Von Prof. Jan in Mailand
Systematischer Katalog aller Helminthen, die im Menschen ge-
funden worden. VonDr.D.F.Weinland in Esslingen a.N.
Veber einen in der Pennatula rubra lebenden Schmarotzer. Vom
Hrn. Docenten R. Bruzelius, Hierzu Taf, IX. Veber-
selzt von Dr. Creplin
Seite
208
272
276
286
IV Inhalt.
Beitrag zur Kenntniss des inneren Baues der Amphipoden. Von
Ragnar Bruzelius. Uebersetzt von Dr. Creplin.
Hierzu Taf. X
Polypen und Quallen von Santa Catharina. Die Formwandlun-
gen der Liriope catharinensis n. sp. Von Fritz Mül-
ler. Hierzu Taf. XI
Bemerkungen über Cypridina und eine neue Art dieser Gattung
(Cypridina oblonga),. Von Dr. Ed. Grube. Hierzu
Taf. XII
Ueber Haarsackmilben und Krätzmilben. Von Prof. Franz
Leydig in Tübingen. Hierzu Taf. XII
Beobachtungen über den Cementapparat und die weiblichen
Zeugungsorgane einiger Cirripedien. Von Dr. A. Krohn
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Die Staphylinen-Fauna von Ostindien, insbesondere
der Insel ‚Ceylan.
Bearbeitet von
Dr, 6. Kraatz
e im 9 . in Berlin.
(Hierzu Taf. I--III.)
»+ »Nach"der Zahl ‘der bisher! aufgestellten Arten zu schlies-
sen, 'sagt Lacordaire !) in‘seiner Einleitung zu den 'Sta=
phYylinen , besitzt Europa mehr Arten’ aus dieser Familie 'als
alle übrigen Erdtheile 'zusammengenommen; zieht ' man'in-
dessen, fährt er etwa fort), »die'geringe Grösse','\die Far&
benarmuthlund die versteekte' Lebensweise dieser) Thiere in
Betracht, so erweist‘ sich: dieses Missverhältniss' in 'der''geo=
‚graphischen Verbreitung als‘ ein scheinbares ;'"und obwohl
gegenwärlig nur etwa zweilausend Species bekannt sind, deu-
tev Alles darauf hin, dass die Gruppe eine der zahlreichsten
‚ inter den Käfern ist, —"In der That geben die'im Eriich-
slom'schen ‚Werk& 2) enthaltenen Beschreibungen eher» eine
Andentung von der Farbenpracht und) Körpergrösse ‚welche
einige Gattungen‘ in‘"den’ "heissen ‘Welttheilen von der Ar-
tenfülle und dem Formenreichihum , welehe‘ andere \im-der
gemässigten Zone ausserhalb Europa’s''zu entwickeln vermö-
gen, als ein nur 'ännähernd vollständiges Bild von dem. wirk-
lieh‘ existirenden ı Bestande, In diesem Bilde vermissen) wir
selbst gegenwärtig, nach (beinahe zwänzig Jahren, noch nicht
buia hi
ler i u
wu 1) Genera des Colcopteres Ih p. 24.
2) Genera et, Species Staphylinorum; Berolini 1540.
Archiv f, Naturgesch. XXV. Jahrg. 1: Bd. 1
2 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
viele der ächten Staphylinus-Arten aus dem südlichen Ame-
rika, dagegen beginnt der Mangel einer erneuten Bearbei-
tung der Leptochirus- Arten sich bereits fühlbar zu machen,
und die Zahl der unbeschriebenen Taenodema-, Lispinus-,
Isomalus - Arten ete. wächst in den Sammlungen bedeutend
an. Monographien über diese und einige andere Gattungen
schienen mir indessen der vorliegenden Arbeit für den Au-
genblick noch nachstehen "zu müssen , welche bestimmt ist,
einen Einblick in die Staphylinen - Welt zu geben, mit wel-
cher Indien , vorzüglich auch die Insel Ceylan bevölkert ist.
Gerade von diesem Theile der Erde waren Erichson nur
wenige Arten bekannt und sind ‚auch nur wenige seit dem
Erscheinen seines Werkes aufgestellt; ihnen gegenüber ist
die Zahl der hier beschriebenen eine bedeutende zu nennen,
eine vielleicht nur kleine gegen die noch unbekannten.
Das hier bearbeitete Material, welches sich fast ohne Aus-
nahme in meinem Besitze befindet, ist, mir hauptsächlich von
drei Seiten zugeflossen. Der grössere Theil desselben wurde mir
von Herrn: John Nietner geliefert, ‚welcher auf mein Ersuchen
dem. Staphylinen-Sammeln ‚auf ‚der ‚Insel Ceylan seine beson-
dere Aufmerksamkeit zuwandte und mir 'Alles überliess, was
er an Staphylinen in den letzten. Jahren mit Glück! und Eifer
zusammengetragen: | Die Verlegung seines Wohnsitzes: von
Colombo nach Rambodde trug dazu bei, die Mannigfaltigkeit
in seiner ‚Beute zu vermehren. Während Colombo's Lage als
bekannt vorausgeselzt werden darf, sei bemerkt, dass von
Rambodde aus, der auf der südlichen Hälfte der Insel Cey-
lan gelegene , in botanischer und entomologischer Hinsicht
reichste Theil der Insel mit. Leichtigkeit durchstreift werden
kann; derselbe wird von den feuchten Waldregionen. der
Nura Ellia gebildet, welche sich in einer Höhe von 20004--
5000° erstrecken; unterhalb 2000° sind die Wälder weniger
üppig, über 5000’ ewig, milhin 'zu feucht um ein gedeih-
liches Insectenleben zu befördern. In dem erwähnten best-
gelegenen Theile des Gebirges sammelte Herr'Nietner haupt-
sächlich in einer Höhe von etwa 4000°; gerade dort sind
zwar die Wälder häufig in Kaffeeplantagen umgewandelt, in-
dessen trägt dies nur dazu bei, das Insectenleben an den
Säumen und offenen Stellen der ersteren in günstigster Weise
insbesondere der Insel Ceylan. 3
zu concentriren. Unter den besuchten Localitäten ist das
Thal des Pundhool-oya (Flusses) namentlich hervorzuheben.
Die Gesammtzahl der von Herrn Nietner bis jetzt eingesand-
ten Species beträgt etwa 230, unter denen viele erst in ein-
zelnen Exemplaren.
Etwa 150 von den Staphylinen-Arten, welche von dem
verstorbenen Helfer 1836—1839 hauptsächlich in Hinterin-
dien gesammelt wurden, erhielt ich theils vom Prager Mu-
seum selbst, in welchem Helfer’s Ausbeute sich aufbewahrt
befindet, theils von Herrn Prof. Schaum, dem sie durch
den verstorbenenDormitzer mitgetheilt waren. Da nähere
Angaben über die von Helfer explorirten Gegenden bereits
in dem Vorworte zu Schmidt-Göbel’s Fauna Coleopte-
rorum Birmanae gegeben sind’, s6 ist es kaum nölhig , hier
weiter auf dieselben einzugehen. Etwa 40 meist unbeschrie-
bene Species, welche Dr. Bacon im nördlichen Indien ge-
sammelt, gingen aus der Sammlung des Herrn Marquis de la
Ferte-Senectere in die meinige über. Bei der Vaterlands-
angabe derselben istDr. Bacon als Entdecker genannt, bei den
ceylanesischen ist, überall Herr Nietner, bei den hinterindi-
schen überall Herr Helfer als solcher zu betrachten. Von den
letzteren sind nicht wenige mit Nietner’schen Arten iden-
tisch und einzelne auch in Vorderindien zu Hause.
Von denjenigen Arten, welche bereits durch Andere
bekannt geworden, sind in meiner Arbeit meist nur die Dia-
gnosen aufgenommen, von denen, welche ich selbst in dem
11. Bande der Linnaea Entomologica !) aufgestellt habe, nur
die’ Namen mitdem Citate der Beschreibung angeführt. Auf
eine kleine Anzahl beschriebener Species aus Java ist in
Noten ‚aufmerksam gemacht, weil ihre Verbreitung bis nach
Indien nach Analogie einzelner angeführter Fälle sich viel-
leicht ‚später nachweisen lässt.
1) Die meisten in den „Beiträgen zur Kenntniss der Termito-
philen“ p.44—56; einzelne in den „Genera Aleocharinorum illustrata“;
denjenigen, welche sich für den Gegenstand interessiren, bin ich
gern bereit Separata von beiden Aufsätzen mitzutheilen, die ich der
„kiberalität des Herrn Verlegers der Linnaen verdanke,
.
4 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Eine Zusammenstellung der in Indien einheimischen Ar-
ten, welche eine weitere geographische Verbreitung haben,
sowie derjenigen Gatlungen, welche bisher allein: dort auf-
' getreten sind, findet besser am Schlusse ‘der Arbeit ihren
Platz, da Stoff zu Nachträgen während des Druckes dersel-
ben fast zu vermuthen ist; ebenso bleibt eine vergleichende
Uebersicht der Artenzahl , in der wir einzelne Gattungen. in
Indien vertreten finden, mit der in anderen Ländern vor-
behalten.
Auf die beigegebenen Tafeln ist nicht im Texte verwie-
sen, sondern die Erklärung sämmtlicher Abbildungen am
Schlusse gegeben.
1. Falagria Leach.
Mannerh. Brachelytr, p.86. Erichs. Gen. et Spec. p.48.
1. Falagria opacicollis: Brunnea, abdominis
segmenlis A—6 nigro - piceis, basi elytrisqgue fusco -testaceis,
capite thoraceque opacis, hoc subcordato, dorso profunde
subtiliter canaliculato. Long. 11/,—1°/, lin.
Sequente paulo maior, ceterum similiter colorata, ca-
pite thoraceque opacis facile distinguenda, _Antennae graci-
les, fusco-testaceae, basi sordide testaceae, arliculis omni-
bus latitudine longioribus. Caput thoracis latitudine, fronte
maris depressiuscula. Thorax antice rotundato-ampliatus, ba-
sin versus angustatus, lalitudine longior, dorso medio longi-
tudinaliter impressus , profunde subtiliter canaliculatus , opa-
cus.. Scutellum confertim punctulatum, rufo-brunneum, linea
tenui longitudinali elevata notatum. Elytra thorace paulo lon-
giora, fusco- aut tola testacea, confertim subtiliter punctu-
lata, subtilissime pubescentia. Abdomen confertim subtiliter
punctatum, segmentis 1—3 rufo-testaceis, 4—6 nigro-piceis.
Pedes fusco-testacei, femorum tibiarumque basi tarsisque
dilutioribus.
Habitat in insula Ceylan.
%. Falagria flavocincta: Brunnea, elytris fu-
scis, basi apiceque abdominisque segmentis 2 et 3 flavis,
4—6 nigris, antennis pedibusque testaceis, thorace subcor-
dato, profunde canaliculato. Long. 11/,—1'/, lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 5
Statura graciliore et colore F. divisae Er. similis, ni-
tida, pube brevi subtilissima griseo-subsericans. Antennae
longiores, totae rufo-testaceae, artieulis omnibus latitudine
longioribus. Caput laeve, vix punctulatum. Thorax latitudine
summa longior, ante medium rotundato-ampliatus, rufo-brun-
neus, vix punctulatus, profunde canaliculatus. Scutellum ob-
solete bicarinatum, punctulatum, rufo-testaceum, Elytra tho-
race paulo longiora, minus crebre subtilissime punctata, fusca,
margine apicali humerisque sordide testaceis, pone seutellum
rotundato-subimpressis. Abdomen subtilissime punctatum, sub-
tiliter pubescens, segmentis 2 et 3 flavo-testaceis, 4—6 nigris,
septimo nigro-piceo. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
3. Falagria subrugosa: Rufo-brunnea, antenna-
rum basi pedibusque testaceis, thorace subcordato, profunde
canaliculato , elytris circa scutellum creberrime distinctius
subruguloso-punclatis, ceterum vix punctulatis. Long. 1 lin.
Statura et magnitudine fere Fal. sulcatae Payk., rufo-
brunnea , nilida, subtilissime pubescens. Antennae validius-
eulae rufae, arliculis 5—10 sensim vix latioribus, penultimis
subquadratis, ultimo majore. Caput thoracis latitudine, vix
punctulatum, nitidum, subtilissime pubescens. Thorax vix
punctulatus, nitidus, profunde canaliculatus, forma eadem
quae in Fal. sulcata. Seutellum punctatum. Coleoptera tho-
race paulo longiora , subquadrata, subtilissime punctulata,
nitida, circa scutellum confertim profundius subruguloso-pun-
ctata, subopaca. Abdomen nitidum, vix punctulatum, ante
apicem saepius infuscatum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
4. Falagria obscur a Grav. (Micr. 74. 10. Aleo-
chara).
Specimina a Dom. Helfer in India orientali lecta omnino
cum ‚europaeis congruunt.
5. Falagria vilis: Nigro-picea, nilida, elytris fuscis,
thorace subcordato profunde canaliculato, scutello punctato,
antennis brunneis. Long. %, lin.
Fal. longicorni similis et affınis, antennarum scutellique
structura facile distinguenda , nigro-picea, nilida. Antennäe
6 Kraatz: die Staphylinen-Fauna. von Ostindien ,
validiusculae, brunneae, basi dilutiores; artieulis 4—10 inter
se subaequalibus, longitudine paulo latioribus.: Caput thorace
fere latius,, nitidum, vix punctulatum,, fronte inter -antennas
impressionibus duabus, lineam longitudinalem. fere formanti-
bus. Thorax coleopteris distinete angustior, latitudine summa
parum brevior, ante medium leviter rotundato-amplialus, ba-
sin. versus anguslatus, dorso vix jpunetulatus, ‚suleo 'profundo
canaliculatus. Scutellum confertim punetatum. Elytra thorace
paulo longiora, confertim subtiliter punctata et pubescentia,
fusca. Abdomen minus crebre.'subtiliter punctatum , basi
fusco-piceum, Pedes testaeei.
Habitat in India orientali,
6. Falagria longicornis: Nigro-picea, nitida,
elytris thoraceque subcordato fusco-piceis ‚hoc scutelloque
profunde canaliculatis, antennis validiusculis rufo-testaceis
Long. ?/; lin.
F, sulcatae Payk. similis, sed multo minor, minus con-
vexa etc., nigro-picea,, nilida, subtilissime pubescens. An-
tennae longiusculae et crassiusculae, artieulis omnibus lati-
tudine distincte longioribus. Caput thorace ix angustius,
nitidum,, glabrum, vix punctulatum, fronte inter. antennas ob-
solete biimpressa. Thorax latitudine summa paullo brevior,
ante medium rotundato-ampliatus, basin versus leviter angu-
status, dorso vix punctulatus , sulco profundo canaliculatus.
Scutellum subtiliter canaliculatum. Elytra'thorace paulo lon-
giora, parce subtilissime punctulata. Abdomen conferlim di-
stinctius punctatum. ' Pedes testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
7. Falagria parva: Nigra, nilida, elytris fuscis,
pedibus rufo-testaceis, thorace subgloboso, canaliculato. Long.
vix ,—?/; lin.
Statura et magnitudine fere F. nigrae Grav. , 'thorace
canaliculato autem facile distinguenda, nigra seu 'nigro-pi-
cea, elytris fuscis, pedibus rufo-testaceis. Antennae fusco-
piceae , breviusculae, apicem versus, incrassatae, articulis
penultimis fortiter transversis, Caput thoraeis.latitudine, sub-
orbiculatum, vix perspicue. punctulatum. _ Thorax latitudine
brevior, basin versus angustalus, angulis rotundatis,,, dorso
insbesondere der Insel Ceylan. 7
subtiliter punciatus, canalieula sat profunda basi apiceque paullo
abbreviata impressus. Scutellum aequale , confertim puncta-
tum. Elytra thorace parum longiora, ‚crebre distinetius pun-
etata, apice dilutiora. Abdomen segmentis anterioribus basi
profundius, posterioribus apice parce ‚subtiliter punctatis.
Habitat in insula Ceylan.
8. Falagria pygmaea. Piceo-nigra, nilida, pube
subtili subsericans, elytris thoraceque suborbiculato fusco-
brunneis, hoc dorso canaliculato. Long. vix '/, lin.
Praecedente multo minor, pube subtili subsericans,
omnium confertim subtiliter posterius distinctius punctata,
piceo-nigra, thorace elytrisque fusco - brunneis, antennarum
basi pedibusque rufo-testaceis. Antennae brunneae, apicem
versus leviter incrassatae, artieulis 4-10 transversis. Ca-
put thoracis latitudine , suborbieulatum , confertim subtiliter
punctatum, fronte leviter longitudinaliter impressa. Thorax
coleopteris paulo angustior, basin versus angustatus, angulis
rotundatis, dorso canalicula basi apiceque abbreviata minus
profunde impressus. Scutellum confertim punctatum. 'Elytra
thorace paulolongiora. Abdomen basi brunneum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
2. Bolitochara Mannerh.
Brachelytr. p.75. — Erichs. Gen. et Spec. p.57.
9. Bolitochara testacea: Rufo-testacea , nitida»
capiis basi elytrorumque apice fuscescentibus, his Ihoraceque
foveolato confertissime subtilissimeque punctatis , abdomine
fere laevigato. Long. 1'/, lin.
Statura fere'’B. variae Er. sed paulo minor, subtilissime
pubescens, colore et punctatura supra descripta. Antennae
fuscae, basi teslaceae, artieulis 5—10. sensim paulo latiori-
bus, penultimis forliter transversis, ultimo maiusculo, Caput
thoraeis latitudine, vix ‚perspicue punetulatum, nitidum. 'Tho-
rax coleopteris ‘dimidio angustior,, latitudine plus dimidio
brevior,, 'basin versus subangustatus, lateribus ante medium
leviter ' rotundatis , supra scutellum transversim impressus,
Elytra thoraee sesqui fere longiora, subtilissime punctulata.
Abdomen sublaevigatum, basi punclalum. ' Pedes leslacei.
8 Kraatz: die Staphylinen-Fauna ‘von’ Ostindien,
Mas abdominis’ 'segmento sexto supero ‘medio carinula
vix perspieua instructo. | rd
Habitat in India 'orientali.
3. Eccoptogenia.
Mazillae mala interiore, intus spinulis eilt pone me-
dium spinula .singula maiore munita.
Mentum apice profunde excisum.
Ligula brevis, apice bifida ; paraglossae prominentes.
Palpi labiales biarticulati.
Tarsi antici A-, posliei 5-.articulati, arliculis 4 primis
aequalibus, ;
Labrum membranaceum, parce, pilosum.
Mandibulae muticae, apice subuncinatae. |, Maxillae, corneae,
mala exteriore apice pubescente,, mala,interiore apice. obli-
que truncala, spinulis 6—7 ciliata, pone medium. spinula, ma-
iore.,, munila. !Palpi .maxillares: articulo, tertio. ,secundo, paulo
longiore ‚et; magis incrassato, ‚quarte ‚minuto, ‚subulato.,La-
bium..mento leviter,.transverso,, antrorsum,‚angustato , „‚lateri-
bus subsinualo, apice profunde,‚exeiso ,.ligula brevi.;i apice
bifida, paraglossis prominentibus. Palpi labiales biarliculati,
arliculo primo basi latiore, secundo hoc paulo breviore, basi
parum angustiore, apice truncalo.
Corpus minutum, lineare, alatuın. Antennae validiuseu-
lae , 'articulo secundo primo 'paulo breviore, 'tertio secundo
multo 'minore,. subquadrato, 4— 10 sensim vix latioribus,
transversis , ullimo. duöbus praecedentibus eoniunctim ua
breviore, acuminato. Rr
'=-GCaput maiusculum,| thoraeis fere To exserlum,
porrectum, rotundatum, basi constrietum, oculis parvis/)'pa=
rum prominulisi' "Thorax coleopteris. fere'latior‘et vixslon-
gior, latitudine‘paulo 'brevior ‚’ apice 'truncätus, 'basi'parum
lateribus leviter rolundatus|, basin versus subangustatus,'an-
gulis' posterioribus obtusis, anterioribus"'subreectis,' ‚deflexis,
parum convexus, pone medium"impressionibus"duwabus‘dongi-
tudinalibus obsoletis impressus. Scutellum. minutum.' Ooleop-
tera subquadrata, apice truncata. "Abdomen-elongatüm;,'pa-
rallelum , segmentis singulis dorsalibusı' basi'transversim
insbesondere der Insel Ceylan: { E)
subimpressis. Pedes 'breves, tarsis antieis 4- , 'posterioribus
5-artieulatis, his articulis '# primis longitudine inter se ae-
- qualibus, singulis latitudine fere brevioribus.
Mas elytris paulo brevioribus insignis videtur.
"Genus, partibus'oris respectis, Tacillime mento apice pro-
funde 'exciso, labro semieirculari 'ete.cognoscendum, habitu
tarsorumque structura Homalotis' simile', paraglossis autem
prominentibus Bolitacharae generi magis affine.
10. Eccoptogenia rufa: Rufa, nitidula, subtiliter
pubescens, confertim distinclius punctata, capite elytrisque brun-
neis, antennis pedibusque testaceis, abdomine nitido, parce
Punetulato. Long. >; lin. i !
Habitat in insula Ceylan. :
4. Hoplandria ') Kraalz.
Lisinaea Entomolog. XI. p. 4.
11. Hoplandria fuscipennis: Rufa,nitida, capite,
thorace elytrisque ‚fuscis, antennis, validis pedibusque testaceis,
Ihorace forliter transverso, basi medio leviter marginato,. ab=
domine, atienuato, parce punctato., Long. t lin.
Corpus rufum, nitidulum, parum dense pubescens. An-
tennae erassiusculae, capite,thoraceque paulo longiores, ru-
fae, basi rufo- testaceae, arliculo tertlio secundo minore,
quarto minuto, 5—10 sensimlatioribus', 'penullimis' forliter
transversis, ullimo praecedentibus duobus coniunctim longiore,
aecuminato., Caput 'deflexum,»thorace'angustius, vix'punctu-
latum, nitidum, piceum , palpis piceis seu picco ='testaceis,
Thorax coleopleris paulo angustior"latitudine plus’duplo bre-
vior, läateribus leviter, 'basi fortius’ cum angulis posterioribus
rotundaltus,, anterioribus deflexis, obtusis, 'leviter convexus,
disco interdum longitudinaliter subdepresso, fuseus, interdum
rufus , parce subtiliter punctatus et pubescens',basi leviter
imarginalus.‘ Elytra' thorace paulo longiora, mitidula, subtili-
nm .
1) Genus ligula lineari, valde elongata, summo apice bilida,
aan e ] J uf), ul
maxillarım mala interiore supra medium spinis duabus longioribus
plerumgque instructa insigne ; habitus pedumgne structura fere Homa-
lotarum fusiformitm. |
10 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
ter parum erebre punctata, fusca, humeris; plerumque fusco-
testaceis. Abdomen rufum, ‚leviter attenuatum, parce puncta-
tum , segmento quinto apice pliculis minutissimis 'exasperato,
sexto laeyigato,, Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sextoi superiore) ante apicem
plieulis 2--4 minutissimis parum ‚elevatis notato. insignis.
Habitat in insula‘ Ceylan.
5. Stenusa Kraatz.
Insect. Deutschl. II. p. 47.
12. Stenusaceylanica Kraatz (Linnaea Entomol,
-Xl. p. 8).
"Habitat in insula Ceylan sub fructibus putrescentibus.
6. Coenonica Kraatz.
Linnaea Entomol. XI. p. 45.
13. Coenonica puncticollis Kraatz (Linnaea
Entomol. XI. p. 46).
Habitat in insula Ceylan et in India orientali in nidis
termitum.
7. Linoglossa.
Mazillae elongatae ‚. ‚angustae, mala interiore cornea,
intus apice subserrata.
Ligula valde elongata, angusia , integra ; paraglossae
prominentes., j
Mentum' apice leviter, emarginatum.
Palpi labiales biarticulati , valde elongati , articulo, se-
cundo primo breviore,
Tarsi.antici 4- , postici 5- articulali , omnes ‚articulis
primis aequalibus.
Labrum; 'mandibulae et maxillae fere ut in: generihus
Silusa et Stenusa constructa. Palpi maxillares elongati, arti-
ceulo tertio secundo paulo longiore et latiore, quarto minuto,
subulato , praecedente plus triplo breviore. Labium mento
leviter emarginato; paraglossae longe prominentes; ligula valde
elongata, ultra palporum labialium articuli primi ‚apicem pro-
insbesondere der ‚Insel Ceylan. 11
duecta , linearis, integra,' medio haud dilatala, summo.apice
vix perspieue bifida. Palpi labiales biarticulati, similiter- ut in
generibus Silusa: et Stenusae construeti, ‚arliculo, primo 'autem
breviore, basi parum ‚incurvato.
Corpus elongatum , lineare, ‚supra leviter | depressum,
alatum. Antennae graciles, articulis secundo.‚quartoque sub-
aequalibus, terlio elongato, 5--10 sensim brevioribus, pen-
ultimis longitudine vix latioribus, ‚ullimo oblongo-ovato. Ca-
put exserlum , basi constrietum, leviter deflexum. Thorax
latitudine haud multo brevior , lateribus ante medium rotun-
datus, pone medium leviter emarginatus, basin versus angu-
status, angulis posterioribus obtusis. Scutellum triangulare.
Elytra apice truncata, confertim subtiliter parceque irregu-
lariter forlius punctala, ad angulum exteriorem Pix excisa.
Abdomen parallelum. Pedes graciles, tarsi anlici 4-, poste-
riores 5-articulati, articulis 4 primis aequalibus.
Mas abdominis segmento septimo supero medio apice
spina subtilissima armato.
De vietu nihil mihi compertum.
Obs. Habitus peculiaris, Tachyusis nonnullis et Fala-
griis quodammodo similis. Partes cibariae similiter ut in
genere Silusa constructae, sed ligula multo longior, palpo-
rum labialium articulus primus brevior,, maxillarium ultimus
minutus etc.
14. L.bifoveolata: Ferruginea, nitidula, thorace pone
medium foveolis duabus oblongis profundis, basi carinula se-
iunclis, elyiris confertim subiiliter parceque profundius pun-
clatis. ‚Long. 1%, lin.
Linearis,ı subdepressa , ferruginea,, nitidula,, subtiliter
pubescens. Antennae graciles, ferugineae, iam supra descri-
plae. Caput thoraeis lalitudine, retrorsum leviter angustatum,
eonfertim subtiliter distinete punctatum, fronte media foveo-
lata. Thorax coleopteris ‘paulo angustior, ante medium ro-
lundatus, pone medium leviter emarginatus, ‚basin versus an-
guslalus, angulis anlerioribus subreclis, posterioribus obtusis,
supra conferlim subtiliter. punctalus, pone. medium foveolis
duabus oblongis, profundis, basi..carinula seiunctis impres-
sus. Scutellum punctulatum. Elytra. thorace terlia fere parte
longiora ‚ conferlim subtiliter. ‚et; praeeipue lateribus parce
12 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
profundius punetata. Abdomen parallelum , basin versus sub-
angustatum,, crebre punctatum, segmentis 2—4 basi longitu-
dinaliter impressis, margine rufo-testaceis. Pedes teslacei.
Mas abdominis segmento septimo supero medio apice
spina subtilissima armato.
Habitat in India orientali.
$. Pealea Erichs.
Gen. et Spec. p.60.
15. Ocalea indica: Picea, nitida, crebre_ distin-
chius punctata, elytris castaneis, thorace suborbiculato , basi
- foveolato, pedibus pallidis. Long. 2 lin.
Color et statura fere O. castaneae Er. Corpus pi-
ceum, fulvo-pubescens. _Antennae rufae, articulis penultimis
subquadratis., Caput thorace paulo angustius, parce- obsole-
teque punctatum, Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine paulo brevior, suborbicularis, leviter convexus, crebre
distinclius punctatus, basi foveola levi impressus. Elytra tho-
race paulo longiora, vix crebrius et profundius punctata,
castanea. Abdomen nitidum, parce punctatum, pilosellum, sub-
tus brunneum, : Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
9. Leptusa Kraatz.
Insect. Deutschl. II. p.50.
16. "Leptusa annuliventris: Fusco-picea, parum
nilida, antennarum articulo primo, pedibus abdomineque rufo-
testaceis, hoc segmento quinto piceo, Ihorace transverso, pro-
fundius bifoveolato. Long. 1 lin.
Fusco-picea, subtiliter pubescens. Antennae fuscae, ar-
ticulo primo rufo-testaceo, secundo tertio vix longiore, 4—10
sensim erassioribus , penultimis fortiter transversis. Caput
thorace paulo angustius , confertim profundius punctatum.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine duplo fere
brevior , lateribus ante medium leviter rotundatis, basin ver-
sus leviter angustatus, angulis anterioribus rectis, posterio-
ribus obtusis,, supra leviter convexus, confertim distinctius
punctatus, pone medium 'foveolis duabus’profundis oblongis
insbesondere der Insel Ceylan. 13
impressus. Elytra ihorace, paulo. .longiora , ‚evidentius: sub-
rugulose punctata. Abdomen fere parallelum, | rufo-testaceum,
segmento quinto piceo-rufo, nitidum,; basiparce punctatum,
apice sublaevigatum. ' Pedes testacei,
Habitat in India orientali.
17. Leptusa varicornis: Picea, parum nitida, an-
tennarum articulo basali apicalique, pedibus anoque rufo-testa-
ceis, thorace transverso, profundius bifoveolato. ‘Long. ?/, lin.
Praecedenti valde affinis et forte varietas minor, an-
tennarum articulo ultimo rufo-testaceo, abdomine piceo, basi
interdum fusco, apice testaceo dislincta.
Specimina nonnulla in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
10. Schistogenia Kraatz,
Linnaea Entomol. XI. p. 89.
18. Schistogenia crenicollis Kraatz. (Linnaea
Entomol. XI. p. 39).
Habitat in insula Ceylan in arenis humidis sub quis-
Auiliis putrescentibus rarius (Dom. Nietner).
Der Umstand, dass mir dieser ausgezeichnete Käfer zu-
gleich mit einer grösseren Anzahl Termitophilen zugesandi
wurde und seine grosse habituelle Aehnlichkeit mit der Gat-
tung Euryusa halte mich in demselben mit Bestimmtheit eben-
falls einen Termitophilen vermuthen lassen. Neuerer brieflicher
Mittheilung von Herrn Nietner zufolge lebt der Käfer in-
dessen unter faulenden Pflanzenstoffen.
. 11. Aleochara Grav:
Mannerh. Brachelytr. p.66. — Erichs. Gen. p.158.
19. Aleocharanigra: Nigra, nilidula, antennis bre-
vibus, fusiformibus , basi interdum pedibusque piceis seu ‚pi-
ceo-rufis , capite parce profunde punctato, elytris thorace
brevioribus, ‚abdomine crebre punctato.. Long, 2'/;—3 lin,
Habitu et statura fere omnino ‚Al. fuscipedis eiusque
varielalis, Al, latae Grav. simillima, tota nigra, nilidula, anten-
narum basi pedibusque piceis, seu ‚piceo-rufis, pedibus inter-
dum tolis rufis; ab. Al. Jata distinguitur capile !horaceque
profundius punctatis, hoc basi minus. angulis; posterioribus
14 Kraatz: die ‘Stäphylinen-Fauna' von Ostindien,
fortius rotundato, paulo'magis depresso, elytris abdomineque
paulo crebrius punctatis, hoc subtus 'apice saepius' piceo-rufo,
Habitat in insula Ceylan.
20. Aleochara tuberiventris: Nigra‘, nitida,
parce profundius punctata, antennarum basi pedibusque rufo-
testaceis, elytris thorace parum longioribus. Long. 2'/,—2'/, lin.
Mas ‚abdominis segmento' quarto., medio. tuberculo ‚mi-
nuto transversim ‚elevato , sexto. leviter .depresso , ‚septimo
medio plicato, angulis posterioribus dentatis.
Statura fere Al. erythropterae Grav., nigra, nitida, parce
pubescens, elytris picescentibus,, antennarum basi pedibusque
rufo-testaceis. Antennae capile thoraceque,breviores, ‚tenues,
piceae, arliculis 4, 5, 6 distincte, penultimis vix transversis,
articulo ultimo acuminato, daobus praecedentibus coniunctim
longitudine aequali. Palpi rufi.‘ Caput deflexum, parce obso-
leteque punctatum. Thorax latitudine plus dimidio brevior,
basi coleopterorum latitudine, antrorsum angustatus , basi
modice rotundatus , angulis anterioribus deflexis , obtusis,
posterioribus rotundatis, parce minus subtiliter punctatus,
lateribus picescentibus. Scutellum -confertim punctatum. Ely-
tra Ihorace longiora, parce fortiter punctata. Abdomen .ni-
grum, parum nitidum, parce punclalum, subtus piceum. Pectus
interdum brunneum. Pedes toti cum coxis rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
21. Aleochara brunneiventris: Nigra , nilida,
minus subtiliter punctata , abdominis segmentis 5 anteriori-
bus pedibusque brunneis aut brunneo-piceis. Long. 2/, lin.
Statura fere Al. moestae,‚@ray. 9;'nitida, subtiliter pu-
bescens, colore supra indicata. Antennae, capite thoraceque
breviores , nigro-piceae , articulis 4 primis rufis, 5—10 sen-
sim crassioribus , transversis. Caput thorace multo minus,
nitidum, vix punetulatum. "Thorax latitudine vix dimidio bre-
vior, basi coleopterorum fere latitudine, antrorsum angusta-
tus, angulis posterioribus rotundatis, parce subtiliter puncta-
tus, dorso punctis quatuor perspieuis, quadratim positis im-
pressus. Scutellum punctatum. Elytra thorace patılo longiora,
erebre fortius pimctata. Abdomen crebre fortiter punctatum,
segmentis singulis summo apice praecipue ‘medio SS
gatis. Pedes brunnei seu piceo-brunnei.
insbesondere’ der Insel Ceylan. 15
sw. Mas abdominis’ segmento septimo supero' apice denti-
eulis./8 crenato.
Habitat in India orientali.
22. Aleocharashaematopyga:' Nigra, nitida, an-
tennarum basi, pedibus, thoracis angulis anterioribus,, 'pe-
ctore anoque rufis, elytris thorace magno fere brevioribus.
Long: 2 lin.
Statura breviuscula, convexiuscula ,' colore supra indi-
cata, nitida, subtiliter pubescens. Antennae' capite thoraceque
breviores, crassae, nigro-piceae, articulis 1 et 2 rufis, 3 et
4. brunneis, ‚art. quarto sequente angustiore et breviore, art.
5-10 fortiter, transversis, 'ultimo, ovato -acuminato. "Caput
deflexum, parce punctalum; oculi maiusculi. Thorax mägnus,
coleopteris fere latior, latitudine vix\ dimidio brevior, antror-
sum leviter ängustatus,\angulis rolundatis, anterioribus ru-
fescentibus; leviter convexus;, 'crebre minus subtiliter subru-
gulose punctatus, ‚basi utrinque iuxta medium leviter oblique
impressus. Scutellum punetatum. .‚Elytra ihorace fere bre-
viora, erebre fortiter punctata, nitidula. Abdomen brevius-
culum, apicem versus leviter angustatum, segmentis anterio-
bus basi sublaevigalis, segmentis posterioribus parce distin-
ctius punctalis, segmentorum marginibus subtus, segmento
septimo, pectore, ano pedibusque rufis. Sexus differentia latet.
Exemplar unicum ex insula Ceylan.
23: Aleocharaasiatica: Nigra, fulvo-pubescens,
antennarüm basi, thoracis limbo tenui, elytris (exceptis late-
ribus) pedibusque rufis , abdomine minus crebre et subtiliter
punctato, nitido, segmento septimo supero triangulariter ex-
eiso. Long. 1% —2 lin.
‚Var. Elytris nigris, margine apicali tantum rufescente.
Statura fere Al. brevipennis Grav. sed paulo angustior, ple-
rumgue minor. Nigra, parum nitida, pube longiore fulva
densius vestita. Antennae vix capilis thoracisque longitudine,
nigrae, arliculis 2 vel 3 primis rufo-testaceis, 5—10 leviter
transversis,, ullimo magno, acuminato, Caput subglobosum,
deflexum, crebre subtiliter punctatum. Thorax lalitudine di-
midio brevior, basi coleopterorum latitudine , lateribus et
basi leviter rotundatus, antrorsum fortius angustatus, angulis
posterioribus subrotundatis, confertim subtiliter' punctatus,
16 Kraatz: die Staphylinen-Faund von Ostindien,
limbo omni. obscure rufo. Elytra,.thorace distinete»breviora,
confertim fortius punctata, subopaca, rufescentia,ı macula.'la=
terali media fusca. Abdomen apicem: versus! leviter angusta-
lum, ‚parcius forliter: punctatum; ‘nigrum, ERBE RRBERSRHL
rum marginibus‘rufo-piceis. ‚Pedes testacei.
Abdominis\ segmentum «septimum'»superum \maris, apice
erenulatum , fortius triangulariter exeisum , feminae a
triangulariter „exeisum,
In insula Ceylan haud infrequens. fi «BR
Diese Art scheint eine "weitere:Verbreitung zwhäben,
da sie,mir auch ausHongkong zugekommen ist; Exemplare
mit dunklen, nur ‚an der Spitze röthlichenFlügeldecken bilden
eine. seltene Ausnahme. nazsltoh
24. Aleochara,puberwla:.Nigra, fusco-pubescens,
antennis. basi, apiceque;, thoracis limbo tenui,»elytrorum vitta
obliqua pedibusque: rufis, abdomine: confertim:\fortius punctato,
segmento. septimo.:supero, sublruncato:: Long. 11/,—1% > lins
Klug Coleopt. Madagasc. 51.44 m ve ji
Aleochar«'decorata'Aube Annal;ude la Soc. Ent. de France
1850, p.311: 16, ige. „musdt
Aleochara Armitagei W o laston Insecta Madlereners] P- 599. |
Statura ‚et .colore,fere, praecedentis,, pube; ‚subtilioxe,
elytris ‚aliter,,coloratis, abdomine,‚confertim punetato eie;.fa-
cile distinguenda. Antennae; paulo, ‚graciliores, art, Sprimis
rufo-testaceis, 5—10 ‚longitudine ‚vix, latioribus, ultimo apice
lestaceo. Capilis Ihoracisque, forma:.,fere,, eadem „qua, imsA).
asiatica,, pubescentia, autem,subtilior. „Elytra thorace parum
breviora, ıconfertim ‚fortius ‚punctata,.rufa, macula, triangulari
pcommuni eirca scutellum et altera laterali nigris., Abdomen
confertim. forlius ‚punctalum ,„;.nigrum, nitidum ,.' segmentorum
marginibus rufo-piceis. Pedes | testacei.,,., ol ar?
Abdominis; segmenlum „seplimum, superum wars iNiR
feminae leviter ‚emarginatuni. r airiannh
Habitat in insula Ceylan frequens., , IT Bin
Dieser Käfer ist ‚durch, seine, ‚weite ‚Verbreitung, merk-
würdig; ‚er: wurde ‘zuerst, von, Klug;,a. a. O. nach, einem
Exemplare; aus Madagascar, ‚beschrieben , ‚mit ‚welchem; sich
die. mir ‚eingesandten, ‚Originalexemplare der. französischen
Al. deeorata ‚Aube. und, ,der, maderensischen. Al. Armilagei
insbesondere der Insel Ceylan. 17
Woll. vollkommen identisch erwiesen. Ein italienisches Stück
theilte mir Herr Hofstaatssecretair Grimm mit.
25. Aleochara rutilipennis: Nigra, densius ful-
vopubescens, antennarum basi, pedibus elytrisque rufis, his
thoraceque conferlim punctatis, subopacis, abdomine parce
punctato, toto nigro, nilido. Long. 1”, lin.
Statura praecedentis, colore supra indicata. Antennae
capite thoraceque paulo longiores, tenues, articulis 3 primis
rufo-testaceis, proxime sequentibus latitudine paulo longio-
ribus,, penultimis vix transversis , ultimo duobus praeceden-
tibus coniunctim longitudine aequali, summo apice fusco-
testaceo. Capitis thoracisque forma fere eadem quae in duabus
praecedentibus, punctatura sublilis, confertissima. Scutellum
rufum aut fuscum, conferlim punctatum. Elytra thoracis lon-
gitudine, confertim minus subtiliter punctata, tota rufa , fere
opaca. Abdomen totum nigrum, nilidum, basi minus crebre,
apice parce punctatum, Pedes rufi. Pectus rufum aut fuscum.
Abdominis segmentum septimum superum apice fere
truncatum.
Habitat in insula Ceylan; rarior.
26. Aleochara sanguinipennis: Nigra, nitida,
antennarum basi, pedibus elylrisque rufis, abdomine confertim
fortius aequaliter punelato. Long. 1°/, lin.
Statura et magnitudine Al. rufipennis Er., sed fere lalior,
nigra, nitida, subtiliter fulvo-pubescens. Antennae brevius-
eulae, crassae, nigrae, arliculis 3 primis rufo-testaceis, 4to
praecedente parum latiore, sequenle multo angustiore, 5—10
fortiter Iransversis, ullimo magno, acuminalo, summo apice
fusco-testaceo. Capitis thoracisque forma fere eadem ut in
Al. rufipennis, hie tamen paulo longior, latitudine vix dimidio
brevior. Scutellum nigrum, punctatum. Elytra thorace di-
slincte breviora, tola rufa, crebre fortiter punctata ; thoracis
punctalura vix minus; densa sed sublilior. Abdomen apicem
versus angustatum, nitidulum, eonferlim fortius aequaliter
punctatum. Pedes rufi.
Habitat in insula Ceylan sub quisquiliis et in nidis ter-
mitum.
27. Aleochara maculipennis: Nigra, nilida, an-
Archiv f, Naturgesch. XXV. Jabrg. 1. Rd 2
-
18 Kraatz: die Staphylinen-Fauna ven Östindien ,
tennarum basi, pedibus elytrisque rufis, his macula laterali
nigris, thorace parcius, abdomine apicem versus minus cre-
bre punctato. Long. 1'/,—1°/, lin.
Praecedenti similis, sed paulo angustior , elytrorum
macula laterali nigra, et punctatura facile distinguenda. An-
tennae breviusculae, crassae, nigrae, articulis 4 primis rufo-
testaceis, 5—10 forliter transversis , uliimo magno, acumi-
nato. Capitis thoracisque forma fere eadem ut in Al. rufi-
penni, sed angustior, punctatura utriusque parca, illius
obsoleta , huius distincta; dorso thoracis puncta quattuor
maiora , quadratim posita semper perspicua. Scutellum ni-
grum, punctatum. Elytra ihorace parum breviora, confertim
minus profunde punctata, rufa, macula laterali maiuscula ni-
gra. Abdomen apicem versus leviter angustatum, nigrum,
segmentis singulis forliter, apicem versus minus crebre pun-
ctatis. Pedes rufi.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
98. Aleochara trivialis: Nigra, nitida, antenna-
rum basi tarsisque piceis, abdomine crebre, thorace parce
profunde punctato, elytris hoc paulo brevioribus, macula in-
determinata apicali rufa. Long. 1'1/),—1'/, lin.
Colore et statura fere Al. bisignatae Er., sed paulo
latior, thorace fortius, abdomine crebrius punctato facile di-
stinguenda. Antennae nigrae, basi nigro-piceae,, arliculis 5
—10 forliter transversis. Caput parce obsoleteque pnnctatum.
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine vix dimidio bre-
vior,, parce haud subtiliter sed parum profunde punctatus,
nitidissimus. Scutellum laevigatum. Elytra thorace dislincte
breviora, crebre fortiter punctata, macula triangulari apicali
indeterminata rufa. Abdomen subparallelum , confertim pro-
fundius aequaliter punctatum. Pedes nigri, geniculis tarsis-
que piceis.
Habilat in insula Ceylan.
29. Aleochara punctiventris: Linearis, nigra,
nitida, antennarum basi, pedibus elytrisque rufis, his inter-
dum piceis, thorace parcius irregulariter , abdomine confer-
tissime punctato. Long. 1'/,—1'/, lin.
Linearis, nigra , griseo-pubescens. Antennae graciles,
insbesondere der Insel Ceylan. 19
nigrae , articulis 3 primis rufis seu rufo-piceis , proxime se-
quentibus subquadratis, penultimis subtransversis, ultimo ma-
gno, acuminato. Caput maiusculum, suborbiculare, lateribus
profundius punctatum, fronte media laevi. Thorax coleopte-
rorum latitudine, longitudine plus dimidio brevior, antrorsum
leviter angustatus, angulis anterioribus subrectis, parum con-
vexus, minus crebre profunde punctatus , medio linea longi-
tudinali parum profunda impressus. Scutellum laevigatum.
Elytra thoracis longitudine, crebre minus profunde punctata,
piceo-rufa, apice dilutiora, interdum rufa, basi fuscescentia.
Abdomen parallelum, conferlissime aequaliter punctatum, pu-
bescentia grisea parum nitidum. Pedes rufi, femoribus basi
tibiis medio interdum picescentibus.
Habitat in insula Ceylan.
30. Aleochara minutissima: Nigra, nitidula,
antennarum basi pedibusque rufis, elytris thorace fere bre-
vioribus, fortius rugulose punctatis, picescentibus, abdomine
parce subtiliter punctato. Long. ‘/, lin.
Nigra, parce subtiliter griseo-pubescens. Antennae ca-
pite thoraceque paulo longiores, piceae , articulis 3 primis
sordide testaceis, 5—10 fortiter transversis, ultimo magno
acuminato. Caput parce subtiliter punctalum, nitidum. Tho-
rax coleopterorum fere latitudine, longitudine plus dimidio
brevior, parce subtilissime punctatus. Elytra thorace fere
breviora , minus crebre, fortiter rugulose punctata , piceo-
castanea. Abdomen apicem versus attenualum, supra parce
subtiliter punctatum, segmentorum marginibus infra rufo-
piceis. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
12. Tetrastieta Kraatz.
Linnaea Entomol. XI. p. 55.
31. Tetrasticta polita Kraatz (Linnaea Entomol,
en. 05).
Habitat in insula Ceylan in nidis termilum.
20 Kraatz: die Staph ylinen-Fauna von Ostindien,
13. Porus Hope.
Royle Himalaja Zool. t.9. f.10. — Kraatz Linnaea Entom. XI.
p- 21: ,1..1978.,19.
32. Porus ochraceus Hope loc. cit.
Myrmedonia ochracea Er. (Gen. et Spec. p. 43. 18).
Habitat in Nepalia,, Mus. Dom. Hope; in India boreali
eliam a Dom. Bacon lectus.
Die Erichson’sche Beschreibung der Myrmedonia
ochracea trifft auf die beiden von Bacon im nördlichen In-
dien gesammelten Stücke meiner Sammlung recht wohl zu.
14. Myrmedonia Erichs.
Gen. et Spec. Staph. p. 35.
‚Meine Vermuthung , dass die aussereuropäischen Myr-
medonia in Termitennestern leben, fand ihre volle Bestäti-
gung, als Herr Nietner dieselben auf meine Bitte genauer
durchforschte. Zehn der von ihm aufgefundenen Arten sind
bereits in der Linnaea Entomologica von mir beschrieben,
welchen sich hier drei hinterindische und fünf andere ‚cey-
lanesische anschliessen, unter denen hirta, clavicornis und
procera, letztere durch ihre Grösse besonders bemerkens-
werlh sind. 5
33, Myrmedonia serraticornis Kraatz (Linnaea
Entomol. XI. p. 48). Ceylan; in nidis termilum.
Zur Zeit als die Beschreibung in derLinnaea von dieser
Art entworfen wurde, hatte mir Herr Nietner nur zwei Stücke
eingesandt, von denen das eine mit der M. hoplonota zusam-
men in Termitennestern aufgefunden, das zweite noch un-
ausgefärbte im Fliegen gefangen war. Nach Empfang meh-
rerer Exemplare lässt sich die Beschreibung folgendermassen
ergänzen :
Femina differt a mare anlennis paulo brevioribus, ca-
pite thoraceque minus alutaceis opacisque ideoque subnitidis,
abdomine haud armato, segmento secundo iterlioque basi
sublilius parce punclalis, seplimo supero apice truncato, in-
fero leviter rotundalo.
34. Myrme donia procera: Picea, capite nigro,
insbesondere der Insel Ceylan. 21
antennis tenuibus basi pedibusque ferrugineis, thorace rufo,
parce punctato, medio canaliculato, elytris fusco-piceis, cre-
bre punctatis, abdomine creberrime subtilissime punctulato,
apice sublaevigato. Long. 4—5 lin.
Mas: Antennis paulo gracilioribus, capite thoraceque
opacis, abdominis segmento terlio supero aut posterius late
laminato - producto aut utrinque intra medium et marginem
lateralem dente longiore acuminato munilo; segmento sexto
supero apice medio tuberculato, septimo apice Iruncalo, an-
gulis posterioribus subrectis. Femina capite thoraceque niti-
dulis, abdomine simplice.
Magnitudine excellens, picea, interdum tota rufo-brun-
nea. Antennae tenues, capite ihoraceque paulo longiores,
brunneae, arliculis duobus primis rufo -teslaceis , secundo
minimo, terlio hoc plus duplo longiore, 4—10 obconieis, lon-
gitudine subaequalibus, latitudine subdecrescentibus , ultimo
praecedente dimidio longiore, elongato-ovato, apice lestaceo.
Caput Ihoracis longitudine, fronte planiuscula, parce obsolete
punctata, piceo-nigrum, ore rufo. Thorax coleopteris angu-
stior, subquadratus, basin versus subangustatus, lateribus ante
medium leviter rolundatus, angulis subreclis, subdepressus,
parce irregulariter punctatus fulvoque pubescens, linea lon-
gitudinali media subtili, in maribus profundiore , impressus,
rufus. Scutellum vix punctulatum. Elytra thoraeis longitudine,
in utroque sexu subtilissime alulacea, in maribus nitidula,
in feminis subopaca , crebre subtiliter punctata fulvoque pu-
bescentia, fusco-picea, fusca , seu rufo-brunnea. Abdomen
subalutaceum, apicem versus fere laevigatum, piceum, seg-
mentorum marginibus posterioribus anoque piceo-rulis. Pe-
des rufi.
Habitat in insula Ceylan.
Die Männchen dieser Art unterscheiden sich durch den
matten Glanz der Oberfläche auffallend von den Weibchen ;
bei dem einen der beiden mir vorliegenden männlichen Stücke
trägt das drilte obere Segment nur zwei hervorspringende
Zähne am Hinterrand unweit des Seitenrandes, bei dem
andern ist der Hinterrand in eine in der Mitte leicht auf-
gewölbte Platte vorgezogen.
22 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
35. Myrmedonia nigriceps: Brunnea, nitidula,
capite nigro-piceo , elytris disco abdominisque segmentis basi
fuscis, thorace basi medio linea longitudinali leviter impresso,
crebre subtiliter punctato. Long. 3'/, lin.
Statura omnino M. tricuspidatae m., sed paulo maior,
thorace minus parce et subtiliter punctato, basi media linea
obsoleta longitudinali foveolaque punctiformi impressus. An-
tennae capitis thoracisque longitudine, fuscae, basi rufo-
testaceae, articulis 4—10 latitudine subdecrescentibus, leviter
transversis, ultimo maiore acuminato. Caput basi constrictum,
thoracis latitudine, nigro-piceum, ore rufo-testaceo, nitidum,
parce punclatum, medio linea longitudinali vix perspicua im-
pressum. Thorax coleopteris parum angustior, simili modo
ut in M. hoplonota constructus, rufo-brunneus. Elytra tho-
race parum longiora, nitidula, crebre fortiter punctata, fusco-
brunnea, marginibus fusco-testaceis. Abdomen laevigatum,
segmentis anterioribus basi punctatis, omnibus basi fuscis,
apice rufo-testaceis. Pedes testacei.
Mas latet.
Habitat in India orientali.
Von dieser Art liegt mir nur ein einzelnes weibliches
Exemplar vor, welches vielleicht nicht ganz ausgefärbt ist.
Die eingedrückte Linie auf der hinteren Hälfte des Halsschil-
des lässt den Käfer leicht von der ähnlich gebauten und
gefärbten M. hoplonota unterscheiden.
36. Myrmedonia hoplonota Kraatz (Linnaea En-
tomol. XI. p. 49. 12).
In nidis termitum prope Colombo haud infrequens.
37. Myrmedonia obscura Fabr., tricuspidata
Kraatz 1. c. p. 49. 13.
In nidis termitum prope Colombo rarior.
Femina differt a mare antennis paulo brevioribus et
crassioribus,, capite nitido , fortiter punctato, abdomine for-
tius punctato, inarmato.
Segmenti secundi spinulae laterales in maribus minori-
bus interdum fere nullae.
Erichson’s ausführliche Beschreibuug der hinterin-
dischen Myrınedonia obscura Fabr. (Staphyl. obscurus Fabr.
insbesondere der Insel Ceylan. 23
Syst. Eleuth. II. 595. 92), welche im Nachtrage seiner Gen.
et Spec. Staphyl. p. 915 gegeben und von mir früher über-
sehen ist, lässt kaum in Zweifel, dass die von mir als Myrm.
tricuspidata a. a. O. aufgestellte Species mit dieser Art iden-
tisch ist.
38. Myrmedonia affinis: Rufo-brunnea, nitidula,
thorace rufescente elytrisque fuscis crebre fortiter punctatis,
abdomine piceo, segmentis singulis dorsalibus apice piceo-
rufis, anterioribus parce fortiter punctatis , posterioribus
(5to 6toque) laevigatis. Long. 3 lin.
Myrmedoniae excisae valde similis et affinis, vix aliter
colorata, antennis autem gracilioribus abdomineque apice
laevigato facile distinguenda. Antennae capite thoraceque lon-
giores, rufo-brunneae, articulo secundo minimo, terlio elon-
gato,, 4—10 latitudine subaequalibus , primis latitudine fere
longioribus, penultimis subquadratis, ullimo praecedentibus
duobus coniunctim paulo longiore , apice sensim acuminato.
Caput thoracis latitudine, subrotundatum, basi constrictum,
leviter convexum, brunneum, minus crebre et subtiliter pun-
ctatum, sericeo- pubescens. Thorax coleopteris angustior,
latitudine vix brevior, basin versus leviter angustatus, angu-
lis anterioribus rectis, subdepressis, posterioribus obtusis,
parum convexus, crebre fortiter punctatus, medio vix cana-
liculatus, rufus, rarius infuscatus. Scutellum vix punctulatuım.
Elytra thorace paulo longiora, crebre fortiter punctata. Ab-
domen piceum, segmentis margine apicali piceo-rufis, ante-
rioribus (2do 3tioque) parce fortiter punctalis, posterioribus
(5to 6loque) laevigatis. Pedes rufi.
Mas abdominis segmento septimo supero apice leviter
producto, medio profunde subtriangulariter exciso.
Habitat in insula Ceylan, in nidis termitum.
39. Myrmedonia ezcisa Kraatz (l. c. p.'50. 14).
In insula Ceylan prope Negambo lecta.
Herr Nietner fand diese Art meist in Pärchen bei-
sammen.
40. Myrmedonia rubricollisKraalz.(l. c.p. 51.15).
Prope Negambo, rarior.
4. Myrmedonia sordida: Fusco- picea, parum
24 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
nitida, elytrorum angulo humerali segmentorumque abdomi-
nis marginibus fusco-testaceis, thorace elytrisque crebre for-
liter punctatis, abdomine basi parce punctato , apice laevi-
gato. Long. 2°, lin.
Myrmedoniae affinis similis sed paulo minor, aliter co-
lorata, fusco-picea, parum nilida. Antennae capite thorace-
que longiores, piceae, articulo secundo tertioque rufis, hoc
praecedente sesqui longiore, 4—10 sensim vix latioribus sed
paulo brevioribus, primis latitudine sublongioribus, penultimis
ea subbrevioribus, ullimo duobus praecedentibus coniunctim
longitudine aequali. Palpi mazillares articulo tertio piceo.
Caput thoracis latitudine, brunneum, parum crebre haud sub-
tiliter sed parum profunde punctatum. Thorax coleopteris
angustior, latitudine fere longior, basin versus subangusta-
tus, angulis subrectis, parum convexus, crebre profunde
punctatus , postice leviter canaliculatus, fuscus, fulvo-pube-
scens. Scutellum punctulatum, fusco-testaceum. Elytra tho-
racis longitudine, crebre forliter punctata, fusco-picea, an-
gulo humerali fusco-testaceo. Abdomen piceum, segmenlis
testaceo-marginalis, anterioribus (2to- 3tioque) parce pun-
ctatis, quinto sextoque fere laevigalis. Pectus brunneum
Pedes rufo-iestacei.
Mas (?) abdominis segmento seplimo supero apice
utrinque leviter emarginato ideoque medio paulo acuminato.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
42. Myrmedonia clavicornis: Brunnea, niti-
dula, elytris antennisque fuscis, his brevibus, apicem versus
fortiter dilatatis , capite parce punctulato, thorace confertim
granulato , medio profunde canaliculato , elytris confertim
punclatis. Long. 2", lin.
Species antennarum forma thoraceque granulato valde
distincta, brunnea, nitidula. Antennae capite !horaceque fere
breviores, fusco-piceae ‚” arliculis 3 primis rufis, tertio se-
cundo paulo longiore et crassiore, 4—6 subaequalibus trans-
versis, 6—10 sensim latioribus, fortiter transversis, ullimo
magno , praecedentibus longitudine aequali, apice anguslato.
Caput thorace angustius, transversum, rufum , ore testaceo,
fronte parum depressa , parce punctulata, villoso-pubescens.
insbesondere der Insel Ceylan. 25
Thorax coleopteris vix angustior, latitudine dimidio brevior,
basin versus sensim angustatus, apice ulrinque subsinuatus,
angulis anterioribus rectis, posterioribus oblusis, parum con-
vexus, crebre forliter extrorsumn paulo subtilius granulatus,
medio linea profunda canaliculatus, brunneo-rufus. Scutel-
lum parvum, laevigatum. Elytra thoraeis longitudine, piceo-
fusca, sulura ipsa rufescente, crebre parum forliter punctata,
fulvo-pubescenlia. Abdomen supra fere laevigatum, punctis
singulis exasperatum, subtus confertim punctatum. Pedes rufi.
Mas abdoninis segmento secundo supero medio apice
dente parvo munilo, sexto punclis pluribus elevalis exaspe-
ralo, paulo ante medium canaliculato, seplimo apice truncato.
Femina latet.
Speeimen singulum in insula Ceylan lectum.
43. Myrmedonia hirta: Tota brunnea, pernitida,
fulvo-hirta, thorace elytrisque parce sublilissime , abdominis
segmentis lateribus parce fortiter punctatis. Long. 2°), lin.
Brunnea, nitida, pilis densis fulvjs ereclis hirta. Anten-
nae capite thoraceque vix longiores, basi rufae, medio in-
fuscatae, apice testaceae, arliculo tertio secundo paulo lon-
giore, 4—10 sensim latioribus, penultimis modice transversis,
ultimo parvo, praecedente parum longiore, conico. Caput
thorace multo minus et anguslius, fronte ante antennarum
basin transversim subimpressa, parce punctata, verlice laevi-
gato. Thorax coleopteris nonnihil anguslior, latitudine dimi-
dio brevior, basin versus subangustalus, angulis obtusis, an-
terioribus subrotundatis, leviter convexus, parce punctulatus,
ante scutellum puncto profundo maiore impressus. Scutellum
punclulatum. Elytra Ihoracis longitudine, parce punclulata. '
Abdomen supra segmento Secundo toto laevigato, sequenti-
bus lateribus parce profunde punclatis, infra crebre subtiliter
punctatum.
Speeimen unicum in insula Ceylan lectum.
44. Hyrmedonia punctalissima Kraalz (l. c.
p- 52. 17).
Prope Negambo; specimina duo.
45. Myrmedonia planaticollis Kraalz (l. ce.
p- 51. 16).
Prope Negambo; rarissima.
26 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
46. Myrmedonia Nietneri Kraatz (l. c. p. 52.18).
Prope Negambo; rarior.
47. Myrmedonia laevigata: Ferruginea, nitida,
laevigata , antennarum basi, ano pedibusque testaceis , co-
leopteris thorace dimidio latioribus, abdomine latiusculo.
Long. 1°/, lin.
Habitu fere M. camurae Er., colore indicato, corpus
totum laevigatum, nilidissimum. Antennae rufo - testaceae,
breviusculae, crassae, articulo tertio secundo paulo longiore,
quarto sequente angustiore, 5—10 forliter transversis, ul-
timo praecedenlibus angusliore, breviusculo. Caput thorace
paulo latius, laevigatum. Thorax coleopteris dimidio angu-
stior, latitudine paulo brevior, lateribus subrectis, apice paulo
angustalus, angulis oblusis, supra leviter convexus, rufo-fer-
rugineus. Elytra thorace paulo longiora. Abdomen latiuscu-
lum, medio coleopteris fere latius, supra planum, subtus con-
vexiusculum , segmento quinto picescente, praecedentibus
rufo-ferrugineis, ano rufo-testaceo. Pedes testacei.
Sexus differentia latet.
Habitat in India orientali.
48. Myrmedonia lineatocollis: Picea, nitida,
antennarum basi, humeris pedibusque testaceis, thorace sub-
quadrato coleopteris dimidio fere angustiore, linea media lon-
gitudinali profunda punctoque basali impresso, abdomine lae-
vigato. Long. 1’, lin.
Habitu Falagriae haud dissimilis, colore supra indicata,
nitida, pubescentia fere nulla. Antennae elongatae, graciles,
capite thoraceque multo longiores, brunneae, basi teslaceae,
articulo tertio secundo paulo longiore , quarto sequentibus
paulo longiore,, his latitudine paulo longioribus, art. ultimo
elongato, acuminato. Caput thorace fere latius, nigro-piceum,
laevigatum. Thorax coleopteris dimidio fere angustior, lati-
tudine parum brevior, subquadralus , basin versus vix angu-
status, angulis obtusis, supra leviter convexus, crebre subti-
lissime punctulatus, linea longitudinali profunda punctoque
basali impressus. Scutellum subtilissime punctulatum. Elytra
thorace tertia parte longiora, similiter punctata , humeris te-
staceis. Abdomen laevigatum, crassiusculum, apice attenua-
insbesondere der Insel Ceylan. 27
tum, sublus basi rufo-testaceum, segmentorum margine ele-
vato basi testaceo. Pedes testacei, femoribus apice brunneis.
Sexus differentia latet.
Habitat in India orientali.
49. Myrmedonia impressicollis Kraatz (Lin-
naea Entomol. XI. p.53. 19).
In nidis termitum prope Colombo haud infrequens.
50. Myrmedonia gemina: Rufo-testacea, nitida,
capite, elytris anoque nigris, antennis basi femoribusque
apice picescenlibus, thorace subquadrato, basi foveolato.
Long. 2 lin.
Statura, color et summa affinitasM. collaris Payk. Cor-
pus parce nigro-pilosum. Antennae pilosae, basi piceae,
apice flavescentes. Caput thoracis fere lalitudine, nigrum,
nitidum, laevigatum. Thorax coleopteris dimidio fere angu-
stior, ceterum similiter ut in M. collari constructus, parce
obsoleteque irregulariter punctatus. Elytra thoracis longitu-
dine, parce obsoleteque punctata. Abdomen supra fere lae-
vigatum, segmentis 5—7 nigris. Pectus medio rufum, lateri-
bus piceum. Pedes flavi, femoribus apice piceis.
Habitat in insula Ceylan.
15. Oxypoda Mannerh.
Brachelyt. p.69. — Erichs. Gen. et Spec. p. 141.
51. Oxzypoda lineola: Linearis, subnitida, rufo-testa-
cea, capite elytrisque fuscis, thorace transversim subquadrato,
aequali, abdomine longiusculo. Long. ?/; lin.
Linearis, angusta, omnium subtilissime confertissimeque
punctulata , pube subtilissima adspersa, parum nitida, testa-
cea, capite nigro-fusco, elytris fuscis. Antennae validiuscu-
lae, articulo secundo tertio maiore, 4—10 sensim paulo cras-
sioribus, forliter transversis, ullimo maiusculo. Caput tho-
racis lalitudine, medio linea longitudinali leviter impressuin.
Thorax coleopteris angustlior, Iransversim subquadratus, latitu-
dine coleopteris dimidio brevior, lateribus parum rotundatus,
supra parum convexus, aequalis. Elytra Ihorace paulo lon-
giora. Abdomen longiusculum, fere parallelum , nitidulum.
Pedes testacei, femoribus crassiusculis.
28 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Speeimen unicum in insula Ceylan a Dom. Nietner lectum
generis Oxypodae esse videtur.
52. Oxypoda vilis: Nigra, subtilissime sericeo-pube-
scens , elyiris sordide testaceis, circa scutellum infuscatis,
thorace transverso aequali, abdomine sensim attenuato, apice
fusco. Long. *, lin.
Habitu fere Homalotae pygmaeae Grav. sed paulo mi-
nor, pube subtilissima griseo-sericea vestila, confertissime
sublilissimeque punctala, nigra, elylris sordide testaceis, circa
seutellum fuscescentibus. Antennae tenues, fuscae, basi vix
dilutiores, articulo secundo tertio parum maiore, 4—10 sen-
sim paulo latioribus, penultimis leviter transversis, ultimo
duobus praecedentibus longitudine coniunctim aequali. Caput
thorace multo minus, hie coleopteris vix anguslior, basi
latitudine duplo fere brevior., antrorsum angustalus, angulis
oblusis, supra iransversim convexus, aequalis. Elytra !horace
fere breviora. Abdomen sensim attenualum conferlim subli-
liter punctatum, segmentorum marginibus anoque fusco-fer-
rugineis. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
16. Homalota Mannerh.
Brachelytr. p.73. — Erichs. Gen. et Spec. p. 80.
53. Homalota acuticollis: Linearis, nigerrima,
nitida, antennarum basi elytrisque fuscis, pedibus testaceis,
thorace transversim subquadrato , margine posleriore medio
leviter subelevato-producto, abdomine parallelo, nitido, parce
punctato. Long. 1%/, lin.
Linearis, nigerrima, nitida, thoracis forma, praecipue
marium, valde distincta. Antennae capite thoraceque paulo
longiores, nigrae, artieulis primis fuseis, 5—10 subaequali-
bus, longitudine paulo latioribus, ultimo praecedentibus duo-
bus coniunctim paulo breviore. Palpi picei. Caput thoraeis
latitudine, basi constrietum, fronte leviter convexa, lateri-
bus subtiliter punciulata, media laevi. Thorax coleopteris
paulo angustior, latitudine vix brevior,, basin versus suban-
gustatus, basi medio in feminis paulo, in maribus fortius
elevato-producto, processu ipso apice truncalo, lateribus pa-
insbesondere der Insel Ceylan. 29
rum rotundatus, angulis anterioribus subreelis, deflexis, po-
sterioribus obtusis, parum convexus, parce subtilissime
punclalus, linea media longitudinali subelevata laevi. Elylra
thorace parum longiora, fusca, nilida, subtiliter parum dense
punctata et griseo-pubescentia. Abdomen parallelum, totun
nigrum, parce punctulatum. Pedes testacei.
Mas praeler thoracis processum elytris pone basin
prope suluram plicato-elevatis, abdominis segmento sexto su-
pero ante apicem bituberculato segmentoque seplimo apice
truncato, carinulis 6 longitudinalibus munito insignis.
Habitat in insula Ceylan.
Eine sehr ausgezeichnete und zierliche Art, als deren
nächste Verwandte von den europäischen Arten Hom. mon-
ticola Thomsson und excellens m. zu betrachten sind. Eine
ähnliche Halsschildbildung ist mir kaum bei einer anderen
Staphylinen-Species bekannt.
54. Homalota mucronata: Picea,nitidula, anten-
narum basi elylrisque sordide testaceis, his circa scutellum
infuscalis, thorace transverso obsolete canaliculato , fusco,
limbo fusco-testaceo. Long. 1'/, lin.
Picea, nitidula, subtiliter pubescens. Antennae_ capitis
thoracisque longitudine, fuscae, basi testaceae, arliculo 2do-
3lioque longitudine subaequalibus, quarto sequente angu-
sliore, leviter transverso , 5—10 fortiter transversis, sensim
paulo latjoribus, ullimo maiusculo, acuminato. Caput thorace
haud multo anguslius , rotundatum , nigrum, nilidum, erebre
subtiliter punctatum. Thorax coleopteris parum angustior, la-
litudine duplo brevior , lateribus et basi leviter rotundatus,
angulis anlerioribus rotundatis , posterioribus obtusis, supra
leviter Iransversim convexus, confertim subtiliter punctatus,
medio obsolete eanaliculatus, dorso fuscus; limbo omni la-
terali latius fusco -testaceo. Sculellum fuscum aut fusco-
teslaceum. Elytra Ihorace paulo longiora, confertim subtiliter
punclata, sordide testacea, circa scutellum lateribusque fuscis.
Abdomen piceum, apicem versus vix anguslalum , segmento-
rum marginibus subtus piceo-lestaceis, segmenlis 2—4 con-
fertim, 5to- minus crebre, 6to parce punctato. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice 4-den-
tato, infero mucronalo.
30 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
In insula Ceylan sub fructibus pubescentibus haud in-
frequens.
55. Homalota pelioptera: Nigro-picea , nitidula,
antennarum basi, elytris pedibusque pallide testaceis, thorace
latitudine tertia parte breviore, basi obsolete foveolatu.
Long. 1'/; lin.
Nigro-picea, nitidula, subtilissime pubescens. Antennae
capite Ihoraceque longiores, fuscae, basi testaceae, articulo
2do- 3lioque subaequalibus, 5—10 parum diversis, penulti-
mis leviter transversis , ullimo maiusculo, acuminato. Caput
thorace angustius, rotundatum, nigrum, nilidum, vix punctu-
latum. Thorax coleopteris parum angustior, latitudine tertia
parte brevior,, basi lateribusque leviter rotundatis , angulis
anterioribus subrectis, posterioribus obtusis, supra subtilis-
sime punctulatus et pubescens, basi obsolete foveolatus. Scu-
tellum fuscum. Elytra thorace paulo longiora, pallide testa-
cea, confertissime subtilissimeque punctata. Abdomen apicem
versus vix angustalum, parce subtiliter punctatum. Pedes flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero pone medium
tuberculato, septimo apice triangulariter exciso.
Habitat in India orientali.
56. Homalota zantihoptera: Nigro-picea, nitida,
elytris pedibusque testaceis , thorace transverso, basi foveo-
lato, abdomine vix punctulato , segmento sexito apice parce
subtilissime granulato. Long. 1'/, lin.
Nigra, nitida, pubescenlia fere nulla. Antennae fuscae,
capitis thoracisque longitudine, arliculo secundo tertioque sub-
aequalibus, 4—10 sensim paulo crassioribus, penultimis mo-
dice transversis. Caput ihorace paulo angustius, nitidum,
subglabrum. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine
duplo fere brevior, lateribus parum rotundatus, angulis ob-
tusis, supra parum convexus, vix punctulatus, basi foveola
transversali, parum profunda. Elytra thorace parum longiora,
parce subtiliter punctulata, vix pubescentia , tota testacea.
Abdomen apice vix attenuatum, fere laevigatum, segmento
sexto apice parce subtilissime granulato. Pedes testacei.
Mas latet.
Habitat in India orientali.
insbesondere der Insel Ceylan. 31
57. Homalota tridentata: Rufo - brunnea, niti-
dula, capite abdominisque cingulo piceis, thorace trans-
verso, medio subimpresso , abdomine apice parcius punctato.
Long. 1 lin,
Rufo-brunnea, nitidula, subtilissime pubescens. Anten-
nae fuscae, basi testaceae, articulo secundo tertio paulo lon-
giore, hoc basin versus angustiore , quarto sequente paulo
angustiore, 4—10 fortiter Iransversis, articulo ultima ma-
iusculo, acuminato. Caput thorace paulo angustius, nigro-
piceum, nilidum, vix perspicue punctulatum, fronte media
foveolata. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine du-
plo fere brevior, lateribus leviter rotundatus, angulis poste-
rioribus obtusis, anterioribus subrotundatis, supra parum con-
vexus, rufo-brunneus, confertissime subtilissimeque punctatus,
medio obsolete impressus. Elytra thorace paulo longiora,
paulo distinetius punctata, rufo-testacea. Abdomen fere pa-
rallelum, basi apiceque rufo-testaceum, pone medium piceum,
segmentis 5 anterioribus crebre subtiliter punctatis, 6to parce
obsolete punctato. Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice mnedio
tritendato, lateribus ulrinque spina longiore acuta armato;
dentes apice truncati.
Habitat in insula Ceylan.
58. Homalota scrobicollis: Nigro-picea, nitida,
elytris pedibusque sordide testaceis, Ihorace fusco, trans-
verso , medio fovea magna impresso , conferlim punctato.
Long. ?/, lin.
Statura fere H. analis Grav., sed paulo minor, nigro-
picea, capite Ihoraceque nilidis, vix punctulatis,, elylris ab-
domineque subtiliter pubescenlibus. Antennae mediocres,
fuscae, basi fusco-testaceae, arliculo secundo tertio paulo
maiore, 4— 10 leviter transversis, ullimo praecedentibus
duobus coniunctim longitudine aequali, obluse acuminalo.
Caput thorace paulo angustius, rolundatum, fronte medio
perspicue foveolata. Thorax coleopteris parum anguslior,
latitudine duplo fere brevior, lateribus leviter rolundatis, an-
gulis anterioribus obtusis , posterioribus rolundatis, supra
parum convexus, medio fovea magna oblonga impressus.
32 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Elytra thorace paulo longiora, conferlim subtiliter punctata,
sordide testacea. Abdomen fere parallelum’, conferlim sub-
tiliter punetatum, segmentorum marginibus rufo-piceis. Pe-
des testacei.
Habitat in India orientali.
59. Homalota tuberculata: Nigro-picea, nitidula,
pedibus testaceis, elytris fuscis, thorace Iransverso , medio
obsolete impresso, abdomine basi parce punctato, apice fere
laevigato. Long. ’/, lin.
Statura fere H. analis Grav., sed paulo minor, nigro-
picea, nitidula, capite thoraceque vix punctulatis , elytris
fuscis, conferlim subtiliter punctatis, subtilissime pubescen-
tibus. Antennae validiusculae, fuscae, basi vix dilutiores, ar-
ticulo secundo tertioque subaequalibus, quarto quinto paulo
angustiore, 5—10 fortiler transversis. Caput Ihorace parum
angustius, subrolundatum, nitidum, fronte medio linea. lon-
gitudinali obsolete impressa. Thorax coleopteris paulo angu-
stior, latitudine plus dimidio brevior, lateribus parum rotun-
datis, angulis poslerioribus rolundatis, supra parum convexus,
nitidus, medio obsolete longitudinaliter impressus. Elytra
thorace paulo longiora, nitidula. Abdomen fere parallelum,
basi apiceque fusco-piceum, basi parce punctatum , apice
sublaevigatum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sexto supero medio apice
tubereulo minulo, acuminato munilo, septimo medio apice tu-
bereulis duobus vix perspicuis instructo.
Habitat in India orientali.
60. Homalota exasperata: Linearis, nigra, ni-
tidula, subtiliter pubescens, pedibus fusco-testaceis, thorace
transversim subquadrato, elyiris fuscis, distinctius punctula-
tis, ad angulum apicis interiorem exasperatis, abdomine pa-
rallelo, parce punctato. Long. 1 lin.
Corpus lineare, nigrum, nilidulum, subtiliter pubescens.
Antennae capite Ihoraceque paulo longiores , validae, ni-
grae, arliculis 5—10 subaequalibus, transversis, ullimo prae-
cedentibus duobus coniunctim longitudine fere aequali. Ca-
put thoracis fere latitudine, basi constrietum , vix perspieue
punctulatum. Thorax coleopteris paulo angustior,, lalitudine
insbesondere der Insel Ceylan. 33
dimidio fere brevior, basin versus subangustatus, lateribus
ante medium’ cum angulis anterioribus rotundatus, angulis
posterioribus obtusis, medio longitudinaliter subdepressus, vix
perspicue punctulatus et pubescens. Elytra thorace paulo
longiora, fusca, erebre distinctius punctala, ad angulum api-
eis interiorem elevata forliusque punctata, punclis exaspe-
ratis. Abdomen parallelum parce punclatum , totum nigrum.
Pedes fusco-testacei, tarsis pallidis.
Mas abdominis segmento sexto supero ante apicem me-
dio tuberculo elevato munito insignis.
Duo mares in insula Ceylan lecti.
61. Homalota platygaster: Linearis, deplanata,
nigra, subopaca, elytris pedibusque sordide testaceis, thorace
subquadrato , medio late leviter impresso , abdomine apice
sublaevigalo. Long. 1 lin
Linearis, deplanata, nigra, thorace elytrisque confer-
tissime subtilissimeque punclatis, tenuissime pubescentibus,
fere opaeis. Antennae capite thoraceque longiores , fuscae,
basi fusco-testaceae , articulo 2do- 3tioque subaequalibus,
4to- 5to minore, 5—10 transversis , sensim vix latioribus,
ultimo maiusculo. Caput magnum, anlice thorace vix angu-
stius, basin versus leviter angustatum, crebre subtiliter di-
slinetius punctatum, medio subtiliter canaliculatum. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine terlia parte brevior,
lateribus ante medium leviter rotundatus, basin versus sub-
anguslatus, depressus, medio late impressus. Elytra thorace
tertia parte longiora, sordide testacea, circa scutellum fusca.
Abdomen lineare, deplanatum, basi minus crebre subliliter
punctatum, apicem versus sublaevigatum. Pedes testacei, fe-
moribus basi fuscescentibus.
Mas abdominis segmento septimo* supero apice utrin-
que profundius exeiso.
Habilat in insula Ceylan.
62. Homalota tuberculicollis: Nigro-picea, sub-
opaca, antennarun basi elylrisque fusco-teslaceis,, his circa
sculellum et in angulo apıcali fuscis, thorace subquadralo, me-
dio obsolete canaliculato, abdomine confertim distinctius pun-
etato. Long. */, lin.
Archiv f. Naturgesch. XXV Jahrg. 1. Bd 3
34 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Nigra, parum nitida, subtilissime ‚pubescens , thorace
elytrisque confertissime sublilissime punctatis. Antennae ca-
pitis thoracisque longitudine, fuscae, basi fusco-testaceae,
arliculo 2do- 3tioque subaequalibus, 4to- dto minore, 5—10
forliter transversis, subaequalibus, ultimo. maiusculo. Caput
Ihoracis fere latitudine, confertim subtiliter punctatum, pa-
rum convexum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitu-
dine vix dimidio brevior, lateribus ante medium parum ro-
tundatus, basin versus leyiter angustatus, supra parum con-
vexus, medio canaliculatus; in feminis thorax basi iruncatus,
in maribus posterius leviter productus, parte producta utrin-
que tumidula. Elytra thorace paulo longiora, fusco-testacea,
circa scutellum et in angulo apicali externo fusca. Abdomen
parallelum confertim aequaliter dislinctius punctalum. Pe-
des flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero medio pliculis
duabus elevalis, approximatis, postice connivenlibus: instructo.
Habitat in insula Ceylan.
63. Homalota variventris: Rufo-brunnea, ni-
tidula, capite abdomineque ante apicem piceis, hoc basi api-
ceque rufo-testaceo, crebre subliliter punctato, thorace sub-
quadrato, late canaliculato. Long. °/, lin.
Subtilissime pubescens,, capite, thorace elytrisque con-
fertissime subtilissime pubescentibus, fere opacis. Antennae
capite Ihoraceque paulo longiores , rufae, articulo 3tio 2do
paulo longiore, 4to- 5to paulo angustiore, 5—10 subaequa-
libus, longitudine paulo latioribus , ultimo acuminato. Caput
thorace paulo angustius, subrotundatum , nigrum, ore rufo,
fronte media interdum leviter canaliculata. Thorax coleopte-
ris paulo angustior, latitudine dimidio brevior, lateribus ante
medium paulo rotundatus, basin versus leviter angustatus,
angulis anlerioribus fere reclis, posterioribus obtusis, supra
depressiusculus, medio late canaliculatus , rufo - brunneus.
Elytra thorace paulo longiora, rufo-testacea, circa scutel-
lum et lateribus postice fuscescentia. Abdomen confertim
subtiliter punctatum, nitidulum , segmentis 1—3 rufis , 4, 5
piceis, 6, 7 rufo-testaceis.
Mas abdominis segmento septimo supero apice. Iruncalo.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. 35
64. Homalota putridula: Testacea, nitidula, ca-
pite abdominisque cinqulo piceis, antennis validiusculis fuseis,
ihorace transverso, aequali, abdomine apice sublaevigato.
Long. %, lin.
Testacea, nitidula, thorace elytrisque confertissime sub-
tilissimeque punctulatis. Antennae validiusculae, capite tho-
raceque paulo longiores , fuscae, basi teslaceae, arliculo
secundo tertio paulo longiore, sequentibus sensim paulo la-
tioribus , primis exceptis fortiter transversis. Caput thorace
paulo angustius, rotundatum, vix perspicue punclulatum, ni-
gro-piceum, nitidum. Thorax elytris paulo angustior, latitu-
dine duplo brevior , lateribus leviter rotundatus, parum con-
vexus, aequalis. Elytra thorace paulo longiora.. Abdomen
apicem versus vix angustalum,, anlice parce subtiliter pun-
etatum, poslice sublaevigalum, segmenlis 4 primis rufo-
testaceis, quinto sextoque nigro-piceis, hoc apice rufo-piceo,
seplimo testaceo. Pedes flavi.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice truncato,
lateribus leviter exeiso, subdentato.
Habitat in insula Ceylan.
65. Homalota inutilis: Brunnea, subnitida, capite
abdominisque segmenlis A ullimis piceis, antennis validiusculis
basi pedibusque testaceis, thorace transverso, obsolete cana-
liculato, abdomine apice sublaevigato. Long. '), lin.
Brunnea, subtilissime pubescens, thorace elytrisque con-
fertissime subtilissimeque his paulo dislinctius punctatis. An-
tennae capite Ihoraceque paulo longiores, validiusculae, füs-
cae, basi teslaceae, arliculo secundo tertio fere duplo lon-
giore, 4—10 fortiter transversis, ullimo maiusculo, acuminato.
Caput thoracis laliludine, subquadratum ; nigro-piceum, nili-
dum, vix punctulatum, fronte linea media longitudinali leviter
impressa. Thorax coleopteris paulo angustior , lalitudine plus
dimidio brevior, lateribus parum rotundatus, basin versus vix
anguslalus, parum convexus, obsolete canaliculatus. Elytra
thorace paulo longiora, lateribus externe fuscescentibus. Ab-
domen apicem versus vix anguslalum, basi erebre subtiliter
punclalum , apice sublaevigatum , segmentis 3 primis rufo-
brunneis, ceteris piceis. Pedes flavi.
36 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Mas abdominis segmento septimo supero apice trun-
cato, lateribus subdentato.
Habitat in insula Ceylan.
66. Homalota nana: Nigra, nilidula, elytris piceis,
pedibus piceo-testaceis, antennis lenuibus fusco -nigris , Iho-
race subquadralo, medio obsolete canaliculato, abdomine paulo
angusiato, apice sublaevigato. Long. vix '/, lin.
Nigra, subtilissime pubescens,, capite, thorace elytris-
que confertim subliliter, his paulo subtilius punctatis. An-
tennae capite thoraceque paulo longiores, fusco- nigrae,
tenues, arliculo secundo tertio dimidio longiore, 4—10 sub-
aequalibus , vix transversis, ullimo magno , praecedentibus
tribus coniunclim longitudine fere aequali. Caput maiusculum,
Ihorace vix angustius, totum nigrum, nitidum. Thorax cole-
opteris paulo angustior, latitudine dimidio brevior, lateribus
parum angustalus, medio obsolete canaliculatus. Elytra tho-
race vix longiora, picea seu fusco-brunnea. Abdomen basi
erebre distinctius punctalum, apicem versus sublaevigatum,
leviter angustatum. Pedes testacei, femoribus piceo-testaceis.
Habitat in insula Ceylan.
Die wenig kräftigen Fühler mit dem sehr langen End-
gliede machen diese Art leicht kenntlich.
67. H'omalota exigua: Depressiuscula, rufo-brun-
nea, nitidula, capite elytrisque fuscis, his basi pedibusque
testaceis, Ihorace subquadrato, aequali, abdomine confertim
punctato. Long. vix ‘, lin.
Rufo-brunnea, nitidula, pube grisea subtilissima seri-
cans, confertissime subtilissimeque punctulata. Antennae va-
lidiusculae, capitis thoracisque longiludine, fuscae, basi testa-
ceae, arliculo secundo terlio multo maiore, 4—10 sensim
paulo latioribus, fortiter transversis, ultimo maiusculo, acu-
minato. Caput maiusculum thoraeis latitudine, subquadratum.
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine dimidio brevior,
lateribus parum rotundatus, basin versus vix angustalus, an-
gulis posterioribus obtusis, anterioribus fere reclis, supra
parum convexum, medio vix impressum. Elytra thorace paulo
longiora, fusca, basi testacea. Abdonıen confertim subtili-
insbesondere der Insel Ceylan. 37
ter punctulatum , pone medium obscurius brunneum, apice
testaceum. Pedes pallide testacei.
Habitat in insula Ceylan.
68. Homalota dubia: Fusco-picea, pernitida,
elytris fusco-testaceis, pedibus pallidis, thorace leviter trans-
verso, capite vix, abdomine parce punctulato, hoc apicem ver-
sus parum angustalo. Long. 13/, lin. |
Statura fere Hom. marcidae, sed paulo maior, pernitida,
elytris brevioribus. Antennae capite thoraceque longiores,
parum incrassalae, fuscae, articulo primo testaceo, secundo
tertioque subaequalibus, 4—10 sensim paulo latioribus, primis
eorum Jatitudine paulo longioribus, penultimis latitudine vix
brevioribus, ultimo acuminato. Caput thoracis latitudine,
rotundatum, nitidum, subtilissime vix perspicue punctulatum.
Thorax coleopteris paulo angustior,, latitudine tertia parle
brevior, basin versus subangustatus, lateribus ante medium
cum angulis anterioribus leviter 'rotundatus, angulis poste-
rioribus valde obtusis, parum convexus, subtilissime minus
erebre punelulatus, fulvo-pubescens , pernitidus, subaeneo-
micans. Elytra thorace vix longiora, fusco - testacea, con-
fertim subtiliter punctata, nitidula. Abdomen parce puncta-
tum pilosumque, piceum, segmentis singulis subtus testaceo-
marginatis. Pedes testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum huius generis
esse videlur.
69. Homalota marcida Er.?
Exemplar minoribus huius speciei individuis simillimum
misit Dom. Lockey cum ceteris Staphylinis, a. Dom. Helfer in
India orientali lectis.
70. Homalota fungi Grav.
Exemplar Homalotae, 'quod fere omnino cum hac specie
congruit, misit Dom, Lockey cum ceteris Staphylinis aDom.
Helfer in India orientali lectis.
71. Homalota rhyssoptera: Nigra, nitidula, an-
tennarum basi pedibusque testaceis, elytris rufo - brunneis,
thorace transverso, aequali, abdomine sensim attenualo, basi
erebre, apice parcius punclato. Long. 1 lin.
38 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Statura fere H, fungi sed paulo minor, thorace breviore
elytrisque rufo-brunneis facile distinguenda, nigra, nitidula,
subtiliter pubescens. Antennae tenues, rufo-brunneae, basi
rufo-testaceae, arlticulo secundo tertio vix longiore, 5—10
subaequalibus, vix transversalibus. Caput thorace angustius,
vix punclulatum, nilidum. Thorax elytris paulo angustior,
latitudine duplo fere brevior, basi et lateribus rotundatus,
angulis posticis oblusis, subrotundalis, supra leviter convexus,
confertim subtiliter punctatus, aequalis, rufo-piceus, lateribus
rufis. Elytra thorace paulo longiora, distinclius punctata.
Abdomen sensim atlenuatum, basi erebre, apice parcius pun-
ctatum,, nigrum , segmenlis primis margine posteriore rufo-
brunneis, ano piceo. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
72. Homalota splendida: Rufo-testacea, splen-
dida , capite abdominisque cingulo piceo, thorace subquadrato,
aequali, abdomine sensim attenuato. Long. 1%/; lin.
Rufo-testacea, splendida, subtiliter pubescens. Anten-
nae capite thoraceque longiores, validiusculae , fuscae, basi
rufo-testaceae, arliculo seeundo terlioque elongatis, .hoc paulo
breviore, arliculo quarto quinto multo breviore, forliter trans-
versali, 5—10 subaequalibus, leviter transversis. Caput ro-
tundatum, thorace paulo angustius, parce obsoleteque punetu-
latum, nilidissimum. Thorax anlice coleopterorum basi vix:
angustior, latitudine dimidio brevior, lateribus ante medium
leviter rotundatus, basin versus subangustatus, angulis ante-
rioribus rotundatis , posterioribus oblusis, supra parum con-
vexus, aequalis, parce obsoloteque punctulatus. Scutellum
laevigalum. Elytra thoracis longitudine, paulo distinctius
punctata, picea, basi magis minusve testacea. Abdomen sen-
sin attenuatum, basi rufo-testaceum, parce punctalum, pone
medium piceum, laevigatum, apice pilosellum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
73. Homalota vicaria: Nigra, subopaca, tenuiter
sericeo-pubescens, antennis nigris , pedibus testaceis , elylris
brunneis, ihorace forliler transverso , aequali, abdomine at-
tenuato , confertim subliliter punctato pilosoque. Long.
1'/, lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 39
Statura fere omnino Hom. aterrimae, nigra, subopaca,
ereberrime subtiliter punctata, elylris brunneis, circa scutel-
lum vix infuscatis. Antennae paulo validiores quam in specie
allata, nigrae, articulo primo piceo, tertio secundo vix longiore,
4—10 sensim paulo latioribus, penultimis vix transversis,
ultimo praecedentibus duobus coniunctim longitudine aequali,
acuminato. Caput thorace paulo angustius, subrotundatum,
deflexum. Thorax coleopteris paulo angustior, antrorsum levi-
ter angustatus, latitudine summa fere dimidio brevior, basi
et lateribus rotundalus, angulis obtusis, subrolundatis, leviter
convexus, aequalis. Elylra thorace paulo longiora. Abdo-
men apicem versus sensim altenuatum, confertim subtiliter
punctalum, minus opacum, nigrum, apice vix infuscalum,
parce pilosellum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
74. Homalota inornata: Nigra, subopaca, con-
fertissime punclata, subtilissime pubescens, antennarum basi,
elytris anoque fuscis, pedibus testaceis, thorace Iransverso,
aequali, abdomine attenuato, parum piloselloe. Long. 1 lin.
Statura fereHom. pygmaeae Grav. sed paulo angustior,
nigra, subopaca, confertissime subtilissimeque punctata et
pubescens, elytris sordide testaceis. Antennae validiores
quam in specie allata, nigrae, articulo primo’fusco-testaceo,
leviter incrassalo, secundo tertio subaequali, 4—10 sensim
vix latioribus, 5—10 leviter transversis, ullimo magno, acu-
minalo, duobus praecedentibus coniunctim longitudine aequali.
Caput Ihorace angustius, rotundatum, deflexum. Thoracis forma
fere eadem quae in Hom. vicaria et-pygmaea. Elytra tho-
race paulo longiora, circa scutellum et ad angulum apicis
exleriorem interdum infuscata. Abdomen apicem versus al-
lenuatum , lateribus parce 'pilosellum, ano saepius infuscato,
- segmentis singulis subtus plerumque testaceo-marginalis. Pe-
des testacei.
Habitat in insula Ceylan.
75. Homalota peregrina: Nigra, subopaca, con-
ferlissime punctata, pedibus flavescentibus, elytris fuscis,
Ihorace transverso, aequali, elytris hoc fere brevioribus, ab-
48 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
domine sensim allenuato, confertim punctulato, parce pilo-
sello. Long. /, lin.
Habitu fere H. pygmaeae Grav., sed multo minor, an-
tennis validioribus etc. dislincta. Nigra, subopaca, pube subtili
griseo-sericea dense vestita, sublilissime confertissimeque
punclata. Antennae capite Ihoraceque longiores, nigro-fus-
cae, basi fuscae, arliculo secundo tertioque subaequalibus,
4—10 sensim paulo lalioribus, penultimis modice transversis,
ultimo praecedentibus duobus coniunctim longiore. Caput Iho-
race angustius, subrotundatum. Thorax coleopteris vix angu-
stior, latitudine plus dimidio brevior, antrorsum subangusta-
tus, lateribus leviter rotundatus, angulis omnibus obtusis,
supra leviter transversim convexus, aequalis. Elytra thorace
fere breviora, fusca seu fusco-brunnea. Abdomen sensim
angustatum, minus opacum, confertim punctatum, longius pu-
bescens, apice piceum, parce pilosellum. Pedes flavi.
Habitat in insula Ceylan.
76. Homalota annuliventris: Testacea, nitidula,
thorace fortiler transverso, aequali, abdomine sensim angu-
stato, segmento quinto piceo. Long. 1 lin.
Breviuscula, testacea, confertim subtilissime punctata,
subtiliter pubescens. Antennae capite thoraceque breviores,
fuscae, arliculis 4 primis testaceis, secundo tertio distincte
maiore, quarlo quinto minore, 5—10 sensim paulo maioribus,
penultimis fortiter transversis. Caput thorace angustius ,
leviter transversum, convexiusculum. Thorax coleopteris vix
angustior, latitudine duplo brevior, lateribus leviter rotunda-
tus, apicem versus subanguslatus, angulis posterioribus ro-
tundatis, vix obtusis, supra transversim convexiusculus, aequa-
"lis. Elytra thoracis longitudine. Abdomen sensim angusta-
tum, confertim punctatum, paulo longius pubescens, segmento
quinto piceo. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
77. Homalota rugalipennis: Rufo-testacea, niti-
dula, crebre minus subtiliter punctata , thorace iransverso,
aequali, abdomine sensim subangustato, segmento quinto pi-
cescenle. Long. °/; lin.
Statura fere praecedentis, sed minor, fortius punciata.
insbesondere der Insel Ceylan. 41
Corpus testaceum, subtiliter pubescens. Antennae totae te-
staceae, similiter ut in praecedente constructae. Caput tho-
race angustius, transversum, crebre distincte punctalum,
fronte depressa seu late leviter impressa. Thorax coleopte-
rorum latitudine, longitudine plus duplo latipr , lateribus le-
viter rotundatus, angulis posterioribus obtusis , supra trans-
versim convexiusculus, aequalis, confertim distincte puncta-
tus. Elytra thoracis longitudine,, erebre distinctius, subru-
guloso-punctala. Abdomen sensim subangustatum, crebre,
apice dislinctius puncetatum, segmento quinto picescente, quarto
interdum fuscescente, septimo testaceo. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
78. Homalota circellaris Grav.
Habitat in India orientali.
79. Homalota crassiuscula: Ferruginea, nitida,
griseo-pubescens, capite abdominisque cingulo piceis, thorace
brevi, convexo, abdomine crebre punctato. Long. 1 lin.
Statura H. nothae Er. Ferruginea seu rufo-testacea,
nilida, longius griseo-pubescens, lateribus pilosella. Antennae
tenues, fuscae, articulis 4 primis testaceis. Caput thorace
anguslius, subdeflexum, rufo-piceum, interdum rufum, erebre
obsolete punctulatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine plus duplo brevior, valde convexus, minus crebre
sublilissime punctatus. Elytra thorace vix longiora , erebre
subtiliter punctata. Abdomen crebre punctatum, subtus con-
vexum, supra pilis ereclis nigris vestilum , segmento quarto
quintoque piceis. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
17. Phloeopora Er.
Gen. et Spec. Staph. p. 76.
80. Phloeopora ceylanensis: Nigro-picea, anlen-
narum basi, pedibus elytrisque testaceis, his macula magna
scutellari triangulari indelerminata fuscis, thorace subqua-
drato, angulis anterioribus rolundato. Long. 1'/, lin.
Corpus lineare, parum convexum, subtiliter pubescens,
nigrum, nilidulum. Antennae fuscae, basi rufae, articulo
42 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
tertio secundo paulo breviore et angustiore, quarto praece-
dentis latitudine, 5—10 leviter transversis, ultimo obtusius-
eulo. Caput thoracis latitudine, transversim subquadratum,
ore rufo, subtilissime punctulatum, fronte media subtiliter
obsolete canaliculata. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine vix brevior, basin versus subanguslatus, lateribus
ante medium cum angulis anterioribus rolundatus, parum
convexus, basi fovea transversa impressus, subtilissime pun-
ctulatus. Elytra thorace sesqui fere longiora, rufo-testacea,
macula magna triangulari circa scutellum fusca. Abdomen
parallelum, supra crebre obsoleteque apicem versus parcius
punclatum , nigro-piceum. Pedes testacei, femoribus, apice
excepto, infuscatis.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
81. Phloeopora indica: Nigro-picea, nitida, ely-
Iris pedibusque rubro-testaceis, thorace transversim subqua-
drato, fusco, basi vix impresso. Long. 1 lin.
Linearis, nigra, nilida, subtilissime pubescens. Anten-
nae fuscae, basi fusco-lestaceae , articulo secundo tertioque
subaequalibus, 4—10 sensim paulo latioribus, penultimis mo-
dice transversis. Caput thorace paulo angustius, rotundatum,
nigrum, nilidum, vix perspicue punctulatum. "Thorax coleo-
pteris vix anguslior, latitudine plus dimidio brevior , lateri-
bus parum rolundatus, supra parum convexus, conferlim
subtilissime punctulatus, medio vix impressus. Elytra thorace
paulo longiora , confertim subtiliter punctata, rubro-testacea,
basi fuscescentia. Abdomen lineare, crebre subtiliter puncta-
tum, apice rufo-piceum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
18. Pelioptera Kraatz.
Linnaea Entomol. XI. p. 55.
82. Pelioptera micans Kraatlz (Linnaea entomol.
XL p.56. 1).
Habitat in insula Ceylan et in India orientali in nidis
termitum et formicarum.
83. Pelioptera opaca Kraatz (l. c. XI. p. 56. 2.)
Habitat in insula Ceylan in nidis termitum et formica-
rum rarior.
insbesondere der Insel Ceylan. 43
19. Placusa Er.
Gen. et Spec. Staph. p. 194.
84. Placusa acuminata: Depressa, fusco-nigra,
subopaca, elytris fusco - teslaceis, circa sculellum lateribus-
que infuscalis, antennarum basi pedibusque testaceis, tho-
race coleopterorum latitudine, antrorsum angustato, abdomine
apirem versus leviter attenualo. Long. 1lin.
Corpus complanatum, subopacum, pube tenuissima ve-
stitum, abdomen confertissime subtilissimeque punctatum,
Antennae fusco-nigrae, basi fusco-testaceae, articulis 4—10
subaequalibus, parum transversis. Capitis thoracisque stru-
ctura fere eadenı, quae in Pl. humili; hie antrorsum distincte
angusialus. Elytra ihorace parum longiora, paulo evidentius
punctata, fusco -testacea, circa sculellum lateribusque infus-
cala. Abdomen apicem versus altenuatum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
85. Placusa spinigera: Depressa, nigro- fusca,
subopaca, elytris sordide fusco-lestaceis, pedibus pallidis,
Ihorace antrorsum haud angustato, abdomine parallelo. Long.
3/, lin.
Corpus complanalum , parallelum, subopacum, pube te-
nuissima vestilum, fuscum seu fusco-nigrum. Antennae ca-
pitis thoraeisque fere longitudine, fuscae, arliculo primo fusco-
lestaceo, terlio secundo vix breviore sed tenuiore, quarto
minuto, 4—-10 Iransversis,, ullimo ovato, apice obtusiusculo.
Caput thorace angustius, densius subtiliter punctatum. Thorax
coleopteris paulo angustior , latitudine duplo fere brevior,
antrorsum haud angustatus, basi et lateribus leviter rotun-
datus, angulis omnibus oblusis, anterioribus subrotundatis,
paulo depressis, parum convexus, confertissime subtiliter pun-
elatus. Elytra Ihorace sesqui longiora, apice truncala, fusco-
lestacea , eirca scutellum vix infuscata, sublilissime punctu-
lata. Abdomen parallelum, confertissime punctulatum, fusco-
nigrum, basi interdum fusco-piceum, Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmento septimo supero apice medio
Irispinoso,, lateribus utrinque spina tenui longiore incurvata
armalo insignis.
Habitat in insula Ceylan.
44 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
86. Placusa pygmaea: Subdepressa, nigra, sub-
nitida, elylris apicem versus fusco-testaceis, dislinclius pun-
clatis, pedibus pallidis, thorace antrorsum vix angustato, ab-
domine parallelo. Long. ‘, lin.
Placusa spinigera minor, praecipue brevior, nigra, sub-
nitida, subtilissime pubescens. Antennae vix capitis thora-
eisque longitudine,, piceae, articulo primo sordide testaceo,
4—10 sensim latioribus, transversis, ultimo maiusculo, apice
obtuso. Caput thorace paulo angustius, densius subtiliter
punclatum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine
plus duplo brevior, antrorsum haud angustatus, angulis sub-
rotundatis, tranversim leviter convexus. Elytra thorace ses-
qui fere longiora, piceo-castanea, apicem versus magis mi-
nusve sordide testacea , confertim distinetius punctata. Ab-
domen nigrum, nitidulum ‚ conferlissime punctatum. Pedes
tostacei, femoribus posticis infuscatis.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice utrinque
spina tenui armato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
20. Oligota Mannerh.
Brachelytr. p. 72. Erichs. Gen. p.179.
\
87. Oligota indica: Linearis, nigra, nitida, an-
tennis, pedibus anoque rufis, anlennarum articulis ultimis
tribus paulo crassioribus. Long. %, lin. F
Ol. pusillimae Mannerh. simillima, antennis autem te-
nuioribus, articulis 3 ultimis minus abrupte crassioribus di-
stincta videtur; ihorax praeterea paulo crebrius punctatus,
elytra thorace vix sesqui longiora, abdomen apice latius
rufescens.
Habitat in India orientali.
883. Oligota testacea: Rufo-testacea , antennis
apice abdominisque segmento quinto fuscis, antennis articulis
quatuor ultimis sensim crassioribus. Long. ‘3 lin.
Statura fere omnino Ol. pusillimae, sed paulo minor,
minus convexa, colore facile distinguenda, pube subtili de-
pressa densius vestita, confertim subtilissime punctata.
Specimina tria in insula Ceylan sub fructibus putrescen-
tibus legit Dom. Nietner.
insbesondere der Insel Ceylan. 45
89. Oligota semibrunnea: Linearis, brunnea, ab-
domine piceo, basi rufo-piceo, ano fulvescente , antennis pe-
dibusque rufo-testaceis. Long. '/, lin.
Ol. atomariae Er. (Gen. et Spec. Staphyl.180. 2.) affinis, sed
paulo lalior, colore indicato. Antennae rufo-testaceae, apicem
versus incrassatae. Caput, thorax et elylra quemadmodum in
specie allata constructa, sed distincte breviora. Abdomen
apicem versus subangustalum, subtilissime punctatum, piceum,
segmenlis 2 et 3 brunneis seu piceo-rufis, 6 el 7 fulvescen-
tibus. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
90. Oligota chrysopyga: Ovala, nigro-picea, tho-
race elytrisque brunneis, ano, pedibus antennisque fulvis, his
articulis ultimis tribus maioribus, fuscis. Long. ‘/, lin.
Staltura et colore fere omnino Ol. apicatae Erichs. (Gen.
el Spec. Staphyl. p. 182, 6.) sed paulo maior, antennarum
arliculis 3 (haud 4, ut in specie allata) ultimis maioribus,
fuscis. Caput thorax et elytra similiter ut in Ol. apicata
construcla et punctata, brunnea. Abdomen apicem versus
leviter angustatum, nigro-piceum, segmentis ultimis (6—8)
laete fulvis. Pedes fulvi.
Habitat in insula Ceylan.
21. Gyrophaena Mannerh.
Brachelytr. p,74. — Erichs. Gen. p. 162.
91. Gyrophaena laminata: Rufo-testacea, ca-
pite nigro, elytris apice abdominisque segmento quinto piceis,
Ihorace marginato, disco quadripunctato, elylris aut parce
punctatis aut parce obsolete granulatis. Long. 1'/; lin.
Species magna, parum convexa, abdomine maris sat
insignita. Antennae capitis thoracisque longitudine, testa-
ceae, articulo secundo elongato, terlio quartoque coniunetim
praecedente paulo longioribus, art. 5—10 sensim paullulum
brevioribus et latioribus, ultimo maiore. Caput depressum,
nigrum, fronte inter oculos punclis duobus maioribus im-
pressa, ulrinque parce subtiliter punctata, "Thorax coleopte-
ris paulo angustior, longitudine plus duplo latior, lateribus
leviter convexus, angulis posterioribus rolundatis, subdepres-
46 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
sus, disco punctis 4 paulo maioribus impressus, lateribus
punctis nonnullis singulis, rufo-testaceus. Elytra thorace
paulo longiora, glaberrima, nitida, apice magis minusve,
interdum tota fuscescenlia, in altero sexu vage punctala , in
altero vage obsolete granulata.. Abdomen rufo -testaceum,
segmento quinto et interdum segmenti praecedentis apice
sequentisque basi piceis, vix punctulatum, nitidulum. Pe-
des flavi.
Mas segmenti quarli lateribus ad scalpri formam dila-
talis sat insignis; segmento quinto ante marginem apica-
lem punctis nonnullis exasperalis, sexto medio pliculis circi-
ter sex minulis elevatis ornato, septimo supero apice tri-
dentato; feminae abdomen simplex.
Habitat in India orientali.
92. Gyrophaena humeralis: Nigra, nitida, an-
tennarum basi pedibusque testaceis, thorace marginato, disco
4-punctato, elylris aut laevibus aut parce granulatis, callo
humerali tesiaceo, abdomine segmentis dorsalibus anterioribus
3 vel 4 rufis. Long. 1 lin.
Var. abdomine concolore,
Var. elytris abdomineque nigris.
Magnitudine G. affinis, nigra, nitida. Antennae fusco-
nigrae, articulis 4 primis testaceis, 5—10 longitudine vix
latioribus, ultimo longiore. Caput thorace angustius, fronte
plana, aequali, utrinque punctis nonnullis singulis, ceterum
laevissimum, ore rufo-piceo. Thorax basi coleopteris angu-
stior, antrorsum vix angustalus, longiludine vix duplo latior,
tenuiter marginalus, disco punctis 4 quadratim disposilis
impressus, inter medium et marginem puncto uno alterove
notatus, celerum laevissimus. Elytra thorace paullo longiora,
laevigata, in altero sexu laevissima in altero punctis elevatis
raris, glaberrima, nigra , callo humerali testaceo. Abdomen
tenuiter pubescens, colore supra indicata. Pedes flavo-
testacei.
Mas coleopteris punclis elevatis exasperalis, praeterea
elytris ad suturam longitudinaliter subelevatis insignis;; ab-
dominis segmenlum sexlum dorsale maris luberculo ante
marginis posterioris medium munitum, feminae aequale; septi-
insbesondere der Insel Ceylan. 47
mum maris apice subtrilobum, lobis lateralibus vix acutis, fe-
minae simplex.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Obs. Exemplaria duo, alterum abdomine toto nigro,
alterum elytris eliam tolis nigris, celerum simillima vix ad
aliam speciem pertinent.
93. Gyrophaena pallipces: Nigra, nitida, anten-
narum basi pedibusque testaceis, ihorace parce obsoleteque
irregulariler punctato, elylris piceo-nigris , parce subtiliter
punctatis. Long. 1 lin.
Magnitudine fere G. affinis, nigra, nitida. Antennae
tenues, fuscae, arliculis 3 primis testaceis, 4—6 latitudine fere
longioribus, 7—10 subquadratis, ultimo oblongo, abrupte
acuminato. Caput Ihorace paulo angustius, parce subtiliter
punctalum. Thorax coleopteris paulo angustior, lalitudine
duplo longior, antrorsum haud anguslatus, angulis anteriori-
bus obtusis, posterioribus cum basi rolundatis, tenuiter mar-
ginatus, disco parce obsoleteque irregulariter punctatus. Elytra
thorace sesqui longiora, piceo-nigra, parce subtiliter punctala.
Abdomen nigrum, nitidum, basi lateribus subtilissime punctu-
latum. Pedes testacei.
Mas elytris pone medium prope suturam plicato-sub-
elevatis, abdominis segmento septimo supero medio apice
tuberculato, utrinque spinis duabus longioribus armato insi-
gnis. Femina latet.
Habitat in insula Ceylan.
94. Gyrophaena immalura: Fusco-testacea, per-
nitida, antennarum basi pedibusque testaceis, thorace obsolete
biseriatim punctato, elytris vage subtilissime punctulatis, ab-
domine basi rufo, pone medium fusco. Long. *,—1 lin.
G. alfini paulo minor et anguslior, fusco-testacea, per-
nilida, subaeneo-micans. Antennae tenues, fuscae, basi te-
slaceae,, articulis 5—10 subquadratis. Caput thorace paulo
angustius, lateribus parce punctatum. Thorax coleopteris
anguslior, lalitudine duplo fere brevior, angulis anterioribus
subrectis, posterioribus valde obtusis, subrotundatus, leviter
eonvexus, seriebus duabus dorsalibus punetorum subtilium
48 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
obsoletorumque. Elytra thorace sesqui fere longiora, parce
subtiliter punctata, fusco -testacea, callo humerali testaceo,
angulis externis apicis saepius fuscis. Abdomen nitidum,
lateribus vix punctulatum, basi rufum, pone medium fuscum,
interdum totum rufum. Pedes testacei, pectus fuscum.
Mas elytris interdum pone medium prope suturam pli-
cato-subelevatis, rarius segmento secundo supero in medio
margine posteriore tuberculo minuto, semper segmento sexto
supero medio ante apicem tuberculo validiusculo septimoque
dente apicali intermedio spinisque duabus parvis lateralibus
munitis distinctus.
Habitat in insula Ceylan.
95. Gyrophaena granulifera: Nigro-picea, ni-
tida, antennarum basi, pedibus elylrisque testaceis, his an-
gulo exteriore apicis nigris, aut laevibus aut fortiter granu-
latis, thorace marginato, disco A-punctalo , abdomine rufo-
lestaceo, segmentis 4 el 5 plerumque fuscescentibus. Long.
2/,; lin.
Habitu fere G. politae,. magnitudine instabilis, nigro-
picea, nitida, colore supra indicate. Antennae capite Ihora-
ceque paulo longiores, fuscae, basi testaceae, articulo terlio
tenui , quarto hoc breviore et paulo latiore, art. 5—10 sub-
aequalibus, anterioribus leviter transversis, ultimo longiore,
acuminato. Caput thorace paulo angustius, fronte plana,
aequali, utrinque parce sparsim punctata, ore rufescente.
Thorax basi coleopteris distinete angustior, antrorsum suban-
gustatus, longitudine duplo ‚latior, basi et lateribus rotunda-
tus, angulis anterioribus deflexis, subrectis, posterioribus ob-
tusis, supra transversim leviter convexus, tenuiter margina-
tus, disco punctis 4 obsoletis, quadratim disposilis impressus,
inter medium et marginem puncto uno alterove notatus, ce-
terum laevis. Elytra thorace paulo longiora , laevigata, in
altero sexu laevissima, in altero tuberculis vel punctis ele-
vatis, medium versus profundioribus et crebrioribus. Abdomen
tenuiter pubescens, subtus piceum, basi dilutius, supra rufo-
testaceum, segmentis 4 et 5 infuscatis. Pedes flavo-testacei.
Mas elytris tuberculatis et abdominis segmento ‚septimo
insbesondere der Insel Ceylan. 49
dorsali medio producto, utrinque spinulis duabus acutis, lo-
bum intermedium vix superantibus armato insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Obs. A Gyr. humerali statura minore, colore et ab-
dominis segmenti sexti maris haud armato facile distin-
guenda; differt aG. splendidula statura minore, capite paulo
maiore, elytris fere totis teslaceis, crebrius haud serialim
granulatis.
96. Gyrophaena nigra: Nigra, nilida, antennis pe-
dibusque testaceis, thorace laevi, elytris impunctatis. Long.
1% -2/; lin.
G. strictula minor, corpore tolo nigro, nitidulo.. An-
tennae laete flavo-testaceae. Caput thorace angustius, fronte
aequali, lateribus vix punctulatum. Thorax coleopteris angu-
stior, longitudine duplo fere latior, basi et lateribus rotun-
datus, laevis vel obsolete biseriatim impressus. Elytra tho-
race longiora , nitidula, impunctata. Abdomen parallelum,
nigrum,, basi interdum piceum. Pedes flavi.
Mas abdominis segmento sexto supero utrinque pone me-
dium tuberculo minuto, acuminato munito distinctus; tubercula
marginibus lateralibus paulo magis quam inter se approximata,
Habitat in insula Ceylan.
97. Gyrophaena pygmaea: Fusco-testacea , tho-
race abdominisque basi-plerumque rufis, antennis, pedibus
elytrorumque callo humerali testaceis, his parce obsoletissime
punctulatis. Long. ’/, lin.
Species minuta, fusco-testacea, nilida. Antennae cras-
siusculae, testaceae , apicem versus vix infuscatae, articulis
4—10 transversis. Caput thoracis latitudine, fronte depla-
nala, ulrinque parce perspicue punctata, Thorax coleopteris
distincte angustior, latitudine duplo fere brevior, angulis an-
terioribus subrectis, posterioribus valde obtusis, subrotunda-
lis, subdepressus, dorso parce subtiliter punctatus. Elytra
Ihorace sesqui longiora, apicem versus saepius infuscala,
callo humerali dilutiore, parce subtiliter punctata. Abdomen
basi plerumque dilutius, pone medium infuscatum, nilidulum,
vix punclulatum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento sexto supero ante apicem
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrz. 1. ld. 4
50 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
tubereulis 4 minutis, valde obsoletis munito, segmento septimo
apice trispinoso distinctus.
Habitat in insula Ceylan.
22. Myllaena -Erichs.
Gen. et Spec. p. 209. — Centroglossa Matth. Ent. Mag. V. p. 194.
98. Myllaena lateritia: Rufo, opaca, einereo-se-
ricea, capite fuscescente, thoracis angulis poslicis subrectis,
abdomine fusco , segmentorum ventralium marginibus anoque
rufo-testaceis. Long. 1 lin.
Siatura et magnitudine fereM. gracilis Heer (Faun. Col.
Helv. 1. p. 303), colore indicato, omnium subtilissime con-
fertissimeque punctata. Antennae rufo-testaceae, articulis
2—5 sensim brevioribus, 5—10 inter se subaequalibus. Os
flavum. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine dimidio
brevior, antrorsum leviter angustatus, basi truncatus, angu-
lis posterioribus subrectis. Elytra thoraeis longitudine, rufo-
testacea, circa scutellum vix infuscata. Abdomen attenuatum,
parce longius pilosum. Pedes testacei. }
Habitat in insula Ceylan.,
99. Myllaena nitidula: Fusco-ferruginea, nitidula,
abdomine basi apiceque rufo-ferrugineo, antennis basi apiceque
pedibusque flavis, thoracis angulis posticis obtusis. Long. 1 lin.
Statura elongala, apicem versus parum atlenuata , sub-
tilissime non confertissime pubescens, thorace vix punctulato,
abdomine perspicue punctalo. Antennae validiusculae, rufo-
testaceae, articulis 3—5 plerumque fuscescentibus, art. se-
cundo primo breviore, tertio paulo longiore, 4—10 Iongitu-
dine subaequalibus , latitudine suberescentibus, art. ultimo
maiore, apice acuminato. Caput nitidulum. Thorax coleopte-
ris sublatior et paulo longior, latitudine dimidio brevior, an-
trorsum leviter angustatus, angulis posterioribus oblusis, fere
rotundatis,, supra convexiusculus, aut totus ferrugineus, aut
fuscus, marginibus rufis. Elytra colore thoraeis, distinctius
punctata, margine summo apicali plerumque dilutiore. Abdo-
men ante apicem fuscum ,, confertim dislinctius punctatum,
minus subtiliter pubescens. Pedes flavi.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. 51
100. Myllaena apicalis: Ferruginea, opaca, cine-
reo-sericea, abdomine fuscescenle, hoc apice rufo-testaceo,
antennis pedibusque flavis, thoracis angulis posticis reclis,
fere prominulis. Long. '/, lin.
M. minuta Grav. vix brevior sed paulo latior , apicem
versus minus attenuata, conferlissime subtilissimeque punctata
et pubescens. Antennae testaceae, basi dilutiores. Caput
thoracis colore. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine
dimidio fere brevior, antrorsum anguslatus, basi vix bisinuatus,
angulis posterioribus rectis,, subprominulis. Elytra thoracis
longitudine. Abdominis segmentorum margines rufi, segmen-
tum sextum el seplimum rufo-testacea. Pedes- flavi.
Habitat in insula Ceylan,
23. Dinopsis Matthews.
Entomol, Mag. V. p.195. — Kraatz Ins. Deutschl. II. p. 374,
101. Dinopsis cinnamomea: brunnea, lenuissime
sericeo-pubescens, antennis pedibusque lestaceis. Long. 1 lin.
Habitu D. fuscati Matth. sed multo minor, depressius-
eula, tola confertissime subtilissimeque punctulata , brunnea,
subnitida, pube tenuissima sericea vestita. Antennae filifor-
mes, basi diluliores, articulis 1 et2 ceteris paulo maioribus,
art. terlio quarto paulo minore, 4—-10 subaequalibus, ultimo
praecedente dimidio longiore, subulato. Caput deflexum,
labrum fusco-testaceum. Thorax coleopteris fere latior, bre-
vis, longitudine duplo latior, antrorsum angustalus , basi bi-
sinuatus, angulis poslerioribus reclis , relrorsum prominulis.
Elytra vix Ihgracis longitudine. Abdomen fortiter atlenua-
tum, apice magis ıninusve rufescens. Pedes sordide testacei.
Habitat in insula Ceylan.
24. Leucocraspedum.
Palpi mazillares subfiliformes.
Ligula integra, ante apicem coarclala.
Palpi labiales biarticulati.
Antennae filiformes, arliculo ullimo sequenlibus Iribus
coniunclim fere longiore,
Tarsi 5-articulati , elongati, arliculo primo sequentibus
tribus coniunclim fere longiore,
52 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Labrum transversum, membranaceum, parce pilosum,
apice leviter emarginatum. Mandibulae parvae, altera mulica,
altera. medio bidenticulata. Maxillae malis modice elongatis,
membranaceis,, mala interiore apice uncinata, intus spinulis
ciliata, exteriore apice barbatula, margine exteriore basi
denticulo munito. Palpi maxillares articulo tertio secundo
paulo longiore et angustiore, quarto praecedente dimidio fere
angusliore, apicem versus sensim angustato. Labium mento
transverso, ligula ante apicem coarctala, integra, paraglossis
ligulam haud superanlibus. Palpi labiales biartieulati, arti-
culo secundo subulato, primo (duobus primis ordinariis re-
spondente) hoc duplo fere longiore.
Corpus parvum, oblongum , parum convexum, alatum.
Caput inflexum, occultatum, transversum, fronte parum con-
vexa, oculis maiusculis, rotundatis , prominuliss, Antennae
filiformes , tenues, arliculis duobus primis maioribus, tertio
praecedente multo breviore et angustiore, 4—10 sensim pa-
rum latioribus , penultimis leviter iransversis, ullimo praece-
dentibus tribus vel quatuor (in maribus) coniunctim fere lon-
giore. Thorax: latus, coleopterorum latitudine plus duplo
brevior, basin amplectens, basi utrinque subsinuatus, antrorsum
fortiter angustatus, lateribus cum apice semicirculatim rotun-
datus, angulis posterioribus acuminatis, retrorsum prominulis,
parum convexus, media basi levissime marginatus. Scutel-
lum transversum, thorace occultatum. Elytra thorace tertia
parte longiora, apice oblique truncata, ad angulum exterio-
rem excisa, subtiliter crebre punctata, subtilissime fulvo-pu-
bescentia. Abdomen apicem versus fortiter angustatum, la-
teribus nigro-pilosellum. Pedes longiusculi, intermedii basi
approximati, tibiis muticis, tarsis omnibus 5-articulatis, po-
sterioribus arliculo primo tribus sequentibus coniunctim fere
longiore.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice emargi-
nato insignis.
Genus capite omnino sub thorace occultato insigni ınodo
distinctum, neque cum aliquo confundendum.
In der Gestalt der Zunge zeigt Leucocraspedon unver-
kennbare Verwandtschaft mit Trichophya Mannerh. und hat
seine Stellung unter den an der Spitze der Tachyporinen ste-
insbesondere der Insel Ceylan. 53
henden Gattungen zu suchen. Will man .einer gewissen ha-
bituellen Aehnlichkeit mit Dinopsis Rechnung tragen, so
könnte man die Gattung vor Hypocyptus stellen.
102. Leucocraspedon pulchellum: Nigrum, ni-
tidum, subtilissime pubescens, antennis, pedibus, thoracis late-
ribus latius elylrorumque limbo apicali flavis. Long. vix 1 lin.
Antennae flavae. Caputnigrum, nitidum, parce punctu-
latum et pubescens, ore saepius rufo. Thorax flavus, macula
magna, rotundata, discoidali nigro-picea, parum convexus, sub-
tilissime punctulatus et convexus. Elytra thorace paulo lon-
giora, crebre subtiliter punctulata et pubescentia, apice flavo-
marginata. Abdomen parce punctatum, longius fulvo - pu-
bescens, lateribus nigro-pilosellum, segmento sexto apicem
versus fusco-testaceo, septimo nigro.
Habitat in insula Ceylan.
Variat thoracis tertia parte posteriore flava, abdominis
basi et latere inferiore rufis.
25. Hypocyptus Mannerh.
Brachelytr. p. 58. — Erichs. Gen. Staph. p. 214.
103. Hypocyptus glaber: Nigerrimus, nitidus, gla-
ber, antennis pedibusque anterioribus rufo-testaceis, posticis
piceis, geniculis tarsisque rufis, thorace angulis posterioribus
subrotundatis. Long. 'y, lin.
Hyp. seminulo eliam minor , niger, nitidus, pubescentia
fere nulla. Antennae tenues, testaceae. Caput nigrum, ni-
tidum, laevigatum, oris partibus rufo-testaceis. Thorax basi
coleopteris paulo angustior, laevis, totus niger. Elytra tho-
race sesqui fere longiora, subglabra , subtilissime fulvo-pu-
bescentia. Abdomen nigrum, vix punctulatum, apice piceum.
'Pedes rufo-testacei, poslicis, femoribus tibiisque piceis.
Habitat in insula Ceylan.
26. Leucoparyphus Kraatz.
Inseet, Deutschl. II. p. 398.
104. Leucoparyphus marginicollis: Niger,
nilidus, pedibus, ano, Ihoracis lateribus elytrisque flavis, his
macula ovali media nigra. Long. 1'/, lin.
Kraatz Naturgesch. d. Ins. Deutschl. II. p. 394.
54 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Leuc, silphoide paulo minor, thorace omnium flavomar-
ginato, elytrorum margine exteriore inflexo pedibusque cum
coxis anterioribus pallide testaceis facile distinguendus.
Mas abdominis segmento sexto inferiore apice haud
emarginalo, ceterum quemadmodum in speciebus alfinibus con-
struclo.
Habitat in insula Ceylan etin India boreali (Dom. Bacon.)
27. Tachinomorphus.
Palpi ulrique filiformes.
Ligula biloba.
Antennae 11-articulatae,apicem versus leviter incrassatae.
Elytra pectore longiora. Mesosternum carinatum, Ab-
domen immarginalum,
Tarsi 5-articulati, breves, articulis 4 primis sensim bre-
vioribus.
Labrum transversum , apice medio emarginalum, dense
eiliatum. Mandibulae trigonae, obtusiusculae, intus membrana
tenui, subtiliter eiliata fimbriatac. Maxillarum forma fere
eadem quae in generibus affinibus. Palpi maxillares filifor-
mes, articulo quarto tertio dimidio longiore, hoc secundo
paulo breviore. Labium mento transverso, ligula lata, me-
dio incisa, lobis oblique introrsum truncalis. Palpi labiales
fillformes, articulo primo secundo paulo longiore, terlio primo
longiore, secundo parum angusliore.
Habitus omnino fere Tachini, corpus autem latius, Iho-
rax angulis posterioribus acuminatis, reirorsum leviter pro-
minulis, scutellum magnum, elytra apice truncata, angulo
apicali exleriore recto, abdomen immarginalum, mesosternum
carinalum. Pedes breves, tibiis omnibus spinulosis, larsıs
5-arliculalis, arliculis 4 primis sensim brevioribus.
Mas abdominis segmento seplimo supero apice, infero
profundius quadrifido , laciniis intermediis longioribus, seg-
ınento sexto infero integro.
Femina segmento seplimo supero profunde quadrifido,
laciniis longitudine aequalibus, infero sexspinoso, spinis late-
ralibus intermediis quatuor brevioribus et angustioribus.
Tachinomorphus non minus generi Tachino quam Co-
insbesondere der Insel Ceylan. 55
proporo !) affinis, quocum mesosterno carinato seutelloque
magno convenit, corpore autem maiore, abdomine immargi-
nato,, elytrorum angulo apicali recto tarsisque brevioribus
facile distinguitur.
105. Tachinomorphus vittatus ?): Niger, nitidus,
antennarum basi pedibusque anterioribus rufis, elytris tho-
race paulo longioribus, vitta indeterminata obliqua sanguinea.
Long. 2%; lin.
Tachino rufipede paulo brevior et latior, depressiuscu-
lus, niger, nitidus, capite, thorace elylrisque omnium subtilis-
sime punctulatis. Antennae vix capitis thoraeisque longitu-
dine, piceae, articulo primo rufo, ultimo testaceo, terlio se-
cundo paulo longiore, quarto minuto, 5--10 sensim paulo
brevioribus et crassioribus, penultimis leviter transversis. Palpi
picei. Caput fronte parum convexa. Thorax basi coleopte-
rorum latitudine, latitudine baseos duplo fere brevior, an-
trorsum sensim angustatus, basi late emarginatus, angulis
posterioribus retrorsum prominulis, acutis.. Elytra thorace
terlia parte longiora, nigra , vitta indeterminata obliqua san-
guinea, posterius sensim latiore. Abdomen creberrime pun-
etatum. Pedes anteriores rufi, posteriores picei, tarsis rulfis.
Sexus differenlia iam supra indicata,
Habitat in India orientali.
28. Coproporus Kraatz.
Insect. Deutschl. II. p. 399.
106. Coproporus spectabilis: Convexus, nilidus,
capite Ihoraceque laevibus, hoc lateribus subtilissime punctu-
1) Kraatz Naturgesch. d. Ins. Deutschl. I. $. 399.
2) Tachinomorphus fulwipes: Niger, nitidulus, antennarum
basi pedibusque testaceis, thorace angulis posterioribus acuminatis,
elyiris hoc paulo longioribus, obscure brunneis, basi et sulura nigri-
cantibus, limbo laterali nigerrimo. Long. 2% lin.
Tachinus fuleipes Erichs. Gen, et Spec. Staphyl. 921. 23—24.
Habitat in Java, Mus. Dom. Westermann.
T. vittato simillimus,, antennis. pedibus elytrisque dilutioribus,
palpis testaceis et antennarum artienlo tertio secundo panlo breviore
differre yidetur, attamen fortasse non distinguendus.
56 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
lato, elytris crebre subtiliter punctatis , pedibus antennisque
rufo-piceis. Long. 1°/, lin.
Statura omnino Tach. terminalis Erichs. (Gen. et Spec.
p- 250) sed maior, antennis pedibusque rufo-piceis, thorace
praecipue lateribus subtilissime perspicue punctato, elytris
erebre subtiliter, distinctius quam in specie allata punctatis.
Antennae capitis thoracisque prope longitudine, apice paulo
crassiores, rufo-piceae, arliculis 4 primis ferrugineis, articulo
quarto elongato tertio paulo breviore, quinto praecedente
paulo breviore et crassiore, sexto hoc etiam paulo bre-
viore, 6—10 inter se subaequalibus, ultimo longiore, apice
rufo-testaceo. Caput laevissimum, nigrum. Thorax coleopteris
fere latior, latitudine duplo fere brevior, antrorsum fortiter an-
gustalus, basi utrinque sinuatus, angulis posterioribus retrorsum
leviter prominentibus, acutiusculis , externe rotundatis, con-
vexus, margine laterali piceo-translucido. Elytra thorace
vix terlia parte longiora, apicem versus sensim leviter angu-
stata, secundum marginem lateralem posterius late obsolete-
que impressa, convexa, nigra, margine apicali sunımo piceo,
pubescentia fere null. Abdomen parce punctatum, nigro-
piceum, apicem versus rufo-piceum.
Habitat in India orientali.
107. Coproporus flavicornis: Convezus, nigro-
piceus, nitidus, capite thoraceque vix, elytris subtiliter pun-
ctulatis, antennis flavo-, pedibus rufo-testaceis. Long. 1'/,
—13/, lin.
Statura fere omnino Copr. spectabilis, sed paulo minor, an-
tennaruin colore et structura facile distinguendus, nigro-piceus,
thoracis elytrorumque marginibus piceo-rufis. Antennae capite
thöraceque breviores, tenues, totae testaceae, arliculo quarto
terlio distincte breviore, latitudine parum longiore, obconico,
articulo quinto praecedentis apice vix latiore, 5—10 inter se
subaequalibus, ultimo maiore. Capitis thoracisque forma fere
eadem quae in specie allata, !horax antrorsum paulo minus angu-
status, angulis posterioribus externe paulo magis rolundalis,
marginibus omnibus rufo -piceis. Seutellum laeve. Elytra
thorace vix tertia parte longiora, apicem versus sensim le-
viter angustala, secundum marginem late obsoleteque im-
insbesondere der Insel Ceylan. 57
pressa, convexa, subtiliter punctulata, nigro-picea, margine
apicali rufo. Abdomen punctulatum, piceum, subtus et ante
apicem rufo-lestaceum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
108. Coproporus punctipennis: Convezus, pi-
ceus, nilidus, capite thoraceque saepius rufo-piceis, laevigatis,
hoc ante scutellum punctis duobus impresso , elytris crebre
minus subliliter punctulatis. Long. 1'/, lin.
Praecedentibus statura valde affinis, sed minor, elytris
fortius punctulatis, thorace laevigato, ante scutellum punclis
2 impresso facile distinguendus. Antennae rufo -ferrugi-
neae, capite thoraceque paulo breviores, articulo tertio se-
eundo tenuiore et paulo longiore, articulis 4—10 inter se
subaequalibus, latitudine vix crescentibus, ultimo maiore, te-
staceo. Caput nigro-piceum, laevigatum. Thorax basi co-
leopterorum basi fere latior, antrorsum angustatus, angulis
posterioribus retrorsum prominentibus, subrectis, externe To-
tundalis, convexiusculus, laevissimus, ante marginem poste-
riorem supra sculellum punctis duobus semper conspicuis im-
pressus , piceus seu nigro-piceus, marginibus rufo-piceis.
Sceutellum laevigatum. Elylra thorace plus tertia parte lon-
giora, crebre distinctius punclulata, secundum marginem la-
teralem obsolete impressa, nigro-picea, marginibus rufo - pi-
ceis. Abdomen punctulatum, segmentorum marginibus anoque
magis minusve rufescentibus. Pedes rufo-testacei, femoribus
interdum rufo-piceis.
Habitat in India orientali.
109. Coproporus subdepressus: Parum con-
vezus, niger, nilidus, anlennarum basi pedibusque rufo-testa-
ceis, capite thoraceque subtilissime vio perspicue punctulatis,
elytris conferlim subtilissime punctulatis, secundum marginem
lateralem subtiliter canaliculatis. Long. 1'/; lin.
Tachino ventriculo Say vix brevior, sed paulo latior,
parum convexus, fere subdepressus, niger, nilidus. Antennae
capilis Ihoracisque prope longiltudine, nigro-Ppiceae, articulo
primo rufo-testaceo, arliculis secundo terlioque piceis, subae-
qualibus, articulo quarto quinto paulo longiore , 5—10 inter
se subaequalibus , ullimo longiore, apice abrupte acuminato,
58 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
rufescente. Caput fere laevigatum. Thorax basi coleopte-
rorum latitudine, apice duplo angustior, latitudine baseos duplo
brevior, lateribus rotundatus, basi leviter bisinuatus, angulis
posterioribus retrorsum leviter. prominentibus, rectis, externe
rotundalis , supra leviter transversim convexus, subtilissime
punctulatus, margine baseos summo piceo-translueido. Scu-
tellum vix punctulatum. Elytra thorace vix sesqui lon-
giora apicem versus subangustata, angulo apicali exteriore
oblique truncato, parum convexa, nigra, nilida, crebre sub-
tilissime punclata, secundum iarginem lateralem canalicu-
lala, margine apicali summo piceo rufescente. Abdomen ni-
gro-piceum, apicem versus vix dilutius, basi subliliter pun-
cetulatum, apice fere laevigatum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Differt a Tach. melanario Erichs. (Gen. et Spec.
p- 252) statura maiore, punclis obsoletioribus, abdomine fere
toto nigro-piceo, pedibus rufo-testaceis.
110. Coproporus pygmaeus: Leviter convenus,
niger , nilidus, anlennarum basi pedibusque testaceis, capite
Ihoraceque laevigatis , elytris sublilissime punctulatis, secun-
dum marginem ‚lateralem latius profunde impressis. Long.
3/,—t lin.
Copr. subdepresso statura affinis, sed multo minor, mi-
nus. depressus, niger, nilidus. Antennae tenues, fuscae, ar-
tieulis 3 primis testaceis, arliculo 'tertio secundo tenuiore
et paulo breviore, quarto quinto paulo minore, 5—10 inter
se subaequalivus, ullimo maiore, apice testaceo. Caput lae-
vigatum, ‚oris partibus rufo-testaceis. Thorax fere brevior
quam in specie allata, ceterum simili modo constructus. Ely-
tra thorace plus sesqui longiora, apicem versus leviter angu-
stata, subtilissime punctulata, secundum marginem lateralem
late profundeque impressa. Abdomen subtilissime punctulatum,
nigro - Piceum, apicem versus magis minusve piceo-rufum.
Pedes laete rufo-teslacei.
Mas latet.
Habitat in insula Ceylan et in India orienltali.
11l. Coproporus atomus: Paullulum convezus,
nigro-piceus, nitidus , anlennarum basi pedibusque testaceis,
insbesondere der Insel Ceylan. 59
capite thoraceque luevigatis, elytris confertim subtilissime pun-
etulatis. Long. '/, lin.
Corpore minuto, depresso ab antecedentibus facile di-
stinguendus, nigro-piceus, nitidulus. Antennae minus graci-
les, articulis 3 primis testaceis, ceteris fuscis, tertio secundo
paulo breviore et angustiore, quarto quinto paulo minore,
5—10 inter se subaequalibus, ullimo maiore, concolore. Ca-
put parum convexum, oris parlibus rufis. Thorax latitudine
coleopteris acqualis, anlrorsum minus quam in speciebus
praecedentibus angustatus, fere depressus, ceterum similiter
construclus, nigro-piceus, vix punclulatus. Elytra thorace
dimidio longiora, depressiuscula, confertim subtilissime pun-
ctulata, nigro-picea, margine spicali summo rufo-piceo, circa
marginem suturalem subtiliter canaliculata. Abdomen subtilis-
sime punclalum, apice ferrugineum. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
112. Coproporus rufus: Convezus, rufo-testa-
ceus, nilidus, capile, thorace elytrisgue glabris, abdomine
basi punctulato. Long 1‘, lin.
Copr. rutilo Er. colore et statura similis, at paulo mi-
nor, corpore glabro et antennis tenuioribus certo distinctus.
Antennae capite thoraceque breviores, totae testaceae, apicem
versus vix crassiores, articulo terlio secundo fere longiore,
quarlo praecedente paulo longiore, 5—10 inter se subaequa-
libus. Caput laevissimum. : Thorax basi coleopterorum lati-
ludine, hac duplo fere brevior, antrorsum fortiter. angusta-
tus, angulis posterioribus retrorsum leviter prominentibus,
rolundalis, salis convexus, laevissimus. Elylra thorace tertia
parte longiora, angulo apicali exteriore subrolundato, secun-
dum marginem lateralem impressa, laevissima.‘ Abdomen
basi punctulatum, lateribus haud pilosellum. Pedes rufo-testacei.
Habitat in India orientali.
113. Coproporus fasciipennis: Leviter con-
vezus, rufus, nilidus, capite, thorace elytrisque laevissimis,
his fascia basali, utrinque abbreviata, nigra. Long. */, lin.
Colore sat ihsignis. Antennae apice paulo crassiores,
arlieulis 3 primis elongatis , 5 primis rufo-testaceis, 6 ulti-
mis fuscis. Caput lolum rufum, laevissimum. Thorax basi
60 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
coleopterorum basi haud latior, latitudine baseos duplo bre-
vior, antrorsum angustatus , basi fere truncatus, angulis po-
sterioribus reltrorsum vix prominulis, subrectis, externe ro-
tundatis. Elytra thorace sesqui longiora, convexiuscula, rufa,
pone basin fascia basali indeterminata, utrinque abbreviata,
nigra, secundum marginem lateralem late obsolete impressa.
Abdomen rufum, vix punctulatum, lateribus apiceque nigro-
pilosum.
Habitat in insula Ceylan.
Variat elytris totis rufis.
114. Coproporustachyporoides: Leviter con-
vezus, nilidus, piceo-rufus, antennarum basi, pedibus, Ihorace
elytrisque rufo-testaceis, illo disco, his basi saepius infuscatis,
laevissimis. Long. 1 lin.
Modice convexus, glaberrimus, nilidus, colore indicato,
Tachyporo terso Er. similis, at brevior et latior. Antennae
capite thoraceque breviores, apicem versus cTassiores, arli-
eulis 1—3 elongatis, 4—10 sensim paulo erassioribus, 6—11
fuseis. Caput brunneum, rarius piceum. Thorax basi co-
leopterorum latitudine, longitudine baseos duplo brevior, an-
trorsum fortiter angustatus, angulis posterioribus retrorsum
parum prominentibus, rolundatis, rufo-testaceus, disco inter-
dum infuscato. Elytra thorace sesqui fere longiora, postice
subattenuata, angulo apicali externo subrotundato, late mar-
ginata, secundum marginem lateralem haud impressa, lae-
vissima, rufo-testacea, circa scutellum et angulo basali ex-
terne interdum infuscatis. Abdomen punctulatum, piceum,
lateribus apiceque longius nigro-pilosum segmentorum mar-
ginibus anoque magis minusve rufescentibus. Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
115. Coproporus castaneipennis: Leviler con-
vexus, nigro-piceus, nilidus, antennarum basi, pedibus tho-
racisque limbo rufis, elytris castaneo-rufis, vin punctulalis.
Long. */; lin. g
Statura minuta et colore indicato facile cognoscendus,
capite thoraceque glabris, elytris vix punctulatis. Antennae
minus tenues, piceae, articulis 3 primis rufis, articulo tertio
secundo paulo breviore, obconico, quarto quinto paulo minore,
insbesondere der Insel Ceylan. 61
5-10 inter se subaequalibus, eiusdem latitudinis. Caput nigro-
piceum, partibus oris rufis. Thorax basi coleopterum_latitu-
dine, longitudine duplo latior , antrorsum forliter angustatus,
angulis posterioribus retrorsum leviter prominulis , obtuse
rolundatis, supra leviter convexus, nigro-piceus, limbo mar-
ginali latiore, basali apicaliqgue angustiore rufo. Scutellum
Piceo-rufum. Elytra thorace tertia parte longiora, posterius
altenuata, rufo-castanea, margine apicali summo rufo-testa-
ceo, lateribus neque late marginata, neque impressa. Ab-
domen confertim subtiliter punctulatum, piceum , apice ru-
fum, lateribus apiceque longius nigro-pilosum. Pedes rufo-
testacei.
Habitat in insula Ceylan.
28. Tachyporus Gravenh.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. p. 231.
116. Tachyporusbrunneus Fabr. Ent. Syst. 1. Il.
535. 19. — Erichs. Gen. et Spec. Staph. 241. 18.
Exemplar a Dom. Helfer in India orientali lecttum a Ger-
maniae individuis nihil nisi statura paulo minore, praecipue
angustiore differre videlur, attamen forte species diversa.
29. (Conosoma Kraatz.
Naturgesch. d. Ins. Deutschl. II. p. 431. — Conurus Steph. Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 218.
117. Conosoma distigma: Tenuiter pubescens, ni-
lidulum, piceum, antennis, pedibus elytrorumque macula ba-
sali media minuta rufo-testaceis, thoracis margine laterali late
rufescente. Long. 2 lin.
Statura et magnitudine fere Con. pubescentis Grav. sed
paulo minus convexum, thorace maiore, coleopteris brevio-
ribus, bipunctatis. Antennae graciles, capite Ihoraceque
paulo longiores , apicem versus vix incrassalae, testacene,
medio vix fuscescentes. Caput nigro -piceum, nitidum, ore
rufo-piceo. Thorax coleopteris latior, latitudine terlia parte
brevior, antrorsum forliter angustatus , angulis posterioribus
relrorsum sat forliter prominulis, rolundatis, nigro-piceum,
nilidulum, dense subtilissime punctulatum et pubescens, mar-
62 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
gine omni laterali latius rufescente. Elytra thorace vix
tertia parte longiora, nigro-picea, macula basali media mi-
nuta, rotundata, rufo-testacea ornata, confertissime subtilis-
sime punctulata et pubescentia. Abdomen fusco - piceum,
subtus sicuti peetus rufum. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento septimo infero apice late pro-
fundeque triangulariter exciso.
Habitat in India orientali. 2
118. Conosoma teylanense: Fusco-nigrum, gri-
seo-pubescens, elytris thorace paulo longioribus, pedibus an-
tennisque rufo-testaceis, his filiformibus. Long. 1%, lin.
Con. pubescenti Grav. simillimum et alfine, statura paulo
minore, antennis filiformibus facile distinguendum, fusco-ni-
grum. Antennae capite. thoraceque paulo breviores, apicem
versus vix incrassalae, articulis omnibus elongatis, penulti-
mis apicem versus interdum infuscalis. Capitis thoracisque
forma fere eadem quae in specie allata. Elytra thorace, paulo
longiora.
Habitat in insula Ceylan.
119. Conosoma gracile: Nigrum , sericeo-pubes-
cens , elytris thorace terlia parte longioribus, villa obliqua
discoidali apiceque brunneis, antennis basi pedibusque testa-
ceis. Long. 1%, lin.
Con. pubescente paulo brevius sed multo angustius,
slatura gracili, nigrum, conferlissime subtilissimeque punctu-
latum et pubescens. Antennae capite thoraceque multo lon-
giores,' apicem versus vix incrassatae, testaceae, basi paulo
dilutiores, articulis omnibus elongatis, apicem versus sensim
brevioribus. Caput convexiusculum, nigrum, nitidum, subti-
lissime punctulatum, vix pubescens. Thorax coleopteris vix
latior, latitudine fere longior, \antrorsum leyiter angustatus,
basi utrinque subsinuatus, angulis posterioribus postice paulo
prominulis, anterioribus reclis, leviter convexus, totus niger,
Elytra thorace tertia parte longiora, nigra, vitta obliqua dis-
eoidali ad apicem .descendente apiceque ipso brunneo-testa-
ceis. Abdomen totum nigrum, apice pilosellum. Pedes cum
coxis anterioribus testacei, larsis posticis valde elongatis.
Habitat in insula Ceylan.
insbesondere der Insel Ceylan. 63
120. Conosoma rufum: Rufum, nitidulum, tenuiter
griseo-pubescens, elytris thorace paulo longioribus, antennis
breviusculis. Long. 1 lin.
Con. bipunctato paulo maius, totum saturatius rufo-te-
staceum, creberrime subtilissimeque punctulatum et pubescens.
Antennae capite thoraceque breviores, apicem versus vix
incrassalae, articulis penultimis latitudine vix longioribus.
Caput vix punctulatum, nitidum. Thorax coleopteris vix la-
lior, anlrorsum angustatus, basi truncaltus, angulis posterio-
ribus obtusis, subrotundalis, retrorsum vix prominulis, leviter
convexus. Elytra Ihorace paulo longiora, apice oblique trun-
cala. Abdomen nigro-pilosellum.
Habitat in India boreali (Dom. Bacon).
121. Conosoma pictipenne: Brunneum, nitidu-
lum, antennarum basi apiceque pedibusque testaceis, elytro-
rum macula basali transversa flava, margine apicali, puncto
maiore medio lateraligque minore contiguis niyris. Long. 1 lin.
Conos. bipunctalo Grav. paulo minus, colore indicato
sat insigne, brunneum, nitidulum, pube grisea tenuiter vesti-
tum. Antennae apicem versus leviter incrassatae, flavae, ar-
tieulis 6—9 nigris. Caput brunneum. Thorax coleopterorum
basi paulo latior, antrorsum angustatus, basi fere truncatus,
angulis posterioribus vix prominulis, reclis, brunneus, ante
basin utrinque plerumque infuscatus. Elytra brunnea, basi
macula transversali flava, apice, sutura fasciaque media in-
terrupla in maluris individuis, punctis duobus apiceque in
minus maluris nigris. Abdomen brunneum, supra medio ni-
grum, apice rufo-testaceum. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento inferiore sceptimo apice trian-
gulariter exciso.
Habitat in insula Ceylan.
30. Boletobius Leach.
Mannerh. Brachelytr. p. 64. — Erichs. Gen. p. 268.
122. Boletobius bimaculatus: Piceus, nitidus,
Ihoracis margine laterali abdominisque basi apiceque brunneo-
lestaceis , pectore elylrisque nigris, his lunula basali albidis.
Long. 1'/, lin.
64 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Bol. pygmaeo Fabr. statura affinis, elytris quemadmo-
dum in Bol. atricapillo coloratis. Antennae capite thora-
ceque longiores, apicem versus parum incrassatae, articulo
secundo tertio vix longiore, articulis 1—4 rufo -teslaceis,
5—10 fuscis , inter se subaequalibus, ultimo praecedentibus
duobus coniunctim longitudine aequali, flavo. Caput nigrum,
nitidum, ore flavo. Thorax basi vix coleopterorum latitudine,
antrorsum angustalus, latitudine baseos paulo brevior , an-
gulis posterioribus obtusis, disco piceo, lateribus brunneo-
testaceis. Scutellum piceum. Elytra thorace plus sesqui
longiora, nigra , nitida, macula lunata humerali flava, serie
dorsali ordinaria punctis sat distantibus, circiter 5—6 compo-
sita. Abdomen supra parce punctalum, rufo-testaceum, seg-
mento quarto medio baseos, duobus sequentibus basi magis
minusve fuscescentibus. Pectus nigrum. Pedes pallide testacei.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
31. Mycetoporus Mannerh.
Brachelytr. p.62. — Erichs. Gen. p. 281.
123. Mycetoporus testaceus: Elongatus, testa-
ceus, vertice segmentorumque abdominis basi piceis, pectore
concolore, elytris serie punctorum dorsali simplice. Long.1'/, lin.
Stalura, magnitudine et colore fere omnino Myc. splen-
didi Grav. sed paulo gracilior, elytris pectoreque concolori-
bus, segmeniorum abdominis dimidia parte posteriore rufa.
Mas abdominis segmento. inferiore sexto margine dense
piloso, septimo profunde ineiso.
Habitat in India orientali.
32. Tanygnathus Erichs.
Gen. et Spec. Staph. p. 288. — Kraatz Ins. Deutschl. II. p. 477.
124. Tanygnathus ruficollis: Brunneus, nilidus,
capite, ihoracis apice elytrisque nigro- piceis, his margine
apicali Ihoraceque rufo-testaceis, antennis apice flavis, pedi-
bus rufo.testaceis. Long. 1,—? lin.
Tanygn. terminali vix brevior sed paulo angustior, co-
ore indicato. Antennae articulo primo rufo , articulis 2—6
insbesondere der Insel ‚Ceylan., 65
saepius fuscescentibus, 7—11 flavis. Caput nigrum seu ni-
gro-piceum, oris partibus testaceis. Thorax simili modo quo
in 'speciebus huie affinibus constructus et punctatus, rufus,
apicem versus magis minusve fuscescens. Scutellum confer-
tim subtilissime ‘punctatum. Elytra thoracis longitudine, con-
fertim subtiliter punctata et pubescentia, nigra, nitidula, mar-
gine apicali rufo. Abdomen: creberrime subtilius punctatum,
fulvo-pubescens, nigro-pilosum, fusco-brunneum, subopacum,
segmentorum marginibus late rufis. 'Pectus brunneum. Pe-
des testacei, coxis anterioribus concoloribus.
Habitat in insula Ceylan eb in India orientali.
Variat thorace toto rufo.
125. Tanygnathus fuscus: Fuscus, nitidus, an-
tennis pedibusque rufo- testaceis, capile fusco- piceo, elylris
concoloribus, abdomine brunneo-rufo. Long. 1?/; lin.
Praecedenti statura simillimus,, ‚paulo angustior , colore
indieato, elytris paulo brevioribus, subtilius confertissime pun-
etatis facile, distinguendus. Antennae arliculis 2—3 vix in-
fuscatis. Caput piceum, Thorax lateribus ferrugineo-trans-
lueidis. ' Seutellum rufescens. Elytra margine apicali/ summo
vix rufescentia. Abdomen: totum brunneum,
Habitat in India orientali.
33. Acylophorus Nordman,
Symbol. p. 127. t. 1: £.19. — Erichs. Gen. p. 519.
126. Acylophorus ruficollis: Niger, nitidus, tho-
race pedibusque rufis, elytris conferlim fortius punctatis. Long.
4 lin.
Ace. glabricolli Lac. sesqui fere maior, niger, nitidus,
thorace pedibusque rufis. Antennae elongalae, ferrugineae,
arliculis 3 primis apicem versus piceis, arliculo tertio se-
eundo vix breviore, quarlo sequente paulo minore, 5—10
sensim paulo brevioribus, ullimo subgloboso, dilutiore. Palpi
rufi, maxillares articulo ullimo ovato, apice acuminato. Caput
ovalum, inter oculos puncto singulo ulringue impressum. Tho-
rax basi coleopterorum basi lälitudine aequalis, latitudine
baseos paulo brevior, antrorsum. leviter., angustatus, ce-
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1.Bd 5
66 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
terum ut in aliis huius ‘generis speciebus constructus et
punctatus, rufus. ‚Scutellum crebre punctatum, Elytra thorace
paulo longiora, basin versus, subattenuata , confertim forlius
punctata, longius fusco - pubescentia. Abdomen crebre, mi-
nus fortiter punctatum, nigro-pubescens , apicem versus
subtusque: ‚coloribus laelis metallicis resplendens , segmento
sexto apicem versus rufo-piceo. Pedes rufi seu rufo-brunnei,
tarsis ‚dilutioribus.
Habitat in insula Ceylan.
34. Quedius Leach.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. p. 523.
127. Qwedius spectabilis: Nigerrimus, nitidus,
tarsis piceis, elytris parce profunde, abdominis segmentis ere-
bre subtiliter punctalis.. Long. 6 lin.
Quedio laterali maior', capite thoraceque paulo angu-
stioribus. Antennae capite paulo longiores, artieulo tertio
secundo paulo longiore, 4—10 sensim paulo latioribus, pen-
ultimis- leviter transversis, ultimo oblongo, apice acuminato.
Caput thorace angustius,, subovatum, parce subtilissime pun-
ctulatum , utrinque supra oculos punctis duobus maioribus,
in fronte utrinque ad oculi marginem puncto singulo impres-
sum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine fere
longior, antrorsum angustatus , 'angulis anterioribus fortiter
deflexis, basi cum angulis postcrioribus rotundatus, seriebus
punctis tribus aequaliter distantibus compositis , lateribus
utrinque ante medium punctis praeler marginalia 2 vel 3
profundis, approximatis impressus. Scutellum laeve. Elytra
thorace tertia fere parte longiora, parce profunde, lateribus
paulo crebrius sed minus profunde punctata, ‚spatio angusto
inter punctos profundos disci lateralesque minus profundos
impunctiato , hoc punctorumque interstitiis parce subtilis-
sime punctulalis. Abdomen apicem versus paullulum angu-
statum, crebre subtiliter punctatum, tenuiter nigro-pubescens.
Pedes nigri, tarsis piceis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
128. Quedius chlorophanus:, Viridi- melallicus,;;
insbesondere der Insel Ceylan. 67
nitidus, abdomine metallico-versicolore, ano ferrugineo. Long.
4.lin,
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 532. 11.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope (Erichson).
129. Quedius fulgidus Fabr. Er.: Niger , nitidus,
antennis pedibusque nigro-piceis, elytris rufis, thorace lateri-
bus subdilatato. Long. 4'/, lin.
Specimina duo, in India boreali a Dom. Bacon lecta,
ab individuis germanieis distingui nequeunt.
130. Quedius cruentus Oliv. Er.: Niger, nitidus,
antennarum basi, palpis, pedibus anoque rufis, elytris parcius
punctatis, rufis. Long. 4 lin.
Exemplar, quod in India orientali ‚a. Dom. Helfer lectum
esse Dom. Lockey dicit, omnino cum germanieis Quedii eruenti
Oliv. Er. individuis congruit.
35. (Creophilus Mannerh.
Brachelytr. p.20. Kraatz Ins. Deutschl. II. p. 528.
131.. Creophilus villipennis: Niger, nitidus, ely-
Iris ferrugineis, basin versus fuscescentibus „ densius fulvo-
pubzscentibus, subtus peclore abdomineque cinereo, segmentis
5—7 lateribus fusco-pubescentibus. Long. 10—12 lin.
Creophilo maxilloso multo maior, oculis maioribus, tho-
race basin versus paulo magis angustato. Antennae nigrae,
arliculis., ”—10 abrupte erassioribus. Caput maris thorace
latius, feminae angustius, laevigalum, basi ulrinque einereo-
villosulum. Thoracis forma fere eadem quae in specie: allata.
Seutellum ‚ereberrime. punctulatum , ‚fulvo-pubescens. Elytra
!horace sesqui longiora, ‚ conferlissime subtiliter punctulata,
fulvo-villoso - pubescentia, ferruginea, basin: versus infuscata,
humeris nigris. Abdomen confertissime. subtilissimeque pun-
elulalum, subtilissime fusco-pubescens, supra segmenlis Q—5
margine ‚apicali longius fulvo -pubescentibus, infra tomento
spisso fulvo obductum. _Pedes nigri, larsis picescentibus.
Mas abdominis segmentis 5—7 inferis lateribus, femina
segmentis sexto seplimoque lolis nigro-pubescentibus insignis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon; in India australi
(Decan), Dom. Saunders.
68 Kraatz : die Staphylinen-Fauna von Östindien ,
131.0 Creophilus mazillosus: Niger, nitidus, tho-
racis angulis posterioribus rotundalis , elytris fascia cinerea,
abdomine sublus segmentis 4 vel 5 cinereo-tomentosis, peclore
nigro-pubescente. \ Long.. 610 lin.
Staphylinus maxillosus Linn. Faun, Suec. n. 981. —
Erichs. et Spec. 348. 2.
Exemplaria duo, a Dom. Bacon in India ‚boreali lecta
ab indigenis distinguere non. possum.
36. Leistotrophus ‚Perty.
Delect. animal. articul. p. 30. — Kraatz Ins. Deutschl. II. p. 532,
132. Leistotrophus marmoratus: Niger, tomento
fusco-nebuloso vestitus, antennarum basi pedibusque testaceis,
femoribus medio nigris. Long. 5 lin.
Staphylinus marmoratus Erichs. Gen. et Spec. Staphyl.
826. 20—23.
Exemplaria in insula Ceylan lecta omnino cum descri-
plione javanici Staphylini marmorati congruunt.
133. Leistotrophus tenuicornis: Niger, lomento
fusco-nebuloso vestitus, antennis tenuibus, femoribus posterio-
ribus. basi apiceque larsisque ferrugineis. Long. 6'lin.
Praecedente paulo maior, antennis multo longioribus
facile distinguendus, niger, capite, thorate elytrisque tomento
brevissimo depresso cinereo-fuscoque nebuloso obductis. An-
tennae capitis thoraeisque fere longitudine, ferrugineae, basi
rufo-testaceae, articulo tertio secundo sesqui longiore, quarto
secundo vix breviore, quinto hoc subaequali , 6—10 sensim
paulo 'brevioribus, penultimis latitudine sublongioribus, ullimo
apice acuminato. Caput thorace fere latius, 'subdepressum,
eonfertissime subtiliter punctatum. Thorax coleopteris angu-
stior, latitudine paulo longior, basin versus anguslatus, angu-
lis’ anterioribus acutis. ‚Scutellum atro-tomentosum. Elytra
thorace 'paulo longiora. Abdomen supra segmentis anterio-
ribus subtilissime fulvo-tomentosis, secundo quartoque medio
utrinque macula. maiore, basin versus anguslata, nigro-tomen-
tosa, quinto sextoque fere totis nigro-tomentosis, subtus 'con-
fertim subaequaliter punclatum, griseo-pubescens. Pedes fusco-
picei, femoribus posterioribus basi apiceque fusco - lestaceis,
tarsisıpiceo-rulis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
insbesondere der Insel Ceylan. 69
37. Trichocosmetes.
Antennae longiusculae, tenues, articulo ullimo apice sat
forliter emarginato,
Palpi filiformes, mazillares art. quarto tertio breviore,
Caput oculis minoribus, subtus confertim punctatum.
Thorax coleopteris. duplo anguslior, basin versus angu-
stalus, angulis anterioribus rotundatis.
Pedes coxis intermedis modice distantibus , tibüs anticis
leviter dilatatis, posticis parce spinulosis, ‚tarsis. unli-
cis dilatatis, posterioribus articulo primo sequentibus
Iribus coniunctim fere longiore.
Labri, mandibularum palporumque structura fere eadem
quae in genere Leistotropho. Antennae non in )ipso .fron-
is margine anteriore sed paulo ante marginem insertae, ca-
pite plus sesqui longiores, articulis 3 primis. elongalis, tertio
secundo sesqui longiore, 4—6 teretibus, , modice' elongalis;
7—10 obeonicis, crassilie non brevioribus, ultimo apice sat
fortiter emarginato. , Caput leviter deflexum, thorace paulo
latius, subquadratum, fronte leviter convexa, oculis minoribus,
subtus ereberrime punctatum et pubescens. Thorax coleopte -
ris duplo fere angustior, basin versus subangustatus, angulis
omnibus subrotundatis, forliter transversim convexus, subtus
lateribus processu medio membraneo nullo. Elytra thorace
sesqui fere longiora. Abdomen coleopteris angustius. Pedes
modice elongati, tibiis antieis dilatatis, posterioribus apice
densius pubescentibus, tarsis posterioribus articulo primo se-
quentibus tribus coniunctim fere longiore.
Der Käfer, auf welchen die Gattung gegründet ist, kann
meines Erachtens ebenso wenig für einen Leistotrophus als
eiwa für ein Bindeglied zwischen dieser Gattung und der
Gattung Staphylinus, in dem von mir Naturgesch. der Ins.
Deutschl. II. p. 537 aufgefassten Sinne angesprochen werden.
Dort ist er noch als Leistotrophus aufgeführt, weil er mir
damals unbekannt geblieben, indem ihn das Berliner Museum
nicht besitzt. Er unterscheidet sich von beiden Gatlungen
durch die Einlenkung der Fühler, das schmale Halsschild
mit ganz abgerundeten Vorderecken, schmalen Hinterleib und
die schlanke Gestalt des ersten Gliedes an den Hinterfüssen;
70 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
von diesen Merkmalen scheint Erichson das erste und
letzte gänzlich übersehen zu haben, obwohl sie in Verbin-
dung mit den anderen habituellen Eigenthümlichkeiten be-
sonders wichtig erscheinen; derselbe‘ lässt auch unerwähnt,
dass dem Käfer die grossen Augen der Leistotrophus-Arten
fehlen.
134 Trichocosmetes leucomus: Nigro-aeneus,
tomento brevi, olivaceoobductus , albo-subnebulosus , pectore
elytrisque albido-tomentosis, his basi olivaceo -nebulosis.
Long. 6 lin.
Staphylinus leucomus Erichs. Gen. et Spec. Staphyl.
362. 25. 3
Staph. cinetus Kollar et Redtenb. in Hügel Kashmir
IV. 2. p. 504.
Habitat in Nepal, Mus. Dom. Hope.
Exemplar a Dom, Bacon in India boreali lectum a Ne-
palensi nihil nisi magnitudine (7 lin.) differre videtur.
38. Eucibdelus.
Antennae longiusculae, filiformes, tenues, articulo ultimo
acuminato.
Palpi filiformes, mazillares articulo quarto tertio breviore,
Caput thorace plus sesqui latius, oculis minoribus.
Thorax coleopteris plus duplo anguslior , basin versus
subangustalus, angulis anterioribus ‚rotundatis,
Pedes cozis intermediüs vix distantibus, tibüs ‚posteriori-
bus pubescentibus, larsis anticis dilatatis , posteriori-
bus longiusculis, articulis A primis sensim brevioribus.
Labrum sat magnum, subtriangulare. Mandibulae lon-
giores. Palpi omnes filiformes, maxillares articulo ultimo
praecedente vix longiore. Antennae capite thoraceque plus
sesqui longiores, articulo primo tertio paulo longiore, quarto
secundo paulo breviore, 4—7 sensim paulo brevioribus, 8—10
vix obconicis, latitudine haud brevioribus, ullimo abrupte
acuminato. Caput suborbiculatum, thorace plus sesqui latius,
oculis minutis , ovatis, obliquis, minus prominulis. Thorax
coleopteris plus duplo fere angustior, latitudine longior, ba-
sin versus subangustatus, basi fere truncatus, angulis posie-
rioribus obtusis , apice utrinque lateribus oblique, truncatus,
insbesondere der Insel Ceylan. 71
angulis anterioribus obtusis, nullo modo rotundatis. ‚Elyira
thorace 'sesqui longiora. Abdomen coleopteris angustius.
Pedes modice elongati, tibiis antieis subtus ‚ posterioribus
omnium dense subtiliter pubescenlibus , tarsis anticis, fortiter
dilatatis, posterioribus articulis 4 primis longitudine sensim
deerescentibus.
Genus capitis thoracisque forma non minus quam tibiis
pubescentibus insignitum, habitu praecedenti subsimile, multis
aulem modis diversum.
135. Eucibdelus gracilis: Fusco-niger, sericeus,
capite thoraceque confertissime subtiliter punctatis, nigro-
aeneis, elytris ferrugineis, nigro-maculatis, abdomine olivaceo-
pubescente, supra tomento atro bifariam submaculato. Long.
7 lin.
Antennae rufae, articulis penultimis fuscescentibus. La-
brum palpique rufi. Caput suborbiculatum, convexum, con-
ferlissime ‚subtiliter punctatum, pone oculos punclis duobus
maioribus nolatum, pubescenlia minus brevi, depressa vesti-
tum, subtus parce minus subtiliter punctatum, nitidum, fusco-
ferrugineum. Thorax capite paulo subtilius punctatus, cari-
nula longitudinali pone medium maculaque, parva oblonga
discoidali ante medium utrinque Jaevibus. Scutellum. oliva-
ceo-tomentosum. Elytra ferruginea , subtilissime punctata,
fulvo-pubescentia, circa scutellum infuscata , olivaceo-subto-
mentosa, maculis ribus, laterali parva ante, maiore pone
medium suturalique media nigro-fuscis, fusco-pubescentibus.
Abdomen (supra subtusque) segmentis duobus penullimis fere
totis, ceteris margine laterali apiceque rufis, supra pubescentia
depressa fulva sericans , segmentis 2-4 utrinque latius atro-
tomentosis, subtus confertissime punctulatum, griseo-pubescens.
Pectus fusco-nigrum, griseo-pubescens. Pedes cum coxis
anterioribus rufi.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
39. Palaestrinus *#) Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p- 343.
136. Palaestrinus Sykesii: Niger, capite, thora-
%) Genus palporum artieulo ultimo apice truncato pedibusque
anticis inerassatis insigne.
72 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
ceque obscure aeneis, \aureo-tomentosis , elytris, punetato-ru-
gosis, rufo-aureo-pubescentibus, abdomine fascis duabus au-
reo-tomentosis, pedibus rufo-piceis. Long. 7 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 344.
Habitat in India orientali, Mus. Dom. Hope.
Exemplar in insula Ceylan a Dom. Nietner lectum vix
ad aliam speciem pertinere videtur.
137. Palaestrinus mutillarius: Niger, thoracis
apice, abdomine infra et fasciis duabus dorsalibus cinereo-
villosis, elytris rufis, fulvo-pubescentibus. Long. 5 lin.
Erichs. Gen. ct Spec. Staphyl. 924. 1—2.
Habilat in Bengalia, Mus, Dom, Westermann.
40. Caranistes *) Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 925.
138. Caranistes Westermanni: Niger, capite,
thorace elytrisque obscure coeruleis, abdomine macula magna
dorsali atro-tomentosa, apice ferrugineo , pedibus castaneis.
Long. 7',, lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 925.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
41. Staphylinus Linne.
Kraatz Insect. Deutschl. II. p. 536.
139. Staphylinus Goryi: Nigro-subaeneus, pube-
scens, scutello atro-tomentoso, elytris viridi - pubescentibus,
macula gemina basali punclisque duobus marginalibus atro-
tomentosis. Long. 11 lin. }
Laporte Etud. Ent. I: 113.1. 1.3. 2, — Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. 395. 90.
Habitat in India orientali. (Decan).
140. Staphylinus auripennis: Niger, opacus,
*) Genus mihi invisum , palporum articulo ultimo apice trun-
cato, pedibus intermediis leviter distantibus tarsisque posterioribus
deplanatis insigne.
insbesondere der Insel ‚Ceylan. 73
elytris aureo-villosis, humeris, macula iuxta, scutellum et
duabus alüs marginis exterieris atro-tomentosis. Long. 12 lin.
Antennae capite breviores, arliculo terlio secundo sesqui
fere longiore, quarto subquadrato, quinto leviter transverso,
6—10 fortius transversis, ultimo apice emarginato, inferne
acuminalo. Caput thorace ‚paulo angustius, subquadratum,
supra subdepressum, confertim profunde punetatum, confertim
longius nigro-pubescens, pilis brevioribus griseis parce ve-
stitum. Thorax coleopteris paulo angustior, lalitudine bre-
vior, antrorsum subangustalus, lateribus subreclis, basi ro-
tundatus, angulis posterioribus obtusissimis, fere nullis, an-
terioribus aculis , parum convexus, confertissime punctatus,
nigro- pubescens, pilis brevioribus griseis parce vestitus.
Scutellum atro-tomentosum,. Elyira thorace vix longiora,
laete viridia, subtiliter alutacea , auro-villosa, humeris, ma-
eula subrotundata iuxta scutellum duabusque lateralibus atro-
tomentosis. Abdomen supra confertissime punctulatum, nigro-
tomentosus et pubescens, sublus crebre minus subtiliter, parce
fortiter punctalum, nigro-pilosum, segmenti secundi terlia
parte posteriore, segmentorum 3 sequenlium maculis 4, sexti-
que maculis 2 basalibus subtiliter cinereo-pubescentibus. Pe-
des nigri, tarsis anticis ferrugineis, tibiis anterioribus mar-
gine interiore fulvo-pubescentibus.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
141. Staphylinus semipurpureus: Niger, ca-
pite thoraceque purpureis, elylris, humeris exceptis, aureo-
villosis , abdomine segmento tertio, macula media excepta,
sextoque basi aureo-lomentosis, anlennis, libüs tarsisque fer-
rugineis. Long. 9 lin.
' Antennae rufo-testaceae, capite paulo longiores, arli-
eulo tertio secundo sesqui longiore, quarto leviter, 5-10 for-
titer transversis, ullimo apice inferne acuminato. Caput tho-
race paulo angustius, subquadratum, fulvo-pubescens, pur-
pureum, confertissime punetalum, punetis umbilicatis. Tho-
rax coleopteris vix angustior, latitudine brevior, antrorsum
subangustatus, basi cum lateribus rolundaltus, angulis po-
slerioribus fere nullis, supra confertissime punctatus, punctis
subumbilicatis, linea tenui longitudinali subelevata, pone me-
74 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dium fere evanescente, laevi, densius fulvo-pubescens. Scu-
tellum atro-tomentosum. Elytra thoracis longitudine, laete
virescentia, subtiliter alutacea, auro-villosa , humeris limbo-
que tenui basali atro-tomentosis. Abdomen supra atro-to-
mentosum, segmento tertio, macula media excepla, fasciaque
basali sexti aureo-tomentosis, subtus totum nigrum, confer-
tim punctatum, nigro-pubescens. Pedes nigri, tibiis tarsis-
que ferrugineis.
Staph. semipurpureus *) habitat in India boreali, Dom.
Bacon.
142. Staphylinus zanthocephalus: Niger, ca-
pite testaceo, thorace elytrisque ferrugineis, abdomine infra
argenteo-villoso, supra segmentis 2—4 tomento fusoo-nebuloso,
5 et 6 tomento albido vestitis. Long. 7 lin.
Habitu et colore Staph. chrysocephalo Fourcr. proximus,
sed plerumque maior. Antennae capite paulo longiores, te-
staceae, articulis ultimis 5 fuscis, articulo tertio secundo
paulo longiore, 4—10 sensim paulo brevioribus et fortius
transversis. Palpi fusci, mandibulae nigrae, basi testaceae.
Caput thorace paulo latius, subquadratum, testaceum, pube
densa flavescenti-grisea, albido-versicolore. Thorax coleo-
pteris dimidio angustior, latitudine antica paulo longior, late-
teribus ante medium subangulato-rolundatis, pone medium
sinualis, basi leviter rotundatus, apice truncatus, angulis an-
terioribus subrectis, posterioribus valde obtusis, parum con-
vexus, nigro-subceyaneus, tomento aureo-ferrugineo subva-
riegatus. Scutellum tomento nigro densius vestitum. Elytra
thorace paulo longiora, ferruginea , aureo-tomentosa, fusco-
subeyaneo - variegata. Abdomen nigrum, supra segientis
2—4 tomento nigro fulvoque variegatis, quinto tomento lon-
giore albido vestito, macula transversali basali utrinque api-
ealique longitudinali media excepta, segmento sexto basi.la-
teribusque albido -, apice medioque nigro-tomentoso ; latus
inferius abdominis, quemadmodum in St, chryscocephalo, to-
mento spisso cinereo-albido vestitum. Pectus nigro-cyaneum,
*) Obs. Staphylinus aureus Fabr. in Siam lectus, potius spe-
cies huie affinis esse quam ad Palaestrinum genus pectinere mihi vi-
detur, sieuti Erichson (Gen. et Spec. p. 344) opinatur.
insbesondere der Insel Ceylan. 75
einereo-pubescens. Pedes rufo -ferruginei, femoribus pone
basin nigro-annulatis, farsis anticis fortiter dilatatis.
Habitat in India boreali, Dom. Schaum et Bacon.
143. Staphylinus indicus: Fusco-niger, opacus,
capite thoraceque subaeneo-ferrugineoque variegatis, confer-
tim subtilius punctatis, elytris ferrugineis, tomento fusco sub-
strigosis, abdomine lateribus ferrugineo , femoribus fusco-ni-
gris, subtus tibüs tarsisque testaceis. Long. 5—6 lin.
Statura fere Staph. cinnamopteri. Antennae capite paulo
longiores, ferrugineae, articulo terlio secundo longiore,
quarto leviter, 5—10 fortius transversis, ultimo apice inferne
acuminato. Palpi rufi. Mandibulae nigrae. Caput thorace
vix angustius, subquadratum, lateribus reclis, parallelis, supra
paullulum convexum, fusco-ferrugineum, subaeneum, confer-
tim punctatum, fulvo-pubescens. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine paulo brevior, lateribus rectis, parallelis,
basi cum angulis posterioribus rolundatus, angulis anteriori-
bus rectis, supra parum convexus, ferrugineus, subaeneus,
lateribus infuscatis, fulvo-pubescens, conferlim punctatus,
carinula postica polita. Scutellum fusco-lomentosum. Elytra
thorace vix longiora, subüliter alutacea , fulvo - pubescentia,
ferruginea, tomento fusco-subtrigosa. Abdomen vix punclu-
latum, fulvo-pubescens, subsericans, supra tomento tenuissiino
vestiltum, fusco-nigrum, lateribus ferrugineum, subtus nigrum,
segmenlis 5 primis confertissime, duobus penultimis crebre
subtiliter punctulatis, fulvo-pubescentibus. Pedes rufo-testa-
cei, femoribus fusco-nigris, sublus ferrugineis.
In insula Ceylan a Dom. Nietner, in India boreali a
Dom. Bacon lectus.
144. Staphylinus decipiens: Ferrugineus, opa-
cus, capile thoraceque confertim forliter punctatis , thorace
apicem versus subaeneo, elytris tomento brevi fusco-nebulo-
sis, abdomine supra bifariam nigro-maculato, Long. 6 lin.
Individuis praecedentis minus maturis valde similis,
capite Ihoraceque fortius puntalis facile distinguendus. An-
tennae fusco -nigrae , arliculis 4 primis rufis , arliculo, tertio
secundo sesqui longiore , quarto subquadrato, 5—10 modice
transversis, articulo ultimo inferne acuminato, Mandibulae
76 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von. Ostindien,
rufae, apice piceae, Caput thorace vix angustius, subqua-
dratum, lateribus subrectis, supra paullulum convexum, con-
fertim fortiter punctatum, fulvo-pubescens , ferrugineum, an-
gulis posterioribus subinfuscatis. Thorax coleopteris paulo
angustior, latitudine vix brevior, basi cum angulis posterio-
ribus fortius rotundatus, lateribus subparallelis, supra paul-
lulum convexus, fulvo-pubescens, ferrugineus, apicem versus
subaeneus, conferlim fortiter punctatus, carinula postica an-
gusta polita. Scutellum atro-tomentosum. Elytra thoracis
longitudine, subtilissime alutacea, tomento fusco subnebulosa,
fulvo-pubescentia. Abdomen ferrugineum, supra subtilissime
fulvo-tomentosum, e tomento atro bifariam maculatum, (seg-
mentis 2—4 distinctius, 5 et 6 obsolete maculatis) subtus
metallico-versicolor, segmenlis 2—5 fusco - cingulalis, sexto
rufo. Pectus ferrugineum, Pedes coxis femorumque basi piceis.
Habitat in insula Ceylan.
145. Staphylinus brachypterus: Niger, nitidu-
lus, elytris brunneis thorace brevioribus, segmenlis singulis
abdominis basi supra lomento fulvo-nigroque submaculatis ,
subtus griseo-pubescentibus. I.ong. 6 lin.
Niger, capite thoraceque confertim profunde punctatis,
fusco-pubescentibus,, parum nitidis. Antennae capite paulo
longiores, piceae, arliculo primo nigro, terlio secundo paulo
longiore, quarlo subquadrato, 4—10 sensim latioribus, pen-
ultimis fortiter transversis , ultimo inferne acuminato. Palpi
rufo-picei. Caput thorace paulo angustius, subquadratum,
antrorsum vix angustatum, basi subemarginatum. Thorax
coleopterorum Jlatitudine, longitudine paulo brevior, lateri-
bus subrectis, basi cum angulis posterioribus rotundatis, apice
utrinque subsinuatis, angulis anterioribus acutiusculis, leviter
convexus, linea media.longitudinali, valde angusta, basi paulo
latiore laevi. Scutellum atro-tomentosum. Elytra thorace
tertia parte breviora, brunnea, subtiliter alutacea , opaca,
fulvo-pubescentia. Abdomen supra segmentis singulis basi
tomento sublilissimo fulvo-nigroque variegatis , sublus seg-
mentis‘ singulis minus crebre punctatis, nigro -pilosis, ipsa
basi confertim subtiliter punctatis, brevius griseo-pubescenti-
bus. Pedes nigri, tarsis ferrugineis.
. Habitat in India boreali Dom. Bacon.
insbesondere der Insel Ceylan. 77
146. Staphylinus' maculipennis: Niger, opacus,
capite thorace elytrisque fusco-pubescentibus, his macula
apieis aureo-iomentosa, abdomine supra tomento tenui nigro
veslito. Long. 5—5'/, lin.
Niger, opacus, t!horace elytrisque parum purpurascen-
tibus, fusco - pubescentibus , his subtiliter alutaceis , ma-
eula apicali aureo-villosa, illis confertim punctatis, pun-
etis capitis paulo maioribus. Antennae capite paulo lon-
giores, piceo-nigrae, articulo terlio secundo paulo lon-
giore, quarto subquadrato, 5—10 modice transversis, ultimo
interdum ferrugineo, apice inferne acuminato. Caput ihorace
paulo angustius, subquadratum , subtus parce fortius puncta-
tum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix bre-
vior, lateribus subrectis,, basi cum angulis posterioribus ro-
undatus, angulis anterioribus rectis, leviter convexus, po-
stica carinula ıninima laevi. Scutellum atro -tomentosum.
Elytra ihorace fere breviora. Abdomen confertim subtiliter
punctatum , tomento brevissimo nigro vestitum, segmentis an-
terioribus supra maculis duabus basalibus 'e tomento nigro
densiore , segmentis ventralibus crehre punctatis‘, nigro-pu-
bescentibus. Pedes nigri, tibiis piceis, tarsis piceo-rufis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
147. Staphylinus asemus: Niger, opacus, capite,
thorace elytrisque vobscure aeneis, illis confertim fortius pun-
ctatis, fulvo-pubescentibus, his subtiliter alutaceis , abdomine
supra bifariam nigro-maculato, ano concolore.. Long. 6 lin.
Statura fere Staphyl. antiqui, niger, parum nitidus. An-
tennae capile paulo longiores, piceae, arliculis 3 primis ni-
gris, tertio secundo paulo longiore , 4—10 ‚sensim paulo
latioribus, 6—10 transversis, ullimo apice inferne acuminato.
Caput, Ihorace paulo angustius, subtriangulare, conferlim for-
lius punctatum,, fusco-pubescens, linea longiltudinali media,
ulrinque abbreviala, laevi. Thorax coleopteris paulo angu-
slior, latitudine vix brevior , lateribus 'subrectis', parallelis,
basi cum angulis posterioribus ‚rolundalus, angulis anleriori-
bus reclis, paullulum convexus, conferlim fortius punctalus,
. nitidulus, fusco- pubescens , poslice carinula oblonga laevi.
Scutellum atro-tomentosum. Elytra Ihoracis longiludine,
subtilissime ruguloso - punclala, nigro-aenea, opaca, pube
78 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
subtilissima fusco-grisea. vestita, fulvo-pubescentia. Abdomen
apicem versus subangustatum, nigrum, supra opacum, tenui-
ter fusco-pubescens, supra segmentis 2—4 apice rufo-margi-
natis, 2—5 macula basali media triangulari fulvo-pubescenti
maculisque duabus triangularibus approximatis, atro -tomen-
tosis ornatis, infra nitidum, metallico- subversicolor, crebre
punclatum, segmentis singulis basi densius fulvo - pubescen-
tibus. Pedes nigri, tarsis anterioribus et geniculis piceo-rufis.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
148. Staphylinus subirideus: Niger, nitidulus ,
parcius pilosus, capite triangulari thoraceque fortius, elytris
crebre minus forliter, segmenlis abdominis inaequaliter pun=
ctatis, penultimis basi subtilissime griseo-pubescentibus. Long.
5 lin.
Habitu Staph. antiqui et affinium, capite autem ‘paulo
maiore, thorace minore , niger, nitidulus. Antennae capite
paulo longiores, nigrae, articulo tertio praecedente longiore,
5—10 transversis, sensim paulo brevioribus, ullimo apice
ferrugineo. Caput thoracis latitudine, subtriangulare, subde-
pressum, supra aequaliter crebre fortius punctalum , nigrum,
nigro-pilosum. Thorax coleopteris paulo angustior , latitu-
dine non brevior, antrorsum vix, angustatus, lateribus vix
rotundatis, apice truncatus, angulis anterioribus rectis, po-
sterioribus subrotundatis,, leviter convexus, confertim fortiter
punctalus, linea media longitudinali medio subinterrupta laevi,
fusco-pilosus, nigro-subcyaneus, nitidulus. Scutellum atro-
tomentosum, Elytra thorace paulo longiora, minus crebre
subtiliter, punetata, nigra, fulvo-pilosa. Abdomen nigrum,
metallico-subversicolor, segmentis singulis irregulariter. mi-
nus crebre fortiter, basi densius subtiliter punctalis, supra
nigro-, subtus fulvo-pilosis, penultimis basi subtilissime griseo-
pubescentibus. Pedes nigri, tarsis anlicis maris fortiter di-
latatis.
Habitat in India orientali.
41. Philonthus Leach.
Curt. Brit. Ent. XII. t. 610. — Erichs. Gen. p. 426.
Thorax seriebus dorsalibus 3-punctaltis,
149. Philonthus cinctulus: Niger,, capite thora-
insbesondere der Insel Ceylan. 79
ceque nigro-aeneis, elytris viridi-aeneis, capite subquadrato,
ihorace seriebus dorsalibus punctis 3, abdomine metallico -
versicolore. Long. 5—6 lin.
Staphylinus einctulus Grav. Micr. 167. 16. Mon. 89. 84.
— Erichs. Gen. et Spec. 332. 7.
Statura, colore et magnitudine fere omnino Phil. aenei
Rossi, thoracis seriebus dorsalibus 3-punctatis abdoinineque
versicolore lacile distinguendus. Antennae fusco-nigrae, apice
saepius ferrugineae articulo primo subtus fusco-testaceo. Ca-
put in feminis etiam plerumque subquadratum.
Mares capite maiore, abdominis segmento septimo infero
medio leviter emarginato tarsisque anticis fortiter dilatatis
insignes.
In Bengalia a Dom. Daldorf (vide Erichson 1. c.), in
insula Ceylan a Dom. Nietner, in India boreali a Dom. Ba-
con lectus.
n
150. Philonthus notabilis: Nigro-piceus, nitidus,
antennarum basi, pedibus cum coxis, elytrorum limbo, seg-
mentorumque marginibus rufo-testaceis, Ihorace piceo serie-
bus dorsalibus punclis 3, elytris alutaceis, punctorum (3—A)
serie dorso impressis. Long. 3y,—4 lin.
Quediis nonnullis haud dissimilis, Phil. laevicolli Erichs.
paulo latior, colore thoraceque 3-punctato facile distinguen-
dus, nigro-piceus, nitidus. Antennae capite thoraceque bre-
viores, fusco -ferrugineae, articulis 3 primis rufo-testaceis,
terlio praecedente paulo breviore, 4-10 sensim paulo pre-
vioribus et fere angustioribus, intermediis subtransversis.
Palpi rufi. Caput Ihorace paulo angustius, suborbiculatum,
nigrum, punclo singulo maiore ad oculi utriusque marginem
interiorem, puncto minore inter hune et antennarum basin,
punclis 3 aut 4 supra oculos impressum; oculi magni. Tho-
rax coleopteris paulo angustior,, laliludine paulo brevior,
lateribus leviter angustatus , antrorsum subangustatus, angu-
lis anterioribus subrotundatis, supra parum convexus, piceus,
seriebus dorsalibus punctis ternis, duobus prope apicem,
terlio paulo pone medium composilis, praeterea ad latera
praeter marginalia puncto singulo notatis , punclis omnibus
modice profundis. Scutellum crebre punctulatum. Elytra
80 Kraatz: die Staphylinen-Fauna 'von Ostindien,
thoracis longitudine, nigro-picea , margine laterali apicali et
suturali, hoc latius rufo-piceo, subtilissime alutacea, minus
erebre subtilissime punctulata, parce subtiliter pubescentia,
biseriatim ‚fortius. punctata, serie altera dorsali plerumque
tripunctata, serie altera suturali plerumque bipunctata.: Ab-
domen parce punclatum, tenuiter fulvo-pubescens, metallico-
versicolor , segmentis singulis testaceo - marginatis.'; Pedes
breviuseuli, cum coxis rufo-testacei, tarsis spinulosis, antieis
in utroque sexu forliter, licet in maribus fortius dilatatis.
Mas abdominis segmentis duobus penultimis: ventralibus
apice leviter emarginalis insignis,
Habitat in insula Ceylan et in India: orientali.
Thorax seriebus dorsalibus A-punctatis.
151. Philonthus cyanelytrius: Niger, nitidus,
elytris cyaneis abdomineque parce profunde punctaltis , tho-
race violaceo seriebus dorsalibus punctis 4, capite ‚suborbi-
culato. Long. 5!/, lin.
Statura et magnitudine fere omnino Phil. cyanipennis,
thorace paulo angusliore, lateribus minus ‚rotundato, supra
caeruleo elytrisque _parce profunde punctalis facile distin-
guendus. Abdomen segmentis anterioribus basi profunde,
ceteris parce, apicem versus sublilius punctatis. Pedes gra-
ciliores tarsis nigro-piceis, anterioribus in utroque ‚sexu sim-
plieibus.
In India boreali a. Dom. Bacon lectus.
152. Philonthus proximus: Niger, capite thora-
ceque nigro-aeneis, elytris nigro-aeneis, capite subquadrato,
thorace lateribus subsinuato, utrinque leviter impresso, abdo-
mine confertim subliliter punctato,. nigro-pubescente. Long.
5 lin.
Philontho carbonario simillimus, differt autem ‚elyiris
paulo brevioribus, abdomine paulo crebrius punctato, minus
nilido , tarsis anlicis maris forliter dilatatis , abdominis seg-
mento sexto inferiore apice fortius emarginato.
In India boreali a Dom. Bacon. lectus. - torıg
153. Philonthus coneolor: Nigerrimus, nitidissi-
insb esondere der Insel Ceylan. 81
mus, capite subovato, thorace seriebus dorsalibus A-punctatis,
elytris abdomineque parce punctatis. Long. 4/, lin.
Phil. atrato paulo maior , magis depressus, elytris lon-
“gioribus, abdomine breviusculo,, colore nigerrimo et splen-
dore insignis. Antennae capite sesqui longiores, articulo
tertio secundo vix longiore , 4—10 sensim latioribus et bre-
vioribus, penullimis modice transversis, ullimo apice fusco,
inferne acuminato. Caput thorace paulo angustius, breviter
subovalum, leviter convexum, inter oculos punctis 4 transver-
sim posilis impressum, pone oculos parce punctatum. Thorax
coleopteris angustior, latitudine /ongior , antrorsum leviter
angustalus, lateribus leviter, basi paullulumn rotundatus, angulis
anterioribus deflexis, parum obtusis apice rotundatis, poste-
rioribus obtusis , leviter longitudinaliter convexus , seriebus
dorsalibus punctis 4 valde obsoletis compositis, lateribus
punctis praeter marginalia ulrinque 5 impressus. Scutellum
punctatum. Elytra thorace tertia parte longiora, parce subti-
liter punctata,, nigro-pubescenlia. Abdomen apicem versus
subangustatum, vage subliliter punctatum et pubescens, niti-
dissimum. Pedes tibiis omnibus spinulosis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
154. Philonthus subirideus: Niger, nitidus, an-
tennarum basi, pedibus cum cozis elytrorumque limbo rufis,
capite suborbiculato, thorace seriebus dorsalibus punctis A,
abdominis segmentis metallico- subversicoloribus, subtus late
testaceo-marginatis. Long. 3'/, lin.
Habitu fere Phil. varii Gyll. sed alıter coloratus, capite
paulo maiore, !horace minus convexo, antrorsum minus an-
gustato, subsericeo. Antennae capitis thoracisque longitu-
dine, fuscae, articulo _primo rufo-testaceo, articulo secundo
tertioque subaequalibus, 4—10 sensim paulo brevioribus, pri-
mis crassitie paulo longioribus, ultimis vix brevioribus,. Ca-
put thorace angustius, feminae subovatum,, maris suborbieu-
- Iatum, punctis consuetis impressum. Thorax coleopteris paulo
angustior, Jalitudine vix brevior, antrorsum leviter angusta-
fus, lateribus subreelis, angulis anterioribus leviter deflexis,
Supra parum convexus, seriebus dorsalibus punclis utrinque
4 subtilibus impressis, puncto anlico paulo minus remolo.
Senutellum maiusculum, confertim punctatum. Klyira vix tho-
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 6
82 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
racis longitudine, crebre subtiliter punetata, pubescentia,
nigro-picea, margine, suturali semper laterali plerumque, api-
cali rarius, humeris interdum rufescentibus. Abdomen con-
fertim subtiliter, apice minus crebre punlatum , segmentis
supra totis nigris, subversicoloribus, infra praeserlim apicem
versus late laeteque rufo-marginatis, metallico-versicoloribus.
Pedes cum coxis rufo-testacei, tibiis posterioribus saepius
picescentibus, tarsis antieis in utroque sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
155. Philonthus nitens: Elongatus, nigro-sub-
aeneus , nilidissimus , thorace seriebus dorsalibus punctis A,
elytris abdomineque parce punctatis, pedibus piceis, cozis
nigro-piceis, femoribus testaceis. Long. 4 lin.
Niger, nitidissimus, thorace elytrisque nigro-subaeneis,
his parce subtiliter punctatis. Antennae capitis thoracisque
longitudine , tolae nigrae, articulo tertio praecedente paulo
longiore, 4—10 longitudine sensim paulo brevioribus,
penultimis longitudine non crassioribus. Caput thorace vix
angustius, ovatum , supra oculos parce punctatum, punctis
binis utrinque inter oculos valde approximatis. Thorax co-
leopteris paulo angustior, latitudine paulo longior, antrorsum
jeviter angustatus, lateribus rectis, angulis posterioribus valde
obtusis etc. , leviter convexus, seriebus dorsalibus punctis 4
profundioribus eomposilis. _ Scutellum parce punctulatum.
Elytra thorace paulo longiora, parce pubescentia. Abdomen
nigerrimum, segmentis singulis basi parce punctalis, apice
fere laevigalis. Pedes cum coxis picei aut nigropicei, fe-
moribus testaceis aut fusco-testaceis, tarsis anticis feminae
simplicibus, maris modice dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
156. Philonthus peliomerus: Elongatus, nigerri-
mus, nitidus, Ihorace seriebus dorsalibus punctis 4, elytris
nigro-virescentibus, subtiliter minus crebre punclatis, anten-
narum articulis duobus ultimis femoribusque pallide testaceis,
coxis nigris, tibüs picescentibus, tarsis rufis. Long. 3!/, lin.
Species ihorace angusto, antennarum pedumque; colore
valde distincta, nigra, nitidissima, elytris nigro-virescentibus.
Antennae graciles, capite thoraceque vix breviores, nigrae,
arliculo primo piceo-testaceo, ultimis duobus flavis , tertio
insbesondere der Insel Ceylan. 83
praecedente duplo fere longiore, 5—10'sensim paulo bre-
vioribus, horum primis latitudine dislincte longioribus, ultimis
subobeonieis. ' Palpi rufo-picei. Caput thoracis latitudine,
suborbiculatum, inter oculos punctis 4 transversim positis
notatum , supra oculos utrinque punctis paucis maioribus.
Thorax coleopteris duplo angustior, latitudine terlia parte
longior,, lateribus parallelis, posterius subsinuatis, supra pa-
rum convexus, seriebus dorsalibus punctis 4 aequaliter di-
stanlibus compositis , lateribus punctis praeter marginalia 5
impressus, punclis omnibus modice profundis. Scutellum
crebre subtiliter punctatum. Elytra 'thorace vix longiora,
minus dense profundeque punclata. Abdomen nigrum , seg-
menlis singulis basi fortius, apice parce subtilius punctatis.
Pedes ccolore supra indicato.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
157. Philonthus zanthomerus: Elongatus, niger,
nilidus , Ihorace seriebus dorsalibus punclis A, elytris viridi-
aeneis, pärce subliliter punctalis, pedibus flavis , femoribus
picescentibus. Long. 2%/, lin.
Habitu et colore Phil. fimetario valde affinis, sed paulo
brevior, elytris brevioribus, minus erebre sublilius punctatis,
magis nitidis. Antennarum structura, capitis thoracisque
forma et punctatura fere eadem quae in specie allata, caput
maris magis rolundatum , !horax in utroque sexu paulo bre-
vior et latior, seriebus dorsalibus punctis 4, posterioribus
tribus remotioribus. Scutellum punctatum. Elytra thorace
paulo laliora et longiora, subtiliter minus crebre punctata,
parcius pubescentia, laete aenea, nitida. Abdomen segmentis
Singulis, basi excepto, parce punctatis, infra ferrugineo-mar-
ginatis. Pedes laete flavi, coxis tiblisque picescentibus, Libiis
omnibus spinulosis, tarsis anticis maris forliter dilatatis , fe-
minae simplicibus.
Habitat in India orientali.
Thorax seriebus dorsalibus 5-punctatis.
on 158. Philonthus bellus: Laete rufus , nitidus,
capile, ano, pectore pedibusque 'posterioribus nigris, elytris
84 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
cyaneis, thorace seriebus dorsalibus punctis 5, abdomine ver-
sicolore. Long. 4—5 lin.
Statura fere Phil. marginati Fabr., sed plerumque minor,
colore indicato sat distinetus. Antennae capite thoraceque paulo
breviores, nigrae, arliculis 3 primis nigro -piceis , articulis
2 et 3 subaequalibus, 4-10 sensim paulo brevioribus, omnibus
crassilie longioribus! Palpi picei. Caput ovatum,, thorace
angustius et minulius, punctis consuelis subtilibus, supra oculos
erebrioribus. Thorax coleopteris paulo angustior , latitudine
longior, antrorsum leviter angustatus, lateribus parum rotun-
datus, angulis posterioribus obtusis etc., leviter convexus,
seriebus dorsalibus punctis 5 obsoletis compositis. Scutellum
nigrum, confertim punctulatum. Elytra thoraeis longitudine,
cerebre punctata, subtiliter griseo- pubescentia. Abdomen
crebre punctulatum et pubescens, laete metallico - versicolor,
rufum, segmentis 6et7 nigris. Pedes antiei rufi, posteriores
nigricantes, coxae anteriores rufae, tarsi anlici feminae mo-
dice, maris fortiter dilatati.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
159. Philonthus tardus: Niger, nilidus, antenna-
rum articulo primo pedibusque sordide fusco-testaceis, tho-
race seriebus dorsalibus 5, elytrorum sutura apiceque, seg-
mentorum abdominis marginibus subtus ferrugineis, abdo-
mine metallico - versicolore, parce punctato, longius piloso.
Long. 41, lin.
Statura fere Phil. sanguinolenti sed paulo maior, capite
maiore, niger, nilidus. Antennae capite thoraceque brevio-
res, nigrae, arliculo primo subtus fusco-testaceo, tertio prae-
cedente paulo longiore, 4— 10 sensim paulo brevioribus.
Caput maiusculum, in mare thorace paulo latius, subquadra-
tum, punctis consuetis modice profundis. Thorax prope co-
leopterorum latitudine, latitudine non brevior , lateribus. pa-
rallelis, subrectis , angulis anterioribus leviter deflexis ete.,
supra modice convexus, seriebus dorsalibus punctis utrinque
5, modice profunde compositis. Scutellum crebre puncta-
tum. Elytra thorace fere breviora, erebre punctata , nigro-
virescentia, longius minus subtiliter fulvo-pubescentia, mar-
gine tenui suturali apicalique obscure ferrugineo. Abdomen,
segmentorum anteriorum basi excepta, parce subtiliter pun-
insbesondere der Insel Ceylan. 85
etatum, longius pilosum, metallico -versicolor, segmentorum
ventralium marginibus segmentoque penultimo toto subtus
rufo-ferrugineis. Pedes sordide fusco -testacei, coxis, libiis
tarsisque posterioribus piceis, tarsis anticis maris modice
dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
160. Philonthus idiocerus: Niger, nitidus, anten-
narum arliculo primo pedibusque anticis cum coxis fusco-
testaceis, thorace seriebus dorsalibus punctis 5, elylris con-
fertim punctatis, abdomine confertissime subtiliter punctulato,
opaco. Long. 4 lin.
Statura et magnitudine fere omnino Phil. sanguinolenti
Grav., at paulo magis convexus,, elytris concoloribus anten-
narumque structura fere unice distinetus. Antennae capite
thoraceque paulo breviores, nigrae, articulo primo subtus
testaceo, tertio praecedente longiore, arliculis 4—11 sensim
paulo brevioribus et angustioribus, ullimo praecedente angu-
stiore et fere breviore. Capilis thoracisque forma omnino
eadem quae in specie allata, puncti thoraeis ulrinque 5 mo-
dice profundi. Elytra thorace vix longiora, nigro-subaenea,
conferlim punctala, dense subtilius pubescentia. Abdomen
conferlissime subtiliter punctulatum , pube subtili densiore
subtomentosa fusco-grisea ut in Phil. sanguinolento vestilum,
opacum. Pedes nigri, anteriores saepius fusci seu fusco-
testacei, libiis spinulosis, tarsis anlicis in utroque sexu, licet
in mare fortius dilitatis.
Habitat in insula Ceylan.
161. Philonthus variipennis: Elongatus, niger,
nilidus, antennarum basi, pedibus elytrisque rufis, his basi
magis minusve nigricantibus, thorace seriebus dorsalibus
Punctis 5, abdomine metallito-subversicolore. Long. 3'/, lin.
Phil. rubido Er. (quisquiliarii Gyll. varietati) simillimus,
stalura autem minore, elytris nusquam nigro - virescentibus,
abdomine erebrius punctato dislinctus videtur. Antennae ca-
pite thoraceque paulo breviores, nigrae, arliculo primo rufo-
lestaceo , terlio praecedente paulo longiore, 4—10 sensim
paulo brevioribus,, ultimis erassilie vix longioribus. Caput
Ihörace minus at fere latius, suborbiculatum , punclis con-
86 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
suelis, modice profundis impressum. Thorax coleopteris an-
gustior , latitudine haud brevior, ‚antrorsum vix angustatus,
lateribus subrectis etc., paullulum convexus, seriebus dorsa-
libus punclis 5, modice profundis compositis. Elytra ihorace
paulo longiora, confertim distinctius punctata, subtiliter. 'gri-
seo-pubescentia, rufa, basi magis minusve, rarius lateribus
nigricantia. Abdomen confertim subliliter densius punctula-
tum, metallico-subversicolor. Pedes cum coxis rufi, femo-
ribus postieis rarius infuscatis, tarsis anticis feıninae leviter,
maris forliter dilatatis. {
Habitat in insula’ Ceylan et in India orientali.
162. Philonthus asemus: Niger, nitidus, 'cozxis
anticis rufo piceis, capile subovato , thorace seriebus dorsa-
libus 5-punctalis, abdomine confertim subtiliter punctato.
Long. 4 lin.
Sequenti valde similis et affinis, differt autem statura
maiore et paulo latiore, capite magis rotundato, coxis ante-
rioribus rufo-piceis.
Exemplar in India boreali a Dom. Bacon lectum.
163. Philonthus sceybalarius: Niger, nilidus,
coxis femoribusque anticis testaceis, capite minuto, ovato,
abdomine crebre sublilissime punctato, versicolore. Long.
3'/ lin.
Nordmann Symbol. 94. 70. Kraatz Naturg. d. Ins.
Deutschl. II. 601.
Philonthus varians var. b. Erichs. Gen. et Spec.
Staph. 470. ,
Specimina compluria in insula Ceylan lecta ab indige-
nis non discedunt, sieuti-alia capensia et e variis Americae
meridionalis insulis allata.
164. Philonthus parviceps: Niger, nitidus, an-
iennarum basi, pedibus , elytrorum limbo suturali et apicali
angustiore, laterali latiore sordide testaceis, thorace seriebus
dorsalibus punctis 5, capite ovato, minuto. Long. 2-2!/, lin.
Habitu omnino : Phil. variantis Payk., at minimis, eius
individuis plerumque minor, niger, nitidus. _Antennae ‚capite
Ihoraceque breviores, fuscae, articulo primo testaceo, secundo
terlioque aequalibus, —10 sensim paulo brevioribus al, vix
erassioribus, omnibus crassitie paulo longioribus. Caput tho-
insbesondere der Insel Ceylan. 87
race multo minutis et angustius, oblongum, punctis consuetis
impressum. Thorax latitudine vix brevior, basi coleopleris
paulo angustior , antrorsum angustatus, lateribus subrectis,
angulis posterioribus obtusis ete., convexiusculus , seriebus
dorsalibus punctis 5 obsoletis, antico et postico paulo remo-
tioribus, compositis. Scutellum punctulatum. Elytra thorace
vix longiora, crebre punctata, longius griseo -pubescenlia,
nigro-picea, margine suturali et apicali angustiore, laterali
latiore rufo-seu sordide-testaceis. Abdomen crebre subtili-
ter punctulatum , longius pubescens, metallico - versicolor,
sublus segmentis singulis margine postico rufo - ferrugineis.
Pedes cum coxis anlieis seu anterioribus sordide testacei,
tibiis tarsisque posterioribus interdum infuscatis, tarsis anticis
feminae leviter, maris forliter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Differt a Phil. flavolimbato Er. elytrorum margine
suturali rufescente.
165. Philonthus geminus: Niger, nitidus, anten-
narum basi, pedibus elytrorumque sutura rufis, capite sub-
ovalo, thorace seriebus dorsalibus punctis 5, abdomine me-
tallico -subversicolore, segmentorum ventralium marginibus
anoque ferrugineis. Long. 3°/, lin.
Phil. subirideo statura et colore simillimus, ad paulo
maior, thoracis seriebus dorsalibus 5-punctatis facile distin-
guendus, piceo-niger , nilidus. Antennae capitis thoracisque
fere longitudine, fuscae , articulo primo toto , sequente basi
rufo-testaceo, terlio praecedente paulo longiore, 4—10 sen-
sim vix brevioribus, ultimis crassitie vix »brevioribus. Caput
thorace angustius, subovatum, punclis consuelis sat prolun-
dis. Thorax coleopteris paulo angustior, lalitudine vix bre-
vior, antrorsum vix angustalus, lateribus subreetis , angulis
anterioribus dellexis ete., seriebus dorsalibus 5 -punetatis.
Seutellum confertim punctatum. Elytra Ihorace fere bre-
viora, erebre distinctius punctata, nigro-picea , nilida, mar-
gine suturali latius, laterali anguste rufo-castaneo. Abdomen
eonferlim, apice pareius punetatum, metallico-subversicolor,
supra nigrum , segmentorum ventralium marginibus anoque
subtus ferrugineis. Pedes rufo - testacei, coxis piceis , tibiis
88 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
tarsisque posterioribus saepius piceis, larsis antieis in ulro-
que sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
166. Philonthus flavipes: Elongatus, niger, niti-
dus, ihorace seriebus dorsalibus punclis 5, elyiris viridi-
aeneis, vonfertim subtilius punctatis, pedibus flavis, capite
suborbiculato, Long. 3 lin.
Habitu et colore fere omnino Phil. fimetarii, differt au-
tem capite maris maiore, thorace seriebus dorsalibus punclis 5,
elytris abdomineque densius (vix sublilius sed profundius)
punctatis. Antennae simili modo quo in specie allata con-
structae, basi plerumque fusco-testaceae. Caput maris thorace
paulo latius, suborbiceulatum, feminae subovatum, inter oculos
ulrinque punctis duobus transversim positis ete. Thorax
paulo brevior quam in Phil. fimetario, summo apice subat-
tenualus , lateribus fere parallelis, seriebus dorsalibus pun-
etis 5, duobus posterioribus et anterioribus aequaliter distan-
tibus, lateribus punctis praeter marginalia utrinque 4 impres-
sus, punclis omnibus sat magnis. Scutellum confertim sub-
‚liter punctatum. Elytra thorace paulo longiora, confertim
profundius subtiliter punctata , longius pubescentia, lucide
viridi-aenea. Abdomen crebre subtiliter punctatum, seg-
mentis singulis infra tenuiter ferrugineo -marginalis. Pedes
laete flavi, coxis picescentibus, tibiis omnibus spinulosis,
tarsis anlieis in utroque sexu simplieibus.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Colore et habitu Phil. xanthomero (p. 83) valde
alfinis, seriebus dorsalibus thoraeis punclis 5 compositis ely-
trisque confertim punctatis facile distinguendus.
167. Philonthuserythropus: Niger, nitidus, ca-
pite subovato, thorace piceo, seriebus dorsalibus punctis 5,
elytris aeneis, crebre minus subtiliter punclatis, antennis pe-
dibusque cum cowis rufo-brunneis. Long. 3Y,—3°/, lin.
Phil. umbratili haud dissimilis, at paulo maior, magis
elongalus, elylris minus obscure aeneis. Antennae rufo-brun-
neae , articulo primo rufo , terlio praecedente vix longiore,
4—10 sensim vix brevioribus et crassioribus , paulo longio-
ribus, ultimo oblongo. Palpi rufi. 'Caput in utroque sexu
thoracis crassilie vix anguslius, ‚subovatum, punelis solitis
insbesondere der Insel Ceylan. 89
intra et supra oculos. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine paulo longior,, lateribus subrectis , basi fortius ro-
tundaltus, leviter convexus, piceus, sericeus-subversicolor,
seriebus dorsalibus punctis 5 modice profundis aequaliter
distantibus. Scutellum confertim punctatum. Elytra vix tho-
racis longitudine, erebre minus subtiliter punctata, aenescen-
tia, sutura picea, pubescenlia. Abdomen elongatum, seg-
mentis anterioribus 'confertim distinetius, posterioribus apicem
versus parcius subtiliter punctalis, ultimis margine apicali
rufo-piceis. Pectus saepius piceum. Pedes cum coxis brun-
neo-rufi, tarsis antieis feminae leviter, maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan, in India australi et in India
boreali (Dom. Bacon).
168. Philonthus productus: Niger, nilidus, an-
tennis tenuibus basi, pedibus elytrorumque limbo rufo-testa-
ceis, capite orbiculato, Ihorace seriebus punctis 5, abdomine
parce punctato. Long. 3 lin.
Phil. discoideo Grav. colore allinis, sed statura maiore,
niger, nilidus, capite Ihoraceque subsericeis. Antennae ca-
pite thoraceque paulo breviores, tenuiores, fuscae, articulo
primo plerumque rufo - testaceo, terlio praecedente vix lon-
giore, 4—10 sensim paulo brevioribus, non autem cras-
sioribus, penultimis crassitie paulo brevioribus. Caput tho-
racis lalitudine, maris maiusculum , subquadratum, inter ’et
supra oculos punctis consuetis, modice profundis. ‘Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine parum brevior, lateri-
bus parallelis, subreclis etc. , supra paulo convexus;,, niger,
seriebus dorsalibus punctis 5 modice profundis composilis,
puncto anlico et praeserlim postico remolioribus , lateribus
punetis 5 consuelis. Seutellum crebre punctatum. Elytra
thorace subbreviora, minus erebre et subtiliter punctata, pu-
bescentia, nigro-picea, margine suturali et apicali rufo-testa-
ceis. Abdomen minus crebre subtiliter, apice vage punctatum,
segmenlis supra rarius concoloribus , saepius piceo-, infra
semper rufo-marginalis. Pedes rufo-testacei, tibiis posteriori-
bus interdum infuseatis, anticis in utroque sexu simplicibus.
Mas abdominis segmento sexto infero apice Iriangulariter
producto insignis.
Habitat in insula Geylan.
90 Kraaltz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
169. ‚Philonthus rufo-marginatus: Niger, ni-
lidus, antennis crassiusculis basi, pedibus elytrorumque limbo
rufo-testaceis , capite orbiculato, ihorace seriebus dorsalibus
punctis 5, abdomine conferlim punctato. Long. 29, —2'/; lin.
Phil. discoideo Grav. colore et magnitudine affinis, an-
tennarum forına et colore facile distinguendus, niger,; capite
Ihoraceque pernilidis, Antennae capite thoraceque multo
breviores, crassiusculae, fuscae, arliculis 3 primis rufo-te-
staceis, quarto sequenie paulo angustiore, 5—10 inter se
subaequalibus,, crassitie plus dimidio brevioribus. Caput in
utroque sexu thoracis fere lalitudine, orbiculatum , maris
rarius subquadratum , inter et supra oculos punctis consuetis
sat profundis. Thorax coleopterorum fere latitudine, longi-
tudine paulo latior, lateribus parallelis subrectis ete., supra
leviter convexus, nigro-piceus, seriebus dorsalibus punctis 5
profundis composilis, puncto postico plerumque paulo remo-
tiore, lateribus punctis praeter marginalia utrinque 5 im-
pressus. ‘Scutellum crebre distinclius punctatum. Elytra
thorace vix longiora, crebre subtiliter punctata, pubescentia,
nigro-picea, margine suturali et apicali rufo-testaceis. Ab-
domen confertim subtiliter, apice parcius punctatum, griseo-
pubescens, segmentorum marginibus supra rufo-piceis, infra
rufo - testaceis. Pedes rufo-testacei, tarsis antieis feminae
leviter, maris fortiter dilatatis.
Mas abdominis segimento sexto infero apice medio tri--
angulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
170. Philonthus leucopygus: Niger, nitidus, an-
tennis tenuibus basi, pedibus, elytrorum limbo, abdominis
segmentorum marginibus anoque toto rufo-testaceo, capite
orbiculato, thorace sericeo, seriebus dorsalibus punclis 5.
Long. 21%,—23/, lin.
Phil. producto habitu et colore simillimus, at paulo mi-
nor, ano leslaceo, capite abdomineque maris haud dubie distin-
ctus. Antennae capite Ihoraceque vix breviores, tenuiores,
fuscae, arliculo primo rufo-lestaceo, tertio praecedente paulo
longiore, 4 —10 inter se subaequalibus , ultimis crassitie vix
brevioribus. Caput maris suborbiculatum , vix thoracis lati-
tudine, punctis consuelis modice profundis. Thorax coleo-
insbesondere der Insel ‚Ceylan. 91
pteris paulo angustior , latitudine paulo brevior, ‚lateribus
parallelis, subrectis ete., supra paullulum convexus, nigro-
piceus, sericeus, seriebus dorsalibus punctis utrinque 5, mo-
dice, profundis impressus, puncto postico paulo remotiore.
Sceutellum profunde punctulatum. Elytra thorace subbreviora,
erebre subtiliter punctala, pubescentia, nigro-picea, margine
suturali et lenui apicali rufis. Abdomen confertim subtiliter
punctatum , segmenlis anterioribus supra et infra rufo-mar-
ginalis, duobus penultimis fere totis rufo-testaceis. Pedes
rufo-testacei , larsis anlieis in utroque sexu simplicibus.
Mas abdominis segmento sexto infero apice medio le-
viter emarginato.
Habilat in India orientali.
Obs. A Phil. rufo-marginato simillimo antennis tenuio-
ribus facile distinguendus.
171. Philonthus acroleucus: Niger, nitidus, an-
lennarum arliculo ultimo flavo., pedibus nigro- piceis, tarsis
rufis, capite suborbiculato , thorace seriebus dorsalibus pun-
clis 5, abdomine crebre subtiliter punctato, concolore. Long.
2—2/, lin,
Statura fere omnino praecedentis, sed paulo minor, an-
tennarum colore ‚insignis, nigerrimus, nitidus. Antennae
capile Ihoraceque multo breviores, crassiusculae, nigrae, ar-
liculo ultimo flavo, primo piceo, tertio praecedente subbre-
viore, 4—7 sensim paulo crassioribus, 7—10 fortiter trans-
versis. Caput Ihoraeis latitudine, suborbieulatum , punctis
consuelis profundis., Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine paulo brevior, lateribus parallelis, subreetis etc,
supra leviter convexus,, niger, seriebus dorsalibus punctis 5
Profundis compositis, puncto postico paulo remotiore lateri-
bus punetis praeter , marginalia utrinque 5 impressus. Sceu-
tellum crebre punctatum. Elylra !horace vix longiora, crehre
“subtiliter punclata, pubescenlia, nigra. Abdomen tolum nigrum,
confertim subtiliter punctatum. Pedes nigro - picei, tarsis ru-
fescenlibus, anlieis feminae leviter, maris modice dilatalis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
172. Philon!hus gemellus: Nigro-piceus, nitidus,
anlennarum basi, pedibus abdominisque seqmentorum ventra-
kium, marginibus lestaceis, capite orbieulato, Ihorace seriebus
92 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dorsalibus punclatis 5, abdomine conferlim punctulato. Long,
2—2'/, lin.
Habitu et colore omnino Phil. ventralis Grav. sed paulo
minor, abdomine confertim punctulato facile distinguendus,
niger, thorace piceo. Antennarum, capilis thoracisque forma
omnino eadem quae in specie allata , puncti consueti capilis
thoracisque (5) sat magni profundique. Elytra thorace fere
breviora, sat crebre minus subtiliter punctata, griseo -pube-
scenlia. Abdomen confertim ‘subtiliter punctulalum , griseo-
pubescens, supra nigrum, sublus segmentis singulis margine
poslico , duobus penultimis (6, 7) fere totis rulo-lestaceis.
Pedes cum coxis anterioribus rufo-lestacei, larsis anlicis ma-
ris leviter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
173. Philonthus angustatus: Elongatus, piceus,
niltidus, antennarum basi, pedibus , abdominis segmentorum
marginibus elytrisque testaceis, his saepius infuscalis , parce
punctalis, thorace piceo , seriebus dorsalibus punclis 5.
Long. 1?/, lin.
Habitu fere omnino Phil. pygmaei, sed duplo maior,
dilutior, antennae similiter coloratae et constructae, articulis
penultimis autem vix transversis. Caput thorace paulo angu-
stius, piceum, punclis consuetis modice profundis impressum.
Thorax coleopteris angustior, latitudine plus terlia parte lon-
gior, antrorsum vix angustatus, lateribus fere rectis, angu-
lis posterioribus obtusis ete., parum convexus, piceo-subrufus,
seriebus dorsalibus punctis 5 modice profundis compositis.
Scutellum parce punctulatum. Elytra thorace paulo longiora,
testacea, basin versus interdum fuscescentia, parce punctata,
fulvo-pubescentia. Abdomen crebre subtiliter punctulatum,
segmenlis singulis supra subtusque testaceo-marginatis, pen-
ultimo toto testaceo. Pedes cum coxis laete testacei, tarsis
maris forliter dilatalis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
174. Philonthus pulchellus: Elongatus, piceo-
rufus, nilidus, thorace elytrorumque apice rufis, antennarum
basi, pedibus et abdominis segmentorum marginibus testaceis, '
thorace seriebus dorsalibus punctis 5. Long. 1Y, lin.
Habitu fere Phil. pygmaei sed paulo maior, aliter colo-
insbesondere der Insel Ceylan. 95
ratus. Antennae fuscae, articulis 3 primis testaceis, tertio
secundo paulo longiore, 4—10 inter se subaequalibus, cras-
sitie vie brevioribus. Caput thorace angustius, oblongo-
ovalum, piceo-rufum, punctis consuetis profundis. Thorax
coleopteris angustior , latitudine longior, antrorsum leviter
angustatus,, lateribus subrectis, angulis posterioribus obtu-
sis ete., paullulum convexus, rufus, seriebus dorsalibus pun-
elis 5 modice profundis composilis. Scutellum vix punctu-
latum. Elytra thorace paulo longiora, rufa, basi fuscescen-
tia, apice lestacea, parce minus subliliter punctata , fulvo-
pubescentia. Abdomen crebre punctulatum, piceum, subtus
rufescens , ‚segmentorum marginibus supra subtusque rufo-
testaceis. Pedes testacei, larsis antieis maris simplieibus.
‚Habitat in India orientali et in insula Ceylan.
175. Philonthus pygmaeus: Elongatus, nigro-pi-
ceus, nitidus, antennis crassiusculis basi pedibusque testaceis,
thorace seriebus dorsalibus punctis 5, elylris fusco-casianeis,
parce punctalis. Long. 1%/,—1', lin.
Phil. thermarum Aube simillimus, sed paulo minor,
antennis validioribus facile distinguendus, nigro-piceus, nilidus.
Antennae capite thoraceque breviores, fuscae, articulis duobus
primis testaceis, tertio praecedente paulo longiore, 5—10 inter
se subaequalibus, crassitie distincte brevioribus. Caput thorace
ix angustius, oblongum, punctis consuetis modice profundis
impressum. Thorax coleopteris angustior, latitudine longior,
antrorsumn haud angustatus, lateribus subrectis etc. , parum
convexus, seriebus dorsalibus punctis 5, modice profundis
eomposilis. Scutellum medio punctulatum. Elytra thorace
vir longiora, fusco-castanea, parce minus subtiliter punctata,
fulvo- pubescentia. Abdomen subtiliter minus crebre pun-
tulatum, sublus segmentis duobus penultimis (6, 7) lestaceis.
Pedes cum coxis testacei, tarsis anlicis maris leviter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Thoraz seriebus dorsalibus 6-punctatus.
176. Philonthus acuminatus *): Nigerrimus,
*) Dubia in hoc genere est species javanensis:
94 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
nitidus, capite ovato, thorace antrorsum anguslato, seriebus
dorsalibus punctis 6, elytris minus crebre, abdominis segmen-
tis parce punctatis. Long. 2°,, lin.
Habitu fere Phil. fulvipedis Fabr., sed paulo maior, tho-
race longiore, antrorsum angustato, totus niger, nilidus. An-
tennae capitis thoracisque longitudine, tenues , totae nigrae,
articulo tertio secundo paulo longiore, 4-10 sensim bre-
vioribus et paulo crassioribus , penultimis crassilie paulo
longioribus. Palpi nigro-picei, mandibulae rufae. Caput tho-
race minus et angustius, ovalum, punctis consuetis modice
profundis. Thorax coleopteris angustior, latitudine baseos
longior, antrorsum angustatus, lateribus levissime, basi for-
tius rotundatus, angulis posterioribus subrotundalis ete.‘, le-
viter convexus, seriebus dorsalibus punctis 6 modice pro-
fundis composilis. Scutellum parce. punctulatum. Elytra
thorace vix longiora, minus crebre punclata, tenuiter griseo-
pubescentia. Abdomen parce punctatum, nitidissimum, tenuiter
pubescens, segmento seplimo inferiore apice interdum piceo.
Pedes nigri, tarsis antieis maris ‚fortiter,.dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. Capite minuto, ovato.Ihoraceque angustato corpus
anlrorsum quasi acuminatum videlur.
177... Philonthus .erythrostictus:. Rufo-brun-
neus, antennarum basi pedibusque rufo-testaceis, capite, ovato,
piceo, thorace rufo , seriebus dorsalibus punclis 6, abdomine
confertim punctato, opaco. Long. 21/,—2/,, lin.
Species colore sat distincta, subopaca, capite thorace-
que solis nitidis. Antennae capitis thoracisque longitudine,
fuscae, arlieulis 3 primis rufo-testaceis, tertio praecedente
paulo longiore , 4—10 sensim vix, brevioribus et lalioribus,
penultimis, crassitie haud brevioribus, Caput thorace minus
et angustius, piceum,. ore rufo, punclis consuelis modice. pro-
fundis. Thorax coleopteris angustior, lalitudine baseos vix
longior , antrorsum leviter angustalus, lateribus levissime,
Staphylinus stenoides: Nitidus, oculis magnis, prosilien-
tibus. Long. fere 6 lin.
Gray. mon. Col. Mier. 90. 86. — Erichs. Gen. et Spec.
493. 11.
insbesondere der Insel Ceylan. 95
basi modice rotundatus , angulis posterioribus subrodunta-
tis ete., leviter convexus, seriebus dorsalibus punctis 6 sub-
tilioribus impressus. Scutellum parce punctulatum. . Elytra
thorace vix longiora , confertim subtilissime punctata, pube
subtili densa vestita, brunnea, margine apicali rufescentia.
Abdomen confertim subtilissime punctatum , dense subtiliter
einereo-pubescens, opacum, supra fusco-brunneum, segmento-
rum marginibus anoque rufis. Pedes rufi, tarsis anticis femi-
nae simplieibus, maris leviter dilatatis.
Habitat in India orientali.
178. Philonthus fuscatus: Fuscus, antennarum
basi pedibusque testaceis, capite ovato , piceo, thorace rufo-
piceo,, seriebus dorsalibus punctis 6, abdomine confertim pun-
ctato, subopaco. Long. 2'/, lin.
Praecedenti valde affınis, at minor et aliter coloratus,
antennis similiter constructis, articulo primo solo testaceo,
secundo terlioque apicem versus infuscatis. Caput minutum,
ovatum, nigro-piceum, ore piceo. Thoracis rufo-picei forma
fere eadem quae in Phil. erythrosticto,, elytra dislinctius,
paulo minus confertim punctala, magis nilida, fusca, apice
summo rufa. Abdomen confertissime punctulatum et pube-
scens, Opacum, supra fuscum, segmenlis singulis summo apice
rufis. Pedes rufi, tarsis anticis feminae simplicibus, maris
modice dilatatis.
Habitat in insula Ceylan.
Thoraz seriebus dorsalibus multipunctatis.
179. Philonthus grandiceps: Elongatus, depres-
sus, ferrugineus, capile abdomineque nigris, capile magno,
subquadrato, thorace seriebus, dorsalibus 7-punctatis, Long.
4—6 lin. ’
Stalura depressa omnino specierum generis Belonuchi,
magnitudine variabiliss Antennae capite vix sesqui longio-
res, nigrae, arliculis 3 primis nigris, terlio secundo paulo
longiore, 4—10 sensim paulo brevioribus et latioribus, 6—10
leviter Iransversis, ullimo ovalo, apice oblique subemarginato
ei inferne acuminato , testaceo. Mandibulae longiores, fal-
calae, aculae, Caput Ihorace latius, subquadratum, fronte
96 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von 'Ostindien,
depressa, lateribus fortius parce punclatis. Thorax coleopte-
ris angustior, basin versus angustalus, latitudine antica paulo
longior, lateribus subrectis, basi rotundatus, apice utrinque
oblique truncatus,, angulis anterioribus acutiusculis, promi-
nulis „ posterioribus obtusis, depressus, seriebus dorsalibus
7-punctalis, puncto basali marginali minore et paulo remo-
tiore, lateribus parce punctatus, oblique inspectus subseri-
cans. . Scutellum magnum, ‚erebre fortiter punetatum;,; ferru-
gineum. Elytra thorace paulo longiora, depressa, subtiliter
miuns crebre punctata, fulvo-pubescentia. Abdomen apicem
versus subangustatum, crebre, laleribus forlius punctatum,
nigro-pubescens pilosumque , totum nigrum. Pectus ferru-
gineum. Pedes ferruginei, coxis intermediis modice distan-
tibus, tibiis omnibus spinulosis.
Mares statura et capite maiore insignes.
Habitat in insula Ceylan.
180. Philonthus ferrugatus: Elongatus, depres-
sus, ferrugineus , fronte nigra, abdomine piceo , capite sub-
quadrato. , Long: 4'/, lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. 931. 124—125.
Habitat in Java, Mus. Dom. Westermann.
A praecedente etiam seriebus dorsalibus thoracis 8—10-
punctatis , elytris densius, punctatis pectoreque piceo differe
videtur.
181. Philonthus quadraltus: Elongatus, depres-
sus, niger, elytris rufis, tarsis rufo-piceis, capite subguadrato,
Ihorace, seriebus dorsalibus 7—8 punctatis. Long. 5 lin.
Differt a Phil. grandieipite statura minore, colore, ely-
tris‘erebrius, abdominis segmentis minus fortiter punclatis,
ceterum ei simillimus.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
182. Philonthus castaneipennis: Nigro-piceus,
nitidus, antennarum basi pedibusque testaceis, abdomine
brunneo, elytris caslaneis , Ihorace seriebus dorsalibus pun-
ctis circiter 7, capite subquadrato. Long. 1%, lin.
Nigro-piceus, nitidus, parum depressus. Antennae ca-
pite thoraceque breviores, fusco-testaceae, arliculo primo
rufo-testaceo, proxime sequentibus saepius fuscis, secundo
tumidulo, 'tertio'praecedente angustiore 'et paulo breviore,
insbesondere der Insel Ceylan. 97
4—-10 inter se subaequalibus, sensim: vix crassioribus, cras-
sitie paulo longioribus, articulo ultimo maiusculo, praeceden-
tibus' duobus coniunetim longitudine fere aeguali. Caput
thoracis latitudine, subquadratum, utrinque parce ‚profunde
punctatum, spatio medio longitudinali lato Jaevi. Thorax co-
leopteris paulo angustior, latitudine paulo longior,: basin ver-
sus’ subangustatus, lateribus ‚ante medium leviter rotundatus,
pone medium subsinuatus, basi rolundatus, 'apice truncalus,
angulis anterioribus deflexis, rotundatis, posterioribus obtusis;
parum' convexus, seriebus dorsalibus minus regularibus, cir-
eiter 7-punclatis, lateribus punctis praeter marginalia eirci-
ter 14 utrinque .impressus; Scutellum ‘parce punetulatum.
Elytra thorace tertia parte longiora, parce punclata 'et pu-
bescentia, castanea, basi saepius dilutiora. Abdomen con-
fertimvsubtiliter punctatum, minus subtiliter pubescens, fusco-
seu rufo-brunneum, ‚segmentorum : marginibus rufis, «"Pedes
rufo-testacei, tibiis posterioribus plerumque infuscatis, tarsis
anticis feminae simplieibus, maris modice dilatalis.
Habitat. in India orientali et in insula Ceylan.
Thorax crebre punctatus, linea media longi-
tudinali laevi,
183. Philonthus amabilis: Niger, nilidus, thorace
abdominisque basi rufis, elytris fusco-aeneis, angulo humerali
el margine apicali rufo - testaceis , antennis articulis duobus
ullimis flavis, thorace utrinque crebre fortiter punctato.
Long. 5 lin.
3 Statura gracili fere Phil. laeti Er., sed multo maior.
‚Antennae capite Ihoraceque paulo breviores, nigrae, arliculis
duobus ultimis flavis , terlio secundo paulo longiore , 4—10
‚sensim paulo Jatioribus et brevioribus, penultimis latitudine
haud brevioribus, ullimo paulo maiore, inferne acuminalo.
Palpi ruf. Mandibulae tenues, falcatae. Caput Ihörace paulo
latius, subrotundatum , leviler convexum, nigrum , TE
"ulrinque parce forliter punclalum. Thorax coleopteris angu-
stior, lalitudine sesqui fere longior, basin versus subangusta-
lus, ante medium leviter rolundalus, apice Iruncalus, anzulls
anlerioribus subrectis, apice rolundalis, poslerioribus obtusis,
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 7
98 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
eonvexus, rufus‘, utrinque crebre fortiter punctatus ‚linea
longitudinali media laevi. Scutellum confertim subtiliter pun-
etatum, fuscum. Elytra thorace vix longiora, crebre forliter,
introrsum minus crebre,, extrorsum densius et minus forliter
punctata, fulvo - pubescentia, viridi- fusco-aenea, angulis hu-
meralibus margineque tenui apicali rufo-testaceis, sutura ru-
fescente. Abdomen 'apicem versus paullulum angustatum,
segmentis singulis subtiliter, basin versus erebrius fortiusque
punctatis, 1—4 rufis, 5—7 nigris, sexto 'margine apicali
tenui flavo. Pedes fusco-picei, tibiarum‘ basi tarsisque (ar-
ticulo primo excepto) rufo-testaceis, anticis modicedilatatis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
184. Philonthus leuwcotus: Niger, capite thora-
ceque nigro-subaeneis, mitidulis , pedibus elylrisque rubro-
testaceis , his fascia subfusca instructis, abdominis | segmenlis
inferioribus 3 primis rufis, 'antennis articulis ultimis '5 :albi-
dis. Long: 5 lin. |
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 507. 137.
Habitat in Nepal, Mus. Dom. Hope. (Er.).
185. Philonthus eustilbus: Nigro-piceus, niti-
dus, antennarum basi pedibusque cum cozis anterioribus
rufo - testaceis,, thorace utrinque crebre punctato, abdomine
parce punciato, laete metallico - versicolore, segmentis apice
rufo-marginalis. Long. 3'/, lin.
Nigro-piceus, nitidus, abdomine laete metallico- versi-
colore insignis. Antennae capilis thoracisque longitudine,
fuscae, articulo primo toto, secundo basi plerumque rufo-
lestaceo, lertio secundo paulo longiore, 4—10 sensim paulo
brevioribus et fere angustioribus, omnibus crassitie longio-
ribus, ultimis fusco-testaceis. Caput Ihorace minutius, paulo
angustius, rolundatum, nigrum, ore leslaceo, utrinque parce
punctatum, ad oculi marginem interiorem puncto singulo
maiore impressum, Thorax coleopteris angustior , longitu-
dine haud latior, antrorsum vix anguslalus, lateribus sub-
rectis, basi fortius rotundatus, angulis posterioribus oblusis,
subrotundatis, anterioribus leviter deflexis, rotundatis, leviter
convexus, utrinque aequaliter subtiliterque minus crebre pun-
elatus. Scutellum crebre punctulatum. Elytra !horace paulo
longiora, conferlim subtiliter punctala et pubescentia, nigro-
insbesondere; der Insel Ceylan. 99
picea, ‚subnitida; apice summo ‚rufescentia. "Abdomen supra
parce punctatum, laete metallico- versieolor, segmentis sin-
gulis \rufo-marginatis , ultimis ‘infra tolis teslaceis. Pedes
cum. coxis ‚anterioribus rufo-testacei, tibiis posterioribus sae-
pius infuscalis, ‚tarsis anlieis in ulroque; sexu simplicibus.
Habitat in insula Ceylan.
186. Philonthus parallelus: Elongatus, fusco-
niger, opacus , pedibus piceis, capile thoraceque conferlissime
profunde punctatis, hoc linea longitudinali, subelevata, media
laevi, elylris abdomineque conferlissime subtiliter punclatis et
pubescentibus. Long. 3'/, lin.
Habitu prope Phil. xantholomatis sed 'paulo angustior
magisque depressus. : Antennae capitis thoracisque fere lon-
gitudine‘, vapicem » versus »haud 'incrassatae, 'articulo . tertio
secundo sesqui fere longiore, 4—10 sensim brevioribus, pri-
mis eorum elongalis, penultimis lalitudine vix brevioribus,
ultimo subovalto, apice inferne, acuminato. Caput thorace
fere latius, subquadratum, basi iruncalum, angulis posteriori-
bus subrectis, paululum rotundatis, supra parum convexum,
conferlim profunde punctatum, plaga parva media laevi. Tho-
rax apice coleopteris paulo angustior, latitudine sesqui longior,
basin versus angustatus, lateribus subrectis, apice truncatus,
angulis anterioribus subreclis, subdepressus, confertim pro-
funde subtiliterque punctatus, linea longiludinali media an-
gusta, subelevala laevissima, nilida. Elylra thorace sesqui
fere longiora, pube brevi, depressa, griseo-sericante,, sicuti
abdomen densius veslila. Pedes picei, tarsis piceo-rufis.
Habitat in insula Ceylan.
187. Philonthus longulus: Elongatus, nigro - pi-
ceus, anlennarum basi pedibusque rufo-testaceis, capite tho-
raceque ‚ulrinque erebre punctatis , elytris parcius subtiliter
Punctalis, margine suturali apicalique rufis. Long. vix 2 lin.
j Phil. elongatulo Er. paulo minor et anguslior, elonga-
lus, linearis, parum depressus, nigro-piceus, nilidus, thorace
saepius rufo-piceo, interdum rufo. Antennae capite Ihora-
veque paulo breviores, ferrugineae, arliculis 3 primis rufo-
lestaceis, articulo secundo tertioque subaequalibus, 4—10
sensim -latioribus, penultimis forliter transversis. 'Caput tho-
race paulo latius, subquadratum, lateribus minus dense pun-
100 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
etatum, 'spatio medio longitudinali laevi. Thorax coleopteris
dimidio angustior, latitudine plus tertia parte longior, basin
versus subangustatus, lateribus subrectis, basi cum angulis po-
sterioribus rotundatus etc. , leviter convexus, minus dense et
subtiliter punctatus, spatio medio longitudinali angustiore laevi.
Scutellum parce punetulatum. Elytra thorace paulo longiora,
minus crebre distincte punctata, minus subtiliter griseo-pu-
bescentia,, piceo-nigra, (interdum picea) margine suturali
apicali lateralique inflexo rufo. Abdomen cerebrius distinctius
punctatum, minus subtiliter pubescens, nigrum, basi interdum
piceum, segmentis singulis infra tenuiter ferrugineo-margi-
nalis, anterioribus basi supra transversim- impressis, penullimo
subtus ferrugineo. Pedes cum coxis anterioribus laete te
stacei, tarsis anlieis feminae leviter, maris fortiter dilatatis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
42. Holisomorphus.
Antennae geniculatae.
Labrum medio profundo sinuatum.
Ligula medio triangulariter producta, integra.
Palpi mazillares articulo tertio elongato, quarto minuto,
subulato. .
Elytra sutura vix imbricata.
Coxae intermediae distantes.
Tarsi breviusculi , antici simplices, postici arliculis A
primis coniunctim quinlo vix longiore,
Labrum transversum, medio profunde sinuatum, basin
versus limbo. laterali membranaceo , apice setosum. Mandi-
bulae validiusculae, altera ante medium dente minuto,, altera
dente maiore. Maxillae mala interiore membranacea, interne
longius barbata, exteriore cornea, apice membranacea, bar-
bataque. Palpi maxillares articulo primo parvo , secundo
tertio paulo'latiore.et. distincte breviore, quarto valde minuto;,
subulato. Labium. mento transverso,, ligula media subirian-
gulariter producta, integra, membranea , paraglossis. ligulaın
superantibus. Palpi labiales. arliculo secundo ‚primo duplo
fere longiore, tertio secundo paulobreviore, subulato.
Habitus fere ‘omnino. generis Holisi- Er. Corpus; elon-
insbesondere der Insel Ceylan. 101
gatum, lineare, valde depressum, alatum. “Caput thorace la-
lius, subquadratum, angulis rotundatis, basi profunde constri-
cetum, 'exsertum, porreetum, oculis parvis, rotundatis, apicem
versus positis, vix prominulis, |supra planum , suleis (duobus
intermediis profundis, parallelis, ad mediam frontem fere
adscendentibus, lateralibus nullis. Antennae geniculatae, ocu-
lis fere paulo magis quam inter se approximatae, breviuscu-
lae, artieulo primo elongato, secundo tertio vix longiore,
hoc breviter obconico, fere suborbiculato, 4—10 transversis,
subaequalibus. Thorax coleopteris paulo ängustior, latitudine
longior, basin versus subanguslatus, basi leviter rotundatus,
apice utrinque oblique truncatus , angulis antieis valde obtu-
sis, subrotundatis, supra vage punctatus. Scutellum triangu-
lare. Elytra apice truncata, sutura subimpressa, haud im-
bricata. Abdomen lineare. Pedes breves, coxis intermediis
distantibus, tibiis anterioribus extus spinulosis, antieis externe
subincrassatis, spina apicali- longiore armalis, postieis pilis
nonnullis longioribus munitis, tarsis perbrevibus, anticis sim-
plicibus, postieis 'tibia multo brevioribus, articulis 4 primis
‚soniunctim ullimo vix longioribus. Sexus differentia latet.
Species unica facile pro Holiso haberi potest, at huic
generi suleuli capitis desunt, qui summam alfinitatem cum
Leptaeinis produnt; corpore deplanato, ligula integra, sutura
haud imbricata, tibiis postieis haud spinulosis etc. Holiso-
morphus a Leptacino genere distiguitur.
188. Holisomorphus ceylanensis: Niger, niti-
dus, elytrorum dimidia parte posteriore pallide testacea, an-
tennis ferrugineis, capite parce profunde punctato , thoraoe
seriebus dorsalibus binis obliquis, 7—8-punclatis.. Long.
2'/, lin.
Corpus lineare, .deplanatum, nigrum, nitidum, elytrorum
dimidia parte posteriore pallide testacea. Antennae ferrugi-
neae, articulis 3 primis rufis, 4—10 sensim vix latioribus,
transversis, ultimo duobus praecedentibus eoniunelim paulo
breviore, apice testaceo. Caput thorace paulo latius latitu-
dineque paulo longius, angulis posterioribus fere rectis, sub-
rotundatis, depressum, parce fortiter punctatum, linea longi-
tudinali media angusta laevi, suleis antieis duobus profun-
dis, puneto 'maiore ad oculorum marginem interiorem linea-
102 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
que marginali impressum, subtus parce punctulatum , lateri-
bus tenuiter marginatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine sesqui longior, basin versus subangustatus, depres-
sus, seriebus dorsalibus binis obliquis 7—8punctatis et serie
laterali inflexa eirciter 8-punctata, punctis omnibus parum
profundis. Scutellum laevigatum. Elytra thoracis longitudine,
erebre haud subtiliter sed minus profunde punctata. Abdomen
nigrum, parce punctatum pilosumque, subtus basi piceum,
segmentis ventralibus apice piceo -rufis. Pedes rufi. Mares
capite maiore, medio antrorsum leviter impresso insignes.
Habitat in insula Ceylan.
43. Xantholinus Dahl.
Encycl. Meth. X. p.475. Er. Gen. et Spec. p. 306.
Thorax punctorum seriebus dorsalibus latera-
libusque nullis.
189. Xantholinus laticeps: Depressus,, niger,
nilidus, pedibus, piceis , elytris subseriatim punctatis, capite
lato, suborbiculato, subtiliter punctulato, Long. 5 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 308. 4.
Habitat in Java.
189, Xantholinus anachoreta: Nigerrimus, ni-
lidus, ano rufo-testaceo , tarsis piceis, elytris piceo-nigris,
apice lutescentibus biseriatim parum profunde punctatis , ca-
pite oblongiusculo, lateribus supra‘ oculos crebre. subtiliter
punctato. Long. 5 lin.
Xantholinus anachoreta Erichs. Gen. et Spec. Staph.
316. 22.
Var.: ano concolore.
Var.: elytris apice latius testaceis.
Var. : elytris totis pallide testaceis.
Corpus nigrum, pernilidum, abdominis segmentis 6 et'7
tolis rufo-testaceis. Antennae capite paulo longiores, piceae
seu nigro-piceae, arliculo tertio secundo sesqui fere longiore,
4-—-10 transversis, lalitudine aequalibus. Palpi ferruginei.
Caput thoracis fere longitudine eodemque in feminis- vix in
maribus paulo laliore, antrorsum leviter angustatum, angulis
posterioribus rolundatis, lateribus subrectis, supra leviter
insbesondere der Insel Ceylan. 103
convexum , puncto utrinque singulo maiusculo ad marginem
interiorem, binis approximatis, deinceps positis, ad superiorem
oeuli marginem et quatuor transversim positis in verlice im-
pressum, ‚supra oculos erebre subtiliter punclatum, ceterum
praeter sulcos anticos ordinarios laevissimum. Thorax: apice
coleopteris haud angustior,, latitudine apieis longior, basin
versus modice angustatus,, lateribus medio leviter sinuatis,
apice utrinque oblique truncatus, angulis obtusis, supra le-
viter convexus, intra angulum anteriorem utrinque puncto
magno profundo et in margine anteriore punctis utrinque
nonnullis impressus. Scutellum punctatum. Elytra thoraeis
longitudine, piceo-nigra, punctorum seriebus duabus nolata,
altera suturali, altera (punctis 4—6 composita) in medio
dorso, ceterum 'subglabra , secundum marginem‘ lateralem
subtiliter punctulata, nigra, apice indeterminate lutescentia.
Abdomen parallelum , lateribus minus crebre subtiliter pun-
etulatum, nigrum, pernitidum, segmentis 6 et 7 rufo-testaceis.
Pedes nigri, tarsis piceis. Alae fusco-hyalinae.
Mas capite paulo maiore, supra oculos crebrius et di-
stinelius punetato insignis.
In insula Ceylan haud infrequens oceurrere videtur.
Exemplaris bengalensis a cel. Erichsonio deseripti ab-
domen concolor fuisse videlur.
Specimina duo, in India boreali a Dom. Bacon lecta,
siatura paulo maiore elytrisque totis pallide testaceis,, subli-
lissime punetulatis ab individuis ceylanensibus differunt, cete-
rum vero nullo modo distincla sunt.
Specimen elytris piceo-testaceis, in insulis Neelgheriis
lectum, Dom. Schaum meeum communicavit.
190. Xantholinus nigerrimus: Nigerrimus, niti-
dus, elytris biseriatim parum profunde punctatis, capite ob-
longo, lateribus supra oculos parce subtiliter punctato. Long.
6 lin.
Var.: Elytris pallide testaceis. Xantholinus pallidipennis
Murray in lilteris.
Praecedenti valde similis et affinis, statura maiore et
eorpore concolore facile dislinguendus. Caput antrorsum
paulo magis angustatum quam in specie allata ideoque in
maribus maximis subtriangulare, puncto utrinque singulo
104 Kraatz: die Staphylinen-Fauna ‚von ‚Ostindien,
maiusculo rotundato ad marginem interiorem,, oblongo, ad
superiorem oculi marginem et nonnullis iransversim positis
verlicis impressum , supra oculos parce subtiliter punetatum,
ceterum laevigatum, Thoracis elytrorumque structura fere
eadem quae in X. anachoreta, abdomen tolum nigerrimum.
Pedes nigri, unguiculis piceis.
Mas capite maiore insignis.
Habitat in India orientali.
Specimina duo, in Hongkong lecta, a Dom. Schaum et
Murray communicata, aX, nigerrimo nihil: nisi elytris pallide
testaceis et’ capite ad oculi marginem superiorem utrinque
punctis binis 'notato differunt et pesiR. huie speciei 'subiun-
genda sunt.
Es wäre sehr wohl denkbar, dass auch: X. nigerrimus
nur als eine Abart des anachorata betrachtet werden müsste,
insofern ‚der Unterschied in der Färbung der Hinterleibsspitze
nicht unbedingt als ein specifischer aufzufassen: ist; ‚indessen
scheinen mir die Differenzen in der Körpergrösse wie in
der Keen des Kopfes zwischen beiden Formen ‚beträcht-
lich genug, um sie vorläufig als verschiedene Species ge-
genüber “u stellen.
191. Xantholinus dispilus: Niger, nitidus, an-
tennis pedibusque rufo-piceis, elytris margine.inflexo maculg-
que discoidali testaceis, capite triangulari, fronte punctata,
lateribus sulcata. Long. 32/; lin...
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 317. 23.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope.
Thorax punctorum seriebus dorsalibus rectis
lateralibusque lituis impressus.
192. Aantholinus punctulatus:. Niger, nitidus,
elytis nigro,- virescentibus , capite crebre forliter ‚ punctato,
ruguloso, fronte media laeviore,, thorace parce sublilissime
punclulato , seriebus plerumque 6-, lateralibus 7 - punctatis.
Long. 3'/, lin.
Kraatz Naturg. id. Ins. Deutschl. 1. 635. 3.
Staphylinus punctulatus Paykull Mon. Staphyl. 30, 22.
Specimen in India orientali lectum fere omnino Ra
individuis Germaniae, congruit,
insbesondere der Insel Ceylan. 105
Thorax punctorum seriebus dorsalibus nullis,
lateralibus distinctis.
193. ‚Xantholinus fulgidus: Niger , nitidus, ely-
tris rufis, capite profunde punctato, thorace lateribus unisul-
cato. Long. 4 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 319. 28:
. ‚Staphylinus fulgidus F abr. Mant. Ins. 1. 220. 14.
Specimina duo in insula Ceylan lecta Xanthol. fulgido
simillima videntur, differunt tantum statura paulo graciliore,
capite paulo minore, subtus parcius punctato , elylris paulo
brevioribus , abdominis lateribus supra crebrius, punctalis,
attamen forte, ,speciei singulari adscribenda.
44. Mitomorphus.
Antennae geniculatae, apicem versus incrassaltae.
Labrum medio sinuatum.
Palpi mazillares filifformes, articulo ultimo_praecedente
dimidio fere longiore, labiales artieulo ultimo subulato,
Ligula emarginata.
Elytra: sutura imbricata.
Cozae intermediae: distantes.
Tarsi antici simplices , poslici articulo secundo primo
subaequali.
Labrum transversum , 'medio sinuatum ‚ apice setosum.
Mandibulae mediocres, altera mutica, 'altera media dente
munita. Maxillae malis densissime barbatis. Palpi maxillares
filiformes, arlieulo seeundo tertioque subaequalibus, quarto
praecedente dimidio fere longiore ,: apicem versus, sensim
altenuato. Labium mento transverso , ligula medio sinuata,
membranea, paraglossis ligulam paululum superantibus. Palpi
labiales artieulis longitudine subaequalibus, Lertio: subulato.
"Corpus valde elongatum, lineare, paululum depressum, ala-
tum. Caput oblongum, basi profunde constrictum, collo quasi
brevi eylindrico thoraci affıxum, exserlum, porrectum, oculis
parvis rolundalis, apicem versus posilis, vix prominulis, su-
pra leviter convexus, sulcis duobus anticis intermediis sat
profundis, parallelis, lateralibus fere nullis. Antennae geni-
eulatae, inter se non minus quam oculis approximatae, bre-
106 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von ÖOstindien,
viusculae , geniculatae, arliculo primo. elongato, secundo
tertioque obeonieis, illo ‚paulo longiore, 4-10 sensim cras-
sioribus. Thorax oblongus, basin versus subangustatus, basi
leviter rotundatus, apice utrinque oblique truncatus, angulis
obtusis. Scutellum triangulare. Elytra apice truncata, su-
tura imbricata. Abdomen lineare. Pedes minus elongali,
coxis intermediis distantibus, tibiis spinulosis, farsis anticis
simplieibus , poslicis articulis duobus primis subaequalibus,
sequentibus paulo longioribus.
Species huius generis a Leptacinis genuinis, quibus-
cum nonnullae a cel. Erichsonio confusae sunt, palpis ma-
xillaribus filiformibus antennisque subclavatis facillime distin-
guuntur; habitant in India et in America meridionali *).
194. Mitomorphus nigro-aeneus: Nigro-aeneus,
nitidus, antennis rufis, pedibus pallide testaceis, capite pun-
ctis singulis notato , thorace seriebus dorsalibus lateralibus-
que parallelis, his 5-, illis 7-punetatis. Tong. 3'/; lin.
Nigro - aeneus, nitidus, capite (horace elytrisque sub-
aeneis. Antennae'rufae, articulis secundo tertioque obconi-
cis, hoc paulo breviore, 4—10 sensim paulo latioribus, trans-
versis. Palpi testacei. Caput Ihorace paulo latius, oblongo-
ovatum, antrorsum paullulum angustatum, 'basi eum angulis
posterioribus rotundatum , leviter convexum, suleis antieis
intermediis brevibus obsoletisque,, lateralibus, nullis, pone
illos punctis binis notatum, lateribus 'paree punctatum. Tho-
rax coleöpteris paulo. angustior, latitudine duplo longior,
basin versus subangustatus, ‘apice utrinque oblique truncatus,;
angulis ‚anterioribus oblusis , leviter convexus, seriebus 'dor-
salibus 7-punctatis lateralibusque 5-punctatis parallelis , his
puncto primo basali, ad ipsum marginem anteriorem'sito,
paulo ‚maiore; intra seriem lateralem marginemque 'ipsum
paulo ante apicem punctus singulus profundus, alter obsole-
tus intra hunc et proximum seriei lateralis puncium perspi-
*) Ad hoc genus pertinent:
Leptacinus debilis Erichs. Gen, et Spec. Staph. 336. 6. ex valle Ara-
guensi Columbiae.
Leptaeinus clavicornis Erichs. loc. cit. 597. 8. ex ipso loco.
Leptacinus subtilis Erichs. loc. cit. 337. 7. ex Columbia.
7
insbesondere der Insel Ceylan. 107
eitur. Scutellum -bipunctatum. Elytra, thoracis longitudine,
vage, subseriatim punclata. Abdomen parce subtiliter pun-
etatum, fulvo-pilosum, totum nigrum. Pedes testacei, coxis
fusco-piceis.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
195. Mitomorphus indicus: Fusco-piceus , niti-
dus, thorace, elytris abdominisque basi fusco-testaceis , ae-
neo-micantibus, antennis pedibusque testaceis , capite punclis
singulis notato, thorace seriebus dorsalibus 7-punctatis, late-
ralibus litwis circiter 4-punctatis. Long. 2'/; lin.
Stalura fere Leptacini clavicornis Er., sed paulo minor,
piceus, seu piceo-fuscus. Antennae capite paulo longiores,
rufae, articulis 3 primis testaceis, 2-do 3-tioque obconieis,
4--10 sensim latioribus, penultimis fortiter transversis, ultimo
conico. ‚Palpi testacei, articulo ultimo, praecedente dimidio
longiore., , Caput thoracis latitudine, oblongo-ovatum. basi
rotundatum, parum convexum, piceum, punclis singulis; im-
pressuif, suleis antieis intermediis brevibus, modice profundis,
lateralibus obliquis ante oculos omnino obsoletis, vix conspi-
ceuis. ‚Thorax, coleopteris angustior, latitudine duplo longior,
basin. versus, vix anguslatus, angulis anterioribus rotundatis,
omnino nullis, posterioribus obtusis, leviter convexus, fuscus,
seriebus dorsalibus sat regulariler 7-punctatis , serie. laterali
inflexa circiter 4-punctata. ‚Scutellum laeve, fuscum. Elyira
Ihoraeis, longitudine, fusca, aeneo-micanlia, angulo humerali
fusco-testacea, fere glabra, punctorum paucorum serie dorsali
obsolela. Abdomen parce subtiliter punctulatum , segmentis
ö primis basi fuscis, apice late teslaceis, sexlo toto seplimo-
que basi piceis. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
45. Metoponcus *) Kraatz.
Naturgesch. d. Ins. Deutschl. I. 651.
196. Metoponcus leucocnemis: Niger, nitidus,
i ®) Genus habittı Leptacinis maxime afline, corpore lineari, ca-
pitis suleulis intermediis brevissimis, lateralibus obliquis ante oculos
sat distinctis, coxis intermediis approximatis et palporum maxillarium
arlieulo ultimo valde minuto distinctum.
108 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
antennis fuscis, tarsis anticis tibiisqgue tarsisque posterioribus
pallide testaceis, capite thoraceque lateribus parce punctatis,
elytris vix perspieue punctulatis. Long. 2; lin.
Corpus elongatum, tenue, nigrum, pernitidum. Anten-
nae capite vix longiores , densius subtiliter pubescentes, fu-
sco-rufae, articulo secundo obconico, tertio transverso, A—10
sensim latioribus , ultimo praecedente duplo fere longiore,
ovato , apice testaceo. Palpi testacei , articulo ultimo valde
minuto. Caput thoracis latitudine eodemque paulo brevior,
basi truncatum, angulis anterioribus rotundatis, lateribus re-
etis, antrorsum vix angustatum, latitudine paulo longius
ideoque subquadratum, parum convexum, sulculis antieis inter
aniennas profundis sed brevissimis, spatio interiacente plano,
suleis lateralibus iuxta oculos profundis, modice elongalis,
subincurvatis, parce profunde et subtiliter punctatum, punetis
duobus in vertice maioribus, linea longitudinali media laevi,
subtus parce fortiter punclatum, lateribus haud marginatum.
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine sesqui hen
basin 'versus subangustatus, apice utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus obtusis, parum convexus, parce puncta-
tus, punctis utrinque lineas duas subrectas duasque obliquas,
quarum «exterior multo brevior, formantibus. Scutellum non
punctatum , subtilissime longitudinaliter striolatum. Elytra
thoraeis longitudine, subtilissime vix perspicue parce pun-
ctulata, parce longius, margine apicali densius griseo-pilosa.
Abdomen nigerrimum, parce punctulatum pilosumque. Pedes
nigri, tarsis antieis tibiisque tarsisque posterioribus pallide
tastaceis.
Specimen unicum in insula Ceylan lectum.
197. Metoponcus exiguus: Niger, nitidus, anten-
nis rufis, libiarum apice, larsis segmentorumque ventralium
marginibus rufo-testaceis,, capite parce punctalo, thorace
seriebus dorsalibus obsoletis 5-punctatis, lateribus punctis
paucis impressis, elytris vix punctulatis. Long. 2'/, lin.
Corpus elongatum, lineare, nigrum, nitidum. Antennae
rufo-testaceae, articulo secundo obconico, tertio transverso,
4—10 sensim crassioribus , ultimo maiore, ovato. Caput
thorace fere latius, paulo brevius quam in specie praece-
dente, sulculis antieis intermediis lateralibusque simili modo
insbesondere .der Insel Ceylan. Y 109
construclis, parum convexum, punctis,singulis obsoletis, quo-
rum qualuor in verlice quadratim positis, notatum. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine sesqui longior , basin
versus vix angustalus, apice utrinque oblique truncatus, an-
gulis anterioribus obtusis, subdepressus, seriebus dorsalibus
5-, lateribus parum-punctatis, punctis valde obsoletis. Scutel-
lumbipunctatum. Elytra thoraeis longiludine, vix perpicue
punctulata. Abdomen parce punctulatum, segmentis dorsali-
bus anterioribus ventralibusque omnibus apice tenuiter. testa-
ceo-marginalis. Pedes picei, tibiis anterioribus,, geniculis
larsisque. rufo-testaceis.
Habitat in India orientali.
46. Leptacinus Erichs., Kraatz *).
Naturgesch. d. Ins. Deutschl. II. p. 645.
198. Leptacinus trigonocephalus: Niger, ni-
tidus, elytris piceo -testaceis, apicem versus pedibusque pal-
lidis, capite (maris multo maiore, triangulari) utrinque for-
titer punctato, thorace seriebus dorsalibus 9-punctatis. Long.
21y, Iin.
Leptacino batychro Gyll. paulo lalior et magis depres-
sus, similiter coloratus , mares capitis forma valde insignes.
Antennae capite paulo longiores , fusco -piceae, articulis 3
primis rufis, secundo tertio paulo longiore, quarto subtrans-
verso, 5—10 sensim paulo latioribus. Palpi testacei. Caput
in feminis thorace vix dimidio , in maribus maioribus hoc
duplo fere latius, basi truncatum, apicem versus in feminis
#) Es braucht kaum bemerkt zu werden, dass die Gattung Lep-
lacinus hier nicht im Erichson’schen Sinne aufgefasst , sondern auf
die Arten mit fadenförmigen Fühlern, länglichem , pfriemenförmigen
Endgliede der Maxillartaster, ausgerandeter Zunge, auseinanderste-
henden Hüften der Mittelbeine und einfachen Vordertarsen, beschränkt
ist, welche in die zweite Erichson’sche Familie seiner Gattung Lep-
facinus gehören. Eine genauere Untersuchung der exotischen Arten
dieser zweiten Numilie zeigt, dass sie fadenförmige Maxillartaster be-
Siizen, mithin einer eigenen Guttung (Mitomorphus) angehören, von
welcher auch einige Arten in Indien vorkommen, deren Füller, wie
bei den amerikanischen, nach der Spitze zu verdickt sind.
110 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
paululum, in maribus fortiter angustatum ideoque forma 'trian-
gulari, angulis posterioribus in maribus oblique' truncatis,
paullulum convexum, lateribus parce fortiter punctatum, suleis
anlicis intermediis profundis , lateralibus obliquis ante oculos
sat distinetis, licet minus fortibus. Thorax latitudine sesqui
longior, apice coleopteris haud angustior, basin versus angusta-
tus, lateribus pone medium distinclius sinuatus, ante medium
leviter basi parum rotundatus, apice utrinque oblique trunca-
tus, angulis anterioribus omnino nullis, paullulum convexus,
seriebus dorsalibus sat regularibus, eireiter 9-punctatis, serie
laterali inflexa 5-punctata, punctis omnibus profundis.'Scutel-
lum laevigatum. Elytra thorace paulo longiora, piceo-testa-
cea, basi obscuriora, subseriatim subtiliter punctata. Ab-
domen nigerrimum, parce punclatum pilosumque , segmen-
tis ventralibus apice piceo-lestaceis. Pedes lestaceii , co-
xis picei,
Habitat in insula Ceylan.
199. -Leptacinus tricolor: Niger, nitidus, anten-
nis, pedibus thoraceque rufis piceisve, hoc seriebus dorsali-
bus 5—--6 punctatis, elytris pallide testaceis, basi et sutura
piceis, capite utrinque ‚fortiter punctato. ‚Long. :2?/, lin.
Magnitudo et sutura fere omnino Leptacini parumpun-
etati Gyll., colore indicato sat distinetus. Antennae capite
paulo. longiores , rufae seu, rufo-piceae, articulo ‚tertio se-
eundo paulo breviore, 4-10 transversis, inter se subaequalibus.
Palpi rufi. Caput ‚thoracis fere longitudine eodemque basi
fere latior, antrorsum paululum angustatum, in: media, basi
leviter emarginatum, angulis posterioribus rotundatis, paullu-
lum convexum, utrinque punctis magnis oblongis minus cre-
bre impressum, spalio lato medio longitudinali interstitiisque
laevissimis, suleis antieis intermediis et lateralibus ante ocu-
los longitudine aequalibus et aequaliter fortibus profundis-
que. Thorax basi coleopteris paulo angustior, latitudine
longior, basin versus subanguslatus, laleribus pone medium
subsinuatis, apice utrinque oblique truncatus, angulis ante-
rioribus ‚obtusis, parum convexus, seriebus dorsalibus forti-
ter 5—6 punctatis, serie laterali litua 5-punctata. Elylra
thoraeis longitudine, pallide testacea‘, basi' et sultura' magis
minusve piceis, lateribus subtilissime punctulata, ad margi-
insbesondere der Insel Ceylan. 111
nem interiorem fortius subseriatim ‘punctata, punctorum serie
obliqua dorsi apicem versus evanescente. Abdomen parce
subtiliter punctatum, tenuiter griseo-pubescens pilosellumque,
subtus segmentis ultimis apice piceo -testaceis. Pedes rufi,
rarius piceo-rufi.
Mas abdominis segmento septimo infero medio ‚emar-
ginato insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Speeimina in India orientali lecta paulo minora sunt,
thorace piceo-rufo.
200. Leptacinus flavipennis: Pioeus, nitidus,
antennis rufis , elytris pedibusque pallide testaceis, thorace
rufo, seriebus dorsalibus 6 - punctatis, capite nigro, utrinque
fortiter punctato. Long. 2'/, lin.
Leptaeino tricolore paulo brevior et multo angustior,
piceus, nilidus. Antennae capite paulo longiores, rufae, ar-
tieulis 4—10 leviter transversis. Capitis‘ thoracisque stru-
etura et punclatura fere eadem quae: in: specie allata. Scu-
tellum‘ fere laevigatum. Elytra thoracis longitudine, pallide
testacea , 'basi et sulura saepius infuscata,, extrorsum subti-
lissime , introrsum distinctius , lateribus : inflexis ısubseriatim
punctata, punetorum: serie obliqua dorsi 8—10 punctata. Ab-
domen subtiliter parce punctalum, parce tenuiter griseo - pu-
bescens pilosellumque, segmentis duobus ultimis apice' piceo-
‚testaceis. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento infero seplimo medio leviter
‚emarginalo insignis.
- Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
201. Leptacinus filum: Piceus, nitidus , antennis
rufis, elytris pedibusque pallide testaceis, his basi latius' in-
fuscatis, thorace rufo seuw rufo-piceo,, seriebus dorsalibus
‚eirciter 12 -punctatis capite nigro, parce subtiliter punctato,
linea longitudinali laevi, Long. 2’ lin.
2 Leptaeino flavipenni paulo brevior et multo anguslior,
piceus, nilidus. Antennae capite longiores, rufo=testacene,
nrtioulis 4—10 leviter transversis.' 'Caput ihorace latius, la-
litudine fere duplo longius, basi leviter rolundalum ‚antror-
sum vix angustalum, parum "convexumy parce 'subliliter pun-
elatum,, linea longitudinali media laevi, sulcis anticis inter-
112 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Östindien,
mediis lateralibus multo longioribus, his brevissimis. Thorax
eoleopteris angustior, latitudine fere duplo longior, 'basin
versus subangustalus, lateribus pone medium subsinuatis, an-
gulis anterioribus valde obtusis, paullulum convexus, seriebus
dorsalibus et lateralibus subtiliter eireiter 12-punctalis. Ely-
tra thoraeis longitudine, pallide testacea, dimidia parte an-
teriore plerumque infuscata, extrorsum subtilissime, introrsum
distinctius, dorso 'biserialim punctata. Abdomen subtilissime
parcius punctulatum, supra piceum, segmento sexto apice
septimoque toto pallide testaceis , infra rufo-piceum seuıru-
fo-testaceum, segmentorum marginibus dilutioribus.' Pedes
pallide testacei.
Habitat in insula Ceylanı
202. Leptacinus pusillimus: Fusco -testaceus,
thorace elytrisque dilutioribus , capite ‚thoraceque'lateribus
erebre punctatis, hoc seriebus dorsalibus eirciter 12-puncta-
tis. Long. 17; lin.
Species ‘valde minuta, colore pallido et punctatura: fa-
eile cognoscenda. Antennae capite longiores, longiusculae
et validiusculae, testaceae, articulo secundo' duobus sequen-
tibus coniunctim fere longiore, tertio fere transverso, 4-10
sensim latioribus, penultinis forliter transversis, ultimo' duo-
bus praecedentibus coniunclim maiore‘, ‚ovato -acuminato.
Caput thoracis latitudine et fere longitudine, basi truncatum,
angulis posterioribus leviter rolundatis, parum convexum),
sulculis anticis intermediis parum;. lateralibus: iuxta oculos
valde profundis, lateribus erebre perspicue punctatum, Jlinea
longitudinali media brevi. Thorax coleopteris paulo angu-
stior;z latitudine plus sesqui longior,, basin versus subangu-
status, apice utrinque 'oblique truncatus, basi 'vix rotundatus,
angulis anterioribus obtusis, posterioribus fere rectis,. subde-
‚pressus, lateribus crebre perspicue punctatus ‚seriebus: dor-
salibus circiter 12-punctatis. Scutellum laeve.' Elytra.thoraeis
longitudine , crebre introrsum' distinetius punctata‘, tenuiter
pubescentia. Abdomen erebre subtiliter punctulalum et pu-
bescens, segmentis 'anlerioribus basi 'infuseatis. 'Pedes'pallide
testacei. i
Specimen «unicum»in insula Ceylan lectum,
insbesondere der Insel Ceylan, 113
47. Diochus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 300.
20%. Diochus major: Nigro -piceus, nitidus, an-
tennis , pedibus, segmentorum abdominis marginibus anoque
rufis, capile minulo thoraceque polilo, hoc antrorsum fortius
angustalo,, seriebus dorsalibus duabus Ihoracis posterius ap-
proximatis A- punctatis , elylris triseriatim punctatis. Long.
21/4, lin.
Nigro-piceus, capite, Ihorace; elytrisque nilidis.. Anten-
nae Silifornes, tenues, capite Ihoraceque paulo. breviores, ru-
fae, articulo terlio secundo sesqui longiore, 4—10 sensim
paulo brevioribus,, penultimis ‚ latitudine sesqui Jongioribus,
ullimo abrupte acuminato. Caput oblongum, thorace multo
minulius et anguslius, basi subtruncatum, angulis posterioribus
subrotundalis, ‚lateribus, parce ‚subserialim punctalum. Thorax
basi coleopteris paulo angustior, lalitudine ‚plus sesqui lon-
gior,, anlrorsum forliler angustalus,, apice utrinque oblique
truncalus, angulis anterioribus rolundalis, leviter Iransversim
convexus, seriebus dorsalibus posterius approximalis punctis4
obsoletis conıposilis, celerum: punclis, praeter marginalia, duo-
‚bus anterioribus, intra marginem seriesque dorsales utrinque
nolatus. Scutellum laevigatum. Elytra thorace paulo, longiora,
‚triserialim parce obsoleteque punctata, nigro-picea, apice in-
terdum, piceo-rufa. ‚ Abdomen. sensim anguslalum, omnium
‚conferlissime subtilissimeque punetulalum ‚et pubescens, seg-
‚menlis singulis margine apicali anoque rufis, , Pedes, rufi.
0... Mas abdominis segmento, seplimo, sublus, triangulariter-
7
exciso insignis,
- . ‚Habitat in India orienlali et in insula Ceylan rarius.
204. Diochus indicus: Nigro-piceus, nilidus, an-
tennis, pedibus, segmentorum, marginibus anoque rufis, capite
minulo thoraceque politis, hoc antrorsum leviler anguslialo,
seriebus dorsalibus duabus poslerius approxzimalis A-puncla-
lis, elytris triseriatim punclalis, Long. 1%, lin.
+ „ Praecedenli similis et alfinis , slalura minore , Ihorace
‚anlrorsum minus angusiato abdomineque minus dense pun-
etato facile distinguen dus.
Habitat in India orientali.
Archiv F Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 8
114 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
48. Platyprosopus Mannerh.
Brachelytr. p. 35.
205. Platyprosopus indicus: Niger, fusco-pu-
bescens, capite thoraceque conferlissime punctatis, anlennis
pedibusque rufis. Long. 7Y,—8 lin.
Plat. beduino minor et paulo angustior, niger, fere opa-
cus, pube depressa fusca densius aequaliter vestitus. Anten-
nae capite thoraceque paulo breviores, rufae, articulo terlio
secundo sesqui longiore, basi subinfuscalo, 4—10 longitudine
vix decrescenlibus, penultimis latitudine duplo longioribus.
Palpi rufi. Caput thoraecis prope laliludine. oblongo-ovatuın,
conferlissime subtililer punctatum et pubescens. Thorax co-
leopterorum latitudine, latitudine paulo brevior, conferlissime
subiiliter punctatus et pubescens, linea longitudinali media
angusla, vix elevata laevi. Elytra Ihorace paulo longiora,
confertissime subliliter punctata, nigro-fusca, opaca. Abdo-
men apicem versus angustatum, nigrum, segmento septimo
infero apice rufo-piceo. Pedes cum coxis anterioribus rufi.
In India boreali a Dom. Bacon lectus.
206. Platyprosopus laevicollis: Niger, fusco-
pubescens, antennis apice, pedibus anoque rufis, thorace lae-
vigato. Long. 8 lin.
Plat. beduino angustior, niger, fusco -pubescens, sub-
opacus, @apite Ihoraceque nitidis. Antennae capite vix Ses-
qui longiores, rufae, basin versus subinfuscatae,, arliculo
primo rufo, tertio secundo sesqui longiore, 4—10 sensiin
paulo angustioribus et vix brevioribus, penultimis lalitudine
sesqui longioribus. Caput thorace fere latius, subovatum,
versus latera dense minus subtiliter punctatum, medio par-
cius subtilissime punclulatum, glabrum , lateribus et infra
fusco-pubescens. Thorax coleopterorum latitudine, longitu-
dine vix brevior, basin versus subangustatus , glaberrimus.
Elytra thorace fere breviora, cenfertissime subliliter pun-
ctata , fusco-pubescentia. Abdomen apicem versus altenua-
tum , confertissime subliliter punctatum, füsceo-pubescens, la-
teribus parce pilosellum , segmento sexto margine apicali,
seplimo et octavo lolis obscure rufis. Pedes rufi. -
In India boreali a Dom. Bacon lectus:
insbesondere der Insel Ceylan. 115
207: Platyprosopus tamulus: Niger, tolus gri-
seg-pubescens, pube thoracis parciore, elytris, ano, antennis
pedibusque rufis. , Long. 6'/, lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 923. 3
Habitat in Bengalia; Mus. Dom, Westermann.
Exemplaria in India orientali a Dom, Helfer , in. parte
boreali a Dom. Bacon lecta fere omnino cum cel. Erichsonii
deseriptione conveniunt.
208. Platyprosopus fuliginosus: Niger, fusco-
pubescens, elytris fuscis, pedibus rufis. Long. 6 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 923. 4.
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
Species 'mihi invisa , P. elongato erassior, capite tho-
raceque conferlissime punclalis etc. insignis.
209. Platyprosopus linearis: Brunneus, fulvo-
pubescens, capite infuscato , conferlissime punctato , thorace
rufo,, lateribus crebre punctato , medio laevigato, punotorum
seriebus duabus notato. Long. 4'/, lin.
- .- Species minuta, angusta, apicem versus leviter altenuata.
Antennae capite plus sesqui longiores, rufae, articulo tertio
secundo plus sesqui longiore, 4—10 sensim vix angusliori-
bus et brevioribus. Caput thoracis lalitudine, oblongum, lale-
ribug subrectum, conferlissime punctatum et pubescens, linea
tenui media longitudinali in fronte anteriore laeviore. Thorax
coleopterorum latitudine , longitudine sesqui brevior, lateribus
subreclis, angulis posterioribus subrotundalis , anterioribus
reclis, parum convexus, lateribus crebre introrsum parcius
punclatus, medio laevigalus , punclorum multorum seriebus
dorsalibus duabus nolalus, rufus, nitidus. Elylra thoracis
longitudine, rufo-brunnea, confertissime 'subtiliter punctata,
sublilissime fulvo - pubescenlia. Abdomen elongalum, con-
ferlissime punclalum et pubescens, rufum, segmenlis singulis
Jasi subinfuscatis. Pedes cum coxis anterioribus ruli.
Habilat in India orientali.
49. Lathrobium Grav.
Minnerh. Brachalytr. 'p. 87.
210. Lathrobium gracilentum; Nigrum, nitidum,
116 Kraatz: die Staphylinen-Faund von 'Ostindien,
elytrorum macula 'apicali‘, antennarum:«basi'pedibusque po-
sterioribus rufo-teslaceis, ihorace elongato. ‘Long: 3 lin.‘
Lathrob. terminato magnitudine ‚et! colore: similey.sed
gracilius, nigrum, nitidum‘, abdomine 'opaco. Antennde ca-
pite thoraceque fere longiores, fuscae, 'apice testaceae, arti-
culo primo rufo, tertio secundo paulo'longiore , 4-10 sub-
aequalibus, elongato-subobeonieis. ' Palpi’ picei-."Caput:tho-
race vix anguslius, suborbiculatum, confertim, lateribus sub=
tiliter, fronte media forlius ‚punclalum, subtiliter griseo-pu-
bescens, lateribus nigro-pilosellum. Thorax .coleopleris paulo
angustior, latitudine sesqui, fere longior, apice utrinque obli-
que truncatus, angulis.omnibus' leviter . rolundalis;, parum
convexus, confertim lateribus subtiliter, dorso forlius pun-
etatus, linea longitudinali media laevi parum ‚dislincla,,,sub-
tiliter pubescens. . Scutellum subtiliter punctatum.., Elytra
Ihorace paulo longiora, erebre punclala et pubescenlia, nigra,
macula apicali exteriore rufo-leslacea. Abdomen coleopteris
paulo anguslius, apice altenuatum, omnium conferlissine sub-
tilissimeque ‚punctulatum, pube tenuissima grisea sericeum.
Pedes femoribus anlicis crassiusculis , infuscalis,, posteriores
rufi seu rufo-teslacei. In:
Habitat, in insula Ceylan.
211. Lathrobium pulchellum: Subdepressum,
rufum, capile elyirisque nigris, his seriatim punctatis. Long.
3 lin. ra
Lathrob. filiforme paulo latius, colore sat insignitum.
Antennae capite Ihoraceque paulo breviores, rufae. Palpi
rufi. Caput thorace vix angustius , subquadratum, angulis
posterioribus subrotundalis, leviler convexum, lateribus parce
forliter punctatum, fronlis parte anleriore media laevi. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, latitudine longior , lateribus
reclis, parallelis, angulis leviter rolundatis, subdepresäiß,
dorso irregulariter biserialim , lateribus parcius punctatus,
glaber. Scutellum piceo- Be obsolele punctalum. Elytra
thoracis longitudine, nigra, serialim, apice crebre punctala,
griseo-pubescentia. , Abdomen omnium ‚crebre subtiliter pun-
clatum et pubescens, rufum. , Pedes rufo-teslacei.
Habitat in insula Ceylan.
Variat capite piceo-rufo elytrisque rufis. EM
insbesondere der Insel’ Ceylan, 117
212. Lathrobium unicolor: ‚Subdepressum, rufo-
testaceum, \elytris serialim punctatis.. Long. 3 lin.
Ss Praecedenli afline' sed paulo minutius et praecipue angu-
stius, corpore concolore et frontis.iparte anteriore parce
fortiter punctato facile distinguendum,' ceterum simillimum.
Habitat in India orientali, praeeipue boreali (Dom. Bacon),
Variat .elytris: angulo apicali 'externo infuscatis.
213. 'Lathrobium seminigrum:!\Elongatum, levi-
ter‘ converum, rufum, abdomine nigro, thorace oblongo, .dorso
biserialim punctato, elytris striato-punctatis. , Long. 1°/, lin.
Elöngatum, 'angustum; convexiusculum, rufum, nilidum,
abdomine‘ parce subtiliter punctato, longius fulvo-pubescente,
eapite‘'{!horaceque pube brevi, erecta, fulva veslitis. An-
tennae capilis thoracisque fere, longitudine, rufae, basi rufo-
testaceae, articulo terlio secundo vix longiore, 4—10 sensim
paulo brevioribus. Caput thorace paulo latius, latitudine sesqui
longius, .parce, subtiliter 'punctatum 'et pubescens , linea lon-
gitudinali media laevi.. Thorax coleopteris duplo fere angu-
slior, ‚latitudine duplo longior, lateribus subparallelis, angulis
omnibus ‚rotundalis, convexiusculus, laleribus minus crebre,
dorso biseriatim per totam longitudinem punctalus, seriebus
satiregularibus, erebre punctalis, inlerstitio inter series dor-
sales Jaevissimo. Elytra thorace paulo longiora,, strüs crebre
forliterque punctatis, extrorsum subtilioribus, apice evanc-
scentibus, conferlis obsita. Pedes rufo-testacei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice pro-
funde triangulariter exeiso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
Dr 50. Dolicaon Laporte.
AT Etud. Entomol. I. p.119. .
"214, Dolicaon robustum: Brunneum, nitidum, an-
tennis pedibusque rufis, thorace coleopterorum -longitudine,
parum vrebre minus subtiliter punctato, abdomine dense sub-
filiter punctato.\‘ Long. 41/5 lin.
'Habitu fere (omnino 'sequenlis, sed majius et 'paulo ro-
bastius ;)/capite thoräceque förtius pimctatis, abdomine dense
punetato:
Habitat in: Prariquebar ‚Dom, Westermann.
118 Kraatz: die Staphylinen-Fauna 'von 'Östindien,,
215. "Dolicaon‘indicum: Rufo-brunneum, 'nitidum,
antennis pedibusque rufo-teslaceis, thorace coleopieris »paulo\
breviore, subtiliter parum''orebre ,' abdonmine‘ minus'ıcrebre
punctato. Long. 3"), lin. | ‚euile
Corpus nitidum , tenuiter fulvo-pubescens. ''Antennae
capite paulo longiores'‘, 'articulo tertio secundo ''duplo fere
longiore, 4-10 sensim 'brevioribus , 'penultimis ' suborbicu-
laribus. Caput thoraeis‘latitüudine 'eodemque paulo 'brevius,
leviter convexum, parum erebre subtiliter profundius puncta=
tum. Thorax coleopteris paulo brevior vet angustior, latitu-
dine tertia parte ‚longior, basi apiceque truncatas;, lateribus
subrectis, angulis subrotundatis, leviter convexus, minus'cre-
bre, subtiliter, profunde punctatus, linea latiore longitudinali
media laevi. Scutellum parce 'punctatum. 'Elytra ‚thorace
paulo erebrius et sublilius‘ punctata. Abdomen coleopteris
vix erebrius sed sublilius punctatum. 'Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan et in India boreali, Dom. Bacon.
216. Dolicaon vicinum: Brunneum, nitidum, ah-
tennis pedibusque rufis, thorace coleopteris paulo breviore,
profundius minus subtiliter, abdomine confertim 'punctato.
Long. 2°/, lin.
Habitu fere omnino praecedentis sed minutius, capite tho-
raceque forliter, elytris profundius, abdominis segmentis con-
ferlim punctatis |
Habitat in India orientali.
5l. Cryptobium Mannerh.
Brachelytr. p.38.
217. Cryptobium spectabile: Nigrum, subopa-
cum, antennis pedibusque rufis, capite elylrisque creberrime,
his.rugulose punctatis, Ihorace, utninque. confertim punctato.
Long. 6 lin. Ey)
Corpus fusco-pubescens, ‚lateribus pilosellum. Antennae,
capite thoraceque paulo breviores, rufae, Arliculo terliose-
eundo plus sesqui longiore, 4—10 »sensim vix brevioribus,
elongato-subobeonieis. Palpi 'rufi, apice: testacei.' ‚Gaput»tho-
race paulo latius, ovalum, opacum, creberrime subtiliter
subruguloso-punctatum, fronte media ante apicem: paulo for-
insbesondere der Insel ‚Ceylan. 119
tiüs-punctata. Thorax coleopteris paulo 'angustior, latitudine
duplo‘ fere longior , subeylindricus, 'parum .convexus, dorso
nitidulus, ‚lateribus confertim. punctatus, punclis introrsum,
praecipue basin versus ‚fortioribus. et minus dense. positis,
linea longitudinali ‚media, posterius paulo: latiore, laevissima.
Scutellum-laeve. . Elylra thorace paulo longiora , conferlis-
sime ruguloso-punctata, opaca. ‚Abdomen confertissime pun-
ctalum, nigro-pubescens:. Pedes rufi.
Mas abdominis, segmen!o ;septimo inferiore medio valde
profunde inciso , sexto 'medio leyiter. impresso, ‚apice circu-
latim exciso.
In India boreali a Dom, Bacon lectum.
218. Cryptobium ceylanense: Nigrum, nitidum,
anlennis breviusculis, rufis, pedibus testaceis, elyIrorum ter-
tia.parle posteriore. sanguinea, thorace utrinque crebrius
vage punclato. Long. 5. lin,
Corpus parce nigro-pubescens, lateribus longius nigro-
pilosellum. Antennae breviusculae, rufae, apice testaceae,
arlieulo tertio secundo plus sesqui longiore, 4—10 sensim
paulo brevioribus, penultimis lalitudine. vix longioribus. Ca-
put ihorace terlia fere parte latius eodemque paulo brevius,
antrorsum 'subangustalum , crebre forliter et vage subtiliter,
inter oculos parcius punclatum.. ‚Thorax coleopteris tertlia
parte anguslior, latitudine plus sesqui longior , subcylindri-
eus, erebrius vage, passim subserialim punctatus, plaga me-
dia longitudinali laevi. Scutellum laeve. Elylra thorace paulo
longiora, crebre forliter ‚punctata. Abdomen crebre minus
subtiliter punctatum, nilidum , segmenli sexti margine poste-
riore seplimique apice piceo-rufis. Pedes testacei, coxis pi-
ceo-rulis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
219. Cryptobium filum: Lineare, fusco - nigrum,
subopacum, antennis pedibusque rufis, capite confertissime
ruguloso-, Ihorace utrinque confertim profundius punctato.
Long. 3'/; lin.
Corpus habitu peculiari, sublineare , fusco - pubescens.
Antennae rufae, erassiusculae, arliculo terlio secundo paulo
longiore et erassiore, quarto lalitudine paulo longiore, 5-10
sensim subbrevioribus, 7—10 leviter transversis, ullimo sub-
120 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
orbiculato. : " Caput'latitudine‘ sesqui' longius, thorace''paulo
latius,, lateribus subparallelis , 'subdepressum, 'oculis iminutis,
creberrime ruguloso -punctatum. Thorax coleopteris'paulo
angustior, latiludine'plus sesqui longior, subeylindricus, | con-
fertim profundius punctatus, 'subnitidus, linea ‚media.longitu-
dinali angusta subelevata. Scutellum punctatum. / 'Elytra'tho-
race paulo longiora, crebre minus 'subtiliter 'punctata,'sutura
picescente. Abdomen oblongum, parallelum, confertim ‚minus
subtiliter, apicem versus fortius’ substrigoso-punctatum. Pe-
des breves, rufi. Caput et’ thorax 'sublus 'brunnea.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore.‘apice pro-
funde triangulariter exciso, tertio'medio ante apicem impres-
sione minuta ütrinque munito insignis. ;
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
220. Oryptobium testaceum: Lineare, testaceum,
subopacum, capite conferlissime subruguloso-, thorace confer-
tim minus subtiliter‘ punctato , lines media a basali
subelevata laevi. ‚Long. 5Yy—3%Y; lin.
Statura fere 'omnino praecedenlis, sed paulo 'magis de-
pressum, totum'testaceum, 'fulvo-pubescens, punctatura paulo
densiore et 'subtiliore ,' antennis 'pedibusque ' paulo ''graci-
lioribus.
Sexus differentia 'eadem 'quae in’ Crypt. 'filo.
In India: orientali 'haud infrequens’ esse videtur.
221. Uryptobium fossigerum: Nigrum, subopa-
cum, antennarum apiece pedibusque pallide testaceis , capite
thorace paulo latiore, hoc. 'utringue dense fortiter punclato,
Long. 2:4, lin.
Nigrum , tenuiter griseo - pubescens, capite 'elytrisque
opacis, Ihorace abdomineque nitidulis, his lateribus parce
fusco-pilosellis.' 'Antenna@ eapite Ihoraceque paulo breviores,
articulo primo rufo, apice piceo, sequentibus ‘5 apicem ver-
sus magis minusve infuscalis, secundo: tertioque subaequali-
bus, 510 sensim ‘paulö' brevioribus‘, ' penultimis - latitudine
vix longioribus, testaceis. Palpi testacei. Caput thorace
vix brevius et paulo latius, oblongum , confertim profundius
punctatum. Thorax coleopteris dimidio angustior, 'latitudine
plus sesqui longior‘, 'subeylindrieus,, \lateribus ante medium
leviter rolundatis , lateribus conferlim profundius punctatus,
insbesondere der Insel Ceylan. 121
linea longitudinali media angusta, subelevata Jaevissima. 'Scu-
tellum punetulatum. Elytra thorace paulo longiora, confer-
lim profundius, 'paulo erebrius quam in lhorace,, punctalis.
Abdomen crebre subtiliter, basi ‘conferlius punctalum et; pu-
bescens, subtus segmento sexto: apice seplimoque. piceo-rufis.
Pedes pallide testacei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice Irian-
gulariter exciso, sexto apice medio subemarginalo, basi pro-
fundius excavato,, in excavalione densius pubescente, quarlo
‚tertioque medio ante apicem laevigalis, fasciculo e pilis lon-
gioribus ereclis munilis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
292. Cryptobium limbatum: Nigrum , subopa-
cum, antennis apice pedibusque ‚pallide testaceis „ elytıorum
limbo apicali segmentorumque abdominis marginibus rufo-te-
slaceis, ihorace utrinque crebre fortiter punctato.. Long.
22/z lin.
Statura fere oımnino praecedentis, differt thorace paulo
latiore, minus crebre, capite contra elytrisque paulo crebrius,
subruguloso-punctalis, illo apicem versus longitudinaliter sub-
sirigoso, his margine apicali rufo-testaceis. Abdomen crebre
subtiliter punclatum, sublus piceum.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice ‚medio
triangulariler- exciso, quarto medio Iransversim subcarinu-
lato, carinula longius pubescente.
Habitat in India, orientali.
223. Cryptobium indicum: Nigrum , ‚subopacum,
antennis apice pedibusque testaceis, capite ‚elylrisque \rufis,
Ihorace \ulrinque crebre forliter punctato. Long. ı2°/, lin,
Statura fere omnino' Crypt. fossigeri, 'sedpaulo maius,
forlius minus erebre punctalum, colore sat insignilum.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice forlius
Iriangulariter exciso, sexto leviter emarginato, longitudinaliter
modice impresso insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali, praeeipue
in parte boreali (Dom. Bacon).
224. Cryptlobium pygiale: Nigrum, subopacum,
anlennis apice pedibusque leslaceis, elytrorum dimidia parte
122 Kraatz: die Staphylinen-Fauna‘ von Ostindien,
posteriore et; abdominis segmento sexto rufis,; thorace. ulrin-\
que conferlim forliter punctato. Long. 2°/, lin.
Statura praecedentiun, colore sat insignilum, ‚capite; in-
terdum, abdomine saepius sublus brunneo,
Sexus differentia fere eadem quae in Crypl. fossigero,
mares aulem segmento sexto inferiore subtus 'basi minus
profunde impresso insignes.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
32. Cephalochetus,
Labrum medio excisum.
Palpi maxillares articulo ultimo valde obluso , vix di-
stincto.
Ligula truncata, paraglossis brevior.
Tarsi articulo quarto simplice, quinto et unguiculis cras-
siusculis, posteriores arliculo primo leviter elongato.
Labrum forliter transversum, apice truncatum , medio
triangulariter excisum, totum corneum, parce setosum. Man-
dibulae leviter falealae, aculae, medio fortiter bidentatae.
Maxillae malis coriaceis, interiore interne, exteriore apice
barbatis. Palpi maxillares elongati, arliculo secundo tertio-
que aequalibus, hoc apicem versus leviter incrassato, quarto
minimo, valde obluso, vix perspieuo. Labium mento trans-
verso, ligula membranea, apice leviter emarginala, paraglos-
sis hac paulo longioribus, apice liberis. Palpi labiales arti-
ticulo secundo primo paulo latiore et duplo longiore, tertio
minuto, tenui.
Corpus elongatum , paulo deplanalum, lineare, alatum.
Antennae filiformes, tenues, fraclae, articulo primo elongato,
2—5 latitudine plus duplo longioribus, 7—9 suborbieulari-
bus, penullimo leviter transverso , subobconico, ultimo paulo
maiore, apice acuminato. ‚Caput oblongum, basi fortiter con-
strictum, pedunculo tenui thoraci affıxum, exserlum, porrectum,
pone oculos leviler rolundatum, ante oculos coarctatum, la-
teribus- ad antennarum funiculum reeipiendum oblique impres-
sum, oculis modice prominulis, rotundatis, capilis basin versus
posilis, fronte media linea , verlice fovea, maiore profunde
impressis. ., Thorax elongalus, hasi coleopteris ‚duplo, ‚fere,
insbesondere der Insel Ceylan. 123
= ‘
angüstior, anterius utringue truncatus ‘ante medium utrinque
subangulatus , subdepressus. 'Scutellum triangulare, ' Elytra
apice subemarginata. Abdomen lineare, late‘ 'marginalum,
apice paulo altenuatum, stylis analibus magis minusve exser=:
tissı4 Pedes elongati, graciles , ‚antiei ‘haud incrässali,.libiis
omnibus pubescentibus, vix pilosis, larsis erassiusculis, arli-
eulis 4 primis decrescentibus, prime: paulo longiere, ullimo
praecedente paulo longiore et crassiore, unguieulis 'brevibus,
erassis. ’
Mares abdominis segmento seplimo inferiore profundius
ineiso a feminibus distinguuntur.
Genus omnimodo insigne habitu antennarumque structura
maxime ad Cryplobium accedit.
225. Cephalochetus elegans: Nigro-fuscus, iho-
race toto elylrisque opacis, antennis piceis, apice flavis, scu-
tello, abdominis basi pedibusque rufis, capite subopaco, P0-
sterius fovea oblonga impresso, Long. 2 lin.
Antennae. arligulo primo capilis longitudine,, reliquis
eunclis paulo breviore,, arliculis 2—5 sensim paulo bre-
vioribus , piceis, elongatis, tenuibus, 6—10 flavis, sexto
obconico, seplimo oblongo-ovalo, octayo nonoque suborbi-
eularibus, penultimo praecedente paulo longiore, ultimo ob-
longo, apice leviter. acuminato. Caput basi thoracis latilu-
dine, ante oculos longiludine duplo angustlius , basi Irunca-
tum, angulis posterioribus forliter rolundalis, sublus opacum,
supra modice convexum, sublilissime punctulatum, parce fusco-
pubescens et nigro-pilosellum, fronte linea antrorsum abbre-
viala, verlice fovea laevigala, subovoidea profundius impres-
sis. Thorax basi coleopteris duplo ‚fere anguslior, basin
versus modice angustalus , lalitudine summa sesqui longior,
apice ulrinque oblique truncalus, angulis anterioribus valde
obtusis, subrotundatis, posterioribus parum oblusis, subde-
pressus, sublilissime alutaceus, opacus, niger, ihargine Summo
rufo, dorso utrinque linea subelevata, medio 'evanescente,
pone medium carinula magis minusve elevata instructus, li-
neis carimilaque haud mitidulis. Seutellum rufum, nilidum,
vix punetulatuin. Elytra thorace paulo longiora, subtilissime
alutacea, opaca, fusco-nigra, summa basi rufescentia, lateri-
bus parce pilosella. Abdomen dense subtiliter punctatum ieh
124 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
pubescens, nigro-fuscum, 'basi et lateribus ferrugineis, 'subtus:
ferrugineum, ante apicem fuseum. Styli'anales. vix ad'me-
dium 'usque'exserti, recti. Pectus piceum. Pedes cum coxis
rufo-testacei. )
Mas abdominis‘ segniento. septimo inferiore apice'pro-'
fundius’ inciso, sexto medio subtriangulariter emarginato, ante
apicem laevigato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
226. Cephalochetus indicus: Nigro-piceus, tho-
race elylrisque opacis, antennis piceis, apice flavis, abdomi-
nis basi ferruginea, pedibus rufo-testaceis, oapite nitido, po-
sterius fovea rhomboide impresso, thorace dorso utrinque
linea longitudinali, pone medium carinulis duabus laevigatis
elevato. Long. 2'/, lin.
Praecedenti valde affinis, paulo maior, caput nitidum,
supra fovea rhomboide impressum, sublus nitidulum, parce
profundius punctatum. Thoracis lineae dorsales magis di-
stinclae, apice inter se, basi, inter se et cuin carinula duplici
(fere ad thoracis medium usque producta) coniunctae, laevi-
gatae. < Abdomen basi fortius apicem versus minus crebre
punctatum. 'Pedes coxis plerumque piceis. Styli anales fere
toti exserli, sursum incurvati.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apıce pro-
fundius inciso, sexto integro insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
53. Psilotrachelus.
Labrum amplum, apice denticulis circiter 6 instructum.
Palpi mazillares articulo quarto tenui , aculo , parum
dislinclo,
Tarsi arliculo quarto ‚bilobo. } fo
Habitus, omnino generis Stilici, tarsi autem. articulo
quarto. bilobo , elytra. speeierum duarum ‚adhuc,‚cognitarum
fortiter, ‚subseriatim, punctata,, , breviuscula, ., Antennae,, paulo
longiores et, validiores,;‚quam in genere Stilico,, capilis tho-
racisque forma. fere eadem, abdomen. erassiusculum,
227. Psilotrachelus crassus: Niger, .capite
transverso, erebre minus ‚subtiliter punctato ‚| nilidulo, thorace
insbesondere der Insel Ceylan. 125
conferiim granulato, carinula laevi, ante medium evanescente
elevato, elytris subtiliter granulatis, punctis maioribus intror-
sum, serialim. posilis impressis. Long. 2'/, lin.
Stilicosimili fere brevior at sesqui latior , parum. ni-
tidus, thorace fere..opaco. Antennae brunneo-rufae,. arli-
eulo Lertio secundo paulo longiore, quarto lalitudine, longiore,
‚quinto ‚sexloque subquadratis, 7—10 modice transversis, ul-
dimo. longiore, sensim acuminato. Caput.coleopterorum lati-
tudine, transversum,, ‚basi truncatum, angulis posterioribus
leviter rotundatis, sublus minus crebre et profunde punctatum,
Thorax coleopteris tertia parte angustior, latitudine ‚paulo
longior, basin versus leviter angustatus, angulis' anterioribus
dente minuto. prominulo instruclis, leviter convexus ,.basi
utrinque ‘oblique impressus , lateribus lineis -duabus incurva-
tiselevatus. Elytra thorace fere breviora, subtilissime pu-
bescentia. Abdomen confertissime punctulatum et pubescens,
Pedes cum coxis rufi.
Mas abdominis 'segmento septimo: infero apice leviter
emarginato insignis.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. 'Nietner,
ga. "Psilorkachelus sculptipennis: Niger, ca-
pite 'orbiculato crebre minus subtiliter punctato,, 'nilidulo,
thorace confertim granulato, carinato, elytris thorace tertia
parle: brevioribus, grosse inaequaliter punctatis. Long. 2'/, lin.
Praecedenli angustior et paulo longior, niger, parum
nitidus. Antennae rufo -brunneae, articulo tertio longiore,
4—10 sensim brevioribus, primis eorum latitudine‘ fere duplo,
penultimis hac vix longioribus. Caput orbiculatum, subtus
erebre profunde punctalum. Thorax coleopteris dimidio an-
gustior, oblongus, lateribus forliter depressis, basin versus
parum angustalus, ante basin ulrinque oblique impressus, basi
ipsa media laevi, punctis nonnullis maioribus impressa, late-
ribus carinuis duabus obliquis elevatis. Elvira erebre in-
aequaliler grosse, introrsum subruguloso-, extrorsum lineatim
punclata. Abdomen conferlissime punctulalum et pubescens.
Pedes cum coxis rüfo-testäcei.
il , Habitat in India orientali.
1 ‚alune
126 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
54. Stilieus Latr.
Regn. Animal. IV. p. 436.
229. Stöilicus luteipennis: Brunneus, abdomine
supra fusco, elyiris sordide luleis, capite Lhiaraneifiä rufo-
brunneis, haud carinatis. Long. 2, lin.
Statura robustiore, capite Ihoraceque confertissime sub-
ruguloso - punctatis, opacis. Antennae crassiusculae,, 'Tufae,
articulo terlio secundo vix longiore, 5—10 sensim paulo la-
tioribus, 'transversis.. Caput coleopterorum latitudine, sub-
orbieulatum. Thorax coleopteris dimidio angustior; latitudine
longior, basi ante scutellum carinula brevissima sublaeviıele-
valus, ' Elylra thorace paulo longiora , 'subtilissime‘ minus
erebre punctata, nilidula, tenuissime fulvo-pubescentia. »Ab-
domen supra fuscum , subtus rufulum , ante apicem infusca-
tum , 'conferlissime 'punetulatum et pubescens. .Pedes cum
coxis ruf.
Habitat in insula Ceylan.
230.1.Stzlieuws ceylanensis: Niger, capite\thora-
ceque opacis, haud carinalis, elytris piceo-subaenescenlibus,
apice flavis pedibusque testaceis. Long. 2lin.
Statura fere Stilico affınis, capite thoraceque conferlis-
‚sime subliliter ruguloso-punclalis , opacis. . Antennae rufae,
articulo terlio secundo paulo longiore, quarto;latiludine. paulo
longiore, quinto ‚subquadrato, 6—-9 leviter transversis ‚.pen-
ultimo subquadrato. Caput coleopterorum Jatitudine, ‘sub-
orbiculalum, sublus conferlissime obsolete punctatum. Tho-
rax coleopteris dimidio angustior. _Scutellum piceo - rufum.
Elytra thorace paulo longiora, conferlim. subtilissime pun-
elulata, margine, apicali pallido. Abdomen confertissime pun-
elatum ‚et pubescens,; nigro -subaeneum. _Pedes cum, co-
xis rufi.
Mas ‚abdominis segmento seplimo inferiore apice sah
triangulariter ‚exeiso insignis. R
Habitat in: insula Ceylan.
Variat capite, thorace elytrisque basi_rufis.
231. Stilicus pygmaeus: Fusco - niger , thorace
rufo, subcarinato, coleopteris hoc sesqui fere longioribus, ni-
lidulis, ochraceis, dorso magis minusve infuscatis. Long. 1lin.
Antennae rufae, articulis duobus primis maiusculis, ter-
insbesondere der Insel Ceylan. 127
tio secundo multo minore, latitudine paulo longiore, 3—10
sensim vix latioribus, penultimis subtransversis, ultimo maiore,
acuminalo. Caput subquadratum, coleoplerorum latitudine,
basi truncatum , angulis posterioribus rotundatis, supra con-
fertim ‘obsoletius subruguloso-, sublus 'erebre forlius pun-
etatum. Thorax coleopteris dimidio fere anguslior, latitudine
summa paulo longior, 'basin versus fortiter angustatus,, late-
ribus angulatis, supra capilis modo punclatus, opacus, linea
longitudinali media parum nilidula subelevatus. Elytra crebre
distinctius punctata. Abdomen conferlissime punetulaltum et
pubescens, sublus ferrugineum. Pedes cum coxis testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice leviter
emarginato.
Habitat in insula Ceylan.
55. Scopaeus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 604.
232. Scopaeus procerus: Fuscus, subnilidus, sub-
tilissime Yubescens, anlennis rufis, pedibus rufo-testaceis, ca-
pite subquadrato, thorace aequali, elytris hoc paulo longiori-
bus. Long. 2'/; lin.
Magnitudine excellens, fuscus, abdomine dilutiore,
omnium “aequaliter conferlissime subtilissimeque punctatus,
pube subtilissima subsericans. Antennae capite sesqui lon-
‚giores, articulo terlio secundo tenuiore el sesqui fere lon-
giore, 4-10 sensim brevioribus, primis 'eorum lalitudine
duplo, penultimis hac vix longioribus. Palpi rufi. Caput tho-
race paulo latius, basi truncalum, subquadratum, ante oculos
‚altenuatum, leviter convexum. Thorax coleopteris tertia parte
anguslior, lalitudine longior, basin versus subangustatus, apice
ulrinque oblique Iruncatus, basi vix rolundalus, Angulis ro-
fundatis, leviter convexus, aequalis, posterius interdum medio
longitudinaliter subimpressus. Elylra Ihorace paulo longiora
eodemque vix distinclius punctulata. Abdomen basin versus
leviter angustatum, sublus rufum, segmentis dorsalibus saepius
ralis, basi tantum 'subinfuscalis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore "late profun=-
deque Vexeiso insignis:
Mabitat in India orientali.
128 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
233... Scopaeus puberulus: Rufo-testaceus, opa-
cus, minus subliliter griseo-pubescens, capite thoraceque rufis,
elytris:apice dilutioribus, capite subquadrato, thorace aequali,
elytris hoc tertia parte longioribus.. Long. 2'/, lin.
Praecedenti valde affinis , statura paulo, ‚minore, prae-
eipue jangustiore, colore , pube minus subtili grisea antenna-
rumque struclura facile dislinguendus. Antennae.capite ‚plus
sesqui longiores, artieulo terlio secundo vix angusliore.jet
paulo, breviore, 4—10 sensim paulo brevioribus , penultimis
latitudine longioribus. . Elylra thorace tertia.parte longiora,
Abdomen rufo-teslaceum. h
Mas abdominis segmento seplimo subtus apice late pro-
fundeque exciso insignis.
Habitat in India orientali.
934. Scopaeus semifuscus: Parum nitidus, sub-
tilissime pubescens , capile, thorace aequali elytrisque fuscis,
his apice antennisque rufis, pedibus lestaceis, abdomine brun-
neo. ‚Long. 2 lin.
Praecedente. paulo minor et angustior , colore et. pube
subtiliore. facile distinguendus , omnium confertlissime., subti-
tilissimeque punctatus. Antennae capite plus sesqui longio-
res, ‚arliculo terlio secundo paulo longiore , 4—10, sensim
brevioribus, penullimis latitudine vix longioribus. Caput tho-
race paulo latius, oblongum, basi truncatum. _ Thorax basi
coleopteris terlia parte angustior, latitudine sesqui fere longior,
basin versus subanguslalus, parum convexus, aequalis. Ely-
tra .thorace terlia parte longiora, ihorace paulo distinetius
punctala, fusca, .apice Jate sinualim rufa. Abdomen brun-
neum, ante apicem subinfuscatum, apice sublusque testaceunı.
Pedes testacei.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
235. Scopaeus rubro-testaceus: Opacus, mi-
nus subtiliter. pubescens , depressiusculus, rubro -lestaceus,
capite. paulo obscuriore, elytris paulo dilutioribus, capite iho-
raceque oblongis, hoc linea longiludinali media, vix perspicua
sublaevi.,, Long. 2 lin.
Praecedente vix brevior , paullulum, depressus , opacus,
praecedentibus minus subtiliter punctatus , pube minus: subtili,
insbesondere der Insel Ceylan. 129
subvillosula (praecipue abdominis) vestitus. Antennae articulo
terlio secundo 'paulo longiore, 4—10 sensim brevioribus, 3
penultimis' latitudine haud' longioribus. ' Caput thorace paulo’
latius, oblongum, subtus 'paulo distinctius quam in speciebus
praecedentibus subruguloso - punetatum. ' Thorax eodem fere
more quo in’praecedente 'consiructus sed minus 'convexus,
linea subtilissima, vix perspieua media sublaevi. 'Elytra tho-
race tertia parte longiora, dilutius rubro-testacea, pone scu-
tellum vix infuscata. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore.: late profun-
deque exeiso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
236 Scopaeus :bicuspis: Subtilissime pubescens,
parum nitidus , capite thoraceque 'fusco-ferrugineis, elytris
fuseis, summo apice lestaceis, abdomine brunneo, antennis pe-
dibusque testaceis. Long. 1°/, lin.
Corpus modice convexum, 'omnium conferlissime sub-
tilissimeque punctulatum et pubescens. . Antennae capite tho-
raceque paulo breviores, arliculo terlio secundo vix longiore,
4—10 sensim paulo brevioribus, penultimis latitudine paulo
longioribus. Caput thorace vix latius, angulis posterioribus
fortius rotundatis. Thorax coleopteris paulo angustior,, lati-
tudine longior, basin versus subangustatus, leviler convexus,
linea media longitudinali subtilissima sublaevi, basi carinula-
tus, utringue obsolete impressus. Elytra thorace terlia fere
parte longiora, fusca, apice summo testacea. Abdomen brun-
neum, ano et segmentis singulis' apice subtusque' testaceis.
Pedes testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
bieuspidi, utringue emarginato insignis.
Habitat in India orientali.
237. Scopgeus subfasciatus: Nitidus, luevissi-
mus, lateribus pilosellus, rufus, subtus testaceus, coleoptero-
rum fascia lata, medio interrupta picea. Long. 1'/, lin.
Nitidus, capite , thorace elytrisque fere laevigatis, Tate-
ribus parce pilosellis. Antennae capite thoraeeque breviores,
arliculo secundo terlioque subaequalibus, 4—10 sensim bre-
vioribus et sublatioribus, penultimis fere transversis. Caput
Ihorace paulo latius,' subquadratum, basin versus fere laevi-
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd 9
130 Kraatz: die Stäpkyliien-Fauna von Ostindien,
gatum , apicem' versus| distinctius pünctuldtum, ‚fulvo-pube=
scens; "Thorax coleopteris angustior , latitudine, 'sesqui ‚fere
longior, oblongo-ovatus ; Dasi media plicatus et ulrinque pro-
fundius impressuss Elyira Ihorace ‚paulo, longiora, rula, fa-
scia intermedia lala introrsum angustala et minus determinata
piceo=nigra. Abdomen subtilissime | vix perspicue punctula-
tum, fulvo-pubescens, rufo-brunneum, segmentis penultimis
supra interdum infuscatis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento: septimo inferiore medio apice
fere semicirculatim exciso, sexto apice late: emarginato,
quarto tertioque medio longitudinaliter subimpressis: insignis,
Habitat in insula Ceylan et in India orientalis
238. Scopaeus suluralis: ‚Subtilissime griseo-pu-
bescens, parum nitidus, verlice Ihoraceque rufis, elytris. di-
stinclius punctulalis fuscis, basi , sutura apiceque rufis , ab-
domine brunneo. Long. 1'/ lin.
Corpus convexiuseulum, pube brevissima grisea seri-
cans. Antennae rufae, medio. interdum brunneae, arlieulo
secundo tertioque subaequalibus, 4—10 sensim brevioribus,
penultimis latitudine paulo longioribus: CGaput thorace paulo
latius, oblongum, basi truncatum,; conferlissime subtilissime-
que punctatum, rufum, lateribus plerumque infuscatum. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, lalitudine tertia parte lon-
gior, oblongo-ovalus, leviler convexus, Conferlissime subtilis-
simeque punctatus, basi distinelius carinulatus, utrinque fo-
veolatus. Elytra thorace sesqui fere longiora, confertis-
sime distinctius punctata. Abdomen brunneum, subtus rufums
Pedes testacei.
Mas abdominis 'segmento inferiore septimo apice \medio
circulatim exciso, sexlo. apice leviter emarginato.
Habitat in insula Ceylan et in India orientalis
Variat corpore loto rufo,, elytris: vix infuscalis.
239. Scopaeus limbatus: Nitidulus, subtilssine
pubescens capite abdomineque rufo-brunneis ‚ thorace elyiro=
rumque limbo apicali rufis, his nigricantibus , anlennis pedi-
busque testaceis. Long. 1'/; lin.
Corpus modice convexum, omnium confertissime: subti-
lissimeque punctulatum et pubescens, nilidulum. Antennae ıte=
staceae, arliculo secundo terlio, paulo. maiore, 4-7 sensim
insbesondere der Insel Ceylan. 131
paulo brevioribus, 7—10 subaequalibus, subquadratis. Caput
thorace vix latius, basi truncatum, oblongum. Thorax ob-
longus, paullulum convexus, coleopteris paulo anguslior, basi
carinula brevi, minuta elevatus. Scutellum rufum. Elytra
thorace tertia parte longiora, capite thoraceque vix forlius
punctata ideoque vix minus nilida, fusco-nigra, limbo apicali
rufo, interdum fusca, sutura apiceque fusco-testaceis. Ab-
domen dilute brunneum, subrufum.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice late
angulatiim emarginato, quarlo terlioque pone medium linea
transversali impressis insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
Variat interdum capite thoraceque rufis, rarius ca-
pite fusco.
240. Scopaeus decipiens: Subopacus, sublilissime
pubescens, capite abdomineque rufo- brunneis, thorace rufo,
elytris fuscis, eorum limbo apicali, antennis pedibusque testa-
ceis. Long. vix 1!/; lin.
Praecedenti simillimus, sed magis depressus, subopacus,
plerumque paulo minor, elytris paulo distinctius punctatis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice emar-
ginato, sexto late profundeque subtriangulariter exciso, an-
gulis apicis excisionis paulo productis, lateribus subtilissime
nigro-setosis.
Habitat in insula Ceylan.
241. Scopaeus pallidulus: Parum nitidus, sub-
tilissime pubescens, testaceus, abdomine fusco-testaceo. Long.
1 lin.
Statura minula, paulo depressa, omnium subtilissime con-
ferlissimeque punctulatus et pubescens. Antennae capite thora-
ceque breviores, testaceae, articulo terlio secundo paulo bre-
viore, quarto quintoque subaequalibus subquadratis , 7—10
leviter transversis. Caput Ihorace paulo lalius, oblongum, basi
fruncalum , angulis posterioribus parum rotundatis. Thorax
coleopteris paulo angustior, latitudine sesqui longior, lateribus
subparallelis, apice parum oblique truncatus, subdepressus,
sequalis. Elytra thorace terlia parte longiora, pallide testa-
cea, Abdomen subfuscum, subtus testaceum. Pedes testlacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
132 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
242. Scopaeus planiusculus: Subdepressus, sub-
tilissime punciulatus et pubescens, fere opacus, ochraceo-ru-
fus, apice rufo-testaceus. Long. 1'/, lin.
Statura minuta, subdepressa, omnium subtilissime pun-
etulatus et pubescens, opacus. Anlennae rufae, capite Ihorace-
que breviores, arliculo terlio secundo vix breviore sed paulo
angustiore, penultimis leviter transversis. Caput thoracis la-
titudine, oblongo -ovatum , anguls posterioribus rotundatis.
Thorax coleopteris paulo angustior, lalitudine vix sesqui lon-
gior, apicem versus vix angustatus, apice ulrinque oblique
truncatus, angulis anterioribus obtusis, posterioribus rolun-
datis, paullulum convexus, linea longitudinali media parum
perspicua subelevatus. Elytra thorace terlia fere parle lon-
giora, dorso interdum paullulum fuscescenlia, apicem versus
rufo-testacea.. Abdomen elongalum, apicem versus forlius
altenuatum, apice rufum, segmentis anterioribus basi infusca-
is. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
243. Scopaeus puncticeps: Conferlissime subti-
lissimeque punctulatus et pubescens , rufus, nitidulus, coleo-
pterorum fascia media indeterminata abdominisque segmento-
rum basi brunneis, capile sublus minus crebre profundius
punctato. Long. vix 1 lin.
Leviter convexus, capite sublus profunde punctalo sat
insignitus. Antennae capite thoraceque hreviores, ‚arliculo
terlio secundo angusliore el sesqui fere breviore, 3—10 sen-
sim paulo latioribus, primis eorum subquadratis, penultimis
modice iransversis. Caput thorace paulo latius, oblongum,
basi Iruncatum, angulis posterioribus leviler rotundatis. Tho-
rax coleopteris paulo angustior, latiludine longior, basin ver-
sus vix anguslalus, apice ulrinque oblique truncatus, 'angulis
anterioribus valde obtusis, posterioribus rolundatis, parum
convexus. Elytra Ihorace vix terlia parte longiora, apice
rufo-testacea. Abdominis segmentorum dimidia. pars ante-
rior brunnea, posterior rufa. Pedes testacei.
Habitat in India orientali.
244. Scopaeus micros: Confertissime sublilissime-
que punctulatus et pubescens, nitidulus, rufus, elylris dorso
insbesondere der Insel Ceylan. 133
magis minusve infuscatis, apice testaceo-rufis, capite subtus
erebre subtiliter punctato. Long. ’, lin.
Praecedenti similis et affinis, capite sublus crebre subti-
liter punctato, elytris paulo longioribus, distinelius punctu-
latis late infuscalis, abdomine contra toto rufo sat distinctus.
Habitat in insula Ceylan.
56. Selerochiton.
Labrum amplum, medio incisum.
Palpi mazillares articulo tertio incrassato, quarlo. mi-
nimo, subulato.
Palpi labiales permagni, subfiliformes.
Antennae rectae.
Tarsi articulo quarto simplice.
Labrum amplum , lalitudine duplo brevius, apice trun-
catum, medio profunde incisum, fotum corneum. Mandibulae
leviter falcatae, aculae, inaequales, altera medio fortius tri-,
altera bidentata. Maxillae malis coriaceis, breviusculis, mem-
branaceis, interiore interne, exlteriore apice barbata. Palpi
maxillares articulo tertio incrassato. Labium *) mento trans-
verso, fulero triangulariter producto, apice setis 4—6 in-
siructo, paraglossis talis, fulerum haud superantibus, longius
eiliatis. Palpi labiales ad ligulae basin (?) inserlti, per-
magni, triarlieulali, arliculo primo ligula fere longiore, se-
eundo brevissimo, terlio primo paulo breviore, sensim atte-
nuato, introrsum leviter’incurvalto.
Corpus elongatum, subdepressum, alatum. Antennae bre-
ves, capite paullo longiores, articulis duobus primis validius-
eulis, 3—10 sensim paulo erassioribus, ullimo subovato, apice
acuminalo, Caput exsertum, peduneulo tenui brevissimo Iho-
raci alfıxum, porrectum, transversim orbiculatum, oculis ma-
gnis, prominulis. Thorax ante medium coleopteris paulo
anguslior, basin versus modice angustalus. Scutellum trian-
gulare. Elytra depressa. Abdomen apicem versus sensim
°) Bei dem mir vorliegenden Präparate ist die Oberlippe sehr
wohl erhalten, dagegen bin ich über die Form des Kinns so wie
darüber im Zweifel, ob die Lippentaster, deren Gestalt eine so höchst
abweichende ist, wirklich mnweit der Zungenbasis eingelenkt sind.
Der Bau der Zunge hat eine deutliche Analogie mit dem von Echiaster,
134 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
attenuatum, stylis analibus haud exserlis. Pedes graciliores
breviusceuli, tarsi arliculis 4 primis longitudine decrescenti-
bus, antieis simplieibus.
Mares abdominis segmento septimo inferiore apice tri-
angulariter exceiso a feminis distinguuntur.
Genus labro amplo, apice truncato, et oculis magnis non
minus insigne quam habitu, quo maxime ad genus Echiaster
“Er. accedit; corpus eliam punctura conferta scabriusculum.
245. Sclerochiton ochraceus: Ochraceus, opa-
eus, punclato-scabriusculus, abdomine nigro - fusco, elytris
dorso magis minusve infuscatis. Long. 1', lin.
Caput, thorax et elytra parcius tenuiter, abdominis seg-
menta densius et paulo longius fulvo-pubescentia. Antennae
basi testaceae, apice subinfuscatae , articulis penultimis mo-
dice transversis. Caput elytris paulo, thorace tertia parte
latius, basi truncalum, subdepressum. Thorax latitudine summa
paulo longior, basi coleopteris dimidio angustior, basin ver-
sus leviter angustalus, anterius utrinque oblique truncatus,
angulis anterioribus rotundatis, subdepressus. Elytra thorace
terlia parte longiora. Abdomen segmentis 2—5 superioribus
fortius ruguloso-, sequentibus subtiliter punctatis, inferio-
ribus apice rufo-marginatis. Pectus piceum. Pedes cum
coxis testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso, seplimo subemarginato, ante apicem longi-
tudinaliter subimpresso insignis.
Habitat in India orientali.
57, Lithocharis Boisd.
Boisd. et Lacord. Faun. Ent. Paris I. p.431.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. p. 610.
246. Lithocharis staphylinoides: Conferlis-
sime sublilissimeque punctulata, opaca, fusca, capite trans-
versim subqguadrato , basi emarginato, thorace subquadrato,
elytris angulo humerali apicalique externe pedibusque sordide
testaceis. Long. 3'/, lin.
Corpus latiusculum, subdepressum, fuscum, pube sub-
tilissima, depressa, grisea densius vestitum, lateribus tenuiter
pilosellum. Antennae capilis thoracisque longitudine, rufae,
insbesondere der Insel Ceylan. 135
apicem‘ versus fere tenuiores, articulo tertio secundo sesqui
longiore, 4—10 sensim paulo 'brevioribus, penultimis latitu-
dine sesqui longioribus, ultimo apice acuminato. Caput tho-
race sublatius, transversim subquadratum, basi profundius
emarginalum,, parum convexum. Thorax coleopteris paulo
angustior, ‚latitudine. vix brevior, basin versus leviter angu-
status, lateribus rectis, apice utrinque oblique iruncatus, an-
gulis anterioribus: modice prominulis , obtusis , posterioribus
leviter rotundatis, parum convexus, linea tenuissima longi-
tudinali media sublaevi. Elytra thorace tertia parte longiora,
summo apice plerumque, interdum limbo toto laterali sordide
testaceo, Abdomen ano vix dilutiore, segmentorum margi-
nibus: rufescentibus. Pedes sordide testacei, tarsis anticis
leviter dilatatis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
subtriangulariter exeiso, sexto apice parum profunde emargi-
nato, pilis brevissimis nigris instructo.
Habitat in insula Ceylan.
247. Lithocharis spectabilis: Oonferlissime sub-
tilissimeque punctulata, opaca, nigro-fusca, capite thoraceque
subquadralis , elytrorum dimidia parte posteriore, antennis
pedibusque rufis. Long. 23), lin.
Corpus elongatum, pube tenuissima grisea obductum,
subopacum, lateribus nigro-pilosellum. : Antennae capite tho-
raceque vix longiores, filiformes, articulo tertio secundo ses-
qui fere longiore, 4—10 sensim brevioribus, penultimis sub-
quadratis. Caput lhoraeis latitudine, subquadratum, basi Irun-
catum. Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine vix
brevior, basin versus subangustalus, angulis anterioribus ob-
tusis , parum convexus, linea longitudinali media laevi sat
dislineta obsolete carinatus. Elytra thorace sesqui fere lon-
giora, saluratius rufo-ferruginea , plerumque dimidia parte
anleriore exteriore terliaque interiore fuscis, Abdomen fu-
seum „ segmenlis penultimis apice rufo-testaceis. Pedes rufi
seu rulo-lestacei.
Mlas abdominis segmento inferiore seplimo apice lae-
vissime subtriangulariter, sexto medio apice ewmarginalo, pilis
brevissimis, nigris insiructo insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
136 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
U
248. Lithocharis curta: Subdepressa, nigro- pi-
cea, subopaca, capite transversim subquadrato confertim di-
stinetius punctato, elytris thorace paulo latioribus, limbo la-
terali brunneo, pedibus brunneo-rufis. Long. 2', lin.
Praecedentibus brevior, sequentibus multo latior', sub-
depressa , capite excepto confertissime subtiliter punctata et
pubescens , capite thoraceque nitidulis. Antennae capite
thoraceque breviores, articulis duobus primis rufis, sub-
sequenlibus infuscatis, tertio secundo paulo longiore, 4-10
sensim paulo brevioribus, penultimis 4 subaequalibus , latitu-
dine paulo brevioribus, rufo -testaceis. Caput transversim
subquadratum, thorace fere latius, basi truncatum, confertim
distinetius punctatum. Thorax coleopteris paulo angustior,
latitudine paulo brevior, basin versus subangustatus, lateribus
rectis, angulis anterioribus obtusis, modice prominulis, sub-
depressus, linea longitudinali media laevi. Elytra thorace
paulo longiora, limbo laterali apicem versus plerumque eva-
nescente brunneo. Abdomen subtus apicen versus minus
eonfertim punctatum, segmentis penultimis apice piceis. Pedes
brunnei , femoribus apicem versus infuscatis, 'tarsis anticis
modice dilatatis.
Sexus differentia latet.
Habitat in insula Ceylan.
249. Lithocharis plana: Deplanata, nitidula, con-
fertissime subtiliter punclata, capite, thorace elytrisque nigris,
basi brunneis, abdomine supra fusco, pube subtilissima vestito.
Long. 2'/; lin.
Parallela, depressa, confertissime subtiliter punctata 'te-
nuissime fulvo-pubescens. Antennae capitis thoracisque lon-
gitudine, filiformes, rufae, articulo tertio secundo paulo lon-
giore, 4—10:98ensim paulo brevioribus , penultimis subqua-
dralis , ultimo 'maiusculo, - apice acuminato. Caput thorace
paulo latius, subquadratum, 'basi truncatum, angulis posterio-
ribus fortius rotundatis , planum , anterius magis depressum
subtus confertim paulo profundius minus subtiliter punctatum;
Thorax coleopteris tertia fere parte angustior, latitudine bre-
vior, basin versus vix angustatus, lateribus subrectis, apice
utrinque oblique truncatus, angulis anterioribus obtusis , pa=-
rum prominulis, posterioribus rotundatis, depressus, in media
insbesondere der Insel Ceylan. 137
basi carinula subelevatus, carinula ipsa lineola impressa.
Seutellum punctatum. Elytra thorace lerlia parte longiora,
basi lalius brunneo-rufa. Abdomen parallelum, fuscum, den-
sius fulvo-pubescens, segmentis dorsalibus penultimis apice
ventralibusque fere totis rufis. Pedes rufi, tibiis tarsisque
testaceis. ß
Sexus differentia latet.
Habitat in India orientali.
250. Lithocharis vicina: Deplanata , nitidula,
conferlissime subtiliter punctata, capite Ihoraceque nigro-
piceis, hoc paulo distictius punctato, linea laevi media cari-
nato, elytris castaneis, abdomine ferrugineo. Long. 2t/, lin.
Statura fere omnino praecedentis, colore, thorace distin-
etius punctato, linea longitudinali media laevi subcarinato
elytrisque paulo longioribus facile distinguenda.
Habitat in India orientali.
251. Lithocharis breviuscula: Ferruginea, ca-
pite subtransverso thoraceque subquadrato confertissime wix
perspicue punclulatis, opacis, elytris nilidulis, minus subtili-
ter subruguloso - punctalis, abdomine supra fusco. Long.
1°/, lin. ö
Capite thoraceque vix perspicue punctulatis, opacis, ely-
tris contra distinetius subruguloso - punctatis facile cogno-
scenda, his abdomineque fulvo-pubescentibus, illis pube vix
visibili vestitis. Antennae capite thoraceque breviores, rufae,
arliculo tertio secundo sesqui fere longiore, 4—10 sensim
brevioribus, penultimis subquadratis. Caput thorace fere la-
lius, Iransversum, basi emarginatum , angulis posterioribus
rotundalis, parum convexum. Thorax coleopteris angustior,
latitudine paulo brevior, lateribus parallelis, basi leviter ro-
tundatus, apice utrinque oblique truncatus et paulo emargi-
natus, angulis anterioribus prominulis, parum obtusis, poste-
rioribus obtusis , subrotundatis, parum convexus, linea lon-
gitudinali angusta media subelevata carinatus. Seutellum pun-
elatum. Coleoptera thorace sesqui fere longiora , sordide
lestacea, dorso magis ıninusve infuscata. Abdomen confer-
lissime subtiliter punctatum et pubescens, supra fuscum, seg-
mentis penultimis rufo-seu teslaceo-marginatis, subtus rufum,
segmenlis singulis basi infuscatis. Pedes teslacei.
138 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
Mas abdominis segmento septimo inferiore 'apice levi-
ter emarginato insignis.
Habitat in insula Ceylan.
952%. Lithocharis wvida: Conferlissime subtilissime
punctulata, opaca, ferruginea, capite subquadrato nigro, tho=
race quadrato, obsolete carinato, abdomine fusco, segmento-
rum marginibus anoque rufo-ferrugineis. Long. 2'/, lin.
Corpus pube subtilissima griseo -sericea densius vesli-
tum. Antennae capitis ihoracisque longitudine, fillformes,
rufae, arliculo tertio secundo sesqui fere longiore, d4—10
sensim brevioribus, penullimis lalitudine paulo longioribus,
Caput vix thoracis latitudine, basi truncatum, subquadratum;
leviter convexum, nigrum. Thorax: coleopteris paulo angu-
stior,, Jatitudine vix brevior, basin versus haud angustalus,
laeribus reclis, apice utrinque oblique truneälus, angulis an-
terioribus oblusis, posterioribus subrolundalis, parum conve-
xus, linea tenui subelevata obsoletissime carinatus, Elyira
thorace tertia parte longiora, ferruginea, lateribus interdum
paulo dilutioribus. Abdomen fuscum sen fusco-ferrugineum,
segmentorum marginibus anoque rufo- ferrugineis, Pedes
testacei.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice leviter
triangulariler exciso, sexto apice subemarginato pilisque, bre-
vissimis nigris insiruelo insignis.
Habitat in insula Ceylan. "
253. Lithocharis fuscipennis: Confertissime sub-
tiliter punctata, ferruginea, capite nigro thoraceque rufo
paulo nitidulis, hoc subquadrato, linea tenui sublaevi obsolete
carinato, elytris ante apicem magis minusve. infuscatis. Long»
2 lin.
Lith. ochracea paulo maior et latior, subtlilissime pun-
etata set pubescens , capite thoraceque nitidulis. ; Anten-
nae capite ihoraceque longiores, rufae, arliculo terlio se-
eundo paulo longiore, 4—10 sensim paulo brevioribus, pen-
ultimis latiludine paulo longioribus. Caput thoracis latiludine,
subquadratum, angulis posterioribus fortius rotundalis, parum
convexum. Thorax subquadratus, linea media longitudinali
sat perspicua sublaevi obsolete carinatus. Elytra thorace
plus terlia parle longiora, ferruginea, basi"saepius dilutiora,
Fran .
insbesondere der Insel Ceylan. 139
ante apicem subinfuscata. Abdomen supra infuscatum, seg-
mentorum marginibus rufis. Pedes testacei.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore medio apice
profundius exciso, angulis exeisionis longius fulvo-pubescen-
tibus, segmento septimo ulrinque leviter emarginato, medio
apice leviter producto pilisque brevissimis nigris instructo
insignis. i
Habitat in insula Ceylan.
254. Lithocharis vilis: Confertissime subtiliter
punctata, ferruginea, capite fusco-nigro thoraceque nilidulis,
elytris hoc vix tertia parte longioribus, sordide testaceis,
introrsum subinfuscatis. Long. 2 lin.
Praecedenti simillima, paulo brevior, elytris paulo bre-
vioribus, paulo distinetius punclalis, minus infuscatis anten-
narumque structura dislineta. Antennae capite thoraceque
paulo breviores, arliculo terlio secundo paulo longiore,
4—10 sensim paulo brevioribus, penultimis latitudine haud
longioribus. Pedes validiusculi.
Mas abdominis segmento inferiore apice late modice
profunde, sexto apice leviler emarginato, pilis brevissimis
nigris instructo insignis.
Habitat in insula Ceylan et in India orientali.
255. Lithocharis nigriceps: Confertissime sub-
tilissimeque punctata, capite nigro thoraceque rufo fere opa-
eis, elytris hoc longioribus, sordide rufo-testaceis, abdomine
fuseo, segmentorum marginibus rufis. Long. 1?/, lin.
Praecedentibus duobus paulo minor, conferlim punctala,
thorace saturatius rufo, elytris vix unquam infuscalis distincta.
Antennae capitis thoraeisque longitudine, articulis penulti-
mis latitudine paulo longioribus. Caput thorace fere angu-
slius, vix minus confertim quam in Lith. ochracea punctatum.
Thorax subquadratus , linea longitudinali media sublaevi ob-
solete carinaltus. Elytra thorace paulo longiora, rufo-testa-
een, opaca. Abdomen dense pubescens, supra fuscum, seg-
mentorum marginibus rufis, subtus rufulum. Pedes testacei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice late
profundeque, sexto parum emarginalo, pilis brevissimis nigris
instructo insignis.
Habitat in insula Oeylan.
140 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
256. Lithocharis ochracea: Subtilissime confer-
tissimeque punctata, opaca, ferruginea, capite, subtriangulari
nigro, thorace quadrato, obsolete carinato. Long. 1?/; lin.
Boisd. et Lacord. Faun. Ent, Paris I. 4382. 1. —
Erichs. Gen. et Spec. 623. 23.
Exemplar ex India orientali communicatum omnino cum
indigenis congrüit.
257. Lithocharis sororcula: Confertissime sub-
tilissimeque punctata, capite nigro thoraceque rufo nitidu-
lis, elytris hoc longioribus, sordide rufo-testaceis, apicem
versus saepius subinfuscalis, abdomine ferrugineo, segmenlis
singulis in basi supra subinfuscatis. Long. 1',, lin.
Lithoch. | nigrieipiti simillima , statura minore, corpore
paulo minus confertim punctata abdomineque plerumque: di-
lutiore distincta.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
triangulariter exciso, sexto abrupte emarginato , pilis brevis-
simis nigris instructo insignis,
Habitat in insula Ceylan.
258. Lithocharis rufula: Confertissime punctata,
opaca, rufa, capite subquadrato, basi emarginalto , thorace
oblongo , elytris hoc tertia parte longioribus, apicem versus
extrorsum subinfuscatis. Long. 1'/, lin.
A praecedentibus statura paulo magis convexa praeser-
lim autem capite basi emarginato facile distinguenda. Corpus
confertissime sublilissimeque punctatum, tenuissime fulvo-pu-
bescens. Antennae capite Ihoraceque paulo breviores, rufae,
articulo terlio secundo paulo breviore et angustiore,, 4—10
sensim ‚paulo brevioribus, penultimis longitudine paulo latio-
ribus. Caput thorace paulo latius, subquadratum, basö leviter
emarginatum, convexiusculum.. Thorax coleopteris paulo an-
gustior, latitudine terlia ‚parte longior, basin versus suban-
guslatus, lateribus subreclis, apice utrinque oblique trunca-
lus, angulis anlerioribus paulo prominulis, obtusis, posterio-
ribus rotundatis, leviter. convexus , aequalis. Elylra thorace
tertia parte longiora, paulo distinclius punctala, ad angulum
externum apieis subinfuscala. Abdomen supra brunneum,
ante apicem subinfuscatum, ano testaceo, subtus rufum.. Pe-
des testacei.
insbesondere der Insel Ceylan. 141
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso, sexto leviter emarginato, pilis nigris non
instructo insignis.
Habitat in India orientali.
259. Lithocharis cinnamoptera: Cinnamomea,
capite thoraceque conferlim distinctius subruguloso-punctatis,
opacis, hoc transversim subquadrato, elylris tertia parle.bre-
viore. Long. 1'/, lin.
Praecedenlibus latior,, subdepressa , subtilissime pube-
scens, abdominis segmentis conferlissime subtilissimeque,
capite, Ihorace elytrisque distinclius, illis subruguloso -pun-
cetalis, Antennae capite longiores, rufae, articulo tertio se-
eundo vix longiore et paulo angustiore, 4—10 sensim bre-
vioribus, primis eorum laliludine fere duplo longioribus, pen-
ultimis subquadratis. Caput thoraeis lalitudine, subtriangu-
lare, basi subemarginalum. Thorax apice coleopteris vix
angustior, basin versus parum anguslalus, apice fere trunca-
tus, angulis anterioribus subreclis, prominulis, posterioribus
oblusis, subdepressus, linea longitudinali media subtilissima
sublaevi canaliculatus. Elytra rubro -cinnamomea, nilidula,
summo apice inlerdum nigricantia. Abdomen segmentis sin-
gulis subtus rufo-marginalis. Pedes testacei.
Habilat in India orientali.
260. Lithocharis nigerrima: Nigerrima, nitida,
parce nigro-pubescens, capite suborbiculato, anterius parce
fortiter , Ihorace vage punclato, plaga media lata longitudi-
nali laevi. Long. 1Y/,—1', lin.
Corpus nigerrimum, parce pubescens, lateribus pilo-
sellum. Antennae capile Ihoraceque breviores, piceo-rufae,
arliculo primo piceo , terlio secundo paulo longiore et te-
nuiore, 4—10 sensim paulo brevioribus, penultimis lalitu-
dine vix brevioribus. Caput thorace latius, suborbiculatum,
Parum convexum, oculis sat magnis, fronte media laevi, an-
leriore parce forliter punctata. Thorax coleopteris vix an-
guslior, subquadratus, angulis rolundatis, anterioribus fere
oblusis, parum convexus, vage forliter punclatus, plaga
lata media longitudinali laevi. Elytra thorace paulo 'lon-
giora, parce minus subtiliter parum profunde punctata,
Abdomen nilidum , praecipue apicem versus parce subtiliter
142 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
punciatum, ano subtus piceo-rufo. ‘ Pedes femoribus piceo-
tibiis tarsisque sordide lestaceis.
L Mas abdominis segmento seplimo inferiore medio apice
profunde subtriangulariter exeiso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
261. Lithocharis affinis: Nigro-picea, nitida,
capite nigro thoraceque rufo parce punclatis, hoc linea lon-
gitudinali media laevi, elytris fusco-piceis, limbo ommi rufulo.
Long. 1'/, lin.
Lith. melanocephalae valde affınis, capite thoraceque
paulo ‚brevioribus, elytrisque dilutioribus distincta videtur.
Antennae rufae, arliculo tertio secundo vix longiore, penul-
timis subquadratis. Abdomen segmentorum marginibus rufo-
testaceis, segmentis duobus penultimis (6,7) subtus fere tolis
ferrugineis.
Mas abdominis segmenlo seplimo inferiore medio apice
triangulariter exciso, sexto longiludinaliter subimpresso in-
signis.
Habitat in India orienlali.
58. Thinocharis.
Labrum bilobum.
Palpi maxillares articulo quarto distincto , acuto,
Ligula biloba, lacinüs membraneis, fulero interjacente
haud setoso.
Antennae tenues, arliculis duobus primis incrassatis.
Tarsi arliculo quarto simplice.
Labrum amplum, transversum, bilobum, membranaceum,
apice nullo modo denticulatum. Mandibulae falcatae, acutae,
inaequales, altera fortius 4-, altera 3-dentata. Maxillae
breviusculae, membranaceae, malis coriaceis, inleriore interne,
exteriore apice barbatis. Palpi maxillares articulo terlio se-
cundo paulo longiore et crassiore, quarto tenui, minute. La-
bium_mento transverso, ligula biloba, fulero haud seloso,
paraglossis ligulae lacinias vix superantibus. Palpi labiales
arliculo secundo primo multo longiore, tertio minuto', te-
nui, acuto.
Habitus fere omnino minutae Lithocharidis, corpus pube
insbesondere der Insel Ceylan. 143
tenuissima vestitum, antennae tenues, arliculis duobus primis
incrassalis, 3—10 sensim vix brevioribus fere angustioribus.
Pedes tarsis breviusculis, antieis simplieibus, posterioribus
articulis 4 primis longiludine sensim decresceentibus.
Genus antennarum structura, labro bilobo labiisque ful-
cro «apice haud setoso facile a Lilhocharide BRPER distin-
guendum, quod cum alio vix confundas.
262. Thinocharis carinicollis: Confertissime
subtilissimeque punctulata, opaca, fusco-ferruginea, capite
subquadrato fusco, antennis ‚pedibusque testaceis, Ihorace
linea longitudinali media laevi sat distineta elevalo. Long.
1'%, lin.
Corpus subtilissime punetulatum, 'pube tenuissima sub-
sericans. Antennae capite sesqui longiores, lestaceae, arti-
eulis duobus primis incrassatis, 3—10 pilosellis, sensim vix
brevioribus, ullimo maiore, oblongo-ovato. Caput thorace
paulo latius, transversim subquadralum, basi truncatum, le-
viter convexum. Thorax coleopleris terlia parte angustior,
latitudine vix brevior, basin versus vix angustatus, basi pa-
rum apice ulrinque oblique truncalus, angulis omnibus leviter
rotundatis, anterioribus oblusis, paullulum convexus, medio
subearinatus. Elytra thorace terlia parle longiora, paulo
distinclius punctulata. Abdomen pube subtilissima'vestitum,
apice longius nigro-pilosum, ano subtus rufescente.
© Habitat in insula Ceylan.
263. Thinocharis pygmaea: Confertissime sub-
tilissimeque punctulata, opaca, fusco -ferruginea, capite sub-
ovato fusco, antennis pedibusque rufo-lestaceis, Ihorace linea
longitudinali media parum distincta subelevato, Long. %, lin.
- Öorpus pube tenuissima densius veslitum, opacum. An-
tennarum structura fere eadem quae in praecedente. Caput
thorace vix lalius, subovalum. Thorax coleopteris tertia parte
angustior, latitudine vix brevior, lateribus parallelis subrectis,
basi parum rotundatus, apice ulrinque oblique truncatus, an-
gulis omnibus obtusis, subrotundalis, parum convexus, linea
longitudinali tenuissima media subelevatus: Klytra Ihorace
lerlia parte longiora. Abdomen lateribus subtiliter, apice
longius nigro-pilosellum, ano sublus ferrugineo,
“Habitat in insula Ceylan,
144 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
'59. Acanthoglossa.
Labrum apice subbidenticulatum.
Palpi mazillares articulo quarto lenui, aculo,
Ligula cornea, fulcro acuminalo, spinis circiler 4 armato.
Tarsi arliculo quarto bilobo, primo leviter elongato.
Labrum latum, transversum, lateribus leviter explanalis
rolundalisque, ‚apice medio ‚subbidenticulatum,,' inter dentes
levissime emarginalum. Mandibulae breviusculae, falcatae,
medio. tridentatae, inaequales, altera dente medio. duobus
aliis breviore, altera his longiore. Maxillae malis coriaceis,
interiore interne, exteriore apice barbatis. Palpi maxillares
articulo tertio. secundo paulo longiore et crassiore, quarto
minulo, acuto, Labium mento transverso, ligula fere: tota
cornea, fulero maiore, 'apice acuminalo, spinis cireiter 4 le-
viter introrsum incurvalis munito, paraglossis fulerum paulo
superanlibus. Palpi labiales articulo secundo primo plus: duplo
longiore, terlio minulo, tenui.
Habitus fere omnino Lithocharidis, corpus autem; paulo
latius, anlennae breviores, apicem versus incrassatae, abdo-
men parallelum, segmento sexto maiusculo. Pedes breves,
tarsis brevibus, articulo quarto bilobo, antieis simplieibus,
postieis. arliculo primo leviter elongato.
%64. Acanthoglossa hirta: Rufo-brunnea, pube
erecla fulva hirta, anlennis crassiusculis, capite thoraceque
brevi conferlim minus subtiliter punctatis, opacis, elytris mi-
nus crebre punclalis abdomineque nilidulis. Long. 1'/, lin.
Corpus latum, convexiusculum , pube erecta. dense ve-
slitum. Antennae capite paulo longiores , crassiusculae, ru-
fae, articulo tertio secundo fere breviore sed non angustiore,
4—-10 sensim latioribus, primis eorum latitudine. vix longiori-
bus, penultimis forliter transversis, ultimo apice attenuato,
Caput. thoraeis latiludine, transversim, subquadratum , ‚basi
truncalum, conferlim aequaliter minus subtiliter sed parum
profunde, subius crebre profunde ‚punctatum. Thorax co-
leopteris paulo angustior, longitudine duplo fere latior, basin
versus leviter angustatus, apice utrinque oblique truncalus,
angulis anterioribus subrectis , posterioribus rotundatis, levi-
ter convexus, capile paulo crebrius punclatus, linea longitu-
u u ee nen
insbesondere der Insel Ceylan. 145
dinali media subelevata, apice evanescente, laevi. Elytra
thorace tertia parte longiora. Abdomen confertim distinctius
punctatum, apice rufum. ’
265. Acanthoglossa brachycera: Ferruginea,
parum nitida, capite thoraceque confertim distinctius subru-
guloso-punctatis, opacis, hoc transversim subquadrato , ely-
tris dimidio fere breviore, his rufo-ferrugineis. Long. 1'/, lin.
Corpus latiusculum, subdepressum, tenuiter fulvo-pube-
scens. Antennae capite paulo longiores, rufae, articulo se-
cundo tertio vix longiore, 3—5 subaequalibus, 5—10 sensim
latioribus, penultimis longitudine duplo fere latioribus. Ca-
put thorace paulo latius, Iransversim subquadratum, basi
truncatum , angulis posterioribus modice rolundalis, parum
eonvexum, punciura haud subtili sed parum profunda, sub-
tus’ profundiore. Thorax apice coleopteris vix angustior,
longitudine sesqui latior, basin versus leviter angustatus,
apice utrinque oblique truncatus, angulis anterioribus sub-
rectis, subprominulis, posterioribus rolundatis, parum conve-
xus, linea longitudinali media tenuissima sublaevi, apice eva-
nescente subelevatus. Elytra thorace sesqui fere longiora
eodemque dilutiora, crebre subruguloso-punctata. Abdomen
brunneum, apice rufescens. Pedes rufi.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore medio apice
leviter emarginato insignis,
266. Acanthoglossa testaceipennis: Rufa,
nitidula, capite confertim profundius punctato, thorace trans-
versim subquadrato, elytris hoc tertia parte longioribus, te-
staceis, pedibus flavis. Long. 1'/, lin.
Praecedente paulo brevior, praecipue anguslior, minus
depressa, fulvo-pubescens. Antennae capite paulo longiores,
lestaceae, articulo terlio secundo vix breviore sed paulo
angustiore, 4—6 subquadratis, 6—10 sensim latioribus trans-
‚versis. Caput thorace maius et paulo latius, Iransversim
‚subquadratum,, basi truncalum, angulis posterioribus parum
rolundalis, leviter convexum, conferlim dislinclius subtus
profundius punctatum. Thorax coleopteris paulo anzustior,
longitudine sesqui latior, basin‘ versus leviter anguslalus,
apice utrinque oblique truncatus, angulis anterioribus subre-
elis, ‚posterioribus rotundalis, leviter convexus, pone ınedium
Archiv f. Naturgesch. XXV. Jahrg. 1.Dd. 10
+
146 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von ‚Ostindien,
linea sublaevi media leviter elevatus, confertim' minus subtiliter
punctatus. Elytra ihorace tertia parte longiora, Tufo-testa=
cea, minus dense subtiliter punctata, .nilidula. Abdomen con-
ferlissime subtiliter punctatum , pube fulva minus subtili ve-
stitum, rufum. Pedes flavi.
Habitat in India orientali.
267. Acanthoglossa rufa: Rufa, opaca, capite
thoraceque conferlim distinctius punclatis, thorace transver-
sim subquadrato, elyiris hoc vix tertia parte ‚longioribus.
Long. 1 lin.
Habitu fere praecedentis, sed minor, tola saluralius
rufa. Antennae rufo-lestaceae, arliculo secundo tertioque
subaequalibus, quarto latitudine sublongiore , 5-to, 6-toque
subquadratis, 6—-10 sensim paulo latioribus,, penultimis mo-
dice iransversis. Caput thorace paulo latius, subquadratum,
basi truncatum, angulis posterioribus leviter, rolundalis, sub-
depressum, supra conferlim dislinctius subruguloso-punclatum,
sublus erebre profunde punclalum, Thorax coleopteris an-
guslior, latiludine paulo brevior, basin: versus vix' angustatus,
lateribus reclis, apice truncalus, angulis anterioribus subre-
elis, poslerioribus rolundalis, parum convexus, confertim di-
slinelius punctalus. Elytra Ihorace minus confertim, abdomi=
nis segmenta cerebre punctata, longius fulvo-pubescentia.
Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan.
60. Sunius Leach.
Erichs. Gen. et Spec, Staphyl. p. 637.
1. Species genuinae, corpore valde elongato,
capile oblongo.
%68. Sunius maior: Elongalus, linearis, niger, an-
tennis pedibusque testaceis, capite thorace sesqui fere latiore,
elytris thorace paulo longioribus,, ‚crebre fortiter punctatis.
Long. 2%, lin. 107,
Parum nitidus, capite thoraceque opacis, fulvo-pube-
scens. Antennae capite thoraceque breviores. Caput'lhorace
sesqui fere latius, oblongum, pone 'oculos leviter angustatüm,
angulis posterioribus ‚rotundatis, supra: confertim:fortiter
insbesondere 'der 'Inselı Ceylan. 147
punciato-rugosum '(punelis-leviter sat 'perspicue umbilicatis),
subtus-minus' :crebre fortiter: punetatum. Thorax coleopteris
dimidio /anguslior: jisdemique paulo brevior, apice cum an-
gulis anterioribus 'rotundatus, basin' versus parum angustalus,
parum‘ convexus ‚| punctis: magnis, umbilicatis. Elytra minus
erebre forliter punctata, punctis exasperalis. Abdomen parce
punetatum,longius' fulvo-pubeseens.' ı Pedes cum coxis rufo-
testaceii
Habitat in insula Ceylan.
,. %9. Sunius pulchellus:: Elongatus, linearis, ca-
pitesthoraceque,piceo -rufis, vopdeis',, elytris nigris , mitidulis,
apice»flavo-testaceis, ‚abdominis'segmentis anterioribus (2—4)
apice late testaceis, antennis pedibusque flavis, femoribus apice
nigris/ Long. 1%, lin.
‚u @orpus -convexiuseulum,»parce, tenuiter’ pubescens. An-
tennae. capitis ‚theracisque fere longitudine, filiformes, flavae.
Caput Ithorace: paulo latius, oblongum, angulis posterioribus
eums'basi,rolundatis, supra ‚conferlissime: subtiliter punctato-
rugulosum,subtus ‚confertissime vuguloso-punctatum, Thorax
Jlateribus \ante medium, angulatis ‚basin versus forliter angu-
status, in'ipsa basi(coleopteris plus’ duplo,angustior, conferlis-
sime subtiliter ruguloso-punctalus. Sculellum rufulum. Ely-
ira'ihorace paulo longiora, nilidula, erebre fortius punclata.
Abdominis segmenta anteriora basi dislinelius punetulata, po-
steriora (6, 7) sublilissime punelulala ‚sextum totum piceo-
nigrum,: quintum margine tenui- rufo., Pedes cum coxis flavi,
femoribus apice nigris.
Mas abdominis segmenlo septimo inferiore medio apice
exciso, sexto. longitudinaliter posterius profundius impresso,
impressione laevigata.
Habitat in insula,Ceylan.
270, Suniusıgracilis:,Elongatus , linearis, testa-
ceus, ‚capite, sublus: minus crebre fortius punctato, elytris
confertim fortius punctatis, his, macula, media oblonga, abdo-
minisque, segmenli, sexti‚basi ‚piceis., Long. 2 lin.
Sequentibus paulo longior- vet 'gracilior,, cinereo-pube-
scens, nitidulus. Antennae capitis thoracisque fere longitu-
dine,.npice vix, crassiores, Navaesı Caput:thorace paulo la-
lius, oblongum, confertim punctato-rugulosum, sublus minus
148 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von ÖOstindien,
crebre fortius punctatum.. Thorax coleopteris duplo fere an-
gustior, latitudine sesqui longior, confertim punttato- rugo-
sus. Elytra thorace vix tertia parte longiora, ‘crebre forti-
ter punctata. Abdomen minus’ crebre et subtiliter punetatum,
segmenli superioris sexti dimidia parte anteriore picea.' Pe
des Slavi.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medioapice
profunde triangulariter exciso, sexto apice emarginato, ‚dense
nigro-setoso sat insignis.
Habitat in India orientali.
971. Sunius maculipennis: Elongatus;,linearis,
testaceus, elytrorum macula media oblonga abdominisque seg=
mentis duobus penultimis nigris.. Long. 1%, lin.
Sunio longiuseulo vix longior sed paulo latior.' Anten-
nae tenues, flavae.. Caput thorace paulo latius, 'oblongum,
supra (sicuti thorax) confertissime subtiliter punctato-rugo-
sum, subtus minus crebre profundius punetatum. "Thorax
basi coleopteris duplo fere angustior, lalitudine plus'terlia
parte longior. Elytra thorace sesqui fere longiora, crebre
forlius punctata. Abdomen minus crebre et subtiliter pun-
ctalum, segmentis duobus penultimis (6, 7) supra tolis nigris,
septimo sublus piceo.
Mas abdominis segmento septimo inferiore apice trian-
gulariter exciso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
272. Sunius indicus: Elongatus, linearis;) testaceus
abdomine confertim subtiliter punclato, segmento sexto niyro,
septimo rufo. Long. 1‘, lin.
Stalura minore, elytris immaculatis , abdomine confer-+
tim subtiliter punctalo a praecedente facile distinguendus.
Antennae flavae. Caput thorace paulo latius', confertissime
subtiliter punctato-rugosum, subtus minus crebre distinctius
punctatum. Thorax basi coleopteris duplo fere anguslior;
elytra hoc sesqui fere longiora , confertim dislinctius ‘pun-
clata. Abdomen subtus confertim 'subtiliter punctatum, seg=
mento sexto superne 'sublusque tolo nigro, septimo abi
Pedes flavi.
Mas abdominis segmento septimo nn a
exciso insignis.
insbesondere der Insel Ceylan. 149
In’ India 'orientali'haud infrequens, in insula Ceylan ra-
rius occurrit. D
Variat interdum segmento sexto inferiore, rarius supe-
riore basi rufulo.
273. Sunius concolor: Elongatus, linearis, testa-
ceus, capile subtus elytrisque crebre fortius punctatis, his
thorace terlia parte longioribus. Long. 1'/, lin.
Statura fere praecedentis, totus testaceus, capite subtus
erebrius Velytrisque distinctius punclatis , ‘brevioribus facile
distinguendus. Abdomen crebre subtiliter punctatum.
Habitat in India orientali.
2974. Sunius flavus: Elongatus, linearis, flavus, ca-
pite subtus et elylris crebre fortius punctatis,, his thorace
sesqui longioribus, abdomine minus crebre et subtiliter pun-
ctato. Long. 1°), lin.
"Statura fere praecedentium sed maior, corpore distin-
clius, capite subtus crebre punctato, hoc thoraceque testa-
ceis, elylris flavis, thorace sesqui longioribus. Caput thorace
latius, oblongiusculum, basi cum lateribus fortiter rotundatum.
2%. Species spuriae, capite suborbiculato.
275. Sunius trinotatus: Testaceus, nitidulus, ca-
pite thoraceque rufis, opacis , elytrorum macula media late-
rali obliqua, puncto communi ad angulum apicis interiorem
abdominisque segmento quinto supero fuscis. Long. 1’), lin.
Corpus fulvo-pubescens , lateribus longius nigro - pilo-
- sellum. Antennae capitis thoracisque longitudine, testaceae,
articulo terlio secundo paulo longiore, 4—10 sensim paulo
brevioribus, penultimo leviter transverso , ultimo maiusculo.
Caput thorace vix lalius, suborbiculatum , convexiusculum,
supra conferlim punctato- rugosum, sublus minus crebre pa-
zum profunde punctatum. Thorax coleopteris fere dimidio
angustior, lalitudine summa vix longior, apice cum angulis
anlerioribus rolundalus, angulis posterioribus rotundatis, mo-
dice convexus, conferlim punclato-rugosus. Elytra thorace
terlia parte longiora, minus crebre et subtiliter minus pro-
fünde punctata, vitta media laterali obligua parum determi-
nata, introrsum sensim angustiore .et macula communi anguli
150 Kraatz: die Staphylinen-Fauna. von -Ostindien,
apicalis interni- fuseo -piceiss\..; Abdomen. supra 'subtilissime
minus crebre punctulatum, subtus basin versus minus. sublili-
ter punclatum , tenuiter.ı Sulvo-pubescens;!, rufo-testaceum,
segmento quinto superiore fusco. Pedes pallide ‚testacei,,.j-
Habitat in insula. Ceylan,
61. Paederus Gravenh.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. p. 649. Ran
276. ‚Paederus, amplicollis; Rufus, ‚elytris bre-
vibus cyaneis, abdominis segmentis duobus, penultimis, nigris,
Long. 6 lin.
Statura fere P. conspicui sed paulo maior, ae la-
tiore , rufus, nitidus. Palpi rufo-testacei, Antennae. capite
thoraceque breviores, tenues, rufo-testaceae, ‚articulo terlio
secundo plus duplo longiore, 3—10 sensim paulo breyioribus
sed non crassioribus. Caput thoracis latitudine, suborbicu-
latum, depressiusculum, parce punctatum , nigro - pilosellum,
fronte media laevi... Thorax. coleopteris fere latior, latitudine
sesqui fere longior, basin versus parum angustatus, disperse
dorso biserialim punctatus, nigro-pilosellus. Scufellum rufun,
Elytra Ihorace breviora,. ‚crebre. fortiter punctala, „cyanea,
fulvo-pubescentia. Abdomen parce punctatum, fusco-pube-
scens, parce pilosellum. Peetus cyaneum , 'mesosterno rufo.
Pedes eum coxis rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
277. Paederus ITavanus: Niger‘, elytris cyaneis,
thorace, abdominis seymentis 2—5 'mesosternoque rufis, 'pedi-
bus antennisque' testaceis,''his medio füscis, femoribus poste=
rioribus, tibüs tarsisque omnibus nigris, Long. 4 lin.v'
Erichs. Gen. ‘et Spee. 'Staphyl. 654. 9.
Habitat in’ Java, ‚Collect: Dom. ‚Chevrolat. Irqal)
Species mihi invisa ,.quacum' exemplaria in insula Cey-
lan lecta, staturam paulo’ maiorem thoracemque basin’ versus
magis angustatum si excipias, (omnino 'convenire videntür:""*
278. Paederus fulvioornis: Apterus, niger, 'ely-
tris brevibus, nigro-cyaneis,|tibüs piceis apice, tarsis; vanten-
nis palpisque testaceis. Long. 4 lin. 1 ia
Erichs. Gen. et'Spec.'Staphyl.' 665. 34. ı sb
Habitat in Java, Dom. ‘Dr.'de' Haen. + ©" kai „ale
insbesondere der Insel Ceylan. 151
279. Paederus' peregrinus: Alatus, niger, ely-
tris crebre profundeque punctalis coeruleis, thorace abdomi-
nis segmenlis 2—5, mesosierno pedumque basi rufis, antennis
nigris, basi testaceis. Long. 3 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 656. 12.
Exemplaria in Java, in Bengalia et in ins. St. Mauritii
lecta a Dom. Erichson descripta, alia ex India boreali si-
euli ex insula Ceylan mecum communicata sunt; specimina
in Hongkong lecta dederunt Dom. Murray et Dohrn sub no-
mine P. intricati Dohrn in litt.
280. Paederus dubius: Niger, nitidus, capite ely-
irisque .coeruleis, thorace abdominisque segmentis 2-5 rufis,
palpis pedibusque nigris. Long. 2°/, lin.
' ‚Statura P. ruficollis sed plus dimidio minor. Antennae
eapitis Ihoracisque longitudine, nigrae, arliculis duobus pri-
mis subtus rufis, terlio secundo duplo longiore, 4—10 sen-
sim brevioribus et paulo crassioribus. Palpi arliculo se-
eundo piceo, terlio nigro. Caput Ihorace paulo lalius,
suborbieulatum, coeruleum , nitidum, parce subtililer, poste-
rius crebrius punctalum. Thorax elylris terlia fere parte
angustior, latitudine summa se$qui fere longior, lateribus ante
medium leviter rotundalis, basin versus anguslatus, ovatus,
convexus, vage subliliter punctatus, linea longitudinali media
laevi. Scutellum nigrum. Elytra thorace terlia parte lon-
giora, crebre minus subliliter punelata, tenuiler griseo-pu-
bescentia. Abdomen dense subtiliter punctatum et pubescens.
Pectus nigrum. Pedes nigri.
Habitat in insula Ceylan.
Obs. A praecedentibus stalura minore, capite paulo
latiore, a P. tamulo punctatura minus densa differre videtur.
281. Paederus ruficozis: Niger, nilidus , elytris
coeruleis, thorace, scutello medio abdominisque segmentis 2-5
rufis, pedibus nigris, coxis rufis. Long. 2°/, lin.
Magniludine et statura fere omnino praecedenlis, minus
dense punctalus, capile nigro coxisque rufis facile distinguen-
dus. Palpi articulo secundo rufo , lertio piceo, Anlennae
capilis thoracisque longitudine, nigro-piceae, arliculis 3 pri-
152 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
mis totis aut subtus fusco-testaceis.. Pedes femoribus basi
piceis interdum rufis.
Habitat in insula Ceylan.
282. Paederus extraneus *): Niger, elytris cya-
neis, thorace abdominisque segmenlis 2—5 rufis, antennis
palpisque basi piceis. Long. 3°/; lin.
Wiedem. Zool. Mag. Il. 1. 133. 200. — Erichs.
Gen. et Spec. 661. 23,
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Westermann.
Species mihi invisa, Paedero ripario paulo maior.
283. Paederus variceps: Niger, nitidus, elytris
capiteque nigro-coeruleis, hoc saepius rufescente, palporum
basi, thorace abdominisque segmentis 4 primis rufis, pedibus
nigris. Long. 3?/3 lin.
Paedero ruficolli paulo maior, statura graciliore, ha-
bitu fere omnino praecedentis. Antennae capite thorace-
que paulo longiores, nigrae, articulis duobus primis basi
rufis, tertio secundo plus duplo longiore, 4—10 sensim paulo
brevioribus sed vix crassioribus. Palpi arliculo secundo'ru-
fescenle, apicem versus piceo, tertio nigro. Caput ihorace
latius, basin versus fortius angustatum, collo angustiore tho-
raci affıxum, disperse minus subtiliter, verlice crebrius et
subtilius punctalum rarius tolum cyaneum, saepius basi fron-
teque, interdum totum rufum. Thorax coleopteris duplo prope
anguslior,, latitudine duplo longior, lateribus leviter rotun-
datus, basin versus angustatus, oblongo- ovatus,, disperse
subtiliter punclatus. Scutellum medio plerumque rufum. Ely-
ira Ihorace tertia parte longiora, minus crebre et subtiliter
punclala, albido-pubescenlia, obscure cyanea. Abdomen sub-
tiliter punctalum, longius albido-pubescens , segmentis. —5
rufis, reliquis nigro-cyaneis , sexto basi interdum ‚rufescente.
Pectus nigrum, mesosterno nigro-piceo. Pedes densius albido-
pubescentes, toti nigri.
Habitat in insula Ceylan.
254. Paederus cyanocephalus: Niger , capite
*) Die beiden auf der Berliner Königl. Sammlung unter die-
sem Namen befindlichen Exemplare_stimmen nicht ganz mit der Erich-
son’schen Beschreibung überein.
insbesondere der Insel Ceylan. 153
elylrisque cyaneis, thorace abdominisque segmentis 2—5 rufis,
palpis pedibusque nigris, basi testaceis, mesosterno piceo.
Long. 3'/; lin. (sec. Erichs. 3 lin.).
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 662. 25.
Habitat in Siam, Dom. Kaden (Mus. Berol.).
Specimina in India orientali lecta fere omnino cum ty-
pico P. cyanocephali exemplari congruunt; a praecedente
statura paulo minore pedumque colore facile distinguuntur.
285. Paederus tamulus: Alatus, niger, capite
elytrisque chalybeis, thorace abdominisque segmenlis 2—5 rufis.
Long. 3 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staph. 661. 24.
Habitat Leontopoli (Singhapur) in India orientali, Mus.
Dom. Hope (Er.).
286. Paederus melampus: Alatus, niger , elytris
eoeruleis , thorace abdominisque segmentis 2—-5 rufis, palpis
pedibusque nigris, basi mesosternoque piceis. Long. 3 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 660. 22.
Habitat in India orientali, Mus. Dom. Hope (Er.).
62. Palaminus Erichs.
Gen, et Spec. Staphyl. p. 681.
257. Palaminus ceylanensis: Testaceus, parcius
longe pubescens, abdomine brunneo, thorace fortiter trans-
verso, basin versus leviler angustato, elytris hoc duplo lon-
gioribus. Long. 1’/,—1’/, lin.
Corpus nitidum, albido-pubescens pilosumque, antennis
pedibusque pallide flavis. Antennae capite thoraceque paulo
breviores, tenues. Caput thorace vix latius, leviter Iransver-
sum, forliter punctatum. Thorax coleopteris paulo anguslior,
latitudine antica dimidio fere brevior, basin versus angustatus,
angulis omnibus apice rotundatis, anterioribus subrectis, po-
sterioribus obtusis, paullulum convexus, parcius fortiter pun-
elatus. Elytra thorace duplo longiora, crebre fortiter pun-
elala. Abdomen segmentis 2—5 conferlim fortiter imbricato-
granulatis, 6—7 parcius punctatis.
Habitat in insula Ceylan.
288. Palaminus indicus: Rufo-testaceus, parcius
longe pubescens, abdomine fusco, thorace leviter transverso,
154 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
basin versus angustato, elytris hoc duplo fere longioribus.
Long. 2 lin.
Praecedente affinis sed maior, fortius punctatus, thora-
eis forma facile distinguendus. Thorax tatitudine antica paulo
brevior, basin versus modice angustatus, angulis anteriori-
bus acutiusculis, posterioribus obtusis, minus convexus, fortiter
punctatus, pone medium plicato-elevatus.
Habitat in India orientali.
63. Dedichirus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 684.
280. Oedichirus longipennis: Alatus, rufo-te-
staceus, nilidus, capite, ano elytrisque nigris, his thorace lon-
gioribus, pedibus testaceis, femoribus apice tibüsque basi pi-
ceis. Long. 3 lin.
Antennae capilis thoracisque fere longitudine, basi api-
ceque testaceae, articulis 3—8 medio subinfuscatis, sensim
paulo brevioribus, ultimo praecedente breviore, apice trun-
cato. Palpi testacei, mandibulae rufae. Caput thoracis lati-
tudine, orbiculatum, vertice et inter oculos parce sat forti-
ter punctatum. Thorax ante medium coleopteris dimidio,
basi illis duplo angustior, latitudine antica sesqui fere lon-
gior, basin versus angustatus, angulis anterioribus rotunda-
tis, parum convexus, parce fulvo-pilosellus, seriebus dorsa-
libus duabus circiter 7-punctalis, basin et apicem versus
approximatis, lateribus punctis dispersis maioribus impressus,
serierum interstitio pone medium plicato-elevato. Scutellum
rufum. Elytra thorace terlia fere parte longiora, lateribus
leviter rotundata, fortiter minus crebre punclata, griseo-pu-
bescentia. Abdomen segmenlis 2—4 punctorum seriebus
tribus transversalibus, regularibus einctis, punctis ipsis nu-
merosioribus et minus profundis quam in Ocd,. Paederino.
Pedes pallide testacei, femorum apice tibiarumque terlia parte
basali piceis.
Habitat in India boreali, Dom. Bacon.
290. , Oedichirus alatus: Alatus, setosus, nilidus,
rufo-testaceus, thorace dilutiore, capite, elytris abdominisque
segmenlis 3 ultimis nigris; elylris apice 2-maculatis, maculis
insbesondere der Insel 'Ceylan. 155
rufo-testaceis; pedibus flavis, femoribus apice tibüsque basi
nigrescenlibus , antennis palpisque basi obscuris, apice'te-
staceis, reliquis oris partibus rufo-piceis. ' Long. '3'/; lin.
Nietner Entomological Papers p. 11. 7. f
'Antennae articulo ullimo penultimo aequali si non paulo
minore, apice truncato leviterque excavato (Nietner).
Species mihi invisa elytris 2-maculatis, antennarum pal-
porumque colore a praecedente satis differe videtur.
291. Oedichirus ruficeps: Apterus, rufo-brun-
neus, abdominis segmento secundo anoque nigris, antennis
pedibusque testaceis, thorace seriebus duabus dorsalibus
6-punctatis, basi apiceque approximatis. Long. 3", lin.
Statura omnino Oed. Paederini, colore, capitis thoraeis-
que punctatura facile distinguendus. Caput anterius parce
forliter punctatum. Thorax laterivus punclis utrinque prae-
ter marginalia nonnulla sublilia qualtuor maioribus, ante
apicem punclis 3—5, dorso seriebus duabus 6-punclatis im-
pressus. Elytra brevia fortius quadriserialim punclata, serie-
bus cireiter 5-punctalis, serie laterali arcuala , dorsali obli-
qua, duabus aliis subreclis. Abdomen forlius quam in Oed.
Paederino punctatum, segmentis singulis basi carinulis eleva-
lis instruclis.
Habitat in India orientali.
64. Pinophilus Gravenh.
Mieroptera p. 201. — Pityophilus Brull& Hist. nat. Ins. III. p. 75.
292. Pinophilus complanatus: Niger, antennis
rufis pedibus piceis, capile parce disperseque minus fortiter,
thorace dense subtiliter punctato. Long. 7—7'/, lin. '
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 672. 5.
Pinoph. MorioMotsch. Bull, de Mosc. 1857. IV. 517. 59.
. , Descriptioni a cel. Erichsonio daltae addendum est;
, Antennae tenues, capite Ihoraceque fere longiores, rufae,
arliculo tertio secundo sesqui fere longiore.
Habitat in India. orientali.
293. Pinophilus'ruficeps: Niger, fusco-pubescens,
antennis pedibusque rufis, capite posticeconfertim, utringue
156 Kraatz: die: Staphylinen-Fauna von 'Ostindien,
ante oculos minus crebre profunde , thorace dense subtiliter
punctato,, Long. 7°, lin. :
Stalura-fere omnino praecedentis, paulo minus: depres-
sus, fusco-pubescens. Antennae capilis thoracisque longitu-
dine,, rufae, articulo tertio secundo: sesqui longiore. Caput
thorace vix angustius, omni parte parce. subliliter punctatum,
fronte anteriore sublaevi, nilida, utrinque ante oculos pro-
funde minus, erebre punctala, Thorax coleopteris vix angu-
tior, basin versus ‚subangustatus, lalitudine haud brevior,
lateribus subrectis, apice ulrinque subsinuatus, angulis ante-
rioribus acutiusculis, posterioribus leviter rotundatis,, subde-
pressus, dense subtiliter punctatus. Elytra thorace paulo,
longiora, eodemque etiam densius ruguloso-punctata., Abdo-
men dense punctalum, apice interdum rufescens. Pedes rufi.
Habitat in boreali Indiae or. parte, Dom. Bacon.
294. Pinophilus Javanus: Niger, griseo - pube-
scens, pedibus flavo-testaceis, capite poslice creberrime ru-
goso-punctato,, fronle anterius fere laevigala, ante oculos
utrinque vage fortiter punclata, Ihorace subquadrato, aequa-
liter dense punctato. Long. 6 lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 672. 7.
Exemplaria in insula Ceylan lecta a Javano typico abdo-
minis apice superne saepius, subtus plerumque rufo discedunt,
295. Pinophilus pallipes: Fusco-niger, fusco-
pubescens, pedibus flavis, capite postice confertim subtiliter,
ulrinque ante oculos parce fortiler, ihorace dense profundius
punctato, hoc subquadraio. Long. 5 lin.
Fusco -niger, nilidulus, parum convexus, fusco- pube-
scens, subtus fuscus. Antennae, capite ihoraceque : brevio-
res, flavo-testaceae, articulo lertio secundo sesqui fere lon-
giore, 4—10 sensim brevioribus, apice subinfuscatis. Caput
thorace paulo anguslius, omni parte disperse subliliter punctu-
latum, fronte anteriore sublaevi, utringue ante oculos parce
forliter punctata. Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine paulo longior, basin versus vix angustatus, lateribus
subrectis, basi apiceque truncatus, angulis anterioribus acu-
tiusculis, parum convexus, dense subtiliter sed profunde pun-
etatus. Elylra 'thorace paulo longiora, paulo fortius subru-
guloso -punctata. Abdomen basi confer!im, -apicem versus)
‚insbesondere der Insel Ceylan- 157
erebre' 'punctatum, longius fulvo-pubescens, ano rufescente,
subtus subirideum. Pedes flavo-testacei, coxis rufo-piceis.
Habitat in insula Ceylan.
296. Pinophilus planus: Deplanatus , niger, an-
tennis pedibusque rufis, capile minuto breviter triangulari,
sublaevigato , fronte anteriore utrinque punctis 4 profundis
seriatim positis impressa, thorace dense obsoletissime punctato.
Long. 5 lin.
Statura depressa, capite parum punctato, minuto etc. fa-
eile cognoscendus, tenuiter fulvo-pubescens. Antennae ru-
fae, articulo'tertio secundo paulo longiore , 4-8 apice sub-
infuscatiss‘ ‘Caput' minutum, breve, thorace angustius, depla-
natum‘, laevigatum, summa basi confertim punctulatum , 'po=-
sterius’ utrinque parce fortius punclatum , 'fronte 'anteriore
utrinque "punetis 4 profundis, subseriatim posilis 'impressa.
Thorax latitudine summa fere longior, 'apice eoleopterorum
latitudine, basin versus. leviter angustatus; apice utrinque
subsinualus, angulis anterioribus acutiusculis , posterioribus
rolundalis, depressus, dense obsoletissime punctatus. Elylra
thorace paulo longiora, creberrime distinctius: subruguloso-
punetata. Abdomen confertim punctatum,, segmento ultimo
toto , septimo sextoque apice rufis. Pedes cum coxis rufo-
brunnei.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore medio apice
triangulariter exeiso insignis.
‘Habitat in India orientali.
„297, Pinophilus depressus: Deplanatus ‚' subni-
tidus, brunneus, pedibus anoque rufis , capite piceo , densius
subtilissime viz perspieue punclulato et utrinque \disperse
fortius punctato , ihorace rufo -brunneo, confertissime 'subti-
lissime et crebre subtiliter punctato, elytris fuscis. Long. 4 lin.
"Corpus deplanatum,, fulvo-pubescens. Antennae capite
Ihoraceque fere longiores, articulis basalibus rufis, apicalibus
destaceis, intermediis apice vix infuscalis, secundo tertioque
subaequalibus, quarto praecedente paulo longiore. ' Caput
Ahorace 'paulo 'angustius, subtriangulare, depressum, 'piceum,
nitidum), postice parce, utrinque ante oculos cireiter 5-pun-
datum, fronte media anleriore sublaevigata, Thorax coleopte-
risı.paulo angustior, latitudine "paulo' longior,, 'basin versus
158 Kraatz:.die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
leviter. angustatus, \apice subemarginatus, angulis anterioribus
subrectis,, ‚posterioribus rolundatis, depressus,, basi -carinula
minuta subelevalus, tenuiter pubescens, lateribus' pilösellus.
Scutellum‘rufum , punctulatum. Elytra thorace paulo lon-
giora, confertim minus subtiliter subruguloso-punctata. . Ab-
domenvcrebre distinclius punctatum, fusco-brunneum, metal=.
lico-subyersicolor, segmentis singulis margine 'apicali rufis,
*subtus brunneum, apice rufum. Pectus brunneo-rufum.
Mas abdominis segmento; septimo. inferiore medio: apice
triangulariter. exciso insignis. i
Habitat in: Indiae parte boreali, Dom. Bacon.
2098: /Pinophilus lewcopwus:: Niger, griseo=-pube- u
scens;pedibus flavo-testaceis , capite postice' creberrime:rus
goso-punctato, fronte anterius subluevigata,, ante oculosutrin-
que ‚parce forliter punctala, Ihorace subquadrato;, rd |
dense: punclato., Long. 41, lin.
? Pinophilus pilicollis Motsch. Bull. de Mosc. 1857. 1V.
516.57.
Pin. Javano simillimus et»affinis, statura minore, fronte
ante 'oculos minus: vage punclata, punctis 'thoracis obsole+
tioribus abdomineque ' hand metallico- versicolore fere'unice
dislinelus.. Abdomen supra segmenlis 'singulis apice summo
piceo-rufis, segmenti sexti dimidia parte posteriore septimo+
que; toto) rufis,
Habitat-in Tranquebar, Dom. Westermann. ein
299. Pinophilüs picticornis: Niger, \griseo-pu-
bescens, opacus, capite nitidulo, omnium confertim subtilissime,
posterius parce obsolele, anterius parce fortiter punctato, tho-
race subquadrato , opaco, minus crebre. valdevobsolete, ely-
tris profundius confertim ‘punctatis, his brunneo-rufis ;'basi
nigris. «Long: 31/, lin.
Griseo-pubescens, thorace elytrisque opacis. eine
eapite thoraceque: breviores, arliculis duobus primis'testaceis,
3—7 apice,:8—11 fere tolis fuscis, quarlo tertioque' subae-
qualibus.,ı hoc; secundo sublongiore. Caput therace;; paulo
anguslius,.fronte anteriore Zota parce fortiter‘punctala, » Tho-
rax ‚coleopteris: vix anguslior,, subquadratus , omnium:con-
ferlissime -subüilissime et; minus. crebre ‘valde ‘obsolete' pun-
elatus, basin versus linea: longitudinali media tenui',parum
insbesondere der Insel Ceylan. 159
perspicua subelevatus. Elytra thorace paulo longiora, ‚con-
fertim ‚dislinclius punctata. Abdomen apicem: versus paulo
minus erebre punctalum, nitidulum , metallico-subversicolor,
nigrum, segmenti sexti tertia parte posleriore septimoque
toto rufis. Pedes testacei, coxis brunneis;
Habitat in insula Ceylan.
300. Pinophilus melanocephalus: Niger, niti-
dus, griseo-pubescens, thorace elytrisque sanguineis, ‚his basi
nigris, anlennis pedibusque rufis, posterioribus, femoribus apice
tibiisque nigris. Long. 41/; lin.
Motsch. Bullet. de Mosc. 1857. IV. 516. 58.
Corpus convexiusceulum , nigrum,, nitidum , griseo -pu-
bescens. Antennae rufae. Caput thorace paulo angustius,
erebre fortiter punctatum, fronte media laevi. Thorax co-
leopleris paulo latior , latitudine terlia parte 'brevior, basin
versus leviter angustatus, apice utrinque leviter emargina-
tus, angulis anterioribus acutiusculis, 'posterioribus rotunda-
is, leviter convexus, crebre profundius minus aequaliter
punctalus, dorso ntrinque longitudinaliter subimpressus, linea
angusta longitudinali media apicem versus evanescenle, basi
subelevata laevi. Scutellum punctatum, rufum. Elytra tho-
racis longitudine, minus crebre sed fortiter 'punctata , pone
seutellum subimpressa, sanguinea, basi et margine laterali
ultra medium nigris. Abdomen tolum nigerrimum, segmentis
‚anterioribus basi et lateribus crebrius' distinctius,' ultimis
subtiliter punctalis. Pedes antiei cum coxis toli rufi, poste-
riores femoribus apice tibiisque totis nigris.
Habitat in India orientali.
8301 Pinophilus brevis: Rufo-teslaceus, nitidu-
lus, fulvo-pubescens , abdomine brunneo, elytris Ihorace ca-
pileque crebre profunde punctatis , hoc fronte media ante
‚ooulos sublaevi. Long. 3 lin.
0 Rufo-testaccus (an immaturus ?), caput, thorax et ely-
Ira pube densa fulva erecta vestita. Antennae breves ,'ca-
‚pile vix' sesqui longiores, rufo-testaceae, articulo tertio paulo
‚breviore, 4—9 sensim paulo brevioribus, subobeonieis, 6-29
sublransversis, deeimo paulo longiore , ultimo subaequali,
Mandibulae apice. subtruncatae. ' Caput thorace 'angustius,
‚erebre forliter punelatum, plaga parva verlicis et mäiore me-
160 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dia ante oculos sublaevibus. Thorax coleopteris fere latior,
latitudine dimidio fere brevior, basin versus subangustatus,
apice utrinque subsinuatus, angulis anterioribus apice subro-
tundatis,, deflexis , posterioribus obtusis, leviter convexus,
erebre profunde minus subtiliter punctatus, basi carinula
brevi subelevatus. Elytra thorace paulo longiora eodemque
fortius punctata. Abdomen confertim distinetius punctatum,
brunneum, apice et infra dilutius. Pedes rufo-testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
302. Pinophilus rotundicollis: Niger, nitidus,
tenuiter pubescens, femoribus piceis, capite, plaga apicali
triangulari excepta, parce fortiter, thorace minus crebre pro-
funde punctato, basi cum laleribus rotundato. Long. 3%, lin.
Thoracis forma insignitus, nigerrimus, nitidus. Anten-
nae capile ihoraceque breviores, tenues, fusco-testaceae, ar-
tieulis 2 primis maiusculis, piceis, tertio secundo breviore
et multo angustiore, quarlo praecedente fere Jongiore, 5—10
sensim paulo brevioribus, ultimis testaceis. Caput thorace an-
gustius, nilidum. Thorax coleopterorum latitudine, longitudine
anlica terlia parte brevior, apice truncalus, basi cum lateribus
rotundatus, angulis anterioribus rectis, subdepressus, fortliter
minus crebre punctatus. Elytra thorace paulo longiora, cre-
brius fortiusque subanguloso-punctata. Abdomen distinetius
minus. crebre punctatum, segmentis ultimis apice vix pice-
scentibus. Pedes femoribus piceis, tibiis rufis, tarsis testaceis.
Mas abdominis segmento septimo inferiore medio apice
triangulariter exciso insignis.
Habitat in India orientali.
803. ‚Pinophilus melanomerus: Niger, nitidus,
tenuiter pubescens, femoribus nigro-piceis, capite inaequaliter'
crebre, thorace minus crebre fortiter punctato. Long. 3 lin.
Praecedente paulo minor, capite crebrius punctato, tho-
racisque forma facile distinguendus. Antennae capite thora-
ceque. breviores, simili modo constructae. Caput ihorace
angustius, medio apice sublaeve. Thorax coleopterorunn lali-
tudine, longitudine tertia parte brevior, lateribus subrectis,
pone, medium ‚anguslalus, apice truncalus, angulis anteriori-
bus rotundalis, posterioribus.valde obtusis, subrotundatis, 'pa-
Tum convexus , crebre inaequaliter fortiter 'punctatus , apice
insbesondere. der. Insel ‚Ceylan. 161
utrinque -plaga parva laevigata, basi plicula minuta eleya-
tus, ulrinque modice impressus. Elytra thoracis longitu-
dine’ eodemque: crebrius forliusque punctata, apice picescen-
tia. Abdomen crebre minus subliliter punctatum, sublus apice
piceo-rufum, segmentis singulis summo apice piceo -rufis.
Pedes femoribus omnibus nigro-piceis, apice tibiisque anle-
rioribus piceo-rufis, tibiis posticis tarsisque rufis.
Mas abdominis segmento seplimo inferiore apice leyiter
emarginalo insignis.
Habitat in India orientali.
304. Pinophilus (?) brachypterus: Niger, ni-
tidus, pedibus rufis, Ihorace parce minus subliliter punctato,
elytris hoc duplo brevioribus, crebre fortiter punctatis. Long.
23/, lin.
Habitus peculiaris, statura angusta, corpus griseo-pu-
bescens. Antennae capile duplo longiores, testaceae, arli-
eulis duobus primis maiusculis, infuscatis, tertio secundo duplo
fere breviore et angustiore, quarlo praecedente paulo lon-
giore, 5—10 sensim paulo brevioribus. Mandibulae rufae,
edentatae. Caput thorace paulo angustius, nitidum, vage in-
aequaliter subtilissime punctulatum , utrinque punctis circiter
6 impressum, duobus iuxta oculos, singulo ad antennae basin,
tribus alıis subseriatim positis. Thorax coleopteris. paulo
latior, latitudine plus sesqui longior, basin versus vix angu-
Status, lateribus subrectis, basi apiceque truncalus, angulis
anterioribus rectis, posterioribus parum oblusis, subrotunda-
tis, leviter convexus, minus crebre modice profunde puncta-
fus, dorso basin versus utrinque longitudinaliter subimpres-
sus, Jinea longitudinali basali media sublaevi parum elevata.
Seutellum punctatum. Elytra thorace duplo breviora eodem-
que crebrius forliusque punctala, apice coniunclim leviter
emarginala. Abdomen elongatum , subeylindricum, apice
acuminalum, crebre dislinetius punclatum, longius fulvo-pu-
bescens. Pedes rufi, posteriores femoribus tibiisque subfu-
scis, anlici femoribus valde incrassalis.
Exemplar unicum in insula Ceylan lectum.
Die Gestalt der einfach sichelförmigen Mandibeln, wel-
ehe in der Mitte nicht mit einem starken Zahne bewaffnet
sind, lässt darauf schliessen, dass die weitere Untersuchung
Archiv [ Naturgesch, XXV Jahrg. 1 Bd. 11
162 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
der Mundtheile, welche bei dem einzigen vorhandenen Exem-
plare nicht wohl vorgenommen werden konnte , die Abson-
derung des Käfers von dieser Gattung rechtfertigen wird,
zu der er einstweilen gestellt ist.
65. Stenus Latreille.
Precis des caract. p. 77.
l. Species tarsorum articulo quarto simplice,
abdomine marginato.
305. Stenus rugicollis: Niger, nitidus, palpis
tolis pallidis, antennis medio ferrugineis basi apiceque fuscis,
pedibus rufo-testaceis, geniculis el unguiculis fuscis, Ihorace
oblongo Iransversim punctato-ruguloso. Long. 2 lin.
Steno sylvestri vix brevior sed anguslior et multo gra-
eilior, niger, nitidus, parce subtiliter pubescens, palpis tolis
pallidis sat excellens. _Antennae,modice elongatae, arliculo
terlio quarto paulo longiore, 4—6 sensim brevioribus. Caput
coleopleris fere latius, crebre ruguloso - punctatum, fronte
ulrinque profunde impressa, inlerstitio elevalo,.basi interdumm
laeviusculo. Thorax basi coleopteris plus dimidio angustior
iisdemque paulo longior, anle medium modice, rotundalus,
leviter convexus, transversim (punclalo-) rugulosus. Coleo-
ptera subquadrata, fortiter rugoso-punclata , sulura angusle
impressa. Abdomen apicem versus forliter anguslatum, niti-
dum, segmenlis 2—5 in media basi plicula elevalis, apice
sublaevigalis, segm. sexto parce obsolete punctato. _ Pedes
graciles, tarsi poslici arliculo primo sequenlibus 3 coniunclim
longitudine aequali.
Habitat in India orientali.
306. Stenus cariniger: Motsch. Bull. de Mos-
cou 1857. IV. 513. 50.
Habilat in India orientali.
307. Stenus vilis: Niger, subnitidus, griseo -pu-
bescens, palpis fuscis , articulo primo testaceo, pedibus fer-
rugineis, fronte planiuscula , thorace oblongo, aequali, coleo-
pleris paulo longiore. Long. 11), —1'/, lin.
Steno fuscipedi valde. similis et affinis, ihorace basin '
versus paulo minus angustato, elylıis paulo brevioribus ab-
insbesondere der Insel Ceylan, 163
domineque minus crebre et subtiliter punctato fere unice
' distinetus.
Habitat in India orientali.
I. Species tarsorum articulo quarto bilobo,
abdomine immarginato.
308. Sienus bivulneratus: Motsch. Bull. de
Mosc. 1857. IV. 514. 51.
Habitat in India orientali.
309. Stenus barbatus: Elongatus, aeneo -niger,
nitidus, punctatus, sparsim pubescens , pedibus palpisque al-
bidis, ore coxisque testaceis, antennis brunnescentibus. Long.
21/, lin. ‘
Nietner Entomol. Papers 20. 15.
Caput thorace terlia parte latius, fronte costis 3abbre-
vialis, anlice albido-pubescens.- Antennae art. 3-0 sequen-
tium 2 fere longitudine, 3 ultimis elongatis, elliptieis. Palpi
max. elongati apice densius pubescentes. Thorax cylindri-
cus medio leviter incrassatus, basi subquadratus. Elytra
thorace paulo longiora, sed fere duplo latiora, convexa,
ovata. Abdomen immarginalum. Pedes elongati tenues,
tibiis apice tarsisque fortiter setosis, his art. 4to profunde
bilobo,
In lacus Colomb. ripis specimina nonnulla legi (Nietner).
Species mihi invisa.
310. Stenus piliferus: Motsch. Bull. d. Mose,
1857. 1V. 514. 52.
311. Stenus basicornis: Nigro-subaeneus, nitidus,
omnium minus crebre punctalus, palpis, pedibus antennisque
pallide testaceis, his arliculis duobus primis leviter infuscatis.
Long. 2’/, lin.
Steno oculato vix longior sed multo gracilior, St. bar-
bato allamen brevior alque robustior, punctis parce posilis
facile cognoscendus. Antennae graciles, vix clavatae. Ca-
put coleopteris vix angustius , parce fortiter punctatum, fronte
iuxta oculos ‚longitudinaliter subimpressa, interstitio 'plano.
Thorax eoleopteris duplo fere angustior , latitudine dimidio
longior, lateribus ante medium levissime rotundatus, mi-
164 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
nus erebre profunde punclatus, interstitiis Jaevigatis. ""Coleo-
ptera subquadrata, convexiuscula. Abdomen coleopteris 'paulo
anguslius, omnium parce, basi parum profunde, apice sub-
tilissime punctatum.
Exemplar unieum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
312. Stenus‘bispinus Motsch. Bull. d. Moscou
1857. IV. 514. 43.
Statura fere St. cicindeloidis sed paulo anguslior, ab-
domine spinis duabus leviter deorsum incurvalis armalo
insignis.
Habitat in India orientali.
313. Stenus cribellatus Motsch. Bull. d. Mose.
1857. IV. 515. 54.
Habitat in India orientali.
314. Stenus brachypterus: Nigro - subaeneus,
fere eylindricus, nilidus, antennarum basi, palpis pedibusque
testaceis, elytris thorace dimidio fere brevioribus, crebre for-
liter subrugulose punctatis. Long. 2 lin.
St. impresso vix longior sed multo angustior, pube sub-
tilissima albida pareius adspersus. Antennae graciliores,
basi testaceae, apicem versus ferrugineae, clava fuscescente.
Caput thorace duplo latius, crebre fortiter sed parum pro-
funde punctatum , fronte leviter excavata media subelevata.
Thorax basi coleopterorum basi vix angustior, latitudine 'ba-
seos duplo fere longior, posterius magis anguslalus , crebre
forliter, subrugulose punctatus. Coleoptera thorace dimidio
fere breviora , posterius sensim laliora, apice fortius emar-
ginata. Abdomen elongatum, lateribus sublilissime margina-
tum (quare potius immarginalum nominandum)-segmentis an-
terioribus minus crebre et subtiliter, ‘'posterioribus' parce
subtilissime punctatis. Pedes flavo-testacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
315. Stenus tricarinatus: Niger, nilidus, pedi-
bus antennisque testaceis‘, his clava illis genubus fuscescenti-
bus , fronte carinulis 3 laevigatis, Ihoraceque carinula media
utrinque abbreviata laevi elevalis, 'crebre fortiter punctalis,
interstitiis planis. . Long. 1'/ lin. ni
Habitu Steno contracto subsimilis, sed duplo fere 'maior,
thorace laliore, pube:brevi albida parcius vestitus. -Anten-
insbesondere der Insel Ceylan. 165
nae ‚modice elongatae ‚ testaceae, articulis ultimis‘ 5, fusces-
centibus, tertio quarto paulo longiore. , Caput, thorace paulo
latius, fronte,utrinque profundius. impressa, interstilio lato,
elevato, laevi,' antrorsum ‚angustato, lateribus iuxta marginem
oeulorum interiorem vix minus quam interstilio elevalis, lae-
vigatis. ‚ Thorax basi' coleopteris vix. duplo angustior, lon-
gitudine fere latior, lateribus parum rolundalis, leviter con-
vexus, crebre minus subtiliter punctatus, carinula media sub-
elevata plagisque duabus longitudinalibus, irregularibus lae-
vigatis. Coleoptera: sat ampla, subquadrata, Abdomen, basi
coleopteris haud multo angustius, apicem versus modice
allenualum, segmenlis anterioribus (2, 3) forliter, posterioribus
(4-6) subtilissime punctalis. Pedes albo-testacei, geniculis
fuscescentibus, tibiis apice tarsisque rufo-testaceis.
Mas, ‚abdominis ‚segmento septimo infero apice medio
subtiliter triangulariter, exeiso,) sexto' apice subemarginato.
Habitat in India orientali.
316. Stenus lacertoides: Robustus, nigro-aeneus,
dense profundeque punctatus subtus sparsissime pubescens,
pedibus palpisque testaceis, femoribus apice nigrescenlibus,
anlennis oreque castaneis. Long. 11/; lin.
Nietner Entomological Papers p. 21, 16.
Caput thorace Qquarla parte latius, fronte. 2-costata.
Antennae robuslae articulo tertio quarto paulo longiore, 9—10
globosis, ultimo conico.; Thorax, eylindricus, medio, fortius
incrassatus, latitudine quarta parte longior, margine anteriore
eleyato, basi subquadratus. Elytra thorace longiora, convexa,
humeris, prominentibus. Abdomen immarginatum. . Tarsi art.
quarto profunde bilobo,
0 In.prov. oceid. stagnorum ripis rarius occurrit. (Nietner).
317... Stenus acuminatus:,Nigro-aeneus,, nitidulus,
omnium confertim minus subtiliter subrugulose punctatus, an-
tennis pedibusque saturate rufo- testaceis, illis clava his ge-
niculis tarsisque fuscescentibus , thorace abdominegue angu-
slis, coleopteris latis. Long. 1',, lin.
Corpus pube brevi 'albida vestitum. Antennae modice
elongatae, basi concolores, articulo terlio duobus sequenti-
bus coniunctim paulo breviore., Caput thorace duplo fere,
eoleopteris paulo angustius, fronte media vix elevata. Thorax
166 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
latitudine dimidio fere longior, lateribus ante medium leviter
rotundatus, leviter convexus, linea longitudinali media vix
impressus, Coleoptera thorace duplo latiora, convexiuscula,
sutura magis minusve impressa, thorace paulo fortius et mi-
nus crebre punctata, interstitiis subrugulosis. Abdomen an-
gustum, apicem versus sensim attenuatum, segmento Octavo
saepius conspicuo, apice emarginato.
Mas abdominis segmento seplimo infero apice leviter
triangulariter exciso, sexto subtus longitudinaliter subimpresso,
medio apice tuberculis duobus minimis subelevato.
Habitat in insula Ceylan.
318. Stenus fulvescens Motsch. Bull. de Mosc.
1857. IV. 515. 55 et
319. Stenus pictus Motsch. Bull. de Mosc. 1857.
IV. 515. 56. habitant in India orientali.
66. Osorius Leach.
"Latr. Regn. Anim. IV. p. 438.
320. Osorius rugiceps: Niger , nitidus , fronte
basi excepla crebre longitudinaliter rugosa, thorace elytrisque
parum crebre et subtiiter pumctatis. Long. 5 lin.
Antennae capite vix longiores, piceae. ' Caput thoracis
latitudine, antrorsum leviter angustatum, margine apicali’ vix
emarginato, medio subliliter crenulato , supra omnium dense
longitudinaliter strigosum, basi tantum laevigatum. Thorax
latitudine antica brevior, basin versis sensim angustatus, basi
coleopteris angustior, minus crebre et subtiliter punctatus,
linea longitudinali media laevi. Elytra thorace longiora.
Abdomen parce punctatum, punctis exasperatis, lateribus parce
transversim strigosum. Pedes picei.
Habitat in India orientali.
Huic valde affınis videtur species javanica:
321. Osorius rugifrons: Nigro-piceus, nilidus, fronte
dense longitudinaliter rugosa, thorace elylrisque. crebrius sub-,
tiliterque, abdominis segmentis crebre punctatis. Long. 4°/; lin.
Erich:s. (Gen. ‚et Speo, Stapbyl, 756, 6.
Br
u AZ Dre de rn DE Er a
insbesondere der Insel‘ Ceylan. 167
322%. Osorius rugicollis: Nigro-piceus, nitidus,
eapite basi excepta thoraceque linea longiludinali media ex-
cepta crebre longitudinaliter rugosis, elytris parce irregulari-
ter punctatis, abdomine crebre punctato, punctis exasperatis.
Long. 4 lin.
Antennae capite paulo longiores, tenues. Caput thorace
paulo angustius, apice utrinque in spinam longiorem, porre-
etam. productum. Thorax Jatitudine antica brevior, basin
versus angustalus, capite paulo. minus crebre rugosus, lateri-
bus pone medium oblique impressus. Elytra thorace paulo
longiora, humeris basique ad suluram subelevatis.. Abdomen
fulvo-pilosum. Pedes rufi.
Habital in insula Ceylan,
Descriptionem larvae, a Dom. Nietner benevole com-
municalae, huc; addo:
Corpus elongalum, subeylindricum, anterius paulo angu-
stius. Caput prothorace paulo latius, subrotundatum, parum
convexum. Antennae supra mandibularum. basin insertae,
4-arliculati, arliculo primo brevissimo, tertio secundo dimi-
dio fere longiore, apice interne processu minuto aucto , ar-
tieulo quarto hoc laliore et: plus: duplo longiore. Clypeus
fere truncatus. Labrum medio apice leviter‘ productum, an-
gulis anterioribus acutis. Ocellus utrinque unicus. Mandi-
bulae breviusculae, falcatae, apice acuminatae , ante apicem
leviter emarginalae, intus(fortius setosae. Maxillae oblon-
gae, fere liberae,.palpis 4-articulatis, articulo primo brevis-
simo, secundo terlio plus dimidio breviore, quarto praece-
dente paulo longiore, sensim acuminato. Labium mento apice
Iruncato, ligula leviler producta, palpis biarticulatis, arliculo
Primo crassiusculo, secundo minulo, brevi, subulato. Pro-
Ihorax segmentis duobus sequentibus- paulo longior et lalior,
latitudine plus duplo brevior. Abdomen segmentis apicem
versus paulo latioribus, caudis analıbus biarliculatis, arliculo
Primo elongato, secundo minuto duplo fere angustiore. Victus
in arboribus putrescentibus.
"Die wenigen Angaben, welcheCoquerel über die von
ihm beobachtete und (Annal. de France 1848. pl. 7. fig. 3 a-e)
abgebildete Larve des Osorius ineisierurus macht, stimmen
im Wesentlichen mit den meinigen überein ; die Mandibel in
168 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
der Zeichnung: ist etwas vorgezogen, die Borsten anı dersel-
ben sind wahrscheinlich zu lang angegeben; «das von Co=
querel dargestellte dritte Glied der Abdominalanhänge) ist
wohl eher als die abgesetzte Spitze des zweiten Gliedes zu
betrachten.
323. Osorius puncticollis *): Piceus, ‚\antennis
pedibusque rufis, capite basi excepta: (lateribus longitudina-
liter) rugoso, thorace' confertim fortiter punctato., linea. lon-
gitudinali media, angusta, subelevata laevi. Long, 3’/,—4 in:
Antennae capite paulo longiores, tenues. Caput'thorace
vix angustius, apice leviter emarginatum, margine'medio>cre-
nulato, intra oculos longitudinaliter rugosum, 'fronte-anteriore
confertim rugulosa, verlice medio puncto profundo 'impresso.
Thorax pone medium confertim punctatus‘,punctis 'plerisque
exasperalis. Elytra crebre modice profunde: punctata,ı Ab-
donien fulvo-pilosum -erebre punctalum, 'punclis' exasperatis.
Habitat in Indiae orientalis parte boreali,; Dom.’ Bacon«
324. Osorius rufipes Motsch:: Bullet. de Moscou 1857.
IV. 508. 38. et
325. Osorius punctulatus Motsch. loc. cit. 508.39,
326. Osorius rufipennis Motsch. loc. 'cit. 508. 40.1
habitant in India orientali.
67. Bledius Leach.
Mannerh. Brachelytr. p. 44.
397. Bledius tuberculatus: Niger, opacus, an-
tennarum basi, pedibus elytrisque pallide testaceis, his basi
suturaque infuscatis, thorace subtilissime alutaceo, crebre
subtiliter punctato, canaliculato, fronte apice bidenticulata,
antennarum basi maris elevata. Long. 2'/, lin.
Staphylinus tuberculatus Fabr. Ent. Syst. Suppl. 181. 4950.
Syst. El. II. 601. 62.?
Bl. verri valde aflinis, paulo maior, magis opacus, tho-
u
*) Ad individuum minus maturum forsitan referendus:
Staphylinus brunnipennis: Niger, obscurus, elytris pedi-
busque brunneis. i
Fabr. Syst. El. II. 596. 31.
Bledius brunnipennis Erichs: Gen. et’Spec. Staphyl.' 779. 3a i
insbesondere deı Insel Ceylan. } 169
race crebre elytris creberrime distinctius punctatis, ceterum
huie' speciei statura et colore simillimus.
Mas antennarum artieulis tribus primis elongatis et ab-
dominis segmento septimo infero. medio apice leviter pro-
ducto,, octavo profundius ‚triangulariter exeiso insignis.
Habitat in insula Ceylan.
328. Bledius gracilicornis: Niger, nitidulus, an-
tennarum. basi, pedibus elytrisque pallide testaceis, his basi
suturaque infuscatis,, thorace vix alutaceo , crebre punclato,
canaliculato,, fronte apice, bidenticulata, antennarum basi
maris elevata. Long. 1°/;. lin.
Statura. minore thoraceque nitidulo facile a praecedente
distinguendus, ceterum ei simillimus.
Habitat in insula Ceylan.
329. Bledius ‚bispinus: Nigro-piceus , ıantennis,
ore pedibusque rufis, thorace opaco, obsolete ‚minus crebre
punctato , canaliculato, elytris crebre modice profunde pun-
elatis. Long. 2 lin.
Colore fere Bl. femoralis sed paulo maior et robustior.
Corpus subtiliter griseo-pubescens. Antennae braeviusculae
tenues, tolae rufae, articulo secundo tertioque subaequalibus,
5—10 sensim latioribus. Caput thorace angustius, opacum,
mandibulis ferrugineis, fronte apice utrinque dente subtilis-
simo armala. Thorax pone medium coleopteris sublalior,
apicem versus leviter angustatus, convexus, alutaceus, sub-
filiter canaliculatus, parum profunde punctatus. Elytra I!ho-
race paulo longiora, picea, nitidula. Abdomen nitidum, vix
alutaceum, subtus apicem versus piceo-rufum. Pedes cum
coxis rulfi.
Mas abdominis segmento sexto infero medio apice sub-
emarginalo, utrinque spina valida armalo,, seplimo medio
apice leviter producto, octavo profunde triangulariter inciso.
© Habitat in India orientali.
330. Bledius pulchellus: Piceus, nilidus, antennis,
pedibus elytrisque apice late pallide testaceis, thorace piceo-
rufo, crebre subtiliter punctato, canaliculato, Long. 1t/, lin.
Corpus subtiliter griseo - pubeseens. ' Antennae graci-
liores, rufo-testaceae, articulo terlio quarloque eoniunctim
secundo paulo longiore. Caput thoracis lalitudine, crebre
170 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
ruguloso-punctatum , nigro-piceum , antennarum basi elevata
et mandibulis ferrugineis. Thorax coleopteris vix angustior,
lateribus ante medium parallelis, angulis anterioribus rectis.
Elytra thorace terlia parte longiora, picescenlia, minus ere-
bre subtiliter punctata, apice late albo- emarginata. Abdo-
men nitidum, piceum, basin versus piceo-rufum. Pedes cum
coxis pallide lestacei.
Mas (?) abdominis segmento seplimo medio'apice levi-
ter producto.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
331. Bledius dilutipennis: Piceus, anlennis, pe-
dibus elytrisque pallide testaceis, his ipsa basi suluraque in-
. fuscatis, thorace crebre punclato, parum nilido, canaliculato.
Long. 1 lin.
Motsch. Bull. de Mose. 1857. IV. 507. 57.
Habitat in India orientali.
68. Phatysthetus Mannerh.
Brachelytr. p. 46.
332. Platysthetus spectabilis: Piceus, nitidus,
ore, antennis elytrisque rufis, pedibus pallide testaceis, fronte‘
maris apice longius bispinosa, capite thoraceque crebre sub-
tiliter punclatis, hoc canaliculato. Long. 2 lin.
Pl. spinoso paulo longior, praeserlim angustior, colore
sat distinctus, Antennae capite thoraceque longiores ,. arti-
culo secundo lertioque subaequalibus , 5—10 sensim paulo
lalioribus, vix transversis, ullimo praecedentibus duobus con-
iunetim longiludine aequali. Caput (maris) 'thorace lalius,
piceum, palpis, spinis frontalibus et mandibulis rufis, his apice
fuseis, verlice medio obsolete: foveolato , linea collarii semi-
eirculari impresso. Thorax coleopterorum latitudine, basin
versus sensim modice anguslalus, canalicula, media modice
profunda, lateribus ante medium ‚leviter impressus.| /Elytra
thorace haud longiora, parce subtiliter irregulariter punclata.
Abdomen nitidum, griseo-pilosellum, basin versus magis | mi-
nusve iinspiceuns
Mas abdominis segmento sexto infero media ‚basi tu-
berculo elevato.
Habitat in Indiae orientalis parte borsali, Dom. Bacon.
insbesondere der Insel Ceylan. 171
333. Platysthetus crassicornis Motsch. Bull.
d. Mose. 1857. IV. 506. 32.
334. Platysthetus testaceus Motsch. loc. cit.
506. 33.
Habitant in India orientali.
69. Osytelus Grav.
Mannerh. Brachelytr. p. 47.
335. Ozytelus lividus: Ochraceus, fere opacus,
fronte nigro-picea impunctala, media plana , postice lineola
impressa, thorace obsolete trisulcato. Long. 2'/, lin.
Motsch. Bullet. de Mosc. 1857. IV. 503. 25.
Oxytelo nigrieipiti colore et habitu valde alffinis sed
mulio maior, fere opacus.
Habitat in India orientali (sec, Motschulsky); in insula
Ceylan haud infrequens.
836. Oxytelus Bengalensis: Testaceus , parum
nitidus, fronte nigro - picea, leviter trisulcata , poslice sulco
transverso profundiore notala, ihorace rufo-testaceo , dorso
trisulcato. Long. 2'/, lin.
Erichs. Gen. et Spec. Staphyl. 789. 6.
Ab Ox. nigricipite fronte poslice transversim: sulcata
dislinctus videtur. .
Habitat in Bengalia, Mus. Dom. Hope.
337. Ozxytelus nigriceps: Testaceus , nilidulus,
capite fere Loto nigro -piceo, fronte media basi subelevata
lineolaque impressa, thorace rufo-testaceo, elytris sulura in-
fuscata. Long. 1°/, lin.
Satura fere Ox. sculpturati. Antennae rufescentes, basi
lestaceae, art. 5 penultimis modice transversis. Palpi testacei.
Caput thorace ‚vix anguslius, fronte depressa, postice obso-
lete punctata, basi media leviter elevala et foveolata, mar-
gine anteriore testaceo. Thorax coleopteris vix angustlior,
latitudine plus dimidio brevior, obsoletius longitudinaliter
sirigosus, dorso trisulcatus, sulcis exterioribus leviter flexuo-
sis, lalioribus, intermedio angustiore sed profundiore, rufo-
testaceus, niudulus, margine summo laterali et basali nigri-
eanie, Elyira Ihorace paulo longiora, subtiliter longitudina-
172 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
liter‘ strigosa, 'subtiliter interpunctata, testacea,. circa 'suturam
semper , prope angulum apicalem exteriorem plerumque; in-
fuscata. Abdomen impunctatum, nitidulum. Pectus 'rufo-te-
staceum. Pedes testacei.
Habitat in India orientali' et..in.insula Ceylan.
338. Oxytelus varipennis: Niger, nitidus, an-
tennarum basi, pedibus elytrisque ‚pallide testaceis, his disco
magis minusve infuscatis, fronte aequali, minus crebre obso-
lete punctata, thorace trisulcato, sulcis angustis. Long.
1?/, lin.
Oxytelo piceo minor et angustior. Antennae graciles,
articulis ‘4 primis testaceis, 5 penultimis fuscis leviter trans-
versis. Caput lhoracis lalitudine , fronte posterius aequali,
media basi maris obsolete feminae nullo ımodo foveolata,
Thorax coleopterorum latitudine, longitudine plus dimidio
brevior, basin versus leviter angustatus, angulis posteriori-
bus obtusis, lateribus conferlim striolatus, dorso parcius pa-
rum‘profunde punctatus, 3-sulcatus, suleis angustis, latitu-
dine subaequalibus, exterioribus modice arcuatis., .Elytra
thorace ‘paulo longiora, confertin basin versus obsoletius
strigosa, subliliter punctata. Abdomen piceo-nigrum, im-
punctalum. Pedes cum coxis pallide testacei.
Mas abdominis segmento sexto infero medio apice in
spinam apice Iruncatam producto.
Habitat. in insula Ceylan.
339. Ozxytelus flavipennis: Piceus, nitidus, ab-
domine saepius fusco, antennarum basi, pedibus elytrisque te-
staceis, [ronte sparsim punctata, anlice sublaevi, utrinque
longitudinaliter impressa, media basi. leviter elevata, distin-
ctius foveolata, thorace profundius trisulcato, inlerstitüs sub-
laevibus,, lateribus. minus crebre. fortiter, punctatis.. Long.
1Y, lin. f j
Oxytelus incisus Motsch. Bullet. ‚de Mosc.. 1857. IV.
504. 27.2 ;
Colore fere Ox. picei, sed multo minor, statura angu-
sta. Antennae longiusculae et validiusculae , articulo tertio,
quarto duplo fere longiore, 4—10 rufis, sensim pauloilatio-
tibus, modice ‚transversis.. Palpi.testacei. ' ‚Caput.-ihorace!
vix anguslius.. Thorax. lateribus.\subtilissime vix perspicwe)
insbesondere der Insel Ceylan. 173
erenulatus , apice coleopteris vix angustior, latitudine dimi-
dio brevior, basin versus leviter angustatus, angulis poste-
rioribus 'oblusis, subrolundatis, parum convexus , profunde
trisulcatus, suleis subaequalibus,, exterioribus perparum ro-
fundatis. Elytra !horace vix longiora, minus erebre et sub-
tiliter punctata, parce longitudinaliter rugosa. Abdomen sub-
tilissime eoriaceum, nitidulum, sublus fere totum rufum. Pe-
etus piceum. Pedes cum coxis testacei.
Mas latet. Fem. abdominis segmento sexto supero septli-
moque infero apice leviter emarginatis, hoc triangulariter
illo rotundatim.
Habitat in India orientali.
340. Oxzytelus ferrugineus: Ferrugineus, nitidus,
antennarum basi pedibusque pallide testaceis, fronte planius-
cüla, minus erebre punctata, anlice sublaevi, media basi li-
neola parum profunda impressa, thorace profunde trisulcato,
interstitüis parce lateribus minus crebre distinctius punclatis.
Long. 1',,—1?/; lin.
Colore et slalura angustiore facile cognoscendus. An-
tennae arliculis 6 penultimis infuscatis , leviter transversis.
Caput thoraeis latilıdine aut (feminae) eodem paulo angu-
stius, fronte planiuscula, media basi haud elevata. Thorax
apice coleopterorum basi fere latior, latitudine dimidio bre-
vior, basin versus anguslalus, lateribus ante medium rotun-
dalus, angulis anterioribus fere rolundalis, posterioribus ob-
tusis, parum convexus, rufo - ferrugineus, margine summo
laterali apiealique nigricante, utringue intra suleum exterio-
rem et marginem linea obliqua inaequali impressus. Elytra
‚erebre, versus lalera obsolelius longitudinaliter rugosa et in-
terpunelata, ferruginea, margine antico, humeris et margine
Iaterali magis minusve rufo-lestaceis. Abdomen laevigatum,
segmenlis singulis rufo-lestaceis, basi infuscalis.
© Mas abdominis segmento sexto infero medio apice ob-
solete bituberculato, seplimo subemarginato, lateribus in spi-
nam sublilissimam productis.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens ; in India
orientali.
341. Oxytelus pulcher: Testaceus, nitidus, fronte
Planiuseula, subtilissime alutacea, opaca, plaga semicirculari
174 Kraatz: die Staphylinen- Fauna von Ostindien,
apicali laevigata, media basi lineola impressa, thorace forti-
ter transverso, crebre fortiter punclato , Irisulcato , sulcis
lateralibus parum arcuatis , ulrinque abbrevialis, interstiliis
anguslis. Long. 1'/, lin,
Speeies breviuscula fronte plana, opaca, anlice laevigata
sat distineta. Antennae tenues, graciles, rufae, basi testa-
ceae, articulis 5 penullimis vix transversis. Caput thorace
paulo latius. Thorax latitudine fere duplo brevior, basin
versus leviter angustalus, angulis anterioribus aculiusculis,
posterioribus obtusis. Elylra th orace paulo longiora, crebre
minus subtiliter longiludinaliter rugosa et interpunctata. Ab-
domen laevigatum.
Habitat in India orientali.
342. Ozytelus rufus: Rufulus, subnitidus, fronte
confertim subtiliter striolata, antice laevi, intra oculos lon-
gitudinaliter impressa, media basi parum elevata, obsolete
foveolata , thorace forliter transverso, minus profunde tri-
sulcato, crebre striolato punclatoque, Long. fem.: 1, mas
11/, lin,
Statura breviuscula, colore sat insignis, ex affinilate
Ox. complanati. Antennae breviusculae, rufae, articulo tertio
seceundo breviore, 4—6 subaequalibus, 7—10 foriiter trans-
versis , sensim paulo lalioribus. Caput maris thorace haud
. latius alttamen maius, feminae paulo angustius , rufum, basi
interdum praesertim in feminis infuscatum. Thorax apice
coleopterorum basi latitudine subaequalis, longiludineque
duplo latior, basin versus leviler angustatus, angulis poste- -
rioribus parum obtusis, nullo modo rotundatis, suleis parum
profundis, utrinque intra sulcum exteriorem et marginem la-
teralem anterius profunde impressus, rufo-testaceus, confer-
tim striolatus, nilidulus. Elytra thorace paulo longiora, cre-
bre minus subtiliter striolata et interpunctata, apicem versus
saepius subinfuscata. Abdomen laevigatum, testaceum, seg-
menlis singulis summa media basi picescentihus.
Mas abdominis segmento septimo infero apice leviter
emarginalo.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
343. Ozytelus thoracicus: Rufo-testaceus, nili-
dus, fronte subaequali, ihoracis parce subliliter punciato,
insbesondere der Insel Ceylan. 175
medio late leviter excavato lineaque media longitudinali sub-
tilissima impresso. Long. 1'/, lin.
Motsch. Bull. de Mosc. 1857. IV. 504. 28.
Habitat in India boreali.
344. Oxytelus exasperatus: Niger, subnilidus,
pedibus testaceis, fronte confertim striolata, anteriore laevi,
media basi in maribus lineola impressa, thorace crebre mi-
nus subtiliter striolato, dorso trisulcato, sulcis exterioribus
medio subangulatis, elytris fusco -testaceis , circa scutellum
fuseis. Long. 11,,—1?/, Hin.
Ox. complanato vix brevior sed angustior. Antennae
longiusculae basi fuscae, articulo tertio includentibus lon-
giore, 4-10 fusco-nigris, 5—10 sensim paulo latioribus,
leviter transversis. Caput maris thorace maior, feminae
minutius, mandibulis fuscis, fronte posterius conferlim striolata,
parce parum dislinete punctata. Thorax coleopteris paulo
angustior, lalitudine plus dimidio brevior, basin versus levi-
ter angustatus, lateribus vix rolundalis, angulis posterioribus
parum obtlusis, subdepressus, sulcis obsoletis exterioribus,
posterius sensim evanescenlibus, sulco intermedio anterius
latiore, lateribus medio transversim impressis. Elytra Iho-
race paulo longiora, crebre fortiter punctata, punclis exa-
speratis. Abdomen nigrum, nilidum.
Habitat in insula Ceylan rarior.
395. Ozytelus micans: Niger, nitidus , antenna-
rum basi, pedibus elylrisque pallide testaceis, his parce sub-
filter punctatis, fronte minus depressa, parce subtilissime
Punclata, Ihorace dorso trisulcato, sulcis anguslis, profundis,
ezlerioribus leviter arcualis, ulringue abbrevialis. Long.
1%, lin.
— Statura angusliore et riehäbie Platysthetis minoribus
subsimilis. Antennae artieulis 4 primis rufo- -testaceis, 5—10
füseis, sensim Jlatioribus, penultimis fortiter transversis.
Palpi ferruginei. Caput thorace paulo angustius, nigrum,
parlibus oris rufis, mandibulis longioribus, porrectis, fronte
intra inserlionem anlennarum sola transversim impressa.
Thorax coleopterorum latitudine et: hac dimidio brevior, ba-
sin versus leviter angustalus, dorso parcius subtilissime, ver-
176 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien ,
sus latera distinetius punctatus, suleis angustioribus, modice
profundis. Elytra thorace paulo longiora. Abdomen nigrum,
nitidum. /
Habitat in insula Ceylan rarissimus.
346, Ozxytelus puncticeps: Niger, nilidus, pedi-
bus testaceis, his crebre dislinclius punclatis, vix striolatis,
fronte minus crebre et. subtiliter punclala, ulringue longitudi-
naliter subimpressa, media basi linea longitudinali subnotata,
Ihorace trisulcato, sulcis nullo modo abbreviatis. Long. 1 lin.
Ox. nilidulo paulo robustior. Antennae breviusculae,
arliculo primo fusco-piceo, secundo terlioque fusco-ferrugi-
neis, hoc. duplo breviore, minimo, 4—10 sensim paulo latio-
ribus, nigro-piceis, ullimo maiusculo. Palpi nigro-picei. Ca-
put ihorace paulo anguslius. Thorax coleopterorum latitu-
dine et hac dimidio brevior, basin versus leviter angustalus
lateribus leviler rolundalis, angulis posterioribus oblusis, le-
viter convexus, sulcis profundis, subaequalibus, interstitiis
anguslis, Jaevibus, lateribus profunde punclatis, linea obliqua
media sat profunda impressis. Elytra thoracis longitudine,
margine ad angulum apieis exteriorem fuscescente. Abdomen
nigrum nilidum,
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
347. Oxytelus pygmaeus: Niger, fere opacus,
sordide testaceus, capite lhoraceque confertissime, elytris
minus crebre longiludinaliter strigosis, saepius infuscalis, tho-
race costulis 4 sublaevigatis elevato. Long. Y,—1 lin.
"0x. depresso haud brevior sed anguslior, Antennae
apicem versus sensim crassiores, totae nigrae. Caput maris
thoraeis fere magnitudine, feminae eodem paulo minus, con-
ferlissime subtilissimeque strigosum,, fronte media paullulum
elevata, posterius minus opaca, vix foveolata. Thorax coleo-
pleris paulo anguslior, latitudine dimidio brevior, opacus, co-
swulis 4 sublaevibus parum elevalus, exlerioribus fere paral-
lelis, vix arcualis, interioribus, posterius approximalis. Elytra
minus ‚crebre et subtiliter longitudinaliter strigosa, ‚sublilis-
sime interpunclata. Abdomen fere laevigatum, nitidum.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
348. Oxytelus latiusculus: Niger, opacus, 'ely-
Iris: fusco-tesiaceis, rarius fusco-nigris, pedibus sordide
insbesondere der Insel Ceylan, 177
testaceis, capite oblongo utrinque longiludinaliter profundius
impresso el thorace trisulcato elytrisque conferlissime subti-
lissimeque longiludinaliter strigosis, his parce subtiliter pun-
clatis. Long. /; lin.
0x. depresso brevior sed vix anguslior, fronte utrin-
que longitudinaliter dislinelius, media obsolete impressa in-
signis. Anlennae apicem versus sensim inerassatae, nigrac,
basi interdum fuscae. Caput Ihorace. paulo anguslius, pla-
niusculum, lateribus tenuiter marginalum, oculis parum pro-
minulis. Thoracis forma et sculptura fere eadem quae in
Öx. depresso; latera ante medium minus rolundata, quare Iho-
rax basin versus paulo minus angustalus. Elytra Ihorace tertia
fere parte longiora, fusco-testacea, circa scutellum magis
minusve fusca seu fuseo-nigra. Abdomen breve, crebre sub-
liliter punctatum. Pedes sordide testacei, femoribus rarius
fusculis.
Mas abdominis segmento quinto infero medio apice pli-
calo-elevato, sexto Iransversim iimpresso, impressionis lateri-
bus plicato-subelevatis.
Habitat in insula Ceylan rarius,
349. Oxytelus pusillimus: Nigro-piceus, nitidulus,
‚pedibus sordide testaceis, antennarum basi elytrisque piceo-
rufis, his capite thoraceque minus confertim et paulo distinctius
‚longitudinaliter striolalis, Ihorace trisulcato, sulcis latiusculis,
interstilüs sublaevibus. Long. vix ultra '/, lin.
- Antennae capite sesqui longiores, articulo tertio quarlo-
“que minimis, 5—10 sensim lalioribus , modice transversis,
nigris. Caput thoracis lalitudine,. fronte utrinque leviter lon-
gitudinaliter impressa, media subelevata, basi obsolete foveo-
„lat, partibus elevatis nitidulis, impressis , opacis.. Thorax co-
Jleopteris vix angustior, latitudine plus dimidio brevior, basin
versus leviter anguslalus, opacus, sulcorum marginibus: nili-
‚dulis, exterioribus vix, interioribus leviter ineurvalis,, sulco
intermedio angusto, exterioribus latiusculis. Elytra thorace
-paulolongiora, siriolata, vix inlerpunctata, piceo-rufa, apicem
versus dilutiora, : Abdomen nigrum, nilidum. Pedes sordide
‚eslacei, femoribus poslicis interdum obscuris.
Habitat in India orientali.
Archiv [ Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd, 12
178 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Östindien,
70. Thinodromus Kraatz.
Naturgesch. d. Ins. Deutschl. II. p. 866.
Trogophloeus Fam. I. Erichs. Col. March. I. p. 599.
350. Thinodromus (Trogophloeus) lunatus
Motsch. Bull. d. Mosc. 1857. IV. 504. 29.
Habitat in India orientali.
7. Xerophygus.
Mandibulae prominentes, tenues, apice bidentatae.
Palpi articulo ultimo minuto, labiales hoc praecedente
plus duplo breviore.
Ligula apice emarginata, longius ciliata, paraglossis
apice haud liberis.
Scutellum occultum.
Pedes intermedii basi approximati, tibiae omnes muli-
cae, tarsi brevissimi.
Labrum transversum, medio leviter sinuatum, laciniis
membraneis longioribus, triangularibus, spatio interiecto me-
dio setulis rigidis, lateribus ciliis longioribus instructis. Man-
dibulae prominentes, apice longius bidentalae, basi membrana
fimbriatae. Maxillarum structura fere eadem quae in Tro-
gophloeis, palpi magis elongati, articulo quarto minuto.
Labium mento transverso, apice fere truncato, angulis ante-
rioribus leviter rolundatis, ligula membranea,, apice emar-
ginata , utrinque oblique truncata, margine anteriore cilüis
longioribus deplanalis instructo, medio bispinoso, fulero mem-
branaceo subquadrangulo parum distincto, paraglossis longius
eiliatis, apice haud liberis. Palpi labiales ligula multo lon-
giores, articulo secundo primo paulo angustiore et duplo fere
longiore, tertio praecedente angustiore et plus duplo breviore.
Habitus huius generis fere oninino Trogophloei, statura
autem maiore et mandibulis tenuibus, prominentibus unica
species adhuc cognita satis distincta est. Labii palporumque
labialium structura longe alia quam in genere Trogophloeo.
251. Xerophygus pallipes: Elongatus, niger, opa-
cus, subtiliter cinereo-pubescens, antennarum basi pedibusque
rufis, thorace parum transverso, dorso basi subcarinato, vie
foveolato, ano ferrugineo. Long. 2 lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 179
Trogophloeus pallipes Motsch. Bull. de Moscou 1857.
IV. 505.
Habitat in India orienlali.
72. Trogophloeus Mannerh.
Kraatz Naturgesch. d. Ins. Deutschl. II. p. 868.
Trogophloeus Fam. II. Erichs. Col. March. I. p.600.
Trogophloeus Fam. II. (pro parte) Erichs. Gen. et Spec. p. 802.
352%. Trogophloeus indicus: Elongatus, niger,
densius cinereo-pubescens , anltennarum articulo primo pedi-
busque rufis, thorace transverso, subdepresso, dorso A-foveo-
lato, elytris hoc terlia parte longioribus. Long. 3'/, lin.
Trog. bilineato vix longior sed paulo latior, densius
griseo -pubescens, elytris brevioribus facile distinguendus.
Antennae apicem versus perparum inerassatae, fuscae, arli-
eulo primo rufo, apice interdum infuscato, terlio secundo vix
breviore, penultimis latitudine fere longioribus. Palpi rufi,
arliculo terlio saepius fuscescente. Caput thorace angustius,
fronte media basi obsoletissime foveolata. Thorax ante me-
dium coleopterorum latitudine, basin versus fortius angusla-
lus, lateribus forliter rotundatus, angulis posterioribus obtu-
sissimis, confertissime subtilissimeque punctatus, dorso foveo-
lis 4 simili modo quo in Tr. bilineato impressus. Elytra ere-
berrime thorace distinctius punclala.. Abdomen subtilissime
Be atin.
Habitat in India orientali et in ERalih Ceylan haud in-
frequens.
1207)
-
353. Trogophloeus scabrosus: Niger, capite,
‚thorace elylrisque confertim fortiter subruguloso - punctalis,
opacis, abdomine crebre subtiliter punctato, nitidulo. Long. 1 lin.
.,.Corporis pars anterior sublilissime ‚griseo-, abdomen
fulvo-pubescens. Antennae lolae nigrae, arliculo terlio se-
-eundo paulo breviore et angusliore, art. duobus penultimis
forliter transversis, praecedentibus paulo latioribus. Caput
‚Ihorace paulo anguslius, suborbiculatum. Thorax ante me-
dium coleopteris paulo, basi iisdem duplo angustior, lati-
udine summa dimidio brevior, lateribus ad medium usque
fere parallelis, parum convexus, impressionibus dorsalibus
180 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Östin dien,
nullis. Elytra thorace terlia parte longiora, thorace paulo
fortius punctata. Abdomen segmentorum marginibus apiea-
libus pilis fulvis paulo longioribus et validioribus eiliatis, seg-
ınento sexto parce subtilissime punctato, leviler altenualo.
Pedes nigri, tibiis apice fuscis.
Habitat in insula Ceylan rarior.
354. Trogophloeus simplex: Elongaltus, subde-
pressus, piceus, subtiliter griseo-pubescens, antennarum basi
pedibusque .luteis, thorace opaco , dorso obsolete aut nullo
modo foveolato, hoc elytrisque fuscis, saepius fusco-lestuceis.
Long. %, lin.
Motsch. Bull. de Moscou 1857. IV. 505. 31.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan infrequens.
355. Trogophloeus foveicollis: Elougatus, sub-
depressus, nitidulus, piceus, antennarum basi, pedibus ely-
irisque ferrugineis, thorace fusco-ferrugineo, dorso distinctius
4-foveolato, confertim distinclius punctato. Long. °/, lin.
Corpus subtilissime griseo-pubescens. Antennae fuscae,
articulo primo rufo, tertio secundo paulo breviore et angu-
stiore, art. 3 ullimis praecedentibus paulo latioribus. Caput
Ihorace paulo angustius, fronte inter oculos ulringue profun-
dius impressa, opaca, media basi subeleyata, subnilida. Tho-
rax apice coleopterorum basi paulo angustior, basin versus
fortiter angustatus, lateribus ante medium rolundatis, dislin-
clius punclatus,, nitidulus, dorso foveolis 4 ordinariis,, Jateri-
bus utrinque et puncto medio ante apicem impressus. Elytra
Ihorace dimidio fere longiora, conferlim distinctius punctata,
eirca scutellum vix infuscala. Abdomen nigrum, niliduın,
apice ferrugineum.
Habitat in India orientali et in insula Ceylan haud in-
frequens.
A praecedente stalura paulo minore, thorace foveolato,
distinctius punctato facillime distinguendus.
356. Trogophloeus minimus: Elongatus, subey-
lindricus, parum nitidus , subtilissime pubescens,, ferrugineus,
capite et abdomine ante apicem infuscatis, thorace oblongo,
convexiusculo, dorso vix foveolato. Long. !y, lin.
Ex affinitate Tr. exigui‘ sed dimidio minor. Antennae
apice modice incrassatae, fuscae, basi fusco - ferrugineae,
ern
insbesondere der Insel Ceylan. 181
Caput Ihorace fere latius., Thorax latitudine paulo brevior,
basin. versus: leviter angustatus, lateribus perparum rotunda-
lis, salis convexus, confertissime sublilissimeque punctalus,
Elytra thorace tertia parte longiora, vix dislinetius, punctata.
Abdomen confertim subtilissime punctulatum, segmento sexlo
leviter infuscato. Pedes leslacei.
Exemplar unicum in insula Ceylan- legit Dom. Nietner.
73. Omalium Grav.
Erichs. Col. March. I. p.628. Gen. et Spec. p.874.
357. Omalium singulare: Oblongo-ovalum, fer-
rugineum, nilidulum , antennarum articulis 6 ultimis , capite,
elytris apice abdomineque apice infuscalis, thorace obsolete,
elytris minus ‚crebre subtilissime punclalis. Long. 1 lin.
Corpus parce subtilissime pubescens. Antennae capite
Ihoraceque breviores, articulis 5 primis rufis, terlio secundo
dimidio angustiore et longiore, quario minuto, quinto hoc
vix longiore, sexto quinto mullo latiore, 5 penultimis fortiter
Iransversis. _Caput Ihoracis apice lalitudine aequale, nitidu-
lum, vix punclulatum, fronte inter antennas leviter bifoveo-
lata, media basi profunde bipunctata. Thorax latitudine plus
duplo brevior, coleopteris paulo anguslior , lateribus rotun-
datis, apicem versus paulo magis angustalis, angulis poste-
rioribus obtusis,, leviter convexus, vix punctulatus. Scutel-
lum laeviusculum. Elytra thorace duplo longiora, subtilis-
sime alulacea, minus crebre subliliter punctala. Abdomen
apice allenualum, nilidulum, vix punctulatum, ano rufo-testa-
ce0, Pedes testacei.
Habitat in insula Ceylan rarius.
858. Omalium obscurum: Depressum, nigrum,
opacum, pedibus sordide testaceis, elytris fuscis, confertim
distinelius punclatis, thorace A-foveolato, lateribus leviter an-
gulato. Long. !,—?/s lin.
Om. exiguo simile et affine et paulo minutius, Ihoraeis
lateribus subangulalis, elytris paulo brevioribus, Antennae ar-
ieulis duobus primis crassiusculis, 3 sequentibus minutis, 5
penultimis latioribus, fortiter transversis. Caput triangulare,
impunctatum. Thorax coleopteris paulo angustior et duplo
182 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
brevior, angulis posterioribus leviter obtusis, nullo modo
rotundatis, foveis quatuor oblongis magnis profundisque, ad
apicem fere adscendentibus impressus. Abdomen confertim
subtiliter punctatum, apice saepius fusco-testaceum.
Habitat in insula Ceylan haud infrequens.
14. Arpedium Erichs.
Col. March. I. p.618. Gen. et Spec. Staphyl. p. 858.
359. Arpedium (?) pallens Motsch. Bull. de
Mosc. 1857. IV. 493. 8.
Bombay.
75. Eupiestus.
Mandibulae muticae.
Palpi mazillares articulo ultimo penultimo duplo longiore.
Ligula fulcro corneo, trilobo. 6
Scutellum occultum.
Tibiae externe subtilissime selulosae.
Abdomen marginatum.
Labrum Iransversum, apice forliter emarginalum, den-
sius subtilissime ciliatum, pareius spinis validis (eirciter 10)
armatum. Mandibulae validiusculae, mulicae. Maxillae malis
membranaceis apice densius barbatis, exteriore rotundato-
subdilatala. Palpi maxillares arliculo quarto secundo paulo,
tertio duplo longiore. Labium mento anlice leviter rotun-
dato, utrinque emarginato, ligula membranea, barbata, apice
emarginala, fulero corneo, trilobo, lobo intermedio spinulis
2 subtilibus armato, paraglossis ligulae longitudine subaequa-
libus, apice liberis. Palpi labiales articulis sensim angustio-
ribus, tertio primo paulo longiore, duplo angustiore.
Habitus huius generis fere omnino minuli Piesli, anten-
nis antem brevioribus, Ihorace foveolato carinatoque, scutello
oceulto Eupiestus sculpticollis ab omnibus Piestis facile di-
stinguitur. Abdomen marginatum. Pedes breviusculi, femo-
ribus parum incrassalis, tibiis extus subtilissime setulosis.
360. Eupiestus sculpticollis: Nigro-piceus, ni-
tidus , fere glaber, antennarum basi pedibusque rufis, elytris
piceo-rufis, supra coslis 3 elevalis, thorace sexcostalo. Long.
1?/ lin.
insbesondere der Insel Ceylan. 183
Antennae capite thoraceque vix dimidio. longiores, vix
pilosellae, fusco-piceae, articulis 3 primis rulis, primo cras-
siusculo, secundo tertioque longioribus, subaequalibus, 4—10
leviter transversis, penultimis praecedentibus fere angustio-
ribus.. -Caput thoraeis latitudine, fronte utrinque intra an-
tennarum insertionem profundius, media basi fovea oblonga
profunda impressa. Thorax coleopteris paulo angustior, lati-
tudine paulo brevior, lateribus subrectis, ad angulos poste-
riores oblique emarginatus, planiusculus, costis 6 elevatus,
binis interioribus paulo ante medium, binis exterioribus paulo
ante angulum apieis exteriorem coniunctis. Elytra thorace
paulo longiora, supra costis 3 suturaque , lateribus intra co-
stam exteriorem et marginem costa subtiliore elevata; co-
starum intersliliis punetorum serie impressis.. Abdomen cre-
bre. subtiliter punctatum.
Habitat in insula Ceylan.
76. Isomalus Er.
Gen. et Spec. Staphyl. p. 838.
361. Isomalus indicus: Niger, nitidus, laevis, ore,
antennis, tibiis tarsisque rufis, elytris pallide testaceis, mar-
gine apicali nigris. Long. 1°), lin.
Antennae capite thoraceque vix breviores. Caput tho-
race lalius, laeve, stria marginali profundius impressum. Tho-
rax anlice coleopteris vix 'anguslior, basin versus angustatus,
lateribus leviter rotundalis, pone medium obsoletius denticu-
latis, laevissimus. Elytra thorace dimidio longiora, parce ob-
solete punetulata. Abdomen laeve, subtus piceo - rufum,
segmentorum marginibus magis minusve rufis. Pedes femo-
ribus piceis.
- Habilat in India orientali et in insula Ceylan rarior.
362. Isomalus apicipennis: Testaceus, nilidus,
laevis, elytris apice picescentibus, abdominis segmenti sexti
dimidia parte anteriore fuscescente. Long. 1'/, lin.
Praecedente paulo brevior et latior. Caput thorace paulo
latius, laeve, siria marginali profundius impressum. Thorax
antice coleopteris vix angustior, basin versus fortius angu-
slalus, Jateribus pone medium vix denticulalis, laevissi-
134 Kraatz: die Staphylinen-Fauna ‘von Ostindien,
mus. Elytra thorace dimidio longiora , laevissima. Abdo-
men laeve.
Habitat in>insula Ceylan.
363. Isomalus fusciceps: Rufo-testaceus, nitidus,
laevis, antennis apicem versus, capile elylrorumque margine
laterali medio infuscatis. Long. ?/; lin.
Habitu praecedentium, sed multo minor. Antennae mi-
nus graciles, basi rufae, arliculo secundo subgloboso, tertio
tenuiore, latitudine vix longiore, 4—10 inter se subaequali-
bus, leviter transversis. ‘ Caput thorace paulo latius, laeve,
stria marginali haud impressum, fronte anleriore utrinque le-
viler impressa. Thorax apice coleopterorum basi paulo an-
guslior, basin versus angustalus, lateribus modice rotundalüs,
pone medium nullo modo denticulatus, rufulus, laevis. 'Ely-
tra thorace dimidio fere longiora, laevia.. Abdomen laeve.
Specimina nonnulla in insula Ceylan legit Dom. Nielner.
77. Holosus Motschulsky.
Bullet. de Moscou 1857. II. p: 496.
Mandibulae muticae, haud proniinentles.
Ligula fulero spinis duabus validis armato.
Tibiae anticae inlegerrimae.
Abdomen immarginatum, supra sublusque oblique strio-
latum.
Labrum, mandibulae 'maxillarumque'mala exterior eodem
fere modo quo in genere Lispino constructa. ' Maxillarum
mala interior extus eornea, apice uncinata et: denticulis 3
brevibus, introrsum curvatis armata, 'margine interiore meni-
braneo, apicem versus spinulis ceiliato: Palpi maxillares ar-
ticulo quarto praecedente quadruplo longiore. Labium:mento:
antrorsum angustato, utrinque bisinualo, apice leviter rotun-
dato, ligula sat ampla, ‚lobis lateralibus latis, membraneis, in-
terne pubescentibus, lobo intermedio (fulcro) lato membra-
naceo, medio spinis duabus validis armato. Palpi labiales li-
gula paulo longiores, articulo primo terlioque longiludine
subaequalibus, secundo breviore.
Genus ligula bispinosa *) (a Dom. Motschulsky
*) In genere Lispino ligulae fulerum neque bispinosum. ut in
>
insbesondere der Insel Ceylan. 185
nullo modo respecta) non minus quam abdomine oblique sub-
tiliter striolato insigne.
364. Holosus tachyporiformis Motsch. Bull. de Mose.
1857. 1V. 498. 16.
365. Holosus tachiniformis Motsch. Bull. d. Mosc.
1857. IV. 498. 17.
366. Holosus conuriformis Motsch. Bull. d. Mose.
1857. IV. 499. 18.
367. Holosus mycetoporiformis Motsch. Bull. d. Mosc.
1857. IV. 500. 19.
368. Holosus olisthaeriformis Motsch. Bull. d. Mose.
1857. IV. 500. 20.
369. Holosus (Holotrochus?) fossulatus Motsch. Bull.
d. Mosc. 1857. IV. 495. 14.
370. Holosus (Holotrochus?) foveolatus Motsch.Bull.
d. Mosc. 1857. IV. 496. 15.
Omnes hae spec. habitant in Indiae orientalis terra con-
tinente; in insula Ceylan nondum ulla observata.
78. Lispinus Erichs.
Gen. et Spec. Staphyl. p.828.
371. Lispinus laevipenmis: Nigro-piceus, pedi-
bus rufis, thorace minus crebre punctato, basi utrinque sul-
culo longiludinaliter leviter impresso, elylris fere laevigatis,
Long. 2'/; lin.
Gracilis, linearis, subdepressus, nilidus. Antennae ca-
pite Ihoraceque vix breviores, piceae, apicem versus parum
incrassalae, arliculo terlio secundo paulo longiore. Capul
minus crebre subtilissime punctatum. Thorax, coleopteris paulo
anguslior, latiludine paulo brevior, basin versus leviter angu-
slalus, laleribus fere ‚parallelis, perparum convexus, minus
erebre subtiliter punclatus, linea longitudinali media subtilis-
FF
Holosis, neque setis duabus armatum (vide Erichs. Gen. et Sper. Sta-
phyl. tab. V. fig. 8a.) sed spinulis tribus instructum est, quas in om-
nibus huius generis speciebus a me perserutalis reperi. In pleris-
que speciebus abdomen apicem versus magis minusve altenuatum, in
nonnullis etiam parallelum est, quas Dom. Motschulsky generi Ho-
lotrocho forte adscribendus esse censuit.
186 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
sima et;utrinque sulculo angusto, parum profundo et. distin-
eto impressus. Elytra thorace paulo longiora, fere, impun-
clata, disco ‚punetis nonnullis ‚subtilissime aciculatis.. ‚Abdo-
men parallelum, parce obsolete punctatum, lateribus punctis
nonnullis majoribus obsoletis impressis.
Habitat in insula Ceylan rarissime,
372, Lispinus strigiventris: Nigro-piceus, pe-
dibus rufis, capite thoraceque minus crebre. et subtililer pun-
ctatis, hoc basi utrinque sulculo latiusculo profundiore im-
presso, elytris disco subtiliter punctatis, abdomine-lateribus
obsolete iirregulaniter \strigato.. Long. 2!/, lin.
Statura fere omnino praecedentis, ‚paulo angustior. An-
tennae piceae, arliculo terlio secundo distinete longiore. Tho-
rax suleulis lateralibus profundioribus sat distinctus., Abdo-
men‘ disco 'vix punctato, lateribus obsolete strigosis. Pedes
rufescentes.
Habitat in India orientali.
373. Lispinus coarcticollis: Nigro-piceus.,,pe-
dibus rufis, minus crebre punctatus, Ihoraoe pone medium fere
subito anguslato, basi utrinque linea subtili, leviter intror-
sum incurvata impresso. Long. 2 lin.
Praecedentibus brevior et paulo anguslior, linearis, sub- '
depressus , nitidus.. Antennae capite thoraceque breviores,
rufae, arliculo tertio includentibus paulo longiore, art. 4 pe-
nultimis modice transversis. Caput thorace angustius, parce
subliliter punctatum. "Thorax longitudine tertia parte latior,
ante medium coleopterorum latiludine, lateribus vix ullo modo
rotundalis, depressiusculus, minus crebre, disco utrinque di-
stinctius punctatus, utrinque linea subtili .‚leviter arcuata, me-
dium vix altingente impressus. Coleoplera thorace paulo lon-
giora, minus crebre subtiliter punctata. Abdomen parallelum,
segmento seplimo altenualo, apice rufescente. Pedes rufi.
Habitat in India orientali.
374. Lispinus impressicollis: Piceus, pedibus
rufis, fhorace pone medium angustato, basi ad latera et disco
ulringue longitudinaliter leviter impresso, crebre punctaio,
disco pone medium punctis duobus, angulis anterioribus pun-
etis 3 profundioribus oblique ‚positis impressis. Long. 1%, lin,
Motsch. Bullet. de Mosc. 1857. IV. 495. 13.
insbesondere der Insel Ceylan. 187
Habitat in India orientali et in insula Ceylan haud in-
frequens.
375. Lispinus fulvus Motsch. 1857. IV. 495. 12.
Habitat in India orientali.
376. Lispinus tenuicornis: Piceus seu piceo-ru-
fus, nitidus, antennis tenuibus, thorace subtiliter, elytris ob-
soletissime punclalis, illo basi utringue parum.profunde sub-
orbiculatim impresso Long. 1°, lin.
L. impressicolli paulo maior. - Antennae capitis thora-
eisque longiludine, basi tenuiores, rufae, arliculo secundo in-
eludentibus vix longiore, ‘art. 4 penullimis parum transversis,
ultimo praecedentibus duobus longitudine fere aequali. Ca-
put !horace angustius, obsolete punctatum. - Thorax longilu-
dine latior, basin versus leviler angustalus,: parce sublilissime
punctatus, basi utrinque ‚obsolele ‚suborbiculatim foveolatus-
Elytra thorace terlia parte. longiora. Abdomen: subtilissime
coriaceum, praeter puncta maiora ‘ordinaria vix punctatum.
Pedes rufo-testacei.
Habitat in insula Ceylan.
377. Lispinus brevicornis: Brumneo-rufus, ab-
domine picescente, antennis breviusculis rufis, pedibus rufo-
testaceis, thorace basi ulrinque late obsolete impresso. Long.
1?/, lin.
Praecedenli statura simillimus, caput, thorax. et elytra
distinctius punctata. Anlennae capite Ihoraceque breviores,
rufescentes, apicem versus vix incrassatae, arlieulis 2—4 in-
ter se subaequalibus, duobus penultimis vix transversis, ul-
limo his coniunctim paulö breviore, testaceo. Caput thorace
anguslins. Thorax leviter Iransverus, basin versus paulo an-
gustatus, Jateribus ante medium parum rotundatis, 'basi utrin-
que vix impressus. Elytra thorace terlia fere parte longioräa.
Abdomen segmentorum marginibus anoque rufescentibus:
Habitat in India orientali.
378. Lispinus subopacus: Piceus, parum nitidus,
antennis tenuibus pedibusque rufis, elytris rufo-ferrugineis, tho-
race rufobrunneo, parce punctato, basi ulrinque , lateribus
distinetius, disco obsolete longitudinaliter impresso. Long. 1'y, lin.
Elongatus, linearis, depressiusculus, parum nitidus,
Antennae capitis Ihoracisque longiludine, rufae, art. secundo
188 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
tertioque subaequalibus, 5 penultimis leviter transversis. Ca-
put ihorace paulo angustius, parce obsolete punctulatum,
Thorax leviter transversus, basin versus angustatus, lateribus
ante medium leviter rotundatus, parce obsolete. 'punctatus,
disco ante apicem punctis duobus minulis profundioribus no-
tato, impressionibus lateralibus, haud profundis sed ultra. me-
dium productis. Elytra thorace paulo longiora, parce obso-
lete punctulata. Abdomen segmento septimo rufescente. Pe-
des rufo-testacei,
Habitat in Insula Ceylan.
379 Lispinustestaceus: Testaceus, nitidus,'\cd-
pite maiusculo , thorace basi et disco ‚utrinque leviter longi-
tudinaliler impresso, impressionibus | discoidalibus paulo! pone
medium Ihoracis puncto singulo , lateralibus punclis duobus
paulo profundioribus impressis. Long. 1, lin.
Linearis, totus testaceus, valde 'nitidus. Antennae api-
cem versus incrassatae, articulis penultimis fortiter transver-
sis. Caput thorace vix angustius, vix punctulatum. Thorax
leviter tranversus, basin versus angustlalus, lateribus ante me-
dium leviter rotundalus , sparsim ‘obsolete punctulalus, fere
laevigatus. 'Elytra thorace tertia parte longiora, fere laevi-
gata. Abdomen parallelum.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nietner.
380. Lispinus laevigatus: Rufo-testaceus, laevi-
gatus, capile\maiusculo, thorace basi utringue puncto. pro-
fundo impresso, medio lineola longiludinali subtilissima utrin-
que abbreviala impresso. Long. 1 lin.
Praecedentibus paulo minus depressus. Antennae api-
cem versus fortius incrassatae, articulis duobus penultimis
fortiter transversis. Caput thoracis latitudine, oculis nigris.
Thorax leviter transversus , basin versus sensim angustalus,
lateribus vix angustatus, angulis anterioribus acutiuseulis.
Elytra thorace terlia parte longiora, stria suturali basi pro-
funde, apicem versus vix impressa.
Exemplar unicum in insula Ceylan legit Dom. Nielner.
381. Lispinus sculptus: Piceus, nitidulus, anten-
narum basi pedibusque rufo-testaceis, Ihorace basi transver-
sim, disco foveis duabus obliquis poslice corniventibus, medio
ante apicem fovea oblonga , ulringue ad latera ante medium
insbesondere der Insel Ceylan. 189
longitudinaliter, pone medium puncto valde profundo impresso,
elylris costalis. Long. 1'/, lin.
Lispino impressicolli paulo minor, lalior et magis de-
planalus, sculptura thoracis sat insignilus. Anlennae capite
thoraceque fere breviores, articulis 6 primis tenuioribus,
3—6 fere aequalibus, 4 penultimis forliter transversis. Caput
convexiusculum, fronte antica utrinque longitudinaler leviter,
verlice medio fovea oblonga paulo profundius impresso, fronte
media intra oculos punctlis duobus profundioribus notala.
Thorax coleopteris angustior, longitudine dimidio lalior, ba-
sin versus anguslalus, lateribus anle medium rotundalus, lae-
vigalus, impressionibus opacis. Scultellum laevigatum. Ely-
tra thorace dimidio longiora, eostis4: suturali, duabus discoi-
dalibus et lalerali elevatis, coslis internis obsoletis, sutu-
ralibus poslice coniunclis; interstilio intra costas duas latera-
les latiore, opaco. Abdomen fere laevigatum.
Exemplar unicum in insula Ceylan a Dom. Nietner
lectum.
Not. Species ab omnibus ceteris thoracis elylrorumque
sculplura diversa at vix alius generis.
79. Leptochirus Germ.
Spec. Insect. nov. p. 35.
382. Leplochirus mandibularis *): Niger, niti-
*) Species javanicae a cel. Erichsonio (Gen. et Spec. p. 826)
(descriptae sunt: L. laticeps, unicolor (coronalus Sachse Ste. Ent.
beit, 1857. 146), brevicornis, bispinus, Javanicus; addenda est nova
mihi a museo Viennensi communicata.
Leptochirus Idae: Niger, nitidus, fronte mutica, haud ca-
naliculata, anlice utrinque foveolala, apice leviter producta, subqua-
Ariloba. Long. 5°, lin.
n Habitu fere omnino Lept. quadridentis Moötsch. , paulo maiot,
'parum eonvexus. Antennae capite tIhoraceque paulo breviores, nigro-
pilosellae. Caput thorace paulo angustius, fronte, plana. Thorax lu-
titudine tertia parte brevior (brevior quam in specie allata), lateribus
reelis, canaliculatus, oleoptera thorace vix longiora et fere angu-
stiora, margine inflexo punctalo. Abdomen parce pilosellum, segmen-
lis singulis utrinque parumpunctatis. Tarsi picei.
In Java ab Ida Pfeiffer collectus,
190 Kraatz: die Staphylinen-Fauna von Ostindien,
dus, ‚fronte utrinque fortius elevalo-producla, postice canali-
culata, mandibulis elengalis, erectis. Long. 7'/, lin.
Lept. brevieorni alfınis, sed dimidio maior, nigerrimus.
Antennae praeeipue maris dense longius flavescenti-pilosae,
arliculo terlio duobus sequenlibus coniunetim longitudine ae-
quali. Mandibulae basi laliores, apice (dextera fortius) elon-
galae, erectae. Caput Ihorace angustius, lateribus sat eleva-
tis, anlice minus, poslice magis produclis quam in L. brevi-
corni, elypei spalio linea semieirculari vix, cireumscripto.
Thorax coleopteris fere lalior,, basin versus subangustatus,
latitudine duplo brevior, dorso profunde canaliculatus, medio
utrinque puncto singulo saepius nolalus, lateribus parce ‚pun-
etatis. Elytra Ihorace longiora, laevissima, versus latera po-
sterius longitudinaliler subimpressa. _ Abdomen parce flave-
scenti-pilosellum. Tarsi rufi.
Habitat in insula Ceylan in arboribus pulrescentibus.
Deseriplionem larvae, a Dom. Nietner benevole com-
municatae hic addo:
Corpus elongatum, lineare, subeylindricum, glabrum, vi-
ridi-brunneum. Caput prothorace paulo angustius, subrolun-
datum, leviter convexum. Antennae supra mandibularum ba-
sin inserlae, 4-arliculati, articulo primo. brevissimo, secundo
tertioque elongatis, hoc praecedente paulo longiore, minus
erebre piloso, apice interne processu minuto aucto, articulo
quarto hoc duplo longiore, subulato, pilis nonnullis longiori-
bus instructo. Clypeus apice ulrinque oblique truncalus.
Ocelli nulli. Mandibulae validiusculae, falcatae, apice acu-
minatae, margine inleriore pilis parcis instructo. Labrum
transversum, apice truncalum, angulis rectis. Maxillae libe-
rae, parte cardinali oblique interne vergente, parte basilari
subeylindrica, margine interiore selis nonnullis longioribus
instructo; palpi maxillares ad maxillarum marginem. apicalem
exteriorem inserli, triarliculati, arliculo primo secundo paulo
erassiore et plus duplo breviore, tertio praecedente paulo
longiore, apicem versus acuminato. Labium mento apice
truncalo, ligula producla, apice rotundata, palpis biarticulatis,
articulo primo latitudine duplo longiore, secundo minuto, subu-
lato. Prolhorax segmenlis sequenlibus duobus paulo longior
et Jalior, latitudine duplo fere brevior. Pedes longiusculi,
ee
ee DE ee a Be a
insbesondere der Insel 'Ceylan. 191
tibiis spinulosis. Abdomen segmentis apicem versus vix la-
tioribus , ano tubuloso, descendente. Caudae anales modice
distantes, segmentis duobus ultimis longitudine fere aequa-
les, biarticulatae, articulo primo longo, secundo brevissimo,
illo apicem versus, hoc toto subtilissinme longius piloso.
Die Larven leben nicht etwa unter Baumrinden, wie
Erichson’s Angabe vermuthen lässt, sondern hauptsächlich
in solchen Bäumen, welche durch Fäulniss und Feuchtigkeit
bereits fast gänzlich in eine pilzbreiartige Masse umgewan-
delt sind. Die Käfer findet man in ihren Gängen und Löchern
gesellschaftlich zu 6—8 Stück beisammen; bricht man die-
selben auf, 'so bleiben die überhaupt in ihren Bewegungen
trägen Thiere ruhig beisammen.
383. Leptochirus brachycerus: Niger, nitidus,
fronte excavata, postice vanaliculata, antice utrinque eleva-
to-producta, clypeo medio Iransversim elevato, anterius de-
clivi, linea basali semicirculari haud impresso. Long. 4,—
4°/, lin.
L.; brevicorni simillimus, paulo minor, capilis, praeci-
pue elypei structura thoraceque antrorsum vix angustato di-
slinguendus.
Habitat in insula Ceylan rarior.
384. Leptochirus quadridens Motsch. Bullet.
de Mosc. 1857. IV. 501. 21,
385. Lept. sanguinosus Motlsch. loc. cit. 501.22,
386. Lept. tridens Motsch. loc. eit. 50%. 23 et
387. Lept excavatus Motlsch. loc. cit. 502. 24.
habitant in India orientali.
388. Leptochirus pygmaeus: Niger, nilidus, fronte
anlice in laminas duas sat validas, apice subbidentatas, por-
rectas producta. Long. 2%, lin.
Antennae fusco-pilosellae. Mandibulae modice porrectae.
Caput thorace anguslius, fronte inter laminas excavala, la-
minarum dente interiore exteriore paulo longiore. Thorax
latitudine brevior, lateribus parallelis, canaliculatus. Elytra
Ihorace fere angusliora, paulo longiora. Abdomen ano pi-
ceo-rufo, segmentis singulis basi et lateribus parce obsolete
„punelalis. Pedes geniculis libiisque piceo-rulis, larsis rulis,
Habitat in India orientali.
192 Kraatz: die Staphylinen-Fauua vom Ostindien, etc.
Nachdem die Beschreibungen der einzelnen Arten hier-
mit abgeschlossen *), wäre noch auf ihre geographische Ver-
breilung und die übrigen im Eingange (8.4) angedeuteten
Punkte einzugehen; der wesentliche Gewinn indessen , wel-
cher sich für, eine solche Betrachtung. durch das Bekannt-
werden der Fauna von Borneo herausstellen muss, lässt es
zweckmässiger erscheinen, dieselbe noch so lange zu ver-
schieben, bis die Staphylinen-Fauna der genannten umfang-
reichen Insel von mir veröffentlicht ist; dass dies nicht eben-
falls in diesem Archive geschieht, lässt eine Berücksichligung
der. Arbeit in demselben gewiss nicht unnülz erscheinen.
Eine grössere Anzahl von Staphylinen aus Borneo liegt mir
bereits vor; die Durchsicht sämmtlicher Arten, welche sich
in. Wallace’s neuerdings veranstalteten reichen Sammlungen
befinden, zu vermitteln hat sich Herr Stephens in London
zuvorkommend erboten.
*) Auf die von Ilerrn v. Motschulsky im Bulletin de la
societe imperiäale des naturalistes de Moscou 1857 aufgestellten indi-
schen Staphylinen istim Texte Bezug genommen; die später beschrie-
benen konnten bei der Anfertigung des Manuscripts noch nicht be-
nutzt werden.
Explicatio tabularum.
Tabula I.
Aleocharini.
Fig. 1: Eccoptogeniae rufae labium; a. maxilla; b. labrum ; ec. man-
dibula.
2. Linoglossae bifoveolatae ligula.
3. Coenonicae puncticollis labiuın.
4. Peliopterae micantis ligula, a. palp. maxillaris.
5. Schistogenia crenicollis: a. labium ligula libera; b. labium
ligula sub mento occulta.
= 3.3 s
Fig.
Fig.
En
vw!
an
insbesondere der Insel Ceylan. 193
Tetrasticta polita: a. ligula; b. palp. maxillaris.
Myrmedonia clavicornis.
Myrmedonia hirta.
Myrmedonia laevigata.
Homalota acuticollis (corporis pars anterior).
Gyrophaena laminata (abdomen).
Leucocraspedum pulchellum; a. latus inferius; b: palp. ma-
xillaris; e. labrum; d. mandibula; e labium.
Tabula I.
Staphylinini, Xanlholinini, Paederini.
Palaestrinus Sykesü: a. palp. maxillaris; b. tibia et tarsus
pedis anterioris.
Trichocosmetes leucomus: a. palp. maxillaris; b. tarsus pe-
dis postici.
Eueibdelus gracilis: palp. maxillaris; b. tarsus pedis postici.
Leptacinus trigonocephalus (corporis pars anterior): a. ligula;
b. palp. maxillaris.
Mitomorphus indicus (corporis pars anterior): a. ligula;
b. palp. maxillaris.
Holisomorphus ceylanensis: a. labrum; b. ligula; c. palpus
maxillaris.
Cephalochetus elegans: a. labrum; b. mandibula; c. ligula.
d. palpus maxillaris.
Sclerochiton ochraceus: a. labrum; b. ligula; c. mandibulae.
Thinocharidis pygmaeae antenna: a. labrum; b, c. mandibulae,
Acanthoglossae brachycerae labrum: a. ligula; b, c. mandi-
bulae.
Tabula IM.
Oxytelini, Piestini.
Xerophygi pallipedis mandibula; a. labrum; b. labium.
Osorii rugicollis larca: a. caput.
Leptochirus mandibularis (corporis pars anterior): a. Jarva;
b. caput.
Eupiestus sculptieollis: a. labrum; b. labium; c. palpus
maxillaris.
Holosus tachiniformis: a. maxilla; b. labium.
Lispini coarcticollis labium.
Archiv [ Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 13
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden.
Von
Franz Leydig
in Tübingen.
(Hierzu Taf. IV.)
In einer demnächst erscheinenden „Naturgeschichte der
Daphniden* habe ich auch mehrere die Analomie der ge-
nannten Thiergruppe betreffende Puncte mitgelheilt. Ich er-
laube mir darauf hier noch einmal zurückzukomnıen , theils
um Gelegenheit zu finden, einige den Bau von Cyclopsine
erläuternde Figuren veröffentlichen zu können, namentlich
aber, um auf eine unterdessen publicirte werthvolle Abhand-
lung von Claus: zur Anatomie und Entwickelungsgeschichte
der Copepoden !) Bezug zu nehmen, da solches in der ange-
führten Arbeit nicht mehr möglich war.
Ich durchgehe in hergebrachter Weise einige der or-
ganischen Systeme.
Was die allgemeine Bedeckung unserer Thiere
betrifft, so hat bereits Zenker ?) das Nähere über Form
und physicalische Eigenschaften hervorgehoben und Claus
verbreitet sich ausserdem über die histologischen Verhältnisse,
wobei ich denn im Anschlusse hieran bezüglich der bei vie-
len Krebsen die Cuticula durchsetzenden Haulkanäle bemer-
ken möchte, dass derlei Bildungen doch nicht allen Cope-
poden mangeln. Bei Cyclopsine castor vermisse ich zwar
ebenso wie der leizigenannte Autor die fraglichen Poren-
1) Archiv f. Naturgeschichte 1858. Heft 1.
2) Anatomisch-systematische Studien über die Krebsthiere, ibid.
1854. S. 89.
Leydig: Bemerk. üb. d. Bau d. Cyclopiden. 195
räume, aber bei einem männlichen grossen Cyclops quadri-
cornis von blauer Farbe ') sehe ich sie deullich. Es ste-
hen die Kanäle der Cuticula nicht dicht beisammen, sind aber
beträchtlich weit, am umfänglichsten erscheinen sie an der
Bauchseile des Postabdomens. Von der Fläche angesehen
zeigen sie zwei Ringe, von denen der innere viel enger
ist als der äussere, was ich auf eine trichterförmige Gestalt
des einzelnen Porenkanales auslege. Zwischen diesen Ka-
nälen macht sich noch eine so feine Punklirung bemerklich,
dass sich von ihr kaum bestimmen lässt, ob sie von Höcker-
chen oder von sehr zarten Kanälen herrührt. Ueber die
Matrix der Culicula führt auch Claus an, dass sie aus Ker-
nen bestehe, welche in molekulärer Zwischenmasse zerstreut
liegen, und dass diese Schicht die Bedeutung undeutlich ge-
schiedener Zellen habe, welche durch Ausscheidung die ho-
mogene Cuticula bilden. Die Matrix enthält ferner die körni-
gen Hautpigmente, doch ist auch die Cutieula öfters von difu-
sem, rölhlichen, gelben oder blauen Farbestoff durchdrungen,
(Cutieula und Matrix von Cyclopsine castor siehe an Fig, 1
bei a und vielen anderen Stellen.) Nach Zenker sollen die
Muskeln, indem sie sich an die Chitinhaul anselzen , dieser
„ein zelliges Ansehen geben,“ was ich nicht zu bestätigen
wüsste,
Im Hinblick auf das Muskelsystem zeichnen sich die
Cyclopiden von den verwandten Familien, wie z. B. den Daph-
niden durch die Raschheit und Kraft ihrer Bewegungen aus,
womit wohl im Zusammenhange steht, dass die contraclilen
Elemente, die „sarcous elements“ grösser und schärfer ge-
randet sind, als bei den übrigen Entoniostraca und unter
allen Muskeln ist wieder, worauf auch Claus hinweist, der
im mittleren Abschnitte der männlichen Antenne gelegene
am schärfsten conturirt. Das Lückensystem in den Muskel-
1) Es waren mir dazumal die Aufsätze des erstgenannten For-
schers „Das Genus Cyclops und seine einheimischen Arten“ und „Wei-
tere Mittheilungen über die einheimischen Cycelopiden“ ibid. 1857,
in welchen Cyclops quadricornis in eine Anzahl neuer Arten aufgelöst
wurde, noch nicht bekannt, so dass ich mich an die ältere Bezeich-
nung halten muss,
196 Leydig:
bündeln zeigt sich ebenfalls ganz klar und ich will auch bei
dieser Gelegenheit auszusprechen nicht unterlassen, dass ich
die Angaben, welche ich über dies von mir aufgefundene
Lückensystem in Müller’s Arch. 1856, dann im Canstatt’schen
Jahresberichte für 1856 und in dem Lehrbuch d, Histologie
veröffentlicht habe, noch durchaus vertrete.
Kaum zu beseitigende Hindernisse stellen sich in den
Weg, wenn man das Nervensystem nach seiner vollen
Verbreitung erforschen will. Zenker, welcher diese
Schwierigkeit auch gefühlt hat, beschreibt indessen nicht
bloss einen grossen, breiten Gehirnknoten, sondern auch
fünf den Fusspaaren entsprechende Bauchganglien, die durch
dicht anliegende Stränge miteinander verbunden sind. Wei-
ter nach rückwärts folgen noch einige kleinere Schwanz-
ganglien, welche die Fortsetzung des Bauchstranges sind.
Das Gehirn entsende kurze Augennerven, «er Bauchstrang
zarle Nerven zu den Füssen. Das letzte Bauchganglion gebe
zarte Nerven ab, welche das Abdomen versorgen, endlich
soll noch nahe dem After, oberhalb des Darmes ein eigenes
Ganglion liegen. Der Nervenstrang der C. castor sei gelb,
der von C. quadricornis glashell, in beiden Fällen so durch-
sichlig, dass er schr wenig kenntlich sei. Mir ist es bis
jetzt nicht gelungen , das Nervensystem so ausführlich zu
ermitteln, als genannter Autor es schildert. Mit Sicherheit
erblicke ich, zumal an durchsichtigen, auf dem Rücken lie-
genden Exemplaren von Cyclopsine castor das Gehirn (vergl.
Fig. 3). Die Hauptmasse desselben nimmt den Raum vor dem
Schlunde ein und dieser (a) wird zu beiden Seiten eng von
kurzen, dicken Commissuren umgeben, ohne dass ihre Ver-
einigung zu einem hinteren Ganglion mit gehöriger Schärfe
zu sehen war. Nach vorn verlängert sich das Gehirn in
einen unpaaren starken Schenkel (c), dem am Ende das
Sehorgan (d) aufsilzt (Augennerv); weitere Augennerven,
welche vielleicht „ausserordentlich zart und kurz“ wären und
etwa eine Analogie mit den Verhältnissen am zusammenge-
setzten Auge der Daphniden darböten, sind nicht vorhan-
den. Von der Reihe der Ganglien, welche nach Zenker
am Bauche herablaufen, sehe ich nichts und nur an sehr
durchsichligen Thieren zeigte sich vom Segment des vorleiz-
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 197
ten Beinpaares an ein median verlaufender starker Nerv, der
nach rechts und links einen Ast in das Segment des letzten
Beinpaares, dann an das erste des Schwäanzes abgab, wo-
rauf er sich gablig theilte. Dieser Nerv konnte allerdings in
Anbetracht seiner Stärke und seines Verlaufes die Rolle eines
Bauchstranges spielen, aber von Ganglien war keine Spur
zugegen. Der Nerv halte ein blasses Ansehen und besass
in grossen Abständen einige eigenthümliche stark entwic-
kelte und in die Länge gezogene Kerne, von denen mir
zweifelhaft blieb, ob sie der Nervensubstanz oder dem Neu-
rilem angehörten.
Hören wir nun Claus über das Nervensystem der Co-
pepoden, so erfahren wir, dass auch er in der Erkenntniss
nicht weiter gekommen ist, als Schreiber dieses, ja be-
züglich des Gehirns scheint er die Umrisse und Gliederung
desselben noch etwas weniger genau bestimmt zu haben,
denn er spricht von dem Vorhandensein eines paarigen
„oder“ unpaarigen Ganglions unterhalb der Augen. Auch
scheint er den vom Gehirn zum Auge aufsteigenden Schen-
kel nicht bemerkt zu haben. Ich verweise anstatt weiterer
Erörlerungen auf die beigegebene Abbildung des Gehirns
Fig. 3, und füge nur erklärend bei, dass der das Sehorgan
tragende Fortsalz des Gehirns, welchen ich oben Sehnerven
genannt habe, von derselben Structur wie das Gehien selber
ist, sich demnach hierin analog den paarigen Schenkeln ver-
hält, welche bei den Daphniden sich vom Gehirn weg zur
Bildung des Augenganglions erheben. Die von mir vielfach
aber immer vergeblich aufgesuchten Bauchganglien anlangend,
so muss auch Claus gestehen, dass cs ihm unmöglich ge-
wesen sei „selbst nach Einwirkung erhärtenden Reagentien
eine Anschauung davon zu gewinnen.“ (Zenker versichert
das Nervensystem an einem grossen Cyclops quadricornis
förmlich „präparirt“ zu haben.) Alles was Claus sah, be-
schränkte sich auf den auch von mir beobachteten Nerven,
„der innerhalb des letzten Thoracalringes und des ersten Ab-
dominalsegmentes genau in der Mittellinie verläuft. An sei-
nem oberen Ende zeigte er deutlich eine Verdickung und
gab an die rudimenlären Füsse seillich zwei Zweige ab,
nach dem Abdomen zu sich mehr und mehr verjüngend.“
198 Leydig:
Ueber das Sehorgan der Cyclopen hegt Claus die
Vorstellung, dass dasselbe dem zusammengeselzlen Auge der
Daphniden entspreche , letzteres sei nur „eine höhere Ent-
wickelung des Cyclopenauges.* Ich kann diesen Vergleich
nicht billigen, halte ihn vielmehr für unrichlig , da sich mit
gutem Grund behaupten lässt, dass die Cyclopiden kein Ana-
logon des zusammengesetzten Daphnidenauges besitzen, son-
dern dass ihr Sehorgan einem weiter entwickelten Neben-
auge der Daphniden gleichwerthig sei. Die nämliche Auf-
fassung spricht auch Gegenbaur aus, wie aus dessen
Mittheilungen über die Organisation von Sapphirina hervor-
geht 2). Das Sehorgan der Cyelopen sei nur das entwickelte
„Larvenauge“ (so nennt er das Nebenauge) der Daphniden,
Phyllopoden, Arguliner, Sapphirinen. — Die früheren Beob-
achter halten, wohl in Folge der angewandten geringen Ver-
grösserung, gemeint, das Auge sei ein unpaares Organ, wäh-
rend die Späteren richtig sahen, dass es einen paarigen
Charakter habe und ich will beiselzen , dass der paarige;
braunröthliche Pigmentbecher eine dreilappige, nervöse, aus
Ganglienmasse bestehende Grundlage habe, worüber man
Fig, 2 ansehen möge. Der lichtbrechende Körper, dem Zen-
ker, gewiss mit Unrecht, eine zellige Structar zuschreibt,
ist in Uebereinstimmung mit den von mir währgenoinmenen
Krystallkörpern im Nebenauge der Daphniden von zurtem
Habilus und steht an Glanz den Krystallkörpern des zusam-
mengeselzien Auges entschieden nach.
Am Auge von Cyclopsine castor bemerkt man zweierlei
Bewegungen , einmal ein fortwährendes leises Zittern, so
lange das Thier unbehelligt ist, welche Bewegung ich von
der Wirkung des Blutstromes ableile und sie demnach für
eine passive halle, um so mehr als gerade um das Auge
herum sich ein grösserer Blutraum befindet. Dann aber sieht
man noch eine andere krampfhaft starke Seilwärtsbewegung
des Schorgans, wenn man z: B. einen Tropfen Branntwein
dem Wasser zuselzt und diese Bewegung geschieht durch
die Contraction zweier Muskeln <h), welche von seitwärts
schräg zum Auge treten. Auch Claus kennt diese Muskeln.
1) Müller’s Archiv f. Anat. w. Phys. 1858. 8. 74.
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 199
Der Nahrungskanal von Cyelopsine castor zerfällt
wie jener der Daphniden in drei Abtheilungen, in den Schlund,
Magen und Darm. Der von der Mundöffnung aufwärts stei-
gende Schlund springt, was bisher nicht beachtet worden zu
sein scheint, deutlich mit einer zapfenarligen Verlängerung
in den Magen vor (vergl. Fig. 1), also ähnlich wie bei den
Daphniden,, und zeigt eine scharfe Inlima, von der ich an-
nehmen würde, dass sie im gefalteten Zustande Zenker
veranlasst habe, dem Innern des Oesophagus „Chitinstück-
chen“ zuzuschreiben, wenn nicht die hierauf bezügliche Ab-
bildung bei diesem Autor (a. a. O. Fig. 10, b. auf Taf. VI
„Zahngerüst im Schlunde*) eine solche Vermuthung zurück-
weisen würde. Ich habe indessen nie etwas, das einer der-
arligen Schlundbewaffnung ähnlich gesehen hätte, wahrge-
nommen.
Der Magen, welcher bei den Schriftstellern verschie-
den genannt wurde („Magen“ bei Jurine, „Darm“ bei
Zenker, „Chylusdarm“ bei Claus) ist die längste Partie
des Tractus und hat, was Aufmerksamkeit verdient, nach der
Beschaffenheit seiner Zellenlage mehrere von einander un-
terschiedene Regionen. Am vordersten oder ersten Dritt-
theil sind die Zellen von klarem Aussehen, ihr Inhalt ist eine
farblose, feinkörnige Masse; über die Zellen zieht eine deut-
liche Intima weg. Das zweite Drittel des Magens sticht da-
von erheblich ab: hier ist die Inlima so zart und weich
geworden, dass sie fast als geschwunden zu betrachten wäre,
die Zellen hingegen haben an Umfang gewonnen und sind mit
gelblich gefärbten Fettkügelchen (Fig. 1, d) angefüllt, re-
präsentiren mit anderen Worten die Leber, allein bei vielen
Thieren hat ein Theil dieser Zellen, anstatt der Fetikügel-
chen einen ganz anderen Inhalt, kleine Concremente nämlich
(Fig. 1, e), die bei auffallendem Lichte schmutzig gelb
und schwärzlich bei durchfallendem sind. Theilweise er-
scheinen sie zu grösseren Klümpchen zusammengebacken. In
eoncenlirter Essigsäure vergingen sie nach einigen Minuten.
Bei jüngern Thieren, die zwar ihrer äusseren Gestalt nach
vollkommen ausgebildet, aber noch ohne Genitalentwicke-
lung waren, sah man alle „Leberzellen« mit solchen Con-
erementen angefüllt.
200 Leydig:
Diese Beobachtungen, welche ich wörtlich meiner „Na-
turgeschichte der Daphniden“ eninehme, wurden im Früh-
jahre 1857 gewonnen und vervollständigen die Angaben,
welche ich früher !J über das Vorkommen von Harnconcere-
menten in Zellen des Nahrungskanaies von Cyclopslarven ge-
macht habe. Es freut mich, dass Claus diese Harnabschei-
dungen nicht bloss für die Larven bestätigt, sondern auch
bezüglich des ausgewachsenen Thieres von Cycelopsine caslor
ausreichend darthut. So unterscheidet auch er zwischen Le-
berzellen und Harnzellen, wovon die ersten mit (gelblichen)
Fetltropfen gefüllt sind, während die anderen eigenthümliche
Coneremente in sich bergen, „die in ihren physikalischen
und chemischen Eigenschaften durchaus mit Harnconcre-
menten übereinstimmen“ und was ich ebenfalls sah, sehr
häufig sind die Harnconeremente im Rectum angeschoppt, um
mit (dem Kolhe nach aussen entfernt zu werden 2). Zu der
Zeit, als ich die Cyclopslarven untersuchte, hatte ich nichts
davon gewusst, dass auch beim ausgewachsenen Thier sol-
che Harnzellen zugegen seien, und desshalb die Bildung
„Primordialniere* genannt; jelzt hat sich gezeigt, dass die
fraglichen Zellen mit ihren Harnanhäufungen als Niere über-
haupt aufzufassen seien.
Ich kann nicht umhin, auch an diesem Orte darauf hin-
zuweisen, dass die bei Cyclopsine castor erkannten Verhält-
nisse wichlig sind bezüglich der verschiedenen Secrete, wel-
che die Malpighischen Gefässe der Insecten abscheiden.
Auch in diesen Organen liefern die Epithelzellen sehr all-
gemein einen doppelten Stoff: Galle und Harn. Der Vor-
gang, welcher bei den Insecten in die Epithelzellen von An-
hängseln des Darmrohres gelegt ist, erfolgt bei Cyelopsine
1) Ueber d. Bau u. d. system. Stellung d. Räderth. , Zeitschr.
f. wiss. Zoologie 1854.
2) Derlei Beobachtungen werden nicht vereinzelt bleiben und
schon jetzt zeigt Claus in seiner neusten Schrift: über den Bau und
die Entwiehelung parasitischer Crustaceen, Marburg 1858 an, dass er
auch bei Chondracanthus gibbosus einen gleichen Zelleninhalt ge-
funden habe. Viele Zellen des Darmepithels waren mit krümlichen
Concretionen gefüllt, die „wegen der Resistenz gegen Alkalien und
Säuren als Harnconcremente“ zu betrachten seien.
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 201
und Cyelops bei Mangel von derlei Ausstülpungen in den Zel-
len des Darmkanales selber, so dass sich in ungezwungener
Weise beide Organisalionen miteinander vergleichen und auf-
einander zurückführen lassen. Nicht alle Thiere einer In-
sectenspecies zeigen in den Malpighischen Gefässen immer
die ganz gleichen Stellen mit Galle oder Harn gefüllt, son-
dern es wechselt nach den Individuen und auch darin nähern
sich dieCopepoden den Inseclen, denn man stösst auf Exem-
plare von Cyelopsine castor, deren Magenzellen in der be-
zeichnelen Gegend, anstatt mit Harnconcrementen gefüllt zu
sein, nur bräunliche Gallenkörnchen zum Inhalte haben.
Am letzten Dritttheil des Magens haben die Epithelzel-
len wieder einen farblosen, feinkörnigen Inhalt und sind da-
her ebenso hell wie am Magenanfang.
Der Magen schliesst sich durch eine Art Klappe (Claus
sagt, durch eine sphincterähnliche Einschnürung) vom (Mast)-
Darm ab. Letzterer mahnt in seiner Structur an den Schlund
und öffnet sich auf der Rückenfläche des letzten Bauchseg-
mentes (Fig. 1, £.).
Dem ganzen Tractus kommt auch noch eine Muskel-
haut zu und eine Art Serosa. Lelztere enthält gerne blaues
Piginent und steht in Verbindung mit einem nelzförmigen
„Fettkörper,“ dessen zum Theil veräsligte Zellen besser
an ausgehungerlen Thieren nach dem Schwunde der Fetiku-
geln zu sehen sind. Auch die verschiedenen übrigen Ein-
geweide werden durch Ausläufer des Feltkörpers in ihrer
Lage erhalten. Das Verhällniss der in den Körperräumen
der Cyclopiden befindlichen Fetttropfen zu den Gewebsthei-
len hat Zenker verkannt, indem er annimmt, dass das in
kleinen Körnchen (aus dem Darme) 'abgeschiedene Fett: durch
den ganzen Körper umhergeschüttelt werde, bis es endlich
zu grösseren Tropfen zusammenfliesst und wo Platz ist, meist
im vorderen Theile des Körpers, liegen bleibt. Ich nehme
vielmehr mit Bestimmtheit wahr, dass die Beziehungen, wel-
che die Feilkugeln zu einen veräsliglen, den Leib durch-
selzenden Zellenwerk einhalten, dieselben sind, wie bei an-
deren Arthropoden, insofern Zellen, zum Theil untereinander
verschmolzen und äslig ausgezogen das Aequiyalent des Felt-
körpers bilden und die Feilkugeln im Innern haben. Letztere
202 Leydig:
sind an frisch eingefangenen Thieren am grössten, verklei-
nern sich nach mehrlägiger Gefangenschaft, um dann ganz
resorbirt zu werden. Ferner lässt sich, wenn man eine
grössere Anzahl von Cyclopsinen auf das Verhalten der Fett-
tropfen betrachtet hat, gewahren, dass dieselben nach einer
gewissen symmelrischen Vertheilung im Körper sich absetzen.
Man besehe sich Thiere, welche auf dem Bauche liegen und
man wird finden, dass zuvörderst über dem Magenanfang in
der Längslinie des Körpers eine grosse unpaare Fellkugel
aus dem mit der Serosa des Darmes continuirlich zusammen-
hängenden Zellennelz hervorleuchtet, darauf folgen nach hin-
ten in regelmässiger Anordnung zu beiden Seiten des Nah-
rungskanales 4—6 Paar Fellkugeln, welche sehr allgemein
der unpaarigen an Grösse nachstehen. Dass die Fetikugeln
regelmässig gruppirt sind, hat auch Claus angedeutet, aber
dass sie in Zellen eingeschlossen liegen, scheint ihm nicht
minder entgangen zu sein.
Der eben genannte Autor gedenkt auch des eigenthüm-
lichen von Zenker zuerst erwähnten Organes, welches aus
einem gewundenen Kanale bestehend seitlich und unter der
Kopfschale steckt, ohne jedoch etwas über die morphologi-
‘sche und physiologische Bedeutung desselben zu äussern.
Ich habe mich über diese „Drüse“ in der „Naturgeschichte
der Daphniden“ näher ausgesproehen und möchte darauf ver-
wiesen haben. Hier nur noch die Bemerkung, dass die
Worte von Claus, „möglich, dass diese Drüse morpholo-
gisch einer einzelnen Zelle entspricht kaum im Ernste ge-
meint sein können, da man sich 'bei den nahe verwandten
Daphniden leicht überzeugen kann, dass der Kanal aus Tu-
nica propria und zelligem Wandbeleg besteht. Das Organ
(Fig. 1, g) ist nicht bloss bei Cyclops und Cyelopsine, son-
dern auch bei Harpacticus deullich wahrzunehmen und überall
ist die Lichtung des Kanals einfach, nie areolär. Ob und wo
die „Drüse* ausmündet, ist mir unbekannt geblieben. Zen-
ker sagt, es scheine der Kanal in der Nähe des Mundes
nach aussen sich zu öffnen, setzt indessen bei: „der Ort lässt
sich jedoch nicht genau dafür angeben.“
Wendet man den Blick auf die Blutbewegung, so
ist es merkwürdig genug, dass während Cyclopsine ein deut-
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 203
liches Centralorgan des Kreislaufes besitzt, Cyclops und Har-
pacticus eines Herzens entbehren. Das Herz bei Cyclopsine
liegt am Rücken (Fig. 1, i) des vierten Körpersegmentes
(nach Claus „halb im ersten, halb im zweiten Thoracalseg-
menl“) und wird gewöhnlich einfach als ein sackförmiger,
musculöser Schlauch bezeichnet, doch bietet es näher und
von der Seite besehen, eine birnförmige Gestalt dar, den
Stiel nach vorn gekehrt. Eine hintere Spaltöffnung ist mit
Leichtigkeit zu erblicken, die vordere direct zu sehen, wollte
mir nicht gelingen, doch stellt ohne Zweifel der Stiel das
Ostium arleriosum vor. Dieses Herz pulsirt äussert rasch,
es ist wie in einem fortwährenden schnellen Ziltern begriffen
und da es (beim Weibchen) durch feine Fäden an den Eier-
stock geheftet ist, so zittert auch dieses Organ mit. Ne-
benbei sei bemerkt, dass man auch noch Fäden unterschei-
det, durch welche das Herz mit derSerosa des Darmes und
dem Feltkörper in Verbindung steht.
Nie traf ich ein Thier, in dessen Blutflüssigkeit zellige
Elemente suspendirt gewesen wären und ebenso erging es
dem jüngsten Beobachter, der daher auch den Copepoden
Blutkügelchen geradezu abspricht. Nur Zenker erwähnt
einen Fall, wo bei einer Oyclopsine Blutkörperchen in Menge
zugegen waren, doch lässt diese Claus nicht als Blulkör-
perchen gelten, sondern erklärt sie für pflanzliche Gebilde
„höchst wahrscheinlich einzellige Pilze,“ die er sehr oft im
Innern der Cyelopen vorfand.
Die Blulflüssiz;keit erscheint zwar gewöhnlich ganz klar
und farblos, aber bei eben eingefangenen, gut genährten
Thieren hat sie einen unverkennbaren Stich in Gelbe. Mit
Recht heben beide mehrmals genannten Autoren hervor, dass
bei Mangel eines Herzens im Körper von Cyclops und Har-
paclieus die lebhaften, ziemlich regelmässig wiederkehrenden
Verschiebungen des Darmes auf die Bewegung der Blulflüs-
sigkeit einen grossen Einfluss ausüben müssen.
Bezüglich der Athmung werden wohl alle neueren
Beobachter die Ansicht theilen, dass besondere Respirations-
organe mangeln und der Verkehr zwischen Blut und Wasser
durch die ganze Körperoberlläche geschehe.
Am weiblichen Geschlechtsapparat wnter-
»
204 Leydig:
scheidet Claus beiCyclopsine eine „Keimdrüse“ und „Eier-
schläuche,* dem ersteren Organ falle die Bereilung der Ei-
keime zu, in den letzteren komme die Bildung des Dotters
und die weitere Entwickelung des Eies zu Stande, Bei
Cyelopsine mehr als bei Cyclops sei demnach eine scharfe
Trennung zwischen Keim- und Dotterstock zu finden. Ob-
schon ich nun durchaus das Thalsächliche dieser Darstellung
zu bestäligen habe, so möchte ich doch bezüglich der Deu-
tung elwas abweichen. Ich sche bei Cyclopsine castor am
Rücken ein unpaares , birnförmiges, mit der Spitze "durch
Fäden an die Serosa des Darmes befesligtes Organ (Fig. 1, k),
welches die Eikeime oder helle runde Zellen mit ebenso
beschaffenem Nucleus enthält; der Gang, welcher jederseits
von diesem „Keimstock“ bis zur äusseren Geschlechtsöffnung
führt, enthält weiter entwickelte Eier, wobei aber der kör-
nige Dolter nur als umgewandelter und mit dem Wachsen der
Eizelle fortgebildeter Inhalt der Zelle sich kund giebt, daher
keineswegs von aussen um den primären Eikeim sich her-
umlegt. Somit wäre nach meinem Dafürhalten die Existenz
eines besonderen Dotlerstockes, in welchem die Dotterele-
mente bereitet und dem Eikeime zugeführt werden, kaum
‚anzunehmen, während bei den Daphniden eine solche 'Tren-
nung in Keimstock und Dolterstock scharf ausgesprochen ist;
bei leizteren enisteht auch, wie ich beobachtet habe, die Dot-
terhaut erst im Brutraume, bei den Cyclopiden hingegen nach
Claus im unteren Theile des Eierschlauches.
Der Hoden (Fig. 4, a), ebenfalls ein unpaarer Körper
von birnförmiger Gestalt, liegt am Rücken, vor dem Herzen.
Den Inhalt desselben bilden helle, rundliche Zellen und da
nach dem vorderen Theile des Hodens zu, wo der Ausfüh-
rungszang abgeht, die Zellen dichter angehäuft sind, so sieht
hier das samenbereitende Organ dunkler aus. Der Ausfüh-
rungsgang, von dem ich eigentlich nie die Art und Weise, wie
er am Hoden beginnt, mit wünschenswerther Klarheit gese-
hen habe (nach Zenker entspringt er mit einer Art Ven-
til), vollführt, indem er zuerst nach hinten, dann wieder nach
vorne sich wendet, um schliesslich doch wieder die Rich-
tung nach rückwärts zu nehmen, einige Biegungen. Anfäng-
lich ist er ein dünner, mil zarter Wand ausgestatteter und
+
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 205
noch unreife Zoospermien einschliessender Kanal, dann er-
hält er plötzlich dicke Wandungen, was davon herrührt, dass
eine drüsige Lage denselben ringsum einhüllt. Der Drüsen-
besatz hat im Beginne buchtige, man kann sagen, folliculäre
Conturen (Fig. 4, c), weiter unten verschmelzen die Drüsen-
elemente zu einer gleichmässigen Schicht. Die Drüsen
(„Schleimdrüsen“ bei Zenker) betheiligen sich wesentlich
an der Bildung der durch v.Siebold berühmt gewordenen
Spermatophoren ; sie liefern eine aus lauter gleichgrossen
Körnchen bestehende Masse, die in Verbindung mit einer
Parlie von Samenelementen einen wurst- oder flaschenför-
migen Körper erzeugt. Dergleichen unreife Spermatophoren
erlangen ihre letzte Ausbildung in dem durch die drüsigen
Wandungen sehr verdickten Endtheil des Samenausführungs-
ganges. Hier scheiden sich neue feingranuläre Kugeln rings
“um die Spermatophoren ab und endlich als letzte Umhüllung
kommt eine feste, homogene Haut hinzu, die bei guter Ver-
‚grösserung zarte Längslinien oder Andeutungen von Schich-
ten zeig. Die Kugeln, welche zunächst unter dieser Haut
liegen, quellen nicht bloss, sobald Wasser auf die Spermato-
phore wirkt, zu klaren Blasen auf und nehmen einzelliges
Aussehen an, sondern ich sah auch mehrmals, dass jede
dieser Blasen einen scharfglänzenden nucleusartigen Körper
enthielt, sie sich daher wie echte Zellen darstellen, wie ein
Epithel, dass die Haut der Spermatophore innen auskleidet
und auch zurückbleibt, nachdem der übrige Inhalt ausgetrie-
ben ist. Zwischen diesem Epithel und der. Körnermasse ist
noch eine helle, lichte Zone, wohl herrührend von einer
structurlosen gallertartigen Substanz. Die frischen fertigen
Zoospermien sind klare, leicht spindelförmige Körper mit
einem gewissen Fettglanze.
Die ausführlichen Mittheilungen von Claus über den
männlichen Apparat und die Entstehung der Spermatophoren
bei Cyelopsine castor stimmen in der Hauptsache mit meinen
Wahrnehmungen überein, nur vermisse ich z.B. auf Fig. 55,
die männliche Cyclopsine castor in seitlicher Lage versinn-
lichend, die gelappten drüsigen Anhänge in der Gegend, wo
der Ausführungsgang des Hodens aufhört schmächlig zu sein.
Auch kann ich es nicht gelten lassen, wenn er die reifen Zoo-
206 Leydig:
spermien „granulirte Körperchen“ nennt und in dieser Art
(a. a. O. Fig.54) abbildet, denn nach meiner Erfahrung sind sie
zwar in ihren Jugendzuständen von körniger Beschaffenheit
und können es auch späler nach Einwirkung von Wasser etc.
wieder werden, aber das reife, frische, nicht durch äussere
Einflüsse veränderte Zoosperm ist, wie schon angegeben,
ein helles, schwach spindelförmiges, glänzendes Gebilde,
Was die Zoospermien von Cyclops betrifft, über dessen männ-
liche Geschlechtsorgane unser Autor ebenfalls nähere Aus-
kunft giebt, so beschreibt er sie in ähnlicher Weise, als es
früher (Lehrbuch der Histologie) von mir geschehen ist. —
Die Spermalophoren von Cyelops, welche ich aus dem männ-
lichen Körper zur Ansicht hatte, waren etwas einfacher als
bei Cyelopsine, sie halten die Gestalt rundlich ovaler Beutel
mit kurzem Stiel, zeigten eine helle, dicke Hülle, dann im
Grunde des Beutels eine wasserklare vacuoläre Substanz
(Austreibestoff) und nach vorne die Masse der Zoospermien.
Zum Schlusse sei auch noch vorgebracht, dass die Cy-
elopiden mitunter zu mehreren Exemplaren (bis zu 4) sich
zusammenkelten und so mit einander herumschwimmen.
Nicht bloss Individuen einer und derselben Art, sondern
selbst verschiedener Species gehen diese Verbindung unter-
einander ein, ich sah Cyclops quadricornis und Cyclopsine
castor zusammenhängend umhertreiben. Es erinnert dies
Betragen an gewisse Räderthierarten, von denen dasselbe
kekannt ist und wohl irrthümlich auch schon für Paarung ge-
halten wurde,
Erklärung der Abbildungen.
Taf. I.
Fig. 1. Cyclopsine castor, Weibchen, im Umrisse und von der Seite
gesehen.
a. Matrix der Cuticula.
Stammmuskeln.
Auge.
Gallenzellen der Magenwand.
Harnzellen der Magenwand.
After.
moaor
Bemerkungen über den Bau der Cyclopiden. 207
g. Schalendrüse.
h. Augenmuskel.
i.. Herz.
k. Eierstock.
Fig. 2. Das Auge isolirt und etwas stärker vergrössert als auf der
vorigen Figur.
Fig. 3. Der Kopf von Cyclopsine castor von unten gesehen.
a. Schlund im Querschnitt.
b. Oberhalb des Schlunds gelegene Partie des Gehirns.
c. Unpaarer Fortsatz, welcher das Auge trägt (Au-
gennerv).
d. Auge.
Fig.4. Zum männlichen Geschlechtsapparat desselben Thieres.
a. Hode.
b. Samengang.
c. Drüsige Anhänge.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse.
Ein weiterer Beitrag zur Kenntniss der Parthenogenese.
Von
Rud. Leuckart.
(Hierzu Taf. V.)
In meiner kleinen Schrift über den Generationswechsel
und die Parlhenogenese der Insekten (Frankfurt 1858) habe
ich den Nachweis geliefert, dass auch bei den Coceinen und
verwandten Thieren eine spontane Entwickelung der Eier
vorkomme. Unter letzteren führte ich namentlich das Gen.
Chermes an, das gewöhnlich von den Entomologen den Aphi-
den zugerechnet wird und diesen Thieren im Ganzen auch
wohl am nächsten stehen dürfte, obwohl es in mancher Be-
ziehung den Uebergang zu den Coccinen vermittelt.-
Was ich damals über Chermes mittheilen konnte, be-
zog sich übrigens ausschliesslich auf die eine flügellose Ge-
neralion dieser sog. Rindenläuse. Ich hatte mich davon
überzeugt, dass alle Individuen dieser Generation weiblichen
Geschlechts waren und ohne männliche Beihülfe entwicklungs-
fähige Eier legten. Die geflügelten Individuen waren bis auf
einige wenige Exemplare von Ch. larieis, die gleichfalls: als
jungfräuliche Weibchen erkannt wurden, in jener Zeit noch
nicht zur Untersuchung gekommen.
In der Hoffnung, meine Beobachtungen auch auf die
letzteren ausdehnen zu können, und damit eine Einsicht in
die ganze Fortpflanzungsgeschichte dieser merkwürdigen
Thiere zu gewinnen, blieben meine Mittheilungen über Cher-
mes überhaupt etwas kurz und aphoristisch, gewissermassen
nur ein Anhang zu den Beobachtungen über die Coceinen und
die Aphiden mit viviparen Generationen.
Leuckart: Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 209
"" "Nachdem ich nun im Laufe des vergangenen Sommers
den belreffenden Thieren vielfache Aufmerksamkeit geschenkt
habe und, meiner Meinung nach, so ziemlich zu einem Ab-
schlusse über dieselben gekommen bin, glaube ich meine
Beobachtungen um so weniger zurückhalten zu dürfen, als
sie uns nicht bloss einen neuen," interessanten Beitrag zur
Kenntniss der Parthenogonese liefern, sondern auch auf man-
the ändere längst bekannte’ Eisenthümlichkeiten aus dem
Fortpflanzungsleben der Insekten einiges Licht werfen.
R Bevor ich jedoch mit der speciellen Darlegung meiner
Untersuchungen beginne, dürften ein Paar Worte über die
Lebensgeschichte ‘unserer Thiere am Platz sein, so weit
diese ‚sich bei einer bloss äusserlichen Beobachtung fest-
stellen lässt und namentlich auch in den Werken von de
Geer (Abhandl. zur Gesch. der Insekten Bd. III. 1780. S. 66
—84. Tab. VII), Kaltenbach (Monographie der Familien
der Pflanzenläuse 1843. S. 123—206) und Ratzeburg
(Forstinsekten, II. Theil, 1844. S. 195—205. Tab XII u. XII)
ausführlich nach eigenen Beobachtungen geschildert wurde *).
Wir handeln dabei zunächst von der gemeinen Tannen-
laus, Ch. abielis L., die von den beiden lelztgenannten For-
schern in zwei Arten getrennt ist, Ch. abietis Kaltenb. — Ch.
viridig'R. ‚ und Ch. strobilobius Kaltenb. — Ch. cocci-
neus R. Für uns hat die Unterscheidung dieser zwei Arten,
die nach der Grösse und dem Sitze ihrer Gallen immerhin
berechtigt sein mag, keine Bedeutung, denn beide auch
äusserlich sehr nahe verwandte Formen verhalten sich in
biologischer und anatomischer Beziehung so übereinstimmend,
dass ich mich vergebens nach einem Unterschiede zwischen
ihnen umgesehen habe. (Ich will dabei jedoch die beiläu-
fige Bemerkung nicht unterlassen, dass meine Untersuchungen
vorzugsweise an der ersteren dieser beiden Arten oder Ab-
arten angestellt sind.)
" Durch die Untersuchungen der genannten Entomologen
ini)
*) Die Abhandlung von Hartig (Germar’s Zeitschrift für En-
tomol. III. $. 366 1.) habe ich im Augenblicke nicht zur Hand ge-
habt und um s0 eher übergehen können, als deren Angaben vielfach
— wenigstens für Ch. abietis — ungenau und irrthümlich sind.
Archiv f, Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd. 14
210 Leuckart:
“ist es zur Genüge festgestellt , dass die Tannenlaus im flü-
gellosen Zustande , als ein nur sandkorngrosses plumpes In-
sekt, unter der wärmeschützenden Decke eines weisslichen
Wollkleides an der Basis der beschuppten jungen Tannen-
knospen überwintert. Erst im nächsten Frühjahre ‚(April
beginnt unser Thierchen zu wachsen. Man findet dasselbe
dann immer noch an der alten Stelle, unbeweglich ‚, und
überzeugt sich bei näherer Untersuchung , dass der Rüssel
desselben tief in die Achse der erwachenden Tannenknospe
eingesenkt ist. Dass unser Insekt die einzelnen Nadeln an-
släche, wie Kaltenbach und auch de ,Geer behaupten,
ist unrichtig; ich habe dasselbe nie anders als in der ange-+
gebenen Silualion gesehen und möchte auch glauben, dass
es in dieser bis zu seinem Tode beharrt, ‚ohne jemals die
Insertionsstelle seines Rüssels auffallend zu verändern. Dicht
über dem Bohrloche beginnt schon um diese Zeit, noch. vor
Enthüllung der Knospe, die Achse des jungen Triebes mit den
hier befestigten Nadeln zu schwellen; es beginnt (damit die
erste Anlage jener merkwürdigen ananasarligen Gallen, die,
wie wir. uns später überzeugen werden, der zweiten Genera-
tion unserer Thiere zum Wohnorte dienen.
Nachdem sich die Tannenlaus in den nächsten drei
Wochen unter besländiger Grössenzunahme mehrmals ge-
häutet und dabei eben so oft ihr bekanntlich in einzelnen Fä-
den sich nach und nach als Sckret (Wachs ?), aus der Kör-
perhaut hervorschiebendes Wollkleid erneuert hat (Kalten-
bach), beginnt, immer ‘noch vor Enthüllung des jungen
Triebes, die Eierlage. Die Eier werden miltelst. eines, kur-
zen Stieles hinter der Mutter an der Knospe .befesligt, meist
auch zugleich in abgestossene. Wollfäden eingehüllt, ‚und
häufen sich hier allmählich in einer solehen. Menge an, dass,
man gegen Ende der Eierlage, die freilich erst mit dem, Tode
der Mutter, wenn die ältesten Eier bereils ‚ausgeschloffen.
sind, ‘eintritt; nicht, selten, deren. bis; an ‚200: zählen, kann *).
Das Ausschlüpfen der Jungen fällt in die zweite Hälfte
des Mai, nachdem kurz vorher der junge Trieb mit der
*) Kaltenbach greift viel zu niedrig, wenn er die Zahl der,
von einer Mutter gelegten Eier „auf dreissig und mehr“ schätzt.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 211
am unteren Ende verkürzten und verdickten Achse durch
die umhüllenden Schuppen nach Aussen hervorgebrochen ist.
Die jünge Brut verlässt alsbald die Stätte ihrer Geburt und
begiebt sich in Masse nach vorn, um zwischen den dicht
zusammengedrängten, geschwollenen Nadeln des verkürzten
Triebes ein neues Unterkommen zu finden. Hier vollendet
die junge Brut, was die Multer begonnen. hatte. ‚ Hunderte
von Rüsseln senken sich in die saftigen Nadeln und unter
der Einwirkung dieses fortwährenden Reizes schliessen sich
die Nadeln zu jenem kugligen oder ovalen Köpfchen *),
dessen ‘wir oben ‘als Aufenthaltsort der zweiten Generalion
gedacht haben. Eine Verwachsung..der Nadeln, wie man sie
wohl angenomnien hat, findet nicht’ statt, obwohl die 'äusse-
ren Ränder‘ derselben dicht ‘an einander schliessen. Auch
im Innern ‚bleiben zwischen den ‚Nadeln zellenarlige, ziem-
lich geräumige Höhlungen, die fast beständig von mehreren,
mitunter ‚einem Dutzend junger Läuse bewohnt werden,
Diese: Thiere ‚der zweiten Generation: sind schlanker
und beweglicher, als die überwinternden Individuen, von de-
nen wir bei unserer Betrachtung ausgingen , ‚scheinen auch
keineswegs so continuirlich mittelst ihres Rüssels befestigt
zu sein. Wenigstens sieht man bei Eröffnung‘ einer’ Zelle
fast in allen Fällen eine Anzahl frei im Innern befindlicher
Thiere, während die übrigen an den Wänden der Zellen
festhängen. Uebrigens bedecken sich diese Thierchen gleich-
falls, wie die frei lebenden Mutterthiere, mit einem Woll-
Naunıe, nur dass derselbe sehr viel kürzer bleibt. Gleich den
Mutterthieren unterliegen sie auch bei Zunahme ihres Kör-
pervolumens einer mehrfachen Häutung, ohne dabei jedoch
ihr früheres Aussehen merklich zu verändern, Gegen, Ende
Julir verwandeln ‚sich die, früheren ‚Larven in Puppen; sie
zeigen jelzt Flügelscheiden ‚und sind alle, fasb unbeweglich,
mil ängezogenen Beinen ander Wänd ihrer Zellen dureh, Hülfe
des Rüssels, befestigt. Nach seiwd 14 Tagen; ist die ‚ Meta-
; i € i
3 b_sib „un
r 'b Sehr häufig sind diese Gallen übrigens excentrisch an dem
Triebe befestigt und dann natürlich weniger regelmässig gerundet.
Vielleicht ist’ die Tanitrenlans in boldherr Fällen mivihreii Rüssel nicht
bis zur Miuteider verkürzten Achse‘ vorgedrungen,
212 \unLeuckart:
morphose 'vollendet; ‚die Zellen der Galle öffnen. sich, in-
dem die "einzelnen, allmählich immer: mehr austrocknenden
Nadeln von einander weichen, und aus den klaffenden Spalten
hervor schlüpft, meist ‘bei Sonnenschein, die’ Schaar der wie-
der beweglich gewordenen Puppen. Dieselben (besteigen die
benachbarten Nadeln, klammern: sich: mit den Beinen, fest und
verwandeln sich’nach wenigen Minuten’ durch nochmalige Häu-
tung in: beflügelte blatllausarlige Geschöpfe, die noch'eine
Zeit lang dicht ‘gedrängt an den Nadeln sitzen bleiben, |sich
aber dann, nach allen Richtungen hin verbreiten.
Nach einigen Tagen findet man einzelne dieser ‚Blatt-
läuse mit dachärtig. ausgebreiteten Flügeln abgestorben hin
und wieder an den Nadeln‘, unter ihnen ein ‚kleines Häuf-
chen gestielter Eier, eingehüllt zum Theil in die dem Abdomen
der Mutter anhängenden Wollhaare. ‚Die: Jungen , die nach
einigen Wochen aus diesen Eiern 'ausschlüpfen ‚'zerstreuen
sich und suchen einzeln, selten zu zweien oder'mehrern, die
benachbarten , ausgebildeten Knospen, ‚um: ‚an diesen, wie
oben dargestellt ist, zu überwintern und im nächsten,Jahre;
bei reichlicherer Ernährung , eine neue: Nachkommenschaft
zu erzeugen.
Was wir über die Tannenläuse bis jetzt wissen, be-
schränkt sich‘ auf die voranstehenden Bemerkungen. Noch
Niemand hat, trolz allen Beobachtungen, die Begattung‘ un-
serer Thiere geschen , noch Niemand mit Bestimmiheit'ein
Männchen nachgewiesen. ' Eine blosse Vermuthung (ist es,
wenn man dem Eierlegen der beflügelten Thiere eine Be-
gatlung vorhergehen lässt; nicht mehr, als eine Vermuthung,
wenn Ratzeburg ca. a. 0. S. 201) die kleineren Indivi-
duen dieser beflügelten Generation 'als Männchen: betrachtet
und die gestreckte Form des Hinterleibs, so wie die Anwe=
senheit einer beim Drücken zwischen ‚dem Pressschieber' vor=
trelenden stumpfen Rulhe als (charakteristische Altribute.ihres
Geschlechts ansieht, Noch heute sind über die Fortpflanzung
der Tannenläuse dieselben Fragen zu beantworten, die de
Gee ram Ende seiner Darstellung von der Naturgeschichte
dieser Thiere aufwirft.
Es freuet mich , dass, meine Untersuchungen mich: in
den Stand setzen, über die fraglichen: Verhältnisse eine. be-:
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 213
stimmtere Auskunft zu geben. "Allerdings fällt dieselbe nicht
zu Gunsten’ einer Annahme aus, 'die noch vor kurzer Zeit als
unumstössliches Gesetz galt und "auch die früheren Beobach-
ter unserer Thiere bei ihren Vermuthungen influenzirte.
Ich habe mich davon überzeugt, dass die
Fortpflanzung unserer Tannenläuse in beiden
Generationen auf parthenogenetischem Wege,
durch spontane Entwickelung der Eier, vor
sich geht.
Obwohl ich reichlich ein Paar Hundert unserer Thiere
untersuchte , ist mir niemals bei denselben ein Männchen
aufgestossen.‘ Alle Individuen, ungeflügelte und geflügelte,
grosse (und kleine waren Weibchen ‘und zwar jungfräuliche
Weibchen. ‘So: verhielten sich nicht bloss’ dievor dem Eier-
legen eingefangenen Thiere, sondern auch die Eierlegerin-
nen, selbst diejenigen, ‘deren Eier schon deutlich Spuren der
beginnenden Entwickelung, ja selbst schon ausgebildete Em-
bryonen in sich einschlossen. Mehr als eininal habe ich
die Eier solcher jungfräulichen Thiere isolirt und dann spä-
ter ausschlüpfen sehen.
Nach solchen Beobachtungen kann kein Zweifel sein,
dass sich die Tannenläuse in der Regel ohne Männchen forl-
pflanzen. Ob aber die Männchen überhaupt fehlen, ob sie bloss
von Zeit zu Zeit, unter gewissen günstigen Verhältnissen,
zum Vorschein kommen und dann die Weibchen 'befruchten,
muss 'ich unentschieden lassen, doch will es mir fast schei-
nen, als’ wenn gewisse "anatomische Verhältnisse‘, über die
ich später zu berichten habe, bis zu gewissem Grade’ die
erstere Vermuthung glaublich machten.
"Es ist jedoch nicht’ bloss die gemeine Tannenlaus, Ch.
abietis, die sich in dieser Weise verhält.
"An (den jungen Trieben der Föhre beobachtete ich 'ge-
gen Ende’ April’ einige Male eine Nügellose Tannenlaus (Ch.
pieene Ratzeb! ?), die den Individuen der ersten Generation
von Ch. abielis ausserordentlich ähnlich war, sich aber theils
durch eine dunklere, fast schwarze Färbung , theils auch
durch eine viel unbedeutendere Grösse von derselben unter-
schied. _ Ueber die Lebensgeschichte ‚dieser Art kann ich
nichts angeben ; ich habe später vergebens an den inficirten
214 Leuckart:
Bäumen: nach ‚Gallen gesucht und muss es unentschieden. las-
sen, ‘ob unser Thier, was allerdings ‚sehr wahrscheinlich: ist,
wie Ch. abietis, später. eine zweite geflügelte Generation pro-
ducirt, Aber (das weiss.'ich, ‚dass alle ‚untersuchten ‚Indivi-
duen, unter denen mehrere ‚mit ‚bereits ‚abgelegten, übrigens
nur. wenig, zahlreichen, Eiern‘, sich ‚als ‚unbefruchtete Weib-
chen: erwiesen, ganz, wie. die entsprechenden Zustände von
Ch.,abielis; |
Ein Gleiches kann ich von der nahe verwandten Phyl-
loxera coccinea Heyden behaupten,’ von der ich Anfangs Juli
zahlreiche ungeflügelte, Weibchen mit. ringförmig abgelegten
Eiern ‚an. der, Unterfläche ‚der. ‚Eichenblätter antraf.,ı Auch
hier enthielten. die. älteren. Eier (etwa (30—40 Stück) einen
zum Theil schon weit entwickelten Embryo, , obwohl keine
Spur, von Sperma‘ bei den Müttern zu’ finden war... Frühere
Beobachter haben 'die Existenz dieser ersten Generalion von
Nüügellosen Weibchen übersehen ; sie sprechen von ''geflügel-
ten Thieren, die im August und September zum Vorschein
kämen und ihre Eier ganz in ‚derselben Weise, wie die: flü-
gellosen Weibchen, an den Eichenblältern befestigten, Leider
ist es mir nicht geglückt ‚diese, geflügelten Phylloxeren auf-
zufinden; ich. habe jedoch kaum einen: Zweifel ‚, dass diesel-
ben sich gleichfalls ausnahmslos als weibliche Thiere, wür-
den erwiesen haben. Nach aller Analogie sind diese ‚beflü-
gelten Individuen die Nachkömmlinge der von mir beobach-
telen flügellosen Formen, die ihrerseits der ersten Generation
von Chermes entsprechen, und ‚entweder. als junge: Thiere
oder, , wie ‚die spätere. Zeit ihres’ Auftretens fast glaublich
macht, als Eier werden überwintert haben. N
Ist | letztere Vermuthung gegründet, ‘dann würde sich
unsere Phylloxera hierin übrigens nicht bloss von Chermes
abielis, sondern auch. von Ch, larieis unterscheiden *), der
sie ‚sonst, durch Form und Lebensweise (Aufenthalt an der
Ohesfläche der Blätter und Unfähigkeit der er =
am nächsten: steht,
*) Es war ein Irrthum, wenn ich in meiner Abhandlung über
Generationswechsel tnd Parthenogenese der Insekten von Ch. abie-
tis die Eier überwintern liess.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 215
Für letztere gilt übrigens, in Betreff der Fortpflanzungs-
verhältnisse, dasselbe, wie für die übrigen vorher betrach-
teten Arten. ‘Auch die Lärchenlaus zeigt in beiderlei, un-
geflügelten und geflügelten Individuen 'immer nur das eine
weibliehe' Geschlecht; sie besteht, so weit ich sie kenne,
beständig nur aus parthenogisirenden Jungfrauen.
Was jedoch: das Verhältniss betrifft, in dem diese bei-
derlei Individuenformen zu einander stehen , so ist mir sol-
ches nicht so klar geworden, 'als bei Ch. abietis. Doch scheint
es fast, als wenn’ sich Ch. laricis in dieser Beziehung etwas
abweichend verhält. Nach den Angaben Kaltenbach’s und
Ratzeburg’s’unterliegl es freilich ‘keinem Zweifel, ‚dass
die an den 'noch unentwickelten Knospen überwinternden
winzigen‘ Thierehen sich . zunächst nur zu ungeflügelten In-
dividuen entwickeln , allein eben so gewiss ist es, dass die
beflügelten Individuen hier schon sehr frühe auftreten und
eine, längere Zeit hindurch zusammen mit unbeflügelten Weib-
chen vorkommen. Ich fand solche geflügelte Individuen be=
reits Ende Mai, nachdem einige Wochen vorher die ersten,
hier aber immer nur in geringer Menge abgelegten Eier an-
getroffen waren. Ueberdiess entstehen nach den Beobach-
tungen Ratzeburg’s aus den Eiern der ersten Generalion
hier nicht ausschliesslich geflügelte Individuen, wie bei Ch.
abietis, sondern auch zugleich ungeflügelte , die sich jedoch
äusserlich von den ungeflügelten Stammthieren etwas unter-
scheiden und in demselben Jahre noch eine dritte Genera-
lion produeiren sollen. : Dass die beflügelten Individuen Eier
legen, wie die unbeflügelten , ist Ratzeburg unbekannt
geblieben ; ich habe mich davon indessen auf das Bestimm-
teste überzeugt, muss aber bemerken, dass die Zahl die-
ser Eier ‘noch hinter der der unbeflügelten Weibchen zu-
rüekbleibt.
Durch die grössere Menge der aufeinander folgenden
Generalionen, so wie dadurch, dass diese Generalionen, we-
nigsiens Iheilweise, durch beflügelte und unbeflügelte In-
dividuen zugleich repräsentirt werden, nähert sich Chermes
abielis in. augenscheinlicher Weise den Fortpflanzungsver-
hältnissen ‚der gewöhnlichen Aphiden, nur dass die viviparen
Individuen, wie auch bei Chermes, von eierlegenden Weib-
216 Leuckart:
chen. vertreten‘ sind \und männliche, Individuen, ganz ‘(oder
doch ‚wenigstens in. der‘ Regel ganz),‚ausfallen. kidrov
Bevor wir jedoch diese Unterschiede und Analogieen
weiter verfolgen, ist’ esınöthig, einen Blick auf die, anato-
mische Anordnung des-Generationsapparaties
bei unseren Rindenläusen zu werfen (Fig. 1). last
Bei den von mir ‘untersuchten: vier oder fünf u
(3 oder — wenn wir Ch. abietis für zwei Arten rechnen +
4 Chermes, 1. Phylloxera) findet‘ sich vin: der Bildung der
weiblichen Theile eine ganz 'unverkennbare‘ Analogie, \die
um so auflallender ist, als dadurch zugleich‘ ein merklicher
Unterschied von den weiblichen - Organen der: eigentlichen ;|
mit oviparen und viviparen Generationen zugleich sich fort-
pflanzenden Aphiden‘*) gegeben ’ist. "Im Ganzen aber: ist der
Typus der belreffenden Organe derselbe ‚den wir bei den
letztern antreffen. |
In Betreff der Ovarien ist zunächst hervorzuheben, dass
die Eiröhren unserer Thiere in allen Fällen‘ (Fig. 1) zwei-
oder (Phylloxera) selbst dreikammrig sind.‘ Nach "den bis-
herigen Mittheiluneen über den Bau der 'Eiröhren ‘bei den!
gewöhnlichen Aphiden könnte man vermülhen "dass hierin
ein durchgreifender Unterschied’ zwischen "diesen: beiderlei
Gruppen sich- ausspreche, allein ich'"'habe' mich" durch: meine!
diesjährigen Untersuchungen davon überzeugt, dass‘ es auch
unter ‘den letzten Arten mit 'mehrkammrigen' Eiröhren giebt;
obwohl die grössere Anzahl allerdings nur einkammrigeihät,
wie die Coceinen. Zu diesen Arten mit mehrkammrigen
Eiröhren gehört z.B, Aphis quereus und Aph. platanoides **);'
*) Chermes und Phylloxevra'sind,'so viel bekamnt,/diereinzigen
Aphiden mit bloss oviparen Generationen. (Dass es auch Arteh,lmik
bloss. viviparen Generationen gebe, wie.Kaltenbaeh annimmt, ist
mir sehr zweifelhaft. Für Schizoneura, deren Formen u-:a. dahin
gehören sollten , habe ich die Existenz ‚einer oviparen Herbstgenera-
tion in dem schon mehrfach erwähnten kleinen Schriftchen nachge-
wiesen.) Ivin
**) Herr Dr. Claus machte mich’ darauf’ aufmerksam‘, dass die
Ammen ‘dieser Art nicht’ selten im abgestorbenen "Zustände mittelst
einer ziemlich. grossen. biconvexen Scheibe, aufjı der ‘Oberfläche: ‚der!
Die Fortpflanzung der: Rindenläuse. 217:
deren. unbeflügelte' Weibchen’ drei (Aph. platanoides sogar!
vier).Eianlagen, resp. Eier in den einzelnen Röhren 'erken-
nen lassen. ; (Herr'Dr.; Claus: in Marburg hat auch bei
zweien, wie es scheint, noch unbenannten Aphisarten von
Betula' ‚alba flügellose Weibchen mit mehrkammrigen Eiröh-
ren. angetroffen.)
Wenn diese letztere Beobachtung nicht ‚schon ansich
genügte, ‚den Unterschied, der sich in Betreff der Eiröhren-
bildungizwischen unseren ‘Rindenläusen'und den übrigen ech-
ten Aphiden scheinbar kundgiebt, zu 'verwischen, so würde
ich’ noch weiter hervorheben müssen ,: dass sich ‚der zweite
obere Keim "bei: Chermes nicht selten !(besonders bei‘ Chi
larieis, ‚Fig. 1) erst in: späterer Zeit bildet,; 'erst' dann, wenn
sich das’ vorhergehende Ei ‚ seiner völligen Reife nähert;
dass unter solchen Umständen also dieselbe Eiröhre, je nach
dem, Alter, und ‚dem. Entwickelungszustande ‚ihres ‚Inhältes,
bald. einkammrig,, bald ‚auch mehrkammrig sein, kann *).
Ueberdiess reifen. die Eier der, verschiedenen Röhren zu un-
gleicher, Zeit, so dass nicht selten:ein- und zweikammrige
Röhren neben einander. in. demselben 'Ovarium. angetroffen
werden. Ebenso sind die Röhren von: Phylloxera, zu gewis-
sen, Zeiten ‚nur zweikammrig **) , die ‚von Aphis ‚platanoi-
des nur dreikammrig u. s. w.
„Wenn! somit, nun auch ‚der Unterschied ‚zwischen den
ein -vund mehrkammrigen Eiröhren nicht eben ‚allzu gross
zu. .sein scheint, so! ist; derselbe andererseits doch nicht völlig
von ihnen bewohnten Blätter befestigt seien. Bei näherer Untersu-
chung erkannte ich in dieser Scheibe den Cocon einer Larve, die nach
ihrem “Aussehen wohl 'eine Ichneumoniden-Larve sein dürfte. Diese
Lane lebt bis zur Verpuppung, und: zwar immer, eihzeln, als Schma-
rolzer ‚in: den Apbiden,ı bricht aber später an der Bauchlläche ‚durch
und spinnt; dann «zwischen, dem früheren Wirthe und ‚der Blattfläche
ihren Cocon. ’ ’
, *) Damit stimmt es auch, dass sich die Eiröhren unserer Cher-
mesarten (Ch. abietis) hırsprünglich als einfache entwickeln, ganz auf
dißselbe Weise, Wie ich das für die Eiröhten von Aphis und Coccus
ällgegeben habe (a. a. O.).
" #®) Einzelne Eiröhren von Ch. abietis lassen hier und’da gleich-
falls. eine dritte Eianlage erkennen.
218 Leuckart:
hinwegzuläugnen. Am ‘deutlichsten spricht sich dieses in
den’Schicksalen des obern kolbig angeschwollenen Eiröhren-
endes aus, das man niit seinen eigenthümlichen Zellenkör-
pern mitunter als eine eigene obere Kammer angesehen hat.
Bei den Pflanzenläusen mit 'einkammrigen Eiröhren geht die-
ses Endstück mit seinem Inhalte während der Entwickelung
der Eianlage allmählich verloren; bei den Arten mit 'mehr-
kammrigen Röhren bleibt ‘dasselbe jedoch unverändert, wie
es bei der ersten’ Eianlage' war, ohne: jemals ' merklich‘ an
Grösse abzunehmen 'oder'gar zu verkümmern. |
Inder schon mehrfach eitirten kleinen’ Abliandlung’ über
die Parthenogenese 'habe ich dieses obere Endstück der ein-
kammrigen Eiröhren bei den'Aphiden als „Dotterfach® in
Anspruch genommen, und in der That ist auch die Aehn-
lichkeit desselben mit den Stein’schen Dotterfächern der
niehrkammrigen Eiröhren ganz unverkennbar. ‘Die’ Richtig-
keit ‘dieser Deutung vorausgeselzt, sollte man nun nach aller
Analogie erwarten, dass sich ein solches Dotterfach bei den
mehrkammrigen Eiröhren unserer Blatlläuse zwischen je
zwei Eianlagen wiederhole. Aber dem ist nicht so. "Die
Aphiden mit mehrkammrigen Eiröhren besitzen ebenfalls nur
ein einziges Dolterfach, und dieses nur am oberen Ende. der
Eiröhren (Fig. 1).
Dieser Umstand muss es trotz aller Aehnlichkeit zwei-
felhaft machen , ob die Deutung des betreffenden Endstückes
als „Dotterfach“ die richlige ist. Man könnte in dem’be=
treffenden Gebilde jetzt mit scheinbar grösserem Rechte,
als früher, ein sog. Keimfach vermuthen und die einzelnen
Zellenkörper im Innern ‚als Eianlagen in Anspruch, neh-
men; ıan könnte dasselbe vielleicht um 'so eher., als ‚das
betreffende Fach durch Bildung und Aussehen seines’ Inhal-'
tes auch an das Endstück des sog. Keimstockes bei den‘
viviparen Aphiden erinnert, dessen einzelne Zellenkörper ja
nach Leydig sich direkt in die späteren Keime verwandeln
sollen. Auf solche Weise liesse sich dann zwischen den
Genitalien der viviparen und oviparen Blattläusen eine, Ana-
logie herstellen, die vielleicht auch in anderer Beziehung, für
die Auffassung des ganzen gegenseiligen Verhältnisses die-
ser beiderlei Individuenformen maassgebend sein möchte.
Die Fortpflanzung der Rindenläuse, 219
Ich gestehe, dass ich die Entscheidung dieser Frage
noch’nicht für spruchreif halte. Allerdings hat die Auffas-
sung dieses Endstückes als Keimfach nach unseren jetzigen
Erfahrungen etwas Verführerisches, aber einmal ist das Aus-
sehen und die Beschaffenheit der Zellenkörper im Innern doch
anders, als sonst gewöhnlich im Keimfache der Insekten und
sodann hat es mir bis jetzt noch nicht gelingen‘ wollen —
ebensowenig auch bei den viviparen Aphiden — mich durch
direkte Beobachtung von der Umwandlung dieser Zellen in
Eikeime zu überzeugen. Im Gegentheile lassen sich zwischen
den Keimbläschen der jüngsten Eianlagen und den Kernen
jener‘ Zellenkörper, die doch identisch sein müssten, falls
letztere als Eikeime zu betrachten wären, gewisse Unterschiede
in Grösse, Verhalten gegen Reagenlien u. s. w. auffinden;
die solcher Annahme kaum das Wort reden. So fand ich
z.B. bei Lecanium hesperidum das Keimbläschen der jüngsten
Eianlagen 0,02 Mm. gross, während die Kerne der im End-
fach vorhandenen Zellenkörper 0,037 Mm. maassen. Bei Coc-
eus hesperidum war das Keimbläschen auf einer noch frü-
heren Entwickelungsstufe 0,009 Mm. , ebenfalls kleiner, als
die 0,013 Mm. messenden Kerne. Aehnlich verhält es sich
auch bei den Aphiden. Dazu kommt weiter noch das Schick-
sal dieser Zellenkörper in den einkammrigen Eiröhren der
Aphiden und Coceinen, das der Ansicht einer Umwandlung
in Eikeime doch kaum günstig ist, wenn auch sonst’ die
Fälle von abortiv zu Grunde gehenden Eikeimen nicht ern
allzu selten sind. |
" Andererseits scheint auch die Auffassung des betreffen
den Faches als „Dotterfach® durch die Einfachheit desselben
in den mehrkammrigen Eiröhren unserer Aphiden noch kei-
neswegs widerlegt zu sein. Allerdings darf man nicht, ‚wie
Stein es thal, annehmen, dass der körnige Dotter betref-
fenden Falles ausschliesslich von den Zellen des Dotter-
faches geliefert werde. Doch diese einseilige Auffassung
möchte heute auch wohl nur noch wenige Vertreter finden;
man ist, glaube ich, ziemlich allgemein zu der Ansicht ge-
kommen, dass ausser den Zellenkörpern des Dotterfachs auch
noch die gewöhnlichen Epithelialzellen der Eiröhren an der
Abscheidung des Dotlers Antheil nehmen. Dieser Antheil
220 Lewckart:
ist vielleicht. freilich nur ein’ untergeordneler; bei ‚unseren
Aphiden dürfte er. zur 'Vollendung' der, Eireife, jedoch, um
so. eher genügen, als der Contakt mit‘ dem Endfache erst
in ziemlich späterer Zeit unterbrochen wird, erst dann, wenn
der 'Dotter bereits zu einer sehr ansehnlichen Masse hasan-
gewachsen ist.
Ueber die histologische Struktur der Eiröhren ist nichts
Besonderes. zu erwähnen , es müsste denn der Umstand sein,
dass sich ‚unsere Rindenläuse. durch die grosse Zahl‘ der
im /Endfache befindlichen 'Zellenkörper an die, übrigen Aphi-
den. anschliessen. , Zwischen diesen und der strucklurlosen
Membrana propria sieht man) nicht selten eine zarte Epilhe-
lialschicht, die an derselben Stelle übrigens auch bei'den
verwandten Thieren vorkommt und sogar den viviparen Aphi-
den keineswegs zu fehlen scheint. Der: Process. der Eibil-
dung ist genau (derselbe, wie ich ihn für Aphis und Coceus
beschrieben habe. Auch die 'bei Chermes an dem unteren
Pole der Eischale.. anhängenden kurzen und: soliden Stiele
bilden‘ keine characterislische Auszeichnung unserer Thiere,
seitdem ich an den Eiern von Aphis quereus und platanoi=
des *) dieselbe Bildung aufgefunden habe.
Was. die Zahl der Eiröhren in den 'Ovarien "unserer
Rindenläuse betrifft, so zeigt diese sehr bedeutende Differen-
zen,' nicht: bloss in jeinzelnen Arten, sondern auch in den
verschiedenen geflügelten und ungeflügelten Individuen‘ der-
selben‘ Art, In letzterer Besiehung: gilt’/es — nach Ch.’ abie-
tis und Ch. larieis zu schliessen — als Geselz, ‘dass’ die 'ge-
Nlügelten: Individuen, wie sie überhaupt’ leichter: gebaut sind,
so auch. eine, geringere Anzahl von Eiröhren besitzen Frl
*) Beiläufig mag hier auch erwähnt sein, dass die kleinen, ‚ge-
flügelten Männchen von Aphis platanoides jederseits drei vollstindig,
getrennte birnförmige Hodenschläuche besitzen.
##) Aehnliches. scheint auch für die geflügelten’ und ungellügel-
ten viviparen Individuen der Aphiden zu gelten. Ich habe"bis jetzt
wenigstens die, von mir, zuerst ‚beschriebenen, (a. ‚a. O,) eihkammii-
gen Keimröhren unter diesen Thieren nur hei geflügelten. Individuen
angetroffen. Doch soll damit keineswegs gesagt sein, dass alle ge-ı
flügelten Blattlausammen einkammrige Keimröhren besässen. Ich kenne
auch Arten, deren geflügelte Ammen mit mehr- und vielkammrigen
Keimröhren versehen- sind.
Die Fortpflanzung‘ der Rindenläuse. 221
Die erösseste Menge von 'Eiröhren findet sich. 'bei-den
ungeflügelten' Weibchen von Chermes abielis, weitaus ‘auch
der fruchtbarsten aller Rindenläuse. Ich zähle hier jeder-
seits 20-24 Eiröhren, eine Zahl, die fast an die Eierstocks-
bildung der Coceinen *) erinnert, denen unsere plumpen Thiere
(wie „die übrigen -flügellosen Rindenläuse) "auch äusserlich
ähnlich ‘sehen. Bei den geflügelten Individuen schwankt die
Zahl der Eiröhren zwischen viel grösseren Extremen; ich
habe Exemplare mit 24 und 30 Eiröhren im Ganzen getrof-
fen und'andere, die deren nur '10 hatten. Die letziern Exem-
plare waren ‘dabei auffallend kleiner , als die übrigen; ‚sie
sind’ die Ratzeburg’schen' 'sog. ‘Männchen. - ‚ Auf‘ \Chermes
abielis ‚folgt nach’ der Zahl‘der Eiröhren ‘zunächst das; Gen.
Phylloxera, dessen flügellose Weibchen jederseils meist fünf
Eiröhren' erkennen lassen. Chermes piceae besitzt im unge-
lügelten Zustande 3 oder 4 Eiröhren -jederseits (mitunter
auch 9 im Ganzen). Am tiefsten sinkt’ die Zahl bei Ch. la-
rieis, deren. Nügellose Individuen ‘sehr constant:6 Eiröhren
besitzen, wähend' die geflügelten — Fig. 1 — BRyehhg
nur 4 (mitunter auch 5) im Ganzen aufweisen.
Die Eileiter, ‘denen die Röhren aufsilzen , haben; wie
bei den Aphiden, eine nur unbedeutende Läuge. und eine
deutliche Muskellage, mit Fasern, die vorzugsweise der Quere
nach verlaufen und vielfach verzweigt sind. Eine ganz ähn-
liche, nur noch stärker entwickelte Muskulatur besitzt auch
der unpaare Eiergang.
Bei den oviparen Aphiden und den Coceinen findet nian
an diesen Eiergang bekanntlich zweierlei verschiedene! An-
hangsgebilde, ein paariges sack- oder schlaucharliges Or-
gan mit felligem Inhalte, das wir als Schmierdrüse bezeich-
nen wollen, und in grösserer oder geringerer Entfernung
darüber einen rundlichen' oder birnförmigen Beutel, das Re-
ceptaculum seminis. Unsere Rindenläuse verhalten sich (Fig- 1)
in dieser Beziehung sehr abweichend. Bei flüchliger ' Be-
trachtung findet man überhaupt nur ein einziges paariges An-
hangsorgan , das ungelähr auf der Grenze des hinteren Dritt-
la (zuiia, |
*) Bei den echten Aphiden habe ich nie mehr, als vier Ei-
röhren jederseits angetroffen,
222 Leuckart:
theils angebracht ist und durch Bau, so wie durch Beschaf-
fenheit seines Inhaltles trotz mancherlei Eigenthümlichkeiten
als Schmierdrüse sich zu erkennen giebt. Oberhalb dieser
Drüse sucht man vergebens nach einem weiteren Anhange,
dagegen sieht man tief unten, dicht über dem stumpfen und
eonischen Legapparate — unslreilig demselben Gebilde, das
Ratzeburg als Penis deutete, das aber in genau über-
einsliimmender Weise bei allen Individuen vorkommt — noch
einen geslielten sehr unbedeutenden Beutel an: den Geschlechts-
wegen anhängen. Der Stiel dieses Gebildes ist von..einer
ziemlich derben ‚Chitinlamelle ausgekleidet, nach ‚oben. zu
verliert sich diese. Auskleidung aber allmählich so vollstän-
dig,’ dass es einer grossen Aufmerksamkeit und eines be-
sonders günstigen Präparates bedarf, um sich überhaupt nur
von der Anwesenheit einer Höhlung im Innern zu überzeu-
gen. Die Wand des Beutels besteht aus zarten und hellen,
bläschenarligen Zellen.
Es wäre natürlich von höchstem Interesse, die physio-
logische‘ Bedeutung dieses Organes festzustellen, indem da-
durch zugleich die Frage entschieden würde, ob unsere Rin-
denläuse mit. einem Receptaculum seminis versehen wären
oder nicht. Leider fehlen mir hierbei alle Anhaltspunkte, Ich
habe niemals irgend einen besonderen Inhalt in den betref-
fenden Bläschen bemerkt, es auch niemals bei anderen Pilan-
zenläusen aufgefunden. Ist nun unter solchen: Umständen
auch immerhin die Möglichkeit vorhanden, dass dasselbe ein
Receptaculum seminis darstelle, so ist doch andererseits des-
sen. Lage und Aussehen dieser Annahme so wenig günstig,
dass ich weit mehr geneigt bin, für unsere Rindenläuse eine
vollständige Abwesenheit einer Samentasche, zu behaupten.
Wir kennen zahlreiche Insekten, ‚bei denen die secretorischen
Anhangsorgane am Eiergange. sich vermehren (schen. bei,
den unseren Pflanzenläusen verwandten Cicäden finden: wir
mehrfache derartige Gebilde); wohl: möglich, ‚dass auehi/die
Rindenläuse denselben :zugehören. |
Die'Schmierdrüsen, die sonst bei’ den.Aphiden euer
lich als rundliche Beutel, selten (z. B. Aph. platanoides) als
weite ‚und lange Schläuche ‚erscheinen, ‚sind bei den. Rinden-
läusen gleichfalls von abweichender Organisation,; -Phylloxera,
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 223
besitzt jederseits (Fig. 4) einen cylindrischen, mehrfach 'ge-
kerbten Anhang, dessen kurze ünd stummelförmige Aeste
alle. in derselben Ebene liegen. Die zelligen Wände sind
von beträchtlicher Dicke und umschliessen eine dünne Chi-
tinröhre, die sich am unteren Ende, dicht vor der Insertion
in den Eiergang zu einer flaschenförmigen Höhle erweitert.
Der Inhalt dieser Röhren besteht aus demselben gelblichen
Oele, das man auch sonst in der Schmierdrüse antrifft. Man
kann dasselbe, durch Druck aus der Röhre in den flaschen-
förmigen, meist gleichfalls damit angefüllten Hohlraum und
von , da in den Eiergang austreiben. Wo die beiden: An-
hangsdrüsen in den Eiergang einmünden, hat dieser eine ziem-
lieh bedeutende Weite. Ebendaselbst bemerkt man (Ibid.)
im Innern eine eigenlhümliche schleifenförmige Bildung, die
sich. bei näherer Untersuchung als ein schmales, vielfach ge-
kräuseltes Chitinband ergiebt, das, genau in der Höhe der
Anhangsdrüse, den Eiergang ringförmig auskleidet ‚und je
derseits mit der Chitinwand der flaschenförmigen Oelblase
zusammenfliesst. Uebrigens liegt dieses Band nicht etwa
lose in dem Eiergange; es ist dasselbe vielmehr nur eine
ringlörmige Verdickung in der den ganzen Eiergang aus-
kleidenden zarten Chitinhülle.
Bei Chermes findet sich (Fig. 1-3) dasselbe 'Chitin-
band, wie bei Phylloxera, auch eine deutliche, nur weit we=
niger abgeselzle, trichter- oder taschenförmige 'Oelblase;
aber die Drüse ist sehr auffallend verschieden. Sie er-
scheint jederseits als ein abgeplatteter, ‚ohrarliger Anhang
von ovaler Form, mit einem ähnlich gestalteten Hohlraume
im Innern und einer zarten, stark gekörnelten Chitinausklei-
dung. Die nach Aussen gekehrte Fläche dieser Chilinwand
zieht sich in zahlreiche Falten aus, die sich zwischen die
anliegenden Drüsenzellen hinein fortselzen ‘und hier allmäh-
lieh verloren. gehen. An ‚der: Insertionsstelle der,.Drüsen; bil+
det, der Eiergang (Fig. 2) eine, ziemlich ansehnliche,i'dber
muskelarme ‚Auftteibung, die in der'Milte durch: das! in! ela-
stischer Verkürzung befindliche Chitinband eingeschnürt wird,
Sobald. ein Ei diese Stelle passirt, verstreicht diese Einschnü=
rung, während das Chitinband gleichzeitig sich dehnt (Fig.\3)
und ein ziemlich glattes Aussehen, annimmt, Ueber. den: me-
224 Leuckart:
ehanischen Werth dieser bis jelzt nur bei den Rindenläusen
vorgefundenen Einrichtung will ich mich hier nieht''weiter
auslassen; es ist jedoch offenbar, dass die Elastieilät des Chi-
tinbandes dabei in erster Reihe zur Erwägung komnit.
So Vieles über den. Bau der Geschlechtsorgane: bei den
Rindenläusen und deren merkwürdige Fortpflangsweise, Mag
es ‘erlaubt sein, der voranstehenden Darstellung’ noch nische
weitere Bemerkungen anzuknüpfen.
Die erste gilt dem Vorkommen der von uns her-
vorgehobenen zweierlei verschiedenen Formen
unter‘ den parthenogenetisch sich fortpflanzenden Weibchen
unserer Thiere.
Wir haben diese zweierlei Formen als ungeflügelt und
geflügelt bezeichnet. Man darf aber desshalb nicht glauben,
dass deren ‘Unterschiede sich einfach auf die Anwesenheit
oder Abwesenheit von Flugapparalen beschränken, dass die hier
vorkommenden Differenzen etwa jenen sich vergleichen lies-
len, die wir bei manchen Arten von Orthopteren (vergl. Fi-
seher, entomol. Zeitung 1852. 8.15) und -Hemipteren 'in
Betreff der 'Flügelbildung antreffen. Die Unterschiede dieser
zweierlei Formen sind bei Weitem bedeutender, sie erstrek-
ken sich auf die gesammte äussere Organisation der betref-
fenden Individuen, auf Grösse und Gestalt, Bildung der Körper-
ringe, und berühren selbst den inneren Bau in merklicher
Weise. Ohne Kenntniss der genelischen Beziehungen würde
man beide Formen nolhwendiger Weise nicht bloss für Re-
präsentanten verschiedener Arten, sondern auch verschiede-
ner’ Genera halten. ‘Der Unterschied derselben ist kaum ge-
ringer, als bei den verschiedenen Geschlechtern der Coeci-
nen. Es ist, mit anderen Worten, ein vollständiger Dimor-
phismus, der uns hier entgegentritt. \
Dass diese Unterschiede auch in der Lebensweise sich
aussprechen, ist schon ‘von vorn herein zu vermuthen,’ und
wirklich 'erscheint die Rolle, die beiderlei Individuen in der
Geschichte unserer Rindenläuse zu spielen haben, schon’ bei
oberflächlichster Betrachtung 'als' eine verschiedene. Die flü-
gellosen Weibchen dienen vorzugsweise zur Erhaltung, die
geflügelten dagegen vorzugsweise zur Verbreitung der- Art.
Die ersteren sind eine längere Zeit hindurch ‘in 'hohem Grade
Die Fortpflanzung -der Rindenläuse. 225
fruchtbar, dabei aber (wohl in innigem. Zusammenhange ;mit
dieser Eigenschaft, vergl. Leuckart Art. Zeugung) in, Wag-
nier’s H. W. B. IV. $S. 719) kaum im Stande, ihren Wohnsitz
zu. verlassen. Die Existenz der Art würde,vielleicht in mehr-
facher Beziehung gefährdet sein, wenn das: zeitweilige ‚Auf-
Ireten geflügelter Weibchen nicht die Mittel böte, ‚neue Wohn-
und. Nahrungsplätze zu finden. ‚Mit, der Uebertragung: der
Eier ist nun aber die Aufgabe dieser geflügelten Weibchen
erfüllt. Dieselben gehen nach. ‚dem Ablegen der Eier, we-
nige Tage nach ihrer Geburt, zu. Grunde.
Einen sehr ähnlichen Dimorphismus finden wir bekannt-
lich auch ‚bei den sog. Ammen der gewöhnlichen Blattläuse,
die. in. den ersten Generationen gleichfalls flügellos, ‚in den
späteren aber fast beständig mit Fügeln versehen sind,
Es sind ‚das Verhältnisse, die bisher noch gar, wenig
berücksichtigt wurden. Wir pflegen sonst, bloss von den. Un-
terschieden beiderlei Geschlechter zu sprechen ‚und. süill-
schweigend dabei eine. vollständige Uebereinsiimmung zwi-
schen den einzelnen Individuen dieser Geschlechter ızu sup-
poniren. Bei solcher Auffassung erscheint es denn. aller-
dings im höchsten Grade fremdartig, wenn wir nun in. den
Staaten der gesellig lebenden Insekten plötzlich neben den
unverkennbaren Männchen und Weibchen noch anderwei-
tige Individuenformen antreffen und diese als eine besondere,
auffallende Modifikation jener Geschlechtsthiere erkennen.
Unsere Blattläuse zeigen uns, dass,,ein, ähnlicher Polymor-
phisınus auch sonst unter den Insekten vorkommt, dass ına-
mentlich, die; weiblichen, Indiyiduen ‚dieser Thiere,,.,jeı nach
den Besonderheiten ihrer. Aufgaben, gar, oftmals auch durch
Besonderheiten ihres Baues von einander. verschieden sind.
Eine, zweite, Bemerkung betrifft das ;Verhältniss
der bei unsernRindenläusen (und gewissen 6oc-
einen) vorkommenden Parthenogenese zu dem
sog. Generationswechsel der Aphiden.
Dass diese beiden Forlpflanzungsarten in. mehrfacher
Beziehung verwandt und, ähnlich sind, ist schon an einem
anderen Orte (Generalionswechsel und Parthenogenese u. s. w.
8.44). , von mir hervorgehoben. «Noch. ‚vor. Kurzem glaubte
man sich‘ freilich. berechtigt von einer /yhimmelweiten Ver-
Archiv f, Nnturgeseb, XXV. Jahrg. 1. Did, 15
226 Leuckart:
schiedenheit“ der Blatllausammen und Weibchen zu sprechen;
eine solche Auffassung erscheint jedoch heute als verfehlt.
Es handelt sich vielmehr darum , den Umfang und Werth
jener Analogieen zu prüfen, zu prüfen namentlich, ‘ob die
immer wieder auftauchende und neuerlich besonders ‘von
Glaus (Generationswechsel und Parlhenogenesis im Thier-
reiche 1858. $. 22) vertretene Behauptung richtig sei, dass
die sog. Ammen der Blattläuse eigentlich doch nichts An-
deres, als parthenogenesirende Weibchen seien.
Die Entscheidung der hier vorliegenden Frage ist an
unser Urtheil über die Natur der den sog. Ammen zukom-
menden Fortpflanzung gebunden; ist davon abhängig, ob
wir dieselbe als eine ungeschlechtliche Fortpflanzung ansehen
dürfen, oder nicht.
Natürlicher Weise kommt dabei zunächst die Vorfrage
in Betracht, wo denn überhaupt die unterscheidenden Cha-
raktere einer geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Fort-
pflanzung zu suchen seien. Wenn wir bloss jene Fortpflan-
zung als geschlechtliche bezeichnen, bei der ein Zusammen-
wirken von zweierlei Zeugungsstoffen, mit anderen ‘Worten
eine Befruchtung stattfindet, dann ist natürlich kein Grund
vorhanden, den Generationswechsel bei den Blattläusen in
Frage zu stellen. Aber dann müssen wir consequenter Weise
auch die Parthenogenese — wie das in der That von Radl-
kofer geschieht (Ueber das Verhältniss der Parthenogenesis
zu den anderen Fortpflanzungsarten 1858) — der unge-
schlechtlichen Vermehrung zurechnen. Ob diese Auffassung
jemals eine allgemeinere Anerkennung finden wird, weiss ich
nicht; mir scheint es jedoch etwas gewagt, dasselbe Sub-
strat, ein Ei, bald als geschlechlliches, bald auch, je nach den
Umständen, als ungeschlechtliches Zeugungsmaterial zu be-
trachten *). ‘Das Ei bleibt meiner Meinung nach beständig
*) Das von Radlkofer (S. 19) aufgestellte Criterium der
geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Zeugung, die idiotypische
oder zelotypische Beschaffenheit des Produkts dürfte hier (wie auch
in anderen Fällen, bei dem Generationswechsel mit larvenartigen
Ammen) nicht ausreichend sein, denn das Produkt der Parthenogenese
liefert ‚bei Chermes abietis z. B. keine '(zelotypischen) Copien: der
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 227
dasselbe, bleibt stels das Produkt derselben (geschlechtli-
chen) Thätigkeit, mag der Kreis der Bedingungen , unter
welchen es sich zu einem neuen Geschöpfe entwickelt, durch
den Zutritt von Sperma, oder auch ohne denselben geschlos-
sen werden. Wo wir es mit einem Eie zu ihun haben, da
findet auch, meiner Ansicht nach, "beständig eine geschlecht-
liche Fortpflanzung stalt. \
Es scheint mir demnach weniger das Stallfinden einer
Befruchtung, als vielmehr die Natur des sich entwickelnden
Substrates für die Annahme einer geschlechtlichen oder un-
geschlechtlichen Zeugung maassgebend zu sein.
In dem speeiell vorliegenden Falle würde es sich also
weiter darum handeln, ob die Keimkörper der viviparen
Aphiden als Eier betrachtet werden können oder nicht.
Dass diese Keinikörner Zellen sind, wie die Eier, und
zwar Zellen, die sich auf eine den Eiern analoge Weise in
den Embryo verwandeln, darüber kann wohl nach den neue-
ren Untersuchungen ebenso wenig ein Zweifel sein, wie über
die morphologischen Beziehungen der Keimröhren und Eier-
slöcke, in denen die betreffenden Zeugungsstoffe ihren Ursprung
nehmen. Es ist sogar möglich, dass spätere Untersuchungen
auch eine wesentliche Uebereinstimmung in der Entstehungs-
art jener beiderlei Gebilde nachweisen. Das Alles muss uns
in der That bis zu einem beslimmien Grade geneigt machen,
die Keimzellen und Eier der Aphiden für morphologisch
identische Bildungen zu halten.
Freilich ist andererseits nicht zu verkennen, dass dieser
Annahme von der Einatur der beiderlei bei den Aphiden
vorkommenden Fortpflanzungskörper noch manche Bedenken
im Wege stehen.
‘Dass die Aphiden bei solcher Annahme zweierlei Eier
produeiren würden, will ich nicht allzu hoch veranschlagen.
Aehnliches kennen wir ja auch von anderen Thieren, be-
sonders den Daphnien und Roliferen *), deren Fortpflanzungs-
Eltern, sondern Individuen von anderer und selbstständiger, origina-
ler Entwickelung (Idiotypen).
*) Die Süsswasserbryozoen sind hier kaum anzuziehen, denn
die sog. Wintereier dieser Thiere sind nach Allmann (monogr.
228 Leuckart:
verhältnisse möglicher Weise auch in sofern zu. Günsten
jener Auffassung geltend gemacht werden könnten, als die
betreffenden Thiere nach den Untersuchungen vonLubbock
(Transact. roy. Soc. 1857. I. p.:98) und Cohn. (Zeitschrift
für wiss. Zoologie 1858..8. 284) ja gleichfalls die Fähigkeit
der Parthenogenese besilzen. Allerdings sind die beiderlei
Eier der genannten Thiere lange nicht so auffallend ver-
schieden, wie die Eier und Keimzellen der Aphiden, indessen
müssen wir doch zugeben, dass die Eigenthümlichkeiten der
letzten — nach meinen Beobachtungen über die Eier der
Blasenbandwürmer und deren Entwickelung — keineswegs
über die Grenzen der empirisch festgestellten ‚Modalitäten
der Eibildung hinausgehen, so auffallend diese Eigenthüm-
lichkeiten andererseits auch an die Beschaffenheit und die
Schicksale unverkennbarer Keimzellen sich anschliessen (vgl.
Generalionswechsel und Parthenogenese bei den‘ Insekten
S. 20).
Was mir weit wichtiger erscheint, ist der Umstand, dass
die Keimkörner der Aphiden in augenscheinlicher Weise über-
haupt auf keine Befruchtung berechnet sind. Ich habe schon bei
einer früheren Gelegenheit diesen Unterschied hervorgehoben
(Generalionswechel und Parthenogenese $.110). Derselbe
schien mir damals gross genug, um, trotz aller Aehnlichkeit
mit der Parthenogenese, die Fortpflanzung der Aphiden. als
Generalionswechsel in Anspruch zu nehmen. Noch. heute
scheint mir ein Ei, das eine Befruchtung überhaupt aus-
schliesst, ein etwas problematisches Gebilde zu: sein,,; allein
daraus erwächst noch kein hinreichender Grund, die, Mög-
lichkeit solcher Eier zu läugnen., ‚Schon ‚Claus erinnert
hier an die Eier der Arbeitsbienen, die ja niemals befruchtet
würden ; man könnte ‚auch noch ‚andere Fälle anführen,
könnte namentlich ‚auf‘, unsere Rindenläuse _ verweisen „ bei
denen sogar die Organisation der Geschlechtswege ‚in, ähn-
licher Weise, wie bei den viviparen Aphiden,, den Mangel
eines geschlechtlichen Verkehres zur Schau zu tragen scheint.
fresh- water Polyzoa p. 37) überhaupt keine Eier, sondern Gebilde
von sehr abweichender Organisation und Entwickelung, die Verf. als
ungeschlechtliche Fortpllanzungskörper (statoblasts) ansieht. * Ps
u.
Die Fortpflanzung der, Rindenläuse. 229
Aber''älle: diese Fälle bieten nur ‚beschränkte Analogieen,
insofern: die - Hindernisse der Befruchtung hier , ‚wie ‚auch
Claus anerkennt, nur in äusseren, mehr oder minder zu-
fälligen Momenten gelegen sind und keineswegs, wie bei den
Aphiden,, durch die Beschaffenheit des Keimproduktes be-
dingt werden.
Ein zweiter, bei der Frage nach der Natur der Aphi-
denforlpflanzung schwer in’s Gewicht fallender Umstand be-
steht darin, dass die Keimkörner dieser Thiere immer nur
in gewissen Individuen zur Entwickelung kommen, während
andere unter bestimmten Verhältnissen auftretende Individuen
unverkennbare Eier legen und diese auch in gewöhnlicher
Weise befruchten.
Vom Gesichtspunkte des Generationswechsels aus er-
scheint ein solcher. regelmässiger Wechsel befruchteter und
unbefruchteter Individuen als natürlich und selbst als noth-
wendig — aber auf dem Gebiete der Parthenogenese suchen
wir mit unseren ‚dermaligen Kenntnissen vergebens nach
einem analogen Falle. Wenn auch vielleicht bei den Rin-
denläusen, bei Lecanium hesperidum, Solenobia lichenella und
anderen in der Regel ausschliesslich parthenogenesirenden
Thieren von Zeit zu Zeit eine Befruchtung (durch die uns
noch gänzlich unbekannten Männchen) erfolgen sollte, so
spricht doch bis jetzt noch nicht das Geringste für eine re-
gelmässige, unter bestimmten Verhältnissen sogar nothwendige
Wiederholung dieses Vorganges. Die Möglichkeit einer Be-
fruchtung müssen wir in allen diesen Fällen für jedes ein-
zelne Individuen in Anspruch nehmen; eine Befruchtung,
die nur von Zeit zu Zeit, und dann nothwendiger Weise, bei
bestimmten Individuen erfolgt, aber in den Zwischenzeiten,
bei anderen Individuen, eben so regelmässig unterbleibt und
unterbleiben muss, eine solche Befruchtung kannten wir bis-
her nur bei den auf dem Wege des Generationswechsels
sich entwickelnden Individuen.
Will man trotz allen Bedenken die Fortpflanzung der
Aphiden immer noch der Parthenogenese unterordnen *), so
®) Beiläufig mag hier erwähnt sein, dass man dann auch, nach
Analogie der Aphiden, die Fortpflanzung von Gyrodactylus elegans als
230 Leuckart:
ist man — wie auch schon Claus ganz richtig gefühlt hat
— gezwungen, dafür eine besondere Form derselben aufzu-
stellen. Diese würde sich dann zu der gewöhnlichen Par-
thenogenese, bei der beliebig ein jedes Individuum spontan
sich entwickelnde Eier hervorbringt, genau in derselben
Weise verhalten, wie der Generalionswechsel zu der ge-
wöhnlichen ungeschlechtlichen Vermehrung, die bei den Thie-
ren mit Generationswechsel bekanntlich gleichfalls nur auf
bestimmte, eigens dafür organisirte Individuen übertragen ist.
Die Parlhenogenese der Aphiden würde auf diese Weise
noch immer bis zu einem gewissen Grade dem Generations-
wechsel verwandt bleiben, wenn sie auch nicht geradezu
damit zusammenliele.
Ein entscheidendes Urtheil über die Berechtigung der
einen oder anderen Auffassung müssen wir einstweilen noch
der Zukunlt überlassen. Unsere Erfahrungen über Partheno-
genese sind bis jetzt noch so jung, die Möglichkeiten der
hier etwa vorkommenden Differenzen und Combinationen
noch so wenig bekannt und erwogen, dass es kaum möglich
erscheint, hier schon jetzt nach der einen oder anderen
Richtung hin in bestimmter Weise formuliren zu wollen. Auch
fehlen uns noch immer manche wichlige, für die Beurthei-
lung der vorliegenden Verhältnisse nolhwendige , vielleicht
entscheidende Momente. Wir können unter solchen Umstän-
den das fortgesetzte, sorgfältige Studium der Blattläuse nicht
dringend genug empfehlen. Noch heute gilt es als Wahr-
heit, was der scharlsinnige de Geer als Schlusssatz seinen
Abhandlungen über die Blattläuse hinzufügte: „Die Blattläuse
sind Insekten, welche im Stande sind, das ganze vermeinte
Generationssystem zu zerrütten und diejenigen zu verwirren,
welche sich bemühen, dies Geheimniss der Natur zu er-
forschen.“
Parthenogenese in Anspruch nehmen müsste. Auch hier dieselbe
Analogie zwischen Ammen und Geschlechtsthieren, zwischen Brut-
stätte und lleimstock, zwischen Keimzelle und Ei (Keimbläschen).
Die Fortpflanzung der Rindenläuse. 231
Erklärung der Abbildungen.
Taf. V.
Fig. 1. Geschlechtsapparat der beflügelten Weibchen von Chermes
larieis.
Fig. 2 u.3. Unterer Theil des unpaaren Geschlechtsganges von Cher-
mes abietis mit den beiden Schmierdrüsen.
Fig. 4. Derselbe von Phylloxera quercus.
Giessen, September 1858.
Nachschrift.
Im Laufe des gegenwärtigen Sommers ist es mir eben
so wenig, wie im vergangenen Jahre gelungen, männliche
Rindenläuse aufzufinden oder sonst eine Spur von deren Exi-
stenz zu entdecken. Das einzige, was ich den voranstehen-
den Angaben hinzufügen kann, besteht darin, dass die Zeit-
verhältnisse der Entwickelung nach den äusseren Umständen
beträchtlich schwanken. Während im vergangenen Jahre
die zweite beflügelte Generation erst im August zum Vor-
schein kam, gelang es heuer dieselbe schon gegen Ende Juni
zu beobachten. $
Giessen, 12. Juli 1859.
sannuhli
Careinologisches.
.
Von
Rud. Leuckart.
(Hierzu Taf. VI u. VII.)
Einige Bemerkungen über Saceulina Thomps.
(Pachybdella Dies., Peltogaster Rathke p. p.).
Bekanntlich hat Rathke in den Reisebemerkungen aus
Skandinavien (neueste Schriften der naturf. Gesellsch. in Dan-
zig 1842. Bd. III. Heft 4. S. 105) und den Beiträgen zur
Fauna Norwegens (Verh. der K.L. C. Akad. Bd. XX. Abih. 1.
$. 245) unter dem neuen Genusnamen Peltogaster zwei Arten
eines sehr eigenthümlichen platten und sackförmigen Schma-
rolzers beschrieben, der mittelst eines „saugnapfarligen Ge-
bildes“ an dem Hinterleibe der Paguren und gewisser kurz-
schwänziger Krebse befestigt is. Rathke hielt dieses son-
derbare Thier für einen Wurm, hob aber dabei, wenigslens
in der — am ersteitirten Orte enthaltenen — anatomischen
Darstellung, an verschiedenen Stellen einzelne Analogieen
mit Cyclopen und Lernäen hervor. Auch wird ausdrücklich
bemerkt, dass Peltogaster wohl schwerlich mit den eigent-
lichen Saugwürmern und 'Tremaloden, denen er sich hin-
sichtlich des Haftorganes anschliesse,, in dieselbe Gruppe
gestellt werden könne. Trotzdem aber und obgleich inzwi-
schen auch von mir (Morpholog. der wirbellosen Thiere
1848. S.72. Anm. 2) auf die Aehnlichkeit des Peltogaster mit
„den parasilischen Weibchen gewisser niederen Crustaceen*
hingewiesen war, finden wir unsere Thiere in dem einige
Jahre später (1850) von Diesing herausgegebenen Systema
helminthum unter den egelarligen Schmarolzerwürmern d.
p. 434), und zwar jeizt über zwei Genera vertheilt, indem
Leuckart: Careinologisches. 233
die eine, von Rathke unter dem Hinterleibe von Carcinus
Maenas aufgefundene Art mit terminalem Saugnapfe ‘zum
Typus eines neuen Gen. Pachybdella Dies. gemacht ' wurde
@. Rathkei Dies., Peltogaster Carcini Rathke).
Dass dieser Versuch einer systematischen 'Einreihung
ein verfehlter ist, darüber kann nach den kritischen und hi-
storischen Erörterungen von Steenstrup (dieses Archiv
1855. I. S. 15) Niemand mehr in Zweifel sein. Steen-
strup weist hier nach, dass die betreffenden Thiere nicht
bloss gleichzeitig mit Rathke von Kröyer an Pagurus und
Hippolyte aufgefunden (Monographie der nordischen Hippo-
Iyte-Arten in den Vid. Selsk. naturv. og math. Afh. IX. D.
p-56), sondern auch bereits im vergangenen Jahrhundert
durch Cavolini (Abh. über die Erzeugung der Fische und
Krebse $. 161. Taf. 2) in unverkennbarer Weise beschrieben
und abgebildet seien. Cavolini beobachtete auch die Jun-
gen unserer Thiere, die zu gewissen Zeiten in Menge aus
der von Rathke für den Mund gehaltenen freien Körper-
öffnung hervorkamen. Er erkennt sogar eine unverkennbare
Aehnlichkeit derselben mit den Larvenformen der Cyelopen.
Dass aber die Säcke, aus denen diese Larven hervorkamen,
Thiere und zwar die Mutterthiere der Larven seien, blieb deın
italienischen Forscher unbekannt; er hielt dieselben für blosse
Eiersäcke , die hier abweichender Weise an ein fremdes
Thier (Taschenkrebse) befestigt würden. Von Kröyer
wurde allerdings, wie von Rathke, die thierische Natur
der beireflenden Säcke erkannt, aber die Verwandtschaften
dieser Thiere blieben dem dänischen Zoologen fast eben so
unsicher. Nach den Ansichten desselben bilden die betref-
fenden Schmarotzer eine neue Gattung mit mehreren Arten
— Kr. kennt deren drei, von Pagurus pubescens, P. Bern-
hardus und Hippolyte pusiola —, die auf der einen Seite
einige Analogie mit den Lernäen zu haben scheint, auf der
andern aber auch eine gewisse Affinität mit den Hirudineen
und verwandten Eingeweidewürmern besitzt,
Einige Jahre nach Rathke und Kröyer wurden
dieselben Geschöpfe, wie Steenstrup weiter bemerkt, auch
von Bell (hist. Br. Crustacea 1845. P. Ill. p. 108) am Hin-
terleibe von Carcinus maenas und Porlunus marmoreus aus
234 Leuckatt:
demCanale beobachtet und beiläufig beschrieben. B ell' weiss
Nichts von seinen Vorgängern; derselbe lässt sich auch‘ in
keine Erörterung. über die systematische Natur der beobach-
teten Schmarotzer ein, bemerkt aber, dass die Grube, mit
welcher dieselben angeheftet seien, wohl als Mund und die
zweite freie Oeffnung (Mund nach Rathke) als After zu
betrachten sei.
Ich freue mich, den voranstehenden, durch Steenstrup
bekannt gewordenen Beobachtungen noch eine andere aus
dem Jahre 1836 hinzufügen zu können, die um so wichtiger
ist, als sie auf einer völlig naturgemässen Auffassung unserer
Thiere beruht und diese auch bereits damals unter dem-Ge-
nusnamen Sacculina in das System einführt. Die . Beob-
achlung ist von Thompson, dessen zahlreiche, wichtige
Entdeckungen sonderbarer Weise fast alle das Schicksal ge-
habt haben, lange Zeit hindurch unbeachtet zu bleiben und
in eine fast völlige Vergessenheit zu gerathen. Leider kenne
ich die in dem Entomol. Magaz. XV. p. 452 publicirte Ab-
handlung unseres Verf. nur aus dem Wiegmann’schen Jah-
resberichte (dieses Arch. 1837. S. 248), wo dieselbe noch
dazu mit einem gewissen Misstrauen behandelt wird. Thomp-
son beobachtete, wie ich daraus ersehe, am Hinterleibe von
Carcinus Maenas einen „zu den Lernäaden gehörenden,“ neuen
Schmarotzerkrebs, der „wie ein zweilappiger Ledersack“ mit-
telst eines halsförmigen Vorsprunges zwischen den häutigen
Interstitien des Krabbenschwanzes herabhing. ‘Aus der wei-
ten Oeffnung wurde eine körnige Substanz hervorgedrückt,
die sich unter dem Mikroskope als, eine Masse von Larven,
„ähnlich‘ denen der Lernaeocera,* auswies.
So weit der Bericht. Es ist unverkennbar, dass es der
Peltogaster Careini ist, der hier beschrieben wird, unver-
kennbar, dass dieses Thier nach der Form seiner Larven,
nach Lebensweise und Habitus den Lernäaden zugehört, ob-
wohl der Umstand, dass die Larven bereits im Mutterleibe
ausschlüpfen, immerhin als eine auffallende Abweichung von
den übrigen Thieren dieser Gruppe betrachtet werden muss.
Wenn wir demnach den Namen Sacculina entweder für Pel-
togaster im Sinne Rathke’s oder doch wenigstens für
die von Diesing als Pachybdella bezeichnete Form wieder
Careinologisches. 235
restituiren, so tragen wir damit nur eine alte, fast verjährte
Schuld ab.
Dass die Auffassung von Thompson vollkommen die
richtige gewesen, davon haben wir auch späterhin durch die
Untersuchungen von ©. Schmidt (Zeitschrift für die ges.
Naturwissenschaften Halle 1853. S. 101, Handatlas der vergl.
Anat. Taf. X. Fig. 7 — eine dritte Mittheilung in der Zeitschrift
Weltall 1854. S. 19 ist mir unbekannt geblieben —) eine Be-
stätigung erhalten. Auch O.Schmidt beobachtete die Larven
von Peltogaster (Sacculina Carcini) und gewann dadurch,
selbstständig — ohne andere Untersuchungen, als ‚die von
Rathke zu kennen — die sichere Ueberzeugung, dass es sich
hier um einen Krebs aus der Gruppe der Parasiten handele.
Auch Steenstrup konnte die Aehnlichkeit unserer
Thiere mit den Lernäaden nicht entgehen, aber, unbekannt
mit den Untersuchungen von Thompson und Schmidt,
wie er war, liess er sich durch die Zusammenstellung von
Peltogaster mit einem von Cavolini gleichfalls in Krab-
ben beobachteten Schmarotzer mit asselartiger Brut und die
scheinbar damit übereinstimmenden Angaben von Kathke,
dass in der Bruthöhle (Magen Rathke) von Peltogaster
bisweilen eine kleinere, als Liriope pygmaea Rathke be-
schriebene Assel vorkäme , verleiten, unseren Schmarotzer
der Isopoden-Gattung Bopyrus anzureihen.
Es ist übrigens kaum zu bezweifeln, dassSteenstrup
jetzt von seiner Ansicht zurückgekommen ist, namentlich seit
auch Kröyer (Ölvers. Kongl. Dansk. Vid. Selsk. Förhandl.
1855. p. 127 übers. in Zeitschr. f. d. ges. Nalurwiss. VII.
$.419) und Lindström (Ölvers. Kongl. Vetensk. Akad.
Förhandl. 1856. All. p. 361) ihre mit den früheren Angaben
ganz conformen Beobachtungen über die Larvenzustände der
Peltogasterarten veröffentlicht haben #). Uebrigens scheint
nach den Untersuchungen des Erstgenannten , als wenn die
Jugendzustände der einzelnen Arten manchlache Verschie-
denheiten darböten, wenigstens giebt derselbe an, dass die
*) Kröyer's oben erwähnte Mittheilung ist übrigens nur als
eine vorläußge anzusehen. Ob seitdem vielleicht eine ausführlichere
Abhandlung unseres Verf. erschienen: ist, weiss ich nicht.
236 Leuekart:
Larve der einen Peltogasterart und der bei Hippolyte.schma-
rotzenden kleinen und kugligen Form (Sylon n. gen.) einer wei-
ter vorgeschrittenen Entwiekelungsperiode angehörten, als die
einer zweiten Art des Gen. ‘Peltogaster ‚welche letztere —
wie man auch von denen des Gen. Sacculina (nach Schmidt)
behaupten darf — mit den Zeichnungen von Cavolini nahe
übereinstimmen, d.h. eine sog. Naupliusform darbieten. ' Die
anatomischen Untersuchungen lieferten kein entscheidendes
Resultat und liessen Verf. selbst über die Existenz eines Mun-
des in Zweifel.
Ich habe nur einige wenige Male Gelegenheit gehabt,
unsere merkwürdigen Thiere zu beobachten, zuerst im Jahre
1846 auf Helgoland, später in Nizza und vor einigen Wochen,
in Gemeinschaft mit Herrn Dr. Pagenstecher aus Hei-
delberg , wiederum in Helgoland. Das erste Mal kam an
letzterem Orte Peltogaster Paguri Rathke, das zweite Mal
eine Sacculina vor, beide nur in einem einzigen Exemplare,
Die Sacculina sass, wie gewöhnlich, an dem Schwanze einer
Krabbe und zwar einer Hyas aranea, bei der sie meines
Wissens noch nicht beobachtet ist. Sie war von ziemlicher
Grösse, 6“ lang und ebenso breit, und durch ihre Form von
der gewöhnlichen Sacculina so abweichend, dass ich mich
berechtigt glaube, sie als eigene Art (Sacculina inflata n. sp.)
aufzuführen. Rücken- und Bauchfläche waren ziemlich stark-
gewölbt, die hintere, ausserordentlich dehnbare Oeffnung in
einiger Entfernung vom Körperrande auf der einen Fläche
angebracht (Tab. VI. Fig. 1. a).
Obwohl ich durch die anatomische Untersuchung dieses
einen Exemplares keinesweges eine auch nur annäherungs-
weise vollständige Einsicht in den Bau unseres Thieres ge-
wonnen habe, mögen doch bei der völligen Unsicherheit
unserer dermaligen Kenntnisse einige Bemerkungen darüber
hier am Platze sein.
Zunächst ist mir kaum ein Zweifel daran geblieben,
dass die sog. Sauggrube unserer Thiere wirklich der Mund
ist. Dafür spricht namentlich der Umstand, dass diese sog.
Sauggrube nicht etwa, wie man nach den früheren Darstel-
lungen vermuthen sollte, bloss äusserlich dem Körper der
Krabbe anhängt, sondern vielmehr mit ihren trichterförmig
Careinologisches. 237
vorspringenden Rändern die Bedeckungen in den dünnhäu-
tigen Interstilien zwischen zweien Segmenten vollständig
durehbohrt, so dass die von diesen Rändern umgebene,
ziemlich weite und klaffende Oeffnung direkt mit der Lei-
beshöhle des Wirthes in Communication steht. Kieferarlige
Gebilde oder Vorsprünge liessen sich an diesen Rändern
übrigens nicht nachweisen. Dass die Flüssigkeiten der Lei-
beibeshöhle durch diese Mundöffnung in das Innere unserer
Saceulina hineintreten, ist bei einem solchen Verhalten na-
türlich selbstverständlich *). Auch sah man dicht hinter dem
Mundtrichter, wie im hinteren Körperende unseres Schma-
rotzers einen durch die Bedeckungen durchscheinenden wei-
ten und» hellen d. h. mit farbloser Flüssigkeit gefüllten
Raum, der kaum etwas anderes, als der mit Krabbenblut er-
füllte Darmkanal gewesen sein kann. Die grösste Entwik-
kelung erreichte dieser Raum im hinteren‘ Körperende ‚wo
er an der (der hintern Oeffnung abgewandten) Rückenfläche
bis über die Mitte empor sich ausdehnt. Allerdings liess
sich nach dem Oeffnen der Sacculina, wobei die eben'er-
wähnte Flüssigkeit ausströmte, unter dem Gewirre der im
Innern flottirenden Massen kein Gebilde auffinden, das sich mit
Bestimmtheit als Darm oder auch nur als Reservoir jener
Flüssigkeit zu erkennen gab, allein wenn man bedenkt, dass
die der Muskelhaut entbehrende Darmwand auch schon bei
Lernaea nur wenig Auszeichnendes besitzt, so dürfte dieser
negalive Befund — unter Berücksichtigung der‘ hier vorlie-
genden anderweiligen Verhältnisse — wohl nicht allzwihoch
veranschlagt werden dürfen.
-" Die, äusseren Bedeckungen. bestehen aus einer dieken
und‘ resistenien, ‘gelblichen Chitinlage,' die mit den ‘Körpers
hüllen: «der Würmer nicht die geringste Achnlichkeit | hat,
sich dafür aber durch Aussehen und physikalisches Verhalten
genau an den Chitinpanzer der Arthropoden anschliesst.' Nach
b E
il
1,11.) Nach neuen ‚Beobachtungen, von, Wright,und, Anderson
(New Edinb. ‚phil. Journ. VII. p.312) soll aus dieser Mundölfnung
bei Pellogaster Paguri ein Kanal sich erheben, der nach seinem Ein-
tritt in den Körper des Wirthes sich vielfäch verästelt und denselben
hch allen’ Richtumgen hin durchzieht (7), \
238 Leuckart:
dem mikroskopischen Aussehen möchte man fast vermulhen,
dass dieselben aus zahlreichen, unter sich verklebten, dünnen
und vielfach gefalteten Membranen zusammengeselzt'werden,
eine Vermulhung, die auch dadurch. an Wahrscheinlichkeit
gewinnt, dass ähnliche dünne, und: gefaltete Chitinlamellen
auch im Innern unserer Thiere, besonders in den Rathke’schen
Eierstöcken, in Menge anzutreffen sind.
Eine Segmenlirung fehlt ‚bekanntlich den Sacculinen;
die Chitinhaut ist in ganzer Ausdehnung von derselben Dicke
und Beschaffenheit. Unter der Chitindecke liegt ausser der
gewöhnlichen epidermoidalen Zellenschicht eine ziemlich
dicke, weissliche Lage, die sich leicht von den äusseren
Bedeckungen abtrennt und eine Art Felikörper oder ein mit
Feit durehwirkter Haulmuskelschlauch zu sein scheint. ‘Man
findet in ihr ausser zahlreichen zelligen Körpern und Kör-
nern, die oben erwähnten. Chitinblättchen und einzelne breite
Muskelfasern ‘mit schönster Querstreifung. lm Umkreise
der: hinteren Oeffnung erreichen diese Muskelfasern ibre
stärkste Entwickelung; sie entwickeln sich hier zu einem
förmlichen 'Spineter, der so kräftig ist, dass er im contra-
hirten Zustande eine deutliche warzenförmige Erhebung: bil--
det (Fig. 1). Während des Lebens sieht man den Körper
des 'Thieres schr häufig in einer lrägen wellenförmigen- Be-
wegung, (die offenbar das Resultat von der Zusammenwirkung
der Haulmuskeln ist.
Die hintere Oeffnung (die bei Peltogaster mit ventra-
lem Munde nach: vorn, d.h. dem Kopfe des Wirthes und der
Oeffnung der Schneckenschale zugekehrt ist) ist keineswegs
Mund, wie Rathke wollte , sondern vielmehr -Cloak - Oeff-
nung. Sie führt nicht in’ das Verdauungsorgan , sondern in
die’ Bruthöhle unserer Saceulinen. Diese Höhle nimmt bei
Weitem: den: grössten Theil des gesammten Leibes in An-
spruch und hat ihre besonderen Chitinwände, die an dem
Rande der Oeffnung in die äussere Bedeckung übergehen und
während der Contraclion des Spincters hier eine Menge ra-
diärer Falten bilden. Die Dicke dieser Chitinwand ist frei-
lich bedeulend geringer, als die der äusseren Bedeckungen,
aber immer noch ganz ansehnlich.
Der Inhalt dieser Bruthöhle besteht aus einer. grossen
Careinologisches. 239
Menge platter Bänder von durchschnittlich etwa 1‘ Breite,
die in unregelmässiger dichotomischer Verästelung aus ein-
ander horvorkommen (Fig. 16) und vielfach geknickt und ver-
knäuelt den"ganzen Raum der Höhle ausfüllen, ohne jedoch
mit den Wandungen derselben irgend wie in festem Zusam-
ımenhange zu stehen. Nach der Entfaltung schien es, als
wenn alle diese Bänder nur einen einzigen vielfach, wie eine
Flustra, verästelten Körper zusammenselzten.
Schon mit blossem Auge erkennt man diese Bänder
als ein Agglomerat kleiner Kügelchen; die Kügelchen erga-
ben sich bei mikroskopischer Untersuchung als Eier, die
durch eine gemeinschaftliche, helle und sirukturlose Zwi-
schenmasse mil einander verkiltet waren. ‘Die Zwischen-
masse bildete gewissermassen ein Fachwerk, dessen Räume
je ein Ei ‚enthielten, ganz .wie es auch in den Eiersäcken
der Cyclopen der Fall ist, Ueberhaupt konnte nicht der ge-
ringste Zweifel darüber obwalten, dass der betreffende Kör-
per einen bandarligen und verästelten Eierschlauch dar-
stellte, der hier, statt, wie sonst bei den verwandten Thie-
ren, frei am Körper herabzuhängen, in eine eigene Bruthöhle
eingeschlossen war.
Die Eier standen so ziemlich alle auf derselben Ent-
wickelungsstule. Sie enthielten einen naupliusarligen Embryo
mit Cyclopenauge und drei Paar langen Schwimmfüssen.
Ihre völlige Reife schien noch nicht erreicht zu sein, wie
auch daraus hervorging, dass kein einziger freier Eınbryo
in der Bruthöhle zu finden war. Da auch der Versuch, die
Embryonen. dureh Druck unter dem Deckgläschen von’ ihren
Eihüllen- zu ‚befreien, misslang, so bin ich leider nicht'im
Stande, über die Form und Bildung derselben ein’ Genaueres
mitzutheilen.
Die nach der Entfernung dieses (schon von Cavolini
und Rathke gesehenen) Eierschlauches im Innern unserer
Saceulina noch zurückbleibenden Eingeweide bestanden aus-
ser dem oben erwähnten Fettkörper und den Häuten des
‚Brutsackes aus einem grossen und herzförmigen Körper von
compakter Beschaffenheit, der auf der (mit der Cloaköffnung
versehenen) Ventrallläche auflag und mit seinem hinteren zu-
‚gespitzten Ende dicht vor der Cloakölfnung endigle, Es
240 Leuckart:
schien, als wenn dieser Körper gewissermassen in die Chi-
tinwände des Brutsackes eingelagert wäre. Jedenfalls hing
er mit diesen Membranen zusammen, wie er denn anderer-
seits auch zu dem oben erwähnten Fettkörper ähnliche Be-
ziehungen darbot.
Die Organisation dieses Körpers ist eine sehr compli-
eirte und wurde nur unvollständig aufgeschlossen. Er be-
steht aus einem Gerüste von dünnen Chilinlamellen, die den-
selben nach verschiedener Richtung durchsetzen ‚und eine
Art Fachwerk bilden, wie das auch von Rathke abgebildet,
aber viel zu sehr schemalisirt ist. In den Zwischenräumen
dieses Gerüstes liegt eine schwer zu analysirende Masse, in
der sich aber zweierlei Gebilde mit Bestimmtheit: erkennen
liessen. Das eine dieser Gebilde war das Ovarium, das an-
dere ohne Zweifel die Kittdrüse.
Das Ovarium besteht aus einem Gewirre von vielfach
blind geendiglen Röhren, ist also wahrscheinlicher Weise
ähnlich, wie bei den übrigen Schmarotzerkrebsen gebaut.
Hier'und da wurden auch geschlossene Schläuche mit zak-
kigen Ausläufern gefunden, ganz wie‘ sie neuerdings von
Claus bei Chondracanthus beschrieben sind (über den Bau
und: die Entwickelung parasilischer Crustaceen, Cassel 1858.
$. 13). ‚Die Eierstockseier waren meist kleiner, als die Eier
der Eierschläuche, zum Theil auch noch ohne Membran.
Das Keimbläschen war unter den zahlreichen grösseren und
kleineren Fetttropfen des zähen Dotlers nur schwer deutlich
zu. machen. ‚(Bei der Beziehung, die in verwandten For-
men'zwischen Ovarium und Darmhaut statlfindet, dürfte der
Nucleus: unserer Thiere auch einen Theil des Darmes in’ sich
einschliessen.)
Die Kittdrüse, die die Schläuche des Eierstockes fast
allenthalben begleitet, erscheint in ihren peripherischen Thei-
len alsıein hirschgeweih arlig verästelter Cylinder von 0,21 Mm.
im Durchmesser. Die dicken Wandungen desselben werden
von dicht stehenden Cylinderzellen gebildet, die bei einem
Querdurchmesser von: 0,01 Mm. eine Länge von 0,035 'be-
sitzen und anihrem centralen Ende noch in ziemlich lange
‚schwanzarlige: Ausläufer ‚sieh fortsetzen. ‘Der Inhalt’ dieser
Zellews'besteht aus. einer stark lichtbrechenden Substanz. Eine
Carcinologisches. 241
äussere Hülle wurde an diesen Wänden nicht wahrgenom-
men; es schien, als wenn dieselben nur durch die Agglo-
meralion der Zellen zusammengehalten würden,
Ueber die Ausführungsenden und: Oeffnungen ‚dieser
Drüsen konnte Nichts mit Sicherheit’ constalirt' werden, doch
dürften spätere Beobachter wohl. durch die. von.Rathke
aufgefundenen zwei Paar seitlichen ‚Oeffnungen in ihren Un-
tersuchungen auf die rechte Spur geleitet ‚werden. Schon
Rathke nahm das eine Paar dieser Oeflnungen als Eier-
stocksöffnung in Anspruch. In -Betreff der zweiten Oeffnung
schwankte er zwischen der Annahme, dass: sie Ausmündung
von Kiltdrüsen oder von männlichen Organen darstellten, ent-
schied sich aber schliesslich für Letzteres, obwohl er dafür
keinen bestimmten Anhaltspunkt hatte.
Für den von Rathke vermutheten Hermaphroditismus
dürfte heute wohl kaum noch ein Grund geltend gemacht wer-
den können, zumal sich auch bei meinen Untersuchungen nir-
gends eine Spur von Samenfäden entdecken Jiess. Viel wahr-
scheinlicher ist die Existenz von Zwergmännchen ‚in ‚der
Bruthöhle, doch sind meine darauf bezüglichen Untersuchun-
gen ohne Folge geblieben.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI. Fig. 1,a. Sacenlina inflata, auf der Rückenfläche liegend,
nat. Gr.
Fig. 1,b. Ein Theil des verästelten Eiersackes in nat. Gr,
Notopterophorus Costa,
Während meines Aufenthaltes in Nizza fand ich (1853)
in dem Kloakraume und der Alhemhöhle von Phallusia ma-
millaris unter anderen Parasiten *) einige Male auch einen
%) Besonders Amphipoden und Nemertinen, Einmal wurde auch
ein kleiner (4) Ceerops-arliger Parasit mit langen Borstenbü-
Archiv (. Naturgeseh. XXV. Jahre. 1. Bd. 16
242 Leuckart:
Schmarotzerkrebs von sehr eigenthümlichem Aussehen, wie
mir bisher noch kein zweiter vorgekommen war. Ich: hielt
denselben für neu und nannte ihn wegen der korbförmigen
Bildung der dem Rücken der Thoracalsegmente anhängenden
flügelartigen Fortsätze Calathopterus und zu Ehren ‘meines
verehrten Freundes Verany, der sich für unsern Krebs in
hohem Grade interessirle, C. Veranyi.
Auf meiner Rückreise fand ich in Turin durch die
Freundlichkeit des Herrn Prof. de Filippi Gelegenheit, das
in Deutschland nur wenig bekannte Werk vonCosta, Fauna
di regno di Napoli einzusehen, und hier fiel mir gleich unter
den ersten Blättern die Tab. II der Entomostraca mit einer
Abbildung meines Parasiten oder doch einer sehr ähnlichen
Form in die Augen. Text und Kupfererklärung fehlten, wenig-
stens zu der betreffenden Tafel; ich blieb also über den
Namen meines Thieres im Ungewissen.
Später ist diese Ungewissheit nur zum Theil gehoben
worden. Es gelang mir allerdings in der Bibliothek des Herrn
Senator v. Heyden in Frankfurt ein zweites Exemplar von
Costa’s Entomostraceen ausfindig zu machen, allein Text und
Kupfererklärung fehlten auch hier. Dagegen fand sich in dem
dazu gehörenden Cataloge unter der Ordnung Poecilopodi
als beschrieben verzeichnet: Edwardsia fulgens Costa (Sapphi-
rina Auct.), Cecrops Latreillei, Gunenotophorus globularis n.,
Notopterophorus elongatus n., N. elatus n. Unser Thier ge-
hörte demnach zu einem der beiden letztgenannten Genera,
und zwar der Etymologie nach — von Gunenotophorus ist mir
freilich die Ableitung völlig unklar — zu Notopterophorus.
Da jedoch Costa zwei Arten dieses Genus aufzählt, so
bleibt es zweifelhaft, welcher Name der bezüglichen Abbil-
dung zukommt. Die Tab. VII enthält ausser dem fraglichen
Thiere (Fig. 4) in Fig. 1 und 2 noch zwei andere verwandte
Krebse, die — möglicher Weise jedoch beide nur verschie-
dene Zuslände derselben Art — statt der Flügel oberhalb
scheln zwischen den einzelnen Beinen aufgefunden. Die Ränder der
Thoracalsegmente waren verlängert, namentlich aber die des\letzten
Segments, die ein förmliches zur Aufnahme des eylindrischen Abdo-
mens und der beiden tosarothen Eiersäcke bestimmtes Dach bildeten.
Carcinologisches. 243
des Thorax eine, wie es scheint mit Brut erfüllte buckelför-
mige Auftreibung besitzen. Der Namen Notopterophorus würde
für diese wohl kaum passen, weshalb beide Figuren vielleicht
auf den problematischen Gunenotophorus zu beziehen sind.
(Die Tab. Ill, die hierüber möglicher Weise Auskunft geben
könnte, ist mir nicht vor Augen gekommen oder mir doch
nicht mehr im Gedächtniss.)
Da überdiess, wie schon bemerkt, die Abbildung von
Costa sich mehrfach, namentlich in Betreff‘ der Rücken-
flügel, von meinem Schmarotzer unterscheidet, so mag es
wohl erlaubt sein, denselben hier als Notopierophorus Ve-
ranyi n. sp. zu beschreiben.
Der fragliche Krebs ist übrigens nicht "bloss von mir
allein beobachtet. Als ich zur Zeit der Bonner Naturfor-
scherversammlung gelegentlich ‚gegen Herrn Dr. Krohn
meines Parasiten Erwähnung ihat, erfuhr ich , dass dieser
ausgezeichnete Kenner unserer Küstenfauna denselben gleich-
falls und zwar gar nicht selten in verschiedenen Phallusien-
arten (Neapel) zngelroffen habe. Herr Krohn war so
freundlich, mir die von ihn angefertigte Zeichnung mitsammt
den dazu gehörenden Notizen zur Disposition zu stellen. Die
Abbildung habe ich in Fig. 3 wiedergeben lassen und die bei-
gefügten Nolizen, so weit sie von den meinigen abweichen
oder dieselben ergänzen, mit dem Namen des Beobachters
meiner Darstellung eingeflochten.
Unser Krebs (Fig. 2) hat eine Länge von 2°, und, wenn
wir einstweilen von den Flügelfortsätzen des Thorax abse-
hen, einen cylindrischen, nach hinten zu allmählich verjüng-
ten Körper mit Kopf, Thorax und Abdomen. Am Thorax
zählt man vier, am Abdomen fünf Segmente, die alle deut-
lich gegen einander abgeselzt sind, so dass unser Thier eine
gewisse Achnlichkeit mit einer Assel hat, zumal auch die
Grenzen des Kopfes gegen den ersten Thoracalring sich mit
gleicher Bestimmtheit ınarkiren. Die Anhänge beschrän-
ken sich, wie gewöhnlich bei den Parasiten, auf Kopf und
Thorax. An ersierem finden wir zwei Antennenpaare und
eine Reihe von Mundtheilen, die bei der fast kugligen Bildung
des Kopfes in kurzer Entfernung auf einander folgen, an den
‚Segmenten des Thorax je ein Paar gespaltener, ziemlich
244 Leuckart:
kurzer Bauchfüsse. (Krohn glaubt 5 Fusspaare zählen zu
können, hat dabei aber wahrscheinlicher Weise die sonst
übersehenen Mundtheile als vorderstes Fusspaar genommen.
Die Abbildung zeigt in der That auch nur vier Füsse.) Eine
besondere Auszeichnung bilden die flügelarligen Blaltfort-
sätze der Rückensegmente, die sich von den auch sonst
wohl bei gewissen Parasiten vorkommenden analogen Bil-
dungen dadurch unterscheiden, dass sie ziemlich senkrecht
stehen und durch das Uebergreifen ihrer Seitenränder einen
korbarlig geschlossenen, länglichen Raum umgrenzen.
In der Mittellinie des Kopfes sieht man in geringer Ent-
fernung vor den Antennen ein unpaares rothes Auge, „wie
bei Cyclops aus zwei verschmolzenen Ocellen zusammenge-
setzt“ (Krohn).
Die beiden Antennen (Fig. 4 u. 5) sind kurz und nur
von wenigen Gliedern gebildet, die hintern (Fig. 5) ha-
kenförmig gekrümmt und mit klauenförmigem spilzen End-
gliede. Man sieht unser Thier mit diesem Apparate nicht
selten an den Wandungen der Athemhöhle festgeheftet. Ue-
brigens scheint es, als wenn auch die ersten Antennen gele-
gentlich die Dienste eines Klammerapparats 'verrichteten, ob-
wohl der Mangel einer Endklaue und die gleichzeitige An-
wesenheit von kurzen Fühlborsten wohl zunächst eine an-
dere Bestimmung anzeigt. An den vordern Antennen zählte
ich 7, an den hintern dagegen nur 4 Glieder , die beide
Male nach der Spitze zu an Länge und Querschnitt allmäh-
lich abnehmen.
Die Mundtheile sind zum Beissen organisirt und nicht
zum Stechen. Sie bestehen zunächst (Fig. 6) aus einem ge-
zähnelten, kräftigen Oberkiefer , an den sich nach hinten in
enger Berührung ein dreigliedriger plumper Anhang 'an-
schliesst , der entweder als Palpus oder, was mir nach ‘den
architektonischen Verhältnissen der Parasiten natürlicher
erscheint, als zweiter Kiefer aufgefasst werden muss. Das
Endglied dieses Anhanges lrägt eine Reihe von vier langen
und stark gebogenen Stacheln. Als drittes, resp. zweites und
letztes Kieferpaar fungirt (Fig. 7) ein bogenförmig gekrümm-
ter conischer Zapfen, der durch drei aufeinander folgende
immer kleiner werdende Glieder gebildet wird und ‚auf
Careinologisches. 245
seiner concaven, der Mundöffnung zugewandten Fläche eine
Längsreihe steifer Borsten oder Stacheln trägt. Die Stacheln
der beiden Endglieder sind bedeutend grösser, zugleich aber
auch weniger zahlreich, als die des vorhergehenden Basal-
gliedes.
Die Beine unseres Flügelkrebses haben an allen vier
Thoracalsesmenten einen wesentlich gleichen Bau. Sie be-
stehen (Fig.8) aus einem Basalgliede, dem zwei mehrglie-
drige, sonst aber verschieden entwickelte und für verschie-
dene Leistungen bestimmte Aeste aufsitzen. Der eine dieser
Aeste, der nach innen gekehrt ist, erscheint als Schwimm-
fuss. Er besteht aus nur zwei abgeplatteten Gliedern, von
denen das lelzte etwas grösser und an seinem scharfen Rande
mit einer Anzahl langer Schwimmborsten versehen ist. Der
andere längere Ast wird von vier cylindrischen Gliedern ge-
bildet, die nach dem Ende zu an Grösse allmählich abneh-
men. Statt der langen Schwimmborsten finden sich hier
kürzere und auch steifere Stacheln, besonders am Endgliede,
wo- dieselben zugleich ihre grösste Entwickelung erreichen.
Augenscheinlicher Weise dienen diese Gebilde mehr zum
Anstemmen; sie mögen bei der Kriechbewegung gute Dienste
leisten.
Was die Flügelfortsätze der Thoracalglieder betrifft, so
erscheinen diese (Fig. 2, 3) als Falten und nicht als abge-
setzte, selbstständige Anhänge. Sie lassen sich also weni-
ger den Flügeln der Insekten, als vielmehr den so oft bei
den Parasiten vorkommenden Blattfortsälzen vergleichen, ob-
wohl sie, wie schon oben bemerkt wurde, durch ihre Stel-
lung von lelzteren verschieden sind. Die beiden mittleren
Thoracalsegmente tragen zwei solcher Blätter, ein rechtes
und ein linkes, während das vordere und hintere Segment
dagegen nur mil einem einzigen rinnenförmig gekrümmten
Blatte versehen ist, als wenn hier die beiden Seitenblätter,
winkelständig an einander gefügt, mit den innern Rändern
verwachsen wären. Die Concavität des vordersten Blattes
ist nach hinten , die des hintersten dagegen nach vorn ge-
kehrt. Gleichzeitig werden die Blätter mit ihrer Entfernung
von der Basis immer breiter , so dass die Ränder sich über
einander legen und der von ihnen umschlossene Raum nach
,
246 Leuckart:
allen Seiten seine Begrenzung bekomnit, Das vordere: Blatt
steht aın sleilsien, während das hintere am meisten ‘geneigt;
dafür aber auch zugleich am längsten ist. "Die freien Rän-
der der Blätter sind meist (am constantesten die hinteren
Ecken des drilten Blattes) mit einer oder einigen kleinen
Spitzchen versehen, aber niemals mit so langen und schna-
belförmigen Zacken, wie sie auf der Abbildung von Costa
zu sehen sind.
Von den 5 Segmenten des Abdomen nehmen die drei
vordersten allmählich an Länge zu, während die zwei letz-
ten wieder kürzer werden. Die Gesammtlänge derselben
kommt ‘der Länge des Thorax ziemlich nahe, der Querschnitt
bleibt aber schon im ersten Segmente (das übrigens von
Krohn nicht als Segment gezählt wird) hinter dem des
Thorax zurück und wird von da bis zur Spitze immer klei-
ner. Anhänge fehlen bis auf die beiden, der Furca entspre-
chenden Griffel, die den After zwischen sich nehmen und am
Ende mit drei winzigen Höckerchen versehen sind.
Bei dem von Krohn gezeichneten Exemplare (Fig. 3)
beobachtet man im leizten Thoracalsegmente dicht unterhalb
des hier befestigten Blattes eine starke Anhäulung von Eiern,
die sich durch eine grasgrüne (bei Costa bräunliche) Fär-
bung auszeichnen und durch die äusseren Bedeckungen hin-
durchschimmern. NachKrohn sind diese Eier in dem hier
«oberhalb des Abdomens) geöffneten Eileiter enthalten. Die
Ovarien liegen mit ihren sehr viel kleinern Eiern als ein oder
zwei Paar Säcke in den Seitentheilen des Körpers , wo sie
sich, theils neben, theils auch über dem Darme fast bis zum
Kopfe hin verfolgen 'lassen. Der Nahrungsschlaueh ist ein
braungefärbtes Rohr, im Thorax etwas weiter als im Abdo-
men, und ohne Anhänge. Das centrale Nervensystem "be-
steht, wie Krohn angiebt, aus einer länglichen, in der vor-
dersten Partie des Thorax gelegenen Ganglienmasse, aus der
eine Anzahl Nerven hervorkommen,, von denen ‚sich zwei
durch Stärke und Länge ausgezeichnete Stämme bis’ in. das
Abdomen hinein verfolgen lassen.
Die Embryonen haben nach der Abbildung von Costa
die gewöhnliche Monoculusform; sie sind von mir nicht be-
obachtet, Dagegen aber fand ich neben den erwachsenen
Careinologisches. 247
Thieren zwei Male ein um die Hälfte kleineres, flügelloses
Individuum. Ob dasselbe vielleicht die männliche Form re-
präsentirt oder bloss einen früheren Entwickelungszustand
darstellt, muss ich unentschieden lassen.
Was die Verwandtschaften unseres Krebses anbetrifft, so
dürften diese wohl insoweit ausser Zweifel sein, als der-
selbe offenbar der Gruppe der Schmarotzerkrebse zugehört.
Doch glaube ich kaum, dass man denselben einer der bisher
hier aufgestellten Familien einreihen könnte. Die einzige
Form, die unserem Thiere nahe steht, ist die von All-
mann als Lophyropode beschriebene Notodelphys (Ann. and
Mag. nat. hist. 1848. Vol. XX. p. 1). Nach dem mir jetzt
allein vorliegenden Berichte von Peters (dieses Arch. 1849
II. S. 328) unterscheidet sich Notodelphys *) aber — abge-
sehen von den auf die Bildung der Mundtheile bezüglichen
Angaben — vorzugsweise durch die Abwesenseit der Rücken-
fügel. Des Thorax scheint auch sonst abweichend gebaut
und vielleicht in ähnlicher Weise wie bei den (mit Noto-
delphys identischen 2) Costa’schen Arten auf Tab. VII. Fig. 1
und 2 durch die mächlige Grösse des Brulsackes in seiner
normalen Entwickelung gestört zu sein.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI, Fig. 2. Notopterophorus Veranyi.
» 3. Derselbe (nach der Zeichnung von Krohn).
„ 4. Vordere Antenne desselben.
„» 5. Hintere Antenne.
» 6. Oberkiefer mit anhängendem Palpus (?).
» 7. Letzter Kiefer.
8. Beine.
Veber die Gesichtswerkzeuge der Copepoden.
Dana hat uns durch eine kurze Notiz, in Ihe American
*) Der Genusname Notodelphys ist seitdem zum zweiten Male
vergeben und zwar an den von Weinland und Lichtenstein
entdeckten amerikanischen Beutelfrosch (N. Lichtensteinii).
248 Leuckart:
Journ. "of Arts and science 1850. Vol. IX. p. 133 mit einer
merkwürdigen, bisher übersehenen Bildung der Gesichtswerk=
zeuge bei den Corycaeiden und einigen andern Copepoden)
bekannt gemacht. Die Eigenthümlichkeiten dieser Bildung
beruhen theils in der Grösse ‘der immer nur in einfacher
Anzahl rechts und links vorhandenen linsenförmigen Cornea,
theils auch in dem weiten Abstände dieser Cornea von.der
dahinter liegenden stark 'gewölbten Linse. Dana vergleicht
die Cornea mit einer Brille Cconspieilla) und glaubt, dass
dieselbe einen Correclionsapparal für die zu starke Convexität
der Linse abgebe.
Seitdem ist diese Bildung auch von Gegenbaur be=
obachlet und (Archiv für Anat. und Physiol. 1858. S. 50)
bei Sapphirina in detaillirter Weise beschrieben worden. Die
Auffassung, die wir hier vertreten finden, weicht jedoch sehr
bedeutend von der früheren ab. Die Cornea Dana’s ist für
Gegenbaur die» wahre und einzige Linse im Auge unse-
rer Thiere, denn der in ’grössern Abstande dahinter liegende
durchsichlige Körper erscheint: nach diesen erneuten Unter
suchungen nur als das vordere gewölbte Ende eines sonst
von dunklem Pigmente scheidenförmig umhüllten Krystall-
kegels. Nach der Ansicht Gegenbaur’s fungirt dieser
Krystallkegel als pereipirendes Element, ganz wie das auch
Leydig für die Krystallkegel ‘des faceltirten Arthropoden-
auges behauptet hat; es herrscht überhaupt im Wesentli-
chen zwischen dem Auge unserer Krebse und dem einer
einzelnen Facetle zugehörenden Bruchstück eines gewöhnli-
chen Insektenauges eine unverkennbare Übereinstimmung,
Der von einer eigenen zarten Scheide umgebene, kegelförmige
Zwischenraum zwischen dem Krystallkörper und der Linse
enthält einen gallertarligen Glaskörper, wie solcher auch,
wenngleich immer nur in geringerer Entwickelung, an glei-
cher Stelle bei anderen Arthropoden vorkommt. Einige
zarte Muskelfasern, die in»dieser Scheide verlaufen, können
durch ihre Thäligkeit den Krystallkegel der lichtbrechenden
Cornea annähern; „es wird dadurch eine Accommodation
im eigenllichsten Sinne ausgeübt.“
Ich selbst habe zu zweien verschiedenen Zeiten Gele-
genheit gehabt ‚. die hier in Frage stehenden Gesichiswerk-
ee
Carcinologisches. 249
zeuge zu beobachten, das: eine Mal schon ‘vor mehreren
Jahren in Nizza, däs zweite Mal, gemeinschaftlich ‘mit Dr.
Pagenstecher, erst vor wenigen‘ Wochen ‚auf! Helgo=
land. In Nizza untersuchte ich dieselben bei Sapphirina ful=
gens Gegenb. (die übrigens wohl schwerlich die echte, im
Atlantischen Oceane und am Cap d. g. H. gefundene 'S.; ful-
gens Aucl. sein dürlle), und einer dem Gen. Copilia Dana
(Proc. Amer. Acad. ol Arts and Se. Il. p. 48) zugehörenden
Art, ©. nicaeensis n. sp. (Tab. VII. Fig. 1), in Helgoland bei
einem in Menge dort lebenden Corycaeus, der sich. von dem
sonst nahe verwandten C., anglieus Lubb. (Ann. and Mag.
nat. hist. 1857. XX. p. 408) durch ‘die gedrungene ‚Bildung
seiner vorderen Antennen und die slarke Irommelförmige
Auftreibung seines ersten Abdominalsegments unterscheidet ®).
Ich nenne diese Art (Tab. Vl. Fig. 9) Corycaeus germanus:
Die beiden letztgenannten Copepoden haben Augen, die,nach
hinten (vergl. die Zeichnungen) bis weil über das centrale
Nervensystem hinausragen und bei Corycaeıs erst in. der
zweiten Hälfte des Körpers ihr Ende finden, Augen: also, die
sich vor, denen der Sapphirina durch eine sehr viel mächti-
gere Entwickelung auszeichnen, Um den überraschenden und
fremdartigen Eindruck, ‚den diese Gesichtswerkzeuge auf, den
Beohachter machen, in. seiner ganzen Grösse kennen zu
lernen, bedarf es in der That der Untersuchung eines der-
arligen Thieres, :
Im Ganzen stimmen die Resultate meiner Untersuchun-
gen mit den Angaben Gegenbaur’s so vollkommen über-
‚ein #*), dass ich es überhaupt für überflüssig halten würde,
*) Interessanter Weise finden sich hier: schr auffallende Ge-
schlechtsunterschiede. Bei den Weibeben ist das klauenförmige End-
glied ‘der in Greifwerkzeuge umgewandelten hinteren Antennen um
zwei Dritttheile kürzer, däs Abdomen nur zweigliedrig, die Furca da-
gegen um die Hälfte verlängert mit drei gleich kurzen Endborsten.
%*) Gleiches gilt auch für die übrigen, auf den anatomischen
Bau von Sapphirina bezüglichen Angaben. In Betrelf des Nervensy-
stems will ich hier nur bemerken, dass die zwei hintern Längsstämme
sich nach meinen Untersuchungen schon in ersten Segmente in fünf
Stämme (für die vier Extremitätenpaare und das Abdomen) auflösen.
250 Leuckart:
auf diese Gesichtswerkzeuge hier 'zurückzukommen ; wenn
ich nieht in einem, für die Deutung des gesammten Appa-
rates,sehr wichtigen Punkte von meinem Vorgänger abweichen
müsste. ‘Diese Abweichung betrifft den der Pigmentmasse nach
vorn anliegenden durchsichtigen Körper, den Gegenbaur
für den vorderen Theil des Krystallkegels erklärt, während
er'nach 'meinen, hier mit Dana übereinstimmenden Unter-
suchungen ‚ einen linsenarligen, selbstständigen Körper dar-
stellt: : wu.
Bevor ich aber auf diesen’ Differenzpunkt näher ein-
gehe, dürften einige Worte zur weiteren Charakteristik der
betreffenden Organe wohl am Plalze sein.
Die vorderen, in die äusseren Chitindecken ‘unserer
Thiere eingesetzten Linsen liegen bei Copilia und Corycaeus
beständig. an dem Vorderrande des Cephalothorax, an der-
selben Stelle also, wo sie auch bei den weiblichen Sapphi-
rinen angetroffen werden. Sie nehmen die seitlichen Ecken
des genannten Körpertheils ein, besitzen aber dabei eine so
beträchtliche Grösse, dass sie, wenigstens 'bei Corycaeus,
besonders den männlichen Individuen, nur einen sehr unbe-
deutenden Zwischenraum (0,028 Mm.) zwischen sich lassen,
obwohl die Breite des Cephalothorax fast 0,2 Mm. beträgt'*).
Bei der vielleicht 6 Mal so grossen Copilia ist der Durch-
messer der Cornea keineswegs in gleichem Verhältnisse ge-
wachsen ; er misst nur 0,2Mm., so dass hier (Tab.Vll. Fig.1)
zwischen beiden Augen ein sehr viel bedeutenderer Abstand
ist (0,7 Mm.).
Bei Calanus sind die Stämme dieser fünf Nerven sehr viel länger
(Tab. VII. Fig. 11), während dieselben dagegen bei Sapphirina styli-
fera (Taf.VII. Fig. 2) und Copilia nicaeensis (Fig. 1) vollkommen feh-
len, indem hier die betreffenden Nerven gleich vom Ursprunge an
isolirt sind. Das centrale Nervensystem stellt überall eine vom Oe-
sophagus durchbohrte kurze und zusammenhängende Masse dar, zeigt
aber in Form und Umrissen manche Verschiedenheiten. (In der ersten
anatomischen Beschreibung von Sapphirina — Carcinium opalinum —
sind. die Ausführnngsgänge der Genitalien'als Nervensystem beschrieben!
Vergl; Meyen Nov. Act. Acad. €. L. Vol. XVl: 1, Supplem.; $. 150.)
*) Die Linsen der weiblichen Individuen sind etwas: kleiner,
als die der Männchen.
Careinologisches. 251
Gegenbaur bemerkt, dass die Wölbung ‚der ‚Linse
bei Sapphirina in der hinteren Hälfte grösser sei, als in..der
vordern. Ich habe in allen meinen: Fällen dieselbe ‚Beob-
achtung gemacht, bei Corycaeus aber auch zugleich ‚die, Ue-
berzeugung gewonnen, dass diese Linse aus zweien ‚ver
schiedenen Theilen zusammengeselzt ist, die ganz, wie, die aus
Korn- und Flintglas bestehenden achromatischen Linsen zu=
sammengelfügt sind. Schon bei Untersuchung der in. Hel-
goland frisch eingefangenen Individuen sah ich’ in der. Pro-
fillage (Tab. VI. Fig. 9) eine Contour durch die Linse hin-
ziehen, wie wenn dieselbe aus einer ‘vordern bieonvexen
und einer hintern concav-convexen Hälfte bestände', allein
damals hielt'ich diese Contour für eine Projeclion des Aequa-
torialrandes. Seitdem ich mich aber weiter überzeugt hahe,
dass bei Aufbewahrung in Glycerin die ganze; hintere; Hälfte
der Linse (wie auch die hintere Linse Dana’s) verloren geht
und nur noch der vordere mit den äusseren Bedeckungen
zusammenhängende Theil zurückbleibt, glaube ich diese
frühere Ansicht aufgeben zu müssen und jene Conlour.in der
That für die Grenze zweier in physikalischer und wahrschein-
lich auch optischer Beziehung verschiedener Linsenhälften
halten zu dürfen. Die vordere, auf beiden Seiten ziemlich
gleichmässig — hinten. etwas weniger ‚stark —. gewölbte
Hälfte hat eine Achse von 0,03 Mm., während die Achse der
hinteren Hälfte 0,04 beträgt *).
Das kegellörmige Rohr, das zwischen dieser Linse und
dem Pigmentkörper ausgespannt ist und eine, wasserhelle
Flüssigkeit (Glaskörper G.) einschliesst, hat bei der grossen
Entfernung dieser zwei Gebilde in Copilia (Tab. VIL. Fig. 1)
und Corycaeus (Tab. VI. Fig. 9) eine schr beträchtliche Länge.
Bei letzterm beträgt dieselbe 0,15, bei ersterer sogar 0,64 Miın.,
das Vier- (d‘) und respective Zweifache (2) der gleichen
°) Dieselbe zusammengesetzte Bildung scheint auch der Cornea
gegen Sapphirina und Copilia zuzukommen, davon dürfte hier der
hintere weichere Theil eine noch ansehnlichere Entwickelung besitzen.
Bei den in Glycerin aufbewöhrten Exemplaren dieserThiere finde ich
statt der früher linsenartigen Cornea nur eine dünne gewölbte Chi-
tinplatte, kaum dicker, als die übrigen Decken des Chilinpanzers.
252 Leuckart:
Länge von Sapphirina, die ihrer Grösse nach 'so' ziemlich mit
Copilia übereinstimmt.
Was nun den Pigmentkörper anbetrifft, so erscheint
dieser ‘überall als eine eylindrische, ziemlich dicke und
lange Masse, die (Tab. VIl. Fig. 3) einen hellen und siab-
förmigen; "auch wohl am’ vordern Ende etwas verdickten
Krystallstil ‘in sich einschliesst.. Bei Corycaeus tritt das
vordere Ende dieses Krystallkörpers (Fig. 9) über die Pig=-
mentmasse hervor, um hier sodann einen 'stark brechen-
den sphärischen Körper von 0,04 Mm. Durchmesser becher-
förmig zu umfassen. Ich nehme keinen Ansland ‚diese
Krystallkugel mit Dana als Linse zu bezeichnen, zumal auch
ihr Brechungsvermögen annäherungsweise das der vorderen
Linse ist. Von einer Identificirung mit dem vorderen Ende
des Krystallstils ‘kann bei Corycaeus ‘keine 'Rede sein. Ein
ganz ähnlicher Körper findet sich nun aber auch’ bei Copilia
und Sapphirina (Tab. VII. Fig. 3), nur dass die Form dessel-
ben hier mehr elliplisch oder birnförmig ist (längster Durch=
messer = 0,05 Mm.) und das hintere Ende desselben nicht
frei liegt, sondern von den letzten Ausläufern ‘des Pig-
mentkörpers umfasst wird. Natürlich ist die Entscheidung
über die Frage nach der Selbstständigkeit des betreffenden
Körpers weniger bestimmt und leicht; ich glaube jedoch die
hintere Grenze auch hier ganz deutlich beobachtet zu 'ha-
ben und Irage kein Bedenken, die abweichende Angabe Ge-
genbaurs, nach der das fragliche Gebilde nur das vordere
verdickte Ende des Krystallkegels sein soll, als irrig zu be-
zeichnen.
Der Pigmentkörper von Sapphirina stösst mil seinem
hintern Ende bekanntlich unmittelbar auf den vordern Rand
der Kopf-Ganglienmasse. Nicht so aber bei Corycaeus und
Copilia. "Bei ersterem (Fig. 9) liegt das vordere Ende des
Pigmentkörpers etwa in gleicher Höhe mit dem centralen
Nervensystem, aber von da erstreckt sich dasselbe noch
0,17 Mm. rückwärts bis über den zweiten Schwinmfuss und
zwar der Art geschweift, dass die hinteren Enden in der
Mittellinie des Körpers fast aufeinander stossen. Copilia hat
(Tab. VN. Fig. 1). Pigmentkörper, die erst in beträchtlicher
Entfernung hinter dem: centralen Nervensystem gelegen sind
Careinologisches. 253
und sich etwa ’in der Mitte unter einem fast! rechten ‚Win-
kel nach innen umknicken, immer aber noch durch eine sehr
bedeutende Entfernung von einander getrennt bleiben. Der
Nervus 'optieus hat unter solchen Verhältnissen in beiden
Arten natürlich eine beträchtliche Länge, während er bei
Sapphirina fast Null ist. Ich konnte denselben übrigens’ nur
bei Copilia nachweisen. Hier (Fig. 1) ist derselbe der zweite
in’der Reihe der 7 Hauptnerven, von denen der'erste für
die Antennen , die fünf letzten für die vier Beinpaare’und
das Abdomen bestimmt sind. Er verläuft in diagonaler
Richtung nach hinten und aussen , tritt aber nicht etwa an
das Ende des Pigmentkörpers, sondern ungefähr an die Mitte
des hintern „ quer stehenden Schenkels, an eine Stelle, ‘die
dureh eine Aufwulstung der Pigmentmasse noch’ besonders
ausgezeichnet ist.
So viel über die Anatomie dieser Organe. Was deren
oplischen Werth betrifft, so dürfte dieser nach unsern der-
maligen Kenntnissen sich kaum mil Bestimmtheit feststellen
lassen. Dazu bedarf es einer genaueren Erforschung der phy-
sikalischen Natur aller hier in Frage kommenden linsenar-
ligen Gebilde, ihrer gegenseitigen Beziehungen und zahl-
reicher anderer Momente. Wenn ich aber nach dem Ein-
drucke urtheilen soll, den diese Bildungen bei oberflächlicher
Alıschätzung ihrer ‘optischen Eigenschaften machen ‚so
möchte ich dieselben nicht einer Camera obscura , wie es
unsere Augen sind, vergleichen , sondern vielmehr einem
Fernrohre mit einfachem Objectiv (Cornea , vordere Linse)
und Ocular (hintere Linse). Dieser Vergleich drängt 'sich
um so bestimmter auf, sobald man die auch von Gegen-
baur beschriebenen Bewegungen der hinteren Linse beob-
achtet, durch die der: Apparat in derselben Weise , wie un-
sere Fernröhre, für verschiedene Entfernungen’ passend ein-
gestellt wird.
Diese Accommodationsfähigkeit scheint mir übrigens,
beiläufig bemerkt, ein: weiterer Grund gegen die Richtigkeit
der Gegenbaur'schen Auffassung. ‘Denn wozu eine''sol-
che Einrichtung bei Augen, die nach der supponirten' Rin-
fachheit des pereipirenden Elements doch immer nur einen
Punkt und kein Bild zu erkennen im Stande: sind. Man
254 Leuckart:
könnte‘ freilich auch dieselbe Thatsache vielleicht gegen
meine Auffassung; geltend machen, allein ich muss mit Rück-
sicht darauf besonders hervorheben , dass die oben: von mir
gebrauchte Bezeichnung „Crystallstil€ keineswegs ‚etwa die
Annahme: in sich einschliesst , als sei dieser Crystallstil nun
auch wirklich nach Analogie der Ley dig’schen Interpre-
talionı des facettirten Arlthropodenauges nur ein einfaches
pereipirendes Element. Ueber die leizten Endigungen der
Oplicusfasern weiss ich Nichts — es dürfte hier auch für
die übrigen Arthropoden überhaupt noch lange nicht das
letzte, Wort, gesprochen sein, aber so viel ist gewiss, dass
die'Dicke und die anscheinend fasrige Natur des Opticus
von vorn herein der Vermuthung widerspricht, als handle
es sich im Auge unserer Thiere überhaupt nur um die Endi-
gung einer einzigen Faser.
Weun Dana die vordere Linse der betreffenden Augen
als \ein Correctiv bezeichnet und sie mit einer Brille für
Kurzsichtige vergleicht, so kann ich dem unmöglich beistim-
men, - Ein solches Correcliv würde nur eine Zerstreuungs-
linse und niemals eine Sammellinse sein können, wie wir sie
hier vor uns haben.
Gegenbaur beschreibt bei Sapphirina fulgens ausser
den beiden eben betrachteten Augen noch ein mittleres un-
paares Gesichtsorgan, das mittelst eines kurzen (von G. viel
zu «lang gezeichneten) Stielchens dem vordern Hirnrande
aufsitze, ' Ich fand dasselbe (Tab. VII. Fig. 4) meist als ein
kleines ‚(0,04 Mm. grosses) Bläschen von umgekehrt birn-
förmiger' Gestalt, das im Innern zwei hinter einander liegende
sphaeroidale Linsen einschloss, deren vordere vielleicht nur
ein Viertheil vom Durchmesser der hintern misst. Beide
Linsen ‚sind 'theilweise von Pigment umhüllt, besonders die
hintere, bei der nur das vorderste Segment frei bleibt. Bei
der vordern Linse beschränkt sich dieses Pigment auf ein
kleines Fleckchen am Scheitel.
Dass die hellen Kugeln im Innern dieses Gebildes als
Linsen zu betrachten sind, dafür liefert eine zweite Art des Gen.
Sapphirina, die ich früher einmal als S. uncinata n. be-
zeichnete (dies. Arch. 1853. 1. S. 265), die aber, wie ich jetzt
sehe, wohl mitLubbock’s $, siylifera identisch sein dürfte
Careinologisches. 255
(Trahsäef. ent. Soc. Vol. IV. P.2., on some Entomostraca
p- 28), einen, wie mir scheint, sicheren Anhaltspunkt. Es ist
dies ein Species (wahrscheinlich dieselbe, die@egenbaur
im Auge hat, wenn er von einer Sapphirina spricht, ‚der die
entwickeltern Sehorgane abgehen) , die bei dem ersten An-
blick. der oben beschriebenen zwei Augen: vollständig.zu
entbehren scheint, bei näherer Betrachtung ‚aber: (Tab. VIL
Fig. 2) rechts und links neben dem unpaaren, hier vollkom-
men. sessilen Auge einen kurzen bräunlich pigmenlirten, Za-
pfen erkennen lässt, der an seinem Ende einen kleinen durch-
siehtigen Körper. von sovaler Form (längster Durchmesser
— 0,028 Mm,), trägt. Offenbar ist dieser Apparat der Ue-
berrest der Seiteraugen, ohne; Gonspicillen und Accommoda-
tionsapparat. ‚ Der bräunliche, dem Hirn aufsitzende Zapfen
erscheint als Pigmen!körper und die durchsichtige Kugel als
Linse , die \, trotz der Abwesenheit der Conspieillen, nach
Analogie ‚der gewöhnlichen sog. einfachen Augen (bei Wür-
mern, Schnecken u, s. w.) zur Perception von Lichtemdrücken
fähig sein wird. ‘In dieser Form gleichen die Seitenaugen
dem unpaaren. picmenlirten Hirnanhange unserer Sapphirinen
so sehr, dass ‚die Deutung als Auge auch hier vollständig
gerechtfertigt erscheint.
Bei Copilia (Tab. Vl. Fig. 1) ist dieses Auge ‚gleichfalls
sessil, ‚aber kleiner, als bei Sapphirina, und mit weniger be-
slimmt erkennbarer Linse, eine einfache runde Pigmentkugel
mit hellem Kerne. Corycaeus germanus scheint dessen völ-
lig zu entbehren.
Dass diese zweierlei Augen in ihrer Function von ein-
ander verschieden sind, dürfte bei den Differenzen ihrer Or-
ganisalion keinem Zweifel unterliegen. Sie mögen sich. viel-
leicht durch ihre Leistungen in ähnlicher Weise einander er-
gänzen, wie die sog. Stemmata und die facetlirten Augen
Hexapoden, doch soll mit diesem Vergleiche keineswegs etwa
eine vollständige Parallele dieser Gesichtswerkzeuge, behauptet
werden,
Eine Gleichstellung der unpaaren Augen der Copepo-
den mit den Nebenaugen ‚der Insekten dürfte auch umso
weniger zulässig sein, als dieselben mitunter ‚eine ganz ge=
wallige Entwickelung erreichen und dann die seitlichen Augen,
256 Leuckart:
die‘'doch bei letztern Thieren . beständig die ansehnlichsten
Gesichtswerkzeuge sind, weit hinter sich‘lassen.
Eine solehe' Bildung beobachtete ich 'besonders bei einer
inHelgoland (mit Dr.Pagenstecherj'aufgefundenen grossen
und schönen Pontella D., mit’ blauen Flecken auf meergrü-
nem Grunde, die ich für neu halte 'und'zur Erinnerung an
eine . liebenswürdige, für unsere Wissenschaft 'sich'eifrigst
interessirende Dame hier unter dem Namen P. Eugeniae auf-
führe *). Dieses Thier' trägt «Tab. VI. Fig. 10) unterhalb
des‘ Cephalothorax zwischen ‘den vordern und hintern An-
tennen ‘einen dunkelblau, fast schwarz gefärbten, kurzen und
dicken (0,22 Mm. langen, 0,16 Mm. breiten) 'cylindrischen Za-
pfen, ‘der mit seinem abgerundeten freien Ende, fast parallel
mit: der Längsachse des Körpers, oder doch nur wenig ge-
neigt, nach vorn sieht und einer, wenngleich nur beschränkten
Bewegung fähig ist. “Rechts und links neben‘ diesem Vor-
derende greift ein starker hakenförmiger Forlsatz des Ce-
phalothorax nach unten , so dass dadurch namentlich grös-
sere Excursionen nach den Seiten hin verhindert werden.
Dieser merkwürdige Zapfen ist nichts Anderes, als ein
Sehwerkzeug und, wie ich glaube, ein Analogon des oben in
geringerer Entwickelung beschriebenen unpaaren Auges.
Allerdings ist es mir nicht gelungen, dieses Organ voll-
ständig zu analysiren und namentlich das Verhalten der Nerven-
ausbreitung im Innern festzustellen, allein die Bedeutung als
Gesichiswerkzeug wird durch meine Untersuchungen zwei-
fellos nachgewiesen.
Ich habe bemerkt, dass der betreffende Zapfen stark
pigmientirt sei. Dieses Pigment inhärirt demselben jedoch
keineswegs in ganzer Ausdehnung. Das vordere ziemlich
*) Aulallender Weise ‘kamen während unseres Helgolander
Aufenthaltes blosse Männchen ‚dieser Art zur Untersuchung. _ (Ich
bemerke dies hauptsächlich desshalb, weil einige unvollständig ge-
bliebene, ältere Beobachtungen mich vermuthen lassen, dass in der
Bildung der hier in Frage kommenden Augen mancherlei Geschlechts-
unterschiede vorkommen. Möglicher Weise ist sogar die ganze mäch-
tige Entwickelung des unteren Auges ausschliesslich auf" das männ-
liche Thier, beschränkt.) -
Careinologisches. 257
stark und schön gewölbte Segment des Zapfens, das sich
meist auch deutlich gegen den übrigen etwas breiteren Kör-
per’ absetzt, bleibt beständig hell und durchsichtig, eine
homogene, das Licht stark brechende Chitinmasse. Nur ein
schmaler, meist auch hellerer Pigmentstreifen greift über. die
Ränder der vordern Wölbung hinüber, wie die Iris über die
Seitenränder der Linse.
Eine weitere Erkenntiniss der Organisation ist, bei der
ersten Untersuchung des Zapfens unmöglich, denn das dunkle,
theils den äussern Chitinwänden inhärirende, theils aber auch
unter denselben abgelagerte Pigment verhindert jeden: tie-
fen Einblick. Ebenso erschwert die Festigkeit der Wandun-
gen eine ‚mechanische Behandlung. Setzt man das betreffende
Gebilde einem Drucke aus, so reisst das vordere gewölbte
Segment desselben; aber so weit diese Spalte sich auch nach
hinten heraberstreckte, ich habe sie niemals bis in den In-
nenraum des Zapfens eindringen sehen. Man könnte fast
vernulhen, dass der ganze Zapfen aus einer compacten festen
Chilinsubstanz bestehe. Nach einigen vergeblichen Versuchen
habe ich es leider unterlassen, fragliche Organisation an
Ort und Stelle einer näheren Prüfung zu unterwerfen, finde
aber jetzt, bei Untersuchung der in Glycerin conservirten Exem-.
plare die schon damals gefasste Vermuthung, dass unser Ge-
bilde ein Auge sei, vollkommen gerechtfertigt. Durch die
Einwirkung des Glycerins hat sich bei diesen Thieren der
weiche und nachgiebige Inhalt des Zapfens von den umge-
benden Wandungen zurückgezogen. Man sieht nun, dass
diese letztern (Fig 10) aus einer ziemlich dicken Chilin-
schicht bestehen und erkennt in der vordern Wölbung des
Zapfens das freie Segment einer mächtigen Linse, die nach
hinten bis in die Mitte des Zapfens hineinragt und, wie die
Linse der bei den Arachniden vorkommenden einfachen Au-
gen, durch eine locale Verdickung des Chilinpanzers selbst
ihren Ursprung genommen hat. Die Achse dieser Linse be-
trägt nicht weniger als 0,17 Mm., während ihr Querdurch-
messer sich auf 0,14 Mm. beläuft. Das nach aussen vor-
springende Segment derselben bildet ungefähr ein Dritttheil
von der Gesammimasse; der hintere Abschnitt ist also viel
slärker gewölbt, als der vordere. Was ausser dieser ge-
Archiv f, Naturgesch. XXIV, Jahrg. 1.Bd. 17
258 Leuckart:
waltigen Linse den Innenraum des Zapfens ausfüllt, erscheint
als eine sulzige Masse, deren Oberfläche von Pigment be-
deckt ist. Wir dürfen dieselbe wohl nach Analogie mit den
Augen der Arachniden, als eine Art Glaskörper mit den
Nervenendigungen ansehen.
Dieses eben beschriebene Gebilde ‘ist aber nicht das
einzige Gesichtswerkzeug unserer Pontella' Eugeniae. Auch
die Rückenfläche des Cephalothorax ist mit: derartigen Ge-
bilden versehen. In geringer Entfernung vom Seitenrande
bemerkt man hier (Ibid.) dicht vor’ der Insertionsstelle des
unteren Auges jederseils zwei biconvexe Linsen von 0,07 Mm.
im Durchmesser, eine vordere und eine hintere, ‘die beide
nur durch einen unbedeutenden Zwischenraum‘ von einander
getrennt werden. Dieselben sind, wie gewöhnlich, scharf
gegen die umgebenden Chilindecken abgesetzt und erinnern
in einem hohen Grade an die Linse in den Seitenaugen der
Corycaeiden.
Die Aehnlichkeit ist um so grösser, als in einer hier
freilich nur unbedeutenden Entfernung hinter jeder Linse ein
theilweis von Pigment umhüllter ‚linsenarliger Körper von
ellipsoidischer Gestalt liegt. Der Pigmentkörper ist jederseits
einfach, wie denn auch die beiden hintern Linsen einander mehr
angenähert sind, als die dazu gehörenden Corneen, ein Um-
stand, der durch die nach entgegenstehenden Richtungen ge-
neigte, dachförmige Stellung der leiztern bedingt zu sein
scheint. Das centrale Nervensystem: war wenig: deutlich,
doch schien es, als wenn die Augen, oberes wie unteres,
nur in äusserst geringer Entfernung vor dem Hirne angebracht
wären.
Solche zweierlei, obern und untern Augen werden von
Dana*) als charakteristisch für das Gen. Pontella (und
Acarlia) angegeben, doch scheint es, dass letztere nur sel-
ten eine so gewaltige Entwickelung erreichten, wie bei: unse-
rer P. Eugeniae. (Nur bei drei Arten — unter 27 — heisst
es: oculi inferiores elongali, grandes oder maximi, während
*) Ausser Stande, das grosse Krebswerk von Dana verglei-
chen zu können, habe ich hier, wie auch früher, nur den Conspectus
Crustaceorum etc. in den Proc. Amer. Akad. Vol. U. im Auge.
EEE WEITERE |
Carcinologisches. 259
dieselben ‘sonst meist als parvi oder mediocres bezeichnet
werden.) Auffallender Weise spricht D an a übrigens be-
ständig von zwei — wohl geminirten — unteren Augen,
während die von mir beobachtete Art hier ganz bestimmt
nur ein einziges Auge trägt *), ohne sonst aber von den
Merkmalen des Gen. Pontia irgend Etwas eingebüsst zu haben.
Dürfte nun auch nach den voranstehenden Bemerkungen
kaum noch länger an der optischen Natur dieses untern Au-
ges gezweifelt werden, so könnte man doch andererseits
vielleicht die Behauptung beanstanden, dass dieses untere
Auge dem kümmerlichen miltlern Auge der Sapphirinen u. s. w.
entspreche. In der That scheint es bei erster Vergleichung
der Unterschiede zwischen diesen beiderlei Gebilden weit meh-
rere und grössere zu geben, als Analogieen, so dass Dana
dieselben denn auch ohne Bedenken für verschiedene Bil-
dungen halten konnte, wie u. a. daraus hervorgeht, dass er
z. B. in der Charakteristik von Cyelopsine bemerkt: „Oeuli
inferiores nulli,* während es bei Catopia D. umgekehrt heisst:
„oeuli superiores nulli; oculus inferior unicus.* (Achnliches
erwähnt Lubbock für sein Genus Monops, Ann. nat. hist.
Vol. X1l. p. 122.)
Ich glaube übrigens, dass ein grosser Theil der schein-
baren Unterschiede zwischen dem untern Auge unserer Pon-
tella und dem gewöhnlichen einfachen Auge der Copepoden
auf Rechnung der gewaltigen Grössendifferenzen zu schie-
ben ist und hinwegfallen wird, sobald man Gelegenheit hat,
die sonder Zweifel auch einfacher gebauten, kleinern Augen
anderer Pontellinen zu untersuchen. Namentlich scheint mir
die Anwesenheit einer vordern Chilinlinse, die doch zu den
auffallendsten — und auch physiologisch wichtigsten — Cha-
rakteren unseres Auges gehören dürfte, kein absolutes Hin-
derniss einer Zusammenstellung mit den, früher beobachteten
unpaaren Augen abzugeben, denn oben haben wir ja (und
dass bei ganz nahe stehenden Arten, Sapphirina fulgens und
$. stylifera) für die Seitenaugen dieselben Verschiedenheiten
kennen gelernt.
#) Gleiches gilt von Pontella Bairdii Lubbock (Ann, and Mag,
nat, hist., Vol. XII. p. 117), deren unteres Auge sich auch zugleich
durch seine Grösse auszeichnet.
260 Leuckart:
Denken wir uns das Auge unserer Pontella verkleinert
und ohne Chitinlinse, so wird es als ein unpaarer Pigment-
körper mit einem hellen, wahrscheinlich lichtbrechenden Kör-
per erscheinen, über den die gewöhnlichen Körperhüllen
ohne Auszeichnung hinweggehen — und in der That tritt
uns das unpaare Auge der Copepoden meist in dieser Form
entgegen. Selbst eine Duplicität des untern Auges würde
nicht ohne Analogie sein, denn jenes unpaare Auge enthält
bekanntlich oftınals (Cyclops, Cyclopsiae) zwei seitlich neben
einander gestellte Glaskörper. Dazu kommt noch weiter,
dass dieses unpaare Auge selbst hier und da, wie es Claus
z. B. für Cyclopsine hervorhebt (dieses Arch. 1858. I. $S.17),
durch Entwickelung besonderer an dem Pigmentkörper be-
festigter Muskeln die Fähigkeit einer selbstständigen Bewe-
gung gewinnt. 1
Um die Analogie des untern ‚Pontellenauges mit dem
gewöhnlichen unpaaren Auge der Copepoden ausser Zweifel
zu stellen, muss der Nachweis geführt werden , dass. letz-
teres gelegentlich auch eine entschieden ventrale Stellung
einnimmt. In der That habe ich auch eine solche Lage des
unpaaren Auges beobachtet und zwar bei einem grossen
prachtvollen Nizzaer Calanus, den ich wegen eines rolhen
Querstreifens in der Unterlippe C. erythrochilus n. sp. be-
nennen will. (Derselbe gehört zuDana’s ersten Gruppe I. A.)
Bei diesem Thiere findet man (Tab. VI. Fig. 11) im
vorderen Ende des Cephalothorax und zwar, wie bei Pon-
tella, zwischen zweien abwärts gekrümmten Haken , einen
unpaaren Pigmentkörper, in den jederseits (Fig. 12) eine
ziemlich grosse lichtbrechende Kugel eingesenkt ist, so dass
nur das äussere Segment derselben frei bleibt. ‚Die ganze
Bildung erinnert so auffallend an das geminirte Auge von
Cyclopsine, dass die Analogie ausser Zweifel scheint. Trotz-
dem aber liegt unser Auge an der Ventralfläche des Leibes.
Bei der Untersuchung von oben ist solches allerdings nicht
zu erkennen; aber sobald man unsern Calanus in eine Pro-
fillage bringt, überzeugt man sich davon mit aller Bestimmt-
heit. Das unpaare Auge (das einzige, was hier vorkommt) °
liegt dicht auf den Chitinhüllen des Bauches und ist von der
Rückenfläche durch einen sehr bedeutenden Zwischenraum
)
Careinologisches. 261
geschieden *). Bemerkenswerth scheint dabei noch weiter
der Umstand, dass das betreffende Auge nicht sessil ist, son-
dern einem sehr langen, genau am vordern Ende des Hirns
enispringenden Nervus oplicus aufsitzt.
Uebrigens bin ich weit davon entfernt, nach dieser
einen Erfahrung nun elwa für alle unpaaren Augen der Co-
pepoden eine ventrale Lage in Anspruch zu nehmen. Ich
glaube vielmehr, das dieses unpaare Auge, dass wohl be-
sländig dem vordern Rande des Hirns verbunden sein dürfte,
für gewöhnlich eine indifferente mittlere Stellung einnimmt,
von da aber, je nach Umständen, gelegenlich nach unten,
vielleicht auch gelegentlich nach oben emporrückt. Bisher
waren diese sog. unteren Augen für die betreffenden Arten
eine ebenso auffallende wie paradoxe Eigenthümlichkeit; es
soll, mich freuen, wenn es mir gelungen ist, denselben eine
Stellung unter dentypischen Gesichtswerkzeugen der Copepo-
den anzuweisen und sie dadurch ihrer früheren Isolation zu
entreissen.
Zum Schlusse mag noch bemerkt sein, dass dieses un-
paare Auge, wie auch schon von anderer Seite hervorge-
hoben wurde, — nach Beobachtungen an Cyclops -— durch
Persistenz und Weiterbildung des ursprünglichen Larvenauges
seinen Ursprung nimmt, woraus dann weiter folgt, dass es
nicht etwa ausschliesslich auf unsere Copepoden beschränkt
zu sein braucht. In der That finden wir ein solches unpaa-
res Auge auch bei zahlreichen andern Entomostracen, wenn
gleich oftmals nur in sehr rudimentärem Zustand. Am un-
vollkommensten ist dasselbe vielleicht bei den Daphniaden,
bei denen es — wohl im Zusammenhange mit der Abwesen-
heit eines freien Larvenlebens — auf einen einfachen (ven-
tralen) Pigmentfleck vor den hier zu einer gemeinschaftlichen
Masse verschmolzenen Seilenaugen reducirt ist.
®) Desshalb ist es denn auch unrichtig, wenn Dana in der
Charakteristik von Calanus sagt: Oculi inferiores nulli und das sonst
so nahe verwandte Gen. Catopia wegen der Anwesenheit eines un-
Paaren (und grossen) unteren Auges weit davon abtrennt.
262 Leuckart:
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VI. Fig. 9. Corycaeus germanus n. sp. g".
„ 10. Vorderende von Pontella Eugeniae n. sp. mit den
Gesichtswerkzeugen.
„11. Kopfende, von Calanus erythrachilus n.sp. mit Ner-
vensystem und Sinnesorganen. Die eigentlichen Kie-
fer sind hinweggeblieben.
Unpaares (geminirtes) Auge dieser Art.
Copilia nicaeensis n. sp. (Mundtheile und vordere
Beine sind weggelassen.)
» 2. Vorderes Körperende von Sapphirina stylifera Lubb.
» 9 Hintere Linse mit Pigmentkörper von Sapphirina
fulgens Gegenb.
» 4. Unpaares Auge derselben Art.
|
Tab. VII. Fig.
=D
Veber das Vorkommen eines saugnapfartigen Haftapparates bei
den Daphniaden und verwandten Krebsen.
Im Frühjahre 1853 beobachtete ich während meines
Aufenthaltes in Nizza ein kleines zur Gruppe der Daphniaden
gehörendes Entomostracon, das, trotz aller Aehnlichkeit mit
Polyphemus Müll., nach der Bildung seiner grossen Antennen
und des Abdomen dem Gen. Evadne Lov. zugehörte. Ich
hielt dasselbe für neu und benannte es Evadne polyphemoides.
(Achnliche, durch die Gliederzahl der grossen Antennen
jedoch. abweichende Arten sind von Dana als Polyphemus
brevicaudis, so wie von Liljeborg als Podon intermedius
Kröy.. beschrieben worden.) Dasselbe Thier ist seitdem auch
in Helgoland yon Pagenstecher und mir ‚gesehen und
von Neuem untersucht worden. (Zur näheren Charakteristik
meiner Art sei hier noch Folgendes angeführt. Die. Beine
werden nach hinten immer kürzer und: gedrungener. Die
beiden mittleren tragen stalt der Jangen und schlanken End-
borsten zwei kürzere und dickere Haken mit gefiedertem In-
nenrande. Der Nebenanhang des letzten Beinpaares ist ver-
schwindend klein. Die unteren Glaskegel des colossalen
Auges sind durch einen Zwischenraum von den übrigen ab-
geirennt und bedeutend kürzer, als die vorhergehenden, die
allerletzten auch von abweichender birnförmiger Gestalt.)
Was meine Aufmerksamkeit am meisten auf unser Thier-
FRE R
Careinologisches. 263
chen hinlenkte, war (Tab. VIL. Fig. 5) ein unverkennbarer,
grosser und runder Saugnapf, den dasselbe in einiger Ent-
fernung vor dem vordern Ende der Schale auf dem Rücken
trug. Derselbe erschien als eine tellerförmige Grube mit auf-
gewulstetem Rande und einer deutlichen Muskulatur, Ring-
fasern in der Peripherie und radiär verlaufenden Fasern in
der Milte. Wenn der Bau des Gebildes noch Zweifel über
die Function gelassen hätte, so mussten diese schwinden, als
ich unser Thierchen mit Hülfe des betreffenden Apparats sich
an der Wand des Glases befestigen: sah.
Das Gebilde, um das es sich hier handelt, ist be-
reils mehrfach, von frühern Beobachtern gesehen und dürfte
bei den. verwandten Thieren , wenngleich vielleicht nur sel-
ten in. so vollkommner 'Entwickelung,, ziemlich häufig vor-
kommen. Trotzdem aber ist dasselbe kaum jemals seiner
Bedeutung nach bisher erkannt worden ; ein Umstand, dessen
Grund theilweise wohl darin gesucht werden darf, dass saug-
napfartige Haftapparale sonst ‚meist nur bei Parasiten gefun-
den werden und den Arthropoden fast vollkommen abgehen.
Unter denjenigen Forschern , die unser Gebilde schon
vor mir beobachteten, erwähne ich namentlich Loven, der
dasselbe bei Evadne Nordmanni (dies. Arch. 1836. I. S. 147)
als „cirkelrunden Muskel“ beschreibt, der an einem Eindrucke
in der Schale. befestigt sei und aus strahlenförmig verlau-
fenden Fasern bestehe. Loven betrachtet diesen „Muskel“
als einen Theil. der gewöhnlichen Hautmuskelschicht , ohne
seine Eigenthümlichkeiten weiter zu berücksichtigen und seine
Funetion zu erörtern. Liljeborg kennt denselben Saug-
napf bei Polyphemus: (de ‚Crustaceis ex ordin. trib. 1853.
Tab. V. Fig, 3), ‚hält ihn aber ‚auffallender Weise für ein Se-
eretionsorgan.
J Der einzige, meines Wissens, welcher über das betref-
fende Gebilde eine richtige Ansicht hatte, ist Strauss-
Dürkheim, der (Museum Senkenberg. 1837. I. $8.126) bei
Limnadia als ein charakteristisches, bisher freilich übersehe-
nes Organ einen „Kopfzupfen“ beschreibt „mit welchem diese
Thiere sich anhängen Ania"
Die Fähigkeit, gelegentlich sich mit dem Nacken an
fremden Gegensländen zu befestigen, ist übrigens auch noch
264 Leuckart:
von andern verwandten Entomostracen bekannt. Schon 0.
Fr. Müller erwähnt in seinem Werke über Entomostraca
1785. p. 96), dass er die Sida erystallina oftmals in dieser
Situation mit herabhängendem Kopfe gesehen habe, und Glei-
ches geben auch spätere Beobachter an, obwohl noch Zad-
dach (Synops. Prussic. Crustac. Prodrom. 1844. p. 26) ge-
steht, dass er nicht wisse, durch welches Organ eine der-
arlige bei gewissen Arten von Lynceus und Daphnia gleich-
falls von ihm beobachtete Befestigung geschehe.
Bat man sich ein Mal mit dem Saugnapfe von Evadne
bekannt gemacht, dann hält es nicht eben schwer, auch bei
den übrigen Thieren und namentlich bei Sida in der Nacken-
gegend einen abgeplalteten mehr oder weniger vorsprin-
genden Höcker aufzufinden,, und diesen als Haftapparat zu
erkennen, obwohl die Muskulatur hier viel weniger-deutlich
ist und sich vielleicht auch in ihrer Anordnung von der frü-
her beschriebenen unterscheidet.
Die Anwesenheit dieses Rückensangnapfes ist übrigens
nicht bloss an sich, als eigenthümliche Ausstattung der Daph-
niaden, interessant, sondern namentlich auch desshalb, weil
dadurch eine neue Beziehung dieser Thiere zu den Cirripedien
gegeben wird*). Schon Strauss-Dürkheim bemerkt bei
Gelegenheit des von ihm beschriebenen Kopfzapfens (a. a. O.
Anm,), dass derselbe dem Lepadenstiele zu vergleichen sei,
und in der That brauchen wir ihn nur stärker entwickelt
und in bleibender Anheftung zu denken, um das eben er-
wähnte Gebilde daraus zu entwickeln und damit unsere Scha=-
lenkrebse den Cirripedien um ein sehr Bedeutendes anzunähern.
Die Aehnlichkeit würde eine vollständige Analogie sein,
wenn sich die Angabe von Thompson (Zoolog. researches
Vol. I. Part 1), des ersten Entdeckers der Metamorphose bei
den Cirripedien **), bestätigen sollte, dass sich die zwei-
#*) Möglicher Weise dürfte auch ‚der fadenförmige Haftapparat
an der, Stirn ‚von Chalimus und gewissen Arten von Caligus als Ana
logon des Rückensaugnapfes. bei den Daphniaden betrachtet werden
können. (Neuere Untersuchungen von Hesse, Conmpt. rend. P.44,
p- 1254, liefern den Nachweis, dass ay@ff die jungen Lernäen sich
eine Zeitiang mit einem solchen Stirnfaden befestigen.)
**) Uebrigens hat schon Slabber die Larven einer Lepade 'ge-
Carcinologisches. 265
schaligen Larven dieser Thiere mit dem Rücken anheften,
und dass man hier, in der Nath zwischen den Schalen, bei
den noch umherschwimmenden Individuen bereits die spätere
Befestigungsstelle unterscheiden könne.
Freilich darf, diesen Angaben gegenüber , nicht ver-
schwiegen werden, dass andere Beobachter die Befestigung
der Cirripedien nicht mit dem Rücken, sondern miltelst der
Antennen vor sich gehen lassen, die an ihrem Ende gleich-
falls eine kleine Saugscheibe Iragen. So namentlich der
neueste und gründlichste Untersucher der Cirripedien, Dar-
win (a monogr. of Ihe subclass Cirripedia, 2 Bände 1851—
1854), der den Lepadenstiel dabei als Vorderkopf in An-
spruch nimmt und bei einigen Formen auch am Ende des-
selben zwei beständig persistirende Antennen nachweist.
Es’ ist natürlich misslich, so bestimmten Angaben blosse
Gründe der Analogie enlgegen zu selzen, allein die Bemer-
kung können wir nicht unterdrücken , dass die Morphologie
der Cirripedien auch nach den ausführlichen Erörterungen
von Darwin noch immer nicht ganz vollständig aufgehellt
ist. Auch die Beobachtungen lassen noch Lücken und das
gerad® an den wichtigsten, für die Entscheidung der vor-
liegenden Frage maassgebenden Stellen.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VII. Fig.5. Eradne polyphemoides n. sp.
Ueber die Gehörorgane der Decapoden.
Wenn ich nach der «bereits vor mehreren Jahren in
diesem Archive erfolgten Publication meiner Beobachtungen
«1853. 1. S. 255) hier nochmals auf die’ Gehörorgane der
Decapoden zurückkomme, so geschieht das nur in der Ab-
sicht, nachträglich noch ein Paar darauf bezügliche Ab-
bildungen bekannt zu machen. Was ich etwa an neuen
sehen und abgebildet (Natyrk. Verlust. Pl. VIII. fig. 3), jedoch nicht
als solche erkannt. Er sah diese Thierchen in Unzahl aus den ge-
öffneten Schalen hervorkommen und hielt sie desshalb für Parasiten,
266 Leuckart: Careinologisches.
Beobachtungen hinzufügen könnte, ist durch die seither er-
schienene, ausführliche Abhandlung von Kröyer (Forsög til
en monograph. of Sergestes, med Bemaerk. om Dekapod. Hö-
reredskaber in den K. Dansk. Vidensk. Skrift. IV. 1856), die
eine, vollständige Bestätigung . meiner Angaben enthält, mir
vorweggenommen, Die Veröffentlichung. einiger Zeichnungen
scheint mir aber um so nölhiger, als auch in neueren Wer-
ken, wie z. B. in V. Carus Icon. Zootom. (1858), immer
noch die ältere irrlhümliche Ansicht über die Gehörorgane
der betreffenden Thiere wiederholt wird.
Was den bei Gelegenheit dieser Apparate (a. a. O,
S. 157. Anm.) von mir kurz charakterisirten Mastigopus be-
trifft, dessen innere Antenne mit dem Gehörorgane hier Tab.VII,
Fig. 6 abgebildet ist, so dürfte derselbe, wie ich jetzt. sehe,
wohl dem Gen. Sergestes nahe verwandt sein. Besonders
auffallend ist, die Aehnlichkeit mit dem von Kröyer abge-
bildeten, aber nur unvollkommen untersuchten, kleinen $.
brachyorrhos.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. VII. Fig. 6. Innere Antenne mit Gehörkapsel von Mastigopus
(Sergestes ?) spinosus Lt.
» 7. Gehörorgan von Palaemon squilla.
» 8. Basalende der innern Fühler von Palinurus qua-
dricornis in nat. Grösse. a nach Wegnahme der
dorsalen Wand, um das den Chitinhüllen angehef-
tele Gehörbläschen zu zeigen; b Ansicht von un-
ten,, mit dem den Eingang in die Gehörblase ver-
schliessenden lippenförmigen Wulste.
» 9% Innere‘ Antenne von Hippolyte viridis‘ mit, Gehör-
organ.
Giessen, October 1858.
un
Die Begattung des Arion empiricorum.
Von =
Emanuel Purkyne,
Gymnasiallehrer in Prag.
(Hierzu Taf. VII).
Werlich hat in der Isis vom Jahre 1819 unter dem
Titel „Begaltung der schwarzen Schnecken (p. 1115-1117)
den Act der Begaltung bei Arion beschrieben, wobei er aber
nur berichtete, was er von Anfang bis zu Ende des Coitus
äusserlich an den Thieren beobachtete, ihre Bewegungen,
das Vorsirecken und Umwinden und endlich die Trennung
der Penis (welche er Hörnchen nennt), ohne über die in-
neren Vorgänge, vor Allem über den Weg, welchen das
Sperma zur Vagina nimmt, Untersuchungen anzustellen. Die
Begaltung der Schnecken musste daher ein Räthsel bleiben,
weil durchaus nicht einzusehen ist, wie aus zwei spiralig
umeinander gewundenen Penis, die fast ebenso lang wie die
Thiere sind, von diesen gerade herabhängen und während
des ganzen Akles nur Contraktionen zeigen, sich ‘aber mit
ihren Enden nie den Geschlechtsöffnungen nähern, das Sperma
zur Vagina gelangen soll. Die Abbildungen Swammer-
damms von der Begattung der Helix pomatia tragen gleich-
falls nicht dazu bei, das Dunkel aufzuhellen und ebensowe-
nig die in Brandt und Ratzeburg’s medicinischer Zoo-
logie, wo zwei Arion im ersten Stadium der Hervorstülpung
der Penis dargestellt sind, ‘Da ich mich seit mehreren Jah-
ven mil der Anatomie und Physiologie der Pulmonaten 'be-
schäflige und besonders die Funktion der einzelnen Organe
des Geschlechtsapparates zu erforschen mir zur Aufgabe ge-
stellt habe, so war es mir sehr erwünscht, als ich im Juni
des Jahres 1857 in einen Walde bei Prag ein Paar von Arion
268 Purkyne:
empiricorum antraf, welches sich eben zur Begattung an-
schickte und ich so Gelegenheit fand alles noch Unerklärte
zu untersuchen.
Da ich glaube , dass der oben erwähnte Jahrgang der
Isis nicht in Jedermanns Händen ist , so wiederhole ich hier
das schon von Werlich beobachtete äussere Verhalten der
Thiere, welches ich wir sogleich in allen Phasen des Akles
aufzeichnete.
Die Thiere sassen auf dem Zweige eines Ahornbusches,
sie umschlangen sich mit den Leibern , betastelen einander
mit den Fühlern (Werlich giebt an, dass sie an einander
lecken und nagen, ich habe dies vergessen aufzuzeichnen)
und dabei begann sich der Penis hervorzustülpen (Fig. 1p).
Endlich nahmen sie bei ihren Umschlingungen eine Stellung
ein, in welcher sich die beiden ‚Geschlechtsöffnungen be-
rührten, nachdem sie sich vorher mit den hinteren Leibes-
enden am Zweige so festgehalten hatten , dass der übrige
Körper perpendikulär herabhing (siehe die Thiere in Fig. 2—5)
und nun schossen plötzlich die Penis der beiden Thiere gleich-
zeilig als lange Beutel: hervor, gefüllt mit dem bläulichen
Blule «Fig. 2 p!p?). Da die Thiere perpendikulär herab-
hingen, so kamen dieser plötzlichen Ereklion, bei welcher
wohl, ‚nach der Grösse der Schläuche, der grösste Theil
des im Körper frei eirculirenden Blutes in den herausge-
stülpten Penis getrieben wurde, die Gesetze der Schwere zu
Hülfe, wenn auch die starken Contraktionen der Leibeswan-
dungen den Hauplimpuls geben mochten. Dieses Hervor-
schiessen ', dauerte. nur einen Moment, im nächsten Augen-
blieke ‚schlangen sich die Penis spirallförmig umeinander
«Fig. 3 pt p2)- Es erfolgten nun Contraktionen der ‚Penis,
wodurch ihre. Windungen fester aneinander schlossen ‚und
das‘ Blut’ zum Theil wieder zurück in den Körper getrieben
wurde, so dass sie platt, und umeinander geschlungenen Bän-
dern ähnlich wurden (Fig. 4 p! p?). Zugleich trat das krei-
deweisse Sperma in die Vasa deferentia (Fig. 4 vd! vd?) und
glitt in grosser Menge herab gegen die Spitzen der Penis,
wo man deutlich sehen konnle, wie es sich zwischen die
festaneinander schliessenden Windungen der umschlungenen
Schläuche ergoss (Fig: 4sp). Nun begannen Contraklionen,
Die Begattung des Arion empiricorum. 269
in;Folge welcher das Sperma zwischen den Windungen der
beiden Penis nach aufwärts, gegen die Geschlechtsöffnung
gedrängt wurde und man konnte deutlich das Sperma durch
die durchscheinenden Wände der Penis, welche jetzt ganz
bandarlig und weisslich (blulleer und eontrahirter) geworden
waren, in unregelmässigen Klumpen sich hinaufschieben sehen
und zwar ziemlich in der Axe der Windungen, so dass nichls
zwischen diesen herausquoll (Fig. 5 sp). (Ich habe in Fig.
8 und 9 die idealen Durchschnille dieses Vorganges so wie
der kurz vorhergehenden Phase dargestellt. In Fig. 8 zei-
gen sich die etwas flachgewordenen schon eng aneinander
schliessenden Penis im Querschnilte (Fig. 8 p' p?) und in
ihrem noch zum Theil mit Blut erfüllten Lumen die Quer-
schnitte der Retractores penis m!und m? und der mit Sperma
erfüllten Vasa deferentia (Fig. 8 vd! vd?). In Fig. 9 ist die
in Fig. 5 dargestellte Phase im Querschnilte gezeichnet. Die
Penis (Fig. 9 p' p?) sind schon ganz platt und blulleer und
noch fester mit ihren Windungen umeinander gezogen , die
Vasa deferenlia sind leer (Fig. 9 vd' vd?) dagegen der von
den Peniswindungen gebildete Kanal mit Sperma gefüllt
(Fig. 9 sp).
In diesem Stadium unterband ich die Penis der beiden
Thiere dicht an der Geschlechtsöffnung und verglich zu Hause
die Anatomie ihrer Genitalien wit der eines jungfräulichen
Thieres. Es ergab sich Folgendes:
Der Penis, welcher ‚sonst neben dem Eileiter in der Lei-
beshöhle liegt (Fig. 7 p) war gänzlich umgestülpt (Fig. 6.p),
in-ähnlicher Weise, wie dies mit den Fühlern geschieht, und
es war, so wie dort der Retraclor oculi, der Nerv, der zum
Tastganglion geht, und der ihn parallele Opticus in den um-
geslülpten Fühler hineingezogen werden, das Vas deferens
und der Retraclor penis, welche sich an der Spitze des Pe-
nis inseriren (Fig. 7 vd und m), in den Penis hineingezogen
(Fig. 6 vd und m), so dass nun die Inserlionsstelle des Vas
delerens äusserlich geworden war (Fig. 6 1). Das Vas de-
ferens enthielt wenig Sperma mehr, hingegen lag dieses in
Klumpen auf der Aussenfläche des Penis, welche bei den
Umschlingungen mit dem des anderen Thieres, die innere
Wand der Spirale gebildet halte (Fig.6 sp). Ueber die wei-
270 Purkyne:
teren Wege des Sperma in die Genitalien konnte ich nichts
beobachten, da die Unterbindung zu zeitig geschah, als noch
kein Sperma bis zur Geschlechtsöffnung gelangt war. Wahr-
scheinlich gelangt es in das Receptaculum (Fig. 6 rs). Eben-
sowenig weiss ich über die Beendung des Aktes. Wahr-
scheinlich werden die Penis, nachdem ihre Fasern relaxirt
sind, so dass die Windungen nachlassen, von dem Retractor
penis wieder eingezogen, wie die Fühler von ihren Relracto-
ren. (Werlich beschreibt nur, dass er die Thiere sich
mit Mühe trennen und die schlaffen Penis nachschleppen sah.)
Der beobachtete Begattungsakt so wie die Section zeigen,
dass bei Arion empiricorum der Penis nicht unmiltelbar in
die Geschlechtsöffnung eingebracht wird, um das Sperma ein-
zusprilzen, sondern dass die Penis zweier Individuen um-
einandergewunden, eine Art von Canal bilden, in den sich
das Sperma ergiesst und durch dessen Contraclionen es zur
Geschlechtsöffnung geleitet wird. Aehnlich muss es sich bei
allen Pulmonaten verhalten. Wahrscheinlich geschieht bei
Arion die Begattung immer in der beschriebenen Weise (auch
Werlich beobachtete sie so), indem die Thiere perpendi-
culär von Zweigen herabhängen, da ihr dünnwandiger, dabei
sehr weiter und mit einer bedeutenden Blutmenge erfüllter
Penis nicht die Kraft hat in horizontaler Lage oder aufge-
richtet, sein Eigengewicht zu tragen und die Umschlingun-
gen zu vollführen. Bei Helix pomalia L. ist, so weit ich
den Begatltungsakt beobachtete, der Penis wenig mit Blut
angefüllt, daher leichter und ausserdem weit muskulöser. Es
geschieht daher bei diesem Thiere die Begaltung in jeder
beliebigen Lage des Körpers und die umschlungenen Penis
sind nach aufwärts gerichtet. Die Art aber, wie das Sperma
zur Geschlechtsöffnung geleitet wird, muss dieselbe sein,
nämlich in dem Canale, welchen die Windungen des Penis
bilden.
Prag, den 30. December 1858.
Die Begattung des Arion empiricorum, 271
Erklärung der Abbildungen.
In allen Figuren bedeutet p den Penis, vd das Vas deferens,
sp das Sperma, m den Retractor penis, kl die Geschlechtsöffnung,
rs das Receptaculum seminis, od den Eileiter, o die Zwitterdrüse
und f die Einmündungsstelle des Vas deferens in den Penis.
Fig. 1. Die Penis der Thiere beginnen sich beranszustülpen (p* p?)-
».2- Die Penis sind als blutgefüllte Säcke aus der Geschlechts-
ölfnung hervorgeschossen.
„ 3. Sie haben sich spiralig umschlungen.
„ 4. Das Sperma tritt durch das Vas deferens herab (vd! vd?)
und ergiesst sich an der Spitze der Penis zwischen die Win-
dungen (sp).
» 5. Das Sperma wird durch die Contractionen des Penis nach
oben gegen die Geschlechtsöffnung gedrängt (sp).
» 6. Anatomie eiues Thieres mit umgestülptem Penis p, in wel-
chen das Vas deferens vd und der Retractor penis m hin-
eingezogen sind, wobei die Einmündungsstelle des Vas de-
ferens nach Aussen kommt f. Auf der Aussenfläche des
Penis klebt Sperma (sp).
» 7. Anatomie der Genitalien eines Thieres vor der Begattung.
» 8. Die in Fig. 4 dargestellte Phase der Begattung im idealen
Querschnitte, das Vas deferens (vd! vd?) ist mit Sperma.(sp)
erfüllt.
„ 9% Die in Fig. 5 dargestellte Phase der Begattung im idealen
Querschnitte. Die Vasa deferentia sind leer und das Sperma
befindet sich in dem von den Peniswindungen gebildeten
Canale (sp).
Spiv Serpentes brasilienses
beurtheilt nach Autopsie der Originalexemplare und auf die
Nomenclatur von Dumeril und Bibron zurückgeführt.
Von
Professor Jan
in Mailand.
Da ich die Original-Exemplare von den Spix’schen Ab-
bildungen zur Ansicht erhalten habe, welche noch mit den
Eliquetten von Wagler's Hand versehen sind , so scheint
es mir für diejenigen, welche das Spix’sche, Werk benuizen,
von. Interesse zu sein, wenn ich Ihnen mittheile, wohin die
Wagler’schen Namen nach Dumeril und Bibron als Syn-
onyme zu selzen wären. Vielleicht können Sie in Ihrem
Archiv für Naturgeschichte davon Gebrauch machen; um so
mehr, da in Schlegel’s Essai sur la physiognomie des ser-
pens diese Abbildungen oft unrichtig cilirt sind. Hiervon
trägt nicht Schlegel die Schuld, sondern die schlechten
Abbildungen und die weilschweifigen Beschreibungen Wag-
ler's, durch welche man keinen deutlichen Begriff von der
Art erhalten kann.
Um ein Beispiel anzuführen, so eitirt Dumeril, wel-
cher Schlegel oft nachschrieb, Elaps Schrankii zu Elaps
Aesculapii VII. p. 847, und Coronella venusta Schl. Essai ].
p- 135 und Coluber agilis von Surinam als Coronella venu-
slissima var. surinamensis. Schlegel sagt dort: „wenn
man eine eigene Art daraus machen wollte,“ was er aber
nicht zu Ihun im Sinne hatte, denn Il. p. 53 findet sich bloss
Coronella venustissima. — Schlegel citirt Il. p. 55: Serp.
bras. Elaps venustissimus pl. II. A. fig.2. p.6 und das ist _
richtig. — Bei Dumeril ist als synonym mit Elaps Schrankii
Erythrolamprus Aesculapii Wagl. angeführt. Dieser Natürl.
Jan: Spix Serpentes brasilienses. 273
Syst. p. 187. citirt aber ‚keineswegs diese erste Tafel, ‚hinge-
gen p. 193 cilirt er zur Maregravii die Tafel 18, welche, wie
schon Schlegel richtig bemerkt, zu Elaps corallinus ge-
hört, ‘die er jedoch unrichtig als synonym mit Maregravii
annimmt. Wagler eitirt ganz richtig.Elaps corallinus. Neuw.
als gute Art, hat dieselbe aber selbst unter dem Namen Spixü
abgebildet, wie ich mich augenscheinlich überzeugt habe.
Welche Confusion in diesen Synonymen!! — Schlegel
eitirt dann noch] zu Elaps corallinus Essai, Il. p. 440, Elaps
Langsdorlfii Wagl. Spix pl. 2. fig. 1, welches aber ‚eine sehr
gute, ausgezeichnete, von Dumeril ganz übergangene’ Art
ist. Da ich Hunderte von Elaps-Arten zu: Gesichte ‚bekam,
so habe ich zwar die grösste Uebereinstimmung in, der: Be-
schildung, aber eben so constante Zeichnungen ‚in, den ‚Rin-
gen des ‚Körpers wahrgenonmen, und wenn: man nicht Alles
zusammenwerfen will, und. bloss lauter Varietäten, ‚die man
dann constant nennen müsste, annehmen wollte, so:muss man
hierauf bei Artunterscheidung Rücksicht nehmen. | Im näch-
sten »Hefle ‘von 'Guerin’s Revue ct. werden Sie! meine 'Ein-
theilung ‚der Elaps-Arten finden.
1. Elaps Schrankii = Xenodon bicinctus: Schleg.
Liophis bieinctus‘ Dum. Bibr.
1. fig. 1. Elaps Langsdorffii ist bei Dum,;Bibr. vergessen,
gute Art.
II. fig. 2. Elaps Martii = Hydrops Marti.
lla. fig. 1. Elaps venuslissimus = Erylhrolamprus! venu-
stissimus.
Ile. fig. 2. Elaps triangularis'= Hydrops Marti.
Ilb. fig. 1. Elaps melanocephalus =; Homalocranion |me-
lanocephalum. E
Ib. fig. 2. Natrix chiametla = Liophis Merremii,
Ill. Dryinus aeneus = Oxybelis aeneus.
IV. fig. 1. Natrix Forsteri = Liophis ‚cobella.
V. fig. 1. Natrix lacerlina = Coelopellis- insignitus.
VL. fig.1. Natrix cinnamomea — Leptophis einnamomeam.,
eine gute neue Art
Vi. fig. 2. Natrix oceipitalis = Brachyryton Clelia.
VIl. Natrix bicarinata —= Herpetodryäs carinatus.
VII. Natrix scurrula: = Herpetodryas: carinatus:
Archiv f. Naturgesch. XXV, Jahrg. 1. Bd. 18
974 Jan:
Nach Autopsie. Schlegel cilirt diese Abbildung irrig
zu Col. pantherinus.
IX. Natrix sculphurea —= Spilotes poecilostoma.
X. fig. 1. Natrix chersoides = Tropidonotus viperinus Latr.
Im Pariser Museum habe ich mich überzeugt, dass das-
selbe den Tropidonotus tessellatus Laur. gar nicht besitze,
und dass das, was bei Dumeril Bibron als Tropidonotus
viperinus, welches der älteste Name, beschrieben, ganz das-
selbe mit Tropidonotus chersoides und Tropidonotus ocella-
tus ist. In der Pariser Sammlung steht unter diesem Namen
die Varietät mit weissen Längsstreifen, und so ist solche auch
beschrieben. Die beiden Arten tessellatus und viperinus bie-
ten andere wesentliche Unterschiede, die hier beiläufig an-
gedeutet werden mögen:
Tropidonotus tessellatus hat 8 Labial-, 2 Praeocular -
und 3 Postocularschilder , constant 19 Schuppenreihen. Nie
sah ich 'eine Varietät mit zwei weissen Streifen.
Tropidonotus viperinus — chersoides — ocellatus 'hat
7 Labial-, 1 Praeocular- und 2 Postocularschilder, 21 Schup-
penreihen, immer Ocellen an. den Seiten. — Die Varietät hat
zwei weisse Streifen.
X. fig. 2. Natrix bahiensis — Periops hippocrepis juv.
X. fig. 3. Natrix almadensis — Liophis Wagleri m.
Es ist eine gute Art, aber bei Spix zweimal abgebil-
det; hier jung als almadensis, und auf der folgenden Tafel
erwachsen als N. semilineata. Ich habe beide Typen, nach
welchen die Abbildungen angefertigt sind, mit Wagler's
Etiqueiten von München erhalten.
XI. fig.1. Natrix ocellata= Tropidonotus viperinus s. oben.
Xl. fig. 2. Natrix semilineata =Liophis Wagleri m. s. oben.
Xll. fig.1. Natrix sexcarinata = Herpelodryas carinatus.
XIII. Natrix aspera = Helicops angulata.
XIV. fig. 1. Natrix punctatissima — Dipsas punclatissima.
XIV. fig. 2. Xiphosoma ornalum = Xiphosoma horlulanum.
XV. Xiphosoma dorsuale = Xiphosoma horlulanum,
XVI. Xiphosoma Araramboya = Xiphosoma caninum.
XVIl. Ophis Merremii. Diese Art erhielt ich nicht von
München, — vielleicht eine Varietät von Xenodon severus??;
doch wer kann das bestimmt: wissen?
Spix Serpentes brasilienses. 275
XVIll. Micrurus Spixii —= Elaps corallinus.
XIX. Bothrops Megaera = Trigonocephalus Jararaca.
XX. Bothrops Furia.; Sah ich micht; wahrscheinlich die
Vorige.
XXI. fig. 1. Bothrops leucostigma = Bothrops atrox. juv.
XXI. fig. 2. Bothrops tessellatus = Bothrops atrox juv.
XXI. fig. 3. Bothrops taeniatus — Bothrops atrox juv.
XXI. fig. 1. Bothrops Neuwiedi. Halte ich für gute Art.
XXI. fig. 2. Bothrops leucurus — Bothrops Neuwiedi juv.
XXIII. Bothrops Surucucu = Lachesis muta.
XXIV. Crotalus cascavella —= Crotalus horridus..
XXV-fig. 3. Stenostoma albifrons.
Systematischer Katalog aller Helminthen, die im
Menschen gefunden worden.
Von
Dr. D. F. Weinland
in Esslingen a. N.
Der folgende Katalog ist wesentlich ‚in- derselben’ Fas-
sung schon in meiner Schrift: Essay on Ihe tapeworms of
man, Cambridge 1858, erschienen. Ich glaube, dass er in-
sofern auch für den deutschen Leser von Interesse sein dürfte,
als derselbe neben zwei neuen Arten manche neue Notiz in
Beziehung auf das Vorkommen der Helminthen in verschie-
denen Menschen -Ragen enthält. Meine dreijährigen Unter-
suchungen in Nord- Amerika und West -Indien haben zwar
nicht so bedeutende Resultate zu Tage gefördert, wie die
von Dr. Bilharz in Egypten. Meine Stellung als Mitarbei-
ter an dem Werke vonL. Agassiz über die Nord-Amerikani-
schen Schildkröten band mich an die Universität Cambridge,
wo die Gelegenheit zu Sektionen von Thieren grossarlig, zu
solchen von Menschen aber gleich Null war. Dagegen er-
hielt ich nicht nur frische Exemplare menschlicher Helmin-
then von verschiedenen Seiten zugeschickt, sondern es standen
mir vor Allem die seit einer Reihe von Jahren gesammel-
ten helminthologischen Schätze der verschiedenen zoologi-
schen, anatomischen und pathologischen Sammlungen Nord-
Amerika’s zu Gebote und ich erwähne gerne vor meinen
deutschen Landsleuten insbesondere die Namen von Prof. L.
Agassiz und Jeffries Wyman von Cambridge, von
Prof. J. B. S. Jackson und Dr. A. A. Gould von Boston
und von Prof. Jos. Leidy von Philadelphia, die mir, ob-
gleich zum Theil selbst mit helminthologischen Arbeiten be-
schäftigt, freundlichst die gewünschten Materialien, darunter
auch Zeichnungen und werthvolle Notizen, zu beliebiger Ver-
fügung stellten.
Weinland: System. Katalog aller Helminthen u. s. w. 277
(NB. Alle zweifelhaften Arten sind mit einem Fragezeichen
und alle nur unvollständig bekannten mit einem Sternchen versehen.)
Klasse Helmintha Hermann.
Ordnung (estoidea Rudolphi.
Familie Dibothria Diesing.,
1. Bothriocephalus latus Bremser.
Schweizer Bandwurm. — Wegen weiterer Na-
men siehe unten Taenia solium L.
Im Dünndarme des Menschen. Häufig in der Schweiz,
in Russland, hin und wieder in Frankreich; fast nie in
Deutschland, England, Holland oder den Vereinigten Staaten
von Amerika.
Familie Taenioidea Diesing.
Unterfamilie Sclerolepidota N. *)
2, Taenia solium Linne.
Bandwurm, Nestelwurm; Taıv!a bei Aristoteles;
“Eruıvg niareio bei Hippocrates; Lumbricus latus
bei Plinius; Tapeworm im Englischen; Ver plat, Soli-
taire im Französischen; Lindworm im Holländischen;
Baandorm, Baendelorm im Dänischen; Binnike
Mask im Schwedischen; Vermo solitario im Italieni-
schen; Ling Ditg in Tumale in Afrika; Kosso in Abyssi-
nien, Alle diese Namen werden von den betreffenden Völ-
kern für alle grossen menschlichen Bandwürmer ohne Un-
terschied gebraucht.
Im Dünndarme des Menschen, nicht selten in Deutsch-
land, England, Holland und den Vereinigten Staaten; auch
in Italien (Delle Chiaje und von Martens); und in Frank-
reich. Einmal in einem Neger in Pennsylvanien von Prof.
Leidy gefunden. Die Identität des letzteren Exemplars mit
Taenia solium L. kann ich nach eigener Untersuchung be-
släligen.
®) Sclerolepidota, von oxAngds und Aenls, mit harter äusserer
Eischale. Die Embryonen dieser Gruppe scheinen nur im Magen von
warmblütigen Wirbelthieren ausschlüpfen zu können. Die reifen
Bandwürmer leben, wie es scheint, ausschliesslich im Darmkanale
lleischfressender Säugethiere und des Menschen.
278 Weinland:
2.2. Cysticercus cellulosae Rudolphi.
Blasenwurm, Finne. Im Englischen Hydatid wenn beim
Menschen, Measles wenn im Schweine gefunden. Cysticerque
im Französischen. Hier und da in den Muskeln , im Unter-
hautzellgewebe, im Gehirne und den Augen des Menschen;
häufig in den Muskeln des Schweins, wo man den Wurm
„Finne“ nennt.
NB.. Dieser Wurm ist die Larve von. Taenia solium L.
*2,b. Taenia solium L. Varietas abietina Weinland
(Tapeworms ‚of man p. 43).
Ein Exemplar dieser Varielät wurde von Prof. L. Agas-
siz von einem Nord- Amerikanischen (Chippewa)- Indianer
vom Oberen See erhalten und mir güligst zur Beschreibung
mitgetheill. Siehe Essay on tapeworms of man p. 43. Das
Exemplar befindet sich in dem zoologischen Museum in Cam-
bridge, Massachusets.
?3. Taenia, vom Cap der guten Hoffnung.
Zum erstenMale beschrieben von Dr. Küchenmeister
nach einem Exemplare, das von einem Hottentolten vom Cap
der guten Hoffnung herrührte. Es ist wohl auch eine Varielät
oder Monstrosität von Taenia solium L. oder T. mediocanel-
lata Küchenmeister.
4. Taenia mediocanellata Küchenmeister.
Von Dr.Küchenmeister neuerdings öfters in Deutsch-
land beobachlet. Ich sah mehrere Würmer in Amerikani-
schen Sammlungen, die halb, Einen der, so weit erhalten,
ganz zu der Beschreibung von Küchenmeister stimmte.
Der letztere kam von einem Mulatten.
5. Oysticercus tenwcollis Rudolphi.
Hin und wieder am Netze und an der Leber des Men-
schen gefunden. Häufig in denselben Oreanen bei Ochsen,
Pferden, Schweinen, Affen u. 5. W%
NB. Es ist die Larve der Taenia e Cysticerco tenui-
eolli Küchenm. *), welche im Dünndarme des Hundes lebt.
*) Ich behalte diesen allerdings etwas schwerfälligen Namen
bei. MeinFreund A.Günther hat in seinem Handbuche der Medici-
nischen Zoologie (Stuttgart 1858 p.218) den Namen Taenia tenui-
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 279
6. Echinococcus ‚hominis Rudolphi.
Blasenwurm. Hydalid im Englichen; Echinocoeque im
Französischen, In verschiedenen Organen des Menschen, na-
mentlich in Leber und Milz. Sehr gemein in Island. Auch
in Nord-Amerika nicht selten.
NB. Enthält die Larven einer unbekannten Taenia.
7. Echinococcus Veterinorum Rudolphi.
Blasenwurm. Hydatid im Englischen; Echinococque im
Französischen. Sehr selten im Menschen. Ziemlich gemein
in der Leber, Lungen und anderen Organen von Ochsen,
Schafen, Ziegen, Schweinen und Affen. Enthält die Larven
von Taenia echinococeus Siebold, der in seinem reifen Zu-
stande im Darme des Hundes lebt. Auch in Nord-Aınerika
in jenen Thieren häufig.
8. Cysticercus acanthotrias Weinland (Tapeworms of
man p. 64-67).
Einmal von Prof. Jeffries Wyman in den Muskeln
einer Frau in Richmond (Virginien) gefunden. Ich fand ihn
unter dem Namen Cysticercus cellulosae in der Sammlung
der Gesellschaft für Verbesserung der Arzneikunde in Boston.
NB. Ist dieLarve eines noch unbekannten Bandwurms,
der — bis jetzt der einzige unter allen Taenioiden — drei
Reihen Haken hat.
9. Taenia nana v. Siebold.
Einmal in grosser Zahl in einem Egyplier von Dr.
Bilharz gefunden und von Prof. v. Siebold beschrieben.
Unterfamilie Malacolepidota N. *).
10. Hymenolepis flavopunclata Weinland (Tapeworms
of man p. 49—57).
eollis vorgeschlagen, aber dieser Name ist schon von Rudolphi
auf die Taenia des Wiesels angewandt.
®) Von uakazös und ken, Bandwürmer mit weicher, äusserer
Eischale, deren Embryonen sei es als solche von aussen, oder, wenn
noch im Ei, mit der Nahrung in Weich- und Glieder-Thiere gelan-
gen. Die reifen Bandwürmer dieser Gruppe leben in Wirbelthieren,
die von jenen Mollusken ‘oder Artikulaten leben oder dieselben zu-
fällig verschlucken. Zu dieser Gruppe gehören: weit die nieisten der
bekannten Tasnien,
380 e Weinland:
Kam einmal, in ziemlicher Anzahl, von einem Kinde
in Massachusetts, und wurde von dem behandelnden Arzte Dr.
Ezra Palmer jr., dem die geringe Grösse dieses Wurms
auffallen mochte, an die Sammlung der Gesellschaft für Ver-
besserung der Arzneikunde in Boston (eine der reichsten
und best verwalteten Sammlungen für pathologische Anato-
mie, die ich gesehen habe) abgegeben und wohl wegen der
Form der Glieder im Allgemeinen als Bothriocephalus: latus
aufgestellt. Es ist übrigens ein echter Taenioid, der aber
die Geschlechtsöffnungen alle auf einer Seite und eine mem-
branöse äussere Eischale hat, überhaupt in jeder Beziehung
an.die Taenien der Spitzmäuse (Taenia scalaris , sculigera,
liara etc.) erinnerte, die ich deshalb auch mit ihm in eine
Gattung gebracht habe, mit dem Namen Hymenolepis, un den
häutigen Charakter der Eischale zu bezeichnen. Vgl. mein
Essay on the tapeworms of man p. 52 ff., wo ich eine neue
systematische Eintheilung des alten Genus Taenia zu begrün-
den versucht habe.
Ordnung Trematoda Rudolphi.
Familie Monocotylea Diesing.
? 11. _Monostoma lentis von Nordmann.
Einmal von Dr. Juengken in Berlin in einer mensch-
lichen Linse gefunden. War vielleicht Dicrocoelium oculi hu-
mani. Siehe No. 15.
Familie Distomacea Weinland.
12. Distoma hepaticum Abilgaard.
Leberegel, Schafegel, Egelschnecke. Flukeworm im
Englischen; Douve im Französischen; Leverworm, Botton im
Holländischen ; Taareflynder, Souaegler im Döänischen; Le-
vermask im Schwedischen; Bisciuola im Italienischen; Seril-
las, Pajarillos im Spanischen.
‘Ist hin und wieder in der Gallenblase und den Gallen-
gängen der Menschen gefunden worden. Ziemlich häufig bei
Schafen, Ochsen und Schweinen in denselben Organen. Ein
junger Wurm dieser Art (?) wurde einmal von Giecker in
der Fusssohle einer Frau in Zürich gefunden.
13... Dicrocoelium lanceolatum Dujardin.
(Distoma lanceolatum Mehlis.)
Vorkommen wie bei Distoma hepaticum Ab.
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 281
14. Dicrocoelium *) heterophyes N.
(Distoma heterophyes v. Siebold.)
Zweimal in grosser Menge im Darmkanale von Egyp-
tiern von Dr. Bilharz gefunden,
* 15. Dicrocoelium oculi humani N.
(Distoma oculi humani Gescheidt.)
Einmal, aber in. vier Exemplaren, von Dr. Gescheidt
im Auge eines Kindes zwischen der Linse und. deren Kapsel
gefunden,
* 16. Dicrocoelium Buskü N.
(Distoma Buskii Lankester.)
Busk fand vierzehn Exemplare dieses Wurmes in dem
Duodenum eines Laskars, der im Malrosen-Hospital zu: Lon-
don starb. Einziger Fall.
Familie Gynaecophora NN. **).
17. Schistosoma ***) haematobium N.
(Distoma haematobium Bilharz.)
Sehr häufig in Egypten ‘in den Venen der Leber und
des Netzes der Menschen. Entdeckt von Bilharz.
Familie. WE P%
? 18. Hezxathyridium pinguicola Treutler.
Einmal in Deutschland in dem Ovarial-Tuberkel einer
Frau von Dr. Treutler gefunden.
? 19. Hexathyridium venarum Treutler.
Einmal in Deutschland von Dr. Treutler in dem ve-
nösen Blute der Schenkelwunde eines Knaben, nachher von
Delle Chiaje in Sicilien zweimal in dem ausgespieenen
Blute Lungensüchtiger gefunden.
®) Die Trematoden von 14—16 gehören zu det Gattung Diero-
eoelium Dujardin, da ihr Nahrungskanal gegabelt ist.
®°) Von yvvy , Weibchen und geow), tragen, da das Männchen
das Weibchen in einer Scheide mit sich trägt.
#**) Von oyıorös, geirennt und ooua, Körper, weil der bei allen
anderen Trematoden bermaphroditische Leib bei dieser Gattung in
einen männlichen und weiblichen getheilt ist.
7) Weder diese noch die folgende Familie kann bis jetzt cha-
rakterisirt werden, sie braucht daher noch keinen Namen. Wir
müssen mehrere Fälle abwarten.
282 Weinland:
Familie 7. ot lanıeis
* 20. Tetrastomum renale Delle Chiaje.
Zuerst von Lucarelli in Sieilien in dem Menstrual-
blute einer Frau und nachher von Delle Chiaje in den
Nieren derselben gefunden.
Ordnung Nematoidea Rudolphi.
Familie Euascaridea Diesing.
21. Ascaris lumbricoides Linne.
Spulwurın. Mawworm im Englischen ; Lombrie im Fran-
zösischen; Ronde Worm, Kinderenworm im Holländischen ;
Spolorm, Menneske Orın im Dänischen ; Mennisko-Mask, Spol-
mask im Schwedischen; Verme tondo, lumbrico im. Italieni-
schen ; Lombrie im Spanischen.
Gemein im Dünndarme des Menschen in allen. Europäi-
schen Nationen (Diesing); in‘ den Vereinigten Staaten von
Nord-Amerika; in Mulatten in Haiti @Weinland) ; in Egypliern,
Aethiopiern (Bilharz). — Gemein auch im Darme des’Schweins
in,Europa und in Nord-Amerika,
* 22. Ascaris alata Bellingham.
Einmal im menschlichen Dünndarme in Irland von Bel-
lingham gefunden.
Familie Oxyuridea N.
23. Ozxyuris vermicularis Zeder.
Springwurm, Darmschabe. Pinworm im Englischen;
Les Ascarides im Französischen ; Aarsmade im Holländischen ;
Sma Spolorme, Börneorm im Dänischen ; Barnmask im Schwe-
dischen.
Gemein im Rectum des Menschen, namentlich bei Kin-
dern. Findet sich bei allen Europäischen Nationen, Nord-
Amerikanern *); Egypliern.
Familie Strongyloidea N.
24. Strongylos gigas Rudolphi.
Palisadenwurin.
Ist hin und wieder in den menschlichen Nieren gefun-
den worden. Findet sich in den Nieren der Musteloiden
*) Unter „Nord-Amerikaner“ verstehe ich natürlich nicht die
Indianer, sondern die jeizigen weissen Bewohner Nord-Amerikas.
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 283
(Marder etc.); ist gemein in denen des Nord-Amerikanischen
Mink (Mustela. vison Cuv.), wo ich ihn öfters bis zu sechs
in Einer Niere fand, so dass von der letzteren nichts mehr
übrig war als die verdickte äussere Haut; und in der letz-
teren halte sich in allen Fällen , wo die innere Niere ganz
zerstört war, ein dünner Knochen gebildet, Ich habe eine
solche Niere — einen wahren Wurmsack — in meiner
Sammlung.
* 25. Sirongylus longevaginatus Diesing.
Einmal in Siebenbürgen von Dr. Fortsits in beträcht-
licher Anzahl in den Lungen eines Knaben gefunden; ge-
hört. wahrscheinlich zu einer anderen Gattung als Strongy-
lus gigas Linne. Der Gatlungs-Name „Strongylus“ sollte in
diesem Falle für den längstbekannten und charakteristischen
Sirongylus gigas und seine nächsten Verwandten erhalten
bleiben, Diesing nennt die letzteren Eustrongylus.
26. Ancylostoma duodenale Dubini.
Im Zwöllfingerdarme des Menschen. Nicht ‚selten in
Ober-Italien, wo es von Dubini zuerst gefunden und be-
schrieben wurde; gemein in Egypten, nach Pruner, Bil-
harz und Griesinger.
Familie Trichotrachelidea Diesing. |
27. Trichocephalus. dispar Rudolphi.
Im Blinddarme und im Kolon des Menschen. ‚Gemein
in Deutschland, Ethiopien, Egypten. In den Vereinigten Staa-
ten kommt dieser Wurm in Neu-England selten, in den süd-
licheren Staaten (Pennsylvanien Leidy) in Kindern von Weis-
sen sowohl als Schwarzen ziemlich häufig vor.
#* 28. Trichina spiralis Owen.
In Cysten in den willkührlichen Muskeln des mensch-
lichen Körpers, Entdeckt von Owen in England , seitdem
gefunden in Schottland, Dänemark, Deutschland (Luschka).
In den Vereinigten Staaten ist dieser Wurm in Massachusetts
periodisch häufig gewesen, während meines dorligen 2'/, jäh-
. Figen Aufenthalts kam kein Fall zu meiner Kenntniss. Auch
in Virginien beobachtet. Leidy fand ihn in Philadelphia
in den Muskeln des Schwein. Küchenmeister stellte
die Hypothese auf, dass dieser Wurm der junge Trichoce-
234 R Weinland:
phalus dispar (27) sei, die von dem berühmten Forscher an-
geführten Gründe aber leuchten nicht recht ein.
Familie Acuaria *).
? 29. Spiroptera hominis Rudolphi.
Einmal in England von Burnet in der Harnblase einer
jungen Frau; nachher von Brighton in Nord-Amerika auch
in einer Frau. Ist eine äusserst zweifelhafte Art. , Siehe
darüber Owen, in Cyclopaedia of Anatomy and Physiology ;
Artikel: Entozoa.
Familie Filarioidea N.
* 30. Filaria medinensis Gmelin.
Medinawurm, Haarwurm. Guineaworm im Englischen ;
Dragonneau, Ver de Guinee im Französischen ; Huidworm,
Beenworm, Guineeische Draakje im Holländischen, Culebrilla
im Spanischen.
Im Unterhautzellgewebe des Menschen. Ziemlich ge-
mein in den Tropenländern, namentlich in Afrika. Nicht
selten bei Matrosen gefunden, die dort sich aufgehalten.
* 31. Filaria oculi humani v. Nordmann.
Einigemale in Deutschland im menschlichen Auge ge-
funden, zuerst von Ammon, dann von Juengken jedes-
mal in kataraktalischen Linsen.
* 32. Filaria hominis bronchialis Rudolphi.
Einmal in Deutschland von Treutler in beträchtlicher
Anzahl in Bronchialtuberkeln eines Mannes gefunden. Vgl.
Strongylus longevaginatus!
Anmerkungen.
1) Pentastomum denticulatum Zenker , bis jelzt nur in
Deulschland in Leber - Cysten gefunden und Pentastomum
Constricium v. Siebold, in demselben Organe bei Negern in
Egypten vonPruner undBilharz gefunden, sind bekannt-
lich nicht Helminthen, sondern Crustaceen.
2) Dactylius aculeatus Curling, in grosser Anzahl im
*) Dies war früher der Name von Spiroptera im Wiener Mu-
seum. Er möchte nun für die Familie gelten.
System. Katalog aller Helm. d. im Menschen gef. worden. 285
Urine eines jungen Mädchens von Drake gefunden und von
Curling beschrieben (Medico Chirurg. Transact. 22. vol.) ist
wohl nicht ein Nematode, wie Curling denkt, sondern eher
ein wahrer Annelid, neben Nais oder Chaetogaster, denen es
durch „die entschiedene Ringelung des Körpers, das Rücken-
geläss, die peristaltische Bewegung des Nahrungskanals und
die chemische Beschaffenheitder äusseren Haut, die in Alko-
hol sich auflöste, (decomposed)« sehr nahe kommt. Möchte
man nicht bezweifeln, ob diese Würmer überhaupt aus der
Urethra kamen.
3) Die in diesem Kataloge leicht zu machende Bemer-
kung, dass in Deutschland verhältnissmässig die, meisten, Ar-
ten Helminthen bis jelzt gefunden worden, ist offenbar nur
der Genanigkeit und Intelligenz seiner Aerzte zuzuschreiben,
die jeden irgendwie interessanten Fall registriren; und es ist
der Mangel an aufmerksamen Beobachtern, namentlich an un-
terrichteten Acızten auf dem Lande , dem die Nöord-Ameri-
kaner und wohl auch die Franzosen und Engländer das schein-
bare Glück verdanken, dass bei ihnen weniger Schmärotzer
sich finden, als bei uns. Vor einigen Jahren stellte ein sehr
gelehrter" und verdienter ‚Nord - Amerikaner: ‚in einer | sonst
ausgezeichneten‘ helmintholögischen : Monographie „die. das
Smilhsonian Institut publicirte, die Behauptung lauf, dass der
Mangel: an guter Fleischnahrung besonders zu Eingeweide-
würmern disponire, und dass dies die Ursache sei, warum
die meist auf vegetabilische Kost angewiesenen ‘Europäischen
Völker (der Nord-Amerikaner denkt hier an den ihm so,'wohl
bekannten Irländer und seine Kartoffeln), viel mehr von den-
selben heimgesucht seien ‚als die mehr von Fleisch‘ sich
nährenden Nord- Amerikaner. (Man’denke an die Stadt Cin-
einnali: im Staate Obio, wo oft 1000 Schweine an'einem
Tage geschlachtet- werden.) Aber heute, nachdeın unser Dr,
Küchenmeister den so viel angefochtenen, ‚aber dennoch
triumphirenden sogenannten „Menschen-. und» Schweine-Cy-
klus« "beim Bandwurme nachgewiesen, möchten wir Europäer
von’ den Amerikanern wohl ‚weniger wegen: unserer vegelas
bilischen Nahrung bemitleidet ‚werden.
Ueber einen in der. Pennatula rubra lebenden; 2
Schmarotzer.
Vom
Hrn. Docenten R. Bruzelius.
(Hierzu Taf. IX.)
(A. d. Öfversigt af K. Vet.- Ak.’s Förhandl., är 1858.
No. 3. p. 181. übers. von Dr. Creplin.)
Im, vergangenen Sommer beobachtete ich in den bohus-
länischen Scheeren eine bisher unbekannte , in der. Körper-
höhle der: rothen Seefeder, lebende; Thierart,; über. welche
ich Folgendes mir mitzutheilen erlaube:
Lamipperubra.n. g. et n. sp.
Der Körper (Fig. 1) ist weich, ohne eine‘ Spur‘ von
Segmenten oder Gliedern, und hat gewöhnlich eine 'eylin-
drische, in der Mitte dickere und nach beiden Enden'ver-
schmälerte Form, welche das Thier jedoch bedeutend 'ver-
ändern kann, so dass man es bald zusammengezogen,'von
völlig’ kugelrunder Form, bald mehr oder weniger'ausge-
streckt, wo es dann schmal und ganz eylindrisch ist, 'an+
trifft. ‘Man kann zwei ungleiche Theile des Körpers 'unter-
scheiden, einen vordern schmälern, etwas abgeplatteten’und
hervorgezogenen, welcher einem Thorax zu’ entsprechen
scheint, und einen hintern, dickern, eylindrischen oder 'spin-
delförmigen, als Abdomen. “Am Thoraxtheile sitzen zwei
Paar Anhänge, Antennen entsprechend, der Mundapparat und
zwei- Paar’ Beine. Augen fehlen ganz. 1
Die Antennen des’ ersten Paars stehen 'an der Spitze
des vordern Thoraxendes , nach vorn und aussen gerichtet;
und scheinen aus drei Gliedern zu bestehen , deren erstes
oder das Basalglied das grösste ist; die anderen beiden sind
viel kleiner, nach aussen verschmälert und in eine feine
FE Tr
Bruzelius: Ueb. einen in Pennatula rubra lebend. Schmarotzer. 287
Spitze ausgehend. Sie sind mit Haaren und Borsten be-
waffnet.
Die Antennen des zweiten Paars (Fig. 2) sind: bedeu-
tend länger, als die des ersten , schmal und in einiger Ent-
fernung hinter diesen angebracht, aus drei, gleichmässig von
innen nach aussen sich verschmälernden Gliedern bestehend,
Das letzte Glied ist mit einer ziemlich starken, etwas, gebo-
genen Klaue versehen. Oberhalb der Antennen: liegen in
der Körperbedeckung mehrere, ungleich geformte Stücke oder
Rippen von einem festern , hornärligen Stoffe (Chitin), wel-
che den Muskeln der Antennen zum Ansalze zu dienen schei-
nen. An der Basis der hinteren Antennen liegen zwei klei-
nere schmale Rippen (Fig. 3), und oberhalb dieser ‘gehen
zwei andere , längere hervor, von denen die eine nach oben
und hinten verläuft. Von deren oberem Ende geht eine an-
dere Rippe nach vorn, welche mit ihrer eiwas: breiteren
Spitze an der grössern, auf der obern Körperseite liegen-
den Scheibe grenzt. Die vordere Rippe ist nach vorn und
oben gerichtet, am vordern Ende gabelig getheilt, mit dem
einen Aste nach der auf der obern Körperseite liegenden
Scheibe gehend , mit dem anderen oberhalb der Basis der
vorderen Antennen sich endigend.
Die etwas hinter dem zweiten Antennenpaare stehende
Mundöffnung wird von einem sehr einfachen Apparat (Fig. 4)
umgeben, welcher aus einer Oberlippe (Labrum), zwei Man=
dibeln und einer Unterlippe (Labium) besteht. Die Oberlippe
ist am grössten , springt ein Ende weit über die Mandibeln
vor und bildet über ihnen gleichsam ein Gewölbe. Die Man-
dibel besteht aus einem grösseren, fast eirunden Theil und
einer starken , gebogenen, an ihrer vorderen ‚inneren Ecke
befestigten Klaue. Diese scheint sehr fein gezahnt zu sein
und reicht nur mit der Spitze ‚bis vor die Unterlippe. Diese
ist fast viereckig mit vorderen abgerundeten Winkeln und
einer Einbiegung an der vorderen Kante.
"Die Beine, von denen das vordere Paar etwas hinter
dem Munde, das hintere an der Uebergangsstelle zwischen
Thorax und Abdomen, angebracht ist, sind sehr kurz und
dick, auch nicht sonderlich beweglich, Sie werden 'von
einem sehr zusammengesetzten Apparate von derselben ‚Bes
2388 ‘ Bruzelius:
schaffenheit, wie der bei den Antennen beschriebene, ge+
tragen. Zwischen jedem Paar Beine, welche sehr nahe'bei
einander 'stehen , liegt ein kurzes, vorn gespaltenes, hinter-
wärts breiteres Stück (Fig. 5 a) und vor diesem ein anderes;
etwas schmäleres (Fig. 5b). An der Hinterseite des Beins
liegt am’weitesten nach hinten eine’ grosse breite Scheibe .(c)
von unregelmässiger Form, von deren hinlerem, innern Winkel
ein kleiner Fortsatz ausläuft, welcher an:den Seitenfortsatz am
Mittelstücke hinangrenzt. Ihr äusserer Winkel 'stösst Ian jeine
lange,‘schmale Rippe, welche'an der Aussenseite des Beines
liegt. : Vor dieser grossen Scheibe gehen schräge nach aus-
sen ’aus dem Mittelstücke zwei etwas gebogene Rippen’ (ewf}
hervor , von denen sich ‚die äussere um die äussere Seite
des, Beins erhebt und an eine kleinere, dort liegende
Scheibe grenzt. ‚An der»äusseren Seite des Beines geht eine
lange, schmale Rippe hervor (d),,' deren , vorderes Ende an
die .eben genannte Scheibe grenzt. ‚Vom vorderen Aste
des Mittelstücks geht eine krumme Rippe. (g) aus, welche
sich um die ‚Vorderseite. des Beines schlägt und in eine ,an-
dere ähnliche verläuft, welche theils mit:der ‘grossen, ’klauen-
tragenden Scheibe‘, theils mib ‚der an ihrer, Basis liegenden
kleineren Scheibe zusammentrifft. Die.'klauentragende Scheibe
ch) ist gross, fast dreieckig, liegt an der vorderen, äusseren
Seite ‘des Beins , ist mit 4 bis »5 starken Zacken..bewallnet
und'Jäuft’in. eine spitzige, elwas krumme Klaue aus. Diese
Stücke 'variiren'zwar etwas 'in ‚der Form; aber man findet
sie immer in derselben, Anzahl wieder; ,. Deullicher hervor
treten sie erst, wenn man das, Thier einige; Zeitin Natron
liegen ‘gelassen ıhat, wonach ‚die übrige Körperbedeckung
durchsichtig‘ wird, jene’ aber'eine gelbliche Farbe ‚annehmen.
Das Abdomen | ist! mehr! ‚öder weniger "dick und zeigt
ander unteren Seile zwei kleine Erhöhungen, welche ein
Rahmen von ähnlichem härteren Stoffe , wie der des vorbe-
schriebenen Beinapparats, umgiebt, in welchem: eine‘ dünnere
Membran ‚befestigt ist. Am hinteren ‚und unteren Theile steht
ein’ dreispalliger Zacken. Das Abdomen verschmälerb sich
hastig nach hinten und bildet: somit gleichsam einen beson+
dern, ;blasenförmigen Theil, (Fig: 6), dessen hinterer Rand
durch einen Einschnitt. getheilt- ist. An seinen hinteren Ecken
Ueber einen in Pennatula rubra lebenden Schmarotzer. 289
silzen zwei cylindrische Anhänge, deren jeder vier starke
Zacken trägt. Diesen blasenförmigen Theil kann das Thier
mehr oder weniger hervorschieben.
Die Farbe ist röthlich ; die Grösse variirt bedeutend ;
ich habe Individuen von nur 0,91 Mm. Länge angetroffen,
wogegen andere eine Grösse von 1,825 Mm. oder beinahe
2 Mm. besassen.
Als ich im vorigen Sommer die Entwiekelung von Pen-
naluliden zu verfolgen suchte und zu dem Zwecke einige
Individuen der Pennatula rubra lebend in einem grösseren
Glasgefässe hielt, bemerkte ich eines Morgens , nachdem in
der Nacht eine oder die andere Pennatula gestorben war,
auf dem Boden des Gefässes ein Paar Exemplare der Lamippe.
Solcherweise zuerst auf diese Thierform aufmerksam gewor-
den, vermulhete ich, dass sie möglicherweise ein Schmarot-
zer der Pennalula wäre, wiewohl ich bei genauem Nachsu-
chen nach Eiern der Pennatula am Tage vorher keine Lamippe
bemerkt halte, wesshalb es schien, dass jene aus der todien
Pennalula hervorgekrochen sein möchten. Beim Untersuchen
einer Menge Pennatulae fand ich auch in jeder eine oder
ınehrere, bis acht, in der Körperhöhle zwischen den Ovarien
lebende Exemplare. Aus der Pennatula herausgenommen
und in frisches Wasser gelegt leben sie nur 1-2 Tage.
Sie liegen mehrentheils unbeweglig am Boden und verrathen
ihr Leben nur dann und wann durch schwache Bewegungen.
Bisweilen jedoch habe ich sie langsam umherkriechen ge-
sehen, wobei sie auch die Abdominalanhänge als Bewegungs-
oder Stülzorgane gebrauchten ; und als ich einmal einige in
einem Gelässe nebst einigen zarten Individuen der rothen
Seefeder aufbewahrte, fand ich, dass sie sich an diesen be-
festigt halten und zu versuchen schienen, sich in sie hinein-
zuarbeiten.
In grösseren Individuen der Lamippe rubra habe ich
oft eine grössere Parlie, dunkler als die übrige Körperfarbe,
beobachtet, welche sich, beim Zertheilen als aus einer Menge
von Zellen mit grossen Kernen bestehend und völlig wie Eier
aussehend, zeigte. Bei einem Exemplare von 1,6425 Mm.
Länge maass ich diese Eier; sie halten eine Grösse von
0,0156 Mm.
Archiv [, Naturgesch. XXV. Jahrg. 1. Bd, 19
290 Bruzelius: Ueb. einen in Pennatula rubra lebend. Schmarotzer.
Der übrige Inhalt des Thieres bestand aus einer un-
zählbaren Menge von Körnchen, gemengt mit grösseren und
kernlosen Zellen. Bei einem Individuum beobachtete ich
einen kleinern (0,234 Mm. langen) cylindrischen Körper
(Fig. 7), befestigt mittels eines langen , schmalen Stiels an
einer der Erhöhungen auf der Unterseite des Thiers. Dieser
Körper mochte wohl eine Spermatophore sein, da er nicht gut
aus irgend einem innern Theile des Thiers hervorgestülpt
sein konnte. Hierüber durch mikroskopische Untersuchung
nähere Erläuterung zu bekommen, war jedoch nicht möglich,
weil das Thier eine Zeit lang in Weingeist aufbewahrt ge-
wesen war:
Was die Stelle der Lamippe im Systeme betrifft, so
bleibt es vielleicht schwer, sie für jetzt mit Sicherheit zu be-
stimmen. Auf der einen Seite erinnert dies Thier durch den
äusserst einfachen Mundapparat an einige Akariden, welche
jedoch niemals Antennen besitzen, und auf der andern Seite
zeigt es eine gewisse Aehnlichkeit mit einigen der niederen
Crustaceen; doch ist seine Organisalion nicht von der Art,
dass man wagen könnte, es zu einer der jetzt bestehenden
Ordnungen hinzubringen. Es bleibt daher vielleicht das Beste,
seinen Platz noch nicht zu bestimmen und die Lösung die-
ser Frage genaueren Untersuchungen und dem Studium sei-
ner Entwickelung zu überlassen.
Erklärung der Abbildungen.
Lamippe rubra von der Unterseite.
Eine Antenne des hintern Paars.
Der vordere Theil des Thorax von der Seite.
Der Mundapparat.
Eines der Beine von der hintern Seite.
Der hintere Theil des Abdomens mit den Anhängen.
Der hintere Theil des Abdomens mit einer Spermatophore.
nesewwn
Beitrag zur Kenntniss des inneren Baues der
Amphipoden.
Von
Ragnar Bruzelius.
(Aus der Öfversigt af Kgl. Vetenskaps - Akademiens Förhand-
lingar, 1859. No. 1. p. 1—18, übersetzt von.Dr. Creplin.)
(Hierzu Taf. X.)
Ungeachtet der grossen Fortschritte, welche die Zooto-
mie während der letzteren Decennien gemacht hat, ist unsere
Kenntniss vom inneren Baue der Amphipoden noch sehr un-
vollständig, und geringe ist die Anzahl der Schriftsteller,
welche sich einigermassen bemüht haben, ihn zu erforschen,
oder Mittheilungen gemacht haben, welche dazu hätten bei-
tragen können, Licht über ihn zu verbreiten. Die Ursache
‚hiervon dürfte zunächst in den Schwierigkeiten zu suchen
sein, welchen die Untersuchungen über die anatomischen
Verhältnisse dieser Thiere unterworfen sind. Ihre harte und
oft undurchsichtige Schalenbedeckung, ihre so zu sagen un-
passende Grösse, indem sie bald zu gross, um in ihrer gan-
zen Gestalt der mikroskopischen Betrachtung unterzogen, bald
— im Allgemeinen — zu klein sind, um mit Vortheil dis-
secirt werden zu können, ferner die Feinheit, Brüchigkeit
und der complicirte Bau der inneren Organe, verursachen
eine Menge von Schwierigkeiten, an denen unser Bemühen,
einige Kenntniss von jenen zu erhalten, oft scheitert. Für
die wenigen Nachrichten, welche wir von der Organisation
der Amphipoden besitzen, haben wir hauptsächlich Milne
Edwards, Audouin, Zenker, v. Siebold, Spence
Bate und de la Valette zu danken. Die beiden ersige-
292 Bruzelius:
nannten Schriftsteller *) haben gemeinschaftlich Untersuchun-
gen über das Nervensystem der Crustaceen angestellt und
dasselbe von Talitrus unter den Amphipoden beschrieben,
über deren Organisation wir auch einige wenige Bemerkun-
gen in der Hist. nat. des Urustaces von Milne Edwards
finden. Von Zenker **) besitzen wir eine Abhandlung über
den Gammarus Pulex, mit ‘besonderer Rücksicht auf den
Blutumlauf, und von v. Siebold, in dessen Lehrbuch der
vergleichenden Anatomie der wirbellosen Thiere, einige zer-
streule Angaben über verschiedene Arten. In einem Auf-
satze, betitelt: „On the British Edriophthalmata« im Report
of the 25. ıneeting of the British Association for the advan-
cement of science, at Glasgow 1855, theill Spence Bate
seine Untersuchungen über den äusseren und inneren Bau
einiger an den englischen Küsten vorkommenden Amphipo-
den mit, und in einer Abhandlung über den Gammarus pu-
teanus von de la Valette ***) erhielten wir eine kurze
Beschreibung von der Organisation dieser Art.
Während eines Aufenthalts im Scheerenrevier von Bohus-
län im vorigen Sommer hatte ich Gelegenheit ein Paar Am-
phipodenarten, nämlich Gammarus Locusta L. und Amphithoe
podoceroides Rathke zu untersuchen , welche dort sehr ge-
mein sind und, da sie von den mir dort vorgekommenen Ar-
ten dieser Thiergruppe im Allgemeinen die stärkste Grösse
erreichen, vorzugsweise sich mir zu einer anatomischen Un-
tersuchung zu eignen schienen. Da die Beobachtungen,
welche ich hierbei machen konnte, in verschiedener Hinsicht
von Dem, was über dieselben oder andere ihnen nahe sle-
hende Arten bekannt gemacht worden ist, abweichen, so habe
ich es nicht für unnülzlich gehalten, sie mitzulheilen, hof-
fend, dass sie, obgleich sie keine Ansprüche auf Vollständig-
keit machen können, doch nicht alles Interesses ermangeln
werden.
#) Recherches anatomiques sur le systeme nerveux des crustaces,
par V. Audouin et Milne Edwards: Annal.d. se. nat. XIV. 1828.
**) Jon. Car. Zenker, de Gammari Pulieis hist. nat. atque
sang. circuitu comm. Jenae 1832.
*=#) De Gammaro puteano. Diss. inaug. auct. Lib. Bar, de la
Valette St. George. Berol. 1857.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 293
Die Muskulatur ist bei diesen beiden Arten stark
entwickelt, besonders die der beiden ersten Beinpaare und
des Abdomens, und scheint aus quergestreiften Fibrillen zu
bestehen, welche eine Breite von 0,0041 Mm. besitzen.
DerVerdauungsapparat besteht aus drei verschie-
denen Theilen, der Speiseröhre, dem Magen und dem Darme,
und ist versehen mit sechs Anhängen, von denen vier, wel-
che, wie man annimmt, als Leber fungiren, der Uebergangs-
stelle zwischen Magen und Darm angeheftet, und zwei, wel-
che als Harnorgane betrachtet werden, am hinteren Theile des
Darmkanales, in einiger Entfernung vom After, sitzen. Von
der ziemlich grossen Mundöffnung geht die Speiseröhre (Oe-
sophagus) schräg nach oben und etwas nach hinten zum
Magen, ist kurz und sehr weit und besteht aus zwei Schich-
ten, von denen die innere aus einer homogenen Chitinmem-
bran ohne Epithelialzellen, und die äussere aus starken, cir-
eulären, mit quergeslreiften Fibrillen versehenen Muskeln
besteht. Der Magen (Ventriculus), welcher im Cephalo - und
ersten Thorax -Segment liegt, wird aus einer ziemlich gros-
sen, länglichen, cylindrischen, in der Mitte am breitesten
und nach beiden Enden hin elwas verschmälerten Erweite-
rung des Darmkanales gebildet. Bei den beiden hier in Rede
stehenden Arten scheint er von elwas ungleicher Beschaf-
fenheit zu sein. Bei Gammarus Locusta ist (Taf. X. Fig. 1)
sein vorderer Theil fast ganz cylindrisch, doch nach hinten
etwas an Dicke abnehmend, der hintere Theil aber, dessen
obere Seite etwas abgeplattet ist, hat an der unteren Seite
einen grossen, gerundeten Höcker oder Anschwellung. Zwi-
schen seinem vorderen und hinteren Theile besteht also eine
sehr merkliche Grenze. An der äusseren Seite ist er von
dünnen, schräg von oben nach unten und hinten gehenden,
quergestreiften Muskeln umgeben, und an der unteren Seite,
vor der knotigen Anschwellung, welche auch von besonders
starken Muskeln bedeckt ist, heften sich zwei dergleichen
lange und schmale, welche nach vorn und unten zu den
Seiten des Kopfsegments gehen. An den Seiten des hinteren
und oberen Theils gewahrt man auch zwei kleine knopflör-
mige Fortsätze (Fig. 2). Die innere Fläche des Magens ist,
wie die der Speiseröhre, mit einer Chitinmembran bekleidet,
294 Bruzelius:
welche keine Epithelialzellen besitzt, aber mit verschiedenen
Borsten und Stacheln versehen ist. Solcherweise befinden
sich am Eingange von der Speiseröhre zum Magen zwei
längliche, erhabene, mit Stacheln und Borsten beseizte Or-
gane (Fig. 3 a). Zuvörderst auf ihnen steht eine Reihe lan-
ger und sehr grober Stacheln, welche nach innen und etwas
nach hinten gerichtet sind, und hinter diesen finden sich meh-
rere dichtstehende Reihen von Borsten, welche nach hinten
an Länge zu-, aber an Dicke abnehmen. Durch diese zwei
Organe, welche in einem gewissen Grade nach vorn und
hinten beweglich zu sein scheinen, so dass die Richtung der
Stacheln etwas verändert werden kann, wird der Eingang
zum Magen gesperrt, so dass die Nahrungsstoffe verhindert
werden, in die Speiseröhre zurückzugelangen, wogegen sie
mit Leichtigkeit aus ihr in den Magen eingehen können.
Hinter diesen beiden Erhabenheiten befinden sich zu jeder
Seite des Magens drei mit einer Reihe Borsten beselzte,
etwas erhöhte Kanten oder Rippen, welche zugleich mit den
zwei eben genannten Erhabenheiten zwei grosse Felder von
unregelmässiger Form begrenzen. Die beiden »oberen Bor-
stenreihen, welche beim Ausgangspunkte vorn nahe an einan-
der liegen, entfernen sich nach hinten elwas von einander
und bilden zwei abgerundete spilzige Winkel mit den hinte-
ren Reihen, welche davon etwas nach vorn und unten gehen
und sich unter einem stumpfen Winkel mit den unteren ver-
einigen, welche von den stachelbesetzten Erhabenheiten aus-
gehen und sich nicht so weit nach hinten, wie die oberen,
erstrecken. Die Borsten sind lang, ziemlich dichtstehend
und einwärts gerichtet. Zwischen den beiden unteren Rei-
hen, welche nicht zusammenstossen, findet sich am unteren
Theile des Magens eine kleine , längliche, mit sehr kurzen
Borsten dicht beseizte Erhöhung (Fig. 3, b). Im oberen
Theile des Magens hinter den eben erwähnten oberen Bor-
stenreihen beginnen zwei andere ähnliche, welche nach hin-
ten und unten gehen, machen im hinteren und unteren Theile
des Magens eine gleichmässige Biegung nach vorn und ver-
laufen sich danach in zwei, mit kurzen Borsten dicht be-
setzte Kanten, welche sich in einem kleinen.Abstande von den
unteren Borstenreihen im vorderen Theile des Magens endigen.
IN
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 295
Die knotenartige Anschwellung am unteren und hinte-
ren Theile des Magens hat inwendig zwei taschenähnliche
Vertiefungen, von einander getrennt durch einen Zwischenbal-
ken (Fig. 3, c), welcher schmal und mit kurzen Borsten dicht
besetzt ist; dieser erweitert sich nach hinten zu einer 'brei-
ten, fast viereckigen Scheibe, welche in der Mitte der hin-
teren Kante mit einem kleinen, spitzigen Fortsalze versehen
und auf der oberen Seite mit kurzen Borsten besetzt ist.
Die inneren Wände der taschenähnlichen Vertiefungen werden
von zwei länglichen, gerundeten Oberflächen (Fig. 4) gebildet,
welche dicht gestreift zu sein scheinen und bei schwacher
Vergrösserung eine blaue, etwas schillernde Farbe zeigen.
Die äusseren Wände der eben erwähnten Vertiefungen sind
mit kurzen und feinen Borsten sehr dicht besetzt und haben
keine solche Streifung wie die innere Fläche. Was für eine
Funktion diese Verliefungen haben, ist mir nicht gelungen zu
erforschen. Beim Betrachten ihrer Bewaffnung und starken
Muskelbelegung auf der äusseren Seile möchte man verleitet
werden, sie für eine Art von Zermalmungsapparat zu halten,
welcher Meinung jedoch entgegen zu stehen scheint, dass
man in ihnen niemals Nahrungsstoffe findet, auch dann nicht,
wenn der übrige Magen ganz voll von diesen ist. Vom Ma-
gen sind sie dadurch geschieden, dass ihre Kanten dicht an
den Zwischenbalken schliessen ; wenn man aber die obere
Seite des Magens öffnet und die Seitentheile nach aussen
zieht, lassen sie sich leicht ausbreiten. Der breitere Theil
des Zwischenbalkens bildet einen nach hinten vorspringen-
den Fortsatz und ist auch auf der unteren Seite mit kurzen
Borsten dicht besetzt. An seine hinteren Kanten grenzen
zwei kleine, borstenbesetzte Erhabenheiten (Fig. 3, d). Am
Uebergange des Magens in die Darmröhre befindet sich an
der oberen Seile eine ziemlich grosse blindsackähnliche Er-
weilerung (Fig. 1,b), welche vom Darme ausgeht und mit
ihrem vorderen abgerundeten Ende mittels eines feinen Li-
gaments dein oberen Theile des Magens angeheftet zu sein
scheint. Dass diese Erweiterung keinen Theil der Darmröhre
ausmache,, scheint daraus hervorzugehen, dass sie niemals
Nahrungsstofle, wie der Darm selbst, enthält. Möglicher-
weise ist sie ein Secrelionsorgan. Inwendig ist sie mit Schei-
296 Bruzelius:
benepithelium belegt, bestehend aus pentagonalen, 0,009 Mm.
grossen Zellen, welche deutliche Kerne enthalten.
Vom Magen erstreckt sich die Darmröhre ohne irgend
eine Biegung zu machen, bis zum hinteren Ende des letzten
Bauchsegments, wo der After liegt. Sie behält auf das ge-
naueste denselben Durchmesser in ihrer ganzen Länge und
bildet vom vierten Abdominalsegmente an das Rectum. Was
ihre Struktur betrifft, so scheint sie nicht überall völlig gleich
zu sein. So scheint der dem Magen zunächst gelegene
Theil aus drei ungleichen Schichten zu bestehen, nämlich
einer inneren, homogenen, dünnen Chitinmembran (Cuticula),
welche eine Fortsetzung der inneren Magenbekleidung ist,
einer Schicht von 0,016 Mm. grossen, runden oder sechs-
eckigen , mit Kernen versehenen Epithelialzellen , und einer
starken, homogenen Membran (Tunica propria), auf welcher
zerstreute, longitudinale und circuläre Muskelfäden ‚liegen.
Im mittleren Theile der Darmröhre konnte ich keine innere
Membran (Cuticula), als das Epithelium bedeckend , gewahr
werden; übrigens aber stimmt er in seinem Baue mit dem
vorderen Theile überein. Im Rectum bemerkt man dagegen
deutlich vier verschiedene Schichten, welche von innen nach
aussen so auf einander folgen: zuerst eine dünne, fein gra-
nulirte Membran, auf diese eine Schicht von sechseckigen
oder runden, 0,009 Mm. grossen, mit Kernen versehenen
Epithelialzellen (Fig. 5), dann eine strukturlose Membran und
auf diese eine dicke Schicht von longiludinalen und eircu-
lären Muskelbändern. Im lebenden Thiere sieht man den
Darmkanal beständig starken Contractionen und Relaxationen,
die mit einander an verschiedenen Stellen abwechseln, un-
terworfen.
Recht an der Grenze zwischen Magen und Darmröhre
sitzen vier lange, cylindrische, blindsackähnliche Organe
(Fig. 1, c), welche sich ungefähr bis zum Anfange des dril-
ten Abdominalsegments erstrecken , nahe an der Darmröhre
liegen, zwei jederseils, und, wie man annimmt, als Leber
fungiren. Ihr Durchmesser ist etwas geringer, als der der
Darmröhre, mit deren mittlerem Theile sie in der Struktur
übereinstimmen und sonach der Tunica intima oder Cuticula
zu ermangeln scheinen. Leydig scheint inzwischen anzu-
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 297
nehmen, dass sich eine Tunica intima in den Lebersäcken
bei Gammarus finde, da er, im „Lehrbuche der Histologie
des Menschen und der Thiere* S. 362, eine Zeichnung von
diesem Organe mittheilt, auf welcher eine solche Membran
deutlich abgebildet ist. Frey undLeuckart*) behaupten
jedoch, bei der Beschreibung der Lebersäcke der Lämodi-
poden , dass sie so wenig bei diesen, wie bei irgend
einem anderen Crustaceum, eine solche innere Membran
gefunden haben, wesshalb sie deren Dasein auch in der Leber
bei Astacus stark bezweifeln. Die beiden Lebersäcke verei-
nigen sich jederseits mit einander zu einem gemeinschaft-
lichen kurzen Ausführungsgange. Es ist mir nicht gelungen,
mit Sicherheit zu bestimmen, an welchem Punkle sie in den
Magen einmünden ; aber es hat mir gedäucht, als ob es
unter dem hinteren erweiterten Theile des Zwischenbalkens
geschehe, welcher die beiden taschenähnlichen Vertiefungen
im hinteren und unteren Theile des Magens scheidet. Die
Lebersäcke sind inwendig mit einer Menge grosser Zellen
angefüll. In einem Theile derselben kann man leicht Kerne
entdecken ; aber der grösste Theil scheint keine zu besitzen
und einen gelben oder gelbbraunen,, fettarligen Stoff zu
enthalten.
An der oberen Seite des hinteren Darmtheils silzen zwei,
am vorderen Ende geschlossene Anhänge (Fig. 6), welche
an der Stelle in den Darm einmünden, an welcher das Re-
etum beginnt, und von da sich nach vorn zum zweiten oder
ersten Abdominalsegmente hin erstrecken. Diese Anhänge,
welche als Harnorgane betrachtet worden und bei jüngeren
Individuen kürzer, als bei älteren sind, werden an der äus-
seren Seite von einer strukturlosen Membran umgeben und
haben übrigens auf das Genaueste dieselbe Struktur wie die
Lebersäcke.
Bei Amphitho@ podoceroides ist der Digestionsapparat
von einer etwas verschiedenen Beschaffenheit. Der Magen
ist schmäler als bei Gammarus Locusta, und hat eine etwas
verschiedene Bewaffnung. Beim Eingange der Speiseröhre in
®) Beiträge zur Kenntniss wirbell. Thiere mit besond. Berück-
sichtigung d. Fauna d. norddeutschen Meeres. Braunschw. 1847. S. 104.
298 Bruzelius:
den Magen befinden sich zwei solche, mit Stacheln und Bor-
sten besetzte Erhabenheiten , wie bei jener Art, von deren
oberem Ende (Fig. 7) zwei Reihen langer Borsten nach hin-
ten gehen. Diese Reihen entfernen sich nach hinten von
einander und biegen sich im hinteren Theile des Magens
nach unten und dann nach vorn , und endigen sich in eine
mit kurzen Borsten dicht besetzte Kante. Vom unteren Ende
der stachelbeseizten Erhabenheiten gehen auch zwei Borsten-
reihen nach hinten, welche sich in einer kleinen Entfer--
nung von den eben erwähnten borstenbesetzten Kanten en-
digen. Die Theile der Magenwände , welche von den jetzt
erwähnten Borstenreihen eingeschlossen werden, sind überall
mit sehr kurzen und feinen Borsten besetzt. Im hinteren und
unteren Theile des Magens finden sich zwei solche taschenähn-
liche Vertiefungen, wie bei Gammarus Locusta, welche von
einander durch einen schmalen Zwischenbalken (Fig. 8) ge-
schieden sind, der sich nach hinten zu einem breiteren
Theile erweitert, dessen hintere Kante fast gleichmässig
abgerundet und nur in der Mitte mit einem schwachen Win-
kel versehen ist. An der oberen Seite der Darmröhre zu-
nächst dem Magen befindet sich ein blindsackähnliches Or-
gan, welches viel kleiner ist, als dasselbe bei Gammarus Lo-
custa, und in der Mitte des Vorderendes eine tiefe Bucht
hat. Die Darmröhre ist auf das Genaueste wie bei Gamma-
rus Locusta beschaffen, auch was die Struktur betrifft. Auch
die Lebersäcke stimmen in Form und Grösse mit denen der
eben genannten Art überein. Die beiden an jeder Seite
vereinigen sich mit einander zu einem kurzen Ausführungs-
gange, welcher am Uebergange des Magens in die Darm-
röhre einmündet. In der Struktur zeigen sie das Eigene,
dass die sechseckigen und 0,023 Mm. grossen Epithelialzel-
len (Fig. 9) zwei mit Nucleolis versehene Kerne enthalten,
welche besonders hübsch und deutlich durch Behandlung
mit Essigsäure werden. Gegen das hintere Ende der An-
hänge werden die Zellen kleiner , nähern sich der runden
Form und haben undeutliche Kerne. Die sog. Harnorgane
sind bei dieser Art viel kleiner, als bei G. Locusta.
Nach dieser Beschreibung ist der Verdauungsapparat
bei diesen beiden Arten in mehrfacher Hinsicht denselben
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 299
Organen bei anderen Arten, so weit sie bisher bekannt ge-
worden sind, unähnlich. Spence Bate beschreibt (a. a.0.
S. 48) ihn von zwei an den englischen Küsten vorkommen-
den Arten der Gattungen Talitrus und Sulcator , bei denen
der Magen an der oberen Seite eine „gizzardlike“ (kropfähn-
liche) Erweiterung haben soll, welche vermuthlich den ta-
schenähnlichen Vertiefungen an der unteren Seite bei Gam-
marus Locusta und Amphithoe podoceroides entsprechen.
Hinter diesem „gizzardlike organ“ soll sich ausserdem bei
einigen — er weiss nicht gewiss, in wiefern bei allen —
Arten ein langer Blindsack an jeder Seite der hinteren Ma-
genöffnung befinden. Bei den beiden hier in Rede stehen-
den Arten habe ich keine Spur von dergl. Coecis entdecken
können. Spence Bate hat stets vier lange Lebersäcke
gefunden, behauptet aber, dass sie sich sämmtlich zu einem
einzigen Ausführungsgange vereinigen, ehe sie in den
Darm, gerade da, wo er aus dem Magen abgeht, einmünden.
Die Kreislaufsorgane bestehen hauptsächlich aus
dem Herzen oder Rückengefässe, welches lang und ceylin-
drisch ist, oben über dem Darmkanale liegt und sich vom
ersten bis zum siebenten Thoraxsegmente hinzuziehen scheint.
Seine obere Wand hängt mittels eines kurzen Forlsatzes an
jedem Segmente, wodurch die obere Contour des Herzens
ein buchtiges Ansehen bekommt. Die Systole und Diastole
folgen schnell auf einander, so dass das Herz im lebenden
Thiere beständig in einer fast vibrirenden Bewegung zu sein
scheint, ‚Es scheint aus einer inneren granulirten Membran
und. einer Schicht schräglaufender und eirculärer Muskeln
mit quergestreiften Fibrillen zusammengesetzt zu sein. Vom
vorderen Ende des Rückengefässes geht ein kurzer Aorta=
Stamm ab, aus welchem man das Blut hervorstürzen und sich
in drei Ströme theilen sieht, von denen zwei zu den Anlen-
nen gehen, der grösste und unterste aber sich nach unten
vor den Oesophagus hin biegt. Aussc: dem Herzen und die-
sem kurzen Aorlastamme habe ich keine mil bestimmten
Wänden versehene Blutgefässe entdecken können. Die Blut-
siröme laufen übrigens in Zwischenräumen oder Lacunen, wel-
che bestimmt keine umschliessende Membranen besitzen. Ich
habe somit oft beobachlel, dass ein oder das andere Blut-
300 Bruzelius:
körperchen von einem arteriellen zu einem venösen Strome
hinüberhüpfte. Die Blutkörperchen, welche nicht besonders
zahlreich sind, variiren sehr in der Form und sind bald oval,
bald spindel- oder fast halbmondförmig gebogen, und haben
meistens eine Grösse von 0,016 Mm.
Die Athmungsorgane sind aus dünnen , blattähn-
lichen, zirkel- oder eirunden Anhängen gebildet, welche
mittels eines kleinen Stieles der Basis aller Beine am Thorax
angeheftet sind, mit Ausnahme des ersten Paares bei Gam-
marus Locusta und des ersten und letzten bei Amphitho&
podoceroides. Die Wände dieser Organe bestehen aus einer
dünnen Membran. In ihnen findet sich ein Netz von Canä-
len, welche dadurch gebildet werden, dass die beiden Wände
mit einander an vielen Stellen vereinigt und verwachsen sind,
so dass eine Menge von Zwischenbalken dadurch entsteht.
Die Geschlechtsorgane, welche man in innere
und äussere theilen kann, liegen im Thorax. Oeffnet man
ein Männchen von einer der beiden hier in Rede stehenden
Arten längs der Rückenseite, biegt die Schale nieder und
löst sie vorsichtig von den Epimeren und dem Arcus ventra-
lis, so gewahrt man einen feinen, weissen Streifen längs der
Seite des Darmkanales; dies sind die Hoden. Bei @. Locusta
bestehen dieselben aus zwei cylindrischen , langen Organen
(Fig. 10), welche parallel mit der Darmröhre , aber etwas
höher, als diese, liegen und von der hinteren Kante des
ersten Thoraxsegmentes bis zum Ende des siebenten laufen.
Ihr Durchmesser ist nicht überall gleich, und der Form
nach weichen sie von denen der Amphitho& podoceroides
etwas ab. Vom Anfange bis zur Mitte des fünften Seg-
ments bilden die Hoden bei @. Locusta einen gleichmässigen
Cylinder; dort aber verschmälern sie sich und setzen sich
nur mit einem schmalen Canale fort, welcher sich jedoch
bald im sechsten Segmente erweitert und auf das Genaueste
dieselbe Grösse annimmt, wie der vordere Theil. Im sie-
benten Segmente verschmälern sie sich von neuem und bil-
den ein schmales Vas deferens, welches sich nach unten und
etwas nach hinten biegt und sich schliesslich in der Spitze
der äusseren Geschlechtsorgane öffnet, welche an der unte-
ren Seite des siebenten Segments hervortretien. Die Hoden
Se rn
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 301
bestehen aus einer homogenen Membran, welche ganz und
gar ohne Muskelfäden zu sein scheint und haben einen ver-
schiedenen Inhalt in den verschiedenen Theilen, welches man
schon nach der Verschiedenheit ihrer Farbe und ihres An-
sehens vermuthen kann, indem der vordere Theil viel bleicher
als der hintere ist.
Den vorderen, cylindrischen Theil findet ınan ganz voll
von Zellen, welche von eiwas verschiedener Beschaffenheit
sind. Die meisten von ihnen sind rund, 0,012 Mm. gross
und scheinen meistens mit Kernen verschen zu sein; in eini-
gen habe ich sie indessen nicht entdecken können. Neben
diesen runden Zellen finden sich andere von einer höchst
eigenthümlichen Form (Fig. 11). Sie bestehen nämlich aus
drei Theilen, einem kugelrunden, einem längeren, schmäle-
ren'und hervorgezogenen, endlich einem kleineren , knopf-
ähnlichen , welcher mittels eines sehr feinen Stiels mit dem
hervorgezogenen und schmalen Theile verbunden ist. Bei
einigen ist dieser letztere Theil viel schmäler, als bei anderen;
ihre Grösse variirt zwischen 0,0096 und 0,012 Mm. Ausser-
dem trifft man oft andere Zellen an, welche den eben be-
schriebenen gleichen, indem sie einen dickeren, runden Theil
und einen schmäleren besitzen, aber ganz und gar nicht den
knopfähnlichen. Dass diese drei verschiedenen Zellenarlen un-
gleiche Entwickelungsstadien von Spermatozoiden-Zellen seien,
ist wohl mehr als wahrscheinlich; es ist mir aber nicht ge-
glückt, andere Formen von ihnen anzutreffen, welche sich
mehr den ausgebildeten Spermatozoiden genähert und somit
diesen Entwickelungsprocess näher erklären oder aufhellen
gekonnt hällen. So viel ich weiss, hat früher noch Niemand
elwas ähnliches bei irgend einer Amphipodenart beobachtet;
dagegen aber finden wir ‚eine gewisse Uebereinstimmung
zwischen diesen Zellenformen und den verschiedenen Ent-
wickelungsstadien der Spermatozoiden , welche Frey und
Leuckart ca. a. 0. $. 124) in den Hoden der Mysis flexuosa
entdeckt haben. Der ganze vordere Theil der Hoden ist
bloss mit diesen drei Arten von Zellen angefüllt, und ich
habe niemals in demselben Spermatozoiden angetroffen. Von
diesen ist dagegen der ganze hintere, spindelförmige Theil
(Fig. 10, b) voll, welcher von :hnen seine weisse Farbe und
302 Bruzelius:
ein streifiges Ansehen bekommt. Die Spermatozoiden sind
sehr lang und dünn (Fig. 12), zeigen keine Spur von Be-
wegung , und die meisten von ihnen scheinen aus drei un-
gleichen Theilen zu bestehen. Der längste Theil ist faden-
förmig, erreicht eine Länge von 0,24Mm. und darüber, und
läuft an einem Ende in eine sehr feine Spitze aus, deren
Ende ınan nur mit vieler Schwierigkeit gewahr werden kann.
Am anderen Ende haben sie eine kleine punktgleiche An-
schwellung, auf welche ein dünner, fadengleicher Theil von
nur 0,026 Mm. Länge folgt. Dieser kleinere Theil bildet
allemal einen Winkel mit dem längeren Theile. Die meisten
Spermatozoiden sind so beschaffen; doch trifft man auch an-
dere an, welche völlig fadengleich sind und sowohl der An-
schwellung, als auch des Anhangs ermangeln, welche in-
dessen möglicherweise während des Herausnehmens der Ho-
den abgerissen sind.
Auch diese Spermatozoidenformen haben eine gewisse
Aehnlichkeit mit. denen der Mysis flexuosa, welche von den
obengenanten Schriftstellern beschrieben worden sind. Diese
haben nämlich beobachtet, dass die Spermatozoiden in einem
gewissen Entwickelungsstadium aus einem sog. „Stabe“ oder
einem gröberen und kürzeren Theile, und aus einem „Faden“
oder längeren , fadengleichen Theile bestehen. Der Stab
trennt sich schliesslich von dem fadenartigen Theile, welcher
danach das völlig entwickelte Spermatozoid bildet. Es mag
sich eben so auch bei unserer Art verhalten.
Im siebenten Segniente verschmälern sich die Hoden
und bilden das Vas deferens, welches eine Breite von 0,0388 Mm.
hat, und sich nach unten und hinten, auch nachher etwas
nach innen biegt. Es besteht aus einer ziemlich starken
strukturlosen Membran und einem Scheibenepithelium von
kleinen, runden Zellen. Die äusseren Geschlechtsorgane be-
stehen beim Männchen aus zwei ziemlich grossen, zapfen-
ähnlichen Theilen (Fig. 13), welche an der unteren Seite
des Arcus ventralis des siebenten Segments sitzen. Sie sind
nach innen und etwas nach unten gebogen und haben im
unleren Ende und fast auf der oberen Seite eine feine Oef-
nung für das Vas deferens. Sie sind aus einer homogenen
Chitinmembran. gebildet.
|
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 303
Bei Amphithoe podoceroides weichen die Hoden in der
Form, wie schon oben bemerkt wurde, etwas von denen
bei G. Locusta ab. So wie bei diesem erstrecken sie sich
von der hinteren Kante des ersten Thoraxsegments bis zum
Ende des siebenten und liegen parallel mit der Darmröhre,
aber etwas höher, als diese. Man kann an ihnen fünf ver-
schiedene Parlien oder Abtheilungen von ungleichem Durch-
messer (Fig. 14) unterscheiden. Im zweiten und dritten Seg-
mente bestehen nämlich die Hoden aus einem schmalen
Strange, erweilern sich im vierten zu einem ziemlich dicken,
spindelförmigen Theile, verschmälern sich wieder bedeutend im
fünften und erweitern sich am Ende des sechsten zu einer spin-
delförmigen Abtheilung, welche jedoch viel schmäler ist, als
der vordere spindelförmige Theil im vierten Segmente, und
selzen sich im siebenten mit einem schmalen Vas deferens
fort, welches sich nach hinten und unten biegt und sich in
der Spitze der äusseren Geschlechisorgane öffnet, welche
zapfenförmig und an der unteren Seite des Arcus ventralis
vom siebenten Segmente sitzen. Die drei ersten Abtheilun-
gen oder der garze Theil der Hoden, welcher im zweiten
bis fünften Segmente liegt, enthalten nur Zellen, aber keine
Spermalozoiden, von denen dagegen der schmälere spindel-
förmige Theil, welcher in einem Theile des fünften und
sechsten Segmenis liegt, ganz und gar voll ist, wovon er
auch ein streifiges Ansehen und weisse Farbe hat.
Die Angaben von den männlichen Geschlechtsorganen
bei den Amphipoden, welche Spence Bate (a. a. 0. $.52)
und de la Valette (a. a. O0. S. 10) mitiheilen (die übri-
gen Schriftsteller haben bloss die Spermatozoiden und die
äusseren Geschlechtsorgane beschrieben), weichen in mehr-
facher Hinsicht von den Beobachlungen an G. Locusta und
A, podoceroides ab, welche ich oben mitgetheilt habe. Der
erslere Schriftsteller hat seine Untersuchungen in dieser Be-
ziehung hauptsächlich an Sulcator arenarius gemacht, wegen
der Durchsichtigkeit dieser Art, und theilt Beschreibung und
Zeiehnung ihrer Hoden mit. Ausserdem findet sich bei ihm
auch die Zeichnung dieser Organe von einem Gammarus,
vermulblich G. Locusta. Er beschreibt die Hoden als „large,
opake, oblong organs, being in breadth about equal 10 half
304 Bruzelius:
their length, situated, on the dorsal aspect, immediately
beneath the dermal lissues, occupying a position under the
sixih and seventh segments of thorax,* und mit dieser Be-
schreibung stimmt die Figur überein, welche sich von diesen
Organen bei Gammarus in seinem Werke findet. Es scheint
danach, als beständen die Hoden bei den von ihm unter-
suchten Arten nur aus einem kürzeren, der hinteren Erwei-
terung dieser Organe bei den beiden, von mir beschriebenen
Arten entsprechenden Theile. Dass dies sich so bei Sulca-
tor verhalte, wage ich nicht zu bezweifeln, halte es aber
dagegen nicht für unwahrscheinlich, dass Spence Bate den
vorderen Theil der Hoden bei der Gammarus-Art übersehen
habe, ein Fehlgriff, dessen man sich leicht schuldig machen
kann, indem es sich oft ereignet, dass jener bei der Dis-
seclion vom hinteren Theile abgerissen wird, der durch
seine weisse Farbe und Streifung sogleich auffällt. Ich habe
ohnedies die Hoden bei mehreren Arten der Gattung Gam-
marus untersucht und gefunden, dass sie bei allen eine
weit grössere Länge, als die von Spence Bate angege-
bene, besitzen. De la Valette’s Beschreibung der Hoden
von Gammarus puteanus ist zu kurz, um aus ihr eine Vor-:
stellung der wirklichen Beschaffenheit zu erhalten. Die Sper-
matozoiden bei Sulcator und Gammarus beschreibt Spence
Bate als haarähnliche Körper, ohne irgend eine bedeutende
Erweiterung eines Theiles. Solche kleine Anhänge, wie ich
sie an den Spermalozoiden von G. Locusta und Amph. po-
doceroides beobachtet habe, erwähnt er nicht. De la Va-
lette hat gefunden, dass die Spermatozoiden bei Gamm.
puteanus haarförmig und nach beiden Enden zugespitzt sind.
Die inneren Geschlechtsorgane beim Weibchen der hier
in Rede stehenden Arten bestehen aus zwei, von einander
völlig getrennten, ziemlich dieken, cylindrischen Ovarien
(Fig. 15), welche sich vom ersten Thoraxsegmente bis zum
Ende des siebenten hinziehen. Sie haben ungefähr dieselbe
Lage, wie die Hoden beim Männchen oder zu beiden Seiten
der Darmröhre. Ihre Farbe ist mehr oder weniger dunkel,
daher man sie schon leicht durch die äussere Schalenbe-
deckung hindurch entdecken kann. Von ihrem mittleren und
unteren Theile geht im fünften Segmente ein ziemlich weiter
48)
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 305
Ovidukt aus, welcher sich an der Basis der Eierbedeckungs-
scheiben, die am fünften Segmente befestigt sind, öffnet.
Die Wände. der Ovarien: scheinen von: einer sehr dünnen,
homogenen : Membran gebildet‘ zu ‚werden , welche an der
inneren Seile mit kleinen runden Zellen belegt ist. Bei den
von mir ‚untersuchten ‚Individuen sind‘ sie, immer voll von
Eiern in. verschiedenen Entwickelungsstadien,, in der Grösse
von 0,03 bis 0,24 Mm. variirend, gewesen. Die Vulvae ire-
ten als zwei kleine, runde Oeffnungen an der Basis der Eier-
bedeckungsscheiben auf (Fig: 16)) und scheinen von einer
erhöhten , mit feinen Borsten besetzten Kante umgeben zu
sein (Fig. 17). Die Eierbedeckungsscheiben sind vier Paar
dünne, längliche Lamellen, welche den Epimeren des zweiten
bis fünften Thoraxsegments an deren innerer Seite, innen vor
den Branchialanhängen, angeheftet sind. Die Lamellen des
letzten Paares (Fig. 16, c) sind kleiner, als die vorhergehen-
den. Sie sind einwärls unter die Brust gebogen, in den Rän-
dern mit langen und groben Borsten beselztund bilden zusam-
men einen Behälter, in welchem die Eier und selbst die Jun-
gen: eine Zeit lang,nachdem sie. ausgebrütet sind, getragen
werden.
SpenceBate’sBeschreibung der Ovarien von Gammarus
(die Art giebt er nicht an), weicht wesentlich von meinen hier
gegebenen Beobachtungen ab. Nach ihm besteht jedes Ovarium
aus vier oder fünf, sackähnlichen, Organen, welche gegen
ihre Anheftungsstelle hin sich. zu ‚einem gemeinschaftlichen
Canale verschmälern, in welchem sie, ausmünden. Von die-
sen Säcken ist derjenige der weiteste, ‘welcher am entfern-
testen von der Vulva: ist. Er glaubt ausserdem ‘gefunden zu
haben, dass sie von einem gemeinschaftlichen Sacke umge-
ben werden, ‚hat aber durch die Dissection keine Gewissheit
- darüber erhalten können, Die Vulvae hat weder er, noch
einer der ‚vorherigen Schriftsteller entdecken können; er
glaubt aber, dass sie wahrscheinlich an den Epimeren des
fünften Segments liegen. Von solchen Lobi in den Ovarien
habe ich bei G. Locusta und Amph. podoceroides keine Spur
gesehen. De la Valette erwähnt ‚auch nicht dergl. vom
6. Puteanus, bei welchem er die Ovarien aus einfachen cylin-
drischen Organen bestehend fand.
Archiv f, Naturgesch. XXV, Jahrg. 1. Bd. 20
306 ; Bruzelius:
DasNervensystem besteht aus einer gewissen Anzahl
von mit.einander mittelst zweier längslaufenden Nervencommis-
suren vereinigten und theils im Kopfe, theils in den übrigen
Körpersegmenten auf dem Arcus ventralis liegenden Ganglien.
‚Aus diesen’ ‘Ganglien und Längscommissuren entspringen’ eine
Menge'von Nerven, welche sich in den verschiedenen 'Thei=
len‘ des Körpers verzweigen. Der centrale Theil des Ner-
vensystems %) ‘im 'Kopfe besteht aus zwei Ganglienmassen,
von denen die vordere (das Gehirn, Ganglium supraoesopha-
geum)'vor und über den Oesophagus am vorderen Rande des
Kopfes, und die hintere (G. infraoesophageum) hinter und
etwas unter dem Oesophagus liegt. Das Gehirn (Fig. 18, a),
welches nicht bedeutend grösser ist, als die im Thorax lie-
genden Ganglien , scheint gleichsam aus drei Paar mit ein-
ander vereinigter Ganglien zusammengeselzt zu sein. Das
vorderste (G. 'ophthalmieum) ist das grösste, nimmt 'den
oberen Theil des Gehirns ein und hat eine längliche Form.
Im vorderen Ende wird die Scheidung zwischen beiden
Ganglien durch eine tiefe Bucht angedeutet, und vom vorde-
ren Theile deren äusserer Seiten geht ein starker und kur-
zer Nervenstamm zu jeden Auge ab. An der unteren Seite
des Gehirns bemerkt man vier zapfenähnliche oder konische
Anschwellungen, zwei, von denen zwei starke Nerven zu den
obern Antennen ausgehen, etwas vor den zwei andern, welche
Nerven zu den unteren Antennen aussenden. Vom hinteren
Theile des Gehirns gehen zwei grobe Nervenslämme aus,
welche, einer zu jeder Seite vom Oesophagus laufen und
das Halsband (Fig. 18, b) bilden. Hinter dem Oesophagus
vereinigen sie'sich bei Amph. podoceroides sogleich mit ein-
ander mittelst einer dicken Quercommissur, welche nur durch
ein klemes rundes Loch von dem Jänglichen, ziemlich 'gros-
sen Ganglium infraoesophageum (Fig. 18, c) getrennt ist,
#) Es unterliegt nicht geringen, Schwierigkeiten, die Ganglien
des Kopfes; von den nahe, liegenden Organen zu isoliren. | Die Ar-
beit wird indessen erleichtert, wenn man das, Thier eine Zeit lang
vor der Untersuchung in verdünnter Essigsäure liegen lässt. Beim
frischen Thiere ist es mir nie gelungen , diesen Theil des Neryensy-
stems unbeschädigt herauszubekommen.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 307
von dessen unterer Seite Nerven zu den Mundtheilen aus-
gehen. Bei G. Locusta findet sich die vordere Quercom-
missur nicht ‚sondern das G. infraoesophageum wird gleich
hinter dem Oesophagus gebildet. Durch zwei kurze und
starke Längscommissuren, welche jederseits einen Nervenstamm
von der äusseren Seite her abgeben, ist dies Ganglium mit
dem ersten Ganglium thoracicum vereinigt, welches auf dem
Areus ventralis unter dem Magen im ersten Segmente liegt.
Dies G. thoracicum, welches wohl eigentlich aus zweien zu-
sammengesetzt ist, ist breiter als lang, sehr gross, nach den
Seiten verschmälert, und sendet von jeder Seite zwei Ner-
venslämme (Fig. 18, d) aus, von denen der eine zu den Ex-
tremilälen des Segments geht, der andere aber sich in die
Seitenmuskulatur verzweigt. Von diesem Ganglium laufen
zwei Längseommissuren aus, welche an Länge das Ganglium
weit übertreffen, zu dem Ganglium des zweiten Segments
und senden, ungefähr von der Mitte der äusseren Seite, einen
starken Nervenstamm aus, welcher sich bald in zwei Aeste
theilt. Nach diesem Plane ist die ganze Nervenkette im Thorax
gebildet, so dass in jedem seiner Segmente ein Ganglium
liegt, welches vier Nervenstämme, vereinigt mit dem voran-
_ gehenden und nachfolgenden durch zwei Längscommissuren,
aussendel, aus deren mittlerem Theile ein Nervenstamm nach
den Seiten hin aussprosst.
i Im ersten Segmente des Abdomens beobachtet man auch
ein mit dem letzten G. thoracieum durch zwei ähnliche, ner-
venaussendende Längscommissuren , wie sie sich im Thorax
finden, vereinigtes Ganglium. Dieses ist kleiner, als die G.
Ihoracica, hat eine länglich gerundete Form und sendet nach
4 jeder Seite zwei Nervenstämme aus. Auf dieses folgen drei
Abdominalganglien, von welchen die zwei zunächstfolgenden
dieselbe Form und Beschaffenheit wie das erste haben, und
4 nur etwas kleiner, als dieses sind. Sie sind sämmtlich mit
einander mittelst nervenaussendender Längscommissuren ver-
einig," welche indessen an Länge die Verbindungsstämme
im Thorax sehr übertreffen. Das letzte oder vierte G. ab-
dominale (Fig. 19) weicht etwas von den vorhergehenden
darin ab, dass es schmäler ist und von dem hinteren Ende
drei Paar starke Nervenstämnme aussendet, welche sich in
”'
308 E Bruzelius:
den Muskeln der drei letzten Segmente und den übrigen
Theilen verzweigen. Von jeder Seite desselben Gangliums
gehen zwei Nerven aus, welche am Anfange zu einem kur-
zen , gemeinschafllichen Stamme vereinigt sind. Die ganze
Nervenkelte besteht sonach bei G. Locusta und Amph. podo-
ceroides aus dreizehn Ganglienmassen, von denen, das. G.
supra- und infraoesophageum zum Cephalsegmente, die sie-
ben ‚folgenden zum Thorax und die, vier leizten zum, Abdo-
men gehören. Durch vielfältig wiederholte Untersuchungen
habe ich mich von diesem Verhalten zu vergewissern. ge-
sucht und bin immer zu demselben Resultate gelangt ‚wel-
ches inzwischen nicht völlig mit Demjenigen übereinstimmt,
was andere Schriftsteller angegeben haben.
Nach der Beschreibung des Nervensystems von Talitrus,
welche in der von Milne Edwards und Audouin ver-
fassten Abhandlung (a. a. O. S.79) über. das Nervensystem
bei den Crustaceen milgelheilt wird, scheint es, als ob jene
Schriftsteller annehmen, dass jedes Segment des’ Körpers
sein Ganglium besässe, in welchem Falle der Thorax’ sieben
und das Abdomen sechs haben würde; sie geben aber die
Anzahl nicht bestimmt. an. Milne Edwards’ Beschreibung
des Nervensystems der Crustaceen in seiner Hist. nat. des
Crust. ‚enthält wortgetreu dasselbe, wie die erwähnte Ab-
handlung, auf welche auch Sp. Bate hinweist (a, a..0. $: 56).
Der Letztere hat jedoch eine Zeichnung, vom Nervensysteme
bei Talütrus Locusta mitgelheilt, aus welcher sich. deutlich
ergiebt, dass er zwei Ganglien im Kopfe, sieben im Thorax
und sechs im Abdomen gefunden zu haben glaubt. Mit dem
Resultate, zu: welchem meine Untersuchungen. an /G.. Locusta
und Amph. podoceroides mich geführt haben ‚. stimmen, da-
gegen mehr mit Dee la Valette’s Angaben'ca. a. 0. S.8)
über das Nervensystem: von G. puteanus überein. Er sagt
nämlich, ‚er habe ausser : dem Gehirne zwölf Ganglien ge-
zählt, welche Anzahl, wenn man das G. infraoesophageum
mit den übrigen Ganglien zusammenrechnet, ich.bei den von
mir untersuchten Arten: herrschend gefunden habe.
Beitrag zur Kenntniss vom innern Baue der Amphipoden. 309
©
17.
18.
Erklärung der Abbildungen.
Der Magen nebst einem Theile der Darmröhre und der Le-
bersäcke bei Gammarus Locusta, von der Seite gesehen:
a der Oesophagus, b ein blindsackähnliches Organ, der Darm-
röhre d ansilzend, cc die Lebersäcke, ee zwei Muskeln.
Der Magen von @. Locusta von der oberen Seite.
Innere und untere Oberfläche desselben Magens: a die sta-
chelbesetzten Erhabenheiten, b eine kleine mit Borsten be-
setzte Erhabenheit, ‘ce der Zwischenbalken,, d zwei kleine
Erhabenheiten.
Die innere Wand der einen taschenähnlichen Vertiefung des
Magens.
Epithelialzellen vom hinteren Theile der Darmröhre bei @.
Locusta.
Ein Theil der Darmröhre bei derselben Art nebst einem der
Harnorgane a. b das Rectum.
Der Magen von Amphithoe podoceroides, von der Seile.
Der Zwischenbalken in denselben.
Epithelialzellen aus den Lebersäcken derselben Art.
Ein Hode von @. Locusta: a der mit Zellen versehene Theil,
b die mit Spermatozoiden angefüllte Abtheilung.
Spermatozoidenzellen derselben Art.
Spermatozoiden.
Durehschnitt des siebenten Thoraxsegments von Amph. po-
doceroides: a der Arcus dorsualis, b der Penis, c das erste
Glied der Extremitäten.
Hode von Amph. podoceroides.
Das Ovarium von G. Locusta: a der Ovidukt.
Ein Theil des fünften Thoraxsegments von einem Weibchen
derselben Art: a das erste Extremitätenglied, b der Bran-
chialanhang, e die Eibedeckungsscheibe, « die Vulva, e die
Epimere.
Die Vulva mehr vergrössert, von derselben Art.
Der vordere Theil der Ganglienkette von Amph. podoceroi-
des: a das G. supraoesophageum, b das Halsband, ce das @.
infraoesophageum, d das erste Ganglium im Thorax, e zwei
Längscommissuren,
Das letzte Ganglium im Abdomen von G. Locusta.
Polypen und Quallen von Santa Catharina.
Die Formwandlungen der Liriope catharinensis n. sp. *)
Von
Fritz Müller.
(Hierzu Taf. XI.)
Liriope catharinensis ist — und ich gab ihr deshalb diesen
Namen —, die häufigste Schirmqualle im Meere von Santa
Catharina. Sie schliesst sich eng an die Liriope mucronata
Gegenb. an, besitzt, wie diese, vier längere und vier be-
deutend kürzere Randfäden, ganzrandigen Mund, farbloses
Gastrovasculärsystem, so wie die frei in den Magen ragende
konische Spitze des Magenstiels, unterscheidet sich aber durch
geringere Grösse, da sie kaum je 6 Min, im Durchmesser über-
schreiten dürfte, durch 20 bis 30 röthlich gefärbte rundliche
Nesselknöpfe am Mundsaume und durch röthliche Färbung des
Stromas, in das die in ringförmige Wülste geordneten Nessel-
zellen der Fangfäden eingebettet sind. Diese Hinweisung
auf L. mucronata genügt, ein vorläufiges allgemeines Bild
*) Der Name Liriope ist zwei Mal vergeben, ein Mal an die
in Rede stehende Meduse von Lesson (Histoire nat. des zoophytes.
Acalephes p.331) zum anderen an einen Krebs von Rathke (Bei-
träge zur Fauna Norwegens p. 60). Es könnte zweifelhaft erschei-
nen, welchem der beiden Thiere als dem früher gelauften der Name
verbleiben soll, da die beiden angeführten Werke in ein und demsel-
ben Jahre (1843) erschienen sind. Doch stammt Lessons Name
offenbar aus früherer Zeit, da er, wie aus Agassiz Nomenclator
zoologicus zu schliessen , schon in dem freilich nicht im Buchhandel
erschienenen Prodrome d’une Monographie des Meduses von Les-
son, Rochefort 1837 enthalten ist. Somit würde der Krebs zurück-
stehen, und schlage ich vor, dessen Namen in Liriopsis umzuwandeln.
Max Schultze,
Bi
Müller: Polypen und Quallen vonSanta Catharina. 311
des Thieres zu geben; ich wende mich daher sofort zu nä-
herer Betrachtung der einzelnen Theile.
Der Schirm, vollkommen farblos und glashell, bildet
eine Glocke von etwa 5 Mm. Durchmesser mit kuglig ge-
wölbtem Scheitel; die Höhe, nicht unbedeutenden individuel-
len Schwankungen unterworfen, mag durchschnittlich 2/, des
Durchmessers betragen. Die Gallertsubstanz: ist ansehnlich
dick und nimmt meist die reichliche Hälfte‘ der Höhe ein.
Aus der Mitte der hohlen Fläche entspringt als solider
Fortsatz des Schirms ein etwa 2 Mm. langer, 0,4 Mm.
dicker, in eine konische Spitze auslaufender Zapfen (Fig. 2),
an den, etwa 0,5 Mm. von der Spitze, sich der Magen. inse-
rirt. Die verästelten Fasern, die Max Schultze aus der
Gallertsubstanz der höheren Medusen. beschrieben hat und
die ich höchst entwickelt schon in frischen Zustande und
bei schwacher Vergrösserung leicht bemerklich ‘bei mehre-
ren niederen Quallen (Aeginiden, Aequorea etc.) wiederfand,
sind bei unserer Liriope sehr zart und wurden mir erst durch
Behandlung mit Chromsäurelösung sichtbar. Sie verästeln
sich unter sehr spitzen Winkeln, deren Schenkel vorherr-
schend eine radiäre Richtung zu haben scheinen. Ich be-
merke ausdrücklich, dass ich diese Fasern auch in dem von
Gegenbaur bei L. mucronata für hohl erklärten Magenstiel
verfolgt habe.
Der Magen hängt, wenn Jas Thier ruhig im Wasser
schwebt, als cylindrisches Rohr (von 1,5 Mm. Länge und
0,15 Mm. Durchmesser) von seinem Stiele nieder, schon für
das blosse Auge durch seine geringere Durchsichtigkeit
scharf gegen den glashellen Stiel sich absetzend. Er besitzt
dieselbe Beweglichkeit und zeigt deshalb dieselbe wunder-
bare Vielgestaltigkeit, die man an dem Magenrohre anderer
Quallen beobachtet. Nicht selten verkürzt er sich so, dass
die Spitze des Magenstiels mehr oder weniger vorsieht, eine
vollständige Umstülpung, wie sie Gegenbaur von L. mu-
eronata beschreibt und abbildet, sah ich nur bei absterben-
den Thieren. Der Rand zeigt keine Spur von Lappenbildung,
ist dagegen geziert mit einer Reihe von elwa 25 rundlichen
blassröthlichen Knöpfchen (Fig. 2 u. 3) von 0,03 bis 0,04 Mm.
Durchmesser , in welche reichliche Nesselzellen eingelagert
312 Müller:
sind. Vereinzelte Nesselzellen finden sich auch sonst in der
Nähe des Mundsaums.
Das ganz farblose und sehr zartwandige Gastrovas-
eularsystem ist bei hungernden Thieren schwer zu er-
kennen; die mattweisse Trübung, die auch bei diesen im
Absterben sich zeigt, ist mehr geeignet zu verwirren, als ein
klares Bild zu geben. Dagegen ist es auf das Prächtigste
bei recht lebenskräftigen: eine tüchtige Mahlzeit verdauenden
Thieren zu sehen. Hier strotzt es von durchscheinenden,
lebhaft umherströmenden Kügelchen von 0,01 bis 0,015 Mm.
Durchmesser, die theils durch Flimmereilien, theils durch die
Contractionen des Magens in Bewegung gesetzt werden. Vom
Magen steigen vier Gefässe am Magenstiele in die Höhe, und
nachdem sie (elwa 0,16 Mm. breit) aus dem Grunde, der
Glocke sich abwärts auf die innere Seitenfläche gewendel,
erweitern sie sich zu breiten, flachen, ovalen Taschen von
wechselnder Ausdehnung (etwa 1,3 Mm. lang und 0,9 bis 1Mm.
breit), die fast bis zu dem Ringgelässe niederreichen, mit
dem sie durch einen kurzen, weiten, nach dem Ringgelässe
zu verbreiterten Kanal in Verbindung stehen. , In der Mitte
zwischen den Einmündungen der Radiärgefässe zeigt das
weile Ringgeläss eine ansehnliche Bucht (Fig.23), indem
sein innerer Rand einen nach innen convexen Bogen be-
schreibt, — eine Andeulung der coniripelalen Gefässe der
Geryonia proboscidalis. Die festen Elemente der ernäh-
renden Flüssigkeit sieht man besonders gegen Ende der Ver-
dauung aus dem Magen in die Gelässe , aus diesen in jenen
strömen und hier ebenfalls durch Flimmern umhergetrieben.
Einen komischen Anblick gewährle bei einem solchen in der
Verdauung beobachteten Thiere ein Stück seines Fangfadens,
was mit einer Anzahl Cyclopiden verschluckt worden war,
und während diese verdaut wieder ausgestossen wurden,
noch ganz unversehrt wurmarlig im Magen herum und
schliesslich zum Munde hinauskroch. — Man bewundert die
Geschicklichkeit, mit der durch stellenweise Contractionen
und Erweiterungen des Magenrohrs die ausgesogenen 'Chi-
tinhüllen der meist aus kleinen Krustern (Cyclopiden, My-
sis etc.) bestehenden Nahrung von den assimilirten Stoffen
gesondert und endlich entfernt werden, ohne dass dabei ein
SD
“ Polypen und Quallen von Santa Catharina. 313
Körnchen der ernährenden Flüssigkeit mit ‘verloren ginge;
Zu’ anderen Zeiten ist der Magen gegen die Gefässe abge-
schlossen; durch Druck des Deckgläschens sieht man letztere
oft unmittelbar über dem Magen durch hineingepresste Er-
nährungsflüssigkeit ansehnlich aufgetrieben, ‘ohne dass diese
in den Magen entweicht (Fig. 2).
Der Einmündung der Radiärgefässe gegenüber | seizt
sich das Gastrovascularsystem fort in die hier entspringen-
den Fangfäden, in deren Basis man bisweilen die im
Ringkanale umhertreibenden Körperchen eintreten und flim-
mernd bewegt sieht. Wenn diese Fäden in voller Ausdeh-
nung vom ruhenden Thiere niederhangen, übertreffen sie es
vielmals an Länge und erscheinen dem blossen Auge: als
zarle Perlenschnüre ; während jetzt die Perlen etwa um ihren
vierfachen Durchmesser von einander, entfernt sind, verflies-
sen sie vollkommen bei starker Contraclion der Fangfäden,
die sich dann als röthliche den Durchmesser des Thieres
kaum übertreffende Würstchen darstellen. Jene Perlen sind
ringförmige Wülste, die in einem röthlichen Stroma zahlrei-
che längliche Nesselzellen eingebeltet enthalten.
Zwischen den Fangfäden finden sich im Umkreise des
Schirmrandes vier kurze Tentakel, von eiwa 0,5 Mm,
Länge und 0,05 Mm. Dicke; in jeder Beziehung so verschie-
den von jenen, dass ich sie nicht mit gleichem Namen be-
zeichnen mag; — sie entspringen nicht vom Ringgefässe,
sondern über demselben von der Aussenfläche des Schirms,
sind solid mit grosszelliger Achse, wenig beweglich und na-
mentlich nicht contractil in der Richtung ihrer Länge. Beim
ruhenden Thiere sind sie starr nach aussen und etwas nach
oben gerichtet; sie sind leicht gebogen , nach der Spitze
schwach verjüngt und tragen an der oberen Hälfte der con-
vexen in der gewöhnlichen Lage aus- und abwärts gerich-
telen Seite etwa 8 halbkuglige Nesselballen, (von Esch-
scholtz bei Eurybia als Saugwarzen bezeichnet).
Die Nesselzellen (Fig. 3) sind von gewöhlicher
Form und der durch verdünnte Säuren leicht zum Vorschnel-
len zu bringende Nesselfaden erschien einfach, ohne weitere
Bewaffnung erkennen zu lassen.
Um das Ringgelfäss zieht sich ein ziemlich undurch-
314 Müller:
siehtiger gelblieher Saum, der namentlich nach aussen scharf
contourirte rundliche Zellen von 0,005 bis 0,008 Min. Durch=-
messer zeigt und auf dem mehr oder‘ weniger reichliche
Nesselzellen liegen. An der Basis der Tentakel und in der
Mitte zwischen diesen Stellen zeigt er längliche Anschwel-
lungen, denen die sogenannten „Randbläschen® aufsitzen.
Mit aller Wahrscheinlichkeit ist er als Nervenring zu deu-
ten; dafür spricht ausser den Randbläschen tragenden An-
schwellungen,, dass sich von jeder dieser Anschwellungen
ein zarler, aber scharf begrenzter Strang nach oben ver-
folgen lässt, vier zur Basis der Tentakel, vier zu Punkten,
an denen das jüngere Thier dem erwachsenen meist voll-
ständig fehlende Tentakel getragen hat (Fig. 6 u. 7).
Unter dem Ursprunge der Tentakel, den Raum zwischen
diesem und dem entsprechenden Ganglion des Nervenrings
ziemlich vollständig füllend, so wie schief nach oben, ne-
ben dem Ursprunge der Fangfäden , die aus dem Ringge-
fässe hervorgehend dicht über dem Nervenring nach aussen
treten, — sitzt auf der Aussenfläche des Schirms je ein so-
genanntes „Randbläschen.“ Die rundlichen Blasen haben
etwa 0,03 Mm. Durchmesser und zeigen eine doppelte Con-
tour; am oberen Rande entfernt sich die innere von der
äusseren, eine Art breiten, kurzen Stiel bildend, auf dem
eine gelbliche Kugel von 0,02 Mm. Durchmesser aufsitzt.
Diese, dem Stiele gegenüber leicht ausgehöhlt , umfasst hier
eine kleinere, stark lichtbrechende Kugel (Fig. 9). — Häu-
figer bietet sich das Randbläschen dem Auge so dar (Fig. 10),
dass man die grössere Kugel als Halbmond der kleineren
sich anschliessend sieht, seltener so, dass sie als concentri-
sche Hülle derselben erscheint.
Diese Struktur der Randbläschen mag, wenn auch bei
anderen Arten weniger leicht erkennbar, ziemlich häufig vor-
kommen; den Halbmond neben der lichtbrechenden Kugel
sehe ich in meinen älteren Zeichnungen von Plindias n. gen.
und finde ihn auch in den 5 bis 7 solcher Kugeln enthalten-
den Randbläschen einer Eucope, und das Randbläschen „mit
einer nochmals besonders umhüllten Conerelion ‚* das Ge-
genbaur von Geryonia proboseidalis erwähnt, scheint auf
etwas Aehnliches hinzuweisen. — Wie man sonst mit Eh-
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 315
renberg jeden Pigmentfleck als Auge anzusprechen pflegte,
so ist man seit der Entdeckung der Gehörbläschen der Mol-
lusken sehr freigebig mit dem Namen Gehörorgan gewe-
sen und auch die Randbläschen der Quallen erhalten jetzt
allgemein diese Deutung. Nach der gegebenen Beschreibung
muss ich mich gegen diese Ansicht und für die Auffassung
von Agassiz erklären, der in ihnen Augen sieht (pigment-
lose Augen kommen, beiläufig bemerkt, auch bei den Cyelo-
piden vor), und werde daher weiterhin das „Randbläschen“
als Auge, die „kuglige Concretion« als Linse, die grös-
sere Kugel, in welche diese eingebettet ist, als Sehner-
ven bezeichnen. Wenn ich von Auge und Sehnerven spre-
che, will ich indess damit keineswegs behaupten, dass in
diesen Organen das Licht als Licht empfunden werde. Im
Gegentheil scheint es mir kaum statihaft, eine Differenzirung
in specifische Sinnesnerven anzunehmen, wo sich oft nur
mit Mühe Spuren eines Nervensystems nachweisen. lassen.
Wie wir mit der Hand die tropische Mittagssonne leicht vom
Schatten unterscheiden, wie wir diese Unterscheidung er-
leichtern können durch schwarze Bemalung oder eine pas-
send angebrachte Linse, — so mögen auch viele niedere
Thiere im Lichte nur die begleitenden Wärmestrahlen em-
pfinden. Ja, eine mit dunkelem Pigment überlagerte Nerven-
anschwellung, wie es üblich ist, als Auge zu bezeichnen,
erscheint geradezu widersinnig, wenn man darunler nicht
ein solches Wärmeauge verstehen will; denn wie sollte die
Empfindung des Lichtes dadurch vermittelt werden, dass man
den Nerven durch eine undurchsichlige Hülle gegen das
Licht schützt ?
Das Velum ist von mässiger Breite, quergespannt und
wie gewöhnlich, der Sitz reichlicher Ringmuskelfasern. An
der Unterlläche des Schirms sind die Ringmuskeln schwä-
cher entwickelt, als man sie sonst bei Schirmquallen zu se-
hen gewohnt ist, sie finden sich auch am Magenstiel. Von
den Einmündungsstellen der Radiärgelässe in das Ringgefäss
entspringen vier radiäre Faserzüge in einer Breite von
etwa 0,16 Min., verschmälern sich rasch bis auf ein Drittel
dieser Breite und lassen sich so auf‘ der Mille der Radiär-
gelässe bis in die Nähe des Magenstiels verfolgen. Acht
316 Müller:
breitere Faserzüge begleiten seitlich die Radiärgefässe vom
oberen Rande der taschenförmigen Erweiterungen an, tre-
ten’ mit ihnen auf ‘den Magenstiel und füllen hier den gan-
zen Raum zwischen den Gefässen. Die Muskeln scheinen
aus spindelförmigen Fasern zusammengesetzt, oder um lieber
das Beobachlete slalt das Erschlossenen anzuführen, man
sieht eine feine parallele Strichelung, ohne die einzelnen
Striche auf eine grössere Länge verfolgen zu können.
Die Gescehlechtsstoffe entwickeln sich in der der
Schirmhöhle zugekehrten Wand der taschenförmigen Erwei-
terungen der Radiärgelässe. Die Ovarien erscheinen fast
durchsichtig, die Hoden stärker weisslich getrübt, so dass
sich schon mit blossem Auge Männchen und Weibchen ziem-
lich sicher unterscheiden lassen. Die Eier bilden eine ein-
zige Schicht und finden sich nebeneinander in der verschie-
densten Grösse bis zu 0,13 Mm. Durchmesser, mit deutlichem
Keimbläschen von 0,03 Mm. Durchmesser und Keimfleck;
sie erhalten durch gegenseitigen Druck meist unregelmässige
Formen; die reiferen springen hüglig in die Schirmhöhle
vor. Die Samenfäden sind stecknadellörmig mit ellipsoi-
dischem Knopf und zartem langen Faden. Die Geschlechts-
producte werden nicht, wie Gegenbaur anzunehmen
scheint, nach innen ins Gastrovascularsystem, sondern nach
aussen entleert. Für die Männchen konnte ich dies durch
direkte Beobachtung constaliren und für die Weibchen wird
es mehr als wahrscheinlich durch die Analogie mit den Männ-
chen, mit anderen Quallen und durch das Hervorragen der
Eier in die Schirmhöhle.
Indem ich von der Beschreibung des geschlechtsreifen
Thieres übergehe zur Schilderung der Formwandlungen , die
es während des Heranwachsens erleidet, bedauere ich mit
Bezeichnung einer empfindlichen Lücke beginnen zu müssen.
Versuche, in der Gefangenschaft junge Brut zu erhalten,
blieben bis jetzt ohne Erfolg; das dem Folgenden zu Grunde
liegende Material wurde aus dem Meere gefischt; ich muss
daher den Beweis schuldig bleiben, dass die jüngsten aller-
dings höchst einfachen Formen direkt aus dem Eie der Li-
Polypen und Quallen von’ Santa Catharina. 317
riope hervorgegangen sind, — ein Beweis, der um so, wün-
schenswerther wäre, da ich bei denselben das sonst derglei-
chen Embryonen charakterisirende ‚Flimmerkleid vermisse,
und da wir wissen, dass die in. der Verdauungshöhle der Ae-
giniden sprossenden Jungen in gleich unvollkommenem; Zu-
stande sich von der Mutter lösen, wenn auch nicht ‚sie
verlassen.
Die jüngsten mir zur Beobachtung gekommenen 'Em-
bryonen (Fig. 13) sind kuglig von 0,2 bis 0,3 Mm. Durch-
messer, durchsichlig , von kleinzelligem Gefüge und zeigen
eine ‚geschlossene Höhle, die etwa !/, des Durchmessers: ein-
nimmt und excentrisch dicht unter der Oberfläche der Kugel
gelagert ist. . An dieser Stelle zeigt lelztere eine.die, innere
Höhle etwas überragende und über das Niveau der Kugel
unbedeulend sich. erhebende minder. durchsichtige. ‚Plalte.
Der nächste Fortschritt (Fig. 14) ist die Eröffnung der inne-
ren Höhle durch ‚Bildung: ‚eines Lochs in dieser Platte, , die
sich bald durch ihre Contractionen als Velum zu erkennen
giebt: : Im Umkreise derselben erscheinen (Fig. 15) vier! war-
zenförmige Hervorragungen,, um sich zu kurzen ‚Tentakelu
zu entwickeln «Fig. 16), die ein endständiges Nesselknöpf-
chen und über diesem ein kurzes Fädchen tragen. Zwischen
ihnen in einem dem Mittelpunkte näheren Kreise ‚sprossen
paarweis, je zwei einander gegenüberstehende zu gleicher
Zeit, vier andere Tentakel hervor (Fig. 17), die. bald die
älteren an Länge übertreffen. Jetzt beginnt auch das Gastro-
vascularsysiem deutlicher hervorzutreten; man unterscheidet
das malle Ringgeläss, an dessen Rand die’ jüngeren Tentakel
entspringen, so wie bei günstig geöffnetem Velum den-Magen
und vier nach. den älteren. Tenlakeln. gerichtete, Radiärge-
fässe, Der Durchmesser, des Thieres ist auf etwa. 0,35 Mm.
gestiegen. — Bei einem Durchmesser von etwa’ 0,4:Mm;
(Fig; 18) haben die jüngeren Tenlakel die Länge des Halb-
miessers erreicht, und an der Basis des älteren Paares, das
sich. durch, zwei Nesselballen von dem jüngeren mit ‚einem
einzigen endständigen Nesselknopfe versehenen unterscheidet,
beginnen die ersten Augen sich zu entwickeln. ‚Im Umkreise
des Ringgelässes Irelen Nesselzellen auf. — Ohne weitere
wesentliche Veränderung, als das Auftreten neuer Nesselballen
318 Müller:
an den vier jüngeren Tentakeln und die Entwickelung von
vier vollständigen Augen an deren Basis, erreicht das Thier
die Grösse von 0,8Mm. (Fig. 19). Wollte man es jetzt klas-
sifieiren , so würden es seine starren Tentakel zu Gegen-
baur’s Trachynemiden verweisen; ihre unbedeutenden Krüm-
mungen sind weniger erheblich, als ich sie bei einer mit
acht Tentakeln versehenen Trachynemidenlarve beobachtete;
— Man sieht um diese Zeit häufig 'eine eigenthümliche Be-
wegung des Thieres (Fig. 19, BJ). Das Velum wird fast bis
zu völligem Verschlusse contrahirt, und gleichzeitig die die
Radiärgefässe begleitenden Muskeln, wodurch die Schirm-
höhle eine vierlappige Gestalt annimmt; die Tentakel werden
durch diese Contractionen nach innen geschlagen und schnel-
len dann plötzlich wieder nach aussen. — In dieser Periode
scheinen die Jungen von Liriope oder verwandten Gattungen
schon verschiedentlich beobachtet worden zu sein. So von
Eschscholtz, dessen Eurybia exigua nur durch den Man-
gel der auch bei unserer Liriope später fehlenden älteren
Tentakel sich unterscheidet; (die angeblichen Magentaschen
finden ‘ihre Erklärung im Hinblicke auf unsere Fig. 19, B
oder 23). So auch von Gegenbaur, dessen Eurybiopsis
anisostyla noch vollständiger unserem Thiere gleicht, freilich
aber sehr wesentlich durch vier, nicht den kleineren, son-
dern den grösseren Tentakeln entsprechende Radiärgefässe
sich unterscheiden würde, wenn diese Angabe nicht vielleicht
auf einem Irrthume beruht. — Es werden also die
Gattungen Eurybia und Eurybiopsis, als blosse
Jugendzustände von Rüsselquallen eingehen
müssen.
Bis zu dieser Zeit haben die Thiere so ziemlich ihre
ursprüngliche Kugelform bewahrt, (man sehe die auch für
unser Thier passende Seitenansicht, die Gegenbaur von
Eurybiopsis giebt). Jetzt beginnt eine Verdünnung der Schirm-
masse, und eine Ausdehnung der Glockenöffnung, wodurch die
auf der Unterfläche liegenden Tentakel nach dem Rande und end-
lich nach dem Rücken geschoben werden. Das Thier erscheint
dadurch sehr verflacht, oft nicht einmal halbkuglig und
beginnt erst mit Ausbildung der vollständigen Liriopeform
sich wieder 'zu mästen. Zu mäslen ; denn die auch bei er-
Polypen und Quallen von Santa Catharina. 319
wachsenen Thieren erheblich schwankende Dicke des Schirms
scheint hauptsächlich von dem sparsameren oder reichliche-
ren Futter abzuhangen, das die Thiere finden. Eine Anzahl
Liriope,, die über eine Woche in reinem Seewasser gehun-
gert halten, zeigten alle auffallend flache Schirme:
"Um nun von der Eurybiaform zu der der ausgebilde-
ten Liriope zu gelangen, 'müssen noch die Fangfäden und
vier Augen auftreten, und muss der Magenstiel und die Be-
waflnung des Mundsaumes sich ausbilden.
Das erste Auftreten der Fangfäden sah ich bei einem
Thiere von 1 Mm. Durchmesser (Fig. 20), wo zwei gegen-
überstehende als kurze zaplenförmige Ausstülpungen des
Ringgefässes sich zeigten und zwar dicht neben dem durch
zwei.ältere Tentakel gezogenen Durchmesser. Die nervöse
Natur des das Ringgeläss umgebenden Saumes und der von
ihm zu den Tentakeln gehenden zarten Stränge zugegeben,
so begreift sich, dass die Fangläden nicht in, sondern n e-
ben diesem Durchmesser auftreten, da sie sonst den Tenta-
kelnerven durchbrechen müssten, und ebenso ersieht man,
weshalb die Augen in ihrer Lage den Tentakeln und nicht
den Fangfäden entsprechen. — Die Fangfäden entwickeln
sich also ebenfalls paarweise, je zwei gegenüberliegende zu
gleieher Zeil, und dasselbe gilt von den vier noch fehlenden
Augen. Zuerst erscheint von diesen der Sehnerv (Fig. 12)
als gelbliches Kügelchen , das ohne scharfe Grenze auf dem
Nervenring aufsilzt, genau in dem durch zwei ältere Ten-
lakel gezogenen Durchmesser. Von diesem hebt sich dann,
wenn er ziemlich seine definitive Grösse erreicht hat, die
anfangs querelliplische Blase ab (Fig. 11, .C), und endlich
tritt auf ihm die anfangs fast punklförmige aber schon jetzt
stark lichtbrechende Linse auf (Fig. 11, B).
Eiwa gleichzeitig mit dem Auftreten der Augen er-
scheint die erste Spur des Stiels in dem breiten Grunde des
noch kurzen Magens, an dessen Rand schon früher (Fig. 21)
die Nesselknöpfchen sichtbar geworden sind. . Der
Stiel.bildet anfangs einen ganz frei in die Magenhöhle ra-
genden Kegel , dessen Basis bei weiterem Wachsthume den
ganzen Grund des Magens füllt (Fig. 22). "Indem jetzt die
Magenwand mit dem Umfange der Kegelbasis verwächst, wird
320 Müller:
der: Magen natürlich ‚bei weiterer Verlängerung des: kegel-
förmigen Zapfens von dem Schirme abgehoben (Fig. 23, B)
und endlich aus der Glocke hinausgeschoben, und’ so ist
denn, bei einem Durchmesser von 3 bis 4 Mm. die: vollkom-
mene Liriopeform hergestellt. ' Mit ‚der Verlängerung des
Stiels hält ‚die Verlängerung des Magenrohrs gleichen Schritt,
so..dass ‘die ältesten Thiere sich ‚ebenso durch einen beson-
ders langen Magen, wie durch einen besonders langen: Stiel
auszeichnen.
Thiere, die vollständig und wohl entwickelt alle zwölf
Randanhänge tragen, sind nicht eben selten ; auffallender
Weise ‚steht dann hier deren Länge im umgekehrten Ver-
hältnisse zu ihrem Alter; indess pflegen früher oder später
die ‚ältesten für das erwachsene Thier äusserst winzigen
Tentakelchen sich zu verlieren und selten nur sieht man
eins oder das andere bei geschlechtsreifen Thieren erhalten.
Desterro, April 1859.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 5 bis 7 u. 13—20 sind 50mal, 9 u.10 sind 175mal, 11 u. 12
sind 350mal vergrössert. In allen bedeutet: F. Fangfaden, G. Ra-
diärgefäss, M. Magen, N. Nervenring, R. Ringgefäss,, S. ‚äussere
Grenze der Schirmhöhle, t. ältere, T. jüngere Tentakel, V. Velum.
Fig. 1. Liriope catharinensis (6mal vergr.), von den Fangfäden ist
kaum "/ der Länge gezeichnet.
„ 2. Magenstiel und Magen, unterm Druck des Deckgläs-
ehens -(30mal).
Nesselknopf vom Mundrand (150mal).
Stück des Fangfadens in mässiger Contraction (100mal).
Tentakel von aussen.
Ursprung desselben von innen.
Ursprung des Fangfadens von aussen.
Nesselzelle aus dem Endballen der Tentakel (500mal).
u. 10. Augen neben der Basis der Fangfäden.
Augen eines Thiers von 2,5 Mm. Durchmesser. A. von der
Basis der Tentakel. B. u. C. von der Basis der Fangfäden.
„ 12, Auge von der Basis des Fangfadens eines Thieres von 2,2. Mm.
Durchmesser.
a u u El
4
jet
Polypen und Quallen von St Catharina. 321
Fig. 13—20. Jugendzustände der Liriope catharinensis von 0,25 bis _
ala
n 22.
1 Mm. Durchmesser. — In Fig. 18 sind Magen und Ring-
gelässe wegen stark contrahirten Velums nicht sichtbar;
Fig. 19, B zeigt die Tentakel eingeschlagen. Alle Ansich-
ten sind von unten, mit Ausnahme von Fig. 13, B und
Fig. 15. ’ i
Magen eines Thieres von 2 Mm. Durchmesser (30mal), von
unten. i i
Magen eines Thieres von 2,2 Mm. Durchmesser , mit etwas
umgebogenem Mundrande.
A. Thier von 2,5 Mm. Durchmesser, in der Verdauung be-
grilfen, mit strotzend gefüllten Gefässen (16mal).
B. Magenstiel desselben (40mal).
Schematischer Längsschnitt durch den Ursprung der Tentakel,
n. Tentakelnerv? S. Schirm.
Schematischer Längsschnitt durch den Ursprung der Fang-
fäden.
Archiv f, Naturgesch XXV. Jahrg. 1.Bd. 21
Bemerkungen über Cypridina und eine neue Art
dieser Gattung (Cypridina oblonga),
Von
Dr. Ed. Grube.
(Hierzu Taf. XII).
Seitdem Milne Edwards die Gattung Cypridina auf-
gestellt hat, sind nicht weniger als 9 oder 10 Arten dersel-
ben aus europäischen und aussereuropäischen Meeren be-
schrieben worden, nämlich: }
Cypridina Reynaudi Mine Edwards Hist. nat. des Crust. Ill.
p- 409. pl. 36. fig. 5.
Aslerope elliptica Philippi Arch. f. Naturgesch. VI. 1. 1840.
p- 186. t. Ill. fig. 9—11.
C. medilerranea Costa Fauna del regno di Napoli 1845.
Crostac.
C. Mac Andrei Baird Ann. of nat. hist. 1848. Second ser. 1.
p- 21. pl. VI.
C. Adamsi Baird 1. c. p. 22. pl. VII.
C. zelandica Baird Ann. of nat. hist. 1851. Second. ser. Vll.
p. 430. 1852. VIII. p 58.
C. interpuncla Baird Ann. of nat hist. 1852. VIII. p. 58.
C. Mariae Baird 1. ce. p. 50.
C. globosa Liljeborg Cladocera, Ostracod. Copepod. 1853.
p- 171. tab. XVII. fig. 2—10, XVII. fig. I, 2, 3, 7.
C. excisa Stimpson Smilhs. contrib. to knowledge 1854. VI.
Marine Invertebr. of grand Manan p.39. pl. 11. fig. 28.
Ausserdem führt noch Dana *) 5 Arten auf: C. lu-
teola, punclata, olivacea, gibbosa, formosa, ohne zunächst
*) Silliman American Journal of science and ar!s. Second series
VII. 1849. p. 282.
“EEE
Grube: Bemerkungen über Cypridina. 323
eine Beschreibung hinzuzufügen. : Doch kennt! man von den
wenigsten ‚alle äusseren Körperlheile , von mehreren, bloss
die Schale, deren Form sich vielleicht, wie dies Zenker
von der nahe verwandten Galtung Cypris nachweist, ‚mit dem
Alter verändert, von einigen .die Beschaffenheit mindestens
eines Theils der Extremiläten, und nur: von einer haben wir
die ausführliche Darlegung aller Einzelnheiten' des; äusseren
Baues: wir verdanken sie Liljeborg. Auch über die Be-
deutung und Zahl gewisser Extremitäten weichen die An-
sichten auseinander. Ich werde daher sowohl bei der Be-
sprechung dieser Frage, als bei der Vergleichung mit der
hier neu zu beschreibenden Species Liljeborg’s Darstel-
lung der Cypridina globosa vorzugsweise. zu Grunde legen,
und auf seine Hauptfigur (tab. XVII. fig. 1) verweisen, | die
ich der Bequemlichkeit wegen auf meiner Tafel copirt habe,
Von der neuen Art stand ınir nur ein Weingeistexemplar zu
Gebote, und an diesem 'zerriss der Körper durch eine, un-
glückliche Wendung beim Herausnehmen aus der' Schale. so,
dass auch ich nicht im Stande bin , über alle Extremiläten
und über deren gegenseitige Lage befriedigend zu berichten.
Liljeborg charakterisirt die Galtung Cypridina, fol-
gendermassen:
Testae valvulae antice infra profunde sinuatae,, Oculi
2 eompositi. ‘Mandibulae nullae, maxillarum‘ vero 2dum par
appendice mandibuliformi instruetum. Maxillarum 3 pariaz
par 2dum appendicen branchialem gerens. Pedum tantum-
modo 1 par, natatorium. Appendix cylindrica, elongala arcuala
et annulata, apicem versus setifera, Ihoraci posteriori ulrinque,
pedum 2de paris gen. Cypridis loco, ovario adiacens; adlixa,
Abdomen poslicum in 2 laminas latas, poslice aculeatas,
divisum.
Milne Edwards erwähnt bei seiner Art, auf der ‚die
Galtung beruht, keines Schaleneinschnittes, der doch für den
Gebrauch der sogenannten Schwimmfüsse von grosser Be-
deutung scheint, und man könnte bei wirklicher Abwesen-
heit desselben mit Recht zweifeln, ob die ©. Reynaudii noch
zur Gallung Cypridina in dem obigen Sinne gezählt werden
dürfe , um so mehr, da auch noch‘ andere wichtige Abwei-
<hungen vorzukommen scheinen; indess macht es Liljeborg
324 Grube:
wahrscheinlich, dass Milne Edwards diesen Einschnitt,
der auch bei einer anderen ebenfalls indischen Art nur sehr
schmal aber tief sei, wohl übersehen habe. Die übri-
gen Abweichungen werde ich in Einklang zu bringen: ver-
suchen.
Weiter erscheint fraglich, ob Philippi’s Asierope
elliptica der Galtung Cypridina unterzuordnen sei. In der
Beschreibung dieser Art finden wir mancherlei Lücken, so
dass, ganz abgesehen von der entschiedenen ‚Existenz. eines
Schaleneinschnittes, diese Frage jetzt nicht gut entschieden
werden kann. Doch sagt Philippi ausdrücklich, dass .er
Cypridina aus eigener Anschauung kennen gelernt, und seine
neue Gattung 'mit dieser nicht vereinigen könne: beide seien
zu bedeutend verschieden. Jedenfalls werde ich sie in den
Kreis dieser Betrachtung ziehen.
Neben Cypridina stellt-Lil jeborg eine zweile Gattung
Philomedes auf, die sich dadurch: unterscheiden soll, dass
dem 2ten Maxillarpaare der mandibelförmige Anhang fehle,
und zwei unter den Endborsten der: sog. oberen Antennen
auffallend lang seien. ' Ueber den: ersteren Charakter bin ich
bei dem zu 'beschreibenden neuen ‚Crustaceum im Unklaren,
der andere ist aber gewiss nicht vorhanden, ich kann sie
daher nicht zur Gatlung Philomedes rechnen‘, ‚deren einzige
Art Ph. longicornis (l. c. tab. XAVl. fig. 4) überdies ‚nicht
sowohl einen: Schaleneinschnilt als einen seichten Ausschnitt
zeigt, sondern beschreibe sie vorläufig als Cypridina, wobei
ich freilich darauf hinweisen muss, dass die Extremiläten
der Cypridinaarten! in ihrer Form beträchtliche Abweichungen
zeigen; vielleicht Veranlassung genug zu weiterer Spaltung der
Gattung.
Unsere Cypridina oblonga entfernt sich durch ihre ge-
strecktere Schale (tab. XII. fig. 2,3) von den kurzen und ho-
hen Formen, zu denen €. globosa, Mac Andrei und Adamsi
gehören, und schliesst sich den miltelmeerischen Arten an,
die wir durch Philippi und Costa kennen. Bei, diesen
beiden ist die Schale im. verlikalen Durchschnitte Jlänglich
rund und an beiden Enden ziemlich gleich gerundet. . Wenn
die Zeichnungen vollkommen zuverlässig sind , verhält sich
bei:Asterope elliptica-Phil. ‚wie bei Cypridina mediterranea Cost.
Bemerkungen über Cypridina. 325
die Höhe zur Länge etwa wie 2:3, bei oblonga wie 1: 2'/,,
jene beträgt nämlich 0,27 Lin. rh., diese 0,69 Lin., und der
Querdurchmesser der zusammengeklappten Schale ist etwas
kleiner als 0,24 Lin., die Wölbung von rechts nach links also
sehr beträchtlich. Ihre Farbe ist wie bei C. mediterranea
weisslich, und ihre Wandung undurchsichlig, nur die Augen
schimmern bei unserer Art durch. Costa’s Figur zeigt,
obwohl dies in der Beschreibung nicht hervorgehoben wird,
eine dicht punktlirte Oberfläche: eine solche finden wir bei
fast allen Arten und die Punkte scheinen überall nichts an-
deres als Inserlionsstellen von Härchen, 'wie dies besonders
deullich Liljeborg dargestellt hat. Philippi erwähnt
nichts ähnliches und auch ich kann bei €.’ oblonga bei, kei-
ner Lage der Schale Punkte oder Härchen entdecken, einige
wenige Randhärchen ausgenommen. Ober- und Unterrand
der Schale sind fast ganz gerade und parallel, Vorder - und
Hinterrand ganz stumpf und ziemlich flach gerundet. Was
den für Cypridina charakleristischen Schaleneinschnilt unten
am Vorderrande betrifft, aus welchem das langborstige seit-
liche Extremilätenpaar recht wie ein Paar Ruder hervor-
tritt, so liegt er sowohl bei C. mediterranea als bei A. elli-
plica eigentlich am vorderen Theile des Unterrandes, und
seine Richtung geht von unten nach oben, wogegen er sich
bei ©. oblonga am -Vorderrande selbst, und zwar fast in der
Mitte seiner Höhe befindet, und eine beinahe horizontale Rich-
lung zeigt, wobei er nur elwas von vorn nach hinten in die
Höhe steigt. Die Ränder des Einschnittes sind bei A. elli-
plica auffallend verdickt und er selbst nur kurz und schmal,
die Ränder bei C. mediterranea erscheinen ebensowenig
verdickt als bei unserer Art, der Einschnitt selbst aber bei
0, mediterranea ziemlich lief und breit gerundet, bei unserer
Art schmal, linear und im Verhältnisse viel tiefer: er be-
trägt etwa '/, der Totallänge oder mehr, und kommt ‚dem
halben Abstande des Auges vom Vorderrande gleich. Bei
0. Mariae Baird von der Insel Skye, der einzigen, der noch
eine lesta elongalo-ovalis zukommt, soll der Einschnitt nicht
lief, die Oberfläche der Schale punklirt sein. Die Consistenz
der Schnlenwand anlangend, so fand ich sie biegsam: sie
nimmt leicht Eindrücke an, Costa dagegen nennt sie bei
326 Grube:
C. mediterranea ausdrücklich sehr fest und hart (valvole assai
spesse, dure).
Gehen wir nun zu dem Körper der Cypridinen selbst
über, so ähnelt dieser bekanntlich am meisten den Cypris
und Cylheren, weicht aber darin von beiden ab, dass er gar
keine in Klauen endende Beine besitzt, während bei Cypris 2%,
bei Cylhere 3 solcher an der hinteren Hälfte desselben in-
serirter Beinpaare vorkomwen. In dieser Beziehung wieder-
holt Cypridina gewissermassen die Cladocera, denen sich die
Gattung auch rücksichllich der zusammengeselzten Augen
anschliesst, die bei Cypris und Cythere fehlen. Sie stehen
bei unserer, wie bei allen Arten weit auseinander, hängen
mit der Schalenwand gar nicht zusammen , und lassen in
ihrem Umfange elwa 8 Linsen zählen. Dass ausser ihnen
noch einfache Augen vorkämen, giebt kein Beschreiber an;
doch habe ich an der Stirn, die in Gestalt eines kurzen
stumpfen breitbasigen Kegels vortritt, zwei deutlich rolhe,
ziemlich scharf umschriebene Punkte neben einander be-
ınerkt, die auch dem Zeichner, Herrn Assmann, auffielen
(tabs XII. fig. 5, 0%). Diese Punkte, auf deren nähere Un-
tersuchung ieh nicht eingehen konnte, dürften leicht die Be-
deutung von Sehorganen haben oder vielleicht Ueberreste
von solchen sein
Von den Extremitäten des in keiner Weise abgegrenz-
ten Kopfiheils machen sich zwei Paare sogleich bemerkbar,
beide mit Borsten besetzt und sehr ansehnlich. Das: eine,
dessen wir schon erwähnten , ragt seillich aus dem Ein-
schnitte der Schale hervor, dient augenscheinlich zum Rudern
und heisst bei Milne Edwards (pl. 36. fig. 5% c, fig. 5e),
Baird cl. e. pl. Vl. fig. 4. pl. VIL fie.3) und Liljeborg
(tab. XVII fig. 4, e, auf unserer Tafel fig. 1, e) dieSchwimm-
füsse, bei Costa (dl. ce. fig. 8) dieKiemen, bei Philippi
dl. c. tab. IM. fig. 11) die Antennen, bei Dana antennae
posticae; von dem anderen zunächst der verlikalen Mittel-
ebene und vorn liegenden Paare gucken bei unserer Art
meist nur: die Borsten der Endglieder am vorderen Rücken-
rande der Schale und zwar aus der Spalte zwischen ihren
Hällten hervor, die beim Oeffnen vor dem Rückencharniere
klafft Ctaf. XL üg, 2). Baird cl. c. tab. VI. fig. 3) und Lil-
Bemerkungen über Cypridina. 327
jeborg (tab.XV. fig. 4, a, b. auf unserer Tafel fie. 1, a, b)
nennen sie die oberen Antennen, Milne Edwards
d. ce. pl.36. fig. 5° a) die antennes superieures pediformes,
Dana die antennae anlicae, und das Paar, das bei Costä
dl. e. fig. 6) schlechtweg Antennen heisst, ist offenbar eben
dasselbe. Philippi erwähnt ihrer gar nicht. Die Form
und Behaarung dieser Gliedmassen muss in den verschiede-
nen Species bedeutender variiren, als das ersterwähnte Paar:
namentlich sind bald die Borsten des oberen (vorderen) Ran-
des, bald die an der Spitze ınehr entwickelt. Da diese An-
tennen ein starkes Knie bilden, so müssen im ersteren Falle,
wenn das Knie nach hinten, der Endschenkel desselben ho-
rizontal gerichtet ist, die Borsien gerade aus der Rücken-
spalte zwischen den Schalen, im anderen Falle, wie bei ©.
globosa über dem Vorderrande der Schale hervorragen. Ü.
medilerranea überlriffi in der Länge der Endborsten noch
die ©. globosa, indem hier der Abbildung nach dieselben
sehr viel länger sind als alle Endglieder der Antennen zu-
sammengenoimmen, und würde sich an Philomedes anschliessen.
Die Lage dieser Kopfextremität (von unserer Art lab. Xl.
fig. 4, A. und fig. A abgebildet), ihr Ursprung unterhalb und
vor den zusammengeselzien Augen und die Vergleichung
mit Cypris #) und Cythere #**) sprechen dafür, dass sie in
der That für die inneren oder vorderen Antennen
zu halten ist, die Lage der sogenannten Schwiinmfüsse (von
unserer Art tab. Xll. fi. 4, B und fie. B dargestellt), ihr
Ursprung nach aussen und hinten von jenen und die Ver-
gleichung mit den Daphnien, Lynceus u. 5. w. und den Lim-
nelis und ihren Verwandten weisen darauf hin, dass sie die
äusseren Antennen darstellen, die so häufig zu Ruder-
organen umgewandelt werden; an Kiemenfunktion ist gar nicht
zu denken. Die nährere Beschreibung dieser Theile von C.
oblonga werde ich weiter unten hinzufügen.
Ein drittes Paar Kopfextremitäten ebenfalls nach vorn
gerichtet (Liljeborg tab. XVIl. fig. 4, e,d, copirt fig. 1, c, d)
*) Zenker im Aıchiv für Naturgeschichte 1854. tab. I. fig. 1.
l, fie. 2.
) Lenker. e. tab. IV. fig.1, a.
328 Grube:
liegt nach, innen ‚von den Ruderantennen‘ und unter. den
oberen Antennen, und entspringt weiter nach hinten rechts
und links von der Oberlippe (lab. XII. fig. 4, c. fig. C). Es
wird von Milne Edwards dl. c. pl. 36. fig. 5°. d) als An-
tennes pediformes de la seconde paire bezeichnet, von Baird
und Liljeborg als untere Antennen, von Costa
(l. ec. fig. 7) als Palpenfüsse oder Antennen des
zweitenPaares, vonDana als Pedes mandibulares, Phi-
lippi hat es bei Asterope elliplica weder abgebildet noch
beschrieben. Sie ähneln den oberen Antennen, sind eben-
falls knielörmig gebogen, aber so, dass der Endschenkel des
Knies immer nach unten und etwas nach hinten gerichtet
ist, geben jenen auch an Grösse nichts nach und kommen
erst: recht zum; Vorschein, wenn man die äusseren Antennen
forlgenommen hat. Trotz seiner eigenthümlichen Gestalt
kann man es wohl, keinem anderen Theile als den Mandibeln
parallelisiren. Dafür spricht vor allen dieLage (Liljeborg
tab, XVII. fig. 10); was die Gestalt betrifft, so weicht diese
allerdings auf den ersten Anblick selbst von Cypris und Cy-
there bedeutend ab, lässt sich aber doch auf das gleichna-
mige Organ derselben leicht zurückführen. Bei beiden ha-
ben die Mandibeln Palpen, und noch am Grunde: derselben
einen Anhang *), doch die Lade ist kräflig ausgebildet, die
Palpe nur, kurz aber doch 5-gliedrig; bei Cypridina dagegen
sind vorzugsweise die Palpen entwickelt, indem sie durch
Streckung der unteren Glieder sich fussförmig verlängern,
der Anhang fehlt nicht und ist bei unserer Art sogar sehr
ansehnlich, die Lade selbst scheint verschieden geslaltet.
Liljeborg sagt, die Mandibeln fehlten gänzlich, giebt aber
wie Dana, drei Paar Maxillen an, von denen das erste
Paar in mehrere an den Enden mit Borsten versehene Lap-
pen zerschlitzt ist, und keine Palpen führen soll: ich glaube,
dass dieser Theil mit Liljeborg’s unteren Antennen zu-
sammengehört und nur den Grund- oder Ladentheil dersel-
ben, d. h, unserer Mandibelpalpen darstellt.
Milne Edwards führt ein Paar Mandibeln (. c. pl. 36.
fig. 5°) und zwei Paar Maxillen auf: auch seine Mandibeln,
*) Zenkerl. c. tab. I. fig. 4. tab. IV. fig. 4.
Bemerkungen über Cypridina. ® 329
die übrigens einfacher aussehen, führen ‘keine Palpen ‘und
ieh: vermulhe hier in gleicher Weise, dass sie nur von sei-
nen Anternes peliformes de la seconde paire, (unseren Man-
dibelpalpen) abgelöst sind. ‚Auch bei O©. oblonga habe ich
dies Extremilälenpaar nicht befriedigend herauspräpariren
können, es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass das auf-
fallend gestaltete Blatt E (tab. All. fig. 4) der Lade der Man-
dibelpalpen entspricht, und dass Baird’s fig. S auf seiner
VII. Tafel (von ihm fraglich als Mandibel bezeichnet) , den-
selben Theil darstellt. Ist dies nicht der Fall, so müsste das
Blatt E zum ersten Maxillenpaare gehören.
Bestäligt sich meine Hypothese, so sind die Angaben
der verschiedenen Beschreiber über die übrigen Mundtheile
sowohl. unier sich als gegenüber der Darstellung der ent-
sprechenden von Cypris , zum Theil auch Cythere, in Ein-
klang; dann ist es überall das erste Maxillenpaar, welches
sich durch einen grossen mil langen Randhaaren besetzten
blatlförmigen Anhang auszeichnet: bei Cypris nach Zenker
l, ce. tab. I. fiz.1. 1. fig. 5, bei Cylhere nach demselben
tab, IV. fig. 5, bei Cypridina globosa nach Liljeborg l. c.
tab. XVII. fig. 4, g, h, Cin Copie auf unserer Tafel fig. 1. g, h),
bei C. mediterranea nach Costa, der in demselben eine
Wiederholung des Respirationsorgans sieht 1. ec. fig. 115
Milne Edwards (pl. 36. fig. 5%) und Baird (pl. VI. fig. 6)
stellen, wie Philippi (lab. I. fie. 11, C) bei Asterope bloss
den betreffenden Anhang dar, den auch ich nur gesehen
habe (tab. 1. fig. 2). Der eigentliche Stamm dieses Extremi-
lälenpaars lrägt bei Cypris wie bei Cypridina nach Zenker
und Liljeborg am unteren Rande noch eine ganze Reihe
sehr schmaler am Ende mit Haaren beselzter Läppchen, ganz
ähnlich wie bei meinen präsumirten Mandibeln von Cypri-
dina globosa.
Auf’ dieses erste Maxillenpaar (bei Liljeborg das 2le
genannt), folgt bei Cypridina ein kleineres blatlarliges Ex-
Iremilälenpaar, Milne Edwards 2tes Maxillenpaar (pl. 36.
fig. öe), Liljeborg’s 3tes Maxillenpaur tab. XVII. fig. 4, i,
(Copie tab. XII. fig. 1, i) , tab. XVII. fig. 1, das dem vor-
hergebenden ziemlich ähnlich, bei Cypris etwas abweichend
ist (Zenker |. c. tab. I. fig. 6), bei meiner Cypridina ob-
330 c Grube:
longa habe ich von ihm, wie ich glaube, nichts als das
schmale Blatt tab. I. fig. g zu sehen bekommen, das an den
Theil 2—5 in Zenker’s Figur 6 erinnert, bei Baird ver-
mulhlich dem oberen Blatte in pl. VII. fig. 6 entspricht. Bei
Cythere soll dies Paar gänzlich fehlen oder vielmehr durch
ein eigenlliches stielförmiges Fusspaar mit Endklaue ersetzt
werden, bei Philomedes kommen beide Paare vor, haben aber
ein ziemlich veränderles Aussehen , namentlich ist nirgends
von dem grossen am convexen Rande mit Borsten versehe-
nen blallförmigen Anhang die Rede Die dann noch folgen-
den eigenllichen Fusspaare von Cypris und Cylhere fehlen
merkwürdiger Weise Cypridina gänzlich; so dass sich am
Abdomen bloss ein Schwanzanhang entwickelt. Die Gattung
bildet in dieser Hinsicht ein wahres Extrem in der Reihe der
Crustaceen, den Gegensatz zu Apus und Estheria.
Zur Charakteristik der Cypridina oblonga wird es er-
forderlich sein noch näher auf die Gestalt der bisher allge-
meiner besprochenen Theile einzugehen :
Die oberen Antennen (lab. All. fig. A) lassen mit
Sicherheit nur fünf Glieder unterscheiden, ein langes bildet
den angeheftelen, die andern vier den freien oder Endschen-
kel des Knies, das 2te ist doppelt so lang wie jedes der bei-
den folgenden, und trägt auf dem Rückenrande nur 1 starke,
am Endtheile lang behaarte Borste, nahe dem Ende, das 3te
quadratische, dagegen 7, von denen die hinteren jener ähn-
lich, die 3 anderen glalt sind, und am Bauchrande nahe dem
Ende eine einfache, sehr viel kürzere und zarte Borste. Am
Aten und zwar an dessen Bauchseite kommt nur eine aber
sehr ansehnliche, an der Spitze in einen Fächer von Strah-
len auslaufende schräg nach vorn gerichtete Borste vor,
während das fünfte oder Endglied, welches sehr kurz ist
und sichnach dem fast abgestutzten Ende, etwas verschmä-
lert, in 8 dicht an einander gedrängte, ziemlich starke, theils
spärlich gefiederle Borsten ausläuft. Ansehnliche verhältniss-
mässig zum Theil noch längere Endborsten zeichnen dies
Antennenpaar auch bei anderen Arten aus. Die Reihe von
Rückenborsten aber ist, so weit die Vergleichung reicht, für
C. oblonga charakteristisch. Das lange Basalglied trägt gar
. keine: die Muskeln sind in allen Gliedern stark entwickelt,
Bemerkungen über Cypridina. 331
Die äusseren Antennen (tab. XII. fig. B) bestehen
bei allen Cypridinen aus einem überaus dicken birnförmigen
Grundgliede, an welches knieartig eine mehrgliedrige, an
der Endhälfte mit sehr langen Borsten beselzte Geissel ge-
fügt ist. Die Antennen müssen ein ausnehmend kräfliges
Bewegungsorgan abgeben, wenn sie auch nicht, wie bei den
Limnetis , Estherien und Cladoceren, die zweiäslige Gabel-
form besitzen. Die Geissel, etwa um !/, länger als das dicke
Grundglied, besteht aus neun Gliedern, von denen das erste
das längste und wenig kürzer als alle andere zusammen ist:
diese von ziemlich quadralischer Form, sich aber allmählich
verschmälernd, tragen die langen Borsten, welche an den
Seiten der Schale hervorragen und zuerst in’s Auge fallen,
und zwar jedes eine Borste an seiner Aussen- und Vorder-
seile, das letzte aber vier Endborsten. Die Seitenborsten
sind fast um die Hälfte länger als die Geissel selbst, unter
sich ziemlich gleich lang und in ihrer ganzen Länge dicht
und zierlich geliedert, die Endborsten bedeutend kürzer und
zwei davon nicht geliederl. Am ähnlichsten sieht dies An-
tennenpaar bei ©. mediterranea aus; die in der Abbildung
mit 1—5 bezeichneten birnförmigen neben einander liegen-
den Partieen des Grundgliedes, welche durch dessen Wand
durchschimmern und sacchi, di cui si compone tulta la ca-
vila respirante bezeichnet werden, sind wohl nichts anderes
als die überaus stark entwickelten Muskelmassen. Bei €.
globosa nehmen die Borsten gegen die Spitze der Geissel
allmählich an Länge ab, und die längste kommt höchstens der
Geissel gleich, die Zahl der Glieder ist auch hier 9, bei ©.
Mac Andrei und Adamsi nur 7.
An dem dicken Grundgliede und zwar an der unteren
Seite desselben, nicht weit von der Einlenkung der Geissel,
beschreiben sowohl Liljeborg bei. globosa als Baird bei
0. Adamsi und Mac Andrei einen griffelförmigen 2-gliedrigen,
nur kurz und späriich behaarten Anhang, der bei ©. globosa
und Adamsi an Länge weit hinter der Geissel zurücksteht, bei
©. Mac Andrei nur wenig kürzer aber dünner und wohl
jedenfalls als Analogon des zweiten Astes der gabligen Ru-
derantennen von Limnelis, Daphnia u, a. zu betrachten ist.
Milne Edwards, Philippi und Costa gedenken eines
332 Grube:
solchen Anhanges nicht, bei C. oblonga ist er, wie Figur B
zeigt, sehr unbedeutend, dünn und kurz, ohne Andeulung
von Gliederung und nur wie eine starke leicht gekrümmte
Borste gestaltet.
Die Mandibelpalpen ctab. XIl. fig. C), Liljeborg’s
sogenannte untere Antennen, sind von mir nicht mit allen, wie
ich glaube, dazu gehörigen Theilen der Basalparlie im voll-
ständigen Zusammenhange beobachtet worden: ich sehe an
ihnen 5 Glieder, von denen das 2te und 3te ein Knie bilden,
das längste das Grundglied, elwa 3mal so lang wie hoch,
an seiner Unterseite einen ansehnlichen scharf gekrümmten
nach ‚hinten gestreckten Haken Irägl; die anderen Glieder
sind nur mit Borsten versehen, und zwar das zweite bloss
mit zwei kurzen, etwas spindelförmigen am Unter- und eine
am Oberrande, jene ganz hinten, diese ganz vorn gelegen,
das te, welches weit in das 2te zurücktreten kann, auch nur
mit einer oberen, aber drei unteren, sehr langen durchweg
geliederten Borsten, welche dicht hinter einander und unmit-
telbar hinter dem Knie sitzen; das 4te Glied, länger und
etwas schmäler als das 3te, kürzer als das 2te und elwa
2mal so lang wie breit, besilzt vier slärkere sanft gekrümmte,
gegliederte aber nicht geliederte Borsten am Rücken- und
eine am Bauchrande, letztere am Ende des Gliedes, erstere
in gleichen Abständen verlheilt, und ein kurzes dreieckiges
Endglied , dessen Unterseite 7 von der Spitze anfangende
Borsten einnehmen, kürzer als die ebenbeschriebenen aber
sonst ihnen ähnlich. Wie sehr die Gestalt und Behaarung
dieser Gliedmaasen bei C. globosa, Mac Andrei, Adamsi und
andern Arten abweicht, zeigen auf den ersten Blick die be-
treffenden Abbildungen.
Am Ursprunge dieser Mandibelpalpen und zwar an ihrer
Aussenseite sass das sichelförmige, durch die Länge, Fein-
heit und grosse Zahl der gefiederten Haare auffallende Blatt,
mit welchem sein concaver Rand beselzt ist (tab. Äll. fig. D,
fig. 4, DJ); am Grunde desselben liessen sich noch zwei Lap-
pen unterscheiden , ein grösserer schief lanzellförmiger von
etwa halber Länge ganz haarlos (d‘) und ein viel kleinerer,
schief herzförmiger, wenig abgelöster (d“), dessen Unterrand
vier sehr weitläufig stehende zart gefiederte Haare lrägt.
Bemerkungen über Cypridina. 333
Wenn ich mich recht erinnere, lag der haarlose Lappen nach
innen von dem sichelförmigen Blatt. Ganz ebenso gestaltete
Anhänge finde ich bei keinem Beschreiber einer anderen Art
abgebildet: nur der von Baird bei C. Adamsi dargestellte
Theil pl. VII. fie. 7, den er als 2tes Kieferpaar bezeichnet,
erinnert lebhaft daran durch die zarte und lange Behaarung
seines Innenrandes und auch seine Gestalt nähert sich der
Sichelform. Dass jedoch dieses Blatt als 2tes Kieferpaar
hinter dem grossen am Aussenrande mit Borsten besetzten
(Baird's erstem Kieferpaar) gelegen haben soll, widerspricht
meiner Beobachtung.
Im Ungewissen bin ich über die Bedeutung eines dün-
nen, griffelförmigen, aus zwei gestreckten Gliedern bestehen-
den Anhangs, den ich an der Oberlippe nach aussen von dem
einen der rolhen augenförnigen Punkte hervortreten sah
(tab. XI. fig. A, a): ich habe ihn nur einmal, und nur auf
der rechten Seite bemerkt: sollte er zum inneren Antennen-
paare gehören? Er scheint mir von seinem Grunde herzu-
kommen.
Weiter muss eines von allen Beschreibern erwähnten
und für Cypridina und Philomedes charakteristischen Organs
gedacht werden: ich meine den langen, biegsamen nach hin-
ten gekrümmten Griffel (tab, XI. fig.W, fig. 4, w. Liljeborg
tab. XVIl. fig. 4, k. Copie fig. 1,k), der jederseits etwa in
der Mitte der Körperlänge von der Flanke emporsteigt, und
über den Rücken hinausragt.. Philippi's Figur stellt durch
ein Versehen beide auf derselben Seite des Körpers dar.
Dieser Griffel erscheint bei allen Arten dichtgeringelt, gegen
das Ende mehr oder minder verdickt und hier mit Haaren
besetzt; an unserem Thiere standen die Haare, wie bei Aste-
rope und Ü. Mac Andrei zerstreut und spärlich , während
sie bei C. Adamsi jederseits eine längere Reihe bilden, das
Ende selbst fand ich stumpf und mitten eingekerbt, wie auch
Liljeborg abbildet, und beide Ränder der Kerbe kurz be-
haart. Ueber die Ansatzstelle dieses Organs bin ieh nicht
vollkommen sicher: es scheint mir von der Flanke des Lei-
bes selbst, oberhalb und hinter der Insertion des ersten Ma-
xillenpaars abzugehen, von dessen grosser Anhangsplatte
sein unterer Theil etwas verdeckt wird. Liljeborg giebt
334 Grube:
ausdrücklich an, dass es hinter dem 2ten (seinem 3ten) Ma=
xillenpaare entspringe, während es Costa vor derMitte ‚der
grossen Anhangsplatte des 1sten Maxillenpaars ansilzen ‚lässt.
Alle, ausser Philippi und Liljeborg, die sich über die
Funktion dieses Organs nicht‘ entschieden, und es nur ‚als
„geringelte Fäden“ und appendix annulata beschreiben,
stimmen «darin überein , dass es zum Hallen der Eier diene
und so dein 2ten nach oben gerichteten Fusspaare von Cypris
enispreche, von dem Zenker freilich sagt, dass dieEier keines
solchen Halts bedürften. Mich errinnerte. dieser biegsame
Griffel sogleich an das ganz ähnlich gebildete Organ, wel-
ches bei dem Weibchen von Limnelis brachyurus als Rückenast
des ten und 1Oten: Fusspaars auftritt, und hier, wieLievin
und ich beobachtet , nicht zum Halten, sondern zum. Tragen
der Eier dient, indem sie sich um dasselbe zu. einem. Klum-
pen backen. Dies wiederholt sich bei Estheria und Linmadia:
Bei Cypridina ‚scheint es nun gar nicht mehr zur Bildung
einer ‘freien Fussplatte zu kommen und bloss dieser ‚Anhang
ausgebildet zu sein, den Baird geradezu oviferous. feet
nennt, und Dana alsPes ad ova perlinens bezeichnet. Was
die vier wurstlörmigen hinter demselben am Rücken empor-
stehenden Körper bedeuten, die Philippi an seiner Asterope
abbildet, ist nicht näher angegeben, sind es vielleicht abge-
löste und dort angebackene Eierklumpen ? Bei den Limne-
tis führen nur die Weibchen dergleichen Griffel, ebenso bei
dem Limnadien und Estherien , von welchen letzteren ‚man
dagegen die Männchen an der Greifklaue des Isten und 2ten
Fusspaars erkennt: auffallend ist es nun, dass eine ähnliche
Greilklaue nach Costa auch an dem ersten Maxillenpaare
seiner 0. elliptica vorkomml, während gleichzeilig. jene gril-
felarligen Organe auftreten.
Hinten läuft der Körper der Cypridinen in. zwei. dicht
neben einander liegende Blätler aus: sie sind von rechis
nach links zusammengedrückt, und am Hinter- oder Unter-
rande mit einer Reihe starker rückwärts gekrümmter an Länge
abnehmender Dornen besetzt. Bei unserer Art sind: diese
Blätter sehr fest und minder gross als bei C. globos@, Mac
Andrei und Asterope elliptica, nicht sowohl dreieckig oder
sichelförmig wie bei ©. Adamsi als abgestulzt trapezoidal;
E
L
7
4
£
E
Bemerkungen über Cypridina. 335
der Rand, der die Dornen trägt, ist die kurze freie hintere
Seite des Trapezes, die Dornen selbst, wie bei den anderen
Arten, an dem concaven Rande mit kleinen , ziemlich weit-
läufig stehenden Zähnchen besetzl, die Zahl der Dornen aber
nur 8.
Demnach würde die Charakteristik unserer Cypridina
oblonga sich folgendermassen herausstellen:
Cypridina oblonga: Testa albida, cx ovali oblonga, ventri-
cosa, glabra, margine dorsuali et ventrali paene reclis, incisura
marginis anterioris profunda, lineari, paene horizontali, anten-
nis anlerioribus supra serie selarum fortium pinnatarum, apice
similibus et 1 inferiore crassiore, extremilate radiala, armalis,
Nlagello antennarum exteriorum 9-arliculo, selis aeque longis,
flagello paene dimidio longioribus, palpis mandibularibus
erassis, arliculo antepenullimo selis ventralibus 3 longis pin-
nalis, a. penultimo setis dorsualibus 4et ventrali 1, a. ultimo
selis 7 brevioribus munilo, appendice basilari faleiformi, selis
longissimis, densis peclinalo, spinis laminarum caudalium 8.
Long. 0,69 unc.
Gefunden wurde diese Art an der Küste der Insel Cherso,
unweit der Stadt gleiches Namens.
Erklärung der Abbildungen.
Tab. Xll.
Fig. 1. Copie von Cypridina globosa Liljeb. nach Liljeborg Clado-
cera ete. (tab. XVIl. fig. 4). Ansicht eines Weibehens nach
Ablösung der linken Schalenklappe.
a.b. Obere Antennen Liljeb. (Innere oder vordere Anlennen Grube.)
ed. Untere Antennen Liljeb. (Mandibelpalpen Grube.)
e. Der linke Schwimmfnss Liljeb. (Die linke der äusseren Anten-
nen Grube.)
f. Die linke Maxille des Isten Vaares Liljeb. (Die linke Mandi-
bellode Grube.)
g: Die linke Maxille des ten Vuures Liljeb. (Die linke Maxille
des Isten Paares Grube.)
lu Kiemenanhang derselben Liljeb.
i, Die linke Maxille des Isten lanres Liljeb. (Des 2ten Paa-
res Grube.)
Grube:
Der linke geringelte Anhang.
Linker Eierstock.
Linker Ramts abdominalis.
Die zusammengesetzten Augen.
Alle übrigen Figuren beziehen sich auf Cypridina oblonga.
» 2. Cypridina oblonga in ihrer Schale, von der rechten Seite
gesehen, etwa 13mal vergrössert: zwischen den Klappen
der Schale ragen vorn nach oben die Borsten der vorderen
Antennen, aus dem Einschnilte des vorderen Schalenrandes
die Geissel der äusseren Antennen der rechten Seile, am
Vorderrande hinter der Mitte das rechte der beiden Blätter
oder Platten vor, in welche das Abdomen ausläuft,
3. Die Schale desselben Thieres vom Rücken gesehen, bei glei-
cher Vergrösserung.
4. Ansicht der vorderen Körperhälfte mit ihren Anhängen, so
weit sie im Zusammenhange klar gemacht werden konnten,
von der linken Seite gesehen, noch stärker vergrössert.
Innere oder vordere Antenne.
Aeussere Antenne.
Mandibelpalpe.
Sichelförmiger Anhang am Grunde derselben.
Ladentheil der Mandibeln: den Stummel, der unmittelbar dar-
über erscheint, halte ich für die Oberlippe.
Grosser blattförmiger Anhang des 1sten Maxillenpaares.
Anhang des 2ten Maxillenpaares.
Zusammengesetztes Auge.
Griffelförmiger Anhang an den sich wahrscheinlich die Eier
nach ihrem Austritte heften.
5. Ansicht des vordersten Körpertheils von oben. Die Theile
sind nicht alle ausgezeichnet. a zweigliedriger Griffel
an der Innenseite der inneren Antennen. 0‘ zwei scharf
umschriebene rothe Punkte an der Stirn, vielleicht einfache
Augen. Die Bedeutung der übrigen Buchstaben wie in
Figur. 4.
A,B, C u.s.w. Die einzelnen Extremitäten (i. w. $.) noch
stärker vergrössert, von ihrer Aussenseite.
A. Innere Antenne mit dem zweigliedrigen Griffel a, der an
ihrem Grundgliede zu sitzen scheint. Man sieht deutlich
die Muskeln, die zu jeder einzelnen Borste gehen.
B. Aeussere Antenne, b die stark gekrümmte Borste an ihrem
Grundgliede.
€. Mandibelpalpe. Das 3te Glied (III) erscheint hier grossen-
theils in das 2te zurückgezogen, e der hakenartige Fortsatz
an der Unterseite des Grundgliedes.
u N EL
Fig. D.
Bir:
BR,
len
Be yy:
BET.
Bemerkungen über Cypridina. 337
Der sichelförmige zarte Wulst, welcher aussen am Rande
der Mandibelpalpe zum Vorschein kommt, wenn man die
äusseren Antennen aufhebt oder fortpräparirt. Die einfie-
drigen Borsten, die kammarlig seinen concaven Rand beset-
zen, sind die zarlesten unter allen sonst bei dieser Art
vorkommenden; d‘, d“ zwei sehr zarte Lappen dieses Blat-
tes, von denen jener vier Borsten trägt , dieser ganz glatt
ist, aufgehoben dargestellt.
Das Blatt, das nach meiner Untersuchung der Mandibellade
entspricht; m ein Muskelstrang, der in senkrechter Rich-
tung aufwärts steigt und, sich neben der Oberlippe inseriren
muss; e‘ der freie nach vorn vorragende vordere Theil
der Lade. £
Der grosse blattförmige Anhang des Isten Maxillenpaares.
Der schmale blattförmige Anhang, der mir zum ?2ten Ma-
xillenpaar zu gehören scheint.
Wie oben.
Die beiden, dicht an einander liegenden Blätter, in welche
das Abdomen hinten ausläuft; t das rechte, t‘ ein Stückchen
mit der vordersten Borste des linken Blattes.
Archiv f. Naturgesch, XXV, Jahrg. 1, Bd. 22
Ueber Haarsackmilben und Krätzmilben.
Von
Franz Leydig
in Tübingen.
(Hierzu Taf. XII).
Henle ') und Gustav Simon 2) entdeckten bekannt-
lich in den Haarbälgen der menschlichen Haut ein eigen-
ihümliches milbenarliges Geschöpf, das bald die Aufmerk-
samkeit der Zoologen und Dermatopalhologen auf sich lenkte
und, was gewiss weniger zu billigen ist, in kürzester Zeit die
verschiedensten Benennungen trug. Der um die systematische
Stellung des aufgefundenen Thierchens um Rath gefragte
Erichson halte für dieSimon’sche Abhandlung den Namen
Acarus folliculorum vorgeschlagen. Der nächste Beobachter
Miescher 3) nannte das Thier Macrogasler platypus. Darauf
fand man auch in England die Haulmilbe; Wilson!) ge-
braucht die Bezeichnung Entozoon folliculorum, Owen führte
den Galtungsnamen Demodex ein. Endlich belegte Ger-
vais’) die Gallung mit dem Namen Simonea. Inzwischen
1) Oeflentlicher Beobachter. Zürich, Dezember 1841. Doch macht
auch Berger (Froriep's n. Notiz. Bd. 35) Ansprüche auf die Priorität
der Entdeckung dieses Schmarotzers geltend.
2) Froriep’s neue Notizen Bd.21. S. 218 und Müller's Ar-
chiv f. Anat. u. Physiol. 1842. S. 218.
3) Bericht über d. Verhandlungen d. naturforsch. Gesellsch. in
Basel vom August 1840 bis Juli 1842. Basel 1843.
4) Ann. nat. hist. XII und Phil. Transact. Roy. Soc. 1844. Drei
Jahre später in der zweiten Ausgabe seiner Hautkrankheiten (on dis-
eases of Ihe skin. London 1847) hat er wieder einen neuen Namen
angewandt: Stealozoon.
5) Hist. nat. d. Apleres.
u a nd I un
u u a
Leydig: Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 339
hatte man auch schon gefunden, dass ein ähnliches oder das
gleiche Thier bei manchen Säugelhieren in der Haut lebte.
So zeigte Tulk der Microscop. society im Dez. 1843 eine
solche Milbe aus Haulpusieln eines Hundes vor. Ebenfalls
beim Hunde beobachtete G ruby !) den Acarus in gros-
ser Menge.
Ich selbst bin zu den nachfolgenden Untersuchungen
dadurch veranlasst worden, dass ich bei einer wohlerhalte-
nen surinamischen Fledermaus (Phyllostoma hastalum) am
Bauche eine kleine, etwa erbsengrosse Geschwulst antraf,
gefüllt mit einer weisslichen, anscheinend käsigen Masse, die
aber mikroskopisch aus Hauttalg und zahllosen Haarsackmil-
ben bestand. Eine feine Messerspilze voll solcher Masse
unter das Mikroskop gelegt, brachte immer gleich Hunderte
der Thierchen zur Ansicht. Zu eben dieser Zeit mit Studien
über die Haut der Säugelhiere beschäftigt, erhielt ich die
Schnauze eines „räudigen“ Hundes, bei welchem die Haar-
sackmilbe durch übergrosse Menge die Haulkrankheit er-
zeugt hatte. Später traf ich auch an einer wirklich räudigen
Katze zugleich mit der Krälzmilbe den Acarus folliculorum
an und da denn doch die Nalurgeschichte ‚dieses Parasiten
noch viel Rälhselhaftes hat und es bis jelzt noch nicht einmal
gelungen ist, bestimmte innere Organe nachzuweisen, so
mögen vielleicht einige Miltheilungen über Organisation und
Speciesverschiedenheiten nicht unwillkommen sein 2).
Am besten beschrieben und gezeichnet ist unser Thier-
chen bei Simon; einen nur geringen Werth möchte ich
den zahlreichen Figuren zugestehen (ces sind deren 42 auf
drei Quarliafeln), welche Wilson seiner Abhandlung bei-
giebt, troizdem, dass sie zum Theil mit einer kolossalen Ver-
grösserung (z. B. Fig. 9. u. 10) gezeichnet sind. Ich will
mich nicht auf eine abermalige vollständige Beschreibung der
1) Compt. rend. XX p. 569. emtsanr A.of Ger du?
2) Auf die vielen Beobachtungen, welche Dr, Gros über Mil-
ben mitgetheilt hat (Bull. d. l. soc. imp. d. Moscou 1845) kann ich
nicht wohl Rücksicht nehmen, da mir die Originalabhandlung nicht
zu Gebote steht und was in Auszügen darüber zu lesen ist, mir kein
rechtes Vertrauen zu den Angaben dieses Autors erweckt,
ode
340 Leydig:
äussern Gestaltverhältnisse einlassen, sondern nur einiger
Theile gedenken. Besonders schwierig ist die Mundge-
gend zu erforschen und ich habe in Fig. 10 die Mundtheile
der von Phyllostoma gewonnenen Thiere und Fig. 4 die der
Hundsmilbe genau abzubilden gesucht, ohne dass ich mir
gelraule, die Bedeutung jeder Linie zu eniziffern , obschon
ich mich im Ganzen der Simon’schen Erklärung anschliesse
und den Mund aus zwei seillichen Körpern oder „Palpen«“
und einen zwischen diesen befindlichen „Rüssel“ bestehen
lasse. , Die Palpen haben vorn mehrere nach unten vorsprin-
gende Höcker, welche man ebendeshalb bei der Bauch- oder
Rückenlage des Thieres nur in Form kleiner Ringe sieht.
Im Rüssel unterscheidet man eine Art Stilet.. Weiter ins
Einzelne beschreibt Miescher (a. a. ©.) die Mundlheile.
Bei Wilson ist dann die Mundgegend noch viel detaillirter
dargestellt und es werden da unter Anderem vier Labral-
und drei Labialpalpen, worüber indessen schon Erichson
in dem betreffenden Jahresberichte den Kopf schüttelt, be-
schrieben; auch könnte allerdings die riesige Vergrösserung,
die ich mit meinem Mikroskope nicht zu Wege bringen kann,
Respect einflössen,, allein es liegen zu oflenbare Irrihümer
vor, als dass man nicht auch an ‚den anderen Angaben
zweifeln sollte. So, um nur eins anzuführen, entdeckte
Wilson am Kopfe des Schmarolzers Augen, indem er zweien
Verdiekungen der Cuticula diese Bedeulung beilegt. Der
Acarus folliculorum hat keine Spur von Augen, was auch
bereits Miescher hervorhebt.
Auch bezüglich der Fusskrallen kann ich mich
nicht so bestimmt ausdrücken , wie dies Andere !hun. Ich
sehe.zwar, dass das Endglied der Beine dreispilzig ist, und
dass diese Spilzen oder Krallen am vordersten Fusspaare
am slärksten sind, auch nach hinten elwas an Länge abneh-
men, aber bei hoher Vergrösserung will es mich bedünken,
dass jedes Bein- eigentlich nur zwei Krallen habe, eine grös-
sere und eine kleinere, und dass die dritte Spitze nur ein
im Durchschnitle gesehener End- oder Haftlappen wäre. Die
Kleinheit des Gegenstandes ist Schuld, dass man über solche
Dinge schwer ins Reine kommt.
Die zierliche feine Querriefelung der Culicula, wie
u,
IE TEE EEE en pe
=.
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 341
sie zunächst am Hinterleibe auffällt, und welche man nach
allen bisherigen Beschreibungen auf das Abdomen beschränkt
sein lässt, erstreckt sich nach meiner Beobachtung auch noch
über das Bruststück wege. Wilson wollte in dem feinge-
ringelten Ansehen des Abdomens eine wahre Gliederung des
Hinterleibes erblicken, obschon es sich nur um eine Art
Hautseulptur handelt, wie sie eben in dieser Form bei den
Arachniden sehr gewöhnlich ist. Noch besitzt aber ausser-
dem die Haut des Bruststückes einige andere Relieflinien,
nämlich einen mittleren Längskamm und zwei seitliche nach
den Arten entweder mehr gerade verlaufende oder gebogene
Leisten (vergl. Fig. 6 u. 8).
Was die inneren Organsysteme betrifft, so habe ich
weder vom Nerven- noch vom Muskelsysteme etwas wahr-
nehmen können, zweifle indessen nicht im mindesten daran,
dass beide da sind, denn die am lebenden Thier zu beob-
achtenden Bewegungen der Beine, der Palpen u. s. w. spre-
chen, da sie in gleicher Weise, ‘wie bei den übrigen Ar-
ihropoden geschehen, für das Dasein von Muskeln und der
in der äusseren Gestalt bestimmt ausgeprägte Arthropoden-
typus wird wohl nicht ohne die Existenz eines Nervensystems
gedacht werden können. Der winzige Umfang des Thieres
und der gegenwärlige Zustand unserer Mikroskope sind nach
meiner Ueberzeugung die Ursache, dass wir weder der Mus-
keln noch der Nerven ansichlig werden können. Elwas mehr
gelang es mir, namentlich an der Milbe des Phyllostoma, den
Nahrungskanal kennen zu lernen. Zunächst spreche ich
einen hinter dem Rüssel sich bemerklich machenden Ring
Cauf Fig. 4 und Fig. 10 sichtbar) als den scheinbaren Quer-
schnitt des beginnenden Schlundes an. Bei der Seitenlage
des Thieres oder auch bei solchen, welche den Rücken dem
Beschauer zukehren, unterscheidet man ferner im Bruststücke
ein zwar sehr zart gerandeles, aber doch unverkennbar
längssireifiges Organ, welches ich für die Foriselzung des
gelälteten Schlundes halte. Die Conturen lassen sich unter
günsligen Umständen in den zarlhäuligen, fast den ganzen
Hinterleib einnehmenden Sack verfolgen (vgl. Fig. 9), wel-
cher einen meist fetligen oder grümlich körnigen Inhalt: be-
silzt und. den ich für das Analogon des Magendarmes halte,
342 Leydig:
Ob eine Afteröffnung zugegen, weiss ich nicht; sie scheint
eher zu fehlen. Bei der Haarsackmilbe des Menschen: ist
der Mageninhalt sehr gewöhnlich eine gelbbraune Masse, wie
sie von ganz gleicher Natur sich auch bei manchen Krälz-
milben im Magen finde. Simon erwähnt bereits dieser
„bei durchfallendem Lichte braun oder schwärzlich aussehen-
den Masse,“ sie fülle den Hinterleib ziemlich gleichmässig
aus; häufig befinden sich dazwischen helle, durchscheinende
Stellen, wohl Tropfen einer weichen Substanz, öfter traf ich
auf Thiere, bei denen die braune Masse sich bis zur Schlund-
gegend hinzog. Da Simon, wie es scheint, „durch Pressen*
des Thieres „Organe von beslimmier Construction“ zu präpari-
ren suchte, aber nur negalive Erlolge erzielle, so bemerke
ich, dass man jeglichen Druck zu vermeiden habe und nur mit
und ohne Reagenlien durch verschiedene Einstellung des Mi-
kroskopes und Lagewechselung dem Innern: des Schmarolzers
elwas abgewinnen kann. Ausser der Nahrungshöhle exisli-
ren noch zweierlei bestimmt zu unterscheidende Organe im
Hinterleibe. Das erste ist ein unterhalb, also an der Bauch-
seite gelagerler, scharf abgegrenzier Körper von hellem Aus-
sehen, der bei dem Acarus des Phyllostoma durch eine Längs-
linie wie paarig zerfiel und im Momente der einwirkenden
Kalilauge ein kleinzelliges Aussehen annahm. Ich halte den
Körper für einen Keimstock «Fig. 7, a) und glaube auch
dessen Mündungsstelle zu kennen. Man sieht nämlich‘ in
der unteren Fläche der Wurzel des Hinterleibes, hinter und
noch eiwas zwischen dem letzten Beinpaare in der Mittel-
linie eine kleine Oeffnung (Fig. 7, b), die namentlich ‘an
Thieren, welche einige Tage in Kalilauge gelegen halten,
sehr markirt war. Es ist wohl dieselbe kurze Längsspalte,
welche bereils Miescher „an der Bauchseite, dicht hinter
dem letzten Fusspaar* bemerkt halte und die nach ihm „viel-
leicht After- oder Geschlechtsöffnung sein möchte.“
Das zweite der neben dem Tractus und dem Keimstocke
im Hinterleibe wahrzunehmenden Organe ist eine Anhäufung
scharfgerandeter Körner, welche bei auffallendem Lichte
weiss und bei durchgehendem schwarz aussehen. In ihren
physicalischen Eigenschaften so wie in ihrem Verhalten gegen
Reagentien, stimmen sie ganz mit den Harnconcremen-
Ueber Haarsack - und Krätzmilben. 343
ten der Cyclopiden, Rotatorien u. s. w. überein und haben
wohl auch keine andere Bedeutung. Mit dieser Auffassung
verträgt es sich denn auch ganz gut, dass der Körnerhaufen
durchaus nicht bei allen Individuen in gleicher Grösse getroffen
wird. Am schönsten sah ich die Anhäufungen bei der Milbe
des Hundes, wo es gewöhnlich zwei dicht beisammenliegende
Gruppen von Körnern waren (Fig 4, a). Ein andermal vermisste
ich die Concremente bei jüngeren erst sechs Beine besitzenden
Thieren, fand sie dann wieder bei ganz jungen Milben. An
frischen lebenden Haarsackmilben des Menschen (Fig. 6, a)
hält es elwas schwer, sich vom Dasein der Harnconcremente
zu überzeugen , da die gewöhnlich so zahlreich vorhandenen
Felikugeln des Tractus die schwarzen Körner verdecken.
Doch lernt man sie auch hier bei einiger Uebung bald un-
terscheiden und möchle nur noch bezüglich der erst drei
Beinpaare aufweisenden, mit sehr langem, schmächligem Hin-
terleibe versehenen Thiere bemerken, dass dort mitunter die
Coneremenle sehr weit nach vorne gelegen sind, ungelähr
im ersten Drittheile. des Abdomens. Natürlich wird‘ man
wissen wollen, welches die jene Concremente abscheidenden
Gebilde sind. Darauf kann ich freilich nicht mit einer di-
‚reeten Beobachtung antworten, sondern nur auf eine Ana-
logie hinweisen. Ich vermulhe, dass nach Ansichten, welche
ich von der Milbe des Phyllostoma halte (Fig. 9, b), die
Coneremente in ähnlicher Weise in eigenen Zellen. des Darmes
sitzen, wie solches bei den Cyclopiden der Fall ist, während
bei anderen Acarinen, wovon nachher, die Sprache sein
wird, die Abscheidung der Harnkörner wahrscheinlich. in
eigenen Blindsäcken, welche sich vom Darme abgehoben ha-
ben, geschieht.
Von etwa kreisenden Blulkügelchen ist keine Spur vor-
handen. Ich habe umsonst isolirte lebende Thiere, die ihre
Beine langsam aus- und einzogen, dabei aber eigentlich nicht
von der Stelle kamen, ihre Mundiheile bewegten und auch
schwache, schwerfällige Drehungen des ganzen Leibes aus-
führten, mit der stärksten Vergrösserung und aller Auf-
merksamkeit betrachtet, ohne auch nur einmal elwas, was
sich auf eine circulirende Blulflüssigkeit und auf die Anwe=
senheit von Blulkörnern deuten liesse, gesehen. Es scheint
344 Leydig:
somit nur eine einfache Nahrungsflüssigkeit die Interstitien
des Körpers zu erfüllen, die durch die Bewegung der Kör-
pertheile im Ganzen, hier ausweicht und dort sich sammelt,
Auch nach besonderen Respiralionsorganen wird man wohl
vergeblich suchen.
Bezüglich der Frage, ob der Acarus folliculorum in der
achtbeinigen Form das ausgebildete Thier sei oder noch
weitere Metamorphosen einzugehen habe, bekenne ich mich
zu der Ansicht, dass die bezeichnete Form das fertige Thier
vorstelle. Den von Simon abgebildeten „herzförmigen Kör-
per, welcher in den Haarsäcken inımer dicht neben einem
Thier lag,“ und in welchem genannter Forscher eine „Ei-
schale“ vermulhet, halte ich ebenfalls für das Ei und im Falle
man sich wegen der Grösse desselben an dieser Auffassung
stossen sollte, erinnere ich daran, dass auch bei den Krälz-
milben die Eier ganz unverhältnissmässig grosse Körper sind.
Indessen bleibt es ein noch der Aufklärung bedürfliger Punkt,
warum man niemals ein solches „Ei® im Innern eines Thieres
zur Ansicht erhält, sondern immer nur in’ der Umgebung
der Milben. Bei dem Acarus folliculorum des: Hundes ‚hat
fraglicher Körper eine andere Gestalt (Fig. 5), als bei dem
des Menschen. Er ist spindelförmig mit abgerundeten Enden
und enthält im Innern eine körnige Masse ( Dotter). “Die
jüngsten Thiere halten auch nur die Länge der Eischale und
die drei Paar Fussstummeln waren noch ganz kleine Knospen.
Auch zwischen den Milben von Phyllostoma war der eiähn-
liche Körper gar nicht selten und hier einfach oval: mit. kör-
nigem Inhalte.
Man scheint bisher allgemein anzunehmen, dass die beim
Menschen und beim Hunde gefundenen Haarsackmilben eine
und dieselbe Species seien. Gruby z.B. erklärt rundweg:
„les animacules parasites du chien sont idenliques A ceux
de I’'homme.“ Ich glaube hingegen , dass-späler besser, als
es mir jelzt möglich ist, nachgewiesen wird, dass, gleich-
wie die Krälzmilben mancher Säuger zweifellos verschie-
dene Species sind, so auch der Acarus folliculorum nach den
verschiedenen Wohnthieren in gute Arten zerfällt: Nur,
worauf ich leider immer wieder zurück deuten muss, die
Kleinheit des Parasiten ist ein Hinderniss, so dass die unter-
Ueber Haarsack- und Krätzmilben 345
scheidenden Merkmale zum Theil nur mit Schwierigkeit ge-
sehen werden können. Indessen getraue ich mir schon jetzt
für die Milbe von Phyllostoma, vom Hunde und Menschen
folgende Kennzeichen aufzustellen:
Haarsackmilbe von Phyllostoma.
(Demodex phyllostomalis.)
Habitus kurz und dicklich. Hinterleib nicht länger als
der Vorderleib; Ringelung der Culieula dick und scharf. Un-
terseite des Kopfes mit deulicher Querleiste. Aufdem Rücken
des Bruststückes (Vorderleib) zwei dicht nebeneinander her-
laufende Medianleisten und weiler nach vorne zwei paarige
Bogenstreifer. An der Unterseite des Vorderleibs zwischen
den zwei hinteren Beinpaarei. zwei Querleisten. Die freien
Eier ovale Körper.
Haarsackmilbe des Hundes.
(Demodex canis.)
Habitus länglich und schlank. Hinterleib um vieles län-
ger als der Vorderleib. Ringelung der Culicula zart und
schwach. Unterscite des ‘Kopfes ohne Querleiste. Rücken
des Vorderleibes ohne eigenthümliche Zeichnung, so wie die
Unterseite des Vorderleibs ohne die zwei Querleisten. Die
freien Eier spindellörmige Körper.
Haarsackmilbe des Menschen.
(Demodex hominis.)
“ Habites länglich. Hinterleib länger als das Brusistück.
Querstrichelung der Culicula um vieles breiter und slärker
als bei der vorhergehenden Art. Auf dem Rücken des Brust-
slückes ein Längskamm, zur Seile zwischen diesem und den
Beinen eine Einliefung mil’ schräger Leiste, _Die freien Eier
herzförmig. (Auch die jungen erst sechsbeinigen Milben. sind
bei beiden verschieden. An denen des Menschen sind, die
Beinpaare gleich stark mit jenen der achlbeinigen, bei denen
des Hundes sind sie viel schwächer und haben nur die Form
kleiner Knospen; dann besitzt die sechsbeinige Form bei der
Hundsmilbe nie die Länge und Dünne, des Abdomens, wie
wir es an der sechsbeinigen Form des menschlichen Acarus
wahrnehmen.)
346 Leydig:
Ich habe schon erwähnt, dass ich auch bei einer räu-
digen Katze zugleich mit den zahllosen Krätzmilben den
Acarus folliculorum angetroffen habe und zwar in den Haar-
bälgen der Nasengegend. Andere Hautstellen habe ich ver-
geblich durchsucht. Doch war die Milbe ungefähr nur in
der Menge zugegen, wie sie sich im normalen Zustande an
der menschlichen Nase findet. Die Milbe der Katze ähnelt
sehr jener des Hundes, aber dennoch halte ich sie für eine
andere Art, namentlich scheint mir die Bildung des Kopfes
Besonderheiten darzubielen. Doch habe ich sie nicht unter
so günstigen Umsländen vor mir gehabt, und auch die mir
jetzt noch in Glycerin vorliegenden Exemplare sind nicht so
gelagert, um die Einzelnheilen der Abweichung genauer zu
bezeichnen.
Die Haarsackmilben scheinen. bei Säugelhieren im Ganzen
selten zu sein, wenigstens habe ich während längerer Stu-
dien über die Haut dieser Thiergruppe, bis auf die wenigen
namhaft gemachten Fälle, innmer umsonst mich nebenbei nach
dem Acarus umgesehen. Anders verhält es sich bekanntlich
mit dem Menschen, wo fast jedes Individuum damit behaftet
ist und der Lieblingssitz der Milbe die Haut der Nase zu sein
scheint.
Beim Hunde halte die Milbe durch ihre fabelhafte Menge
eine Haulkrankheit erzeugt, ganz so, wie es zuerst. von
Gruby beschrieben wurde ; die Haare waren lheilweise aus-
gefallen, die Haut bedeckte sich mit Krusten und eiteriger
Materie. Aber ich theile nicht, wie aus Obigem hervorgeht,
die Ansicht dieses Forschers, dass die Milbe des Hundes auf
den Menschen überwandern könne. Wäre dies nämlich der
Fall, so müssten bei dem freundschaftlichen Verkehre, den der
Hund mit den Menschen hat und bei der Menge von Milben,
welche nicht bloss in den Haarbälgen, sondern in dem die
kahlen Hautstellen bedeckenden klebrigen Secrete sich finden
und also bei jeder Berührung in Masse übertragbar wären,
viele Menschen angesteckt werden und einen ähnlichen Aus-
schlag erhalten, was doch bis jetzt, meines Wissens, nicht
beobachtet wurde. Die Haarsackmilbe des Hundes ist von
der des Menschen specifisch verschieden und wird demnach
schwerlich ihren Wohnort leicht wechseln und unter ‘ganz
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 347
anderen Verhältnissen eben so gut gedeihen, als auf dem
heimischen Boden.
Das Auffinden der Harnconcremente bei dem Acarus
folliculorum bestimmte mich Nachforschungen zu halten, ob
nicht auch die Krätzmilbe (Sarcoptes) dergleichen Ab-
scheidungen besässe und da mir gerade die mehrfach er-
wähnte räudige Katze , also überreiches Material, zur Hand
war, so dehnte ich, frühere Studien (Isis 1848) wieder auf-
nehmend, meine Untersuchungen auch auf andere Organ-
systeme dieses Thieres aus.
Die Krätzmilbe der Katze (Sarcoples cali) wurde von
Hering !) zuerst beschrieben und abgebildet. Sie gehört
zu den kleineren der bekannten Krälzmilben und zeigt, von
der Haut der noch lebenden Kalze genommen, eine ziem-
liche Lebhaftigkeit der Bewegung. An Hautstücken, welche
abgeschnillen einige Tage im Trocknen gelegen halten, wa-
ren die Milben scheinbar alle todt, aber bei zugeselztem
Wasser lebten sie nach und nach wieder auf.
Die Milbe hat im Allgemeinen eine vundliche Gestalt,
ihr Rücken ist stark gewölbt, schildkrötenähnlich , hingegen
die Bauchseite ist flach, ja eher concav. Wenn das gleich-
falls kuglige, auf dem Rücken liegende Männchen sich um-
wendet, so sieht man, dass dessen Hinterleibsende sich plötz-
lich abdacht. Hering nennt das Thierchen „unbehaart,“
indessen sitzt am Kopfe unten jederseils ein Haar, so wie
an der oberen Fläche an correspondirender Stelle zu beiden
Seiten eines; in dem Felde zwischen dem ersten und zweiten
Fusspaare steht ein kurzes Haar , oder vielmehr Borste, ein
eben solches sitzt jederseits im Felde vor dem dritten Bein-
paare. Auf dem Rücken, ungelähr in der Höhe des zweiten
Beinpaars, stehen drei starke Dornen, dann weiter nach hin-
ten jederseils zwei und endlich um die Afteröffnung herum
zähle ich bei achtfüssigen Milben zwölf stumpfspilzige Dor-
nen und nur zehn bei den jungen sechsfüssigen Individuen,
1) Ueber die Krätzmilben der Thiere, in den Verhandlungen d.
Kais, Leopold. Akad. d. Naturf. 1886,
348 Leydig:
Hering erklärt, dass zwischen dem Männchen und dem
Weibchen in der Körperform kein Unterschied sei und be-
schreibt darnach die Beine folgendermassen: „Füsse acht,
undeullich gegliedert; die drei vordersten Paare gleich lang;
die vier vorderen Füsse am Rande des Körpers eingefügt,
mit Haftscheiben versehen ; das dritte Paar unter dem Bauche
entspringend, in eine lange Borste und zwei kurze, dornar-
tige Forlsälze ausgehend; das vierte Paar ebenfalls am Bauche
inserirt, mit einer Haftscheibe am Ende.“ Damit stimmt nun
das, was ich sehe, zum Theil so wenig überein, dass man
die Richtigkeit der Hering’schen Mittheilungen annehmend,
zum Glauben geneigt sein könnte, es handele sich um ver-
schiedene Species; möchle indessen beiselzen, dass die Krälz-
milben der Kalze, wie ich sie vor länger als zehn Jahren in
Würzburg unlersuchte und a. a. O. im Umrisse abbildete,
sich bezüglich der Beine genau so verhielten, wie die, wel-
che der jelzigen Darstellung zu Grunde liegen.
Männchen und Weibchen sind bezüglich ihrer Beine
sehr verschieden gebildet (vergl. Fig. 2 u. 3). Die zwei
vorderen Paare haben bei beiden Geschlechtern die gleiche
Beschaffenheit und bestehen aus einem dreigliedrigen, mit
mehreren längeren Borsten versehenen, kegelförwigen Wur-
zellheile und einem schmalen, hellen, mit einem Saugnapfe
aufhörenden Endtheile. Dass der dicke, kegelförmige Ab-
schnitt der Beine wirklich aus drei Gliedern bestehe (He-
ring nennt die Gliederung „undeutllich“) sieht man klar an
Thieren, welche eine besonders stark chitinisirte Haut haben,
wobei dann die Gelenkabschnilte als braune Ringe gut ab-
stechen. Individuen, auf welche Kalilauge einige Tage ein-
gewirkt hat, sind namentlich hierzu zu empfehlen. In den
Saugnäpfen unterscheidet man bei sehr starker Vergrösserung
noch etwas von einer inneren dreilappigen Carunkel. Die
zwei hinteren Beinpaare gehen beim Weibchen sämmtlich
in lange Borsten aus, beim Männchen hingegen ist dies letz-
tere nur mit dem drilten Beinpaare der Fall, denn die zwei
hintersten Beine haben wieder, entsprechend den vier Vor-
derbeinen Stiele mit Saugnäpfen, die aber elwas kürzer sind,
als jene der zwei vordersien Beinpaare. An frischen, leben-
den Thieren sieht man öfters die langen Endborsten der Hin-
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 349
terbeine von unregelmässig knoliger Gestalt, allein in Kalilauge
oder Glycerin schwinden die Anschwellungen und die Bor-
sten erhalten geradeLinien. Es ist mir darnach wahrschein-
lich, dass etwa anhängender Hautlalg den Borsten die unge-
gewöhnliche Form giebt und ich habe besonders deshalb
auf diesen Punkt aufmerksam machen wollen, weil bei He-
ring auch die gleichen Borsten der Krätzmilbe desSchafes
(Sarcoptes ovis) mit solchen Knoten gezeichnet sind, die
demnach nicht als typische Bildung, sondern als elwas zu-
fälliges zu betrachten wären.
Von der Wurzel jedes Beinpaares erstrecken sich stark
chitinisirte, braune Leisten, gleichsam festere Stülzen der Ex-
tremiläten über die Brust - Bauchfläche herüber. Die auf
diese Weise entstandene „häftelähnliche Zeichnung“ ist bei
beiden Geschlechtern etwas verschieden, doch verweise ich
bezüglich des Näheren auf die beigegebenen Figuren 2 u. 3.
Ausser den bereits erwähnten Haaren, Borsten und
Leisten zeigt die Cuticula der äusseren Bedeckung noch eine
aus Kreislinien bestehende Sculptur, die sich vor dem After
in Schuppen auflöst.
Was die inneren Theile anlangt, so habe ich zunächst
mit Sicherheit ein Nervenganglion oder Gehirn bemerkt,
doch keineswegs da, wo nach Bourguignon!!) ein sol-
ehes in der Krätzmilbe des Menschen liegen soll. Er sagt:
„Ein Nervensystem hat Acarus jedenfalls, wenn ich auch nur
eine Art von Nervenganglion und zwar im Centrum des
Bauches wahrnehmen konnte.“ Das Gehirnganlion (Fig. 3,a),
welches ich an Sarcoptes cati sche, liegt in gleicher Linie
mit dem'Schlund, ob über oder unter ihm ist schwer zu be-
slimmen; es erscheint rundlich, am Hinterrande etwas einge-
schnitten, hell und von kleinzelliger Structur. Man über-
zeugt sich von seiner Gegenwart dadurch am besten, dass
man auf das lebende Thier einen leichten , wohl zu bemes-
senden Druck wirken lässt. Vom Gehirne abgehende Ner-
ven habe ich so wenig erblicken können, als Muskelstränge
1) Entomologische und pathologische Untersuchungen über die
Krätze des Menschen von Dr. Bourguignon, Uebersetzt von Hen-
noch 1848,
350 Leydig:
und zweifellos aus dem schon oben bei der Haarsackmilbe
angegebenen Grunde. Dujardin !) vermochte an grösse-
seren Milbenarten auch nur einen einzigen Nervenknoten zu
entdecken, und’ es ist ihm bei wiederholten Untersuchungen
nicht gelungen, weder ein anderes Ganglion, noch einen
Schlundring zu sehen.
Der eben genannte Forscher ist nicht im Stande ge-
wesen, einen Nahrungskanal darzustellen und nimmt
daher an, dass die organischen Säfte, von denen die Milben
sich nähren „in die Lücken des Gewebes, welches die Ver-
richtung einer Leber habe, eindringen“; bei den Bdella, Ga-
masus, Dermanyssus u. a., welche sich vom Blute nähren,
sehe man zwar einen inneren, symmetrisch gelappten Raum,
welchen das Blut erfülle, es liesse sich aber auch hier keine
Wandung nachweisen und es scheine, „dass es. nur in die
Lücken zwischen den Muskeln der Beine sich verbreite“ 2),
Aehnlich spricht sich auch Bourguignon bezüglich der
Krätzmilbe des Menschen aus, auch nach ihm ist „das Innere
des Bauches und der Füsse mit einer Art von cellulösem
Parenchym ausgefüllt, in welchem die durch den Oesopha-
gus aufgenommenen Flüssigkeiten eirculiren.< Allen diesen
Angaben gegenüber muss ich bemerken , dass man einen
. deutlichen , mit gesonderter Wand versehenen Traetus an
Sarcoptes cali verfolgen kann, der sich in Schlund, Magen
und Mastdarım gliedert. Der Schlund ist ein zartgefalteter
Schlauch, genau in der Mitte liegend und zwar in der Rich-
tung der chilinisirten Längsleiste des Brustskeletes (an der
Fig. 3 wurde er absichtlich elwas zur Seite geschoben). Er
seizt sich in einen geräumigen Magen fort, der hauptsäch-
lich aus zwei rückwärtsgerichteten Blindsäcken besteht und
gewöhnlich in grösserem oder geringerem Grade mit Felt-
kügelchen , auch hier und da mit einer gelbbraunen Masse,
erfüllt sich zeigt. Die Wand des Magens muss auch con-
tractile Elemente enthalten, da man am lebenden Thier deut-
lich beobachten kann, wie der Mageninhalt durch peristalli-
1) Compt. rend. XIX. 1844 und Annal. d. science, nat. 3. ser.
111. 1845. Erichson’s Jahresberichte für 1844 u. 1845.
2) A. a. 0.
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 351
sche Bewegungen hin und her getrieben wird. An der
menschlichen Krätzmilbe hat auch Eichstedt ') den Schlund,
Magen und die Bewegungen desselben wahrgenommen. Die
Umrisse des Mastdar mes sind am schwierigsten zur An-
schauung zu bringen, wobei man sich folgendermassen
orienliren mag. Genau in der Mittellinie und zwar hinter
dem Magen macht sich bei den meisten Thieren ein dunkler
Körper bemerklich, der bei jungen mehr horngelb ist, und
bei ganz Jungen farblos aussieht, dann auch noch einen ge-
wissen fettigen Glanz hat. Fragliche Körper sind Kothballen
und am frischen lebenden Thiere liegen sie in einem hellen
Raume. Nun vergleiche man damit Individuen, welche einen
Tag in schwacher Kalilauge gelegen halten und es wird sich
jeizt zeigen, dass der Ballen einem, freilich sehr zarten, fein-
sireifigen kurzen Schlauche angehört, welcher zwischen den
beiden Blindsäcken des Magens enispringend, gradenwegs
als Mastdarm zur Afteröffnung geht. Letztere (Fig. 1, b)
ist mühelos am Rücken der Milbe aufzufinden, da es eine
scharfmarkirte Hautstelle ist, in Mitten der dort befindlichen
Dornen.
Auch die Harneoncremente fehlen nicht, ja sind
an vielen in ganz besonderer Menge zugegen, sowohl bei
jungen sechslüssigen als auch bei ausgewachsenen Thieren,
ebenso bei männlichen wie weiblichen Milben. Fig. 1 stellt
z. B. ein Individuum vor mit reichlicher Ansammlung dieser
Substanz (a), welche dem ersten Blick kenntlich ist und hier
lleckig über den Hinterleib sich ausbreitet. Die Substanz
ist intensiv weiss bei auffallendem Lichte und tief dunkel bei
durchgehendem ; ihre Elemente entweder ein feines Pulver
oder grössere Körner, aber durchaus wohl unterscheidbar
von Fetikügelchen. Bei Thieren, welche in Glycerin aufbe-
wahrt werden, erblassen letztere, erstere behalten ihr dunkles
Aussehen und scharfe Conturen. In solchen Milben, welche
an abgeschniltenen, feucht erhaltenen Hautstücken einige
Tage lebten, waren die Harneoncremente bei keinem Exem-
plare mehr in derartiger Menge vorhanden, wie bei frischen
unter normalen Verhältnissen sich befindenden Thieren und
1) Froriep's neue Notiz. 1846. $. 267.
352 Leydig:
es mag nebenbei gesagt sein, dass sich eine Störung ihres
ganzen Organismus auch darin kund gab, dass ihr Inneres
nicht mehr hell, sondern durchweg feinkörnig gelrübt er-
schien. In welcher morphologischen Beziehung die Anhäu-
fungen der Harnconceremente zum Traclus stehen, ist mir
mit Sicherheit zu bestimmen nicht möglich. Bei einem auf
Scarabaeus stercorarius schmarolzenden Gamasus habe ich
vor längerer Zeit beobachtet, dass zwei ansehnliche Schläu-
che, gefüllt mit Harnconcrementen , in den Masidarm ‚ein-
mündeten. Das vordere oder blinde Ende der Schläuche
lag im Basalgliede des ersten Fusspaares. Nach der Analogie
mit dieser Käfermilbe und den Verhältnissen der höheren
Arachniden ist es daher im hohen Grade wahrscheinlich, dass
auch bei Sarcoptes die Harnanhäufungen in buchligen Blind-
säcken, welche in den Darım münden, abgelagert sein mö-
gen, wofür auch, man betrachte die Figur 1, spricht, dass
alle Concrementhaufen immer dem Rücken näher als der
Bauchfläche liegen und eine gewisse Richtung. zur Alteröf-
nung nehmen. Doch will ich nicht unterlassen, darauf hin-
zuweisen, dass bei Insecten und Myriapoden (Locusta viri-
dissima, Declicus verrucivorus, Menopon pallidum, Lampyris
spendidula, Julus terrestris) auch im Fetlkörper solche Con-
cremente abgelagert erscheinen !), und man daher auch be-
züglich ‚anderer Arthropoden dergleichen Möglichkeiten im
Auge behalten muss.
Die Krätzmilben sind getrennten Geschlechtes, die Männ-
chen jedoch viel seltener als die Weibchen, ich habe viel-
leicht auf 100 Weibchen nur zwei Männchen bemerkt und
diese leider nicht mehr im lebenden Zustande, sondern an
Glycerinpräparaten, so dass ich weder über die Umrisse des
Hodens noch über die Form der Zoospermien irgend etwas
in Erfahrung gebracht hätte. Die äussere Geschlechtsöffnung
liegt am Bauche zwischen dem hintersten , mit Saugstielen
versehenen Beinpaare und ist von mehreren Chitinsläben
oder verdickten Cuticularstücken umgeben, die ich zwar in
Fig. 2, a getreu nachzuzeichnen suchte, ohne sie im Einzel-
nen deuten und mit den „Horngräten* und „Hornblättern“
1) Mein Lehrbuch d. Histol. d. Menschen u. d. Thiere.
Ueber Haarsack- und Krätzmilben. 353
an Begatlungsorganen höherer Arthropoden vergleichen zu
können.
Etwas mehr unterrichtet bin ich über die inneren Fort-
pflanzungsorgane der Weibchen. Man unterscheidet einen
kleinen hellen Keimstock (Fig. 3, c) und einen dunkelkörni-
gen Dotterstock (Fig. 3, d); auf genannter Figur sind sie
nur auf einer Seite eingezeichnet, sie scheinen aber, wenn
ich recht gesehen habe, paarig, also auf beiden Seiten vor-
handen zu sein. Das einzelne Ei ist ungewöhnlich gross
und macht noch innerhalb des Mutterthieres eine vollständige
Furchung durch, wie ich das bereits in der Zeitschrift: Isis
1848, Taf.l. Fig. 19—23 von Sarcoptes hominis und Sarc.
cati abgebildet habe. Die äussere Geschlechtsöffnung (Fig. 3, e)
liegt weiter nach vorne als jene der Männchen , nämlich in
derMitte des Bauches, oder genauer bestimmt, zwischen den
zwei braunen Leisten, welche an der Basis des zweiten
Beinpaars nach innen und hinten liegen. Die Eier waren
auch bei Sarcoptes cati immer in Häufchen in die Epidermis
abgeselzt, was man leicht an Hautstücken sieht, die einen
Tag lang in sehr verdünnter Kalilauge erweicht wurden: die
Epidermis hebt sich jetzt ab und ist hell geworden, so dass
die Eiergruppen gut ins Auge fallen.
Die Krätzmilbe des Menschen wird wohl im
Wesentlichen der inneren Organisation mit jener der Katze
übereinstimmen. Leider standen mir diesmal keine lebenden
Thiere zu Gebote, sondern nur getrocknete Epidermisstücke
von Scabies norwegica, welche schon längere Zeit aufbewahrt
wurden und in denen die Milben zahlreich zugegen waren.
Ich konnte mich wenigstens davon überzeugen, dass auch
hier die Harnconcremente nicht mangeln; dann, dass das
Männchen, wie bei S. cati, am hintersten Beinpaare Saug-
füsschen hat, ferner an der Geschlechtsöffnung ein analoges
Gerüst von „Horntheilen« wie die Krätzmilbe der Katze, und
aus der Figur 7 bei Eichstedt (a. a. 0.) geht hervor, dass
auch beim Weibchen die Geschlechtsöffnung die gleiche Lage
und einen ähnlichen Hornvorsprung besitzt, wie solches vor-
hin von Sarcoptes cali erwähnt wurde.
Tübingen im Juni 1859.
Archiv (. Naturgesch. XXV. Jnhrg. 1. Bd. 23
Sämmtliche Figuren ungefähr 600mal vergrössert.
354
Fig. 1.
„2.
De
„4
” 5.
„6.
D) T.
2
» %
n 10.
Leydig: Ueber Haarsack - und Krätzmilben.
Erklärung der Abbildungen.
Sarcoptes cati, Weibchen vom Rücken gesehen.
a. Harnconcremente.
b. Afteröflnung.
Sarcoptes cati, Männchen, von der Bauchseite gesehen.
etwas zu länglich geworden, sollte rundlicher sein.)
a. Die Genitalöffnung.
Sarcoptes cati, Weibchen, von der Bauchseite.
a. Gehirnganglion.
b. Magen.
c. Keimstock.
d. Dotterstock.
e. Geschlechtsöffnung.
Demodex canis, von der Bauchseite und in Glycerin auf-
bewahtt.
a. Harnconeremente.
Ei des vorhergehenden Thieres.
Demodex hominis, von der Seile.
Demodex phyllostomatis von der Bauchseite.
a. Keimstock.
b. Aeussere Geschlechtsöffnung.
Dasselbe Thier von der Rückenseite.
Dasselbe Thier von der Seite,
a. Der Nahrungskanal.
b. Das Organ der Harnconcremente,
ec. Der Keimstock.
Der Kopf desselben Thieres von oben.
(Ist
a
Beobachtungen über den Cementapparat und die
weiblichen Zeugungsorgane einiger Cirripedien.
Von
Dr. August Krohn.
1) Cementapparat von Lepas anatifera und
Conchoderma virgata.
Nach den schönen Untersuchungen von Ch. Darwin
sind die Cirripedien den fremden Körpern nicht unmittelbar,
sondern vermittelst einer killartigen Substanz (Cement) an-
geheftet, deren Bereitung und Fortleitung in einem eigenen
von dem hochverdienten Forscher in seinem classischen
Werke (A Monograph on the sub-class Cirripedia, 2 Vol.
1851 et 1854) sehr ausführlich beschriebenen Apparate vor
sich geht. Dieser bei den Balaniden ebenso complicirte als
zierlich gebaute Apparat, zeigt bei den gestielten Cirri-
pedien eine viel einfachere Anordnung. Nach Darwin be-
steht er hier aus zwei hoch oben im Stiele gelegenen Er-
weiterungen, den Cementdrüsen (cement-glands), von wel-
chen jede in einen durch die ganze Länge des Stiels sich
ersireckenden Ausführungsgang übergeht, Beide Gänge
(cement -ducts) dringen zuletzt in das untere Stielende und
ergiessen das ihnen von den Drüsen überlieferte Secret durch
mehrere Oeflnungen nach aussen.
Ich beschreibe zunächst den Cementapparat von Lepas
anatifera, wie er sich nach meinen eigenen Untersuchungen
herausgestellt hat.
Im obersten Theile des Stiels, in dem den Eierstock
umgebenden Bindegewebe , finden sich in überaus grosser
Anzahl länglich- runde, bläschenförmige Körperchen,, die
gleich wie die Beeren an ihren Stielen, an den Endzweigen
356 Krohn:
feiner, reichlich verästelter Kanäle sitzen. Diese Kanäle mün-
den noch vor dem unteren Ende des Eierstockes , mittelst
einzelner , bald stärkerer, bald dünnerer Stämmchen in die
ampullenartig angeschwollenen Anfänge der beiden von Dar-
win erwähnten Cementgänge. Beide Gänge ziehen sich in
weitem 'Abstande: von 'einander,; der eine ‘rechts, der andere
links, den Stiel entlang herab, indem sie während: dieses
Verlaufes dicht an der innersten aus Längsfaserbündeln be-
stehenden Fleischschicht sich halten. Sie senken sich zuletzt
in die lederartig derbe ‚Aussen - ‚oder. Chitinhülle des ange-
hefteten Stielendes ein, durchziehen dieselbe, immer enger
werdend , in mannichfaltigen Krümmungen und Windungen,
und entziehen sich zuletzt dem Blicke. Mir wenigstens ist es
nicht geglückt, sie bis an ihre äussersten Enden zu verfolgen.
Bemerkenswerth sind noch mehrere runde Anschwel-
lungen von verschiedener Grösse, die in die tieferen Schichten,
der Chitinhülle eingesenkt, den beiden Gängen während ihres
gewundenen Verlaufes stellenweise 'ansitzen. Sie’sind hohl
und stehen ohne Zweifel mit den Gängen in Communication.
Die der Einsenkungsstelle der Gänge zunächst gelegenen sind
die grössten , auf sie folgen dann in geradem Verhältniss
mit der zunehmenden Entfernung immer kleinere. Bei in
Weingeist aufbewahrten Exemplaren fand ich sie mit einer
weissen bröckligen Materie angefüllt, die ich für erhärtetes
Cement zu halten geneigt bin *).
Zufolge der eben beschriebenen Anordnung des Ce-
mentappärates nehme ich keinen Anstand, die bläschenför-
migen Körperchen um den Eierstock herum, für die eigent-
lichen das Cement ausscheidenden Drüsen anzusehen. ' Die
von Darwin dafür gehaltenen Erweiterungen sind dagegen,
wie schon angedeutet, nichts anderes als die oberen ampul-
lenartig angeschwollenen Enden der beiden Cementgänge, in
welche die sämmtlichen Drüsenkanäle einmünden. Ihre Wan-
dung hat denselben gelblichen Teint wie die der Gänge, und
*) Nach Darwin’s Beobachtungen, sind bei Pollieipes die
beiden in dem unteren Stielende, wie bei Lepas, in den mannichfal-
tigsten Richtungen sich windenden Gänge, mit ähnlichen hohlen An-
schwellungen besetzt (s. Vol. I. p. 37. PL. IX. fig. 2).
en
Ueber d. Cement- und Zeugungsapparat d. Cirripedien. 357
stimmt auch in Bezug auf die Textur mit der der Gänge
überein *). In Betreff der hohlen Erweiterungen innerhalb
des unteren Stielendes, bin ich der Meinung, dass sie gleich-.
sam Reservoirs sind, in denen das noch flüssige Cement vor
seiner Entleerung nach aussen, sich ansammelt,, und wenn
ich nicht irre, ist auch Darwin dieser Ansicht.
Der Cementapparat von Conchoderma virgata weicht in
seiner Anordnung nicht unerheblich ab. Eigenthümlich ist
zunächst, dass die killabsondernden Drüschen zum grössten
Theile in dem Parenchym des Mantelsackes vertheilt liegen
und nur auf eine ganz geringe Strecke in den Anfang des
Stiels sich herabziehen. Demzufolge reichen auch die bei-
den Cementgänge mit ihren oberen Enden höher hinauf,
ungefähr bis in die Gegend, wo der Stiel ins Capitulum
übergeht. Eine zweite minder bemerkenswerthe Abweichung
liegt darin, dass die Gänge durch einen quer von der einen
Ampulle zur anderen hinüberlaufenden, bogenförmig ge-
krümmten Kanal, mit einander in Communication stehen. Was
die in dem Gewebe des Mantelsackes reichlich verzweigten
Drüsenkanäle betrifft, so gehen sie, wie bei Lepas, zuletzt
in mehrere bald weitere, bald engere Stämmchen über, die
theils in die Ampullen, theils in den schon gedachten Ver-
bindungskanal münden.
Nach Darwin soll der Eierstock bei Alepas und Con-
choderma aurita nicht nur den Stiel ausfüllen, sondern zu
einem gulen Theil auch in den Mantel reichen (s. Vol. 1.
p- 56, 130, 140). Die Bildung der Eier gehe in diesem
Theile des Eierstockes nach einem abweichenden Modus vor
sich. Aus den verzweigten Eierstocksröhren (ovarian tubes)
sprosse nämlich ein winziges Gebilde in Form einer Knospe her-
vor, das sich vergrössere,, sphärisch werde , und durch immer
“) Die zahlreichen, gliederartig an einander gereihten Erwei-
lerungen an den beiden Cementgängen der Balaniden, die Darwin
für Cementdrüsen anspricht, scheinen mir, nach meinen an Balanus
Uintinnabulum angestellten Untersuchungen, ebenso wenig die ihnen
zugeschriebene Bedeutung zu haben. Ich vermuthe vielmehr, dass die
währen kittabsondernden Drüsen auch hier theils in der Nähe der
Eierstöcke, theils in dem Bindegewebe um den Mantelsack herum, an-
zutrelfen sein dürften,
8358 Krohn:
tiefer gehende Theilung zuletzt in drei, vier bis fünf eiförmige
Ballen zerfalle, welche endlich als Eier sich von einander
trennen. Die Eiersiocksröhren sollen ferner mittelst einzelner
Stämmchen in die Cementdrüsen (d. h. in die ampullenartigen
Anschwellungen der Cementgänge) sich einsenken und auf
diese Weise ein unmittelbarer Zusammenhang des Cementap-
parates mit dem Eierstocke zu Stande kommen, Dies Ver-
hältniss wird durch eine Abbildung @. Vol. I. Pl. IX. Fig. 3)
veranschaulicht. Auf diese Thatsachen sich stützend, fol-
gert nun Darwin, dass die angeblichen Cementdrüsen als
eigens modifizirte Fortsetzungen (modified portions) der Eier-
stocksröhren zu betrachten sein, ferner, dass dieselbe zellige
Substanz (cellular matter) die in den Eierstocksröhren zur
Bildung der Eier verwendet wird, in den Drüsen durch eine
spezifische Thätigkeit ihrer Wandungen in Cement sich um-
wandle (Vergl. namentlich Vol. Il. p. 151).
Es dürfte nach dem Vorausgeschickten nicht schwer
sein, diese Beobachtungen Darwin’s auf eine befriedigernde
Weise zu deuten, und so stehe ich denn nicht an, die im
Mantel von Conchoderma aurita verlheilten, von Darwin
für Eierstocksröhren angesehenen Kanäle für die verzweig-
ten Cementkanäle, die angeblich in Form von Knospen aus
ihnen hervorsprossenden Gebilde für die Cementdrüsen an-
zusprechen, womit denn auch die Annahme einer unmittel-
baren Verbindung des Cementapparates mit dem Eierstocke
und die darauf gegründete Hypothese ihren Halt verlieren.
2) Weibliche Zeugungsorgane von Lepas ana-
tifera und Balanus tintinnabulum.
a) Lepas anatifera.
H. Mertens hat zuerst nachgewiesen, dass der Eier-
stock der Lepadiden, der bekanntlich in Form einer einigen
compacten Masse den obersten Theil des Stiels einnimmt,
aus zwei gesonderlen, jede mit einem eigenen Eierleiter ver-
sehenen Hälften besteht. (Vergl. Brandt’s Mittheilungen
aus den nachgelassenen Notizen von H. Mertens in Müller’s
Arch. f. Anatom. u. Physiolog. 1835. p. 503.) Jede. Hälfte,
u Pe
Ueber d. Cement- und Zeugungsapparat d. Cirripedien. 359
oder entschiedener ausgedrückt , jeder Eierstock, ist nach
meinen Untersuchungen zusammengesetzt: einestheils aus zahl-
reichen Büscheln von verästelten, mehr oder minder lang-
ausgezogenen, mannichfach verknäuelten Blindschläuchen, in
welchen, wie seit R. Wagner’s Beobachtungen bekannt, die
Eier entstehen und reifen, anderntheils aus Ramificationen
des zugehörigen Oviducts, an deren Endzweigen die Büschel
sitzen, und deren Hauptäste abstandsweise vom Oviduct ent-
springen. Ein zähes, halbdurchsichliges Bindegewebe, das
den ganzen Stiel ausfüllt, umgiebt die Eierstöcke, zieht sich
durch die Lücken zwischen den Ovarialschläuchen und den
Verästelungen der Eierleiter hindurch und verbindet so sämmt-
liche Theile zu einer compacten Masse.
Die beiden Eierleiter liegen dicht neben einander an
der Unterseite der Ovarien, die, um mich der Bezeichnungen
Darwin’s zu bedienen, der Rostralseite des Stiels zugekehrt
ist. Von den Ovarien aus dringen sie in das Capitulum,
verlaufen hier dicht neben den in den Stiel sich begeben-
den Nerven längs jenem Theile des Mantelsackes , der in
Form einer Brücke zwischen den grösseren Schalenstücken
(Seuta Darw.) sich bis zum Mantelschlitze hinzieht, und er-
reichen so die vordere vor dem Thorax oder richliger dem
Abdomen gelegene Leibesabtheilung (Prosoma Darw.), in
welche sie sich einsenken. Sie steigen nun, von einander
divergirend, bis dicht an jene Organe heran, die seit Cu-
vier für die Speicheldrüsen gelten. Von dieser Stelle aus
beschreibt jeder Eierleiter einen Bogen, indem er zunächst
längs den Aussackungen des Magens gegen das vordere Ende
der sogenannten Samenblase sich erhebt, dann nach hinten
sich wendend, zum Basalgliede des vordersten Rankenfusses
sich erstreckt, in welchen er sich einsenkt. In der Tiefe
dieses Gliedes, theils zwischen Muskeln, theils zwischen Ho-
denfollikeln sich hindurchziehend, dringt er zuletzt in einen
ziemlich deutlich abgesetzien abgerundeten Vorsprung des
genannten Gliedes , erweitert sich innerhalb desselben und
mündel endlich mittelst einer verhältnissmässig kleinen Oell-
nung nach aussen *).
®) Ganz abgesehen von den Chilognathen unter den Myriapo-
360 Krohn:
Der gedachte Vorsprung bildet den obersten Theil des
Basalgliedes, und ist schon von Cuvier gesehen und be-
sonders erwähnt worden. (Memoire sur les animaux des Ana-
tifes et des Balanes p. 8. fig. 2, 5 et 7.) Die Erweiterung
des Eierleiters liegt nun mit ihrer Wandung den Hautdecken
des Vorsprungs dicht an, und hat die Gestalt eines Sackes,
indem ihr vorderes (dem Prosoma zugewendetes) Ende blind
endigt. Die Oeffnung, durch welche die Erweiterung nach
aussen führt, findet sich in geringer Entfernung hinter die-
sem blinden Ende, etwas unter dem Scheitel und auf der
dem Körper zugekehrien Innenseite des Vorsprungs. Sie hat
die Form einer halbmondförmigen Querspalte mit etwas ge-
wulsteten, hellroth-braun gefärbten Lippen. Es sei noch
bemerkt, dass die Erweiterung durch die maltweisse Farbe
und die grössere Dicke ihrer Wände von dem übrigen durch-
sichtigen Theile des Eierleiters sich unterscheidet, was ohne
Zweifel auf eigenthümlichen Structurverhältnissen beruht, über
die ich leider nicht zur gewünschten Klarheit gekommen bin.
Innerhalb des erweiterten Endes der Oviducte findet
sich, bei der Mehrzahl der zu untersuchenden Individuen,
ein eigenthümliches, höchst räthselhaftes Gebilde. Es ist ein
verhältnissmässig ansehnlicher, von den Seiten mehr oder
minder stark comprimirter Sack, der mit einem sehr kurzen
hohlen Stiele oder Halse, dem Grunde der Erweiterung gerade
in der Gegend ansitzt, wo der Eierleiter in sie übergeht.
Durch den Stiel, dessen Lumen auf diese Weise gegen das
des Eierleiters offen steht, communicirt demnach der Sack
mit dem letzteren. Im frischen Zustande ist der Sack trans-
parent, im Weingeiste trübt er sich milchig. Seine Wan-
dung ist derb und elastisch, so dass Fragmente derselben
sich stark in die Länge dehnen lassen, und beim Nachlassen
des Zuges wieder zurückschnellen. Frisch untersucht besteht
der Inhalt des Sackes aus einer transparenten , gallertartig
weichen Substanz, in der viele rundliche Körnchen eingebettet
sind. Bei Exemplaren, die in Weingeist gelegen haben, findet
den, die nach dem Vorgange Erichson's, von manchen Zoologen
zu den Crustaceen gestellt werden, sind hiernach die weiblichen Ge-
schlechtsmündungen der Cirripedien am weitesten nach vorne gerückt.
Ueber d. Cement- und Zeugungsapparat d. Cirripedien. 361
sich die nämliche Substanz zu einem Gerinsel von zäher,
kittartiger Consistenz erhärtet. Ich werde weiter unten
meine Ansicht über die muthmassliche Bestimmung der beiden
Säcke mittheilen.
b) Balanus tintinnabulum.
Während die beiden Ovarien bei Lepas zu einer einigen
Masse verbunden sind, sind sie dagegen bei Balanus lintin-
nabulum bis auf eine geringe, der Rostralseite der Schale
zugewendete Parlie, ganz von einander getrennt. Bekannt-
lich liegen sie im untersten Raume der Schale, in welchem
sie, dicht an den Seitenwänden der Schale sich haltend, von
der Carinal- zur Rostralseite sich erstrecken. Die grosse
breite Lücke zwischen den Ovarien ist von Bindegewebe
ausgefüll. Je näher nun die Eierstöcke der Rostralseite
rücken, desto mehr nehmen sie an Masse zu, schicken bei-
derseits in das Interstilium zwischen den seitlichen und vor-
dern Muskeln des Deckels einen Lobus ab, und treffen end-
lich an der Rostralseite zusammen. So mit einander in dich-
ter Berührung, steigen sie zuletzt in Form eines einigen,
allmählich sich verjüngenden und abgerundet endigenden Lap-
pens, noch eine Strecke weit in dem Interstitium zwischen
den beiden vorderen Muskeln des Deckels hinauf.
Jeder Eierstock besteht aus einer Menge kleiner, durch
Bindegewebe und die Verästelungen des zugehörigen Oviducts
mit einander zusammenhängender Läppehen, jedes Läppchen
aus einem Convolut von verzweigten Ovarialschläuchen. Im
Bindegewebe zwischen den Läppchen finden sich zahlreiche
Lücken von kleinen Muskelbündeln ausgefüllt, die von der Basis
der Schale bald in senkrechter, bald in mehr schräger Rich-
lung gegen den Boden der Mantelhöhle ansteigen, wo sie
sich festsetzen. Ganz ähnliche Muskelbündel durchziehen
auch das Bindegewebe, das den Raum zwischen den beiden
Övarien einnimmt.
Die beiden Eierleiter, welche in der Tiefe zwischen den
Läppchen eingesenkt, die respecliven Ovarien der Länge nach
durchziehen, treten, sobald sie die Rostralseite erreicht, frei
zu Tage. Längs dem schon gedachten Lappen der verei-
23#
362 Krohn:
nigten Eierstöcke hinaufsteigend, krümmen sie, sich in einem
sichllichen Bogen einander entgegen, und erstrecken sich nun
dicht neben einander, von reichlichem Bindegewebe umge-
ben, mitten durch das Interstitium zwischen den beiden vor-
dern Muskeln des Deckels nach oben, erreichen die diaphrag-
maarlige Haut (opercular membrane Darw.), welche den
Deckel mit der Schale verbindet, ziehen sich unter derselben
weg, und gelangen so endlich ans Prosoma. In Bezug auf
den weiteren Verlauf der Eierleiter, ihre Endigung und Aus-
mündung, kann ich füglich auf das bei Lepas Angeführte ver-
weisen, und bemerke noch, dass man auch bei Balanus in
den erweiterten Enden der Eierleiter jene räthselhaften Säcke
antrifft, von denen oben die Rede war. Nur eine geringe
Abweichung , die den Vorsprung am Grundgliede der vor-
dersten Rankenfüsse betrifft, bedarf noch einer besonderen
Erwähnung. Statt wie bei Lepas einen abgerundeten Scheitel
zu besitzen, ist nämlich dieser Vorsprung bei Balanus in einen
kurzen kegelförmigen Zipfel ausgezogen. In diesen Zipfel
verlängert sich nun die Enderweiterung des Eierleiters , um
auf der Spitze desselben mit einer ähnlichen Querspalle, wie
bei Lepas, auszumünden.
Um ein möglichst zusammenhängendes Bild von der
Anordnung des weiblichen Geschlechtsapparates zu entwer-
fen, habe ich es geflissentlich vermieden, an den geeigneten
Stellen aufDarwin’s Beobachtungen über denselben Gegen-
stand zu verweisen. Es liegt mir nun ob dies nachzuholen.
Darwin hat bereits den Verlauf der Eierleiter von den
Ovarien an bis zu den Speicheldrüsen beschrieben, und sind
seine Angaben, namentlich insoweit es sich um die Eierlei-
ter der Lepadiden handelt, schon sehr genau. Den weiteren
Verlauf der Oviducte hat er übersehen, kennt. dagegen recht
wohl den Vorsprung am Basalgliede des ersten Rankenfusses,
die in ihm liegende Enderweilerung des Eierleiters, ihre
Aussenmündung und den problematischen Sack. Von allen
diesen Theilen giebt er eine ausführliche, über mehrere Ar-
ten ausgedehnte Beschreibung. Das Ganze deutet er auf ein
Gehörorgan, indem er die Erweiterung für einen Gehörgang
Uebeer d. Cement- und Zeugungsapparat der Cirripedien. 363
(meatus), den problematischen Sack für das Hörsäckchen
ansieht *).
Es fragt sich schliesslich, welche Bedeutung kommt den
problematischen Säcken zu? Berücksichtigt man die oben
näher erörterte Communication der Säcke mit den Eierlei-
tern, so drängt sich wohl zunächst der Gedanke auf, dass sie
zur Aufnahme der ihnen von den Oviducten zugeführten Eier
bestimmt sein könnten. So liegt denn ferner die Vermuthung
nahe, dass die Säcke allmählich zu den Brustsäcken oder den
sogenannten Eierplatten (ovigerous lamellae Darw.), die man
bei trächtigen Thieren bekanntlich zu zweien an der Wand
des Mantelsackes angeheflet findet, sich umbilden dürften.
Den näheren Hergang bei, dieser Umbildung stelle ich mir,
wie folgt, vor. Zunächst tritt der Sack, durch das erste
Quantum der in ihn herabsteigenden Eier ausgedehnt, aus
der Mündung der Enderweiterung des Eierleiters, mit dem
er durch seinen Hals in Verbindung bleibt, frei in die Mantel-
höhle vor. Durch die nachrückenden Eier dehnt er sich,
stets auf Kosten seiner Wandung, immer mehr und mehr aus,
bis er endlich, nachdem die ganze Eierbrut sich in ihn ent-
leert hat, von seiner Verbindung mit dem Eierleiter sich
loslöst **). Er wird dann, vielleicht nicht ohne Beihülfe des
vordersten Rankenfusses, an die zu seiner Anheflung be-
slimmte Stelle des Mantelsackes gebracht.
Anhang über das elastische Gewebe der
Cirripedien.
Dieses die Bewegungen der verschiedenen Körpertheile
so wirksam unterstülzende und regulirende Gewebe ist, mei-
nes Wissens, bei den Cirripedien noch nicht nachgewiesen,
weswegen ich nicht anstehe meine Beobachtungen darüber,
so unvollsländig sie auch sind, hier mitzutheilen.
®) Der starke Nerv, denDarwin bei einem grossen Exemplare
von Coronula diadema bis an den Hals des Hörsäckchens reichen sah
(# Vol. I. p. 96), entspricht seinem Verlaufe nach so ganz dem Eier-
leiter, dass ich ihn für nichts anderes halten möchte.
*®) Es ist schon oben ($.360) angedeutet, dass man die pro-
blematischen Säcke bei einzelnen Individuen vermisst.
364 Krohn: Ueb. d. Cement- u. Zeugungsapparat d. Cirripedien.
Bei Lepas findet sich das elastische Gewebe im ober-
sten Theile des Stieles, im Prosoma, dicht unter dem brei-
ten hinteren Muskelpaar, das bei der Hervorstreckung des
Thieres aus seiner Behausung , die Hauptrolle zu spielen
scheint, ferner dicht unter der Haut, in der nächsten Um-
gebung des Rüssels.
Im Stiele kommt das elastische Gewebe in gesonderten
Zügen vor, die von den inneren Kanten der Längsmuskel-
bündel abgehend, zum Grunde oder Boden des Mantelsackes
sich erstrecken, wo sie endigen. Von je einem Muskelbün-
del gehen immer mehrere, etagenartig über einander gereihte
Züge ab, wodurch eine sehr regelmässige Vertheilung der
Züge in eben so viele Gruppen, wie die Zahl der Muskelbün-
del beträgt, zu Stande kommt.
Das im Prosoma anzutreffende elastische Gewebe ist
viel stärker entwickelt als im Stiel und bildet eine zusam-
menhängende Schicht, deren Hauptstränge einen mit der Fa-
serung der oben gedachten Muskeln parallelen Verlauf haben.
Bei Balanus findet sich das elastische Gewebe unter der
Verbindungshaut zwischen Schale und Deckel, und zwar in
reichlicher Menge zwischen den scehnigen Enden sämmtlicher
Deckelmuskeln. Im Prosoma scheint es wie bei Lepas sich
zu verhalten.
Es sei mir erlaubt, zum Schlusse noch eines bei Lepas
sich vorfindenden Kanals zu erwähnen, dem man leicht eine
wichtigere Bedeutung zuschreiben könnte, als er wirklich
hat. Es besteht dieser Kanal aus einer röhrenförmigen Aus-
sackung der Chitinhülle des Mantelsackes, die mehr oder we-
niger tief in den Anfang des Stiels herabreicht, und mitten
auf dem Boden des Mantelsackes mit einer trichterförmig sich
erweiternden Oeflnung in die Mantelhöhle mündet. Dieser
Blindsack ist zuweilen in scharfem Ziekzack geschlängelt,
oft aber auch gerade gestreckt. Er enthält theils Sandkörn-
chen, theils andere von aussen in ihn eingedrungene fremde
Theilchen.
Bonn, den 3. August 1859.
Bonn, Druck von Carl Georgl.
ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHSON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. Dr. LEUCKART IN GIESSEN
HERAUSGEGEBEN
Dr. FE H., TROSCHEL,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN,
FÜNF UND ZWANZIGSTER JAHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin.
Nicolaische Verlagsbuchhandlung.
(6, Parthey.)
1859.
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Inhalt des zweiten Bandes.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1858. Vom Herausgeber
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1858. Von Dr. G. Hartlaub
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1858. »Vom Herausgeber
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1858. Vom Herausgeber Air
Bericht über die wiss. Leistungen in der Naturgeschichte der nie-
dern Thiere während des Jahres 1858. Von Prof. Leuckart
Vermes
Chaetopodes
Gephyrei
-Chaetognathi
Nematodes
Acanthocephali
Hirudinei
Trematodes
Cestodes
Turbellarii
Rotiferi
Bıyozoa 2
Echinodermata 5 } 2 9 .
Coelenterata
Ctenophora
Hydrasmedusae .
Polypi
Porifera
Protozoa 5 . . “ .
Infusoria » k J ; E , 4
Rhizopoda ® : R N .
Gregarinae £ h : 2 h E .
Seite
Iv
Inhalt.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1858. Vom Herausgeber
Bericht über
Cephalopoda
Gasteropoda
Pteropoda
Brachiopoda
Lamellibranchiata
Tunicata
die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Entomologie während des Jahres 1858. Von Dr. A.
Gerstaecker 9
Insekten
Orthoptera .
Neuroptera .
Coleoptera .
Hymenoptera
Diptera
Lepidoptera
Hemiptera . .
Parasita
Myriapoden
Crustaceen
Arachniden
Seite
256
267
268
286
286
287
296
297
297
341
347
349
430
445
473
499
509
509
511
546
Beta
: TREE
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Säugethiere während des Jahres 1858.
Vom
Herausgeber.
In unserem ; Archive p. 111 hat, E..v..Martens Be-
merkungen über einige ‚Säugelhiere, in geographischer und
historischer. Beziehung, milgelheilt. .. .‚Dieselben, beziehen sich
1) auf; Blasius’ Naturgeschichle der Säugethiere Deutschlands,
‚2) auf, die von, Albertus Magnus erwähnten Landsäugelhiere.
In. der Fauna der Cykladen von Erhard werden 20
Säugethiere dieser Inselgruppe‘ aufgezählt, deren Zahl die
ganze Micromammalogie, welche für ein. zweites Heft auf-
gespart ist, ansehnlich vermehren wird. Eine. neue Fleder-
maus ‘ist beiläufig in der Einleitung, ein ‚neuer Steinbock ist
im Anhange beschrieben.
Diese Arten sind folgende :; Erinaceus europaeus, Meles laxus,
Canis familiaris halbverwildert, Canis aureus, ‚Felis catus ganz ver-
wildert immer einfarbig fuchsroth, eisengrau oder tief schwarz, Mu-
stela foina, Mustela erminea, Phoca monachus, Myoxus Nitela, Spalax
typhlus, Mus tectorum, Mus musculus, Mus frugivorus, Lepus timidus,
Lepus eunieulus (s. unten), Sus scröfa verwildert , Aegoceros pictus
n. sp: (s. unten), Delphinus delphis, "Delphinus tursio, Delphinus
phocaena.
Ueber das-Klima und die Zoologie der Krim hat Carte
geschrieben. Von! Säugihieren: sind Vespertilio serotinus, fer-
rum equinum , Erinaceus europaeus, Canis vulpes, Mus de-
cumanus, rallus, musculus, sylvalicus und der Reis-Hamster
(Mus phaeus Pallas), von dem vermulhet wird, dass es der
„Aristotelische Mös 6, novrıxög 6 hevxög sei genannt, endlich
Cervus dama. Journal of Ihe Royal Dublin Society 1. p. 250.
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. A
2 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturges. d. Säugethiere
In den Reports of explorations and surveys to ascertain
ihe most praclicable and economical route for a railroad
from Mississippi river to the pacific ocean, made under the
direclion of Ihe secretary of war in 1853—1856. Volume
VIll. Washington 1857. 4. ist enthalten: General, report upon
ine 'zbolögy' of the several pabifie railroad routes, Malnmäls.
Die Sätgeihiere nehmen den) ganzen’ ‘Band’“von' 757 Seiten
und 44 Tafeln ein, und sind von Spencer F. Baird be-
bearbeitet. Ueber das Verzeichniss der Species, welches dem
Werke vorgedruckt:ist,! wurdesschon, im vor. Bericht p. 38
nach einem Separatabdrucke berichtet. Es mag hier noch
hervorgehoben werden, dass in dem Werke über die Nord-
amerikanischen Säugelhiere von Audubon und Bachmann
179 “Arten erwähnt-sind. Diesen werden hier'70'Arten hin-
zugefügt, nämlich’35'hier'neu beschriebene, 17'im Jahre ‘1855
äus "derselben' Sammlung beschriebene , "ind 18" Arten‘) die
‚früher schon beschrieben, aber bei Audubon und Bäch-
mann nicht'erwähnt waren. "Die neuen Arten ‘gehören’ den
Ordnüngen der Insektenfresser, Raubthiere und Nagethiere
ah. Wir werden wegen der Einzelheiten mehrfach auf dieses
-Werk! zurückkommen, welches für -die Kenntniss der Säuge-
thiere !Nordamerika’s eine höchst wichtige Erscheinung ‘ist.
Die Chiropteren, Pinnipedien und Wallfische haben darin keitie
Berücksichtigung gefunden. i
Ueber die Säugelhiere von Trinidad finden sich einige
Angaben bei de Verteuil „Trinidad, its Geography, nätu-
ral resources, administration, present condition and prospects.
‘London 1858. 8.* Verf. bespricht p. 114 die wichligsten
Säugelhiere der Insel, ‚und zählt p. 418 im Appendix. ‚die
sämmtllichen ‚auf. Es, kommen, folgende, vor: Von: Affen -My-
cetes barbatus und eine Art Cebus; Fledermäuse sehr häufig
aus. 4 IGällungen; vom'Raublhieren ‘Procyon tancrivorus,
Gulo,.Mustela«barbara, Viverra 'vitlata, Lutra -insularis und
-Felis.pardalis ; 3-Arten.Didelphys; von 'Nagern 'ein'Eichhörn-
«chen, Ratten, 2 Echimys;,; "mehrere Arten. ‘Mäuse, der 00-
endu; das; Aduliv und’ ‚Coelogenys pacaz: von Edentatem zwei
Arten: Gürtellhiere, zwei‘ Ameisenbären; von Pachydermen
(die beiden’ Arten‘ Dicolyles; von''Wiederkäuern Cervus’sim-
während des Jahres 1858. 2
plicieornisz; und endlich von Cetaceen' das Manati und Balaena
boops; Einige Bemerkungen: über. Häufigkeit und Lebens-
weise sind beigefügt,‘
InKidder und:Fletch er „Brazil /and the‘ Brasilians
pöortrayed'in historical and descriptive sketches. Philadelphia
1857# sind auch ‘einige auf Zoologie bezügliche Schilderun-
gen eingestreut,, 'z. B. über den Armadill. p-'193, die Har-
pyie, den’ Tapir‘'p. 285, den Tucan, die’ Iguana p. 293, Chas-
marhynchus (carunculata p. 331, Herculeskäfer p.:426, Amei-
senbär:p.444, Jaguar, Paka'p.446, Conurus versicolor p. 462,
Kolibrip.’484, Vampir‘ 'p. 504, velectrische Aal, Scorpion p. 507,
Jacchus aüritus 'p.’509, Manati p. 555 u. s. w.
"30 Ein’von Sclater' zusammengestelles Verzeichniss der
Säugethiere 'von Neuguinea enthält die folgenden 10 Arten:
Sus‘ papuensis Less., Halichore (australis: Owen ‚' Dorcopsis
Brunii ‘Schreb. ‚'Dendrolagus 'ursinus Müll., D. inustus Müll.,
Cuscus maculatus Desm., C. chrysorhous Temm.‘, Belidea
Ariel’ Gould (Petaurus sciureus Müll.) ' Perameles doreyanus
Q..G.,Phascogale: melas Müll. ‘Journal of Ihe Proceed. of the
Linnean sociely- 1. p. 154.
7. EB. Gray veröffentlichte ein Verzeichniss von Säu-
gelhieren von den Aru-Inseln. Bekannt waren. von dort
‚ausser den 9 von Wallace eingesendeten Arten bereits 6 Ar-
ten. Unter den somit aufgezählten 15 Arten sind 10 Beu-
tellhiere, 2 Fledermäuse, 1 Paradoxurus, 1'Halicore und 1
Sus. Bei'der Nähe der Aru- Inseln an Neu-Guinea ist es
nicht auffallend, dass fast alle Arten, welche Sclater von
"Neu -Guinea angeführt hat, auch auf den genannten Inseln
vorkommen. Zwei neue Fledermäuse und zwei neue Beu-
telthiere,, die sogar als Typen , zweier neuen, Gallungen an-
gesehen werden, sind unten berücksichtigt. Proc. zool. soc.
Febr. 1858; Annals nat! hist. "MP. p. 217.
vos Researches of Ihe intimate |siructure of, the brain, hu-
man-and ‚comparalive. First: series. On the structure of the
Medulla.oblongata., By Lockhart Clarke. Philosophical
‚iransaclions ‚of, Ihe Royal society of London Vol, 148. p. 231.
0 Veber ‚das Schläfenbein der Säugelhiere schrieb Joh.
Wagner eine Inauguralldissertalion, „De parlibus, mamma-
4 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in ‘d. Naturges. d. Säugethiere
lium os temporum constituentibus. Dorpati Livonorum 1858.
Alle Ordnungen der Säugethiere sind in Betracht gezogen;
die Schädel von Echidna setosa und Ornithorhynchus para-
doxus sind abgebildet. Verf. kommt zu dem Resultate, dass
die pars mastoidea nicht: als besonderer Knochen zu betrach-
ten''sei, und dass also das Schläfenbein nur aus drei Theilen
bestehe: Schuppe, Felsenbein und Tympanicum.
Glogen spricht in 'einer kleinen Schrift „Kleine Er-
mahnung zum Schutze nützlicher Thiere als naturgemässer
Abwehr von Ungezieferschäden und Mäusefrass. Berlin 1858.
8.% zu Gunsten der Fledermäuse, Spilzmäuse, ‘Maulwürfe und
Igel als der Vertilger von Insekten die Abends fliegen’ oder
unter. der Erde leben, also den Vögeln entgehen ;- namentlich
empfiehlt’ er ‚die Schonung der Maulwürfe. Auch Wiesel und
Illisse: sieht ‘er als nützlich ‚an, weil sie Mäuse ‚und Ratten
vertilgen. Dem Federvieh seien die letzteren weniger inach+
theilig' als ‚der Marder:
Bereits ein Jahr: früher hat Brimmeyr zu Gunsten
der Fledermäuse, Insektenfresser u. s. w. geschrieben. Les
animaux sauvages indigenes, consideres, sous ‚le point‘ de, vue
&conomique. ‚Soc. des sc. nat. du Grand-Duche de Luxem-
bourg IV. 1857. ps 77,
Jäckel.hat eine Preisschrift „Ueber ‚die ‚Vertilgung
der: Feldmäuse veröffentlicht, Abhandlungen der naturhistori-
schen Gesellschaft zu Nürnberg I. Bd. 1858. p. 269—326.
Seine Vertilgungsmittel sind gegen Mus sylvaticus, agrarius und
minutus,, so wie gegen, Arvicola amphibius und arvalis ‚gerichtet; und
bestehen in Fallen, sonstigen Vorrichtungen, die Mäusen das Leben
unmöglich oder unangenehm machen, in Giften und in Schonung der
Feinde der Mäuse, als welche namentlich Bussarde, Eulen, Krähen
und Dohlen, ferner Fuchs, Igel und Wiesel genannt werden.
Quadrumana,
Geoffroy Saint-Hilaire hat der Pubintr ca deiie
eine gedruckte Abhandlung vorgelegt, die den zoologischen
Theil'über die. menschenähnlichen Affen und namentlich den
Gorilla «enthält. Sie ist mir nicht bekannt geworden , daher
ich .den Comptes rendus XLVI. p. 1130 folgende Angaben
eninehme.
während des Jahres 1858. 5
Verf. hält den Gorilla. nicht für eine zweite Art der Gattung
Troglodytes, sondern für eine eigene Gattung Gorilla. Er stimmt
mit dem Menschen nicht allein durch die platten Nägel und nur 8
Knochen in der Hand überein, sondern hat auch den erweiterten
Daumen. Gorilla Gina ist die einzige Art dieser Gattung.
Volitantia.
Jaeger brachte in den Württembergischen. naturw.
Jahresheften XIV. p. ö1 die Frage zur ‚Sprache;,, welchen
Zweck die neben, den Geschlechtstheilen ‚der Weibchen von
Rhinolophus gelegenen zitzenförmigen Anhängsel haben ?
In der schon oben erwähnten Arbeit über die Säuge-
tbiere der Aru-Inseln (Proc. zool. soc. Febr. 1858; Annals
nat. hist. III. II. p. 218) beschrieb Gray zwei Fledermäuse als
neue Arten:
Pteropus argentatus, Rücken weiss mit eingestreuten schwar-
zen Haaren, unten gelblich, Gesicht grau, Kopf gelbgrau mit einge-
streuten schwarzen Haaren, Halsband roth kastanienbraun. (Wodurch
von Pt. griseus. unterschieden ?)
Das Genus Hipposideros ist derselbe geneigt auf diejenigen
Arten zu beschränken , welche hinter dem Nasenblatte eine grosse
Höhlung mit einer ausdehnbaren Oeffnung haben; sie haben deutliche
Zitzen in der Schamgegend. So beschränkt sich Phyllorhina Bonap.
auf die Arten ohne Porus am Vorderkopfe. Hierzu beschreibt er
eine neue Art: Hipposideros Aruensis von den Aru-Inseln mit 5'% Zoll
Spannung.
Baird beschrieb eine 'neue Art Blattnasen aus Cali-
fornien, Macrotus Californicus. Proc. Philadelphia 1858. p. 116.
Ohren sehr gross, spärlich behaart, eiförmig und am Ende ab-
gerundet; ihr Aussenrand reicht fast bis unter das Auge, ihr Innen-
rand ist theilweise frei. Beide Ohren sind durch eine Membran verbun-
den, die eine Art Dach auf der Mitte des Kopfes bildet, mit hinterem
Eingange. Der Tragus ist schmal, lanzettförmig, nackt und Yz so
hoch wie das Ohr. Der Nasenanhang ist kurz, aber etwas höher als
breit und dehnt sich an der Seite und unter den Nasenlöchern wie
ein schmaler Rand aus; er ist kurz behaart. Der Unterkiefer ist vorn
schwach gespalten mit einer kleinen Warze jederseits; eine Furche
verläuft von der Spalte an jeder Seite des Unterkiefers. — Die Füsse
sind ganz frei, die Schenkelllughaut ist schwach concav und lässt den
Schwanz auf‘; seiner Länge frei. Farbe blass bräunlichgrau. Länge
bis zur Schwanzwurzel 2,6 Zoll, Schwanz 1,5 Zoll, Soll sich von
6 Troschel: Bericht üb. d.Leist. ind. 'Naturges. d. Säugethiere
Waterhousii darch längeren Schwänz' und kürzeres' Nasenblatt un-
terscheiden.
In einer Monographie der Gattung Nyctophilüs rd
zool. soc. Januar 1858; Annals nat. hist. IN. I. p. 375) sücht
Tomes nachzuweisen, dass dieselbe zu den Vesperlilioniden,
und namentlich in die Nähe der Gattung Plecotus gehöre.
Verf. scheint sich zu dieser Ansicht durch die Bildung der
Schädel und mancher anderer Organe veranlasst zu finden.
Freilich würde man dann das Vorhandensein der Nasenblät-
ter als er uhr müssen. Das Gebiss En Verf
so an: Vorderzähne - er ; Eckzähne - 3 + Lückenzähne ; =: -
2 12
re
Backenzähne ? z ; 2
Ausser N. Geoffroyi Leach gehört hierher Vesp. Timoriensis
Geoffr., von der vermuthet wird , dass die Vaterlandsangabe falsch
sei, indem sie wahrscheinlich aus dem westlichen Neuholland. stammt,
und folgende zwei neue Arten: N. Gouldi, von Moreten-Bay und. N.
unicolor von Vandiemensland.
Tomels schrieb Proc. Zool. soc. Febr. 1858 ;. Annals nat. hist. II.1.
p. 442 über einige Fledermäuse, die Gray in seine Gattung Kerivoula
selzte, für welche er V. pietus Pall., als Typus ansieht... Während
Verf. diese Gattung Kerivoula anzuerkennen scheint, sofern es, sich
um V. pietus handelt, sondert ‚er andere Arten zu einer besonderen
Gruppe, die sich von Kerivoula dadurch unterscheidet , dass sie den
Scheitel nicht so erhaben hat, dass sie eine viel dickere Schnauze hat,
und in der anderen Entwickelung der Ohrmuschel. Als zu,..dieser
Gruppe, der kaum ein subgenerischer Werth zugestanden wird, ge-
hörig werden beschrieben: ,Vesp. emarginatus Geoffr., formosus Hodgs.,
rufo-pictus Waterh. und Pearsoni Horsf.
Bei dieser Gelegenheit beschreibt Tomes ib. p.453 auch eine
neue Art von Madagascar Vespertilio madagascariensis, die in die
Gruppe von mystacinus, polythrix, Chiloensis et. gehört.
Später lieferte Tomes auch eineMonographie der Gattung Keri-
voula Gray (Proc. zool. soc. June 1858; Annals nat. hist. III. II. p. 474)
und zählt dazu Vespertilio pietus Pall., Vespertilio papillosa Temm.,
Vespertilio Hardwickii Horsf., Vespertilio Janosus Smith und eine neue
Art Kerivoula aerosa von Südafrika.
In einer Monographie der Gatiung Miniopteris Bonap.
stellt Tomes Proc. zool. soc. March 1858; Annals nat.
hist. III. II. p. 150. die Gatlungscharaklere folgendermassen:
Scheitel sehr.hoch, Gesichtsehr kurz, concav; Schnauze stumpf,
nillonuär .| während. des Jahres 1858:.:..1 - we:
nicht ‚sehn, deprimirt;, Naslöcher nahe: bei einander, wit,.schwach, vor-
stehendem ‚Ober -,,und ‚Unterrande , dazwischen ausgerandet,' Dieser
Ausschnitt zwischen den Naslöchern geht aber nicht durch die, Obeır-
lippe herab,., ‚Die, Naslöchen selbst sind mondförmig , und, nach den
Seiten, geöflnet. , Von. der Aussenseite eines jeden, geht eine Furche
durch die Lippe, lässt aber den Mitteltheil derselben ganz und ‚schwach
vorstehend ; die Seitentheile der Lippen sind dick und überhängend.
Unterlippe mit deutlichem Mitteltheile, wie in Natalus, aber weniger
ausgedehut. Ohren winkligrund, sehr kurz; Tragus,kurz, von gleich-
förmiger Breite, rund am, Ende, und, einwärts gekrümnıt.,, Schwanz
so lang wie Kopf und Körper. Flughäute reichen bis zum ‚Ende ‚der
Tibia, , Spornbein kurz. Hautsystem weit; mittlere Phalanx, des ‚zwei-
ten. und drilten Fingers sehr kurz. , Pelz sehr dick, und weich; —
Dahingehörig werden beschrieben M. Schreibersii (= Ursinii Bonap.,
dasythrix Temm., Natalensis Smith), M.,‚blepotes Temm., (=, Scotlo-
philus Morio Gray, V. Eschscholtzii Waterh.), M. tristis Waterh. und
M. australis n. sp. von Timor und Australien, die. sich von N, ble-
potis durch das mehr behaarte Gesicht, kleinere Ohren , viel kleine-
ren Daumen unterscheidet ; die Behaarung erstreckt sich auf der Un-
terseite eiwas auf die Flughäute, während diese bei blepotis ganz da-
von,frei sind. 2
Insectivora,
Sorieina, Nach Kessler kommen bei Kiew Sorex, vul-
garis, fodiens, leucodon und araneus häufig, pygmaeus. sel-
ten vor. Bull. de Moscou XXXl. I. p. 568.
In dem oben erwähnten Werke von Baird nimmt die
Bearbeitung der Spilzinäuse p. 7—56 ein. Während die Spitz-
mäuse der alten Welt den Gattungen Crossopus, Sorex und
Crocidura angehören, sind die Amerikanischen in die Gat-
tungen Neosorex n. gen., Sorex und Blarina Gray verlheilt,
von denen also die erste und die lelzie der neuen Welt ei-
genthünlich sind,
Die Gattung Neosorex Baird wird folgendermassen charakte-
risirt: Ohren ziemlich kurz, zum Theil an beiden Flächen behaart, die
Ohrmuschel nach hinten gerichtet; Schwanz länger als'der Körper mit
Einschluss des Kopfes, alle Haare gleich lang mit Ausnahme derer
an der Spitze; Küsse sehr gross mit einem Kranze von Wimperhaa-
ren; Schädel vorn sehr schmal und verlängert; obere Vorderzälhne
mit einen zweiten Basalhaken uud einen kleinen Winkelfortsatze innen
nahe der Spitze; die beiden ersten Vorbackenzähne etwas grösser als die
folgenden. Diese Gattung stimmt im Besilze der Wimperhuare mit
8 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturges. d. Säugethiere
Crossopus überein, und enthält eine neue Art N. navigalor Cooper MS.
von Washington-territory und Pennsylvanien. Es wird vermuthet, dass
auch Sorex fimbripes hierher gehöre.
Die Gattung Sorex zerfällt in zwei Gruppen: a. Mit grossen Füs-
sen und 32 Zähnen. Bei ihnen ist «) der dritte obere Backenzahn
kleiner als der vierte und zweite; drei neue Arten S. Trowbridgii von
Oregon an der Küste des Stillen Oceans, S. vagrans Cooper MS. aus
Californien, S. Suckleyi aus Californien. f) der dritte obere Backen-
zahn grösser als der vierte; dahin $. pachyurus Baird. von Minne-
sota, $. Forsteri Rich., Richardsonii Bachm. und platyrhinus Dekay.
y) der dritte und vierte Backenzahn fast gleich und etwas kleiner als
die beiden vordersten; dahin $. Cooperi Bachm., Haydeni Baird von Ne-
braska, personatus Geoffr. b) Mit kleinen Füssen und 30 Zähnen.
Zwei neue Arten: Hoyi Baird von Wisconsin, Thompsoni Baird von
Burlington Vt., Zanesville Ohio und Halifax N. S.
Auch die Gattung Blarina zerfällt in zwei Gruppen: a. Fast
einfarbig mit 32 Zähnen; dahin B. talpoides Gapper, brevicauda Say,
carolinensis Bachm. und angusticeps Baird von Burlington Vt. b. Zwei-
farbig mit 30 Zähnen; dahin B. cinerea Bachm., erilipes Baird vom
Mississippi, Berlandieri von Malamoras in Mexico.
Talpin.. Aus der Maulwurfsfamilie werden bei Baird |]. c.
5 Arten Scalops, 1 Condylura und eine neue Art der Gattung Urotri-
chus Temm. U. Gibbsii vom White-River, Cascade Mountains, W. T.
angeführt. Diese Art ist etwas kleiner als die Japanische, Füsse und
Schwanz sind verhältnissmässig grösser.
Krauss machte auf eine bläulichgraue Varielät vom Maulwurf
aufmerksam. Württemb, naturw. Jahreshefte. XIV. p. 53. — Ebenso XV.
p. 44 auf weisse Varietäten von Eichhörnchen und Feldmäusen.
Kessler hob einige Unterschiede der Talpa coeca vom ge-
meinen Maulwurfe hervor. Bull. de Moscou XXXI. I. p. 567.
Hodgson hält einen Maulwurf vom Himalaya Talpa macrura
für neu und von Talpa micrura verschieden , indem er ein Drittel
kleiner ist und einen fünfmal so langen Schwanz hat. Er misst von
der Schnauzenspitze bis zur Schwanzwurzel 4 Zoll; Kopf 1% Zoll;
Schwanz und Haare 1'/, Zoll;, Schwanz allein 1%s Zoll. Fusssohle
und Nägel %, Zoll. Seine Farbe ist tief schieferblau mit: weisslichem
Glanze, irisirend, wenn er nass ist. Der Schwanz ist eylindrisch und
mit weichem Haare bedeckt, welches die Spitze ein wenig überragt.
Journal of the asiatic society of Bengal. No. 92. Calcutta 1858. p.176.
Vergl. auch Annals nat. hist. Ill. II. p. 494.
Osteologische Eigenthümlichkeiten des Nordamerikanischen Was-
sermulls von Giebel. Zeitschr. für die ges. Naturw. von Giebel und
Hein'z 1858. p. 395. Verf. vergleicht das Skelett des Scalops aqua-
während des Jahres 1858. 9
ticus im Einzelnen mit denen vom gemeinen Maulwurfe und 'vom
afrikanischen Goldmaulwurfe. Am Schlusse sind die Maasse verglichen.
Carnivora.
Ursina. Für den Zweck der Vergleichung mit den fos-
silen Knochen der Höhlen von Sentheim hat Delbos ein
eingehendes Studium des Skeletes des braunen Bären von den
Pyrenäen gemacht, und dasselbe in Annales des sciences
naturelles 1X. p. 154 veröffentlicht.
Erwin Helm lieferte einen Beitrag zur Naturge-
schichte des Bären (Ursus arctosL.), indem er seine Lebens-
weise nach eigener Beobachtung schilderte.
Im Winter soll er keine. Nahrung zu sich nehmen, und im
Frühling zuerst Brunnenkresse geniessen, um seine verschrumpften
Eingeweide wieder in Ordnung zu bringen. Drei sehr junge Bären
wogen durchschnittlich jeder 41 Loth. Am Ende des ersten Monats
wog der eine 1 Pfund 27 Loth, zu Ende des dritten Monats 5 Pfund
8 Loth, mit 4 Monaten 12‘, Pfund, mit 5 Monaten 20 Pfund. Ver-
handl. des Vereins für Naturkunde in Presburg 1857. II. p. 21.
Giebel hat einen Beitrag zur Osteologie der Wasch-
bären geliefert. Er ist zu der Ansicht gekommen, dass man
bis auf weitere Entdeckungen die Waschbären auf eine nord-
und eine südamerikanische Art zu beschränken habe. Giebel
und Heintz Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaf-
ten IX. 1857. p. 349— 373.
Mustelin.. Aus der Wieselfamilie sind bei Baird be-
schrieben: 2 Mustela, 10 Putorius, 1 Gulo, 2 Lutra, 1 En-
hydra, 9 Mephitis, 2 Taxidea.. Darunter sind neu:
Mephitis occidentalis Baird 1. c. p. 194 (?M. mesomelas St.
Hilaire Voy. de la Venus). Von der Grösse einer Katze. Schwanz-
wirbel 24 der Länge von Kopf und Körper; der knöcherne Gaumen
mit kleinem schmalen Ausschnitte in der Mitte seines Ilinterrandes.
Farbe schwarz mit weissem Nackenfleck , der sich hinten ‚gabelt und
bis zum ganz schwarzen Schwanz reicht., Californien.
Putorius Kaneii, welcher von der Behringsstrassen-Expedition
in Menge in der Tchucktehi country in Kamtschatka gefunden worden
ist. 8%, Zoll bis zum Schwanze, Schwanz sehr kurz; die Schwanz-
wirbel nur % jener Länge; das Schwarz am Schwanze nimmt die
Hälfte desselben ein. Im Sommer ist er oben braun mit weisslichem
Oberlippenrande, im Winter weiss mit schwarzer Schwanzspitze. Beim
10 Troschel: Berichtsüb. d. ‚Leist. ind. Naturges. d. Säugethiere
Europäischen Hermelin beträgt, das Schwarz des ‚Schwanzes '2/;. seiner;
Länge, /und: die.Endhaare: sind länger. (Ob. wirklich verschieden?) .,,,
Favre schildert den Kampf zwischen drei jungen Iltissen und
einer Schlange, welcher damit'endkte,/dass die ersteren die Schlange
verzehrten. ‚Bull. de la soc. des sc. nat. de Neuchatel IV. p. 310.
Viverrina.. Von dem einzigen Repräsentanten der, Viverrenfa-
milie in Nordamerika Bassaris astuta lässt Baird |, c. es zweifel-
haft, ob die Californische Form specifisch verschieden von der Mexi-
kanischen sei. Sie wirft wenigstens vier Junge bei jeder Geburt.
Canin.. Nach Baird I]. c. gehören in Nordamerika!
der Hundefamilie zwei Hunde an: Canis oceidentalis in 5
Varietäten und 'Canis latrans, und sechs Füchse: Vulpes ful-:
vus Desm., macrourus Baird (utah Aud. et Bachm.)',' velox
Say, lagopus Linn., virginianus Erxl. und eine neue Art Vul-
pes (Urocyon) littoralis Baird von der Insel San Miguel an
der Californischen Küste.
Letzterer wird als der kleinste Fuchs Nordamerika’s geschil-
dert, kaum von halber Grösse des Vulpes virginianus; ‚der Schwanz
ist nur 1 so lang wie der Körper; oben greis und schwarz, Seiten
des Nackens, Vorderschenkel und der untere Theil der Seiten dunkel
zimmetfarbig; Kinn und Seiten der Schnauze schwarz; Schwanz mit
einer versteckten Mähne von steifen Haaren und oben mit einem
schwärzen Streifen. |
Eine Schilderung des Prairie- Wolfes und seiner Lebensweise
findet sich in „El Gringo, or New-Mexico and her people‘ by Davis.
New-York 1857. p. 41. ?
Crespin, der sich als Jagdliebhaber bezeichnet, hat in einer
Schilderung des Fuchses einen Beitrag. zur. Kenntniss der Lebenweise
desselben gegeben. Societe des sc. nat. du Grand-Duche de Luxem-
bourg 1857. p. 62—65.
Felina. _Die bereits im vorigen Berichte besprochene
Arbeit von Severtzow, „Notice sur la classification mulli-
seriale des Carnivores, specialement des Felides, et les etu-
des de zoologie generale qui s’y rattachent ist in der Revue
et magasin de zoologie 1858. p. 3, 145, 193, 241 und 385
beendigt. Den Schluss bildet eine Uebersicht der geogra-
phischen Classification der Katzen. '
Aus der. Katzenfamilie sind bei Baird. c. 5 Arten
Felis und 3 Arten Lynx beschrieben.
Die wilde Katze, Felis catus L., kommt nach Kesslen auch
während: des ‚Jahres 1858; 1 rH
in 'Vollynien, ‚im Gouvernement Kiew und. in Podolien: vor. / Bull. de
Moscou XXXI. I. p. 569,
Lo.che:beschrieb in der Revue de zoologie 1858. p. 49. pl. 1
eine neue Katze Felis margarita aus ‚der Umgegend von! Negonga
(Sahara). Sie ist oben isabellfarbig,' unterhalb, weiss; ‚‚oberbalb
leicht schwarz gesprenkelt; einige braune. Flecken ‘an der Seite,
fünfı braunschwarze Binden an den ‚Vorderbeinen, sechs an den Hin-
terbeinen; Schwanz hinten mit zwei schwarzen Ringeln und schwar-
zer Spitze. — Berg bemerkt ib. p. 383, dass diese Katze am Sene-
gal sehr gemein und sogar domesticirt ist.
Marsupialia.
Auch die Ordnung der Beutelthiere ist im verflossenen
Jahre nicht leer ausgegangen, indem J. E. Gray in den Proc.
zool. soc. Febr. 1858; Annals nat. hist. III. II. p. 67 die Ar-
ten der Gattung Cuscus (Untergattung von Phalangista), wel-
che sich im britischen Museum befinden, verglichen, und eine
neue Art aufgestellt hat.
Von Arten, deren Ohren im Pelze verborgen und innen und
aussen behaart sind, glaubt er nur drei unterscheiden zu können,
nämlich C. maculatus Desm., nudicaudatus Gould (dass brevicaudatus
gedruckt steht, ist wohl einem Versehen zuzuschreiben) und ursinus
Temm. — In der Abtheilung mit Ohren, die aus dem Pelze heryorra-
gen und innen nackt sind, beschreibt er neben (. orientalis eine neue
Art (€. celebensis, bei welcher Männchen und Weibchen gleich. ge-
färbt sind, aschgrau mit silbernen Haaren gesprenkelt, Nacken und
die Mitte des Rückens dunkler, aber ohne deutlichen Rüvkenstreif,
Celebes.
Derselbe Verf. gründete ib. p. 220 in seiner bereits
erwähnten Abhandlung über die Säugelhiere der Aru-Inseln
zwei neue Gallungen :
Dactylopsila, Unterabtheilung von Phalangista, Sie ‚hat einen
langen dünnen, deprimirten dicht behaarten Schwanz, der. nur an
der Unterseite nahe der Spitze nackt und schwielig, und am Ende
etwas buschig ist. Die Ohren sind rund und kahl. Die Vorderfüsse
lang, Zehen sehr dünn, eomprimirt, von sehr ungleicher Länge, ganz
frei; die Aussen- und dritte Zehe gleich lang, die zweite bei wei-
tem die längste, die vierte und Iunenzehe die kürzesten. ‚Schädel
niedrig und sehr breit. — Bei Cuscus ist der dritte Finger der längste,
bei Triehosurus sind der zweite und dritte Finger gleich lang , bei
Hepoona sind die zwei inneren Finger den anderen entgegensetzbar,
12 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturges. d. Säugethiere
Die neue Art heisst D. trivirgata, ist weiss mit drei schwarzenStreifen
auf dem Rücken und stammt von den Aru-Inseln.
Myoictis in der Nähe von Antechinus, Untergattung von Phas-
cogale. In ihrer äusseren Erscheinung soll sie ganz einem kleinen
Ichneumon gleichen. Kopf zugespitzt, Nase spitz; Schwanz deprimirt,
zugespitzt, oben und unten lang behaart, unten nackt; Füsse unten
ganz nackt; vorn und binten 5 Zehen, die 2. 3. und 4. vorn länger
als die 1. und 5. Ohren rundlich, nackt. Gebiss bett,
M. Wallacei von den Aru-Inseln, rostbraun, mit eingestreuten längeren
schwarzen Haaren, unten blass röthlich, Seiten des Nackens und Basis
der Ohren grell röthlich, Schwanz rothbraun mit schwarzer Spitze.
Rodentia.
Kessler machte Bull, de Moscou XXXl. I. p.569 Be-
merkungen über folgende Nager: ‚Pleromys volans, Spermo-
philus: musicus, Sminthus vagus, Cricetus phaeus, Spalax ly-
phlus, Mus musculus und Mus Rattus, die sich. namentlich
auf die Verbreitung beziehen.
Baird theilt ]. c. die Nagethiere, den Ansichten Wa-
terhouse’s folgend, in fünf grössere Familien, indem er
die Saccomyidae mit den Gattungen Geomys, Thomomys,
Dipodomys, Perognathus, Heteronıys und Saccomys als eine
besondere den Leporidae, Hystricidae, Muridae und Sciuridae
gleichwerthige Familie hinstellt.. Die äusseren Backentaschen,
die deutlichen fünf Finger an den Vorderlüssen, die steifen
Haare und manche osteologische Eigenthümlichkeiten werden
als Hauptcharaktere der Familie der Saccomyiden bezeichnet.
Sciurina. Die Eichhörnchenfamilie im weiteren Sinne
zerfällt bei Baird l. c. in drei Subfamilien: Sciurinae
mit deullichem Postorbitalfortsatze, Backenzähne 3, mit Wur-
zen; Myozinae ohne Postorbitalfortsa!z, Backenzähne %,
mit Wurzeln; kein Blinddarm; Castorinae ohne Postor-
bitalfortsatz, Backenzähne #; ohne Wurzeln.
Aus der ersten derselben werden 13 Arten Seiurus mit Ein-
schluss der beiden neuen, bereits Proc. Philadelphia 1855 aufgestell-
ten Arten Se. limitis und castanonotus, 4 Pteromys, 4 Tamias mit Ein-
schluss des ebenda aufgestellten T. dorsalis, 14 Spermophilus mit: Ein-
schluss zweier neuer Arten, wovon $. Couchii an dem‘ genannten
während des Jahres 1858. 13
Orte aufgestellt und S. terelicaudus aus Californien, 2 Cynomys Raf.,
2 Arctomys vom Verf. nach Autopsie ausführlich beschrieben.
Spermophilus tereticaudus hat folgende Diagnose: Ohren fast
obsolet; Schwanz mit Haaren mindestens % so lang wie Kopf und
Körper, rundlich mit rundum dicht angepressten Haaren, an der Spitze
etwas ausgebreitet; Füsse sehr breit, die Sohle dicht behaart ausser
an den Seiten. Farbe oben fein gespreukelt grau gelblichbraun; un-
ten schmutzig weiss; keine Flecken am Körper, und keine deutliche
Ringelung an den Schwanzhaaren. 5—6”.
Die von Reich beschriebene Amerikanische Art von Myoxus
ist, nach Angabe Baird's, nicht wieder gesehen worden.
Die, Biber werden vom Verf., wie schon erwähnt, zu den
Eichhörnchen gestellt; sie sind jetzt in Nordamerika durch. zwei Ar-
ten, Aplodontia leporina Rich. und Castor canadensis vertreten.
Brendel beschrieb. Seiurus capistriatus und, fügte eine Menge
Maasse bei. Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 1858. p. 466.
Sace schildert in ausführlicher Weise das Leben der
Murmelthiere (Arctomys marmota) Revue et Mag. de zoolo-
gie 1858. p. 337-346.
Er bespricht ihren Winter- und Sommer-Bau, ihren Winter-
schlaf. der etwa alle 14 Tage unterbrochen wird, um Urin zu lassen.
Während des Winterschlafes, so wird behauptet, nimmt ihr Gewicht
allmählich zu, bis es durch die Ausleerung von Urin wieder ver-
mindert wird. Verf. erklärt diese auffallende Erscheinung durch eine
Bindung yon Sauerstolf bei dem Athmungsprocess. Ihr Alterverkennt
man leicht an der Farbe der Vorderzähne; die im ersten Jahre, weiss,
im zweiten citronengelb, im drilten orange sind;, später giebt die
Farbe des Bauches Anleitung, die mit dem Alter immer lebhafter
orangerolh wird. Sie werden 9—10 Jahr alt. Ihr Fleisch ist be-
kanntlich geschätzt, doch benutzt man sie nur im Winter.
| Fine Bemerkung über den Winterschlaf des Murmelthiers’von
Valentin s. Annals nat. hist. IL: 1. p.83.
j Myoxina. Eine Notiz von Rimrod über die Lebensweise der
Myoxus-Arten s. Zeitschr. Tür die ges. 'Naturwiss. XT.'1858.'p.183.
" " WSaceomyidae, Die Familie Saccomyidae’ zerfällt: Baird
1. €, in zwei Abtheilungen.” Die erste 'Geomyinae umfasst
die Gallungen Geomys Raf. mit 7 Arten, einschliesslich 'der
beiden 1855. Proc. Ac. Philadelphia vom Verf. aufgestellten
G. breviceps und Clarkii, und Thomomys Neuw. mit 8 Arten,
von denen G. laticeps ebendaselbst vom Verf, aufgestellt war.
— Die zweite Saccomyinae, enthält die Gattungen Dipo-
14 Troschel: Bericht üb. d.Leist. ind: Naturges. d. Säugethiere
dömys'mit 3 Arten und Perognathus mit 6 Arten. In letz-
terer Gallung werden Perognathus Neuw. und Cricetodipus
Peale vereinigt, jedoch wird ihnen als Unterabtheilungen ihre
Gültigkeit zugestanden, indem, ihre Unterschiede folgender-
massen festgestellt werden:
Perognathus. Ohren ziemlich gross, ein deutlicher Sub-
orbicularlappen am Antitragus; Sohle nackt von der Ferse an; Schwanz
ganz dicht behaart, zuweilen an der Spitze büschelig. Die vier hier-
hergehörigen Arten sind in folgende Uebersicht gebracht (p. 418):
a. Schwanz oben am Ende mit einem Kamm. 1. P. penicillatus Woodh.
Ohne gelben Seitenstreifen. b- Schwanz einfach, Seiten mit gelbem
Streifen. 2. P. fasciatus Neuw.' Ohren &ross, oben sandgelb, Aussen-
seite der Vorderbeine und Oberfläche der Füsse weiss. 3. PL hispil
des n. sp. Ohren 'klein; Haare sehr storr; oben zimmetfarben und
schwarz mellirt; Aussenseite der Vorder- und Hinterbeine und die
Oberfläche |der 'Füsse weiss, Mekiko. 4. P. monticola n. sp... Etwas
kleiner als der, vorige; Ohren klein; oben zimmetfaıbig und schwarz;
Seitenstreif undeutlich; Aussenseite der Vorder- und Hinterbeine wie
der Rücken. Rocky-Mountains. y s
Cricetodipus. Kleiner; Ohren klein, ohne einen Lappen am
Anlitragus; Sohlen in der vorderen Hälfte mit kurzen Haaren bedeckt;
Schwanz ziemlich spärlich behaart, an der Spitze ohne Büsche]. Da-
hin P. flavus Baird und parvus Peale.
Murina. Baird itheilt 1. c. p. 126 ‘die Mäuse "in vier
Familien: Dipodinae, Murinae, Arvicolinae und Spalacinae.
Die letztere ist in Amerika nicht vertreten. Die Dipodinae
sind durch eine Art der Gatlung laculus vertreten; die Mu-
rinae durch 4.Mus, die alle von Europa eingeschleppt sind,
und.‚bei,denen wie in Europa Mus rallus (americanus, Dekay)
von Mus decumanus verdrängt: wird; ‚4 Reilbrodon ,. unter
denen zwei neu; 15,Hesperomys, unter denen zweimeu; 7
Neotoma,.unler denen ‚eine.neu; 2,8igmodon; die Aryicoli-
inae..durch:'16: Arvicola, ‚worunter. sechs 'neu,./demgn, noch 16
Ixon.:anderen ‚Autoren genannte vom. Verf.inicht, beobachtete
"Arten hinzukommen, 2:Myodes und 1 Fiber. ı' d sih
19 ,,.Die'ineuen’ Arten sind folgendermassen charakterisirt:
©“ Reithrodon megalotis Baird p.451. Die grösste Nordamerika-
nische Alt; Schwanz etwas grösser als Kopf und’ Rumpf; Ohren
"gross, mässig behaart; oben 'mäusegrau. dunkel 'gestrichelt mit’ rost-
naulioyuke 'während des Jahres 1858.» 01T 95
Tarbigem’ Anstrich; ün Rumpf und Seiten gelblich, unterhalb schmutzig
gelblich‘ weiss. '3. Zoll. Von Janos bis San Luis-Spring.
"N" Reithrodon longicauda Baird p.451.' Klein, Schwanz beträcht-
lieh’ länger- als Kopf and Körper; oben dunkelbraun, ‘unten weiss
mit einem Stich ins röthlichgelbe an Seiten und Wangen.’ Californien.
Die nordamerikanischen Hesperomys, welche von den südame-
rikanischen sehr abweichen, werden vom Verf. in drei Gruppen ge-
heilt und durch folgende Charaktere unterschieden‘
1. Hesperomys Waterh. Gestalt mäuseähnlich ; "Schwanz
nicht kürzer als der Rumpf ohne Kopf, zuweilen länger; Krallen
schwach , Ilinterbeine und Füsse lang, letztere mit sechs grossen
conischen Tuberkeln; Sohlen nackt oder weniger als halb behaatt';
ÖOberrand der Augenhöhle schärf, aber nicht‘ zu a Date Eine
ben. Dahin: 0
> 9 A Gambellii Baird p. 464. In’ Gestalt und Grösse sehr ähnlich
‘mit HM!’ leucopus; Füsse kürzer, Ohren länger, Schwanz meist kürzer
als Kopf und Körper, zuweilen sehr wenig länger; oben 'gelblich-
"braun mit dunkel gemischt, aber ohne einen deutlichen Anstrich von
‚dunklerer Farbe am Rücken ; die ganze Atissenseite der Vorderbeine
‚unter der Schulter weiss. Californien. .
HB. eremicus Baird p- 479. "Grösse von H. leucopus; Ohren sehr
gross, Schwanz beträchtlich länger als der Körper; Finger und Zehen
kurz; Farbe oben gräulichgelb , ein hellgelbrothes Band an Wangeh
und Seiten, Schwähz unten kaum heller, Füsse 'uünd untere’ Theile
'schneeweiss ; Sohlen ganz nackt.
4 2. Onychomys Baird. Gestalt Arvicolaähnlich;' Schwanz
"weniger als die Hälfte von Kopf und Körper; sehr grosse Grabkral-
len, die vorderen länger; Sohlen mit vier Tuberkeln, an den “hinteren
zwei Dritteln dicht behaart; Schädel ohne Orbitalleiste, der obere
Rand der Augenhöhle scharf. Dahin Hypudaens leucogäster Neuw.
3 Oryzomys Baird. Gestalt rattenähnlich, Ohren fast im
Pelze verborgen ; Haare desKörpers grob; Schwanz länger als Kopf
"ind Körper, die Naare an der unteren Fläche am längsten ; Hinter-
füsse sehr lang ; Sollen nackt mit'sechs Tuberkeln, alle bis auf den
Tetzten langen uhd' schmalen sehl''klein! 'Öbehränd der Augenhöhle
"m eine comprimirte Leiste erhoben wie bei Sigmodon. Dahih Mus
‚Bahuintis Harl. (Arvicola oryzivora Aud. Bachm.).
Neotoma fuscipes Cooper MS. Grösser als die Hausratte (Mus
decumanus), Schwanz fast so lang wie Kopf und Körper, an der Spitze
eomprimirt; Farbe oben gelblich rostbraun schwarz gestrichelt, unten
‚schmutzig weiss‘; Hände und Zehen der Hinterfüsse weiss, Obertheil
"des Detatarsus düster; Schwanz rundum einfarbig: düster,
Für eine weitere Eintheilung der Gattung’ Arvieola’nehnt Verf.
16 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in ‚d. Naturges. d. Säugethiere
die Arten mit zwei Wurzeln an den Backenzähnen Hypudaeus, die
mit wurzellosen Backenzähnen Arvicola.. Letztere , die in Nordame-
rika zahlreich vertreten sind, zerfallen dann wieder in vier Gruppen:
a., Hemiotomys Selys. Ohren gross und breit, mit einem
stark entwickelten Antitragus; Füsse gross, die vorderen etwas we-
niger als halb so Jang wie die hinteren; Krallen mässig, die vorde-
ren nicht länger; Sohlen mit sechs Tuberkeln, die hintern sehr gross;
Weibchen mit vier Paar Zitzen, zwei an ‚der Brust, zwei am Bauche;
der zweite obere Backenzahn mit zwei inneren Dreiecken, der dritte
mit zwei äusseren ; der vordere untere Backenzahn mit drei inne-
ren Dreiecken und zwei oder drei äusseren. Dahin 11 Arten, wor-
unter neu:
Arvicola Breweri Baird. Gross, Füsse sehr breit und stumpf,
Sohlen mit sechs Tuberkeln, Behaarung grob; oben hellgräulich
gelbbraun, unten, so wie an der, Unterseite des Schwanzes und; an der
Oberseite der Füsse stark greis oder aschfarbig weiss mit einem: Stich
ins Gelbe. _Muskeeget-Insel, Massachusetts. |
Arvicola rufidorsum Baird. Gross, oben. grell rothbraun oder
röthlich kastanienbraun, nach dem Bauche, allmählich heller, wo, die
Farbe ziemlich scharf in röthlich weiss übergeht; keine Rückenbinde ;
Füsse röthlich, Unterseite des Schwanzes weisslich. Holmes’ Hole, Mass.
‚Arvicola longirostris Baird. Gross, Ohren ziemlich klein, 4 der
Länge ‚der Hinterfüsse, sparsam mit kurzen Haaren bekleidet; Füsse
sehr kurz; Schwanz 2% des Körpers, die Wirbel zweimal so lang wie
der Hinterfuss. Oben gelblich kastanienbraun oder rothbraun mit
schwarz gemischt, doch ohne deutliche Rostfarbe; unten schmutzig
weisslich aschgrau, ziemlich scharf abgesetzt; Füsse hellbraun ;
Schwanz fast einfarbig , unten an der Wurzel heller. Schnauze des
Schädels sehr lang, die Entfernung der oberen Backenzähne von den
Schneidezähnen beträgt mehr als Ys der ganzen Schädellänge. Ca-
lifornien.
Arvicola modesta Baird. Grösse von A. pinetorum oder grös-
ser; Ohren mässig, wohlbehaart, etwas kürzer als die breiten Vor-
derfüsse; Schwanzwirbel kaum länger als der Kopf, mit den Haaren
%/; von Kopf und Körper; Pelz lang, weich. Oben fast schwarz, die
Haare mit schwach gelblichbrauner Spitze; unten greis bleifarbig,
nicht sehr scharf abgesetzt; Schwanz wie die entsprechenden Körper-
theile; Füsse dunkelbraun. Der mittlere obere Backenzahn mit fünf
Dreiecken, obgleich die Einschnitte zwischen den beiden letzten un-
vollständig sind. Savatch-Pass, R. Mis.
b. Chilotus Baird. Ohren klein, rund, der Randtheil' rundum
eingebogen, eine deutliche fossa innominata begrenzend; obere und
untere. Wurzeln so eng bei einander, dass sie vorn zusammenlliessen,
während des Jahres 1858. 17
und so den Hörgang ganz umschliessen ; Ohren fast nackt; Höcker an
den Fusssohlen fein wie bei A. pinetorum; Vorderfüsse nur wenig
länger als die Hälfte der Hinterfüsse; Vorderkrallen nicht länger;
Schwanz etwa %, von Kopf und Körper. Zweiter oberer Backenzahn
mit einem inneren Dreieck, der dritte mit einem äusseren; vorderer
unterer Backenzahn mit drei inneren geschlossenen und zwei oder
drei äusseren Dreiecken. Dahin nur A. oregona Aud. Bachm.
c. Pedomys Baird. Ohren klein, sehr breit; der vordere
Kand nicht eingebogen; Antitragus wohl zu einer Klappe entwickelt.
Füsse sehr breit; die vorderen etwa halb so lang wie die hinteren.
Die.Krallen schwächer als bei der folgenden Gruppe, die vorderen kür-
zer; Fusssohlen nur mit fünf Höckern; die Höcker erhaben, der letzte
sehr klein. Schwanz mit den Haaren etwas weniger als doppelt so
lang wie die Hinterfüsse, etwa von Kopfeslänge. Weibchen nur mit
zwei Paar Zitzen am Bauche. Der zweite obere Backzahn mit einem
inneren Dreieck, der dritte mit einem äusseren; der vordere untere
Backzahn mit zwei inneren und einem äusseren geschlossenen Dreieck.
Dahin Arvicola austerus Leconte und zwei neue Arten.
Arvicola cinnamomea Baird. Kopf schmal, Haar grob. Ohren
klein, wohl behaart, halb so lang wie die Hinterfüsse; Füsse ziemlich
gross, die Hinterfüsse unten zur Hälfte behaart. Schwanzwirbel Y, so
lang wie Kopf und Rumpf, nicht doppelt so lang wie die Hinterfüsse.
Öben und an den Seiten gelblichbraun, fein mit schwarz gemischt;
weniger Schwarz an den Seiten. Eine Färbung von dunkel rothbraun
längs dem Rücken; Bauch hell zimmetfarbig, ohne deutliche Grenze;
Haar oben dunkler bleifarbig, dicht unter den braunen Spitzen.
Schwanz zweifarbig, dunkler an der Spitze. Schädel sehr schmal,
Schnauze sehr lang; die Reihe der Backenzähne kaum % der Kopf-
länge. Pembina, Minn.
Arvicola Haydenii Baird. Schwanzwirbel Y der Länge ‚von
Kopf und Körper, nicht ganz doppelt so lang wie die Hinterfüsse;
Pelz grob; Ohren kurz, halb so lang wie der Hinterfuss, sparsam
mit langen Haaren besetzt, Sohlen in halber Länge behaart. Oben
gelblichbraun , gleichförmig mit Schwarz gemischt; im Ganzen mit
einem Stich ins Graue; Seiten mehr ‘grau und weniger Schwarz;
unten gräulich weiss, mit deutlicher Grenze; Wangen hell; Schwanz
scharf zweifarbig. Fort Pierre, Nebraska.
d. Pitymys MeMurtrie. Ohren kurz, der vordere Rand und
Wie Ohrmuschel nieht eingebogen; Antitragus kaum klappenartig;
Vorderfüsse mehr als 24 der hinteren y' vordere Nägel länger; Hin-
terfüsse schr kurz mit fünf’ Höckern an den Sohlen z'die Höcker: breit,
niedrig, conisch; Schwanz kaum länger als die Hinterfüsse, merklich
kürzer als der Kopf; Weibehen mit'nur zwei Paar 'Zitzen in’ der
Schamleiste ; der zweite obere Buckenzahn mit einem inneren Dreieck,
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. B
13 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in. di. Naturges. d. Säugethiere
der dritte mit einem äusseren; der vordere untere Backenzahn mit
zwei inneren und einen ‚äusseren geschlossenen Dreieck. Dahin: A,
pinetorum Leconte.
Mus andinus, poreinus und melanonotus Philippi von den Anden
der Provinz Santiago , Mus pusillus Philippi von Valparaiso, so wie
Mus Philippi Laudbeck ‚in Chili auf Feldern und in Wäldern sind in
unserem. Archiv 1858.»p. 77. beschrieben. Auch ist eine Bemerkung
über die Chilenischen Mäuse als Landplage hinzugefügt.
Gould hat fünf neue Mäuse von Australien beschrie-
ben, nämlich 4 Mus und 1 Hapalotis. Proc. zool. Soc. Nov.
1857; Annals nat. hist. III. I. p. 229. Es. sind die folgenden:
Mus assimilis. Von Grösse der Mus decumanus, aber mit wei-
cheren, seidenartigen Haaren und schr langen und schmalen Vorder-
zähnen ; die Überseile ist hellbraun, alle Füsse sind mit silberweissen
Haaren bekleidet. Zwei Exemplare von Neu-Süd-Wales, drei etwas
kleinere vom Königs Georgs-Kanal ; vielleicht specifisch verschieden.
7% Zoll, Schwanz 6 Zoll.
Mus sordidus. Von Grösse der Wasserratte. Ihre Vorderzähne
sind kürzer und breiter als bei der vorigen, ihr Haar gröber; die
Oberseite ist schwarz und braun gemischt; Hinterfüsse silbergrau,
Vorderfüsse graubraun. Neu-Süd-Wales. 6%, Zoll, Schwanz 5 Zoll.
Mus manicatus. Oberseite schwarz; Nase, Lippen, ein Längsstreif
an der Brust und Füsse weiss. Port Essington. 7 Zoll, Schwanz 3 Zoll.
Mus nanus. Eine kleine Ratte mit grobem Haare und kurzem
Schwanze; oberhalb braun mit eingestreuten.schwarzen Haaren, Füsse
hellbraun; Länge des Kürpers 4 Zoll, des Schwanzes 3%, Zoll. West-
Australien. ;
Hapalotis hemileucura. Oberhalb sandbraun mit feinen langen
schwarzen Haaren, Schwanz braun, in der Mitte bis schwarz, am End-
theile weiss. 8 Zoll, Schwanz 0372 Zoll.
Van der Hoeven hat Bemerkungen über den Pithe-
cheir melanure F. Cuv. gemacht, Verslagen en Mededeelingen
Akad. van Wetensch,. IX. p. 50.
Im Reichsmuseum zu Leyden befinden sich zwei Stücke, die so
sehr damit übereinstimmen, dass ihnen nur die sehwarze Farbe ‚des
Schwanzes fehlt. Sie stammen von den Sunda-Inseln. Die ganze
Länge mit dem Schwanze ist 3% Deeimetves. Vier Finger und kur-
zer Daumenstummel mit plattem Nagel an. den Vorderfüssen; an den
Hinterfüssen ein freier Daumen mit plattem Nagel; die Nägel der
übrigen Zehen sind scharf, krumm und zusammengedrückt. Der Schwanz
ist am G£unde behaart, übrigens mit. Schuppenringen bedeckt, ‚Die
Farbe ist am Rücken rothbraun, an den Seiten gelblichgrau , am
Bauche heller; einige lange schwarze Barthaare an der Öbexlippe.
während des Jahres 1858, 19
.
Obgleich kein Schädel vorhanden ist, glaubt Verf. doch, das Thier
werde zur Gattung Mus gehören, unter deren Arten es besonders
durch den freien Daumen der Hinterfüsse abweiche.
Wolley trug in der Versammlung der skandinavischen
Nalurforscher zu Christiania (Forhandlingar ct. Christiania
1857. p. 216) Bemerkungen über Schwärme verschiedener
Arten der Gattung Lemmus L. im Jahre 1853 im nördlichen
Lappland und über die Raubthiere, welche sie verfolgen, vor.
Im August begannen sie von Osten über den Fluss Muonio
nach den Bergen zu gehen, anscheinend nicht massenweise, sondern
als wenn jedes Thier seinen eigenen Weg verfolgte. Sie wandern
besonders bei Nacht. Sie machen sich Gänge im Grase, und im
Herbste, während der Schnee noch dünn ist, laufen sie oft über seine
Oberfläche, und selbst im December sah man sie aus und in die Gänge
laufen. Indessen als im Frühlinge die Erde völlig nackt geworden
war, sah man nichts als grosse Haufen Mist, an den Oellnungen der
Höhlungen, worin die Thiere den grössten Theil des Winters zuge-
bracht hatten. Ganze todte Körper waren nicht zahlreich‘, aber der
Boden war mit einer Menge Ueberreste der Körper besäet, meist ohne
Kopf. Kein einziger lebender Lemming war aufzutreiben. Verf. be-
obachtete 5 Arten. — Die Lemminge dienen den Bären, Wölfen, Füch-
sen, Wieseln, se wie Falken und Eulen zur Nahrung-
Dipoda. Ueber das Betragen einiger gefangenen Erfibagen, Dipus
aconlion, machte Belke eine Notiz Bull. de Moscou XXXI, II. p. 173.
Hystricina.. Giebel hat den Anomalurus Pelei Gerv. aus Guinea
nach einem Exemplare des Hallenser Museums beschrieben. Zeitschr.
f. d. ges. Naturw. XI. 1858. p. 181.
Leporin.. Giebel vergleicht die Schädel von Lepus
euniculus, brasiliensis, timidus, americanus und variabilis mit
einander, bildet auch dieselben in verschiedenen Ansichten
ab. Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 1858. p. 310. Taf. IV.
Es ist als eine sehr merkwürdige Erscheinung hervor-
zuheben, dass, nach Erhard’s Fauna der Cycladen p. 24, die
Hasen “ind Kaninchen auf den Cyceladen nirgends durch ein-
ander vorkommen, sondern dass die eine Art immer be-
stimmte Inseln oder doch Theile von Inseln allein in An-
spruch nimmt. Andros hat im Norden Hasen, im Süden
Kaninchen; nur Hasen haben Keos, Siphnos, Syros, Tenos,
Naxos, Paros, Melos; nur Kaninchen Giura, Kylhnos, Seriphos,
Aspronisi, Mykonos, Delos, Kymolos, Pholegandros. Dieses
+ Verhältniss ist durch eine Karte erläutert.
20 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturges. d. Säugethiere
e Schindler beobachtete eine Hypertropbie der. Vorderzähne
des Hasen, wie sie öfters vorkommt. Verhandl. des: Vereins ‚fürı, Na-
turkunde zu Presburg 1857. II. Sitzungsberichte p: 32.
Unter den amerikanischen Hasen, welche Bairdl. ce. ‚aufzähl
und beschreibt, findet sich ausser den bereits ‚von. ihm: 1855 Proc,
Philadelphia aufgestellten 1. Washingtonii und Trowbridgii auch
p: 608 eine neue Art L. Audubonii aus Californien, die sich von L.
sylvaticus durch geringere Grösse, längere Ohren, kürzere Hinterfüsse
u. s. w. unterscheiden soll. Sie gehört zu den Hasen mit deutlichen
Postorbitalfortsätzen, deren hinterer Rand den Schädel 'kaum berührt,
und bei denen die Hinterfüsse kürzer als der Kopf sind. Der lange
Schwanz unterscheidet diese Art von L, Trowbridgii.
Solidungula.
Auf „Einige Worte über Pferderagen und ihre Zucht“
von v. Herzög im Correspondenz-Blatt des Zool. mineral.
Vereins in Regensburg 1858. p. 17, mag hier kurz hingewie-
sen werden,
Grill machte eine Mittheilung über die haarlose Pfer-
derace (om den härlösa hästracen) an die Schwedische, Aca-
damie, Öfversigt'af kongl. ne Förhand-
lingar. 1857. p. 385:
Die Gebrüder Schlagintweit fanden den Kiang oder
das wilde Pferd (Equus hemionus) und den Gorkhar oder
‚den wilden Esel (Asinus onager), welche oft verwechselt
worden sind, in sehr verschiedenen: Gegenden. ‚Der „Kiang
lebt in den hohen kalten Gegenden und Gebirgen Tibeis;
die Reisenden fanden ihn bis 18600 Fuss. _ Der Gorkhar da-
gegen bewohnt hauptsächlich die elwas wärmeren Distrikte von
Beloochistan, einem Theile der Sandebenen von Sindh. Re-
port of the 27. meeting of Ihe British ‚associalion for the
advancement of science p. 107. |
Buvry empfiehlt die Veredlung der Eselrace in, Preus-
sen, indem er die. Vortheile der‘ Zucht ‚dieser nützlichen
Thiere hervorhebt, und als Mittel zur Veredlung angemesse-
nere und zugleich billigere Füllerung, so, wie Beschaffung
edler Eselshengste vorschlägt. Zeilschrift für Acclimalisalion
1858. Heft 10. 2
während des: Jahres 1858. 21
Multungula.
Proboseidea. Hamilton hat die Art beschrieben, wie
in dem Coimbaltore-Distriet die wilden Elephanten gelangen
werden. The Madras Journal of literature and science Ill.
p. 58. Madras 1858.
Obesa. Geoffroy St. Hilaire berichlete der Pari-
ser Academie über die Geburt eines jungen Nilpferdes in
der Menagerig des Museums. Comptes rendus XLVI. p. 879.
Während der Geburt hatte die Mutter den Körper unter Wasser,
nur Kopf und, Hals ragten daraus ‚hervor, Das Junge wurde also
unter Wasser geboren. Es .begann sogleich, zu schwimmen, steckte
dann die Schnauze hervor, um zu athmen, und schwamm dann wei-
ter im, Bassin umher., Es war fast 1 Meter lang, und glich in Farbe
und Gestalt den Eltern... Es war fast haarlos und hatte noch keine
Zähne. Die Stimme war schon sehr kräftig. Leider ist es an dem-
selben Nachmittage gestorben.
Setigera. Gray glaubt zwei Arten von Potamochoe-
rus. (warum ist. der Name Phacochoerus geändert?) unter-
scheiden zu können, die beide im zoologischen Garten zu
London leben.
P. africanus in Südafrika hat lange schwärzliche Haare, eine
grosse buschige Nackenmähne bis über die Schulter, dünnen Schwanz,
mässige ziemlich breite Ohren jmit kleinem Endbüschel. Die neue
Aıt P. penicillatus in Westafrika hat kurzes anliegendes, tief rothes
Haar, eine kleine niedrige weisse Nackenmähne, sehr dicken Schwanz,
grosse lange schmale Ohren mit grossem Endbüschel. Proc. zool. soc.
January 1858; Annals nat. hist. III. I. p. 441.
Ruminantia,
- „Tylopoda. Auf einen in spanischer Sprache geschriebe-
nen Aufsalz über die Wollen von Peru (Memoria sobra las
lanas. del Peru) mag hier kurz hingewiesen werden, , Es
händelt sich um die Wolle. vom Vicuna, Huanaco, Alpaca und
Lama. “ Colleeeion de memorias cientifieas agrieolas & indu-
striales publicadas en distintas epocas por Mariano Eduardo
de Rivera y Ustariz. Bruselas 1857. Il. p. 240—957.
Cervina. Holley sprach über die Verbesserung der
zahmen Rennthier -Rasse durch Zucht. ' Förhandlingar ved
de skandinaviske Naturforskeres syvende Möde i Christiana
1857, pP 1185, |
22 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturges. d. Säugethiere
Berlin berichtigt die von F. $. Leuckart und v. Rapp 1843
gemachte Angabe von dem Fehlen des Blättermagens bei Moschus
javanicus dahin, dass dieser Magen wirklich vorhandeh und jene An-
gabe nur durch eine Missdeutung und Untersuchung eines aufgebla-+
senen getrockneten Präparates hervorgerufen sei. Berlih's Exemplär
hatte grosse Aehnlichkeit mit dem Magen einer 'neugebornen ägypti-
schen Ziege. Donders und Berlin Archiv für die Holländischen Bei-
träge für Natur- und Heilkunde I. p. 471.
Gavicornia. Erhard hat in seiner Fauna der Cykladen p. 29
eine kleine Abhandlung über wilde Ziegen oder Steinböcke gelie-
fert, und daselbst eine neue Art Aegoceros pictus beschrieben. Eine
Abbildung steht in der zweiten Lieferung zu erwarten. Länge von
der Schnauze bis zur Schwanzspitze 5’, des Schwanzes 8”, des Hor-
nes 18°, Bart 6”, Ohren 3'%“. Gestalt sehr gestreckt mit niederen
Beinen und kurzem Kopfe. Die Färbung ist stark markirt mit schwar-
zen längsbinden auf Rücken und Seiten. Starke Schwielen am sog.
Knie. Lebt auf Antimelos.
Hermann Schlagintweit fand in Nepaul Hörner von einen
wilden Schafe , welche sehr eigenthümlich gebildet waren. Auf den
ersten Blick schien es nur ein Horn zu sein, welches mitten anf’ dem
Kopfe steht. Es besteht jedoch aus zwei Theilen , welche von einer
gemeinsamen Hornmasse umschlossen sind, wie zwei in einen Hand-
schuhfinger gesteckte ‚Finger. In der Jugend hat’ das Thier zwei
Hörner, die dicht aneinandergedrängt sind, und die später verwach-
sen. Der Verf, glaubt hierin eine Erklärung des fabelhaften Ein-
horn’s zu finden. Report of the 27. meeting ‚of the Britisb associa-
tion for the advance. of science p. 107.
Alex. Schmidt beschrieb eine Monstrosität vom Schaf.
„Ovis picorporis descriptio, adiunctis notationibus de monstrorum du=
plicium ortu in genere. Dissert. inang. Dorpati Livonorum 1858.“
Cum tab.
Die Brüder Schlagintweit haben den Yak (Bos grunniens)
im wilden Zustande angetroffen. Sie fanden Heerden von 30—40
Stück in Höhen von 18000—19000 engl. Fuss, also beträchtlich über
der Vegetationsgrenze und mehr als 1000 Fuss über der Schneelinie.
Die Bastarde von dem Yak und der Indischen Kuh sind nützliche
Hausthiere und sollen fruchtbar sein. Report of the 27. meeting of
the British association for the advancement of science p. 106.
Cetacea.
Eschricht las in der Pariser Academie eine Abhand-
lung über eine neue Methode des Studiums der Cetaceen.
Comptes rendus 12. Juli 1858; Revue de zoologie p. 323.
während des Jahres 1858. 23
Von Claudius erschien eine kleine Schrift „Physiolo-
gische Bemerkungen: über das Gehörorgan der Cetaceen und
das Labyrinth der Säugethiere.< Kiel 1858. 8. 35 Seiten.
Knox hat in dem Journal of the Proceedings of the
Linnean Society Vol. Ill. p. 63 Beiträge zur Anatomie und
Naturgeschichte der Cetaceen geliefert.
Verf. findet eine schr grosse Verschiedenheit in der Anatomie
zwischen den Wallen mit Zähnen und denen, welche Barten statt der
Zähne tragen, obgleich die Walle mit Barten im Fötalzustande rudi-
mentäre Zähne in beiden Kiefern‘ haben: Die Untersuchungen be-
ziehen sich nicht allein auf die Osteologie, namentlich Zahl der Wir-
bel, sondern auch auf die weichen Theile, Magen, Herz, Gefässe, Ge-
hirn, Nerven und Muskeln von Delphinus phocaena; ferner werden
die Resultate der Untersuchung von Balaenoptera rostrata angegeben.
Verf. hat sich überzeugt. dass die Zahl der Halswirbel bei Mysticetus
wie bei den meisten Säugethieren sieben ist, und dass ungeachtet ihrer
späteren Verschmelzung, sie ursprünglich gänz getrennt sind.
Krauss hat in Müller’s Archiv 1858. Heft 4 „Beiträge
zur Östeologie des surinamischen Manatus“ bekannt gemacht.
Er hatte Gelegenheit von 11 Thieren die Schädel, zum Theil
auch die Ganzen Skelete zu untersuchen, und so sind diese
Vergleichungen für die Kenntniss des immer noch seltenen
Thieres von erosser Wichtigkeit. Die Maasverhältnisse sind
am Schlusse tabellarisch angegeben.
.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1858.
Von
Dr. 6. Hartlaub
in Bremen,
Die Freunde der Ornithologie werden nicht ohne Be-
friedigung auf die Erfolge hinblicken, welche das Jahr 1858
auf diesem so anziehenden Gebiete der Naturwissenschaften
errungen hat. ‚Eine ungewöhnliche und’schon jeizt, sehr, er-
spriessliche Rührigkeit scheint für die Verluste, welche kürzlich
die Ornithologie durch den Tod mehrerer ihrer kräftigsten
Stützen erfahren hat, Entschädigung zu verheissen. Bei aller
Anerkennung. für manche verdienstliche vaterländische Be-
strebung in dieser Richtung, scheint uns doch das Hauptge-
wicht fördernder Thätigkeit bei England und nach ihm bei
Amerika zu liegen. Mehr wie je auf die Nothwendigkeit
angewiesen, neue und stabile Anhaltspunkte für Systematik
wie für schärfere und sichere Fassung und Begränzung der
Begriffe Genus und Species zu gewinnen, wird unsere Wis-
senschaft Eyton’s schönes Werk über die Osteologie der
Vögel in erster Linie willkommen heissen. Schon mehrfach
haben wir Gelegenheit gefunden, auf die hervorragende
Wichtigkeit hinzuweisen, welche P. L. Sclater’s unablässig
fortgeführte und bereits zu einem seltenen Umfange ange-
wachsene Arbeiten über die Ornithologie Süd- und Mittel-
amerika’s beanspruchen. Wir zweifeln keinen Augenblick,
dass die einflussreiche und exclusive Stellung, welche diesem
würdigen Schüler Strickland’s kürzlich von Seiten der z00-
logischen Gesellschaft in London zu Theil geworden ist, nicht
nur den speciellen Interessen dieses grossarligen Institutes,
Hartlaub: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgesch. d. Vögel etc. 25
sondern der Zoologie überhaupt in ausgezeichnetem ‚Grade
förderlich sein werde. G. R. Gray ist eifrig darauf be-
dacht, die von dem talentvollen und vom Glücke begünstig-
ten reisenden Naturforscher Wallace aus den entlegensten
und wenigst bekannten Gegenden der asialisch - oceanischen
Inselwelt eingesandten Schätze sofort in geeigneter Weise
zur Kenniniss des Publikums zu bringen. Amerikanischer
Seits endlich verdienen unsere vollste Beachtung die bedeu-
tenden Arbeiten über die Säugelhiere und Vögel Nordame-
rika’s, welchen sich im Verein mit einigen anderen Gelehrten
Spencer F. Baird unterzogen hat, und deren theilweise
Ergebnisse uns bereits in Gestalt eines Quartbandes von 1000
Seiten vorliegen. Auf den fernsten Grenzstationen des wei-
ten Gebietes der vereinigten Staaten, ja weit über diese
hinaus, sind geübte und wissenschaftlich vorbereitete Rei-
sende auf das eifrigste bemüht, zu sammeln und zu beob-
achten; und, in der That, stellt man, was hier bereits ge-
wonnen, neben jene glänzenden Studien über die Ornitholo-
gie der Südhälfte des Continents, so fühlt man sich versucht,
in dieser Beziehung für Amerika in nicht allzuweiter Ferne
einen Standpunkt relativen Abschlusses zu erkennen, wie ihn
bis jetzt eben nur Europa erreicht hat.
Florent-Prevwost: „du regime alimentaire des Qi-
seaux“ in Compt. rend. de l’Acad. Sc. Nat. Janv., 18: Eine
wissenschaftliche aber namentlich öconomische Gesichtspunkte
einhaltende Arbeit. Keines Auszugs fähig.
C. Giebel: „Die Zunge der Vögel und ihr Gerüst«
in Zeitschr. für die ges. Naturwissensch. 1858. p, 19, :Aus-
führlich und wichtig,
T.C.Eyton: „Osteologia avium“ part 1. 4to (published
by the author.) Jeder Theil dieses ausgezeichneten Werkes
enthält 8 zincographische Tafeln und kostet 10 Schill. Das
Ganze ist auf 80 bis 100 Tafeln berechnet. Part 1 behan-
delt Rapaces.
R. 0. Davidson: „On a new Iheory on the flight
of Birds.“ Washington 1858. Broschüre von 28 Seiten.
26 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
In (diese höchst scharfsinnig und geistvoll behandelten Arbeit
sucht der; Verfasser zu, beweisen: 1) dass der Einfluss der Gravitation
die ‚primäre und wirksame, Ursache der Fortbewegung, des fliegenden
Vogels sei; 2) dass die Flügel beim Fliegen in vertikaler Richtung an-
gestrengt werden, und dass hauptsächlich dadurch der Vogel sich zu
erheben und in der Luft zu erhalten vermöge; und 3) dass die beim
Fliegen selbst erreichte Schnelligkeit zufällig sei, und dass sie die
Kraft, welche, nach Maassstab des zu tragenden Gewichts, angewandt
werde, um die Flügel in Bewegung zu bringen, ganz gleichartig er-
scheinen ‚lasse , mit der vom allen übrigen Thieren bei ihrer respeeti=
ven.Arb und Weise sich auf der Erde oder im Wasser fortzubewegen,
in Anwendung gebrachten.
Anatole Bogdanow: „Eludes sur les causes de
la coloration chez les oiseaux.* Acad. Sc. nat. Apr. 19. 1858.
(Rev. zool. p. 180.) .
Der Verfasser theilt die Federn in solche, „qui,ont la meme
couleur vues par transparence on vues par reflexion“ und zweitens
in sogenannte optische, welche verschiedene Erscheinungen darbieten,
„suivant qu’on les etudie de V’une ou de l’autre maniere.“ Dann wird
viel über 'die Pigmente &esprochen u. s. w. Blau mit all’ seinen
Nuancen sei eine optische Farbe.
J.. Cabanis: „Journal! für Ornithologie* nahm. einen
ungestörten Fortgang und erlreute sich vielseiliger und guter
Beiträge. Es enthält von’hierher Gehörigem eine Mitthei-
lung C. Gloger’s über Bogdanow’s oben erwähnle Unter-
suchungen.
Von der „Naumannia“ liegen Heft 1, 2 und 3 dieses
Jahrganges vor. Jeder Freund der vaterländischen Orni-
thologie wird ‚mit uns dieser Zeitschrift Fortgang und‘ Ge-
deihen wünschen. Wir Neben als hierher gehörig hervor
A. v. Müller: „Ueber Arten und Rassen“; ferner Baron R.
u KonielWerthanfen! „Ueber Eiersammlungen“; Bla-
siws: „Ueber Beständigkeit und Schwanken der Species-
charaktere“ (NB.!) u. s. w. |
PsL. Sclater: „On’the general. geographical. distri-
bution ‘of ihe Members of the class Aves“ im Journ. Proceed.
of ihe Linn. Soc. 1857. p.130.* Mit allem Rechte wird an-
erkannt, dass es einer grossen Vervollständigung unseres
Materials an thatsächlichem Wissen bedarf, um die primären
onthologischen Abtheilungen der Erdoberfläche klar zu er-
kennen. Bei den ‚Vögeln glaubt Sclater, dass an eine
der Vögel während des Jahres 1858. 27
Lösung dieses Problems elwa in folgender Weise gedacht
werden könne:
Schema ayjum distributionis geographicae.
Creatio neogeana Creatio palaeogeana
sive orbis novi sive oibis anliqui
12 Mill. O) M. 33 Mill. JM.
3000 Spec. 4500 Speec.
= 000 = Yraoo
Tina E
Regio Regio
nearelica r palacartica
s. bor. americ. Y s. pal. borealis
6';Mill. DOM. 14 Mill: DM.
660 Spec. 650 Spec.
= Yaooo | = "/atooo
v1. IE Il. IV.
Regio Regio Regio Regio
neotropica aethiopica indica auslıaliana
s. meridion. s. palaeotr. s. palaeofr. s. palaeotr.
americana. hesperica. , medin. eoa
5'aMil. DOM. 12 Mill. EIM. 4 Mill. IM. 3 Mill. CIM.
2250 Spec. 1250 Spee. 1500 Spee. 1000 Spee.
= Yo = "soo Er, = Yzo00
Regio I. i1220.0202..620: Speeies, )
a Tine Insy nach ala ”
msi Tassih -atandeiı AHACN M
N en ea ”
er (An in. SIAARE 570 a x
U, ei of us se ”
7,500 Speeies.
„Wanderschaft und Fremdenleben der Vögel“ von Dr.
A. E. Brehm, in Mitiheilungen aus der Werkstätte ‚der
Natur, Heft 2. p. 87. Warm und schwungvoll schildert der
afrikanische Reisende nach eigenen Anschauungen unb Ber
obachlungen. — Soll’s noch nicht bald wieder fortgehen ?
F. H.v. Kittlitz: „Denkwürdigkeiten einer Reise nach
dem russischen Amerika, nach Mieronesien und Kamtschatka& .
2 Bände. (Gotha, G. Perthes.) Mit seltenem und ungelheil-
lem Vergnügen haben wir diesen späten Bericht von: der: fast
28 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Näturgeschichte
in Vergessenheit ‚gerathenen Weltfahrt ‚des alten 'enthusiasti-
schen und schon darum so liehenswürdigen Wanderers ge“
lesen. Von Ornithologischem ist nälürlich viel und Wich-
tiges eingestreut. Es ist jedoch sehr zu beklagen, dass v.
Kiltlitz nicht jeden frisch erlegten Vogel sofort und ausführlich
beschrieb und maass. Sein Buch würde dadurch an wissen-
schaftlichem Werthe unendlich gewonnen haben. “Wir haben
es für der Mühe nicht unwerth erachtet, aus den, gelegent-
lich mitgetheilten Angaben und Winken die moderne Art
herauszufinden. (Vergl. Cab. Journ. 7. p. 49.) Aber immer
gelang dies nicht. Was ist z. B. Zonolrichia musiea'vol. II.
p- 201, von Kamtschatka? Unter zahlreichen niedlichen Holz-
schnitten heben wir (die Abbildungen von Haliaetos pelagieus
und Tetrao urogalloides hervor. Wir lernen hier y. Kilt-
litz als den eigentlichen Entdecker dieser Art kennen.
Für ein in sulchem Grade an die Sympathie des Lesers ap-
pellirendes Buch, blieb der Stimme der Kritik nur eine Tonart:
die verwandter Seelenstimmung. Vergl. Dr. C. Bolle in Ca-
ban. Journ. 1859. p. 45.
„United States Exploring Expedition under the command
of Ch. Wilkes. Mammalogy and Ornithology by John
Cassin.“ 1vol. in Fol. mit 42 Kupfertafeln und 1 vol. 4.
Text. 466 S. Philadelphia. Luxuswerk im Preise von 100 Thlrn.
Colorit gut, Zeichnung mitunter herzlich schlecht.
Wir erinnern kurz daran, dass vor Jahr und Tag die Bearbei-
tung der ornithologischen Ausbeute dieser grossartigen Reiseunter-
nehmung in Gestalt eines Quartbandes aus der ihrer Aufgabe nicht
völlig gewachsenen Feder Titian Peale’s erschien, welchen, nach-
dem einige wenige Exemplare ihren Weg in die grossen Bibliotheken
Europa’s gefunden, die Regierung der vereinigten Staaten gänzlich
zu unterdrücken für gut fand. Es war uns gelungen, eines jener
Exemplare habhaft zu werden, und wir veröffentlichten einen ziemlich
detaillirten kritischen Auszug desselben in diesem Archive. ' Das vor-
liegende Prachtwerk ist nun die Frucht einer zweiten durchweg
tüchtigen. Bearbeitung jener in Washington deponirten Sammlungen
durch Cassin. . Die sehn werthvollen biologischen Beobachtungen
Peale’s sind natürlich reprodueirt und durch eine, Anzahl trefflicher -
Originalnotizen aus der Feder Dr. Ch. Pickering's vervollständigt,
Dass Cassin in seiner Bearbeitung des Textes nicht selten über das
unmittelbar Vorliegende hinausgegangen, ja bei einzelnen Gruppen
fast monographisch zu Werke gegangen ist, konnte den wissenschaft-
der Vögel: während des Jahres 1858. 29
lichen Werth der Arbeit nur erhöhen, Leider ist das Werk sehr
theuer und wird bei uns wenig Käufer finden. Man vergleiche dar-
über in Selater's Ibis I. p. 326.
"Th. Horsfield and Fr. Moore: „A Catalogue of
the Birds in the Museum of Ihe Hon. East India Company“
vol. I. Wir können bei Erwähnung dieses zweiten Theiles
nur wiederholen, was zum Lobe des ersten gesagt wurde.
Moore’s Verdienst, Alles auf die Lebensweise der einzelnen
Arten Bezügliche aus indischen Drucksachen und Manuscripten
in seltener Vollständigkeit zusammengelragen und ihres Orts
beigefügt zu haben, ist in der That nicht hoch genug an-
zuschlagen. Wir zählen dieses Buch zu den Zierden unse-
rer Bibliothek. Ein dritter Band wird folgen. Die beiden
ersten behandeln 1095 Arten. Sehr häufig sind dem unge-
mein vollständigen synonymischen Theile Beschreibungen bei-
gelügt.
Dr. Pucheran’s „Observalions ornithologiques“ giebt
auf S. 466 die Revue zoologique.
Turdus Poiteani sei doch wohl verschieden von T. amaurocha-
linus Cab. ; Orthotomus longirostris sei = Edela ruliceps Less.; Ma-
lurus maeulatus Vieill. sei = Saxicola macularia Q. et G.; 'Merops
inoluccensis Gm. sei ein Tropidorhyncehus; Tr. timoriensis Müll, sei
wahrscheinlich = buceroides Sw. ; Museicapa ‚griseicapilla Vieill: sei
Eiopsaltıia australis und E. griseogularis Gould sei Muscicapa gula-
ris 0. et G.; Tanagra eyaniventris Vieill. sei = eitrinella T.
br „Revue des collections composant en. 1857 le Museum ,
d’histoire nalurelle de la ville de Metz.“ Animaux vertebres
par. A, Malherbe. 8. (Bullet. Soc. d’hist. nat, de, la,Mo-
selle, No. 8.)
C.. Gloger: „Die nülzlichsten Freunde der Land- und
Forstwirthschaft unter, den, Thieren, oder, die ‚von der Natur
bestellten Verhüter und ‚Bekämpfer von ‚Ungezieferschaden
und Mäuselrass.“ Broschüre von 96 Seilen.
0. Gloger: „Kleine Ermahnung. zum Schulze nützlicher
Dhiere als nalurgemässer, Abwehr von. ‚Ungezieferschaden
und Mäuselrass.* Broschüre vom 44 Seiten,
G.F.Pardon „Stories aboul Birds“ 12, 286 S. London,
Ohne Fortsetzung blieb leider Reicehenbach's „Hand-
buch ‚der Ornithologis !*
30 Hartlaub: Berieht‘üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Europa.
Von A. Fritsch: „Die Vögel Europa’s“ haben wir vier
Lieferungen gesehen. Jede Lieferung enthält 4 Tafeln in
Fol. Ein lobenswerthes Unternehmen, dem wir guten Forl-
gang wünschen. Mit dem Oelfarbendruck muss es noch gute
Fortschritte geben, che derselbe bei zoologischen Abbildun-
gen die gut colorirte Lithographie wird erselzen können. Wir
lieben diese Manier bis jetztgar nicht,
Unbedingtes Lob scheinen uns Bädeker’s „Eier der
‚ europäischen Vögel“ zu verdienen. Wir kennen 4 Lieferungen.
Cabanis „Journal für Ornithologie* bringt: 1) Nach-
trägliches zur „Ornis der Canaren“ von Dr. C. Bolle; 2)
„Ausflüge in die Appenzeller Alpen“ von Dr. J. W. v. Mül-
ler. Zumeist nicht eigentlich zur Sache gehöriges. 3) Fr.
Boie: „Bemerkungen, Beobachtungen und Anfragen.“ Neben
Gutem gelegentlich Verkehrtes. So z. B. dass Agelastus
und Phasidus zu den Ralliden gezählt werden! 4) Pfarrer
Schnell: „Die geislige Inferiorität des weiblichen Geschlechts
bei den Vögeln; 8) A. Fritzsch: „Ornithologische Notizen,
gesammelt auf einer Reise durch Croatien, Dalmatien und
Montenegro u. s. w.
Und die „Naumannia.“ a) Dr. Erhard: Catalog der auf
den Cycladen einheimischen und überwinternden oder nur
durchziehenden Arten von Vögeln. Hübsche geographisch-
klimatologische Emleitung. Als Standvögel werden 52 Arten
namhäft gemacht, unter ihnen als gemein Vultur Kolbii; b)
Wintervögel, d. h. solche, welche gegen Ende September
aus nördlichen Gegenden anlangend, auf den Inseln über-
wintern, um diese Mitte April wieder zu verlassen. 77 Arten.
c) Passalvögel, d. h. solche, die nach einigen Tagen Au-
fenthalts südwärts weiter fliegen. 61 Arten. d) Sommervö-
gel. - Erscheinen als Zugvögel aus dem Süden, um hier zu
brüten und dann baldigst wieder dahin zurückzukehren. 30
Arten, unter ihnen viele Afrikaner, z. B. Alauda desertorum
und isabellina, Sylvia Rüppelli, Alcede rudis, Milvus para-
siticus, Merops aegypliacus, Ardea bubulceus, Grus virgo. —
Schöne wichtige Arbeit. 2) Dr. G. Quistorp: „Ueber die
der Vögel: während! des Jahres 1858. 31
Vögel Neuvorpommerns u. s.w.“ 5) W, Mewes: „Zu Goth-
land’s Fauna.“ 4) Baldamus: „Zur Fortpflanzungsgeschichte
der Vögel Europa’s.* 5) Blasius: „Ueber zweifelhafte Ar
ten in der europäischen Fauna“ NB.!!, also über Hirundo ca-
hirica, Muscicapa melanoplera, Calamoherpe monticola Naum.,
C. lanceolata T., C. familiaris Men. , Hypolais Preglii Fr. , H.
Arigonis,. H. Brelim., Alauda Dupontii V. u.'s. w.
€. R. Bree: „A History ‘of the Birds (of Europe not
observed in the British Isles,“ illustrated with accuratelyıco-
loured plates. Part.I. London. 8. Es erschienen 7 monatliche
Lieferungen. Wir kennen dieses Buch noch nicht aus eige-
ner Anschauung, wohl aber aus einer vortrefflichen siegreich-
überlegenen Recension im ersten Theile von Sclater's Ibis
(p. 81). Herr Bree scheint sein Unternehmen bis: jetzt, im
Ganzen genommen), mehr kühn als, glücklich durchgeführt
zu haben.
R. M. Morris: „British Game Birds and Wildfowl*
1 vol. 4. 2 Pf. 55h. Kennen wir nicht,
Rev. J. Laishley: „Popular history ‘of British Bird’s
eggs“ a familiar and technical deseriplion ete., wilh 20 co-
loured plates. 325 S., 10 'Sh.
H. Schlegel's vorlreffliches kleines Kupferwenk:/ „Fauna
van Nederland. Vogels“ ist mit der 46. Lieferung zum Schlusse
gediehen.: Der holländische Text: umfasst 700 Seiten. Der
Leser dieser Jahresberichte kennt. unsere Ansicht: über. diese
Arbeit.
C. Nilsson: „Scandinavisk Fauna. Foglarna.“* Von die-
sem Buche erschien. eine dritte Aullage, in 2 Bänden. ‚Lund.
10 Thlr.
Von Prof. C.Sundevall’s „Svenska Foglarna® liegen
verschiedene neue Lieferungen vor uns, Wir haben uns be-
reils im. vorigen Jahre lobend über dieses Werk des be-
rühmten schwedischen Gelehrten ausgesprochen. Der schwe-
dische Text bleibt uns unverständlich. Die Kupfertafeln sind
keineswegs von gleichem Werthe. Sehr wohl gefällt uns
2. B. Tafel 1, viel weniger Tafel IX und XX1l. Es hat! aber
mit dem Parbendruck noch allerlei Bedenken.
r Waarnemingen beireflende Vogels in Nederland in
32 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
den: wilden staat aangelroffen, benevens eenige hunner land-
namen, medegedeld door Mr. J. P. van Wickevoorst-Crom-
melin te Zandport, B. Hormssen te Zutphen, Dr. G. F. We-
sterman te Amsterdam u. s. w., in: Bouwstoff. voor eene
Fauna van Nederland. vol. II. p. 207. Und ebendaselbst auf
S.287: Nog eenige Bouwstoffen voor de Ornilhologie van
Nederland etc. door J. P. Wickevoorst-Crommelin.
A. Moquin-Tandon: „Notes ornithologiques.* Rev.
et mag..p. 97 ete. (Fortsetzung). Wie gesagt, vorzugsweise
nidologisch. Sehr fleissige Arbeit, obgleich nicht Viel von
Neuem enthaltend.
C. Giebel: „Verzeichniss der in der Gegend um Halle
beobachteten Vögel“ in Zeitschr. für die ges. Naturwiss. p. 51.
200. Arten.
C. Jäger: „Syslematische Uebersicht der in der Wet-
terau vorkommenden Vögel.“ Jahresber. der welterauisch,
Gesellsch. für die gesammte Naturk. 1853—55. p. 151 und
1856. p.1. 250 Arten.
Anton Jukowitz: „Verzeichniss der am Neusiedler-
See häufiger . vorkommenden Vögel- Arten.“ ° Verhandl. des
Vereins für Naturk. zu Presburg 1817. p. 32.
„Vorläufige Zusammenstellung Jer Vögel Spaniens mit
kritischer Benutzung der bisher von spanischen Ornithologen
herausgegebenen Verzeichnisse“ von Dr. A. E. Brehm. In
allgem. deutsche naturhist. Zeitung III. p. 431. Wichtig und
werlhvoll. >
325 Arten werden aufgeführt, oft nur dem Namen nach, die
weniger bekannten mit kurzen Beschreibungen. Falco peregrinoides,
Dendrofalco gracilis B., Athene Vidalii B., Cecropis rufula, Pyrrho-
corax alpinus und graculus, Garrulus glandarius fasciatus B, , Sitta
caesia minor, Tichodroma brachyrhynchos B., Lanius meridionalis,
Melanocorypha Apetzii Br., Galerida Theklae, neue Porphyrio - artige
Forn, Fulica cristata, Larus Graelsii Br., Thalassidroma albifasciata,
Perdix rubra intercedens, Columba glauconotos, Hypolais Arigonis,
Curruca orphea griseocapilla, Calamoherpe ambigua u. s. w.
Dr. A. E. Brehm: „Ein Beitrag zur zoologischen Geo-
graphie Spaniens“ in Zeilsch. für Erdk. Berl. p. 90 u. 224.
In diesem sehr. interessanten Aufsatze des bekannten Reisen-
den spielen die Vögel, wie sich denken lässt, keine Neben-
der Vögel während des Jahres 1858. 33
rolle. Die Behandlung ist ganz ähnlich der von Buvry in
verschiedenen seiner Mittheilungen über Algerien.
Ixos obscurus und Telephorus erythroplerus kommen gar nicht
in Spanien vor.
Ignacio Vidal: „Catalogue des Oiseaux qui Srequen-
tent le lac de la Albufera et ses environs, dans la province
de Valence.*< Mem. Acad. Madr. ser. III. part. 2. Der Ver-
fasser bearbeitete diesen Gegenstand bekanntlich schon frü-
her. Er kennt jetzt 128 Arten.
Dr. Reinh. Brehm: „Ornithologische Beobachtungen
aus Murcia.“ Bald. Naumannia Heft 3. In dieser Mittheilung
berichtet der Verfasser ausführlicher über die Jagd auf Pte-
rocles arenarius und Pt. setarius.
Dr. A. Hummel: Frühlingsbericht über die Ankunft
einer Anzahl von Vögeln am Kuban (Kaukasus). Naumannia
Heft 2. Recht dürftig.
Ueber Dr. Erhard’s „Vögel der Cycladen* wurde be-
reits berichtet.
Asien
Narrative of the Expedition of an American squadron
to Ihe China seas and Japan etc. under Commodore M. C.
Perry. 2 vol. 4. Washington. Auf S. 219—248 des zweiten
Bandes findet man den ornithologischen Theil dieses Berichts
von John Cassin. Derselbe ist schon darum von hervor-
ragendem Interesse, weil die Amerikaner die beiden nörd-
lichen Inseln des Reichs, Niphon und Jesso, bereisen konn-
ten, während die holländischen Naturforscher eigentlich nur
das Gebiet des um 10 Breitengrade südlicher gelegenen Nan-
gasaki auf der Insel Kiusiu wissenschafflich durchforscht hatten,
Die Mehrzahl der beobächteten Vögel stammt aus der Umge-
bung des Hafenortes Hacodadi. Die ziemlich dürftigen aber dennoch
dankenswerthen biographischen Notizen lieferte Herr William
Weine,.der, Zeichner der Expedition. Unter den 33. in Japan ge-
sammelten. Arten. befinden sich mehrere in Temmink’s und Schlegel's
grossem Werke fehlende; so Picus major, Larus ichthyaetos, Phala-
erocorax carbo. Auch Unculus canorus ist darunter, „in jeder Hin-
sicht übereinstimmend mit europäischen Exemplaren.“ Zu den an-
ziehendsten Theilen der Arbeit gehört Neine's Bericht über die Jagd
Archiv f. Naturg. Jalırg. XXV. Bd. 2, c
34 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
auf Phasianus versicolor und Ph. Sömmeringii.. Von selineren Alca-
den fanden sich Ceratorhyncha monocerata Pall. (dem Q fehlt der
Schnabelaufsatz), Brachyrhamphus Temminkii und Phaleris mystacea.
— Ein zweiter Abschnitt behandelt Vögel, gesammelt in China (um
Macao), den Loo-Choo-Inseln, Singapore, Ceylon und auf der Küste
von Californien. Auch hier Bemerkenswerthes. Heterornis sericea,
schön abgebildet auf Taf, 5, bewohnte die Felsen auf Padre-Island
bei Macao. Ebendaselbst wurden der seltene Garrulax perspicillatus
so wie Melophus melanieterus erlegt. Auch Yunx torquilla lebte um
Macao, „ganz gleich europäischen Exemplaren“ u. s. w. Ausführli-
cher berichtete Ref. in Cabanis Journ. VI. p. 445.
Von Gould's „Birds of Asia“ erschien part 10 mit
den schönen Abbildungen :
von Phasianus mongolieus, Ceriornis Caboti, Pyrrhula aurantia,
Parus einereus, P. minor, P. monticolus, Palaeornis columbinns, P.
schisticeps, P. derbianus, P. malaccensis, P. alfinis n. sp., Tesia cya-
niventris, Tesia castaneocoronata , Accentor atrogularis, A. altaicus
und Merula unicolor.,
E. Blyth berichtet im Journ. ofthe Asiat. Soc. ofBengal
über eine inleressante Vögelsendung Capt. S.. R. Tickell's
aus dem so wenig bekannten gebirgigen Innern der Tenas-
serim-Provinzen. Neben den sehr ausführlichen Beschreibun-
gen einer Anzahl interessanter neuer Arten, von welchen
später, enthält dieser Bericht höchst werthvolle Beobachtun-
gen über: die Lebensweise verschiedener Vögel, von denen
eben, bis jelzt wenig mehr als die Haut, bekannt, war.
Dies giltz. B. von Megalaema Franclinii, Jineala und indica, von
Harpactes erythrocephalus und oreskios, von Psilorhihus sinensis, von
den Eurylaimusarten Dalhousiae, lunatus und corydon (einem Däm-
merungsvogel), von Calyptomena viridis,, von Buceros cavatus, wel-
chen Tickel] mit eigenen Augen behufs’der Incubation das Weibchen
in der Höhlung eines dieken Baumes einmauern sah, so dass nur
Raum genug blieb, um den Schnabel herausstecken zu können; end-
lich von Leptoptilos argala, dessen Fortpflanzung geschildert wird.
Das Nest des ungeheuren Vogels steht in den Gipfeln der höch-
sten Bäume.
In demselben Journ. vom Mai 1858 berichtet E. Blyth
über eine kleine Vögelsendung von den Andamanen. Diese
Inseln waren bisher ornithologisch unbekannt.
Es wurden von dorther eingesandt: Kittacincla albiventris Bl.
n. sp., Halcyon coromand. und H. smyrnensis, Corvus culminatus,
der Vögel während des Jahres 1858. 35
Sturnia erythropygia n. sp. (auch Nicobaren), Tephrodornis grisola,
Geoeichla innotata n. sp. (?), Copsychus saularis, Arlamus leucorhyn-
chus, Edolius sp., Pyenonotus jocosus und Carpophaga sylvatica.
P. L. Sclater: „On the Zoology of New-Guinea“ in
Proceed. of the Linn. Soc. Dee. 17. Neuguinea wird hier sehr
entschieden in dieselbe primäre zoologische Region mit Au-
stralien verwiesen. Sclater sammelte Material für seine Ar-
beit in den Museen von Leyden und Paris. (Salomon Mül-
ler, Lesson et Garnot etc.) Nach einer sehr fleissig und
kritisch zusammengestellten Einleitung, in welcher der austra-
lische Charakter der Fauna Neuguineas gegenüber dem in-
dischen klar gemacht wird, zählt Sclater 170 ihm als dort
vorkommend bekannte Arten auf, mit möglichst genauer An-
gabe der Lokalität, der Hauptsynonymen und der Sammlung,
welche das Vorkommen gleichsam verbürgt. Bei dem Um-
fange, welchen die glänzenden Forschungen Wallace’s in
jenen Gegenden angenommen haben, gewinnt diese schöne
Arbeit Sclater's gerade in diesem Augenblicke sehr an Be-
deutung. Als unmittelbar sich derselben anschliessend sei
hier besprochen:
G. R. Gray's „List of the Birds, with desceriptions of
new species, obtained by Mr. A.R, Wallace in the Aru- and
Ke-Islands. Proceed. Zool. Soc. p. 169. Der vorige Jahres-
bericht schon konnte der interessanten Miltheilung geden-
ken, welche Wallace selbst über seinen Aufenthalt auf den
Ke- und Aruinseln veröffentlicht hat. Sie enthält die Um-
risse eines ornilhologischen Gemäldes, dessen Ausführung im
Einzelnen G. R. Gray übernommen hat. Unter den 119 von
Wallace eingesandten Arten glaubt G. R. Gray nicht weni-
ger denn 45 als neu bezeichnen zu müssen. Diese wurden
kurz aber mit genügender Schärfe charakterisirt, und die
Tafeln 133—138 geben vörtreffliche Abbildungen der Merk-
würdigsien. Den Schluss der sehr dankenswerthen Arbeit
bildet eine vergleichende tabellarische Uebersicht der Vögel
Neuguineas, der Aru- und Ke- Inseln, der Louisiadegruppe,
Timorlaut’s, Waigiou’s‘, Nordaustraliens und der Inseln der
Torressirasse. Es nimmt sich dabei etwas seltsam aus, dass
die Rubrik unter Timorlaut auch nicht eine von daher be-
36 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. -Naturgeschichte
kannte Vogelart aufzuweisen hat. Am artenreichsten er-
scheinen nalürlich Neuguinea und Nordaustralien mit den
mehrfach durchforschten Distrikten von Port Essington und
Cap Jork. s
L. Bolle über einige Vögel der Tartarei nach Huck
et Gabet „Souvenir’s d’un voyage dans la Tartarie etc.“ in
Cab. Journ. p. 162.
Afrika
„A Catalogue of Eggs collected in Algeria“ by the Rev,
H. B. Tristram, which will be sold by auclion etc. Bro-
schüre von 19 Seiten. . Fleissige Arbeit mit Bemerkungen
über die Fortpflanzung und die hauptsächlichen Standorte der
Vögel Algeriens, Trisiram bereiste vorzugsweise die süd-
lichen Theile der Provinz Constanline und die ungeheuren
Salzsteppen der Nememehas.
Von seltenen Eiern wurden z. B. gesammelt die yon Aquila im-
perialis, von Falco rufipes, von Cueulus glandarius, von Sylvia lus-
einioides, von Hemipodius tachydromus, Olis houbara, Fulica cri-
stata etc.
„Catalogue des Mammiferes et des Oiseaux observes
en Algerie par le Capitaine Loche, apres la classifie. de
S. A. le Prince Bonaparte etc. 1 vol. 8. 154 Seiten. (Paris.
A. Bertrand.) Es giebt dieses sehr reichhaltige Verzeichniss
leider nur Namen und Lokalitäten. Man vermisst schmerz-
lich alles und jedes kritische Beiwerk , Beschreibungen und
biographische Notizen. Dergleichen trockne Namenregister
bleiben wissenschaftlich im hohen Grade unerquicklich,
Von nicht europäischeu Arten werden namhaft gemacht : Oto-
gyps nubicus, Aquila naevioides , Buteo tachardus, Falco barbarus,
Hypotr. Eleonorae, H. concolor, Milvus aegyplius, Elanus melanopte-
rus , Strix capensis, Ascalaphia Savignyi, Athene persica, Pica mau-
ritanica, Garrulus cervicalis, G. minor, Corospiza simplex, Fringilla
spodiogena, Rhodopechys phoenicoptera, Buccanetes githaginea, Em-
beriza caesia, Fringillaria saharae, F. sriolata, Dromolaea monacha,
D. isabellina, Saxicola deserti, S. salina, Ruticilla Moussieri, Curruca
Rüppelli, Chloropeta pallida, Drymoeca saharae, Crateropus numidi-
cus, Ixos barbates, Parus ultramarinus und Ledouci, Otocoryx dilopha,
Calandrella reboudia, Ammomanes isabellina , A. deserli, A. elegans,
A. vegulus Bp., Rhamphocorys clotbey, Galerida Randoni , G. isabel-
lina, Certhilauda Duponti, C. deserlorum, Telephonus tschagra, La-
der Vögel während des Jahres 1858. 37
nius algeriensis und dealbatus, Picus numidieus, Geeinus Vaillantii,
Merops aegypticus, Caprimulgus isabellinus, Turtur senegalensis, Grus
virgo, G. pavonia, Comatibis comatus, Phoenicopterus erythraeus,
Carbo algeriensis, Pterocles senegalus, Pt. coronatus, Otis arabs.
E. Blyth: Ueber eine Anzahl von Rüppell erhaltener
nordostafrikanischer Arten in Journ, As. Soc. Beng. vol. 24.
p- 252. Blyth vergleicht natürlich mit nahe verwandten in-
dischen Formen.
Amerika
Mit besonderer Befriedigung verweilt unser diesjähriger
Bericht bei der grossarligen und hervorragend wichtigen
Arbeit, welche Prof. Spencer F. Baird im Vereine mit
einigen namhaften Gelehrten über die Vögel Nordamerikas
veröffentlicht hat.°Sie bildet den zweiten Theil des 9. Bandes
der „Reports of Explorations and Surveys to ascertain the
most praclicable and economical route for a railroad from
the Mississipi-River to Ihe Pacific Ocean etc, Washington
1858. Es behandelt dieses Werk nicht weniger als 738 mit
Sicherheit als nordamerikanisch ermittelter Arten! Von 23
anderen eigentlich mexikanischen oder südamerikanischen
bleibt das Vorkommen innerhalb der Grenzen Nordamerikas
bis jetzt zweifelhaft. Wilson kannte 1814 283, Audubon 1844
506 Arten. Die Vorrede wird den kühnen und eifrigen Rei-
senden gerecht , durch deren Anstrengungen ein Material
von colossalem Umfange zusammengebracht und somit die
vorliegende Arbeit möglich geworden ist. Man erkennt mit
Bewunderung, dass hier Ausserordenliches geschaffen wurde.
Was die Behandlung im Einzelnen anbelrifft, so wird jede
Art gut und vollständig in ibren verschiedenen Kleidern be- |
schrieben. Auch der synonymische Theil ist genügend voll-
sländig zusammengestellt, und bei jeder Art ist die Anzahl
der benutzten Exemplare, so wie deren Sammler und Stand-
orte, Geschlecht und Datum der Erlegung mit scrupulöser
Genauigkeit angegeben. Auch fehlt es nicht an tüchtigem
kritischen Beiwerke. Alles auf die Lebensweise Bezügliche
ist (leider !!) streng ausgeschlossen. Dagegen findet die geo-
graphische Verbreitung volle Berücksichligung. Der Verfas-
ser des bei weitem grössten Theiles dieses Werkes ist, wie
38 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
gesagt, Spencer F. Baird; die Rapaces, die Grallae von
p: 689— 753, so wie die Alcidae von p.900—918 bearbeitete
John Cassin, und die Longipennes, Totipalmes und Colymbi-
dae p. 820 bis 900, GeorgN. Lawrence von Neu-York.
Gleichsam als Anhang zu dem eben besprochenen Werke
erscheint: „United States and Mexican Boundary Survey«
under {he order of Lieutn. Col. W. H. Emory. Birds by
Spencer FR. Baird. 28p. 4. Giebt weder Beschreibung
noch Synonymie, wohl aber genaue Auskunft über den Ur-
sprung jedes einzelnen Exemplars. Beigefügt sind Bemer-
kungen der Reisenden über die Lebensweise mancher Arten»
Es zählt dieses Verzeichniss 225 Vögelarten von Mexiko und
Texas auf.
Pr. Maximilian zu Wied fährt fort über die wäh-
rend seiner Reise in Nord-Amerika gesammelten Vögel aus-
führlichst zu berichten. Cab. Journ. für Ornithol. Diese
Beschreihungen und Messungen haben um so mehr Werth,
als sie grösstentheils an Ort und Stelle nach frischen Exem-
plaren entworfen wurden.
Dr. A. Armstrong’s Werk: „A personal Narrative
of the discovery of the North-West-Passage etc. (1 vol. 8.
London 1857) enthält zahlreiche und zum Theil ganz in-
teressante Notizen über während der langen Reise beobach-
tete Vögel.
Am nördlichen Ufer der Magelhaansstrasse sah man aus der Ferne
neben ungeheuren Lamaheerden Nyriaden von Schwimm- und Stelz-
vögeln versammelt, sämmtlich überragt von den hohen Gestalten der
Emeü’s (Rhea Darwinii ?) 1. c. p.22. Was bedeuten dergleichen Mon-
streversammlungen verschiedenartiger Thiere an einem und demsel-
ben Orte? Unter den 31 an den Küsten des Polarmeers beobachte-
ten Vögeln wird Grus canadensis, Corvus corax, Caprimulgus sp. und
Lestris parasitica namhaft gemacht.
„Notes on Californian Birds“ by Thomas Bridges,
communicated with notes etc. by Phil. L. Sclater. Pro-
ceed. Zool. Soc. p. 1.
Nur 11 Arten,, unter ihnen der schöne neue Melanerpes albo-
larvatus, welchen Br idges häufig in Trinity Valley antraf.
Dr. J. S. Newberry schrieb einen zoologischen Be-
richt über die Expedition des Lieutn. Williamson in Oregon
der Vögel während des Jahres 1858. 39
und Californien. Reports of Explor. etc: Washingt. vol. VI.
part 4.
P. L. Sclater: „Notes on some Birds from South
Mexico.“ Proc. Zool. Soc. p. 95.
Umfasst 14 Arten, darunter Granatellus Sallaei; Dendrocolaptes
St. Thomae, Myiadestes obseurus, dessen Verschiedenheit von dem
überaus seltenen M. Townsendii erläutert wird, ferner Geotrygon albi-
facies Gray u. s. w. Sclater kennt jetzt im Ganzen etwa 354 Arten
von Südmexiko.
P. L. Sclater: „On a collection of Birds. received
by M. A. Salle from Oaxaca in South-Mexico.* Proceed.
Zool. Soc. p.294. Diese Sammlungen Salle’'s haben um
so grösseres Interesse, als sie auf der Westseite Mexikos. ent-
standen. ‚Das Meiste stammt aus der Umgegend von Parada.
‚ Wir heben hervor: Syrnium nebulosum, Nyctale acadica, Scops
M'Callii , Petrochelidon Swainsonii Scl. (Melanogaster Sw.), Certhia
mexicana, Campylorhynchus melanopterus, Cardellina rubrifrons, Sylvi-
cola Townsendii Nutt. , S. nigrescens Towns., $. olivacea Gir., Sitta
earolinensis (kleinere Rasse), Atlapetes pileatus, Junco einereus (der
keineswegs —= Struthus caniceps Woodh. ist), Contopus borealis,
Chamaeospiza torquata (Dub.) u.s. w.
P.L. Sclater: „List of Birds collected by G. Caven-
dish Taylor in the republic of Honduras.“ Proceed. Zool.
Soc, p. 356.
Es werden 39 Arten namhaft gemacht, unter ihnen Prionirhyn-
ehus carinatus, Cyanocitta coronata (mit blauer Haube), C. melano-
cyanea und eine Anzahl mexikanischer Arten.
H. de Saussure, „Observations sur les moeurs de
divers oiseaux du Mexique.“ (Extr. de la Biblioth. univers.
de Geneve,) Giebt höchst interessante und zum Theil über-
raschende Aufschlüsse über die Lebensweise verschiedener
Vögel des Mexikanischen Hochlandes, und zwar:
N 1) über die Spechte, 2) Colibris, 3) die Diglossa-Arten, 4) Geier
und Falkoniden, namentlich über die Cathartes-Arten sehr ausführ-
lich, über Circus histrionicus ete., 5) über die Troupiale, Quiscalus
macrourus, Molothrus aeneus etc., 6) über die Couroucous, Pharo-
machrus mocinno z. B., 7) über Crotophaga und 8) über die Hocco -
und Penelope -Arten. Diese Beobachtungen verrathen durchweg den
geübten und vorurtheilsfreien Beobachter.
InL. A.A. de Verteuils Werke „Trinidad, its geo-
40 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
graphy, natural resources, administration, present condition
and prospects“ ist der Abschnitt über die Vögel der Insel
von Antoine Leotand bearbeitet. Es werden an 300
Arten erwähnt, unter ihnen auch Stealornis, dessen Vorkom-
men auf der Insel aber längst bekannt war.
J. M. Jones: „The naturalist in Bermuda,“ a sketch
of the Geology, Zoology and Botany of that remarkable
group of islands etc. Mitarbeiter des Verfasser’s dieser sehr
dankenswerlhen Arbeit waren der uns Ornithologen wohl-
bekannte Major J. W. Wedderburne und M. Hurdis. In fast
erschöpfender Weise haben uns die wiederholten Mittheilun-
gen des ersteren in Sir William Jardine’s „Contributions to
Ornithology* mit den Vögeln der Berinudas bekannt gemacht.
Die eigenthümliche Lage dieser Inselgruppe macht es er-
klärlich, dass die Avifauna derselben eine schwankende und
wechselnde ist „je nachdem der Wind weht.“
Einen werthvollen Beilrag zu unserer. Kenntniss der
Vögel Südamerika’s liefert Burmeister in brieflichen Mit-
theilungen an Cabanis über die Ornithologie der Umgegend
von Mendoza, Journ. f. Ornith. p. 152. Das in Rede stehende
Gebiet ist bekanntlich von grossem geographischen und zoolo-
gischen Interesse, und die Sammlungen des geübten und in
solchem Grade wissenschaftlich vorbereiteten Reisenden wer-
den ohne Zweifel wesentlich nülzen und bereichern.
P.L.Sclater: „Notes ona collection ofBirds received
by Mr. J. Verreaux of Paris from Ihe Rio-Napo in Ecua-
dor. Proceed. Zool. Soc. p. 50. Es gehört dieses erst kürz-
lich bekannter gewordene und mehr ausgebeultete Gebiet
Mittelamerika’s zoologisch betrachtet zu den reichsten der
Erde, und die Bearbeitung dieser des Neuen so Viel enthal-
tenden umfangreichen Sammlungen hätte keinen besseren
Händen anvertraut werden können, als eben denen Seclater’s.
174 Arten. Es ist einigermassen überraschend , unter diesen
Dolichonyz orcycivorus anzutreffen. Vergessen wir aber nicht, dass
Azara diese (oder eine äusserst nahe verwandte ?) Art für Paraguay
aufzählt.
der Vögel während des Jahres 1858. 41
Australien und Polynesien.
In Nr. 1306 des wissenschaftlichen Journals I’Institut
befindet sich ein Aufsatz Dr. Pucheran’s betitelt: „Oiseaux
des Isles Sandwich.“ Derselbe behandelt mehr allgemein ‚den
ganz eigenlhümlichen und in sich specifisch abgeschlossenen
Charakter der Vögelfauna jener isolirten Gruppe des stillen
Meers. Peale’s und Cassin’s Arbeiten über die Vögel der
United States Exploring Expedition blieben unberücksichligt.
„Syslemalische Uebersicht der von Dr. Leichhard und
seinem Begleiter J. Gilbert während einer Reise in N.-O.-Au-
stralien beobachteten Vögel« von E. A. Zuchold in Cab,
Journal.
Aceipitres.
Vulturidae. Gyps fuleus wurde von Jerdon in Dukhun gefun-
den. Blyth in litt.
Ueber Vultur Kolbii auf den Cycladen vergl. Erhard in Naum,
Abbild. Chathartes, jota Mol. Cass, Unit. St. Expl.;Exped.
Birds pl. 1. A
Falconidae. In instructiver und anziehender'Weise schil-
dert A. Brehm „die Geieradler und ihr Leben“ in den „Mit-
theilungen aus der Werkstätte der Natur,“ erstes’und zwei-
tes Heft. Die Subspecies (?) werden gut beschrieben.
„Faleonry in the valley of the Indus* by R. F. Bur-
ton 8. With 4 illustr. Kennen wir nur aus der Anzeige.
A.v. Pelzeln: „Ueber Gold- und Steinadler.“ Schrift.
des zool.-botan. Vereins in Wien 1858. Mit Abbild. eines
Exemplares zur Erläuterung des Ueberganges beider. Also
nur eine Art nach v. Pelzeln!' Sehr beachtenswerth.
P. L. Sclater: „Ueber die Variation in der Gestalt
der Maxilla bei Raubvögeln. Proceed. Zool. Soc. p. 150.
E. Blyth in Caleutta erklärt sich schr bestimmt gegen die An-
nahme der Gleichartigkeit der Aquila naevioides Afrikas; mit.der in-
dischen A: fulvescens J. E. Gray. Ebenso bestreitet er, dass Buteo
rufinus gleichartig sei mit B. canescens Winterindiens.. Journ. :As.
Soc. of Beng.
„Der Taubenhabicht (Aslur palumbarius). Eine mono-
graphische Schilderung seines Lebens in der: Vogelwelt. Von
42 Nartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Pfarrer F. H. Snell. Jahrb. des Vereins für Naturk. im Her-
zogth. Nassau. No.12. S. 342—356.
Neue Arten: Falco dichrousErh. Naum, p.25. Cycladen, Wird
genau beschrieben. Steht peregrinus nahe, ist aber kaum stärker als
subbuteo. Nistet in grossen Colonien auf Tragonisi und Stapodia. Le-
bensweise. — Buteo fuliginosus Sel. Proceed. Z. S. p. 356. Nördl.
Mexiko. — Buteo zonocereus Sel. ib. Guatemala. Nahe verwandt ist
B. albonotatus Gray (abbreviatus Cab.). — Baza stenozona G. R.Gray.
Proe. Z. S.'p. 169. Aru-Inseln. — Accipiter poliocephalus G- R. Gray
ib. Aru-Inseln. Vergl. auch Ann. and Mag. Nat. Hist. p. 225.
Abbild. Accipiter rufitorques Peale Unit. St. Expl. Exped. Birds,
pl.2. — Buteo varius G. ib. pl.3. fig.1. — Buteo ventralis G. ib.
fig. 2. — Pandion solitarius P. ib. pl. 4.
Ueber Urubitinga schistacea (Sundey.) und einige nächstver-
wandte Arten zonura Sh. und anthracina Licht. schreibt P. L. Sclater.
Proc. Z. S. p.128. — Die Raubvögelsammlung , welche Herr John
Henry Gurney in Norwich aufgestellt hat, ist jetzt wohl die erste
der Welt, und die grossartige und umsichtige Weise, in welcher der-
selbe seine Liebhaberei wissenschaftlich nutzbar zu machen sucht,
verdient die grösste Beachtung und Anerkennung der Fachgelehrten.
Strigidae. Sclater beschreibt zuerst G. R. Gray's Syrnium albi-
tarse von Bogota. Proceed. Z. S. p. 131.
Neue Art. Scops ustaScl. ib. p.132. Egaam oberen Amazonas.
Ueber Strix flammea und Consorten schreibt L. Brehm: Naum.
Heft3. Ei unterscheidet als Arten: 3) 8. splendens Hempr., 2) S. mar+
garitata. Pr, von Würtenb. (= guttata Br.), 3) S. paradoxa B., 4) .S,
Kirchhoffii B. Spanien und 5) S. macnlata B. Sennaar. Und Athene:
1) A. longicauda B. Java. 2) A. major B. Pommern! 3) A, passerina -
Boie. 4) A. VidaliiB. Südspanien. 5) A. indigena B. Unterägypten.
6) A. intercedens B. Algerien. 7) A. meridionalis Risso' und 8) A.
ferruginea B. Oberägypten.
Passeres,
Gaprimulgidae. Abbild. Stenopsis longiros'ris Bp. Unit. St. Expl-
Exped. Atl. pl. 13. fig.2. — Sten. parvulus Gould ib. fig. 1. — Nyeti-
bius aethereus Wied ib. pl. 14.
Cypselidae. Ueber die Cypseliden Cuba’s schrieb Dr. Gund-
lach in Ann. of the Lyc. New -York, vol. VI. Er bespricht: 1) ©.
collaris Pr. Wied. 2) C. niger (Gm.), der wahrscheinlich gleichartig
mit C. borealis Kennerly ist. 3) Tachornis Iradii Lemb. (bestimmt
verschieden von dem phoenicobius Jamaicas).
Neue Art. Collocalia hypoleuca Gray. Proc. Z. S. p. 170. Aru-
der Vögel während des Jahres 1858. 43
Inseln. A. Bernstein: „Beitrag zur näheren Kenntniss der Gat-
tung Collocalia.“ Act. Soc. Scient. Indo-Neerland. vol. II. mit Ab-
bild. Batavia 1857.
Abbild. Collocalia cinerea (Gm.). Unit. St. Expl. Exped. Atl.
pl. 12. fig. 4. — Colloc. spodiopygia Peale ib. fig. 3.
Hirundinidae. Neue Arten sind: Hirundo lucida Verr. Hartl. in
Cab. Journ. p.42. Casamanzell. — Atticora pileata Gould. Proc. 2. S.
p-355. Guatemala. — Chelidon cashmeriensis Gould ib. Hinterindien.
Meropidae. Neu könnte sein: Merops Boleslawskii v. Pelz.
Sitzungsber. d. Kais. Acad. Wiss. Wien. Naturw.. Bd. 31. p. 329. Weis-
ser Nil. Ganz wie frenatus, aber mit hochgelber Kehle.
Alcedinidae. Neue Arten: Dacelo tyro Gray, Proc. Z. S. p. 171.
pl.133. Z' 2: Aru-Inseln. — Tanysiptera hydrocharis Gray, ib. 172,
Aru-Inseln. — Cyanalcyon leucopygius J. Verr. Salomoninseln.
Gray beschreibt auch eine Varietät von Halcyon sordida. Aru-
Inseln.
Abbild. Todirhamphus tuta. Unit. St, Expl. Exped. Atl. pl.15.
— Tod. vitiensis P. ib. pl. 16. — Tod. recurvirostris Lafr, ib. pl. 17.
— Tod. divinus ib pl. 18. — Tod, oceipitalis Bl. ib. pl.19. — Tod.
coronatus Müll. ib. pl. 19. fig.1.
Eurylaimidae. Ueber die Lebensweise von Psarisomus Dalhou-
siae, Serisomus lunatus, Corydon sumatranus und E. javanicus in
Tenasserim schreibt Tickell Journ. As. Soc. of Beng. Alle sind
sehr dumm und zutraulich.
Bucconidae. Neu ist: Eubucco aurantiicollis Sclat. Ann. and
Mag. p. 235. Vom Ucayale, Rio-Javari.
Rhamphastidae. Neue Arten sind: Selenidera spectabilis Cass.
Proceed. Ac. Philad. 1858. p. 178. Neugranada. — Andigena_ spilo-
rhynchus Gould. Proc. Z. S. p. 149. Quito. Ecuador (Ann. p. 388).
Tenuirostres,
Upupidae. Als neu wird beschrieben : Upupa nigripennis Gould,
Moore Catal. Birds E. J. House, vol.1l. p. 725. Südindien, Deyra-
doon und Ceylon. (Auch epops kömmt in Indien vor.) Ist aber ohne
Zweifel gleichartig mit U. ceylonensis Reichb. Handb. p.320.
Promeropidae. Neue Art: Irrisor Bollei Hartl. Cab, Journ.
p- 445. Westafrika.
Nectariniadae, Neue Art: Arachnothera Temminküi Moore Cat.
Birds E. J. House, vol. II. p. 728. Südindien.
Trochilidae. Neu sollen sein: Trochilus Idaliae Boure, Ann.
Soc. Linn. de J,yon. nouy. ser, 4, 3. Inneres Brasilien. — T. ’aspasia
44 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Boure, ib. Neugranada, — Phaetornis Moorei Lawr. Ann. Lyc. New-
York. vol! 6. Equador. — Ph. villosus Lawr. ib.’ — Ph. atrimentalis
Lawr. ib. — Ph. nigricinetus Lawr. ib. — Glaueis affınis. Lawr.: ib;
— /Campylopterus splendens Lawr. ib. — Jouleima frontalis Lawr. ib.
Diese Arten stammen sämmtlich aus Quito.
Heft 15 von Gould’s Prachtwerk giebt die Abbildungen von:
Eriocnemis derbianus, E. nigrivestis, E. Isaaksoni, Trochilus colubris,
Phaetornis obscura, Ph. viridicaudata, Lampornis graminea, porphy-
rura, veraguensis; aurulenta, Prevosti, Cometes glyceria, Heliopaedica
melanotis, Erythronota Edwardi und E. niveiventris.
Und Heft16: Phaeolaema rubinoides, Heliodoxa jacula, Discura
longicauda, Phaetornis superciliosa und cephalus, Sternoclyta cyani-
pectus, Thalurania furcata, columbica, venusta, eriphile , verticeps,
Microchera albicoronata,, Chrysobronchus virescens und viridicaudus
Chrysuronia Eliciae.
Meliphagidae. Neu sind: Dicaeum ignicolle Gray, Proc. Z. S
p- 173. Aru-Inseln. — Myzomela nigrita Gray, ib. Aru. — Pfilotis
megarhynchus Gray, ib. Aru. — Tropidorhynchus plumigenys Gray,
ib! p. 574. Ke-Inseln. \
Abbild. Moho angustipluma Peale, Unit. St. Expl. Exped. Birds
pl. 11. fig. 1. — Leptornis samoensis Hombr. ib. pl. 11. fig. 2. — My=
zomela nigriventris P. ib. pl.12. fig. 1. — Myzom. jugularis‘ Peale,
ib. fig. 2.
Auch Prionochilus niger (Less.) sammelte Wallace auf den
Aru-Inseln.
Gerthiadae. Als neu wurden beschrieben: Pteroptochus (?) al-
bifrons L. Landb. in diesem Arch. p. 273. Valdivia. „Kleiner als der
Zaunkönig; mit silberweisser Kopfplatte.* Sicher etwas Anderes. Ref.
— Upucerthia ‚atacamensis Philippi, ib. vol.23. p. 263. Amı Flusse
St. Pedro de Atacama. — Anabates melanopezus Sel. Proc. Z.S. p.61.
Rio-Napo. — A. pulvericolor Lafr. Selat. ib. — Synallaxis brunnei-
caudalis Lafr. Sel. ih. — Synallazis, albigularis Sel. ib. — Thryotho-
rus Berlandieri Couch. Proc. A. Philad. und Baird Birds of N. Am.
p- 362, Nordöstl, Mexiko. — Harporhynchus crissalis Henry ib. ‚p. 351.
Slilich Felsengebirge. — Furnarius minor Natt. v. Pelzeln, Sitzungs-
ber. Wien. Acad. Wiss. Bd. 31. p. 321. Rio Wadeira in Brasilien. —
Anumbius ferrugineigula v. Pelz. ib. p. 323. Cap Horn. — Troglodytes
brunneicollis Scl. Proc. Z. S. p. 297. Oaxaca. S
Abbild. Pholidornis Rushiae (Cass.) in His Acad. N. Sc.
Philad. 1858. pl.1. fig. bon.
v. Pelzeln giebt I. e. eine Beschreibung des Nestes von Fur-
narius leucopus Sw.
Bemerkungen über das Nest von Sitta syriaca von Marchese
Oratio Antinori:' Naum. p. 429. Nistet im Gebirge um Magnesia.
der Vögel während des Jahres 1858. 45
Höchst interessante Aufschlüsse über die Fortpflanzung von
Menura, superba giebt L. Becker in Melbourne. Cab. Journ. p.390.
Der Vogel nislet in dem sehr hochgelegenen Waldreviere am oberen
Yarra-Yarra. Nest und Eier werden beschrieben. (Transact. Philos.
Instit. of Victoria 1857, Art. 15.)
Dentirostres.
Lusciniadae. Neue Arten: Parus occidentalis Baird, Birds of
N. Am. p. 391. — Parus subriridis Tickell, Journ. As. Soc. of Beng,»
Einzige Art in Tenassarim. Höhen von 3500%. — Parus Jerdoni Bl,
ib. Aug. 1856. Von Bombay. Ist xanthogenys Jerdon’'s, aber nicht
Vig. — Zosterops tincta Gray, Proc. Zool. Soc. p. 174. Aru-Inseln. —
Gerygone chrysogaster Gray, ib. Louisiadearchipel. — Stoparola de-
serti Loche, Rev. p. 293. pl. 11. fig.1. Südalgerien. — Malurus sa-
harae Loche, ib. p. 2\5. Algerische Sahara. pl.11. fig.2. — Phyllo-
scopus viridipennis Tickell, Journ. As. S. B.1. c. Tenasserim. — Co-
psychus pica Nalt. v. Pelz. Sitzungsber. Wien. Acad. Wiss‘ Bd. 31.
p-323. Madagascar. — Kittatincla albiventris Bl. Journ. ‚As. Soc,
Beng. 1858. Mai Andamanen.
Abbild. Aegithalus flavifrons ÜCass. in Proceed.. Ac. . Philad.
1858. pl. 1. fig.2. — Zosterops flaviceps Peale, Unit. St. Expl. Exped,
Birds pl. 10. fig. 4.
„Die Sänger Spaniens“ von Dr. A. Brehm, Cab. Journ.
Turdidae. (Formicarinae). Neu scheinen zu sein: Alcippe
mödesta Gray, Proc. Z.S. p. 175. — Aru-Inseln. — Turdinus crispifrons
Bl. Journ. As. Soc. Beng. Tenasserim. — Turdinus brevicaudatus Bl.
ib. Tenasserim. —- Thamnophilus aethiops Sel. Proc. Z. S. p.65 Rio-
Napo. — Thamnophilus capitalis Scl. ib. Rio-Napo. — Dasithamnus
leueostietus Scl. ib. Rio-Napo. — Pyriglena serva Scl. ib. Rio-Napo.
— Pyriglena maeulicaudis Sel. ib. p. 247. Trinidad. — Heteroenemis
albiqularis Sel. ib. p.67. Rio-Napo. — Hypocnemis schistacea Sel. ib.
p. 252. — Formieirora erytrocerea Sel. ib. pl. 142. Brasilien? —
Cercomacra nigricans Sel. ib. p. 245. St. Martha. — Formieivora Bou-
kardi Sel. ib. p. 300. Acatepee. — Conopophaga torrida Sel. ib. Rio-
Napo. — Grallaria flarirostris Sel. ib. Rio-Napo, — Grallaria' ful-
virentrö Sel. ib. Rio-Napo. — Myrmelastes plumbeus Sel. ib. pl.148.
Rio-Javari, — M. nigerrimus Sel. ib. 275, Oberer Amazonas.
Abbild. Myrmutherula surinamensis (Lath.) in Proceed. \Zool.
Soc. pl. 141. fig. 1. — M. multostriata Sel. ib, fig.2 u. 3. — Tham+-
nophilus amasonieus Sel. ib. pl. 139.
Zu den besten Arbeiten, deren dieser Bericht zu ge-
denken hat, zählen wir ohne Zögern P, L. Selater's: Syn-
46 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
opsis of ihe American Ant-Birds (Formicariidae). Proceed.
Zool. Soc. p.202 und p. 232. Der erste Theil behandelt die
Thamnophilinen: Thamnophilus 36 sp., Pygiptila 2 sp., Da-
silhamnus 7 sp. und Thamnomanes 2 sp. Der zweite die
Formieivorinae: Herpsilochmus 3 sp., Myrmolherula 14 sp.,
Formieivora 14 sp., Psilorhamphus 1 sp., Rhamphocaenus 3 sp.,
Cercomacra 5 sp., Pyriglena 5sp., Heterocnemis 1 sp., Myr-
meciza 6sp. und Hypocnemis 12 sp. Und ein drilter (p. 272)
die Formicariinae: Pithys 3 sp., Gymnoecichla 1 sp. (nudi-
ceps Cass.), Myrmelastes 2 sp., Rhopoterpe 1 sp., Phlogopsis
2 sp., Formicarius 5 sp., Chamaeza 4 sp., Grallaria 15 sp..
Grallaricula 4 sp., Conopophaga 10 sp. und Corythopis 2 sp,
Im Ganzen 160 Arten, vertheilt in 26 Gattungen. Jede Art
ist vollständig beschrieben. Synonymie und geographische
Verbreitung sind erschöpfend behandelt.
(Turdinae). Neu: Malacocichla maculata Scl. Proc. Zool. S,
p- 64. Rio-Napo. — Turdus ustulatus Baird, 1. c. p. 215. Oregon. —
Turdus Aliciae Baird, ib. Oberer Missouri. — Mimus leucospilus Natt,
v. Pelz. l. c. Chile. — Toxostoma dorsalis Henry, Proc. Ac. Philad.
p: 117. Neumexico. — de Graaf beschreibt ein in Holland gefange-
nes Exemplar von Turdus sibiricus. Bouvstoff. Faun. van Nederl. II.
p- 311.
(Timaliinae). Neu sind: Pomatorhinus albogularis Tickell,
Journ. As. Soc. Beng. Tenasserim. Nahe verwandt mit P. rubigino-
sus von Sikkim und mit P. Phayrei von Arrakan. — Garrulaz stre-
pitans Tickell, ib. Tenasserim. Bis 5000‘ hoch. — Garrulax melano-
stigma Tickell, ib. Bis 7500‘ hoch,
Ueber die Lebensweise von Pomatorhinus ruficeps nob. berichtet
anziehend @. Krefft: Proceed. Zool. Soc. p. 352. Scheint fast aus-
schliesslich die Polygonium-Flats des Murray zu bewohnen.
Abbild. Garrulaz perspicillatus (Gm.), Macao. In Perr. Japan
Espedit. vol. II. fig. opt.
(Pyenonotinae). Neu: Andropadus erythropterus G. R. Gray,
Hartl. Proc. Z. S. p- 292. Ashantee. — Trichophorus ceinerascens Hartl.
ib. p- 293. Ashantee.
Abbild. Izos haemorkous von China in Perry Japan Exped.
vol. 11. fig. opt. — Microscelis tristis Unit. Stat. Expl. Exped. Atl.
Birds pl. 7. fig. 4.
Muscicapidae. Als neu wurden beschrieben: Stenostira plum-
bea Verr. Hartl. Cab. Journ. p. 41. Casamanse. — Ripidura atripennis
Gray, Proc. Z. S. p.175. Aru- Inseln. — Rh. maculipectus Gray, ib.
der Vögel während des Jahres 1858. 47
p: 176. Aru-Inseln. — Rh. hyperythra Gr. ib. p.176. Aru -Inseln. —
Rh. assimilis Gray, ib. Ke-Inseln. — Machaerirhynchus zanthogenys
Gray, ib. p. 176. Aru-Inseln. — Myiagra lucida Gray, ib. Louisiade-
archipel. — Piezorhynchus rufolateralis Gray, ib. p.176. Aru-Inseln.
— Monarcha griseogularis Gray, ib. Aru- Inseln. — Myiagra leucura
Gray, ib. p.178. Ke-Inseln. — Myiagra melanoptera Gray, ib. Loui-
siadegruppe. — Mieroeca flavovirescens Gray, ib. Aru-Inseln. — Mo-
narcha castaneiventris J. Verreaux Rev. p. 304. Navigatorinseln.
Abbild. Muscipeta cyaniceps Cass. Unit. St. Expl. Exped. All.
Birds, pl. 9. fig. 1. — Rhipidura nebulosa Peale, ib. pl. 9. fig. 2. —
Phaeornis obscura (Gm:) ib. pl.9. fig. 3. N
Tyrannidae. Neue Arten. Neochloe brevipennis Scl. Ann. p.239.
Orizaba. — Culicivora fernandeziana Philippi in diesem Arch. p. 265.
Insel Juan Fernandez. — Culicivora Lembeyi Gundl. Ann. Lye. of
New - York. Oestl. Cuba. — Teretristis Forusi Gundl, Ann. Lyc. New-
York. VI. Cuba. Mit T. Fernandinae nahe verwandt. — Todirostrum
picatum Sel. Proc. Z. S. p.70. Rio-Napo. — Cyelorhynchus aequino-
etialis Sel. ib. Rio-Napo. — Platyrhynchus coronatus Sel. ib. Rio-
Napo. — Elaenia luteiventris Scl. ib. Rio-Napo. — Empidonaxz Ham-
mondii Baird, Birds of N. Am. p. 199. Neumexiko. — Tyrannus Cou-
chii Baird, ib. Nordöstl. Mexiko. — Tyrannula Hammondii de Vesey,
Proc. Acad. Philad. p. 117. Fort Tejon in Californien.
Die Unterschiede zwischen Muscivora regia (Gm.) und M. Swain-
sonii entwickelt v. Pelzeln: Sitzungsber. Wien. Acad. Wiss. Bd. 31.
p-3. Das Vaterland der ersteren Art ist Cajenne, das südöstl. Brasi-
lien, Gebirge am Rio branco nach Natterer u. s. w.
Ampelidae. Neu scheinen zu sein: Vireo Cassinii de Vesey
bei Baird I. c. p. 346. Californien. Auch Proceed. Acad. Philad. p. 117.
— Pteruthius aeralatus Tick. Journ. As. Soc. of Beng. Tenasserim,
3500—4000° hoch. — Pachycephala griseiceps Gray, Proc. Z.S. p. 178.
Aru-Inseln. — Pachycephala rufipennis Gray, ib. Ke-Inseln. — P.(?)
monacha Gray, ib. Aru-Inseln. — Campephaga caeruleogrisea Gray ib.
Aru-Inseln. — Campephaga polygrammica Gray ‚ib. Aru- Inseln, —
Dierurus assimilis Gray, ib. Aru-Inseln. — Dierurus melaenornis Gray,
ib. Ke-Inseln. — Bombyeilla Mariae Coinde, Yukatan, Mexiko, Scla-
ter hält diese Art einfach für ‚americana.
Abbild. Eiopsaltria flavifrons Peale, Unit, St. Expl. Exped. Atl.
Birds, pl.10. fig.1. — E. icteroides Peale, ib. fig. 3. —- E. albifrons
P. ib. fig. 2.
Ueber Myiadestes Elisabethae schreibt sehr ausführlich und in-
strueliv Gundlach in Ann. Lye. of N.-Y. VI. Wie sämmtliche con-
generische Arten singt dieser Vogel vortrefllich.
Ueber die Lebensweise von Calyptomena viridis in Tenasserim
berichtet Capt. Tickell: Journ. As. Soc. of Beng.
48 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Av. Nordmann: „Zur Fortpflanzungsgeschichte von Bomby-
eilla garrula.* Cab. Journ. p. 307.
Laniadae. Neu sind: Myiolestes aruensis Gray, Proc. Z. $.
p- 180. Aru-Inseln. — Myiolestes Gouldii Gray, ib. Brownsriver in
Nord-Australien und Bernardinseln. — Myiolestes griseatus Gray, ib.
Cap York und Dunksinsel. — Craetieus personatus Temm. ib. Aru-
Inseln. — Dryoscopus Turatii J. Verr. Rev. p. 304. pl. 7. Senegal. —
Telephonus minutus Hartl. Proc. Z. S. p. 292. Ashantee.
W. Pässler: „Ueber die verschiedene Färbung der Eier von
Lanius collurio.“ Cab. Journ. 1858. p. 43.
Conirostres.
Corvidae. Neue Arten. Coreus caurinus Baird, Birds of Amer,
p- 569. Nordwestküste. — Cyanocitta Woodhousei Baird, ib. p. 585.
Centrallinie der Rocky Mountains bis zum Tafellande Mexiko’s. —
Corrus sinensis Gould, Catal. East Ind. House II. p. 556. Shanghae.
— Corvus tenuirostris Moore, ib. p. 558. Bombay.
Pucheran hält Cyanocorax Geoffroyi für gleichartig mit Pica
Beecheyi Vig. Aber die von Eydoux und Gervais abgebildete „Pica
Beecheyi“ sei ein ganz anderer weiterer Nachforschung bedürftiger
Vogel. — Ebenders. über Pica cyanea und eine merkwürdige Abwei-
chung in der Länge der ersten Schwinge. Puch. Observat. ornith. in
Rev. zool. p. 196.
A. Hansmann: „Zur Naturgeschichte der korallenschnäbligen
Alpendohle.“ Naum. p. 67. .
Abbild. ‚Corvus ruficollis Less. in Unit. St. Expl. Exped. Birds,
pl.5. — €. hawaiensis Peale, ib. pl. 6.
Paradiseidae. Ucber eine lokale Var. der Paradisea apoda auf
an Aru-Inseln vergl. G. R. Gray Proc. Z. S. p. 181.
Semioptera Wallacei ist ein prachtvoller neuer Paradiesvogel,
welchen der kühne englische Reisende und Naturforscher R. Wal-
lace auf der Insel Batchian entdeckt hat. \
Sturnidae. Neue Arten. Onychognathus Hartlaubii G. R. Gray,
Proc. Z. Soc. p. 291. Fernando Po. —- Amydrus Tristramiüi Selat. Ann.
p. 465. Hebronthal in Palästina. Steht dem fulvipennis Afrika’s sehr
nahe und nimmt als Repräsentant dieser ächt afrikanischen Form in
Syrien ein besonderes Interesse in Anspruch. — Ptilonorhynchus me-
Tanotis Gray, Proc. Z. $. p. 181. Aru-Inseln. — Calornis virescens
Gray, ib. Aru-Inseln. — Juida Lessonii Puch. Rev. zool. Fernando Po.
Abbild. Heterornis sericea (Gm.) auf pl.5 der Perr. Japan
Exped. — Aplonis marginata Gould, Unit. St, Expl. Exped. Birds pl. 7.
fig. 1. — Apl. brevirostris Peale, ib. fig. 2.
der Vögel während des Jahres 1858. 49
Pucheran bringt eine ausführliche und kritische Mit-
theilung über verschiedene Lamprotorninen der Pariser Samm-
lung. Rev. p.246. So über den ächten Lamproecolius nitens,
über L. phoenicoplerus u. s. w. Ref. veröffentlichte einen
Commentar zu diesen Bemerkungen Pucheran’s, Rev. p. 346.
Wir kennen: Pholidauges 1 sp., Notauges 4 sp., Lamproco-
lius 15 sp., Lamprolornis 5 sp., Onychognathus 2 sp., Amy-
drus 4 sp:, Oligomydrus 1 sp. und Pilorhinus 1 sp»
Fringillidae. (Tanagrinae.) Sclater’s schönes mono-
graphisches Kupferwerk über die Gattung Calliste ist mit dem
Aten Hefte zum Schlusse gekommen. Es entspricht durch-
weg den Erwartungen, welche man an den gefeierten Namen
des Verfassers stellen konnte.
Neu sind: Creurgops verticalis J. Verr. Scelat. Proc. Zool. Soc.
p- 73. pl.132. fig. 2. Rio-Napo. — Euchaetes coceineus J. Verr. Sclat.
ib. pl. 132. fig. 1. — Chlorospingus castaneicollis Sel. Proc. p. 293.
Peru? — Calliste cyanotis Sel. ib. Inneres Peru. — Calliste lavinia
Cass. Proc. Ace. Philad. p. 178. Isthmus von Darien. — Pipilo albieollis
Sel. Proc. p. 304. Oaxaca. — Pipilo megalonyz Baird, Birds of Am.
p- 515. Südküste Californiens.
(Fringillinae). Nen sind: Zonotrichia Botteri Sel. Proc.
p- 239. Orizaba. — Ammodromus Samuelis Baird, ib. p. 455. Califor-
nien. — Junco dorsalis Henry, Proc. Ac. Phil. p. 117. Neumexiko. —
Melospiza Heermanni Baird. ]. ec; p. 478. Californien. — Melospiza
Gouldii Baird, ib. p. 479. Californien. — Munia leucogastroides Moore,
Cätal. ‚East Ind. H. 11. p.510. Java.
Ueber Metoponia pusilla (Pall.) schreibt Blyth im Journ. ‘As.
Soc. Beng. von 1855. Nach Capt. Hutton im Winter um Masuri, Im
Sommer nach Speke in Spiti und Ladakh in Höhen von 10—13000F.
„Der wilde Canarienvogel.“ Eine Biographie von Dr. C.Bolle
mit Abbildungen nach Bädeker. Cab. Journ. für Ornith. Eine Ar-
beit, die jeder Freund der Ornithologie mit grossem und ungetheil-
tem Vergnügen lesen wird.
Poephila Paddoni Macgill. von Neuealedonien (Ann. and Mag.
p-264) ist nicht neu, sondern gleichartig mit Fringilla psittacen Gm,
und Fr. pulchella Forst.
Ueber Passerculus anthinus und P. alaudinus vergl. Baird
l. e. p. 445.
(Emberizinmae). Neu ist: Plectrophanes melanomus Baird,
Birds of Am, p. 436. Tafelland von Mexiko.
Eine schöne Abbildung von Emberisa einerea Strickl. enthält
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. D
50 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Sir W. Jardine's voluminöses „Memoir of H. E. Strickland.“ Ohne
Zweifel eine gute Art.
(Alaudinae). Gut und kritisch schreibt über indische und
afrikanische Lerchen E. Blyth im Journ. As. Soc. of Beng. von 1855.
Miraffra flavicollis M’Clell. sei nur foem. von Emberiza aureola.
L. Brehm: „Ueber Haubenlerchen“ in Naum. Heft 3. Zahlrei-
che Arten und Rassen beschrieben, so Galerida Theclae aus Spanien,
Galerida abyssinica Pr. v. Würtemberg, @. flava aus Sennaar u. s. w.
(Pyrrhulinae). Neu ist: Crithagra Hartlaubii Bolle, Cab,
Journ. p. 345. Westafrika.
Abbild. Erythrura eyanovirens Peale, Unit. St. Expl. Exp. All.
Birds, pl. 8. ig. 2. — Erythr. Pealei Hartl. ib. fig. 1. — Pipilopsis
ruficeps Str. ib. pl. 7. fig. 3.
Buceridae. Neu ist Buceros Tickellii Blyth, Journ. As. Soc. of
Beng. Tenasserim. Lebensweise.
Ref. bearbeitete Livingstone’s merkwürdige Beobachtungen über
die Fortpflanzung von B. erythrorkhynchus für Cab. Journ. unter dem
Titel: Eine Wochenstube in der Omithologie.
Capt. Tickell sah mit eigenen Augen, wie der grosse Buceros
eavatus sein Weibchen behufs der Incubation einmauerte, eine Beob-
achtung , die Rev. Mason in seinem Werke über Burmah bestätigt.
Man vergleiche noch über diese wundervolle Eigenthümlichkeit der
Nashornvögel : Catal. Birds East Ind. House vol. Il. p. 5°4 (B. cava-
tus), p. 588 (B. coronatus Bodd.) und 598 (B. plicatus Lath.).
Scansores.
Psittacidae. Ch. de Souance: „Iconographie des Per-
roquets etc.“ erscheint in langsamen Forlselzungen. Es er-
schienen bis jetzt 12 Lieferungen. Die Abbildungen lassen
zum Theil zu wünschen übrig , der Text ist sehr gut ge-
arbeitet,
Eine kritisch - monographische Uebersicht der Gattung
Palaeornis giebt E.Blyth im Journ. As. Soc. of Beng. Dec.
1857. Er kennt 13 Arten.
Neue Arten sind: Eclectus polychlorus Gray, Proc. Zool. Soc.
p. 182. Aru - Inseln. — Chalcopsitta rubrifrons Gray, ib. Aru - Inseln.
— Trichoglossus nigrogularis Gray, ib. p.183. Aru-Inseln. — Tricho-
glossus coccineifrons Gray, ib. Aru-Inseln. — Tr. ochrocephalus Blyth,
Journ. As. Soc. Beng. 1858. Neuguinea. — Eos fuscata Bl., ib. Neu-
guinea. — Psittacus (Geofröyus) aruensis Gray, l. c. — Psittacus
capistratus G. R. Gray, ib. Ke-Inseln. — Trichoglossus immarginalus
der Vögel während des Jahres 1858. 51
Blyth, 1. c. Neuguinea? — Cacatua cyanopis Blyth ib. Nengninea. —
Palaeornis affinis Gould, Birds of Asia XII, pl. 11. — Mierosittace
Souancei J. Verr. Rev. et Mag. p. 437. pl. 12, fig. 604.
Abbild. Chrysotis mercenarius Tschudi in Rev, etMag. p. 313.
pl. 17. — Aspromietus splendens Peale, Unit. St. Expl. Exped. Atl.
pl. 20. — A. personatus Gr. ib. pl. 21.
P. L. Sclater: „Verzeichniss der in den Zoological Gardens
in London lebenden Papageien.“ Naum. Heft 3. Wir zählten selbst
77 Arten.
Picidae. H. deSaussure berichtet über die wundervollen In-
stinete von Colaptes rubrieatus auf den Höhen des Vulkans Pizarro in
Mexiko, Bibl. univ. de Geneve. Arch. Sc. phys. et nat. 1858. pl. 4.
Ganz ähnliches bei Cassin über Melanerpes. Bolle stellte diese Be-
obachtungen zusammen für Cab. Journ. für Ornith. p. 316.
Neue Arten sind: Celeopicus Verreauzxüi Malh. Rev. p. 8. Ecua-
dor. Aehnlich dem C. grammicusMalh. Mem. Soc. roy. de Liege 1845.
p 69. — Magopieus trachelopyrus Malh. Mem. Soc. d’hist. nat. Mos,
1857. — Picus Luciani Malh. ib. — P. mandarinus Malh. ib. — P.
assimilis Malh. ib. — P. scindeanus Gould, Moore Cat. Birds E. J.
Comp, Il. p.671. Shikarpore und Seinde. Dem medius zunächst. —
Melanerpes rubrigularis Se}. Proc. Zool. Soc. p.?2. pl.131. It =}.
Williamsonii, Newberry Rep. Calif. Oreg. Route, VI. 1557. pl.34,
fig. 1. Gattung Sphyrapieus Baird. — Colaptes chrysocaulosus Gundl.
Ann. Lye. Nat. Ilist. New- York. vol. VI. Febr. Cuba. — Picoides
dorsalis Baird, 1. c. p. 100. Rocky-Mountains.
Ueber die nordamerikanischen Spechte vergleiche man Baird
Birds of N. Am. Zu P. villosus gehören als Synonyme Phillipsii,
Auduboni und Martinae.
Von A. Malherbe's so sehnlich erwartetem Werke über die
Spechte ist leider noch immer nichts erschienen!!
Cuculidae. Dr. E. Oppel inLeipzig: „Beiträge zur Kenntniss
des Cuculus canorus.*“ Cab. Journ. p. 201. Behandelt ausführlich
Anatomisches und zwar zunächst Osteologie und Splanchnologie des
Kukuks. Die Theorie Nerissaut's, dass der Kukuk nicht zu brüten
vermöge, weil sein Magen ungewöhnlich weit nach hinten und un-
mittelbar unter den Bauchdecken liegt, also bei Anfüllung mit Speise
durch Druck auf die Eier Schmerzen oder Krankheit erzeugen müsste,
findet ihre ausführliche Beleuchtung und Bestätigung. — Eyton will
dagegen bei den Cueuliden Knochen entdeckt haben analog gewissen
den Marsupialien angehörigen Knochen: „a peeuliar process altached
to Ihe ischium,“ Sehr entwickelt erscheint diese Bildung bei Turacus
giganteus. Ann. and Mag. of Nat. hist, p. 457.
Neue Arten. Diplopterus excellens Sel, Proc. Zool. Soc. p. 240.
52 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Mexiko. (Salle.) — Centropus spilopterus Gray, Proc. Z. S. p. 184.
Ke-Inseln. — Cuculus assimilis Gray ib. Aru-Inseln. — Cuculus me-
garhynchus Gray ib. Aru-Inseln.
Nach Capt. Tickell ist die Iris beim 4‘ von Phoenicophaeus
eurvirostris cobaltblau, beim orange. Journ. As. Soc. Beng.
Abbild. Cuculus fucatus Peale, Unit. St. Expl. Exped. Atl.
pl. 21. ig.1. — Cuc. simus P. ib. fig.2. — Eudynamis tahitiensis
ib. pl. 22. fig.2. — Centropus melanops Less. ib. fig. 1.
Columbae.
C. L. Brehm: „Die Naturgeschichte und Zucht der
Tauben , oder vollständige Beschreibung aller europäischen
wilden und zahmen Taubenarten und ihrer Abänderungen,
Wohnorte , Sitte, Nahrung , Fortpflanzung, Behandlung ete.*
177 S. Weimar 1857.
Behandelt ziemligh erschöpfend : Palumbus torquatus, Ectopistes
migratorius, Turtur auritus, rufidorsalis, eyanonotus , senegalensis,
rufescens und pygmaeus, Aplopelia nisoria, semitorquata, erythrophrys,
vinacea und intercedens, Palumboena oenas, Columba livia, glauco-
notus, elegans und unicolor.
E. Blyth schreibt sehr instructiv über die indischen Tauben
als Repräsentanten der vier Hauptformen europäischer Tauben: turtur,
palumbus, oenas und livia. Journ. As. Soc. of Beng. 1857. — Schon
früher hatte derselbe Bemerkungen über die wilden Arten der Tur-
teltaube veröffentlicht, ib. 1855.
Pfarrer F. H. Snell: „Neue Beobachtungen über die Nahrung
der Tauben.“ Jahrb. des Vereins für Naturk. in Nassau. Heft 12. p. 357.
Mehr landwirthschaftlich.
Neue Arten. Ptilinopus prasinorkous Gray, Proc. Z. S. p. 185.
Ke-Inseln. — Ptilinopus Wallacei Gray ib. p. 185. pl. 136. Aru - In-
seln. — Ptilinopus aurantiifrons Gray ib. pl. 137. Aru-Inseln. — Pti-
linopus coronatulus Gray ib. pl. 138. Aru-Inseln. — Ptilinopus ioso-
nus Gray ib. p. 186. Aru-Inseln. — Carpophagu spilorkoa Gray ib.
Aru-Inseln. — Columba aenicapilla Blyth 1. c. (= Eversmanni Bp.?)
Abbild. Columba castaneiceps Peale, Unit. St. Expl. Exped.
Birds pl. 23. — Carpophaga aurorae P. ib. pl.24. — Carp. Wilkesüi
P. ib. pl. 25. — Carp. latrans P. ib. pl.26. — Carp. microcera Bp.
ib. pl. 29. — Carp. bicolor Sc. ib. pl. 23. — Carp. Pickeringii Cass.
ib. pl. 27. — Ptilinopus purpuratus ib. pl.30. — Ptil. faseiatus P.
ib. pl.31. — Ptil. coralensis P. ib. pl.32. — Puil. Perousii P. ib.
pl. 33. -— Didunculus strigirostris (Jard.) ib. pl. 34.
der Vögel während des Jahres 1858. bE2
Gallinae.
Interessante obgleich nur kurze Notizen über Tetraogallus cau-
casicus enthält Th. Kotschy's Buch: Reise in den cilicischen Tau-
rus p.441 und 546. Kotschy preist wiederholt den herrlichen Stimm-
ruf des grosses Vogel's.
T. €. Eyton: „On the skeleton of the Sheath-bill (Chionis
alba).“ . Proceed. Z. 5. p.99. Eyton möchte Chionis im Systeme
neben Glareola setzen; sternum, caput und pelvis seien bei beiden
Formen auffallend ähnlich.
Neue Arten sind: Diardigallus fasciolatus Blyth, Journ. Asiat.
Soc. of Beng. Mai 1858. Habitat? — Arboricola brunneipectus Blyth
l. e. 1855. Tenasserim. — Arboricola intermedia Blyth ib. Arrakan.
— Ortalida M’Callii Baird, Birdsof Am. p. 611. Ist vetula bei Lawrence
und poliocephala bei Cassin. — Penelope cujubi Natt. v. Pelz. Sitzungs-
ber, Wien. Acad. Wiss. Band 31. p. 328. Para, — Lagopus hemileucu-
rus Gould Spitzbergen. Proc. Z. S. p.354. Die einzige dort vor-
kommende Art.
v. Pelzeln veröffentlicht noch I. c. Joh. Natterer's handschrift-
liche Bemerkungen über Penelope pipile und Penelope cumanen-
sis.(Gm.). r
Ueber Bonasa Sabini vergl. Baird, Birds of N. Amer. p. 631.
Abbild. Gallus tahiticus P. cap. in Unit, St. Expl. Exped. Birds
p- 291. E
Struthiones.
J. E. Gray: Ueber das Ei desMooruck (Casuarius Bennettii)
in Proceed. Z. 5. p.271. Zwei ziemlich verschiedene unzweifelhaft
ächte Eier sind abgebildet auf Tafel 144.
Ausführliches über den Strauss (Struthio camelus) bringt das
Bullet. de la Soc. Imper. d’acelimat. de France.
Grallae,
Charadriadae. Eine neue Art ist Aegialites nivosa Cass. bei
Baird, Birds of Amer. p. 696. Californien.
Baird scheint) an der Artselbständigkeit von Strepsilas me-
lanocephalus zu zweifeln. |. c. p. 702.
Derselbe möchte nur Haematopus niger (Pall.) als einzige
schwarze nordamerikanische Art zulassen.
Gruidae. Unsere vielseitig bestrittene Ansicht, dass Grus hoyana
Cass. nur ein jüngerer Vogel von Grus americana sei, findet ihre
volle Bestätigung bei Baird ]. c. p. 654.
54 Hartlaub: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Als neu beschreibt Cassin: @rus fraterculus, Baird ]. c. p. 656.
Kleiner als Gr. canadensis und mit weit dunkleren Primärschwingen.
Von Albuquerque in Neumexiko.
Ardeidae. Blyth erkennt Affinitätsbeziehungen zwischen Sco-
pus nnd Balaeniceps. Journ. As. Soc. Beng. 1855.
Interessante Aufschlüsse über die Fortpflanzung von Leptoptilos
argala ‘verdanken wir Tickell und Frith ibid.
Neue Arten. Ardeomt Payesii J. Verr. Hartl. in Cab. Journ. p. 42
Casamansalluss in Senegambien. — Ardea Würdemanni Baird, Birds.
of N. Amer. p. 669. Florida. Steht A. herodias nahe , ist aber weit
grösser. j
Scolopacidae. John Wolley, der englische Reisende und
Naturforscher, schreibt über das Meckern (neighing) der Schnepfen und
über den systematischen Werth der Zahl der Steuerfedern bei denselben.
Proc. Z.S. p.199 mit Abbild. Mewes entdeckte zuerst das Musika-
lische der Schwanzfedern. Namentlich scheint die äusserste den eigen-
thümlichen Ton hervorzubringen. Es werden zahlreiche diese An-
sicht bestätigende Versuche mitgetheilt.
Marchese Oratio Antinori berichtet über einen wunderbar
starken Schnepfenzug im Januar 1858 in der Nähe von Smyrna. Ca-
banis Journ.
Das Museum zu Calceutta erhielt auf einmal vier Exemplare des
seltenen Eurinorhynchus pygmaeus von Chittagong : Journ. As. Soc. Beng.
Actitis macularia scheint häufiger an den Küsten des adriali-
schen Meeres vorzukommen. Naum. p. 167.
Neu scheinen zu sein: Tolanus chilensis Philippi in Trosch.
Arch. für Naturg. p. 264. Wie glottis, aber grösser, — Tringa Cooperi
Baird, Birds of Amer. p. 716. Long Island.
Abbild. Numenius tahitiensis (Gm.) in Perr. Japan Expedit. vol.1l.
d ad. — Seolopax meridionalis Peale, Unit. St. Expl. Exped. Birds
pl. 35. fig. 1. — Numenius femoralis Peale ib. pl. 37. — Tringa par-
virostris P. ib. pl. 58. fig. 2.
Peale’s Scolopax Holmesii ist Nach Cassin -— auclandica Gray
und Peales Scol. pectinicauda — Scol. stenura Temm. — ‚Limosa
Foxii P. = L. novae Zelandiae Gray. }
Rallidae. Neue Arten. Rallus uliginosus Philippi in Trosch. Arch.
p-83. Santiago in Chile. Scheint dem mustelinus Licht. sehr ähn-
lich zu sein. (=?), — Rallus Salinasi Phil. 1. c. 1857. p. 262. Süd-
chili. — Rallina tricolor Gray, Proc. Zool. Soc. p.188. Aru-Inseln.
Abbild. Zapornia umbrina Cass. (spilonota Gould bei Peale) in
Unit. Stat. Expl. Exped. Birds pl. 35. — Fulica alai Veale ib. pl. 36.
2 der Vögel während des Jahres 1858. 55
Anseres.
Anatidae. Ueber Chloephaga magellanica berichtet nach den leben-
den Exemplaren des zoologischen Gartens P. L. Sclater, Proceed.
Z. S. p.289. Beim 5‘ sind die Beine schwarz, beim ® gelb. Eier.
Neue Arten. Anser frontalis Baird Biıds of N. Am. p. 762. (? Ref.)
Inneres Nordamerika. — Pelionetta Trowbridgii Baird 1. c. p. 806.
Californien. Der perspicillata zunächst stehend. — Anas Rüppellii
Blyth, Journ. As. Soc. Beng. 1855. Blyth entwickelt die Unter-
schiede von der poecilorhyncha Centralafrika’s.
Alcidae. Englische Ornithologen haben einmal wieder in Island
nach Alca impennis gesucht, ohne indessen von diesem Vogel selbst
irgendwo frische Spuren entdecken zu können. Wohl aber stiessen
sie auf zahlreiche Knochen dieser Art auf alten Feuerstätten. Wenn
Alca impennis nicht, wie sehr wahrscheinlich, ganz ausgestorben ist,
so hat man diese Art anf dem unzugänglichsten der geographischen
Gebiete, auf der Ostküste Grönland’s zu suchen. Sclater in litt.
Abbild. Uria columba Pall. Unit. Stat. Expl. Exped. Birds pl. 38.
fig.1. p-346. Cassin nnterscheidet diese Art bestimmt von grylie.
Zahlreiche Exemplare von der Küste von Oregon. Auch Spencer F.
Baird hält diesen Vogel für eine selbständige Art, (Birds of N. Amer.
p. 912) und bezieht Reichenbach’s Figur von U. Mandtii Handb. pl. 4.
fig. 47 auf dieselbe.
Pelecanidae. Auch v.Homeyer hält Phalacrocarax Desmarestii
für eine gute Art. Cab. Journ. p. 237.
E. Cavendish Taylor: Ueber das Ei der Fregatte gesam-
nelt in Fonsekabay am stillen Meere. Proc. Z. $S. p. 318. i
Neu: Pelecunus inflatifrons E. Blyth, Journ. As. Soc. Beng. 1356.
Lebend in Calcutta; dem javanicus ähnlich.
Procellaridae. Abbild. Thalassidroma lineata Peale, Unit. Stat
Expl. Exped. Birds pl. 39. — Procellaria parvirostris Peale ih. pl. 40.
— Proc. rostrata Peale ib. pl. 41. — Proc. nivea Gm. ib. pl. 42.
Laridae. Neue Arten sind: Larus Suckleyi Lawrence, Ann.
I,ye of Nat. Hist. New-York. vol. VI. Febr. Von Puget-Sound. Baird
Birds of N. Am, p. 848. — Rissa septentiionalis Lawr. 1. c. Puget-
Sound, Baird |. c. p.854.
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1858.
Vom
Herausgeber.
Von Schriften, welche die ganze Abtheilung der Am-
phibien behandelten, haben wir in dem diesjährigen Berichte
keine zu erwähnen. Die meisten herpetologischen Arbeiten
haben es sich zur Aufgabe gestellt, einzelne Abtheilungen
zu fördern, und namentlich finden wir, dass die Schlangen
vorzugsweise von mehreren Seiten untersucht sind. Lang-
jähriges Studium hat Jan in Mailand dieser Thiergruppe
zugewendet. Er hat in diesem Jahre eine vorläufige Ver-
öffentlichung begonnen. Günther in London hat einen Ka-
talog des britischen Museums für die Colubrinen herausge-
geben. Der Amerikaner Girard hal neue Gattungen und
Arten beschrieben. Die verschiedenen Auffassungen der Au-
toren werden sich erst mit der Zeit zur Einigung bringen
lassen; daher wird man von unserem Berichte nicht eine
Kritik erwarten dürfen, welche dem einen oder dem anderen
Forscher den Vorrang zuschriebe. Ich sehe als Zweck die-
ser Berichle nur eine möglichst vollständige Zusammentra-
gung des Veröffentlichten an, um späteren Arbeiten das noth-
wendige Studium der ganzen Literatur zu erleichtern, und
Lesern, welchen dieselbe nicht zugänglich ist, wenigstens
eine Andeutung von den Leistungen zu verschaffen.
Die 26. Lieferung von Blanchard's Organisation du
regne animal ist den Amphibien gewidmet. Sie enthält aus-
ser der Fortsetzung des einleitenden Textes Abbildungen mit
osteologischen Details von Coluber natrix und einer Figur
des Pterodactylus crassirostris Goldf.
\
Troschel: Bericht üb, d. Leist. in d. Herpetologie u, s. w. 57
Gloger erklärt alle einheimischen Amphibien , etwa
mit’ Ausnahme der Viper, Kreuzotter,, für nützliche Thiere,
weil,sie Insekten vertilgen helfen. „Kleine Ermahnung zum
Schutze nülzlicher Thiere als naturgemässer Abwehr von
Ungezieferschaden und Mäusefrass.“ Berlin 1858. p. 34.
Sehnur veröffentlichte ein Verzeichniss der von ihm
im Regierungsbezirke Trier aufgefundenen Reptilien. Es sind
im Ganzen 18 Arten, nämlich 2 Lacerta, 1 Anguis, 2 Colu-
ber, 1 Vipera, 2 Rana, 1 Hyla, 3 Bufo (mit Einschluss von
Pelobates fuscus), 1 Bombinator, 1 Alytes, 1 Salamandra, 3
Triton. Jahresbericht der Gesellsch. für nützliche Forschun-
gen zu Trier. Trier 1858. p. 69.
NachBrimmeyr kommen im Grossherzogthum Luxem-
burg neun Arten Amphibien vor, 1 Eidechse , 2 Schlangen
(wobei jedoch die Blindschleiche mitgezählt ist) und 6 Ba-
trachier. Diese Angabe findet sich beiläufig ‚in einer Ab-
handlung über die einheimischen Thiere in öconomischer
Beziehung. Soc. des sc. nat. du Grand-Duch& de Luxem-
bourg. Tom. IV. 1857. p. 33.
In der „Fauna der Cykladen“ von Erhard ist p. 68—83
den Reptilien ein Abschnitt gewidmet. Bei fast völligem
Fehlen der Batrachier wegen des Wassermangels, und indem
nur in den stehenden süssen Wassern von Mykonos, Andros
und Naxos ein Frosch vorkommt, der von Rana temporaria
nicht verschieden sein soll, sind Eidechsen und Schlangen in
grosser Menge, namentlich in grosser Individuenzahl vorhan-
den. In dem Verzeichnisse sind 6 Schildkröten, 12. Schlan-
gen, 15 Echsen und 3 Batrachier genannt.
Nach de Verteuil, Trinidad, its geography natural
resources cl. London 1858. p. 126 kommen viele Reptilien
auf Trinidad vor, unter denen Schildkröten und einige grosse
Eidechsen, Leguane und der Mato (Salvator) gegessen wer-
den. Crotalus mulus und Trigonocephalus tararaca sind
häufig, doch kommen Unglücksfälle durch ihren Biss nur
sellen vor, theils weil sie nur beissen, wenn sie in der Ruhe
gestört werden, Iheils weil man gute Heilmittel kennt, als
welche namentlich die Guaco- und die Wurzel der Manaco-
Palme empfohlen -werden. Hunde, Pferde und Maulthiere
58 Troschel: Bericht üb! d. Leist. in d. Herpetologie
werden oft das Opfer dieser Schlangen. Von der Korällen-
schlange (Elaps corallinus) wird berichtet, dass zwei afrika-
nische Arbeiter, die leichlsinnig mit ihr spielten und sogar
ihren Kopf in den Mund steckten, gebissen wurden und nach
7—8 Stunden starben. Auch einige Beispiele’von dem Banne
durch Schlangen werden erzählt. — Das Verzeichniss der
Reptilien von Trinidad, welches Court ib: p. 440 angefer-
tigt hat, enthält 2 Testıdo, 2 Emys und 3 Chelonia, also 7
Schildkröten, 1 Alligator, 2 Geckonen, 4 Iguaniden, 1 Sal-
vator, 2 Ameiva, 2 Amphisbaena, 1 Scincoiden , also 18
Echsen; 1 Tortrix, 2 Boa, 1 Coluber, 2 Dendrophis, 1 Elaps,
1 Trigonocephalus, 1 Crotalus, also 9 Schlangen; 1 Pseudis,
1 Hyla, 1 Bufo, 1 Pipa, also 4 Batrachier; zusammen 33 Rep-
tilien. Das Verzeichniss wird jedoch wohl nicht erschöpfend
sein. Eigenthümlich soll keine Art dieser Insel sein.
Chelonia.
Lellre sur les moeurs et les habitudes des torlues d’eau
douce et des tortues terresires de l’Algerie, par M. La-
bouysse. Annales des sciences physiques et naturelles
d’agriculture et d’industrie deLyon. Troisieme serie Tome I.
1857: p. 83—98. Darin wird die Lebensweise der Süsswas-
ser- und der Landschildkröte Algeriens geschildert, ohne die
Species näher zu ‚bezeichnen. {
In den Contributions to {he natural history of the Uni-
ted States halte Aga ssiz einige kritische Bemerkungen ge-
gen Gray’s Unterscheidung der Nordamerikanischen Schild-
kröten gemacht. Gray sucht nun Annals nat. hist. I. p. 285
seine Auffassung zu rechifertigen. Er hält namentlich die
Farbenzeichnung der jungen Thiere für wichtig und charak-
teristisch, während sich diese Zeichnung bei älteren Thieren
minder scharf zeige.
Sauria,
Girard hat die neuen Eidechsen, welche ausserhalb
Nord-Amerika’s durch die United States exploring expedition
unter Capt. Charles Wilkes entdeckt worden sind‘, durch
während des Jahres 1858. 59
Diagnosen bezeichnet. Darunter befinden sich fünf neue Gat-
tungen aus der Scincoidenfamilie und ebenso viele aus der
Iguanenfamilie. Es muss erwartet werden, dass Verf. diese
so wie die neuen Arten späler durch ausführlichere Beschrei-
bungen und Abbildungen bekannt macht, um so mehr, als
es hier versäumt ist, die Beziehungen der neuen Gallungen
zu den bereits bestehenden anzudeulen. Wir werden sie
unten namhaft machen. Proc. Philadelphia 1857. p. 195.
Spencer J. Baird lieferte ib. 1858. p. 253 die Be-
schreibung neuer Gallungen und Arten nordamerikanischer
Eidechsen, die sich in dem Museum der Smithsonian Inslitu-
tion befinden. Dieselben gehören den Familien der Iguanen,
Geckonen, Xantusiden, Lacerten, Zonuriden und Seinken an.
Alle sind unten genannt.
Crocodilina, Mayer hat in unserem Archiv p. 812 Bemerkun-
gen über den Schädel von Gavialis Schlegelii und Crocodilus raninus
gemacht. Bei der gegebenen Eintheilung scheint Verf. die Begriffe
Species und Genus anders zu fassen, als es sonst jetzt allgemein
geschieht. E
Lacertina. Unemidophorus inornatus und octolineatus Baird
Proc. Philadelphia 1858. p. 255 von New-Leon.
Spencer J. Baird sieht Proc. Philadelphia 1858.
p. 254 eine neue Eidechse als den Typus einer neue Familie
Äantusidae an, die er so charaklterisirt:
Körperform der Lacerten; weder Kamm noch Dornen; Kopf
mit sehr grossen polygonalen Schildern; Schuppen am Rücken klein,
granulaartig; die des Bauches gross, viereckig, in Querreihen; Zunge
breit, linear, nicht retractil, mit Ausnahme der nur schwach gekerb-
ten Spitze fest augeheltet, am Grunde nicht ausgerandet; die Ober-
Näche der Zunge mit einer Reihe schiefer convergirender Streifen
jederseits; Zähne einfach, pleurodont; Finger unterhalb mit einer
Reihe querer glatter Lamellen. — Wenngleich die Zunge beträchtlich
von der gewöhnlichen Bildung dieses Organs bei den Lacerten ab-
weicht, so dürfte doch wohl die Gattung in diese grosse Familie auf-
genommen zu werden verdienen. Die Gattung Xantwsia hat einen
schlanken cylindrischen Körper, Schenkelporen, drei Kehlfalten, ver-
tikale Pupille, keine Augenlieder. Die einzige Art X. vigilis lebt
bei Fort Tejon in Californien.
Iguanina. Diese Familie ist durch Girard Proc. Phi-
ladelphia 1857. p. 197 mit folgenden Arten und Gattungen
bereichert worden:
60 Troschel: Bericht üb. d. Leist, in d, Herpetologie
Saccodeira nov. gen. mit einer neuen Art $. ornatissimd
von Peru.
Proctotretus splendidus (Pr. pectinatus Bell). von Patagonien.
Rhytidodeira nov. gen., gegründet auf Proctotretus Kingii
Bell, magellanicus Hombr. et Jacg., Bibroni Bell, Wiegmanni D. B.,
Tropidurus nigromaculatus und oxycephalus Wiegm.
Eulaemus nov. gen., umfassend Proctotretus tenuis D: B.,
Darwinii Bell, pietus D. B., Fitzingeri D. B., alfinis Gir, (Fitzingerii
Bell), signifer D. B. und Liolaemus maculatus Gray.
Ortholaemuws nov.gen., wohin Proclotretus maculatus D. B.,
Wiegmanni Bell (0. Fitzroii Gir.) und eine neue Art 0. Beaglii (Pro-
etotretus multimaculatus Bell.)
Amphibolurus maculiferus von Neu-Süd-Wales.
Oreodeira novy. gen. aus der Gruppe der Phrynocephali mit
einer neuen Art O. gracilipes von Neu-Süd-Wales.
Spencer J. Baird stellte Proc. Philadelphia 1858.
p- 253 folgende Gattungen und Arten in dieser Familie auf:
Euphryne nov. gen. mit einer neuen Art E. obesus aus Ca-
lifornien, der grössten und plumpesten Amerikanischen Iguane.
Crotophytus reticulatus aus Texas.
Uta symmetrica von Fort Yuma und Schottii von Sta Madelina
in Californien.
Uma, nov. gen. mit einer neuen Art U. nolata von Mohave Desert.
Holbrookia approximans vom unteren Rio grande.
Sceloporus floridanus von Pensacola, ornatus von Patos, Coa-
huila, Zongipes aus Californien, Couchii von Santa Caterina.
Anolis Cooperi aus Californien.
Geckones. In dieser Familie stellte Girard Proc. Philadelphia
1557. p. 197 an neuen Arten auf: Gehyra vorax von den Fidschi-In-
seln, Peropus neglectus von Rio de Janeiro, Dactyloperus insulensis
von den Sandwichinseln, Doryura vulpecula ebendaher, Hoplodactylus
Pomarii von Neuseeland und Heteronota pelagica von den Fidschi-
und Schiller-Inseln.
Baird machte ib. 1858. p. 254 zwei neue Arten dieser Familie
bekannt: Sphaeriodactylus notatus von Florida und Stenodactylus
variegalus vom Rio grande.
Ptychopleurae. Baird bezeichnete folgende Arten als neu
Proc. Philadelphia 1858. p.255: Gerrhonotus Webbii von San Diegö
von Californien, G. infernalis vom Devil's-River in Texas, @. oliva-
ceus von San Diego und Lepidosternon floridanum von Micanopy
in Florida.
Scinci. Von Girard sind Proc. Philadelphia 1857. p.195 fol-
gende neue Arten und Gattungen aufgestellt: 5
während des Jahres 1858. 61
y Cryptoblepharus eximius von den Feejee-Inseln.
Euprepis venustus von den Cap Verdischen Inseln.
Cyelodina nov. gen. mit einer neuen Art C. aenea von Neu-
Seeland.
Hombronia nov. gen. mit zwei neuen Arten H. undosa und
fasciolaris, beide von Neu-Seeland. e
Oligosoma nov. gen., auf Mocoa zelandica Gray und Scincus
noctua Less. gegründet.
Lipinia vulcania von Caldera auf Mindanao.
Lygosomella nov. gen. mit einer neuen Art L. aestuosa
von Neu-Seeland.
Em oa noy. gen. mit einer neuen Art E. nigrita von den Schil-
fer-Inseln.
Hallowell stellte ib. p.215 aus derselben Familie zwei neue
Arten aus Kansas aul: Plestiodon guttulatus und multivirgatum.
Baird bereicherte Proc. Philadelphia 1858. p. 256 diese Fa-
milie um folgende Arten:
Plestiodon leptogrammus aus dem Thale des Platte- River, P.
inornatus von Sandhügeln des Platte, P. tetragrammus vom unteren
Rio grande, P. egregius aus Florida, P. septentrionalis von Minnesota
und Nebraska.
Ophidia,
Unter dem Titel: „Plan d’une lconographie descriptive
des Ophidiens et description sommaire de nouvelles especes
de Serpents“ verkündigt Jan, Director des Stadimuseums in
Mailand, Revue et Mag. de zool. p. 438 und 514 die bevor-
stehende Herauseabe eines umfassenden Werkes über die
Schlangen. Wir dürfen um so mehr von diesem Unterneh-
men. erwarten, weil der Verf. seit einer Reihe von Jahren
sich dem Studium der Schlangen mit Vorliebe hingegeben
hat, und weil von zahlreichen Museen demselben überreiches
Material anvertraut ist. Es sind bereits vom Verf. 750 Spe-
eies auf 1308 Tafeln abgebildet, zu denen noch 98 andere
Tafeln mit Darstellungen von Schädeln kommen, Möchte
das Erscheinen des Werkes nicht mehr allzulange auf sich
warten lassen! — Vorläufig beabsichtigt Jan die Diagnosen
der neuen Arten, theils in der Revue de zoologie von Guc-
rin-Möneville, Iheils in unserem Archive zu veröffentlichen.
62 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
Er hat Revue p.515 mit den Giftschlangen den Anfang ge-
macht.
Daselbst werden 5 Gattungen behandelt, nämlich: 1) Microsoma
mit einer neuen Art M. Newwiedii von der Küste von Guinea. . 2) Po-
lemon mit einer neuen Art P. Barthii von Guinea. 3) Elaps mit 30
Arten, worunter neu E. multifasciatus von Centralamerika, Fitzingeri
von Mexiko, ornatissimus von Mexico, apiatus von Vera-Cruz, Du-
merilii von Columbien, Gravenhorstii von Brasilien, Hemprichii von
Columbien, elegans von Mexiko, Tschudii von Peru, affinis von Mexiko,
Riisei von St. Thomas, decoratus von Mexiko und Bibroni von Oslin-
dien. 4) Atractaspis mit 1 Art, 5) Dendroaspis mit 2 Arten.
Eine ausgedehnte Arbeit über eine Abtheilung der
Schlangen haben wir unserem Landsmanne Günther zu
verdanken, der eine Stellung am British Museum in London
eingenommen hat, und von dem wir hoffen dürfen, dass er
das reiche Material au kaltblütigen Wirbelthieren, welches
die genannte Anslalt besitzt, bald mit deutschem Fleisse zur
Bereicherung der Wissenschaft ausbeulen wird. In dem „Ca-
talogue of Colubrine snakes in Ihe colleetion of the british
Museum, London 1858“ hat Verl. 3100 Exemplare untersucht,
unter denen elwa 60 neue Arten enthalten, die auch in un-
serem Archive p.221 charakterisirt sind. Auf sie, wie auf
die neuen Gattungen können wir daher in diesem Berichte
kurz verweisen. In der Vorrede, spricht sich Verf. sehr
entschieden gegen die Eintheilung Dumeril’s nach dem Ge-
bisse aus, und glaubt den Schlegel’schen Eintheilungsprin-
eipien den Vorzug geben zu müssen. Bei dem ernsten Siu-
dium, welches neuerlich von mehreren ausgezeichneten Zoo-
logen der Ordnung “der Schlangen zugewendet wird, lässt
sich mit Gewissheit vorausselzen, dass sich bald die syste-
malischen Ansichten abklären werden. — In einem geo-
graphischen Index sind sechs Regionen unterschieden. —
Nach dem systematischen Index nimmt Verf. 15 Familien
an, die wir mit den zu ihnen gezählten Gattungen aufführen. _
Die letzteren beigefügte Zahl bezeichnet die Anzahl der Ar-
ten. Gattungen und Species sind charakterisirt, und mit der
Synonymie versehen.
A. Nattern, ohne vordere Furchen- oder Gift-
zähne. 1) Fam. Calamaridae mit 9 Calamaria Boie, 1 Conopsis
Ei
während des Jahres 1858. 63
Gthr., 1 Amblymetopon Gthr., 4 Rhinostoma Fitz, 1 Rhinosimus D. B.,
10 Rhabdosoma D. B., 1 Rhabdion D. B., 1 Brachyorrhos Kuhl , 1
Aspidura Wagl., 1 Haplocercus Gthr, 1 Elapoidis Boie, 3 Streptopho-
rus D. B., 1 Conocephalus D. B., 1 Carphophis D. B., 2 Homalocra-
nion D. B., 1 Arrhyton Gthr., 2 Ilomalosoma Wagl., 5 Oligodon Boie.
2) Fam. Coronellidae mit 6 Simotes D. B., 9 Ablabes D. B., 1
Trachischium Gthr. 1 Psammophylax Fitz., 2 Tachymenis Wiegm., 17
Coronella Laur., 6 Liophis Wagl., 2 Stenorhina D. B. 1 Erythrolam-
prus Boie, 1Hypsirhynchus Gthr. 3) Fam. Natricidae mit 1 Grayia
Gthr, (Verf, nimmt in unserem Archive p.230 diese Galtung zurück,
weil sie schon von Hallowell als Heleronotus beschrieben war), 2
Tomodon D. B., 8 Xenodon Boie, 25 Tropidonotus Kuhl, 2 Ischno-
gnathus D.B.. 5 Heterodon Beauv. 4) Fam. Colubridae mit 1 Rhi-
nechis Michah., 5 Pituophis Holbr., 11 Coluber L., 6. Elaphis Aldrov.,
1 Cynophis Gray, 7 Spilotes Wagl., 6.Zamenis Wagl.. 9 Coryphodon
D. B., 1 Meizodon Fischer. 5) Fam. Dryadidae mit 8 Herpeto-
dıyas Boie, 6 Cyelophis Gthr., 1 Dryocalamus Gthr. , 2 Gonyosoma
Wagl., 7 Philodryas Wagl., 14 Dromicus Bibr. 6) Fam. Psammov
phidae mit 5 Psammophis Boie, 1 Coelopeltis Wagl., 1 Enophrys
Gthr., 2 Psammodynastes Gihr. 7) Fam. Rachiodontidae mit 2
Dasypeltis Wagl. 8) Fam. Dendrophidae mit 1 Bucephalus Smith,
2 Hapsidrophis Fischer, 4 Chrysopelea Boie, 4 Dendrophis Boie, 6
Ahaetulla Gray. 9) Fam. Dryophidae mit. 7 Dryophis Brie, 1 Pas-
serita Gray, 2 Langaha Brug. 10) Fam, Dipsadidae mit 2 Tham-
nodynastes Wagl., 2 Leptodeira Fitz., 2 Eudipsas Fitz., 12 Dipsas
Schl., 3 Dipsadomorphus Fitz., 1 Rhinobothrium Wagl., Leptognathus
D. B., 1 Tropidodipsas Gthr., 1 Hemidipsas Gthr., 2 Dipsadoboa Gthr.,
1 Amblycephalus Kuhl, 2 Pareas Wagl. 11) Eam. Scytalidae mit
1 Hologerrhum Gthr., 1 Scytale Boie, 8 Oxyrhopus Wagl. 12) Fam,
Lyeodontidae mit ] Simocephalus Gray, 1 Lamprophis Fitz., 1
Alopecion D. B., 2 Lycophidion Fitz., 1 Metoporkina Gthr. , 4 Boo-
don D. B., 1 Holuropholes Dum. , 3 Lycodon Boie, 1 Telragonosoma
Gihr., 1 Leptorhytaon Gthr., 1 Odontomus D. B., 2 Ophites Wagl.,
1 Cercaspis Wagl., 1 Cyclocorus D. B. — B. Nattern, vorn
mit einem aufrechten Furchenzahn. 13) Fam. Elapidae
mit 2 Glyphodon Gthr., 5 Diemansia .Gray, 8 Hoplocephalus Cuv.,
1 Pseudechis Wagl., 1 Hamadryas Cant., 4 Bungarus Daud., 1 Pseu-
dohaje Gthr., 2 Naja Laur., J Cyrtophis Sundev., 1 Pseudonaja Gthr.,
3 Brachysoma Fitz., 12 Elaps Schneid., 1 Vermicella Gray n. gen. —
C. Nattern, vorn mit einem aufrechten Giftzahn. 14)
Fam. Dendraspididae mit2 Dendraspis Schl. 15) Fam. Atracta-
"apidae mit 2 Atractaspis. — Verf. behandelt also hier eine Summe
von 371 Arten.
Derselbe Verfasser hat sich in einem Aufsalze;
64 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
„On the geographical distribution of Reptiles“ Proc. zoo]. soc.
of London. July 1858 näher auf die geographische Verbrei-
tung der Schlangen eingelassen.
Er weist zunächst nach, dass die Schlangen im Allgemeinen
eine geringere Verbreitung haben, als die Batrachier, weil sie viel
mehr von den äusseren Einflüssen des Klima’s abhängig sind; dann
dass es weder cosmopolitische Species, noch eigentlich cosmopoliti-
sche Genera gebe. Annähernd cosmopolitisch seien nur die Gattun-
gen Tropidonotus und Coronella. — Die 6 Regionen, welche Scla-
ter für die Ornithologie aufgestellt hat (vergl. den diesjährigen Be-*
richt über die Vögel), passen dem Verf. auch für die Herpetologie:
1) Die Paläoarctische Region umfasst Afıika nördlich vom
Atlas, Europa, Kleinasien, Persien und Asien nördlich vom Himalaya,
das nördliche China, Japan und die Aleuten; etwa 14 Millionen Qua-
dratmeilen mit 40 Species. 2) Die Aethiopische Region,
Afrika südlich vom Atlas, Madagaskar, Bourbon, Socatora, Arabien
bis zum Persischen Meerbusen; etwa 12 Millionen Quadratmeilen mit
80 Species. 3) Die Indische Region, Asien südlich vom Hi-
malaya, Ostindien, Ceylon, Burmah, Malacca, Südchina, Philippinen,
Sundainseln ; etwa 4 Millionen Quadratmeilen mit 240 Species. 4)
Die Australische Region, Papua, Australien, Tasmanien und
die Pacifischen Inseln; etwa 3 Millionen Quadratmeilen mit 50 Spe-
cies. 5) Die Nearctische Region, Grönland und Nordamerika
bis in die Mitte von Mexiko; etwa 6'/%, Millionen Quadratmeilen mit
75 Species. « 6) Die Neotropische Region, Westindien,, Süd-
mexiko, Centralamerika und ganz Südamerika, Galapagos und Falk-
landinseln; etwa 5, Millionen Quadratmeilen mit 150 Species. Bei
jeder Region sind die charakteristischen Gattungen angegeben, so wie
diejenigen, welche in andere Regionen übergreifen. “
Nach einer vorläufigen Notiz von Berlin über die rudi-
menlären Becken- und Extremilätenknochen bei den Ophi-
diern, Archiv für die Holländischen Beiträge zur Natur- und
Heilkunde von Donders und Berlin I. p. 258. Utrecht 1857
sind bei den Weibchen von Python reliculatus und von Boa
Cenchris diese Knochen viel weniger entwickelt, als bei den
Männchen. Die Weibchen sind in den Sammlungen viel sel-
tener als die Männchen, so dass Verf. nur darin eine Be-
stäligung auch bei anderen Arten sehen konnte, dass die
Knochen bei allen Männchen stark entwickelt sind. Verf.
lässt es noch dahingestellt, ob diese Knochen mit der Ge-
schlechtsfunktion in Zusammenhang gebracht werden können.
während des Jahres 1858. 65
Bei Gelegenheit der Bestimmung einer fossilen Schlange,
untersuchte Referent! die Skelete einer Anzahl lebender
Schlangen und fand, dass bei allen ınit Rudimenten von Becken
und Hintergliedmassen versehenen Schlangen das Foramen
mentale in der vorderen Hälfte, bei allen denjenigen
Schlangen , die Beckenrudiment und Hintergliedmassen nicht
besitzen, in der hinteren Hälfte des Os dentale liegt.
Verhandl. des Vereins der preuss. Rheinlande und Westpha-
lens, 1858. p. CXXVI.
Opoterodonta. Typhlops tessellatum Tschudi sieht Girard als
den Typus einer neuen Galtung Sabrina an, die wie Catodon und
Stenostoma nur im Unterkiefer Zähne hat. Er giebt ihr folgende Dia-
gnose: Kopf deprimirt, eiförmig; Rostralschild erstreckt sich unter
die Schnauze; ein Nasal- und ein Frontonasalschild, zwischen ihnen
die Naslöcher; ein Präocular-, ein Frontal-, ein Postoculolabial-,
ein Parietal- und ein Postparietalschild. Proc. Philadelphia 1857. p. 181.
Peropoda. In der Familie Boidae stellte J. E. Gray Proc. zool.
soc. March. 1858; Annals nat. hist. II. p. 300 eine neue Gattung Ca-
labaria auf, die in die Abtheilung mit kurzem Schwanze, der nicht
Greifschwanz ist, und nicht abgesetztem Kople gehört, aber von den
Triben Cylindrophina, Carinina und Tortricina ganz verschieden und
daher eine eigene Tribus Calabariina bilden soll. Die Art €.
fusca lebt bei Alt-Calabar in Westafrika.
Calamarina. Rubdion occipitale Givard Proc. Philadelphia 1857.
p-181 von Neuholland.
Uropeltina. J. E. Gray gründete in dieser Familie eine neue
Gattung Mitylia Proc. zool. soc. January 26. 1858; Annals nat. hist. I.
p-440: Kopf vorn verschmälert, spitz; Rostralschild vorstehend, com-
primirt, spitz, oben und unten stumpf gekielt. Schwanz sehr kurz,
konisch,, rundlich, mit sehr engen rauhen Schuppen, deren jede mit
zwei Streifen von kleinen Raubigkeiten versehen ist, und mit einer
centralen, rauhen, oblongen Endplatte, die einen perpendiculären
stumpfen Kiel besitzt; die unteren Schwanzschilder in fünf Reihen,
die der Mittelreihe etwas grösser , sechsseitig; vor dem After zwei
Schilder, und vor diesen wieder eines zwischen ihren Basen. Die
neue Art M. Gerrardi von Ceylon.
Etwas später, Proc. April 1858; Annals II. p. 376 stellte Gray
einige neue Arten dieser Gattung auf und theilt hierbei die Familie
in drei Gruppen:
1, Schwanz eylindrisch, schief abgestutzt mit einer Nachen
oberen Scheibe (Gatt. Siloboura mit 2 Arten und Uropeltis mit 3 A.).
2. Schwanz eylindrisch , abgestutzt, am Ende mit einem einzigen
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. E
66 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetologie
hornigen convexen höckrigen Schilde , Nase spitz, (Gatt, Mytilia mit
4 Arten, worunter M. Templetonii, unimaculata und melanogaster neu,
alle von Ceylon. 3. Schwanz länglich, comprimirt, mit getrennten
dreigekielten Schuppen , anı Ende mit einem kleinen comprimirten
mülzenförmigen dornigen Schilde (Gatt. Plectrurus mit 1 Art).
Colubrina. Bei den Hindus steht Coluber corros in dem Ver-
dachte, die Milch aus dem Euter der Kühe zu melken. Lamare-
Piequot suchte die Pariser Akademie zu überzeugen, dass dies nach
der Organisation der Schlangen wohl möglich sei. Er führt an die
Lungen seien erweiterungsfähig, und das Gebiss sei vorn so schwach,
dass beim Ergreifen der Zitzen eine Verwundung wicht nolhwendig
erscheine. Freilich ist dadurch die 'hatsache noch nicht erwiesen.
Revue et Mag. de zool. p. 497.
Nach Becker's Beobachtungen rührte eine eingesperrte (o-
luber dione zwei ihr beigegebene Kröten,, Bufo variabilis, nicht an,
frass dagegen einige Tage später zwei Eidechsen. Ein Ohrigel ver-
zehrte später die Schlange. Bull. de Moscou XXX1.11. p.161 u. 162.
Girard stellte Proc. Philadelphia 1857. p- 182 in: der Nähe
von Rhinechis und Pituophis eine neue Gattung Callirhinus mit
einer patagonischen Art C. patagoniensis auf.
Eine andere in derselben Zeitschrift gegründete neue Galtung
giftloser Schlangen desselben Verfassers ist Cantoria, gegründet
auf Coronella violacea Cantor von Singapore.
Isodonta. Dendrophis prasinus Girard Proc. Philadelphia 1857.
p. 181 von Neuholland.
Nach Günther Annals nat. hist. I. p. 356 ist Hallowell's Za-
menis tricolor = Herpetodryas margariliferus Schleg. und: dessen
Elapoides fasciatus = Streptophorus Sebae Dum. Bibr.
Elapidae. Für Elaps flaviceps Cantor von Singapore gründete
Girard eine neue Gattung Doliophis. Proc. Philadelphia 1857.
p. 182. Günther nimmt diese Art in seinem Catalogue of Colubrine
snakes für synonym mit Elaps bivirgatus Boie.
Van Hasselt hat in Verslagen en Mededeelingen der konink-
Iyke Akademie van Wetenschappen II. p. 200. Amsterdam 1858 die
grösste Giftschlange beschrieben: „Aanteekening over en nadere be-
schrijving van een individu der grootste tot nu bekende Giftslangen
uit het geslacht der Naja’s.“ Das in Rede stehende Exemplar ist 11
rhein. Fuss lang. Die Bestimmung der Art hat dem Verf. Schwierig-
keiten gemacht; er hält sie für eine Varietät von Naja bungarus.
Viperina.. Leon Soubeiran hat die Struktur der Giftdrüse
bei den Vipern untersucht und der Pariser Akademie vorgelegt. Re-
vue et mag. de zool. p. 405.
Crotalina.. Fuhlrott hat, ohne die Angaben von Czermak (vgl.
WE VE
während des Jahres 1858. 67
den Bericht über das Jahr 1856. p. 73) zu kennen, den Bau des Klap-
perorganes der Klapperschlangen untersucht und beschrieben. Er
kommt im Wesentlichen zu denselben Resultaten wie Czermak. Jah-
resberichte des naturw. Vereins von Elberfeld und Barmen II. p. 65.
Batrachia.
; Wie schon oben bei den Schlangen p. 62 hervorgeho-
ben ist, hat Günther in seiner Arbeit über die geographi-
sche Verbreitung der Reptilien gezeigt, dass die Batrachier
im Allgemeinen weilere Verbreilungsbezirke haben, als die
Schlangen; es giebt jedoch weder cosmopolitische Arten noch
Gallungen unter den Fröschen. Die weileste Verbreitung
haben Rana esculenta, Bufo vulgaris und Hyla arborea; sie
gehören zugleich den weitest verbreiteten Gatlungen an. In
der Paläaretischen Region leben 15 ungeschwänzte und 30 ge-
schwänzte Batrachier, in der Aethiopischen 60 ungeschwänzte,
in der Indischen ebenfalls 60 ungeschwänzte, in der Austra-
lischen 30 ungeschwänzte, in der Nearclischen 20 unge-
schwänzte und 50 geschwänzte, in der Neolropischen 110
ungeschwänzte.
Ecaudata.
Günther hat einen „Catalogue of the Batrachia sa-
lientia in the colleetion of tne british Museum. London 1858«
herausgegeben. Die in demselben enthaltenen neuen Arten
sind in unserem Archiv p. 319 abgedruckt. Während Shaw
im Jahre 1802 nur 51 Arten ungeschwänzter Frösche kannte,
Tschudi 1838 schon 110, Dumeril und Bibron 1854 164 Ar-
ten kannte, sind in vorliegender Schrift 280 Arten verzeich-
net, charakterisirt und beschrieben. Das System, nach wel-
chem Verf. die Arten aufzählt, ist von ihm Proc. zool. soc.
1858. p. 339 auseinandergesetzt worden. 12 Tafeln mit Ab-
bildungen begleiten die Arbeit.
Verf. unterscheidet 25 Familien. Als obersten Charakter setzt
er die Zunge, die entweder fehlt (Aglossa), oder hinten frei ist
(Opisthoglossa), oder vorn frei ist (Proteroglossa). — Die
erste dieser Abtheilungen enthält die Familien Dactylethridae
(2 Dacwylethra), Pipidae (1 Pipa) und Myobatrachidae (1 Myo-
batrachus). — Die Opisthoglossa zerfallen in zweiiGruppen, je nach-
68 Troschel: Bericht üb.‘ d. Leist. in d. Herpetologie
dem die Zehen spitz (O. oxydactyla), oder scheibenförmig erweitert
(0. platydactyla) sind. Jene haben entweder Kieferzähne, wie die Fa-
milien Ranidae (2 Pseudis, 2 Oxyglossus, 5 Tomopterna , 26 Rana,
1 Calyptocephalus, 1 Pithecopsis, 1 Limnocharis , 1 Hylorbina,
1 Pyxicephalus, 4 Ceratophrys, 1 Heteroglossa, 1 Stenorhynchus),
Cystignathidae (14 Cystignathus, 3 Pleurodema, 4 Limnodynastes,
3 Leiuperus, 1 Arthroleptis), Discoglossidae (1 Chiroleptes, 1 Pe-
lodytes, 1 Discoglossus, 1 Leptobrachiun, 1] Megalophrys), Aster o-
phrydidae (1 Ceratophryne, 1 Asterophrys), Alytidae (1 Alytes,
1 Seaphiopus, 1 Heleioporus), Uperoliidae (Uperoleia), Bombi-
natoridae (2 Pelobates, 1 Bombinator, 1 Alcodes, 1 Telmatobius ;
oder entbehren der Kieferzähne, wie die Familien Phryniscidae
(6 Phryniscus), Brachycephalidae (2 Pseudophryne, 1 Brachyce-
phalus, 2 Hemisus), Rhinodermatidae (1Rhinoderma, 1 Atelopus,
1 Uperodon, 1 Diplopelma), Enyystomidae (4 Engystoma, 2 Bre-
viceps, 1 Chelydobatrachus), Bufonidae (1 Kalophrynus, 1 Schis-
maderma, 32 Rufo, 1 Otilophus). —- Bei den 0. platydactyla haben
wiederum die einen Kieferzähne, so die Familien Polypedatidae
(2 Acris, 6 Hylarana, 6 Ixalus, 10 Polypedates, 3 Rhacophorus, 2 Cor-
nufer, 1 Elosia, 1 Chiromantis, 17 Hyperolius, 1 Leptopelis), Hylo-
didae (1 Crossodactylus, 2 Phyllobates, 9 Hylodes, 2 Platymantis),
Hylidae (4 Litoria, 1 Pseudacris, 47 Hyla, 1 Noto!rema, 1 Opistho-
delphys, 4 Trachycephalus), Pelodryadidae (1 Pelodryas), Phyl-
lomedusidae (1 P’hyllomedusa), Micrhylidae (1 Micrhyla) ; an-
dere haben keine Kieferzähne , so die Familien Hylaedactyli-
dae (3 Kaloula), Brachymeridae (1 Brachymerus) , Hylaplesi-
dae (5 Hylaplesia). — Zu den Proteroglossa endlich gehört nur eine
Familie Rhinophrynidae (1 Rhinophrynus).
De linguae raninae texlura; disquisitiones microscopi-
cae. Diss. inaug. auct. C. Fixsen. Dorpali Livonorum
1857. Cum tab. }
Ueber zwei Fälle von Kröten-Regen, die von Jobart
und Dezautiere beobachtet wurden, vergl. Revue et mag.
de zool. p. 370. Beim letzteren sollen sogar einige Kröten
durch den Schornstein auf den Herd gefallen sein.
Zufolge der Beobachtungen Belke’s fangen die Frösche
(Rana esculenta) bei Kamienietz Podolski zwischen dem 17.
April und 2. Mai an zu quaken, und hören zwischen dem
27. Juni und 20. Juli wieder auf. Ebenda erhalten die männ-
lichen Tritonen (Tr. palustris) zwischen dem 4. und 27. April
ihren Rückenkamm, sie verlieren ihn zwischen dem 5. und
29. Mai. Bull. de Moscou ÄXAl. Il. p. 140.
während des Jahres 1858. 69
Ranac. Seine neue Galtung Triogonophrys charakterisirt Hal-
lowell Journ. acad. Philadelphia III. p.367 folgendermassen: Kopf
sehr gross, flach ; oberes Augenlied dreieckig; Zunge gross, rund-
lich, vorn und hinten eingekerbt, vorn angeheftet,, seitlich und in
der hintern Hälfte frei; Zähne im Oberkiefer gross, conisch, ge-
krümmt, scharfspitzig; zwei Gruppen Vomerzähne in einer Linie mit
den vorderen Rändern der Naslöcher, näher diesen als einander; hin-
tere Naslöcher gross, rundlich; eustachische Oeffnungen mässig; keine
| Stimmblasen; Trommelfell undeutlich; die vier Finger völlig frei, die
Zehen nur an der Basis mit Schwimmhäuten, das erste Os cuneiforme
bildet einen äussern Vorsprung mit vorstehendem Rande; Querfort-
sätze der Kreuzwirbel nicht erweitert. Die Art T. rugiceps ist auf
Taf. 36 mit einigen Details abgebildet. Gray macht Annals nat. hist,
I. p. 355 darauf aufmerksam, dass dieser Batrachier = Uperodon orna-
tum Bell Zoology of the Beagle p. 50. tab.20. fig.6 sei.
Caudata,
Salamandrina.. Wir haben v. Siebold die Entdeckung
eines Receptaculum seminis bei den weiblichen geschwänzten
Batrachiern zu verdanken. Es besteht bei Salamandra atra aus
zwei Gruppen wurstförmiger und verschieden gebogener und
gewundener Blindschläuche, die in der Kloakenwandung ein-
gebettel sind, etwa 30—40 in jeder Gruppe, und die mit
lebhaft beweglichen Spermatozoiden angefüllt sind. Aehn-
liche Organe wurden dann auch bei Salamandra maculosa, so
wie bei den drei einheimischen Tritonen, T. igneus, cristatus
und taeniatus beobachtet. Interessant ist ferner die Beob-
achtung, dass bei Salamandra atra eine Menge Eier in jeden
Uterus tritt, von denen sich jedoch immer jederseits bloss
_ ein Ei entwickelt, indem die übrigen dem einen Embryo als
Nahrung dienen, eine Erscheinung , die den Leser gewiss
sogleich an die Entwickelung von Buccinum und Purpura
erinnert, welche Koren und Danielssen als eine Agglomeration
der Dotter deuteten, die aber von Carpenter richtiger als
_ ein Verzehren des einen zur Entwiekelung gelangenden Em-
bryo erkannt wurde. Zeitchr. für wiss. Zoologie IX. p. 463
und Taf. 18.
- — Hallowell hat die geschwänzten Batrachier , welche
die Kiemen verlieren, in einer Art 1 a zusammenge-
70 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Herpetol ogie
stellt. Journ. of the Acad. of nat. sc. of Philadelphia‘Vol. II.
p. 337366.
Zunächst sind die Familien - Charaktere gegeben; dann folgen
die Gattungen mit ihren Arten. 1) Fam. Salamandıidae (Gatt. Sala-
mandra mit 3 Arten), 2) Fam. Seiranotidae (Gatt. Seiranota 1 A.),
3) Fam. Pleurodelidae (Gatt. Pleurodeles 1 A., Bradybates 1 A.), 4)
Fam. Plethodontidae (Gatt. Plethodon 4 A., Aneides 1 A.), 5) Fam.
Bolitoglossidae (Gatt, Spelerpes 5 A., Pseudotriton 2 A., Batrachoseps
2 A., Geotriton 1A.), 6) Fam. Ambystomidae (Gatt. Ambystoma 16 A.,
Onychodactylus 1 A.), 7) Fam. Tritonidae (Gatt. ie 2 A., Tıi-
tomegas 1 A., Taricha 1 A., Triton 8 A., Diemyctylus 2 2 A.), 8) Fam.
Ellipsoglossidae (Gatt. Ellipsoglossa 2 A.), 9) Fam. Hemidactylidae
(Gatt. Hemidactylium 1 A.). Verf. kennt demnach im Ganzen 55 Ar-
ten. — Diese Uebersicht zeigt, dass Verf. gegen seine frühere Anord-
nung (vergl. den Bericht vom Jahr 1856. p. 75) einige Aenderungen
vorgenommen hat.
Gray hat Annals nat. hist. I. p. 353 gegen die eben
erwähnte Abhandlung eine Kritik geübl. Er weist nament-
lich auf eine gewisse Uebereinstimmung zwischen den Hal-
lowell’schen Subfamilien und seinen eigenen Tribus hin, die
er 1850 veröffentlicht hatte.
In den Proc. zool. soc. March 1858, Annals nat. hist. ]
p- 292 schlägt J. E. Gray eine Eintheilung seiner Salaman-
dridae in 3 Familien vor, welche sich auf die Vergleichung
der Schädel gründet.
Diese Familien sind: 1) Fam. Seiranotidae (Gatt. Seiranola
mit 1Art). 2) Fam. Pleurodelidae mit drei Gruppen: a. Fronto-
Temporalbogen vollständig, seitliche Porenlinien deutlich, tief un-
ten zwischen der Axel und der Leiste (Gatt. Vleurodeles 1 A., Glos-
soliga 1 A., Notophthalma 2 A., Cynops 1A., Taricha 1A.); b. Fronto-
Temporalbogen vollständig, Seitenlinie undeutlich (Gatt. Calotriton
1 A., Euproctus 1 A., Lophinus 1 A., Ommatotriton 1 A.); c. Fronto-
Temporalbogen unvollständig , hinten ligamentös (Gattung Pyronica
2A., Hemitriton 1A.). 3. Fam. Salamandridae (Gatt. Salamandra
3 A., Triton 1 A.) — Die ersten beiden Familien unterscheiden sich
wesentlich dadurch, dass bei den Seiranotidae die Zunge in der hinteren
Hälfte frei ist, und die Hinterfüsse vier Zehen haben, während bei
den Pleurodelidae die Zunge ganz angewachsen ist und an den Hin-
terfüssen fünf Zehen vorhanden sind. Von beiden unterscheidet sich
die Fam. Salamandridae durch den Mangel eines Fronto-Temporalbo-
gens, durch die unvollkommen ossifieirten Rippen und Beinknochen,
so wie durch grosse Parotiden.
während des Jahres 1858. 71
Ambystoma maculatum von Neu-Mexiko, bicolor von Neu-Jersey
und fuseum von Indiana sind neue Arten von Hallo well Proc. Phi-
ladelphia 1857. p. 215.
Abini hat das Gift der Salamandra maculala unter-
sucht, und Versuche damit angestellt. Verh. zool.-bot. Ge-
sellsch. in Wien 1858. p. 247.
Harting hat die Blutkörperchen des Cryptobranchus
japonicus von Neuem gemessen , und den Längsdurchmesser
im Mittel auf !/,,., Mm., den Querdurchmesser auf !/,,., Mm.
bestimmt. Wenngleich die Länge der Blutkörperchen beim
Proteus überwiegend ist, so sind doch die von Cryptobran-
chus grösser, weil sie eine bedeutendere Breite haben. Die
von Proteus beiden eine Fläche von Yy,; Mm., die von Cry-
ptobranchus von '/g,, Mm. Eine Abbildung begleitet die Note.
Verslagen en Mededeelingen der koninklijke Akademie van
Wetenschapen, Afdeeling Natuurkunde, Deel VIl. p. 368.
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie
während des Jahres 1858.
Vom
Herausgeber.
Von grösseren Arbeiten, welche die ganze Klasse der
Fische umfassten, ist in diesem Berichte keine zu erwähnen.
Unter den Abhandlungen in anatomisch-physiologischer Rich-
tung sind mehrere dem electrischen Organe gewidmet. Fau-
nistische Schriften sind auf Europa, Asien und Amerika be-
züglich; Afrika und Australien gingen diesmal, so weit mir
die Literatur bekannt geworden ist, leer aus. Die Zahl der
neuen Gallungen und Arten ist nicht gering; die meisten sind
von Bleeker und Girard aufgestellt, von denen der er-
stere die Kenntniss der Fauna des Indischen Archipels, der
letztere die von Nordamerika zu fördern forlfuhren.
Ein Aufsatz von’ Hilgard: „On the structure of the
head in Vertebrata and its relations to the phyllotactic laws“
mag hier erwähnt werden , weil mehrfach auf Fischschädel
darin Rücksicht genommen ist. Eines Auszuges ist die Ab-
handlung nicht fähig. Proc. american soc. for the advance-
ment of science. 11. meet. held at Montreal. August 1857.
Cambridge 1858. p. 81.
Coste berichtete der Pariser Akademie von einer Vor-
richtung auf dem Quay von Concarneau,, welche darauf be-
rechnet ist, die verschiedenen Seethiere in ihrem Naturzu-
stande zu beobachten, eine Vorrichtung, die zahlreiche kleine
Behälter stets mit frischem Wasser versorgt, und von wel-
cher sich’hoffen lässt, dass sie Aufschlüsse über die Lebens-
weise und Entwickelungsgeschichte der Thiere gestatten
werde. Verf. hat vorläufig Bemerkungen über einige Fische,
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie u. s. w. 73
die dort in der Gefangenschaft beobachtet wurden, mitge-
theilt, namentlich über Gadus Mustela , Gobius niger , Cottus
scorpius, Rhombus maximus, Syngnathus Typhle und andere.
Comptes rendus Juli 1858. p. 45; Annals nat. hist. II. p. 197.
The Angler in the Lake District ; or piscatory colloquies
and fishing excursions in Westmoreland and Cumberland. By
John Davy. Ist mir nicht zu Gesichte gekommen.
Sundevall hat in Konglige Svenska Vetenskaps-Aka-
demiens Handlingar. Neue Folge 1. Band 1858. p. 1—24 eine
Abhandlung über die Entwickelung der Fische (Om Fiskyn-
gels utveckling) mit 5 Tafeln ’Abbildungen veröffentlicht. Er
beschreibt die Entwickelung von folgenden 10 Arten: Cottus
gobio, Cottus quadricornis, Perca fluviatilis, Esox lucius,
Cyprinus rutilus, Cyprinus idus , Clupea harengus, Corego-
nus oxyrlıynchus, Osmerus eperlanus und Lota vulgaris. Die
Abhandlung ist schwedisch geschrieben.
Dufosse sprach in der Pariser Academie Febr. 1858
über die Töne der Fische. Er theilt dieselben in zwei Ca-
tegorien: anormale und normale. Die letzteren lassen
sich in mehrere Gruppen bringen. Gewisse Stachelflosser
haben die Fähigkeit, willkührlich Töne hervorzubringen; er
glaubt nach seinen Versuchen, dass der Mechanismus der
Bildung dieser Töne auf ein Reiben der oberen Schlundkno-
chen gegen die unteren und benachbarte Rauhigkeiten be-
schränkt sei; dass dagegen die atmosphärische Luft und an-
dere in der Schwimmblase und im Darmkanale der Fische
enthaltenen Gase der Hervorbringung normaler Töne fremd
bleiben. Revue et mag. de zool. p. 84.
Jobert de Lamballe hat über die electrischen Ap-
parate der electrischen Fische Studien gemacht, und sie in
einem besonderen dem Kaiser Napoleon Ill. gewidmeten
Werke „Des appareils @lectriques des poissons &lectriques.«
Paris 1858 niedergelegt. Auf den I1 Tafeln des Atlas sind
die Fische mit ihren electrischen Organen und Nerven dar-
gestellt. \
Im ersten Kapitel wird von den elektrischen Fischen
im Allgemeinen gehandelt, im zweiten über die elektrischen
Apparate insbesondere, und dann zuerst über den Apparat
74 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
von’ Torpedo, im dritten Kapitel von dem Apparale' der Raja,
im’ vierten über Melapterurus, im fünften über Gymnotus, im
sechsten über die Functionen dieser Apparate und imsie-
benten über die Anwendung der thierischen Electricität-bei
Krankheiten.
Eckhard schrieb in seinen Beiträgen zur Anatomie
und Physiologie Heft I. Giessen 1858. p. 85: Ueber die
Endigungsweise der Nerven in den Schleimkanälen des Zit-
terrochen und p. 157: Beilrag zur Physiologie des electri-
schen Organs beim Zitterrochen.
Max Schullze: Zur Kenntniss der electrischen Or-
gane der Fische. Erste Abtheilung Malapterurus, Gymnotus
mit zwei Tafem. Abhandl. der naturforsch. Gesellsch. zu
Halle. Bd. IV. p. 297.
Ecker lieferte einen Nachtrag zu seinen Untersuchun-
gen über das electrische Organ der Mormyri, Berichte über
die Verhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Frei-
burg i. B. 1858 III. p. 482.
Er sagt daselbst, dass die Berichtigung Keferstein’s und Kupfer's
in Bezug auf die Lagerung der electrischen Platte bei Mormyrus oxy-
rhynchus sich bestätige, während bei M. dorsalis und anguilloides das
von ihm beschriebene Verhalten sich finde, dass nämlich die electri-
sche Platte auf der hintern Fläche der Bindegewebe-Platte sich finde.
M. longipinnis und cyprinoides verhalten sich wie M. oxyrhynchus.
Auch M. elongatus und labiatus hat nun Verf. untersucht. — Es stellt
sich heraus, dass bei allen untersuchten Arten die Nerven von der
hinteren Seite der electrischen Platte eintreten. ‚Diese Platte liegt a)
auf der vorderen Seite der Bindegewebeplatte und die Nerven treten.
zwischen beiden Platten sich ausbreitend von hinten an die Nerven-
membran (M. oxyrhynchus, longipinnis, ceyprinoides); oder b) die
electrische Platte liegt auf der vordern Seite, die Nerven treten aber
von der vordern freien Fläche an dieselbe heran, gehen durch die
Löcher derselben an die hintere Fläche und senken sich in diese
ein (NM. labiatus); oder c) die electrische Platte liegt auf der hinte-
ren Seite der Bindegewebeplatte, die Nerven zwischen beiden Plat-
ten sich ausbreitend, treten durch die Löcher der electrischen Platte
an die hintere Fläche derselben und senken sich in diese ein (M.
dorsalis, anguilloides und elongatus).
In Bezug auf die geographische Verbreitung sind die
folgenden Schriften zu erwähnen:
während des Jahres 1858. 75
W. Andrews bemerkt, dass in den Irischen Mee-
ren zwar auch einige Repräsentanten der nördlichen Meere
vorkommen , wie Collus groenlandieus, Sebastes norvegieus,
Morrhua minuta und Raniceps trifurcala , dass jedoch die
meisten Arten auch an der Südwestküste von England und
im Mittelmeer gefunden werden. — Auch Capros aper ist
Ventry Harbour gefangen. The nat. hist. review and Quar-
terly Journal of science V. p. 188.
Rosenhauer schrieb in den Wissensch. Mittheil. der
phys.-med. Socielät zu Erlangen 1858. p. 164 über die in
der Umgegend von Erlangen vorkommenden Fische. Es sind
34 Arten, von denen 30 zur Ordnung der Knochenfische und
4 zu der der Rundinäuler gehören. Sie sind in 9 Familien
und 26 Gattungen vertheilt.
Jaeger hat in „Naturhistorische Abhandlungen aus
dem Gebiele der Welterau, eine Festgabe der Welterauer
Gesellschaft für die gesammte Naturkunde in Hanau ‚bei
ihrer 50jährigen Jubelfeier am 11. August 1858.* Hanau 1858.
8. p. 231—242 die Fische der Wetterau verzeichnet. Es
werden 41 Arten aufgeführt, wobei freilich der Spiegelkar-
pfen, der Goldfisch und der Querder noch als eigene Arten
gerechnet werden.
Schnur hat bisher im Regierungs-Bezirk Trier 38 Ar-
ten Fische gefunden. Jahrerbericht der Gesellschaft für nütz-
liche Forschungen zu Trier 1858. p. 70.
Es sind: 1 Perca, 1 Acerina, 1 Cottus, I Gasterosteus, 2 Cypri-
nus, 1 Rhodens, 1 Tinca, 1 Phoxinus, Chondrostomus, 4 Leweiscus,
2 Aspius, 2 Abramis, 1 Bliceopsis, 1 Barbus, 1 Gobio, 1 Cobitis,
1 Acanthopsis. 1 Esox, 3 Salmo, 1 Uhymallus, 2 Alausa, 1 Lota,
1 Platessa (Pl. flesus soll im Frühjahre zuweilen die Mosel besuchen),
] Muraena, 1 Acipenser, 3 Petromyzon, 1 Ammocoetes (bekanntlich
Larvenzustand von Petromyzon).
In der kurzen Einleitung zu dem Kalaloge der Fische
des Cycladen-Meeres in Erhard’s Fauna der Ceyladen p. 84
weist Verf. auf gewisse Verhältnisse hin , die auf ‚die Ver-
breitung der Fische Einfluss haben. So haben manche Grup-
pen eine regelmässige Zugzeit, wie die Clupeoiden und Scom-
beroiden; andere verirren sich zuweilen etwa aus grossen
Tiefen, und sind dann seltnere Erscheinungen. Als charak-
76 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
teristische Familien des Cycladen-Meeres werden die Percoi-
den, Cataphracten, Sparoiden, Mugilinen, Labroiden und
Apoden. bezeichnet. : Im Brakwasser lebt Mugil auratus; im
süssen Wasser auf allen Inseln findet man Aale. Eine über-
mässige Vervielfältigung der Arten bei den Autoren schreibt
Verf, dem Umstande zu, dass mancher junge Fisch als eigene
Art. beschrieben worden sei» — Der Katalog enthält 178
Arten, deren systemalischem Namen meist der griechische
Name, mit welchem die Fischer die Fische bezeichnen, hin-
zugefügt ist.
Sie vertheilen sich folgendermassen nach Familien: 19 Per-
coiden, 2 Mullviden, 10 Cataphracten, 21 Sparoiden, 7 Maeniden,
17 Scomberoiden, 2 Taenioiden, 2 Atherinoiden, 5 Mugiloiden, 7 Go-
bioiden, 4 Blennioiden, 56 Labroiden, 2 Scomberesoces, 2 Saurus,
2 Clupeoiden, 3 Gadoiden, 5 Apodes, 3 Ophidinen, 2 Lophobranchier,
2 Lepadogaster, 6 Pleuronecten, 1 Chimaere, 9 Squali, 8 Rochen.
Von des um die Ichthyologie des Indischen Archipels
so hochverdienten Bleeker Arbeiten haben wir in diesem
Berichte die folgenden zu erwähnen:
A. Mir durch die Güte des Verfassers zugekommene
Abhandlungen in 8. aus Natuurkundig Tijdschrift Ned. Indie.
1. Over eenige Vischsoorten gevangen by Prigi van
Java’s Zuidkust.
Enthält ein Verzeichniss von 82 Arten, wodurch die Zahl der
dem Verf. von genanntem Orte bekannten Arten auf 89 gebracht ist.
2. Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van den Go-
ram-Archipel.
Durch einen Herrn van Helsdingen erhielt Verf. 167 Arten Fi-
sche von den Goram - Inseln; unter ihnen waren 6 neue, und zwei
geben sogar Veranlassung zur Aufstellung der neuen Gattungen Eleo-
triodes und Pseudoplesiops. S. unten.
3. Vierde Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van
Biliton.
Verf. erhielt 83 Arten von Biliton durch Herrn Hendriks, so
dass er nunmehr 137 Arten von dort kennt. Die darunter befindli-
chen 8 neuen Arten sind unten genannt,
4. Visschen van Java’s zuidkust.
Eine neue Sendung von Prigi enthielt 2% Arten, worunter ein
neuer Aal.
während des Jahres 1858. 77
5. Vijfde Bijdrage tot de kennis der ichthyologische
Fauna van de Kokos-eilanden.
Zwei neue Zusendungen der Herren Anderson und Ross ent-
hielten 16 Arten und brachten die Gesammtzahl der von dort bekann-
ten Arten auf 104; darunter 4 neue Arten.
6. Derde Bijdrage tot de kennis der ichthyologische
Fauna van hat eilond Bali.
112 Arten wurden dem Verf. durch Herrn Bloemen Waanders
übermacht, so dass ihm nunmehr 185 Arten bekannt und hier ver-
zeichnet sind. Darunter befinden sich 6 neue Arten.
7. Vierde Bijdrage tol de kennis der ichthyologische
Fauna van Timor; Visschen van Atapoepoe.
Dureh Herrn Brummer erhielt Verf. 39 Arten von Timor, mit
Hülfe derer er nun 161 Arten von dieser Insel verzeichnen konnte.
Darunter ein neuer Aal.
8. Index deseriplionum specierum piscium Bleekeria-
narum in voluminibus L ad XIV Diarii societalis scienliarum
Indo-batavae. Enthält 1238 Arten.
9. Enumeralio specierum piscium Javanensium hucus-
que cognitarum. Enthält 1038 Arten, die 269 Gattungen an-
gehören, von dencn Bleeker selbst 52 gegründet hat. Ueber
700 Arten hat Verf. als der Javanischen Fauna angehörig,
und 400 unter denselben als neu bekannt gemacht. Als die
wahrscheinliche Ziffer der Javanischen Fische, giebt Verf.
2000 an.
B. Mir zugekommene Abhandlungen in 4., aus den
Acta socielalis scientiarum Indo-Neerlandicae 1857—1858.
1. Elfde Bijdrage tot de kennis der ichthyologische
Fauna van Borneo; Visschen van Sinkawang. Vol. Ill. p. 1—4.
Mai 1857.
Bisher war dieser an der Westküste von Borneo gelegene Ort
in ichthyologischer Beziehung noch unbekannt. Verf. erhielt von dort
85 Arten, unter denen 18 eine Vermehrung der Fauna von Borneo
bilden, die ganze Anzahl steigt dadurch auf 276. Neue Arten belin-
den sich nicht darunter.
2. Eifde Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van
Celebes; Visschen van Makassar. Vol. III. p. 1—2. Juny 1857.
Durch 56 neue eingesandte Arten stieg die Gesammtsumme der
von Celebes bekannten Arten auf 704.
78 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
3. ‚Tiende Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van
Amboina. Vol. III. p. 1—6. Novemb. 1857.
Enthält zwei Arten, von denen eine Julis neu.
4. Zevende Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van
Sumatra; Visschen van Palembang. Vol. V. p. 1—12. De-
cenb. 1857.
Eine Sendung von 82 Arten brachte auch sechs neue Arten,
von denen zwei hier beschrieben sind, vier andere in dem unten zu
erwähnenden ersten Bande des Prodromus lchthyologiae Archipelagi
Indiei. Aus dem Stromgebicte des Mussi , dem ausgedehntesten auf
Sumatra, sind nun 167 Arten bekannt.
5. Twaalfde Bijdrage tot de kennis der Vischfauna
van Borneo; Visschen van Sinkawang. Vol. V. p. 1—10.
Oct. 1857, Maart 1858.
Von derselben Oertlichkeit und von demselben Einsender, Herrn
Sonnemann Rebentisch , erhielt Verf. in zwei Sendungen wiederum
61 Arten, durch Ilerım Filet aus der Umgegend von Montrado 10 Arten,
wodurch die Zahl der bekannten Fische von Borneo auf 298 erhöht
wurde. Vier neue Arten sind beschrieben worden ; in Beziehung auf
die neuen Welse wird wiederum auf den ersten Theil des unten zu
besprechenden Prodromus verwiesen.
6. Twaalfde Bijdrage tot de kennis der Vischfauna van
Celebes; Visschen van Manado. Vol. V. p. 1—4. Juny 1858.
Durch Herrn Jansen erhielt Verf. 15 Süsswasserfische aus dem
Distriet Klabat-diatas, 52 Seelische von Tombariri und 28 Seefische
von Manado. Von den 718 Arten, die Verf. gegenwärtig von Celebes
kennt, konımen 385 auf Makassar, 31 auf Bonthain, 80 auf Bulu-
komba, 6 auf’ Maros,, 10 auf Amurang, 388 auf Manado, 8 auf Sa-
wangan, 3 auf Tondano, 15 auf Klabat-diatas, 29 auf Kema, 52 auf
Tombariri und. 59 auf Tanawanko. Ein neuer Sphagebranchus ist
beschrieben.
7. Vijfde Bijdrage tot de kennis der ichthyologische
Fauna van Japan. Vol. V. July 1858.
Von den 31 Arten, welche dem Verf. zugingen, sind 7 neu für
die Kenntniss der Fauna von Japan, 4 neu für die Wissenschaft. Im
Ganzen sind dadurch 450 Arten von Japan bekannt. Die neuen Ar-
ten sind auf 3 Tafeln abgebildet. R
Nachdem Bleeker länger als zwölf Jahre sich mit be-
wunderungswürdiger Ausdauer dem Studium der Fische des
indischen Oceans hingegeben, hat er den Beschluss gefasst,
in einem grossen Werke mit Abbildungen alle seine Beob-
während des Jahres 1858. 19
achlungen zusammenzutragen, und so dieselben den Ichthyo-
logen. zugänglicher zu machen, als es aus den zahlrei-
chen einzelnen Abhandlungen, 210 an der Zahl, gegenwärtig
möglich ist. Die Verhältnisse nöthigen aber den Verfasser
hiermit bis zu seiner Rückkehr nach Europa zu warten. Er
hat jedoch bereils begonnen einen „Prodromus Archipelagi
indiei* zu bearbeiten und herauszugeben, indem davon der
erste Band, ausschliesslich der Welsfamilie gewidmet, er-
schienen ist. Er beabsichligt Monographieen einzelner Fa-
milien herauszugeben, ohne dabei eine systematische Folge
festzuhalten. Ueber hundert Personen sagt Verfasser sei-
nen Dank für die Mitwirkung, welche sie durch Beschaffung
des Malerials an seinen Untersuchungen genommen haben.
Wir wünschen von ganzem Herzen, im Interesse der Wis-
senschaft, dem Verf. das vollständige Gelingen seines Unter-
nehmens, so dass er auch in der Freude an dem vollende-
ten Werke den Lohn für seine grosse Anstrengungen ‚und
für seine seltene Ausdauer finden möge. Da der vorliegende
Band nur die Familie der Welse behandelt, so werden wir
auf den Inhalt bei dieser Familie wieder zurückkommen.
Girard hal Boston Journal of nal. hist. VI. p. 533 ein
Verzeichniss der Fische, welche von Samuels in Californien
gesammelt wurden, ausgearbeitet. Alle Arten sind schon
früher, meist vom Verf. in den Proc. Philad. aufgestellt, wes-
halb eigentlich neue Arten nicht darunter sind.
Abgebildet und ausführlicher beschrieben sind : Oligocottus ma-
eulosus pl. 24. fig. 7; Artedius notospilotus pl. 24. fie. 5. 6; Atheri-
nopsis californiensis pl. 24. fig. 1—4; Gobius Newberrii pl. 25.
fig.5—8; Pleuronichthys guttulatus pl. 25. fig. 1--4; Rhinoptera ve-
spertilio pl. 26. fig. 1—3.
Nach Morris kommen Exocetus acutus, Pristipoma rodo und
Ephippus faber, die bisher nur aus dem atlantischen Ocean bekannt
wären, auch im stillen Ocean an der Küste von Pauama vor. Proc.
Philadelphia 1857. p. 178.
In de Verteuil's „Trinidad , its geography, natural
resources el. London 1855 ist p. 447 ein Verzeichniss der
der Insel Trinidad angehörigen Fische, von Dr, Leotand
bearbeitet, enthalten. Dasselbe ist offenbar sehr unvollstän-
dig; auch sind nicht einmal die Species, ‘sondern nur die
80 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Gattungsnamen namhaft gemacht, weshalb der Arbeit kein
hoher wissenschaftlicher Werth beigelegt werden kann.
Unter den Süsswasserfischen sind alle geniessbar, mit Ausnahme
der Poecilien und der kleinen Callichthys. Die Eıythrinus werden
als die grössten Süsswasserfische bezeichnet, aber der Cascaraduras,
ein grösserer Callichthys mit orangefarbigem Fleische, wird als sehr
schmackhaft gerühmt. — Von Seefischen sind die Haifische (Carcha-
rias) oft so häufig, dass die Bevölkerung aufgeboten wird, sie zu
tödten, besonders wenn sie sich um einen todten Wallfisch sanımeln.
Mehrere Fische werden als giftig bezeichnet, namentlich wird ein
Fall von Verwundung durch eine Scorpaena ınd Vergiftungen durch
den Genuss von einem Tetraodon an Katzen, Enten, Schweinen und
Kindern erzählt, während ein Rabe diese Nahrung verweigerte. Die
Belonen solien oft mit solcher Heftigkeit aus dem Wasser schiessen,
dass sie Menschen in Kähnen tief mit ihrem spitzen Schnabel ver-
wunden.
Eine bei weitem werthvollere Mittheilung über die Süss-
wasserfische der Insel Trinidad hat Gill geliefert: Synopsis
of the fresh water fishes of Ihe western portion of the island
of Trinidad. Annals Lyceum New-York VI. p. 363—430.
Diese Abhandlung zeigt, wie viel Neues und Interessantes noch
auf den Inseln Westindiens zu finden ist. Möchte sie doch eine Auf-
forderung. für die Naturforscher sein, jene Inseln, die doch so leicht
zugänglich sind, gründlicher zu erforschen. Die beschriebenen Fische
gehören folgenden Familien an: 1 Sciaenoid, 1 Gobioid, 3 Chromi-
den, 7 Siluroiden, 11 Characinen. Die neuen Gattungen und Arten
sind unten bezeichnet.
Teleostei.
Acanthopteri.
Percacei. Girard charakterisirte folgende 11 neue Arten dieser
Familie Proc. Philadelphia 1857. p.200, aus dem Westen Nordameri-
kas: Pomozis nitidus aus dem Houston-River, Calliurus melanops aus
den süssen Gewässern von Texas , €. diaphanus aus dem Rio blanco
in Texas, C. formosus aus den süssen Gewässern von Arkansas, C.
microps aus dem Rio-Brazos in Texas, C. murinus aus Texas, Bryt-
tus albulus aus dem Rio blanco in Texas, B. signifer aus dem Rio-
Medina in Texas, B. humilis aus Arkansas, Pomotis luna von Fort
Snelling, Minnesota, Lucioperca borea von Fort Sarpi, Nebraska.
Auf Lobotes emarginatus Baird et Gir. gründete Girard ib.
1858 eine neue Gattung Neomaenis, von der Verf. keinerlei Angabe
während des Jahres 1858. 81
über die Verwandtschaft macht. Da sie Hechelzähne auf Vomer und
Gaumen besitzt, und einen fein gesägten Vordeckel, so lässt sich ver-
muthen, dass sie der Barschfamilie angehören werde. Uebrigens hat
sie nur eine Rückenflosse und drei Dornen in der Afterflosse,
Polynemus octonemus Girard ib. aus Texas.
Von Bleeker sind folgende neue Arten dieser Familie zu er-
wähnen: Cirrhitichthys oxyrhynchos Goram ].c., Serranus Waandersii
Bali 3. 1. c., Polynemus macrophthalmus Sumatra 7. 1. c.
Bleeker hat die 5Sillago-Arten seiner Sammlung schematisch
charakterisirt und ausführlich beschrieben, darunter ist S. macrolepis
neu. Bali 3. 1. ce.
Pseudochromides. Bleeker gründete Goram ]. c. eine neue
Gattung Pseudoplesiops, die weder in der Rückenflosse, noch
in den Bauchflossen Stachelstrahlen besitzt, und Cycloidschuppen hat.
Ihre Charaktere sind: Pinna dorsali unica radiis simplieibus omnibus
flexilibus; squamae cycloideae; dentes maxillis et vomerini plurise-
riali; dentes palatini nulli; praeoperculum et os suborbitale edentula;
Pinnae ventrales jugulares radiis 2 anticis cartilagineis valde produ-
etis; membrana branchiostega radiis 6; ossa pharyngealia inferiora
duplicia contigua; pseudobranchiae pectiniformes. Die neue Art heisst
Ps. typus. — (Wegen der getrennten Schlundknochen konnten die
Pseudochromiden nicht den Pharyngognathen beigesellt werden; J.
Müller hat immer dagegen gewehrt, weil er den Charakter der ver-
einigten Schlundknochen für seine Pharyngognathen aufrecht erhielt.
Die Gatt. Pseudoplesiops, wenn sie wirklich in diese Familie gehört,
möchte eine Vermittelung bieten. Wegen der mangelnden Stachel-
strahlen würde sie eine sehr anomale Form sein. Ref.)
Cataphracti. Kaup hat in diesem Archiv p.329 seine Ansich-
ten über die Familie der Trigliden auseinandergesetzt. Nachdem er
sie gereinigt, theilt er sie in 5 Subfamilien, und jede derselben wie-
der in 5 Gattungen, unter denen die Kaup’schen Namen Polemius,
Cocotropus, Trichopleura, Hoplocottus als neu auftreten.
Girard gründete Proc. Philadelphia 1857. p. 201 in der Fa-
milie der Cataphracten zwei neue Gattungen. Die eine, Chiropsis
enthält die früher von ihn als Chirus pictus, guttatus und constella-
tus beschriebenen Arten. Der Körper ist spindelförmig, der Kopf
wohl entwickelt; schlanke Hundszähne in beiden Kiefern, sammetar-
tige Zähne vorn auf dem Vomer und längs der Gaumenbeine; Deckel
und Vordeckel ohne Dornen oder Zähne; Wangen, Kiemendeckel und
Kopf mit kleinen Schuppen bedeckt; ein verzweigter häutiger Lappen
über dem Auge; Kiemenöffnungen unter der Kehle vereinigt; 6 Kie-
menhautstrahlen; zwei Rückenflossen; Bauchflossen hinter den Brust-
Nossen ; Schwanzflosse abgerundet; Schuppen fein gekämmt, mehrere
Seitenlinien.
Archiv f. Naturg. Jalırg. XXV. Bd. 2. F
823 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Die andere Zaniolepis hat einen dornlosen Kopf, 'stachligen
Vordeckel ; hechelförmige Zähne anı Zwischenkiefer, Kiefern, "Vomer
und Gaumen; Kiemenöllnungen vereinigt, Kiemenhaut mit 6 Strahlen;
Rückenflossen vereinigl, die’ vorderen grösser als die hintern,' Schwanz-
flosse mondförmig, Bauchflossen hinter den Brustflossen ; kammförmige
Hautfortsätze. Eine neue Art Z. latipinnis von Fort Steilaeoom, Pu-
get Sound. Sie
Ausserdem stellte derselbe ib. drei neue Arten auf: 'Oligocottus
analis und globiceps von Californien und Blepsias Pe e vom
Fort Steilacoom.
Aploactis pusillus ist eine neueArt von Bleeker u und
auf Taf. I. Fig.2 abgebildet.
Sciaenoidei. Girard stellte Proc. Philadelphia 1858. p. 167
zwei neue Arten und eine neue Galtung auf, wenigstens 'vermuthe
ich, dass die letztere in diese Familie gehören wird: Amblodon ne-
glectus aus der Provinz Tamaulipas in Mexiko, Umbrina 'phalaena ats
Texas und Orthopristis dupler aus Texas. Diese neue Gättung hab
einen kleinen Mund, mit kleinen conischen Zähnen in den Kiefern»
einen fein gezähnten Vordeckel , eine Rückenflosse, drei ARE in
der Afterflosse, von denen der dritte der grösste.
Eine neue Art Polycentrus Micolor beschrieb Gill von Trini-
dad 1. c., indem er die Galtung als eine besondere Subfamilie der
Seiaenoiden ansieht. Die Art ist weisslichbraun mit dünkelbraunen
Längslinien; die senkrechten Flossen sind am Grunde Purpubtuebig,
übrigens bräunlichweiss mit schwarzen Flecken, Brustllossen weiss.
Johnius microlepis Bleeker Sumatra 7. ]. .
Sparoidei. Dentez balinensis Bleeker Bi 3. ]. Kar
Nach Kaup’s Auffassung (vergl. dies Archiv p- 343) würde
die Unterfamilie Mullinae aus den Gattungen Nullus, | Pomatomus,
Mugil; Cheilodiplerus und Apogon zusammenzusetzen sein.
Squamipennes. _Holacanthus pseudannularis ist eine nene An
Bleeker’s von Batavia, welche er im Novenber. 1857 aufgestellt hat.
Nat. Tijdschr. Ned. Indie, y j
Labyrinthiei., Canestrimi erklärt die Familie der Labyrinth-
fische für eine unnatürliche, und sucht nachzuweisen , dass die Gät-
tung Ophicephalus vielmehr, in, die Familie der Gobioiden, und ‚na-
mentlich ‚in. die Nähe von Eleotris, gehöre., Verh, zool.-bot. Gesellsch.
in, Wien, 1858.,,p. 437. „Verf. beruft sich namentlich ‚auf ‚das Vorhan-
densein, ‚vom ‚einlachen . gegliedenten ‚Strahlen in ‚den, Dorsale, und
weigert dev Gattung Ophicephalus,den Eintitl in die Blenuioiden we-
gen. der jentwickelten, Bauchflossen ,, in, die; Taenioiden ‚wegen, ‚des
nicht. bandförmigen, ‚Köipers., Der ‚kleine, Anfsatzn zeig), dass ‚Verf.
bemüht ist, in die immer noch sehr unbefriedigende Classifieation, der
1 .VXZı 1136 ı vilorA
een,
während des Jahres 1858. 83
Stacheltlosser Licht zu bringen. Vielleicht gelingt es auf dem von
ihm betretenen Wege, die Familien besser zu begründen.
Mugiloidei. Mugil Berlandieri Girard Proc. Philadelphia 1858.
p- 167 aus Texas.
Scomberoidei. Girard stellte in dieser Familie Proc. Phila-
delphia eine neue Art Chorinemus lanceolatus von der St." Joseph’s-
Insel in Texas auf, und gründete folgende drei Galtungen:
Chloroscombrus. Längliche schmale Flecken von Sammet-
Zähnen an den Kiefern, Vomer und Gaumen; Mund etwas vorstreck-
bar; Körper kurz und hoch, schuppig; zwei Stacheln in der After-
Nosse; Bauchflossen sehr klein; ein kleiner liegender Dorn vor der
ersten Rückenflosse. Dahin Seriola cosmopolita ©. V. und eine neue
Art Ch. caribaeus von der St. Joseph’s-Insel.
Doliodon. Kopf klein, Schnauze stumpf gerundet, Sammet-
zähne an Kiefern und Vomer; Seitenlinie bewaffnet; Dorsal- und
Analdoınen durch eine Membran vereinigt. Dahin Lichia carolina
Dekay und Zeus spinosus.
Carangus. So nennt Verf. die Caranx - Arten mit Sammet-
zähnen an Oberkiefer, Vomer und Gaumen, deren Unterkiefer nur
eine Reihe Zähne hat. Er zählt dahin Caranx carangus unter dem
Namen €. esculentus Gir., Caranx chrysos, fallax, pisquetus, bartho-
lomaei ©. V., defensor Dekay, €. falcatus und Richardi Holbr. Diese
Gattung wird also der Bleeker'schen Caranx s. str. identisch oder
doch sehr nahe verwandt sein.
Teuthyes. Acanthurus goramensis Bleeker Goram |]. c.
Taenioidei. In der Sammlung des Pariser Museums fand Kaup
zwei Exemplare von Bandfischen, die walrscheinlich aus der Südsee
‘slanmen, und die er als neue Gattung Nemophis in Proc. zool. soc.
March 1858, Annals nat. hist. 11.'p.'302 charakterisirte: Keine Bauch-
flossen; Mund. klein; Ober- und Unterkiefer mit kleinen Schneide-
zähnen; oben kleine Eckzähne, unten längere, die bei geschlossenem
Munde in einem Kanale: um das Auge liegen; Augemigvoss; die Kie-
‚menspalte ist eine, kleine runde, sehr hoch liegende Oellnung ; die
Rückentlosse beginnt nahe den Augen und ist mit Schwanz und Al-
‚terllosse vereinigt; die Brustllossen sind entwickelt; After am Ende
des ersten Achtel der Länge. Die Art heisst N. Lessoni.
Gobioidei. Von Bleeker wurden als neue Artenvanfgestellt::
Gobius nolacanthus Goram 1. c., Callionymus goramensissib. und Cal-
Jionyimus Huguenii, Japan 5 von Nagasaki ‚abgebildet Taf. 2. Fig. 1.
1n Diejenigen Gobius , ‚welche ‚einen langsiveckigen schuppigen
Körper, eine Afterllosse von der Länge der zweiten Rückenflosse und
“eine spitze Schwanzilosse haben’; nennt Girand: Proc. Philadelphia
84 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
1858. p. 168 Gobionellus. Dahin Gobius lanceolatus, "bacalaus.
smaragdus, brasiliensis und eine neue Art @. hastalus von Texas.
Derselbe beschreibt ib. als neu: Gobius lyrieus, Wurdemanni,
calulus und gulosus, sänmtlich von Texas.
Die schuppenlosen Gobius nennt derselbe ib. Gobiosoma.
Dahin Gobius alepidotus, viridi-pallidus und Boscii, so wie eine neue
Art G@. molestum von Texas.
Auf einen neuen Gobius von Trinidad gründet Gill]. e. eine
neue Gattung Ctenogobius, die sich besonders durch die kamm-
förmigen Schuppen, die genäherten Augen und die schlanken und
zerstreuten Schlundzähne unterscheiden soll. Verf. vermuthet, dass
zu dieser oder einer nahe verwandten Gattung auch G. flavimanus und
einige andere chinesische und japanesische Arten gehören mögen.
Der Kopf ist angeschwollen, die Augen fast horizontal und sehr nahe
an einander; Kopf, Scheitel und Nacken ohne Schuppen, Mund bis hin-
ter den vorderen Augenrand gespalten; die Vorderreihe der grossen
Zwischenkieferzähne erstreckt sich auf den grössten Theil der Kie-
ferlänge, die Unterkieferreihe nur vorn, der letzte jederseits grösser
und mehr gekrümmt. Die neue Art heisst Ct. fasciatus.
Eleotris somnulentus Girard Proc. Philadelphia 1858. p. 169 von
der Mündung des Rio-Grande del Norte.
Von Eleotris sonderte Bleeker Goram ]. c. einige Arten als
besondere Gattung Eleotriodes ab. Er charakterisirt diese Gat-
tung so: Pinnae dorsales 2; dentes maxillis uni- ad pluriseriati,
maxilla inferiore uni- ad biseriati; palatum edentulun; praeopercu-
lum radiique branchiostegi anacanthi; nares non tubulatae ; membrana
branchiostega radiis 5. Dahin Eleotris strigata C. V,, muralis Q. G.,
sexgultata C. V. und eine neue Art E. Helsdingenü.
A. Dumeril ist mit einer Abhandlung. über die Echeneiden
beschäftigt, von denen er 46 Arten unterscheidet. Die Abhandlung
wird abzuwarten sein. -Comptes rendus Tome 47. p. 374; Revue et
mag. de zool. p. 378.
Blennioidei. Neue Arten vonBleeker sind: Petroskirtes kal-
losoma, Salarias tetradaciylus, decussatus, bilitonensis, Hendriksü,
Tripterygion trigloides, sämmtlich Biliton 4. 1. ec.
Blennius multiflis Girard Proceed. Philadelphia 1858. p. 169
von Texas.
Pediculati. Antennarius tuberosus Bleeker Kokoseilanden. 1. ce.
Fistulares. Siphonognathus ist der Name einer neuen Gal-
tung in der Fistularienfamilie, welcheRichardson Proc. zool. soc.
Nov. 1857; Annals nat. hist. I. p. 226 aufstellte. Die Diagnose lautet 3
Facies elongata, fistulosa, Aulostomatum, ex osse nasali et fron-
tali, ossibusque palatinis, praeoperculis, pterygoideis cum tympanieis
Ber
während des Jahres 1858. 85
productis ‘formata. Praemaxillaria sub lateribus ossis nasalis, fere
immobilia. Rictus oris mediocris, horizontalis in rostro extremo,
motu solo cardinali mandibulae subincurvae aperiens et claudens.
Maxillae pars descendens, graeilis in disco parvulo subrotundo
ad angulum oris expansa. Labia praemaxillaria et mandibularia
arcta, super ossa propria replicata; priora ex utroque latere
ante os nasali approximantia coalescentiaque et filamentum parvu-
lum , impar, terminale, gracile prae ore instar proboscidis depen-
dens, efficientia. — Foramina narium utrinque bina in acie faciei ad
oculum approximata; apertura anterior, operculata, vix oculo nudo
diseernenda, posteriori hianti nec marginatae vicina. Dentes omnino
nulli.. Pharynx angusta, laevis. Cranium nee eristatum nec spino-
sum. Apertura branchialis obliqua, infra antrorsum tendens. Ossa
branchiostega quatuor utrinque, gracilia. Branchiae 4. Vertebrae
costiferae 29—30 circiter. Costae breves, graciles. Anus pone me-
dium. — Squamae cycloideae laeves, ovales in tempora, genas et
oceiput procurrentes; vultus esquamosus, laevis. Forma corporis
elongata, subeylindrica; caudae pyramidata. — Pinnae ventrales nul-
lae. Pinna caudae cordato-lanceolata, acuminata. Pinnae pectoris
radiis paucis apicibus simplicibus, planis non dilatatis. Radii ante-
riores pinnae dorsi, elastici, non pungentes, nec lamen articulos
ostendentes. Pinnae ani radius primus eodem modo subspinosus. Radii
omnes pinnarum simplices membrana tenni connexi. — Intestinum
simplex, sine versura recte in anum tendens; dilatatio ventriculi parva.
Coeca pylorica nulla nobis detecta. Vesica pneumatica ampla. —
Die Art S. argyrophanes vom König Georgs-Kanal.
Anacanthini.
Gadoidei. Kaup theilt in unserem Archiv p.85 die Familie
Gadidae in vier Unterfamilien, nämlich Nenocephalinae mit der
Gatt. Xenocephalus Kp., Gadinae mit den Gattungen Gadieulus Guich.,
Morrhua Cuv., Merlangus Cuv., Mora Risso, Merluceius Cuv., Urale-
ptus Costa, Lepidion Swains., Physiculus Kp., Lotella Kp., Phyeis
Art., Lota Cuv., Motella Cuv., Brosmius Cuv., Maerurinae mit den
Gatt. Oxycephas Raf. und Macrurus Bl., Brotulinae mit den Gatt.
Strinsia Raf., Brotula Cuv., Brotella Kp., Hoplophyeis Kp., Oligopus
Risso, Brotulophis Kp. Verf. zählt im Ganzen 62 Arten in 22 Gat-
tungen auf. |
Ophidini. Ophidion Josephi Girard Proc. Philadelphia 1858. p. 170
von Texas.
Pleuronectae. Aus der Familie der Schollen hat Kaup in un-
serem Archiv p. 94 eine Uebersicht der Subfamilie Soleinae und p. 105
der Plagusinae gegeben. — In ersterer werden 41 Arten in folgenden
86 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
12 Gattungen aufgezählt: Solea Cuv., Synaptura Cantor, Aesopia' Kp-,
Euryglossa Kp., Eurypleura Kp. (Achiroides Blkr.), Monochirus Agass:,
Grammichthys Kp., Gymnachirus Kp., Achirus Lac., Aseraggodes Kp,
Heteromycteris Kp., Apionichthys Kp. — In der Subfamilie Soleinae
sind es 18Arten in folgenden 7 Gattungen: Plagiusa Bp., CantoriaKp.,
Aphoristia Kp., Arelia Kp., Plagusia Kp., Trulla Kp., Icania Kp.
Neue Arten von Bleeker sind: Plagusia borneensis und Sy-
naptura macrolepis Borneo 12. l.c., Rhombus oligolepis Japan 5. von
Nagasaki abgebildet Taf. 2. Fig. 2.
Pharyngognathi.
Labroidei cycloidei. Neue Aıten von Bleeker: Crenilabrus
leucozona und Tauloga leucomos Biliton 4. 1. e.; Julis (Julis) Girardi
und Novacula tetrasona Bali 3. 1. c.; Julis (Halichoeres) Schroederi
Amboina 10.
Labroidei ctenoidei. Den kleinen Fisch Algeriens, welchen
Geryais zuerst als Acerina Zillii, später als Coptodon Zillii be-
schrieben hatte, hat nun Valenciennes als der Gattung Glyphi-
sodon zugehörig bestimmt, und beschreibt ihn in den Coniptes ren-
dus XLVI. p. 713. Es ist bemerkenswerth, dass Verf. die Gattung Gly-
phisodon noch jetzt in die Sciaenoidenfamilie setzt, und daher der
Müller’schen Abtheilung Pharyngognathi seine Anerkennung zu ver-
weigern scheint.
Chromides. Gill sucht I. c. p.377 die Gattung Cychlasoma
Swains. näher festzustellen, indem er zu ihr nur die Arten mit ziem-
lich grossen Schuppen rechnet, die 3 oder 4 Reihen an den Wangen
haben und bei denen nur die Basis der senkrechten Flossen beschuppt
ist; ihr Vorderkopf ist meist gerade oder convex, und die Augen
gross. Dahin würden dann gehören: Acara Heckelii Müll; Trosch,,
Perca bimaculata und punctata Bloch und Acara tetramerus, viridis,
diadema, vitlatus, pallidus , dorsiger, marginatus, dimerus, nassa, cO-
gnata, unicolor Heckel, so wie wahrscheinlich einige Castelnau’sche
Arten. Zwei Arten €. pulchrum n. sp. und taenia (Chromis taenia
Benn.) werden beschrieben.
Crenicichla frenata Gill. ib. p. 386.
Scomberesoces. Belone serutator &irard Proc. Philadelphia 1858.
p. 170 von Texas.
Hemiramphus balinensis Bleeker Bali 3. 1. c.
Physostomi.
Silureidei. Der erste Band von Bleeker’s Prodromus
ichthyologiae archipelagi indiei enthält, wie bereits oben er-
während des Jahres «1355. 87
wähnt, ‚nur die Familie der Welse, und behandelt dieselbe
mit aller Ausführlichkeit. Verf. kennt 98 Arten aus dem
indischen Archipel. In einer allgemeinen geographischen
Uebersicht sind überhaupt 513 Arten enthalten. Von diesen
gehören 423 in des Verf. Familie Siluroidei, nämlich: 91 ar-
chipelische,, 126 asialische, 37 afrikanische, 1 curopäische,
176..amerikanische , 7 australische und ‚5, unbekannten. Va-
terlandes; — 8 in seine Familie Aspredinoidei , sämmtlich
amerikanisch ; — 60 in die Familie Loricarioidei, gleichfalls
alle amerikanisch; — 22 in die Familie Heterobranchoidei,
worunler ‘7 archipelische, 7 asiatische und 9 afrikanische
Arten. — Verf. hat offenbar mehr Gattungen unterschieden,
als den meisten gegenwärtigen Ichthyologen zusagen möch-
ten, indessen lässt sich nicht läugnen, dass alle diese Gal-
tungen auf deutlichen Differenzen , namentlich des Gebisses,
beruhen. Es kann nur zweifelhaft sein, welchen Differenzen
generischer Werth beizulegen sein wird, und da werden na-
türlich die subjeetiven Ansichten äusserst verschieden. sein.
Die Bezahnung‘, Zahl der Cirren, die Lage und Bedornung
der Flossen, die Lage der Augen u. s. w. sind für generi-
sche Trennung benulzt. — Die folgende Uebersicht mag eine
Einsicht in das System des Verf. verstatten.
1. Kamilie Siluroidei. Siluri branchiis simplicibus non appen-
dieiculatis, ossibus opercularibus articulatis mobilibus, cute nuda vel
sculis osseis uni- ad biseriatis vestita.
1) Subfam. Sisorichthoidei. Pinnae dorsales 2, anterior
radiosa, posterior adiposa aculeata. Corpus laminulis vel tubereulis
osseis sparsis. 'Dentes ore infero nulli. Cirri numerosi. Gatt. Sisor
Buchan. .
2) Subfam. Callichthyoidei. Pinnae dorsales 2, anterior
radiosa, posterior adiposa. Corpus lateribus sentis spiniferis vel lami-
nis osseis uni- vel biseriatis loricatum.
Phalanx A. Callichthyini. Laminae osseae biseriatae. Pinna
adiposa acanthophora. Gatt. Callichthys L. Gron.
PhalanxB. Doradini. Scuta spinifera uniseriata, Pinna adiposa
anacantha. Gatt, Doras ©. V., Pseudodoras Blkr., Hemidoras Blkr.
3) Subfam. Bagrichthoidei, Pinnae dorsales dune, anterior
radiosa, posterior adiposa, anacantha, Corpus nudum vel linea laterali
granis osseis aliquot obsitum,
88 Troschel: Berickt üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Phalanx A. Ariodontes. Dentes intermaxillares, inframaxillares
et vomero-palatini.
Cohors a. Bagrini. Pinna analis mediocris, dorsalis adiposa
bene evoluta. Gatt. Bagrichthys Blkr., Bagroides Blkr., Leiocassis
Blkr., Bagrus Blkr., Pseudobagrus Blkr., Chrysichthys Blkr., Octone-
matichthys Bikr., Melanodactylus Blkr., Rita Blkr., Galeichthys Baird,
Hexanematichthys Blkr., Phractocephalus Ag., Platystoma Ag., Selena-
spis Blkr., Sciades Müll. Trosch., Cephalocassis Blkr., Netuma Blkr.,
Guiritinga Blkr., Sceiadeichthys Blkr., Ariodes Müll. Trosch., Arius C.V.,
Genidens Bikr., Ailurichthys Baird Gir., Osteogeneiosus Blkr., Diplo-
mystes Dum., Batrachocephalus Blkr.
Cohors b. Pangasini. Pinna analis elongata, dorsalis adiposa
rudimentaria. Gatt. Eutropius Müll. Trosch., Lais Blkr., Helicopha-
gus Blkr., Pangasius C.V., Silundia C.V., Davalla Blkr.
Phalanx B. Pimelodontes. Dentes intermaxillares et inframaxil-
lares, vomerini vel palatini nulli.
Cohorsa. Pimelodini. Pinna analis mediocris, dorsalis adiposa
bene evoluta. Gatt. Timelodus Blkr., Akysis Blkr., Glyptosternon MeCl.,
Olyra MeCl., Acrochordonichthys Blkr., Gagata Blkr., Pseudopimelodus
Blkr., Zungaro Blkr., Heptapterus Blkr., Rhamdia Blkr., Pinirampus
Blkr., Auchenaspis Blkr., Auchenipterus Blkr., Trachycorystes Blkr.,
Hemipimelodus Blkr., Ranıa Blkr., Erethistes Müll. Trosch., Conorhyn-
chus Blkr., Ketengus Blkr., Callophysus Müll. Trosch., Bagarius Blkr.,
Synodontis Val.; Arges Val.
Cohors b. Euanemini. Pinna analis elongata, dorsalis adiposa
rudimentaria. Gatt, Euanemus Müll. Trosch., Ageneiosus Lac.
Phalanx C. Anodontes. Dentes maxillis atque palato nulli. Gatt.
Hypophthalmus Val.
4) Subfam. Ailichthoidei. Pinna dorsalis unica adiposa.
Corpus nudum.
Phalanx A. Malapterurini. Dentes vomerini nulli. Gatt. Mala-
pterurus Lacep.
Phalanx B. Ailianini. Dentes vomerini. Gatt. Ailia Gray.
5) Subfam. Silurichthydei. Pinna dorsalis unica vadiosa
vel nulla. Corpus nudum.
Phalanx A. Cetopsini. Pinna dorsalis antica. Dentes maxillis
et vomerini. Porus mucosus axillaris. Gatt, Cetopsis Ag.
Phalanx B. Tracheliopterini. Scutum valde evolutum; pinna
analis elongata. Dentes vomerini nulli. Gatt. Tracheliopterus C.V.
Phalanx C. Trichomyeterini. Pinna analis brevis; dorsalis me-
dia vel postica.. Caput non scutatum. Vesica natatoria nulla. Gatt,
Brontes C.V., Astroblepus C.V., Nematogenys Gir., Schilbeodes Blkr.,
Trichomycterus C.V., Pareiodon Kner, Eremophilus C.V., Vandellia C.V.
«
während des Jahres 1858. 89
Phalanx D. Schilbeini. _Pinna dorsalis antica vel nulla. Den-
tes maxillis et vomero-palatini. Analis elongata. Porus mucosus
axillaris nullus. Gatt. Schilbe Val. e. p., Schilbeichthys Blkr., Wal-
lago Blkr., Belodontichthys Blkr., Silurus C.V. e. p., Silurichthys Blkr.,
Silurodes Blkr., Pseudosilurus Blkr., Siluranodon Blkr., Kryptopterus
Blkr., Kryptopterichthys Blkr., Mieronema Blkr., Phalacronotus Blkr.,
Hemisilurus Blkr.
6) Subfam, Plotosichthyoidei. Pinnae dorsales duae ra-
diosae, dorsalis posterior et analis elongata cum caudali unitae. Cu-
tis nuda.
Phalanx A. Chacini. Pinna analis duplex. Dentes vomerini
nulli. Gatt. Chaca C.V.
Phalanx B, Plotosini. Pinna analis unica, Dentes vomerini.
Gatt. Plotosus Lacep.
II. Familie Aspredinoidei. Siluri branchiis simplicibus non ap-
pendiculatis; ossibus opercularibus rudimentariis, unitis, immobilibus.
Ossa intermaxillaria longitudinaliter articulata. Pinna dorsalis unica
radiosa. Corpus nudum.
Phalanx A. Aspredini. Cauda gracılis et pinna analis longissi-
mae (capite plus quadruplo longiores). Gatt. Aspredo C.V. e. p.,
Aspredinichthys Bikr.
Phalanx B. Bunocephalini. Cauda et pinna analis breves (ca-
pite breviores vel vix longiores). “att. Bunocephalus Kner e. p.;
Bunocephalichthys Blkr,
III. Familie. Loricarioidei. Siluri branchiis simplicibus non
appendiculatis, praeoperculo immobili, corpore cataphractis circum-
dato, ore infero, pinna dorsi unica vel duplice. Pseudobranchiae.
Vesica natatoria nulla.
Phalanx A. Loricarini. Pinna dorsali unica. Gatt. Loricaria
auct., Hemiodon Kner, Acestra Kner, Rhinelepis Ag.
Phalanx B. Hypostomini. Pinnae dorsales duae.
Cohors a. Anermes vel Clypeati. Interoperculum anacanthum.
Galt, Hypostomus Ag.
Cohors b. Anceistrini vel Lictores. Interoperculum valde mo-
bile fascia aculeorum armatum. Gatt, Chaetostomus Kner, Ancistrus Kner.
IV. Familie Heterobranchoidei, Siluri systemate respiratorio e
branchiis et apparato accessorio dendritico vel tubiformi composito,
ossibus opercularibus mobilibus, pinna dorsali simplice vel duplice,
eute nuda, Gatt. Ileterobranchus Geolfr., Clarias Gron. , Saccobran-
chus C.V. “
Kner's Kritische Bemerkungen über Castelnau’s Silu-
roiden, als Ergebniss einer genauen Vergleichung s. in un-
3% Troschel: Bericht üb. d. 'Leistin dx Ichthyologie
serem Archiv p. 344. Dass Verf. nur eine verhältnissmässig
geringe Zahl von Arten mit den ihm bekannten identificiren
konnte, schiebt er wohl mit Recht auf die zu wenig aus-
führlichen Beschreibungen.
Agassiz hat,einen interessanten Aufschluss über den,
Glanis des Aristoteles gegeben. Derselbe ist von Cuvier.als
der gemeine Wels, Silurus glanis, gedeutet worden. Exem-
plare, welche‘ Agassiz ‘aus dem Achelous in Acärnanien»er-
hielt, und mit dem Namen Glanidia bezeichnet waren,'lassen
ihn nicht zweifeln , ‚dass er es mit dem echten Glanis zu
thun habe. Dies ist ein verschiedenes mit Silürus verwand-
tes Genus, welches Verf. als @lanis Aristotelis zu beschrei-
ben und abzubilden verspricht, Beiläufig, werden Notizen über
das Laichen und das Verhalten dabei von Pomotis und Pi-
melodus .catus. beigebracht. Proceed. of.ihe, American Aca-
demy of arts and sciences Vol. III. 1857. p« 325.
Pimelodus 'vulpes Girard Proc. Philadelphia 1858. p. 170 aus Texas.
Gill hat ].'c. p. 387 eine Gattung Pimelenotus'nuf Kosten
der Valenciennes’schen Gattung Pimelodus gegründet, und meint, ’die-
selbe nehme dieselbe Stelle in Südamerika ein, wie Pimelodus in
Nordamerika. Nur eine Art Pim. Deppei Müll. Trosch. lebt’ auf den
Sandwichinseln. Die Hauptcharaktere bestehen in der sehr langen
Fettflosse, den 6 Bartfäden, einem deutlichen .Kopfpanzer, ‚der jedoch
nicht ‚mit dem Schilde vereinigt ist... Die, grosse, Aehnlichkeit, des
Namens ‚mit‘ Pinrelodus würde zu bedauern‘ sein, wenn nicht, Blee-
ker schon den Namen Rhamdia für diese Gattung, eingeführt ‚hätte;
Verf. zieht dahin P. Sebae, pati, sapo;; Hilavii, graeilis, Pentlandi Val.,
P. sellonis, Stegelichii und Deppei Müll. Tresch. und eine neue Aıt
P. Vilsoni von Trinidad, h
Gill beschränkt 1. c..p. 393 die Gattung Callichthys L. auf die
Arten mit nackter Brust, denen er eine neue von Trinidad C., Kneri
hinzufügt. — Die Arten dagegen mit, deprimirtem Kopfe und durch
die Schulterknochen gepanzerte Brust, wie (. laevigatus Val. be-
zeichnet er als eigene Gattung Hoplosternum. Wahin gehören
ferner €. littoralis Hancock, C. albidus, thoracatus, longifilis Val. und
€. chiquitos Castelnau. C. personatus Ranz. und sulcatus Kner hält der
Verf. für identisch mit longifilis. NH. laevigatum und eine neue Art
H. Stevardii sind beschrieben. — Aus Swainsons Gattung Hoplo:oma
wird gleichfalls eine neue Art H. aeneum von d'rinidad beschrieben.
Die Gattung Ancistrns, welche Kner von Hypostomus abgetrennt
hatte, will Gill}. e. p. 408 weiter in zwei‘ Gatlungen spalten, die
während des Jahres 1858. 9
den beiden Kner’schen Sectionen entsprechen. Dessen Section ß nennt
Gill Pterygophlichthys mil 12 oder mehr Strahlen in der Rük-
kenflosse und mit kleinen Platten am Bauche.
Unter den Fischen des Rio das Velhas in der Provinz
Minas fand Reinhardt eine neue Galtung Stegophilus,
die Verfasser mit Trichomycterus, Eremophilus und Vandellia
zu einer besonderen Gruppe der Welsfamilie vereinigt. Na-
turh. Forenings vidensk, Meddelelser for 1858. p. 79.
Dieselbe wird charakterisirt durch zwei Gruppen. starker und
spitzer Dornen oder Haken, welche den Kiemendeckel und den Zwi-
schenkiemendeckel bewallnen, ferner durch die ungewöhnlich weit
nach hinten stehende Rückenflosse , und endlich durch den Mangel
der Fettilosse, der Schwimmblase und der Dornen in Brust- und
Rückenflosse. In zwei Punkten, nämlich der unteren Lage des Mun-
des und den sehr kleinen Kiemenspalten stimmt die nene Galtung, den
beiden anderen gegenüber , mit Vandellia überein, und unterscheidet
sich von letzterer durch die Bezahnung. Während bei Vandellia nur
5 Zähne am Vomer gefunden werden, und beide Kiefer ganz. zahnlos
sind, sind bei der neuen Foım die Mundränder in beiden Kiefern in
ganzer Ausdehnung mit kleinen gekrümmten Zähnchen dicht besetzt.
Bei der Art St. insidiosus sind die Flossenstrahlen D. 2.7; A. 2.5;
P,6; V. 5; €. 11. — Dieser Fisch lebt parasitisch in der Kiemen-
höhle eines grossen Platycephalus, den die Eingebornen Sorubim nen-
nen, und der bei diesen in dem Rufe steht, seine Jungen im Munde
zu beschützen. Gewiss mit Recht erklärt Verf. die verbreitete Sage
durch den seltsanıen Parasitismus, und die bekannten ähnlichen Fälle
mögen eine ähnliche Erklärung finden.
Cyprinoidei. Krauss beschreibt den Bitterling, Rhodeus ama-
rus, welcher bisher aus dem Neckargebiete noch nicht bekannt war,
aus einer Altlache der Enz bei Bietigheim und aus dem Böckinger
See. Württ. Jahreshefte XIV. 1. 1858. p. 115.
Cyprinodontes. Wyman hatte Gelegenheit fünf Weibchen von
Anableps Gronovii ‚zu untersuchen , von denen. vier trächtig waren.
Er hat die Fötus als einen Beitrag zur Entwickelungsgeschichte die-
ser Fische beschrieben und abgebildet. Boston Journal of natural
history 1857. Vol. VI. p. 439.
v. Martens hat in unserem Archive p.152 erwiesen, dass
die Cyprinodonten in Europa nur im Brackwasser vorkommen. Da-
bei sind Cyprinodon fasciatus und Hammonis beschrieben und ab-
gebildet.
Poecilia lineolata, Limia poeciloides und L. venusta sind neue
Arten von Girard Proc, Philadelphia 1858. p- 170.
92 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Ichthyologie
Orestiadae. Die von Gervais aufgestellte Gattung Tel-
lia erkennt Valenciennes Comptes rendus XLV.'p. 715
an, und vereinigt dieselbe mit Orestias zu einer neuen Fa-
milie Orestiadae. Sie unterscheidet sich von den Cypri-
noiden durch den Mangel der Bauchflossen.
Characini. Macrodon feroz und Erythrinus cinereus sind als
neue Arten von Trinidad durch Gill 1. c. p. 411 beschrieben.
Die Formverschiedenheiten innerhalb der Gattung Tetragono-
pterus erachtet Gill]. c. p. 414 für hinreichend, um darauf generi-
sche Verschiedenheit zu gründen. Mir scheint so weit greifende Zer-
spaltung in Gattungen, wenn nicht andere Charaktere hinzutreten,
mindestens überflüssig. Unser Verf. lässt den rhomboidalen oder rund-
lichen Arten den Namen Tetragonopterus, die länglich oyva-
len Arten nennt er Poecilurichthys. Innerhalb der letzteren Gat-
tung unterscheidet er noch weiter zwei Subgenera: Poecilurichthys,
wenn die Seitenlinie zur Schwanzfllosse reicht, mit drei neuen Arten
von Trinidad, P. Breroorti, taeniurus und pulcher; Hemigrammus,
wenn die Seitenlinie auf der Mitte des Körpers erlischt , mit einer
neuen Art P. (Hemigrammus) unilineatus. e
Curimatus argenteus wird von Gill ib. p.422 als neue Art
von Trinidad beschrieben.
Eine besondere Gruppe oder Subfamilie unterscheidet Gill ib.
unter dem Namen Stevardianae, die allerdings durch den Mangel
der Fettllosse sehr interessant ist. Durch die hintere Stellung der
Rückenflosse über der Afterflosse ähnelt sie der Gattung Gasteropele-
eus, durch die schiefe Mundspalte Anostomus und Piabucina , durch
das Gebiss (oben zwei Reihen, unten eine Reihe mehr spitziger
Zähne) Tetragonopterus. Eigenthümlich ist der Deckel, welcher sich .
bald in einen hinteren Dorn, bald in einen keulenförmigen Fortsatz,
bald in einen dünnen Faden verlängert. Verf. unterscheidet drei
Gattungen, die wohl besser zu einer einzigen Gattung vereinigt wären:
Stevardia Gill. Deckel hinten mit einer dreieckigen, dorn-
förmigen Verlängerung, Wangen ganz bedeckt vom grossen dritten
Suborbitalknochen ; Rückenflosse nicht viel höher als lang; Lappen
der Schwanzflosse fast gleich. St. albipinnis.
Corynopoma Gill. Deckel mit einer dreieckigen hinteren Er-
weiterung, von dessen Ende ein kürzerer oder längerer dünner com-
primirter Fortsatz entspringt; Rückenflosse viel höher als lang; Lap-
pen der Schwanzflosse fast gleich. C. Rüisei und Veedonii. '
Nematopoma Gill. Deckel mit einer dreieckigen Erweite-
rung, deren Spitze sich in ein langes borstenlörmiges Ligament mit
einer Erweiterung am Ende fortsetzt. Wangen ganz bedeckt vom gros-
während des Jahres 1858. 93
sen dritten Suborbitalknochen; Rückenflosse viel höher als lang; un-
terer Lappen der Schwanzflosse länger als der obere. N. Searlesüi.
Salmones. In einem Teiche bei Saint- Cloud , in wel-
chem vorher noch keine Art aus der Lachsfamilie lebte, ist
es gelungen Forellen durch künstliche Fischzucht in Menge
aufzuziehen. So berichtete Costa der Pariser Akademie.
Vergl. Revue et mag. de zool. p. 129.
Die Bemerkungen, welche Harris über Salmo Gloverii Gir. in
Proc. Philadelphia 1858 p. 136 machte, beziehen sich besonders auf
seine Farbe, Vorkommen , Lebensweise u. s. w. Die Männchen be-
kommen zur Begallungszeit einen hakenförmigen Unterkiefer, wie un-
sere sogenannten Hakenlachse.
Zill hat Forellen, welche durch Lapasset in dem obersten
Zuflusse des Qued-Z’hour in Algerien in Menge gefunden worden,
von der Europäischen Forelle, Salmo fario L., nicht unterscheiden
können. Für den Fall, dass bei unmittelbarer Vergleichung sie sich
dennoch als speeifisch verschieden ausweisen sollte, behält er ihr den
Namen Salmo Lapasseti vor. Annales des sc. nat, IX. p.126. —
Offenbar denselben Fisch, denn die Exemplare sind ebenfalls durch
Lapasset gelielert, bildet A. Dumeril als Salar macrostigma ab. Er
unterscheidet sich durch grosse schwarze, rundliche, regelmässig an
den Seiten gestellte Flecke und durch etwas andere Flossen. Der
Zill’sche Nanie möchte wohl die Priorität haben , obgleich freilich
Dumeril das Verdienst gebührt, die Art sicher unterschieden zu haben.
Revue et Mag. de zoologie p. 396.
Farionella fasciata Philippi dies Archiv p. 310 aus den Bächen
von Valdivia.
Ueber Girard’s „Report upon the Fishes of the U. S.P. R. R.
Explorations and Survey’s“ habe ich noch nicht berichten können,
weil mir der entsprechende Band des Werkes noch nicht zugänglich
geworden ist. Verf. berichtigt nun in Proc. Philadelphia 1858. p. 224,
dass der dort beschriebene Fario Gairdneri nicht der Salmo Gairdneri
Richards. sei, sondern eine neue Art, die er Fario Newberrii nennt.
Ferner wird berichtigt, dass die dort aufgestellte Gattung Thaleich-
thys nicht in die Nähe von Osmerus, sondern vielmehr in die Nähe
von Mallotus gehöre , von ihr aber durch die vordere Stellung der
Rücken- und Bauchflosse, durch die kleinen lanzettförmigen Brust-
flossen und durch den Mangel von Kieferzähnen unterschieden. ist. Die
Art Thaleichthys Stevensi wird für identisch mit Salmo (Mallotus ?)
pacilieus Richards. Fauna boreali-americana erkannt, daher ihr der
Name Thaleichthys pacificus zukomme.
v. Siebold hat sich überzeugt, dass der Kilch des Bodensees,
94 Troschel: Bericht üb. d. Leist. in.d. Ichthyologie
Coregonus acronius, welcher nur in Tiefen von 30—40 Klaftern, also
unter einem Drucke von Zy, Atmosphären lebt, an die Oberfläche
mittelst, des Netzes aufgezogen, einen dick aufgeschwollenen: Bauch
bekommt und bald stirbt. Die Ursache ist die ‚starke Ausdehnung der
Schwimmblase. Zeitschr. für wiss, Zoologie IX. p. 295.
Galaxiae. Galazias minutus und punctulatus Philippi dies Ar-
chiv p. 309 von Valdivia.
Clupeacei. Nach Krauss kommen die Maifische (Alausa vul-
garis) jeizt nur noch, selten in Neckar bis nach Heilbronn hinauf,
weil sie bei Heidelberg weggefangen werden. Württemb. Jahresh.
XIV. p. 55.
Coilia Rebentischii Blecker Borneo 12. |. c.
Bei Long-Island wurde ein riesiger Fisch gefangen, denGirard
für verschieden von Megalops atlanlicus hält und den er Megalops
elongalus nennt. Proc. Philadelphia 1858. p. 224.
Muraenoidei. In dieser Familie haben wir eine neue Art und
zwei neue Gattungen von Girard Proc. Philadelphia 1858. p. 171 zu
erwähnen, nämlich Anguilla tyrannus aus der Mündung des Rio
grande del Norte; Neomuraena nigromanginata von Texas und
Neoconger mueronalus ebendaher. Neomuraena ist durch den Man-
gel der paarigen Flossen , eine Längsreihe Vomerzähne und dadurch
charakterisirt , dass die vorderen Kieferzähne die grössten sind. —
Neoeonger hat Brustllossen, zu einen häutigen Rande redueirte Rük-
ken-'und Afterllosse , kürzeren Unterkiefer , winzige Kieferzähne in
mehreren Reihen, einen Haufen solcher Zähne vorn auf dem Vomer
und eine Längsreihe auf dessen Mittellinie.
Neue aalartige Fische von Bleeker sind: Muraena chlorosti-
gma von Prigi, Visschen van Java's Zuidkust |. c.; Muraena, Brum:-
meri Timor 4, bei welcher Gelegenheit Bl. von den 41 Arten seiner
"Sammlung das Verhältniss der Körperhöhe zur Kopflänge , so wie
‚die Zahl der Flossenstrablen angiebt; Myrophis heterognathus Japan 5
von Nagasaki abgebildet Taf. 3. fig. 1;. Sphagebranchus Kaupii Ce-
lebes 12. 1. c.
Lophobranchii.
, Kam p’s „Catalogue of Lophobranchiate Fish. in the col-
leelion: of the British Museum“ ist erschienen, mir aber bis-
her. noch nicht’ zu Gesicht gekommen. ı
Ein lebendes Exemplar von Syngnathus aequoreus wurde von
Leckenby beobachtet, und Annals nat. hist. II. p. 416. pl. XII ab-
gebildet. Verf, hält es für ein Männchen, weil das Weibchen einen
achteckigen Körper! besitzen soll, den dieses Exemplar nicht. zeigt.
ie
vu «während! des Jahres 1858. 1,15. 51 95
un! Neue: Arten won Bleeker :Syngnathus, melanopleura, Anderso+
niöjjtetropkthalmus von.Nova Selma, liokos ieilanden 5. 1.0, 5 1Syn-
gnallwusı koilomatodon Japan 5 von Nagasaki: abgebildet Taf. 1.Fig. 1:
Ganoidei.
Chondrostei. Weir Mitchell beschrieb Blut- Krystalle des
Stör. Proc. Philadelphia, biological department 1858. p-,2.
Selachii.
v. Brackel schrieb eine auf eigenen Beobachtungen
sich stützende Inaugural-Dissertation „de culis organo quorun-
dam animalium ordinis, plagiostomorum disquisitiones micro-
seopicae. ; Dorpaii Livonorum 1858.*; Mit einer Tafel Ab-
bildungen.
Verf. unterscheidet an‘ den harten Theilen' der ‘Haut bei den
Plagiostomen die Basis, ‘welche von der-Haut' bedeckt wird, und einen
‘freien Theil. Ist letzterer durch einen Hals von der Basis abgesetzt,
welchem eine schiefe oder horjzontale Lamelle aufsitzt, dann: nennt
er das Organ ein Schild (scutum), trägt dagegen die Basis einen
kegelförmigen Fortsatz, Stachel (aculeus). Er hat nun solche Schil-
der von Carcharias glaucus, Mustelus vulgaris, Rhinobatus undulatus,
Pristis antiquorum, Sphyrna malleus histologisch untersucht; ebenso
die Stacheln von Raja clavata, marginata, miraletus, Schultzii und
Spinax niger. Endlich hat er auch das Corium der Plagiostomen un-
tersucht. Die Hautknochen und die Zähne dieser Thiere hält er für
ähnliche Bildungen.
Squali. Carcharias (Prionodon) borneensis Bleeker Borneo 12.].c.
Rajae. Malm beschrieb Raja eireularis Couch als neu für die
skandinavische Fauna und gab einen Beitrag zur Kenntniss dreier
anderer Arten, die dieser Fauna angehören, nämlich: R. lintea Fries,
R. batis L. und R. vomer. Öfversigt af Kongl. vetenskaps-akademiens
Förhandlingar. 1857. p. 187.
Holmes hat den Diabolus marinus Catesby (Cephaloptera vam-
pirus Mitch.) zu einer neuen Gattung erhoben und nennt ihn Dia-
bolichthys Elliotti. Die Gattung unterscheidet sich von Cephalo-
ptera durch eine modificirte zweite Rückenflosse an der Basis des
Schwanzes, die einon nicht sichtbaren, sondern rudimentären in eine
knochige Basis eingesenkten und von der Haut des Schwanzes be-
deckten Dorn hat, der einen Knopf oder eine Beule hinter der ersten
Rückenflosse bildet. Hinter dem Knopfe ist eine Grube oder eiu
Eindruck auf der Oberfläche des Schwanzes von zwei bis drei Zoll
96 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen u. s. w.
Länge, und eine andere Grube von 1 Zoll Länge am hinteren Ende
der Beule. In den übrigen Charakteren stimmt sie mit Cephaloptera
überein. Proceedings of the Elliot society of natural history of Char-
leston, South-Carolina. 1856. July p. 39.
Cyelostomi.
Philippi fand in den süssen Gewässern von Valdivia zwei
neue Arten Querder, Ammocoeles caeruleus und Landbecki, die er in
unserem Archive p. 306 beschrieb. Sie sind gewiss nur Larvenfor-
men von Petromyzon - ähnlichen Fischen, deren Zugehörigkeit noch
festzustellen sein wird.
Derselbe stellte ib. eine neue Gattung der Rundmäuler unter
dem Namen Chilopterus auf, von der gleichfalls vermuthet werden
kann, dass sie nur ein Larvenzustand sei. Einen Speciesnamen hat
die Art noch nicht bekommen.
Girard gab uns Kenntniss von dem Vorkommen einer der
Myxine glutinosa nahe verwandten Art an der Nordost-Küste Ameri-
kas, die er M. limosa nennt. Sie wurde an der Insel Grand Manan
gefangen. Proc. Philadelphia 1858. p. 223. i
en
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der niederen Thiere während des
Jahres 1858.
Von
Dr. Rud. Leuckart,
Professor in Giessen.
Allgemeines.
Van Beneden wiederholt die von ihm schon bei
einer früheren Gelegenheit (J. B. AX. S. 306) ausgespro-
chene Ansicht, dass das Verhältniss der thierischen Embryo-
nen zu dem Dotter, auf dem sich dieselben entwickeln, in
ähnlicher Weise, wie das Verhältniss der pflanzlichen Em-
bryonen zu ihren Codyledonen, für die natürliche Syste-
malik maassgebend sei und Iheilt die Thiere demgemäss in
drei grosse Ablheilungen: Hypocotyles ou Vertebres mit
rückenstländigem Dolter, Epieotyles ou Articules mit bauch-
sländigem Dotlter und Allocotyles ou Mollusques et Radiaires
mit centralem Dotter. In der letzten Abtheilung unlerschei-
det Verf. als Klassen die Mollusques , Vers, Echinodermes,
Polypes (= Coelenterata), Foraminiferes und Infusoires. Mem.
sur les vers intestinaux. Paris 1858. p. 348.
Es dürfte hier nicht am Platze sein, die Frage zu
erörtern, in wie weit es überhaupt zulässig ist, die Ergeb-
nisse der Entwickelungsgeschichte für die Systematik zu ver-
werihen, aber das scheint Ref. ausser Zweifel, dass eine
Abiheilung der Allocotylen, die die heterogensten Typen in
sich einschliesst, neben den so posiliv charakterisirten
Wirbelthieren und Articeulaten nicht haltbar ist. Bewundern
wir es doch gerade als eine der wichligsten und glücklich-
sten Reformen Cuvier's, dass er in der Abtheilung der Lin-
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. Wü
98 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
neischen Würmer eine Anzahl grösserer Gruppen als natür-
liche Einheiten nachwies. Was uns aber hier in Form der
Allocotylen geboten wird, ist nichts Anderes, als wiederum
die Linneische Abtheilung der Würmer , deren Glieder im-
merhin gewisse allgemeine Normen der Entwickelungsweise
mit einander gemein haben mögen (obgleich auch das
nicht durchgreifend ist, wie die Cephalopoden, Salpen und
viele Anneliden beweisen), aber nach ihrer Organisa-
tion, welche doch am Ende für den Systematiker noch bc-
deutungsvoller ist, kaum irgendwie unter demselben Gesichts-
punkte aufgefasst werden können. Oder wie könnte man
den Typus einer Qualle etwa mit dem einer Nereide oder
eines Tintenfisches vereinigen? Will man sich, nach Art un-
serer Naturphilosophen, damit begnügen , alle diese Thiere
trotz ihrer Verschiedenheit für „Bauchthiere* zu erklären ?
Doch nein, die Prineipien der Cuvier'schen Systematik sind
nicht umsonst in unserer Wissenschaft lebendig geworden.
Aber damit soll nicht gesagt sein, dass das System dieses
grossen Forschers nun unverändert und unübertroffen für
alle Zeiten dastehn würde. Wir berufen uns hier auf einen
Mann, der an Verdienst und unsterblichem Ruhme Cuvier
gleichsteht, auf J. Müller, den wir jetzt leider gleichfalls
schon der Zahl unserer grossen Todten beirechnen. In einem
Aufsatze „über Zoophyten und Strahlthiere* (Arch. f. Anat. u.
Physiol. 1858. S.90—105), der an geschichtlichen und kriti-
schen Bemerkungen so reich ist und den Standpunkt unseres
Verf.’s den neuen Bestrebungen nach einer natürlichen Ein-
theilung der Thiere gegenüber in mehrfacher Beziehung
kennzeichnet, spricht sich derselbe unumwunden dahin aus,
dass die Cuvier’sche Eintheilung in vier Abtheilungen „der-
malen gänzlich veraltet sei,“ und dass „zumal die Vorstellung
von Radiaten oder Zoophyten als letzte Grundform im Thier-
reiche, sofern sie alle niederen Thiere umfassen sollte, gänz-
lich aufgegeben werden müsse.“ Eine Abtheilung Radiaria als
grössere Abtheilung des Thierreiches könne heut zu Tage
ausser den Echinodermen und Coelenteraten höchstens noch
die echten Bryozoen umfassen, doch scheine es, dass die
radiäre Form überhaupt kein Eintheilungsprincip abgebe,
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 99
da sie auch bei den nächsten Verwandten der Polythala-
mien wiederkehre.
Ogilvie, the master-builders plane or the prineiples
of organic architecture as indicated in the typical forms of
animals (London 1858. 156 Seiten) giebt, nach einer dem
Ref. zu Gesicht gekommenen kurzen Anzeige, eine mehr po-
puläre Darstellung der Ihierischen Organisationsverhältnisse
mit besonderer Berücksichligung der grösseren (Cuvier’schen)
Abtheilungen.
Gleiches gilt auch von dem die Thiere betreffenden Ab-
schnitte inBronn’s „morphologischen Studien über die Ge-
stallungsgeselze der Naturkörper überhaupt und der organi-
schen insbesondere* (Leipzig und Heidelberg 1858. 481 S.),
so wie von Carpenter, Zoology, being. ;a systemalic ac-
count of the general structure, habits, instinets and uses of
the principal families of the animal kingdom, new edit. re-
vised by Dallas (2 Vol. 1857 u. 1858), nur dass letzteres
Werk auch die niedern Gruppen des Systems in einer mehr
eingehenden Weise behandelt.
Von Milne Edwards erhielten wir die ersten Bände
einer vergleichenden Physiologie und Anatomie (Legons sur
la physiologie et l’anatomie comparee. Paris in 8. von 1857
an), eines Werkes , in (dem nicht bloss eine: vollständige
Sammlung des zootomischen Materiales niedergelegt ist, son-
dern weiter auch der Versuch gemacht wird, die Resultate
der physiologischen Forschung für unsere Kenntnisse von
den Ihierischen Organisationsverhältnissen zu verwerthen.
Vielleicht hätte dieser Versuch in praxi etwas consequenter
durchgeführt werden können. Es will uns wenigstens schei-
nen, als ob die beiderlei Betrachtungen des Verf.’s, die ana-
tomischen und physiologischen, mehr neben einander ablie-
fen als sich gegenseitig durchdrungen hälten. Doch das
beweist wohl nur so viel, dass eine vollständige physiologi-
sche Analyse des thierischen Organismus heutigen Tages
noch zu den Unmöglichkeiten gehört. Dem. Werthe des
Werkes geschieht dadurch kein Abbruch. Wir begrüssen
dasselbe im Gegentheile als eine der bedeutendsten Erschei-
nungen auf dem Gebiete unserer zoologischen Literatur,
100 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
als ein Unternehmen, das den Bedürfnissen unserer Wissen-
schaft eine zeitgemässe Rechnung trägt und sich durch den
Reichthum und die Gediegenheit des Inhaltes in würdiger
Weise den berühmten, gleichfalls am Pariser Pflanzengarten
entstandenen Legons d’analomie comparee anreiht. Die bis
Ende 1858 erschienenen drei Bände handeln über das Blut,
die Vorgänge und Organe der Athmung, so wie über den
Bau der Circulationsapparate. Dass Verf. dabei auch die
niederen und niedrigsten Thiere in den Kreis seiner Beob-
achtungen gezogen hat und überall auf der Höhe unserer
Wissenschaft steht, bedarf wohl kaum einer besonderen Be-
merkung.
Referent hat schon in seinem ersten Berichte (Bd.XX.
S. 293) auf ein unter dem Titel: Ihe powers of Ihe Creator
von Dalyell, dem Verf. der rare and remarkable animals
of Scotland (J. B. XX. S. 302) herausgegebenes mehrbändiges
Werk aufmerksam gemacht. Trolz mehrfacher Versuche war
es ihm damals nicht gelungen, dieses seltene und kostbare
Werk zur Benutzung zu bekommen. Erst vor Kurzem ist
ihm diese Gelegenheit geworden, und beeilt er sich , hier
noch nachträglich über den reichen Inhalt desselben zu be-
richten , zumal das betreffende Werk auch sonst nur wenig
bekannt geworden ist. Der vollständige Titel des Werkes
lautet: Ihe powers of Ihe creator displayed in the crea-
tion; or observalions on live amidst the various forms on
the humbler tribes of animal nature wilh practical comments
and illustrations. London 1851. Vol. I. 268 S. in Quart mit
70 colorirten Kupfertafeln; 1853. Vol. I. 327 S. mit 46 Ku-
pfertafeln. Der Inhalt desselben fällt grösstentheils unserem
Berichte anheim; er besteht, abgesehen von der Einleitung
über Zeugung, Entwickelung, Lebensdauer u. s. w. (Vol. I.
p- 1—16), aus Beobachtungen über Echinodermen (p.17—138),
Crustaceen (p. 139—253) und Wasserspinnen (p. 254-266),
so wie über Würmer (Vol. II. p. 1—266) und Nacktschnecken
(p. 267—327). Die Meihode der Beobachtung und Darstellung
ist dieselbe, wie in den rare and rem. animals und dürfte
das spälere Werk überhaupt als deren Fortsetzung betrachtet
werden können. Die Abbildungen sind in natürlicher Grösse
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 101
oder doch nur wenig vergrössert, so dass sie, trotz ihrer
augenscheinlichen Naturwahrheit, für die systemalische Be-
stimmung nicht überall ausreichen. Es ist dies um so mehr
zu bedauern, als der Veri. ohne zureichende Benutzung und
Kenntniss der Litleralur, überhaupt mehr als Laie und Lieb-
haber gearbeitet und manche schon anderweitig benannte
Arten als neu beschrieben hat. (In vielen Fällen ist es übri-
gens schwer, die vom Verf. neu beschriebenen Arten als
solche ausfindig zu machen, da bei der Benennung fast
nirgends auf andere Autoren und deren Beschreibungen
Rücksicht genommen wird. Die Kritik dürfte überhaupt die
schwächste Seite des ganzen Werkes sein.) Trotzdem aber
ist das vorliegende Werk eine der wichligsten Quellen für die
Kenntniss von der Naturgeschichte der nordeuropäischen, zu-
nächst schottischen Meeresfauna. Ein Weiteres siehe bei den
oben genannten einzelnen Gruppen. (Im vergangenen Jahre
soll noch ein dritter Band mit einer Lebensgeschichte des
schon vor Herausgabe des zweiten Theiles verstorbenen Verf.’s
erschienen sein.)
Gosse, a manual of marine zoology for the british
isles 1. London 1855, ist uns unbekannt geblieben. Gleiches
gilt von einigen anderen, zum Theil schon früher erschie-
nenen Werken desselben Verf.’s (naturalist’s rambles on the
Devonshire Coast 1853, Tenby 1856, handbook of the marine
aquarium 1857), die in ansprechender, allgemein verständ-
licher Form über Bau und Lebensweise der niederen See-
thiere handeln und, wie es scheint, zu den besten Erzeug-
nissen der in England so beliebten zoologischen Salonlitteralur
gehören.
Unter den neueren Werken dieser Art dürfte weiter
zu erwähnen sein: Rymer Jones, Ihe aquarian naturalist,
a manual for the sea-side London 1858, und Lewes, Sea-
side studies. London 1858, letzteres auch in deutscher Ue-
bersetzung: Naturstudien am Seestrande. Küstenbilder aus
Devonshire, den Seilly-Inseln und Jersey (Berl. 1859, 3068.
in kl. Octav mit 6 Tafeln) , auf die wir im Laufe unseres
Berichtes noch mehrfach zurückkommen werden. Das letz-
tere Werk, das uns den bekannten Verfasser von Gölhe's
102 Leucekart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Leben und Schriften auch als Zoologen kennen lehrt, mag
zugleich eine Probe jener halb belletristischen, halb wissen-
schaftlichen Schriften sein, die den Laien wie den Fachmann
in‘ gleicher Weise interessiren und gewiss nicht Geringes
zur Popularisirung unserer Wissenschaft beitragen. Wir Deut-
schen haben dieser ganzen umfassenden Litteratur höchstens
die bekannten Schriften von C. Vogt an die Seite zu setzen.
- Gräffe publicirt „Beobachtungen über Radiaten und
Würmer in Nizza“ (Abdruck aus dem XVIl. Bande der Denk-
schriften der schweizerischen naturf. Gesellsch,) Zürich 1858,
5958. in Quart mit 10 Tafeln, die später, besonders bei den
Coelenteraten, noch mehrfach werden von uns angezogen
werden, und uns auch hier insofern interessiren, als sie in
der Einleitung (8. 6—-10) einige Angaben über das zeilwei-
lige Auftreten der pelagischen Thierformen im Golfe zu Nizza
und Villafranca enthalten.
Die „Untersuchungen über niedere Seethiere“ von
Leuckart und Pagenstecher (Arch. für Anat. u. Phy-
siol. 1858. S. 558—614. Taf. XVIIIL—XXIII) enthalten Beob-
achtungen über Amphioxus, Pilidium, Tomopteris, Sagitla,
Echinobothrium und Spio, die mit Ausnahme der'erstern un-
serem Berichte über Würmer anheimfallen.
Von Fresenius erhielten wir „Beiträge zur Kenntniss
mikroskopischer Organismen“ (Abhandl. der Senkenb. naturf.
Gesell.’ Il. 1858. S. 211—242. Tab. X—XIl) mit Beobachtun-
gen über Räderthiere, Infusorien, meist aus der Gruppe der
Flagellata, und Rhizopoden.
Schneider macht (Archiv für Anat. u. Physiol. 1858.
S. 323) darauf aufmerksam, dass die Leibeshöhle und auch
die inneren Organe der Holothurien eine reiche Fundgrube
parasilischer T'hiere seien. In ersterer finden sich nament-
lich gewisse (bei Synapta schon von Andern 'beobachtete)
flotlirende Körperchen von brauner Farbe, die ausser zahl-
reichen amöbenartigen Körperchen und Gregarinen auf allen
Entwickelungsstufen auch 'Crustaceen und Turbellarieneier
einschliessen. ‘Ein Weiteres über diese Schmarotzer s. u.
Ebenso hebt Cohn hervor, dass das in tiefen Schach-
ten vegetirende Erebonema in seiner Gallerimasse eine ganze
der niederen Thiere während des Jahres 1358. 103
Fauna beherberge , die von der der Tagwelt freilich weder
an Gattungen, noch auch vielleicht an Arten verschieden sei.
Unter den betreffenden Thieren werden aufgeführt: Anguil-
luliden, Macrobioten , Roliferen (mit R. vulgaris verwandt,
aber durch zwei Augen ausgezeichnet), Cyclopen, Borsten-
würmer, Mückenlarven und Infusorien. 35. Bericht der schle-
sischen Gesellsch. für vaterländische Cultur. S. 105.
Nach Ehrenberg’s Untersuchungen finden sich auch
in den heissen Quellen Ischia’s (65°) zahlreiche lebende
Microzoen , besonders Räderthiere und Infusorien. Berliner
Monatsberichte 1858. S. 494.
Davaine unterwirft die bekannte , wenn auch früher
oftmals bezweifelte Austrocknungsfähigkeit gewisser niederer
Thiere einer näheren Untersuchung (recherches sur la vie
latente chez quelqnes animaux et quelques plantes, Cpt. rend.
Soc. biolog. 1856. p. 225) und findet, dass diese Fähigkeit
nur solchen Arten innewohnt, die unter Verhältnissen leben,
in denen sie abwechselnd der Feuchligkeit und Trockenheit
ausgeselzt sind. Die verwandten Arten, die beständig im
Wasser leben, sterben beim Austrocknen. (Scheint auf die
Infusorien nicht anwendbar. Ref.) Ann. des sc. nat. T.X.
p- 335— 337.
Auch Cohn macht einige Bemerkungen „über das Wie-
deraufleben der durch Austrocknung in Scheintod versetzten
Thiere und Pflanzen.“ A. a. O0. 8.48.
van Beneden handelt bei Gelegenheit der Entwicke-
lungsgeschichte der Helminthen über den Generationswechsel
(digenese) im Allgemeinen (L. c. p. 287—309). Er schildert
die Entwickelung unserer heutigen Kenntnisse über diese
eigenlhümliche Art der Fortpflanzung, verfolgt das Auftre-
ten derselben in den verschiedenen Thiergruppen und spricht
sich schliesslich (in Uebereinstimmung mit Ref.) dahin aus,
dass das Wesen dieses Vorgangs in einer Vertheilung der
geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Vermehrung auf In-
dividuen einer verschiedenen Generation bestehe. Wo diese
Individuen (für welche Verf. je nach der Art ihrer Fort-
pllanzung die Namen Proglottis — Geschlechtsthier und Scolex
== Amme gebraucht) in formeller Beziehung übereinstimmen,
104 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
da spricht derselbe von einer digenese homogone, während
im anderen Falle eine digenese helerogone statlfindet. Der
Generationswechsel mit sessilen Geschlechtsthieren ist für
unsern Verf. ein unvollständiger, wie das auch Gegenbaur
wollte, eine heterogonie imperfaite ou digenese avorlee.
ll Vermes
Wie bei dem vorigen Berichte, so haben wir auch die-
ses Mal vor allen anderen hier ein klassisches Werk über
Eingeweidewürmer zu erwähnen; die schon im Jahre 1853
von der Pariser Akademie mit dem grossen Preise für Na-
turgeschichte gekrönten Memoires sur les vers intestinaux
par van Beneden, 376 Seiten in Quart mit 27 Tafeln Ab-
bildungen. Es ist eine staunenswerthe Fülle von Beobach-
tungen, die der Verf. in diesem Werke niedergelegt und mit
philosophischem Geiste bearbeitet hat; und wenn auch viel-
leicht die eine oder andere derselben durch die späte Zeit
der Publikation den Reiz der Neuheit verloren hat, ihre Be-
deutung für die Wissenschaft ist darum nicht geringer ge-
worden. Die Untersuchungen unseres Verf. erstrecken sich
über alle einzelnen Gruppen der Eingeweidewürmer, doch
ist es ersichtlich, dass derselbe die Trematoden und Cesto-
den mit einer gewissen Vorliebe bearbeitet hat. Was für
die Kenntniss dieser Thiere besonders wichtig ist, wird an
den geeigneten Orten von uns hervorgehoben werden; an
dieser Stelle ist zunächst nur soviel zu erwähnen, dass Verf.
u. a. auch der Lehre von den Wanderungen der Helminthen
einen Abschnitt p. 309-334) widmet und darin ebensowohl
die historische, wie die naturgeschichtliche Seite derselben
gründlichst erörtert. Die Systematik betreffend, so glaubt
der Verf., und das gewiss mit Recht, dass die Eingeweide-
würmer keine nalürliche, sondern so zu sagen eine bloss
geographische oder vielmehr faunistische Gruppe bilden und
mit den übrigen, freilebenden Wurmformen zusammenzu-
stellen seien. Seiner Ansicht nach dürften die Würmer am
besten in vier Klassen zerfallen, die Annelides, Nematodes,
Phyllides s. Cotylides und Teretularides (= Tubellarii), von
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 105
denen eine jede sowohl getrennt geschlechtliche, als auch
zwilterhafte Formen in sich fasst (p. 343). Die Klasse der
Saugwürmer zerfällt nach der Bildung des Ernährungsappa-
rales in die Ordnungen der Hirudines, Tremaltodes und Üe-
stodes, und die beiden letzten nach der Entwickelungsweise
in monogenelische und digenelische Gruppen (p. 345).
J. Müller denkt an die Möglichkeit, die Würmer mit
Blutgefässsystem, die Anneliden, Nemerlinen, Sipunculiden und
Echiuriden, als Gefässwürmer,, Angielminthes, zu vereinigen
und den gelässlosen gegenüberzustellen. Archiv für Anat.
und Physiol. 1358. S. 104.
Weinland macht auf die Mittel aufmerksam, deren
sich die Natur zur Erhaltung der Helminthen bedient und
findet dieseu. a.in der Fruchtbarkeit der betreffenden Thiere,
so. wie in der Kleinheit und der Verbreitung ihrer Eier.
Proc. Bost. soc. nal. hist. VI. p. 343.
Derselbe liefert ein Verzeichniss der bisher bei
dem Menschen aufgefundenen Helminthen: 10 Cestoden, 10
Trematoden (von denen freilich mehrere unsicher) und 12
Nematoden, im Ganzen also 32 Arten (ohne die den Arlicu-
laten zugehörenden Pentastomen). An essay on the tape-
worms of man. Cambridge 1858. Appendix p. 83.
Molin’s Prospectus helminthunm, quae in prodromo fau-
nae helminthologicae Venetiae conlinenlur (Sitzungsber. der
K. K. Akad. zu Wien 1858. Bd. XXX. S. 127—158) berichtet
über 25 Trematoden, 36 Cestoden, 11 Akanthocephalen und
41 Nematoden, unter denen zahlreiche neue Arten, die mit
anderen, bisher nur unvollständig beobachteten Formen später
in den Denkschriften der Akademie ausführlich beschrieben
werden sollen.
Ein Nachtrag (a. a. O. Bd. XXX. $. 287-302) ent-
hält die Diagnosen von weiteren 55 zum Theil gleichfalls
neuen Arlen.
Auch Leidy veröffentlicht die Diagnosen einer Anzahl
von Eingeweidewürmern , Contributions to helminthology,
Proc. Acad. Philad. 1858. p. 110112.
Gerstfeld’s Abhandlung „über einige zum "Theil neue
Platoden, Anneliden, Myriapoden und Crustaceen,“ Petersburg
106 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
1858 (aus den M&m. de l’Acad. de St. Petersbourg) ist Ref.
noch nicht zu Gesicht gekommen.
l. Annelides.
Chaetopodes.
Die Mittheilungen, die uns Dalyell in 6 Capiteln sei-
nes Werkes (Vol. II. p. 129—262) über Chaetopoden macht
(Lumbricinen, Nereiden, Aphroditen, Sabellen , Terebellen,
Amphitriten) enthalten zahlreiche interessante Beobachtungen
aus der Lebensgeschichte und den Sitten dieser Thiere, beson-
ders der zur Gruppe derCapitibranchiaten gehörenden Formen.
So z.B. über den Röhrenbau der Terebellen und Sabellen,
besonders der letztern (p. 217), die überhaupt das Interesse
unseres Forschers ganz besonders in Anspruch genommen
haben. Die erstern schaffen die Sandkörner und Erdmasse,
mit denen sie ihre Röhre bauen, bekanntlich mit den einzelnen
Tentakeln herbei, die einer mächtigen Verlängerung fähig
sind, während die Sabellen ($. penicillus) den im Wasser fein
verlheilten Schlamm durch die Thätigkeit der an den Kie-
menfäden befindlichen Cilien im trichterförmigen Grunde des
Kiemenapparates zusammenhäufen , die Masse hier mit einer
kiltarligen Flüssigkeit imprägniren und dann durch ein eignes
zungenarliges Gebilde auf den Rand der Röhre übertragen.
Eine ihrer Röhre beraubte Sabelle (S. penicillus) bleibt dess-
halb auch beständig nackt, während die Terebellen nach dem
Verluste neue Röhren bauen. Die Zahl der Kiemenfäden
nimmt in beiden Fällen mit dem Alter zu, wie z. B. eine
junge Sabelle (S. penicillus) von 4“ anfangs deren 6 besitzt,
während sie im ausgewachsenen Zustande (15“ mit 350 Seg-
menten) mit etwa 90 versehen ist. Unter den mancherlei Bei-
spielen von Reproduction verloren gegangener Theile 'he-
ben wir wieder die Sabellen hervor, die nicht nur den .ab-
gestossenen Kiemenapparat in wenigen Wochen wieder er-
setzen und ein abgeschniitenes Hinterleibsende erneuern, son-
dern auch ein jedes beliebiges Theilstück durch Neubildung; von
Kopf- und Schwanzende zu einem vollständigen Individuum
ausbilden. Die Beobachtungen unseres Verf. über die ‚Fort-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 107
pflanzungsverhältnisse der Anneliden sind nur spärlich und
ungenügend; wir erwähnen hier bloss das Eine, dass Phyl-
lodoce laminosa ihre Eier in rundliche Gallertballen von 3
ablegt, die iin Wasser floltiren, sich durch grünliche Färbung
auszeichnen und bereits nach 24 Stunden die Brut ausschwär-
men lassen.
Lewes macht einige Mittheilungen über die Naturge-
schichte der Terebellen und hebt dabei u. a. hervor, dass
diese Thiere sich in gleicher Weise, wie manche andere
Anneliden, durch Knospenbildung am Hinterleibsende ver-
mehren, Naturstudien u. s.w. 8.57.
Die im letzten Jahresberichte S.102 unler dem Genusnamen
Phoronis erwähnte borstenlose Annelide mit hufeisenförmi-
gem Tentakelapparat ist inzwischen auch von van Beneden
beobachtet und (Bull. Acad. roy. Beleg. T. V. No. 12, Ann. des
sc.nat. T. X. p. 11—24. Tab. I) als Crepina n. gen. beschrieben.
Die Beobachtungen des belgischen Zoologen stimmen mit de-
nen seiner englischen Vorgänger in allen wesentlichen Punk-
ten überein , nur lässt ersterer den Darm nicht neben der
Mundöffnung ausmünden, sondern geraden Weges den Kör-
per durchselzen. Eine besondere und genaue Berücksichti-
gung findet der Circulalionsapparat, der sich hauptsächlich
aus zwei Längsslänmen zusammenselzt, die im vorderen
Körperende mehrfach unter einander zusammenhängen. Die
Tentakel enthalten je ein einfaches aus dem vorderen Ge-
fässringe entspringendes Gefäss, Die rolhe Färbung inhärirt
auffallender Weise nicht, wie sonst bei den Chaetopoden, der
Blutflüssigkeit, sondern den ziemlich grossen (0,01 Mm.) Blut-
körperchen. Stalt der Flimmerhaare trägt der Tentakelapparat
einen Besatz von starren Spitzen. Schlecht gehalten ver-
lieren die Würmer ihren Tentakelapparat, wie das auch von
anderen Capitibranchiaten bekannt ist, um später einen neuen
zu erzeugen. Die von van Beneden beohachlete Art (Cr.
gracilis) lebt in zarten Röhren auf Austernschalen und ist von
Phoronis hippocrepia kaum specifisch verschieden. Was die
sysleimalische Stellung der beschriebenen Würmer betrifft, so
glaubt van Beneden dieselben als Repräsentanten einer
besondern kleinen Gruppe, die sich vornämlich durch Ab-
108 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
wesenheit des Borstenapparates und der Segmentirung cha-
rakterisirt, den echten Anneliden anreihen zu dürfen.
Uebrigens mag hier noch nachträglich bemerkt sein,
dass Wright, der erste Entdecker von Phoronis, ausser der
mit Crepina graeilis van Ben. wohl identischen Ph. hippocre-
pia, die er in Caryophyllienstöcken beobachtete, noch eine
zweite Art, Ph. ovalis, beschreibt, die, wie gelegentlich
auch erstere, auf Austernschalen lebt und sich besonders
durch Abwesenheit der Verbindungshaut zwischen den Ten-
takeln und eine einfache trichlerförmige Gruppirung derselben
unterscheidet. Dass das Blut rothe Kügelchen von ziemli-
cher Grösse enthält, ist gleichfalls schon beobachtet. Auch
will Verf. sich davon überzeugt haben, dass die Cilienbeklei-
dung der Fühler ganz die gewöhnliche Flimmerbewegung
zeige. Edinburgh new philos. Journ. IV. p. 315.
Kölliker handelt „über Kopfkiemer mit Augen an den
Kiemen“ (Zeitschrift für wiss. Zool. Bd. IX. S. 536-412),
jedoch ohne die früheren Beobachtungen über denselben Ge-
genstand, namentlich die von Quatrefages (J. B. XX.
S. 312) und von Kroyer (J. B. XXIII. S. 174) zu kennen.
Seine Untersuchungen beziehen sich vorzugsweise auf die
von Dalyell als Sabella bombyx beschriebene Art, die aller
Wahrscheinlichkeit nach mit Sabella Lucullana Delle Ch.
identisch ist , jedenfalls derselben sehr nahe steht. Schon
Grube (Arch. für Nat. 1846. 1. S.47) erwähnt an den Kie-
menstrahlen der leizten Art „eine Doppelreihe dunkelvioletter
Fleckchen , welche sich paarweise berühren oder gar ver-
schmelzen und unmittelbar über den Fiederchen der Aussen-
seite stehen.“ Kölliker weist nun nach, dass diese auch
von Dalyell gesehenen Flecke ( coloured spots) in der
That als Augen fungiren und eine gewisse Zahl (15—-18)
birnförmiger Krystallkegel einschliessen , die alle ganz re-
gelmässig in geringen Entfernungen von einander angeord-
net sind und mit dem abgerundeten Ende der Art aus der
Pigmentmasse hervorsehen, dass jeder Augenfleck eine äus-
sere helle und eine innere dunkle Zone enthält. Hinter jedem
Auge silzt ein geslieltes blaltförmiges Organ, wie ein Au-
genlid, das besonders beim Rückziehen des Thieres das Auge
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 109
schülzen kann. Eine zweite schon früher vom Verf. (in
Neapel) beobachtete kleine Art mit 8 Kiemenstrahlen, besass
an den beiden miltleren Strahlen zwei Augenflecke , an den
vier angränzenien je nur einen. Die Flecke lösten sich bei
mikroskopischer Untersuchung in Agglomerate, von 50—60
kleinen Aeuglein mit je einem birnförmigen Krystallkegel und
einer hornhaulartig vorspringenden Culieula auf. Das Lid
fehlt. Kölliker meint, dass die Sabellen mit Augen an den
Kiemenstrahlen ein eigenes Genus Branchiomma bildeten
(Sabella bombyx = Br. Dalyelli), doch dürfte das bei der
sonsligen Uebereinstimmung der betreffenden Arten mit den
blinden Sabellen kaum zulässig sein.
Nach einer gelegentlichen Bemerkung von Leuckart
und Pagenstecher finden sich in dem von Busch (Be-
obachtungen über Anat. und Entwickelung Taf. IX. Fig. 7)
als „junger Röhrenwurm“ abgebildeten pelagischen Kopfkie-
mer, der sonder Zweifel den Typus eines besondern mit
Terebella verwandten kleinen Genus bildet, im ersten Kör-
perringe ausser den zwei Augenflecken auch noch rechts
und links ein Gehörorgan mit zahlreichen raschbeweglichen
(nicht, wie gedruckt ist, unbeweglichen) Otolilhen. Arch.
für Anat. u. Physiol. 1858. S. 591. Anm.
Fr. Müller macht Mittheilungen „über die Anneliden-
fauna der Insel Santa Catharina an der Brasilianischen Küste“
(Archiv für Nalurgesch. 1858. S. 211—221. Tab. VI u. VID,
die nicht bloss durch einen grossen Reichthum an neuen,
bisher noch unbekannten Formen interessant sind, sondern
namentlich auch desshalb unsere Aufmerksamkeit erregen,
weil sie sich auf Untersuchung lebender Exemplare stützen
und mancherlei Verhältnisse berühren, die unter anderen Um-
sländen unbekannt geblieben sein würden. Wir entnehnen
daraus die Thalsache , dass die grüne Blutfarbe unter den
Chaetopoden weiter verbreitet ist, als man bisher wusste,
(z.B. bei Palmyra obscura n. sp., Diopatra sp., Nereilepas sp.
vorkommt), dass Magelona n. gen. ein sehr einfaches und
unvollständig geschlossenes Gefässsystem besitz , dessen Blut
in stels wechselnder Bewegung begriffen ist und weiter
auch G/ycinde n. gen. den Arten zugehört, bei denen (Gly-
110 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
eira, Capitella, Phoronis) das mit roth gefärbten grossen Kör-
perchen versehene Blut frei in der Leibeshöhle fluctuirt. Auch
über das Vorkommen und die Verbreitung des Flimmerepi-
theliums an den Anhängen der Chaetopoden enthält die Ab-
handlung manche neue und interessante Angabe.
Die nach einer vorläufigen Mittheilung schon im vori-
gen Jahresberichte (S. 99) erwähnte Arbeit von Williams:
researches on Ihe structure and homology of the reproduelive
organs of the Annelids ist jetzt in den Philos. Transact. roy.
Soc. Vol. 148. P. 1. p. 93—144. Pl. VI-VIII ausführlich er-
schienen. Verf. liefert in derselben eine Darstellung der von
ihm als „Segmenlorgane“ (segmental organs) bezeichneten
schlauch- oder schleifenförmigen Seitendrüsen und sucht den
Nachweis zu liefern, dass deren Wandungen in allen Fällen
als Keimstätten der Geschlechtsstoffe zu betrachten sind, dass
also die Geschlechtsorgane der Anneliden (mit Einschlass der
Hirudineen, Nemertinen und Planarien) trotz aller Verschie-
denheiten im Wesentlichen überall den gleichen Typus dar-
bieten. Es ist unläugbar, dass Verf. unsere Kenntniss über den
Bau der Anneliden durch seine Untersuchungen mannichfach
erweitert (wenngleich keinesweßs Alles neu ist, was dafür
ausgegeben wird), auch anzuerkennen, das in vorliegender
Arbeit zahlreiche Irrthümer früherer Darstellungen unterdrückt
und verbessert sind, allein trotzdem glaubt Ref. der Versuch
des Verf. im Ganzen als verfehlt betrachten zu müssen, Die
blosse Anwesenheit von zelligen Elementen in der Wand der
Segmenlorgane reicht doch wahrlich nicht hin, die letzte-
ren zu Geschlechtsdrüsen zu siempeln, auch dann nicht,
wenn dieselben vielleicht in manchen Fällen nachweislich
eine Beziehung zu den geschlechtlichen Funktionen besit-
zen. Vor allen Dingen wäre hier nölhig gewesen, die Um-
wandlung der betreffenden Zellen in Eier oder Samenele-
mente festzustellen, aber es scheint fast, als wenn Verf. dem
inductiven Schlusse ein grösseres Gewicht in der verglei-
chenden Anatomie beilege, als dem direkten Beweise. Das
Hauptverdienst der Arbeit sieht Ref. in dem Nachweise, dass
die sog. Seilendrüsen der oceanischen Chaetopoden Flimmer-
kanäle sind, wie die sog. schleifenförmigen Drüsen der Lum-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 111
bricinen und diesen auch wohl morphologisch entsprechen
dürften, obwohl sie meist mit beiden Enden nach Aussen
münden und nur ausnahmsweise (bei Terebellen und Areni-
colen) mit der Leibeshöhle einen direkten Zusammenhang
besitzen sollen. Nach der Vermuthung des Verf. geht ein
beständiger Wasserstrom durch diesen Canal hindurch, der
besonders auf den Inhalt der Leibeshöhle einwirkt, wie
denn auch der entsprechende Apparat der Lumbricinen zu-
nächst dazu dient, die Flüssigkeit der Leibeshöhle (chyl-
aqueous fluid) — jedoch ohne deren körperliche Elemente
— nach Aussen abzuführen. Die Blutgefässe, die den Ap-
parat umspinnen und sich nicht selten durch eigenthümliche
zottenförmige Anhänge und andere Bildungen auszeichnen,
sollen dagegen vorzugsweise zur Entwickelung und Ausbil-
dung der Geschlechtsstoffe dienen. Von den speciellern An-
gaben des Verf.’s ist weiter noch Folgendes hervorzuheben:
Die Lumbrieinen sind nicht bloss durch ihren Hermaphroditis-
mus, sie sind auch dadurch ausgezeichnet, dass immer nur einige
wenige Segmentorgaue geschlechtliche Funktionen übernehmen, wäh-
rend die übrigen ausschliesslich der Absonderung dienen. Die ersten
wachsen zur Zeit der Brunst und werden in manchen Fällen (Nais)
selbst zu sehr ansehnlichen Canälen, die man vielleicht nicht ganz
mit Recht als Keimleiter bezeichnet hat, Gleichzeitig entwickelt sich aus
dem unteren Dritttheile dieser Canäle ein lappiges Anhangsorgan : die
Keimdrüse, die ihren Inhalt später direkt, ohne dass dieser vorher in
die Leibeshöhle entleert wäre, durch das betreffende Segmentorgan
ausscheidet. Bei Nais ist es nur ein einziges Paar von Segmentor-
ganen, welches diese Metamorphose durchläuft und rechts dabei weib-
lich, links männlich sich entwickelt, während die Lumbricusarten meist
fünf Paar geschlechtlicher Segmentorgane besitzen, zwei männliche
(vorn und hinten) und drei weibliche (in der Mitte). Das wahre,
von d’Ukedem zuerst entdeckte Ovarium hat Verf. übersehen ; er
stellt dessen Existenz, so wie auch die Anwesenheit eines eigenen
Vas deferens, wie es dieser Forscher und später Hering beschrie-
ben hat, in Abrede. Als accessorische Organe finden sich weiter
an den männlichen Segmentorganen noch Samenblasen, an den weib-
lichen kalkabsondernde Eibehälter. Die Arenicolen und Terebellen
haben Segmentorgane, deren Keimstoffe direkt in der Wand gebildet
werden und dann durch einen eigenen trichterförmigen Aufsatz zu-
nächst in die Leibeshöhle gelangen, um hier ihre vollständige Aus-
‚bildung zu erreichen. Die Zahl dieser Segmentorgane ist wech-
112 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
selnd, im Ganzen aber nur gering und bei den Terebellen ausschliess-
lich auf den sog. Thorax beschränkt. Bei den Sabellen und Serpnla-
ceen finden sich diese Gebilde dagegen in den Segmenten des sog.
Abdomen und bei den Nereiden durch die ganze Länge des Körpers.
In beiden Gruppen finden sich die Geschlechtsstoffe niemals (? Ref.)
frei im Körper, wie man wohl angenommen hat, sondern vielmehr
immer in besonderen saekförmigen Anhängen der Segmentorgane, die
aus einem lockeren Zellgewebe gebildet sind und in die Leibeshöhle
hineinhängen, diese mehr oder minder vollständig ausfüllend. Die
erste Bildung der Geschlechtsstolfe soll aber auch hier in den Wan-
dungen der Segmentorgane vor sich gehen. Gleiches gilt für Chlo-
aema, das aber dabei nur wenige (wimperlose und auch sonst ahwei-
chend gebaute) Segmentorgane besitzt. Die Aphroditeen verhalten
sich in sofern abweichend , als ihre Segmentorgane nur eine einzige
Oeffnnng haben und sich in zahlreiche dünne Aeste auflösen „ welche
die Geschlechtsstoffe im Innern einschliessen. (Ref. muss im Gegen-
satze zu dieser Darstellung nochmals behaupten, dass die — schon
von Pallas beobachteten — Geschlechtsorgane der Aphroditeen nach
seinen Untersuchungen, keine hohlen Fortsetzungen der Segmentor-
gane daıstellen, sondern solide Stränge sind, an denen die Ge-
schlechtskapseln hervorknospen und so lange anhängen, bis sie sich
durch Dehiscenz der Wandungen in die Leibeshöhle entleeren. Vgl.
JB: XX. S. 317.)
Obwohl Williams in der eben erwähnten Abhand-
lung sich mehrfach gegen die Behauptung ausspricht, dass
-die Geschlechtsstoffe der Chaetopoden jemals ohne Beihülfe
besonderer Organe entständen, und die darauf bezüglichen An-
gaben von Krohn, Ref. u. A. geradezu als einen „groben
Irrthum“@ bezeichnet , glaubt Ref. dennoch, dieselbe für die
Mehrzahl der Fälle mit aller Entschiedenheit aufrecht erhal-
ten zu dürfen. Er bezieht sich dabei u. a. auch auf Unter-
suchungen, die er gemeinschaftlich mit Pagenstecher
jüngst an Tomopteris onisciformis anzustellen Gelegenheit
fand (Arch. für Anat. u. Phys. 1858. S. 588-503. Taf. XX),
an einem Wurme, der sich wegen der Durchsichligkeit sei-
ner Bedeekungen vor allen andern zur Entscheidung der hier
vorliegenden Fragen empfehlen möchte. Die Eier dieses
Thieres} entstehen, wie mit grössester Klarheit beobachtet
wurde, ohne Beihülfe besonderer Organe im Innern der Fuss-
stummel und zwar als einfache, der Leibeswand aufsilzende
Zellen, die sich meist noch vor ihrer Ablösung. in einen
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 113
Ballen von vier und mehr: eine ‚Zeitlang traubenförmig. zu-
sammenhängenden Eiern zertheilen.. Zur Ausführung dersel=
ben dienen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht‘die auch) hier
nach Aussen geöffneten. Flimmerkanäle, ‚sondern zwei Paar
besondere, wulstige Spallöffnungen zwischen dem vierten und
fünften Fusspaare.
Zur weitern Charakteristik unseres Tomopteris erwäh-
nen wir ferner, dass die beiden langen Kopfeirren eine starke
Borste enthalten, die in jeder Beziehung mit den Annelid-
borsten übereinstimmt. ‚Ein Gefässsystem fehlt spurlos und
das Nervensystem wurde nur unvollkommen beobachtet. ‘Vor
den der Oberfläche des Hirns aufliegenden und mit zwei dicht
aneinander gedränglen Linsen versehenen Augen finden sich
noch zwei helle Bläschen, die vielleicht für Gehörorgane
zu halten sind, obgleich sie keine Concremente einschlies-
sen. Der Schlund enthält einen nach aussen vorslülpbaren,
löffelförınig gespaltenen Pharynx. Männliche Individuen wur-
den nicht beobachtet, dagegen fand sich ein Mal ein unaus-
gewachsenes, annoch geschlechtsloses Individuum. mit vier
Borstencirren und einem sehr eigenthümlichen rosettenför-
migen Apparate in. den zwei vorderen Extremitätenpaaren,
das die Verff. vorläufig unter dem Namen T. quadricornis
n. sp. aufführen.
Wie wir hier beiläufig erwähnen, wollen, liefert auch Dal yell
eine Abbildung des nordischen Tomopteris onisciformis (als Nais spe-
eirum), l.e. Vol. I. PL.XXXVI. Fig. 16, 17. p. 260-262.
Unter der Ueberschrift „on the spermatology of a new
species of Nais“ veröffentlicht Carter (Ann. and mag. nat.
hist. 1858. II. p. 20—33, p. 90—104. Tab. I—IV) Beobach-
lungen über die Anatomie, besonders der Geschlechtsorgane
zweier kleinen (2'/, grosser) zu dem Gen, Blanonais Gerv.
(Tubifex Auct.) gehörenden Naiden: Nais fusca und N. al-
bida nn. sp. Ob es dem Verf. gelungen ist, den verwickel-
ten Bau dieser Gebilde vollständig zu erforschen, müssen
wir dahin gestellt sein lassen , aber das ist gewiss, dass
sich seine Darstellung in vielen Punkten von den Angaben
früherer Forscher über die Geschlechtsverhältnisse der. ver-
‚wandten Formen unterscheidet... Leider aber hat, Verf. keine
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. u
114 Leuckart: Bericht über die Leistungen’in der Naturgeschichte
Gelegenheit'gehabt, diese'Beobachlungen zu vergleichen, was
wir um so'mehr"bedauern , als die Organisalion' wenigstens
der ersten (und vorzugsweise untersuchten Forın) mehrfache
Analogieen mit unserem europäischen Tubifex rivulorum dar-
bietet, nach den Abbildungen 'zu urtheilen , jedenfalls weit
mehr, als man bei der blossen Textvergleichung etwa mil
d’Ukedem’s Monographie (vgl. J. B. 1856. 11. S. 340) ver-
muthen sollte. Auf der anderen Seite wird es übrigens im-
mer klarer, dass’ die Bildung der Geschlechtsorgane hei den
hermaphroditischen Lumbrieinen in den einzelnen Arten man-
eherlei wichtige und wesentliche Differenzen zeigt.
Was der Verf. über den Bau der äusseren Bedeckungen, des
Darmkanals und der Flimmerkanäle (segmental organs) sagt, können
wir hier bis auf die Bemerkung übergehen, dass (die Darstellung der
letztern genau mit den Angaben von Gegenbaur, d’Ukedem und
Williams übereinstimmt. : Bei Nais fusca findet sich ausnahmsweise
immer nur ein,Flimmerkanal in jedem Segmente, Interessant ist die
Beobachtung, dass sich dieser Kanal nach vorhergegangener Erwei-
terung von Zeit zu Zeit zusammenzieht (wie dies auch Williams
angiebt), ohne dass Verf. übrigens feststellen konnte, wohin sich die
ausgetriebene Flüssigkeit ergiesst. "Ebenso ist Verf. auch über’ die
physiologische Bedeutung des betrellenden Apparates ‚in Zweifel ge-
blieben, obwohl er kein Bedenken trägt, denselben mit dem Wasserge-
fässsysteme der Rotiferen und der contractilen Blase. den) Infusorien
zusammenzustellen. Was Verf. als Hoden beschreibt, ist, wenigstens
bei N. fusca, dasselbe flaschenförmige Gebilde, das von d’Ukedem
als Schalendrüse in Anspruch genommen wird, in Wirklichkeit aber
wahrscheinlicher Weise (Ref.) ein Receptaculunı seminis ist. Der
Inbalt desselben besteht, wie auch 'Venf.; angiebt ‚aus Samenfäden-
bündeln (die d’Ukedem für eine, fadenförmig ‚verfilzte Schalensub-
stanz gehalten hat), Die an der entsprechenden Stelle; hei. N; albida
gelegenen Organe scheinen wirklich ein Paar ‚Hoden zu. sein, da
Verf. darin die Entwickelung von Samenfäden beobachtete. Eine
Oeffnung wurde an diesen letztern Gebilden nicht aufgefunden; es ist
anzunehmen, dass dieselben ihren Inhalt in die Leibeshöhle entlee-
ren, wie das auch d’Ukedem von!T. fivulorunangiebt, dessen Hode
freilich unpaar ist und auf dem Oesophagus liegt ‚(an derselben Stelle,
wo Verf. bei N. albida drei hinter eimander, liegende Drüsenkörper
zeichnet). Die Eierstöcke, (ovisacs) bilden bei, beiden Arten zwei
symmetrische Schläuche, die hinter den eben beschriebenen Gebilden
in dem Gürtel liegen. Bei N. fusca sind dieselben einfach, bei N.
albida aber in'tnehrere (6)' linear: autfgereihte Beutel zerfallen‘, deren
zu
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 115
Inhalt aus gruppenweis in Kapseln eingeschlossenen ‚Eiern! verschie-
denen: Entwickelungsgrades besteht. ; Die Ovarien führen. jederseits
in einen Kanal, der sich bei N. fusca vor seiner Ausmündyng. blasen-
artig (Geschlechtskloake d’Uked.) erweitert und hier in beiden Fällen
einen zweiten im Innern flimmernden Kanal aufnimmt, der, genau
wie die sog. Segmentorgane, durch eine trichterförmige Oeflnung in
die Leibeshöhle ausmündet und mit diesen Organen in morphologi-
scher Iinsicht auch wirklich übereinzustimmen scheint. , Bei, unserem
Verf. tragen diese, Anhänge den Namen der Fallopischen. Röhren,
während d’Ukedem dieselben, vielleicht richtiger , als Samenleiter
bezeichnet, dazu bestimmt, das Sperma aus der Leibeshöhle aufzu-
nehmen. Diese Rolle könnten die betreffenden Gebilde in den hier
vorliegenden Fällen aber höchstens bei N. albida spielen, denn bei
N. fusca entwickeln sich die Samenfäden, nach den Beobachtungen
unseres Verf. interessanter Weise in den Eierstöcken ; und zwar in
dem vorderen, dem Oviduete zugekehrten Theile desselben, während
die Eier im Fundus ihren Ursprung nehmen. Die Art und Weise, wie
Verf. die Entwicklung der Samenelemente schildert, ist mehrfach ‚von
der gewöhnlichen Auffassung abweichend ; wir verweisen dafür auf
das Original und erwähnen bloss noch das Eine, dass Verf. die ersten
Anfänge dieser Elemente in den bekanntlich bei allen Chaetopoden in
der Leibeshöhle flottirenden sog. Chyluskörperchen sucht, die durch den
Trichter der Fallopischen Röhren aufgenommen und der Zwitterdrüse
zugeführt würden. Freilich sollen nach ‚unserem ‚Verf. aus, denselben
Körperehen auch die dem Darmkanale äusserlich aufliegenden Leber-
zellen hervorgehen. Die Angaben über die Entwickelung des Embryo
(N. albida) sind ziemlich unvollständig. Die Eier werden zu zweien
in einen Cocon eingeschlossen (Verf. lässt diese zwei Eier aus der
Spaltung eines ursprünglich einfachen Eies hervorgehen) und unter-
liegen einem unregelmässigen Furchungsprocess, nach’ Verf. zunächst
einer Dreitheilung, worauf dann das eine Theilstück weiter zer:
falle. Die vom Verf. in manchen Fällen beobachtete „abnorme Ent-
wiekelung der Eier“ beruht offenbar‘ nur auf der Negetation gewis+
ser vegetabilischer Schmarotzer im Innern, des, Eies, vielleicht eines
Chybridium. }
Meissner beobachlete — vor ihm freilich, auch schon
andere Forscher —, dass von den in, eine Eikapsel deponirten
Regenwurmeiern immer, nur ‚eins (oder zwei) zur völligen
Ausbildung ‚gelangen. |. An den Embryonen entwickelt sich
sehr frühe ein grosser Mund mit kräfligen Wimpern, ‚der
sofort beginnt, Alles, was ausser dem Embryo noch in.der
Kikapsel ist, aufzunehmen; der Embryo wimerpert sich nach
116 Leuckart: Berieht über(die Leistungen in dei Naturgeschichte
und nach sowohl die zähe eiweissartige Flüssigkeit, ‘als auch
die zerfällenden übrigen Dotter in den Mund und "ist zum
Auskriechen reif, wenn Alles aulgenommeh ist. Ber. über die
Fortschritte der Anatomie u. Physiol. 1857. S. 616. (Aehn-
liche Beobachtungen, sind bekanntlich bei dem Blutegel, so
wie neuerdings auch einer Anzahl von Pectinibranchiaten: ge-
macht worden.)
Nach den Untersuchungen von Ref. und Pag’enste-
cher (Arch. für Anat. u. Physiol. 1858. S. 610-613. Taf.
XXIII) geht die Entwickelung von Spio in Uebereinstimmung
mit dem sog. Loven’schen Typus vor sich. Der Embryo
trägt anfangs zwei Wimperkränze, von denen der eine den
Scheitelrand und der andere den analen Pol umgürtet und
geht dann durch Auswachsen der zwischen diesen beiden
Kränzen gelegenen Zone und Gliederung derselben in die
definitive Wurmform über. Auffallend sind ein’ Paar mäch-
tige Borstenbüschel, die dicht hinter dem vorderen Wiinper-
gürtel stehen und eine Zeit lang als wichtige Bewegungs-
organe fungiren. , Späler treten diese Borsten immer mehr
zürück, ohne jedoch, wie es scheint, jemals verloren zu 'ge-
hen. Die charakteristische Bildung der ersten Borstenbüschel
erlaubt es, zahlreiche von früheren Beobachtern ‘(schon von
Slabber) beschriebene Annelidlarven als junge Spionen
in Anspruch zu nehmen.
Hieher auch ‚ein von Dalyell (l. ec. 1. Pl. LXII. Fig.18.
p- 253) unter dem Namen Pegasillus hirsutus als Crustacee abgebil-
detes Thierchen. \
Eine andere von Ref. undPagenstecher beobach-
tete sehr durchsichtige Annelidlärve'zeigt bereits in.ihrem
ersten scheibenförmigen Stadium‘ ein deutliches Nervensy-
stem mit Hirn, Schlundring und Sinnesorganen. Unterhalb
des stark wimpernden Scheitelkranzes verlaufen’noch zwei
schwächere Wimpergürtel, die eine’Rinne zwischen sich neh=-
men, in der am vorderen Ende der Mund gelegen'ist.'' Die
Thätigkeit dieses letzten Gürtels bewirkt’ die Nahrungszufuhr,
während der erstere besonders als Bewegungsorgan! dient
Ebendas. S. 573 u. 574 Anm. 108
Nach ‘den Beobachtungen Krohn’s ist die bisher’ sö
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 117
rälliselhafte Aclinotrocha eine Larve,' die sich durch Verlust
des Schirmes und Räderorganes ziemlich rasch in ein wurm-
förmiges Geschöpf' verwandelt, dessen Tenlakel zu einem den
Mund umgebenden Kranze, zusammengedrängt- sind. Die
gelblichrothen Flecken am Darmkanale , die man. wohl für
Lebern gehalten hat, verwandeln: sich dabei in Gefässe mit
rolhen Blutkörperchen, die sich abwechselnd contrahiren und
expandiren und an der Uebergangsstelle in. den Enddarm mit
einer Anzahl kurzer Gefässzolten in Verbindung stehen. Das
problematische bandförmige ‚Organ, ‘das bei unserem Thiere
der Bäuchfläche aufliegt, liess: sich nach der Metamorphose
nicht mehr auffinden und schien sich. in eine die Leibeshöble
erfüllende körnige Masse aufgelöst: zu haben. Ueber das
fernere Schicksal des Wurmes blieb. Verf., der nur zwei Exem-
plare in’ dem eben ‚geschilderten Zustande beobachtete, un-
gewiss. Anfangs war derselbe zu der Annahme geneigt,
es inöchle der Wurm zwieiner Annelide aus der Familie der
Terebellaceen: auswachsen , gegenwärtig aber. ist derselbe
mehr geneigt‘, einen nachträglichen! Schwund des Tentakel-
apparales zu vermuthen' und’ auf solehe Weise denn den
Wurm in‘ eine mit Echiurus oder Thalassema verwandte Form
sich 'verwandeln zu lassen. Arch, ‚für Anat. u. Physiol. 1858.
8.203—298.| (Ref. hat mit Herrn Dr. Pagenstecher
Gelegenheit gehabt,‘ die voranstehenden Beobachtungen an der
vielleicht specifisch verschiedenen A. branchiata Helgoland’s
zum grossen Theile zu besläligen. ' Namentlich gilt das von
dem Schwunde des Schirmes, der bei 'einem ‚grossen Exem-
plare über Nacht bis "auf einen unbedeutenden , wulstigen
Anhang geschrumpft‘ war: Gleiches Schicksal hatten in die-
sem Falle auch die längeren Tentakel, während die zwischen
denselben stehenden Tentakelstummel persistirten und den
oben erwähnten Kranz bildeten, dessen Theile auch in dem
Krohn’schen Falle an Grösse hinter. den früheren Tentakeln
zurückstanden. Leider ging das’ Thier nach diesen Verän-
derungen zu Grunde, indem bei einer kräftigen Zusammen-
ziehung die Leibeswand neben dem After platzte und aus
der so entstandenen Oeffnung unter gleichzeitiger abnormer
Formveränderung das im Innern liegende vielfach gewundene
118 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
pro blematische ‘Organ hervortrat. Ein Zerfallen des letztern
konnte nicht beobachtet werden; dasselbe erschien vielmehr
mächtiger, als zu irgend einer Zeit vorher, ohne dass es
jedoch. mit Sicherheit gelingen wollte, jetzt noch das früher
bestimmt‘ vorhandene Lumen nachzuweisen. ‘Doch muss
bemerkt werden, dass dasselbe inzwischen ein sehr eigen-
Ihümliches runzliges Aussehen angenommen hatte. Die erste
Anlage dieses Organs geschieht ziemlich spät, wenn die
Actinotrocha bereits anderthalb Millimeter misst. Es ent-
steht als eine paukenförmige Aufwulstung auf der innern Kör-
perwand, wächst aber rasch zu einem Kanale aus und win-
det sich dabei knäuel- oder schleifenförmig zusammen. Ref,
hält es, ‘wie J. Müller, für wahrscheinlich, dass dieses
Gebilde sich‘ später in ein Geschlechtsorgan verwandelt,
Ueber-die Entwickelung des Blutgefässapparats ist Ref. ge-
nau zu ‚demselben Resultate gelangt, wie Verf. An bestimm-
ten’Stellen bildet sich eine Einlagerung von rothen Körnchen
in der Wand des Darmes, die diese allmählich zu einem beu-
telförmigen Hohlraume auftreibt, zu einem Gebilde, das bereits
zu ‘einer’ Zeit, in der es noch völlig geschlossen ist, ganz
kräftige Zusämmenziehungen 'erkennen lässt. ' Die zottenför-
migen Gefässanhänge ‘entstehen unabhängig von diesem Blul-
herde und lassen sich bereits vor dem Schwunde des Schir-
mes als helle‘, frei in der Leibeshöhle flottirende Anhänge
nachweisen.)
Spencer Cobbald, der gleichfalls eine Actinotro-
cha beobachtete, ' ist am meisten geneigt, dieselbe für eine
Echinodermenlarve zu halten , ohne dafür jedoch besondere
Gründe anzuführen. Eine Zeit lang glaubte Verf. auch an
eine Verwandtschaft ‚mit den Bryozoen, bis Allman ihn auf
die Unzulässigkeit solcher Auffassung aufmerksam machte.
Eine ausführliche Beschreibung seiner Larve hat Verf. übri-
gens nicht gegeben ‚, ‘doch glaubt Ref. kaum, dass dieselbe
von der Helgolander Art verschieden ist, obwohl die ab-
weichende Forın des Helmes und die grössere Anzahl der
Tentakel zu Gunsten einer derartigen Ansicht geltend ge-
macht wird. Transact. mieroscop. socı Vol. VI. p. 50.
Weetherell’ macht auf das Vorkommen zahlreicher
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 119
von Regenwürmern. herrührender Bohrgänge in dem Lon-
don-Clay aufmerksam, die senkrecht neben 'einander herab-
steigen und je in eine rundliche oder ovale Höhle endigen.
Sämmtliche Bewohner dieser Höhlen waren abgestorben.
Journ. Proc. Linn. ‘Soc. IIl. p. 31.
Die Zahl der vonFr. Müller auf Santa Catharina auf-
gefundenen Anneliden beläuft sich etwa auf 60, die alle neu
sind und sich folgendermassen verlheilen. Fam. Aphrodi-
tea: 4 Polynoe (u. a. P. fusca mit 21 Elytren, P. lunifera
mit'15 Elytren, P. pallida), 2 Palmyra (unter denen P. ob-
scura); Fam. Eunicea: 1 Diopatra, 1 Onuphis, 3——4 Eunice,
3 Lumbriconereis und 1 Anisoceras (A. viltala Gr.?); Fam.
Lycoricea: 6 Nereis meist aus der Abtheilung Nereilepas;
Fam. Phyllodocea: 1 Eulalia und 1 schöngefärbte fühlerlose
Hesione (H. picla) ; Fam. Syllidea: 1 Syllis; Fam. Glycerea:
Glyeinde (n. gen.) mullidens; Fam. Amylidea: Sigambra (n.
gen.) Grubü,; Fam. Ariciaea: 2 Spio (?), 1 Leucodore, Ma-
gelona (n. gen.) papillicornis, Gisela (n, gen.) heteracantha,
4 Cirratulus, 1 Aricia‘, Theodisca (n. gen.) aurantiaca, Her-
mundura (n. gen.) trieuspis, 1 Cherusca n. gen.; Fam.? Dri-
lidium n. gen. (wohl identisch mit Thysanoplea Schmdt. J.B.
XXIV. p. 102); Fam. Pherusea: 1 Siphonostomum; Fam. Mal-
danea: 1 Clymene und 1 Ammochares (ob A. Ottonis ?);
Fam. Terebellacea : etwa 6 Terebella, Terebellides anguico-
mus, Isolda (n. gen.) pulchella, 1 Sabellides?, 1 Polycirrus;
Fam, Hermellacea: 1 Sabellaria, 1 Centrocorone; Fam. Ser-
pulacea: 4 Sabella, 1 Protula, 1 Eupomatus und verschie-
dene Serpula und Spirorbisröhren. ‘Leider sind die wenigsten
der hier erwähnten Arten bis jetzt genauer charakterisirt ;
wir dürfen jedoch hoffen , dass diese Lücke bald ausgefüllt
wird. Einstweilen haben fast nur die neuen Genera eine
nähere Berücksichtigung gefunden, und diese werden fol-
gendermassen charaklerisirt:
Glyeinde e fam. Glycerearum, Rüssel mit Randpapillen und
reicher Bewallnung: am Rande ein Kreis von etwa 20 Kieferspitz-
chen, von denen die zwei untersten ensehnlich gross sind; auf der
Rückseite zwei Längsbinden aufwärts gekrünmmter Zähne (mehrere 100),
kleinere Zähnchen auf der Bauchfläche und einzelne flache Plättchen
zerstreut an den Seiten. Kopflappen geringelt, die vier Fühlerchen
120 Leuckart: Bericht über die Leistungen in’ der Naturgeschichte
zweigliedrig, ein Paar Augen an seiner Basis, ein zweites nahe der
Spitze. Keine Kiemen. Rücken- und Baucheirrus , und zwei blatt-
förmigen, Lippen an jedem der beiden Borstenbüschel. Zwei lange
untere und zwei rudimentäre kuglige obere Aftereirren. Gefässe fehlen.
Sigambra e fam. Amytidearum (?). Kopflappen nicht deutlich
vom langen Mundsegmente geschieden , mit zweilappiger Stin, zwei
winzigen Stirn- und drei Nackenfühlern; jederseits zwei Paar Füh-
lereirren, der obere des hinteren Paares sehr lang, zwischen denen
des hinteren Paares ein Borstenbündelchen. Ruder einästig, mit einem
Bündel einfacher Borsten und einer Acicula; kurzer fadenförmiger
Bauch- und langer schmalblattförmiger Rückeneirrus, in dessen Basis
versteckt eine, zweite Acicula, begleitet von einem einzelnen ge-
streckten Häkchen. Zwei lange Aftereirren; zahlreiche, kurze Seg-
mente., Rüssel cylindrisch mit Randpapillen, Darm mit seitlichen
Fortsätzen in die Basis der Ruder; Blut gelb
Magalona e fam. Ariciaearum. Kopflappen flach, häutig, breit,
herzförmig; zwei sehr lange mit eylindrischen Papillen besetzte sog.
Fühlereirren. Vordere Körperabtheilung aus 9 Segmenten mit zwei-
zeiligen Bündeln einfacher Borsten, jedes mit einer cirrenartigen Lippe.
Die sehr zahlreichen Segmente der hinteren Abtheilung jederseits mit
einer unterenvund einer oberen Querreihe gestreckter Häkchen, zwi-
schen denen‘zwei cirrenartige, fadenförmige oder schmal blaltförmige
Fortsätze. Zwei Altereirren. Wenig vorstülpbarer Rüssel. Blut blass-
violett in der vorderen Abtheilung ohne Gefässe.
Gisela e Sam. Ariciaearum. , Herzförmiger Kopflappen ; zwei
Paar Augen. Ein Büschel Haarborsten zwischen einer breit blattför-
migen untern und obern Lippe, von denen die letztere in einen
eirrusartigen Faden ausläuft; auf der Bauchseite eine Querreihe Ha-
kenborsten, von denen einer S-förmig und stärker ist , die anderen
einen kurzen, scharf umgebogenen Schnabel haben. Von der oberen
Lippe läuft ‚eine ‚niedrige häutige, Lamelle mit stark flimmerndem
Rande, vorn über den Rücken. (Kieme ?). Die vorderen Segmente
sind abweichend ausgestaltet. Zwei Aftercirren.
Theodisca e fam. Ariciaearum. Wie Aricia, aber mit einem
Rüssel, der dendritisch in zahlreiche fingerförmige, mit Flimmerepi-
thelium bedeckte Lappen zerschlitzt ist. e
Hermundura e fam. Ariciaearum. Kopflappen zweispitzig oder
vielmehr in zwei einstülpbare Stirnfühler auslaufend. Zweiästige
Ruder; der lange untere Ast mit farbloser Acieula nnd einem Bü-
schel zahlreicher, ziemlich starker einfacher Borsten ; der sehr kurze
obere Ast mit einer einzigen kurzen und starken Aecicula. Kiemen
fehlen. Zwei seitlich abstehende und ein kurzer, unpaarer Aflter-
cirrus.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 121
Cherusca e. fam. Ariciaearuım. Winziger Kopflappen mit un-
paarem Fühler und einem ästigen Anhange auf dem Rücken (oder
dem ersten Segmente ?). Die seitlichen Fortsälze aller Segmente mit
einer obern und untern blattförmigen Lippe. Borsten des ersten
Segments ein Bündel gerader und ein Bündel schwach S-förmig gebo-
gener Borsten, am 2. und 3. Segmente einige dieser S-förmigen Ha-
ken und ein Bündel zarter Haarborsten, am 4—6. Segmente nur diese
leiztern, ebenso am 7—13., an denen die Enden der beiden Lippen
in spatelförmige Paleen ülergehen,, die diesen Weichtheilen nicht
ein-, sondern aufgepflanzt sind. Die übrigen Segmente mit mehre-
ren Büscheln verschieden starker Haarborsten und im oberen Theile
des Ruders mit einem Säckchen voll äusserst zahlreicher loser, in
Masse goldglänzender , sehr zarter, kurzer Borstchen, die bei jedem
Reize in Menge entleert werden und mit dem aus dem vordern Theile
des Ruders austretenden Schleime das Thier umgeben. Drei ‚After-
eirren. Die hintere Körperabtheilung ausserordentlich lang, über fuss-
lang und leicht zerbrechlich.
Drilidium e fam.? (= Thysanoplea Schm.). Der kurze rund-
liche Körper hat gegen 20 undeutlich geschiedene Segmente; ein
deutlicher Kopflappen , zwei Augen, Mund am Vorderende, daneben
ein Paar läugere Papillen (Fühler?), winzige Borstenhöcker ‚mit
einer Acicula und ein zwischen zwei kurzen Lippen vortretendes
Bündel von etwa fünf einfachen, lanzettförmigen Borsten. Haut, mit
kleinen Papillen besetzt. Kurzer muskulöser Schlund und weiter,
häutiger, etwas gebogener Darm, der frei in der Leibeshöhle liegt.
Lebt frei im Meerwasser und misst ‘nur wenige Millimeter. Leibes-
höhle mit «Eiern in verschiedener Entwickelung.
Isolda e fam. Terebellacearum. Ueber dem Lippenbläatte wenig
zahlreiche kurze Fühlfäden, acht Kiemenfäden auf dem Rücken, die
vier äusseren einfach, die vier inneren mit doppelter Reihe von Ne-
benfäden. Kiemen und Fühlfäden Nimmern.. Im hinteren Theile des
Körpers nur Flösschen mit kurzen Häkchen ; vorn Bündel einfacher
Borsten und untere Häkchenreihen, an deren Stelle bei den ersten
Borstenbüscheln eine dichte Reihe kurzer gerader Borsten. , Die Be-
wallnung des ersten Segmentes beschränkt sich auf einen einzigen
starken Stachel mit kurzer sichellörmiger Spitze. Blut blassroth mit
einem Stich in's Grünliche.
Grube veröffentlicht in den Videskab. Meddelels., (for
1858. p. 105—121) den Schluss der von ihm beschriebenen
Annulata Oerstediana mit folgenden meist neuen Arten:
Fam, Ariciaea : Poreia (n. gen.) maderensis Madeira ; Cirrha-
lulus caribous St. Croix, €. punetatus ebendah.; Fam. Opheliacen:
Ophelia appendiculata Valparaiso; Fam. Pherusea: Siphonostomum
122 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
cingulatum Rio-Janeiro ,.S, cariboum St. Croix; Fam. Terebellacea :
Terebella comata Valpar., Vuntarenas, T. alata Puntarenas, T, frondosa
ebendah., Sabellina longieauda St. Croix; Fam. Serpulacea: ; Sabella
brevicollaris St. Cvoix, S. pacifica Puntarenas, Serpula stellata (Abildg.)
Puntarenas.
Char. gen. n. Porcia Gr. Corpus vermiforme subquadrangulum.
Lobus capitalis minus prominens, segmento buccali penitus impressus.
Segmentum buccale et proxima 3 caruneula munita, cirri tentaculares
nulli. Wascieuli, setarum utrinque distichi; ‚superiores eirro' parvo
muniti,, inferiores eirro nullo, segmentorum anteriorum unum a_ce-
teris dilferens, ‚pectine selarum utrimque 1 anmatum , ‚civro nullo:
selae simplices , segmenli illius a ceteris diversae. Branchiae, eirri-
formes, in segmentis anterioribus desideratae,
Das von der Schwedischen Akademie herausgegebene
1. und 2 Heft der Kongl. Svenska Fregatten Eugenies Resa
1857 u. 1858 enthält (p. 1—32) austührliche Beschreibungen
der schon im Jahresberichte XX1l. S. 333 nach einer vor-
läufigen Mittheilung von Kinberg aufgezählten neuen Aphro-,
diteen, deren Bau zugleich durch zahlreiche treiflich ausge-
führte Abbildungen (Tab. I—VIII) erläutert wird. ' Wie die
nachfolgende Uebersicht zeigt, finden dabei auch zugleich
noch manche andere bekannte Arten eine nähere Berück-
sichligung.
I. Aphroditea Say. Pharynx exsertilis, maxillis armatus, altera
supera, altera infera ; appendices segmentorun diversae alterae Pro-
dientes eb evanescentes.
* Aphroditacea. Corpus oblongun, latum. Lobus cephalieus
rotundatus. Tuberculum faeiale sub lobo cephalico inter palpos,
ante orifieium oris. Tentaculum parte basali a media anteriore parte
lobi cephaliei' productum. Antennae nullae. Oculi ante mediam 'par-
tem lobi cephalici sili, sessiles vel sub-peduneulati. Palpi longi,
cerassi, sensim acuminali , ciliali. Cirri tentaculares duo in utroque
pede paris primi. Cirri buccales, sive ventrales paris pedum secundi,
eirris reliquis ventralibus longiores. Pharynx casertilis, inlus pone
marginem processibus cristaeformibus transversis quasi cartilagineis
armatus, maxillas fingentibus. Branchiae humiles papillosae, supra et
intra basin eirvorum dorsualium sitae, elytris te«tae, non semper ob-
viae. Elytra segmenlis 2, 4, 5, 7,9... . aflixa,
Sp. Aphrodite alta Kbg., A. aculeata L., A. longicormis Kbg.,
Hermione hystrix Sav., H. hystricella. Quatref.?, Aphrogeniaalba Kbg,,
Laetmatonice filicornis Kbg. ai
der niederen Thiere während des Jahres 1858 123
®= Iphioneca. Corpus ovale, oblongum, supra convexum. Lo-
bus cephalicus latus, utrinque rotundatus, antice bipartitus bases an-
tennarum emittens, tuberculum faciale minutum amplectentes. Oculo-
rum paria duo distantia in parte postica esterna lobi cephalici posita,
sessilia. Tentaculum nullum. Palpi erassi sensim acuminati eiliati.
Cirri tentaculares duo in utroque pede paris primi, Cirri buccales
reliquis ventralibus Jongiores. Pharynx exsertilis eylindrieus, papillis
g 11 Köln. = uwie ) R
y 1. Ar marginalibus, mediis proximis aequalibus; maxillae quatuor
validae, consistentia quasi corneae, in paria bina dispositae, superum
et inferum, corpore constitulae apicem praebente aduncum et tomium
dentatum, el processu musculis immerso elongalo, arcuato, laminaceo,
Elytra, branchiarum loco duplex reticulum hexagonum vasorum prae-
bentia, segmentis 2, 4, 5, 7... .allixa, dorsum totum tegentia, Pe-
des dorsuales et ventrales coniuncti, eylindrici, porrecti, selis simpli-
eibus ordinum binorum.
Sp. Ipbione muricata Sav., I. ovata Kbg., I. spinosa Kbg.
*=® Polynoina. Corpus elongatun, Tubereulum faciale nul-
lum. Lobus cephalicus convexus, basi tentaculi a parte media antica
oriente. Antennae binae distantes. Oculi quatuor laterales, duo an-
teriores, duo prope marginem posteriorem lobi cephalici, sessiles.
Palpi erassi, sub antennis eirrisque tentacularibus siti. Cirribuccales
prominentes, tentaculiformes, ventralibus longiores. Pharynx exser-
tilis cylindricus, papillis elongatis nullis; maxillae corneae, tomio dente
obsoleto vel edentato, prossessibus elongatis. Pedes dorsuales et ven-
trales coniuncti, setis simplicibus. Tela tomentosa nulla. Elytrorum
paria 12—35, in segmentis 2, 4,5, 7,9... Segmenta elytris ca-
rentia cirris dorsualibus praedita.
Sp. Lepidonotus Pomareae Kbg.. L. socialis Kbg., L. Jacksoni
Kbg., L. margaritaceus Kbg., L. Johnstoni Kbg., L. Wahlbergi Kbg.,
L. squamatusL., L. caeruleus Kbg., L. havaicus Kbg., L. striatus Kbg.,
L. indicus Kbg.; Halosydna Virgini Kbg., H. australis Kbg., H. brasi-
liensis Kbg., I. patagonica Kbg., H. parva Kbg., I. elegans Kbg.,
I. brevisetosa Kbg., I. gelatinosa Sars; Antinoe aequiseta Kbg., A.
Wahlii Kbg., A. pulchella Kbg., A. microps Kbg., Harmothoe spinosa
Kbg., Nermadion Magelhaense Kbg., H. longieirratus Kbg. ; Polynoe
antarctica Kbg.
®##® Acoetia. Corpus longum, depressum. Tuberenlum faciale
nullum. Tentaculum parte basali a media anteriore parte lobi cepha-
liei oriens. Bases antennarum duarum sub peduneulis oculorum oc-
eultae. Oeculi pedunculati duo; sessiles nullas vidimus. Palpi longi,
validi, Ineves. Cirri tentaculares duo in utroque pede paris
primi, tentaeuliformes. Cirfi buccales s. ventrales paris pedunı se-'
124 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
eundi eirris reliquis ventralibus longiores, tentaculiformes. Pharynx
exsertilis, margine anteriore papillis numerosis , papilla media supera
et infera elongata, tentaculiformi; maxillae corneae , corpore 'elon-
gato, humili, tomio dentato. Pedes dorsuales et ventrales connati.
Elytra, paria plurima, in segmentis 2,4, 5,7... et imparibus re-
liquis usque ad postremum ‚corporis obvia; segmenta elytris earentia
eirris dorsualibus praedita.
Sp. Eupompe Grubei Kbg., Panthalis Oerstedi Kbg., P. graci-
lis Kbg.
FRA Sigalionina. Corpus longum, angustum. Lobus cepha-
licus rotundatus , interdum elongatus. Tuberculum faciale nullum,
Tentaculum non semper obvium, plerumque longum; parte basali a
media parte lobi cephaliei producta. Antennae, quum »dsunt, a parte
anteriore lobi cephalici vel a basi tentaculi orientes. Oculi quatuor
nonnumquam vero duo vel nulli in speciminibus nostris perspieui.
Prope basin tentaculi, in parte anteriore lobi cephalici, fossae parvae
duae interdum adsunt rotundatae, fundo membrana tecta, anditus
fortasse organa. (Gebilde, die jedenfalls einer näheren, Untersuchung
bedürfen und eher mit Geruchsorganen, als mit Gehörwerkzeugen Aehn-
lichkeit zu haben scheinen. Ref.) Palpi in 'speciminibus nostris) longi,
sensim attenuati laeves. Cirri tentaculares duo in utroque pede; paris
primi, antrorsum vergente, setlis numerosis praedito, Cirri buc-
cales longi , tentaculiformes. 'Pharynx exsertilis , eylindricus, papillis
9 11 13
ET
aequali; maxillae corpore elongato , tomio edentato vel dente obso-
leto, processu corpore maxillae breviore. Pedes stylo praediti,
dorsuales setis serrulatis, tenuibus, ventrales setis compositis ;, nn-
mero .articulorum variabili. Elytra in segmentis antieis et. cirri dor-
suales alternantes; segmenta in parte media et postica coıporis et
elytris et cirris praedita.
Sp. Sihenelais Ilelenae Kbg., St. Blanchardi Kbg., St. artieulata
Kbg., St. oculata (Peters)? , St. Jaevis Kbg., Sigalion Edwardsi Kbg.,
Leanira Quatrefagesi Kbg., Psammolyce Petersi Kbg., Ps. fava Kbg-
####=# Pholoidea. Elytra in, segmentis alternandia; eirri dor
suales nulli, .nec in segmenlis ‚elytris praeditis, vee in segmentis ely-
tris carentibus.
papilla media, supera et infera, proximis longitudine
Sp. nullae,
#RSSSER Palmyracea. Elytra nulla, palexe in segmentis omni-
bus; iubercula et eirvi dorsuales alternantes.
Sp. nullae. |
Die der Gruppe der Amphinomeen zgehörenden schen
im leizten Jahresberichte erwähnten neuen.Genera:.Lirione,,
BE ne
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 125
Hermodice und Emythoe (Kinberg, Öfvers. kongl. vetensk.
Akad.’ Förhandl. XIV. p. 11) tragen folgende Diagnosen:
Lirione, Corpus elongatum, segmentis ovalibus magnis; lobus
cephalicus rolundatus, celevatus; antennae a lobo cephalico, palpi
a segmenlo primo orienles; carunculus elongatus; branchiae ramis
filiformibus, prope apicem pedum dorsualium; cirri dorsuales utrin-
que bini; setae omnes conlormes, bifidae, laeves; appendices ana-
les binae.
Hermodice. Corpus longum, depressum, segmenlis rectangulis;
lobus .cephalicıs magnus, rolundalus, carunculo magno, utrinque
alato, lobis foliaceis.. Antennae et palpi a segmento primo orientes;
branebiae in segmento secundo incipientes, eirrus dorsyalis cuiusque
pedis unicus; setae pedum dorsualium aliae subulatae, serratae, aliae
lineares laeves, ventralium apice serratae.
Eurythoe. Corpus longun . depressum , segmentis rectangulis;
lobus cephnlicus magnus, rolundatus, eorunculo medioeri, minute lo-
balo ; ‚antennae et palpi a segmento primo ‚orientes; cirrus dorsualis
unieus; selae pedum dorsualium aliae, lineares subarticulatae, ‚aliae
subbilidae, serratae ramo altero brevissimo (rarius, earum loco linea-
res); ventralium bifidae. Branchiae inde a segmento. tertio.
Wir haben aus Dalyells Chaetopodenuntersuchun-
gen oben eine Reihe von Mittheilungen gemacht, die in bio-
logischer Hinsicht einiges Interesse erregen dürften. Aber
auch für die Kenntniss der äusseren Formen sind diese Un-
tersuchungen nicht ohne Werth, um so weniger, als sie von
zahlreichen, meist eben so naturgelreuen, wie schönen Abbil-
dungen begleitet sind. Die Benutzung derselben wird leider
dadurch erschwert, dass Verf. die einzelnen Arten ohne ge-
nügende Detail - und Specieskenntniss benennt und kaum die
differenlesten Genera von einander unterscheidet. Ref. hat
die Mühe nicht gescheut, diese Arten, so weit es ihm mög-
lich war, der heutigen Nomenclatur anzupassen und giebt im
Folgenden eine Uebersicht derselben:
u Dorsibranchiati, , Aphrodite aculeata p. 170. Pl. XXIV. Fig. 15;
16, A. (Polynoe) cirrata p. 164—166., Pl. XXIV. Fig-1, 2, A., (Pol.)
swamata.p. 166, 107.. Fig. 3-10, A. ‚yarians...(=. P., ‚scabra 2)
pP. 167-169. Fig. 11, 12, A. velox. (walırscheinlich eine Jugendform,
ddr mit etwa 20 Segmenten und 10.Paar kleinen und durchsichtigen
Schuppen), A./arcta/ (= A. longn Fahr.),mit etwa. 60,Paar. Schuppen,
die die Mitte des Rückens frei lassen.
126 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Nereis teres: (= Glycera sp. wahrscheinlich Gl. alba Z. D.)
p- 144. Pl. XX, Fig. 1, 2, N. (Nephthys) hirsuta n. sp. Pl. XXI. Fig.
1-3 (nicht gehörig charakterisirt, so dass es kaum möglich, die Art
von den verwandten zu unterscheiden), N. lineata s. Nephthys mar-
garitacea p. 146. Pl. XXI. Fig. 4--10 (ein prächtiges, 10“ langes Thier,
das auch auf Helgoland vorkommt —= N. ciliata Rathke), N. (Casta-
lia) punctata Z. D. p. 158. Tab. XXI. Fig. 11—13, Nereis remex
(= Phyllodoce laminosa) p. 145—152. PI. XXIII. Fig. 1—7, Nereis
ellipsis (= Eulalia viridis ?) p. 152. PI.XX. Fig. 7—10, N. fulgens
(= N. Beaucoudrayi oder N. pelagica?) p.153. 154. Pl. XXI. Fig.
6—8, N. monoceros (eine Syllis mit langem Stirnfaden) p. 157. Pl.
XXI. Fig. 9—13, N. bullata (= Sphaerodorum flavum , Oerst.)
p- 147. Pl. XXI. Fig. I—5, N. foliata (= Aonis foliosa? mit zwei
nicht eben sehr langen Tentakeleirren und trompetenförmigem Saug-
napf am Hinterleibsende) p. 156. Pl. XX. Fig. 11—18, N. contorta
(Nerine?) p.156. Pl. XX. Fig. 19, 20. Nereis aries (= Spio crenati-
cornis) p. 148. PI.XX. Fig. 3—6, Spio seticomis p. 159. PI.XX.
Fig. 22, Spio (?) celata n. sp., eine kleine (1) gehäusebanende An-
nelide mit 8-10 Segmenten und zwei langen Fühlereirren.
Nereis parva p. 147. Pl. XX. Fig. 23—25 ist eine nicht zu ent-
zilfernde Jugendform (5) mit schlankem Körper und 2 langen Ten-
takeln. Ohne Gelenkhöcker (und Borsten ?). Gleiches gilt von Ne-
treis' hirsuta (%4”‘) p. 259. PI.XXXVI. Fig.10 und N. peectinata (2)
p- 259. Pl. XXXVI. Fig. 12—15.
Lumbrieus cirratus p. 133—-135. Pl. XVII. Fig. 1-4 = Cirra-
ulus borealis; I. marinus p. 135—138. Pl. XIX. Fig. 1 = Arenicola
piscatorum, Fig.2 =Ar. Boekii Rathke; L. capitatus p. 138. Pl. XVII.
Fig. 8, 9. = Capitella Fabricii Bl.
Clymene borealis (= Cl. lumbricalis Fahr.) p. 255. pl. XXXV.
Fig. 7. Das Trichterende wird als das vordere beschrieben.
Pherusa Mülleri (= Siphonostomum plumosum) p. 257. Tab. XVII.
Fig. 5—9.
Siphonostoma gelatinosum (ein sehr merkwürdiges Thier, das
in der Nähe der Siphonostomen ein eigenes Genus bilden muss. Kör-
per ganz durchsichtig, 3“ lang, 3“ dick, vierkantig mit ungefähr 40
undeutlichen Segmenten, deren jedes an der Kante ein Paar lange
Haare trägt: Das vordere — beim Schwimmen hintere — Körper-
ende mit zwei dünnen llügelförmigen Lappen, die sich zusammenle-
gen können und zwei contraetile Fühler von gelblicher Farbe so wie
zwei Bündel von etwa 20 Borsten zwischen sich nehmen. An der
Basis der Borsten ein grosses Auge. Lebt im Schlamme, schwimmt aber
auch häufig und anhaltend umher.) p. 256. Pl. XVII. Fig. 10—12.
In die Nähe der Siphonostomen (oder Terebellen?) scheint auch
u, u U TE
der niederen Thiere während des Jahres 1358. 127
die Pl. XXVI. Fig. 11 und 12 abgebildete aber nicht beschriebene
durchsichtige Wurmform mit 6 Tentakeln und zwei gefiederten Kie-
men zu gehören. |
Capitibranchiati. Sabella alveolaria (Sabellaria sp.) Vol. I.
p- 175—178. Pl. ÄXV. Fig. 1—4, Sab. belgica (= Peectinaria auri-
coma) p. 176 — 180. PI.XXV. Fig. 5,16. Terebella littorslis s. are-
naria n. sp. (7—S“ lang, 16 Paar Borstenbüschel, 3 Paar Kiemen mit
mittlerem Stamm un® Seiten-Zweigen erster und zweiter Ordnung,
baut Gehäuse aus Sand) p. 183—191. Pl. XXVI. Fig. 1—7, T. figulus
h. sp. (31%, lang, 24 Paar Borstenbüschel, 3 Paar Kiemen mit dicho-
tomisch gespaltenen langen und spiraligen Endästen, baut plunpe
und weite Schlammröhren und zwar meist in leeren Muschelschalen)
p-180—197. Pl. XXVI w..XXVII. Fig. 1, 2, T. tuberculata n. sp,
(5° lang, 17 Paar Borsienbüschel, 3 Paar baumartig verästelter Kie-
men, roth, mit zahlreichen kleinen weissen Tüpfeln, baut weite Sand-
röhren) p. 197— 199. P]. XXIX, T. conchilega (= T. madida) mit zwei
quastförmigen Kiemenpaaren p. 199-203. Pl. XXVIIL. Fig.3—9, T.
maculata n. sp. (mit Amph. cristata Z. D. verwandt, wenn nicht
identisch, 1'% lang, ein Paar hirschgeweihartiger Kiemen, 20—24
gelleckte Tentakel , 16 Paar Borstenbüschel , baut Röhren aus
Sand) p-203— 206, Pl.XXVUL. Fig. 10—14, Terebella textrix.n. sp-
(eine kleine 6-12” lange Art mit 25—40 Tentakeln und einem Paar
verästelter Kiemen, dem nach hinten noch ein zweiter Kiemenstummel
sich anschliesst. Dauut ein unvollständiges Rohr von Sand oder
Schlamm, das aber häufig verlassen wird, und spinnt aus dünnen Fä-
den ein Gewebe zur Aufnalıme desLaiches) p. 206—207. Pl. XXVIIT.
Fig. 15—18. Terebella pecten (= Terebellides Strocmii Sars) p. 208.
Tab. XXVI. Fig. 9, Terebella ostreae (eine eigenthümliche in Austern-
schalen bohrende Wurmform, die ein besonderes Genus bildet, aber
nur ünvollkoninen beschrieben ist. 9% lang mit zahlreichen Seg-
inenten‘, die alle mit Borstenbüscheln versehen sind und acht langen
Fühlfäden , ähnlich denen der Terebellen. Ohne Riemen. Farbe
dunkel) p.205. Pl. XXVI. Fig. 10, Amphitrite ventilabrum (= Sabella
penicillus zZ. D.) p.210—236. PI.XXX, A. bonbyx (wahrscheinlich
identisch mit Sab. Lucullana, jedenfalls durch Habitus und Kiemen-
bildung damit übereinstimmend. Die Röhre wird ohne erdige Sub-
stänzen gebaut und ist ein Ausschwilzungsprodukt der äusseren Be-
deckungen, das sich nach jedem Verluste erneuert) p. 236— 244. Tab.
XXXT u. XXXI. Fig. 1--13, A. lloscula (= Sab. vesiculosa Mont. ?)
p. 244— 247. PI.XNXAT. Fig. 9, mit einem dicken gelatinösen Rohre,
Anphiteite palmata (= Fabricia sp. mit nur 6 Segmenten und 6 Kie-
menstrahlen 1 lang) p. 248. PI.XXXIL. Fig. 10,11, Filipora filigrana
(= Filograna implexa) p. 250— 252, Pl. XXXIV.
Br Damibrieine. "Nails lacustris (— Chaetogaster diaphamis) 1. c.
128 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
p- 180. Pl. XVII. Fig.1—5, Nais proboseidea p. 131. Pl. XV1. Fig.6
und; 7, Lumbricus hirsutus mar, (an Nais 2) p. 140. Fig. 13—16, Lum-
brieus littoralis (= Saenuris lineata ?) p. 139. Fig. 17, 18, Lumbri-
eus teres (= Lumbrieulus variegatus) p. 140. Pl. XVII. Fig.10—12.
Gephyrei.
Von Lacaze-Duthiers erhielten wir eine ausge-
zeichnete Abhandlung über Bonellia viridis (Ann. des scienc.
natur. T. X. p. 49—110. Tab. I—Ill, im Auszuge Cpt. rend.
T. 47. p. 1058), durch welche die früheren Angaben von
Schmarda 0). B. XX. p.332) u. A. vielfach berichtigt und
erweitert werden. Aeussere und innere Organisation, Sitten
und Lebensweise dieses interessanten Thieres finden darin
eine gleichmässige, genaue und ausführliche Berücksichtigung,
und werden die geschilderten Verhältnisse überdiess noch
durch eine Reihe der schönsten Abbildungen erläutert. Wenn
wirt Ewas in der Abhandlung vermissen, so ist es eine aus-
reichende Kenntniss der vorhandenen Litteratur — doch das
ist ein Vorwurf, den man den wissenschaftlichen Arbeiten
der französischen Zoologen nur gar zu häufig zu machen hat.
Die Bonellia lebt an der Südküste des Hafens von Mahon in
grosser Menge, ist aber nur schwer zu erhalten, da sie sich in Fels-
löchern (oder Gängen zwischen Steinen) aufhält und nur mit dem
lang. gestreckten Rüssel nach Aussen hervorragt. Und auch dieser
Rüssel wird bei drohender Gefahr zurückgezogen. Uebrigens scheint
es, als wenn, unser Thier zu gewissen Zeiten seinen Schlupfwinkel
verliesse und mit Hülfe des äusserst contraktilen Rüssels, dessen Hör-
ner dabei wie Saugnäpfe wirken, auch vielleicht mit Hülfe der
Borsten auf dem Boden umherkrieche. Die Körperwandungen sind
einer ausserordentlich kräftigen pexistaltischen Contraction fähig und
diese erlaubt auch den Eintritt in enge Felsspalten. Dass das grüne,
ın die äusseren Bedeckungen der Haut eingelagerte Pigment mit
dem Chlorophyll identisch ist, wieSchmarda behauptet hat, möchte
Verf. fast bezweifeln, wie er denn auch die Existenz eigentlicher Haut-
drüsen in Abrede stellt, obwohl dieses Pigment beim Berühren. ab-
färbt., Der Darm hat, wie schon Schmarda angab, eine einfache
Canalform und eine sehr beträchtliche Länge. Er beschreibt eine
Spirale mit mehrfachen Rückläufen und wird durch ein unvollständi-
ges Mesenterium an der Körperwand befestigt. Der mittlere grimm-
darmartig gefaltete Theil trägt auf seiner Innenfläche einen, dicken
FE
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 129
Belag von gelb gefärbten Leberzellen und besitzt überdiess ein deut-
liches Flimmerepithelium. Was Schmarda (und auch M. Müller
bei Thalassema) als Ovarium in Anspruch nahm, ist in Wirklichkeit
nur Eibehälter. Das Ovarium ist ein dünnes und strangförmiges Or-
gan, das in der Medianlinie der hinteren Körperhälfte durch ein kur-
zes neben dem Nervenstrange sich inserirendes Mesenterium befestigt
ist. Die Oberfläche des Ovariums trägt zahlreiche kleine Zäpfchen
und ein jedes derselben enthält ein Ei, auf dem eine Anzahl kleiner
Zellen (die Ref. den Dotterbildungszellen in den Ovarien der Insek-
ten vergleichen möchte) aufsitzt. Die reifen Eier fallen in die Lei-
beshöhle und gelangen erst von da in den Fruchthälter, der zu die-
sem Zwecke an seinem Basaltheile eine eigene trompetenförmige Oefl-
nung besitzt, dasselbe Organ, das nach Schmarda möglicher Weise
den Hoden unserer Bonellia darstellen sollte. (Schon M. Müller
hat in diesem auch bei Thalassema vorkommenden Organe eine Oefl-
nung erkannt.) Für gewöhnlich ist der Fruchthälter unpaar, doch
fand Verf. einmal ein Exemplar mit zweien völlig symmetrisch ent-
wickelten Fruchthältern (wie das bei Thalassema die Regel ist), Ueber
die männlichen Organe blieb Verf. im Ungewissen; er fand allerdings
zwischen den Zellen, die den Fruchthälter im Innern auskleiden,
zahlreiche stäbchenförmige Gebilde, wagt aber nicht mit Bestimmtheit,
dieselben alsSamenfäden in Anspruch zu nehmen. Wenn die Bonellien
getrennten Geschlechts sind, so müssen die Männchen ungleich seltener
oder auch vielleicht nur auf eine gewisse Jahreszeit beschränkt sein.
Der Nervenstrang ist (wie auch bei Sipuneulus) ohne Ganglien,
ein einfacher Cylinder, aus dem nach rechts und links zahlreiche
Fäden ausstrahlen. Schmarda beschreibt allerdings ganglionäre
Anschwellungen ; es scheint aber, dass sich derselbe durch das Ova-
rium hat täuschen lassen. Auch das von Schmarda beschriebene
Darmnervensystem konnte unser Verf. nicht auffinden, dagegen aber sah
derselbe einzelne Zweige auf den Munddarm und den Fruchthälter
übergehen. Dicht hinter der Mundöflnung spaltet sich der Bauchstrang,
aber nicht, um vor derselben, wie etwa bei Sipunculus, in ein Hirn-
ganglion anzuschwellen. Das Verhalten ist hier ein anderes, indem beide
Stränge isolirt in die Seitentheile des Rüssels eintreten, denselben
seiner ganzen Länge nach durchsetzen und in der vordern Lippe der
beiden Hörner schlingenförmig verschmelzen. Wenn man will, so
hat also auch Bonellia einen Schlundring, aber einen ungewöhnlich
weiten. (Den sog. Rüssel dürfte man unter solchen Umständen wohl
als eine eigenthümliche Entwickelung des Kopfzapfens in Anspruch
nehmen.) Aufallend sind die zahlreichen Nervenäste, die in den
vordern Lippenrand der Hörner ausstrahlen, und das um so mehr, als
die Rüsselnerven sonst keine Zweige abzugeben scheinen. Die den
beiden sog. Lungensäcken aufsitzenden Bäumchen haben einen dicken
Archiv f. Naturg. XXV. Jalırg. 2. Bd. J
130 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
Zellenbelag von augenscheinlich drüsiger Beschaffenheit und sind am
Ende ihrer Zweige von einer weiten Oeffnung durchbohrt, die einen
freien Zusammenhang mit der Leibeshöhle darstellt und ebenso wohl
durch ihre Flimmerung,, wie durch eine eigenthümliche, Wichter-
oder urnenförmige Gestalt sehr auflallend erscheint, Verf. vergleicht
diesen Apparat mit dem Bojanus’schen Organe der Mollusken. Gewiss
mit allem Rechte, doch hätte eine Zusammenstellung mit den schlei-
fenförmigen Drüsen der Chaetopoden (segmental organs Will.) viel-
leicht noch näher gelegen. Oilenbar sind diese „Urnen“ auch genau
dieselben Gebilde, die Leydig und Müller als „pantoflelförmige
Fimmerorgane“ schon früher bei Synapta gefunden haben. Allerdings
bilden diese letztern keine „Wasserlungen ,“ allein auf einen derarti-
gen Unterschied ist wohl kein allzu grosses Gewicht zu legen. Nach
dem Funde unseres Verf. (der übrıgens, wie ich nachträglich sehe,
nicht ganz neu ist, indem schon Forbes und Goodsir in ihrer Ana-
tomie von Echiurus an den Endzweigen der sog. Lungen fimmernde
Oefinungen beschreiben) scheint die Vermuthung von Leydig, dass
die „Wasserlungen“ der Echinodermen nur als eine besondere Form
des exceretorischen sog. Wassergelässsystenis zu betrachten seien, wohl
begründet, obwohl einstweilen immer noch die direkte Bestätigung
abgewartet werden muss. Das Blutgelässsystem ist nach den Be-
obachtungen unseres Verf. in vieler Beziehung einfacher, als es
Schmarda beschrieben hat, und namentlich ohne jene zahlreichen
Seitenzweige, die den Abbildungen unseres deutschen Forschers ein
so reiches Aussehen geben. Es besteht im Wesentlichen aus einem
unpaaren contraktilen Rückengelässe, dessen hinteres Ende sackarlig,
wie zu einem Herzen (an dem aber niemals Contraktionen beobachtet
wurden) erweitert ist, und einem meist paarigen Bauchstamme, die
alle drei in den Hörnern des Rüssels, wie auch hinten schlingenför-
mig in einander übergehen. Ueber den Inhalt der Leibeshöhle hat
Verf. keine Untersuchungen angestellt, doch zweifelt er nicht, dass
derselbe gleichfalls den Ernährungsflüssigkeiten zugehöre.
Von neuen Arten haben wir zu erwähnen:
Sipunculus phalloides Pall. aus Puntarenas, Phascolosoma Pun-
tarenae n. sp. ebendah., Ph. Antillarum ebendah., Dendrostomum
(n. gen.) alutaceum n. sp. St. Croix, Grube, Annulata Oerstediana ]. c
Das neue Gen. Dendrostomum unterscheidet sich von Phasco-
losoma besonders durch die zusammengesetzte Bildung der Mundten-
takel: Corpus breve, subelavaeforme, papillis munitum, postice tumi-
dum, apice acuminatum. Proboscis brevior papillosa. Tentacula or-
bem componentia, composita,
Dalyell liefert zwei gelungene Abbildungen von Priapulus
eaudatus, L. c. T.11. Pl. XXXV. Fig. 1. u. 2. p. 253.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 131
Chaetognathi,
Ref. hat schon im Jahresberichte für 1856 (Bd. XXI.
S. 182) erwähnen müssen, dass Meissner die Sagitten
nicht länger als Würmer gelten lassen will, sondern als Wir-
belthiere in Anspruch nimmt. Was damals über Meiss-
ner’s Ansichten vorlag, war nur eine Reihe von kurzen
Mittheilungen, die den Umfang der vom Verf. angestell-
ten Untersuchungen vielleicht nicht vollständig überblicken
liess. Inzwischen ist nun aber in den Verhandl. der schweiz.
naturf. Gesellschaft zu Basel im Jahre 1857 ‚der ausführ-
liche Originalbericht über den betreffenden von Meissner
gehaltenen Vortrag erschienen, und dieser lautet — wir las-
sen ihn bei dem Interesse, das die angeregie Frage besitzt,
wörtlich abdrucken — folgendermassen:
„Junge Individuen von 2—5 Mm. Länge besitzen im Innern ihres
Leibes dicht unter der Rückenwand, vielleicht noch innerhalb der-
selben, einen aus zwei Reihen grosser, mit heller Flüssigkeit gefüll-
ter Zellen bestehenden Strang, welcher, in eine zarte Scheide einge-
schlossen, dicht hinter dem Kopfe beginnt und ebenfalls spitz aus-
laufend bis über den After sich erstreckt. Dieser Zellenstrang schwin-
det allmählich mit dem Wachsthume und der Ausbildung des Thie-
res, theils von beiden Enden her schrumpfend, theils auch hier und
da im Verlaufe, und Individuen von 6—7 Mm. Länge pflegen keine
Spur mehr von dem Organe zu besitzen, Die Zellen sind sehr gross,
wasserhell, mit wandständigem Kerne und zähem Inhalt; die doppelte
Zellenreihe ist in dem mittleren Theile des Thieres fast so breit, wie
der Durchmesser der Leibeshöhle. Das centrale Nervensystem besteht
aus einem im Kopfe gelegenen Ganglion, welches eine mit kleinen
Ganglienzellen gefüllte Blase bildet und sich nach hinten in ein
schmales, schwer wahrnehmbares Rückenmark fortsetzt. Dasselbe
zieht in der Mittellinie des Rückens bis in die Gegend des Afters
herab und liegt in jungen Individuen unmittelbar über jenem Zellen-
strang, Eine in der ganzen Länge verlaufende mittlere Furche (oder
Centralkanal ?) ist vorhanden : und nach beiden Seiten treten zarte
Nerven in die Leibeswand aus. Indem Verf. jenem Zellenstrang keine
andere Deutung als die einer Chorda dorsalis geben kann, erkennt
derselbe in der Organisation der Sagitta zwei der wesentlichsteu
Charaktere der Wirbelthiere, denen er das Thier, wie Amphioxus eine
besondere Abtheilung der Fische bildend, als niederstes anreiht, eine
Stellung, mit welcher einerseits die Beobachtung Darwin’s überein-
132 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
stimmt, welcher Embryonen von Sagitta sich auf bauchständigem Dot-
ter entwickeln sah , andererseits das bekannte Verhalten der Muskel-
substanz, welche aus quergestreiften Primativfasern besteht und nach
den Beobachtungen des Verf. eine eigenthümliche Anordnung zeigt.
Verf. glaubt sogar einen eigenthümlichen, bei jungen Individuen be-
obachteten sog. „Bauchsattel“ — eine Masse kleiner Zellen, von dünner
Haut zusammengehalten —, welcher locker der Bauchfläche anhängt und
sich ohne Verletzung des Thieres abstreifen lässt, hypothetisch vor-
läufig als Rest des Dotters deuten zu dürfen.“
Hinsichtlich einiger anderer Organisationsverhältnisse,, beson-
ders einer Communication der Leibeshöhle mit dem umspühlenden
Wasser, verweist Verf. auf eine spätere ausführliche Mittheilung, wel-
che von Abbildungen begleitet sein wird.
Schon bei der ersten Berichterstattung hat Ref. seine
Zweifel an der Richtigkeit der von Meissner vertretenen
Auffassung hervorgehoben; er sieht sich veranlasst, diesel-
ben heute noch ein Mal zu wiederholen, nachdem er inzwi-
schen in Gemeinschaft mit Pagenstecher den Bau der
auch von M. untersuchten Sagitta germanica (Archiv f. Anat.
und Physiol. 1858. S. 593—600. Tab. XX) durch eigene Be-
obachtung näher kennen gelernt hat. Allerdings lauten die
Angaben Meissner's sehr entschieden, allein trolzdem ist es
uns nicht geglückt, das von diesem Forscher beschriebene
Rückenmark oder auch nur dessen Chorda zur Anschauung
zu bringen. Und doch haben wir eifrigst danach gesucht und
nach Meissner’s Angaben auch viele junge (nur 2—3Mm.
grosse) Exemplare zu Rathe gezogen. Was wir gefunden,
stimmt aber andererseits mit den älteren Darstellungen auf
das Vollständigste überein. In Belreff des Nervensystems
sind wir freilich, nicht weiter gekommen, als Wilms —
aber das beweist wohl nur, dass sich unsere nordische Sa-
gitta für die Untersuchung dieses Apparats viel weniger eig-
net, als die grössere S. bipunclala, bei der Ref. sich selbst
früher von der Richtigkeit der Krohn’schen Angabe über-
zeugen konnte. Die Geschlechisorgane entstehen als solide
Zellenhaufen, die von der Innenfläche der Leibeshöhle,
männliche und weibliche zu gleicher Zeit, und nur durch das
an den Afterdarnı sich inserirende Zwerchfell von einander
getrennt, emporwuchern. Die Zellen der männlichen Organe
lösen sich nach kurzer Zeit (wie bei den meisten Chaeto-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 133
poden) und fallen frei in den Hohlraum des Schwanzes, um
sich hier zu Samenfäden zu entwickeln , während die Zellen
des weiblichen Apparats sich zunächst in einen hohlen Beu-
tel verwandeln, dessen Wand dann später die Eier abson-
dert. (Achnlich mag es sich bei den Chaetopodenarten mit
distineten beutelförmigen Geschlechtsorganen verhalten.) Mit
der weiblichen Geschlechtsöffnung steht ein schlauchförmiges
Receptaculum seminis in Zusammenhang, wie das schon von
Krohn ganz richtig hervorgehoben ist.
Gegenbaur’s Untersuchungen über die Entwickelung
von Sagilta (J. B. XXIII. S. 181) sind in englischer Ueber-
selzung in das Quarterly Journ. micros. se. VII. p. 47 über-
gegangen.
In Lewes Naturstudien ist S. 243. Tab. V. Fig. 1 eine
Sagilta beschrieben und abgebildet, die sich durch die Länge
des Schwanzes und die Einfachheit der Vorderflossen von den
übrigen bis jetzt bekannten Arten unterscheidet. Seiten -
und Schwanzilossen fliessen zusammen, und sind die männ-
lichen Geschlechtsöffnungen, was wohl damit zusammenhängt,
nicht unmittelbar in dem Mantel des Körpers, sondern in der
Substanz der Flossen angebracht. Die Samentaschen werden
(mit Huxley u. A.) als wimpernde Eileiter gedeutet. In
der Kupfererklärung wird die beschriebene Art als S. Ma-
riana n. sp. bezeichnet.
Nematodes.
Schneider lenkt die Aufmerksamkeit der Zoologen
auf die Seitenlinien der Nematoden , die von den bei ober-
Nlächlicher Betrachtung nicht unähnlichen Medianlinien sehr
verschieden sind und einen dem sog. Wassergefässsystem
der übrigen Würmer analogen Apparat darstellen. Archiv
für Anal. u. Physiol. 1858. S. 426—436. Taf. XV.
Die Seitenlinien oder Seitenfelder, die den anliegenden Mus-
kelfeldern in manchen Fällen an Breite gleichkommen, bilden einen
nach innen frei vorspringenden oder mit der äusseren Schicht des Darm-
kanals durch Membranen verbundenen Wulst, der aus einer feinkör-
nigen, von mehr oder minder grossen Kernen durchsetzten Substanz
besteht und ein dünnes und helles Gefäss mit offenem Lumen in sich
einschliesst. Im Vorderende des Wurmes anastomosiren diese Ge-
134 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
fässe, um sodann auf der Bauchlinie durch eine gemeinschaftliche;
schon von Siebold beschriebene Querspalte auszumünden. Obwohl
dieses Gefässsystem in manchen Fällen vergebens gesucht wurde,
scheint es doch sehr allgemein bei den Nematoden vorzukommen,
mitunter freilich in etwas abweichender Bildung. So vermuthet
Verf. z. B., dass auch das von v. Siebold beschriebene unpaare
Gefässsystem von Filaria pisctum und Asc, osculata, das gleich-
falls an dem Vorderende des Körpers ausmündet, den „Seitengefäs-
sen“ zuzurechnen sei. (Ref. möchte bei dieser Gelegenheit auch an
das eigenthümliche, seinen Untersuchungen nach gleichfalls aus einer
körnigen Masse mit einer Längsreihe grosser Kerne gebildete Organ
erinnern, das neben dem Oesophagus von Trichocephalus und Tri-
china hinläuft und keineswegs, wie man wohl behauptet hat, der
Wand dieses Kanales angehört.) Ebenso dürften auch wohl die seit-
lichen „Zellenschläuche * von Mermis, denen Meissner freilich
noch einen dritten in mehrfacher Beziehung verschiedenen bauch-
ständigen ‚Schlauch zurechnet, den Seitenfeldern entsprechen.
Bei Ascaris compar aus dem Darme von Perdix eine-
rea fand Walter (Arch. für Naturgesch. 1858. I. S. 277)
in den die männliche Geschlechtsöffnung umgebenden Papil-
len einen Körper mit hellem Mittelpunkte, der mit einem Paci-
nischen Körperchen eine grosse Aehnlichkeit hat und auch,
wie (dieser, einen, hier aus der um den Mastdarm liegenden
Ganglienmasse hervorkommenden, Nervenfaden bekommt.
Die Frage nach den Geschlechtsstoffen und der Be-
fruchtung der Nematoden bildet schon seit mehreren Jahren
einen stehenden Artikel unseres Berichtes. Auch dieses Mal
haben wir wieder eine diesen Gegenstand betreffende, aus-
führliche Abhandlung zu erwähnen , die, wie Ref. glaubt,
nicht wenig zur definitiven Feststellung unserer Ansichten
über die beregte Frage beitragen dürfte: über Ei- und Sa-
menbildung und Befruchtung bei den Nematoden, von H.
Munk, Zeitschr. für. wiss. Zool. Bd. IX. S. 365-416. Taf.
XIV u. XV. In ihren Hauptresultaten stimmen die hier vor-
liegenden Untersuchungen mit den im vorigen J. B. angezo-
genen Beobachtungen von Claparede. Beide Beobachter
constaliren namentlich in gleicher Weise den Mangel‘ der Dot-
terhaut an den noch nicht ausgebildeten Eiern, so wie das
Nichtvorhandensein einer Micropyle, beide heben hervor,
dass die Bischoff’schen Epithelialkegel die wirklichen Samen-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 135
körperchen sind, dass sie aber ein Eindringen derselben in’s
Innere des Eies und eine Fettmetamorphose niemals gesehen
hätten. An anderen Punkten weichen die Angaben unserer
Verff. übrigens auch mehrfach auseinander, und in dieser Be-
ziehung erwähnen wir hier Folgendes:
Was zunächst die Rhachis betrifft, so erscheint diese, nach den
Untersuchungen unseres Verf., als der Ueberrest der ursprünglich für
alle Keimbläschen gemeinschaftlichen Dottermasse, die, anfangs von
einer verhältnissmässig sehr ansehnlichen Entwickelung, bei zunehmen-
der Isolation der einzelnen Eier und fortschreitendem Wachsthume
allmählich immer mehr schwindet und schliesslich ganz verloren
geht. Wo die Zahl der auf demselben Querschnitte zusammenliegen-
den Eier eine sehr geringe ist, bei den kleinern Nematoden, da fehlt
eine eigenliche Rhachis, indem die Isolation der Eier unter solchen
Umständen schon früher eintritt. Auch in den männlichen Organen
findet sich (wie übrigens schon von Ref. angemerkt war, J. B. XXII.
S. 354) eine solche Rhachis, nur ist diese nach unserem Verf. eine
mehrfahe und auch wohl niemals von so ansehnlicher Grösse. Die
Umwandlung der strahligen Samenkörperchen in die bekannten ke-
gelförmigen Zäpfchen geht bei manchen Exemplaren (wie es scheint,
dann, wenn die Begattung erst später stattfindet) schon in den männ-
lichen Organen vor sich und zwar durch Kernmetamorphose und Ver-
Just der peripherischen Umlagerungen. Was Bischoff als Samen-
körperchen in Anspruch nahm, sind pararitische Bildungen, die sich
mitunter auf Kosten der eigentlichen Geschlechtsstoffe entwickeln
und vom Verf. mit den von Lebert bei kranken Seidenraupen auf-
gefundenen einzelligen Pilzen (Panhistophyton) identificirt werden.
Die Eier der mit diesen Pilzzellen erfüllten Weibchen sind stets un-
befruchtet, wie schon daraus hervorgeht, dass das Chorion derselben
der für die befruchteten Eier so charakteristischen Facetten entbehrt.
Die Befruchtung geht nach der Vermuthung unseres Verf, durch Auf-
nahme des feinkörnigen Inhaltes der den Eiern mit ihrer offenen Basis
aufsitzenden Samenkörperchen vor sich.
Auch Walter behandelt (Zeitschrift für wissenschafltl.
Zoologie IX. S. 485—495. Taf. XIX) in der Fortsetzung sei-
ner „Beiträge zur Anatomie und Physiologie von Oxyuris
ornata® die Frage nach den Geschlechtsorganen und deren
Produkten.
Histologisch bestehen diese Organe, weibliche wie männliche,
aus einer strukturlosen Membran, welche nach Innen zu von einem
je nach den Abschnitten verschieden gestalteten Epithel bedeckt
wird und mit Ausnahme der letzten blinden Enden (des Keim-
136 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
stockes) von,schwächeren oder stärkeren Muskelmassen umlagert ist.
Die Geschlechtsprodukte entstehen durch einfache Umhüllung eines
freien Kernes (Keimbläschen , Kern der Samenzelle) , der seinerseits
durch Kerntheilung der in den letzten Enden gelegenen Epithelial-
zellen gebildet wird. Die Samenkörperchen erreichen schon in den
männlichen Organen ihre volle Entwickelung. Ihr Eindringen in das
Innere des Eies konnte Verf. oftmals beobachten, doch glaubt der-
selbe, dass auch ein bloss äusserlicher Contakt schon zur Befruchtung
genüge. Eine Micropyle fehlt und das Chorion. bildet sich erst spät,
beim Beginne der Embryonalentwickelung. Nach der Befruchtung ver-
schrumpfen die Samenkörperchen,, ohne Feitmetamorphose, Dagegen
enthalten die unbefruchteten Eier („false eggs“) häufig Fetttropfen.
Die Bildung der Geschlechtsorgane lässt Verf. von einem auf der be-
reits vorhandenen Geschlechtsöffnung aufsitzenden Zellenhaufen aus-
gehen. (In anderen Fällen, wie z. B. nach des Ref. Beobachtungen
bei Trichina, ist das in sofern anders, als hier zunächst in der Lei-
beshöhle ein Zellenstrang entsteht, der erst später mit !der, bei
Männchen und Weibchen bekanntlich verschieden gelegenen Ge-
schlechtsöffnung in Zusammenhang tritt.)
Weinland beobachtete bei einem männlichen, in der
Leber von Bufo viridis eingekapselten Nematoden vor der
Geschlechtsöffnung eine doppelte Reihe zierlicher Haftor-
gane, die je aus einem. miltlern rosettenartigen Scheibchen
und zweien seitlichen gerippten Flügeln gebildet waren. Verf.
erinnert dabei an die von Dujardin bei Oxyuris ornata 42
beobachteten „Anhänge“, die wohl sehr ähnliche Gebilde sein
dürften, und vermulhet die Möglichkeit einer Artidenlität in
beiden Fällen. Würtemb. nalurwiss. Jahresber. 1859. S. 97—99
mit Abbildungen.
Wir haben schon in einem früheren Berichte auf die
von verschiedenen Forschern (besonders von Schubart und
Verloren, von Richter und Refer.) angestellten Expe-
rimente aufmerksam gemacht, durch die zur Genüge be-
wiesen wird, dass die Eier der oviparen Nematoden sich
nach einer bald längeren, bald auch kürzeren Aufbewahrung
in Wasser und anderen Flüssigkeiten entwickeln. Munk
hat in der oben erwähnten Abhandlung (S. 410) dieselbe Be-
obachtung gemacht und weiter hervorgehoben, dass die Ent-
wickelung der Eier selbst in mikroskopischen Präparaten vor
sich gehe, die durch Anwendung. von chromsaurem: Kali
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 157
hergestellt wurden. (Ref. hat bereits 1857 auf der Naturfor-
scher - Versammlung in Bonn solche Präparate mit lebenden
Nematodenembryonen vorgezeigt; vergl. van Beneden et
Gervais, zool. med. T. 11. p. 312.)
Davaine hat, wie es scheint, ohne von seinen Vor-
gängern zu wissen , ganz ähnliche Experimente angestellt
und durchaus übereinstimmende Resultate erzielt. (Compt.
rend. 1858. T. XLVl. p. 1267, Ann. and Mag. nat. hist. 1858,
I. p. 491, rech. sur le develop. et la propagat. du tricho-
cephal. de ’homme et de l’ascaride lumbricoide.) Die Eier
des Trichocephalus — den Küchenmeister in seinem
bekannten Parasitenwerke irrthümlicher Weise als vivipar
bezeichnet — entwickeln zum Theil erst 8:/, Monat nach dem
Ablegen einen reifen Embryo, nachdem 2/, Monat früher die
ersten Spuren der Dotterklültung aufgetreten waren. (Ref.,der
gleichfalls mit den Eiern des Trichocephalus dispar experi-
menlirte, erhielt im Sommer schon nach 6 Monaten einzelne
reife Embryonen. Ob hier übrigens bloss der Unterschied
der Temperatur massgebend ist, deren Einfluss auf die Ent-
wickelungszeit der Eier auch von D. anerkannt wird, bleibt
zweifelhaft, doch steht zu verınulhen, dass daneben noch
andere Momente in’s Spiel kommen. So entwickeln sich
z. B., nach den Beobachtungen des Ref., die im Frühlinge
gesammelten Eier von Asc. lumbricoides und A. marginata
meist langsamer, als solche, die später, im Mai und Juni,
mit Wasser angestellt werden, auch dann, wenn die äussern
Bedingungen in beiden Fällen die gleichen sind.) Davaine
bestätigt auch, dass die Embryonen lange Zeit, wenig-
siens ein Jahr lang, in ihren Schalen leben und dieselben im
freien Zustande niemals verlassen. (Ref. hat Embryonen von
Ascaris Jumbricoides über zwei Jahre lang lebendig erhal-
ten.) Zum Ausschlüpfen bedarf es der Einwirkung der Ver-
dauungssäfte, wie Verf. nach einer späteren Mittheilung
(Journ. d. physiol. T. Il. p. 289) gleichfalls auf experimentel-
leın Wege nachwies.
Verf, brachte nämlich eine Anzahl von Eiern verschie-
dener Entwickelungsstadien in einem kleinen, mit Leinwand
geschlossenen Fläschchen in den Darm eines Hundes und über-
138 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
zeugte sich zwei Tage später, als das Fläschchen unverletzt
mit ‚den Excrementen abgegangen war , dass die Mehrzahl
der mit reifen Embryonen versehenen Eier verschwunden
war. Einzelne Embryonen wurden auch frei zwischen den
unverändert persistirenden unreifen Eiern gefunden. Künst-
liche Verdauungsversuche missglückten.
Dass diese Embryonen nun aber, wie Verf. zu ver-
muthen scheint, durch Verunreinigung des Wassers mit aus-
gereiften Eiern direkt in den Darmkanal des Menschen ein-
wandern, scheint Ref. noch keineswegs erwiesen. Ref. hat
zahlreiche Versuche gemacht, unsere Hunde auf diese Weise
mit; der Brut von Asc. marginata zu inficiren, auch ein Mal
Gelegenheit gehabt, die Embryonen von Asc. megalocephala
in grosser Menge an ein Pferd zu verfültern, aber alle diese
Versuche sind fehlgeschlagen. Ebenso wenig gelang es
einem befreundeten Arzte Dr. M. in vielleicht zwölf, theils'.
an wurmfreien Kindern, theils auch an sich selbst angestell-
ten Experimenten durch Importation der in ihren Eihüllen ein-
geschlossenen Embryonen den Asc. lumbricoides zu erzeu-
gen. Die eingeführten Embryonen gingen spurlos unter —
wenn man nicht vielleicht die in mehreren Fällen nach der
Importation auftretenden febrilen Respirationsbeschwerden als
Zeichen einer weitern Verbreitung im Körper der Wirthe
deuten will. Wenn Ref. die negativen Ergebnisse dieser
Experimente berücksichtigt, dann ist er weil mehr ge-
neigt, bei den (hier in Betracht kommenden) Spulwürmern
einen Zwischenträger anzunehmen, wie solcher überhaupt
wohl bei der Mehrzahl der Entozoen vorzukommen scheint.
Er wird in dieser Ansicht dadurch bestärkt, dass er auf
experimentellem Wege zu der Ueberzeugung gekommen
ist, dass die Trichina spiralis in der That — wie, frei-
lich auf unzureichende Gründe hin, schon früher ver-
muthet ist — den Jugendzustand des Trichocephalus dispar
darstellt. Ref. beabsichtigt, seine Untersuchungen nach
späterer Completirung in einer vollständigeren Form zu ver-
öffentlichen und beschränkt sich desshalb hier auf die vor-
läufige Notiz, dass er die Trichina in den Darmkanale des
Schweines zur Entwickelung brachte‘ und schon vier Wochen
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 139
nach der Fütterung geschlechtsreife Trichocephalen fand.
Van Beneden ist gleichfalls der Ansicht, dass die Mehr-
zahl der Nematoden zu ihrer definitiven Entwickelung einer
Wanderung und Einkapselung bedarf, ohne dafür freilich
eine andere Erfahrung anführen zu können, als die grosse
Häufigkeit kleiner und geschlechtsloser sog. Filarien. «L. c.
p- 328.)
Nach den Untersuchungen, die Carter in Bombay
neuerlich wieder (Ann. and Mag. nat. hist. 1858. T. I. p. 410
— 414) über Dracunculus oder Fil. medinensis angestellt hat,
scheint es fast, als wenn dieser Parasit eine Beziehung zu
den frei lebenden Anguilluliden (Filarien Cart.) habe, vielleicht
eine längere Zeit hindurch, nach Art dieser Nematoden , im
Wasser und Schlamm sich aufhalte, sich auch hier begatte
und dann erst von Aussen her (und zwar durch die Schweiss-
drüsen) in den menschlichen Körper einwandere, um hier
später zu der bekannten Form sich zu entwickeln. Um
diese Ansicht zu begründen, macht Verf. zunächst einige
Mittheilungen über den innern Bau des Dracunculus und die
Analogieen , die sich darin mit den Organisationsverhältnis-
sen der Anguilluliden aussprechen. So namentlich über die
Bildung des Darmapparates , der auch bei den ausgebildeten
Individuen sich ganz vollständig nachweisen lässt (also kei-
neswegs, wie das Meissner wollte, allmählich atrophirt und
von einem Zellenkörper ersetzt wird, wie er den Gordiaccen
zukomint, vgl. J. B. XXXIll. S. 189). Was dann weiter den
weiblichen Geschlechtsapparat betrifft, so besteht dieser aus
einem einfachen Schlauche, der den ganzen Körper durch-
setzt, aber auffallender Weise ohne Oeffnung ist. Allerdings
beschreibt man dicht neben der Mundöffnung eine Vulva, was
inan aber dafür gehalten, ist Nichts als eine rudimentäre Pa-
pille, der eine zweite ähnliche Papille gegenübersteht. Die
Embryonen werden durch Bersten des Eiersackes hinter dem
nach Aussen hervorlrelenden Kopfe frei. Wenn man sich
nun vorstellt, dass die Vagina der weiblichen Anguilluliden
verschwände , und die beiden Eierstocksschläuche , die von
da geraden Weges nach vorn und hinten bis in die Kör-
perenden sich fortsetzen, nach wie vor in Verbindung blie-
140 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
ben, dann scheint auch in Betreff des weiblichen Geschlechts-
apparates eine Aehnlichkeit mit den Anguilluliden hergestellt,
Verf. hebt dann weiter hervor, dass das Wasser in der Um-
gegend vom Bombay Myriaden kleiner Anguilluliden ‚ent-
halte, die im Jugendzustande zum Theil von den Embryonen
des Dracunculus nicht zu unterscheiden seien, und dass unter
diesen eine Form vorkomme (der Brachwasserwurm, Tank-
worm, Urolabes palustris n. gen. et n. sp.), die dem Dra-
eunculus sehr nahe stehe. Dass dieser letztere möglichen-
falls Nichts, als der frei lebende Dracunculus ist, dafür
spricht u. a. auch die vom Verf, angeführte Beobachtung,
dass von den 50 Zöglingen einer Schule, die sich in einem
kleinen, den Brachwasserwurm in unzähliger Menge beher-
bergenden Pfütze täglich zu baden pflegten, in Jahresfrist
nicht weniger als 21 an dem Medinawurme erkrankten, wäh-
rend sonst das Vorkommen dieses Parasiten weit seltener ist
und eine zweite Schule von 346 Kindern in derselben Zeit
nur 2 oder 3 Fälle lieferte.
Genau dieselben Ansichten werden auch von Schwarz
vorgetragen, Zeitschrift der k. k. Gesellsch. der Aerzte 1858.
S.31, 32, im Auszuge Prager Vierteljahrschrift, Analekten
Bd. XLI. S. 69.
Die Mittheilungen Balfour’s über den Guinea-Wurm
in dem Edinb. med. Journ. 1858. Nov. sind Ref. unbekannt
geblieben.
Lieberkühn macht darauf aufmerksam, dass die un-
ter dem Namen Filarien bekannten Schmarotzer der Regen-
würmer nach dem Tode ihrer Wirthe ihre Cysten durch-
brechen, sich häuten und dann in wenigen Tagen zu ge-
schlechtsreifen Würmern werden, die mit den zu Angiostoma
gehörigen Schmarotzern der Nacktschnecken identisch schei-
nen. I'Instit. 1858. p. 240. (Unter dem Namen Angiostoma
limacis werden übrigens, nach der beiläufigen Bemerkung von
Schneider, Arch. für Anat. 1858. S. 426 Anm., mehrere
Arten zusammengeworfen, wie denn z. B. Ang. limaeis Will.
oder Anguillula mucronata Gr. mit Leptodera flexilis Duj-
identisch ist.)
Nach den Beobachtungen von Barthelemy (Ann. des
fr»
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 141
sc. natur. T. X. p. 41—-48) lebt in den Eiern von Limax
griseus, und zwar schon in frisch gelegten, nicht selten ein
kleiner Spuhlwurm, der während der Entwickelung des Schnek-
kenembryos allmählich heranwächst und diesen schliesslich
aufzehrt. Verf. hält diesen Wurm für neu (Ascaroides lima-
eis) und glaubt, dass derselbe noch im Innern des Schnek-
keneies zur Geschlechtsreife gelange und zwischen dessen
Ueberbleibseln seine Eier oder Embryonen ablege. Diese
letzten sollen nun gelegentlich von den Schnecken ver-
schlungen werden, aus dem Darme sodann in den Eierstock
gelangen und hier in die Eier sich einbohren. ‚Verf. will
dieselben auch wirklich im Darme und Eierstock der Schnek-
ken aufgefunden haben. Hälte Verf. weiter gesucht, so würde
er wohl auch das bekannte Angiostoma limacis gefunden
und sich davon überzeugt haben, dass seine Würmer mit
den Embryonen dieser Thiere, die man nicht selten in den
Dejeclionen der Wegeschnecken antrift, identisch sind.
Offenbar werden diese Embryonen, die auch im Innern der
Schnecken an den verschiedensten Orlen vorkommen, wäh-
rend des Durchtrities der Eier durch den. Eileiter in das
Eiweiss und die Schale eingeschlossen. Auf dieselbe Weise
gelangen mitunter auch die Embryonen der bei Lumbricus |
schmarolzenden Nematoden in die Eikapseln, wie das schon
von verschiedenen Forschern bemerkt ist.
Unter den zahlreichen, von Carter in den Gewässern
Bombay’s beobachteten Anguilluliden (Filaria C.) lebt eine
nicht selten als Parasit in der Leibeshöhle von Nais albida.
Carter, Ann. and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 100. Tab. IV.
Fig. 50.
v. Siebold liefert einen fünften Nachtrag „über die
Fadenwürmer der Insekten“ (Stett. entom. Zeit. 1858. S. 325
—344) und stellt in demselben die seit Erscheinen seines
vierten Berichtes (ebendas. 9854) publieirten — und meist
in unseren Referaten angezogenen — Beobachtungen über
Gordiaceenwirlhe mit eigenen neueren Beobachtungen über
denselben Gegenstand zusammen. Unter den 51 vom Verf.
aufgeführten Wirthen gehören 27 zu der Ordnung der Schmet-
lerlinge. Gelegentlich bestätigt Verf. auch die Beobachtung
4142 Leu'ekart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
vonFrantzius, dass die Insektenfilarien „als verirrte Gäste«
nicht selten in dem Darmkanale der Forellen und anderer
Lachsarten gefunden werden , in den sie natürlich nur mit
ihrem früheren Wirthe gelangten.
An die letztere Thatsache schliesst sich eine in den Ver-
handl. des zool,-botan. Vereins in Wien Bd. VIl. S. 141 mit-
getheilte Beobachtung, nach der ein Mermis von einem ge-
fangenen Laubfrosche abging.
VanBeneden berichtet über den äussern und innern
Bau folgender Nematoden: Filaroides (n. gen.) mustelarum
Rud., Proleptus gordioides n. sp. aus den Wandungen des
Uterus und den Eihäuten von Galeus canis, Spiropterina
(n. gen.) coronata n.sp., aus der Magenwand von Raja ra-
dians, Dacnitis heterochrous Duj., D. sphaerocephala Rud.,
D. gadorum n. sp. , Cucullanus elegans Zeder, Prosthecosacter
inflexus Duj., Mermis nigrescens Duj., L. c. p. 167—278.
Baillet macht einige Angaben über die Organisation
von Filaria bovis, die in 8 weiblichen Exemplaren und 1 männ-
lischen unter dem Augenlid gefunden wurde, Journ. veter.
du Midi 1858. T. 1. (Hering’s Repertor. der Thierheilkunde
1859. S. 83.)
Ozyuris Blattae n. sp. aus dem Darmkanale der Blatta
aegyptiaca in Nizza mit Darstellung des innern Baues, bei
Gräffe, Beobachtungen über Radiaten und Würmer Nizzas.
$. 51. Taf. X. Fig. 13. Männliche Exemplare wurden nicht
aufgefunden. (Schon Hammerschmidt hat übrigens eine
0x. Blattae beschrieben = Anguillula macrura Dies.)
Das Gen. Filaroides v. Ben. unterscheidet sich von Filaria durch
die Segmentirung des Körpers, die demselben durch Entfernung .und
Annäherung der Ringe eine wechselnde Ausdehnung gestattet. L. c.
p- 276. Tab. XXI.
Spiropterina n. gen. zeichnet sich vor Spiroptera durch An-
wesenheit einer häutigen Ringfalte am Kopfe, die Weibchen auch zu-
gleich durch einen einstülpbaren Schwanzfortsatz aus.
In M olin’s Prodrom. faunae helm.Venet. werden (a. a. O.
S. 144 .) folgende neue Nematoden beschrieben:
Ozyuris semilanceolata aus dem Dickdarme von Mus musculus,
0. paradoxa aus Mustela putorius, Ascaris circumflexa aus Felis par-
dus, A. inerassata aus Trygon Brucho, A. rugosa aus Strix bubo, A.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 143
altenuata aus Python tigris, A. increscens aus Lophius piscatorius,
A. biuncinata aus Zeus faber, Cosmocephalus (n. gen.) Diesingüi
aus lLarus capistranus, Dispharagus spiralis aus Phasianus gallus, Echi-
nocephalus (n. gen.) uncinatus aus Trygon Brucho,, E. cygni aus
Cygnusolor, Acanthocheilus (n. gen.) quadridentatus aus Mustelus
plebejus, Filaria mueronata aus Boa constrietor, Triehosomum annu-
latum aus Phasianus gallus, T. (Thominz) gracile aus Gadus Merluc-
eius, Calodium alatıum aus Mustela putorius, C. plica aus Harnblase
von Canis vulpes, C. mucronatum aus Harnblase von Mustela foina.
Andere schon bekannte Arten und Genera (Heterakis, Hedruris, Dis-
pharägus, Stelmius, Calodium) werden mit neuen und verbesserten
Diagnosen aufgeführt.
Zu diesen Arten kommen weiter noch aus dem zweiten Theile
des Prodromus (a. a. 0.,8.296 1.): Oxzyuris mucronata aus Bufo vul-
garis, Ascaris minula aus Platessa passer, Dispharagus contortus aus
Ibis faleinellus, Tropidocerca gynaecophila aus Ardea nycticorax,
Cucullanus papilliferus aus Acipenser sturio, Dacnilis altenuata aus
Leueiscus cavedanus, Hystrichis crispinus aus Ibis falcinellus, Leca-
nocephalus Kollari aus Chrysophrys aurata, Trichosomum spirale aus
Ibis falcinellus, Filaria quadrispina ebendaher, unter dem Peritoneal-
überzuge des Magens, Calodium caudinflatum aus Perdix coturnix.
Von Dacnitis Duj. und Uystrichis Duj. wird ein Char. emend.
gegeben.
Char. gen. n. Cosmocephalus. Corpus subeylindricum; caput
a corpore distinctum , spinulis duabus lateralibus ad eius basin, scu-
tellis qualuor capiti adnalis, medio ecostatis; os terminale; vagina
penis....; aperlura genitalis feminae in medio corporis sita. Avium
endoparasila.
Char. gen.n. Echinocephalus. Caput discretum, echinatum ; os
orbieulare, terminale, magnum, inerme vel armatum; corpus eylindri-
cum , inerme vel echinalum; vagina penis dipelala. Avium et pis-
cium endoparasita.
Char. gen. n. Acanthocheilus. Caput corpore continuum, os
trilabiatum , labium singulum utrimque bidentatum; corpus eylindri-
cum; vagina penis tubulosa; apertura vulvae in anteriori corporis
parte, Piscium marinorum endoparasita.
Derselbe Verf. publicirt eine Uebersicht der zu dem
Gen. Filaria gehörigen Arten, deren Zahl hier (von 64 bei
Diesing) auf 152 gebracht ist, von denen freilich 70 noch
einer näheren Untersuchung bedürfen. (Silzungsber. der
Wiener Akad. 1858. 1. S. 365—461 mit 2 Tafeln.) Das Nä-
here darüber besagt folgende Uebersicht:
Filaria Auct. Ch, emend. Corpus filiforme ut plurimum longis-
144 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
simum. Caput corpore continuum. Os terminale haud labiatum v.
labiatum, inerme vel papillis aut verrucis exornatum, v. spieulis s.
dentibns (papillis Auct.) armatum. Penis filiformis. Vagina penis mo-
nopetala vel dipetala. Feminae apertura genitalis in anteriore cor-
poris parte. Uterus bicornis, rarissime quinquecornis. Ovyipara v.
vivipara. Animalium vertebratorum, praeprimis mammalium et avium,
rarius amphibiorum et dubie piscium endoparasita; excepto tractu in-
testinali in organis variis obvia.
Sect. 1. Acheilostomi. Os haud labiatum, inerme, aut papillis
exornatum, aut armatum.
«@) Os inerme absque papillis v. verrucis.
A. Faux dentibus non armata.
42 Arten, unter denen neu: Fil. simplicissima aus Psittacus
Makaonanna, F. dipetala aus Platyrhynchus Pitangua, F. serotina aus
Lichenops perspicillata, F. foveolata aus verschiedenen Falken (= F.
altenuata p. p.), F. circumflexa aus Trogon auranlius , F. hemieycla
aus Psittacus menstruus, F. calcarata aus Bothrops Jararacca, F. ba-
eillaris aus Champsa nigra, F. acuticauda aus Dasypus lorieatus und
niger, F. nodosa aus Jacchus melanurus und Cebus personatus, F.
papillicauda aus Canis brachyurus, F. elavato-verrucosa aus Thamno-
philus canadensis, F. anticlava aus Dasypus gilvipes, F. pistillaris
aus Sciurus igniventris, F. diacantha aus Hystrix prehensilis und Lon-
cheres rufa, F. caudispica aus verschiedenen Arten Cebus, Callithrix
und Jacchus (= F. gracilis p. p.), F. aequalis aus Myrmecophaga
jubata, F. serpicula aus verschiedenen Phyllostomen, F. multipapilla
aus Thorictis tracaena, F. annulata aus Cebus Lagothrix, F. perforans
aus Mustela div. sp. (= F. mustelarum Rud.), F. aculiuscula aus
Canis Azarae und Dicotyles, F. striata aus Felis concolor und F.
macroura, F. incrassata aus Nasua nasica und Bradypus tridactylus,
F. convoluta aus Cystignathus gigas und Leptodactylus sibilatrix, F.
torta aus Cebus lagothrix, F. helicina aus Plotus ahinga, F. verrucosa
aus Falco Swainsonii, F. campanulata aus Falco magnirostris. (Die
letztere Art cestodenartig geringelt.)
B. Faux dentibus armata.
8 Arten, von denen neu: F. tridens aus Icterus sp. div., F.
atlenuato - verrucosa aus Thamnophilus canadensis, F. filiformis aus
Anabates rufifrons, F. quadriverrucosa aus Dendrocaleptes sp.
B) Os papillis exornatum.
Mit 3 Arten, die alle neu sind: F. bipapillosa aus Strix Suinda,
F. papilloso-annulata aus Falco Swainsonii, F. tricoronata aus Pipra
inornata.
y) Os armatum.
14 Species, von denen neu: F. bifurca aus Muscicapa sp. bras.,
N
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 145
F. sphaerophora aus Anabates anthoides, F. bidentata aus Corvus sp.
bras., F. nodispina aus Falco subbuteo, F. quadridens aus Strix bra-
chyotus, F. hystriz aus Strix flammea Bras.
Sect. 2. Cheilostomi. Os uni-, bi-, tri- aut quadrilabiatum,
labiis inermibus, aut papillis vel nodulis distinctis, aut armatis.
= Monocheilostomi.
1 Species: F. quadrituberculata Leidy.
*#= Dicheilostomi.
«) Os labiis inermibus.
8 Species mit F. bifida n. aus Dactylomys amblyonyx, F. conica
n. aus Cavia Acuchy, F. labiotruncata aus Tinamus sp.
ß) Os labiis, papillis aut nodulis distinctis.
2 Arten mit F. fusiformis n. aus Monasa tranquilla.
y) Os labiis armatis.
2 Spec. (F. bispinosa Dies. und F. horrida Dies.).
##%* Tricheilostomi.
1 Sp. (F. megalochila Dies.).
*### Tetracheilostomi.
1 Sp. n. F. quadrilabiata aus Tinamus sp.
Unter den zweifelhaften Arten sind gleichfalls manche neue,
doch müssen wir für diese auf das Original verweisen. (Die meisten
der neuen Arten sind von Natterer gesammelt und der Wiener hel-
minthologischen Sammlung zugehörig.)
Joly findet bei der Seetion einer Phoca vitulina in
beiden Herzohren eine Anzahl weiblicher Filarien von an-
sehnlicher Grösse (Fil. cordis phocae) und vermuthet, dass
dieselben den geschlechtsreifen Zustand der sog. Fil. piscium
darstellen (Nach G. Wagener ist die Fil. piscium der Ju-
gendzustand verschiedener Ascariden J. B. XXIV. S. 106.)
Der Fruchthälter enthielt zahllose freie Embryonen, die nach
ihrer Geburt wahrscheinlicher Weise zunächst in das Blut-
gefässsystem gelangen, wie das von Gruby undDelafond,
so wie später auch vonLeidy bei den im Herzen des Hun-
des lebenden Filarien nachgewiesen worden. (Compt. rend.
XLVI. p. 1217, Ann. and Mag. nat. hist. 1858. I. p. 399.)
Heller beobachtete gleichfalls in der (rechten) Herz-
kammer von Phoca vitulina eine Filarie. Verh. d. zool.-bot.
Gesellsch. zu Wien 1858. S. 83.
Leidy bereichert unsere Kenntnisse über Filarien durch
* Beschreibung einiger nordamerikanischen Arten:
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2, Bd. K
146 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
Filaria solitaria (Agamemnona papilligerum ? Dies.) im ausge-
wachsenen Zustande unter der Haut von Rana pipiens, in dem Perito-
näum und den Muskeln verschiedener Schildkröten und Fische,
F. spiracauda aus dem Herzen von Phoca vitulina (ob = F. cor-
disphocae?), F. insignis aus dem Zellgewebe des Fusses von Pro-
cyon lotor.
Hedruris siredontis und Leptodera elongata, zwei neue, gleich-
falls nordamerikanische Nematoden aus dem Magen und der Leibes-
höhle von Siredon mexicanus, Baird, Proc. Zool. Soc. 1858. Apr.,
Ann. and Mag. nat. hist. 1858. Vol. II. p. 306.
Spiroptera chrisoptera n. sp. aus der Magenschleimhaut des
brasilianischen Tapirs, Molin, Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 1858.
S. 275. Taf. IV.
Der oben erwähnte Urolabes palustris, den Carter als den
Jugenzustand der Filaria medinensis betrachten möchte, erreicht eine
Länge von Ys“ und besitzt einen zweilippigen Mund mit exsertilem,
scharf zugespitztem Oesophagus. Die Vulva der Weibchen öflnet sich
ungefähr in der Mitte des Leibes oder doch nur wenig davor, wäh-
rend sich das Hinterleibsende hinter dem Alter in einen mehr oder
weniger langen, peitschenförmigen Schwanzfortsatz auszieht. Der Pe-
nis des Männchens wird am hintern abgestutzten Körperende aus der
Alteröllnung hervorgestreckt („is exerlile from the anus“). Der
Schwanz der jungen Individuen ist an der Basis etwas geknickt
(semi-geniculated) und neben dem After mit einer Drüse versehen,
wie der ‚Sehwanz; des jungen, Dracuneulus. Ann. and Mag. nat. hist.
1858. I. p. 414.
Dalyell erwähnt in seinem schon ‚mehrfach citirten Werke
ausser dem Gordius aquaticus (Vol. Il, p. 76) noch einer Ascaris Ilu-
strae (einer mit zwei dunklen Augenllecken versehene Anguillulacee,
die auf Flustra carbacea zu leben scheint), A. gadi (= A. clayata
Rud.?)..und A. leonis (ob A. leptoptera Rud.?) L. ce. p. 92-94,
Tab. X. Fig. 27—31.
Acanthocephali.
Während man bisher der Ansicht war, dass der Mensch
niemals von Echinorhynchen heimgesucht werde, erfahren
wir. aus einer beiläufigen Notiz der Wiener med. Wochen-
schrift 1858. S,415, ‚dass Lamb in. Prag bei der: Section
eines an Leukhaemie verstorbenen Kindes im Dünndarme einen
Echinorhynchus gefunden habe. Dr. Lambl hat! seildem
seine, Beobachtungen über. diesen interessanten Schmarolzer
ausführlich mitgetheilt ‚(Prager Vierteljahrsberichte 1859. I;
der niederen Thiere während des Jahres’ 1858. 147
S.45 Tab. IV. Fig 12), und werden wir im nächsten Jahres-
berichte darüber weiter zu referiren haben. Hier nur so
viel, dass der betreffende Wurm ein kleines (5,6 Mm. lan-
ges) und unreifes Thier war, das möglicher Weise den ju-
gendlichen Zustand von E. Gigas darstellt. (Ref. darf hier
wohl an die von ihm schon früher einmal — Arch. f. phys.
Heilkunde XI. S. 421. Anm. milgetheilte Notiz erinnern,
dass er in der Helminthensammlung eines norddeutschen Arztes
einst einen Echinorhynchus gigas gesehen hat, der nach der
Etiquette, aus dem Dünndarme des Menschen stammte.)
Van Beneden macht einige Mittheilungen über die
Embryonen verschiedener Echinorhynchen und giebt an, bei
Pleuroneetes rhombus in den Wandungen der Kiemenhöhle
eingekapselte Echinorhynchen gefunden zu haben. (Bekannt-
lich sind schon von Eschricht, Steenstrup, Valen-
tin und auch Re ferenten bei verschiedenen Fischen sol-
che eingekapselte Echinorhynchen beobachtet. Auch von
Gammarinen kennen wir unentwickelte Echinorhynchen, von
denen eine Art in Gadus lota zur Reife kommt.) In dem
Darmkanale von Schollen findet man Echinorhynchen jeden
Alters neben Ueberresten von Gammarinen. L. c. p. 286.
Molin beschreibt als neu: Echinorhynchus hepaticus aus der
Leibeshöhle von Garrulus pica, E. circumflezus aus dem Darme von
Talpa europaea, E. praeteztus aus Triton lobatus, E. annulatus aus
der Leibeshöhle von Gadus Merluceius, E. stellaris aus Anas boschas,
E. Frassonii aus Numenius arquatus. Prosp. faun. helm. Vent. a. a. 0.
$. 142.
Ebendas. Bd. XXXITl. 8.294 ferner: Echinorhynchus incrassatus
aus Gobius paganellus, E. flacus aus Pagellus erythrinus, E. Devisianii
aus Gobius paganellus, E. eontortus aus Strix Hammea (?), E. latera-
lis aus Esox helone, E. solitarius aus Conger conger, E. roseus aus
Cantharus vulgaris, E. putoräi aus den Arterienhäuten der Leibes-
höhle von Mustela putorius.
Ueber Echinorhynchus acus Rud. vergleiche van Beneden
l. c. p. 479. i
Ueber die von Kolenati (Wiener entomol. Monats-
schr. I. S 66) unter dem neuen Genusnamen Arthrorhyn-
chus beschriebenen und den Akanthocephalen zugerechnelen
zwei Parasiten, die dem Thorax von Nycteribien anhängen
(A. Westrumbii an Nyet. Westwoodii und A. Diesingi an
148 Leuckart:Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Nyet. Montagui) dürften einstweilen wohl noch nähere Un-
tersuchungen abzuwarten sein.
2. Platodes.
Diesing veröffentlicht eine „Revision der Myzhelmin-
then in zwei Abtheilungen, deren erste die Myzh. aprocla s.
Trematodes enthält (Sitzungsber. der Wiener Akad. Bd. XXX11.
S. 307—393), während ‘die zweite (ebendas. Bd. XXXII.
S. 473—516) den Myzh. proctucha s. Birudinei gewidmet ist.
Beide Abtheilungen bilden, wie die schon früher herausge-
gebene Revision der Cercarien (J. B.XXII. S. 368), eine Er-
gänzung des bekannten Systema helıninthum unseres Verf. und
sollen dazu dienen, dieses unentbehrliche Werk durch Samm-
lung und systematische Verarbeitung des immer neu anwach-
senden Materials auf der Höhe der Wissenschaft zu erhalten.
Hirudinei.
Zunächst dürfte hier zu erwähnen sein, dass Dalyell
in dem schon mehrfach eitirten Werke (powers of the ereator
Vol. II. p.1—50) den Blutegeln einen eigenen Abschnitt widmet.
Er beschreibt darin 12 Arten (von denen freilich zwei: Udo-
nella caligorum und Hirudo anceps = H. grossa andern Grup-
pen zugehören): Hirudo muricata (wahrscheinlich — Pon-
tobdella verrucata, H. (Piscicola) viltata, H. (Piscicola?) cam-
panulata n. sp., H. octo-oculata (Nephelis vulgaris), H. san-
guisuga (Haemopis vorax), H. medicinalis, H. (Clepsine) com-
planata, H. 'stagnalis (Clepsine bioculala) H. (Clepsine) tes-
sellata, H. (Clepsine?) vitrean.sp., H. (Clepsine?) flava n. sp.
— überall mit specieller Berücksichtigung der Lebensweise.
Im Ganzen sind die Blutegel , nach den Beobachtungen un-
seres Verf, sehr gefrässige Geschöpfe, die nicht bloss die
verschiedensten thierischen Substanzen, sondern zum Theil
selbst: (Nephelis u. a.) Pflanzenstoffe geniessen. Jedenfalls
ist es irrig, die Egel durchweg als „Blulsauger* zu betrach-
ten, indem keineswegs alle Arten (und vielleicht keine ein-
zige ausschliesslich) von Blut sich ernähren. So besteht
z. B. die Lieblingsspeise von Clepsine complanata aus Lymnaeus
Br -
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 149
pereger, die von Cl. bi-oculata aus Mückenlarven u. s. w.
Eine Coconbildung scheint, von Clepsine abgesehen, sehr
allgemein vorzukommen, doch finden sich in Form und Zahl
der eingeschlossenen Eier zahlreiche, zum Theil schon frü-
her bekannte Unterschiede. So produeirt z. B. Pontobdella
kuglige Eikapseln, die mit Hülfe einer gestielten Scheibe auf
Austernschalen u. dgl. befestigt werden und immer nur einen
einzigen Embryo enthalten. Clepsine bedeckt ihre Eier be-
kanntlich mit dem Leibe, nach Art der Coccinen, und zwar,
wie es scheint, bald frei (Cl. Sava), bald auch in eine dünn-
häutige Kapsel eingeschlossen (Cl. complanata). In letzterer
geht die Entwickelung der Jungen auch nach zufälliger
Trennung vor sich. Am ausführlichsten sind die Beobach-
tungen unseres Verf. über das Fortpflanzungsgeschäft bei
Nephelis, ohne jedoch etwas Neues von Erheblichkeit zu ent-
halten. Die beigefügten Abbildungen (von Tab. IV) sind
nach lebenden Individuen gefertigt und geben nicht bloss
die Formen, sondern auch die vielfach wechselnden Farben
und Farbenvarietäten in nalurgetreuer Weise wieder.
Durch die Untersuchungen von van Beneden haben
wir ein neues, sehr merkwürdiges Thier kennen gelernt, das
von seinem Entdecker den Namen Histriobdella erhalten
hat und auf den Eiern der weiblichen Hummer in grosser Menge
schmarolzend gefunden wird. (Bull. acad. roy. de Belg.
T.V. N.9 u.12. c. tab., U’Instit. 1858. p. 432.) Wir stellen
dasselbe hier, wie das auch Verf. gethan hat, zu den Hiru-
dineen,, obwohl es sich von den bisher bekannten Formen,
auch von Astacobdella, nicht bloss durch die Duplicität des
Geschlechts , sondern namentlich auch durch eine sehr ab-
weichende Bildung des Haftapparats auffallend unterscheidet.
Statt des einfachen Saugnapfes der echten Hirudineen trägt
unser kleiner (1—1,5 Mm. langer) Schmarotzer am Hinter-
leibsende einen symmetrisch entwickelten cylindrischen Za-
pfen, der am Ende einen Art Saugscheibe trägt und ganz wie
ein Bein benutzt wird. Ein Paar ähnliche, nur kürzere Za-
pfen, finden sich am Vorderleibsende, das einen selbstständi-
gen kleinen viereckigen Abschnitt, einen Kopf oder Cepha-
lothorax, bildet, und vorn am Rande ausserdem noch mit fünf
150 Leuckart: Bericht über die Leistungen in. der Naturgeschichte
kurzen Fortsätzen, die wohl als Gefühlswerkzeuge wirken,
versehen ist. Auch die hintern Fussstummel zeigen an ihrer
Basis einen ganz ähnlichen Fortsatz. Der Leib zwischen
dem Cephalothorax und den hinteren Fussstummeln ist eylin-
drisch, hier und dort etwas eingeschnürt und in seinem un-
teren Dritttheile durch die sich hier entwickelnden Geschlechts-
organe bauchig erweitert. (Ref., der durch die Güte sei-
nes verehrten Freundes, unseres Verf.'s, Gelegenheit fand, die
Histriobdella zu untersuchen, glaubt die Einschnürungen die-
ses Körpers auf eine förmliche Ringelung zurückführen zu
dürfen und unterscheidet drei vordere Segmente, die zwi-
schen dem Cephalothorax und der eben erwähnten Auftrei-
bung liegen, und ein hinteres, dass sich zwischen letztere
und die hinteren Fusshöcker einschiebt. Die Auftreibung
selbst scheint zwei Segmente zu umfassen.) Von inne-
ren Organen erkennt man zunächst und vorzugsweise den
Darm, der geraden Weges durch den Körper hindurchläuft
und in seinem vordern muskulösen Abschnilte, dem Pha-
rynx, eine aus drei Chitinstäbchen zusammengesetzte, 'kräf-
tige Bewaffnung enthält. Der After liegt zwischen den bei-
den hinteren Fusshöckern. Ein Nervensystem konnte. nicht
aufgefunden werden, dagegen wurden Flimmerkanäle und
Spuren eines Blutgefässsystemes (mit, färbloser Flüssigkeit)
nachgewiesen. Die männlichen und weiblichen Organe sind,
wie bemerkt, über verschiedene Individuen: vertheilt und
“in ziemlich analoger Weise gebildet. Die Weibchen ent-
halten in der oben erwähnten Anschwellung jederseits neben
dem Darme einen mit 5—6 verschieden entwickelten Eiern
gefüllten Sack, der rechts, wie links an dem vordern Rande
der Anschwellung nach aussen führt und vielleicht mit einem
Receptaculum seminis in Zusammenhang steht, während die
Männchen an Stelle der Ovarien jederseits eine Anzahl von
Hodenschläuchen umschliessen, die durch einen meist von
Samenfäden gefüllten Gang nach aussen führen. Nach unse-
rem Verl. wäre ausserdem ein doppelter Penis vorhanden.
Die Eier werden mit dem einen Pole einzeln an die Eistiele
des Hummers befestigt und entwickeln sich nach vorhergegan-
gener totaler Furchung zu einem Embryo, der bei seiner
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 151
Geburt bereits den Eltern ähnlich ist. (Verf. hat die Hi-
striobdella schon vor mehreren Jahren beobachtet, damals
aber irrthünlicher Weise als eine Annelidenlarve beschrie-
ben, J. B.XX. S. 322.)
Williams belehrt uns über die Geschlechtsorgane der
Blutegel. Er behauptet cl. c. p. 110), dass die Ovarien in
den schleifenförmigen Drüsen zu suchen seien und nicht in
den zwei bekannten, dem sog. Uterus anhängenden Säcken.
Die Eier sollen sich unmittelbar in den Wandungen jener
Schläuche entwickeln und nach ihrer Reife in. den Innen-
raum hineinfallen. Flimmerhaare fehlen den Schläuchen,
obwohl ihr Ende offen ist, wie bei den Lumbricinen.
Dalyell sah, wie. eine wahrscheinlich aus Cyprina
islandica entnommene Malacobdella (Hirudo anceps Dal.) aus
einer Oeffnung in der Nähe des vordern Körperendes' eine
beträchtliche Menge von Eiern entleerte. L. c. Vol. Il. p. 12.
Pl. I. Fig. 22—25.
Mit der Beschreibung von „vierzehn Arten von Bdelli-
deen“ (Denkschriften der Kaiserlichen Akademie. Bd. XIV.
1858. S. 63 mit 3 Tafeln) beendigt Diesing die Reihe der
von ihm 1854 begonnenen Darstellungen neuer Helminthen;
Die Thiere, die hier zusammengestellt werden, gehören theils
zu den Hirudineen, theils auch zu den polystomen Tremato-
den, welche beiden Gruppen vom Verf. nur als zwei Fami-
lien derselben Ordnung betrachtet werden. Von Hirudineen
(Bdellidea proctucha) werden hier beschrieben und abge-
bildet:
Trachelobdella (n. gen.) Mülleri von den Kiemen des Gobius
Capito und Tr. Kollari von den Kiemen des Priacanthus macrophthal-
mus, Podobdella (n. gen.) Endlicheri von den Kiemen der Corvina
oseula, Pontobdella depressa aus dem Indischen Ocean, Ichihyobdella
stellata von verschiedenen Karpfenarten der Donau, J. Cichlae' von
Ciehla brasiliensis, Branchiobdella scolopendra von einem brasilihni=
schen Fische, Clepsine carinata von Chlemmys ‚caspica, Pinaco-
bdella (n. gen.) Kolenatii aus Georgien und Typhlobdella (n. gen.)
Koratsi aus unterirdischen Gewässern in Ungarn. Die neuen, zum Theil
freilich schon in Diesing's Systema helminthum aufgestellten Genera,
werden folgendermassen charakterisirt:
Trachelobdella. Corpus pyrilorme depressiusculum, transverse
rugosum. Caput hemisphaericum, centro alfıxum , collo teretiusculo
152 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
retractili a corpore discretum. Os terminale centrale amplum. Ocelli
nulli. Acetabulum basilare sessile, apertura eirculari recta. Genita-
lium aperturae .... Tractus intestinalis unieruris s. simplex, ano
stipatus; anus dorsalis subbasilaris. Ovipara. Piscium marinorum ec-
toparasita.
Podobdella. Corpus ellipticum depressum , supra convexum,
subtus planum, dense annulato-plicatum. Caput hemisphaericum cen-
tro affixum , collo teretiusculo retractili brevi a corpore discretum.
Ocelli nulli. Acetabulum longe pedicellatum, oblique truncatum, pe-
picello teretiusculo basilari. Apertura genitalis mascula ... .., fe-
minea antrorsum sita.ad annulum decimum. Tractus intestinalis uni-
ceruris s. simplex ano stipatus; anus dorsalis ad basin pedicelli. Ovi-
para. Piscium marinorum ectoparasita.
Pinacobdella. Corpus elongatum, subeylindricum, utrimque an-
trorsum insuper in collum attenuatum, scutellato-tabulatum, seutellis s.
tabulis duriusculis semieircularibus, dorsalibus 17 et totidem ventralibus,
sutura utrimque marginali longitudinali sinuata seiunctis; canaliculo
undulato dorsali et sulco ventrali recto, medianis aequilongis. Caput
collo continuum. Os terminale labio supero semicirculari tectum,
labio infero brevissimo, maxillis internis tribus cartilagineis pyrami-
dalibus triquetris, apieibus convergentibus. Ocelli nulli. Acetabulum
simplex subbasilare, ventrale, centro affıxum, orbiculare. Aperturae
genitalium ...... Tractus intestinalis unicruris s. simplex, ano stipa-
tus; anus dorsalis supra acetabulum. Ovipara. In lacubus Georgiae.
Typhlobdella. Corpus sublanceolatum, semiteres, annulis 81—93
laevibus. Caput corpore continuum. , Os terminale. labio supero se-
mielliptico, infero nullo, maxillis tribus semicircularibus margine
erenulatis, plica longitudinali sub singula maxilla. Ocelli nulli. Ace-
tabulum simplex, subbasilare, ventrale, centro affıxum , orbiculare.
Penis in annulo 25.; apertura feminea inter annulum 29. et 30. Tractus
intestinalis unicruris s. simplex , ano stipatus; anus dorsalis supra
acetabulum. 'Ovipara. In aquis duleibus subterraneis.
In der schon oben erwähnten „Revision den Myzhel-
minthen“ zweite Abtheilung wird die Gruppe der Bdellideen
ausschliesslich auf die Myzhelmintha proctucha beschränkt,
d. h. im Wesentlichen auf unsere Hirudineen, nur dass die-
sen (als Bd. monocotylea) auch noch das anomale Gen. My-
zostomum (als Bd._polycotylea) zugesellt wird. Nach der
Lage des Afters zerfallen die Hirudineen sodann in zwei
Sippen: 1) Excentroprocta mit den Familien der Branchiob-
dellae und Abranchiobdellae (Subf. Cephalostonae mit Mund-
saugnapf, Siphonostomae mit Rüssel — hieher ausser ‚Clep-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 155
sine auch Malacobdella und Gyrocotyle — und Cheilostomae
mit Kiefern); 2) Centroprocta mit den Gen. Acanthobdella
und Centropygus.
Neue Arten werden nicht beschrieben; was Verf. einreiht, sind
meist solche Species, die erst nach Erscheinen des Systema helmin-
thum beschrieben sind. Unter ihnen begegnen wir auch dem Monopus
medusicola Gosse , obwohl dieser wohl schwerlich etwas anderes als
ein geschlechtsloser Trematode sein dürfte (J. B. XXI. S. 360). Tro-
schel’s Piscicola respirans avaneirt zum Typus eines eigenen, mit
Branchiobdella zusammengestellten Gen. Cys tobranchus (C. Tro-
scheli Dies.), dessen auszeichnender Charakter in den „branchiae ve-
sieulares“ besteht. Myzostemum cirriferum Schultze (non Lt.) wird als
eigene Art, M. Schultzeanum, aufgeführt.
Die von Dalyell neu beschriebenen Arten sind leider nicht
in ganz genügender Weise charakterisirt. Hirudo (Viscicola?) cam-
panulata ist durch die Grösse und blasse Färbung der Endsaugnäpfe
ausgezeichnet, die bei der dunklen ‚Olivenfarbe des Körpers beson-
ders aufällt (p. 12. Pl. 1. Fig.26, 27), wurde aber vom Verf. nur
ein einziges Mal in zwei Exemplaren unter einer Anzahl verschiede-
ner Seelhiere aufgefunden. H. vitrina und flava leben im Süsswasser
und dürften vielleicht am besten ein neues Genus bilden, das durch
schlanke Form und lanzettförmige Bildung des Kopfes von Clepsine,
dem es sich sonst durch sein Brutgeschäft anschliesst, verschieden ist.
Die Blindsäcke scheinen (nach beigegebener Zeichnung Tab. V) ein-
fach und ziemlich gleichmässig gebaut, etwa 12 Paar. H. flava hat
nur ein einziges, H. vitrina dagegen vier hinter einander stehende
Paare von Augen. Rüsselröhre?
Grube beschreibt in seinen Annulata Oerstediana auch einige
neue Hirudineen: Aulacostomum costaricense aus Cartago, Centro-
pyyus (n. gen.) Joseensis San Jose und Clepsine iriserialis La Plata.
Das neue Gen. Centropygus gehört zu der Familie der Hirudi-
naceen und charakterisirt sich besonders durch die (bis jetzt ganz
unerhörte) Lage des Afters im Centrum der Saugscheibe. Corpus
elongatum, subteres, nudum, distinecte annulatum , anteriora versus
sensim maxime, postice minime attennatum, Discus anterior hirudinis
generi similiter conlormatus, posterior acetabulum referens , ab ano
perforatum, margine postico spinulis aliquot armato, Aperturae geni-
tales inter annulum 27. et 28. et sub medio 30. sitae.
Das merkwürdige Gen. Histriobdella v. B. trägt folgende Cha-
raktere: Corps arrondi , annel@, alternativement plus large et plus
etroit; tete distincte, portant un appendice droit median et deux ap-
pendices paires aux angles anterieurs de la region eephalique; en
outre, de chaque cöt& de cette meme region cephalique, un appen-
154 Leuckart: Bericht überdie Leistungen in der Naturgeschichte
dice membraneux, arrondi, tres mobile, servant de patte et qui peut
s’evaser en ventouse, La bouche est protruse, son orifice est cilie,
ainsi que le tube digestif, et ils se trouvent ä l’entree trois; mächoires
chitineuses, mobiles, disposes en sugoir. Le corps est termine en ar-
riere par deux jambes tres-mobiles servant a la locomotion et qui
portent, comme les appendices locomoteurs de la tete, une expansion
.membraneuse pouvant servir de ventouse. es vers sont dioiques ;
les orifices sexuels sont doubles et situes sur le cöte. Les deux sexes
ont la me&me taille. Leur developpement est directe. Sp. H. homari
v.Ben.ıl.c.
Trematodes.
Van Beneden theilt (Mem. sur les vers int. p. 10)
die Ordnung der Trematoden nach den Eigenthümlichkeiten
ihrer Entwickelung, ihres Baues und ihrer Lebensweise, wie
das auch von andern Seiten vorgeschlagen ist, in zwei
Gruppen, deren erstere die Familien der Tristomiden und Po-
lystomiden enthält, während die zweite von der Familie der
Distomiden gebildet wird. Unser Verf. bringt für diese bei-
den Gruppen die Bezeichnung Monogeneses und Digeneses
in Anwendung, doch scheint es uns in Anbetracht der Fort-
pflanzung von Gyrodaclylus elegans, die freilich vom Verf,
in anderer Weise aufgefasst wird, passender, die Abwesen-
heit der Metamorphose bei der ersten Gruppe und nicht die
Abwesenheit einer ungeschlechtllichen Vermehrung in den
Vordergrund zu stellen.
Anders Diesing, der in seiner Revision der Myzhel-
minthen 1. Absch. (a. a. 0.) die Gruppe der Trematoden
in drei Abtheilungen zerfällt: 1) Tr. acotylea (Monostomum
u. Ss. w.); 2) Tr. cotylophora mit den Familien der Mono-
cotylea, Tricotylea und Polycotylea; 3) Tr. plectanopora
mit den Familien der Acotylocephala (Gyrodactylus und Ver-
wandte) und Cotylocephala. Man sieht, es ist die Bildung und
Vertheilung der Haftwerkzeuge , die dieser Classification zu
Grunde liegt. Das Princip ist bestimmt ein richliges, es
scheint jedoch, als wenn die Anwendung desselben nicht
überall gelungen sei. So steht z.B. das mit Tristomum nahe
verwandte Gen. Callicotyle, dem die Kopfsaugnäpfe fehlen,
in der Familie der Monocotyleen, deren Stamm durch Disto-
|
|
i
der niederen Thiere während des Jahres 1858 155
mum repräsentirt wird. Es bildet hier allerdings eine be-
sondere Unterfamilie, aber dieselbe Gruppe enthält auch
das Gen. Gasterostomum, dessen Mundsaugnapf dabei freilich
als ein hinterer Haftapparat in Anspruch genommen wird.
Eine ähnliche Verwechselung von vorn und hinten scheint
übrigens auch noch bei einigen andern Formen untergelau-
fen zu sein. So ist z.B. das vonSchomburgk als Schma-
rolzer verschiedener Hirudineen aufgefundene und hier nach
einer Zeichnung des Entdeckers abgebildete (Tab. III) He-
plastomum hirudinum offenbar nichts Anderes, als eine Te-
tracotyle, deren hinteres Ende für das vordere gehalten
wurde, wie man bei einer Vergleichung etwa mit den Pa-
genstecher’schen Abbildungen auf das Bestimmteste, sogar
an der Detailzeichnung, erkennt. (Uebrigens bezeichnet Die-
sing selbst das Heptastomum als eine species inquirenda —
„sieut Tetracotyle forsan animalculum nondum perfecte evo-
lutum exhibens“.) Ebenso kann sich Ref. der Vermuthung
nicht erwehren , dass der hier (Tab. I) als Ancyrocephalus
paradoxus Crepl. beschriebene Parasit von den Kiemen des
Sander nichts als ein Dactylogyrus (Tetraonchus Dies.) sei,
dessen hinteres Ende gleichfalls als vorderes gedeutet wurde.
Allerdings wird dem Gen. Ancyrocephalus ein endständiger
Haftapparat mit sechs Saugnäpfen zugeschrieben, allein die-
ses Gebilde hat eine so grosse Aehnlichkeit mit der ein-
gezogenen Kopfscheibe der Dactylogyren, dass Ref. dadurch
in seiner Auffassung nur bestärkt wird. Auch die in der
Zeichnung hier und da angedeuteten innern Organe lassen
sich leicht auf unsere Dactylogyren zurückführen, wie denn
auch schliesslich die Bildung des Hakenapparales über ‘die
Natur des Thieres kaum noch zweifelhaft lassen dürfte. Neue
Arten hat Verf. nicht beschrieben, wohl aber eine Anzahl be-
kannter Species wiederum zu Typen besonderer Gattungen
erhoben. So bildet z. B. Distomum haematobium das Gen. n.
Gynaecophorus, Gasterostomum gracilescens und minimum
Wag. das Gen. n. Rhipidocotyle („acetabulum intus fla-
bellato-lamellatum“), Epibdella Sciaenae v. Ben. das Gen. n.
Benedenia („acetabulum corporis intus acaleis quatuor
instructum“), Dactylogyrus monenteron wie die übrigen Arten
156 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
mit vier grossen Haken das Gen. n. Tetraonchus, D. ae-
quans und pedatus Wag. das Gen.n. Diplectanum („ple-
ctana duo sessilia vel pedicellata«) und Octobothrium scom-
bri Gr. das Gen. n. Grubea („plectana octo,, limbo so-
lido, fundo quadrilocularia, corpusculis duobus semilunaribus
opposilis“).
Die Cercarien sind als besondere Thierformen in’ die-
ser Zusammenstellung ausser Acht geblieben; Verf. hat durch
die neueren von allen Seiten bestätigten Beobachtungen end-
lich die Ueberzeugung gewonnen, dass diese Geschöpfe wirk-
lich bloss die Larven gewisser nach den Gesetzen des Ge-
neralionswechsels sich entwickelnder Trematoden sind. Um
aber auch für sie das Material der letzten Jahre zu sam-
meln, voröffentlicht Verf. unter dem Titel: „Berichtigungen
und Zusätze zur Revision der Cercarien“ (Sitzungsber. der
Wiener Akad. Bd. XXI. S. 239—290) eine systematische Ue-
bersicht der seit seiner „Revision der Cercarien“ (J. B. XXI.
S. 368) von Filippi, Wagener, de la Valette, Pa-
genstecher u. A. untersuchten und beschriebenen Arten.
In dieser Uebersicht begegnen wir übrigens gleichfalls einer
Anzahl neuer Galtungsnamen, wie Lophocercaria (fürC.
cristata la Val.), Glenocercaria (lür Cercaria ephe-
merau.a.), Histrionellina (für C. ocellata de la Val.) und
Bucephalopsis (für Bucephalus Haimeanus). Der Genus-
name Cercaria bleibt für die augenlosen Formen mit Bauchnapf
und einfachem oder gespaltenem Schwanze reservirt, für eine
Gruppe, die nach der Beschaffenheit des Kopfes und Schwan-
zes wieder in die Untergeschlechter Gymnocephala, Acan-
Ihocephala, Nephrocephala und Schizocerca zerfällt. Für den
Ammennamen Redia wird die Bezeichnung Sporotherium
in Anwendung gebracht.
Polystomei. Van Beneden’s Mem. sur les vers int.
enthält p. 12—68. Tab. I—VII Mittheilungen über den äus-
sern und innern Bau von Udonella caligornm Jobnst. (= Am-
phibothrium Kroyeri Lt.), Epibdella hippoglossi Zool. Dan.,
E. sciaenae v. Ben., Diplozoon paradoxum v. Nordm., Octo-
bothrium lanceolatum Duj., ©. merlangi Kuhn, Axine bello-
nes Abildg., Onchocotyle appendiculata Kuhn , ©. borealis
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 157
van Ben., Calceostoma (n. gen.) elegans van Ben., Gy-
rodactylus auriculatus v. Nordm. und G. elegans v. Nordm.
Von Udonella konnte auch die Entwickelung beobachtet wer-
den, und überzeugt sich Verf. hier mit aller Bestimmtheit,
dass ‚das junge Thier bereits in seiner späteren Form das
Ei verlässt. Auch für Epibdella wird die Abwesenheit einer
Metamorphose wahrscheinlich gemacht. Der innere Bau ist
am Vollständigsten bei Epibdella aufgeschlossen , indessen
müssen wir es uns versagen, hier auf die Einzelnheiten der
Darstellung näher einzugehen. Wir beschränken uns auf die
Angabe, dass sich das excrelorische Gelässsystem dieses
Wurmes in der vordern Hälfte des Körpers rechts und links
auf der Bauchlläche miltelst eines pulsirenden Sackes nach
Aussen öffnet, wie das von Kölliker auch von Tristomum
dargestellt ist. Ueberhaupt hat der innere Bau dieses letz-
tern Thieres eine grosse Aehnlichkeit mit der auch sonst
nahe verwandten Epibdella. Von einem Blutgefässsysteme,
das K. in Form eines pulsirenden Längsstammes bei Tristo-
mum aufgefunden haben wollte, konnte Nichts nachgewiesen
werden , wie denn überhaupt Ref. der Ansicht ist, dass die
Trematoden (und Cvstoden) nur einen einzigen Gefässapparat
besitzen, nämlich den excretorischen. Onchocolyle hat zwei
hintere Pori, einen jeden mit einer pulsirenden Blase. Bei Udo-
nella und Diplozoon scheint der sonst allgemein vorhandene
Penis zu fehlen. In Betreff des Gyrodactylus elegans glaubt
Verl. an einen Irrthum von v. Siebold’s Seite. Er hält
diese Form nicht für eine Amme , sondern für ein gewöhn-
liches geschlechtlich entwickeltes Individuum, das ‚nur in
sofern verschieden sei, als sich bei ihm die Eier bereits im
Mutterleibe zu einem Embryo entwickelten. Dass die-
ser Embryo selbst wieder einen Sprössling in sich trage,
wird geläugnet und die darauf bezügliche Angabe von v.
Siebold durch die Annahme einer Verwechselung. mit
einem zweiten jüngeren Embryo neben dem ersten er-
klärt. (Freilich scheint es Verf. nicht gelungen, bei Gyr.
elegans irgend eine Spur des männlichen Apparates aufzu-
finden. Ebenso wenig kennt derselbe die neuerlich erst von
Wagener nachgewiesenen Unterschiede in der Stellung der
158 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
grossen‘ Haken, die zwischen Gyr. elegans und den übrigen
Arten: obwalten.)
Die bekannte Angabe von Siebold’s, dass das merk-
würdige Diplozoon durch Verwachsung und weitere Ent-
wickelung zweier mit den Bauchnäpfen vereinigter Diporpen
entstehe, wird von Diesing in Zweifel gezogen. Derselbe
hebt hervor, dass die beiden Hälften von Diplozoon nach Nord-
mann mit den Seitenrändern und nicht mit den Bauchflächen
zusammenhingen, dass weiter auch in der Bildung der Saug-
näpfe und des Klammerapparates gewisse Eigenlhümlichkeiten
vorkämen, die ihn veranlassten, das Doppelthier von Di-
porpa und Diplozoon als generisch verschieden zu betrachten.
Sitzungsber. der Wiener Akad. 1858. I. S.269. (Ref. be-
merkt dabei, dass die von ihm beobachteten Diplozoen immer
nur mit der Bauchfläche zusammenhingen und nicht mit den
Seitenrändern, indem die Haftapparate und ebenso auch die
Bauchflächen der beiden lanzellförmigen, übrigens nur wenig
abgeplatteten Vorderleiber beständig einander zugewandt
waren. Er muss es nach seinen Untersuchungen auch für
einen Irrihum halten, wenn van Beneden Il. e. p. 44 an-
giebt, dass die Vereinigung der beiden Körper eine kreuz-
weise sei und die vordere Hällte der einen Seite mit allen
ihren innern Organen in die, hintere Hälfte der anderen über-
gehe. In diesem Falle müssten ja auch die Vorder- und
Hinterleiber der beiden Seiten nach verschiedener Rich-
tung sehen.)
Diesing beschreibt in seiner Abhandlung über Bdel-
lideen (a. a.0.) folgende Polystomeen (Bdellidea aprocta Dies.)
Plagiopeltis (n. gen.) duplicata Rud. von den Kiemen des
Thunfisches, Plectanocotyle (n. gen.) elliptica von den
Kiemen des Labrax mucronatus, Encotyllabe (m. gen.)
Nordmanni n. sp. aus dem Schlunde von Brama Raji, Coli-
cotyle (n. gen.) Kroyeri n. sp. von Raja radiata. Die
schon in des Verf. Systema helminthum' aufgestellten Ge-
nera werden jetzt folgendermassen charakterisirt.
Plagiopelüs. Corpus elongatum, depressum. Caput corpore
eontinuum. Os... . Acetabula ventralia octo in eorporis parte di-
latata marginalia, serie simpliei disposita, elliptica, planiuscula, mar-
ginata, singula acetabulum minus, transverse ellipticum, utroque mar-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 159
gine inflexum, centrale includentia. Genitalia externaı. ... Porus
exeretorius. Traetus intestinalis bieruris, coecug. “Oyipara. Piscium
marinorum ectoparasita.
Plectanoco!yle. Corpus late elliplicum planum. Caput corpore
continuum. Os terminale prominulum. Repla 6 in postico corporis
margine, ventralia, serie simplici, bivalvia, valvulis convexiuseulis
oppositis, valvula singula fuleris duobus uneiformibus apice arcua-
tim 'conniventibus, et Lertio intermedio breviore recto,. articulalis,
membrana inter se iunclis. Acetabula duo iuxtapposita, hemisphaerica,
infraos sita. Genitalium aperturae .... Porus exeretorius ....
Traetüs, intestinalis bicruris coecus, Ovipara. Piscium marinorum
ectoparatita. f
Eneotyllabe. Corpus ellipticum planum, antice truncatum, mar-
ginibus lateralibus inllexis. Caput corpore continuum, bothriis. duo -
bus antieis conchneformibus plicatis iuxtappositis. Os rimaeforme
subantieum infia boihria. Acetabulum campanulatum, limbo membra-
maceo angusto reflexo, hamulis duobus centralibus apieibus conver-
gentibus, 'pedicello longo subbasilari ventrali affıxum. Genitalium
apevtmwae ..,....„ Porus exeretorius‘. . . .„ Tractus intestinalis bieruris
coecus. Oyvipara. Piscium marinorum endoparasita.
Calicotyle. Corpus planum , late oboyatum. Caput, corpore
conlinuum. ÜÖs subterminale, transverse ellipticum. Acelabulum ba-
silare ventrale, urceiforme , seplangulare, intus dissepimentis septem
e centro radianlibus, quinque inermibus, duobus uneino valido vagi-
nalo retractili armatis. Aperturae genitalium infra os oblique iuxtappo-
sitae, approximatae. Porus exeretorius . ... Tractus intestinalis bi-
eruris, coecus. Ovipara. Piscium marinorum ecto- vel endoparasita,
Die Charaktere des Gen. Epibdella Bl. (Phylline Ok. = Bene-
denia Dies.) werden von van Beneden (l. c. p.18) ‚folgender
Maassen festgestellt: Corps de forme ovale, mince et aplati;; tete
pourvue de deux venlouses, une grande venlouse en arriere armde de
erochets et couverte en dedans de papilles reguliöment disposees, avec
le bord frange ; les orifices sexuels situes sur le bord ä droite pres ‚de
la ventouse buccale; deux vesicules pulsatiles, s’ouyrant en avant, ä
quelque distance du bord. Sur la peau des poissons.
Das neue Gen. Calceostoma van Ben. (l. ec. p. 60. Pl. VII. Fig. 2)
ist gewissermassen ein Gyrodactylus mit redueirtem Krallenapparate
und schirmlörmigem Kopfschmuck ; seine Charaktere werden: von Die-
sing (Sitzungber. der Wiener Akad. XXXV. 8.441) in nachfolgender
Diagnose zusammengefasst: Corpus subeylindricum depressiusculum.
Caput corpore continuum , Jamella semicireulari, terminali, versatili
einetum, Os ad basin Jamellue capitis. Ocelli nulli. Plectanum unum,
simplex , sessile, subterminale posticum, membranaceum, obeonieum;
160 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
extus, infra limbum, apparatus affixionis solidus, forcipatus, eruribus
antrorsum iuxtapposilis,, basi subglobosis , globulo singulo hamulum
maiorem retrorsum et alterum minorem antrorsum directum emittente.
Androgyna; aperlura genitalis communis antrorsum sita; penis (ha-
mulus ventralis Auct.) subulatus in pagina membranacea. Porus ex-
eretorius ... . . Tractus intestinalis bicruris, coecus. Ovipara. Piscium
marinorum ectoparasita. Sp. C. elegans, in branchiis Sciaenaea aquilae.
Dalyell beschreibt unter dem Namen Octodactylus
inhaerens eine Art des Gen. Octobothrium mit fingerförmi-
gen, unbewaffneten Saugnäpfen, wahrscheinlich ©. digita-
tum Rathke von den Kiemen des Kabliau. L. c. II. p. 263.
T.XXXVI. Fig. 1. 2. Beschreibung und Abbildung lassen
freilich Vieles zu wünschen, wie denn z. B. Verf. geneigt
ist, das hintere Ende als vorderes aufzufassen.
Ebenso sind bei Udonella von unserem Verf. die seit-
lichen Saugnäpfe übersehen. Neu ist dagegen die Angabe,
dass gelegentlich auch auf den Hervorragungen im Nacken
vonPontobdella kleine Exemplare dieser Thierform vorkommen.
Ibid. Vol. I. p. 6. und a. a. O.
Leidy beschreibt unter anderen neuen Trematoden ein
mit Aspidogaster verwandtes Genus n. Cotylaspis, das in
der Mundhöhle und auf der äusseren Nierenfläche der nord-
amerikanischen Anodonta fluviatilis und lacustris lebt und sich
besonders durch die Anwesenheit von Augen auszeichnet.
(Proc. Akad. Philad. 1858. p. 110.)
Die Diagnose des neuen Genus ist folgende: Cotylaspis. Body
eurved infundibuliform, anteriorly eylindro-conical, posteriorly expand-
ing into a subeircular or oval ventral disk with numerous (29) aca-
tabula arranged in a triple series. Mouth infero - terminal, with a
prominent upper lip and protractile into a cup- or disk-like aceta-
bulum. Intestinal apparatus as in Aspidogaster. Eyes two, distinct,
black, situated on each side of the head. Generative apertures in-
ferior, between Ihe head and ventral disk. Sp. n. C. insignis.
Distomei. Die Untersuchungen van Beneden’s über
die Trematoden mit Generationswechsel (tr. digeneses, 1. c.
p- 68&—111. Pl. VIII—XIII) beziehen sich auf folgende Ar-
ten: Monostoma mutabile , M. verrucosum, Amphistoma sub- #
clavatum, Distoma militare (e Cerc. Palud. vivip. — C. echi-
nifera de la Val.), D. echinatum (e Cerc. echinata Lymnaei); D.
reiusum (e Cerc. armata p.’p., eingekapselt in Phryganeen),
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 161
D. elavigerum (e Cerc. armata p. p. = (. ornata), Distoma
tereticolle, D. filicolle (= D. Okenii Köll.), Nematobo-
thrium filarina n. gen. et n.sp. Bei allen diesen Arten ist
der äussere und so weil als möglich auch der innere Bau
beschrieben und durch Abbildungen erläutert. Auf diese
Einzeldarstellungen folgt später noch (p. 166—223) eine über-
sichtliche Betrachtung des Gesammtbaus nach den einzelnen
Organensystemen. Für unsere Kenntniss über die Trematoden
im Ganzen ergiebt sich daraus nichts wesentlich Neues, es
müsste denn sein, dass Verf. auf das negative Ergebniss seiner
Untersuchungen hin die Existenz einer direklen Communication
zwischen den männlichen und weiblichen Organen in Ab-
rede stellt. Dass Verf. weiter die Gefässe der Trematoden
nur als Theile des sog. Exeretionsorganes betrachtet, ist
schon oben erwähnt worden, wir wollen indessen hinzufü-
gen, dass Verf. diesem Apparate eine ganz besondere Auf-
merksamkeit gewidmet hat (p. 172—187) und namentlich
auch die vergleichende Anatomie desselben weiter verfolgt.
Sonst schliesst sich die Darstellung des Verf. überall an die
zuerst wohl von v. Siebold vertretenen Ansichten an. Die
einzelnen: vom Verf. untersuchten Formen betreffend, so wird
deren Kenniniss durch die hier vorliegenden Mittheilungen
in hohem Grade erweitert. Wir müssen allerdings in dieser
Hinsicht zunächst auf das Original verweisen. Nur ein Paar
Bemerkungen über Distomum tereticolle und Nematobothrium
dürften hier ihre Stelle finden.
Das Distomen tereticolle s. Okenii lebt bekanntlich immer
paarweise in einer Üyste eingeschlossen in der Kiemenhöhle von
Brama Raji und zeigt in diesen beiden Individuen beständig so be-
deutende Verschiedenheiten, dass Kölliker sich veranlasst sah,
diese als Geschlechtsverschiedenheiten zu deuten und unseren Di-
stomen ein getrenntes Geschlecht zu vindieiren. Unser Verf. be-
stäligt nun in der That, dass das eine dieser beiden Individuen, das
durch eine mächtige Entwickelung seines Hinterleibs sich auszeich-
net — ähnlich wie bei dem später zu erwähnenden Monostomum bi-
partitum, das sich auch in seinen Geschlechtsverhältnissen an unser
Dist, filicolle anzuschliessen scheint — mit Eiern gefüllt ist, nichts
destoweniger aber glaubt unser Verf., dass ursprünglich beiderlei
Individuen desselben hermaphroditischen Geschlechts gewesen seien,
dass dieselben dann weiter den Begattungsakt vollzogen, bei dem
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. L
162 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
aber nur das eine Individuum als Männchen fungirte, und dass das
befruchtete dann allein zur weiblichen Geschlechtsreife gelangte,
während die männlichen Organe gleichzeitig atrophirten. Das neue
Gen. Nemotobothrium wurde vom Verf. gleichfalls nach einem in der
Kiemenhöhle eines Fisches (Sciaena aquila) eingekapselten Wurme
aufgestellt. Die Cysten erreichen die Grösse einer Faust und ent-
halten einen vielfach verschlungenen fadenförmigen Körper von viel-
leicht Meterlänge, der keinerlei äussere Auszeichnungen trägt und
leicht für eine Filarie gehalten werden könnte. Das Kopfende des
Wurmes besitzt eine aullallende Beweglichkeit und kann die manch-
fachsten Formen annehmen. Uebrigens liegt der Parasit nicht frei in
seiner Cyste, sondern zunächst in einer dünnen Scheide, die wohl»
wie bei Tetrarhynchus, ein Absonderungsprodukt des Körpers sein
dürfte. Mitunter wird auch noch ein zweiter , kleinerer und dünne-
rer Wurm neben dem- ersten gefunden. Bei anatomischer Untersu-
chung überzeugt man sich, dass die Eingeweide dieser Thiere aus
einem pulsirenden Gefässe und einem äusserst langen , mehrfach ge-
falteten Eierschlauche bestehen — alle übrigen Organe fehlen; sie
sind, wie Verf. vermuthet, während der Entwickelung der weiblichen
Geschlechtswerkzeuge allmählich verloren gegangen.
Was Verf. über die Entwickelung unserer Trematoden
mittheilt (vgl. hierfür besonders die übersichtliche Zusam-
menstellung auf p. 201—223), stimmt in der Hauptsache mit
den bekannten Angaben von Wagener, de Filippi,
de la Valette u. A. überein, bietet aber gleichfalls im
Einzelnen wiederum manches Neue. Besonders glücklich
war Verf. in den von ihm angestellten Fütterungsversuchen
mit eingekapselten Cercarien. (Fütterungsversuche vor der
Entwickelung führen, auch nach den Erfahrungen des Verf.’s,
nicht zum Ziele) Nicht bloss, dass es ihm auf diese Weise
gelang, den Diplodiscus subclavatus zu dem Amphistomum
subclavatum der Frösche zu entwickeln, er lieferte auf dem-
selben Wege auch den Beweis, dass sich nicht bloss die
Cerc. echinifera, sondern auch C. echinata im Darmkanale der
Ente in ein Distomum verwandelt, das schon am dritten
und vierten Tage nach der Fütterung in voller Geschlechts-
entwickelung begriffen ist. Ebenso wurde die kleinere der
bisher unter dem Namen Cerc. armata zusammengeworfenen
Arten (C. armata Pagenst.) im Darmkanale der Frösche zu
Dist. retusum (= Dist. endolobum Pagenst.) herangezogen.
Die erste Anlage der Geschlechtsorgane besteht in den
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 163
Testikeln, die am vierten Tage erscheinen, während die er-
sten Eier erst zehn Tage später beobachtet werden. Die
grössere Cercaria armala (C. ornata P.) verwandelte sich
gleichfalls schon nach wenigen Tagen in das Dist. clavige-
rum, wie das auch vonPagenstecher beobachtet wurde.
Die Embryonen von Monostomum mutabile mit der Redie im
Innern , wurden vom Verf. nach eigener Untersuchung be-
schrieben. Auch bei einigen andern Arten wurden flim-
mernde Embryonen beobachtet, doch bedarf die Annahme,
dass solche flimmernde Embryonenzustände bei allen Tre-
matoden dieser Gruppe vorkämen, nach den Untersuchungen
Wagener’s bekanntlich einer Beschränkung.
Auch Walter unterwirft den Bau der Trematoden
einer näheren Untersuchung (Arch. für Naturgesch. 1858. 1.
S. 269—297. Taf. XI-XIID. Er schildert die einzelnen Or-
gane von Amphistomum subclavatum , Distomum hepaticum
und D. lanceolatum mit besonderer Berücksichtigung ihrer
feineren Strukturverhältnisse und liefert dadurch einen ebenso
erwünschten wie wichligen „Beitrag zur Anatomie und Hi-
stologie“ dieser Thiere.
Das Nervensystem betrellend, hebt Verf. u. a. hervor, dass des-
sen Centraltheile nicht, wie meist angenommen, zwischen Schlund-
kopf und dem Grunde des Saugnapfes liegen, sondern ungefähr in der
Mitte des Oesophagus gefunden werden und aus einem völlig ge-
schlossenen Ringe bestehen, dessen Seitentheile eine entschieden gan-
glionäre Beschaffenheit besitzen. Die Seitenganglien entsenden bei
den genannten Arten drei Nerven, von denen der vordere , der meist
selbst wiederum in ein Ganglion anschwillt, zu dem Mundnapfe, der
mittlere nach Aussen zu Muskeln und Cuticula des Halses, der hin-
_ tere, stärkere in gerader Richtung zu dem Hinterleibe und den inne-
ren Organen läuft. Die Ganglienkugeln sind meist sog. bipolare.,
Dass die Gefässe der Trematoden in ganzer Ausdehnung dem ex-
cretorischen Apparate zugehören, wird auch vom Verf, bestätigt
und durch vollständige Analyse dieses Apparates bei Amphistomum
bewiesen. Aber neu ist es, dass die letzten Endigungen dieser Gefässe
ein ausgeprägtes Capillarnetz bilden, das sich meist durch das ganze
Parenchym verbreitet, namentlich die Eingeweide umspinnt und von
Zeit zu Zeit, besonders an den Theilungsstellen sich zellenartig er-
weitert, wodurch es dann dem sog. Schleimgewebe von Virchow
äusserst ähnlich wird. Verf. hält dieses Capillarnetz übrigens trotz
164 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
seinem Zusammenhange mit dem excretorischen Apparate für eine der
Ernährung dienende Einrichtung und vermuthet, dass es die vom Darm-
kanale und auch wohl der Haut aufgenommenen Flüssigkeiten gleich-
mässig durch den ganzen Körper zu verbreiten habe. Bei Amphi-
stomum fehlen die Flimmerläppchen in den feinern Excretionsgefässen,
aber dafür wird der Expulsionsschlauch hier von einer starken Mus-
kulatur überlagert, die eine kräftige Zusammenziehung ermöglicht,
während bei den übrigen Arten, die der Flimmerläppchen nicht ent-
behren, die Zusammenziehungen weit schwächer sind, und von einer
einfachen contraktilen Membran vollzogen werden. Das durch v. Sie-
bold beschriebene sog. zweite Vas deferens, das einen direkten Zu-
sammenhang zwischen dem Hoden und dem weiblichen Apparate, zu-
nächst der Vesicula seminalis interior (Receptaculum seminis), ver-
mittelt, wird vom Verf., für Amphistomum wenigstens, bestätigt.
G. Wagener beschreibt den äusseren und inneren
Bau von Gasterostomum v. Sieb. und hebt hervor, dass die
Arten dieses Genus ohne Zweifel den geschlechtsreifen Zu-
stand von Bucephalus darstellen. Arch. für Naturgesch. 1858.
Ss. 250—252.
Die wichtigsten Charaktere des Gen. Gasterostomum beruhen
nach Verf. theils in dem am Vorderrande des Mundsaugnapfes ange-
brachten contractilen Fortsätzen (die Ref. in mehrfacher Beziehung
an den Kopfputz von Gyrodactylus erinnern), theils auch in der Lage
der Geschlechtsöffnung am Hinterleibsende und der einfachen blind-
sackförmigen Bildung des Darmrohres. Ausser dem bekannten Gast.
fimbriatum (= Distomum campanula Duj.), das bald eingekapselt an
den Kiemen von Cyprinus, bald auch frei und erwachsen im Darme
des Hechtes, Barsches u. a. Raubfischen vorkommt, erwähnt Ref. noch:
G. graeilescens (= Dist. gracilescens Rud.) aus dem Darmkanale von
Lophius und G. minimum n. sp. aus dem Darme von Trigla miero-
lepidota, deren Unterschiede besonders in der relativen Grösse der
zwei Saugnäpfe und der Grösse der Eier beruhen. (Eine vierte
Art ist inzwischen von Molin beschrieben: G. armatum aus Con-
ger conger.)
Ebendaselbst (S. 252—256. Tab. 1X) berichtet Wage-
ner auch über das von Wedl beschriebene Monostomum
bipartitum (J. B. XXII. S. 367), namentlich das Verhältniss,
in dem die beständig paarweise in derselben Cyste vorkom-
menden Individuen zu einander stehen. Auf den ersten
Blick glaubt man in dem Inhalte einer Cyste ein zweiköpfi-
ges Thier mit gemeinschaftlichem kirschenförmigem Leibe
vor sich zu sehen, aber bei näherer Untersuchung findet man,
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 165
dass es zwei von einander getrennte, ungleich entwickelte
Individuen sind, von denen das eine kleinere durch den lap-
pigen Hinterleib des anderen der Art umwachsen ist, dass
zur Durchtrittsstelle des Kopfendes nur noch eine einzige
kleine Oeffnung übrig geblieben ist. Der eingeschlossene
Hinterleib hat eine ziemlich schlanke Form und enthält aus-
ser den beiden Darmschenkeln noch Gebilde, „in denen man
sich wohl samenbereitende Organe vorstellen kann.* Von
Eiern ist bei demselben keine Spur vorhanden, während der
umhüllende Leib des grösseren Individuums von Eiern strolzt
und grösstentheils der Anhäufung derselben seine mächtige
Ausdehnung verdankt. In einem Falle enthielt die Cyste
zwei noch geschlechtlich unentwickelte, gleichgestaltete Thiere,
die mit ihrer Bauchfläche in entgegengeseizter Richtung an
einander gefügt und der Art gekrümmt waren, dass die Sei-
tenlappen des hinteren, abgestutzten Körperendes das dün-
nere Vorderende sattelartig umgaben. Denkt man nun, dass
sich das hintere Körperende des einen Individuums über-
mässig vergrössert, so wird der Leib des andern bis auf
das Kopfende von demselben umfasst und durch schliessliche
Verwachsung der Seitenlappen völlig eingeschlossen werden,
wie denn auch Verf. mehrfache Stadien dieser Entwickelung
beobachten konnte.
Van Beneden beobachtete die Befruchtung eines
Eies bei Distoma aeglefini. Er sah den beweglichen Samen-
faden in unmittelbarer Berührung mit den Keimbläschen, bis
derselbe nach Verlauf einiger Stunden still wurde und dann
spurlos verschwand. Bull. Acad. roy. Belg. T.1V. No. 4,
PiInstit. 1858. p. 159 u. 223.
Nach den Untersuchungen von G. Wagener gehört
das sog. Monostomum foliaceum nicht zu den Trematoden,
wie man früher annahm , sondern zu den Cestoden, wo es
ein mit Amphiptyches (= Gyrocotyle Dies.) verwandtes neues
Gen. Amphiline darstell. Von den frühern Beobachtern
ist das mit einem undurchbohrten Kopfnapfe versehene vor-
dere Körperende meist für das hintere gehalten. Arch. für
Naturgesch. 1858. S. 244— 2409. Taf. VII.
Von neuen Arten erwähnen wir:
166 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Diplostomum grande aus dem Darnıe von Strix nivea, Mono-
stomum affıne aus der Gallenblase von Castor zibethicus; M. spathu-
lum und Distomum biliosum beide aus der Gallenblase eines Fisches,
Leidy Proc. Acad. Philad. 1858. p. 110.
Holostomum lagena aus Strix passerina , H. clavus aus Gadus
Merleccius, Monostomum hystrix aus Pelophylax esculentus, Distomum
marginalum aus Anas crecca, D. soccus aus Mustelus plebejus, D.
calceolus aus Conger conger, D. ellipticum aus Acipenser nasus, D.
armatum aus Phasianus gallus, D. cesticillus aus Lophius piscatorius,
D. semiarmatum aus Acipenser Naccari , D. putorii aus Mustela pu-
torius, beschrieben von Molin, prosp. fam. helm. Venet., a. a. 0.
S. 127 ff.
Ebenso weiter als Nachtrag (ebendas. Bd. XXXIII. S. 287: Di-
plostomum auriflavcum aus Ardea nyelicorax, Holostomum cornucopia
aus Strix fammea (?), Distomum foliaceum aus Gobius paganellus,
D. singulare aus Ibis faleinellus, D. obovatum aus Chrysophrys au-
rata, D. Fabenii aus Cantharus vulgaris, D. heteroclitwm aus Perdix
coturnix, D. retroflexum aus Belone acus, D. papilliferum ebendah.,
D. Polonii aus Caranx trachurus, Gasterostomum armaltum aus Con-
ger conger.
Distoma Goliath n. sp., aus der Leber der Balaenoptera rostrata,
von der Grösse und dem Ansehen eines Blutegels, van Beneden,
Bullet. Acad. roy. de Belg. T. V. No.7. c. tab., l’Inst. 1858. p. 282.
Ueber das von Weinland unter den menschlichen Helminthen
aufgeführte Distomum (Dierocoelium) Buskii Wld., das nach beige-
fügter Bemerkung von Busk in London in dem Dünndarme eines
Lascar aufgefunden wurde (an essay on the tapeworms of man p. 87)
ist mir keine weitere Angabe bekannt geworden. Für das Distoma hae-
matobium wird gleichzeitig der neue Genusname Schistosoma in
Anwendung gebracht und eine eigene, von den Distomeen verschie-
dene Familie (Gynaecophora) aufgestellt.
Leuckart und Pagenstecher beobachteten in der Leibes-
höhle von Sagilta germanica zwei unreife Trematoden, ein Monosto-
mum und ein Distomum , die beide abgebildet wurden. Arch. für
Anat. und Physiol. 1858. S. 599, Tab. XXI. Fig. 8 u. 9.
Gräffe beschreibt (Beobachtungen über Radiaten und Würmer
S. 47 I. Tab. X) zwei sehr interessante Meercercarien : eine ©. Thau-
mantiadis, die in der Scheibe einer kleinen Qualle (Eucope, nicht
Thaumantias) eingegraben lebt und sich durch die Anwesenheit eines
Borstenschwanzes sehr nahe an die gleichfalls bei Nizza aufgefundene
€. setigera Müll. anschliesst, und eine zweite als €. Cymbuliae be-
schriebene Form , die sich auf der Oberfläche des Eingeweidesackes
von Cymbulia Peronii in wurmförmigen Sporocysten entwickelt. Die
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 167
letztere besitzt ausser einem kurzen und breiten contractilen Schwanze
noch einen mehr seitlich abgehenden schlanken und langen Anhang,
der nach der Zeichnung des Verf.'s freilich eine sehr abweichende
Beschaffenheit hat, aber doch wohl mit dem erstern zusammengehört,
wie bei der nahe verwandten Cercaria furcocerca Wagener’s (Beitr.
zur Entwickelungsgesch. der Eingeweidewürmer Tab. XXX). Die
Angabe, dass diese Cercarie einen einfachen schlingenförmig gewun-
denen Darm besitze, der zwischen den beiden Schwänzen nach Aus-
sen münde, dürfte wohl auf einem Irrthume beruhen.
Nach den Beobachtungen von Steenstrup ist das Distomum
caudatum Bosk der Cercarienzustand des Dist. fuscum s. Coryphaenae
Bosk, die wohl beide derselben Art zugehören. Vidensk. Meddelels.
for 1858. p. 183. (Nach brieflicher Mittheilung des Verf. dürfte auch
Dist. clavatum Rud., wenigstens zum Theil, hierher gehören und die
Verwandlung der Cercarie in ihr schwanzloses Geschlechtsthier da-
durch vor sich gehen, dass erstere direkt in ihren späteren Wirth
einwandert. Eine Anzahl verschiedener Entwickelungsstufen , mit
denen Verf. den Ref. freundlichst beschenkte, scheinen die Richtig-
keit dieser Auffassung ausser Zweifel zu setzen.)
Cercaria agilis n. sp., in Gesellschaft von Planorbis und an-
deren Süsswasserschnecken frei im Delavareflusse gefunden, Leidyl.c.
Dalyell beobachtet gleichfalls Cercarien und giebt davon eine
(schlechte) Abbildung, 1. e. PI.XXXVI. Fig. 9. p. 266.
Cestodes.
Die Untersuchungen, die van Beneden in dem schon
mehrfach angezogenen Werke (mem. sur les vers intest.
p- 224—266) über den Bau und die Entwickelungsgeschichte
der Bandwürmer niedergelegt hat, schliessen sich in ähnli-
cher Weise, wie das oben von den Beobachtungen dessel-
ben Verf.'s über Trematoden hervorgehoben wurde, bestä-
ligend und ergänzend an die inzwischen auch von anderen
Seiten gemachten Erfahrungen über diese Parasiten an. Als
neu erwähnen wir die Angabe, dass bei Tetrarhynchus me-
gacephalus ein aus sechs Ganglien bestehendes Nervensystem
vorkomme (p. 228), zwei-vordern und vier hintern, welche
letztere den vier Rüsselscheiden entsprechen und durch Com-
missuren mit erstern verbunden seien. Das Gefässsystem der
Cesloden wird als vollständiges Analogon des excretorischen
Gefässapparats der Trematoden betrachtet. Nach der Ent-
168 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
wickelungsweise unterscheidet Verf. auch bei den Cestoden,
wie bei den Trematoden , Formen ohne Generationswechsel
(€. monogeneses) und solche mit Generationswechsel (C. di-
geneses). Zu den erstern rechnet er das Gen. Caryophyl-
laeus, dessen jüngste, offenbar erst vor kurzem aus dem Ei
hervorgeschlüpften Exemplare im Wesentlichen schon den
ausgewachsenen Thieren gleichen und durch zahlreiche Zwi-
schenformen bis zu den letztern verfolgt werden konnten.
(Wagener hat, wie wir im letzten Jahresberichte hervor-
gehoben, inzwischen glaublich gemacht, dass auch Ligula
keinem Generalionswechsel unterliege, eine Form, die Verf.
seinen Ü. digeneses zurechnet, ohne dafür aber irgend wel-
che Gründe vorzubringen. Gleiches gilt von Triaenophorus,
das sich durch seine Entwickelung, nach Wagener, eben-
falls an die Arten ohne Generationswechsel anschliesst.) Un-
ter den Cestoden mit Generalionswechsel unterscheidet van
Beneden zwei Gruppen, von denen die eine die sog. Phyl-
lobothrien umfasst, die andere die Taeniaden. Bei der er-
stern entsteht, nach unserem Verf., ein Embryo ohne Bohr-
apparate, der (so nach Untersuchungen eines Scolex aus Cy-
celopterus) sich ohne Weiteres im Darmkanale seiner ersten
Wirthe durch Einstülpung und Metamorphose des vorderen
Körperendes in eine cyslicercoide Form verwandelt, die sich
dann späterhin in anderen Wirthen zu einer gegliederten
Bandwurmkette entwickelt. Die Entwicklungsgeschichte: der
Taeniaden ist insofern complieirter, als hier der mit Bohrap-
paralen versehene Embryo in seinen ersten Wirthen wandert,
den Darmkanal durchbohrt und sich meist nach vorherge-
gangener Einkapselung in einen Cyslicercus verwandelt, der
nach der Uebertragung in den Darm eines anderen Thieres
seine Schwanzblase abstösst und dann gleichfalls zu einer
Kette auswächst. (Aechnlich verhalten sich übrigens auch
manche vom Verf. zu den Phyllobothrien gerechnete Arten,
wie u. a. die Tetrarhynchen.) Die vom Verf. über die Um-
wandlung der Finnen in Bandwürmer und über Erziehung von
Finnen aus Bandwurmeiern angestellten Experimente. sind
grösstentheils schon früher bekannt geworden und seiner Zeit
von uns näher angezogen. Wir wollen nur noch hinzufü-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 169
gen, dass es Verf. auch gelungen ist den cysticercen Ju-
gendzustand von Tetrarhynchus erinaceus (aus dem Darme
von Raja rubus) in dem Peritonealüberzuge von Lophius pis-
calorius und Gadus morrhua aufzufinden. Ebenso wissen
wir, dass Verf. die Bandwurmkette als eine zusammenhän-
gende Kolonie von Individuen deutet, die einzeln den ge-
schlechtsreifen Trematoden zu vergleichen seien; es bedarf
hier bloss der einfachen Bemerkung, dass wir diese Ver-
hältnisse nochmals in gründlicher Weise erörtert finden
cp: 251— 266).
Pagenstecher liefert (Zeitschrift für wiss. Zoologie
Bd. IX. S. 523—528. Taf. XXI) einen „Beilrag zur Kenntniss
der Geschlechtsorgane der Tänien“ und schildert darin die
allmähliche Entwickelung dieser Gebilde bei einer wahrschein-
lich mit Taenia mierosoma Cr. identischen Art aus dem
Darmkanale von Anas boschas. Die Resultate der hier nie-
dergelegten Untersuchungen gehen dahin, dass, wie das
schon Ref. für die Blasenbandwürmer nachgewiesen hat, und
auch van Beneden in der oben erwähnten Abhandlung an-
giebt (p.236), die männlichen Organe sich vor den weiblichen
entwickeln und die immer mehr und mehr sich ausbildenden
Eier schliesslich die übrigen Theile des Genitalapparates zur
Verödung bringen.
Zuerst entsteht der Hode in Form eines Zellenhaufens, deren
Elemente sich in Samenfäden umwandeln, nachdem vorher und selbst-
ständig von den äusseren Bedeckungen her der Penis seinen Ursprung
genommen hat, Ebenso unabhängig bilden sich von einander Keim-
stock und Vagina. Aus dem Keimstocke stülpen sich zwei symme-
frische sackförmige Anhänge aus, und in diesen bilden sich die Ei-
keime in vollständige Eier um, Besondere Dotterstöcke konnten
nicht nachgewiesen werden; Verf. vermuthet, dass die beiden Frucht-
hälter zugleich als solche fungiren möchten. Die Umwandlung des
sog. Keimbläschens in den Embryo erfolgt bei unserer Art erst nach
der Entleerung der Eier, die, durch eine gelatinöse Umhüllung zu
grösseren Jaichartigen Schnüren zusammengehalten, eine längere Zeit
im Darmkanale des Wirthes verweilen. Ob eine Selbstbegattung der
Glieder stattfindet, lässt Verf, unentschieden; doch hebt derselbe her-
vor, dass er früher einmal bei Tetrabothrium auriculare eine Begat-
tung verschiedener Glieder beobachtet habe.
Die Annales des sc. nat. T.X, enthalten auf p. 190—232
170 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
einen aus dem Journ. veterin. du Midi auszugsweise abgedruck-
ten Bericht über die an der Veterinärschule zu Toulouse von
Baillet angestellten Experimente, betreffend die Organisa-
tion und die Entwickelungsgeschichte der. dem Gen. Taenia
angehörenden Bandwürmer. Es sind diese Untersuchungen
nicht in der Absicht unternommen, die Angaben der neueren
Helminthologen über die genetischen Beziehungen der Band-
und Blasenwürmer überhaupt zu prüfen — Verf, hatte sich von
deren Richtigkeit schon bei einer früheren Gelegenheit über-
zeugt (J. B. XXIII. S. 204) —, sondern vielmehr zu dem. spe-
ciellen Zwecke, die für die praktischen Interessen des Land-
wirthes so wichtige Frage zu entscheiden, ob die bei dem
Hunde schmarotzenden grosshakigen Bandwürmer derselben
Art zugehören, oder nicht. Bekanntlich ist v.Siebold vor
einiger Zeit mit der Behauptung hervorgetreten (J. B. XXI.
$. 373), dass die aus Cyst. pisiformis, C. tenuicollis und Coe-
nurus im Darmkanale des Hundes gezogenen Tänien unter
sich und mit der T. Solium,, T. marginata u. a. specifisch
übereinstimmten, ınit einer Behauptung, der von anderer Seite,
besonders von Ref. (J. B. XXIll. S. 195) auf Grund zahl-
reicher Untersuchungen und Experimente in bestimmtester
Weise widersprochen ist. Unser Verf. ist durch seine Be-
obachtungen zu dem Resultate gekommen, ‘dass dieser Wi-
derspruch vollkommen gerechtferligt war. Er überzeugte
sich zunächst, dass die drei genannten Blasenwürmer nicht
bloss durch Vorkommen und äussere Bildung , sondern auch
besonders durch Zahl , Form und Grösse der Haken von
einander verschieden seien, dass weiler auch die aus diesen
Blasenwürmern gezogenen Tänien neben anderen charakteri-
stischen Verschiedenheiten stets die entsprechende Haken-
bildung zeigten und dass schliesslich deren Embryonen naclı
Verfütterung an die geeigneten Thiere sich immer wieder zu
den ursprünglichen Blasenwurmformen ausbildeten. Man sieht,
dass die von unserem Verf. eingeschlagene Untersuchungsme-
thode genau dieselbe ist, die auch Ref. zur Prüfung der v.
Siebold’schen Angaben in Anwendung gebracht hat. Die
Zahl der von unserem Verf. zu seinen Experimenten. ver-
wendeten Versuchsthiere belief sich auf 43 und diese lie-
}
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 171
ferlen in einigen dreissig ausführlich beschriebenen Fällen ein
ebenso positives, wie entscheidendes Resultat. In zehn Fäl-
len war die Fütterung mit Finnen oder Tänieneiern über-
haupt erfolglos, und liefern die Beobachtungen unseres Verf.
in dieser Beziehung manche interessante Beispiele einer auf-
fallende Immunität, wie besonders das Schaflamm No. 4, das
im ‘Laufe von ungefähr acht Wochen 19 Mal mit Proglotti-
den von Taenia Coenurus gefüttert wurde und dennoch ge-
sund blieb. Im Ganzen scheinen jüngere Thiere überhaupt
weit grössere Prädisposilion für die Cestoden-Helminthiasis
zu besitzen, als ältere. Auffallend war Ref. die grosse Zahl
der Todesfälle unter den mit Blasenwürmern gefülterten Hun-
den, die bei seinen, doch auch ziemlich ausgedehnten Ex-
perimenten nicht beobachtet wurden. Wesentlich neue Re-
sullate haben übrigens die Untersuchungen des Verf. nicht
zu Tage gefördert, aber im Einzelnen enthalten dieselben
mancherlei interessante Angaben, besonders über Coenurus,
dem Verf. überhaupt, als dem für die praktischen Interessen
des Landwirths besonders wichtigen Parasiten, eine besondere
Aufmerksamkeit gewidmet hat. Sieben Wochen nach der
Fütterung zeigen die jungen Coenuren bei der Grösse einer
Kirsche die erste Anlage der späteren Köpfe in Gestalt eini-
ger weniger hohlen Zapfen; drei Wochen später sind diesel-
ben theilweise bereits zu der Grösse einer Nuss herange-
wachsen und in der Kopfanlage mit vollständigen Hakenkrän-
zen versehen. In 5'/, Monat erreicht der Coenurus schon
die Grösse eines Hühnereies. Was der Verf. über die Ent-
wickelung des Kopfzapfens bei Cyst. pisiformis und die durch
den Parasilismus dieses Wurmes in der Leber der Kaninchen
erzeugten Veränderungen miltheilt, schliesst sich genau an
die Angaben und Darstellungen des Ref. an. Gleiches gilt
von den Untersuchungen über die Erzeugung des Cyst. fas-
eiolaris aus den Eiern der Taenia crassicollis. Von beson-
derem Interesse ist die Beobachtung eines vielköpfigen Bla-
senwurmes aus den Halsmuskeln eines Kaninchens, der nach
Organisation und Hakenbildung die grösseste Aehnlichkeit
mit Coenurus cerebralis hatte (p. 227) und sich auch im
Darmkanale des Hundes zu einem Bandwurme entwickelte,
172 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der ohne Kenntniss seiner Abstammung kaum von T. Coc-
nurus zu unterscheiden war. Der Versuch, die Embryonen
dieser Taenia zu dem gewöhnlichen Drehwurme des Schafes
zu entwickeln, führte in einem Falle zu keinem Resultate.
Ein zweites Lamm, das die Proglottiden dieser Tänie ver-
zehrt hatte, wurde allerdings drehkrank, allein dasselbe Ver-
suchsthier war auch mit der echten T. Coenurus_ infieirt
worden, so dass das Resultat unsicher erscheint.
Fürstenberg gab gleichzeitig jungen Fröschen und Hunden
Coenurus cerebralis und Cysticercus tenuicollis von Schafen ein und
fand, als er die Versuchsthiere später an demselben Tage tödtete,
Bandwürmer, die bei den Hunden eine Länge von 46—50 Zoll eı-
reicht hatten, bei den Fröschen aber nur 6—7 Zoll (T. e Cyst. tenuic.)
und resp. 'A—°/, Zoll (T. Coenurus) maassen. Es scheint demnach,
dass diese Würmer sich im Darmkanale des Hundes schneller ent-
wickeln, als bei den Fröschen. (Dass sie bei letztern überhaupt
ihre volle Entwickelung erreichen, dürfte bezweifelt werden.) Mit-
theilungen aus der thierärztlichen Praxis in den Preussischen Staaten.
Bd. V. S.193. z
Leisering fand bei der Section eines (von Küchen-
meister) mit Taenia e Cyst, tenuicolli gefütterten und vier
Tage später krepirten Schaflammes frei in dem Pfortadernetze
der Leber Hunderte von kleinen, zum Theil schon mit blos-
sem Auge sichtbaren Bläschen, die als junge Cyslicercen
erkannt wurden. Die Gallengänge waren leer. Verf. sieht
darin, und gewiss mit Recht, eine Bestätigung der von Ref.
ausgesprochenen Behauptung, dass die Embryonen der Cy-
sticereuslänien mit dem Blute wandern, doch möchte Ref. den
hier vorliegenden Fall desshalb nicht ohne Weiteres mit sei-
nen Beobachtungen über die im Pfortaderblute des Kanin-
chens vorkommenden Embryonen der Taen. serrata zusam-
menstellen, weil es sich in letztern noch um sechshakige
Embryonen handelte , während L. offenbar schon eine spä-
tere Entwickelungsstufe vor Augen hatte. Bericht über das
Veterinärwesen im Königreich Sachsen für 1857. Dresden,
5.23.
Küchenmeister findet den von Ref. als Cysticercus
innominatus hypudaei aufgeführten und zu Taenia tenuicollis
des Iltisses gehörenden Blasenwurm auch in dem Maulwurfe
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 173
und überzeugt sich — wie Ref. J. B. XXIII. S. 208 —, dass
derselbe mit dem früher als hakenlos beschriebenen Cyst.
talpae identisch sei. Amtlicher Bericht über die Wiener
Naturforscherversammlung S. 254.
Der medicinischen Zoologie von P. Gervais und van
Benedcen entlehne ich (Vol. Il. p. 259) die Angabe, dass
Bertholus in einer der medicinischen Facultät zu Mont-
pellier 1856 vorgelegten Inauguralschrift nach Versuchen,
dieHumbert in Genf angestellt hat, sich gleichfalls für die
Identität der Schweine-Finnen mit dem menschlichen Band-
wurme ausspricht. „Le 11. Decembre 1854, so schreibt
Humbert an Bertholus, je me procurai, ä l’abattoir, de
la graisse d’un porc fraichement tue et farei de Cysticercus
cellulosae. Je detachai avec soin ces vers, et, en presence
de Mr. le professeur Vogt et de notre ami Moulinie, jen
avalai quatorze... . . Dans les premiers jours de mars 1855,
jai sente la presence des Taenias et en meme temps j’ai
commence ä en trouver des fragments assez consid&rables.
Le professeur Vogt, ä qui je les ai montres, a conslate,
qu’ils appartenaient bien au Taenia solium.*
Ganz dasselbe Experiment ist auch von Hollenbach angestellt
worden. Derselbe verschluckte einen Theelöffel voll Schweinefinnen,
die freilich bereits 5 Tage alt waren, und beobachtete nach Ab-
lauf von 5 Monaten, dass ein 2%, Ellen langes Stück Bandwurm —
Verf. sagt, wohl unter dem Einflusse der v. Siebold’schen Schule,
T. serrata — mit geschlechtsreifen Gliedern, aber ohne Kopf abging.
Wochenschrift der Thierheilkunde und Viehzucht von Adam u. Niklas.
II. S. 301 u. 353.
Lebert handelt in seinem Trait& d’anatomie patholo-
gique gener. 1857. T.1. p. 395 sq. von dem Vorkommen des
Echinococcus beim Menschen und die dadurch. bedingten
krankhaften Erscheinungen,
Nach den Ansichten von Davaine (l'action du coe-
nure sur le cerveau, Cpl. rend. Soc. biol. Vol. IV ) hängt
die Drehbewegung der an Coenurus leidenden Schafe von
_ dem Umstande ab, dass die Köpfe des Parasiten sich von
Zeit zu Zeit nach aussen umstülpen und dadurch die anlie-
genden Hirntheile reizen. Dass der constante Druck des
Blasenwurms zur Erregung dieser Bewegung nicht ausreicht,
A
[
a
®
zu
174 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
geht daraus hervor, dass weder Echinococcusbälge noch
Pseudoplasmen des Gehirns solche Erscheinungen hervorrufen.
Auch in der neuen Welt beginnt sich die Theilnahme
für die helminthologischen Forschungen des europäischen
Continents zu regen. Von Weinland erhielten wir „an
essay on the tapeworms of man“ (Cambridge 1858. 93 S. in
Octav mit eingedruckten Holzschnitten) , der allerdings zu-
nächst nur dazu beslimmt ist, die neueren Entdeckungen über
die Naturgeschichte der Bandwürmer in gedrängter und über-
sichtlicher Weise dem amerikanischen ärztlichen Publikum
vorzuführen, der daneben aber auch (Cap. III on the diffe-
rent species of human tapeworms p. 31—68) unsere Kennt-
nisse über die bei dem Menschen vorkommenden Cestoden
durch die Beschreibung. zweier neuer interessanter Formen
und zahlreiche kritische Bemerkungen (besonders über das
Verhältniss von T. Solium und T. mediocanellata) nach mehr-
facher ‚Richtung hin erweitert. Wir erfahren daraus von
Neuem, welche wichtige und interessante Resultate uns durch
die Erforschung der Helminthenfauna des Menschen in. ‚frem-
den Ländern noch vorbehalten sind. Die von unserem Verf.
beschriebenen neuen Arten s. u.
White giebt in einem Vortrage über die Entwickelung
der Bandwürmer ebenfalls ein Referat über die neueren Ent-
deckungen der deutschen Helminthologen , Proc. Bost. 'Soc.
Vl. p. 304.
Leuckart und Pagenstecher beobachteten: zahl-
reiche Exemplare des echten Echinobothrium typus v. Ben.
(das sich von der Wagener’schen gleichnamigen Art durch
eine geringere Menge von Proglottiden und die Anwesenheit
von 8, nicht 4, Stachelreihen am Halse unterscheidet) und
konnten zwischen den von Pagurus und Crangon abstammen-
den: 'Speiseresten der sie beherbergenden Rochen auch die
früheren Entwickelungszustände in einer fast vollständigen
Reihenfolge auffinden. Archiv für Anat. u. Physiol. 1858.
S. 600—610. Taf. XXI.
Die jüngsten Entwickelungsformen bestanden aus einer einfa-
chen Blase mit eingestülptem Vorderende. Dann kamen! Formen,
in denen sich vom Grunde dieser Einstülpung der spätere Bandwurm-
er‘
alle
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 175
kopf erhob und schliesslich solche, in denen dieser Kopf auch schon
eine Anzahl von Gliedern gebildet hatte. Die Halsbewallnung ent-
stand erst nach Abstossung der Schwanzblase, die von zahlreichen
Gefässen durchzogen war und auch deutlich erkennen liess, dass die
Kalkkörperchen in den angeschwollenen Endästen dieser Gefässe und
nicht frei im Parenchym gelegen sind. (Vergl. J. B.XXIV. S. 117.)
Nach mündlicher Mittheilung (und Bemerkung in den Mem. sur les
vers intest. p. 327) hat auch van Beneden die cysticercoiden For-
men unseres Echinobothrium aufgefunden und zwar in Gammarinen,
so dass es, im Zusammenhange mit der schon im vorigen Jahresbe-
richte angezogenen Beobachtung von Lespe&s fast scheint, als wenn
das Vorkommen dieser Jugendzustände keinesweges ein beschränk-
tes sei.
G. Wagener liefert den Nachweis, dass der früher
unter dem Namen Monostomum foliaceum den Trematoden
zugerechnete Schmarotzer ein darmloser Cestode sei, der
durch einfache Bildung des Körpers, Anwesenheit eines un-
durchbohrten Kopfnapfes und Organisation der Geschlechts-
organe zunächst mit Amphiptyches (= Gyrocotyle Dies.) ver-
wandt sei. Der mächtige Eierschlauch mündet zur Seite des
Kopfnapfes , doch finden sich auch am Hinterleibsende ein
Paar Oeffnungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach mit ge-
wissen Theilen des Geschlechtsapparates (Keimstock, männ-
lichen Organen) zusammenhängen. Gefässe wurden nur in den
Seitentheilen gehehen, wo auch die Dolterstöcke verlaufen,
doch scheinen dieselben lange nicht die mächtige Entwicke-
lung wie bei Amphiptyches zu besitzen. In Betreff der letz-
ten Art hebt Verf. die Uebereinstimmung mit dem Diesing’-
schen Gen. Gyrocotyle hervor, das angeblich aus Antilope
slammt, während Amphiplyches aller Wahrscheinlichkeit nach
ursprünglich in Mactra edulis zu Hause ist. Archiv f. Na-
lurgesch. 1858. $. 244—249. Tab. VIII.
Nach der’ Ansicht van Beneden’s (l. c. p. 121) zer-
fällt die Ordnung der Bandwürmer in zwei grosse Gruppen,
von denen die erstere die hauptsächlich bei den Kaltblütern
schmarotzenden Bothriades umfasst, die andere die Tae-
niades, die bekanntlich vorzugsweise bei den Warmblütern
vorkommen. In der erstern Gruppe werden dann nach der Zahl
und Entwickelung der Gruben wieder drei Familien unterschie-
den : Tetraphylles, Diphylles und Pseudophylies. Die Tae-
176 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
niaden dürften vielleicht am besten nach der Bewaffnung
des Kopfes einzutheilen sein. Aus diesen Gruppen beschreibt
Verf.. folgende zum Theil neue Arten:
A. Tetraphylles: Echeneibothrium minimum van Beneden,
E. variabile van Beneden, E. dubium n. sp., aus Raja batis, Phyl-
lobothrium auricula n. sp., Anthobothrium perfectum n. sp. aus
Seymnus glacialis, A. giganteum , Tetrarhynchus tenuis n. sp. eben-
daher, T. erinaceus n. sp. aus Raja rubus, T. megacephalus Rud., T.
gigas Cuv. (die zwei letzten nur im Cystenzustande). B. Diphylles:
Echinobothrium typus van Ben. C. Pseudophylles: Tricuspidaria no-
dosa Pall., Ligula simplieissima Auct, Caryophyllaeus mutabilis Auct.
D. Taeniades: Taenia soliumL., T. coenurus v. Sieb., T. serrata Götze,
T canina Auct., T. nana n. sp. (= T. Echinococcus v. Sieb.), T.
variabilis Rud., T. paradoxa Rud., T. gallinulae n. sp. aus Gallinula
chloropus, T. porosa Rud., T. melanocephala n. sp. aus Simia Maimon,
T. porosula n. sp. aus Cyprinus div. sp. (unreif), T. dispar Götze,
T. osculata Götze, T. ocellata Dies. Zur Erläuterung des Baues die-
nen zahlreiche Abbildungen Tab. XIV—XXIL.
Molin beschreibt in seiner Fauna helm. Venet. a.a. O0.
S. 132—141 folgende neue Cestoden:
Sparganum ellipticum aus dem Zellgewebe von Mustela foina
und M. putorius, Scolex soleatus aus dem Darme von Conger conger,
Caryophyllaeus punctulatus ebendaher, C. trisignatus aus dem Darme
von Gadus Merluccius, Dibothrium longicolle aus Phasianus gallus,
D. sulcatum aus Felis pardus , Tetrabothrium (Eutetrabothrium) lon-
giecolle aus Scyllium stellare, T. (Orygmatobothrium) porrigens aus
Nyeticorax ardeola, T. (Anthobothrium) crispum aus Mustelus' ple-
bejus, Solenophorus obovatus aus Boa constrietor, Rhynchobothrium
brevicolle aus Myliobatis noctula, Aspidorhynchus (n. gen.) in-
fulatus aus Scyllium stellare, Taenia umbonata aus Mus museulus, T.
cesticillus aus Phasianus gallus, T. conica aus Anas bochas, T. con-
strieta aus Corvus cormnix, T. teiragona aus Phasianus gallus, T. ovata
aus Canis vulpes.
Ebenso weiter in dem Nachtrage (a. a. O. Bd. XXXIII. S. 291):
Scolex triqueter aus Belone acus und Se. cornucopia aus Caraux
trachurus.
Char. gen. n. Aspidorhynchus Mol. Corpus depressum tae-
niaeforme, articulatum; caput discretum, tubulosum, depressum, coty-
ledopsidibus quatuor et proboscidibus quatuor brevibus, eylindrieis,
retractilibus; collum breve, depressum, penes marginales. Piscium
marinorum in tractus intestinali endoparasita e fam. Gamorhynchobo-
thriorum.
Auch Leidy charakterisirt einige neue Bandwürmer: Tetra-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 177
bothrium barbatum aus Odontaspis punctata (2), Dibothrium speciosum
aus Beleosoma Olmstedi, und giebt ausserdem Bemerkungen über
Acanthorhynchus reptans Dies. aus Pogonias chromis. Proc. Acad.
Philad. p. 111.
Baillet liefert eine genaue und sorgfältige Beschreibung der
Taenia serrata (e Cyst. pisiformi), T. e Cyslicerco tenuicolli und Tae-
nia Coenurus (]. c. p. 223), so wie auch der Taenia e Coenuro lepo-
ris (p. 228).
Was die Taenia mediocanellata Küchenmeister’s
und deren Unterschiede von der echten T. Solium betrifft,
so erscheint es von besonderer Wichtigkeit, dass es nach
den Beobachlungen Weinland’s menschliche Bandwürmer
giebt, die in den einzelnen Gliedern eine nicht unbeträcht-
lich variirende Anzahl. von Seitenästen an dem Fruchthälter
besitzen, so wie solche , die neben der gewöhnlichen Bil-
dung des Fruchthälters von T. Solium den grossen Kopf der
T. mediocanellata ohne Haken und Rostellum zeigen. (Ref.
fand auch von T. litterata Exemplare ohne Hakenkranz
und Rostellum, Blasenbandwürmer S. 66 Anm.) In einem
Exemplare, das einen Chippewa - Indianer abgegangen und
leider kopflos war (T. Solium var. abielina), wurde trotz
einer auffallenden Kürze und Magerkeit der Glieder eine
Uterusbildung beobachtet, die in der Vielzahl der Seiten-
zweige mit den Verhältnissen der T. mediocanellata überein-
stimmte. Nach allen diesen Erfahrungen ist Verf. geneigt,
die wirkliche Artverschiedenheit der (übrigens gleichfalls in
Amerika aufgefundenen) T. mediocanellala in Zweifel zu
ziehen und anzunehmen, dass lelztere Species nach Exem-
plaren von T. Solium aufgestellt sei, die durch irgend einen
Zufall ihren Hakenapparat mit Rüssel verloren hälten, worauf
dann ‚die jetzt allein fungirenden Saugnäpfe an Grösse be-
trächtlich gewachsen seien , L. c. p. 40 ff. (Freilich bleibt
dabei unerklärt, warum nun gerade dieselben Exemplare
auch durch die Entwickelung ihrer Glieder: und Fruchthäl-
ler von den gewöhnlichen Exemplaren der. T. Solium ver-
schieden sind. ‚Wie die Sachen jetzt liegen, wird wohl das
Experiment entscheiden müssen. Es gilt, wie auch Verf. ver-
langt, die Jugendformen der T. mediocanellata zu erziehen
Arshiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. M
178 Leuckart: Berichbüber die Leistungen in der Naturgeschichte
und namentlich den Versuch zu machen, diese im. Schweine
zur Entwickelung zu bringen.)
Von besonderem Interesse ist die weitere Beobachtung
Weinland’s, dass es beim Menschen Cyslicerken giebt, die
durch Vorkommen, Grösse und Aussehen dem gewöhnlichen
Cyst. cellulosae gleichen, ‚die aber ‚statt zweier Hakenreihen
deren drei besitzen. (Cyst. acanthotrias n.sp.). L. c. p.64,
Proc. Bost. Soc. nat. hist. VI. p. 300.
Die Grösse der Haken stimmt in den beiden inneren Reihen
ungefähr mit den zweierlei Hakenlormen des Cyst. cellulosae, woge-
gen die Haken der äusseren Reihe, deren Wurzelfortsätze nur wenig
entwickelt sind, um ein Beträchtliches kleiner bleiben. In Gestalt
scheinen auch die grösseren Haken mehrfach von Cyst. cellulosae
abzuweichen. Zahl der Haken in jeder Reihe 14, also 42 in allen drei.
Die Würmer, ungefähr 12—15 im Ganzen, stammen von einer 50jäh-
rigen Frau (einer Weissen und keiner Negerin, wie anfangs vermuthet
wurde), die an Lungenschwindsucht starb und auf der Anatomie zu
Richmont in Virginien zergliedert wurde.
Auch ein ausgebildeter neuer Bandwurm des Menschen
wird von Weinland beschrieben (ibid. p. 49), Taenia fla-
vo-punclata, der von einem 19 Monate alten Kinde stammt,
aber ebenfalls nur in Spiritusexemplaren und noch dazu ver-
stümmelten, untersucht werden konnte.
Der Wurm gehört zu den kleineren Arten (etwa 100 Mm.) und
scheint sich durch Gesammtform, einseitige Lage der, Geschlechtsöll-
nungen und Bildung der (glatten) Eischalen zunächst an T. murinau. a.
verwandte Arten anzuschliessen. Die ausgebildeten Glieder haben
2 Mm. Länge und 1Y%,—2 Mm. Breite. In der Mitte jedes Gliedes
sieht man einen gelben Fleck, der von dem Testikel herrührt. Der
Uterus scheint aus mehreren unter sich zusammenhängenden Blind-
säcken zusammengesetzt,
Bei Gelegenheit der hier mitgetheilten Beobachtungen
setzt Weinland (l. c. p.51. Anm.) auch seine Ansichten
über die Systematik der Tänien oder Tänioideen , die Verf.
mit Diesing als eine besondere Cestodenfamilie betrachtet,
auseinander. -Nach der Beschaffenheit der Eier unterscheidet
derselbe zwei Unterabtheilungen , die dann weiter nach ver-
schiedenen, meist von der Hakenbildung hergenommenen Cha-
rakteren folgendermassen in- Genera zerfallen. !
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 179
* Sclerolepidola. Mit kleinen und hartschaligen Eiern, die
wahrscheinlich überall in Warmblütern zur Entwickelung kommen.
Taenia s. st. Uterus mit Medianstamım -und Seitenzweigen ;
Kopf mit zwei Reihen meist grosser Haken. Jugendform ein ein-
oder. vielköpfiger Cysticercus.
Acanthotrias n. gen. Aechnlich, aber mit drei Reihen Haken.
(Cyst. acanthotrias W.)
Taeniarhynchus n. gen. Aechnlich, aber ohne Haken und Rüs-
sel. (T. mediocanellata Küchenm.).
Echinococcifer n. gen. Kleine Art mit zwei Reihen winziger
Häkchen. In der Jugend ein Echinocoecus.
Diplacanthus n. gen. Kleine Art mit gespaltenen Häkchen. (T.
nana' v. Sieb. Die Angabe von „gespaltenen Haken“ dürfte sich,
nach der Ansicht des Ref. , nicht auf die Krallen, sondern auf die
Wurzel beziehen, so dass wohl kein Grund zur Aufstellung eines
neuen SR: vorliegt.)
® Malacolepidota mit dünnhäutigen Habshphiälen‘; die zumeist
in Wirbellosen zur Entwickelung kommen.
Hymenvlepis n. gen. Aeussere Schale membranös, eine, selten
zwei Reihen kleiner Häkchen. Uterus aus Säcken gebildet.
Lepidotrias ». subg. Mit drei Eihüllen. Leben im aus-
gebildeten Zustande in Säugethieren, besonders Insekten-
fressern. (T. murina u. s. w.)
Dilepis n. subg. Mit zwei Eihüllen, von denen die äussere
oft Fortsätze trägt. Leben im ausgebildeten Zustande in in-
sektenfressenden Vögeln. (T, angulata u. s. w.)
"© Proteöcephalus n. gen. Olıne Rüssel und Haken; mit verän-
derlichem Kopfe und zweischaligen Eiern. Aeussere Schale schlei-
mig. Leben im ausgebildeten Zustande in Reptilien und Fischen.
(T. ambigua u. s. w.)
Alyselminthus Zeder s. st. Kleine Haken mit flachem Fusse.
Eier mit dünner Schale, in Haufen vereinigt. (T. cucumerina.)
(Ausser den hier charakterisirten Genera dürften übrigens, nach
der Ansicht des Verf.'s, später noch mehrere andere aufzustellen sein,
— Ref. erinnert an Anoplocephala Bl.).
Turbellarii.
Pharyngocoeli. O0. Schmidt publieirt eine schon im
vorigen J. B. erwähnte Abhandlung über „die rhabdocoelen
Strudelwürmer aus der Umgegend von Krakau“ (28 S. in
Quarto mit 3 Tafeln, aus dem XV. Bande der Denkschriften
180 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der K. K. Akad. besonders abgedruckt). Dieselbe enthält
zwei Abschnitte, von denen: der erstere über die vom Verf.
bei Krakau beobachleten Arten handelt (besonders über Vor-
tex truncatus Ehrbg., V. viridis Schultz., V. scoparius n.
sp., V. pictus Schm., V. coronarius n. sp., Derostomum gali-
zianum n. sp., Opistomum pallidum Schliz. (non Schm.), Me-
sostomum Craci n. sp., M. cyalhus n. sp., M. personalum
Schm., M. Ehrenbergii Oerst., M. Wandae n. sp., Mesostomum
(Schizostomum) fallax n. sp., M. trunculum n. sp., Mesosto-
mum (Typhloplana) hirudo n.sp., M. (T.) lapponicun Schm. ?
und Prostomum furiosum), während der zweite die anatomi-
schen. und systematischen Eigenthümlichkeiten ‘und Unter-
schiede der einzelnen Familien der Rhabdocoelen, nament-
lich die der Derostomeen ( Vorlicinen) und Mesostomeen
auseinander selzt. Besonders ausführlich sind die Beobach-
tungen des Verf.'s über den Bau der Geschlechtsorgane.
Für die Einzelnheiten auf das Original verweisend, beschrän-
ken wir uns hier auf folgende Bemerkungen.
Bei Vortex pictus gelang es dem Verf. die einzelnen Acte- der
Eibildung und Befruchtung direkt zu beobachten. Wie das van
Beneden für Distomum beobachtet hat, kommen ‘auch bei unseren
Rhabdocoelen die Samenfäden zunächst nur mit dem sog. Keimbläs-
chen, d.h. dem primiliven, einstweilen noch des grobkörnigen Dot-
ters entbehrenden Ei in Berührung. Die Umlagerung des letzteın ge-
schieht mit rapider Schnelligkeit, in einigen Secunden, worauf dann
weiter die ‚äussere feste Schalenhaut sich bildet: Die gestielte An-
hangstasche des gemeinschaftlichen Geschlechtsraums, die bei den
Vorticinen als Receptaculum [ungirt, ist bei den Mesostomeen bloss
Begaltungstasche, aus der das Speinıa sodann in die mit dem Keim-
stocke verbundene Samentasche hineingelangt. Die Samenblase des
männlichen Apparates enthält bei den Mesostomeen ausser dem Sperma
noch eine, wie es scheint, in eigenen Räumen, eingeschlossene
körnige Masse, die in einigen Fällen als Absonderungsprodukt be-
sonderer Anhangsdrüsen erkannt wurde. Der Schlundkopf der Me-
sostomeen stimmt, wie das für M. Ehrenbergii schon von Ref. nach-
gewiesen war, bis auf seine Lage und die Beschaffenheit seiner Ge-
webselemete mit dem Schlundkopfe der Vorticinen überein. Zwi-
schen ihnen und dem Magen befindet sich bei beiden Familien ein
dünnhäutiger Schlund, dessen Zusammenhang mit dem Magen durch
einen besondern. Spincter unterbrochen werden kann. Ebenso ver-
hält ‚es sich, bei Prostomum , dessen vorderer sog. Schlundkopf jetzt
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 181
auch vom Verf. als Analogon des Nemertinenrüssels erkannt ist, wie
Ref. zuerst in diesen Berichten (XX. $.349) behauptet hat, Das Was-
sergefässsystem der Mesostomeen mündet in. der Nähe des Pharynx
(oder, bei M. Ehrenbergii, zugleich mit demselben) durch eine con-
traclile Blase nach Aussen. Der Stachel der Prostomeen scheint
Waffe und Begattungsorgan zugleich zu sein, da ausser der Giftdrüse
auch ein zu den männlichen Organen gehöriger Gang in denselben
einmündet.
Auch die bei Gratz vorkommenden Turbellarien sind ein
Gegenstand der Untersuchungen unseres Verf’s geworden, doch
waren es nach den bis jetzt erst vorliegenden vorläufigen Mit-
theilungen darüber (Sitzungsber. der kais. Akad. zu Wien
Bd. XXXII. S.267) hier besonders die Dendrocoelen, und
namentlich unter ihnen ein Paar seltene, seit Dujes nicht
wieder beschriebene Arten (Planaria viganensis und Pl. go-
nocephala), die zur Beobachtung kamen. Für den nächsten Be-
richt dürfen wir wohl einer ausführlicheren Mittheilung ent-
gegen sehen.
Von Williams werden die Geschlechtsorgane der
Turbellarien (Nemertinen und Planarien) als sog. Segmentor-
gane in Anspruch genommen und mit den Flimmerkanälen
der Chaetopoden verglichen (I. c. p. 131); ein Vergleich, der
um so verfehlter ist, als Verf. andererseits auch das sog.
Wassergefässsystem der Trematoden als ein Analogon’ dieser
Bildungen betrachtet und die Turbellarien bekanntlich — was
Verf. freilich nicht zu wissen scheint — gleichfalls ein sol-
ches „Wassergefässsystem*® besitzen.
In der Leibeshöhle. von Holothuria tubulosa lebt eine
bis 4 grosse blinde Turbellarie, die nach der Bildung des
Mundes den Derostomeen zugehört, aber eine weiche Penis-
röhre hat und desshalb von Schneider, der dieselbe be-
schrieb (Arch. für Anat. u. Physiol. 1858. S. 324. Tab. XII)
als Repräsentant eines neuen Gen. Anopodium (A. para-
sita) betrachtet wird. Der innere Bau liess sich ziemlich
vollständig ermitteln und heben wir aus den darauf bezüg-
lichen Angaben hervor, dass der Magen unseres Thieres zahl-
reiche unregelmässige Ausbuchtungen bildet. Die Eier, die
immer nur in einfacher Anzahl zur Entwickelung kommen, tra-
gen einen sehr langen hornarligen Auswuchs (wie die von
182 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Wagener im Darme von Anas boschas aufgefundenen pro-
blematischen Eier, Zeitschr. für wiss. Zoologie Th. XI. Taf.V.
Fig. 3) und enthalten in ihrem bauchigen Ende einen ovalen
flimmernden Embryo.
Leidy macht einige neue Mittheilungen über die frü-
her von ihm (J. B. XX. S. 346) als Rhynchodesmus sylva-
ticus beschriebene Landplanarie, aus denen u. a. hervorgeht,
dass dieses 'Thier eine nächtliche Lebensweise führt und von
Insekten lebt.
Unter dem Genusnamen Planaria beschreibt Dalyell
in dem schon mehrfach eilirten Werke (Vol. Il. p. 95-128)
eine ganze Anzahl verschiedener den Dendrocoelen wie auch
Rhabdocoelen zugehörende Strudelwürmer , die sich freilich
nach dem hier vorliegenden Materiale nur zum geringsten
Theile richtig deulen lassen. (Die schon 1814 in Edinburg
erschienenen Observalions on some interesling phaenomena
on animal physiology, exhibited by several species of Pla-
naria unseres Verf’s., auf die mehrfach verwiesen wird,
hat Ref. nicht vergleichen können; doch scheint es, als wenn
hier zunächst oder doch vorzugsweise nur die Vorgänge der
Reproduction Berücksichtigung finden.) Besonders interes-
sant sind die Beobachtungen über die Fortpflanzung der
grösseren Meerplanarien, deren Eier nicht einzeln, wie bei
den einheimischen Formen, sondern zu grössern, meist plat-
ten Häufchen vereint, als sog. Laich, abgelegt werden. Die
neugeborenen Jungen haben in manchen Fällen (Leptoplana
flexilis) bereits die Form der Eltern, nur mit einer geringern
Zahl von Augenflecken, während sie in anderen (Proceros
s. Eyrylepta cornuta) mit 5—6 eigenthümlich wimpernden
Fortsätzen versehen sind, wie das inzwischen auch durch
die Beobachtungen von J. Müller (J. B.XX. S. 344) be-
kannt geworden ist. Verf. verlegt diese Fortsälze allerdings
an die Seitenränder des Körpers, doch dürfte wohl anzu-
nehmen sein, dass die Stellung derselben in Wirklichkeit die
von Müller beschriebene ist. Die bei L. flexilis gezeich-
neten Eier mit einem „vierfachen Dolter“ sind offenbar nur
in der Viertheilung begriffen, wie schon aus dem Umstande
hervorgeht, dass jedes Ei nur einen Embryo erzeugt. Die
153
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 183
Reproductionskraft ist in manchen Arten, besonders bei Pl.
Arethusa, sehr-auffallend, so dass jedes der durch beliebigen
Schnitt gewonnenen Theilstücke zu einem neuen Thiere aus-
wächst. Bei früheren Untersuchungen hat Verf. für diese
Art auch die Existenz einer freiwilligen Theilung beobachtet.
Die Nahrung der Planarien ist im Ganzen bekanntlich eine
animalische, doch giebt es Arten (Pl. lactea, Arethusa u. a.),
die gelegentlich auch eine vegetabilische Kost nicht ver-
schmähen.
Die vom Verf. beschriebenen und abgebildeten Arten führen
folgende, meist nene Namen: Planaria cornuta (= Proceros v. Eury-
lepta cornuta Z. Dan.) p.97—101. Pl. XIV. Fig. 1—3, Pl. corniculata
n. sp. (Planocera v. Stylochus) p. 101, Planaria. ellipsis n. sp. (Poly-
celis Quatref.) p. 102. Pl. XIV. Fig. 5—16, Pl. (Leptoplana) flezilis n.
sp. p. 102—104. Pl. XIV. Fig. 17—27, Planaria maculata (= Lepto-
plana atomala Z. D.) p.105, 106. Pl. XIV. Fig. 27—55), Planaria
lactea p. 107—109. Pl. XVI. Fig. 5—9, XV. Fig. 4—-6, Pl. hebes n.sp-
p. 107. Pl. XIV. Fig. 3, 4, eine, wie es scheint, den echten Planarien
zugehörende Seewasserform, Pl. Arethusa (= Pl. subtentaculata Duj.?
oder Pl. Ulvae Oerst.2) p.111—115. Pl. XVI. Fig. 10—19, Pl. hau-
strum (= Convoluta paradoxa Oerst.) p. 106. Pl. XIV. Fig. 36—838,
Pl. fodinae (= Derostomum unipunctatum Oerst. 2?) p. 110. PI.XV.
Fig. 7—12, Pl. (Vortex) variegata n. sp. gelb mit zwei schwarzen
Querbinden, von denen die erste hinter den zwei Augenllecken hin-
läuft, p. 115. PI.XVI. Fig.20, Pl. gracilis p. 116. Pl. XVI. Fig. 21,22,
Pl. exigua ibid. Pl.XV. Fig. 13,14, Pl. falcata p. 117. Pl. XVT. Fig. 26,
27, Pl. stagni p. 118. Pl. XVI. Fig. 30 (Mesostomum ?), Pl. foecunda
p- 118. PI.XVI. Fig, 31, Pl. fustrae (Monocelis sp-) p. 118. Pl. XVI.
Fig. 32, Pl. vorax p.113. Pl. XVI. Fig. 33, 54, Pl. graminea p. 119—
12] (= Mesostomum viridatum Z. D.?), P. prasina p. 121. Pl, XV.
Fig. 21. Pl. cuneus (= Vortex truncatus?) p. 121. Pl. XV. Fig. 15, 16.
Ob die unter dem Namen Planoides fusca bezeichnete und Pl. XVI.
Fig. 35, 36 abgebildete kleine Form, die nicht bloss durch plumpere
Bildung, sondern namentlich auch durch Anwesenheit eines umgebo-
genen Blattanhanges am Hinterleibsende sich auszeichnet, den Stru-
delwürmern zugehört oder etwa eine kleine Nacktschnecke ist, wie
Verf. selbst für möglich hält, dürfte einstweilen unentschieden bleiben.
Rhynchocoeli, Von Krohn (Archiv für Anal, u. Phy-
siol. 1858. $. 280-203) wird es in hohem Grade wahr-
scheinlich gemacht, dass der so. häufig schon im Innern
von Pilidium aufgefundene Nemerltes (Alardus Busch) kein
184 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
zufälliger Parasit dieses Thieres sei, sondern damit in’ einem
genetischen Zusammenhange stehe, dass Pilidium mit andern
Worten die Amme oder Larve einer Nemertine sei. Was
Krohn für diese Ansicht geltend macht, ist die von ihm
beobachtete Thalsache, dass der im Innern von Pilidium vor-
kommende Nemertes nicht, wie man bisher annahm, den Ma-
genraum seines Wirthes bewohnt, sondern vielmehr in einem
davon verschiedenen Hohlraume gefunden wird und erst
nach erlangter vollständiger Reife durch den Schirın nach
Aussen hervorbricht, worauf derselbe dann noch eine Zeit
lang im Umkreise des Mundes mil seinem früheren Wirthe
zusammenhängt. Dazu kommt dann noch die Analogie mit
der von Desor und M. Schultze beobachteten Ent-
wickelung einer wahrscheinlich mit Nem. olivacea iden-
tischen Art, die nur in sofern einfacher ist, als die Larve
sich hier nicht zu einem so selbstständigen Thiere ausbildet,
wie es Pilidium ist, sondern, auf den Embryonenzustand ver-
harrend, einen flimmernden Mantel im Umkreise des Nemer-
tes darstellt, der gleichfalls um den Mund herum mit leizte-
rem zusammenhängt.
Was Krohn hier behauptet, ist seitdem durch Ref.
und Pagenstecher (Arch. für Anat, u. Physiol. 1858.
S.579—588. Taf. XIX) ausser allen Zweifel gestellt, indem es
denselben gelang, nicht bloss die Angaben des Erstern völlig
zu bestätigen, sondern weiter auch die Entwickelung der Ne-
mertine im Innern von Pilidium Schritt für Schritt zu ver-
folgen. Der Vorgang dieser Entwickelung ist im Wesentli-
chen derselbe, wie wir ihn durch J. Müller’s glänzende Ent-
deckungen bei den Seeigeln und Seesternen kennen gelernt
haben und diesen bisher ausschliesslich zuschrieben. Wie die
genannten Echinodermen, so nimmt auch der Nemertes in
der Körpersubstanz seiner Larve zwischen Darmwand und
äusserer Leibeshülle, oder, wenn man lieber will, im Um-
kreise der erstern seinen Ursprung. Nur Oesophagus mit
Magen und Mundöffnung wird aus dem Pilidium in das spä-
tere Thier mit übergenommen. Alle übrigen Organe ent-
stehen neu , und zwar durch Metamorphose eines Blastems,
das sich zunächst an der untern Fläche des Magens und zu
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 185
den Seiten des Oesophagus anhäuft und von da allmählich
um den Larvenmagen herumwächst. Der Hohlraum, in wel-
chem der den Tractus intestinalis der Larve umschliessende
Nemertes in der späteren Zeit angetroffen wird , nimmt da-
durch seinen Ursprung, dass sich dieses Blastem immer schärfer
gegen die äusseren Leibeswände des Pilidium absetzt. Die
von J. Müller bei gewissen Pilidien beschriebenen „Saug-
näpfe“ sind die Anlagen des späteren Wassergefässsystems,
deren Bildung auch bei den Nemerlinen, wie den Echino-
dermen, das erste Zeichen der beginnenden Metamorphose ist.
Die Untersuchungen der Verff. sind an zwei verschie-
denen Arten von Pilidium angestellt, an P. gyrans und einer
neuen (auch von Krohn beobachteten) Form, die durch die
unbedeutende Grösse der Seitenklappen und eine helmförmige
Gestalt des Körpers sich auszeichnet, P. auriculatum. Die
erstere Art, die am häufigsten war und desshalb denn auch vor-
zugsweise untersucht wurde, producirt einen schwanzlosen
Wurm , der durch braune Farbe und Zweizahl der Augen
sich auszeichnet und dem Gen. Borlasia angehört. Wahr-
scheinlich bildet sie die Jugendform einer um Helgoland le-
benden fingerlangen B. rubra n. sp.
Gräffe beobachtete bei einem kleinen (1'/,“" grossen)
Nizzaer Tetrastemma zwischen den vier linsentragenden Au-
gen „eine kleine Gruppe von Otolithenkapseln“, die je eine
Menge unbeweglicher Otolithen einschlossen. Beobachtun-
gen u. s. w. 8.53.
Ueber Nemertlinen erhielten wir gleichfalls von Dalyell
eine Reihe von interessanten Mittheilungen (The powers etc.
Vol. II. p. 51— 095. Tab. VI-XVII), deren Benulzung und
Verwerthung zum Theil freilich wiederum durch die Unsi-
cherheit der systematischen Bestimmung erschwert wird.
Die Zahl der vom Verf. beobachteten Arten ist ziemlich
gross, vielleicht 20 oder noch mehr. Die grössere Menge
wird — nach dem Vorbilde der älteren Zoologen, Linne,
0. Fr. Müller, Fabricius w A. — mil dem Genusna-
men Gordius bezeichnet, den wir heute in einem ganz ande-
ren Sinne gebrauchen und auf den G. aqualicus und dessen
Verwändte zu beschränken pllegen. Uebrigens zählt noch
186 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
unser Verf. diesen Nematoden, gleichfalls nach dem Vorgange
der genannten Forscher, zu den Nemerlinen — gerade um-
gekehrt, wie manche neuern Zoologen, die den Gordiaceen
gewisse unverkennbare Nemertinen beigesellen, bloss weil
beiderlei Formen früher unter demselben Genusnamen ver-
zeichnet waren. Die kleineren vom Verf. beobachteten Ar-
ten (Tetrastemma, Polystennma u. a.) werden als Vermiculi
zusammengestellt und den Gordiusarten angehängt, Das Ge-
nus Gordius zerfällt übrigens auch bei unserem Verf. in
mehrere Unterabtheilungen. Die erste (G. fragilis u. s. w.)
charakterisirt sich durch Grösse und ansehnliche Entwicke-
lung der Mundöffnung (sie entspricht den Gen. Meckelia und
Borlasia) , die zweite (G. minor) durch mitllere Grösse und
Kerbung des vorderen Körperendes (= Nemertes u, a.),
die dritte (G. spinifer) durch Anwesenheit eines retractilen
Schwanzfadens (= Micrura Ehrbg.) und die vierte endlich
(G. integer) durch Abwesenheit einer jeden Auszeichnung
am Vorderende (= Amphiporus Oerst.).
Bevor wir übrigens die einzelnen vom Verf. beschrie-
benen Arten in Kürze erwähnen, mögen hier einige Bemer-
kungen über die Lebensweise unserer Thiere am Platze sein.
Die Nemertinen leben bekanntlich vorzugsweise im
Schlamme, unter Steinen, in alten Muschelschalen, zum Theil in
grosser Tiefe. Namentlich gilt dieses von den grösseren Arten,
während die kleineren meist eine freiere Schwimmbewegung
üben. Die Borlasia Angliae (G. maxima) umschlingt gerne
mit ihrem äusserst langen Leibe — Verf. beobachtete Exem-
plare von 10° — fremde cylindrische Gegenstände. Einzelne
Arten scheinen auch förmliche Gänge oder Röhren zu bauen
und diese mit dem schleimigen Secrete ihres Körpers aus-
zukleiden. Die Nahrung der grösseren Formen besteht, wie
es scheint, vorzugsweise aus Röhrenwürmern, die sie geschickt
aus den Gehäusen hervorziehen. Der Rüssel wurde nur bei
den kleineren Arten als solcher erkannt, bei den grösseren als
Darm in Anspruch genommen. Nach der (bekanntlich nicht
seltenen) Abtrennung behält derselbe noch Tage lang seine
frühere Beweglichkeit, so dass er leicht für ein selbstständiges
Thier gehalten werden könnte, zumal er in manchen Fällen
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 187
auch eine specifische Färbung besitzt (z. B, bei B. Angliae
eine rolhe, bei Micrura fasciolata eine grünliche). Zufällige
Verstümmelungen werden leicht und in kurzer Zeit ersetzt; es
scheint sogar, dass die einzelnen Stücke, in die bekanntlich
viele Arten und oftmals ohne alle Veranlassung zerbrechen,
unter günstigen Umständen sich zu neuen Thiere entwickeln
können. Wenigstens gelang es unserem Verf. mitunter, solche
Theilstücke Monate lang am Leben zu erhalten, und wurde selbst
einige Male an denselben ein weiteres Auswachsen beobach-
tet, ohne dass es freilich jemals zu einer vollständigen Re-
generalion gekommen wäre. Die Eier werden bald, wie das
auch schon anderweitig bekannt geworden, in Schnüren,
bald aber auch in unregelmässigen Gallertmassen abgesetzt.
Bei G. gracilis entwickeln sich die Eier in wenigen Tagen
zu kleinen kurzen und platten Strudelwürmern mit zwei Au-
genflecken, obwohl die Eltern der Augen entbehren (p. 75).
Die Lebendauer erstreckt sich bei den grösseren Arten auf
mehrere Jahre, wie denn Verf. z. B. ein Exemplar von B,
Angliae mit den daraus hervorgegangenen Theilstücken fast
fünf Jahre lang aufbewahrte. In 1 Jahr 10 Monaten wuchs
dasselbe von einem kleinen 3“ langen Würmchen zu einer
Länge von 2'/,’ heran. Gleichzeitig änderte sich die Fär-
bung immer mehr und mehr in’s Dunkle.
Die vom Verf, beschriebenen Arten sind fast alle mit neuen
Namen bezeichnet, obwohl eine erkleckliche Anzahl derselben nach-
weislich schon anderweitig benannt ist. Es sind folgende: Gordius
fragilis (= Meckelia olivacea Rathke, von M. somatotomus Lt. nur
durch hellere Färbung verschieden, wahrscheinlich damit identisch)
p. 54—62. Tab. VI—VII, G. maximus (= G. marinus Mont., Borlasia
Angliae Ok.) p. 63-70. Tab. VIIL, @. taenia (am meisten mit Nemer-
les peronen Quatref. verwandt, aber mit zwei weissen Längslinien
auf dem Rücken, die durch einen schwarzen Streifen getrennt sind), 6,
fuseus (= Amphiporus Neesii Oerst.) p.83, 84, Pl. XII, G. anguis
(= %. annulatus Mont,, Valencinia ornata Quatref.) p. 85— 87, Pl. XIII.
Fig.7—10, G. minor viridis (= Nemertes olivacea M. Schultze —
Jolhnst.? —) p. 72. PI.IX. Fig. 2 u. s. w. mit Eischnur, G. Gesse-
rensis Müll.? p.73. PI.X. Fig.5, G. gracilis n. sp. (non Johnst.)
p- 74, 75. PI.IX. Fig.8, @. albus n. sp. p. 75, 76. Pl. IX. Fig. 12,
G. eiridis spinifer n. sp. (Mierura viridis) p. 78. Pl. XL. Fig. 1, @.
purpureus spinifer n. sp. (M. purpuren) p. 78, 79. PL X. Fig. 2-4,
1885 Leucekart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
G. fragilis spinifer (= Plan. filaris Zool. dan.) p. 79, 80. Pl. IX.
Fig. 5, G. faseiatus spinifer (= M. fasciolata Hempr. et Ehrbg.) p. 80
—82. Pl. XI. Fig. 6—15, Vermiculus cerassus (ob eine verstümmelte
Meckelia oder ein äusserst kurzer und breiter Cerebratulus Quatref. ?)
p- 88, 89. Pl.X. Fig. 11, V. rubens (= Fasciola rosea Müll. , Poly-
stemma roseum erst.) p.90. Pl.X. Fig. 13—18, V. lineatus n. sp.
(schlank, von grüner Farbe mit zwei Augenflecken) p. 19, 20, V.
coluber n. sp. (ein Tetrastemma mit einem grossen dunklen Fleck
zwischen vorderem und hinterem Augenpaare) p.91. Pl.X. Fig. 22.
23, V. variegatus n. sp. (ein plumpes, 8% langes Tetrastemma roth
und weiss gelleckt mit hellem Rückenstreifen) p. 91. Pl. X. Fig. 25, 26.
Die auf p. 117 kurz beschriebene und Tab, XVI. Fig. 24 abgebildete
Planaria algae ist ebenfalls ein kleines Tetrastemma , wahrscheinlich
auch Pl. alba ibid. p. 116. Pl. XVI. Fig. 11. Pl. serpentina (ibid. p. 122.
PI.XV. Fig. 20) könnte seiner Form nach leicht eine Süsswasserne-
mertine sein und dem Gen. Prorhynchus zugehören.
J. Müller liefert eine Zusammenstellung der bis jetzt
bekannten Nemertinen mit Schwanzanhang (Micrura Ehr. —
Alardus Busch). Arch. für Anat. u. Phys. 1858. S. 298.
Der von Gray (Proc. Zool. Soc. 1857. July, Ann. and Mag.
nat. hist. 1858. I. p.160) als neu erwähnte Lineus Beattiaei dürfte
nach Grösse und Zerstückelungsfähigkeit wohl eine Meckelia sein. Die
Länge des unverleizten Wurms wird auf 18—20“ angegeben.
3. Ciliati. ?
Rotiferi.
Cohn, der sich um unsere Kenntniss der Microzoen
schon durch frühere Mittheilungen so verdient gemacht hat,
liefert neue „Bemerkungen über Räderthiere“ (Zeitschr. für
wiss. Zool. IX. S. 234—294 Taf. XII), in denen er eine An-
zahl interessanter, bisher meist nur unvollständig erkannter
Formen auf das Genaueste beschreibt (Lindia torulosa Duj. 9,
Euchlanis dilatata Ehrbg. 2 4 und Notommata parasilica
Ehrbg. 9 £) und durch nochmalige Prüfung der bei den Rä-
derthieren vorkommenden und früher von ihm im Sinne des
Generalionswechsels (J. B. XXIl. S. 395) gedeulelen Fort-
pflanzungsverhältnisse zu der Ueberzeugung kommt, dass
diese Erscheinungen ein neues Beispiel der sog. Partheno-
genese darbieten. Allerdings werden die weibliehen Räder-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 189
thiere gelegentlich befruchtet — aus der Familie der Philodinäen
sind bis jetzt freilich noch keine Männchen bekannt — aber
auch die unbefruchteten Eier 'entwickeln sich, obwohl dabei
insofern ein Unterschied obwaltet, als die Eier der befruch-
teten Weibchen eine harte Schale haben und wahrscheinlich
erst nach Ueberwinterung sich entwickeln. Die unbefruch-
telen Weibchen entwickeln sog. Sommereier, aus denen un-
mittelbar entweder wieder Weibchen oder zu gewissen Jah-
reszeiten auch Männchen hervorgehen.
Bei Lindia , deren Ruderapparat aus zwei retraclilen kleinen
und ohrförmigen Scheibehen besteht, beschreibt Verf. u. a. einen
grossen, unmittelbar auf dem Pigmentllecke aufliegenden Kalkbeutel,
der mit breiter Basis an dem Gehirne befestigt ist. (Ref. hat schon
bei einer früheren Gelegenheit diese sog. 'Kalkbeutel der Rotiferen
als Gehörorgane gedeutet und sieht in dieser Angabe eine Bestäti-
gung seiner Auffassung.) Inı Oesophagus wurde, wie früher bei
Brachionus, eine eigenthümliche Flimmerung wahrgenommen. Eu-
chlanis triquetra hat Männchen, die — abgesehen von denı Mangel des
Darmapparates — sich nur durch unbedeutende Differenzen in Grösse
und Gestalt von den Weibchen unterscheiden, während das bei dem nahe
verwandten Brachionus bekanntlich anders ist. Auch die Männchen
von Notommata parasitica, die auch hier wiederum von besondern,
dureh die Kleinheit ihrer Eier sich auszeichnenden Weibchen abstam-
men, entsprechen den Weibchen, haben dabei aber auch eine ge-
wisse Aehnlichkeit mit männlichen Brachionen.
Für das (den Philodinäen und nicht den Hydatinäen zugehörige
Gen. Lindia stellt Verf. folgende (emendirte) Charakteristik auf:
„Körper, oblong,, fast wurmförmig, durch Querfalten schwach
gegliedert, beim Schwimmen zwei kleine keulenförmige, an der Spitze
radähnliche, einziehbare Wirbelorgane hervorstülpend, hinten in zwei
eonische Zähne auslaufend. Gebiss aus drei zangenartig zweispitzi-
gen Zähnen gebildet. Ein Augenlleck mit dahinter liegenden schwärz-
lichen Kalkbeutel.“ L. torulosa erinnert in mancher Beziehung an
Notommata vermicularisDuj. und noch mehr an Not. tardigrada Leyd.
Fresenius,liefert in seinen Beiträgen zur Kenntniss mikro-
skopischer Organismen (a. a. 0. 8.211—216 mit Abbild.) eine Be-
schreibung von Stephanops muticus, in der besonders die äusseren
Organe sehr genau berücksichtigt werden. Eine zweite vom Verf.
beobachtete Art dürfte, trotz gewissen Aehnliehkeiten mit St. lamella-
ris Ehbrg., neu sein und’als St. tridentatus Fr. bezeichnet werden
können,
190 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Melicerta ringens Ehbrg.. Dalyell 1. c. Vol. II, p.265,.Pl.
XXXIV. Fig. 7.
Bryozoa,
Seitdem die Aufmerksamkeit der Zoologen auch aus-
serhalb Europa auf die interessanten Formen der Süsswas-
serpolypen gerichtet ist, mehren sich unsere Erfahrungen
über diese Thiere mit jedem Jahre. So berichtet Leidy
(Proc. Acad. Philad. 1858. p. 189) über die nordamerikani-
schen Arten dieser Gruppe, besonders Cristatella Idae n. sp.
aus der Umgegend von Newport, die sich durch geringere
Zahl der Tentakel und Grösse der Statoblasten von der Eu-
ropäischen Cr. mucedo unterscheidet. Die amerikanische
Pectinella magnilica. scheint an manchen Stellen. zu mächli-
gen, kopigrossen Massen heranzuwachsen. _ Auch. ein, Lo-
phopus und eine Ferdericella wurden vom Verf. beobachtet,
ohne dass es bisher gelungen wäre, deren specitische Natur
festzustellen.
Nach den Angaben Mittchell’s ist das Vorkommen
dieser Thiere auch in der heissen Zone (Madras) ausser
Zweifel. Im Uebrigen lauten diese Angaben nicht..so genau,
dass man darnach die Form der aufgefundenen Art näher
bestimmen könnte. Edinb. Journ. Vol. VIH. p. 169.
Damit übereinstimmend ist eine Beobachtung von Car-
ter, nach der in Centralindien (bei Nangpooa) auf den Scha-
len von Paludina bengalensis und auf Wasserpflanzen ein Bryo-
zoon lebt, das der Gruppe der Cheilostomen zugehört und zu-
nächst mit Flustra verwandt scheint, Hislopia lacustris
n. gen. et n. sp. Annals and hist. 1858. I. p. 169—171, mit
hübscher Abbildung auf Pl. VL.
Nach der von Lewes in den Natursiudien ($. 389)
angezöogenen Ansicht von Gosse (Tenby, p. 52) sollen 'die
Avicularien ihre Beute nicht ergreifen, um sie zum Munde
zu führen, sondern dazu, um sie in der Nähe der Polypen-
köpfe verwesen zu lassen und dadurch eine Menge mikro-
skopischer Geschöpfe, die letztern zur Nahrung, dienen, an-
zulocken.
Ebendaselbst findet sich auch ($.241) die Angabe,
«
jr
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 191
dass Pedicellina sich ebensowohl durch lebendige Jungen, wie
durch Eier und Knospen fortpflanze.
Auch beobachtete Lewis ($. 329) ein soliläres Bryo-
zoon, das dem Alcyonidium hirsutum sehr ähnlich sah und
von einer länglichen Doppelmuschel umschlossen war. Eine
genauere Beschreibung wird nicht gegeben, so dass es schwer
ist, über diesen Fund zu entscheiden.
Von Redfern erhielten wir einige Angaben über den
Bau von Flusitrella hispida und die Entwickelung der an der
ersten Zelle hervorkommenden Knospen. Interessant ist die
Angabe, dass der Polyp dieser ersten Zelle während der
Entwickelung der Knospen zu Grunde geht, eine Thatsache,
die Verl. freilich nur für zufällig hielt — es stand demsel..
ben nur ein einziges Exemplar dieses ersten Jugendzuslandes
zu Gebote — die aber angesichts der (dem Verf. unbekann-
ten) Beobachtungen von Dalyell (J. B. XX. S .370) doch
wohl eine liefere Bedeutung haben dürfte. Nach den bei-
gegebenen ‚Zeichnungen ist das Skelet des ersten Indivi-
duums auch sehr viel einfacher gebaut, als das der späteren
Knospen und namentlich ohne die für unsere Art charakteri-
stischen Stacheln. Quarterly Journ. mier. sc. Vl. p. 96—103.
Tab.-IV.
Gray erwälnt gelegentlich einer sehr eigenthümlichen vielzel-
ligen lepraliaartigen Schale mit siebförmig durchbohrten Wänden, die
entweder einem mit Cribrillina Gr. verwandten Bryozoon oder einer
Foraminifere zugehört (Polytrema minaceum) und unter dem Genusna-
men Pustularia folgendermaassen charakterisirt wird: Cells ovate,
four or five-angled, convex, erowded together side by side, forming a
erust without any definitive form ; Ihe cells closed, their entire pa-
rietes being pierced with numerous close uniform minute pores;
the cavity simple; aperture small, roundish, simple at the front end
of the cell (without any ovarlal cells ?). Sp.n. P. rosca auf Cardita
Yariegata aus dem Mittelineere.
Das oben erwähnte Gen. n. Hislopia Carter trägt folgende Cha-
zaktere: Polypary kerato-membrancous, without admixture of calcareous
matter. Cells irregularly ovate, compressed, spreading in aggregation
over smooth surfaces, somelimes linearly, but for the most part with no
defitive arrangement. Aperture subquadrangular, supported on a cir-
eular neck, elosed by four triangular valves, of which the posterior
is the largest and partially overlaps the, rest; surrounded by a horny
192 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
raised border, from the angles of which respeetively four spines
project; posterior border less prominent !han the rest; which permils
of an almost uninterrupted continuation between the larger valve or
lip and the membranous portion of the cell. Margin of the cell horny,
pierced by 2—4 stolonilerous holes. Average greatest length and
breadth of the cell #5 and 0“ respeclively L. ec.
Das Quarterly Joum. mier. sc. bringt in seinem sechsten Bande
p- 124 If. p. 261. und Bd. VII. p. 65 eine Aufzählung und Beschreibung
der an der Küste von Madeira gesammelten Bryozoen mit Abbildungen
der neuen Arten, die die bei Weitem grössere Mehrzahl ausmachen.
Als solche erwähnen wir: Nellia Johnstoni, Bugula, gracilis, B. di-
irupae, Membranipora tuberculata, M. trichophora, M. antiqua , Le-
pralia distoma, L. sceletos, L. radiata, L. discoidea, Cupularia cana-
riensis, C. Johnstoni, Tubulipora druidica.
Ebendaselbst werden von Dyster (VI. p. 260) zwei neue
Brittische Bryozoen beschrieben: Huzleya (n. gen.) fragilis und
Brettia (n. gen.) pellucida.
Huzxleya e fam. Bicellariadarum. Polyzoary llexible, corneous
or subealcareous. Cells biserial, pyriform, alternate. Aperture small,
sub-terminal, unarmed. No avieularia or vibracula.
Brettia e fem. Seruparial. Polyzoary ereet, free, corneous,
flexible. Branches given of.behind and above the aperture of a cell.
I. Echinodermata
Die „geschichtlichen und kritischen Bemerkungen über
Zoophyten und Strahlthiere* von J. Müller (Archiv f. Anal.
u. Physiol. 1858. S. 90 ff.) enthalten u, a. eine eben so. in-
teressanle, wie gelehrte Darstellung der allmähligen Entwicke-
lung unserer Kenntnisse von den Echinodermen und liefern
den Nachweis, das schon Belon (vor nunmehr 300 Jah-
ren) die typische Uebereinstimmung der Seesterne, Seeigel
und Holothurien und ihrer Ambulacralfüsschen richtig erkannt
habe. Die wahre Natur der Enerinen ist bekanntlich zuerst
durch Blumenbach nachgewiesen.
Von demselben Verf. erhalten wir weitere Mittheilun-
gen über fossile Echinodermen, zunächst Crinoiden der Rhei-
nischen Grauwacke und des Eifeler Kalkes, unter denen viele
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 193
neue Arten und Genera. Monatsber. der Berl. Akad. 1858.
S. 185—198.
Gräffe giebt eine ziemlich dürftige Aufzählung der
um Nizza vorkommenden Echinodermen, Beobachtungen über
Radiaten und Würmer S. 45.
Ebenso macht Lütken einige Mittheilungen über Däni-
sche Seesterne, Viderskab. Meddelels. for 1858. p. 127.
1. Scytodermata.
Das oft eitirte Werk von Dalyell enthält Beschreibun-
gen und Abbildungen von Holothuria pentactes (Vol. 1. p.18
—55. H. fusus (p. 36—67. Tab. VIII—XI), H.
scotica n. Sp. (p- 68—72. Tab. XII—XIID, H. Bodotriae —
H. ocnus Forb. (p. 78. Tab. XIV) und H. Phantapus (p. 79—
83. T. XV). Besonders interessant sind die Angaben über
die Lebensweise, die sich auf eine meist Monate und Jahre
lang an demselben Individuum fortgeseizte Beobachtung
slülzen.
Die Holothurien sind nach unserem Verf. äusserst träge, nächt-
Jliehe Thiere, die mitunter wochenlang (bes. ‚H. fusus) mit zurückge-
zogenen Tentakeln auf demselben Flecke verharren und am Tage
nur selten mit entfaltetem Tentakelapparate gesehen werden. Ueber
die Function dieses Apparates und die Nahrungsweise blieb Veıf.
in’ Zweifel. Ein Exemplar von Hol. fusus legte nach sechsmonatlicher
Gefangenschaft plötzlich eine grosse Menge von Eiern (Verf. schätzt
‚dieselben an 5000), ohne dass diese jedoch zur Entwickelung kamen.
H. Bodotriae scheint auch durch Quergliederung sich fortzupflanzen.
Wenigstens sah Verf. dieselbe oftmals in 2, 3 und mehr Stücke zer-
fallen, ohne dass äussere bedingende Momente sich nachweisen lies-
sen. Eine vollständige Ausbildung der Theilstücke wurde freilich
nicht beobachtet, aber Verf. zweifelt daran um so weniger, als
nach seinen Beobachtungen zur Genüge feststeht, dass H. fusus nicht
bloss den abgestossenen Tentakelapparat, sondern auch Ovarium und
ein anhängendes Darmstück in einigen Monaten vollständig reproducirt.
Nur in der Nähe der hintern Körperöflnung ist die Ruptur der äus-
seren Bedeckungen tödtlich (Pt. pentactes), — Die Beobachtungen,
die Verf, über den innern Bau von H. pentactes mittheilt und durch
Zeichnungen erläutert, enthalten nichts Neues. Dagegen muss erwähnt
‘werden, dass die sog. Wüsserlungen ihren Inhalt aller Wahrschein-
lichkeit nach nicht durch direkte Füllung, sondern durch eine con-
finuirliche Absorption erneuern.
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. N
=
194 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Die neue H. scotica.zeigt in der Bildung ihres Tentakelappa-
rates eine grosse Verwandtschaft mit H. fusus, unterscheidet sich ‚aber
durch ihren langen (bis 18%) schlanken Körper und die, fünfzeilige
Stellung der Ambulacralfüsschen.
2. Actinozoa.
Echinida.
Die inDalyell’s Powers of Creator Vol. I abgebildeten
und beschriebenen Seeigel sind folgende: Echinus sphaera
(p. 123—132. Tab. XXA1, XXX. Fig. 1—11), Spatangus pur-
pureus (p.133—135. Tab. XAXXII. Fig. 12—16), Sp. flavescens
s. niveus (p. 135—136. Tab. XXX. Fig. 1—9), Eehinocya-
mus pusillus dibid. Fig. 190—12). Die drei lelzigenannten Ar-
ten vergraben sich im Sande und füllen damit ‘auch ihren
Darm, während Echinus frei auf der Erde lebt-und za den
gefrässigsten Thieren gehört. („I have never wilnessed such an
insatiable, such an universal appetite. Fish, zoophytes, algae'and
fuci, all are accepled and a hardiy meal can be made of’pure
shell “p. 129.) Nicht bloss die Füsschen, auch die Dornen be-
theiligen sich bei der Herbeischaffung und dem Festhalten
der, Nahrung. _Die leiztern scheinen übrigens von Zeit zu Zeil
(besonders gegen Ende des Jahres) abzufallen und dann
durch neue erselzt zu werden. ‚Die Pedicellarien ‚möchte
Verf. nicht als selbstständige Thiere, sondern als integrirende
Theile des Seeigels betrachtet wissen (was sie er
auch sind).
Caillaud reproducirt seine Ansichten „sur les &chi-
nides perforants“ in den Verhandl. der schweizerischen Na-
turforscherversammtung, zu. Basel 1856. $S.112—117. ,
Michelin giebt «Revue. de.la.Zool.. par Guerin-Mene-
ville 1858. p. 358) eine Uebersicht über die Arten: des Gen,
Mellita Kl., dessen Unterschiede von Encope er mit Agassiz
in der Anwesenheit geschlossener (nicht offener) Lunulä und
der Vierzahl der Pori genilales sucht. Im Ganzen werden
8;Arlen aufgezählt, unter denen eine neue, NM. longifissa, von
von,unbekanntem Fundorte, Auf den beigegebenen ‚Tafeln
wird ‘diese, wie auch M. nummularia Val. und .die, fossile. M.
ampla Holmes abgebildet. Ihiltinan
=
H
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 195
\ Asterida,
Dalyell handelt (l. c. Vol. I) über Asterias gla-
cialis (p. 93—97. Tab. XVl.), A. rubens (p. 97—102. Tab.
XVII, XVII u. XIX. Fig. 1—6), Asterias s. Cribella oculata
(p- 102—104. Tab. XX), Ast. aranciaca (p. 104—106. Tab.
XXL), Ast. endeca (p. 106—108. Tab. XIX. Fig. 7—10,
Tab. . XXIl und XXIll) und Asterias s. Solaster papposa
(p- 108—113. Tab. XXIV). Die Asterien sind nach den Be-
obachbtungen des Verf. äusserst gefrässige Raublhiere, die
sich vorzugsweise von Schnecken und Muscheln ernähren, aber
gelegentlich (S. papposa) auch ihres Gleichen verzehren und
im Nothfalle selbst mit Fucoideen vorlieb nehmen. Ihr Mund
ist einer grossen Dehnbarkeit fähig, wesshalb die genossenen
Nahrungsstoffe dann auch ein ziemlich ansehnliches Kali-
ber besitzen können. Die Bewegung ist verhältnissmässig
schnell. Ihr Reproduktionsvermögen ist so gross, dass ver-
lorene Theile in kurzer Zeit vollsländig wieder ersetzt wer-
den, und zwar ebenso wohl bei älteren Individuen, wie bei
jüngeren. Verf. sah sogar einzelne Arme unter günsligen
Verhältnissen (durch Neubildung von Mund u. s. w.) zu voll-
sländigen Individuen auswachsen. Die Zerstückelung ist auch
hier häufig eine ganz freiwillige. Ueber die Natur der sog.
Augenflecke ist Verf. in Zweifel geblieben; er giebt an, dass
dieselben meist eine Anhäufung kleinerer Pigmentilecke seien
und fragt, ob man sie am Ende nicht eben so gut als Drüsen,
denn als Sinnesorgane betrachten könne (? Ref.).
Als neu beschreibt Philippi: Asteracanthion luridum, A. Ger-
maini , Astrogonium Fonki, sämmtlich aus dem Meere von Chiloe.
Arch. für Naturgesch. 1858. I. S. 265.
Ophiurida.
Lütken, der sich um die Zoologie der Ophiuren, be-
sonders der nordischen Arten , bereits viele Verdienste er-
worben hat, publieirt in Kongl. danske Selsk. Skrifter 5te
Räckke, Bd, V, eine neue Abhandlung über diese Thiere:
Additamenta ad historiam Ophiuridarum I. 1858. 748. in
Quarto mit 2 Kupfern. Die Gegenstände, die dabei zur ‚Un-
196 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
tersuchung kommen, sind zum Theil, wie der Abschnitt über
Terminologie und Morphologie des Ophiurenskeletes ($S. 1—15)
so wie über das Wachsthum der Arme und die dadurch be-
dingten Veränderungen (S. 15—19) von allgemeinerem In-
teresse, iheils aber auch und vorzugsweise speciell zoologi-
scher Natur. Zu letzteren gehörl ein kritischer Excurs über
das Gen. Ophiolepis M. Tr. und die hier zu unterschei-
denden. Unterabtheilungen (p. 19—26; vergl. J. B. XXI.
S.409), so wie weiler eine Monographie der von unserem
Verf. schon bei früherer Gelegenheit untersuchten (J. B. XXIV.
S.61) grönländischen Ophiuren, in der die einzelnen Genera
und Species mit meislerhafler Genauigkeit und unter be-
ständiger Berücksichtigung der verwandten Formen beschrie-
ben sind. Die ganze Arbeit beruht durchweg auf einer
neuen und vollständigen Durcharbeitung des vorhandenen
Materials. Die beschriebenen und ihren charakterislischen
Merkmalen nach auch abgebildeten Arten sind folgende:
Ophiura texturata Lmk. p. 36. Tab. I. Fig.1, 0. albida Forb.
p- 39. Tab. 1. Fig. 2, O. carnea Sars (sp. indeser.) p.41. Tab. I. Fig. 6,
0. Sarsiı Ltk. p. 42. Tab. I. Fig. 3, 4, 0. affinis Ltk. p. 45. Tab. I.
Fig. 10, O0. squamosa Ltk. p. 46. Tab. I. Fig. 7, O. nodosa Ltk p.48.
Tab. II. Fig. 9, 0. Stuwitzii Ltk. p.49. Tab.II. Fig. 8, Ophiocten
Kroyeri Lik. p. 52. Tab. I. Fig.5, Amphiura Holboelli Ltk. p.55. Tab. II.
Fig.13, A. filiformis Müll. p- 56. Tab. II. ‚Fig. 11, A. Chiajei Forb, p. 57.
Tab. II. ‚Fig. 12, Ophiopholis aculeata 0. Fr. Müll. p. 60. Tab. 1.
Fig. 15, Ophiacantha spinulosa Müll. Tr. p. 65. Tab. II. Fig. 14, Aste-
rophyton euenemis p. 70. Tab. II. Fig. 17—19. (Fig. 18 u. 19 sind
Abbildungen jüngerer Exemplare mit ein- und zwei Mal getheilten
Armen.)
Die Diagnosen der Arten und Genera sind der dänischen Be-
schreibung meist in lateinischer Sprache vorangesetzt.
Der zweite Theil dieser Additamenta wird nach einer vorläu-
figen Mittheilung unseres Verf. (Videnskab. Meddelelser for 1858.
p- 125) ‚über westindische Ophiuren handeln und die Beschreibung
zahlreicher (12) neuer, vom Verf. bereits namentlich aufgeführter Arten
enthalten.
Dalyell liefert Abbildungen von Ophiura bracteata, (= Ophio-
lepis_eiliata M. Tr.), O. vulgaris (= Ophiothrix fragilis) und 0. pun-
ctata (= Ophiocoma nigra M. Tr.) mit einigen Notizen. Powers of
the Creator Vol. I. p. 113—119. Tab. XXVII-XXIX. i
der niederen Thiere- während des Jahres 1858. 197
Ophiolepis. asperula n,sp. aus dem Meere von Chiloe; Philippi,
Arch. für Naturgesch. 1858. I. p. 267. -
Ebendaselbst Astrophyton chilense n. sp. mit nur fünf Mal ge-
theilten Armen.
Für die geographische Verbreitung der Astrophytonarten inter-
essant ist die Notiz von Nordmann (Öfvers. af Finska Vetenskaps.
Soc. Förhandl. IV. p. 32—37), dass diese Thiere u. a. auch der Rus-
sischen Küstenfauna zugehören. Verf. beschreibt eine (fragliche). Va-
rietät von A. eucnemis aus dem Varangerfjord und dem Eismeere,
A. Linckii aus dem weissen Meere und A. Lamarckii aus Sitcha, und
Kadjak. Die erste Form unterscheidet sich von der gewöhnlichen A;
aucnemis besonders dadurch, dass die Rippen der Scheibe und ‚die Sei-
ten der Arme nicht granulirt sind.
3. Grinoiden.
Alcide d’Orbigny, hist. natur. generale ‚et particuls
des Crinoides vivans et fossiles 98 pag. in Quart mit 18. Ta-
feln (Paris 1858) ist Ref, nur dem Titel nach bekannt.
Nach den Beobachtungen von W. Thompson sollen
die Geschlechtsorgane von Comatula rosea zugleich"Eier und
Samenfäden) enthalten. Weitere Mittheilungen ‚besonders
auch über die Vorgänge der ersten Entwickelung 'werden in
Aussicht gestellt. L’Instit. 1858. p. 107. i
""ln’Dalyell’s Powers of the Creator Vol. 1. Tab: XXX.
p-120 findet sich unter dem Namen Comatula barbata eine
Alecto mit 10 schlanken Armen abgebildet.
S. Schultze zeigt in der Karlsruher Naturforscherver-
sammlung einen neuen Pentacrinus und spficht über die drei
Arten, die er in dieser seltenen bisher nur in 7 Exemplaren
bekannten Gallung unterscheidet: Pentacrinus Guettardi, P.
caput Medusae und P. Arndtü. Tageblatt der 34. Naturfor-
scherversammlung. $. 51. (Nähere Angaben fehlen.)
1. Coelenterata
" ). Müller erklärt die Vereinigung der echten Polypen
und Akalephen zu einer besondern Gruppe der Coelentera-
198 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
ten für natürlich und nothwendig, und glaubt, dass u. a. auch
die bei sehr verschiedenen Arten in der Jugend vorkom-
menden vorstreckbaren Magenlappen (die vom Verf. auch bei
jungen Actinien aufgefunden wurden und nach der Ansicht
des Ref. die ersten Anlagen der sog. Mesenterialfilamente
sein dürften) charakteristisch für diese Thiere seien. Arch,
für Anat. und Physiol. 1858. S. 102.
Green berichtet über die von ihm bei Dublin beobach-
teten Medusen , besonders die nackläugigen, mit 7 neuen
Formen. Die Gesammtzahl derselben wird auf 25 geschätzt,
unter ihnen 4 Rippenquallen (2 Cydippe, 1 Beroe und Mnemia
norvegica) 1 Siphonophore (Agalmopsis Sarsii). L’Inst, 1858.
p. 107. Rep. br. Assoe..27; Meet. p. 103.
Ein Auszug der Gegenbaur'schen Abhandlung über
die Randkörper der Medusen (J. B.XX11l. S. 231) findet sich
übersetzt in dem Quart. Journ. micr. Sc. VI. 'p. 103: |
ı
91
1. Gtenophora.
Semper beschreibt die‘ „Entwickelung von 'Eucharis
multicornis,“ deren Eier er im Triester Hafen auffischte;' Eine
freie Metamorphose fehlt. Der Embryo verlässt: das'Ei zu
einer Zeit, in welcher er bis auf den Mangel des Wasser-
gefässsystems und die geringe ‚Ausbildung seiner Anhänge
schon. ganz dem ausgewachsenen. Thiere gleicht. |) Zeitschr,
für wiss. Zool. IX. S. 234—238. Taf. Äl. 01H
Die Klüftung des Eies geht in regelmässiger ‚Weise vor sich.
Das erste Organ, welches sich bildet, ist ein Hohlraum, ‚der, nach
Aussen hindurchbricht und dann die, Anlage des späteren Verdau-
ungsapparates darstellt. Ein uniformes Wimperkleid kommt nie-
mals zur Entwickelung. Die Schwimmblätter erheben sich gleich
von vorn herein in vollständiger Anzahl als kleine nach und nach
blattartig auswachsende Papillen, die schon - im Eie ihre Thätigkeit
beginnen. Während sich auf solche Weise eine freiere Beweglich-
keit des Körpers ausbildet, geht die Entwickelung des Trichters und des
Nervensystems vor sich.
Aehnlich verhält es sich, einer Nachschrift desselben Verf's.
(a. a.0. S. 239) zufolge, bei Cydippe pileus, nur'dass hier auch schon
die Tentakel, freilich ohne die Taschen und Seitenfranzen sich im
Eie hervorbilden. Larvenorgane, wie sie Gegenbaur bei einer
Cydippe beschreibt (J. B. XXIII. S. 227), sind nicht. vorhanden,
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 199
Im Wesentlichen damit übereinstimmend sind auch die
Angaben. die Wright (Eiinb. new phil. Journ. T. IV.
p- 85—92) für Cydippe pomilormis gemacht hat, nur dass
hier anfänglich sich ein einfacher Flimmerreif bildet, der die
Mitte des kugligen Körpers umgürtet, wie bei den Embryonen
vieler Chaelopoden, und sich erst späler in vier Büschel, die
erste Andeutung der Flimmerrippen, die noch bei der Geburt
in einfacher Anzahl vorhanden sind, auflöst. Innere Organe
wurden bei der neugeborenen Cydippe vermisst, wie denn auch
die Tentakel einstweilen nur von einfachen Fäden gebildet
waren. Dass die.Rippenquallen gelrennten Geschlechts sind,
wird. vom ‚Verf. bezweifelt, doch: blieb, derselbe. über. die
männlichen ‚Organe überhaupt im Ungewissen, : Die Eier sol-
len, nach der Darstellung des Verf., einzeln an’ der Wand
der Meridiangefässe hervorknospen und eine Zeit lang 'in
den letztern umhertreiben, Die Flimmerhaare der Rippen
werden für hornige Gebilde gehalten und mit den Borsten der
Chaetopoden verglichen,
In einer späteren: Note beschreibt Verf. (ibid. p.:316)
die ‚bisher ‚nur. unyollständig., gekannten Fadenzellen, an den
Tentakeln' von Cydippe. als, kleine rundliche Kapseln, die
einen: zarlen Spiralfaden im Innern einschliessen.
Die Mittheilungen,, welche Gräffe (Beobachtungen über
die. Radiaten und Würmer S. 40 —46) über Ctenophoren
macht,;beziehen sich fauf Beroe, Alcinoe und Cestum. Bei
leizterm erwähnt derselbe zahlreiche feine Gelässzollen ‚oder
Gänge, die den grösseren Kanälen, besonders denen des
unteren Randes, unler rechtem;Winkel aufsitzen und trotz ihrer
Wandungslosigkeit: mit einer grossen Contraelilität) begabt
sind, Sie sollen dazu dienen, den Inhalt des Kanalsystems
in. das KörperparenchymÄüberzuführen. $Die als neu beschrie-
benen Cestum breve und. C. Meyeri scheinen nur verslüm-
melte und theilweise abnorm (©. Meyeri), ergänzte Individuen
zu sein.”Die Nizzaer Beroe Forskulii enthält, nach dem Verf,
gleichfalls zwei Arten, die sich besonders durch die Bildung
des, Mundes von einander unterscheiden sollen.
"200 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
2. Hydrasmedusae.
Acalephae.
Virchow macht Beobachtungen über den feineren Bau
der Medusa aurita und berücksichtigt dabei besonders die
Randkörperchen , das Gallertgewebe, die Muskellage und die
Nesselorgane. Tageblatt der 34, Versammlung deutscher Ng-
turforscher und Arzte S. 73.
Die Randkörperchen glaubt Verf. als Gehörorgane, jedenfalls
wenigstens als Sinneswerkzeuge in Anspruch nehmen zu können, da
mechanische und chemische Reizungen derselben die heftigsten Zu-
sammenziehungen des T'hieres erregen. Sternförmige Zellen mit’ ana-
stomosirenden Ausläufern,, wie sie Schultze im Gallertgewebe der
Medusen ' beschrieben hat, werden in Abrede gestellt. Die Nesselor-
gane fand Verf. überall auf.den Epitheliallagen des Körpers, auch an
den Ueberzügen innerer Theile, und geht deren Entwickelung stets im
Innern von Zellen vor sich. Alkalien wirken auf dieselben in ähn-
licher Weise erregend, wie auf die Flimmercilien. Nervöse Elemente
liessen sich mit Sicherheit ‘nicht nachweisen.
Nach den Beobachtungen von Fr. Müller erscheinen
die bei den höheren Quallen in der Nähe des Mundes ange-
brachten tentakelartigen Anhänge als solide, in die Höhle
des Magens hineingerichtete Fäden, die wohl zunächst nur
zur Vergrösserung der verdauenden Magenwand dienen und
in der That auch die mit ihnen in Berührung gebrachten
Nahrungsstoffe auflösen. Mit den Geschlechtsorganen "haben
die betreffenden Gebilde Nichts gemein, wie schon daraus
hervorgeht, dass sie in manchen Fällen weit ‚davon entfernt
sind. Die oftmals in reichlicher Menge eingelagerten Nes-
selorgane mögen gelegentlich zur Tödtung der lebendig ver-
schlungenen Brut dienen. Durch die Darstellung des Verf.
ergiebt sich, dass diese Magenfäden in allen Stücken mit den
in der Leibeshöhle von Lucernaria vorkommenden Anhängen
identisch sind, zumal diese, wie Ref. hinzufügen kann,-gleich-
falls einer centralen Höhlung entbehren. Uebrigens scheint
es, dass die Magenfäden unter den Quallen bloss bei den
höheren Arten vorkommen und für diese cin viel durch-
greifenderes Unterscheidungsmerkmal abgeben, als die Bil-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 201
dung der Randkörper (Forbes) oder auch die Anwesen-
heit eines Segels (Gegenbaur). Zeitschrift für wiss. Zoo].
IX. S. 544.
Gräffe beobachtete in Nizza Pelagia noctiluca, Cya-
nea (Medusa) aurita, Rhizostoma Cuvieri, Cassiopea bor-
bonica und Charybdea marsupialis und giebt von den zwei
letztern eine ziemlich ausführliche Beschreibung und Abbil-
dung (Beobachtungen über Radiaten und Würmer von Nizza
$S.28—38. Tab. VI-VIID.
Besondere Aufmerksamkeit widmet Verf. den Gehörorganen,, die
mit Ausnahme von Charybdea, überall nach dem bei Pelagia bekann-
ten Typus gebildet zu sein scheinen. Für Charybdea wird die Be-
schreibung von Gegenbaur im Wesentlichen bestätigt, nur glaubt
Verf. den ÖOtolithen dieses Forschers als einen beiden Linsen ge-
meinsamen Glaskörper und die daranliegende sackförmige Erweite-
rung des Gefässapparats mit ihren rotirenden Körnchen als Otolithen-
blase deuten zu dürfen. Der Stiel dieser Erweiterung ist mögli-
cher Weise dasselbe, was Verf. für einen hinzutretenden Nerven hält.
Uebrigens ist Verf. sehr im Ungewissen, ob er die sog. Gehöror-
gane der niederen Thiere überhaupt als solche betrachten soll; Die
Gründe für solche Auffassung bestehen für ihn nur /aus, entfernten
Analogien, und hält er es seinerseits fast für wahrscheinlicher, dass
diese Gebilde durch Perception des Druckes, den si durch die über
dem Thiere stehende Wassersäule erleiden, als „Dichtigkeitsmesser*
fungiren (S.35.) Die Saugfäden der Cassiopea besitzen je eine
deutlich erkennbare Oeffnung , die in das gemeinschaftliche Höh-
lensystem hineinführt. Die sog. Fühlerbüschel von Charybdea werden
ganz in derselben Weise, wie von Fr. Müller, beschrieben, Sie
liegen im Innern der Leibeshöhle und erscheinen als bewegliche Fä-
den von solider Beschaffenheit, in die zahlreiche Angelorgane ‚ein-
gelagert sind. Ihre Aufgabe dürfte darin bestehen, die Beute oder
freche Eindringlinge in den Magen zu tödten, Die zwischen den Ge-
schlechtsorganen aufgefundenen Embryonen der Medusa aurita werden
als schmale, wurmartige Körperchen beschrieben.
Nach den Untersuchungen Semper’s (Arch. für Na-
turgeschichte 1858. I. S. 209) sind die von Frantzius
in der Polypenbrut von Cephea beschriebenen „vier Längs-
gefässe« als solide Stränge zu betrachten, die aus dem die
Fussscheibe erfüllenden Parenchym emporsteigen und sich
im Umkreise des Magens zu einem frei in der Leibeshöhle
schwimmenden Neizgewebe vereinigen, aber auch zahlreiche
202 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
feine Fasern an Körperwand, wie an Magen abgeben. Trotz
der’-Aehnlichkeit in dem terminalen Verhalten’ dieser‘ letztern!
mit den genuinen Nervenfasern niederer Thiere bleibt Verf!
zweifelhaft, 'ob er die Stränge als Nerven oder ‚Muskeln be-
anspruchen soll. . (J. Müller stellt diese Fäden mit) den:
vorstreckbaren Magenfortsätzen ‘der jungen Polypen'zusam-
men, mit Gebilden, die wohl die ersten Anlagen der sog.;Me-
sentrialfilamente ‘darstellen dürften.)
Wright beobachtete den Generationswechsel (der sog.
Hydra 'tuba, ohne jedoch von. diesem Vorgange eine spe-
cifieirte Darstellung zu geben. Das proliferirende Individuum
war schon 4 Jahre unverändert in einem Aquarium gehalten,
als es sich binnen 8 Tagen zu einem langen und fleischigen
Cylinder mit 14 ringförmigen Einschnitten entwickelte. Edinb.
new philos. Journ. Vol. VIII. p. 153.
Hydroideae. Kuala
Gräffe' beschreibt inseinen „Beobachtungen“ u.is.w.
(S. 38. Tab. VIII. Fig. 6—10) unter dem Genusnamen Thau-
mantias eine kleine Meduse mit zahlreichen Randfäden und
Gehörbläschen, in der Ref. sein Phialidium (Eucope Gegenb.)
viridicans wiedererkennt. Verf. macht darauf aufmerksam,
dass die Radialkanäle an ihrer Einmündungsstelle in ‚das
Ringgefäss 'sich beutelförmig erweitern und in dieser Erwei-
weiterung eine Menge von Zellen einschliessen, die mögli-
cher Weise bei der Verdauung eine Rolle spielen dürften.
(Ref. kann nach Untersuchungen an einer helgolander 'Eu-
cope die Anwesenheit eines dicken Zellenwulstes in diesen
Erweiterungen besläligen.) Auf der Unterfläche des Mantels
trugen mehrere dieser Quallen einen „actinienähnlichen klei-
nen Polypen“ mit acht Scheidewänden im Innern , von dem
Verf. annimmt, dass er sich durch Knospung oder auch aus
den Eiern der Qualle entwickelt habe; eine Vermulhung,
die wohl keiner ernstlichen Widerlegung bedarf.
Ob die von demselben Verf. (ebendas. $.26. Tab. V) beschrie-
bene Aegineta flavescens Gegenb. in Wirklichkeit diesen Namen ver-
dient und nicht vielmehr, wie Ref. vermuthet, nit Cunina monefa Lt.
(€, albicans Gegenb.) übereinstimmt, lässt sich nicht entscheiden,''da
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 203
Verf. das Verhalten der Magentäschen zu den Tentakeln, das für Cu=
nina so charakteristisch ist, nicht näher angiebt. Was’ Verf. für eine
Jugendform hält, dürfte nıit Cun. costata Lt. übereinstimmen, wäh-
rend eine dritte Form mit langem Mantelsaume und 2—3 Gehörbläs-
chen zwischen je zwei Tentakeln (C. lativentris Gegenb. ?) ‘wohl neu
ist. Die eigenthümliche Zeichnung der bei diesen Arten vorkommen-
den starren Tentakel wird von einer ringlörmigen Faltung eines in
das Innere eingeschlossenen Canals und nicht von der Anwesenheit
grosser Zellen hergeleitet. .
Greene beobachtete eine Steenstrupia n. sp., die'an
der basalen Verdickung ihres Haupltentakels proliferirte. Rep.
br. Associat. 27. Meet. p. 105.
Die schon im vorigen: Jahresberichte erwähnte Thau-
mantias; (Eucope)‘achroa wird nochmals beschrieben, Cob-
bold, Journ. Linn. Soc. Vol. 11. p. 38.
Wie Wright schon früher sich davon überzeugt hatte,
dass die sog. Geschlechtskapseln der Hydroidpolypen die mor-
phologischen Aequivalente der sonst von diesen Thieren auf-
geammten Medusen darstellen (Edinb. new philos. Journ. IV;
p. 88. Note), so; bekennt er, sich. jetzt ‚auch zu der Ansicht
(ibid. 1X. p. 110). dass die proliferirenden sog. Achselzellen
der Sertularinen. als Polypenköpfe aufzufassen sein,, ‚die ge-
wisserinassen in ihrer Entwickelung auf -einem frühen Sta-
dium gehemmt wären.
Unter den Specialarbeiten über die Fortpflanzungs- und
Entwickelungsverhälnisse der Hydroidpolypen sind es auch
in diesem Jahresberichte besonders wiederum die Mittheilun-
gen von Wright, die uns mit neuen, wichtigen und in-
teressanten Thatsachen bekannt gemacht haben.
So zunächst über Eudendrium und Atractylis (Edinb.
new philos, Journ. Vol. IX, p- 108. Note Pl. D.
Die männlichen Kapseln von Eudendrium rameunı bestehen, wie
auch schon von Alder beobachtet ist, aus rosenkıanzförmig ge-
ringelten Anhängen, deren zwei oder drei kuglige Abtheilungen von
einem gemeinschaftlichen Centralkanale durchsetzt werden und ein-
zeln nach einander zum Reifen kommen. Während: sich die Sperma-
tozoen, zuerst in der letzten Kammer, entwickeln, zieht sich der Cen=-
tralkanal in die nächst folgende Kammer zurück: Eine‘ Oeflnung
wurde nicht; wahrgenommen. Ebensowenig an den weiblichen Kap-
seln, die eine einfache Kugelform haben und immer nur ein 'ein-
204 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
ziges Ei im Innern erzeugen. Neben dem Eie enthält die Kapsel
auch hier einen einfachen, im Alter hakenförmig gebogenen Central-
kanal. Bei Atractylis ist die Stelle dieser Geschlechtskapseln von
Medusen vertreten, die erst nach der Abtrennung zur Geschlechtsreife
komnien, und bei A. ramosa als eine Bougainvillia (B. cruciata Forb,
oder Britannica Forb. , die beide wahrscheinlich blosse verschiedene
Entwickelungszustände derselben Art darstellen) erkannt wurden. Zur
Zeit der Abtrennung war diese Bougainvillia übrigens nur unvoll-
ständig entwickelt, mit unverästelten Mundfühlern und nur zweien
Tentakeln in jedem Bündel (Medusa ocilia Dal.). Erst nach einem
Monat bildeten sich die bekannten Charaktere einer Bougainvillia
hervor, und gleichzeitig trat auch die Geschlechtsreife auf. Die
Entwickelung dieser Medusen war auch insofern interessant, als sie,
wenige Tage nach der Uebersiedelung der Polypen in das Aqua-
rium , durch eine Rückbildung und eine, vollständige Resorption ‘der
eigentlichen Polypenköpfe eingeleitet wurde. An den rückbleiben-
den Stielen bildeie sich dann eine Menge kleiner Knospen, die mit
rapider Schnelligkeit zu Medusen auswuchsen. ‚Die Medusenspröss-
linge von Atractylis serpens und A. sessilis sind mit zwei langen
ünd zwei kurzen Tentakeln versehen, einstweilen aber noch ohne
Augenflecke und Gehörbläschen.
Die übrigen Beobachtungen betreffen Laomedea dicho-
toma (ibid. p. 110. Pl. II), Sertularia fallax (p. 112), Laome-
dea geniculata und L. lacerata (p. 113. Pl. III).
In Betreff der ersterwähnten Art werden Beobachtungen ange-
führt, die im Wesentlichen mit den Angaben von Loven und
Schultze übereinstimmen und 'nur insofern neu sind, als sie den
Beweis liefern, dass die in den sessilen Medusoiden sich entwickeln-
den. Geschlechtsstolfe nicht von vorn herein frei in ‚der Mantel-
höhle, liegen, sondern in eine besondere, mit dem kurzen und. vier-
lappigen Centralzapfen zusammenhängende sackartige Umhüllung ein-
geschlossen sind, ganz ähnlich, wie das auch von vielen Siphonopho-
ren bekannt ist. Die männlichen Medusensäcke sind weniger ent-
wickelt, als die weiblichen, ohne Radialkanäle und mit nur wenigen
Tentakeln versehen. (Eine zweite von Johnston gleichfalls als
L. dichotoma aufgeführte, aber verschiedene Art producirt statt der
Geschlechtskapseln freie Medusen.) — Bei Sertularia fallax entwickelt
sich das mit 4 oder 8 Radialkanälen versehene Medusoid am Ende
des proliferirenden Polypen, der hier von unserem Verf. als „Ovarium“
in.Anspruch genommen wird. — Laomedea geniculata producirt freie
Medusen mit zahlreichen (24) Randfäden und 8 Gehörbläschen (Eu-
cope?), die bereits unmittelbar nach ihrer Abtrennung Geschlechts-
organe erkennen lassen. — Laomedea lacerata gehört zu denjeni-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 205
gen Hydroiden, die, wie Gegenbaur sagt, monomere Geschlechts-
kapseln besitzen, bei denen sich also, nach der Ansicht dieses
Forschers, die proliferirenden Becher ohne Beihülfe besonderer Me-
dusoiden direkt mit Geschlechtsstoffen füllen. Nach der Darstel-
lung von Wright, der freilich von Gegenbaur und den übri-
gen deutschen Forschern Nichts weiss, gewinnt es jedoch den An-
schein, als ob diese Auflassung von Gegenbaur einiger Modifika-
tionen bedürfe. Es scheint darnach nämlich, dass auch hier ein
einfach sackförmiges Medusoid sich bilde, das dem Achsenkanal auf-
sitzt, ohne sich davon jedoch stielartig abzuschnüren. Die von G.
gezeichneten Verästelungen des Achsenkanals würden darnach als Er-
nährungskanäle des Medusoids zu betrachten sein. Sind die Ge-
schlechtsstolfe reif, so treten sie aus dem vordern Ende der Achsel-
zelle hervor, um hier noch eine längere Zeit, von einer gallertarti-
gen Masse umhüllt, zu verweilen. Im Innern dieser Umhüllung ver-
wandeln sich die Eier in flimmernde Larven (planulae).
Auch Allmann selzt seine Untersuchungen über (die
Morphologie der Reproductionsorgane bei den Hydroidpoly-
pen fort und berücksichtigt dabei folgende Arten: Sertularia
polyzonias L., S. pumila L., Plumularia falcata L.,, Laomedea
flexuosa Hincks, Sertularia tamarisca L., Eudendrium ramo-
sum van Ben., Laomedea dichotoma Lin. und Campanularia
Johnstoni Ald. (Edinb. new phil. Journ. IX. p. 307—317.)
Die ersten drei Arten scheinen sich in Betreff ihrer Fortpflan-
zungsverhältnisse an die von Wright beschriebene Laomedea lace-
rata anzuschliessen, insofern wenigstens, als auch bei ihnen die Eier
nach der Reifung aus dem Innern der Zelle (gonophore) in einen
äusserlich anhängenden, terminalen Sack (acrocyst) gelangen, in dem
die Umwandlung derselben in flimmernde Embryonen vor sich ‚geht.
Die Entstehung dieses Sackes ist etwas unklar, doch meint Verf,, dass
derselbe wesentlich als eine bruchsackarlige Fortsetzung der im In-
nern der Zelle enthaltenen Eiersäcke betrachtet werden könne. Bei
Sertularia tamarisca besitzen die weiblichen Zellen einen pyramidälen
Aufsatz, in dem die Eier ganz eben so, wie sonst in den vergängli-
chen Acrocysten zur Entwickelung kommen. Nicht zu verwechseln
mit diesen Acrocysten sind die bei Laomedea flexuosa vorkommen-
den äusseren Geschlechtskapseln, die eine deutlich medusoide Form
besitzen, wie bei Loven's L. geniculata (die Verf. übrigens für iden-
tisch mit L. flexuosa hält), aber constant ohne Radialkanäle sein sol-
len, Die drei letztgenannten Arten produeiren freie Medusen, die er-
tere eine Bougainvillia (deren spätere Metamorphose freilich nicht,
wie vonWright, verfolgt wurde), die beiden andern eine Eucope.
206 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Was, Verf. über die Entwickelung der Medusenknospen beobachtete,
stimmt völlig mit den Angaben anderer Forscher (über die Entwik-
kelung der medusoiden Geschlechtsknospen bei Siphonophoren u.s. w.,
überein.
Von Chr. Loven erhielten wir gleichfalls Beobach-
tungen. über den Generalionswechsel der Hydroidpolypen und
zwar einer auf Nassa reticulata lebenden Hydractinia, die mit
H. echinata van Ben. nahe verwandt scheint. Die Polypen
der Hydractiniencolonieen waren theils steril, theils auch
proliferirend und im letzteren Falle ohne Mundöffnung und
ausgebildeten Tentakel. Die Knospen der letztern entwickel-
ten ‚sich zu vollständigen kleinen Medusen, die der Gruppe
der Oceaniden zugehören und vom Verf. dem Gen. Sarsia
eingereiht werden, obwohl sie durch die Kürze des Mundstiels
und die Anwesenheit von vier Büscheln kurzer Lippenfühler
von «den übrigen Arten dieses Gen. abweichen. (Zu den
weitern, Charakteren gehören acht Randfühler mit Augenfleck
auf der angeschwollenen Basis und ein Besatz von grösseren
Angelorganen auf der Oberfläche des Mantels. Ref. hat. eine
ganz ähnliche, vielleicht übereinstimmende Meduse in Helgo-
land beobachtet.) Als Abnormität wurden mitunter Exem-
plare:ohne Mundstiel und Mundöffnung beobachtet; eine That-
sache, die für die Morphologie der medusoiden Anhänge bei
den. polymorphen Hydrasmedusen nicht uninteressant ist. Ei-
nige Tage nach der Abtrennung entwickelten sich in Um-
kreise des Mundstiels die Eier. Der letztere trat dabei im-
mer «weiter. aus der Mantelöffnung hervor — die. Einleitung
einer‘ weitern' Veränderung ‚ die sich darin aussprach, dass
der Mantel sich, wie das auch sonst gelegentlich bei den
Medusen vorkommt, nach rückwärts umschlug und allmäh-
lich immer mehr verkümmerte. (Ref. möchte übrigens be-
zweifeln, dass diese letztern Veränderungen in den Kreis der
normalen Metamorphose .hineingehören.) : Öfvers. k. vetensk,
akad. Förhandl. XIV. p:305—313. Tab. IV.
Nach dem hier vonLoven beobachteten Entwicklungs-
gange erklären sich auch die schon in einem früheren Jah-
resberichle (XXIII. S.242) angezogenen Beobachtungen von
Peach, die dieser durch die Annahme einer direkten Me-
tamorphose ‚der ‚Polypen in Quallen; zu deuten ‚geneigt, war,
der ‚niederen Thiere während des’ Jahres ı1858. 207
Lewis will. im Verlaufe einer langen Untersuchung
über die Entwickelung der Campanularien ‚und Plumularien
(besonders Plum. myriophyllum). die Entdeckung, gemacht
haben, „dass der Polyp nicht nur. Polypen durch Eier her-
vorbringe , sondern auch Medusen auf dieselbe Weise“; er
ist der Ansicht, dass sich die durch Gliederung der Marksub-
‚stanz ‚gebildeten Eier ‚unler gewissen Bedingungen in Planulae
und Polypen, unter andern in Medusen verwandelten. ‚A.a.
0: S,,287.
In noch bestimmterer Weise schildert Couch (Bericht
der naturf. Gesellsch. von Penzance 1850. S. 370, angezo-
gen bei Lewis a. a. 0. S. 304) die Abhängigkeit der Ve-
gelalions- und Fortpflanzungsverhältnisse von den äusseren
Bedingungen. „Zu gewissen Zeiten des Jahres, sagt er,
bringen die Sertularien Zellen (Kapseln) von weit grösse-
rem Umfange als die gewöhnlichen hervor. Zuerst enthal-
ten diese die körnige Masse des Stammes, dann furcht sich
die Masse und endlich gestaltet sie sich zu Zellen. Diese
irennen sich nach kurzer Frist vom Mutterstocke ‚und fan-
‚gen an sich zu entwickeln. Sobald sie nun eine. bestimmte
Grösse erreicht haben, gestalten sie sich zu Eiern; durch
Kälte zurückgehalten, bilden sie sich zu Polypen aus; blei-
ben sie unter besonders ungünstigen Verhältnissen noch
kleiner , so erwachsen sie zu Zweigen, und so sehen wir,
wie ‚je nach den Umständen in demselben Organismus ver-
‚schiedene Organe hervortreten oder wegfallen können.«
“0. Bei. Tubularia larynx entwickeln sich, nach ‚Wright,
männliche und weibliche Geschlechtskapseln neben einander
an demselben Zweige eines Polypen. Edinb. new phil. Journ:
Vol. Vlll: p. 153.
"Wright überzeugt sich davon, dass der von Sars
unter dem Namen Myriothela arclica (J. B.XX. $. 443) be-
schriebene interessante Polyp nicht nackt ist, wie man bis-
ber angenoinmen, sondern eine förmliche hornige Scheide
besitzt. Die Tentakel sollen zumeist mit denen von Coryne
übereinstimmen. In der Jugend finden sich besondere lange
‚Fortsälze Jegs), mit deren Hülfe ‚der, Polyp, umherkriecht,
‚die aber ‚später abgeworfen werden, wenn die Tentakel her-
208 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
vorknospen und das Thier sich an Steinen befestigt. Edinh.
new philos. Journ. VIII. p. 153.
Lewis erwähnt einer (in den schon oben angezoge-
nen, uns aber sonst unzugänglichen Berichten der naturf.
Gesellschaft in Penzance 1850. S. 571 mitgelheiten) Beobach-
tung von Couch, wonach am Leibe der Hydra überall da
ein Junges hervorsprosst, wo man mit einer Nadel oder
einem -Lichtstrahle‘ reize. (Vgl. hierzu die Experimente von
Laurent über die künstliche Erzeugung von Eiern bei
Hydra, Cpt. rend. T.XXX. p. 222.)
Tubularia parasitica n. sp. auf dem Krampfpolypen (?) schmarot-
zend, eine mit T. indivisa verwandte Art, beobachtet von Lewis
a. a. 0. 8.329.
Nach den Mittheilungen van Beneden’s lebt die bisher bloss
bei Dublin aufgefundene Süsswassertubularie Cordylophora auch. bei
Schlesswig. l’Institut 1858. p. 329.
Wright erkennt in Eudendrium ramosum van Ben. und den
von ihm selbst früher beschriebenen E. repens und E. sessile (J. B.
XXIV. S. 160) jetzt den Typus eines neuen Genus Atractylis, das
sich von den echten Eudendrien besonders durch die Form des Po-
Iypenkopfes und der Nesselorgane unterscheidet (Edinb. new phil.
Journ. IX. p. 108). Beide Genera dürften sich, nach den Untersu-
chungen des Verf. am besten folgendermaassen charakterisiren lassen:
Eudendrium. Polypary sheathed, creeping, or ereet and bran-
ched. Polyps not retractile, globular, fleshy, with an alternating row
ofnumerous filiform tentacles; proboscis cup-shaped, fleshy; endoderm
of body dark; thread-cells on tentacles minute, on body large, bean-
shaped, containing simple style apparent. Dioecious. Ovaries single
acs, developed from polyps or polypary. Spermaries arranged in
moniliform series or pedicles, which arise beneath tentacles of po-
slyps or ion separate stalks from the polypary.
Atractylis. Polypary sheathed, creeping, erect or branched.
Polyps fusiforn, incompletely retractile, with. transparent filiform
alternating tentacles (mouth closed by a dense muscular ring)., Thread-
cells inconspicuous. Reproduction by medusoids.
Johnston sammelt in Madeira ausser Sertularia disticha und
$. polyzonias noch zwei neue Hydroiden, eine Plumularia (mit Pl.
pinnata verwandt) und Cryptolaria exserta. Quarterly Journ. micr.
Se. VI.’ p. 129.
Nach einer vorläufigen kurzen Mittheilung von Agas-
siz (Silliman’s Amer. Journ. 1858. Vol. XXVI. 'p. 14,'Ann.
der niederen Thiere während des Jahres 1859. 209
and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 233) sind die Milleporen
keine echten Polypen , wie man bisher ganz allgemein an-
nahm, sondern vielmehr Hydroiden, die zunächst mit Hydra-
clinia Verwandtschaft zeigen. Verf. glaubt sogar, dass die
ganze Gruppe der Favosiliden zu den Hydrasmedusen ge-
höre, obwohl die Zellen derselben in manchen Fällen be-
kanntlich (Pocillipora, Favosites, Favistella) nicht bloss durch
eine beträchtlichere Grösse, sondern auch durch die Exi-
stenz radiärer Scheidewände sich vor denen der gewöhnli-
chen Milleporen auszeichnen. Um diese Ansicht zu begrün-
den, versucht Verf. den Nachweis, dass die eben erwähnten
Scheidewände von den radiären Lamellen des Anthozoenske-
letes verschieden seien und nach Art des bei den Gorgonia-
den vorkommenden Achsenskelels eine Secrelion der Fuss-
scheibe darstellten.
Siphonophorae.
Wright vergleicht nach Huxley’s Vorgange gele-
gentlich (Edinb. new phil. Journ. IX. p. 112) die Anhänge
einer Siphonophorencolonie mit den einzelnen Theilen einer
'Scheibenqualle, die dabei als „polyps“ (der Magenstiel als
„alimentary polyp“, der Randfaden mit seiner basalen An-
schwellung als „tentacular polyp“ u.s. w.), d. h. also doch
wohl als individuelle Bildungen in Anspruch genommen wer-
den. Eine consequente Durchführung dieser Ansichten würde
dahin führen, die Scheibenquallen gleichfalls als polymorphe
Thierstöcke in Anspruch zu nehmen.
Gräffe’s schon mehrfach erwähnte „Beobachtungen“
enthalten (S. 11—26. Taf. I—IV) ausser einzelnen aphoristi-
schen Mittheilungen über verschiedene Siphonophoren auch
die Beschreibung eines kleinen, geschlechtslosen Agalma, das
Verf. für neu hält und als A. minimum bezeichnet.
Verf. bezweifelt mit Ref, die specifische Verschiedenheit der
Praya maxima Gegenb. von Pr. diphyes Auct. und glaubt in letzterer
die Jugendform der erstern zu erkennen. Ein Paar isolirt gelischte
Anhangsgruppen dieser Art zeigten in der Bildung und Form von
Deckstück und Genitalglocke einige Differenzen von den sessilen
Anhangsgruppen und gaben der Annahme Raum, dass auch hier eine
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd, 2. 0
210 Leu ckart: bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Weiterbildung zu sog. monogastrischen Diphyiden slattfinde. (Schon
Ref. hat auf die Selbstzerstückelung der Praya aufmerksam gemacht
und hervorgehoben, dass solche isolirte Anhangsgruppen von Quoy
und Gaimard als Rosacea ceutensis beschrieben seien. Die Grälfe’-
sche Beschreibung, namentlich der Geschlechtsglocke oder, wie Verf.
mit Vogt unrichtiger Weise sagt, der Specialschwimmglocke erin-
nert so auffallend an Gegenbaur’s Diplophysa messinensis, dass
diese möglicher Weise gleichfalls zu Praya gehören dürfte.) Die drei
Fangläden , mit denen Verf. auf seinen beiden Zeichnungen die Po-
Iypen dieses Thieres ausstaltet,. beruhen wohl auf einem Irrthume.
Ref. hat bei keiner Siphonophore je mehr als einen Fangfaden an
einem Ernährungsthiere gesehen und glaubt bei der, grossen Zahl
seiner gerade auch auf diesen Punkt gerichteten Detailuntersuchungen
alle Behauptungen des Gegentheiles in Zweifel ziehen zu dürfen.
Er dehnt diesen Zweifel auch auf das Gen. Physophora aus, obwohl
er dasselbe nicht selbst untersuchte, und Gräffe bei dieser Gelegen-
heit der Ansicht des Ref. direkt opponirt, S. 24. (Die zum Beweise
angeführte Abbildung ist so roh, dass es unmöglich erscheint, darauf
ein Gewicht zu legen.) In Betrelf der Nesselknöpfe von Agalma
rubrum dürften wir bald genügendere Aufschlüsse bekommen, als sie
Verf. bietet. Ref, giebt übrigens zu, dass er in seiner zweilen Mit-
theilung über diese Gebilde die von ihm früher (und seines Wissens
überhaupt zuerst) beschriebenen festen Einlagerungen der Angelbän-
der, die durch die Einwirkung der Conservationsllüssigkeit‘ unkennt-
lich geworden waren, übersehen und die noch |vorhändenen. Spüren
falsch gedeutet hat, Die Nesselknöpfe der Siphonophoren sind über-
haupt Organe, von einem sehr zusammengesetzten Baue, der vielleicht
noch von keinem einzigen Beobachter in völlig genügender Weise
erkannt ist. Die Function des in dieselben eingelagerten zickzacklör-
migen Muskelfadens wird vom Verf. ganz wie som Rel. aufgefasst,
nur scheint es letzterem noch der Bestätigung 'zu bedürfen, wenn
Verf. angiebt, dass dieser Faden bei (Agalma minimum) ein seilförmig
gedrehtes Bündel einzelner Fibrillen sei, von denen je eine an ein
Angeiorgan trete. Das Agalma minimum unseres Verf. selbst betreffend,
so kann Ref. dasselbe für Nichts, als eine jugendliche Form von Ag.
Sarsii init provisorischen Nesselknöplfen ansehen. Ref. hat diese
einfachen Nesselknöpfe mit den spätern, ganz wie Sars bisweilen an
derselben Colonie beobachtet und das auch ausgesprochen, so dass
Verf. eigentlich keinen Grund hatte , diese Thatsache bloss auf die
Analogie mit andern. Arten hin. in Abrede, ‚zu stellen. Auf.dieselbe
Analogie hin könnte man ja auch die verschiedenen Formen. der Nes-
selknöpfe von Rhizophysa. wegdisputiren.. Von.den Angaben über
Physophora erwähnen wir hier so viel, dass Verf. das untere verkürzte
Ende der Leibesachse, das diese Art auszeichnet, als eine contractile
|
N
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 211
und in ihrer Form sehr veränderliche sack- oder scheibenförmige
Ausbreitung ansieht, Für die weiteren Mittheilungen über dieses Thier,
besonders Schwimmglocken und Nesselknöpfe, verweisen wir auf das
Original.
3. Polypi.
Calycozoa.
Gosse glaubt die Lucernariaden als besondere Familie
den Aclinien zurechnen zu können und charakterisirt diesel-
ben (Ann. and Mag. nat. hist. 1858. I. p. 419) folgendermas-
sen: Basis adhaerens. Corpus crateriforme. Tentacula capi-
tala, in oclo fasciculos segregala,. Discus ocltangularis. Die
L. cyathiformis Sars wird zugleich zum Typus eines beson-
dern Gen. Depastrum mit folgender Diagnose erhoben:
| Depastrum G. Corpus repenle contvactum, el supra et infra alvum.
Tenlaculorum fascieuli inter angulos disci posili, vix separali.
Lucernaria Müll. Corpus expansum supra, gradatim diminu-
tum infra. Tentaculorum fasceiculi in apicibus angulorum posili,
remoli.
>) L. campanulata Lamr. Corpus campaniforme, profundum. Pe-
tiolus brevis. Colore hepatico.
L. auricula Fabr. Corpus expansum, umbelliforme,, minime
profundum. Petiolus instar corporis longitudine. Disei anguli aequi-
distantes. Interanguli (nonnunquam) sphaerulis marginalibus instructi.
Viridis vel rosea.
x L. quadricornis Müll. Corpus expansum, fere planum. Petio-
lus corpore multo longior. Disci anguli in paria conglulinati. Ligni-
brunnea.
Sämmtlich an der Englischen Küste.
Anthozoa.
2 00Gosse’s oben (8.101) erwähnte „Rambles“ und „Tenby“
sollen mancherlei schätzbare Bemerkungen wie über Me-
dusen so auch über Aclinien enthalten, sind aber Ref. bis
jeizt noch nicht: zu Gesicht gekommen. «(Wir werden ein
Referat über diese Werke im nächsten Berichte nachliefern.)
Lewes macht in seinen „Nalurstudien“ gleichfalls mehr-
fache Angaben über Aclinien,, besonders deren Fortpflanzung
und Ernährung. Er behauptet namentlich, dass die Geschlechts-
organe, die übrigens, wie bei den übrigen Coelenteraten,
212 Leucekart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
nur zur Zeit der Brunst nachweisbar seien, beständig männ-
liche und weibliche Kapseln neben einander enthielten ($. 154).
Ebenso soll bei unseren Thieren keine eigentliche Verdau-
ung stallfinden, indem die genossenen Nahrungssloffe nicht
chemisch verändert, sondern bloss ausgepresst würden
(S. 206), wie Verf. auf experimentellem Wege nachzuweisen
sucht. Weiter glaubt Verf. sich zu der Behauptung berech-
tigt, dass die in der Leibeshöhle der Actinien kreisende
Flüssigkeit Nichts als pures Seewasser mit den etwa zufällig
beigemischten Stoffen sei. Die Anwesenheit von eirculirenden
Körperchen wird in Abrede gestellt und deren Annahme
durch die Vermuthung erklärt, dass dabei eine Verwechse-
lung mit gewissen Pigment -Zellen stattgefunden, die in den
Fühlern von Anthea vorkämen ($. 248). Ebenso bezweifelt
Verf. die secretorische Bedeutung der sogenannten Mesen-
terialfilamente.
Im Gegensalze zu diesen Angaben behauptet Gosse
(Ann. and Mag. nat. hist. 1858. Vol. I. p. 172—175) das
normale Vorkommen von geformten Elementen in der Er-
nährungsflüssigkeit der Actinien — und, wie Ref. bestätigen
kann, mit allem Rechte. Eine Verwechselung mit den Pig-
mentzellen von Anthea ist um so weniger möglich, als diese
ein nur beschränktes Vorkommen haben und, wie Verf. durch
zahlreiche, an verschiedenen Arten angestellte Messungen
nachweist, eine sehr viel beträchllichere Grösse besitzen.
Ebenso liess sich durch chemische Reactionen die Anwe-
senheit von Albuminaten in der Blutflüssigkeit constaliren.
Trotz dieser Entgegnung ist Lewes immer noch ge-
neigt, das constante Vorkommen von Körperchen und Albu-
minaten in der Körperflüssigkeit der Actinien in Zweifel zu
ziehen. Ibid. Il. p. 417.
Gosse publicirt „Researches on Ihe poison-apparatus
in the Actiniadae* Proc. Roy. Soc. 1858. p. 125 oder Ann.
and Mag. nat. hist. 1858. I. p. 311—313 und handelt darin
über das Vorkommen und den Bau der sog. Angelorgane,
wobei er zugleich eine eigene, neue Terminologie für die-
selben aufstellt.
Die Angelorgane (cnidae) der Actiniaden sind bekanntlich nicht
u u FU N nn L se ZU PO a a
ee N un
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 213
bloss in die äussern Hautbedeckungen eingelagert, sondern bilden auch
den Hauptbestandtheil der sog. Mesenterialfilamente (craspeda), die
dem freien Rande der muskulösen Radialscheidewände anhängen.
Bei Sagartia und Adamsia finden sich ausser diesen Mesenterialfila-
menten noch andere ähnlich gebaute fadenförmige Organe (acontia),
die mit ihrer Basis den Scheidewänden aufsitzen , sonst aber frei in
der Leibeshöhle liegen und bei einer kräftigen Zusammenziehung der
Körperwände aus besondern Seitenöllnungen (einclides) nach Aussen
hervortreten, um dann später wieder in den Leibesraum zurückgezo-
gen zu werden, Was nun die eigentlichen Angelorgane betriflt, so
“kommen diese, nach unserm Verf., in vierfacher Form vor: als Cni-
dae cameratae, Cn. glomiferae, Cn. cochleatae und Cn. globatae. Die
ersten sind die häufigsten und wirksamsten Waffen, von länglich ova-
ler Form und in der Achse mit einer spindellörmigen Kammer verse-
hen, die sich an dem vordern Ende mit der Wand der Kapsel verbindet
und an dem andern in den dünnen und langen Angelfaden (ectho-
raeum) übergeht. Letzter liegt in unregelmässigen Windungen an
der Wand der Kapsel. Im umgestülpten Zustande erscheint der Faden
an seiner Basis verdickt und mit Spiraltouren (strebla), versehen,
auf der eine Reihe zarte Härchen oder Borsten (pterygia) aulsitzt.
Die zweite Form ist ohne Centralkammer und im ausgestülpten Zu-
stande ohne basale Verdickung , während die dritte sich durch die
dichten und regelmässigen Spiralwindungen des eingeschlossenen
Fadens auszeichnet. Die Angelorgane der letzten Form besitzen eine
runde Gestalt und wurden bis jetzt bloss in den Acontien von Sagar-
tia parasitica aufgefunden. Das Austreten des Angelfadens wird, nach
Verf., durch eine vollständige Umstülpung vermittelt. (Ref, verweist
hierbei auf seine Bemerkungen in dem J. b. XXIII. 5.248, die sich
zunächst auf die erste Form der von unserem Verf. unterschiedenen
Angelorgane beziehen.) Ueber die chemische Natur der im Innern
der Kapseln enthaltenen Flüssigkeit liess sich nichts Bestimmtes lest-
stellen, doch glaubt Verf., dass dieselbe als Gift auf die verwunde-
ten Thiere einwirke.
M’Donell sieht sich durch Erneuerung und Erweite-
rung seiner früheren — inzwischen auch in die Ann. nat.
hist. 1858. 1. p. 308 übergegangenen — Experimente veran-
lasst, die Ansicht von der elektrischen Kraft der Actinien
aufzugeben. Er hat sich davon überzeugt, dass die bei Be-
rührung einer Anthea in dem elektroscopischen Froschschen-
kel eintretenden Contrakltionen auf die irrilirenden Bigen-
schaften der Angelorgane zurückzuführen sind. Proc. Roy.
Soc. Vol. IX. No. 33. p. 478.
214 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Von anderer Seite wird überhaupt die Bedeutung der
Fadenzellen als „Angelorgane* und die Fähigkeit der Poly-
pen, mit deren Hülfe andere Thiere zu betäuben, in Abrede
gestell. Lewes Naturstudien S. 123, 138 u. a. a. O.
Wright macht darauf aufmerksam, dass die Actinien
mancherlei Züge einer bilateralen Symmetrie besässen (wie
das schon früher von Agassiz hervorgehoben worden) und
bemerkt namentlich, dass bei Act. bellis Kopfscheibe und
Mund durch eine ovale Form sich auszeichneten , so wie
weiter, dass die Entleerung der Fäcalmassen beständig in
dem einen Mundwinkel stattfinde. Der diesem Winkel zu-
nächst stehende Tenlakel ist dabei durch eine abweichende
Färbung ausgezeichnet. Edinb. new phil. Journ. IV. p. 188.
(Wie sich die sog. Cardiacalwülste zu diesem Winkel ver-
halten, wird nicht angegeben.)
Dalyell bemerkt gelegentlich (powers of the crea-
tor I. p. 11), dass er 22 Jahre lang eine Actinie in Gelan-
genschaft besessen und in dieser Zeit 300 Junge von der-
selben erhalten habe.
Nach den Beobachtungen von Wright produeirt Acti-
nia dianthus ganz ebenso wie Act. lacerata und Act. rosea
zahlreiche Knospen, die aus dem Fussrande hervorwachsen
und für die Fortpflanzung vielleicht eine grössere Bedeutung
haben, wie die nur in spärlicher Menge erzeugten Eier. Auch
einzelne abgetrennte Stücke des Fusses entwickelten sich zu
selstbständigen Thieren. L. c.
Gosse untersucht die auf der Fussscheibe von Adam-
sia palliata abgesonderte dünne Meınbran, die auf der Ober-
fläche der von dieser Aclinie bewohnten Schneckenschale
hinkriecht und überzeugt sich , dass dieselbe aus Chitin be-
stehe. Ann. and Mag. nat. hist. 1858. Il. p. 107. Nach die-
sen Beobachlungen unterliegt es wohl keinem Zweifel, dass
diese Membran als „lissue sclerobasique* d. h. als Analogon
des Achsenskelets bei den Antipathinen und Gorgoniden zu
betrachten ist, obwohl Verf. die Richtigkeit eines derarligen
Vergleiches in Frage stellt.
W. Thompson macht auf das gleichzeitige‘ Vorkom-
men gewisser auf Schneckenhäusern lebender Zoophyten mit
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 215
_ bestimmten Arten Pagurus aufmerksam, der Adamsia palliata
mit Pag. Prideauxii, Sagartia parasilica mit Pag. Bernhardus,
Halichondria suberea mit Pag. Forbesii oder (sehr selten)
Pag. laevis, Hydraclinia echinala mit Pag. Bernhardus. Rep.
_ br. Assoc. 27. Meet. p. 108.
Polyactinia. Gosse publicirt , als Vorläufer einer Acti-
nologia britlanica, in den Ann. and Mag. nal. hist. 1858. 1.
pp. 414-419 eine Synopsis of Ihe families, genera and spe-
cies of the british Actiniae und zählt darin (mit: Einschluss
der oben schon erwähnten 4 Lucernariaden) 45 verschiedene
Species auf, die folgendermassen über Genera und Familien
sich vertheilen:
Trib. Astraeacea.
Fam. 1. Sagartiadae. Basis adhaerens. Tentacula simplicia,
in eyclis continuis digesta. Cutis pro filis retractilibus armatis emit-
tendis perforata.
Gen. Actinoloba Bl. Basis integra, eyelica. Tentacula libenter
et totaliter retractilia. Cutis acetabulis egens. Os (ut plurimum) unica
canali gonidiali instructum,
A. dianthus Ell.
Gen. Sagartia Gosse. Basis integra, eyclica. Tentacula libenter
et totaliter retractilia. Cutis acetabulis instructa. Os duabus canali-
bus gonidialibus instructum.
S. bellis Ell., S. miniala Gosse,, $. rosea G., $. ornata Holds”
worth, S. ichthyostoma G., S. venusta G., $. nivea G., $. sphyro-
deta G., $. pallida Holdsw., S. pellucida Ald., S. coceinea Müll., S.
troglodytes Johnst., S. viduata Müll., S. parasitica Couch, $. Yarrel-
lii Cocks, S. Alderi Cocks, S. Bellii Cocks, $.(?) chrysosplenum
Cocks.
y Gen. Adamsia Forb. Corpus valde depressum. Basis (aetate
malura) annularis, ad conchas adhaerens. Tentacula brevissina, dif-
fieiliter et haud omnino retractilia.
A. palliata Boh.
Gen. Aiptasia Gosse. Corpus versatile, vyalde extensile. Ten-
tacula longa, Nexuosa, intima longissima, diffieiliter et haud omnino
retractilia.
A. amacha G.
(Gen. Capnea et Öoryactis in tribu Caryophyllacea collo-
eantur.)
Fam. 2. Actiniadae. Basis adhaerens. Tentacula simplicia,
216 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
in eyelis continuis digesta. Cutis laevis, acetabulis, verrucis et cin-
elidibus egens.
Gen. Anthea Johnst. Tentacula flexuosissima, diffieiliter raroque
retracla. Sphaerulae marginales nullae.,
A. cereus Ell., A. Tuediae Johnst.
Gen. Actinia Linne. Tentacula libenter et totaliter retractilia.
Sphaerulae. capsuliferae ad disci marginem seriatae.
A. mesembryanthemum EIl., C. margaritifera Templeton.
Fam. 3. Bunodidae. Basis adhaerens. Tentacula simplicia
in eyclis continuis digesta. Cutis imperforata, verrueis obruta.
Gen. Bunodes Gosse. Verrucae teretes, non adhaesivae, lineali-
ter digestae. Tentacula maculis definitis signata,
B. clavata Thomps., B. thallia @., B. gemmacea Ellis.
Gen. Tealia G. Verrucae clavalae, adhaesivae, indigeste spar-
sae. Tentacula brevia, crassa, conica, sine maculis difinitivis. Cutis
cartilaginea.
T. erassicormis Müll., T. digitata Müll.
Fam. 4. Ilyanthidae. Corporis extremitas inferior obtuse
rolundata, sine basi adhaerente. Tentacula simplicia, in uno vel plu-
ribus eyclis continuis digesta. Cutis Jaevis, acetabulis, verrucis et
einelidibus egens. Fossores, natatores, aut tubifices,
Gen. Ilyanthus Forb. Columna pyriformis, infra in punctum ob-
tusum imperforatum attenuala. Tentacula sex et triginta, aut pluria,
retraclilia. Os simplex.
I. scoticus Forb., I. Mitchellii G.
“ Gen. Edwardsia Quatref. Columna vermiformis. Discus tenta-
eulaque in apice eylindri retractilis posita. Pars inferior rara, inflata,
translucida, retractilis, imperforala; media plus ıMinusve epidermide
opaca incrassata. ’
E. callimorpha G., E. carnea G.
Gen. Halcampa G. Columna tenuis, vermiformis. Discus ten-.
taculaque retractilia sine cylindro speciali. JPars inferior rara, inflata,
translueida, non retractilis, imperforata. Tentacula duodecim. Os
simplex.
IH. chrysanthellum Peach.
Gen. Peachia Gosse. Columna crassa, eylindracea vel pyrifor-
mis. Discus tentaculaque sine eylindro speciali. Extremitas infe-
rior perforata. Tentacula duodecim, valde contractilia, non retracti-
lia. Canalis gonidialis unica, ala expansa, protrusili, fimbriata vel lo-
bala instructa. \
P. eylindrica Reid, P. hastata G., P. undata G.
Gen. Arachnactis Bl. Colunna ceylindracea. Extremitas infe-
rior imperforata. Tentacula pauca, in duabus seriebus digesta; ex-
DEV
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 217
teriora longa, interiora brevia. Natat more medusae, per mare ex-
pansum.
A. alba Forb.
Gen. Cerianthus Delle. Ch. Columna eylindracea, vermilormis,
veste membranacea tubulari induta. Extremitas inferior perlorata.
Tentacula plurima, in duabus seriebus digesta, exteriora longa, inte-
riora brevia.
€. membranaceus Gmel., C.(?) vermicularis Forb.
Die einzelnen Arten tragen kurze lateinische Diagnosen, die wir
hier aus räumlichen Gründen ausgelassen haben.
Später liefert der Verf. nachwäglich noch Charaktere und Be-
schreibungen einiger neuer Britischer Actinien (ibid. II. p.192—196):
Phellia (n. gen.) mucrocincta, Ph. gausapata, Bunodes coronata,
Halcampa microps. Das zu der Familie der Sagartiaden gehörende
neue Gen. Phellia wird folgendermassen charakterisirt: Column pil-
lar-like in expansion; margin tenltaculate, without parapet or fosse.
Surface smooth, pierced with loop-holes, partly clothed with a tough
epidermis, rough externally, firmly adherent to the skin.
Gleichzeitig erscheint auch der Anfang der oben er-
wähnten Actinologia brittanica, mit Beschreibung und Ab-
bildung der einzelnen Arten. Die vier ersten Lieferungen,
die bis jetzt vorliegen , enthalten die Gruppe der Sagartlia-
den, die Gen. Actinoloba, Sagartia (mit 5 Untergenera) und
Adamsia. Vgl. hierüber die Anzeige in den Ann. and Mag.
nat. hist. 1858. II. p. 567.
Auch Thompson unlerzieht die Genera der brittischen
Actiniaden s. str. einer Revision (ebendas. 1858. Vol. II.
p. 229—232) und stellt dabei folgendes Schema auf:
A. Body without warts and pores; skin smooth (= Actiniä-
dae Gosse).
Anthea Johnst. Body adherent, eylindrical , smooth, without
tubercles on the edge of disk.. Tentacles numerous, elongated, taper,
llaceid, scarcely retractile, longer than diameter of disk. Type:
A. cereus.
Aectinial. Body smooth, conoid or eylindrical. Tentacles nu-
merous, in one or more uninterrupted eircles , conical, undivided,
subuequal and entirely retractile, shorter than diameter of disk; mar-
gin of upper disk furnished with a row of tubereles. A: mesem-
bryanthemum.
Paractis M. Edw. Body smooth, conoid or eylindrical. Ten-
tacles few in number , in one or more uninterrupted eircles, conical,
218 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
undivided, subaequal, filiforn, very long. No tubereles on the edge
of the upper disk. S. viduata.
Dysactis M. Edw. Tentacles forming two distinet circles con-
tinuous at their base, those of the inner row three times as long
as the outher row, numerous, short and subaequal. Margin of disk
without tibereles. A. biserialis.
B. Body studded more or less with verruciform tubereles or
sucking-glands (= Bunodidae Gosse).
Cribrina Ehrbg. Body studded with glandulae , wants, iıre-
gularly placed, suctorial, distributed over the whole surface of the
body. Tentacles short, thick, obtuse, subaequal, very numerous. Cr.
coriacea.
Cereus M. Edw. Body with glandular warts placed in verti-
cal lines and unequal. Tentacles not numerous, chiefly marginal,
much spread and bent, conical, rather stout; length about equal to
diameter of disk, A. gemmacea.
Cyrtactis Th. Body rough, with sucking-glands in closse-set per-
pendicular ridges or vertical rows, and all equal, the whole height
of the body. Centre of disk more raised than the edges. Disk grea-
ter in diameter than the pillar ot the body. Tentacles long, mode-
rately slender, generally horizontal to the disk, mostly marginal, their
tips constantly curled back. A. clavata.
Heliactis Th. The glandular warts placed only on the upper
portion 6f the body; tentacles very numerous, short, varying in
length, crowded towards Ihe edge of the disk, and of. moderate
thickness; oral disk much expanded. A. bellis.
C. Body without glandular warts, and with pores for the pas-
sage of thread-cells (= Sagartiadae Gosse).
Actinoloba Bl. Skin soft; disk very large. Tentacles very nu-
merous, short, varying but little in length and forming a thick fila-
mentous fringe ; margin of disk lobed. A. dianthus.
Sagartia Giosse, Skin coriaceous, occasionally wrinkled, firm
to the touch. Tentacles numerous, not partially long, retractile, ha-
ving great power of elongalion. Base broad and eircular. "Body
eylindrical. Pores situated near the base and varying in size. Para-
sitic. A. parasilica.
Adamsia Forb. Skin soft. Tentacles scarcely retractile, short.
Base when young eircular, afterwards expanding laterally until the ex-
treme points meet and form a eircle. Disk cireular or oblong, ac-
cording to the form of the base. Base secreling a horny membrane,
Body much depressed, not ceylindrical. A. palliata.
Ueber Aectinia rosea n. sp. siehe Wright new Edinh. phil.
Journ. IV. p. 92. Ebendaselbst über Act. bellis var. fusca.
der niederen Thiere während des Jahres 1558. 219
Nach den Beobachtungen von Gosse lebt Phyllangia ameri-
cana Milne Edw. oder eine ganz nahe verwandte Art auch an der
englischen Küste. Ann. and Mag. nat. hist. II. p. 349.
Lyman beschreibt eine neue zu den Asträiden gehörige Co-
ralle, Astraea dedactis, die mancherlei interessante Organisationsver-
hältnisse zeigt, namentlich auch in der Bildung des Skeletes deutli-
che Züge einer bilateralen Symmetrie erkennen lässt. Nach dem Sy-
steme Dana’s würde dieselbe dem Subgenus Orbicella. nach Milne
Edwards und Haime dem Gen. Astrocoenia, das freilich sonst keine
lebende Arten enthält, zugehören. Proc. Boston Soc. nat. hist. Vol, VI.
p- 261.
Eine zweite von demselben Verf. (ibid. p. 274) beschriebene
Art Syndepas (n. gen.) Gouldii, gehört zu den Caryophyllien Da-
na's, in die Nähe von Car. solitaria Les., Car, dilatata und D. poeil-
lum D., die möglicher Weise generisch damit übereinstimmen. Nach
Milne Edwards würde dieselbe den Turbinoliden zugezählt wer-
den müssen, wenn die Lamellen nicht gezähnelt wären. Uebrigens
meint Verf., dass das System der Französischen Zoophytologen viel
zu einseitig dieEntwickelung des Skelets berücksichtige und desshalb
denn auch mancherlei unnatürliche Combinationen (z. B. Dendrophyl-
lien mit den Madreporen und Poriten) aufstelle.
Syndepas. Growing in tufts (or single?); calicles eylindrical
or lurbinate; striated on the outside with granulated ridges; within
deep; walls solid; larger lamellae exsert, finely toothed on their
edges; budding from the side, low down, or from the coenenchyma
between the calicles. ’
Ebenso über Oculina glomerata n. sp. ibid. p. 288.
Oetactinia. Das neueste, siebente Heft der von der Kö-
nigl. zoologischen Gesellschaft Nalura arlis magistra zu Am-
sierdam herausgegebenen Bijdragen lol de dierkunde (1858)
enthält unter dem Titel: notices pour servir A l’etude des
polypiers nageurs ou pennatulides eine von Herklots ver-
fasste und mit 7 lith. Tafeln ausgestattete Monographie der
Seeledern , die unsere Kenntnisse über diese interessanten
Polypen nicht bloss durch Beschreibung vieler neuen Arten,
sondern auch durch schärfere Vergleichung und Charakteri-
stik der einzelnen Species und Genera mehrfach fördert. Nach
einer historischen Einleitung (in der Ref. die „Bemerkun-
gen über die Familie der Holopleriden* von Fr. S. Leu-
ekart, Zool. Bruchstücke Il. $. 120, vermisst) giebt der Verl,
zunächst einen Ueberblick über den Formenreichthum der
220 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
betreffenden Familie, indem er die einzelnen Haupttypen
mit den zugehörenden Genera in ihren wesentlichsten Ei-
genthümlichkeiten schildert, um sodann zu seinem Haupt-
zwecke, der zoologischen Charakteristik und Beschreibung
der einzelnen Arten überzugehen. Der reiche Inhalt unse-
rer Abhandlung ergiebt sich aus der nachfolgenden Zusam-
menstellung.
* Le polypier distinetement separ& en rhachis polypifere et en
bulbe. Toutes les especes presentent la forme de baguette plus ou
moins courbee selon la flexibilit@ de l’axe qui est predominant dans
la masse du corps et revetü d’une couche charneuse, portant des po-
Iypes sur les cötes dw corps soit sessiles, soit places sur des organes
plus ou moins developpes. (Iunciformes.)
Funiculina Lam. mit 4 Sp.: F. quadrangularis Pall., F. Christii
Kor. et Dan., F. finmarchica Sars, F. cylindrica Lam.
Pavonaria Pall. 1 Sp.: P. scirpea Pall.
Virgularia Lam. (4 Arten ohne Spiculä). V. Van Bencdeni n. aus
Amerika, V. juncea Pall., V Reinwardtii n. aus Ostindien, V. austra-
lis Lam.
Lygus n. gen. (Durch eine mehr selbstständige Entwickelung
der Seitenfortsätze charakterisirt. L. mirabilis Müll.
Scytalium n. gen. (Mit Seitenfortsätzen, die nur an der Ba-
sis befestigt sind.) Se. Sarsii n. sp. Nordsee.
#= Le polypier raccourci, les organes polypiferes developpes,
le bulbe assimile ä la partie inferieure du rhachis, dont la couche
charneuse est bien developpee. Toutes les especes prösentent la
forme de plume. (Penniformes.)
Penatula Auct. s. st. mit 4 Arten ohne Spiculä und Fasern an
den Seitenfortsätzen: P. phosphorea Ell., P. pulchella Val. (sp. inde-
seripta) vom Nordkap, P. rubra Boh., P. borealis Sars, P. fimbriata
n. sp. aus Japan.
Sareoptilus Gray. $. grandis Gr.
Pteromorpha n. gen. (Mit Längsfasern in den Pinnulae, die
sich nach dem gezähnelten Vorderrande umbiegen.) Pt. crispa n. sp.
(= Penna grisea Boh.?) von unbekanntem Fundort.
Pteroides n. gen. (Mit gruppenweis vereinigten Stacheln an
den Pinnulae.) Pt. latipinnatum n. sp. aus dem Mittelmeere, Pt.
Esperi n. sp. (= Pennatula grisea sieca Esp.) von Sumatra, Pt. ele-
gans n. sp. aus Östindien, Pt. grande Pall., Pt. spinosum Ell. (= Pen-
natula grisea Auct.), Pr. Sieboldii n. sp. aus Japan. Sp. incerta : Pen-
natula grandis Ehrbg.
4
En ae u
der niederen Thiere während des Jahres 1558. 2331
“== Tribu distingudce des deux precedentes par la brievete du
corps et par l’absense des pinnules. Rhachis claviforme portant des
cellules polypiferes sur trois faces. Cellules ereusees dans la sub-
stance du corps; l’axe calcaire mince. (Claviformes.)
Kophobelemnon Asbj. K. stelliferum Müll., K. Burgeri n. sp.
(Eine dritte grössere Art, die das hiesige zoologische Cabinet besitzt,
stammt aus Nizza und ist von Dr. Claus gesammelt Ref.)
##== Polypiers simples oü les polypes sont disperses sur toute
la surface superieure du corps. (Veretilloides.)
Lituaria Val., L. phalloides.
Sarcobelemnon n.gen. (Durch Aussehen und Beschaffenheit
des Stammes mit Lituaria verwandt, durch die Anwesenheit von vier
Längskanälen im untern Theile des Stammes davon verschieden.) 8.
elegans n. sp. Japan.
Cavernularia Val. (Eine solide Achse ist, bei manchen Arten
wenigstens, bestimmt anwesend.) C. obesa Valene., C. pusilla Phil.
(= Veret. clavatum Lt.), ©. Valenciennesii n. sp. Palermo (eine
Art, deren wirkliche Verschiedenheit von Ver. pnsillum um so mehr
zu bezweifeln, als schon mein Onkel auf die Ungenauigkeit der
Philippi’sche Angabe über die spiralige Stellung der Polypen auf-
merksam macht).
Veretillum Cuv. V. eynomorium Pall., V. Juteum Quoy et Gaim.
»###® Les polypiers aplatis en lamelle ou pinnule solitaire,
portant des polypes sur la fäce superieure et pourvue d’un pedon-
eule bulboide, ne contenant pas d’axe solide. (Reniformes.)
Renilla Lam. R. reniformis Pall., R. violacea Quoy et Gaim.,
R. Edwardsii n. sp. Centralamerika.
Was das Gnn. Umbellularia betrifft, so ist dieses nach unserem
Verf. möglicher Weise befestigt und von ‚den echten Holopteriden
überhaupt wohl verschiedener, als man gewöhnlich annimmt,
Die vollständige Charakteristik der von unserem Verf. ‚neu
anfgestellten Genera lautet folgendermassen :
Lygus Herkl. Corps libre, allonge, a rhachis renfle en bulbe,
portant sur la partie superieure des polypes sur des organes distincts,
libres, le long des deux cötös du corps. laissant ä nu la partie infe-
rieure. Polypes retrmetiles, a huit tentacles pinnes. Axe allonge,
etendu.
Sceytalium llerkl. Polypier libre, lineaire, allonge, ä rhachis
distinet du bulbe, portant des polypes sur des ailes membraneuses le
long de la marge libre; nu par derriere. Polypes r&tractiles. Axe
subpierreux, traversant le rhachis dans toule sa longeur, allenud aux
deux extr&mites.
222 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Pteromorpha Herkl. Pennatulide ayant les pinnules soute-
nues par des epines parcourant la lame parallelement au bord po-
sterieur, se recourbant dans la derniere partie de leur cours pour
s’incliner vers le bord anterieur, qui est dentel&. Les polypes sont
disposes sur les bords des pinnules, des deux cöles. Le ıhachis est
lisse. L'axe cylindrique est altenu& vers les deux bouts parcourt
tout le corps.
Pteroides Herkl. Pennatulide ayant les pinnules soutenues
par des &pines ou des fibres tendineuses, r&unies en paquels formant
epine, rayonnants de la base d’insertion des pinnules, a bord enlier.
Les polypes sont disposes sur la lame des pinnules dans sa partie
marginale des deux cöles. Le rhachis est lisse. L’axe eylindrique
parcourt tout le corps.
Sarcobelemnon lerkl. Corps simple, eylindrique, charnu,
portant des polypes|nombreux, retractiles, inseres dans la substance du
corps, antour de la partie superieure , la partie inferieure renfldce en
bulbe, nue. La substance du corps est caverneuse dans la partie poly-
pifere, dans Ja partie inferieure nue il existe quatre canaux tapisses
d’une membrane, disposes aulour d’un centre tendineux. Axe solide?
Kner beschreibt eine mit Virgularia (Lygus Herkl.) mirabilis
verwandte neue Art, V. multiflauva von der Dalmatischen Küste. Ver-
handl. der zool.-bot. Gesellsch. in Wien 1858. S. 295. Die Artunter-
schiede bestehen in der gedrängteren Stellung der Linnulae und der
grösseren Anzahl (14 statt 8) der Polypen in denselben.
Gosse macht einige Bemerkungen über den Bau von
Sarcodictyon caltenala Forb. und giebt davon eine schöne
Abbildung. Ann. and Mag, nat..hist. 1858. II. 'p. 271-—280.
Pl. IX.
Die Fühler sind rechts und links mit einer Längsreihe cylin-
drischer Fäden (pinnae) besetzt, die eine Fortsetzung der Leibeshöhle
in sich einschliessen und ausser zahlreichen, haufenweise zusammen-
gruppirten Angelorganen, auch eine Menge kleinen Fühlspitzchen (pal-
poeils Wrht.) tragen. Im Innern des Magens verläuft eine Längs-
rinne (gonidial groove), wie bei den Aclinien. Spicula, konnte bei
den lebenden Thieren nirgends nachgewiesen werden.
Brandt setzt seine Untersuchungen. über die Familie
der Hyalochätiden weiter fort und macht über den Bau so-
wohl von Hyalonema, wie von Hyalochaeta weitere Mitthei-
lungen. L’Instit. 1858. p. 298. Wir werden auf die von
unserem Verf. inzwischen erschienene Monographie dieser
Thiere im nächsten Jahresberichte zurückkommen.
Johnston’s Dysidea papillosa ist nach den Beobachtungen
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 223
Barlee's und Gray’s keine Spongie, sondern ein echter Polyp, der
zumeist mit Corticifera Les. verwandt scheint, seiner eylindrischen.
verästelten Form nach aber am besten ein eigenes Genus Sidisia Gr.
bilde. Ann. and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 459. (In die Nähe
dürfte auch Philippi's Bebryce mollis gehören, «die, wie Ref. nach
Untersuchung zahlreicher Originalexemplare bestätigen kann, gleich-
falls ein echter Polyp und kein Schwanm ist, wie Milne Edwards
in’ seiner Hist. ‚nat. des Corall. vermuthet.)
Porifera.
Von dem ersten, schon, im leizten J. B. (S. 177) nach
einer vorläufigen Mittheilung erwähnten; Theile der Unter-
suchungen Bowerbank’s „on Ihe anatomy and physiology
of the Spongiadae* ist jetzt in den Transact. roy. Soc. Vol.
148. P. Il. p. 279—332 der ausführliche Text, mit den dazu
‚gehörigen 4 Tafeln erschienen. Wir erfahren daraus, dass
die Kiesel- (Halichondria Johnst.) oder Kalk- ( Grantia
Johnst.) Nadeln der Spongiaden in Form und Bildung nicht
minder variiren , als etwa die Kalkkörperchen der Holothu-
rien und auch oftmals nicht minder complicirte "Gestalten
besitzen. Namentlich gilt das von den als „anchorate“ und
„stellate“ beschriebenen Formen. Für die Unterscheidung der
einzelnen Arten ist die Kenntniss dieser Gebilde bestimmt
von grössester Bedeulung, und können wir dem Verf. nicht
genug Dank wissen, dass er sich in so gewissenhafter Weise
‚der vorliegenden Untersuchung unterzogen hat. Freilich darf
- dabei nicht übersehen werden, dass die Form der Nadeln
auch bei derselben Art sehr häufig nach der Verwendung,
die sie im Organismus findet , wechselt; dass dieselbe eine
andere ist, wo sie bloss stützen oder die einzelnen Theile
verbinden soll, eine andere, wo sie als Organ der Verthei-
digung oder zum Festhalten dient u. s. w. Die von un-
serem. Verfasser aufgestellten einzelnen Gruppen knüpfen
zumeist an die physiologische Bedeutung an und enthal-
ten je wieder eine Menge differenter Formen, die mit
besondern, meist sehr treffenden Namen bezeichnet sind.
(Die Benennungen und Arbeiten Ehrenberg’s auf demsel-
ben Gebiete scheinen Verf, unbekannt geblieben zu sein.)
224 Leuckart:Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Für die Einzelnheiten müssen wir auf das Original selbst
verweisen.
Die „weiteren Bemerkungen“ desselben Verfassers über
die Vitalität der Spongiaden (Rep. br. Assoc. 27. Meel.
p. 121—125; im Auszuge Ann. des sc. nalur. P. 1X. p. 224)
enthalten Beobachtungen über das Oeffnen und Schliessen
der Poren und Oscula bei Spongilla fluviatilis, die mit den
früheren Untersuchungen an Hymeniacidon caruncula voll-
ständig übereinstimmen.
Die Substanz des Badeschwammes ist ihrer chemischen
Zusammenselzung nach keineswegs, wie früher angenommen
wurde, mit dem Fibrin der Scide idendisch, sondern muss _
als ein eigener Körper von besondern. chemischen Eigen-
schaften (Spongiolin) betrachtet werden. Schlossberger,
Annalen der Chemie und Pharmacie 1858. CVIU. S. 62.
Gray beschreibt unter dem Genusnamen Aphroceras einen
neuen, mit Grantia verwandten (durch Form und Gruppirung der
Spicula davon verschiedenen) Kalkschwamm, A. aleicornis von Hong -
Kong. Ann. and. Mag. nat. hist. 1858. II..p. 85.
Ebenso eine zweite, neue Form, Xenospongia, die durch
Form und Isolation an eine Fungia erinnert., Die Oscula stehen auf
der oberen Fläche und bilden hier ein System radiär verlaufender, ver-
ästelter Rinnen , während die untere eine dieke Schicht kieselhalti-
gen Seesandes trägt. Sp. X. patelliformis Torres-Str. ibid. p. 369.
Anhangsweise erwähnen wir hier auch die beiden von Gray
neu beschriebenen Gen. Carpenteria und Dujardinia, aus
denen Verf. eine eigene Gruppe bildet (Fenestrifera), die zwischen
den Schwämmen und den Polythalamien in der Mitte stehen und
vielleicht als schalentragende ‚Schwämme aufzufassen sind, vielleicht
aber auch Polythalamien mit Skeletnadeln im Innern darstellen. (Ann.
and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 381—386.) Die zwei Genera tragen
folgende Charaktere :
Carpenteria. Shell conical, attached by a broad base, for-
med of a series of elongated cells, each ending in a contracted
mouth, piled one against another in a spiral manner, and with the
aperture of the last cell at the apex in the centre of the acute cone,
Ihe substance of the cells is formed of a network of calcareous ana-
stomosing ribs ; the interspaces between the ribs are thin, caleareous,
prominent exlermally and pierced with numerous perforations. The
cavily of the cells is filled with a fleshy sponge-like body, streng-
thened by numerous minute singule pin-shaped and fusiform smooth
j
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 225
spieula placed in bundles. Sp. €. balaniformis von den Philippinen,
auf Porites, Cardita, Pecten.
Dujardinia. Having the same external appearence and form
as the proceeding genus; that is, formed of cells aggregated toge-
ther in a spiral from, the last cell beeng furnisbed with an apical
opening; but the cells appear to have a simple cavity and are for-
med of a thicker, harder, uniform shelly coat, which is very closely
and uniformly pierced all over with very numerous, minute, equal-
sized parallel pores. The cavity of the cell—? Sp. n. D. mediter-
ranea von Marseille auf Cardita variegata.
VW. Protozoa
Nach den zahlreichen wichtigen Entdeckungen über die
Lebens - und Forlpflanzungsverhällnisse der niederen Thiere,
die uns das letzte Decennium gebracht hat, schien die Frage
über die sog. Generatio aequivoca erledigt zu sein. Die
Hypothese einer Urerzeugung war überflüssig geworden, seit-
dem das Vorkommen der Eingeweidewürmer und Infusorien
auch unter scheinbar sehr ungewöhnlichen Umständen in
derselben Weise seine Erklärung gefunden halle, wie zu
Redi’s Zeiten das Vorkommen der Fliegenmaden in fau-
lendem Fleische. Doch der Schein hat uns betrogen. In
dem Schoosse der gelehrtesten wissenschaftlichen Corpora-
tion erwachte der alte Streit von Neuem — und noch heute
ist derselbe nicht geschlichtet. Im December 1858 berich-
tele Pouchet, der um die Lehre von der Fortpflanzung der
Säugelhiere hoch verdiente Forscher, der Pariser Akademie
über eine Reihe von Experimenten, die er theils allein, theils
auch in Gemeinschaft mit Houzeau über die Entstehung
Ihierischer und pflanzlicher Protorganismen in Infusionen an-
gestellt halte, und die ihn zu der Ueberzeugung hinführten,
dass eine Urerzeugung in Wirklichkeit existire (Compt. rend.
T. XLVIl. p. 979 u. 982. Annal. des sc. nat. T. IX. p. 346
— 352). P. wollte sich namentlich davon überzeugt haben,
dass derartige Geschöpfe in hermetisch (durch Quecksilber)
geschlossenen Gefässen entständen,, deren Inhalt, eine In-
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd, 2. pP
226 Leuckart: Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
fusion von Wasser und Mehl, von denen das erstere vorher
gekocht, das letztere eine Zeit lang einer Temperatur von 100°
ausgeselzt gewesen, mit reinem Sauerstoff oder auch künsl-
lich bereiteter Luft in Berührung sei.
Gegen die Angabe von Pouchet und die Beweiskraft
seiner Experimente erhoben sich jedoch zahlreiche Stimmen.
Vor Allen Milne Edwards (Ann. des sc. nat. l. c. p. 353
— 360), dann weiter Payen, Quatrefages, Bernard
und Dumas (ibid. p. 360—366) und schliesslich noch La-
caze-Duthiers (ibid. p. 367—370). Es würde uns na-
türlich zu weit führen, wenn wir hier alle die zahlreichen
Einwürfe wiedergeben wollten, die von Seiten so vieler be-
deutender Männer gegen die Mittheilungen von Pouchet
erhoben wurden. Dieselben erschöpfen so ziemlich Alles,
was gegen die Annahme einer Gen. aequivoca überhaupt
gesagt werden kann: die Lebenszähigkeit der Protorganismen,
die Resistenz namentlich gegen hohe Temperaturgrade (100
— 150°), die sie im ausgelrockneten Zustande besitzen, Vor-
kommen und Verbreitung im Luftraume (wobei freilich sehr
auffallender Weise der neuern Beobachtungen von Ebren-
berg keine Erwähnung geschieht; vergl. J. B. XXI. S. 82)
u. s. w. Sie machen weiler auf die Schwierigkeiten, ja
Unmöglichkeit aufmerksam, in der von Pouchet gewählten
Weise ein unumstösslich sicheres Resultat zu erzielen und
führen eine Reihe von direkten Erfahrungen und Experi-
menten an, die keineswegs zu Gunsien einer Gen. aequi-
voca sprechen. So namentlich Cl. Bernard und Lacaze-
Duthiers, welcher letztere dabei auf seinen verstorbenen
Freund J. Haimes und die von diesem angestellten Ver-
suche Bezug nimmt. (Ref. vermisst einen Hinweis auf die
Erfahrungen von Schröder und von Dusch, nach denen
man durch einfachen Verschluss mit Baunıwolle die verschie-
densten Infusionen vor Fäulniss und Gährung, d. h. Eni-
wickelung von Protorganismen, Infusorien und Pilzen, be-
wahren kann. Prof. Hoffmann in Giessen hat diese Be-
obachtungen vollkommen bestätigt und ausserdem, wie Ref.
hier beiläufig mittheilen will, ein sehr einfaches Verfahren
ersonnen, durch welches die Imporlalion der Keime bei der
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 227
Schimmelbildung u. s. w. zur Genüge erwiesen wird. Er
nimmt nämlich zwei gleiche Gläser mit derselben Infusion,
stöpselt beide und leitet durch die Stopfen eine — nicht
gar zu dünne — Glasröhre, die bei dem einen Glase am Ende
aförmig nach abwärts gebogen ist. Nachdem die Infusion
in beiden Gläsern gekocht ist, wird die gekrümmte Glas-
röhre mil einem Baumwollepfropfen geschlossen, so dass die
beim’ Erkalten einströmende Luft durch die Poren des Pfroptens
filtrirt wird. Die Glasröhre der anderen Flasche bleibt offen.
Nach dem Erkalten wird der Pfropfen entfernt und das be-
treffende Glas mil dem zweiten an einem vor beträchtlichem
Temperaturwechsel geschützten Orte aufbewahrt. Trotz der
jetzt freien Communication mit dem Luftraume entwickelten
sich immer nur in dem Glase mit grader und unverslöpsel-
ter Röhre eine Vegetation von Pilzen, während die Infusion
des andern Glases auch bei jahrelanger Aufbewahrung un-
verändert bleibt, offenbar nur desshalb, weil die in der Luft
suspendirten Keime nicht in dieselbe hineinfallen können.)
Pouchet hat sich übrigens durch diese Entgegnun-
gen keineswegs bestimmen lassen, seine Meinung aufzuge-
ben, er sieht im Gegentheil darin nur eine, Aufforderung,
die gegen ihn erhobenen Einwürfe zurückzuweisen und
seine Methode zu rechtfertigen (Ann. des sc. nat. 1. c.
p: 370—351). Man muss allerdings anerkennen, dass in der
Lebensgeschichte der niederen Thiere noch immer mancherlei
unerkannte und dunkle. Erscheinungen vorkommen, dass
namentlich die Abhängigkeit im Auftreten‘ gewisser For-
men von äusseren Bedingungen noch viel Räthselhaftes
einschliesst, aber in der Haupisache scheint der Versuch
von Pouchet doch missglückt zu sein. Ref. hat wenig-
stens ‚aus den hier gepllogenen Verhandlungen: die Ueber-
zeugung gewonnen, dass die Lehre von der Urerzeugung. in
nächster Zeit wohl schwerlich wieder zur Geltung konm-
men wird. r
Er wird in dieser Auffassung noch dadurch. bestärkt,
dass ein anderer früherer Vertheidiger der Urerzeugung,
Cienkowsky, der die Existenz dieser Entwickelungsart
sogar durch unmittelbare Beobachtung ausser Zweifel gestellt
223 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
haben wollte (J. B. XXIII. S. 258), gegenwärtig die damals
aus seinen Untersuchungen gezogenen Schlüsse als unzuläs-
sig und unrichtig zurücknimmt. „Ueber meinen Beweis für
die Generatio primaria“, Melanges biolog. Acad. imp. de St.
Petersb. T. II. 1858. 21 Seiten mit Abbild.
Verf. überzeugte sich, dass der im Umkreise faulender Amylum-
körperchen unter gewissen Umständen sichtbare Hof, den er früher
als direktes Umwandlungsprodukt dieser Körperchen in Anspruch
nahm und für einen einzelligen Pilz hielt, in Wirklichkeit den Kör-
per eines monadenartigen Geschöpfes darstellt, welches das Anıylum-
korn umfliesst und nach Amöbenar in sein Inneres aufnimmt, obwohl
es an Grösse meist beträchtlich hinter diesem Korne zurücksteht. Im
Innern der Monade wird das Amylum verdaut, worauf dann in der-
selben eine Neubildung beweglicher Monaden vor sich geht.
Bonifas, de la generation spontande Paris 1858 scheint eine
blosse Compilation der für die Existenz einer Urerzeugung geltend
gemachten Gründe und Beobachtungen.
Eine zweite Frage, der wir hier, in unserem Berichte
über die Protozoen schon mehrfach begegnet sind , ist die
Frage nach den Grenzverhältnissen der beiden organischen
Reiche. Es kann Niemand , der die Entwickelung unserer
Kenntnisse über die niedrigsten thierischen und pflanzlichen Or-
ganismen in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, entgan-
gen sein, dass die in früherer Zeit zwischen beiden Reichen
errichteten Marken eine nach der andern gestürzt sind.
Selbst die Contractilität, die noch am längsten als ein Cri-
terium der thierischen Zelle festgehalten wurde, hat diesen
Werth allmählich verlieren müssen, wie von Ref. schon bei
mehrfacher Gelegenheit hervorgehoben wurde (J. B. XXI.
S. 80 u. a. a. O.). Unser diesjährige Bericht giebt uns
neue Beweise für das Vorkommen von Conträctionserschei-
nungen im Pflanzenreiche, und erwähnen wir hier in dieser
Beziehung zunächst die Beobachtungen von Schenk, nach
denen die Schwärmsporen gewisser einzelliger Schmarotzer-
pflanzen (Chytridium und Rhizidium) unter Umständen die
exquisitesten amöbenarligen Bewegungen darbieten. ‘(Ueber
das Vorkommen contractiler Zellen im Pflanzenreiche Würz-
burg 1858. 20 S. in Quart mit 2 Tafeln.) Verf, der weiter
auch in den Schwärmsporen einer unzweifelhaften Alge,
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 229
Chaetophora, contractile Hohlräume aufgefunden hat, glaubt
sich zu dem Ausspruche berechtigt, dass die Ihierischen und
vegelabilischen Zellen in allen ihren Eigenschaften eine durch-
greifende Uebereinstimmung besässen , und dass namentlich
auch die Vacuolen, die von den Schülern J. Müller’s nach
dem Vorgange ihres Lehrers noch heute für Zeichen der
thierischen Natur gewisser Organismen gehalten werden
ganz wie die Kerne, Wimpern und rothen Pigmentflecke als
allgemeine, den Zellen als solchen zukommende Organisa-
lionsverhältnisse anzusehen seien.
Noch auffallender und merkwürdiger sind die Bewe-
gungserscheinungen, die de Bary jüngst an den als Myxo-
mycelen bekannten pilzarligen Schmarotzern beobachtet und
(Bot. Zeitung 1858. No. 49—51) beschrieben hat. Nach
den Untersuchungen dieses Forschers besteht die rasenar-
lige Substanz der genannten Geschöpfe aus dickern oder
dünnern verästellen Strängen, deren Ausläufer in beständi-
ger rhizopodenartig wechselnder Bewegung begriffen sind
und in immer grösserem Umfange sich ausbreiten. Hat die-
ses Gewebe eine bestimmte Entwickelung erreicht, so ent-
stehen an einzelnen Sträugen durch Verflechtung oder Ver-
diekung mehr oder minder grosse, rundliche oder keulen-
förmige Fruchtkörper,, in deren Capitillium, wie bei den Bo-
visten, zahllose derbhäulige Sporen ihren Ursprung nehmen.
Der Inhalt der Sporen bildet nach vollendeter Reife eine zu-
sammenhängende zart umschriebene Masse, die nach dem
Austreten sich streckt und dann an einem Ende zwei lebhaft
schwingende geissellörmige Cilien erkennen lässt. Anfangs
scheint dieser Schwärmer nur auf den Gebrauch seiner Ci-
lien angewiesen, aber nach einiger Zeit beginnt derselbe eine
sehr evidente, amöbenarlige Bewegung. Verf. trägt kein Be-
denken, denselben in diesem Zustande geradezu eine Amöba zu
nennen und in der That spricht dafür nicht bloss die Bewegung
durch Pseudopodien, sondern weiter auch die Anwesenheit
pulsirender Vacuolen. Ja, diese Amöben besitzen nach Verl.
sogar die Fähigkeit, feste Nahrungsstofle in das Innere auf-
zunehmen — sie leben also trotz ihrer pflanzlichen Abstam-
mung genau wie Thiere. Das spätere Schicksal dieser Ge-
230 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
bilde entspricht ihrem Ursprunge;; sie wachsen allmählich zu
riesenhaften Massen, verlieren ihre Beweglichkeit und ver-
wandeln sich schliesslich wieder in fructificirende Sarkode-
stränge. Ob diese Beobachtungen zu der Annahme genü-
gen, dass die Myxomyceten fortan als Thiere (Mycetozoen)
zu betrachten seien, die den Rhizopoden zugehörten , wie
Verf. will, mag Ref. nicht entscheiden. Aber Irotzdem ver-
mag er seine Bedenken über eine derartige Auffassung. nicht
zu unterdrücken. Es ist schon oftmals hervorgehoben, dass
man bei der Classifikatlion zweifelhafter Geschöpfe weniger
einzelnen hervorstechenden Charakteren, als vielmehr dem gan-
zen Bildungsiypus und der systematischen Stellung derjeni-
gen Formen Rechnung Iragen müsse, denen sich dieselben
zunächst anschliessen — und nach diesem Prineipe dürften
die Myxomyceten doch wohl am natürlichsten bei den Pilzen
(in die Nähe der Bovisten) verbleiben, obwohl sie sich durch
die Art ihrer Keimung von diesen Pflanzen, wenigstens den
höheren Formen, merklich unterscheiden. Dass gelegentlich
auch bei den letztern Conlraclionserscheinungen vorkommen,
beweisen schon die älteren Angaben von Hoffmann „über
contraclile Gebilde bei Blätterschwämnen“ (Bot. Zeit. 1853.
No. 49), nur scheinen dieselben hier; weniger ausgebreitet zu
sein. Am auffallendsten ist für eine Pflanze; jedenfalls die
Aufnahme fester Körper in das Innere — aber auch die Dia-
tomeen nehmen gelegentlich Indigopartikelchen in das Innere
auf, wie nicht bloss Ehrenberg, sondern auch Braun,
Cohn u. A., die Irolzdem an der vegetabilischen Natur
dieser Geschöpfe festhalten, mit Beslimmtheit beobachtet, ha-
ben. Ueberdiess sind unsere Kenntnisse über die Amöben
noch lange nicht abgeschlossen. Wir sehen so vielerlei Ge-
bilde thierischen und pflanzlichen Ursprungs „zu Amöben
werden“, dass man sich kaum gewisser ketzerischer Gedan-
ken über die Natur ‚dieser Wesen enthalten kann. Einst-
weilen werden wir aber unter allen Umständen gut thun, wei-
lere Untersuchungen über unsere Myxomyceten oder Myce-
tozoen abzuwarten. Ergeben sich dieselben wirklich als
Thiere nun, dann wird es am Ende noch wahr, was
jüngst ein bekannter Algologe gegen Ref. äusserte, dass nicht
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 231
bloss die Schwämme, dass auch die Algen demnächst als
verkappte Thiere würden erkannt werden.
Die Monatsschrift des wissenschaftlichen Vereins in
Zürich enthält in ihrem dritten Bande S. 1—62 unter dem
Titel „das einfachste thierische Leben“ eine recht anspre-
chende Schilderung des Baues und Lebens der Protozoen
von H. Frey. Verf., der bei einer früheren Gelegenheit
entschieden für die Einzelligkeit der Protozoen in die Schran-
ken trat, ist noch heute der Ansicht, dass diesen Thieren
keine zusammengesetztere histologische Organisation zu-
komme , dass ihr Körper vielmehr entweder geradezu eine
einfache Zelle repräsentire (Monocyslis, Amoeba) oder doch
einer solchen schr nahe verwandt sei (8.54). Die Existenz
einer besondern, mit Chylus erfüllten Magenhöhle bei den In-
fusorien wird in Abrede gestellt; was man so genannt habe,
sei (wie das auch Ref. behauptet J. B.XXI. S. ak nur die
weichere Medullarmasse des Körpers.
Ehrenberg setzt seine Untersuchungen über die geo-
logische Bedeutung des kleinsten organischen Lebens fort
und handelt im Speciellen über die Bildung von Quarz-Kie-
selsand durch nachträgliche Verkieselung von Kalkskeletthei-
len (Berl. Monatsber. 1858. S. 118 ff.) und über das massen-
hafte Vorkommen mikroskopischer Geschöpfe in den unter-
sten silurischen Thonschichten Petersburgs (ebendas. S. 295 ff.
und S. 324 ff.).
Derselbe charakterisirt die aus Tiefgrundproben des
Aegäischen- und Mittel - Meeres ausgelesenen Hartgebilde
von Protozoen und Mollusken, unter denen zahlreiche neue
Species , die wir, so weit sie uns hier interessiren, weiter
unten (Polythalamien und Polyceystinen) noch näher kennen
lernen werden. Monatsber. der Berl. Akad. 1858. $. 10-41.
1. Infusoria.
Schon in unserm vorjährigen Berichte haben wir auf
die von der Pariser Akademie gekrönten Infusorienunler-
suchungen von Clapar&de und Lachmann aufmerksam
gemacht. Wir glaubten damals nicht, sobald auf dieselben
232 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
zurückkommen zu können und ergreifen desshalb mit dop-
pelter Freude die Gelegenheit, unsern Lesern die Mittheilung
zu machen, dass noch im Jahre 1858 die erste Lieferung dieses
wichtigen Werkes erschienen ist. Es trägt den Titel: eiu-
des sur les Infusoires et les rhizopodes und wird in Genf
(als ein Theil der dortigen Inslitulsschriften Tom. V. u. VI.)
herausgegeben. Im Ganzen ist dasselbe auf drei Liefe-
rungen berechnet, und wird die leizte ausschliesslich den
Fortpflanzungs - und Entwickelungs - Verhältnissen unserer
Thiere gewidmet sein, während die beiden ersten, die schon
beide vollständig vorliegen, den innern Bau und die Syste-
malik behandeln und die von unsern Verff. beobachteten Ar-
ten einer ausführlichen Beschreibung unterbreiten. Dass die
Zahl dieser Arten nicht unbeträchllich hinter den Ehren-
berg’schen zurückbleibt, thut der Bedeutung des vorliegen-
den Werkes keinen Abbruch: es wird dasselbe neben dem
genannten forlan die wichtigste Quelle unserer Infusorien-
kunde bilden und unter den zahlreichen schönen Monogra-
phieen der letzten Jahre beständig als eine der bedeutendsten
hervorgehoben werden.
Die Stellung, welche die Verff. in der Frage nach den
Organisationsverhältnissen der Infusorien (p. 9—58) im Gan-
zen einnehmen , ist durch die bekannte Abhandlung von
Lachmann (J. B. XX1l. S.431) schon zur Genüge darge-
gelegt. Die Verff. sind die entschiedensten Gegner der
Lehre von der sog. Einzelligkeit der Infusorien und führen
gegen diese eine solche gewaltige Streilmacht von Gründen
und Beobachtungen in’s Feld, dass es den Anhängern der-
selben schwer sein möchte, noch ferner Stand zu halten.
Die äussern Bedeckungen der Infusorien bestehen aus einer
zarten Culicula, die milunler ein reliculirtes Aussehen hat
und bei vielen Arten (nicht bloss Paramaeeium und Bursa-
ria, sondern auch sonst, z. B. Nassula, manchen Ophryoglenen
und Amphileptus, ja selbst bei einer neuen Euglena) voll-
ständige Angelorgane in sich einschliesst. Die Körperwand,
die von dieser Culicula überzogen wird, erscheint auf den
ersten Blick allerdings vollkommen homogen , doch gelingt
es bei hinreichender Vergrösserung in derselben nicht bloss
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 233
kernartige Einlagerungen (Zellenkerne?), sondern häufig
auch ein förmliches Fasernetz von offenbar muskulöser Be-
schaffenheit nachzuweisen. Der von dieser Körperwand be-
grenzte Raum wird von unsern Verff. als eine mit Nahrungs-
säften erfüllte, verdauende Leibeshöhle in Anspruch genom-
men, die aller Wahrscheinlichkeit nach von einer besondern
zarten Membran ausgekleidet sei und, nach der Rotation des
Inhaltes zu schliessen, auf ihrer Innenfläche einen Flimmer-
besalz trage. Der Oesophagus hat oltmals eine beträcht-
liche Länge und springt dann weit in das Innere der Ver-
dauungshöhle vor. Ein After fehlt nirgends, wo ein Mund
vorhanden ist, und dieser findet sich auch bei zahlreichen
Monaden und Astasiäen, die desshalb denn auch als entschie-
dene Thiere zu betrachten sind. Bei Trachelius ovum und
Loxodes Rostrum exislirt ein völlig geschlossener. verästel-
ter Darm , Joch ist das eine Thatsache, die mit dem Ver-.
halten der übrigen Infusorien keineswegs im Gegensalze
steht. Dieser Darm ist eben nichts anderes, als die auch
sonst vorhandene weite Verdauungshöhle, die hier dadurch
modificirt wurde, dass sich neben derselben noch ein ande-
rer weiter Hohlraum im Körper entwickelt hat. (Da diese
zweite, nach Gegenbaur mit Wasser gefüllte Höhle nun
aber kaum etwas anderes, als die eigentliche Leibeshöhle
sein kann, so folgt aus der Betrachtung unserer Verf. auch
weiter, dass die Verdauungshöhle der Infusorien nur mit
Unrecht als „Leibeshöhle“ betrachtet wird. Für die Bezie-
hungen der Infusorien zu den übrigen Thiergruppen ist die-
ses Resultat nun aber von hohem Interesse. Die Verff. hal-
ten die Infusorien für Coelenteraten (p. 59) — natürlich
nur auf Grund der hervorgehobenen Deutung des centralen
Hohlraums. Ist unsere Auffassung aber richtig, so fehlt der
Mehrzahl der Infusorien eine eigentliche Leibeshöhle ; die-
selben können demnach auch unmöglich einer Thiergruppe
zugelheilt werden, deren ganzen Typus an die Existenz
eines derarligen Höhlensystems anknüpft. Will man ein-
mal nach den Verwandtschaften der Infusorien unter den
höheren Thieren suchen, dann bleibt in der That nichts An-
deres übrig , als dieselben, in Uebereinstiimmung mit O.
234 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
Schmidt, den Turbellarien anzureihen,) Die von einer
eigenen Membran umkleidete contractile Blase bildet mil-
sammt den dazu gehörigen Canälen nach der Ansicht unse-
rer Verf. ein Gefässsystem, dessen Inhalt sich bald centri-
fugal, bald auch in entgegengesetzter Richtung fortbewegt. Ein
Nervensystem hat sich bis jetzt mit Bestimmtheit noch. nicht
auffinden lassen, obwohl Sinnesorgane keineswegs fehlen, nnd
auch das von Ehrenberg als Markknoten gedeutete Ge-
bilde in manchen Arten unverkennbar ist. Der sog. Kern
der Infusorien ist als Geschlechtsorgan in Anspruch zu
nehmen.
Was die Systematik der Infusorien betrifft , so theilen
die Verf. die Gruppe dieser Thiere nach der Bildung der
äusseren Anhänge in vier Ordnungen: Ciliata mit blossen
Wimperhaaren, Suctoria mit strahlenförmigen Rüsseln ohne
Wimperhaare (Acineten), Cilioflagellata mit Flimmerfäden
und Wimpern, Flagellata mit Flimmerfäden allein. In der
Ordnung der Ciliaten, der die gemeinen Infusorien zugehö-
ren, werden dann weiter nach folgendem Schema zehn Fa-
milien unterschieden:
A. Bouche ct oesophage non dilatables, beant a l’etat de repos.
Oesophage. cilie.
a. Bouche et anus dans une fosse commune. Spire buccale
dexiottope,.., url, leihen uam Vortscelling,
b. Bouche et anus non situes dans une fosse commune. Spire
buccale laeotrope.
«. Corps n’ayant, en fait de cils, que les cirrhes buccaux.
Le reste du corps glabre.
* Pas d’autres organes que des cirrhes buccanx.
Fam. Urocentrina.
#=* Appendices locomoteurs differents des cirrhes bue-
caux. Infusoires marcheurs . . Fam. Ozytrichina.
ß: Corps entierement cilie.
* Corps ayant Ja forme d’une cloche sur le bord de
laquelle les eirrhes buccaux forment plusieurs tours.
Fam. Tintynnodea.
* Spire buccale, ne formant , Jorsqu'elle existe,, jamais
plus d’un tour ayant d’atteindre la bouche,
+ Spire buccale formee par des cirrhes plus forts
que les ciles de la surface . . Fam. Bursarina.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 235
++ Pas de spire buccale formee par des cirrhes sur la
surface externe» 2 2 2... Fam. Colpodea.
B. Bouche et oesophage tres dilatables, en general clos a l’etat
de repos. Oesophage non cilie.
a. Corps entierement ou en grande partie cilie.
mUn pie open BEER DLDE BU SR Nm. Dystering.
ß. Pas de pied.
* Pas de cuirasse . ». . . . . . Fam. Trachelina.
*# Une cuirase . .. . - 2... Fam. Colepina.
b. Corps glahre portant Keen une rangee de cirrhes autour
esie HDoucher a su ne... .0. Ham. Halterina,
Von diesen 10 Familien, deren Aufstellung wir als den ersten
Versuch einer natürlichen Classification der Infusorien begrüssen dürfen,
werden die vier ersten noch in der vorliegenden ersten Lieferung ab-
gehandelt. Eine jede derselben wird zunächst ausführlich mit Be-
rücksichtigung des äussern und innern Baues nach ihren Hauptzügen
geschildert; es folgt dann eine synoplische Uebersicht der dahin
gehörenden Geschlechter und auf diese schliesslich eine speciellere
Schilderung der einzelnen Genera mit den von den Verff. beobachteten
Arten, Und das Alles beruht auf eigenen Untersuchungen und einer
genauen und umsichtigen Prüfung der Verhältnisse. Begreiflich,
dass wir da nicht auf die einzelnen Beobachtungen unserer Verff. ein-
gehen , auch nicht alles Neue hier anführen können. Wir müssen
uns damit begnügen, auf den Reichthum und die wichtige Bedeutung
der vorliegenden Schilderungen überhaupt hinzuweisen und die sy-
noptische Uebersicht der einzelnen Genera zu reproduciren.
Fam. Vorticellina (p. 77—134).
A. Privees de couronne ciliaire posterieure pendant la plus grande
partie de leur vie.
1. Subfam. Vorticellines nues.
“a. Un pedoneule,
@, Pedoneule eontractile.
# Non tHmih6T wi mb a N Vorkicella!
** Ramifie,
+ Chaque branche ayant son muscle special.
Carchesium.
++ Un seul muscle, ramifiö dans tous les branches
de la eolonie. . » „. » . . Zoolthamnium.
P. Pedoneule non eontracile . .» » » . . Epistylis.
bh. Pas de pedonenle.
@, Partie posterienre prösentant un bourrelet ou spincter
Birenleise Her ut ee a, Boyphidia.
236 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
ß. Pas de bourrelet ou spincer . „ Gerdan. gen.
2. Subfam. Vorticellines cuirassces (Ophrydines).
a. Pas de vraie coque.. Le pedoncule va se perdre dans
une masse gelatineuse » „2 » 2.20... Ophrydinum.
b. Une yraie coque.
a. Animal fixe au fond de sa coque.
= Coque fixee par l’extremite posterieure Cothurnia.
** Coque fixce par le cöleE . . » ... Vaginicola.
ß. Animal librement suspendu dans sa coque Lagenophrys.
B. Munies d’une couronne ciliaire posterieure pendant toute leur
vie (3. Subfam. Vorticellines libres) . . . . . Trichodina.
Eine besondere, meist auch durch vortreflliche Zeichnun-
gen erläuterte Beschreibung finden folgende Arten dieser Fami-
lie: Carchesium polypinum Ehrb. , C. spectabile Ehrb., C. episty-
lis n. sp., Zoothamnium alternans n. sp. von der Norwegischen
Küste, Z. glesnicum n. sp. ebendaher, Z. nutans n. sp. ebendaher,
Z. aselli n. sp., Epistylis invaginata auf den Larven von Hydrophi-
lus, E. umbilicata n. sp. auf der Larve von Culex pipiens, E.
coarctata n. sp., E. brevipes n. sp., Gerda glans n. sp., Cothurnia
nodosa n.sp. Christianiafiord auf Ceramium und Diatomeen, C. com-
pressa n. sp. norwegische Küste auf Bowerbankia u. s. w., C. re-
curva n. sp. ebendaher, C. Boeckii ebendah., Trichodina Steinii n.sp.
auf Planaria. Ausser diesen Arten werden aber auch die übrigen
anderweitig“ bekannt gewordenen Species aufgezählt und mit man-
cherlei kritischen Bemerkungen begleitet. In einem Anhange zu der
Fam. der Vorticellinen sprechen die Verf. von dem Stein’schen
Gen. Spirochona, dessen Stellung zweifelhaft scheint und dem Gen.
n. Trichodinopsis, dessen eine Art, Tr. paradora n., zu Myria-
den im Darmkanale von Cyclostoma elegans lebt und trotz aller Aehn-
lichkeit mit Trichodina durch den Besitz eines uniformen Flimmer-
kleides und mancherlei innere Eigenthümlichkeiten davon sich un-
terscheidet.
Die Fam. der Urocentrinen enthält bis jetzt nur das eine Gen.
Urocentrum Ehr., über das die Verf. mit nur wenigen Worten be-
richten, während die Fam. der Oxytrichinen wiederum Stolf zu einer
ausführlicheren Behandlung giebt.
Fam. Ozytrichina (p. 135—191).
A. Des cirhes marginaux.
a. Des pieds-eirrhes distribues en rangees regulieres longitudi-
nales ou obliques.
a. Partie anterieure non prolongee en forme de col herisse
de soies ee, WENITEDI-
8. Partie anterieure prolongee en forme de col herisse de
SC Te ehe Stichochaetan. gen.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 237
b. Des pieds-cirrhes non distribues en rangees regulieres
Stylonychia.
B. Pas de cirrhes marginaux.
a. Des cirrhes frontaux.
a. Des pieds-crochets.
* Pas de pieds dorsaux . . ». 2% 20... Euplotes.
== Des pieds dorssaux . » . . . Schizopusn. gen.
8. Pas de pieds-crochets . . . . Campylopusn. gen.
b. Pas de eirrhes frontaux . . Ar Aspidisca.
Hieher u. a. die ausführlich beletifießfähen Arten: Ozytricha
urostyla n. sp., Ö. fusca Perty, O. multipes n. sp., O. gibba n. sp.,
0. pellionella Ehr., O. caudata Ehr., O. erassa n. sp. Norwegensche
Küste, O. auricularis n. sp. ebendah., ©. retractilis n. sp. ebendah.,
Stichochaeta cornuta n.sp., Stylonychia mytilus Ehrbg., St. pustulata
Ehr., St. fissiseta n. sp., St. echinala n. sp., Euplotes patella Ehr.,
E. Charon Ehr., E. longipes n. sp. Christianiafiord, E. excavatus n.sp.,
Norwegensche Küste, Schisopus norwegicus n.sp. ebendaher, Campy-
lopus paradozus n. sp. ebendaher, Aspidisca turrita Ehr., A. cicada
n. sp-, A. Lynceus Ehr.
Die Familie der Tintynnoda umfasst wieder nur das eine Gen.
Tintynnus Ehr., aus dem unsere Verfl. (p. 192—201) beschreiben: T.
inquilinus Ehrbg., T. obliquus n. sp., T. amphora n. sp., T. acumina-
us n. sp., T. Steenstrupii n.sp., T. quadrilineatus n. sp., T. dentieu-
latus Ehr., T. Ehrenbergii n. sp., T. lagenula n. sp., T. subulatus
Ehr., T. cinctus n.sp., T. heliz n. sp., T. annulatus n.sp., T. cam-
panula Ehr., T. ventricosus n.sp., T. urnula n. sp., T. mucicola n. sp.
sämmtlich von der Norwegenschen Küste.
ü Fam. Bursarina (p. 211—260).
A. Une coque tout ou moins pendant une partie de la vie. Anus
en avant. (1. Sousf. Stentorina.)
a. Corps non tronqud en avant par une large surface.
a, Spire buceale portce par un processus en forme de bande
. Eirpile, .. „- .n le ee nun. =, ‚| Chaetospira,
4 ß. Spire buccale Mrs par une large expansion membra-
neuse bilobe. . . . » Freia.n., gen.
= Lagolia Wright, 1. B. XXIV, S, 186).
b. Corps tronque en avant par une large Ann qui porte les
eirrhes buccaux a son pourlour . . 2 u 2... Stentor,
B. Pas de coque, Anus situ ä l’extrömite posterieure. (2. Sous-
= fam. Bursarina s. st.)
a. Pas d’organe en forme de verre de montre,
«. Pas de rangees de cirrhes dans l’interieur de la fosse
buecale,
238 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
* Front ne. formant pas de saillie.
+ Corps tronqu& en avant par une surface oblique
qui porte les cirrhes buccaux A son pourlour.
Leucophrys.
+7 Corps non tronque en avant par une surface.
a. Fosse buccale sans faisceaux de cils en avant.
Depourvue de cirrhes de cöte droit.
Corps lineaire . 2. +... Spärostomum.
Corps non lineaire Plagiotoman. gen.
Bordee de cirrhes aussi du cöle droit,
Corps allonge, ayant, partoul la meme largeur.
Kondylosloma.
Corps globuleux, aminci en avant.
Balantidium n. gen.
b. Fosse buccale tres large, munie en avant de deux
faisceaux de cils distinets des cirrhes buceaux.
Lembadium n. gen.
** Front en saillie, dominant la fosse buccale.
+ Fosse buccale oblique . . .. Metopusn. gen.
+r Fosse buccale non oblique Frontonian. gen.
B. Fosse buccale en entonnoir, porlant a son inlerieur une
rangee de cirrhes tres forts . . . =»... Bursaria.
b. Un organe en forne de verre de montre sur le bord de la
bouche . . . . . > 2020. Ophryoglena.
Hieher von ausführlich beschriebenen Arten: Freia elegans n,
sp-, Fr. aculeata n.sp., Fr. ampulla n. sp., sämmtlich von der Nor-
wegenschen Küste (zum Theil mit den Wright'’schen Arten identisch),
Stentor polymorphus Ehr., Leucophrys patula Ehr., Spirostommm am-
biguum Ehr., Sp. teres n. sp., Sp. filum Ehr., Plagiotoma lateritia
n.sp., P. cordiformis Ehr., Pl. Lumbrici Duj., Pl. acuminata n. sp.,
im Schleime von Trichogonia , Pl. blattarum St., Pl. Gyoryana Clap.,
Pl. coli Malmst., Kondylostoma patens Duj. (?), K. patulum n. sp.,
beide von der Norwegenschen Küste, Balantidium entozoon Ehrbg.,
Lembadium bullinum Perty, Bursäria decora n. sp., Metopus sigmoi-
des n. sp., Ophryoylena citreum n. sp., Frontonia leucas Ehr. (Die
ohne Fundort.hier aufgeführten neuen Arten sind in der Umgegend von
Berlin beobachtet.)
Die schon im vorigen Berichte (S. 183) erwähnte Ab-
handlung von d’Ukedem „sur les metamorphoses des vor-
ticelliens“, die Ref. damals nicht zugängig war, ist aus dem
Journ. de la Soc. med. de Bruxelles, in dem sie ursprüng-
lich, publieirt wurde , jetzt auch in die Ann. des sc. natur.
T.1X. p. 321—334 und die Ann. and Mag. nat. hist. T. II.
dev niederen Thiere während des Jahres 1858. 239
p- Lff. übergegangen. Die Arbeit enthält in der- That, wie
Ref. schon früher vermulhele, im Wesentlichen nur eine
Reproduction der in.den M&m. de l’Acad. de Brux. nieder-
gelegten Beobachlungen über die Entwickelungsgeschichte der
vorlicellenartigen Infusorien , und scheint zunächst nur dazu
bestimmt zu sein, die von unserem Verf. mit einigen Ver-
änderungen adoplirte sog. Acinetentheorie gegen die Ein-
würfe Lachmann’s (J. B. XXIl. S. 431) zu vertheidigen.
Die späteren Beobachtungen von Lachmann und Clapa-
rede, die, wie Ref. schon im letzten J. B. hervorhob, auch
die von unserem Verf. behauptete Umwandlung eingekäpsel-
ter Vorticellenköpfe in ein flimmerndes opalinaartiges Infu-
sorium verdächligen, sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Für die Einzelnheiten muss Ref. auf die Originalabhandlung
verweisen, die besonders für den Abschnitt über den Ein-
kapselungsprocess mancherlei Neues enthält, wie denn auch
Verf. die Umwandlung des Acinetensprösslings in eine neue
Acinele selbstständig, ohne von seinen Vorgängern zu wis-
sen, entdeckt hat.
Bei Gelegenheit dieser Anseinandersetzung erwähnt dUkedem
einiger neuer Vorticellinen, einer Vorticella microstyla, deren kurzer
Stiel bei der Contraction nicht einmal eine ganze Spiraltour macht,
einer andern im Meere lebenden Form mit schirmartig entwickeltem
Kopfkragen und einer auf Tubifex und Nais schmarotzenden Epi-
stylis. Ann. des se. nat. ]. c. p. 326.
Wir haben in den letzten Jahren mehrfach über Beob-
achlungen referiren müssen (J. B. XXIV. S. 182), die allem
Anscheine nach darauf hindeulelten, dass auch die Infusorien
eine geschlechtliche Fortpflanzung besässen. Durch die Un-
tersuchungen von Balbiani, die uns heute zum Berichte
vorliegen, haben diese Andeutungen eine bestimmtere Gestalt
gewonnen. Wenn sich dieselben bestätigen solllen, dann
würden die Schwärmsprösslinge der Infusorien fortan als die
Entwickelungsprodukte eines befruchteten Eies anzusehen
sein, der sog. Kern als Ovarium , das sog. Kernkörperchen
als Hoden fungiren.
Die Beobachtungen Balbiani’s erstrecken sich auf
sechs oder sieben verschiedene Arten, werden aber zu-
nächst nur soweit mitgelheilt, als sie auf das auch von Cohn
240 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
(J. B. XXI. S. 91), so wie von Stein untersuchte Paramae-
cium bursaria Bezug haben (Compt. rend. 1858. ‚T. XLVI.
p- 628, oder Journ. de physiol. T. I. p. 347—351. Pl. IV,
übersetzt in Ann. nat. hist. I. p. 435). Eine Reihe von Ge-
nerationen hindurch pflanzen sich die Paramaecien ausschliess-
lich auf ungeschlechtlichem Wege, durch Theilung, fort,
aber zu gewissen Zeiten, unter dem Einflusse bestimmter,
annoch unbekannter Bedingungen, entwickeln sich die unter
dem Namen des Nucleus und Nucleolus bekannten Organe
zu ganz evidenten Geschlechtsorganen. Der Nucleolus wächst
und verwandelt sich, meist nach vorhergegangener Theilung
in zwei oder vier Stücke, in eine dünnwandige Kapsel, die
ein Bündel zarter, nach den Enden zugespitzter Stäbchen in
sich einschliesst, Gleichzeitig hat auch der sog. Kern un-
ter besländiger Grössenzunahme Form und Aussehen verän-
dert. Seine Masse scheint erweicht und an den Rändern
von Furchen durchzogen, die iminer tiefer eindringen und
schliesslich ein Stück oder auch mehrere davon abtrennen,
in denen man bei hinreichender Vergrösserung eine Anzahl
kleiner getrennter Eizellen unterscheidet. In manchen Fäl-
len nimmt auch wohl der ganze Kern ein solches Aussehen
an. Diese eben geschilderten Veränderungen werden übrigens
in allen Fällen durch eine Art Begatlung eingeleitet. Zwei
Individuen legen sich mit ihrer Mundöffnung fest auf einan-
der, so dass man sie leicht für Theilstücke eines einzigen
Individuums halten könnte, und bleiben 5—6 Tage in diesem
Zusammenhange, bis die Entwickelung ihrer Geschlechlsor-
gane vollendet ist. Verf. ist geneigt, bei denselben eine
gegenseilige Begallung anzunehmen und glaubt, dass ein
Austausch ihrer Samenballen durch die Mundöffnung stallfinde.
(? Ref.). Nach der Ueberlragung wachsen dann diese Samen-
ballen noch weiter, so dass sie allmählich den Kern an Grösse
übertreffen. Dass es aber wirkliche Samenballen seien, die
sich hier entwickelt haben, kann nach den Reactionen der
Stäbchen und ihrer Beweglichkeit kaum bezweifelt werden.
— Die Embryonen beobachtel man etwa 5 od. 6 Tage nach
der Begaltung und zwar anfangs unter der Form von kleinen
sphärischen Körperchen, an denen sich nach Zusatz von
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 241
Essigsäure eine deutliche Hülle erkennen lässt. (Dass diese
Embryonen aus den eiartigen Gebilden hervorgehen , ist
nicht ausdrücklich bemerkt, also auch wahrscheinlich nicht
direkt beobachtet, dürfte aber doch die Ansicht des Verf.
sein.) Kern und contractile Blase, die anfangs fehlen, bil-
den sich erst später, nachdem der Embryo an Grösse zuge-
nommen hat. Die acinetenartige Form des neugeborenen Spröss-
lings ist schon von den früheren Beobachtern beschrieben ;
Verf. hält die strahlenartigen Auswüchse desselben für ge-
stielte Saugnäpfe, durch die er noch eine Zeit lang nach der
Geburt mit dem mütterlichen Körper in Verbindung bleibe und
aus demselben Nahrung aufnehme. Ist die Trennung später
eine definitive geworden , dann gehen diese Strahlen verlo-
ren, um von Flimmerkleid und Mundöffnung vertreten zu
werden. Durch die Entwickelung der Chlorophylikörner wird
darauf die Metamorphose des Embryo abgeschlossen.
In einer zweiten Note (Cpl. rend. 1858. XLVI. p. 383,
Ann. and Mag. nat. hist, 1858. II. p. 459—443) macht der-
selbe Verf. weitere Miltheilungen über seine Entdeckungen.
Er berichtet zunächst über den sog. Nucleolus bei etwa 15
Arten aus verschiedenen Familien und sodann über die
Entwiekelung der Eier aus dem Nucleus und die Begallung
bei einer gleichfalls nicht unbeträchtlichen Anzahl von For-
men. Der Nucleolus scheint, nach den Beobachtungen des
Verf., sehr allgemein bei den Infusorien vorzukommen, ist
aber nicht selten der Art mit dem Nucleus verbunden, dass
es des Zusatzes von Reagenlien bedarf, um seine Existenz
nachzuweisen. Bei Bursaria und Chilodon ist derselbe in
einfacher Anzahl vorhanden , wie bei Paramaecium, Oxytri-
cha hat deren zwei, einen neben jedem Nucleus, ebenso
auch Euplotes, nur dass die beiden Nucleoli hier zu den
Seiten des Nucleus gefunden werden. Bei Stylonychia und
Urostyla liegen 4 oder 5 Nucleoli neben dem Nucleus und
bei Spirostomum zeigt eine jede Anschwellung des rosen-
kranzförmigen Nucleus ein solches Körnchen. Bei den Oxytri-
chinen bildet sich im Innern der kapselarlig sich erweitern-
den Nucleoli ein dieker körniger Körper mit einer Art Aus-
führgang, durch den zahlreiche Fäden in die Kapsel über-
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. N)
242 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
treten, worauf der Ausführungsgang und der Drüsenkörper
wieder verschwinden. Die Bildung der Eier, in denen z. B«
bei Paramaecium Aurelia u. a. Keimfleck, wie Keimbläschen
sich eine Zeit lang mit grössester Schärfe erkennen lassen,
geht insoforn verschieden vor sich, als der Kern bald in eine
kleinere, bald grössere Anzahl von Theilstücken zerfällt, bei
Stylomychia und Urostyla z. B. je nur in 2, bei Paramae-
cium und Bursaria in viele, von denen aber bei Paramae-
cium meist gleichfalls nur vier sich weiter entwickeln. Ue-
ber die Umwandlung in Embryonen werden keine weilere
Daten beigebracht, dagegen spricht Verf. jelzt von einem
Ablegen der Eier, das wahrscheinlich durch den After ‚oder
eine benachbarte Oeffnung vor sich gehe. Bei den Oxy-
trichinen ist die Begatlung, die der Eniwickelung der Ge-
schlechtsstoffe in allen Fällen vorhergeht, von einer Ver-
schmelzung der ganzen vordern Körperhälfte begleitet. (Die
Darstellung desVerf. lässt überhaupt denVerdacht zu, dass diese
sog. Begaltung überall Copulation — oder Theilung? — sei.)
Frey beobachlete bei einer frei lebenden Opalina
eine Theilung , bei der auf die erste Ringfurche noch eine
zweite folgte, so dass der Leib dadurch in drei Abschnitte
zerfiel, von denen der milllere am kürzesten war. A.a. 0. S.57.
Ebenso macht derselbe einige Beobachtungen, durch
die es wahrscheinlich wird, dass der Abkömmling, von Chi-
lodon Cucullus in der Form von Cyclidium glaucoma eine Ver-
wandlung eingeht. Er sah dieses Cyclidium sich encystiren
und im Innern der Kapsel in zwei abweichend gestaltete
Infusorien auseinander fallen. Ebendas. S. 61.
Nach einer Angabe von Gervais und van Bene-
den Zool. med, Il. p. 419 heben wir hier hervor, dass Gruby
et Delafond schon vor längerer Zeit auf die Existenz von
Infusorien im Darmkanale verschiedener Hausthiere aufmerk-
sam gemacht haben. Colin hat späler (trait& de phys. comp.
des anim. domest. Paris 1854. T. I. p. 607 u. 657) das. con-
stante Vorkommen dieser Thiere besläligt und zwei Arten
unterschieden, von denen die eine im Pansen des Rindes
und Schafes, die andere im Blinddarme des Pferdes, so wie
im Grimmdarme des Schweines lebt. Nach den beigegebe-
nen Abbildungen ist die erstere ein gepanzertes Infusorium
Zu
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 243
mit vorderem Wirbelapparate, wie ein Vorticellenköpfchen,
während die andere durch den Besilz zweier hinterer Wim-
perlappen ausgezeichnet zu sein scheint. Die Darstellungen
sind leider beide sehr mangelhaft, und steht zu erwarten,
dass wir bald Ausführlicheres über diese interessanten Ge-
schöpfe erfahren. (Wie ich so eben ersehe, hat Stein,
der durch Purkinje das Vorkommen von Infusorien im
Pansen der Wiederkäuer erfuhr, inzwischen gleichfalls die
ersten der hier erwähnten Formen näher untersucht und als
Entodinium in drei verschiedenen Species beschrieben. Wir
werden im nächsten Jahresberichte darauf zurückkommen.)
Baeonidium remigans Perty, s. Fresenius, Beitr. z. K., kl.
Org. a. a.0. 8.118. Tab.X. Fig. 32, 33.
Baddely liefert ein Verzeichniss der in Noctiluca miliaris
aufgefundenen Diatomeen. Transact. mier. soc. VI. p. 79.
Flagellata. Von Carter werden die Entdeckungen
Cohn’s über die geschlechtliche Fortpflanzung der Volvoci-
nen nach Beobachtungen an Eudorina und Cryptoglena in
allen wesentlichen Punkten beslälist. Ann. and Mag. nal.
hist. 1858. Vol. II. p. 237—253. Pl. III.
Die Colonieen von Eudorina elegans enthalten männliche und
weibliche Zellen, und zwar entwickeln sich zu ersteren beständig
die vier vorderen Zellen, während die übrigen als weibliche fungi-
ren. Bei den ersten zerfällt der Inhalt in einige 60 monadenartige
Spernatozoen, die zu einem regelmässigen Bündel neben einander
gruppirt sind. Flimmerhaare und Augenfleck bleiben während der
Entwickelung derselben unverändert, wie denn auch die weiblichen
Zellen noch zur Zeit der Befruchtung ihre Flimmerhaare tragen,
Nach dem Austritte fallen die Spermatozoen nicht in den centralen
Hohlraum der Colonie, sondern in den Innenraum der peripherischen
Wand, wo sie die einzelnen weiblichen Zellen umschwärmen und
unter manchfachen euglenenartigen Contractionen anbohren. Bei Cryp-
toglena haben die sog. Microgonidien die Bedeutung von Spermato-
zoen, während die Macrogonidien als weibliche Zellen zu betrachten
sind. Verf. sah hier den Eintritt der erstern, konnte aber ebenso-
wenig, wie bei Eudorina, die weiteren Schicksale der befruchteten
Zellen verfolgen. Für die verwandte Form Chlamydococcus, Trache-
lomonas und Euglena vermuthet Verf. ganz ähnliche Vorgänge.
Nach demselben Forscher rührt die rolhe Färbung des
Wassers an den Küsten Bombay’s (und währscheinlich auch
anderen Orten) von einer Art Peridinium her, P. sanguineum
244 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
n. sp., die, ganz nach Euglenenart, einen frei beweglichen
und einen eingekapselten Zustand hat und in letzterem die
frühere grüne Färbung mit einer rothen vertauscht. Im Innern
der Cysten theilt sich das Peridinium, wiederum ganz wie
die nahe verwandte Euglena (die Carter übrigens beide
mehr als Pflanzen, denn als Thiere betrachten möchte), in
2 oder 4 neue Individuen , die nach einiger Zeit frei wer-
den. In manchen Fällen zerfällt der ganze Inhalt der Cyste
in einen Haufen monadenförmiger Wesen , wie das auch bei
anderen algenartigen Infusorien vorkommt. Ann. and Mag.
nat. hist. 1858. Vol. I. p. 258—262.
Schenk macht auf das parasilische Vorkommen mona-
denartiger Infusorien im Darmkanale der Schmeissfliege aul-
merksam. Verhandl. des phys. med. Vereins in Würzburg
1858. VIII. S.XXIX oder Virchow’s Arch. Bd. XIII. S. 491.
Ueber Monas amyli Cienkowsky, vgl. oben S. 227.
Fresenius beschreibt (Beitr. zur Kenntniss kleinster Organis-
men a. a. 0. S. 227—234. Tab. X. Fig. 42 If.) folgende Arten: Monas
truncala n. sSp., M. consociata n. sp., M. Oberhäuseri n. sp. (durch
Form und rothe Färbung mit M. Okenii Ehrbg. verwandt), M. bipun-
ctata n. sp., Rhabdomonas (n. gen.) incurva n. sp., Grymaea
(n. gen.) vacillans n. sp., Tetramitus rostratus Perty, Anthophysa Mül-
leri Bory, A. solitaria Bory. Ebenso Drepanomonas dentata n. Sp.
und Mallomonas Plösslii Perty, a. a. 0. S. 216 u. 217. Tab. X. Fig.
25—28, 39—41.
Das Gen. Rhabdomonas ist durch Stäbchenform und deutliche
Längsstreifung, Grymaea durch eine comprimirte, taschenförmige Ge-
stalt charakterisirt.
Ebendaselbst auch Beobachtungen über einige zur Gruppe der
Volvoceinen gehörende Pflanzenformen.
Cryptoglena lenticularis n. sp. Carter ]. c. p.247. Tab. VII,
Fig. 18, 19, Cr. cordiformis ibid. p. 250. Tab. VIII. Fig. 28 (die letz-
tere möglicher Weise der nach Befruchtung ruhend gewordene Zu-
stand der erstern.) Beide von Bombay.
2. Rhizopoda.
W. Carpenter liefert in einem Vortrage on the lo-
west (rhizopod) type of animal life, considered in its relation
to physiology, zoology and geology (Ann. and Mag. nat.
hist. 1858, II. p. 74—80) eine ebenso gedrängte, wie, an-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 245
sprechende und lebendige Schilderung von dem Baue und
der Lebensweise der Rhizopoden , besonders der Amoeben,
Aclionophryiden und Polythalamien. In der That ist es ein
wunderbares Wesen ein solches Geschöpf: — „a little par-
ticle of appearently homogeneous jelly changing itself into
a greater variety of forms than the fabled Proteus, laying
hold of its food without membres , swallowing it without a
moulh, digesting it without a stomach, appropriating its nu-
tritious material without absorbent vessels or a circulating
system, moving from place wilhout muscles, feeling (if it has
any power to do so) wilhout nerves, multiplying itself with-
out eggs, and not only this, but in many instances forming
shelly coverings of a symmetry and completeness not surpas-
sed by ihose of any testaceous animal.“
Monosomatia. J. Müller glaubt nicht bloss Actinophrys,
sondern auch Amoeba, Arcella und Difflugia wegen der An-
wesenheit der conlractilen Blase, die den echten Rhizopoden
abzugehen scheint, mit den.Infusorien zusammenstellen zu
müssen. Ueber die Thalassicollen, Polycystinen und Acan-
Ihometren. S. 20.
Auch Ehrenberg spricht sich wiederholt gegen die
Vereinigung der Dilflugien und Arcellen mit den Polythalamien
aus, Berl. Monatsber. 1858. S. 332. Anm.
Den Untersuchungen Sundahl’s verdanken wir die
Kenntniss zweier neuer, der Gruppe der Monosomatia zuge-
hörender, mariner Rhizopoden von kolossaler Grösse, einer
nackten Form, die Verf. zu den Amoeben rechnet (Amoeba
gigantea) obgleich sie sich durch die Fähigkeit zweierlei Pseu-
dopodien zu bilden, von den übrigen bis jetzt bekannten
Arten dieses Genus unterscheidet, und einer beschalten
(Artrorhiza limicola n. gen. et n. sp), die wohl als Re-
präsenlant einer besondern kleinen Familie aufzufassen sein
dürfte. An den dünnen Pseudopodien wurde die vonSchultze
so schön beschriebene Körnchenströmung beobachtet, ebenso
auch, bei der ersten Art, eine Copulation mehrerer Indivi-
duen. Öfvers. k. vetensk. akad. Föhandl. XIV. p- 299— 303.
Tab. II.
Amoeba gigantea, Corpus albidum, e materia gelalinosa con-
246 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
sistens, sine struclura interna et forma definita externa, figuram con-
tinuo mutans processibus crassis vel fibrillis iam extensis, iam redu-
etis. Diam. 2—8 Mill.; long. fibrillarum usque ad 15 Mm.
Actinorhiza n. gen. Corpus discoideum, orbiculatum, testa
tectum stellata e materiis diversis composita , sine poris, margine in
radios plures tubulosos exeurrente.
A. limicola n.sp. Color testae stellatae obseurus, griseo-brun-
neus, maculis parvis flavo-brunneis sparsis, inaequalibus, irregularibus,
paullulum nitentibus. Numerus dentieulorum varians, 10—15. Dia-
meter testae sine dentie. 5—6 Mm., longit. denticulorum 1—2 Mm,
Amoeba lateritia n. sp., eine durch ziegelrothe Farbe und An-
wesenheit zahlreicher feiner hyaliner Spitzen ausgezeichnete Art, Fre-
senius, Beiträge u. s. w. 8.218. Tab. X. Fig. 13—19.
Derselbe liefert Beobachtungen über Arcella hyalina Ehıbg.,
Trinema Acinus Duj. (= Difflugia enchelys Ehrbg. nicht Schnei-
der, dessen Species mehr mit Arcella hyalina verwandt scheint),
Diffllugia spiralis Ehrbg., D. oblonga Ehrbg. , Cyphoderia margarita-
cea Schlumbg., a. a. O0. S.219— 225. Tab. XII. besonders interessant
und ausführlich sind die Mittheilungen über erstere Art, die Verf.
unter seinen Augen durch Theilung, die sich zuerst durch Einkerbung
der häuligen Schale bemerklich machte, in 2—4 Individuen zerfallen
sah- Auch die Beobachtungen von Schneider (J. B. XXII. S. 441)
sucht Verf. im Sinne einer Theilung zu deuten.
In Dalyell’s grossem, so vielfach eitirten Werke ist unter dem
Namen Sphaerula eine Gromia abgebildet, Vol. II. p.264. Tab. XXXVI.
Fig.3, 4, ohne dass Verf. freilich von der Natur des betreffenden
Thieres eine richtige Anschauung gehabt hätte. (Einige andere auf
derselben Tafel abgebildete Microzoen : Carbasia fimbriata und Ani-
malculum eruciatum sind nicht zu entziflern.)
Foraminifera. Die dritte Abtheilung der Researches on
the Foraminifera von W. Carpenter (vergl. J. B. XX1ll.
S. 267) handelt nach einer vorläufigen Mittheilung über Pe-
neroplis, Opereulina und Amphistegina (Proc. roy. Soc. 1858.
p. 334, Ann. and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 290—291). Wir
entnehmen dieser Miltheilung einstweilen die Notiz, dass die
unter den Genusnamen Dendritina und Spirolina beschriebe-
nen Formen nach den Untersuchungen des Verf. blosse in-
dividuelle Varietäten von Peneroplis darstellen.
Aeusserst wichlig für die Formen- und Artenkenntniss
der Forminiferen ist die von der Ray-Sociely herausgegebene
Monographie von Williamson, on the recent Foraminifera
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 247
of Great Britain. Lond. 1858. 107 S. in Folio mit VIl Kupfert.,
auf denen die beschriebenen Arten in schöner und naturge-
treuer Weise abgebildet sind. Auf den innern Bau unserer
Thierchen ist Verf. nicht eingegangen; er behandelt ausser
der Geschichte der englischen Foraminiferenkunde nur die
einzelnen Arten, diese aber in einer so sorgfälligen und ge-
diegenen Weise, dass seine Arbeit fortan ein unentbehrliches
Hülfsmittel weiterer Forschung sein wird. Von besonderem
Werlhe sind die Untersuchungen über die Variabilität der
einzelnen Species, die in der That eine unerwarlet grosse zu
sein scheint, so dass sich Verf. veranlasst sah, bei manchen
Arten sechs und mehr, zum Theil früher als verschiedene
Species beschriebene Varieläten zu unterscheiden. Die Zahl
und Mannichfaltigkeit der beschriebenen Arten ergiebt sich
am besten aus folgender Uebersicht:
Proteonina (n. gen.) fusiformis n. sp., P. pseudospiralis,
Orbiculina universa d’Orb., Lagena vulgaris Will. (mit 7 meist früher
schon bekannten Varietäten) , Entosolenia globosa Walk., E. costata
n. sp-, E. marginata Walk. (mit 4 Var.), E. squamosa Mont. (mit 3
Var.), Lingulina carinata d’Orb., Nodosaria radieula L., N. pyrula
d’Orb., Dentalina subarquata Mont., D. tegumen L., Frondicularia
spathulata n. sp., Fr. Archiaciana d’Orb., Cristellaria calcar L., [07
subareuata Walk., Nonionina Barleeana Will., N. crassula Walk., N.
Jeffreysii n. sp., N. elegans Will., Nummulina planulata Lam., Poly-
stomella crispa L., P. umbilicata Walk., Peneroplis planaius Ficht.
et Moll., Patellina (n. gen.) corrugata n. sp., Rotalina Beccarii L.
R. inflata Mont., R. turgida n. sp., R. oblonga n. sp., R. concamerata
Mont., R. nitida n. sp., R. mamilla n.sp.. R. ochracea n. sp., R. fusca
n. sp., Globigerina bulloides d’Orb., Planorbulina vulgaris d’Orb.,
Trunecatulina lobatula Walk., Bulimina pupoides d’Orb. (mit 5 Var.),
B. elegantissima d’Orb., B. scabra n. sp., Uvigerina pygmaea d’Orb.,
U. angulosa Will., Cassidulina laevigata d’Orb., C. obtusa n. sp., Po-
Iymorphina lactea Walk. (mit 5 Var.), P. myristiformis n. sp. , Tex-
tularia euneiformis d’Orb. T, variabilis n. sp. (mit 3 Var.), Bilocu-
lina ringens d’Orb., Spiroloculina depressa d’Orb., Miliolina trigonula
Lam., M. seminulum L., M. bicornis Walk., Vertebralina striata d’Orb.,
Spirillina foliacean Phil. (= Cornuspira planorbis Schultze), Sp. per-
forata Schultze, Sp. arenacea Will., Sp. margaritifera n. sp.
Die neuen Genera werden folgender Maassen charakterisirt:
Proteonina. Shell free, irregular, fusiform or compressed, and
with a slight disposition in its young state to be convoluted; arena-
243 Leuckart:Berichtüber die Leistungen in der Naturgeschichte
ceous. Septal orifice at the extremity of the shell, single, irregular
in size and form. (Von Gromia Duj. besonders durch die sandige
Beschaffenheit der Schale verschieden.)
Patellina. Shell free, conical, trochoid, crenulated on its en-
tire upper surface, commencing its growih as an undivided spiral or-
ganism, but soon depeloping cerescentie segments, each of which oc-
eupies rather more than half the eircumference of the shell. Seg-
ments arranged in two opposed alternating series.. Internal cavities
of the segments narrow, erescentic; divided into numerous quadran-
gular compartments by small calcareous septa prolonged from the
peripheral margin and reaching nearly to the umbilical border,
where these compartments are connected together by a narrow un-
divided area. Calcareous layers extending from the inferior umbi-
lical borders of the segments combine to fill up the concave infe-
rior lateral surface of the shell. Septal aperture uncertain.
Ehrenberg charakterisirt (Berl. Monatsber. 1858.
S. 14 ff.) folgende neue Polylhalamien des Mittelineeres:
Aristeropora (n.gen.) graeca, A. stichopora, A. micropora,
Aristerospira (n. gen.) alloderma , A.? alma, A. Amathiae, A.
globularia, A. haloplea, A. isoderma, A. laevigata, A. melo, A. me-
diterranea, A. Menipeae, A. platypora, A. sparsa, A. tremalophaena,
A. undulata, Aspidospira depressa, Biloculina aegaea, Calcarina ari-
steropora, Ceratospirulina (n. gen.) Sprattü, Cristellaria ro-
strata, Eucorycium (n. gen.) nodosaria, E. terebra, Grammosto-
mum Amphiroae, Gr. Aristotelis, G. asligma, G@. Cerberi, G. areni-
cola, G. depressum, G. littorale, G. Ponti, G. substriatum, G.?
Thoae, Guttulina? (ann. gen. Cimelidium) Homeri, G. armata, No-
nionina fusca, N. graecu, Planulina? Crisiae, Pl.? Cymodoceae, P!.
Euridices, Pl. Forbesii, Pl.? fusca, Pl. granulata, Pl. holoplea, Pl.
mesolia, Pl. Orci, Pl. spongiarum, Polymorphina Aristophanis, Poly-
spira Forbesii, P. Naxi, P. osculata, Pylodezia pusilla, P.? tetra-
trias Quinqueloculina? hirudo, Rotalia abyssorum, R. bractea , R.
erelica, R. incerta, R. infernalis, Selenostomum (n. gen.) aegaeum,
S. fimbriatum, Spiroloculina tuba, Sp. flezuosa , Triloculina aegaea,
Vaginula irregularis.
Aristeropora n. gen. E. familia Kotalinorum Turbinoidi-
bus. Spira in sinistro latere aperta, in dextro obtecta, sinistro latere
poris pertuso, dextro imperforato. (= Porospirae sinistrorsum spirales.)
Aristerospira. E fam. Rotalinorum, sect. Turbinoidum.
Spira in sinistro ‚latere aperta, in dextra oblecta, utroque latere poris
pertuso. (= Planulinae sinistrosum spirales.)
Ceratospirulina. E Llicatilium fam. Characteres Quinque-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 249
loculinae, sed aetate provecta in tubuli recti simplicis formam exere-
scentes. Quinqueloculinam longe tubulosam rostratam aequat,
Eucorycium. E fam. Nodosarinorum , Characteres Nodosa-
riae rostratae, vostello in omnibus cellulis liberam papillam mediam
formante, cellulis partim se involventibus.
Selenostomum. E fam. Rotalinorum,, sect. Nautiloidum.
Spira in utroque latere obtecta, oris apertura in sinistro singularum
cellularum medio latere rimam curvatam rellexam supra marginem
ascendentem referente.
Das Schultze’sche Genus Cornuspira (J. B. XXII. S. 445) ist
nach Ehrenberg (a. a. 0. S.332) zu streichen, da es bloss nach
Schalen kleiner Annulaten und nach Jugendzuständen grösserer Poly-
thalamien aufgestellt sei (?).
Auch eine Anzahl fossiler Polythalamien aus den untersilurischen
blauen Thonen bei Petersburg werden von demselben Verf. be-
schrieben, ebendas. S. 306 ff.
Pourtales macht die interessante Beobachtung, dass
die Schalen von Orbulina in der Hälfte der von ihn unter-
suchten Fällen eine mehr oder minder grosse Globigerina
enthalten, die an der Innenwand mit zarten Nadeln befestigt
ist, und schliesst daraus, dass diese beiden, von früheren
Untersuchern weit getrennten Formen einen genetischen Zu-
sammenhang besitzen. Statt der Globigerina wird mitunter
in einem grossen Exemplare von Orbulina eine kleinere
Schale derselben Art gefunden, ein Umstand, der vielleicht
auf eine zu gewissen Zeiten stallfindende Erneuerung der
Schale hinweist. Silliman’s Journ. 1858. Vol. XXVI. Ann.
and Mag. nat. hist. 1858. II. p. 236.
Parker schildert nach Untersuchungen ostindischer
Arten den Bau der Miliolinen und erläutert denselben durch
zahlreiche Abbildungen und Durchschnilte. Er betrachtet
zunächst die (als Adelosina und Uniloculina bekannten) ein-
kammrigen Jugendformen dieser Thiere und knüpft daran
dann eine Darstellung der Organisationsverhältnisse von Cor-
nuspira, Hauerina, Sphaeroidina, Vertebralina (Arliculina),
Miliola (Sporulina , Biloculina , Quinqueloculina, Triloculina).
Transaet. mier. Soc. Vol. VI. p. 53—59. Pl. V.
Radiolaria. J. Müller macht neue Untersuchungen
über Polycystinen (Berl. Monatsber. 1858. $. 154) und stellt
250 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
diese mit den früheren (J. B.XXI. u. XXIII) in einer eige-
nen grösseren Abhandlung „über die Thalassicollen, Poly-
cystinen und Akanthometern“ Berl. 1858 (62 Seiten in Quart,
aus den Abh. der Berl. Akadem, besonders abgedrucht) zu-
sammen. Wie dieses Werk unsere Kenntniss über eine der
merkwürdigsten, in ihrer ganzen Eigenthümlichkeit erst von
Müller erkannten Thiergruppe zu einem vorläufigen Ab-
schlusse bringt, so bildet es leider auch zugleich den Schluss-
stein eines ruhmbedeckten, reichen Lebens — es ist das Opus
postumum eines Mannes, der seit länger als 25 Jahren, wie
kaum irgend ein Anderer vor ihm, das ganze weite Gebiet
unserer Wissenschaft beherrscht hat. Seinem Inhalte nach zer-
fällt das vorliegende Werk in 5 Abtheilungen: über Orga-
nisation und Lebenserscheinungen unserer Thiere (S. 1—16),
über die Verwandtschaften und die Systematik derselben
(S. 16—21), über deren Wachsthum (S. 21—23), die pelagi-
sche Verbreitung (S. 23—28) und schliesslich über die vom
Verf. beobachteten Galtungen und Arten.
In Betreff der Organisations- und Lebensverhältnisse
unserer Thiere enthält die vorliegende Abhandlung keinerlei
neue Angaben, so dass den späteren Beobachlern hier noch
Vieles übrig ist. Aber so viel scheint ausser Zweifel, dass
die Radiolarien keinerlei complicirten Organenapparat besilzen.
Im Innern unserer Thiere erkennt man in der Regel eine
ziemlich feste und starre grosse Kapsel, die ausser einer
körnigen Masse oftmals einen grösseren Fettlropfen,, mil-
unter auch Krystalle u. a. einschliesst. Von der äusseren
Fläche dieser Kapsel gehen zahllose feine Pseudopodien
ab, die nach allen Seiten hinstrahlen und unter gewissen
Verhältnissen zu einer einförmigen Gallertmasse zusam-
menfliessen. In andern Fällen scheint die Kapsel zu feh-
len und dann bildet der Körper eine einfache Gallert-
masse. Zwischen ihren Wurzeln liegen gelbe, durch Thei-
Jung sich vermehrende Zellen und helle, oflmals ziemlich
grosse Bläschen (Alveolen) von unbekannter Funktion. In
der Mehrzahl der Radiolarien entwickelt sich in der Pe-
ripherie des Körpers ein Kieselgerüste, d:s meist die Form
eines zierlichen, äusserst complieirten Netzwerks besilzt, in
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 251
manchen Fällen aber auch aus isolirten, oftmals strahlig an-
geordneten Nadeln besteht. («Bei manchen Polyeystinen fin-
det sich in Verbindung mit diesem äussern Skelete auch
noch ein inneres (— im Unikreise der centralen Kapsel?
Ref. —). Ueber die Fortpflanzung der Radiolarien ist Nichts
bekannt, jedoch lässt das Vorkommen gewisser colonieweise
vereinigter Formen im Zusammenhang mit der Thatsache,
dass hier neben den grösseren Individuen (Nestern) und ganz
in deren Nähe auch kleine und sehr kleine gefunden wur-
den, fast auf eine Prolificalion schliessen. Dass die Radio-
larien auf das Nächste mit (Actinophrys und) den Rhizo-
-poden verwandt sind, wird schon durch die Existenz der
Pseudopodien zur Genüge bewiesen, jedoch unterscheiden sie
sich von diesen dadurch, dass ihr Körper, sei er sphärisch,
scheibenförmig, glockenförmig, flaschenförnmig, kranzlörmig,
sternförmig, in allen Fällen radiär synimelrisch ist, wesshalb
denn auch Verf. vorschlägt, unsere Thiere als Rhizopoda ra-
diaria s. Radiolaria zu bezeichnen. In manchen Fällen findet
sich auch eine Formähnlichkeit mit gewissen Polythalamien,
So namentlich bei den Polyeystinen mit flaschen- oder glok-
kenförmigen , arliculirten Gehäusen (Lithocampa, Eueyrli=
dium u. s. w.), die an die Nodosarinen erinnern und diesen
auch dadurch gleichen, dass die Zahl der Abtheilungen mit
dem Alter allmählich durch Anwachs neuer Glieder — bei
den Polycystinen freilich nur bis zu einem bestimmten Ziele
— zunimmt. Uebrigens wachsen nicht alle Polyeyslinen auf
diese Weise. Das abgeplattete sphärische Haliomma amphi-
discus z. B. wächst dadurch, dass das Gitter-Skelet zuerst
in der Mitte der beiden Fläche sich anlegt und von da im-
mer mehr dem Rande zuwächst. In noch anderen Fällen
scheint das Skelet im ganzen Umfange des Körpers zu ent-
stehen und erst mit der Zeit in eine geschlossene Schale
zusammenzufliessen. Dass die Radiolarien eine pelagische
Verbreitung haben und in geeigneten Meeren auch an liefen
Stellen wohl erhalten und lebend an der Oberfläche gefischt
werden können, steht fest, allein trotzdem scheint es, dass
der grössere Theil derselben auf dem Grunde des Meeres,
auf Steinen und Algen, im Schlamme u, s. w. sich aufhalten
252 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
und kriechend, nach Art der Polythalamien, leben könne. Nur
wenige Arten (ohne Skelet und mit Oeltropfen) sind leich-
ter als das Wasser und geradezu als hydrostatisch zu be-
zeichnen.
Die vom Verf. beobachteten und einzeln beschriebenen
(wie abgebildeten) Arten sind in folgender systematischer
Uebersicht aufgeführt :
A. Einfache Radiolarien, R. solitaria.
I. Ohne Gehäuse, nackt und mit Spicula. Thalassicollae.
Gen. Thalassicolla Huxl. Sp. Th. nucleata Huxl., Th. mo-
rum Müll,
II. Mit kieseligem Schalengehäuse.
Gen. Lithocircus Müll. Sp. L. annularis Müll.
Gen. Acanthodesmia Müll. Sp. A. dumetum n. sp., A. vincu-
lata Müll. (In die Nähe auch Plagiacantha Clap.)
Gen. Cladocoecus Müll. Sp. Cl. arborescens Müll.
Gen. Dictyosoma Müll. Sp. D. spongiosum Müll.
Gen, Spongosphaera Ehrbg. Sp. S. polyacantha Müll.
Gen. n. Tetrapyle. Mit Dictyosoma verwandt, aber nicht
mit schwammiger, sondern mit einfach netzförmiger Schale, die ausser
den Gitterlöchern noch vier grosse Spalten zeigt. Sp.n. T. octacantha
von St. Tropez.
Gen. Haliommma Ehrbg. Sp. H. hexacanthum Müll., H. liguri-
cum Müll., H. polyacanthum Müll., H. echinoides Müll. , H. hystrix
Müll., H. tabulatum Müll., H, longispinum Müll., H. tenuispinum Müll.,
H. spinulosum Müll., H. asperum n. sp. von St. Tropez, H. amphidis-
cus n. sp. St. Tropez.
Gen. Stiloeyelia Ehrbg. Sp. St. arachnia Müll.
Gen. Eucyrtidium Ehrbg. Sp. E. zanclaeum Müll.
Gen. Lithocampe Ehrbg. Sp. n. L. tropeziana. k
Gen. Pterocanium Ehıbg. Sp. Ph. charybdeum ( Podocyrtis
charybdea Müll.).
Gen. Lithomelissa Ehrbg. Sp. n. L. mediterranea von St. Tropez.
Gen. Dictyospyris Ehrbg. Sp. D. messinensis Müll.
III. Radiolarien ohne Gehäuse , mit kieseligen Stachelradien.
Acanthometrae.
Gen. Acanthometra Müll. *) Arten ohne Stuchelfortsätze: A. mul-
tispina, A. tetracopa Müll., A. pellueida Müll., A. fusca Müll., A.
ovata Müll., A. elongata n. sp. St. Tropez.
**) Arten mit Stachelfortsätzen : A. alata Müll., A. quadridentata
Müll., A. pectinata Müll,, A. erueiata n. sp. St. Tropez.
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 253
*#=#) Gepanzerte Arten (die zum Theil oder alle vielleicht un-
vollendete Haliommatiden, also Polycystinen sind): A. costata Müll.,
A. cataphracta Müll., A. mucronata Müll.
###=) Mit gespaltenen Stacheln: A. dichotoma Müll.
Gen. n. Zygacantha. Stalt der Stacheln gestielte Gabeln. Sp.
2. fureata Müll.
Gen. n. Litkophyllium. Statt der Sticheln dreitheilige
Kieselblätter. Sp. n. L. foliosum. St. Tropez.
Gen. n. Litkhoptera mit 4 Hauptstacheln, die in derselben
Ebene liegen und gegen das Ende eine Anzahl treppenartig zusum-
menhängender Querleisten abgeben. Sp. n. L. fenestrata.
B. Zusammengesetzte Radiolarien, R. polyzoa.
I. Ohne Gehäuse, nackt oder mit Spicula.
Gen. Sphaerozoum Meyen. Sp. Sph, punctatum (Huxl.) Müll.,
Sph. acuferum Müll., Sph. nodulosum Müll., Sph. inerme Müll, Sph.
bicellulare Müll.
II. Mit Schalen.
Gen. Collosphaera Müll. Sp. C. Huxleyi Müll., C. ligurica Müll.
An diese Abhandlung von J. Müller schliesst sich
die Beschreibung zweier neuer Thalassicollen von Messina,
die Schneider im Archiv für Anat. u. Physiol. 1858. S. 38
—41. Tab. Ill. B. geliefert hat: Thalassicolla coerulea und
Physematium Mülleri, die letztere Form von sehr ansehnli-
cher Grösse (5 Mm.) und vielleicht schon von Meyen als
Ph. atlanticum beschrieben.
Charakteristisch für Physematium scheinen die zwischen der
Kapsel (Zelle) und der äusseren Haut, der die bündelförnig vereinig-
ten Pseudopodien aufsitzen, gelegenen schleimigen Strahlen und die
Sförmigen Spieula. Eine Anzahl sehr kleiner Exemplare waren ‚ohne
centrale Zellen, deren Wand später von Porenkanälen durchsetzt ist.
Bei Th. coerulea enthält die centrale Zelle ausser Eiweisskugeln mit
verschiedenen Einschlüssen (Fettkugeln, Concretionen, Crystallen) zahl-
reiche Ballen einer krümlichen Substanz, die bei näherer Unter-
suchung als dicht gedrängte amöbenartige Körperchen mit zitternder
Bewegung erkannt wurden. Physematium zeigte ziemlich auffal-
lende Ortsbewegungen, doch lässt es Verf. zweifelhaft, ob dieselben
activer oder passiver Natur waren,
Auch Ehrenberg charakterisirt eine Anzahl neuer Polyeysti-
nen aus dem Aegäischen Meere: Carpocanium mierodon, Cenosphaera
porophana, Cornutella profunda, Eucyrtidium aegaeum, E. creticum,
E. mierocephalum, E. seriolatum, E. siculum, E. arctum, Flu-
254 Leuckart: Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
strella bieellulosa, Haliomma subtile, Pterocanium Proserpinae, Po-
Lysphaera:(n. gen.) mediterranea, Spirillina imperforata. Berliner
Monatsber. 1858. p. 30 If. (Firühere Mittheilungen desselben Verf.'s
über Polycystinen vergl, ebendas. 1547. S.48, 1850. S.478 und Mi-
erogeologie S. 160).
Gen. n. Polysphaera. E fam. Halicalyptrinorum. Characteres
Haliphormidis, sed sphaerae cavae pariete continuo regulariter cel-
luloso et apertura simplice coarctata regulari instructo.
Cenosphaerae Polysphaeris habitu proximae sunt, sed aperturam
insignem non oflerunt. Haliphormides Dietyosphyridibus affınes, sed
solitariae nec geminätae sunt, et aperluram irregularem nee simpli-
cem gerunt. Acanthosphaerae sunt Cenosphacrae radialim aculeatae.
Cenosphaerae et Acanthosphaerae quum sine apertura bene
disereta existant et sphaeras retieulatas siliceas clansas referant, a Po-
lyeystinis reliquis aberrant, forsan ad spongiarum carpella pertinent.
3. Gregarinae.
Nach Schneider's Beobachtungen findet sich im
Darmkanale, in den Blutgefässen und frei schwimmend in der
Flüssigkeit der Leibeshöhle von Holothuria tubulosa eine
Gregarine (Gr. Holothuriae n. sp.) von elliplischem oder ku-
gelrundem. Körper, die nicht selten , besonders im Blutge-
fässsysteme, zwei Kerne stalt des sonst vorkommenden ein-
fachen erkennen lässt. Die Gregarinen des Gefässapparates
buchten die Gefässwand allmählich zu einer gestlielten Blase
aus (zu den schon im vorjährigen J. B. nach Untersuchun-
gen.vonKölliker erwähnten Bildungen) und scheinen dann
milsammt ihren Hüllen abzufallen. Einkapselung und Psoro-
spermienbildung wurden gleichfalls beobachtet, aber nicht
näher beschrieben. Aller Wahrscheinlichkeit nach gehören
auch die in den Holothurien so häufig vorkommenden amö-
benarligen Bildungen in den Entwickelungskreis unserer
Thiere, wenigstens diejenigen, die neben den Psorospermien-
cysten in den braunen floitirenden Körperchen der Leibes-
höhle .(S. 102) vorkommen und durch Schärfe der Contouri-
rung, wie Homogeneität ihres Körperparenchyms sich aus-
zeichnen. Eine zweite Form amöbenartiger Körperchen,
die sich in der Flüssigkeit der Leibeshöhle (auch bei Echi-
nus esculenlus), im Wassergefässsystem und in den Blutge-
der niederen Thiere während des Jahres 1858. 255
fässen befindet, ist mit den von Leydig in den Gefässen
von Synapla gefundenen „Blutkörperchen“ identisch. Archiv
für Anat. u. Physiol. 1858. S. 325 fl.
Ebenso beherbergen auch die Terebellen und Hermel-
len in ihrem Darme verschiedene Gregarinenformen, von
denen einige durch Form und Bewegungsart so auffallend
an Nematoden erinnern, dass sie ein früherer Beobachter
(Leydig) auch wirklich dafür gehalten hat. Lieberkühn,
l’Institut. 1858. p. 240. ö
Auch in der Leibeshöhle von Oxyuris ornala fand Wal-
ter (Zeitschrift für wiss. Zool. IX. S.490) zahlreiche Gre-
garinen,
Schenk beobachtete auf den Kiemen und Schwimm-
borsten von Gammarus pulex, wie auf den Kiemen von Asel-
lus aquaticus (im: Laufe des Monats Januar) parasitische Bil-
dungen die sich durch Bau und Lebenserscheinungen an die
vonLieberkühn (J. B. XXIII. S. 272) an Phryganeenlarven
gefundenen Schläuche anschliessen. Ueber die Natur der
betreffenden Bildungen blieb Verf. im Unklaren; jedoch
scheint es, als ob derselbe mehr geneigt ist, dieselben für
niedere Pflanzen als für Thiere zu halten. Verhandl. des
phys. med. Vereins zu Würzburg 1858. VIII. S. 252—259.
Mit, Abbild., so wie über das Vorkommen conlractiler Zel-
len im Pllanzenreiche S. 14.
Druckfehler.
8.172. 2. 9, 13u.16 oben lies: Füchsen statt Fröschen,
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Mollusken während des Jahres 1858.
Von
NUerausgeber.
Endlich ist es mir gelungen „The genera of recent Mol-
lusca arranged according to their organization by Henry
Adams and Arthur Adams“ in meinen Besitz zu brin-
gen, und nun nach eigener Ansicht darüber berichten zu kön-
nen. Das Werk ist bereits 1853 begonnen, aber wie es
scheint erst nach dessen Vollendung 1858 durch den Buch-
handel zugänglich geworden. Es besteht aus zwei Bänden
Text und einem Bande Abbildungen. Letztere, 138 Tafeln,
sind zahlreich, sauber, zweckmässig gewählt und lehrreich.
Der Text enthält kurze Charaktere der Gattungen mit Sy-
nonymen und eine alphabetische Aufzählung der zugehöri-
gen Arten. Die Zahl der angenommenen Gattungen und
Untergattungen ist erstaunlich gross, vielleicht übertrieben ;
indessen wer wollte in diesem Augenblicke über die Gül-
tigkeit der einzelnen ein entscheidendes Urtheil abgeben
wollen? Dass die Conchyologen, welche noch gern an
den grossen Lamarck’schen Galtungen festzuhalten bequem
finden, endlich nachgeben müssen, ist mir unzweifelhaft ;
aber wie weit man in der generischen Spaltung gehen
darf, wird sich erst nach gründlicher Durcharbeitung der
einzelnen Familien, nicht bloss conchyliologisch, sondern
auch anatomisch nach allen Organen, feststellen lassen. Ich
kann nicht anders, als das vorliegende Werk für eine rie-
sige Arbeit anerkennen, die zwar Versehen, Unrichtigkei-
ten, ja selbst arge Fehler enthalten mag, die aber ein
schönes Hülfsmittel für weitere Forschung gewährt. In der
systematischen Anordnung erkennt man zwar das Streben,
Troschel: Bericht üb. d. Leist. in d. Naturgeschichte etc. 257
den neueren Untersuchungen über die Anatomie , das Ge-
biss u. s. w. Rechnung zu tragen, ich kann mich jedoch in
vielen Punkten mit derselben nicht einverstanden erklären.
Die folgende Uebersicht der Klassen, Ordnungen und Fa-
milien möge für unseren Bericht genügen, indem der be-
schränkte Raum dieser Berichte ein weiteres kritisches Ein-
gehen und den Nachweis des Unstatthaften nicht zulässt.
Die Mollusken zerfallen hier in sechs Klassen.
I. Klasse Cephalopoda. 1. Ordnung Octopoda, Fam. Octopo-
didae, Philonexidae, Argonautidae. 2. Ordnung Decapoda, 1. Un-
terordnung Chondrophora, Fam. Cranchiidae, Loligopsidae, Chiroteu-
thidae , Onychoteuthidae , Loliginidae. 2. Unterordnung Sepiophora,
Fam. Sepiidae. 3. Unterordnung Belemnophora, Fam. Ammonitidae.
3. Ordnung Polypoda, Fam. Nautilidae.
Il. Klasse Pteropoda. 1. Ordnung Thecosomata, Fam. Ca-
volinidae, Tripteridae, Cymbuliidae, Limacinidae. 2. Ordnung G ym-
nosomala, Fam. Clionidae, Pneumodermonidae, Cymorloceidae.
Ill. Klasse Gasteropoda. I. Unterklasse Prosobranchiata. 1.
Ordnung Pectinibranchiata. 1]. Unterordnung Proboscidifera,
Fam. Muricidae , Tritoniidae,, Buceinidae, Dactylidae, Fasciolariidae,
Vasidae, Volutidae, Mitridae, Marginellidae , Doliidae, Sycotypidae,
Velutinidae , Lamellariidae, Naticidae, Cassididae, Scalidae , Pyrami-
dellidae, Eulimidae, Styliferidae, Cerithiopsidae, Architectonicidae.
2. Unterordnung Tozifera, Fam. Conidae, Turridae, Terebridae. 3. Un-
terordnung Rostrifera, Fam. Strombidae, Cypraeidae, Amphiperasidae,
Pedieulariidae, Cancellariidae, Trichotropidae, Aporrhaidae, Cerithii-
dae, Melaniidae, Littorinidae, Planaxidae, Rissoellidae,, Rissoidae,
Viviparidae, Valvatidae, Ampullariidae, Turritellidae, Caecidae, Ver-
metidae, Onustidae, Calyptridae, Capulidae, Vanikoridae. 2. Ordnung
Seutibranchiata. 1. Unterordnung Podophthalma, Fam. Neritidae,
Trochidae, Haliotidae. 2. Unterordnung Edriophthalma, Fam. Fissu-
rellidae, Dentaliidae. Tecturidae, Gadiniidae, Patellidae, Chitonidae.
— II. Unterklasse Opisthobranchiata. 1. Ordnung Tectibranchiata,
Fam. Actaeonidae, Aplustridae, Cylichnidae, Bullidae, Philinidae, Lo-
phocercidae, Aplysiidae,, Pleurobranchidae, Runeinidae, Pleurophylli-
diidae, "Phyllidiidae. 2. Ordnung Nudibranchiata. 1. Unter-
ordnung Anthobranchiata, Fam. Dorididae, Onchidorididae, Triopi-
dae. 2. Unterordnung Aiolobranchiata, Fam. Tritoniidae, Procto-
notidae, Dotonidae, Aeolididae, Nermaeidae, Heroidae, Elysiidae,
Limapontiidae. — III. Unterklasse Heteropoda. Fam. lanthinidae, Mac-
gillivrayiidae, Atlantidae, Pterotracheidae, Phyllirrhoidae, Pterosoma-
tidae. — IV. Unterklasse Pulmonifera. 1. Ordnung Inopereulata.
1. Unterordnung Geophila, Fam. Olencinidae, Testacellidae, Helicidae,
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. R
258 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Limacidae, Stenopidae, Arionidae, Ianellidae,, Veronicellidae , On-
chidiidae. 2. Unterordnung Limnophila, Fam, Ellobiidae, Olinidae,
Limnaeidae. 3. Unterordnung Thalassophila, Fam. Amphibolidae,
Siphonariidae. 2. Ordnung Operculata. 1. Unterordnung Eeto-
phthalma, Fam. Cyclophoridae, Helieinidae, Proserpinidae. 2. Unter-
ordnung Opisophthalma, Fam. Truncalellidae. 3. Unterordnung Pro-
sophthalma, Fam. Assiminiidae.
IV. Klasse Concbifera. 1. Ordnung Pholadacea. Fam. Pho-
ladidae, Gastrochaenidae, Solenidae, Saxicayidae, Myidae, Corbulidae,
Anatinidae. 2. Ordnung Veneracea. Fam. Mactridae, Tellinidae,
Veneridae, Petricolidae , Glauconomyidae , Cyprinidae, Cyvenidae,
Cyrenoididae, Cardiidae, Bucardiidae, Chamidae, Chametracheidae,
3. Ordnung Lucinacea, Fam. Lucinidae, Ungulinidae , Laseidae,
Leptonidae, Galeommidae, Solemyidae, Astartidae, Unionidae, Mute-
lidae, Aetheriidae, Mytilidae, Modiolareidae, Dreissenidae, Vulsel-
lidae, Avieulidae. 4. Ordnung Pecetinacea, Fam. Trigoniidae,
Arcidae, Nuculidae, Nuculanidae, Pectinidae, Radulidae, Spondylidae,
Anomiidae, Ostreidue.
V. Klasse. Brachiopod.. Fam. Terabratulidae,' Thecideidae,
Rhynchonellidae, Craniidae, Discinidae, Lingulidae.
VI. Klasse. Tunicata. Fam. Ascidiidae, Clavellinidae, Botrylli-
dae, Pyrosomatidae, Salpidae.
Moerch hat Gelegenheit genommen mit Beziehung
auf die Anzeige des eben besprochenen Werkes, welche
sich in den Annals nat. hist. 1857 findet (vergl. den vor.
Bericht p. 482), sich über die conchyliologische Nomencla-
tur auszusprechen, und zugleich sich über das angezogene
Werk zu äussern. Annals nat. hist. II. p. 133.
Verf. ist der Ansicht, dass die grosse Zahl von Gattungen, wel-
che bei den Gebr. Adams und Anderen unterschieden sind , ein dan-
kenswerther Fortschritt sei. Dass die Gattungen Lamarck's nicht aus-
reichen, ist, wie schon oben bemerkt, auch meine Ansicht, und wenn
in den älteren conchyliologischen Büchern die Charaktere der Gat-
tungen zu unsicher waren, scheint mir die Ursache hierzu nur in
denı Umstande gelegen zu haben, dass zu viele und verschiedene Ar-
ten in ihnen vereinigt wurden. Wenn aber nachher Verf. sagt, keine
Definition sei besser als eine ungenaue, so meine ich, dass beides
gleich unbrauchbar ist. Scharfe und exclusive Charaktere sind für
Gattungen unerlässlich, und wo man solche Charaktere nicht findet,
da soll man lieber keine Gattungen gründen. Was nützt es, wenn
man nach Belieben eine Art in diese oder jene Galtung setzen kann?
Da verliert der Gattungsbegrilf allen Werth. Bei der Nomenclatur
möchte Verf. nicht nur auf die zwölfte Ausgabe von Linnes Systema
der Mollusken während des Jahres 1858. 259
naturae, sondern mindestens bis zum Jahre 1735 zurückgehen. — Er
schliesst sich der Ansicht, dass die erst beschriebene Art als die ty-
pische angesehen werden müsse, nicht unbedingt an, noch weniger
der Linne’schen , dass wenn ein Genus getheilt werden müsse, der
gemeinsten Art der alte Name zu lassen sci. Er meint, bei solchen
Autoren, wie Klein und Hill, die ihre Genera durch Figuren erläuter-
ten, sei die abgebildete als Typus zu betrachten, bei Adanson dage-
gen die, welche denselben Namen führt, wie das Genus. Was die
generischen Namen betritt, so zeigt Verf. dass Linne selbst barbari-
sche Wörter latinisirt und verwendet habe , also lässt er solche gel-
ten ; auch hybride Namen möchte er nicht zurückweisen. Zum Schlusse
beleuchtet er noch eine Anzahl Klein’scher Genera.
Von Deshayes’ bekanntem Traite elementaire de Con-
ehyliologie ist nach längerer Unterbrechung wieder ein
Heft 18 erschienen. Dasselbe enthält keinen Text, sondern
nur Tafeln mit Abbildungen von Pteropoden, Heteropoden
und Cephalopoden nebst den Erklärungen der Tafeln. Es
wäre sehr zu wünschen, dass dieses schöne Werk nunmehr
regelmässig fortgeselzt würde.
Von grösseren Conchylienwerken haben die von Kü-
ster, Pfeiffer, Sowerby und Reeve ihren Fortgang
genommen.
Von der neuen Ausgabe, welche Küster von dem
„Systematischen Conchylien-Cabinet von Martini und Chem-
nitz herausgiebt, erschienen nur 4 Lieferungen, 161—164.
In denselben ist die Gattung Buceinum in 110 Arten be-
arbeitet, unter denen eine Anzahl neuer Arten sich befin-
det, die unten namhaft gemacht sind, ferner die Gattung
Spondylus mit 23 Arten, so wie der Anfang der Gattung
Pecten. Die in diesen Lieferungen enthaltenen Abbildungen
gehören den Gattungen Buccinum, Purpura, Spondylus, Pe-
cten, Anomia an.
Von Pfeiffer’s Novitates conchologicae, Abbildung
und Beschreibung neuer Conchylien erschien die 10. Lie-
ferung.
Sie enthält die Abbildungen von Vitrina Flemingi, Comorensis,
Sennaariensis, Borneensis, Idae, Celebensis, Darnaudi ; Spiraxis Shutt-
leworthi,, turgidula , auriculacea, Pfeilferi Mke; Achatina corrosula,
Senusariensis, pallens, Orizabae, speciosa, interrupta; Helix gloriosa,
260 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
maiuscula und Grevillii. Alle sind bereits früher, meist in den Ma-
lak. Bl. 1856 aufgestellt.
An dieses Werk sich anschliessend .erschienen von
Dunker zwei Lieferungen einer zweiten Abtheilung, die
den Meeres-Conchylien gewidmet ist. Auch diese Abtheilung
enthält einen deutschen und einen französischen Text. In
den vorliegenden Lieferungen sind Arten der Gattungen
Tritonium , Neptunea, Solen, Cultellus, Cytherea, Venus,
Diplodonta, Murex, Bulbus, Pecten, Aulus und Cardium
enthalten. Die einzelnen Arten sind unten angegeben.
In dem XVII. Theile von Sowerby’s Thesaurus
Conchyliorum ist der Schluss der Abbildungen der Gattung
Conus mit 9 Tafeln enthalten, so dass die ganze Monogra-
phie 24 Tafeln anfüllt. Die Abbildungen sind mit bekann-
ter Treue ausgeführt, und sind offenbar das Werthvollste
dieses Werkes. Der Text ist in Form kurzer Diagnosen
gehalten, und die Synonymie so wie die Vaterlandsangabe
sind auf die Erklärung der Kupfertafeln verwiesen. Im
Ganzen sind 405 Arten unterschieden , von denen jedoch
einige als Varieläten wohl wieder werden eingehen müs-
sen. Als neu werden 27 Arten bezeichnet, die unten ge-
nannt sind.
Von Lovell Reeve's Conchologia iconica erschie-
nen im Jahre 1858 acht Lieferungen (173—180), die den
Gattungen Lithodomus, Pinna, Perna, Columbella, Littorina,
Malleus, Pedum, Crenatula, Umbrella, Vulsella gewidmet
sind. Auf diese einzelnen Gattungen kommen wir unten
noch einmal zurück.
Binney hat Bemerkungen über zahlreiche Arten von
Landschnecken in Proc. Philadelphia 1857. p. 183—192 ver-
öffentlicht, die theils neue Arten charakterisiren, theils Na-
menveränderungen bringen, theils sich auf die Tafeln im
Vol. III. seiner Terrestrial Mollusks beziehen. Wir müssen
uns darauf beschränken unten die neuen Arten namhaft zu
machen, und die beim Umtaufen entstandenen neuen Na-
men zu verzeichnen.
Von Schriften, die sich auf die geographische Ver-
der Mollusken während des Jahres 1858. 261
breitung ‘der Mollusken beziehen , oder Faunen behandeln,
haben 'wir diesmal die folgenden zu erwähnen.
Einen interessanten Beitrag zur geographischen Ver-
breitung von Land- und Süsswasser-Mollusken im Norden
Europa’s verdanken wır v. Wallenberg, der Gelegen-
heit hätte, Quickjock und seine Umgebungen conchyliolo-
gisch zu untersuchen. ‘Der Ort liegt am Lulea -Flusse in
Lappland, fällt in die arklische Zone und hat wegen der
Nähe der Kjölen ein rauheres Klima. Hier fand Verf. 18
Species, 10 Landschnecken, 6 Wasserschnecken und zwei
Muscheln. Nacktschnecken kommen nicht vor, und die Lu-
lea-elf selbst scheint bis zur Ostsee kein einziges Mollusk
zu enthalten; die Wassermollusken sind in kleineren Bächen
oder Sümpfen gesammelt. Die oben erwähnten 18 Species
gehören folgenden Gattungen an: 1 Vitrina, 5 Helix, 1 Bu-
limus, 3 Pupa worunter eine neue Art, 4 Limnaeus, 2 Pla-
norbis, 1 Cyelas und 1 Pisidium. — Verf. fügt dann noch
die Funde aus der Gegend von lIockmock, 6 Arten, worun-
ter. Margaritana margaritifera, und aus der Gegend von
Säfvast, 5 Arten hinzu. Den Schluss der Abhandlung macht
eine übersichtliche Zusammenstellung der gewonnenen Re-
sultate in einer Tabelle, und ein Vergleich mit den Resul-
taten v. Middendorfs.
Morelet führt sechs Landschnecken, unter denen drei
neue’ Arten, von.Kamtschalka und zwar aus der Gegend
von Petropawlowskaja an, und knüpft hieran Betrachtungen
über die interessante Frage, ob die Natur die Arten nur an
einem Punkte, von dem sie sich ausbreiteten, erschaffen, oder
ob an verschiedenen Punkten der Erde dieselben Arten ent-
standen sind. Verf... hält die Schnecken mit ihren sehr be-
schränkten Bewegungsorganen für besonders geeignet, um
diese Frage aufzuklären, und erklärt sich für die letztere
- Alternative, Journ. de Conchyl. VII. p.7.
Die entgegengesetzte Ansicht vertheidigt Petit de
la Saussaye ib. p. 105, indem er namentlich in Betreff’ der
marinen Mollusken auf die Leichtigkeit ihrer Verbreitung an
den Küsten entlang hinweist. Obgleich auf die 'vortrefflichen
Schwimmapparate, welche den allermeisten Mollusken in
262 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
erster Jugend zukommen, angespielt ist, so scheint gerade
dieser Punkt nicht hinlänglich hervorgehoben zu sein. Wir
können leicht dadurch erklären, dass Mollusken durch Strö-
mungen im Meere, durch Stürme u. s. w. über weite Meere
getrieben werden können, wenn günstige Umstände hin-
zukommien, und der Verbreitung der marinen Arten ist da-
durch alle Schwierigkeit genommen , falls nur die lokalen
und klimatischen Verhältnisse die Ansiedlung der Arten im
neuen Vaterlande gestatten. Anders verhält es sich offen-
bar mit Land - und Süsswässerformen. Ref. kann sich nieht
enthalten hierbei zu bemerken, dass oftmals Formen aus
verschiedenen Gegenden fälschlich als specifisch identisch
angesehen werden, was natürlich bei dergleichen allgemei-
nern Betrachtungen irre leiten muss.
Fischer führt ib. p. 119 einige Fälle an, in denen
Landschnecken an entfernten Orten gefunden sind, ohne an
dazwischen liegenden Punkten zu leben. Solche sieht er
als eingeschleppt an.
Einen Berieht über die marine Zoologie von Strang-
ford Lough, County Down hat Dickie der British asso-
eiation for the advancement of science in Dublin vorgelegt.
Report. ct. London 1858. p. 104. Es wurden 58 Bivalven
und 45 Univalven mit dem Schleppnetze gefangen. Die er-
giebigste Stelle an der Verbindung des schmalen Kanales
mit dem weiteren Theile des Lough, nämlich Castle Ward
Bay lieferte 100 Arten. Bei einem allgemeinen Blick auf
die Molluskenfauna von Strangford und des Irischen Ka-
nals an seinem Eingänge, hebt Verf. den Mangel der 'Lu-
sitanischen und Süd-Britischen Arten, so wie das allge-
meine Auftreten der Europäischen Arten mit einem grossen
Theile der sogenannten Celtischen hervor. Die atlantischen
Arten sind im allgemeinen selten, nur Cerithium reticula-
tum, Mangelia gracilis und Psammobia tellina sind unter
ihnen häufig. Die nordischen Arten sind durch Cyprina
islandica , so wie einige andere seltenere Arten repräsen-
tirt. — Von Tünicaten kommen 20 Arten vor, ib. p. 111.
Nach einem Berichte von Hyndman ib. p. 221 wur-
den in der Belfast-Bay 193 Arten mit dem Schleppnetze
Br
der Mollusken während des Jahres 1858. 263
gefangen, nämlich 83 Lamellibranchiata, 2 Palliobranchiata,
97 Gasteropoda prosobranchiata und 11 Opisthobranchiata.
2: Daran schliesst sich ein Verzeichniss der Schalen von
der Türbot-Bank, und ein Verzeichhiss der Arten, welche
im Tiefwasser von 70—100 Faden bei Maidens Lighthouses
gefunden sind.
Gwyn Jeffreys machte mancherlei Hinzufügungen
zu der britischen Molluskenfauna bekannt, und bezog sich
auf Forbes und Hanley’s A history of british Mollusca. Die
daselbst aufgestellten neuen Arten sind abgebildet; sie sind
unten namhaft gemacht. „Gleanings in British Conchology*
Annals nat. hist. I. p. 39 und Il. p. 117.
Eine für die britische Fauna neue Schnecke Bucei-
num Holbölli fand Waller an der Ostküste von Antrim,
nicht fern von Larne Loush; hierüber so wie über einige
andere Arten linden sich Bemerkungen Journal of the Royal
Dublin Society I. p. 386.
Das Verzeichniss der Mollusken, welche Schnur im
Regierungsbezirk Trier beobachtet hat, enthält 75 Arten;
nämlich: 2 Arion, 4 Limax, 1 Vitrina, 4 Zonites, 16 Helix,
2 Bulimus, 2 Cionella, 1 Pupa, 6 Clausilia , 2 Suceinea, 5
Planorbis, 7 Limnaeus, 2 Ancylus, 2 Paludina, 1 Bythinia,
1.,Valvata, 1 Neritina, 4 Anodonta, 5 Unio, 4 Cyclas, 2 Pi-
sidium. — Jahresbericht der Gesellsch. für nützliche For-
schungen zu Trier vom Jahre 1857. Trier 1858. p. 71.
Bielz schilderte in Verhandlungen und Mittheilungen
des siebenbürgischen Vereins zu Hermannstadt 1858. p. 142
eine malakologische Excursion in das Burzenland. Sie ent-
hält verschiedene Notizen. Im Ganzen sind auf dieser Ex-
eursion. 21 Arten beobachtet, worunler auch eine neue
Balea, die unten erwähnt wird.
Mabille hat im September 1857 bei Saint-Jean de
Luz die Mollusken der Umgegend studirt. Er verzeichnet
3 Arion, 1 Limax, die sehr seltene Vitrina pyrenaica Fer.,
Suceinea longiscata Morel., 3 Zonites, 15 Helix, 2 Bulimus,
3 Clausilia, 1 Balea, 2 Pupa, I Planorbis, 1 Physa, 4 Lim-
naea, 1 Ancylus, 1 Oyclostomus, 3 Bythinia, 1 Valvata,
264 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
1 Neritina, 2 Cyclas, zusammen 47 Arten. Journal de Con-
chyl..p. 158.
Gay’s Catalogue des Mollusques du departement du
Var‘ ist mir nur aus der Anzeige im Journ. de Conchyl. VIl.
p- 193 bekannt geworden.
Scacchi hat seinen „Catalogus Conchyliorum Regni
Neapolitani quae usque adhuc reperit* neu aufgelegt. Na-
poli 1857. Darin sind einige neue Arten beschrieben, die
wir unten anführen.
Odon Debeaux hat die Mollusken der Umgegend
von Boghar untersucht , einer der gebirgigsten Partien der
algerischen Hochebenen. Die Armuth der Molluskenfauna
wird dem grossen Temperaturwechsel und dem völligen Was-
sermangel während eines Theils des Jahres zugeschrieben,
Das Verzeichniss enthält 1 Limax, 18 Helix, 3 Bulimus, 1 Acha-
tina, 1 Pupa, 1 Lymnea, i Paludina, 1 Melanopsis. Eine
neue Helix s. unten. Catalogue des Mollusques vivants observes
aux environs de Boghar in Recueil des trayaux de la Soc.
d’agrieulture, sciences et. arts d’Agen. Tome VIII; vergl.
Revue et Mag. de zool. p. 277.
Unter dem Titel: „Series conchyliologiques compre-
nant l’enumeration de Mollusques terrestres et fluviatiles
recueillis pendant le cours de differentes voyages, ainsi que
la description de plusieurs especes nouvelles. Paris 1858. 8.
hatArthur Morelet eine erste Lieferung herausgegeben,
und spricht sich im Vorworte dahin aus, dass er beabsich-
tigt den Reisenden, welche so viele Mühen und Gefahren
an die Entdeckung der Naturproducte setzen, Ehre zu er-
zeigen, die Kenntniss der geographischen Verbreitung der
Mollusken zu fördern und neue Arten zu beschreiben und ab-
zubilden. Diese erste Lieferung ist das Ergebniss der ‚Rei-
sen ‚de Foolin’s im westlichen Afrika, der namentlich zu
Grand-Bassam, Gabon und Ile du Prince gesammelt hat.
Besprochen werden 35 Arten, nämlich: 1 Vitrina, 1 Succi-
nea, 4. Helix, 6 Bulimus (einer neu); 13 Achatina (eine neu),
3 Pupa, 1 Ampullaria (ist eine Lanistes), 3 Neritina (eine
neu), 2 Melania, 1 Galatea. : Ausser den neuen Arten sind
der Mollusken während des Jahres 1858. 265
auch diejenigen, welche der Verf. bereits 1848: in. der Re-
vue zool. aufgestellt hatte, auf drei Tafeln abgebildet,
Eine kurze Notiz von Elsey von St. Kitts, wo der+
selbe auf der Rückkehr von der Nord-Australischen Expe-
dition gestorben ist, lässt auf ziemlichen Reichthum: ‚der
Molluskenfauna schliessen. Annals nat. hist. I. p. 316.
In den Proc. Philadelphia 1858. p. 197 findet sich: ein
Catalog der Amerikanischen Landschnecken, . von: W.u.J:
Binney, in welchen der Verf. nur solche Synonyme auf-
genommen hat, von denen eine Beschreibung oder Abbil-
dung existirt. Die Arten von der Paeifischen Küste: nörd-
lich von Mazatlan sind besonders catalogisirt, "die mexika-
nischen Arten sollen in einer besonderen Schrift, publieirt
werden.
Der erstere Catalog enthält 48 Arten, nämlich‘: I Arion, 1 Li-
max, 4 Suecinea, 27 Helix, 10 Bulimus,, 2’Glandina, 1. Melampus,
1 Truncatella. — Der zweite dagegen 199«Arten, nämlich: 1 Vagi-
nulus, 2 Tebennophorus, 2 Arion, 3 Limax, 2 Vitrina, 16 Succinea,
106 Helix, 16 Bulimus, 1 Macroceramus, 3 Achatina, 6 Glandina, 12
Pupa, 4 Vertigo,, 4 Cylindrella, 6 Melampus, 1 Alexia, 1 Blauneria,
1 Leuconia, 1 Carychium, 4 Truncatella, 1 Chondropoma, 6 Helieina.
Lea, welcher eine Sammlung von Süsswasser-Möllus-
ken von Nebraska, eine andere aus dem nördlichen Red-
River, der in den See Winnepeg fliesst, erhalten hatte, fand,
dass die Molluskenfauna dieser Gegenden viel: Ueberein-
stimmendes mit dem Ohio, dem unteren Mississippi und dem
südlichen Red -River habe. Manche Arten haben ;hiernach
eine ungemein weite Verbreitung. ‘Die angeführten Bei-
spiele sind aus der Familie der Najaden ‚genommen. Pro-
ceed. of Philadelphia 1858. p. 13. ]
Unter dem Titel: „Fernere Nachrichten über' die‘ Mol-
lusken-Fauna der Insel Cuba“ zeigt Pfeiffer Malak. Bl.
1858. p. 1 den Inhalt der ersten 40 Seiten von Poey’s
Memorias an ‚ obgleich dieselben noch nicht als Lieferung
erschienen sind. Wir theilen den Inhalt kurz um so lie-
ber mit, als es zweifelhaft ist, wann uns: der Text'selbst
zu Gesichte kommen wird. Die 1. (39.) Abhandlung des
zweiten Bandes enthält ein neues System der Land- und
Süsswassermollusken ‚von Cuba. Es sind 382 Nummern,
266 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
wovon auf die Cyelostomaceen 60, die Aciculaceen 6, He
licinaceen 54 , Proserpinaceen 2, Auriculaceen 16, Heliceen
196, Limaceen 2, Lymnäaden 12, Pulmobranchiatem'9 (7 An-
eylus, 2Gundlachia), Ampullariaceen 13, Melaniaceen 8, Neri=
tinaceen 1, Cycladeen 1, Najaden 2 kommen. — Die 2. '(40.)
Abhandlung liefert Beschreibungen neuer Mollusken' von
Gundlach,'die schon sämmtlich durch die Malak. Bl. be-
kannt geworden sind ;die‘3. (41.) Abhandlung enthält! 'Be-
schreibungen neuer Mollusken von Poey. Aus der letz-
teren’ werden die Diagnosen der neuen Arten mitgetheilt,
und wir geben’ hiernach ‘unten die Namen.
Inden Malakozoologischen Blättern p.37 giebt Pfeif-
fer weitere Nachricht von der Reiseausbeute seines Freun-
des Gundlach auf Cuba und bespricht 40 Arten von
Land- und Süsswasserschnecken.
Fernere Mittheilungen über die Molluskenfauna der
Insel Cuba von Pfeiffer sind das Resultat einer Sendung
Gundlach’s von Santiago de Cuba, die aus 52. Species ‚be-
stand. Ibid. p. 173. Die neuen Arten sind unten ‚namhaft
gemacht. >
Einen Beitrag zur Kenntniss der Molluskenfauna von
St. Domingo verdanken‘ wir Hjalmarson, der in ‘dem!
nördlichen Theile der Insel 60 Arten von Gasteropoden
sammelte, unter denen 18 neue, die Pfeiffer durch: Dia-
gnosen beschrieben hat. Letztere sind unten genannt.''Ma-
lak: Bl. p: 135. | |
In den Malakozoologischen Blättern p.50 giebtMenke,
veränlasst durch den Tod des Verfassers, eine'nachträgli-
che Anzeige von d’Orbigny’s Voyage ‚dans l’Amerique
meridionale.
Gaudin ist der Ansicht, dass die zahlreichen kleinen!
Höhlen indem Felsen’ des Monte Pellegrino bei Palermo!
durch’ Helix Mazzullii gebohrt seien. ' Die Art dieses Boh-
rens bleibt jedoch noch unbekannt. Bul'etin de la societe
Vaudoise des sciences nat: Tome'VI. Bull.'No.43. Lausanne.
Novembre 1858. p. 60.
Beau schrieb über den Nutzen 'gewisser mariner Mol=
luskeny welche an den Küsten‘ von Guadeloupe und’ Marti-
der Mollusken während des Jahres 1858. 267
nique leben. ' Journ. de Conchyl. VII. p. 25. "Als essbar
werden drei Schnecken, Strombus gigas, Turbo piea ‘und
Neritina punctulata, und 13 Muscheln aufgezählt.
Gassies hat’ versucht das Thier von Helix aspersa
in ein anderes Schneckenhaus zu übersiedeln, was ihm zum
Theil gelungen zu sein scheint. Journ. de Conchyl. VII.
p- 44. Vergl. eine Bemerkung dazu von Petit de la Saus-
saye ib. p. 180.
Nach Higgins werden Conchylien in Sammlungen
häufig durch Pilze angegriffen, wenn sie an feuchten und
dumpfen Orten aufbewahrt werden. Sie verlieren ‘ihren
Glanz und werden unansehnlicher. Proc. Lit. and Phil.
Soc. of Liverpool 1858; Annals nat. hist. II. p. 493.
J.E.Gray erinnert daran, dass manchen Pagurus-Ar-
ten die Fähigkeit zukomme, die Schalen , in, welchen sie
leben , zum Theile aufzulösen, um die innere Höhlung zu
vergrössern. Proc. zool. soc. 1858. p. 144.
Cephalopoda.
Gräffe berichtete kurz der Gesellschaft, zu Zürich
über die neuesten Entdeckungen von der Hectocotylenbil-
dung bei den Cephalopoden. Deren Vierteljahrsschrift II.
p- 401.
Claus hat in unserem Archiv p. 257 einen Beitrag
zur Kenntniss der Hectocotylenbildung der Cephalopoden
gegeben, und namentlich gezeigt, dass auch bei Enoploteu-
this die Männchen durch die Umformung eines Armes aus-
gezeichnet sind.
Steenstrup sprach bei der skandinavischen Natur-
forscher-Versammlung zu Christiania (s. Forhandl. ‚Christia-
nia. 1857. p. 182) über riesenhafte Cephalopoden, welche
im atlantischen Ocean vorgekommen sind. Eine: 18531 ge-
fundene Art von 6 Ellen Länge, mit fast drei Ellen langen
Armen nannte er Architeuthis dux. Eine Abhandlung über
. diesen interessanten Gegenstand steht noch‘ zu erwarten:
In Videnskabelige Meddelelser fra den naturhistoriske
Forening i Kjöbenhavn for Aaret 1858: 'p. 183 bezeichnete
268 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Steenstrup vorläufig zwei neue Gattungen von‘ Cepha-
lopoden, von denen eine nähere Begründung wohl näch-
stens erfolgen wird.
Bolitaena schliesst sich an Heledone, aber erinnert an Sciade-
phorus durch die geringe Entwickelung: der Saugnäpfe und durch ‚die
fast, gallertartige Consistenz; die Kiefer sind ‚ungemein wenig. ge-
wölbt und die Zunge zeigt das bisher bei den Mollusken allein ste-
hende Verhalten , dass vier Zahnreihen mit einander wechseln, 50
dass erst die fünfte die erste wiederholt. (Bei Heledone wiederholt
bekanntlich‘ die dritte Reihe die erste.)
Haliphron, wovon bisher freilich nur einige Arme vorlie-
gen, welche ‘aus dem Magen ‚eines Haifisches genommen wurden,
zeichnet sich durch so abweichende glockenförmige, Saugnäpfe aus,
dass Verf. guten Grund zu haben glaubt, auf das übrigens noch un-
bekannte Thier, dem diese Arme angehörten, eine neue Gattung zu
gründen.
Referent machte eine nachträgliche Bemerkung über
seine Gattung Scaeurgus in diesem Archiv p. 298, und er-
örterte die Frage über die generische Berechtigung, die er
noch nicht aufgeben möchte.
Smith schilderte Proc. zool. soc. 1858. p. 533 das
Betragen eines Octopus, den er lebend beobachtete und ihn
in. zwei seltsamen Stellungen in Holzschnitt abbilden liess.
Huxley hat Beiträge zur Anatomie des Nautilus pom-
pilius nach Exemplaren von Neu-Seeland geliefert. Journ,
of the Proceed. Linnean Soc. III. p. 36.
Sandberger hat die Härte, das. specilische Gewicht
und, die Windungskurve des. Gehäuses von Nautilus Pom-
pilius untersucht. Müller’s Archiv 1858. p. 85.
Gasteropoda.
Macdonald, welcher einige Larven von Gasteropo-
den'als selbstständige Thiere beschrieben und sie als einer
besonderen Ordnung’ angehörig betrachtet hatte (vergleiche
die früheren Berichte), ist nun selbst zu der Einsicht’ ge-
kommen , ohne die: anderweitige‘ Literätur zu ‘benutzen,
dass es‘ sich nur um Larvenzustände handle. ‘On'the"pro-
bable. Metamorphosis of Pedicularia‘ and other forms ;ı affor-
ding presumptive evidence that ’ihe'Pelagie Gasteropoda, so
der Mollusken während des Jahres 1858. 269
called, are not adult forms, but, as it were, the Larvae of
well known genera, and perhaps confined to species living
in deep waler. Transact. Linnean society of London XXI.
p- 241. — Verf. hat nach der Bildung der Radula Aehn-
lichkeiten mit bekannten Galtungen aufgesucht. Er ver-
gleicht Chelotropis nach dem dreireihigen Gebiss mit Mu-
rex, Purpura, Turbinella, Rieinula; Macgillivraya pelagica
mit Malea und Dolium, und eineLarve mit sechs Segellap-
pen mit Triton und Natica; ein anderes Wesen mit Hippo-
nyx und Pileopsis. Die Entwickelungsgeschichle der Mol-
lusken bietet den Forschern noch eine höchst schwierige
Aufgabe; aber das verhältnissmässig Wenige, was uns aus
diesem Gebiete bekannt geworden ist, zeigt hinlänglich, wie
lohnend die Forschungen in diesem Gebiete sind. Möchten
recht tüchlige Kräfte sich dieser Arbeit widmen.
Durch ein Versehen habe ich im vorigen Berichte
vergessen, auf die interessante Mittheilung von Krohn
in unserem Archiv 1857. p. 252 hinzuweisen, aus welcher
wir erfahren, dass seine Echinospira die Larve von Marse-
nia conspicua sei, dass die Schale der Larve bald verloren
gehe, und also nicht mit der Schale des ausgebildeten Thieres
identisch sei, die sich schon sogleich nach dem Abwerfen
der provisorischen Schale als eine zarle elastische ohrför-
mige Schale wahrnehmen liess. Verf beschreibt ferner eine
mit Calcarella verwandte Larve, in der er den Jugendzustand
eines mit Marsenia verwandten Gasteropoden vermuthet.
Aus der Gattung Brownia, Unterabtheilung von Helicophlegma
hat Arthur Adams zwei neue Arten B. carinala und angulata von
China beschrieben. Es muss dahingestellt bleiben, ob dies nicht Lar-
venlormen von Gasteropoden sind. Verf. kennt nur die Schalen.
Annals nat. hist. I. p. 28.
Derselbe beschrieb ferner ib. p. 125 als neue Arten Sinusi-
gera rilrea aus dem chinesischen Meere, so wie 8. trochoides und
glabra aus dem Indischen Ocean, die unzweifelhaft Larven von
Schnecken sind.
Ueber den feineren Bau der Molluskenzunge hat Sem-
per in der Zeitschr. für wiss. Zoologie IX. p. 270. Taf. 12
geschrieben. Er geht darauf aus, zu beweisen, dass die
alte Theorie von dem Verschieben der Reibmembran falsch
270 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sei, dass vielmehr dieselbe sich von Zeit zu Zeit durch
eine Häutung erneuere, und dass die Ausscheidung der
Zähne nicht von der sogenannten Zungenmatrix ausgehe,
sondern von demselben Epithel, welches auch die Grund-
membran bildet. Ich kann mich durch seine Beweisführung
nicht überzeugt erklären, und bin in beiden Punkten noch
immer meiner früheren Ansicht, obgleich ich gerne zu-
gebe, dass der wahre Hergang in der Bildung dieses com-
plieirten.Organes noch bei weitem nicht bis ins Feinste er-
kannt ist.
Von desReferenten „Gebiss der Schnecken“ erschien
die dritte Lieferung. Wenn das Fortschreiten dieser schwie-
rigen Arbeit langsamer gelingt, als ich anfangs hoffte und
versprach, so erlaube ich mir hier auszusprechen, dass die
Ursache davon hauptsächlich in der Thatsache liegt, dass
ich durch die freundliche Unterstützung von vielen Seiten
ein reicheres Material zur Untersuchung zusammenbringe,
als ich zu hoffen gewagt hatte, und dass dadurch die ganze
Arbeit eine viel eingehendere und speciellere wird, als ich
anfänglich für möglich gehalten hatte. Ich schmeichle mir
mit der Hoffnung, dass das wissenschaftliche Publikum in
Anerkennung der mühsamen Untersuchungen die Langsam-
keit des Erscheinens entschuldigen werde. Diese dritte
Lieferung beschäftigt sich mit folgenden Gruppen von Band-
zünglern: Pachychili, Melaniae, Rissoae, Littorinae, ferner
mit der Familie der Cerithiacea mit den Gruppen Cerithia,
Potamides, Planaxes und schliesst mit dem Anfange der Tur-
ritellae. Alle diese Gruppen sind durch die Bewaffnung der
Radula charakterisirt und erkennbar, wie man sich leicht
durch die Lectüre des Buches und Betrachtung der Abbil-
dungen überzeugen wird.
Nachdem die Helicinaceen von den Pulmonata opercu-
lata haben entfernt werden müssen, weil sie sich durch ihre
Mundtheile so unmittelbar zu den Rhipidoglossaten gesel-
len, glaube ich nicht mehr auf die Luftathmung einen so
hohen. systematischen Werth legen zu dürfen, um diese
Abtheilung ferner aufrecht zu halten, und vereinige daher
hier den Rest der Pulmonata operculata mit, den Taenio-
der Mollusken während des Jahres 1858. 271
glossaten, mit denen sie in der Bildung des Gebisses über-
einstimmen, und zu denen die Ampullariaceen einen so
vollständigen Uebergang machen. ®
Taenioglossata.
Zu Pfeiffer’s Monographia Pneumonopomorum vi-
ventium, sistens descriptiones systematicas et eriticas omnium
huius ordinis generum et specierum hodie cognitarum er-
schien ein Supplementum primum. Cassellis 1858. Darin
sind mit Gewissenhaftigkeit alle seit dem Erscheinen des
ersten Theiles erschienenen Notizen und neuen Arten nach-
getragen, so dass den Besitzern des Werkes dieser Nach-
trag unentbehrlich ist. Verf. hat hier folgende Eintheilung :
Subordo I. Opisophthalma mit den Familien Acieulacea
und Diplommatinacea.
Subordo II. Ectophthalma mit den Familien Cyclostomacea
und Helicinacea. Die Cyelostomaceen zerfallen wieder in 8 Subfa-
milien, nämlich: Cyclotea, Cyelophorea,, Pupinea, Lieinea, Cyclosto-
mea, Cistulea, Pomatiatea und Realiea. Diese Unterfamilien, in de-
ren Annahme Verf. grösstentheils den Gebrüdern Adams gefolgt ist,
werden vornämlich durch den Deckel unterschieden. Die ersten drei ent-
sprechen meinen Cyclotaceen, die folgenden drei meinen Cyclostoma-
ceen, die Pomatiatea meinen Pomatiaceen, die letzte meinen Hydro-
eaenaceen, die zu denRhipidiglossaten gehören. Der Bau der Mund-
theile fällt so stark in die Waagschale, dass ich unbedingt meine
Eintheilung aufrecht erhalten muss.
Cyclotacea. C'yelotus perdistinetus Gundlach Malak. Blätter p. 188
von Cuba.
Cyclostomacea. Die bereits im vorigen Berichte besprochene
Abhandlung von Ölaparede über Cyclostoma elegans erschien deutsch
in Müller's Archiv ‘für Anat. und Phys. 1858. p. 1, begleitet von
2 Tafeln.
Cyelostoma (Chondropoma) Sagebieni, C, laetum, C. torguwatum, die
beiden letzteren von Gutietrez MS. sind neue Arten bei Poey Me-
morias Malak. Bl. p.3 von Cuba, die auch schon in dem Pfeiffer’schen
Nachtrage benutzt sind. — Ib. p. 139 finden sich als neue Arten von
St. Domingo durch Pfeiffer beschrieben: Choanopoma Wilhelmi
Taf, 11, Fig. 1-83, Rosaliae Tafl,11. Fig. 4—6, Puertoplatense Taf, U.
Fig. 7-8; Cyelostomus Aminensis; Chondropoma ‚adulterinum (soll
mit der Vorigen in Begattung angetroffen sein), Caricae, Hjalmar-
soni Tal, Il. Fig. 9—12 und biforme. — Choanopoma eburneum , Cy-
272 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
clostoma chordatum, Cyel. (Tudora) erectum , ©. (Chondropoma) la-
tum, ©. (Chondropoma) abnatum, C. (Chondropoma) textum, C. (Chon-
dropoma) erenimargo, sind Gundlach’sche Arten von Cuba ib, p. 188.
— Cyclostoma concinnum Scaechi Catalogus ]. c.
Ampullariacea. Ampullaria Woodwardi und Tischbeini Dohrn
Proc. zool. soc. 1858. p.134 von Ceylon.
Potamophila. Paludina Elliottii Lea Proc. Philadelphia 1858.
p-166 aus dem Othcalooga-Bach, Georgia.
Paludomus Hanleyi, pyriformis und torrenticola Dohrn Proc.
zool. soc..1858. p. 535 von Ceylon.
In der Arbeit über die Brackwasserbewohner Venedigs hat v.
Martens in unserem Archive p. 162 Hydrobia stagnalis L. und ihre
Verwandten auseinandergesetzt. Dabei sind H. Aponensis, Ammonis,
Steinii und Tasmanica als neue Arten unterschieden. Die Arten der
Gattung Hydrobia sucht Verf. nach Schale und Aufenthalt in 5 Grup-
pen zu bringen. In Betreff des weiteren interessanten Inhalts verwei-
sen wir auf die allen unseren Lesern zugängliche Abhandlung selbst.
Melania planensis Lea Proc. Philadelphia 1858. p. 118 von
Honduras. — M. Postellii Lea ib. p. 166 aus dem Altamaha-River in
Georgia. — M. nigrita Poey Malak. Bl. p. 12 von Cuba. — M. acu-
tissima von Guadeloupe, pantherina von den Philippinen, monilifera
von der Salomonsinsel, pulchra von Celebes, eircumsulcata von Pallo,
sparsim-nodosa von Borneo, rusticula ohne Vaterlandsangabe, sind
neue Arten von von dem Busch Malak. Bl. p.33. — M. confusa,
datura und Layardi Dohrn. Proc. zool. soc. 1858. p. 135 von Ceylon.
Pirena nitida von dem Busch Malak. Bl. p.36 von den Phi-
lippinen.
Littorinacea. Rissoa Alderi Jeffveys Annals nat. hist. II. p. 127.
pl. V. fig. 5 aus dem Meeressande bei Skye. — R. similis, turritella,
polita, sinuosa Scacchi Catalogus |]. c.
In Reeve’s Conch. iconica ist die Gattung Littorina mit Taf.
XVII und XVIII beendigt und enthält somit 107 Arten. Neue Arten
sind auf den beiden Schlusstafeln nicht enthalten.
Cerithiacea. In Folge der Untersuchung der Mundtheile dieser
Familie, Gebiss der Schnecken p. 139 musste Referent drei Gruppen
in derselben unterscheiden, die vielleicht zu besonderen Familien er-
hoben zu werden verdienen: 1. Cerithia mit den Gattungen Ver-
tagus, Cerithium , Colina, Cerithiopsis , Pirenella, Litiopa und Modu-
lus; 2) Potamides mit den Gattungen Tympanotomus, Pyrazus,
Cerithidea, Telescopium; 3) Planazes mit den Gattungen Planaxis
und Lampania.
Cerithium Metaxa (C. angustissimum Forb.) ist nach einem sehr
der Mollusken während des Jahres 1858. 273
vollständigen Exemplare von Jeffrey's Annals nat. hist. II. pl. V. fig. 6
abgebildet worden. — €. antarcticum Philippi Abh. nat. Ges. zu Halle.
Cerithiopsis pulchella Jeilveys Annals nat. hist. 1. pl. V. fig. 8.
Lampania Steenstrupi Troschel Gebiss der Schnecken p. 149.
Ann. aus dem tropischen atl. Ocean.
Calyptraeacea. Pileopsis Danieli Crosse von Neu - Caledonien
Revue et Mag. de zool. p. 81.
Velutinacea. E. v. Martens hat in unserem Archiv p. 145
über einige Velutina-Arten geschrieben, namentlich über V. coriacea
Pall., V. capuloides und V. Bernardi, die auch abgebildet sind. In
einem alphabetischen Verzeichnisse sind die Synonymen auf die wirk-
lichen Species zurückgeführt.
Caecacea. Carpenter hat in Proc. zool. soc. 1858.
p-413 die Grundzüge einer Monographie der Caecidae ver-
öffentlicht. Nach einer historischen und geographischen
Einleitung charakterisirt er die Gattungen und Arten. Die
ersteren sind folgende:
Caecum Flem. Testa nucleosa planata; animal una in plana
solute orbieulari erescens; testa animali crescente iterum iterumque
decollata, septo regulari, varie constructo, partem decollatam tegente ;
superficie seu annulata, seu lirata , seu laevi; apertura plerumque
primunı constricta poslea expansa. Operculum concavum seu subpla-
natıım ; sutura saepius linea elevata instructa, interdum laevi. — Verf.
unterscheidet drei Sectionen: A. Elephantulum mit längsgestreif-
ten Schalen. 10 Arten, meist vom Verf. in seinem Mazatlan Cat. auf-
gestellt und neu €. plicatum und imbricatum aus Westindien. B.
Anellum mit geringelten Schalen. 15 Arten, darunter neu: C. gur-
gulio von Westindien, regulare von Westindien, Singapore und Au-
stralien, gracile von Japan, undatum von Mazatlan. C. Fartulum
mit glatten Schalen. 11 Arten, unter denen neu: €. bimarginatum von
Singapore, Clarkü und pollicare von Teneriffa, subgquadratum von
Port Elisabeth.
Brochina Gray. Testa Caeco similis, laevis; apertura sim-
pliei, acuta; septo mamillato. Operculum convexum, anfractibus linea
elevata instructis. 2 Arten.
Meioceras n. gen. Testa adolescens solute spiralis, haud pla-
nata ; adulta saepe inflata; apertura obliqua. Operculum spirale, extus
eoncayum, anfractibus lima spirali instructis. 3 Arten, worunter neu:
M. cornucopiae von Westindien und M. cornu bovis.
Strebloceras n. gen. Testa haud decollata, vertice nucleoso
orbieulari, planae tubereulari perpendieulariter affixo; habitus inere-
scentis plerumque orbicularis, seu subtortuosus,. 2 neue fossile Arten.
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. 5
274 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Im Ganzen kennt Verf. 43 Arten, von denen 5 fossil, 2 lebend
und fossil.
Eulimacea. Odostomia minima Jellreys Annals nat. hist. I. p. 45.
pl. II. fig. 3. Lebt an Laminaria digitata in der Litoralzone bei
Lerwick.
Eulimella obeliscus Jeffveys ib. p. 46. pl. II, fig.5 von Shetland
und Skye.
Eulima stenostoma Jeffreys ib. II. p. 128. pl. V. fig. 7.
Alata. Crosse hat sich mit der Frage über die natürliche
Stellung der Gattung Dibaphus Phil. im Systeme beschäftigt; er ist
geneigt, sie zwischen Conus und Strombus zu stellen und sieht da-
rin sogar ein wichtiges Argument für die Verwandtschaft der ge-
nannten Gattungen. Es erscheint schwierig, die Frage nach blosser
Berücksichtigung der Schale zu entscheiden ; die Untersuchung der
Mundtheile dagegen würde es auf den ersten Blick lehren, ob die
Gattung in die Nähe von Mitra, Conus, Strombus oder Terebellum ge-
höre. Die Art nennt er D. Philippi, indem er den Swainson’schen Na-
men Conohelix edentula verwirft. Revue et Mag. de zool. p. 157.
Ranellacea. Ranelld ampullacea Valenciennes Comptes rendus
56. p. 761 vom östlichen Sibirien.
Cassidea. Oniscia ponderosa Hanley Proc. zool. soc, 1858,
p- 255. pl. 42. fig. 9. 10.
Involuta. Nach Aucapitaine soll Cypraea moneta in den
Gewässern im Innern von Sudan und namentlich im Niger und den
benachbarten Sümpfen leben. Er erzählt, dass die Bewohner der
Gegend von Tambuctu frisch abgezogene Häute von einem Rind
(Klabo) am Ufer des Flusses ins Wasser legen und mit Steinen befe-
stigen. Nach einigen Tagen ziehen sie dieselben wieder heraus und
fangen so zahlreiche Schnecken der oben genannten Art, die dort
unter dem Namen Oudaa bekannt ist. Das Wasser ist höchstens Brak-
wasser. Revue et mag. de zool. p. 509.
J. E. Gray notirte einige Varietäten von Cypraea-Arten von
den Sandwichinseln, indem einige viel bleicher fast weiss und mit
undeutlichen Zeichnungen vorkommen, (Cypraea caurica, eruenta,
fimbriata, Gascoini), andere mit einer dottergelben Farbe und fast
ganz obliterirter Zeichnung (C. sulcidentata, arenosa, Isabella, Hel-
vola, staphylaea). Die Schnecken anderer Familien aus derselben Sen-
dung zeigten solche Abweichungen nicht. Annals nat. hist. II. p. 49.
Cypraea notata Gill Annals Lyc. New-York VI. p. 255 aus dem
Indischen Ocean, wahrscheinlich von Singapore.
Toxoglossata.
Referent hält die grosse rechts vom Schlunde ge-
der Mollusken während des Jahres 1858. 275
legene Drüse bei den Pfeilzünglern , die gewöhnlich als
Speicheldrüse angesprochen ist, für eine Giftdrüse. Verh.
nat. Vereins der preuss. Rheinlande und Westphalens 1858.
p- LVI.
Conoidea. Sandberger vergleicht das Gewinde von Conus
marmoreus und litteratus. Müller’s Archiv 1858. p. 87.
Von Sowerby wurden im Thesaurus Conchyliorum folgende
neue Arten der Gattung Conus aufgestellt: Conus Deburghiae Moluk-
ken, albicans, tenuis, speciosus, acutus Ceylan, perplerus Busen von
Californien und Westcolumbien , Hanleyi Mittelmeer, viridis, erebri-
sulcus, crassus Feedjee-Inseln, adustus Rothes Meer, turbinatus, lae-
vigatus Mauritius, irregularis Westafrika, natalis Cap Natal, undula-
tus, Keatii Seychellen, latifasciatus , superstriatus , nigropunclatus,
floridus, tigrinus Madagaskar, scriplus, corbula, madagascariensis Ma-
dagaskar, convolutus, tenuistriatus Philippinen.
Crosse beschrieb drei neue Arten der Gattung Conus C. Coe-
linae von Neu-Caledonien pl.II. fig.1, C. Daullei von der Insel Ma-
yotte ib. fig.2, C. Chenui von Neu-Caledonien, nachdem die beiden
ersteren schon vorher p. 81 von ihm charakterisirt waren. Er machte
ferner Bemerkungen über die Versuche, diese Gattung zu spalten,
denen er jedoch seine Zustimmung nicht verleiht, so wie über die
Nomenclatur. Das hinzugefügte alphabetische Verzeichniss sämmtli-
cher lebenden Arten beläuft sich auf mehr als 400. Observalions sur
le genre Cone et description de trois esp&ces nouvelles, avec un ca-
talogue alphabetique des Cönes actuellement connus. Revue et mag.
de zoologie p. 113, 150, 199.
Conus Robillardi ist eine neue Art von Bernardi Journ. de
Conchyl. p. 182. pl. VII. fig. 2. 3 ohne Angabe des Vaterlandes.
Terebracea. Terebra nebulosa Lorois. Journ. de Conchyl. p. 90.
pl. I. fig. 4.
Pleurotomacea. Pleurotoma rudis, concinna , versicolor, nana,
gracilis und pusilla sind neue Arten von Scacchi Catalogus Con-
chyl. 1. c.
Mangelia scabra ist von Jeffreys Annals nat. hist. II. pl. V.
fi, 9 abgebildet. ‘
"ı kiner Monographie der Gattung Halia Risso (Priamus Beck)
bescı. eibt Fischer Jourwal de Conchyl. p. 141. pl. V eine seltene
Schnecke, die das Schicksal gehabt hat, in die verschiedensten Gat-
tungen versetzt zu werden, und die von Lamarck als Achatina Pria-
mus beschrieben wurde. Nach Erörterung der Synonymie hat Verf.
das Thier untersucht. Es hat einen Rüssel, zwei grosse Fühler, an
deren innerer Seite auf ein Viertel der Höhe die Augen, einen Sipho,
276 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
zwei Kiemen, zwei Speicheldrüsen, keinen Deckel. Auf der Radula
stehn zwei Reihen von Dornen; der Oesophagus ist sehr lang u. s. w.
Die zwei Dornenreihen auf der Kadula machen es nicht unwahrschein-
lich, dass Verf. im Recht ist, diese Gattung in die Familie der Pleu-
rotomaceen zu setzen. Die Abbildung der Radula ist leider nicht
gut genug, um den Beschauer von diesem Resultate zu überzeugen.
Rachiglossata.
Olivacea. J. F. Gray hal eine neue Eintheilung der
Gattung Oliva gegeben und unterscheidet 11 Gattungen, de-
ren Species mit den Synonymen und der Vaterlandsangabe
verzeichnet sind. Proc. zool. soc. 1858. p. 38. Es sind
folgende Gattungen:
I. Kopf vorragend, Tentakeln verlängert, pfriemförmig, Augen
deutlich an der Basis; Fuss länglich, erweitert, vorderer Lappen
halbkreisförmig; kein Deckel; vorderer Gürtel der Schale schmal.
* Spira einfach, Nahtfurche offen bis zur Spitze. 1. Stre-
phona. Spindellippe einfach, den vorderen Gürtel nicht bedeckend;
innere Lippe quergefurcht. 42 Arten. 2. Ipidula. Spindellippe ein-
fach, den vorderen Gürtel nicht bedeckend ; innere Lippe verdickt,
die ganze Länge vorn mit 2 oder 3 seichten Furchen. 1 Art. 3. Ra-
mola. Spindellippe einfach, den vorderen Gürtel nicht bedeckend;
innere Lippe mit einer Reihe paralleler Querfurchen , die sich vorn
über die Spindel erstrecken. 1 Art. 4. Carmione. Spindellippe so
weit ausgedehnt, dass sie den vorderen Gürtel bedeckt, und vorn
mit einer schiefen erhabenen Leiste; innere Lippe gefurcht. 1 Art.
#* Spira schwielig, die Nahtfurchen mit Ausnahme der letzten
Windung verwischend. 5. Claneophila. Schale eiförmig oder um-
gekehrt conisch; Mündung weit; Spindellippe ausgedehnt, Spindel
gedreht und vorn gefurcht; vorderer Gürtel breit. ‘3 Arten. 6. Ga-
leola. Schale fast eylindrisch, Spira klein, Mündung linear; Spin-
dellippe einfach , innere Lippe gefurcht; vorderer Gürtel schmal.
9 Arten.
II. Kopf kaum vorragend, Tentakel kurz; keine Augen; Fuss
länglich, vorn erweitert, einfarbig; die Nahtfurchen der Schale offen.
7. Anazola. Schale cylindrisch oder eiförmig; Mündung länglich,
verdickt; vorderer Gürtel breit, doppelt. 7 Arten. 8. Agaronia.
Schale eiförmig, Mündung eiförmig, Spindel schwach verdickt, vor-
derer Gürtel einfach, mässig. 6 Arten.
II. Kopf vorborgen , keine Tentakeln , keine Augen, Fuss
kurz, sehr breit, an den Seiten gerundet, einfarbig; Deckel vorhan+
der Mollusken während des Jahres 1858. 277
den. 9. Olivina. Spira conisch, Nahtfurche bis zur Spitze ollen,
Schalenmündung mässig, Fuss sehr kurz mit linearen Vorderlappen,
36 Arten. 10. Scaphula. Spira conisch , Nahtfurche bis zur Spitze
offen, Schalenmündung weit, Spindellippe dick, glatt, vorn mit zwei
Furchen, Deckel?, Fuss gross mit sehr grossen rundlichen Vorder-
lappen. 2 Arten. 11. Micana. Spira schwielig, Nahtfurche nur
an den letzten Windungen offen, Mündung mässig. 1 Art.
Volutacea. Mitra columbellaria Seacchi Catal. Conchyl. 1. ce.
Canalifera.. Fusus chonoticus und nigrinus Philippi Abhandl.
naturf. Gesellsch. in Halle, Bericht üb. d. Sitz. 1857. p. 21.
Ueber eine Monstrosität von Fusus anliquus vergl. Hyndman
in Report of the 27. meeting of the British association for the ad-
vancement of science. London 1858. p. 104.
Fusus bulbaceus, F. dominorae und lamniger vom östlichen Si-
birien, F. arthriticus von Japan. Valenciennes Comptes rendus
56. p. 761; vergl. auch Rev. et Mag. de zool. p.179. F. bulbaceus
Val. ist Journ. de Conchyl. p. 183. pl. VII. fig. 1 abgebildet, und da-
bei bemerkt, dass er mit F. arthriticus und einigen Dunker’schen Ar-
ten in eine Gruppe gehöre, nämiich in die Gattung Chrysodomus Sow.
(Neptunea Bolten).
Die bereits im vorigen Berichte erwähnten Fusus (Volutopsius)
castaneus und harpa Moerch sind von Dunker in seinen Nov. con-
chol. Taf. II als Neptunea castanea und harpa abgebildet und be-
schrieben. Das Genus Neptunea Bolten 1798 umfasst nach unse-
rem Verf. alle bauchigen Fusi, welche durch einen kurzen Schnabel
ausgezeichnet sind, wie z. B. F. antiquus.
Bei Gelegenheit der Abvildung von Bulbus incurvus in seinen
Nov. conch. Tab. V. Fig.3. 4 stimmt Dunker der Herstellung der
Gattung Bulbus Humphr. für diese Art und Bulla rapa L. (Pyrula
papyracea Lam.) bei.
Muricea. Murex Steeriae Reeve ist nach einem vollkommen
ausgewachsenen Exemplare von Dunker in dessen Nov. conchol.
Taf.V. Fig.1. 2 abgebildet. — M. leucoderma und corallinus sind
neue Arten von Scacchi Catal. Conchyl. 1. c.
Buceinea. In der interessanten Frage über die Ent-
wieckelung von Buccinum vergl. auch eine Discussion zwi-
schen Danielsen, Steenstrup, Boeck und Rasch
in Förhandlinger ved de Skandinaviske nalurforskeres sy-
vende möde i Christiania 1857. p. 190.
Die Monographie der Gattung Columbella ist bei Reeve Con-
chologia iconica im Jahre 1858 von Taf. IX bis XXIII fortge-
setzt und dadurch bis zu 144 Arten gefördert, ohne damit abgeschlos-
278 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
sen zu sein. Folgende Arten werden als neu angesehen: C. Brid-
gesii von Panama, Boivini von Centralamerika, japonica von Japan,
acicula von Californien, macrostoma von Californien, encaustica von
Californien, vezillum von Californien, puella von den Philppinen,
indica aus Indien, electroides von Guayaquil, Dysoni von Honduras,
annulata von Australien, cerealis Menke MS., lactea von Califor-
nien, spadicea Philippi MS. von Mazatlan , lachryma Gaskoin NS.,
Gouldii Agassiz MS. von New-York.
Columbella minor Scacchi Catal, Conchyl. 1. ce.
Buccinum chiloense Philippi von Chiloe Zeitschr. für die ges.
Naturwiss. 1858. p. 124. — In der neuen Ausgabe des Martini-Chem-
nitzschen Conchylien - Cabinets stellte Küster folgende neue Arten
auf: B. rubens Rothes Meer, perlatum Natalküste, regulare Cap, pu-
bescens wahrscheinlich Südafıika, biseriale Cap Elim, robustum Cap,
Zeyheri Cap, Dunkeri (Fusus lineolatus Dunker) Cap, homoleucum
Mittelmeer. Ausserdem wird B. rubiginosum Krauss in cariniferum
umgetauft, weil von B. rubiginosum Reeve verschieden. — B. luteolum
Valenciennes Comptes rendus Vol, 56. p. 762 von den Kurilen.
Unter dem Namen Tritonium carinatum , Mörchianum , rutilum
und Rombergi bildet Dunker Novitates conchologicae pl. 1 und 2
(im Texte sind die Tafelnummern verwechselt) vier Arten ab, wel-
che in Verwandtschaft mit Buccinum undatum L. stehen. Diesen
vindicirt Verf, den Namen Tritonium, und will den Lamarck’schen
Namen Triton, der freilich eine Menge verschiedenartiger Schnecken
umfasst, ganz aufgegeben wissen. Mag man diese Gattung nennen,
wie man will, jedenfalls hat sie mit den Tritonien, welche sich durch
Varices auszeichnen, wie T. variegatum u. A. nichts zu thun, son-
dern gehört in die nächste Verwandtschaft von Buceinum.
Den Namen Tritonium Müll. ändert Valenciennes, bei Ge-
legenheit der Aufstellung einer neuen Art Tr. Bartki, in Tritonel-
lium um, weil der Name auch für eine Gattung von Nacktkiemern
verwendet sei. Diese heisst freilich allgemein Tritonia. Die neue
Art stammt vom östlichen Sibirien. Comptes rendus 56. p. 762.
Zu Fischer’s Gattung Volutharpa machte Mörch Journ. de Con-
chyl. VII. p.40 Bemerkungen. Er zählt zu dieser Gattung drei Ar-
ten: Bullia ampullacea Middend., Volutharpa Deshayesiana Fischer
und Bullia Perryi Jay.
Purpura rupicola Valenciennes von den Kurilen. Comptes ren-
dus 56. p. 762. — P. pieta Scacchi Catalogus Conchyl. 1. ce.
Guigou erklärt Journ. de Conchyl. p. 58 die Ansicht Kiener’s,
dass Purpura undata Lam., bicarinata Blainv. und rustica Lam. nicht
specifisch identisch seien, nach Beobachtungen in St. Thomas für
richtig.
der Mollusken während des Jahres 1858. 279
Rhipidoglossata.
Helicinacea. Neue Arten von Cuba sind bei Poey Memorias,
Malak. Bl. p. 4: Helicina suhbunguiculata und jugulata, Alcadia velu-
tina und dissimulans. — Ib. p.144 durch Pfeiffer beschrieben von
St. Domingo: Helicina malleata und candida Taf. II. Fig. 13—16. —
Ib. p. 194 durch Gundlach von Cuba: Helicina exserta und go-
nostoma.
Neritacea. Neritina Pazi Gassies Journ. deConchyl. p. 71 von
Neu-Caledonien. — N. rubricata Morelet Series conchyl. 1. c. p.30.
pl. 3. fig. 2.
Die Diagnosen zweier Navicellen: N. sanguisuga und haustrum
Reeve sind von Fischer, als Hinzufügungen zur Fauna von Cale-
donien, Journ. de Conchyl. p. 72 abgedruckt werden.
Navicella Livesayi und squamata Dohrn Proc. zool. soc. 1858.
p-. 135 von Ceylon.
Die Gattung Nerita glaubt Gray Proc. zool. soc. 1858. p. 92;
Annals nat. hist. II. p. 64 am passendsten nach dem Baue des Deckels
in Gruppen theilen zu können, denen er besondere Namen (durch
Versetzung der Buchstaben gebildet) giebt:
Nerita. Deckel glatt mit einem breiten, schwach erhabenen,
eoncentrisch gefurchten Seitenbande. N. polita, lineolata.
Ritena. Deckel glatt, mit einem breiten, schwach erhabenen,
granulirten Seitenbande. N. plicata.
Tenare. Deckel mit einem breiten, erhabenen, convexen,
glatten Seitenbande. N. peloronta, ornata.
Natere. Deckel einförmig, granulirt, ohne deutliches Seiten-
band. a) mit granulirter Lippe. N. exuvia, Malaccensis, albieilla, Se-
negalensis. b) mit gefurchter Lippe. N. variabilis, Chamaeleon, ver-
sicolor, tessellata. c) mit glatter Lippe. N. signata, atra, inconspicua.
Trochacea. Sandberger hat die Spirale des Deckels von
Turbo rugosus gemessen und fand die logarithmische Spirale von dem
Quotienten %%.. Die Härte des Deckels fand er zwischen 4 und 5.
Müller's Archiv 1858. p. 88.
Neue Arten: Trochus Fonki und Margarita venustulus Philippi
Abhandl. der naturf. Gesellsch. zu Halle p. 21; und Phasianella in-
termedia Scacchi Catal. Conchyl. regni Neapol. 1. c.
Fissurellacea. Scissurella Orbignyi Scacchi Catal. Conchyl. 1. e,
Reeve's Conchologia iconica hat in der 180. Lieferung auch
die Gattung Umbrella mit drei Arten gebracht.
Cyclobranchiata.
Chitonidae. Zwei neue Arten Chiton seytoderma und caprea-
280 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
rum hat Scacchi in seinem Catalogus Conchyl. regni Neapol. auf-
gestellt.
Pulmonata.
Sporleder hat Beobachtungen über die Wachsthums-
zeit der Land- und Süsswasserschnecken in den Malakoz.
Blättern p. 72 veröffentlicht , die um so interessanter sind,
als dergleichen Untersuchungen bisher kaum mit voller
Gründlichkeit angestellt worden sind. Er hat Limnäaceen
und Heliceen beobachtet. Planorbis leucostoma wurde. in
12 Wochen fortpflanzungsfähig , Limnaeus pereger wurde
in weniger als zwei Monaten so gross wie die Eltern ge-
wesen waren, wurde nach drei Monaten fortpflanzungs-
fähig, und war nach ferneren drei Monaten ausgewach-
sen. Bei Clausilia plicata dauerte die Brütezeit 12 Tage,
und das Thier ist in neun Monaten ausgewachsen; Clausilia
ventricosa erwächst in drei bis vier Monaten.
Ueber die Schnelligkeit der Entwiekelung der Con-
chylien äussert sich auchFischer Journ. de Conchyl. p.62,
der die Witterung, namentlich die Feuchtigkeitsverhältnisse
für sehr einflussreich erklärt.
Limacea. J. E. Gray macht Annals nat. hist. I. p. 464 auf die
Verschiedenheit der Zungenbewaflnung der verwandten Limax-Arten
aufmerksam.
Limaz valdivianus Philippi Abhandl. der naturf. Ges. in Halle
p.21 aus Chile.
Templeton beschrieb eine neue Vaginula maculata von Cey-
lon. Annals nat. hist. I. p 49. pl. I. B. fig. 1.
Helicea. Recluz theilt eine Beobachtung von Tho-
mas mit, nach welcher manche Heliceen in sofern die Wit-
terung anzeigen, als sie vor dem Regen und nach demsel-
ben eine andere Farbe annehmen, und als einige in dem
Vorgefühle des Regens zwei Tage zuvor auf die Bäume
klettern. Journ. de Conchyl. p. 178.
Auch diesmal ist die Zahl der neuen Arten in dieser
Familie wieder beträchtlich. Es sind die folgenden aul-
gestellt:
Vitrina valdiviana Philippi Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss. 1858.
p- 123 bei Corral gefunden. — V. ezilis Morelet Journ. de Conchyl.
VII. p..8 aus Kamtschatka.
der Mollusken während des Jahres 1858. 2851
Suceeinea Haydeni Binney Proc. Philadelphia 1858. p. 114 von
Nebraska. — S. aprica und Fernandeziana Philippi Abhandl. der naturf.
Ges. zu Halle, Bericht üb. d. Sitzungen 1857. p.21 von Chile,
Simpulopsis dominicensis Pfeiffer Malak. Bl. p. 146 von St.
Domingo.
Die zahlreichen neuen Aıten der Galtung Helix ordne ich der
leichteren Uebersicht wegen nach den Autoren. Es sind aufgestellt:
Von Bernardi: Helix Martinii Journ. de Conchyl. p. 93. pl. I.
fig.3 von Quito.
Von Binney: H. (Polygyra) acutedentata und Loisa aus Me-
xiko, H. (Polygyra) Mooreana und tholus aus Texas, H. cultellus Thoms.
MS. und anachoreta aus Californien, Helix Kopnodes aus Alabama
und H. friabilis vom Wabasch. Proc. Philadelphia 1857. p. 183. Um-
getauft sind ib. H. aeruginosa in arrosa , Nickliniana Binn. not. Lea
in redimita. — H. Cooperi von Nebraska, Newberryana aus Califor-
nien ib. 1858. p. 115.
Von Bland: H. Edwardsi aus Virginien, seulptilis aus Nord-
carolina, beide abgebildet. Annals Lyc. New-York VI. p. 277.
Von Dohrn: H. albizonata von Üeylon. Proc, zool. soc. 1858.
p- 133.
Von Fischer: H. Schrammii Journ. de Conchy]. p.184. pl.VIl.
fig. 7. 8 von Guadeloupe.
Von Gassies: H. Beraudi, Vetula, Volutella. Journ. de Con-
chyl. p. 68 von Neu-Caledonien.
Von Gundlach: H. jactata und cestieulus Malak. Bl. p. 175
von Cuba.
Von Gutierrez: H. maculifera Malak. Bl. p.8 von Cuba.
Von Lea. H. (Polygyra) Couchiana und Taumalipasensis aus
Texas. Proc. Philadelphia 1857. p. 102. — H. Clarkii aus Nordca-
rolina ib. 1858. p. 41.
Von Morelet: H. flocculus aus Kamtschatka. Journ. de Con-
chyl. VII. p. 8.
Von Moricand: H. equestrata pl.13. fig. 1 von Moyobamba,
tarapolonensis ig. 2 von Tarapoto und moyobambensis fig. 3 von Moyo-
bamba. Revue et mag. de zool. p. 449.
Von Pfeiffer: H. Wallacei von Macassar,, testudo von Ma-
dagascar, congrua und Purchasi von den Admiralitätsinseln, Fricki von
den Sandwichinseln. Proc. zool. soc. 1858. p. 20. pl. 40. — H. desi-
derata Tal. Il, fig. 7—10, Hjalmarsoni fig. 1—3, Justi fig. 4—6 Ma-
lak. Blätter p. 148 von St. Domingo. — H. Jeannereti und prominula
ib. p. 175 von Cuba.
Von Philippi: H. Pencana und rhinion von Chile. Abhandl.
d. naturf, Ges. zu Halle 1857. p-21. — H. laevula, Montteana, Fonki,
282 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bellula und quisquilia, erstere vier von Puerto Mont, die letztere von
Valdivia. Zeitschr. für die ges. Naturwiss. 1858. p. 123.
Von Poey: H. Guanensis und Johannis von Cuba. Malak. Bl.
p- 5. — H. Guantanamensis und Velasqueziana von Cuba ib. p.8.
Von Souverbie: H. Montrouzieri von Neu-Caledonien und
Reyrei von Columbien. Journ. de Conchyl. p. 63.
Bland hat Annals Lyceum New-York VI. p. 281 kritische Be-
merkungen über einige Nordamerikanische Helices gemacht und ihre
Synonymie berichtigt und vervollständigt. Es handelt sich um Helix
fatigiata Say , Troostiana Lea, Hazardi Bland (Polygyra plicata Say
und eine Anzahl Citate, bei denen bemerkt ist excl. deser. Syn. et
fig. (?) ), Dorfeuilliana Lea und Pennsylvanica Green. Die Bemerkun-
gen sind durch Abbildungen erläutert. — In einer Fortsetzung ib.
p- 336 werden H. clausa Say, Mitchelliana Lea, jejuna Say, porein«
Say, pustula Fer., leporina Gould, pustuloides Bland (pustula Binney),
glaphyra Say, albolabris Say erörtert.
v. Martens hat Helix carseolana Fer., H. surrentina Schm.,
und circumornata Fer, En roltELEn genauer unterschieden. Ma-
lakozool. Bl. p. 129.
Eine seltsame Monstrosität von Helix aspersa, die langstreckig
und einem Bulimus ähnlich gestaltet ist, bildete Fischer Journ. de
Conchyl. p- 181. pl. VII. fig. 11 ab.
Bulimus Dormani Binney Proc. Philadelphia 1857. p. 188 aus
Florida, B. patriarcha Binney ib. 1858. p.116 aus Mexiko. — Mo-
ricand beschrieb Revue et Mag. de zool. p. 451 folgende Arten:
B. fidaensis von Bahia pl. 14. fig. 1, B. pseudopiperatus von Moyo-
bamba pl. 14. fig. 2, B. Delphinae von Tarapoto pl. 14. fig. 3, B. Ce-
cileae von Tarapoto pl. 14. fig. 4, B. Mariae ebendaher pl. 14. fig. 5.
— B. Santanensis Taf. III. fig. 14—15 und rectus Taf. III. fig. 11—13.
Pfeiffer Malakoz. Bl. p.151 von St. Domingo. — B. Fraseri aus
der Provinz Cuenca, candidissimus von der Insel Socotora, Cuenca-
nus aus der Provinz Cuenca und Bayeri aus der Provinz Caucasien
Pfeiffer Malak. Bl. p. 239. — B. Mariae Albers ist Proc. zool. soc.
1858. p. 23. pl.40 abgebildet. — In den Proc. zool. soc. 1859. p. 256
beschreibt Pfeiffer 10 Arten, die meist auf pl. 42 abgebildet sind,
und die sämmtlich aus der Provinz Patas in Peru stammen: B. pty-
chostylus fig. 7, catamarcanus fig. 5, platystomus fig. 2, patasensis
fig: 6, eoerulescens, Binneyanus lig.4, Williamsi fig. 1, vespertinus
fig. 3, Farrisi fig.8, clathratus. — B. Folini Morelet Series conchyl.
l. c. p.16. pl. 1. fig. 5 von Ile du Prince. — B. arbustorum und
splendidus Philippi Abhandl. naturf. Ges. in Halle p.21 von Chile.
Macroceramus Jeannereti und inermis Gundlach von Santiago de
Cuba. Malak. Bl. p. 182.
der Mollusken während des Jahres 1858. 283
Spirazis melanielloides Gundlach Malak. Bl. p.184 von Santiago
de Cuba.
Pupa sculpta und venusta Poey Malak. Bl. p. 10 von Cuba, —
P. borealis Morelet Journ. de Conchyl. VII. p. 9 aus Kamtschatka.
Vertigo neglecta Arango Malak. Bl. p.11 von Cuba.
In einer kleinen Monographie der Gattung Azeca theilt Bo ur-
guignat dieselbe in 4 Abtheilungen, nämlich: 1) Asecastrum.
Mündung eiförmig-birnförmig, stark gezahnt, Mundwand mit einer
starken Lamelle, Aussenrand mit 1 oder 2 Höckern. A. tridens. 2)
Alsobia. Mündung länglich - birnförmig, Mundwand mit schwacher
Lamelle, Aussenrand ohne Höcker. A. Paroliniana. 3) Agraulina.
Mündung sehr verlängert, ungezähnt. A. triticea, oryza, tubereulata,
tornatellina, melampoides, mitriformis. 4) Hypnophila. Mündung
rundlich, ungezähnt. A. pupaeformis, Zacinthia, Emiliana, cylindra-
cea , incerta, psathyrolena. Die Arten der letzten Gruppe sind auf
Taf. 18 abgebildet. Revue et mag. de zoologie p. 527.
Achatina Trinitaria Gundlach MS. bei Poey Memorias, Malak.
Bl. p. 6. — A. Layardi von Oiba in Südafrika, ovum und fulgens
Pfeiffer Malak. Bl. p.238. — Eine Varietät von A. semitarum Rang
bildete Fischer Journ. de Conchyl. p.185. pl. VII. fig. 4—5 ab, und
denkt ihr, falls sie eine Species bilden sollte, den Namen Beaui zu;
sie stammt von Martinique. — A. fuscidula Morelet Series conch. 1. ce.
p- 26. pl. 1. fig. 9 vom Gabon. — A. Iucida Philippi Abh. naturf. Ges.
zu Halle p.21 von Chile.
Subulina abdita Poey Malak. Bl. p. 10 von Cuba. S. succinea
Gundlach ib. p.185 von Santiago de Cuba.
Zwei Varietäten der Glandina truncata Binn. non Gmel, nennt
Binney Proc. Philadelphia 1857. p. 189 nunmehr Glandina corneola
Florida, und parallela louisiuna.
Als Fortsetzung der im vorigen Berichte p. 521 erwähnten Ar-
beit von Gulick über neue Achatinellen, beschrieb derselbe Annals
Lye. New - York p. 251 fernere 23 Arten dieser Gattung, die auf Taf.
VII abgebildet sind, wodurch sich die Zahl der vom Verf. als neu
beschriebenen Arten auf 72 erhöht. Es sind die folgenden: Achati-
nella delta, ylauca, herbacea, caesia, concidens, formosa, dimorpha,
albescens , zonala, conlracla,: cognata, scitula, cervina, obliqua, 00-
morpha, spadicea, corrugata, rotunda, torrida, nympha, limbata, bul-
bosa, mahogani und rirens. — Die Diagnosen sämmtlicher Gulick’schen
Arten sind in den Malak. Bl. p. 198— 224 abgedruckt.
A. (Newcombia) cinnamomea, gemma, sulcala und minuscula
sind neue Arten von Pfeiffer Proc, zool. soc. 1858. p.22, pl. 40.
Newcomb verdanken wir eine Synopsis der Gat-
tung Achatinella. Annals Lyceum New-York VI. p. 303—336.
284 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Es sind offenbar viele Arten dieser Gattung unter verschie-
denen Namen beschrieben, theils gleichzeitig von verschie-
denen Autoren, theils durch Verkennen der Identität. Für
das Letztere hebt Verf. mehrere Ursachen hervor. Theils
spült der Regen befruchtete Arten aus den nasseren Ge-
genden in die trockneren Gebiete hinab, wo dann die Brut
kleiner und kümmerlicher wird, z. B. in der Gruppe Le-
ptachatina Gould; theils wird die grüne Farbe der Epider-
mis durch Behandeln mit heissem Wasser in gelb umge-
ändert, ja selbst kaltes Wasser übt einigen Einfluss auf
die Farbe; theils haben Menschenhände durch theilweises
Entfernen der Epidermis den Schalen ein etwas anderes
Ansehn gegeben; theils sind die Abänderungen in ver-
schiedenen Grössen derselben Art Veranlassung zu Miss-
deutungen geworden. Andererseits haben die Autoren nach
den blossen Schalen Arten als Varietäten vereinigt, deren
Thiere nach Form und Lebensweise verschieden sind. Verf.
zieht oft 5 bis 6, ja selbst 8 verschiedene Synonyme zu
einer Species, und erkennt im Ganzen nur 181 Arten als
berechtigt an. Da derselbe sich lange Zeit mit dem Stu-
dium dieser Galtung beschäftigt hat, so ist dieser Arbeit
wohl Vertrauen zu schenken, obgleich Verf. selbst beschei-
den anderen Auffassungen vollste Berechtigung lässt.
Cylindrella Elliotti, coerulans, nubila und discors Poey Me-
morias, Malak. Bl. p.7 von Cuba. — €. Hjalmarsoni Pfeiffer ib.
p- 153. pl. III. fig. 16—18 von St. Domingo. — C. intusmalleata und
angulifera Gundlach ib. p.186 von Santiago de Cuba. — C. ezimia
Pfeiffer Proc. zool. soc. 1858. p. 23. pl. 40.
Balca cyclostoma Bielz in Burzenlande, Verh. des siebenbürgi-
schen Vereins zu Hermannstadt 1558. p. 147.
Limnaeacea. Planorbis Wheatleyi aus Alabama und Pl. New-
berryi aus Californien. Lea Proc. Philadelphia p-41. — Pl. Stelzneri
und elegantulus Dohrn Proc. zool. soc. 1858 von Ceylon.
Lymnea Haydenii Lea Proc. Philadelphia 1858. p- 166 aus dem
Yellowstone und Big-Sioux-River. — L. Francisca Poey Malak. Bl,
p- 11 von Cuba. — L. pinguis und tigrina Dohrn Proc. zool. soc.
1858. p. 134 von Ceylon.
Auriculacea. Die Var. reflexa von Conoyulus denticulatus ist
von Jeffreys Annals nat. hist. Il. pl. V. fig.10 abgebildet.
Melampus Massauensis Ehrenberg aus Syrien, welche lange im
der Mollusken während des Jahres 1858. 285
Berliner Museum gelegen hat, ist erst jetzt von Pfeiffer Malak. Bl.
p- 240 beschrieben.
Notobranchiata.
Doridea. Kelaart gründete eine neue Gattung in der Dori-
denfamilie, die er Trevelyana nannte. Die Charaktere sind: Kör-
per ohne Mantel; zwei dorsale Tentakeln ohne Scheiden, nicht zu-
rückziehbar; Mund vorn am Kopfe ohne Tentakeln ; Kiemen in einer
kreisförmigen Scheibe am Rücken, nicht zurückziehbar. Die Art T.
ceylanica lebt an Felsen und Seepflanzen. Annals nat. hist. 1. p. 257.
Acera. Bulla (Cylichna) Carpenteri Hanley Proc. zool. soc.
1858. p. 543 von Mazatlan.
Phyllirhoidea. Schneider beobachtete in Messina das
Ablegen der Eier von Phyllirho& bucephalum und konnte
die Entwickelung bis nach dem Ausschlüpfen der Larve
aus dem Ei beobachten. Die Embryonen sind in verschie-
denen Stadien mit ihrer Schale abgebildet. Archiv f. Ana-
tomie und Physiologie 1858. p. 35. Taf. IN.
Monopleurobranchiata.
Lacaze-Duthiers hat bei Pleurobranchus über der
Geschlechtsöffnung und vor der Kieme, dicht neben dem
Punkte, wo die Kiemenvene in den Körper tritt, um ins
Herz zu gehen, eine Oeflnung gefunden, von welcher ein
Kanal gerade zum Herzen geht, etwa bei dem Eintritt der
Kiemenvene in die Vorkammer. Er konnte durch diese
Oeffnung Luft, Wasser, oder verschiedene Jujectionslüüssig-
keiten in die Vorkammer treiben. Revue et mag. de zoo-
logie p. 369.
Siphonaria brunnea von den Bermudainseln, carbo, parma von
Westafrika, ezulum von der Norfolkinsel, redimiculum sind neue Ar-
ten von $. Hanley Proc, zool. soc. 1858. p.24. — In derselben
Zeitschrift p.152 gab derselbe Verf. ein Verzeichniss‘ der ihm be-
kannten Arten dieser Gattung und beschrieb dabei als neu S. Nuttallüi
von den Sandwichinseln, Belcheri und Blainkillei.
Aneylus Newberryi Lea Pıoc. Philadelphia 1858. p. 166 aus dem
Klamath-See in Californien. —, A. pallidus Poey Malak. Bl. p. 11.
von Cuba.
Pfeiffer beschreibt Malak. Bl. p. 196 eine neue Gundlachia
Hjalmarsoni von Santa Roza, Honduras.
286 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Eine interessante neue Gattung von Landschnecken beschreibt
Benson Annals nat. hist. I. p. 336 unter dem Namen Camptonyz.
Testa pileiformis, oblique conica, apice libero subspirali, oblique
incurvato, versus latus dextrum spectante; anfractibus 1'%, ullimo paene
totam testam efformante; costa' dorsalis cariniformis subspiralis suleum
interiorem tegens, ab apice usque ad marginem dextrum descendens;
apertura maxima, mediana, symmetrica, regulariter oyata, integra,
omni latere expansa. Die Art C. Theobaldi lebt am Berge Girnar in
der Provinz Guzerate auf der Halbinsel, welche die Meerbusen Cutch
und Cambay trennt. Woodward, der das Thier und sogar das Ge-
biss untersucht hat, hält die Gattung für nahe verwandt mit Ancylus.
Die Augen liegen hinter den kurzen stumpfen Tentakeln; rechts am
Mantelrande liegt die Athemöffnung entsprechend der Rückenleiste an
der Schale. — Gray hält ib. p. 406 diese Gattung für näher ver-
wandt mit Otina, die er neuerlich in die Familie der Limnaeen ge-
stellt hat. Durch die Entdeckung der Gattung Camptonyx sieht er
sich veranlasst eine besondere Familie Otinidae für beide Gattun-
gen zu bilden. In der Stellung der Augen und in dem terrestren
Leben stimmen beide überein. — Später ib. p.116 will Gray die
Gattung Camptonyx sogar nur als eine Section von Otina anerkennen.
Er zieht hier die Gattung Chilina in dieselbe Familie.
Pteropoda.
Von der bisher nur noch unvollständig bekannten
Eurybia Gaudichaudi hat Macdonald in Transact. Lin-
nean Soc. of London XXII. p. 245 die Kenntniss erweitert.
Er hatte Gelegenheit, dieses Thier anatomisch zu unler-
suchen.
Es hat keine äussere Schale, Kopf und Nacken sind deutlich
geschieden, die Athmungsorgane scheinen zu fehlen. Deshalb meint
Verf. die Gattung Eurybia von den schalentragenden Pteropoden tren-
nen und den nackten Pteropoden mehr annähern zu müssen. Es ist
jedoch wohl zu beachten, dass auf der Radula drei Plattenreihen vor-
handen sind, was sie wieder den Thecosomata näher bringt. An den
jugendlichen Larven, die leicht zu beobachten sind, weil diese Thiere
ovovivipar sind, finden sich zwei Wimperreifen.
Brachiopoda,
Von Scacchi wurde in seinem Catalogus Conchyliorum Regni
Neapolitani eine neue Art Thecidea spondylea aufgestellt.
der Mollusken während des Jahres 1858. 287
Argiope decollata (Anomia decollata Chemn.) und eine äusserst
kleine Form von A, cristellula sind von Jeffreys Annals nat. hist.
U. pl. V. fig.3 u. 4 abgebildet.
Lamellibranchiata.
In Madras Journal of literature and science Ill. 1858.
p- 89 findet sich ein nicht uninteressanter einleitender Be-
richt über die Naturgeschichte der Perlmuschel von Ceylon
von Kelaart, welcher aus dem Ceylon Overland observer
abgedruckt worden ist.
Der Verf. hat in Aquarien und sonstigen Vorrichtungen diese
Muscheln sorgfältig studirt, und in populärer Schilderung dieselben
beschrieben. Wenngleich der Standpunkt des Verf. nicht streng den
gegenwärtigen Forderungen der Wissenschaft entspricht, so ist doch
manches Wichtige für die Kenntniss dieser Thiere daraus zu entneh-
men. Wir erfahren, dass die Muscheln empfindlich gegen Lichtein-
drücke sind, obgleich Verf. ihnen Augen abspricht; dass ihre Nah-
rung aus kleinen Algen, Foraminiferen und Diatomeen besteht, und
dass sie wahrscheinlich getrennten Geschlechts sind. Das Verhältniss
der Männchen zu den Weibchen sei wie 3 : 100, ohne dass sie sich
durch die Gestalt der Schale unterscheiden lassen. Verf. sah einmal
während 15 Minuten einen Eierstrom aus der Ausflussölfnung treten;
er schätzt die Eier eines Weibchens auf 12 Millionen. Die Erneue-
rung der Byssusfäden wurde beobachtet, wenn sich das Thier von den-
selben losriss, um sich an einem neuen Ort anzuheften, was fast aus-
schliesslich bei Nacht geschieht. Diese Muscheln sind gesellig, da
sie sich im Aquarium zu Haufen aneinander hängen, besonders die
Jungen. Verf. hält die Eier für die Haupt- Veranlassung zur Perlbil-
dung, und ist der Ansicht, dass die gebildeten Perlen oft ausgeworfen
werden, da sich im October mehr Perlen finden als im April und Mai.
Uebrigens ist er der Ansicht, dass man an anderen Orten Perlinuschel-
Bänke anlegen könne.
Hieran schiesst sich p. 105 ein Bericht desselben Ver-
fassers über die Temblegam-Perlmuschel (Placuna placenta).
Diese Muschel scheint in drei Jahren ihre Grösse zu erreichen,
um dann zu sterben. Sie gedeiht am besten im Brakwasser, wird
aber durch zu starke Zuflüsse von süssem Wasser getödtet. Verf.
macht Vorschläge, wie die Fischerei dieser Muscheln betrieben wer-
den müsse, um der gänzlichen Vernichtung vorzubeugen und den Er-
trag zu vermehren,
Ueber diesen Aufsatz, so wie die Arbeit von Mö-
2855 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
bius (vergl. vorj. Bericht p.527) findet sich ein ausführ-
licher Bericht in Annals nat. hist. I. p. 81—100.
Auch Pagenstecher hat Untersuchungen über die
Perlenbildung bei Unionen "und Anodonten angestellt. Er
ist der Meinung, dass Parasilen nur sehr selten zu solcher
Bildung Veranlassung geben, vielmehr sieht er eingedrun-
gene oder von der Schale abgebröckelte und in die Ober-
fläche des Mantels gedrungene Körperchen als die Ursache
der Entstehung an. Verhandl. d. naturhist.-medicin. Vereins
zu Heidelberg; Zeitschr. für wiss. Zool. IX. p. 496.
Aehnlich spricht sich v. Hessling ib. p. 543 aus,
über dessen ausführliches diesen Gegenstand behandelndes
Werk erst im nächsten Jahrgange Bericht erstattet wer-
den kann.
Pectinea. v. Martens erklärt Pecten glaber und sulcatus für
specilisch identisch und zieht mehrere Arten, die von verschiedenen
Schriftstellern davon getrennt sind, zu derselben Art. Er zählt nach
der Zahl der Falten und nach der Farbe zahlreiche Varietäten auf,
und entscheidet sich für Beibehaltung des Namens sulcatus. Malak.
Bl. p. 65.
Neue Arten der Gattung Pecten: P. dominicanus Valenciennes
Comptes rendus LVI. p. 760 von der Nicolus-Bai. — P. Swiftii von
der Nicolas- Bai und Tissotii unbekannten Valerlandes Bernardi
Journ. de Conchyl. p. 90. pl. I und II, — P. Lischkei ist von Dun-
ker Novitates conchol. Tab. VI abgebildet.
Die Gattung Pedum mit ihrer einzigen bekannten Art ist bei
Reeve Conchyl. icon. in fünf verschiedenen Alterszuständen ab-
gebildet.
Malleacea. Die Gattung Malleus enthält bei Lovell Reeve
Conchologia iconica 13 Arten auf 3 Tafeln, wobei es möglich ist,
dass die Gattuug noch nicht beendigt ist, da der Index noch fehlt.
Neue Arten sind: Malleus legumen von den Philippinen, daemoniacus
ebendaher, tigrinus von den Molukken, bipunctatus von Westcolum-
bien, maculosus von Lord Hood’s-Insel, aquatilis von der Insel Plata,
Westcolumbien, vesiculatus ebendaher solitarius von Grimvood’s-Insel.
Die Gattung Perna enthält bei Reeve Conchologia iconica 28
Arten, die auf 6 Tafeln abgebildet sind. Neu unter ihnen sind: Perna
anomioides von Californien, australica Australien, altenuala aus dem
rothen Meere, caudata, Cumingii Australien, fimbriata Molukken, im-
bricata ebendaher, laticostata,, lentiginosa Philippinen, limoides Mo-
der Mollusken während des Jahres 1858. 289
lukken, linguaeformis Gesellschaftsinseln, lobata, patibulum, pectinata,
quadrangularis, rudis,, serratula Philippinen, spathulata ebendaher,
vespertilio Manilla, vitrea aus dem rothen Meere,
Die Gattung Crenatula Lam. ist bei Reeve Conch. icon. mit
acht Arten dargestellt, unter denen eine, Cr. flummea von Neu-Cale-
donien neu. ’
Aviculacea. Bei Lovell Reeve in der Conchologia iconica
ist die Gattung Pinna mit 66 Arten abgehandelt, die auf 34 Tafeln
abgebildet sind. Neue Arten sind: attenuata Molukken, electrina eben-
daher, fimbriatula Japan, Hanleyi Anıboina, lurida Philippinen, ma-
dida Neuholland, mutica Philippinen, penna Philippinen, ramulosa
Westindien, sanguinolenta ohne Fundortsangabe, serra und Stuchburiüi
Moreton- Bay, subviridis Südcarolina, vespertina, vezillum Amboina,
zebuensis Philippinen.
Sylvanus Hanley beschrieb in Proc. zool. soc. 1858 auch
mehrere neue Arten; so p. 136: Pinna Chemnitzii Philippinen und
P. Rumphii Molukken; p. 225: P. carolinensis Carolina, hystrix Am-
boina, Kraussii Natal, minaz Neuguinea oder Mexiko, fumata Philip-
pinen, regia Amboina, rostellum und euglypta Inseln des indischen
Oceans, d’Orbignyi, Menkei Port Jackson; p.254: P. Strangei Mo-
retonbai, Cumingii Peru, Gouldii Amboina, assimilis Port Essington.
Nuculacea. Nucula chiloensis Philippi Zeitschr. für d. gesamnıt.
Naturw. 1858. p. 125 von Calbuco auf Chiloe.
Solenomyacea. Solenomya occidentalis Desh. hat Fischer
Journ. de Conchyl. p. 186. pl. VII. fig. 6 abgebildet.
Najades. Höchst interessant ist dem Ref. eine Abhand-
lung von Lea, Beschreibung der embryonischen Formen
von 38 Arten aus der Familie der Unioniden. Journal of
the Academy of Philadelphia IV. p. 43—50. pl. V.
Verf. fand die reifen Embryonen in dem Kiemen-Uterus , wie
er die Behälter anstatt der früher üblichen Bezeichnung Oviducte,
nennt, sehr verschieden an Gestalt. Sie sind beutelförmig, rundlich,
dreieckig oder keilföürmig. Die meisten Margaritanae und Anodonta
haben an jeder Schale in der Mitte des Bauchrandes einen Haken,
und zwar die Arten, welche unten winklig sind, die unten abgerun-
deten haben solchen Haken nicht. Die keilförmigen (Unio laevissi-
mus und alatus haben am Bauchrande zwei Winkel, und an jedem
einen Haken, im Ganzen also deren vier. Diese Haken sind nach
innen gerichtet, biegsam, und können bei geschlossenen Schalen nicht
gesehen werden, oder doch nur schwach durch die Schale durch-
scheinend. Ihre Aussenseite ist mit zwei oder mehreren harten Hö-
_ ekerreihen besetzt, die sich von der Basis zur Spitze erstrecken, In
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. a
290 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
M. rugosa ist der Haken etwa ‘%, Mm. lang. An den Haken von U,
laevissimus und alatus finden sich keine Höcker, — Wenn die Em-
bryonen zum Ausschlüpfen aus dem Kiemen-Uterus bereit sind, haben
sie eine Farbe, bei Anodonta und Margaritana meist hellbraun, bei
einigen weisslich; bei Unio meist weiss, jedoch bei U. irroratus und
einigen anderen ganz braun. Unter dem Mikroskope ist die ganze Ober-
fläche der Schale granulirt. — Alle diese Embryonen haben in die-
ser Lebensperiode nur einen Schliessmuskel, welcher aus einer Gruppe
von Muskelfasern besteht, und unter der Mitte des Rückenrandes liegt.
Lea beobachtete die ungeheure Fruchtbarkeit bei eini-
gen grossen Muscheln. Bei einer Margaritana complanata
waren die äusseren mit Embryonen erfüllten Kiemen 3 Zoll
lang, 1%/, Zoll hoch und 1/, Zoll dick; Unio multiplicatus
zeichnete sich vor allen dadurch aus, dass seine vier Kie-
menblätter mit Embryonen erfüllt waren. Bei beiden schätzte
er die Zahl derselben auf mehrere Millionen. Proc. Phi-
ladelphia p. 114. — Auch bei U. rubiginosus fand er alle
vier Kiemenblätter voll Eiersäcke von rosenrother Farbe
ib, p. 135.
Eine beträchtliche Anzahl von Unionen, die Lea in
Proc. Philadelphia Vol. VIII aufgestellt hatte, ist im Journal
of the Academy of natural sciences of Philadelphia II.
p- 289321 ausführlich beschrieben, und auf 13 Tafeln ab-
gebildet. — Dasselbe gilt von anderen 41 Arten, die alle
bereits Proc. Philadelphia 1856 und 1857 aufgestellt waren,
und die im Journal dieser Gesellschaft IV. p. 51—94 be-
schrieben und auf 15 Tafeln abgebildet sind.
Unia Berlandierii aus Mexiko, Popeii und Bairdianus aus Texas
sind neue Arten von Lea Proc. Philadelphia 1857. p.101. — Ib.
p.169 finden sich von Lea die Beschreibungen von 27 neuen Unio-
nen aus Georgia: Unio subgibbosus, Savannahensis, virens, sublalus,
obnubilus, opacus, similis, aequatus, naviculoides, viridicatus, subfla-
vus, sudus, tetricus, Woodwardius, tenebricus, rufus, modicus, denigra-
tus, fumatus, purpurellus,, penicillatus,, Plantii, subniger, bulbosus,
maconensis, obfuscus, aquilus. — Lea beschreibt ferner 1858. p. 40:
Unio turgidulus aus dem Cumberland-River, Tennessee , perradialus,
Meredithii, Pybasii und virescens aus dem Tennessee-River bei Flo-
rence in Alabama , neusensis, purus und eractus aus dem Neuse-Ri-
ver, 6 Meilen von Raleigh. — Ferner ib. p. 118 Unio Caldwellii vom
Isthmus von Darien und Goascoranensis von Honduras. — Endlich
ib. p.165 Unio Roswellensis, Postellü, Neislerü, Pratti, Chattanoo-
_ RER
der Mollusken während des Jahres 1858. 291
gaensis, Downiei, Satillaensis, Hazlehurstianus aus Georgia. — Unio
Hjalmarsoni von Rio Chamelicon, Honduras und Gundlachi von Cuba
beschrieb Dunker Malak. Bl. p. 227.
Monocondylea costulata und reticulata, erstere aus Brasilien,
letztere aus dem Amazonenflusse sind von Moricand Revue et mag.
de zool. p. 453 beschrieben und pl. 15 abgebildet. — M. Tamsiana
Dunker Malak. Bl. p. 226 von Venezuela.
Margaritana Elliottii, triangulata und connasaugaensis aus
Georgia, etowahensis aus Tennessee, Gesnerii von Alabama, tombec-
bensis und Spillmanii aus dem Tombecbee-River bei Columbus, Mis-
sissippi sind neue Arten von Lea Proc. Philadelphia 1858. p. 138.
Gonidea ist eine neue Gattung von Conrad zu der Anodon
Randalii Trask, A. feminalis Gould und vielleicht A. angulata Lea
gehören sollen. Proc. Philadelphia 1857. p. 165. Die Gattung soll
sich durch eine winklige, längliche Gestalt auszeichnen; in der rech-
ten Schale ist ein kurzer stumpfer Schlosszahn vorhanden, der in
eine Grube der linken eingreift; die vorderen Muskeleindrücke ver-
fliessen nicht, der untere Nebeneindrnck steht der Mitte des Hauptein-
druckes gegenüber.
Anodonta Henryiana Lea Proc. Philadelphia 1857. p-102 aus
Mexiko. — A. luteola Lea ib. 1858. p. 118 vom Isthmus von Darien.
— A. Hallenbeckii und Gesnerii aus dem Uphaupee, Alabama, Darien-
sis Hopeton bei Darien, Danielsii Topeca, Kansas Lea ib. p. 138. —
A. carinata aus dem Rio-Choco in Neu-Granada und rugifera von
Gabon in Guinea Dunker Malak. Bl. p. 225.
Mytilacea. Robertson beobachtete an einem Mytilus edulis
die Bildung und Anheftung der Byssusfäden und sah ihn Eier legen.
Annals nat. hist. I. p. 314.
Mytilus unguiculatus Valenciennes von Japan, schmaler und ge-
wölbter als M. ungulatus. Comptes rendus 56. p. 760.
J. E. Gray hält Mytilus tortus und horridus Dunker für nicht
specifisch verschieden, und gründet für sie Proc. zool. soc. 1858, p. 90.
pl.41; Annals nat. hist. II, p. 62 eine eigene Galtung Stavelia,
die sich von Mytilus durch die Ungleichheit der Schalen und der
Buchtung des Unterrandes, durch die völlige Abwesenheit kleiner
Zähne unter dem Wirbel und den schuppigen Ueberzug unterscheidet.
Aus Mytilus leucophaeatus Conr. bildete Conrad eine neue
Gattung Mytilopsis Proc. Philadelphia 1857. p.167. Sie würde
mit Septifer und Dreissena in dem Vorhandensein des Septum über-
einstinmen, sich jedoch durch das Hinzutreten eines dreieckigen,
dünnen, weissen, becherförmigen Fortsatzes unterscheiden, welcher in
beiden Schalen schief in die Höhlung der Schalen vorragt. Auch
Dreissena Domingensis soll hierher gehören,
292 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
Die Gattung Lithodomus ist in Reeve’s Conchologia iconica
abgeschlossen und enthält im Ganzen 33 Arten, von denen ausser
den im vorigen Berichte p. 530 verzeichneten noch folgende neue
Arten zu nennen sind. L. argenteus, barbatus, Gossei und semi-
granatus.
Phaseolicama ezilis Philippi Abhandl. naturf. Ges. zu Halle
1858. p. 21.
Reeve hat in der Conch. icon. die Gattung Volsella auf zwei
Tafeln in 17 Arten dargestellt. Neu darunter sind: V. pholadiformis
von Ceylon, V. isocardia aus dem rothen Meere, V. tusmanica aus
Tasmanien, uttenuala aus dem rothen Meere, crenulata ebendaher,
limaeformis von Adelaide, phasianoptera von Australien, rudis vom
Swan-River, lingua felis ohne Angabe des TseBaudenı corollata von
Zanzibar, trita aus dem rothen Meere.
Die Species der Gattung Dreissena werden von Fischer, der
die Gattung in die Nähe der Najaden und namentlich der Iridinen
stellen möchte, aufgezählt und durch Diagnosen erläutert. Verf. kennt
3 europäische , 2 afrikanische , 10 amerikanische Arten; ferner eine
unbekannten Vaterlandes, und eine, die ihm nur aus einem Citate be-
kannt ist. Journal de Conchyl. p. 123.
Chamacea. Neue Arten: Cardita minuta Scacchi Catalogus Conch.
l. e., €. australis Philippi Abhandl. naturf. Ges. zu Halle p. 21.
Cardiacea. Cardium papillosum Poli ist von Jeffreys Annals
nat. hist. II. pl. V. fig.1 abgebildet. — Ebenso C. Reeveanum Dunker
Nov. eonch. tab. VI. fig. 6—8 von Neuholland.
Cyeladea. Cyclas angulosa Philippi Abhandl. naturf. Ges. zu
Halle p. 21 von Chile.
Zu beachten sind die Bemerkungen, welche Jenyns über die
kleineren britischen Arten der Gattung Pisidium gemacht hat. Sie
beziehen sich auf P. Henslowianum , pulchellum, pusillum, obtusale
und deren Varietäten. Annals nat. hist. II. p. 104.
Cyrena Tennentii Hanley Proc. zool. soc. 1858. p.23 von Cey-
lon. — €. cochinensis Hanley ib. p. 543 von Cochin.
Lucinacea. Clausina Croulinensis Jeffreys wird als specilisch
verschieden von Lucina ferruginosa festgehalten und Annals nat.
hist. II. pl. V. fig. 2 abgebildet.
\ Diplodonta Venezuelensis und subrugosa Dunker sind in dessen
Novit. conch. Taf. IV abgebildet.
Conchae. Cytherea cordiformis von Zanzibar und Hagenowi aus
dem rothen Meere sind von Dunker Nov. conch. Tab. IV abgebil-
det. — Ebenso Venus (Tapes) Rodatzi Dkr. aus Afrika.
Anomalocardia Paziana Fischer Journ. de Conchyl. VIl. p. 186.
pl. VII. fig.9.10 von Panama.
Be
der Mollusken während des Jahres 1858. 293
Tellinacea. Diodonta Barleei Jeflreys Annals nat. hist. I. p. 43.
pl. II. fig.2 von der Insel Arran an der Westküste Irlands.
In einer Note über die Genera Capsa Brug. und Asaphis Mo-
deer zählt Mörch Journ. de Conchyl. p.134 die Arten, welche er
zu Asaphis zieht, auf, Es sind A. dichotoma Anton, violascens Forsk.,
deflorata L., coccinea Martyn und tahitensis Bernardi.
Mactracea. Mactra Sibillae Valenciennes von der Bai von Ho-
kodadi. — M. Bonneauii Bernardi Journ. de Conchyl. p. 92 pl. 1.
fig.2 von der Tatarenstrasse.
Eryeina erenulata (Cyclas Sebetia Costa), pisum, violacea Scacchi
Catalogus Conch. |]. c.
Corbulacea. Poromya subtrigona Jeffreys Annals nat. hist. 1.
p- 42. pl.l. fig. 1 von Shetland.
Myacea. Tanysiphon ist eine neue Gattung, welche Benson
in der Familie der Myaciden aufgestellt hat, Annals nat. hist. I. p. 407.
T. rivalis im süssen Wasser bei Calcutta. Vom Thiere wird bemerkt,
dass die Siphonen verwachsen sind; das freie Ende ist von einem
Kranze ungleich langer Tentakeln umgeben, in welchen die beiden
Oeffnungen liegen; von diesen ist die Athemöffnung ebenfalls mit klei-
nen Tentakeln umgeben, die Afteröffnung nackt. Die Siphonen wie
der kleine Fuss völlig zurückziehbar. — Gray erklärt sich Annals
nat. hist. II. p. 116 für die Verwandtschaft dieser Gattung mit Glau-
conome, von der sie sich durch das kurze Ligament und etwas andere
Schlosszähne unterscheide.
Pholadea. Fischer hat begonnen, „Studien über die
Pholaden“ im Journal de Conchyl. p. 47 und p.169 zu ver-
öffentlichen.
Er bespricht zunächst die Classification der Pholaden, nach wel-
cher die Familie in 11 Gattungen zerfällt, mit Charakteren der Gat-
tungen und Aufzählung der bekannten Arten. Diese sind Pholas L:
mit 5 Arten, Dactylina Gray mit 3, Barnea Risso mit 9, Xylophaga
Turton mit 2, Zirphaea Leach mit 4, Navea Gray mit 3, Pholadideu
Turton mit 7, Talona Gray mit 1, Jouannetia Des Moulins mit 4, Pa-
rapholas Conrad mit 4 und Martesia Leach mit 11 Arten. Darauf
giebt Verf. die Terminologie und bezeichnet die accessorischen Stücke
mit besonderen Namen: die oberen heissen Protoplax , Mesoplax und
Metaplax, das untere Hypoplax, die vordere Kalkablagerung Callum ;
zuweilen findet sich hinten eine cartilaginöse oder kalkige Röhre.
Das Schloss besteht aus den Wirbeln, den griffelförmigen Apophysen,
die den Schlosszähnen der übrigen Muscheln entsprechen, und den
Schlossschwielen, die sich nach aussen erheben und dem Schliess-
‚muskel ‚ der dadurch ein Äusserer wird, zum Ansatze dienen; er er-
setzt somit zugleich das Ligament. Der Mantel umhüllt die Schloss-
294 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen in d. Naturgeschichte
schwielen und ist von einer festen Epidermis umgeben; Wo äccesso-
rische Stücke vorkommen, findet man unter ihnen eine besondere
Mantelfalte. Verf. geht nun zu dem speciellen Studium einiger Pho-
laden über, und beschreibt zuerst ausführlich Pholas acuminata Sow.
von Panama, die auch durch Abbildungen erläutert ist.
Pholas macrostoma Philippi Abhandl. naturf. Ges. zu Halle 1857.
p- 21 von Chile.
Die fossile Gattung Teredina Lam. möchte Gray als ein Glied
der- Familie der Pholaden ansehen, verwandt mit Martesia. Er ist der
Ansicht, dass die Röhre dieser Gattung nicht der von Teredo ent-
preche, sondern dass nur die fleischigen Siphonen beim Versteine-
rungsprocesse mit Kalkmasse belegt seien. Annals nat. hist. Il. p. 85
und p. 162 mit Abbildungen in Holzschnitt.
Solenacea. Solen Schultzeanus von Portugal und Timorensis
von Timor sind von Dunker in seinen Nov. conch. Tab. III abge-
bildet, sie waren schon früher in der Zeitschr. für Malak. aufgestellt.
Ebenda findet sich eine Abbild. von Cultellus orientalis Dkr.
aus Ostindien, und zur Vergleichung eine von dem seltenen ‚Cultel-
lus maximus, Gmel.
Ferner ist ib. Tab. VI Aulus pulchellus Dkr. abgebildet.
Gastrochaenacea. J. E. Gray hat eine Vermuthung veröffent-
licht, wie sich wohl die Schale und Röhre von Aspergillum entwik-
keln könnte. In erster Jugend würde hiernach das Thier mit seinen
zwei Schalklappen frei im Meere umherschwimmen; dann sich in
den Sand einwühlen, und frei in der num gebildeten Röhre leben;
hierauf sollen sich die beiden Schalen zu einer Platte vereinigen und
in die unten noch offene Rähre einwachsen; endlich würden sich
dann die Franzen und die perforirte Platte bilden, mit denen die
Röhre geschlossen wird. Annals nat. hist. I. p.423. So wenig un-
wahrscheinlich diese Hypothese ist, so wird doch erst directe Beob-
achtung ihr einen Werth geben.
Von der Gattung Humphreya glaubt Gray ib. II. p.16, dass die
Bildung etwas anders vor sich gehe, als bei Aspergillum. Das Thier
von Aspergillum Strangei, dem Typus der Gattung, hefte sich kurz
nach dem Ausschlüpfen aus dem Ei mit seiner Bauchfläche an einen
festen Körper, und verlängere dann das Hinterende der Schale in eine
Röhre. Die beiden Stücke der Cuming’schen Sammlung sind in Holz-
schnitt abgebildet.
Während Gray in seiner Synopsis of the British Mu-
seum Aspergilla, Clavagella Gastrochaena in eine Familie
Gastrochaenidae brachte, sieht er sich jetzt Proc. zool. sov.
1858. p. 307 veranlasst, dieselbe in zwei Familien zu thei-
RE
der Mollusken während des Jahres 1858. 295
len, und diesen eine dritte hinzuzufügen , besonders ge-
stützt auf die Oeconomie des Thieres und die Entwickelung
der Schalen.
1. Fam. Aspergillidae. Leben eingesenkt in Sand, oder Fels-
höhlen, oder Schalen, eingeschlossen in eine Kalkröhre, erwachsen
eine oder beide Schalen in die Röhre einbettend und vorn Tentakeln
aussendend, die in strahlige Röhrchen eingeschlossen sind. Zwei
Subfamilien: I. Penicillina. Beide Schalen in die Röhre einge-
bettet. Dahin sechs Gattungen: Warnea mit Asp. vaginiferum Lam.
und Asp. australe Chenu, Aspergillum mit A. Listeri Gray, pul-
chellunı Desh., annulus Desh. MS. und pulchrum Desh. MS., Peni-
eillus mitP. ayuaria (Asp. javanım Gray) und Asp. radix Desh. MS.,
Clepsydra mit Asp. strangulatum Chenu, Arytene mit Asp. tu-
bereulatum Chenu und Foegia mit Asp. agglutinans. — II. Clava-
gellina. Nur eine Schale in die Röhre eingebettet. Dahin die Gat-
tungen: Clavagella mit Cl. echinata Lam. und coronata Desh ,
Bryopa mit Cl. aperta Sow. Cl. lata Brod., Dacosta mit Cl. au-
stralis Stutchbury. f
2. Fam. Gastrochaenidae. Leben eingesenkt wie vorige, ein-
geschlossen in eine Kalkröhre; darin das Thier frei, ohne Tentakeln ;
Röhre im Alter am Grunde geschlossen. Zwei Subfamilien: I. Chae-
naina. Röhre symmetrisch, im Sande lebend. Gattung Chaena mit
Fistulana clava Lam. und Ch. annulata von Mossambique. — Il. Ga-
strochaenaina. Röhre unregelmässig, angeheftet, in Felshöhlen
lebend. Gattung Gastrochaena mit Pholas hians Chemn. und 6.
modiolina Lam.
3: Fam. Humphreyiadae. Thier zuerst frei und mit zwei Scha-
len bedeckt, welche zu einer einzigen Platte vereinigt werden, die
sich an den Seiten und vorn zu einer sackförmigen Höhle ausbreitet,
mit ihrer Anssenlläche sich anheftet, und sich mit dem Wachsthume
des Thieres zu einer Kalkröhre mit runder Oeflnung ausdehnt. Der
Mantel ist vorn mit zerstreuten Tentakeln versehen, welche durch
röhrige Poren oben am Vordertheile der Röhre vorgestreckt werden.
Gattung Humphreyia mit einer Art H. Strangei.
Teredinidae. Gray behauptet, dass die Gattung Furcella Oken
durchaus keine Schale besitze‘, aber die sogenannten Paletten in der
Röhre. Er verbessert danach die Gattungscharaktere wie folgt: Thier
ohne eigentliche Schalklappen , mit dentlichen grossen Paletten, de-
ren Ende erweitert ist, quer, spatelförmig mit einer centralen Mit-
telrippe und einer verlängerten, schlanken eylindrischen Basis, Röhre
keulenförmig , unregelmässig, zuweilen gebogen; Gipfel mit zwei
röhrigen Siphonalöffnungen, getrennt durch eine breite harte , scha-
lige Längsscheidewand; Basis durchbohrt von kleinen zerstreuten
296 Troschel: Bericht üb. d. Leistungen jn d. Naturgeschichte etc.
Oeffnungen, am Ende verschlossen durch zwei überhängende convexe
Septa, die an den Seiten entspringen und die Enden vollständig
schliessen. Diese gewölbten Endplatten scheinen vor jeder Wachs-
thumsperiode absorbirt zu werden, und das Ende scheint bei jeder
Ruheperiode wieder verschlossen zu werden. Lebt versenkt im
Schlamme der tropischen Climate. Proc. zool. soc. 1857 und April
1858. p. 258; Annals nat. hist. I. p. 295 und II. p. 374.
Tunicata.
Eine neue Gattung zusammengesetzter Ascidien beschrieb Mac-
donald Annals nat. hist. I. p. 401 unter dem Namen Chondro-
stachys.
Die einzelnen Ascidien sitzen traubenförmig an einem gemein-
samen Stamme und haben die Athemöffnung nach oben gerichtet, die
Afteröffnung fast terminal; der Mantel ist glatt und durchsichtig und
eine Röhre verbindet ihn mit einem Röhrensysteme des Stammes. Im
Innern der Kiemenöffnung liegt ein Kreis kleiner Tentakeln. Der
Mund liegt unten in der Mitte der Kiemenhöhle; von ihm führt ein
Oesophagus zu einem kugligen rothbraunen Magen, diesem folgt eine
Art Duodenum, bekleidet mit amberfarbigen Zellen, die wohl die
Function der Leber haben, dann krünımt sich der Darm nach rechts
und geht gerade zur Afteröffnung. In der Schlinge des Darmes lie-
gen Hoden und Eierstock bei einander; Vas deferens und Oviduct
gehen von da zur Kloake. In einer Erweiterung des letzteren unter
dem Oesophagus liegt ein Haufen Eier mit Embryonen von Kaulpad-
denform, während andere weiter entwickelte frei in der Kiemenhöhle
liegen. Das Herz liegt über der Darmschlinge. Ein deutlicher En-
dostyl liegt längs am Rücken der Kiemenhöhle. Das Nervensystem
besteht aus zwei aufeinander liegenden kleinen Ganglien zwischen
beiden Oelfnungen. Die Nerven zu verfolgen ist ziemlich schwierig
gewesen, doch erkannte Verf. einen feinen Faden, der jederseits von
den grösseren Ganglien zu einem winzigen schwarzen Fleck führt,
den er als Auge oder Gehörorgan zu betrachten einigen Anstand
nimmt; jedoch ist es ihm noch am wahrscheinlichsten, diese Flecke
für die Ueberbleibsel der Gehörbläschen der Larve zu deuten. Einen
specifischen Namen hat Verf. diesem interessanten Wesen noch nicht
gegeben. Verf. vergleicht es mit Boltenia; in einer Note sprechen
ihm die Herausgeber der Annals eine Stelle zwischen Clavelina und
Syntethys zu.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858.
Von
Dr. A. Gerstaecker,
Privatdocenten an der Universität zu Berlin.
I. Insekten.
Die Fortpflanzungsgeschichte der Insekten hat nach
dem Erscheinen der v. Siebold’schen „Parthenogenesis bei
Schmetterlingen und Bienen“ die Aufmerksamkeit der For-
scher von Neuem und in erhöhtem Maasse in Anspruch ge-
nommen, so dass wir auch in diesem Jahre über eine Reihe
hierauf bezüglicher wichtiger Beobachtungen, die besonders
Leuckart zu verdanken sind, zu berichten haben. Die-
selben sind einerseits in einer besonders gedruckten klei-
nen Abhandlung: „Zur Kenntniss des Generationswechsels
und der Parthenogenesis bei den Insekten“ (Frankfurt a. M.
1858. 8., 1128. m. 1 Taf.), andererseits in einer im 4ten
Bande der Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft
in Halle enthaltenen Arbeit: „Die Fortpflanzung und Ent-
wickelung der Pupiparen, nach Beobachtungen an Melopha-
gus ovinus,* auch unter gleichem Titel im Separatabdrucke
(Halle 1858. 4., 82 S. mit 3 Taf.) erschienen, niedergelegt.
In ersterer Schrift behandelt der Verf. speciell den Gene-
ralionswechsel der Aphiden und das Vorkommen von Par-
thenogenesis bei den Coccus- und Chermes-Arten, hieran
zugleich neue und wichtige Beobachtungen über Partheno-
genesis bei Psychiden, Bienen, Hummeln u. s. w. anreihend.
Zu einer erneuten Darstellung des Generationswech-
sels der Aphiden (a. a. O. p. 1—21) fand sich Verf. nicht
298 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nur durch neuere Beobachtungen, aus denen möglicher
Weise eine geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflan-
zung durch ein und dasselbe Individuum gefolgert werden
könnte (v. Heyden), veranlasst, sondern es war ihm auch
hauptsächlich darum zu thun, den noch nicht völlig präci-
sirten Unterschied zwischen den durch geschlechtliche Zeu-
gung producirten Eiern und den ohne Begattung durch die
Ammen hervorgebrachten Keimen durch erneuete Beobach-
tungen ihrer ersten Entstehung und allmähligen Entwicke-
lung festzustellen, eine Darlegung, die um so nöthiger er-
schien, als man wieder neuerdings von mehreren Seiten
die Ammen als wirkliche (freilich jungfräuliche) Weibchen
und ihre Keime als ungeschlechtliche Eier anzusprechen
geneigt schien. Was zunächst die v.Heyden’sche Beob-
achtung, wonach sich die Ammen der Aphiden mit den von
ihnen geborenen Männchen begatten sollen, betrifft, so ver-
wirft sie der Verf. als jeder strikten Beweiskraft entbeh-
rend, mit vollem Rechte; es müssten sich ihr zufolge bei
der anatomischen Untersuchung Uebergänge zwischen den
beiden Formen der Fortpflanzungsorgane nachweisen las-
sen, welche sich nicht vorfinden. Bei zwei in geschlecht-
lichen und ungeschlechtlichen Individuen untersuchten Ar-
ten (Schizoneura corni und Aphis padi) zeigten sich viel-
mehr stets die Unterschiede in der inneren Organisation
mit den äusseren Merkmalen Hand in Hand gehend. Cha-
rakteristisch für die geschlechtlichen Weibchen ist ausser
der (längst bekannten) Anwesenheit des Receptaculum se-
minis ganz besonders das die Spitze jeder Eiröhre einneh-
mende Dotterfach, welches sich bei weiter vorgeschrittener
Entwickelung des einzigen in der Eiröhre enthaltenen Eies
von diesem durch eine Abschnürung absondert und aus
diesem Grunde von v. Siebold als ein zweites Eifach an-
gesprochen worden ist; dieses Dotterfach geht, sobald die
Entwickelung des Eies mit der Ausscheidung des Chorion
abgeschlossen ist, einen Rückbildungsprozess ein und ver-
schwindet endlich ganz. In den Keimröhren der Ammen,
die in der Regel vielkammerig, zuweilen aber (Aphis padi)
nach dem Verf. ebenfalls nur einkammerig sind, fehlt da-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 299
gegen dieses Dotterlach stets; eine zuweilen oberhalb des ent-
wickelten Embryo’s an der Keimröhre bemerkbare Anschwel-
lung ist nicht mit ihm zu vergleichen, sondern enthält viel-
mehr die Anlage eines neuen Keimes; bei vielkammerigen
Eiröhren bildet sich dieselbe jedesmal an der äussersten
Spitze nach der Ausbildung des jüngsten Keimfaches durch
Abschnürung hinter demselben. WUebrigens schliesst sich
der Verf., sowohl was die wesentliche Uebereinstimmung
der Ei- und Keimröhren beider Formen als die Entstehung
der Keime bei den Ammen aus der in dem blinden Ende
der Keimröhren zuerst aultretenden primitiven Keimzelle
betrifft, im Wesentlichen den Ansichten Leydig’s an.
Das Vorkommen von „Parthenogenesis bei den Cocei-
den- und Chermes- Arten“ (ebenda p. 36 f.), welche (für
erstere) der Thatsache nach bereits von Leydig darge-
than worden ist, nur dass derselbe die von ihm untersuch-
ten Lecanium-Weibchen als vivipare Ammen ansprechen
zu können glaubte, — ergiebt sich aus der an Lecanium
und Aspidiotus beobachteten Thatsache, dass sich in den
Eiröhren derselben die Eier entwickeln, ohne dass, wie
dies aus dem Mangel von Spermatozoen in dem Receptacu-
lum seminis hervorgeht, eine Befruchtung vorhergegangen
ist. Ob eine solche Parthenogenesis nur gewissen Arten
zukommt und ob sie bei den beobachteten die einzige Art
der Fortpflanzung ist oder mit der durch Begattung her-
vorgerufenen abwechselt, lässt der Verf. vorläufig dahinge-
stellt; dass sie der Familie der Coceiden nicht durchweg
eigen ist, zeigt der Umstand, dass der Verf. bei fortpflan-
zungslähigen Weibchen des Coccus adonidum nicht nur in
dem Receptaculum seminis, sondern sogar im Leitungsappa-
rate der Eierstöcke (hier ausnahmsweise wohl durch die im
Eierstocke stattfindende Embryonal - Entwickelung bedingt)
Spermatozo@en vorfand. — Dass die sponlane Fortpflanzungs-
weise der Coceiden, wo sie vorkommt, nicht nach Ley dig’s
Vorgang als Keimbildung nach Art der Aphiden-Ammen auf-
gelasst werden kann, geht einerseits aus der Bildung des
Genitalapparates , welcher mit einem deutlichen Reveptacu-
lum seminis verschen ist, andererseits aus der Entstehung
300 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und Entwickelung des Embryo , welcher alle Stadien der
Entwickelung durchläuft, hervor; auch ist die Angabe Ley-
dig’s von dem Lebendiggebären der Cocciden dahin zu be-
richtigen, dass von denselben in Wirklichkeit Eier gelegt
werden, aus denen sich aber freilich schon nach kurzer
Zeit das junge Thier entwickelt. Trotz dieser Verschie-
denheiten kann aber immerhin die bei den Coceiden vor-
kommende Parthenogenesis wenigstens in Bezug auf ihre
Bedeutung für die Erhaltung der Art mit dem Generations-
wechsel der Aphiden in Vergleich gebracht werden und
zwar um so mehr, als auch unter letzteren die Gattung
Chermes eine parthenogenetische Fortpflanzung erkennen
lässt; die Frühlingsgeneration von Chermes abietis wird
nämlich den Beobachtungen des Verf. zufolge durchweg von
jungfräulichen Weibchen, in deren Geschlechtsorganen keine
Spermatozoen anzulreflen sind, erzeugt.
Die „Parthenogenesis bei den Sacklrägern* (a. a. O.
p- 45 ff.) in der durch v. Siebold dargestellten Weise be-
stätigt der Verf. durch wiederholte mikroskopische Unter-
suchung des Genitalapparates von Solenobia lichenella, an
welchem das Receptaculum seminis stets leer von Sperma-
tozo@n angetroffen wurde.
Zur „Parthenogenesis bei den Bienen und den übrigen
gesellig lebenden Hymenopteren* (a. a. ©. p. 5i ff.) liefert
der Verf. eine Reihe von sehr interessanten Beobachtungen,
durch welche die bisher gewonnenen Resultate über diesen
Gegenstand einerseits bestätigt, andererseits wesentlich er-
weitert werden. In Bezug auf das Vorkommen und die
Ursachen der sogenannten Drohnenbrütigkeit der 'Bienen-
königin werden elf verschiedene Fälle, in denen eine der-
artige Königin einer genaueren Untersuchung unterworfen
wurde, näher erörtert; bei primärer Drohnenbrütigkeit (wo
eine Begattung der flügellahmen Königin überhaupt nicht
stattgefunden hat) zeigte sich das Receptaculum seminis
stets im jungfräulichen Zustande, während bei secundärer
entweder der Samenvorrath vollständig verbraucht , oder
der Austritt der Spermatozo@n dadurch, dass sie im Recep-
taculum von einer indifferenten hellen Flüssigkeit rings
LE a
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 301
herum eingeschlossen waren, beeinträchtigt, oder end-
lich, dass durch Quetschung des Hinterleibes die Funktion
des Receptaculum, vielleicht in Folge einer Lähmung der
letzten Hinterleibsganglien, aufgehoben war. Bei Erörte-
rung des letzten Falles weist der Verf. der Küchenmei-
ster’schen Ansicht gegenüber, dass Contraktionen des Re-
ceplaculum wegen des Mangels an Muskeln in der Wand
derselben nicht statthaben könnten, das Vorhandensein sol-
cher nach; auch macht er gelegentlich der durch Samen-
mangel bedingten Drohnenbrüligkeit der Bienenkönigin die
interessante Mittheilung, dass bei Untersuchung einer grös-
seren Anzahl aus einem und demselben Ameisenhaufen ent-
nommener Ameisenweibchen sich einige derselben als unbe-
fruchlet erwiesen. — Der zweite Punkt, auf den der Verf.
besonders sein Augenmerk gerichtet hat, ist die Erzeugung
von Eiern durch Arbeiter; bei Untersuchung der sogenann-
ten Drohnenmütterchen liessen sich stets 5 bis 6 mit Eiern
erfüllte Eiröhren nachweisen und von Interesse für das”
Entstehen derselben ist der Nachweis, dass derartige eierle-
gende Individuen während des Larvenzustandes mit besonders
guter Kost versel.en werden. Ganz besonders ist aber die
Beobachtung des Verf. hervorzuheben, dass bei anderen
geselligen Hymenopteren,, nämlich bei Wespen , Hummeln
und Ameisen solche eierlegende Arbeiter bei weitem häu-
figer vorkommen als bei den Bienen, und vorzüglich ist es
als eine bemerkenswerthe Eigenthümlichkeit der Wespen-
und Hummel - Arbeiter anzusehen, dass deren Geschlechts-
apparat sowohl in der Zahl der Eiröhren als in der
Form der Scheide und des Receptaculum sich ganz eng
an denjenigen der eigentlichen Weibchen anschliesst, so
dass sie nach dem anatomischen Befunde wirklich für be-
galtungsfähig gehalten werden könnten. Dass solche Ar-
beiter-Wespen Eier ablegen, hat der Verf. selbst an Vespa
germanica beobachtet; das Ei wurde in eine weilte (Männ-
chen-) Zelle gelegt, die Larve entwickelte sich auch dar-
aus, ging aber leider zu Grunde, so dass nicht festgestellt
werden konnte, ob sich daraus, wie nach der Analogie zu
vermuthen steht, ein Männchen entwickelte. Huber hat
302 Gerstaeeker; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dasselbe Faktum für die Hummeln festgestellt, und zugleich
gefunden, dass aus allen solchen Eiern Männchen hervor-
gingen, woraus man vielleicht sogar schliessen könnte, dass
bei den Hummeln die Männchen ausschliesslich von Arbei-
tern herstammen.
„Die Fortpflanzung und Entwickelung der Pupiparen*
(Abhandl. der naturforsch. Gesellsch. in Halle, 4. Bd.) hat
der Verf. an Melophagus ovinus studirt und schon im Bul-
let. de l’acad. de Belgique (vgl. Jahresbericht 1855. p. 142)
eine Mittheilung über die wichtigsten Punkte, in denen sich
die Entwickelung dieser Thiere von derjenigen der übrigen
Insekten unterscheidet, gemacht. Die auf den ersten Blick
sehr aufallenden Differenzen in der Fortpflanzungsweise
reduciren sich schon durch die Beobachtungen des Verf.,
dass die von den Pupiparen gelegten grossen Körper keine
Puppen, sondern wirkliche Larven sind, sehr wesentlich
und es verbleibt demnach als Unterschied von den übri-
gen viviparen Insekten nur die ungewöhnlich lange Dauer
der Trächtigkeit und die Ernährung der Larven bis zur
Vollendung ihres Wachsthums auf Kosten der Mutter. Der
beträchtliche Umfang und das lange Verbleiben eines so
grossen Körpers, wie es die Pupiparen-Larve ist, im Mut-
terleibe bedingt natürlich eine von dem gewöhnlichen Typus
wesentlich abweichende Bildung des inneren Genitalappara-
tes und diese besteht hauptsächlich in der während der
Trächtigkeit zu einem grossen Fruchthälter ausgedehnten
Vagina, welche noch durch besondere platte Muskeln, die
von ihren Wandungen zum Körper gehen, in ihrer Lage
erhalten wird. Uebrigens stimmt der Apparat in seiner
Hauptanlage mit der gewöhnlichen Bildung überein, indem
auf die Scheide der unpaare Oviduct folgt, in welchen jeder-
seits ein Ovarium mit zwei zweikammerigen Eiröhren (bei
Braula mit zwei dreikammerigen) einmündet; in den Oviduct,
der sehr kurz ist und ganz exceptioneller Weise bei den
Pupiparen als Samentasche fungirt, mündet jederseits eine
grosse, baumarlig verzweigte Drüse, welche in sofern von
besonderer Wichtigkeit ist, als sie ein Sekret zur Ernäh-
rung der Larve absondert. Die beiden Eiröhren jedes Oya-
0, EEE
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 308
riums sind nicht frei, sondern von einem stark muskulösen
Ueberzuge eingekapselt; da jede derselben zwei Eikeime
enthält, können im ganzen acht Eier in jedem Individuum
zur Entwickelung kommen und die Ausbildung erfolgt stets
alternirend, sowohl in den Ovarien als in den Eiröhren.
Dass die Produkte der Eiröhren bei den Pupiparen übrigens
“ wirkliche Eier sind, was von Dufour bestritten wird, lehrt
die Anwesenheit von Chorion sowohl als Dotterhaut; letz-
tere ist im vorliegenden Falle übrigens ausnahmsweise viel
dieker als das Chorion und bildet hauptsächlich die feste
Wand des Mikropylentrichters, welcher am vorderen, quer
abgestutzten Ende des Eies in die Augen fällt. — Die Larve
selbst zeigt ausgewachsen keine Spur von Segmentirung
an der Oberfläche, ist an einem Pole mit einem Munde, am
anderen mit einem After versehen, hat am hinteren Kör-
perende einen eigenthümlichen Sligmenapparat, in dessen
beide seitlichen Hälften je drei Tracheenöffnungen münden
und auf Rücken- und Bauchseite zwei Reihen von 6—7
queren Hauteindrücken, welche innerhalb entspringenden
Muskeln zum Ansatze dienen. Besonders interessant ist
die Beobachtung, dass die Larve sich im Fruchthälter zwei-
mal (vielleicht öfter) häutet, was aus den Resten der ab-
geslreiften Haut, die an der Mundöffnung in Form eines
Kragens zurückbleiben, zu ersehen ist; Dufour hat diese
Ueberbleibsel auf einen Nabelstrang gedeutet, durch den
der Fötus mit dem Ovarium zusammenhinge. Mit der voll-
ständigen Ruhe, in der die Larve im Fruchthälter während
ihrer ganzen Entwickelung verharrt, hängt der fast voll-
ständige Mangel eines Hautmuskelsystems zusammen; nur
Athemmuskeln,, welche von jenen Eindrücken der Körper-
haut entspringen, sind vorhanden und dazu bestimmt, als
Exspirationsmuskeln durch Verkleinerung des Körperumfangs
einen Druck auf die Eingeweide auszuüben. Das Bauch-
mark besteht in den früheren Perioden der Larvenentwicke-
lung aus 11 Paaren dicht aneinander gereihter Ganglien,
von denen jedes nur einen Nerven abgiebt; gegen das
Ende des Larvenlebens verbreitern sich die vier vorderen
Ganglienpaare merklich, während die übrigen zu einem
304 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Strange verschmelzen. Der Magen nimmt fast die ganze
Körperhöhle ein, ist sackförmig und endigt in einen kurzen
Afterdarm, dessen Lumen jedoch nach Art der Hymenopte-
ren-Larven nicht mit ihm im Zusammenhange steht; er ist
stets mit dem Nahrungsstoffe, dem Sekrete der oben er-
wähnten Drüsen prall angefüllt und zwar wird dasselbe
durch die Speiseröhre und ein eigenthümliches Schluckor-
gan, welches dicht hinter der Mundhöhle liegt und 40—50
Contraktionen in der Minute erkennen lässt, in denselben
eingeführt. Die Vasa Malpighi sind zu vieren vorhanden,
liegen dem Magen auf und münden in den Enddarm. Den
Centraltheil des Tracheensystems bilden vier Längsstämme,
von denen zwei auf der Rücken- und zwei auf der Bauch-
seite liegen ; erstere sind die stärkeren und münden allein
mit drei Endästen in die Stigmata des Körperendes, wäh-
rend die der Bauchseite nur Abzweigungen von jenen sind.
— Nach dieser Darstellung des gesammten Organismus der
Pupiparen-Larve, dessen einzelne Theile auch in histologi-
scher Beziehung eingehend erörtert werden, giebt der Verf.
noch eine Schilderung der Entwickelung des Eies und des
Embryos nach dem Vorgange Zaddach’s, dessen Unter-
suchungen der Hauptsache nach bestätigt werden.
Ueber die ungeschlechtliche Fortpflanzung und die Ent-
wickelung der Aphiden hat auch Th. Huxley gleichzei-
tig erneuete Untersuchungen angestellt, welche in den Trans-
act. of the Linnean soc. XXII. p. 193—236. pl. 36—40 unter
dem Titel: „On the agamic reproduction and morphology
of Aphis“ veröffentlicht worden sind. Nach einer gedräng-
ten Uebersicht über die den Gegenstand betreffenden Un-
tersuchungen der früheren Forscher giebt der Verf. eine
Darstellung von der Entwickelung der ungeschlechtlichen
Keime („Pseudovum“), eine Beschreibung der geschlecht-
lichen Weibchen und der Entwickelung ihrer Eier, so wie
von der Entwickelung der Keimröhren bei den Ammen. Bei
einer gleich scharfen Sonderung zwischen dem Geschlechts-
apparate der geschlechtlichen Weibchen und der Ammen,
wie wir sie beiLeuckart finden, zeigt der Verf. sich einer
spezielleren Differenzirung ihrer Produkte, der Eier und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 305
Keime nicht in gleichem Grade geneigt, wobei er freilich
das Hauptgewicht auf die Uebereinstimmung , welche sich
bei der ersten Entstehung beider kundgiebt und die auch
von Leuckart anerkannt wird, legt. Die Ausscheidung
der Keime aus dem Ende der Keimröhren ist für ihn ebenso
wie die der Eier aus der letzten Kammer der Eiröhren in
jeder Hinsicht ein. Keimungsprozess; die Endkammer der
Keimröhren enthält Körper, welche von den Keimbläschen
und Keimflecken der Eiröhren nicht verschieden sind und,
nachdem sie von einer durchsichtigen Masse, die den Dot=-
ter repräsentirt, umgeben sind, sich nicht: mehr von den
wirklichen Eiern unterscheiden lassen. Einen Unterschied
in Belreff des Keimfaches, in welchem die Ausscheidung
der Eier und Keime vor sich geht, scheint der; Verf. übri-
gens ebenfalls für beide verschiedene Formen zu statuiren,
indem er wenigstens für die geschlechtlichen Eier beson-
ders hervorhebt, dass sie in dem unteren Theile der letzten
Eiröhrenkammer sich entwickeln , während in dem oberen
Theile seine „oyarian glands* gelegen sind. ‚Darin, dass
er die unbefruchteten Drohneneier geradezu in Analogie
mit den Eikeimen der Aphiden-Ammen setzt, die Fortpflan-
zung durch Parthenogenesis mit dem Generalionswechsel
der Aphiden (die Entwickelung der Arbeiterbienen und die
der Aphiden-Ammen aus befruchteten, die der Drohnen und
geschlechtlichen Aphiden aus unbefruchteten Eiern betref-
fend) in näheren Vergleich bringt, geht der Verf. wohl ohne
Frage zu weil; denn um die zur Produktion von Aphiden-
Ammen bestimmten Eier unbefruchtet zu lassen, hätte es
des complieirten Generationswechsels gar nicht bedurft. —
Die Veränderungen, welche sich bei der Entwickelung der
Aphiden in den ungeschlechtlichen Keimen beobachten las-
sen, stellt der Verf. folgendermassen dar: der Centraltheil
des Keimes wird zu einem körnigen Dolter, der periphe-
rische in die Keimhaut umgewandelt; sodann trelen die An-
lagen der verschiedenen Organe hervor und der ganze
Keim wird von einer Art Dotterhaut umwachsen, welche
walırscheinlich zum Corpus adiposum wird. Alle übrigen
Organe entstehen aus der Keimhaut, an der zwei, Blälter
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bl. 2. U
306 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zu unterscheiden sind, von denen das äussere die Glied-
massen und die animalen Systeme, das innere den Darm-
kanal und die Keimröhren entwickelt. Die allmählige Aus-
bildung der einzelnen Körperabschnitte so wie ihrer An-
hänge, der Mundtheile und Beine dient dem Verf. zum
Gegenstande einer speciellen Darstellung, welche zugleich
durch eine Reihe von Abbildungen erläutert wird; bei son-
stiger Uebereinstimmung aller wesentlichen Momente mit
der von Zaddach an der Phryganiden - Larve gegebenen
Darstellung ist es von besonderem Interesse, die Rückbil-
dung der zuerst sehr stark markirten Mandibeln und Ma-
xillen zu sehen, welche in demselben Maasse, wie die Beine
sich vergrössern, zurückweichen, während die den Rüssel
bildende Unterlippe ebenfalls sich in die Länge zieht. —
An die Entwickelung von Aphis anschliessend, betrachtet
der Verf. noch die von Mysis unter den Crustaceen und die
vom Skorpion unter den Arachniden, auf ihre Ueberem-
stimmungen unter einander, so wie auf einen Vergleich mit
derjenigen der Mollusken und Wirbelthiere eingehend.
Aus der Uebereinstimmung, welche die Entwickelung des Embryo
bei den verschiedenen Classen der Artikulaten zeigt, versucht der
Verf. in ähnlicher Weise wie Zaddach eine morphologische Gleich-
werthigkeit der Hauptabschnitte des Körpers so wie ihrer Anhänge
herzuleiten. Als’ die der grossen Mehrzahl’ der verschiedenen Artiku-
laten zukommende Anzahl der Körperringe stellt er die Zahl 20 hin,
wovon 6 auf den Kopf, 3 auf den Thorax und 11 auf den Hinterleib
kommen. Die Zahl 6. der Kopfringe ist nur bei den Podophthalmen
deutlich, wo jeder ein Paar Anhänge trägt, der erste die Augen, der
zweite und dritte die beiden Fühlerpaare, der vierte die Mandibeln,
der fünfte und sechste die beiden Maxillarpaare ; bei den Insekten
fehlt der erste natürlich nicht, indem nur die Anhänge (Augen) ses-
sil geworden sind, während dagegen der zweite oder dritte mit dem
Wegtallen. des einen Fühlerpaares schwindet. Die Annahme der Grund-
zahl 11 für die Segmente des Hinterleibs stimmt mit dem Resultate
der Untersuchungen Lacaze-Duthier's überein, welcher bei. den
Orthopteren, Neuropteren (d. h. Libellen) u. a. die Trennung von
Vulva und Anus durch drei Ringe nachgewiesen hat. (Wegen dieser
Ausbildung sämmtlicher Hinterleibsringe, der Trennung von Geschlechts-
und Afteröffnung in Verbindung mit der höchsten Ausbildung der Un-
terlippe und der vollkommensten inneren Organisation sind: auch ‚offen-
u u, u u TE a Ad a ZU ln
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 307
bar die Orthopteren als die höchst entwickelten Insekten anzuse-
hen. Ref.)
Murray „On the metamorphosis of Orthopterous and
Hemipterous Insects“ (Edinburgh new philos. Journ., new
ser. VII. p. 102 ff.) trat mit der schon von Owen ange-
deuteten Ansicht jetzt entschiedener hervor, dass die In-
sekten mit unvollkommener Verwandlung ihre Larven- und
Puppenperiode innerhalb des Eies durchmachen und aus
diesem daher gleich als Imago (wenn auch als unentwickelte)
hervorgingen. Er will nämlich innerhalb des Eies von
Phyllium ein Cocon (?), welches das junge Insekt umschloss,
und in Blatta- Eiern larvenförmige Blalta- Embryonen ge-
funden haben ; ausserdem zieht er die Beobachtungen, wo-
nach sich unausgebildete , flügellose Hemipteren sowohl
unter einander als mit geflügelten begatten sollen, zum Be-
weise dafür heran, dass diese Insekten schon vor ihrer
vollständigen Entwickelung Imagines seien. (Bei einer
derartigen Anschauung würde der Begriff der Larve, mit
dem wir ein durch Aufnahme von Nahrung bedingtes Wachs-
ihum verbinden, überhaupt verloren gehen, abgesehen da-
von, dass sich vollkommene und unvollkommene Verwand-
lung bei dem gegenwärtigen Standpunkte unserer Kennl-
niss überhaupt nicht mehr scharf fixiren lassen, ‚Ref.).
Joly, „Sur l!’hypermetamorphose des Strepsipteres et
des Oestrides“ (Comptes rendus de l’acad. d: scienc: Tome 46.
p: 942 ff.) glaubt in der Verwandlung der Strepsipteren und
Oestraceen, welche sich durch die Formverschiedenheit
zwischen der jungen und erwachsenen Larve auszeichnen,
eine Analogie des Vorganges zu finden, der bei den Meloi-
den von Fabre mit dem Namen „hypermetamorphose* be-
zeichnet worden ist. — Ein solcher Vergleich ist jedoch
in sofern ganz unzulässig, als Fabre unter Hypermeta-
morphose nicht die Verschiedenheit der jungen und er-
wachsenen Larve von Melo&, sondern die ganz abnormen
Metamorphosen, welche die zweite Larvenform bis zur
eigentlichen Verpuppung durchimacht und für die bei den
oben genannten Familien keine Analogie besteht, begril-
fen hat.
308 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mit der Frage über das Vorkommen einer Copnlation
zwischen verschiedenen Insektenarten und der daraus her-
vorgehenden Bastarde hat sich Hagen in zwei Aufsätzen
„Bastarderzeugung bei Insekten“ und „zur Bastardfrage*
(Entomol. Zeitung XIX. p. 41,230 u. 407 ff.) beschäftigt und
nach Zusammenstellung einer grösseren Anzahl hierauf be-
züglicher Beobachtungen, aus der sich ergiebt, dass solche
Fälle gerade nicht zu den Seltenheiten gehören, besonders
darauf hingewiesen, dass vereinzelte Individuen, welche
zwischen nahe stehenden Arten die Mitte halten, sich bei
näherer Ermittelung ihrer Abstammung später wohl als
Bastarde,’oder wenn sie öfter wiederkehren, als Bastard-
arten (wie bei Säugethieren und Vögeln) nachweisen las-
sen möchten. Für diese Ansicht, die gleichzeitig vom
Ref. gelegentlich (Linnaea entomol. XII. p. 451 ff.) ausge-
sprochen worden ist, sprechen ganz besonders die öfter
wiederkehrenden Mischlinge in den Lepidopteren-Gattungen
Saturnia, Zygaena, Deilophila, Smerinthus u. a., für welche
nicht etwa eine künstliche Erzeugung in der Gefangenschaft
in Anspruch genommen werden kann, da dieselben sowohl
im Zustande der Raupe als der Imago wiederholt im Freien
angetroffen worden sind. Der Verf. hat nicht nur zwölf
Fälle von Beobachtungen der letzteren Art, sondern auch 17
Fälle von Begatlung nahe verwandter Arten sowohl im
Freien als in der Gefangenschaft angeführt und an diese
eine Reihe von Copulationsfällen zwischen nicht nahe ver-
wandten, ja sogar verschiedenen Gattungen angehörenden
Arten angeschlossen, welche natürlich nicht nur als Aus-
nahme von der Regel, sondern selbst von der Ausnahme
anzusehen sind.
Den von Hagen und dem Ref. angeführten und nicht zu wi-
derlegenden Fällen gegenüber giebt sich Menetries („Einige Worte
über die Hypothese der Kreuzung der Arten bei den Insekten,“ Wie-
ner Entom. Monatsschr. II. p. 195 (.) die Mühe, das Vorkommen von
Bastardirungen in Abrede zu stellen, wenn er sich auch schliesslich
dazu versteht, die Möglichkeit derselben nicht ganz bestreiten zu wol-
len. Ihm selbst seien auf seinen vielen Reisen solche Bastarde nie
aufgestossen, und daher könne er, wenn sie überhaupt vorkämen, die-
selben nur als Ausnahmen von der Regel ansehen (als Regel sind sie
ee vun ee ee
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 309
wohl überhaupt von Niemanden angesehen worden, Ref.); endlich
müsse er auch die Bastardirungstheorie als eine die Nomeuklatur sehr
gefährdende ansehen (wobei nur zu bedauern ist, dass sich nicht auch
die Natur in Rücksicht auf die Nomenklatur mehr Zwang angelegt
hat. Ref.), — Zu einer zweiten Auslassung gegen die von Hagen
vertretene Ansicht hat sich Dr. G. Kraatz (Berlin. Entom. Zeitschr. Il.
p- 212) veranlasst gefunden, die jedoch um so weniger zu bedeuten
hat, als dem Verf. nach seinem eigenen Geständnisse nicht einmal
klar geworden ist, was H. mit seiner Abhandlung über Bastarderzeu-
gung bezwecke.
Smith (Entomol. Annual for 1858, p.45) fand neben
mehreren in Begattung angelroffenen Pärchen von Apathus
rupestris und Bombus lapidarius auch einmal einen männ-
lichen Bombus lapidarius mit einem weiblichen Bombus ter-
restris in Copula, ein abermaliger Beleg für die Erfahrung,
dass gerade in Gattungen, deren Arten viele Schwierigkei-
len für die Unterscheidung darbieten, Bastardirungen vor-
kommen.
Guerin, „Note sur l’hybridation des Vers ä soie du
Riein et du vernis du Japon (Compt. rend. 4. Oct. 1858,
Rev. et Magas. de Zoologie X. p. 399 ff.) erzielte Kreuzun-
gen zwischen beiden Saturnien nach beiden Richtungen hin;
die Weibchen der Japanischen Art, vom Männchen der Sat.
Ricini befruchtet, producirten Eier und Raupen, die denen
der Mutter glichen; die Weibchen der Sat. Ricini, von den
Männchen der Japanischen Art begattet, dagegen Eier, die
denen der Mutter, aber Raupen, welche denen des Vaters
glichen.
Faivre hat seine Untersuchungen über die Physiolo-
gie des Nervensystems der Insekten, welche im vorigen
Jahre mit Experimenten über die Funktion des Gehirns bei
Dytisens eingeleitet wurden, in den Annales des scienc.
natur. 4. ser. IX. p. 23—51 („Etudes sur la physiologie des
nerfs eraniens chez le Dytisque*) fortgesetzt. (Der vor-
jährige Theil der Arbeit des Verf., welcher im Jahresbe-
richte 1857. p.9 nur nach einem in den Comptes rendus
gegebenen Auszuge erwähnt wurde, ist in den Annales des
science. natur. 4. ser. VIII. p. 245 0. vollständig erschienen.)
Der Verl. beginnt seine Arbeit mit einer sehr detaillirten
310 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
anatomischen Beschreibung der in Betracht kommenden
Theile des Nervensystems, nämlich der Ganglia supra - und
infraoesophagea, der sie verbindenden Commissuren (Pedun-
culi cerebrales), der einzelnen Kopfnerven und des Nervus
stomato- gastricus während seines Verlaufes am Pharynx,
am Oesophagus und am Magen. Die hierüber vom Verf.
gemachten Angaben sind von Wichtigkeit, indem sie die
bisherigen in mehrfacher Beziehung ergänzen und modifi-
ciren; z.B. weist er im Ganzen neun Gehirn-Nervenpaare
nach, von denen das erste den Augen, das zweite und
dritte den Fühlern, das vierte bis siebente der Oberlippe,
den Oberkiefern , Unterkiefern und der Unterlippe angehö-
ren; das zwischen diesen und dem neunten Paare (Nervi
stomato-gastrici) entspringende achte, welches er als Nervi
basilares bezeichnet , versorgt die Muskeln, welche den
Kopf am Thorax bewegen. — Der zweite physiologische
Theil der Arbeit ist der Beschreibung von Versuchen ge-
widmet , welche der Verf. durch Verletzung, Reizung und
Durchschneidung an einzelnen Theilen des Nervensystems
angestellt hat; die Resultate dieser Operationen am Gang-
lion infraoesophageum und den von ihm entspringenden Ner-
ven, ferner am Ganglion supraoesophageum und endlich
am Eingeweide - Nervensysteme werden nach der. Reihe
erörtert,
Bei Abtragung oder tiefgehender Verletzung der Ganglia in-
fraoesophagea mit Schonung des Schlundringes trat vollständige Pa-
ralyse der sämmtlichen Mundtheile ein, während die Bewegungen der
Fühler fortdauerten; bei Abtragung der einen Hälfte stellte sich Läh-
mung der Mundtheile der entsprechenden Seite, dagegen convulsivi-
sche Bewegungen in denen der entgegengesetzten ein; eine Kreuzung
von Fasern hat also in diesen Ganglien nicht Statt. Auf eine Durch-
schneidung der einzelnen zu den Mundtheilen gehenden Nerven folgt
nicht nur Paralyse, sondern auch Insensibilität; es sind also von
ihrem Ursprunge an gemischte Nerven. — Die beiden Gehirnlappen
der Ganglia supraoesophagea können abgetragen werden, ohne dass
weder das Schlingen noch das Kauen beeinträchtigt wird ; bei Ver-
letzung des tiefer liegenden Theiles derselben wird die Sensibilität
und die Bewegung der Fühler aufgehoben, während die Funktion der
Mundtheile nicht beeinträchtigt wird. — Bei Abtragung des Ganglion
frontale des Eingeweide-Nervensystems werden die Schlingbewegun-
im: Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 311
gen aufgehoben ; der Nervus stomato-gastricus ist nicht sensitiv, denn
eine Reizung ruft keine Schmerzäusserung hervor, nebenbei auch
keine merklichen Bewegungen an den Theilen, die er versorgt; eine
theilweise Abtragung desselben beschleunigt die Schlingbewegungen.
Blanchard: „Du grand sympathique chez les ani-
maux articules* (Annales d. science. natur. 4. ser. X. p.5—10)
schliesst sich der Ansicht Newport’s an, wonach das von
Joh. Müller als Analogon des Nervus sympathicus der
Wirbelthiere angesprochene Eingeweide-Nervensystem der
Artikulaten richtiger als Repräsentant des Nervus vagus
aufzufassen sei, während er als den eigentlichen Nervus
sympathicus der Insekten das von Newport beschriebene
accessorische Nervensystem, das die Ganglienkette in ihrer
ganzen Länge begleitet und dessen Verbindungen mit dem
Bauchstrange schon von Lyonet als „Brides e£pinieres“
bezeichnet wurden, ansieht.
Nachdem sich die Ansicht der Naturforscher über die
Funktion der Insekten-Fühlhörner nach dem durch Erich-
son gelieferten Nachweis. von der Existenz zahlreicher,
mit einer zarten Membran verschlossener Poren auf der
Oberfläche derselben mehr dahin geneigt hatte, in ihnen
den Sitz des Geruchsorgans anzunehmen, wurde von Hicks
(siehe Jahresbericht 1857. p. 15) wieder auf Grund nähe-
rer Untersuchungen über die Struktur dieser sogenannten
Poren, welche nach ihm an der Innenseite ein mit Flüssig-
keit angefülltes und von einem Nervenfaden versehenes
Bläschen tragen, darzuthun versucht, dass sie als Gehöror-
gane anzusprechen seien. So wie Hicks seine Untersu-
chungen ohne Kenntnissnahme der Erichson’schen Dis-
serlalion angestellt halte, hat Lespes in diesem Jahre
ebenfalls selbstständig über denselben Gegenstand gearbei-
tel und ist dabei sowohl in Belrefl des Struktur-Befundes
als der daraus abzuleitenden Funklion zu demselben Re-
sullate wie Hicks gelangt. Die Arbeit selbst ist unter
dem Titelz „Mömoire sur l’appareil auditif des Insectes“ in
den Annales‘ des science. natur. 4. ser. IX. p. 225—249. pl.
veröffentlicht, eine Analyse derselben durch den Verf. selbst
auch in den Comptes rendus,, 30. Aoüt 1858 mitgetheilt,
312 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ein Bericht von Dum&ril über dieselbe endlich auch am
ersten Orte p.250 ff. gegeben. Lespe&s weist sowohl die
über die Poren (die er „Tympanules“ nennt) ausgespannte
feine Membran, als auch das hinter derselben mit Flüssig-
keit angefüllte Bläschen, so wie endlich die zu diesen Bläs-
chen gehenden Nerven - Verzweigungen nach ; er hat aber
ausserdem innerhalb der Bläschen noch einen rundlichen,
stark lichtbrechenden Körper, den er als Otolith bezeichnet,
beobachtet. Schon aus diesen Bezeichnungen ergiebt sich,
dass er diese Organe als Gehörwerkzeuge ansieht und zwar
hat ihn zu dieser Ansicht nicht nur die übereinstimmende
Bildung derselben mit dem Gehörorgane in der Fühlerbasis
der Crustaceen geführt, sondern auch besonders die Beob-
achtung, dass eine Heuschrecke, der die Fühler abgeschnit-
ten wurden, sich nicht- mehr_gegen laute Töne empfindlich
zeigte (welcher Beobachtung jedöch eine widersprechende
von Lehmann. direkt entgegensteht, \el.). Die von v.
Siebold bei den Locustinen und Gryllen als @ehörwerk-
zeuge angesprochenen Organe an der Basis der Vorder-
schienen entbehren nach ihm aller hierzu nothwerdigen
Eigenschaften ; die am Metathorax der Acridier befindlichen
(J. Müller) würden ihrer Construktion nach allerdings 1
Gehörorgan abgeben können, doch käme dieser Familie’
dann ausschliesslich ein Organ zu, welches allen übrigen!
Insekten fehlte.
Dass Erichson die wahre Struktur der Fühlerporen nicht er-
kannt hat, liegt nach Lesp&s daran, dass er nur getrocknete Insek-
ten untersuchte; die. hinter den Poren liegenden Bläschen mit den
Otolithen lassen sich am besten an den Fühlerlamellen von lebend
untersuchten Melolonthen erkennen; wenn dieselben am Rande ge-
spalten und die beiden Laminae von einander getrennt werden, blei-
ben an einer derselben die weichen Theile sitzen, und besonders
sind es die Bruchränder einer solchen Lamelle, wo sich die Struktur
der einzelnen Poren am deutlichsten darstellen lässt. Die Verthe‘"
lung der Nervenäste an die einzelnen Organe ist sehr schwer zu er
kennen und glückte dem Verf. nur in zwei Fällen, besonders nacl.
einer Behandlung der Fühlerlamelle mit Chloroform; der Endfaden
ging an die Wand des Bläschens, wo er sich verlor, obne dass sein
Eindringen in dasselbe beobachtet ‚werden konnte. Diese Struktur der
Lamelle von Melolontha ist es auch, auf welche sich die Abbildungen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 313
des Verf. auf pl. I beziehen. Uebrigens hat derselbe diese muthmassli-
chen Gehörorgane bei zahlreichen, verschiedenen Insekten (300 Ar-
ten, wie angegeben wird) untersucht und sie besonders in Bezug auf
ihre Lage und ihre Anzahl näher erörtert. Bei den Coleopteren mit
fadenförmigen Fühlern (der Terminus setac&s des Verf. ist so zu in-
terpretiren) sind es die befilzten Glieder, an denen jene Poren sich
finden, z. B. bei Carabus vom Öten Gliede an; bei Malachius schon
am 4ten, bei Helops und Lanıpyris am ten, bei anderen (Cassida,
Chrysomela, Silpha, Dorcadion) dagegen am 6len, Tten, Sten und
9ten; bei gekeulten Fühlern erst an den 3 letzten (Tanymecus, Tri-
chodes) oder am Endgliede (Hydrophilus, Coceinella, Claviger, Gyri-
nus). An den fadenförmwigen Fühlern der Orthopteren finden sie sich
an den Endgliedern oder an allen mit Ausnahme der drei oder vier
Basalglieder; bei den Libellen (Agrion) liegen sie nur zu vieren am
grilfelförmigen Endgliede in einer Reihe, bei Myrmeleon am Ende
der Fühlerkeule nach unten auf einer platten Stelle. Bei den Hy-
menopteren finden sich die Poren niemals am Schalt, wo ein solcher
vorhanden ist, bei denen mit ungeknickten Fühlern oft an allen Glie-
dern mit Ausnahme der beiden ersten; bei den Wespen sind sie auf
einen gelben Fleck der Endglieder, bei Colletes auf die Spitze der
Glieder vom 4ten an beschränkt, so dass sie hier vom folgenden
Gliede bedeckt werden können. Die Hemipteren lassen sie am 4ten
und dten, oder am dten und 4ten Gliede erkennen, Gercopis am End-
gliede, die Cicaden am 3ten; die Lepidopteren nur an der Keule bei
den Rhopaloceren, an allen Gliedern mit Ausnahme der ersten bei
den Heteroceren, nur an der Unterseite der einzelnen Glieder bei ge-
kämmten Fühlern. Bei den Strepsipteren finden sie sich an den bei-
den letzten Gliedern. (Die schon von Erichson bekannt gemach-
ten Modifikationen sind vom Ref. bei dieser Aufzählung übergangen
worden). Bei Insektenlarven kommen die Poren (Coleoptera , Teun-
thredo) ebenfalls vor; vergebens hat sie L. bei Lepidopteren-Raupen
gesucht. Bei den Myriapoden (Scutigera) kommt ein ähnliches, aber
vereinzeltes Organ auf der Gränze zwischen den beiden längsten Füh-
lergliedern vor, bei Julus zwei solche neben einander, bei Polydes-
mus ebenfalls zwei, aber getrennt, Diese vereinzelten Organe bringt
der Verf. in Vergleich mit den Ocellen , die zahlreichen der Insekten
mit den zusammengeselzten Augen.
al: Wenn durch die vonLes ps angestellten Untersuchun-
®gen unsere Kenniniss über die Verbreitung der Fühler-
poren bei den verschiedenen Classen und Ordnungen der
Articulaten so wie über ihre Verschiedenheit in Zahl und
Anordnung sehr wesentlich erweitert worden ist, so kann
seinen Angaben über die feinere Struktur derselben nach
314 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Clapar&de „Sur les pretendus organes auditifs des an-
tennes“ (ebenda 4. ser. X. p. 236—250) ebenso wenig un-
bedinstes Vertrauen geschenkt werden, als die von ihm
befürwortete Deutung dieser Organe als Gehörswerkzeuge
irgendwie für begründet zu erachten ist. Die von Lespes
über die äussere Oeffnung seiner „Tympanules“ ausgespannt
gesehene Membran existirt nach Clapar&de ebenso wenig
als der in dem Bläschen eingeschlossene Otolith, vielmehr
beruht die Beobachtung beider auf optischer Täuschung;
bei senkrechten Durchschnitten der Fühlerlamellen, welche
von Lespe&s nicht gemacht worden sind (derselbe hat die
Poren nur von der Oberfläche aus beobachtet), ergiebt sich
nämlich, dass aussen auf den Poren gar keine Membran
vorhanden ist, dass sie dagegen im Grunde ihrer trichter-
förmigen Verengung durch eine solche verschlossen sind,
und dass sie sich über dieselbe hinaus nach innen in fei-
nere, mehr oder weniger senkrechte Canäle fortsetzen. Der
kreisförmige Ansatz der Membran ist von Lespes als die
Wand des Bläschens, das Lumen des feineren Canales als
Otolith gedeutet worden, ein Irrthum, welcher aus der Flä-
chenansicht der Poren hervorgegangen ist. Was die Be-
deutung dieser Poren an den Fühlerblättern der Lamelli-
cornen betrifft, so glaubt Claparede sie als rudimentäre
oder vielmehr als gar nicht entwickelte Haare betrachten
zu müssen ; ihr Schwinden wird durch die enge Berührung
der einander zugewandten Flächen der Lamellen bedingt,
während in solchen Fällen, wo diese Lamellen auseinan-
gerückt sind, sich die in ganz analogen Hautkanälen ein-
gepflanzten Haare frei entwickeln. An den Fühlhörnern
von Lucanus, Bupreslis, deren Durchschnitte der Verf. auf
pl. 21 neben denen von Melolontha darstellt, ist eine solche
Uebereinstimmung der Haarkanäle mit denjenigen, in wel-
che sich die Poren fortsetzen, hinreichend zu ersehen. Ob
diese in Poren verwandelten Haare eine besondere physio-
logische Verrichtung haben, ob sie mit irgend einem Sin-
nesorgane im Zusammenhange stehen, lässt der Verf. vor-
läufig dahingestellt; jedenfalls berechtigt aber nichts in
ihrer Struktur. dazu, in dieselben den Sitz des Gehörs
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 315
mit grösserer Wahrscheinlichkeit als den des Geruchs zu
verlegen.
Umfassende Untersuchungen über die Sekretionen bei
den Insekten hat Sirodot angestellt und eine hierauf be-
zügliche grössere Abhandlung unter dem Titel: „Recher-
ches sur les seeretions chez les Insectes“ in den Annales
des scienc. natur. 4. ser. X. p. 141—189 und p. 251—328,
pl. 9—20 veröffentlicht. Der Verf. geht darin gleichzeitig
auf eine ausführliche Beschreibung der histologischen Ver-
hältnisse der absondernden Organe , besonders des Darm-
kanals in seinen einzelnen Theilen, der Speicheldrüsen,
der Vasa Malpighi, der Haut u. s. w. und auf die chemi-
sche Beschaffenheit der von ihnen abgesonderten Sekrete
ein. In einem einleitenden Capitel schildert er zunächst
den Darmkanal der Insekten im Allgemeinen, hauptsächlich
auf die feinere Struktur seiner einzelnen Abschnitte ein-
gehend und von dieser auf die Bedeutung der letzteren
zurückschliessend; in dieser Beziehung hervorzuheben ist,
dass der Verf. alle Theile des Tractus intestinalis, welche
vor dem sogenannten Chylus- Magen liegen, also auch die
Ingluvies und den Proventriculus als integrirende Theile
des Oesophageal - Theiles anspricht, indem die in beiden
Theilen vorhandenen absondernden Drüsen (wenn sie über-
haupt ausgebildet sind) Speichel absondern. Ebenfalls aus
der histologischen Struktur resultirt die gewiss sehr richtige
Ansicht des Verf., dass als die hintere Gränze des soge-
nannten Chylusmagens nicht: durchweg die Einmündung
der Vasa Malpighi angesehen werden könne, sondern dass
hierfür viel richtiger die Ausdehnung der Chylus abson-
dernden Drüsen als Norm anzunehmen sei. In Rücksicht
auf die besondere Ausbildung der einzelnen Theile des
Darmkanals während des Larvenzustandes wählt der Verf.
zum Gegenstande einer speciellen Darstellung aller hier in
Belracht kommenden Verhältnisse den Tractus intestinalis
der Larve von Oryctes nasicornis, dessen Erörterung das
zweite Capilel einnimmt. Das dritte ist der Struktur der
Speicheldrüsen und der chemischen Analyse des Speichels
gewidmet; wo erstere als selbstständige Organe fehlen, wie
316 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
besonders bei den Coleopteren, finden sie sich inden Wän-
den des Oesophageal-Theiles des Tractus intestinalis und
zwar zwischen der Muskelschicht und der von der inneren
Chitinhaut bedeckten Epithelialschicht in Form grosser ab-
sondernder Zellen vor; das aus ihnen stammende Sekret
sieht der Verf. als das Analogon des von den Glandulae
submaxillares der höheren Thiere abgesonderten Speichels
an, indem es durch Essigsäure coagulirt. Im vierten Ca-
pitel geht der Verf. auf die Magendrüsen ein, deren zwei
Formen existiren; die folliculären Drüsen ,„ welche sich
zwischen den Längs- und Quermuskelfasern vorfinden, ha-
ben viele Verwandtschaft mit den Pepsindrüsen der höhe-
ren Thiere; das Sekret der zweiten Art, das nur bei den
Larven deutlich entwickelt ist, scheint Gallen - und Schleim-
Elemente zugleich zu enthalten. Mit besonderer Ausführ-
lichkeit behandelt der Verf. im fünften Capitel die Vasa
Malpighi, sowohl in morphologischer, histologischer als
physiologischer Beziehung alle Ansichten, welche über die
Funklion derselben kundgegeben worden sind, in einge-
hender Weise diskutirend; abgesehen von der chemischen
und mikroskopischen Beschaffenheit ihres Sekrets, welches
sie unzweifelhaft als Uringefässe darstellt, spricht er ihnen
die öfter befürwortete biliäre Funklion schon aus‘ dem
Grunde und gewiss’ mit vollem Rechte ab, weil ihre Ein-
mündungsstelle in den Darmkanal bei den verschiedenen
Insekten hierfür viel zu grosse Differenzen zeigt, indem sie
bei einigen dem Chylusmagen genähert, bei anderen an den
Mastdarm gerückt ist. Das letzte Capitel ist neben der Struk-
tur der Haut und ihrer Drüsen besonders auch dem Corpus
adiposum gewidmet, an welchem der Verf. drei übereinan-
derliegende Schichten, nämlich den eigentlichen, den Ein-
geweiden anhaftenden Fettkörper, ein inlermuskulares und
drittens ein subkutanes Stratum unterscheidet. Die am
subkutanen Fettkörper vorkommenden, von Fabre bei den
Hymenopteren-Larven nachgewiesenen, Harnsäure enthal-
tenden Zellen hat der Verf. auch bei Raupen des Seidenspin-
ners, ‚sobald sie der Verpuppung entgegengingen, so wie
überhaupt ‘bei nackten Schmeiterlingsraupen beobachtet,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858.) 317
während sie behaarten Raupen mit dieker Körperhaut fehl-
ten; er erklärt die Ablagerung dieser Salze durch die bei
nackten Raupen erhöhte Absonderungsfähigkeit der wäs-
serigen Bestandtheile, während eine solche bei dicker oder
mit zahlreichen Haaren besetzter Haut beschränkt ist. Im
eigentlichen Fettkörper fehlt die Harnsäure stets während
der Raupenperiode, scheint dagegen während des Puppen-
zustandes aus dem subkutanen Zellgewebe dahin übertra-
gen zu werden. — Durch den Raum auf Hervorhebung der
wichtigsten Punkte der Abhandlung beschränkt, machen wir
auf dieselbe als eine für die Physiologie der Insekten be-
sonders wichtige aufmerksam; dieselbe ist mit zahlreichen
histologischen Darstellungen so wie mit Abbildungen der
erystallinischen Bestandtheile der verschiedenen Sekrete
versehen,
Kölliker hat (Verhandl. d. physikal.- mediz. Ge-
sellsch. in Würzburg VIII. p.37 ff. und p. 225 ff.) eine Reihe
von histologischen Mittheilungen, die Artikulaten betreffend
gemachl, welche zum Theil seinen „Untersuehungen über
sekundäre Zellmembranen, Cutikularbildungen und Poren-
kanäle in Zellmenbranen“ eingeflochten, zum Theil in einer
auf die Insekten speziell bezüglichen Abhandlung , betitelt:
„Zur. feineren Anatomie der Insekten* niedergelegt sind.
In ersterer Abhandlung auf „Zellenausscheidungen und Cu-
tikularbildungen im Darme“ eingehend, weist er (p. 57.
Taf. II) das Vorkommen von Poren in der Chitinhaut des
Magens der Decapoden nach ; dieselben finden sich in allen
verkalkten Theilen dieser Chitinhaut, selbst in den Zähnen
sehr deutlich und stellen kleine, ziemlich dicht gedrängte
Oeffnungen von 0,0005 0,0008 lin. dar, denen sehr zahl-
reiche Kanälchen, welche die Chitinlage in ‚senkrechter
Richtung durchsetzen, entsprechen ; dieselben Poren zeigen
sich auch an den weicheren Theilen der Chitinhaut auf der
Gränze zu den verkalkten Theilen, hier jedoch feiner, und
bei weiterer Enlfernung von diesen immer undeutlicher
werdend. — In einem zweiten Capitel „über sekundäre Zel-
lenausscheidungen und Cutikularbildungen auf der äusse-
_ ren Haut“ liefert der Verf. für die ‚Orustaceen den 'Nach-
j
318 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
weis, dass das Chitinskelett derselben überall einem regel-
rechten Epithel aufliegt, welches aus pflasterförmigen, kern-
haltigen Zellen von 0,005 — 0,015 lin. Grösse besteht; die
allgemeine Verbreitung des Epithels, welches sich durch
Behandlung mit Chromsäure besonders deutlich darstellen
lässt, an allen Theilen des Chitinskeletts, dient dem Verf:
als Beweis dafür, dass letzteres eine Cutikularbildung und
nicht, wie Leydig angiebt, Bindegewebe ist. Den Bau
des Hautskelettes selbst betreffend, so unterscheidet der
Verf. daran Chitinlagen mit und ohne Porenkanäle; zu letz=
ten gehören die dünneren Theile des Hautskeletts der De-
capoden (Verbindungshäute der Glieder), die Chitinhaut von
Anatifa u.a. ; erstere zeigen von der Fläche gesehen mei-
stens eine mosaikartige Zeichnung, als wenn sie aus poly-
gonalen Zellen beständen, was jedoch nur als Abdruck der
Epithelialzellen, durch die sie ausgeschieden werden, an-
zusehen ist. Die Poren selbst begirmen an dem unter der
Chitinlage befindlichen Epithel und reichen bis nach aussen,
wo sie frei münden; sie sind bald dichter, bald sparsamer
vertheilt, immer jedoch so zahlreich, dass sie der Chitin-
lage ein zierliches, siebförmiges Ansehen verleihen. — Un-
ter der Chitinhülle der Insekten und Arachniden (p. 73 ff.)
lässt sich das Epithel , welches diese selbst ausscheidet,
in ganz analoger Weise auflinden und es istschon von
Leydig als „weiche Haulschicht unter der Chitinhaut“ be-
zeichnet worden; einzelne Theile, wie die Flügeldecken
und Flügel ermangeln derselben allerdings beim ausgebil-
deten Insekt wenigstens auf grosse Strecken hin, während
es ursprünglich nach Semper auch hier überall vorhan-
den ist. Die Chilinmasse selbst zeigt von den Crustaceen
oft in ihrem lamellösen oder faserigen Bau einen Unter-
schied, doch zeigt auch hier ihre Oberfläche oft die poly-
gonale Zeichnung und die Poren sind zuweilen, wie beim
Scorpion in sehr ausgezeichneter Weise, in anderen Fällen
wenigstens deutlich vorhanden. — Die „Zellenausscheidun-
gen und Porenkanälchen an Eiern“ besprechend (p. 78 ff.),
glaubt der Verf. die von Leuckart nachgewiesenen Po-
renkanälchen im Chorion der Insekteneier den entsprechen-
4
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 319
den Kanälen in der Körperhaut der Arthropoden verglei-
chen zu können und deshalb das Chorion selbst ebenfalls
als eine Cutikularbildung ansehen zu müssen.
In seinen Mittheilungen „zur feineren Anatomie der
Insekten“ (a. a. 0. p.225 ff.) handelt der Verf. zunächst
über die Harnorgane, besonders durch die von Leydig
angenommenen Unterschiede zwischen gelblichen und weiss-
lichen Vasa Malpighi, von denen die eine Harn-, die ande=
dere Gallengefässe sein sollen, veranlasst. K. weist eine
derartige Unterscheidung entschieden zurück, indem nach
ihm einerseits ein Zusammenhang zwischen den weiss- und
gelbgefärbten Gefässen sich bei allen Insekten mit wenigen
und langen Vasa Malpighi vorlindet, andererseits bei sol-
chen, wo zahlreiche.kurze vorhanden sind , die Zahl der
weissen und gelben sehr variabel ist, so dass auch zuwei-
len bald die einen, bald die anderen ganz fehlen; endlich
lassen sich auch in den gelben (Leydig’s Gallen-) Ge=
fässen unter Umständen Harnsedimente nachweisen. Der
Verf. erläutert dies besonders an den Vasa Malpighi von
Melolontha, die er in mehreren Fällen sämmtlich milchweiss
antraf und wo er diese Färbung sogar künstlich (durch
Einsperren der Thiere während mehrerer Tage) hervorru-
fen, konnte; an den. gefiederten Kanälen liessen sich hier
zugleich überall feine quergestreifte Muskelfasern nachwei-
sen. Bei den Raupen münden die. Vasa Malpighi jederseits
nach. Vereinigung je zweier in eine Blase: ein (Harnblase
nach. K.), an der von innen nach aussen sich fünf über-
einanderliegende Elemente nachweisen lassen, nämlich eine
dünne Chitinhaut, ein Epithel, eine Längsmuskellage, eine
Ringmuskellage und eine zarte bindegewebartige ‚Hülle;
Der Inhalt der Vasa Malpighi bei den Raupen besteht 1)
aus runden Körnern von harnsaurem Natron und harnsau-
rem Ammoniak, 2) aus oxalsaurem Kalke, 3) aus hellen
blassen Kugeln, die sich als Leuein ergeben. — In: Betreff
der Struktur des Magens der Insekten bemerkt der Verf.,
dass eine Chitinauskleidung derselben in den meisten Fäl-
len fehle (Hydrophilus und eine Phryganiden-Larve haben
sich als einzige Ausnahmen bisher ergeben); das Magen-
320 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
epithel besteht aus kürzeren oder längeren cylindrischen
Zellen, die häufig gelbe Körnchen führen. — Tracheenver-
ästelungen im Inneren von Zellen hat der Verf. in den
Spinnorganen der Raupen beobachtet; die zwischen je zwei
Drüsenzellen verlaufenden Nebenäste der mit dem Drüsen-
gange parallellaufenden Tracheen geben zahlreiche feine
Zweige in das Innere je zweier benachbarten Zellen ab,
um hier mit den entsprechenden der anderen Seite zahl-
reiche Anastomosen einzugehen. An diese Beobachtung
schliesst der Verf. noch einige Bemerkungen über die
Struktur der Spinngefässe selbst und macht eine Mitthei-
lung über das Vorkommen von Krystallen in der Chitin-
haut der Raupe von Bombyx pini.
Den Abhandlungen der beiden vorgenannten Autoren
schliessen sich die von 8. Basch (Sitzungsberichte der
math.-naturwiss. Classe der Akad. d. Wissensch. zu Wien
XXXIN. Bd. p. 234 ff. mit 5 Taf.) veröffentlichten „Unter-
suchungen über das chylopo&@lische und uropo&tische System
von Blatta orientalis“, in mehrfacher Beziehung eng an, theil-
weise zugleich in den Resultaten damit übereinstimmend.
Nach einer von den Darstellungen früherer Autoren in
keinem wesentlichen Punkte abweichenden Schilderung der
Plastik des Darmkanals und seiner Anhänge geht der Verf.
auf die histologischen Verhältnisse der einzelnen Theile
desselben ein, an welchen er die vonLeydig zuerst fest-
gestellen Schichten mit grösseren oder geringeren Modifi- j
kationen fast durchweg aufgefunden hat. Darin, dass er
die Tunica intima (Chitinmembran) dem Chylusmagen ab-
spricht (während sie sich sonst überall im Darmkanale nach- j
weisen liess), stimmen seine Untersuchungen mit denen
Kölliker’s (siehe oben!) überein, so wie er auch in glei-
cher Weise jene langen, eylindrischen , mit einem Saume
versehenen Zellen, welche der Resorption dienen und sich
bis zur Tunica propria erstrecken , nachweist. Die Deu-
tung bestimmter an der Wand des Chylus-Magen sitzender
Gebilde als Drüsen, die aber nach dem Verf. ein alkalisches
Sekret absondern, würde mit Sirodot’s Angaben in Be-
zug auf das Vorhandensein solcher Organe übereinstimmen;
j
Ber,“
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 321
das Sekret der Speicheldrüsen verdaut nach ihm Stärke
und wenn es in eine verdünnte Lösung von Chlorwasser-
stoffsäure gebracht wird, auch Fibrin, durch das des Chy-
lusmagens kann Stärkekleister in Zucker umgewandelt wer-
den. ‘Ueber die Natur der Vasa Malpighi lauten die An-
gaben des Verf. mit denen von Kölliker gleich; auch
nach ihm giebt es nur eine Art derselben und diese sind
ausschliesslich Harngefässe.
Nach Schlossberger’s Untersuchungen über das
chenische Verhalten der Krystalle in den Malpighi’schen
Gefässen der Raupen (Archiv f. Anat. u. Physiol. 1857. p. 61)
liefern dieselben , mit Salpetersäure unter Zusatz von Am-
moniak eingedampft, niemals Murexid; verdünnte Salz- und
Salpetersäure lösen sie ohne Aufbrausen auf, wogegen sie
in Essigsäure, Wasser, Alkohol und Aether unlöslich sind.
Beim Erhitzen werden sie gebräunt, ohne zu schmelzen;
mit Vitriolöl übergossen, entwickeln sie Gasbläschen und
es schiessen Büschel von Gypsnadeln an; die Krystalle
sind sehr klein und lassen immer nur eine, meist quadra-
tische Fläche erkennen. Hiernach bestehen sie wesentlich
aus kleesaurem Kalke und es enthalten also die Vasa Malpighi
in Uebereinstimmung mit dem menschlichen Harne neben der
von Anderen nachgewiesenen Harnsäure auch Oxalsäure.
In der von den Schmelterlingen (Sphinx pinastri) beim
Ausschlüpfen entleerten gelblichen Flüssigkeit wurde von
Schwarzenbach (Verhandl. d. physikal.-med. Gesellsch.
zu Würzburg VII. p.235 1.) Leucin nachgewiesen, welches
sich in Form einer feinkörnigen Substanz in dem Sekrete
befindet; letztere Substanz besteht aus harnsaurem Natron
und harnsaurem Ammoniak. (Da nach Kölliker auch die
Vasa Malpighi der Raupen Leuein enthalten , so scheint es
als wenn der Inhalt dieser 'mit der von Jen Insekten beim
Ausschlüpfen aus dem After entleerten Flüssigkeit — wel-
che nach Fabre aus dem Magen stammt — in ihren che-
mischen Bestandtheilen vollständig übereinstimmt, eine übri-
gens so lange allgemein bestehende Annahme, als man der
Ansicht war, jene Flüssigkeit stamme direkt aus den Vasa
Malpighi des eben entwickelten Insekts.)
Arch. für Naturg. Jahrg. XXV. 2 Bd, V
322 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nach Peligot’s Untersuchungen über das Chitin („Sur
la composition de la peau des vers ä soie“, Comptes ren-
dus de l’acad. d. science. Tome 47. p. 1034 ff.) stellt sich das-
selbe wenigstens in der Haut der Seidenraupe nicht als ein
eigenthümlicher Stoff, sondern als eine Verbindung zweier
organischer Substanzen, nämlich der Cellulose mit einem
stickstoffhaltigen, proteinartigen Körper heraus, Eine Mi-
schung von Protein und Cellulose zu gleichen Theilen würde
fast der Chitine der Seidenraupen-Haut gleich kommen.
Von Lubbock (Transact. of the Linnean soc. XXII.
p. 173—190. pl. 34. 35) sind erneuete Untersuchungen über
das Hautmuskelsystem der Insektenlarven und zwar haupt-
sächlich — nach dem Beispiele Lyonet’s — an einer
Schmetterlingsraupe (Pygaera bucephala) angestellt worden:
„On the Arrangement of the Cutaneous Muscles of the Larva
of Pygaera bucephala.* Der Verf. geht vom dritten Ab-
dominalsegmente der Raupe aus, an welchem er 58 ver-
schiedene Muskeln aufzählt und nach ihrer Lage und An-
heftung beschreibt; mit diesem vergleicht er dann die vor-
hergehenden und folgenden Körpersegmente in Rücksicht
auf die Uebereinstimmungen und Abweichungen, die ihre
Muskulatur darbietet, wobei sich ziemlich bedeutende; Dif-
ferenzen herausstellen. Während z. B. im dritten Thorax-
segmente einzelne der 58 Muskeln fehlen, andere modili-
eirt sind, treten 15 ganz neue auf und zu diesen kommen
im ersten Thoraxsegmente abermals $ andere. — Beim
Vergleiche verschiedener Individuen derselben Art zeigten
sich nur unwesentliche Verschiedenheiten und zwar waren
dieselben nur auf gewisse Muskeln beschränkt ; ebenso
stellten sich bei einem Vergleiche der Muskulatur von Py-
gaera und. Cossus (nach Lyonet) wenigstens am öten
Abdominalsegmente keine erheblichen Abweichungen her-
aus. Unter anderen auf ihre Muskulatur untersuchten. In-
sektenlarven thaten sich besonders die. Larven der Tipula
oleracea und Ctenophora bimaculata hervor, indem hier, trotz
des Mangels der Beine die Körpersegmente mehr ‚als. 70
Muskeln erkennen liessen. Als etwas Auflallendes hebt der
Verf. noch hervor, dass die. vier ersten Körpersegmente
k
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 323
(hinter dem Kopfe) eine gleiche Muskulatur haben, die
von derjenigen der folgenden wesentlich abweicht, so dass
er geneigt ist, das erste Abdominalsegment oder ein sup-
ponirtes zweites Kopfsegment mit denen des Thorax für
morphologisch gleichwerthig zu halten.
Ueber thierische und pflanzliche Parasiten von Insek-
ten wurden auch in diesem Jahre mehrfache Mittheilungen
gemacht:
v. Siebold (Entom. Zeitung XIX. p. 325—344) ver-
öffentlichte einen fünften Nachtrag zu seiner Aufzählung
von Insekten, in welchen Fadenwürmer angetroffen wurden.
Neben solchen Arten, welche schon früher als von Gordia-
ceen bewohnt angeführt wurden und über welche hier neue
Beobachtungen zusammengestellt sind, werden zum ersten
Male erwähnt: 8 verschiedene Coleopteren (5. Carabieinen,
1 Silpha, 1 Staphylinus und 1 Blaps), 3 Orthopteren (Blatta,
Locusta), 9 Hymenopteren (7 Tenthredo, 1Formica, 1 Vespa);
28 Lepidopteren (1 Vanessa, 5 Bombyces, 9 Noctuen, 1 Pla-
typleryx, 10 Geometrae, 1 Pyralis, 1 Tinea) und 1 Dipteron
(Tipularie). — Ausserdem von Crustaceen Gammarus pulex
und von Arachniden eine Lycosa.
Ein gleiches Verzeichniss der von ihm mit Gordiaceen
behaftet angetroffenen Insekten; stellte auch Assmuss
(Wien. Entom. Monatsschr. II. p.177 ff.) zusammen: 6 Co-
leoptera, 4 Orthoptera , 1 Hymenopteron (die ‚Drohnen der
Honigbiene in mehreren Stöcken massenhaft von: Mermis
albicans heimgesucht, so dass sie starben), 3 Neuroptera
(Libellen), 2 Hemiptera, 15 Lepidoptera und 3 Diptera.
Legrand (Bullet. soc. entomol. p. 185) erzog melirere
Gordiaceen aus Dyliscus marginalis, welche er beschreibt
und denen er gleich einen Namen (Gordius, dytiscorum) giebt.
Schenk (Verhandl. d. physikal.-mediz. Gesellsch. in
Würzburg VIII. Sitzungsberichte p. XXIX) beobachtete Ih-
fusorien im Darmkanale der Schmeissfliege.
Auf das Studium der pflanzlichen Parasiten der In-
sekten (Pilzbildungen) hat sich besonders Lebert gewor-
fen und seine schon im vorigen Jahresberichte p. 22 er-
324 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
wähnten 'Untersuchungen. über die Pilzkrankheit der Stu-
benfliege und der Seidenraupe jetzt weiter, fortgesetzt, und,
in umfassenderer Weise veröffentlicht. Seine Abhandlung
„über die Pilzkrankheit der Fliegen , nebst Bemerkungen
über andere pflanzlich-parasitische. Krankheiten der Insek-
ten“ ist jetzt im 15. Bande der Neuen Denkschriften der
allgem. Schweizerischen Gesellsch. f. Naturwiss. (40 pag.
in 4. c. tab. 3 lith.) vollständig erschienen und ebenso bil-
den die „Untersuchungen über die gegenwärtig herrschende
Krankheit des Insekts der Seide“ den Gegenstand eines grös-
seren Aufsatzes, der in dem Jahresberichte über die Wirk-
samkeit des Vereins zur Beförderung des Seidenbaues für
die Provinz Brandenburg im J. 1856—57 im Original auf-
genommen und zum Ueberflusse noch einmal in der Ber-
liner Entomol. Zeitschrift II mit Abkürzungen abgedruckt
ist. Da der Gegenstand nur in losem und zufälligen Con-
nex mit der Entomologie steht, und allein das Interesse
der Mycetologen in Anspruch nehmen kann, beschränken
wir uns hier auf den einfachen Hinweis auf jene Schriften,
nur noch erwähnend, dass der in den kranken Seidenraupen
wuchernde Pilz vom Verf. mit dem Namen Panbhistophylum
ovatum belegt und zu den Schizomyceten Naegeli’s gerech-
net wird.
Denselben Gegenstand betreffen auch die Mittheilun-
gen des Verf. „über einige neue oder unvollkommen ge-
kannte Krankheiten der Insekten, welche durch Entwicke-
lung niederer Pflanzen im lebenden Körper entstehen“ (Zeit-
schrift f. wissensch. Zoologie IX. p.439 ff. Taf. 16 u. 17).
Der Verf. beschreibt hier eine Pilzkrankheit der Puppen
von Fidonia piniaria, durch Verticillum corymbosum Leb.
hervorgerufen, eine andere von Cerastis vaceinii, von der
ein lebendes Exemplar mit zahlreichen von seiner Ober-'
fläche ausgehenden, kurzen, stachelförmigen’ Pilzen, vom
Verf. Acanthomyces | aculeata genannt, angetroffen wurde,
eine dritte an Sphinx' pinastri, ‘wovon ein Exemplar ‘mit
sehr langen, fadenförmigen Pilzen auf der Körperoberfläche
behaftet war (Akrophyton tuberculatum), und endlich eine
vierte an Polistes Americana, an welcher sie nicht selten!
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 325
vorkommt und wo sie durch einen Pilz, den der Verf. Po-
listophthora Antillarum nennt, erzeugt wird.
Eine Zusammenstellung der merkwürdigsten bis jetzt
von verschiedenen Autoren bekannt gemachten, von der
äusseren Körperoberfläche verschiedener Insekten entsprin-
genden Pilze hat G. R. Gray in einer besonderen kleinen
Schrift, welche mit sechs Tafeln Abbildungen ausgestattet
ist: „Notices of Insects, that are known to form the bases
of fungoid parasites* (1858. 4. 22 pag.) geliefert. Die sehr
mannigfachen und zum Theil äusserst auffallenden Pilzfor-
men sind ohne Rücksicht auf ihre natürliche Verwandtschaft
nach den Thieren, auf welchen sie sich vorfinden, aufge-
zählt und diese in systematischer Reihenfolge nach Ordnun-
gen abgehandelt. Interessant ist das aus einer Zusammen-
stellung ' der verschiedenen Insektenordnungen' sich erge-
bende Resultat, dass die Lepidoptera nocturna, die Coleoptera
und Hymenoptera bei weitem am häufigsten und in den
meisten Ländern von pflanzlichen Parasiten behaftet er-
scheinen; von Orthopteren ist bis jetzt überhaupt nur ein
Fall bekannt geworden.
7 Nach Higgins („On the death of the common Hive-
Bee, 'supposed to be occasioned by a parasitic fungus,* Pro-
eceed. literat. and philos. soe. of Liverpool 1857-58, Annals
_and mag: nat. hist. 3. ser. II. p. 387) starben in einem
überwinterten Stocke sämmtliche Bienen in Folge von Pilz-
bildungen im Innern (des Thorax.
0 Beobachtungen über das Vorkommen von Pflanzengallen
ünd ihre spezielle Vertheilung auf die verschiedenen Pflanzen-
gallungen und Arten hat v. Haimhofen (Verhandl. d.
'zoolog.-bolan. Gesellsch. zu Wien1858. p. 285 1.) beigebracht.
Verl. verzeiehnet bei den einzelnen Pflanzenfamilien die
Zahl der Arten, auf welchen bis jetzt Gallen beobachtet
worden sind und ausserdem die Anzahl der diesen Pflanzen
zukommenden verschiedenen Gallenformen ; es stellt sich
dabei heraus, dass bisher 290 Gallenformen auf 161 Pflan-
zenärten beobachtet worden sind und zwar, dass 75 Gallen
allein der Eiche zukommen. Die Gallenformen nach den
Pflanzentheilen, auf’ denen sie ihren Ursprung nehmen, zu-
326 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sammengestellt, ergeben 77 für Blätter, 36 für Blüthen,
27 für den Fruchtboden, 30 für die Stengel u. s. w. End-
lich wird auch die Zahl: der Gallen in Bezug auf ihre Ver-
theilung auf die verschiedenen Insektenordnungen erörtert.
Czech: „NeueEintheilung der Pflanzengallen“ (Bro-
schüre in 8. 15 pag.) bespricht die bis jetzt vorgenommenen
Classifikationen der Gallen durch Malpighi, Reaumur,
Hammerschmidt, Lacaze - Duthiers, Frauen-
feld u. A., verwirft sie sämmtlich und schlägt anstatt des-
sen vor, die Gallen nach ihren Erzeugern‘, also in Hyme-
nopteren-, Dipteren-, Coleopteren- u. s. w. Gallen ein-
zutheilen, was freilich sehr, einfach ist.
Von Leclere wurde der Akademie der Wissensch.
zu Paris (Comptes rendus, 23. Aoüt 1858, Rev. et Magas.
de Zool. X. p. 374) eine Abhandlung über Caprifikation vor-
gelegt, die nach Dum&ril’s Bericht (Comptes rendus
30. Aoüb.1858) keine neuen Beobachtungen enthält.‘ Der
Verf. behauptet hier abermals, dass man in Kabylien grosse
Vortheile aus der Anwendung der Caprifikation für die Fei-
generndte ziehe.
Ueber die Zucht ausländischer Saturnien, wie Sat. Cyn-
thia, Prometheus, Polyphemus, behufs Gewinnung von Seide,
über Verbesserung ‚der Zucht, des gemeinen Seidenspinners,
die, Abwehr der grassirenden Krankheiten desselben u. s. w.
sind auch in diesem Jahre, besonders in den Comptes ren-
dus de l’Institut de France, in der Revue et Magas, de Zoo-
logie und in dem Bulletin de la soc. entomol. 1858 zahl-
reiche Mittheilungen von Guerin, Lucas, Boisduval,
Quatrefages u. A. gemacht worden; in Rücksicht auf
das vorwiegend industrielle Interesse, welches dieselben
gewähren, begnügen wir uns hier mit dem einfachen
Hinweis.
Als von allgemeinem Interesse mag hier noch die Be-
obachtung von Lucas (Bullet. de la soc. entomol. p.X,
Revue et Mag. de Zoologie X. p.171 ff., Comptes rendus
de l’acad. .d. science, T. 46. p. 685 ff.) mitgetheilt ‚werden,
wonach sich, ‚Samenkörner einer Euphorbiacee aus Mexiko,
in.deren Innern sich'Raupen einer Carpocapsa. vorfanden,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1558. 327
beim Erwärmen sprungweise (und zwar ziemlich hoch) fort-
bewegen. — Guerin (Rev. et Mag. de Zool. X. p. 176)
fügt dieser Beobachtung die Notiz hinzu, dass dasselbe Phä-
nomen, wenn auch in geringerem Grade an den Samen, in
denen Anthonomus ulmi und Nanodes tamarisci leben, be-
obachtet werden könne.
J. Curtis: „Sixteen reports on the Insects etc. inju-
rious to Agriculture* (London 1841—-57. 8.) ist dem Ref.
nicht näher bekannt geworden. Nach Mittheilungen im Bul-
let. de la soc. entomol. p. CC über die Abhandlung soll
dieselbe Bemerkungen über zahlreiche schädliche Insekten,
besonders Coleopteren enthalten; auf einer beifolgenden
Tafel soll die Metamorphose von Apion apricans, pomonäe
und Phaedon polygoni dargestellt sein.
Auch von Asa Fitch’s „Noxious and other Insects
of the state of New-York“ (siehe Jahresbericht 1856. p. 20)
sollen nach einer von Le Conte gegebenen Noliz zwei
neue Reports erschienen sein, über welche Ref. nähere Mil-
theilungen so lange verschieben muss, bis ihm dieselben
zugekommen sind.
Mittheilungen über einige schädliche (und nützliche)
Insekten sind auch vonMotschulsky (Etndes entomol. VIl.
p: 164 ff.) gemacht worden.
Kaltenbach’s Arbeit „über die deutschen Phytophagen
aus der Klasse der Insekten“ (siehe Jahresbericht 1856. p. 28)
ist im 15. Bande der Verhandlungen des naturhist. Vereins
der Preuss. Rheinl. und Westphalens p. 77—192 forlgeselzt
und hier die deutschen Pflanzengallungen mit dem Anlangs-
buchstaben B abgehandelt worden. Als solche Pflanzen,
welche die meisten Insekten- Arten ernähren, stellen sich
nach der Zusammenstellung des Verf. heraus: Ballota 10 A.,
Berberis 14, Bela vulgaris 11, Betula 243 (79 Coleopteren,
21 Hemipteren, 2 Dipteren, 10 Hymenopteren, 131 Lepido-
pteren), Brassica 49 (3 Hemipteren, 14 Dipteren, 2 Hyme-
nopteren, 13 Coleopteren, 16 Lepidopteren), Bryonia 6 Ar-
ten. — Anhangsweise ist noch ein ansehnlicher Nachtrag
zu den Pflanzengallungen mil A geliefert worden, in wel-
chem für die dort erwähnten Pflanzen zum Theil sehr zahl=
328 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
‘reiche fernere Insekten-Arten vermerkt werden. — Da:der
Verf. seine eigenen, zum Theil neuen Beobachtungen über
die ersten Stände vieler Arten der Arbeit einverleibt hat,
sogar neue Arten (Agromyza) darin bekannt macht, ist die-
selbe der allgemeinen Aufmerksamkeit um so mehr zu em-
pfehlen.
Die Memoires d’Entomologie,, publies par la soc. en-
tomol. des Pays-Bas, deren Beginn im vorigen Jahresbe-
richte p. 39 angezeigt wurde, sind vom J. 1858 an unter
dem veränderten, holländischen Titel: „Tijdschrift voor
Entomologie, uitgegeven door de Nederlandsche Entomolo-
gische Vereeniging* herausgegeben worden. Der zweite,
in sechs Lieferungen erschienene Band derselben ist, ob-
wohl zum Theil erst im J. 1859 ausgegeben, der leichte-
ren Uebersicht halber ganz in,diesen Bericht aufgenommen
worden.
Die vom Ref. begonnenen „Entomographien, Abhand-
lungen im Bereiche der Gliederthiere* (1. Band, Leipzig 1858)
sind dazu bestimmt, monographische Arbeiten aus. den, ver-
schiedenen Classen und Ordnungen der Gliederthiere. zu
veröffentlichen. Der Anfang ist mit einer Monographie der
Familie Endomychidae gemacht.
Von Mulsant’s „Opuscules entomologiques* ist im
J. 1858 ein achltes Heft (Paris, gr.8. 147 pag. c. tab. 3) er-
schienen, welches diesmal ausschliesslich eoleopterologische
Arbeiten enthält.
Die auf der Königl. Schwedischen Fregalte Eugenie
während einer Erdumsegelung gemachte zoologische Aus-
beute, welche besonders reich ausgelallen zu sein scheint,
wird jetzt ebenfalls in wissenschaftlicher Bearbeitung durch
verschiedene Fachmänner von Seiten der. Schwedischen
Akademie der Wissenschaft veröffentlicht und zwar enthält
das im J. 1858 herausgegebene zweite Helt neben. den An-
nulaten auch den Anfang der Insekten. Der Titel lautet:
Kongl. Svenska Fregatten Eugenies resa omkring; jorden,
under befäl af C. A. Virgin, ären 1851—1853; Vetenska-
pliga jakttagelser pä H. Maj: t Konung Oscar 1. befallning
utoifna af K. Vetenskaps-Akademien. Zoologi II. Annulater,
F
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 329
Insekter. (Stockholm 1858. gr.4. 112 pag. e. tab. I) — Der
bis jetzt vorliegende Theil umfasst nur die Ordnung der
Coleoptera, welche darin noch nicht ganz beendigt, sondern
beim Beginne der Cureulionen abgebrochen ist; es werden
ausschliesslich die für neu gehaltenen Arten, deren Zahl sich
bis’ jetzt auf 237 beläuft und von denen‘ mehrere neue Gat-
tungen bilden, sorgsam beschrieben; 'von den verschiede-
nen auf der Expedition durchforschten Ländern haben China,
Neu -Holland, die Südsee -Inseln, Californien und Buenos
Avyres die reichste Ausbeute geliefert.
Von dem zoologischen Theile der Castelnau’schen
“Expedition in das Innere Süd- Amerika’s: liegt jetzt der
dritte Band, welcher die Bearbeitung der wirbellosen Thiere
enthält, vollständig vor, und zwar ist ‚der grösste Theil
derselben den Artieulaten gewidmet. Die hier in Betracht
kommende Abtheilung des Werkes führt ‘den besonderen
Titel: „Animaux nouveaux ou rares, recueillis pendant
Vexpedition dans les parties centrales de l’Amerique du
Sud, de Rio de Janeiro a Lima et de Limz au Para: exe-
eutee par ordre du gouvernement frangais pendantles an-
nees 1843 ä 1847 sous la direction du comte Francis die
Castelnau. Entomologie par H. Lucas. ı ‚Paris 11857.
(gr. 4. 199 pag.. 20 pl.'col.). — Zunächst: sei bemerkt, dass
das Erscheinen des vorliegenden Theiles jedenfalls’ nicht in
das Jahr 1857, welches auf'dem Titelblatt’ angegeben ist,
fällt, wie dies schon aus einigen Citaten von Werken, die
am‘Ende des genannten ‚Jahres erschienen sind‘; 'hervor-
geht; die hiesige Bibliothek, welcher derartige Reisewerke
stels lieferungsweise und direkt aus Paris zukommen, ist
erst im J. 1859 in den Besitz desselben gelangt. — Was
den Inhalt betrifft, so erstreckt sich der von Lucas be-
arbeitete entomologische Theil, von den weiter unten zu
berücksiehtigenden Crustaceen und Arachniden abgesehen,
nur auf die Ordnungen der Coleopteren und Lepidopteren
und zwar auch auf diese nur parlieenweise. Seinem Vor-
worte zufolge ist dem Bearbeiter nur ein beschränkter
Raum zugemessen gewesen und diesen hat er, wie es
scheint, auf die Bekanntmachung (der, ihn am meisten an-
330 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sprechenden Formen verwandt. So sind von Lepidopteren
ausschliesslich einige neue Equites bekannt gemacht, von
“ den CGoleopteren hauptsächlich die Familien der Cicindelen,
die Truncatipennen unter den Carabicinen, die Buprestiden,
Lamellicornen, Longicornen und Cureulionen eingehender
behandelt und selbst diese meist nur durch grössere und
ausgezeichnetere Arten bereichert worden. Die auf der
Expedition gesammelten bekannten Species sind meist nur
namentlich mit dem Citat ihrer Beschreibung aufgeführt,
die neuen sorgfältig beschrieben , in einigen Fällen aber
auf bekannte zurücklührbar. Vorzüglich sauber und getreu
sind die das Werk begleitenden Abbildungen, so dass sie
sich vor denen der meisten französischen Reisewerke sehr
vortheilhaft auszeichnen. Zwei Tafeln sind für die Lepi-
dopteren, fünfzehn für die Coleopteren verwandt, unter
letzteren aber einige der Darstellung von schon früher be-
schriebenen Arten (besonders von Blanchard’schen Lamel-
licornen, denen diese Illustrationen sehr zu Statten kom-
men) gewidmet.
Der zweite Band von J. Thomson’s Archives entomo-
logiques (gr. 8., 469 pag., 15 pl. col., Paris 1858) ist einer Be-
arbeitung der Insektenfauna des Gabon (im südlichsten Theile
von Guinea, fast unmittelbar unter dem Aequalor liegend) ge-
widmet und zwar ist derselben hauptsächlich die reiche Aus-
beute von Deyrolle zu Grunde gelegt, welcher an jener
Lokalität Insekten aller Ordnungen, vorzugsweise freilich
Coleopteren gesammelt hat. Hin und wieder sind auch Arten
aus anderen Theilen von Guinea, wie Alt-Calabar (6° nördl.
Br.), Gross-Bassam u. s. w. mit aufgenommen worden. Die
Zahl der aufgeführten Insekten beträgt 680, von denen 452
auf die Coleopteren, 5 auf die Orthopteren, 2 auf die Neu-
ropteren (Hemerobiden), 19 auf die Hymenopteren, 171 auf
die Hemipteren, 1 auf die Lepidopteren (eine Saturnia) und
27. auf die Dipteren kommen. (An diese schliessen sich
noch Arachniden und Myriapoden.) Es ist also eigentlich
nur aus den Coleopteren und Hemipteren, den einzigen Ord-
nungen, welche reichhalliger vertreten sind, ein Bild von
der. Eigenthümlichkeit der dortigen Fauna zu gewinnen,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 331
während ‘die übrigen entweder (Orthoptera, Neuroptera,
Lepidoptera) nur durch ganz vereinzelte Arten repräsenlirt
sind, oder (Hymenoptera, Diptera) zum grösseren Theile be+
reils bekannte und weiter verbreitete enthalten. Unter den
Coleopteren sind drei Viertheile, unter den Hemipteren mehr
als die Hälfte, unter den Hymenopteren nur ein Fünftheil,
unter den Dipteren zwei Drittheile der aufgeführten Arten
neu. Letztere sind durchweg beschrieben und zum grossen
Theile, wenigstens wenn sie eigene Gallungen bilden, sehr
schön abgebildet; die bereits bekannten nur in dem Falle
charakterisirt, wo sich dieses als nöthig erwies, sonst nur
dem Namen nach angeführt (Coleoptera), oder in ihrer Sy-
nonymie, Verbreitung u. s. w. erörtert (Hemiptera). Unter
den Goleopteren, welche von Thomson selbst bearbeitet
sind, ist die Familie der Longicornia wieder mit besonde-
rer Vorliebe behandelt, sowohl in Betreff der Aufstellung
vieler neuer Gattungen als in der Erläuterung durch zahl-
reiche Abbildungen: (5 Tafeln). Die Hemipteren haben durch
Signoret eine gründliche Bearbeitung erfahren ; die Be-
schreibung einer Anzahl von Arten derselben kommt jedoch
auch Fairmaire zu, der zugleich‘ die wenigen 'neuen
Orthopteren, Neuropleren und Hymenopteren zu charakteri-
siren übernommen hal; die Dipteren endlich hat Bigot
abgehandelt, — Unsere Kenntniss von der Insektenfauna
von Guinea erhält durch diese Arbeit eine sehr wesent-
liche Bereicherung, wenn auch wohl die eine oder andere
der als neu aufgestellten Arten eine Redueirung auf ältere
Beschreibungen wird erfahren müssen; wie Signoret es
bei den Hemipteren gelhan hal, wäre auch in den übrigen
Ordnungen ein ausgedehnterer Vergleich mit den Fabrieius’-
schen Arten wünschenswerth gewesen, indem viele aus
Guinea stammende Arten dieses Autors bisher wenig sicher
festgestellt sind. In einigen Fällen hat Ref. bei den ein-
zelnen Familien einen solchen Nachweis von Identität zu
geben versucht.
Wollaston: „Brief diagnoslic characters of unde-
scribed Madeiran Insects* (Annals and magaz. of nat. hist.
3 ser. I. p. 18—28 und p. 1i3—125) machle eine Anzahl
332 Gerstaecker:,Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
neuer Insekten-'Arten aus Madeira durch ‚Diagnosen: be-
kannt; einige ‚sind zugleich auf pl: 4 ‚und 5; durch 'Wiest=
wood abgebildet. Im Ganzen sind 83. Arten bekannt 'ge-
macht, von denen 2 auf die Coleopteren, 2 auf. die Ortho-
pteren, 31 auf die Hymenopteren, 21 auf die Dipteren, 21
auf die Lepidopteren und: 6 auf’ die Hemipteren kommen.
Als Anhang zu G. Hartung’s‘ Abhandlung‘über die
zoologischen Verhältnisse der Inseln Lanzarote und 'Fuerta=
Ventura (Neue Denkschriften der allg. Schweizerisch. Ge-
sellsch. f. d. gesammt. Naturwiss..XV. p. 140 ff.) hat ©. Heer
ein Namensverzeichniss der auf den beiden genannten In-
seln 'aufgefundenen Insekten zusammengestellt. Von Lan-
zarote sind 46 Coleoptera, 6 Orthoptera und 5 Hemiptera,
von Fuerta-Ventura 33 Coleoptera und’ 4 Orthoptera aufge-
führt, jedoch ist reichlich ‘die Hälfte beiden Inseln gemein-
sam. Eine Reihe von Arten ist nur der Gattung nach be-
stimmt, eine einzige (Attagenus) als neu beschrieben.
In Livingstone’s „Missionary Travels and Resear-
ches in South - Africa* (London 1857. 8. 687 pag.) "finden
sich verschiedene Angaben, hauptsächlich biologischer 'Na-
tur, über solche Afrikanische Insekten, welche durch mas-
senhäftes Auftreten ‚Zerstörungen, besondere Eigenthüm-
lichkeiten u. 's. w. besonders die Aufmerksamkeit der Rei-
senden auf sich ziehen; neben Ameisen, Termilen und Glos-
sina morsitans, 'welchen die meisten Mittheilungen des Verf.
gelten, werden auch nesselnde Raupen, Aphrophora - Lar-
ven, Psvllen, Ateuchen, ferner Arachniden und Scolopendren -
in mehr oder weniger eingehender Weise erwähnt und be-
sprochen. ‘Obwohl bei diesen Angaben natürlich eine ge-
nauere Bestimmung der Art und selbst der Gattung 'meist
fehlt, bieten sie bei dem Wenigen , was aus dem Inneren .
Afrika’s bis jetzt über das dortige Insektenleben zu uns
gelangt ist, immerhin Interesse genug dar, um hier kurz
erwähnt zu werden. Der Uebersichtlichkeit halber theilen
wir die in der Reisebeschreibung überall zerstreuten Notizen
des Verf. in systematischer Reihenfolge mit.
Von Coleopteren ist (p.43) nur der „Scavenger Beette“ erwähnt,
offenbar ein grosser Ateuchus, welcher in Kuruman, wo er häufig ist,
F
1
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 333
die Dörfer rein erhält, indem er den Mist’ der Thiere augenblicklich
fortschafft. "Die Pillen, welche er dreht, sind oft so gross wie Bil-
lardbälle und werden , wie bei den einheimischen Arten, in die Erde
eingegraben ; beim Wegwälzen derselben, welches durch die Hinter-
beine geschieht, gehen die Käfer rückwärts und zwar mit dem Kopfe
gegen die Erde und den Hinterbeinen nach oben gewandt. — Ueber
Termiten wird an verschiedenen Orten (p. 203, 464 und 539) berich-
tebz; besonders grosse Hügel derselben auf einem sonst ganz flachen
Terrain hat L. bei Linyanti und Sesheke gesehen und glaubt, dass
das Land von ihnen gedüngt werde, indem wenigstens die Eingebor-
nen sich dieser Hügel zum Anbau von Mais, Tabak und überhaupt
solcher Produkte, die sie besonders pflegen, bedienen. Das Abbrechen
der Flügel nach dem Schwärmen geschieht dadurch, dass das Insekt
sie nach vorn umbiegt; versucht man sie durch Ziehen nach rück-
wärls auszureissen, so gelingt dies nicht ohne den Körper selbst zu
verletzen. Der Ungestüm, welchen die Thiere beim Schwärmen zei-
gen, ist ausserordentlich; L. sah öfters in Häusern, wo sie mitunter
ebenfalls aus irgend einer Oellnung des Bodens auszuschwärmen be-
ginnen, ein Feuer über dieser Oellnung anlegen, um ihnen den Weg
abzuschneiden; sie passirten jedoch ‘das Feuer ohne Zaudern. Von
den Eingebornen werden sie gesammelt, geröstet und als besondere
Delikatesse verspeist. — Aus einer Colonie brechen sie zuweilen,
wie auf ein gegebenes Zeichen, zu Hunderten heraus um Gras mit
den Mandibeln abzuschneiden, was ein Geräusch hervorbringt, als
wenn ein leiser Wind durch die Blätter säuselt; grosse Bündel von
Gras, weiche öfter vor L.'s Bett gelegt wurden, trugen sie ebenfalls
mit unermüdlicher Ausdauer fort in ihre Wohnplätze, wozu sie zwei
Tage gebrauchten. Beim Bauen ihrer Wohnung thun sie ebenfalls
wie auf ein Zeichen drei bis vier energische Schläge auf den Boden
(wohl die Soldaten mit den Mandibeln),, was sich anhört, als wenn
der Regen von Bäumen geschüttelt wird. — Unter den Hymenopteren
haben besonders die Ameisen die Aufmerksamkeit des Reisenden auf
sich gezogen (p. 21, 328, 430 und 537): langbeinige schwärze Amei-
sen setzen in der Mittagssonne bei einem Thermometerstande von
134° Fahr. ihre Arbeiten mit ununterbrochener Emsigkeit fort und
trotz dieser Hitze besitzen sie die Fähigkeit, ihre unterirdischen
Gänge fortwährend feucht zu erhalten, ein Umstand. aus dem L. ver-
muthet, sie möchten Wasser ausschwitzen können; solche, die flache
Gegenden bewohnen, welche in der Regenzeit unter Wasser gesetzt
werden, bauen sich an Grasstengeln kleine Wohnungen aus zähem
schwarzen Lehm („of black tenacious loam“), welche sie beziehen,
wenn sie durch die Fluth aus ihren unterirdischen Wohnungen ver-
trieben werden. Besonders auflallend sind die hier oft zu beobach-
tenden Ameisenzüge, z. B. von einer Art rother Ameisen, welche in
334 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Form einer Armee dicht gedrängt nach. einer bestimmten Richtung
marschiren; ein solcher Zug hat das Ansehen eines langen, schmalen
Bandes von zwei bis drei Zoll Breite ; jeder, der denselben zu stö-
ren sucht, Mensch oder Thier, wird sogleich von’ den Ameisen über-
fallen und heftig gebissen , besonders aber stürzt sich eine ganze
Schaar auf den, der zufällig in ihr Nest, das unter der Erde angelegt
wird, tritt. Durch ihre Vertilgung anderer Thiere , besonders auch
der Terwiten, mit denen sie in Feindschaft leben „ sind sie übrigens
nützlich, In dieser Beziehung ist besonders eine schwarze Ameise
von Y%, Zoll Länge („black soldier-ants“) zu erwähnen, welche, eben-
falls in langen Zügen, zu drei bis vier in einer Reihe, geradezu zum
Kampfe gegen die Termiten auszieht; sie werden von einigen. Füh-
rern, die grösser sind und die Spitze des Zuges einnehmen, angeführt
und, folgen diesen trotz aller ihnen in den Weg gelegten Hinder-
nisse; jede ergreift beim Angrilfe auf einen Termitenhaufen eine Ter-
mite und paralysirt: sie durch einen Stich, so dass sie auf den Rücken
fällt, ohne. jedoch getödtet zu sein, — Die Fähigkeit der Hymenoptera
aculeala, andere Insekten durch das Gift ihres Stachels scheintodt zu
machen, hat l,. übrigens öfter beobachtet und besonders an. einer Pe-
lopoeus- Art (Pelopoeus Eckloni, „the plasterer“) sehr treffend ge-
schildert; die hebensweise dieser Art stimmt mit ihren Verwandten
überein, indem sie ihre Zeilen. in Häusern aus einem Stückchen Mörtel
baut und dieselben mit Raupen, Spinnen oder Grylien zur Nahrung
für ihre Larven belegt (p. 538 f.). — Ueber Bienen, Honig und Wachs
vergl. p- 614. — Von Dipteren hat natürlich. die berüchligte „Tsetse*
vor allen die, Aufmerksamkeit L.'s erregt und eine wie bedeutende
Rolle sie in den vom Verf. bereisten. Länderstrecken spielt, wird
schon durch die Abbildung derselben im Holzschnitt auf dem. Titel-
blatt seiner Reisebeschreibung angedeutet. Nähere Berichte über die
Verheerungen, welche sie anrichtet, werden p. 80 f. und. p. 531, 571 £.
gegeben. Obwohl sie während der Reise des Verf. niemals in be-
sonders grosser Anzahl auftrat, verlor derselbe doch 43 Ochsen
durch, ihren Stich; ausser diesen ist sie Pferden und Hunden verderb-
lich, während sie merkwürdiger Weise, auf Menschen ‚ wilde Thiere
und Kälber, so lauge sie saugen, keine bemerkbare Wirkung, ausübt.
Lässt man sie auf‘ der Hand ganz ungestört saugen, so sieht man,
dass ihr Leib durch Blut anschwillt, und dass sie, wenn sie sich ge-
sältigt, fortfliegt; es folgt nur ein leichtes Gefühl von Brennen, dem-
jenigen von Mückenstichen vergleichbar. Bei den Rindern ist.die
unmittelbare Folge des’ Stiches ganz dieselbe , jedoch, nach einigen
Tagen beginnen Augen und Nase zu triefen, die Haut wird starr, am
Kiefer und zuweilen am Nabel zeigen sich. Anschwellungen, Abma-
gerung mitSchlaflfheit der Muskeln verbunden stellt, sich..ein und nach
längerer Zeit, zuweilen erst nach Monaten, gehen die Thiere, unter
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 335
Hinzutreten von Durchfällen und ausnehmender Schwäche zu Grunde.
Oft verfallen ganz gesunde Rinder bald nach dem Stiche in Blindheit
und in schwankende Bewegungen, als wenn das Gehirn: affieirt wäre,
in anderen Fällen wird der Verlauf der Krankheit durch Temperatur-
Veränderungen beschleunigt; bei der Sektion der gefallenen Thiere
zeigt sich das Unterhautzellgewebe mit Luft erfüllt, das Fett von
grüngelber Farbe und öliger Consistenz, die Muskeln schlaff, das
Herz oft so weich, dass man es mit dem Finger durchstossen konnte,
der Magen blass, die Gallenblase ausgedehnt, also Symptome einer voll-
ständigen Intoxication. Die Erfahrung, dass die Tsetse gegen die
Excremente, des Rindviehes einen besonderen Widerwillen zeigt, hat
zur Anwendung derselben als eines Präservalivs gegen den Stich der
Fliege geführt; man hat nämlich Rinderkoth mit Menschenmilch und
anderen Substanzen verniischt den Thieren in die Haut eingerieben,
ein Mittel, das die Fliegen zwar für einige Zeit abhält, aber von vor-
übergehender Wirkung ist. — Schmetterlingsraupen mit langen llaa-
ren , welche bei der Berührung in der Haut stecken bleiben und
starkes Jucken erregen , ferner andeıe ebenfalls behaarte , die ein
Gefühl von Nesseln erregen, werden p. 610 erwähnt. — Unter den
Homopteren fällt besonders eine Cercopide durch die Fähigkeit, eine
klare Flüssigkeit aus ihrem Körper abzusondern, auf; sieben bis acht
Individuen der Aıt, welche der Verf. mit Aphrophora spumaria ver-
wandt glaubt, sitzen dicht um einen Punkt an dünnen Zweigen von
Fieus-Arten (andere wurden auch auf Rieinus communis angetroffen)
und liefern während einer Nacht zusammen drei bis vier Pints
(48—60 Unzen) Flüssigkeit: Die Menge der letztern wird nicht ver-
mindert, wenn man die Zweige des Baumes verletzt und die: Saft-
eireulation abschneidet, so dass der Verf. glaubt, das Sekret des In-
sektes, welches 5- bis 6mal so gross ist als die Europäische Art,
stamme aus der Atmosphäre (p.415 1... Auf den Blättern von Bau-
hinia lebt in grosser Anzahl die Larve eines anderen Homopteron
(nach Westw o0d's Bestimmung einer Psylta- Art), welche sich mit
einer süssen , gummiarligen Substanz überdeckt, die von den Einge-
bornen gesanımelt und verspeist wird. (Abbildung im Holzschnitt auf
p- 164.) — Ueber den Reichthum einzelner Gegenden, besonders nach
Regengüssen, an Insekten im Allgemeinen, siehe p. 463, 609 f.).
A. Costa hat die Monti Partenii (im Prinecipato ulte-
riore des Königreichs Neapel) in entomologischer Beziehung
durchforscht und Mittheilungen über die Insektenfauna der-
selben in einer eigenen kleinen Schrift: „Ricerche entomo-
logiche sopra i monti Partenii nel prineipato ulteriore* (Na-
poli 1858. 8. 29 pag. c. tab. 1. col.) gemacht. Nach eini-
336 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gen Bemerkungen über die Eigenthümlichkeiten der Fauna
im Allgemeinen unter Hervorhebung der wichtigsten Formen
innerhalb der einzelnen Ordnungen giebt der Verf. eine
systemalisch geordnete Aufzählung der von ihm aufge-
fundenen Arten, deren Gesammizahl sich auf etwas mehr
als 400 beläuft; von den einzelnen Ordnungen sind die
Coleopteren, Hymenopteren und Hemipteren beträchtlich rei-
cher als die übrigen vertreten. Diesen Namensverzeich-
nisse: schliesst sich noch eine Reihe von Anmerkungen über-
einzelne Arten‘, so wie die kurze Charakteristik einiger in
der Liste als neu bezeichneter Coleopteren , Hymenopteren
und Hemipleren an, welche zum Theil auch auf einer bei-
folgenden Tafel abgebildet sind.
In H. Rink’s „Groenland, geographisk og statistisk
beskrevet* ist ein auch im Separatabdrucke erschienener „Na-
turhistoriske Bidrag til en Beskrivelse af Groenland,“ af J.
Reinhardt, J.C.Schioedte u. s. w. (Kjöbenhavn 1857.
8. 172pag.) enthalten, in welchem p.50—74vonSchioedte
Nachricht über die daselbst vorkommenden Insekten und
Arachniden gegeben wird. („Udsigt over Groenlands
Land-, Ferskvands- og Strandbreds - Arthropoder,, ved J.
C. Schioedte*). ‚Im Allgemeinen stimmt. der Charakter
der Grönländischen Insektenfauna mit dem der übrigen:
Nordländer darin überein, dass die Zahl der Arten: gering,
die der Individuen vieler Arten dagegen ausserordentlich
gross ist; mit Einschluss der Arachniden mag sich die Zahl
der Arten, die kleinen mit eingerechnet, etwa auf 180—200
belaufen, ‚von denen aber viele noch nicht genau bekannt
sind. Unter den Coleopteren sind die Carabieinen, die Dy-
tiscen, Gyrinen, Staphylinen,, Byrrhen, Curculionen und
Coceinellen durch einige oder vereinzelte Arten vertreten,
von Orthopteren nur eine Ephemera mit Sicherheit bekannt,
von Neuropteren 2 Phryganiden und 1’Hemerobius, von
Hymenopteren 1 Tenthredinete, 2 Bombus und verschiedene
Ichneumoniden, von Lepidopteren 4 Rhopaloceren (1 Ar-
gynnis, 2 Chionobas, 1 Colias), 6 Noctuen , 1 Geometra,
1 Pyralide, 1 Tortrix, 3 Tineinen, von Dipteren 10 Tipula-
rien, 1 Empide, 1 Dolichopode, 3 Syrphiden, 24 Muscarien
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 337
(besonders artenreich sind Anthomyia und Scatophaga) und
1 Pulex, von Hemipteren nur 4 Arten, darunter 2 Blalt-
läuse, aufgeführt. Auch die Pedieulinen, Mallophagen und
Thysanuren sind vertreten. Die namentlich verzeichneten
Arten werden mit Angaben über Vorkommen, Lebensweise
u. s. w. begleitet und zum Theil in ihrer Synonymie erör-
tert; besonders wird in letzterer Hinsicht auf Fabricius
Fauna Groenlandica verwiesen. Zwei Cryptus - Arten und
1 Cureulionide werden als neu beschrieben.
Kawall setzte seine „Entomologischen Notizen aus
Kurland“ in der Entomol. Zeitung XIX. p. 65—72 fort. Verf.
macht Mittheilungen über das Vorkommen und die Lebens-
weise von 11 verschiedenen Coleopteren, über die Zucht
von 6 verschiedenen Ichneumoniden, über die Larven von
4 Tenthredineten und ihre Verwüstungen, über Oryssus co-
ronalus, dessen Weibchen Pfosten aus Kiefernholz anbohr-
ten, über eine dem Falter nach unbekannte Tortrix- Raupe,
die in den Schoten der Erbse lebt, über Dipteren - Maden
unter der Haut des Menschen u. a. — Zugleich erwähnt
er einer Monstrosität von Ampedus, dessen rechte Antenne
eine sechsgliedrige Abzweigung zeigte.
A. Becker (Bullet. d. natur. de Moscou 1858. II.
p-159—187) machte wiederholt naturhistorische Mittheilungen
aus d. J. 1856—57 aus der Umgegend von Sarepta. Ein
reichhaltiges Verzeichniss von Sareptaner Insekten aller Ord-
nungen, welche nach dem Datum ihres Erscheinens aufge-
führt sind und bei denen jedesmal die Pflanzen, von denen
sie sich ernähren oder auf denen sie anzutreffen sind, er-
wähnt werden, findet sich daselbst zusammengestellt; die
Schmetterlingsfauna von Sarepta wird durch Nachtragung
der neu entdeckten Arten vervollständigt. Auch über die
Wirkung einiger Pflanzensäfte auf das Leben der Insekten
giebt der Verf. sowohl hier als in der Entomol. Zeitung XIX.
p- 429 Notizen.
Kolenati’s Zusammenstellung der Insektenfauna des
Caucasus erhielt im 8. Fascikel seiner Meletemata entomo-
logica (Bulletin des natur. de Moscou 1858. I—IV) eine Fort-
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. 2. Bd, W
338 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
setzung durch eine Uebersicht über die daselbst vorkom-
menden Curculionen.
Kurze Notizen über Lebensweise und Vorkommen
einer Reihe von Niederländischen Insekten aus den Ordnun-
gen der Coleopteren, Hemipteren, Hyınenopteren und Dipte-
ren theilte Six (Tijdschrift voor Entomologie Il. p. 14 ff.) mit,
In den Annales de la soc. entomol. VI. p. 871—893 ist
von Laboulbene ein Namensverzeichniss der von der
Pariser Entomologen - Versammlung auf der Grande - Char-
treuse erbeuteten Insekten aus den Ordnungen der Coleo-
pteren, Orthopteren (wenige) und Lepidopteren zusammen-
gestellt worden.
L. Moeller: „Die Käfer- und Schmetterlingsfauna
von Marienbad in Böhmen“ (Zeitschrift f. d. gesammt. Na-
turwiss. XI. p. 436—446) gab eine systematische Aufzäh-
lung von etwa 600 Coleopteren und gegen 200 Lepidopte-
ren, die an der genannten Lokalität von ihm aufgefunden
wurden.
Carusi hat in einer kleinen Schrift „Tre passeggiate
al Vesuvio* (Napoli 1858. 8. 44 pag.) des schon mehrfach
beobachteten Phänomens Erwähnung gethan, dass nach
Eruptionen des Vesuv zahlreiche Insekten aller Ordnungen
den in der Nähe des Kraters befindlichen Fumarolen zuflie-
gen und dort ihren Untergang finden. Am zahlreichsten
und zugleich wegen ihrer harten Bekleidung am besten
conservirt sind die Käfer, deren sich eine Anzahl von Ar-
ten aus verschiedenen Familien dort aulfinden liess; von
den übrigen Ordnungen waren die Hymenopteren am stärk-
sten vertreten, die anderen nur durch wenige Arten. Es
scheint als triebe ein unwiderstehliches Verlangen diese
Thiere, in den Flammen ihren Tod zu finden.
Von Waga („Sur la pretendue pluie d’Insectes,* Re-
vue et Magas. de Zoologie X. p. 261 ff.) wurde wieder ein-
mal das massenhafte Auftreten von Telephorus-Larven im
Januar auf der Oberfläche des Schnees, bei Warschau von
ihm beobachtet, zur Sprache gebracht. Er ist der An-
sicht, dass die Larven nicht durch einen Orkan auf die
Oberfläche des Schnees geschleudert werden, sondern dass
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 339
sie bei ihrer geringen Empfindlichkeit gegen Kälte und
ihrer Lebensweise an der Oberfläche des Erdbodens her-
vorgelockt werden, sobald nach einem Schneefalle »lötzlich
eine gemässigte Temperatur eintritt.
Aude (Compt. rendus T.46. p. 1055) machte der Akad.
d. Wissensch. zu Paris eine Mittheilung über einen von
ihm in der Vend&e beobachteten Insektenregen. Am 5ten
März beobachtete er, dass auf seinen Wagen, neben dem
er herging, von Zeit zu Zeit Insekten niederfielen, die den
Heimchen glichen („dem Heimchen mehr als der Feld-
grille*) ; alle waren von gleicher Grösse, Farbe und Form,
von der Kälte erstarrt, erholten sich aber, wenn man sie
in die Hand nahın.
Motschulsky hat der Akad. d. Wissensch. zu Paris
einen Artikel: „Sur l’insecte qui a perfore les balles en
plomb de l’armee frangaise en Crimee* eingesandt, welcher
in den Comptes rendus T. 46. p.1211 im Auszuge mitge-
theilt ist, aber nichts wesentlich Neues enthält.
Guibourt, „Nolice sur une maliere pharmaceutique
nommee le Trehala, produite par un insecte de la famille
des Charangons (Comptes rendus de l’acad. d. scienc. T. 46.
p- 1213 ff.) theilte der Pariser Akademie der Wissensch. mit,
dass in Syrien eine Larinus - Art an ihrer Nahrungspflanze
(Gattung Echinops, zu den Cynareen gehörig) grosse kug-
lige Anschwellungen erzeuge, in deren Inneren sich die
Larve entwickelt. Das Mark dieser die Grösse einer Olive
erreichenden Auswüchse ist reich an Zucker, wenn auch
Amylum den vorwiegenden Bestandtheil abgiebt. In der
Persischen Pharmacopöe ist dieser Zueker schon seit lange
unter dem Namen Schakar el ma-ascher (Nestzucker )
bekannt,
Heeger hat seine seit einer längeren Reihe von
Jahren gelieferten „Beiträge zur Naturgeschichte der In-
seklen* mit einer 17ten Fortsetzung in den Sitzungsberich-
ten der math,- naturw. Classe der Akad. d. Wissensch. zw
Wien, 29. Bd. p. 100—120 weitergeführt. Dieselbe enthält
die Darstellung der ersten Stände von sechs verschiedenen
Coleopteren.
340 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L’Insecte, par J. Michelet (Paris 1858. 8. 401 pag.),
auch in deutscher Uebersetzung unter dem Titel: „Das In-
sekt, naturwissenschaftliche Beobachtungen und Reflexionen
über das Wesen und Treiben der Insektenwelt, von J. Mi-
chelet, mit einem Vorworte von Blasius“ (Braunschweig
1858. 12. 384 pag.) erschienen, ist eine populär abgefasste
Schrift, welche sich mit zum Theil recht originellen Be-
trachtungen über die Insektenwelt beschäftigt. Von den
drei Capiteln , in welche das Buch zerfällt, geht das erste
auf die Metamorphose, das zweite auf die Beziehungen der
Insekten zur Aussenwelt, den von ihnen gestifteten Nutzen,
ihre Kunstfertigkeiten, Produkte u. s. w., das dritte auf die
Insektenstaaten (Termiten, Ameisen, Bienen, Wespen) ein.
Von Lewysohn sind in seiner „Zoologie des Tal-
muds“ (1858. 8.) auch die im Talmud erwähnten Insekten
einer näheren Erörterung unterzogen worden.
Fossile Insekten verschiedener Gattungen aus der Braun-
kohle von Sieblos wurden von v. Heyden (Meyer und
Dunker, Palaeontographica V, 5. p. 115—120. Taf. 23) be-
schrieben und abgebildet. Von Coleopteren: Bupestris
Meyeri, senecta, Bruchus decrepitus, Molytes Hassenkampi,
Pissodes efJossus. VonHcmipteren: Leptoscelis humata, Ly-
gaeus fossilius. Von Hymenopteren: Bracon macrosligma.
Von Dipteren: Larve von Tipula? und Dolichopus ?
Diesen schliessen sich die Beschreibungen von zwei
Libellen, ebenfalls aus der Braunkohle von Sieblos (ebenda
p- 121. Taf. 24) durch Hagen an, welche mit dem Namen
Heterophlebia jucunda und Lestes vicina belegt sind: end-
lich auch (ebenda p. 125. Taf. 25) Ascalaphus proavus Hagen
aus der Rheinischen Braunkohle.
Czech, „Ueber die Entwickelung des Insektentypus
in den zoologischen Perioden“ (Broschüre in 8. 14 S.) lie-
ferte den Nachweis, dass die untergegangenen Insekten-
formen keineswegs der Agassiz’schen Theorie entspre-
chend in Vergleich mit den lebenden als unvollkommen or-
ganisirt angesprochen werden können; es habe sich weder
die Heer’sche Ansicht, wonach der Steinkohlenperiode nur
ametabolische Insekten eigen seien, bestätigt, noch sei es
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 341
durch die Erfahrung festgestellt, dass die Insekten der äl-
testen Perioden den Larvenformen der jetzt lebenden ent-
sprächen.
In bibliographischer Beziehung ist auf die Mittheilun-
gen hinzuweisen, welche Hagen (Entomol. Zeitung XIX.
p- 303 ff.) über die Insekten-Abbildungen der beiden Ho ef-
nagel in ihren Bilderwerken „Archetypa“ und „Diversae
Insectorum volatilium icones“* v. J. 1592 und 1630 machte.
In letzterem Werke sind 340 verschiedene Insekten aus
allen Ordnungen abgebildet und zwar sind davon 334 Nord-
deutsche Arten.
Orthoptera.
Für diese Ordnung haben wir zunächst zwei gleich
ausgezeichnete und wichtige monographische Arbeiten aus
d. J. 1858 zu erwähnen, auf welche unter den Familien,
die in ihnen behandelt werden, näher einzugehen ist: 1)
Den speciellen Theil der Monographie der Termiten von
H. Hagen im 12. Bande des Linnaea entomologica, wie
der erste Theil, der hier noch mit reichhaltigen Nachträgen
versehen wird, ein Muster für monographische Arbeiten
überhaupt. 2) Die Fortsetzung der von de Selys-Long-
champs und Hagen unternommenen Bearbeitung der
Odonaten mit der „Monographie des Gomphines,“ im 11ten
Bande der M&moires de la soc. royale des sciences de Liege
enthalten und zugleich im Separatabdruck (8. 460 pag. c.23
tab. lith.) erschienen.
Von faunistischen Beilrägen ist ebenfalls der wichtigste
von Hagen in der „Synopsis der Neuropteren-Fauna Cey-
lon’s“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. 1858. p. 471 ff.)
geliefert, in welcher neben den eigentlichen Neuropteren
auch die Pseudo-Neuropleren berücksichtigt sind. Es wer-
den darin die bereits bekannten Arten mit Beifügung der
Synonymie aufgezählt, die neuen durch ausführliche Dia-
gnosen eingelührt; im Ganzen sind bis jetzt 6 Termiten, 1
Embide, 11 Psociden, 3 Perlarien, 10 Ephemeriden und 28
Odonaten bekannt geworden. In letzterer Familie hat der
842 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Verf: die Beschreibung der neuen Arten für die in Aus-
sicht stehende Monographie verschoben; unter den Psoci-
den, Perlarien und Ephemeren sind die meisten Arten neu.
Für die Europäische Orthopteren-Fauna (im älteren
Sinne) ist das von R. Türk von Neuem zusammengestellte
systemalische Verzeichniss der in Oesterreich unter der
Enns bis jetzt aufgefundenen Orthopteren (Wien. Entomol.
Monatsschr. II. p. 361—381) nicht ohne Interesse, indem es
wenigstens gegen das ältere von Kollar durch eine An-
zahl neuer Arten bereichert ist. Von den 79 aufgeführten
Arten kommen 4 auf die Forficulinen, 6 auf die Blattarien,
1 auf die Mantoden, 7 auf die Grylloden, 24 auf die Lo-
eustarien und 37 auf die Acridier. Angaben über spezielle
Fundorte , Lebensweise, massenhaftes Auftreten einzelner
Arten u: 8; w. sind dem Verzeichnisse beigefügt.
Eine Aufzählung von 14 in den östlichen Pyrenäen gesammel-
ten Orthopteren- Arten, die durch Brisout de Barneville (An-
nales de la soc. entom. VI. p. 157) nur namentlich angeführt sind, ist
unwichtig, da die verzeichneten Arten meistens gemeine und weit ver-
breitete sind.
Acridiodea. Fairmaire machte (Archives entomol. ll. p. 259.
pl. 9. fig.2) Acridium apiclcorne n. A. vom Gabon bekannt, welche
der Gattung Poecilocera angehört.
Kollär berichtete in einem „Beitrag zur Geschichte schädli-
cher Heuschrecken“ (Verhandl: d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
1858. p. 321 ff.) über einige Fälle massenhaften Auftretens von Acri-
diern. — Dor (Bullet. d. l. soc. eniom. p. 224) gab ebenfalls eine
Notiz über Heuschreckenschwärme des Acridium migratorium in der
französischen Schweiz, und Yersin erörterte denselben Gegenstand
in eingehenderer Weise in der Bibliotheque univ. de Geneve, Scienc.
phys. et natur. , nouv. per. III. p. 267—286 („Note sur le Pachytylus
migratorius“), zugleich auf die Eigenthümlichkeiten in der Lebensweise
des Thieres, die er zu beobachten Gelegenheit hatte, eingehend.
Locustariae. Ephippiger erinaceus Fairmuire (Archives en-
tomol. II. p. 260. pl. 9. fig. 1) ist eine neue Art vom Gabon, die der
Gattung Hetrodes beizuzählen ist.
Die von Yersin schon früher diagnosticirte Pterolepis alpina
von den höchsten Alpen wurde vom Verf. in den Annales de la soc.
entomol. VI. p. 111—122 jetzt ausführlich beschrieben und auf pl. 4
abgebildet; auch die Lebensweise, der Frass, die Begattung, so wie
die Jarvenformen der Art werden näher erörtert.
DA
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 343
@ryllodea. Von Fairmaire (Archives entomol.II. p. 257 f.)
wurden Gryllus acuminipennis und Homoeogryllus tricaudatus als neue
Arten vom Gabon beschrieben.
Yersin, „Note sur les mues du grillon champetre“ (Bulletin
de la soc. Vandoise des scienc. natur. n. 43) hat die Häutungen, wel-
che Grylius campestris vom Ausschlüpfen aus dem Eie bis zum Sta-
dium der Nymphe durchmacht, genau verfolgt und die allmählichen
Veränderungen, welche in Form und Färbung des Thieres nach jeder
dieser Häutungen erfolgen, eingehend erörtert. Die Häutung erfolgt
ziemlich regelmässig nach einem Zeitraume von 14 Tagen; nach der
neunten überwintert das Thier und wird im nächsten Frühjahre durch
die zehnte zur Nymphe.
Blattariae. Wollaston diagnosticirte (Annals and. magaz. of
nat. hist. 3. ser. I. p.21) Blatta ericetorum als n. A. von Madeira.
Termitina. Der zweite Theil der im Jahresberichte 1855. p. 93
angezeigten Monographie der Termiten von Hagen ist im 12. Bande
der Linnaea entomologica p. 1—342 mit Taf. 1—3. erschienen. Der
Verf. beginnt denselben mit einer speziellen Beschreibung der bis jetzt
bekannt gewordenen Gattungen und Arten, der lebenden sowohl als
der fossilen, auf 240 Seiten. Nach einer eingehenden Schilderung
des äusseren Körperbaues der Familie im Allgemeinen hebt der Verf.
diejenigen Merkmale hervor, welche zur Unterscheidung der Arten
und zur Errichtung von Gattungen besonders wichtig und brauchbar
sind; sodann werden die verschiedenen Formen des Termitenstaates
in ihren äusseren Eigenthümlichkeiten näher betrachtet und nach dem
gegenwärtigen Standpunkte der Kenntniss über dieselben folgender-
massen festgestellt: 1) König und trächtige Königin. 2) Gellügelte
Imago, mas et fem. 3) Nymphen derselben, mas et fem. 4) Nym-
phen derselben mit kurzen Flügeldecken, mas et fem. 5) Larven der-
selben, mas et fem. 6) Arbeiter, mas et fem. (nach Lesp&s). 7)
Larven derselben. 8) Arbeiter nasuti. 9) Soldaten, mas et fem. (nach
Lesp&s). 10) Larven derselben. 11) Soldaten nasuti. 12) Solda-
ten-Nymphen mit kurzer Flügelscheide. Zu bemerken ist übrigens,
dass nicht alle diese Formen wie z. B. die Nasuli allgemein bei den
Termiten vorhanden , sondern nur bestimmten Gruppen ei&enthümlich
sind. — Die Zahl der im speciellen Theile beschriebenen Arten be-
läuft sich auf 98, welche auf die vier vom Verf, angenommenen Gaäl-
tungen folgendermassen vertheilt sind: Calotermes 20, Termopsis b,
Hodotermes 13 und Termes 60; von letzteren kommen 27 auf die
Untergattung Termes sens, striet., 30 auf die Untergattung Eutermes
und 3 auf Rhinotermes; ebenso werden von lHodötermes zwei Arten
als besondere Untergattungen mit den Namen Porotermes und Stolo-
termes abgezweigt. Die Gallungen sind in der Weise unterschieden,
344 Gerstaecker: Bericht üb. die wissenschaftlichen Leistungen
dass bei Calotermes und Termopsis ein Haftlappen zwischen den Klauen
vorhanden ist, der bei Hodotermes und Termes fehlt; Calotermes ist
durch das Vorhandensein der Nebenaugen von Termopsis, wo diesel-
ben fehlen, unterschieden; bei Hodotermes fehlen dieselben ebenfalls,
und das Randfeld der Flügel ist geadert, bei Termes sind Nebenaugen
vorhanden und das Randfeld ungeadert. — Von den 98 Arten sind
14 fossil (2 Calotermes, 3 Termopsis, 4 Hodotermes und 5 Termes)
und 32 (mit einer Ausnahme lebende) zuerst vom Verf. beschrieben
worden. Die Synonymie der bekannten Arten befand sich in einer
gränzenlosen Verwirrung, ist aber dadurch, dass dem Verf. fast sämmt-
liche Typen zum Vergleiche vorlagen, vollständig durch ihn gesichtet
worden; da die Bearbeitung der Arten sich zugleich fast auf das
gesammte in den Europäischen Sammlungen vorhandene Material von
Termiten stützt, ist durch dieselbe ein ziemlich vollständiger Abschluss
der gegenwärtig bekanntgewordenen erzielt. — Die drei vom Verf.
selbst meisterhaft gezeichneten Tafeln geben eine Darstellung von
einer Anzahl Soldaten und Arbeiter nasuti, Larven und Nymphen ver-
schiedener Arten (Taf. 1), der verschiedenen Oberflügel-Typen (Taf. 2),
des Kopfes und Prothorax von 35 Arten so wie einer Königin (Taf. 3).
— Nachdem der Verf. an die Beschreibung der Arten noch eine
Uebersicht über die geographische Verbreitung derselben geschlossen
hat, liefert er (p. 246—339) abermals einen reichhaltigen Nachtrag für
die Literatur des Gegenstandes; in dem biologischen Abschnitte wird
hier ganz besonders auf die neuerdings von Bates am Amazonen-
strome gemachten Beobachtungen unter \specieller Heranziehung der
von demselben eingesandten Objekte ausführlich eingegangen, im
anatomischen einerseits eine Darstellung der vom Verf. selbst in Pe-
ters Reise nach Mosambique gelieferten Termiten - Anatomie repro-
dueirt, andererseits die bekannte Lespe&s’sche Arbeit über denselben
Gegenstand ausführlich besprochen.
Eine in der Monographie noch nicht enthaltene Arı von Ceylon.
Termes umbilicatus wird von demselben Verf. (Verhandl. d. zoolog.-
botan. Gesellsch. in Wien 1855. p. 472) diagnostieirt und Termes
monoceros König (ferruginosus Latr.?) von Neuem festgestellt.
Perlariae. Perla testacea und Chloroperla limosa Hagen sind
neue Arten von Ceylon (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. 1858.
p- 475).
Psocidae. Psocus Taprobanes , oblitus, consitus, trimaculatus,
obtusus, elongatus und chloroticus mit geschlossener, viereckiger Dis-
koidalzelle, aridus mit offener Diskoidalzelle, coleoptratus und do-
labratus, ein eigenes neues Subgenus bildend, infelix (desgleichen)
wurden als neue Arten aus Ceylon von Hagen (Verhandl. d. zoolog.-
botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 473 ff.), diagnostieirt.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 345
Labiduroidea. Zwei neue Afrikanische Arten sind: Forficula
edentula Wollaston von Madeira (Annals and magaz. of nat. hist.
3. ser.I. p.20) und Forficula plagiata Fairmaire (Archives entomol. Il.
p- 257. pl.9. fig.3) vom Gabon.
Thysanura. Kolenati lieferte (Sitzungsberiche der math,-na-
turw. Classe der Akad. d. Wissensch. zu Wien. 29. Bd. p.241) Be-
sehreibung und Abbildung von zwei neuen Oesterreichischen Poduri-
den: Anurophorus Kollari vom Schnee der Steyerischen Hochalpen
und Tritomurus macrocephalus aus der Slouper Höhle in Mähren. Er
bemerkt zugleich, dass die Geschlechtsöffnung bei den Poduren an
der Basis des Abdomen (auf der Unterseite) liege, und dass das dort
von Burmeister angegebene cylindrische Organ der Penis des
Männchens sei; Stigmen sind bei den Poduren nach ihm drei Paare
vorhanden, welche den Thoraxstigmen der übrigen Insekten ent-
sprechen.
Derselbe (Wien. Entomol. Monatsschr. II. p. 129) gab unter
dem Titel: „Systematische Uebersicht der Thysanuren“ einen Abdruck
von Nicolet's Essai sur une classification de l’ordre des Thysanures
mit Einschaltung einiger seitdem bekannt gewordener Formen.
Fr. Loew, „Ueber das Erscheinen eines Schneellohes in Kärn-
then“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien 1858. p. 564 f.).
Die Art ist Achorutes murorum Gerv., welche gleichzeitig 3000° hoch
in Kärnthen und in der Ebene bei Wien in Menge beobachtet wurde.
Physopoda. E. Regel (Bullet. phys. math. de l’acad. de St.
Petersbourg 1858. p. 333 f.) veröffentlicht eine Beschreibung und Ab-
bildung im Holzschnitte von einem „noch unbeschriebenen Thrips,
der die Gewächshauspflanzen in den St. Petersburger Gärten bewohnt.“
Derselbe ist Thrips Dracaenae genannt, %, Linie lang und bräunlich
gefärbt.
Ephemeridae. Von Hagen (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien 1858. p.476 Il.) wurden folgende neue Arten aus
Ceylon diagnostieirt: Potamanthus fasciatus, annulatus, femoralis,
Cloe tristis, consueta, solidd,? signata und marginalis.
Libellulinae. de Selys-Longchamps und Hagen's Mono-
graphie des Gomphines, welche schon durch die im J. 1854 erschie-
nene Synopsis des Gomphines des ersteren der beiden Verf. einge-
leitet war, ist jetzt im 11. Bande der Memoires de la soc. roy. des
sciences de Liege (1858. 460 pag. 23 tab. lith.) vollständig erschie-
nen; (die unter gleichem Titel herausgegebenen Separat - Abdrücke
tragen als Datum des Erscheinens: November 1857). Die Arbeit
schliesst sich sowohl in ihrer Anlage als in der Ausarbeitung der
Einzelnheiten genau der Monographie der Calopteryginen an; auch
für die vorliegende haben die Verf. ein ausserordentlich reiches Ma-
346 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
terial — wohl ziemlich das ganze überhaupt in Europa existirende —
unter Augen gehabt und Jasselbe mit einer Ausführlichkeit und Ge-
nauigkeit untersucht und beschrieben, wie es bis jetzt kaum für
irgend eine andere Abtheilung der Insekten geschehen ist. In der
Abgränzung der Gattungen und Untergaltungen sind gegen die Sy-
nopsis der Familie einige Modifikalionen vorgenommen, indem die
Zahl der ersteren von 16 auf 12 redueirt, die der letzteren von 35
auf 37 erhöht worden ist. Die früheren Gattungen Heterogomphus,
Onychogomphus und Ophiogomphus sind nämlich jetzt mit Gomphus
wieder vereinigt worden, so dass letztere jetzt 66 Aıten, die auf’ 15
Untergattungen vertheilt sind, umschliesst; ebenso ist die Gattung The-
caphora mit Cordulegaster verschmolzen worden. Die Gesammtzahl
der von den beiden Verf. beschriebenen Arten beträgt mit Einschluss
von 10 nachträglich in einen Anhange bekannt gemachten 133, von
denen jedoch einige vielleicht einzuziehen sind; derselbe Anhang
enthält ausserdem erneuete Beschreibungen von 10 Arten, welche
vordem nur unvollständig bekannt waren. Die geographische Ver-
breitung der Arten und Gattungen ist auch hier in einem besonderen
Abschnitte übersichtlich zusammengestellt. Eine Hauptzierde des Wer-
kes bilden die sehr zahlreichen, von Hagen sehr schön und genau
ausgeführten Abbildungen der die hauptsächlichsten Art-Unterschiede
darbietenden Geschlechtsringe des Hinterleibs mit ihren Copulations-
Apparaten, so wie der Mundtheile, welche 22 Tafeln ausfüllen; eine
Tafel ist ausserdem einer Darstellung der Haupttypen des Flügelge-
äders gewidmet.
Von Uhler („Descriptions of new species of Neuroplerous In-
sects, collected by the North Pacific Exploring Expedition under Capt.
John Rodgers ,“ Proceed. acad. nat. science. of Philadelphia 1858.
p- 29 £.) wurden Libellula Japonica, phalerata , speciosa und Cor-
dulia viridi-aenea als neue Arten aus Japan beschrieben.
In einem „Beitrage zur Odonaten -Fauna des Russischen Rei-
ches“ (Stettin. Entomol Zeitung XIX. p. 96—101) zählte Hagen neun
am Flusse Wilai in Sibirien (64°) gesammelte Libellen auf: 2 Libel-
lula, 1 Cordulia, 1 Epitheca, 2 Aeschna, 1 Lestes und 1 Agrion; sechs
dieser Arten sind allgemein in Enropa verbreitet, das Agrion dage-
gen neu. — Ferner giebt der Verf. eine Bestimmung der von Pal-
“las im Manuskripte beschriebenen Russischen Libellen, im Ganzen
21 Arten; in den meisten Fällen liessen sich bekannte Arten aus den
Pallas’schen Beschreibungen mit Sicherheit erkennen.
de Sinety, „Notes pour servir ä la faune du departement de
Seine et Marne“ (Revue et Magas. de Zoologie X. p. 67 If.) gab eine
Aufzählung der in dem genannten Departement von ihm beobachte-
ten Odonaten nebst Angaben über ihre Erscheinungszeit und ihr Vor-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 347
kommen. Libellula 12, Cordulia 2, Gomphus 5, Aeschna 5, Anax 1,
Calopteryx 2, Lestes 3, Sympecma 1, Agrion 9. Um die Flugperiode
der einzelnen Arten zu erörtern, stellte der Verf, die in der ersten
und letzten Mälfte der Monate Mai bis August auftretenden zusammen.
Neuroptera.
Ueber „Russlands Neuropteren* hat Hagen (Entom.
Zeit. XIX. p. 110—134) in der Weise Nachricht gegeben,
dass er nach einer eingehenden Besprechung der den Ge-
genstand behandelnden Literatur die aus Russland gegen-
wärtig vorliegenden Arten in systematischer Reihenfolge
nach Familien, Gruppen und Gattungen geordnet anführt,
ihre geographische Verbreitung in- und ausserhalb Russ-
lands durch Aufzeichnung der bis jetzt bekannt gewordenen
Fundorte erörtert, hin und wieder auch Bemerkungen über
Synonymie, Lebensweise, Vorkommen u. s. w. hinzufügt.
Die darunter befindlichen neuen Arten, die in manchen
Familien zahlreich sind und bei den Phryganiden z.B. ein
Dritttheil der Gesammitzahl ausmachen, sind nur als solche
angeführt und mit vorläufigen Angaben über ihre Verwandt-
schaft versehen; nur eine ebenfalls den Phryganiden an-
gehörende neue Gattung ist näher charakterisirt worden.
Die einzelnen Familien sind in Russland folgendermassen
vertreten: Phryganiden 89 (Phryganiden 11, Limnophili-
den 31, Chaetopterygiden 1, Sericostomiden 13, Hydropti-
liden 3, Rhyacophiliden 5, Hydropsychiden 11, Mystaci-
den 14), Myrmeleoniden 15, Mantispiden 1, Dilariden 1,
Hemerobiden 24, Sialiden 4, Panorpiden 6. (Die Psociden
sind noch nicht festgestellt, Termilinen noch nicht in Russ-
land aufgefunden.)
Eine Uebersicht der in England einheimischen Neuropte-
ren mit Ausschluss der. Phryganiden lieferte derselbe im
Entomologist’s Annual for 1858. p. 17—33 unter dem Titel:
„Synopsis of the British Planipennes.* Den Familien, Grup-
pen, Gatlungen und Arten sind kurze, diagnoslische Cha-
rakteristiken beigefügt, letztere ausserdem mit den wich-
ligsten Synonymen und den speciellen Fundorten versehen.
— Die Gesammtzahl der in England nachgewiesenen Arten
348 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
beträgt 44, wovon 34 auf die Hemerobiden (Myrmeleon 2,
Osmylus 1, Chrysopa 15, Sisyra 2, Micromus 3, Hemero-
bius 7, Drepanopteryx 1, Coniopteryx 3), 5 auf die Siali-
den (Sialis 1, Rhaphidia 4) und 5 auf die Panorpaten (1
Boreus, 4 Panorpa) kommen.
Die schon oben erwähnte „Synopsis der Neuropteren
Ceylons* von Hagen (Verhandl. d. zoolog.- botan. Ge-
sellsch. in Wien 1858. p. 471—-488), welcher hauptsächlich
die Sendungen Ceylonischer Neuropteren durch Niedner zu
Grunde gelegt sind, umfasst, die Pseudoneuropteren mit ein-
gerechnet, im Ganzen 94 Arten, von denen 56 neu sind; für
die Ordnung in unserm Sinne sind 19 Hemerobiden und 16
Phryganiden zu erwähnen, welche, so weit sie als neu be-
zeichnet sind, gehörigen Orls angeführt werden.
Catalogue of the specimens of Neuropterous Insects in
the collection of the British Museum, byDr. Hagen. Part I.
Termitina. London 1858. (8. 34 S.). — Dieser Catalog ent-
hält einen wörtlichen Abdruck der Diagnosen und der Sy-
nonymie der bis jetzt bekannlen Arten aus der Hagen’schen
Monographie der Termiten, welche im 12. Bande der Lin-
naea entomologica enthalten ist (siehe Orthoptera!), unter
alleiniger Beifügung von Angaben über die im British Mu-
seum vorhandenen Exemplare.
Hemerobini. Von Fairmaire (Archives entonol.Il. p. 261.
pl.10. fig. 1 u. 2) wurden Mantispa yuttula und Myrmeleon Gaboni-
eus, letzterer eine schöne Acanthaclisis von rothgelber Körperfärbung
und röthlichem Flügelgeäder, als neue Arten vom Gabon beschrieben
und abgebildet. ü
Hagen (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p- 481 11.) diagnosticirte Ascalaphus cervinus, Dilas Nietneri, Chrysopa
tropica, punctata, Micromerus linearis, australis, Hemerolius fron-
talis, Coniopterya cerata als n. A. von Üeylon.
Derselbe (Entomol. Zeitung XIX. p. 129) stellte Dilar tur-
cicus als neue Art aus der Türkei und Armenien auf, durch den feh-
lenden braunen Punkt in der Mitte der Flügel von D. Nevadensis
Ramb. unierschieden.
Panorpatae. Eine neue Art ist Panorpa leucoptera Uhler (Pro-
ceed. acal. nat. science. of Philadelphia 1858. p. 31) aus Jajan.
Phryganodea. Hagen (Steit. Entom. Zeit. XIX. p. 118) cha-
rakterisirte eine neue Gattung Thaumastes, zur Gruppe der Chaeto-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 349
pterygiden gehörig. welche sich durch kurzen, an der Spitze abge-
stutzten Leib und verkümmerte Hinterflügel auszeichnet. Die Vorder-
.Nügel sind beim Männchen lang, schmal, lanzettlich, mit lang ausgezo-
gener, zungenförmiger Spitze, beim Weibchen breit, stumpf, die Spitze
vorn schräg abgestutzt. Kopf breit, kräftig, Fühler dick , länger als
die Flügel; Maxillartaster bei beiden Geschlechtern dreigliedrig. An
den Beinen beim Männchen 0.2.4, beim Weibehen 1.2.4 Sporen;
Vorderschenkel des ersteren dick, breit, Tibia an der Basis verdickt,
Tarsus der Vorderfüsse mit quadratischem Basalgliede; die Mittel-
schiene bei beiden Geschlechtern an der Basis mit einem Haarzipfel,
der Tarsus unten lang behaart. Art: Th. dipterus von Irkutsk, wird
später näher charakterisirt werden.
Derselbe (Verhandl. d. zoolog. -botan. Gesellsch. zu Wien
1858. p. 484 ll.) beschrieb als neue Arten von Ceylon: Mormonia ur-
sina, Macronema splendidum, nebulosum, obliquum, Ceylanicum, (nov.
subg.) annulicorne, Molanna mizta, Setodes Iris, Ino, Chimarra (nov.
subg.) auriceps, funesta, sepuleralis, Rhyacophila castanea, Hydro-
psyche Taprobanes und mitis,
Kolenati: „Beiträge zu Oesterreichs Neuropteren - Fauna“
(Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 37 ff.) beschrieb einige in Oesterreich
vorkommende Plryganiden, welche übrigens sämmtlich bereits be-
kannt sind: Chimarra 1 A., Polycentropus 1 A., Tinodes, Ceraclea 1 A.,
Molanna 2 A., Mystacides und Setodes mit Analyse der Arten.
Derselbe (ebenda p.89. Taf. I) gab eine Beschreibung und
Abbildung der Larve von Setodes hiera Kol., welche von ihm in der
Neva aufgefunden wurde, machte (p.254 Il.) eine Reihe synonymischer
Mittheilungen über verschiedene Phryganiden und gab (p. 277 If.) eine
„Synopsis prodroma der Gattung Nydropsyche,* in welcher er acht
Arten der Gattung unter eine analytische Tabelle bringt und sie mit
Synonymen versieht,
Coleoptera,
„Fragments anatomiques sur quelques Coleopleres“ sind
von Leon Dufour in den Annales des scienc. natur. 4. ser.
IX. p.1—22. pl. II veröffentlicht worden. Sie betreffen den
weiblichen Genilalapparat von Hoplia farinosa und die Di-
geslions- und. Geschlechtsorgane von Lagria lata, Tillus
transversalis, Misolampus puncticollis, Spondylis buprestoi-
des und Nephodes villiger.
Bei dem äusserst seltenen Weibchen der Hoplia farinosa Fab.
(coerulea Drury) zeigen sich die Ovarien ganz in derselben Weise
wie bei Melolontha vulgaris gebildet, nur dass sieben anstatt sechs
350 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eiröhren vorhanden , und dass dieselben drei- bis vierfächerig sind.
— Bei Lagria lata ist der Tractus intestinalis etwa von doppelter
Körperlänge, der Vesophagus cylindrisch, kurz, ohne Kropf, der Chy-
lus-Magen lang, cylindrisch, ganz glatt, der Darm dünn, das Rectum
sehr kurz; sechs Vasa Malpighi mit doppelter Insertion, wie bei den
Heteromeren überhaupt. Die Hoden haben das Ansehen von zwei
aus sehr zahlreichen kleinen, kugligen Samenkapseln bestehenden
Trauben von bedeutender Ausdehnung; die Vasa deferentia entsprin-
gen an der Innenseite unterhalb der Mitte und erweitern sich nach
unten merklich, indem sie unter $S-förmiger Biegung sich zu einem
viel engeren Ductus ejaculatoıius vereinigen ; Anhangsdrüsen (Vesicu-
les seminales Duf.) sind zu zwei Paaren vorhanden , fadenförmig, ge-
bogen , in die Vasa deferentia dicht vor ihrer Vereinigung einmün-
dend. Die Ovarien fand der Verf. Mitte Juni noch ganz unentwik-
kelt, zu Ende desselben Monats schon ganz von Eiern entleert, so
dass die Entwickelung der letzteren sehr schnell vor sich gehen muss;
die Ovarien bestehen je aus zwei grossen länglich - eylindrischen
Säcken, welche an ihrer Peripherie zahlreiche und, wie es schien,
einfächrige Eiröhren erkennen lassen und je an einem Ligamente auf-
gehängt sind. Der Ovidukt entsteht durch die Vereinigung der aus
den vier Ovarien entspringenden Tuben, trägt an seiner hinteren
Wand die sehr grosse, dünnwandige, kuglige Bursa copulateix (wohl
eher das Receptaculum seminis) und der Mündung derselben gegen-
über an der vorderen Seite zwei schmale Anhangsdrüsen. — Bei Til-
lus transversalis ist der Tractus intestinalis von doppelter Körperlänge;
Speicheldrüsen fehlen, der Oesophagus capillär, der Chylusmagen fast
gerade, cylindrisch, der Darm zuerst eng, dann zu einem weiten Coe-
cum vom Lumen des Magens erweitert, das Rectum scharf abgeschie-
den; Vasa Malpighi nur zu vieren vorhanden, mit freiem Ende. Die
Testes sind ein Convolut des vielfach verschlungenen einfachen Vas
deferens wie bei den Raubkäfern; ausserdem finden sich drei Paar
Anhangsdrüsen (Vesicules seminales Duf.), von denen das eine sehr
gross, spiralig gewunden erscheint (und da es nach der Zeichnung auf
pl.1I durch Vereinigung seiner Ausführungsgänge den Ductus ejacu-
latorius abgiebt, vielleicht richtiger als die eigentliehen Hoden zu
betrachten ist), die beiden anderen klein, darmförmig , schlangenför-
mig gewunden sind. — Misolampus hat einfache, fadenförmige Spei-
cheldrüsen, einen sehr kurzen Oesophagus, der in einen schwielig-
muskulösen Kropf endigt, einen glatten Chylusmagen ohne Papillen
und einen mit Pimelia übereinstinmend geformten Darm. Die Ovarien
bestehen je aus einem Bündel von etwa zwölf vielkammerigen Eiröh-
ren; die Bursa copulatrix (? nach der Zeichnung pt.1l. fig. 6 die
direkte, retortenantig erweiterte Fortsetzung des Oviduct) sehr gross,
halbmondförmig gebogen; in das obere Ende derselben mündet das
F
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 351
Receptaculum seminis mit einem kurzen Ausführungsgang, seiner-
seits wieder mit zwei am Grunde verdickten nierenförmigen Kapseln
in Verbindung stehend. Als „Glande odorifique“ beschreibt Dufour
ferner ein paariges, braungelärbtes Organ von cylindrischer Form, das
an der Basalhälfte geringelt erscheint und mit dem letzten Abdominal-
segmente in Verbindung steht. — Spondylis buprestoides zeigt keine
besonderen Eigenthümlichkeiten im Baue des Darmkanals ; der Oesopha-
gus ist sehr kurz, ohne Kropf, der Chylusmagen glatt, ohne bestimmte
Einschnürungen (wie sie früher irrthümlicher Weise vom Verf. für
andere Cerambycinen angegeben worden sind), das Intestinum dünn,
das Coecum keulenförmig ausgedehnt, mit muskulösen Wandungen,
das Rectum deutlich abgeschieden. Die Hoden sind jederseits zu
zweien vorhanden, sternförmig, indem die länglich ovalen Samen-
kapseln strahlig um den gemeinsamen Calyx herumsitzen; die Vasa
deferentia entstehen aus den zuerst isolirten beiden Ausführungsgän-
gen der Hoden und münden zusammen mit zwei Paaren sehr langer,
darmarlig gewundener Anhangsdrüsen (V6sicules seminales) in den
Ductus ejaculatorius. Die weiblichen Geschlechisorgane gleichen
denen des Ceramb. heros und der übrigen Longicornen. — Nephodes
villiger hat einen Darmkanal, der mehr mit Cistela als mit Helops
übereinstimmt; er ist von doppelter Körperlänge, die Speiseröhre sehr
dünn, ohne Kropf, der Chylusmagen cylindrisch, glatt, das Intestinum
eine grosse Schlinge bildend, das Coecum erweitert, das Rectum min-
der dünn als das Intestinum. Die Hoden bestehen jederseits aus
fünf kugligen Samenblasen von sternförmiger Anordnung, das Vas de-
ferens ist capillär, Anhangsdrüsen zu zwei Paaren vorhanden, Die Ova-
rien, ähnlich wie bei Blaps und Tenebrio, bestehen aus etwa zwan-
zig zwei- bis dreikammerigen Eiröhren.
Eine Reihe von Monstrosiläten an Käfern wurde von
| Gredler (Correspondenzblatt d. zoolog.-miner. Vereins zu
Regensburg XII. p. 194 f.), Sartorius (Wien. Entom. Mo-
nalsschr. II. p. 49), Kawall (Entom. Zeitung XIX. p. 65 ff.)
undMocquerys in einer besondern kleinen Schrift „Recueil
de Coleopleres anormaux,“ nouvelle livraison (Broch. in 8.),
welche Ref. jedoch nicht selbst hat einsehen können, be-
kannt gemacht. Nach einer Anzeige im Bullet. de la soc.
entomol. p. 260 sind von Mocquerys acht abnorm gebil-
dete Coleopteren aus verschiedenen Familien beschrieben
und abgebildet worden.
Unter den von Gredler erwähnten Missbildungen ist beson-
ders eine Strangalia mit doppelten Fühlern hervorzuheben ; das Basal-
glied derselben ist gabelig gespalten und von dieser Gabel gehen
352 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zwei in allen Theilen vollständige und regelrechte Fühler, die dem
der anderen Seite gleich sind. aus. Ferner wird ein Brachyderes
incanus mit „Maxillen“ von der Länge einer Linie als besonders merk-
würdig bezeichnet; der Verf. hat aber wohl „Mandibeln“ sagen wol-
len, da er angiebt, der Käfer habe damit gebissen. Endlich ein Ca-
losoma sycophanta mit gabelig gespaltener Fühlerspitze. — Die von
Sartorius hervorgehobenen sind zwei Carabus mit überbildeten
Fühlern, eine Cetonie und eine Aromia mit überzähligen ganzen Bei-
nen, Schienen und Tarsen. — Der vonKawall beschriebene Ampe-
dus mit doppeltem Fühler ist schon oben erwähnt worden.
Die Zahl der vom British Museum veröffentlichten Ca-
taloge, welche für die Ordnung der Coleopteren bis jetzt
eine verhältnissmässig geringe ist, hat durch den im J. 1858
erschienenen „Catalogue of Hispidae in the collection of the
British Museum, by J. S. Baly, Partl* im Gegensatze zu
den meisten bisher von dieser Seite herausgegebenen Ver-
zeichnissen einmal eine wirklich werthvolle Bereicherung
erfahren. Die Arbeit ist in einem grösseren Formate als
die übrigen Cataloge des British Museum (nach Art von
Wollaston’s Catalogue of Madeiran Coleoptera) erschie-
nen, umfasst 172 Seiten mit 9 Tafeln und liefert die erste
Hälfte einer Gattungs- und Artbeschreibung der Hispen-
Gruppe, welche wegen der Sorgsamkeit ihrer Abfassung
ungetheilte Anerkennung verdient und für ähnliche Ver-
zeichnisse als Muster aufgestellt werden kann. Der Verf.
bringt darin ein sehr reiches, den Englischen Sammlungen
entlehntes Material zur Kenntniss, welches bei der gerin-
gen Beachtung, welche die Gruppe der Hispen bis jetzt bei
den Systematikern gefunden hat, zum grössten Theile neu
oder wenigstens nicht publieirt ist und theilweise sehr aus-
gezeichnete Formen enthält. Von den früher beschriebe-
nen Arten, deren Literatur mit Fleiss und Einsicht heran-
gezogen ist, sind dem Verf. manche unbekannt geblieben;
die Zahl der beschriebenen beläuft sich auf über 230,
welche in 35 Gattungen verlheilt sind. (Näheres siehe
Chrysomelinae !)
Von den im letzten Jahresberichte erwähnten mono-
graphischen Arbeiten über einzelne Familien oder die ganze
Ordnung der Coleopteren ist die „Monographie des Ciein-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 353
deletes* von Thomson vorläufig nicht weiter fortgesetzt
worden, von Lacordaire’s Genera des Coleopteres im
Augenblicke zwar schon der fünfte sehr starke Band, so
wie von Cande&ze’s „Monographie des Elaterides* der
zweite Band erschienen, beide aber erst im J. 1859 her-
ausgegeben, so dass sie für den nächsten Bericht aufzu-
sparen sind. In diesem soll auch wieder über Jacque-
lin-du-Val’s „Genera des Coleopteres d’Europe ‚,“* von
denen seitdem abermals eine Anzahl von Lieferungen ver-
öffentlicht worden ist, ein mehrere Familien zusammenfas-
sendes Referat gegeben werden.
Als neu begonnene Monographie ist die des Ref. über
die Familie der Endomychiden (Entomographien I. Bd., Leip-
zig 1858, mit 3 Taf. 8., 433 pag.) zu erwähnen.
Einen reichhaltigen Beitrag zur Kenntniss der Fauna
verschiedener Aussereuropäischer Länder liefert die Reise
der Schwedischen Fregatte Eugenie, (siehe oben, unter In-
sekten!) deren zweite im J. 1858 erschienene Lieferung
vorläufig die Beschreibung von 237 neuen Arten durch
Boheman enthält. — Ebenfalls verschiedenen Ländern
gehören einzelne vonChevrolat (Description de nouvel-
les especes de Coleopteres, Annales de la soc. entom. VI.
p-315 ff. pl.8 und Revue et Magas. de Zool. X. p. 484) be-
kannt gemachte Arten an,
Faunistische Beiträge für einzelne Länder sind in die-
sem Jahre in so bedeutender Anzahl geliefert worden, dass
wir sie zur Erleichterung der Uebersicht nach den einzel-
nen Welttheilen, resp. Faunengebieten anordnen:
a) Amerika.
Die Kenntniss der Nord-Amerikanischen Coleo-
pteren-Fauna ist abermals durch zwei umfangreichere Ab-
handlungen von Le Conte beträchtlich erweitert worden :
1) Catalogue of Coleoptera of Ihe Regions adjacent to the
Boundary Line between the United States and Mexico (Jour-
nal of the academy of nat. scienc. of Philadelphia IV. 1.
p- 9—42. pl. 4) und 2) Description of new species of Co-
leoptera, chiefly eollected by the United States and Mexican
Boundary Commission under Major W. Emory (Proceed,
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. X
354 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
acad. nat. seienc. of Philadelphia 1858. p. 59—89). Wäh-
rend in letzterer Arbeit nur die Beschreibung: einer ziem-
lich ansehnlichen Zahl von neuen Arten aus dem westlichen
Nord- Amerika, Texas, Californien u. s. w. gegeben wird,
stellt der Verf. in ersterer ein sehr reichhaltiges, über-
schläglich wohl über 900 Arten umfassendes, systematisches
Verzeichniss der auf der Expedition vom Mexikanischen Meer-
busen in nordwestlicher Richtung gegen den Stillen Ocean
hin gesammelten Coleopteren zusammen, demselben aber-
mals die Charakteristik einer Reihe neuer Arten und Gal-
tungen beifügend. Zur Beleuchtung der geographischen
Verbreitung der Gattungen und Arten, welche hauptsächlich
mit der geographischen Breite Schritt hält, stellt der Verf.
vergleichende Tabellen auf; während Arten von Neu-York
und Neu-Orleans oft zugleich in Texas vorkommen, ver-
ändert sich die Fauna sehr merklich schon bei geringeren
Abständen nach Norden und Süden. Eine die Abhandlung
begleitende Tafel enthält die Darstellung von 19 meist schon -
früher beschriebenen Arten, grösstentheils Carabieinen.
Aus dem südlichen Theile Cu ba’s machte Chevrolat
eine Anzahl neuer Arten aus verschiedenen Familien be-
kannt. („Description de Coltopteres de la partie meridio-
nale de l’ile de Cuba,“ Revue et Magas. de Zoologie X.
p- 209—212.)
Für Süd - Amerika ist ausser der schon oben an-
geführten de Castelnau’schen Expedition von Rio- Janeiro
nach Lima, in welcher manche neue und interessante Art
durch Lucas bekannt gemacht wurde, eine von Fair-
maire in Gemeinschaft mit Germain (Annales de la soc.
entomol. VI. p. 709—742) begonnene Revision der Coleo-
pteren Chili’s zu nennen, welche familienweise unternom-
men und mit Beschreibung der neuen Arten verbunden
werden soll. Im Jahre 1858 ist mit einer Uebersicht der
Familie der Buprestiden (siehe diese!) begonnen worden.
b) Asien.
Die Fauna von Ostindien und Ceylon ist in zwei
Arbeiten, die nicht blos bezüglich ihres Inhalts, sondern
auch ihrer Form nach sieh nahe stehen, behandelt worden:
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 355
1) Characters of some apparently undescribed Ceylon - In-
sects, Order Coleoptera, by F. Walker (Annals and magaz.
of nat. hist. 3. ser. II. p. 202—209 u, p. 280-286). Kurze
Diagnosen einer grösseren Anzahl Ceylonesischer Käfer in
systematischer Reihenfolge, vorläufig aus den Gruppen der
Pentameren und Heteromeren, die nur sehr leieht hinge-
worfen und zu einer Determination der Mehrzahl nach un-
brauchbar sind; wie unbekümmert der Verf. dabei verfährt,
zeigt, dass er die Gattung Atractocerus zu den Vesicantien,
Allecula und Cistela zu den Oedemeriten, Apalte zu den Bo-
strichiden, Malthinus zu den Melyriden stellt.
2) Coleopteres des Indes orientales par V. de Mot-
schulsky (Etudes ‚entomol. VII. p. 20-122), ein wahres
Labyrinth von neuen Gattungen und Arten, von denen die
einen etwas eingehender, die anderen nur nebenher und
vergleichsweise charakterisirt werden ; aueh die Charaktere
der Gattungen sind meist nur leicht angedeutet. Eine bei-
folgende Tafel, auf der mehrere Repräsentanten der neuen
Gattungen theils ganz, theils in einzelnen Merkmalen dar-
gestellt sind, wird noch am meisten Aufschluss über die-
selben geben können. Die beschriebenen Arten stammen
aus Vorder- und Hinterindien, viele auch aus Ceylon.
c) Afrika.
Den Hauptbeitrag zur Kenntniss der Fauna dieses Erd-
theiles lieferte Thomson in der schon oben (unter In-
sekten) erwähnten Fauna des Gabon in Guinea, wel-
che reich an interessanten und neuen Arten, ganz’ beson-
ders aus der Familie der Longicornen ist.
Ausserdem wurden die Coleopteren des benachbarten
Alt-Calabar durch Murray („List of Coleoptera recei-
ved from Old- Calabar,* Annals and magaz. of nat. hist.
3. ser. I. p. 127. und II. p. 340 ff.) durch zwei neue Fort-
setzungen weiter erörtert, welche wie die früheren bis jetzt
nur Beschreibungen von Carabieinen enthalten.
Wollaston: On additions to the Madeiran Coleoptera*
(Annals and magaz. of nat. hist: 3. ser. II. p. 407—415)
gab nachträgliche Beschreibungen einer Anzahl auf Ma-
deira vorkommender Käfer aus’ verschiedenen Familien,
356 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von denen die meisten neu, andere wie Stenolophus mar-
ginatus Dej., Obrium brunneum Fab., Ochthenomus puncta-
tus Laf. nur neuerdings dort aufgefunden sind.
d) Mittelmeer-Becken.
Fairmaire etCoquerel, Essai sur les Col&opteres
de Barbarie (Annales de la soc. entomol. VI. p. 743— 195.
pl. 16) begannen eine systematische Aufzählung und Be-
schreibung der in Marocco und an den Küsten der Bar-
barei vorkommenden Coleopteren zu liefern. Die bekann-
ten Arten werden zum Theil ihrer Synonymie nach erörtert
oder mit ergänzenden Bemerkungen versehen, die neuen
eingehend beschrieben und zum Theil auf pl. 16 abgebil-
det. Der vorliegende erste Theil der Arbeit umfasst die
Familien der Cieindelen bis Pselaphiden incl.
Eine Anzahl neuer Arteıf aus Algier wurde wieder
von Lucas (Bullet. d. I. soc. entomol. p. 1781.) bekannt
gemacht.
Peyron, Catalogue des Coleopteres des environs de
Tarsous (Caramanie) avec la description des especes nou-
velles (Annales de la soc. entomol. VI. p. 353—434. pl. 9).
Der. Verf. verzeichnet hierin die von ihm während eines
vierjährigen Aufenthalts im alten Ciliecien, in der Um-
gegend von Tarsus gesammelten Käfer, von denen er die
neuen Arten beschreibt, die bekannten mit Citaten und No-
tizen begleitet. Der vorliegende Theil der Arbeit erstreckt
sich bis zu den Staphylinen inel.
Die Aufzählung und Beschreibung der von de Sauley
in Orient gesammelten Coleopteren, welche von diesem
selbst und vonReiche in den letzten drei Jahrgängen der
Annales de la soc. entomol. de France publieirt worden
war, ist in diesem Jahre (ser. 3. Tome VI. p. 1—60 der ge-
nannten Zeitschrift) zu Ende geführt. Es sind hier ausser
dem Reste der Cureulionen die Familien der Cerambyeinen
und Chrysomelinen. abgehandelt und besonders letztere mit
einer Reihe von neuen Arten bereichert worden. Am Schluss
werden noch einige synonymische Berichtigungen in Betreff
früher beschriebener Arten gegeben; auf einer beifolgenden
Tafel sind ‚die interessanteren Species in schön colorirten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 357
Abbildungen dargestellt. (Die ganze Arbeit der beiden Verf.
ist nach ihrer Beendigung auch im zusammenhängenden Se-
paratabdrucke unter gleichem Titel herausgegeben und bil-
det einen Octavband von 338 pag. und 4 pl. col., Paris
1855 —58.)
Einen Beitrag zur Käferfauna Syriens- lieferte fer-
ner auch Schaum (Wien. Entom. Monatschr. II. p.262—272)
durch Aufzählung der von dorther behannt gewordenen
Arten aus den Familien der Lauf- und Schwimmkäfer, mit
kritischen Bemerkungen über ihre Synonymie u. s. w. Fünf
Carabicinen werden als neu beschrieben.
W. Carte („Observations on the climate and zoology
of the Crimea,“ Journal of the Royal society of Dublin I.
p-275— 277) stellte ein Verzeichniss der in der Krim wäh-
rend des Englisch - Französischen Feldzuges von ihm ge-
sammelten Coleopleren zusammen ; es werden im Ganzen
147 Arten namentlich aufgeführt.
Zur Käferfauna Griechenlands wurden fernere Bei-
träge durch Aufzählung der dort bisher aufgefundenen Ar-
ten nebst Beschreibung der neuen durch Dr. G. Kraatz
und v. Kiesenwetter (Berlin. Entomol. Zeitschr. II. p.37,
123 und 231 ff.) geliefert. Es sind die Familien von den
Palpicornia bis zu den Buprestiden abgehandelt.
„Coleoptera Corsica, a Ph. Lareynie detecta et al.
Fairmaire descripta* (Revue et Magas. de Zool. X. p.455)
ist ein kleiner Beitrag Fairmaire’s zur Käferfauna Cor-
sica’s betitelt, in welchem Diagnosen von sechs neuen
Arten aus den Familien der Carabieinen und Hydrocantharen
gegeben werden.
Graells (Memorias de la comision del mapa geolo-
gico de Espana, ano de 1855. Parte zoologica, Madrid 1858.
4. 111 pag., c. tab. 7) stellte die in Spanien bis jetzt auf-
gefundenen Arten der Familien Cicindeletae und Carabiei
unter Hinzufügung der wichtigsten Synonyme und ihrer
Hauptfundorte systematisch zusammen. Dem reichhaltigen
Verzeichnisse, welches für die erste Familie 11, für die
zweite nahe an 600 Arten aufweist, lässt der Verf. die Be-
schreibung von 53 neuen Spanischen Coleopteren folgen,
358 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
welche der Mehrzahl nach zugleich auf sechs beifolgenden
Tafeln abgebildet sind. Die Beschreibungen selbst sind in
spanischer Sprache abgefasst, doch geht ihnen, durchweg
eine ausführliche lateinische Diagnose voran. Endlich wird
auch noch die Charakteristik von zwei Käferlarven (Mor-
della und Lagria) nebst Abbildung beigefügt.
e) Uebriges Europa.
Catalogus Coleopterorum Europae, herausgegeben vom
Entomologischen Vereine in Stettin. 7te Auflage. Stettin
1858. (8. 104 pag. XIII p. Namenregister). Unter Nachtra-
gung der neuen Entdeckungen den früheren Ausgaben ent-
sprechend.
E., Mulsant, Histoire naturelle des Coleopteres de
France. — Angustipennes. Paris 1858. (8., 172 pag.). In dieser
Fortsetzung seiner Beschreibung der Käfer Frankreichs führt
Verf. den Namen „Angustipennes“ für die Familie der Oe-
demeriten ein, welche in dem vorliegenden Hefte in ganz
übereinstimmender Weise wie die früheren Familien bear-
beitet wird, nur dass sich der Verf. diesmal in der Fest-
stellung der Gattungen an den Monographen der Europäi-
schen Oedemeriten anschliesst, ohne dieselben weiter zu
zersplittern. Die Familie ist in Frankreich durch 29 Arten
vertrelen, von denen nur zwei als neu beschrieben werden.
— Den Schluss des Heftes bildet ein Nachtrag zu der Familie
der Vesicantia,
Eine Anzahl in den östlichen Pyrenäen gesammelter Coleopte-
ren (circa 150 Arten) wurde von Fairmaire und Reiche (Anna-
les d. l. soc. entomol. VI. p.149 ff.) namhaft gemacht; eine Lampyris
"wird als neu beschrieben,
L. Redtenbacher’s „Fauna Austriaca, die Käfer nach
der analytischen Methode bearbeitet ,* liegt in der zweiten
Auflage (Wien 1858) jetzt vollendet vor und bildet einen sehr
starken Oktavband von über 1000 Seiten. Die im letzten
Hefte publicirte Einleitung nebst den Tabellen zur Bestim-
müng der Familien und Galtungen füllen noch 136 Seiten
separat. — Ohne Frage wird diese in gleich gelälliger Weise
wie die erste ausgeslallele und jene an Werth und Brauch-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 359
barkeit noch wesentlich übertreffende Auflage jdes Werkes
sich eines gleichen Beifalls zu erfreuen haben.
Als ein kleinerer Bei- und Nachtrag zur Oesterreichischen Kä-
ferfauna sind die von Miller (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 183
und 200 ff.) publieirten „Bemerkungen über einige Frühlingskäfer der
Wiener Fauna“ und die Aufzählung einiger am Neusiedler See ge-
fangenen Arten (ebenda p. 347 f.) zu erwähnen.
Die Naturgeschichte der Insekten Deutschlands ist im
J. 1858 mit der dritten Lieferung des ersten Bandes (Schaum),
die Gruppen der Broscidae und Pterostichini auf p.353—552
enthaltend, mit der fünften und sechsten Lieferung des nun-
mehr abgeschlossenen zweiten Bandes (Dr. G. Kraatz),
die auf die Stenini folgenden Gruppen auf p. 769—1060
umfassend und der zweiten Lieferung des vierten Bandes
(v. Kiesenwetter), die Familien der Eucnemiden und
Elateriden auf p. 173—384 behandelnd, fortgeführt worden.
Kaspar Kuhn, die Käfer des südbaierischen Flach-
landes, analylisch beschrieben. Augsburg 1858. (12. 400 pag.
mit 1 lith. Taf.). Ein für Anfänger bestimmtes Buch, nach
dem Vorbilde von Redtenbacher’s Fauna Austriaca an-
gelegt und wie diese in drei Tabellen zur Bestimmung der
Familien, Gattungen und Arten zerfallend. Eine Einleitung
enthält eine kurze Terminologie so wie eine Uebersicht der
Thierklassen überhaupt.
C. Müller und F. Judeich, Beitrag zur Käferfauna
Sachsens (Allgem. Deutsche Naturhist. Zeitung IIl. p. 81—99
und p.490—591). Eine Aufzählung der in Sachsen ein-
heimischen Arten der Familien der Cicindelen (5 A.), Ca-
rabicinen (261 A.), Dytisciden (100 A.), Gyriniden (6 A.)
und Palpicornien (59 A.).
Cornelius machte in seinen- „Entomologischen No-
lizen* (Entomol. Zeitung XIX. p. 220 ff.) Mittheilungen über
einige Deutsche Käfer.
Apion sorbi wurde aus den Blumenkronen von Anthemis arven-
sis erzogen, Adimonia capreae massenhaft beobachtet; eine Abart von
Psylliodes chrysocephala mit hellbraunen Flügeldecken beschrieben.
Pfeil, Bemerkungen über Lebensweise und Vorkom-
men einiger Käfer Ostpreussens (ebenda p. 210—215).
Es werden vom Verf, acht verschiedene Arten besprochen :
360 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cicindela sinuata fliegt schaarenweise auf Sandflächen bei Pillau; Ca-
rabus marginalis ist häufig im Ramusker Walde; Helophorus tuber-
culatus; Hoplia pollinosa lebt an Elymus arenarius, Apoderus inter-
medius wird auf Comarum palustre häufig gefunden; Bagous binodu-
lus und Verwandte; Donacia fennica, die der Verf. für Abänderung
der D. Malinowskyi hält, unterscheidet sich von den übrigen Arten
der Gattung durch ihren Aufenthalt unter Wasser; Lina lapponica, de-
ren ganz blaue Varietät Lina bulgarensis der Verf. als besondere Art
ansehen möchte.
Die Käferfauna Siebenbürgens erläuterte Fuss (Ver-
handl. und Mittheil. des Siebenbürg. Vereins zu Hermann-
stadt IX. p.6f., 121 ff. und 173 ff.) durch Aufzählung von
32 neu aufgefundenen Arten, ferner durch Mittheilungen
über eine entomologische Excursion in die Kerzer Gebirge,
endlich durch eine analytische Darstellung der Phytoecia-
und Myrmedonia-Arten Siebenbürgens. — Auch Herbert
(ebenda p. 87) zählte 24 neuerdings entdeckte Siebenbür-
gische Arten auf.
Die Englische Coleopteren-Fauna sucht jetzt Water-
house durch Herausgabe eines „Catalogue of British Co-
leoptera* (London 1858. 8. p.1—48 bis jetzt vorliegend)
festzustellen. Der im Augenblicke dem Ref. bis zum An-
fange der Lamellicornia vorliegende Catalog, in welchem
die Erichson’sche Reihenfolge der Familien angenom-
men worden ist, gewährt einerseits ein faunistisches, ande-
rerseits ein synonymisches Interesse, indem der Verf. die
Stephens’schen Arten überall auf die des Continents zu-
rückf ührt.
Ausserdem stellte auch Janson (Entomologist’s An-
nual for 1858) wieder 84 für die Englische Fauna neue
Coleopteren zusammen und machte wiederholte Mittheilun-
gen über die in England unter Ameisen lebenden Arten.
(Newman’s Zoologist, in welchem ebenfalls dergleichen die
Englische Fauna speciell betreffende Notizen vorhanden sind,
ist dem Ref. leider weder vom vorigen noch von diesem
Jahre zugänglich gewesen.)
Fr. Loew (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien 1858. p.561) gab eine Notiz über einige Käfer, die
sich in getrockneten Weinbeeren (den sogenannten Korin-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1853. 361
then) vorfanden. Es sind dies die durch den Handel weit
verbreiteten Formen, wie Laemophloeus , Carpophilus, Sil-
vanus, Tribolium und Leucohimatium elongatum.
Von Motschulsky’s Mittheilungen „sur les colle-
etions col&opterologiques de Linne et de Fabricius* (Etudes
entomol. VII. p. 125—152) ist eine Fortsetzung erschienen,
welche die Familien der Silphen, Nitidularien, Colydier, Cry-
ptophagen,, Mycetophagen, Dermestinen , Byrrhen und Hi-
steren umfasst.
Derselbe (ebenda p. 153 ff.) machte eine Reihe von
synonymischen Miltheilungen über Käfer aus verschiedenen
Familien.
Cicindeletae. Von Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Ame-
rique du Sud p. 24 I. Taf. I u. Ta) wurden Oxycheila granulosa Rio-
Janeiro (von OÖ. distigma Gory wohl nicht verschieden), Tetracha an-
nuligera, immaculipennis und coerulea aus Brasilien, Cicindela dimi-
diaticornis, biguttulata, auripennis,, janthina , exigua, Castelnaui,
erimia, Oseryi und consobrina aus Brasilien als n. A. beschrieben
und abgebildel. Auch von Phaeoxantha Klugii Chaud, mas, nigri-
collis Reiche und Oxycheila Petitii Guer. wurden Abbildungen ge-
geben.
Einzelne neue Arten sind ferner: Cicindela Kinbergi Boheman
von Puna und Taitiensis Bohem. von Taiti (Fregatten Eugenies resa
p-1), Cicindela diserepans und Tricondyla femorata Walker von Cey-
lon (Annals magaz. nat. hist. Il. p. 202), Ctenostoma Jekelii Chevrolat
von Cayenne (Rev. et Mag. de Zool. X. p.484), Cicindela Cherubim
Chevrolat von Montevideo (Annal. soc. entom. VI. p. 315), Cicindela
leweostieta Fairmaire aus Tunis, aus der Gruppe der Cie. Ritchii, Au-
douini ete., aber mit zahlreicheren weissen Flecken, stärker erwei-
terten Flügeldecken u. s. w. (ebenda p.745) und Therates? thoracica
Motschulsky aus Ostindien ? (Etud. eutomol. VII, p. 187).
Garabici. Unter den von Murray (Annals and magaz. of nat.
hist. 3. ser. I. p. 127. und II. p. 340 if.) aufgeführten und beschriebe-
nen Artem von Old-Calabar befinden sich folgende neue, die zum
Theil auch eigene Gattungen bilden. 1) Aus der Chlaenier - Gruppe:
Womalolachnus elongatus (Chlaenius id. Murray antea), Chlaenius fe-
ronoides, immunitus, Fairmairei, Waddelliü, Ectenognathus n. g., durch
äusserst lange und dünne Taster, weit hervortretende , verlängerte,
sichelförmige und scharf zugespitzte Mandibeln und nur mit spärlichen
Dornen besetzte Maxillen ausgezeichnet; Kinn mit einfachem Zähne,
Oberlippe quadratisch, leicht ausgerandet; (Kühler und Endglieder
der Taster verstümmelt, Tarsenbildung des Männchens unbekannt, da-
362 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
her nur unvollständige Charakteristik). Art: Ect. dryptoides, 6% lin.
— 0Oodes obesus und politus. — 2) Aus der Cratoceriden- Gruppe:
Diatypus n. g. im Habitus der Gattung Geopinus am nächsten ste-
hend, von der sie durch den Mittelzahn des Kinnes abweicht, sich
ausserdem auch schon durch weniger gewölbten Körper unterschei-
det; nach den natürlichen Charakteren mit Batoscelis Dej. in näch-
ster Verwandtschaft stehend, vielleicht mit dieser Gattung sogar zu
vereinigen, aber durch tief ausgerandetes Kinn, kleine Ligula, gerun-
dete Paraglossen abweichend. Zwei Arten: D. Dohrnii 5 lin. und
Smithii 6 lin. — 3) Aus der Anisodactylen-Gruppe : Orthogonius ru-
giceps, Clarkii und pinguis.
Walker in seinen Diagnosen Ceyloneser Coleopteren (Annals
and magaz. of nat. hist. 3. ser. Il. p. 203) charakterisirte eine neue
Gattung Maraga, welche auf Panagaeus folgt, folgendermassen : „Kopf
quer, fast glatt, flach, Augen gross, Taster kurz, fast beilförmig; Füh-
ler etwas länger als Kopf und Thorax mit länglichen Gliedern; Tho-
rax quer, hinten breit, eckig, vorn gerundet, seitlich etwas geschwun-
gen; Flügeldecken gerandet, hinten abgestutzt, breiter als der Thorax,
mit deutlichen Furchen; Beine kräftig, ziemlich kurz, Schenkel dick,
die hintersten zweizähnig, Schienen etwas borstig.“ (Bei dieser Cha-
rakteristik ist nicht einmal ein Wort über die nähere Verwandtschaft
gesagt!) Art: Mar. planigera, 4 lin. — Als neue Arten werden fer-
ner diagnostieirt: Cymindis rufiventris, Dromius marginifer , Lebia
bipars, Catascopus reductus, Scarites obliterans, subsignans, desi-
gnans, Olivina recta, Morio trogositoides, cucujoides, Leistus? linearis,
Cardiaderus scitus, Anchomenus illocatus, Agonum placidum, Pana-
gaeus retractus, Argutor degener, relinguens, Harpalus stolidus, Cur-
tonotus compositus, Selenophorus infixus, Acupalpus derogatus und
extremus, Bembidium finitimum.
Thomson errichtete (Archives entomol. II. p. 32 ff.) auf meh-
rere am Gabon (Guinea) aufgefundene Arten neue Gattungen: 1) Ae-
matochares n. g. (scr. Haematochares!), zur Morioniten -Gruppe ge-
hörig, mit sehr dicken, abgerundeten Mandibeln, konischem Endgliede
der Maxillar-, und grossem, stark beilförmigem der Lippentaster, kur-
zen, perlschnurartigen, gegen die Spitze leicht verdickten Fühlern mit
eiförmigem End- und quer viereckigem 4.—10. Glied; Thorax und Flü-
geldecken gleich breit, der Ausschnitt am Innenrande der Vorder-
schienen sehr tief und jäh. — Art: Aemat. tenebrioides. 2) Abaco-
des n. g., derselben Gruppe angehörend,, von Hemitelus durch dicke
Fühler und vollständige Flügeldeckenstreifen abweichend ; Kopf vier-
eckig, ohne halsförmige Verengung und ohne Augenhöhlenrand, sehr
viel schmaler als der Thorax; Mandiheln kurz und kräftig, scharf zu-
gespitzt, Kinn mit starkem Zahn; an den Fühlern die vier vorletzten
Glieder quer, das erste am längsten, das zweite und dritte fast gleich;
im Gebiete der Entomologie währeud der Jahres 1858. 363
Prothorax und Flügeldecken gleich breit, Vorderschenkel (?) an der
Spitze erweitert, ausserhalb mit vier kleinen Zähnen. — Art: Abac.
microcephalus. 3) Lichnastenus n. g., einer eigenen (Gruppe Lich-
nastenitae , die aber weiter nicht bezeichnet wird, zuertheilt; eine
sehr eigenthümliche Form mit sehr flachgedrücktem Körper, querem
Kopfe mit grossen, seitlich heraustretenden Augen, sehr kurzem Hals-
schilde, das viermal so breit als lang ist und breit abgestutzten Flü-
geldecken; die Palpen mit kurzen Basalgliedern, das Endglied an
beiden gross , besonders an den Labialpalpen, wo es sich mehr der
Beilform nähert; Kinn jederseits mit einem weit hervortretenden ge-
krümmten Hakenfortsatz , in der Mitte seines Vorderrandes mit einem
beweglich eingelenkten,, lanzettlichen Plättchen (vom Verf. gleich
mit einem besonderen Namen „Cheiloglosse“ (!) belegt); Fühler perl-
schnurartig , mit verlängertem und dicken Basalgliede; Hinterleib am
letzten Segmente mit zwei nach hinten hervortretenden Spitzen verse-
hen. — Art: Lichn. armiventris, 5 mill. lang, pl. 1. fig. 1 abgebildet.
— Als neue Arten von derselben Lokalität werden (ebenda p. 30 Il.)
beschrieben: Aptinus obliquatus , Catascopus oblitus (aus dem Portu-
giesischen Senegambien), Morio feronivides, Craspedophorus Gaboni-
cus, Chlaenius indutus, Bradybaenus? morio, Anoplogenius cyane-
scens, Abacelus quadraticollis und flavipes.
Vom Ref. (Linnaea entom. XII. p. 417 fl.) wurden die Chile-
nischen Carabus-Arten in ihren Eigenthümlichkeiten und Unterschieden
gegen die der übrigen Länder betrachtet und eine Charakteristik der
11 von dorther bekannt gewordenen Arten, von denen einige zu-
gleich auf Taf. 4 abgebildet sind, gegeben. Neue Arten sind: Cura-
bus psittacus, sybarita, beide durch sammelartige Tomentirung der
Flügeldecken vor allen bekannten Arten ausgezeichnet , gloriosus
(chilensis var. Solier), speciosus und melanopterus. Mit C. Buquetii
Lap. sind chilensis Guer. und chiloensis Hope, mit €. Valdiviae Hope
ist Chilensis Sol., mit C. Chilensis Esch. ist Valdiviae Solier, mit (C.
Darvinii Hope ist indiconotus Solier und mit Ö©. suturalis Fabr. ist
Reichei Guer. identisch. — Von dem vereinzelten Auftreten dieser
Arten in Süd-Amerika ausgehend, erörtert Ref. zugleich die geogra-
phische Verbreitung der Gattung, welche auf der südlichen Hemi-
sphäre fast unter demselben Breitengrade (33°) wieder auftritt, unter
dem sie (25°) auf der nördlichen abschliesst, — Endlich spricht sich
derselbe in Rücksicht auf die Aehnlichkeit, welehe zahlreiche selbst-
ständige Arten der Gattung unter einander darbieten, gegen das Zu-
sammenwerlen sehr verschiedenartiger Formen als Lokalvarietäten aus,
besonders wenn dies auf Grund vereinzelter Exemplare, die leicht
durch Bastardirung entstanden sein können, geschieht.
Von Boheman (Fregatten Eugenies resa p.2 1.) wurde eine
grössere Anzahl neuer Arten bekannt gemacht: Ophionea Chaudoiri
364 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaft ichen Leistungen
China, Leptotrachelus brevicollis Buenos Ayres, Brachinus Confueius
Dohrn i. lit. und bicolor China, Calleida geniculata Puna, insularis
Taiti, amoenula Honolulu, Lebia pretiosa Puna, bioculata Rio - Ja-
neiro, Chinensis Hongkong, insularis Taiti, cupripennis und angulata
Californien, parellina Rio - Janeiro, Tetragonoderus immaculatus Cap,
Clivina Australasiae Sidney, vulgivaga Dohrn i. lit. China, Platy-
metopus melanarius China, Harpalus ignobilis Sidney , Selenophorus
insularis und picinus Oahu, Hypolithus magus und pubipennis Insel
St. Joseph, Stenolophus biplagiatus China, cinctipennis Buenos Ayres,
Drimostoma rufipes China, Feronia insularis Gallapagos, Argutor Iri-
vialis Buenos Ayres, Anchomenus limbatus,, chinensis und seintillans
China, Dyscolus castaneus Taiti, Trechus fasciatus Oahu, Ilaevigatus
Buenos Ayres, Bembidium callipygum Chaud. i. lit. China. (Notaphus)
bonariense Buenos Ayres.
Von Lucas (de Castelnau, Voyage dans |’Amer. d. Sud, p. 38 ff.) :
Pionycha pallens pl.1. fig. 8 aus Paraguay, Cienodactyla metallica,
Brasiliensis, Galerita simplicicostata und ventricosa aus Brasilien,
interpunctata aus Paraguay, Agra eyanescens, gracilis, suluralis, igni-
pennis, sculpturata , pallens und polita aus Brasilien, zum Theil auf
pl.2 abgebildet.
VonLeConte (Journal acad. natur. science. Philad. IV. p. 14 f.):
Harpalus impotens El Paso, Pasimachus validus (punctulatus Le €
antea) pl.4. fig. 10, Kansas und Texas, corpulentus Texas, Sonora. —
Von Pas. costifer LeC. ist pl.4. fig. 11 eine Abbildung gegeben. —
Ferner (Proceed. acad. nat. scienc. Philadelphia 1858. p. 59 1l.): Ga-
lerita atripes, Calleida planulata , cyanoptera, Stenomorphus rufipes
Rio-Grande, Harpalus laesus und gravis Texas, Stenolophus flavipes,
ceinclicollis, Bradycellus nitens und nubifer Californien, rivalis Colo-
rado,, ventralis Gilva-Fluss, Pasimachus viridans Sonora, Lymnaeum
laticeps Californien.
Von Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 22 il.): Apotomus
atripennis Ceylon, fuscus Ostindien,, Hispalis fuscescens , aenescens,
femoralis, pallipes, flavipes, 4-guttatus und biguttatus Ostindien,
geniculatus Andalusien, (p. 157) Carabus acuticollis Kurdistan.
Von Fairmaire und Öoquerel (Annales soc. entomol. VI
p- 746 ff): Leistus afer, Carabus cychrocephalus pl. 16. fig. 2, Aptinus
longicornis, Cymindis confusa, carinulata, Dromius tener, Carterus
femoralis, Scarites costulalus, compressus, Acinopus grassator, Bra-
dycellus puncticollis, Selenophorus glebalis, Harpalus laminatus, Poe-
eilus murez , aerarius, Argutor ineptus, aquila, rubicundus, modieus,
Platyderus alacris, notatus, Zabrus rotundipennis, semipunctalus, con-
tractus, ovalis, Amara Reichei, fervida, Cottyi , solata, Sphodrus De-
neveui, Pristonychus punctatosiriatus, Olisthopus interstitialis, Patro-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 365
bus punctatissimus und Trechus Lallemanti aus Marocco, der Barbare
und Algier.
Von Lucas (Bullet. soe. entomol. p. 178 u. 228 ff.): Scarites
eneephalus, Chlaenius montanus und Favieri aus Algier.
Von Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 18 ff.) :
Calathus fimbriatus (complanatus Woll. antea), Trechus Jansonianus
und (ebenda ll. p. 407) Olisthopus humerosus (Maderensis var. ß Woll.
antea) aus Madeira.
Von Peyron (Annales soc. entomol. VI. p. 356 .): Carabus
eychropalpus pl.9. fig. 1, Procrustes Mopsuerenae, Badister seriepun-
etatus, Chlaenius differens,, Lucasii pl. 9. fig.2, Douei, ayilis, Bem-
bidium latum pl. 9. fig. 3, effluviorum , moschatum, Tarsicum, Drimo-
stoma 4-pustulatum pl. 9. fig. 4, Feronia Reicheana pl. 9. fig. 5, cur-
ticollis, planata, Zabrus Caramaniae pl. 9. fig. 6, Stenolophus grandis,
Harpalus Langloisii pl. 9. lig. 7, eribratus, fallax, Clivina subeylin-
drica, Ditomus solitarius , Zuphium Cilicium pl. 9. fig. 3, C'ymindis
confusa und Dromius sacerdos pl.9. fig.9, von Tarsus in Caramanien.
Von Schaum (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 271 f.): Cala-
thus reflezus, Pterostichus pertusus, Ophonus oblongus Kind. i. lit.,
Stenolophus procerus und Ditomus modestus aus Syrien.
Von Chevrolat (Annales soc. entom. VI. p. 317. pl. 8. fig. 2):
Mesus (Lachenus?) rugatifrons von Montevideo; die Art hält dem
Verf. zufolge die Mitte zwischen den Clivinen und Scariten , weshalb
er für dieselbe den Gattungsnamen Mesus vorschlägt. — Ferner (Re-
vue et Magas. de Zool. X. p. 484): Helluomorpha obscuricornis von
Lagoa Santa und (p. 209): Stenolophus erwentatus von Cuba.
Eine Revision der Europäischen Percus-Aıten hatDr.G. Kraatz
(Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 161.) vorgenommen. Es werden
hier die bis jetzt bekannt gewordenen Arten durch Zusammenziehung
mehrerer endgültig auf elf redueirt und mehrere davon in ihren Cha-
rakteren und ihrer Synonymie näher erörtert. Percus Reichei aus
Corsica wird als neue Art beschrieben, eine zweite vielleicht mit P.
Villae Crist, identische Art als P. Villae mihi aufgeführt.
Ausserdem sind als neue Europäische Arten zu erwähnen: Percus
Reichei (derselbe wie der eben genannte), Feronia ambigua und Ne-
bria Lareynei Fairmaire (Rev, et Magas. de Zool.X. p.455) aus Cor-
sien, Plerostichus bispinosus Gautier des Cottes (Bullet. soc. entom.
p. 68) aus den Spanischen Pyrenäen, vom Habitus einer Nebria, Cymin-
dis ruficollis, Zabrus constrietus, Cychrus spinicollis (identisch mit C,
acuticollis Duf. in Archives entomol, I), Trechus vittatus, piciventris,
Bembidium semipunctatum Graells (Memorias de la comision ete., Parte
zoolog. p. 36 If., tab. I. fig. 1—6) aus Spanien, Carabus Blakistoni
Newman (Proceed. entoin. soc. IV. p. 60) aus der Krim, Argutor bim-
366 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pressus und Bielsii Fuss (Verhandl, und Mittheil. d. Siebenb. Ver. zu
Hermannstadt IX. p.4 f.) aus Siebenbürgen, 4500 hoch.
Eine im Bannat vorkommende Art, die wahrscheinlich mit An-
chomenus collaris Menetr. identisch ist, wird von Schaum (Berl-
Entom, Zeitschr, II. p. 77) der Gattung Atranus Le C. zugeschrieben;
das Kinn sei aber mit einem deutlich zweispitzigen Zahn versehen. —
Derselbe gab (ebenda p. 379) synonymische Mitiheilungen über einige
Carabici und wies (Entom. Zeitung XIX. p. 297 fl.) die Selbstständig-
keit der Art von Bembidium rhaetieum, alpinum, gracile und specu-
lare nach.
Schönn (Wien. Entomol. Monatschr. II. p. 113) fand Carabus
Hungaricus in grösserer Anzahl in der Ummgegend Wiens.
Dawson (Entom. Annual for 1858. p.47 ff.) „Notes on British
Geodephaga“ macht Bemerkungen über Vorkommen und Synonymie
Englischer Carabieinen, besonders über Dyschirius- und Bembidium-
Arten aus der Stephens’schen Sammlung. Claenius Schrankii wird
als new aufgefundene Art genannt.
Lucas, Notiz über Carabus melancholicus Fabr. aus Tanger.
(Bullet. soc. entomol. p. IV.)
Putzeys (Entom. Zeitung XIX. p.432) theilt mit, dass wenn
lebende Carabici in ein Glas mit Ammoniakdämpfen geworfen wer-
den, sich ein dicker , milchweisser Dampf entwickelt. (Offenbar aus
der Verbindung des Ammoniaks mit der aus den Mastdarmdrüsen ab-
gesonderten Buttersäure.)
Dytiscidae. Von Boheman (Fregalten Eugenies resa p.18 ff.)
wurden folgende neue Arten beschrieben: Hydroporus gigas und
femoralis Sidney, Hydrocanthus rubripes Montevideo , testaceus China,
Laceophilus notatus Montevideo, decoratus Manila, Chinensis Hongkong,
Cybister olivaceus und Hydaticus confusus Manila.
Von Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 204): Dy-
tiscus extenuans, Hydaticus diseindens, fractifer, Colymbetes interelu-
sus, Hydroporus interpulsus, intermiztus und laetabilis von Ceylon.
Von Peyron (Annales soc. entom. VI. p. 397 i.): Hydroporus
Cleopatrae, angulipennis und Mulsantis von Tarsus.
Von Fairmaire (Rev. et Magas. de Zool.X. p. 455): Hydro-
porus Martinii, Lareynii und moestus von Corsica.
Einzelne neue Arten sind ausserdem: Agabus glacialis Graells
(Memorias de la comision etc. p. 42. tab. I. fig.7) aus der Schnee-
Region der Sierra del Barco, Agabus obsoletus Le Conte (Journ. acad.
nat. scienc: Philadelphia IV. p. 15) von San Diego und Copelatus stria-
ticollis Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Amer. du Sud, p.48) von
Minas: Geraes,
Gyrinites. Dineutes indicans und Gyrinus obliquus sind. zwei
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 367
neue Arten von Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 205)
aus Ceylon.
Palpicornia.. Walker (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser.
II. p. 209) stellte eine neue Galtung Dastareus mit folgenden Cha-
rakteren auf: „Corpus longiuseulum; prothorax sulcatus, punetatus,
angulis antieis porrectis aculis, pectoris foveis duabus obliquis; me-
tascutellum subtus maximum, vix sulcatum ; elytra sulcala, punctata,
pedes crassi, breves. Art: Dast. porosus, 4 lin. von Ceylon. — Neue
Arten von Ceylon sind ferner: Sphaeridium trieolor , Hydrobius stul-
tus, Philydrus esuriens.
Boheman (Fregatten Eugenies resa, p. 22 ff.) beschrieb: Tro-
pisternus nigrinus Montevideo, laevigatus Rio-Janeiro, Berosus auri-
ceps, variegalus und stictieus Rio-Janeiro, Cyelonotum rubripes Manila.
Fernere neue Arten sind: Sphaeridium pietum Thomson (Archiv.
'entomol. 1. p.40) vom Gabon, Ochthebius viridis und lividipennis
Peyron (Annales soc. entomol. VI. p. 404.) von Tarsus, Helophorus
Creticus Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. II. p.40) aus Creta und
Hydrochus foveostriatus Fairmaire (Annales soc. entom. VI. p. 786)
aus Spanien und Marocco.
Silphales. Silpha ambigua Graells (Memorias ete. p. 57. tab. 2.
fig. 11) aus Spanien, Silpha Capensis (Dej. Cat.) Boheman vom Cap
(Fregatten Eugenies resa p. 36), Anisotoma obscura Fairmaire (Anna-
les soc, entom, VI. p. 792) aus der Barbarei und Colon Barnevillei
Kraatz (Bullet. soc, entom. p.192) aus Frankreich n. A.
Die Murray’sche Monographie der Gattung Catops hat Dr. @.
Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 24—36) ausführlich besprochen,
besonders in Rücksicht auf die Feststellung der Arten. Die früher
von ihm auf Kosten des Catops angustatus Fabr. begründeten Arten
C. intermedius und eisteloides, welche Murray mit Erichson als
Abänderungen ansieht, will er auch jetzt noch aufrecht erhalten wissen,
so dass es scheint, a!s wäre er für diese Gattung noch nicht zu der mehr
philosophischen Ansicht von der Existenz von Lokalracen und Neben-
formen von Lokalracen gelangt, die sich hier vielleicht gerade be-
sonders lichtvoll durchführen liesse. — Anhangsweise wird als neue
Art beschrieben: Catops praeustus Mus. Berol. aus Mesopotamien und
von Kiesenwetter (ebenda p.36) Catops nivicola vom Parnass,
unter Steinen am Schnee vorkommend.
Agyries castaneus wurde bei Berlin im April zu Hunderten vor
Sonnenuntergang in Kluge gelangen (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 209).
Scydmaenides, Zwei dieser Familie zugezählte neue Gattun-
gen sind:
1) Aulacdthoraw Boheman (Kregatten Eugenies resa p. 35), von
gedrungener Forın, Fühler von halber Körperlänge, das 1. bis 6. Glied
368 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dünner, das 7. bis 11. dicker, das letzte grösser, zugespitzt eiförmig.
Prothorax um die Hälfte breiter als lang, seitlich nach vorn leicht "
gerundet erweitert, Schildchen kurz, an der Spitze abgerundet; Flü-
geldecken verkehrt eiförmig, breiter und doppelt so lang als der
Thorax; Beine mässig lang, Schienen gerade, drehrund, aussen an
der Spitze etwas erweitert. Körper oval, convex, sparsam behaart.
Art: Aul. ezilis 1‘, mill. von Taiti, Taf. I. fig.1 abgebildet.
2) Erineus Walker (Annals and magaz. nat. hist. 3. ser. I.
p- 205) folgendermassen charakterisirt: „Corpus convexun, rude pun-
etatum, dense pubescens: caput postice maximum, subdilatatum : palpi
clavati, antennae subelavatae , geniculatae, pilosae , articulo primo
longo, sequentibus oblongis, subaequalibus; thorax subquadratus, ely-
tra oblonga, pedes validi, pilosi.“ Art: Er. monstrosus, 3 lin. von
Ceylon.
Ebenfalls von Ceylon stammende Arten beschrieb Motschulsky
(Etud. entom. VIl. p.29 I.) unter dem Namen Eumierus crassicornis,
Scydmaenus latipennis, Nietneri, brunnipennis, eyrtocerus, Irinodis und
Cephennium breviusculum.
Eutheia Schaumii Kiesenwelter n.A. von Nauplia (Berl. Entom.
Zeitschr. II. p. 45).
Pselaphidae. Eine neue Gattung Panaphantus wurde von v.
Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 48. Taf. 3. fig. 4) be-
schrieben und abgebildet; die Fühler sind genähert, unter dem Vor-
derrande der Stirn, welcher als schmaler Fortsatz weit nach vorn
heraustritt, eingefügt, die beiden ersten und die drei letzten Glieder
verdiekt; die Maxillartaster mit zugespitzt eiförmigem Endgliede, die
Tarsen mit einer Klaue. — Art: Pan. atomus Ys lin. von Nauplia.
Andere neue Arten sind: Tychus myops (mit fast ganz verkümmerten
Augen), pullus, mendax, Bythinus converus und pauper v. Kies., eben-
falls aus Griechenland.
Eine neue Gattung Diroptrus Motschulsky (Etud. entom. VII.
p: 28) soll die Körperform von Batrisus, die Fühler und Palpen von
Bythinus haben, durch die Grösse des ersten Abdominalsegments sich
aber Pselaphus nähern; D. Ceylonicus n. A. von Ceylon, ?4 lin. —
Batrisus spinicollis n. A. ebendaher, spinosus aus Ostindien.
Bryazis limnophila, clavata und paludosa Peyron (Annales soc.
entom. VI. p. 414 ll.) n. A. von Tarsus, Ctenistes barbipalpis und in-
tegricollis Fairmaire, Pselaphus Sencieri Coquerel (ebenda p. 792 f.,
pl. 16. fig.5—5) n. A. aus Marocco.
Staphylini. Laboulbene hat eine sehr sorgfältige Arbeit
„sur les moeurs et l’anatomie de la Micralymma brevipenne“ in den
Annales de la soc. entom. 3. ser. VI. p. 73—-105. pl.2u. 3 geliefert. Er
beschreibt darin die Larve, Nymphe und das ausgebildete Insekt so-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 369
wohl nach ihrer äusseren Form als auch von den inneren Organen den
Tractus intestinalis und den männlichen und weiblichen Genitalapparat.
In Betreff der Larve ist zu erwähnen, dass diejenige, welche der Verf.
selbst dem Micral. brevipenne als unzweifelhaft angehörig betrachtet,
von der durch Westwood fraglicher Weise derselben Art zuge-
schriebenen wesentlich verschieden ist; er ist geneigt, die Westwood’-
sche Larve als der Gattung Aöpus angehörig zu betrachten (wofür
die Maxillen, an welchen die Lade tasterförmig ist, sprechen würde.
Ref.), während die Nymphe trotz ihrer Verschiedenheiten von der hier
beschriebenen, vielleicht zu Micralymma gehören könnte. Dieselbe
ist durch lange fadenförmige Anhänge am Thorax und den Seiten der
Abdominalsegmente ausgezeichnet; dieselben machen fast den Eindruck
von Respirationsapparaten, besonders am Hinterleibe, wo sie gerade
auf der Gränze von Rücken und Bauch, je eins auf jeder Seite jedes
Segmentes, ihren Ursprung nehmen; leider hat der Verf. nichts über
ihre Beziehungen zu den Stigmen angegeben. Am Kopfe des ausge-
bildeten Insekts hat der Verf. zwei deutliche Ocellen entdeckt, welche
von Erichson nicht angegeben werden. Die anatomischen Ver-
hältnisse, wenn ihre Kenntniss bei einem so winzigen Insekte auch
von Interesse ist, bieten keine besonderen Eigenthümlichkeiten dar;
die Vasa Malpighii sind zu vieren vorhanden, die Ovarien bestehen
aus sechs Eiröhren, die Hoden sind vierlappig, der Ductus ejaculato-
rius an seiner Basis doppelt kolbig angeschwollen. — Der Käfer giebt
im Leben bei der Berührung einen sehr starken Geruch von sich, ohne
dass sich Organe, welche eine scharfe Flüssigkeit absondern, auffin-
den liessen. Er lebt wie auch dieLarve in Ritzen von Steinen, wel-
che während der Fluth vom Meere unter Wasser gesetzt werden.
v. Motschulsky setzte (Bullet. d. l. soc. imp. d. natur. de
Moscou 1858. I. p. 634—670 und II. p. 204—264. Taf. I) seine im
vorigen Jahre begonnenen Beschreibungen neuer Staphylinen, welche
zugleich durch Darstellungen von 20 der ausgezeichneteren Formen
unterstützt werden, fort. Die neuen Arten und Gattungen in der vom
Verf. angenommenen Reihenfolge, sind: 1) Aus der Gruppe der Pae-
deriden: Paederus longicornis Mossambique, Indicus, Algericus, lugu-
bris Brasilien, Sunius serpentinus Krain und Schweiz, bispinus und
biplagiatus Ostindien, nigromaculatus Aegypten, Echiaster pietus Co-
lumbien, Indieus Östindien. Sunides n. g. von der breiteren und ab-
gellachten Form der Anthophagen , Boreaphilus u. a., aber nach den
Mundtheilen und den Beinen zu den Paederinen gehörend, mit gros-
sem Kopfe und viel kleinerem, schmalen Halsschilde, langgestreckten,
dreizähnigen Mandibeln und Fühlern, an denen das erste Glied län-
ger ist als die drei folgenden zusammen. Art: Sun. boreophiloides aus
Columbien. — Stiliderus n. g., auf den ersten Blick einem Stilicus,
z. B. rufipes, similis durchaus gleichend, aber durch das zweilappige
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. Y
370 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
vierte Tarsenglied hinreichend unterschieden und dadurch einen Ue-
bergang zu den Sunius- Arten mit gewölbtem Halsschilde machend.
Art: Stil. cicatricosus aus Ostindien. — Stilicus sericeus ebendaher,;
Rugilus seutellatus Tyrol. — Scoponeus n.g. Zwischenform zwischen
Rugilus und Scopaeus, Punktirung und Pubescenz wie bei lelzterer
Gattung. Arten: Scop. fusculus, thoracieus, fulvescens und tectaceus
aus Ostindien. — Scopaeus dilutus, velulinus, nitidulus , Lithocharis
flavescens, fuscipennis, pallida, alle aus Ostindien, L. aegyptiaca, L.?
humeralis und L.? dimidiata aus Ostindien, beide einen Uebergang
zu Auchenium durch den abgeflachten Körper bildend. — Lathrobomor-
phus n. g., Form von Lathrobium, die Punktirung aber sehr fein und
die Behaarung sehr dicht, wie bei Scopaeus; von Lathrobium durch
längere Fühler mit stärker verlängerten und dünneren Gliedern un-
terschieden, das zweite Glied zweimal so kurz als das dritte, welches
schmal aber fast eben so lang wie das erste ist. Art: Lathr. badius
Ostindien. — Lathrobium striatopunctatum Steyermark, testaceum und
sublaeve Ostindien. — Achenomorphus n. g., Form wie bei Lithocha-
ris, aber sehr abgeflacht, Behaarung wie bei Scopaeus; Fühler etwas
kürzer als Kopf und Thorax zusammengenommen, 1. Glied gross, den
beiden. folgenden zusammen gleich , das 2. so breit wie das 1., aber
fast um die Hälfte kürzer, das 3. und die folgenden klein, um die
Hälfte schmaler und kürzer als das 2.; Vorderschenkel erweitert und
innen ausgerandet. Art: Ach. Columbieus aus Columbien. — Ache-
nium? humerale Ostindien,, Platygonium (einen Uebergang zwischen
Achenium und Cryptobium bildend) ruficolle Para, Cryptobium san-
guinolentum , abdominale, rufipenne, suturale und marginatum Ostin-
dien, castaneum Columbien. — Calliderma n. g., vom zarten Baue
der Gattung Rugilus, aber viel schmaler und abgeflachter, Kopf stär-
ker verlängert, Augen weiter nach hinten gerückt, die Maxillartaster
mit kurzem 1. und 4., und sehr langem, konischen 2. und 3. Gliede,
Fühler schlank, das 1. Glied fast so lang als die übrigen zusammen,
das 2. länger als das 3., dieses so lang als das 5. und länger als
das 4., die übrigen kurz und breit. Art: Call. brunnea Ostindien. —
Cryptoporus n.g., Mittelform zwischen Achenium und Oxyporus (?!),
mit grossem, hinten erweiterten Kopf, sehr kleinem Endgliede der
Maxillartaster; an den Fühlern das 1. Glied um die Hälfte länger als
das 3., dieses doppelt so lang als das 2., die folgenden vom 4. an
sich gegen die Spitze hin allmählig verkürzend. Art: Crypt. flavipes
Ostindien. — 2) Aus der Gruppe der Oxyporiden: Quedius granuli-
- pennis Oesterreich, brevipennis Krain. — 3) aus der Gruppe der Sta-
phyliniden; Acylophorus (womit die Gattung Rhygmacera Motsch. zu-
sammenfällt) flavipes, fuscatus und ruficollis Ostindien. — Rhegmato-
cerus n.g., Form von Heterothops, Kopf und Halsschild mehr verlän-
gert, ersterer herzförmig, letzteres gegen den Kopf hin verengt; Au-
Br
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 371
gen abgeflacht, Mandibeln hervorspringend, Palpen verlängert, 3. Glied
fast so lang als das 2., 4. sehr kurz und dünn, Fühler kürzer als
Kopf und Halsschild zusammen, dünn, mit länglichen Gliedern, das 1.
breiter und doppelt so lang als das 2. Drei Arten: Rhegm. conicol-
lis, punctipennis und antennatus aus Östindien. — Heterothops flavi-
collis Östindien, limosus Steyermark, Gabrius (Philonthen mit ver-
längertem Kopfe begreift der Verf. unter diesem Namen) pumilus Man-
nerh. Berlin, maritimus Aegypten, badius, longulus und paederoides
Ostindien, Philonthus Algirieus Algier, lativentris , lavocinetus, an-
tennatus, basalis, rubricollis Ostindien, Cafius Aegyptiacus (unter Ca-
fias begreift der Verf. die am Salzwasser lebenden Philonthen). —
Piestomorphus n. g. von der niedergedrückten Form und der seiden-
artigen Flügeldecken-Behaarung der Cafins-Arten, aber mit sehr klei-
nem, spindelförmigen Endgliede der Maxillartaster nach Art der Pae-
derinen, und nach! der Spitze hin verschmälerten Tarsen wie bei
Scariphaeus, nur dass das 1. @lied nicht länger als’ das 2, ist. Art:
Piest. ater Columbien. — Belonuchus pexus Columbien, coeruleipen-
nis Brasilien, Rhagochila Inderiensis Turcomanien, Tasgius abbreviatus
Krain, Anodus fuleipes Schweiz, Ocypus sericeus Algier, Trichoderma
punctatissima Brasilien, concolor Columbien. — 4) Aus’ der Gruppe
der Xantholiniden: Pachycorynus n.g., mit Leptacinus verwandt, aber
breiter und abgellachter, Endglied der Taster noch schmaler und ey-
lindrischer, Fühler kürzer als Kopf und Halsschild zusammen; das 1.
Glied so lang wie die 5 folgenden; das 2. länger als das 3., das 5.
bis 10. quer. Art: Pach. dimidiatus Ostindien. — Leptacinus’ pallidi-
pennis Ostindien. — Spirosoma n.g. von schmalerem Bäue als Lep-
tacinus, mit feinerer und! dichterer Punktirung, Fühler geknieet, das
1. Glied so lang wie die 4 folgenden, das 2te und äte gleich! lang,
das 4te etwas kürzer, die folgenden allmählig kürzer und brei=
ter; an den Maxillartastern das 2. Glied länger als das 3, das letzte’
klein, spindelförmig ; Mandibeln stark gebogen, dreizähnig. Art: Spir.
fulvescens Ostindien. — Xantholinus morio Östindien. — Agerodes n. g.
von Sterculia durch die Längsverhältnisse der Tasterglieder, durch
die mit drei in gleichen Abständen von einander entfernten Zähnen
bewallneten Mandibeln, dureh die Fühler, deren 1. Glied so lang als
die drei folgenden, das 2. klein, länglieh kegelförmig, das 3. keulen-
förmig und um die Hälfte länger als das 2. ist, durch das gleich-
breite Halsschild und die an der Aussenseite stachligen Schienen um=
terschieden. Art: Ager. coeruleus Columbien, — Othius dilutus Steyei-
mark, erassus, suturalis Schmidt i. lit. und fuloipes Krain, Platypro-
sopus Indicus, orientalis und fulvieollis Ostindien, — 5) Aus der Ta-
chyporiden-Gruppe : Tanygnathus piceus und pietxs Ostindien, Myce-
toporus humeralis Steyermark, Braminus Östindien, Boletobius nitidus
Östindien, Ellipotoma tridens Tyrol, posticalis Krain, Tachinus san-
372 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
guinolentus Ostindien. — Tachinoderus n. g., in der Form mehr mit
Tachyporus übereinstimmend, aber mit hinten abgerundetem Halsschild
wie bei Tachinus; Fühler zweimal so lang als Kopf und Halsschild
zusammengenommen mit konisch gegen die Spitze erweiterten Glie-
dern; das 1. schwach verdickt, so lang wie das 3., dieses doppelt
so lang als das 2., die folgenden von der Länge des 3.; Halsschild
doppelt so breit als lang, Flügeldecken um ein Dritttheil länger. Art:
Tach. longicornis Ostindien. — Erchomus n. g., von breiterer Form
als Tachyporus, so dass die Beine vom Halsschilde und den Flügel-
decken bedeckt sind; Kopf breit, Endglied der Taster deutlich länger
als das 3.; Fühler kürzer, als Kopf und Halsschild zusammen, vom
4. Gliede an deutlich gekeult, das 1. Glied so lang als das letzte,
aber doppelt so dünn, konisch , die beiden folgenden um die Hälfte
kürzer, gleich lang. — Zehn Ostindische Arten: Erch. latus, lae-
vigatus, brunnicollis, sanguinolentus, fulvus, minimus, tantillus, gra-
nulum, rubiginosus und E.? limbifer. — Conurus biguttatus und cin-
ctus Ostindien, Hypocyptus pictus Aegypten, punctum Fontainebleau. —
6) Aus der Gruppe der Aleochariden: Pronomaea Bramina Ostindien,
Myllaena fulvicollis Krain, Euryusa brevipennis Steyermark , Peliusa
villosa Columbien , pallescens Ostindien, Encephalus furcatus Ostin-
dien, Gyrophaena appendiculata ebendaher, glabrella Steyermark und
Genf, indica, rigida, cicatricosa und livida Ostindien. — Camacopal-
pus n. g., von Gyrophaena-Form, 1. Glied der Fühler fast von Kopf-
länge, gekerbt, 2. dreimal so kurz und schmaler , länglich kegelför-
mig, 3. um die Hälfte kürzer als das 1., doch zweimal so lang und
breiter als das 2., die folgenden allmählig kürzer und breiter, das 9.
und 10. quer, das 11. so lang als die beiden vorhergehenden zusam-
mengenonimen; Maxillartaster verlängert, fast wie bei Myllaena; die
schmalen Mandibeln und der rüsselförmig verlängerte Kopf ähnlich
wie bei Pronomaea, der Hinterkopf aber breiter und die Augen mehr
hervorspringend. Zwei Ostindische Arten: Cam. bituberculatus und
fulvus. — Oligota latissima Laybach, picta Aegypten , indica Ostin-
dien, Aleochara funeralis Columbien, Hindustana Östindien , cineti-
pennis Laybach, badia, croceipennis, denticulata, castanea, tenuicornis
Ostindien, brunnipennis, rufescens Kissingen, punctatella Amsterdam,
A.? bidens Columbien, Ozxzypoda sanguinolenta Aegypten, plagiata,
? brunnescens, atricapilla und palleola Ostindien, pallidipennis Laybach,
fulvicollis Kissingen, rufula Fontainebleau, cinctella und carbonaria
Krain, Sipalia abdominalis Krain, maura Berlin, tectacea Krain, fas-
ciata Dalmatien, Homalota cristata Smyına, denticulata Algier, Ae-
gyptiaca Alexandrien, tenuicornis, cursor, testaceipennis, dilutipennis,
prona Ostindien, macrocera, laticornis Kissingen, picea England,
troglodytes Krain, flavicans Aegypten, tropica, microcephala und Iu-
gens Ostindien, Phloeopora impressicollis, Indica Ostindien, ?humera-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 373
lis Columbien , Calodera flavipes Paris, Bolitochara Columbina Co-
lumbien, Falagria einctella Columbien, graeilis, dimidiata und velu-
ticollis Ostindien, Autalia? angustata und Astilbus nigrescens Ostin-
dien, Orphnebius n. g., von den Myrmedonien mit erweitertem Hin-
terleib durch die Tarsen, an denen das 2. Glied das längste ist, und
durch die sehr verlängerten Fühler, deren Endglied das kürzeste ist,
abweichend. Art: Orph. ventricosus Columbien. — Cranidium n. g.,
eine eigenthümliche Form mit kleinem, nach hinten verengten Tho-
rax, nach hinten erweiterten und sehr schräg abgeslutzten Flügel-
decken und gegen die Spitze breiter werdenden Hinterleib; Fühler
gekerbt, das 1. Glied so lang als das 2. und 3. zusammen, die übri-
gen perlschnurartig. Art: Cran. cantharoides vom Cap.
„Einige neue und ausgezeichnete Staphylinen-Gattungen“ wur-
den von Dr. G. Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 361 ff.) be-
kannt gemacht: 1) Pygostenus (würde griechisch Stenopygus heissen
müssen) n. g., zu den Tachyporinen gehörig, durch die sehr kurzen,
pfriemförmigen Fühler, deren erstes Glied gabelförmig gespalten ist
und das zweite seitlich umfasst, ausgezeichnet; die Fühler liegen
zwischen den Augen dicht aneinander; Flügeldecken kürzer als der
Thorax, Hinterleib gerandet, Tarsen fünfgliedrig. Art: Pyg. microce-
rus von der Goldküste. — 2) Glyphesthus n. g. zur Gruppe von (Que-,
dius gehörend und durch Fühler- und Lippentaster-Bau mit Homoro-
cerus zunächst verwandt; Fühler geknieet, ziemlich dick, Maxillar-
faster mit dickem Endgliede; Mittelhüften genähert, Tarsen dünn mit
verlängertem Basalgliede. Zwei Arten: Gl. rufipennis und niger aus
Senegambien. — 3) Cyrtothoraz n.g. zu derselben Gruppe gehörig, mit
kurzen, dünnen, leicht gekeulten Fühlern, hervorgequollenen Augen,
grossem, bucklig aufgeworfenem Thorax, unebenen Flügeldecken; beide
Palpen fadenförmig, Mittelhüften genähert, Zunge gerundet. Zwei
Arten: Cyrt. Sallei aus Mexiko und erythrurus aus Neu-Granada. —
Anhangsweise als neue Arten beschrieben: Homorocerus puncticollis
aus Senegambien und Haematodes tenuipes aus Brasilien. Die drei
Gattungen sind auf Taf. III abgebildet.
Derselbe (Berlin. Entomol. Zeitschr. II, p. 49 ff.) beschrieb
Falagria splendens, Ocalea puncticeps, Calodera paludum, Oxypoda
vicina (0. soror Kr. antea), Homalota speculum , Myllaena graeca,
Quedius Aetolicus, cozalis, prozimus, Xantholinus graecus, Sunius
subnitidus, (p.127 1.) Trogophloeus insularis und Anthobium Aetolicum
als n. A. aus Griechenland. — Ferner (Bullet. soc. entom. p. 188 ff.):
Aleochara cuniculorum Paris, leucopyga Marseille, haematoptera Spa-
nien und Algier, Coproporus Colchicus Batum, Lithocharis picea Pa-
ris, — „Ueber Oligota apicata Er. und Verwandte“ (Berl. Entomol.
Zeitschr. II. p. 350 If.). Es werden vier Arten unterschieden : 0. zan-
thopyga (apicata Fairm.) Paris, apicata Er. (abdominalis Seriba), rufi-
374 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschauftlichen Leistungen
pennis n. A. I,yon (apicata Kr.) und pygmaea n. A. Rouen. — Syno-
nymische Bemerkungen über Staphylinen (ebenda p. 377).
v. Kiesenwetter (Berl. Entomol. Zeitschr. II. p. 53f. und
p- 124 f.) beschrieb Oligota pumilio,, Heterothops brunnipennis, Que-
dius abietum, nivicola, Philonthus rivularis, Stenus paludicola und
ochropus als n. A. aus Griechenland , Philonthus badius n. A. aus
Sicilien.
Peyron (Annales soc. entomol. VI. p.417 ff.) als neue Arten
von Tarsus: Myrmedonia aptera, Homalota dux, Xantholinus radio-
sus, Ocypus eyclopus, Baudii, Philonthus juvenilis, Truquii, Paederus
genieulatus, Bledius Antilope, Platystethus mazillosus und Trogophloeus
lathrobioides.
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 205) als neue
Arten von Ceylon: Ocypus longipennis , congruus, punctilinea, Nan-
tholinus cinctus, Paederus alternans, Prognatha decisa, Ozytelus rudis,
productus, Omalium filiforme, Aleochara poslica.
Boheman (Fregatten Eugenies resa p.25 fl.) Arten aus ver-
‘ schiedenen Ländern: Falayria vestita China, Oxypoda patagonica und
eingulata Patagonien, Tachyporus evanescens China, Xantholinus Tai-
tiensis Taiti, Capensis Cap, subtilis und gracilis Buenos Ayres, Phi-
lonthus tenebrosus, quadraticeps Buenos Ayres, delicatulus, aeneipen-
nis und puncticollis China, varicolor Californien, nigrinus Cap, Que-
dius pectoralis und Lathrobium Chinense China, Sunius trisignatus
Californien, Paederus intermedius Manila, coerwleipennis Californien
und Insel Puna, Stenus chalybeus Californien, capueinus Taili, eylin-
dricollis Malacca und Ozxytelus pumilio Taiti.
Le GConte (Proceed, acad. nat. sciene. Philad. 1858. p- 61f.):
Quedius explanatus aus Californien, Paederus femoralis und ustus vom
Colorado und Gilva-Fluss, (Journ. acad. nat. scienc. Philad. IV. p.16)
Aleochara valida aus. Califormien.
Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Amer. du Sud p. 50 f.):
Cryptobium Brasilianum und Leptochirus bicolor n. A. aus Brasilien.
Graells (Memorias de la comision etc. p. 43) Aleockara semi-
rubra n. A. von Madrid, Taf. I. fig. 8 abgebildet.
Janson (Entomol. Annual for 1858. p.64): Euryusa Kirbyi
n. A. aus England, unter Formica fuliginosa lebend, auf der beifol-
genden Tafel, fig. 8 abgebildet. — Nach demselben (Proceed. entom.
soc.IV. p. 57) ist, Biedius hispidus Parfitt, Zoologist 1857, gleich Ble-
dius unicornis Germ, Er. '
Waäaterhouse (Proceed, entom. soc. IV, p.83 ff.) stellte ein
synonymisches Verziechniss der in England einheimischen Tachypori-
nen zusammen, welche durch 52 Arten vertreten sind. Dies Verzeich-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1853. 375
niss ist seitdem schon in den Catal. of British Coleoptera des Verf.
aufgenommen worden.
_ Histerini. Coquerel (Annales soc. entom. VI. p. 787 ff.) cha-
rakterisirte eine neue Gattung Dimerocerus, mit Eretmotus de Mars. zu-
nächst verwandt, aber durch die Grösse des Mesosternum, die ge-
zähnten Mandibeln und besonders durch die aullallend starke Ent-
wickelung des Fühlerschaftes, welcher breit kahnförmig, fast so lang
als die Mandibeln ist und von dessen Oberseite nicht weit von der
Basis die Fühlergeissel entspringt, deren Endglied doppelt so lang
als breit, fast cylindrisch und an der Spitze breit abgestutzt ist, un-
terscheiden. Der Körper ist fast kreisrund, die grösste Breite der Flü-
geldecken hinter der Mitte gelegen. Art: Dim. sociator, pl. 16. fig. 8
abgebildet, aus der Barbarei, 2'% mill., lang zusammen mit Hetaerius
punetulatus unter Myrmica testaceo-pilosa lebend. — Saprinus Portus-
magni Coqu. pl. 16. fig.7 ebendaher, n. A.
Eine zweite neue Gatlung ist Homalopygus Boheman (Fregatten
Eugenies resa p. 36 Il.), eine kleine Form von länglich quadratischem
Körper, wenig gewölbter Oberfläche, mit grossem und flachen Pro-
pygidium und Pygidium und gegen die Spitze hin stark erweiterten
Schienen. Art: Hom. latipes, 2'/, mill., von Panama, Taf.l. fig. 2
abgebildet. — Epierus rubripes n. A. von Buenos Ayres, ebenda be-
schrieben.
Fernere neue Arten sind: Pachyeroerus capito Thomson (Archiv.
entomol. II. p. 41) vom Gabon, Platysoma desinens und restoratum
(sie!) Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 207) von Ceylon,
Tripanidius (sie!, soll wohl Trypanaeus heissen!) flavipennis (de
Mars. i. |.) Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool.X. p.209) von Cuba,
Onthophilus costatus Kiesenwetter (Berl. Entom. Zeitschr. Il. p. 131)
von Zante, Hetaerius puberulus Motschulsky (Etudes entomol. Vll.
p. 188) aus Sicilien, Hister platysomoides (Peyronis de Mars.), Sapri-
nus Mersinae und Marseuli (Tyrius de Mars.) Peyron (Annales soc-
entom. VI. p. 407 if. pl. 9) von Tarsus.
Trichopterygü. Acratrichis orientalis, Ceylonica und trapezi-
formis \Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 32) von Ceylon und Ptilium
tenue Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr, I. p.130) von Nauplia n, A.
Phalacrides. Motschulsky (Etud. entom. VIl. p. 33 Il.) un-
terschied eine neue Gattung Augasmus von Phalacrus durch die bei
einem der beiden Geschlechter stark entwickelten Mandibeln, die
letzten Glieder der Maxillartaster und die deutlich punktirten Streifen
der Klügeldecken. Arten: Aug. ligatus, sinuatus und testaceus aus
Ostindien und mandibularis aus Ceylon. . Neue Arten sind ferner:
Phalacrus rubidus, rufitarsis, brunneus hus Ceylon; festivus und Indis
376 Gerstaceker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aus Ostindien, Olibrus rufescens , brunnescens , rufopiceus, pallidulus
von Ceylon, bivulnerus, albomaculatus und transparens- aus Ostindien.
Phalacrus conjieiens und confectus Walker (Annals magaz. nat.
hist. 3. ser. II. p. 206) sind ebenfalls n. A. von Ceylon, Phalacrus
ruficornis Buenos Ayres, Olibrus bisignatus Cap, piceus Californien
und parvulus Peru n. A. von Boheman (Fregatten Eugenies resa
p- 37 f.), Tolyphus punctatostriatus Kraatz (Berl. Entom. Zeitschr. 11.
p- 132) n. A. aus Griechenland.
Nitidulariae. Zwei mit Lordites Er. nahe verwandte Gattungen
hat Thomson (Archiv. entomol. II. p.42f.) aufgestellt; die erste,
Pherocopis benannt, unterscheidet sich davon durch den sehr Jachge-
drückten Körper, den sehr grossen Kopf, die langen Fühler und die
nicht erweiterten Tarsen; an den Fühlern ist das dritte Glied das
längste, die Keule durch die drei lose aneinander gereihten,, quer
dreieckigen, an der Spitze breit abgestutzten Endglieder gebildet.
Art: Pher. ebena, pl.1. fig. 2. — Die zweite Gattung Galaor wird
von Lordites durch nicht erweiterte Tarsen und das kleine zweite
Füblerglied unterschieden. Art: Gal. perforatus, 9 mill. — Beide
Gattungen so wie die folgenden neuen Arten: Gymnochilad sparsuta,
subfasciata, angulicollis und Peltis niyrita stammen vom Gabon in
Guinea,
Für eine als neu bezeichnete Gattung Nitidulopsis giebt Wal-
ker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. 11. p. 206) folgende Charakte-
ristik: „Nitidulae valde affinis, Anthobio simillima; abdomen elytris
duplo longius;“ sie ist also vielleicht mit Colastus Er. identisch. Art:
Nit. aequalis, 1'% lin. von Ceylon. — Nitidula contegens, intendens,
significans, ? lomentifera, Rhizophagus parallelus und Trogosita in-
sinuans n. A. desselben Verf,, ebenfalls von Ceylon.
Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 39 ff.) beschrieb Colastus
plagiatipennis Ceylon, dilutus Ostindien, Carpophilus longipennis, mar-
ginellus, cribellatus, sericeus, strigipennis und pilosellus von Ceylon
und Ostindien, Ecnomorphus (neuer Gattungsname für gewisse Carpo-
philus- Arten, wie C. 6-pustulatus Fab.) fulvipes und fusculus von
Ceylon, biguttatus aus Ostindien, Pocadius subquadratus von Ceylon,
Indieus aus Ostindien, für welche zugleich der Galtungsname Circo-
pes bereit gehalten wird.
Colastus obliquus und limbatus, Carpophilus discoideus vom
Colorado, Temnochila acuta aus Texas, aerea von Californien sind
neue Arten von Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858.
p- 62 f.). — Rhizophagus puncticollis aus Californien und Brachypte-
rus testaceus von Sidney n. A. von Boheman (Fregatten Eugenies
resa p. 39). — Meligethes coerulescens, simpler und immundus aus
Griechenland, Peltis procera vom Parnass n. A. von Dr. G. Kraatz
(Berl. Entom. Zeitschr. X. p. 134 ff.).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 377
Colydii. Eine von Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. Phi-
lad. 1858. p. 63) aufgestellte neue Gattung Anchomma ist mit Corti-
cus und Sarrotrium nahe verwandt, hat dieke borstige Fühler, an
denen das 1. und 2. Glied gleich gross, das 3. um die Hälfte länger,
das 4. bis 10. quer, das 11. schmaler, fast viereckig ist; Kopfseiten
erweitert und die Augen in eine obere und untere lineare Hälfte
theilend; die drei ersten Hinterleibssegmente gleich lang, das 4. kür-
zer, das 5. kaum länger als das vorhergehende. Art: Anch. costatum
aus Californien. — Ausserdem neue Arten: Ditoma sulcata und or-
nata, Synchita variegata aus Californien.
Eine zweite neue Gattung ist Aulonosoma Motschulsky (Etud.
entomol. VII. p.44ff.), vom Ansehen eines Hypophloeus, aber mit
vier Tarsengliedern an allen Füssen, von denen das erste an der
Basis erweitert und fast so lang wie das vierte ist; alle Hüften weit
getrennt, Bauchringe frei beweglich. Art: Aul. tenebrioides 1'/, lin.
Ceylon. — Neue Arten: Psammoecus trimaculatus und Cerylon. orien-
tale von Ceylon, Cerylon Braminum aus Ostindien.
Ditoma rugicollis Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. 1I.
p- 206) n. A. von Ceylon, Bothrideres sculpticollis Thomson (Archiv.
entom. U. p. 46) n. A. vom Gabon.
Lathridii. Lathridius perpusillus und Monotoma concinnula Wal-
ker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p.207) n. A. von Ceylon,
Monotoma marinum, rufipenne und striatum le Conte (Proceed. acad.
nat. science. Philad. 1858. p. 64f.) n. A. von San Diego, Colorado
und aus Californien, Corticaria maculosa und Lathridius delectus
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p.408 f.) n. A. von
Madeira, Cholovocera Attae Kraatz (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 140) n. A.
aus Griechenland.
Cucujides. Neue Arten sind: Ino praeusta Cheyrolat (Revue
et Magas. de Zool. X. p. 212) aus Guadeloupe, Silvanus retrahens
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p.207) aus Ceylon und
Silvanus geminus Kraatz (Berl. Ent. Zeitschr. II. p.137) von Nauplia.
Cryptophagides. Miller (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 91
und 97 ff.) theilte Bemerkungen über mehrere Cryptophagus - Arten
mit und beschrieb Crypt. nitidulus und laticollis aus Siebenbürgen,
simplexz aus der Wiener Gegend als n. A.
Ausserdem wurden als neu aufgestellt: Cryptophagus debilis
von Santa Isabel, pilosus (Name an eine Europäische Art vergeben!)
aus Californien von Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad.
1858. p. 64), hirtulus Kraatz und cylindrus Kiesenwetter (Berl. Ent.
Zeitschr. II. p.138) aus Griechenland, Crypt. Braminus aus Birma
von Motschulsky (Etud. entom. VII, p. 46).
Thoriotidae. Thorictus bicolor Kraatz und piliger Schaum aus
378 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Griechenland, speetabilis Kraatz aus Mesopotamien wurden (Berl. En-
tom. Zeitschr. II. p.141) als n. A. aufgestellt, sind jedoch erst noch
mit denen der Peyron’schen Monographie zu vergleichen.
Mycetophagidae. Unter dem Namen Litargosomus (n. g.) ma-
eulatus beschrieb Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 52) einen
Käfer, dem er eine grosse Aehnlichkeit und nahe Verwandtschaft mit
Litargus bifasciatus zuschreibt, der sich aber durch viergliedrige Hin-
tertarsen, an denen das erste Glied fast so lang als die folgenden
zusammengenommen ist, unterscheidet. Nach diesem Charakter möchte
die (aus Ceylon stammende) Gattung also wohl eher den Heterome-
ren, wo Formen von grosser Aehnlichkeit mit den Mycetophagen vor-
kommen, angehören.
Dermestini. Eine vonMotschulsky (Etud. entom. VII. p.47)
aufgestellte neue Gattung Aethriostoma mit einer Art: Aethr. undulata
aus Östindien, soll zwischen Alttagenus und Anthrenus in der Mitte
stehen, von beiden durch die nicht verborgenen Mundtheile, schma-
les, gekieltes, vorn erweitertes Prosternum u. s. w. abweichen. —
Eine zweite Gattung Orphinus „unterscheidet sich von Orphilus leicht
durch die rothe Farbe des hinteren Endes der Flügeldecken“ (!) und
von den übrigen Dermestiden-Gattungen durch die Fühlerkeule, wel-
che nur aus zwei sehr ungleichen Gliedern besteht. Arten: Orph.
haemorrhoidalis und pedestris von Birma.
Neue Arten sind ferner: Attagenus? defectus und Trinodes hir-
tellus Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. Il, p. 207) von Ceylon,
Attagenusabbreviatus Heer (Denkschrift. d. Schweiz. naturf, Gesellsch.
XV. p.140) von Lanzarote, Attagenus quadrimaculatus, Trogoderma
meridionalis und Anthrenus Proteus (albidus Brull6) Kraatz (Berl.
Ent. Zeitschr. I. p. 145 f.) aus Griechenland.
Byrrhii. Von Motschulsky wurden (Etud. ent. VIRp.49 f.)
folgende Ostindische Formen dieser Familie bekannt gemacht: Syn-
calypta' indica von Birma, ferner Sync. pilosella und oblonga. —
Byrrhinus n.g., neben Limnichus stehend, mit fünfgliedriger Fühler-
keule, hervorgezogemem Prosternum und halbkreisförmigen , mässig
hervortretenden Augen. Arten: Byrrhinus latus, nitidulus, ellipticus,
angustatus, fuscus und oculatus aus Indien.
Byrrhus depilis Graells (Memorias de la comision etc. p. 59.
pl. 2. fig.12) n. A. aus Spanien, Limnichus punctipennis Kraatz n. A.
aus Griechenland (Berl. Entom. Zeitschr. 11. p. 148).
Heteroceridae. Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 25.) be-
schrieb Heterocerus cincetus von Ceylon, gracilis, Indicus, nigricornis
und #nicolor aus Ostindien als n. A.
Lamellicornia. Dynastidae. — Eine neue Gattung ist Pycno-
sehema Thomson (Archives entom: 1. p.65) vom Gabon' in Guinea,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 379
mit Heteronychus verwandt, durch eigenthümlich geformtes Kopfschild
ausgezeichnet und leicht kenntlich; dasselbe ist ausserordentlich
schmal und setzt sich von der Stirn wie ein schmaler lanzettlicher
Forisatz ab, so dass die breiten, aussen ganzrandigen Mandibeln in
weiter Ausdehnung zu seinen Seiten frei hervorragen; es ist zuwei-
len mit einem aufrechten Horne, in anderen Fällen nur mit einem
Höcker besetzt. Prothorax entweder gleiehmässig flach gewölbt oder
vorn leicht ausgehöhlt, Flügeldecken mit paarigen Punktlinien; Vor-
dertarsen des Männchens mit dicker und zuweilen zweispaltiger In-
nenklaue. Arten: Pycnoschema Lacordairei (pl. 11. fig. 2), laesicor-
nis, euspidata und operculata. (Das hiesige Museum besitzt auch
eine ausgezeichnete Art dieser Galtung vom Cap.) — Eine zweite
vom Verf. errichtete Gattung Daemonoplus ist ohne Weiteres einzu-
ziehen, indem sie mit Heterogomphus Burm. zusammenfällt; die Art
Daem. Mniszechii (pl. 11. fig.2) stammt nicht, wie der Verf. vermu-
thet, aus Guinea, sondern nach einem Exemplare des hiesigen Museums
aus Mexiko; eine ihr sehr ähnliche Art mit ebenfalls drei Hörnern
auf dem Thorax kommt in Columbien vor. — Pag.68: Heteronychus
modestus n. A, aus Guinea.
Derselbe (Bullet. soc. entomol. p. CXVI) beschrieb Golofa
imperialis n. A. aus Mexiko.
Boheman (Fregalten Eugenies resa p.57): Podalgus rubripes
n. A. von Montevideo.
Nach Moufflet (Bullet. soc. entomol. p.XV) ist es auf Guade-
loupe nur ein Volksglaube, dass Dynastes Hercules vermiltelst seiner
beiden Hörner Zweige von Bäumen durchsäge; beobachtet hat es
Niemand. (Es ist auch nach der Construktion der Hörner schwer
glaublich).
Maitland (Tjidschr, yoor Entomol. 11. p.22,) theilte Be-
merkungen über eine Reihe ausländischer Dynastiden, betrellend die
Veränderlichkeit der Form ihrer einzelnen Theile so wie ihre Syno-
nymie, mit.
Cetoniariae, — Als neue Arten wurden beschrieben: Cre-
mastochilus saucius von Nebraska und squamulosus aus Florida von
Le Conte (Journ. acad, nat. science. Philad. IV. p. 17 f,), Glycyphana
nasqlis aus China von Boheman (Fregatten Eugenies resa p.58),
Macroma Aurora aus Amboina von Motschulsky (Etud. entom. VI.
P-57) und Ozythyrea ‚costata aus Algier von Lucas (Bullet. soc,
entom. p. 178).
Thomson (Archives entomol. Il, pl. 1 und 4) gab eine noch-
malige Abbildung von Goliathus gigantens Drury nach einem in sei-
ner Sammlung befindlichen männlichen Exemplare, eine gleiche von
der im J. 1857 von ihm beschriebenen Incala Quimalanca aus Guinea.
380 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Amer. du Sud pl. 5) bil-
dete Gymnetis chalybea Blanch. und Inca Burmeisteri ab.
Rutelidae. — Von Boheman (Fregatten Eugenies resa
p-55f.) wurden Popilia coerulea aus China, Adoretus vestitus von
St. Helena, Leucothyreus insularis von Taiti und Geniates Australasiae
von Sidney als n. A. beschrieben.
Von Thomson (Archives entomol. II. p. 63 If.): Popilia fla-
votrabeata, immatura , Trigonostomum sericans und hispidulum n. A.
vom Gabon.
Von Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Amer. du Sud) unter
der Dynastiden-Gruppe beschrieben: Geniates cribricollis, vittatus,
rugicollis, impressifrons und rufescens n. A. aus Brasilien. — Auf
pl.7 und 8 desselben Werkes sind ferner folgende von Blanchard
im Catal. du musde d’hist. nat. beschriebene Arten abgebildet: An-
tichira maculata, Crathoplus squamiferus, Thyridium flavipenne, Chlo-
svia virens, Pelidwela luridipes, rugulosa Burm., Homonyx planico-
status, Byrsopolis castanea buum,, quadraticeps Bl., Bolax tibialis und
Leucothyreus 'pilosellus. \
Melolonthidae. — Zwei neue Gattungen errichtete Th o m-
son (Archives entomol. II. p. 581f.) auf zwei am Gabon (Guinea)
aufgefundene Melolonthiden: 1) Diphydactylus n..8:» zwischen die
Ceraspiden und Philochlaeniden gestellt, besonders durch eine einzige
Klaue an den Hinterfüssen und die Form des Kinnes ausgezeichnet;
letzteres ist länglich, jederseits gefurcht. Fühler achi$ liedrig, mit
länglicher dreigliedriger Keule, Augen und Schildehen gross, Flü-
geldecken das Propygidium nicht bedeckend,, Vorderschienen tief
zweizähnig, Klauen ungleich, fein gespalten an der Spit2®. Art:
Diph. singularis 7 mill. — 2) Brachymys n.g., unter die Macfophyl-
liden gestellt; Fühler kurz, neungliedrig, das erste Glied dick, fast
so lang als die drei folgenden zusammen, das vierte innen etwas ge-
winkelt, die Keule länglich,, fünfgliedrig, däs erste Glied derselben
kürzer als die übrigen. Oberlippe sehr gross, hervorspringend, zwei-
lappig, mit dem Kopfschilde verschmolzen, Maxillen mit fünf siatken
Zähnen innen; Beine ziemlich kurz, Vorderschienen aussen nuf Mit
einem kleinen Zahne, Tarsen sehr schlank, die vorderen scheinbar
in der Mitte der Schiene entspringend. Art: Brach. pubens, 12 . mill.
— Neue Arten von derselben Lokalität (ebenda p. 56 ff.) sind folgeynde:
Trochalus rufulus, cyclonotus, byrrhoides, rugifrons, punctum, ApıI%-
nia piluloides, nitidula, Schizonycha Gabonica, Praogosternus? Reic,, ii
(pl. III. fig. 3).
Neue Arten, von Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 52 m)
beschrieben sind : Dichelus Chinensis Hongkong, Hoplia vestita Chin ®
Phyllotocus oblongus, velutinus und marginicollis Sidney, Apogon'@
a
splendida China.
ee ie TE
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 381
Von Graells (Memorias de la comision etc. p. 61ff. pl. 3.
fig. 2—7): Rhizotrogus Chevrolati, pineticola, Sainzii, Hymenoplia co-
stulata, cristata und Miegii aus Spanien.
Von Kiesenwelter (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 236): Ano-
zia Cretica (pilosa var. min. Burm.) aus Creta und Anisoplia tritiei
(austriaca var. Burm.) aus Griechenland.
Von Schaufuss (Entom. Zeitung XIX. p.318): Ancylonycha
rugipennis n. A. aus Mexiko.
Wichtig sind die in de Castelnau’s Voyage dans l’Amer. du Sud
pl.5—7 gegebenen, sehr guten Abbildungen einer Reihe Blanchard’-
scher Melolonthiden, da viele derselben nach den Beschreibungen im
Catal. du musee d’hist. nat. nicht wohl zu erkennen sind. Die abge-
bildeten Arten sind: Temnostoma sulcatipennis, Schizochelus bicolo-
ripes, Calodactylus tibialis, Barybas variegatus, Chariodema pallens,
Dicrania ebenina, Gama grandicornis, Mallotarsus spadiceus, Anoplo-
siagum sulcatum, Den:odema fallax, Philochlaenia ambitiosa, Alvarinus
submetallicus, Faula cornuta, Ulomenes hypocrita, Plectris decolorata
und Hilarianus anguliceps.
Glaphyridae. — Glaphyrus modestus Kiesenwetter n. A. von
Athen (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 235).
Coprides. — Lucas (in de Castelnau,, Voyage p. 97 ff.) be-
schrieb folgende neue Arten aus Brasilien: Canthon opacum , costu-
latum, nitidicolle, eincticolle, cupricolle, apicale, mutabile, planum,
Choeridium erythroplerum, trituberculatum, viride, virescens, orbicu-
latum, Copris hypocrita, Buquetii (Dej. Cat.), Eurysternus opacus, fe-
moralis und planipennis.
Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 40 ff.) folgende Arten
verschiedener Länder : Canthon opacus Buenos Ayres, balteatus Insel
Oahu, Epirhinus deplanatus Cap, Chaeridium angulicolle Montevideo,
Copris lugubris Gallapagos -Ins., Phanaeus Achilles Insel Puna, On-
thophagus dichrous, pugionatus, luridipennis und convexieollis China,
verticalis Manila, lueidicollis Neu-Holland, trinodosus Brasilien, insu-
laris Taiti, muticus Insel Oahu, granulatus Sidney, rusticus und im-
mundus Cap, Drepanocerus setosus China.
Thomson (Archiv. entom. II. p. 49 .) vom Gabon in Guinea:
Pedaria grossa, Copris Tyrannus pl.2. fig. 1 (zu Heliocopris Hope
gehörend), Copris Gorillus pl:3. fig. 4, fastidiosus, Onthophagus or-
thocerus, scotias, noclis, Semiris, mucronatus, cornifrons (Dej.), bi-
plagiatus und pygialis.
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. Il. p. 208 f.) von
Ceylon: Gymnopleurus smaragdifer, Sisyphus setosulus, subsidens,
Copris eribricollis, repertus, sodalis, signatus,, diminutivus, Ontho-
phagus proliwus, gravis, diffieilis, lucens, negligens, moerens und
turbatus.
382 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
‚Motschulsky (Etud. entom. VII. p.53f.): Onthophagus rufi-
pennis von Ceylon und minutus aus Ostindien.
Le Conte (Journal acad. nat. seiene. Philad. IV. p.16): Can-
thon vigilans aus Texas und Georgien.
Aphodiidae. — Neue Arten sind: Aphodius Tormes Graells
(Memorias de la comision ete. p. 60. pl. 3. fig. 1) aus Spanien, Apho-
dius dentiger und militaris aus Californien, Euparia cognata aus .
Texas, puncticollis ElPaso, von Le Conte (Proceed. acad. nat. sciene.
Philad. 1858. p. 65), Aphodius Australasiae Sidney, ambiguus Cap,
Euparia rubripes Buenos Ayres und Psammodius impressicollis aus
Java, von Boheman (Fregalten Eugenies resa p. 50f.), Aphodius
robustus, dynastoides, pallidicornis, mutans, sequens und Psammodius
inscitus aus Ceylon von Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II.
p. 207), Aphodius castanicolor , cancelliventris, compacticollis, pis-
cus, miztus und carinipennis aus Birma von Motschulsky (Etud.
entom. VII. p. 54 ff.).
Trogidae. — Trox inclusus Walker (Annals magaz. nat. hist.
3. ser. II. p.208) n. A. von Ceylon, Chinensis Boheman (Fregalten
Eugenies resa p. 52) n. A. von Hongkong.
Pectinicornia — Thomson (Archiv. entom. II. p. 47 f.)
beschrieb Nigidius Mniszechiü (auf pl.1. fig. 4 unter dem Namen Ni-
gidius Georgianus abgebildet), Passalus Gabonicus und subpentaphyllus
als n. A. vom Gabon. ”
Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 40): Passalus impres-
sicollis n. A. von Sidney.
Laboulbene (Annales soc. entom. VI. p. 840) machte Mitthei-
lungen über die Lebensweise, das Eierlegen und die Larve des Ce-
ruchus tarandus.
Nach Lucas (Bullet. soc. entom. p. V) kommt Doreus paralle-
“lepipedus auch in Tanger vor.
Buprestidae. Fairmaire und Germain „Revision des Coleo-
pteres du Chili, Fam. Buprestidae“ (Annales soe. ent. VI. p.709— 742,
pl.15) lieferten eine Aufzählung und Beschreibung der aus-Chile bis
jetzt bekannt gewordenen Buprestiden, welche im Ganzen 42 Arten
nachweist; von diesen sind 22 schon in der Chilenischen Fauna von
Gay durch Solier, mehrere andere in den dem Ref. bis jetzt nicht
zugänglich gewesenen Annalen der Universität von San Jago vum
J. 1855 durch Germain bekannt gemacht worden. Die letzteren
mögen hier zusammen mit den als neu beschriebenen Arten aufgeführt
werden: Psiloptera angulicollis, speciosa Germ. (Latip. metallica Fairm.
1856), verrueifera, Pterobothris n. g.. vom Habitus einer Dicerca,
vor Bubastes zu stellen; Fühler kräftig, vom 3ten Gliede an gezähnt,
das 1ste am dicksten und längsten; die Gruben mit den Poren ter-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 383
minal; die Fühlergruben nach innen offen, sich gegen einander in
eine Spalte verlängernd, die sich mit der Furche zwischen Clypeus
und Oberlippe vereinigt. Halsschild quer, an der Basis verengt, vorn
stark gewinkelt, Schildchen mit fast abgestutzter Spitze, Flügeldecken
mit tiefen Gruben , hinten stark verengt und zweispitzig, Hinterbrust
stark längsgefurcht, vorn ausgerandet. — Art: Pterob. corrosus, sich
in der Form ganz der Psil. Decaisnei Sol. anschliessend , aber mit
zwei gelben Flügeldecken-Querbinden. — Anthazia ceupriceps, Curis
chloris Germ., Stigmoderä cribricollis, amplicollis, semivittata, hasta-
ria (Pithiscus sagillarius Fairm.), Towuverbii Germ., chalybeiventris,
costipennis Gerin. (Conogn. splendidicollis Fairm.), Polycesta carnifex
Germ. (rubropieta Fairm.), Tyndaris marginellus, quitulatus und Agri-
lus quadrifossulatus.
Eine neue Gattung Thrincopyge stellte Le Conte (Journ. acad.
nat. science. Philadelph. IV, 1. p.17) für Bupr. ambiens LeC, und eine
neue Art: Thrinc. alacris von Neu-Mexiko auf; mit Agrilus in der
Form einigermassen übereinstimmend , ist dieselbe mit Ancylochira
näher verwandt. An den Fühlern werden das 3. bis 6. Glied allmählig
breiter, das 7. bis 11. dreieckig, die Poren liegen am unteren Win-
kel; sie sind in kleinen entfernt stehenden Fühlergruben eingelenkt;
Oberlippe klein, Mandibeln carinirt, scharf, die Sterna nicht gefurcht,
das Mesosternum nur zur Hälfte seiner Länge getheilt; Beine unbe-
wehrt, Schildchen klein, dreieckig, das fünfte Abdominalsegment mit
tiefer Randgrube auf der hinteren Hälfte.
Derselbe (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 66 ff.)
beschrieb ferner als neue Arten: Psiloptera Webbii Sonora, valens
Texas, Chalcophora planicosta und obliterata San Diego, caelata So-
nora, Chrysobothrys gemmata Sonora, octocola Texas, basalis Laredo,
‚eresa Colorado, Polycesta elata Texas (hierbei werden die fünf be-
kannten Nord - Amerikanischen Arten: P. elata, cavata, Californica
und obtusa Le C., Velasco Lap. in ihren Charakteren analysirt), Ac-
maeodera semivittata Texas, haemorrhoa Laredo, gibbula und opacula
El Paso, conata Colorado, Agrilus muticus und macer Texas.
Lucas (de Castelnan, Voyage p. 52 fl.) als neue Arten aus
Brasilien: Halecia fulgidipes, viridipes , impressipennis, Chrysesthes
viridimaculata, Psiloptera Wedellii, cupreosparsa, impressicollis, eya-
nipes, Devillei, Orbignyi (die drei letzteren von Paraguay), abbreviata,
pulchella, Latipalpis Solieri, Hyperantha consobrina (wohl nur Ab-
änderung von HH. interrogationis Klug), hirticollis, Conognatha Ed-
wardsii, Colobogaster splendida , Agrilus ignipennis, Brachys fulgidi=
pennis, lucluosa, ornata und minima. Von diesen Arten sind fünfzehn
auf pl.3 und 4 abgebildet.
Boheman (Fregatten Eugenies resa p.58 ll.) n. A. von Sid“
ney: Chrysodema pyritosa, Evides Goryi, Melobasis cyanipennis, Cu=
384 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ris aurovittata, Temnognutha egregia, Castiarina Hopei, Laportei,
similata, Elhon corpulentum und prozimum; ferner Agrilus muerona-
tus von Manila, paradozus, tenellus und Trachys curtula von Rio-
Janeiro, und Trachys impressa von Hongkong.
v. Kiesenwetter (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 242 ff.) n. A.
aus Griechenland: Acmaeodera brevipes, Cecropia, Latipalpis stellio,
Cyphosoma insularis, Anthazia sponsa, vittula, tenella, Coraebus ery-
ptocerus, violaceus und Agrilus roscidus.
Thomson (Archiv. entom. Il. p. 72.) n. A. vom Gabon in
Guinea: Psiloptera Gorilla, sona, Chrysobothrys Deyrollei und Acte-
nodes Gabonicus.
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p.280) n. A. von
Ceylon: Chrysobothrys suturalis und Agrilus suleicollis.
Graells (Memorias de la comision etc. pl.2. fig. 1) bildete
Buprestis Dowei Luc., var. Amori aus Spanien ab und beschrieb die-
selbe p. 44.
Kollar, „Ueber Agrilus viridis Kiesenw., ein die Erlen verwü-
stendes Insekt“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p- 325 ff.), machte Mittheilungen über massenhaftes Auftreten der Larve
dieser Art.
Throscidae.e Lissomus-plagiatus Boheman (Fregatten Eugenies
resa p. 66) ist eine neue Art aus Californien (nach dem hiesigen Mu-
seo hauptsächlich in Columbien einheimisch).
Eucnemidae. v.Kiesenwetter (Insekt. Deutschl. IV) vereinigte
mit dieser Familie die Throsciden, Lissomiden und Cerophytiden als
besondere Gruppen, was recht wohl zulässig erscheint; errichtete auf
Eucnemis barnabita Vilia eine eigene Gattung Dromaeolus, die sich
jedoch von Forınax, wo die Fühlerlänge je nach den Arten sehr
stark schwankt, nicht strikte abgränzen lässt (so wie auch Fornax
von Eucnemis nicht einmal scharf getrennt ist) und charakterisirt die
Gattung Otho Laf. i. lit. — Der Mierorhagus clypeatus (Hampe) des
Verf. ist offenbar nur das Weibchen von M. pygmaeus.
Pterotarsus milturus, Anelastes? femoralis und Emathion qua-
draticolle Lucas (de Castelnau, Voyage p. 70 il.) sind neue Arten aus
Brasilien.
Elaterides. Walker (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser. II.
p- 280 f£.) begründete eine nene Gattung Legna durch folgende Dia-
gnose: „Caput anlice excavatum, labrum extensum, palpi breves, cla-
vati; antennae ramis septem sat longis, artieulus penultimus intus
produetus, ultimus breviusculus; elytra subparallela, postice vix an-
gustiora; tibiae subelavatae, subsulcatae, vix dilatatae. Art: L. ido-
nea, 9 lin., von Ceylon, rostroth mit schwarzen Fühlern, Schienen
und Tarsen. — Neue Arten von Ceylon sind ferner: Cardiophorus
F
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 385
humerifer , Corymbites dividens, divisa, Athous punctosus, inapertus,
decretus und inefficiens.
v. Motschulsky (Etud. entom. VII. p.58)'gründete auf Car-
diophorus curiatus Say eine eigene Gattung Platynychus wegen der
winklig erweiterten Fussklauen, durch welche sich jene Art aus-
zeichnet und beschrieb folgende, dazu gehörige Arten: Plat. pietus
Ceylon, mauritanieus Algier, Indicus, nebulosus , erucifer Ostindien,
azillaris Brasilien. Zwei andere neue Gattungen desselben sind:
Brachylacon und Trachylacon, erstere mit einer Art von Ceylon: Brach.
mierocephalus, letztere mit zwei Ostindischen Arten: Trach. fulvicol-
“is und lobicollis; diese beiden Gattungen erinnern im Aeussern an
lacon, unterscheiden sich aber durch ihre verlängerten Maxillartaster,
deren Endglied gross. dreieckig, dreimal so breit als das vorherge-
hende ist, die stark gesägten Fühler , welche kürzer als Kopf und
Halsschild zusammengenommen sind und aus queren Gliedern beste-
hen; die Unterschiede zwischen beiden Gattungen scheinen nur ge-
ting zu sein. — Neue Arten (p.57f.): Cryptohypnus Indicus, aenes-
cens und exilis aus Indien.
Von Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 66 ff.) wurden He-
teroerepidius puberulus Gallapagos, Monocrepidius Germari und su-
turalis Montevideo, Elater ignobilis und variegatus Californien, Tai-
tiensis Taiti, Cryptohypnus misellus Java, Cardiophorus immeritus
Peru, insularis Taiti, Crepidomenus luteipes Sidney, Agriotes Bonu-
riensis Buenos Ayres, Sericosomus semitinctus und rimosus Keelings-
Inseln als n. A. bekannt gemacht.
Von Lucas (de Castelnau, Voyage p. 73 1.) : Adelocera? tri-
lineata, Atractosomus dimidiatus und Heterocrepidius ferrugineus n.
A. aus dem Innern Brasilien’s.
Von Graells (Memorias de la comision etc. p-.45 ff. pl.2.
fig.2, 3): Athous recticollis und Adrastus Miegii n. A. aus Spanien,
Von Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 496):
Coptostethus? Canariensis n. A. von den Canarischen Inseln.
Kawall (Entom. Zeitung XIX. p. 402 ff.) lieferte eine Aufzäh-
lung der (Euenemiden und) Elateriden Kurland’s und Lievland's,
welche für erstere Familie 10, für letztere 73 Arten nachweist. Zu-
gleich theilt derselbe eine wenig bekannt gewordene Arbeit von
Eschscholtz, „die Springkäfer Lievland’s, unter neuere Gattungen
vertheilt“ (in der Zeitschrift „die Quatember,* 2. Bd, 3, Heft. Mitau
1830) im Abdrucke mit, in welcher sechs neue Arten diagnosticirt
sind, nämlich Elater (Ampedus) einnaberinus,, ochropterus, exsanguis
erubescens , Agriotes eribrosus und corallifer. Gewiss wird sich
manche Art späterer Autoren auf diese zurückführen lassen,
v. Kiesenw etter (Naturg. d. Insekt. Deutschl, IV) weicht in
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. 2. Bd, Z
386 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
seiner Anordnung der einheimischen Elateriden von der Eintheilung
Lacordaire's und Cande&ze’s hauptsächlich darin ab, dass er die
Campyliden nicht als besondere Gruppe abtrennt, sondern die Gattung
Campylus in die Nähe von Athous stellt, was dadurch gerechtfertigt
erscheint, dass gerade bei Athous oft die „Mentonniere“ fast ganz
fehlt und der Mund in Folge dessen freiliegt, wie es bei Campylus
der Fall ist; überhaupt dürfte sich die Gruppe der Campyliden im
Lacordaire’schen Sinne kaum festhalten lassen. Die vom Veıf. er-
richteten neuen Gattungen sind : Betarmon für El. bisbimaculatus Schh.,
Pheletes für El. Bructeri Fab., und Megapenthes für Ampedus lu-
gens Redt.
Von Letzner (35. Jahresbericht der Schlesisch. Gesellsch. f.
vaterl. Cultur p. 138) wurde die Puppe des Ampedus nigrinus Payk.,
die sich in einem fauligen Fichtenstamme fand, eingehend beschrieben.
Cebrionidae. Von Graells (Memorias de la comision ete. p. 47 .)
wurden drei neue Spanische Arten unter dem Namen Cebrio tricolor,
Ysernii und gypsicola beschrieben und auf Taf. 2. fig. —6 abgebildet.
Atopidae. Zu dieser Familie gehört nach Le Conte wahr-
scheinlich eine von ihm in den Proceed. of the acad. of nat. scienc.
of Philadelphia 1858. p. 70 aufgestellte neue Gattung Schisopus, in
Gestalt und Färbung fast einer Galleruca gleichend. Fühler elfglie-
drig, das 5. bis 10. Glied breiter, dreieckig, das 11. eiförmig; Clypeus
klein, in einer Ausrandung der Stirn liegend, Oberlippe gross, leicht
ausgerandet, Mandibeln ebenso ; Kinn quer, trapezoidal, Maxillartaster
kurz, cylindrisch, mit fast gleich langen Gliedern, Augen oval. Vor-
derhüften gross, quer, quadratisch, eingeschlossen, die mittleren ihnen
genähert, auseinanderstehend; Tarsen kürzer als die Schienen, das 1.
bis 3. Glied kurz, das 4. lang zweilappig, das 5. so lang als die drei
vorhergehenden zusammen, mit an der Spitze gespaltenen Klauen.
Am Hinterleibe die beiden ersten Ringe fast verwachsen, der 5. aus-
gerandet, der 6. hervorragend, stark ausgerandet. Art: Schiz. laetus,
6 lin. — Fundort nicht angegeben.
Cyphon infuscatus, pictus, ovalis, affınis, flavescens und ruficol-
lis Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 62 ff.) sind neue Arten von Ceylon.
Scirtes adustus von Buenos Ayres und Ptilodactyla ferruginea
von Rio-Janeiro n.A. vonBoheman (Fregatten Eugenies resa p. 72).
Suffrian (Entom. Zeitung XIX. p. 581.) wies nach, dass von
Atopa cinerea beide Geschlechter vorkommen, und dass daher nicht
A. cinerea als Männchen von A. cervina angesehen werden könne;
von letzterer sind dem Verf. nur Weibchen bekannt, die sich ausser
der Färbung in Nichts unterscheiden , daher er A. cervina als eine
ausschliesslich weibliche Nebenform von der Stammart A. cinerea
anzusehen geneigt ist.
F
im Gebiete der Entomologie wälırend des Jahres 1858. 387
Malacodermata. Lycides. — Thomson (Archiv. entom. II.
p- 76 ff.) beschrieb Lycus Harpago, obtusatus,, apicalis, laleritius,
suleicollis und semiflabellatus als n. A. vom Gabon.
Boheman (Fregatten Eugenies resa p.73 |): Dietyopterus
marginicollis China, Calopteron lateritium von der Insel Puna und
Eros bilineolatus von der Insel St. Joseph.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. X. p.209): Calopteron
albicolle n. A. von Cuba.
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 79 M.): Calopteron sinuaticolle,
abdominale, affine, melanopterum, Eros Brasiliensis, angulicollis, zan-
Ihomelas, melanopterus, fossulatus und filiformis n. A. aus dem Innern
Brasiliens.
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 281 f.): Lycus
geminus, astutus, melanoupterus, fallax , pubicornis , duplex, costifer,
revocans , dispellens, erpansicornis, divisus, planicornis, Dictyoptera
interneza n. A. aus Ceylon.
Lampyrides. — Derselbe (ebenda p. 282) stellte eine neue
Gattung Harmatelia auf, welche mit den Worten: Colophotiae affinis:
antennae maris ramis longis verticillatis* charakterisirt, dabei aber
_ (ob aus Irrthum ?) unter die Elateriden gestellt wird. Zwei Arten:
Harmatelia discalis und bilinea aus Ceylon. Ferner ebendaher: Lam-
pyris tenebrosa, diffinis, lutescens, Colophotia humeralis, perplexa,
intricala, eztricans.
Boheman (lregatten Eugenies resa p.75 fl.) beschrieb Photi-
nus pauperculus n. A. von Puna und Taiti, Aspidosoma lateralis von
Buenos Ayres, Photuris impura ebendaher, annulicornis Insel Puna,
trivialis Rio-Janeiro, innocua Insel Puna und Patagonica Port Famine.
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 85 1.) als neue Arten aus Bra-
silien: Lucidota marginieollis, Dejeanii, zanthocera, dimidiatipennis
und Pholinus marginipennis.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool.X. p. 209): Lychnuris
miniatocollis n. A. von Cuba. N
Reiche (Annales soc. entom. VI. p.155): Lampyris Bellieri
n. A. aus den östlichen Pyrenäen.
Telephorides.—Boheman (Fregatten Eugenies resa p.781l.):
stellte eine Gattung Heteromastiz (Taf. 1. fig.3) auf für eine Art von
Sidney, H. bicolor: Fühler von Flügeldeckenlänge, stark, erstes Glied
länglich, kegelförmig, 2tes kurz, die folgenden dreieckig, das letzte
beim Männchen eingeschnürt; Kiefertaster mil grossem, schrüg abge-
#tutzten Endgliede, Augen rund, convex, Thorax stark quer, mit ab-
gerundeten Ecken, Flügeldecken nach hinten verbreitert, stumpf ab-
gerundet, — Neue Arten (ebenda) sind ferner: Telephorus bilineatus,
388 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ridibundus und rubricollis Brasilien. granulipennis Manila, laticollis
China, peregrinus Californien und pusillus Sidney.
Le Conte (Proceed. acad. nat. seiene. Philad. 1858. p. 71) be-
schrieb Chauliognathus profundus und limbicollis von Sonora und
(Journ. acad. nat. sciene. Philad. IV. p.17) Telephorus planicollis aus
Neu-Mexiko.
A. Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii p. 25)
machte Rhagonycha angulatocollis und Malthodes cognalus als n.A. von
Neapel durch Diagnosen bekannt.
Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. 11, p. 283): Tele-
phorus dimidiatus (Fab.?), malthinoides und Malthinus proficiens als
n. A. von Ceylon.
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 91 1.): Telephorus cyanopterus
und Silis acutipennis n. A. aus Brasilien.
Graells (Memorias de la comision etc. p. 49. Taf. U. fig. 7):
Telephorus Guadarramensis n. A. aus Spanien.
Melyrides. — Wollaston, On a new genus of European
Coleoptera (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser. Il. p.337 1.) eır-
richtete auf Colotes rubripes Jacq. du Val eine neue Gattung Antidi-
pnis, welche mit Colotes Erichs. zunächst verwandt, sich sehr auf-
fällig durch die verschiedene Bildung der Maxillartaster bei beiden
Geschlechtern unterscheidet; beim Männchen sind dieselben sehr lang,
bis zum 7ten Fühlergliede reichend, ihr 3. und 4. Glied sehr gross,
und stark verdickt, jenes abgestutzt eilörmig, dieses unregelmässig
viereckig, an der Spitze schwammig; beim Weibchen sind sie viel
kürzer, nur bis zum dritten Fühlergliede reichend , das dritte Glied
kaum grösser als das zweite, das vierte verlängert, spindelförmig, so
lang als das 2. und 3. zusammengenommen. Ausserdem sind die
Vordertarsen beim Männchen nur viergliedrig. — Die Art wurde von
Wollaston bei Lissabon in trockenen Menschenkothe gefunden,
Auch Thomson (Archiv. entom. II) machte eine neue Mala-
chier-Form unter dem Namen Urodactylus bekannt, welche von
Ebaeus durch stark gesägte Fühler, stumpf eiförmiges Endglied der
Taster, lappenartig erweitertes zweites Tarsenglied an den Vorder-
füssen und einen eigenthümlichen Anhang an der Spitze der Flügel-
decken, der fast einem dreigliedrigen Taster ähnlich sieht, unterschie-
den ist. Die Art: Ur. bicaudatus, pl.1. fig.5, ist gelb mit zwei
schwarzen Querbinden der Flügeldecken; sie stammt zusammen mit
einer zweiten neuen Art: Apalochrus cribrarius vom Gabon in Guinea.
Ebenfalls den Malachiern zugehörig ist eine neue Gattung Hel-
cogaster von Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 81. Taf. I.
fig. 4), dadurch von ‘den übrigen leicht zu unterscheiden, dass der
Hinterleib sehr verlängert und mit seinen 4—5 letzten Segmenten, die
Ä
]
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 389
stark von einander abgeschnürt sind, hinter der Spitze der Flügel-
decken frei liegt. Fühler lang, fadenförmig, Endglied der Maxillar--
taster oval, zugespitzt, Prothorax etwas länger als breit, fast quadra-
tisch, mit abgerundeten Ecken; Habitus staphylinenartig. Drei Arten:
Helc. cyanopterus, brachypterus und impressifrons von Sidney. (Im
hiesigen Museum finden sich noch einige andere Arten, ebenfalls aus
Neu-Holland. — Ferner: Melyris subtilis n. A. von der Insel Puna.
Eine vierte neue Gattung von Graells (Memorias ete., Parte
Zoologica p. 52. tab. VII. fig.1), welche Allotarsus benannt ist, ist
eine Abzweigung von Dasytes, durch gedrungene, breite Körperform
_ und die Bildung der Fühler sich auszeichnend; letztere sind 11-glie-
dig, ihr 4, Glied länger und breiter als die benachbarten, das 7. und
8. schmaler als die vorhergehenden , aber nach innen in eine Spitze
ausgezogen, die drei Endglieder gross, das 9. und 10. spitz dreieckig,
das 11. fast beilförmig. Das Männchen zeichnet sich durch sehr merk-
würdige Schienen- und Tarsenbildung aus; die Vorderschienen sind
_ erweitert, am Innenrande in derMitte und an der Spitze je mit einem
starken und krummen Zahn, das erste Tarsenglied halbmondförmig ge-
krümmt; die Mittelschienen dünn, gerade, das erste Tarsenglied ganz
kurz, jederseits in einen langen Dorn erweitert, das zweite mit Jan-
gem Anhängsel an der Spitze ; die Hinterschienen dünn, linear, das
erste Tarsenglied sehr langgestreckt,, linear, leicht gebogen. — Art:
Allot. melaleucotrichus, 9 mill, lang, von Cordova und Granada. —
Drei neue Arten sind ferner: Enodius ampkicoma , Taf. 2. fig. 8, das
Männchen ebenfalls mit eigenthümlichen Tarsenbildungen, Dasytes
asperulus, Taf. 2. fig. 9 und Danacea atripes, Taf.2. fig. 10, sämmtlich
aus Spanien.
Dasytes rufipennis Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad.
1858. p. 71) n. A. von Sonora, Malachius? plagiatus und Enicopus?
1 fusiformis Walker (Annals magaz. nat. hist. 5. ser. II. p. 283) n. A.
von Ceylon.
Laboulbene „Note sur les caroneules thoraciques ou co-
vardes rouges du Malachins bipustulatus“ (Annales soc. entom. VI.
p- 522-528. pl.13) machte einige Mittheilungen über die Natur der
ausstülpbaren rothen Wülste am Thorax der Malachier. Der vordere
nahe dem Kopfe befindliche ist drei-, der hintere zwischen Meta-
Ihorax und Abdomen hervortretende dagegen zweilappig: das Aus-
stülpen geschieht in ähnlicher Weise wie das der Schnecken-Fühlhör-
ner und ist nicht mit merklichem Geruche verbunden, Unter einer dün-
nen, amorphen, ungefärbten Membran, welche die äussere Bedeckung
abgiebt, findet sich eine Lage rothen Pigments in Form von feinen
Körnchen ; auf diese folgen nach innen starke Längs- und Quermus-
kel-Bündel, deren Fasern eine deutliche Querstreifung+zeigen. Die
Substanz der Wülste selbst besteht aus einer wenig gefärbten Flüs-
390 Gerstaecker: Bericht üb, die wissenschaftlichen Leistungen
sigkeit, in der molekuläre Granulationen und Fettbläschen, ausserdem
auch eigenthümliche ovale Körperchen mit deutlicher Hülle und kör-
nigem Inhalte suspendirt sind.
Derselbe (ebenda p. 513—521. pl. 13) beschrieb die ersten
Stände und die Verwandlungsgeschichte des Dasytes coernleus. Er
fand die Nymphen im Innern von dürren, abgebrochenen Eichen-
ästen, in einer länglichen Höhlung liegend , in welche Gänge von
geringem Durchmesser mündeten. Die Larve ist der von Perris be-
kannt gemachten des Dasytes flavipes sehr ähnlich. Der Verf. vermuthet,
dass dieselbe in ihrer Jugend vielleicht parasitisch an Crabroniten-
Larven lebt. Aube& dagegen ist der Ansicht, dass sie den Elateren-
Larven nachstellt.
Glerii. Neue Arten von LeConte (Proceed. acad.nat. scienc.
Philad. 1858. p. 71 f.): Cymatodera morosa und usta Sonora, Tricko-
des tenellus Californien, Clerus affiliatus Texas, latecinctus Colorado,
abruptus Eagle Pass, und (Journal acad. nat. scienc. Philad. IV. p. 18):
Trichodes bibalteatus Texas.
Von Lucas (de Castelnau, Voyage p. 92 f. pl. 4 u. 5): Prio-
cera aurosiynata, Hydnocera? albofasciata, Pelonium superbum (it =
P. Kirbyi Griff. Klug) und Enoplium fulvicorne (ist = E. scoparium
Klug) aus Brasilien.
Von Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 84 1f.): Opilus
impurus Cap, Clerus delicatulus Sidney, Xylotretus flavicornis Sidney.
Von Thomson (Archiv. entom. II. p. 81. pl.4): Pallenis san-
guineus, Mniszechii und Stigmatium? Gabonicum vom Gabon in Guinea.
Von Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. Il. p. 283): Ne-
crobia aspera von Ceylon.
Letzner (35. Jahresbericht d. Schlesisch. Gesellsch. f. vaterl.
Cultur p. 122) beschrieb die Puppe von Opilus domesticus, welche er
in der Höhlung eines Pfahles, in dem Xyletinus pectinatus hauste, fand.
Ptiniores. Unter dem Namen Myrmecospeetra beschrieb v.
Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 65) eine merkwürdige neue
Gattung dieser Familie, vom Ansehen einer schwarzen Ameise, mit
langgestrecktem, hinten sehr verschmälerten Halsschilde und hinter
der Basis stark eingeschnürten Flügeldecken, beide nahe am Schild-
chen stark aufgetriehen ; das letzte Glied der Maxillartaster zweimal
so lang als das vorhergehende, das erste Fühlerglied dreieckig er-
weitert, Fühler selbst länger als Kopf und Halsschild zusammenge-
nommen. Art: Myrm. Nietneri 1‘/, lin. von Ceylon. — Neue Art:
Ptilinus binodulus ebendaher.
Neue Arten von Le Conte (Proceed. acad. nat. seienc, Phi-
lad. 1858. p. 72 ff.) sind: Dorcatoma grave Texas, pusillum Califor-
nien, Anobium setiferum und Ptilinus basalis Californien, Apate pun-
-
F
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 391
ctipennis Mexiko und Texas, Sinozylon sericans Texas, asperum Co-
lorado, sexrtuberculatum Colorado , Exops exesus Texas, Lyetus pla-
nicollis Colorado.
Von Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 85 ff.): Ptinus in-
sularis Taiti, binodulus Insel Mauritius, Mezium cristatum Montevi-
deo, Anobium pudicum Californien, Dorcatoma rufipes Buenos Ayres,
affıne Californien und Xyletinus puberulus Californien.
Von Thomson (Archiv. entom, Il. p. 82 f.): Hyloecetus Afri-
canus, Apate lunigera, semicostata und cultrata vom Gabon.
Von Walker (Annals magaz. nat. his‘. 3. ser. II. p. 283):
Ptinus lemoides, Atractocerus debilis, reversus und Apate submedia
von Ceylon. Ebenda p. 206: Lyetus disputans und retractus eben-
daher, p. 286: Cis contendens.
Von Wollaston (ebenda p. 409): Rhizopertha bifoveolata von
Madeira. y -
lLaboulbene (Annales soc. entom. VI. p. 841 f.) machte Mit-
theilungen über die Lebensweise der Larven von Hyloecetus der-
mestoides.
Melasoma, Unter den von Boheman (Fregalten Eugenies
resa p. 89 Il.) beschriebenen Melasomen sind drei, auf welche neue
Gattungen gegründet wurden: 1) Tessaromma (Taf.1. fig.5), von
länglicher, gleich breiter Körperform; Fühler kurz, das 3. Glied ver-
längert, das 4. etwas länger als die folgenden, welche länglich drei-
eckig sind ; Endglied der Maxillartaster dreieckig abgestutzt; Augen
zu vieren, zwei oben und zwei unten, klein, rundlich; Thorax quer
viereckig, Schildchen kurz, abgerundet, Flügeldecken convex, gegen
die Spitze hin spitz zugerundet; Beine ziemlich kurz, Vorderschen-
kel oben bucklig, alle Schienen gerade. Zwei Arten: Tess. lugubris
Panamä, 9 mill., morio Gallapagos - Inseln, 5'% mill. — 2) Scotocha-
res (Taf. I. fig.6). Körperform an Engis erinnernd, Fühler bis zur
Mitte des Thorax reichend , die sechs letzten Glieder dicker, das 6.
bis 10. kurz, das 11. gerundet; Maxillarlaster mit dreieckigem End-
gliede , Augen oval, vorn tief ausgerandet, Thorax quer viereckig,
Flügeldecken an der Basis genau von dessen Breite, nach hinten
allmählig verengt und zugerundet. Art: Scot. insularis von der Insel
Guam. — 3) Chanopterus (Taf. I. fig. 7), zur Helopiden- Gruppe ge-
hörig, eine eigenthümliche Form, die in der Körperbildung und den
klaffenden, verkürzten Flügeldecken unwillkührlich an das Weibchen
von Cebrio erinnert; Fühler nicht ganz von halber Körperlänge, ziem-
lich derb, gegen die Spitze hin leicht verdickt, die Glieder alle läng-
lich, das drittletzte am kürzesten; Kopf oben niedergedrückt, Augen
klein, rund, Lippentaster mit grossem, beilförmigen Endgliede, Ma-
xillartsster dreigliedrig (7); Thorax quer, seitlich stark gerundet,
392 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Schildchen sehr gross, abgerundet dreieckig, Flügeldecken vom ersten
Dritttheile ab an der Naht weit klaffend , nur bis zum hinteren Viert-
theile des Abdomens reichend, an der Spitze abgerundet. Art: Chan.
paradoxus, 8 mill. aus Patagonien. — Ausserdem werden folgende
neue Arten beschrieben: Ammophorus insularis Insel Oahu, denticol-
lis Panama, Eleodes valida und impressicollis Californien , Phaleria
manicala Gallapagos-Inseln, bisignata Rio - Janeiro, pusilla China,
Melania carbonaria Brasilien, Heterophaga lateralis und pullula
China, Epitragus cupripennis Rio-Janeiro, Iphthinus cupripennis Kee-
lings-Inseln, Zophobas lugubris Insel Puna, Anaedus corvinus, Amary-
gmus subhemisphaericus Cap, Allecula rubripes Montevideo, puncti-
collis Taiti, angusticollis und laticollis Neu-Holland.
Walker (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser. ll. p. 284)
charakterisirte eine neue Gattung Osdara aus der Helopiden-Gruppe
folgendermassen: „Sphaeroto similis. Corpus subovatum, crassum,
convexum; caput transverse impressum, palpi securiformes, antennae
subelavatae, corporis dimidio breviores, arliculis apicem versus bre-
vioribus. Thorax subrotundatus, lateribus incisis, elytra latiora, sca-
bra, pedes longiuseuli.“ Art: Osdara picipes, 4 lin. von Ceylon.
Ausserdem werden folgende neue Arten durch Diagnosen bekannt
gemacht: Strongylium variabile, parabolicum , lueviusculum , Helops
ebeninus, Amarygmus chrysomeloides, Diaperis velutina, Zophobas cla-
vipes, ? solidus, Upis impressa, Tenebrio retenta, Opatrum contrahens,
bilineatum , planatum, serricolle, Asida horrida , Crypticus detersus,
longipennis, Phaleria rufipes, Toxicum oppugnans, biluna, Uloma scila,
Alphitophagus subfascia, Allecula [usiformis, elegans und (istela
congrud.
Unter den von Thomson (Archives entomol. 11. p. 84 ll.) be-
schriebenen Melasomen vom Gabon befinden sich folgende neue Gat-
tungen: 1) Amenophis n. g., mit Stenochia verwandt, aber von kür-
zerem und gedrungenerem Baue und mit kurzen, nach der Spitze zien-
lich stark verdickten, innen deujlich gesägten Fühlern; das Endglied
beider Taster beillörmig, die Augen auf der Stirn weit getrennt, die
Beine lang und schlank. Arten: Amen. Fairmairei, pl. 2. fig. 3, me-
tallisch grün gefärbt, 20 mill. und elongata von gleicher Grösse, —
2) Hoplonyz n.g., mit senkrechtem Kopfe, sehr grossen, nierenförmi-
gen, stark genäherten Augen, vom fünften Gliede an eiwas gesägten
Fühlern , die unter einem Vorsprunge in der Ausrandung der Augen
eingelenkt sind, hervortretender Oberlippe, dieken Maxillartastern mit
beilförmigem Endgliede, kurzem Thorax, unter dem der Kopf kaum
hervorsieht, und dicken Vorderschenkeln mit starkem Enddorne. (Von
einer Bewallnung der Klauen, die man aus dem Gattungsnamen vermu-
then sollte, wird nichts angegeben.) Zwei Arten: Hopl. alleculoides,
12 mill. und monophthalmus, 15 mill. — 3) Derosphaerus n. g- von
i
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 393
der vorhergehenden Gattung durch auseinanderstehende Augen, die
Fühler, an denen die sechs letzten Glieder etwas breiter sind, fast
kugligen Prothorax, breiten Mesostermallortsatz und unbewehrte Schen-
kel unterschieden. Zwei Arten: Derosph. globicollis, 13 mill. und
foveostriatus, 9 mill. — 4) Gonocnemis.n. g., mit stark ausgerande-
ten, zusammenstossenden Augen, nach der Spitze verdickten Fühlern,
hervorstehender Öberlippe, starken und zugespitzen Mandibeln, dick
eiförmigem Endgliede der Maxillartaster, gewölbten Prothorax mit
spitzen Vorderecken, verwachsenen Flügeldecken, breiten und unter-
halb zu einem sehr starken Zahne erweiterten Vorderschenkeln und
etwas längeren, schlanken Hinterschienen. Art: Gon. strigipennis,
4 mill. — 5) Synopticus n.g., von der vorhergehenden Gattung durch
dünne , fadenförmige Fühler von halber Körperlänge und an denen
mit Ausnahme des zweiten kleinen alle Glieder fast gleich gross
sind, so wie durch unbewehrte Schenkel unterschieden. Art: Synopt.
degener, vom Ansehen eines Änobium, 4 mill. — Als neue Arten
werden ausserdem (ebenda p. 84 Il.) beschrieben: Opatrum suleipenne,
segne, Platydems brevispina, maculosa, Ceropria Janthina, Hetero-
phaga sulcipennis, parallela , Ceratupis foveicollis, laesicollis , Prio-
scelis Claudus, Odontopus obsoletus, Tenebrio foveicollis, Praeugena fe-
morala, Helops spinicollis, Stenochia dichroma, eribralissima, rapaz,
zanlhosona, geniculata, puncticollis, quadraticollis, longicornis, Tetra-
phyllus testaceipes , byrrhoides, Allecula caligata , Dietopsis striata,
Cteniopus splendidus und Cistela rufulu,
> Zwei neue Gattungen wurden ferner von Le Conte (Proceed.
‚acad. nat. sciene. of Philadelphia 1858. p. 74 1.) aufgestellt: 1) Daco-
derus n. g., besonders merkwürdig durch die Vereinigung der vor-
deren Hüftpfannen und das dadurch bedingte Zusammenstossen der
. Vorderhüften. Kopf quadratisch, zu einem dünnen Halse zusammen-
geschnürt; Fühler entlernt stehend, 10-gliedrig, die beiden letzten
Glieder etwas abgestutzt und grösser als die vorhergehenden runden;
Augen hinten und seitlich gestellt, länglich oval, etwas hervortre-
tend. Thorax trapezoidal, langgestreckt, in der Mitte stark der Quere
nach ausgehöhlt, beiderseits mit einem gerundeten Höcker; Flügel-
decken flach, lang eiförmig, mit tiefem Nahtstreifen. (Nach Lacor-
daire mit Adelostoma und Stenosis zunächst verwandt) Art: Dac.
striaticeps aus Californien. — 2) Glyptotus n. g., wit Upis verwandt,
doch von robusterer Form, durch kürzere Beine und llintertarsen so
wie durch die nicht gekeulten Schenkel unterschieden. Art: Glypt.
eribratus aus Georgien und Texas. — Neue Arten sind ausserdem:
Pelecyphorus morbillosus von Sonora, Helops farcta und Opatrinus
acioulatus aus Texas,
Derselbe lieferte (ebenda p. 180—188) unter dem Titel „Note
on the species of Eleodes found within the United States“ eine ana-
394 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lytische Tabelle für die Nord-Amerikanischen Arten der Gattung Eleo-
des, deren im Ganzen 60 Arten bekannt sind. Er theilt dieselben
zunächst in 4 Haupigruppen, für welche die Wölbung, Rundung, Form
und Skulptur der Flügeldecken, die Bildung des Prosternum, die
Bewaffnung der Schenkel, die Bildung der Enddornen an den Vor-
derschienen und der Vordertarsen zu Hülfe genommen sind; diese
Hauptgruppen werden dann weiter analysirt, so dass die Arten unter
20 kleinere Gruppen vertheilt sind. Die neyen Arten, welche am
Schlusse der Tabelle noch näher charakterisirt werden, sind folgen-
dermassen benannt: Eleodes dispersa mit den fraglichen Varietäten
deleta und arata, El. texana, pedinoides, asperata, robusta, nupta,
graeilis, sponsa, caudifera, fusiformis, seriata, debilis, soror, striolata,
immunis, omissa, nigrina, ventricosa, Haydenii, gentilis, scabricula,
Veseyi, constrictla und viator.
Derselbe (Journ. acad. nat. seienc. Philadelph. IV, 1. p. 18)
diskutirte die Charaktere der von Lacordaire (Gen. d. Coleopt. V)
für die mit nicht in einen Dorn endigenden Vorderschienen versehe-
nen Pelecyphorus- Arten begründete Gattung Philolithus, welche er
als kaum genügend zur Abtrennung ansieht und stellte die Nord-Ame-
rikanischen Asiditen-Galtungen in einer Tabelle analytisch zusammen.
In derselben erscheinen zwei neue Gattungen: Astrotus Le C. für
Microschatia contorta Le C., und Pactostoma für Asida anastomosis
Say errichtet; bei ersterer ragt das Prosternum hervor und die äus-
sere Spitze der Vorderschienen ist verlängert, während bei letzterer
beide Charaktere fehlen. Als neue Arten werden beschrieben: Mi-
croschatiu suleipennis, Pelecyphorus aeger, irregularis, costipennis,
Eusattus productus und Embaphion contusum von Arizona , Fort La-
ramie u. S. w.
Lucas (Bullet. soc. entomol. p. 188) machte eine vorläufige
Mittheilung über eine neue Melasomen - Gattung aus Algier, welche
er Piestognathus, und die Art: P. Douei nennt; sie steht zwischen
Erodius und Leptonychus in der Mitte und unterscheidet sich durch
die sehr niedergedrückten und breiten Mandibeln und durch die Länge
des letzten Fühlergliedes, welches den fünf ersten zusammengenom-
men gleichkommt, — Ebenda p. 220 f. beschreibt derselbe folgende
neue Arten aus Algier: Pimelia consobrina, intertuberculata, Bu-
quetii, tuberculifera, Zophosis depressipennis , Mesostena longicollis
und p. 179 f.: Pimelia retrospinosa, nigropunctata und Erodius
exilipes.
„Zwei neue Erodiinen-Genera“ beschrieb Miller (Wiener
Entom. Monatsschr. Il. p. 115 ff.). Die erste Gattung Dirosis unter-
scheidet sich von Leptonychus, Arthrodeis und Diodontes Sol. durch
die vorstehende, quere Oberlippe, während sie durch die Zahnung
der Mandibeln damit übereinstimmt, nur dass hier der Zahn nicht
ä
}
.
>
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 395
spitz, sondern stumpf, lappenförmig ist. Art: Dir. nervosus (Erodius
nervosus Mus. Berol.), von Helfer in Mesopotamien aufgefunden, —
Die zweite Gattung Amnodeis unterscheidet sich von Anodesis Sol.
durch die an der Spitze stark aufgetriebenen Schenkel und nicht ge-
buchtete Halsschildbasis, und ist auf Anodesis giganteus Reiche ge-
gründet. Ausser dieser beschreibt der Verf. drei neue Arten: Amn.
grandis und asiatieus aus der asiatischen Türkei und confluens aus
Mesopotamien. Vielleicht gehört Erodius scaber Sol. derselben Gat-
tung an.
Boletoxenus nennt v. Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 63)
eine neue Gattung neben Boletophagus, welche sich von dieser durch
die Bildung der Fühler unterscheidet; das letzte Glied ist jäh abge-
schnitten, das dritte kaum so lang wie das zweite. Art: Bol. gibber
von Ceylon. — Neue Arten: Boletophagus vacca von Birma , Xylo-
borus? crenipennis ebendaher, Laena Ceylonica von Ceylon und mi-
nima aus Dalmatien. — Ebenda p. 188 f. beschrieb derselbe Sele-
rum? sezcostatum vom Griechischen Archipel, Bioplanes Creticus von
Candia, Hadrus Europaeus von Coısica, Micipsa Bysantica, Pyraei
und Graeca aus Griechenland.
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p.413) gab
eine ausführliche Charakteristik der von Chevrolat benannten Gat-
tung Adelina und beschrieb die auf Madeira einheimische, aber ge-
wiss nur dorthin importirte Adelina farinaria.
Guerin, „Deseription de denx Coleopteres du genre Sepidium,
dont l’un est pentamere et parait &tre le mäle, et l’autre est hetero-
mere.“ (Rev. et Magas. de Zoologie X. p. 127. pl.4). Der Verf.
giebt eine Beschreibung und Abbildung der beiden Geschlechter eines
in der Umgegend von Moka in der Wüste gefumdenen Käfers, von
denen das eine pentamerisch, das andere heteromerisch ist; er nennt
das Insekt Sepidium Pradieri, indem er angiebt, dass es entschieden
(evidemment) zur Gattung Sepidium gehöre. Dass dies jedoch nicht
der Fall ist, zeigt ein Vergleich der Abbildung mit den zahlreichen
und ganz übereinstimmend gebauten Arten dieser Gattung sehr bald,
indem es von diesen schon durch den Bau des Halsschildes und den
Ansatz des Kopfes auffallend abweicht. Die Verschiedenheit der Fuss-
gliederzahl bei den beiden Geschlechtern wäre überden in der Fa-
milie der Melasomen ein Fall; der ganz vereinzelt dastände, ‚so dass
zu vermuthen steht, das Thier gehöre gar nicht der gegenwärtigen
Familie an. (Eine Beschreivung der Art ist ausserdem im Bullet. soc.
entom. p. LXX gegeben.)
Fernere neue Arten sind: Camaria calligrammia , Stenochia
flavosonata, nigrieornis (ist = Ilelops llavierus Germ.), Stenochia?
longipes und eribrata aus dem Innern Brasiliens von Lucas (de Ca-
stelnau, Voyage p. 137 1. pl. 9. ig. 1—4), Aystropus Solieri und cya-
396 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nipes ebendaher von demselben (ebenda p. 140 If.), Asida Castellana,
Heliopathes foveolatus und Phylax sazeticola Graells aus Spanien
(Memorias de la comision ete. p. 69 Il. pl.3. fig. 5—10, wo ausserdem
Coelometopus celypeatus Solier abgebildet ist) und Allecula rhenana
Bach (Berl. Entom. Zeitschr. 11. p. 373), bei Bingen aufgefunden.
Eine Beschreibung der fünf in der Umgegend Wien’s vorkom-
menden Blaps- Arten lieferte Miller (Wien. Ent. Monatsschr. Il.
p- 15 ff); es sind folgende: Blaps Chevrolatii Sol., ovata Sol., fatidiea
Sturm, rellexicollis Sol. und mortisaga Fab.
Nach Lucas (Bullet. soc. entom. p. LXXX) kommt Platydena
Europaea auch in Algier vor.
Melandryadae. Graells (Nemorias de la comision ete. p. 73.
pl.3. fig. 12) gab Beschreibung und Abbildung von Dircaea mollis
n. A. aus Spanien.
Lagriariae.e Als neue Gattung stellte Boheman (Fregalten
Eugenies resa p. 101 1. Taf. 2. fig. 1) Euomma auf, mit Eutrapela Dej.
zunächst verwandt, aber durch die auf der Stirn genäherten Augen
unterschieden. Fühler fadenförmig, etwas kürzer als der halbe Kör-
per, das 2. Glied kurz, das 3. und 4. verlängert, gleich; Kopf vor
den Augen weit hervorgezogen, Augen gross, länglich , ober- und
unterhalb einander genähert; Maxillartaster dreigliedrig (?), mit gros-
sem beilförmigen Endgliede. Thorax kaum breiter als lang, Schild-
chen dreieckig, Flügeldecken etwas breiter und dreimal so lang als
der Thorax. Art: Euomma lateralis aus Neu- Holland , 7 mill. —
Stalira castanea von der Insel Puna und Eutrapela australica von
Sidney n. A. e
Lagria obesa, helopioides, analis und cuprina Thomson (Archiv.
entom. 11. p. 104 il.) n. A. vom Gabon.
Lagria rubida Graells (Memorias de la comision etc. ‚p. 74.
pl. 4. fig.]) n. A. aus Spanien. Auch wird vom Verf. die Larve der
Lagria lata p. 104. pl. 4. fig.2 nochmals beschrieben und abgebildet.
Pyrochroidae. Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 103.
Taf. H. fig.2) errichtete eine neue Gattung Lemodes auf ein hübsches
und bekanntes Insekt aus Neu- Holland, das im Habitus mehr einer ©
Lagria als einer Pyrochroa gleicht, vom Verf. aber der gegenwärti-
gen Familie beigezählt wird. Fühler von halber Körperlänge, perl-
schnurartig, Maxillartaster mit grossem, dreieckig abgestutzten End-
gliede, Augen klein, kuglig, Thorax klein, hinten herzlörmig einge-
schnürt, Schildehen gerundet dreieckig. Flügeldecken breit, flach,
hinten gerundet. Art: Lem. coccinea, 5 mill., schön scharlachroth
mit schwarzen Beinen und Fühlern, deren Endglied hellgelb ist.
Pedilus rubrieollis Motschulsky (Etud. eutom. VII. p. 190) n. A.
aus Süd-Russland.
>
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 397
Laboulbene, Notiz über die Zucht von Pyrochroa coccinea
aus Larven (Annales soc. entom. VI. p. 842).
Anthicides. Boheman (Fregatten Eugenies resa p- 103 il.)
beschrieb als neue Arten: Formicomus armaltus Java, mandarinus
China , Anthieus caesiosignalus Californien , troglodytes S. Francisco
und Taiti, Taitiensis Taiti, nitidus, utomarius und amplicollis Califor-
nien, Xylophilus fasciatus Neu-Holland.
Macrarthrius robustus aus Ceylon und minimus aus Ostindien
wurden von Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 67) als n. A. be-
schrieben.
Synonymische Bemerkungen über einige Anthicus-Arten theilte
Schaum (Berl. Enton. Zeitschr. II. p. 379) mit,
Mordellonae. Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad.
1858. p. 75 fl.) beschrieb Mordella comata , vilis und nubila aus Ca-
lifornien, Anaspis pusio ebendaher und laetula aus Texas als n. A.
Boheman (Fregatten Eugenies resa p. 108): Mordella albosi-
gnata aus Sidney, castanea Insel Guam, insularis Taiti, ruficeps Bue-
nos Ayres und ezigua Rio-Janeiro.
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 144): Mordella pleurosticta
und albomaculata n. A. aus Brasilien.
Walker (Annals magaz. nat, hist. 3. ser. 1I. p. 286): Mordella
composita n. A. von Üeylon. ö
lLetzner (35. Jahresbericht der Schles. Gesellsch. f. vaterl.
Cultur p. 119.) hält Anaspis flava Lin., frontalis Lin., laterulis Fab.
und atra Fab. für Farbenvarietäten derselben Aıt, indem er diese ver-
schiedenen Formen in grosser Menge zusammen auf denselben Blü-
then von Spiraea und zum Theil mit einander in Begattung antraf.
Er schlägt dafür den neuen Namen Anaspis flavo-atra vor und be-
schreibt zwanzig verschiedene Farbenvarietäten dieser Art, ebenso
die (schon von Costa hervorgehobenen) Geschlechtsunterschiede des
Männchens. — Ebendla p. 122 bemerkt L., dass die von Schilling
beschriebene Larve der Mordella pumila Gyll. nicht dieser Art, son-
dern der Mord. pusilla Dej. angehöre. d
Graells (Memorias de la comision ete. p. 101. pl. 6. fig.1)
gab eine Beschreibung und Abbildung der Larve und Nymphe von
Mordella aculeata.
Rhipiphorides. Als neue Arten wurden beschrieben : Rhipipho-
rus maculicollis Boheman (Fregatien Eugenies resa p. 107) aus Neu-
Holland, Pelecotoides maculipennis Lucas (de Castelnau, Voyage p.143)
aus Brasilien, Acosmius languidus Walker (Annals magaz. nat. hist.
3. ser. Il. p. 286) aus Ceylon und Rhipiphorus puncticeps le Conte
(Journal acad. nat. science. Philad. IV. p.20) von Llano Estacado. —
Am letzteren Orte macht Le Conte zugleich die Mittheilung, dass
398 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rhip. bicolor Say, der vom Ref. nach der Beschreibung mit Rh. pe-
etinatus Fabr. vereinigt worden ist, eine davon verschiedene Art sei,
für die er wegen des anderweitig vergebenen Namens Rh. bicolor die
Benennung Rhip. Sayi vorschlägt.
Vesicantia. Fabre hat seine Beobachtungen über die Ent-
wickelungsgeschichte von Melo@ in diesem Jahre noch durch Mit-
theilungen über die erste Form der Larve während ihrer Existenz
ausserhalb der Bienenzellen vervollständigt. („Nouvelles observations
sur I’hypermetamorphose et les moeurs des Meloides,* Annales. des
seienc. nalur. 4. ser. IX. p. 265—276). Dieselben stimmen vollstän-
dig mit den von Newport gemachten Angaben überein, nämlich,
dass die junge sechsfüssige Larve nach ihrem Ausschlüpfen aus dem
Eie an Blumen, besonders Compositen, heraufkriecht, sich im Grunde
derselben verbirgt und sobald eine Biene dieselben besucht, sich an
den Körper dieser anklammert. Was den Ort betrifft, wo die Eier
abgelegt werden, so ist derselbe mit Vorbedacht gewählt, nämlich
stels in der Nähe der Bienen-Bauten; F. legte sich, um Beobachtun-
gen anzustellen, vor die Oeffnung eines Anthophora-Baues in den
Rasen, und bemerkte bald darauf, dass seine Kleider mit Tausenden
junger Meloö-Larven übersäet waren; bei weiterem Nachforschen
stellte sich heraus , dass alle Grashalme und Blumen in der ganzen
Umgegend von solchen wimmelten, so dass dieselben also in der
nächsten Nähe ausgeschlüpft sein mussten. Bei einer genaueren Be-
obachtung der Compositen zeigte es sich, dass die jungen Larven
sich an alle Insekten, welche dieselben besuchten, ohne‘ Ausnahme
anklammerten und zwar unter diesen auch an solche, welche ihnen
keine Gelegenheit zur weiteren Entwickelung bieten konnten, wie
Eristalis, Calliphora, Ammophila, Tagfalter u. a. Selbst an fremde Sub-
stanzen, wie an Stücke Tuch, an Halme, an eine Zange, krochen sie
an, sobald diese in die Blüthen hineingebracht wurden. Interessant
ist es, dass sie sich auch an Melecten und Coelioxys anhefteten, welche
selbst Parasiten der Anthophoren sind, so dass sie in diesem Falle
also nicht das Ei der Anthophora, sondern das ‘dafür in die Zelle ge-
legte jener Gattungen verzehren. — Indem der Verf. schliesslich die
wenigen bisher über die Larven der Lytt+ vesicatoria gemachten An-
gaben citirt und sie mit dem über die Meloe-Larven bekannt gewor-
denen vergleicht, glaubt er sich zu der Annahme berechtigt, dass
die Naturgeschichte derselben mit der von Melo& im Wesenilichen
übereinstimmen werde:
Le Conte charakterisirte (Proceed. acad. nat. sciene. of Phi-
ladelphia 1858. p. 76) eine neue Gattung Phodaga, die mit Lytta sehr
nahe verwandt und gewissen Arten, z. B. L. lemniscata ähnlich ist
aber einen nach Art von Rhipiphorus erhöhten Scheitel hat; die Au-
gen sind länglich, oval, die Fühler zwischen denselben eingefügt und
Fr
| im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 399
die Stirn daher verengt; der Mund etwas mehr verlängert, die Füh-
ler kürzer und weniger lose gegliedert; die Klanen doppelt, aber der
untere Theil um ein Dritttheil kürzer als der obere. Art: Phod.
albiceps von Sonora. — Neue Arten: Lytta melaena von Sonora, Ne-
|
mognalha discolor und longicollis von Texas.
Derselbe (Journ. acad. nat. scienc. Philadelph. IV, 1. p.21)
errichtete eine zweite neue Gakung Eupompha, mit der vorigen und
Lytta verwandt, aber von letzterer hinreichend durch die ganzen Au-
gen, die schief und nicht quer gestellt sind, und von ersterer durch
- die unterhalb nicht stachligen Tarsen unterschieden; Körperform lang
und schlank, wie bei Lytta polita Ssy. Art: Eup. fissiceps. — An-
dere neue Arten sind: Lytta corvina , insulata , vittigera , Lenella,
linearis und Nemognatha flavicollis aus Texas u. s. w.
Mulsant und Rey haben unter dem Titel „Coup d’oeil sur les
| Insectes de la famille des Cantharidiens accompagn& de la description
de diverses especes nouvelles ou peu connues“ (Öpuscules entom. VIII.
| p- 45—138) eine Uebersicht und Beschreibung der in Europa und den
angränzenden Ländern Asiens und Afrikas vorkommenden Arten die-
ser Familie gegeben, welche der Mehrzahl nach freilich schon ge-
nügend bekannt sind. Der Inhalt der Arbeit ist: Oenas 2 Arten, Ly-
dus 4 A., Alosimus 7A. (A: noticollis neuer Name für Lydus macu-
licollis Muls., elegantulus n. A. aus der Türkei, von Kindermann
als Lytta elegans verschickt) , Lagorina n. g. auf Lytta sericea Waltl
und seutellata Lap. begründet, 2 A., Cantharis (Lytta) TA. (C. Per-
roudii n. A. aus Algier), lavipes Kind. i. lit. unbekannten Vaterlands),
„ Epiecauta 7A. (E. late-lineolata Motsch. i. lit. n. A. aus dem Asiatischen
Russland), Meyatrachelus (Motsch.) n. g., 3 A. (z. B. Zonitis polita
Gebler), Zonitis 8 A. (Z. Paulinae n. A. aus Galilaea) Leptopalpus
-Guer. 1 A. (Zonitis rostrata Fab.), Nemognatha 2 A., Apalus 2 A.,
Stenoria 1 A., Sitaris 2 A.
Ausserdem beschrieb Mulsant (Ilist. nat, d. Col&opt. de France,
Angustipennes, Supplement) eine neue Gattung Criolis, zu der Gruppe
der Sitarates des Verf. gehörend, von Stenoria und Sitaris durch die
- Flügeldecken, welche an der Aussenseite bis zum hintersten Viertheil
geradlinig und an der Naht weniger klaffend und weniger krummlinig
sind, durch den inneren Dorn der Hinterschienen, der mindestens
zweimal so breit als der äussere ist und die mehr verlängerten Post-
episterna unterschieden. Nach diesen Charakteren bleibt die Art,
Criolis Guerinii aus den Basses- Alpes gewiss besser mit Sitaris
vereinigt.
Als neue Arten wurden ausserdem bekannt gemacht:
Tetraonyz violaceipennis, Gnathium subeinetum, Nemognatha bi-
color und abdominalis aus Brasilien vonLucas (de Castelnau, Voyage
p- 146 1f.).
400 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tetraonyz Cubensis aus Cuba von Chevrolat (Revue et Magas-
de Zoologie X. p. 210).
Epicauta nigrifinis, Mylabris humeralis und alterna aus Ceylon
von Walker (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. 1]. p. 285).
Mylabris maculoso-punetata und Amorii aus Spanien von Graells
(Memorias de la comision ete. p. 751, pl.4. fie. 5 u. 6).
Sitaris longicornis Kraatz (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 388) aus
Italien, kurz diagnoslieirt.
Oedemeritae. Eine neue Gattung ist Rkopalobrachium ‚Boheman
(Fregatten Eugenies resa p. 109 M. Taf. I. fig. 5). Fühler kürzer als
die halbe Körperlänge, fadenlörmig, die drei letzten Glieder etwas
länger und dicker als die vorhergehenden; Maxillartaster dreiglie-
drig (?), das letzte so lang als die vorhergehenden zusammengenom-
men, länglich dreieckig, abgestutzt; Augen rund, convex, Prothorax
hinter der Mitte gerundet, vorn plötzlich verengt, langgezogen,
Schildehen halbkreisförmig, Flügeldecken langgestreckt, gleich breit,
hinten abgerundet; Beine schlank, Schenkel leicht gekeult. Art:
Rhop. elavipes aus Patagonien, 13 mill. — Nacerdes nigronolata von
Sidney, Chinensis von Hongkong und tenella von der Insel Puna.
Oedemera (Nacerdes) dimidiatipes Lucas (de Castelnau, Voyage
p- 142) n. A. aus Brasilien. .
Mulsant (list. nat. d. Coleopt. de France, Angustipennes)
theilte die einheimischen Arten dieser Familie in zwei Hauptgruppen,
die er Calopaires und Oedömeraires nennt; bei ersteren sitzen die
Fühler auf einem Tuberkel in einer tiefen Ausrandung der Augen
und das Mesosternum reicht bis zur Hälfte der Hüften zwischen den-
selben ; bei letzteren sitzen die Fühler nicht auf einem Höcker und
schliessen sich nicht der Ausrandung der Augen, wenn diese über-
haupt vorhanden ist, eng an. Die Calopaires umfassen nur die Gal-
tung Calopus mit 1 A., die Ved&meraires zerfallen in drei Untergrup-
pen: 1) Nacerdates mit Nacerdes 1 A.. Anoncodes 6 A., Asclera 3A.,
Xanthochroa 2 A. und Dryops 1 A. 2) Oedemerates mit Oedemera
12 A. und Chrysanthia 2 A. 3) Stönostomates mit Stenostoma 1 A.
— ‘Von den 29 in Frankreich vorkommenden Arten der Familie
sind nur 2 neu: Aselera wanthoderes aus dem Dep. du Var und Si-
cilien und Oedemera sericans von Marseille und Corsica.
Salpingidae. ARhinosimus ruficeps wurde als neue Deutsche Art
von Bose (Entom. Zeitung XIX. p. 96) beschrieben.
Von Boheman wird (Fregatten Eugenies resa p. 112) unter
der Famllie Salpingidae ein „Rhinomacer pallipes“ als neue Art aul-
geführt; wahrscheinlich ist „Rhinomacer“ irrthümlich für Rhinosimus
gediuckt und würde die Art dann hierher gehören.
Brenthides. Thomson (Archiv. entom. II. p. 116 ff.) beschrieb
4
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 401
als neue Arten vom Gabon: Arrhenodes nbonzais) opacus, mediori-
mus, gentilis,, forficatus , Cerobates debilis, suleirostris, Ceocephalus
foveipennis, Rhyticephalus vceipitalis,, Centrophorus rufescens und
laevicollis.
Jekel (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 356): Arrhenodes
zanthozonatus n. A. aus Central-Amerika.,
Bruchetae. Zur Anthribiden-Gruppe kommen mehrere , zum
Theil sehr ausgezeichnete neue Arten vom Gabon (Guinea), welche
Thomson in den Archives entomol. II. p. 106 if. beschrieben und
theilweise auf pl. 2.—4. sehr schön abgebildet hat. Auf eine der-
selben wird eine neue Gallung Aneurhinus errichtet, welche nach der
Kopf- und Fühlerform die Mitte zwischen der ersten und zweiten
Schönherr’schen Anthribiden - Gruppe halten soll, die aber nach
der auf pl.2 gegebenen Abbildung nur auf das Weibchen der Gattung
Polycorynus Imhoff begründet ist und sich vielleicht sogar ohne
besonderen Zwang mit Eucorynus Schh. hätte verbinden lassen. Die
Art ist Aneurh. variegatus benannt. Die übrigen neuen Arten sind:
Mecocerus Mniszechii, ligrinus, Mec.? inermis, Litocerus filicornis,
Nenocerus Gabonicus (ist eine Art der Galtung Deuteröcrates Imh.),
Phloeotragus gigas (Vabr.?), sparsulus, subfasciculatus, brevis, Xyli-
nades simillimus, Craloparis? parvirosiris,, Anthribus subpenicillatus
und albopygialis.
„Etude sur les Col&opteres du genre Bruchus, qui se trouvent en
France,“ par E. Mulsant et Cl. Rey (Opuscules entomol. VIII.
p- 1-44). Die Verf. geben in dieser Arbeit eine Aufzählung ünd
Beschreibung der in Frankreich vorkommenden Arten der Gattung Bru-
chus, deren Zahl 55 beträgt, mit besonderer Berücksichtigung der
sexuellen Verschiedenheiten, sich im Uebrigen aber, sowohl was die
Reihenfolge als die Nomenklatur der Arten betrifft, wesentlich an
Schönherr anlchnend. Als neue Arten sind zu erwähnen: Br. ca-
naliculatus Südfrankreich , wlicis Provence, tessellatus Languedoc.
Auf drei beifolgenden Tafeln sind besonders Abbildungen von Füh-
lern und Schienen, in denen die wesentlichsten Kennzeichen zur
Unterscheidung der Arten liegen, gegeben.
Neue Arten sind: Spermophagus tessellatus, Bruchus minimus,
minulissimus, tantillus und Caryoborus Indus Motschulsky (Etud. ent.
VIE. p.97 1.) aus Ostindien, Bruchus ramicornis Boheman (Fregatten
Eugenies resa p. 112) aus Californien, Bruchus uniformis, prosopis und
desertorum Le Conte (Proceed. acad. nat. sciene. Philad. 1858. 1. 77 1.)
aus den Colorado-Steppen, Bruchus (Pachymerus) Icamae Guerin (Bul-
let. soc. entom. p. 230) aus Quito, in den Samen von Icama lebend,
Bruchus albomaculatus Graells (Memorias de la comision etc. p.75-
pl.4. fig. 7) aus Spanien.
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. AA
402 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Kolenati führt (Bullet. d. natural. de Moscou 1858. 1. p. 112 ff.)
als im Caucasus einheimisch 49 Bruchus, 4 Spermophagus, 2 Urodon,
1 Brachytarsns, 5 Tropideres, 1 Platyrhinus und 1 Anthribus auf. Neu
ist nur Bruchus ineipiens, diagnostieirt.
Kollar, „Ueber den Haushalt des Erbsenkäfers, Bruchus pisi
Lin.“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 421 1l.).
Nach den Beobachtungen des Verf. legen die Weibchen nach der Be-
galtung ihre Eier, welche citronengelb und walzenförmig sind, an
die äussere Schale der Schoten, wo sie vermittelst einer klebrigen
Substanz befestigt werden; die Larven durchbohren die Schale und
fressen sich in die weichen Erbsenkörner hinein.
Nach Lucas (Bullet. soc. entomol. p. XXVIM) lebt Spermo-
phagus semifasciatus Schönh. im Larvenzustande in den Schoten von
Leguminosen aus La Plata, oft zu 7—S Individuen in einer Schote.
Das von Schönherr nicht gekannte Männchen dieser Art wird zu-
gleich beschrieben.
Curculionides. Eine Reihe neuer Curculionen vom Gabon
(Guinea) machte Thomson (Archives entomol. II. p. 121.) durch
Beschreibungen bekannt. Die darunter befindlichen neuen Gattungen
sind: 1) Platyomicus n. g. (neben Platyomus und Platyomides ein
misslicher Name !), fast ganz vom lHlabitus der grossen Brasilianischen
Cyphus-Aırten und von dieser Gallung nicht, wie der Verf. angiebt,
durch sechsgliedrige Fühlergeissel unterschieden , indem dieselbe
ebenfalls siebengliedrig, das siebente Glied aber näher an die Keule
herangerückt ist. Der lauptunterschied liegt in dem sehr stark er-
weiterten Fühlerschaft und der Fühlerfurche, welche sich stark nach
oben heraufbiegt, so dass beide Fühler dicht nebeneinander entsprin-
gen. Zwei Arten: Plat. punctipennis und sulcicollis, 15 und 13 mill.
— 2) Syntaphocerus n.g. zu den Phyllobiiden gestellt, soll mit Episo-
mus sehr nahe verwandt sein, jedoch durch den Verlauf und die Form
der Fühlerfurche abweichen; sie liegt vor den Augen und berührt
sich vorn mit derjenigen der anderen Seite; die Backen unterhalb
geschwollen. An den Fühlern ist das siebente Glied der Geissel mit
der Keule verschmolzen, welche elwas schmaler als die Geissel selbst
ist; Prothorax fast viereckig, Flügeldecken kuglig, verwachsen. Art:
Synt. hispidulus, 6'% mill. — 3) Isaniris n. g-, den Cyclomiden einge-
reiht, soll mit Psomeles verwandt sein, doch mehr kuglige Flügel-
decken und verschieden gebildete Fühler haben; der Schalt nicht
geschwollen, so Jang wie die Geissel, an dieser die beiden ersten
Glieder gleich lang, den fünf folgenden zusammen gleich; Keule zu-
gespitzt oval, sehr deutlich abgesetzt. Zwei Arten: Isan. viridimi-
cans und costulatus , 7% und 5 mill. — Neue Arten sind ferner:
Apoderus flavo-ebenus, Anaemerus ochraceus, Tanymecus infimus, Si-
derodactylus denticollis, prasinus, modestus, Ischnotrachelus ligneus,
im Gelicte der Entomologie während des Jahres 1858. 403
uniformis, viridanus, dissimulator, cinerarius, submaculosus, fastidiosus,
Episomus suleipennis, Lizus ignavus, compressicollis, Alcides obli-
qualtus, erroneus, sycophanla, erassirostris, cultrirostris, imbellis, gul-
tulatus, Cryptorhynchus planidorsis, nebulosus, sparsulus, selarius,
ocello-punctatus, lateritius, Camptorhinus posticalis, Ithyporus femo-
ralus , dorsalis, Ocladius armipes, Sympiezopus marmoralus , ebeni-
nus, LobStrachelus lucluosus, alboseutellatus, Oxyopisthen (neuer Gat-
tungs-Name für Megaprocius Schönh.) funerarium , rufofemoratum,
linea-alba, Sphenopkorus quadrivulneratus, Cossonus pertusieollis und
laesicollis.
Eine grössere Anzahl Ostindischer Cureulionen, von denen
ebenfalls mehrere zu neuen Gattungen erhoben werden, beschrieb
v. Motschulsky (Etud. entomol. VII. p.69 .): Sphenophorus eru-
ciger und cinerascens von Birma, Coeliosomes n. g., von Phytobius
durch den Mangel der Seitenhöcker des Halsschildes und den langen
dornförmigen Vorsprung, den die Basis desselben bildet, unterschie-
den. Arten: Coel. nigrorufus, ochraceus , rubellus, undulatus, pielus,
rufinasus und albolapillus aus Indien und Ceylon, Coelosternus angu-
latus, rufescens, albotessellatus, unicolor, curtulus, ruficornis, sura-
tus, alomarius, albilaterus, argenteus, subfasciatus , plumbeus, brun-
neofascialus, tessellatws, Tychius fasciatus. — Amorphoidea n.g., vom
Habitus von Sitophilus, aber kürzer, das erste Fühlerglied so lang als
die übrigen zusammen, welehe vom 4. an eine verlängerte Keule bil-
den; die Schenkel der zwei ersten Beinpaare genähert und mit einem
Zahne bewaffnet. Arten: Am. arcuata, lata, basalis, fuseirostris, an-
quslicollis, seriata, rugosa, rvufipes, testacea, flavipennis, rufescens,
nigra und flavipes. — Rhypochromus n. g., soll eine Mittelform zwi-
schen Listroderes und Ptochus bilden, womit allerdings sehr wenig
bezeichnet wird. Arten: Rhyp. setifer, laticollis, obliquus, erueiger,
ornalus. — Pollendera n. g., eine ausgezeichnete Form mit stark er-
weitertem, gekrümmten Fühlerschaft und sehr kurzem, jederseits breit
geflügelten Halsschilde, der Phyllobien -Gruppe angehörend ; Art:
Poll. atomaria von Birma. — Ptochidius n. g., derselben Gruppe
zukommend, von Phyllobius durch kürzeren Kopf, breiteren Rüssel,
der stark zweilappig und an der Spitze tief ausgeschnitten ist, abge-
flachten Fühlerschaft u. s. w. abweichend. Arten: Ptoch. lineatus,
longicornis, cylindricollis, impar, impressicollis, nigrosparsus und ca-
rinulatus. — Epiealus n. g, durch die starken Fühler und den kur-
zen Rüssel mit Episomus verwandt, durch die stark gekrümmten Mit-
telschienen davon abweichend. Art: Ep. virgatus. — Apion inflatum,
erassicolle, triangulicolle, gagalinum, subcostatum, dilatieolle, chaly-
beicolor, pruinosum, Indicum , amplipenne, restricticolle, flavimanum,
tubereuliferum, alboirroratum, Cerobates sexsulcatus, fossulatus und
canaliculatus. ,
404 Gerstaecker: Bericht über die wissenschafllichen Leistungen
Unter den von Lucas (de Castelnau, Voyage p. 150 fl.) be-
schriebenen Curculionen wurde eine Art ebenfalls zu einer heson-
deren Gattung erhoben, welche Rhinochenus benannt ist; sie soll sich
von Cryptorhynchus durch kürzere, weniger cylindrische Körperform
und durch den kurzen, sehr zusammengedrückten und deutlich erwei-
terten Rüssel unterscheiden; Fühler kürzer und dieker, Schildcehen
vorhanden. (Ueber die Brustfurche für den Rüssel ist nichts gesagt,
überhaupt die Charakteristik sehr oberflächlich und keinen Anhalt
für die Bestimmung gewährend.) Art: Rkin. stietieus aus Brasilien,
10 mill. — Als neue Arten werden ferner beschrieben: Rhynchites
violaceus, Cydianerus virescens, Naupactes fulgerens, elegans, angu-
licollis, sexmaculatus, plagiatus, Platyomus atrosignatus, cerassicornis,
Hadromerus fasciatus, herbaceus, Eudiagogus pallidevittatus, Prome-
cops phaleratus, Eustalis angustifrons, Entyus nitidiventris und irro-
ralus, Hypsonotus includens, albopunctatus, Allocorkinus hieroglyphi-
cus, Lordops dives, affinis, Heilipus niveodecoralus, lucluosus, Irian-
quliferus, tessellatus, aurantiaco-cinctus (ist ein Ambates nach Schön-
herr), rufifrons, Eurhinus callichloris,, Coelosternus albotessellatus,
Tylodes crassus, earinicollis, ornaticollis, fasciatipennis, Conotrache-
lus horridus und eretaceus aus Brasilien. Von diesen Arten sind zehn
auf Taf. 9 und 10 abgebildet.
Jekel (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser. II. p. 358) cha-
vacterisirte eine neue Gallung Synosomus, welehe mit den mediterra-
nen Arten der Gattung Geonemus eine auffallende habituelle Aehnlich-
keit darbietet, aber durch den Mangel des Schildchens, die Form des
Rüssels und der Fühlerfurche in der ersten Abtheilung der Schön-
herr'schen Cleoniden neben Megalometis zu stehen kommt. Die Art:
Syn. geonemoides stammt aus Central-Amerika und ist 14 mill. lang.
— Ebendaher stammen die hier beschriebenen neuen Arten: Spheno-
phorus dimidiatipennis Jekel und Praepodes Jeckelianus White, letztere
auch aus Columbien.
Ueber eine von Kolenati (Verhandl. d. zoolog.-botan. Ge-
sellsch. zu Wien 1858. p. 343) aufgestellte und auf Taf. 6 abgebildete
neue Galtung Glaridorhinus lässt sich in Betreff ihrer näheren Ver-
wandtschaft weder aus der Beschreibung noch aus der Abbildung ur-
theilen; in ersterer wird gesagt, dass sie theils mit Rhytidosomus,
theils mit Tanysphyrus nahe verwandt sei, was natürlich bei der gänz-
lichen Verschiedenheit dieser beiden Gattungen keinen Anhalt gewäh-
ren kann. Die Abbildung der in Oesterreich aufgefundenen Art Glar.
Khünburgii (3 mill. lang) zeigt noch am ersten eine habituelle Achn-
lichkeit mit Anoplus. — Ebenda p. 341. Taf. 6 Conotrachelus Helferii
n. A. aus Ostindien, gehört dieser Gattung wohl schwerlich an; in
der Abbildung ist der Fühlerschaft als zweigliedrig (!) dargestellt,
was gewiss nicht der Fall ist.
an
im Cebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 405
Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 78 ff.)
beschrieb als neue Arten: Apion oedorhynchum, ventricosum, Cleonus
molitor aus Californien, Lizus pleuralis vom Colorado, laesicollis,
Antkonomus fulvus und scutellaris aus Texas , Baridius mucoreus und
densus aus Californien, carinulatus aus Texas, Cratosomus gemmalus
von Tampico, Sphenophorus validus, ochreus und vomerinus von So-
nora, procerus und pielus aus Californien, Rhyncolus dorsalis aus Ca-
lifornien und angularis aus den Colorado-Steppen.
Chevrolat (Rev. et Nagas. de Zool.X. p.210): Prepodes
hybridus und lepidus n. A. von Cuba.
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. Il. p.410): Rkyn-
colus capitulum n. A. von Madeira.
Reiche (Annales soc. entom. VI. p.5M.): Elytrodon Chevro-
latii (pl.1. fig.4) von Nablus, Tychius strigosus und Smicronyz ful-
tipes von Athen.
Fairmaire (ebenda p. 878 f.): Liophloeus ovipennis und Phy-
tonomus globosus n. A. aus der Umgegend von Grenoble.
Wencker (Bullet. soc. entom. p. 21 f.): Apion Caullei, Ga-
lactidis und Linderi, (p. 105 f.) Apion Capiomonli, arrogans und
Rougeti, (p.236 f.) Apion Marqueti, Burdigalense und Perrisii (in-
sculpticolle Perris i. lit.), Anthonomus Roberti, n. A. aus Frankreich.
Graells (Memorias de la comision etc. p.78f. pl. 4 und 5):
Cneorhinus dispar, gypsiventer, Brachyderes marginellus, Otiorkynchus
truncatellus, dentipes, Lixus cynarae und Rhyncolus ceribripennis n. A.
aus Spanien. \
Costa (Ricerche entomol.sopra i Monti Partenii p. 26): Plin-
thus Parthenius und Otiorkynchus rugulipennis n. A. von Neapel.
Schiödte (Naturhist. Bidrag til en Beskrivelse af Groenland,
p- 56): Ahytidosomus scobina n. A. aus. Grönland.
Bach (Berl. Ent. Zeitschr. Il. p. 372): Khynchites multipuncta-
tus n. A. aus Thüringen.
Die in der Schweiz vorkommenden Otiorhynchns - Arten hat
Stierlin (Berl. Entom, Zeitschr. II. jp. 250—310) aufgezählt und
beschrieben. Der Verf. geht in Kurzem auf den Werth der Charak-
tere, welche die einzelnen Körpertheile darbieten , in Bezug auf die
Unterscheidung der Arten ein’ und weist auf die unterscheidenden
Merkmale der Männchen, besonders auf die Sculptur des letzen llin-
terleibssegmentes hin. Nach Voranstellung der Schönherr’schen Gat-
tungs-Diagnose giebt er eine analytische Tabelle für die 57 der
Schweiz eigenthümlichen Arten, für welche die Schönherr'sche Ein-
theilung in drei Haupigruppen nach der Form der Füblerglieder und
in sechs Unterabtheilungen nach dem Vorhandensein oder Mangel
eines Schenkelzahnes beibehalten wird. Die sodann folgende Be-
604 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schreibung der einzelnen Arten ist sorgsam und mit Hervorhebung
der unterscheidenden Merkmale abgefasst, das Vorkommen. an den
verschiedenen Punkten der Schweiz speziell erörtert. Als neue Ar-
ten werden aufgestellt: Ot. Ticinensis (ob = vehenens Schh.?), ne-
glectus (mit O. insubricus nahe verwandt), difficilis (zunächst aureo-
lus), Carmagnolae Villa i. lit. (dem O. picipes ähnlich), Heerii (neben
0. pupillatus Schh.), alpestris Knörl. Cat., lutosus Chevrier, Bischoff
(mit ©. nubilus und subquadratus zunächst verwandt). — Bei der
sorgsamen Durcharbeitung des vom Verf. behandelten Materials ist
es zu bedauern, dass er die Gattung Otiorhynchus auf Treu und Glau-
ben in dem ihr von Schönberr gegebenen Umfange angenonmen
hat, ohne sich um ihre natürliche Abgränzung zu bekümmern; es
wären z.B. die Gattungen Tyloderes (vergl. Tyl. chrysops mit Otiorh.
austriacus) und Stomodes ohne Weiteres damit zu vereinigen und die
Abgränzung von Peritelus und Omias gegen Otiorhynchus noch näher
festzustellen; z. B. ist Peritelus rusticus Schh. nicht von Otiorh. hir-
ticornis generisch verschieden und mehrere Omias-Arten , wie 0.
brunnipes Oliv., forticornis Germ. u. a. stehen mit Otiorhynchus je-
denfalls in näherer Verwandischaft als mit Omias seminulum und ro-
tundatus, welche als die typischen Arten dieser Galtung anzuse-
hen sind.
_ Die Curculionen des Caucasus hat Kolenati (Bullet. d. na-
tural. de Moscou 1858. I. p. 135 ff., II. p. 581 ff. , III. p.1ff. und IV.
p- 395 Il.) zusammengestellt, mit Diagnosen und Synonymie, versehen
und einige zugleich abgebildet. Die Zahl der neuen Arten ist sehr
gering: Apion Kolenatii Schönh. i. lit., Thylacites scobinaltus, Rhy-
tirninus gibbus , Myllocerus subcostatus und Omias inflatus. Aus der
Zusammenstellung der dortigen Cureulionen-Fauna geht hervor, dass
der Caucasus ausser den ihm eigenthümlichen Arten zahlreiche Euro-
päische und Sibirische in sich vereinigt.
Laboulbene (Annales soc. entom. VI. p. 279 — 297. pl. 7)
erörterte die Natur- und Verwandlungsgeschichte von Larinus Car-
linae und Orchestes rufus. Die Larve der ersten Art lebt in den
Blüthenköpfen der Serratula arvensis nnd verpuppt sich im Grunde
derselben in einem Cocon, aus dem später der Käfer hervorgeht.
Die Larve des Orchestes rufus minirt die Blätter der Ulme und ist
schon von Reaumur und de Geer beobachtet worden. Die Larven
und Puppen beider Arten werden vom Verf. genau beschrieben und
abgebildet. — Ebenda p. 900 ff. pl. 17 lieferte derselbe eine Beschrei-
bung und Abbildung der Larve und Nymphe des Gymnetron campa-
nulae; erstere bildet gallenartige Auftreibungen am Fruchtboden der
Blüthen von Campanula rhomboidalis, von deren Substanz sie sich
ernährt und zeichnet sich durch drei Paar warzenartiger Fussstummel,
welche einziehbar sind, aus; der Nymphenzustand dauert 14—20 Tage-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 407
Nach Goureau (Bullet. soc. entom.) lebt in den weiblichen
Kätzchen der Werftweide die Larve des Erirhinus taeniatus Schh.,
welche von zwei Pteromalus-Arten heimgesucht wird.
Nach Moufflet (ebenda p. XIV) greifen die Larven der Sphe-
nophorus-Arten nicht gesunde, sondern nur geschlagene Bäume an,
z. B. Sphen. hemipterus die Bananen auf Guadeloupe.
Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entomol. II.
p- 156 f.) machte Mittheilungen über das Vorkommen des Cionus Fra-
xini, eines in Betreff seiner Lebensweise wenig bekannten Käfeıs;
die Puppen - Cocons fand der Verf. in grösserer Anzahl auf Eschen-
blättern festgesponnen.
Nach Miller (Wien. Ent. Monatsschr. II. p. 386) ist Oliorhyn-
chus Tieinensis Stierl. = fortis Rosenh. = latipennis Schh. und Ba-
ridius resedae Bach = morio Schönh.
Bostrichini. Genyocerus nennt Motschulsky (Etud. entom. VII.
p. 68) eine neue Galtung, die mit Platypus und Tesserocerus zunächst
verwandt ist, sich aber durch die sehr verlängerten, dünnen und
nach innen gekrümmten Mandibeln unterscheidet und durch schr ver-
längerte, fadenförmige Vordertarsen ausgezeichnet ist. Art: Gen.
albipennis aus Oslindien.
Als neue Arten wurden feıner beschrieben: Hylesinus hystriz
aus Californien von Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. Philad.
1858. p.81), Hylesinus elegans vom Gabon in Guinea, von Thom-
son (Archiv. entomol. II. p. 145), Bostrichus mutilatus, Platypus mi-
naz uml solidus aus Ceylon von Walker (Annals magaz. nat. hist.
3. ser. II. p. 286), Bostrichus ferrugineus von den Keelings - Inseln
und Eecoptogaster assimilis von Buenos Ayres von Boheman (Fre-
gat. Eugen. resa p. 88).
Kollar, Beitrag zur Naturgeschichte des grossen Fichten-Bast-
käfers, Dendroctonus micans Kug. (Verhandl. d. zoolog.-botan, Gu-
sellsch. zu Wien 1858. p.23 ff... Der Käfer trat in Laxenburg bei
Wien in grosser Menge an Fichten auf.
£ Longicornia. Pascoe, On new genera and species ol Longi-
corn Coleoptera, Part III (Transact. entom. soc. IV. p. 226— 266,
pl. 25 und 26). Wie in den letzten Jahren liefert der Verf. auch
bier meist schr aphoristische und keineswegs ihren Zweck erfüllende
Beschreibungen neuer Gatlungen und Arten aus verschiedenen Län-
dern mit Abbildungen einzelner Gattungs-Repräsentanten.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool. X. p. 50, 306 u. 348 1.)
setzte seine Beschreibung der Cerambyeinen von Old- Calabar fort,
deren Zahl sich gegenwärtig auf 100 beläuft, Ein systematisch ge-
ordnetes Verzeichniss der in den letzten Jahren von ihm aus jener
Gegend beschriebenen Arten mit Hinweis auf den Jahrgang, wo dies
408 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
geschehen, giebt der Verf. p.354 ff. — Ebenda p.82 werden auch
noch anderweitige neue Arten beschrieben.
Prionii. — Von Lucas (de Castelnau, Voyage p. 178 fl.
p- 10 u. 11) wurden folgende neue Arten aus Brasilien beschrieben
und abgebildet: Poecilosoma haemoptera, Fontanieri, Pyrodes angu-
sticollis, rubrosonatus, Mallaspis Morelettii und Calocomus rugo-
sipennis.
Einzelne neue Arten sind ferner: Mallodon gnatho Le Conte
(Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 81) von Sonora, Parandra
Gabonica Thomson (Archiv. entom. II. p.145) vom Gabon, Psalido-
gnathus Sallei desselben (Bullet. soc. entom. p. 246) aus Venezuela,
Polyarthron barbarum Jucas (ebenda p. 179) aus Algier, Acideres
Ricaudii Guerin (Rev. et Magas. de Zool.X. p. 82) aus Neu-Caledo-
nien und Cantharocnemis Downesii Pascoe (Trans. entom. soc.1V.
p. 23€) aus Bombay.
Cerambyces genuini.— White, Spicilegia Entomological.
— Description of Telocera Wollastoni, an apparently unrecorded spe-
cies ol Longieorn beetle from Australia (Annals and magaz. of nat. hist.
3. ser. II. p.353—355) machte durch Beschreibung und Abbildung eine
neue Galtung Telocera bekannt, welche im Uebrigen von nicht be-
sonders aullallender Form, sich durch eine eigenthümliche Fühler-
bildung auszeichnet; die Fühler, etwa von Körperlänge, endigen in
eine durch die drei letzten Glieder gebildete langgestreckte Keule,
etwa wie bei Languria. Thorax kurz eiförmig, schmaler als die
rechtwinkligen Schultern der Flügeldecken; Schenkel gekeult. Die
Gallung ist mit Pytheus Newm. verwandt. Die Art: Tel. Wollastoni,
4 lin. stammt aus Australien. — Anhangsweise wird Petalodes pla-
giatus ‚als neue Art ebendaher beschrieben. j
Unter den von Pascoe (Transact. entom. soc. IV. p. 236 ff.)
beschriebenen und zum Theil abgebildeten Cerambyeinen sind fol-
gende zu eigenen Gattungen erhoben worden: 1) Epania n. g., für
Odontocera Sarawakensis und Singaporensis Thoms. errichtet, von To-
mopterus , mit der sie zunächst verwandt ist, durch nicht verlänger-
ten Kopf, schmaleren, vorn und hinten gerandeten Thorax, weit ge-
trennte Augen und fadenförmige Fühler, an denen die Glieder mit
Ausnahme des zweiten unter einander fast gleich sind, unterschieden.
— 2) Meriunoeda n. g., für Molorchus indicus Hope, Heliomanes ni-
griceps White u. a. errichtet, mit kurzen, gekeulten Fühlern, deren
sechs oder sieben letzte Glieder erweitert sind, verlängerten, zuge-
spitzten und in der Mitte klaffenden Flügeldecken, die jedoch kaum
über die Mitte des. Hinterleibs hinausreichen , und verlängerten, sehr
stark gekeulten Hinterschenkeln. — Zwei nene Arten: Mer. puella
von Macassar und scitella von Borneo (pl. 25. fig. 3 abgebildet). —
3) Hemilissa n. g-, für Acanthoptera gummosa Perty errichtet, mit
a
F
Piezocera Serv. nahe verwandt. — 4) Rhaphuma n. 9, veränderte
- Benennung für Rhaphium Dej. (Type Clytus quad..:olor Lap.), da
letzterer Name unter den Dipteren vergeben ist. — 5) Arrhenotus
n. g. zur Tmesisternus- Gruppe gehörend und mit Coptomma nahe
verwandt; Kopf schmal, Augen tief getheilt, Fühler fadenförmig, län-
ger als der Körper, das vierte Glied am längsten ; Thorax quer vier-
eckig, vorn 'am breitesten und breiter als die Flügeldecken, diese
niedergedrückt, fast parallel, Mesosternum hervortretend und in das
Prosternum eingreifend. Art: Arrh. Wallacei von Macassar , pl. 25.
fig- 1 abgebildet. — Als neue Arten bekannter Gatlungen sind ausser-
dem zu erwähnen: Cerambyz egenus und fulvidus aus Nord-China,
micaceus von Borneo, Psilomerus? macilentus von Ceylon, Clytus
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 409
Sappho, mustela und viverra von Borneo, eruentatus von Malacca,
Rhaphuma placida von Macassar, Cylindrepomus peregrinus und comis
(pl. 25. fig abgebildet) von Borneo, Zaetus von Malacca. j
Neue Gattungen und Arten von Thomson (Archives entom. II.
p- 146 If.) aufgestellt, aus Guinea (Gabon) sind : 1) Diastellopterus n. g.,
mit Paristemia Westw. sehr nahe verwandt, durch den seitlich leicht
gerundeten, nicht gedornten Thorax abweichend; Fühler von halber
Körperlänge, das dritte Glied das längste und dickste, nächst diesem
- das erste, die Glieder vom vierten an allmählig kürzer und dünner
werdend. Flügeldecken in gleicher Weise wie bei Paristemia Lycus-
arlig abgellacht und ausgebreitet. — Ausser der neuen Art Diast.
volitans (pl. 4. fig. 5) gehört wahrscheinlich Parist. clavata Chevr. zu
dieser Galtung. — 2) Dalila n. g., vielleicht mit Phyllarthrius Hope,
welche Gattung dem Verf. unbekannt ist, identisch, durch die Fühler
ausgezeichnet, an denen die Glieder vom fünften an erweitert und
Sachgedrückt sind, das zweite das längste ist. Thorax vorn schmal,
hinten halbkuglig, Flügeldecken gleichbreit, hinten abgerundet. Art:
Dal. venerea, 17 mill., rothgelb mit schwarzem Thorax- und Flügel-
deckenspitzen-Fleck. Neue Arten sind: Piycholaemus simplieicollis
(pl.5. fig. 1), muculipes, Hammaticherus fucatus (Dej. Cat.), Calli-
chroma severa, Mucheia, Venus, Adelpha, imperator, Ckerrolatii, pun-
elulata, viridescens , sinuaticollis,, Aystrocera Buquetü (pl.d. fig. 2),
asperala, fuleipes, frontalis, nigripes, Euporus eylindricollis, ? Gabo-
nicus, ?melasomus, Cordylomera suturalis, apicalis. Corethrogaster
Gabonicus, insipidus, [flavus, brunneus, ?ruber und Clytus Gabonicus.
Chevrolat (ebenda p. 245 f.) gründete eine neue Gattung
Oedenoderus auf das von ihm beschriebene Callidium sphaericolle
(Rev. et Mag. 1855); Augen sehr stark ausgerandet, oberhalb sehr
schmal, Antennen schlank mit keulenförmigem Basalgliede von ?/%
der Länge des dritten, zweites Glied länger als gewöhnlich; Thorax
kuglig oder stark gewinkelt. Schildehen gross, spitz kegellörmig,
Flögeldecken flach, schmaler als der Thorax, gegen die Spitze hin
410 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
verschmälert, Schenkel stark geschwollen, etwas abgellacht, die hin-
teren etwas kürzer als der Körper. — Eine zweite hier beschriebene
Art aus Guinea ist Oeden. pupa. Ausserdem: Callichroma nigripes,
Cordylomera suturalis, Promeces splendidus und Xystrocera lateralis,
die drei ersteren auf pl. 14. fig. 1—3 abgebildet.
Derselbe (Annales soc- entomol. VI. p.322) beschrieb eine
neue Gattung Ptycholaemus, mit Platyarthron Dej. und Ceragenia Serv.
zunächst verwandt, der Abbildung (pl. 8. fig. 7) nach eine durch ihren
Habit:s sich nicht besonders auszeichnende Aromien-Form, mit seit-
lich stark gerundetem, aber nicht gedornten Halsschilde und verhält-
nissmässig kurzen Flügeldecken; Oberseite schwarz, mit weisser Zeich-
nung , die auf den Flügeldecken eine Längsbinde darstellen; Fühler
länger als der Körper, mit stark verdicktem ersten Gliede. Art: Piych.
Troberti aus Guinea.
Derselbe (Rev. et Magas. de Zool. X. p.210) errichtete eine
neue Gattung Trichrous auf Callidium irroratum Oliv., Eriphus dimi-
diatipennis Cheyrol. etc. und beschrieb Trichr. divisus von Cuba,
Jaegeri von St. Domingo und Jamaicensis von Jamaica als neue Ar-
ten derselben. — Ebenda p.50 .: Hammaticherus nitidipennis, Cal-
lichroma obscuricorne und Oemona pilosella als n. A. vom Gabon. —
Ebenda p.82 werden Diagnosen von Tmesisternus viridieollis , Navo-
morpha? albocincta und ?sunguinicollis aus Neu-Caledonien, Macro-
cyrta macilenta von Singapore und Scopodes? bicuspis Vaterl, unbek.,
gegeben. (Letztere Arten sind zum Theil schon in den Archiv. entom. 1
beschrieben worden.)
Le Conte (Journ. acad. nat. scienc. Philadelph. IV, 1. p. 24)
errichtete eine neue Gatlung Amannus, zwischen Eriphus und Arho-
palus stehend und von diesen durch den weder an der Spitze, noch
an der Basis gerandeten Prothorax unterschieden. Fühler fadenförmig,
beim Männchen länger, beim Weibchen kürzer als der Körper, das
3. Glied etwas verlängert; Taster kurz, zusammengedrückt, Kinn
quer, trapezoidal, Nandibeln spitz, ganzrandig; Augen fein faceltirt,
Thorax fast eylindrisch , vorn leicht verengt, Flügeldecken an der
Spitze fast gerundet; Beine nicht verlängert, Schenkel schlank, nicht
gekeult, an den Hintertarsen das erste Glied länger als die beiden
folgenden zusammengenommen. Zwei Arten: Am. vitliger und pe-
ctoralis. — Andere neue Arten sind: Eburia manca, Sphenothecus
suluralis , Tylosis sellatus, Crossidius humeralis, Tragidion armalum
und Clytus irroratus aus Texas u. s. w.
Derselbe (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1558. p. 821.)
beschrieb als neue Arten: Elaphidion validum aus Texas, protensum
von Sonora, Eriphus ruber vom Eagle Pass, Arhopalus eurystethus,
"Crossidius suturalis und Tragidion annulatum von Sonora und Rho-
palophorus rugicollis aus Texas.
a ne ee
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 411
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 182 1.) errichtete eine neue
Gattung Calodus, ‘welche sich von Rlachidion duren mehr verbrei-
terten Thorax, niehr verlängertes Endglied der Fühler und durch ab-
gestutzte, aussen gezähnte Flügeldecken unterscheiden soll. Die Art:
Cal. varians ist olfenbar dieselbe, deren Männchen schon von Cha-
brillac als Rhachidion granulicollis und deren Weibchen von
Newman als Rhachidion obesum beschrieben worden ist und ver-
dient gewiss nicht von der Gattung Rhachidion generisch abgetrennt
zu werden. — Neue Arten sind ausserdem: Orthostoma prasinipen-
nis, Sphaerion cinerascens, Ibidion femoratum, Criodion erythropus
und pilosum, Chariergus signalicornis (Dej.) und quadripunctalus aus
Brasilien, auf pl. 11 und 12 abgebildet.
Molorchus filiformis Motschulsky (Etud. entom. VII. p.67) n. A.
von Ceylon.
Laboulb&ne machte (Annales soc. entomol. VI. p. 841) Mit-
theilungen über die Lebensweise der Larven von Callidium rufipes
und Molorchus umbellatarum.
Lucas (Bullet. soc. entom. p. CL) gab-eine Noliz über häufiges
Vorkommen der Gracilia pygmaea und einen Ichneumoniden, der die-
selbe verfolgt.
Nach Assmuss (Wien. Ent. Monatsschr. II. p. 181) ist Calli-
dium russicum Fab. in Russland weit verbreitet und seine Larve ein-
mal im Holze von Quercus robur beobachtet worden.
Fuss, Ueber das Vorkommen des Stenopterus cyaneus Fab. im
Ahrthale (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 210); die Art ist an der Ahr auf
Crataegus zur Blüthezeit häufig.
Lamiariae. — Eine grössere Anzahl neuer Gattungen und
Arten aus dieser Gruppe machte Pascoe (Transact. entom, soc. IV.
p- 242 If.) bekannt. Die neuen G#tungen sind folgende: 1) Driopea
n. g., wie es scheint mit Leiopus nahe verwandt und habituell kaum
davon verschieden; Fühler dünn, länger als der Körper , ihr erstes
Glied kürzer als das dritte, welches mit den folgenden fast gleich
lang ist; Thorax fast rund,, seitlich leicht gehöckert, Flügeldecken
niedergedrückt, nach hinten verschmälert , an der Spitze aussen ge-
dornt. Art: Dr. elytina von Malacca, pl.25. fig.2 abgebildet. — 2)
Gyaritus n. g., mit Pogonocherus verwandt und von dieser Gattung
besonders durch verdickte Fühler, an denen das vierte Glied nicht
gekrümmt ist, unterschieden; erstes Glied sehr stark, drittes und vier-
tes die längsten, die übrigen gleich lang, die Fühler gewimpert.
Art: Gyar. hamatus, 2 lin. von Borneo (pl. 25. fig. 6 abgebildet). —
8) Phlyarus n. g., durch stark gezähnte Mittel- und Hinterschienen
von der zunächst verwandten Gattung Exocentrus unterschieden; Füh-
ler entfernt stehend , stark, gewimpert, erstes Glied gross, drittes und
412 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
viertes gleich , die übrigen allmählig abnehmend; Prothorax uneben,
mit Seitendorn, Flügeldecken bedeutend breiter, niedergedrückt. Art:
Phl. basalis, 2, lin. von Borneo (pl.25. fig.5 abgebildet). — 4)
Acalolepta n. g., von Monohammus im Habitus abweichend, die Füh-
ler mehr entfernt stehend, sonst wenig unterscheidbar; Körper klein.
Art: Acal. pusio, 5 lin. von Borneo (pl. 25. fig. 4 abgebildet). — 5)
Ropica n. g., in die Nähe von Praoneta gehörig, mit Fühlern von
Körperlänge, an denen das dritte Glied das längste ist; Schildchen
quer, Thorax unbewallnet, so lang als breit, Flügeldecken gewölbt,
breiter als der Thorax, fast parallel; Mittelschienen gezähnt. Zwei
Arten: Rop. piperata von Borneo und posticalis (pl. 26. fig. 4 abge-
bildet) von Hongkong. — 6) Synelasma n. g-, ebenfalls mit Praoneta
verwandt, jedoch bedeutend kürzer und gedrungener; an den kurzen
Fühlern sind die vier ersten Glieder doppelt so lang als die übrigen
zusammengenommen, die letzten ganz kurz, mit dicken Haaren be-
setzt; Thorax quer, vorn jederseits mit einem Höcker, Flügeldecken
nur um die Hälfte länger als breit, bis zur hinteren Zurundung pa-
rallel. Art: Synel. bufo (pl. 26. fig. 1) von Bornco. — 7) Moron n. g.,
der vorigen Gattung nahe stehend, ebenfalls von gedrungener Form,
die Flügeldecken jedoch hinter den breiten Schultern verengt, der
Thorax nach vorn verschmälert, an den Fühlern die vier ersten Glie-
der ebenfalls länger als die folgenden zusammengenonimen , diese
jedoch nicht so stark verkürzt wie bei Synelasma. Art: Mor. distigma
(p. 26. fig.2) von Borneo. — 5) Ecihoea n. g., für den Cerambyx
quadricornis Oliv. errichtet. (Als zweite Art würde zu dieser Gat-
tung der Trachysomus faunus Er. aus Peru gehören). — 9) Bumeto-
pia n.g., in die Nähe von Talaepora und Apomecyna gehörend, aber
durch breiteren. Kopf abweichend; Körper langgestreckt eiförmig,
niedergedrückt, Mandibeln sehr gross, Taster kurz, Fühler von Kör-
perlänge, das dritte und vierte Glied länger als das erste. Art: Bum.
“oseitans (pl. 26. fig. 7) von Hongkong. — 10) Dasyo n. g., eine
kleine Saperden-Form, vom Habitus einer Hebestola, welche sich
durch dicke, langhaarige Fühler auszeichnet; dieselben sind entfernt
von einander eingelenkt, nicht länger als der körper, das erste und
dritte Glied am längsten und untereinander gleich; Thorax ohne
Dorn, Flügeldecken niedergedrückt, fast gleich breit. — Zwei Arten:
Das. lineata, 4% lin. von Port Natal (pl.26. fig. 8 abgebildet), und
improba, 3'/, lin. ebendaher. — 11) Jole n. g., mit Serixia ver-
wandt; Fühler fast von doppelter Körperlänge, fadenförmig, die Glie-
der mit Ausnahme des zweiten fast gleich Jang, Thorax so lang als
breit, gerundet, Flügeldecken breiter, parallel, gewölbt. Arten: Jole
prolata von Borneo, longicornis von Malacen, literata (pl. 25. fig. 9
abgebildet) von Macassar und zigripes von Malacca , alle zwischen
2'% und 4 lin, lang. — 12) Anomoesia n. g., eine schlanke Saper-
e-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 413
den-Form, die sich durch die auffallende Kürze des dritten Fühler-
gliedes von allen Verwandten leicht unterscheiden lässt, übrigens schon
von Erichson (Fauna von Angola) mit dem Namen Eunidia belegt
worden ist. Art: Anom. fulvida (pl. 25. fig. 8) von Port Natal (stimmt
nach dem Exemplar des hiesigen Musei mit den von Erichson be-
schriebenen Eunidia-Arten generisch genau überein). — 13) Dirphya
n. g., für Neeydalis nigricornis Oliv. errichtet, welches eine wahre
Oberea ist und die sich von den Europäischen Arten nur habituell
durch die in der Mitte verengten und gegen das Ende spatelförmig
erweiterten Flügeldecken unterscheidet, ohne dass, wie Uebergangs-
formen beweisen , sich hierauf Gattungsmerkmale begründen liessen.
— 14) Dorcasta n. g., von sehr schlanker, linearer Gestalt, durch
das zurückweichende Gesicht mit Eutheia (wofür der Verf. die neue
Benennung Systene vorschlägt), Aprosopus, Eucomatocera u. s. w.
verwandt; Fühler genähert, von Körperlänge, die Glieder vom ersten
ab (mit Ausnahme des zweiten) an Länge abnehmend, durchweg
verdickt und unten gewimpert; Thorax und Flügeldecken sehr schmal
und lang. Zwei Arten: Dorc. oryz von Para und crassicornis (pl. 26.
fig.5) aus Brasilien? — Als neu aufgestellte Arten sind ferner zu
_ erwähnen: Phacellocera Batesii von Parä, Mesosa perplexa aus Nord-
| China, griseata von Borneo, Monohanmus gravidus von Borneo, ri-
| cinus, eurialis und sobrius aus Nord-China, proletarius von Macassar,
Aerenea trigona aus Brasilien, Cacia piclicornis von Borneo , Sym-
phyletes maculicornis und lateralis vom Schwanenflusse, Sthenias
-dorsalis aus Ostindien, Eumathes undatus aus Brasilien, Alphitopola
maculosa von Pt. Natal, Dorcadion? spinipenne (ist ein Phrissoma) aus
Süd-Afrika, Hathlia zebrina aus Indien, Apomecyna binubila und
atomaria von Pt. Natal, Amphionycha albina von Guatemala, viltata
und cephalotes aus Brasilien, Phaea acromela aus Mexiko, miniala
aus Venezuela, Saperda erythaca und Bohemani vonPt.Natal, Glenea
collaris, extensa, blanıina, despecta von Borneo, relicta aus Nord-
China, detrita von Macassar, rufina von Burmah, pulchell« von Ma-
lacca, vexator von Ceylon, Phoebe cretifera aus Brasilien (ist die
bekannte Saperda Phoebe Eneyel., welche zur Gattung Amphionycha
gehört), Oberea annulicornis von Macassar, rubetra von Sumatra und
Borneo , inclusa und sylvia aus Nord-China, ophidiana aus Borneo,
ziperina von Burmah, umbrosa von Macassar, Carterica einclipennis
von Parä (ist gewiss die Saperda muceronata Oliv., deren Beschreibung
viel bezeichnender als die schlechte Abbildung ist), Onocephala pieta
und (?) metallica von Parä.
Auch von Thomson (Archives entomol. IT. p. 163 M.) sind
wieder zahlreiche Gattungen auf Lamien-Formen vom Gabon (Guinea)
begründet worden, zum Theil aber noch einer nöheren Präfung in
Betreif ihrer Berechtigung zu unterwerfen; bei dem oft sehr schwan-
414 Gerstaecker: Bericht über die wissenschafllichen Leistungen
kenden Habitus unter Arten derselben Gattung und der Veränderlich-
keit einzelner Körpertheile, wie es in dieser Familie häufig vorkomnit,
ist das Aufstellen neuer Galtungen nach einzelnen Arten immer schr
misslich. Die Namen derselben sind folgende: 1) Baraeus n. g., im
Habitus nır wenig von Lasiodactylus Dej. abweichend und , wie mir
scheint, durch keinen Charakter von einiger Bedeutung unterschie-
den; die Art: Bar. aurisecator (pl. 6. fig. 10) weicht von den Arten
jener Gattung nur durch etwas schmaleres Halsschild und mehr lang-
gestreckte Flügeldecken ab. — 2) Lasiodactylus Dej., anhangsweise
bei der vorhergehenden Gattung charakterisirt, nebst Diagnose des
Las. longimanus Dej. vom Senegal. — 3) Eurysops Chevr., bisher
nicht nach ihren Charakteren auseinandergeselzt, mit der von Che-
vrolat beschriebenen Art: Eur. Esaiüi (pl. 6. fig. 9). — 4) Homelix
n. g., mit Eurysops und Pachystola verwandt, wie erstere mit sehr
grossen Angen, die beim Männchen mehr genähert sind; Fühler von
Körperlänge beim Männchen, um ein Dritttheil kürzer beim Weib-
chen , das dritte Glied länger als das vierte, die folgenden beim
Männchen nur undeutlich von einander geschieden. Thorax seitlich
gedornt, oben höckerig, Flügeldecken an der Basis breiter als jener;
Tarsen kräftig, beim Männchen dicker und erweitert. Drei Arten:
Hom, albofasciata, eribratipennis und Buqueti. — 5) Nyctopaisn. g.,
nahe mit Tragocephala verwandt, habituell durch stärker entwickel-
ten, kuglig gewölbten Thorax mit stark hervorstehenden Domen (so
dass sie die Schulterbreite übertreffen) abweichend; Flügeldecken
nach hinten verschmälert, Fühler vom vierten Gliede an undeutlich
geschieden ; Mesosternalfortsatz vorn schwach zweilappig. Art: Nyet.
mysteriosus (pl. 7. fig. 1). — 6) Frea n. g., würde von Crossotus nur
durch etwas stärker vorspringende Sternalfortsätze, und von Phyma-
sterna Dej. wohl gar nicht zu unterscheiden sein. Drei Arten: Frea
maculicornis, laevepunclata und valdepunctata (pl. 8. fig. 1-3). — 7)
Freadelpha n. g., nur durch dickere Fühler, an denen das dritte und
vierte Glied gleich lang sind, stärkere Sternalfortsätze, hervorragende
Schulterecken der Flügeldecken und etwas längere Körperform, als
sie bei Crossotus die Regel ist, von der vorigen Gattung abweichend.
Art: Fread. humeralis (pl. 5. fig. 4). — 8) Gnathoenia n. g, lässt nach
einer dem Ref. vorliegenden Art ebenfalls keine rechten Unterschiede
von Phymasterna erkennen. Art: Gnath. venerea (pl. 6. fig. 1). — 9)
Protonarthron n. g., nach der Abbildung von Mesosa-arliger Körper-
form, mit geradseitigem, ungedornten Thorax, hervortretendem Kopfe
mit grossen Augen; besonders ausgezeichnet durch ausserordentlich
lange Fühler im männlichen Geschlechte (von dreifacher Körperlänge) ;
erstes Glied sehr lang und stark verdickt, das dritte und vierte
sehr lang und dünn, dicht behaart, die folgenden bis zum zehn-
ten nur halb so lang als die vorhergehenden, das letzte borsten-
BEN SS BE. u
F'
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1558. 415
arlige fast von , der Fühlerlänge. — Art: Prot. diabolicum (pl. 6.
fie. 4). — 10) Acmocera-Dej. charakterisirt, durch den weit heraus-
tretenden Kopf, das sehr verbreiterte Gesicht und das klauenförmige
Endglied der Fühler leicht kenntlich. Drei Arten: Acm. Olympiana,
eonjuxz und inermis (pl. 6. fig. 5-7); die zweite Art möchte wohl
die Lamia compressa Fabr. sein, welche nach Imh off der Galtung
Acmocera angehört. — 11) Acridoschema n. g., theilt die eigenthüm-
liche Kopf- und Körperbildung ganz mit der vorigen Gallung,, von
der sie durch das nicht klauenförmige, sonderu gewöhnlich gebildete
Endglied der Fühler abweicht; ist nach des Ref. Ansicht auf diesen
Unterschied hin nicht von Acmiocera zu Irennen. Zwei Arten: Aerid.
capricornis und unifasciata (pl. 6. fig.2 u. 3). — 12) Hodoeporus u. g.,
soll nach dem Verf. den Uebergang zwischen Onocephala und Sa-
perda vermitteln, ist aber nach der einen dem Ref. vorliegenden Art
(H. bipunctatus) nur auf eine Art der Gattung Prosopocera Dej. ge-
gründet; der Mangel des Stirnhornes (ob Weibehen?) kann bei
sonstiger vollkommener Uebereinstimmung nicht zur Abtrennung be-
rechtigen. Zwei Arten: Hod. bipunctatus und pallidus (pl. 7. fig. 5
und 6). — 13) Velleda n. g., eine recht eigenthümliche, dem Verf.
zufolge mit Praonetha verwandte Form, mit der sie äusserlich wenig
Aehnlichkeit zeigt: Thorax schmal, gleich breit, scharf gedornt, Flü-
geldecken doppeit so breit, hinter der Mitte etwas erweitert, sodann
stark verengt und an der Spitze schräg abgestutzt; Fühler kürzer als
der Körper, die Glieder vom vierten an verkürzt. Art: Vell. murina
(pl. 8. fig. 7); auch Parmena callizona Cheyr. soll dazu gehören. —
14) Thetieus n. g., ebenfalls eine Form von auffallendem Habitus,
nach dem Verf. mit Praonetha, nach der Abbildung wohl noch näher
mit Apomecyna verwandt; wie bei dieser die Fühler kurz, die Glie-
der vom vierten an klein, allmählig kürzer werdend; Statur kurz
und gedrungen, Halsschild quer viereckig, Flügeldecken um die
Hälfte breiter, an der Spitze aussen schräg abgestutzt, in zwei Zipfel
ausgezogen. Art: Thet. arcuatus (pl. 8. fig.6); zugleich gehört der
Ceramb. dentifer Oliv. dieser Gattung an. — 15) Hapheniastus n. g.
(pl.4. fig. 7), auf Mesosa rubida Chevr. begründet; die Galtung soll
zwischen Saperda und Stibara in der Mitte stehen, was aus der Ab-
bildung kaum zu vermuthen ist. — 16) Theoeris n. g., eine schlanke
Saperden - Form mit nicht ausgeschniltenen Schienen, scharf gedorn-
ten Halsschilde, langen, an der Basis doppelt so breiten, gegen die
Spitze stark verengten Flügeldecken und langen, dünnen Fühlern, von
1% Körperlänge. Art: Theoeris Saga, auf pl. 8. fig. 4 unter dem Na-
men Th. adorata abgebildet. — 17) Domitia n. g., von gleicher
Schienen- und Halsschildbildung wie die vorige Gattung, im Körper
und Fühlern aber kürzer; Endglied der Kühler scharf zugespilzt, Art;
Dam. lupanaria (pl. 7. fig. 8). — 18) Hippopsicon n. g., von der
416 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Süd-Amerikanischen Gattung Hippopsis Serv. durch weniger verlän-
gerten und minder eylindrischen Körper , weniger dünne Fühler, an
denen das dritte Glied länger als das vierte ist, und an der Basis
breitere Flügeldecken abweichend. Art: Hipp, lacteolum. — 19)
Auzesis n. g., eine schlanke Saperden -Forın mit langen , geraden
Schienen, eylindrischem Thorax, etwas breiteren, nach hinten zuge-
spitzten Flügeldecken, breitem Kopfe und langen Fühlern, die an der
Aussenseite durchweg mit Wimperhaaren besetzt sind, deren erstes
Glied sehr dick, keilförmig, das zweite dick, knopllörmig, das dritte
lang und noch merklich stärker als die an Länge abnehmenden fol-
genden ist; das Endglied ist wieder verlängert. Art? Aur. Gaboni-
cus (pl. 7. fig. 7). — 20) Nitocris n. g., auf eine zwar habituell von
Oberea verschiedene, aber dennoch durch keinen eigentlichen Cha-
rakter davon zu unterscheidende Art mit in der Mitte stark vereng-
ten, an der Spitze wieder spatelförmig erweiterten Flügeldecken be-
gründet. Wenigstens ist so die auf pl. 5. fig. 5 abgebildete Nit. Lu-
casii geformt, während eine zweite, Nit. Pascoei (pl. 5. fig.6) schon
fast ganz die gewöhnliche Oberea-Form zeigt (auf eine ähnliche- Art
hat Pascoe die Gattung Dirphya gegründet; siehe oben!); eine
dritte Art: Nit. adorata ist nur beschrieben. — Ausserdem werden
folgende Arten vom Gabon als neu beschrieben: Acanthoderus Goril-.
lus, Batocera Albertiana, Monohammus Gabonicus , griseoplagialus
(pl. 5. fig- 5), Pachystola lapidosa (pl. 7. fig. 4), Ceroplesis? bimacu-
Tata (und Cer. Hecate Chevr. auf pl. 6. fig. 8 abgebildet), Poemenes-
perus laetus, incubus, Crossolus Gabonicus, unifascialus, ?griseus,
?brunneus, Sternolomis Mniszechii (pl. 7. fig.9) , Acridocephala Nico-
letii (pl. 7. fig. 10), Apomecyna (oder neue Gattung?, für die der
Name Mecynapus vorgeschlagen wird) longipennis (pl. 8. fig. 5, gleich
Apom. parumpunclata Chevr.), Proctocera lugubris, Sphenura Gabo-
nica, adelpha, 22-maculata, pallida (wohl identisch oder wenigstens
sehr nahe verwandt mit Sap. bidentata Fabr.), Charinotus (soll Cha-
riesthes heissen) pulchellus (Klug).
Chevrolat (ebenda p.246 1.) beschrieb folgende ebenfalls
aus Guinea stammende Arten: Pachystola fuliginosa (Dej. Cat.), Acmo-
cera anthriboides, Gnathoenia curta, Crossotus cretaceus, Acridoschema
Isidori, Sphenura flavicapilla, Nitocris patricia, emarginata und Obe-
reopsis obsoleta, auf pl. 14. fig. 4—10 abgebildet.
Derselbe (Rev. etMagas. de Zool. X. p. 306 If.) gründete eine
neue Gattung Chariesthes auf Saperda bella und amoena Dalm., ca-
rissima Westw. und folgende neue Arten: Char. multinotatus, Bassa-
mensis, Dalmani und coneinnus von Old-Calabar und anderen Theilen
Guinea’s, letztere Art mit einer muthmasslichen Varietät vom Senegal,
die als Char. senegalensis charakterisirt wird. — Fernere neue Arten
aus Old-Calabar (ebenda p. 50 und 348.) sind: Chariesthes elegantu-
nd
N FE Ze Er ni
ge
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 417
lus, Obereopsis variipes, basalis, maculicornis, trilineata, Prosopocera
dorsalis, Omopsides (Niphona) Blanchardi, Frea (Crossotus) annulata,
Glenea arcuata und puella, Batocera Wyliei, Ceroplesis Calabarica
und Tragocephala senatoria und chloris.
Derselbe (Annales soc. entom. VI. p. 320 ff. pl. 8) machte
folgende, durch schöne Abbildungen illustrirte Arten bekannt: Mallo-
nia (Mastigocera Dej.) albosignata Vaterl. nicht angegeben, Pachystola
tezata von Angola?, Tragiscoschema gracilicornis (Tragocephala gra-
cilis Chevr. White) von Port Natal, Tragocephala formosa Oliv. var.
praetoria Chevr., aus dem Innern Afrika’s. — Ausserdem Stegenus
denticornis n. A. von Java, diagnostieirt in Rev. et Magas. de Zool.
X. p. 82.
A. White, Desceriptions of some apparently unrecorded spe-
eies of Longicorn Beetlles, belonging to the genera Phrissoma, Ny-
phona etc. (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser. II. p. 264—276). Die
hier beschriebenen Arten sind: Phrissoma amycteroides, Hipporhinus
. und umbrinum von Port Natal, (die zweite Art scheint identisch mit
Phr. giganteum Guer. Iconogr. zu sein), Phriss. terrenum aus Süd-
Afrika, Leprodera morimoides (die Beschreibung passt genau auf
Lepr. maeulatrix Perty = L. Carcelii Guer.) aus Silhet, Nyphona tho-
racica (ist wohl die Lamia fuscator Fabr.), plagiata, parallela, cylin-
dracea aus Öslindien, lateralis und delicatula aus Sylhet, asperata aus
Süd-Alrika, Symphyletes subtuberculatus und kumeralis aus Australien,
Phryneta buphthalmus von Sierra-Leone (gehört zur Gattung Cero-
plesis und ist = Ceropl. Hecate Chevr.), fortificata aus West-Afrika
(ist von Dupont unter dem Namen petrificata Dup. verschickt wor-
den), cinereola von Port Natal, Phryneta? velutina und lugens von
Congo, Coptops leucostictica aus Assam, abdominalis von Port Essing-
ton, Agelasta bifasciana aus Silhet, Crossotus Natalensis (dem Cr.
plumicornis nahe verwandt) von Port Natal, Pelargoderus Guerinii
_ aus Silhet, Cerosterna Indiator aus Ostindien, Hammoderus albipla-
giatus aus Mexiko und thoracicus aus Süd -Amerika (2). — Ebenda
p- 855 bemerkt White, dass Taeniotes Pazii Rojas — Plectrodera
quadritaeniator White sei.
Derselbe, „Descriptions of some Longicorn Coleoptera ap-
parently as yet unrecorded“ (Proceed. zoolog. soc. of London, Part
XXVI. p.398—413) beschrieb ferner folgende Arten: Monohammus
Bowringii von Hongkong, Championi von Shangai, Batocera una von
den Neuen Hebriden, Acmocera ferruginosa und triangularis von
Port Natal, Aplocnemia bispecularis aus Ostindien, Cacia grisella von
Hongkong, antennata von Java, latifasciata aus Shangai, Phymasterna
leueostictica von Sierra-Leone, Diastocera Catherina aus Süd-Afrika,
Ceratites piperita ebenda, Cerosterna Javana, plagiata und tessellata
aus Indien, imitator aus Shangai, Anoplostetha Jardinei aus Südafrika,
Archiv S, Naturg. XXV, Jahrg, 2. Bd. BB
418 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Monohammus ärmatus aus Silhet , Zarvatus aus Indien, stephanus und
melanosticticus ebendaher, Georgius aus Silhet, Frederieus aus Assam,
tesserula von Hongkong, officinator aus Assam, Brianus aus Nepal,
nivosus aus Ceylon, suberuciatus aus Hongkong, sublineatus aus Sil-
het, sierricola von Sierra-Leone, obfuscatus von Hongkong, asperu-
lus von Port Natal, Ptychodes Hondurae aus Honduras, und Cereopsius
Helena aus Borneo. Einige der beschriebenen Arten sind auf pl.53
abgebildet.
VonLucas (de Castelnau, Voyage p. 189 ff. pl. 13) wurden als
neue Arten aus Brasilien beschrieben und abgebildet: Oncideres fa-
sciatus, Mydas, Colobothea lunulata, Onocephala aulica, Amphionycha
insignis, flavipes und sexgultata.
Von Le 'Conte (Journal acad. nat. sciene. Philad. IV. p. 26):
Tetraopes discoideus n. A. von Llano Estacado.
Von Reiche (Annales soc. entom. VI. p.13. pl. I): Phytoe-
cia Jezabel von Jerusalem, orbicollis von Nablus, Bethseba aus Pa-
lästina, Agapanthia Osmanlis von Constantinopel und Lais aus dem
Peloponnes als n. A. beschrieben und zum Theil abgebildet.
Von Graells (Memorias de la comision ete. p. 91. pl.5):
Dorcadion Graellsii Chevr. i. lit. und Seoanei n. A. aus Spanien.
Sartorius (Wien. Ent. Monatsschr. II. p. 328) Notiz über Phy-
toecia anchusae Fuss, welche zahlreichen Farben - Varietäten unter-
worfen ist. ;
Lepturetae. — Pasco& (Transact. entom. soc. IV. p. 264 ff.)
charakterisirte zwei neue Gallungen dieser Gruppe : 1) Ocalemia n. g-,
vom Habitus einer sehr schlanken Strangalia und von dieser Gattung
durch die Bildung der Fühler unterschieden, an denen das fünfte bis
zehnte Glied an der Innenseite in eine Spitze ausgezogen sind; Tho-
rax nach vorn dreieckig verschmälert, Hinterleib und Flügeldecken
nach hinten zugespitzt, Beine schlank, die hintersten zusammenge-
drückt. Art: Ocal. vigilans (pl.26. fig. 3) von Malacca, 10 lin. —
Strangalia Fortunei n. A. aus Nord-China. — 2) Capnolymma n. 8.,
von der breiteren kräftigeren Form eines Toxotus oder Pachyta, be-
sonders durch lange Taster, an denen das letzte Glied sehr lang, zu-
gespitzt eiförmig ist, ausgezeichnet; Fühler beträchtlich länger als
der Körper, das erste Glied verlängert und gekrünmt; Thorax an
den Seiten gewinkelt, Flügeldecken an Schultern und Spitze gedornt.
Art: Capm. stygia von Borneo, 11 lin. (pl. 26. fig. 6 abgebildet).
Reiche (Annales soc. entom, VI. p.22) beschrieb Strangalia
suturata n. A. aus dem Peloponnes, Graells (Memovias ‘de la co-
mision etc. 'p. 89) Vesperus brevicollis n. A. aus Spanien, pl. 5. fig. 4
abgebildet. j
Chevrolat (Annales soc. entom. VI. p.325. pl.8. fig.6) gab
eine ausführliche Beschreibung und Abbildung des schon im J,1855
G
RE
LEE ns
i
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 419
von ihm diagnostieirten Desmocerus aureipennis von denRocky Moun-
tains und (ebenda p. 529. p. 12) eine gleiche von Leptura militaris
Chevr. 1855, ebenfalls von den Rocky Mountains.
Miller (Wien. Ent. Monatsschr. 1. p. 385) besprach eine Far-
ben-Abänderung der Leptura unipunctata aus Croatien.
Kriechbaumer (Entom. Zeitung XIX. p. 455) bemerkte noch-
mals, dass Toxotus humeralis und dispar als Männchen und Weibchen
zusammen gehören (von ihm in coitu gefangen) und schon von@oetze
1785 als Cerambyx quercus beschrieben worden seien.
Heeger (Sitzungsberichte d. math.-naturw. Classe d. Akad d.
Wissensch. in Wien, Bd. 29. p. 104 f. Taf. 2) erörterte die ersten Stände
und die Naturgeschichte von Rhagium mofax Fab. Die Begattung
findet im April oder Mai statt, das Weibchen legt seine Eier in Rin-
denspalten oder in leere Gänge von Pinus abies, pinaster u. a. Die
Larven entwickeln sich nach 14 bis 20 Tagen, fressen unter der Rinde
und sind bis Oktober oder November ausgewachsen, wo sie sich aus
Holzspänen ein Cocon bilden.
Letzner (35. Jahresbericht der Schlesisch. Gesellsch. f. va-
terl. Cultur p.136 f.) beschrieb die ersten Stände von Rhagium bi-
fasciatum Fab.; die Larve fand sich in fauligen Fichtenstämmen.
Crysomelinae. Sagrides. — Thomson (Archiv. entom. II.
p- 203 f.) beschrieb Sagra Deyrollei vom Gabon und Signoretii Vateı].
unbek. als neue Arten.
Criocerides. — Derselbe (ebenda p.205f.): Lema grossa,
nigrifrons und aeneocyanea n. A. vom Gabon.
Letzner (35. Jahresbericht der Schlesisch. Gesellsch. f. va-
terl. Cultur p.133 ff.) beschrieb die ersten Stände von Crioceris aspa-
ragi Lin. nochmals ausführlich.
Megalopidae. — Mastostethus uniplagiatus Lucas (de Ca-
stelnau, Voyage p. 194. pl. 14, fig. 1) ist eine neue Art aus Brasilien.
Clythridae. — Von Le Conte (Journal acad. nat. scienc.
Philad. IV. p. 26) wurden Euryscopa vittata und aeneipennis n. A.
von Llano Estacado, (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 83)
Olythra militaris aus Texas, Megalostomis mucorea und Babia tetra-
spilota aus Californien beschrieben.
Melitonoma sexsignata Thomson (Archiv. entom. II. p. 207) n. A.
vom Gabon, Coptocephala azurea Reiche (Annales soc. entom. VI.
pP. 26) n. A. aus Syrien.
Cryptocephalidae. — Suffrian hat im 12. Bande der
Linnaea entomologiea p. 343—409 ein „berichtigtes Verzeichniss der
Nordamerikanischen Uryptocephali“ geliefert, in welchem er das seit
dem Erscheinen seiner ersten Arbeit über diesen Gegenstand entdeckte
Material veröffentlicht, Die Kenntniss einer grösseren Anzahl der schon
420 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
früher bekannt gemachten Arten wird einerseits durch weitere An-
gaben über ihre geographische Verbreitung , andererseits durch Ver-
vollständigung ihrer Charaktere (Varietäten, anderes Geschlecht u. s. w.)
erweitert; ganz besonders erhält die dortige Fauna aber einen be-
trächtlichen Zuwachs an neuen Arten, so dass jetzt die Gattung Mo-
nachus durch 8, Cryptocephalus durch 118, Scolochrus durch 15,
Mastacanthus durch 1 und Pachybrachys durch 57 Arten vertreten ist.
Die Namen der neuen Arten sind: Monachus seminulum Georgien,
Cryptocephalus cerenulatus Cuba, bispinus Georgien, sericatus, tibiel-
lus, pietus Cuba, amethystinus, erubescens Jamaica, pseudolus Florida,
luscus Georgien, pusio,.ephippium , rubelra, censorius, eylindricus
Cuba, Pachybrachys co@bipennis, conglomeratus, Gundlachii Cuba,
luctuosus Georgien , albescens Vereinigte Staaten, pallidipennis Texas
und Mexiko.
Le Conte (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 84)
beschrieb Cryptocephalus spurcus, Pachybrachys livens und caelatus
als n. A. aus Californien.
Thomson (Archiv. entom. II. p. 207): Cryptocephalus trivir-
gatus n. A. vom Gabon.
Graells (Memorias de la comision etc. p. 98 ff. pl.5. fig. 10
und 11) Pachybrachys pteromelas und Cryptocephalus hirtifrons n. A.
aus Spanien.
Sartorius fand Cryptocephalus laevicollis Gebl. in grösserer
Anzahl bei Wien (Wien. Ent. Monatsschr. II. p. 203).
’ Letzner (35. Jahresbericht der Schlesisch. Gesellsch. f. vater].
Cultur, p. 133) beschrieb die Puppe und den Larvensack von Crypto-
cephalus sericeus Lin.
Eumolpidae. — Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc.
Philad. 1858. p. 85 f.) charakterisirte die von Dejean aufgestellte
Gattung Metachroma , welche er auf die mit Colaspis quercata Fab.
übereinstimmenden Arten beschränkt und begründete eine neue, Na-
mens Paria auf Colaspis quadrinotata und sexnotata Say, aterrima
Oliv. und canellus Fab. Er beschreibt ausserdem folgende neue Ar-
ten: Colaspis humeralis aus Texas, Metachroma ustum von Sonora,
sulurale und puncticolle aus Texas, Eumolpus cuprascens, Paria qua-
drigultata und Myochrous longulus aus Californien.
Thomson (Archiv. entom. I. p. 208 ff.) charakterisirte die
Gattung Thysbe Dej. Cat., von welcher Th. aurichalcea, amata, lati-
cornis als n. A. vom Gabon beschrieben werden. Ausserdem von
derselben Lokalität: Euryope nigripes, Colasposoma veslita, sculpti-
lis, Colaspoides pubipennis, Brevicolaspis punctato-lineata , ruficollis,
aurichalcea, rufonitens, Pseudocolaspis timialithus (pl. 3. fig. 8) und
Colaspis? rufulus n. A.
N
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 421°
Ref. (Entomogr.I. p. 32) wies die bisher den Cryptophagiden,
Endomychiden und Erotylenen zugetheilte Gattung Orestia Germ. der
Familie der Chrysomelinen und unter diesen der Gruppe der Eumol-
piden zu.
Chrysomelae genuinae. — Die von Rogers publicirte
Uebersicht der Nord -Amerikanischen Chrysomelen (vergl. Jahresbe-
richt 1856. p. 100) ist von Suffrian in der Entomol. Zeitung XIX.
p- 237—278 und p.381—400 sehr gründlich und ausführlich überar-
beitet und dadurch für eine sichere Bestimmung der Arten eigentlich
erst recht brauchbar gemacht worden. Der Verf. hat diese Bearbeitung
in der Weise vorgenommen, dass er die meist sehr kurzen Rogers’schen
Charakteristiken, welche wie die meisten der Nord-Amerikanischen Au-
toren, wenn sie sich auch aus der grossen Masse des noch unbear-
beitet vorliegenden Materials entschuldigen lassen, streng wissen-
schaftlichen Anforderungen doch kaum genügen können, zunächst
wörtlich ins Deutsche übertragen und hieran seinerseits eine aus-
führlichere Auseinandersetzung der wesentlichen Charaktere, .der ihm
vorliegenden Abänderungen, der geographischen Verbreitung, so wie
endlich der Synonymie angeschlossen. Ausserdem werden auch ge-
hörigen Orts diejenigen Arten, welcheR ogers nicht bekannt gewe-
sen sind, eingereiht und die darunter befindlichen neuen beschrieben;
als solche sind zu erwähnen: Doryphora litigiosa, chlorizans und li-
batriz aus Mexiko, alle drei mit Dor. Haldemani Rog. nahe ver-
wandt, Chrysomela verrucosa Sturm Cat. aus der Gruppe der Chr.
philadelphica, Chrys. simplez aus der Gruppe der Chr. arctica, Chrys.
aeruginosa Knoch i. lit. und Chrys. n. sp.? (nicht benannt) mit Chr.
viridis Melsh, zunächst verwandt. — In einer der Rogers’schen Ue-
bersicht vorangeschickten Einleitung bespricht Suffrian den Charak-
ter der Nord-Amerikanischen Chrysomelen-Fauna im Allgemeinen und
unterscheidet unter den dort vorkommenden Formen 1) solche, die mit
Europäischen spezifisch übereinstimmen ; 2) solche, die zwar ver-
schiedene Arten bilden, sich aber den Europäischen strikt anschlies-
sen und 3) solche, die eigenthümliche, in Europa fehlende Typen re-
präsentiren. Die von Rogers vorgenommene Einziehung der De-
jean’schen Gattungen billigt Suffrian; es möchte sich hierüber
jedoch ein richtiges Urtheil nur durch Untersuchung eines weit aus-
gedehnten Materials an Amerikanischen Formen fällen lassen, unter
welchen sich die meisten von Dejean angenommenen Gattungen,
wenigstens dem Habitus nach, eben nicht schwer abgränzen.
Baly, „Descriptions of some new species of Chrysomelidae*
(Transaet. entom. soc. V. p. 339—357. pl. 27) beschrieb eine Reihe
neuer Süd -Amerikanis, ıer Chrysomelen, unter welchen eine zu einer
besonderen Gattung Ci ıptostetha erhoben wird; bei derselben sind
die Fühler leicht gegei die Spitze hin verdickt, etwas zusammenge-
422 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
drückt, die Mandibeln gross und an der Spitze gezähnt, die Maxillar-
taster mit breit abgestutztem vorletzten , und ganz kleinem queren
Endgliede, das Mesosternum kurz, quer, hervorragend, aber kaum
vorgestreckt. Art: Crypt. marmorata, 6 lin. aus Brasilien. — Neue
Arten sind ferner: Dorysterna tibialis und pretiosa vom oberen Ama-
zonenstrome, cruentata aus Brasilien, festiva aus Peru, Doryphora
speclabilis und bella aus Mexiko, mirabilis aus Venezuela, Javeti
und Hebe vom Napo, flexuosa aus Ecuador, Sheppardi von Guatemala,
Batesi, Thomsoni , Whitei ‘vom oberen Amazonenstrome, Wollastoni
ohne bekannten Fundort, vespertina und trieittata aus Peru, subglo-
bosa von Parü, Bohemani, simulans, flavocineta aus Brasilien, irrorala
vom Napo, 18-guttata aus Columbien, Elytrosphacra vittata aus Bra-
silien, Proseicela spectabilis von Ecuador, Chevrolatii von Guatemala,
Leptinotarsa vittata und signatipennis aus Mexiko. Von acht dieser
Arten sind auf pl.27 colorirte Abbildungen gegeben; ebenso von
einer auffallenden Varielät der Doryphora ceatenulata Oliv.
Lucas (de Castelnau, Voyage p.195. pl. 14) gab Beschreibun-
gen und Abbildungen von Doryphora apiata, maculata (ist = D. par-
dalina Stal) und kieroglyphica (ist = D. liturifera Stal) als n. A. aus
Brasilien. Auch von Doryphora Langsdorfii Germ. wird eine Abbil-
dung unter dem Namen D. splendida (im Texte eingezogen) gegeben.
Le Conte (Journal acad. nat. science. Philad. IV. p.26) be-
schrieb Doryphora Rogersii n. A. von Nebraska.
Chevrolat (Rev. et Magas. de Zool.X. p. 211) errichtete eine
neue Gattung Leucocera auf Chrysomela 10-pustulata Fab., apicicornis
Chevrol. und beschrieb Lexc. sexgultata als n. A. von Cuba.
Reiche (Annales soc. entom. VI. p.29.) beschrieb Chryso-
mela thalassina, cupreopunctata, Angelica (pl.1. fig 8), aeneipennis,
Entomoscelis Berytensis und Hellodes suturella (pl.1. fig. 9) als n. A.
von Damaskus un(d Beirut. i
Graells (Memorias de la comision ete. p. 100): Colaphus Na-
ceirii n. A. aus Spanien, pl.5. fig. 12 abgebildet.
Cornelius, „Ernährung und Entwickelung von Crysomela
duplicata Germ.“ (Entom. Zeitung XIX. p.217 1.) beschrieb die ersten
Stände dieser Art und ihre Lebensweise; die Larve lebt auf Hype-
ricum perforatum und hirsutum und ist von grünweisser Färbung;
nach drei Wochen verwandelt sie sich unter der Erde in einem läng-
lich runden Gehäuse, aus dem nach 14tägiger Puppenruhe der Käfer
hervorgeht.
Auch Letzner (35. Jahresbericht. der Schlesisch. Gesellsch. f-
vater; Cultur p. 123 If.) beschrieb die ersten Stände und deren Le-
bensweise von mehreren Chrysomelinen: 1) Chrysomela cuprea Fab.
im Gebiete der Entomologie während der Jahres 1858. 423
und 2) Chr. 20-punctata Scop., beide einander im Zustande der Larve
sehr ähnlich und auf Salix fragilis lebend. 3) Chrysom. litura Fab.,
Larve auf Genista tincloria. 4)Hellodes phellandvii, dieLarve in den
Stenzeln von Oenanthe phellandrium. 5) Hellodes beecabungae Illig.,
die Larve auf Veronica Beccabunga.
Gallerucariae. — Thomson (Archiv. entomol.1I. p. 215)
charakterisirte eine neue Gattung Ornithognathus (Murray i. lit), an
welcher die ziemlich grossen Mandibeln auffallen, ohne dass sie sonst
bemerkenswerthe Eigenthümlichkeiten darböte; sie stimmt in den
starken , etwas zusammengedrückten Fühlern mit den grossen Süd-
Amerikanischen Adimonia - ähnlichen Gallerucen überein, hat aber
ein quer-viereckiges, gleichbreites Halsschild ohne Eindrücke. Die
Klauen, welche der Verf. als einfach bezeichnet, sind an der Basis
sehr breit gezähnt. Die ziemlich grosse Art: Ornith. generosus hat
rothgelben Kopf und Thorax 'und stahlblaue, sehr dicht punktirte
Flügeldecken. — Ausserdem werden folgende neue Arten- beschrie-
ben: Ootheca serricornis, Galleruca (Tropidophora) tripartita, nigro-
Iransversa, flavonigra, fissicollis, hypomelaena, insignipennis, melano-
piera, cavifrons, decolor , griseosericans, Apophylia (Dej. Cat., Gat-
tung hier charakterisirt), chloroptera, Luperus mollis, Monolepta api-
cieornis und Haltiea ? obscuro-testacea,
Von Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 99 ff.) wurden fol-
gende nene Östindische Arten und Gattungen bekannt gemacht: Lupe-
rus pilicornis, Cnecodes n. g., von [’'hyllobrotica durch die Fühler,
an denen das dritte Glied kaum kürzer als das vierte ist, den mehr
verlängerten Kopf, die weniger hervortretenden Augen, das gewölb-
tere, schmalere Halsschild u. s. w. unterschieden. Arten: Unec, bi-
signalus, maculicollis, suluralis. — Calomicrus flavovitlis, bilineatus.
— Luperodes n. g.; an den Fühlern ist das dritte Glied zweimal so
laug als das zweite und das vierte wieder zweimal so lang als das
dritte; beim Männchen ist das erste Glied der Vordertarsen breiter
als beim Weibchen. Arten: Lup. alboplagiatus,, nigrocincius, posti-
calis, hieroglyphieus, latefascia, A-pustulatus , basalis. — Aphthona
latissima, dimidiata , viridifusca , Tlanoma nigrica, puncticollis, gra-
eilis, Psylliodes viridana. — Nodina n. g., von Sphaeroplacis und
Noda durch die, Aushöhlung 'an der Aussenseile der vier hinteren
Schienen, die nicht geschwollenen Schenkel, den gerundeten Kör-
per u. 6. w. unterschieden. Arten: Nod. pusilla, subdilatata , rotun-
data, Iwerieollis. — Metachroma signata und fulca.
Le Conte (Journ. acad. nat. sciene. Philad. IV. p.27) be-
schrieb Haltica pluriligata und torquata als n, A. aus Texas und Me-
siko, (Proceed. acad. nat. science. Philad. 1858. p. 86 l.): Haltica fu-
mata, pura, foliacea, opulenta, mitis , ochracea, Longitarsus mancus,
apterus, vepandus , livens, Psylliodes interstitialis, Diabrotica tenellq
424 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und fossata, Galleruca sordida und luteocincta als n. A. aus Califor-
nien und Texas.
Reiche (Annales soc. entom. VI. p. 40 ff.): Adimonia gibbosa
aus dem Peloponnes, Agelastica dilativentris von Beirut, Monolepta
lepida (pl.1. fig.10) vom Jordan, Phyllotreta corrugata von Beirut,
Corynthia aus Athen, Longitarsus signata von Constantinopel, Psyl-
liodes inflata von Beirut und Podagrica saracena aus Syrien.
Graells (Memorias de la comision etc. p. 95. pl. 5): Lupe-
rus sulphuripes , Psylliodes rufitarsis, Plectroscelis punctatissima und
Argopus rubidus n. A. aus Spanien.
Gue&rin hat in einer in Paris jetzt erscheinenden „Eneyclope-
die de l’agriculture“ einen Artikel „Altise* abgefasst, in dem er Mit-
theilungen über die durch Haltica-Larven angerichteten Verwüstungen
macht und von Graptodera oleracea zwei ihr ähnliche Arten: Graptod.
ampelophaga (Larve dem Weinstock schädlich) und Gr. carduorum
(Larve häufig auf Disteln) unterscheidet, deren Diagnosen auch in der
Revue et Magas. de Zoologie X. p.415 mitgetheilt werden.
Heeger machte (Sitzungsberichte d. math.-naturw. Classe der
Akad. d. Wissensch. zu Wien Bd. 29. p. 100 ff.) die ersten Stände und
deren Naturgeschichte von folgenden dieser Gruppe angehörenden
Arten bekannt, dieselben wie gewöhnlich durch Abbildungen erläu-
ternd: 1) Dibolia femoralis Redt.; die Weibchen legen 5 bis 6 Tage
nach der Begattung ihre Eier (etwa 30—40) an die Unterseite der
Blätter von Salvia austriaca und sylvestris und befestigen sie in den
Rippenwinkeln derselben; die Larven miniren die Blätter, sind in 14
—20 Tagen ausgewachsen, gehen dann 3 bis 4 Zoll tief in die Erde,
verpuppen sich nach 3—5 Tagen in einem Tönnchen und liefern nach
10 bis 12 Tagen den Käfer. Es finden sich zwei Generationen. 2)
Haltica fuseicornis Lin.; das Weibchen legt die Eier an die Basis
des Stammes von Malva rotundifolia nahe der Wurzel; die nach 10
bis 20 Tagen auskriechenden Larven greifen zuerst die weiche Rinde
des Stammes an, bohren sich sodann durch die holzige Masse des-
selben bis in das Mark durch, von dem sie, stets mehrere zusammen,
leben. Sie leben hier vom Juni bis in den Herbst, überwintern und
verpuppen sich im März oder April. 3) Argopus hemisphaericus Duft. ;
der Käfer nährt sich von den Blättern der Clematis maritima, zuwei-
len auch von den Wurzeln; die Larve minirt die Blätter, an deren
Unterseite die Eier vom Weibchen einzeln abgelegt werden, bis zum
August, wo sie sich in die Erde begiebt und zur Verpuppung ein
kugliges Cocon anfertigt. 4) Galleruca xanthomelaena Schrank; durch
ihre Häufigkeit den Rüstern (Ulmus campestris) sehr schädlich , deren
Blätter die Larve frisst; unter günstigen Umständen treten drei bis
vier Generationen auf, indem die Larve nur 6—8 Tage zu ihrem voll-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 425
ständigen Wachsthum, der Käfer ebenso lange zu seiner Entwicke-
lung bedarf.
Nach Lucas (Bullet. soc. entom. p. LXXX) zerstört Longitarsus
anchusae die Blätter von Symphytum officinale.
Kollar „Zur Naturgeschichte des Ulmen-Blattkäfers, Galleruca
xanthomelaena“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p- 29 £.).
Allard (Bullet. soc. entom. p. 238 ff.) theilte ein Verzeichniss der
ihm bekannten Europäischen Halticinen, nach der Illiger’schen Einthei-
lung angeordnet, mit; dasselbe umfasst 167 Arten, von denen 159 in
Frankreich vorkommen ; einige darunter befindliche neue Arten will
er mit Nächstem beschreiben.
Hispariae. — Baly (Catalogue ofHispidae in the collection
of the British Museum Pt. I) hat eine sehr sorgfältig gearbeitete Be-
schreibung der Gattungen und Arten dieser Gruppe, welche nicht nur
auf das im British Museum, sondern auch in anderen grösseren Eng-
lischen Sammlungen vorhandene Material, das als ein sehr reichhal-
tiges bezeichnet werden kann , begründet ist, geliefert. Dadurch,
dass die Arbeit als ein einfaches „Verzeichniss“ in die wissenschaft-
liche Literatur eingeführt ist, mag das Uebergehen einer die Gruppe
im Allgemeinen und in ihrem Verhältnisse zu den verwandten be-
trachtenden Einleitung so wie einer näheren Würdigung der für die
Begründung von Abtheilungen und Gattungen verwertheten Charak-
tere, welche übrigens die Arbeit nur um so werthvoller gemacht
haben würde, entschuldigt werden und zwar um so mehr, als man
der vom Verf. vorgenommenen systematischen Gliederung fast durch-
weg nur Beifall zollen kann. Die von ihm aufgestellten Gattungen
sind nicht nur durch deutliche, leicht fassbare Caraktere, sondern auch
oft durch die geographische Verbreitung der Arten, welche in ähn-
licher Weise wie z. B. bei den Endomychiden, Clythriden , Cassi-
den u. a. sich besonders scharf nach ihrem Vorkommen in der alten
und neuen Welt sondern, hinreichend begränzt, Die 35 in dem vor-
liegenden ersten Theile der Arbeit enthaltenen Gattungen sondert der
Verf. in solehe, bei denen das Mentum nicht deutlich (3 Gatt.) und
in solche, wo dasselbe deutlich abgegränzt ist (32 Gatt.); beide Mo-
difikationen gehören zu der ersten Section der Hispen, bei der die
Ligula an der Spitze des Kinns eingelenkt ist, während die zweite
Section, wo dieselbe an der Dorsallläche des Kinnes entspringt, für
den zweiten Theil der Arbeit bestimmt zu sein scheint. Die Namen
der Gattungen sind folgende: 1) Leptispa (leptomorpha Chevr.) auf
Hispa filiformis Germ, begründet, mit 4 Arten der alten Welt. 2) Cal-
lispa n. g., auf die Asiatischen und Afrikanischen Cephaloleia-Arten
begründet, 12 A. 5) Amblispa n. g., auf Microrh. laevigata Guer,
begründet, mit 2 Asiatischen Arten. 4) Stenispa n. g. (Hispa metal-
426 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lica Fabr.) mit 5 Amerikanischen Arten. 5) Oediopalpa n. g. (vox
hybrida!) auf Hispa ceyanipennis Fab. u. a. begründet, 8 Süd-Ameri-
kanische Arten. 6) Cladispa n. g. mit einer Amerikanischen Art. 7)
Octocladiscus Thoms. 1 Art. 8). Alurnus Fab. 13 Arten (unter A. tho-
racicus Perty hat der Verf. offenbar mehrere Arten vermeng!). 9) Me-
lanispa n. g., 1 Art von Guadeloupe. 10) Xanthispa n. g. (Cepha-
loleia cimicoides Gu£er.) 1 Art. 11) Homalispa n. g. (Cephaloleia
eoeruleipennis und laeta Guer.) 10 A. aus Süd-Amerika. 12) Cepha-
loleia mit 37 A. aus Süd-Amerika. 13) Xenispa n. g., 1 Art aus Co-
lumbien. 14) Demotispa mit 4 A. aus Süd-Amerika. 15) Prosopo-
donta.n. g. (Alurnus dichrous Perty), 4 A. aus Süd- Amerika. 16)
Cheirispa n. g., 2 A. aus Süd-Amerika. 17) Oxycephala Guer. 3 A.
von. den Asialischen Inseln. 18) Cryptonychus Schh., 4 A. aus dem
tropischen Afrika. 19) Hispodonta n. g. (Cephal. janthina Blanch.),
2 A. von den Philippinen und Celebes. 20) Arescus Perty, 5 A. 21)
Eurispa n. g. (Hispa albipennis Germ.) 2 sehr schmale, langgestreckte
Arten aus Neu-Holland, daher der Gattungsname sehr unpassend. 22)
Promecotheca mit 7 Asiatischen Arten. 23) Macrispa n. g. mit 1Art
unbekannten Vaterlands. 24) Botryonopa mit 4 Asiatischen Arten.
25) Hispopria n. g., 4 A. von Borneo und Philippinen. 26) Walla-
cea n. g., 3 A. von den Sunda-Inseln. 27) Estigmena Hope 1 Art.
28) Anisodera (Dej.), 12 A. vom Asiatischen Archipel. 29) Downesia
n. g,, 1 A. aus Indien. 30) Javeta n. g. 1 A. aus Madras. 31) Go-
nophora (Dej.), 12 A. aus Asien. 32) Distolaca n. g., 2 A. von Ce-
lebes und Bornceo. 33) Coclaenomenodera Blanch., 4 A. von Mada-
gascar. 34) Acentroptera (Dej.) „5 A. aus Brasilien. 35) Cephalo-
donta (Dej.), mit 51 Amerikanischen Arten. (In einem Anhange sind
noch einige Arten nachträglich beschrieben.) — Die Arbeit begleiten
neun sehr sauber gestochene Tafeln, welche von allen Galtungen
eine oder mehrere typische Arten zur Anschauung bringen, ausser-
dem Mundtheile, Fühler, Abdominalsegmente, Zahnung der Flügeldecken
als besonders wichtige Unterscheidungsmerkmale für Gattungen und
Arten abgebildet enthalten.
Thomson (Archives entomol. II. p. 225) charakterisirte eine
neue Gattung Nepius, welche sich von Hispa durch den Mangel der
Stacheln auf der Körperoberfläche und durch die dicken, aus kurzen,
gedrängten Gliedern zusammengesetzten Fühler, welche oberhalb der
Augen auf einem starken Stirnhöcker eingelenkt sind, unterschei-
-det. Es ist dies die Gattung Onchocephala Dej. und die vom Verf.
als Nep. corrosus beschriebene Art schon von Gu&rin in der Icono-
graphie unter dem Namen Onch. senegalensis bekannt gemacht. —
Eine zweite neue Galtung Diplocoeloma ist durch die Form des, Tho-
rax ausgezeichnet, indem sich derselbe in Form eines gerundeten
Lappens über den Kopf hinaus verlängert und oberhalb mit-einer
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 427
tiefen Grube, die durch einen Längskiel getheilt erscheint , versehen
ist. Fühler zwischen den Augen eingelenkt, so lang als Kopf und
Thorax zusammengenommen, an der Basis dünn, gegen die Spitze hin
verdickt. Art: Diploe. eucullata, 6 mill. — Neue Arten, ebenfalls
vom Gabon sind: Cryptonychus Bigotii (auch von Baly unter dem
Namen Crypt. Murrayi beschrieben) und proboscideus; die Charaktere
der Gattung Cryptonychus werden nochmals auseinandergesetzt.
Lucas (de Castelnau, Voyage p. 193 ff. pl. 14) beschrieb Alur-
nus aeneoplagiatus, Acentroptera Lacordairei (ob nicht Farben-Va-
rietät von Acentr. basilica Thoms. ?) und Odontota platymera als n. A.
aus Brasilien.
Reiche (Annales soc. entom. VI. p.54): Hispa eariosa n. A.
von Jerusalem.
Rojas (ebenda p. 61—71) erörterte in schr umständlicher Weise
die Farben-Varietäten des Arescus caudatus Salle, die er sogar in
drei Gruppen theilt; sie leben alle miteinander in den zusammenge-
rollten Blättern einer Musacee (Guanasna), von denen sie sich nähren.
Dass die von Salle unter zwei Namen (mas et fem.) beschriebene
Art der Arescus monocerus Oliv. ist, scheint denı Verf. unbekannt
geblieben zu sein.
Cassidariae — Thomson (Archiv. entom. II. p. 227 f.)
beschrieb folgende Arten vom Gabon als neu: Aspidomorpha togata,
obtusa, insidiosa, producta, Cassida paropsidea, subeuropaea (weil sie
der Spanischen Cassida nigriceps gleicht!), inaequalis, nigroguttata,
nigropunclata, rufula, testaceicollis, Laccopter@ rugicollis und Copto-
eyela seroculata.
Cassida palaestina Reiche (Annales soc, entom. VI, p. 55) ist
eine neue Art von Jerusalem.
Erotylenace. Wollaston (Annals and magaz. of nat. hist. 3.
ser. II. p. 411 charakterisirte eine neue Gattung Euzxestus, mit Engis
zunächst verwandt, von länglich elliptischem, sehr glatten Körper;
an den Fühlern ist das erste Glied schr kräftig, stark geschwollen, das
zweite kleiner, das dritte noch schlanker aber verlängert (vielleicht
aus zwei verschmolzenen Gliedern bestehend), die vier folgenden
allmählig breiter werdend , die Keule solide, kuglig, aus zwei (oder
drei) dicht verbundenen Gliedern bestehend. Die Tarsen sind vier (?)-
gliedrig, das erste Glied gross, unterhalb in einen Lappen ausgezo-
gen, die beiden folgenden klein, einfach , das letzte verlängert, mit
einfachen Klauen. Art: Eur. Purkii, 1 lin. lebt in Ameisenhaufen
und ist einem Olibrus ähnlich.
v. Motschulsky (Etud. entom. VII p. 112 MW.) machte eine
eigenthümliche Gattung Histanocerus bekannt, welche er zur Engi-
diten-Gruppe bringt, obwohl ihr Ansehn mehr an die heteromeren
Pilzkäfer, Hoplocephala u. a. erinnert; durch die Form des ersten
4238 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fühlergliedes, welches ausserordentlich gross, sichelförmig, weit nach
vorn hervortretend ist, so dass die folgenden nicht an seiner Spitze,
sondern an der Basis seiner Aussenseite eingelenkt sind, ist die Gat-
tung sehr kenntlich und ausgezeichnet. Art: Hist. pubescens aus
Ostindien, 1 lin. lang. — Eine zweite neue Gattung ist Hoplaspis,
von der aber nur gesagt wird, dass sie mit dem Ansehn einer Ho-
plocephala die pentamerischen Tarsen der Engiditen verbindet. Zwei
Arten: Hopl. lamellicornis und conieicornis aus Ostindien. — Neue
Arten (ebenda p. 113 ff.) sind ferner: Triplax lugubris von Ceylon,
cyanipennis, nigripennis, quadrimaculatus, unifasciatus, Ischyrus ni-
gripes und flavus aus Ostindien, Ischyrus sanguinosus aus Columbien,
coccineipennis aus Central - Amerika und Aulacochilus atrocyaneus
aus Birma.
Thomson (Archives entomol. 1I. p.235 f.) beschrieb als neue
Arten vom Gabon: Episcapha ipidea, aequinoctialis, Languria rufo-
partita und semiflava.
Endomychidae. Die vom Ref. unternommene Bearbeitung die-
ser Familie (Monographie der Endomychiden, Entomographien Bd. I.
Leipzig 1858) behandelt in ihrem allgemeinen Theile den äusseren
Körperbau, die innere Anatomie, die Geschlechtsunterschiede (welche
bei einem Theile der Familie besonders prägnant sind), die Lebens-
weise und ersten Stände, die geographische Verbreitung, die Ver-
wandtschaften und Charaktere der Familie, so wie endlich ihre Sy-
stematik. Der Eintheilung in zwei Hauplgruppen ist die Tarsenbil-
dung zu Grunde gelegt, welche bei den Endomychidae genuini cry-
ptotetramerisch, bei den Endomychidae adseiti dagegen wirklich tetra-
merisch erscheint; erstere zerfallen wieder in drei natürlich abge-
gränzte Untergruppen , welche mit den Namen der Eumorphini, Da-
psini und Endomychini belegt sind. Von diesen umfassen die erste-
ren 10 Gattungen mit durchweg tropischen Arten, die Dapsini 19
Gattungen, von denen eine (Polymus Muls.) dem Verf. unbekannt ge-
blieben ist, die Endomychini 4 Gattungen, unter denen Panomoea
möglicher Weise mit Cyclotoma Muls. identisch ist. Die Endomy-
chidae adseiti sind durch Vereinigung von sechs bereits bekann-
ten, bisher im Systeme weit von einander getrennten, Gattungen
entstanden; für Symbiotes Redt. ist nachträglich als Synonym die
Gattung Microchondrus (Guer.) Wollaston (Insect. Maderens.) auf-
zuführen, welche von diesem Antor irriger Weise den Cryptopha-
giden beigezählt worden ist; wahrscheinlich ist auch die dort be-
schriebene Art: Microch. domuum mit Symb. latus Redt. identisch. —
Eine der Gruppe der Dapsini angehörige Gattung Dana@, von Rei-
che in der Voyage en Abyssinie aufgestellt, ist vom Verf. übersehen
und unter dem neuen Namen Oediarthrus beschrieben worden; die-
selbe ist von Reiche ganz richtig der Familie der Endomychidae
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 429
zugetheilt, im entomologischen Jahresberichte vom J. 1850 jedoch
irrthümlich unter den Erotylenen aufgeführt worden; ein Umstand,
durch den die Auslassung der Gattung allerdings veranlasst, freilich
aber nicht entschuldigt werden kann. — Der Bearbeitung der Fa-
milie ist das Material mehrerer bedeutender Privat- und öffentlicher
Sammlungen zu Grunde gelegt worden, der Umfang derselben aber
dennoch ein geringer geblieben , indem die Zahl der Arten sich nur
etwa auf 220 erstreckt. Auf den drei beifolgenden Tafeln sind ne-
ben der Abbildung mehrerer Gattungsrepräsentanten zahlreiche Dar-
stellungen von einzelnen systematisch verwertheten Körpertheilen ge-
geben worden.
Guerin hat seine „Materiaux pour une monopraphie des Co-
leopteres du groupe des Eumorphides“ in der Revue et Magas. de
Zoologie, 2. ser. X. p. 10 und p. 59 ff. mit einer erneueten Beschrei-
bung der ihm bekannt gewordenen Eumorphus - Arten fortgesetzt;
letztere sind unter die im letzten Jahrgange derselben Zeitschrift auf-
gestellten Gattungen vertheilt und die Zahl der schon früher be-
schriebenen durch einige neue vermehrt worden. Sowohl die von
Gu&@rin errichteten Gattungen als die von ihm in Thomson’s Ar-
chives entomologiques I beschriebenen Arten sind schon in der Mo-
nographie des Ref. berücksichtigt worden, daher sie hier zu über-
gehen sind; was die als neu aufgestellten betrifft, so hat sich dem Ref.
nach den Beschreibungen derselben Folgendes herausgestellt: Eumor-
phoides Dehaanii ist = Eum. tetraspilotus des Ref., Enaisimus Thomsonii
= Eum. cyanescens des Ref., Haplomorphus Westwoodii wahrschein-
lich neu, Haplomorphus Spencei = Eum. consobrinus des Ref., Hapl.
sanguinipes neu, Hapl.? Dussumieri neu, jedoch wahrscheinlich nicht
zu Eumorphus gehörend, Heterandrus Mniszechii = Engonius sexgut-
tatus des Ref., Rachidophorus Latreillei = Spathomeles decoratus des
Ref., Rach. Chevrolatii = Engonius perspicillaris des Ref. — Der
von Montrouzier beschriebene Eumorphus immaculatus, welchen
Guc&rin fraglicher Weise ‚zu seiner Galtung Haplomorphus bringt,
gehört nach einem dem Ref. neuerdings zugekommenen Exemplare
von Amboina zur Gattung Encymon.
Thomson (Archiv. entom. II. p. 238 f.) beschrieb Balius long-
animis und Quirinus suleicollis als n. A. vom Gabon. Erstere Art
wärde sich, wenn nicht die bedeutendere Grösse dagegen spräche,
auf den Trycherus erotyloides des Ref. deuten lassen, letztere ist
offenbar der Stenotarsus Guineensis des Ref.
Coceinellinae. v. Motschulsky (Etud. entom. VII. p. 117 ff.)
unterschied eine neue Gattung Jauraria von Zonaria Muls. durch das
an den Seiten nicht abgeschnittene Halsschild und die geschwungenen
Häftgruben des Hinterleibes. Zwei Arten: Jaur, pallidula von Cey-
430 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lon und limbata aus Ostindien. — Fermer beschreibt derselbe fol-
gende Arten als neu: Platynaspis eircumflexa, oculata, Scymnus lim-
batus, apiciflavus, albopilis, hilaris, lepidulus , suturalis, quadrillum,
transversoplagialus, latemaculatus, saciformis, Ceylonicus , Sacium
unifasciatum, bifascialum, Indicum und conveziusculum aus Ostindien
und Ceylon.
Thomson (Archiv. entom. II. p. 237 f.) beschrieb Coceinella
28-punctata, Epilachna niyrocincta, Rodolia vermiculate und Seym-
nus nigropectoralis als n. A. vom Gabon.
Le Conte (Proceed. acad. nat. scienc. Philad. 1858. p. 88 f.):
Exochomus Texanus und Brachiacantha quadrillum n. A. aus Texas,
Hyperaspis cineta n. A. aus Californien.
Ref. (Entomographien 1. p. 15 f.) gab eine Darlegung derjeni-
gen Charaktere der Gattung Lithophilus Froel., welche derselben ent-
schieden ihren Platz in der Familie der Coccinellinen anweisen ; sie
steht unter diesen mit Coceidula in nächster Beziehung.
Heeger (Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe der Akad.
d. Wissensch. in Wien 29. Bd. p. 117 f. Taf. 6) beschrieb die ersten
Stände und deren Lebensweise von Coccinella sedeeimguttata Lin.
(mas C. bissexguttata Fab.). Der Verf. erzog beide Formen aus Eiern
derselben Generation und sah beide in Begattung, was um so interes-
santer ist, als sie bisher nicht nur als verschiedene Arten betrachtet,
sondern von Mulsant sogar zwei verschiedenen Galtungen (Halyzia
und Vibidia) zuertheilt worden sind. Die Larve lebt auf Fraxinus
excelsior von Aphiden und einer Aleyrodes-Art,
Iymenoptera.
Catalogue of Hymenopterous Insects in the collection
of the British Museum, by F. Smith. Pt. VI. Formicidae.
London 1858. (8. 216 pag. 14 Taf.). — Wie die übrigen
Insekten-Cataloge des British Museum ist auch der vor-
liegende wegen des Reichthums an darin beschriebenen
neuen Arten eine wichtige Quelle für das Arlenstudium der
Familie, ohne dass man zugleich zugeben könnte, dass die
Kenntniss derselben dadurch wesentlich gefördert worden
sei. Bei Bearbeitung einer Familie, welche wie die der
Ameisen in Rücksicht auf die verschiedenen Formen der
einzelnen Arten mit besonderen Schwierigkeiten verbunden
ist und daher eine um so grössere Umsicht erfordert, hätte
es zuvörderst einer genauen Prüfung des vorhandenen lite-
rarischen Materials bedurft; dass eine solche aber vom Verf.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 431
nicht nach allen Seiten hin vorgenommen worden ist, zeigt
schon das Uebergehen einer nicht unbeträchtlichen Zahl
von Arten früherer Autoren und zwar nicht nur solcher,
die gelegentlich und in zerstreuten Schriften beschrieben
sind, wie von Le Guillou (zehn Arten in den Annal. d.
l. soc. enlom. X), Gu&rin (zwei Arten aus $S. Domingo,
Rev. et Magas. 1852), Förster (sechs Arten aus Algier
1850), Haldeman (Typhlopone pallipes), Asa Fitch (drei
Arten aus Nord - Amerika) u. a., sondern selbst von den
älteren Monographen und Systematikern, wie Latreille
und Fabricius, aufgestelller. Ueberhaupt scheint Verf.
die Werke der beiden letztgenannten Autoren, obwohl sie
die Grundlage für das Arltenstudium der Familie abgeben
und besonders dasjenige von Latreille ein für alle Zei-
ten klassisches genannt werden darf, gerade am wenigsten
verwerthet zu haben, was daraus hervorgeht, dass er selbst
allgemein gekannte Arten derselben, z. B. Formica foetens
Fab. (welche eine Ponera ist und mit F. analis Latr. zu-
sammenfällt) nicht erkannt hat; die bezeichnete Art wird
zuerst unter der Gattung Formica angeführt und nachher
nochmals als Pon. pestilentia n. A. beschrieben. Da solche
Versehen nichts weniger als vereinzelt sind, wird die Ar-
beit des Verf. in synonymischer Hinsicht ein ergiebiges
Feld für Verbesserungen darbieten; besonders wird in die-
ser Beziehung auch der Umstand berücksichtigt werden
müssen, dass manche Arten eine weile geographische Ver-
breitung haben (Odontomachus haematodes ist nach dem
hiesigen Museum in Asien, Afrika, Neu-Holland und Ame-
rika einheimisch), ohne dass hierauf von Smith, der überall
die Arten nach den Welttheilen sondert und in Folge ‘des-
sen auch öfters dieselbe zweimal beschreibt, geachtet wor-
den wäre. (Auch bei der Aufführung der Arten unter den
einzelnen Welttheilen begeht der Verfasser eigenthümliche
Versehen, indem er z. B. die Arten von Neu - Caledonien
als Afrikanische ansieht; z. B. Form. argentata Fab., wel-
che mit F. sexspinosa Latr. identisch ist.) — Ueber die Be-
gränzung, in welcher der Verf. die Familie bearbeitet, ist
zu erwähnen , dass die Gruppe der Doryliden (Männchen)
432 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nicht mit aufgenommen worden ist, dass dagegen die Gat-
tungen Anomma und Typhlopone unter den aufgezählten
figuriren. Von den 14 die Arbeit erläuternden Tafeln ent-
halten drei (Taf.1, 2 und 14) Darstellungen von Ameisen-
nestern, die an Zweigen und Blättern angelegt sind ; die
übrigen theils Abbildungen von typischen Arten, theils Dar-
stellungen von Mundtheilen, Fühlern, Flügeln u. s. w.
Einen wichtigen Beitrag zur Kenntniss der Hyme-
nopteren-Fauna des Ostindischen Archipels lieferte Smith
in einer grösseren Arbeit, betitelt : „Catalogue of the Hy-
menopterous Inseels collected at Sarawak (Borneo), Mount
Ophir (Malacca) and at Singapore, by A. R. Wallace*
(Journal proceed. of the Linn. soc. Zoology II. p. 42—129.
pl.1 u. 2). Der Verf. giebt darin eine Aufzählung sämmt-
licher von Wallace an den genannten Lokalitäten ge-
sammelten Arten, welche fast allen Familien der Hymeno-
pteren angehören, nebst Beschreibung der neuen; die Zahl
der letzteren ist sehr ansehnlich und viele derselben von
ausgezeichneter Form, so dass besonders unter den Formi-
carien, ausserdem auch unter den Apiarien und Heterogy-
nen, neue Gatlungen errichtet werden mussten, die auf
den zwei beifolgenden Tafeln zugleich bildlich dargestellt
werden.
Ref. hat fortgefahren,, seine Diagnosen von Mossam-
biquer Hymenopteren in den Monatsberichten der Akad. d.
Wissensch. 1858. p. 261—264 zu veröffentlichen. Neue Ar-
ten sind nur aus den Familien der Formicariae (16 von 19
überhaupt gesammelten) und der Braconides (5 von 7) be-
kannt gemacht; dagegen waren die Familien der Chrysi-
den, Chaleidier, Ichneumonen und Evanialen nur durch
vereinzelte, schon bekannte Arten vertreten, die hier eben-
falls namhaft gemacht sind.
Für die Ordnung der Hymenopteren kommt auch be-
sonders die schon oben erwähnte diagnostische Charakte-
ristik neuer Insekten von Madeira durch Wollaston (An-
nals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 18—28) in Betracht, in-
dem darin 31 neue Hymenopteren verschiedener Familien
bekannt gemacht werden.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 433
Die Hymenopteren Kurland’s mit Berücksichtigung von
Livland hat Kawall (Corresp.-Blatt d. naturf. Vereins zu
Riga IX. No. 2 u. 6) zusammenzustellen begonnen, indem
er ein Namensverzeichniss der von ihm dort aufgefundenen
Hymenoptera aculeata liefert. Es werden darin 115 Apia-
rien, 25 Vesparien, 15 Formicarien, 13 Heterogynen, 62
Crabroniten, 13 Pompiliden und 8 Sphegiden namhalft ge-
macht.
Taschenberg „Schlüssel zur Bestimmung der bis-
her in Deutschland aufgefundenen Gattungen und Arten der
Mordwespen, Sphex Lin.“ (Zeitschr. f. d. gesammt. Natur-
wiss. XII. p. 75—122) lieferte unter besonderer Benutzung
von Dahlbom’s Hymenopt. Europ. I und mehrerer faunisti-
scher Arbeiten über denselben Gegensland eine analylische
Beschreibung der Deutschen Galtungen und Arten der Sphe-
giden und Crabroniten (mit Ausschluss von Bembex).
Smith’s „Notes on Aculeate Hymenoptera wilh some
observalions on their economy“ (Entomol. Annual for 1858.
p- 34—46) enthalten Miltheilungen über die Lebensweise
und das Vorkommen einer Reihe Englischer Arten aus den
Familien der Apiarien, Crabroniten und Formicarien.
'Goureau (Bullet. soc. entom. p. XL ff.) fand die
trockenen Zweige der Brombeeren im Ganzen von 13 Hy-
menopteren bewohnt und zwar legen fünf derselben ihre
Nester in denselben an, während die übrigen acht an jenen
schmarolzen. Erstere gehören den Gallungen Osmia, Ce-
ralina, Cemonus, Passaloecus und Psen, letztere den Ichneu-
moniden, Chaleidiern und Chrysiden an; beide werden vom
Verf. einzeln namhaft gemacht.
Sichel (ebenda p. 247) machte ausführliche Mitthei-
lungen über ein hermaphroditisches Exemplar von Bombus
lapidarius.
Apiariae. Von Smith (Journal of proceed. of the Linn. soc.
Zoology 11. p. 42 1f.) wurden folgende neue Ostindische Bienen-Gat-
tungen und Arten beschrieben: Halictus ceralinus und vagans von
Borneo, basalis von Singapore, Nomia apicalis, ürideseens und ele-
gans von Malacca, Ctenoplectra n. g., mit Macropis im Flügelgeüder
und der Zahl der Glieder an Maxillar- und Labialpalpen überein-
slimmend, durch die in eine Curve gestellten Ocellen und besonders
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. 2. Bd, cc
434 Gerstaceker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
.
durch die Bildung der Schienen und ihrer Dornen abweichend; der
Enddorn der Mittelschienen ist kräftig, scharf, ‘an der Spitze ge-
krümmt, am Hinterrande kammartig und feingezähnt, der innere Dorn
der Hinterschienen ebenso gezähnt, die Zähne aber viel länger, wenn
auch gegen die Spitze hin kürzer werdend; die Hinterschienen selbst
und das Basalglied des Tarsus lang behaart, die Klauen zweitheilig.
— Art: 'Cten. chalybea, 6 lin. von Malacca. — Ferner: Megachile
amputata, tuberculata, architecta von Borneo, lucetuosa und rotundi-
ceps von Malacca, Ceratina flavopieta von Borneo, Xylocopa insula-
ris, Apis andreniformis, lestacea und Trigona ventralis von Borneo,
Trigona atripes,, thoracica , nitidiventris und laeviceps von Malacca,
apicalis und canifrons von Borneo, collina und fimbriata von Malacca.
Fairmaire (Archives entomol. II. p. 266) charakterisirte eine
neue Gattung Dilobopeltis, welche mit Stelis und Coelioxys nahe ver-
wandt sein soll und sich durch das Schildchen, welches als sehr
scharfe, tief zweilappige Platte erscheint, auszeichnet. Es ist dies
die Gattung Euaspis des Ref., welche mit Anthidium in nächster Ver-
wandtschaft steht, und die von Fairmaire unter dem Namen Di-
lobopeltis fuscipennis beschriebene und aus Guinea stammende Art
identisch mit dem Thynnus abdominalis Fabr. (Eine Abbildung ist
auf pl.10. fig. 5 gegeben.)
Stelis sersignata und Prosopis cervicornis, neue Arten von Nea-
pel wurden von Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii
p. 28) beschrieben.
Charles Darwin, „On the agency of bees in fertilization of
Papilionaceous Flowers and on the crossing of Kidney Beans“ (Gar-
dener’s Chronicle, 13.Novbr. 1858 und Annals magaz. nat. hist. 2. ser.
11. p. 459 ff.) ist wesentlich botanischen Inhalts.
Recherches analyliques et experimentales sur les alveoles des
abeilles parl.ord Brougham. Extrait par l’auteur. (Compt. rendus de
l’acad. des sciences, Tome 46. p. 1024 fl.)
Vespariae. de Saussure „Notes sur la famille des Vespides“
(Rev. et Magas. de Zool. X. p. 63, 162 u. 259 ff.) theilte ergänzende
und berichtigende Bemerkungen zu einer grösseren Anzahl früher
von ihm beschriebener Arten dieser Familie mit und fügte denselben
zugleich die Beschreibung mehrerer neuer hinzu. Letztere sind: Ze-
thus miniatus von Para, Eumenes Japonieus aus Japan, Odynerus au- \
ralus aus Mexiko, diabolicus aus Brasilien und Venezuela, Guineensis
aus Guinea, spinifer von Parä, Bairdii aus Texas, sulphureus aus
Californien, Polistes consobrinus aus Brasilien, apicalis aus Guyana,
Polistes japonicus und Vespa japonica aus Japan. Die schon be-
kannten Arten, welche von Neuem charakterisirt werden, gehören den
Gattungen Zethus und Odynerus an.
x
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 435
Neue Arten aus Borneo und ‚Malacca, von Smitbh.(Journal of
proceed. of.the Linn. soc., Zoology II. p.108 ff.) beschrieben, sind:
Gayella pulchella, Eumenes inconspicua, singularis, Rhynchium obscu-
rum, Odynerus manifestus, seplemfuscialus, maculipennis, mullipictus,
latipennis, Ischnogaster nigrifrons, Polybia stigma, lucluosa, decorala,
Jcaria lugubris, modesta, Vespa annulala.
Vespa pilosella n. A. aus Neapel wurde von.C.osta (Ricerche
entomol. sopra i Monti Partenii p.28) beschrieben.
Crabronites. Smith (Joum. proceed. Linn. soc. , Zoology 1.
-p. 101.) beschrieb Tachytes aurifer, Larrada carbonaria , sycoraz,
polita, Tisiphone , Alecto, Larra prismalica, Pison suspieiosus, Piso-
noides obliteralus, Trypozylon ‚petiolatum, coloratum,.Crabro familia-
ris, rugosus, Mellinus crabroniformis, Cerceris sepuleralis als n. A.
von‘Borneo und Malacca.
Fairmaire (Archiv. entom. II. p. 265): Philanthus tricolor
n. A. vom Gabon in Guinea.
Costa (Rieerche entom. sopra i Monti Partenii p. 27): Har-
pacles niger und Cerceris spreta n. A. von Neapel.
Smith (Proceed. entom. soc. IV. p. 77) fand seine Vermuthung,
dass die Trypoxylon- Arten zur Brutpflege nicht eigne Nester bauen,
sondern die anderer Hymenopteren dazu in Anspruch nehmen, durch
eine von Clark in Brasilien gemachte Entdeckung bestätigt; dieser
sandte nämlich das Nest einer Polistes- Art ein, an- welchem sich
mehrere Zellen mit rother Erde verschlossen fanden; beim Oeffnen
zeigten sich dieselben mit Spinnen belegt, welche Trypoxylon be-
kanntlich zur Nahrung für seine Larven einträgt und in einem fand
sich ein Exemplar des Trypoxylon fugax Fab. vor.
Lucas, „Quelques remarques sur la maniere de vivre d'un Iyme-
noplere fouisseur, le Cerceris arenarius“ (Comples rendus de l’acad. d.
science. Tome 46. p.414—417) theilte folgende Beobachtung mit: Um
zwölf bis fünfzehn dicht bei einander liegenden eylindrischen Oeffnun-
‚gen im Sande voltigirten zahlreiche Männchen von Cerceris arenaria,
ohne jedoch in dieselben einzudringen: aus den Oelfnungen kamen nur
Weibchen derselben Aıt heraus, die sogleich von den Männchen ver-
folgt wurden, letztere aber bei ihrer Rückkehr verhinderten, mit in
ihren Bau einzudringen. Der Verf. glaubt hieraus schliessen zu müs-
sen, dass die Nester der Cerceris nur von den Weibchen bewohnt
werden. Die Insekten, welche die Weibchen eintrugen, waren vier
Otiorhynchus-Arten (0. scabrosus, sulcatus, raucus und nubilus) ;
auch ein Phylonomus punctatus und ein Bromius vitis Jiefen mitunter.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu. Wien 1858.
p. 446) gab eine Charakteristik des Männchens von Miscophus bico-
lor v. d. Lind.
436 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sphegidae. Smith (Journ. proceed. Linn. soc., Zoology II.
p-98 1.) beschrieb Ampulex smaraydina und insularis, Trirogma pris-
malica, Sphex diabolieus und Pelopoeus fervens als n. A. von Borneo.
Fairmaire (Archiv. entom. 1I. p.264): Pelopoeus elypeatus
n. A. vom Gabon.
Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii p. 27): Sphez
parthenia n. A. aus Neapel.
Giraud, „Note sur un Hymenoptere nouveau du genre Am-
pulex, trouv& aux environs de Vienne“ (Verhandl. .d. zoolog. -botan.
Gesellsch. zu Wien 1858. p. 441 ff.) beschrieb Ampulex Europaea n. A.
aus der Umgegend Wiens, mit besonderer Berücksichtigung seiner
Unterschiede von Ampulex fasciata Jur., der einzigen bis jetzt bekann-
ten Enropäischen Art der Gattung.
Pompilidae. Von Smith (Journal proceed. Linn. soc., Zoo-
logy li. p. 9211.) wurden Pompilus leucophaeus von Malacca, vagabun-
dus und pulverosus von Borneo , Priocnemis oplimus und verticalis
von Singapore und Borneo, Agenia Atalanta , Aegina, Daphne, La-
verna, Melumpus , flavopiela, Hippolyte, Celaeno, Macromeris argen-
tifrons, Mygnimia ducalis, princeps und iridipennis von Malacca und
Borneo als n. A. beschrieben.
Von Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii p. 27)
Priocnemis consimilis n. A. aus Neapel.
Heterogyn.. Smith (Journal of proceed. of the Linn. soc.,
Zoology II. p.83 ff.) beschrieb neben einer grösseren Anzahl neuer
Arten ‘von Borneo und Malacca auch eine neue Gattung Myrmosida
(pl.2. fig. 1 abgebildet), die vorläufig nur auf ein männliches Stück
basirt und nach des Verf. Ansicht mit Myrmosa zunächst verwandt
ist, indem er das Weibchen als flügellos muthmasst. Kopf quadra-
tisch, vorn breiter, Ocellen im Dreieck stehend, Fühler kurz, an der
Basis des Clypeus getrennt entspringend, Mandibeln dreieckig; Vor-
derflügel mit einer Marginal- und zwei Submarginalzellen; Hinter-
leib mit zwei abgeschnürten Basalringen von quadratischer Form, der
erste etwas länglicher als der zweite. Art: Myrm. paradoxa von
Singapore, 4 lin. — Neue Arten sind: Mutilla Deidamia, Urania,
suspiciosa, gracillima, familiaris, Calliope, Proserpina, Pandora, Si-
billa, Cassiope, Dardanus , unimaculata, Scolia cincla, opalina, spe-
ciosa, Tiphia fumipennis, stigma, flavipennis und Myszine tricolor von
Borneo.
de Saussure, „Descriplion de diverses esp&ces nouvelles
ou peu connues du genre Scolia“ (Annales de la soc. entom. VI.
p. 193—248. pl.5) beschrieb eine grössere Anzahl (63) neuer oder
unvollständig bekannter Arten dieser Galtung aus verschiedenen öf-
fentlichen und Privatsammlungen. Er setzt zunächst die Gründe aus-
einander, welche seiner Ansicht zufolge eine Trennung der Arten ir
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 437
zwei Gattungen, Scolia und Elis bedingen, Gründe, die sich nach des
Ref. Ansicht durch viel gewichtigere Gegengründe zu Gunsten der
von Klug und Burmeister vorgenommenen Vereinigung zu einer
und derselben Gattung widerlegen lassen. Die beschriebenen Arten
sind: a) mit drei geschlossenen Cubitalzellen: Scolia insignis aus In-
dien ?, brevicornis aus Java. b) mit zwei geschlossenen Cubitalzel-
len: Se. polita, ebenina und bicornis unbek. Vateıl., unifasciata lab.,
orientalis (tridens Sauss. antea), alaris Afrika, Abyssinica, Edivardsi
Senegal, tropica Senegal?, Hottentolta Cap, terminalis Cap, senex
Smith fem., Madecassa Madagascar, eyanipennis Fab., carbonaria Ost-
indien, erralica Smith fem., Westermanni Java, bilunata Nepaul, splen-
dida Asien, nobilis Ostindien, nitidula Java, eliformis Ceylon, oceulta
Ostindien?, pygmaea Neu-Holland, Mezicana, rufiventris und nobili-
tata Fab., guttata Burm., anceps Mexiko, jucunda Brasilien, Drewsenii
Brasilien und Otomita Mexiko. — 2) Elis — a) mit drei geschlosse-
nen Cubitalzellen : El. Tezensis aus Texas. — b) mit zwei geschlos-
senen Cubitalzellen: El. zanthura Guinea, Godofredi Cap, mansueta
Gerst., Capensis, auraria Guinea, Romandi Madagascar, Asiatica Java,
Drewseni, phalerata und bicolor ebendaher, hirsuta Tranquebar, sa-
bulosa Neu-Holland, columba Venezuela, regina Brasilien und Mexiko,
nigra Parü, Tolteca Mexiko, variegata Fab., terrestris Buenos Ayres,
talpa und fossor Uruguay, Lucasia, vespiformis und Brasiliana aus
Brasilien, Gerstaeckeri Uruguay, pilipes Texas, Chilensis, tricincta
Fab. Ferner Diagnosen der Weibehen von El. plumipes Drur., pi-
lipes Sauss., trifasciata Fab., limosa Burm. und tricincta Fab. —
Sechs der ausgezeichnetsten neuen Arten sind auf pl. 5 durch colo-
rirte Abbildungen dargestellt.
MHutilla porosicollis Fairmaire (Archiv. entom. II. p. 263. pl. X.
fig. 8) n. A. vom Gabon.
Bethylus linearis, latus und tenuis Wollaston (Annals magaz.
nat. hist. 3. ser. I. p.27 f.) als n. A. von Madeira diagnosticirt.
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p. 446) unterschied Myrmosa nigra und atra als zwei verschiedene
Arten und beobachtete Mutilla nigrita Panz. und montana Pänz. als
Geschlechter derselben Art in copula.
Formicariae. F. Smith, Revision of an essay on the British
Formieidae, published in the Transactions of the society (Transact.
entom. soe. IV. p. 274—284). — Der Verf. giebt, durch die Entdek-
kung einiger ferneren Arten in England veranlasst, eine neue Ueber-
sicht aller dort einheimischen Ameisen, indem er für die schon be-
kannten auf seine frühere Arbeit (siehe Jahresbericht 1855. p. 111)
verweist, die neu aufgefundenen dagegen ausführlich beschreibt,
In einer Einleitung lässt er sich über das Verhältniss der unter den
Ameisen lebenden Käfern zu diesen selbst aus, und zwar in der Weise,
438 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dass er den Staphylinen die Eigenschaft zuschreibt, die Ameisen: durch.
eigenthümliche Ausschwitzungen in’ähnlicher Weise, wie‘ es’ bei den:
Aphiden der Fall ist, zu ernähren; von den übrigen, wie Hetaerius,,
Lathridius , Cryptophagus, Dromius' u. s. w. glaubt er, dass-sie nur
schädliche Substanzen wegräumen. — Im Ferneren geht er. mit Be-
rücksichtigung der hauptsächlichsten exotischen Formen auf.die merk-
würdigsten Modifikationen in den einzelnen Körpeitheilen ein, be-
sonders auf die Mandibeln, Fühler, Augen und Ocellen. — Die Liste
der Englischen Ameisen wird durch Formica eongerens Nyl., brun-
nea Latr., Myrmica lippula Nyl., Westwoodi Steph. Westw. (nitidula
Nyl.), pallidula Nyl., fugax Latr. und molesta Say (domestiea Shuck.)
vermehrt. Die von Mayr unter Myrmica errichteten Gattungen. nimmt
Smith als Unterabtheilungen innerhalb der Gattung an, identifieird
jedoch Forniicoxenus Mayr mit’Stenamma Westw. und Oecophthora Heer
mit Pheidole Westw.
Eine grössere Anzahl zum’ Theil sehr ausgezeichneter neuer
Ameisen-Formen hat derselbe in seiner Beschreibung der von Wal-
lace auf Borneo, Malacca u. s. w. gesammelten Hymenopteren (Jour-
nal of the Einn. soc. , Zoology II. p.52 ff.) bekannt gemacht. Zur
Gruppe der Formicariae genuinae kommt eine neue Gattung Poly-
rhachis (deren Namen, als von Shuckard schon vergeben, durch
den Ref. in Peters Reise nach Mossambique in Hoplomyrmus geän-
dert worden ist), auf die Form. bihamata Drury begründet, durch den
äubischen Kopf, die' kleinen Augen, die Dornen des Pro - und Meta-
thorax so wie des Petiolus in Arbeitern und Weibchen gleich aus=
gezeichnet. (Die Männchen sind bis jetzt von keiner Art bekannt.)
Die Arten dieser Gattung leben nach Wallace's Beobachtung auf
Bäumen, verfertigen kleine Nester von 1 Zoll Länge und '% Zoll
Dicke aus einer papierartigen oder fibrösen Substänz und leben nur zu
8 bis 10 Individuen, worwnter ein Weibehen, beisammen. Smith
beschreibt zu drei schon bekannten Arten der Gattung 17 neue, unter
folgenden Nämen:: Polyrhachis defensus, tonstructor , rufieornis, car-
bonarius, textor, chalybeus, nitidus,; villipes, modestus, Pandarus, He-
ctör , laevigalus, cuspidatus, flavicornis, equinus , dives und vindex,
alle von Borneo und Singapore. (Die Gattüng ist im hiesigen Mu-
seum durch zahlreiche andere Arten von den Sunda-Inseln , Ceylon,
Neu- Holland und dem tropischen Afrika vertreten). — Andere Arten
derselben Gruppe sind: Formica festina, mislurd, pilosa, ruficeps,
badia, diligens, irritans, fervens, gracilipes, irritabilis, sedula, ewa=
sperala, tenuipes, camelina, pallida, irritans und Tapinoma glabrata
ebendaher. — Aus der Poneriden -Grüuppe sind neu: Odontomachus
rizosus uhd rugosus von Singapore, Pönera versicolor, rubra, apica-
lis, iridescens , rugosa; rufipes ,; intricata,, geometrica, transversa, vi-
dus, diminuta, pompvloides, laeviceps von Borneo ünd Singapore und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 439
Typhlopone. laevigata von Borneo. — Zu der Myrmicinen - Gruppe
kommen zunächst folgende neue Gattungen: 1) Heptacondylus n. g.,
bei Weibchen und Arbeitern durch sechsgliedrige Fühlergeissel ans-
gezeichnet, Maxillar- und Labialpalpen dreigliedrig; Thorax bucklig,
Schildchen sehr hervorragend, Metathorax beim Weibchen mit zwei
scharfen Dornen bewallnet, bei den Arbeitern comprimirt; Vorder-
lügel mit einer Marginal- und einer vollständigen Submarginalzelle,
welche den Neryus recurrens aufnimmt. Drei Arten: Heptac. ara-
chnoides, subcarinatus und carinatus von Borneo. — 2) Cerapa-
chys n. g., vielleicht zu den Poneriden gehörig, von langgestrecktem
Körper, viereckigem Kopfe, der vor und hinter den Augen verengt
ist, dreieckigen, an einanderschliessenden Mandibeln, kurzem Fühler-
stiel und 12 -gliedriger, gegen das Ende gekeulter Geissel; Thorax
lang, viel schmaler als der Kopf, die beiden ersten Glieder des Hin-
terleibes dünne, längliche Knoten bildend , der folgende Theil nach
hinten birnförmig verdickt. Art: Cer. oculatus von Borneo. — 3)
Physalta n. g., wie Heptacondylus mit sechsgliedriger Fühlergeissel,
an der jedoch das Endglied fast so lang als die beiden ersten zusam-
mengenommen ist, die Glieder überhaupt beträchtlich dicker sind;
beide Taster dreigliedrig; Thorax fast kuglig, Vorderflügel mit einer
Marginal- und zwei Submarginalzellen, Hinterleib kuglig, der Pe-
tiolus mit langgestrecktem ersten Gliede. Art: Phys. dromedarius aus
Borneo. — 4) Typhlatta n. g., mit neungliedriger Fühlergeissel,
dreieckigen Mandibeln und verkümmerten Augen bei den Arbeitern;
Petiolus des Hinterleibs aus zwei Knoten bestehend. Art: Typhl. lae-
viceps aus Borneo. — Als neue Arten gehören zu derselben Gruppe:
Myrmica longipes, pellucida, vastator und agilis aus Malacca, Crema-
togaster anthracinus, brunneus, cephalotes, obscurus, inflatus und dif-
formis von Borneo und Malacca , Alta penetrans und eingulata von
Borneo, — Zur Cryptoceriden-Gruppe endlich gehören: Echinopla
n.g-, Kopf vorn halbkreisförmig, hinten gerade abgeschnitten, Augen
klein, ganz seitlich und weit entfernt stehend, Fühler mit stark nach
aussen gekrümmtem Schaft, 12-gliedrig, Lippentaster vier-, Kieferta-
ster fünfgliedrig; Thorax breit, quadratisch, Petiolus eingliedrig,
seitlich in einen langen Dorn ausgezogen, Abdomen kugelrund, nur
ein Segment, welches die übrigen verdeckt, sichtbar. Art: Echin. me-
lanarctos von Singapore, 3 lin., eine schr ausgezeichnete Form ;. aus-
serdem Echinopla pallipes von Borneo und striata von Singapore,
Cataulacus insularis, horridus, reticulatus, Meranoplus casltaneus,
eordatus und mucronatus von Borneo und Singapore.
Das von Smith im Catalogue of Hymenopterous Insects in the
collection of the British Museum , Part VI. Formicidae bearbeitete
reichhaltige Material vertheilt sich auf die einzelnen Gruppen und
Gattungen folgendermassen: a) Formicidae : 1) Formica Lin. 197 Ar-
440 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ten. 2) Tapinoma Foerst. 8 A. 3) Hypoclinea Foerst. 2 A. 4) Po-
IyergusLatr. 1 A. 5) Polyrhachis Smith 58 A. b) Dolichoderus Lund.
2 A. — b) Poneridae: 1) Odontomachns Latr. 14 A. 2) Drepanogna-
thus Smith (Harpegnathos Jerdon) 3 A. 3) Ponera Latr. 60 A. 4)
Paraponera nov. gen., für Formica clavata Fab. (armata Oliv., spini-
noda Latr.) errichtet. 5) Plectroctena nov. gen., durch quadratischen
Kopf, der sich nach vorn erweitert, sehr kleine und weit nach vorn
an die Basis der Mandibeln gerückte Augen und lange, schmale, vorn
abgestumpfte, innen vor der Mitte mit einem stumpfen Zahne besetzte
Mandibeln, welche sich kreuzen, ausgezeichnet; Lippentaster vier-,
Manxillartaster dreigliedrig. (Bei dieser Gattung giebt der Verf. zuerst
an, sie sei allein auf Arbeiter gegründet; dann heschreibt er Arbeiter
und Männchen und schliesslich theilt er mit, dass die beiden Ge-
schlechter in Begattung gefangen seien!) Art: Pleetr. mandibularis von
Pt. Natal. 6) Ectatomma nov. gen., auf Form. tuberenlata Latr. be-
gründet, 5 A. 7) Pachycondyla nov. gen., auf Form. erassinoda Latr.
errichtet, J0 A. 8) Amblyopone Erichs. 3A. 9) Typhlonone Westw.,
11 A. 10) Anomma Shuck. 2 A. c) Myrmicidae: 1) Myrmica Latr.
75 A. 2) Myrmeeina Curt. 3 A. 3) Strongylognathus Mayr 1 A. 4)
Crematogaster Lund 16 A. 5) Myrmicaria Saund. 3 A. 6) Heptacon-
dylus Smith 3 A. 7) Myrmecia Fab. 15 A. 8) Eciton Latr. 9 A. 9)
Pseudomyrma Guer. 29 A. 10) Daceton Perty 1 A. 11) Oreetogna-
thus Smith 1A. — d) Attidae: J) Alta Latr. 31A. 2) Physatta ‚Smith
4 A. 3) Pheidole Westw. 17 A. 4) Solenopsis Westw. 1 A. 5) Ca-
vebara Westw. 4 A, 6) Oecodoma Latr. 15 A. — e) Cryptoceridae:
1) Cryptocerus 30 A. 2) Meranoplus Smith 8A. 3) Cataulacus Smith
7A. 4) Echinopla Smith 3 A.
Neue Arten des Ref. aus Mossambique (Monatsberichte d. Berl.
Akad. d. Wissensch. p.261) sind: Dorylus badius, diadema, Aenietus
fusco-varius, Anomma molesta, Ponera cribrinodis, laeriuscula, cras-
sicornis, Hoplomyrmus (neuer Name für Polyrhachis Smith) schistazeus,
Formica longipes, cinctella, Carebara Colossus, Heptacondylus eume-
noides, Crematogaster tricolor, Oecopkthora perniciosu, Myrmica omi-
nosa und atomaria.
V. Gredler, „die Ameisen Tyrols,“ eine in den Sitzungsbe-
richten der zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 115 angezeigte
Schrift, ist dem Ref. nur dem Titel nach bekannt geworden.
Nietner hat auf Ceylon eine Ameise entdeckt, welche sich
vermittelst der Mandibeln, die sie gegen ein Steinchen oder dergl.
zusammenschlägt, ein bis zwei Zoll weit fortschnellen kann. Nach
Drewsen’s Mittheilung (Entom. Zeitung XIX) gehört dieselbe der
Gattung Odontomachus an.
Nach Lucas (Bullet. soc. entom. p. LXXXI) richtete Diplorho-
ee En
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 441
ptrum fugax Latr. durch seine Menge grossen Schaden in einem Cho-
kolaten-Magazin in Paris an.
Chrysididae. Hedychrum orientale, Chrysis malachilica und
vestigalor von Singapore und Borneo wurden als n. A. von Smith
(Journ. proceed. Linn. soc., Zoology II. p.128) beschrieben.
Ichneumonides. Zur Kenntniss der Ichneumonen -Larven gab
Laboulbene einen interessanten Beitrag in seiner „Histoire d'un
Ichneumon parasite des Araigndes“ (Annales soc. entomol. VI. p. 797
—817. pl.16). Er fand drei Ichneumonen-Larven frei auf einem
Eichenblatte, dessen Oberseite zugleich eine todte Spinne, Clubiona
holosericea, und die in einem Gespinnste befindlichen leeren Eischa-
len derselben beherbergte. Olfenbar waren die Eier der Spinne von
diesen Larven ausgefressen worden. Aus zwei der Larven entwik-
kelten sich Weibchen einer Pimpla-Art, welche der Verf. unter dem
Namen Pimpla Fairmairei als neu beschreibt und abbildet. Die Larve
zeichuet sich durch unpaarige Erhöhungen auf dem 4ten bis 10ten Seg-
mente der Rückseite des Körpers aus, welche mit einem Stachelkranze
umgeben sind, während eigentliche Füsse auf der Bauchseite ganz feh-
len; da diese Organe demnach die Bewegung der Thiere zu vermit-
teln scheinen, belegt sie der Verf. mit dem Namen „pseudopodes.*
Der Mittheilung des Verf. folgt eine Aufzählung der von anderen Au-
toren beobachteten Fälle über das Paratisiren von Ichneumonen in
Arachniden und ein Vergleich der bis jetzt bekannt gewordenen Ich-
neumonen-Larven mit der vorliegenden.
Von Smith (Journal proceed. Linn. soc., Zoology II. p. 117 ff.)
wurden folgende neue Arten von Malacca und Borneo beschrieben:
Ichneumon penelrans, commissator, Cryplus croceipes, elegans, lepi-
dus, Megaproctus ruficeps, Rhyssa mirabilis, maculipennis, Megischus
insularis, Macrogaster flavopielus , Ophion iridipennis, vestigator und
Xylonomus fulgidipennis.
Von Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p.21 1.
pl.4) wurden Diaguosen und zum Theil Abbildungen von folgenden
neuen Arten aus Madeira gegeben: Mesoleptus Maderensis, Hemiteles
poslicus, Exetastes peregrinus, Ephialtes lateralis, lineatus, Lissono-
tus dorsalis und Bassus albovarius.
Von Schioedte (Naturhist. Bidrag til en Beskrivelse af Grön-
land, p.59): Cryptus arcticus und Fabrieii n. A. aus Grönland.
Nach Holmgren (Entomol. Zeitung XIX) ist ‚Chorinaeus Lap-
ponicus Holmgr. identisch mit Trachyderma scabra Gray. und zu Eu-
eeros crassicornis ist als Synonym Tryphon pruinosus Gray. zu ziehen,
Giraud (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch, zu Wien 1858.
p. 445) beobachtete Crypturus argiolus Rossi in grosser Anzahl in den
Nestern von Polistes diadema parasitirend.
442 Gerstaecker: Bericht üb. die wissenschaftlichen Leistungen
In den Memoires de l’acad. d. science. de Dijon, 2. ser. V. 1856
ist nach einer Mittheilung im Bullet. d. ]. soc. entom. 1858. p. XLVIII
eine Arbeit von Brull& unter dem Titel: „Etudes zoologiques sur '
la famille des Ichneumonides“ erschienen , welche 1) „de la distri-
bution des Ichneumonides en series“ und 2) „Etudes des groupes de
transition“ behandelt. Dem Ref. ist diese Arbeit wegen Mangels der
Dijoner Akademie -Schriften in den hiesigen Bibliotheken unbekannt
geblieben.
Braconides. Ruthe (Beiträge zur Kenntniss der Braconiden,
Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 1 ff.) lieferte nach einer einleitenden Dis-
kussion der für die Eintheilung der Braconiden zu verwerthenden
Merkmale eine vergleichende Charakteristik der zu den Braconen mit
oberhalb geschlossenem Munde gehörenden vier Gattungen Pleiome-
rus Wesm. mit 20, Microgaster Latr. mit 18, Mirax Hal. und Elasmo-
soma n. g. mit 14 Fühlergliedern, und beschrieb aus denselben einige
neue inlöndische Arten: Pleiomerus concinnus, Microgaster opacus,
sticticus, ruficozis und Ratzeburgi, Elasmosoma Berolinense, 1—1'Y, lin.
Letztere Gattung stimmt mit Mirax Halid. nur in der Anzahl der Füh-
lerglieder überein, weicht aber durch die Mundtheile und besonders
auch durch das Flügelgeäder sehr auffallend ab. An ersteren, wel-
cheRef. selbst für den Verf. präparirt hat, sind die vorstehenden Man-
dibeln zweizähnig, der untere Zahn abgestutzt, der obere verlängert,
gebogen; die kurzen Maxillartaster bestehen aus zwei gleich langen,
walzenförmigen Gliedern , die Lippentaster sind kaum hervorragend.
Das sehr abweichende Flügelgeäder ist aus der auf Taf. III. fig. 2 ge-
gebenen Abbildung am besten zu ersehen.
Neue Arten des Ref. aus Mossambique (Monatsberichte d. Berl.
Akad. d. Wissensch. p. 264) sind: Bracon flagrator, flavoguttatus, jo-
cosus, Agathis tricolor und Chelonus Tettensis.
Von Smith (Journal proceed. Linn. soc., Zoology II. p. 122 ff.)
wurden Bracon quadriceps, suspieiosus, insignis, cephalotes, perplezus,
vagalus, inquielus, rugifrons, floralis, vultuosus, foveatus, laboriosus,
crassipes und Microdus apicalis als n. A. von Borneo und Malacca
beschrieben.
Von Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p.23 ff.)
Diagnosen folgender neuer Arten von Madeira gegeben: Perilitus de-
bilis, Euphorus petiolatus, Ascogaster maculata und Rogas rufo-ater.
Chalcidiae. Epistenia imperialis Smith n. A. aus Borneo (Jour-
nal proceed. Linn. soc., Zoology II. p. 127).
Pteromalus discalis, biquadratus, Coccophagus nigrifrons und
Eulophus marginalis Wollaston als n. A. von Madeira diagnostieirt
(Annals magaz, nat. hist. 3. ser. I. p.26 1f.).
Torymus igneiventris n. A. aus Neapel, von Costa (Ricerche
entomol. sopra i Monti Partenii p. 27) beschrieben.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858, 443
Reinhard setzte seine „Beiträge zur Geschichte und Synony-
mie der Pteromalinen“ (Berl. Entom, Zeitschr. IL. p.10—23) mit kri-
tischen Untersuchungen über die Synonymie von 30 ferneren Arten
aus verschiedenen Gattungen, mit erneuelen Beschreibungen der noch
nicht hinlänglich bekannten, Angaben über Lebensweise, Wohnthiere
us. w. fort. Wenn durch die Westwood’sehen und: Walker'schen! Ar-
beiten die Synonymie der von den älteren Autoren bekannt gemach-
ten Arten zum grösseren Theile gelichtet war, so gab ein Vergleich
der von Ratzeburg und Foerster beschriebenen mit denen der
Engländer vielfach Gelegenheit zum Zusammenziehen; So hat Ratze-
burg z. B. den Eupelmus urozonus Dalm. dreimal unter neuen Na-
men- (mas: Pteromalus Cordairei und Dufourii,, fem.:; Eupelmus azu-
reus), die sehr ausgezeichnete Gattung Cerapterocerus mirabilis Westw.
als Telegraphus maeulipennis, den Eneyrtus flaminius Dalm. als Enc.
Eytelweinii und apicalis, den Encyrtus Zetterstedtii Westw. als Enc.
dendripennis,, den Ichneumon gallarum Lin. (auf welchen Reinhard
eine neue Galtung Cyniphoctonus gründet) als Entedon scianeurus,
den Cirrospilus elegantissimus Westw. als Entedon flavomaculatus und
punclatus wieder beschrieben. — Die Arbeit ist also: für die Arten-
kenntniss der Familie von Wichtigkeit.
Derselbe (ebenda p. 311—324) lieferte eine kritische Bespre-
chung des zweiten Heftes von Foerster's hymenopterologischen
Studien, in welcher er über die Umgränzung der Gruppen, die Be-
rechtigung und Anordnung der einzelnen Gattungen u.s. w. in mehr-
facher Hinsicht abweichende Ansichten von denen Foerster’s; kund-
giebt; seine Gattung Cyniphoctonus. führt der Verf. auf Olynz Foer-
ster zurück.
Von Gu@rin und Lucas (Bullet. soc. entomol. p. CXI) wur-
den Mittheilungen über das Parasitiren der Leucopsis - Arten in den
Nestern von Chalicodoma muraria und Sicula gemacht.
Proctotrupii. Für die Systematik sowohl als, besonders für die
Artenkenntuiss dieser Familie wichtig ist die von Thomson in der
Öfversigt af Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. erschienene Bearbeitung
der Schwedischen Proctotrupier, welche im Jahrgange 1857 der ge-
nannten Zeitschrift, p. 411—422 begonnen, im Jahrgang 1858. p.155,
287, 359, 417 (, weitergelührt ist und sich auch noch auf den Jahr-
gang 1859 fortsetzt. Der Verf. giebt darin eine lateinische und schwedi-
sche Charakteristik der Gruppen, Galtungen und Arten, letztere aus-
serdem nach wesentlichen Merkmalen besonderen Abtheilungen inner-
halb der Gattung zuweisend, während die Gattungen selbst unter jeder
Gruppe zuvor nach ihren Charakteren tabellarisch zusammengestellt
werden. Die Anzahl der als neu beschriebenen Arten ist ausseror-
dentlich gross, so dass die bereits bekannten dagegen ganz verschwin-
den, wie sich dies aus der folgenden gedränugten Uebersicht des In-
444 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
halts der Arbeit ergiebt. Tribus I. Proctotrupini. Gattungen: 1) Procto-
trupes Latr. 15 Arten (10 A. neu). 2) Codrus Jur. 1 A. (neu), —
Tribus I. Belytini. Gattungen: 1) Acoretus Hal. 8 A. (7 neu). 2)
Cinetus Hal. 16 A. (15 neu). 3) Belyta Latr. 31 A. (29 neu). 4)
Lyteba (!!) n. g., auf Belyta bisulca Nees begründet, 1 A. — Tri-
bus III. Ceraphronini. Gattungen: 1) Habropelte n. g. (Type: Cera-
phron scentellaris Boh.) 2 A. (I neu). 2) Thliboneura n. g. (Type:
Ceraphron glaber Boh. = ©. clandestinus Nees) 3A. (2 neu). 3) Ce-
raphron Jur. 15 A. (12 neu). 4) Megaspilus Westw. 23 A. (13 neu).
5) Microps Hal. 1 A. (neu). 6) Dichogmus n. g., wie die vorigen
Gattungen mit 11 Fühlergliedern in beiden Geschlechtern und kurz ge-
stieltem, oben convexen Hinterleib, das Mesonotum aber nur mit zwei
eingedrückten Linien, die Flügel fehlen. Eine neue Art: Dich. dimi-
diatus. 7) Calliceras Nees. 12A. (8 neu). 8) Aphanogmus n. g., von
der vorigen Galtung dadurch uuterschieden, dass die Mittellinie des
Mesonotum und die Querlinie des Schildchens sehr fein sind, ferner
durch convexes, zugespitztes und ungerandetes Schilchen. 5 neue Ar-
ten. — Tribus IV. Diaprini. Gattungen: 1) Diapria Latr. 20 A. (16 neu).
2) Corynopria Hal. 3 A. (l neu). 3) Basalys Westw. 6 A. (4 neu).
4) Spilomierus Westw. 5 A. (neu). 5) Paramesius Wesiw. 6 A. (neu).
6) Glyphidopria Hal. 1A. 7) Mionopria Hal. 1A. (neu). 8) Galesus
Curt. 8 A. (7 neu). 9) Aneurhynchus Westw. 5 A. (4 neu). — Tri-
bus V. Ismarini. Gattungen: Ismarus Hal. 1A. 2) Entomius Herr.-Sch.
4 A. (2 neu). — Tribus VI. Helorini. Gattung: Helorus Latr. 3 A.
(1 nen). — Tribus VIl. Scelionini. Galtungen: 1) Sparasion Latr.
3A. 2) Scelio Latr. 2 A. 3) Thoron Hal, 1 A. 4) Anteris Foerst.
2 A. (neu). 5) Acolus Foeıst. 2 A. (neu). 6) Teleas Latr. 1 A. 7)
Prosacantha Nees 26 A. (24 neu). — Die im Jahrgange 1859 der
Öfversigt publicirte Fortsetzung der Arbeit bleibt für den nächsten
Jahresbericht.
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. 1.241.) diagno-
sticirte als n. A. von Madeira: Clinocentrus antieus, divisus, Spathius
apterus, Galesus fissus , Telenomus basalis, subfasciatus, dirisus, Ma-
derensis, flavicornis, diversus, Scelio minor und Ceraphron parvulum,
letztere beide auf pl.4. fig.7 u. 8 abgebildet.
Cynipidae. Cynips insignis Smith (Journal proceed. Linn. soc.,
Zoology II. p. 117) n. A. von ‚Borneo.
Goureau (Bullet. soc. entomol. p.XV]) erzog einmal aus Sar-
cophaga agricola, ein anderes Mal aus Tephritis onotrophes eine Fi-
gites-Art, dem Fig. scutellaris ähnlich. Aus mehreren ähnlichen Be-
obachtungen zieht der Verf. den Schluss, dass die Figites- Arten
hauptsächlich Parasiten von Muscarien seien.
Tenthredinetao. Die im vorigen Jahresberichte, p. 186 er-
wähnte Bearbeitung und Abbildung der Niederländischen Blattwes-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 445
pen durch Snellen van Vollenhoven ist in der Tijdschr. voor
Entomol. II. p. 63—78 und p. 134—151 mit einem dritten und vierten
Abschnitte fortgeführt worden. Da die Ausführung hier dieselbe wie
in den eısten Theilen der Arbeit ist, beschränkt sich Ref. darauf, die
'Namen der abgehandelten und nebst ihren Larven dargestellten Arten
zu erwähnen. Dieselben sind: Cimbex betuleti Klug, Nematus ven-
tricosus Klug, septenitrionalis Lin., Lophyrus similis Hart., Emphytus
tibialis Panz. und Nematus viminalis Lin. — Abbildungen auf pl.3—5
und 8—10.
Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii, p. 26 f.) be-
schrieb Schizocera cognata, Allantus costalis und Macrophya trochan-
terica n. A. aus Neapel. k
Smith (Journal proceed. Linn. soc., Zoology Il. p. 116): Ten-
thredo coxalis und Tremez insularis n. A. von Malacca und Borneo.
Nach Goureau (Bullet. soc. entomol. p. 231) lebt die Larve
des Cephus compressus Lepell. in den jungen Trieben des Birnbaums,
welche im Frühjahre dadurch eine schwarze Färbung annehmen; sie
ist im September erwachsen, macht sich zur Verpuppung ein weisses
Gespinnst am Eude des von ihr gelressenen Ganges und verwandelt
sich im nächsten Mai zur Imago.
Lucas beobachtete (ebenda p. XVII) in den Larven von Cim-
bex amerinae zwei Parasiten, welche er aus denselben erzog, nämlich
Mesochorus testaceus Grav. und Campoplex spec.
Westwood „On the caterpillars of the Saw-flies (Tenthredi-
nidae)* veröffentlichte (Entomologist's Annual for 1858. p. 122 ff.) eine
populär gehaltene und zunächst für Anfänger bestimmte kleine Ab-
handlung über Blattwespen-Larven, die jedoch auch in wissenschaft-
licher Beziehung nicht ohne Interesse ist. Der Verf. geht zunächst
auf die Analogieen und Unterschiede zwischen Blattwespenlarven und
Schmetterlingsraupen inı Allgemeinen ein, beschreibt sodann die Le-
bensweise und Verwandlung mehrerer Arten, die wegen ihrer Achn-
lichkeit mit Schmetterlingsraupen von besonderem Interesse sind (Tri-
chiosoma lucorum , Selandria atra, Tenthredo aethiops, Lyda inanita
und Tenthredo testudinea), und entwirft schliesslich eine Tabelle, in
welcher er die Hauptverschiedenheiten der Blattwespenlarven in be-
zug auf ihren Körperbau, die Art ihrer Verpuppung u. s. w. analy-
sirt. Die Hauptgruppen, in welche dieselben zerfallen, basiren auf
. . ©
der Anzahl der Beine, die zu 22, zu 20, zu 18 und zu 6 vorhan-
den sind.
Diptera,
Von der Smithsonian Institution wurde ein durch R.
Osten-Sacken bearbeiteter „Catalogue of Ihe described
446 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Diptera of North-America® (Washington 1858. 8., 92 pag.)
veröffentlicht, der, wenn er auch in der vorliegenden Ab-
fassung nicht geeignet ist, ein Bild der Nord - Amerikani-
schen Dipteren-Fauna zu geben, doch jedenfalls nicht ver-
fehlen wird, eine eingehendere Kenntnissnahme und Bear-
beitung derselben anzuregen und zu fördern. Da es bei
dem gegenwärtigen Standpunkte unserer Kenntniss über die
Nord- Amerikanische Dipterenfauna, wie der Verf. -selbst
"bemerkt, nicht wohl möglich war, ein kritisches Verzeich-
niss der von dorther bekannt gewordenen Arten zu liefern
— woran besonders die Mangelhaftigkeit der vielen neuer-
dings von Walker und Macquart verfassten Beschrei-
bungen Schuld ist —, so musste der Verf. sich darauf be-
schränken, die bis jetzt beschriebenen Nord-Amerikanischen
Arten einfach zu registriren, ohne Rücksicht darauf, ob
dieselben zum Theil mit einander identisch sind. Wir er-
halten demnach wenigstens durch die Arbeit eine Zusam-
menstellung des hier einschlagenden literarischen Materials,
welches einem eingehenderen Studium schon immer grossen
Vorschub leistet, und welches mit wenigen Ausnahmen (der
Verf. hat die nur mit „Amerika“ bezeichneten Arten, so
wie diejenigen, deren Vaterland nicht angegeben worden,
nicht mit aufgenommen) auch wohl als vollständig angese-
hen werden darf. Da über die nähere Verwandlschalt. der
verschiedenen Arten unter einander bis jelzt ebensowenig
eine genügende Kenntniss zu erlangen war, wurde einer
alphabetischen Aufzählung derselben unter den einzelnen
Gattungen der Vorzug gegeben, wodurch zugleich das Auf-
finden von Einzelnheiten erleichtert wird. In den meisten
Fällen ‚sind die Arten unter denjenigen Gattungen ange-
führt, ‘welchen sie von den betreffenden Autoren (mit Aus-
nahme der ältesten) zugewiesen wurden und daher Gat-
tungen, welche auf Kosten einzelner schon früher bekann-
ter Arten errichtet wurden und über deren Berechtigung
und Umfang nichts Sicheres festzustellen war, mit den älte-
ren zunächst verwandten vereint gelassen. Die verschie-
denen Beschreibungen und Cilate.der Arten sind bei die-
sen vollständig angeführt, ebenso sämmtliche für dieselben
nz, un
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 447
bekannten Fundorte namhaft gemacht; auch erstreckt sich
der Catalog nicht nur auf die Arten der Vereinigten Staa-
ten, sondern auf die des ganzen Nord- Amerika , mit Ein-
schluss von Mexiko, Californien , Central - Amerika und
Westindien. -
Wie für die Insekten im Allgemeinen so ist auch für
die Ordnung der Dipteren das reichhalligste und zugleich
mit das interessanteste Material in den letzten Jahren aus
dem Süd-Asiatischen Archipel eingelaufen, einem Bezirke,
der lange Zeit hindurch in entomologischer Beziehung so
unbekannt geblieben war, dass selbst auffallende, den älte-
sten Autoren bereits bekannte Formen seitdem nicht wie-
der nach Europa gekommen waren. Ganz besonders ist
diese so reiche neue Zufuhr dem Englischen Reisenden
Wallace zu verdanken, welcher hinter einander Malacca
und die Sunda-Inseln, die Molukken und die Neu- Guinea
benachbarten Inseln mit dem ausgezeichnetsten Erfolge
durchforschte. Wenn die Bearbeitung dieses reichhaltigen
Materials durch Walker nun auch keineswegs dem In-
teresse und wissenschaftlichen Werthe, welchen dasselbe
beanspruchen darf, angemessen erscheint, so kann man we-
nigstens nicht leugnen, dass dieselbe nicht lange auf sich
warten lässt: denn nachdem wir in den beiden letzten Jah-
‚resberichten die Bearbeitung der Fauna von Malacca und
Borneo angeführt haben, werden wir im nächsten Jahre
schon über eine gleiche für Celebes und die Aru - Inseln
berichten können.
Auch von Doleschall hatten wir im Jahresberichte
1856. p. 133 erwähnt, dass derselbe in Java, wo er sich als
Arzt für längere Zeit niedergelassen halte, dem Studium
der Dipterologie nachhinge und einen ersten Beitrag zu
der Kenntniss der dorligen Dipteren -Fauna geliefert habe.
Derselbe hat nun seitdem nicht nur die Insel Java weiter
durchforscht, sondern ist auch zu gleichen Zwecken nach
Amboina gegangen, wo er leider vor Kurzem dem Fieber
‚erlegen ist. Das von ihm auf beiden Inseln gesammelte
Material ist von ihm noch in zwei Arbeiten „Tweede Bij-
drage tot de Kennis der Dipterologische Fauna van Neder-
448 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
landsch Indiö“ (Natuurk. Tijdschrift voor Nederlandsch Indie
XIV. 1857. p. 377418. ce. tab. 10) und „Derde Bijdrage ete.“
(ebenda XVII. 1858. p. 73—128) bekannt gemacht worden,
welche dem Ref. trolz ibres frühen Datums erst jetzt, kurz
vor dem Abschlusse dieses Berichtes zugekommen sind.
Nach einigen einleitenden Bemerkungen über das Vorkom-
men, die Häufigkeit, Lebensweise verschiedener Formen,
besonders auch der Mücken, charakterisirt der Verf, im zwei-
ten Beitrage 55, im dritten nahe an 80 neue Arten zuerst
in lateinischer, dann in holländischer Sprache; diese Arten
gehören den verschiedensten Familien an und werden in
ersterer Arbeit (1857) zum grössten Theile auf 10 beifol-
genden Tafeln leidlich abgebildet. Da dem Verf. die Lite-
ratur nur in sehr beschränktem Maasse zur Verfügung
stand, fehlt es natürlich nicht an bereits beschriebenen Ar-
ten, die für neu ausgegeben werden und selbst nicht an |
Missgriffen in der Bestimmung der Gattung und Familie;
so wird z. B. eine Thereva als Dasypogon beschrieben,
eine Leptiden-Form den Dolichopoden zugezählt u. s. w.
Für die Charakteristik hat der Verf. fast ausschliesslich j
Färbung und Zeichnung, selten wesentlichere Merkmale
verwerthet, so dass die Bestimmung oft sehr erschwert wird.
Ref. ist im Stande über eine Reihe von Arten nähere Aus-
kunft zu geben, da er für das hiesige Museum die Dole-
schall’schen Typen zu erwerben gewusst hat, von denen
freilich ein grosser Theil (z. B. sämmtliche Tipularien) zu
Grunde gegangen ist; leider waren diese Typen des Verf.
nicht von ihm bezeltelt worden, sondern mussten erst nach
seinen Beschreibungen eruirt werden, was bei der Kürze
derselben oft Schwierigkeiten darbot und manche Zweifel
übrig liess.
Einen Beitrag zur Kenntniss der Dipterenfauna Japan’s
lieferte Loew (Wien. Entomol. Monatsschr. 1. p. 100 ff.)
durch Aufzählung von 27 daselbst gesammelten Arten und
Beschreibung von 17 als neu angesehenen ; von den bereits
bekannten stellten sich 9 als gemeine und überall verbrei-
tete Europäische Arten (2 Syrphiden, 7 Muscarien) heraus.
Derselbe hat seine im Jahresberichte 1856. p. 134
a Br;
Pr ”
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 449
bereits erwähnten Beiträge zur Kenntniss der Afrikanischen
Dipteren im XIV. Bande der Öfversigt af Kongl. Vetensk.
Akad. Förhandl. p. 337—383 mit den Familien der Tabani-
den, Thereviden, Asiliden, Leptiden, Nemestriniden, Cyrti-
den, Hybotiden, Empiden, Tachydromien, Dolichopoden, Pi-
puneuliden, Platypezinen und Syrphiden weiter geführt und
zwar wie im ersten Theile mit der vorläufigen Diagnostik
der neuen Gattungen und Arten. Die Zahl der neuen Gat-
tungen ist ganz besonders gross in der Familie der Raub-
fliegen, welche überhaupt durch diese Arbeit eine sehr
beträchtliche Bereicherung erfahren hat. Neben den neuen
Arten sind auch einige schon von früheren Autoren be-
schriebene in ihren Charakteren schärfer festgestellt und
ihrer Synonymie nach erörtert worden.
‚Ausserdem wurde die Afrikanische Dipteren - Fauna
durch die schon oben erwähnten Faunen von Madeira (durch
Wollaston, Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 113 ff.)
und vom Gabon in Guinea (durch Bigot, Archiv. entomol.
II. p. 347 ff.) bereichert; von beiden wird eine Reihe von
Arten aus verschiedenen Familien bekannt gemacht.
F. Walker hat seine „Characters of undescribed Di-
ptera inthe collection ofW. Saunders“ (Transact. entom.
soc. IV. p. 190—235) mit der Beschreibung einer beträcht-
lichen Anzahl neuer Arten aus der Familie der Muscarien,
welchen sich noch die einer Hippobosca und eines Bibio an-
schliesst, fortgesetzt. Den einzelnen Gruppen und Unterfa-
milien der Muscarien schickt der Verf. jedesmal eine ana-
Iytische Tabelle der bis jetzt bekannt gemachten Gattungen
voraus.
Derselben Familie gehören auch zum grössten Theile
die von Loew (Wien. Entom. Monatsschr. Il. p. 7 f., 57 f.
u. s. w.) beschriebenen „Zehn, zwanzig u. s. w. neuen Di-
pteren“ an.
Bigot hat von seinem „Essai d’une classification g&-
nerale et synoptique de l’ordre des Insectes Dipleres“ in
den Annales de la soc. entomol. VI. p. 569—595 einen sechs-
- ten Theil veröffentlicht, welcher eine tabellarische Aus-
einandersetzung der Gattungen der „Bombylidi, Ceridi, Co-
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2, DD
450 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nopsidi, Longinidi, Platypezidi und Lonchopteridi* des Verf.
zum Inhalte hat. Seine Bombylidi bestehen aus drei Grup-
pen, welche den Meigen’schen Familien der Thereviden,
Bombyliarien und Scenopini entsprechen und von denen er
den beiden ersten nach dem Beispiele Walker’s wirklich
eine nahe Verwandtschaft zuerkennt, während er die letz-
teren nur deshalb hier unterbringt, weil sie anderswo das
System noch mehr stören würden. Ueber seine „Tribus Ce-
ridi* ist der Verf. der Ansicht, dass sie zu den Bombyliern,
Conopiden und Syrphiden gleichzeitig nähere Beziehungen
erkennen lassen, während die „Conopsidi,* den Myopen
allerdings verwandt und durch deren Vermiltelung den Mu-
sciden sich nähernd, durch Sysiropus andererseits mit den
Bombyliern verbunden werden : die „Longinidi“ nähern sich
durch ihr Ansehen allerdings den Leptopodiden und be-
sonders der Gattung Nerius, müssen aber wegen ihrer sehr
absonderlichen Fühlerbildung eine eigene Tribus bilden.
Dann nochmals auf die „Ceridi* zurückkommend, bemerkt
der Verf., „dass er nicht die absolute Nothwendigkeit ein-
sehe, sie mit den Syrphiden zu verbinden; „sollten sie,“
sagt er, „nicht ebenso gut in der Reihe der Bombylier sle-
hen ?, haben sie nicht das Ansehn der Conops, so dass es
ganz rationell wäre, sie diesen an die Seite zu stellen ?*
Man sieht daraus zur Genüge, auf welcher Basis der Verf.
sein System aufbaut!
In der Uebersicht der Thereviden - Gattungen hätte der Verf.
noch die Gattung Cionophora Egger aufführen müssen, um vollständig
zu sein. — Die Gattungen der Bombylier folgen in der Tabelle des Verf.
so aufeinander, dass drei der Loew’schen Untergattungen von Bom-
bylius (Triplasius, Sobarus und Platamodes) an den Anfang neben
Ploas und Thlipsomyza zu stehen kommen, während die übrigen durch
zahlreiche ganz different gebaute Gattungen, wie Mulio, Neuria, An-
thrax, Lomatia, Phthiria u. s. w. von jenen geschieden werden und
mehr am Ende der Tabelle ihren Platz erhalten. Und doch sollen
diese Tabellen nach des Verf. Prätension die Bestimmung erleichtern!
— Zwischen Geron und Platypygus, Cyrtosia u. s. w. ist auch die
Gattung Chiromyza eingeschaltet, welche zu den Stratiomyiden gehört;
früher hatte der Verf, diese Gattung mit dem späteren Macquart’schen
Namen Xenomorpha zu den Xylophagen gebracht! — Bei seiner
Rathlosigkeit über die Stellung, welche er den Scenopinen anweisen
i
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 451
soll, nimmt der Verf. seine Zuflucht zu Gott, „der mit dieser Gruppe
wie so oft in der Natur nur einen vorläufigen Entwurf, ohne ihn voll-
enden zu wollen , gemacht oder dieselbe geschaffen habe, um seine
Grösse und unsere Nichtigkeit zu zeigen oder auch, um unsere gei-
stigen Fähigkeiten fortwährend in Athem zu halten“ (!) — Endlich
lässt der Verf. seiner Abhandlung noch „Quelques remarques“ gegen
den Bericht des Ref. über seine Abhandlung vom Jahre 1856 folgen,
in denen er abermals seine Arbeiten in Schutz nimnit , freilich dabei
auch eingesteht, dass er darin öfter Irrthümer begangen habe; unter
Anderen: zweifelt er auch daran, dass man in Deutschland die Gat-
tung Philopota in natura besitze, wodurch er freilich nur zeigt, dass
er nicht einmal Erichson’s Monographie der Henopier kennt, aus
der er hätte ersehen müssen, dass im hiesigen Museum mehrere Arten
dieser Gattung vorhanden sind.
Schiner (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu
Wien 1858. p. 31 ff!) machte in seinen „Dipterologischen
Fragmenten VI“ Mittheilungen über seltnere Dipteren der
Wiener Gegend und setzte (ebenda p. 635— 700) seine Ver-
zeichnisse der Oesterreichischen Dipteren mit einem vier-
ten Theile fort, in welchem statt der angekündigten Doli-
chopoden eine Aufzählung der Trypeta-Arten Oesterreichs
geliefert wird ; besondere in seinem Verhältnisse zu Loew
eingetretene Veränderungen, welche hier ausführlich dar-
gelegt werden, haben diese Publikation veranlasst.
Bachmann hat als „Beitrag zur Insektenfauna Preus-
sens“ ein neues Verzeichniss der Preussischen Dipteren
zusammengestellt (Insterburg 1858. 8. 22pag. Auf Kosten
des Vereins für die Fauna Preussens aus dem Oster - Pro-
gramm der Realschule zu Insterburg besonders abgedruckt).
Von 969 in Preussen bis jetzt aufgefundenen Dipteren kommen
16 auf die Tabaniden, 31 auf die Stratiomyiden, 35 auf die Asilinen,
15 auf die Bombylier, 12 auf die Thereviden, 17 auf die Leptiden,
2 auf die Henopier, 6 auf die Hybotiden, 13 auf die Tachydromien,
24 auf die Empiden, 63 auf die Dolichopoden, 181 auf die Syrphi-
den, 3 auf die Scenopinier, 4 auf die Lonchopteriden, 2 auf die Pla-
typezinen , 19 auf die Conopiden, 7 auf die Pipuneuliden, 5 auf die
Oestraceen, 827 auf die Muscarien, 7 auf die Coriaceen, und 180 auf
die Tipularien. — Der namentlichen Aufzählung der Arten, die zum
Theil mit Angaben über ihr Vorkommen versehen sind , lüsst der
Verf. eine Zusammenstellung der aus Preussen und Skandinavien be-
kannt gewordenen Artenzahl der einzelnen Familien folgen.
452 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Unter dem Titel „Neue Metamorphosen einiger Dipte-
ren“ machte Heeger (Sitzungsberichte der mathem. -na-
turw. Classe der Akad. der Wissensch. zu Wien XXXI.
p- 295—309. Taf. 1—3) die ersten Stände von fünf verschie-
denen Dipteren aus den Familien der Stratiomyiden, Syrphi-
den und Muscarien bekannt.
Einen kritischen Bericht über die während der Jahre
1856 und 1857 in den gangbarsten entomologischen Zeit-
schriften erschienenen dipterologischen Arbeiten und über
Rondani’s Prodromus Dipterologiae Italicae I. gab Loew
(Berliner Entomol. Zeitschrift II. p. 225 ff... Bei Bespre-
chung der Abhandlung von Braxton Hicks über die
Schwinger der Dipteren erklärt er sich ebenfalls gegen die
ihnen beigelegte Funktion als Gehörorgan, indem er den
zu ihnen verlaufenden Nerv als motorischen nachweist; er
glaubt, dass die Halteren, wo sie stark entwickelt seien und
frei lägen, wohl als Regulatoren des Fluges dienen könn-
ten, dass sie dagegen, wo sie versteckt und in naher Be-
rührung mit dem letzten Thorax- und ersten Abdominal-
Stigma anzutreffen seien, zu dem während des Fluges sehr
gesteigerten Alhmungsprozesse in näherer Beziehung ste-
hen möchten.
Ein von Rondani selbst zusammengeslelltes chrono-
logisches Verzeichniss seiner dipterologischen Arbeiten ist
in der Entomologischen Zeitung XIX. p. 275 ff. abgedruckt
worden.
In den Annales de la soc. entomol. de France VI. p. 331 ff.
wird von Monceaux über ein von Robineau-Desyvoidy
hinterlassenes Werk „Dipteres des environs de Paris“ nä-
here Auskunft gegeben, dessen erster Theil im Manuskript
druckferlig vorliest.. Der Berichterstatter hat die Absicht
und wird von einer Commission der Entom. Gesellsch. zu
Paris dazu ermuntert(!), das Werk herauszugeben.
Tipulariae. Von ,oew wurde (Berl. Entom. Zeitschr. II. p. 108.
Taf. 1. fig. 5—9) eine neue Gattung Spodius aus der Bibioniden-Gruppe
aufgestellt, welche zunächst an Pachyneura erinnert, sich aber von
dieser durch zehngliedrige Fühlergeissel, an der das erste Glied ver-
längert ist, durch das mit Plecia übereinstimmende Flügelgeäder und
durch überall gleichmässig behaarte Beine unterscheidet. Das erste
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 453
Fussglied ist sehr verlängert, drei grosse Ocellen auf dem breiten‘
Scheitel. Taster viergliedrig. Art: Spodius imbeeillus, von Stein in
Mehadia aufgefunden. Ausserdem werden Plecia rostellata aus Bra-
silien und longipes von New-Orleans als neue Arten beschrieben. —
Bei Gelegenheit der Aufstellung jener neuen Gaitung geht Loew
auf die Zusammensetzung der Gruppe Bibionidae im Allgemeinen ein
und zerfällt sie in zwei Abtheilungen, deren erste Scatopse, Aspistes
und Arthria, die zweite die übrigen Gattungen enthält. Von den der
Gruppe bis jetzt beigezählten Formen entfernt er Simulium und Rhy-
phus, ohne ihnen einen bestiimmten Platz anzuweisen, ferner Rachi-
cerus Hal. und die Bernstein - Gattungen Chrysothemis und Electra,
welche er jetzt alle drei den Xylophagiden beizählt. Eine Bereiche-
rung der ersten Gruppe der Bibioniden hat durch eine von Bohe-
man entdeckte, mit Scatopse verwandte Gattung, welche in Lappland
einheimisch ist, stattgefunden ; Gattung und Art werden charakterisirt
und abgebildet, aber nicht benannt. Zur zweiten Gruppe wird Pa-
chyneura Zett., welche der Begründer selbst zu den Tipuliden, Hali-
day dagegen zu den Mycetophiliden stellte, gezogen und ihre nahe
Verwandschaft mit Penthetria, Pleeia u. s. w. dargethan. Die drei
Gattungen Penthetria, Plecia und Crapitula hält der Verf. für nicht
genügend unterschieden, indem sich die für dieselben aufgestellten
Merkmale als wandelbare und relative herausstellen.
van der Wulp, „Beschrijving van eenige nieuwe of twij-
felachtige soorten van Diptera’uit de familie der Nemocera“ (Tijdschrift
voor Entomologie, II. Deel, p.159—183. pl. 11 und 12) machte eine
Anzahl neuer Niederländischer Arten durch sorgsanıe Beschreibungen
und sehr sauber ausgeführte Abbildungen bekannt. Die Namen der-
selben sind: Corethra obsceuripes, Chironomus viridicollis , unicolor,
blandus (Winn. i. lit.), nigriventris, marmoratus (Six i. lit.) , dilata-
tus, sylvaficus, ochraceus, signalus, Tanypus griseipennis, Tipula li-
vida, Leia stigmatella, ferruginea, Mycetophila tenuicornis, longicor-
nis, flaviventris , signatipes,, nitidiventris und costata. — Ausserdem
giebt der Verf. erneute Beschreibungen und Abbildungen von Chiro-
nomus nigrimanus Staeg. und Platyura suceineta Meig. (Nlavipes Zett.);
auch sind die Flügel von Mycetophila lateralis und nitida Meig. Ver-
gleiches halber auf den Tafeln dargestellt.
Derselbe (ebenda p.3—11) brachte Bemerkungen über die
besten Merkmale zur Unterscheidung der Chironomus-Arten bei und
hob’'in dieser Beziehung besonders drei Punkte hervor: 1) die Länge des
Analsegments im Verhältnisse zu dem vorhergehenden Hinterleibsringe,
2) die Form der Taster und die Längenverhältnisse ihrer Glieder,
und 3) den Aderverlauf auf den Flügeln. Unter jeder dieser Rubriken
beträchtet der Verf. eine Anzahl von bereits bekannten Arten und
hebt die sie unterscheidenden Merkmale hervor; einer näheren Er-
454 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
läuterung -derselben sind zugleich zwei Tafeln (pl. 1 u. 2) gewidmet,
auf welchen die Analsegmente, die Taster und die Flügel einer Reihe
von Arten dargestellt sind.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV.
p: 381. beschrieb folgende neue Arten und Gattungen: Culer (Me-
garhina) Amboinensis und subulifer von Amboina, Nero, setulosus und
luridus aus dem Innern Java’s, aureostriatus von Amboina, Tanypus
ornatus aus Java, Chironomus pictus von Java und Amboina. — Oli-
gomera nov. gen., zwischen Tipula und Pachyrrhina zu stellen, fol-
gendermassen charakterisirt: „Proboseis exigua, parum eminens; palpi
exigui, 4 articulati, retrorsum flexi, articulis lineari-oblongis, fere
omnibus inter se aequalibus. Antennae setaceae, thorace breviores,
8 articulatae,, inter oculos sitae, articulo prinıo elongato, secundo
eyathiformi, minimo, reliquis oblongis, fere omnibus aequalibus, parce
pilosis. Oculi ovales, subtus contigui, ocelli nulli. Alae elongatae,
non incumbentes, cellula discoidali parva pentagonali, cellulis poste-
rioribus quinque; halteres elongati, eoniei. Pedes corpus longitudine
duplum fere aequantes, anteriores reliquis longiores.“ Art: Olig.
Jarensis aus dem Innern Java’s. — Ferner: Limnophila? crux, Lim-
nobia? saltens, Limn.? sanguinea , Cylindrotoma? albitarsis und
Sciophila tropica aus Java. Diese Arten sind zugleich auf Taf. 2, 4,
5, 6 und 7 abgebildet; einen besonders eigenthümlichen Anblick ge-
währt die auf Taf. 4 dargestellte Limnopkila? erux durch die eigen-
thümliche Position der Beine, welche sie im Ruhezustande annimmt.
Das vorderste Paar wird seiner ganzen Länge nach gerade nach vorn
gestreckt und dabei das eine Bein auf das andere gelegt, so dass
beide eine gerade Linie bilden und als solche eine direkte Verlän-
gerung der Körperachse darstellen; an dieselbe werden auch die Schen-
kel der Mittelbeine angelegt, während die Schienen und Tarsen die-
ser im Winkel nach‘aussen treten; das letzte Beinpaar, ebenfalls auf-
einandergelegt, tritt als gerade Linie nach hinten über die Hinter-
leibsspitze hervor. Es stellt demnach das Thier in der Ruhe die Form
eines Kreuzes dar, wonach auch der Name gewählt ist.
Im 17. Bande derselben Zeitschrift p. 77 ff. beschreibt derselbe
Verf. ausserdem noch folgende Arten: Culex variegatus, Sciara femo-
ralis, Limnobia aurantiaca, Tipula longicornis, Megistocera atra und
Cylindrotoma ornatissima von Amboina.
Fernere neue Arten sind:
Tipula Japonica, parva und Penthetria velutina Loew (Wien.
Entom. Monatsschr. II. p. 101f.) aus Japan.
Dilophus Maderae (pl.5. fig.1), Seatopse tristis (pl.5. fig 2),
Chironomus pedestris, Limnobia contraria, Maderensis, haligena, At-
lantica und Pachyrrhinu brevipennis Wollaston (Annals magaz. nat,
hist. 3. ser. I. p. 113 ff.) von Madeira.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 455
Tipula microcephala Bigot (Archiv. entomel. Il. p. 347) vom
Gabon.
Bibio Zealandieus Walker (Transact. entomol. soc. IV. p. 235)
von Neu-Seeland.
Ceeidomyia tamarieis Kollar (Wien. Entomol. Monatsschr. Il.
p.159 f.) aus Cairo, '%— 'Y lin. lang, an Tamarix articulata Gallen
bildend.
Kollar (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p-425) machte Mittheilungen über das massenhafte Auftreten einer bis-
her in Oesterreich noch nicht beobachteten Fliege, des Mydedhaenak
lugubris Fries (Psilocerus occultans Ruthe).
Tabanii. Loew (Öfversigt af Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl.
XIV. p. 357 1.) theilt die Gattungen der Tabaniden zwei Gruppen zu,
nämlich Pangonia, Silvius und Chrysops den „Pangonina,* bei denen
die Hinterschienen mit Sporen versehen sind, Tabanus, eine neue Gat-
tung Pronopes und Haematopota dagegen den „Tabanina,“ deren Hin-
terschienen unbewehrt sind. Als neue Arten aus dem Kaffernlande
und zum Theil vom Cap diagnostieirt derselbe: Pangonia suavis (Cap),
brunnipennis, biclausa , Silvius pertusus, glandicolor, cuneatus, con-
fluens, decipiens, Chrysops ciliaris, stigmaticalis, confluens (Cap). —
Pronopes n. g. Körper breit, niedergedrückt, lang behaart, Flügel
lang, Augen behaart, beim Männchen weit von einander getrennt;
Gesicht senkrecht, Ocellen gross, erstes und zweites Fühlerglied lang
behaart, drittes fünfringelig, der erste Ring eilörmig; Rüssel kurz.
Art: Pr. nigricans 3 lin. lang, vom Cap. — Tabanus strigiventris,
fulvianus mit behaarten Augen, sericiventris, trisignalus, serralus,
atrimanus, variabilis, gratus, insignis, suleipalpus, luteolus mit nack-
ten Augen, Haematopola duplicata (Cap), obscura, scutellaris, recur-
rens (Cap), bistrigala, eircumscripla und dorsalis. -
Derselbe lieferte (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. in
Wien 1858. p. 573—-612) eine Auseinandersetzung der Europäischen
Tabanus-Arten, welche um so dankenswerther ist, als sich eine Be-
stimmung nach den bisherigen Beschreibungen in vielen Fällen nur
mit Zweilel bewerkstelligen liess. Als besonders brauchbare Merk-
male zur Unterscheidung der Arten hebt der Verf. die Form der Ta-
ster und des letzten Fühlergliedes, die Breite und die Schwielenbil-
dung der weiblichen Stirn, die Zeichnung, Behaarung und Facetten-
bildung (Männchen) der Augen hervor. Die 43 hier aufgeführten und
beschriebenen Arten werden zuerst in einer analytischen Tabelle aus-
einandergesetzt und für ilre Anordnung in erster Instanz die Behaa-
rung oder die Nacktheit der Augen zu Grunde gelegt; diese beiden
Hauptgruppen zerfallen dann nach der Anwesenheit oder dem Man-
gel eines zurücklaufenden Anhangs am Vorderuste der dritten Längs-
ader der Flügel je in zwei Unterabtheilungen, Zur Gruppe mit be-
456 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
haarten Augen gehören als neue Arten: a) ohne Anhang am Vorder-
aste der dritten Längsader: Tab. spilopterus Sibirien, brevis ebenda-
her, pilosus Alpen, Nord-Italien, decorus Syrien, ucuminatus Illyrien,
Italien, septemtrionalis Labrador, anthophilus Süd-Europa und Klein-
Asien; b) mit Anhang: Tab. bifarius Ungarn. — Zur Gruppe mit nack-
ten Augen: a) mit Anhang: Tab. pulchellus Klein- Asien; b) ohne
Anhang: Tab. unifasciatus Klein- Asien, cognatus Oesterreich, reetus
Klein-Asien,, spectabilis Serbien , infuscatus Italien, gagates Klein-
Asien, obscurus Italien.
In gleicher Weise hat derselbe (ebenda p- 613—€34) auch eine
Auseinandersetzung der Europäischen Chrysops-Arten vorgenommen,
in welcher 21 Arten der Gattung zunächst nach ihren auffallendsten
Merkmalen in einer Tabelle analysirt und sodann ausführlich cha-
rakterisirt werden. Als neue Arten sind aufgestellt: Chr. kamatus
Klein- Asien, dissectus Sibirien, validus Sibirien, concavus Moskau,
lapponicus Lappland, divaricatus Sibirien, Zudens Klein-Asien, connexus
Frankreich.
Als neue Arten aus Japan beschrieb derselbe (Wien. Entomol.
Monatsschr. II. p. 103 1): Chrysops suavis, Tabanus chrysurus, angu-
slicornis und hirticeps.
In einer Abhandlung „Ueber die Europäischen Arten der Gat-
tung Silvius“ (ebenda p. 305 ff.) ‘sucht derselbe nachzuweisen, dass
Silvius Algirus Meig. der Tabanus italicus Fab. sei (welcher letztere
von Wiedemann mit Silvius vituli identifieirt wurde) und be-
schreibt Silvius hirtus n. A. aus den Krainer Alpen und ochraceus
n. A. aus Klein-Asien.
Bigot (Archiv. entom. II. p. 34811.) beschrieb Tabanus Gabo-
nensis (Macq.), Deyrollei und Haematopota inappendiculata als n. A.
vom Gabon.
Doleschall(Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XVII. p.481.):
Tabanus furunculigenus und cinnamomeus n. A. von Amboina, mono-
culus von Gombong auf Java.
Schiner (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p- 33) beschrieb unter dem vorläufigen Namen Chrysops Ranzonii das
Männchen einer in Steyermark, aufgefundenen Art, die von den übri-
gen Chrysops-Arten in mehrfacher Beziehung abweicht und vielleicht
als Männchen zu Chrysops vitripennis Meig. (fem.) gehört.
Westwood (Proceed. entom. soc. IV. p. 82) theilte eine Nach-
richt von Thwailes aus Ceylon mit, wonach eine Pangonia, dort
„elephant-{ly“ genannt, in einigen Gegenden der Insel eine grosse Plage
von Thier und Menschen ist und selbst den Elephanten mit ihrem
langen Rüssel Blut absaugt.
Asilici. Zahlreiche neue Gattungen und Arten dieser Familie
LU LU l UL
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 457
aus dem Caffernlande und vom Cap machte Loew (Öfversigt af Kong.
Vetensk. Akad. Förhandl. XIV. p. 342 ff.) durch Diagnosen bekannt:
a) Dasypogonina: Laparus pulchriventris, cuneatus, gracilipes,, pe-
dunculatus, maculiventris, caliginosus, funestus, melasomus , bicolor,
squalidus. — Pegesimallus n. g. von der Form der Gattung Laparus,
aber der ganze Körper dicht und lang behaart; Kopf sehr breit, Ge-
sicht breit, sehr gewölbt, ohne Höcker, Knebelbart ohne Borsten,
aus dichten Haaren bestehend, bis zu den Fühlern aufsteigend; Ba-
salglieder der Fühler kurz, Endglied gekeult, länger als die vorher-
gehenden zusammen, der Endgriffel sehr kurz‘, warzenförmig mit
kaum sichtbarem zweiten Gliede; Thorax sehr gewölbt und wie der
Hinterleib dicht haarig, Vorderschienen an der Spitze gedornt, vor-
derer Metatarsus an der Basis gestützt; alle Ninterzellen der Flügel
offen, die vierte an der Spitze verengt. Art: Peg. ursinus, 4—5lin.
vom Cap. — Lagodias n. g., mit Laparus verwandt, durch Schlank-
heit des Körpers und der Beine der Gattung Leptogaster sehr ähn-
lich, aber durch bewehrte Vorderschienen, längere Tarsen, breitere,
an der Basis nicht keilförmige Flügel und breites Gesicht sehr ab-
weichend. Art: L. albidipennis in beiden Geschlechtern, die abwei-
chen, charakterisirt; vom Calfernlande. — Microstylum validum, gu-
losum, ignobile, aterrimum, dispar, Teratopus n. g., auf Asilus cya-
neus Fabr. gegründet, Xiphocerus eruciger, 4-maculatus, unifasciatus,
Scylaticus n. g., in Allem Xiphocerus ähnlich, aber durch geraden
Rüssel abweichend; vierte Hinterrandszelle offen, an der Spitze ver-
engt. Zwei Arten: Scyl. sonatus und laticinctus , letztere vom Cap.
— Hypenetes n. g., von Asilus-artigem Habitus, borstig, mit grossem
Gesichtshöcker und Knebelbart, grossem, geraden Rüssel, langen Pal-
pen, gekeultem dritten Fühlergliede, das an der Basis stark verdünnt
ist, mit sehr langen Borsten besetztem Schildehen, kräftigen Schen-
keln, nicht gekeulten Schienen , deren erstes Paar nicht bewehrt ist,
und breiten Flügeln. Art: Hyp. stigmatias, 5'% lin. lang. — Spanu-
rus n. g., von den vorigen Galtungen durch dicke, gekeulte Hinter-
schienen unterschieden, von den folgenden durch zusammengedrück-
tes Abdomen; Habitus ebenfalls Asilus-artig, Flügel in ihrer ganzen
Ausdehnung dicht behaart, vierte Ilinterrandszelle nicht verengt.
Art: Span. pulverulentus, 4 lin. — Oligopogon penieillatus, Holopo-
gon fugaz, Rhabdogaster n. g., nackt, Leptogaster sehr ähnlich, aber
mit breitem Gesichte, etwas längeren Flügeln , schr grossen Halteren
und deutlichen Pulvillen. Art: Rhabd. nudus, 5lin., Cap. — Discoce-
phala umbripennis, Leptogaster validus, ochricornis, (nitidus Wied.
Sem. aus Nubien), brunneus, rufirostris, pietipennis, tenuis, Lasiocnemus
lugens, Damalis speciosa und longipennis. — b) Laphrina: Lamyra
voraz (Chastum), Laphria bella, Hoplistomera auriventris (Chartum),
nobilis (serripes Loew, Mossambique), oribrata, Dyseris n. g., yon
458 Ger staecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Laphria-Form; drittes Fühlerglied verlängert, behaart, mit sehr kur-
zem, dicken, stumpfen Endgriffel; Rüssel mittelmässig, nicht spitz;
Hinterschenkel stark verdickt, unterhalb nicht stachlig, erstes Tarsen-
glied nicht ‚länger als das letzte; die erste und vierte Hinterrands-
zelle der Flügel weit vor dem Rande geschlossen. Mit Laxenecera
Macq. zunächst verwandt, durch die erste geschlossene Hinterrands-
zelle unterschieden; auf Laphr. albicincta Loew gegründet, mit zwei
neuen Arten: Dys. sonata und mollis aus dem Caffernlande. — Da-
sylhriz sienura n. A. ebendaher. — c) Asilina: Promachus aequalis
Caffrar., trichozonus Guinea, scalaris und capreolus Caflrar., Aleimus
tristrigatus Callrar., Longurio und angustipennis Cap, Philodicus te-
nuipes Caffrar. und obscuripes Guinea. — Synolcus n.g., mit Erax ver-
wandt, aber durch den Mangel des Appendix am Vorderaste der dritten
Längsader unterschieden; überall nur wenig behaart, das Gesicht ohne
Tuberkel , der Kuebelbart schwach ; Thorax convex, sehr kurz be-
haart, hinten lang geborstet, Schildchen an der Spitze zweiborstig ;
die Querader der Flügel über die Mitte der sehr schmalen Diskoi-
dalzelle hinaus verlängert, die erste Hinterzelle offen, die vierte vorn
erweitert; Flügel des Männchens erweitert, die Geschlechtszange ge-
rade, einfach; der Altergrilfel des Weibchens lang, zusammengedrückt.
Drei Arten: Syn. tenuiventris, signalus und dubius Macqg. aus dem
Caffernlande. — Dysclytus n. g., schwach behaart, nur der hintere
Theil des Thorax dicht; Gesicht wenig gewölbt, ohne Höcker, Kne-
belbart nicht dicht, borstig, slarr, fast bis zu den Fühlern heraufstei-
gend; drittes Fühlerglied dünn; Flügel des Männchens erweitert,
erste Hinterzelle olfen, die zweite vorn an der Basis erweitert, Dis-
koidalzelle von gewöhnlicher Breite; männliche Copulationszange
lang, zusammengedrückt, weiblicher Aftergriffel sehr verschmälert
und lang. Art: Dysel. spurcus Caflrar. — Lophonotus cupreus Cap,
melanolophus, ustulatus und spiniventris Callrar., angustibarbus und
seliventris Cap. — Trichonolus n. g., Gesicht mässig gewölbt, ohne
Höcker, Knebelbart lang, weich, sehr dicht, drittes Fühlerglied lincar;
Thorax convex, leicht gekielt, gemähnt; Querader der Flügel dem
Ende der Diskoidalzelle dreimal näher als der Basis, erste Hinterzelle
offen, zweite an der Basis nicht erweitert; Flügel des Männchens er-
weilert, Art: Trich. Pegasus Callrar. — Dasophrys n. g., ganz be-
haart, Gesicht mit Höcker, dieser sehr gross, fast bis zu den Fühlern
reichend, Knebelbart lang, dicht, haarig, Scheitel sehr tief ausge-
höhlt; Thorax convex, nur vorn behaart; erste Hinterzelle der Flügel
offen, zweite vorn mässig erweitert; Flügel des Männchens erweitert;
Geschlechtszange des Männchens einfach, Aftergrilfel des Weibchens
sehr lang. Art: Das. longibarbus Caflıar. — Mochtherus sinuatus
und annulitarsis, Ommatius flavipes Calfrar. — Proagonistes n. g.,
Asilus-ähnlich, Gesichtshöcker gross, Palpen erweitert, eiförmig,
A
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 459
Rüssel sehr spitz, mit etwas zurückgebogener Spitze; Aftergriffel des
Weibchens kurz, konisch, nicht zusammengedrückt, mit freien, sehr
langen und linearen Endlamellen. Art: Proag. validus Callvar.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV. p. 392)
beschrieb: Dasypogon lanatus (gehört nicht dieser Gattung an, son-
dern ist eine Thereva) von Amboina, Asilus barbatus und latro aus
Java, Ommatius minor, minimus, Laphria pellucida, Kollari (ist gleich
l.. spectabilis Guerin, Voyage de la Coquille), Kubinyii, villipes, tri-
stis und Gonypes möluccanus von Amboina; (die Laphria-Arten ge-
hören zur Gruppe lampria Macq.). — Ebenda XVII. p. 86 f.: Xipho-
cera rufilhoraz (ist ein Dasypogon mit bewehrter Spitze der Vorder-
schienen), Laphria puer (noch kleiner als die Atomosia- Arten, aber
eine wirkliche Laphria), dissimilis, Bleekeri (eine durch die Theilung
der Submarginalzelle ausgezeichnete Art), Ommatius spathulalus, Go-
nypes unicolor, annulipes und Damalis erythropkthalmus von Am-
boina. — Damalina noy. gen., „Caput applanatum , latissimum, pro-
boseis brevis, inclinata. Articuli antennarum duo prini brevissimi,
aequales, cyathiformes, tertius his multo longior, a Jatere compressus,
apice rolundalus et hie aristam nudam gerens, Ocelli tres magni, frons
lata, concavya. Pedes postiei reliquis longiores, tibiae pedum omnium
äpice globosae; tarsi hamati. Alae lanceolatae, cellulis posterioribus
quinque.“ Art: Dam. laticeps, 2'/, lin. von Amboina.
Bigot (Archiv. entom. Il. p. 352 ff.) stellte eine neue Gattung
Heligmoneura in der Gruppe der Asiliden auf, welche er von Pro-
etacanthus Maeg. durch den Mangel des Dornenkranzes an der Lege-
röhre des Weibchens unterscheidet; es wäre aber wolıl nöthig gewe-
sen, ihre Unterschiede von den Europäischen Asilen, die aus der Ab-
bildung der Art Hel. modesta auf pl. XI nicht hervorgehen, zu erör-
tern, bis wohin die Aufrechterhaltung der Gattung zu beanstanden ist.
Ausser einer neuen Art: Lazenecera tristis vom Gabon werden Pro-
machus fasciatus, Philodicus fraternus Wied.. Asilus Gabonicus Macq.
und Microstylum rufineurum Macq. nochmals beschrieben.
Itamus angusticornis Loew (Wien. Entom. Monatsschr. Il. p. 106)
n. A. aus Japan.
Schiner (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch- zu Wien 1858.
p. 32) wies Dioetria Reinhardi als Männchen von D. cothurnata nach,
halt auch Stichopogon nigrifrons Loew für das Weibchen von dem in
Steyermark vorkommenden St, albofasciatus Meig.
Empidae. Neue Arten von Loew (Öfversigt Kongl. Vetensk.
Akad. Förhandl. XIV. p. 369 1.) sind: Empis erassifila und inornata
vom Cap, macropus, perpendieularis und completa aus dem Callern-
lande, Hilara cervina, heterogastra und castanipes ebendaher.
Hybotidao. Derselbe (cbenda p. 360) charakterisirte eine
neue Gattung Syndyas. Drittes Füblerglied eiförmig, mit Endborste,
460 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rüssel horizontal, hervorgestreckt, Palpen linear, Hinterschenkel ver-
dickt, unten stachlig, Hinterschienen gekeult; die zweite Längsader
der Flügel entspringt aus der ersten in der Mitte des Flügels, die
vierte fehlt von der Basis des Flügels bis zur viereckigen Diskoidal-
zelle. Zwei Arten: Synd. opaca und nitida, 1°, lin. lang, aus dem
Caffernlande. — Neue Art: Syneches nebulosus vom Cap.
Tachydromiae. Loew (Zeitschrift für d. gesammt. Naturwis-
sensch. XI. p. 453 ff.) machte unter dem Namen Synamphotera pallida
eine neue Gattung und Art aus dem Harz bekannt, welche zwischen
Phyllodromia und Heterodromia einerseits und zwischen Clinocera,
Ardoptera und Sciodromia andererseits in der Mitte steht. Der Rüssel
ist kurz, hornig,, die Palpen klein, aufliegend, die Fühler kurz mit
sehr kurzem Endgriffel, die Beine dünn, die vorderen einfach; die
dritte Längsader der Flügel schickt nach vorn einen Ast ab, welcher
sich öfter mit der zweiten Längsader durch eine kleine Querader ver-
bindet; die Diskoidalzelle verlängert, drei Adern zum Hinterrande
schickend, die Basalzellen verlängert, die hintere kaum kürzer als
die vordere; die sechste Längsader stark und bis zum Flügelrande
verlaufend. Die Art ist 1'/, lin. lang.
Ardoptera oculata desselben (Wien. Entom. Monatsschr. II. p.7)
ist eine neue Art aus Sicilien. Mit Ardoptera ist nach einer beifol-
genden Bemerkung des Verf. die Gattung Leptosceles Halid. identisch,
und dessen l.ept. guttata und exoleta Varietäten derselben Art,
Ueber die Arten der Gattung Clinocera Meig. handelte derselbe
(ebenda p. 238—253 und p. 257—262); die 16 bis jetzt beschriebenen
Arten der Gattung, von denen einige zusammenfallen, sind unter sehr
verschiedenen Galtungsnamen , wie Heleodromia. Hydrodromia, Para-
mesia , Brachystoma und Wiedemannia publicirt worden , ohne dass
nach Loew hinreichender Grund zu einer Trennung in mehrere Gat-
tungen vorhanden ist; er schliesst sich daher der Ansicht Walker's
an, welcher ebenfalls Heleodromia und Wiedemannia unter dem Na-
men Clinocera wieder vereinigte. Die Zabl der bekannten Arten
redueirt sich nach Loew auf 11, welche zuerst in zweifacher Weise
analytisch auseinandergesetzt und dann näher charakterisirt werden;
es sind folgende: 1) bistigma Curt. (borealis Zett.). 2) pusilla n. A.
aus Rhodus und Klein-Asien. 3) lota Walk. 4) stagnalis Halid. (Bra-
chystoma Westermanni Zett.). 5) kygrobia n. A. aus Sieilien. 6) Zet-
terstedti Fall, 7) bipunctata Hal. (Zetterstedti Walk.). 8) Bohemani
Zett. 9) Robertii Macq. 10) Fontinalis Halid. (Wesmaelii Zett.). 11)
Wesmaelii Macg. — Nachträglich wird noch (p. 386) eine 12. Art
unter dem Namen Clin. nudipes aus Oberitalien bekannt gemacht.
Platypalpus univittatusLoew n. A. aus den: Calfernlande (Öfver-
sigt Kongl, Vetensk/ Akad. Förhandl. XIV. p. 371).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 461
Xylotomae. Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. L
p- 115) beschrieb Thereva nana n. A. von Madeira, pl.5. fig. 3 ab-
gebildet.
Loew (Öfversigt Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. XIV. p. 342):
Eetinorhynchus alternans und Thereva brachyura n. A. aus dem Caf-
fernlande.
Thereva lanata Doleschall aus Amboina (siehe Asilici!)
Bombyliarii. L&eon Dufour „Histoire des metamorphoses du
Bombylius major“ (Annales soc. entom. VI. p.503 ff. pl. 13) lieferte
eine Beschreibung und Abbildung der Puppe von Bombylius major,
welche mit der von Westwood gegebenen Abbildung übereinstinmt
und zugleich grosse Aehnlichkeit mit der Anthrax-Puppe hat. Der
Verf. fand diese Puppe in Mehrzahl ausgeschlüpft in der Nähe von
Colletes-Bauten im Sande und in einem Falle dicht bei einer solchen
Puppe ein so eben ausgeschlüpftes Exemplar der Fliege. Eine beim
Durchgraben desselben Terrains im Herbste aufgefundene Larve, wel-
che ebenfalls beschrieben und abgebildet wird, möchte, nach der
Vermuthung des Verf., gleichfalls der obigen Art angehören, ohne
dass dies jedoch irgend wie erwiesen wäre. DieLarve ist fuss- und
augenlos, zwölfringlig, halbeylindrisch, mit Mandibeln versehen, die
drei Thoraxsegmente ein wenig grösser als die übrigen, jederseits mit
einem laare besetzt, das Endglied des Abdomen unbewehrt; der Kör-
per weiss und glatt.
Nach Laboulbene (Bullet. soc. entomol. p. CXII) lebt An-
thırax sinuala auch parasitisch in den Nestern von Odynerus spinipes.
Doleschall (Naturk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV. p.599 If.)
beschrieb: Anthrax ventrimacula, flaviventris, 'coeruleopennis (alle
drei zu Exoprosopa Macq. gehörend und letztere Art gewiss nicht
von Anthr. Tantalus Fabr. verschieden), argyropyga (zur Gruppe der
Anthr. sinuata gehörend) n. A. von Amboina. — EbendaXVll. p. 93
bemerkt der Verf., dass letztgenannte Art wahrscheinlich mit Anthr.
semiscita Walker identisch sei und beschreibt Anthraz aterrima und
angustata als n. A. von Amboina.
Bigot (Annales soc. entom. VI. p.573) macht die Mittheilung,
dass seine Cyllenia elegantula aus Chile (Annales 1857) von der Gat-
tung Cyllenia wesentlich abweiche, ohne die Unterschiede selbst an-
zugeben; er begründet auf dieselbe eine neue Gatlung Acro-
phthalmyia.
Nemestrinidae. Locw (Öfversigt Kongl. Vetensk. Akad. För-
handl. XIV, p. 367 f.) stellte eine neue Gattung Symmietus auf, wel-
che zwischen Colax und Trichopsidea die Mitte hält, indem sie mit
ersterer in der völligen Verborgenheit des Mundes und der Mund-
theile übereinstimmt, letzterer dagegen durch grosse, auf einem her-
vortretenden Höcker stehenden Ocellen und durch das Flügelgeäder
462 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nahe tritt. Das nach unten breiter werdende Gesicht ist ganz dicht
mit langer, zarter Behaarung bekleidet, die dreigliedrigen Fühler sehr
klein, aus zwei kurzen, dicht verbundenen Basalgliedern und einem
eiförmigen Endgliede, welches sich unmittelbar in eine griffelförmige
Verlängerung fortsetzt, bestehend. Art: Symm. costatus aus dem Caf-
fernlande. Ausserdem werden als neue Arten beschrieben: Neme-
strina longipennis und variegata vom Cap, variabilis aus dem Caffeın-
lande. (Die Gattung Synmictus ist ausserdem noch in der Berl. En-
tom. Zeitschr. II. p.111. Taf. 1. fig. 26 beschrieben und abgebildet.)
Henopii. Oncodes caffer Loew n. A. aus dem Caffernlande
(Öfversigt Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. XIV. p- 368.)
Leptidae. Chrysopila testacea Loew n. A. aus dem Caffernlande
(ebenda p. 367), Atheriz nigritarsis Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor
Nederl. Indie XVII. p. 92) n. A. von Amboina.
Dolichopodidae. Bigot (Archiv. entom. II. p. 361) beschrieb
Psilopus Zephyrus und Saphirus, sehr schöne neue Arten vom Gabon,
letztere auf pl. 10. fig. 8 abgebildet.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV. p.402)
errichtete eine neue Gattung Heliomyia, die er den Dolichopoden
beizählt und folgendermassen charakterisirt: „Antennae supra episto-
mium positae, articuli omnes breves, tertius latior quam longus, seta
apicalis longa. Ocelli tres. Artieulus palporum ultimus deorsum
flexus. Alae cellula discoidali magna, longa, fere triangulari, non
ineumbentes. Tibiae paris pedum secundi apice bispinosae. Organon
copulatorium maris foreipatum.“ Art: Hel. ferruginea, 4 lin. von
Amboina. (Nach der auf Taf. 7. fig.5 gegebenen Abbildung gehört
die Gattung offenbar nicht zu den Dolichopoden , sondern zeigt ganz
das Flügelgeäder der Leptiden; sie dürfte wohl am ersten mit Chry-
sopila Macq. zu vergleichen sein, von der sie die grossen Palpen
freilich wesentlich unterscheiden.) — Ebenda XVII. p. 94 f. werden
Psilopus longicornis und palmetorum als n. A. von Amboina be-
schrieben.
Loew (Öfversigt Kong]. Vetensk. Akad. Förhandl. XIV. p. 371):
Psilopus stenurus vom Cap, flezus, flavirostris, angustipennis, Gym-
noplernus argyropus, Chrysotus inconspicuus, Diaphorus univiltalus,
cyanescens und Hydrophorus spinicornis aus dem Caffernlande.
Pipunculini. Derselbe (ebenda p. 374.) beschrieb Pipuncu-
lus laeviventris, brevicornis, abdominalis, umbrinus, mulillatus, acu-
leatus und claripennis als n. A. aus dem Caffernlande, Pip. parvifrons
vom Cap.
Platypezini. Platypeza inornata und lugens Loew (Öfversigt
Kongl. Vetensk, Akad. Förhandl. XIV. p.375) n. A. aus dem Caf-
fernlande,
a
wraE
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 468
Stratiomyidae. Eine neue Gattung Lophoteles wurde von Loew
(Berl. Entomol. Zeitschr. I]. p. 110) beschrieben und abgebildet; sie
ähnelt einer kleinen Oxycera, hat nur drei von der grossen Discoi-
dalzelle zum Hinterrande verlaufende Nerven, einen flachgewölbten,
aus fünf deutlich getrennten Ringen bestehenden Hinterleib, ein etwas
gestrecktes, unbewehrtes Schildchen,, ein, langgestrecktes Scheitel-
dreieck beim Männchen, auf dessen vorderem Theile die Ocellen ste-
hen, ziemlich hoch gestellte Fühler mit rundlichem, undeutlich vier-
ringligem Endgliede, das an seiner Spitze eine sehr dicht gefiederte
Borste trägt. Art: Loph. plumula 1°%, lin. von der Insel Radak. (Taf.1.
fig. 18 abgebildet.)
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV. p. 403)
beschrieb Sargus formicaeformis und Odontomyia cinerea als n. A.
von Amboina ; letztere ist eine Clitellaria aus der Verwandtschaft der Cl.
bilineata Fabr., erstere auf Taf. 3 abgebildet. — Ebenda XVII. p. 81.
stellt derselbe eine neue Gattung Wallacea auf (der Name ist gleich-
zeilig bei den Coleopteren vergeben!) , die er zwischen Oxycera und
Platyna plaeirt. „Antennae sub ocellis immediatim in suprema capitis
facie oriundae, cum sela capite longiores, triarticulatae; duo primi
minimi, tertius his multo longior, quinque- annulatus, in setam lon-
gam exiens. Ocelli tres aequales. Rostrum sub epistomio retractum.
Seutellum margine postico breviter bidentatum. Abdomen thorace
multo latius, breve, supra segmentum primum tantum visibile. Alae
cellula discoidali magna rhombiformi.* Art: Wall. argentea, 1 lin.,
von Amboina. Neue Arten: Ephippium nigerrimum , Sargus rufus,
ferrugineus, Subula flavipes und vittata von Amboina.
Von Heeger (Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe der
Akad. d. Wisseusch. zu Wien XXX]. p. 307 ff. Taf. 3) beschrieb die
ersten Stände nebst Entwickelungsgeschichte von Xylophagus varius
Meig. Die Eier werden vom Weibchen an Bäume abgelegt, an de-
nen Saft ausfliesst, und von welchem sich die Larven bis zum Sep-
tember, wo sie halbwüchsig sind, ernähren; dieselben überwintern
dann unter der Rinde, verpuppen sich im April und Mai unter Baum-
rinde und liefern im letzteren Monate oder im Juni die Fliege.
Bigot beschrieb (Archiv. entom. Il. p. 351) Sargus affinis (ob
gleich Musca elongata Fab. ?) als neue Art vom Gabon.
Syrphici. Von Egger (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch.
zu Wien 1858. p. 701—716) wurden Mittbeilungen zur näheren Kennt-
niss mehrerer Vesterreichischer Syrphiden geliefert: 1) eine eingehende
Beschreibung der drei in Oesterreich vorkommenden Pelecocera-Ar-
ten: Pet. tricincta Meig., latifrons Loew und scaevoides Fall. 2) der
Nachweis, dass Brachypalpus varus Panz. nicht zu dieser Gattung,
sondern zu Myolepta Newm, gehöre. 3) Beschreibung einer auf dem
464 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Schneeberg neu aufgefundenen Art von Brachypalpus, die vielleicht
mit Xylota rufipila Meig. identisch ist. 4) Begründung einer neuen Gat-
tung Dasymyia auf Criorhina apiformis wegen ihrer Unterschiede in
der Bildung des Gesichtes, der Beine u. s. w. von den übrigen Ar-
ten der Gattung (mit denen sie übrigens ohne Zwang vereinigt blei-
ben kann). 5) Beschreibung neuer Arten: Criorrkina pachymera vom
Schneeberge, Eristalis jugorum (ob nicht die wirkliche E. fossarum
Meig. ?) und Syrphus Braueri ebendaher. — Schliesslich bemerkt der
Verf., dass die neuerdings in Oesterreich aufgefundene Psilota. rufi-
cornis Wahlb. ebenfalls zur Gattung Myolepta gehöre, und dass, falls
sie wirklich eine Psilota im Meigen’schen Sinne ist, dieser Gattungs-
naıne für Myolepta einzuführen sei.
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 115) be-
schrieb Eristalis ustus und Puragus mundus (pl. 5. fig.4) als n. A.
von Madeira.
Bigot (Archiv. entomol. I. p. 364 If.): Eristalis trizonatus,
laevivittatus (pl. 10. fig. 9) und Cheilosia pedunculata als n. A. vom
Gabon; ausserdem wird Eristalis plurivittatus Macg. nochmals ausführ-
lich charakterisirt.
Loew (Öfversigt Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl.XIV. p.375 I):
Ceria brunneipennis, Microdon brevicornis, inermis, Baccha elaripen-
nis, Ocyplamus rolundiceps, Paragus substitutus, longiventris, nudi-
pennis, Eumerus unicolor, erythrocerus, Syritta stigmatica (Cap), Rkin-
gia coerulescens, Syrphus claripennis (Cap), hirticeps (Nubien), cog-
natus (Cap), trisectus, rotundicornis (Cap), calopus, bituberculatus,
Asarcina eremophila (Nubien), Helophilus caffer , ingratus, extremus,
Plagiogera maculipennis (Helophilus Aenacus Walk. ?), Megaspis bul-
lata , curla, capito, fronto, Simoides nov. gen., (für Eristalis crassi-
pes Fab. errichtet), erpletus und villipes (Nubien), Eristalis metalles-
cens und euzonus, nigricornis (Wallfisch- Bay). Von diesen Arten
stammen die nicht besonders bezeichneten aus dem Caffernlande.
Derselbe (Wien. Entom. Monatsschr. Il. p. 107 f.): Baccha
apicalis, Rhingia laevigata und Eristalis incisuralis n. A. aus Japan.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV. p. 404)
beschrieb Ceratophya Indica, Eristalis mazima, metallica, inscripta,
Didea Ellenriederi (ist gleich Syrphus aegrotus Fab. Wied.), Mucquar-
tii (stelit dem Syrph. salviae Wied. äusserst nahe und wäre mit die-
sem noch zu vergleichen), diaphana von Amboina, Helophilus insignis
und pilipes von Java, Eumerus argyropus , Baccha vespaeformis und
moluccana von Amboina. (Die Arten sind auf Taf. 3, 7, 8, 9 und 10
abgebildet). — Ebenda XVII. p.94 1f.: Baccha semilimpida, Grapto-
myza melliponaeformis, Eristalis refulgens, Syritta Amboinensis, Eu-
merus bimaculatus, Syrphus villosulus und Pipiza moerens n. A. von
Amboina,
F
im Gebiete der Entomologie während des Jähres 1858. 465
leeger (Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe der Akad.
d. Wissensch. in Wien XXXI. p.295 ff. Taf.1 und 2) beschrieb die
ersten Stände und deren Entwickelungsgeschichte von Pipiza vitripen-
nis Meig. und varipes Meig. Die Eier ersterer Art werden vom Weib-
chen an solche Blätter von Populus italica gelegt, welche mit Blatt-
läusen besetzt sind; die Larven nähren sich von diesen und verpup-
pen sich unter loser Rinde Mitte Juli, oder die der zweiten Genera-
tion nach der Ueberwinterung im April des folgenden Jahres. Die
Larven der zweiten Art nähren sich von verschiedenen Aphiden-Ar-
ten, die unter der Erde an den Wurzeln von Pastinaca saliva, l’e-
troselinum sativum u. a. leben, überwintern daselbst und verwandeln
sich im März oder April zur Puppe, aus der nach 14—20 Tagen die
Fliege sich entwickelt.
Conopidae. Unsere Kenntnisse über die Naturgeschichte und die
parasitirende Lebensweise der Arten der Gattung Conops während
ihres Larven - und Puppenzustandes hat Saunders durch seine „Ob-
servations on Ihe habils of the Diptereus genus Conops“ (Transact
entom. soc. IV. p. 235—291) wesentlich erweitert. Der Verf. führt
zunächst die Angaben früherer Autoren über die Entwickelung von
Conops aus dem Hinterleibe lebender Hummeln, über das Schmarotzen
einer unbekannten Dipleren-Larve im Hinterleibe von Hummeln und
über die Verfolgung von IHummeln und Wespen durch Conops, wie
sie besonders von Latreille, Audouin, Lepelletier, Des-
voidy und Dufour gemacht worden sind, an; er hälte diesen An=
gaben auch die interessante Mittheilung von Kirschbaum über die
Entwickelung eines Conops aus dem Ninterleibe einer längst gelöd-
teten Bembex (siehe Jahresbericht 1853. p. 73) beifügen können. Aus
diesen Angaben ging die parasilirende Lebensweise der Conops-Arten
unzweifelhaft hervor, es blieb jedoch noch nachzuweisen, dass die
von Audouin im Ilinterleibe von Hummeln aufgefundene Larve, wie
es Latreille vermuthet, wirklich die des Conops sei. Diesen
Nachweis hat Saunders an einer in Griechenland vorkommenden
Conops-Art geliefert, deren Larve im Hinterleibe von Pompilus audax
Smith schmarotzt; diese Larve, aus der sich das Dipteron entwickelte,
stimmte mit der vonAudouin beschriebenen überein. Sie liegt mit
dem Kopfende gegen die Basis des Pompilus- Hinterleibes gerichtet,
hat eine weiche und durchsichtige Haut, hinter dem Kopfe zwei
schwarze hornige Haken mit auswärts gekehrter Spitze, am Afterende
des Körpers zwei nierenförmige, laltige, lappenartige Anhänge, wel=
che vor der Verwandlung dunkelbraun werden und offenbar die Re-
spiralion vermitteln. Zur Verwandlung zieht sich die Laryve stark
zusammen und nimmt die ovale, plumpe Form der späteren dunkel-
braunen Puppe an; das Durchbrechen des Parasiten geht zwischen
dem ersten und zweiten Hinterleibssegmente des Pompilus vor sich,
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bd. EE
466 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
— Auf welche Weise die Eier des Conops in den Leib des Pompi-
lus gelangen, hat der Verf. nicht beobachtet, er vermuthet jedoch,
dass sie nicht in die Larve desselben, sondern in die Imago selbst
bald nach ihrem Ausschlüpfen aus der Puppe, wenn die Körperbe-
deckung noch weich ist, hineingelegt werden ; vielleicht ist die Fliege
auch lebendig gebärend , in welchem Falle sich die jungen Larven
in den Leib des Wohnthieres einfressen würden. Hiermit würden
wenigstens die Beobachtungen von Dufour, welcher Hummeln, und
von Lepelletier, welcher Wespen von Conops verfolgt sah, über-
einstimmen; die Vermuthung des letzteren, dass die Conops ihre Eier
an die Wespen-Larven lege, ist wohl dahin zu verbessern, dass sie
nur in die Nester eindringe, um die frisch entwickelten Wespen
damit zu versehen. — Ausser in der genannten Pompilus-Art fand
der Verf. auch eine Conops-Larve im Hinterleibe von Sphex llavi-
pennis an der gleichen Lokalität und erhielt eine kleine Conops-Art
aus dem Hinterleibe eines Odynerus. — Abbildungen von den Larven
und Puppen des Schmarotzers, ihrer Lage im Ilinterleibe des Pom-
pilus u. s. w. hat Westwood auf pl. 28 gegeben.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XVI. p.100
und XIV. p. 412) beschrieb Conops bipartita und rufifrons n. A. von
Amboina.
Oestracea. Die Naturgeschichte der einheimischen Arten dieser
Familie ist mit besonderem Erfolge von Brauer sludirt und in zwei
Abhandlungen: „Die Oestriden des Hochwildes, nebst einer Tabelle
zur Bestimmung aller Europäischen Arten dieser Familie“ (Verhandl.
d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 385—414) und „Neue
Beiträge zur Kenntniss der Europäischen Oestriden* (ebenda p. 449 —
470. Taf. 10 u. 11) eingehend erläutert worden. In ersterer Abhand-
lung stellt der Verf. zuvörderst die von früheren Autoren gemachten
Mittheilungen über die Bremsen des Hochwildes zusammen, geht so-
dann in Kurzem auf die Charaktere der Familie und der einzelnen
Gattungen ein und beschreibt schliesslich die bis jetzt bekannt ge-
wordenen Arten in ihren verschiedenen Entwickelungsstadien, nön-
lich: Cephenenyia trompe aus der Nasen- und Rachenhöhle des Renn-
thiers, ©. stimulator Clark, wahrscheinlich dem Reh angehörig, (.
ınfibarbis und picta vom Edelhirsch; Hypoderma Actaeon aus der
Haut des Edelhirsches und Diana, wahrscheinlich aus der des Rehes
(auf beide lässt sich MH. lineatum Villers beziehen), ausserdem auch
H. bovis aus der Haut des Rindes. Die Weibchen der Cephenemyien
bringen lebendige Larven zur Welt, welche in einem Tropfen Flüs-
sigkeit den Wohnthieren in die Nasenhöhle gespritzt werden, wo sie
sich vermittelst zweier starker Mundhaken sogleich festheften; die
Hypoderma- Weibchen legen Eier, über deren Festheftung an der
Haut noch nichts bekannt ist; den daraus hervorgehenden Larven,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 467
welche in den Dasselbeulen der Hirsche und Rinder leben, fehlen die
Mundhaken. Jede Oestrus-Art lebt in einem bestimmten Wohnthiere
und zwar sind einige Galtungen der ersteren auf bestimnile Galtungen
der letzteren angewiesen , so Gastrus auf Einhufer, Cephenemyia auf
Hirsche; jedech kann ein und dasselbe Wohnthier mehrere Arten be-
herbergen, wie denn der Edelhirsch von zwei Hautbremsen und einer
Nasenhremse verfolgt wird. Die Männchen mancher Arten schwär-
men im Frühjahre auf der Spitze hoher Berge. — Die am Schlusse
angehängte analytische Tabelle giebt eine Charakteristik von 15 dem
Verf. bekannt gewordenen Europäischen Arten der Familie; die bei-
den Tafeln enthalten Abbildungen der Fliegen, Larven und Puppen,
— In der zweiten Abhandlung macht der Verf. fünf neue Europäische
Oestraceen bekannt, nämlich: Cephalonıyia purpurea bei Wien, aus
der Stirnhöhle des Schafes oder der Ziege, Hypoderma Silenus aus
Sicilien und vom Sinai (auf Eseln ?). Satyrus von den hohen Alpen,
daher vermuthlich auf Gemsen lebend , Gastrus inermis aus Plerde-
mist vom Neusiedler See, lativentris Loew i. lit. aus Kurland. Mit
Berücksichtigung dieser neuen Arten stellt Verf. die Europäischen
Oestraceen nochmals in eine analytische Tabelle, welche gegenwärtig
4 Gattungen und 20 Arten umfasst. Durch eine zweite Tabelle erör-
tert er sodann die Vertheilung der Arten auf die verschiedenen Wie-
derkäuer und Einhufer und beschreibt eine neue Hypoderma-Larve
aus den Dasselbeulen der Bezoarziegen von Creta.
Von Stricker sind aufBrauer’s Veranlassung auch zugleich
die von den Hypoderma-Arten erzeugten Dasselbeulen mikroskopisch
untersucht worden. (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
1858. p.415.) Nach diesen Untersuchungen scheint es, als bohrten
die Oestrus-Weibchen nicht die Haut der Wohnthiere mit ihrer Lege-
röhre an, sondern als würden die Eier ursprünglich in die Haarbälge
der Haut abgesetzt, welche sich unter Hypertrophie ihrer Wände mit
dem Wachsthume der Larve allmählig vergrösserten.
Schwab, „Die Oestraciden (Bremsen) der Pferde, Rinder und
Schafe, als Manuskript für Freunde der Naturgeschichte gedruckt*
(gr. 8., München 1858) ist den Ref. nicht zugekommen, nach Brauer
(a. a. 0.) aber nur ein zweiter Abdruck einer schon im Jahre 1840
erschienenen Schrift mit gleichem Titel.
Muscariae. Die von Walker (Transact. entonol. soc. IV.
p- 190—234) aus der Saunders’schen Sammlung beschriebenen Arten
dieser Familie sind in der vom Verf. angenommenen Reihenfolge fol-
gende: a) Tachinarise: Echinomyia furiosa von Rio-Grande, platy-
mesa aus China, stolida aus Neu-Süd-Wules, Eurygaster cuprescens
aus Hindostan, Tasmaniae von Van-Diemensland, (7) /anguida aus lHin-
dostan, Masicera longiuscula aus Süd-Amerika, albescens aus Hin-
Jostan, inclinans aus Süd - Amerika, Trira? sejuncta vom Cap, Goni«
468 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
oestroides aus Hindostan. — b) Dexiariae: Deria filipes, extrema,
(2) albicans vom Amazonenstrome, spinosa von Pt. Natal, Senostoma ?
punctum von Neu-Süd-Wales, Cordyligaster tipuliformis aus Süd-
Amerika. — c) Sarcophagidae: Sarcophaga decedens, subsericans,
(2) punetipennis und injuncta aus Columbien und Brasilien, Cynomyi«
auriceps von Quito. — d) Museariae: Pachymyia jaclans (Vaterland ?),
Benyalia depressa von Pt. Natal, Idia extensa von Pt. Natal, (2) sim-
plex aus Hindoslan, (?) varia vom Cap, Lucilia pinguis von Hindo-
stan, basifera (woher ?), Pyrellia facilis aus Süd-Amerika, torpida
vom Cap, Musca ruficornis von Van-Diemensland , Morellia indecora
aus Neu-Süd-Wales. — e) Anthomyides: Aricia ignara aus Brasilien,
(?) inseia aus Van-Diemensland, Hylemyia fasciata von Port Natal. —
f) Helomyzides: Scatopkaga Canadensis aus Canada, Sciomysa termi-
nalis aus Hindostan, Helomyza lata aus Süd-Amerika, robusta vom
Amazonenstronme, marginalis aus Neu-Süd-Wales, Dryomyza cingu-
lipes ebendaher, Tetanocera lateralis vom Amazonenstrome, Dorycera ?
conspersa aus Columbien. —g) Borborides: Borborus Amazonicus von
Amazonenstrome. — h) Lauxanides: Lonchuea albimanus aus Süd-Ame-
rika. — ji) Ortalides: Ropalomera tibialis, nebulosa und subslituta
aus Brasilien, Dichromyia? punctipennis aus Süd-Afrika, Loxoneur«
perilampoides (woher ?), Lamprogaster lepida von Celebes, Ulidia?
fulviceps aus Nindostan, Herina determinata vom Amazonenstrome,
decisa, nigrilula, intrudens, (?) divisa ebendaher und von Para, Try-
peta lutescens vom Amazonenstrome, sinica und iubifera aus China.
— k) Sepsides: Sophira distorta von Celebes. — ]) Oseinides: Osci-
nis scita aus Süd-Amerika. — m) Geomyzides: Drosophila valida aus
den Vereinigten Staaten. — n) Phytomyzides: Agromysa invaria,
Phytomyza solita und diminutla aus den Vereinigten Staaten. — 0)
Ephydra lata, brevis, oscilans und nara aus den Vereinigten Staaten.
— p) Phoridae: Phora nebulosa aus Van-Diemensland.
Loew (Berl. Entom. Zeitsehr. II. p. 113 ff.) machte einige neue
Galtungen bekannt, von denen Periscelis in der Gruppe der Geomy-
ziden auf Notiphila annulata Fall. (Ephydra annulata Meig.), welche
von Zetterstedt schon mit Zweifel in die Gattung Drosophila ge-
setzt wurde, begründet istz die Galtung ist mit Asteia und Droso-
phila, deren Unterschiede ausführlich erörtert werden, zunächst ver-
wandt, und zwar besonders durch eine neue hier beschriebene Art,
Periscelis annulipes 2'/, lin., in Schlesien von Seholtz entdeckt, bei
der. die hintere Querader der Flügel mangelt. (Abbildung von Flügel,
Kopf und Fübler auf Taf. 1. fig. 31—33). — Zu den Oseiniden kom-
men zwei neue Gallungen: 1) Siphlus n.g., zu den Chloropinen mit
einfachen Hinterschenkeln gehörend, durch sehr grossen und dieken
Kopf und Thorax ausgezeichnet; Stirn sehr breit mit grossem Schei-
teldreieck, Gesicht ebenfalls schr breit, unter den Fühlern nieht aus-
im Gebiete der Entomologie während der Jahres 1858. 469
gehöhlt, Fühler klein, mit rundlichem Endgliede, das eine zweiglie-
drige, griffelförmige Borste mit mikroskopischer Behaarung trägt;
Schildchen dick, oberhalb eben, Hiaterleib fünfringlig, glatt, Flügel
wie bei Chlorops, der letzte Abschnitt der 4. Längsader in der Nähe
seiner Basis gebogen, das erste Fussglied verlängert. Art: Siphl. me-
gacephalus, 1°/s lin., aus dem Callernlande. — 2) Pachylophus n. g.,
zu den Chloropinen mit verdickten Hinterschenkeln gehörend , von
sehr schmalem , langgestreckten Körper, mit flacher, sehr stark her-
vortretender Stirn und zurückweichendem Gesicht; an den Fühlern
das 1. Glied sehr klein, das 2. oberhalb verlängert, von der Seite
geschen halbmondförmig , das 3. eiförmig , in der Mitte seiner Ober-
seite am 2% aufgehängt, mit langer, sehr dicht behaarter Borste ;' die
Hinterschienen gekrümmt. Art: Pach. frontalis, fast 2 lin., eben-
daher. (Beide Arten sind auf Taf. I. durch Abbildungen erläutert.)
Derselbe beschrieb (ebenda p. 3741.) Ortalis cana von Zante,
alripes und bifaseiata aus Sicilien als neue Arten. — Ferner (Wiener
Entom. Monatsschr. II. p. S{.): Lispe consanguinea (teulaculala Zeit.
var. b.) aus Deutschland und Schweden, Covenosia albimana und pi-
etipennis aus Sicilien, Chylisa obseuripennis aus Oesterreich , Sapro-
myza difformis und bieolor aus Schlesien, Trypeta valida aus Ungarn,
Lauxania frontalis und nitens von Meseritz. — Ebenda p.57 1l.: Li-
para rufitarsis aus Österreich (nebenbei geht der Verf. auf die übrigen
Arten der Gattung näher ein), Oscinis humeralis aus Sicilien, breviro-
stris aus Constantinopel, longirostris von Rhodus, ornatifrons und
dasyprocta aus Sieilien, tristis von Posen, obscurifrons aus Unter-Ita-
lien, marginata aus Sieilien und Constantinopel, laerifrons aus Deutsch-
land, gileipes von Posen, Crassiseta sibirica aus Sibirien, megaspis
aus Klein-Asien und Unter-Italien, Eurhina nuda aus Acgypten, Phy-
tomysa heteroptera, Iridentata, gymnostoma und zanthaspis von Posen,
bipunctata von Meseritz und acuticornis aus Oesterreich und Schle-
sien, — Ebenda p. 152: Dialyta atriceps aus dem Harz.
Derselbe (ebenda p. 213 1.) begründete eine neue Gattung
Cacozenus auf eine von Scholtz in Schlesien aufgefundene Art:
Cae. indayator, die mit Agromyza latipes Meig. in einiger Verwandt-
schaft steht, aber ebenso wie diese von Agromyza zu Irennen ist.
In näherer Beziehung steht sie zu Milichia (welche Gattung der Verf.
auf M. maculata beschränkt), Argyrites (der schon von Latreille
gebrauchte Name wird für Milichia speciosa verwandt) und Lobioptera,
und zwar weicht sie von den beiden letzteren durch den mangeln-
den Flügelschlitz und die nur bis zur dritten Längsader reichende
Bandader, von ersterer durch Jängliche Augen, den hinten beborste-
ten Thorax, die nicht genäherten Queradern u, 8.,w. ab, — Neue Ar-
ten sind ferner: Ochthiphila spectabilis und coronata vom Neusiedler-
See, fasciata aus Nord-Deutschland.
470 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Derselbe (Wien. Entom. Monatssehr- II. p. 109 1.) beschrich :
Phasia rotundiventris, Lucilia fulvipes, Pyrellia laevifrons, Cyrto-
neura anguslifrons und Hydrotaea calcarata als n. A. aus Japan.
Doleschall (Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. Indie XIV.
p- 413 1.) beschrieb Lueilia nosocomiorum, Ochromyia ferruginea, Ly-
della unguiculata, Tetanocera tripunctata, Acinia faciestriata (ist
identisch mit Platystoma cincla Guerin, Voyage de la Coquille; die
Angabe des Verf., dass die Fühlerborste unbehaart sei, ist unrichtig)
von Amboina, Nerius phalanginus von Gombong auf Java, annulipes
und tibialis von Amboina. Die Arten sind auf Taf. 3, 8 und 10 ab-
gebildet. — Ebenda XVIl. p. 101 (f. werden folgende neue Arten und
Gattungen beschrieben : Echinomyia monticola, Eurygasier setosa,
Senomelopia sphingum, Masicera morio, aurifrons, Zambesa Walkeri,
Clytia modesta, nigroanalis, Gonia ezigua n. A. von Amboina. —
Spiroglossa nov. gen., durch spirallörmig zusammengerollten Rüssel
von allen bekannten Gattungen unterschieden. Charaktere: „Anten-
narum articulus tertius oblongus, seeundus ter longior, arista longa,
incrassala. Epistomium pro@äminens. Rostrum filiforme, longum, cor-
poris longitudineın fere adaequans , spiraliter involutum. Alae
distantes,, cellula posterior prima parum aperta, apicem alae al-
lingens; margo anterior alarum inermis.“ Art: Spir. typus, 3 lin.
von Amboina. — Prosena moluecana, Rutilia nigrocostalis (von Ru-
tilia durch längeres drittes Fühlerglied und stark gefiederte Borste
unterschieden), Omalogaster rufescens, Sarcophaga aurifrons, frontu-
lis, Musca (Lueilia) bivittata, azurea, Pollenia flavicans, Aricia qua-
dripunclata, graminicola, Spilogaster pusilla, Hydrotaea bicolor, Ophyra
riparia von Amboina. — Pachycephala noy.gen. (der Name ist schon
zweimal vergeben!) mit folgenden Charakteren: „Corpus hebes, caput
thorace latius, crassum, altius quam latum, frons lata, parum eminens.
Antennae vix inferiorem oculorum marginen altingentes: articuli duo
primi brevissimi, tertius secundo multoties longior, linearis, arista
longa, basi inerassata. Sulcus duplex in faciei inferiori parte, anten-
nas excipiendus. Epistomium crassum, sinuatum. Alae latae, fusco-
relieulatae.“ Zwei Arten: Pach. Mohnikei und albifacies aus Am-
boina. (Der Verf. stellt diese Gattung zu den Muscarien, von denen
sie einen Uebergang zu den Ortaliden bilden soll; in Wirklichkeit
ist sie ganz nahe mit Platystonıa verwandt und eine ihr gleichfalls
angehörende Art schon von Gu&rin, Voyage de la Coquille als
Platystoma maculipennis (= Plat. australis Macq.) beschrieben wor-
den.) — Zygaenula nov. gen. „Corpus breve, subquadratum, gla-
berrimum; caput lalissimum , valde aplanatum, multo latius quam
altım. Oculi parvi, fronte latissima sejuneli. Antennae breves, di-
stantes , artieulus tertius oblongus, arista nuda. Alulae parvae, alae
breves, latiusculae.* Art: Zyg. paradora von Amboina. (Diese schr
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 471
merkwürdige Gattung und Art, welche durch die Entwickelung der
Schuppen und durch das Flügelgeäder ebenfalls Platystoma nahe steht,
ist vom Ref. vor Empfang der Doleschall’schen Arbeit für die Entom.
Zeitung als Gorgopis bucephala beschrieben worden und scheint, wie
dort erwähnt ist, mit der Gattung TrigonosomaGriffith gleich zu sein.)
— Supromyza puncligera, Ortalis regularis, flaviscutellata, trifasciata,
Bractocera conformis , maculigera, ? vespoides, Themara alboquliata,
nigropunctulata, Herina chalybea, limpidipennis, grandis, nigrocostata,
Micropezsa tenuis und Drosophila ananassae von Amboina,
Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 116 ff.):
Tetanocera inclusa, Tet.? Walkeri (pl.5. fig.5 u. 6), Acinia insularis,
valida, Miranda, Ensina decisa, vacillans, Drosophila repleta, Gym-
nopa clara und Oscinis signata (pl. 5. fig. ”—9) als n.A. von Madeira.
Bigot (Archiv. entomol. II. p. 369 1.): Idia punctata, Pyrellia
nigrocincla, Tetanocera apicalis, Calobata Irifasciata, Leptoxys bi-
rittatus pl.10. fig.7 (wohl ohne Zweifel das Weibchen von Dacus
armatus Fab. Wied.) als n. A. vom Gabon. — Ausserdem werden
folgende bekannte Arten nochmals beschrieben: Micropalpus analis
Macq., Ochromyia senegalensis Macq. , Pyrellia favicalypterata Macq.
und Musca Gabonensis Macq.
Derselbe (Bullet. soc. entomol. p. 250) beschrieb Heteromyz«a
Delarouzei n. A. aus Frankreich.
Von Kaltenbach (Verhandl. d. naturhist. Vereins der Preuss.
Rheinlande und Westphalens XV. p. 78 ff.) wurden Agromyza lamii
(Larve in den Blättern von Ballota nigra und Lamium album), belli-
dis (Larve in den Blättern von Bellis perennis), graminis (Larve in
der Spitze der untersländigen Blätter von’Brachypodium) und bryoniue
(Larve in den Blättern von Bryonia dioica) aus Larven erzogen und
durch kurze Diagnosen als neue Arten aufgestellt.
Coquerel, „Note sur des larves appartenant a une espece
nouvelle de Diptere, Lucilia hominivorax, developpces dans les si-
nus frontaux de l’bomme ü Cayenne“ (Annales soc. entomol. VI. p. 171.
pl-4). Der Verf. beschreibt eine angeblich neue Art unter dem Na-
men Lucilia hominivorax (sie!) aus Cayenne, welche aus Larven, die
sich in der Nasenhöhle und den Sinus fronlales eines Menschen in
Menge entwickelt hatten, erzogen wurde. Es wird zugleich berichtet,
dass dergleichen Fälle sich in Cayenne schon zu wiederholten Malen
zugelragen haben, und dass die Patienten nach den fürchterlichsten
Schmerzen dem Uebel erlagen; in einem Falle wurden mittelst In-
jektionen mehr als 300 Larven ausgetrieben.
Heeger (Sitzungsberichte der mathem,-naturw. Classe d. Akad.
d. Wissensch. in Wien XXXI. p. 297 1. Taf. 1, 2 u. 4) erörterte die
ersten Stände und die Entwickelungsgeschichte von folgenden Arten:
472 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1) Phytomyza affinis Meig.; das Weibchen legt im Frühjahre seine
Eier an die Blätter von Pastinaca sativa, aus denen sich-in 4 bis 6
Tagen die Larven entwickeln; diese nähren sich vom Safte der Blät-
ter, in denen sie geschlängelte Gänge zurücklassen und verpuppen
sieh in der Erde, auf welche sie sich durch einen Faden vom Blatte
herabgleiten lassen. — 2) Chlorops numerata Heeger, noy. spee., gegen
die Spitze der Flügel mit schwarzer Zeichnung von der Form 161. ver-
sehen; die Larven leben in faulen Stengeln der Althaea rosea, die von
den Larven des Apion curvirostre zernagt sind und in welche das
Weibchen seine Eier hineinlegt. 3) Drosophila funebris Germ. (mas:
phalerata Meig.). Die Larven leben im verdorbenen Stärkekleister
und lieferten beide Formen, die als Männchen und Weibchen zusam-
mengehören; die Verpuppung geschieht an trockenen Orten, die Flie-
gen verbergen sich im Oktober in kalten Räumen, um zu über-
wintern,
Schiner's Verzeichniss der Oesterreichischen Arten der Gat-
tung Trypeta (Verhandl. d. zoolog.- botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p- 635— 700), in welchem mit Uehergehung der Robineau’ und Ron-
dani'schen Gattungen die Meigen’sche Anordnung im Wesentlichen
befolgt wird, umfasst 121 Europäische und darunter 87 Oesterreichi-
sche Arten, welche nach dem Beispiele der früheren Verzeichnisse
mit vollständiger Synonymie, Angaben über Vorkommen , Metamor-
phose u. s. w. versehen sind. Am Schlusse fügt der Verf. noch ein
Verzeichniss der von den Trypeten heimgesuchten Pflanzen bei und
zählt für jede Pflanze die sie bewohnenden Fliegen-Arten auf.
Derselbe (ebenda p. 55) machte Mittheilungen über häufiges
Vorkommen der sonst seltenen Lophosia fasciata Meig. bei Wien.
Aube (Bullet. soc. entom. p. LXXIV) machte eine Mittheilung
über grosse Mengen überwinternder Chlorops nasuta.
Neben den schon oben (siehe Insekten !) mitgetheilten Nach-
richten von Livingstone über die Isetse sind auch in den Comptes
rendus, Tome 46. p. 954 von de Castelnau briefliche Mittheilun-
gen über dasselbe Thier abgedruckt. Sie stimmen in allen wesent-
lichen Punkten mit den Livingstone’schen Angaben überein und ent-
halten nur noch die interessante Notiz, dass die Buschmänner die
Tsetse für lebendig gebärend ausgeben; ein sonst glaubwürdiger Mann,
der daran auch zuerst nicht glauben wollte, konnte sich selbst da-
von überzeugen , indem, nach seiner Aussage, die Buschmänner ihm
eine solche Fliege brachten, ihr den Hinterleib aufschnilten und dar-
aus drei junge Fliegen hervorgehen liessen (!).
Die gleichfalls schon oben (Insekten) angeführte Mittheilung
von Schenk über das Vorkommen von Infusorien im Darmkanale
der Schmeisslliege ist ausserdem in Virchow’s Archiv f. pathol. Anat.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 473
und Physiol. XIII. p. 491 . aufgenommen und hier mit näheren Da-
ten versehen. Die beobachteten Organismen halten meist eine spin-
delförmige, mitunter eine haferkorn- oder birnförmige Gestalt; eine
Identität mit bereits bekannten Infusorien liess sich nicht feststellen,
ebensowenig, ob sie nur eine Entwickelungsstufe anderer Organismen
darstellen; der Verf. zählt sie vorläufig den einzeln lebenden Mona-
den zu.
Pupiparae. Leuckart's wichtige Abhandlung über die Ent-
wickelung der Pupiparen nach Beobachtungen an Melophagus ovinus
ist in diesem Berichte p. 6 schon näher besprochen worden; in der-
selben wird beiläufig der Nachweis geliefert, dass die Gattung Braula
nach ihrer Fortpflanzungsweise der gegenwärtigen Familie wirklich
angehöre; da dieselbe dreikammerige Eierstocksröhren besitzt, scheint
sie fruchtbarer als ihre übrigen Verwandten zu sein.
Als neue Arten wurden beschrieben: IHippobosca viridipes von
Walker (Transact. entom. soc. IV. p.235) aus Neu-Süd-Wales, OI-
fersia minor Bigot (Archiv. entomol. 11. p. 376. pl.10. fig.10) vom
Gabon und Hippobosca Camelina Leon Dufour (Bullet. soc. entomol.
p. Cl), auf Kameelen in Oran lebend.
Lepidoptera,
Dass trolz der grossen Zahl ihrer Bearbeiter für keine
Insektenordnung bis jelzt weniger genügende Resullate in
Bezug auf die Systematik erzielt worden sind als für die
der Lepidopteren, kann ebenso wenig zweifelhaft. sein, als
dass es andererseils auch keine zweite giebt, in welcher
die Kenntniss wenigstens der einheimischen Arten zu einem
so vollsländigen und nach allen Seiten hin gleich genü-
genden Abschluss gebracht worden wäre. Durch letzteren
Umstand wurde es allein ermöglicht, ein Werk wie Ad.
und Aug. Speyer’s „Die geographische Verbreitung der
Schmelterlinge Deutschlands und der Schweiz, nebst Un-
tersuchungen über die geographischen Verhältnisse der Le-
pidopterenfauna dieser Länder überhaupt. I. Theil, die Tag-
falter, Schwärmer und Spinner“ (Leipzig, Engelmann 1858.
8. 478 pag.) einerseils überhaupt zu unternehmen und an-
dererseils mit so günsligem Erfolge durchzuführen; zu
letzterem haben freilich ausserdem die beiden Verf. sowohl
durch sorgsame und Nleissige Zusammenlragung des spe-
474 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ziellen Materials als durch die besondere Umsicht und Cri-
tik, mit der sie dasselbe zur Erzielung allgemeiner Resul-
tate verwerthet haben, das Ihrige redlich beigetragen und
in ihrem Werke offenbar die Grundlagen angebahnt, auf wel-
chen eine Inseklengeographie im Allgemeinen aufgeführt
werden kann und muss. In dem speziellen Theile ihrer
Arbeit, welcher dem Umfange nach der bei weitem grös-
sere ist und dem voraufgeschickten allgemeinen zur Grund-
lage dient, erörtern die Verf. die Verbreitung der einzel-
nen in systemalischer Reihenfolge aufgeführten Arten zu-
erst den Hauptmomenten nach und darauf durch spezielle
Cilirung der ihnen bekannt gewordenen Lokalitäten unter
Beibringung der Gewährsmänner; es sind zu diesem Zwecke
circa 90 verschiedene Faunen im Bezirke Deutschlands und
der Schweiz excerpirt worden. Die sich aus dieser Zu-
sammenstellung ergebenden Resultate für die geographische
Verbreitung der in dem vorliegenden Theile behandelten
Familien der Tagfalter, Schwärmer und Spinner werden in
dem allgemeinen Theile auseinandergeseizt und zwar in
besonders eingehender Weise für die Rhopaloceren, als die
nach allen Seiten hin am besten gekannten. Dieselben
werden 1) in Bezug auf ihr Vorkommen, ihre Verbreitung
in horizontaler und verlikaler Richtung und ihre Verlhei-
lung innerhalb des Deutschen Faunengebietes mit besonde-
rer Berücksichtigung ihrer Stalionen und der Ursachen ih-
rer Verbreilungsgränzen belrachlet; 2) wird die Deutsche
Fauna mit derjenigen von Europa verglichen und die Ver-
breitung der Deutschen Arten über andere Länder dieses
Welltheils erörtert und 3) wird noch der weiteren Ver-
breitung mancher Arten auf andere (aussereuropäsche) Län-
der gedacht. An den Vergleich der Deutschen mit der
Europäischen Rhopaloceren-Fauna anschliessend, unterwer-
fen die Verf. auch letztere noch einer besonderen Betrach-
tung, einerseils auf die innerhalb Europa’s sich kundge-
benden Faunengebiete eingehend, andererseils auch für die
hier in Rede stehende Familie die Ucbereinstimmung. der
Europäischen Fauna mit derjenigen der Miltelmeerküsten
Asiens und Afrikas nachweisend. Schliesslich werden noch
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 475
Bemerkungen über die Ursprungsstälten der Arten bei-
gebracht.
Von den über die geographische Verbreitung der Deutschen
Rheopaloceren gewonnenen Resultaten heben wir hier folgende als
von besonderem Interesse hervor: In der Vertheilung der 192 in
Deutschland und der Schweiz vorkommenden’ Arten lässt sich nicht nur
eine Verminderung von Süden nach Norden, sondern auch eine ganz
deutliche von Osten nach Westen wahrnehmen (Hamburg 72 A., Aa-
chen 79, Freiburg 100, während Danzig 89 A., Breslau 94, Wien
130); das Alpenland ist der reichste Theil des ganzen Gebietes, indem
ihm nur 3 Arten fehlen; 16 Arten sind ausschliesslich südalpin. UVe-
berall kommen 35 A. vor, fast überall 18 A. und an den meisten
Orten sind fernere 13 A. einheimisch, so dass der Stamm der Deutschen
Falter durch 66 Arten gebildet wird, während die übrigen 126 zerstreut
oder abgeschlossen vorkommen; die ärmsten Faunen sind die des
nordwestlichen Deutschlands (61 A.), die reichste die von Wien (130 A.),
die Durchschnittszahl stellt sich gerade auf die Hälfte sämmtlicher
Arten, nämlich auf 95 (Berlin, Frankfurt, Augsburg a. s. w.). — Eine
Untersuchung über die wagerechte Verbreitung der Arten hat erge-
ben, dass 74 Arten keine solche Verbreitungsgränze erreichen, 16 A.
Nordgränzen, etwa 24 Nordnordwestgränzen, 18 Nordwestgränzen,
9 Westnordwestgränzen , 3 Nordnordostgränzen und 6 Doppelgränzen
haben; in vertikaler Richtung betrachtet, kommen 159 Arten der
unteren Region (davon 12 zugleich Bergfalter) , 122 der montanen
(28 Bergf.), 85 der subalpinen (38 Bergf.), 54 der oberen Alpenre-
gion (32 Bergf.) und 20 der subnivalen Region (13 Bergf.) zu. —
Auf die Ursachen der Verbreitungsgränzen eingehend, beschäftigen
sich die Verf., indem sie von der Ansicht eines lokalen Schöpfungs-
heerdes für die einzelnen Arten ausgehen, zunächst mit der Frage,
ob hole Gebirgsketten, besonders die Alpen dazu geeignet sind, einer
Verbreitung Hindernisse in den Weg zu legen; sie glauben dies ver-
neinen und annehmen zu dürfen, dass wenn auch nicht durch frei-
williges Uebersteigen der Pässe, so doch durch Stürme, Luftströmun-
gen u. s. w. die ursprünglichen Bewoher beider Seiten auf die ge-
genüberliegenden hätten hinübergeführt werden können (es liegt wohl
näher, eine ursprüngliche Entstehung auf beiden Seiten der Alpen
anzunehmen! Ref.). Mit der Verbreitung der Nahrungspflanzen ist
zwar die der Falter verknüpft, aber keineswegs mit dieser zusam-
menlallend, wie dies das Fehlen zahlreicher Falter an Orten, wo ihre
Nahrungspllanze ebenso gemein ist wie an solchen, wo sie vorkom-
men, beweist, (Es möchten genauere Ermiltelungen übrigens diese
Frage doch wohl mehr zu Gunsten einer entsprechenden Verbreitung
zwischen Faltern und Nahrungspflanzen entscheiden, als die Verf. es
476 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
anzunehmen geneigt sind; nur müssten in Rücksicht darauf, dass die
Falter nicht wie die Pflanzen an die Scholle gebunden sind, nicht zu
enge Bezirke in Betracht gezogen werden. Ref.) Noch weniger
lässt sich eine Abhängigkeit von der Bodenbeschallenheit nachweisen
und somit gelangen die Verf. durch Ausschliessung dazu, dem Klima
den hauptsächlichsten Einfluss auf die Verbreitung zuzuschreiben;
besonders glauben sie (übereinstimmend mit der Grisebach’schen An-
sicht für die Pflanzen) in dem Seeklima des Westens, den kühleren
und trüberen Sommern den allgemeineren Grund für die nordwestli-
che Abgränzung der Verbreitungsbezirke in Mittel-Europa zu finden
und für die nordöstliche die in gleichem Sinne verlaufenden Isochi-
menen des mittleren und nördlichen Europa’s anführen zu können. —
Bei einem Vergleiche der Deutschen mit der Europäischen Rhopaloce-
ren-Fauna ergiebt sich, dass erstere nahe an zwei Dritttheile der Ar-
ten der letzteren umfasst; Frankreich und Sardinien stimmen jedes
an Artenzahl mit Deutschland fast genau überein; das ärmste Land in
Europa ist England mit 66 A. Von den übrigen Welttheilen hat Asien
156 A. mit Deutschland gemein, und zwar Sibirien 106, der Orient 49,
Peking 22, Japan 6, Farsistan 18, der Himalaya 19, Ostindien 3, die
Sunda-Inseln 4; von diesen Arten haben 45 eine weitere Verbreitung
in Asien. In Afrika sind bis jetzt 41 Deutsche, Arten beobachtet,
welche mit Ausnahme von 5 auch in den tropischen und südlichen
Theilen vorkommenden die Mittelmeerküste bewohnen; Nord-Amerika
beherbergt 15 bis 17, Süd-Amerika nur 2, Australien 3 oder 4
Deutsche Arten. In allen fünf Weltbeilen zugleich finden sich nur
Vanessa cardui und Atalanta, zwischen den Wendekreisen 7—10 Ar-
ten, fast auf der ganzen nördlichen Nemisphäre (Europa, Asien,
Nord-Amerika) 8 Arten.
Auch mit der Frage über die wahrscheinliche Zahl
der auf der Erde exislirenden Schmelterlingsarten und über
das numerische Verhällniss der Tagfaller zur Ordnung im
Ganzen hat sich A. Speyer (Linnaca entomol. XII. p. 410 ff.)
beschäftigt. Von der Annahme ausgehend, dass sich die
Zahl der Schmelterlingsarten zu derjenigen der Phanero-
gamen überall auf der Erde in gleicher Weise wie in Eu-
ropa verhalte, wo sie 2, der letzteren beträgt, und die
Schätzung der Phanerogamen der ganzen Erde auf 300,000
als mulhmasslich richtig betrachtend , kommt der Verf. zu
dem Resultate, dass gewiss 200,000 Schmelterlingsarten
existiren möchten, und dass ihr Minimum jedenfalls auf
130,000 festzustellen sein würde. Das Verhältniss der Rho-
|
-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 477
paloceren zu der Ordnung überhaupt schlägt der Verf. wer
nigstens für Europa auf 1 : 16 an.
Endlich theilte derselbe (Entom. Zeit. XIX. p.74—83)
auch ein „Verzeichniss der im Fürstenthum Waldeck im ge-
flügelten Zustande überwinternden Schmetterlinge“ mit, wel-
ches besonders mit dem von Zeller für Niederschlesien
publieirten in Vergleich gebracht wird.
Verf. hat bei weitem die meisten der von Zeller erwähnten
Arten auch in Waldeck als überwinternd angetroffen, fügt aber noch
7 von diesem nicht beobachtete Arten hinzu; es sind dies fünf Ma-
erolepidoptera (Vanessa Atalanta, Cerastis erythrocephala, Xylina pe-
trificata, oculata und Plusia gemma; erstere und letztere Art werden
auch bei Berlin überwinternd angetroffen. Ref.) und 2 Tortrices: Te-
ras abietana und favillaccana.
Rogenhofer, „Ueber zwei Zwitter von Lepidopte-
ren“ (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p. 245f.) beschrieb einen vollkommenen Zwitler von Ga-
stropacha trifolii und einen unvollkommenen von Geometra
prunaria Lin.
Das Museum der East-India Company zu London hat
jetzt ebenfalls damit begonnen, Verzeichnisse der in seiner
Sammlung befindlichen , meist Ostindischen Insckten zu
publiciren und durch die darin enthaltene Beschreibung
der neuen Arten den Species-Registern eine namhafte Be-
reicherung an ausgezeichneten Formen zuzuwenden. Zu-
vörderst ist der Anfang mit den Lepidopteren gemacht, von
denen die Rhopaloceren und Sphingiden unter dem Titel:
„A Catalogue of the Lepidopterous Inseets in the Museum
of the Hon. East - India Company, by Thom. Horsfield
and Fred. Moore, Vol. I. London 1857* in einem Oktav-
Bande von 278 Seiten mit 13 lith. Tafeln vorliegen. (Das
Erscheinen des Bandes fällt eigentlich in das Jahr 1858,
wie dies die vom Dezember 1857 dalirte Vorrede von Hors-
field darthut.) Die Einrichtung des Cataloges entspricht
im Ganzen derjenigen des British Museum, indem die be-
kannten Arten mit vollständiger Synonymie aufgeführt, die
neuen beschrieben und zum Theil abgebildet sind; in Be-
treif der Ausarbeitung ist derselbe jedoch besonders den
von Walker bearbeiteten Catalogen des British Museum
473 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
weit voranzustellen, indem er überall Gründlichkeit und Sorg-
samkeit erkennen lässt. Behufs sicherer Bestimmung der
Arten sind dieselben nach Horsfield’s Angabe sämmtlich
mit denen des British Museum sorgfältig verglichen , die
Synonymie überall von Neuem gesichtet worden. Die An-
ordnung der Gatlungen ist besonders bei den Rhopaloceren
eine von den neueren Systemen wesentlich verschiedene,
indem für die Abgränzung der Gruppen besonders die Form
der ersten Stände zu Grunde gelegt worden ist; die Fa-
milie der Sphingiden ist mit Ausschluss der Sesien u. S. w.
einzig auf die Linne’sche Gattung Sphinx reducirt. Ein
ganz besonderes Interesse erhält das Buch durch die von
Westwood sehr schön gezeichneten 18 Tafeln, von denen
nämlich die 12 ersten zahlreiche Abbildungen von Raupen
und Puppen enthalten, deren Bestimmung durchweg ge-
sichert ist, und welche in Ostindien, Ceylon u. s. w. nach
der Natur von verschiedenen Sammlern aufgenommen wor-
den sind; namentlich finden sich unter den Rhopaloceren-
Raupen und Puppen, denen 9 Tafeln gewidmet sind, meh-
rere ausserordentlich merkwürdige. Die letzten 6 Tafeln
liefern Darstellungen neuer Falter-Arten, die besonders in
den Gruppen der Nymphaliden und Satyriden zahlreich ver-
treten sind.
Die oben berührte Anordnung der Gattungen unter den Rhopa-
loceren betreffend, so fallen dieselben nach Horsfield fünf Grup-
pen zu; die erste mit „vermiform laryae“ entspricht den Lycaeniden
Doubl. Westw., die zweite mit „chilognathiform or juliform larvae*
den Pieriden (Sect. A.) und Equites (Sect. B.) Doubl. Westw., die
dritte mit „chilopodiform or scolopendriform larvae“ den Danaiden
und einem Theile der Nympbaliden D. W., die vierte mit „thysanu-
riform larvae“ einem anderen Theil der Nymphaliden in Verbindung
mit den Morphiden,, Satyriden, Euryteliden und Libytheiden D. W.,
die fünfte endlich mit „anopluriform larvae“ den Hesperiden, welchen
noch Nyctalemon Dalm. angereiht wird. — In ähnlicher Weise wer-
den die Sphingiden in solche mit „larvae elongatae“ (Macroglossa),
„larvae acrocephalae“ (Smerinthus), „larvae amblocephalae“ (Sphinx,
Acherontia) und „larvae ophthalınicae“ (Deilephila, Chaerocampau. s. w.)
getheilt. Es liegt dieser Eintheilung die Mac Leay’sche Theorie «der
Fünfzahl zu Grunde, welcher Horsfield bekanntlich ebenfalls an-
hängt und die er schon in einem früheren Werke für die Tagfalter
LEN BE LIÄE -
Fa ae \
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 479
anzuwenden versucht hatte; bei den Sphingiden ist die fünfte Gruppe
vorläufig noch offen gelassen.
Von dem Cataloge der im British Museum befindlichen
Lepidopteren sind im J. 1858 zwei neue Theile erschie-
nen, welche ebenfalls noch Heteroceren (Schluss der No-
eluinen u. s. w.) enthalten, dem, Ref. aber noch nicht zu-
gekommen sind; ein-Bericht über dieselben wird im näch-
sten Jahre nachgeliefert werden.
Auch die Aufzählung der im Museum der St. Peters-
burger Akad. d. Wissensch. befindlichen Lepidopteren durch
Menetries ist schon im J. 1857 mit einem zweiten Hefte
fortgesetzt worden: Enumeratio corporum animalium mus.
imp. acad. scient. Petropolitanae. Pars II. Lepidoptera hete-
rocera, c. tab.8. Es werden darin zunächst dem Verzeich-
nisse der Rhopaloceren 320 neu erworbene Arten hinzu-
gefügt, und sodann ein entsprechendes für die Familien der
Cydimonier , Agarislarien, Castniarien, Sphingiden, Sesien,
Zygaenen, Lithosien und Chelonarien, zusammen etwa 380
Arten umfassend, gegeben. Hieran wird die Beschreibung
einer Anzahl neuer Arten sowohl aus der Abtheilung der
Rhopaloceren als Heteroceren geschlossen und diese auf
den acht beifolgenden lithographirten Tafeln dargestellt ;
auch berichligende und ergänzende Bemerkungen zu den
im ersten Theile verzeichneten Arten sind beigefügt.
Gegen den vom Ref. im Jahresberichte 1855. p. 144 erstalteten
Bericht über den ersten Theil seines Catalogs hat Menetries eine
schr interessante „Antikritik* (Entomol. Zeitung XIX. p. 137) veröf-
fentlicht, in welcher er darzustellen versucht, wie Unrecht ihm durch
den Nachweis von der Identität mehrerer seiner als neu beschriebener
Arten mit denen früherer Autoren geschehen sei, hiermit die Bemer-
kung verbindend, dass es für ihn nicht fasslich sei, wie das hiesige
Museum 3600 Arten Rhopaloceren besitzen könne. In Betreff des vor-
liegenden zweiten Theiles, in welchem neben neuen ebenfalls schon
bekannte Arten als neu publicirt sind , hat der Verf., um nicht aber-
mals Unrecht zu erleiden , im Bullet. de Moscou selbst einige (ihm
vom hiesigen Museum zugegangene) Identitäts - Angaben veröllent-
licht, welche Ref. (Entom. Zeitung 1858) noch vermehrt hat und die
sich bei Berücksichtigung der seit mehreren Jahren in den Catalogen
des British Museum beschriebenen Ileteroceren gewiss noch weiter
480 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ausdehnen lassen werden, da diese Cataloge vom Verf. nicht gekannt
und benutzt worden sind.
„Noch einige Syrische Schmetterlinge“ beschrieb L e-
derer (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 135 ff.) und gab
zugleich Abbildungen derselben auf Taf. 2 bis 4; sie ge-
hören verschiedenen Familien der Macro- und Microlepi-
dopteren an. Eine Anzahl aus Syrien stammender Raupen,
deren Falter jedoch nicht festgestellt sind, wird ebenfalls
charaktlerisirl.
Christoph, „Bemerkungen zu einigen in Labrador
vorkommenden Schmelterlingen« (Entomol. Zeitung XIX.
p- 307—315) gab eine Aufzählung von etwa dreissig ın
Labrador unter dem 75° nördl. Breile gesammelten Lepi-
dopteren nebst Bemerkungen über ihre Abweichungen von
den Europäischen Exemplaren, mit denen sie der Art nach
meist idenlisch sind, ferner über ihr Vorkommen, ihre Häu-
figkeit, Lebensweise u.s. w. Einige Arten werden als neu
beschrieben.
Abbildung und Beschreibung Europäischer Schmetter-
linge in systemalischer Reihenfolge, von S. von Praun
(Nürnberg, Bauer und Raspe. 4.). Das mit mittelmässigen
Abbildungen ausgestattete Werk soll in 40 monatlichen
Lieferungen, deren jede 4 Tafeln nebst Text umfasst, er-
scheinen und hat eigentlich keinen anderen Zweck, als die
grosse Zahl bereits existirender ähnlicher, aber besserer
Werke unnülz zu vermehren. Der im Jahre 1858 erschie-
nenen ersten Lieferung, welche eine Darstellung der Gat-
tungen Limenilis, Apaltura, Charaxes, Cerynlhia und Do-
ritis enthält, sind bereits andere gefolgt; wir werden auf
das Werk in diesen Berichten nicht wieder zurückkommen,
da es kein wissenschaftliches Interesse darbietet.
Faune Suisse, L&pidopt£res, VI. partie. Tortrieides, par
J. €. de la Harpe (Neue Denkschrift. d. allgem. Schweiz.
Gesellsch. f. d. gesammt. Naturwiss. XVI. p.1—131). Die
Arbeit bildet eine Fortselzung der früher vom Verf. ver-
öffenllichten und giebt in entsprechender Weise eine Auf-
zählung der Schweizerischen Tortriciden mit Erläuterung
der Synonymie, des Vorkommens, der Abweichungenu. s.w.
|
im Gebiete der Entomologie währen. des Jahres 1858. 451
der einzelnen Arten. Den Bestand der Fauna bilden 314
Arten unter 52 Gattungen; mehrere der ersteren werden
als neu beschrieben.
Die Schmetterlinge der Oberlausitz (Rhopalocera, He-
terocera), zusammengestellt von H. Moeschler (Neues
Lausilzisches Magaz. 34. Bd. 1858. p. 236—337). Eine
systematische Aufzählung der in der Oberlausitz bis jetzt
beobachteten Arten mit Angaben über Vorkommen, Häufig-.
keit, Zeit des Erscheinens, Nahrungspflanzen der Raupen u.s.w.
Das Verzeichniss reicht bis zum Ende der Noctuen und
umfasst 103 Rhopalocera und 405 Heterocera.
Zur Kenntniss der Schlesischen Lepidopteren - Fauna
lieferte wieder Wocke (35. Jahresbericht der Schlesisch.
Gesellsch. für vaterl. Cultur p. 116. und 36. Jahresbe-
richt ete. p. 100 ff.) Beiträge durch Aufzählung von 22 da-
selbst nen aufgefundenen Arten, meist den Microlepidopte-
ren angehörig und zwei überhaupt neue einschliessend;
ferner durch Besprechung der Lepidopteren- Fauna von
Reinerz, aus der die bemerkenswerthesten Arten hervorge-
hoben werden.
Von Herrich-Schäffer und Hofmann (Corresp.-
Blatt des zoolog. -mineralog. Vereins zu Regensburg XII.
p- 177 ff.) wurden Nachträge und Berichtigungen zur Lepi-
dopteren- Fauna von Regensburg geliefert; durch 54 hin-
zugefügte Arten steigt die Zahl der dortigen auf 1733. Be-
merkungen über Synonymie, Lebensweise und Nahrungs-
pflanzen einzelner Arten sind beigemischt.
Zur Naturgeschichte mehrerer Mecklenburgischer Le-
‘pidopteren (Bombyeiden, Noctuen, Geometriden), welche er
in der Umgegend von Wismar beobachtet und erzogen hat,
gab F. Schmidt (Entom. Zeitung XIX. p. 344—381) ebenso
interessante als eingehende Beiträge; auf die einzelnen von
ihm besprochenen Arten ist bei den betreffenden Familien
näher eingegangen worden.
Snellen vanVollenhoven, „Mededeelingen over
Nederlandsche Lepidoptera® (Tijdschr. voor Entomol. II.
- P- 79 ff.) und de Roo van Westmaas, „Aanteekeningen
p 7 {=}
omtrent Lepidoptera* (ebenda p. 109 1.) machten weitere
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. 2. Bd. FF
482 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mittheilungen über Niederländische Schmetterlinge. Erste-
rer führt als Nachtrag zu seinen Bouwstoffen voor eene
Fauna van Nederland 8 in Holland neu aufgefundene Arten
(1 Sesia, 1 Lithosia und 6 Noctuen) auf und macht nach-
trägliche NMittheilungen über mehrere schon früher ver-
zeichnete; letzterer behandelt einzelne Arten, wie Hipp.
Egeria, Acronycta ligustri, Hadena suasa, Noctua um-
brosa u. a.
Stainton (Entomol. Annual f. 1858. p. 85 ff.) machte
15 in England neu entdeckte Lepidopteren namhaft (2 Geo-
metriden, 1 Tortrix, 11 Tineinen, 1 Pterophoride), die zu-
- gleich beschrieben und zum Theil abgebildet werden; unter
denselben sind 3 Tineinen neue Arten. — Ebenda p. 99ff.
giebt derselbe Notizen über seltene Arten, die im J. 1857
in England gesammelt worden sind.
Burchell (Nat. hist. Review V. Proceed. of soc. p.53)
zählte 38 in Irland neu entdeckte ‚Lepidopteren auf und
Greene (ebenda p. 125.) theilte ein Verzeichniss von
Irischen Schmetterlingen, die bei Chatham gefangen wur-
den, mit. (Sehr dürfig!) — Fünf und zwanzig fernere in
Irland aufgefundene Arten wurden auch von Birchall:
(Report of the 27. meeting of theBrilish association, Trans-
act. p. 102) namhaft gemacht.
Symbola ad Faunam Mosquensem. Enumeratio Lepi-
dopterorum in gubernioMosquensi indigenorum, quam scri-
psit E. Ph. Assmuss. Fasc. I. Macrolepidoptera. (Lipsiae
1858. 8. 56 pag.) Die Gesammtzahl der Macrolepidopteren
aus dem Gouvernement Moskau, welche der Verf. verzeich-
net, beträgt 621 Arten; davon 88 Rhopalocera, 32 Sphin-'
gides, 97 Bombyces, 217 Noctuen und 187 Geonmelriden.
Die einzelnen Arten werden mit den Citaten der bekannte-
sten Autoren, so wie mit Bemerkungen über ihre. Häulig-
keit und ihre speziellen Fundorte versehen; schliesslich wird
noch eine Mittheilung über die überwinternden Arten ge-
macht.
Schmetterlinge im Gouvernement von St. Petersburg
bis Mai 1858 zusammengestellt von J. C: Sievers. Mi-
erolepidoptera. (Helsingfors 1858. 8. 12 pag. ce. tab. 1.) —
* im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 483
Der Verf. giebt ein neues Namensverzeichniss der um St.
Petersburg vorkommenden Microlepidopteren und einige
Berichtigungen zu dem früher veröffentlichten Verzeichnisse
der Macrolepidopteren. Eine beifolgende Tafel enthält Ab-
bildungen von Notodonta Sieversii, unicolora, Catocala ad-
ultera und Xylina rufescens.
Menetrics, „Sur les Lepidopteres de Lenkoran et
de Talyche* (Melanges biolog. de l’acad. de St. Petersbourg
1853) hat dem Ref. nicht zur Einsicht vorgelegen. Es sol-
len darin 36 im Caucasus aufgefundene Lepidopteren nam-
haft gemacht sein, von denen 13 als daselbst vorkommend
noch nicht bekannt waren und zwei überhaupt neu sind.
Catalogue des Lepidopteres des environs d’Angers,
recueillis de 1855—57 et remarques diverses par M. Tou-
piolle (M&moires de la soc. academique de Maine et Loire
I, 2. 1858) ist im Bullet. d. 1. soc. entomol. p. LI ange-
zeigt, dem Ref. aber nicht näher bekannt geworden.
Bellier de la Chavignerie, „Observalions sur
les Lepidopteres des Pyrenees orientales (le Vernet)* stellte
(Annales soc. entomol. VI. p. 123—148) ein Verzeichniss
der von ihm im Juni und Juli in den östlichen Pyrenäen
gesammelten Schmetterlinge (Rhopalocera bis Geometrae)
mit Angaben über ihr Vorkommen, Nahrungspflanzen u. s. w.
zusammen. — Ebenso gab auch de Selys-Longchamps
(Bullet. soc. entomol. p. LXXIL) Notizen über einige
Tagfaller der Pyrenäen und verzeichnete dieselben ebenda
p- CCALI f.
Bellier verfasste ferner (Annales soc. entomol. VI.
p- 299 1.) ein „M&moire sur les varietes aceidentelles chez
les Lepidoptöres,“ in welchem er sich in Betrachtungen über
die Ursachen der Entstehung solcher Varieläten (Aberra-
tionen) ergeht und ein Verzeichniss von 49 verschiedenen
Lycaenen-Varieläten unter Angabe ihrer jedesmaligen Ab-
- weichung in Farbe und Zeichnung zusammenstellt. —Ebenda
p- 703— 707. pl. 4 liefert derselbe Beschreibungen und Ab-
bildungen mehrerer auflallender Varietäten aus den Fami-
lien der Rhopalocera, Bombyces und Noetuae.
Werneburg (Entomol. Zeitung XIX. p. 148—162 u.
484 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
p. 281—296) theilte kritische Bemerkungen über die Lepi-
dopteren in Scopoli’s Entomologia Carniolica und über
einige Abbildungen in Clerk’s Icones Inseetorum mit, be-
sonders auf die von Zeller über beide Autoren gemach-
ten Mittheilungen Rücksicht nehmend; in mehreren Fällen
weicht seine Ansicht über die Deutung der Arten von der-
jenigen Zeller’s ab. — Ebenda p. 416 ff. sucht der Verf.
die von Thunberg in der Dissertalio de Insectis Sueeicis
Pars I beschriebenen 58 Lepidopleren zu deuten, was ihm
nach seiner Mittheilung bis auf drei Arten überall mit Evi-
denz gelungen ist. (Der Verf. irrt darin, dass er die Be-
schreibung der Arten dem Doctoranden Bergstiröm vin-
dieirt; sie rühren von Thunberg selbst her.) — Endlich
prüfte derselbe (ebenda p. 49 ff.) neun von Linne und
fünf von Rossi herrührende Beschreibungen Europäischer
Lepidopteren, die von den neueren Auloren nicht mit Si-
cherheit eruirt worden sind; er deutet dieselben durchweg
auf später beschriebene Arten und entwickelt die Gründe dalür.
Rhopalocera.. Von W.Hewitson’s „Exotic Butterflies* sind im
Jahre 1858 vier neue Hefte (25. bis 28.) ausgegeben worden, in
welchen neue Arten aus den Gruppen der Eqnites, Pieriden, Danai-
den, Heliconier, Nymphaliden, Satyriden und Eryciniden durch Be-
schreibungen und Abbildungen bekannt gemacht werden.
Ausserdem hat derselbe einige neue von Walker gesammelte
Arten in den Proceed. of the Zoolog. soc. of London XXVI. p. 464—
466 beschrieben („Desceriptions of some Butterflies from the collection
of Mr. Wallace).
Equites. — Von Lucas (de Castelnau, Voyage dans l’Ame-
vique du Sud p. 197 f.) wurden Papilio Phaeton Boisd. i. lit., Oedi-
pus Boisd. i. lit. und Eupatorion Boisd. i. lit. als neue Arten aus
Brasilien aufgestellt; dieselben sind auf zwei beifolgenden Tafeln zu-
sammen mit Pap. Scamander Boisd., Cacicus Luc., Eurydorus Luc.
und Zeuxis Luc. abgebildet.
Hewitson (Exot. Butterll. 26. Meft.) gab Beschreibung und
Abbildung von Papilio Wallacei und Onesimus n. A. von Neu - Guinea.
Papilio KrishnaMoore (Catal. Lepidopt. East-Ind. Comp. p. 108)
n. A. von Bootan.
Menetries (Enum. corp. animal. II: Taf. 7) gab Abbildungen
von Papilio Philolaus Boisd., Pilumnus und einer Varietät von Thoas
Lin., die er als eigene neue Art unter dem Namen Pap. Cinyras be-
schreibt.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 485
Wallace, „On the habits and transformations of a species of
Ornithoptera, allied to OÖ. Priamus, inhabiting the Aru-Islands, near
New-Guinea“ (Transact. entom. soc. IV. p. 272.) machte Mittheilun-
gen über die Lebensweise einer mit O. Priamus nahe verwandten
Ornithoptera, vielleicht einer Varietät von O. Poseidon Doubl., deren
Männchen 6%—7, die Weibchen 9—9'% Zoll Flügelspannung haben.
Die Männchen fliegen sehr hoch und bleiben an den Bäumen sitzen,
die Weibchen niedriger und langsamer; da sie stets von den Männ-
chen verfolgt werden, gelingt es zuweilen auch letztere zu fangen.
Der Flug ist majestätisch und gleicht dem eines Vogels, so dass der
Gattungsname gut gewählt ist. Die Raupe lebt auf einer Aristolochia-
Art und hat, wie die einheimischen Arten, herausstülpbare Zapfen im
Nacken, die jedoch nicht, wieHorsfield es für P. Helicaon angiebt,
gelrennt, sondern Y-förmig verbunden sind. Die Puppe ist 3 Zoll
lang; zwei Weibchen entwickelten sich nach 30 Tagen.
Verloren, „Quelques observations sur le Papilio Machaon“
(Tijdschr. voor Entomol. Il. p. 90—108) schrieb eine ausführliche Ab-
handlung über die Raupe des Pap. Machaon, betreffend ihre Verwand-
lung, Varietäten, das Verhältniss der schwarzen Varietät der Raupe zu
der Varietät des Falters, die von Hübner Pap. Sphyrus genannt ist,
u. 5. w. — Eine Notiz über denselben Gegenstand von Ver IIuell
„Over de rups van Papilio Machaon“ (ebenda p. 129) ist von einer
colorirten Tafel, pl.7, auf der eine Farbenvarietät der Raupe und des
Schmetterlings dargestellt ist, begleitet.
Pieridae. — Von Hewitson (Exot. Butterfl. 27. Heft) wur-
den Leptalis Antherize Boisd. i. lit. aus Mexiko, Silo& aus Neu-Gra-
nada, Zathoe ebendaher und Zaela Boisd. i. lit. aus Neu-Granada als
neue Arten, Leptalis Lysino@ Hewits. fem. und Euryope Luc. noch-
mals beschrieben und abgebildet.
Von Moore (Catal. Lepidopt. East-Ind. Comp. p. 61 ff.): Eronia
Avatar und Terias venata aus Nord-Indien, Pieris Vishnu von Java
und Remba von Malabar als n. A. beschrieben.
Von Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. I. p. 135 .): Colias
Libanotica n. A. vom Libanon, Taf. 2. fig.1. 2.
Von Menetries (Enum. corp. anim. Il. p. 113): Pieris Melete
n. A. aus Japan, der P. brassicae sehr ähnlich, Taf. 10. fig. 1. 2. —
Auf Taf. 8. fig. 1. 2. bildet der Verf. die Männchen zweier Colias-Ar-
ten ab, von denen er uns im Texte sagt, dass er sie für die beiden Ge-
schlechter der Colias Aurora ansehe. (!)
Maitland (Tijdschr. voor Entom. II. p. 25) diagnostieirte eine
neue Art der Gattung Iphias Boisd. unter dem Namen Iphias Vossiüi
von der Insel Nias bei Sumatra.
Von Bellier de la Chavignerie wurde (Annales soc. en-
tom. p. 705. pl. 14. fig. 4) eine Varietät der Pieris napi mit strichwei-
486 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftliehen Leistungen
ser schwärzlicher Färbung des rechten Vorderflügels abgebildet und
beschrieben. e
Danaidae. — Neue Arten von Hewiston (Exot. Butterfl.
27. Heft) sind: Euploea Eupator von Celebes, Eurianassa , Eurypon
und Usipetes von Neu-Guinea.
Von Moore (Catal. Lepidopt. East-Ind. Comp. p. 127 f.): Eu-
ploea Mitra Vaterl. unbek., Crumeri Boisd. i. lit. aus Borneo, Klugis
Boisd. i. lit. aus Nord-Indien und Ochsenheimeri Boisd. i lit. von Java.
Heliconidae. — Hewitson (Exot. Butterfl. 25. Heft) gab
Abbildungen und Beschreibungen von Titkorea Tarricina, Heliconia
Hecuba Boisd. i. lit., n. A. von Neu-Granada, Heliconia Hermogenies
n. A. unbek. Vaterl. — Ebenda Heft 26 gleichfalls von Ithomia Vil-
lula, Apulia (lth. Caeno var. Hewits. antea) n. A. aus Neu-Granada,
Ercilla, Gunilla und Priscilla vom Amazonenstrome und Ilerdins
aus Peru. Von Ithomia Ilinissa Hew. wird ausserdem eine Varietät
abgebildet.
Heliconia Besckei von Rio-Janeiro und vieina aus Süd-Ame-
rika wurden als n. A. vonMenetries (Enum. corp. anim,. I. p.114)
beschrieben, erstere zugleich auf Taf. 8 abgebildet.
Nymphalidae. — Einen besonderen Reichthum an neuen
Arten dieser Gruppe enthält der Catalogue of Lepidopterous Insects
in the museum of the East-India Company, wo p. 143 fl. folgende
von Moore beschrieben worden: Precis Hara aus Silhet, Cirrochroa
Bajadeta aus Java, Ravana von Borneo, Cethosia Aeole de Haan i.
lit. von Sumatra, Argynnis Aruna, Kamala, Rudra aus Nord-Indien,
Hestina Isa von Darjeeling, Culinaga nov. gen., zwischen Hestina
und Neptis stehend, von Euploea-artigem Habitus; Art: Cal. Buddha
aus Nord-Indien. — Neptis Miah von Darjeeling, Manasa, Ananta
aus Nord-Indien, Radha von Bootan, Jumbah aus Nord-Indien, Nuta
von Borneo, Naudina von Java, Athyma Asura aus Nord- Indien,
Iina von Darjeeling, Pravara aus Borneo, Cama, Ranga und Mahesa
von Darjeeling; Abrota nov.gen. (vergebener Name!) zwischen Athyma
und Limenitis stehend; Art: Abr. Ganga von Darjeeling. — Limeni-
tis Paduka von Borneo, Danava von Darjeeling. — Pandita nov.
gen., mit Limenitis nahe verwandt; Art: P. Sinope (Adolias Sinope
Boisd. i. lit.) aus Java. — Adolias Parta aus Borneo, Garxda aus
Madras, Anosia Boisd. i. lit. aus Nord-Indien, Salia und Palguna aus
Java, Pulasara und Puseda von Pinang,, Trigerta und Sikandi von
Java, Ambalika aus Borneo, Jahnu von Darjeeling, Adima aus Assam,
Sancara aus Nord-Indien, Iva, Durga und Castalia Chandra von
Darjeeling, Dilipa nov. gen., auf Apalura Morgiana Westw. begrün-
det, Apatura Parvata aus Nord-Indien, Nakul« von Java, Nymphalis
Baya ebendaher und Enispe lepida von Canara.
Desselben Verf.'s „Monograph of the Asialic species of Neptis
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im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 487
and Athyma, two genera of diurnal Lepidoptera belonging to the
family Nymphalidae* (Proceeed. zoolog. soc. of London, Pt. XXVI.
1858. p. 3—20. pl. 49—51) enthält eine Aufzählung der ihm bekann-
ten Asiatischen Arten der Gattungen Neptis und Athyma mit synony-
mischer Erörterung der bereits beschriebenen und einer Charakteri-
stik der neuen so wie auch der schon in dem eben erwähnten Catal.
of Lepidopt. Insects East-Ind. Comp. beschriebenen. Von der Gat-
tung Neptis werden 22 Arten aufgezählt, von Athyma 27; neu sind
darunter folgende: Neptis Pata von Manila, Antara von. Celebes,
Narayana aus Nord-Indien, Amba aus Nepal, Skepherdi Newm. i. lit.
aus Neu-Süd-Wales, Soma aus Silhet, Ida von Celebes und Duryodana
von Borneo. — Atlıyma Bahula aus Silhet, Reta, Kresna, Subrata,
Abiasa, Idita, Kanwa von Java, Sumatra und Borneo, Asita aus Nord-
Indien?, Dama, Kasa und Gulama aus Manila.
Derselbe (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 48) beschrieb
als neue Arten: Limenitis Mata von Manila, Calidosa von Ceylon und
Hestina Mera aus Nord-Indien.
Von Hewitson (Exotic. Butterfl. Heft 25) wurden beschrie-
ber und abgebildet: Catagramma excelsior n. A. vom Amazonen-
strome, Lebasii Guer. Iconogr., d’Orbignyi und Bonplandii Guer. Ico-
uogr. — Ebenda Heft 25: Catagramma Vitringa, Zelphanda und Mai-
auna vom oberen Amazonenllusse, Denina aus Neu -Granala n. A.,
ferner Varietäten von Cat. excelsior, Eluina und Kolyma Hew. und
Bonplandii Guer., endlich Callithea Degandii n. A. vom oberen Ama-
zonenstrome.
Von demselben (Proceed. of Ihe zoolog. soc. of London, Part
XXVI. p.464. pl. 54): Diadema Pandarus von den Ke-Islands bei
Neu-Guinea und Deois von den Aru-Inseln.
Eueides Hübneri und Pavana aus Brasilien, Catagramma Tha-
myras ebendaher, Heterochroa Arete aus Bahia, Adolias Appiades und
Telchinia aus Ostindien als n. A. von Menetriös (Enumer. corp.
anim. 11. p. 116 1. pl.8u.9) heschrieben und abgebildet.
James Fisher (Proceed. acad. nat, science, Philadelphia 1858.
p- 179 f.) machte Argynnis Astarte als neue Art von Neu-Jersey, pl- 2
abgebildet, bekannt; sie ist jedoch nur eine Aberration der Argynnis
Idalia, welche in ähnlicher Weise, wie es bei unseren einheimischen
Arg. Aglaja, Latonia u. a. vorkommt, durch Ueberhandnehmen der
schwarzen Färbung auf der Ober- und der Perlmutterzeichnung aul
der Unterseite der Flügel entstanden ist.
Newman (Proceed. entom. soe. IV. p. 97) beschrieb eine
„merkwürdige Varielät“ der Argynnis Euphrosyne, Bellier de la
Chavignerie (Annales soc. entomol. p. 702. pl.14. fig. 1 u. 5) eine
Varietät von Argynnis Niobe mit düsterer Oberseite der Flügel und
eine Aberralion von Vanessa Urticae (ebenfalls Oberseite).
4835 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Morphidae. — Thaumantis Ramdeo Moore (Catal. Lepidopt-
East-Ind. Comp. p. 215) n. A. von Darjeeling.
Satyridae. — Derselbe (ebenda p. 217 ff.) beschrieb fol-
gende neue Arten: Debis Bhairava, Scanda, Nada, Mekara, Chandica
und Kansa von Darjeeling, Zophoessa Yama aus Nord-Indien, Mela-
nitis (Cyllo Doubl. Westw.), Vamana von Darjeeling, Ambasara und
Suyudana von Java, Bela aus Nord-Indien, Varaha und Gokala von
Canara, Suradeva von Darjeeling, Erebia Anada von Bootan, Lasiom-
mala? Pulaha ebendaher, Bhadra von Darjeeling , Satyrus Avatara
aus Nord-Indien, Mycalesis Visala, Sanatana und Malsara von Dar-
jeeling, Gotama aus China, Patnia von Ceylon, Anapita von Suma-
tra?, Heri aus Bootan, Samba aus Nord-Indien, Mandata von Ca-
nara, Runeka aus Assam, Janardana aus Java, Himachala von Dar-
jeeling, Yphthima Pandocus Boisd. i. lit. aus Java, Hyagriva, Sakra
und Narasingla von Darjeeling.
Hewitson (Exot. Butterfl. Heft 27) stellte eine neue Gattung
Daedalma (aus der Verwandtschaft von Pronophila) auf, deren Cha-
raktere er in die dichte Behaarung des Kopfes und der Augen, die
langen , hervorgestreckten Taster, die vierästige Subcostalvene der
Vorderllügel und die am Aussenrande gezähnten,, am Vorderrande in
eine Spitze hervortretenden Hinterflügel setzt. Vier neue Arten aus
Neu-Granada, welche abgebildet und beschrieben werden, gehören
dazu: Daed. Dinias, Doraete, Drymaea und Drusilla.
Lasiommata Goschkewitschii Menetries (Enum. corp. anim. 11.
p. 124. Taf.10) n. A. aus Japan.
Von Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. 11. p. 36) wurde eine
neue Beschreibung der in den Karnischen Alpen wieder aufgefunde-
nen Erebia Arete gegeben; ebenso von Bellier de la Chavig-
nerie (Annales soc. entomol. VI. p. 485. pl. 11), der zugleich eine
Abbildung beider Geschlechter liefert.
Eurytelidae. — Neue Arten sind: Elymnias (Melanitis Doubl.
Westw.), Varsudeva von Darjeeling und Kamara von Java, beschrie-
ben von Moore (Catal. Lepidopt. East-Ind. Comp. p.238 1f.), Mela-
nitis Melane Hewitson (Proceed. zoolog. soc. Pt. XXVI. p.465) von
Neu-Guinea und Cystineura Amymone Menetries (Enum. corp, anim. II.
p- 123. pl.10) von Nicaragua.
Libytheidae. — Libythea Lepita (Catal. Lepidopt. East-Ind.
Comp. p. 240) n. A. aus Nord-Indien von Moore.
Erycinidae. — Hewitson (Exotic Butterfl. Heft 25) gab
Beschreibungen und Abbildungen von Lemonias Siaka, Rhesa und
Thara vom Amazonenstrome, Sudias von Honduras, n. A. — Ebenda
Heft26: Mesosemia Nesti aus Cayenne, Steliö Boisd. i. lit. vom Ama-
zonenstrome, Odice Godart und Rhodia God. aus Brasilien, Mesosemia
Meeda und Maenades n. A., erstere aus Brasilien, letztere aus Neu-
r
%
*
u
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 489
Granada. — Ebenda left 28: Mesosemia Tenera Westw., Lagora lerr.-
Sch., geminus Fabr. (coelestina Menetr.) , Croesus Fabr,, Meana und
Marisa n. A. vom Amazonenstrome.
Lycaenidae. — Von Moore (Catal. Lepidopt. East- Ind,
Comp. p. 19 1.) wurden Miletus Boisduvalii und Horsfieldii von Java,
Ilerda Brahma von Darjeeling, Amblypodia Ganesa aus Nord-Indien,
Deva und Lorura Surya von Canara als neue Arten beschrieben.
Von M&netries (Enum. corp. anim, p. 124. pl. 10): Lycaena
Ladon (Cramer 2), Hellotia und Argia als n. A. aus Japan.
Eine schöne Aberration der Thecla W-album mit breiter weisser
Binde über die Unterseite aller vier Flügel bildete Bellier de la
Chavignerie (Annales soc. entom. VI. pl. 14. fig. 2) ab.
Hesperiadae. — Neue Arten sind: Hesperia Poggei Lede-
rer (Wien. Entom. Monatsschr. II. p- 141) von Damaskus und Pyrgus
Tethys Menctries (Enum,. corp. animal. II. p. 126. pl. 10) aus Japan.
Sphingides. Moore (Catal. Lepidopt. East-Ind. Comp. p. 271)
beschrieb Philampelus Naga n. A. von Darjeeling.
Menetries (Enum. corp. anim. Il. p. 131 ff.pl. 12 und 13):
Sphinz Anteros (= Sph. Justiciae Walk.) von Neu - Freiburg , Chae-
rocampa strenua von Haiti, Smerinthus coecus aus Daurien, Argus
vom Amur, Sperchius (=Dyras Walk.) aus Japan. — Smerinthus Evers-
manni Popofl ist nach dem Verf. gleich Smer. Tatarinovii Bremer.
Lederer (Wien. Entom. Monatssch. II. p. 141): Sesia palari-
formis n. A. von Damascus, Taf. 2. fig. 3 abgebildet.
Eine Beschreibung und Abbildung der Raupe von Deilephila
Tithymali lieferte Bellier de la Chayignerie (Annal. soc. ento-
mol. VI. p. 488. pl.11); dieselbe lebt in Algier auf Euphorbia paralias.
van der Hoeven, „Quelques mots sur le cri que fait enten-
dre le Acherontia Atropos“ (Tijdschr. voor Entomol. p. 117 ff.) stellt
die von den verschiedenen Autoren kundgegebenen Ansichten über
die Ursache des vom Todtenkopfe hervorgebrachten klagenden Tones
zusammen, dieselben zugleich kritisirend. Er selbst fand, dass nach
Wegnahme der beiden Palpen der Ton noch ein Weilchen fortdauerte,
aber dann aufhörte; er will jedoch hieraus nicht den Schluss ziehen,
dass an diesem Orte wirklich der Ton hervorgerufen werde.
Keferstein (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 225 Il.) erörterte
nochmals die schon früher öfter diskutirte Frage, ob Sphinx Celerio
und Nerii Europäische Falter seien, dabei besonders auf die von
Donzel über diesen Gegenstand publieirte Abhandlung eingehend.
Klotz, Bemerkungen über Sphinx Nerii (Entom. Zeitung XIX.
p- 226 1.) macht Mittheilungen über die Zucht des Schwärmers aus
der Raupe.
Castniariae. Mencetries (Enum. corp. anim. I, p. 127 M.
490 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pl. 11) gab Beschreibungen und Abbildungen folgender von ihm für
neu gehaltener Arten: Castnia Langsdorfi (= C. Zerynthia Gray),
umbrata (= C. Orestes Walk.), Godartii (= C. strigata Walk.) und
Besckei (= Boisduvalii Walk.) aus Brasilien.
Cossini. Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 143. Taf. 2.
fig. 4) beschrieb und bildete ab Stygia tricolor n. A. von Damaskus.
Chelonariae. Menetries (Enum. corp. anim. II. p. 138 ff.
pl. 14) beschrieb: Laemucharis metallescens, ornala, ignicolor , fa-
sciatella, fulviventris, Glaucopis vidua aus Brasilien, Glaucopis ru-
broscapus aus Californien , Charidea fastuosa (= Euchromia jucunda
Walk.) aus Brasilien, Epyrgis virginalis Boisd. i. lit. aus Ostindien
und Etrusia sinica Boisd. i. lit. aus China als neue Arten.
Syntomis Kindermanni Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. II.
p- 142) als n. A. vom Libanon aufgestellt, wird nachher als identisch
mit Synt. Mestrali wieder eingezogen.
Eine Värietät von Arctia Caja beschrieb Newman (Proceed.
enlom. soc. IV. p.' 62), eine sehr schöne von Chelonia purpurea Bel-
lier de la Chavignerie (Annales soc. entom. VI. p. 706. pl. 14.
fig. 7).
Krziz (Entomol. Zeitung XIX. p. 94 f.) machte Mittheilungen
über die Erziehung der Euprepia Matronula in einem Jahre; die
Raupen frassen von Ende Juni bis Ende Oktober, überwinterten aus-
gewachsen , verspannen sich Anfangs April und lieferten im Mai den
Falter.
Bombyeides. Lederer (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 143)
errichtete eine neue Gattung Chondrostega für eine zu den kleineren
Gastropachen im älteren Sinne gehörige Art Chondr. Pastrana aus
Syrien, deren Weibchen ungellügelt, das Männchen dagegen durch
auffallend breit gefranzte Flügel ausgezeichnet ist; Fühler bei letzte-
rem sehr breit gekänmt, ihre Basis dight buschig behaart, Augen be-
haart, Ocellen und Zunge fehlend, Stirn mit einem Hornvorsprunge,
der aus drei queren Kielen besteht, Palpen sehr kurz und hangend,
Beine ebenfalls kurz, besonders die mittleren und hinteren. Abbil-
dung Taf. 2. fig. 6 u. 7. — Psyche inquinata n. A. ebendaher p.142.
Derselbe (Berl. Entomol. Zeitschr. II. p. 355 ff.) will die
Ochenheimer’sche Gattung Notodonta nicht nur in 7, wie Herrich-
Schäffer, sondern sogar in 9 Gattungen zerlegt wissen, welche er
durch Charaktere festzustellen sucht und die ihnen angehörenden Ar-
ten darunter aufführt. — Ebenda p. 353 über die Synonymie der Psy-
che atra Esp.
Guen&e, „Notice monographique sur les Bombyx Europeens
du groupe du B. Quercus Lin.“ (Annales soc. entom. VI. p. 435 — 457.
pl. 10) lieferte eine schr gründliche Auseinanderselzung der mit Bomb.
Quercus Lin. in nächster Verwandtschaft stehenden und zum Theil
ee ee A a a u DULV ee u EEE ee. ee ee See Be En TE TE.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 491
sehr ähnlich sehenden Europäischen Arten, deren Zahl sich durch Hin-
zufügung zweier neuen jetzt auf 10 steigert. Die in Schottland auf-
gefundene Bomb. Callunae Palm. (pl. 10 abgebildet), obwohl der B.
quereus sehr ähnlich, hält der Verf. in Rücksicht auf die Verschie-
denheit der Raupe besonders während der früheren Häutungen (eben-
falls auf pl.10 abgebildet) und zugleich wegen der verschiedenen
Nahrungspllanzen (Calluna vulgaris) für eine eigene Art (jedenfalls
eine sehr fragliche, Ref.). Die beiden neuen, hier zuerst beschrie-
benen und auf pl.10 abgebildeten Arten, die jedoch nur im weiblichen
Geschlechte bekannt sind, heissen Bomb. Iberica und serrula und stam-
men beide aus Andalusien.
Bruand d’Uzelle, Remarques sur plusieurs Psychides (ebenda
p- 459—469. pl. 11) beschrieb als neue Arten, die zugleich abgebildet
werden: Psyche maritimella aus Süd-Europa, Sicheliella aus Italien,
surienlella (suriens Reutti i. lit.) aus Schwaben ?, Pontbriantella Va-
terl.? und Gruneriella Sichel i.lit. aus Sachsen. Psyche Ecksteinii und
Zelleri Led. werden in Ps. Ecksteiniella und Zellerella umgetauft.
Christoph (Entom, Zeitung XIX. p.310) beschrieb eine neue
Orgyia aus Labrador, der Org. selenitica sehr ähnlich , ohne sie zu
benennen; nach einer Anmerkung der Redaktion ist die Art ollenbar
mit Laria Rossii Curt. identisch.
Von Thomson (Archiv. entom.1I. p. 344) wurde eine pracht-
volle neue Art vom Gabon unter dem Namen Saturnia Deyrollei be-
schrieben und auf dem Titelkupfer abgebildet.
Graells (Memorias de la Comision del Mapa geolögico de
Espana, Parte zoolögica p. 106. pl. 6. fig.2) gab eine Abbildung und
Beschreibung des Männchens von Saturnia Isabellae Graells.
Lucas ist es geglückt, die Raupen von Saturnia Polyphemus
mit Blättern von Quercus pedunculata bis zur Verspinnung zu erzie-
hen (Bullet. soc. entomol. p. CXIV). — Kolb (Jahreshefte des Ver-
eins f. vaterl. Naturk. in Würtemberg XIV. p.74 1.) machte Mitthei-
lungen über die Zucht Nord - Amerikanischer Saturnien aus nach
Stuttgart gesandten Puppen; es entwickelten sich Sat. Polyphemus
und Cecropia,
Eine sehr schwarz gefärbte Varietät der Aglia Tau, mas wurde
vonBellier de la Chavignerie (Annales soc. entom. VI. p- 707.
pl. 14. fig.8) beschrieben und abgebildet.
$. Jenny (Sitzungsberichte der math.-naturwiss. Classe der
Acad. d. Wissensch. zu Wien XXX. p. 327 ff.) theilte die Resultate
seiner chemischen Untersuchungen über das Gespinnst der Saturnia
spini zur Feststellung seines Seidengehaltes mit.
Schmidt (Entomol. Zeitung XIX. p.345 il.) hat Gastropacha
franconica,, eine bis jetzt mehr dem Süden eigene Art, auf einer
kleinen Insel an der Küste der Ostsee aufgelunden; die Raupe, wel-
492 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
che gesellig auf Armoracia maritima angetroffen wurde , wird aus-
führlich beschrieben. — Ausserdem Mittheilungen über Orgyia ericae.
Noctuin.. Eversmann’s Bearbeitung der Noctuinen Russ-
land’s, in den letzten Jahrgängen des Bullet. d. natural. de Moscou
veröffentlicht, ist jetzt unter dem Titei: „Les Noctuclites de la Rus-
sie, par le Dr. Eversmann“ (Moscou 1858. 8. 566 pag. ce. tab. 3)
im Separatabdrucke erschienen. In einem hinzugefügten Supplemente
sind noch nachträglich einige Arten aufgeführt und dem Ganzen ein
alphabetisches Register der Arten mit Hinweis auf die einzelnen Bände
der Bulletin’s beigefügt.
Von Snellen van Vollenhoven (Tijdschr. voor Entom. II.
p- S6 f.) wurde eine schöne neue Art der Gattung Phyllodes von Java
unter dem Namen Phyll. Eyndhovii beschrieben und auf pl. 6 ab-
gebildet.
Fernere neue Arten sind: Simyra (Arsilonche) Büttneri Hering
(Entom. Zeitung XIX. p. 449) aus der Ungegend Stettin’s, Agrotis
celsicola Bellier de la Chavignerie (Bullet. soc. entomol. p. 253) aus
den Basses- Alpes, Nonagria sacchari Wollaston (Annals magaz. nat.
hist. 3. ser. I. p. 117 f.) aus Madeira, Agrotis defessa, Aedophron phle-
bophora, Thalpochares chlorotica und siticulosa Lederer (Wien. Entom.
Monatsschr. Il. p.144f. Taf.2u.3) vom Libanon und von Damaskus.
Ueber Cucullia lactucae W.V. und die mit ihr verwechselten
Arten schrieb A. Speyer (Entom. Zeitung XIX. p. 83 1.); er nimmt
als Cuc. lactucae W. V. diejenige Art an, welche aus der von Hüb-
ner unter diesem Namen abgebildeten Raupe entsteht und sich von
allen Verwandten durch die breitesten Vorderflügel , die stumpfste,
fast gerundete Spitze und den convexesten Hinterrand derselben aus-
zeichnet. Die Raupe lebt auf Sonchus oleraceus. Treitschke hat
als Cuc. umbratica und lactucae die beiden Geschlechter der C. um-
bratica beschrieben; die Synonymie dieser beiden Arten bei Hüb-
ner, Treitschke und Herrich - Schäffer wird vom Verf. nä-
her erörtert,
Derselbe erörterte (ebenda p.105—110) die Naturgeschichte
und die Artrechte von Noctua cerasina Fr. (castanea Esp.). Die hier
beschriebene Raupe lebt in ihrer ersten Jugend von Calluna vulgaris,
wo sie im Winter und ersten Frühjahr anzutreffen ist. Die Art variirt
in der Färbung, bald röthlich, bald grau; auf letztere Varielät ist
nach dem Verf. offenbar Noct. neglecta Hübn. zu beziehen, welcher
Name als der älteste für die Art einzuführen ist.
AuchSchmidt (ebenda p. 350 f.) gab ausführliche Nachrichten
über die ersten Stände und deren Lebensweise von einer Reihe sel-
tener, bei Wismar von ihm beobachteter Arten. Die Raupen von Si-
myra dubiosa und Nonagria ulvae leben in den Stoppeln von Phrag-
milis communis; die der leizteren besitzt die Fähigkeit zu schwim-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 493
men und nährt sich in ihrer zweiten Lebenshälfte ausschliesslich von
animalischer Kost; vielleicht werden sich dem Verf. zufolge drei
vorläufig als Varietäten zu betrachtende Formen der Eule später als
selbstständige Arten herausstellen. Die ausserdem vom Verf. erörter-
ten Arten sind: Leucania Elymi, bathyerga, Nonagria nana, fluxa und
neurica, Cucullia verbasci, scrophulariae und thapsiphaga, Noctua
augur, Mamestra nigricans und Apamea ophiogramma. Die Raupen
der letzten Arten, welche noch unbekannt waren, sind ebenfalls be-
schrieben; erstere lebt an Graswurzeln, letztere an jungen Sprösslingen
von Glyceria spectabilis, Iris pseudacorus und Phalaris arundinacea.
Bruand (Annales soc. entom. VI. p.478f.) beschrieb die Raupe
von Phlogophora seita, die er auf Fichten am Mont d'Or fand.
Graells (Memorias de la comision ete. p. 107 ff. pl.6. fig. 4)
gab eine Beschreibung und Abbildung der Raupe von Acontia Graellsii
Feisth; sie ist grün mit schwarzer Rückenzeichnung, gelben Längs-
binden und scharlachrothen Flecken über dem After und an der Spitze
der Füsse; sie lebt auf Lavatera arborea, Althaea und Malva häufig
im Juli bis September bei Barcelona.
v. Hornig (Wien. Entom. Monatsschr. II. p.19 ff.) machte die
ersten Stände und deren Naturgeschichte von Thalpochares pannonica
Fr. und amoena Hübn. bekannt; die Raupe der ersteren Art lebt auf
Gnaphalium arenarium, verpuppt sich im Juni und liefert im Juli den
Schmetterling; die der letzteren lebt auf Onopordon Acanthium fast
zu derselben Zeit. Die Raupen beider Arten gleichen im Habitus
ganz der von Thalp. rosina.
Lederer (Berl. Ent. Zeitschr. II. p. 353 £.) hält die Cymato-
phoriden den Notodonten näher als den Eulen verwandt und charak-
terisirte nochmals die vier denselben angehörigen Europäischen Gat-
tungen. — Ebenda p. 360 wird Boletobia fuliginaria von den Geome-
triden entfernt und als Eule nachgewiesen.
Herrich-Schäffer (Corresp.-Blatt des zoolog.-mineral. Ver-
eins in Regensburg XII. p. 113.) hat die über die Noctuinen er-
schienenen neueren Arbeiten vonGuen&de, Walker und Lederer
einer sehr eingehenden und umfassenden Bespreehung und Beurthei-
lung unterworfen, welche für die Abgränzung der Galtungen in die-
ser Familie wichtig ist; in des letzteren Verf.'s Arbeit hat er beson-
ders reichen Stoll zu Aussetzungen gelunden.
Boisduval (Bullet. soc. entomol. p. CLXXII) theilte eine Be-
obachtung mit, nach welcher eine Raupe der Cucullia serophulariae mit
grosser Gefrässigkeit Larven von Cionus serophulariae, welche die
Futterpflanze in grosser Anzahl beherbergte, verzehrte. Er selbst
sah ebenfalls, dass die Raupe der Cueullia verbasei die Larven des
Cionus verbasci frass.
494 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lucas (ebenda p. LXXI) theilte mit, dass von Eversmann in
Algier die Raupe der Sesamia nonagrioides in grosser Menge in den
Stengeln von Sorghum saccharatum gefunden worden sei; sie vernich-
tete einmal zwei Drititheile der Erndte dieser in Algier cultivirten
Pflanze.
Bellier (Annales soc. entom. p. 704. pl. 14. fig. 3 u.5) machte
schöne Varietäten von Apamea oculea und Brephos parthenias durch
Abbildungen bekannt.
Geometrae. Als neue Arten wurden aufgestellt: Aspilates spu-
riaria Christoph (Entomol. Zeitung XIX, p. 312) von Labrador, La-
rentia Millierata Bruand (Annales soc. entom. VI. p. 473. pl.11) vom
Hochgebirge des Dep. du Doubs und Eubolia larentiaria Bruand
(ebenda) vom Mont d’Or, Hemithea nubigena, Eubolia rupicola und
Coremia centrostrigaria Wollaston (Annals mag. nat. hist. 3. ser. I.
p- 118) von Madeira.
Rogenhofer (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
1858. p. 251) machte Mitthejlungen über die ersten Stände der Cida-
via Podevinaria Herr.-Sch., welche er aus Eiern erzog; die in ihren
verschiedenen Häutungen vom Verf. beschriebene Raupe wurde mit
Galium verum erzogen, verspann sich Ende September’s in der Erde
und verpuppte sich Mitte März; der Schmetterling erschien Mitte April's.
de Roo van Westmaas, „Eene twijfelachtige Cabera“ (Tijd-
schr. voor Entomol. 11. p.123 ff.) erzog aus einer Anzahl Raupen
neben der ächten Cabera pusaria ein von den übrigen abweichendes
Exemplar, auf das die Beschreibung der Guende’schen Cab, rotunda-
ria (confinaria Freyer) passt. Er diskutirt die Artrechte und Syno-
nymie beider ausführlich und giebt eine Abbildung des Exemplars
auf pl. 7, nebenbei auch Copieen der Wood’schen und Freyer’schen
Abbildung.
Derselbe „Notice sur la Eubolia palumbaria“ (ebenda p. 131.)
bestätigte die Annahme Guen&e’s, dass Eub. luridaria nur eine Va-
rietät von Eub. palumbaria sei, durch die Zucht beider Formen aus
Eiern desselben Weibchens. Er giebt zugleich eine Beschreibung der
bisher unbekannten Raupe.
Schmidt (Entom. Zeitung XIX. p.379£.) beschrieb die Raupe
von Zerene melanaria, welche auf Vaceinium uliginosum lebt.
Pyralides. Lederer (Wien. Entomol. Monatsschr. II. p. 147)
stellte eine neue Gattung Cornifrons auf, die den Habitus der Gattung
Scopula hat, sich aber einerseits durch die in ein Horn verlängerte
Stirn, welches seitlich zusammengedrückt und vorn schräg abgestutzt
ist, andererseits durch einen Schuppenzahn am Innenrande der Vor-
derflügel unterscheidet. Art: Corn. ulceratalis Taf.4. fig. 1 von Da-
maskus. — Andere neue Arten aus Syrien , ebenda beschrieben und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 495
abgebildet sind: Hypotia concatenalis, infulalis, Cledeobia uzorialis,
isthmicalis, Botys lutulentalis, appositalis und confinalis.
Tortrices. Von de la Harpe (Faune Suisse, Lepidopteres, Pt.
VI Tortricides. Neue Denkschrift. d. allgem. Schweiz. Gesellsch. XVI)
wurden 314 in der Schweiz vorkommende und 32 Gallungen ange-
hörende Wickler verzeichnet und darunter folgende als neu aufge-
stellt: Cochylis gratiosana, Sciaphila candidana, derivana, Euchromia
arenana, Sericoris rejeclana, pielana, mendosana, Semasia decipiana,
Laharpana Rothenbach i.lit., Carpocapsa obesana, Grapholitha Cha-
vanneana, geniculana, Phozopteryx dentana und incomptana.
Einzelne neue Arten sind ferner: Tortrix subjunctana und
Ephippiphora Maderae Wollaston (Annals mag. nat. hist. 3. ser. I. p. 120)
von Madeira, Penthina pyrolana Wocke (35. Jahresbericht der Schle-
sisch. Gesellsch. f. vaterl. Cultur p. 116) aus Schlesien und von Ber-
lin, Raupe auf den Blättern von Pyrola secunda lebend, Grapholitha
Pharaonana Kollar (Wien. Entomol. Monatsschr. I. p.154M. Taf. 5)
aus Cairo, Raupe in Gallen von Tamarix articulata lebend , Tortrix
imperfectana Lederer (ebenda p.150. Taf. 4) vom Libanon, Carpo-
capsa gallarum Graells (Memorias de Ja comision etc. p. 110. pl. 6.
fig. 3) aus Spanien, Raupe im Innern der Gallen von Quercus tozza
lebend.
Von Lucas wurde (Rev. etMagas. de Zool. X. p. 470 ff. pl. 16)
ausserdem noch Carpocapsa Deshaisiana als n. A. aus Mexiko be-
kannt gemacht, deren Raupe im Innern der Samenkörner einer Eu-
phorbia lebt und die Fähigkeit besitzt, diese Körner springen und
sich fortbewegen zu lassen; besonders geschieht dies, wenn man die
Körner erhöhter Temperatur aussetzt. Die Raupe lebt sieben Monate
lang im Innern des Samenkorns, von dessen Substanz sie sich nährt;
trotz des vollständigen Verschlusses, welchen die Hülle ihr gewährt,
wird sie doch von Ichneumonen heimgesucht. — Auf der beifolgen-
den Tafel sind der Schmetterling, die Raupe, Puppe und das von
letzterer verlassene Samenkorn abgebildet.
v. Hornig (Wien. Entom. Monatsschr. II. p. 22) beschrieb die
ersten Stände von Tortrix rusticana Tr. Die Raupe lebt zwischen den
zusammengezogenen Blättern von Gentiana amarella, auch auf Dory-
enium, ist Ende September's erwachsen, verwandelt sich im ersten
Frühjahre und liefert Mitte April’s den Schmetterling.
Bruand (Annales soc. entomol. VI. p. 480) beschrieb die Raupe
von Sericoris astrana Guente, welche auf Polygonum bistorta lebt.
Assmuss (Berl. Entom. Zeitschr. Il. p.187) die Raupe von
Tortrix hamana, var, diversana. (Ist diese von der Raupe der Stamm-
art verschieden ?)
Tineina. Stainton lieferte in den Tvansact, of the entomol.
496 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
soe. IV. p. 292—338 eine „Synopsis of the genus Elachista,“ in wel-
cher er die 72 ihm aus eigener Anschauung bekannten Europäischen
Arten der Gattung, nach ihrer natürlichen Verwandtschaft angeordnet,
beschreibt. Den Charakteristiken wird eine analytische Tabelle der
Arten nach den in die Augen fallendsten Merkmalen vorausgeschickt
und dieselben hier zunächst in drei Hauptgruppen nach der Färbung
und Zeichnung der Vorderllügel getheilt, nämlich : 1) in solche, de-
ren Vorderflügel dunkel gefärbt und mit hellen Zeichnungen verse-
hen; 2) in solche, deren \.orderflügel hell gefärbt oder weisslich und
3) in solche, deren Vorderflügel dunkel gefärbt und ohne Zeichnung
sind. Zur ersten Gruppe gehören 46, zur zweiten 24, zur dritten 2
Arten; als neu sind zu erwähnen : Elachista stabilella aus England,
dispositella Mann i. lit. von Fiume, perplezella aus England, und der
Schweiz, Airae Frey i. lit. von Zürich und constitella Zell. i. lit.
von Fiume. Wo die Larve bekannt ist, wird diese neben dem
Schmetterlinge beschrieben und die Pflanze, von der sie sich nährt,
angeführt. - Die Synonymie hat der Verf. nicht den Beschreibungen
eingellochten, sondern in grosser Vollständigkeit am Ende der Arbeit
zusammengestellt. Drei von Tengström beschriebene Arten sind
ihm unbekannt geblieben und werden nach den Charakteristiken des
Autors angeführt.
Derselbe „On the aberrant species hitherto placed in the
genus Elachista* (ebenda p. 267—271) schied nach Vorgang von
Herrich-Schäffer die beiden Arten El. Pfeiferella Hübn. und
Treitchkiella Fisch. von der Gattung Elachista unter dem Namen An-
tispila aus und brachte zu diesen noch eine dritte Art unter dem
Namen Antispila Rivillei, welche schon im Naturforscher 4. Bd. er-
wähnt wird und auf Malta die Blätter des Weinstocks minirt. Die
Larven der beiden ersten Arten sind fusslos und unterscheiden sich
von den wirklichen Elachisten durch die Art ihres Minirens. — Für
Elachista Brunnichella Lin. errichtet der Verf. ebenfalls eine eigene
Gattung Stephensia, indem ihre Larve abweichend von den Elachisten
einen Cocon anfertigt und die Blätter einer Labiate minirt, während
die Elachisten-Larven nur Gramineen fressen.
Auch der im J. 1853 erschienene 3. Band von Stainton’s Na-
tural history of the Tineina ist zum grössten Theile einer Bearbei-
tung der Gattung Elachista gewidmet, indem 21 Arten derselben eine
ausführliche Beschreibung und Abbildung nach den verschiedenen
Entwickelungsstadien darin gefunden haben. Der übrige Raum wird
durch die Darstellung von drei Arten der Gattung Tischeria in An-
spruch genommen. Bevor der Verf. auf die einzelnen Arten eingeht,
behandelt er in der aus den früheren Bänden bekannten Weise die
Kennzeichen der Gattung, die Silten der Imago und der Raupe, be-
spricht die Zahl der bekannten Arten, von denen zugleich ein voll-
:
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im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 497
ständiges Verzeichniss gegeben wird , ebenso die Futterpllanzen der
Raupen, welche nach dem botanischen Systeme mit Anführung der
sich von ihnen nährenden Arten aufgeführt sind; endlich auch die
Bearbeitung der Gattung durch frühere Autoren. Die Abbildungen,
welche sich auf sämmtliche in diesem Theile enthaltene Arten und
zwar auf alle Entwickelungsstadien erstrecken, sind mit äusserster
Eleganz und Genauigkeit angefertigt; die Namen der in demselben
enthaltenen sind : Elachista atricomella, albifrontella, adscitella, tae-
niatella, Megerlella, rufocinerea, cerusella, poae, airae, bedelella,
eygnipenella, tetragonella, gangabella, zonariella, Gregsoni, cinereo-
punctella, Gleichenella , biatomella, utonella, subnigrella und qua-
drella. — Tischeria complanella, marginea und angusticolella.
Stainton, „Quelques mots sur les moeurs des chenilles des
Tineites“ etc. (Annales soc. entomol. VI. p. 159—169) ist eine Fort-
setzung des im J. 1856 begonnenen Aufsatzes des Verf., mit gleichem
Titel und in derselben Zeitschrift veröffentlicht. Es werden bier die
Raupen der Gattungen Gelechia, Parasia, Anarsia, Ypsolophus, Har-
pella, Butalis, Tinagma u. a. in Bezug auf ihre Lebensweise in Be-
tracht gezogen.
Bruand d’Uzelle „Note sur une Tineite constituant un genre
nouveau“ (Annal. soc. entom. VI. p. 177 f.) charakterisirte eine neue
Gattung Patula mit fast lanzettlichen Flügeln, von denen die vorde-
ren beträchtlich länger als die hinteren sind und eine stark gebogene
Costa mit deutlicher Längsfalte haben; Taster abwärts gerichtet, kurz
und schlank, Fühler wenig. verlängert, sehr fein gewimpert. Art:
Pat. asperipunctella aus der Franche-Comte.
Derselbe „Classification des Tineites d’apres Ja methode na-
turelle,“ (ebenda p. 601—702) fuhr fort, die von ihm angenommenen
Gruppen und Gattungen dieser Familie systematisch aufzuzählen und
zu charakterisiren, so wie die den einzelnen Gattungen angehörenden
Arten unter diesen namentlich aufzuführen. Die Zahl der Gattungen
beträgt 64, die der Gruppen 17; die Namen der letzteren sind: Lu-
plocamidae (1 G.), Psychidae (7 G.), Eutineitae (7 G.), Adelidae (2 G.),
Ypsolophidae (12 G.), Depressaridae (2 G.), Anacampsidae (4 G.), Oe-
eophoridae (9 G.), Gracillaridae (2 G.), Coleophoridae (1 G.), Aechmi-
dae (3 G.), Argyresthidae (2G.), Elachistidae (2 G.), Lithocolletidae
(2 @.), Pterophoridae (2 G.).
Frey, „Ihe Tineae of the higher Alps“ (Entomol. Annual for
1858. p. 137 ff.) machte Mittheilungen über die auf den hohen Alpen
vorkommenden Tineen. Im Vergleiche gegen die Macrolepidopteren
ist die Zahl der alpinen Tineen gering, doch haben eifrige Nachfor-
schungen eine bedeutend grössere Anzahl nachgewiesen , als es auf
den ersten Blick den Anschein hat. Besonders reichhaltig sind bei
einer Erhebung von 5000 und darüber die Gruppen der Tineiden,
Archiv f. Nalurg. Jahrg. XXV. Bd. 2. GG
498 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Plutelliden, Gelechiiden (diese von allen am zahlreichsten) und Co-
leophoriden vertreten, während die Exapatiden, Hyponomeutiden,
Elachistiden , Lithocolletiden und Nepticuliden entweder ganz fehlen
oder nur durch wenige Arten repräsenlirt werden. Die Verbreitung
der Tineinen in der Schweiz nach der vertikalen Erhebung erläutert
der Verf. durch eine Tabelle, in der die Artenzahlen der einzelnen
Gattungen 1) die in der Schweiz überhaupt, 2) die in den Alpen von
5000°—7000° und 3) die ausschliesslich alpin sind, neben einander
gestellt werden.
Stainton (ebenda p.93 ff.) beschrieb Coleophora apicella,
Nepticula Poterii und Glutinosae als n. A. aus England , hieran zu-
gleich ergänzende Mittheilungen zu.der Naturgeschichte der Engli-
schen Tineinen schliessend; ebenda p.152 wird Stathmopoda Guerinii,
aus einer grossen Galle von Pistacia erzogen, als n. A. beschrieben
und auf dem Titelkupfer fig. 5 abgebildet.
Wocke (55. Jahresbericht der Schlesisch. Gesellsch. f. vaterl.
Cultur p.117) beschrieb Depressaria quadripunctata als n. A. aus
Schlesien,
Bruand (Annales soc. entom. VI. p. 471 f. pl.11) beschrieb und
bildete ab: Hypsolopha congressariella (weil sie auf einem Entomo-
logen-Congresse vorgezeigt wurde!) n. A. von Montpellier, auf Inula
viscosa gelangen. — Ebenda p. 481 ff. beschrieb derselbe die Raupe
von Gelechia vieinella Dougl., die er auf Coronilla Emerus bei Be-
sangon fand.
Goureau undLaboulbene (ebenda p. 263 1.) erörterten die
Naturgeschichte und Verwandlung der in Carlina vulgaris lebenden
Parasia Carlinella; die eigenthümlich gestaltete, einer Curculionen-
Larve ähnelude Raupe wird oft von Agathis malvacearum Latr, an-
gestochen. Alle drei Stände der Tinee werden ausführlich beschrie-
ben und auf pl. 7 abgebildet.
Crambus trichostomus und Labradoriensis Christoph (Entomol.
Zeitung XIX. p. 313 1.) n. A. von Labrador.
Crambus Allanticus, Eudorea stenota, scoriella, Tinea irrorella,
abruptella, Gelechia pulchra, nigromaculata, Oecophora marmorosella,
ochreopalpella, Gracilaria Stainloni, ? auranliaca, Coleophora deser-
tarum, Laverna vitlata , ?decolorella, Asychna insularis Wollaston
(Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p. 119 1.) n. A. von Madeira.
Myelois eircumdatella, eandidatella, Epischnia soritella, Aty-
chia candefacta, diacona und Psecadia? lardatella Lederer (Wien, En-
tom. Monatsschr. II. p. 149 I. Taf. 4) n. A. aus Syrien.
Kolenati (ebenda p. 3811. Taf. 7) gab Beschreibung und Ab-
bildung von Acentropus niveus Oliv.. den er nach Westwood nicht
als Phryganide, sondern als Lepidopteron ansieht. Das Thier wurde
in Mehrzahl am Ausilusse der Neva auf Potamogeton gesammelt.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 499
Pterophoridae. Unter dem Titel „Over de Europesche Ptero-
phoridae“ hat de Graaf eine diagnostische Beschreibung von 36 in-
ländischen Pterophorus-Arten gegeben, von denen 17 in den Nieder-
landen bis jetzt als einheimisch festgestellt worden sind. (Tijdschrift
voor Entomologie 11.) Der Verf. folgt in der Anordnung und Be-
nennung der Arten den von Zeller in der Isis und Linnaea entom.
publieirten Arbeiten; neue Arten sind nicht beschrieben.
Hemiptera.
Stäl hat (Entomol. Zeitung XIX. p.233) eine kurze
Andeutung für eine neue systematische Eintheilung der Ho-
mopteren gegeben, indem sich die frühere nach der An-
zahl der Ocellen, deren sich bei den Derbiden und Cixiiden
zwei und drei nebeneinander vorfinden, als unhaltbar er-
wiesen hat. Seine neue Abgränzung der Familien hat der
Verf. besonders nach der Einfügung der Beine am Brust-
kasten und nach der Form ihrer einzelnen Theile vorge-
nommen und glaubt, dass sie in Hinsicht auf die enge Be-
ziehung dieser Theile zu der Bewegung und der Lebens-
weise der Thiere eine natürliche sei. Die Anordnung der
einzelnen Familien ist folgende:
I. Mittelhüften verlängert, weit von einander entfernt eingelenkt;
Vorderllügel mit Tegula. Fulgorina Burm.
I, Mittelhüften kurz kegelförmig, sehr genähert; Vorderflügel ohne
Tegula.
1. llinterhüften kurz kegellörmig, nicht seitlich ausgedehnt;
Schienen eylindrisch.
A. Vorderschenkel wehrlos, nicht verdickt; Schildchen mit-
telmässig oder klein; ein Haftlappen zwischen den
Klauen; zwei Ocellen. Cercopina (mit Einschluss von
Clastoptera).
B. Vorderschenkel verdickt, unten stachlig; Schildchen sehr
gross, drei Ocellen, keine Haftlappen. Cicadina (Stridu-
lantia Latr.)
2. Hinterhüften quer, bis zum Seitenrande der Brust ausgedehnt;
Schienen, wenigstens die hintern, winklig. Membracina
und Jassina, durch meist relative Unterschiede in der An-
heftung des Kopfes am Prothorax, der Bildung der Wangen
und der Bewehrung der Schenkel von einander unterschie-
den. Zu den Membracina im früheren Sinne werden Ac-
thalion, Urophora, Euryprosopus und Ulopa gezogen; die
500 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Iassina entsprechen den Cicadellinen Burmeister’s mit Aus-
schluss der Cereopiden , Ulopa, Aethalion, Urophora und
Clastoptera.
Derselbe (ebenda p. 175—198. Taf. }) lieferte einen
Beitrag zur Hemipteren-Fauna Sibiriens und des Russischen
Nord-Amerika , in welchem er eine systematische Aufzäh-
lung von 111 Hemipteren- Arten, die bei Irkutsk und zum
kleineren Theile auf Kamtschatka und Sitkha gesammelt
wurden, giebt. Der Charakter der Ostsibirischen Hemipte-
ren-Fauna ist hiernach durchaus ein Nord - Europäischer,
indem sich nur 36 Arten als neu herausstellten ; letztere,
welche verschiedenen Familien angehören, werden vom
Verf. beschrieben und die darunter befindlichen Typen neuer
Gattungen auf Taf. I abgebildet.
Einen reichhaltigen Beitrag zur Kenntniss der Hemi-
pteren-Fauna Guinea’s (vom Gabon) lieferte Signoret in
Verbindung mit Fairmaire in Thomson’s Archives ento-
mologiques II. p. 270—343. pl. XI (siehe oben unter In-
sekten!) durch Aufzählung der bekannten und Beschreibung
der neuen Arten.
Einige neue Arten aus Madeira, den Heteropteren an-
gehörend, wurden von Wollaston (Annals magaz. nat.
hist. 3. ser. I. p. 123) durch Diagnosen bekannt gemacht.
„Neue und seltene Rhynchoten der Europäischen Fauna“
machte v. Baerensprung (Berl. Entomol. Zeitschr. II.
p. 188—208. Taf. 2) bekannt; es sind durchweg Arten aus
bereits bekannten Gattungen der Pentatomidae, Lygaeodes
und Membranacei, die theilweise auf der beifolgenden Tafel
in colorirten Abbildungen dargestellt werden. Den Beschrei-
bungen schickt der Verf. meistens eine übersichtliche Zu-
sammenstellung der bekannten Arten und Galtungen voraus.
Derselbe (ebenda p. 79 ff.) führte 17 besonders von Mulsant
und Rey, Boheman, Fieber, Scholz und Costa als neu auf-
gestellte Hemipteren verschiedener Familien auf bereits bekannte zu-
rück. Ebenso berichtigte Assmann (ebenda p.$1) die Synonymie
von zwei Hydroessa-Arten.
A. Dohrn (Entomol. Zeitung XIX. p. 228) wies die Identität
von acht von Mulsant und Rey, Fieber, Stäl und v. Baeren-
sprung neuerdings beschriebenen Arten mit älteren nach.
ee
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 501
Endlich theilte auch Signoret (Bullet. soc. entom. p. XXXII
synonymische Berichtigungen über einige Homopteren mit.
Pentatomidae. Signoret (Archiv. entomol. II. p. 270 ff.) be-
chrieb folgende neue Arten vom Gabon und von Old-Calabar: C’hloe-
rocoris nigricollis (pl. 11, fig. 1), Coptosoma Murrayi (pl. 11. fig. 2),
nigriceps, Ceratocoris alatus (pl.11.fig. 3), Plataspis jaspideus (pl. 9.
fig. 4), verrucesa, Platynopus Reichei, Thomsonü (pl.11. fig. 4), Oethus
parcimonius, glaber, Mormidea brunnea, rotundata, Pentaloma bipun-
clipes, marginala , ‚perpunclala, annulicornis , reflexa , nigropunclala,
Strachia viridis, Rhaphigaster nigropunctatus , O. (soll ein Species-
Name sein!), parvulus, elongalus, Aspongopus zanthopterus und du-
bitabilis (leiztere beide Arten sind von Fairmaire beschrieben).
Stäl (Entomol. Zeitung XIX. p. 176 f.): Picromerus fusco-an-
mulatus, Eysurcoris Sahlbergi und Strachia picturata als n. A. von
Irkutsk. '
v. Baerensprung (Beil. Ent. Zeitschr. II. p. 79 I): Grapho-
soma oculatum aus Griechenland und Strachia lineolata aus Andalu-
sien; auch die in Andalusien vorkommende Aelia flavomarginata Luc,
wird uochmals charakterisirt.
Seiocoris Sideritidis Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser.
1. p.123) n. A. aus Madeira.
Coreodes. Stein („die Galiung Ceraleptus Costa,“ Beil. Entom,
Zeitschr. 11. p. 68 1.) unterschied die von Costa aufgestellte Gattung
nach Vergleich mehrerer Arten von Coreus Fabr. durch glatten Kör-
per, meist schlanke, fast nackte, aus verschieden langen Gliedern be-
stehende Fühler, erenulirten Kopfkiel und Seitenrand des Thorax, an‘
der Spitze verdickte und höchstens mit einem einzelnen Zahne ver-
sehene Hinterschenkel und fast rechiwinklige Hinterecken des letzten
Abdominalsegments. Besonderes Gewicht wird auch auf die Ver-
schiedenheit des äusseren Genilalapparates der Männchen gelegt und
die Nebenorgane des Penis auf Taf. 3 von beiden Gattungen abge-
gebildet. Neben den beiden bekannten Arten der Gattung (C. graci-
licornis Herr. - Sch. und squalidus Costa) beschreibt der Verf. zwei
neue aus der Berliner Umgegend: Cer. lividus und maculatus. Ein
aus Klein-Asien stammendes Exemplar des Üer. squalidus zeigte meh-
rere Dillerenzen und möchte vielleicht eine eigene Art bilden, für
welche, wenn sie sich bestäligt, der Name C. distinguendus vorge-
schlagen wird.
Von Signoret und Fairmaire (Archiv. entom. 11. p. 292 If.)
wurden als neue Arten von Guinea beschrieben: Petascelis laminipes
(pl.9. fig. 5), distinetus, lunatus, Mictis suleicornis (pl. 11. fig. 5),
spinulosus, liridipes, Stälii, Homoeocerus apicatus, puncliventris, Acan-
thocoris spinosus und granulosus.
Von Westwood (Procced. entom. s0c, IV. p. 71): Phyllomor-
502 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pha Livingstoni, von Livingstone im Inneren Süd-Aftika’s aufge-
funden, als n. A. diagnosticirt,
Von Costa (Ricerche entomol. sopra i Monti Partenii p. 29):
Berytus anyuslipennis n. A. aus Neapel.
Von Stäl (Entom. Zeitung XIX. p.178 f.): Alydus ornaliceps
und Chorosoma macilentum n. A, von Irkutsk.
Lygaeodes. v. Baerensprung beschrieb (Berl. Entom, Zeit-
schr. II. p. 190 fl.) folgende neue Europäische Arten: Antkocoris pini
und elegantulus aus der Umgegend Berlin’s, Xylocoris Cenomyces und
formicetorum ebendaher, Kogeri aus Oberschlesien , maculipennis aus
Spanien, Rhyparochromus scaphula aus den Pyrenäen, Ibericus aus
Andalusien, Plerotimelus erassicornis ebendaher. Von der Gattung
Xylocoris beschreibt der Verf. neben den vier genanuten neuen Arten
auch die fünf schon bekannten, deren Synonymie zugleich festgestellt
wird, nämlich: 1) X. domesticus Schill. (dimidiata Spin., Parisiensis
Am. Sery.). 8) X. albipennis Herr.-Sch. (Anthoc. pulchella Zett. ?).
3) X. bicolor Scholz (latior Muls. Rey, obliquus Costa). 4) X. ater
Duf. (obseurella Zett.?). 5) X. rufipennis Duf. (corticalis Hahn). —
Pachymerus anomalus Kol. gehört zur Gattung Beosus Anı. Serv. und
kommt auch in Spanien vor (beschrieben), Lichenobia ferruginea Baer.
wird als identisch auf Bryocoris muscorum Fall. zurückgeführt.
Von Signoret und Fairmaire (Archiv. entom. II. p.305 ff.)
wurden Lygaeus oceipitalis, Pyrrhocoris analis, transversus, Odonto-
pus apieicornis, Dysdercus flavipes, haemorrhoidalis und nigrotarsus
als n. A. vom Gabon und von Old-Calabar beschrieben.
Von Stäl (Entomol. Zeitung XIX. p.180 1f.): Nysius eximius,
Rhyparochromus convivus, Oxycaraenus viduus, Pyrrkocoris fusco-
punctatus als n. A. von Irkutsk.
Von Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p.123):
Rhyparochromus Maderensis als n. A. von Madeira.
Nach Signoret (Bullet. soc. entomol. p. XXX) ist der von ihm
beschriebene Micropus fulvipes von der de Geer’'schen Art gleiches
Namens verschieden, weshalb er dafür den Namen Micropus Sıalii vor-
schlägt; eine Beschreibung des de Geer’schen Mieropus fulvipes wird
von Stäl beigefügt.
Capsini. Stäl (Entom. Zeit. XIX. p.183) charakterisirte eine
neue Gattung Diplacus von schmalem, gleichbreiten Körper, kurzem,
queren Kopf mit stark hervorquellenden kleinen Augen, langen, bor-
stenförmigen Fühlern, vor der Basis stark eingeschnürtem Thorax
und langen, schlanken Beinen mit stachligen Schienen; an den He-
mielytris ist der Clavus deutlich, der Appendix fehlt oder ist mit dem
Corium verschmolzen, die Membran ohne Zellen. Art: Dipl. albo-
ornalus, 4'% mill. von Irkutsk, auf Taf. 1. fig. 3 abgebildet. — Eine
zweite neue Gattung (ebenda p.188. Taf.1. fig.2) ist Anapus St,
ET a
Zu ee
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 503
der vorigen ziemlich ähnlich, der Kopf jedoch noch kürzer, von
oben gesehen mehr dreieckig, die Augen ebenfalls seitlich stark her-
vortretend, die Fühler unter denselben und nicht weit davon einge-
fügt, die Hinterschenkel breit, zusammengedrückt, die Membran der
Hemelytra mit einer Zelle. Art: An. Kirschbaumi 3°%/%, mill., von
Irkutsk. — Neue Arten desselben Verf. sind ferner: Cyllecoris eque-
stris, Deraeocoris triannulatus, nigronasutus , illotus , approzimatus,
brachialis, mutans, simulans, Leptomerocoris prolizus, gilvipes (Sitkha),
sericans (Silkha), mundulus, Labops Burmeisteri (Kamtschatka), Eury-
merocoris flaveolus und obscuriceps von Irkutsk.
Signoret, „Note sur les Hemipteres heteropteres de la fa-
mille des Unicellules* (Annales soc. entomol. VI. p. 499 —502) will
aus der Familie Bicelluli Am. Serv. (Capsini Burm.) die Gattungen
Eucerocoris Westw. und Monalonion Herr.-Sch., weil sie nur eine
Zelle in der Flügelmembran haben, ausscheiden und auf dieselben
in Verbindung mit zwei neuen Gattungen, die er hier zuetst be-
schreibt, eine eigene Familie unter dem Namen Unicelluli gründen.
Diese vier Gattungen lassen sich schon durch die Beschaffenheit des
Schildchens unterscheiden , welches bei Monalonion und Eucerocoris
abgellacht, bei Pachypeltis n.g. aufgetrieben, und bei Helopeltis n.g.
mit einem Stachel versehen ist. Die Gattung Monalonion wird mit
einer zweiten Art: Mon. unnulipes aus Mexiko bereichert. — Die Gat-
tung Pachypeltis mit der Art: Pach. Chinensis hat das Schildchen
querriefig mit einer Längsfurche; der Rüssel ist kurz, das erste Füh-
lerglied klein, die Querfurche des Thorax tief, der vordere Lappen
ebenfalls mit einer, wenn auch seichteren, Querfurche versehen;
Hinterleib kurz, gegen die Mitte verbreitert, Flügeldecken sehr lang.
— Die Gattung Helopeltis mit der Art: Hel. Antonii von Ceylon
(pl. 12. fig. 2) weicht von der vorigen durch den senkrechten Dorn
des Schildehens, der die Form einer kleinen Säule hat, durch das
erste Fühlerglied, welches so lang als Kopf und Thorax zusammen,
das noch längere zweite und durch das dritte und vierte, welche
kurz sind, ab.
Fieber hat unter dem Titel „Criterien zur generischen Thei-
lung der Phytocoriden (Capsini auct.)* in der Wien. Entom. Monats-
schr. Il, p. 259—347 den Versuch gemacht, die bisher nur unter we-
nigen Gattungen vertheilten Arten dieser Familie in mehrere aufzu-
lösen. Durch die Untersuchung einer beträchtlichen Anzahl von Ar-
ten (etwa 325) ist derselbe zu einer anderen Ansicht über ihre Clas-
silikation gelangt, als Kirschbaum, welcher bekanntlich eine Ver-
theilung des Capsus - Arten in mehrere Gattungen vorsichtiger Weise
beanstandete, indem er die Schwankungen, welche einzelne Theile
unterworfen waren, für spezilische ansalh. Fieber spricht diese Un-
terschiede nämlich bis auf die geringsten herab als generische Kenn-
504 Gerstaeck er: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zeichen an und gelangt auf diese Weise zu nicht weniger als 94 Gat-
tungen, von denen 60 je nur eine Art enthalten; er bekennt sich
mithin wenigstens für diese 60 Gattungen dem Wesen nach zur Amyot’-
schen Mononymie, in welcher der Begriff der Gattung untergeht. Bei
der grossen Anzahl neuer Namen für diese sogenannten Gattungen fehlt
es denn auch natürlich nicht an solchen, die bereits vergeben sind,
wie Crenmnodes, Oncognathus, Tylonotus , Tragiscus, Gnostus (unter
den Coleopteren), Camptoneura (unter den Dipteren), solcher nicht
zu gedenken, welche bereits angewandten äusserst nahe kommen. —
Was die Charakteristik der Gattungen betrifft, so sind ihre Merkmale
in einer 27 Seiten umfassenden Tabelle analytisch auseinandergesetzt
und jedesmal die Arten, welche ihnen angehören, dabei namhalt ge-
macht. Am Schlusse folgt noch eine Charakteristik von 43 neuen Ar-
ten. Die Namen der neuen Gattungen mögen hier, hauptsächlich um
ihre anderweitige Verwendung zu verhindern, in der vom Verf. an-
genommenen Reihenfolge ihren Platz finden : Brachystira (Miris cal-
carata Fall.), Notostira (Miris erratica Fall.), Lobostethus (Mivis virens
Fab.), Megaloceroea (Miris longicornis Fall.), Trigonotylus (Miris rufi-
cornis Fall.), Acetropis (Lopus carinatus Herr.-Sch.), Leptopterna
(dolabratus Fab.), Teratocoris (Caps. antennatus Boh.), Cremnodes
vergebener Name! (Caps. umbratilis Fab.), Oncognathus vergebener
Name! (Caps. binotatus Fab.), Pitkanus (Caps. Merkelii Herr. - Sch.),
Alloeotomus (gothieus Fall.), Pachypterna (Fieberi, n. sp.), Cam-
ptobrochis (Caps. punctulatus Fall.), Conometopus (Lop. tunicatus
Fall.), Megacoelum (Caps. infusus Herr.-Sch.), Hadrodemus (Caps. fer-
rugalus Fab.), Brachycoleus (Caps. seriptus Fab.), Calocoris (Caps.
chenopodii Fall. u. a., Reicheli n. sp.), Miridius (Mir. 4-virgatus Co-
sta), Closterotomus (Caps. bifasciatus Fab.), Alloeonotus (Caps. distin-
guendus Herr.-Sch.), Hallodapus (Caps. coryzoides Herr.-Sch.), Pyeno-
pterna (Caps. striatus Fab.), Rhopalotomus (Caps. ater Lin.), Platytylus
(pyrrhula Burm.), Dioncus (neglectus Fab.), Camptoneura vergebener
Name! (virgula Herr. -Sch.), Dichrooseytus (rufipennis Fab.), Liocoris
(tripustulatus Fab.), Charagochilus (Gyllenhali Fall.), Cypkodema (Meyer-
Düri n. sp.), Tylonotus vergebener Name! (rugicollis Fall.), Poecilo-
seytus (unifasciatus Fab., cognatus n. sp-), Hadrodema (rubicunda Fall.),
Orthops (Kalmii Lin., Forelü, pellucidus n. A.), Stiphrosomus (leuco-
cephalus Lin., livida n. sp.), Mecomma (Caps. ambulans Fall.), Cyr-
torhinus (elegantulus Meyer), Haetorhinus (Caps. angulatus Fall.), Pa-
chylops (chloropterus Kirschb.), Lozops (coceineus Westw.), Tichorhi-
nus (ericetorum Fall.), Xenocoris (venustus n. sp.), Orthotylus (nassa-
tus Fab.), Heterocordylus (tumidicornis Kirschb.), Orthocephalus (brevis
Panz.), Atractotomus (magnicornis Fall.), Megalodactylus (macula-rubra
Muls.), Anoterops (setulosus Meyer), Oncotylus (decolor Fall.), Cono-
steihus (voseus Fall.), Tinicephalus (hortulanus Meyer), Tragiseus ver-
h
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 505
gebener Name! (Fieberi Meyer), Brachyarthrum (limitatum Fieb.)s
Criocoris (erassicornis Hahn), Plagiognathus (arbustorum Fab.), Apo-
eremnus (anıbiguus Fall.), Psallus (sanguineus Kab. u. a.), Sthenarus
(Rotermundi Scholtz), Agalliastes (pulicarius Fall.), Malthacus (cari-
cis Fall.), Auchenocrepis (dorsalis Fieb.), Camaronotus (clavatus Fab.),
Gnostus vergebener Name! (plagiatus Herr.-Sch.), Hoplomachus (Thun-
bergi Fall.), Pachyzyphus (lineellus Muls.), Placochilus (seladonieus
Fall.), Maerotylus (luniger Fieb.), Amblytylus (albidus Hahn), Macro-
eoleus (solitarius Meyer), Macrolophus (nubilus Herr.-Sch.), Odonto-
platys (bidentulus Herr.-Sch.), Malacocoris (chlorizans Blok.), Systel-
lonotus (triguttatus Lin.), Brachyceroea (aliena Herr.-Sch.) und Diey-
phus (collaris Fall.). — Eine die Abhandlung des Verf. begleitende
Tafel enthält besonders Profil-Ansichten des Kopfes von einer Reihe
von Arten, ausserdem Darstellungen von Fühlern, Prothoraxlor-
men u. Ss. w.
Neue Arten aus Madeira, von Wollaston (Annals magaz. nat.
hist. 3. ser. I. p. 124) diagnostieirt, sind: Phytocoris? Whitei und
Capsus? obesulus.
Membranacei. Neue Arten sind: Tingis indigena Wollaston (An-
nals magaz. nat. hist. 3. ser. J. p.124) von Madeira, Taphrostethus
Staudingeri und Dictyonota marmoreu v. Baerensprung aus Andalu-
sien, Diciyonota albipennis desselben von Piemont (Berl. Ent. Zeit-
schr. Il. p. 2051.) und Crimia rugosa Signoret (Archiv. entom. II.
p- 309) von Old-Calabar.
Mayr, „Beitrag zur geographischen Verbreitung der Tingideen*
(Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 567 fl.) zählte
46 Oesterreichische Tingiditen nach der Fieber'schen Nomenklatur
mit Angabe ihrer Fundorte auf.
Reduvini. Eine neue Gattung Microstemma wurde von Sig-
noret (Archiv. entom. 11. p. 309 if.) nebst vielen neuen Arten aus
Guinea charakterisirt. Sie steht zwischen Physorhynchus und Eetri-
chodia, unterscheidet sich von beiden durch die Anzahl der Fühler-
glieder, welche fünf beträgt, ferner auch besonders durch den Kopf,
welcher so lang wie der Thorax, kegelförmig, vorn stumpf zuge-
spilzt, hinten zu einem engen Halse zusammengeschnürt ist; Augen
sehr klein, Ocellen ebenso und nahe an der Einschnürung gelegen.
Art: Microst. atrocyaneus (pl. 11. fig. 9), 15 mill. lang. — Die neuen
Arten, von denen einige Fairmaire beschrieben hat, sind: Pi-
rales maculicrus, basicollis und ?angusticollis, Tetrozia Beauvoisi,
Acanthaspis geniculatus, flaveolus (pl. 9. fig.9) und suleipes, Phy-
sorhynchus distinctus, Sycanus lividicollis, Helonotus A-nodosus, Ploeo-
gaster? nodosus, Phonoctonus pieturatus, Harpactor marginatus, Irans-
versus, varipes, albopilosus, segmentarius, cinctipes, angustatus, flavus,
albofascialus, nodulipes (pl. 11. fig.7) und nigripennis (pl. 9. fig. 8),
506 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Evagoras? Perrisii (pl. 11. fig. 8), marginatus, nigripes, linealiceps,
Petalochirus Murrayi und Stenopoda gracilipes vom Gabon und von
Old-Calabar.
Signoret, „Description d’un nouveau genre de la tribu des
Longicoxes Am. Serv., groupe des Emesides*“ (Annales soc, entom.VI.
p- 251. pl.6) machte eine neue Gattung Stenolemus von sehr aus-
gezeichneter Körperform bekannt. Der Prothorax ist sehr in die Länge
gezogen und besteht aus drei deutlich abgeschnürten Theilen, einem
hinteren, breiten, trapezoidalen und nach hinten jederseits zahnartig
erweiterten, einem mittleren ganz dünnen, griffelförmigen und einem
vorderen, wieder dreieckig erweiterten, in welchem der Kopf sitzt.
Schildchen mit langem, senkrechten Dorn in der Mitte und mit einem
langen, nach oben und vornüber gekrümmten Fortsatz an der Spitze.
Hinterleib mit ausgerandeten und an ihrer Zusammenfügung eckig
ausgezogenen Segmenten. Die beiden ersten Fühlerglieder langge-
streckt, haarig, etwas verdickt. Vorderbeine kurz , die beiden hin-
teren Paare, besonders das letzte ausserordentlich lang; Vorder-
schenkel verdickt und unterhalb stachlig. Art: Sten. spiniventris
aus Mexiko.
Pirates niger Wollaston (Annals magaz. nat. hist. 3. ser. I. p.123)
n. A. aus Madeira, Prostemma carduelis Dohrn aan Zeitung XIX.
p- 229. Taf. 1, fig. 8) n. A. aus Ceylon.
Riparii. L.Dufour, „Recherches anatlomiques et considerations
entomologiques sur les Hemipteres du genre Leptopus“ (Annales des
seienc. nat. 4. ser. IX. Zoologie, p. 343—362. pl.22) gab eine Be-
schreibung und bildliche Darstellung der anatomischen Verhältnisse
der Gattung Leptopus, nachdem er sowohl die äusserlichen Charaktere
wie die drei ihm bekannten Arten von Neuem erörtert. Die früher
von ihm als L. littoralis Latr. aufgeführte Art hat jetzt den älteren
Namen L. boopis (Cimex boopis Fourer.) erhalten; auf die seitdem von
Fieber beschriebene Art, L. Preyssleri nimmt der Verf. keine Rück-
sicht, so dass ihm ibre Existenz unbekannt zu sein scheint. — Vom
Nervensystem hat der Verf. nur die Verzweigungen der Nerven an
die einzelnen Organe, aber nicht die Ganglienkelte auffinden kön-
nen; auch sind ihm von den Respirationsorganen nur die Hinterleibs-
stigmen deutlich geworden, während er die des Thorax nicht hat ent-
decken können; die Tracheen sind überall von tubulöser Form. Die
Speicheldrüsen stellen zwei einfache Schläuche mit dünnerem Ausfüh-
rungsgange dar, die bis zum Ende des Oesophagus reichen ; dieser
endigt in eine kleine, kropfartige Auftreibung, während der langge-
streckte Chylus-Magen in seinem vorderen Theile drei sehr grosse
zeigt, die durch Einschnürungen getrennt sind; sein hinterstes Ende
vor der Mündung der beiden Vasa Malpighii, welche zwei Schlingen
darstellen und mit vier Oeffnungen den Darm durchbohren, ist ver-
N
i
;
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im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 507
dünnt, darmartig, aber kurz. Der sehr kurze hinter dem Magen fol-
gende Darm ist an der Basis seitlich stark sackartig erweitert. Die
Hoden sind dreitheilig, der Ausführungsgang sowohl bei seinem Ur-
sprunge als nahe am Ende blasenartig aufgetrieben; Nebenorgane
fehlen. Die Ovarien haben fünf Eiröhren, vereinigen sich mit sehr
kurzen Auslührungsgängen zu einem ballonförmig aufgetriebenen Ovi-
dukt, an dessen unterem Ende eine zusammengeseizte Bursa copula-
trix mündet. — Die einzelnen Organe zeigen nach den Arten leichte
Formverschiedenheiten, weshalb sie öfters doppelt dargestellt sind.
Auch giebt der Verf. eine genaue Darstellung des Rüssels, welcher
sich bei allen dreiArten dadurch auszeichnet, dass sein zweites Glied
jederseils mit zwei rechtwinklig abstehenden, langen Dornen be-
wallnet ist.
Als neue Arten sind Salda sericans und oblonga Stäl (Entomol.
Zeitung XIX. p.191) von Irkutsk zu erwähnen.
Galgulini. Mononyz rotundicollis Signoret n. A. aus Guinea
(Archiv. eutom. Il. p.329).
Stridulantia.. Hagen (Entom. Zeitung XIX. p. 135 ff.) lieferte
Zusätze zu seiner Monographie der Singeicaden Europa’s. Dieselben
enthalten Nachrichten über die in Linne’s Sammlung zu London be-
findlichen Typen der Cicada haematodes; auch theilt der Verf. die
Beschreibungen der in Pallas’ Manuskript zu seinen Icones Insecto-
zum enthaltenen Cicaden, sechs an Zahl, mit.
Fulgorellae. Signoret (Annales soc. entom. VI. p. 497. pl. 12.
fig. 2) stellte als neue Art von Cayenne Encophora Dufourii auf, die
mit Enc. variegata Spinola nahe verwandt sein soll. Wodurch sich
die Art jedoch "von E. haemoptera Perty, mit der sie offenbar iden-
tisch ist, unterscheidet, giebt der Verf. nicht an.
Fernere neue Arten sind: Flatoides Guerinii Signoret (Archiv.
entom. Il. p. 334. pl. 11. fig. 11) von Old-Calabar und Delphaz fusco-
viltata Stäl (Entom. Zeitung XIX. p.191) von Irkutsk.
Membracina. Oxyrrhachis fastidiosus, Centrotus bos, flagellifer
(pl. 11. fig. 14), lama, varipennis, phantasma (pl. 11. fig. 13), vieinus,
flacus und variegatus Signoret (Archiv. entom. ll. p. 3351.) n. A. vom
Gabon und aus Old-Calabar.
Cicadellina. Kirschbaum (Jahrbücher des Ver. f. Naturk. im
Herzogtl. Nassau XIII. p. 355 I.) gab eine analytische Tabelle der anf
Kosten der Gattung Jassus Germ. zu bildenden Gattungen, von denen
sieben bereits von Germar selbst, Burmeister und Zetterstedt
abgezweigt worden sind, drei dagegen von Kirschbaum zuerst auf-
gestellt werden. Dieselben sind: Discocephalus nov. gen., von Se-
lenocephalus Gern. durch langen Scheitel und den Mangel einer Rinne
am Vorderrande desselben unterschieden (Typus: Disc. viridis n. A.,
508 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
vorläufig nicht beschrieben), Anoscopus nov. gen. (Typus A. serratu-
lae Fab.) und Amblycephalus nov. gen. (Typus A. agrestis Fall.).
„Die Atlıysanus- Arten der Gegend von Wiesbaden, von C. L.
Kirschbaum. Der Wetterauischen Gesellschaft für die gesammte
Naturkunde zur Feier ihres 50jährigen Bestehens vom Vereine für
Naturkunde in Ilerzogthum Nassau.“ (Wiesbaden 1858. 4. 14 pag.).
— Verf. bespricht zuerst die Gränzen der Gattung Athysanus, welche
nach ihm gegen Deltocephalus und Jassus nicht ganz scharf sind und
schliesst die mit A. histrionicus Fabr. verwandten Arten, welche an
Acocephalus erinnern, davon aus. Sodann giebt er in einer analyli-
schen Tabelle eine Charakteristik der 18 bei Wiesbaden vorkommen-
den Arten, von welchen 11 als neu aufgestellt werden; letztere sind :
Athysanus diminutus, obsoletus, marginatus, distinguendus, variegalus,
brevipennis, incisus, obscurellus, sulphureus, thiogaster und anomalus.
Von Signoret (Archiv. entom. Il. p. 330 ff.) wurden Monec-
phora callosa, Ptyelus Bigotüi, rotundatus, Clastoptera Murrayi, Epi-
elines Laboulbenei, Coelidia Aubei (pl.11. fig. 12), Gypona Javeti und
Selenocephalus varius als n. A. aus Guinea und Uld-Calabar be-
schrieben.
Von Stäl (Entom. Zeitung XIX. p.193 ff.): Deltocephalus arca-
tus, Thamnoleltix nolaticeps , faseifrons, sordidipennis, linealifrons,
Typhlocyba commissuralis und carneola n. A. von Irkutsk und Sitkha,
Aphidin.. Leuckart, Ueber den Generationswechsel der
Aphiden (Zur Kenntniss des Generationswechsels und der Partheno-
genesis bei den Insekten). Siehe oben unter Insekten, p. 1.
Walker (Proceed. entom. soc. IV. p. 95) „Notes on Aphis quer-
cus,“ gab eine von Ingall nach lebenden Exemplaren entworfene Be-
schreibung des Männchens, der gellügelten und ungeflügelten Weibchen
von Aphis quereus.
Coceina. J. Lubbock, „On the digestive and nervous sy-
stems of Coccus hesperidum“* (Proceed. royal soc. of London, 18. Nov.
1558. 7 pag.). Den Darmkanal von Coccus hesperidum findet der
Verf. aus denselben Theilen wie Leydig bestehend, nur dass er sie
in ganz verschiedener Reihenfolge beobachtet hat und ihnen daher
eine ganz abweichende Bedeutung beilegt. Den eigenthümlichen
Schlauch Leydig's, in welchem der eine der beiden Blinddärme auf-
gerollt liegt, sieht er für den Magen, den Magen Leydig’s für das
Rectum an; das verengte Ende des letzteren hat Leydig als Oeso-
phagus beschrieben. Am oberen Ende des Magens münden die bei-
den Blinddärme und ein birnförmiges Coecum; die Vasa Malpighi sind
nach des Verf. Zeichnung bedeutend dicker als sie Leydig angiebt.
— Vom Nervensysteme erörtert der Verf. hauptsächlich die Verschie-
denheit der Verästelung des vom hinteren Ende des Ganzlion sub-
u
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 509
oesophageum ausgehenden unpaaren Nervenstammes, welche bei ver-
schiedenen Individuen ziemlich beträchtlich ist.
Leuckart, Parthenogenesis bei den Cocciden- und Chermes-
Arten (a. a.0. p.36 .). Siehe oben, unter Insekten!
Gu&rin (Bullet. soc. entom. p.1XVII) gab eine Notiz über
Cocens ceriferus Fabr.; derselbe wird von vier Parasiten, nämlich von
3 Chaleidiern und der Coccinella monacha Muls. verfolgt.
de Sturler (Tijdschrift voor Entomol. II. p. 29 ff.) machte
Mittheilungen über die Cochenille-Zucht auf Java.
Parasita.
Philopteridae. Kolenati (Sitzungsberichte der math.-naturw.
Classe d. Akad. d. Wissensch. zu Wien XXIX. p.247 ff.) beschrieb
als nene ÖOstindische Arten: Docophorus macrotrichus, auf Chryso-
phlegma flavinucha Gould gefunden und Nirmus sculptus von Dipla-
pterus naevius Boie. Beide sind auf einer beifolgenden Tafel ab-
gebildet.
2. Myriapoden.
Lucas hat (Archives entomol. II. p. 437 ff. pl.13)
einige am Gabon in Guinea von Deyrolle gesammelte
Myriapoden beschrieben, von denen vier der Gattung Po-
Iydesmus Latr., eine der merkwürdigen Gatlung Hetero-
stoma Newp. angehören. Zwei Arten der ersten Gattung
sind auf pl.13 zugleich abgebildet.
Gervais hat in de Castelnau’s „Animaux nouveaux ou
rares, recueillis pendant l’expedition dans les parlies centrales
de l’Amerique du Sud, Tome III. Myriapodes et Scorpions“
(Paris 1859. gr. 4. 43 pag. e. tab. 6 lith.) nicht, wie es für
die übrigen Thierklassen geschehen ist, eine Aufzählung und
Beschreibung der auf der Expedition selbst gesammelten
Arten, sondern anstalt dessen eine syslemalisch geordnete
Uebersicht der aus Süd- Amerika bis jetzt bekannt gewor-
denen Myriapoden geliefert. Neue Arten sind vom Verf.
selbst nicht darin beschrieben, wohl aber eine Anzahl von
de Saussure in Mexiko aufgefundener und vor Kurzem
in der Linnaca entomol. XIII publieirter Arten (die Angabe
von Gervais, sie seien in der Revue et Magas. de Zoo-
N
510 Gerstaeeker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
logie 1858 bekannt gemacht, ist für den grössten Theil irrig)
nach dessen Charakteristiken aufgenommen, so wie auch
von mehreren schon in derHist. nat. des Ins. Apteres vom
Verf. selbst bekannt gemachten Arten eine neue Charakte-
ristik und Abbildung gegeben. — Die vorzeitige Aufnahme
der vorliegenden Arbeit in den diesjährigen Bericht mag
ihre Entschuldigung in der besseren Uebersicht, welche ein
zusammenhängendes Referat über sämmtliche in dem de
Castelnau’schen Werke bekannt gemachten Articulaten ge-
währt, finden.
Unter Ausschliessung der de Saussure’schen Arten aus Mexiko,
über welche bei ihrem Ersche'nen zu berichten ist, geben wir hier
eine Aufzählung der von Gervais im vorliegenden Werke von
Neuem charakterisirten und nebst ihren charakteristischen Details ab-
gebildeten Arten. Es sind: Polydesmus pustulosus, dealbatus, poly-
gonatus, clathratus, dasypus, Julus vermiformis, bipulvillatus, Haiten-
sis, trimarginatus, palmiger, Newportii, striolatus, roseus, Scolopendra
insignis, Sagraea und Brandtiana; nur ‚beschrieben sind ausserdem :
Scolopoeryptops aurantiaca und viridis.
C. Heller hat in seinen „Beiträgen zur Oesterreichi-
schen Grotien-Fauna* (Sitzungsberichte der math. -naturw.
Classe der Akad. d. Wiss. zu Wien XXVI. p. 313 ff.) zwei
in den unterirdischen Höhlen Krains vorkommende Chilo-
gnathen-Formen bekannt gemacht, von denen die eine, den
Glomeriden angehörige sich durch rudimentäre Augen aus-
zeichnet, während die andere, mit Polydesmus sehr nahe
verwandte, derselben ganz entbehrt.
Chilognatha. Die von Heller (a. a.0. p.315. fig. 1—6) aul-
gestellte neue Gatiung Trachysphaer« unterscheidet sich von Glomeris
durch den aus elf Ringen zusammengesetzten länglich eiförmigen
Körper, die mit kleinen Höckern besetzte Oberfläche dieser Ringe
und durch vier in einer Längsreihe zur Seite des Kopfes hintereinan-
der liegende rudimentäre Augen. An denFühlern ist das 1., 2., 4.
und 5. Glied kurz, fast gleich gross, das dritte so lang als die bei-
den ersten zusammen, das sechste bei weitem das grösste, keulen-
förmig verdickt, an seiner Spitze noch ein kleines Endglied beher-
bergend. Der Scheitelrand des Kopfes ist in der Mitte tiel' einge-
schnitten und in diesem Einschnitte mit einem dünnen Grillelfortsatze
versehen. — Die nur 1,2 mill. lange Art Trach. Schmidt“ ist von
graulich weisser Farbe und stammt aus der Pasica- und Siavka-Grotte
in Krain. — Die zweite neue Gattung Brachydesmus (ebenda p. 318.
Ä
4
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 511
fig. 7—10) hat ganz das Anselın von Polydesmus, und unterscheidet
sich von dieser Gattung nur durch den aus neunzehn Segmenten be-
stehenden Körper, wodurch zugleich die Zahl der Fusspaare um zwei
verringert ist; ausserdem fehlen die Augen. Von den sieben Füh-
lergliedern ist das drilte am meisten verlängert, die drei folgenden etwa
dem zweiten an Länge gleich, aber allmählig dicker werdend , das
Endglied kurz, alle mit feinen Borsten besetzt. Art: Brach. subter-
raneus , 11 mill. lang, in den Mährischen und Krainer Grotten ein-
heimisch.
Von Lucas (Archiv. entom, II. p. 437 ff. pl. 13) wurden Poly-
desmus Thomsonii, erythropus, Aubryi und Gabonicus als n. A. von
Malaguette und vom Gabon beschrieben und abgebildet.
Derselbe (Bullet. soc. entom. p. CLXXI) beschrieb Julus fer-
rugineus als n. A. aus Martinique, nach lebenden Exemplaren, die
nach Paris gesandt wurden.
Chilopoda.. H. de Saussure, Diagnoses de quelques Myria-
podes nouveaux de l'ordre des Chilopodes (Revue et Magas. de Zoo-
logie 1555. p.545 ff.). Der Verf. macht folgende neue Amerikani-
sche Arten durch Diagnosen bekannt: Scolopendra Asteca ,„ Tolteca
und Otomita von Vera-Cruz und Mexiko, mit 19 bis 25 Fühlerglie-
dern, Cubensis und Chichimeca, letztere aus Mexiko, mit 16 bis 18
Fühlergliedern, Scolopendrides Mexicana und Geophilus Mexicanus.
Heterostoma Newportii Lucas (Archiv. entom., II. p. 444) ist eine
neue Art vom Gabon.
3. Crustaceen.
v. Bezold (Verhandl. d. mediz.-physik. Gesellsch.
in Würzburg VII. p. 2511.) hat Untersuchungen über die
Vertheilung von Wasser, organischer Substanz und Salzen
im Thierreiche angestellt und von.Articulaten hierauf Asta-
cus fluvialilis und Oniscus murarius untersucht. Ersterer
enthält auf 1000 Theile Substanz 741 Theile Wasser , 259
feste Theile, 168 organische, 91 unorganische Substanz;
letzterer 651 Wasser, 319 feste Theile, 212 organische und
107 unorganische Substanz. Auf 100 Theile trockener Sub-
stanz kommen bei ersterer Art 65 Th. organischer und 35 Th.
unorganischer Substanz, bei letzterer 66 und 34; das Ver-
hältniss der unorganischen zur organischen Substanz ist
also bei beiden gleich 1 zu 2.
512 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gegenbaur, „Zur Kenntniss der Crystallstäbchen
im Krustenthier - Auge“ (Müller’s Archiv f. Anat. u. Phy-
siol. 1858. p. S2 ff. Taf. 4) fand bei einem Amphipoden- aus
der Abtheilung der Hyperiden, der sich durch gänzlichen
Pigmentmangel der sonst sehr entwickelten Augen auszeich-
nete und daher zur Untersuchung der Struktur des Sehor-
ganes sehr geeignet war, die vorn kolbenartig angeschwol-
lenen Crystallkegel sich mit ihrem hinteren Ende in immer
dünner werdende Fäden fortsetzen, welche auf geradem
Wege zum Kopfganglion und bis in dasselbe hinein zu ver-
folgen waren. Dieses Verhalten der vorn stark lichtbre-
chenden Crystallkegel, welche an die Cornea anstiessen,
ohne jedoch irgendwie mit ihr verbunden zu sein, liefert
den Verf. einen strikten Beweis für die Richtigkeit der
Leydig’schen Ansicht über die Bedeutung der Elemente des
Arthropoden-Auges.
Ueber parasitische Schläuche auf Crustaceen und zwar
an den Kiemen von Gammarus pulex und Asellus aquaticus
machte Schenk (Verhandl. d. physik.-mediz. Gesellsch. in
Würzburg VIIl. p. 252) Mittheilungen; es scheinen diese
Schläuche ähnlicher Natur zu sein, wie die von Lieber-
kühn auflInsektenlarven beobachteten (vergl. Jahresbericht
1856. p. 20).
Leydig, „Ueber Parasiten niederer Thiere* (Virchow’s
Archiv f. pathol. Anat. u. Physiol. XIII. p. 280 f.) fand an
verschiedenen Exemplaren von Lynceus sphaericus und Po-
lyphemus oculus alle Bluträume von dichten Massen pso-
rospermienähnlicher Gebilde, wie er sie früher schon in
derLeibeshöhle von Coccus und in den Muskeln von Epeira
{
beobachtet halle, angefüllt. (Auch der von Lebertin |
erkrankten Seidenraupen nachgewiesene „einzellige Pilz“
ist nach Leydig auf derarlige Psorospermien zu beziehen).
— Von Lynceus sphaericus beobachtete der Verf. zugleich
rosenrolh gefärbte Individuen, deren Färbung von ihrem
Blute, in welchem sich zahllose, stark wimmelnde feine
Punkte, die sich wie Monaden bewegten , vorfanden, her-
rührle.
H. deSaussure, Memoire sur divers Crustaces nou-
N N.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 513
veaux des Antilles et du Mexique (M&moires de la soc. de
physique de Geneve XIV, 2. p. 417—496. pl. 1—6). Der
Verf. giebt in dieser Abhandlung Beschreibungen und Ab-
bildungen einer grösseren Anzahl von ihm selbst auf den
Antillen und in Mexiko gesammelter und beobachteter Cru-
staceen aus den Ordnungen der Decapoden, Amphipoden
und Isopoden, denen sich am Schlusse noch eine Cypris
anreiht. Bereits bekannte Arten hat der Verf. nur aufge-
führt und beschrieben, wenn die früheren Charakteristiken
ungenügend waren; die neuen Arten sind sämmtlich auf den
beifolgenden Tafeln abgebildet.
Der schon im vorigen Jahresberichte p. 255 erwähnte
„Prodromus descriptionis animalium evertebratorum, quae in
expeditione ad Oceanum Paeificum septemtrionalem, a repu-
blica federata missa, observavit et descripsit W.Stimpson,*
welcher auch die Beschreibung einer grossen Anzahl neuer
Crustaceen enthält, ist in den Proceed. acad. nat. scienc. of
Philadelphia 1858. 9. 93—110. p. 159—163 und p. 225—252
mit dem 5. bis 7. Theile fortgesetzt worden und umfasst
die verschiedenen Gruppen der Brachyuren und Anomuren.
Die in denselben errichteten neuen Gattungen sind nebst
den neuen Arten an ihrem Orte einzeln aufgeführt worden.
In dem entomologischen Theile der de Castelnau’schen
„Expedition dans les parties centrales de l’Amerique du
Sud, de Rio de Janeiro a Lima et de Lima au Parä“ (Paris
1857. gr. 4., Zoologie Tome Ill) ist die Classe der Crusta-
ceen zusammen mit den Insekten von Lucas bearbeitet.
Der careinologische Theil umfasst 13 Seiten Text nebst zwei
Tafeln und besteht nur in der systematischen Aufzählung
einer grösseren Anzahl von Brachyuren, denen sich wenige
Anomuren und Macrouren , so wie zuletzt ein Amphipode
anschliesst. Eine Reihe von Milne Edwards in den
Annales des science. natur. und den Archives du mus. d’hisl.
nat. schon früher bekannt gemachter Arten, worunter be-
sonders mehrere Süsswasser-Krabben , werden hier noch
einmal sorgfältig von Lucas beschrieben und abgebildet;
neue Arten enthält die Arbeit gar nicht.
Die beschriebenen und abgebildeten Arten mögen hier namentlich
Archiv f. Naturg. XXV. Jahrg. 2. Bi. un
6514 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aufgezählt werden; es sind: Microphrys Weddellii M. Edw., Boscia
macropa M. Edw., Sylviocareinus Devillei M. Edw., Dilocarcinus
emarginalus, pictus und Castelnaui M. Edw., Trichodactylus dentatus
M. Edw., Bellia picta M. Edw. und von Amphipoden: Lysianassa
Magellanica M. Edw.
Reinhardt, „Fortegnelse over Groenlands Krebsdyr“
(im Naturhistoriske Bidrag til en Beskrivelse af Groenland,
Kjöbenhavn 1857. p. 28—39) gab eine systemalische Auf-
zählung von 138 in Grönland einheimischen Crustaceen:
3 Brachyuren, 1 Anomure, 29 Macrouren (und Cumaceen),
51 Amphipoden (und Laemodipoden), 15 Isopoden, 5 Phyl-
lopoden , 6 Copepoden, 14 Siphonostomen (und Lernaeen),
5 Cirrhipedier und 8 Pyenogoniden; es sind nur die Namen
der Arten mit einem oder zwei Citaten angeführt. — Ei-
nige ebendaher stammende Isopoden, Amphipoden und En-
tomostraceen werden (ebenda p. 72 f.) auch von Schiödte
besprochen.
M. Sars, „Oversigt over de i den norsk -arcliske
Region forekommende Krebsdyr“ (Videnskabsselskabets For-
handlinger for 1858, im Separatdruck 43 pag. in 8.) ver-
zeichnete die auf einer Reise nach Nordland und Finmarken
von ihm gesammelten und beobachteten Crustaceen, 89 Ar-
ten, von denen 28 auf die Decapoden, 34 auf die Amphi-
poden, 11 auf die Isopoden, 2 auf die Entomoslraceen , 7
auf die Cirrhipedier und 7 auf die Pycnogoniden kommen.
Die darunter befindlichen 11 neuen Arten, welche den Cu-
maceen, Amphipoden, Isopoden und Cirrhipediern angehö-
ren, werden nebst einigen bereits bekannten sehr einge-
hend beschrieben, die übrigen mit Angaben über Fundorte,
Lebensweise u. s. w., Bemerkungen über geographische
Verbreitung begleitet. Ein am Schlusse angestellter Ver-
gleich der arktischen Crustaceen- Fauna mit anderen er-
giebt, dass von den 89 oben angeführten Arten 22 eine
weilere Verbreitung, theils bis in die boreale Region, theils
bis zum Mittelländischen Meere haben, so dass. also 67 Ar-
ten als ausschliesslich arktische übrig bleiben; von diesen
kommen 45 Arten, also zwei Dritttheile der Gesammtzahl
zugleich an der Küste Grönlands vor.
Kinahan, „Natural history notes inDevon and Corn-
sts Fe
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 515
wall“ (Nat. hist. review V, Proceed. of societ. p. 266 ff.) gab
ein Verzeichniss der an den genannten Lokalitäten vorkom-
menden Cruslaceen, eirca 50 Arten, die den Decapoden,
Amphipoden und Isopoden angehören.
Ueber die Crustaceen -Fauna Ungarn’s hat Cornel
Chyzer (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien
1858. p. 505—518) Mittheilungen gemacht, Bezug nehmend
auf eine schon im Jahre 1857 von ihm selbst und Al. Töth
im „Naturfreund Ungarn’s“ unler dem Titel: „Die Crusta-
ceen der Pest-Ofener Gegend“ veröffentlichten Abhandlung.
Die von ihm gegebene Uebersicht der bis jetzt in Ungarn
aufgefundenen Crustaceen weist 1 Decapoden, 3 Amphipo-
den, 8 Isopoden, 13 Ostracoden, 6 Phyllopoden, 10 Clado-
ceren, 3Copepoden und 1 Lernaeade nach. Nähere Milthei-
lungen, theils kritischer Natur in Betreff der Synonymie,
theils über Vorkommen und Lebensweise werden besonders
über mehrere Ostracoden und Phyllopoden gemacht, von
ersleren auch eine neue Art beschrieben.
Forbes beobachtete einige Zeit vor einem hefligen
Erdbeben in der Payta-Bay eine grosse Anzahl von Krab-
ben, welche zehn Tage nach erfolgtem Erdbeben an das
Ufer geworfen waren und dasselbe längs der ganzen Bay
zu 3 bis 4 Fuss Breite und etwa 3 Fuss Höhe bedeckten.
Zu derselben Zeit veränderte das Wasser in der Bay seine
tief blaue Farbe in eine schwärzlich grüne. (Annals and
magaz. of nat. hist. 3. ser. 1.)
In den „Explanalions and sailing direclions lo accom-
pany the Wind and Current Charts, published by authorily
of Isaac Toucey, by M. T. Maury“ (Vol.1I. 8. cdit., Was-
hington 1858. 4.) sind auf pl. 20—37 zahlreiche Abbildun-
gen von (meist mikroskopischen) marinen Crustaceen nach
Zeichnungen einer Mrs. Toynbee (der Frau des Capilains
der Gloriana) gegeben worden. Die meisten der abgebil-
deten Formen gehören den Entomostraceen (Copepoden),
einige jedoch auch den Malacostraceen (Decapoden, Amphi-
poden) an; wenn die Zeichnungen wissenschaltlichen An-
forderungen gleich nicht genügen können, bekunden sie
doch eine für einen Uneingeweihten ungewöhnliche Auf-
516 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
fassungsgabe, indem sie die Thiere in ihren allgemeine-
ren Formenverhältnissen sehr charakteristisch wiedergeben.
Dana, dem die Zeichnungen zur Begutachtung zugesandt
wurden, hat eine Anzahl derselben wenigstens der Gatlung
nach bestimmt; seine Mittheilungen darüber sind im Texte,
p- 222 f. abgedruckt.
Crustacea fossilia.
Bell hat in den Abhandlungen der Palaeontographical
society ofLondon eine Monographie der fossilen Crustacea
malacostraca begonnen, welche dem Ref. nur aus einer An-
zeige in der Zeitschrift f. d. gesammt. Naturwissensch. Xll.
p-270 bekannt geworden ist.
Nach den hier gegebenen Notizen werden in dieser Arbeit die
Crustaceen des London-Thones abgehandelt und zugleich auf elf Ta-
feln abgebildet; ausser schon bekannten Formen sind auch zahlreiche
neue darin enthalten, und unter diesen auch mehrere neue Gattungen
aufgestellt, nämlich: a) unter den Brachyuren: Mithraeia n. g. (Art:
M. libinioides), Xanthilites n. g. (Art: X. Bowerbanki), Plagiolo-
phus n. g. (Art: Pl. Wetherelli), Portunites n. g. (Art: P. incerta),
Oedisoma n. g. (Art: Oed. ambiguum) , Campylostoma n. g. (Art: C.
matutiforme) , Cyclocorystes n. g. (Art: C. pulchellus). — b) unter
den Anomuren : Goniochile n. g. (Art: G. angulata.) — c) unter den
Macrouren; Thenops n. g. (Art: Th. scyllariformis), Scyllaridia n. g.
(Art: Sc. Koenigii), Trachysoma n. g. (Art: Tr. scabrum).
Reuss, „Ueber kurzschwänzige Krebse im Jurakalke
Mährens“ (Sitzungsberichte der math. -naturw. Classe der
Akad. d. Wissensch. zu Wien, Bd. 31. p. 5 ff.) charakteri-
sirte aus Prioriläts-Rücksichten einige neue Gattungen und
Arten vorläufig unter dem Namen Prosopon verrucosum,
Pithonoton rostratum, angustum, Goniodromites bidentatus,
polyodon, complanatus und Oxyihyreus gibbus. Diese For-
men bilden die Gruppe der Prosoponiden, welche der Verf.
für zunächst verwandt mit den Dromiaceen hält. — Eine mit
zahlreichen Abbildungen ausgestattete ausführliche Abhand-
lung über diese Formen ist gegenwärtig im 17. Bande der
Denkschriften der Wiener Akademie (1859) bereits erschie-
nen; ein Resume derselben unter dem Titel: „Zur Kennt-
niss fossiler Krabben“ ist zugleich im 27. Bande der Sit-
zungsberichte, p. 161 ff. gegeben worden,
N
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 517
Picard (Zeitschrift f. d. gesammt. Naturwiss. XI. p.435) be-
schrieb Sphaeroma triasina n. A. aus dem Keuper bei Schlotheim ;
Abbildung auf Taf. 9. fig. 11.
H. v. Meyer (Palaeontographica V, 5. p. 1111. Taf. 23) gab
eine Beschreibung und Abbildung von Palaeoniscus obtusus n. A. aus
der Braunkohle von Sieblos.
J. Chapman, „New Trilobites from the lower Silurian rocks
of Canada“ (Canadian Journal for May 1858) und „On some new Tri-
lobites from Canadian rocks“ (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser.
1. p.9—16) gab Beschreibungen und Abbildungen im Holzschnitte
von zwei neuen Arten: Asaphus Canadensis und Halli aus dem Si-
lurischen Gesteine von Ober-Canada.
Giebel („Die silurische Fauna des Unterharzes,“ Zeitschrift f.
d. gesammt. Naturwiss. XI. p. 4 fl.) beschrieb Phacops angusticeps,
Acidaspis Hercyniae und Bronteus Bischofi als n. A. aus dem Harz.
Baily (Nat. hist. review V, Proceed. of societ. p. 168) „Un a
Crustacean from the Coal- measures, wilh some remarks on the genus
Limulus“ beschrieb Steropis arcwatus als neue Art von Bilboa Colliery,
mit Limulus trilobitoides Buckl. nahe verwandt. Diese und mehrere
andere als Limulus beschriebene Arten müssen, dem Verf. zufolge,
eine hieryon verschiedene Gattung, die er Steropis nennt, bilden,
indem sie mit den Trilobiten nähere Beziehungen haben als mit
Limulus.
Jones setzle seine „Noles on the palaeozoic bivalved Entonıo-
s'raca“ ınit einem vierten Theile (Annals and magaz. of nat. hist.
3. ser. I. p. 241—257) fort, in welchem er eine Anzahl Nord-Ame-
rikanischer Arten beschreibt und auf pl. IX u. X abbildet. Es sind:
Beyrichia rugulifera, sigillata, elathrata und plagosa von Beechey-
Island, Beyrichia Logani (mit zwei Varietäten: B. reniformis und le-
perditioides), Leperditia Canadensis mit var. labrosa, Leperditia Anna,
Oltawa, gracilis, Cytheropsis concinna, siliquu und rugosa aus Ca-
nada, Leperditia Pennsylvanica, ovala, Beyrichia Pennsylvanicu aus
den Vereinigten Staaten. Auf Leperd. Ottawa und gracilis errichtet der
Verf. eine eigene Untergattung Isochilina, weil die Ränder der Scha-
len einander genau decken, ohne wie bei Leperditia überzugreilen;
die grösste Convexität der Schalen liegt in der Mitte oder nach vorn,
der Augenhöcker ist vorhanden, der Muskellleck auswärts nicht deut-
lich. — Drei in Nord-Amerika aufgefundene Arten, Leperditia alta
und gibbera, Beyrichia Maccoyiana hält der Verf. mit den aus den
Arktischen Gegenden Europa’s und aus Skandinavien stammenden für
identisch.
J. W. Kirkby, On Permian Entomostraca from the Fossilile-
rous Limiestone of Durham (Annals and magaz. ol nat. hist. 3. ser. IL
518 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
p- 317—330 und p. 432—439. pl. X-u. XT) gab Beschreibungen und
Abbildungen von 12 Bairdia-Arten, von denen drei (B. plebeja, Kingii
und mueronata) schon durch Reuss aus dem Zechstein bekannt ge-
worden, die übrigen neu sind; dieselben sind Bairdia ventricosa,
Reussiana, reniformis, Schaurothiana, Berniciensis, Ionesiana (graci-
lis M’Coy), truncata und rhomboidea; ausserdem ist eine unbenannte
und Leperditia? Permiana Jones von Neuem beschrieben und ab-
gebildet.
„On a new fossile Cirripede* by J. Mac Adam (Annals and
magaz- of nat. hist. 3. ser. I. p. 321 ff... Ein im oberen Grünsand
aufgefundener Rankenfüsser ist von W. Thomson als neu erkannt,
im Holzschnitte abgebildet und unter dem Namen Loricula Mac Adami
beschrieben worden.
Decapoda.
Ueber die Gewebe des Flusskrebses hat E. Häckel
sehr eingehende Untersuchungen angestellt und dieselben
in einer grösseren Abhandlung im Archiv f. Anatom. und
Physiol. 1857. p. 469—566. Taf.18 u. 19 mitgetheilt. Die
Arbeit zerfällt in zwei Theile, deren erster über die ein-
zelnen Gewebe, der zweite dagegen über die einzelnen
Organsysteme handelt; im ersten wird das Nerven- und
Muskelgewebe, das Bindegewebe (gewöhnliches und galler-
tiges Bindegewebe, Zellgewebe und Fettgewebe), das Blut-
gewebe und Chitinogen - Gewebe (äussere Hautbedeckung,
innere Darmbedeckung und Gewebe der Drüsen) abgehan-
delt, im zweiten auf das Nerven-, Muskel-, Haut- und
Eingeweidesystem (Verdauungs-, Respirations-, Harn- und
Generationsorgane) so wie endlich auf das Gefässsystem
eingegangen. Da die Arbeit nicht für einen Auszug ge-
eignet ist, müssen wir auf dieselbe einfach hinweisen, mil
der Bemerkung, dass sie wegen der Reichhalligkeit an hi-
stologischen Details für die Kenntniss der Arthropoden-Ge-
webe von besonderer Wichtigkeit ist.
Campbell de Morgan, „On the structure and fun-
etions of the hairs of the Crustacea* (Philosoph. Trans-
act. of the Royal soc. of London, Vol. 148. p. 895-902.
pl. 71) hat Untersuchungen über die Beziehung der von der
Körperoberfläche der Crustaceen enispringenden Haare zu
ee ee
N
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 519
den verschiedenen Hautstraten angestellt, deren Resultat im
Auszuge auch in den Annals and magaz. of nat. hist. 3.
ser. II. p. 59—61 mitgetheilt worden sind. - Durch Unter-
suchung der Haare an dem Klauengliede von Homarus und
Palaemon, ferner auch an dem Processus flabelliformis des
letzteren ist der Verf. zu dem Resultate gekommen, dass
diese Organe in enger Beziehung zu den unter der Chi-
tinogen- Membran liegenden Gefäss- und Nervenstratum
(Corium) stehen, und dass die Struktur des letzteren in
mehrfacher Beziehung durch jenen Zusammenhang mit den
Haaren bedingt wird. Er sieht die Haare nicht als Fort-
setzungen der Chitinmembran,, sondern als solche des Co-
riums an, welche nur wie dieses selbst mit einem Chilin-
überzuge bekleidet sind; sie sollen nach ihm den Papillen
in der Haut der Wirbelthiere entsprechen und wie diese
das Gefühl vermitteln.
Dass von Spence Bate die unter dem Namen Zo&a
bekannte Crustaceen-Form durch Beobachtung der allmäh-
ligen Uebergangsstadien als die Larve von Careinus nach-
gewiesen worden sei, wurde schon im vorigen Jahresbe-
richte p. 262 nach den vorläufigen Notizen des Verf. über
diesen Gegenstand milgetheilt. Den spezielleren Nachweis
hierfür hat der Verf. jetzt in einer Abhandlung „On the
development of Decapod Crustacea* (Philosoph. Transact.
of Ihe Royal society of London for the ycar 1858. Vol. 148.
p- 589—603. pl. 40—46) durch eingehende Beschreibung der
verschiedenen Jugendformen und zahlreiche Abbildungen
derselben geliefert, welche über die Zusammengehörigkeit
von Zoöa, Megalopa und Carcinus nicht den geringsten Zwei-
fel mehr übrig lassen können, wenngleich die Verwandlung
der einen Form in die andere vom Verf. nicht direkt be-
obachtet worden ist. Er hal nämlich nur die Jugendform
Zoea aus den Eiern von Careinus erzogen, während er die
folgenden Verwandlungsstufen durch jahrelanges Sammeln
an derselben Lokalilät zusammengebracht hat, diese aber in
solcher Vollständigkeit, dass sie eine ziemlich geschlossene
Entwickelungsreihe darstellen. Der eigentlichen Zoö&a-Form
geht nach den Beobachtungen des Verf. ein Stadium vor-
520 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aus, in welchem der aus dem Eie geschlüpfte Embryo von
einer zarten Membran eingehüllt ist, innerhalb welcher
die von den einzelnen Segmenten ausgehenden Fortsätze,
z. B. die beiden Dornfortsätze des Cephalothorax, die Sta-
cheln der Schwanzflosse, der Körperoberfläche noch eng
anliegen, ohne sich frei entwickelt zu haben. Einige Stun-
den nach dem Ausschlüpfen aus dem Eie wird diese Hülle
abgeworfen und die bekannte Zo&a-Form mit den beiden
langen Fortsätzen des Cephalothorax sucht nun sogleich
nach Nahrung; an derselben sind das spätere 2te und dte
Maxillarfusspaar in ausserordenllicher Grösse entwickelt,
die beiden Fühlerpaare, die Mandibeln und die beiden Ma-
xillenpaare ebenfalls deutlich erkennbar, wenn auch klein;
dagegen das erste Maxillarfusspaar gar nicht sichlbar, die
fünf späteren Gangbeinpaare nur durch schwache Wülste
angedeutet. Diese Wülste wachsen immer mehr in die
Länge, während zu derselben Zeit die ersten Anfänge der
Schwanzfusspaare sich in Form kleiner Säckchen an den
einzelnen Segmenten des Postabdomen hervorbilden. Mit
der Ausbildung beider Fussarten zu der späteren Form
hat auch der Körper schon die Megalopa - Form angenom-
men, indem der Cephalothorax sich stark ausgedehnt hat,
während seine beiden Fortsälze und der Hinterleib an Grösse
im Abnehmen begriffen sind; mit der Entfaltung der Ce-
phalothoraxbeine geht auch die rückschreitende Metamor-
phose der beiden letzten Maxillarfusspaare vor sich, so wie
in dieser Periode auch das erste Auftreten des ersten (frü-
her nicht vorhandenen ?) Maxillarfusspaares fällt. Die jetzt
folgendenVeränderungen betreffen hauptsächlich die Form des
Cephalothorax, indem die gegliederten Anhänge des Kör-
pers eigentlich schon so gut wie ausgebildet sind, der Hin-
terleib sich aber nur allmählig mehr verkürzt : zuerst schwin-
det der hintere Dornfortsatz des Rückenschildes, später erst
der (mittlerweile schon bedeutend kleiner gewordene) vordere
(Stirnfortsatz), während gleichzeitig die Zähne am Seitenrande
auftreten. Von nun an verbreitert sich das Rückenschild,
indem es aus der länglich viereckigen in die regulär hexa-
gonale Form des jungen Carcinus (4 mill. lang) und aus
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. - 521
dieser in die quer hexagonale der weiter entwickelten
Krabbe übergeht; der Verf. hat diese Umänderung dadurch
sehr anschaulich gemacht, dass er die Umrisse des Thorax
der verschiedenen Entwickelungsstufen in die des ausge-
wachsenen Careinus hineingezeichnet hat (pl. 46). Ueber-
haupt sind die vom Verf. gegebenen sehr reichhaltigen
Abbildungen dadurch sehr lehrreich, dass die verschiedenen
Entwickelungsstadien genau analysirt sind, so dass sich die
allmählige Ausbildung aller einzelnen Theile genau ver-
folgen lässt.
Der vonSpence Bate gelieferte Nachweis, dass die
unter dem Galtungs-Namen Zo6a beschriebenen Crustaceen-
Formen die Larvenzustände der Gattung Cancer seien, ist
nach einer Beobachtung von Kinahan (Remarks on the
Zo& of Eurynome aspera and the habits of the animal in
confinement, Proceed. of the Dublin nat. hist. soc., Decemb.
1857, Natur. history Review V, Proceed. p.37 ff.) auf die
Brachyuren im weiteren Sinne auszudehnen, indem die von
ihm beobachteten Jungen einer Oxyrrhynche, der Eurynome
aspera, beiihrem Ausschlüpfen aus dem Eie ebenfalls sich
mit der Zoö&a-Form übereinstimmend herausstellten. Sie
weichen von den Larven des Cancer pagurus durch den
Mangel der seitlichen und Stirn-Dornen des Cephalothorax
so wie durch den der Hinterleibsdornen ab; der Cephalo-
thorax ist ebenfalls sehr gross, das Abdomen aus sechs
Ringen bestehend ; drei (?) Paar Thoraxbeine vorhanden. —
Interessant sind in dem Aufsatze des Verf. auch die Mit-
theilungen über das Benehmen, die Bewegungen, den Frass
u. s. w. der Eurynome aspera; sie ist ein Nachtthier, wel-
ches das Licht scheut und erst bei anbrechender Dunkel-
heit lebendig zu werden beginnt.
Eine fernere für die Kenniniss der Larvenformen der
Decapoden sehr interessante Entdeckung ist von Coste
gemacht, welcher der Akad. d. Wissensch. zu Paris (Com-
ptes rendus de l’acad. d. science. Tome 46. p. 547. „Note
sur la larve des Langoustes“) die vorläufige Mittheilung
machte, dass die Galtung Phyllosoma die Larvenform von
Palinurus sei. Er erzog aus den Eiern von Palinurus Ju-
522 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gendformen, welche den Phyllosomen durchaus ähnlich wa-
ren und schon die bis jetzt an Phyllosoma durchweg ver-
ınissten Fortpflanzungsorgane würden darauf hindeuten, dass
man es mit Larven zu tihun habe. — Auch Ref. hat schon
im Jahresberichte 1857. p. 263 auf die Aehnlichkeit der
von Couch abgebildeten Palinurus-Larve mit Phyllosoma
hingewiesen und Couch, welcher (Report of the British
association, 27. meeling, p. 102) seine Mittheilung „On the
Embryo-state of Palinurus vulgaris“ wiederholt und einen
Vergleich der Larvenform mit Zo&a anstellt, deutet das
richtige Verhältniss dadurch an, dass er sagt, er würde die
Larve weniger zu Zoea als zu Phyllosoma stellen.
Gu&rin, welcher (Bullet. soc. entomol. p. XLIV und Revue et
Magas. de Zool. X. p.134f.) die von Coste gemachte Entdeckung
bespricht und ebenfalls als Beweis für die Richtigkeit derselben den
Mangel der Fortpflanzungsorgane bei Phyllosoma hervorhebt, lässt
sich ebenfalls auf einen Vergleich der Palinurus-Larve mit'’Zoea ein,
spricht dabei aber letztere noch als die muthmassliche Larve von
Pagurus an. — Joly (Comptes rendus, Tome 46. p. 788) findet für
die Larvenform von Palinurus ein Analogon in der von ihm (1842)
beschriebenen Larve von Caridina Desmarestii, welche nur mit drei
Beinpaaren,, die sich später zu Maxillarfüssen umgestalten,, aus dem
Eie kommt. — Valenciennes (ebenda p. 603 fl.) knüpft an die
Coste’sche Mittheilung eine „Note sur la reproduction des lomards,“
in der er angiebt, schon vor sechs Jahren beobachtet zu haben, dass
sich aus den Eiern von Homarus die Form Zoea Bose entwickele.
(Beruht wohl auf einer Verwechselung mit Carcinus; wenigstens ist
nach der Analogie mit Astacus lluviatilis eine derartige Differenz bei
Homarus kaum zu vermuthen. Ref.)
Mittheilungen über die Organisation von Phyllosoma
machte Gegenbaur im Archiv für Anat. u. Physiol. 1858.
- p- 43—63. Taf. IV. Dieselben vervollständigen die früher
vom Verf. gemachten Angaben über denselben Gegenstand
(Zeitschr. f. wiss. Zoologie V. Bd.) und gehen in ausführ-
licher Weise auf das Nervensystem, den Verdauungskanal
mit seinen Anhängen und das Gelässsystem ein.
Die vom Verf. untersuchte Art ist das bekannte Fhyllosoma
mediterraneum, von dem ihm lebende Exemplare vorlagen. Das schr
voluminöse Gehirn steht durch zwei sehr lange Commissuren mit der
Bauchganglienkette in Verbindung, welche der Verf. abweichend von
Milne Edwards als aus 18 verschmolzenen Ganglienpaaren beste-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 523
hend gefunden hat, von denen 6 dem Brusttheile (wo Milne Ed-
wards nur drei angiebt) zukommen; dieselben sind mit den 6 fol-
genden, welche dem Abdomen angehören, zu einem Ganzen verschmol-
zen, das nur im Bereiche des letzteren durch fünf mittlere, zwischen
den breiten Commissuren liegende Oellnungen unterbrochen ist. Die
Nerven der drei ersten Brustganglien gehen zu den Mundwerkzeu-
gen. — Der Oesophagus bildet, nachdem er Anfangs gerade nach
aufwärts gestiegen ist, eine Erweiterung, die sich am Ende des Ce-
phalothorax an einen zweiten Abschnitt, der eine Art von Kaumagen
mit stark muskulösen Wandungen darstellt, anschliesst. Dieser Kau-
magen ist durch einen faltenartigen Vorsprung von dem sich nach
hinten allmählig zum Darme verengenden und vorn beiderseits den
ziemlich weiten Lebergang aufnehmenden Chylusmagen abgeschieden.
Jede Leberhälfte besteht aus etwa 45—51 am Ende geschlossenen
Schläuchen, welche mit ihrer Spitze den Aussenrand des Cephalo-
thorax erreichen, und welche durch zahlreiche Verbindungsbrücken
zwischen Rücken - und Bauchplatte des Brustschildes geschieden wer-
den. Die Deutung dieses Organs als Leber hält der Verf. trotz sei-
nes übereinstimmenden Baues mit den übrigen Theilen des Darmka-
nals und trotz seiner weiten und stets geöffneten Communikation mit
dem Magen, gegen Leydig, der dasselbe bei Argulus als eine Di-
vertikelbildung des Darms anspricht, aufrecht. — In besonderer Voll-
ständigkeit hat der Verf. bei der ‚Durchsichtigkeit des Thieres die
Verbreitung und Verzweigung des Gefässsystems beobachten können,
Das in der Mitte des Abdomens liegende Herz hat die Form eines
länglich eiförmigen Schlauches und zeigt sechs venöse Spalten, von
denen vier auf der oberen und zwei auf der unteren Seite symme-
trisch angebracht sind; es entsendet nach vorn drei starke Arterien-
stlämme, von denen der mittlere, ohne Seitengänge abzugeben, in
gerader Linie zum Gehirne verläuft, an welches er zwei starke Aesle
abgiebt und sich vor demselben gabelartig theilt um die Augen zu
versehen: die beiden seitlichen dagegen unter allmähliger Divergenz
und nach Abgabe zahlreicher Seitenäste in die Fühler gehen. Aus
dem hinteren Ende des Herzens entspringen ebenfalls drei Arterien,
von denen die eine jedoch nur klein ist; von den beiden grossen
verläuft die mittlere über dem Darmkanale in gerader Richtung nach
hinten, indem sie nur an die einzelnen Hlinterleibssegmente kleine
Seitenäste abgiebt; die seitliche dagegen, welche zugleich die dick-
ste ist, wendet sich im Bogen auf die Unterseite des Darms, und setzt
sich hier in einen nach vorn und hinten verlaufenden Mittelstanm
fort, welcher beiderseits starke Seitenäste, besonders zu den Beinen,
abgiebt. Durch zahlreiche Anastomosen der feinsten Arterienzweige
wird ein Capillarnetz, das die verschiedensten Organe umstrickt, her-
vorgebracht, ohne dass aber irgendwo ein Uebergang in Venen zu
524 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
erkennen war. Dagegen konnte der Verf. Oeffnungen sowohl an
diesem Capillarnetz als auch am Ende grösserer Gefässe nachweisen,
aus denen das Blut sich in die lacunären Bahnen ergiesst. — Ath-
mungsorgane exisliren ausser den gefiederten Anhängen der Beine
nicht, ebensowenig liessen sich Geschlechtsorgane nachweisen, wie
dies die jetzt nachgewiesene Larven-Natur des Thieres erklärt.
Couch, „Note on the occurrence of Phyllosoma commune on
the coast of Cornwall“ (Journal of proceed. of the Linnean soc.,
Zoology Il. p. 146 ff.) lieferte Beschreibung und Abbildung eines
Exemplars von Phyllosoma commune, welches an der Küste von Corn-
wall gefischt wurde. Das Thier war beinahe einen Zoll lang und
wich von der Milne Edward’schen Art gleiches Namens durch die
Grössenverhältnisse der Cephalothorax - Abschnitte ab, stimmte dage-
gen mit der von Leach gegebenen Abbildung seines Phyllos. com-
mune überein. (Jedem, der Phyllosomen nach den davon existirenden
Beschreibungen und Abbildungen zu bestimmen versucht hat , wird
die Schwierigkeit, dies zu bewirken, aufgefallen sein; die einzelnen
Individuen zeigen in der Regel ebenso viele Uebereinstimmungen
als Abweichungen von den existirenden Abbildungen, ein Umstand,
der durch den Nachweis der Larvennatur des Thiere seine genügende
Erklärung findet. Ref.)
Coste „Etudes sur les moeurs et sur la gen£eralion
d’un certain nombre d’animaux marins* und „Fails pour
servir ä l’histoire de la fecondation chez les Crustaces“
(Comptes rendus de l’acad. d. scienc. Tome 46. p. 432 und
Tome 47. p. 45 ff.) machte verschiedene Mittheilungen über
die Lebensweise und Fortpflanzung mariner Crustaceen.
Die Begattung von Carcinus maenas findet unmittelbar nach
der Häutung statt, was nothwendig ist, da das Weibchen sonst seine
Eier mit der alten Haut verlieren würde. Das Männchen schleppt
das Weichen mehrere Tage mit sich herum und wartet dessen Häu-
tung ab; mehrere Tage nach dieser lässt das Weibchen die Begattung
zu. Palaemon serratus weicht darin ab, dass er sich des Weibehens
erst nach der Häutung bemächtigt. — Maja squinado legte zwischen
zwei Häutungen zweimal hinter einander Eier, ohne wiederholt be-
fruchtet worden zu sein. — Von llomarus und Palinurus wird die
Samenllüssigkeit frei an das Sternum des Weibchens entleert; bei Pa-
laemon und Crangon dagegen in Spermatophoren eingehüllt an die
Basis der weiblichen Beine befestigt; das Eierablegen erfolgte bei
Palaemon schon am Tage nach der Begattung.
Brachyura. Oxyrrhyncha. — de Saussure (Memoires de la
soc. de phys. de Geneve XIV, 2. p.423 ff. pl. I) gab Beschreibungen
und Abbildungen von folgenden neuen Aıten: Mithrax cornutus, Pe-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 525
ricera spinosissima, bicornis und Lambrus crenulatus aus dem Antil-
len-Meere.
Cycelometopa. — Von Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc
Philad. 1858. p. 31 1.) machte durch Diagnosen eine grössere Anzahl
neuer Arten bekannt, von denen einige zugleich neue Gattungen bil-
den. Letztere sind: Lachnopodus n. g. mit Liomera verwandt , aber
durch schmaleres Rücken -Schlid und stachlige Beine unterschieden.
Rückenschjld glatt, die hintere Region der Quere nach convex; die
Augenhöhle dreilappig, die Lappen klein und stumpf; Fühler wie
bei Carpilius. Am innersten Maxillarfusspaare die Lacinia an der
Spitze nicht gabelig getheilt, die äusseren Maxillarfüsse mit längsge-
furchter Hüfte, ihr Schenkel gegen den Innenwinkel hin ausgehöhlt
und am Vorderrande concav. Die Scheeren aussen gefurcht, die Geh-
füsse sehr borstig mit zusammengedrücktem, oberhalb stachligen
Schenkel. Art: Lachnop. Rodgersii aus dem Hafen Gaspar. — 2)
Sphaerozius n. g., mit Ozius verwandt; Körper fast kuglig, Rücken-
schild schmaler, der hintere Seitenrand länger; Fühler den inneren
Spalt der Augenhöhlen einnehmend , das Basalglied die Stirn nicht
berührend; Stirnrand und oberer Augenhöhlenrand zusammenhängend,
durch keinen Einschnitt getrennt. (Die Gattung ist auf Pseudozius
dispar Dana gegründet.) Fernere neue Art: Sphaer. nitidus von
Hongkong. — 3) Heteropanope n. g., mit Panopeus verwandt, durch
einen am vorderen Mundrande hervorragenden Höcker, herabgesenkte
Stirn, kleinen äusseren Orbitalspalt und siebengliedrigen Hinterleib
des Männchens unterschieden. (Auf Panop. dentatus, caystrus und
formio Adam und White gegründet.) Neue Arten: Het. glabra und
eucratoides von Hongkong, Australiensis von Port Jackson. — Als
neue Arten bekannter Gattungen wurden diagnostieirt: Etisus con-
vezus Japan, Liomera subacuta Insel Loo-Choo, Actaca pura Port
Jackson und Hongkong, subglobosa und pilosa Hongkong, Xanthodes
elegans Japan, Polycremnus verrucifer Hongkong, Chlorodius denti-
frons Insel Loo-Choo , Pilodius nigrocinetus Japan, granulatus Hong-
kong, Ozius ruqulosus Insel Bonin, Pseudozius microphthalmus eben-
daher, Pilumnus rufopunctatus und fissifrons Port Jackson, verrucosi-
pes Cap, forficigerus Insel Ousima, lapillimanus Nord-China, hirsutus
ebendaher und von der Insel Ousima , marginatus Insel Loo- Choo,
dorsipes Hongkong, Trapezia reticulata Insel Loo-Choo, Tetralia lae-
rissima Insel Ousima, Portunus strigilis Japan, Amphitrite gracilima-
nus China, yracillima Port Lloyd, media Gaspar, Thalamita picta Ou-
sima, Kraussia nitida Nord-China, Cheirogonus aculidens Japan.
Von de Saussure (M&moires d. l. soc. de phys. de Geneve
XIV, 2. p.230#. pl.1 u. 2) wurden beschrieben und abgebildet:
Chlorodius Americanus, Panopeus occidentalis, serratus, Americanus,
Portunus Guadulpensis, Lupea anceps n. A. von den Antillen.
526 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftllichen Leistungen
Catometopa. —Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. Philad.
1858. p. 93 If.) errichtete folgende neue Gattungen: 1) Pilumnoplaz n. g.
Rückenschild niedergedrückt, hinten breit, der vordere Seitenrand
kürzer als der hintere; Augen und Orbitae klein , gerundet; Fühler
und äussere Kieferfüsse denen von Pilumnus ähnlich. Scheerenfüsse
kurz, Gehfüsse lang, die des dritten Paares länger, ihr Endglied nie-
dergedrückt. Copulationsorgane des Männchens vom Hinterleibe be-
deckt, in den Hüftstücken gelegen ; Hinterleib des Männchens an der
Basis breit, das letzte Sternalsegment bedeckend, im Uebrigen sehr
schmal, alle Segmente getrennt, Mit Pseudorhombila nahe verwandt.
Vier Arten: Pil. sulcatifrons Hongkong, longipes und sculpta Ousima,
eiliata Japan. — 2) Heteroplaz n.g. Rückenschild trapezoidal, quer,
Gesichtsregion kaum schmaler als die Schale; Stirn breit, Augen lang
mit dieken Peduneulis; Fühler lang, dünn, Basalglied verlängert,
schmal, beweglich, am Aussenwinkel der Orbita entspringend. Epi-
stom gross, am Vorderrande mit kleinem Höcker. Scheerenfüsse kräf-
tig, mässig lang, mit schiefen Fingern; Gehfüsse zart, die des dritten
Paares länger, mit zusummengedrücktem Endgliede. Sternum und
Ninterleib wie bei Pilumnoplax. Zwei Arten: Het. dentata und trans-
versa Hongkong. — Für die vier folgenden Gattungen, welche sich
durch kleine, unbewegliche Augen auszeichnen, und die der Verf.
für blind oder myopisch hält, errichtet er eine eigene Familie „Rhi-
zopidae ,“ welche zwischen die Careinoplacidae und Gonoplacidae
eingeschaltet wird. Diese drei Gattungen sind: 5) Scalopidia n. g.
Rückenschild hinten breiter, vorn mässig abschüssig, der scharfe Rand
fast ununterbrochen; Augenhöhlen fast marginal, nicht tief, Augen
klein, damit verschmolzen; erstes Fühlerglied kurz, die Stirn nicht
erreichend, Geissel zart, nackt. Die äusseren Kieferfüsse beim Männ-
chen ziemlich klafend, die Ruthen nicht in Rinnen verborgen. Art:
Scal. spinosipes von Hongkong, — 4) Rhizopa n. g. Rückenschild
vorn ziemlich abschüssig, seitlich hinten gleichbreit; Augenhöhlen am
Vorderrande ausgehöhlt, Augen klein, mit mässig grossen Pedunculis,
in den Augenhöhlen festgewachsen. Basalglied der Fühler fest einge-
fügt, Rulhen des Männchens verborgen, äussere Kieferfüsse etwas klal-
fend. Art: Rhis. gracilis Hongkong. — 5) Typklocareinus n.g. Rücken-
schild vorn stark abschüssig, hinten gleich breit, der vordere Seiten-
rand spärlich gezähnt; Augenhöhlen vorn ausgehöhlt, klein, tief, den
Pedunculus der Augen, welcher unbeweglich obwohl nicht verwach-
sen ist, einschliessend. Augen obsolet; Basalglied der Fühler klein,
kurz, Geissel zart, nackt; äussere Kieferfüsse kaum klaffend ; Ruthen‘
des Männchens meist nicht verborgen. Zwei Arten: Typhl. villosus
und nudus von Hongkong. — 6) Ceratoplax n.g. Rückenschild hin-
ten breiter, vorn und hinten abschüssig, Vorder- und Scitenränder
scharf, eiliirt. Orbitae vorn leicht ausgehöhlt; Augen verschmolzen,
Le in
im Gebiete der Entomologie während der Jahres 1858. 527
zusammengedrückt, mit scharfem, gewimperten Rande; Stirn schmal,
herabgebogen, stark hervortretend ; Fühler gross, Basalglied recht-
winklig, beweglich, Geissel gewimpert; Epistom lang, äussere Kie-
ferfüsse klein, nicht klaffend , Beine zusammengedrückt, gewimpert.
Art: Cerat. Sinensis Nord - China. — Fernere neue Galtungen sind:
7) Chaenostoma n. g., von Cleistostoma durch klaffende äussere Kie-
ferfüsse unterschieden, auf Cleist. Boseii Dana und Chaen. crassima-
nus n. A. von Loo-Choo begründet. — 8) Ilyoplax n.g., wird durch
einige subtile Merkmale von Macrophthalmus unterschieden. Art:
Ilyopl. tenella von Canton, im Flussschlamme lebend. — 9) Dotilla
neue Benennung für Doto de Haan (Name schon bei den Mollusken
vergeben). — 10) Geothelphusa n. g., auf Thelphusa Berardi de Haan
gegründet, mit einer neuen Art: Geoth. obtusipes, Vaterland nicht
angegeben. — 11) Geograpsus n. g., für die im Binnenlande leben-
den Grapsus-Arten: wie Gr. lividus, erinipes u. s. w. errichtet; neue
Art: Geogr. rubidus von den Bonin-Inseln. — 12) Piychognalhus n.g.
mit Platy- und Pseudograpsus verwandt; Rückenschild flach, Stimm
horizontal, ununterbrochen , der vordere Seitenrand scharf, ausge-
randet; äussere Kieferfüsse sehr breit, hinten verengt, ohne Crista;
Hinterleib des Männchens sehr schmal, der des Weibchens mit freiem
Endgliede. Art: Ptych. glaber von den Bonin-Inseln. — 13) Acmaeo-
pleura n. g., von Cyelograpsus durch ganze Seitenränder der Schale
und unterhalb fast vollständige Orbitae unterschieden; die Finger
der Scheere innen an der Basis wollig. Art: Acm. parvula von Ou-
sima. — Einer eigenen neuen Gruppe Camplandriidae, welche auf
die Grapsidae folgt, gehört eine neue Gattung: 14) Camptandrium an,
mit fast sechsseiligem Rückenschilde, die Gesichtsregion kaum ein
Dritttheil der Breite derselben einnehmend, die Stirn fast nur einem
Vierttheil gleichkommmend ; vorderer Stirnrand schief, dreizähnig, der
hintere Zahn seitlich hervorragend, hinterer Seitenrand convex. Ober-
läche uneben,, mit drei unterbrochenen Querrippen beim Männchen.
Augen ziemlich lang, Orbitae quer, fast vollständig, mit grosser
Buchtung nach unten und aussen. Fühler kurz mit kleinem, gerun-
deten Basalgliede, das dritte Glied im innern Einschnitt der Orbita
liegend. Hlinterleib des Männchens an der Basis nicht erweitert, in
der Mitte stark eingeschnürt, das letzte Segment an der Basis nicht
schmaler ols das vorhergehende; der des Weihchens breit, das ganze
Sternum bedeckend, das letzte Segment kaum frei. Art: Campt. sex-
dentatum von Hongkong. — 15) Asthenognathus n. g., ebenfalls eine
eigene, der vorigen folgende Gruppe Asthenognathidae bildend, in der
Form fast Pinnixa gleichend. Art: Asthen. inaequipes von Niphon. —
16) Khynchoplaxz n. g., mit Trigonoplax verwandt, von dreieckigem
Körper , wenig niedergedrückt,, Seitenrand zweizähnig; Rüssel drei-
zähnig, der Mittelzahn stark, verlängert, aufwärts gekrümmt, die seit-
528 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lichen klein, scharf. Die hinteren Fühler ziemlich gross, nicht durch
ein Septum getrennt; Augen nicht zurückziehbar, der Dorn nach aus-
sen von der Orbita klein. Die Scheerenfüsse des Männchens kräftig,
kaum kürzer als die Gangbeine; von diesen das erste Paar länger,
alle Klauenglieder sichelförmig gekrümmt; Hinterleib des Männchens
länglich, gegen die Spitze hin leicht zusammengezogen. Art: Räynch.
messor aus Japan und setirostris von Hongkong. — Neue Arten sind
ferner: Macrophthalmus dentatus Hongkong, convexus Loo-Choo, Me-
taplax longipesllongkong, Scopimera tuberculata sapan, Myctiris bre-
vidactylus Loo-Choo, Gelasimus dubius Loo-Choo, acutus und splen-
didus China, pulchellus Tahiti, Ocypode conveza Japan, Metopograpsus
quadridentatus Hongkong, Pachygrapsus laevimanus Sidney, Grapsus
Tlongipes Hongkong, subguadratus Hawai, Nautilograpsus angustalus
stiller Ocean, Eriochirus rectus Macao, Pseudograpsus albus Kikai-
sima, Platygrapsus conveziusculus Loo-Choo, Cyclograpsus longipes
Bonin-Inseln,, Sesarma rupieola und vestita Ousima, Pinnotheres ob-
scurus Hongkong, Boninensis Bonin-Inseln , parvulus China, tumida
Jesso, penultipedalis Hongkong , Hymenosoma geometricum Simons-
Bay, Halicarcinus ovatus Port Jackson, Trigonoplaz truncala Ousima
und Loo-Choo.
de Saussure (Memoires de la soc. de phys. de Geneve XIV, 2.
p- 435 . pl.2) beschrieb und bildete ab: Potamia Americana (Pseu-
dothelphusa Americana Sauss. antea), Cardisoma quadrata, Gecarcinus
depressus, Sesarma Americana, miniata, Metopograpsus gracilis,
miniatus, dubius und Plagusia gracilis als n. A. von den Antillen ;
von bekannten Arten “werden nochmals charakterisirt;: Cardisoma
Guanhumi Maregr., Gecareinus lateralis Frem., Goniopsis ruricola
Deg., Grapsus maculatus ? Catesby.
Oxystomata. — Stimpson (Proceed. acad. nat. sciene. Phi-
lad. 1858. p.159 ff.) beschrieb folgende neue Gattungen und Arten:
Leucosia vittata Hongkong, maculata China, parvimana Gaspar, Phi-
lyra tuberculosa Hongkong, unidentata China, Ebalia Madeirensis
Funchal, Arcania globata China , Oreophorus rugosus J,oo-Choo. —
Carcinaspis n. g.; Rückenschild breiter als lang, fast kreisförmig,
flachgedrückt, hinten aber nicht in eine Lamina ausgebreitet, Seiten
erweitert, ohne jedoch die Beine zu verdecken ; Stirn mit kurzem,
abgestutzten Rüssel, Augen unter dem Rückenschild verborgen, Or-
bitae gerundet, tief, innen nicht geschlossen, ohne Spalten. Epistom
breit, Mundöflnung so breit als lang; Scheerenfüsse kräftig, ohne
Crista, die Finger fast in die Länge gezogen. Das 3te bis 6te Seg-
ment des weiblichen Hinterleibs verwachsen. Art: Carein. margina-
tus vom Cap. — Cryptocnemus n.g. Rückenschild breit, pentagonal,
hinten und seitlich stark lamellenartig ausgebreitet, die Gangbeine
bedeckend; äussere Antennen fast verkümmert. Scheerenfüsse mit
t
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 529
kammarliger Lamelle und kurzen Fingern; Hinterleib des Männchens
schmal dreieckig, alle Segmente mit Ausnahme des ersten und letzten
unter einander verwachsen. Art: Crypt. pentagonus aus Japan. —
Onychomorpha n. g. Rückenschild klauenförmig , länger als breit
vorn schmal, hinten stark erweitert; Stirn sehr kurz, abgestutzt, Or-
bitae sehr klein , oberhalb tief gespalten, innerhalb ebenfalls mit klei-
ner Lücke. Epistom sehr klein, äussere Fühler obsolet, Mundöffnung
länger als breit; Scheerenfüsse niedergedrückt, mit sehr kurzen, fast
queren Fingern, Hinterleib des Männchens fast dreieckig, an der Basis
breit und beiderseits aufgetrieben, die Segmente verwachsen. Art:
Onych. lamelligera von Hongkong. — Tymolus n. g., zur Gruppe von
Dorippe gehörig, Form des Schildes fast wie bei Homola, Stirn vier-
zähnig, der Zahn des Mundrandes von oben her ebenfalls sichtbar;
Augen klein, Orbitae tief, oben stark unterbrochen , mit grösserer
Kluft nach innen; innere Fühler ziemlich lang, ohne Gruben, äussere
kurz, unterhalb jener sitzend, mit deutlichen Gliedern. Gangfüsse
fast wie bei Dorippe, die Finger aber kaum sichelförmig; Hinterleib
sechsringlig, der letzte Ring erweitert. Art: Tymolus Japonicus von
Jesso. — Dorippe sexdentata n. A. von Kagosima in Japan.
Hepatus tuberculatus de Saussure (Memoires d. ]. soc. de phy-
sique de Geneve XIV, 2. p. 450. pl.2) n. A. von Guadeloupe.
Lucas, „Note monographique sur le genre Ixa“ (Annales soc.
entomol. VI. p. 179 ff.) gab eine Beschreibung und auf pl.4 eine Ab-
bildung einer neuen Art Iza Edwardsii, welche bei Marseille im
Alluvium aufgefunden wurde. Um dabei zugleich eine Monographie
der Gattung zu liefern, führt der Yerf. auch die übrigen bis jetzt be-
kannten Arten namentlich mit Synonymie auf, deren Zahl sich nach
ihm auf zwei stellt. Er hat jedoch dabei die von White im Voyage
of the Samarang beschriebene Ixa megaspis übersehen.
Notopoda. Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. Philadelphia
1858. p. 225) gab eine Synopsis der Dromiden und stellte dabei meh-
rere neue Gattungen auf: 1) Dromidia n. g., für Dromia hirsutissima
Lam. 2) Cryptodromia n. g., für Dromia nodipes Lam. (Die Gattung
Dromia sens. striet. wird auf Drom. vulgaris, Rumphii ete. beschränkt).
8) Pseudodromia n. g. BRückenschild verlängert, convex, behaart,
hinten nur wenig erhärtet; Gesichtsregion viel breiter als die Hälfte
der Thoraxbreite; Epistom nicht mit der Stirn verbunden. Der Ap-
pendix des vorletzten Hinterleibssegmentes beim Männchen klein,
verborgen ; das fünfte Beinpaar sehr lang, länger als das zweite. —
Art: Pseud. latens vom Cap. — 4) Petalomera n. g., Rückenschild
länglich, gewölbt, die Epimeren hinter der Naht häutig; Schenkel
der sechs vordersten Beine lamellenartig erweitert; die Finger der
Scheeren an der Spitze hornig, löffelförmig. Art: Petal. granulata
aus Japan. — 5) Conchoecetes n. g., auf den Cancer artificiosus Herbst
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. 2. Bd. 1
550 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
begründet. — Als neue Arten werden ferner (ebenda p. 238 ff. be-
schrieben : Dromidia spongiosa vom Cap, excavata von Port Jackson,
Cryptodromia coronata von den Bonin-Inseln, tubereulata von Gaspar
und Kagosima (Japan), tumida von Ousima und canaliculata von
Gaspar und Loo-Choo, L
Zur Gruppe der Hippiden kommt (ebenda p.230) eine neue
Gattung Mastigopus Stimpson (der Name ist schon von Leuckart
unter den Crustaceen vergeben ! vergl. Jahresbericht 1854. p. 185) mit
kurzen Fühlern, länglichen äusseren Maxillarfüssen, deren Schenkel
an der Spitze abgestutzt ist, sehr langen Vorderbeinen mit geissel-
förmigem, vielgliedrigen Finger. Art: Mast. gracilis aus dem Chine-
sischen Meere.
In der Albuneiden-Gruppe wird (ebenda p. 230) eine neue Gat-
tung Lepidopa Stimpson für Albunea scutellata Fab. errichtet.
In der Lithodiden - Gruppe (ebenda p- 231) eine neue Galtung
Acantholithus für Lithodes hystrix de Haan.
Als neue Art ist ferner zu erwähnen: Remipes Cubensis H. de
Saussure (Menmioires de la soc. de phys. de Geneve XIV, 2. p. 452. pl.2.
fig.19 von Cuba. "
Pagurini. Stimpson (Proceed. acad. nat. scienc. Philadelphia
1858. p- 232 If.) gab eine Synopsis der bis jetzt bekannt gewordenen
Gattungen und Arten dieser Familie und vermehrte die Zahl der er-
steren durch folgende: 1) Petrochirus n. g., auf Pag. granulatus Oliv.
errichtet. 2) Spiropagurus n. g-, für Pag. spiriger de Haan. — Neue
Arten sind folgende: Cenobita purpurea von den Bonin-Inseln, ca-
vipes von Loo-Choo, Diogenes brevirostris vom Cap, penicillatus von
Niphon, Pagurus sculptipes von Japan, platythorax von Loo-Choo,
Clibanarius pacificus von Qusima, Paguristes digitalis von Jesso, se-
minudus von Japan, Eupagurus megalops aus dem Chinesischen Meere,
graecilipes Vaterland ?, constans und pectinatus von Jesso , trigono-
cheirus aus der Berings -Strasse , pilosipes von Loo-Choo, angustus
von Kikaisima, Japonicus von Japan, sinuatus und acantholepis von
Port Jackson und tricarinatus von Kagosima.
Von de Saussure (Memoires de la soc. de phys. de Geneve
XIV, 2. p.453 1. pl. 3. fig.20) wurden Pagurus insignis von Guade-
loupe und Cubensis von Cuba als n. A. bekannt gemacht.
J. E. Gray, „On the power of dissolving shells possessed by
the Bernard Crab (Pagurus)“ (Proceed. zoolog. soc. ofLondon, March 9.
1858 und Annals magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 164). Verf. schreibt den
Paguren das Vermögen zu, die Muscheln, in denen sie leben, theilweise
aufzulösen und zu zerstören; gewisse Arten sollen diese Fähigkeit in
höherem Grade besitzen als andere. Bei den von ihnen bewohnten
Fusus-Arten z. B. zeigt sich oft die innere Lippe und ein grosser
Theil der Säule an der Innenseite des Mundes zerstört, so dass die
{
j
an.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 531
Oellnung grösser als gewöhnlich ist; die ganze Innenseite der Mu-
schel hat das Ansehn, als wäre sie mit einer Feile bearbeitet.
Galatheidae. Neue Arten von Stimpson (Proceed. acad. nat.
science. Philadelphia 1858. p.251f.) sind: Galathea Australiensis von
Port Jackson, labidolepta vom Cap. orientalis von Hongkong, acan-
thomera von den Bonin-Inseln, pubescens und subsquamata von Ou-
sima, grandirostris und Munida Japonica aus Japan.
Derselbe (ebenda p.227f.) gab eine Uehersicht über den Be-
stand der Porcellaniden-Gruppe und gründete auf Kosten von Porcel-
lana folgende Gattungen: 1) Petrolisthes n. g. für Porec. violacea Gue-
rin. 2) Pisosoma n.g. für Porec. pisumM.Edw. 3) Rhaphtdopus n.g.
Rückenschild gerundet, breiter als lang, Stirn nicht hervorragend,
fast gerade, dreizähnig, Augen klein; die Finger der Gangbeine lang,
gerade, sehr zart, zusammengedrückt und spitz. Art: Rhaph. eiliatus
von Hongkong. 4) Pachycheles n. g. für Pore. grossimana Guerin.
5) Megalobrachium n. g. für Porec. granulifera Stimpson. 6) Minyo-
cerus n. g. für Pore. angusta Dana und 7) Polyonyz n. g. für Pore.
macrocheles Gibbes und biunguiculata Dana. — Neue Arten desselben
Verf. sind ferner: Petrolisthes pubescens und hastalus von Ousima,
Pachycheles Stevensii von Jesso, Porcellana ornata und serratifrons
von Hongkong, dispar vou Port Jackson, streptocheles vom Cap, la-
tifrons, pulchra und Porcellanella piela von Hongkong, Polyonyz Si-
nensis aus dem Chinesischen Meere.
Astacini. de Saussure (NMemoires de la soc. de phys. de
Geneve XIV, 2. p.456 11. pl. 3. fig. 21—23) gab Beschreibungen und
Abbildungen von Cambarus consobrinus n. A. von Cuba, Montezumae
und Aztecus aus Mexiko.
Heller, Notiz über einen weissen Flusskrebs (Sitzungsberichte
der zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858. p. 83). Die Schale, sonst
vollständig ausgebildet, ergab bei näherer Untersuchung einen völli-
gen Mangel an Pigment.
Carides. de Saussure (M&moires de la soc. de phys, de
Geneve XIV, 2. p.461 ff. pl.3 u. 4) beschrieb und bildete als neue
Arten ab: Alpheus lutarius (Halopsyche lutaria Sauss. antea) aus
Cuba, Caridina Mericana von Vera-Cruz, Palaemon Astecus , Monte-
zumae, Mexicanus und consobrinus aus Mexiko, Faustinus aus Haiti,
Sicyonia »eristata und Oplophorus Americanus von den Antillen. —
Palaemon Jamaicensis Herbst und forcepsM. Edw. werden vergleichs-
weise noch einmal beschrieben.
Hippolyte Gordoni Spence Bate n. A. aus England (Nat. hist.
review V. p. 52, Proceed. of societ.) beschrieben und im Holzschnitte
dargestellt.
Pandalus leptorrhychus Kinahan n. A. aus Irland (Proceed. of
the Dublin nat. hist, soc., Dechbr. 1857, Nat. hist, review V. Proceed. .
532 Gerstaecker: Bericht über die wissenschuftlichen Leistungen
of societ. p. 40) beschrieben und abgebildet. Verf. hielt die Art zu-
erst als möglicher Weise mit Pand. Jeffreysii Spence Bate identisch,
setzt aber nachher (Nat. hist. review p.205) ihre Unterschiede aus-
einander.
Cumacea. Spence Bate (Journal of the Royal Dublin soe. 1.
und Nat. hist. review V. p. 203) „On a new genus and new species
of Diastylidae* charakterisirte eine neue Gattung Vaunthompsonia, von
Cuma dadurch unterschieden, dass hinter dem Cephalothorax nicht
vier, sondern fünf freie Thoraxringe vorhanden sind. Art: Vaunth.
cristata n. A. aus England; wahrscheinlich gehört auch Cuma Ed-
wardsii Kroyer dieser Gattung an. Sowohl die genannte Art als
Cyrianassa longicornis (Thompson i. lit.) n. A. aus England werden
a. a. 0. p.203 f. im Holzschnitte dargestellt. — Scorpionura vulgaris
Thompson mserpt. ist nachSpence Bate nicht von Diastylis Rathkei
unterschieden.
Sars (Videnskab. Forhandl. in Christiania 1858, Separatab-
druck p. 7) beschrieb Diastylis plumosa n. A. aus Finmarken.
Stomatopoda.
Caridiodea. In den Videnskab. Meddelelser fra den Naturhist.
Forening i Kjöbenhayn 1858. Taf. I ist eine sehr schöne Abbildung
von Phyllamphion elegans Reinhardt (in derselben Zeitschrift v. J.
1840—50 beschrieben) gegeben worden.
Amphipoda.
Spence Bate, On the nidification of Crustacea (An-
nals and magaz. of nat. hist. 3. ser. I. p. 161—169. pl. 8)
machte interessante Mittheilungen über die Ferligkeit ge-
wisser Crustaceen (Amphipoden), sich zum Schutze ihres
Körpers cylindrische Röhren oder grössere, mehr unregel-
mässige Behälter, in welche sie sich verkriechen, zu
bauen. Der Verf. führt an, dass Say der erste gewesen
sei, welcher diese Wahrnehmung an Cerapus tubularis ge-
macht habe, und dass ähnliche Verhältnisse später von Tem-
pleton, Stimpson und Kroyer zur Kenntniss gebracht
worden seien; er selbst beobachtete die Anfertigung eines
solchen Tubus an Meeres- Amphipoden, die er in der Ge-
fangenschaft beobachtete, und welche denselben aus See-
Jattig) (Ulva) herstellten. Die Röhre war binnen einer
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 533
oder zwei Stunden »ferlig, an beiden Seiten offen und ge-
räumig genug um eine Wendung des Thieres zuzulassen,
welches auf der einen Seite beunruhigt, seinen Kopf zur
anderen Oeffnung herausstreckte. Bei anderen Arten wird
die Oeffnung nur an einer Seite gelassen und dann sind
die Gehäuse von unregelmässigerer Form, so dass sie mehr
einem Neste gleichen. Die Thiere, welche diese beiden
Sorten von Hüllen bauen, sind durch äussere Charak-
tere scharf unterschieden und weichen ihrerseits wieder
von den grabenden Anıphipoden ab, welche sich Wohnun-
gen durch Aushöhlen verschiedener Gegenstände anferti-
gen; sie bilden mit diesen zusammen eine eigene Familie
der Amphipoden, die Domicola.. — Der Verf. erörtert im
Folgenden die unterscheidenden Merkmale der Gattungen
Amphithoö, Sunamphithoö, Podocerus , Cerapus und Sipho-
nocelus, und giebt Beschreibungen und Abbildungen der
Hüllen von 2 Siphonocetus, 2 Podocerus und 1 Amphithoe-
Art, ausserdem des mulhmasslichen Nestes der Galtung
Phronima.
Derselbe, On some new genera and species of Cru-
slacea Amphipoda. (Annals and magaz. of nat. hist. 3. ser.
1. p. 361.) Der Verf. macht durch kurze lateinische Dia-
gnosen folgende neue Gattungen und Arten bekannt:
1) Macrocephalus n.g. „Cephalon horizontaliter porrectum, an-
tennae inferiores nullae, pedum coxae corpore fusae, pleopoda po-
steriora tria duplicatis partibus divisa, telson cylindraceum.* Art:
M. longirostris Vaterland? — 2) Pleustes n. g. „Cephalon rostro
produetum, anlennae superiores quam inferiores longiores, coxae an-
teriores qualuor perinagnae, gnathopoda subaequalia et subcheliformia,
pleopoda posteriora in duplicalis partibus divisa, telson squamiforme.“
Art: Pl. tuberculata. Vaterland ? — Neue,Arten: Amphithoe lacertosa
aus den arktischen Gegenden, Lysianassa bidenticulata, Vaterland ?
Sars (Oversigt over de i den norsk-arctiske Region forekom-
"mende Krebsdyr, Vidensk. Forhandl. 1858. p. 11 M.) beschrieb Amphi-
Ihoe parasitica, latipes, serralicornis, fulvocincta und macrocephala,
Oediceros Iynceus, Gammarus fissicornis, Leucothoö phyllonyz als neue
Arten aus dem Arktischen Meere. Zugleich werden Amphithoö (Acan-
thonotus) eristata Owen, (Acanthosoma) bystrix Owen, panopla Kroyer ?,
Gammarus dentatus Kroyer und Glauconome leucopis Kroyer nochmals
nach ihren wesentlichen Merkmalen unterschieden.
454 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Amphithoe Astecus de Saussure (Memoires de la soc. de phys.
de Geneve XIV, 2. p. 474. pl.5. fig. 33) n. A. aus Mexiko.
Isopoda.
Asellota. Von Sars (Oversigt over de i den norsk -arctiske
Region forekommende Krebsdyr p. 31.) wurde Rhoea spinosa als n.
A. aus den arktischen Meeren beschrieben, auf welche er wegen
ihrer Abweichungen von Rhoea Latreillei eine eigene Gattung Rho-
eides zu gründen geneigt ist; das zweite Glied des Pedunkulus der
unteren Antennen läuft nämlich in einen eylindrischen, nicht geglie-
derten, aber mit langen Haaren besetzten Appendix aus.
Oniscodea. Heller (Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe
der Akad. d. Wissensch. zu Wien XXVI. p. 322. fig. 11—14) beschrieb
Titanethes alpiecola Kollar i. lit. als n. A. vom Schafberg im Salz-
kammergut, unter Steinen lebend. Sie weicht sowohl im Habitus als
in einzelnen Charakteren von Tit. albus Schiödte wesentlich ab. —
Ausserdem erwähnt der Verf. eine vielleicht neue Art aus den Un-
garischen Höhlen unter dem Namen Tit. graniger, ohne sie jedoch zu
beschreiben. »
Kinahan (Nat. hist. review V, Proceed. p. 194 ff. pl. 23) lie-
ferte unter dem Titel: „Un the genera Philoseia Latr., Itea Koch,
Philougria Kinah., comprising descriptions of new British species“
einen Nachtrag zu seiner Uebersicht der in Irland vorkommenden
Oniscoden (vergl. Jahresbericht 1857. p. 274), Neben Philoscia mu-
scorum Latı. wird eine neue Art Philoseia Couchii beschrieben und
abgebildet. Die Gattung Philougria des Verf. wird hier auf Itea Kuch
zurückgeführt, doch erstere Benennung aufrecht erhalten , weil Itea
ein unter den Pflanzen vergebener Name sei (gar kein Grund für die
Zoologie!). Die drei von Koch beschriebenen Arten: Itea riparia,
vivida und rosea kommen auch in Irland vor und werden nochmals
beschrieben und abgebildet.
Desselben „Remarks on certain gencra of Terrestrial Isopoda*
(Report of the 27. meeting of Ihe British assoc. for the advance. of
science, Transact. p. 104) enthalten eine systematische Anführung der
bei Dublin vorkommenden Gattungen und Arten der Oniscoden.
Von de Saussure (Memoires de la soc. phys. de Geneve XIV, 2.
p- 476 if. pl.5) wurden die von ihm im vorigen Jahre diagnostieirten
Arten von Cuba und Mexiko (vergl. Jahresbericht 1857. p.274) aus-
führlich beschrieben und abgebildet.
Pranizidae. Hesse hat durch fortgesetzte Beobachtungen seine
schon im Jahresberichte f. 1855. p. 192 erwähnte Annahme, dass
Praniza die Larve von Anceus sei, bestätigt gefunden (Comptes ren-
dus, 22. Mars 1858. Tome 46. p. 568). — Milne Edwards (ebenda
a u ea
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 535
23. Juin 1858. p.1256) theilte über die Beobachtungen des Verf. mit,
dass er einige Pranizen an den Flossen verschiedener Fische gefun-
den habe, die sich nach einigen Tagen in der Gefangenschaft in An-
ceus umwandelten; andererseits sah er, wie aus den Eiern, die von
Anceus abgelegt worden waren, sich Pranizen entwickelten. Dem-
zufolge, giebt Milne Edwards an, ist die Identität beider Gattun-
gen sicher festgestellt und Praniza nur die Larve von Anceus. (Auch
mitgetheilt in den Annales des science. natur. 4 ser. IX. p.89 ff. „Rapport
sur un traveil de M. Hesse relatif aux metamorphoses des Ancees
et des Caliges.“)
Ganz verschiedene Ansichten über das Verhältniss beider Gat-
tungen zu einander theille Spence Bate „On Praniza and Anceus,
and their affinity to each other“ (Annals and magaz. of nat. hist. 3.
ser. 1. p. 165—172. pl. 6 u. 7) mit Rücksicht auf die eben angege-
benen Fakta mit. Er selbst habe von einer Praniza (Pr. Edwardsii)
etwa 20 Larven erhalten, welche in ihrer Form die Mitte zwischen
beiden Gattungen hielten (pl. 6. fig.2); hieraus folge, dass Praniza
eine ausgewachsene Form sein müsse und nicht als Larve von Anceus
angesehen werden könne. Da nach Hesse Anceus ebenfalls Junge
zur Welt bringe, müssten von beiden Gattungen ausgebildete Weib-
chen existireun und beide Formen also generisch verschieden sein.
Es erweise sich damit zugleich die früher aufgestellte Meinung, dass
Ancens und Praniza nur sexuell verschieden seien und ebenso die
Ansicht White's, dass Anceus die Jugendform von Praniza sei, als
irrig. Die Männchen beider Gattungen seien bis jetzt unbekannt, doch
möchten sie von den Weibchen nicht auffallend abweichen. — Bevor
der Verf. zur Diskussion dieser Frage übergeht, giebt er eine einge-
hende Beschreibung der ausgewachsenen Praniza coeruleata, der aus-
gewachsenen und jungen Pr. Edwardsii und des Anceus maxillaris,
zugleich mit einem Hinweis auf ihre Uebereinstiimmungen und Abwei-
ehungen; alle diese Formen sind nebst ihren charakteristischen Kör-
pertheilen auf zwei beilolgenden Tafeln abgebildet. Das Nervensy-
stem, welches der Verf. ebenfalls beschrieben und dargestellt hat, ist
dem der anderen Isopoden ähnlich.
Beim Vergleiche der von Spence Bate über die Beziehun-
gen zwischen Praniza und Anceus aufgestellten Ansichten mit den in
Hesse's „Memoire sur les Pranizes et les Ancdes* (seitdem ebenfalls
in den Annales des science. natur. 4. ser. IX. p. 93—119 im Auszuge
mitgetheilt, während die auslührliche Abhandlung für die Memoires
des savants dtrangers bestimmt ist) niedergelegten Beobachtungen,
geht zum mindesten so viel mit Bestimmtheit hervor, dass hier eines
der merkwürdigsten Verhältnisse in Bezug auf Metamorphose und Le-
bensweise obwaltet, welches aber trotz der Beobachtungen beider
Autoren noch weit davon entfernt ist, aufgeklärt zu sein. Die Wi-
586 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dersprüche übrigens, welche zwischen beiden obwalten, scheinen
weniger in den Thatsachen selbst, als in der Deutung derselben zu
liegen; denn nach den Angaben Hesse’s (welche Spence Bate
noch nicht gekannt zu haben scheint), dass die Männchen und Weib-
chen von Anceus in ihrer äusseren Erscheinung sehr abweichend
gebildet seien, und dass die Weibchen dem Jugendzustande Praniza
viel ähnlicher bleiben als die Männchen, wäre es wohl denkbar, dass
die Anceus-Weibchen Hesse’s von den sich fortpflanzenden Praniza-
WeibcehenSpence Bate's gar nicht verschieden seien, und es möch-
ten die (wohl irrigen) Schlussfolgerungen des letzteren einzig und
allein auf der Unkenntniss vom Zusammengehören der beiden ver-
schiedenen Formen als Männchen und Weibchen beruhen. Wie dem
aber auch sei, so weisen die Beobachtungen von Hesse trotz viel-
facher zurückgebliebener Lücken jedenfalls die Umwandlungen von
Praniza in Anceus unzweifelhaft nach; die meisten Praniza wurden
auf der Haut verschiedener Fische (Trigla, Platessa, Labrus) gefunden,
in besondere Gläser behufs genauer Beobachtungen abgesperrt und
an allen, bald schon nach wenigen Tagen, bald erst nach mehreren
Wochen, die Verwandlung in Anceus-Männchen und Weibchen fest-
gestellt. Bei den Weibchen ging auch unmittelbar nach der Ver-
wandlung in die Anceus -Form die Entwickelung der zahlreichen
Eier vor sich, deren Befruchtung daher nach Hesse's Annahme schon
während des Praniza-Zustandes erfolgt sein muss, (wenn sie auch
nicht direkt beobachtet zu sein scheint). Beim Ausschlüpfen aus dem
Eie haben die Jungen einen verhältnissmässig grossen Kopf (über-
einstimmend ist die Angabe von Spence Bate) und nehmen all-
mählig die als Praniza bekannte Form mit kleinem Kopfe und einem
daran befindlichen Saugapparate an; diese Form bleibt bei beiden
Geschlechtern bis zur letzten Umwandlung, wo die auffallende Dilfe-
renz von Männchen und Weibehen erst hervortritt. Die Männchen
haben dann den sehr grossen, breiten, viereckigen Kopf mit weit her-
vorstehenden, sichelförmigen Mandibeln und sehr kleinen, seillichen
Augen; die Weibchen dagegen behalten den sehr kleinen Kopf aus
der Praniza-Periode bei, die Augen sind gross und die Mandibeln
fehlen. Das männliche Zeugungsorgan sitzt am Ende des Thorax
über dem Abdomen; es ist ein sehr langer, zurückgebogener Penis,
der seiner ganzen Länge nach von einem Canale durchbohrt ist, an
seiner Basis das erste Paar der Kiemenfüsse zu liegen hat und ober-
halb noch von einer Hautfalte geschützt wird. Bei den Weibchen
wird auf der Unterseite der Thorax durch breite ovale Blätter, wel-
che von den Seiten entspringen und sich in der Mittellinie aneinan-
der legen, ein grosser Brutbehälter für die Eier und die sich daraus
entwickelnden Jungen gebildet; nach dem Ausschlüpfen der letzte-
ren, welche noch einige Zeit am Mutterleibe angeheltet bleiben,
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iin Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 537
scheinen die Weibchen ihren Beruf erfüllt zu haben, indem ihre Be-
wegungen langsamer werden und bald ihr Absterben erfolgt. Nur
die Praniza-Form ist von Hesse auf Fischen, und zwar nie an den
Kiemen, sondern immer am Körper und an den Flossen gefunden
worden; die Anceus-Form fand sich nur an der Küste unter Steinen,
Fucus, meist in Erdlöcher eingebohrt. Unter letzteren fanden sich
zwar ebenfalls mehrmals Pranizen, doch trat deren Verwandlung in
Anceus erst später oder gar nicht ein, während die auf Fischen ge-
fundenen sich schon nach einigen Tagen umwandelten. Die Praniza-
Form findet sich am häufigsten auf Fischen vom Juli bis Oktober;
die Thiere sind dann sehr schnell in ihren Bewegungen und verlas-
sen die Fische sogleich, wenn diese aus dem Wasser gezogen wer-
den; die Anceus dagegen sind träger und vertragen nicht wie die
Praniza Licht und Wärme, welche sie stets fliehen. Der Aufenthalt
auf Fischen während der Praniza -Periode scheint für diese Thiere
die Bedingung für ihre Entwickelung zu sein, da die aus Eier erzo-
genen stets nach längerer oder kürzerer Zeit starben; nach Hesse's
Ansicht möchte auch hier die Befruchtung vor der letzten Umwand-
lung in die Anceus-Form erfolgen. — Ausser den hier erwähnten
biologischen Verhältnissen giebt Hesse eine ausführliche Beschrei-
bung der verschiedenen von ihm beobachteten Entwickelungsstufen,
nämlich der Praniza-Form beim Ausschlüpfen aus dem Eie, während
des Schmarotzens auf Fischen, der ausgebildeten Anceus - Männchen
und Weibchen ; er diskutirt ferner die systematische Stellung der
Thiere und führt sechs verschiedene Arten an, die in der ausführli-
chen Abhandlung beschrieben werden sollen.
Sphaeromidae. Heller (Beiträge zur Oesterreichischen Grolten-
fauna, Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe der Akad. d. Wis-
sensch. zu Wien XXVI. p. 320) beschrieb das Weibchen der Monoli-
stra coeca Gerst.; es ist nur 7 mill. lang und unterscheidet sich von
dem vom Ref. allein beschriebenen Männchen sehr auffallend durch
den Mangel des sichelförmigen Abdominal - Anhanges, von dem der
Verf. glaubt, dass er dem Männchen als Copulationsorgan diene.
Cymothoadae. Von Chr. Lütken sind in der Videnskabelige
Meddelelser fra den Naturhist. Forening i Kjöbenhavn 1858. p.65 ff.
drei kleine auf gegenwärtige Familie bezügliche Abhandlungen er-
schienen : 1) „Nogle Bemaerkninger om de nordiske Aega-Arter samt
om Aega- Slaegtens rette Begraendsning“ (p. 65—78. Taf. ]). Verf.
giebt hier eine ausführliche vergleichende Charakteristik der vier in
den Nordischen Meeren vorkommenden Arten mit Sichtung ihrer Sy-
nonymie, nämlich: Aega psora Lin. (emarginata Leach, Desm.), Strömii
Kroyer (bicarinata Rathke), erenulata n. A. von Grönland und arctica
n. A. ebendaher. — Die Alıgränzung der Galtung Aega betreffend, so
verwirft der Verf. die Abtrennung der Leach’schen Gattungen Coni-
538 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lera und Rocinela, welche er als Unter-Abtheilungen von Aega an-
sieht, und zählt die 18 bis jetzt beschriebenen Arten derselben auf. —
Die unterscheidenden Charaktere der vier obengenannten Arten sind
auf Taf.I dargestellt. — 2) „Beskrivelse af en ny Serolis-Art, Serolis
Schythei Lütken“ (ebenda p. 98 f. Taf. I. fig. 12 u. 15). Diese neue
hier beschriebene und abgebildete Art stammt aus der Magellanstrasse
und ist mit Serolis Orbignyana zunächst verwandt. — 3) „Om visse
Cymothoagtige Krebsdyrs Ophold i Mundhulen hos forskjellige Fiske*
(ebenda p. 172 ff.).
Sars (Oversigt over de i den norsk-arcliske Region forekom-
mende Krebsdyr p. 34 f.) beschrieb Aega ventrosa als n. A. aus den
nordischen Meeren.
Cymothoa parasita de Saussure von Cuba wurde in den Me-
moires de le soc. de phys. de GeneveXIV,2. pl.5. fig. 44 abgebildet.
Bopyrini. Im 19, Bande der Memorie della Reale Accademia
delle Scienze di Torino haben E. Cornalia und P. Panceri zoo-
logisch - anatomische Beobachtungen über einen neuen mit Bopyrus
verwandten parasitischen Isopoden, welcher auf Gebia liltoralis in
Nizza angetroffen wurde und mit dem Namen Gyge branchialis belegt
wird, veröffentlicht. „Osservazioni zoologico-anatomiche sopra un
nuovo genere de Crostacei Isopodi sedentarii (Gyge branchialis) del
professore Emilio Cornalia e del dottore Paolo Panceri“ (Torino
1858. Separatabdruck in 4. 36 pag. ce. tab. 2). ‚Das Weibchen dieser
Gyge branchialis, welches nach Art der verwandten Gattungen unter
dem Cephalothorax der Gebia littoralis an den Kiemen derselben haf-
tend gefunden wurde und eine seiner Grösse entsprechende Auftrei-
bung des Cephalothorax seines Wohnthieres verursacht, wird von den
Verf. der vorliegenden Abhandlung einer ausführlichen Beschreibung
nach seinem äusseren und inneren Baue unterworfen. Das Hautske-
lett mit seinen Anhängen, die Verdauungsorgane, das Nervensystem
mit den Sinnesorganen und der Geschlechtsapparat, ferner auch die
Entwickelungsgeschichte im Eie sowohl als die Umbildung der Lar-
venform in das zur Fortpflanzung befähigte unförmliche Weibchen
werden durch zahlreiche Abbildungen erläutert. In gleicher Weise
wird das im Verhältnisse zum Weibchen wie gewöhnlich sehr kleine
Männchen hauptsächlich nach seinen äusseren Merkmalen charak-
terisirt. — Die unterscheidenden Merkmale der Gattung Gyge werden
folgendermassen: festgestellt: „Antennae externae maris quadri-, fe-
minae triarticulatae; laminae fotoriae se invicem attingentes; bran-
ehiae discoideae rudimentales; ovaria lobis dendroideis, ova lutea;
hepar bitubulosum. Mas in copula transversum aut obliquum.“ An-
hangsweise wird eine Uebersicht der bis jetzt bekannt gewordenen
Gattungen und Arten der Bopyrinen nebst Charakteristik der ersteren
gegeben; von den acht hier aufgeführten Gallungen ist ausser Gyge
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 539
noch als neu die Gattung Leidya Cornalia zu erwähnen, welche auf
den von Leidy beschriebenen Cepon distortus begründet wird; wäh-
rend nämlich bei Cepon die Thoraxfüsse mit einer Pulville verschen
sind, erscheinen sie bei Leidya einfach, hakenförmig.
Poecilopoda.
C. Gegenbaur, „Anatomische Untersuchung eines
Limulus, mit besonderer Berücksichtigung der Gewebe.“
(Abhandlungen der naturf. Gesellsch. zu Halle IV. Bd., Se-
paratabdruck Halle. 4. 23 pag. c. tab. 1). Der Verf. erhielt
ein erst 24 Stunden vorher gestorbenes Exemplar des Li-
mulus moluccanus zur Untersuchung , welches Gelegenheit
zur genaueren Feststellung einiger histologischen Verhält-
nisse der Poecilopoden darbot. Das derbe Hautskelelt der-
selben besteht nach aussen aus mehreren übereinander ge-
schichleten chilinisirten Straten, denen nach innen die Ma-
trix sich anlagert; am einfachsten ist das Verhalten an den
Kiemenblättchen, an denen die einfache Zellenschicht aus
den mosaikarligen, platten, polygonalen Zellen, wie sie
Kölliker an den Kiemenfäden von Astacus dargestellt hat,
besteht. Die Dicke der von jener abgeschiedenen Chitin-
schicht wird von Porenkanälchen durchsetzt, welchen wei-
tere Canäle, die zu den Borsten und Stacheln der Ober-
Näche gehen, beigemengt sind; auf den Kiementrägern
münden diese weiteren Canäle in sehr zierliche becherför-
mige, auf der Oberfläche mit concentrischen Ringen ver-
sehene Organe, die sich durch einen Druck hervortreiben
lassen. Bindegewebe mit fast homogener oder nur strei-
figer Intercellularsubstanz wurde an der Basis der Kiemen
und in der Umgebung des Magens, solches mit einer in Fa-
serbündeln zerfallenen Intercellularsubstanz weit verbreitet
angetrollen, indem es an manchen Körperstellen derbe, seh-
nige Bänder darstellte; Intercellularsubstanz in der Um-
wandlung in elastisches Gewebe zeigt sich namentlich an
den Bändern zwischen Herz und Pericardium, so wie an
letzterem selbst. Das bis jetzt unter den Arthropoden gänz-
lich vermisste Knorpelgewebe tritt bei Limulus in Form
kleiner Knorpelstückchen von 2 Linien Durchmesser auf,
540 Gerstaecker; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
welche in den sich vom Rücken zum Bauche erstreckenden
Bindegewebsmassen zu zweien in jedem Segmente einge-
bettet sind. — Die Elemente der peripherischen Nerven
sind von einander gesonderte und leicht isolirbare Fasern;
Theilungen . dieser Fasern im Verlaufe derselben und Ein-
lagerung von Ganglienzellen wurden vermisst. — Aus dem
Cardialsinus, der eine anatomisch darstellbare Membran
bildet, entspringen jederseits zwei Canäle mit ziemlich ver-
steckten Oeffnungen, deren Wandung die Fortsetzung der
glatten Wand des Sinus ist, und welche an die Kiemen-
basis gehen; der Verf. sieht dieselben als Aequivalente von
Kiemenvenen an. Die arteriellen Gefässe zeigen nach ihrem
Austritte aus der Wand des Pericardiums nur auf kurze
Strecken dickere Wandungen und gehen allmählig in die
Wandungen canalartiger Hohlräume über. Die vom Herzen
zur Wandung des Pericardialsinus verlaufenden Fasern ent-
halten keine muskulösen Elemente, sondern sind verästelte,
oft plaltenförmig gestaltete Fasern, die in die Categorie des
elastischen Gewebes fallen. — An den Eiröhren zeigt sich
äusserlich ein starkes Stratum von Bindegewebe, dem sich
eine Muskelschicht aus quergestreiften, sich vielfach durch-
kreuzenden Fasern anschliesst; auf diese folgt ein einfaches
Epithelium, welches von glatten, sehr leicht vergänglichen
Zellen dargestellt wird und zwar bilden diese Zellen in den
feinsten Röhren eine dickere Zellenlage; die innersten dieser
Zellen, welche sich abheben, entwickeln sich jedesmal zu
Eiern, so dass also die Zellen des Epitheliums die Eikeime
darstellen.
Branchiopoda.
Iın Jahresberichte über die Louisenstädtische Real- |
schule zu Berlin hat Schoedler (Berlin 1858. 4. 28 pag.
mit 1 Taf.) eine Uebersicht der Branchiopoden der Umge-
gend von Berlin zu geben begonnen, durch welche nicht
nur die Fauna der hiesigen Gegend als eine ungewöhnlich
reiche hingestellt wird, indem sie den Nachforschungen
des Verf. zufolge 44 Arten enthält, sondern auch die Kennt-
niss einzelner Arten durch Feststellung ihrer Charaktere
.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 541
und Sonderung der Synonymie eine wesentliche Förderung
“erfahren hat.
Von den 44 bei Berlin aufgefundenen Branchiopoden gehören
4 Arten den Phyllopoden (1 Branchipus, von welcher Gattung neuer-
dings eine zweite Art aufgefunden worden ist, 2 Apus, 1 Limnadia),
40 Arten den Cladoceren an (1 Sida, 1 Daphnella, 6 Daphnia, 4 Si-
mocephalus, 3 Scapholeberis, 2 Ceriodaphnia, 1 Moina, 1 Lathonura,
1 Bosmina, 1 Macrothrix , 1 Acantholeberis, 1 Eurycercus, 4 Chydo-
rus, 2 Camptocercus, 1 Acroperus, 6 Alona, 1 Peracantha, 4 Pleuro-
xus und 1 Polyphemus). Die neue Gattung Simocephalus hat der Verf.
für Daphnia vetula Müll. (sima Müll. Jur.), congener Koch, exspinosa
de Geer und serrulata Koch, eine zweite: Scapholeberis für Daphnia
mucronata Müll. und cornuta Schoedl. (mucronata Lievin) errichtet
und eine dritte neue Art derselben unter dem Namen Scapholeberis
obtusa beschrieben. Ein näheres Eingehen auf die folgenden Gat-
tungen (von Moina) stellt der Verf. in Aussicht.
Lophyropoda.
Die innere. Organisation von Sapphirina wurde von
Gegenbaur zum Gegenstande einer ausführlichen Dar-
stellung im Archiv f. Anat. und Physiol. 1858. p. 63— 79.
Taf. V gewählt. Seine Mittheilungen beziehen sich auf die
äussere Körperbedeckung, das Muskel- und Nervensystem,
die Sinnesorgane, denVerdauungsapparat und die Geschlechts-
organe. Zugleich werden die Formunterschiede des bis
jetzt nicht bekannten Weibchens erörtert.
In Betrelf der Körperbedeckung ist es von besonderem Inte-
resse, dass die unter dem glashellen Chitinpanzer liegende Schicht
polygonaler Zellen beim Männchen der Sitz seines Leuchtens am Tage
ist, während sie beim Weibchen, obwohl histologisch ganz überein-
stimmend, nichts derartiges erkennen lässt; dasLeuchten beruht übri-
gens beim Männchen auf einem Lichtreflex und ist besonders durch
den fortwährenden Farbenwechsel der einzelnen Zellen, der bei auf-
fallendem Lichte mit Metallglanz, bei durchfallendem mit dioptrischem
Farbenspiele verbunden ist, merkwürdig. — Das Nervensystem zeich-
net sich durch sehr starke Concentration aus, indem sein Centraltheil
nur eine einzige zusammenhängende Masse darstellt, deren Centrum vom
Ocsophagus durchbohrt wird; von seinem hinteren Ende gehen zwei
schr starke Nervenstämme ziemlich parallel und allmählig dünner
werdend, bis zum Ende des Körpers, welche seitlich zu jedem Kör-
persegmente einen Ast abgeben (vielleicht als Bauchstrang anzusehen,
542 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
an dem die Commissuren fehlen? Ref.). — Die einfachen Augen,
welche dem Gehirne unmittelbar als zwei Kegel mit ihrer Spitze auf-
sitzen, bestehen aus einer beiderseits gewölbten, linsenförmigen Cor-
nea, einer dahinter liegenden gallertarligen, strukturlosen Substanz von
bedeutender Längsausdehnung, welche als Glaskörper angesprochen
wird und nach hinten sich auf einen an seinem vorderen Ende sphä-
risch abgerundeten Crystallkegel stützt; dieser wird mit Ausnahme
seines vorderen Endes von einer rothbraunen Pigmentscheide um-
geben. — Am Verdauungskanale ist der Magen durch seine quere,
rautenförmige Gestalt und sein jederseitiges Auslaufen in einen Blind-
sack auffallend; der sich daran schliessende, ganz gerade nach hinten
verlaufende Darm ist beim Männchen äusserst eng, beim Weibchen
sehr beträchtlich weiter, und wird wie auch der Magen jederseis
durch Flügelmuskeln (ähnlich wie beim Vas dorsale der Insekten) an
die Körpersegmente befestigt. — Während die Hoden nur zwei kleine,
über dem Magen liegende, quere Schläuche, die in der Mittellinie zu
einer nach hinten gerichteten Spitze verbunden sind, darstellen, sind
die Ovarien von grosser Ausdehnung, astartig verzweigt und zu bei-
den Seiten des Darmes bis nahe zum Vorderrande des Körpers sich
erstreckend; die Ovidukte münden zugleich mit zwei kurzen Drüsen-
schläuchen jederseits in das sechste Segment nach aussen.
C. Claus hat seine schon im vorigen Jahresberichte
p- 278 erwähnten Untersuchungen über die Cyclopiden fort-
geführt und dieselben in einer zweiten umfangreichen Ab-
handlung „Zur Anatomie und Entwickelungsgeschichte der
Copepoden* (dieses Archiv f. Naturgesch. XXIV. p. 1— 76.
Taf. I bis III) veröffentlicht. Verf. hat seinen Beobachtun-
gen die bekannte Cyclopsine castor zu Grunde gelegt, wel-
che er in ihrer äusseren und inneren Organisation einer sehr
eingehenden Darstellung unterwirft und deren Entwicke-
lungsgeschichte er von der Embryonenbildung im Eie bis
zu der geschlechtsreifen Form verfolgt; wo sich in der
Entwickelungsreihe der genannten Art Lücken zeigten, wird
auf die entsprechenden Stadien der Cyclopen, die Verl.
durchweg verfolgen konnte, zurückgegangen, so wie über-
haupt im Verlaufe der Abhandlung zu wiederholten Malen
diese vergleichsweise mit in Betracht gezogen werden. Auf
die Einzelnheiten der eine Fülle von Beobachtungen ent-
haltenden Arbeit des Verf. näher einzugehen, verbietet
einerseils der hier zugemessene Raum, andererseils würde
sie nur eine Wiederholung wenigstens für die Leser unseres
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 543
Archivs, denen das Original vorliegt, enthalten können. Um
jedoch wenigstens auf einige Hauptpunkte aufmerksam zu
machen, so sei erwähnt, dass die bis jetzt nur bei den Cy-
elopen-Larven nachgewiesenen Harnconcretionen, dem Verf.
zufolge, sich auch bei den ausgebildeten Thieren vorfin-
den, wo ‚sie im unteren Theile des Chylusdarmes sich in
Bläschen eingeschlossen finden: dass der Verf. sich der
Zenker’schen Ansicht, wonach die Athmung der Cyelopi-
den durch die Abscheidung von Fett ersetzt werde, ent-
schieden widersetzt, dass er dem Blute die von Zenker
beobachteten Blutkörperchen (die er für einzellige Pilze
ansieht) abspricht, und dass er mit besonderer Ausführ-
lichkeit auf die Darstellung der Fortpflanzungsorgane und
der Entwickelungsgeschichte eingeht, wie sie bis jetzt noch
von keiner Seite gegeben worden ist. Eine besondere
Aufmerksamkeit würden im Bereiche des letzteren Capitels
auch die Resultate verdienen, zu denen der Verf. durch
seine Beobachtungen über die Entstehung der einzelnen
Mundtheile gelangt ist; er glaubt nämlich, dass Mandibeln,
Maxillen und Maxillarfüsse Theile eines einzigen Gliedmas-
senpaares sind, dass der Coxaltheil dieses Gliedmassenpaa-
res sich in die Mandibeln, der vordere Theil des Basal-
abschniltes in die Maxillen und der untere Theil in Ver-
bindung mit den beiden Ruderästen in die Maxillarfüsse
verwandle.
Ostracoda. IH. de Saussure (Me&moires de la soc. de phys-
de Geneve XIV, 2. p. 487 1. pl. 6) gab eine ausführliche Beschreibung
und Abbildung von Cypris (Chlamydotheca) Azteca n. A. aus Mexiko
mit besonderer Rücksicht auf die Eigenthümlichkeiten in der Bildung
der Mundwerkzeuge und der Bewegungsorgane.
Chyzer (Verhandl. d. zoolog.-botan. Gesellsch. zu Wien 1858.
p-514) beschrieb Cypris Zenkeri als neue Art aus der Umgegend
von Pesth.
Siphonostomata,
C. Claus, Ueber den Bau und die Entwickelung pa-
rasilischer Crustaceen. (Cassel 1858. 4. 34 pag. c. 2 tab.
lith.) — An seine Untersuchungen über die Cyclopiden an-
schliessend erörtert der Verf. in dieser separat gedruckten
544 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
[4 .
kleinen Abhandlung hauptsächlich in morphologischer, theil-
weise auch in histologischer Beziehung den Körperbau ei-
niger von ihm während seines Aufenthaltes in Nizza lebend
beobachteter Siphonostomen,, nämlich des Chondracanthus'
gibbosus Kroyer, des Lernanthropus Kroyeri v. Beneden und
der Kroyeria lineata van Beneden (Lonchidium aculeatum
Gerst.), die erstere Art zugleich in Bezug auf ihre Ent-
wickelung erörternd. An diese viele interessante Einzeln-
heiten enthaltende Darstellung schliesst der Verf. syste-
matische Betrachtungen über die Ordnung der schmarot-
zenden Entomostraceen , über deren natürliche Begränzung
er jetzt nach speziellerem Studium zu anderen Ansichten
gelangt ist, indem er die durch Zenker befürwortete Ver-
einigung derselben mit den Copepoden, der er früher (vgl.
Jahresbericht 1857. p. 254) zustimmte, jetzt von der Hand
weist, ohne natürlich die Annäherung, welche gewisse For-
men beider zu einander zeigen, zu verkennen. Auch auf
die innerhalb der Ordnung aufgestellten Familien geht der
Verf. näher ein und bringt über die unnatürliche Stellung,
welche innerhalb dieser bis jetzt einzelne Gallungen ein-
nehmen, sehr treffende Bemerkungen bei, wie er z. B. Ler-
nanthropus und Clavella als zu den Dichelestinen gehörig
nachweist. Dass die Gränze der Lernaeen gegen die Diche-
lestinen durch Peniculus verwischt wird, ist eine ebenfalls
sehr richlige Beobachtung des Verf., welcher Ref. hinzu-
fügen kann, dass er selbst, nachdem er an einem Präparate
Brühl’s von Lernaeocera vollkommen nach Art der Caligiden
ausgebildete, obwohl unendlich kleine Abdominal-Schwimm-
füsse gesehen hat, der Ansicht geworden ist, dass die Fa-
milie der Lernaeen nach näherer Kenntniss ihres Körper-
baues sich wohl ganz als solche auflösen lassen dürfte.
Von Chondracanthus gibbosus ist dem Verf. nicht nur die erste
Larvenform nach ihrem Ausschlüpfen aus dem Eie, sondern auch zwei
jüngere Entwickelungsstufen des sesshaft gewordenen Weibchens be-
kannt geworden. Erstere ähnelt schr der Cyclops-Larve, hat drei
Beinpaare, von denen das vordere einfach, die beiden hinteren gablig
gespalten sind, ausserdem aber noch zwei Paar Aufwulstungen als
Anlagen neuer Gliedmassen ; die jüngste Fornı des sesshaften Weib-
chens, an welcher schon sieben deutliche Körperabschnitte sichtbar
ee Sau ie
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 545
sind, entspricht nach der Ansicht des Verf. den Cyclops-Larven nach
Zurücklegung des Nauplius-Stadiums und es treten hier die drei ur-
sprünglichen Fusspaare schon ganz verwandelt auf, nämlich das er-
stere als vordere Antennen, das zweite als hintere Antennen in Form
grosser Hafthaken, das dritte in die Mundtheile zerfallen; an den bei-
den ersten Thoraxsegmenten haben sich aus den zwei Wulstpaaren der
ersten Larvenform zwei Paar Ruderfüsse (hier stummelartig) hervor-
gebildet. Nach der darauf folgenden Häutung zeigt die zweite Form
des weiblichen Chondracanthus nur geringe Veränderungen durch Ver-
breiterung des dritten und vierten Thoraxsegmentes und durch Ver-
“ kürzung der beiden schmalen Endsegmente; von einer Afteröffnung
war noch nichts an derselben zu entdecken , obwohl der Darmkanal
schon drei deutliche Erweiterungen zeigte. Ueberhaupt hört in die-
sem Stadium die formelle Entwickelung des Thieres auf, so dass es
also gleichsam auf dem halben Entwickelungswege der Cyclopiden
stehen bleibt; indem aber die Bildung neuer Segmente und Glied-
masseu sistirt wird, findet eine desto intensivere Umformung des Lei-
bes, den Erfordernissen seiner produktiven Thätigkeit entsprechend,
statt. An der geschlechtsreifen Form erörtert der Verf. noch die
Gliedmassen, an denen er die grossen Haftorgane (1. patte-machoire
M. Edw.) als hintere Fühler betrachtet, den Darmkanal, der nach ihm
blind endet (die von Rathke angegebene Aftermündung fehlt) die
Geschlechtsorgane und ihre Produkte.
= Hesse, „Memoire surlesmoyens ä l’aide desquels certains Cru-
staces parasites assurent la conservation de leur espece.* Extrait. (Annal.
des science. natur. 4. ser. IX. p. 120 1., Comptes vendus de V’Acad. d.
science. Tome 46. p. 1054 u. 1259). Verf. hat öfter junge Individuen
von Trebius, Caligus, Pandarus und Chondracanthus vermittelst eines
von ihrer Stirn ausgehenden gewundenen Stranges am Mutterthiere
haftend gefunden und glaubt, dass diese Verbindung mit den Körper
der Mutter zum Zwecke habe, die Fortpflanzung der Art zu sichern;
die jungen Thiere würden wahrscheinlich auf diese Art durch die Mut-
ter bei günstiger Gelegenheit auf einen anderen Fisch übertragen, um
sich hier zu vermehren, — Es liesse sich gegen diese Ansicht wohl
Manches einwenden, was eher gegen als für dieselbe spräche. Soll-
ten die hurtig umherschwimmenden Larvenformen der Siphonostomen
nicht eher dazu geeignet sein, sich ein Wohnthier aufzusuchen als
die schwerfälligen Mutterthiere? und wie haften die Jungen an letz-
teren im Zustande der Larve, wo der Haftapparat noch nicht ent-
wickelt ist? Endlich, da dieser Haftapparat offenbar zum Saugen
dient , wie das Anhaften solcher damit versehener Formen (Chalimus
Burm,) an Fischen zeigt, könnten die Jungen, welche sich mit dem-
selben an das Mutterthier ansaugen, nicht von diesem den Nahrungs-
saft erhalten, welchen dieses selbst dem Fische entzieht?
W. Flower zeigte in der Zoological society of London einen
Archiv f. Naturg. Jahrg. XXV. Bd. 2. KK
546 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Exocetus volitans vor, in dessen Muskeln an der rechten Seite der
Wirbelsäule ein Exemplar von Penellus Blainvillei M. Edw. mit dem
Kopfe eingebohrt war. (Proceed. zoolog. soc. XXVI. p. 373.)
Cirrhipedia.
Sars (Oversigt over de i den norsk-arcliske Region forekom-
mende Krebsdyr p. 38) beschrieb Scalpellum Stroemii als n. A. aus
den Norwegischen Meeren.
George Lawson, Remarks on Lepas anatifera Lin. (Annals
magaz. nat. hist. 3. ser. II. p. 172).
4. Arachniden.
Zur Kenntniss der Arachniden-Fauna von Guinea hat
Lucas einen interessanten Beitrag durch Beschreibung und
Abbildung der vonDeyrolle am Gabon gesammelten Ara-
chniden (Thomson’s Archives entomol. II. p. 380-436.
pl. 12 u.13) geliefert. Die beschriebenen Arten gehören
nur den Ordnungen der Araneidea und Pedipalpi an, sind
zum grössten Theile von ausgezeichneter Form, Färbung
und Grösse, jedoch sämmtlich unter bereits bekannten Gat-
tungen eingereiht. Sämmtliche aufgeführten Arten sind mit
einer Ausnahme neu und sehr ausführlich und genau vom
Verf. beschrieben worden; nach denselben bietet die Ara-
chiden-Fauna vom Gabon grosse Aehnlichkeit mit derjeni-
gen vom Senegal dar. Die beiden der Arbeit beigefügten
colorirten Tafeln sind von vorzüglicher Ausführung.
Die auf der de Castelnau’schen „Expedition dans les
parties centrales de l’Amerique du Sud“ gesammelten Ara-
chniden sind im dritten Bande der „Zoologie“ des Werkes,
und zwar in zwei verschiedenen Abtheilungen zum Theil
von Lucas, zum Theil von P. Gervais bearbeitet wor-
den. Eine kleine Anzahl von Araneiden parlicipirt nämlich
an der von Lucas bearbeiteten „Entomologie* neben Co-
leopteren, Lepidopteren und Crustaceen und datirt nach
dem Titelblatte aus dem J. 1857, während die Beschreibung
einiger Scorpione der von Gervais verfassten Abtheilung
„Myriapodes et Scorpions“ zugewiesen ist und die Jahres-
zahl 1859 führt. Der besseren Uebersicht wegen führen
wir die Gervais’sche Arbeit ebenfalls mit in diesem Bericht
.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 547
auf. Die das Werk begleitenden Abbildungen umfassen eine
Tafel mit Araneiden (colorirt) und zwei Tafeln mit Scor-
pionen (schwarz).
Schioedte erwähnte in Rink’s Naturhist. Bidrag til
enBesk rivelse af Groenland p.?1f. einige auf Grönland
vorkommende Arachniden (1 Lycosa, 1 Attus, 1 Phalangium,
1 Bdella und mehrere Pyenogoniden). -Reinhard (ebenda
p- 38) zählte 9 daselbst einheimische Pyenogoniden auf.
Laboulb&ne (Histoire d’un Ichneumon parasite des
Araignees, Annales soc. entom. VI. p. 797 ff.) fand Ichneu-
monen-Larven, welche die Eier einer Elubiona ausgefres-
sen hatten, auf demselben Blatte mit diesen. Er reiht an
diese Mittheilung eine Uebersicht der Fälle, in denen von
früheren Autoren Ichneumonen an Arachniden parasitirend
beobachtet wurden.
Araneidea.
Eine für die Nomenklatur und die Artkenntniss der
einheimischen Araneiden gleich wichtige und werthvolle
Arbeit ist die schon im vorigen Jahresberichte p. 283 dem
Titel nach angeführte „Recensio crilica Aranearum Sueei-
carum, quas desceripserunt Clerckius, Linnaeus, de Geerus“
von T. Thorell (Ex Actis Regiae socielalis scientiarum
Upsaliensis. Upsaliae 1856. 4. 116 pag.). — Der Verf. geht
in dieser umfangreichen und äusserst sorgfältig gearbeiteten
Abhandlung die einzelnen von CGlerck (66 Arten, von
denen jedoch nur 58 festzuhalten sind), Linn& (37 Arten,
wovon 5 eingehen) und de Geer (33 A.) beschriebenen
Arten durch, führt die von späteren Autoren aufgestellten,
mit ihnen identischen darauf zurück , giebt in den Fällen,
wo die Art nicht hinreichend bekannt ist, eine erneuete
Beschreibung mit Berücksichtigung der verschiedenen Al-
tersstufen und Varielälen und geht zugleich öfter auf eine
vergleichende Beschreibung ihrer nächsten Verwandten ein.
Als Anhang giebt Verf. ausserdem eine systematische Auf-
zählung der in der Provinz Upland bis jetzt aufgefundenen
Araneiden, deren Zahl im Ganzen 199 beträgt; dieselben
vertheilen sich auf die einzelnen Familien in folgender
Weise: Epeiridae 24 A., Therididae 67 A., Drassidae 42-A.,
548 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thomisidae 18 A., Lycosidae 28 A. und Attidae 20 A. Die
Beschreibung einer Anzahl neuer Arten ist dieser Aufzäh-
lung eingeflochten; es sind folgende:
Epeira Westringüi, Linyphia index, arcuata, Drassus villosus,
pubescens , Dietyna uncinata, pusilla, Nysticus convexus, Lycosa tar-
salis, nigriceps, Tarentula pinetorum, Potamia uliginosa.
Six (Tijdschrift voor Entomol. II. p. 20 f.) lieferte einen
Nachtrag zu dem von ihm im ersten Bande derselben Zeit-
schrift veröffentlichten Verzeichnisse der Niederländischen
Araneiden durch Hinzufügung von 8 neu entdeckten und
nachträgliche Bemerkungen über mehrere schon bekannte
Arten. }
J. Blackwall, Descriptions of six newly discovered
species and characters of anew genus of Araneidea (Annals
and magaz. of nat. hist. 3. ser. I. p. 426-434).
Die hier beschriebene neue Gattung ist Pasithea benannt und
durch die Disposition der acht Ocellen ausgezeichnet; in der vordersten
Reihe stehen die beiden kleinsten dicht aneinander, in der mittleren
die beiden grössten weiter auseinander, in der 'hintersten vier im Bo-
gen, welche in der Grösse die Mitte zwischen denen der ersten und
zweiten Reihe halten. Maxillen lang, an der Basis erweitert, schief
abgestutzt an der Spitze, gegen die Lippe hin geneigt, welche sie
beträchtlich überragen; diese dreieckig, eingekerbt. Beine sehr lang
und schlank, das erste Paar am längsten, das dritte am kürzesten.
Art: Pas. viridis aus Algier. — Neue Arten: Thomisus Cambridgii
aus England, Sparassus currax aus Algier, Drassus micans aus Eng-
land, Pholeus ruralis aus Algier und Ph. pallidus von Pernambuco.
Derselbe, Characters of a new genus and descri-
plions of three recently discovered species of Araneidea
(ebenda 3. ser. 1. p. 331—335).
Die neue, der Gruppe Cinillonidae beigezählte Gattung Orithyia
(der Name ist schon von Fabricius unter den Crustaceen verge-
ben!) hat ihre acht Ocellen in zwei nach vorn convexe Querreihen
gestellt; die beiden mittleren der Vorderreihe stehen auf einem Tu-
berkel und bilden mit denen der Hinterreihe ein nach vorn verjüng-
tes Trapez, die beiden seitlichen vorderen sind die kleinsten und
ebenfalls auf einem kleinen Tuberkel gelegen. Maxillen kurz, kräf-
tig, nach vorn allmälig breiter werdend, mit abgestutzter und vorge-
zogener Spitze; Lippe schmal, dreieckig, zugespitzt; das erste Bein-
paar bei weitem am längsten , nächstdem das vierte, das dritte am
kürzesten. Art: O. Williamsii aus Pernambuco. — Ebendaher sind
zwei neue hier beschriebene Arten: Artema convera ‘und Dysdera
obscura.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 549
Leon Dufour (Annales soc. entom. VI. p. 255 ff. pl. 6) setzte
in umständlicher Weise die Artrechte des von ihm im J. 1817 be-
schriebenen Drassus segestriformis, welcher von Walckenaer mit
Dr. Atropos vereinigt wird, durch Hervorhebung der unterscheiden-
den Merkmale beider auseinander; das Weibchen seiner Art wird auf
pl.6 abgebildet.
Lucas (Archives entomol. II. p. 380 I.) beschrieb folgende
neue Arten vom Gabon (Guinea): Mygale occidentalis, Gubonensis
(pl. 13. fig.1), Zycosa quadrimaculata, Dolomedes erilipes (pl. 12.
fig. 1), Sphasus pulchellus (pl. 13. fig. 2), flavipalpis (ig. 3), Saltieus
Deyrollei (pl. 13. fig. 4), leucomelas (fig. 5), Mniszechü, Aubryi, ster-
nalis, Thomisus angulatus (pl. 12. fig. 2), tripunctatus (ig. 3), angu-
stifrons , Philodromus sticticus , Olios Guinensis (pl. 13. fig. 6), Gabo-
nensis, Sparassus pallipes, Clubiona longipes, Epeira Aubryi, femo-
ralis (pl. 12. fig. 4), pilipes (pl.13. fig. 7), emarginata pl. 12. fig. 5);
Gabonensis (pl.12. lig. 6), rufipalpis, flavipalpis , Gasteracantha Wal-
ckenaerii (pl. 12. fig.7) und Theridion acant'iognathum.
Derselbe (de Castelnau, Expedition dans l’Amerique du Sud,
Entomologie p.14 1.) beschrieb Mygale lineata, Myrmecia Latreillei,
Saltieus splendens, Gervaisi, Oseryi, Eresus annulipes und Drassus
capito als neue Arten aus Brasilien und gab auf Taf. I colorirte Ab-
bildungen von denselben. Von bekannten Arten sind ausserdem be-
schrieben und zum Theil abgebildet: Myrmecia fulva Latr., vertebrata
Walck., Salticus quadrimaculatus und eruentatus Walck.
Von Livingstone (Missionary Travels and Resear-
ches in South-Africa p. 325 f.) wurden einige Mittheilungen
über die Lebensweise und Eigenthümlichkeiten Süd - Afri-
kanischer Spinnen, die freilich nicht näher bestimmt sind,
gemacht.
Eine hellgefärbte kleine Spinne, etwa *% Zoll lang, welche
den Reisenden während des Schlafes über das Gesicht lief, wehrte
sich, wenn sie mit der Hand ergrilfen wurde, durch einen emplind-
lichen Biss; ohne Mittel verging der Schmerz schon nach zwei Stun-
den, während eine Art von schwarzer Farbe bei den Bechuanen in
dem Rufe steht, gefährliche Verletzungen hervorzubringen. Vielleicht
ist dies die auch vonL. öfter gesehene grosse, schwarzhaarige Spinne
von 1', Zoll Länge und %, Zoll Breite, „welche an den Mandibeln
einen eigenthümlichen stächellörmigen Fortsatz hat, aus dessen Spitze
beim Drucke Gift herausquillt.“ — Andere Süd-Alrikanische Spinnen
springen mehrere Zoll weit, um sich ihres Raubes zu bemächtligen
und wenn man sie zu stören sucht, machen sie sogar Sätze von elwa
1 Fuss Weite. — Eine grosse röthliche Mygale - Art, „Selali* ge-
nannt, lauert auf ihre Beute im Hlinterhalte und läuft mit grosser
Schnelligkeit hin und ber; ihre Nester haben die (gewöhnliche) Röh-
550 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
renform und werden durch einen Deckel verschlossen. — In man-
chen Distrikten ist eine grosse, schön gelb gefleckte Spinne häufig,
deren Gewebe fast drei Fuss im Durchmesser haben ; dieselben sind
senkrecht an dicken Fäden, welche zwei Bäume mit einander ver-
binden, aufgehängt. Eine andere Art lebt in zahlreicher Gesellschaft
und macht eine so grosse Anzahl von Geweben, dass ein von ihnen
umringter Baumstanm gar nicht mehr zu sehen ist und an Hecken,
die damit umsponnen sind, die Zweige unsichtbar werden.
Lucas (Bullet. soc. entom. p. CLXXI) machte Mittheilungen
über ein lebendes junges Exemplar der Mygale avicularia , welches
mit Pflanzen von Martinique nach Paris geschickt wurde.
von Hasselt (Tijdschr. voor Entomol. II. p. 26 ff.) erörterte
die Lebensweise, den Frass, die Begattung u. s. w. von Argyroneta
aquatica, von der er mehrere Exemplare längere Zeit hindurch in der
Gefangenschaft beobachten konnte.
Phalangita.
Lucas (Annales soc. entom. VI. p.489—496. pl. 12. fig. 1)
„Description et figure d’une Arachnide nouvelle pour la faune Fran-
gaise,“ gab eine ausführliche Beschreibung und Abbildung des schon
im J. 1856 (vergl. Jahresbericht 1856. p. 209) vorläufig von ihm er-
wähnten Homalonotus bispinosus aus Frankreich. Den Gattungsna-
men Homalonotus Koch, vonSchönherr schon bei den Curculionen
vergeben, will Verf. in Sclerosoma umändern, ohne darauf zu ach-
ten, dass der Name Sclerosomus von Schönherr ebenfalls in die-
ser Familie schon verwendet worden ist. Zur Gattung Sclerosoma
rechnet Lucas ausser der erwähnten neuen Art vier bereits be-
kannte, nämlich: Phalangium quadridentatum Cuv., Homalonotus mo-
noceros Koch., Phalangium tubereuliferum und Oraniense Lucas.
Pedipalpi.
Scorpionides. Von Lucas (Archiv. entomol. II. p. 428 ff. pl. 12.
fig. 8u.9) wurden Scorpio (Ischnurus) Lecomtei, (Lychas) Gabonensis
und (Lychas) Guineensis als neue Arten vom Gabon beschrieben und
abgebildet.
Gervais.gab in de Castelnau’s Expedition dans l’Amerique
du Sud, Zoologie III, Scorpions pl.1 u. 2 Abbildungen von sieben
bereits bekannten Skorpionen, nämlich von Scorpio Edwardsii, Hem-
pfichii und obscurus Gerv., filum Ehrbg., granosus Gerv., maurus de
Geer und biaculeatus Luc. Letztere Art soll zugleich in Mexiko,
Guyana und auf den Canarischen Inseln, Se. filum Ehrbg. in Afrika,
Asien und zugleich auf den Antillen vorkommen. Einige Notizen
über diese Arten fügt der Verf. im Texte des Werkes p. 41 ff. bei.
A Me ne ee
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 551
_Phrynides. Phrynus Bassamensis ist eine neue Art von Grand-
Bassam in Guinea, von Lucas (Archiv. entom. II. p. 434) beschrieben.
Solifugae.
Leon Dufour hat seiner Anatomie des Skorpions
jetzt eine gleiche von Galeodes folgen lassen , welche wie
jene, von Abbildungen begleitet, in den M&moires des sa-
vans eirangers erscheinen wird. Vorläufig giebt er (Com-
ptes rendus de l’acad. d. science. Tome 46. p. 1247 ff.) un-
ter dem Titel: „Anatomie, physiologie et histoire naturelle
des Galeodes“ einen Auszug seiner Arbeit, in welchem er
die wesentlichsten anatomischen Eigenthümlichkeiten dieser
Thiere hervorhebt. Wir ersparen einen ausführlicheren Be-
richt bis zum Erscheinen der Arbeit selbst.
Acarina,
C. Heller, „Zur Anatomie des Argas Persicus Fisch.“
(Sitzungsberichte der malh.-naturw. Classe der Akad. der
Wissensch. zu Wien ÄXX. p. 297—324. c. tab. 4 lith.) lie-
ferte eine Schilderung des äusseren und inneren Baues dieser
Art mit besonderer Berücksichtigung der histologischen Ver-
hältnisse. Abgehandelt werden das Hautsystem , das Mus-
kelsystem und die Bewegungsorgane, der Verdauungsap-
parat, das Nervensystem, das Respirationssystem und die
Fortpflanzungsorgane, deren wichtigere Strukturverhältnisse
zugleich durch eine Reihe von Abbildungen erläutert werden.
Die vom Verf. selbst am Schlusse seiner Abhandlung noch ein-
mal kurz zusammengefassten Hanptresultate seiner Untersuchungen
sind folgende: Es fehlen dem Argas Persicus eigentliche Giftdrüsen,
so dass die gefährlichen Folgen seines Bisses nicht durch diesen un-
mittelbar hervorgerufen werden. — Zwischen dem Rücken - und Bauch-
schilde des Thieres sind starke Muskelcylinder und einzelne Chitin-
balken ausgespannt; die äussere dicke Chitinschicht der Körperbedek-
kung liegt einer dünnen Chitinogen-Membran auf, durch welche sie
abgesondert wird und deren zellige Zeichnung sich jener mittheilt;
erstere wird ihrer ganzen Dicke nach von senkrechten Porenkanälen
durchsetzt. Die Muskeln sind sämmtlich quergestreift, doch zeigen
die den Chitinpanzer verbindenden einen etwas abweichenden Bau.
Der Schlund beginnt an der Basis des Rüssels und verbindet sich
durch einen kurzen Oesophagus mit dem Magen ; dieser ist gross und
mit mehreren blinddarmartigen Ausstülpungen versehen, welche als
552 Gerstaecker; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Leberorgane anzusehen sind; der kurze Enddarm erweitert sich dicht
vor dem After zu zwei grossen Blindsäcken. Zwei stark entwickelte
Speicheldrüsen münden an der Basis des Rüssels. Das Nervensystem
besteht aus einem einzigen Ganglienknoten, welcher unterhalb des
Oesophagus liegt und diesen mit einer einfachen Commissur um-
schlingt; von diesem Ganglion strahlen die Nervenäste nach allen
Seiten hin aus. Von Stigmaten ist nur ein Paar vorhanden, welches
an der Bauchfläche jederseits zwischen dem 3. und 4. Fusspaare ge-
legen ist; die Tracheen entspringen büschelförmig, verzweigen sich
„im Uebrigen baumartig. Die Harnorgane bestehen aus zwei einfa-
chen, bis in das votdere Ende des Thieres reichenden Schläuchen,
welche hinten in die Cloake münden. Der Eierstock stellt einen
mittleren Schlauch dar, an dem die Eier traubenartig in gestielten
Follikeln sitzen; dieselben haben entwickelt eine rundliche Gestalt mit
deutlichem Keimbläschen und Keimfleck; ihre Hülle zeigt eine zellige
Zeichnung. Die ziemlich langen und gewundenen Eileiter münden
in einen mittleren, taschenförmigen Uterus und enthalten wie letzte-
rer zahlreiche Zoospermien ; die Scheide ist ziemlich weit und nimmt
die Ausführungsgänge zweier eylindrischer Drüsen auf. Die Hoden
erscheinen als zwei geschlängelte Schläuche, welche durch ein mitt-
leres Verbindungsrohr unmittelbar zusammenhängen ; sie münden
durch einen kurzen Ausführungsgang in eine lange Samenblase, aus
welcher beiderseits ein Vas deferens in den gemeinsamen Ausfüh-
rungsgang mündet. Ein Penis fehlt. Die Zoospermien entwickeln
sich in grösseren, einkernigen Zellen und zwar in jeder nur eins;
frei sind sie in beträchtlicher Anzahl in der Samenblase augesam-
melt, erscheinen von bedeutender Grösse, lang stabförmig oder am
Vorderende angeschwollen. Eine Anzahl mit einander zusammen-
hängender, accessorischer Drüsenschläuche mündet ebenfalls in den
gemeinsamen Ausführungsgang-
Kolenati, „Synopsis’prodroma der an Chiropteren als Epizoön
vorkommenden Zecken, Ixodida“ (Wiener Entomol. Monatsschr. II.
p- 1f.) analysirte die Charaktere der Gattungen Sarconyssus Kol. und
Haemalastor Koch und der ihnen angehörenden 4 und 2 Arten.
Derselbe, „Synopsis prodroma der an Chiropteren als Epizoön
vorkommenden Eimilben, Sphaeronyssida Kol.“ (ebenda p. 3 f.) ebenso
für die beiden Gattungen Otonyssus mit 6 und Peplonyssus n. g. mit
6 Arten; letztere Gattung unterscheidet sich von der vorhergehenden
durch zirkelrunden Körper und amEnde nicht scheerenförmige Fühler.
Derselbe, „Synopsis prodroma der auf Chiropteren als Epi-
zoön vorkonmmenden Lausmilben , Carida Kol.“ (ebenda p. 4—7) ana-
lysirte in gleicher Weise die Charaktere der Gattungen Macronyssus
(2 Arten), Liponyssus (1 A.), Lepronyssus (7 A.), Ichoronyssus (6 A.),
Steatonyssus (2 A.) und Pimelonyssus (2 A.). Bei der ersten Gattung
SI Sei AITTTE
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 553
sind die Palpen ebenso lang als die Fühler, die Vorderfüsse länger,
bei den übrigen die Palpen kürzer als die Fühler und die Vorder-
füsse so lang als die übrigen; unter einander werden diese nach der
Grösse, der Skulptur, der Theilung des Rückenschildes und der Wöl-
bung des Körpers unterschieden.
Derselbe (ebenda p. 88) beschrieb Otonyssus macrotrichus
n. A., an der Ohrmuschel von Myoxus avellanarius lebend.
Derselbe (ebenda p. 86) fand auf Formica rufa einen kleinen
Gamasiden, der nach ihm eine eigene Galtung Holostaspis bildet. Cha-
raktere: Zwei einfache Augen an der Basis der Unterseite des Ko-
pfes, Fühler fünfgliedrig, borstig, dreimal so lang als der Saugrüs-
sel, Palpen sehr kurz mit Haftscheibe, Beine achtgliedrig mit lang-
birnförmigen Pelotten und grossen Klauen, Rückenschild länglich ei-
förmig , Körper nur halb so breit, Geschlechtsölfnung in der Mitte
seiner Länge. Art: Hol. isotricha, etwa 1 mill. lang.
Desselben „Beiträge zur Kenntniss der Arachniden“ (Sitzungs-
berichte der math.-naturw. Classe der Akad. d. Wissensch. zu Wien,
33. Bd. p. 69-87. tab. I—IV) enthalten Beschreibungen und Abbil-
dungen von den dem Verf. bekannten Arten der Gattungen Otonyssus,
(6 A.), Peplonyssus (6 A.). Periglischrus (5 A.), Tinoglischrus (1 A.),
Meristaspis (2 A.) und Tritaspis (1 A.).
Eine Mittheilung über das Vorkommen und die Lebensweise
des Notaspis theleproctos Hermann machte Kollar (Sitzungsberichte
der zoolog.-botan. Gesellschaft zu Wien 1858. p. 27).
Von Itzigsohn (Virchow’s Archiv f. pathol. Anat. XV. p. 116)
wurde ein Fall mitgetheilt, wo sich Dermanyssus avium in grösserer
Anzahl auf dem Körper verschiedener bei einander wohnender Per-
sonen vorfand und besonders am Rumpfe zahlreiche pockenartige
Pusteln unter heftigem Jucken und Brennen hervorrief. Eine nähere
Nachforschung ergab, dass die Parasiten von den Hofhühnern, die sie
in grosser Menge beherbergten, auf die Menschen übergegangen waren.
Delafond und Bourguignon (Comptes vendus de l’acad.
d. sciene. Tome 46. p. 814) „Sur le Sarcopte de la gale du Llama“
haben an einem mit einer Hautkrankheit behafteten Llama einen Sar-
ecoptes aufgefunden, welcher in grosser Anzahl sich unter der Epi-
dermis vorfand und doselbst Gänge bildete. — Auch an einem Nea-
politanischen Hammel hat Delafond (ebenda p. 1169) eine von der
gewöhnlichen die Räude erzeugenden Krätzinilbe verschiedene Art auf-
gefunden.
Acanthotheca,
Dass die schon von van Beneden (Recherches sur
l’organ. d. Linguatules) und Schubärt (Zeitschr. f. wis-
sensch. Zoolog. IV) den Arthropoden zugewiesene Gattung
554 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pentastoma Rud. diesen wirklich angehöre und zu den Mil-
ben zu rechnen sei, ist eine Ansicht, der sich brieflicher
Mittheilung zufolge jetzt auch Leuckart zugewandt hat.
Es fallen daher die von demselben inHenle und v. Pfeuf-
fer’s Zeitschrift f. rat. Mediz. 3. Reihe II. p. 48—60 und
IV. p. 78—101 veröffentlichten Untersuchungen über die
Entwickelungsgeschichte dieser bisher den Nematoden bei-
gezählten Parasiten, welche in zwei Abhandlungen „Pen-
tastomum denticulatum, der Jugendzustand von Pentastomum
"taenioides“ und „Weitere Beobachtungen über die Jugend-
zustände und die Entwickelungsgeschichte von Pentasto-
mum taenioides*“ niedergelegt sind, in den Bereich des ge-
genwärligen Berichtes, obwohl sich der Verf. in der letzt-
genannten Abhandlung (p.86f.) noch mehr gegen als für
die Arthropoden- Natur des genannten Thieres ausspricht
und daher eigentlich der (jetzt übrigens im Druck befind-
liche) Nachweis betreffend seine Zugehörigkeit zu den Ar-
thropoden erst hätte abgewartet werden müssen. Diesem
also hiermit vorgreifend, haben wir zu berichten, dass der
Verf. durch eine Reihe von Fütterungsversuchen festge-
stellt hat, dass das in der Lunge und Leber der Kaninchen
lebende Pentastomum denticulatum durch Einbringung in
die Nasenhöhle des Hundes sich hier zum geschlechtsreifen
Männchen und Weibchen des Pent. taenioides ausbildet, dass
hier ferner die Begattung-und die Embryonalentwickelung
im Eie vor sich geht, und dass die mit dem Nasenschleime
abgehenden reifen Eier dann nur wieder in die Verdauungs-
wege eines Kaninchens zu gelangen brauchen, um von
Neuem die Jugendform (Pent. denticulatum) zu produeiren.
Zwischen der mit Bohrapparalen und Krallenfüssen verse-
henen Embryoform, wie sie sich schon in den Eihüllen zeigt
und der Larvenform des Pent. denticulatum findet sich ein
Zwischenglied, welches sich durch Unbeweglichkeit und
Encystirung auszeichnet (Puppenzustand des Verf.). Die
vollständige Entwickelung nimmt fast ein Jahr in Anspruch
und zwar füllt die grössere Hälfte dieses Zeitraums die
Ausbildung der Larvenform (Pent. denticulatum), die klei-
nere die Umwandlung in die geschlechtsreife Form in An-
spruch. Während die erste Einwanderung des Parasiten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1858. 555
(des Embryo in den Eihüllen) auf passivem Wege vor sich
geht, sind der freigewordene Embryo und die Larve mit
provisorischen Bewegungsorganen versehen und dadurch zu
einer aktiven Wanderung befähigt.
Von einer grösseren Anzahl in der Leibeshöhle eines gestor-
benen Kaninchens vorgelundenen Exemplare des Pent. denticulatum
wurden die einen mehreren Hunden in die Nasenhöhle , andere ver-
schiedenen Kaninchen in die Nasenhöhle und vermittelst eines Ein-
schnittes in die Bauchhöhle eingebracht. Während bei keinem der
letzieren Thiere, die nach verschiedenen Zeiträumen getödtet wur-
den, eine weitere Ausbildung des Schmarotzers erfolgte, die Mehr-
zahl sogar nach ihrer Enceystirung abgestorben war, wurden bei
den Hunden die Pentastomen in der Nasenhöhle durchweg wieder
gefunden. Nach sechs Wochen massen dieselben schon S—10 mill.,
ihre Haut war ohne Stachelkränze, ihr Hakenapparat ohne Navicula,
die Form ihrer Kralle bereits die .des Pent. taenioides, nur dass sie
beträchtlich kleiner war, die Geschlechtsorgane waren bereits voll-
ständig angelegt, so dass festgestellt werden konnte , dass die grös-
seren Individuen Mönnchen, ein kleineres ein Weibchen sei; das eine
dieser Männchen war bei der Untersuchung gerade in der Häutung
begriffen. Während in diesem Falle (bei einem kleinen Hunde) nur
3 Pentastomum taenioides zur Entwickelung gekommen waren, fan-
den sich in der Nasenhöhle und den Sinus frontales eines zweiten,
nach 4 Monaten getödteten 39 Individuen, zur Hälfte Männchen, zur
Hälfte Weibchen vor; jetzt waren die letzteren die grösseren, indem
sie bis-26 mill., während die Männchen nur 15—16 mill. massen.
Trotzdem waren ‚die Männchen vollkommen ausgebildet und hatten
selbst die Copulation schon vollzogen , wie dies die mit Sperma ge-
füllten Samentaschen der Weibchen bezeugten; bei diesen dagegen
wären die Övarien noch unentwickelt. Die Haken zeigten sich immer
noch von der Grösse beim erwachsenen Thiere weit entfernt und boten
aullallende Differenzen nach den Geschlechtern dar. Endlich bei
einem dritten nach 6 Monaten getödteten Hunde waren die weiblichen
Pentastomen seit der letzten Untersuchung um mehr als das Doppelte
ihrer Länge (bis zu 65 mill.) gewachsen und vollständig geschlechts-
reif; nicht nur die Ovarien waren mit Eiern der verschiedensten
Entwickelung angelüllt, sondern dieselben waren auch schon in die
Scheide herabgestiegen, befruchtet und je weiter nach unten, desto
mehr in der Embryonal -Entwickelung vorgeschritten; das untere
Ende enthielt sogar Eier mit völlig reifen Embryonen. Diese letz-
teren wurden nun zur Bestätigung der oben erwähnten Versuche an
verschiedene Kaninchen verfültert, von denen zwei schon in den
nächsten Tagen getödtete keine Resultate lieferten; dagegen fanden
sich bei einem dritten nach 10 Wochen getödteten zahlreiche Cysten
556 Gerstaecker: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen etc.
in Lunge und Leber von 0,5—1 mill. Durchmesser vor, in welchen
die jungen Pentastomen, freilich von der Embryonenform ebenso sehr
verschieden als von Pent, denticulatum, eingeschlossen waren. Dass
jedoch trotz dieser Verschiedenheit im Körperbaue die jungen Schma-
rotzer wirklich Pentastomen seien, ging aus der übereinstimmenden
Bildung des Mundes und der Stigmata deutlich genug hervor; erste-
rer stellte ganz dieselbe klaffende Oeffnung, mit verdickten Chitin-
rändern umgeben , dar wie bei den ausgebildeten Pentastomen, letz-
tere waren nur noch nicht über den ganzen Körper verbreitet, son-
dern auf die vordere Rückenfläche beschränkt, wo sie sechs bis zehn
Querreihen mit je zwei bis vier Stigmen bildeten. Uebrigens hatten
diese jungen Parasiten schon mehrere Häutungen überstanden , wie
dies die Anwesenheit von einer bis zwei (in einem Falle sogar drei)
abgestreiften Chitinhäuten im Innern der Cyste bewies. — Bei fünf
Wochen später angestellter Untersuchung waren die Cysten mit ihren
Insassen schon bis auf 1,3 mill. Durchmesser gewachsen, die Parasi-
ten selbst, welche darin zusammengekrümmt lagen, 1,6 mill. lang; an
diesen hatten sich die Stigmata jetzt auf die ganze Körperlänge und
vom Rücken auch auf den Bauch ausgedehnt und zugleich hatten
sich die ersten Anlagen des späteren Hakenapparates inzwischen her-
vorgebildet. Abermals drei Wochen später waren die jungen Penta-
stomen schon drei Millimeter lang, ohne jedoch bis jetzt eine Spur
von Ringelung oder Stachelkränzen zu zeigen; eine Anlage der spä-
teren Krallen zeigte sich jedoch schon in der Entwickelung einer
scharfen Spitze an dem inneren der am Boden der Hakentasche be-
findlichen Höcker. In dieser Periode trat auch schon deutlich die
Entwickelung des Geschlechtsapparats, an dem die männliche und
weibliche Bildung bereits zu unterscheiden war , hervor; abermals
hatten die Thiere so eben eine neue Häutung überstanden, welche
etwa nach vier Wochen stattzufinden scheint, indem wenigstens bei der
nächsten nach einem entsprechenden Zeitraume stattgehabten Unter-
suchung abermals die Häutung vorbereitet war. Diese letzte Unter-
suchung , welche fast nach Ablauf eines Jahres angestellt wurde (sie
fand am 28. Januar statt, während das erste Auffinden des Pent. den-
ticulatum auf den 17. Februar des vorhergehenden Jahres fiel), traf
die Tbiere nämlich gerade bein Uebergange in das Stadium des Pen-
tastoma denticulatunı an, indem diese Form nur noch von der abzu-
streifenden Haut umgeben war; die Stachelkränze und der Haken-
apparat waren durch dieselbe hindurch deutlich zu erkennen, die
Länge der Thiere betrug 4 mill.
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