BULLETIN
du MUSÉUM NATIONAL
d’HISTOIRE NATURELLE
11 ! 1111111 ! 11111111 ! 1111111111 ! I ! I
PUBLICATION BIMESTRIELLE
zoologie
N° 142
MAI-JUIN 1973
il
106
BULLETIN
du
MUSÉUM NATIONAL D’HISTOIRE NATURELLE
57, rue Cuvier, 75005 Paris
Directeur : P r M. Vachon.
Comité directeur : P rs Y. Lf, Grand, C. Lévi, J. Dorst.
Rédacteur général : Dr. M.-L. Bauciiot.
Secrétaire de rédaction : M me P. Dupérier.
Conseiller pour l’illustration : Dr. N. Hali.é.
Le Bulletin du Muséum national d’Histoire naturelle, revue bimestrielle, paraît depuis
1895 et publie des travaux originaux relatifs aux diverses branches de la Science.
Les tomes 1 à 34 (1895-1928), constituant la l re série, et les tomes 35 à 42 (1929-1970),
constituant la 2 e série, étaient formés de fascicules regroupant des articles divers.
A partir de 1971, le Bulletin 3 e série est divisé en six sections (Zoologie — Botanique —
Sciences de la Terre — Sciences de l’Homme — Sciences physico-chimiques — Écologie
générale) et les articles paraissent, en principe, par fascicules séparés.
S’adresser :
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toire naturelle, 38, rue GeolTroy-Saint-Hilaire, 75005 Paris (C.C.P.,
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International Standard Serial Number (ISSN) : 0027-4070.
BULLETIN DU MUSÉUM NATIONAL D’HISTOIRE NATURELLE
3 e série, n° 142, mai-juin 1973, Zoologie 106
Bemerkungen zu einigen Landkrabben (Crustacea, Decapoda)
von Michael Türkay *
Ergebnisse. — Die im Pariser Muséum befindlichen Gecarcinidentypen wurden naeh moder-
nen Gesichtspunkten untersucht und dabei folgende Synonymien festgestellt : Cardisoma urvillei =
Cardisoma carnifex ; Cardisoma frontalis — Cardisoma rotundum ; Pelocarcinus cailloti & Pelo-
carcinus marchei = Gecarcoidea lalandii. Aus der Untersuchung der Typusserie von Gecarcinus
( Gecarcinus) lateralis ergab sich unter Hinzuziehung weiteren Materials die Identitât dieser Art
mit Gecarcinus (Gecarcinus) quadratus. Damit vermindert sich die Anzahl der amerikanischen
Vertreter der Untergattung Gecarcinus auf zwei.
Résumé. — Les exemplaires types des Gecarcinidae se trouvant au Muséum d’Histoire
naturelle à Paris ont été examinés d’après des critères modernes et les synonymies suivantes ont
été établies : Cardisoma urvillei = Cardisoma carnifex ; Cardisoma frontalis = Cardisoma rotundum ;
Pelocarcinus cailloti et Pelocarcinus marchei = Gecarcoidea lalandii. L’étude de la série typique
du Gecarcinus ( Gecarcinus ) lateralis, complétée par celle d’un matériel supplémentaire, fait admettre
l’identité de cette espèce avec le Gecarcinus ( Gecarcinus ) quadratus. En conséquence, le nombre
des représentants américains du sous-genre Gecarcinus se trouve ramené à deux.
Die vorliegende Arbeit entstand anlâsslich eines Studienaufenthalts im naturhisto-
rischen Nationalmuseum Paris. Sie hat das Ziel Aussagen zu insbesondere synonymen
Gecarcinidenarten zu machen und die Typen dieser Taxa zu beschreiben. Damit tràgt
sie zur Révision der Gecarcinidae der Erde bei und soll auch anderen Bearbeitern die Gründe,
die zur Synonymisierung führten verdeutlichen. Diese Vorhaben wurde ermôglicht durch
die tatkrâftige Unterstützung von Dr. D. Guinot und Prof. J. Forest. Ihnen sei an dieser
Stelle recht herzlich gedankt.
Im Text wurden folgende Abkürzungen verwandt : Car = Carapax ; Go/1 = erster
Gonopod ; HL = Hinterleib ; MPa = Muséum Paris ; Mxp/3 = dritter Maxilliped ; P/l =
erster Pereiopod ; P/2-5 = zweiter bis fünfter Pereiopod, VSR = Vorderseitenrand.
Die Masse geben der Reihe nach an : Carapax-Breite, Carapax-Lânge, Capapax-Dicke,
Stirnbreite. (Aile Masse in mm).
Cardisoma urvillei H. Milne-Edwards, 1853
(Abb. lb, Taf. 1 Fig. 1-2)
1853 Cardisoma urvillei H. Milne-Edwards, Ann. Sci. nat., 3 e sér., 20 (4) : 204.
Beschreibung des Typus : Car glatt. H-Furche sehr deutlich, Cardiacalregion gut
* Natur-Museum Senckenberg, D-6 Frankfurt/M.-l, Senckenberganlage 25.
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MICHAEL TURKAY
umgrenzt, Cervikalfurche niclit ausgepràgt. Mittelfurche flach. Stirnrand mit einem deutli-
chen Wulst, dahinter granuliert. Frontalloben undeutlich voneinander getrennt, die hintere
Begrenzung des erwàhnten Granularfeldes ausmachend. Orbita unter den Augenstielen
mit einem granulierten Feld. Exorbitalzahn dreieckig, spitz. Epibranchialzahn undeut-
lich, knotenfôrmig, in kurzem Abstand hinter dem Exorbitalzahn. VSR-Kante sehr schwach,
im Bereich der Hepatikalregion gut erkennbar, dahinter als sehr flache Linie bis zur Hôhe
der Cardiacalregion verlaufend. Flinter dieser zwei sehr flache und undeutliche Sehràg-
leisten. Unterrand der Orbita granuliert, gerade. Epistomoberrand als Wetgehend glatte,
médian etwas granulierte und zweigeteilte Leiste ausgepràgt. Epistom latéral glatt, médian
schwach granuliert. Oberrand des Mundfeldes mit einer granulâren Kante versehen, Gra-
nula sich von latéral nach médian vergrôssernd. Seitenrânder des Mundfeldes granuliert,
durch eine Kerbe vom Oberrand getrennt. Pterygostomialregionen dicht, samtartig behaart.
Das behaarte Feld wesentlich hôher als an der Basis breit. Ischium und Merus der Mxp/3
mit erhabener Innenkante. Spitze des Sternums hinter den Mxp/3 dicht behaart. Merus
der P/l vollkommen glatt, dreikantig, die Kanten gerundet, ebenfalls glatt. Carpus glatt,
Innenecke beim grossen Scherenfuss stumpf, beim kleinen spitz, zahnartig. Palma vollstàn-
dig glatt, Dactylus und Index auf allen Flâchen mit Granulareihen versehen. Scherenfmger
des grossen Scherenfusses weit klafïend. Am Dactylus Bezahnung bis auf einen grossen
submedianen Zahn weitgehend zurückgebildet, am Index noch einige weitere Zàhne sicht-
bar. Bezahnung beim kleinen Scherenfuss gleichmàssiger als beim grossen. Distale Sehnei-
dekanten an beiden Scherenfüssen deutlich. Oberkante der Meri der P/2-5 granuliert,
vor dem Ende mit einem subdistalen Zahn, dessen Stàrke von P/2 bis P/5 abnimmt. Unter-
flache mit zwei deutlichen Begrenzungskanten, deren Stàrke von P/ 2bis P/5 leicht zunimmt.
c d
Abu. 1. — Distales Ende des rccliten Cio/1 mit Terminalanhang.
a : Cardisoma fronlalis, Holotypus.
li : Cardisoma urvillei , Holotypus.
e : Pelocarcinus marchei, Lectotypus.
d : Pelocarcinus cailloti, Holotypus.
BEMERK.UINGEJN ZU EIISIGEN LANDKRABBEN
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Vorderflâche im distalen Teil dicht beborstet. Oberrânder des Carpus und Propodus dicht
behaart. Hinterflàche des Carpus mit einer behaarten Leiste. Vorder-, Hinter- und Unter-
llàche des Carpus und Propodus mit in mehreren Reihen angeordneten Büscheln steifer
Borsten versehen. Dactyli vierkantig, an allen vier Kanten deutlich bedornt und bei den
P/2-4 zur Basis beborstet. HL des siebengliedrig, 1. und 2. Segment am kürzesten, 6.
am lângsten, das 3. Segment ist das breiteste und überragt aile anderen seitlich. Die Ver-
engung des HL schreitet vom 4. Glied ab graduell nach vorn fort. Letztes Glied nicht abge-
setzt, an das vorhergehende basal in seiner ganzen Breite anschliessend. Terminalanhang
des Go/1 kurz, asymmetrisch gebaut, Naht seitlich, den kurzen, behaarten Palpus über-
ragend.
Masse : 87:73:45:22 (Holotypus <$).
Typusmaterial : Samoa (1 $ Holotypus, Exp. de 1’ « Astrolabe », MPa).
Bemerkungen : Nach eingehender Untersuchung des Typus, insbesondere des Go/1
kann kein Zweifel bestehen, dass Cardisoma urçillei synonym zu Cardisoma carnifex ist.
Die diagnostischen Merkmale von H. Milne-Edwards : « à peine des traces de ligne margi¬
nale sur les régions branchiales, et ayant les mains ainsi que les pouces lisses en dessus »
trefïen für erwachsene Cardisoma carnifex zu. Die Vergleichsexemplare, die im gleichen
Werk der Art carnifex zugeordnet werden lagen mir ebenfalls vor. Es handelt sich um
kleine Tiere (1 <$ 40 mm Carapaxbreite und 1 Ç 45 mm Carapaxbreite), die aile Merkmale
extremer ausgebildet haben : « Carapace beaucoup moins large et à régions branchiales
moins renflées... crête marginale linéaire et saillante. », was bei jungen Gecarcinidae die
Regel ist (Türkay, 1973). Audi die Abbildung von Herbst (1796 : T. 41 F. 1) zeigt ein
solches jüngeres Tier, was vermutlich IL Milne-Edwards dazu führte das adulte Lier
als C. uroillei von C. carnifex abzutrennen. Die beim Go/1 des Typus von uroillei fehlende
innere Spitze ist deutlich abgebrochen, die Bruchstelle liess sich ohne Weiteres als solche
identifizieren.
Cardisoma frontalis IL Milne-Edwards, 1853
(Abb. la, Taf. I. Fig. 3-4)
1853 Cardisoma frontalis H. Milne-Edwards, Ann. Sci. nat., 3 e sér., 20 (4) : 204.
Beschreibdng des Typus : Car glatt. H-Furche deutlich. Cervikalfurche kaum erkenn-
bar, Mittelfurche deutlich, ebenso die Begrenzungsfurche zwischen der Protogastrikal-
und Hepatikalregion. Stirnrand wulstartig, dahinter deutlich granuliert. Frontalloben
hervortretend, durch die gut ausgebildete Mittelfurche deutlich gegeneinander abgesetzt,
Mittelfurche dahinter gegabelt. Orbita unter den Augenstielen glatt. Exorbitalzahn dreieckig,
spitz, Epibranchialzahn, deutlich, jedoch nicht aus der Granulàrreihe des VSR hervortretend.
VSR-Kante deutlich granuliert, bis zur Hôhe der Cardiacalregion verlaufend, dahinter in
ebenfalls granulierte Schràgleisten aufgelôst. Verhàltnis des Abstandes Epibranchialzahn-
Exorbitalzahn zur Orbitabreite = 5:11 = 1:2,2. Pterygostomialregionen dicht, samtartig
hehaart. Das behaarte Feld etwa so hoch wie an der Basis breit. Oberrand des Epistoms
als zweigeteilte, médian granulierte und latéral glatte Kante ausgebildet. Epistom glatt,
zentral dicht behaart. Oberrand des Mundfeldes mit einer granulâren Kante versehen,
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MICHAEL TÜRKAY
Granula gleich gross. Seitenrânder des Mundfeldes voin Oberrand durch eine Kerbe deut-
lich abgetrennt. Mxp/3 mit erhabener Innenkante. Vordere Spitze des Sternums dicht
behaart. Scherenfüsse gleich gross. Merus der P/l dreikantig. Unterkante dicht, Vorder-
kante spârlich granuliert, Oberkante mit granulierten Schrâgleisten versehen, die auch
auf der ganzen Idinterflâche zu findcn sind. Vorderflâche glatt, Unterflâche mit einer
zum Distalrand parallelen Granulàrreihe versehen, die aus drei Granula besteht, sonst
glatt. Aussenflâche des Carpus mit kleinen Gruben übersàt, Innenecke mit einem stumpfen
Winkel. Innenflâche glatt, unter der Innenecke mit einems pitzen Hôcker. Aussenflâche
der Palma und des Dactvlus ebenfalls mit Grübchen versehen, Unterrand im hinteren
Teil wulstartig hervortretend, Innenflâche dicht punktiert. Oberkante der Meri der P/2-5
granuliert. Hinterflâche mit granulierten Schrâgleisten versehen, deren Stârke von P/2
bis P/5 kontinuierlich abnimmt, so dass die Hinterflâche des P/5 ganz glatt erscheint.
Unterflâche der Meri mit zwei deutlichen Begrenzungskanten, dazwischen glatt. Distales
Ende als glatte Kante ausgebildet, kein subdistaler Zahn erkennbar. Oberkante des Carpus
hervortretend und behaart. Auf seiner Vorder- und Hinterflâche noch jeweils eine wenig
hervortretende Kante, die von vorn nach hinten in ihrer Stârke abnimmt und beim P/5
nicht mehr sichtbar ist. Unterflâche glatt. Ober- und Unterrand der Propodi bedornt,
Oberrand dicht behaart. Vorder- und Hinterflâche glatt. Dactylus vierkantig, an allen vier
Kanten deutlich bedornt. Auf der Ober- und Unterflâche mit je zwei Reihen steifer Borsten.
HL siebengliedrig. 1. und 2. Glied sehr kurz, 6. Glied am lângsten. 3. Glied am breitesten,
aile anderen seitlich überragend, Breite der Glieder von dort an nach vorn graduell abneh-
mend. Terminalanhang des Go/1 kurz, den ebenfalls kurzen Palpus überragend. Termi-
nalanhang symmetrisch gebaut, Naht médian gelegen, Unterflâche von oben sichtbar.
Masse : 63:50:28:16 (Holotypus $).
Typusmater ial : Océanie (1 $ Holotypus, M. Guérin leg., MPa).
Bemerkungen : Die Art wurde bisher meist mit Cardisoma hirtipes synonymisiert.
Es ist Tweedies Verdienst, als erster die Eigenartlichkeit von C. frontalis erkannt zu haben
(Tweedie, 1950). Die Abtrennung von C. hirtipes erfolgte auf Grund des Baus des Termi-
nalanhangs der Go/1. Trotzdem blieb diese Aufteilung noch lang Zcit unbeachtet (Ein
historischer Abriss dièses Problems befmdet sich in Türkay, 1973). Durch Untersuchung
einer grossen Zahl von Exemplaren konnte der Autor feststellen, dass C. frontalis mit
C. rotundum (Quoy & Gaimard, 1824) identisch ist (nâheres vgl. Türkay, 1973). Da der
Typus von C. rotundum aller Wahrscheinlichkeit nach verloren ist, bietet der von C. fron-
lalis eine Môglichkeit der Charakterisierung dieser Art. Auf die Désignation eines Neotypus
wurde verzichtet, da aus der Abbildung und Beschreibung von Quoy A Gaimard die
Zuordnung von C. rotundum mit hinreichender Genauigkeit hervorgeht.
Pelocarcinus cailloti A. Milne-Edwards, 1890.
(Abb. 1 d, Taf. II Fig. 5-6)
1890 Pelocarcinus cailloti A. Milne-Edwards, Août’. Archs. Mus. H ist. nat ., Paris , 3 e sér., 2 : 174.
T. 13.
BEMERKUNCEN ZU EIWI GEM LANDKRABBEN
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Beschreibeng des Types : Car weitgehend glatt. Cervikal-, Mittel- und H-Furche
sehr deutlich. Stirnrand mit einem deutlichen, gebogenen Wulst versehen, dahinter glatt,
gleichmàssig gerundet. Frontalloben daher nicht erkennbar. Orbita klein, ihre Rànder
leicht granuliert, ohne Exorbitalzabn. Epibranchialzahn als kleiner Knoten ausgebildet.
VSR-Kante sehr kurz und undeutlich, bis zum Beginn der Branchialregion als eine Reihe
kleiner Granula ausgebildet, dahinter aufgelôst. Seitenflàchen der Branch ialregionen mit
einer Anzahl schwach ausgepràgter Leisten besetzt. Helles Fleckenmuster besteht aus
einem vorderen kompakten und einem ebensolchen Flecken auf der Cervikalfurche. I nnere
Orbitalecke den Stirnrand nicht erreichend. Oberrand des Epistoms als zweigeteilte, g latte
Xante ausgebildet, in einer Finie mit den granulierten, gebogenen Suborbitalkanten. Epi-
stom glatt, verhâltnismàssig lang. Oberrand des Mundfeldes mit einer glatten, m-fôrmigen
Xante versehen. Pterygostomialregionen in der Nachbarschaft des Mundfeldes glatt, weiter
nach aussen und nach hinten mit einer grossen Anzahl von kleinen Leisten versehen. Innen-
rander des Ischium und Merus der Mxp/3 mit leicht erhabener Innenkante. Merus kleiner
als Ischium, terminal mit einer Y-fôrmigen Fissur, wodurch der Palpus sichtbar wird.
Sternum glatt. Merus der P/l dreikantig. Hinterkante mit granulierten Querleisten, Ober-
kante mit starken Xnoten und Unterkante mit feinen Granula. Vorderflâche granuliert.
Die Granula haufen sich besonders lângs einer Linie parallel zum Distalrand des Merus.
Aussen Hache des Carpus glatt, Innenkante mit Granula besetzt. Palma und Dactylus auf
allen Flâchen mit einer grossen Zahl kleiner Gruben. Merus der P/2-5 granuliert. Unter-
flâche mit zwei deutlichen Begrenzungskanten, die bei P/2 am stârksten, bei P/5 am schwâch-
sten granuliert sind. Carpus ebenfalls granuliert, seine Oberkante bedornt. Propodus
vierkantig, aile X anten stark bedornt. Dactylus deutlich langer als der Propodus, mit
sechs bedornten Xanten. FIL 7-gliedrig. Die Lange der Glieder nimmt vom 1. bis zum 6.
zu. Die Breite nimmt vom 1. bis zum 6. Glied graduell ab. Terminalanhang des Go/1 kurz,
breiter als lang, den ebenfalls kurzen Palpus überragend.
Masse : 75:54:30:11 (Holotypus <$).
Typusmaterial : Iles Loyauté (1 Holotypus, Caillot leg., MPa).
Pelocarcinus marchei A. Milne-Edwards, 1890
(Abb. 1 c, Taf. II Fig. 7-8)
1890 Pelocarcinus marchei A. Milne-Edwards, Noue. Archs. Mus. Hist. nat., Paris, 3 e sér., 2 : 173,
T. 12.
Beschreibeng des Types : Im wesentlichen stimmt die Art mit der vorhergehenden
überein, unterscheidet sich jedoch durch folgende Merkmale :
1) Die Stirn ist nach vorn zu breiter.
2) Der Stirnrand ist gerade.
3) Die Innenecke der Orbita berührt die Stirn.
Aile anderen von A. Milne-Edwards angegebenen Merkmale sind selbst am Typus-
cxemplar kaum zu erkennen.
Masse : 70:54:34:12 (Lectotypus (J).
974
MICHAEL TURKAY
Typusmaterial : Philippines, îles des deux Sœurs (1 $ Lectotypus, 1^3$ Paralecto-
typen, Marche leg., MPa).
Bemerkungen : Die Breite der Stirn und ihre Berührung durch die Innere Orbitalecke
stehen zueinander im Zusammenhang, was an einem Ç aus der Typusserie besonders gut
erkennbar ist. Bei ihm erreicht die Innere Orbitalecke die Stirn nicht. Gleichzeitig ist die
Stirn schmaler. Dieses Exemplar der Typusserie zeigt schon auf, dass das genannte Merkmal
sehr variabel und daher taxonomisch nicht brauchbar ist. Die gleiche Yariabilitât kommt
auch der Form der Stirn zu. Somit sind beide « Arten » nicht unterschieden und die Unter-
scheidbarkeit von Gecarcoidea lalandii ist auch zweifelhaft. A. Milne-E dwards führt als
Trennungsmerkmal an : Spalte zwischen innerer Orbitalecke und Orbitaunterrand ist
schmaler als bei lalandii. Schon in der Typusserie von P. marchei befinden sich Tiere, bei
denen die Breite des erwahnten Spaltes variiert, so dass auch dieses Merkmal taxonomisch
unbrauchbar ist.
Aus dem Gesagten ergibt sich zwanglos die Identitât beider Taxa mit Gecarcoidea
lalandii, die schon von Ortmann, 1894, erkannt und von Tesch, 1918, und Tweedie,
1947, bestàtigt werden konnte.
Gecarcinus (Gecarcinus) lateralis (Fréminville, 1835)
(Abb. 2)
1835 Ocypoda lateralis Fréminville, ,4/m. Sci. nat., 2 e sér., 3 : 224.
1853 Gecarcinus quadratus Saussure, Revue Mag. Zool., 2 e sér., 5 : 360.
1970 Gecarcinus ( Gecarcinus) lateralis lateralis, — Türkay, Senckenberg. biol., 51 : 337, Abb. 2a-c.
1970 Gecarcinus ( Gecarcinus) lateralis quadratus, — Türkay, Senckenberg. biol., 51 : 338, Abb. 4.
Bei der Bearbeitung der Gecarcinidae Amerikas war der Autor auf Grund des ihm
vorliegenden Materials zu der Auffassung gelangt, dass es sich bei G. lateralis und G. qua¬
dratus um zwei Unterarten handeln müsse. In der Zwischenzeit hatte er die Gelegenheit
weiteres Material, insbesondere aus Kolumbien, einzusehen. Dabei stellte sich heraus, dass
in diesen Aufsammlungen aus Sta. Marta sich Tiere befanden, die aile Übergange zwischen
lateralis und quadratus zeigen, so dass die Verbreitung der Übergangsformen nun auf das
d e f
Abb. 2. — Umrisse der Meri der Mxp/3 der Typusserie von Gecarcinus ( Gecarcinus) lateralis.
a : Lectotypus, Guadeloupe, b : Paralectotypus, Martinique, c : Paralectotypus, Guadeloupe, d-e : Para-
lectotypen, Martinique, f : Paralectotypus, Guadeloupe.
BEMERKUNGEN ZU EINIGEN LANDKRABBEN
975
südamerikanische Festland ausgedehnt werden müsste. Ebensolche Übergangsformen
kommen aber auch in Mittelamerika und auf den grossen und kleinen Antillen vor, so dass
fast das ganze Verbreitungsgebiet beider Unterarten von ihnen besiedelt zu sein scheint.
Das einzige brauchbare Merkmal, die Form der Ausrandung des Merus der Mxp/3, bedurfte
daher einer nochmaligen Untersuchung. Dabei musste das Studium der Typusserie von
G. lateralis aufschlussreich sein. Es konnte festgestellt werden, dass selbst in der Typusserie
eine hohe Variabilitât in der Ausbildung des genannten Trennungsmerkmals besteht.
Oft liegt sogar der Fall vor, dass die Mxp/3 der beiden Kôrperseiten des selben Tieres
verschiedene Auspràgung zeigen. (Abb. 2). Ans dem Verbreitungsmuster der Übergangsfor¬
men und der hohen Variabilitât des Trennungsmerkmals làsst sieli nur der Schluss ziehen,
dass G. quadratus in der Variationsbreite von G. lateralis liegt und somit als synonym zu
dieser aufgefasst werden muss. Damit kehrt der Autor zur Aufïassung von Bott, 1955
zurück, der erstmals die Identitàt beider Arten annahm und begründete.
Typusmaterial : Guadeloupe (1 $ Lectotypus, 1 G 1 $ Paralectotypen), Martinique
(2 ^ 1 $ Paralectotypen, MPa).
SCHRIFTEN
Bott, R., 1955. — Dekapoden (Crustacea) a us El Salvador. 2. Litorale Dekapoden ausser Uea.
Senckenberg. biol., 36 : 45-70, Abb. 1-7, T. 3-8.
Fréminville, M. de, 1835. — Notice sur les tourlouroux ou crabes de terre des Antilles. Ann.
Sci. nat., 2 e sér., 3 : 213-224.
Herbst, J. F. W., 1796. — Versuch einer Naturgeschichte der Krabben und Krebse. Vol. 2, T. 41.
Milne-Edwards, A., 1890. — Note sur les Crustacés du genre Pelocarcinus. Noue. Archs. Mus.
Hist. nat. Paris , 3 e sér., 2 : 169-176, T. 12-13.
Milne-Edwards, H., 1853. — Mémoire sur la Famille des Ocypodiens. Ann. Sci. nat., 3 e sér.,
20 (4) : 163-228, T. 6-11.
Ortmann, A., 1894. — Die Decapoden-Krebse des Strassburger Muséums. VIII. Theil. Abthei-
lung : Brachyura III. Unterabtheilung : Cancroidea, 2. Section : Cancrinae, 2. Gruppe :
Catametopa. Zool. Jb. ( Syst .), 7 : 683-772, T. 23.
Quoy, J., & J. P. Gaimard, 1824. — Zoologie. In : de Freycinet : Voyage autour du monde,
3 (2) : 1-712, T. 77.
Saussure, M. H. de, 1853. — Description de quelques crustacés nouveaux de la côte occidentale
du Mexique. Reçue Mag. Zool., 8 : 1-15, T. 12-13.
Tesch, .1. .1., 1918. — The Decapoda Brachyura of the Siboga Expédition. I. Hymenosomidae,
Retroplumidae, Ocypodidae, Grapsidae and Gecarcinidae. Siboga Exp., 39c : 1-148, T. 1-6.
Türkay, M., 1970. — Die Gecarcinidae Amerikas. Mit einem Anhang iiber Ucides Rathbun. Sen¬
ckenberg. biol., 51 (5/6) : 333-354, Abb. 1-11, Verbreitungskarten 1-2.
— 1973. — Die Gecarcinidae Afrikas. Senckenberg. biol. (Im Druck).
Tweedie, M. W. F., 1947. — On the Brachyura of Christmas Island. Bull. Baffles Mus., 18 : 27-
42, Abb. I.
— 1950. — The Fauna of the Cocos-Keeling Islands, Brachyura and Stomatopoda. Bull.
Baffles Mus., 22 : 105-148, Abb. 1-4, T. 16-17.
Manuscrit déposé le 4 août 1972.
976
MICHAEL TURKAY
T AF. I
Fig. 1. — Cardisoma urvillei, Flolotypus, Oberseite.
Fig. 2. — Cardisoma urvillei, Holotypus, Unterseitc.
Fig. 3. — Cardisoma frontalis, Holotypus, Oberseite.
Fig. 4. — Cardisoma frontalis, Holotypus, Unterseitc.
978
MICHAEL TÜRKAY
TAF. II
Fig. 5. — Pelocarcinus cailloti, Holotypus, Oberseite.
Fig. 6. — Pelocarcinus cailloti, Holotypus, Unterseite.
Fig. 7. — Pelocarcinus marchei, Lectotypus, Oberseite.
fig. 8. — Pelocarcinus marchei, Lectotypus, Unterseite.
(Photographies Muséum national dCHistoire naturelle, Zoologie : Arthropodes.)
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NATIONALE
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Les références bibliographiques apparaîtront selon les modèles suivants :
Bauchot, M.-L., J. Daget, J.-C. IIureau et Th. Monod, 1970. — Le problème des
« auteurs secondaires » en taxionomie. Bull. AJus. llist. nat., Paris, 2 e sér., 42 (2) : 301-304.
Tinbergen, N., 1952. — The study of instinct. Oxford, Clarendon Press, 228 p.
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