^^^^
^^^^^
^3^
J..^
imwi
^.M
m.
^^
^i-ä^
ARCHIV
FÜR
NfATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON W. F. ERICHS ON.
IN VERBINDUNG MIT
PROF. DR. GRISEBACH IN GÖTTINGEN , '
PROF. DR. VON SIEBOLD IN BRESLAU, PROF. DR. A. WAGNER
IN MÜNCHEN UND PROF. DR. LE UCK ART IN GIESSEN.
HERAUSGEGEBEN
VON
3>B. F. H. TltOSCHEXiy
PROFESSOIl AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT ZU BONN.
SECHSZEHNTER JAHRGANG.
Erster Band*
Mit sechs Kupfertafeln und zwei Tabellen.
BERLIN, 1850.
VERLA« DER NICOL ATSCHEN BÜCHHANDLUNG.
Inhalt des ersten Bandes.
Seite.
Üeber die Geschlechtsorgane von Tubifex rivulorum. Von Prof.
Julius ßudge in Bonn. (Hierzu Taf. I.) .... 1
Helminthologische Notizen. Von Dr. Rud. Leuckart. (Hierzu
Taf. II. Fig. 1 und 2.) 9
Piscicola respirans nov. sp. Vom Herausgeber. (Hierzu
Taf. II. Fig. Ä^E.) 17
Corrigirle Uebersicht der Falconidae. Von Kau p 27
Ueber die Bedeckung der Fusswurzel des Turdus migratorius.
Von J. Kaup. (Hierzu Taf. II. Fig. I— V.) 42
lieber Podicipes arcticus, cornutus , auritus. Von C. Sunde*
vall. Uebersetzt von Dr. Creplin 44
Monographie der Gattung Pezoraachus. Von Arn. Fo erster
in Aachen 49
Ueber die Gammarus-Arten der Gegend von Bonn. Von Dr. A.
Hosius. (Hierzu Taf. III. und IV.) 233
Die Familien der Anneliden. Von Prof. Dr. G r u b e in Dorpat 249
Seite.
lieber Stephanocrinus , eine fossile Crinoiden - Gattung aus der
Familie der Cystideen. Von Dr. Ferd. Roemer in Bonn.
(Hierzu Taf. V.) 365
Bemerkungen über den dermaligen Stand unserer Kenntniss der
Faulthier-Arten. Von Prof. A. Wagner in Mönchen . 376
Cophosaurus texanus , neue Eidechsengattung aus Texas. Vom
Herausgeber. (Hierzu Taf. VI.) 388
tJebep die Oeschlcchtsorg^ane^voii Tubifex
rlvuloruiti.
Von
Prof. Julius Bud^e
in Bonn.
Hierzu Taf. I.
Die Geschlechtsorgane vieler Lumbricinen bieten so viele
Schwierigkeiten dar , dass es passend erscheint , sie da zu
studieren, wo die Durchsichtigkeit des Thieres die Hülfe des
Mikroskops gestattet. Der fadendünne, blassröthliche Tubifex
rivulorum, den man zu Tausenden in dem Schlamme auf dem
Boden kleiner Bäche findet, gewährt diesen Vortheil in der
That. Hingegen hat man wiederum mit anderen Hindernis-
sen zu kämpfen , welche dadurch entspringen , dass bei der
sehr geringen Breite des Thieres die Zergliederung sich mehr
auf gewisse Zerrungen und mehr oder weniger willkürliche
Schnitte beschränken muss, als auf eine eigentliche Präpara-
tion. Indess gelingt es wohl bei öfterer Wiederholung, mit-
unter den ganzen Geschlechtsapparat, oder doch den grössten
Theil zu isoliren. — Trotz lange fortgesetzter Untersuchun-
gen bin ich doch nicht zum völligen Abschlüsse hinsichtlich
der Ausführung des Samens und der Eier gekommen.
Bei der Angabe der Lage der Theile habe ich nicht die
kleinen, sehr schwer zu zählenden Ringe des Thieres bestimmt,
sondern die Darmabschnitte, welche schon mit einer schwa-
chen Lupe sehr deutlich zu erkennen sind, und als ersten
Darmabschnitt den bezeichnet, welcher zunächst auf das hel-
lere, zugespitzte, blutreiche Kopfende folgt, und durch seine
dunkle Farbe zu erkennen ist.
Die Geschlechtstheile von Tubifex machen vom 4. bis 7.
Archiv f.Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 1
^ Budget
Darmabschnitte eine weissliche Anschwellung, wie bei der
Gattung- Lumbricus und einigen anderen derselben Familie,
den sog. Gürtel; — sie erstrecken sich jedoch noch weiter
nach hinten bis zum 11. Darmabschnitte. Man kann 4 abge-
sonderte Organe unterscheiden, nämlich 1) den Hoden, 2)
die Eierstöcke, 3) zwei sehr lange, vielfach gewundene Ka-
näle, die ich als Flimmerkanäle bezeichnen will, 4) zwei birn-
förmige Blasen.
1) Hoden. Neben dem vierten Darmabschnitte bemerkt
man mit einer starken Lupe ein kleines grauliches Körper-
chen, das gewöhnlich nur an einer Seite sichtbar ist, zuweilen
jedoch auch an beiden Seiten des Darms erscheint. Bei stär-
kerer Vergrösserung sieht es einer gelappten Drüse ähnlich
Fig. I a. Meist umgiebt es ein pother Gefässkranz und Gefässe
laufen über dasselbe hin. Bei vielen, vielleicht den meisten
Exemplaren hat der Hoden eine viel weitere Ausdehnung,
indem er selbst bis zum 9. Darmabschnitte herab verläuft.
Er macht aber dann nicht eine gleich breite Drüse, sondern
ist an mehreren Orten eingeschnürt und schwillt dann wieder
an, so dass man also eben so gut sagen kann, es seien 4
oder 5 Hoden vorhanden. Ich habe die unteren Hoden nie-
mals auf beiden Seiten des Darms liegen gesehen, sondern
stets nur auf einer. Sie sind halbkuglig und haben eine etwas
gelbliche Färbung, was vielleicht allein von dem Gefässreich-
thum abhängt. Die Haut, welche die Hoden umgiebt, zerreisst
selbst bei massigem Drucke sehr leicht und es tritt dann der
Inhalt heraus, in dem man Kugeln und bewegliche Samenfäden
findet. Jene stellen die verschiedenen Entwicklungsstufen der
Organe für die Samenfadenbildung dar, und man kann fol-
gende Formen unterscheiden: 1) Kugeln, ungefähr yioo'" ^^
Durchmesser, enthalten kleine Körnchen Fig. II a. ; 2) In sol-
chen Kugeln ist eine zweite kernhaltige kleinere enthalten b. ;
3) die kleineren Kugeln sind in grösserer Menge vorhanden ,
liegen um die grösseren herum und sind so zahlreich , dass
man die grössere nicht mehr gewahr wird, obwohl sie nur
verdeckt ist c, d, e. Oft ist in einigen der Kern viel deutli-
cher^, als in andern. 4) Die kleineren Kugeln nehmen an
Umfang immer mehr ab, dagegen wächst die grössere Kugel,
wird y^o'" bis v^^'" gross, tritt deutlicher hervor und gleicht
üeber die Geschlechtsorgane von Tubifex rivulorum. 3
einer mit Körnern gefüllten Blase h. 5) Diese Blase bricht
auf und es treten später an einer Seite «, ringsum Fäden her-
vor ä, welche deutlich aus den früheren kleineren Kugeln
erwachsen sind. 6) Die Fäden lösen sich ab und zeigen sich
als vollständige Samenfäden /, mit Köpfchen und Schwanz,
deren wiegende Bewegung deutlich ist. Die Samenfäden ha-
ben eine Länge von etwa V5o'"*
Einen Ausführungsgang an den Hoden habe ich noch
nicht auffinden können. Mit den andern 3 Organen, welche
noch besciirieben werden, steht er in keiner continuirlichen
Verbindung. Durch die Oeffnung, welche das Ende des Flim-
merkanals in sich aufnimmt, stülpt sich zuweilen der Hoden
heraus, und ich habe mehrmals gesehen, dass der Sack, wel-
cher das Ende des Flimmerkanals umgiebt, eine grosse Menge
Samenfäden enthielt; aber aus allem diesem konnte ich nicht
die Ueberzeugung gewinnen, dass keine künstliche Zerreissung
stattgefunden habe.
2) Die Eierstöcke. Zu beiden Seiten des Darm-
kanals liegen in 2 Säcken, von denen der eine sich in der
Regel viel weiter (bis zum 9. Darmabschnitt) herunter er-
streckt, als der andere, viele hunderte von Eiern der ver-
schiedensten Grösse, s. Fig. HI.
Die grössten haben etwa y^'" im Durchmesser, eine
weisse, etwas grauliche Farbe und sind fast kugelrund. Unter
dem Mikroskope erscheinen sie dunkelgrau, fast schwärzlich.
Obwohl auch am vordem Theile des Eierstocks grosse Eier
vorkommen, so werden sie doch in der Regel am hintern
Theile angetroffen. Sie hängen durch einen Stiel mit dem
Eierstocke zusammen, dieser Stiel besteht aus einer grossen
Anzahl dunkler gerader Fasern. — Die mittelgrossen Eier sind
gelblich, die kleinsten ganz durchsichtig. — Schon mit einer
schwachen Lupe, deutlicher unter dem Mikroskope, erkennt
man in jedem Eie das helle Keimbläschen, das bei den gröss-
ten etwa 733'" im Durchmesser hat, mit einem Yiöo'" gros-
sen Keimflecke und einem 'Aoo'" grossen Kernkörperchen.
Der Keimfleck verändert durch Druck seine runde Form, wird
länglich (Fig. III a.), zeigt oft dann mehrere Kernkörperchen,
lässt sich leicht im Keimbläschen von einer Stelle zur anderen
verschieben, und nimmt bei stärkerem Drucke eine klumpige
4 .rfiTrri'''Tvi Budge!
Form an und einen viel grösseren, aber unregelmässigeren
Umfang, als er früher hatte. Der grösste Theil des Eies wird
von Dotterkörnchen C'/öoo bis '/t^J" gross) ausgefüllt. —
Einen Ausführungsgang des Eierstocks habe ich nicht
aufgefunden.
3) Die Flimmerkanäle. Wenn man mit 2 Messer-
spitzen in den Gürtel eines Tubifex einsticht und so das Thier
langsam auseinander zieht, so bleibt zwischen den Hälften
häufig ein sehr feiner weisser Faden zurück, welcher zum
Flimmerkanale gehört. Auch bei unversehrten Thieren, welche
man zwischen zwei Gläschen unter dem Mikroskope betrach-
tet, wird man leicht dieses in vielen Windungen beiderseits
liegende helle Gebilde gewahr, in dem man schon durch die
Decken hindurch eine lebhafte rieselnde Bewegung bemerkt.
Bei genauerer Untersuchung kann man 3 Theile an dem ge-
nannten Kanäle unterscheiden, nämlich den blasenartigen An-
fangstheil, den eigentlichen Kanal und das Endstück.
a) Der blasenartige Anfangstheil hat ungefähr y^ö'" bis
y^j"' im Durchmesser, s. Fig. III A, , und liegt meist in der
Gegend des 5. Darmabschnittes. Er ist äusserst beweglich,
indem er nicht nur an den vielen Bewegungen des ganzen
Thieres und des Darmkanals Theil nimmt, sondern auch selbst
sich windet und dreht, bald vor, bald zurück sich zieht, und
in der mannichfaltigsten Weise seine Form verändert. Man
bemerkt an dieser Blase einen äusseren helleren Ring und einen
inneren dunkeln. Zuweilen verschwindet für eine kurze Zeit
ein Stück des Ringes, so dass er nicht vollständig geschlos-
sen ist, zuweilen erkennt man anstatt der ganzen Blase eine
Scheibe. — Ich stelle mir daher vor, dass dieses Organ be-
cherförmig und offen , aber sehr contractu ist , daher bald
einen geschlossenen, bald einen zum Theil offenen Ring dar-
stellt, und dass, wenn es vollkommen geöffnet ist, die Schei-
benform erscheint. Bei allen Formen ist die lebhafteste Flim-
merbewegung bemerklich, welche durch lange Flimmerhaare
hervorgebracht wird, die die ganze Blase erfüllen, — und
dadurch erhält dieses Organ ein ganz eigenthümliches Ansehen,
als ob es ein selbstständiges Thier wäre. Das Innere dieses
Organs enthält eine Menge sehr kleiner, zierlicher, kernhal-
tiger Zellen , welche Aehnlichkeit mit den kleinern Kugeln
tJeber die Geschlechtsorgane von Tubifex rivulorum. o
der Samenblasen (s. o.) haben, wie sie Fig. 11^. am Rande
dargestellt sind. — Sehr häufig sah ich dasselbe von vielen
Samenfäden umspült, in Thieren, welche ich unversehrt unter
dem Mikroskope betrachtete, und es wäre möglich, dass die-
selben bei der Begattung in dasselbe hineinflössen. Aber es
ist auch möglich, dass bei der leichten Zerreissbarkeil der
Hoden dies nicht der normale Zustand ist.
Mit dem eben beschriebenen Becher hängt ununterbro-
chen der eigentliche Flimmerkanal zusammen, der mehre Li-
nien lang sein kann und y^o bis '/loo'" ^^'^i^ ^st. Fig. IV. b. b.
Er besteht aus dem Kanal und seiner Hülle Fig. V. Zuweilen
gelingt es durch Druck, den Kanal aus seiner Hülle heraus-
zupressen, wodurch es möglich wird , die Structur besser zu
erkennen. Auf der Innenfläche der sehr feinen Hülle (Fig. V «.)
ist eine Art von Zellen a' zu bemerken. Der Kanal (Fig. V 6.)
(%3obis V^oü'" bi*eit) ist an seiner innern und äusseren Fläche
mit Flimmerhaaren versehen. — Es ist ein prächtiger Anblick,
die starke Flimmerbewegung in diesem Kanäle zu betrachten,
das beständige, in grösster Raschheit erfolgende Fliessen und
Flackern, das, so oft ich beobachtete, seine Richtung nicht
nach dem becherförmigen oben beschriebenen Organe, son-
dern nach der Drüse (Fig. IV. c) hin hat. An abgerissenen
Stücken stehen oft die pinselförmigen Häärchen hervor, un-
aufhörlich schwingend. Aus dem Kanäle dringen runde, grös-
sere oder kleinere fetthaltige und granulirte Kügelchen heraus,
und ausserdem Bündel sehr feiner haarförmiger Fäden. Ich
war in der Versuchung, diese für Samenfäden zu halten, bin
aber davon abgekommen, und sehe sie nur für abgerissene
Flimmerhaare an. Denn wenn sich einzelne trennen, so ver-
misst man an ihnen den Kopf, obwohl an einzelnen Bewegung
sichtlich ist. Solche Fäden sind bisweilen mit 2 Knötchen
versehen.
Das Endstück des Flimmerkanals besteht aus mehren
Theilen, zunächst folgt eine Drüse (Fig. IV c), durch welche
der Flimmerkanal hindurch läuft. Sie ist vollständig mit dun-
keln runden granulirten Körperchen (Fig. VI.) ausgefüllt, welche
sich mitunter an manchen Stellen anhäufen. Mit dieser Drüse
steht eine zweite noch in Verbindung (Fig. Wd), welche Zel-
len mit Kernen enthält. Diese Drüse ist mitunter von sehr be-
6 Budge:
trächtliclier Grösse und liegt zu beiden Seiten der Drüse c.
Sie liegt hart an dem Eierstocke an, und scheint mit demselben
in Verbindung zu sein. Bis dahin ist die Bildung des Flim-
merkanals bei allen Individuen von Tubifex dieselbe. Vor
der Drüse c hingegen finden sich in verschiedenen Individuen
zwei abweichende Bildungen. Bei der einen Reihe geht der
Flimmerkanal aus der Drüse c (Fig. IV.) wieder heraus und
endigt in einen Stab e , der in ein trompetenartiges Ende f
mündet. Um diesen Stab liegt noch eine dichte Hülle, welche
am äussersten Ende in eine Blase g übergeht, die das trom-
petenartige Stück umgiebt, und einer beträchtlichen Verlänge-
rung und Formveränderung (Fig. 7 gf.) fähig ist. — Bei einer
andern Reihe von Individuen geht die Drüse (Fig. VIII.) in
einen penisartigen Körper über, der noch in einer Scheide
steckt, wie dies in Fig. VIII, a deutlich zu sehen ist. Sehr
häufig geschieht es, dass in der Gegend des 6. Darmabschnit-
tes dieser Theil sich hervorstreckt, zugleich mit seiner Hülle.
Er verlässt dann auch häufig noch seine Hülle und tritt ein
Stück weit heraus. Es entleeren sich aus ihm die Körner,
welche in der Drüse c (Fig. IV.) sich finden, aber niemals habe
ich den Austritt von Samenfäden beobachtet. Hingegen fand
ich schon einige Male in der Scheide eine unzählbare Menge
von Samenfäden, von denen ich freilich nicht weiss, ob sie
nicht durch Berstung der Hodenhaut hineingekommen sind.
Es ist bemerkenswerth, dass jedesmal nur auf einer Seite die-
ses Gebilde austritt, niemals sah ich es auf beiden Seiten aus-
treten; sowie ich auch niemals das oben beschriebene stab-
förmige Organ hervorgestülpt gefunden habe. —
Die Bedeutung des stabförmigen und penisförmigen Or-
gans konnte ich nicht ermitteln, bei beiden Bildungen kom-
men Eierstöcke und Hoden vor.
4) Die zwei birn form igen Blasen liegen unmit-
telbar hinter dem Hoden. Sie sind leicht zu isoliren , wenn
man mit spitzen Messern den Gürtel auseinanderzerrt, wo sie
als 2 helle, winzige Bläschen erscheinen. Sie endigen in ei-
nen kleinen Aus führungsgang, der etwas weiter vorn als die
Mündungen der Flimmerkanäle in der Haut sich endigt. In
dem Bläschen selbst ist eine grosse Menge von Körnern ent-
halten (Fig. IX.) Sehr häufig bemerkt man ausserdem darin
M Üebcr M Geschlechtsorgane von Tubifex Htüloruht, 7
eigenthümliche Körper und zwar von zweierlei Art. Bei ei-
nigen Thieren nämlich sind es eittj ätith 2, selbst 3 ziemlich
grosse pinselarlige Körper (Fig. XI ö, ö), welche sich nach ei-
nem Ende hin verjüngen, am entgegengesetzten kolbig abge-
stumpft sind. Dieser Körpet* stecitt in einer Scheide, welche
ihn locker umgiebt. Sowohl an der Scheide, als an dem Körper
selbst, sind Flimmerhaare, welche besonders an dem letzteren
sehr gross sind. Flimmern sah ich an der Scheide nur in 2 Exem-
plaren, im Körper selbst niemals, — woraus die Vergänglich-
keit der Erscheinung hervorgeht. — Bei andern Thieren finden
sich viel kleinere, gewundene, thierähnliche Gestalten, wie
sie in der Blase (Fig. IX.) dargestellt sind. Sie kommen mit-
unter in grosser Menge vor, so zählte ich z. B. in einer Blase
2 grössere und 23 kleinere von diesen Körpern. — Durch
Druck der Blase kann man die beiden Arten der sonderbaren
Körper, deren Zweck ich nicht weiter kenne, herauspressen.
Die innere Fläche der Blase ist mit schönen kernhaltigen
Zellen ausgestattet (s. Fig. X) , und ausserdem bemerkt man
besonders am Blasenhalse mehr oder weniger zahlreiche Quer-
fasern. — Der Ausführungsgang ist ausserordentlich contractu,
sowohl der Länge , als der Breite nach. Deshalb sieht man
ihn so oft in sehr verschiedener Form , bald gleichförmig
breit, bald und besonders vor seinem Ende (s. Fig. IX.) ange-
schwollen und wieder verengt, bald gestreckt, bald wie in
Fig. XII wie eine Schraubenmutter gewunden. — So oft ich
auch Samenfäden um die Blasen herum liegen sah, so konnte
ich niemals deren finden, wenn ich das herauspräparirte Or-
gan allein auf dem Objectträger hatte und durch Druck es
zum Bersten brachte. Ich glaube deshalb, dass der umlie-
gende Samen aus den geborstenen Hoden herrührt und ich
bin deshalb nicht geneigt, diese Blasen als Receptacula seminis
zu betrachten.
Neben den Geschlechtstheilen finden sich häufig noch
Säcke, welche kleine stabförmige Körper, wie Navicularien,
in einer zahllosen Menge enthalten. Ein einzelner grösserer
Sack besteht aus sehr vielen kleineren theils runden, theils
länglichen Abtheilungen, die neben einander liegen und alle
von den genannten Stäbchen voll sind. In welcher Beziehung
sie zu den Geschlechtstheilen stehen, ist unbekannt (Fig. XIII.).
8 ßudge: Ueber die Geschlechtsorgane von Tubifex livulorem.
Endlich verdient noch Erwähnung, dass ich einige Male
in dem Gürtel Cercarien und zugleich die von Steenstrup
sogenannten Ammen von Cercarien gefunden habe, d. h.
Körper, welche eine grosse Menge geschwänzter Cercarien
in sich tragen, — vollkommen ähnlich, wie sie von Steen-
strup „Generationswechsel^ Taf. III. Fig. 1. dargestellt sind.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. I a. Hoden ; die an der Seite desselben angegebene Linie
soll den Darmkanal andeuten, an dessen Seite der Hoden liegt. 170m.
vergrössert.
Fig. II 6 — h. Samenblasen in den verschiedenen Enlwickelungen. 170.
¥ig.Ui—h. Samenblasen, aus denen die Samenfäden herausge-
treten sind. 170.
Fig. II l. Samenfäden. 350.
Fig. m. Eierstock. 170.
Fig. III a. Gedrücktes Keimbläschen , mit länglichem Keimfleck
und 2 Kernkörperchen. 170.
Fig. IV. Flimmerkanal; A. becherförmiger Anfang; b, Flimmer-
kanal; c. Drüse, durch welche der Flimmerkanal hindurchgehl; d. an-
hängende zweite Drüse; e. stabförmiges Ende; f. dessen trompelenför-
niiges Stück; g. Blase, um dasselbe, die in die Hülle übergeht. 85.
Fig. V. Flimmerkanal, b aus seiner Hülle a (dessen Zellen a')
herausgetreten. 170.
Fig. VI. Inhalt der Drüse, welche in Fig. IV. mit c bezeichnet
ist. 350.
Fig. VII. Ende des Stabes mit der verschobenen Blase.
Fig. VIII a. b. Das penisartige Ende des Flimmerkanals; x. x.
Rand des Thieres ; r. ausgestülptes Organ mit der Hülle s; c. wie Fig.
IV. _ 85.
Fig. IX. Birnförmige Blase ; A. Ausführungsgang ; b. gewundene
Körper in der Blase; c. Zellen der Blase; d. Körner derselben. 85.
Fig, X. wie Fig. IX c. 170.
Fig. XI «und b. Pinselförmige Körper der birnförmigen Blase 170.
Fig. XII. Gewundener Ausführungsgang der Blase. 170.
Fig. XIII. Schläuche mit Navicularien- artigen Körpern, a. 170m.,
b. 350mal vergrössert, c. die Stäbchen selbst.
Helitiinthologische IVotizen.
Von
Dr. Rud* lieiickart
in Göttingen.
Hierzu Taf. II. Fig. l und 2.
Strongylus leptocephalus Rud.
Unter dem voranstehenden Namen hat Rud o Iphi (Entoz.
Synops. p. 649.) einen Rundwurm aus dem Dickdarm des
dreizehigen Faulthiers beschrieben, der dem berühmten Hel-
minthologen in ansehnlicher Menge , doch nur in schlecht
erhaltenen Exemplaren vorlag. Daher ist es zu erklären,
dass die Beschreibung nicht nur kurz und unvollständig, dass
sie auch in einiger Beziehung unrichtig ist, wie ich mich durch
die Untersuchung zahlreicher Individuen, die in der zoologi-
schen Sammlung des hiesigen physiologischen Institutes auf-
bewahrt werden und gleichfalls aus dem Dickdarm des drei-
zehigen Faulthieres gesammelt wurden , überzeugt habe.
Die Grösse unseres Wurmes ist sehr verschieden, auch
abgesehen davon, dass die männlichen Individuen ganz con-
stant viel kleiner sind , als die weiblichen. Diese letztern
erreichen eine Länge von l^r, Zoll, während die erstem nur
selten 6—8 Linien überschreiten. Doch finden sich auch
Weibchen, die nicht grösser sind, als die männlichen Indivi-
duen. Im Verhältniss zur Länge ist die Dicke nur wenig
beträchtlich , bei den Weibchen höchstens % Linie , bei den
Männchen kaum '4. Die grösste Dicke ist in der hintern
Hälfte des Leibes. Nach vorn verschmälert sich der Körper
allmählich, bei den Männchen auch etwas nach hinten, wäh-
rend die Weibchen ihre Dicke bis dicht vor die Sehwanzspitze
bewahren.
10 Leuckart:
Das vordre Körperende ist ein dünner und kurzer cylin-
drischer Aufsatz , der mit einem kleinen Knöpfchen endigt
und bald mehr allmählich in den dahinter gelegenen Körper-
theil, vor dem er sich durch eine zartere Bedeckung aus-
zeichnet, übergehet, bald auch stärker dagegen sich abgrenzt.
Im Innern dieses Kopfendes verläuft der muskulöse Oesopha-
gus, der unmittelbar, ohne Anschwellung, in den Chylusdarm
sich fortsetzt.
Der Mund ist kreisförmig und gross und nimmt fast die
ganze Spitze des Kopfes ein. Er führt zunächst in eine kleine
Höhle von kugliger Form, die dem vordem knopfFörmigen
Ende des Kopfes entspricht und vor dem eigentlichen Oeso-
phagus gelegen ist. Diese Mundhöhle ist von einer verhält-
nissmässig derben Membran ausgekleidet, die am Lippenrande
sich unmittelbar in die äussere Körperbedeckung fortzusetzen
scheint und in mancherlei Falten gelegt ist. In einzelnen
Individuen, namentlich in den grössern Weibchen, verdickt
sich diese Membran sogar zu förmlichen hornigen Leisten ,
die allerdings keineswegs eine so feste Beschaffenheit haben,
als wohl in andern verwandten Nematoden. So sehe ich mit-
unter sehr deutlich in der Auskleidung des Mundes zwei Längs-
stäbe mit bifurcirten Enden, die einander gegenüberliegen und
nach hinten sich noch eine Strecke weit am Oesophagus hin-
aberslrecken (Vergl. Fig. 1.). In andern Fällen war aber davon
keine Spur vorhanden , doch will ich bemerken , dass eine
genaue Untersuchung des Vorderkopfes häufig deshalb sehr
schwierig ist, weil das Ende nach innen sich eingestülpt hat.
Das Schwanzende des Weibchens läuft ziemlich plötzlich
in eine kurze kegelförmige Spitze aus, die gewöhnlich etwas
nach dem Rücken zu aufgekrümmt ist. Auf der äusserslen
Spitze mündet der Darmkanal, vor dem Anfang der Schwanz-
spitze am Bauche der Genitalapparat mit klaffender Querspalte.
Der Oviduct enthält gewöhnlich eine grosse Menge länglich
ovaler Eier.
Auch dief männlichen Individuen besitzen eine Schwanz-
spitze, wie die Weibehen, hui* ist diei^elbe (feshalb weniger
auffallend , weil sie mfehr allmählich , (lur^h Verjüngung des
gesammten Hinterleibes ihrert Ursprung rttmmt. t)'ie Spitze
ist aber gerade, auch wohl mitunter nach der Bauchfläelre Äii
Helminthologische Notizen. 11
eingekrümmt, nicht nach dem Rücken. Lage des Afters und der
Genitalöffnung wie bei dem Weibchen. Es findet sich nur
eine einzige Spicula, doch diese von sehr ansehnlicher Länge
(1'")- Ii« exserirten Zustande ist sie nach dem Bauche em-
porgekrümmt. Sie ist sehr dünn , mit verdicktem convexen
Rande und blattartiger Scheide, ohne Querzeichnung.
Rudolphi schreibt unserem Wurme eine viellappigc
Schwanzblase zu; doch gewiss mit Unrecht. Es fehlt jede
Spur eines solchen Apparates. Was Rudolphi zu dieser
Behauptung (die er selbst übrigens nur sehr vorsichtig aus-
gesprochen hat) verleitet haben mag, ist wahrscheinlich die
in vielen, auch sonst ganz wohl erhaltenen Exemplaren, sehr
starke ausgeprägte Runzelung des Hinterleibes am Anfange des
Schwanzes, durch die auch die von Rudolphi untersuchten
Individuen, und vielleicht in einem noch höhern Grade, ver-
unstaltet waren. Dieselbe Runzelung sieht man übrigens auch
häufig an andern Stellen und überdiess nicht einmal regel-
mässig am Schwänze. Wo sie aber vorhanden ist, da sprin-
gen die Runzeln gewöhnlich sehr stark nach aussen vor.
Unter dem Mikroskope erscheinen sie dann als pyramidale
Warzen.
Die Haut ist quergestrichelt, wie bei den meisten grös-
sern Nematoden, und von weisser Farbe. Eine bräunliche
Färbung der Enden fehlt den vorliegenden Exemplaren. —
Aus der voranstehenden Beschreibung geht hervor, dass
der Strongylus leptocephalus kein Strongylus im Sinne der
neuern Helminthologen ist. Die Beschaffenheit des Mundes,
die Abwesenheit der Schwanzblase, die Einzahl der Spiculae
beweisen solches hinreichend. Eben so wenig natürlich steht
unser Wurm aber in irgend einem andern bisher aufgestellten
Genus, auch nicht bei dem Dujardin'schen Genus Stenodes,
dem derselbe vielleicht noch am ersten sich nähert. Ich
möchte deshalb für unsern Wurm den neuen Genusnamen
Leiuris (von Xuog, glatt und ovgu, Schwanz) vorschlagen.
Rhynchobothrius rugosos. Mihi.
In Nordmann's Mikrographischen Beiträgen (Th. I.
S.99.) findet sich die Beschreibung eines Bothriocephalusbicolor
(Rhynchoboihrius bicolor Duj.) von Bartels, der vom Stabs-
arzt Peters auf einer Reise um die Welt in dem Duodenum
13
Leuckart
eines Scomber aufgefunden ist, und vor den verwandten Arten
sich durch eine sonderbare Bildung- und die hoch violette,
in's Braune schimmernde Farbe des Kopfes sehr auffallend
auszeichnet. Mit diesem Wurme hat die oben bezeichnete Art
die grosseste Aehnlichkeit , so dass ich längere Zeit in Un-
gewissem blieb, ob man sie überhaupt davon unterscheiden
könnte. Noch heute sind nicht alle meine Zweifel gelöst. Ich
habe allerdings eine Anzahl unterscheidender Charaktere auf-
gefunden, doch auch zugleich die Ueberzeugung gewonnen,
dass die von Bartels entworfene Beschreibung des Kopfes
eben so wenig hinreicht, ein vollständiges Bild von dem Bau
dieses Abschnittes zu bekommen, als auch den B. bicolor von
andern verwandten Arten mit hinreichender Sicherheit zu
unterscheiden.
Wie bei dem Rh. bicolor, so ist auch bei unserm Wurm
der Leib in zwei hinter einander gelegene Abschnitte zerfallen,
die sich sehr augenfällig von einander unterscheiden. Der
vordere Abschnitt ist der Kopf, ein ansehnlicher Cylinder,
dessen Länge in den verschiedenen Individuen bei einem
ziemlich gleichbleibenden Durchmesser (V^ Linie) von 3—6
Linien schwankt, hauptsächlich wohl nach dem verschiedenen
Grade der Contraction, in dem er sich befindet. Auch der
hintere, weniger breite, abgeplattete und gegliederte Körper
wechselt in seiner Länge von 6 Linien bis zu einem Zolle.
Der Kopf besitzt eine schöne rothe Farbe, mit etwas violet-
tem Anflug. Im Leben soll dieselbe noch lebendiger gewesen
sein. Diese Färbung erstreckt sich aber niemals über die
ganze Länge des Kopfes. Der hintere Saum, in einer Aus-
dehnung von '/2 — 1 Linie (Hals nach Bartels), bleibt beständig
farblos. Am intensivsten ist die Farbe gewöhnlich dicht vor
diesem Saume und im vordem Drittheil. Die Mitte ist fast
beständig blasser, in einzelnen Fällen auch gänzlich farblos.
Auch sonst finden sich in Intensität und Ausdehnung der
Färbung noch manche Verschiedenheiten. Bald ist bloss das
vordere Ende des Kopfes, bald bloss das hintere Theil ge-
färbt, heller oder dunkler, bald fehlt überhaupt eine jede Spur
von Farbe, und dann erscheint der Kopf sclimutzig weiss, wie
beständig der Hinterleib.
Die Form des Kopfes ist übrigens nicht ganz genau, wie
Heimintiiologische Notizen. 13
oben erwähnt wurde, eine cylindrische. Vielmehr ist das
vordere Ende ein wenig verdickt , wie zu einer länglichen
Keule. Im hintern Dritlheil ist der Kopf am dünnsten. Am
Ende (Halse) erweitert er sich wiederum und bildet dabei
eine trichterförmige Scheide, in deren Oeffnung der geglie-
derte Leib eingefügt ist (Vergl. Fig. 2.).
Wie die übrigen Arten des Gen. Rhynchobothrius, besitzt
auch die unsrige vier Sauggruben, die aber hier durch eine
sehr beträchtliche Länge sich auszeichnen und vom Vorderende
des Kopfes sich bis zum Hals hinaberstrecken. In dem hin-
tern verengten Theile des Kopfes sind diese Sauggruben blosse
Furchen. Erst im weitern Verlaufe nach vorn, wo sie sich
zungenförmig erweitern, werden sie zu wirklichen Gruben.
Der Rand der Sauggruben ist überall, auch im hintern Theile,
etwas saumartig aufgeworfen und zu einem schmalen Wulste
entwickelt. Da er zugleich beständig farblos bleibt, so treten
die Gruben, die selbst übrigens wiederum pigmentirt sind,
auf dem rothen Grunde, namentlich vorn und hinten, sehr
deutlich hervor.
Die Anordnung der Gruben ist eine paarige. Liegt der
Kopf so, dass seine untere Fläche mit der einen Fläche des
gegliederten Leibes in derselben Ebene ist, so sieht man in
der Mitte dicht neben einander zwei ziemlich parallel hinab-
laufende Gruben, die von den entgegenstehenden Gruben dann
natürlich durch einen weitern Raum getrennt sind. Das In-
terstitium zwischen den beiden anliegenden Gruben bleibt
übrigens in allen Theilen des Kopfes ziemlich gleich , indem
die Erweiterung derselben im vordem Ende vornämlich nach
den Seiten hin stattfindet. Auf solche Weise geschieht es
denn , dass an letzlerer Stelle die Zwischenräume zwischen
obern und untern Gruben minder weit sind, als hinten, und
alle vier Sauggruben fast in gleichmässiger Entfernung von
einander stehen.
Es ist übrigens sehr häufig, dass die Sauggruben durch
eine geringere Entwicklung ihres Randwulstes minder deutlich
begrenzt sind. Namentlich gilt dieses von der Mitte des
Kopfes, wo ja schon überdiess der Mangel des Pigmentes eine
genauere Unterscheidung der Gruben erschwert, und von den
Innern einander anliegenden Rändern. Wie ich vermulhe,
i4 ^ L e 11 c k a r t •.
sind es solcherlei Individuen gewesen, nach denen Bartels
die Beschreibung des B. bicolor angefertigt hat, die jedenfalls,
was die Sauggruben betrifft, unzureichend ist.
Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Gruben sind
quergerunzelt, wenn auch in verschiedenem Grade bei den
einzelnen Individuen.
Die Zähne der vier Tentakel, die, mit Ausnahme der
untersten, welche weniger entwickelt sind, in ihrer Form und
Grösse übereinstimmen, haben einige Aehnlichkeit mit den
Zähnen aus dem Hakenkranz der Tänien, obgleich sie kleiner
sind, als diese. Gleich diesen haben sie eine nach hinten
gekrümmte Spitze und einen Basaltheil, mit dem sie auf den
Rüsseln aufsitzen. Ihre Menge ist beträchtlich, ihre Stellung
regelmässig, nach den Gesetzen der Spirale.
Was Bartels als Musculi retractores tentaculorum be-
schreibt, sind nicht diese Muskeln selbst, sondern 4 zur Auf-
nahme der eingestülpten Rüssel bestimmte Horncylinder, deren
feste Wände sich unmittelbar in die äussern Bedeckungen der
Tentakel fortsetzen. Die Rückziehemuskeln liegen erst im
Innern dieser Cylinder und lassen sich durch die ganze Länge
der Tentakel bis in deren Spitze hinein verfolgen.
Der Hinterleib ist ziemlich gleichbreit, nur am Vorder*
ende etwas verdünnt. Die Gliederung beginnt unmittelbar
hinter dem Kopfe, ist aber namentlich in der vordem Hälfte
nur wenig auffallend. Am Rande springen die Glieder k^um
vor. Auch da , wo dieselben am längsten sind , erreichen
sie kaum die Hälfte ihrer Breite.
Die Genitalöffnung scheint in der Medianlinie der ein-
zelnen Glieder gelegen zu sein. Hier sieht man wenigstens
eine Längsfurche, die über den ganzen Leib sich heraber-
streckt und wahrscheinlich von der Anordnung der Genitalien
herrührt. Ein Näheres aber kann ich darüber nicht angeben ;
auch nicht von dem sonstigen Bau unseres Thieres. Das
Einzige, was ich davon wahrgenommen, ist ein doppelter
Längskanal (sog. Ernährungskanal, den ich, wie bei den
Akalephen, morphologisch als den Rest der sonst obliterirten
Leibeshöhle deuten *) muss) in den Seitentheilen des Leibes.
*} Vergl. meine Morphologie der wirbellosen Thiere S. 69. — Einen
Helminthologische IVotizen. 15
Die vorbeschriebenen Würmer haben mir in sehr gros-
ser Anzahl zu Gebote gestanden. Ich verdanke sie der Güte
des Herrn Cand. math. A. Breusing aus Osnabrüclc, der die-
selben im Februar v. J. auf einer Reise nach Brasilien im
Allantischen Ocean (4^ 20' Vorderbreite) aus dem Duodenum
eines Squalus Carcharias gesammelt hat.
Pentastomum Rud.
Es ist bekannt, wie die Ansichten der Helminthologen
über die systematische Stellung der merkwürdigen, durch Bau
und Lebensweise ausgezeichneten Arten dieses Genus difFe-
rirten. Bald stellte man dieselben zu den Nematoden , bald
reihete man sie den Trematoden an, bis endlich Die sing in
ihnen die Typen einer eignen Ordnung zu erkennen glaubte.
Niemand aber zweifelte bis auf die neueste Zeit an der wirk-
lichen Wurmnalur dieser Thiere.
Da plötztlich erklärt van Beneden (Ann. des sc. nat.
1848. T. IX. p. 89.) die Pentastomen für Crustaceen, den Ler-
näen verwandt , die früher ja gleichfalls bei den Helminthen
gestanden hatten. Es ist mir noch nicht bekannt geworden,
dass diese Ansicht von irgend einer Seite Beistimmung oder
Zurückweisung erhalten habe. Schon früher hat allerdings
Duj ardin (bist. nat. des heim. p. 302.) die Aehnlichheit der
Pentastomen mit den niedern Entomostrakenformen gekannt
und hervorgehoben , allein es reichte diese noch nicht hin ,
eine wirkliche Verwandtschaft zu begründen. Erst durch die
Entdeckung wurde solches möglich, dass die Pentastomen nach
dem Ausschlüpfen aus dem Ei zwei Paare gegliederter Beine
tragen , wie die Entomostraken , nur mit Haken , statt mit
Schwimmborsten, versehen. Und diese Entdeckung ist ein
Verdienst van Beneden's.
Wird nun auch dadurch die systematische Stellung der
Pentastomen ausser Zweifel gestellt, wird hierdurch nun auch
gar Manches in dem Bau dieser Thiere weit verständlicher,
so ist die Beobachtung selbst doch zu überraschend, als dass
neuen Beweis für die Richtigkeit solcher Deutung finde ich darin, dass,
wie Blanchard (Ann. des sc. nat. 1848. T. X.) gefunden, die Längska-
näie der Cestoden häufig der besondern Auskleidung entbehren und aus
einer gemeinsamen weiten Höhle hinter dem Kopfe entspringen.
i6 Leuckart: Helminthologische Notizen.
eine Bestätigung- derselben nicht sehr erwünscht sein sollte.
Allein nur ein günstiger Zufall wird dem Untersucher gerade
die ersten Entwicklungszustände der Pentastomen zur An-
schauung bringen.
Um deshalb auf anderm Wege die Angabe von van
B e n e d e n zu prüfen, untersuchte ich die äussern Bedeckun-
gen des Thieres. Dass dieselben durch Härte und Elasticität
sich auszeichneten, wusste man schon früher. Ihre chemische
Constitution aber war unbekannt. Sind die Pentastomen nun
wirklich Arthropoden, so müssen die Bedeckungen aus Chitin
bestehen. Durch die Analogie ist ein solcher Schluss gewiss
gerechtfertigt. Bei allen Arthropoden bildet dieser Stoff die
äussere Körperhülle, während die Würmer vielleicht blosse
Spuren davon zeigen ^).
Und wirklich bestehet die Haut von Pentastomum aus
Chitin. Ich untersuchte dieselbe bei P. taenioides aus den
Stirnhöhlen des Hundes und fand eine völlige Unlösbarkeit in
kaustischem Kali, selbst nach vieltägigem Maceriren.
Wenn irgend Etwas, so ist gewiss dieser Umstand eine
Bestätigung der Beobachtungen von Beneden, ein Prüfstein
für die Richtigkeit seiner Angaben — weit mehr wenigstens,
als die Querstreifung der Muskelbündel, die Structur des Ner-
vensystemes, Genitalapparates u. s. w.
Und sonach werden denn die Pentastomen
ausscheiden müssen aus der Reihe der Würmer.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Kopf von Leiuris leplocephalus.
Fig. 2. Kopf von Rhynchobolhrius rugosus.
«) So wenigstens nach der bis jetzt noch ganz isolirt stehenden
Entdeckung von Schmidt, der bei Tomopleris Chitin in dem strah-
lenförmigen Gewebe der Vorderfüsse antraf. Vergl. Grube, einige
Bemerkungen über Tomopteris in Müller's Arch. 1848. S. 461,
Piscicola respirans nov. sp.
Vom
Herausg-eber.
(Hierzu Taf. IL fig. A— E.)
Vor Kurzem fand ich an einer Barbe (Barbus fluviatilis
Ag., Cyprinus barbus L.), die in der Sieg gefangen, und in
Bonn in den Handel gebracht war, einige Fischegel, die un-
zweifelhaft der Gattung Piscicola angehörten. Sogleich fiel
mir eine eigenlhümliche Erscheinung auf, die darin bestand,
dass an jeder Seite des Körpers eine Reihe von Bläschen,
klar und durchsichtig, hervortrat, und in ziemlieh regelmäs-
sigen Zeitabständen sich zurückzog, so dass hier sehr deut-
lich eine Athmung vorlag. Da die Athmung der Blutegel noch
so manchem Zweifel unterworfen ist, so hielt ich es der Mühe
werth, diese Erscheinung näher ins Auge zu fassen.
Zunächst verschaffte ich mir durch den Besuch des Fisch-
kastens, aus dem die Barbe stammte, eine zahlreiche Menge
desselben Fischegels, was um so leichter war, als fast an je-
der Barbe mehrere derselben angeheftet waren , und zwar
immer an den Flossen. Die übrigen Fische in demselben
Behälter (Hechte, Barsche, Aale) besassen deren nicht; nur
an einem Karpfen fanden sich zwei Exemplare. Diese waren
übrigens den anderen völlig gleich, und jedenfalls von der-
selben Art. Dass diese Fischegel nicht durchaus an dieselbe
Art von Fischen gebunden seien , geht hieraus hervor , und
dies kann um so weniger auffallen , als dieselben Wochen,
ja Monate lang in Gefässen mit klarem Wasser zu leben ver-
mögen, ganz ohne Fische. Vielleicht möchte sich der Schluss
rechtfertigen lassen , dass diese Art die oben genannten Fi-
sche vermeide. Später fand ich auch einen F'ischegel in der
Kiemenhöhle eines Störs , der jedoch in einem benachbarten
Archiv 1. Nattirgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 2
18 ^ Troschei:
Fischkasten einige Tage gelebt hatte. Dies war der einzige
Fischegel , dessen Darmkanal ich mit Blut , wenigstens zum
Theil, erfüllt sah; ich schliesse daraus, dass er sich von Stör-
blut genährt habe. Die von Leo und Leidig gerühmte Le-
benszähigkeit kann ich nicht bestätigen, da es mir nie ge-
lungen ist, sie länger als einige Tage lebend zu erhalten.
Die Athmungserscheinung ist so auffallend , dass ich
mich wundern müsste , wenn die früheren Beobachter sie
sollten übersehen haben ; es kam daher zunächst darauf an,
die Species zu bestimmen.
Die älteren Beschreibungen, so weit ich sie verglichen
habe , sind so , dass es nicht möglich ist , über die Art zu
entscheiden, dasselbe gilt von der Beschreibung bei Moquin-
Tandon O5 der alles mögliche citirt, was gar nicht zu seiner
Beschreibung passt, und der offenbar ein ganz anderes Thier
vor sich gehabt, oder vielleicht auch nie eine Piscicola ge-
sehen hat.
Die einzigen genaueren Beschreibungen sind die von
0. F. Müller 2), Leo 3) und Leidig ^). Leo ist nicht einmal
bei Moquin-Tandon citirt. Ich glaube, dass 0. F. Müller und
Leo dieselbe Art beschrieben haben , theils weil beide sie
vom Hechte erhalten haben , theils weil in ihren Beschrei-
bungen kein Widerspruch enthalten ist, und weil beide eines
hellen Rückenstreifens mit regelmässigen seitlichen Erweite-
rungen erwähnen.
Die Piscicola percae Templeton '^} ist hier nicht in Be-
tracht zu ziehen, da der Verf. keine Beschreibung giebt, aus
der man das Thier wiederzuerkennen vermöchte. Er sagt nur:
It differs from the geometra of Lin. in many particulars;
among others, in having the disk with 14 rays ank dark points.
Gerade so viele dunkle Punkte sind bei Leo auf der hinteren
Scheibe abgebildet.
Es wird also nur darauf ankommen, die Leo'sche und
♦) Monographie de la famille des Hirudinees. 2. edil. 1846. p.293.
2) Verm. terr. et fluv. historia. L 2. p. 43.
3) MüUer's Archiv für Anatomie etc. 1835. p. 419 tab. XL
4) V. Siebold und Kölliker Zeitschr. Bd. L p. 103 tabb. Vlll-X,
^) Loudon Mag. IX. p. 236.
Piscicola respirans. 19
die Leiflig'sche Beschreibung in Betracht zu ziehen. Leidig
hat der Meinung gestanden , er behandle dasselbe Thier wie
Leo , hat jedoch in vielen Punkten sich genölhigl gesehen,
Leo der Ungenauigkeit zu zeihen. Ich kann nicht leugnen,
dass er zuweilen gewiss recht hatte, dies zu thun. So giebt
Leo die Lage des Afters auf der Bauchseite an, was gewiss
unrichtig ist, auch an den mir vorliegenden Thieren liegt der-
selbe an der Rückenseite nahe vor dem hintern Saugnapf; man
bemerkt ihn deutlich , wenn man den Fischegel zuvor völlig
abgetrocknet hat. Ferner ist das Organ, welches Leo als Penis
angesehen hat, unzweifelhaft der Rüssel: es gelingt sehr leicht,
durch Drücken mit den Fingern denselben aus dem Munde
hervorzuschieben. Dergleichen Falsa berechtigen allerdings zu
grossem Misstrauen , und ich mag es Leidig nicht verargen,
wenn er sämmtliche Abweichungen für falsche Angaben Leo's
nimmt. Bei der Vergleichung meines Thiers mit der Leidig'-
schen Beschreibung würde ich nicht selten genöthigt sein,
ihn zu corrigiren , wenn ich nicht die Ueberzeugung hätte,
ich habe es mit einer anderen Species zu thun. Dass Leo
den Rüssel für einen Penis hielt , und die Lage des Afters
falsch angegeben hat, ist ein erklärlicher Irrthum, dass er je-
doch sollte sieben Paare Hoden anstatt sechs gezählt und abge-
bildet haben, und dass er sollte den Verlauf der Ausfübrungs-
gänge der Hoden so sehr abweichend dargestellt haben, würde
nur durch eine absichtliche Täuschung erklärt werden kön-
nen, die ich doch keinenfalls voraussetzen mag. Ich komme
so zu dem Schluss , dass auch Leo und Leidig verschiedene
Species untersucht haben, und nehme die Existenz von min-
destens drei Arten der Gattung Piscicola an. Der Leo'schen
Art , die ich mit der 0. F. Müller'schen für identisch halte,
erhalte ich den Namen Geometrica, der Leidig'schen Art müsste
ein neuer Name gegeben wei'den , meine jetzt zu beschrei-
bende Art von der Barbe nenne ich P. respirans.
Es ist zu bedauern, dass Leidig in seiner Beschreibung
das Zoologische allzusehr vernachlässigt hat. Ich finde keine
Angabe über die Grösse des Thieres, über seinen Aufenthalt
an Fischen , über die Zahl der augenähnlichen Punkte auf
dem hinteren Saugnapf u. s. w.
Ich lasse jetzt eine Beschreibung der Piscicola respirans
20 Trosciiel;
folgen , und werde dabei die Abweichungen von der Leo'-
schen und Leidig'schen Beschreibung hervorheben.
P. respirans ist in der Ruhe etwa l'/^ Zoll lang und
bis 2'" breit, wird aber viel länger und schmaler, wenn sich
das Thier ausdehnt. Es ist von graugelber Farbe und auf
der ganzen Oberfläche mit kleinen braunen mikroskopischen
Pünktchen besetzt. Der hintere Saugnapf ist etwa von dop-
peltem Durchmesser als der vordere, und mit dem hinteren
Saugnapfe heftet sich das Thier an , um mit dem übrigen
Körper nach allen Richtungen im Wasser sich zu bewegen.
Selbst nach dem Tode bleiben die Thiere meist noch mit dem
hintern Saugnapfe festgeheftet. Der vordere Saugnapf ist von
dem Körper abgeschnürt; von dieser Abschnürung aus wird
der Körper allmählich nach hinten etwas breiter, in der Ge-
gend der weiblichen Geschlechtsöffnung findet sich eine zweite
Einschnürung , unmittelbar vor dem vorderen Kiemenpaar.
Dort wird der Körper plötzlich etwas breiter, und behält diese
Breite bis gegen den hintern Saugnapf. An jeder Seite des
Körpers ragen in regelmässigen Abständen elf Bläschen her-
vor, die man sehr deutlich mit blossen Augen sieht, und die
sich sogleich als die Athmungsorgane kund geben. Am vor-
deren Saugnapf liegen 4 dunkel violette fast schwarze Punkte
(Augen?), von denen die vorderen viel grösser sind als die
hinteren, und eine halbmondförmige oder linienförmige Ge-
stalt haben; die hinteren sind punktförmig. — Die augen-
ähnlichen Punkte auf dem hinteren Saugnapf sind bei P. re-
spirans stets in der Zahl zehn vorhanden. Leo giebt in der
Beschreibung keine Zahl an , und bildet bald 10, bald 14
Punkte ab. Bei Leidig findet sich keine Angabe über die
Zahl dieser Punkte. Templeton giebt bei seiner Piscicola per-
cae ausdrücklich 14 Punkte an, was auf eine specifische Ver-
schiedenheit von P. respirans schliessen lässt.
Der Körper des Thieres ist nur ziemlich durchscheinend,
was die Untersuchung, namentlich der feineren Theile, er-
schwert, während man die Geschlechtsorgane deutlich durch-
scheinen sieht.
Am leichtesten sind die Geschlechtsorgane zu beobach-
ten. Man bemerkt jederseits sechs fast kuglige Massen, die
Hoden (fig. A. e, fig. B. e) deren Querdurchmesser etwas grösser
Piscicola respirans. ^i
ist als der Längsdurchmesser , und die von weisser Farbe
sind. Die Zahl sechs ist constant, hierin stimmt die Angabe
Leidig's überein. Leo zählt sieben Paare, und bei der Leich-
tigkeit der Beobachtung kann ich kaum annehmen, dass diese
Zahl fehlerhaft sei. Ich bin geneigt, diese Abweichung auf
specifische Verschiedenheit zu schieben. Aeusserlich neben
den sechs Hoden verläuft ein ziemlich gerades Vas deferens,
welches kurz nachdem es den vordersten Hoden verlassen
hat, mit einer plötzlichen Wendung sich in eine drüsige Er-
weiterung begiebt, die weiss und undurchsichtig ist , und
unmittelbar vor und neben den weiblichen Geschlechtstheilen
liegt. Sie ist eigentlich ein etwas verdickter Schlauch, der
sich in zwei Windungen faltet , und dann sich wieder ver-
dünnend nach vorn geht, sich neben der männlichen Ge-
schlechtsöffnung plötzlich wieder verdickt und nun in einem
weit nach vorn vorragenden Bogen sich in eine breite Sa-
menblase mündet, die hier nicht, wie es Leo angiebt, eine
doppelte ist, sondern nur einen querliegenden mit einer wei-
ten Oeffnung versehenen Behälter bildet (vergl. fig. B.) Bei
Leidig ist der Ausführungsgang viel länger dargestellt, und
mit mehreren Windungen: von Leidig's gelappter Drüse, die
die männliche Geschlechtsöffnung umgeben soll , habe ich
nichts wahrnehmen können. Leo bildet den Ausführungs-
gang der männlichen Geschlechtslheile in der Weise ab, dass
er sich mit einer weiten Schlinge nach hinten bis hinter das
zweite Hodenpaar begiebt. Ich kann nicht glauben, dass Leo
einen solchen Verlauf dieser Kanäle ersonnen haben sollte,
wenigstens würde ich es nicht anders als durch absichtliche
Täuschung erklären können, und eine solche anzunehmen hat
man kein Recht. Das was Leo für den Penis erklärt , habe
ich auch gesehen , ganz so wie es Leo abbildet ; aber hier
hat sich Leo jedenfalls geirrt. Dieser Irrthum war aber auch
möglich, anfänglich habe ich ihn selbst bestätigen zu müssen
geglaubt. Ich hatte nämlich vom Munde aus einen Schnitt
an der Bauchseite des Körpers gemacht , und da trat denn
das Organ ganz so wie es Leo in seiner fig. 7 abbildet, aus
der Spalte hervor. Es wurde mir jedoch nachher sehr leicht,
mich zu überzeugen , dass es der Rüssel sei.
Die weiblichen GeschlechtstheileCfig. B. d) weichen eben-
%% T r 0 s c h e 1 :
falls von den Angaben der beiden niehrcrwähnten Schrift-
steller ab. Unmittelbar vor dem ersten Hoden jeder Seite
liegt ein Eierstock von iinregelmässig länglichrunder Gestalt.
Von ihm führt ein kurzer drüsiger Ausführungsgang nach
der Mitte , avo er sich mit dem der andern Seite vereinigt
und sich in der weiblichen Geschlechtsöffnung mündet , die
gross und wulstig erscheint. Beide Geschlechtsöffnungen lie-
gen nahe hinler einander, und treten oft stark nach aussen
hervor, besonders nach dem Absterben des Thieres, oder in
Folge eines Druckes. Bei Leo liegen die weiblichen Ge-
schlechtsorgane nicht vor, sondern zwischen und hinter dem
ersten Hodenpaar : bei Leidig erstrecken sich die beiden
Eierstöcke bis zu dem zweiten Hodenpaar nach hinten , was
möglicherweise als eine Folge verschiedener Jahreszeit und
verschiedener geschlechtliclier Entwickelung gelten könnte.
Ich habe meine Thiere von Mitte April bis Mitte Mai beob-
achtet, aber nie eine geschlechtliche Thätigkeit wahrgenom-
men, weder eine Begattung, noch Eierlegen.
Die Verdauungsorgane habe ich nur ein einziges Mal,
und zwar an dem bereits oben erwähnten Thiere aus der
Kiemenhöhle des Stör etwas Blut enthaltend gesehen. Ein-
spritzungen in den Mund führten die gefärbte Flüssigkeit nur
in die Höhle, in der der Rüssel liegt ; nachdem ich den Rüs-
sel herausgezogen und abgeschnitten hatte, gelang eine wei-
tere Einspritzung ; auch ist es mir mehrmals gelungen, durch
einen Schnitt hinten an der Bauchseite in den Nahrungsschlauch
einzuspritzen. Die Höhlung , in welche sich der Rüssel zu-
rückziehen kann , reicht etwa bis auf die Hälfte des Halses,
wenn man so den Thcil des Thieres vom vordem Saugnapfe
bis zur Einschnürung vor den Geschlechtstheilen nennen will.
Den Rüssel sieht man immer durchschimmern (fig. A. g). Der
Schlund ist schmal und verläuft bis hinler die weibliche Ge-
schlechtsöffnung. Dicht hinter derselben , also zwischen den
beiden Eierstöcken und vor dem ersten Hodenpaar, liegt eine
kleine Erweiterung, auf welche noch fünf einfache Erweite-
rungen folgen, diö jederseils zwischen zwei Hoden Platz neh-
men. Hinler den Hoden hat der Darm wieder fünf Erwei-
terungen, die jedoch nicht mehr einfach sind, sondern von
denen jede sich jederseits in drei Schläuche spaltet, von de-
Piscicola respirans. 23
neu immer der vorderste der grösste ist, der liintere Itlcinste
sich an den vorderen des folgenden Sackes anlehnt; nur die
erste Erweiterung hinter den Hoden spaltet sich in zwei
Schläuche ; hinten endet der Darm blind mit der letzten Er-
weiterung. Dieser eben geschilderte Theil des Darmes war
es, welcher bei dem vollgesogenen Exemplare mit rolhem Blut
erfüllt war. Es gelang leicht, den Inhalt von einem Sack in
den andern zu treiben , und so konnte ich die Gestalt des
Ganzen genau erkennen. Nur in den Schlund, und in den
gleich zu beschreibenden Darm liess sich der Inhalt nicht
pressen. Diesen ganzen Theil des Darmkanals mit seinen 11
Erweiterungen, die den 11 Kiemenpaaren gegenüberliegen,
muss man als Magen bezeichnen (fig. E.). Der eigentliche
Darm entspringt vor der achten Erweiterung des Magens, an
der Rückenseite desselben, und verläuft gerade bis zum Af-
ter. Er hat jederseits vier blinde Anhänge , die über den
vorderen und stärkeren Schläuchen der verästelten Magen-
anhänge liegen, und die bei dem Exemplare vom Stör leicht
durch die braune Farbe des Inhalts von den rothgefärbten
Magenanhängen zu unterscheiden waren. AVie schon erwähnt,
gelang es nicht, den Inhalt des Magens in den Darm zu pres-
sen, natürlich konnte auch das Umgekehrte nicht geschehen.
Vor dem After erweitert sich der Darm ein wenig, — Die
Leo'sche Angabe über den Ernährungsschlauch, dass nämlich
8 Blindsäcke an beiden Seiten vorhanden seien, ist sehr all-
gemein gehalten. Es ist mir zweifelhaft, ob der Magen sei-
ner Art etwa jederseits 8 Blindsäcke besitzt, oder ob er die
acht Anhänge des Darmes gemeint, und den Magen gar nicht
gesehen hat. Auch die Leidig'sche Art weicht sehr stark ab,
indem hier der Magen wie ein weiter Sack von der Breite des
Körpers geschildert wird , der in 10 Abtheilungen zerfällt.
Vor der achten entspringt der Darm , der wie bei P. respi-
rans jederseits vier jedoch kürzere Anhänge hat.
Den Zusammenhang der Circulationsorgane habe ich nicht
gründlich erforschen können, da das Blut farblos ist, und die
Durchsichtigkeit des Thieres nicht bedeutend genug ist. Doch
habe ich mich von dem Vorhandensein einer Längsströmung
des Blutes überzeugen können, was auf das Vorhandensein
eines geschlossenen Rückengefässes schliessen lässt, obgleich
^A ' Troschel:
ich tlic Wände desselben nicht beobachtet habe. Ich glaube
auch Klappen gesehen zu haben. Bei einigen Injectionen füll-
ten sich die Seitengefässe so, dass ich sie deutlich verfol-
gen konnte , auch waren in den Kiemenbläschen erweiterte
gebogene Schläuche, die mit den schleifenförmigen Organen
wohl identisch sind , mit Jnjectionsflüssigkeit erfüllt. Diese
schienen jedoch mit den Seitengefässen in keinem Zusam-
menhange zu stehen, denn ich konnte den Inhalt der Seiten-
gefässe unter den Schleifen fortschieben , und sah nie den
Inhalt der Schleifen an dieser Bewegung Theil nehmen. Da-
gegen sah ich den Inhalt der Schleifen zwischen den Hoden
nach der Mitte sich bewegen , ohne dass es mir gelingen
wollte, hier die Gefässwände wahrzunehmen, was dadurch
erschwert wurde, dass immer der ganze Magen mit injicirt
war. Jedenfalls verdient Leidig's Bemerkung hier Beachtung,
welcher 1. c. p. 116 sagt: „Ausser diesem Gefässsystem mit
scharfcontourirten Gefässwänden findet sich auch bei Piscicola
noch ein anderes, vielleicht mehr lacunenartiges, wie ich es
an einem anderen Orte von Clepsine angegeben habe. Die-
ses fragliche Gefässsystem habe ich bei Piscicola nur stuck-
weise in Folgendem erkannt. Wenn man ein ausgewachse-
nes Thier nach sorgfäUiger Abtrocknung gegen das Licht
hält, so werden auf jeder Seite des Leibes 8 über die Haut
hervortretende Blasen bemerkt. Unterm Mikroskop weisen
sich dieselben als unmittelbar unter der blasenförmig ausge-
spannten Haut liegende Gefässschlingen aus, die sich rhyth-
misch contrahiren und Blutkörperchen ein- und austreten
lassen."
Leidig beschreibt also hier acht Blasen, die sich rhyth-
misch contrahiren , und in denen ebensoviele Schlingen lie-
gen. Er hält sie jedoch nicht für Respirationsorgane. An
unseren Thieren liegen jederseits 11 stark hervortretende Bla-
sen, so vertheilt, dass das erste dicht vor dem ersten Hoden
und dem Eierstock gegenüber liegt; die folgenden fünf ent-
sprechen dem Zwischenraum zwischen je zwei Hoden , und
hinler dem letzten Hoden folgen noch fünf in etwa gleichen
Abständen , so dass das letzte Bläschen nahe dem hinlern
Saugnapfe liegt. Diese Bläschen sind mit blossen Augen sehr
gut zu sehen und zu zählen ; auch kann man mit unbewaff.
Piscicola respirans. 25
netem Auge die Bewegungen derselben sehen. Man hat auch
nicht nölhig , erst das Thier abzutrocknen , wie Leidig bei
seiner Art, sondern die Erscheinung zeigt sich unter Wasser
vollkommen deutlich. Durch die Lupe oder unter dem Mi-
kroskop betrachtet, erscheint jedes Bläschen ein wenig quer-
über eingeschnürt , wie wenn eine Schnur über ein Polster
gespannt wird (fig. C). Eine innere Scheidewand ist jedoch
nicht vorhanden , da das Blut unter dieser Stelle frei hin-
durchwallt. Die Häute, welche die Bläschen überziehen, sind
glashell , durchsichtig und zeigen bei starker Vergrösserung
eine netzartige Zeichnung. Sie sind völlig geschlossen. Etwa
zehnmal in einer Minute macht jedes Bläschen eine Bewegung,
es zieht sich zusammen, so dass man nur eine zusammenge-
schrumpfte Haut an der Stelle vorragen sieht (fig. D), dehnt
sich aber sogleich wieder aus, so dass es ganz straff wird.
Meist geschehen diese Bewegungen regelmässig von vorn
nach hinten , so dass zuerst das vordere , dann das zweite
und sofort bis zum elften sich einzieht , aber schnell nach
einander, wie wenn Jemand die Tonleiter auf den Tasten ei-
nes Klaviers spielt. Die einzelnen Bläschen heben sich so
schnell wieder, oder blähen sich auf, dass man nur etwa
drei gleichzeitig eingezogen sieht ; das erste bläht sich auf,
während sich das fünfte senkt, u. s. w. Meist alterniren die
Contractionen der rechten Seite mit denen der linken, in der
Weise , dass erst alle Contractionen rechts , dann alle links
erfolgen. Es versteht sich von selbst, dass die Lebhaftigkeit
und Lebenskräftigkeit des Thieres hierauf ihren Einfluss übt.
Wenn man bei starker Vergrösserung ein solches Bläs-
chen am lebenden Thier beobachtet, dann sieht man deutlich
während des Aufblähens Blut mit zahlreichen Blutkügelchen
in dieselben hineinwallen; natürlicli wird dasselbe bei der
Contraclion wieder ausgepresst , wie es scheint auf demsel-
ben Wege.
Jedenfalls muss ich diese Erscheinung für eine Ath-
mung halten, und trage kein Bedenken, die Bläschen Kiemen
zu nennen. Ich zweifle nicht , dass diese Erscheinung auf
die Athmungsverhältnisse auch der übrigen Mitglieder der
Blutegellamilie ein Licht werfen werde, und glaube den Schluss
ziehen zu dürfen , dass die sogenannten schleifen förmigen
Sd Troflchei: Piscicala respirans.
Organe wirkliche Athmungsorgane sind. Die von Leidig als
Respirationsorgane gedeuteten Gefässe habe ich nicht gefun-
den. Warum hat Leidig nicht die 16 sich rhythmisch contra-
hirenden Bläschen seiner Piscicola für Athmungsorgane ge-
halten ?
Möchte es einem geschickteren Beobachter gelingen, den
Zusammenhang der Athmungsorgane mit den Gefässen klarer
zu sehen , als ich es bisher vermocht habe.
Erklärung der Figuren:
Fig. A. Piscicola respirans von der Bauchseite , etwas vergrössert.
a. Vorderer Saugnapf mit den 4 Augen ; b. Speicheldrüsen ;
c. männliche Geschlechtsöffnung ; d. weibliche Geschlechts-
öffnung; e. e. Hoden; f. f. Kiemenbläschen; g. Rüssel; h. Hin-
terer Saugnapf mit den augenähnlichen Punkten.
Fig. B. Geschlechtsorgane. Die Buchstaben haben dieselbe Bedeutung
wie in der vorigen Figur.
Fig. C. Ein Kiemenbläschen stark vergrössert.
Hg. D. Dasselbe im zusammengefallenen Zustande.
Fig. E. Magen.
m
Corrlglrte IJeberslcht der Falcouldae«
Von
H. a n p*
Seit den 3 Jahren , nachdem meine Falken in der Isis
erschienen sind, habe ich folgende neue Arten in den Bei-
trägen beschrieben oder erwähnt : 1) Circus spilonotus, Kaup.
23 Spiziaetus Kieneri, Kaup (Astur Gerv.}. 3) Nisus.hiogaster,
S. Müll. 4) Astur trinotatus, Temm. (Leydn. Mus.) 5) Astur
griseiceps, Temm. (Leyd.Mus.) 6) Circaetus fasciolalus, G.
Gray. 7) Circaetus barbatus, Kp. (Astur Eyt., Poliornis pyr-
rhogenys, G. Gr.) 8) Buteo leucops, G. Gr. (infulatus, Kp.)
9) Pernis Wilsonii, Kaup (Cymindis, Cassin).
Als Nominalspecies oder doppelte Aufzählung habe ich
den Circus histrionicus gestrichen , der identisch mit dem
Circus Acoli Vieill. ist. Vaillant hat zuerst den schweren
Fehler begangen, den Acoli als Africaner aufzuführen und
ihm eine Lebensart zu erdichten. Mein Exemplar, das ich
von Herrn v. Ludwig vom Cap erhielt, ist sicher wie das
Vaillantsche auf dem Weg des Handels nach dem Cap ge-
kommen. Ein Vergleich dieses Exemplars mit Süd-Amerika-
nischen des Leydener Museums brachte Hrn. Temminck, Schle-
gel und mich zur Ueberzeugung, dass hier eine falsche An-^
gäbe des Vaterlands zu Grunde liegt. Nach diesem erwie-
senen Falsum von Seiten Levaillants begangen, muss ich es
den Herrn Ornithologen überlassen, ob sie den willkürlich
erfundenen Namen Acoli, welcher der älteste ist, lassen wol-
len oder nicht.
Was Synonymie betrifft , so habe ich die von Nisus
(Urospizia) torquatus, Cuv. und tricolor, Kaup corrigirt, in--
dem ich nachgewiesen habe, dass der cruentus, Gould der
torquatus, Cuv, ist, und dass die kleinere Art, welche Hors-
28
Kaup :
field, Gould, G. Gray als torqualus, Cuv. beschreiben und ab-
bilden, der Sparviiis tricolor von Vieillol ist, welcher das Va-
terland von dieser Art und dem Nisus fringillarius fuscus
(Sparvius corrocephalus , Vieill.) mit einander verwechselte.
Ferner habe ich die Synonymie von der Asturina ae-
quinoctialis (F. buson, Daud.) und dem Buteo nigricollis cor-
rigirt, die ich verwechselte , was mir bereits G. Gray nach-
gewiesen hat.
Folgende Nisusarten , welche die Autoren bald als kli-
matische Ragen oder Varietäten, bald als fein unterschiedene
Arten ansehen, habe ich als Unterarten aufgeführt: 1) Nisus
exilis, 2) fringillarius, 3) madagascariensis, 4) fuscus, 5) ery-
thronemius. Ich betrachte sämmtliche als Unterarten des Ty-
pus fringillarius , weil sie sich unter einander höchst unwe-
sentlich unterscheiden und sich keineswegs mit solchen Kenn-
zeichen diagnosiren lassen, wie z. B. der Nisus tachiro, pi-
leatus und fringillarius.
Bei näherer Kenntniss werden sich auch in andern Ge-
nera noch viele solcher Unterarten ergeben. So ist der
Astur atricapillus aus Nord -America eine Unterart des Astur
palumbarius, welcher sich durch grössere Dimensionen der
Weibchen unterscheiden wird.
Der amerikanische cyaneus (uliginosus) ist Unterart
des C. cyaneus, welcher sich in der Färbung der Jugendklei-
der unterscheidet. Unterart ist der Aquila planga von A.
naevia, der Aq. chrysaetus , von Naumann abgebildet, von
Aq. fulva. Durch ihren weissen Achselfleck repräsentirt sie
den Aq. imperialis seu heliaca. Unterart ist der asiatische
Kaiser und Zwergadler, die niemals die weissen Flecken auf
der Schulterdecke erhalten.
Ist auch der sonst verdienstreiche Brehm in der Auf-
stellung seiner Unterarten offenbar zu weit gegangen, so ist
doch deren Existenz eine nicht abzuläugnende Wahrheit. Zur
richtigen Erkenntniss und Würdigung derselben kann man
nur auf dem von mir angedeuteten Weg gelangen.
Nach diesen Ansichten , den aufgezählten neuen Arten,
Correcturen , glaube ich , dass die nun folgende corrigirte
Aufzählung der Falken den deutschen Ornithologen nicht ganz
unwillkommen sein werde»
Corrigirle Üebersicht der Falconidae. »9
Erfreuen würde es mich , wenn sie den Satz , ob die
Falconidae eine Einheit darstellen, und dass deshalb keine
2 und mehr Arten ein und denselben Namen tragen dürfen,
billigen oder verwerfen wollten, um mich bei andern Mono-
graphien danach richten zu können.
I. Subfamiiie Falconinae, Vig.
I. Genus Jerax , Vig.
1) J. coerulescens ^ Vig. Falco coerulescens, Linn. col. 97.
Edw. B. pl. 108. Gal. d. Ois. t. 18. Asien.
2) J. entolmus , Hodgs. Falco bengalensis , Briss. Blyth.
Cat. Mam. et Birds of Nepal p. 45. *)
3) J. erythrogenys, Vig. (^) F. sericeus, Kittl. ($) Mem.
de l'Ac. imp. St. Petersb. 1835. t. I. Falco Gironnierii
Eyd. et Soul. Voy. de la Bonite , Ois. t. I. Lugon, Ma-
nilla, nördl. China.
II. Genus Tinnunculus , Vieill.
a) Polioierax^ Kaup.
1) T. setnitorquatus^ Kaup. Falco torquatus, A. Smith, HI.
of S. Afr. Aves I. Africa.
b} Erythropus , Brehm.
2) T. vesperiinus, G. Gray. Falco vespertinus, Linn. rufipes,
Beseke, Vög. Kurlands t. 3 u. 4. Eni. 431. Naum. t. 28,
Gould, B, of. Eur. pl. 28. Europa, Afr-, As.
c) Poecilornis ^ Kaup.
3) T. sparverius, Vieill. Ois. d'Am. sept. t. 12. F. sparve-
rius, Linn. Wils. pL 32 et 16. fig. 1. Aud. pl. 42. Ganz
America.
4) T. sparveroides ^ Kaup. Falco sparveroides, Vig. Süd-
America.
d) Tichornis , Kaup.
5) T. cenchris , Bonap. F. cenchris , Frisch. Naum. t. 29.
Gould, B. of E. pl. 27. Africa, Europa, Asien.
•) Vielleicht nichts weiter als Subspecies von coerulescens. Er
unterscheidet sich, im Vergleich zu erythrogenys , höchst unbedeutend.
Erst, wenn wir eine grössere Zahl Arten dieses Genus kennen wer-
den, wird es sich entscheiden, ob d. ßengalsche Subspecies od. Art ist.
S8 IC a u p 1
e) Tinnunculus , Kaup.
6) T. alaudarius^ G Gray. F. tinnunculus, Linn. Naum. t. 28.
Gould B. of E. pl. 26. Eur., Afr, As.
7) T. cenchroides, G. Gray. F. cenchroides Vig-. et Horsf.
Gould, B. of Austr. Tom. I. Australien.
8) T. punctatus, G. Gray. F. punctatus, Cuv. col.4o. Afr.
9) r. rupicolus^ G. Gray. T. rupicolus, Daud. Vaill. Ois. d.
Afr. t, 35. Afr.
10) T. rupicoloides, G. Gray. F. rupicoloides. A. Smith. III.
of S. Afr. Birds, pl. 92. S. Afr.
III. Genus Harpagus , Vig.
1) H. diodon, Kaup, G. Gray. F. diodon, T. col. 198. Spix
Aves t. 8. S. Am.
2) H. bidentatus, Kaup, G. Gray. F. bidentatus, Lath. col.
38, 228, Spix, t. 6 et 7. S. Am.
IV. Genus Falco (Linn.) Nov. Auct.
a) Aes alon, Kaup.
1) F. femoralis, Temm. col. 343 (ad.), 121 (juv.) S. Am.
2) F. aesalon^ Gmel. Naum. t. 27. Gould. B. of E. pl. 24.
Eur. Afr,
3) F. columbarius, Linn. Wils. pl. 15. 3. Aud. pl. 75. N. Am.
4) F. chiquera, Daud. Vaill. t.'30. Swains. B. of W. Afr.
t.3. Gould, Cent. pl. 2. As. Afr.
5) F. tibialis , Daud. Vaill. Ois. d'Afr. t. 29. F. concolor
Temm. col. 330 (aschgraue Varietät.) West* Afr.
b) Hypotriorchis, Boie (pars).
6) F. se^erus, Horsf. Aldrovandi Reinw. col. 128. Asien
und sein Archipel.
7) F. subbuieo, Linn. Eni. 432. Naum. 26. Gould, B. of E.
pl. 22. Eur. As. Afr.
8) F. auranüus^ Lath. rufigularis, Daud. deiroleucus Temm.
($) col. 348. S. Am.
9) F. frontatus, Gould. B. of Austr. T. I.
10) F. Eieo?wrae, Gene Mem. d. Tor. S. II. T. 11. tav. la ($),
var. nigra (c/^). F. concolor , Temm. d. Beschr. Afr.
Europa.
c) Gennaia , Kaup.
U) F. jugger, Gray, 111. Ind. Zool pl. 26. As.
Corrigirte Uebersi(;hl der Fatconidae. *l
12) F. hypoleucus^ Gould, B. of Austr. t. I.
13) F. Feldeggii, Schleg. Beiträge t. .. T. tanyptenis, Licht.
As. Afr.
14) F. cervialis^ Licht, biarmicus, T. col. 324. chiqueroides,
A. Smith. S. Afr.
15) F. lanariiis, Linn. Naum. t. 23. Gould. B. of. E. pl. 20.
Europa, As.
d) Falco,
16) F. peregrinator, Sundev. As.
17) F. peregrinoides, T. coL 479. Afr.
18) F. anatum, Bonap. Wils. pl. 76. N. Am.
19) F. peregrinus, Gmel. Naum. 24 et 25. Eni 430. Gould.
B. ofE. pL21. Eur. As. Afr.
20) F. melanogenys^ Gould, B. of Austr. tom. 1.
e) Jera falco , Cuv.
21) F. gyrfalco, Unn. Naum. t.21. 22. Eni 210.446. Gould,
B. of E. pl. . N. Eur. N. As. N. Am.
22) F. subniger, G. Gray. Gen. of B. pl. 8. Austr.
V. Genus Jeracidea, Gould.
1) J. berigora , Gould. B. of Austr. T. I. Falco berigora,
Vig. et Horsf.
2) J. novae seelandiae , Kaup , G. Gray, F. novae seelan-
diae, Gmel.
II. Subfamiiie ]91ilvinae, Kp.
I. Genus tct'mia, Vieill.
1) /. mississippensis , Kp. F. mississippensis , Wils. pl. ^5.
f. 1. N. Am.
2) /. plumbea, Vieill. Spix. Av. t. 8. (ad.) col. 180 (juv.)
F. plumbeus, Gmel. S. Am.
IL Genus Nauclerus^ Vig.
a) Cypselopteryx, Kaup.
(olim Chelidopleryx.)
1) iV. Riocouri , Vig. col. 85. Elanoides Riocouri , Vieill.
Gal. d. Ois l. 16. Africa.
32 Raupt
b) N auclerus,
2} iV. furcatus,\']g. F. furcatus, Linn. Wils. pl. 51. 3. Gould
B. of E. pl.30. America.
III. Genus Circus^ Lac.
a) Strigiceps , Bonap»
1) C. cyaneus, Boie. F. cyaneus, Linn. Naum. t. 30.38. fig. 2.
Edw. B. pL 8. Eur. As. Afr. b) Subsp. uliginosus, Bo-
nap. Am. Orn. pL8 (ad.). Wilson 51. 2. juv. Am.
2) C. melanoleucus^ Vieill. Falco Gmel. Vaill. Ois. d'Afr. 32.
Asien.
3) C. Acoli, Vieill. Falco Daud. Circ. cinereus, Vieill. hi-
strionicus, Q. etG. Voy. delJr. Ois. 1. 15. 16. S. America.
4) C. maurus , Kp. Falco T. col. 461. Circus ater, Vieill.
Lalandi, a Smith. 111. of. S. Afr. pl. 58. S. Afr.
h) Pter ocircus , Ki^.
(olim Glaucopteryx, Kp.)
5} C. cinerascens^ Cuv. Falco Montagui. Naum. t. 40. Gould.
pl. 35. Europa, Afr. As.
6) C. pallidus, Sykes, Circus Svvainsonii, A. Smith. 111. of.
S. Afr. 43, 44. Gould. B. of E. pl. 34. Eur. Afr. As.
c) Spilocircus ^ Kaup.
7) C. Jardinü, Gould, B. of Austr. Tom. 1.
d) Spiziacircuj, Kaup.
8) C. macropterus, Vieill. F. palustris, Pr. Max. PI. col. 22.
S. Am.
e) Circus, Bonap.
9) C. aeruginosus, Sav. F. Linn. Naum. t. 37. 38. fig. 1. PI.
enl. 460. 424. Eur. Afr. As.
10) C. assimilis, Jard. et Selby's 111. Orn. pl.51. Gould's B.
of Austr. Tom. I. Austr.
11) C. ratiivorus, Vieill. Falco Daud. Vaill. t. 23. Africa.
12) C. spüonotus^Kaup. Im zool. Gart, zu London. Vaterl.???
Asien.
IV. Genus Elanus, Sav.
a) Gampsonyx, Vig.
1) ElaunusSwamsotii,Kmp. S. Am. Gampsonyx Swainsoni,
Vig. F. rufifrons Pr. Max. Elanus torquatus, Cuv. Gray
Gen. of B. pl. 9.
Corrigirte Uebersicht der Falconidae, Bö
b) Elanus, Sav.
2) E. melanopterus , Leach. Falco, Daud. El. caesius Sav.
Descr. de l'Eg-. t. 2. fig. 2. Gould. B. of E. pl. 31. Afr. As.
3) E. axillaris, G. Gray. Falco, Lath. Gould. B. of Austr.
Tom. I. Austr.
4) E. leucurus, G. Gray. Milvus seu Elanoides, Vieill. Falco
dispar, Temm. col. 319. (juv.) Bonap. Am. Orn. pl. 2.
f. 1. (ad.) America.
5) E. scriptus, Gould's B. of Austr. Tom. I. Austr.
V. Genus. Milvus, Cuv.
c) Lophoictinia, Kaup.
1) M. isiurus, Gould. Austr. B. Tom. I. Austr.
d) Milvus, Cuv.
2) M. regalis, Briss. F. milvus, L. Naum. t. 31. 1. Eni. 422.
Gould, B. of E. pl. 28. Eur. Afr.
3) M. affinis Gould. B. of Austr. Tom. I. Austr.
4) M, govinda, Syk. melanotis, Temm. Fauna jap. pl. 18. As.
5) M. ater, Daud. Falco, Gmel. Eni. 472. Naum. t. 31. 2.
Gould. B. of Eur. pl. 28. Eur. Afr.
6) M. aegyptius , Kaup. Falco, Gmel. F. parasiticus, Lath.
Vaill. Ois. d'Afr. t. 22. Africa.
e) Gypoictinia, Kaup.
7) M. leucosternon, Kaup. Buteo, Gould's Austr. b. Tom. I.
Australien,
III. Subfamilie ACCipMrinae, Kaup.
I. Genus Spiziaetus, Vieill.
a) Limnaetus, Vig.
1) Sp. Kienen ^ Kaup. Astur, Gerv. Spiziastur, Less. Mag.
de Zool. T. V. (1835) pl. 35. Asien.
2) Sp. cirrhatus, Kaup. Falco, Gmel. F. caligatus Baffl. lim-
naetus Horsf. elc. etc. col. 282 (^) 134 ($ juv.) 127
(var).
b) Lophaetus, Kaup.
3) Sp. occipitalis, Vieill. Falco, Daud. Vaill. Ois. d'Afr. t. 2.
N. et S. Afr.
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 3
\ Kaup:
c) Spiziaetus, Kaup.
4) Sp. ornatus, Vieill. Falco, Daud. Vaill. Ois. d'Afr. t. 26.
S. Am.
5) Sp. bellicosus, Kaup. Falco, Daud, Vaill. Ois. d'Afr. 1. 1.
Smith. III. S. Afr. Zool. pl. 42. Africa.
6) % coi'onatus, Vieill. Falco, L. Vaill. Ois. d'Afr. t.3. S. Afr.
d) Spizastui\ Less.
7) Sp. atricapülus, Kaup. Falco, Cuv. col. 79. Gal. des Ois.
l. 14. S. Am.
e) Pternura, Kaup.
8) Sp. tyrannus, Kaup. Falco, Pr. Max. col. 73. S. Am.
II. Genus NisuSy Cuv.
a) Jeraspizia, Kaup.
1) N. virgatus, Cuv. Falco, Reinw. col. 109. Asien.
2) JV. minuitus, Cuv. Falco, Daud. Vaill. t. 34. Africa.
3) N. tinus, Kaup. Falco, Lath. Accipiter linus G. Gray et
Mitch. Gen. of Birds pl. 10. S. Am.
b) Tachyspizia^ Kaup.
4) N. solmnsis, Kaup. Falco, Horsf. cuculoides, Temm. col.
110. 129. Asien.
c) Scelospizia^ Kaup.
5) N. Francessii, Kaup. Accipiter, A. Smith. Madagascar.
d) Nisus , Kaup.
6} JV. fringiUarius, Kj>.
Iste Subsp. exilis. Falco, Temm. col. 496. rufivenlris. A.
Smith. 111. Zool. S. Afr. B. pl. 93. perspicillaris, Rüpp.
Faun. Ab. t. 18. 2. Afr.
*2te Subsp. fringillarius , Kp. Falco Nisus, Linn. Naum.
t. 19. 20. ^Gould, B. of E. pl. 18. Eni 467, 412, Eur.
Afr. As.
3te Subspecies madagascariensis , Kp. Accipiter, Verr.
S. Afr. Ouart. Journ. 1833. p. 80. Madagascar.
4te Subspecies fuscus, Kp. Falco, Gmel. pennsylvanicus et
velox, Wilson. 46. 1. 45. 1. N. America.
5te Subspecies erythronemius, Kp. Accipiter, G. »Gray.
t. nisoides, Cuv. (MSS.)
7) N. iachiro ^ Cuv. Falco, Daud. F. unduliventer, 'Rüpp.
Fauna Ab. 18. 1. Africa.
Corrigirle Ueberpicht der Falconidae. S6
8) N. pUeatus, Cuv. Falco, Pr. Max. col. 205. S. Am.
e) Ui'ospizia, Kaup.
9) N. tricolor^ Kp. Sparvius, Vieill. Acc. torquatus, Vig. et
Horsf. Gould , B. of Aiist. F. macrodaclylus , Temm.
(Leyd. Mus.)
10) iV. torquatus, Cuv. Falco, col. 43. (ad.), 93 (juv.) Astur,
cruentus, Gould, Auslr. birds.
11) JV. approximans ^ Kaup. Astur, Vig. et Horsf. Astur ra-
diatus, Cuv. Ast. fasciatus, \ig, et Horsf. Gould. B. of
Austr. Tom. I.
12) N.hiogaster, Müll. N. oceania, Astr. et Zelee pl. 2. fig. 1.
Amboina.
HI. Genus Geranopus , Kaup.
(Geranospiza olini.)
1) G. gracüis, Kaup. Falco gracilis seu hemidactylus, Temm.
col. 3. 91. S. Am.
IV. Genus Astur, Lac.
a) Lophospizia , Kaup.
1) ^. trivirgatus, Cuv. Falco, Reinw. col. 303. As.
2) A. trinotatus, Temm. Kaup. Isis, 1848. S. 774. Asien.
3) A. griseiceps, Temm. Kaup. Is. 1848. S. 774.
b) Micronisus, G. Gray.
4) Ast. gabar, Kaup. Falco, Daud. Sparv. niger, Vieill. Gal.
des Ois. t. 22. Vaill. Ois. d'Afr. t. 33. col. 122. 140. Afr.
5) A, badius, Kaup. Falco, Gmel. A. Dussumieri, Cuv. Falco,
T. pl. col. 308. 336. As.
6) A. monogrammicus, Cuv. Falco, Temm. col. 314. Swains.
ß. of W. Afr. pl. 4. Africa.
7) A. Rüppellii, Kaup. F. sphenurus, Rüpp. Syst. Uebers. d.
Vögel. N. 0. Afr. Taf. 2. Acc. brachydactylus, Swains. Acc.
polyzonoides, A. Smith. 111. S. Afr. Zool. pl. 11. Afr.
c) Melier ax , G. Gray.
8) A. musicus, Kaup. falco, Daud. Nisus, Cuv. N. canorus,
Less. polyzonus, Rüpp. Vaill. Ois. d'Afr. t. 27. Africa.
d) Astur^ Bechst.
9) A. radiatus , G. Gray. F. radiatus , Lath. Gould. B. of
Austr. Falco testaceus, Ernest. Austr.
36 käüp:
10) A, melanoleucus, A. Smith. 111. S. Afr. pl. 18. Ast. Smithii,
Kaup. S. Afr.
11) A. palnmbarius , Bechst. Falco, Linn. F. atricapillus,
Wils. regalis, T. col. 495. Eur. As. Am.
12) A. unicinctus, Cuv. Falco, T. col. 313. S. Am.
e) Leucospizia, Kaup.
13) Astur JSovae Hollandiae, Cuv. Falco, Gmel. Australien.
V. Genus Asturina, Kaup. S. Am.
a) Asturina, Vieill.
1) A, albifrons, Kaup. ? S. Am.
2) A. poliogaster, Kp. Falco, Natt. col. 294, 225.
3) A. leucorrhoa, Kp. Falco, Q. et G. Voy. de l'Uranie 1. 13.
4) A, nitida, Kp. Falco, Lath. col. 87 (ad.), 294 (juv.) Astu-
rina cinerea, Vieill. Gal. t. 20.
b) Morphnus, Cuv.
5) A. guianensis, Kp. Falco, Daud.
c) Rupornis , Kaup.
6) A. magnirostris, Kp. Falco, Gmel. Eni. 464. Col. 86.
7) A. meridionalis , Kaup. Falco, Lath. F. rutilans, Licht,
col. 25.
8) A. urubitinga, Kaup. Falco, Gmel.
9) A. aequinoctialis, Kaup. Falco, Gmel. Falco buson, Daud.
Vaill. t. 21.
d) Thrasaetus, G. Gray.
10) A. harpyia, Kp. Vultur. Linn. col. 14.
11) A. Azarae, Kp. F. coronatus T. coL 234.
e) Leucopternis, Kp.
12) A. melanops, Kp. Falco, Lath. col. 105.
13) A. albicollis, Kp. Falco, Lath.
14) A. scotopterus, Kp. Falco, Pr. Max. col. 437.
15) A. poecilonotus, Kp. Falco, Cuv. col. 9 (?)
(?) 16) A, polionotus, Kp. Buteo melanotus, Vieill.
IV. Subfamilie AqiiiUnae, Kp.
L Genus Aquila, nov. Auct.
a) Jeraetus, Kp.
1) A, morphnoides, Gould. B. of Austr. Tom. L
Corrigirle Uebersicht der Falconidae. 97
2) A.pennata, Cuv. Falco, Gmel. col. 33. Gould. B. ofEur.
pl. 9. Eur. Afr. As.
b) Pieraetus, Kp.
3) A. vulturina, G. Gray. Falco, Daud. Vaill. t. 6. S. Afr.
c) Onychaetus, Kp.
4) A. malayensis, Cuv. Falco, Reinw. col. 117. Asien.
d) Aquila, Kp.
5) A, naevioides, Cuv. F. rapax, T. col. 455. Afr. As.
6) A. imperialis, Cuv. col. 151. 152. Gould. B. of E. pl. 5.
Naum. 6. 7. Eur. Afr. As.
7) A. naevia, Mey. Falco, Gmel. Naum. t. 10. 11.
a) Subspecies naevia^ Mey.
b) Subspecies planga, Vieill. Naum. Nachträge t. . Eur.
Afr. As.
8) A. Bonelli, Bonap. Falco, T. coli. 288. Eur. As.
9) A. fulva, Mey. Falco, Linn. Naum. 8. 9.
a) Subspecies fulva, Mey.
b) Subspecies chrysaetus , Linn. Naum. Nachträge t. . .
Eur. Afr. As. Am.
e) Uraetus, Kaup.
10) A. audax, G. Gray. Falco, Lath. A. fucosa, Cuv. col. 32.
Austr.
II. Genus Helotarsus, A. Smith.
1) H. ecaiidatus, G. Gray. Falco, Daud. Vaill. t. 7, 8. Afr.
III. Genus Circaetus, Kaup.
a) Herp etotheres, Vieill.
1) C. cachinnans, Kp. Falco, Linn. Spix. Aves. t. 3. S. Am.
2) C, xanthothorax , Kp. Falco, T. col. 92. F. leucauchen,
T. col. 306. (juv.) S. Am.
3) C. concentricusj Kp. Falco, 111. S. Am.
4) C.brachypterus, Kp. Falco, Temm. col. 141. 116. S. Am.
b) Gymnogenys^ Less.
5) C. radiatus^ Kp. Falco, Scop. Polyboroides typus, A. Smith.
111. S. Afr. 81. 82. Falco gymnogenys, T. col. 307. Afr.
c) Spilornis , G. Gray.
6) C. hacha, G. Gray. Falco, Daud. Vaill. t. 15. col. 19.
Afr. As.
38 .,Hf,. Kaup:
1) C. cheela^ Kp. Falco, Daud. Haematornis undulatus, ,Vig.
Gould. Cent. pl. I. As. j q u
8) C, holospilus , G. Gray. Buteo holospilus, Vig. Gray, et
Mitch. Gen. of ß. pl. 7. As.
d) Circaetus, Vieill.
9) C. gallicus^ Boie. Falco, Gmel. Naum. 15. Gould. B. of
E. 13. Eur. Afr. As.
10) C. thoracicus, Cuv.
11) C. fnnereus, Rüpp. Faun. ab. cinereus, Vieill. Gal. d.
Ois. Afr.
12) C. fasciolatus, G. Gray. Afr.
e) Potior nis, Kaup.
13) C. ieesa, Kaup. Buteo, J. Gray. Hl. Ind. Zool. pl. 30. As.
14) C. liventer, Kaup. Falco, T. col. 438. Asien.
15) C. indicus, Kaup. Falco, Gmel. F. poliogenys T. col. 325.
pyrrhogenys, Temm. et Schlag. Faun. Jap. p. 21. ^*') As.
16) C, barbatus, Kp. Astur (Eyt). Asien,
IV. Genus Pandion, Sav.
d) Pandion, Sav.
1) P. haiiaetus, Cm. Falco, Linn. Naum. 16. Gould. B. of
E. Eur. As. Am. Afr.
2) P. Gouldi, Kaup. P. leucocephalus, Gould. B. of Austr.
Tom. I. Austr.
e) Polioaetus, Kaup.
3) P. humilis^ Müll. Verh. t. 6. Asien.
4) P. ichthyaetns, Kaup. Falco, Horsf. Res. Zool. pl. . Asien
V. Genus Haliaetus, Sav.
a) Haliaetus , Sav.
1) H. albicüla, Kaup. Vultur, Linn. Naum. 12, 13, 14. Gould
B. of E. pl. 10. Eur. Afr. As.
2) H. leucocephalus , Cuv. Falco, Linn. Eni. 411. Gould. B.
of E. pL 11. N. A.
*) pyrrhogenys ist Druck« oder Schreibfehler von poliogenys, wie mir
Hr. Dr. Schlegel mitlheilt. Ob mein als Circaetus (Poliornis) pyrrho-
genys beschriebener Vogel der Astur barbatus Eyt. ist, weiss ich nicht,
da ich hierin G. Gray gefolgt, und die Beschreibung von Eyton nicht
vergleichen konnte.
Corrigirte üebersicht der Falconidae. 8*
b) Ictinaetus , Kaup.
3) H. indus, Kaup. Falco, Bodd. F. ponticerianus , Gmel.
Eni. 416. As. a. Subspec. leucosternon , Gould. B. of
Austr. Tom. I.
4) H. canorus, Vig. et Horsf. Milv. sphenurus, Vieill. Gal.
t. 15. Gould. B. of Austr. Tom. I. Austr.
c) Heteraetus, Kaup.
5) H, aguia, Cuv. Falco, T. col. 302. S. Am.
d) Pontaetus, Kaup.
6) H, Macei, Cuv. Falco, T. col. 8, 223. leucoryphos, Fall.
Asien.
7) H. vocifer, Cuv. Falco, Daud. Vaill. t. 4. Afr.
8) H, leiicogaster, Gould. Falco, Gmel. Gould. B. of Austr.
Tom. I. Austr.
e) Thalassaetus^ Kaup.
9) H. pelagicus, Kaup. Aquila, Fall. F. leucopterus, T. col.
489. Fauna jap. (juv.).
V. Subfamilie ButCOninae, Kaup.
I. Genus Buteo, Cuv.
a) Archibuteo, Brehm.
1) B. lagopus , Yarrell. Falco, Brunn. Naum. t. 34. Gould.
B. of E. pl. 15. Eur. Afr. As. N. Am.
2) B. St. Johannis , Kaup. Falco , Gmel. Aud. B, of Am.
pl. 166. 422. Wils. 53. 1. 33. 1. Am.
3) B. strophiatus, Kaup. Aquila, Hodgs. Temm. et Schleg.
Fauna jap. t. 7. Asien.
b) Tachytriorchis , Kaup.
4) B. pterocles, Cuv. Falco, Temm. col. 56. 139. S. Am.
5) B. albonotatus, G. Gray. S. Am.
c) Poecilopternis ^ Kaup.
6) B. pennsylvanicus, Bonap. Falco, Wils. t. 54. fig*. 1. N. Am.
7) B lineatus, Vieill. Falco, Gmel. Wils. 53. 3. 35. fig. 1.
N. America.
8) B, erythronotus, G. Gray. Haliaetus, King. S. Am.
9) B. borealis, Vieill. Falco, Gmel. Wils. t. 52. fig. 1. Cjuv)
52. 2. (adO N. Am.
40 Kaup:
10) J5. leucops, G. Gray. Gallopagosins. infulatus, Kaup *).
d) Ichthyoborus, Kaup.
11) B. nigricollis ^ G. Gray. Falco , Lath. Falco busarellus,
Daud. Aq. milvoides, Spix. Aves t, 1 d.
e) Buteo^ Bechst.
12) B. plumipeSj Hodgs. As.
13) B. vulgaris, Bechst. Naum. 32. 33. Falco buteo , Linn.
F. tachardus, Daud. Vaill. t. 19. Eur. Afr. As. N. Am.
14) B. rußnus, Kaup. Circus, Rüpp. Fauna abys. t. 27. Asien.
15) B. Augur, Rüpp. F. abys. t. 16. 17. Afr.
16) B. jackal, Cuv. Falco, Daud. Vaill. 16. S. Afr.
II. Genus Perms, Kaup.
a) Baza seu Hyptiopus, Hodgs.
1) P. lophotes, Kaup. Falco, Cuv. col. 10. Asien.
2) P. cuculoides , Kaup. Aviceda , Swains. B. of W. Afr.
pl. 1. Africa.
3) P. subcristatus, Kaup. Lepidogenys, Gould. B. of Austr.
T, I. Austr.
4) P, crassirostris, Kaup. Baza magnirostris, G. Gray. As.
^ * c) Regerhinus , Kaup. Cymindis 2) (pars) Cuv.
5) P.uncinatus, Kaup. Falco, 111. col. 103. 104. 115. S. Am.
6) P. Wilsonii, Kaup. Cymindis Wilsonii , Cassin. Cuba.
d) 0 dontrior chis , Kaup. Cymindis (pars) Cuv.
7) P. cayanensis, Kaup. Falco, Gmel.^Spix. Av. t. 8 c. (ad.)
col. 204 (ad.) 270 (juv.).
e) Pernis, Cuv.
8) P. cristatus, Cuv. Col. 44. Verh. t. 7. (juv.) Asien.
9) P. apivorus, Cuv. Falco, Linn. Naum. 35. Gould. B. of
E. pl. 16. Eur. Afr. As.
III. Genus Polyborus, Vieill.
1) P. brasiliensis, Swains. Falco, Gmel. Spix. Av. t. 3. Gal.
des Ois. t. 7. S. Am.
•) Ich unterschied diese Art im britt. Mus., allein konnte mit Gray
bei meiner Anwesenheit in London keinen passenden Namen finden.
Später gab G. Gray ihr den obigen, ich den andern Namen, welchen
ich hiermit zurückziehe.
») Der Name Cymindis kann weder als Genus noch Subgenus blei-
ben, indem bereits seit 1806 derselbe von Latreille an ein Laufkäfer,
genus vergeben ist.
Corrigirte üebersicht der Falconidae. 41
IV. Genus Rostrhamus, Less.
1) R. sociahilis^ d'Orb. et Lafr. Herpetotheres , Vieill. F.
hamatus, III. col. 61. 231. S. Am.
V. Genus Ihycter, Kaup.
a) Daptrius, Vieill.
1) /. aterrimus, Kaup. Faico, Temm. col. 37. 342. (jnv.).
b) Phalcobaenus, d'Orb. et Lafr.
2} /. montanus seu megalopterus, Kaup. Ph. montanus, d'Orb.
et Lafr. Voy. dans l'Am. mer. t. 2, Aquila megaloptera
Mey. Nov. Acta (1834) t. 8. (juv.).
c) Milvago, Spix.
3) /. chimango^ Kaup. Polyborus, Vieill. Aq. pezoporos, Mey.
Nov. act. 1834. t. 6. S. Am.
4) /. chimachima, Kaup, Polyborus, Vieill. F. degener. 111.
Spix. Av. t. 5. (ad.) t. 4. (juv.) S. Am.
d) Aetotriorchis , Kaup.
5) /. australis, Kaup. FaIco, Gmel. col. 192. 224. Austr. S. Am.
e) Iby der , Vieill.
6) I. aquilinus, Kaup. Falco, Gmel. F. nudicollis, Daud. Vieill.
Gal. des Ois. t. 6. S. Am.
Wir zählen demnach 39 Falconinae,
28 Milvinae,
51 Accipitrinae,
40 Aquilinae,
33 Buteoninae.
191 Arten.
Rechnet man dazu etwa 10 Arten, die ich noch nicht
untersucht habe, so mögen im Augenblick etwa 200 Arten
sich in den europäischen Sammlungen befinden.
il .1) 'ihrorno')
lieber die Bedeckung: der Fu§swurzel des
Turdus mig^ratorius.
Von
Hierzu Tafel II. Fig. I— V.
Schon vor längerer Zeit habe ich die Behauptung aufge-
stellt, dass man Aveder nach äusseren noch inneren Charali-
teren die Unlerfamilien zu characterisiren vermag, indem
sämmtliche Kennzeichen der Genera nicht unter einen Hut zu
bringen sind.
Unter die äusseren Kennzeichen rechne ich die Bedek-
kung der Fusswurzel und die Zahl der Handschwingen, wel-
chen Herr Cabanis einen zu hohen Werth beilegt und die
höchstens zur Bezeichnung der Genera von Nutzen sind.
Mein Glauben, dass das Kennzeichen von der Bekleidung
der Fusswurzel entnommen , zur Diagnose des Genus höchst
vortrefflich sei, hat jedoch einen harten Stoss erlitten, seitdem
ich eine Suite ven 14 Stück des T. migratorius untersuchte,
welche in einer reichen Sendung aus Mexico sich befanden,
die das hiesige Museum der Güte des Herrn Wollwebers
verdankt.
Diese 14 E. sind sämmtlich ausgewachsene Vögel, die
unter sich, was Grösse und Färbung angeht, sehr unwesent-
lich abweichen.
Betrachtet man jedoch die Bedeckung der Fusswurzeln,
so ist kein Exemplar dem andern vollkommen gleich. Ja ich
habe sogar ein Exemplar , bei welchem der rechte Fuss 8,
der linke 9 Tafeln zeigt.
Die normale Bedeckung der Fusswurzel bei Turdus be-
steht aus einer grossen Tafel, welche y^ der Fusswurzel be-
deckt; das unterste y^ ist in drei Schild chen getheilt.
Kaup: Ueber die Bedeckung d. Fusswurzel d. Turdus migralorius. 43
Eine solche Bekleidung fand ich nur an einem Exemplar ;
vergl. die Fusswurzel üg. I.
An vier anderen Exemplaren fand sich das untere Drittel
in vier Schilder getheilt. fig. iL
Bei noch anderen Exemplaren ist die Fusswurzel mit
einem Scheinstiefel bekleidet, indem die oberen Schilder nur
schwach angedeutet sind. fig. 111.
Bei zwei Exemplaren ist die ganze Fusswurzel mit Ta-
feln belegt, so dass diese Individuen von den Stiefelfüssigen
entfernt und zu den Sylviadae gebracht werden müssten. Bei
einem von diesen zeigt der rechte Fuss 8, der linke 9 Tafeln,
flg. IV, V.
Von den Scheinstiefelfüssigen zu den Tafelfüssigen sind
Uebergänge vorhanden, so dass ich bei trübem Wetter sie zu
den Scheinstiefeiern, bei Sonnenschein sie zu den Tafelfüssi-
gen versetzt habe.
Auch in der Zahl der Tafeln und in den Längeverhält-
nissen derselben herrscht eine grosse Veränderlichkeit.
Individuelle Abweichungen in der Bekleidung der Fuss-
wurzel finden sich bei der harpyia und bei Astur monogram-
micus, bei welchen bald Schilder bald Schuppenbildung auf
der Vorderseite auftritt ; dass eine solche Variation auch bei
den Drosseln auftritt, war mir neu.
Ob sie auch für andere Zoologen neu ist, weiss ich
nicht, allein sie fordert uns auf, bei grossen Suiten anderer
Drosselarten und diesen verwandten Genera nachzusehen, ob
die Turdus migratorius in dieser Hinsicht vereinzelt dasteht,
oder ob noch mehrere Arten die Unzuverlässigkeit der Cha-
raktere von der Fusswurzelbekleidung entnommen , darthun
werden. Da mir mehrere Freunde der Ornithologie brieflich
den Vorwurf gemacht haben, dass ich zu meinen Monogra-
phien nur scharf abgetrennte Familien heraussuche, so werde
ich, um diesem zu entgehen, für meine nächste Arbeit die
Sylviadae seu Lusciniadae (Molacilla et Turdus, Linn.) wählen,
in welcher ich Gelegenheil finden werde, nachzuweisen, dass
es fehlerhaft ist, nach dem Vorhandensein oder Fehlen der
ersten Schwungfeder Unterfamilien zu bilden.
lieber Podicipes areticus, cornutus, auritus«
Von
C. Siindevall.
(Aus : Öfversigt af K. Vet.-Akad.'s Förhandl., 1849, N. 8, S. 206 ff.)
Uebersetzt von Dr« Crepliii.
Es ist eine seit langer Zeit geäusserte und von Vielen
angenommene Meinung, dass Podicipes arcticus [B o i e] keine
von P. cornutus L a t h. verschiedene Art sei ; er ist aber als
solche betrachtet worden, weil man ihn mitten im Sommer,
mit Jungen, dem s. g. P. cornutus bedeutend unähnlich, ge-
funden hatte. Hr. [Conservator] Meves machte nun die
völlig richtige Bemerkung, dass P. arcticus bloss der Vogel
in seiner Sommertracht (Nilsson nennt sie „Herbsttracht",
welches eben so richtig sein kann) sei, welche nach der Paa-
rungszeit, bevor die Jungen ausgebrütet werden, angelegt werde,
ganz so , wie dies mit der Sommertracht der wilden Enten
geschehe. P. cornutus ist dagegen der Vogel im Frühlings-
kleide,, vor oder in der Johanniszeit. Bei geauerm Nachsehn
in Sammlungen und Anzeichnungen wird man auch finden,
dass die Exemplare von P. arcticus immer nach Johannis ge-
schlossen worden seien, die vom eigentlichen P. cornutus im
Mai oder Junius. Frühe schon findet man Exemplare, die die
Wintertracht anzulegen beginnen, welche, wie man weiss, den
Vogel zum P. ohscurus Lath. macht. Er kommt weit hinauf
vor ; B 0 i e fand seinen P. arcticus unter 66^ n. Br. in Nor-
wegen auf Eiern liegend am 30. August.
Der s. g. P. auritus Lath. ist dagegen eine wirklich
verschiedene Art, welche aber, wenigstens bis auf weiter,
aus der schwedischen Fauna entfernt werden muss, bis man
nämlich Gewissheit darüber erhält, dass sie wirklich hier
Üeber Podicipes arcticus, cornulus, auritus. 45
gfefunden worden sei. Ich kenne keine sichere Angabe davon,
sondern vermuthe , dass der als schwedisch aufgenommene
Vogel dies nur Exemplaren von ihm in älteren Sammlungen
(z. B. der Paykullischen) verdankt, welche aus dem Auslande
herstammen mochten, oder, zum Theile, Exemplaren der vor-
her genannten Art (P. conm/?/5 Lath.), welche entweder von
Natur aus einen etwas schmälern Schnabel, als gewöhnlich,
gehabt haben, oder bei denen derselbe durch das Trocknen
zwischen den Nasenlöchern herabgedrückt worden ist, und
dadurch das Ansehen bekommen hat, als sei er schmäler und
seine Spitze aufwärts gebogen. Ein paar dergleichen Exem-
plare befinden sich im Reichsmuseum.
Unserer Fauna gehört also nur eine Art, statt jener
drei, an. Die Namen sind ausserdem falsch und, da sie Ver-
wirrung verursachen, zu ändern.
Linne selbst kannte nur die eine dieser Arten, welche
er schon in der 10. Ausgabe seines Systema Natura Co-
lymbus auritus nennt, unter Beziehung auf seine Beschreibung
in der Fauna suecica (Ed. 1, n. 123; — Ed. 2, n. 152, wo
jedoch kein Art- Name beigesetzt ist). Nilsson hat bereits
gezeigt, dass diese Art dieselbe sei, als P. arcticus oder der
im Norden vorkommende, welcher im Sommer eine rothe Kehle
hat, u. s. w. — Der älteste systematische Name dieser Art
ist also C. auritus L., und so -nennt ihn auch Pallas in der
Zoographia rosso-asiatica.
Die andere Art wurde als verschieden zuerst in einer
Beschreibung von Brisson (VI, 54, n. 6.) aufgeführt, welche
bloss nach der kleineren Figur auf Edwards' Tab. 96, ent-
worfen worden ist, die den Vogel als aus der Entfernung ge-
sehen darstellt und minder deutlich ist; indessen scheint sie
die südeuropäische Art (mit schwarzer Kehle, schmalem , an
der Spitze aufwärts gebogenem Schnabel, u. s. w.), eher als
Linne's Art, vorzustellen. Sie wurde von Brisson C. au.
ritus genannt, die andere aber (Linne's auritus) C.cornutus
minor. Bei beiden aber citirte er Linne's C. auritus, und
Dies dürfte zu der nochmaligen Verwechselung beigetragen
haben.
Linne hatte zwar im Syst. Nat., Ed. XII, Brisson's
C. auritus als eine Varietät (/?) unter seinem C. auritus auf-^
46 .<.>;)!. -1 .'HM Sundevall: 'flK)'! TOdad
g-eführt; aber Latham, welcher hier von seiner gewöhnli-
chen Genauigkeit abweicht, führt dennoch, in der „General
Synopsis« (III, 285, n. 4, Eared Grebe) Brisson's C. auri~-
tus als identisch mit Linne's auritus an. Den rechten Lin-
neischen C. auritus stellt er dort, S. 287, mit Abbildung, als
eine neue Art, „Horned Grebe«, nach Pennant's in demsel-
ben Jahre (1785) herausgegebenen Arctic Zoology, auf, wel-
cher Missgriff im Zusammenhange mit einem Druckfehler in
der Arctic Zoology zu stehen scheint, nämlich dem Citate
„Edw. 49« statt „Edw. 145«. Die erstere Figur (49) stellt
einen Aptenodytes vor; die letztere (145) ist die wichtigste
von denjenigen Figuren, welche Linne unter seinem G. au-
ritus citirt. Dieser Druckfehler findet sich auch noch in den
Citaten bei Gmelin, welcher Latham's Horned Grebe mit
Colymbus cornutus übersetzt. In Latham's Index ornitholo-
gicus wird der Druckfehler berichtigt und die Gattung Podi-
ceps 0 benannt; aber die Namen auritus und cornutus stehen
dort unberichtigt und sind von da aus nachher in Temminck's
Manuel und die meisten neueren Ornithologien, selbst G r a y's
Genera of Birds, übergegangen.
Aus dem Angeführten ergiebt es sich, dass der Name
P. cornutus nichts weiter, als ein Synonym zu Pod. (^Col.)
auritus (L.) ist, eben so wie es P.arcticus, obscuru^ u. m.
sind, und dass der älteste dieser Namen, auritus L., desshalb
auch der richtigste ist.
Die andere Art, welche, merkwürdig genug, während die
ihr verwandte mit einem Dutzend Namen gesegnet worden ist,
nie einen andern zu führen bekommen hat, als den einzigen,
ihr gar nicht zukommenden , P. auritus , steht sonach ohne
Namen da. Sie muss daher einen neuen erhalten, und könnte
recht füglich P. nigricollis benannt Averden.
Zur Geschichte der beiden verwechselten Namen gehört
es, dass sie zuerst von den beiden citirten Figuren bei Ed-
wards herstammen. Die kleine Figur auf Fl. 96 (B r i s s o n's
') Satt Podicipes, wie der aus Podex und Pes gebildete Name im-
mer geschrieben werden sollte. — Uebrigens rührt das verdrehte Wort
Podiceps nicht von Lalham ursprünglicli her, sondern von früheren
SchriftsleHern. Anm. d. Uebers.
Ueber Podicipfcs arcticüs, cornulus, auritus. 47
und Latham's auritus) heissen nämlich dort „Eared Dobchick«,
die auf PI. 145 (Linne's auritus) „Eared or horned D.« —
Das Wort „Eared« wurde von Linne durch „auritus** über-
setzt, welches nachher beibehalten ward, obgleich nicht im
Sinne Linne's; ■ — aus „horned" machten Brisson und La-
th a m , Jeder für sich, den Namen „cornulus«. Aber sie wen-
deten denselben ganz verschieden an; denn Brisson gab
den Namen C. comutus Linne's C. cristaius im Frühlings-
kleide, Latham's und der Neueren Podiceps cristatus , und
nannnte die der Ed wards ischen Figur entsprechende Art
C. comutus minor. Dies hier Angegebene möge als ferneres
Beispiel dienen, wohin es führt, wenn man in der Linneischen
systematischen Nomenclatur Brisson's und anderer älterer
Schriftsteller Benennungen, welche gar nicht nach derselben
Ansicht ertheilt worden sind , die Priorität zugestehen will.
Das sind keine systematischen Namen, sonders theils Vulgär-
Namen, theils eine Art, Linne's Diagnosen entsprechender,
Definitionen, wesshalb sie auch, wenn sie gleich bei Brisson,
nach dem Vorbilde von Linne's Syst. Nat. Ed. X, weit mehr,
als bei älteren Schriftstellern, das Ansehen von Namen erhal-
ten haben und von langen Diagnosen begleitet sind , nicht
als bestehende angesehen werden; er nimmt vielmehr überall
neue Namen an, wenn er auch mehrere ältere, von Linne
und anderen Schriftstellern, als ihm wohl bekannte, citirt.
Schliesslich füge ich eine Uebersicht der Synonymie bei-
der Taucherarten hier bei :
Podicipes auritus. (Colymbus auritus Linn.)
Colymbus auritus L. S. N., X, 135 (ex Fn. suec. ; Edw. 145
et 96 etc.). — S. N. XII, 222. — Pallas, Zoogr., II, 350.
Podiceps cornutus Lath. Ind. orn., n.5. (Hab. vernal. specim.
Americani. ex Arct. Zool. , Lath. Gen. Syn. , III, 287.
n. 6, c. flg., et Edw., 145.); — Temm, Man., 2, 121;
— Nilss. Fn., II, 489; — Gray, Genera.
Podiceps cornutus ß Lath. ibid. (Hab. vern. sp. Eur. =
C. cornutus minor Briss., p. 50, n. 5 ; — PI. enlum.
404, 2.).
P. auritus ß Lath. ibid. (Hiem. in transitu ad vern. = C,
cristatus minor Briss., p. 42, n. 3.).
48 Sundevallj
P. obscurus Lath. ibid. n. 4. (Hiemalis; = C. minor Briss.,
n. 7, ex Edw., 96, fig. maiore; — et PI. eiil, 942.)
C. caspicus Gm.; Lath., n. 7. (Hiem. ex Gm. It.)
C. nigricans Scop., Ann. 1, n. 101. (Hiem.)
P. hebridicus Lath., n. 11. (Hab. aestiv. — ex Brit. Zool.)
P. arclicus Boie, Reise, 308 et 337; — Nilss., Fn., H,
492. (Hab. aeslivalis).
C. cristatus Mohr. Isl. NaturK., 39, Tab. 2.
Podicipes nigricollis.
Colymbus auritus ß L. S. N., XIL (= C. auritus Briss.,
VI, 54, n. 6, ex Edw., 96, Fig. min.).
Podiceps auritus Lath., Ind. n. 3. (cum cit. falsa Linnaei) ,
= Temm., Man.; — Nilss., Fn., IL 494; — Gray,
Gen.
Moiiogfraphie der Grattung: Pezoiiiachus Grv.
Von
Arn« F'oerster
in Aachen.
Die Gattung Pezomachiis, unter den ächten Ichneumonen
fast die einzige ungeflügelte Gattung, zog schon frühe die Auf-
merksamkeit der Entomologen auf sich, weil dem ungeübten
Auge eine Verwechslung mit den ungeflügellen Ameisen nahe
lag. Sie unterliegt in Bezug auf die Bestimmung der Arten
vielen Schwierigkeiten, die ebensowohl in der grossen Anzahl
derselben, als auch in der ziemlich monotonen Färbung des
Körpers, welche auf Schwarz, Braun, Gelb und Roth in leich-
ten Abstufungen sich beschränkt, so wie nicht weniger indem
Mangel der Flügel begründet sind. Bei Gravenhorst, dem
berühmten Verfasser der „Ichneumonologia europaea" und dem
Begründer dieser Gattung , treffen wir verhältnissmässig nur
wenige europäische Arten an , weil derselbe mit lobenswer-
them Rückhalt Bedenken trug, nach der Vertheilung der Far-
ben allein mehrere aufzustellen, deren Feststellung, nur von
geringen Modifikationen in der Färbung abhängig, allerdings
leicht Anstoss hätte finden können. Ohne Anstand kann man
alle Arten dieses Autors als sicher begründet ansehen, w^enn
man den Pezomachus aberrans davon ausscheidet, Avelcher zu
der Gattung Hemiteles zu stellen ist, aber eine Menge von
Varietäten, deren Artrechte zweifelhaft schienen und in dem
Verfasser schon ein dunkles Gefühl von der Unsicherheit der
Farben erzeugten, wurde gesondert und den 4 Arten, Pezo-
machus agilis, vagans, bicolor und hortensis zugewiesen.
Hierdurch wurde die momentane Schwierigkeit ihrer
Bestimmung nur beseitigt, nicht aufgehoben, denn sie bildeten
nun einen nicht zu entwirrenden Knäuel, der bis zu diesem Au-
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 4
50 Poerster:
genblicke einer glücklichen Lösung harrte. Der ausgezeich-
neten Liberalität des Herrn Prof. Gravenhorst verdanke ich es
allein, dass ich mich mit Erfolg dieser Lösung unterziehen
konnte, denn durch Zusendung aller Originalexemplare jenes
obengenannten Werkes, durch Mitlheilungcn einzelner Freunde,
durch Untersuchung des Materials in der Neesischen
Sammlung und unterstützt durch eine grosse Menge in der
Umgebung meiner Vaterstadt von mir selbst, so wie von mei-
nem Freunde Hrn. Heinemann, gesammelter Arten konnte ich
über ein Material gebieten, welches den reichhaltigsten Stoff
zur Sichtung und Vermehrung einer so schönen Gattung ge-
währte.
Das erste Augenmerk beim Angriff dieser Gattung war
von meiner Seite den Gravenhorstischen Arten gewidmet, denn
diese mussten die erste Grundlage für meine Arbeit liefern.
Als unzweifelhaftes Resultat einer genauen und sorgfältigen
Prüfung stellte sich bald heraus, dass die Hauptschwierigkeiten
mit Beseitigung der grossen Zahl von Varietäten sich um ein
Bedeutendes vermindern würden, denn wenn diese Varietäten
sich als fest begründete Arten herausstellten , dann konnten
die Bedenken, welche Gravenhorst bei Aufstellung derselben
vorgeschwebt, als beseitigt betrachtet werden. Auf der an-
dern Seite schienen aber die Schwierigkeiten zu wachsen
wenn die Zahl der Arten sich so bedeutend vermehrte, ohne
dass der Kreis der Merkmale für die Unterscheidung dersel-
ben sich erweiterte, eine Befürchtung, die nicht grundlos ge-
nannt werden darf, wenn man die bedeutende Anzahl neuer
Arten in Betracht zieht, welche meine eigne Sammlung auf-
weisen kann. Schon Gravenhorst , diesem vorsichtigen und
höchst besonnenen Forscher, boten sich grosse Schwierigkeiten
in einer Menge von Exemplaren dar, welche bloss Uebergänge
von einem zum andern darzubieten , keineswegs aber eigne
Arten zu sein schienen i), so dass er aus zwei Uebeln, einer
*) Gravenhorst spricht sich darüber in der Bemerkung zum Fez.
hortensis sehr klar und unumwunden aus, S. t. IL p.911. Er sagt nämlich:
Sunt entomologi, quos magna copia varietatum Ichneumonis agilis in
Monographia lehn, pedestrium descriptarum, graviter ofFendit, existiman-
tes, plures species genuinas sub varietatibus illis latere. Quo commotus,
orania harum varietatum individua, quae coram habeo, examir.i reiterato
Monographie der Gattung Pezomachus. 51
ZU grossen Zersplitterung oder einer Zusammenziehung vielleicht
mehrerer Species zu einer einzigen , das Letztere wählen zu
müssen glaubte. Er verzweifelte gleichsam an der Möglich-
keit , in das Chaos dieser Uebergänge in den Farben eine
klare Uebersicht bringen zu können. Auch das Mittel, welches
er vorschlug, bot keine ausreichende Hülfe, weil es die
Schwierigkeiten nicht hob, sondern nur momentan zu besei-
tigen strebte *}, freilich nicht ohne die Gefahr beseitigen zu
können , welche in der Ansicht liegt , dass der Begriff der
Species ein bloss konventioneller, nicht ein in der Natur be-
gründeter sei.
Die Unmöglichkeit, nach den Farben allein eine bessere
Unterscheidung, eine solche, welche das Erkennen der Arten
wesentlich erleichterte , zu treffen , leuchtete auch mir schon
frühzeitig ein, noch ehe ich den Gedanken einer Bearbeitung
dieser Gattung gefasst hatte; die Erfahrung hatte mich aber
bereits belehrt, dass unter vorsichtiger Berücksichtigung der
Farben, aber mit besonderer Hervorhebung der Sculpturver-
hältnisse ein neuer Weg eingeschlagen werden könnte, um
auf diesem das gewünschte Ziel zu erreichen. Es bedarf
kaum der Erinnerung, dass von dem Augenblick an, wo eine
genaue Untersuchung und Hervorhebung der Sculpturverhält-
nisse bei den ächten Ichneumonen nicht nur , sondern auch
bei vielen andern Abtheilungen der Hymenopteren Platz greift,
das Studium derselben gleichsam in ein neues Stadium tritt,
dass sie, in Verbindung gebracht mit einem ausgedehnten und
gründlichen Studium des Flügelgeäders, eine Menge der vor-
trefflichsten Anhaltspuncte darbieten, nicht nur zur festeren
Begründung der Arten, sondern selbst der Gattungen und ei-
nigermassen auch sogar der Familien. Ich habe in dem
eique rigorosissimo, subjeci. Sed hoc quoque denuo obfirmavit senten-
tiam meam de mutabilitale et transitu gradario atque insensibili omnium
illarum varietatum. Wullibi limites stabiles existunt, quibus plures aut
singulae varietates a reliquis seiungantur et inter se coerceantur.
•) In derselben Bemerkung zum Fez. hortensis, S. 912. wird wei-
ter unten gesagt : vel species una originaria assumenda est, quae quasi
mutabilitatis indole quadam innata, varietatibus illimitatis propagatur: vel
duae aut plures species originariae statui debent, quarum copula spuria
nascitur progenies, forma, magnitudine et coloribus multiplex.
62 Foersterr
vorliegenden Falle bei der Gattung Pezomachus aus der Be-
trachtung der Sculpturverhältnisse allein schon bald die Ueber-
zeugung gewonnen, dass nicht alle Arten von Gravenhorst dieser
Gattung ferner einverleibt bleiben können, dass also die Gat-
tung Pezomachus in mehrere zersplittert werden muss. Dieser
wichtige Schritt, den ich nicht aus blosser Sucht, einige neue
Gattungen aufzustellen, unternommen habe, dürfte um so eher
gerechtfertigt erscheinen, wenn man den grossen Zuwachs an
neuen Arten ins Auge fasst ; er hat aber auch bei Graven-
horst selbst, nach einer schriftlichen Mittheilung, keinen An-
stand gefunden.
Bevor zu einer Eintheilung der Gattung Pezomachus ge-
schritten werden kann, scheint mir ein näheres Eingehen in
die Sculpturverhältnisse und eine besondere Betrachtung der
äusseren Organe nöthig. Es wird sich dann aus dieser Be-
trachtung ergeben, dass fast alle Organe mehr oder weniger
für die specifische Unterscheidung und selbst für eine ge-
nerische mitunter wichtig werden können. Ich werde von der
Gattung Pezomachus im Gravenhorstischen Sinne zuerst und
ausführlich sprechen und erst später in einem engeren Sinne,
wenn aus der allgemeinen üebersicht die Resultate in der
Ausscheidung mehrerer Gattungen dargelegt werden.
Der Kopf ist seiner allgemeinen Form nach fast immer
kubisch, selten verkürzt, entweder bloss punktirt mit glatten
Zwischenräumen zwischen den Punkten und in diesem Falle
stark glänzend, oder fein lederartig, selten etwas gröber runz-
lig. Ist das Letztere der Fall, dann ist der Kopf glanzlos,
matt. Diese zwiefache Verschiedenheit in der Sculptur er-
scheint von Bedeutung, denn wir werden später sehen, dass
sie mit besonderen Merkmalen des Mittelleibs in einer bestimm-
ten Weise so correspondirt , dass aus der besonderen Scul-
ptur des Kopfes auf die Bildung des Mittelleibs sichere Schlüsse
gezogen werden können. Um vorläufig nur eine dieser Be-
ziehungen kurz anzudeuten, führe ich hier an, dass der Me-
sothorax immer mit einem deutlich abgesetzten Schildchen
versehen ist, wenn der Kopf gar nicht, oder nur sehr wenig
runzlig erscheint. Mit den F'ühlern verhält es sich wie mit
dem Kopf, sie bieten nur wenige unterscheidende Merkmale
dar. Im Allgemeinen bemerkt man eine grosse Einförmigkeit
Monographie der Gattung Fezomachus. 53
in der Bildung derselben, welche sich nicht nur auf die Form
der einzelnen Glieder allein, sondern sogar auch auf die Fär-
bung bezieht. Die Mehrzahl der Arten hat roth gefärbte Fühler
und diese Farbe geht allmählich nach der Spitze hin in Braun
über , viel seltner sind sie ganz braun oder schwarzbraun,
noch seltner dreifarbig, wenn zu den beiden erstgenannten
Farben noch Weiss hinzutritt. Das Weiss zeigt sich dann
immer in der Mitte, nie an der Basis oder an der Spitze. Der
Form nach sind sie meist fadenförmig stark verlängert , die
einzelnen Glieder in der Regel walzenförmig, das erste etwas
verdickt, an der Spitze schief abgestutzt, manchmal sehr tief,
fast bis zur Basis hinab, wie bei Pez. abbreviator und Hopei
Grv. Das zweite Glied erscheint verhältnissmässig sehr kurz,
und wenn es auch mehr verlängert ist , wie bei den eben
genannten Arten, so ragt es doch nicht weit über die Spitze
des ersten hinaus; das 3te Glied ist stark verlängert, mit
wenigen Ausnahmen immer etwas länger als das 4te, bisweilen
aber so wenig, dass beide als gleich lang angesehen werden
können. Der Fall , wo das 4te Glied grösser als das 3te,
kommt selten vor und bildet dann einen vortrefflichen speci-
fischen Charakter. Vom 4ten Gliede ab sieht man, dass bei
allen Arten ohne Ausnahme die einzelnen Glieder an Länge
abnehmen , so dass früher oder später die Breite derselben
ihre Länge überwiegt. Selten bleiben alle Glieder bis zur
Spitze hin länger als breit. Da das Verhältniss in der Ab-
nahme der Länge und der relativen Länge zur Breite unmög-
lich für alle Glieder der Fühler und bei allen Arten angege-
ben werden kann, so habe ich nur die relative Länge des
3ten zu dem 4ten Gliede und bei dem 7ten das Verhältniss
der Länge zu seiner Breite angeführt, damit die Beschreibun-
gen nicht zu schleppend werden. Auch reichen diese Bezie-
hungen vollkommen aus, sich die Bildung des Fühlers klar zu
vergegenwärtigen. Der Kreis der unterscheidenden Organe
erhält also auch in den Fühlern einen kleinen Zuwachs, wel-
cher nicht gering angeschlagen werden darf, wenn sie auch
in der Bedeutsamkeit für specifische Unterscheidung weit hin-
ter dem Mittel- und Hinterleib zurücktreten müssen. Weiter
verdienen am Kopf ausser den Fühlern noch die Taster und
die Mandibeln in Bezug auf ihre Färbung einige Berücksich-
54 F 0 e r s t e r :
tigung, obgleich bei diesen beiden Organen die Einförmigkeit
noch viel mehr hervortritt , als bei allen übrigen , denn die
Taster sind meist gelb , rothgelb , bräunlich , schwarzbraun,
oder fast ganz schwarz, das Letztere sehr selten. Die Man-
dibeln erscheinen meist roth , mit brauner oder schwarzer
Spitze, selten ganz braun oder schwarz.
Der Mittelleib zeigt die 3 Ringe oder Abschnitte, jedoch
so , dass der Prothorax auf dem Rücken nur ein schmales
Ouerband erkennen lässt, welches von der starken Concavität
des Hinterhaupts aufgenommen und fast ganz verdeckt wird;
es fällt demnach der Prothorax, von oben gesehen, entweder
gar nicht oder nur sehr wenig in die Augen, Man darf sich
hier nicht verleiten lassen , den vorderen , etwas niederge-
drückten und querüber fast abgeschnürt erscheinenden Theil
des Mesothorax für den Prothorax zu halten. Es ist bekannt,
dass Gravenhorst, höchst wahrscheinlich dieses gänzliche Zu-
rücktreten des Prothorax ins Auge fassend, nun den nächst-
folgenden Ring, den eigentlichen Mesothorax als Prothorax
bezeichnen zu müssen glaubte , diese Bezeichnung habe ich
jedoch nicht zu adoptiren gewagt. Der Mesothorax ist, wie
oben bemerkt wurde, nach vorn querüber mehr oder weni-
ger tief niedergedrückt und erhebt sich hinter diesem Eindruck
manchmal bedeutend ; dann geht von beiden Seiten von der
Flügelwurzel eine nach vorn verlaufende und genau vor dem
eben genannten Quereindruck sich bogenförmig krümmende
vertiefte Furche aus, welche den Mesothorax in einen vorderen
und hinteren Abschnitt theilt. Diese Furche ist nicht bei allen
Arten gleich tief und deutlich , was häufig von der Färbung
abhängt. Der Mesothorax zeigt gewöhnlich die Sculptur des
Kopfes, ist dieser runzlig, so ist es auch jener, ist der Kopf
punktirt mit glatten Zwischenräumen, so ist es auch der Me-
sothorax. Bisweilen zeigen sich auch auf dem hintern Ab-
schnitt desselben zwei, von der bogenförmigen Furche aus-
gehende und nach der Spitze hin gerichtete convergirende
Seitenfurchen, welche durch ihre Vereinigung, wie es fast
bei Pez. abbreviator und Hopei der Fall ist, diesen Theil des
Mesothorax in drei Lappen theilen würden. Eine solche Thei-
lung ist bei den ebengenannten Arten am deutlichsten, bei
andern dagegen viel weniger deutlich und oft nur angedeutet.
Monographie der Gattung Pezomachus. 55
Der Mesothorax bietet nun noch zwei schöne Anhaltspunkte in
dem Vorhandensein eines deutlich abgesonderten, oder eines
bloss angedeuteten Schildchens dar, in den meisten Fällen ist
gar kein Schildchen vorhanden oder dasselbe tritt nur bei
dem andern Geschlecht auf. Andererseits muss auch die Auf-
merksamkeit auf die Flügel hingelenkt werden, welche zu dem
Schildchen in einer engeren Beziehung stehen. Es wird sich
immer finden, dass mit einem deutlich abgesetzten Schildchen
die Vorderflügel eine höhere Entwicklung antreten und sich
nicht mehr auf blosse Ansatzpunkte beschränken. Schon bei
den ^. der Gattung Pezomachus im engeren Sinne wird die-
ses bald einleuchtend , noch mehr in den andern Gattungen.
Aus der Betrachtung der Gravenhorstischen Arten ergiebt
sich schon ein dreifacher Unterschied in Bezug auf die Ent-
wicklung der Flügel , denn einmal führt dieser Schriftsteller
Arten auf mit vollständig entwickelten Flügeln, den Pez. lon-
gipennis, fulveolalus und Mangeri, welche auch abgesehen von
den Flügeln durch andre Merkmale sich generisch von Pezo-
machus scheiden, oder die Flügel treten in ihrer Entwicklung
so zurück, dass sie, obgleich hin und wieder noch mit ein-
zelnen Adern , selbst mit einem Stigma versehen , doch nicht
zum Fliegen tauglich erscheinen. Ein dritter Fall, zugleich
der häufigste, lässt uns nur Flügelansätze, sogenannte Flügel-
punkte wahrnehmen. Hier kann natürlich von einer Entwick-
lung der Flügel keine Rede mehr sein.
Der 3te Abschnitt des Mittelleibs, der Metathorax, ist
aber bei Pezomachus der wichtigste Theil. Er zerfällt in zwei
mehr oder weniger deutlich geschiedene Theile, wovon der
Basaltheil mit dem Mittelbrustrücken in gleicher Ebene liegt,
der andre Theil dagegen an der Spitze abschüssig ist, und
von dem ersteren in einem kleineren oder grösseren Winkel
abfällt. Diesen letzteren Theil werde ich im Verlauf dieser
Abhandlung immer als abschüssige Stelle bezeichnen. Die
Trennung der abschüssigen Stelle von dem Basaltheil wird durch
eine kielförmig hervortretende bogenförmige Querleiste bewirkt,
welche in der Regel am schärfsten in den Seiten und am
schwächsten oben in der Mitte wird. Bisweilen fehlt jede
Spur dieser Querleiste oder sie ist so undeutlich geworden,
dass sie als nicht vorhanden angesehen werden kann. Ausser
96 F 0 e r s t e r :
dieser Leiste, welche bei Pezomachus im engeren Sinne al-
lein auftritt, wird der Metathorax auch noch von mehreren an-
dern in verschiedenen Richtungen durchschnitten und dadurch
wirklich in eine gewisse oder bestimmte Anzahl von Feldern
getheilt. Eine sehr passende Bezeichnung dieser Felder hat mein
scharfsinniger Freund Wesmael in dem Werke, Tentamen dis-
positionis methodicae Ichneumonum Belgii, aufgestellt, welche
ich hier ebenfalls zu Grunde lege. Bei nur wenigen Arten hat
der Metathorax eine so vollständige Ausbildung der Felder auf-
zuweisen, wie sie bei den ächten Ichneunomen auftritt, es ist
aber nicht ausser Acht zu lassen , dass die Bildung solcher
Felder mit dem generischen Charakter in einem innigen Zu-
sammenhange zu stehen scheint. Die abschüssige Stelle tritt
noch in eine andre Beziehung zu dem Basaltheil , nämlich in
ein relatives Längenverhältniss. Häufig erscheint nämlich der
Basaltheil sehr stark entwickelt , und die abschüssige Stelle
tritt dann sehr zurück, wird sehr niedrig oder stark verkürzt;
auch das Gegentheil findet statt, der Basallheil verkürzt sich mit-
unter sehr bedeutend und in einzelnen Fällen, wie bei der
Gattung Cremnodes (der Pez. atricapillus Grv. gehört dazu,)
wird er so klein, dass er fast gar nicht mehr in Betracht
gezogen werden kann. Ein weiterer Vergleich kann zwischen
dem Basaltheil des Metathorax und dem hinteren Abschnitt
des Mesothorax angestellt werden und zwar in Bezug auf die
relative Länge beider. Dieses Verhältniss begründet in vielen
Fällen wichtige specifische Unterschiede. In den meisten Fällen
erscheint der Metathorax fein und etwas verworren runzlig,
stärker und grob runzlig wird er nur in einigen Arten.
Völlig glatt wird er wohl auch, er hat dann aber in der Regel
etwas gröbere , zerstreute Punkte und die abschüssige Stelle
bleibt auch in diesem Falle runzlig. Aus der Betrachtung
dieser Verhältnisse ergiebt sich die Wichtigkeit des Meta-
thorax und namentlich der abschüssigen Stelle. Ein tieferes
Eingehen ergiebt noch viele andere feinere Unterschiede ,
welche bei Unterscheidung sehr nahe stehender Arten durch-
aus nicht übersehen werden dürfen. Dahin gehört z. B.
die grössere oder geringere Entwicklung der Querleiste ,
die Form des Bogens , den dieselbe oben in der Mitte bil-
det, die Art und Weise, wie sie in den Seiten vorspringt.
Monographie der Gattung Pezomachus. 57
Betrachtet man die abschüssige Stelle von der Seite , dann
tritt die Querleiste besonders deutlich hervor, sie bildet schein-
bar ein scharf vorspringendes Zähnchen, und zwar genau an
der Stelle, wo bei der Gattung Ichneumon und in andern Gat-
tungen wirklich ein scharfer verlängerter Zahn oder Dorn
sich zeigt. Es ist diejenige Stelle, welche die Spitze der areola
dentipara bildet , wenn der Metathorax vollständig gefeldert
erscheint. Wenn die Querleiste ganz fehlt, oder so undeutlich
wird, dass man sie als nicht vorhanden betrachten kann, ent-
stehen Verhältnisse , die ebenfalls nicht übersehen werden
dürfen. Entweder ist in diesen Fällen die abschüssige Stelle
von dem Basaltheil noch deutlich getrennt, gleichsam scharf
abgeschnitten, oder sie geht allmählich in den Basallheil über,
in einigen Fällen wohl so unmerklich , dass von einer ab-
schüssigen Stelle kaum noch die Rede sein kann. In dem er-
steren Falle, wo eine scharfe Abgrenzung der abschüssigen
Stelle noch stattfindet , dürfte eine völlige Abwesenheit der
Querleiste kaum anzunehmen sein ; wo hingegen der Ueber-
gang in den Basaltheil offenbar und unbestreitbar statt findet,
kann das Vorhandensein derselben nicht mehr behauptet werden,
Nach der Betrachtung des Mittelleibs erfordert der Hin-
terleib in mehrfacher Beziehung eine sorgfältige Berücksich-
tigung. Die Sculptur desselben, die Punktirung und Behaa-
rung , der Bohrer bei den $ , und vor Allem die Form des
Isten Segments müssen neben der Färbung besonders beachtet
und hervorgehüben werden. Die Sculptur der Segmente ist fast
vorherrschend fein lederartig-runzlig, bald mehr bald weniger
bestimmt und deutlich. Gewöhnlich ist dieselbe auf dem 2ten
und 3ten Segment am schärfsten ausgeprägt und nimmt all-
mählich auf den folgenden Segmenten ab. Wird der Hinter-
leib stärker runzlig, dann treten die Runzeln dichter zusam-
men und zeigen sich mehr verworren, oder sie treten schärfer
hervor und verlaufen der Länge nach. Sogenannte Längs-
runzeln trifft man bei der Gattung Theroscopus auf dem Isten
Segment und wohl auch an der Basis des 2ten an. In eini-
gen Fällen erscheinen die Segmente punktirt und die Punkte
durch äusserst feine , wie mit der Nadel eingerissene Quer-
linien verbunden , eine Sculptur , die man wohl als nadel-
rissig bezeichnen könnte. Nur selten sind die Segmente ohne
58 Foerster:
besondere Sculptur, bloss mit mehr oder weniger dichten oder
zerstreuten Punkten versehen, dann erscheinen die Segmente
manchmal sehr glatt, wie in der Gattung Stibeutes. Bei den
zahlreichen und unmerklichen Uebergängen wird es oft schwer,
die Sculpturverhältnisse recht scharf und genau zu bezeich-
nen , sie müssen daher annäherungsweise und so viel wie
möglich bestimmt hervorgehoben werden. Die Punktirung und
Behaarung erfordern nicht weniger Berücksichtigung, weil der
Hinterleib in der dichteren oder zerstreuteren Punktirung ein
treffliches Merkmal zur Sonderung von grösseren Gruppen in-
nerhalb der Gattung Pezomachus s. str. darbieten. Die Be-
haarung ist immer von der Punktirung abhängig, denn da aus
jedem Pünktchen ein einzelnes Haar entspringt, so lässt sich
leicht entnehmen, dass, wie der Hinterleib dicht oder zerstreut
punktirt erscheint, auch die Behaarung bald dichter und bald
zerstreuter wird. Zwei Verhältnisse bilden sich in der Gat-
tung Pezomachus ziemlich scharf aus, nämlich, die Punkte
stehen auf den Segmenten sehr dicht zusammen oder etwas
weniger dicht, jedoch so, dass die aus denselben entsprin-
genden Häärchen den Grund des Segments decken, oder die
Punkte treten so weit aus einander, dass die Haare nicht mehr
völlig die Grundfläche bedecken, dann darf man Punktirung
und Behaarung schon zerstreut nennen. Häufig treten aber
auch die Punkte sehr weit aus einander, die Häärchen sind
sehr klein und zwischen den Punkten treten grössere nicht
punktirte Zwischenräume auf. Hier wird man die Punktirung
sehr zerstreut nennen dürfen.
Auf diese Weise lassen sich nach einem sehr dicht oder
massig dicht punktirten Hinterleib auf der einen , und nach
einem etwas zerstreut oder sehr zerstreut punktirten auf der
andern Seite zwei recht gute Abtheilungen bilden, um die
grosse Menge der Arten leichter übersehen zu können. Mit-
unter tritt zwar auch der Fall ein, dass der Hinterleib auf den
3 ersten Segmenten massig dicht, auf den folgenden zerstreuter
punktirt erscheint, dadurch wird zwar ein Uebergang zwischen
den eben angedeuteten Abtheilungen vermittelt, ich habe aber
alle Arten, bei welchen dieser Fall eintritt, in die erste der
beiden Abtheilungen verwiesen. Es darf hier nicht verschwie-
gen werden, dass es mir in einigen Fällen sehr schwer ge-
Monographie der Gattung Pezomachud. 59
worden ist, mit der gehörigen Schärfe zu trennen, weil zwi-
schen dichter und zerstreuter Punktirung bei einzelnen Arten
ein fast unmerklicher Uebergang sich vorbereitet. Diese Er-
scheinung wird nicht befremden, da in sehr vielen Fällen bei
Unterabtheilungen eine scharfe Grenze nicht statt findet, wäh-
rend "an den äussersten Punkten einer Reihe die Divergenz
gleich in die Augen springt. Der Glanz der einzelnen Seg-
mente des Hinterleibs hängt einmal von der geringeren oder
stärkeren Sculptur, und dann auch von der Dichtigkeit der
Punktirung ab; wo die Sculptur ganz fehlt, glänzt der Hinter-
leib am stärksten. Nach der Behaarung und Punktirung muss
die Aufmerksamkeit zunächst auf das Iste Segment hingelenkt
werden und zwar vorerst auf die allgemeine Form desselben.
Diese ist zwar im Allgemeinen bei allen Arten dieselbe ,
nämlich, an der Basis ist das erste Segment verschmälert und
nach der Spitze hin erweitert, aber in der Art und Weise
wie die Erweiterung statt findet, lassen sich bei ganz genauer
Betrachtung zwei wichtige Differenzen wahrnehmen. Entwe-
der erweitert sich dieses Segment ganz allmählich und höchst
regelmässig bis zur Spitze hin, oder es zeigt sich in der Mitte,
meist aber etwas hinter der Mitte eine Unterbrechung oder
eine Art von Vorsprung , welcher durch die dort hervortre-
tenden Luftlöcher gebildet wird. Durch diesen Vorsprung
wird das Segment gleichsam in 2 Hälften 0 getheilt. Der
hintere Theil ist bis zur Spitze entweder gleichmässig erwei-
tert, dann sind die Seiten desselben parallel, oder er erwei-
tert sich langsam fortschreitend bis zur Spitze, in diesem Falle
divergiren die Seiten stärker oder schwächer. Eine weitere
Beachtung verdient dieses Segment der Luftlöcher (spiracula)
wegen, welche in Form von kleinen Knötchen seitlich mehr
oder weniger scharf vorspringen oder gar nicht sichtbar wer-
den, wenn man, wohl gemerkt, senkrecht auf dieses Segment
hinsieht. Ich habe diese vorspringenden Luftlöcher bei Be-
schreibung der Arten schlechtweg mit dem Namen der Knötchen
belegt , und um so mehr glaubte ich zu dieser Benennung
*) Gravenhorst nannte den Theil von der Basis bis zu den Luft-
löchern pars postica (auch wohl petiolus) und den andern Theil, von
den Luftlöchern bis zur Spitze, pars anlica, vv^ährend der Analogie nach
die Sache umgekehrt werden muss.
60 Foerster:
mich berechtigt, weil sie bei den folgenden Segmenten nie
in dieser Form hervortreten. Weiter habe ich das Iste Seg-
ment in Beziehung zu dem Bohrer gebracht , welcher , wie
sich nicht läugnen lässt , bei der Gattung Pezomachus s. str.
nicht unwesentlich zur Unterscheidung der Arten ist. Gra-
venhorst hatte die Länge des Bohrers nach den letzten Seg-
menten gemessen , wodurch schwankende und unzuverläs-
sige Angaben entstehen mussten, weil diese Segmente bei
einer und derselben Art bald mehr eingezogen , bald mehr
ausgedehnt und verlängert erschienen. Durch eine Verglei-
chung der Länge des Bohrers mit dem ersten Segmente fällt
dieser Uebelstand weg und es lässt sich annäherungsweise
leicht bestimmen , ob der Bohrer besimmt kürzer , eben so
lang oder besimmt länger als das Iste Segment ist. Dass die
Länge des Bohrers bei derselben Art variire, ist mir nirgendwo
aufgestossen, und scheint mir auch nicht wahrscheinlich, wenn
man nur festhalten will, dass von seiner relativen Länge die
Rede ist, welche allerdings bei grösseren oder kleineren In-
dividuen derselben Art scheinbar, aber auch nur scheinbar,
sich verschieden zeigen kann.
Die Beine, welche ich bei Pezomachus unter allen Or-
ganen zuletzt in Betracht ziehe, nehmen auch unstreitig, wenn
von ihrer Bedeutung für die specifische Unterscheidung die
Rede sein soll, den letzten Platz ein. Zwar hat die eigene
Bildung des vorletzten Fussgliedes bei Pez. abbreviator und
Hopei Grv., welches fast bis auf den Grund gespalten ist, mich
veranlasst, beide Arten sogar generisch von Pezomachus zu
trennen, aber abgesehen von diesem vereinzelten Falle, herrscht
bei denselben eine grosse Gleichförmigkeit der Bildung vor.
Die blassgelbe oder röthlichgelbe Farbe ist vorherrschend, dann
zeigt sich wohl zuweilen ein schwacher Anflug von Braun,
schwarzbraune oder gar schwarze Färbung findet sich selten.
Bei gehöriger Sichtung und Zusammenstellung der Arten un-
ter Berücksichtigung der Differenzen, welche aus der Betrach-
tung der oben angeführten Organe entspringen, kann die Fär-
bung der Beine immer noch ein gutes Merkmal abgeben, aber
es darf nicht zu viel Gewicht darauf gelegt werden, und Far-
ben, die einander sehr nahe stehen und als schwache Nüan-
cirungen angesehen Averden können , dürften unter keinem
Monographie der Gattung Fezomachus. 61
Vorwand den specifischen Charakter in dieser Gattung bedin-
gen. Die einzelnen Theile der Beine, Hüften, Schenkel, Schie-
nen und Tarsen zeigen in der Gattung Pezomachus einen so
durchaus nach demselben Typus gebildeten Charakter, dass bei
keiner Art aus diesen Theilen irgend ein erheblicher Unter-
schied hergeleitet werden kann. Bei andern Gattungen tritt
wohl innerhalb eines festbegründeten Gattungscharakters , in
der Form und Bewaffnung dieser Theile, oder in Bezug auf
relative Grössenverhältnisse ein specifischer Charakter deutlich
hervor, allein bei Pezomachus vermisst man diese Verhältnisse
gänzlich und die Bestimmung der Arten wird dadurch , wie
leicht zu ermessen, nicht unbedeutend erschwert.
Aus der Darstellung der einzelnen Organe wird man,
obgleich ich eine Menge neuer Gesichtspunkte aufzufinden das
Glück hatte, bald ersehen , dass es dennoch nicht leicht ist,
die sehr grosse Menge der Arten mit Sicherheit zu erkennen.
Die Schwierigkeiten sind jetzt schon sehr gross, und werden
sich mit der Zahl der Arten , welche die nächste Zukunft
sicherlich bringen wird, noch vermehren. Man täusche sich
nicht in Bezug auf diese Schwierigkeiten. Allerdings ist es
sehr leicht für den Besitzer von Originalexemplaren, eine Art
sicher zu bestimmen, weil häufig bei der Vergleichung der
Habitus, jener unbestimmbare, gleichsam nur für das Auge
geschaffene Ausdruck, alle Kritik überflügelnd, das Bechte
augenblicklich trifft. Aber nicht so leicht wird es dem, wel-
cher an den todten Buchstaben der Beschreibungen gebunden
ist, selbst dann, wenn sie noch so gründlich sind. In den
Beschreibungen das rechte Maass einzuhalten, das Wesentliche
von dem Unwesentlichen zu unterscheiden, ist der schwie-
rigste Punkt für den Monographen. In der Beschreibung der
Arten wird man daher hier vergebens sogenannte erschöpfende
Auseinandersetzungen suchen dürfen , dafür aber immer die
wesentlichsten Punkte berührt finden , also einen Mittelweg
antreffen, welcher die Extreme zu vermeiden strebt.
Es bleibt mir nach den vorhergehenden Erörterungen
noch übrig, über das andre Geschlecht der Pezomachen einige
Bemerkungen zu machen. Schon Gravenhorst ^ hat sich ge-
0 Grav. lehn eur. t, II, p.869. Sunt auctores, qui conlendunt,
62 Foerster)
'.i\U[
gen die Ansicht verwahrt, dass die <^ derselben geflügelt
seien, und in Betreff der Gattung Pezomachus im engeren
Sinne, muss ich ihm hierin unbedingt beipflichten. Ich kenne
von dieser Gattung jetzt ungefähr 160 Arten, alle $, aber
ausser diesen auch 40 und einige ungeflügelte, offenbar zur
Gattung Pezomachus gehörende männliche Arten, also ein volles
Viertel. Wenn dieses Zahlenverhältniss auch scheinbar un-
günstig erscheinen sollte, so darf man nicht vergessen, dass
bei manchen Gattungen das männliche Geschlecht noch viel
seltner vorkommt, wobei ich unter den Gallwespen nur an die
Gattungen Cynips und Rhodites erinnern will. Ein Hin- und
Herstreiten ist an diesem Orte um so weniger zulässig, da
nur directe Erfahrungen das wahre Sachverhältniss aufklären
können , aber es ist immerhin von einiger Wichtigkeit , die
darüber geäusserten Meinungen zu vernehmen, wenn sie sonst
von anerkannten Autoritäten herrühren. Eine solche ist un-
streitig der scharfsinnige und gründliche Wesmael. Er hat
in seiner Notiz über die Gattung Euceros ^), auch der Gat-
tung Pezomachus erwähnt und dabei die Meinung geäussert,
dass die Arten dieser Gattung im Allgemeinen nur die $
von Hemiteles oder Phygadeuon seien, d. h. mit andern Wor-
ten, dass man die ^7" derselben wohl in den beiden ange-
führten Gattungen zu suchen hätte. Wesmael hat aber bei
dieser Gelegenheit keine speciellen Beweise für diese Ansicht
vorgebracht, und auch bei den übrigen Autoren finde ich
nichts, was dieselbe gradezu bestätigte. Wenn auch einige
Arten erzogen wurden, so wird doch über das Geschlechts-
verhältniss wenig oder gar nichts mitgetheilt. Ich bin eben-
falls nicht im Stande, die Ansicht Wesmael's direct zu bestäti-
gen oder zu widerlegen, aber ich muss darauf aufmerksam
machen, dass die Gattung Pezomachus im Gravenhorstischen
Sinne von mir in mehrere eingetheilt wird; wenn daher der
obige Ausspruch Wesmael's eine Geltung haben soll, so fragt
mares harum feminarum apterarum volatiles esse, quod tanien cum raeis
observationibus haud congruit.
•) Note sur les caracteres des Euceros Grv. par C. Wesmael.
Extrait du tom. VIII. n. 5. des Bulletins de l'Acad. roy. d. ßruxelles.
pag. 5. — Les Pezomachus ne sont en general que des femefles de Phy-
gadeuon et d'Hemiteles.
Monographie der Gattung Pezomachus. 63
sich, auf welche Gattung er mm gedeutet werden könne. Auf
die grosse Mehrzahl der Arten bei Gravenhorst, welche bei
Pezomachus im engeren Sinne verblieben sind , wird dieser
Ausspruch keine Anwendung finden. Diese Ueberzeugung habe
ich aus der Betrachtung und genauen Vergleichung beider
Geschlechter in Bezug auf die Bildung des Metathorax gewon-
nen, denn diese ist eine so eigenthümliche , dass mir zur
Stunde kein männlicher Phygadeuon oder Hemiteles ') bekannt
ist, welcher einen ähnlich gebildeten Hinterbrustrücken besitzt.
Wohl aber besitze ich ungeflügelte männliche Arten genug,
welche mit den betreffenden $. so genau übereinstimmen (das
ausgebildete Schildchen natürlich abgerechnet), dass deren
Zusammengehörigkeit gar nicht bezweifelt werden kann. Ja,
um den leisesten Zweifel in dieser Beziehung zu zerstreuen,
kann ich noch weiter anführen,Adass ich mehrere ungeflügelte
männliche Individuen besitze, welche selbst des Schildchens
entbehren. Da schon aus dem Obengesagten hervorgeht,
dass ein volles Viertel der J^. bekannt ist, wer wollte dann
noch ferner bezweifeln, dass auch die übrigen noch entdeckt
werden, und dass alle (^. der Gattung Pezomachus im enge-
ren Sinne, ebenso ungeflügelt sein werden, wie die $. Ob
für die von mir neu gebildeten Gattungen das männliche Ge-
schlecht in der Gattung Phygadeuon und Hemiteles zu suchen
sei oder nicht, ob die ^. geflügelt sein werden, oder keine
Flügel besitzen, darüber kann ich mich nicht entschieden aus-
sprechen, weil mir zur Zeit noch kein einziges (^. derselben
bekannt geworden ist. Bloss von der Gattung Catalytus dürf-
») Hiernach ist auch wohl die Angabe von Ratzeburg zu be-
richtigen, welcher in dem bekannten Werke ,,die Ichneumonen der
Forstinsekien, ein Anhang zur Abbildung und Beschrei-
bung der Forslinse kten, Berlin 1844." pag. 154. von dem
Pezomachus cursitans sprechend, noch besonders anführt: Hr. Hartig
vermuthet das ^ desselben in einem geflügelleo Individuum gefunden
zu haben. Auch bei Pez. bicolor , auf derselben Seite dieses Werkes,
führt Ratzeburg an: Hr. Hartig setzt dazu: das ^ ist ein geflü-
gelter Hemiteles.
Beiden Angaben muss ich hier, aus den oben entwickelten Grün-
den, auf das Bestimmteste widersprechen, sie beruhen, wie ich glaube,
auf einer übrigens lüicht zu entschuldigenden Täuschung.
64 Foerster:
ten die geflügelten J^. um so eher aufzufinden sein, da hier
die $. schon vollkommen entwickelte, d. h. zum Fliegen taug-
liche Flügel haben. Für die Gattungen Cremnodes, Stibeutes
und vielleicht auch Pterocormus könnte ebenfalls das (^. unter
Phygadeuon oder Hemiteles stecken, da sie im Bau des Meta-
thorax sich diesen Gattungen eng anschliesen ; bei den übrigen
Galtungen, nämlich: Aptesis, Theroscopus, Agrothereutes und
Pezolochus ist es mir weniger wahrscheinlich.
Ueber die Lebensweise dieser Gattung lässt sich im All-
gemeinen nicht viel sagen. Nur wenige Arten sind bis jetzt
erzogen worden und haben sich als ächte Parasiten erwiesen,
und zwar wie Ratzeburg ermittelt hat, als Parasiten anderer
Schmarotzer. Dieses Verhältniss ist so eigenthümlicher Art,
dass alle Beobachtungen hierüber das Interesse des Entomo-
logen im höchsten Grade in Anspruch nehmen müssen , weil
sie einen tiefen Blick in die wunderbare Oekonomie der In-
sektenwelt gestatten. Bei der Wichtigkeit solcher Beobachtun-
gen leuchtet auch von selbst ein, dass sehr viel darauf ankommt,
die Identität der Species auf das Sorgfältigste festzustellen.
Leider konnte bis jetzt trotz vieler Mühe dieser Anforderung
nicht immer genügt werden, weil wir noch weit entfernt sind,
von einer ausführlichen und genügenden Darstellung und Aus-
einandersetzung so schwieriger Gruppen, wie die parasitischen
Hymenopteren sie bilden. Obgleich von Deutschland aus durch
die Werke von Gravenhorst, Nees von Esenbeck und Ratze-
burg sehr viel geleistet wurde , obgleich in England durch
Westwood, Walker und Haliday und in Belgien durch Wes-
mael vortreffliche Untersuchungen vorliegen, so fehlt doch in
diesem Material häufig der Einklang, und wünschenswerlh
wäre es, wenn durch eine geübte Hand derselbe herbeigeführt
werden könnte , ehe zu dem Vorhandenen noch viel neues
Material hinzukäme, um die Schwierigkeiten zu vermehren.
Es scheint mir darum nicht überflüssig, hier der von Ratze-
burg erzogenen Arten besonders zu erwähnen, um so mehr,
da ich der Gefälligkeit desselben die Ansicht der Original-
exemplare verdanke, von welchen in den Ichneumonen der
Forstinsekten die Rede ist. Ich bin dadurch in den Stand
gesetzt worden, einige Angaben zu berichtigen, welche diese
schönen Beobachtungen über die Lebensweise in Betreff" der
Monographie der Gattung Pezomachus. 65
Art sicher stellen. Ratzeburg- führt in diesem Werk ^) einen
Pezomachus agilis an, welcher als Schmarotzer aus verschie-
denen Microgasteren erzogen wurde und zwar bei Gelegenheit
des Einzwingerns von Bombyx Pini. Dieser Pezomachus ist
aber zuverlässig nicht die Stammart von Pez. agilis Grv.,
sondern nur eine Varietät desselben, wie mich die Original-
exemplare der Gravenhorstischen Sammlung belehrt haben.
Ich habe diese Varietät des agilis, welche sich von der Stamm-
art sehr leicht unterscheiden lässt , als Pez. instabilis abge-
sondert und weiter unten beschrieben. Es lässt sich auch
ohne Ansicht der Originalexemplare des Fabricius gar nicht
feststellen, dass diese Art der Pez. agilis des Fabricius sei,
deshalb muss man sich vorläufig an die Gravenhorstische Be-
stimmung halten. Unter 5, von Ratzeburg zur Ansicht ge-
stellten Exemplaren befand sich eines mit der Bezeichnung,
j,aus Microgaster Crataegi erzogen,« welches mir nur Varietät
des instabilis zu sein scheint, aber etwas kräftiger gebaut und
am Mesothorax ein wenig roth gefärbt war. Auch die Beine
desselben sind weniger dunkel und namentlich die Schenkel
fast ganz ohne bräunlichen Anflug. Fortgesetzte Beobachtun-
gen müssen entscheiden, ob diese Varietät noch mehr Ueber-
gänge zum instabilis bilden wird, oder als eigne Art zu be-
trachten ist. Meine Sammlung enthält eine grosse Menge
von Varietäten dieser sehr veränderlichen Art, aber alle be-
ziehen sich auf die Farben, nicht auf die Sculptur. Der Pez.
cursitans bei Ratzeburg (1. c. p. 153.3 ist genau der Graven-
horstische, und daher das Verhältniss seines Vorkommens ge-
sichert. Er wurde aus Lophyrus Pini, Bombyx Pini und Cim-
bex variabilis erzogen, im letztern Falle in Gesellschaft mit
Hemiteles dispar, und Ratzeburg vermuthet, dass beide ge-
meinschafthch in dem Cryptus incubitor schmarotzen. Pez
pedeslris F. und Grv.! welcher 1. c. pag. 154. N. 5. erwähnt
wird, soll nach Hrn. H artig Schmarotzer - Schmarotzer in
Bombyx Pini sein. Pez. Gravenhorstii Rtzb. (1. c. p. 154. N.6.)
ist eine neue, ausgezeichnet schöne Art, die zu der neuen
Gattung Theroscopus m. gehört, sie wurde von Ratzeburg als
») S. d. Ichneumonen der Forstinsecten , ein Anhang u. s. w.
ßerlin 1844. p. 153.
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. ßd. 5
66 Foerster:
Schmarotzer des Ophion merdariiis erkannt. Pez. terebratof
Rtzb. 0 ist ebenfalls eine neue Art und zwar ein achter Pezo-
machus, der in Microgaster schmarotzt. Hr. Ratzeburg sah
ihn mit Pteromalus Boucheanus aus Microgaster-Tönnchen des
ßombyx Salicis kommen. Aber der an derselben Stelle er-
wähnte Pez. hortensis Chr. ist eben so wenig, als das von
Ratzeburg erwähnte und von Dahlbom aus Tinea padella er-
zogene Stück, die ächte Gravenhorstische Art, sondern beide
unterscheiden sich als eigne Arten. Das von Ratzeburg aus
Tinea lichenella, zugleich mit Hemiteles palpator erhaltene Stück
habe ich Pez. geochares genannt, das Dahlbom'sche Stück war
verstümmelt und Hess sich daher nicht mehr bestimmen, lieber
den von Ratzeburg erwähnten Pez. bicolor, dem Hr. Hartig
gewiss mit Unrecht in einem geflügelten Hemiteles ein Männ-
chen zuweist, kann ich keine Auskunft geben, da er mir nicht
zur Ansicht vorliegt. Stellen wir nun die Resultate der Ratze-
burg'schen Untersuchungen zusammen, so erhellen daraus fol-
gende wichtige Momente:
1. Die Pezomachi haben sich als ächte Parasiten anderer
Schmarotzer unzweifelhaft erwiesen, Bürge dafür ist das
Vorkommen des Pez. instabilis m. (Pez. agilis F. nach
Rtzb. aber nicht Grv.) und des Pez. terebrator Rtzb. in
Microgaster -Arten. Dasselbe Verhäitniss zeigt sich in
der Gattung Theroscopus, wofür als Beispiele das Vor-
kommen von Ther. Gravenhorstii (Pez. Grav. Rtzb.) in
Ophion merdarius, und des Ther. pedestris in den Schma-
rotzern von Bombyx Pini sprechen würden.
2. Es steht noch nicht fest, ob die einzelnen Arten von
Pezomachus immer in derselben Art von Schmarotzern
parasitisch leben oder in verschiedenen, denn das Bei-
spiel von Pezomachus cursitans deutet nur die Möglich-
keit an, dass derselbe immer in Cryptus incubitor schma-
rotze. Da er indess aus so verschiedenen Thieren er-
zogen wurde, wie auf der einen Seite Lophyrus Pini
und Cimbex variabilis und auf der andern Seite Bombyx
Pini sind, und das Vorkommen des Cryptus incubitor
1) S. d. Ichneumonen der Forstinsecten , 2ter Bd. 5-6-7te Cent,
pag. 126.
Monographie der Gattung Pezomachus. 67
in allen diesen Fällen nicht unzweifelhaft nachgewiesen
ist , so scheint mir eher wahrscheinlich , dass die von
cursitans angefallenen Schmarotzer verschiedenen Arten,
selbst verschiedenen Gattungen angehörten.
3. Steht auch nicht ganz fest, dass die Pezomachi immer
Parasiten anderer Schmarotzer sein müssten, denn die
Angaben des fraglichen Pezomachus hortensis, welcher
von Dahlbom aus Tinea padella erzogen wurde, so wie
von Pez. geochares m. (Pez. hortensis Chr. Rtzb.), der
nach Ratzeburg in Tinea lichenella schmarotze, besagen
weiter nichts, als dass diese Arten parasitisch in Tinea
vorkommen, aber nicht, dass sie die Parasiten eines
andern Schmarotzers gewesen.
Von den übrigen von mir neu aufgestellten Gattungen ist
noch keine Art erzogen worden, ihre Lebensweise daher noch
völlig ungewiss.
Was ergiebt sich nun aus diesen Betrachtungen? Vor-
erst zweierlei, dass wir nur unter N. 1. positive Resultate be-
sitzen , unter N. 2 und 3 aber nicht, und zweitens, dass bei
der geringen Anzahl von Arten , deren Lebensweise bekannt
geworden ist, kaum ein allgemeiner Schluss auf die Lebens-
weise der andern gewagt werden darf. Analogien helfen nicht
immer. So ist es, um nur ein Beispiel hier anzuführen, be-
kannt, dass die schöne Gattung Torymus auf Gallwespen meist
angewiesen ist, und Hr. Ratz e bürg bezweifelt ^ sogar, ob
die von mir in den Beiträgen zur Monographie der Pteroma-
linen angegebenen Beispiele sich auf Torymus beziehen könn-
ten, weil dort ihr Vorkommen in Dipterenlarven erwähnt wird;
ich habe indess später selbst mehrere Arten aus Trypeta-Lar-
ven erzogen.
Da mir selbst keine Erfahrungen über die Lebensweise
von Pezomachus aus eigenen Beobachtungen vorliegen 23, so
*) S. d. Ichneumonen d. Forstins. ein Anhang u. s. w. p. 176.
2) Ich habe nur ein einziges Männchen von Pezora. vor vielen
Jahren aus Yponomeuta Evonymella gezogen, damals aber das Verhält-
niss nicht näher untersucht, worin derselbe zu den verschiedenen Schma-
rotzern dieser Raupe möglicherweise stehen könnte, ich hielt ihn schleoh^-
weg auch für einen Parasiten der Raupe.
68 foerster:
kann ich hier auch nur im Allgemeinen über das Vorkommen
derselben im Freien einige Mittheilungen machen, Ich habe
zu allen Jahreszeiten, im Winter selbst unter Moos u. s. w.
Individuen aufgefunden, jedoch bemerkt, dass man im Früh-
jahr dieselben am seltensten , häufiger schon im Sommer, aber
zumeist im Herbst antrifft. Hier findet man sie noch so spät,
dass ihr Verschwinden fast nur durch eintretenden Frost be-
dingt zu sein scheint. Jedoch würde man sehr irren, wenn
man annehmen wollte, dass sie überall gleich häufig vorkom-
men, sie scheinen im Gegentheil gewisse Lokalitäten beson-
ders zu lieben, sei es, dass dieses in besondern Verhältnissen
bedingt, oder von ihrer Lebensweise, resp. ihrer Nahrung und
Fortpflanzung abhängt. Zwar giebt es keine Lokalität, sei sie
auch noch so steril, welche nicht einige Arten beherbergen
könnte, aber nach meinen Erfahrungen lieben sie doch vor-
zugsweise die Nadelholzwaldungen, wo sie im tiefen Herbst
zu den Raupen, welche die Nadelhölzer bewohnen, und wahr-
scheinlich um diese Zeit in den Puppenzustand eintreten, in
besondern Beziehungen stehen. Hier trifft man sie auch un-
mittelbar unter den Stämmen an , wenn man das spärliche
Gras unter denselben mit dem Schöpfer abstreift. In dersel-
ben Jahreszeit treten in Nadelholzrevieren wie anderwärts
auch viele Fleischpilze auf, ob sie nun auch zu den Parasiten
der die Fleischpilze bewohnenden Larven, oder zu diesen selbst
in einem besonderen Verhältnisse stehen, wage ich nicht zu
entscheiden. Mit wenigen Ausnahmen scheinen alle Arten
selten zu sein, daher finden sich von den meisten mir be-
kannten Arten nur einzelne Individuen vor. Am häufigsten
habe ich hier folgende Arten gefangen : Pez. agilis Grv. (die
Stammart!), Pez. instabilis m., Pez. fascialus Grv., Pez. furaxm.
und Aptesis nigrocincta (Pez. nigrocinctus Grv.). Die geogra-
phische Verbreitung fällt natürlich mit dem Verbreitungsbezirk
derjenigen Thiere zusammen, worauf die Pezomachen entwe-
der mittelbar oder unmittelbar angewiesen sind. Ob sich die
Schmarotzer aber, und hier speciell die Pezomachen, über den
ganzen Verbreitungsbezirk ihrer unfreiwilligen Wirthe ver-
breiten, ist noch eine Frage, deren Lösung einer fernen Zu-
kunft anheimfällt , da wir jetzt noch nicht über die einfachen
Vorfragen im Reinen sind. Die Lebensweise dieser Thiere,
Monographie der Gattung Pezomachus. 69
SO wie auch der übrigen Insekten überhaupt, ist, wie sich
nicht verkennen lässt, ein so wichtiges Element beim Studium
der Entomologie, dass es nur bedauert werden kann, dass
so wenige tüchtige, mit umfangreichen Kenntnissen versehene
Entomologen Zeit und Müsse haben , dieses Gebiet mit Erfolg
zu kultiviren.
Es scheint mir auch noch nöthig, der Synonyme mit
kurzen Worten zu gedenken. Gravenhorst hat dieselbe
in seinem Werke mit rühmlichem Eifer gesammelt und aus-
einander gesetzt. Es ist mir schwer geworden , zu einem
bestimmten Beschluss zu gelangen, in Betreff des Verfahrens,
welches bei den Beschreibungen der einzelnen Arten einzu-
halten war. Einmal stand bei mir die Ansicht fest, dass mit
wenigen Ausnahmen alle Synonyme mehr oder weniger schwan-
kend seien. Was aber die böse Vierzahl , nämlich den Pez.
vagans , agilis , bicolor und hortensis anbetrifft, so steht in
Bezug auf diese nur zu gewiss fest, dass es unmöglich ist,
ohne Ansicht von Originalexemplaren die ursprüngliche Art
festzustellen. Für diese Arten muss daher nothwendig auf Gra-
venhorst allein recurrirt werden, und es darf bei diesen
Arten nur der Name von Gravenhorst citirt werden, weil
dieser Autor eine bestimmte Art vor Augen hatte, welche ich,
gestützt auf die Ansicht der Originalexemplare seiner Samm-
lung , und mit Ausscheidung aller Varietäten , als Stammart
durch eine genaue Beschreibung sicher zu stellen bemüht
gewesen bin. Auch die übrigen Arten, welche Fabricius
beschrieben, lassen sich, da er nur die Farben berücksichtigt
hat, schwer deuten, und da bei diesen grösseren Arten der
Irrthum so leicht ist, wie das Beispiel von Panzer lehrt,
dessen Pez. pedicularius nicht auf die Art des Fabricius
zu beziehen, sondern auf den nigricinctus Grv. , während in
ähnlicher Weise sein abbreviator der Pez. brachypterus Grv.
und nicht die Fabricius'sche Art ist, so leuchtet von selbst
ein, dass, so lange nicht die Originalexemplare des Fabri-
cius genau verglichen werden können, der Gravenhor-
st i s c h e Namen als ein ganz sicherer eintreten muss. Diese
Gründe haben mich zuletzt bestimmt, alle Combinationen über
die so verwickelte und höchst unsichere Synonymie aufzuge-
ben und mich einfach auf das Gravenhorstische Werk
70 .i Foerster:
ZU beziehen , also auf das Material mich zu stützen , was ich
selbst vor Augen hatte, und darum auch sicher deuten konnte.
Vielleicht wird mancher glauben, ich hätte nur eine Schwie-
rigkeit umgehen wollen, dass dieses nicht der Fall , beweist,
wie ich hoffe, die vorliegende Arbeit, welche gewiss keine
leichte genannt werden darf.
Bei der grossen Anzahl der Arten in der Gattung Pe-
zomachus im engern Sinne hielt ich es nicht für überflüssig,
eine analytische Tabelle zur schnelleren und leichteren Bestim-
mung der Arten zu entwerfen, weil ich aus Erfahrung weiss,
wie unangenehm in artenreichen Gattungen der Mangel an
Unterabtheilungen empfunden wird. Ich habe seil einer Reihe
von Jahren mich viel mit Bestimmungen nach den verschie-
densten Autoren beschäftigt und oft da , wo zahlreiche und
wortreiche Beschreibungen vorhanden waren, ohne dass man
sich die Mühe genommen, nach passenden Unterabtheilungen
zu suchen, jene auf Seite legen müssen, um nicht die Geduld
auf eine gar zu harte Probe stellen zu müssen. Sollte die
hier folgende Auseinandersetzung auch noch Manches zu wün-
schen übrig lassen, so wird sie doch, wie sie mir bei Un-
tersuchung neuer Arten schon wesentliche Dienste geleistet,
auch Andern nützlich und, wie ich hoffe, erwünscht sein.
Mit Ausscheidung derjenigen Arten , welche vollständig
entwickelte Flügel haben, wozu also der Pezomachus longi-»-
pennis, fulveolatus und Mangeri gehört, die von mir der neu-
gebildeten Gattung Catalytus zugewiesen werden, würde die
Gruppe der Pezomachen sich auf folgende Weise kurz und
übersichtlich darstellen lassen.
Der Bohrer stark verkürzt, entweder kaum an der Spitze des Hin-
terleibs vorragend, oder so kurz, dass er die halbe Länge des Isten Seg-
ments nicht erreicht,
a. Das Iste Segment hinter den Luftlöchern stark erweitert
1. Fterocormus m.
aa. Das Iste Segment bis zur Spitze seht scjbipal 2. Cremnodes- m.
Monographie der Gattung Pezomachus. 71
B.
Der Bohrer verlängert , deutlich über die Spitze des Hinterleibs
vorragend, meist länger als die Hälfte des Isten Segments,
b. Der Metathorax vollständig und regelmässig gefeldert 3. Stibeutes m.
bb. Der Metathorax nicht gefeldert, oder mit wenigen Feldern.
c. Der Mittelleib mit einem deutlich abgesetzten Schildchen,
d. Das vorletzte Fussglied tief eingeschnitten, zweilappig
4. Agrothereutes m.
dd. Das vorletzte Fussglied nicht tief eingeschnitten , daher
nicht zweilappig.
e. Die Flügelstumrael über die Basis des Metathorax rei- ^
chend, das Iste Segment punktirt, nicht längsrunzlig
5. Aptesis m.
ee. Die Flögelstummel erreichen nicht die Basis des Meta-
thorax, und das Iste Segment ist mehr oder weniger
längsrunzlig 6. Theroscopus m.
cc. Der Mittelleib ohne ein deutlich abgesetztes Schildchen.
f. Das Gesicht stark verkürzt 7. Pezolochus m.
ff. Das Gesicht von gewöhnlicher Länge 8. Pezomachus Grv.
Gen. Pterocoriiius m. i).
Syn. Brachypterus Grv. lehn. eur. tom. I. p. 673.
Der Kopf etwas kurz, die Fühler ebenfalls, die Flügel etwas
länger als der Mittelleib, ohne areola, der Bohrer kaum vor-
ragend.
Diese Gattung-, welche Gravenhorst der Gattung Ich-
neumon einreiht, ziehe ich vorläufig zu der Gruppe der Pe-
zomachen, bis die Ansicht eines Originalexemplares über die
Stellung sicherer entscheiden lässt. Es veranlasst mich dazu
der noch sichtbare (Aculeus vix subexertus, sagt Grv.) Bohrer,
welcher, obgleich sehr kurz, doch in Bezug auf seine Klein-
heit keinen Grund abgeben kann, diese Gattung so weit von
Pezomachus zu trennen. Einstweilen wird dieser Bohrer in
Ermangelung schärferer Merkmale dazu dienen müssen , sie
von den übrigen Gattungen dieser Gruppe zu unterscheiden,
da allerdings in keiner der Bohrer so sehr klein wird , mit
Ausnahme der Gattung Cremnodes, deren Flügel aber kürzer
*) Von meQov Flügel, und xoQfA,6g Stumpf. —
72 F 0 e r s t e r :
sind. Den Namen Brachypterus habe ich ändern zu müssen
geghmbt, weil schon eine solche Gattung unter den Coleopte-
ren von Kugelan früher aufgestellt und jetzt allgemein adop-
tirt worden ist.
Die einzige Art , worauf diese Gattung begründet wur-
de, ist:
Pt. means.
Brachypterus ineans Grv. lehn. eur. 1. 1. p. 675.
Schwarz, das 1—4 Segment des Hinterleibs und die Beine
roth, die Fühler dreifarbig , der Metathorax an der abschüs-
sigen Stelle in den Seiten etwas vorspringend, das Schildchen
abgesetzt, die Flügel etwas länger als der Thorax, ohne Areola.
Der Bohrer kaum vorragend. $. Lg. 3 Lin.
Der Kopf schwarz, das Gesicht unter den Fühlern etwas höcke-
rig. Die Fühler ladenförniig, gekrümmt, das 1 — 11 Glied roth, das 9 — 11
indess ohen weiss, die übrigen braun. Der l\littelleib schwarz, das Schild-
chen deutlich abgesetzt, die Flügel schmal , etwas länger als der Mit-
telleib, das Stigma, der Radius, die Wurzel und das Flügelschüppchen
hellroth , eine areola fehlt. Die Beine roth , die Spitze der hintersten
Schenkel und Tibien schwarz. Das 1—4 Segment des Hinterleibs roth,
das 4te jedoch mit schwarzem Rande, die übrigen schwarz, das 6le und
7te mit weissem Fleck. Der Bohrer kaum vorragend.
Das einzige Exemplar, worauf diese Gattung gegründet
wurde, hat Hope bei Netley gefangen. —
Gen. Creiiiiioclei§ m. »)•
Der Mittelleib mit Flügelrudimenten und abgesetztem Schildchen,
der Metathorax fast von der Basis an abschüssig^ mit we^
ragen scharf begrenzten Feldern; das zweite Segment des
Hinterleibs an der Basis sehr schmal, aber nach der Spitze
hin sehr breit.
Der Kopf dieser Gattung zeichnet sich durch vöHige
Glätte aus , kaum das Gesicht ist schwach und fein runzlig.
An den Fühlern ist das 3te Glied etwas stark verlängert
im Verhältniss zu dem 4ten. Der Mittelleib zeigt deutliche
Flügelrudimente, welche wenigstens die Rand- und Mittelader
deutlich erkennen lassen, aber keine deutlich gebildeten Fel-
•) Von xQtjfiyoiätjg abschüssig.
Monographie der Gattung Pezomachus. T3
der. Das Schildchen deutlich abgesetzt. Von besonderer Bil-
dung ist der Metathorax, und durch diese zeichnet sich
Cremnodes von den übrigen Gattungen aus und wird scharf
und bestimmt davon geschieden. Die Areola supero-media ver-
schwindet nämlich beinahe ganz dadurch, dass die Querleiste,
welche dieses Feld von der areola postero-media trennt, fast
ganz an die Basis des Metathorax hinaufgerückt ist, die ab-
schüssige Stelle wird sodann ungewöhnlich gross und nimmt
beinahe den ganzen Rücken des Metathorax ein, eine so auf-
fallende Bildung, dass sie als etwas ganz Abnormes gleich
in die Augen fällt. Neben der areola supero-media und po-
stero-media liegt eine scharf abgegrenzte areola supero-ex-
terna und dieser zur Seite die areola spiraculifera , welche
jedoch gleich hinter dem Luftloch durch eine scharfe Quer-
leiste in zwei Theile getheilt wird ; der hintere und grössere
Theil fliesst mit 3 andern Feldern in ein einziges zusammen;
diese 3 Felder sind : die areola dentipara, die areola postero-
intermedia und die ar. postero-externa.
Der Hinterleib hat in der Bildung des zweiten Segments
ebenfalls etwas Eigenthümliches ; das Iste Segment ist näm-
lich sehr schmal und selbst an der Spitze nicht viel breiter
als an seiner Basis , das 2te Segment aber an seiner Basis
durchaus nicht breiter als das Iste an der Spitze, während
bei Pezomachus und den andern von mir aufgestellten Gat-
tungen die Basis des 2ten Segments immer bestimmt breiter
ist als die Spitze des ersten. Von dieser sehr schmalen
Basis des 2ten Segments gehen nun seine Seitenränder sehr
stark divergirend nach der Spitze , und am Hinterrande er-
scheint das 2te Segment nun ebenso ungewöhnlich breit, als
es an seiner Basis schmal erschien.
Als Typus dieser Gattung, deren Lebensweise noch nicht
erforscht, und deren beide Geschlechter noch nicht bekannt
sind, muss der Pezomachus atricapillus Grv. angesehen werden,
es sind mir noch zwei andre Arten bekannt, und alle 3 kom-
men in der Gegend von Aachen vor.
1. Cr. atricapillus.
Pez. atr. Grv. lehn. eur. t. H. p. 888.
Blassgelb, der Kopf schwarz , der Hinterleib vom drit-
ten Segment ab bräunlich , der Miltelleib glatt , der Metatho-.
74 Foergter:
rax mit scharfer Ouerleiste, der Hinterleib glatt, stark glän-
zend, äusserst zerstreut behaart, der Bohrer kaum an der
Spitze etwas vorragend , das Iste Segment linearisch mit
scharf vorspringenden Knötchen. — $ Lg. 1 Lin.
Der Kopf ist schwarz , die Taster blassgelb , die Mandibeln und
der Clypeus rothgelb, auch das Gesicht schimmert etwas röthlich durch,
dasselbe ist sehr schwach runzlig und äusserst fein punklirt und be-
haart, der, übrige Theil des Kopfes völlig glatt und stark glänzend.
Die Fühler sind bis zum 6ten Glied rein gelb, von da ab etwas dunkler,
röthlich und nach der Spitze hin allmählich dunkler, manchmal bräunlich,
das 3te Glied fast lyjmal so lang als das 4te, das 7te ein wenig län-
ger als breit. Der Mittelleib gelb, völlig glatt, fast kahl, der Metatho-
rax mit scharfer Querleiste, auch die übrigen Leistchen deutlich. Der
Hinterleib glatt, stark glänzend, äusserst sparsam behaart, die drei ersten
Segmente gelb , die folgenden heller oder dunkler braun. Der Bohrer
ragt an der Spitze nur wenig vor und erreicht kaum y^ der Länge des
Isten Segments, dieses ist sehr schmal, linearisch , mit stark vorsprin-
genden Knötchen , zugleich deutlich fein lederaitig runzlig , das 2te
Segment aber nur undeutlich. Die Beine rein gelb oder röthlichgelb.
Diese Art kommt bei Warmbrunn und bei Frankfurt am
Main vor. Von beiden Fundorten waren Exemplare in der
Gravenhors tischen Sammlung, ich selbst fing 1 $ in der
Nähe von Aachen, ein zweites bei Köln.
2. Cr, combustus m.
Rothgelb, der Kopf, die Spitze der Fühler, der Metatho-
rax zum Theil und der Hinterleib vom 3ten Segment ab
schwarz oder braun, der Metathorax mit scharfen Leistchen,
der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten sehr fein leder-
artig, die übrigen glatt, sehr zerstreut behaart, der Bohrer
kaum etwas über die Hinterleibsspilze vorragend , das Iste
Segment linearisch , mit scharf vorspringenden Knötchen ,
rothgelb und braun gefärbt. J Lg. IV5 Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster rothgelb , die Mandibeln roth mit
schwarzer Spitze ; das Gesicht ein wenig runzlig , sehr fein punktirt
und behaart, der übrige Theil des Kopfes glatt, die Fühler von 1 — 5ten
Gliede rothgelb, die übrigen braun, das 3te Glied um y4 länger als das
4te, das 7te etwas länger als breit. Der Mittelleib rothgelb, der Meta-
thorax an der äussersten Basis und die areola supero -externa mit der
ar. spiraculifera schwarzbraun , auch die mittleren Kiele , welche die
areola postero-media begrenzen, braun. Der Hinterleib sehr zerstreut
behaart, stark glänzend, das Iste Segment linearisch, mit stark vorra-
Monographie der Gattung Pezomachus. 75
genden Knötchen, der Seitenrand und der hinlere Theil von den Knöt-
chen ab braun, an der Spitze in der Mitte mit einem rothen Flecken,
der aber auch manchmal sehr undeutlich wird ; das ganze Segment fein
runzlig, hin und wieder mit sehr feinen nicht sehr deutlichen Längs-
runzeln. Das 2te Segment ganz rothgelb , sehr fein lederartig runzlig,
die übrigen Segmente glatt, braun, das 3te an der Basis in der Mitte
etwas heller bräunlich. Der Bohrer kaum »/^ der ganzen Länge des
Isten Segments betragend. Die Beine rothgelb, die hintersten Schienen
an der äussersten Basis und Spitze ein wenig bräunlich.
Ich habe ein $ in der Nähe von Aachen gefangen, ein
2les Stück fing Hr. Heinemann, und beide stimmen in der
Färbung ganz und gar überein.
An merk. Obgleich diese Art dem atricapillus sehr
nahe steht, so ist doch die Färbung des Metathorax zu eigen-
thümlich und die Sculplur des 2ten, die Farbe des 3ten Seg-
ments zu abweichend, um beide bequem vereinigen zu kön-
nen. Nur das Erziehen beider Arten wird hierüber sichere
Aufklärung verschaffen können.
3. Cr. nanodes m.
Schmutzig bräunlich gelb, glatt, der Kopf schwarz, die
abschüssige Stelle des Metathorax und das zweite Segment
des Hinterleibs an der Basis etwas heller röthlichgelb , die
Beine gelblich ; der Hinterleib äusserst zerstreut behaart, glatt,
der Bohrer hat fast % der Länge des Isten Segments, dieses
linearisch, mit stark vorspringenden Knötchen, schwach runz-
lig. $ Lg, % Lin.
Der Kopf shhwarz , glatt , stark glänzend , das Gesicht ist nicht
runzlig, unter der Fühlerwurzel zu beiden Seiten mit einem schwachen
Grübchen, die Taster, Mandibeln und der Clypeus schmutzig röthlichgelb.
Pie P'ühler bräunlich, an der Basis röthlichgelb, (jedoch ist diese Farbe
von der braunen nicht so scharf abgeschnitten wie beim atricapillus
und combustus) das 3te Glied um ^/^ länger als das 4te, das 7te ein
wenig länger als breit. Der ganze Mittelleib schmutzig bräunlich,
bloss die abschüssige Stelle des Metathorax etwas heller, d. h.
schwach röthlich gelb. Die Bildung des letztern genau wie beim atri-
capillus und combustus, die Kiele und Leislchen scharf. Der Hinter-
leib eben so stark glänzend und eben so schwach behaart , wie bei
den eben genannten Arten, aber ganz bräunlich, bloss das 2te Segment
schimmert auf der Mitte schwach röthlichgelb durch. Das Iste Segment
hat genau die Bildung der beiden andern Arten, aber das 2te zeigt keine
deutliche Sculptur. Der Bohrer erreicht nicht ganz den 3ten Theil der
Länge des Uten Segments. Die Beine sind etwas schmatzig röthlichgelb.
76 Fo erst er: ...,,>-
Von dieser Art besitze ich nur 1 $, welches ich in der
Nähe von Aachen gefangen habe.
Gen. SStlbeut^s m. ^0-
Der Kopf glatt, die Fühler kurz, dick, die Glieder stark ver^
kürzt, der Mittelleib mit deutlich abgesetztem Schildchen,
die Flügel über die Basis des Metathorax hinaus Verlan^
gert, mit mehreren Adern und Zellen, der Metathorax voll-
ständig und regelmässig gefeldert ; das 2te und 3te Seg-
ment des Hinterleibs sehr gross, fast den ganzen Hinter-
leib umfassend.
Diese Gattung würde sich schon durch den regelmässig ge-
felderten Metathorax, oder auch durch das 2te und 3te Segment
des Hinterleibs sehr leicht von den übrigen unterscheiden lassen,
es kommen aber so viele Merkmale hier zusammen, dass unter
allen sich die Trennung dieser Gattung von Pezomachus am
leichtesten rechtfertigen lässt. Am Kopf ist der grösste Theil
glatt, nur das Gesicht etwas runzlig; die Fühler sind kurz,
dick, die einzelnen Glieder stark verkürzt, der Mesothorax
nicht dreilappig, glatt, das Schildchen deutlich abgesetzt, die
Flügel bald mehr bald weniger verlängert, immer indess über
die Basis des Metatliorax hinaus sich erstreckend. An dem
Metathorax ist die Eintheilung in Felder vollkommen und sehr
regelmässig. Die areola supero-media und die areola postero-
media vollkommen abgegrenzt , die erstere hat aber hart an
der Basis eine kleine Querleiste, wodurch noch ein drittes
aber sehr kleines Mittelfeld abgegrenzt wird , dieses könnte
man füglich eine areola supernumeraria nennen. Ferner sind
die areolae supero-externae und ar. dentiparae eben so scharf
geschieden. Die ar. spiraculiferae und pleurales deutlich,
nicht weniger die ar. postero-intermediae und postero-ex-
ternae, aber die ar. juxta-coxales fehlen, oder sind wenigstens
nicht deutlich abgegrenzt. Die Luftlöcher (spiracula) liegen
nicht weit von der Basis entfernt.
Das 2te und 3te Segment des Hinterleibs sind so gross,
dass sie fast den ganzen Hinterleib zu bilden scheinen, die
übrigen Segmente erscheinen nur als schmale Ränder, die
') Von aiißtuTi^g der Spürer, Aufspürer, oder Späher.
Monographie der Gattung Fezomachus. YV
grosse Glätte derselben, so wie die sehr feine und fast un-
deutliche Naht ist ebenfalls dieser Gattung eigenthümlich.
Es sind mir nur 3 Arten bekannt, 2 kommen in der
Gegend von Aachen vor, eine 3te hat schon Gravenhorst
unter dem Namen Pez. Bonellii beschrieben.
1. Stib, Gravenhorstii m.
Schwarz, die Basis der Fühler, der Rücken des Meso-
thorax mit dem Schildchen, das Iste Segment an der Spitze,
das 2te ganz und die Beine roth ; die Flügel sehr kurz ; die
Hinterleibssegmente völlig glatt; der Bohrer kürzer als das
Iste Segment, g. Lg. V/^ Lin.
Diese Art hat im Habitus einige Aehnlichkeit mit Sti-
beutes Heinemanni, ist aber in zu vielen Punkten verschie-
den, um damit verwechselt werden zu können.
üer Kopf ist scliwarz, die Oberluefer roth, die Taster gelb. Das
Gesicht ziemlich grob punktirt, die Stirn und der Scheitel glatt, erstere
mit zerstreuten gröberen Punkten. Die Fühler kurz, nur halb so lang
wie der ganze Körper , die einzelnen Glieder vom 5ten ab breiter als
lang, das 3te Glied nicht länger als das erste, aber genau so lang
wie das 4te ; das 7te deutlich breiter als lang. Bis zur Mitte hin sind
die Fühler roth , von da bis zur Spitze braun. Der Mittelleib schwarz,
der Rücken des Pro - und 3Iesothorax aber und das Schildchen roth ,
die beiden letztern völlig glatt. Dem Mesothorax fehlen die Furchen,
wodurch derselbe bei Heinemanni in drei nicht ganz gelrennte Lap«
pen getheilt wird. Der Metathorax ungefähr so lang wie der Me-
sothorax, die abschüssige Stelle senkrecht, mit einer Querleiste umgeben,
welche seitlich stark vorspringt. Durch deutliche Leislchen wird der
Metathorax in mehrere Felder getheilt , das Mittelfeld ziemlich regel-
mässig rautenförmig. Die Flügel sind kurz, sie reichen kaum über die
Basis des Metathorax hinaus. Der Hinterleib mit zerstreuten ziemlich
langen Häärchen versehen, das Iste Segment von der Mitte bis zur
Spitze roth , schmal, an der Spitze kaum doppelt so breit wie an der
äussersten Basis, ohne vorspringende Knötchen. Das zweite Segment
ganz roth, das dritte kastanienbraun, an der Spitze etwas heller und
eben so lang wie das 2te; die übrigen, welche sehr verkürzt und von
dem dritten eingeschlossen sind , haben eine röthliche Färbung. Der
Bohrer mehr als um V^ kürzer als das Iste Segment, die Legeröhre
bis zur Mitte hin stark verdickt, von da ab lang zugespitzt, die Klappen
kurz behaart. Die Beine sind ungemischt roth.
2 $ aus der Gegend von Aachen.
78 .amhüjii. Fo erst er:
2. Stib. Heinemanni m,
Schwarz, das 2— 5te Glied der Fühler und die Beine
rothgelb , die Flügel länger als der Mittelleib , mit deutlichem
Stigma, der Hinterleib kastanienbraun (heller oder dunkler !),
der Bohrer so lang wie das erste Segment, dieses ohne vor-,
springende Seitenknötchen. $. Lg. iy2 Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster bräunlich , die Oberkiefer am
Grunde schwarz, sonst rolh ; über dem Clypeus zu beiden Seiten ein tief
eingestochener Punkt. Das Gesicht unter den Fühlern runzlig , niätt,
die Stirne glatt, glänzend, mit zerstreuten tieferen Punkten versehen.
Die Ocellen stehen ziemlich nahe zusammen. Der Thorax sammt dem
Schiidchen glatt, glänzend, der Mesothorax durch zwei Furchen, welche
aber nicht bis zum Schildchen hin verlaufen , in drei Lappen unvoll-
kommen getrennt ; der Metathorax kurz , die abschüssige Stelle durch
einen scharfen Kiel getrennt , andere Kiele theilen denselben in meht
oder weniger scharf begrenzte Felder, das Mittelfeld und zwei Seiten*
felder treten am deutlichsten hervor. Die Flügel länger als der Tho-
rax und ungefähr bis zur Spitze des Isten Segments reichend, sie sind
nicht ganz übereinstimmend gebildet, indem bei einigen Individuen, das
Stigma vollständig entwickelt ist, bei andern fehlt. Auch ragen bei einem
Individuum die Flügel kaum über den Metathorax hinaus. Die drei ersteri
Segmente des Hinterleibs sind besonders stark entwickelt, und Ireteit
die folgenden gegen diese ganz bedeutend zurück , so dass eigentlich
nur das 4te Segment, jedoch sehr verkürzt, deutlich sichtbar bleibt, die
folgenden schliessen um den After enge zusammen. Das Iste Segment
im Verhältniss zur Länge schmal und auch an der Spitze nur wenig
verbreitert, glatt, ohne vorragende Seitenknötchen. Das 2te Segment
ein wenig breiter, aber auch etwas kürzer als das 3te, welches sich
nach der Spitze hin allmählich verschmälert, der Bohrer so lang wie das
Iste Segment. Was die Färbung anbetrifft, so ist das Iste Segment
dunkelbraun bis schwärzlich und immer etwas dunkler gefärbt als die
beiden folgenden Segmente, welche bald heller bald dunkler kaista^
nienbraun sind.
Ich besitze 6 $ dieser Art aus der Gegend von Aachen,
welche alle unter sich mehr oder weniger in unwesentlichen
Punkten abweichen.
3. Stib. Bonellii Grv.
Pez. Bon. lehn. eur. Tom. IL p. 885.
Schwarz, die 7 ersten Glieder der Fühler, der Pro- und
Mesothorax, das 2te und 3te Hinterleibssegment rothgelb, die
letzteren mit braunem Gürtel ; die Beine gelb ; der Hinterleib
Monographie d«r Gattung Pezomachus. M
sehr zerstreut behaart ; das Iste Segment der Länge nach
nadelrissig mit stark vorspringenden Knötchen, der Bohrer
so lang wie das Iste Segment. $. Lg. iy2 Lin.
Der Kopf ist schwarz , lederartig oder vielmehr fein runzlig , mit
zerstreuten nicht selir deutlichen Punkten, aus welchen greise Häärchen
entspringen. Die Oberkiefer sind roth, die Taster schmutzig gelb. Die
Fühler lang , Vg der ganzen Körperlänge betragend, auch ziemlich dick
und kräftig, besonders nach der Spitze hin. Die 7 ersten Glieder roth-
gelb , das 3te deutlich etwas länger als das 4te , das 7te nur wenig
länger als breit, das lOte Glied schon so breit wie lang. Vom 8ten
Gliede ab sind die Fühler bis zur Spitze hin dunkelbraun. Am Mit-
telleib ist der Pro- und Mesothorax mit dem Schildchen oben roth,
alles Uebrige schwarz. Der 31etathorax in mehrere Felder getheilt,
die abschüssige Stelle durch eine scharfe Querleiste abgegrenzt, diese
Querleiste bildet nach oben einen hohen, schmalen Bogen mit fast pa-
rallelen Seiten , von w^elchen seitwärts die vorspringenden Leistchen
rechtwinklig ausgehen. Die einzelnen Felder sind etwas runzlig. Die
Flügel sehr kurz, man bemerkt jedoch in den vordem schon einige
Adern. Die Beine röthlichgelb , das letzte Fussglied mit den Klauen
von derselben Färbung. Der Hinterleib äusserst weitläufig behaart das
Iste Segment sehr schmal, hinter der Mitte mit zwei stark vorsprin-
genden Knötchen versehen , der Länge nach scharf nadelrissig, schwarz,
an der Spitze roth. Derjenige Theil des Segments , welcher hinter
den Knötchen liegt, ungefähr so lang wie er an der Spitze breit ist.
Die äusserste Spitze in der Mitte glatt. Das 2te Segment röthlichgelb
mit einer bräunlichen Querbinde vor dem Hinterrande, welche mit den
braungefärbten Seiten beiderseits zusammenhängt ; genau dieselbe Fär-
bung hat das 3te Segment, das 4te und 5te ist braun mit röthlichgel-
bem , schmalem Hinterrande, die übrigen sind eingezogen und kaum
sichtbar. Die Sculptur dieser Segmente anbetreffend, so zeigt sich
das 2te Segment sehr fein lederartig geritzt, bloss der schmale Hin-
terrand ist glatt, die folgenden Segmente alle völlig glatt, und die Pünkt-
chen, aus welchen die Haare entspriessen, sehr fein und liegen weit aus-
einander. Der Bohrer hat kaum die Länge des Isten Segments.
Das einzige piemontesische Exemplar, welches Bon elli
Hrn. Prof. Gravenhorst mittheilte, liegt dieser Beschreibung
zu Grunde. In Deutschland scheint diese Art nicht vorzu-
kommen.
Gen. Ag'rotliereutes m. "'«').
Die Fühlerglieder stark gestreckt ^ der Kopf und Hinterleib
*) Von dy^Qs Acker, Boden, und d^ti^evTris der Jäger,
80 F 0 e r s t e r :
run:^liyy der Mesothorax mit verkürzten Flügeln und einem
deutlich abgesetzten Schildchen, durch zwei fast bis zum
Schildchen verlaufende convergirende Furchen beinahe rö/-
lig dreilappig, das 4te Fussglied sehr tief eingeschnitten,
zweilappig.
Der Kopf ist in der Richtung von vorn nach hinten ver-
hältnissmässig stark verschmälert und auch querüber nur mas-
sig breit, die Fühler in den beiden mir bekannten Arten drei-
farbig mit stark verlängerten Gliedern. Das erste Glied von
der Basis an schief abgeschnitten, das 2te sehr tief aus dem
Isten entspringend, und da es an der Spitze etwas über das
Grundglied hervorragt, durchaus nicht kürzer als das Isle.
Der Mittelleib hat ein deutlich abgesetztes Schildchen , und
die Flügelrudimente erstrecken sich über die Basis des Me-
tathorax hinaus, und lassen schon mehrere Adern und einige
Zellen wahrnehuien. Die Sculptur desselben weicht von der
des Kopfes und Hinterleibs ab , denn wir finden hier eine
starke Punktirung mit glatten Zwischenräumen. Der Metatho-
rax ist stark runzlig und hat nach oben an der abschüssigen
Stelle keine Querleiste , wohl aber springt dieselbe in den
Seiten sehr scharf zahnartig vor. Die Luftlöcher liegen sehr
nahe an der Basis und sind mit Leistchen umgeben. Von
der so gebildeten areola spiraculilera geht an der Spitze eine
Leiste ab, welche nach innen zu bogenförmig nach der Basis
aufwärts steigt und in der Mitle selbst nicht weit von der
Basis entfernt bleibt. Untersucht man das Verhältniss der
so gebildeten Felder , dann scheint mir , als ob eine sehr
kleine areola supero-media sich bildete, deren Seitenleistchen
aber nicht deutlich genug aus der runzligen Oberfläche her-
vortreten, die areolae supero - externae stellen sich auf diese
Weise zwar deutlich begrenzt heraus, aber die areolae den-
tiparae fliessen mit andern Feldern, namentlich der areola
postero-media zusammen. Der Hinterleib ist lederartig runz-
lig mit massig dichter Punktirung und Behaarung : die Beine
haben an dem vorletzten Fussgliede einen schönen Charakter,
dasselbe ist nämlich tief eingeschnitten, und zweilappig, die
Lappen ziemlich spitz. Dieses letztere Merkmal lässt die
Gattung gar nicht verkennen.
^'ur 2 Arten sind bekannt, welche Gravenhorst als
Monographie der Gattung Pezomachus. öl
Pezomachus abbreviator (Ichneumon abbrev. F. und Cryplus
abbr. F.) und Hopei aufführt, beide Arten sind nur im ^veib-
lichen Geschlecht bekannt und ihre Lebensweise noch uner-
forscht. Sie finden sich beide bei Aachen.
1 . Agr. abbreviator.
Pezomachus abbr. Grv. lehn. eur. t. II. p. 878.
''■ Schwarz, das Schildchen, die drei ersten Segmente des
Hinlerleibs ganz, das 4te mehr oder weniger und die Beine
rothgelb; die F'ühler dreifarbig, der Mittelleib stark punktirt
mit glatten Zwischenräumen , der Metathorax runzlig , die
Querleiste nur in den Seiten scharf zahnartig vorspringend,
der Hinterleib fein lederartig runzlig, nur massig dicht punk-
tirt und behaart, der Bohrer so lang wie das Isle Segment,
dieses mit vorspringenden Knötchen. $. Lg. 2y-^ — 2V4 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster rolhgelb, die Mandibeln an der
Spitze rothbraun; der ganze Kopf runzlig puniitirt , mit Ausnahme des
Clypeus , dieser glatt, mit wenigen zerstreuten, groben Punliten. Die
Fühler dreifarbig, das l— 5te Glied rothgelb, das 6te bräunlich, das 7
— lOte weiss und die folgenden alle braun; das 3te Glied etwas länger
als das 4te , das 7te doppelt so lang als breit. Der ganze Mittelleib
schwarz, bloss das Schildchen rolh, der Mesothorax ziemlich grob punk«
tirt, namentlich unmittelbar vor dem Schildcheu und auf dem mittelsten
Lappen stärker als auf den Seitenlappen, die Zwischenräume der Punkte
glatt, nicht runzlig, daher stark glänzend. Die Flügelschüppchen, die
Flügelvvurzel und die Adern gelb, die Vorderflügel reichen ein wenig
über die Basis des Metathorax hinaus. Dieser ist stark runzlig, an der
abschüssigen Stelle fehlt nach oben und in der Mitte die Querleiste, sie
springt aber in den Seiten besonders scharf zahnarlig vor. Der Hinter-
leib fein lederartig runzlig, massig dicht punktirt und behaart, die Haare
anliegend. Die 3 ersten Segmente völlig rotbgelb, auf dem 4ten die
Farbe etwas veränderlich, und wie Graven hörst ganz richtig an-
giebt, ist dasselbe an den Seilen oder auch noch an der Basis, aber selten
ganz roth. Die übrigen schwarz mit einem feinen, rothgelhen Hinterrand,
das 7te mit breiter, weisser Alembran und bräunlichen Seiten. Der
Bohrer ungefähr so lang wie das Iste Segment, dieses mit vorsprin-
genden Knötchen, diese stehen ungefähr auf -/^ von der Basis. Bis zu
diesen Knötchen findet von der Basis ab eine allmähliche Erweiterung
statt, hinter denselben ist diese stärker, die Spitze des Segments massig
breit. Die Beine rolhgelb , die hintersten Schenkel an der Spitze
bräunlich, die hintersten Schienen an der Basis weisslich.
Die Gravenhors t'sche Sammlung besitzt Exemplare
Archiv f. Naturgesch XVI. Jahrg. 1. Bd. Ö
85 Poerstef:
von Warmbrunn und Hirschberg; ich selbst fing diese Art
bei Aachen, der berühmte Dipterologe Meigen fing sie zu
Stollberg, 2 Stunden von Aachen.
2. Agr. Hopei.
Pezo7nachus Hopei Grv. t. I. p. 715. Suppl. part. II.
Rothgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 4ten Seg-
ment ab schwarz, die Fühler dreifarbig, der Mittelleib punk-
tirt mit glatten Zwischenräumen, der Metathorax stark runz-
lig , die Querleiste nur in den Seiten scharf zahnartig vor-
springend; der Hinterleib fein lederartig runzlig, etwas zer-
streut punktirt und kurz behaart, der Bohrer so lang wie das
Iste Segment, dieses mit vorspringenden Knötchen. $. Lg. 2 Lin.
Der Kopf ist schwarz, auch die Mandibeln, die Taster, schwach
bräunlich. Der ganze Kopf runzlig, punktirt, der Clypeus glatt. Die Fühler
dreifarbig, das 1— 5le Glied rothgelb, das 6te oder das 6te u. 7te bräun-
lich, das 7— Ute oder das 8— Ute weiss, die folgenden alle bräunlich.
Der Mittelleib ganz rothgelb, der Mesothorax mit deutlichen, ziemlich tie-
fen Furchen, welche etwas vor dem Schildchen abbrechen und hier noch
ziemlich weit von einander getrennt bleiben , die Funktirung desselben
stark, aber nur vor dem Schildchen dichter, sonst zerstreut, die Zwischen-
räume dieser Punkte völlig glatt. Auch das Schildchen hat nur we-
nige zerstreute Punkte. Die Flügel sind stark verkürzt und erreichen
nicht ganz die Spitze des Metathorax, einzelne Adern deutlich ausgebil-
det , aber nur zwei Basalzellen deutlich abgegrenzt. Der Metathorax
stark runzlig, genau von der Bildung wie bei Agr. abbreviator , der
Hinterleib aber etwas feiner lederartig runzlig, und etwas zerstreuter
punktirt, mit kürzeren Haaren. Die 3 ersten Segmente entweder ganz
rothgelb, oder mitten an der Basis beim 2ten und 3ten schwach bräun-
lich, das 4te in den Seiten rothgelb, bisweilen auch an der Basis, ob-
gleich hier nur in einem schmalen Streifen ; das 7te Segment mit einer
weisslichen Membran. Der Bohrer völlig so lang, fast etwas länger
als das Iste Segment, dieses mit vorragenden Knötchen und in seiner
allgemeinen Bildung ganz mit abbreviator übereinstimmend. Die Beine
rothgelb , die hintersten Schenkel an der äussersten Spitze braun , die
hintersten Schienen an der äussersten Basis weisslich.
In England fing Hope mehrere Stücke bei Netley, ich
habe nur 1 Stück bei Aachen gefangen.
Gen. itpteisis m. -'^)
Der Kopf mehr oder weniger glatt, die Fühler kurz und dick,
*) Von « privat, und ni^ots derFlug, das Fliegen, gebildet.
Monographie der Gattung Pezoniachus. 83
der Mesothorax mit einem deutlich ahgesetzden Schildclicn,
die Flügel verkürzt, aber über die Basis des Metathorax
hinaus sich erstreckend, einzelne Adern und Zellen deut^
lieh ; der Metathorax mit mehr oder tceniger deutlich he.
grenzten Feldern, der Hinterleib glatt.
Der Kopf ist bei dieser GaUiing mehr kubisch, wodurch
sie sich gleich von Agrothereutes unterscheidet, niemals ist
derselbe völlig lederartig runzlig , wie bei der eben genann-
ten Gattung, oder bei Pczomachus, sondern in der Regel ist
nur das Gesicht runzlig, Stirn, Scheitel und Wangen" aber
glatt. Die Fühler sind immer dreifarbig ^ und was auffallend,
nach dem Tode immer gekrümmt ; die einzelnen Glieder kurz
und kräftig, namentlich im Vergleich zu der Gattung Agro-
thereutes und den meisten Arten der Gattung Pezomachus.
Der Mittelleib hat ein deutlich- abgesetztes Schildchen, eine
Theilung des Mesothorax in 3 Lappen findet nicht statt. Die
Flügel verlängern sich immer über die Basis i\es Metathorax
hinaus , was bei der Gattung Theroscopus nie der Fall ist.
Mehrere Adern und Zellen treten bald mehr bald weniger
vollständig entwickelt auf.
Der Metathorax ist nicht bei allen Arten in gleicher
Weise ausgebildet, indem bald mehr bald weniger ausgebil-
dete oder deutlich abgegrenzte Felder vorhanden sind." Bei
keiner Art indess erreicht derselbe die Ausbildung wie bei
Stibeutes, aber er ist dagegen in der Regel vollständiger ent-
wickelt, als bei Theroscopus. Dasjenige Feld, welches nie
fehlt, ist die areola spiraculifera, in der Regel ist keine ar.
supero-media vorhanden (bloss bei Aptesis microptera tritt
sie auf}, wenn sie aber vorhanden, dann tritt auch eine ar.
supero-externa auf, die dann mit der ar. dentipara verschmol-
zen ist. Andere Felder, als die ebengenannten, sind entwe-
der nie da, oder nur unbestimmt entwickelt. Der Hinterleib
ist immer glatt, das Iste Segment nie mit Längsrunzeln be-
deckt, was bei Theroscopus immer der Fall ist.
•) Die zweifarbigen Fühler von Apl. hemiplera (Pezomachus he-
mipterus Grv.) können einstweilen noch keine Ausnahme bilden, da es
noch nicht feststeht, dass diese Art auch wirklich der Gattung Aptesis
angehört
34 Foersteri
Auch von dieser Gattung ist das andere Geschlecht nicht
bekannt, ebenso wenig die Lebensweise. Die Zahl der Arten
ist noch sehr beschränkt, ich kenne deren 9, wovon 5 schon
durch Graven hörst beschrieben wurden, die 4 übrigen
sind neu. Sie lassen sich nach folgendem Schema leicht über-
sehen :
I. Das Iste Segment mit stark vorspringenden Knötchen. formosa.
II. Das iste Segment ohne vorspringende Knötchen.
a. Der Hinterleib an der Basis und an der Spitze roth.
b. Der Mesothorax schwarz . • . nigrocincta.
bb. Der Mesothorax roth oder schwach bräunlich sudetica.
aa. Der Hinterleib an der Basis, nicht aber an der Spitze roth.
c. Die Fühler zweifarbig, roth und schwarz . hemiptera.
cc. Die Fühler dreifarbig.
d. Die Querleiste an der abschüssigen Stelle oben in der
Mitte fehlend.
e. Das Iste Segment schwarz, mit rothem Hinlerrande
assimilis.
ee. Das Iste Segment ganz roth . . aphyoptera.
dd. Die Querleiste überall scharf.
f. Das Iste Segment schwarz mit rothem Hinterrande
microptera.
ff. Das Iste Segment ganz roth.
g. Der Mesothorax ganz roth . . vesligialis.
gg. Der Mesothorax roth, auf dem Rücken mit einer
breiten, schwarzen Mittelstrieme . brachyptera.
Die weitere Charakteristik ergiebt sich aus den hier
folgenden Beschreibungen der einzelnen Arten, die mit Aus-
nahme einer einzigen, des Pez. hemipterus Grv. , nach vor-
liegenden Exemplaren entworfen wurden.
1. Apt. formosa m.
Braun, das Schildchen, die beiden ersten Segmente des
Hinterleibs und die Beine rothgelb, die Fühler dreifarbig, der
ganze Körper schwach punktirt, massig dicht behaart, die ab-
schüssige Stelle des Metathorax nur in den Seiten mit einer
scharfen Querleiste , der Bohrer mit gelblichen Klappen , et-
was länger als das Iste Segment, dieses mit stark vorsprin-
genden Knötchen. $. Lg. l'A Lin.
Der Kopf braun, die Taster gelb, die Mandibeln und der Clypeus
roth, erstre an der Spitze mit bräunlichen Zähnen. Das Gesicht bräun-
lich, aber mehr oder weniger rolh durchscheinend, fein runzlig, auch
Monographie der Galtung Pezoniachus. 85
die Stirne ist runzlig, obgleich noch feiner als das Gesicht, der übrige
Theil des Kopfes glatt. Die Fühler vom l-7ten Gliede rothgelb, das
8— Ute Glied weiss, die übrigen bräunlich. Der Mittelleib bräunlich, der
Mesothorax vorne und das Schildchen rothgelb, der erstre nur sehr
schwach punktirl , der Metathorax runzlig, die abschüssige Stelle nur
in den Seiten mit einer scharf vorspringenden Querleiste , alle Kiele
fehlen gänzlich und nur die Leistchen, welche die areola spiraculifera
umgeben, sind deutlich zu erkennen. Die Flügel erreichen nur die Mitte
des Metathorax , sie sind weisslich , schmal , ohne deutliches Geäder.
Der Hinterleib sehr fein und etwas zerstreut punktirt und behaart,
die beiden ersten Segmente rein röthlichgelb , die übrigen braun , das
3te jedoch nicht so dunkel wie die folgenden, sondern mehr hell kasta-
nienbraun, das 6te und 7te an der Spitze weiss. Der Bohrer mit gelb-
lichen Klappen, etwas länger als das Iste Segment, dieses mit stark
vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen Knötchen nur
allmählich schwach erweitert, hinter denselben stärker und zwar bis zur
Spitze fast gleichmässig. Die Beine rein röthlichgelb.
Von dieser zierlichen Art fing ich in der Nähe von
Aachen nur 1 Exemplar.
2. Äpt. nigr ocincta.
lehn, nigrocinctiis Grv. Ped. p. 35. n. 7.
Pez. nigroc. Grv. lehn. eur. t. II. pag-. 880.
Rothgelb , der Kopf, der Metathorax , das 3te Segment
des Hinterleibs am Hinterrande und das 4te ganz schwarz;
der Mittelleib sehr stark und ziemlich dicht, der Hinterleib
schwach und zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer et-
was länger als das Iste Segment, dieses ohne vorragende
Knötchen. $. Lg. 2—3 Lin.
Var. a. Der Metathorax an der Basis mit zwei rothen
Flecken.
Der Kopf ist schwarz, stark und massig dicht punktirt und behaart,
die Taster rothgelb, die Mandibeln rolh mit schwarzer Spitze, der Cly-
peus nicht abgesetzt, gewölbt, glaU, mit starken Punkten, über dem-
selben das Gesicht in der Mitte gewölbt, runzlig, punktirt, nach den
Seiten hin glatt. Die Fühler dreifarbig, das l-8te oder das l_7te
Glied roth, die 4 folgenden gelblichweiss, die übrigen braun. Der Mit-
telleib ebenfalls stark punktirt und behaart, der Pro- und Mesotho-
rax, so wie das Schildchen roth, der Metathorax schwarz; die Flügel-
stummel reichen etwas über die Basis des Metathorax hinaus, sie sind
mit langen bräunlichen Haaren ziemlich dicht bekleidet. Die abschüs-
sige Stelle hat nur eine in den Seiten scharf zahnartig vorspringende
8Ö F 0 e r s l e r :
(Juorleisle, sowohl dioser vorspringende Zahn als aueh eine kleine Stelle
über den hintersten Hüften mehr oder weniger roth. Der Hinterleib
ziemlich fein, aher sehr zerstreut punktirt und etwas langhaarig, roth,
das ote Segment von der iMitte bis zur Spitze und das 4te ganz schwarz,
der Bohrer völlig so lang, wenn nicht etwas länger als das Isle Seg-
ment, dieses ohne vorspringende Seilenknölchen, von der Basis bis zur
Spitze allmählich aber schwach erweitert, so dass die Spitze verhällniss-
mässig schnial erscheint. Die Beine roth, die hintersten Schenkel und
Schienen an der Spitze braun. Das letzte Fussglied ist nicht dunkler,
als die übrigen.
Diese leicht kenntliche Art kommt, nach Gravenhost,
bei Breshni, Warmbriinn, Hirschberg, Sickorshausen, Frankfurt
a. M., Paris und Aboa vor ; ich selbst habe sie ziemlich häufig-
bei Aachen im tiefsten Herbst gefangen und ebenso mein
Freund Heineman n. Die Var. a. konunt ebenso häufig
wie die Stammart vor.
3. Apt. sudetica.
lehn, sudcticiis Grv. Ped. p. 37. n. 8.
Pez. sudcficus Grv. lehn. eur. t. II. p. 884.
Rothgelb, der Kopf schwarz, das 3te Segment des Hin-
terleibs von der Mitte bis zur Spitze und das 4te fast ganz
braun ; der Miltelleib ist stark punktirt und behaart, der Pro-
und Mesothorax gelb, der Metathorax rothbräunlich oder roth,
die abschüssige Stelle nur in den Seiten mit einer vorsprin-
genden Leiste, der Hinterleib, sehr fein und zerstreut punk-
tirt und etwas langhaarig, der Bohrer völlig so lang als das
Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen.
$. Lg. oy, Lin.
Der Kopf ist schwarz, die Taster gelb, die Mandibeln roth mit
schw^arzer Spitze, auch der Clypeus und das Gesicht in der Mitte über
demselben , bis zur Fühlerwurzel roth. Die Funklirung namentlich auf
dem Seheitel stark, die Zwischenräume zwischen dea Punkten glatt,
nur das üesicht in der iMitte deutlich runzlig, punktirt. Die Fühler
dreifarbig, das 1 — 7te Glied rothgelb, das 8— Ute gelblichvveiss, die
folgenden braun. Der aiittellcib ebenfalls stark und massig dicht punk-
tirt und behaart, der Pro- und Mesothorax gelb, ebenso das Schild-
chen , der Metathorax etwas dunkler gefärbt und zwar entweder roth,
oder rolhbräunlich, oder die abschüssige Stelle und die Seiten über den
Hintcrhüflen schwach bräunlich. Die abschüssige Stelle mit einer in
den Seiten scharf zahnarlig, nach oben in der Mitte fehlenden Quer-
leiste. Der Hinterleib sehr fein und zerstreut punktirt und behaart, die
Monographie der Galtung Pezomachus. ©7
Haare massig lang ; röthlichgelb gefärbt , das 3te Segment braun , an
der Basis und in den Seifen röthlichgelb , das 4te ebenfalls braun mit
gelben Seiten und auch am llinierrande ein wenig heller. Der Bohrer
wenigstens so lang als das Iste Segment, wenn nicht etwas länger,
dieses ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze alU
mählich, aber nicht stark erweitert, an der Spitze massig breit. Die
Beine röthlichgelb , die hintersten Schenkel an der Spitze kaum etwas
dunkler, die Spitze der hintersten Schienen sehr schwach bräunlich.
Gravenhorst kannte 2 Individuen dieser Art, von
Hirschberg das eine, von Warmbrunn das andre, ich besitze
1 Exemplar, dessen Fundort ich nicht genau mehr angeben
kann , drei andere Stücke fing ich bei Aachen. Uebrigens
weicht diese Art von Apt. nigrocincta so wenig ab, dass mir
ihre Artrechte sehr zweifelhaft erscheinen.
4. Apt. hemiptera.
Pezomachus hemipterus Grv. lehn. eur. t. II. p. 874.
Schwarz, die Basis der Fühler, das 2te und 3te Seg-
ment des Hinterleibs und die Beine roth , der Metathorax
runzlig , die Querleiste in den Seiten scharf vorspringend,
die Flügel über die Basis des Mittelleibs hinaus verlängert:
der Bohrer länger als das Iste Segment. $. Lg. etwas über
2 Lin.
Diese Art, von der das einzige Exemplar, welches der
Beschreibung in der lehn, europaea zu Grunde lag, sich nicht
mehr in der Gr avenhorst'schen Sammlung befand, als ich
dieselbe untersuchte, lässt sich nach der Flügelbildung nur
zu Aptesis stellen oder zu Agrolhereutes, und aus der Be-
schreibung bei Grv. lässt sich nicht ermitteln, welcher von
beiden Gattungen sie zugewiesen werden müsste, da über
das Verhältniss des vorletzten Fussgliedes, welches hier allein
streng entscheiden könnte, nichts mitgetheilt wird. Ich habe
sie daher einstweilen der Gattung Aptesis einverleibt und
lasse das Wesentlichste aus der Beschreibung von Grv. hier
folgen.
Der Kopf schwarz, die Fühler gekrümmt, an der Basis roth, das
Schildchen klein, etwas höckerig. Die Flügel kurz, schmal, bräunlich
durchsichtig, mit einer weiss durchscheinenden Makel unter dem Stigma,
dieses selbst halb braun, halb weiss, das Flügelschüppchen schwarz, die
Wurzel weisi, der Radius braun, die areola unvollkommen aeckig. Die
88 F 0 e r s l e r :
Beine rolh, die Spitze der hintersten Schenkel und Schienen braun. Das
Iste Segment des Hinterleibs mit zwei erhabenen Längslinien , an der
Spitze rolh, das 2te und 3te rothgelb, das öte und 7te weiss gerandet.
Der Bohrer fast von der Länge des Hinterleibs (also doch jedenlalls
länger als das Iste Segment!).
Von Stillfried wurde 1 Ex. um Hirschberg* gefangen.
5. Äp t. assimilis m.
Schwarz, das 2te und 3te Segment des Hinterleibs und
die Beine roth, die Fühler dreifarbig, der Kopf und Hinter-
leib fein, der Mittelleib stärker punklirt, die Behaarung des
Mittel - und Hinterleibs massig dicht ; die abschüssige Stelle
mit einer scharfen Querleiste, der Bohrer mit bräunlichen
Klappen, etwas länger als das Iste Segment, dieses ohne vor-
springende Knötchen. $. Lg. l'/^ Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster gelb , die Mandibeln röthlich mit
schwarzer Spitze. Das Gesicht runzlig, der Clypeus, die Wangen, Stirn,
Scheitel und Hinterhaupt glatt, alle diese Theile sind auch sehr fein zer-
streut punktirt. DieFühlervom 1 — 7ten Gliede roth, das 8— Ute weiss,
die übrigen braun. Der Mittelleib ganz schwarz , der Mesolhorax in
der Mitte mit starken , ziemlich dicht gedrängten Funkten , nach den
Seiten hin überall glatt. Das Schildchen ganz glatt , stark glänzend ;
der Metathorax runzlig, die Querleiste nur in den Seiten scharf, oben
in der Mitte fehlend, von der Basis bis zu der abschüssigen Stelle ver-
laufen 2 schwache Mittelkiele, wodurch die areola supero-media zwar
angedeutet, aber an der Spitze wegen mangelnder Querleiste nicht ge-
schlossen wird. An der abschössigen Stelle ist ebenfalls durch 2 schwache
Kiele die areola poslero-media gebildet, welche nun nach oben mit der
eben erwähnten areola supero-niedia zusammenfliesst. Die areola spi-
raculifera erscheint auch hier durch schwache Leistchen abgegrenzt.
Die Flügel reichen etwas über den Metathorax hinaus, Flügelschüppchen
und radicula sind blassgelb, die Adern an der Basis ebenfalls gelb,
aber nach der Spitze hin schwach bräunlich, nur eine Zelle ist deutlich
abgeschlossen. Das Flögelfeld erscheint kurz behaart. Der Hinterleib
sehr fein und etwas zerstreut punktirt , mit glatten Zwischenräumen,
die Haare ziemlich lang, das Iste Segment an der Spitze, die 2 folgen-
den ganz , das 4te seitwärts an der Basis rolhgelb , die übrigen braun,
das 7te jedoch weiss. Der Bohrer mit braunen Klappen, etwas länger
als das Iste Segment , dieses ohne vorspringende Knötchen , von der
Basis bis zur Spitze allmählich erweitert, an der Spitze selbst massig
breit. Die Beine rothgelb , die Spitze der hintersten Schenkel und
Schienen sehr schwach bräunlich.
Nur 1 $ ist mir in der Nähe von Aachen vorgekommen,
Monographie der Gattung Pezomachus. W9i
6. Apt. ap hyopter a m.
Schwarz, das Scliildchen, die beiden ersten Segmente
des Hinterleibs und die Beine rolh , die Fühler dreifarbig,
der Metathorax runzlig, mit einer in den Seiten scharf vor-
springenden, oben in der Mitte unterbrochenen Querleiste an
der abschüssigen Stelle; der Hinterleib wie Kopf und Meso-
thorax , fein und etwas zerstreut punktirt und behaart; der
Bohrer etwas länger als das Iste Segment, dieses ohne vor-
springende Knötchen. $. Lg. kaum ly, Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster gelb, die Mandibeln und der Clypeus
roth , das Gesicht und die Stirn fein runzlig , die übrigen Theile des
Kopfes glatt; an den Fühlern das 1 — 7te Glied rolhgelb, das 8— Ute
weiss, die übrigen braun. Der Mitlelleib schwarz, das Schildchen roth«)?
Der Mesotliorax nach vorne etwas gewölbt und hier durch 2 schwache
und bald abgebrochene Furchen etwas undeutlich dreilappig, ferner sehr
schwach und zerstreut punktirt, und dadurch leicht von assimilis zu
unterscheiden. Der Äletathorax runzlig , an der Basis jedoch viel
schwächer als an der Spitze , die abschüssige Stelle mit einer Quer-
leiste umgeben, welche oben in der Mitte unterbrochen ist, in den Sei-
ten aber scharf vorspringt; von Mittelkielen ist weder an der Basis,
noch an der abschüssigen Stelle eine Spur zu sehen, bloss die areola
spiraculifera mit schwachen und nicht sehr deutlichen Leistchen um-
geben. Der Hinterleib sehr fein und zerstreut punktirt, mit massig lan-
gen Haaren bekleidet, die beiden ersten Segmente ganz rothgelb, das
3te schmutzig rothgelb , an der Basis bis zur Mitte fast braun , die
übrigen braun , das 6te und 7te an der Spitze wahrscheinlich weiss,
(sie waren verdeckt, und die Farbe daher nicht zu ermitteln). Der
Bohrer mit gelblichen Klappen, etwas länger als das Iste Segment, die-
ses ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zu den Knötchen
allmählich aber sehr schwach, hinter denselben ein wenig stärker er-
weitert, mit fast paralellen Seiten. Die Beine rolhgelb, die Spitze der
hintersten Schenkel und Schienen kaum wahrnehmbar dunkler.
1 $ fing Hr. Heinemann in der Gegend von Aachen.
7. Apt. micro pter a,
Pez. micropterus Grv. lehn. cur. t. H. p.879.
Schwarz, der Hinterleib, die Spitze des ersten Segments,
*) Der Silberdraht hatte das Schildchen beim Aufstecken getroffen
und eingedrückt, so dass seine Farbe nicht zu ermitteln war, aber der
mittlere Theil des frenum war roth, und das berechtigt zu dem Schluss,
dass auch das Schildchen diese Farbe besitzt.
90 F 0 e r s t e r :
dann das 2te und 3te ganz und die Beine roth, die Fühler
dreifarbig; der Mesothorax stark punktirt, der Melathorax
runzlig, die abschüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste
umgeben, der Hinterleib sehr fein und zerstreut punktirt und
behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen. $. Lg. 2— 27^^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster und Mandibela roth, letzlre mit
schwarzer Spitze , das Gesicht fein runzlig , dicht und stark punktirt,
matt , die Stirne glänzend , ebenfalls stark punktirt. An den Fühlern
das 1 — 6te Glied roth, das 7— Ute weiss, die übrigen braun. Der Mit-
telleib schwarz, der Mesothorax überall stark, aber nicht dicht punk-
tirt, auch das Schildchen an der Spitze mit solchen Punkten versehen.
Der Melathorax runzlig, nur an der Basis ein wenig glatt, die abschüs-
sige Stelle überall mit einer scharfen, deutlichen Querleiste umgeben,
welche besonders in den Seiten stumpf zahnartig vorspringt. Von der
Basis laufen bis zu der abschüssigen Stelle zwei paralelie , schwache
Mittelkiele, wodurch eine areola supero-media gebildet wird, innerhalb
der abschüssigen Stelle bemerkt man ebenfalls zwei schwache Kiele,
welche nach unten zu ein wenig convergiren; dadurch wird eine areola
postero- media abgegrenzt, seitwärts zeigt die areola spiraculifera njich
innen eine sehr scharfe Leiste als Grenze. Der Hinlerleib sehr fein
und, etwas zerstreut behaart, die Haare nur wenig abstehend, das Iste
Segment schwarz, an der Spitze roth , ohne vorragende Knötchen, von
der Basis bis zur Mitte mit schwacher Mitlelrinne, von der Basis, bis zur
Spitze allmählich erweitert, die Spitze breit. Das 2te und 3te Segment
ganz , das 4te und 5te in den Seiten rolh , das 3te ist auch wohl in
seltnen Fällen am Hinterrande bräunlich , das 4te roth mit schwarzem
Hinterrande, das 7te, oder das 6te und 7le mit weisser Membran. Der
Bohrer so lang wie das Iste Segment. Die Beine roth , Hüften und
Schenkelringe, oder auch wohl lelzlre allein etwas blasser , die Spitze
der hintersten Schenkel und Schienen bräunlich.
Die Exemplare der Gr avenh o rst'schen Sammlung
stammen von Warmbrunn, in der Nähe von Aachen fing ich
selbst ein $, ein zweites Hr. Heinemann.
8. Apt. V estigialis m.
Rothgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 4ten Seg-
mente ab schwarz, die Fühler dreifarbig, der Kopf und Mit-
telleib stärker, der Hinterleib feiner punktirt, massig dicht
behaart , die abschüssige Stelle mit einer überall deutlichen
scharfen Querleiste und 2 Mittelkielen ; drr Bohrer mit gel-
ben Klappen, etwas länger als das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen. $. Lg fast 2 Lin.
i
Monographie der Gattung Pezomachus. 91
Der Kopf ist schwarz, die Taster rothgelb, die Mandibeln rolh
mit schwarzer Spitze , das ganze Gesicht mit dem Clypeus und den
Wangen ebenfalls roth, bloss über und neben dem Clypeus etwas
bräunlich , der innere Augenrand bis über die Fühler hinaus roth.
Das ganze Gesicht runzlig, auch die Stirne, letzlre jedoch etwas feiner,
der Clypeus aber , die Wangen und der Scheitel mit dem Hinterhaupt
glatt. An den Fühlern das 1 — 7te Glied rolhgelb , das 8— Ute weiss-
gelb , die übrigen bräunlich. Der Millelleib rothgelb , der Mesothorax
wie der Kopf ziemlich deutlich, aber etwas zerstreut punktirt, die ab-
schüssige Stelle des runzligen Metathorax mit einer überall deutlichen,
scharfen Querleiste umgeben, welche in den Seiten noch stärker vor-
springt; innerhalb dieser Querleiste zeigen sich noch zwei nach ab-
wärts convergirende Kiele, wodurch eine areola postero-media deutlich
abgegrenzt wird. An der Basis fehlt jede Spur von Kielen , und auch
in den Seiten sind die Leistchen der areola spiraculifera sehr undeutlich.
Die Flügel reichen ein wenig über die Spitze des Metathorax hinaus,
das Flügelschüppchen ist rolhgelb, die Flügeladern gelb, höchstens et-
was rolhgelb , die Felder an der Spitze nicht vollständig ausgebildet.
Der Hinterleib fein und etwas zerstreut punktirt, glatt, die Behaarung
verhältnissmässlg lang, die 3 ersten Segmente rothgelb, die folgende»
braun, der Bohrer mit schwachbräunlichen Klappen, etwas länger als
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis bis
zur Spitze allmählich, aber nicht stark erweitert. Die Beine rothgelb,
die Spitze der hintersten Schenkel und Schienen sehr schwach bräunlich;.
Ich habe nur 1 $ in der Nähe von Aachen gefangen.
9. Apt, brachyptera.
Pez. hrachypterus Grv. Var. lehn. eiir. Tom. II. p. 876.
lehn, ahbreviator P z. faun. fasc. 71. tab. 17.
Schwarz, stark grauhaarig, der Rücken des Mesothorax,
das Schildchen, die 3 ersten Segmente des Hinterleibs ganz,
das 4te an der Basis und die Beine roth, die Fühler dreifar-
big, der Metathorax mit scharfer Querleiste, das Iste Segment
ohne vorspringende Knötchen; der Bohrer etwas länger als
das Iste Segment. $. Lg. 2 Lin.
Diese Art zeichnet sich durch einen kurzen , gedrungenen Kör-
perbau aus. Der Kopf schwarz, die Wangen und die Mandibeln kasta-
nienbraun , über den Fühlern derselbe zerstreut, aber tief punktirt, der
Scheitel viel feiner punktirt. Die Fühler dreifarbig, die Glieder t — 5
gelblichroth, das 6le hat dieselbe Färbung, jedoch mit einem so leichten
Anflug von braun, dass derselbe gar nicht in Betracht kommen kann, das
7te ist schon mehr weiss als roth zu nennen, das 8— Ute weiss. An den
folgenden Gliedern ist die Grundfarbe mehr dunkelroth als braun. Der Pro-
92 Foersteri
thorax schwärzlich, etwas dunkelrolh durchscheinend, der Mesothorax
auf dem Rücken roth, mit breiter schwarzer Mittelstrieme, auch die Mit-
telbrustseiten roth durchscheinend. Der Brustrücken sehr stark und tief
punktirt. Das Schildchen dunkelrolh durchscheinend. Der Metathorax
schwarz, bloss an der Basis rothdurchscheinend oder rothgefleckt ; der
Rücken desselben viel kürzer als am Mesothorax, die abschüssige Stelle
sehr breit, mit einer scharfen Querleiste versehen, welche zu beiden Seiten
in einem etwas stumpfen Zahn endigt. Von diesem stumpfen Zahn gehl in
grader Richtung nach der Basis hin eine scharfe Leiste, und nicht weit
von dieser nach aussen hin eine 2te, welche aber nach der Basis hin von
der erstem etwas divergirt. Auf der Milte des Metathorax ziehen sich 2
schwache Leislchen von der Basis bis zu der abschüssigen Stelle in pa-
ralleler Richtung hin, aber an den beiden mir vorliegenden Exemplaren
sind dieselben bei dem einen deutlicher ausgeprägt, als bei dem andern.
Der Hinterleib vom 1 — 4len Segment roth und dieses letztre entweder
ganz, oder nur an der Basis und in den Seiten roth, die folgenden schwarz,
das öle und 7te mit weisslichem Rande. Das Ite Segment hat keine
vorspringenden Seitenknölchen , aber der ganze Seitenrand tritt, durch
schwärzliche Färbung ausgezeichnet , ziemlich scharf hervor. An dem
einen Exemplar ist dieses Segment der Länge nach seicht rinnenförmig
vertieft, an dem andern aber davon keine Spur zu sehen. Die Flügel
reichen bis zur Spitze des Metathorax. Die Beine sind roth, die Hin-
terschenkel an einem Exemplar kaum etwas bräunlich, das letzte Fuss-
glied und selbst die Klauen ebenfalls roth.
Die beiden Grv. Ex. , welche dieser Beschreibung zu
Grunde liegen, gehören offenbar der Var. 1. vom bra-
chypterus an, was schon durch die Färbung des Schildchens
und des Metathorax bestätigt wird. Von der Stammart scheint
die Sammlung des Hrn. Prof. Grv. kein Ex. mehr aufzuwei-
sen, und es bleibt daher noch etwas zweifelhaft, ob diese
Varietät nicht vielleicht eine neue Art bilden muss. Die sonst
im Allgemeinen bedeutende Uebereinstimmung in der Färbung
macht es jedoch wahrscheinlich , dass sie mit der Stammart
vereinigt bleiben kann.
Gen. Tlieroscopus m. •"*)
Der Kopf vorherrschend glatt, die Fühler etwas gestreckt, der
Mittelleib mit einem deutlich abgesetzten Schildchen, die Flu--
gelstiimmel kurz , nicht über die Basis des Metathorax sich
erstreckend, das Geäder nicht entwickelt; der Metathorax
etitweder ohne alle Felder oder bloss eine areola spira^
^) Von O-tjQoaxÖTios dem Wild auflauernd.
Monographie der Gattung Pezomachus. VS
culifera mehr oder weniger dentlich abgesetzt. Der Hin»
terleib entweder völlig glatt oder nur theilweise fein leder-
artig runzlig, das iste Segment immer mit deutlichen Längs-
runzeln.
Der Hauptunterschied dieser Gattung von Aptesis liegt
in der Kürze und der geringen Ausbildung der Flügel, und
in dem mit Längsrunzeln bedeckten ersten Segment. Doch
will ich selbst nicht zu grosses Gewicht auf diese Unterschiede
legen und gestehen, dass die Trennung dieser Gattung von
Aptesis etwas weniger gerechtfertigt ist. lieber den generi-
schen Unterschied selbst ist mir kein Zweifel aufgestiegen,
aber es wird vielleicht später gelingen, diese Gattung siche-
rer zu begründen, wenn man die Fresswerkzeuge untersucht,
was ich bei der grossen Seltenheit der Arten einstweilen
unterlassen musste. Uebrigens reichen auch die vorhin an-
geführten Merkmale vollkommen aus, um die bis jetzt bekann-
ten Arten auf den ersten Blick zu trennen.
Der Kopf ist in dieser Gattung glatt, nur höchst selten
runzlig, die Fühler immer vorgestreckt, nicht gekrümmt, auch
nicht drei-, sondern zweifarbig, oder wenn das erstere der
Fall ist , tritt auch immer zugleich die Krümmung dersel-
ben auf. Der Mittelleib hat ein deutlich abgesetztes Schild-
chen, die Flügelstummel erstrecken sich nicht über die Basis
des Metathorax hinaus, das Geäder ist nicht entwickelt. Der
Metathorax hat entweder gar keine Felder, oder nur eine
areola spiraculifera allein. Der Hinterleib erscheint bald völlig
glatt, bald und zwar seltner etwas fein lederartig runzlig.
Das Iste Segment ist immer mit Längsrunzeln versehen.
Das männliche Geschlecht und die Lebensweise sind noch
unbekannt , die Zahl der Arten beschränkt sich auf 10 , von
diesen beschreibt Gravenhorst in der lehn, europaea 4,
die übrigen sind neu. Zur leichteren Uebersicht der Arten
habe ich diese nach Merkmalen, welche leicht in die Augen
fallen, übersichtlich zusammengestellt und zwar wie folgt :
a. Die Fühler dreifarbig.
b. Der Mittelleib roth .... trifascialus.
bb. Der Mittelleib schwarz . , . . cingulatus,
aa. Die Fühler zweifarbig.
c. Das Iste Segment mit scharf vorspringenden Knötchen.
Ö4 Foerster:
(1. Das 2te Segment durchaus ganz glatt, ohne die geringste
Spur von feinen Längsrunzeln . . elegant,
dd. Das 2te Segment fein, aber sehr deutlich lederartig runz-
lig ..... . ingrediens.
cc. Das Iste Segment ohne, oder mit sehr schwach vorsprin-
genden Knötchen.
e. Das Iste und 2te Segment mit Längsrunzeln.
f. Das 2te Segment mit brauner Querbinde vor der Spitze
inaequalis.
ff. Das zweite Segment ganz roth,
g. Fast das ganze 2te Segment scharf läogsrunzlig
Esenbeckii.
gg. Das 2te Segment bloss an der Basis sehr fein längs-
runzlig ..... Gravenhorstii.
ee. Das Iste Segment allein mit Längsrunzeln.
h. Das Schildchen roth . . . subzonatüs.
hh. Das Schildchen schwarz,
i. Die Beine ganz roth . . . dromicus.
ii. Die Spitze der hintersten Schenkel schwarz pedestris.
1. Ther. trifasciatus m.
Roth mit schwarzem Kopf, der Hinterleib mit drei schwar-
zen Binden auf dem 2ten bis 4ten Segment ; der Metathorax
mit einer in den Seiten scharf vorspringenden Querleiste, der
Hinterleib sehr fein und sehr zerstreut punktirt, mit abstehen-
den Haaaren, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses
ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 2. Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster und Mandibeln roth , letztre mit
schwarzer Spitze; das Gesicht und die Stirne fein runzlig, der übrige
Theil des Kopfes glatt. Die Fühler vom 1 — ölen Gliede rothgelb, das
6— 9te weiss, die übrigen braun, die Glieder 2-6 ziemlich verlängert,
das 4te fast etwas länger als das 3te, an der Spitze ein wenig bräun-
lich , das 5te etwas heller gefärbt als das 4te und fast weisslichgelb
erscheinend, das 7te kaum länger als breit. Verhältnissmässig sind die
Fühler kurz und kräftig. Der Mittelleib rein rothgelb, der gewölbte
Theil des Mesothorax mit 2 Furchen, welche aber nicht bis zur Mitte
verlaufen, die Mitte dieses Theiles schwach rinnenförmig eingedrückt.
Der Metathorax runzlig , an der Basis nicht so stark , wie an der ab-
schüssigen Stelle, diese mit einer Querleiste, welche oben in der Mitte
nicht bemerkbar wird, aber in den Seiten äusserst scharf zahnarlig vor-
springt, Von Kielen ist keine Spur vorhanden, aber in den Seiten bemerkt
man die Leistchen, welche die areola spiraculifera umgrenzen, ziemlich
deutlich. Der Hinterleib sehr fein und zerstreut punktirt und behaart,
rothgelb, auf dem 2ten , 3len und 4ten Segment liegt am Hinterrande
Monographie der Gattung Pezomachus. 95
eine schwarze Querbinde, welche auf dem 2ten Segment die Mitte nicht
erreicht, auf dem 3ten jedoch wohl, und auf dem 4ten sich fast bis
zur Mitte erstreckt ; diese Binden lassen am Hinterrande noch immer
die Grundfarbe durchschimmern. Der Bohrer so lang wie das Iste
Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis ab bis zur
Spitze allmählich erweitert und fein längsrunzlig , ein wenig vor der
Spitze in der Mitte fein gerinnt, und diese Rinne erstreckt sich bis zur
Spitze hin. Die Beine rein rothgelb , die Hüften und Schenkelringe
etwas blasser als die übrigen Theile.
Nur einmal habe ich ein $ dieser Art in der Nähe von
Aachen gefangen.
2. Ther. cingulatus m.
Schwarz, das 2te Segment des Hinterleibs fast ganz^
das 3te an der Basis und die Beine rothgelb, die Fühler drei-
farbig, der Mesothorax zerstreut punktirt, der Metathorax
runzlig, die abschüssige Stelle mit einer in den Seiten scharf
zahnartig vorspringenden Querleiste ; der Hinterleib glatt ,
glänzend, etwas zerstreut behaart, der Bohrer fast etwas kür-
zer als das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knöt-
chen. $. Lg. 1% Lin.
Der Kopf ist schwarz, die Taster und Mandibeln roth, letzlre mit
schwarzer Spitze, das Gesicht fein runzlig, matt, massig dicht und kräf-
tig punktirt, Stirn und Scheitel glatt, eben so kräftig aber etwas zer-
streuter punktirt als das Gesicht. Die Fühler dreifarbig, das 1— 5te
Glied rothgelb, das 6— 9te weissgelb , das 9te besonders schon mehr
in die gelbe Farbe übergehend, die übrigen braun. Der Mittelleib gani
schwarz, der Mesothorax zerstreut, aber eben so stark punktirt, wie der
Kopf, in der Mitte der Länge nach breit und seicht eingedrückt, die
Querfurchen kaum angedeutet , das Schildchen ebenso punktirt. Der
Metathorax an der Basis fast glatt, an der abschüssigen Stelle runzlig,
die Querleiste fehlt oben in der Mitte, tritt aber in den Seiten scharf
zahnartig vor; Kiele sind nicht vorhanden, die areola spiraculifera
aber von scharfen und deutlichen Leistchen begrenzt. Der Hinterleib
glatt, glänzend, etwas zerstreut behaart, das 2te Segment rothgelb, bloss
vor dem Hinterrande in der Mitte mit einer schwachen bräunlichen
Querbinde ; das 3te bloss an der Basis rothgelb, die übrigen braun, das
5te am Hinierrande und die beiden folgenden, so weit sie sichtbar sind,
röthlichgelb. Der Bohrer kaum so lang und fast etwas kürzer als das
Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis bis
zur Spitze gleichmässig , allmählich und schwach erweitert, daher an
der Spitze schmal , dabei mit Längsrunzeln bedeckt. Die Beine rein
rolhgelb.
ÖÖ Foersteri
Diese Art, welche in der Färbung dem Ther. elegans
sehr nahe steht, unterscheidet sich sehr bestimmt durch be-
beutendere Grösse, dreifarbig-e Fühler und den Mangel der
vorspringenden Knötchen. Nees v. Esenbeck entdeckte
sie bei Sickershausen am 5ten Juli 1807.
3. Ther, elegans m.
Schwarz, die Fühler an der Basis, und die Beine, am
Hinterleib das 2te und 3te Segment an der Basis rothgelb;
der Melathorax an der abschüssigen Stelle mit einer schwa-
chen, in den Seiten etwas scharf vorspringenden Querleiste;
der Hinterleib zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer nur
halb so lang als das Iste Segment, dieses mit stark vorra-
genden Knötchen. $. Lg. stark 1 Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster und Mandibeln rolhgelb , lelztre
mit schwarzer Spitze , das Gesicht allein fein runzlig , der übrige Theil
des Kopfes glatt. An den Fühlern das 1— 8te Glied rein rothgelb, die
übrigen braun, das 4te ein wenig länger als das 3te, das 7le fast brei-
ter als lang. Der Mittelleib schwarz , der Mesothorax zeigt nur eine
Spur der Furchen, wodurch der hintere Theil in andern Gattungen oft
in 3 Lappen getheilt wird. Der Mesothorax, das Schildchen und der
Metalhorax von der Basis bis zur abschüssigen Stelle glatt, äusserst fein
und etwas zerstreut punktirt, die abschüssige Stelle fein runzlig, die
Querleiste fehlt oben in der Mitte, springt aber in den Seiten ziemlich
scharf zahnartig vor. Kiele sind nicht vorhanden, wohl aber zeigen sich
die Leistchen, welche die areola spiraculilera umgeben, ziemlich deut-
lich. Der Hinterleib stark glänzend, äusserst fein und etwas zer-
streut punktirt, die Zwischenräume glatt, die Iläärchen abstehend. Die
Basis des 2ten und des 3ten Segments röthlichgelb durchscheinend, auf
dem 2ten aber mehr als auf dem 3ten, der übrige Theil bräunlich. Der
Bohrer nur halb so lang wie das Iste Segment, dieses mit stark vor-
springenden Knötchen, von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich,
aber schwach, hinter denselben stärker erweitert, mit parallelen Seiten.
Die Oberfläche sehr fein längsrunzlig. Die Beine röthlichgelb, die Hüften
und Schenkelringe ein wenig blasser als die übrigen Theile.
Ich besitze nur 1 $, welches in der Nähe von Aachen
von mir gefangen wurde.
4. Ther. Ingrediens m.
Schwarz, die Basis der Fühler, der Rücken des Meso-
thorax, das Iste Segment des Hinterleibs an der Spitze, das
2te und 3te fast ganz, und die Beine rothgelb; der Metatho-
Monographie der Gattung Pezomacbus. 97
rax runzlig, die Onerleiste in den Seiten scharf zahnartig- vor-
springend, der Hinterleib sehr fein und zerstreut behaart, der
Bohrer nur wenig Iiürzer als das Iste Segment , dieses mit
stark vorspringenden Knötchen. $. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster und MaiidibeJn roth , letzlre n.it
schwarzer Spitze ; der ganze Kopf runzlig, sogar der Clypeus und die
Wangen nicht ausgenommen, die Behaarung kurz , fein und nicht sehr
dicht. An den Fühlern das l_7te Glied ganz rothgelb, die übrigen
braun; das 3te Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te fast länger
als breit. Der ^lesothorax ist oben roth , in den Seiten braun , auch
der Prothorax zum Theil roth, zum Theil und namentlich in den Seiten
braun. (Ob der ganze Mesothorax und das Schildchen roth war liess
sich nicht mehr ermitteln , da eine dicke Kadel diese Theile zerstört
hatte). Der Metathorax runzlig, die abschüssige Stelle zeigte in den
Seiten den scharfen, zahnartigen Vorsprung der Querleiste; ob dieselbe
oben in der Mitte fehlt, war nicht mehr zu bestimmen, weil auch diese
Stelle verletzt war. Mittelkiele waren weder an der i3asis , noch an
der abschüssigen Stelle zu bemerken, die areola spiraculifera war aber
von deutlichen Leistchen umgeben. Der Hinterleib zeigt keine deutliche
Punktirung, die Behaarung ist etwas zerstreut, die Farbe an der Spitze
des Isten, auf dem 2ten und 3ten, so wie am Hinterrande der folgen-
den Segmente rothgelb, das 2te hat indess an den Seiten und ganz nahe
dem Hinterrande einen rundlichen, braunen Flecken, und ist äusserst fein
lederartig runzlig , das 3te vor dem Hinterrande mit einer in der Glitte
breit unterbrochenen, braunen Querbinde, welche, je mehr sie sich dem
Scitenrande nähert, breiler wird, und am Seitenrande selbst diesen wohl
auf y, seiner Länge einnimmt: dieses Segment so wie die übrigen alle
glatt. Das 6te und 7te Segment war stark eingezogen, doch schien die
weisse Membran hier nicht zu fehlen. Der Bohrer erreicht nicht ganz
die Lange des ersten Segments, ist auch nicht viel kürzer, es hat schart
vorspringende Knötchen, und ist von der Basis bis zur Spitze nur wenig
erweitert, daher an der Spitze sehr schmal, der Länge nach fein runz-
lig und auf dem hinteren Theil, von den Knötchen bis zur Spitze, in
der Mitte ziemlich tief gerinnt. Die Beine rein rolhgelb, die hintersten
Iibien an der Spitze bräunlich.
Ich habe nur 1 $ dieser Art in der N e es i sehen Samm-
lung gesehen, welches bei Sickershausen am 4ten Juni 1812
gefangen wurde.
5. Ther. inaequaiis m.
Schwarz, der Rücken des Mittelleibs, das iste Segment
des Hinterleibs ganz, das 2fe und 3te mehr oder weniger und
die Beine rothgelb; der Mittelleib glatt, bloss die abschüssige
Archiv, f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. n
98 F o e r s t e r :
Stelle runzlig, die Querleiste oben in der Mitte fehlend, in
den Seiten scharf zahnartig vorspringend; der Hinterleib sehr
fein und zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer länger als
das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg.
12/3 Lin.
Diese Art hat zwar eine grosse Aehnlichkeit mit Gra-
venhorstii Rtzb., ist aber kleiner und schmaler, der Mittelleib
mehr schwarz, und das 2te Segment nicht ganz roth.
Der Kopf schwarz , die Taster und Mandibeln rolh , letztre mit
schwarzer Spitze. Das Gesicht runzlig , der übrige Theil des Kopfes
fast ganz glatt, die Fühler haben das 1 — 6te Glied rolhgelb, die übrigen
braun, doch so, dass sie nach der Spitze hin allmählich dunkler wer-
den. Das 3— 5te Glied ziemlich stark verlängert, das 4le ein wenig
länger als das 3te, und das 7le ein wenig länger als breit. Der ganze
Rücken des Mittelleibs ist roth, an dem Pro- und Mesothorax zieht sich
die rothe Farbe auch noch etwas an den Seiten hinab , jedoch nur
wenig. Der Mesothorax fast ganz glatt, von den beiden Furchen kaum
eine Spur vorhanden. Auch der Metathorax glatt und glänzend , bloss
die abschüssige Stelle runzlig, die Querleiste fehlt oben in der Mitte,
springt aber in den Seiten deutlich und scharf zahnartig vor. Mittel-
kiele nicht vorhanden, auch keine areola spiraculifera durch Leistchen
abgegrenzt. Der Hinterleib fein und zerstreut, aber deutlich punktirt
und behaart, das Iste Segment ganz rothgelb, auch das 2tc , nur hat
dieses am Hinterrande eine braune Querbindc, das 3te Segment braun,
am Vorder- und am Seitenrande ziemlich breit, am Hinterrande nur
schmal rothgelb gesäumt. Die übrigen Segmente braun, ihr Hinterrand
fein röthlichgelb durchscheinend ; das 7te mit weisser Membran. Der
Bohrer länger als das Isle Segment, dieses ohne deutlich vorspringende
Knötchen, auf der Mitte schwach rinnenl'örmig, jedoch so, dass diese
Rinne weder bis zur Basis hinabgeht , noch auch die Spitze erreicht.
Von der Basis bis zu den Knötchen findet eine allmähliche Erweiterung
statt, von den Knötchen bis zur Spitze ist diese viel stärker , die Sei-
ten erscheinen hier nur schwach divergirend und die Spitze sehr breit.
Von der Basis bis zur Spitze ist dieses Segment mit feinen Längsrun-
zeln bedeckt , und zwischen diesen Runzeln nur undeutlich punktirt.
Auch das 2te Segment ist an der Basis mit feinen Längsrunzeln verse-
hen, welche nach den Seiten hin sogar die Mitte des Segments errei-
chen. Die Beine rothgelb, die hintersten Schenkel fast von der Basis
bis zur Spitze, die hintersten Schienen an der Spitze bräunlich.
Nur 1 $ befindet sich in der Neesischen Sammlung
und wurde bei Sickershausen am 23ten Oclober 1808 gefangen.
Monographie der Gattung Pezomachus. 99
6. Ther. Esenbeckii Grav.
Pez. Esenb. Grav. lehn. eur. Tom. II. p. 883.
Schwarz, die Fühler bis zur Mitte, der Mittelleib, die 2
ersten Segmente und die Basis des 3ten , so wie die Beine
roth, letztre mit bräunlichen Hinterschenkeln und Tibienspitze;
der Metathorax an der abschüssigen Stelle ohne vollständige
Querleiste; der Hinterleib sehr zerstreut behaart, das Iste und
2te Segment der Länge nach nadelrissig, die übrigen völlig
glatt; der Bohrer etwas länger als das Iste Segment. §. Lg.
fast 2 Lin.
Der Kopf schwarz, sehr fein lederartig, schwach zerstreut puni^tirt,
etwas glänzend, der Clypeus völlig glatt, sehr glänzend, über demselben ein
schwacher, dunkelrother Höcker. Die Oberkiefer roth, mit brauner Spitze,
die Taster schmutzig gelb. Die Fühler bis zur ölitte roth, von da ab bis
zur Spitze braun. Das 3te Glied nicht länger als das 4te, das 7te nicht
länger als breit, (Da der Mesolhorax mit einer dicken Nadel durch-
stochen war, so liess sich über denselben nichts ermitteln.) Der Me-
tathorax breit, gewölbt, die abschüssige Stelle ziemhch senkrecht, nach
oben offen, indem die Querleiste hier gänzlich verschwunden, nur in
den Seiten allein und zwar scharf vorspringt. Die Flügelstummel sehr
klein. Alle Kähte der Brustseiten so wie die Stelle unmittelbar über
den Hüften schwarz. Der Hinterleib sehr spärlich behaart, die beiden
ersten Segmente und das 3te an der Basis roth, bei den übrigen bloss
der Hinterrand gelbroth , das 7te Segment gelblich, welche Farbe
auch der Bauch, besonders an der Basis hat. Das Iste Segment kurz,
von der Basis bis zur Mitte nur wenig, von da ab bis zur Spitze sehr
stark erweitert. Die Seitenknötchen treten etwas, obgleich schwach,
vor. Das Iste sowohl wie das 2te Segment sehr scharf der Länge
nach nadelrissig, das 2te nur allein am Hinterrande und zwar in der
Mitte glatt. Die folgenden Segmente alle glatt , ohne die geringste
Spur von lederartiger oder nadelrissiger Struktur, mit feinen, sehr weit
abstehenden Pünktchen. Der Bohrer etwas länger als das Iste Segment,
seine Klappen rothbräunlich. Die Beine roth, bloss die hintersten Schen-
kel nach der Spitze hin etwas unbestimmt bräunlich , und ebenso die
hintersten Schienen.
Nur 1 $ aus der Sammlung des Hrn. Prof. Graven-
horst habe ich untersucht und beschrieben, hier ist mir diese
Art noch nicht vorgekommen, auch an andern Orten scheint
sie sehr selten zu sein, da Gravenhorst nur 2 J aus der
Gegend von Sickershausen kannte.
100 Foerster:
7. Ther. Gravenhorstii.
Pezomachus Grav. Rtzb. die Ichrieum. der Forstinsekten.
S. 154.
Roth, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment
ab schwarz, der Mittelleib glatt, bloss die abschüssige Stelle
runzlig, die Querleiste oben in der Mitte fehlend, in den Sei-
ten scharf zahnartig vorspringend, der Hinterleib sehr zer-
streut punktirt und behaart, der Bohrer ein wenig länger als
das Iste Segment, dieses mit sehr schwach vorragenden Knöt-
chen. $. Lg. 2 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster und Mandibeln roth, letztere mit
schwarzer Spitze. Das Gesicht runzlig punktirt, etwas matt, nur ein
Höcker in der Mitte glatt. Die Stirne ebenfalls , obgleich sehr fein,
runzlig , der Glanz massig. Der Clypeus und Scheitel glatt , stark
glänzend. An den Fühlern das 1— 6te Glied rothgelb, die übrigen braun,
das 4te etwas länger als das 3te , das 7te ein wenig länger als breit.
Der Mittelleib roth , die Brustseiten an der Basis und namentlich die
Nähte braun; der Meso- und Metathorax sehr glatt, glänzend, mit sehr
zerstreuten Punkten, die abschüssige Stelle runzlig, oben in der Mitte
ohne Querleiste , in den Seiten aber springt dieselbe scliarf zahnartig
vor. Weder Mittelkiele an der Basis, noch an der abschüssigen Stelle,
noch auch eine areola spiraculifera vorhanden. Der Hinterleib zerstreut,
aber sehr deutlich punktirt und behaart, die beiden ersten Segmente
ganz , das 3te an der Basis roth ; dieses , so wie alle folgenden, mit
einem rolhen Hintevrand. Das 7te Segment rothgelb mit der Spur einer
weissen Membran. Der Bohrer ein klein wenig länger als das Ite Seg-
ment , dieses mit äusserst sciiwach vorragenden Knötchen , welche nur
bei genauer Betrachtung sichtbar werden; von der Basis bis zu diesen
Knötchen allmählich und müssig, hinter denselben starker erweitert, an
der Spitze sehr breit. Der ganzen Länge nach ist dieses Segment mit
Längsrunzeln bedeckt und zwischen denselben deutlich punktirt , auf
seinem hintern Theile mit sehr schwacher Mittelrinne. Das 2te Segment
ebenfalls an der Basis und zwar seitlich etwas stärker als in der Mille
mit feinen Längsrunzeln versehen. Die Beine rothgelb , die hintersten
Schenkel fast von der Basis bis zur Spitze, die Mittel- und Hinter-
schienen nur an der Spitze schwach bräunlich.
Ein $ in der Neesi sehen Sammlung; dasselbe wurde
bei Sickershausen am 4ten October 1807 gefangen, ein 2tes
Exemplar erhielt ich später durch die Gefälligkeit des Hrn.
Prof. Ratze bürg zur Ansicht, der dasselbe aus Ophion
merdarius erzogen hatte. Das letztere Stück war nicht ganz
Monographie der Gattung Pezoinachus. 101
SO kräftig- roth gefärbt und wohl um '/, Lin. länger, sonst
völlig dem Neesischen Exemplar gleich.
8. Ther. subzonatus.
Pez. subzonat. Grv. lehn. eur. Tom. IL p. 887.
Dunkelkastanienbraun, fast schwarz, glatt, die Basis der
Fühler, das Schildchen, das 2te und 3le Segment an der Basis
und die Beine roth, letztre an den Schenkeln nur wenig bräun-
lich ; der Metathorax mit einer Querleiste , welche in den
Seiten sckarf zahnartig vorspringt ; der Hinterleib sehr zer-
streut punktirt, das Iste Segment mit schwach vorspringenden
Knötchen, der Bohrer länger als dieses Segment. $. Lg.
l'A I^in-
Was diese Art besonders auszeichnet, ist die vollständige
Glätte des ganzen Körpers. Die Färbung ist durchgehends
dunkelkastanienbraun, nicht eigentlich schwarz, wie Graven-
horst angiebt.
Der Kopf noch am dunkelsten gefärbt, die Oberkiefer und Taster
roth. Die Fühler abgebrochen, so dass nur die 4 ersten Glieder noch
vorhanden waren, wie es auch Grv. 1. c. angiebt ; das erste Glied bräun-
lich, das 2 — 4te roth, das 3— 4te durchaus gleich lang. Der Mittelleib
auf dem Kücken heller gefärbt als in den Seiten und das Schildchen
viel heller roth, als Meso - und Metathorax, der letzlere hat eine fast
senkrecht abschüssige Stelle, die Querleiste nach oben schwach ange-
deutet , springt in den Seiten scharf zahnartig vor. Die Flügelstum-
mel reichen bloss bis zur Basis des Metathorax. Die Beine roth ,
bloss die Schenkel ein wenig bräunlich, was jedoch an den hintersten
Schenkeln am deutlichsten hervortritt. Der Hinterleib ebenfalls kasta-
nienbraun, das erste Segment aber an der Spitze , das 2te an der Ba-
sis auf den Seitenrändern und am Hinterrande, das 3te bloss an der Ba-
sis roth; die übrigen Segmente haben einen schmalen, röthlichen Hin-
terrand. Der ganze Hinterleib sehr zerstreut behaart, und völlig glatt,
bloss das Iste Segment der Länge nach fein nadelrissig, an demsel-
ben springen etwas hinter der Mitte die beiden Seitenknötchen nur
schwach hervor. Der Bohrer länger als das erste Segment (er ist auf-
wärts gerichtet, wie Grv. angiebt, was jedoch wohl nicht seine natür-
liche Lage sein dürfte).
Das einzige, von N e e s von E s e n b e c k bei Sickers-
hausen gefangene Exemplar, erhielt ich durch den Hrn. Prof.
Gravenhorst zur Ansicht und ich habe nach demselben
diese Beschreibung entworfen. Es scheint diese Art noch von
keinem Andern aufo^efunden worden zu sein.
102 Foerster:
9. Thcr. dromicus.
Pezomachiis dromicus Grv. lehn. eur. toni. IL p. 886.
Schwarz, die Fühler an der Basis, das 3te Segment des
Hinterleibs ganz, das 4le an der Basis und die Beine roth,
das Schildchen deutlich abgesetzt, der abschüssige Theil des
Metathorax runzlig, der Bohrer kürzer, oder doch kaum so
lang C/ö tles Hinterleibs!) wie das Iste Segment, dieses an
der Spitze mit feinen Längsrunzeln, c^. Lg. 11/3 Lin.
Auch von dieser Art fand sich kein Exemplar mehr in
der G r a V e n h 0 r s t'schen Sammlung vor, aber es ergiebt sich
aus der Sculptur des Islen Segments ganz unzweideutig, dass
sie der Gattung Theroscopus angehört. Das Wesentliche der
Grav. Beschreibung mag hier folgen:
Die Fühler vom 1— 7ten Gliede hellroth, die übrigen schwarz (vom
12ten Gliede an abgebrochen !). Das Schildchen klein, die Flügelansätze
weiss, kaum sichtbar. Die vorderen Beine gelb, die hintersten roth,
Hüften und Schenkelringe blasser. Das Iste Segment des Hinterleibs
schwarz , an der Spitze etwas nadelrissig (d. h. mit feinen Längsrun-
zeln versehen!), das 2te braun, an der Basis roth, das 3te roth, die
übrigen schwarzbraun. Der Bohrer fast «/^ von der Länge des Hin-
terleibs.
Nur 1 $ wurde von Mang er bei Warmbrunn gefangen.
10. Thet\ pedestris.
Pezomachus ped. Grv. lehn. eur. t. H. p. 882.
Schwarz, die Fühler an der Basis, das 2te und 3te Seg-
ment des Hinterleibs und die Beine roth, der Mittelleib punk-
tirt, stark behaart, die abschüssige Stelle runzlig, die Quer-
leiste schwach, nur in den Seiten scharf zahnartig vorsprin-
gend ; der Hinlerleib sehr fein , aber zerstreut punktirt und
behaart, der Bohrer fast etwas länger als das Iste Segment,
dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. 2 Lin.
Der Kopf schwarz. Die Taster rothgelb, die Mandibeln dunkel-
rolh, nach der , Spitze hin braun. Das Gesicht runzlig, namentlich un-
ter der Fühlerwurzel, der Clypeus aber, so wie der Gesichtshöcker, glatt,
neben den tiefen Grübchen des Clypeus nach aussen ebenfalls eine
feine runzlige Stelle, die übrigen Theile des Kopfes glatt, mit zerstreu-
ten, etwas groben Punkten versehen. An den Fühlern die Glieder 1—
5_6~7 roth, die übrigen braun ; das 3le und 4te Glied gleich lang,
das 7te nicht länger als breit. Der Mittelleib ganz schwarz , eben
so stark und zerstreut punktirt als der Kopf, der Metathorax an der
Monographie der Gattung Pezomachus. 103
abschüssigen Stelle runzlig, die Querleiste oben in der Mitte fehlend, an
den Seilen aber scharf zahnartig vorspringend , Mittelkiele nicht vor-
handen und die areola spiraculifera nur undeutlich abgegrenzt. Der
Hinterleib sehr fein und sehr zerstreut punktirt und behaart, das 2te
und ote Segment roth , die übrigen schwarz mit gleichgefärbtem Hin-
terrande , das 6te Segment und wahrscheinlich auch das 7le an der
Spitze weissgelb. Der Bohrer völlig so lang, wenn nicht etwas länger
als das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen, von der
Basis bis zu diesen Knötchen allmählich , hinter denselben viel stärker
erweitert, daher an der Spitze ziemlich breit. An der Basis ist dieses
Segment völlig glatt, etwas vor der Mitte bis zur Spitze längsrunzlig
mit dazwischenliegenden, zerstreuten Punkten. Die Runzeln liegen bald
dichter bald zerstreuter zusammen. Die Beine rein roth, die Spitze der
hintersten Schenkel und die äusserste Basis und Spitze der hintersten
Tibien braun.
Gen. Pezolochus m. *"')
Das Gesicht stark verkürzt^ die Mandibeln an der Basis und
der Chjpeus schmal, dieser der Quere nach verlängert, die
Stirne sehr gross; das Schildchen fehlt, und nur FlügeU
punkte sind vorhanden, die Luftlöcher des ganz ungefelderten
Metathorax weit von der Basis abstehend.
Diese Gattung unterscheidet sich von Pezomachus, im
engern Sinne genommen, hauptsächlich durch die Kopfbildung,
welche durch das sehr stark verkürzte Gesicht zu sehr von
einem ächten Pezomachus absticht, um nicht auf den ersten
Augenblick die Trennung zu rechtfertigen. Das Gesicht ist
nämlich stark um die Hälfte verkürzt, und deshalb unverhält-
nissmässig breit, der Clypeus sehr schmal, aber ebenfalls um
desto mehr querüber sich zu verlängern, die Mandibeln sind
ebenfalls schmal, besonders an der Basis. So wie aber das
Gesicht sich verkürzt hat, so hat die Stirn an Umfang zu-
genommen und erscheint sehr gross; von der Basis der Fühler
geht dieselbe ohne merklich starke Krümmung in den Scheitel
über. Der Mittelleib zeigt die gewöhnliche Bildung der Gat-
tung Pezomachus , das Schildchen fehlt , die FUrgelansätze
punktförmig, der Metathorax ohne Spur von Feldern, seine
Luftlöcher stehen weit von der Basis ab, ungefähr in der
•"•) Der Name wurde gebildet von n^Cös, /}, cV, zu Fuss, und Ao-
Xog von loxdco, einem Feinde listig nachstellen.
104 Foerster:
Mitte; der Hinterleib und die Beine schliessen sich dem all-
gemeinen Typus an.
Ich habe bis jetzt nur eine einzige Art aufgefunden ,
sie scheint selten zu sein. Ueber die Lebensweise lässt sich
daher auch noch nichts angeben , höchst wahrscheinlich ist
sie nicht von der der Gattung Pezomachus abweichend. Wie
es sich mit dem männlichen Geschlecht verhalte, muss eben-
falls vor der Hand noch unermittelt bleiben.
1. Pe z. r ufip es m.
Schwarz, der Frothorax, das Iste Segment des Hinter-
leibs an der Spitze und die Beine roth; der Meso- und Metatho-
rax gleich lang, die abschüssige Stelle kurz, ohne Querleiste,
nur in den Seiten mit einem scharfen Vorsprung; der Hinter-
leib fein lederartig runzlig , zerstreut punktirt und kurz be-
haart, der Bohrer länger als das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf ist schwarz, fein lederartig runzlig, matt, mit zerstreu-
ten Pünktchen und sehr kleinen, nicht deutlich wahrnehmbaren Häär-
chen, über dem Munde mit langen, abstehenden Haaren bekleidet. Die
Fühler schwarzbraun, bloss das 2te Glied schmutzig gelb. Die einzel-
nen Glieder stark verkürzt , das 4te Glied etwns länger als das 3te,
das 7te fast etwas breiter als lang. Der Mittelieib schwarz, der Pro-
thorax und der vordere Theil des Mesothorax bis zu der bogenförmigen
Furche rothgelb, der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die
abschüssige Stelle kurz, etwas stärker runzlig als der übrige Theil, die
Querleiste fehlt fast gänzlich, nur in den Seilen ist noch tief unten ein
scharfer, zahnartiger Vorsprung zu erkennen. Der Hinterleib fein leder-
artig, zerstreut punktirt mit kurzen Häärchen , schwarz, das Iste Seg-
ment an der Spitze rolhgelb , das 2te an der Basis und in den Seiten,
aber nur schmal, rothgefärbt. Der Bohrer etwas länger als das Iste
Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis bis zur Mitte
nur wenig, von da bis zur Spitze sehr stark erweitert , auf der hintern
Hälfte konvex, nicht flach. Die Beine rein rothgelb, das letzte Fuss-
glied bräunlich.
Ich besitze nur 1 $ dieser durch die Kopfbildung so
ausgezeichneten Art aus der Nähe von Aachen.
Gen. Pezoiitaclius Grv.
Der Kopf immer fein lederarüg oder verworren runzelig , die
Fühlerglieder selten verkürzt, der Mittelleib entweder ohne
alle Spur eines SchildcJiens, oder dasselbe ist nicht vollstän-
Monographie der Gattung Pezomachus. 105
dig abgesetzt j nur Flügelansätze vorhanden; der Metathorax
ohne Felder ; der Hinterleib mehr oder weniger fein runzlig.
Diese Gattung bildet den Stamm der von Gravenhorst
aufgestellten Arten , zu welchen ich im Nachfolgenden eine
sehr grosse Menge neuer Arten hinzuzufügen im Stande bin.
Sie ist schon jetzt, nach Abzug der in andre Gattungen ver-
theilten Arten bis auf 158 angewachsen, welche aber gewiss
noch vermehrt werden.
Der Kopf ist immer runzlig, entweder fein lederartig,
oder mehr unregelmässig und verworren , auch mehr oder
weniger dicht und deutlich punktirt und behaart. Die Fühler
o-ewöhnlich etwas gestreckt, so dass das 7te Glied noch län-
ger als breit erscheint, das 3te Glied ist fast immer etwas
grösser als das 4te, seltner genau von derselben Grösse, aber
sehr selten etwas kleiner. Nie sind die Fühler dreifarbig,
wie bei Aptesis , auch sehr selten einfarbig, gewöhnlich an
der Basis rolh oder rothgelb, und nach der Spitze hin ent-
weder dunkler roth, kastanienbraun oder dunkelbraun werdend.
Der Mittelleib zeigt entweder ein undeutliches Schildchen, oder
es ist von demselben gar keine Spur vorhanden, der Meta-
thorax hat an der abschüssigen Stelle, welche bald höher,
bald niedriger ist, eine Qu^^i'^eiste , welche entweder überall
deutlich vorspringt, oder oben in der Mitte fehlt, in letzterem
Falle sieht man sie dann noch in den Seiten mehr oder we-
niger scharf, mitunter zahnartig vorspringen, namenthch wenn
man den Metathorax von der Seite betrachtet. Der Hinter-
leib zeigt in der Punktirung und der davon abhängigen Be-
haarung einige Abweichungen. Entweder stehen die Punkte
nicht dicht zusammen und folglich die Haare ebenfalls, oder
sie stehen sehr zerstreut und die Behaarung ist dann auch
nur spärlich, im erstren Falle liegen die Haare meist an und
der Hinterleib büsst dann allen Glanz ein, im letztren stehen
sie gewöhnlich etwas ab, und der Hinterleib ist mehr oder
weniger glänzend. Das Iste Segment hat mehr oder weniger
deutlich vorspringende Knötchen *"*) (Luftlöcher !) , bisweilen
*) Ich habe den Ausdruck Knötchen beibehalten, weil man
von einem Luliloch eigentlich nicht gut sagen kann, dass es vorspringe,
auch sind es wirklich kleine Tuberkeln, die vorspi'ingen, und in wel-
chen sich die Luftlöcher befinden.
l^Ö Fofcrster:
sind dieselben von oben gesehen nicht wahrzunehmen, son-
dern unter dem Seitenrand versteckt.
Von dieser Gattung kenne ich auch die J^ ; sie stimmen
im Habitus mit den $ fast ganz überein, haben aber mit we-
nigen Ausnahmen immer ein deutlich abgesetztes Schildchen.
Sie sind jedenfalls seltner als die $ , denn ich kenne höch-
stens Vö oder % Prozent der schon entdeckten $.
Ehe ich zu der Beschreibung der Arten dieser Gattung
übergehe, will ich noch in einer analytischen Zusammenstel-
lung derselben die Bestimmung der Species zu erleichtern den
Versuch machen. Dadurch glaube ich, wie es für mich bereits
geschehen, auch für andre die Untersuchung bedeutend ab-
kürzen zu können.
A. Der Metathorax ohne Querleiste, oder sie ist so schwach, dass
man sie füglich als nicht vorhanden ansehen kann. Spez. 1—33.
I. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart. Spez. 1—19.
a. Der Hinterleib stark punktirt.
b. Der Hinterleib ganz roth ... 1. vulpinus
bb. Der Hinterleib braun oder mit braunen Querbinden.
c. Der Hinterleib mit mehreren braunen Binden 2. Aquisgranensis.
cc. Der Hinterleib vom 2ten Segment ab schwarz 3. Neesii.
aa. Der Hinterleib fein, nicht stark punktirt.
e. Der Rücken des Metathorax sehr kurz,
f. Das Iste Segment mit vorspringenden Knötchen,
g. Der Thorax schwarz . . . 4. protuberans,
gg. Der Thorax roth ... 5. Ratzeburgi.
fF. Das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen,
h. Der Mesothorax ohne Spur eines Schildchens.
i. Die Beine roth . . . . 6. ineptus.
ii. Die Beine braun . . . . 7. teuer,
hh. Der Mesothorax mit einem sehr deutlich angedeute-
ten Schildchen .... 8. festinans.
ee. Der Rücken der Metathorax ist nicht kurz,
k. Der Mesothorax länger als der Metathorax.
I. Die abschüssige Stelle scharf und fast senkrecht abgegrenzt.
9. exareolatus.
II. Die abschüssige Stelle nicht scharf und senkrecht,
sondern allmählich schief abschüssig.
m. Die Taster und Schienen geUb . . 10. simulans.
mm. die Taster und Schienen braun 11. anthracinus.
Monographie der Gattung Pezomachus.
wt
kk. Der Mesothorax nicht länger als der Metathorax.
n. Der Mittelleib verhältnissmässig stark verlängert.
0. Das 4te Fühlerglied ein wenig länger als das 3le
12. zonalus.
00. Das 4te Fühlerglied nicht länger als das 3te.
p. Die abschüssige Stelle des Metathorax deutlich ab-
gesetzt .... 13. edenlatus.
pp. Die abschüssige Stelle des Metathorax nicht deut-
lich abgesetzt,
q. Der Mittelleib gelb . . 14. imbellis,
qq. Der Mittelleib schwarz . . 15. reconditus.
nn. der Mittelleib verhältnissmässig verkürzt.
r. Das Iste Segment mit schwach vorspringenden
Knötchen . . . .16. squalidus.
rr. Das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen.
s. Die Beine rein gelb . . 17. flavipes.
SS. Die Schenkel, oder die Schenkel und Schienen
zugleich bräunlich.
t. Das Iste Segment gelb • . 18. tiraidus.
tt. Das Iste Segment schwarzbraun 19. nigritus.
II. Der Hinterleib zerstreut punktirt und behaart. Spec. 20— 33.
a. Der Metathorax sehr kurz.
ß. Das 2te und 3te Segment sehr gross . 20. rotundiventris.
ßß. Das 2te und 3te Segment von gewöhnlicher Länge.
y. Die Beine rein roth oder rothgelb.
<f. Der Hinterleib breiter als der Thorax . 21. declivis.
6d. Der Hinterleib nicht breiter als der Thorax 22. leptogaster.
yy. Die Beine vorherrschend braun.
£. Der Bohrer fast so lang wie das Iste Segment 23. pumilus.
€6. Der Bohrer kaum y^ der Länge des isten Segments be-
tragend ..... 24. nanus.
a«. Der Metathorax von gewöhnlicher Länge.
C. Das 4te Fühlerglied länger als das 3le.
t]. Der Bohrer länger als das Iste Segment 25. terebrator.
Tjrj. Der Bohrer nicht länger als das Iste Segment.
&. Der Mitlelleib roth.
1. Der Kopf schwarz . . 26. KiesenwetlerK
u. Der Kopf roth . . . .27. sylvicola.
^^. Der Mittelleib schwarz.
X. Der Bohrer völlig so lang wie das Iste Segment,
die PunlUe des Hinlerleibs nicht besonders deutlich
28. ecarinatns.
1^^ Foerster:
y.y.. Der Bohrer wenigstens um •/, kürzer als das Iste
Segment, die Punkte des Hinterleibs deullicii
29. lorlicornis.
C;. Das 3te Fühlerglied so lang wie das 4te oder ein we-
nig länger.
L Der ganze Thorax roth.
.a. Das Iste Segment an der Spitze sehr breit 30 inermis.
fifA. DaslsteSegmentander Spitze sehr schmal 31. lugubris.
XX. Der Thorax ganz oder zum Theil braun.
V. Der ganze Thorax braun . 32. poslhumus.
vy. Bloss der Metathorax braun . 33. hicidulus.
B. Der 3Ietathorax mit einer Querleiste, welche mehr oder weni-
niger deutlich ist , und leicht an dem schärferen , zahnartigen
Vorsprung in den Seiten erkannt wird. Spec. 34-158.
III. Die abschüssige Stelle sehr kurz , oder doch kürzer als der
Rücken *} des Metathorax. Spec. 34—41.
0. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart,
t Das Iste Segment an der Spitze sehr breit . 34. fallax.
ff. Das Iste Segment an der Spitze sehr schmal 35. nigricornis.
00. Der Hinterleib zerstreut punktirt und behaart.
-{-. Die Beine ganz roth.
*. Der Metathorax viel höher gewölbt als der Mesothorax
36. bellicosus.
**. Der Metathorax kaum höher gewölbt als der Mesothorax.
J. Der Hinterleib zerstreut aber sehr deutlich punktirt 37. Debeyii.
J/l. Der Hinterleib zerstreut aber sehr undeutlich punktirt
38. applanatus.
++. Die Beine nicht ganz roth, sondern mehr oder v/eniger
braun.
r. Alle Segmente des Hinterleibs braun . 39 mediocris.
rr. Ein oder mehrere Segmente des Hinterleibs roth.
§. Bloss das Iste Segment ganz roth . 40. pulicarius.
^^. Die bei/len Isten Segmente des Hinterleibs roth 41. Acarorum.
IV. Die abschüssige Stelle des Metathorax von gewöhnlicher Länge
oder sehr lang, — Spec. 42—158.
1. Der Hinterleib wenigstens auf den 3 ersten Segmenten dicht
oder massig dicht punktirt und behaart. — Spec. 42— 107.
§. Der Bohrer genau so lang oder ungefähr so lang wie das Iste
Segment. — Spec. 42 — 76.
a. Das Iste Segment mit deutlichen Knötchen.
*) Rücken nenne ich hier den mit dem Mesothorax in gleicher
Ebene liegenden Theil.
Monographie der Gattung- Pezomachus. TföÖ
b. Die Beine rolh ...... 42. trux.
bb. Die Beine bräunlich . . . .43. proditor.
la. Das Iste Segment ohne deutliche Knötchen.
c. Der Hinterleib ganz roth, oder rolhgelb. '
d. Der Kopf rol;i oder röthlichgelb.
e. Der Kopf dunkler roth als der Mittelleib . 44. carnifex.
ee. Der Kopf nicht dunkler rolh als der Mittelleib 45. rufulus.
dd. Der Kopf schwarz.
f. Das Iste Segment mit schwachen aber deutlichen Knöt-
chen , die Klappen des Bohrers an der Spitze braun
46. ochraceus.
ff. Das Iste Se^rment ohne vorspringende Knötchen, die Klap-
pen des Bohrers ganz braun . . 47. corruptor.
cc. Der Hinlerleib nicht ganz roth.
g. Der Hinterleib stark und deutlich punklirt.
h. Mehrere Segmente rolh . . . 48. vorax
hh Bloss das Iste Segment roth.
i. Die Segmente des Hinterleibs mit einem rothen Hinter-
rand . . ... 49. formicarius.
ii. Die Segmente des Hinterleibs ohne rothen Hinterrand
50. alienus.
gg. Der Hinterleib nicht besonders stark und deutlich punktirt.
k. Der Hinterleib ganz schwarz.
I. Die Fühler ganz braun . . 51. quaesitorius.
II. Die Fühler fast ganz rothgelb . . 52. tristis.
kk. Der Hinterleib nicht ganz schwarz.
m. Bloss das Iste Segment roth oder rothgelb.
n. Der Metathorax viel länger als der Mesothorax
53. modeslus,
nn. Der Metathorax nicht viel oder gar nicht länger
als der Mesothorax.
0, Der Hinterleib nach der Spitze hin etwas zer-
streuter punktirt ... 54. distinctus.
00. Der Hinterleib nach der Spitze hin nicht zerstreu-
ter punktirt.
p. Der Mesothorax mit einem nicht völlig abgesetz-
ten Schildchen ... 55. intermedius.
pp. der Mesothorax ohne Schildchen,
q. Die Beine rein gelb . . 56. vicinus.
qq. Die Mittel- und Hinterschienen vor der Basis
und an der Spitze mehr oder weniger bräunlich,
r. Die Querleiste des Metathorax oben in der Mitte
fehlend .... 57. sericeus.
110 FoerstQv:
IT. Die Querleiste vorhanden, wenn auch schwach.
s. Die Fühler bis zur Spitze hell rothgelb 58. bjcinctus.
SS. Die Fühler dunkelroth oder braunroth.
t. Der Mittelleib roth, in den Seiten über den Hüf-
ten schwarzbraun ... 59. pelulans.
tt. Der Mittelleib gleichgelärbt.
u. Der Miltelleib hellroth, und das Iste Segment
von derselben Färbung , . 60. Müllen',
uu. Der Mittelleib dunkelroth, das Iste Segment
heller gefärbt . . . 61. incertus.
mm. Mehrere Segmente des Hinterleibs roth oder rothgelb.
V. Das Iste Segment fast ganz schwarz 62. vagabundus.
vv. Das Iste Segment ganz roth oder rothgelb.
w. Die beiden Isten Segmente und auch die letzten
vom 5ten ab, rolhgelb . . 63. lutescens.
ww. Die beiden Isten Segmente roth, die Segmente
an der Spitze dagegen schwarz oder schwarzbraun.
X. Bloss die beiden Isten Segmente roth oder rothgelb.
y. Der Kopf schwarz.
z. Die Schenkel braunroth, dunkeler gefärbt als die
Schienen . . . 64. fraudulentus.
zz. Die Schenkel von gleicher Färbung wie die
Schienen.
f«. Der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht behaart u, punk-
iirt ....... 65. comes.
««. Der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten massig dicht,
auf den folgenden zerstreuter punktirt und behaart.
ß. Das 3te Segment hell kastanienbraun . 66. attenlus.
ßß. Das 3te Segment des Hinterleibs schwarz.
y. Das 3le Glied der F'ühler ein wenig länger als das 4te
67. xenoctonus.
yy. Das 3te u. 4te Glied der Fühler gleich lang 68. faunus.
yy. Der Kopf heller oder dunkler roth.
d. Das Iste Segment mit schwach vorspringenden Knötchen.
69. helvolus.
cFJ. Das Ite Segment ohne vorspringende Knötchen.
6. Der Kopf ebenso hell gefärbt, wie der Mittelleib 70. emarcidus.
88. Der Kopf dunkler gefärbt als der Mittelleib.
^, Der Hinterleib bis zur Spitze ziemlich dicht punktirt
und behaart .... 71. scitulus.
(;$. Der Hinterleib auf den drei ersten Segmenten mas-
sig dicht, auf den folgenden zerstreuter punktirt und
behaart.
Monographie der Galtung Pezomachus. til
}j. Das 5le Segment heller gefärbt als das 4te 72. juvenilis.
>;^. Das 5te Segment eben so dunkel gefärbt als das 4te
73. debilis.
XX. Die 3—4 ersten Segmente roth.
^ Der Hinterleib bis zur Spitze gleichmässig punklirt und
behaart.
t. Die Querleiste überall deutlich . . 74. incubitor.
it. Die Querleiste oben in der Mitte fehlend 75. xylochophilus.
&d: Der Hinterleib nicht bis zur Spitze gleichmässig punktirt
und behaart .... 76. analis.
§§. Der Bohrer entweder bestimmt kürzer oder deutlich länger
als das Iste Segment. — Spec. 77-107.
a. Der Bohrer bestimmt kürzer als das Iste Segment,
b. Der Mittel- und Hinterleib ganz schwarz.
c. Die Beine rolh 77. agilis.
cc. Die Schenkel mehr oder weniger braun . 78. integer,
bb. Der Mittel- und Hinterleib nicht ganz schwarz,
d. Der Metathorax viel länger als der Mesothorax.
e. Die Beine ganz roth .... 79. audax.
ee. Die Mittel- und Hinterbeine rolh und braun 80. hortensis.
dd. Der Mesothorax entweder nicht, oder nur sehr wenig län-
ger oder kürzer als der Metathorax.
f. Das Iste Segment mit deutlich vorspringenden Knötchen,
g. Der Mittelleib mit einem nicht abgesetzten Schildchen
81. bicolor.
gg. Der Mitlelleib ohne Schildchen,
h. Der Kopl schwarz . . .82. raoleslus.
hh. Der Kopf dunkelrolh.
i. Die beiden ersten Segmente rein rothgelb 83. pulcher.
ii. Das 2te Segment vorherrschend braun . 84. astulus.
ff. Das Iste Segment mit sehr schwach, oder gar nicht
vorspringenden Knötchen,
k. Der Thorax rein roth, ohne bräunliche Beimischung.
I. Der ganze Hinterleib roth.
m. Das 7te Glied der Fühler deutlich länger als breit
85. unicolor.
mm. Das 7te Fühlerglied kaum länger als breit 86. aemulus.
II. Der Hinterleib nur theilweise roth.
n. Das Iste Segment roth, das 2te bräunlich
87. circumcinclus.
nn. Das Iste und 2te Segment roth.
0. Der Kopf schwarz.
^1" Foerster:
p. Das 3te und die folgenden Segmente schwarz
88. puberulus.
pp. Das 3le und die folgenden Segmente bräun-
''c'^ .... 89. viduus.
00. Der Kopf meiir oder weniger dunkler roth oder
rothgelb,
q. Der Hinterleib bloss auf den drei ersten Seg.
menten massig dicht, auf den folgenden zerstreut
punktirt und behaart . . 90. venustus.
qq. Der Hinlerleib bis zur Spitze gleichmässig dicht
punktirt und behaart,
r. Die Klappen des Bohrers ganz rein gelb
91. consobrinus.
rr. Die Klappen des Bohrers an der Spitze oder
ganz braun.
s. Die Querleiste überall gleich scharf und deut-
^'^^^ .... 92. lividus.
ss. Die Querleiste schwächer, nicht überall gleich
scharf und deutlich.
t. Kopf, Mittelleib und das 3— 5te Segment von
gleich dunkler Färbung . 93. languidus.
tt. Der JVlittelleib heller gefärbt als der Kopf und
das 3~5te Segment . . 94. currens.
kk. Der Thorax dunkelroth und braun gefärbt,
u. Der rdittelleib mit einem unvollkommenen Schild-
chen.
V. Der Bohrer kaum halb so lang als das Iste Seg-
'"*^"* 95. brachyurus.
vv. Der Bohrer länger als die Hälfte des Isten Seg-
»"""'^ • • . . 96. furax.
uu. Der Mittelleib ohne Spur eines Schildchens,
w. Das Iste Segment mit schwach vorspringenden
'^"ötchen .... 97. sordidus.
ww. Das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen,
X. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart,
y. Der Bohrer kaum vorragend 98, micrurus.
yy. Der Bohrer länger . . 99. providus.
XX. Der Hinterleib massig dicht punktirt und behaart.
z. Kopf und Hinterleib, mit Ausnahme des Isten
Segments, schwärzlichbraun . 100. alacer.
zz. Kopf und Hinterleib mit Ausnahme des Isten
Segments dunkel kastanienbraun . 101. furtivus.
Monographie der Galtung Pezomachus. 113
aa. Der Bohrer deutlich länger als das Isle Segment.
K. Der ganze Körper schwarz . . 102. vulnerans.
aa. Der Thorax roth.
ß. Das Iste Segment des Hinterleibs allein roth.
y. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punklirt und behaart
103. cautus.
yy. Der Hinterleib nach der Spitze hin allmählich zerstreu-
ter punktirt und behaart. . . 104. speculator.
ßß. Die 2 ersten Segmente roth.
d". Die Fühler von der Mitte ab bräunlich 105. dubitator.
JJ. Die Fühler bis zur Spitze rothgelb,
a. Die beiden ersten Segmente des Hinterleibs dunkler
roth als der Mittelleib . . 106. blandus.
S€. Die beiden ersten Segmente nicht dunkler roth als
der Mittelleib .... 107. Iransfuga.
2. Der Hinterleib sehr zerstreut oder doch sparsam punk-
tirt und behaart. Spec. 108—158.
* Der Mittelleib ganz oder vorherrschend schwarz oder braun.
Spec. 108—122.
a. Der Bohrer so lang, oder kaum kürzer oder länger als das
erste Segment,
b. Das 7te Glied der Fühler breiter als lang . 108. Aries.
bb. Das 7te Glied der Fühler nicht breiter als lang,
c. Das 7te Fühlerglied genau so breit wie lang. 109. spurius.
CG. Das 7te Fühlerglied länger als breit,
d. Hinterleib schwarz, bloss das Iste Segment mehr oder we-
niger roth.
e. Die Punkte und Häärchen auf den einzelnen Segmenten
deutlich erkennbar . . . . HO. instabiüs.
ee. Die Punkte und Häärchen kaum erkennbar 111. detritus,
dd. Wenigstens die 2 ersten Segmente roth.
f. Der Mesothorax roth.
g. Fühler fast ganz bräunlich . . 112. nolabilis.
gg. Fühler mehr oder weniger roth.
h. Höchstens die 3 ersten Fühlerglieder roth, oder roth-
gelb, die übrigen braun . . . 113. humilis.
hh. Mehr als die 3 ersten Fühlerglieder roth 114. pedicularius.
ff. Der ganze Thorax schwarz.
i. Die 3 ersten Segmente roth . . 115. cursitans.
ii. Bloss die 2 ersten Segmente roth.
k. Der Kopf verhältnissmässig klein . 116. decipiens.
kk. Der Kopf breit . . .117. peregrinator.
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. g
114 Foersler:
aa. Der ßohrer bestimmt kürzer als das erste Segment.
I. Das 7te Fühlcrglled so breit wie lang.
m. Das Iste Segment mit deutlichen Seilenknötchen
118. infirmus.
mm. Das Iste Segment ohne Seitenknötchen. 1 19. fuscicornis.
II. Das 7te Fühlerglied länger als breit,
n. Das Iste Segment mit vorspringenden Seiten-
knötchen . . . 120. vagans.
nn. Das Iste Segment ohne vorspringende Seiten-
knötchen.
o. Die 3 ersten Segmente roth . 121. discedens.
00. Bloss die 2 ersten Segmente roth 122. calvus.
**. Der Mittelleib ganz oder vorherrschend roth. Spec. 123—158.
p. Der Bohrer genau so lang oder ungefähr so lang wie das
Iste Segment.
q. Bloss das Iste Segment roth , die übrigen braun, (kasta-
nienbraun.)
r. Der Kopf schwarz.
s. Das Iste Segment mit stark vorspringenden Knötchen. 123. celer.
SS. Das iste Segment mit schwach, oder gar nicht vorsprin-
genden Knötchen,
t. Die Schenkel bräunlich . . 124. spadiceus.
tt. Die Beine rein roth.
u. Das 2te Segment schwarz . . 125. ephippiger.
uu. Das 2te Segment roth . . 126. tonsus.
rr. Der Kopf kastanienbraun.
V. Der Bohrer so lang wie das Ite Segment.
w. Das letzte Fussglied gehwach bräunlich 127. gracilis.
ww. Das letzte Fussglied tief schwarzbraun 128. puerilis*
vv. Der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment
129. iusectator.
qq. Mehrere Segmente des Hinterleibs roth.
X. Das 7te Fühlerglied nicht, oder kaum länger als breit.
y. Alle Schenkel roth.
z. Die Querleiste sehr schwach . 130. inquilinus.
zz. Die Querleiste ziemlich scharf,
tt. Der Hinterrand der Segmente roth . . 131. vigil.
aa. Der Hinterrand der Segmente schwarz . 132. sedulus.
yy. Wicht alle Schenkel roth.
ß. Alle Schenkel bräunlich.
y. Das Iste Fühlerglied bräunlich . . 133. parvulus.
yy. Das Iste Fühlerglied rein roth . . 134. avarus.
Monographie der Gattung Pezomachus. 115
ßß. Bloss die hintersten Schenkel bräunlich,
(f. Das Iste Segment mit stark vorspringenden Knötchen.
135. callidus.
JJ" Das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen 136. latrator.
XX. Das 7te Fühlerglied deutlich länger als breit.
s. Der ganze Hinterleib roth . • 137. proximus.
€8. Nicht der ganze Hinterleib roth.
C- Der Hinterleib roth, bloss das Iste Segment schwarz
138. fasciatus.
^^. Mehr als ein Segment schwarz.
}]. Die 3 oder 4 ersten Segmente roth.
d-. Das Iste Segment mit schwach vorspringenden Knötchen,
i. Der Mittelleib mit einem schwach abgesetzten Schild-
chen ..... 139. congruus.
u. Der 3Iittelleib ohne Schildchen . 140. Meigenii.
S-d-. Das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen.
;;. Das 3te Segment an der Basis schwarz 141. venatorius
xx. Das 3te Segment ganz roth.
L Das Iste Fühlerglied dunkelroth . 142. gentilis.
Xk. Das Iste Fühlerglied schwärzlich . 143. lepidus.
?/jy. Die 2 ersten Segmente roth.
|U. Das Iste £legment mit deutlich vorspringenden
Knötchen.
V. Das Iste Fühlerglied braun . 144. impotens.
ry. Das Iste Fühlerglied hellroth 145. consociatus.
/u^u. Das Iste Segment ohne deutlich vorspringende
Knötchen.
|. Der Kopf schwarz.
0. Das Gesicht bis zu den Fühlern hinauf roth
146. glabratus,
00. Das Gesicht schwarz . . 147. hostilis.
||. Der ganze Kopf mehr oder weniger dunkelroth.
71. Das Iste Segment an der Spitze breit 148. derasus.
nn. Das Iste Segment an der Spitze schmal.
Q. Die Spitze des Hinterleibs eben so dunkel ge-
färbt wie die Mitte . . 149. pulex.
QQ. Die Spitze des Hinterleibs heller gefärbt
als die Mitte . . 150. immaturus.
pp. Der Bohrer bestimmt kürzer oder etwas länger als das
Iste Segment.
a. Der Bohrer bestimmt kürzer als das Iste Segment.
T. Nur das Iste Segment roth . . i51. Stevenii.
116 Foerster:
TT. Mehr als ein Segment roth.
V Die 2 ersten Segmente roth.
(p. Der Hinterleib vorherrschend stahlblau. 152. cyanurus.
(p(f. Der Hinterleib vorherrschend schwarz 153. anceps.
vv. Die 3 ersten Segmente roth.
^. Die Beine rein roth, und die Fühler kurz 154. latro.
^^. Die Mittel- und Hinlerbeine roth und bräunlich, die
Fühler gestreckter . . 155. canaliculatus.
aa. Der Bohrer etwas länger als das Iste Segment.
x}j. Die Leiste des Metathorax überall scharf und deut-
lich ..... 156. denudatus.
\p\p. Die Leiste des Metathorax nach oben schwach
und undeutlich.
w. Die Beine ganz roth . . 157. insolens.
loco. Die Spitze der hintersten Schenkel, die Mittel-
und Hinterlibien braun . 158. geochares.
Der Metathorax ohne Querleiste, oder sie
ist so schwach, dass man sie als nicht vorhanden
füglich ansehen kann. — Spec. 1—33.
I. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart.
— Spec. 1—19.
1. Pez, vulpinus Grv.
lehn. eur. Tom. II. p. 9l4.
Roth, der Kopf schwarz, die Spitze der Fühler, so wie
die hintersten Schenkel und Schienen an der Spitze bräun-
lich , der Metathorax so lang wie der Mesothorax , die ab-
schüssige Stelle ohne Querleiste; der Hinterleib massig dicht
behaart, stark punktirt, nicht nadelrissig, das Iste Segment
ohne vorspringende Seitenknötchen ; der Bohrer kaum her-
vorstehend. $. Lg. l'/o— 2 Lin.
Der Kopf schwarz, fast ohne Glanz, sehr fein lederartig, dicht
und stark punktirt. Die Fühlerglieder massig verlängert, das 4te Glied
deutlich so lang , ja fast länger als das 3te, das 7te länger als breit.
Von der Mitte ab die Fühlerglieder dunkler roth, mit bräunlichem An-
flug. Der Mittelleib fein lederartig, matt, dicht und eben so deutlich
punktirt wie der Kopf. Der Metathorax erscheint eben so lang wie
4er Mesothorax, der abschüssigen Stelle fehlt die Querleiste gänzlich,
Monographie der Gattung Pezomachus. 117
in der Mitte zeigt sich dieselbe sehr flach rinnenförmig eingedruckt.
Die Beine roth , nur an den hintersten Schenkeln zeigt sich von der
Mitte bis fast zur Spitze eine bräunliche Färbung , die äusserste Spitze
der hintersten Schienen ebenfalls braun. Der Hinterleib hat eine mas-
sig dichte Behaarung, und eine massig dichte , ziemlich starke Punkti-
rung. Die Zwischenräume zwischen den Punkten erscheinen glatt,
nicht fein nadelrissig, wie das bei den meisten Arten dieser Gattung
der Fall zu sein pflegt. Das Iste Segment schmal und selbst von der
Mitte ab bis zur Spitze nur wenig breiter werdend , auch ohne vor-
springende Knötchen. Der Bohrer ragt kaum etwas über die Hinter-
leibsspitze hervor.
Kommt bei Warmbrunn, Hirschberg und Braunschweig vor.
2. Pez. Aquisgran ensis m.
Rothgelb, der Kopf schwarz, das 3— 5te Segment des
Hinterleibs auf dem Rücken mehr oder weniger schwarzbraun,
an den Fühlern das 4te Glied länger als das 3te. Der Meso-
und Metathorax gleich lang , die abschüssige Stelle mit sehr
schwacher , in den Seiten sehr scharf vorspringender Quer-
leiste ; der Hinterleib stark aber nur massig dicht punktirt
und behaart, der Bohrer nicht halb so lang wie das Iste Seg-
ment , dieses mit sehr schwach vorspringenden Knötchen,
g. Lg. ly, Lin.
Diese schöne Art ist durch mehrere Merkmale sehr aus-
gezeichnet, namentlich aber durch das 4te Fühlerglied und
durch die Punktirung und Behaarung des Hinterleibs, sie kann
mit keiner andern Art verwechselt werden.
Der Kopf tiefschwarz , ohne Glanz , stark und ziemlich dicht
punktirt, die Taster gelblich, die Fühler gelb, das Iste Glied mehr
roth, von der Mitte ab bis zur Spitze bräunlich, das 4te Glied deutlich
und bestimmt länger als das 3te, das 7te kaum etwas länger als breit.
Der Mittelleib rein rothgelb, der IVleso - und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle tief eingedrückt mit sehr schwacher, aber
in den Seiten nichts destoweniger scharf zahnartig vorspringender
Querleiste. Der Hinterleib stark , deutlich und massig dicht punktirt
und verhältnissmässig lang behaart , rothgelb , das 3te Glied auf dem
Rücken in der Mitte, die beiden folgenden an der Basis, aber eben-
falls nur in der Mitte braun. Der Bohrer erreicht nicht die Hälfte der
Länge des Isten Segments , dieses mit kaum sichtbar vorspringenden
Knötchen, von der Basis bis zu diesen allmählich und schwach, hinter
denselben etwas stärker erweitert mit fast parallelen Seiten, an der
118 Foersler:
Spitze selbst nicht breit. Die Beine rein rothgelb , das letzte Fühler-
glied kaum etwas dunkler.
Ich habe nur 1 $ in der Nähe von Aachen gefangen.
3. Pez, Neesii m.
Roth , der Kopf und der Hinterleib vom 2ten Segment
ab schwarz, der Meso- und Metathorax gleich lang, die ab-
schüssige Stelle eingedrückt, mit einer sehr schwachen Quer-
leiste versehen , der Hinterleib ziemlich dicht punktirt und
etwas lang behaart, der Bohrer kaum halb so lang wie das
Iste Segment , dieses mit vorspringenden Knötchen, $. Lg.
stark 2 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster rothbräunlich, die Mandibeln roth,
die Fühler dunkelroth, das Iste Glied auf der Oberseite bräunlich, auf
der Unterseite roth, das 2 — 5te rothgelb, die übrigen dunkel rothbräun-
lich, das 4te Glied ist deutlich länger als das 3te , und das 7te genau
so lang wie breit. Der Älittelieib roth, der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle tief eingedrückt, mit einer sehr schwachen
Querleiste, welche nach oben hin gänzlich fehlt und in den Seiten auch
nur sehr schwach ist, so dass sie wenig in die Augen fällt. Der Hin-
terleib ziemlich dicht und stark punktirt, die Behaarung ziemlich lang,
schwach goldgelb, die Zwischenräume zwischen den Punkten nicht
sichtlich nadelrissig, sondern glatt erscheinend. Das Iste Segment roth,
das 2tc an allen Rändern , die übrigen bloss am Hinterrande ziemlich
breit rothgelb, das 6te, so weit es sichtbar, ganz rothgelb. Der Bohrer
mit braunen Klappen kaum halb so lang wie das Iste Segment, dieses mit
vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen Knötchen all-
mählich, hinter denselben aber stärker erweitert , an der Spitze selbst
nicht besonders breit. Die Beine roth von kräftigem Bau , namentlich
die Schenkel und Schienen; das letzte Fussglied nur wenig dunkler.
Diese schöne Art habe ich aus der Nees'chen Samm-
lung beschrieben, sie stammt höchst wahrscheinlich von Sik-
kershausen. In dem ganzen Habitus und den Sculpturverhäll-
nissen schliesst sie sich auf das Genaueste an den Pez. Aquis-
granensis an, und beide stehen gleichsam für sich gesondert da.
4. Pez. protuberans m.
Schwarzbraun, die Basis der Fühler und die Beine gelb,
der Metathorax kurz, die abschüssige Stelle sehr breit, ohne
Spur einer Querleiste, der Hinterleib fein lederartig runzlig,
dicht behaart; das Iste Segment mit scharf vorspringenden
Monographie der Gattung Pezornachus. 119
Knötchen , der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment,
g. Lg. 1% Lin.
Der Kopf und Mittelleib schwarz, der Hinterleib dagegen mehr
braun gefärbt, die Fühler bis zum 6ten Gliede gelb, von da ab röth-
lichgelb und mehr ins Braune ziehend , das 3te und 4te Glied gleich
lang, das 7te nicht länger als breit. DerMeso- und Metathorax beide
kurz, der letztere namentlich an der Basis gleichsam aufgetrieben, quer-
über breit und stark gewölbt , die abschüssige Stelle ganz senkrecht
und sehr breit flach eingedrückt, von einer Querleiste ist keine Spur
vorhanden, der Hinterleib fein lederartig- runzlig, dichtbehaart, das
Iste Segment an der Basis sehr schmal, von da an bis zu den sehr
stark hervortretenden Seitenknölchen, welche hinter der Mitte stehen,
sehr stark erbreitert und von den Seitenknölchen bis zur Spitze von
gleicher Breite ; an der Basis und an allen Seitenrändern scheint die
rothe Färbung durch , während der übrige Theil bräunlich ist. Auch
das 2te und 3te Segment in der Mitte und namentlich an der Basis
mehr oder weniger röthlichgelb durchscheinend, die übrigen Segmente
einfarbig braun, mit einem zarten röthlichgelben Hinterrande; der Boh-
rer etwas kürzer als das Iste Segment. Die Beine blassgelb , selbst
das letzte Fussglied mit den Klauen hat diese Färbung.
1 $. aus der Gegend von Aachen.
5. Pez. Ratzehur gi m.
Roth, die Spitze der Fühler, der Kopf und der Hinter^
leib vom 2ten Segment ab schwarz; der Rücken ^qs Meta-
thorax sehr kurz , die abschüssige Stelle ohne Spur einer
Querleiste; der Hinterleib sehr dicht und fein punktirt und
behaart; der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses
mit vorragenden Knötchen. $. Lg. V/u, Lin.
Der Kopf tiefschwarz, matt, dicht und fein lederartig - runzlig
mit etwas zerstreuteren Pünktchen , aus welchen kurze , weissgraue
Häärchen entspringen, der Clypeus mit gröberen, zerstreuten Punkten,
schwarz , auch die Mandibeln und Taster schwarzbraun. Die Fühler
von der Basis bis zur Mitte roth , von da bis zur Spitze allmählich
dunkler, zuletzt braun, auclL das Iste Glied bräunlich und ziemlich
deutlich punktirt, das 3te Glied kaum länger als das 4te, das 7te etwas
länger als breit. Der Mittelleib roth , nur unmittelbar über den Hüf-
ten ein wenig braun, an dem Mesothorax der hintere Theil des Rückens
durch die bogenförmige Querlinie halbkreisförmig abgegrenzt, sehr ver-
kürzt und in der Mitte der Länge nach flach eingedrückt. Zwischen
dem Meso- und Metathorax liegt ein schmaler Querwulst als Andeu-
tung eines Schildchens. Der Metathorax auf dem Rücken stark ver-
kürzt , die abschüssige Stelle daher sehr gross , fast senkrecht, unten
120 Foerster:
runzlig, ohne Spur einer Querleiste. Die Beine rothgelb, das letzte
Fussglied an der Spitze und die Fussballen bräunlich. Der Hinterleib
dicht punktirt und behaart, das Iste Segment roth, hinter der Mitte mit
zwei deutlich vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen
Knötchen nur alimühlich, hinler denselben etwas stärker erweitert, aber
bis zur Spitze mit fast parallelen Seiten. Das 2te Segment hat einen
ziemlich breiten, etwas dunkelroth durchscheinenden Hinterrand, an den
folgenden Segmenten ist derselbe nur an den Seilen aber schmäler
rothgefärbt. Der Bohrer genau so lang wie das Iste Segment.
Ich besitze nur ein Exemplar dieser schönen Art, welche
ich Ende Mai in einem Buchenwalde antraf.
6. Pez. ineptus m.
Der Kopf schwarzbraun, der Mittel- und Hinterleib roth-
braun , das Iste Segment heller, die Beine gelb; der Meta-
thorax kurz , schief abschüssig ohne Spur einer Querleiste ;
das Ise Segment ohne vorragende Seitenknötchen, der Bohrer
kaum hervorstehend. $. Lg. 1 — ly^ Lin.
Der Kopf schwarzbraun und hat am ganzen Körper die dunkelste
Farbe, die Fühler roth, die beiden Grundglieder etwas heller als die
folgenden, das 3te Glied etwas länger als das 4te, das 7te nur wenig
länger als breit, übrigens sind die Fühler nicht viel kürzer als der
ganze Körper. Der Metathorax verkürzt, namentlich kürzer als der
Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schief, breit und flach einge-
drückt , und ohne die gewöhnliche Begrenzung durch die Querleiste,
von welcher keine Spur anzutreffen ist. Der Hinterleib dicht und fein
lederartig- runzlig , dicht punktirt und behaart von derselben bräunli-
chen oder vielmehr kastanienbraunen Farbe wie der Mittelleib, das Iste
Segment heller gefärbt, an der Basis verschmälert, aber auch an der
Spitze nicht breit, so dass in Bezug auf die Länge die Breite sehr zu-
rücktritt, an den übrigen Segmenten der Hinterrand kaum etwas heller
gefärbt, der Bohrer ragt kaum aus der Spitze des Hinterleibs hervor,
so dass er vielmal kleiner als das Iste Segment ist. Die Beine gelb,
das letzte Fussglied und die Klauen von derselben Farbe.
2 $ aus der Gegend von Aachen , und 1 $ aus der
Nees'schen Sammlung, welches bei Sickershausen am 4ten
October 1800 gefangen wurde.
7. Pez. teuer m.
Pez. agilis\£(\\ 5. e. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 899.
Braun, die Spitze des 2ten Fühlerglieds und das 3te an
der Basis , die Schenkelringe , die Spitze der Schenkel , die
Monographie der Gattung Pezomachus. 121
Basis der Schienen und die Füsse rotligelb ; der Metathorax
sehr kurz ; der Hinterleib dicht behaart , der Bohrer kürzer
als das Iste Segment. $. Lg. V^ Lin.
Die Fühler fast so lang wie der ganze Körper, das 3te und 4te
Glied ungefähr gleich gross, das 7te etwas länger als breit. Der Me-
tathorax so kurz, dass er nur halb so lang wie der Mesothorax erscheint,
die abschüssige Stelle sehr gross , breit, fast quadratisch , ohne Spur
einer bogenförmigen Querleiste. Am Hinterleib haben alle Segmente
dieselbe kaffeebraune Färbung, ohne helleren Hinlerrand ; das Iste Seg-
ment ohne bemerkbare Seitenknötchen , alle Segmente ziemlich dicht
behaart. Der Bohrer kürzer als das Iste Segment mit gelblichen Klap-
pen. An den bräunlichen Beinen nur die äusserste Spitze der Schen-
kel so wie die äusserste Basis der Schienen nebst den Füssen, (das
letzte Glied nicht ausgenommen) rothgelb.
Diese Art ist durch die Färbung der Fühler und Beine,
noch mehr aber durch die Bildung des Metathorax gar nicht
mit irgend einer der bekannten zu verwechseln.
Nach dem einzigen $ Exemplar der Grv. Sammlung,
welches Hr. v. H e y d e n bei Frankfurt gefangen, wurde die
Beschreibung entworfen.
8. P e z. festinans Grv.
lehn. eur. p. II. p. 926. N. 314.
Schwarzbraun , die Trochanteren , die Schenkel an der
Spitze, die Basis der Schienen und die Füsse gelb; der Me-
sothorax verkürzt, die abschüssige Stelle ohne Querleiste, der
Hinterleib massig dicht behaart ; das erste Segment ohne vor-
springende Knötchen, der Bohrer kaum halb so lang wie das
Iste Segment. $. Lg. V5--I Lin.
Der ganze Körper einförmig schwarzbraun , die Fühler V3 der
Körperlänge betragend , ebenfalls dunkelbraun , bloss das 2te Glied an
der Spitze und das 3te an der Basis gelb, dieses letztere jedoch etwas
deutlicher, das 4te Glied dem 3ten an Länge gleich, das 7te etwas län-
ger als breit. Der Metathorax verkürzt , die abschüssige Stelle etwas
schief , nur wenig eingedrückt und ohne Spur einer Querleiste. Der
Hinterleib einfarbig schwarzbraun , nur massig dicht behaart, das Iste
Segment ohne vorspringende Knötchen, an der Basis verschmälert, aber
hinter der Mitte sehr stark erbreitert ; der Bohrer kaum halb so lang
wie das Iste Segment. Die Beine braun, die Trochanteren jedoch, dio
Spitze der Schenkel so wie die Basis der Schienen und die Füsse mehr
oder weniger rein gelb, die gchieneji von der Mitte ab nach der Spitze
122 Foorster:
hin allmählich etwas dunkler bräunlich gefärbt , und auch die Füsse
haben das letzte Glied sammt den Fussklauen immer etwas dunkler als
die übrigen Glieder.
2 $ aus der Gegend von Aachen.
Bei dieser Art habe ich die Originalexemplare aus der
Gravenhors t'schen Sammhing vor Augen gehabt, dadurch
habe ich zwar die Ueberzeugung gewonnen , dass der Pez.
festinans Grv. eine gute Art sei, aber nicht die, dass es der
Ichneumon festinans F. oder Cryptus fest. F. sei, weil die
Charakteristik bei Fabricius gar zu dürftig ist, eine Ver-
wechslung mit ähnlich gefärbten Arten zu nahe liegt, und
ohne Ansicht der Originalstücke dieses Autors keine Gewiss-
heit erreicht werden kann. Aus diesem Grunde habe ich es
auch unterlassen, die Citate über die Synonyme hier mit auf-
zuführen.
9. Pez. exareolatus m.
Schwarz, die Fühler, die Hüften und Schenkel braun,
der Metathorax nicht verkürzt , aber doch etwas kürzer als
der Mesothorax, die abschüssige Stelle ohne Spur einer Quer-
leiste, fast senkrecht, der Hinterleib sehr dicht punktirt und
behaart, das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen, der
Bohrer ungefähr so lang wie dieses Segment. $. Lg. IV3 Lin.
Der Kopf ziemlich breit, die Fühler erreichen fast die Länge des
ganzen Körj^^ers , sie sind braun, das 2te Glied jedoch an der Spitze,
das 3te und 4te an der Basis und Spitze etwas heller, gelblich gefärbt,
das 3te dem 4ten an Grösse gleich , das 7te fast doppelt so lang wie
breit. An dem Mittelleib erscheint der Mesothorax sehr verlängert, der
Metathorax daher, obgleich nicht verkürzt, doch etwas kürzer als jener,
seine abschüssige Stelle fast senkrecht, kurz, nur unmerklich flach und
weit eingedrückt, ohne Spur einer Querleiste. Der Hinterleib dicht be-
haart , ziemlich deutlich und dicht punktirt, ganz einförmig schwarz ge-
färbt, nur der Hinterrand der Segmente schimmert äusserst schwach und
fast unmerklich röthlich durch ; das Iste Segment ist schmal und selbst
an der Spitze nur wenig erbreitert, hat auch keine vorspringende Knöt-
chen und der Bohrer hat ungefähr die Länge desselben, ja er ist eher
etwas kürzer als länger. Die Beine gelb, die Hüften 'ind Schenkel
braun, letztere aber an der Spitze gelb, der Iste Schenkelring hat ei-
nen schwachen bräunlichen Anflug , der auch an der Aussenseite der
Schienen bemerklich wird, die Basis der Schienen aber, der 2te Sehen-
Monographie der Gattung Fezomachus. 123
kelring und die Füsse rein gelb, selbst das letzte Fussglied und die
Klauen nicht ausgenommen.
1 $ wurde von mir in der Gegend von Aachen entdeckt.
10. Pez. simulans m.
Schwarzbraun, die Schienen und Füsse gelb, die 3 er-
sten Segmente mehr oder weniger gelblich durchscheinend,
der Metathorax etwas kürzer als der Mesothorax, die ab-
schüssige Stelle etwas schief und nicht scharf abgegrenzt,
ohne Spur einer Querleiste, der Hinterleib dicht punktirt und
behaart, das Iste Segment ohne deutlich vorspringende Knöt-
chen, der Bohrer völlig so lang wie das Iste Segment. Lg.
l'/s Lin.
Diese Art zeigt fast in allen Theilen eine grosse Uebereinstim-
niung mit dem Fez. exareolalus m., unterscheidet sich aber schon gleich
durch eine hellere Färbung des Mittel- und Hinterleibs, denn während
diese Theile beim exar. nicht weniger dunkel gefärbt sind als der Kopf,
ist dieses hier nicht der Fall , denn der Kopf ist bei simulans schwarz
und die übrigen Theile schwärzlich braun und die 3 ersten Segmente
des Hinterleibs sogar mehr oder weniger gelblich durchscheinend. Dazu
kommt, dass das Iste Segment an der Spitze etwas breiter ist und die
Knötchen, wenn auch nicht ganz deutlich hervortretend, sich doch be-
merkbar machen. Die Beine verhältnissmässig etwas heller gefärbt,
Schienen und Füsse gelb ohne bräunlichen Anflug; der Bohrer voll-
kommen so lang wie das Iste Segment.
1 $ habe ich bei Boppard am Rhein gefangen.
11. Pez. anthracinus m.
Schwarz, die Schenkel an der Spitze , die Schienen an
der Basis und die Füsse röthlichgelb , der Mittelleib mit ei-
nem nicht abgesetzten Schildchen, der Mesothorax länger als
der Metathorax, dieser mit einer sehr kurzen und engen ab-
schüssigen Stelle und ohne Querleiste; der Hinterleib dicht
punktirt und behaart , der Bohrer nur wenig kürzer als das
Iste Segment, dieses mit undeutlichen Knötchen, sehr kurz,
aber an der Spitze breit. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz , auch die Mandibeln , die Taster braun ; die
Fühler schwarz, das 2te Glied an der Spitze und das 3te an der Basis
röthlichgelb, die einzelnen Fühlerglieder sehr gestreckt, l-^ngwalzig, das
3te und 4te ungefähr von gleicher Länge, das 7te fast doppelt so lang
wie breit. Der Mittelleib ganz schwarz, der Mesothorax stark gestreckt,
124 Foerster:
mit einem nicht abgesetzten , etwas undeutlichen Schildchen , etwas
länger als der Melathorax. Der Letztere hat eine sehr kleine und enge
abschüssige Stelle ohne Querleiste. Der Hinterleib dicht punktirt und
behaart, der Bohrer kurz, nur ein wenig kürzer als das selbst kurze
Iste Segment. Dieses hat wohl kleine, ein wenig vorstehende , aber
nicht deutlich vorspringende Knötchen, und ist von der Basis bis zu die-
sen allmählich , hinter denselben stärker erweitert mit schwach diver-
girenden Seiten. Die Beine braun , die Schenkel an der äussersten
Spitze, die vordersten auf der inneren Seile tiefer abwärts rothgelb,
dieselbe Farbe hat die Basis der Mittel- und Hinterschienen, die vor-
dersten dagegen auf der Innenseite ganz, auf der Aussenseite bis zur
Mitte rothgelb. An den Füssen das Iste Glied ganz rothgelb, die fol-
genden werden allmählich etwas dunkler, das letzte deutlich braun.
Nur 1 $ habe ich in der Nähe von Aachen entdeckt.
Diese Art hat wohl viele Aehnlichheit mit exareolatus,
unterscheidet sich aber gleich durch den kürzeren Bohrer.
12. Pez. zonatus m.
Rothgelb, der Kopf schwarz, die Fühler von der Mitte
bis zur Spitze, 3 Binden auf dem Hinterleibe und die Spitze
der hintersten Schenkel und Schienen braun ; der Meso - und
Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle ohne Quer-
leiste; der Hinterleib dicht punktirt und behaart, der Bohrer
kürzer als das Iste Segment, dieses mit vorragenden Knöt-
chen. $. Lg. 12/3 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster, Mandibeln und der Clypeus roth,
die Fühler vom 1—lOten Glied rothgelb, von da bis zur Spitze braun,
die Farben aber scharf von einander geschieden, was selten vorkommt.
Das 4te Glied etwas grösser als das 3le, das 7te aber genau so breit
wie lang. Der Mittelleib rein rothgelb, der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle ohne Querleiste, (bloss in den Seiten zeigt
sich unten ein kleines vorspringendes Zähnchen), in der Mitte etwas ein-
gedrückt. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart, die Punkte ziem-
lich deutlich und die Zwischenräume nicht nadelrissig ; die Behaarung
ziemlich lang. Die Färbung rothgelb, das 2te und 3te Segment genau
auf der Mitte, das 3te an der Basis mit einer breiten schwarzbraunen
Querbinde. Der Bohrer nur halb so lang wie das Iste Segment, die-
ses mit vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen Knöt-
chen allmählich erweitert, hinter denselben etwas eingezogen und dann
nach der Spitze hin wieder etwas breiter, die Spitze selbst jedoch ver-
hältnissmässig nicht breit. Die Beine rothgelb , an den hintersten die
Spitze der Schenkel und der Schienen braun, das letzte Fussglied kaum
etwas bräunlich.
Monographie der Gattung Pezomachus. 125
Ich sah nur 1 $ in der Nees'schen Sammlung, welches
am 13. Februar 1806 zu Sickershausen gefangen wurde.
13. Pez. edentatus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment
ab braun, der Metathorax so lang wie der Mesothorax, die
abschüssige Stelle fast senkrecht, ohne Querleiste, der Hin-
terleib dicht punktirt und behaart, der Bohrer etwas länger
als das Iste Segment , dieses ohne vorspringende Knötchen.
$. Lg. 173 Lin.
Der Kopf dunkelkastanienbraun, die Fühler roth , an der Basis
etwas heller und nach der Spitze hin etwas dunkler, das 3te und 4te
Glied gleich gross, das 7te etwas länger als breit, der Mittelleib roth-
gelb, der Metathorax fast etwas länger als der Mesothorax, die abschüs-
sige Stelle fast senkrecht , etwas niedrig und nicht eingedrückt, ohne
Spur einer Querleiste. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart, das
Iste Segment von der Basis ab allmählich etwas breiter werdend, an
der Spitze nicht besonders stark erbreitert , ohne vorspringende Knöt-
chen, gelb gefärbt, das 2te Segment auf der Mitte braun, die Ränder
überall breit gelbgefärbt , die folgenden Segmente alle braun , nur der
Hinterrand deutlich rothgelb. Der Bohrer mag wohl um »A länger sein
als das Iste Segment, die Beine rein gelb, das letzte Fussglied sehr
schwach, fast unmerklich bräunlich.
1 $ aus der Gegend von Aachen.
14. Pez. imbellis m.
Rothgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab kastanienbraun, der Metathorax so lang als der Me-
sothorax, die abschüssige Stelle nicht deutlich abgesetzt ohne
Querleiste, der Hinterleib dicht punktirt und behaart, der
Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorsprin-
gende Knötchen. $. Lg. ly, Lin.
Diese Art hat eine grosse Aehnlichkeit mit dem Pez.
edentatus m. , ist aber noch etwas blasser gefärbt und das
Verhältniss des Metathorax ein anderes.
Der Kopf hell kastanienbraun, die Fühler rothgelb, kaum an der
Spitze etwas dunkler, das 3te und 4te Glied gleich lang, das 7lc deut-
lich länger als breit. Der Mesothorax von blassgelber, der Metathorax
von rothgelber Färbung, dieser letztere ziemlich stark gewölbt und
diese Wölbung geht langsam und so allmählich in die abschüssige Stelle
über, dass diese von dem übrigen Theile nicht deutlich getrennt oder
156 Foerster:
abgesetzt erscheint. Hierin liegt ein wesentlicher Unterschied von Pez.
edentatus und andern nahe verwandten Arien, der nicht zu übersehen
ist. Der Hinterleib dicht punktirt und behaart, das Iste Segment fast
bis zur Mitte allmählich erbreitert , von da bis zur Spitze gleichmässig
breit mit parallelen Seiten , ohne hervortretende Seitenknötchen röth-
lichgelb gefärbt, das 2te Segment auf der Mitle braun mit breiten gel-
ben Rändern , das 3te ebenfalls nur auf der Mitte deutlich braun, die
Ränder mehr oder weniger deutlich rolhgelb , die übrigen braun mit
gelblichem Hinterrande; der Bohrer hat genau die Länge des Isten Seg
ments, die Beine blassgelb.
Nur 1 $ habe ich bei Aachen entdeckt.
15. Pez. reconditus m.
Schwarz , die 3 ersten Segmente des Hinterleibs fast
ganz, und die Beine roth, der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle sehr schief, ohne alle Spur einer
Querleiste; der Hinterleib sehr dicht und fein punktirt und
behaart , der Bohrer kürzer als das Iste Segment , dieses
ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich, die Mandibeln schwarz,
die Fühler roth, von der Mitte bis zur Spitze etwas dunkler, verhält-
nissmässig lang und dünn, die Glieder stark gestreckt, das 3te und 4te
Glied genau von gleicher Länge, das 7te ungefähr doppelt so lang wie
breit. Der Mittelleib schwarz, der Meso- und Metathorax gleich lang,
die abschüssige Stelle sehr schief liegend und nicht deutlich und be-
stimmt abgesetzt , sondern allmählich in den Rücken sanft übergehend,
gerade wie bei imbellis m. , nur hat sie hier nicht diese schiefe Lage.
Keine Spur einer Querleiste lässt sich wahrnehmen , auch nicht in den
Seiten. Der Hinterleib sehr dicht und fein punktirt und behaart, vor-
herrschend roth, das Iste Segment von der Basis bis über die Mitte
hinaus braun , der übrige Theil roth , das 2te Segment ganz roth, das
3te von der Basis bis über die Mitte hinaus, das 4te nur in den Seiten
roth, die übrigen schwarzbraun mit einem nicht ganz deutlichen, röth-
lich durchscheinenden Hinterrand. Der Bohrer bestimmt, aber nicht viel
kürzer als das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen, von
der Basis bis zur Spitze allmählich aber stark erweitert, an der Spitze
selbst verhältnissmässig breit. Die Beine rein roth, das letzte Fuss-
glied braun.
1 $ nur sah ich in der Neesischen Sammlung, es wurde
am 10. August 1808 bei Sickershausen gefangen.
16. Pez. squalidus m.
Der Kopf und die Spitze des Hinterleibs schwarz, der
Monographie der Gattung Pezomachus. t^l
Mittelleib kastanienbraun, die Fühler und Beine rothgelb; der
Meso- und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle
schief, ohne Spur einer Querleiste, der Hinterleib massig dicht
punktirt und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses mit schwach vorspringenden Seitenknötchen. $.
Lg. 1. Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler rothgelb, von der Mitte ab bis zur
Spitze bräunlich , das 3te und 4te Glied von gleicher Länge , das 7te
nur wenig länger als breit. Der Mittelleib kastanienbraun, verhältniss-
mässig kurz, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die ab-
schüssige Stelle des letztern etwas schief und schwach eingedrückt. Der
Hinterleib massig dicht punktirt und behaart, das Iste Segment massig
breit mit ziemlich deutlich vorspringenden Knötchen etwas hinter der
Mitte. Wicht nur das Iste, sondern auch das 2te und die Basis des 3ten
Segments bis zur Mitte gelb, der übrige Theil des Hinterleibs tief
schwarzbraun, fast schwarz, ohne einen helleren Hinterrand der Seg-
mente. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment. Die Beine röthlich-
gelb, die Schenkelringe und Füsse etwas blasser als die übrigen Theile.
Ich besitze nur 1 $ dieser Art aus der Gegend von
Aachen.
17. Pez. flavipes m.
Der Kopf und Hinterleib vom 3ten Segmente ab schwach
bräunlich, der Mittelleib röthlichgelb und die Beine blassgelb,
der Metathorax so lang wie der Mesothorax, die abschüssige
Stelle schief, sehr hoch, eine Querleiste kaum angedeutet; der
Hinterleib dicht punktirt und behaart , der Bohrer so lang
wie das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Seitenknöt-
chen. $. Lg. i Lin.
Der Kopf kastanienbraun , das Gesicht etwas heller gefärbt, die
Fühler gelb, an der Spitze ein wenig dunkler, das 3le und 4te Glied
gleich lang, das 7te deutlich länger als breit. Der Mittelleib verhält-
nissmässig etwas kurz, röthlich gefärbt, der Meso- und Metathorax von
gleicher Länge, dieser an der Spitze etwas schief und hoch abschüs-
sig, mit schwacher Andeutung einer Querleiste. Der Hinterleib dicht
und fein punktirt, behaart, das Iste Segment von der Basis bis zu den
Seitenknötchen hinter der Mitte allmählich aber sehr schwach erbrei-
tert, von da ab bis zur Spitze ein wenig stärker, die Spitze selbst
aber im Verhältniss zur Länge nicht besonders breit. Die Seitenknöt-
chen springen nicht vor, die Färbung dieses Segments, des 2ten und des
3ten an der Basis gelb ; der übrige Theil des Hinterleibs schwach
bräunlich und der Hinterrand gleichgefärbt. Der Bohrer genau von der
Länge des Isten Segments, die Beine blassgelb.
128 Fo erster:
Nur 1 $ ist mir in der Gegend von Aachen vorge-
kommen.
18. Pez, timidus m.
Schwärzlichbraim , das Iste Segment des Hinterleibs,
die Hüften, Schenkelringe , Schienen und Füsse gelb ; der
Metathorax so lang wie der Mesothorax, die abschüssige Stelle
ohne Spur einer Querleiste; der Hinterleib massig dicht punk-
tirt und behaart, der Bohrer etwas kürzer als das Iste Seg-
ment, dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. V5 Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler braun, das 3te Glied an der Basis
etwas heller, fast gelb gefärbt, das 4te Glied etwas kürzer als das 3te,
das 7te deutlich und bestimmt langer als breit. Der Mittelleib dunkel-
kastanienbraun, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, der
letztere mit einer fast senkrechten abschüssigen Stelle, aber ohne Spur
einer Querleiste. Der Hinterleib massig dicht punktirt und behaart, das
Iste Segment schmal , von der Basis bis zu den Seitenknötchen hinter
der Mitte nur sehr wenig erbreitert , von da ab bis zur Spitze etwas
mehr, die Spitze selbst aber immer im Vergleich zu der Länge des
Segments schmal. Die Fäibung rein und ziemlich hellgelb, die übri-
gen Segmente braun , das 2te jedoch w^eniger dunkel gefärbt als die
folgenden , denn diese sind fast schwarz zu nennen. Der Bohrer be-
stimmt etwas kürzer als das Iste Segment. Die Beine gelb, nur die
Schenkel bräunlich mit etwas hellerer Basis und Spitze; auch die Schie-
nen haben auf der Aussenseite einen bräunlichen Anflug.
1 $ wurde von meinem Freunde Heinemann bei Aachen
gefangen.
19. Pez, nigritus m.
Schwarz, die vorderen Schenkel an der Spitze, die Schie-
nen an der Basis und in der Mitte und die Füsse zum Theil
gelbroth , der Meso - und Metathorax ungefähr gleich lang,
der erstere mit einem deutlichen aber nicht abgesetzten Schild-
chen, der letztere an der abschüssigen Stelle ohne Querleiste;
der Hinterleib dicht punktirt und behaart, der Bohrer so
lang wie das Iste Segment, dieses kurz, an der Spitze sehr
breit ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster braun, die Mandibeln. rolh mit
brauner Spitze. Die Fühler schwarzbraun, das 2te Glied an der Spitze
und das 3te an der äussersten Basis rölhlichgelb, das 3te Glied genau
so lang wie das 4te , das 7te deutlich und bestimmt länger als breit.
Der Millelleib ganz schwarz, der hintere Abschnitt des Mesothorax ge-
Monographie der fiaUung Pezomachus. 129
neu so lang wie der Äletatiiorax , mit einem deutlichen aber nicht ab-
gesetzten Schildchen, der Melathorax mit einer schiefen, ziemlich kur-
zen, abschüssigen Stelle, ohne Querleiste. Der Hinterleib dicht punktirt
und behaart, schwarz, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses
ist aber kurz und von einer ziemlich breiten Basis aus bis zur Spitze
gleichmiissig ziemlich stark erweitert, daher an der Spitze seibst ver-
haltnissniässig sehr breit. Die Knötchen springen nicht im Geringsten
vor. Die Beine braun, die Schenkel am dunkelsten, der 2te Schenkel-
ring, die Spitze der Vorder- und Mittelschenkel, die Schienen an der
Basis und in der Mitte und die Fussglieder an der Basis rothgelb, das
Iste von der Basis bis zur Mitte, das 2te an der Basis last bis zur Mitte
und das 3te kaum an der Basis rothgelb , das 4le ganz bräunlich, das
5te etwas dunkler braun.
Nur 1 $ habe ich in der Nähe von Aachen gefangen.
Diese Art liat einige Aehnlichkeit mit Pez. festinans Grv.,
unterscheidet sich aber auf das Bestimmteste davon durch
schlankere Fühler und einen mehr verlängerten Metathorax.
II. Der Hinterleib zerstreut punktirt und
behaart. Spec. 20—33.
20. Pez. rotundiventris m.
Roth, der Kopf und Hinterleib von der Mitte des 2ten
Segments ab schwarz, die Spitze der Fühler braun, der Mit-
telleib sehr stark verkürzt, der Metathorax sehr kurz, die ab-
schüssige Stelle schief, ohne Querleiste; der Hinterleib sehr
fein und sehr zerstreut punktirt, kurz behaart, das 2te und
3te Segment sehr gross, der Bohrer halb so lang wie das
Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg.
1% Lin.
Der Kopf tiefschwarz, die Fühler an der Basis fast bis zur Mitte
hinauf rothgelb, von da ab braun ; das 3te und 4te Glied gleich lang,
das 7te kaum länger als breit. Der Mittelleib sehr verkürzt, sehr stark
und hoch gewölbt, der iMetathorax senkt sich allmählich in die abschüs-
sige Stelle hinab , welche etwas schief liegt und nur in den Seiten
tief unten eine kleine Spur einer Querleiste zeigt. Der Hinterleib sehr
zerstreut und zugleich sehr fein punktirt, in den Punkten mit sehr kur-
zen Häärchen versehen, die Zwischenräume der Punkte äusserst fein
lederartig - runzlig ; das Iste Segment bis zur Mitte hin fast gar nicht
erbreitert, von da bis zur Spitze nur sehr wenig breiler werdend, ohne
hervortretende Knötchen. Dieses ganze Segment und auch die Basis
des zweiten, fast bis zur Mitte hin, roth gefärbt. Der Hinterrand die-
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahr-. 1. Bd. 9
l30 Foerster:
ses zweiten Segments und der folgenden schmal rothgefärbt, die Sei-
tenränder dagegen bi-eiter. Das 2te und 3te Segment sehr gross, das
4te sehr Idein und die übrigen Segmente eingezogen. Durch diese Bil-
dung des 2ten und 3ten Segments erhält der Hinterleib eine Form, die
sich einer kugeligen sehr nähert. Der Bohrer nur halb so lang wie
das Isle Segment. Die Beine durchaus gleichmässig roth gefärbt, bloss
das letzte Fussglied tiefbraun.
Diese schöne und durch die eigenthümliche Form des
Mittel- und Hinterleibs ausgezeichnete Art, welche sich nicht
leicht mit einer andern verwechseln lässt , wurde von Herrn
Heinemann in der Gegend von Aachen entdeckt, sie scheint
aber selten zu sein, denn nur ein $ wurde aufgefunden.
2J. Pez. declivis m.
Pez. agüis. Var. 5. c. Grv. lehn. eur. Tom. H. p. 898.
Dunkelbraunroth , auch die Fühler , der Hinterleib an
der Spitze braun , die Beine rothgelb , der Metathorax ohne
bogenförmige Querleiste an der abschüssigen Stelle, vor der-
selben kürzer als der Mesothorax, der Hinterleib dicht be-
haart, der Bohrer kürzer als das Iste Segment. $. Lg. %
—1 Lin.
Die Fühler dunkelbräunlich roth, nach der Spitze hin etwas dunk-
ler als an der Basis, die einzelnen Glieder vom 3— 7ten nicht gestreckt,
das 3te nicht grösser als das 4te, das 7te etwas länger als breit. Der
Thorax und die beiden Isten Segmente des Hinterleibs entschieden mehr
roth als braun, die übrigen Segmente aber so wie der Kopf haben zwar
auch diese Färbung, jedoch viel dunkler, so dass sie, oberflächlich be-
trachtet, allerdings braun genannt werden könnten. Von ausgezeich-
neter Bildung ist der Thorax; der Mesothorax ist nämlich breiter als der
vordere , nicht abschüssige Theil des Metathorax , der letztere hat an
der abschüssigen Stelle keine bogenförmige Querleiste , aber diese ab-
schüssige Stelle ist durch ihre Form sehr ausgezeichnet, am Grunde näm-
lich die ganze Breite des Metathorax einnehmend, spitzt sie sich nach
oben hin ziemlich scharf und gradlinig zu. An dem Isten Segment
sind keine Seitenknötchen zu bemerken. Alle Segmente dicht behaart,
die beiden ersten, so wie das 3te an der Basis mehr röthlich, die an-
dern mehr bräunlich gefärbt. Der Bohrer kurz und zwar bestimmt kürzer
als das Iste Segment. Die Beine rothgelb , auch das letzte Fussglied
hat diese Farbe.
Hr. Prof. Grv. giebt in seinem Werke an, dass er von
der Var. 5. c. des agilis 2 J* und -mehrere $ vor sich ge-
habt , mir lagen nur 3 $ vor , wovon das eine dieser Be-
Monographie der Gattung Pezomachus. 131
Schreibung angehört, die 2 andern schienen zwar auch die-
ser Art anzugehören , waren aber für eine genaue Unter-
suchung nicht recht brauchbar mehr. Die vorliegenden $ ,
von denen der Fundort nicht notirt war, stammen nach dem
Gravenhorstisclien Werke, (pars. II. pag. 899.) entweder von
Göttingen, Warmbrunn, Sickershausen, Frankfurt am Main oder
von Genua her.
22. Pes. leptogaster m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib nach der Spitze
hin braun, der Metathorax viel kürzer als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle sehr schief; der Hinterleib etwas zer-
streut punktirt und behaart, der Bohrer kürzer als das erste
Segment, dieses an der Spitze sehr breit, ohne vorragende
Knötchen. §. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwärzlich braun, zerstreut punktirt, etwas glänzend,
die Fühler dunkeUbraunrölhlich, das 3te und 4te Glied gleich lang, das
7te etwas länger als breit , der dunkelröthliche , fast kastanienbraune
Mittelleib nicht besonders verlängert, der Metathorax viel kürzer als
der Mesothorax, die abschüssige Stelle verhältnissmässig sehr gross und
sehr schief geneigt , ohne Spur einer Querleiste. Der Hinterleib eher
etwas zerstreut als dicht punktirt, behaart, an der Basis gelb, nämlich das
Iste Segment ganz, das 2te in der Mitte vom Vorder- bis zum Hinler-
rande, und das dritte bloss an der Basis, der übrige Theil des Hinterleibs
bräunlich mit gleichfarbigem Hinterrande der einzelnen Segmente, der
Bohrer bestimmt kürzer als das Iste Segment, dieses hat keine hervor-
ragende Knötchen und zeichnet sich noch durch seine bedeutende
Breite an der Spitze aus, die nicht viel schmäler erscheint als die Ba-
sis des 2ten Segments. Die Beine röthlich gelb , die Schenkelringe
aber, so wie die Spitze der Schenkel nebst Schienen und Füssen
blassgelb.
Nur 1 $ wurde von mir in der Gegend von Aachen
entdeckt.
23. Pez. pumilus m.
Schwarzbraun , das 3te Fühlerglied an der Basis , die
Kniee und Füsse gelb ; der Metathorax kurz , der Hinterleib
zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer fast so lang wie
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, an der
Spitze sehr breit. $. Lg. Yo Lin.
Der ganze Körper dunkel schwarzbraun, die Fühler ebenfalls,
nur das 3te Glied an der Basis gelb; das 4te von derselben Länge wie
132 Foersler:
das 3te, das 7te deutlich länger als breit. Der Wittelleib von gewöhn-
licher Länge , der Metathorax kurz , die abschüssige Stelle ohne Spur
einer Querleiste. Der Hinterleib zerstreut punktirt, einfarbig, schwarz-
braun , auch der Hinterrand der einzelnen Segmente hat keine andere
Farbe, der Bohrer fast so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vor-
ragende Knötchen, von der Basis ab bis über die Mitte hinaus allmäh-
lich, von da an etwas stärker erbreitert, die Spitze selbst dadurch ver-
hältnissmässig sehr breit. Die Beine braun, die Schenkelringe jedoch, die
äusserste Spitze der Schenkel, so wie die äusserste Basis der Schienen
sammt den Füssen gelb; die Schenkel im Allgemeinen etwas dunkler
gefärbt als die Schienen.
Nur 1 $ von mir in der Gegend von Aachen gefangen.
24. Pez. nanus m.
Schwarz , das 3te Fühlerglied an der Basis , die Kniee
und Füsse röthlichgelb, der Metathorax kurz, die abschüssige
Stelle ohne Spur einer Querleiste; der Hinterleib sehr zer-
streut punktirt, der Bohrer kaum y^ von der Länge des er-
sten Segments betragend, dieses vor der Mitte mit vorragen-
den Knötchen, an <ler Spitze sehr breit. $. Lg. y^ Lin.
Der ganze Körper schwarz, die Fühler braunschwarz, das 3te
Glied an der Basis gelb, das 4te Glied von der Länge des 3ten, das 7te
deutlich länger als breit. Der Mittelieib kurz, der Metathorax kürzer als
der Mesolhorax, die abschüssige Stelle ohne Spur einer Querleiste, Der
Hinterleib sehr zerstreut punktirt und behaart , einfarbig schwarz , die
Bänder der einzelnen Segmente kaum heller gefärbt, der Bohrer erreicht
kaum % von der Länge des Isten Segments, dieses hat noch vor der
Mitte ziemlich deutlich vorragende Knötchen, und ist von der Basis aus
bis zur Mitte nur wenig , von da ab indess bedeutend erbreitert , so
dass die Spitze verhältnissmässig sehr breit erscheint. Die Beine braun,
der 2te Schenkelring, die Kniee und Füsse röthlichgelb.
In der Färbung zeigt diese Art nur geringe Abweichung von
pumilus, allein der Hinterleib ist noch zerstreuter punktirt, der Bohrer
verhältnissmässig etwas kürzer, und das Iste Segment hat vor der Mitte
2 vorragende Seitenknötchen, die Grösse ist auch etwas geringer.
Ich habe nur 1 $ vor mir , welches Hr. von Kiesen-
wetter aus Sachsen mir zusandte.
25. Pe^ terehrator Vidiizh,
S. die Ichneum. der Forstins. 2. Bd. S. 126.
Schwarz, mit röthlichgelben Beinen, die Hüften, Schen-
kel und Schienen mehr oder weniger pechbräunlich, der Me-
so - und Metathorax ungefähr gleich lang , die abschüssige
Monographie der Gattung Pezomachus, 133
Stelle ohne Querleiste; der Hinterleib fein aber sehr zerstreut
punktirt und behaart, der Bohrer länger als das Iste Seg-
ment, dieses an der Spitze sehr breit, ohne vorragende Knöt-
chen. ?. Lg. i Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster und Mandibeln braun, die Fühler
ebenfalls rein schwarz, das 2te Glied an der Spitze und das 3te an der
äussersten Basis gelb, das 4te Glied ungefähr um »/j länger als das
3te, das 7te ein wenig länger als breit. Der Rlittelleib rein schwarz
glänzend, die abschüssige Stelle des Metathorax schief, ziemlich hoch
ohne Spur einer Querleiste. Der Hinterleib fein und sehr zerstreut
punktirt und behaart, daher stark glänzend, schwarz, nur das Iste Seg-
ment in den Vorderecken rothgelb; der Bohrer wenigstens iV^nial so
lang als das Iste Segment, dieses hat keine vorragende Knötchen und ist
von der Basis bis zur Spitze allmählich immer stärker erweitert, daher an
der Spitze verhältnissmässig sehr breit. Die Beine schwach röthlich-
gelb, die Schenkel bräunlich, an den hintersten am stärksten, die Schie-
nen weniger dunkel und eigentlich nur die hintersten deutlich braun
angeflogen, die Hüften dunkler als die Schenkelringe.
Von dieser Art habe ich durch die freundliche Gefällig-
keit des Hrn. Prof. Ratzeburg das Originalexemplar vor mir,
welches sich, wie in den Forstinsekten richtig bemerkt wird,
durch die Länge des Bohrers sehr auszeichnet, es ist un-
zweifelhaft eine neue, mit keiner andern leicht zu verwech-
selnde Art. Wichtig wird diese Art noch besonders dadurch,
dass Hr. Prof. Ratzeburg ihre Lebensweise erforschte , denn
er erzog sie aus Microgaster-Tönnchen von Bombyx Salicis.
26. Pez. Kiesetiivett eri m.
Roth, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segmente
ab schwarz, der Metathorax stark gewölbt, nach der Spitze
hin allmählich abschüssig, der Hinterleib zerstreut punktirt
und behaart, der Bohrer so lang als das Iste Segment, die-
ses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 2'/t Lin.
Der Kopf liefschwarz, fein aber nicht dicht punktirt, die Fühler
roth, nach der Spitze hin etwas dunkler, das 3te und 4te Glied gleich
lang, das 7te nicht länger als breit. Der Mittelleib von gewöhnlicher
Länge, der Metathorax nach der Spitze hin allmählich und sanft abschüs-
sig, so dass die gewöhnliche abschüssige Stelle hier nicht deutlich ab-
gesetzt erscheint, auch zeigt sich keine Spur einer Querleiste. Der
Hinterleib etwas zerstreut punktirt und zwar zeigt sich dieses nach
der Spitze hin immer deutlicher, am dichtesten erscheint die Punklirung
134 Fo er st er:
noch auf dem 2ten Segment und wäre sie auf dem ganzen Hinterleibe
so, dann würde man denselben mit grösserem Rechte dicht punktirl
nennen können als zerstreut. Die Zwischenräume der Punkte ziemlich
deutlich lederartig runzlig. Die beiden ersten Segmente ganz roth, die
folgenden haben bloss einen rothen Hinterrand , und einen mehr oder
weniger deutlichen, rolhen Seilenrand. Das Iste Segment wird von der
Basis aus allmählich breiter und erscheint deshalb an der Spitze ziemlich
breit, es hat keine hervorragenden Knötchen, der Bohrer hat genau die
Länge dieses Segments. Die Beine roth.
Von dieser Art erhielt ich nur 1 $ aus Sachsen durch
Hrn. von Kiesenwetter, in hiesiger Gegend ist sie mir noch
nicht vorgekommen.
27. Pez. sylvicola m.
Roth, die Spitze der Fühler und die Augen braun, der
Hinterleib auf dem 2ten und 3ten Ringe mit einer schwarzen
Querbinde; das 4te Glied der Fühler länger als das 3te, der
Meso- und Metathorax gleich lang. Die abschüssige Stelle
ohne Querleiste, in der Mitte verlieft; das 2te — 4te Segment
des Hinterleibs sehr zerstreut punktirt und behaart , stark
glänzend; der Bohrer kaum so lang wie das Iste Segment,
dieses mit schwach vorspringenden Knötchen. $. Lg. 272 Lin.
Der Kopf dicht lederartig runzlig, matt , dicht und stark punk-
tirt und behaart , im Gesicht und auf den Wangen stehen die Punkte
etwas zerstreuter. Die Farbe roth, bloss an dem hintern Scheitelrande
braun. Die Fühler roth , nach der Spitze hin bräunlich, das 4te Glied
um % länger als das 3te , das 7te so lang wie breit. Der Mittelleib
rein roth, dicht und stark punktirt und behaart, matt, der Rücken des
Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle des
letzteren in der Mitte der ganzen Länge nach vertieft, fast ausgehöhlt,
ohne Querleiste , aber seitwärts und ziemlich tief abwärts mit einem
stumpfen nicht sehr in die Augen fallenden Vorsprung. Die Beine rein
roth, bloss die hintersten Schienen an der äussersten Spitze braun. Der
Hinterleib roth, das 2te und 3te Segment in der Mitte mit einer schwar-
zen scharf ausgeprägten Querbinde , das 4te Segment an der Basis ein
wenig dunkler, das 2te, 3te und 4te Segment sehr zerstreut punktirt
und behaart, mit völlig glatten Zwischenräumen zwischen den Punkten
und deshalb sehr stark glänzend, die übrigen Segmente alle lederartig
runzlig, aber kräftig und dicht punktirt und behaart. Der Bohrer kaum
so lang wie das Iste Segment, dieses hinter der Mitte mit zwei nicht
stark vorspringenden Knötchen, von der Basis bis zu den Knötchen all-
mählich ein wenig, hinter denselben bis zur Spitze stärker erweitert,
an der Spitze selbst massig breit.
Monographie der Gattung Pezomachus. 135
Diese durch die Sculptur des Hinterleibs sehr ausgezeich-
nete Art habe ich nur ein einzigmal Ende Mai in einem Bu-
chenwalde gefangen.
28. Pez. ecarinatus m.
Schwarz, mit rothen Beinen ; der Meso- und Metatho-
rax gleich lang, die abschüssige Stelle ohne Querleiste, der
Hinlerleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, der
Bohrer völlig so lang wie das Iste Segment, dieses breit, ohne
vorspringende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Var. a. Die Schenkel und Schienen schwach pech-
bräunlich.
Der Kopf schwarz , die Taster gelblich und die Mandibeln roth,
die Fühler braun, nur an der Basis roth durchscheinend, kurz und kräf-
tig, die einzelnen Glieder stark verkürzt, das 4le Glied nur wenig und
fast unmerklich langer als das 3te, das 7te fast etwas breiter als lang.
Der Mittelleib ganz schwarz, der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle fast senkrecht, ohne Querleiste, in den
Seiten jedoch nach unten hin mit einem schwachen zahnartigen Vor-
sprung. Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart,
schwarz, bloss das Iste Segment mit rothem Spitzenrande. Der Bohrer
völlig so lang, fast etwas länger als das Iste Segment, dieses an der
Spitze sehr breit, ohne vorspringende Knötchen , von der Basis bis zur
Spitze allmählich aber stark erweitert. Die Beine rein rothgelb, das
letzte Fussglied nicht dunkler.
Ich habe bloss 1 Exemplar in der Nähe von Aachen ge-
fangen. Von der Var. a. sowohl wie von der Stammart sah
ich 1 Exemplar in der Neesischen Sammlung, ohne besondere
Angabe des Fundortes.
29. Pez. forticornis m.
Schwarz mit rothen Beinen , die Schenkel alle und die
hintersten Schienen mehr oder weniger braun , der Meso-
und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle ohne Quer-
leiste, in den Seiten mit einem vorspringenden Zähnchen; der
Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, der
Bohrer kürzer als das Iste Segment , dieses ohne vorra-
gende Knötchen. $. Lg. V/^ Lin.
Dem Pez. ecarinatus m. sehr nahe stehend iiber schon
durch die bedeutende Grösse , den kürzeren Bohrer und ei-
nige andere Merkmale davon unterschieden.
136 Foerster:
Der Kopf schwarz, die Taster schmutzig braunlichgelb, die Man-
dibeln dunkelrolh mit schwarzer Spitze. Die Fühler kurz, die einzel-
nen Glieder verkürzt aber dick, braun, bloss das 2 — 5te Glied dunkel-
rolh, das 4te Glied deutlich langer als das 3te, und das 7te etwas brei-
ler als lang. Der Mittelleib schwarz, der Meso - und Metathorax von
gleicher Länge, die abschüssige Stelle ziemlich schief, ohne Querleiste,
bloss in den Seiten macht sich ein Rudiment derselben als zahnartiger
Vorsprung bemerklich. Der Hinterleib fein aber deutlich nadelrissig
mit zerstreuten deutlichen Punkten, schwarz , das Iste Segment an der
Spitze rothgelb, das 2te mit einem deutlichen rothen Hinter- und Sei-
tenrand, die folgenden Segmente haben einen sehr feinen röthlichen,
weniger deutlichen Hinterrand. Der Bohrer wenigstens um ^J,^ kürzer
als das Iste Segment. Dieses ohne vorragende Knötchen, von der Ba-
sis bis zur Spitze arimählich aber stark erweitert, an der Spitze selbst
sehr breit. Die Beine rothgelb, alle Schenkel bräunlich, das Iste Paar
jedoch nur obenauf an der Basis, das hinterste beinahe ganz , die hin-
tersten Tibien dunkelrolh, von der Mitte ab bis zur Spitze allmählich
deutlicher braungefärbt, auch die hintersten Füsse etwas dunkler rolh
als die übrigen, das letzte Fussglied aber bei allen bräunlich.
1 $ sah ich in der Neesischen Sammlung , welches bei
Sickershausen am 23. October 1809 gefangen wurde.
30. V ez. inermis m.
VeTi. hortensis Var. 2. part. Grv. lehn. eur. p. II. S. 908.
Schwarz, die Fühler bis zur Mitle, der Mittelleib, die
beiden Isten Segmente ganz, und das 3le an der Basis sammt
den Beinen roth ; letztere an den Schenkeln und Schienen der
Mittel- und Hinterbeine mehr oder weniger bräunlich; der
Metathorax viel kürzer als der Mesothorax, und ohne Quer-
leiste, der Hinterleib sparsam behaart; der Bohrer etwas län-
ger als das Iste Segment. $. Lg. I — 1% I^in.
Diese Art, welche von Grv. zur Var. 2. seines horten-
sis gezogen wird, ist durch den verkürzten Metathorax, so
wie nicht minder durch das verhältnissmässig kurze und an
der Spitze breite, Iste Hinterleibssegment ausgezeichnet.
Der Kopf tiefschwarz, die Fühler roth, von der Mitte ab all-
mählich mehr und mehr bräunlich, auch das Iste Glied hat diese bräun-
liche Färbung. Das 3le Glied etwas länger als das 4te, das 7le länger
als breit, wenn auch nicht belrächtlich. Der Metathorax hoch gewölbt,
um % kürzer als der Mesothorax , die abschüssige Stelle sehr hoch,
ohne Querleiste, am Grunde etwas schwärzlich, vor den Hüften mit
Monographie der Gattung Pezomachus. 137
einer schwärzlichen Linie. Der Hinterleib sehr sparsam und kurz be-
haart, das Iste Segment verhaltnissmiissig sehr kurz, aber an der Spitze
breit, mit 2 nicht besonders stark vorspringenden Knötchen. Dieses, so
wie das 2te Segment und die Basis des 3l<;n roth; der Hinterrand die-
ses letzlern so wie das 4te und 5te braun, das 6te und 7te heller
braun, das 8te oder Afterglied fast rothgelb. Der Bohrer bestimmt et-
was länger als das Iste Segment. Die Beine haben im Allgemeinen
die Färbung des Mittelleibs , die Schenkel und Schienen der Mittel -
und Hinterbeine erscheinen aber etwas braunlich und zwar die erste-
ren von der Mille ab bis zur Spitze , die letzteren an der Spitze und
kurz vor der Basis. An den Vorderbeinen ist diese bräunliche Färbung
kaum merklich angedeutet. Das letzte Fussglied hat die Färbung der
übrigen, nur sind die Klauen bräunlich.
Bei der Var. 2. des hortensis führt Grav. ein ^ an,
dieses fehlte seiner Sanimlung", mehrere $ wurden bei Warni-
brunn und Hirschberg, eins bei Breslau gefangen. Welchem
von diesen Fundorten die vorliegende Art entstammt, kann
ich nicht angeben.
31. Pes. lugubris m.
Röthlichgelb , der Kopf, die Fühler und der Hinterleib
mit Ausnahme des Isten Segments braun; der Metathorax so
lang wie der Mesothorax, die abschüssige Stelle fast senk-
recht, ohne Spur einer Querleiste ; der Hinterleib etwas zer-
streut punktirt, behaart, der Bohrer solang wie das Iste Seg-
ment, dieses schmal und ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
% Lin.
Der Kopf schwärzlich braun, die Fühler bräunlich, das Iste Glied
so wie das 3te an der Basis heller gefärbt, das 4te ein wenig und fast
unmerklich kürzer als das 3te , das 7te länger als breit. Der Mittel-
leib etwas dunkelroth, fast braunroth, der Metathorax nicht kürzer als
der Mesothorax, die abschüssige Stelle nur wenig schief^ fast senkrecht,
ohne Spur einer Querleiste. Der Hinterleib nur wenig zerstreut punk-
tirt, deutlich behaart, das Iste Segment von der Basis an bis über die
Mitte hinaus nur sehr wenig erweitert, von da ab jedoch fast gleich-
massig bis zur Spitze hin aber nur wenig erbreitert, so dass man das-
selbe verhältnissmässig als sehr schmal bezeichnen kann, die Knötchen
ragen nicht vor, die Färbung desselben gelblich. Das 2le Segment hat
ungefähr die Färbung des Mittelleibs, auch das 3le an seiner Basis nur
wenig dunkler als das 2te , an der Spitze aber schon ins Schwärzliche
ziehend , die folgenden Segmente dürften eher schwarz als braun zu
nennen sein. Die Beine gelblich, die Schenkel haben einen pechbruun-
138 Foers t er :
liehen Anfluge der hier zwar deullich, an den Schienen aber sehr undeut-
lich wird, die Füsse rein gelb.
Nur einmal in der Gegend von Aachen gefangen.
32. Pez. posthumus m.
Braun, die Beine gelb, das Iste Segment des Hinter-
leibs und die Schenkel bräunlich gelb, der Meso - und Mcta-
thorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle kurz ohne
Spur einer Querleiste; der Hinterleib zerstreut punktirt und
behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses an
der Spitze breit, ohne vorragende Knötchen. $. Lg. % Lin.
Diese Art ist noch kleiner und schmäler als festinans,
und hat unter allen mir bekannten Arten die geringste
Grösse.
Der Kopf und die Fühler braun, an den letzteren die Spitze des
2ten und die äusserste Basis des 3ten Gliedes gelb, das 3te und 4te
Glied ungefähr gleieh lang, das 7te kaum etwas länger als breit. Der
Millelleib eben so dunkelbraun wie der Kopf; der Meso- und 31eta-
thorax gleich lang, die abschüssige Stelle sehr schief, kurz und ohne
Spur einer Querleiste. Der Hinterleib zerstreut punktirt und behaart,
das Iste Segment schmutzig, fast bräunlich gelb, auch das 2te an der
Basis etwas gelblich durchscheinend^ die übrigen dunkelbraun, stark
glänzend, mit gleichgefärbtem Hinterrande. Der Bohrer genau so lang
wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis
bis zur Spitze allmählich aber stark erweitert, daher an der Spitze ver-
hältnissmässig sehr breit. Die Beine gelblich, die Schenkel schwach
bräunlich, die Hüften ebenso, obgleich schwächer bräunlich, als die
Schenkel.
Ich habe nur 1 $ dieser Art am Rande des hohen Veens
gefangen, ein 2tes Exemplar sah ich in der Neesischen
Sammlung.
33. Pez. lucidulus m. o=?. $.
Pez. vagans G r v. Var. 4. $. s. lehn. eur. Tom. IL p. 892. u.
» 55 55 Var. 2. (^ „ j, „ 55 „oyi.
Schwarz, das 3— 4te Glied der Fühler, der Pro- und
Mesothorax, die beiden Isten Segmente des Hinterleibs und
die Beine roth, das letzte Fussglied braun; der Metathorax
sanft abschüssig, ohne bogenförmige Querleiste; der Hinter-
leib stark glänzend, sehr sparsam behaart; der Bohrer so lang
wie das Iste Segment. Lg. V^ Lin.
Monographie der Gattung Pezomachus. 139
Von dieser Art habe ich bloss ein ^^ und ein $ aus der
Grv. Sammlung- vor mir, jenes hatte derselbe zurVar. 2. und
das letztere zur Var. 4. von vagans gezogen. Beide stimmen
aber nicht nur in Bezug auf die Grösse, den ganzen Habitus
und die Färbung, sondern auch durch den stark glänzenden
Hinterleib so mit einander überein, dass an der Selbststän-
digkeit der Art kein Zweifel mehr obwalten kann. Hiezu
kommt nun noch der Mangel des Schildchens, von welchem
keine Spur zu entdecken ist, und die Bildung des Metatho-
rax, welcher der gewöhnlichen Querleiste entbehrt.
An den Fühlern das 3te und 4te Glied von gleicher Grösse, der
Unterschied wenigstens sehr unbedeutend, das Iste Glied bräunlich, das
2te und 3te roth, das 4te aber wieder bräunlich, während dieses letz-
tere bei dem ^ mehr röthlich An den Beinen jede Spur von brau-
ner Färbung verschwunden, nur das letzte Fussglied mit der Klaue
deutlich braungefärbt. Der Bohrer des $ von der Länge der 3 letzten
Segmente. Bei dem J^ die Spur von einem Schildchen vorhanden,
auch die Flügelansätze deutlicher.
Das ^ aus der Gegend von Frankfurt am Main, das $
aus Deutschland , aber ungewiss ob von Göttingen , oder
Warmbrunn.
B.
DerMetathorax mit einer Ouerleiste, wei-
che mehr oder weniger deutlich ist und leicht
an dem schärferen, zahnartigen Vorsprung in
den Seiten erkannt wird. Spec. 34— -158.
HI. Die abschüssige Stelle sehr kurz oder
doch kürzer als der Rücken des Metathorax.
Spec. 34—41.
34. Pez. fallax m.
P. agilis. Var. 2. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 895.
Schwarz , die Fühlerglieder 2 — 7 dunkelröthlich , fast
bräunlich ; die abschüssige Stelle des Metathorax sehr kurz
mit scharfer Querleiste; der Hinterleib dicht behaart, mit
sehr schmalem, röthlichem Hinterrand aller Segmente; das
iste Segment an der Spitze breit, die Beine rothgelb, das
letzte Fussglied sammt den Klauen bräunlich; der Bohrer
deutlich so lang wie das Iste Segment. $. Lg. 1^/3 Lin,
140 Fo erst er:
Grv. führt bei seiner Var, 2 von agilis ])eidc Geschlecliter
an, nämlich ein ^ und ein $. Von diesen habe ich nur
das ^ vor mir, welches eine neue von der Stamniarl unter-
schiedene Species bilden muss. Das (7? fehlt in der Gra-
venhorst'schen Sammlung.
Die Föhlerglieder nicht nur dunkler geliirbt. sondern die Glieder
3 — 7 auch gestreckter, so dass das 7te Glied noch ganz deutlich
länger als breit erscheint , auch das 3te Glied entschieden langer als
das 4te und zwar deutlicher als bei der Staniniart. Ueber den Thorax
kann nichts Genaues angegeben werden , da derselbe mit der INadel
durchstochen und durch Grünspan ziemlich verdorben war ; nur die
abschüssige Stelle des Metathorax war deutlich sichtbar und diese
zeichnete sich durch ihre Kürze sehr aus. Nach oben war dieselbe
durch eine vollständige, sehr scharf hervortretende, bogenförmige Leiste
vollständig geschlossen, diese Leiste trat nach den Seiten hin aihnählich
immer schärfer hervor. An den Segmenten tritt der feine, röthlich ge-
färbte Hinterrand sehr deutlich hervor. Das Iste Segment an der Basis
schmal , an der Spitze aber sehr breit und hierdurch ist fallax leicht
von nigricornis zu unterscheiden. Der Bohrer deutlich so lang wie das
Iste Segment. Die Beine rothgelb, die bräunliche Makel auf den Vor-
derschenkeln, deren Grv. Erwähnung thut , tritt kaum merklich hervor.
Diese Art wurde von Gravenhorst bei Göttingen ge-
fangen.
35. Pez. nigricornis m.
P. agilis^ Var. 4. a. Grv. lehn. eur. Tom. IJ. p. 895.
Schwarz, mit rothen Beinen, der Thorax verlängert, die
abschüssige Stelle des Metathorax sehr kurz , mit einer schar-
fen Querleiste; der Hinterleib dicht behaart; der Bohrer so
lang wie das Iste Segment, dieses an der Spitze schmal; $.
Lg. V/, Lin.
Die Fühler dieser scharf ausgeprägten Art sind verhältnissmässig
sehr kurz, das 2te Glied an der Spitze und das 3te an der äussersten
Basis röthlichgelb, alle übrigen schwarzbraun. Der Thorax verlängert,
namentlich der Mesothorax , der von dem Prothorax durch eine sehr
scharf markirte Linie, welche sich seitlich bogenförmig bis zum Meta-
thorax hinzieht, deutlich geschieden ist. An dem Metathorax die ab-
schüssige Stelle äusserst kurz und durch eine scharfe bogenförmige Linie
abgeschieden. Letztere zieht sich nicht, wie bei den meisten Arten
dieser Gattung unregelmässig in die Höhe, sondern geht von der einen
Seite in einem sehr schwach aher ganz regelmässig gekrümmten Bogen
zur andern Seite über. Der Hinterleib gestreckt, so dass man die 7
Monographie der Gattung Pezomachus. 141
Segmente sieht, die Behaarung dicht, der llinterrand der Segmente vom
2ten ab schimmert schwach rölhlicli durch. Das Iste Segment an der Spitze
ziemlich schmal, und auffallend schmaler als bei fallax , wodurch sich
nigricornis gleich von fallax unterscheiden lässt, wenn man beide Ar-
ten zusammenhält. Der Kohrer hat die Länge des Isten Segments, die
Klappen desselben braun. Die Beine rothgelb, die Vorder- und Mit-
telschenkel haben einen sehr schwachen , bräunlichen Schatten auf der
Mitte, das letzte Fussglied mit der Klaue bräunlich.
Ein von Hrn. v. Heyden bei Frankfurt gefangenes $ in
der Grv. Sammlung hat dieser Beschreibung zu Grunde ge-
legen.
Diese Art hat die grösste Aehnlichkeit mit fallax , na-
mentlich ist die Uebereinstimmung in der Bildung des Meta-
thorax eine vollständige zu nennen; dagegen ergeben sich
bei schärferer Betrachtung einige nicht zu übersehende Di-
vergenzen , die Fühler bei nigr. etwas kürzer als bei fallax,
dasselbe ist mit dem Bohrer der Fall; das 3— 5te Glied der
Fühler ist bei fallax dunkelroth, bei nigr. aber deutlich und
bestimmt braun gefärbt, endlich ist die verschiedene Bildung
des Isten Segments zu auffallend, als dass beide Arten zu
einer vereinigt werden könnten.
36. Pez. bellicosus m.
Pez. hicolor. Grv. Var. 2.?
Schwarz, die Basis der Fühler, der Thorax, die 2 er-
sten Segmente ganz, das 3te zum Theil und die Beine roth;
der Metathorax sehr hoch, fast halbkuglig gewölbt ; der Hin-
terleib nicht dicht und sehr kurz behaart, der Bohrer unge-
fähr so lang wie das Iste Segment. $. Lg. ^\/-^ Lin.
Diese schöne und charakteristische Art zeichnet sich
schon durch die Bildung des Metathorax so deutlich von bi-
color und allen hierzu von Grv. gerechneten Varietäten aus,
dass auch ein weniger geübtes Auge sie gleich unterschei-
den kann. Schon die ansehnliche Grösse lässt auf eine eigne
Art schliessen , es scheint mir auch , dass Grv. dieselbe bei
Abfassung seines Werkes nicht vor Augen hatte, sie wurde
mir zwar als Var. 2. von bicolor zur Ansicht mitgetheilt, ob-
gleich die Beschreibung der Varietas 2. von bicolor höch-
stens in Bezug auf die Färbung citirt werden könnte, nicht
aber in Bezug auf die Grösse , denn diese wird von Grv.
142 Fo erst er:
auf 1 Lin. angegeben. Ich vermuthe daher, dass Grv. die-
ses Ex. später erhalten und der Varietäten-Reihe von bico-
lor in seiner Sammlung einverleibt habe , ohne eben eine
strenge Untersuchung vorausgehen zu lassen, ein Verfahren,
welches w^ohl in den besten Sammlungen angetroffen wird,
den spätem Untersucher aber nicht selten in Verlegenheit bringt.
Wie dem aber auch sei, ich glaube nicht, dass nach der nun
folgenden Auseinandersetzung die Artrechte des bellicosus in
Zweifel gezogen werden können.
Die Fühler bis zur Mitte roth , von da ab braun, das 3te Gh'ed
bestimmt etwas kleiner als das 4te , (eine Eigenthümlichkeit, die hier
wohl zu beachten ist) , das 7te Glied kaum etwas länger als breit.
Am Thorax finde ich sehr deutlich die Spur eines Schildchens, der Me-
tathorax aussergewöhnlich hoch gewölbt, und diese Wölbung senkt sich
nach hinten ganz allmählich zu der abschüssigen Stelle hinab, welche hier
ganz besonders kurz erscheint. Sie wird durch die Querleiste von dem
übrigen Theil des Metathorax- Rückens getrennt, und die Querleiste ist
wiederum abweichend von der vieler andern Arten gebildet. Sie zieht
sich nämlich in einer flachen oder gedrückten , etwas unregelmässig
wellenförmig gebogenen Linie quer hinüber , und lässt die seitlichen
zahnartigen Vorsprünge vermissen. Der Hinterleib dünn behaart , die
Häärchen sehr kurz; das Iste und 2te Segment ganz roth, das dritte
roth mit einer braunen Querbinde auf der Mitte, die übrigen schwarz,
mit einem schmalen, rothen Hinterrande. Der Bohrer so lang wie das
Iste Segment, mit schwarzbraunen Klappen. Die Beine roth, nur das
letzte Fussglied mit der Klaue bräunlich.
Ueber den Fundort dieser schönen Art aus der Grav.
Sammlung kann ich nichts Bestimmtes angeben, sie kommt in-
dess auch bei Aachen vor.
37. Pez, Debeyii m. '"*)•
Rothgelb, der Kopf schwarz, die Spitze der Fühler und
der Hinterleib vom 3ten Segment ab braun, der Mesothorax
so lang wie der Metathorax, die abschüssige Stelle sehr nie-
drig, mit einer Querleiste umgeben, der Hinterleib zerstreut
*) Ich habe dieser schönen Art den Namen meines um die Fauna
und Flora von Aachen sehr verdienten Freundes, des Hrn. Dr. Debey,
beigelegt , der sich um die Entomologie noch besonders durch seine
schönen Beobachtungen über die Lebensweise des Rhynchites Betulae
verdient gemacht hat.
Monographie der Gattung Pezomachus. 143
punktirt, behaart, der Bohrer so lang wie das erste Segment,
dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. iy2 — ly^ Lin.
Var a. Das 3te Segment des Hinterleibs ebenfalls
rothgelb.
Var. b. Das 2te Segment auf der Mitte braun.
Der Kopf schwarz, die Fühler bis über die Mitte hinaus rothgeib,
das 4te Glied ein wenig länger als das 3te, das 7te Glied nicht länger
als breit; die Spitze der Fühler braun. Der Mitlelleib rein rothgelb,
ziemlich verkürzt und hoch gewölbt, der Melathorax nicht kurzer als
der Mesothorax , die Wölbung fast kugelig , aber nicht so hoch, wie
beim bellicosus, die abschüssige Stelle sehr niedrig und von einer wel-
lenförmig gebogenen Querleiste begränzt, welche in den Seiten schär-
fer, in der Mitte bisweilen etwas undeutlich ist. Der Hinterleib sehr
zerstreut punktirt, sehr sparsam und kurz behaart , die Zwischenräume
der Punkte sehr dicht lederartig runzlig, dadurch wird derselbe auch
zugleich fast glanzlos. Die beiden Isten Segmente rothgelb, das Iste
von der Basis bis zur Mitte nur unmerklich, aber von der Mitte bis zur
Spitze stärker erbreitert, jedoch kann die Spitze verhältnissmässig nur
massig breit genannt werden ; die Knötchen nicht vorragend, vom 3ten
an alle Segmente am Hinterrand rothgelb , das 3te hat überdies noch
einen breiten rothgelben Seitenrand; der Bohrer hat genau die Länge
des Isten Segments. Die Beine rein rothgelb , selbst das letzte Fuss-
glied nicht ausgenommen.
Von der Stammart besitze ich 2 Exemplare und von
beiden Varietäten je eins aus der Gegend von Aachen. Die
Var. a habe ich Ende Septembers in einem Sumpfe gefangen.
38. Pez. applanatu s m.
Schwarz, das 3te Fühlerglied, die Spitze des ersten und
das ganze zweite Segment sammt den Beinen roth; der Mela-
thorax verlängert, nicht kürzer als der Mesothorax, die abschüs-
sige Stelle sehr schief, kurz und mit einer schwachen Quer-
leiste umgeben. Der Hinterleib glänzend mit kaum bemerkbarer
Punktirung und Behaarung, der Bohrer kaum so lang wie
das erste Segment, dieses mit kaum bemerkbaren Seitenknöt-
chen. $. Lg. stark 1 Lin.
Der Kopf tiefschwarz, mit schwachem Glanz, die Fühler braun,
das 2te und 3te Glied rothgelb, das 4te so lang wie das 3te , das 7te
viel länger als breit. Der Mittelleib tiefschwarz, verlängert, der Meso-
thorax nach hinten etwas flach, der Melathorax nicht kürzer als jener,
massig gewölbt, cylindrisch , die abschüssige Stelle liegt sehr schief
und ist durch eine schwache Querleiste nur unvollkommen von dem
144 Fo erster:
Basallheil des Metathorax geschieden. Der Hinterleib hat eine über-
aus feine zerstreute Punktirung und die Behaarung ist so schwach ,
dass man nur mit den stärksten Vergrösserungen sich vom Dasein der-
selben überzeugen kann. Das 2te Segment ganz rolh, das Iste nur an
der Spitze, dieses Letztere wird von der Basis ab bis zu den Seiten-
knölchen, welche etwas hinter der Mitte liegen, nur sehr wenig breiter,
von den Knötchen l)is zur Spitze jedoch etwas starker, die Spitze kann
jedoch nicht als breit bezeichnet werden. Die Seitenknötchen kann
man bei schärferer Betrachtung wohl erkennen, sie treten jedoch nicht
deutlich vor. Die Beine rothgelb.
Diese Art fing Hr. von K i e s e n w e 1 1 e r in Sachsen
und zwar am 30ten Juni; in der Gegend von Aachen ist sie
mir noch nicht vorgekommen.
39. Pez. medio cris m.
Braun, die Fühler an der Basis und die Beine roth ; der
Metathorax verlängert, walzenförmig, die abschüssige Stelle
ein wenig schief, kurz und durch eine Querleiste deutlich
abgeschieden, der Hinterleib sehr zerstreut punktirt und be-
haart, der Bohrer ungefähr so lang wie das erste Segment,
dieses hinter der Mitte mit vorragenden Knötchen, g. Lg.
stark 1 Lin.
Der Kopf schwärzlichbraun, die Fühler an der Basis roth, von
der Mitte ab bis zur Spitze etwas dunkler , das 3te Glied ein wenig
länger als das 4le , das 7te deutlich länger als breit. Der Mittelleib
ziemlich verlängert, namentlich der Metathorax, welcher lang walzen-
förmig erscheint, die abschüssige Stelle liegt nur wenig schief, ist aber
niedrig und mit einer deutlichen Querleiste begrenzt, welche in der
Mitte etwas aufwärts gebogen ist. Der Hinterleib glänzend, sehr zer-
streut aber deutlicher punktirt als bei dem Pez. applanatus m. ; auch
die sparsam verlheilten Häärchen auf demselben leichter zu erkennen.
Die Färbung der Segmente braun , der Hinterrand derselben überall
deutlich gelbgefärbt, der Bohrer erreicht ungefähr die Länge des Isten
Segments, er ist aber eher etwas kürzer als länger; das Iste Segment
nicht breit an der Spitze, von der Basis an bis zu den deutlich vorra-
genden Knötchen hinter der Mitte wird es fast unmerklich breiter, von
da bis zur Spitze deutlicher, von den Knötchen ab die Seiten fast pa-
rallel. Die Beine rothgelb, die Schenkel etwas gesättigter.
Ich habe 1 $ in der Gegend von Aachen gefangen.
40. Pez. pulicarius Grv.
lehn. eur. Tom. II. p. 917.
Schwarz, mit braunen Fühlern, der Mittelleib, das Iste
Monographie der Gattung Pezoniachus. 145
Segment und die Beine rotli , die letzteren mit schwarzen
Schenkeln ; der Metathorax länger als der Mesothorax , die
abschüssige Stelle niedrig, die Querleiste nur in den Seiten
schwach und wenig bemerklich; der Hinterleib massig dicht,
fast etwas zerstreut punktirt und behaart , das Iste Segment
ohne vorspringende Knötchen, der Bohrer kürzer als dasselbe.
$. Lg. 2% Lin.
Der Kopf ist schwarz, fein lederartig runzlig, massig dicht aber
nicht sehr deutlich punktirt und sehr kurz behaart; der Scheitel ziemlich
stark gewölbt. Die Oberkiefer roth , vielleicht auch die Taster (was
indess an dem vorliegenden, aufgeklebten Exemplar nicht erkannt wer-
den konnte). Die Fühler dunkel , schmutzig rothbraun , das 3te Glied
deutlich länger als das 4te , das 7te länger als breit, erst bei dem
lOten Glied Länge und Breite gleich. Die Fühler verhältnissmässig
kurz , weil sie nicht die Hälfte des Körpers überragen. Der Mitlelleib
mit dem Isten Segment rein und hell roth, der Mesothorax kürzer als
der Metathorax und weniger gewölbt, mit deutlicher Spur eines Schild-
chens. Die abschüssige Stelle des Letzteren sehr kurz, die Querleiste
schwach und nur in den Seiten , obgleich nicht sehr deutlich "wahrzu-
nehmen , indem die zahnartig vorspringenden Leistchen schwach sind,
nach oben aber kann man nur bei sehr günstigem Licht eine Spur der
Querleiste entdecken. Die Beine dunkelroth, die Schenkel braunschwarz;
die Schienen haben einen schmutzig bräunlichen Schein. Der Hinter-
leib massig dicht behaart, das Iste Segment verhältnissmässig kurz, von
der Mitte ab nach der Spitze hin stark erweitert , ohne vorspringende
''Seitenknötchen. Die übrigen Segmente schwarz, ohne rothen Hinter-
rand, nur das 6te und 7te hat einen sehr feinen , blassgelblichen Hin-
terrand, der aber nur bei starker Vergrösserung erkannt wird. Der
Bohrer noch etwas kürzer als das Iste Segment.
Fundorte sind: Hirschberg, Warmbrunn, Taurien und
Aachen. '
41. Pez. acarorum Grv.
lehn. eur. Tom. H. p. 919.
Schwarz, der ganze Miltelleib, die beiden ersten Seg-
mente des Hinterleibs und die Basis des 3ten, die Hüften mit
den Trochanteren, die Mitte der Schienen und die Füsse roth;
die Querleiste des Metathorax in den Seiten scharf zahnartig
vorspringend ; der Hinterleib sehr zerstreut behaart, das Iste
Segment ohne vorspringende Knötchen, der Bohrer so lang
wie das Iste Segment. $. Lg. 2^/5 Lin.
Der Kopf schwarz , ohne Glanz^ das Iste Fühlerglied ebenfalls
Archiv f. Naturgesch. XVL Jahrg. 1. Bd. IQ
146 :'HoBmn.vV Fo erster:
schwarz, die übrigen roth, bloss nach der Spitze hin etwas bräunlich;
die Glieder gestreckt, das 3le deutlich länger als das 4te, das 7te deut-
lich länger als breit, so wie dieses Verhältniss auch bei allen folgenr-
den Gliedern conslant bleibt Der Mittelleib fast völlig glatt zu nen-
nen , der Metathorax viel langer als der Mesothorax, die abschüssige
Stelle niedrig , aber überall durch die Querleiste deutlich abgegrenzt,
diese letztere springt in den Seiten sehr scharf zahnartig vor. An den
Beinen die Hüften und Trochanleren roth , die Schenkel schwarz und
zwar so, dass nur die äusserste Basis roth ist, die Schienen roth, die
Spitze derselben aber braun und vor der Basis mit einem bräunlichen
Ringe, der sich mehr oder weniger nach der Basis hinzieht und an den
hintersten Schienen selbst die ganze Basis einnimmt. Die Füsse roth,
die Klauen jedoch und die Spitze des letzten Fussgliedes bräunlich.
Der Hinterleib erscheint sehr zerstreut behaart, die beiden ersten Seg-
mente ganz und das ^3te bis zur Mitte roth , die übrigen tiefschwarz
mit gleichgefärbtem Hinterrande. Das Iste Segment hat keine vor-
springenden Seitenknötchen, von der Basis bis zur Mitte ist dasselbe ziem-
lich schmal, und von der Mitte bis zur Spitze sehr massig erweitert.
Der Bohrer genau so lang wie das Iste Segment.
Kommt in Piemont vor.
IV. Die abschüssige Stelle des Metathorax
von gewöhnlicher Länge, oder sehr lang. — Spec.
42—158. .^'
1. Der Hinterleib wenigstens auf den drei er-
sten Segmenten dicht oder massig dicht
punktirt und behaart. — Spec. 42—107.
§. Der Bohrer genau so lang oder ungefähr so
lang wie das Iste Segment. — Spec. 42—76.
42. Pez. trux m.
Pez. hortensis Var. 5. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 910.
Schwarz, die Fühler, der Mittelleib, die 2 ersten Seg-
mente ganz, das 3te mehr oder weniger und die Beine roth;
der Metathorax mit einer ziemlich schwachen Querleiste; der
Hinterleib dicht behaart, das Iste Segment mit deutlich vor-
springenden Knötchen, der Bohrer fast etwas länger als das
Iste Segment. $. Lg. 1% Lin.
Die Fühler dieser schönen und ansehnlichen Art roth , das 3te
Glied deutlich etwas länger als das 4te , das 7te deutlich länger als
breit. Der Mesothorax und Metathorax gleich lang , der letztere mit
schwacher Querleiste an der abschüssigen Stelle, von welcher man
Monographie der Gattung Pezomachus. 147
eigentlich nur seillich kleine , vorspringende Zähnchen deutlich wahr-
nimmt. Der Hinterleib dicht behaart, das Iste Segment mit deutlichen
und stark vorspringenden Knötchen ; dieses sowohl wie das 2te Seo--
ment rein roth, auch das 3te roth, es hat aber aal der Mitte eine breite,
schwarzbraune Querbinde, welche nicht den Seitenrand erreicht und
in der Mitte, sowohl nach dem Vorder- wie nach dem Hinterrande hin
stark ausgebuchtet ist, so dass sie sich fast in 2 Flecken auflöst. Die
folgenden Segmente schwarz mit rothem Hinterrande. Der Bohrer fast
noch etwas länger als das Iste Segment. Die Beine haben nicht genau
die Färbung des Mittelleibs und der beiden Isten Segmente, sondern
sind etwas heller, mehr rothgelb aisrein roth, nur die Klauen bräunlich.
Bei einem 2ten Exemplar aus der Grv. Sammlung nimmt
die schwarze Färbung das ganze 3te Segment ein, so dass
nur noch die Seiten roth bleiben.
Von Frankfurt am Main.
43. Pez. pro dito r m.
Braun, die Fühler, der Mesothorax, das Iste Segment
des Hinterleibs und die Beine roth ; der Metathorax nicht
kürzer als der Mesothorax, die abschüssige Stelle fast senk-
recht, mit einer Querleiste umgeben; der Hinterleib sehr dicht
fein punktirt, mit einer eben so dichten Behaarung; der Boh-
rer so lang als das Iste Segment, dieses mit vorragenden
Knötchen. $. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarzbraun, die Fühler roth, bloss an der Spitze
ein wenig dunkler, sehr lang, mehr als y^ der Körperlänge betragend;
das 3te Glied kaum bemerklich länger als das 4le, das 7te völlig dop-
pelt so lang als breit. Der Mittelleib verlängert, walzenförmig, der
Mesothorax roth, an den Seiten braun, der Metathorax ganz braun, nicht
kürzer als der Mesothorax, die abschüssige Stelle mit einer Querleiste um-
geben, welche gerade oben in der Mitte und etwas tiefer an der Seite
am schärfsten vorspringt. Der Hinterleib sehr fein und dicht punktirt
und ebenso dicht behaart, so dass der Glanz desselben dadurch fast ganz
verloren geht; das Iste Segment roth und das 2te ebenfalls an allen Rän-
dern, am stärksten jedoch am Seitenrande, die übrigen Segmente nur am
Hinterrande roth, während am Seitenrande eine braunrothe Färbung mehr
oder weniger deutlich hervortritt. Der Bohrer hat die Länge deJ Isten
Segments, dieses ist von der Basis nach der Spitze hin allmählich und
ganz gleichmässig erbreilert, so dass an den deutlich hervorragenden
Seitenknötchen etwas hinter der Mitte kein Absatz in der Ausdehnung
stattfindet, wie es bei andern Arten gewöhnlich ist. Die Beine roth, die
Hüften, Schenkel und das letzte Fussglied sammt den Klauen bräunlich.
1 ^ aus der Gegend von Aachen. :,
148 Foerster:
44. Pez. carnifex m.
Gelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment
ab röthlichgelb ; der Metathorax ein wenig kürzer als der Me-
sothorax, die abschüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste
versehen ; der Hinterleib massig dicht punktirt und behaart,
der Bohrer vollständig so lang wie das Iste Segment, dieses
schmal und ohne vorragende Knötchen. $. Lg. l'/a Lin.
Der Kopf röthlichgelb , deutlich dunkler gefärbt als der Mittel-
leib, die Fühler einförmig blassgelb, auch an der Spitze nicht dunkler
gefärbt, das 3te Glied ein wenig, aber fast unmerklich länger als das
4te, das 7te Glied dagegen etwas länger als breit. Der Mittelleib rein
gelb, der Metathorax deutlich etwas kürzer als der Mesothorax, die ab-
schüssige Stelle fast senkrecht, hoch , mit einer scharfen Querleiste um-
geben, welche in der Mitte sich in einem engen aber sehr hohen Bo.
gen aufwärts zieht. Der Hinterleib massig dicht punktirt und behaart,
an der Spitze etwas weniger dicht; die beiden Isten Segmente gelb,
die übrigen röthlichgelb, der Bohrer vollkommen von der Länge des
Isten Segments ; dieses ist an der Spitze schmal und wird von der Basis
aus nach der Spitze hin allmählich und ohne Unterbrechung in gleich-
förmiger AVeise etwas breiter. Die Beine gelb, das letzte Fussglied aber
etwas, obgleich wenig, dunkler gefärbt als die übrigen. -i — --
2 ^ aus der Gegend von Aachen. ^a 'lot
45. Pez. rufulus m.
Rothgelb, das 3te bis letzte Segment etwas dunkler roth
als die beiden ersten; der Metathorax etwas kürzer als der
Mesothorax, die abschüssige Stelle ein wenig schiefliegend,
mit einer scharfen Querleiste umgeben ; der Hinterleib bis
zur Mitte dicht und fein punktirt und behaart, von der Mitte
nach der Spitze hin weniger dicht, fast etwas zerstreut punktirt;
der Bohrer ein wenig kürzer als das Iste Segment,, dieses
ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 2 Lin.
Diese Art ist fast nur durch ihren stärkeren Körperbau von carnifex
unterschieden. Im Allgemeinen ist die Färbung etwas dunkler, der Kopf
etwas breiter und der Bohrer etwas kürzer, dagegen die Grösse schon
bedeutend bemerkbar, der Kopf nicht dunkler gefärbt als der Mittel-
leib. Das 3te Glied der Fühler bald mehr bald weniger deutlich län-
ger als das 4te, das 7te länger als breit. Am Mittelleib zeigt der Me-
sothorax einen deutlichen Eindruck an der Spitze, der beim carnifex
sehr schwach ist und daher auch kaum in die Augen fällt. Der Me-
tathorax zeigt bei einigen Individuen eine Längsrinne, die bei andern
Monographie der Galtung Pezomachus. 149
fehlt, die abschüssige Stelle breit und etwas flach eingedruckt; die
Querleiste in den Seiten ziemlich scharf, fast zahnartig vorspringend,
wenn man von der Seite hinsieht. Der Hinterleib auf den drei Isten
Segmenten dicht punktirt und behaart, auf den folgenden weniger dicht
und nahe an der Spitze fast etwas zerstreut punktirt und behaart; der
Bohrer ein wenig kürzer als das Iste Segment, dieses von der Basis
aus allmählich erweitert, an der Spitze nicht besonders breit, ohne vor-
springende Knötchen.
6 ^ aus der Gegend von Aachen.
46. Pez. ochraceus m.
Rothgelb mit schwarzem Kopf, die Fühler an der Spitze
etwas dunkler, die 3 ersten Segmente des Hinterleibs etwas
heller gefärbt als die folgenden ; der Metathorax nicht länger
als der Mesothorax, die abschüssige Stelle fast senkrecht, mit
einer ziemlich scharfen Querleiste; der Hinterleib massig dicht
punktirt und behaart; der Bohrer kaum so lang wie das Iste
Segment, die Klappen gelb mit bräunlicher Spitze; das erste
Segment mit schwach vortretenden Knötchen. $. Lg. V/n Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler roth, nach der Spitze hin allmäh-
lich etwas dunkler gefärbt, das 3te Glied ziemlich deutlich länger als
das 4te, das 7te länger als breit. Der Mittelleib rothgelb , der Meta-
thorax nicht länger als der Mesothorax , die abschüssige Stelle fast
senkrecht, die Querleiste ziemlich scharf, in den Seiten zahnartig vor-
springend, in der Mitte nach oben einen engen , hohen Bogen bildend.
Der Hinterleib massig dicht punktirt und behaart, nach der Spitze hin
nicht besonders auffallend weniger dicht ; die 3 ersten Segmente gelb,
die folgenden rothgelb gefärbt; vor dem Hinterrande des 2 — 4ten Seg-
ments liegt eine feine braune Querlinie und der Hinterrand selbst ist
etwas dunkler gefärbt, so dass es scheint als sei der Hinteirand querüber
braungesäumt. Der Bohrer hat kaum die Länge des Isten Segments,
seine Klappen sind gelb und haben eine bräunliche Spitze. Das Iste
Segment ziemlich schmal, von der Basis bis zu den Knötchen hinter der
Mitte allmählich wenig erweitert, von den Knötchen bis zur Spitze et-
was stärker, und hier mit fast parallelen Seilen, die Knötchen ragen
nur wenig vor, und sind daher auch nicht sehr in die Augen fallend.
So ähnlich diese Art auch im Allgemeinen dem Pez.
corruptor m. ist , so sind doch die angegebenen Differenzen
am Mittelleib, an den Klappen des Bohrers und dem ersten
Segmente hinreichend, sie davon zu trennen,
1 $ aus der Gegend von Aachen.
150 Foerster:
47. Pez. corruptor m.
Rothgelb, mit schwarzem Kopf, die Fühler an der Spitze
mehr oder weniger bräunlich ; der Mctathorax etwas länger
als der Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schief, mit
einer ziemlich scharfen Querleiste umgeben ; der Hinterleib
bis zur Mitte dicht punktirt und behaart, von da bis zur Spitze
etwas zerstreuter, der Bohrer so lang wie das Iste Segment,
die Klappen braun, das Iste Segment ohne vorspringende
Knötchen. $. Lg. ly^ Lin.
Var. a. Der Hinterleib mit bräunlichen Querlinien.
Der Kopf schwarz, das Gesicht in der Milte mehr oder weniger
roth, die Fühler roth , nach der Spitze hin allmählich etwas dunkler,
das 3te Glied nur wenig länger als das 4te, das 7te etwas länger als
breit. Der Mittelleib roth, in den Seiten über der Wurzel der Hüften
mehr oder weniger braun, der Metathorax ziemlich lang, die abschüs-
sige Stelle etwas schief, mit ziemlich scharfer Querleiste, welche in
den Seiten zahnartig vorspringt. Der Hinterleib hat die 3 ersten Seg-
mente ziemlich dicht punktirt und behaart, diese Dichtigkeit aber nimmt
nach der Spitze hin allmählich ab, so dass die letzten Segmente fast etwas
zerstreut punktirt erscheinen. Die Einschnitte zwischen dem 2ten und
3ten, dem 3ten und 4ten Segment, mehr oder weniger bräunlich, das
2te hat kurz vor dem Hinterrande , das 3te auf der Mitte eine feine
bräunliche Querlinie. Der Bohrer ungefähr so lang wie das Iste Seg-
ment, eher etwas kürzer als länger, seine Klappen braun, das Iste
Segment von der Basis bis zur Spitze allmählich erweitert , die Spitze
selbst massig breit, es hat keine vorragende Knötchen. Die Beine
rothgelb, das letzte Fussglied schwach bräunlich.
Ich habe 2 $ der Stammart in der Nähe von Aachen
gefangen, 2 $. der Var. a. erhielt ich von dem Hrn. von
Kiese Wetter aus Sachsen.
48. Pez. vorax m.
Rothgelb, der Kopf schwarz, der Hinterleib an mehreren
Segmenten mehr oder weniger braun; der Mittelleib roth,
der Metathorax mit einer etwas schiefliegenden, abschüssigen
Stelle, die Querleiste sehr scharf und deutlich; der Hinterleib
massig dicht und fein punktirt, behaart, nach der Spitze hin
allmählich zerstreuter, der Bohrer kürzer als das Iste Segment,
dieses an der Spitze breit, ohne vorragende Knötchen. ^. Lg.
1% Lin.
Der Kopf schwarz , die Fühler roth , an der Spitze kaum etwas
dunkler, das 3te Glied nicht oder fast ganz unmerklich länger als das
Monographie der Gattung, Pezomachus. 151
4te, das 7te länger als breit. Der Mittelleib rothgelb, der Metathorax
so lang wie der Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schiefliegend,
mit einer sehr starken Querleiste umgeben , welche in der Mitte nach
oben einen starken Bogen bildet, der an den Seiten hin sich nach un-
ten allmählich erweitert; hier in den Seiten springt die Querleiste be-
sonders scharf zahnartig vor. Der Hinterleib massig dicht punktirt und
behaart, nach der Spitze hin allmählich etwas zerstreuter. Das 3te
Segment an der Basis, das 4le an der Basis und Spitze, und das 5te
fast ganz bräunlich, die folgenden w^ieder roth. Der Bohrer bestimmt
etwas kürzer als das Iste Segment, dieses an der Spitze ziemlich breit,
und zwar von der Basis an bis zur Mitte nur wenig, von da ab jedoch
viel stärker erweitert, mit ziemlich stark divergirenden Seiten. Die
Beine roth, das letzte Fussglied an der Spitze bräunlich, dieselbe Fär-
bung haben auch die Klauen.
1 $ aus der Gegend von Aachen.
49. Pez. formicarius Grv.
lehn. eur. Tom. II. p. 915.
Schwarz, der Mittelleib, das Iste Segment und die Beine
roth; der Metathorax mit einer Querleiste; der Hinterleib dicht
behaart, das Iste Segment ohne vorspringende Seitenknötchen,
der Bohrer so lang wie dieses Segment. $. Lg. 2 Lin.
Der Kopf schwarz, fein lederartig, dicht punktirt, matt, die Ober-
kiefer und Taster roth, erstere mit brauner Spitze. Zwischen den Füh-
lern die Orbita roth, und zwar abwärts bis zu den Backen hin; auf-
wärts nach der Stirne hin ist diese Färbung der Orbita zwar auch vor-
handen, jedoch etwas undeutlich. Die Fühler .... (sie waren an dem
vorliegenden Ex. beide abgebrochen.) Der Mittelleib wie der Kopf fein
lederartig, dicht punktirt, ohne Glanz. Der Mesothorax in der Mitte
der Länge nach breit und ziemlich tief eingedrückt, so dass sich seit-
lich gleichsam zwei deutliche Buckel bilden. Dieser Eindruck des Me-
sothorax ist bei keiner mir bekannten Art so stark wie hier. Der Me-
tathorax oben bräunlich. (Die abschüssige Stelle und überhaupt die
ganze Form desselben war nicht deutlich mehr zu erkennen, weil eine
dicke Nadel hindurchgestochen war, nur so viel liess sich noch ermit-
teln , dass eine Querleiste vorhanden , weil man in den Seiten noch
die Spuren derselben wahrnahm.) Die Beine einfarbig roth, selbst das
letzte Fussglied zeigt an der Spitze einen kaum wahrnehmbaren, bräun-
lichen Anflug. Der Hinterleib dicht behaart, deutlich und dicht punk-
tirt. Das Iste Segment lang und schmal, ohne vorspringende Seiten-
knötchen, ganz roth, die übrigen Segmente mit einem ziemlich breiten,
in die Augen fallenden, rolhen Hinterrand, an dem 6tcn und 7ten
sogar der hervorstehende fheil ganz rothgeib. Der Bohrer hat die
152 !^.';?ijifn^ Foerster:
Länge des Isten Segments , oder darf doch kaum kürzer genannt
werden. oa
Das Exemplar, welches dieser Beschreibung zu Grunde
liegt , hat mir Hr. Prof. Grv. zur Ansicht mitgetheilt und es
ist dasselbe, welches Desmarest bei Paris gefangen hat. Ob
die Citate von Grv. richtig, lässt sich nur allein durch Ansicht
von Originalexemplaren entscheiden, namentlich in einer Gat-
tung, die so schwierig wie diese, und bei welcher die Fär-
bung das schwächste Merkmal der Unterscheidung ist. Die
vorliegende Art kann daher nur als formicarius Grv. stehen
bleiben. Sie scheint mir, trotz der Verstümmelung des Me-
tathorax , doch leicht an der eigenthümlichen Bildung des
Mesothorax, so wie an der Färbung der Orbita kenntlich zu
sein, denn letztre ist bei solchen Arten, die einen tief schwarz
gefärbten Kopf haben, niemals roth gefärbt von mir beob-
achtet worden.
50. Pez. alienus m.
Schwarzbraun, der Mittelleib mehr oder weniger dunkel-
roth, das Iste Segment und die Beine rothgelb, hin und wie-
der bräunlich; der Meso- und Metathorax gleich lang, die
abschüssige Stelle etwas schief mit einer schwachen Quer-
leiste; der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht aber deutlich
und ziemlich tief punktirt, der Bohrer nur wenig kürzer als
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
1 Lin.
Der 'Kopf schwarzbraun, die Taster gelblich, die Mandibelu an
der Spitze schwarz, an der Basis gelbröthlich, dieselbe Farbe hat auch
der Clypeus. Die Fühler bräunlichroth, nach der Basis hin etwas hel-
ler als an der Spitze, das 3te und 4te Glied ungefähr gleich lang, das
7te etwas länger als breit. Der Mittelleib dunkelbraunroth, besonders
der Metathorax , der Pro - und Mesothorax heller roth , besonders auf
dem Rücken, der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die ab-
schüssige Stelle nur wenig schiefliegend , mit einer schwachen, nicht
überall deutlichen Querleiste, welche aber oben in der Mitte so wie an
beiden Seiten schärfer und darum auch deutlicher vorspringt. Der
Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punktirt und behaart; die Punkte
scheinen etwas tiefer zu sein als dieses bei den meisten Arten der
Fall ist , deshalb fallen sie auch deutlicher in die Augen. Das Iste
Segment röthlichgelb, nach der Spitze hin mit bräunlichem Anflug, die
übrigen Segmente schwärzlichbraun n?it gleichgelärblem Hinterrande,
Monographie der Gattung Pezomachuä. 153
bloss das 2te ist an der Basis und in den Seiten etwas röthlichgelb.
Der Bohrer fast von der Länge des Isten Segments, dieses ohne vor-
springende Knötchen, an der Spitze nicht breit, von der Basis bis zur
Spitze allmählich aber schwach erweitert. Die Beine röthlichgelb, die
Schenkel, die Schienen vor der Basis und an der Spitze und das letzte
Fussglied mit einem schw^achen, bräunlichen Anflug.
Ich habe 1 ^ bei Aachen gefangen.
51. Pez. quaesitorius m.
Braun , die Beine pechbräimlich , die Trochanleren und
Füsse röthlich gelb ; der Meso- und Metathorax gleich lang,
die abschüssige Stelle mit einer schwachen Querleiste; der
Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten massig dicht, auf den
folgenden zerstreuter punktirt und behaart, der Bohrer un-
gefähr so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende
Knötchen. $. Lg. % Lin.
Diese Art hat grosse Aehnlichkeit mit festinans, unter-
scheidet sich aber durch das Vorhandensein einer, wenn auch
schwachen Querleiste.
Der Kopf braun , die Taster schmutzig gelblich , die Mandibeln
und der Clypeus dunkelröthlich, erstere mit brauner Spitze. Die Füh-
ler braun, das 2te Glied an der Spitze und das 3te an der äussersten
Basis gelblich, das 3te Glied dem 4ten gleich, das 7te etwas länger
als breit. Der Meso- und Metathorax gleich lang, die abschüssige
Stelle etwas schief mit einer schwachen Querleiste, welche aber oben
in der Mitte deutlicher ist, und in den Seiten ziemlich deutlich zahn-
artig vorspringt. Der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten massig
dicht, auf den folgenden etwas zerstreuter punktirt und behaart, bräun-
lich, mit gleichgelärbtem Hinterrande aller Segmente. Der Bohrer un-
gefähr so lang als das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knöt-
chen, von der Basis bis zur Spitze allmählich aber nicht stark erwei-
tert, daher an der Spitze nicht besonders breit. Die Beine pechbräua-
lich, die Schenkellinge, die Spitze der Schenkel, die Schienen und
Füsse röthlichgelb , die hintersten Schienen indess vor der Basis und
an der Spitze etwas bräunlich.
Ich sah nur 1 $. in der Necsischen Sammlung ohne
Angabe des Fundortes; es war als festinans bezeUelt.
52. Pez. tristis m.
Braun, die Fühler und Beine rothgelb; der Metathorax
etwas länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle fast
senkrecht, niedrig, mit einer Querleiste umgeben ; der Hinter-
rö4 . i.'!)nf Fo ers tenl> offfqp',1 - ,' '
leib massig dicht punklirt und behaart; der Bohrer ein we-
nig kürzer als das Iste Segment , dieses ohne vorragende
Knötchen. 5». Lg. fast V/^ Lin.
Der Kopf schwärzlich braun, die Fühler rothgelb, das 3te Glied
ein wenig länger als das 4te, das 7te länger als breit. Der Mittelleib
braun, der Prothorax dunkelroth , der Metalhorax etwas länger als der
Mesothorax , die abschüssige Stelle niedrig , die Querleiste schwach
und nur in den Seiten etwas deutlicher vorspringend. Der Hinterleib
massig dicht punktirt und behaart , braun , das Iste Segment an der
Spitze und die 3 folgenden am Seitenrande roth durchschimmernd; der
Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, dieses ohne vorragende
Seitenknötchen , an der Spitze nicht breit und von der Basis aus ohne
Unterbrechung gleichmässig allmählich erweitert. Die Beine gelb, das
letzte Fussglied nur an der Spitze ein wenig bräunlich.
Noch am 21. Dezember 1848 fing ich ein $. dieser Art
in der Nähe von Aachen.
53. Pez. modestus m.
Pez. vagans Var. 1. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 891.
Schwarz , der Thorax , der Stiel des Hinterleibs , alle
Ränder des 2ten Segments und die Beine rothgelb ; der Me-
tathorax von der Seite stark zusammengedrückt, schmal ; der
Hinterleib dicht behaart ; der Bohrer ungefähr so lang wie
das Iste Segment. $. Lg. ly^^ Lin.
Diese Art ist mit providus nahe verwandt , aber sehr
deutlich durch die Bildung des Thorax unterschieden.
Die Fühler bräunlich, nur das 2te Glied und das 3te an der Basis
schmutzig rothgelb, das 3te Glied ein wenig länger als das 4te. Eine
gleiche Färbung hat der Thorax, welcher schmäler, weniger gewölbt
und nur sparsam behaart, daher glänzender als bei providus erscheint.
Der Metathorax auf dem Rücken sehr schmal , weil er von der Seite
stark zusammengedrückt ist, mit einer nicht scharfen Querleiste versehen.
Der Stiel des Hinterleibs ziemlich blassgelb gefärbt , ohne Knötchen,
das 2te Segment überall an den Rändern rothgelb gesäumt, in den Hin-
terwinkeln am breitesten. Die übrigen Segmente haben alle einen feinen,
schmalen, nicht sehr bemerkbaren, gelbgesäumlcn Hinterrand. Alle
sind ferner stark und dicht behaart, wenn auch nicht ganz so stark
wie bei providus. Der Bohrer hat ungefähr die Länge des Isten Seg-
ments. Die Beine röthlichgelb, das letzte Fussglied mit der Klaue braun.
Von dieser Art habe ich nur 1 Ex. aus der Grav. Samm-
lung vor mirj welches derselbe zu seiner Var. L von vagans
Monographie der Galtung Pezomachus. 155
rechnet. Aber nicht nur von der Stammart des P. vagans,
sondern auch von allen dazu gewählten Abarten bei Grv.
unterscheidet sich modestus leicht durch den stark behaarten
Hinterleib, so dass nur eine Verwechslung mit providus mög-
lich wäre. Die Unterschiede von providus sind aber, wenn
man beide in natura vor sich hat, leicht in die Augen fallend.
Ob diese Art bei Frankfurt am Main, bei Hirschberg, Warm-
brunn oder Sickershausen gefangen worden, war bei dem
einzigen Exemplar nicht angegeben, aber da Gravenhorst nur
diese Fundorte citirt , so ist ihr Vorkommen in Deutschland
jedenfalls dadurch festgestellt. — -
54. Pez. distinctus m.
Roth, die Fühler nach der Spitze hin bräunlich, der Kopf
und der Hinterleib vom 2ten Segment ab schwarz ; der Meso-
und Metathorax gleich lang, der letztre mit einer oben in
der Mitte und unten tief in den Seiten scharfen Quersleiste;
der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten massig dicht, auf
den folgenden ein wenig sparsamer punktirt und behaart;
der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vor-
springende Knötchen. $. Lg. V/n Lin.
Der Kopf schwarz, auch die Mandibeln, aber die Taster gelblich;
die Fühler bräunlich, die 3—4 ersten Glieder heller roth, das 3te und
4te Glied gleich lang, das 7te etwas länger als breit. Der Mittelleib
rein roth, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, der Metathorax
an der abschüssigen Stelle mit einer scharfen Querleiste, welche aber
oben in der Mitte und tief unten in den Seiten schärfer erscheint. Oben
in der Mitte erscheint der Bogen niedergedrückt und gleichsam quer-
über völlig gradlinigt. Die Beine rein rothgelb , das letzte Fussglied
schwach bräunlich. Der Hinterleib schwarz, das Iste Segment ganz
roth, das 2te an der Basis und in den Seiten rothgerandet, die übrigen
Segmente haben einen gleich gefärbten Hinterrand. Auf den 3 ersten
Segmenten ist die Behaarung und Punktirung massig dicht, auf den fol-
genden allmählich ein wenig zerstreuter. Der Bohrer völlig so lang
wie das Iste Segment, die Klappen desselben gelblich, an der Spitze
braun. Das Iste Segment ohne vorragende Knötchen , von der Basis
bis hinter der Mitte allmählich, dann etwas stärker erweitert, an der
Spitze selbst nur massig breit.
Zwei Exemplare wurden von mir in der Gegend von
Aachen gefangen.
^^Ö ^ffjj, Foerster: nfH!qr?-rt>r: '
55. Pez. intermedius m.
Roth, der Kopf und Hinterleib schwarz, das Iste Seg-
ment roth, das 2te mit rothen Rändern, die Beine roth, die
Schenkel , die Schienen nach der Spitze hin und das letzte
Fussglied braun; der Metathorax nicht länger als der Meso-
thorax, die abschüssige Stelle ziemlich schief mit einer schwa-
chen Querleiste; der Hinterleib dicht punktirt, behaart, der
Rohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorra-
gende Knötchen. $. Lg. ly^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler roth, nach der Spitze hin ein wenig
dunkler, die Glieder stark verlängert, das 3te und 4te ungefähr gleich
lang, das 7te aber wenigstens doppelt so lang wie breit. Der I^littelleib
roth , der Mesothorax mit einem deutlichen , aber nicht abgesetzten
Schildchen, der Metathorax mit einer ziemlich schiefliegenden abschüs-
sigen Stelle , welche von einer schwachen , in den Seiten kaum vor-
springenden Querleiste umgeben ist. Der Hinterleib dicht behaart und
punktirt, schwarz, das Iste Segment ganz roth, das folgende jedoch
bloss an seinen Rändern , die übrigen ganz schwarz. Der Bohrer so
lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der
Basis an allmählich ohne Unterbrechung bis zur Spitze erweitert , an
der Spitze aber keineswegs breit zu nennen. Die Beine roth , die
Schenkel, die Schienen nach der Spitze hin und das letzte Fussglied
schwach bräunlich.
Ein $. erhielt ich aus Sachsen von dem Herrn von
Kiesewetter.
56. Pez. vi ein US m.
Gelb , der Kopf schwärzlichbraun , der Hinterleib vom
2ten Segment ab kastanienbraun; der Metathorax nicht länger
als der Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schiefliegend
mit einer schwachen Querleiste; der Hinterleib massig dicht
punktirt, mit kurzen Häärchen bekleidet, der Bohrer mit an
der Rasis gelblichen Klappen, von der Länge des Isten Seg-
ments, dieses etwas schmal, ohne vorragende Knötchen. $.
Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwärzlichbraun, die Fühler roth, nach der Spitze hin
kaum etwas dunkler gefärbt, das 3te und 4te Glied gleich gross, das
7te etwas länger als breit. Der Mittelleib rein gelb, der Meso- und
Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle etwas schief mit
einer schwachen Querleiste, welche ol)en in der AiiUe und in den Seiten
etwas schärfer vorspringt. Der Hinleileib massig dicht punktirt und
behaart, nach der Spilze hin ein wenig zerstreuter, die Häärchen kurz,
Monographie der Galtung Pezomachus. 157
das Iste Segment gelb , die übrigen tief kastanienbraun mit gleichge-
färbtem Hinterrande, nur das 2te an der Basis etwas gelblich ; der Bohrer
mit gelben an der Spitze bräunlichen Klappen, von der Grösse des Isten
Segments, eher etwas kürzer als länger, dieses ziemlich schmal, von
der Basis bis zur Spitze gleichmässig erweitert, ohne vorragende Knöt-
chen. Die Beine rein gelb, das letzte Fussglied sehr schwach bräunlich.
1 $ aus der Gegend von Aachen.
57. Pez. Serie eus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 2ten Seg-
ment ab schwarzbraun ; die Fühler kurz, das 7te Glied kaum
länger als breit; der Meso- und Metathorax von gleicher
Läng-e, die abschüssige Stelle etwas schief, die Querleiste
nur in den Seiten erkennbar; der Hinterleib äusserst fein und
dicht punktirt und behaart; der Bohrer ungefähr so lang wie
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
1% Lin.
Diese Art steht genau in der Mitte zwischen interme-
dius m. und bicinctus m., unterscheidet sich aber von beiden
durch noch dichtere Behaarung des Hinterleibs ; von inter-
medius dann auf das Bestimmteste durch die kürzeren Fühler,
deren Glieder nicht so gestreckt sind; von bicinctus durch
die abschüssige Stelle, welche oben in der Mitte keine Spur
einer Querleiste zeigt.
Der Kopf schwarz, die Taster schmutzig rothgelb, die Mandibeln
roth. Die Fühler sind dunkelroth, nach der Spitze hin etwas bräunlich,
kurz, das 3te und 4te Glied ungefähr gleich lang, das 7te kaum etwas
länger als breit. Der MiUelleib roth, der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle etwas schief, die Querleiste nur in den
Seiten scharf vorspringend, sonst fehlend. Der Hinterleib sehr dicht
punktirt und äusserst dicht behaart, so dass die Haare den Grund voll-
ständig decken und die Segmente dadurch völlig glanzlos werden. Das
Iste Segment ist rot!?, das 2te bräunlich, schimmert aber noch rölhlich
durch , das 3te und die folgenden braun , das 3te aber an der Basis
auch etwas röthlich durchscheinend, obgleich nicht so deutlich wie das
2te. Der Bohrer ein wenig kürzer als das tste Segment, dieses
ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze allmählich
erweitert, an der Spitze selbst massig breit. Die Beine roth, die Schen-
kel und Schienen vor der Basis und an der Spitze etwas dunkler, kaum
bräunlich, das letzte Fussglied schwach bräunlich.
1 $ in der Neesischen Sammlung , ohne Angabe des
lös Foerster:
Fundortes, wahrscheinlich jedoch von Sickershausen ; bei
Aachen ist mir diese Art noch nicht vorgekommen.
58. Pez. bicinctus m.
Rothgelb, der Kopf kastanienbraun, Scheitel und Hin-
terleib vom 2ten Segment ab braun , dieses letztre am Vor-
der- und Hinterrande rothgelb; der Meso- und Metathorax
ungefähr gleich lang , der letztre an der abschüssigen Stelle
mit ziemlich scharfer Querleiste ; der Hinterleib auf den drei
ersten Segmenten ziemlich dicht, auf den folgenden zerstreuter
punktirt , der Bohrer genau so lang wie das Iste Segment,
dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. ly^ Lin.
Der Kopf rothgelb, die Wangen dunkel kastanienbraun, der Scheitel
schwärzlich braun , die Taster gelb. Die Fühler rothgelb, von der Basis
bis zur Mitte bin heller, das 3te Glied wenig länger als das 4te , das
7te etwas länger als breit. Der Mittelleib rothgelb; der Meso-'und
Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle mit ziemlich scharfer Quer-
leiste, welche in der Mitte nach oben einen regelmässigen nicht beson-
ders breiten Bogen bildet, in den Seilen aber massig scharf zahnartig
vorspringt. Der Hinlerleib ist auf den drei ersten Segmenten ziemlich
dicht, auf den folgenden zerstreuter punktirt und behaart, das Iste Seg-
ment ganz, das 2te am Vorder- und Hinterrande, an letzterem ziemlich
breit roth, der übrige Theil des 2ten so wie die folgenden Segmente
kastanienbraun, nach der Spitze hin allmählich etwas heller. Das Iste
Segment hat keine vorspringende Knötchen , und ist von der Basis bis
zur Spitze ziemlich gleichmässig allmählich erweitert, an der Spitze
selbst massig breit. Die Beine rothgelb, alle Schienen haben vor der Basis
,Uii4 an der Spitze einen schwachen aber doch in die Augen fallenden
bräunlichen Anflug, so dass sie gleichsam doppelt geringelt erscheinen.
1 $ fand ich in der Nähe von Aachen.
59. Pez. petulans m.
P. bicolor Var. 6. Grv. lehn. eur. Tom. H. p. 905.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der Mittelleib, das
Iste Segment und die Beine rothgelb; der Metathorax ein
wenig länger als der Mesolhorax, mit einer ziemlich scharfen
bogenförmigen Querleiste; der Hinterleib dicht behaart, der
Bohrer kaum so lang wie das erste Segment. $. Lg. 1% Lin.
.„,, Von der Var. 6 des bicolor liegen mir 4 Exemplare aus
der Grv. Sammlung vor, welche einzeln genommen, jede für
sich eine besondere Species bilden. Unser petulans ist die
grösste.
Monographie der Gattung Pezoraachus. 159
Die Fühler dieser Art bräunlich, nur das 2-5te Glied etwas
heller rothgelb. Das 3te Glied kaum langer als das 4te, das 7te etwas
länger als breit. Der Thorax schmutzig rolhgelb, die Brustseiten etwas
dunkler, fast briiunlich; übrigens hat derselbe nichts Eigenthümliches.
Die Querleiste sehr deutlich und mit dem gewöhnlichen, zahnartigen
Seitenvorsprung. Der Hinterleib dicht behaart, das Iste Segment roth-
gelb, die folgenden mehr rothbraun als schwarz, mit etwas heller durch-
scheinendem Hinterrande. Das Iste Segment ohne Seitenknötchen, der
Bohrer hat kaum die Lange des Isten Segments, seine Klappen roth-
gelblich, nach der Spitze hin aber bräunlich. Die Beine rothgelb, nur
das letzte Fussglied und die Klauen schwach braunlich.
Zu dieser Art besitze ich in meiner Sammlung eine Va-
rietät, welche sich im Allgemeinen durch eine kräftigere Fär-
bung,' namentlich der Brustseiten und der Hinterleibssegmente
auszeichnet. Erstre sind stark braun, über den Hinterhüften
sogar schwarz gefärbt, die Segmente vom 2ten ab braun und
mir auf dem 2ten schimmert die röthliche Färbung etwas
durch. Bei dieser Varietät ist auch das 7te Fühlerglied nicht
länger als breit, das einzige etwas bedeutende und unter-
scheidende Merkmal von dem Grv. Ex. ; doch wage ich, bei
völliger Uebereinstimmung aller übrigen Theile, hierauf allein
keine neue Art aufzustellen.
Das Grav. Exemplar stammt aus Deutschland , aber es
blieb mir ungewiss, ob von Breslau, Warmbrunn, Hirschberg
oder Frankfurt am Main herrührend, denn alle diese Fundorte
werden in der lehn. eur. bei der Var. 6. des Fez. bicolor
angeführt. Das einzige Exemplar meiner Sammlung wurde
bei Aachen gefunden.
60. Pez. Mülleri m. ^0
Rothgelb, mit kastanienbraunem Kopf, der Mittelleib über
den Mittel- und Hinterhüften und an der abschüssigen Stelle,
der Hinterleib vom 2ten Segment ab braun, die Schienen mit
2 schwachen bräunlichen Ringen ; der Metathorax nicht län-
ger als der Mesothorax , die abschüssige stelle ein wenig
schief mit einer ziemlich scharfen Querleiste; der Hinterleib
bis zur Spitze dicht punktirt und behaart , der Bohrer mit
gelben Klappen, von der Länge des ersten Segments, dieses
massig breit, ohne vorragende Knötchen. $. Lg. stark V/^ Lin.
«) Wach meinem Collegen, dem Oberl. Dr. Jos. Müller, dem um
die vorweltliche Fauna von Aach en hochverdienten Freunde, benannt.
160
F 0 e r s l e r :
Der Kopf tief kastanienbraun , die Fühler dunkelroth , nach der
Spitze hin allmählich etwas dunkler, das 3te Glied kaum länger als das
4te, das 7le ein wenig länger als breit; der Mittelleib roth, über den
Mittel- und Hinterhüflen, so wie an der abschüssigen Stelle braun, der
Meso- und Metalhorax gleich lang, die abschüssige Stelle ein weni^
schiefliegend, mit einer ziemlich scharfen, deutlichen Querleiste, welche
an den Seiten recht scharf vorspringt. Der Hinterleib ist dicht punktirt
und behaart, an der Spitze nicht oder nur unmerklich zerstreuter punk-
tirt, braun, das Iste Segment gelb, von der Basis ab bis zur Spitze
gleichmässig aber nur wenig erweitert, die Spitze selbst nicht besonders
breit, ohne vorragende Knötchen; das 2te Segment schimmert schwach
röthlichgelb durch , und dieses ist auch der Fall bei den übrigen am
Hinterrande ; der Bohrer mit gelben Klappen, so lang ungefähr wie das
erste Segment , aber nicht länger. Die Beine röthlichgelb , die Füsse
und die Schienen blasser; diese haben an der Spitze und vor der Basis
eine dunklere Färbung, und zwar eine röthliche , während der übrige
Theil der Schienen blassgelb ist, dadurch erscheinen sie gleichsam dop-
pelt geringelt; das letzte Fussglied ist auch etwas dunkler als die
übrigen,
1 $ aus der Gegend von Aachen.
61. Pez. incertus m.
Der Kopf und Hinterleib schwarzbraun , der Mittelleib
und das Iste Segment dunkelroth , die Beine rothgelb ; der
Metathorax so lang wie der Mesolhorax, die abschüssige Stelle
etwas schief, mit einer schwachen Querleiste versehen; der
Hinterleib dicht punktirt, behaart, der Bohrer so lang wie das
Iste Segment, dieses ziemlich schmal und ohne vorragende
Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Var. a. Die Klappen des Bohrers an der Basis gelb.
Der Kopf dunkel schwarzbraun, die Fühler braun, das 3te Glied
an der Basis ein wenig heller, das 4le vollständig so lang, fast etwas
länger als das 3te, das 7te länger als breit. Der Mittelleib rothbräun-
lich, der Metathorax von derselben Länge wie der Mesothorax, manch-
mal ein wenig dunkler gefärbt als dieser, die abschüssige Stelle ziem-
lich schiefliegend, mit einer sehr schwachen Querleiste, welche man in
der Mitte nach oben kaum bemerkt, auch in den Seiten springt sie nur
sehr schwach vor. Der Hinterleib ist dicht punktirt, behaart, braun,
das Iste Segment röthlichgelb, die übrigen bloss am Hinterrande schwach
röthlich durchscheinend , das 2te auch an seiner Basis und am Seiten-
rande , bisweilen das ganze Segment, obgleich schwach , röthlich
durchscheinend ; der Bohrer mit bräunlichen, oder an der Basis gelblichen
Klappen, von der Länge des Isten Segments, dieses ziemlich schmal, von
der Basis aus n^eh der Spitze ohne Unterbrechung gleichmässig erweitert,
Monographie der Gattung Pezomachus. 161
ohne vorragende Knötchen. Die Beine röthlichgelb , die Schenkel,
Schienen und das letzte Fussglied mehr oder weniger bräunlich, die
Schienen namentlich an der Spitze und kurz vor der Basis.
Ich besitze drei $ aus der Gegend von Aachen , das
eine mit an der Basis gelben Klappen des Bohrers zur Var. a.
gehörend.
62. Pez. vagahundus m.
Schwarz, die Fühler und Beine roth, am Hinterleib das
Iste Segment an der Spitze, das 2te ganz und das 3te an der
Seite ebenfalls roth; der Meso- und Metathorax gleich lang,
die abschüssige Stelle ziemlich schiefliegend mit einer schwa-
chen Querleiste ; der Hinterleib bis zur Spitze dicht behaart
und punktirt, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, die-
ses ohne vorragende Knötchen, ^l. Lg. V/-^ Lin.
Der Kopf tief schwarz, die Fühler roth, von der Mitte bis zur Spitze
hin etwas dunkler, das 3le und 4te Glied gleich lang, das 7te fast dop-
pelt so lang wie breit. Der Mittelleib einfarbig schwarz, der Meso -
und Metathorax gleich lang , die abschüssige Stelle schief mit einer
verhältnissmässig sehr schwachen Querleiste versehen, welche hin und
wieder unterbrochen erscheint und in den Seiten gar nicht vorspringti
Der Hinterleib bis zur Spitze sehr fein dicht punktirt und behaart, das
Iste Segment schwarz mit rothem Hinterrande, das 2te ganz roth, das
3te an der Basis und in den Seiten , hier aber breiter roth, auch der
Hinterrand fein roth gesäumt; die folgenden Segmente haben einen fei-
nen röthiichen Hinterrand. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment,
dieses von der Basis aus allmählich und gleichmässig erweitert, an der
Spitze ziemlich breit, ohne vorragende Knötchen. Die Beine rein roth,
das letzte Fussglied braun.
Ich erhielt ein Exemplar dieser schönen Art von dem
Hrn. von Kiesewetter aus Sachsen.
63. Pez. lut es cens m.
Rothgelb, das 3te und 4te Segment des Hinterleibs bräun-
lich mit heller gefärbtem Hinterrande ; der Meso- und Meta-
thorax gleich lang , der letztre mit einer ziemlich scharfen
Querleiste ; der Hinterleil) auf den drei ersten Segmenten
massig dicht, auf den folgenden allmählich etwas zerstreuter
punktirt und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. ly, Lin.
Der Kopf rolhgeib, das Gesicht in der Mitte und die Gegend um
Archiv 1". Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. J^|
162 Foerster:
die Nebenaugen schwach bräunlich, die Spitze der Mandibeln braun.
An den Fühlern das 3te und 4te Glied gleich lang, das 7le aber ly^n^al
so lang wie breit. Der Mittelleib rein rothgelb, der Meso- und Aleta-
thorax gleich lang, der letztere an der abschüssigen Stelle mit einer
ziemlich scharfen Querleiste , welche besonders in den Seiten scharf
zahnartig vorspringt. Die Beine rein rothgelb, bloss das letzte Fuss-
glied schwach bräunlich. Der Hinterleib rothgelb, das 3le und 4te Seg-
ment schwach bräunlich gefärbt mit heller gelärbtem Hinterrande. Die
Punktirung und Behaarung auf den drei ersten Segmenten massig dicht,
auf den folgenden allmählich etwas zerstreuter. Der Bohrer so lang
wie das Iste Segment, die Klappen braun, an der Basis gelblich. Das
Iste Segment ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze
ganz allmählich erweitert, an der Spitze selbst verhältnissmässig schmal.
Nur einmal in der Nähe von Aachen gefangen.
64. Pez. fraudulentus m.
Dunkelroth, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab schwarz , die Schenkel braunroth ; der Melathorax
etwas länger als der hintere Theil des Mesothorax, die ab-
schüssige Stelle desselben oben in der Mitte ohne Querleiste,
in den Seiten mit scharf vorspringender Querleiste; der Hin-
terleib bis zur Spitze sehr dicht punktirt und behaart , der
Bohrer völlig so lang wie das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen. $. Lg. l-/^ Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster und Mandibeln roth , die Fühler
kurz, kräftig, etwas dunkelroth, an der äussersten Spitze etwas bräun-
lich , das Iste Glied schwarzbraun , das 3te etwas länger als das 4te,
das 7te kaum länger als breit. Der Mittelleib dunkelroth, bloss über
den Mittel- und Hinterhüften schwarz; der Metathorax ein wenig län-
ger als der hintere Theil des Mesothorax , die abschüssige Stelle
hat in den Seiten eine sehr scharf vorspringende Querleiste , oben
in der Mitte aber fehlt dieselbe gänzlich. Der Hinterleib bis zur Spitze
dicht punktirt und behaart; das Ite u. 2te Segment roth, das 2te auf der
Mitte mit einem braunen Schatten, die übrigen schwarz, ihr Hinterrand
aber schimmert äussert fein röthlich durch. Der Bohrer so lang wie das
Iste Segment , dieses ohne vorspringende Knötchen , von der Basis bis
zur Spitze ganz gleichmässig allmählich erweitert, an der Spitze ziem-
lich breit. Die Beine roth, die Schenkel dunkler roth als die Schienen
und Füsse, fast kastanienbraun.
Von dieser Art fing ich ein $ bei Köln.
Obgleich diese Art wohl einige Aehnlichkeit mit dem
Pez. comes hat, so unterscheidet sie sich doch gleich davon
Monographie der Gattung Pezomachus. 163
durch die bestimmte dunkelrothe Färbung-, noch mehr aber
durch die unvollständige Querleiste.
65. Pez. comes m.
Röthlichgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 3ten
Segment ab braun; der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle etwas schiefliegend, mit einer
ziemlich scharfen Querleiste ; der Hinterleib bis zur Spitze
massig dicht behaart, der Bohrer mit gelblichen, an der Spitze
bräunlichen Klappen , von der Länge des Isten Segments,
dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 12/5 Lin.
Dem Pez. Faunus sehr ähnlich und bei oberflächlicher
Betrachtung leicht damit zu verwechseln, er ist allein durch
die Punktirung des Hinterleibs mit Sicherheit davon zu unter-
scheiden.
Der Kopf tief schwarzbraun oder vielmehr schwarz, die Fühler
roth, nach der Spitze hin nicht dunkler, das 3te Glied etwas, wenn auch
wenig länger als das 4te, das 7te fast doppelt so lang wie breit. Die
abschüssige Stelle des Metathorax liegt etwas schiefer als beim Faunus,
die Querleiste etwas schärfer , in der Mitte einen höhern und engeren
Bogen bildend, oben in der Mitte sciiärfer, die Seiten scharf vorsprin-
gend. Der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punktirt und behaart,
während beim Faunus die Punktirung vom 4ten Segment ab bis zur
Spitze sehr zerstreut ist. Hierin liegt ein unverwerflicher Unter-
schied zwischen 'dieser Art und dem Pez. Faunus begründet. Die
beiden Isten Segmente sind rothgelb, die übrigen haben einen ziemlich
breiten, rothgelben Hinterrand, das 3te überdies in den Seiten sehr breit
rothgelb, die folgenden etwas weniger. Der Bohrer, mit etwas schmut-
zig rothgelben, an der Spitze bräunlichen Klappen, hat die Länge des
Isten Segments, dieses ist von der Basis bis zur Spitze gleichmässig aber
schwach erweitert, die Spitze selbst nicht besonders breit, die Knötchen
ragen nicht vor. Die Beine rein rothgelb, das letzte Fussglied nur un-
merklich dunkler.
2 $. aus der Gegend von Aachen.
66. Pez. attentus m.
Rothgelb, der Kopf schwarz, der Hinterleib vom 3ten
Segment ab mehr oder weniger braun ; der Meso- und Meta-
thorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle nur wenig
schief mit einer ziemlich scharfen Querleiste umgeben; der
Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten nur massig dicht, auf
164 Foerstert
den folgenden zerstreuter punktirt, Lehaarl, der Bohrer so
lang wie das Iste Segment, dieses ziemlich breit, ohne vor-
ragende Knötchen. $. Lg. IV3 Lin.
Der Kopf tiefschwarz, die Fühler roth , nach der Spitze hin et-
was dunkler; das 3te und 4te Glied gleich lang, das 7le kaum ein we-
nig länger als breit. Der Meso- und Metathorax gleich lang, die ab-
schüssige Stelle etwas schiefliegend, mit einer ziemlich scharfen, in
den Seiten namentlich stark vorspringenden Querleiste versehen, wel-
che in der Älitle einen ziemlich hohen, an der Spitze etwas eingedrück-
ten und nicht sehr breiten Bogen bildet. Der Hinterleib auf den 3
ersten Segmenten massig dicht, auf den folgenden zerstreuter punktirt,
das Iste und 2te Segment rein rothgelb , das 3te kastanienbraun mit
etwas hellerem Hinterrande, die übrigen schwarzbraun mit einem brei-
ten, rothgelben Hinterrand , der Bohrer mit bräunlichen Klappen von
der Länge des Isten Segments, dieses von der Basis bis zur Mitte nur
wenig, von da bis zur Spitze stärker erweitert, an der Spitze selbst
daher ziemlich breit, ohne vorragende Knötchen. Die Beine rein röth-
lichgelb, die Fussballen und Fussklauen etwas dunkler gefärbt.
1 $ aus der Gegend von Aachen.
67. Pez. xenoctonus m.
Roth, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment
ab schwarz; der Meso- und Metathorax von gleicher Länge,
die abschüssige Stelle mit scharfer Querleiste; der Hinterleib
auf den 3 ersten Segmenten massig dicht, auf den folgenden
zerstreuter punktirt und behaart, der Bohrer ein wenig kürzer
als das Iste Segment , dieses ohne vorragende Knötchen.
§L. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster rothgelb , die Mandibeln dunkel-
roth, an der Spitze braun, die Fühler rothgelb, an der Spitze etwas
dunkler, das 3te Glied etwas länger als das 4te, das 7te etwas länger
als breit. Der Mittelleib roth , die Brustseiten dunkler, über den Mit-
tel- und Hinlerhüften so wie auf dem Rücken des Mesothorax braun,
der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle
ein wenig schief mit einer sehr scharfen, überall deutlichen , in den
Seiten scharf zahnartig vorspringenden Querleiste. Der Hinterleib auf
den 3 ersten Segmenten massig dicht, auf den folgenden allmählich zer-
streuter punktirt und behaart , die beiden Isten Segmente ganz roth,
die übrigen mit rothem Hinterrande, das 3te und 4te auch in den Sei-
ten roth, der Bohrer kaum so lang wie das Iste Segment, eher etwas
kürzer, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze
allmählich aber stark erweitert, daher an der Spitze breit. Die Beine
rothgelb, das letzte Fussglied kaum etwas dunkler.
Monographie der Gattung Pezomachus. 165
Aus der Neesischen Sammlung beschrieben, in welcher
sich bloss 1 $ befindet, mit der Bezeichnung- sericeus, mit
welchem Namen Nees mehrere Arten bezettelt hatte, unter
andern auch den von dieser Art so sehr abweichenden Pez.
Neesii m.
So ähnlich diese Art auch dem audax und andern Arten
in der Grösse sein mag, so leicht ist sie durch die zerstreut
punktirten letzten Segmente des Hinterleibs zu unterscheiden;
die Färbung ist noch dunkler roth als die des audax, und hier-
durch allein wäre sie auch leicht von Faunus zu unterscheiden.
68. Pez. Faunus m.
Röthlichgelb, der Kopf und am Hinterleib das 3—5 Seg-
ment braun; der Metathorax ein wenig länger als der Meso-
thorax, die abschüssige Stelle fast senkrecht mit ziemlich
scharfer Querleiste; der Hinterleib auf den 3 ersten Segmen-
ten massig dicht, auf den folgenden sehr zerstreut punktirt;
der Bohrer von der Länge des Isten Segments, dieses ohne
vorragende Knötchen, g. Lg. 12/5 Lin.
Der Kopf dunkel schwarzbraun, die Fühler roth, das 3te und 4te
Glied ungefähr gleich lang, das 7te etwas länger als breit. Der Mittel-
leib rein rothgelb , der iMetathorax ein wenig länger als der Mesotho-
rax , die abschüssige Stelle ziemlich senkrecht , nicht hoch, mit einer
deutlichen Querleiste versehen, welche in der Mitte einen weiten Bo-
gen bildet, in den Seiten springt sie stark vor. Der Hinterleib auf den
3 ersten Segmenten massig dicht punktirt, auf den folgenden aber sehr
zerstreut , das 3— 5te Segment braun mit rothgelbem Hinterrande, das
3te schimmert etwas kastanienbraun durch, was namentlich in den Sei-
ten, bei diesem nicht nur, sondern auch bei den folgenden hervor-
tritt, das 2te Segment hat vor dem Hinterrande eine feine bräunliche
Querlinie. Der Bohrer hat bräunlichgelbe, an der Spitze ein wenig
dunkler gefärbte Klappen , die Länge ist ungefähr die des Isten Seg-
ments, dieses ist von der Basis bis zur Spitze gleichförmig und massig
erweitert ohne vorragende Knötchen, die Beine rein rothgelb, das letzte
Fussglied nur unmerklich dunkler.
2 $. aus der Nähe von Aachen.
Von xenoctonus durch hellere Färbung und geringere
Grösse leicht zu unterscheiden.
69. Pez. helvolus m.
Röthlichgelb, der Kopf ein wenig dunkler, ebenso der
1 66 F o e r s t e r :
Hinterleib vom 4ten Segment ab bis zur Spitze; der Meso-
und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle fast senk-
recht , mit ziemlich scharfer Querleiste ; der Hinterleib bis
zur Spitze ziemlich dicht punktirt und behaart, der Bohrer
von der Länge des Isten Segments, dieses ziemlich schmal
mit schwach vorspringenden Knötchen. $. Lg. l'/s Lin.
Der Kopf etwas dunkelroth , die Fühler heller roth, das 3te und
4te Glied ungefähr gleich lang, das 7te deutlich länger als breit, der
Mittelleib heller roth als der Kopf, Meso- und JVlelathorax ungefähr
gleich lang, die abschüssige Stelle fast senkrecht mit einer ziemlich
scharfen Querleiste, welche besonders in den Seiten scharf vorspringt.
Der Hinterleib bis zur Spitze fast gleichmässig dicht punktirt und be-
haart, wodurch diese Art sich gleich von juvenilis unterscheiden lässt,
(denn damit könnte sie leicht verwechselt werden,) die 3 ersten Seg-
mente fast gleichmässig rothgelb gefärbt , doch ist das 2te und 3te et-
was intensiver gefärbt wie das erste, das 4te und die übrigen mehr
röthlichgelb, oder licht kastanienbraun. Der Bohrer mit an der Spitze
bräunlichen Klappen, so lang wie das Iste Segment, dieses ziemlich
schmal , von der Basis bis zu den schwach vorspringenden Knötchen
hinter der Mitte nur sehr wenig , von den Knötchen ab etwas stärker
erweitert. Die Beine einfarbig röthlichgelb, das letzte Fussglied etwas
dunkler.
Ein $ aus der Nähe von Aachen.
70. Pez. emarcidus m.
Der Körper röthlichgelb, der Hinterleib nach der Spitze
hin schwach bräunlich, die kurzen Fühler an der Basis und
die Beine blassgelb ; der Metathorax etwas länger als der
Mesothorax, die abschüssige Stelle fast senkrecht, mit schwa-
cher Querleiste ; der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten
wenig dicht, auf den folgenden zerstreut punktirt und behaart,
der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vor-
springende Knötchen. $. Lg. % Lin.
Der Kopf rothgelb, die Fühler gelb, an der Spitze dunkler, ver-
hfiltnissmässig viel kürzer als beim Pez. debilis ; das 3te Glied kaum
länger als das 4te, das 7te nicht oder nur unmerklich länger als breit.
Der Mittelleib hat ganz die Färbung des Kopfes , der Metathorax fast
etwas länger als der Alesothorax, die abschüssige Stelle fast senkrecht,
mit einer schwachen Querleiste umgeben, welche nach oben namentlich
so schwach ist, dass sie als nicht vorhanden angeschen werden kann,
in den Seiten aber springt sie recht scharf zahnartig vor. Der Hinter-
leib hat eine schwache Punktirung, welche auf den 3 ersten Segmen-
Monographie der Gattung Fezomachus. 167
ten kaum massig dicht genannt werden darf, auf den folgenden ist
sie viel schwächer und zerstreuter. Die Färbung der beiden ersten
Segmente rein gelb , das 3te von der Basis bis zur Mitte gelb , von
da bis zur Spitze bräunlich, die folgenden alle schwach bräunlich. Der
Bohrer hat gelbe, kaum an der Spitze ein wenig bräunliche Klappen,
er hat die Länge des Isten Segmentes, dieses ist schon von der Ba-
sis bis zur Spitze allmählich erweitert, an der Spitze selbst massig breit,
ohne vorragende Knötchen. Die Beine blassgelb, namentlich die Schie-
nen und Füsse, das letzte Fussglied nicht dunkelgefärbt, alle Schienen
verhältnissmässig etwas dick.
Nur 1 $ fing ich bei Aachen.
71. Pez. sei tulus m.
Kopf, Fühler und Mittelleib dunkelroth, der Hinterleib
vom 3ten Segment ab bräunlich ; der Meso - und Metathorax
von gleicher Länge, die abschüssige Stelle ziemlich schieflie-
gend, mit einer sehr schwachen Querleiste; der Hinterleib bis
zur Spitze ziemlich dicht und gleichförmig punktirt und behaart,
der Bohrer mit ganz gelben Klappen, von der Länge des Isten
Segments, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. % Lin.
Var. a. Der Kopf etwas dunkler gefärbt als die Fühler
und der Mittelleib.
Der Kopf dunkelroth, und dieselbe Farbe haben die Fühler, das
3te Glied fast unmerklich länger als das 4te, das 7te deutlich länger
als breit. Der Mittelleib hat genau die Färbung des Kopfes, Meso- und
Metathorax an Länge gleich , die abschüssige Stelle liegt schief, ist
ziemlich hoch und breit, flach eingedrückt, mit einer sehr schwachen
Querleiste , welche auch an den Seiten kaum etwas vorspringt. Der
Hinterleib fast gleichmässig bis zur Spitze ziemlich dicht punktirt und
behaart, und durch diese Puuktirung unterscheidet sich P. scitulus leicht
von debilis und emarcidus, mit welchen Arten derselbe in der Körper-
form und Färbung ziemlich nahe übereinkommt. Das Iste und 2te
Segment röthlichgelb , nicht so dunkel gefärbt wie der Mittelleib, das
3te hat diese Färbung bloss von der Basis bis zur Mitte , der übrige
Theil ist mehr bräunlich , die übrigen Segmente bräunlich, schimmern
aber am Hinterrande in der Mitte röthlich durch , was beinahe so aus-
sieht, als wären sie hier röthlich gefleckt. Der Bohrer mit gelben Klap-
pen, von der Länge des Isten Segments, dieses von der Basis bis zur
Spitze massig und gleichförmig erweitert, ohne vorragende Knötchen,
sie treten an den Seiten aber doch schon sichtbar vor. Die Beine
röthlichgelb, das letzte Fussglied nicht dunkler.
1 $ aus der Nähe von Aachen.
168 Fo erster:
Von der Var. a. besilze ich auch ein $ von Aachen ;
es weicht in der Färbung- zwar etwas, dagegen in der Punk-
tirung des Hinterleibs von der Stammart gar nicht ab.
72. Pez. juvenilis m.
Röthlichgelb , das 3te und 4te Segment des Hinterleibs
schwach bräunlich ; der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle etwas schief, mit ziemlich schar-
fer Querleiste; der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten
ziemlich dicht, auf den folgenden etwas zerstreut punktirt, der
Bohrer mit an der Basis gelblichen Klappen, von der Länge
des Isten Segments, dieses schmal, ohne vorragende Knöt-
chen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf dunkelrotb, die Fühler roth, nach der Spitze hin nicht
dunkler, das 3te Glied ein wenig länger als das 416^ das 7te ungefähr
ly^ Mal so lang als breit. Der Mittelleib ein wenig heller gefärbt als
der Kopf, der Meso - und Metathorax gleich lang, die abschössige Stelle
liegt etwas schief und ist mit einer ziemlich scharfen Querleiste umge-
ben, welche an den Seiten deutlich vorspringt. Der Hinterleib auf den
3 ersten Segmenten massig dicht , auf den folgenden aber zerstreuter
punktirt und behaart, das 3te Segment schwach bräunlich, das 4te bloss
an der Basis, nach der Spitze hin ist dasselbe roth , die übrigen roth-
gelb ; der Bohrer hat gelbliche an der Spitze bräunliche Klappen, er ist
so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von
der Basis ab ziemlich regelmässig, aber nur wenig erweitert, daher die
Spitze schmal. Die Beine röthlichgelb, das letzte Fussglied nur wenig
dunkler.
1 $ von Aachen.
73. Pez. debilis m.
Röthlichgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 2ten
Segment ab bräunlich; die Fühler so lang wie der ganze
Körper; der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die
abschüssige Stelle fast senkrecht , die Querleiste ziemlich
scharf; der Hinterleib bloss auf den beiden ersten Segmenten
massig dicht, auf den folgenden zerstreut punktirt und behaart,
der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ziemlich
schmal , ohne vorragende Knötchen. ^. Lg. V^ Lin.
Der Kopf schwach bräunlich , mehr oder weniger dunkelroth
durchscheinend, die Fühler sehr lang, rothgelb, nach der Spitze hin
bräunlich, das 3le Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te deutlich
Monographie der Galtung Pezomachus. 169
länger als breit. Der Mittelleib rein rothgelb , Meso - und Metathorax
von gleicher Länge , die abschüssige Stelle fast senkrecht, etwas nie-
drig, die Querleiste ziemlich Pcharf und in den Seiten etwas vorsprin-
gend. Der Hinterleib auf den beiden Isten Segmenten massig dicht,
auf den folgenden mehr zerstreut punktirt und behaart, das Iste Segment
rein gelb, das 2te bloss an allen Rändern mehr oder weniger deutlich
gelb, in der Mitte wie die folgenden kastanienbraun glänzend. Der
Bohrer mit gelblichen an der Spizte schwach braunlichen Klappen , so
lang wie das Iste Segment, dieses schmal, von der Basis bis zur Spitze
allmählich und gleichmässig erweitert, ohne vorragende Knötchen. Die
Beine röthlichgelb, das letzte Fussglied bräunlich.
Ich habe nur 1 $ im Herbst am Rande des hohen Veens
unter Nadelholz gefangen.
74. Pez. incubitor m.
Rothgelb , der Kopf schwarz , der Hinterleib vom 5ten
Segment ab braun; der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle etwas schief, mit einer ziemlich
schwachen Querleiste ; der Hinterleib massig dicht behaart
und punktirt, der Bohrer ungefähr so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses schmal und ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
V/2 Lin.
Diese Art hat einige Aehnlichkeit mit analis , unter-
scheidet sich aber leicht durch verschiedene Färbung und
Punktirung des Hinterleibs.
Der Kopf tiefschwarz , die Fühler rolhgelb , nach der Spitze hin
kaum etwas dunkler, das 3te und 4te Glied gleich lang, das 7le etwas
länger als breit; der Meso- und Metathorax ungefähr von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle ein wenig schiefliegend, die Querleiste
zwar deutlich aber nicht besonders scharf, auch in den Seiten kaum
etwas vorspringend. Der Hinterleib ist massig dicht punktirt und be-
haart, und zwar bis zur Spitze, die 4 ersten Segmente rein rothgelb,
die folgenden braun mit rothgelbem Hinterrande ; der Bohrer von der
Länge des Isten Segments, dieses von der Basis bis zur Spitze gleich-
mässig erweitert, an der Spitze selbst jedoch schmal, und ohne vorra-
gende Knötchen. Die Beine rein rothgelb, das letzte Fussglied nur un-
merklich dunkler.
l ^ aus der Gegend von Aachen.
75. Pez. xylo chophilus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 5ten Seg-
ment ab schwarz, die Spitze der hintersten Schenkel, so wie
170 Fo erster:
der Mittel- und Hinterschienen braun ; der Meso- und Meta-
thorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle mit sehr
schwacher Querleiste; der Hinterleib bis zur Spitze massig
dicht punktirt und behaart, der Bohrer genau so lang wie das
Iste Segment, dieses ohne deutlich vorspringende Knötchen.
^. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz, mit schwach bräunlichgelben Tastern, die Füh-
ler roth, von der Mitte ab nach der Spitze hin allmählich mehr bräun-
lich, das 3te Glied kaum etwas länger als das 4te, das 7le kaum län-
ger als breit. Der Mittelleib rein rothgelb, der Meso- und Metathorax
ungefähr gleich lang , die abschüssige Stelle wenig geneigt, mit sehr
schwacher Querleiste , welche oben fast unmerkbar wird und auch in
den Seiten nicht besonders scharf hervortritt. Der Hinterleib bis zur
Spitze ziemlich dicht punktirt und behaart ; die 4 ersten Segmente rein
roth, die übrigen schwarz mit fast gleichgefärbtem Hinterrande. Der
Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne deutlich vorragende
Knötchen ; nur von der Seite gesehen , werden dieselben deutlicher
sichtbar. Von der Basis bis zu den Knötchen ist dasselbe allmählich
aber nicht stark , hinter denselben etwas stärker erweitert, mit wenig
divergirenden Seiten, an der Spitze selbst nur massig breit. Die Beine
rein rothgelb, die hintersten Schenkel an der Spitze ziemlich breit, die
hintersten Tibien an der Spitze etwas weniger breit braungefärbt, auch
die Spitze der mittelsten Tibien bräunlich , obgleich schwächer. Das
letzte Fussglied kaum dunkler als die übrigen.
Von dieser Art habe ich nur ein ^ in der Nähe von
Aachen gefangen.
76. Pez. an all s m.
Roth , der Kopf, das 4te mehr oder weniger und das
5te Segment des Hinterleibs ganz schwarz; der Meso- und
Metathorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle fast
senkrecht, mit einer scharfen Querleiste versehen; der Hin-
terleib auf den 3 ersten Segmenten massig dicht , auf den
folgenden sehr zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer so
lang wie das Iste Segment , dieses ohne vorragende Knöt-
chen. 5l. Lg. ly^ Lin.
Der Kopf schwarz , die Fühler roth , an der Spitze ein wenig
dunkler, das 3te und 4te Glied gleich an Länge, das 7te länger als
breit. Der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige
Stelle fast senkrecht, mit einer ziemlich scharfen Querleiste, welche an
den Seiten scharf vorspringt. Der Hinterleib nicht gleichmässig punk-
tirt, sondern nur auf den 3 ersten Segmeuten massig dicht, auf den
Monographie der Gattung Fezomachus. 171
folgenden aber viel zerstreuter punktirt und behaart, die Färbung roth,
das 4te Segment bald an der Basis in der Mitte, bald am Hinterrande
schwarzbraun, das 5te ganz schwarzbraun, die übrigen roth. Der Boh-
rer hat ungefähr die Länge des Isten Segments, ist jedoch eher etwas
kürzer als länger , dieses von der Basis ab gleichmässig bis zur Spitze
erweitert und an der Spitze selbst nur massig breit, dabei ohne vorra-
gende Knötchen. Die Beine roth, das letzte Fussglied schwach bräunlich.
Ich besitze 3 $. dieser ansehnlichen Art aus der Gegend
von Aachen.
§§. Der Bohrer entweder bestimmt kürzer
oder deutlich länger als das Iste Segment. — Spec.
77—107.
77. Pez, agilis m.
Schwarzbraun, Fühler und Beine roth; der Metathorax
etwas länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle schief-
liegend mit einer ziemlich scharfen Querleiste umgeben; der
Hinterleib bis zur Spitze ziemlich dicht punktirt und behaart,
der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, dieses ohne
vorragende Knötchen. $. Lg. iy2 Lin.
Var. a. Der Hinterrand des Isten Segments roth.
Der Kopf schwarzbraun, die Fühler roth, von der Mitte nach der
Spitze hin ein wenig dunkler, das 3te Glied ein wenig länger als das
4te, das 7te nur wenig länger als breit. Der Mittelleib tief braun, ent-
weder schwarzbraun oder tief kastanienbraun , der Metathorax etwas
länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schief, mit ei-
ner ziemlich scharfen Querleiste umgeben , welche oben in der Mitte
machmal schwach ist , in den Seiten aber scharf vorspringt ; der Hin-
terleib bis zur Spitze hin dicht punktirt und behaart , das 2te und
3te Segment in den Seiten roth, bei der Var. a. auch der Hinterrand
des ersten von derselben Farbe; der Hinterrand der folgenden Segmente
ebenfalls, jedoch viel schmäler roth gefärbt als am Isten Segment. Der
Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, dieses von der Basis bis
zur Mitte nur wenig , von da bis zur Spitze stärker erweitert , ohne
vorragende Knötchen. Die Beine rothgelb.
Von dieser Art besitze ich 3 $ aus der Gegend von
Aachen, eines davon fing ich noch am 13. Dezember 1848
unter Nadelholz, Auch von der Var. a. besitze ich ein $
von Aachen.
172 Fo erster:
78. Tez. integer m.
Schwarzbraun, die Beine pechbräunlich, die Schenkelringe,
die Schienen an der Basis und in der Mitte, und die Füsse
röthlichgelb ; der Meso- und Metathorax von gleicher Länge,
die abschüssige Stelle mit einer schwachen Querleiste um-
geben; der Hinterleib bis zur Spilze dicht punktirt und be-
haart, der Bohrer nur wenig kürzer als das Iste Segment,
dieses schmal und ohne vorragende Knötchen. $. Lg. ly^^Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler braun, das 2te Glied an der Spitze,
das 3te an der Basis röthlichgelb, an Länge ist dieses dem 4ten unge-
fähr gleich, das 7te nur wenig länger als breit. Der Mittelleib nicht
so dunkel gefärbt wie der Kopf, sondern er schimmert etwas kastanien-
braun durch, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die ab-
schüssige Stelle nach oben etwas verschmälert, mit einer sehr schwa-
chen Querleiste umgeben , welche auch in den Seiten nicht vorspringt.
Der Hinlerleib bis zur Spitze ziemlich fein und dicht punktirt und be-
haart, schwärzlich braun, die beiden Islen Segmente nur wenig heller
gefärbt , der Hinterrand aller Segmente durchaus gleichfarbig , nur an
dem Isten ist er schwach röthlich. Der Bohrer mit bräunlichen an der
Basis schmutzig gelben Klappen , etwas kürzer als das Iste Segment,
dieses von der Basis bis zur Spitze gleichmässig aber schwach erwei-
tert, an der Spitze schmal und ohne vorragende Knötchen. Die Beine
pechbräunlich, die Schienen an der Basis und in der Mitte und die Füsse
röthlichgelb, das letzte Fussglied aber wieder bräunlich.
Ein $ dieser Art entdeckte mein Freund Heinemann in
der Nähe von Aachen.
79. Pez. audax m.
Roth , der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment
ab schwarz ; der Metathorax länger als der Mesothorax , die
abschüssige Stelle etwas schief mit einer schwachen Quer-
leiste: der Hinterleib dicht punktirt und behaart, der Bohrer
etwas kürzer als das Iste Segment, dieses mit schwach vor-
springenden Knötchen, g. Lg. V/^ Lin.
Der Kopf tiefschwarz , die Fühler roth , von der Mitte ab und
das Iste Glied etwas dunkler, das 3te Glied kaum länger als das
4te , das 7te etwas länger als breit. Der Mittelleib r^in roth , der
Metathorax bestimmt länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle
etwas schief, mit einer Querleiste umgeben, welche oben in der Mitte
sehr schwach, aber in den Seiten sehr scharf vorspringt. Der Hinter-
leib sehr fein dicht punktirt und behaart , daher matt, die beiden Isten
Monographie der Gattung Pezomachus. 173
Segmente rein roth, die übrigen schwarz , am Hinlerrande kaum etwas
röthlich durchscheinend; der Bohrer etwas kürzer als das Isle Segment,
dieses mit schwach vorspringenden Knötchen, von der Basis bis zu den
Knötchen hinter der Mitte allmählich , von den Knötchen ab bis zur
Spitze stärker erweitert, an der Spitze selbst ziemlich breit. Die Beine
rein rothgelb, das letzte Fussglied bräunlich.
1 $ habe ich in der Nähe von Aachen gefangen.
80. Pez. hortensis Grv.
lehn. eur. Tom. IL p. 907. excl. Syn.
Schwarz, die Fühler bis zur Milte , der Mittelleib, die
3 ersten Segmente und die Beine roth , letztre mit schwar-
zer Spitze der Mittel- und Hinterschenkel, so wie der Mittel-
und Hinterscliienen ; der Mesothorax etwas länger als der
Metathorax, dieser mit einer nicht vollständigen Querleiste;
der Hinterleib dicht behaart, das Iste Segment mit deutlichen
Seitenknötchen , der Bohrer kürzer als das Iste Segment.
$. Lg. 2 Lin.
Die Stammart des hortensis, von welcher mir nur 1 $
und 2 ^. vorliegen, ist von den dazu gerechneten Varietäten
auf das Bestimmteste als Art zu trennen. Schon durch die
bedeutende Grösse lässt sie sich von der Mehrzahl der Ab-
arten leicht unterscheiden.
Die Fühler bis zur Mitte hellroth, von da ab und zwar im schrof-
fen Uebergang tief schwarzbraun; das 3te und 4te Glied durchaus nicht
in der Grösse verschieden, das 7te etwas länger als breit. Der Meso-
thorax bestimmt länger als der Metathorax, der letztere hat an der ab-
schüssigen Stelle kaum die Spur einer Querleiste , welche sich nur in
den schwach vorspringenden Seitenzähnchen in etwa bemerklich macht.
Der Hinterleib sehr dicht behaart, die 3 ersten Segmente roth, das 3te
jedoch am Hinterrande schwarz , das 4te in den Seiten an der Basis
noch roth, das Iste Segment mit ziemlich deutlich vorspringenden Knöt-
chen; die übrigen alle schwarz ohne rothen Hinterrand. Der Bohrer
höchstens halb so lang wie das Iste Segment. Die Beine roth; die
Mittel - und Hinterschenkel an der Spitze braun , an den Hinter-
schenkeln nimmt die braune Färbung mehr als die Hälfte des Schen-
kels ein; die Mittel- und Hinterschienen an der Spitze und die Hin-
terschienen ebenfalls an der Basis so wie das letzte Fussglied sammt
den Klauen braun.
Der Fundort ist nicht genau anzugeben, da Grv. densel^
ben nicht besonders bezeichnete.
174 Foerster:
Zu dieser Art rechnet Graven hörst 2 (/. , wel-
che mir beide zur Ansicht vorliegen , von denen aber keines
in Bezug auf die Färbung mit dem $ ganz übereinstimmt und
die auch unter sich specifisch verschieden sind. Wenn auch
nun das eine, wegen der vorspringenden Seitenknötchen des
ersten Segments als Männchen von hortensis gelten kann,
(denn gewiss ist auch das nicht einmal !) so muss doch das
andre zu einer andern Art gehören und verschieden benannt
werden. Ich habe es weiter unten als Pez. avidus m. be-
schrieben.
Das von mir zu hortensis gezogene ^ weicht in Bezug
auf die Färbung in folgenden Punkten von dem $ ab: 1) Die
3 ersten Fühlerglieder sind allein hell und rein roth, das 4te
schon rothbräunlich, die folgenden allmählich dunkler. 2) Die
Mittelschenkel haben keine braune Spitze. 3) Das 3te Seg-
ment hat nahe an der Basis eine bräunliche, schmale Quer-
binde. 4) In Bezug auf den Miltelleib ist zu bemerken, dass
ein grosses und durch eine tiefe Furche deutlich abgegränztes
Schildchen vorhanden ist. Der Metathorax erscheint nicht
kürzer als der Mesothorax und hat an der abschüssigen Stelle
eine ziemlich deutliche Querleiste. Am Metathorax ist eine
schwarze Linie zwischen den Hinter- und Mittelhüften, auch das
Iste Segment des Hinterleibs hat die Basis und den scharfen
Seitenrand schwärzlich gefärbt. Der Hinterleib nur sparsam
behaart und die Seitenknötchen des Isten Segments springen
deutlicher vor als beim $.
81. Pez. bicolor Gx\.
lehn. eur. Tom. II. p. 902. n. 304. excl. synonymis.
Schwarz, die Basis der Fühler, der Thorax, das Iste
Segment und die Beine roth ; der Metathorax mit einer schar-
fen, bogenförmigen Querleiste , der Hinterleib dicht behaart,
das Iste Segment mit stark vorspringenden Knötchen , der
Bohrer kürzer als das Iste Segment. $. Lg. fast 2 Lin.
Als Pez. bicolor Grv. kann ich von den 3 mir zur An-
sicht geschickten Exemplaren nur eines annehmen, denn die
beiden anderen müssen eigne Arten bilden, die ich cautus
und circumcinctus genannt habe.
Monographie der Gattung Pezomachus. 175
An dem vorliegenden Ex. waren die Fühler bis auf die 3 Grund-
glieder abgebrochen , sie werden von Grv. als roth an der Basis be-
zeichnet, das erste Glied als braun, was an dem vorliegenden Ex. auch
der Fall war. Der Thorax ganz roth, an demselben kann ich auf das
allerdeutiichste die Spur eines Schildchens wahrnehmen ; der Metatho-
rax nicht länger als der Mesolhorax, nach hinten stark abschüssig und
mit einer scharfen Querleiste versehen, welche seitwärts in zwei spitze
und deutlich in die Augen springende Zähnchen ausläuft. Der Hinter-
leib dicht behaart, das Iste Segment roth mit zwei sehr deutlich vor-
springenden Knötchen , das 2te Segment ringsum roth gerandet, die
übrigen haben nur einen rothen Hinterrand, der bei den letzten Segmen-
ten allmählich etwas breiter wird. Der Bohrer deutlich kürzer als das
Iste Segment. Die Beine roth, nur das letzte Fussglied mit der Klaue
schwach bräunlich.
Das hier beschriebene Ex. halte ich für das von Herrn
V. Heyden bei Frankfurt gefangene.
82. Pez. molestus m.
Der Kopf und der Hinterleib vom 2ten Segment ab
schwarzbraun, der Mittelleib kastanienbraun, das Iste Seg-
ment und die Beine rothgelb; der Melathorax kaum von der
Länge des Mesothorax, die abschüssige Stelle etwas schief,
hoch, die Querleiste nicht scharf; der Hinterleib bis zur Sitze
massig dicht punktirt und behaart, der Bohrer halb so lang
wie das Iste Segment, dieses an der Spitze breit, mit vor-
springenden Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler dunkelroth , nach der Spitze hin
fast bräunlich erscheinend, an der Basis etwas heller roth. Das 3te und
4te Glied gleich lang, das 7te nur wenig länger als breit. Der Mit-
telleib dunkelroth, in den Seiten über den Hüften bräunlich, der Mela-
thorax kaum so lang und fast etwas kürzer als der Mesothorax, die ab-
schüssige Stelle ziemlich schief, sehr hoch, die Querleiste kaum scharf
zu nennen, in der Mitte bildet dieselbe einen ziemlich weiten Bogen,
und in den Seiten springt sie nur massig vor. Der Hinterleib bis zur
Spitze dicht punktirt und behaart , das Iste Segment und die Ränder
des 2ten gelb, die übrigen braun mit röthlichem Hinterrande. Der Boh-
rer mit gelblichen, nur an der Spitze wenig bräunlichen Klappen, halb
so lang wie das Iste Segment, dieses an der Spitze breit mit etwas
schwächer vortretenden Knötchen, von der Basis bis zu den Seiten-
knötchen allmählich , von diesen bis zur Spitze aber stärker erweitert
mit divergirenden Seiten. Die Beine rothgelb, das letzte Fussglied ein
wenig dunkler.
Diese Art hat eine grosse Aehnlichkeit in Vertheilung
176 Foerster:
der Farben mit astutus, unterscheidet sich aber in zu vielen
Punkten , um damit vereinigt eine Art bilden zu können.
Hauptsächlich in der grösseren Kürze des Bohrers und der
verschiedenen Form des Isten Segments dürften die wichtig-
sten specifischen Unterschiede zu suchen sein.
Ich habe nur ein $ dieser Art in der Gegend von Aachen
entdeckt.
83. Pez. pulcher m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab licht kastanienbraun ; der Meso- und Metathorax von
gleicher Länge , die abschüssige Stelle mit einer ziemlich
scharfen Querleiste umgeben ; der Hinterleib liis zur Spitze
dicht punktirt und behaart, der Bohrer ungefähr halb so lang
als das Iste Segment, dieses schmal, mit stark vorspringen-
den Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf hellkastanienbraun, die Fühler rolhgelb, an der Spitze
nicht dunkler, das 3te Glied deutlich länger als das 4te, das 7te etwas
länger als breit, der Mitlelleib rein rothgelb , der Meso- und Metatho-
rax von gleicher Länge , die abschüssige Steile nur wenig schief aber
ziemlich hoch, mit einer ziemlich scharfen Querleiste umgeben, welche
in der Mitte nach oben einen breiten hohen Bogen bildet, in den Seiten
aber nur wenig vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punk-
tirt und behaart, die beiden Isten Segmente rothgelb , die übrigen hell-
kastanienbraun , das 4te am dunkelsten gefärbt , das 2te auch in der
Mitte etwas dunkler und mehr röthlich als gelb gefärbt , während das
Iste rein rothgelb erscheint. Der Bohrer nur halb so lang wie das Iste
Segment und ganz bestimmt eher noch etwas kürzer, denn länger, die
Klappen bräunlichgelb. Das Iste Segment schmal , von der Basis bis
zur Spitze gleichmässig aber nur wenig erweitert , mit stark vorsprin-
genden Knötchen hinter der Mitte. Die Beine rein rothgelb, das letzte
Fussglied nur unmerklich dunkler als die übrigen.
1 $ habe ich in der Gegend von Aachen gefangen.
84. Pez. astutus m.
Der Kopf dunkelkastanienbraun, der Mittelleib rothgelb,
das Iste Segment des Hinterleibs und die Beine gelb , die
übrigen Segmente braun ; der Metathorax ein wenig kürzer
als der Mesothorax, die abschüssige Stelle schiefliegend, hoch,
mit ziemlich scharfer Querleiste; der Hinterleib bis zur Spitze
dicht punktirt und behaart, der Bohrer um Vn kürzer als das
Monographie der Gattung Pezomachus. 177
Iste Segment, dieses an der Spitze schmal, hinter der Mitte
mit stark vorspringenden Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf dunkelkastanienbraun , die Fühler rothgelb, nach der
Spitze hin nur wenig dunkler, das 3te und 4te Glied ungefähr gleich
lang, das 7te ein wenig länger als breit. Der Miltelleib rolligelb, hel-
ler gefärbt als der Kopf, in den Seiten unmittelbar über den Hüf-
ten bräunlich ; der 3Ietathorax ein wenig kürzer als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle schieüiegend , verhäünissmässig sehr hoch, die
Querleiste oben in der Mitte und in den Seilen etwas schärfer und
deutlicher vorspringend. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punklirt
und behaart, das Iste Segment ganz und an dem 2ten alle Ränder mehr
oder weniger deutlich gelb; die iMitte dieses letzteren und die folgen-
den braun , mit einem sehr feinen und sehr schwach hervortretenden
röthlichen Hinterrande. Der Bohrer um den vierten Theil kürzer als
das erste Segment, die Klappen desselben nur schwach bräunlich. Das
Iste Segment schmal , von der Basis bis zur Spitze regelmässig aber
schwach erweitert , die Knötchen springen hinter der Mitte stark vor.
Die Beine gelb mit blassen Schienen und Füssen, das letzte Fussglied
nur wenig dunkler als die übrigen.
Ich habe 1 ? in der Nähe von Aachen gefangen.
85. Pez. unicolor m.
Röthlichgelb , der Kopf und der Hinterleib von dem
Hinlerrand des 3ten Segments ab bis zur Spitze etwas dunkler
gefärbt; der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die
abschüssige Stelle mit einer ziemlich scharfen Querleiste um-
geben; der Hinterleib bis zur Spilze dicht punktirt und behaart,
der Bohrer kaum etwas mehr als die Hälfte des Isten Seg-
ments an Länge betragend, dieses schmal mit schwach vor-
springenden Knötchen. $. Lg. l Lin.
Der Kopf etwas dunkel röthlichgelb , dunkler namentlich als der
Mitlelleib , die Mundtheile sammt dem Clypeus heller rothgelb. Die
Fühler rein rothgelb , an der Spitze nicht dunkler , das 3te Glied
kaum etwas länger als das 4te, aber das 7te deutlich länger als
breit. Der Mittelleib heller rolhgelb als der Kopf, der Meso- und
Metathorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle zien)lich schief-
liegend, mit einer ziemlich scharten Querleiste versehen^ die aber in den
Seilen nicht besonders stark vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spilze
dicht punktirt und behaart, die beiden Isten Segmente von dir Fär-
bung des Miltelleibs, das 3te etwas dunkler als diese, namentlich gegen
den Hinterrand hin, noch etwas dunkler gefärbt zeigt sich das 4te und
5te Segment. Der Bohrer kurz, kaum etwas mehr als die Hälfte des
Isten Segments an Länge betragend, seine Klappen sind gelblich. Das
Archiv, f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 12
17Ö Foerster:
Isle Segment mit schwach vorspringenden Knötchen, von der Basis bis
zu diesen Knötchen allmählich und schwach , hinter denselben etwas
stärker erweitert , an der Spitze selbst aber verhältnissmässig schmal,
die Beine rothgelb, das letzte Fussglied kaum dunkler.
Ich besitze 2 $. dieser Art aus der Gegend von Aachen.
86. Pez. aemulus m.
Rothgelb, der Kopf dunkelroth mit bräunlichem Scheitel;
der Meso- und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle
etwas schief, hoch, mit einer scharfen Querleiste umgeben;
der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punklirt und be-
haart , der Bohrer kaum mehr als halb so lang wie das
Iste Segment, dieses mit schwach vorspringenden Knötchen.
$. Lg. i% Uli.
Diese Art ist von ansehnlicher Grösse und mit Ausnahme des Ko»
pfes rein rothgelb gefärbt, der Kopf indess dunkler roth, der Scheitel
bräunlich. Die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin ein wenig dunk-
ler, das 3te Glied kaum etwas länger als das 4te und das 7te kaum
länger als breit Der Millelleib verhältnissmässig kurz, der Meso- und
Metathorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle ziemlich schief,
mit einer scharfen Querleiste umgeben, welche in der Mitte einen ziem-
lich hohen und breiten Bogen bildet, in den Seiten aber ziemlich scharf
vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punktirt und be-
haart, der Bohrer kurz, die Hälfte des Isten Segments kaum überstei-
gend, dieses mit schwach vortretenden Knötchen, von der Basis bis zu
diesen Knötchen allmählich, von den Knötchen bis zur Spitze etwas
stärker erweitert , und hier mit schwach divergirenden Seiten. Die
Beine rothgelb, das letzte Fussglied kaum an der äussersten Spitze, die
Klauen ganz bräunlich.
Ich habe nur i $ bei Aachen gefangen.
87. Pez. cir cumcinctus m.
Pez. bicolor Grv. Var. 1. lehn. eur. Tom. II. p. 902.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der Thorax und das
Iste Segment roth, das 2te braun mit ringsum breitem, rothem
Rande ; der Metathorax an der abschüssigen Stelle mit einer
schwachen, bogenförmigen, oben in der Mitte unterbrochenen
Querleiste ; der Hinterleib dicht behaart, der Bohrer so lang
wie das Iste Segment. $. Lg. 1\/^ Lin.
Auch diese Art, welche Grv. zu der Var. 1. von bicolor zählt,
kann ich weder zu bicolor noch zu cautus stellen, weil der kürzere und
gedrungenere Bau dem widerspricht. Von bicolor Grv. lässt sich der
Monographie der Gattung Pezomachiis. 179
circumcinctus sehr leicht unterscheiden durch den 3IangeI der schar-
fen Querleiste am Metathorax , den Mangel der vorspiingenden Knöt-
chen am Isten Segment und den längeren Bohrer; aber viel schwie-
riger ist dagegen der Unterschied von cautus , und auf diesen
muss daher bei der Charakterisirung dieser Species fortwährend Be-
zug genommen werden. Im Allgemeinen kann man sagen, ist schon
die Färbung viel intensiver roth als beim cautus, aber noch mehr springt
die viel höhere Wölbung des Thorax in die Augen. Der Mesothorax
erscheint beim cautus in der Mitte etwas abgeflacht und das ist nicht
bloss bei dem Ex. der Grv. Sammlung, sondern auch bei den 3 Ex.
meiner eigenen Sammlung der Fall , beim circumcinctus dagegen er-
scheint der Mesothorax gewölbter; dazu komnjt, dass die Querleiste
des Melathorax beim cautus oben in der Mitte, wenn auch schwächer
als beim bicolor, (Stammart !) doch immer noch deutlich wahrzunehmen
ist, während beim circumcinctus nur bei der stärksten Vergrösserung
kaum eine Spur davon gefunden wird. Der Hinterleib scheint etwas
dichter behaart als bei cautus, daher auch noch weniger glänzend. Das
Iste Segment ganz roth, ohne vorspringende Knötchen, das 2te dagegen
braun, aber ringsum mit einem breiten Rand, und zwar der Hinterrand
breiter roth gesäumt als die Basis. Die übrigen Segmente haben einen
Hinterrand , welcher schwach röthlich durchscheint und dabei äusserst
schmal ist. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment. Die Beine
roth , selbst das letzte Fussglied hat diese Farbe ; die Schenkel etwas
mehr dunkelrolh als die Schienen und Füsse. Was die Fühler anbe-
trifft, so ist das 3te Glied deutlich etwas länger als das 4te, das 7le
kaum ein wenig länger als breit zu nennen.
Zu dieser Art gehörend , besitze ich ein Ex. , welches
nur durch etwas breiteren Kopf und dann dadurch sicli noch
unterscheidet , dass die braune Färbung des 2ten Segments
sich auf eine braune Querbinde vor der Basis reducirt. Alles
Uebrige ist wie bei dem Ex. aus der Grv. Sammlung.
Fundort : Deutschland. Aachen.
88. Pez. puberulus m.
Der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Segment ab braun;
der Mittelleib mit einem nicht scharf abgeselzten Schildchen,
der Meso- und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle
mit einer wenig scharfen Querleiste ; der Hinterleib bis zur
Spitze dicht punktirt und behaart , der Bohrer etwas kürzer
als das Iste Segment, dieses an der Spitze massig breit, mit
kaum sichtbar vorspringenden Knötchen. $. Lg. V/^ hin.
Die Mundtheile und das Gesicht roth, der Clypeus und Scheitel
braun, die Fühler roth , an der äussersten Spitze kaum etwas dunkler,
180 F 0 e r s t e r :
die Fühlerglieder lang gestreckt, das 3te so lang wie das 4le, das 7te
fast doppelt so lang wie breit; der Älittelleib rolli, derMeso- und Me-
tathorax gleich larg, durch eine breite Querfurche von einander ge-
trennt, in welcher das Schildchen sich deutlich entwickelt, aber nicht
ganz frei abgeselzt hat. Die abschüssige Stelle etwas schief, mit einer
nicht besonders scharfen Querleiste umgeben , welche nur schwach in
den Seiten vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punklirt und
behaart, die beiden ersten Glieder rein roth, genau von der Färbung
des Mittelleibs; der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, dieses
mit schwach vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen
Knötchen allmählich , von den Knötchen aber bis zur Spitze stärker
erweitert mit fast parallelen Seiten , die Spitze selbst nur massig breit.
Die Beine roth, das letzte Fussglied biäunlich.
Ein $ aus Sachsen erhielt ich von dem Hrn. v. Kiese-
vvetter.
89. Pez. vi du US m.
Pez. hortensis Var. 3. Grv. lehn. eiir. Tom. II. p. 909.
Schwarzbraun, die Basis der Fühler, der Mittelleib, die
3 ersten Segmente und die Beine roth; der Metathorax kurz,
mit einer ziemlich deutlichen Querleiste ; der Hinterleib mas-
sig dicht behaart, der Bohrer kürzer als das Iste Segment.
J. Lin. 1—1 V3 Lin.
An den Fühlern ist das Iste Glied etwas bräunlich, das 2le gelb-
roth, die folgenden dunkelroth, nach der Spitze hin allmählich bräun-
lich werdend. Das 3te Glied deutlich länger als das 4te, das 7te fast
doppelt so lang wie breit. Der Mesolhorax ein wenig länger als der
Metathorax, der letztere hat eine ziemlich deutliche, aber oben in der
Mitte nicht besonders scharfe Querleiste. Der Hinterleib ziemlich dicht
behaart, die Färbung eigenihümlich, indem bloss das Iste und 2te Seg-
ment roth ist und beide genau die Färbung des Mittelleibs und der Beine
haben, das Iste Segment hat kaum sichtbare, nicht vorspringende Knöt-
chen. Das 2te Segment mit einem kastanienbraunen^ schnialen Hinter-
rand , das 3te lichtkastanieubraun mit einer feinen braunen Querlinie
hinter der Mitte , welche aber nicht den Seitenrand erreicht ; das 4te
und 5te Segnieut gleichmässig dunkel kastanienbraun, und die beiden
folgenden , von denen aber nur der Hinterrand eigentlich sichtbar ist,
gelblich gefärbt. Der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment. Die
Beine rein roth, an den Füssen nur die Klauen bräunlich.
Ein 2tes etwas kleineres Ex. unterscheidet sich nur dadurch, dass
das 3te Segment keine so deutliche Querlinie hat und die Fühler ein
klein wenig dunkler sind, in allem Uebrigen ist die Uebereinstimmung
der einzelnen Theile vollkommen.
Monographie der Gattung Pezomachus. 181
Beide Exemplare stammen entweder von Hirschberg oder
von Warmbrunn.
90. Pez. venustus m.
Rothgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab etwas dunkler gefärbt; der Meso- und Metathorax
gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief, stark ein-
gedrückt und mit einer scharfen Querleiste umgeben ; der
Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten dicht punktirt und
behaart, der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, die-
ses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. 1^/n Lin.
Der Kopf etwas dunkel rothgelb , das Gesicht etwas heller; die
Fühler rothgelb, an der Spitze kaum elwas dunkler, das 3te Glied ein
wenig länger als das 4te , das 7te deutlich länger als breit. Der Mit-
telleib rothgelb, heller gefärbt als der Kopf, namentlich heller als der
Scheitel, der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die abschüssige
wStelle etwas schief, ziemlich stark eingedrückt und mit einer scharfen
Querleiste umgeben, welche in der Mille nach oben einen hohen aber
etwas engen Bogen bildet, in den Seiten aber scharf vorspringt. Der
Hinterleib nur auf den 3 erslen Segmenten deutlich dicht punktirt und
behaart, auf den folgenden ist die Punklirung schwach und schwer zu
erkennen. Der Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen , von der Basis bis zur Spitze allmählich aber
nicht stark erweitert, die Spitze nicht breit. Die Beine rothgelb, das
letzte Fussglied ein wenig dunkler.
1 $ von Aachen.
Auch diese Art hat wieder grosse Aehnlichkeit 5mit
currens, languidus, lividus und consobrinus, ist aber am leich-
testen an der sehr schwach punktirten Spitze des Hinterleibs
zu erkennen.
91. Pez. consobrinus m.
Rölhlichgelb, der Kopf ein wenig dunkler als der Mit-
telleib, der Hinterleib vom 3ten Segment ab braun; der Meso-
und Metathorax von gleicher Länge , die abschüssige Stelle
ziemlich hoch , mit einer schwachen Querleiste umgeben ;
der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punktirt und be-
haart, der Bohrer mit gelben Klappen, etwas kürzer als das
Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf kastanienbraun, die Fühler röthlichgelb, an der Spitze
kaum dunkler, das 3tc und 4te Glied ungefähr gleich lang, das 7te nur
182 Fot3rster:
wenig länger als breit. Der Mütellcib röthlichgelb , heller gefärbt als
der Kopf, der Pro- und Mesotfiorax von gleicher Länge, die abschüs-
sige Stelle ziemlich hoch , mit einer schwachen Querleiste umgeben,
welche auch in den Seiten kaum wahrnehmbar vorspringt. Der Hin-
terleib bis zur Spitze dicht punklirt und behaart, die beiden Isten Seg-
mente röthlichgelb , das 3te bräunlich , an der Basis etwas heller ge-
färbt, die folgenden etwas dunkler bräunlich. Der Bohrer mit gelbli-
chen Klappen, etwas kürzer als das Iste Segment , dieses ohne vorra-
gende Knötchen, von der Basis bis zurSpitze gleichmässig aber schwach
erweitert, daher an der Spitze etwas schmal. Die Beine ziemlich blass
röthlichgelb, das letzte Fiissglied nur wenig dunkler.
2 $. aus der Gegend von Aachen.
92. Pez. lividus m.
Röthlichgelb, der Kopf hell kastanienbraun, der Hinter-
rand des 3ten und alle folgenden Segmente des Hinterleibs
braun; der Metathorax fast etwas kürzer als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle fast senkrecht, mit einer scharfen Quer-
leiste umgeben ; der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht
punktirt und behaart, der Bohrer mit bräunlichen Klappen,
etwas kürzer als das Iste Segment , dieses schmal und ohne
vorragende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Diese Art besitzt in der Vertheilung der Farben eine
sehr grosse Aehnlichkeit mit consobrinus , da aber die ab-
schüssige Stelle des Älesothorax mit einer sehr scharfen Quer-
leiste umgeben ist, so kann ich mich nicht gut entschliessen,
sie als Var. von consobrinus zu betrachten, um so mehr, da
siph bei näherer Betrachtung auch noch andre kleine Diffe-
renzen ergeben.
Der Kopf hellkastanienbraun, die Fühler röthlichgelb, nach der
Spitze hin kaum etwas dunkler gefärbt, das 3te Glied aber deutlich ein
Wenig länger als das 4le, das 7te etwas länger als breit. Der Meta-
thorax ein wenig kürzer als der Mesothorax, die abschüssige Stelle et-
was flach und breit eingedrückt, mit einer sehr scharfen und überall
deutlichen Querleiste versehen, welche in den Seiten deutlich etwas
vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart, die
beiden Isten Segmente ganz und das 3te bis über die Mitte hinaus
röthlichgelb, der Hinterrand dieses letzteren so wie die übrigen Seg-
mente bräunlich; der Bohrer mit an der Spitze bräunlichen Klappen,
etwas kürzer als das Iste Segment, dieses noch schmäler als bei con-
sobrinus 3 ohne vorragende Knötchen , von der Basis bis zur Spitze
Monographie der Gattung Pezomachus. Iö3
gleichmässig, aber schwach erweitert. Die Beine blass röthlichgelb, das
letzte Fussglied nur wenig dunkler.
Nur 1 $ fing ich in der Gegend von Aachen.
93. Pez. languidus in.
Roth , oder vielmehr hell kastanienbraun , die Fühler,
Beine und das Iste Segment des Hinterleibs gelb, die ersleren
etwas kurz, der Metathorax etwas länger als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle fast senkrecht, mit einer in der Mitte
schwachen, an den Seiten schärfer vorspringenden Querleiste;
der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart, der
Bohrer mit an der Spitze bräunlichen Klappen , kürzer als
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
1 Lin.
Bei dieser Art ist eine Aehnlichkeit mit consobrinus und
lividus nicht zu verkennen, aber die Färbung ist doch etwas
verschieden und die abschüssige Stelle des Metathorax anders
gebildet, auch ist dieser deutlich etwas länger als der Meso-
thorax.
Der Kopf hellkastanienbraun, an der Spitze kaum etwas dunkler,
die Fühler verhältnissmässig kurz, die einzelnen Glieder wenig verlän-
gert, das 3te und 4te Glied gleich lang, das 7te kaum etwas länger als
breit. Der Mesothorax von derselben Färbung wie der Kopf, der Metatho-
rax deutlich etwas länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle fast
senkrecht, die Querleiste schwach, namentlich in der Mitte nach oben,
in den Seiten aber deutlich vorspringend. Der Hinterleib bis zur Spitze
hin dicht punktirt und behaart, das Iste Segment gelb, das 2te röth-
lichgelb, die folgenden hellkastanienbrau», das 4te und 5te am dunkel-
sten gefärbt, der Bohrer mit schmutzig gelben an der Spitze bräunlichen
Klappen, kürzer als das Isle Segment, dieses schmal, von der Basis bis
zur Spitze gleichmässig aber schwach erweitert , ohne vorspringende
Knötchen. Die Beine blassgelb, das letzte Fussglied nicht dunkler.
1 $ habe ich bei Aachen entdeckt.
Von mehreren nah verwandten Arten unterscheidet sich
diese ganz bestimmt durch relativ kürzere Fühlerglieder.
94. Pez. currens m.
Rothgolb , der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab kastanienbraun ; der Metathorax kaum etwas kürzer
als der Mesothorax, die abschüssige Stelle mit einer ziemlich
deutlichen Querleiste umgeben; der Hinterleib bis zur Spitze
184 Foerster:
(licht pimktirt und behaart, der Bohrer mit an der Spitze
bräunlichen Klappen , kürzer als das Iste Segment , dieses
schmal mit sehr schwach vorspringenden Knötchen. $. Lg.
l'A Lin.
Der Kopf etwas dunkelkastanienbraun , die Mundtheile und der
Clypeus roth , das Gesicht auch etwas heller gelärht als der Scheitel.
Die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin kaum etwas dunkler, das 3te
Glied ganz bestimmt etwas länger als das 4le , das 7te deutlich länger
als breit. Der Mittelleib rothgelb, viel heller gefärbt als der Kopf, der
Meso - und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle nur
wenig schief mit einem breiten etwas flachen Eindruck versehen , und
einer überall deutlichen Querleiste umgebe», welche oben in der Mitte
und in den Seiten etwas schärfer hervortritt. Der Mittelleib bis zur
Spitze sehr dicht punktirt und behaart, das Iste Segment rothgelb, ge-
nau von der Färbung des Mittelleibs, des 2te ist schon etwas dunkler
gefärbt, die übrigen kastanienbraun, das 3te am Hinterrande und das 4te
eigentlich tiefbraun zu nennen. Der Bohrer ein wenig kürzer als das Iste
Segment, dieses sehr schmal, hinter der Mitte mit sehr schw^ach vor-
springenden Knötchen. Die Beine rothgelb, das letzte Fussglied ein we-
nig dunkler.
Mehrere $. besitze ich aus der Gegend von Aachen.
95. Pez. brachyurus m.
Rothgelb , Kopf und Hinterleib vom 2ten Segment ab
braun ; Meso - und Metathorax gleich lang , der erstre mit
einer schwachen Spur eines Schildchens, die abschüssige Stelle
etwas schief, hoch, mit einer nicht scharfen aber deutlichen
Querleiste umgeben ; der Hinterleib bis zur Spitze dicht punk-
tirt und behaart , der Bohrer sehr kurz , nicht halb so lang
als das Iste Segment , dieses mit schwach vorspringenden
Knötchen, g. Lg. 1% Lin.
Der Kopf braun, der Mund und das Gesicht heller gefärbt, roth.
Die Fühler dunkelroth, besonders nach der Spitze hin, das 3te und 4te
Glied ungefähr gleich lang, das 7te etwas länger als breit. Der Mit-
telleib rolhgelb, in den Seiten über den Mittel - und Hinterhüften bräun-
lich, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige
Stelle ziemlich schiefliegend aber hoch , die Querleiste zwar deutlich
aber nicht besonders scharf, nur in den Seiten etwas schärfer vor-
springend. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart,
das Iste Segment rothgelb, die übrigen schwarzbraun, das 2te Segment
an der Basis und in den Seiten jedoch nur wenig roth , die übrigen
mit einem schwachen röthlichen Hinterrand. Der Bohrer sehr kurz, er
erreicht an Länge nicht die Hälfte der Islen Segments , dieses mit
Monographie der Galtung Pezomachiis. 185
schwach vorspringenden Knötchen versehen, und von der Basis bis zu
diesen allmählich, hinter denselben aber stärker erweitert, mit divergi-
renden Seiten, an der Spitze selbst daher breit. Die Beine rothgelb,
die Hüften, Schenkel , die Schienen vor der Basis und an der Spitze
und das letze Fussglied schwach bräunlich.
Nur einmal bei Aachen gefangen.
96. Pez. furax m.
Schwarz, der Mittelleib hin und wieder, die Trochanleren
ganz und die Schienen und Füsse mehr oder weniger roth ,
am Hinterleib das Iste Segment an der Spitze ebenfalls roth ;
der Mittelleib zeigt deutlich die Spur eines Schildchens, der
Meso - und Metathorax von gleicher Länge , die abschüssige
Stelle fast senkrecht mit einer schwachen Querleiste ; der
Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart , der
Bohrer etwas kürzer als das Isle Segment, dieses mit schwach
vorspringenden Knötchen. $. Lg. V/2 Lin.
Var. a. Das Iste Segment des Hinterleibs etwas heller gefärbt.
Var. b. Der Mesothorax mit einer bogenförmigen , rothen
Binde, der Metathorax an der Basis mit einem ro-
then Fleck, oder einer rothen Querbinde.
Var. c. Der Mittelleib und das Iste Segment roth.
Diese Art ist in ihren wesentlichen Merkmalen eben so
beständig , als sie in der Farbe veränderlich ist. Ich habe
die am dunkelsten gefärbten Individuen als Stammart ange-
nommen , und aus der zahlreichen Menge von allmähligen
Uebergängen im Colorit nur drei besonders hervorgehoben,
zwischen welchen sich alle übrigen leicht unterbringen lassen.
Der Kopf schwarz, die Fühler dunkelbraunroth, an der Basis et-
was heller, das 3te Glied kaum etwas länger als das 4te, das 7te fast
doppelt so lang wie breit. Der Mittelleib mit deutlichem aber nicht
abgesetztem Schildchen, der Mesothorax nach der Spitze hin etwas ein-
gedrückt, ganz schwarz, bloss der Vorderrand rolh, bisweilen ist auch
die Gegend um die Ansatzstelle der Vorderflügel mehr oder weniger deut-
lich roth. Der Metathorax hat die Länge des vorigen, er ist entweder
ganz schwarz oder schimmert an der Basis undeutlich roth durch, die
abschüssige Stelle fast senkrecht, die Querleiste schwach und nur oben
in der Mitte, so wie in den Seiten deutlich zu erkennen, üer Hinter-
leib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart, das Iste Segment an
der Basis und Spitze roth, mit schwach vorspringenden Knötchen, von
186 Fo erster:
der Basis bis zur Spitze allmählich und gleiclnnässig aber schwach er-
weitert, so dass die Spitze nicht breit ist. Der Bohrer nicht viel kür-
zer als das Isle Segment, Die Beine roth , mit bräunlichen Hüften,
Schenkeln und Schienen; die Trochanleren rein rolh , die Schenkel nur
an der Spitze , und die Schienen an der Basis und in der Mitte heller
gefärbt, an den Füssen das letzte Fussglltd bräunlich. In den Varie-
täten werden mit der helleren Färbung des Mittelleibs auch die Beine
heller, namentlich die Schienen.
Diese Art ist häufig in der Nähe von Aachen besonders
unter Nadelholz.
97. Pez. sordidus m.
Der Kopf und der Hinterleib vom 2ten Segment ab dun-
kel kastanienbraun, der Mittelleib dunkelroth, das Iste Seg-
ment und die Beine röthlichgelb ; der Meso- und Metathorax
ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief mit
sehr schwacher Querleiste ; der Hinterleib massig dicht punk-
tirt und behaart, der Bohrer mit gelblichen Klappen, etwas
kürzer als das Iste Segment, dieses mit schwach vorsprin-
genden Knötchen. $. Lg. Vs Lin.
Der ^Kopf dunkelkastanienbraun , die Mandibeln an der Spitze
schwarz , die Taster gelb , der Ciypeus und das Gesicht mehr roth als
braun; die Fühler dunkelrothbräunlich, an der Basis etwas heller, das
Iste Glied an der Spitze und das 2te an der Basis sogar gelb, das 3le
und 4te Glied genau von gleicher Länge. Der Miltelleib etwas dunkel-
roth, die Mittel - und Hinterbrustseiten über den Hüften etwas dunkler
roth wie der übrige Theil desselben, der Meso - und Metathorax unge-
fähr gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief mit einer schwa-
chen Querleiste, welche nach oben keinen regelmässigen Bogen bildet,
sondern stark convergirt, so dass die Form der abschüssigen Stelle da-
durch fast rautenförmig wird. In der Mitte oben und in den Seilen ist
die Querleiste etwas deutlicher, ohne jedoch scharf vorzuspringen. Der
Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punktirt und behaart, das Iste
Segment röthlichgelb, die übrigen dunkelkastanienbraun, mit sehr fei-
nem röthlichem Hinterrande , das 2le auch an der Basis und an den
Seiten ein wenig röthlichgelb. Der Bohrer deutlich kürzer als das Iste
Segment, mit gelblichen Klappen. Das Iste Segment mit schwach vor-
springenden Knötchen , von der Basis bis zu den Knötchen allmäh-
lich erweitert, hinter denselben bis zur Spitze ungefähr von gleicher
Breite, die Spitze selbst verhältpjssmässig nicht breit. Die Beine schwach
röthlichgelb.
Nur einmal in der Nähe von Aachen gefangen.
Monographie der üallung Pezomachus. 187
98. Pez. micrurus m.
Roth, der Kopf, die Fühler vom 3ten Gliede ab, der
Metathorax und der Hinterleib vom 3ten Segment ab schwarz-
braun; der Metathorax deutlich und bestimmt kürzer als der
Mesothorax , die abschüssige Stelle etwas schief , sehr hoch
und mit einer nicht scharfen Querleiste umgeben ; der Hin-
terleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart, der Bohrer
kaum halb so lang wie das Iste Segment , dieses ohne vor-
springende Knötchen. $. Lg. 1— IV^ Lin.
Var. a. Die Fühler röthlichgelb , bloss nach der Spitze hin
etwas dunkler.
Der Kopf schwarz , die Fühler braun , die beiden Isten Glieder
ganz und das 3te an der äussersten Basis roth, das 3te Glied nur un-
merklich länger als das 4te, das 7te etwas länger als breit, Der Pro-
und Mesothorax roth , die Seiten des letzlern so wie der ganze Meta-
thorax jedoch schwarz, die Farben sind scharf getrennt ohne Ueber-
gänge ; der Metathorax hier ganz deutlich kürzer als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle ziemlich schiefliegend, die Querleiste nicht be-
sonders scharf, in der Mitte einen breiten und hohen Bogen bildend und
in den Seiten scharf zahnartig vorspringend. Der Hinterleib bis zur
Spitze sehr fein und dicht punktirt und behaart, die beiden Isten Seg-
mente roth, die folgenden schwarz mit rothem Hinterrande; der Bohrer
nicht oder kaum halb so lang wie das Iste Segment, dieses von der
Basis ab bis hinter der Mitte ziemlich stark erweitert , von da ab bis
zur Spitze gleich breit mit parallelen Seiten , ohne vorragende Knöt-
chen ; die Beine roth, das letzte Fussglied bräunlich.
Von der Stammart habe ich 2 $ und von der Var. a.
nur 1 $ bei Aachen gefangen.
99. Pez. providus m.
P, vagans Gr. Var. 4. lehn. eur. Tom. H. p. 892.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der Pro- und Meso-
thorax , der Stiel des Hinterleibs und die Beine roth ; der
Hinterleib sehr stark und dicht behaart ; der Bohrer etwas
kürzer al$ das Isle Segment. $. Lin. 1—2 Lin.
Diese Art, von welcher Grv. mir 1 Stück zur Ansicht
schickte, unterscheidet sich von den zu der Stammart vagans
gezogenen Varietäten auf den ersten Anblick durch den stark
behaarten Hinterleib. Es sind aber auch noch andre Merk-
male, welche diese Art deutlich charakterisiren.
188
Foerster
An den Fühlern das 3te Glied bestimmt grösser als das 4te, das
Iste bräunlich , das 2-3— 4te und auch mehrere der folgenden roth,
aber nach der Spitze hin tritt eine bräunliche Färbung stärker hervor'.
Der Meso- und Metathorax schliessen sehr enge an einander, und sind
nur durch eine feine, vertiefte Querlinie von einander getrennt, der er-
stere ohne Spur eines Schildchens, beide ziemlich stark gewölbt, der letz-
tere mehr verkürzt , wie bei den übrigen Grv. Abarten. Die bogen-
förmige Querleiste nur schwach angedeutet und in den Seiten sprirtgt
dieselbe auch nur schwach zahnartig vor. Der iMesolhorax auf dem
Rücken bräunlich, der Metalhorax zwar ebenfalls braun, aber röthlich
durchschimmernd. Der Hinterleibsstiel ohne vorstehende Knötchen und
nach der Spitze hin ein wenig bräunlich. Die Beine roth, die Schen-
kel und Schienen aber mehr oder weniger und das letzte Fuss-
glied ebenfalls bräunlich. Der Bohrer nicht so lang wie das Iste
Segment.
Aus Deutschland oder Frankreich, ungewiss, ob von
Göttingen, Warmbrunn, oder Montpellier, da Gravenhorst keinen
Fundort bei dem zur Ansicht geschickten Ex. verzeichnet
hatte und bei seiner Var. 4. die vorgenannten Fundorte angibt.
100. Pe z. alacer m.
Röthlichgelb, der Kopf und Hinterleib vom 2ten Seg-
ment ab schwarzbraun; der Meso- und Metathorax von glei-
cher Länge, die abschüssige Stelle etwas schief mit schwa-
cher Querleiste ; der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt
und behaart, der Bohrer ein wenig kürzer als das Iste Seg-
ment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg., stark 1 Lin.
Der Kopf schwarzbraun, die Mandibeln an der Spitze schwarz,
der Clypeus rothgelb ; die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin etwas
dunkler, das 3te und 4te Glied ungefähr gleich lang , das 7te etwas
länger als breit. Der Mittelleib rolhgelb, ohne Spur eines Schildchens,
die iMittel - und Hinterbrustseiten bräunlich, der xlleso . und Metathorax
gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief, mit schwacher Quer-
leiste, welche nur oben in der Mitte und in den Seiten etwas schärfer
wird. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart, das Iste
Segment rothgelb, die übrigen schwarzbraun, mit gleichgefärbtem Hin-
terrande, das 2te indess an der Basis und in den Seiten etwas rothge-
färbt. Der Bohrer kaum etwas kürzer als das Iste Segment, dieses
ohne vorragende Knötchen , von der Basis bis zur Spitze gleichmässig
aber schwach erweitert, daher an der Spitze nicht besonders breit. Die
Beine röthlichgelb, die Hüften, die Schenkel und die Schienen, letztere
besonders vor der Basis und an der Spitze etwas dunkler gefärbt, kaum
Monographie der Galtung Pezomachiis. 10^
bräunlich , das letzte Fussglied ein wenig dunkler als die vorher-
gehenden.
Nur ein Stück in der Nähe von Aachen gefangen.
101. Pez. furtivus m.
Hellkastanienbraun, die Fühler, der Mesothorax, das Iste
»Segment und die Beine rothgelb ; der Meso - und Melathorax
von gleicher Länge, die abschüssige Stelle nur wenig schief
geneigt, mit scharfer Querleiste; der Hinterleib bis zur Spitze
dicht punktirt und behaart, der Bohrer etwas länger als die
Hälfte des Isten Segments, dieses ohne vorragende Knötchen.
$. Lg. 1 Lin.
Der Kopf hellkastanienbraun, die Fühler rothgelb, nach der Spitze
hin ein wenig dunkler, das 3le Glied etwas länger als das 4te, das 7te
ein wenig länger als breit. Der iMittelleib nicht gleichfarbig, denn der
Melathorax ist deutlich etwas dunkler gefärbt als der Mesothorax, beide
sind indess von gleicher Länge, die abschüssige Stelle mit einer schar-
fen, überall deutlichen Querleiste umgeben, welche in den Seiten etwas
vorspringt. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart,
das Iste Segment rothgelb, die folgenden kastanienbraun, der Bohrer
etwas länger als die Hälfte des Isten Segments, ungefähr -J^ desselben
l»etragend , dieses ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur
Spitze gleichmässig aber schwach erweitert, an der Spitze schmal. Die
Beine rothgelb, das letzte Fussglied etwas dunkler.
Zwei Exemplare bei Aachen gefangen.
102. Pez. vulnerans m.
P. agilis Var. 5. a. Grv. lehn. eur. Tom. IL p. 897.
Schwarz, die Fühler braun, das 3te Glied an der Basis
und die Beine roth, diese mit bräunlichen Schenkeln und
Schienenspitzen; der Melathorax in den Seiten scharf gezähnt;
der Hinterleib dicht behaart, der Bohrer deutlich länger als
das Iste Segment. $. Lg. l'/ä Lin.
Die Fühler braun, nur das 3te Glied an der äussersten Basis, so
wie die äusserste Spitze des 2ten roth ; das 3te Glied kaum etwas län-
ger als das 4te und das 7te kaum länger als breit. Der Melathorax
nicht viel länger als der Mesothorax, an der abschüssige Stelle mit ei-
ner sehr scharfen , bogenförmigen Querleiste versehen , die sich stark
aufwärts krümmt und in den Seiten zwei spitze deutliche Zähnchen
zeigt. An dem Isten Segment keine Spur von Seitenknölchen bemerk-
bar. Der ganze Hinterleib dicht behaart , die einzelnen Segmente mit
schwarzem Hinterland. Der Bohrer länger als das Iste Segment, diu
190 Foerster:
Klappen desselben unlteliaarl und von gelber Färbung, nur die Spitze
bräunlich Die Beine rothgelb, die Schenkel, die Spitze der Mittel -
und Hinterschienen, so wie die hintersten Hüften mit bräunlichem An-
flug. Das letzte Fussglied sammt den Klauen hat aber entschieden die
rothgelbe Färbung der übrigen Fussglieder.
Die Länge des Bohrers , die scharfen Zähnchen des
Metathorax und die rothe Färbung des letzten Fussgliedes und
der Klauen lassen diese Art nicht leicht mit einer andern
verwechseln.
Das Ex. der Grav. Sammlung, welches dieser Beschrei-
bung zu Grunde liegt, stammt aus Piemönt.
103. Pez. cautus m.
Pez. bicolor Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 902. n. 304.
Schwarzbraun, die Basis der Fühler, der Thorax, das
Iste Segment und die Beine rotli; der Metathorax mit einer
schwächeren, bogenförmigen Querleiste; der Hinterleib dicht
behaart, das Iste Segment ohne vorspringende Knötchen; der
Bohrer so lang wie das Iste Segment. $. Lg. stark P^Li"-
Diese Art wurde von Gravenhorst noch zur Staramart gerechnet.
Bei dem vorliegenden Ex. ist das 3te Fühlerglied ein wenig länger als
das 4te, jedoch fast unmerklich, das 7te ebenfalls nur unmerklich län-
ger als breit. Am Thorax bemerkte ich keine Spur eines Schildchens,
Der Metathorax nicht länger als der Mesothorax , an der abschüssigen
Stelle mit einer nicht so scharfen , bogenförmigen Querleiste versehen,
wie bei bicolor, jedoch seitwärts ebenfalls in Form von spitzen Zähu-
chen vorspringend. Der Thorax seitlich über den Hüften etwas schwärz-»-
lich gefärbt und bei dem Grv. Ex. auch auf dem Mesothorax ein sehr
schwacher, bräunlicher Schatten bemerkbar , welcher indess bei dreien
Ex. meiner Sammlung fehlt. Der Hinterleib dicht behaart, das Iste
Segment roth , ohne vorspringende Knötchen, das 2te ringsum rothge-
randet, die folgenden alle mit einem schmalen, röthlichen Hinterrand.
Der Bohrer genau so lang wie das Iste Segment, und im Verhältniss
zu bicolor wohl um Vs länger. Die Beine roth, das letzte Fussglied
mit den Klauen braun.
Ich besitze von dieser Art 3 Ex., welche mit dem Grv.
in allen Stücken genau stimmen.
Deutschland. Aachen.
Pez. speculator m.
Dunkelroth, der Kopf und der Hinlerleib vom 2ten Seg-
Monographie der Gattung Pezomachus. 191
ment ab schwarz ; der Metathorax läng-er als der Mesothorax,
die abschüssige Stelle nicht hoch, mit einer schwachen Quer-
leiste umgeben ; der Hinterleib auf den 3 ersten Segmenten
massig dicht , auf den folgenden etwas zerstreuter punktirl,
der Bohrer völlig so lang wie das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen. 5>. Lg. iy2 Lin.
Diese Art hat eine sehr grosse Aehnlichkeit in der
Grösse und Färbung mitPez. proditor m., ist aber davon ver-
schieden durch etwas weniger dichte Punktirung und Behaa-
rung, durch den Mangel der vorspringenden Knötchen am
Isten Segment und etwas längeren Bohrer.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich, die Mandibeln, der Cly-
peus, ein Theil der Wangen und der Gesichlshöclser rölhlich, der letz-
tere jedoch dunkler. Die Fühler roth, bloss das letzte Viertel dersel-
ben schwach bräunlich, das 3te Glied etwas länger als das 4te, das 7te
doppelt so lang wie breit. Der Miltelleib dunkelroth mit bräunlichem
Anflug, welcher in den Seiten und am Metathorax etwas stärker in die
Augen fällt, dieser letztere ist stark verlängert und namentlich den Me-
sothorax an Länge übertreffend, die abschüssige Stelle nicht hoch, die
Querleiste schwach , aber doch überall erkennbar; in der Mitte nach
oben bildet sie einen kurzen, etwas engen und gedrückten Bogen, in
den Seiten springt sie fast rechtwinklich und schärfer ab. Der Hinter-
leib auf den 3 ersten Segmenten massig dicht punktirt und behaart, auf
den folgenden allmählich etwas zerstreuter, das Iste Segment ganz, das
2te bloss am Hinterrande rothgelb, an den übrigen schimmert der Hin-
terrand ein wenig röthlich durch. Der Bohrer wenigstens völlig so
lang wie das Iste Segment oder er übertrifft dasselbe um ein Geringes,
dieses letztere hat keine vorspringende Knötchen und ist von der Basis
bis zur Spitze allmählich erweitert, die Spitze selbst nur massig breit.
Die Beine etwas dunkelroth, die Trochanteren und Füsse etwas heller,
alle Schienen an der äussersten Basis rothgelb.
1 5l aus der Sammlung des Herrn Prof. Ratzeburg.
105. Pez. dubitator m.
Rothgelb, der Kopf, die Fühler an der Spitze und der
Hinterleib vom 3ten Segmente ab schwarzbraun; der Meso-
und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle
etwas schief mit scharfer Querleiste ; der Hinterleib bis zur
Spitze dicht punktirt und behaart, der Bohrer fast etwas län-
ger als das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen,
$. Lg. V/^ Lin.
192 Foerster:
Der Kopf schwärzlichbraun, die Taster und Mandibeln gelb, letz-
tere mit brauner Spitze, der Clypeus und ein Höcker im Gesicht über
demselben dunkehoth. Die Fühler rothgelb, von der Mitte bis zur
Spitze braun; das 3te und 4te Glied von gleicher Länge, das 7te nur
ly^nisil so lang wie breit. Der Miltelleib rein roth, derMeso- und Me-
tathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle schief, hoch, mit
einer scharfen Querleiste umgeben , welche in der Mitte einen hohen
aber etwas engen Bogen bildet und in den Seiten etwas schärfer vor-
springt. Der Hinterleib bis zur Spitze dicht punktirt und behaart , die
beiden ersten Segmente rolhgelb , von der Farbe des Mittelleibs, die
folgenden mit röthlichgelbem Hinterrande, das 3te und 4te auch in den
Seiten rothgelb. Der Bohrer mit gelbbräunlichen Klappen , von der
Länge oder fast noch etwas länger als das Iste Segment, dieses ohne
vorspringende Knötchen , von der Basis bis zur Spitze allmählich aber
schwach erweitert, daher an der Spitze selbst nicht besonders breit.
Die Beine rein rothgelb, das letzte Fussglied tiefbraun.
1 $ in der Nähe von Aachen gefangen.
lOö. Fez. blandus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
mente ab schwarz; der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle etwas schief mit einer scharfen
Querleiste ; der Hinterleib bis zur Spitze massig dicht punk-
tirt und behaart , der Bohrer fast etwas länger als das Iste
Segment , dieses an der Spitze ziemlich breit , mit schwach
vorspringenden Knötchen» ^. Lg. V/j Lin.
Der ganze Kopf schwarz , die Taster gelb , die Fühler röthlich-
gelb, das Grundglied roth, das 3te und 4te Glied von gleicher Länge,
das 7le fast doppelt so lang wie breit. Der Mittelleib rein rothgelb,
der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle
etwas schief, hoch, mit einer scharfen überall wahrnehmbaren Querlei-
ste versehen, welche in den Seiten scharf vorspringt. Der Hinterleib bis
zur Spitze massig dicht punktirt und behaart, die beiden ersten Glieder
roth, von etwas dunklerer Färbung als der Mittelleib, die folgenden
schwarz, mit gleichgefärbtem Hinterrande, das 3te Segment hat einen
breiten, das 4te einen etwas schmäleren rothen Seitenrand. Der Bohrer
hat bräunliche Klappen , seine Länge erreicht die des Islen Segments
vollständig, oder übertrifft dieselbe noch um ein Weniges, Das Iste
Segment an der Spitze massig breit, mit schwach vorragenden Knöt-
chen versehen, von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich, hin-
ter denselben bis zur Spitze nur noch wenig erweitert, und daselbst
mit fast parallelen Seiten. Die Beine rein rolhgelb , das letzte Fussglied
tiefbraun.
1 $ erhielt ich aus Sachsen von dem Hrn. v. Kiesewetter.
Monographie der Gattung Pecomachus. 193
107. Pez, transfuga m.
Pez. bicolor Var. 3. Grv. lehn. eur. Tom. IL p. 903.
Schwarz, die Fühler, der Mittelleib, die 2 ersten Seg-
mente ganz , das 3te und 4te in den Seiten und die Beine
rolh ; der Metathorax mit einer bogenförmigen Querleiste ;
der Hinterleib dicht behaart , das Iste Segment mit 2 kaum
sichtbaren Knötchen, der Bohrer völlig so lang, fast etwas
länger als das Iste Segment. ^. Lg. l'/^ Lin.
Dieses Exemplar der Grv. Sammlung, welches derselbe
zur Var. 3. von bicolor rechnet , unterscheidet sich schon
durch die Färbung des Hinterleibs , noch mehr aber durch
die einfarbigen Fühler sehr deutlich. Auch die Länge des
Bohrers hindert dasselbe als Var. zu der Stammart zu ziehen.
Die Beschreibung, welche Grv. von der Var. 3. des bicolor
entworfen hat, passt im Allgemeinen auf transfuga, aber da
Grv. eine grosse Anzahl von Exemplaren dieser Var. vor
sich hatte , mir aber nur 2 Stück vorliegen , wovon das 2te
ebenfalls eine eigne Art ist, so dürfte schwerlich zu er-
mitteln sein, wie viele Arten unter dieser Var. zusammenge-
stellt wurden. Auch über den Fundort dieser Art lässt sich
nichts Sicheres angeben. Gravenhorst hat bei seiner Var. 3.
des bicolor folgende Fundorte bezeichnet (S. p. 904.) : Göt-
tingen, Breslau, Warmbrunn, Hirschberg, Frankfurt am Main,
Paris und Volhynien.
Die Fühler des transfuga sind ganzroth, nur das Grundglied etwas
bräunlichrolh; das 3te Glied kaum länger zu nennen als das 4le, das
7te Glied aber bestimmt länger als breit; der Meso - und Metathorax
ungefähr gleich lang, der letztere mit ziemlich scharfer, bogenförmiger
Leiste, und in den Seiten mit deutlichen Zähnchen. Der Hinterleib dicht
behaart, das Iste und 2te Segment ganz roth, das 3te und 4te bloss in
den Seiten, der Hinterrand des 3ten und der folgenden Segmente schim-
mert kaum etwas röthlich durch, der Bohrer scheint fast etwas länger
als das Iste Segment, er hat braune Klappen. Das Iste Segment lässt
bei günstigem Licht und starker Vergrösserung die beiden kleinen Sei-
tenknötchen erkennen , und zwar ist da , wo dieselben sich befinden,
der scharfe, etwas bräunliche Seitenrand etwas unterbrochen. Die Beine
roth, das letzte Fussglied und die Klauen bräunlich.
Ein Ex. meiner Sammlung stimmt hiermit genau , nur
ist die Färbung im Allgemeinen etwas mehr rothgelb , das
Archiv f.Naturgesch. XVL Jahrg. 1. Bd. 13
194 ''"^rrtnxr"' Foerster: "!<!''■'? '><'^'''
Grundglied der Fühler dunkler und die Seitenknötchen des
Isten Segments schwieriger zu finden.
Deutschland. Aachen.
2. Der Hinterleib sehr zerstreut oder doch spar-
sam punktirt und behaart. — Spec. 108 — 158.
*. Der Mittelleib ganz oder vorherrschend
schwarz oder braun. — Spec. 108 — 122.
' 108. Pez. Aries m.
Schwarz, mit rothen Beinen, das 7te Glied der Fühler
breiter als lang, der Melathorax mit einer sehr schwachen
Querleiste ; der Hinterleib sehr zerstreut behaart , das erste
Segment ohne vorspringende Knötchen , der Bohrer so lang
wie das Iste Segment. $. Lg. 1'4 Li"-
Der Kopf schwarz, matt ohne Glanz, zerstreut, kurz behaart, die
Oberkiefer dunkelroth, die Basis etwas heller; die Taster rothgelb. Die
Fühler kurz, die Glieder nicht gestreckt, das 2 — 5 — 7te dunkel röth-
Jichbraun ; das Iste Glied verhältnissmässig dick, und etwas grösser als
das 3te , dieses aber, obgleich fast unmerklich, doch bestimmt etwas
kürzer als das 4te; auch das 7te Glied entschieden breiter als lang, so
dass schon durch den Bau der Fühler diese Art sich von den meisten
anderen Arten dieser Gattung leicht unterscheiden lässt. Der Mittel-
leib massig gewölbt, ebenso dunkelschwarz und glanzlos wie der Kopf;
der Metathorax vollkommen so lang wie der Mesothorax, die abschüs-
sige Stelle fast senkrecht, von der Querleiste nur seitlich ein schwach
vorspringendes Rudiment sichtbar, dagegen fehlt dieselbe nach oben in
der Mitte gänzlich. Der Hinterleib zerstreut behaart, das Iste Segment
ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur Mitte allmählich,
von da bis zur Spitze sehr stark erweitert. Alle Segmente fein nadel-
rissig , mit zerstreuten , aber deutlichen , haartragenden Punkten. Mit
Ausnahme des Isten, alle übrigen Segmente sehr stark glänzend. An
dem Bohrer die Klappen schmutzig gelblich mit bräunlicher Spitze ; die
Länge desselben kommt der des Isten Segments gleich. Die Beine
ganz rein und ungemischt rothgelb ; selbst das letzte Fussglied und die
Klaue von derselben Färbung.
Ich fing 1 $ in der Nähe von Aachen.
109. Pez. spurius m.
Pez. agilis Grv. lehn. eur. Tom. H. p. 894.
Schwarz, die Fühler von der Basis bis zur Mitte, der
Monographie der Gattung Pezomachus. 195
Hinterrand aller Segmente und die Beine roth ; der Hinterleib
schwach behaart, der Bohrer so lang wie das erste Segment.
$. Lg. V5 Lin.
Diese Art hat Grv. zu der Stammart von agilis gezogen,
sie unterscheidet sich aber von dem $ derselben nicht bloss
durch viel geringere Grösse , sondern auch durch den viel
sparsamer behaarten Hinterleib.
Die Fühler kurz, die Glieder 3—7 nicht stark verlängert, aber
etwas dick, das 7te Glied kaum länger als breit, vom 7ten Gliede ab,
alle folgenden bräunlich. DerMeso- und Metathorax gewölbt, der letztre
bis zu der abschüssigen Stelle fast um y2mal länger als der erstre ; die
abschüssige Stelle nicht vollständig durch die bogenförmige Querleiste
abgegränzt, sondern letztere in der Mitte fast ganz verschwunden und
Dur in den Seiten noch an den deutlich vorspringenden Zähnchen zu
erkennen. Der Hinterleib hat alle Hinterränder der Segmente zart roth-
gelb gesäumt; die beiden letzten Segmente schmutziggelb. Der Bohrer
so lang wie das Isle Segment des Hinterleibs , die Klappen gelblich,
mit brauner Spitze. Die Beine rein rothgelb, ohne Spur von brauner
Färbung, mit Ausnahme des letzten Fussgliedes und der Klauen, wel-
che bräunlich sind.
Zu dieser Art gehört noch ein Ex. , welches Grv. zu
der Var. 1. von agilis gestellt hatte, bei dem aber offenbar
die 2 letzten Segmente gelblich sind, auch unterscheidet sich
dasselbe von dem 2ten Ex. der Var. 1. (infirmus m.) durch
den Mangel der Knötchen am Isten Segment.
Den besondern Fundort kann ich bei dieser Art nicht
angeben, da er bei dem vorliegenden Exemplar nicht ver-
zeichnet war; Gravenhorst citirt bei seiner Stammart des agilis,
Warmbrunn, Hirschberg, Frankfurt am Main und Genua, von
einem dieser Fundorte muss daher diese Art herrühren , sie
könnte aber nach dem letztern Fundorte ebenso gut Italien als
Deutschland angehören.
110. Pez, instahilis m.
Pez. vagans. Var. 4. Grv. partim lehn. eur. Tom. H.
p. 893 und ebenso Pez. agilis. Var. 4 6. Grv. lehn. eur. Tom. H.
p. 896.
Schwarz , der Prothorax und der Stiel des Hinterleibs
roth, alle Segmente an der Spitze roth gerandet; die Beine
roth, mit bräunlicher Spitze der Hinterschenkel, der Mittel-
196 Foerster:
und Hinterschienen; der Hinterleib sehr spärlich behaart;
mit deutlichen Haargrübchen ; der Bohrer so lang wie das
Iste Segment. $. Lg. ly^ — 2 Lin.
An den Fühlern ist das 3te Glied deutlich länger als das 4te,
und so wie das 2te rolhgefärbt, die übrigen Glieder mehr oder weniger
bräunlich. Der Prothorax hat bei den beiden Stücken der Grv. Samm-
lung , die ich vergleichen kann , einen bräunlichen Schatten auf der
Mitte, der Metathorax die gewöhnliche Bogenlinie an der abschüssigen
Stelle. Der Stiel des Hinterleibs zeigt keine vorragenden Knötchen.
Bei dem einen der beiden Ex. ist ein kleines , braunes Querbändcheu
oder vielmehr ein brauner Flecken hinter der Mitte. Das 2le Segment
auch an der Basis, aber nur sehr schmal rothgefärbt. Alle Segmente
sehr deutlich nadelrissig , mit sehr kurzer , zerstreuter Behaarung, die
Häärchen kommen aus sehr deutlich in die Augen fallenden Grübchen.
Der Bohrer hat die Länge des Isten Segments. Zwei andere Exemplare
stehen mit dieser Art in der nächsten Verwandtschaft , und unterschei-
den sich bloss dadurch, dass der Thorax ganz schwarz ist, und der Stiel
des Hinterleibs ebenfalls, jedoch nicht bis zur Spitze, denn diese bleibt
roth ; bei dem einen Stück sind alle Ränder des 2ten Segments, bei
dem andern aber nur die Basis und Spitze roth.
Bei Aachen besonders häufig.
111. Pez. detritus m.
Kopf und Hinterleib vom 2ten Segment ab schwärzlich-
braun , der Mittelleib und das Iste Segment rothbräunlich,
die Beine röthlichgelb , Schenkel und Schienen mit bräunli-
chem Anflug ; der Meso- und Metathorax von gleicher Länge,
die abschüssige Stelle wenig schiefliegend, nur in den Seiten
scharf; der Hinterleib ganz undeutlich punktirt und behaart,
der Bohrer so lang wie das Iste Segment , dieses mit vor-
ragenden Knötchen. $. Lg. Y^ Lin.
Der Kopf schwärzlichbraun , die Fühler rothbräunlich , das 2te
Glied an der Spitze und das 3te an der äussersten Basis weisslichgelb,
nach der Spitze hin werden die Fühler allmählich etwas dunkler; das
3te Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te etwas länger als breit.
Der Mittelleib hat eine dunkle, etwas schniutzigrolhe Färbung , welche
an den Seiten in eine braunrothe übergeht, der Meso - und Metathorax
von gleicher Länge, die abschüssige Stelle mit einer Querleiste, welche
in der Mitte oben schwach ist , aber an den Seiten sehr scharf vor-
springt, der Mittelleib schwärzlichbraun , das Isle Segment nur wenig
heller, von der Farbe des Mittelleibs, die Funklirung und Behaarung so
schwach , dass man nur bei sehr starker Vergrösserung sich von deren
Monographie der Gattung Pezomachus. 197
Anwesenheit überzeugen kann. Der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses an der Spitze massig breit, mit vorragenden Knötchen;
von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich , hinter denselben et-
was stärker erweitert. Die Beine röthlichgelb, die Schenkel und Schie-
nen, die Basis der letzleren ausgenommen, mit einem schwachen bräun-
lichen Anflug, das letzte Fussglied nicht dunkler gefärbt.
Ich besitze 1 ^ aus der Gegend von Aachen.
112. Pez. notahilis m.
Rothg-elb, der Kopf, der Melathorax und der Hinterleib
vom 3ten Segment ab schwarz ; der Metathorax länger als
der Mesothorax, die abschüssige Stelle sehr schief mit einer
ziemlich scharfen Querleiste ; der Hinterleib fein nadelrissig ,
zerstreut punktirt und behaart , der Bohrer so lang wie das
Iste Segment , dieses mit vorragenden Knötchen. $. Lg.
V/^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster gelblich, die Fühler bräunlich, das
2te Glied ganz und das 3te an der äussersten Basis gelb, der übrige
Theil dieses letzteren schwach röthlichgelb, alle übrigen Glieder bräun-
lich und zwar nach der Spitze der Fühler allmählich etwas dunkler
werdend. Das 3te Glied kaum etwas länger als das 4te, das 7te wohl
ly^mal so lang als breit. Der Mittelleib ist verlängert, schmal, zwei-
farbig, nämlich der Pro- und Mesothorax röthlichgelb, die Vorder- und
Mittelbrustseiten und der ganze Metathorax braun. Dieser letztere ist
auch deutlich länger als der Mesothorax, die abschüssige Stelle schief,
mit ziemlich scharfer Querleiste, welche in einem sehr weiten und fla-
chen Bogen sich seitwärts und abwärts hinzieht und hier in den Seiten
kaum bemerkbar vorspringt. Durch diese Bildung der abschüssigen Stelle
und namentlich der Querleiste ist diese Art vor allen andern ausgezeich-
net. Der Hinterleib fein nadelrissig, stark glänzend, zerstreut punktirt
und behaart, die beiden ersten Segmente hell rothgelb, die folgenden
schwarz mit einem schwachen röthlichgelben Hinterrand. Der Bohrer
hat die Länge des ersten Segments, dieses mit vorragenden Knötchen,
welche ungefähr in der Mitte vorspringen, von der Basis bis zu diesen
Knötchen allmählich erweitert , hinter denselben bis zur Spitze fast
gleichbreit, die Spitze selbst etwas schmal, die Seitenränder dieses Seg-
ments ziemlich scharf und braun, wodurch sie leicht in die Augen fal-
len. Die Beine rothgelb, das letzte Fussglied schwach bräunlich.
Ich konnte nur 1 $ dieser Art in der Neesischen Samm-
lung untersuchen , dasselbe steckte als Var. agilis Grv. da,
ohne Angabe des Fundortes und mag auch wohl schwerlich
von Sickershausen herrühren, da es in ganz anderer Weise
aufgeklebt war, als die übrigen Arten dieser Sammlung.
198 Foergter:
113. Pez. humilis m.
P. agilis Var. 4. c. G r v. lehn. eur. Tom. II. p. 896.
Schwarz, das 2te und 3te Fühlerglied, das Iste Segment
von der Mitte ab bis zur Spitze, das 2te ganz, und die Beine
rothgelb, letztre an den Schenkeln mehr oder weniger braun;
der Metathorax fast ohne bogenförmige Querleiste an der
abschüssigen Stelle und in den Seiten ohne Spur von Zähn-
chen ; der Hinterleib sehr zerstreut behaart , der Bohrer so
lang wie das Iste Segment. $. Lg. 1 Lin.
An den Fühlern ist das 2t€ und 3te Glied rolhgelb , (von der
Färbe der Beine und der beiden ersten Hinterleibssegmente) die fol-
genden dunkelrolhbräunlich , welche Färbung nach der Spitze hin all-
mählich dunkler wird. Das 3te Glied dürfte kaum länger als das 4te
genannt werden, das 7te fast l'^^mal so lang wie breit. Der Mesotho-
rax bräunlich, aber so, dass man noch deutlich seine rothe Grundfarbe
durchscheinen sieht; der Metathorax schwarz, fast doppelt so lang wie
der Mesothorax, an seiner abschüssigen Stelle durch eine kaum erkenn-
bare, schwache, bogenförmige Querleiste getrennt, die aber in den Sei-
ten ganz verschwindet und hier namentlich keine Spur der gewöhnli-
chen Zähnchen wahrnehmen lässt. Die beiden ersten Segmente roth-
gelb, das Iste jedoch von der Basis bis über die Mitte hinaus schwach
bräunlich gefärbt , mit ziemlich deutlich vorspringenden Knötchen ; an
dem 2ten Segment dagegen ist die Färbung ganz rein. Die übrigen
Segmente schwarz, sie lassen kaum einen schwachen, röthlichen Hin-
terrand durchscheinen. Alle Segmente schwach und zerstreut behaart,
stark glänzend. Der Bohrer ungefähr so lang wie das Iste Hinlerleibs-
segment, seine Klappen an der Basis gelblich, an der Spitze braun. Die
Beine rothgelb , die Schenkel jedoch und die Spitze der Mittel - und
Hinterschienen und die hintersten Hüften haben einen schwachen, bräun-
lichen Anflug. Das letzte Fussglied ebenfalls kaum bräunlich zu nen-
nen, wohl aber die Fussklaue.
Aus der Grv. Sammlung habe ich von den in der lehn,
eur. angeführten beiden Ex. nur eins vor mir, nach welchem
die vorliegende Beschreibung entworfen wurde. Nach der
Art der Aufklebung auf Marienglas und der Insektennadel zu
urtheilen, ist es das bei Frankfurt gefangene Stück und nicht
das aus der Neesischen Sammlung von Sickershausen.
Zu dieser Art gehörend besitze ich ein Ex. aus der
Gegend von Aachen, welches sich nur als eine unbedeutende
Farbenvarietät herausstellt.
Var. 1, Das iste Fühlerglied, so wie das 2te und 3te fast
Monographie der Gattung Pezomachus. 199
ganz gelb. Der Mesothorax roth und in der Mitte
mit einem bräunlichen Schalten. Das Iste Segment
und alle Beine durchaus rein rothgelb. — In Bezug
auf die Sculptur, das relative Grössenverhältniss der
Fühlerglieder, und den Bau des Metathorax stimmt
diese Varietät ganz genau mit dem Grv. Exemplar
überein.
114. Pez. pedicularius F. Grv.
lehn. eur. p. II. pag. 922. -^ .:ij.;j;ü;i4 li . 's
Roth, der Kopf, die Mittelbrustseiteft;' die g'an^e ffinter-
brust, und der Hinterleib vom 3ten Segment ab schwarz; der
Mesothorax nur wenig länger als der Metathorax , die ab-
schüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste umgeben ; der
Hinterleib äusserst fein quernadelrissig, mit zerstreuten Punk-
ten und Häärchen ; der Bohrer fast so lang wie das Iste
Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen. $. Lg. 2. Lin.
Var. a. Der Metathorax an der Basis mit 2 rothen Flecken.
Der Kopf schwarz , die Taster braun , die Fühler roth , von der
Mitte ab nach der Spitze hin immer mehr bräunlich , vom 4ten Gliede
ab ist die Spitze der einzelnen Glieder bräunlich , diese Farbe nimmt
allmählich zu , so dass das 13te Glied schon ganz bräunlich erscheint,
das 3te Glied etwas länger als das 4te, das 7te etwas länger als breit.
Der Mitlelleib zweifarbig , roth ist der Pro - und Mesothorax, bei die-
sem sind aber die Seiten schwarz, der Metathorax entweder ganz schwarz
oder er hat an der Basis 2 rothe Flecken , der Mesothorax übertrifft
diesen ein wenig an Länge ; die abschüssige Stelle ziemlich schief, die
Querleiste scharf, sie bildet in der Mitte einen hohen Bogen und springt
in den Seiten nur wenig vor. Die beiden ersten Segmente des Hinter-
leibs roth, das 3te nur seitwärts an der Basis , die übrigen schwarz,
mit gleichgefärbtem Hinterrande, alle sind äusserst fein quernadelrissig,
mit zerstreuten Pünktchen und ebenso zerstreuten Haaren besetzt. Der
Bohrer hat ungefähr die Länge des ersten Segments , dieses ohne vor-
springende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze gleichmässig erwei-
tert. Die Beine roth, das letzte Fussglied etwas dunkler.
Ich habe 1 $ aus der Gravenhorstischen Sammlung ge-
sehen , welches von Bonelli bei Turin gefangen worden, ein
2tes Exemplar fing ich bei Aachen, ein 3tes , der Var. a~
angehörend, fing Hr. v. Kiesenwetter in Sachsen.
200 Foerster:
115. Pen. cursitans Grv.
Ich. eur. p. II. pag. 923.
Roth, der Kopf, der Mittelleib und der Hinterleib vom
3ten Segment ab schwarz; der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle mit einer in den Seiten scharf
vorspringenden Querleiste; der Hinterleib sehr fein nadelris-
sig, mit zerstreuten feinen Punkten und Haaren , der Bohrer
so lang wie das Iste Segment, dieses mit schwach vorsprin-
genden Knötchen. $. Lg. 2 Lin.
Der Kopf schwarz , die Taster schwach bräunlich , die Mandibeln
roth, an der äussersten Spitze bräunlich. Die Fühler roth, an der Spitze
ein wenig bräunlich, die einzelnen Glieder, namentlich das 3 — öle sehr
gestreckt, das 3te deutlich länger als das 4le, das 7te Fast ly, I^^l so
lang wie breit. Der Miltelleib einfarbig schwarz, bloss die Wurzel der
Vorderflügel roth ; die abschüssige Stelle zeigt eine in den Seiten scharf
vorspringende Querleiste. Am Hinterleib sind die 3 ersten Segmente
roth, die folgenden haben einen schmalen röthlichen Hinlerrand, der
sehr deutlich hervortritt. Alle Segmente sehr fein nadelrissig, und mit
zerstreuten Punkten versehen , aus welchen die sehr kurzen Häärchen
entspringen. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses an der
Basis ziemlich breit, mit schwach vorspringenden Knötchen, von der
Basis bis zu den Knötchen ist dasselbe allmählich, hinter diesen etwas
stärker erweitert. Die Beine roth, das letzte Fussglied etwas dunkler.
Das Exemplar der Gravenhorstischen Sammlung stammt
wahrscheinlich von Breslau , es kommt diese Art aber auch
zu Niesky und Aboa vor ; in der Nähe von Aachen ist sie
mir noch nicht aufgestossen.
116. Pez. decipiens m.
Schwarz, die Basis der Fühler, die Beine und die bei-
den ersten Segmente des Hinterleibs roth, der Meso- und
Metathorax von gleicher Länge, der letztre mit scharfer Quer-
leiste ; der Hinterleib zerstreut punktirt und behaart, der Boh-
rer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende
Knötchen. ^, Lg. 1% Lin.
Diese Art hat in der Färbung die grösste Aehnlichkeit
mit cursitans F. Grv. , aber sie unterscheidet sich ganz un-
zweifelhaft durch den viel schmaleren und kleineren Kopf.
Die Fühler nach der Spitze hin braun, nur die 5 ersten Glieder
bestimmt roth, wtibrend )ße\ cursitans wenigstens die 12 ersten Giitder
Monographie der Gattung Pezomachus. 201
entschieden roth sind , die übrigen aber bis zur Spitze hin nicht so
dunkel gefärbt erscheinen , wie bei unserer Art. Das 3te Glied viel
länger als das Iste, auch länger als das 4te , das 7te doppelt so lang
wie breit. Die Mandibeln röthlich, an der Basis und Spitze braun, die
Oberlippe ebenfalls blassrolh, die Taster bräunlich. Der Metathorax hat
keine so scharfe bogenförmige Leiste wie curs. Der Hinlerleib stimmt
in der Färbung mit curs. überein, er ist nur etwas glanzloser und ebenso
sparsam und kurz behajwt. Der Bohrer »/g so lang wie der Hinterleib,
mit braunen Klappen. Die Beine roth, die Hinterschenkel von deriWitle
bis zur Spite, die Hinterschienen vor der Basis und an der Spitze, und
die 3 letzten Fussglieder schwach bräunlich.
Deutschland.
117. Pez. peregrinator m.
Roth, Kopf, Mittelleib und der Hinterleib vom 2ten Seg-
ment ab schwarz; der Meso- und Metathorax ungefähr gleich
lang, die abschüssige Stelle schief, mit einer ziemlich schar-
fen Querleiste umgeben ; der Hinterleib sehr fein nadelrissig,
mit zerstreuten Punkten und Häärchen, der Bohrer fast etwas
länger als das Iste Segment, dieses mit ganz schwach vor-
springenden Knötchen. $. Lg. 1% Lin.
Eine zwischen pedicularius und cursitans in der Mitte
stehende Art, in der Färbung des Mittelleibs mit letzterer,
und in der Färbung des Hinterleibs mit ersterer überein-
stimmend , zunächst aber wegen übereinstimmender Färbung
von decipiens schwierig zu unterscheiden. Wenn man freilich
beide Arten vor Augen hat, so ist die Unterscheidung nicht
so schwer , denn peregrinator hat einen viel breiteren Kopf
als decipiens, dieses und einige andere Merkmale, so wie der
ganze Habitus rechtfertigen indess die Trennung beider als
gesonderter Arten.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich, die Mandibeln roth, mit
schwarzer Spitze. Die Fühler roth, an der Spitze etwas bräunlich, das
3te Glied etwas länger als das 4te , das 7te doppolt so lang wie breit.
Der Mittelleib schwarz, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge,
die abschüssige Stelle sehr schiefliegend mit einer ziemlich scharfen,
überall deutlichen Querleiste , welche in der Mitte einen hohen Bogen
bildet, der sich nach beiden Seiten hinab stark erweitert ; in den Sei-
ten springt diese Leiste ziemlich scharf zahnartig vor. Am Hinterleib
die beiden ersten Segmente roth , die übrigen schwarz , mit gleichge-
färbtem Hinterrande. Alle Segmente äusserst fein nadelrissig mit zer-
streuten feinen Punkten und Häärchen. Der Bohrer so lang oder fast
202 muhmiit. Fo erster: -vuomU
etwas länger als das Iste Segment, dieses mit sehr schwach vorsprin-
genden Knötchen, von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich,
hinter denselben etwas stärker erweitert, an der Spitze selbst massig
breit. Die Beine roth , die hintersten Schenkel an der Spitze bräun-
lich, das letzte Fussglied kaum etwas dunkler als die übrigen.
Ein $ dieser Art erhielt ich aus Sachsen durch Herrn
von Kiesewetter.
118. Pez. infirmus m.
P. agilis Var. 1. Grv. lehn. eur. Tom IL p. 894. >;•
Schwarz, die Fühler bis zur Mitte, das 1., 2. und 7te
Segment und die Beine röthlichgelb ; das iste Segment mit
2 deutlichen Knötchen, der Hinterleib etwas sparsam behaart;
der Bohrer kürzer als das Iste Segment. $. Lg. 1 Lin.
Diese Art hat eine grosse Aehnlichkeit mit spurius,
muss aber schon wegen der deutlich vorhandenen Seiten-
knötchen des ersten Segments davon getrennt werden. Die
Fühler zeigen eine grosse Uebereinstimmung mit denen von
spurius. Was die übrigen Merkmale anbetrifft, so zeigt sich
bei infirmus der Metathorax noch stärker gewölbt, und die
Seitenzähnchen springen viel deutlicher vor, als bei spurius.
Das Iste und 2te Segment zwar röthlichgelb, aber ziemlich
stark bräunlich angeflogen, die übrigen Segmente haben kei-
nen röthlichen Hinterrand und das letzte allein ist schmutzig
braungelb. Der Bohrer kürzer als das Iste Segment. Die
Beine rein röthlichgelb, das letzte Fussglied mit der Klaue
bräunlich.
Ich habe nur ein Ex. aus der Gravenhorstischen Samm-
lung vor mir , von dem es ungewiss bleibt, ob dasselbe bei
Warmbrunn oder Hirschberg gefangen worden, da nur diese
beiden Fundorte von Gravenhorst bei der Var. 1. seines agilis
(s. pars. IL p. 895.) angegeben werden. Das 2te Exemplar
gehört einer andern Art an, nämlich dem Pez. spurius m.
119. Pez. fuscicornis m.
Schwarz mit rothen Beinen, der Meso- und Metathorax
gleich lang, die abschüssige Stelle mit einer ziemlich schwa-
chen Querleiste- der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut
punktirt und behaart , der Bohrer ein wenig kürzer als das
Monographie der Gattung Pezoroacbus. ft03
Iste Segment, dieses an der Spitze breit ohne vorragende
Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler dunkelbraun, das 2te Glied an der
Spitze und das 3te an der äussersten Basis rölhlich , dieses nur sehr
wenig länger als das 4te, das 7te kaum länger als breit. Der Mittel-
leib schwarz, der Prothorax zum Theil röthiich , der Meso- und Meta-
thorax von gleicher-' Länge, die abschüssige Stelle nicht hoch mit einer
etwas schwachen Querleiste versehen, welche oben in der Mitte undeut-
lich ist, aber in den Seiten ziemlich scharf zahnartig vorspringt. Der
Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, schwarz, nur
das Iste Segment schimmert an der Spitze etwas röthiich durch ; der
Bohrer etwas kürzer als das Iste Segment , dieses an der Spitze breit
ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur Spitze allmählich
und gleichmässig erweitert. Die Beine rothgelb, das letzte Fussglied
nur wenig dunkler.
Nur 1 $ sah ich in der Neesischen Sammlung, welches
bei Sickershausen am 14ten Nov. 1807 gefangen wurde.
120. Pez. vag ans Grv. $.
lehn. eur. Tom. IL p. 890. N. 302. mit Ausschluss der
Varietäten.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der Pro- und Meso-
thorax, die beiden ersten Segmente des Hinterleibs ganz und
das 3te an der Basis , so wie die Beine roth ^ letztre mit
bräunlichen Schenkeln ; das Schildchen angedeutet. Der Hin-
terleib spärlich behaart; der Bohrer kaum kürzer als das
Iste Segment. $. Lg. 1 — 2 Lin.
Unter allen Arten der Gattung Pezomachus ist diese ausgezeich-
net durch den schildlörmig gebildeten Fortsatz des Mesothorax, der sich
auf den ersten Blick zwar als Schildchen zeigt , aber doch nicht von
dem Mesothorax durch die deutlichen Gruben oder Furchen getrennt
ist, wie wir sie bei allen mit deutlichen Flügelstummeln versehenen
Individuen der Grav. Species wahrnehmen. Die 2 Ex., welche ich aus
der Grav. Sammlung vergleichen konnte, stimmen in allem überein. Die
Fühler zeigen die gewöhnliche Bildung , sie sind an der Basishälfte
roth, von da ab bis zur Spitze bräunlich, auch das erste Glied etwas
bräunlich. Der Metathorax ziemlich verlängert und nicht kürzer als der
Mesothorax, an der abschüssigen Stelle mit einer deutlichen Querleiste
versehen, aber ohne bemerkbare Seitenvorsprünge. Das Schildchen , in
Form einer konischen Warze, nicht von dem Mesothorax getrennt. Das
Iste Segment des Hinterleibs hinter der Mitte mit 2 nicht deutlich vor-
tretenden Knötchen und wie das 2te Segment völlig roth; das 3te in-
204 Foerster:
dess nur an der Basis mit einem schmalen rothen Streifen, der sich bis
zum Seitenrande erstreckt, und von da bis zur Spitze hinzieht. Die
Sculptur der Segmente sehr fein nadelrissig, die Behaarung kurz, und
weitläufig. Der Bohrer kaum kürzer als das Iste Segment, die Klappen
desselben braun. Die Beine ruth, die hintersten Hüften und die Schen-
kel mehr oder weniger bräunlich, auch die Schienen an der Spitze und
selbst vor der Basis etwas unbestimmt bräunlich, was aber an den vor-
dersten Beinen weniger deutlich hervortritt.
3 Ex. aus der Gravenhorstischen Sammlung habe ich
vor mir, wovon jedoch das 2te sich dadurch etwa als Va-
rieläl zeigt, dass der Mesothorax auf der Mitte bräunlich ist,
das Schildchen noch weniger deutlich, und das 3te Segment
von der Basis bis zur Mitte roth erscheint. Das 3te Stück
zeichnet sich von dieser Varietät nur durch etwas geringere
Grösse, und durch den ganz rothen Mesothorax aus. Dage-
gen scheint die Var. 1. bei Grv. S. 891, welche sich durch
etwas geringere Grösse und eine schmutzigere Färbung so wie
durch die braune Querbinde auf dem 2ten Segmente auszeich-
net, ebenfalls als Var. zur Stammart gezogen werden zu müs-
sen. Die beiden ersten Stücke sind wahrscheinlich aus
Deutschland und scheint Grv. sie als die Stammart zu be-
trachten ; in der Rheinprovinz ist mir diese Art noch nicht
zu Gesicht gekommen.
Was die übrigen Varietäten anbetrifft, welche Grv. zu
vagans (Stammart) zählt, so kann ich, nach Ansicht der Ori-
ginalexemplare , dieselben ohne Zwang nicht dahin rechnen,
ziehe es vielmehr vor, selbst diejenigen Stücke, welche noch
am meisten sich der Hauptart nähern , so lange zu trennen,
bis genauere Beobachtungen grössere Sicherheit in Bezug auf
Art und Abart darbieten ; die übrigen von Grv. selbst als
Varietäten bezeichneten Stücke anbetreffend, kann es keinem
Zweifel unterliegen, dass sie eigene Arten bilden müssen.
Der Fundort dieser Art ist jedenfalls Deutschland.
121. Pez. discedens m. $.
Pez. vagans Var. 2. $ Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 891.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der Pro- und Meso-
thorax, die 3 ersten Segmente des Hinterleibs und die Beine
roth, letztere mit mehr oder weniger bräunlichen Schenkeln ;
Monographie der Gattung Pezomachus. 205
der Hinterleib spärlich behaart, der Bohrer kürzer als das Iste
Segrnent. $. Lg. 1% Lin.
Von dieser Art, welche Grv. als Var. 2. $. zu vagans
zieht, habe ich nur 1 $ vor mir, obgleich in dem Hauptwerk
dieses Autors mehrere $ angeführt werden. Sie scheint sich
mehr durch etwas kürzere Gestalt und schmaleren Thorax als
durch die nur wenig abweichende Färbung zu unterscheiden.
Charakteristisch ist nur, dass das ganze 3te Segment völlig roth
ist, und selbst das 4te an der Basis seitlich etwas roth schim-
mernd erscheint. Das Schildchen ist viel weniger entwickelt
als bei der Stammart von vagans, und der Metathorax an
der Basis etwas roth.
lieber den Fundort dieser Art kann ich nichts Bestimm-
tes angeben ; Grv. führt Exemplare an von Göttingen, Warm-
brunn und Sickershausen ; von welchem dieser Fundorte das
vorliegende Ex. herrührte, war nicht angegeben , es ist also
nur so viel gewiss, dass diese Art in Deutschland vorkommt.
Die ^, welche Grv. bei dieser Art aus der Sammlung des
Herrn von Heyden aus Frankfurt am Main citirt, gehören als
solche zu seiner Var. 4, dem lucidulus m.
122. Pez. calvus m.
Schwarz, die Fühler, die Beine zum Theil und die bei-
den ersten Segmente des Hinterleibs rothgelb; derMeso- und
Metathorax gleich lang, der erstere mit einem nicht vollstän-
dig entwickelten Schildchen ; die abschüssige Stelle mit einer
ziemlich scharfen Querleiste ; der Hinterleib fein nadelrissig,
mit zerstreuten Punkten und Häärchen , der Bohrer so lang
wie das erste Segment, dieses ohne vorspringende Knötchen.
$. Lg. stark V/^ L-in.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich, die Fühler roth , nach
der Spitze hin etwas bräunlich , das 3te Glied kaum etwas länger als
das 4te, das 7te ungefähr doppelt so lang wie breit; der Mittelleib schwarz,
der Prothorax und ein kleiner Flecken an der Wurzel der Vorderflügel
roth; der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, der erstere mit
einem deutlichen aber nicht vollständig abgegränzten Schildchen. Die
abschüssige Stelle ein wenig schief , nicht hoch, mit einer ziemlich
scharfen Querleiste versehen, welche in der Mitte einen etwas niedri-
gen aber breiten Bogen bildet, in den Seiten springt sie etwas schär-
fer vor. Der Hinterleib hat die beiden ersten Segmente roth, das 3te
206 Foersler: •'^♦^''»«o"'''
bloss in den Seiten etwas rolh , der Hinterrand der übrigen schimmert
kaum etwas röthlich durch, alle Segmente fein nadelrissig, mit zerstreu-
ten Punkten und üaaren , der Bohrer ungefähr so lang wie das Iste
Segment, dieses ohne deutlich vorspringende Knötchen , von der Basis
bis zur Spitze fast gleichmässig erweitert , die Spitze selbst massig
breit. Die Beine rolhgelb, die Hüften, Schenkel, die Schienen vor der
Basis und an der Spitze und das letzte Fassglied bräunlich.
1 $ aus Sachsen erhielt ich durch den Herrn von Kie-
seweiter.
^^*. Der Mittelleib ganz od er vorherrschend
roth. Spec. 123-^158.
123. Pez. celer m.
Der Kopf und Hinterleib vom 2ten Segment ab schwarz-
braun , die Basis der Fühler , der Mittelleib und die Beine
rothgelb, der Mittelleib indess etwas dunkler; der Mesothorax
ein wenig länger als der Metathorax, die abschüssige Stelle
mit einer ziemlich scharfen Querleiste; der Hinterleib fein
nadelrissig, zerstreut punktirl und behaart, der Bohrer etwas
länger als das Iste Segment, dieses mit sehr stark vorsprin-
genden Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarzbraun oder vielmehr schwarz, die Taster dun-
kelbraunroth , die Mandibeln rolh mit schwarzer Spitze. Die Fühler
verhältnissmässig kurz, das 3te Glied sehr deutlich und bestimmt länger
als das 4te, das 7te länger als breit, nur die 4 ersten Glieder hell roth-
gelb, die übrigen dunkelroth und nach der Spitze hin werden die Füh-
ler allmählich mehr und mehr bräunlich. Der Mittelleib dunkelroth,
etwas dunkler nämlich als die Basis der Fühler oder die Beine , der'
Metathorax namentlich in den Seiten und an der abschüssigen Stelle
etwas dunkler als der Pro- und Mesothorax. Dieser letztere auch ein
wenig länger als der Metathorax, die abschüssige Stelle hat eine ziem-
lich scharfe Querleiste, welche namenlich oben in der Mitte und unten
in den Seiten scharf vorspringt. Der Hinterleib fein nadelrissig, mit
zerstreuten Punkten und Haaren ; der Bohrer etwas länger als das Iste
Segment, dieses rothgelb, mit sehr stark vorspringenden Knötchen, von
der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich , hinter denselben etwas
stärker erweitert, an der Spitze ziemlich breit. Das 2te Segment schim-
mert etwas röthlich durch. Die Beine rothgelb, das letzte Fussglied
nur wenig dunkler.
Ein einzelnes Exemplar aus der Gegend von Aachen.
Monographie der Gattung Fezomachus. S07
124. Pez. spadiceus m.
Rothgelb, mit schwarzem Kopf, der Hinterleib vom 2ten
Segment ab kastanienbraun; der Meso- und Metathorax un-
gefähr von gleicher Länge, die abschüssige Stelle mit schwa-
cher Querleiste ; der Hinterleib sehr fein nadelrissig, zerstreut
punktirt und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses mit sehr schwach vorspringenden Knötchen. $.
Lg. % Lin.
Der Kopf schwarz, die Fühler dunkelroth, nach der Spitze bräun-
lich, das 2te Glied an der Spitze und das 3te an der Basis gelblich,
das 3te und 4te gleich lang, das 7te etwas länger als breit. Der Mit-
telleib rothgelb, über den Mittel- und Hinterhülten bräunlich, der Me-
so - und Metathorax ungefähr gleich lang , die abschüssige Stelle ein
wenig schief, mit einer schwachen Querleiste versehen, welche oben
in der Mitte und in den Seiten ziemlich deutlich wird , ohne jedoch
scharf vorzuspringen. Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punk-
tirt und behaart, kastanienbräunlich, mit gleichgefärbtem Hinterrand der
Segmente, das Iste Segment röthlichgelb, mit kaum sichtbar vortreten-
den Knötchen, und von der Basis bis zur Spitze allmählich aber schwach
erweitert, der Bohrer so lang wie dieses Segment, mit gelblichen, an
der Spitze bräunlichen Klappen. Die Beine rothgelb, die Schenkel und
das letzte Fussglied schwach bräunlich.
Nur 1 $ wurde in der Nähe von Aachen gefangen und
zwar noch am 12. Dezember 1849.
125. Pez. ephippiger m.
Rothgelb , der Kopf und der Hinterleib vom 2ten Seg-
ment ab schwarz; der Meso- und Metathorax gleich lang, die
abschüssige Stelle mit scharfer Querleiste; der Hinterleib fein
nadelrissig, massig zerstreut punktirt mit kurzen anliegenden
Häärchen ; der Bohrer so lang wie das Ite Segment, dieses
an der Spitze breit, mit kaum vorspringenden Knötchen.
Var. a. Der Mesothorax auf dem Rücken, und der Prothorax
zum Theil braun.
$. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster gelblich, die Mandibeln röthlich,
an der Spitze kaum etwas bräunlich, die Fühler rothgelb, nach der
Spitze hin nur wenig dunkler, das 3te Glied etwas länger als das 4te,
das 7te etwas länger als breit, der Mittelleib rothgelb, die Mittel- und
Hinterbrustseiten braun ; der Meso - und Metathorax von gleicher Länge,
208 F ©erster:
die abschüssige Stelle mit scharfer Querleiste, welche in den Seiten
deutlich und scharf zahnartig vorspringt. Der Hinterleib fein aber
ziemlich deutlich nadelrissig, etwas zerstreut punktirt mit kurzen an-
liegenden Häärchen, welche auf den beiden ersten Segmenten ein we-
nig dichter stehen als auf den folgenden. Die Färbung ist schwarz,
das Iste Segment ganz, das 2te ringsum rothgelb, jedoch so, dass der
rothgelbe Rand an der Basis schwach, an den Seiten und an der Spitze
jedoch breit erscheint, die folgenden Segmente haben einen gleichge-
färbten Hinterrand, wenigstens schimmert derselbe nur ganz undeutlich
roth durch. Der Bohrer so lang wie das erste Segment, dieses ohne
deutlich bemerkbar vorspringende Knötchen , von der Basis bis zur
Spitze allmählich aber stark erweitert, so dass die Spitze selbst ver-
hällnissmässig sehr breit erscheint. Die Beine rein rothgelb, das letzte
Fussglied bräunlich.
Die Var, a. unterscheidet sich durch dunklere Färbung des Mit-
telleibs , dessen Brustseiten alle ganz bräunlich sind , der Mittelbrust-
rücken mehr oder weniger und die abschüssige Stelle fast ganz bräun-
lich. Am Hinterleib ist die braune Farbe auf dem 2ten Segment aus-
gedehnter, so dass der Seiten- und Hinterrand nicht so breit roth er-
scheint.
Von dieser Art sah ich ein $ in der Neesischen Samm-
lung, welches am ölen September 1809 bei Sickershausen
gefangen wurde, von demselben Fundorte stammt auch 1 $
der Var. a., welches am 11. Juni gefangen wurde.
126. Pez. ton SU s m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
mente ab schwarzbraun; der Meso- und Metathorax gleich
lang, die abschüssige Stelle mit einer ziemlich scharfen Quer-
leiste versehen; der Hinterleib fein nadelrissig mit zerstreu-
ten Punkten und Haaren, der Bohrer stark so lang wie das
Iste Segment , dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg.
1 Lin.
Der Kopf schwarzbraun, die Taster gelblich, die Mandibeln dun-
kelröthlich. Die Fühler rothgelb , von der Mitte nach der Spitze hin
ein wenig dunkler, das 3te Glied kaum länger als das 4te, das 7te län-
ger als breit. Der Mittelleib rothgelb, über den Mittel- und Hinterhüf-
len, so wie an der abschüssigen Stelle braun, hier jedoch schwächer
und undeutlicher, der Meso - und Metathorax gleich lang, die abschüs-
sige Stelle ein wenig schief , mit einer ziemlich scharfen und an den
Seiten namentlich scharf zahnartig vorspringenden Querleiste. Der Hin-
terleib fein nadelrissig, mit zerstreuten Punkten und Haaren, die Punk-
tirung und ebenso die Behaarung aber nicht auf allen Segmenten gleich,
Monographie (iei Gattung Pezomachus. 209
denn auf dem 2ten ist sie ein wenig dichter als auf dem 3ten Seg-
ment. Die beiden ersten Segmente rothgell), das 2te aber auf der Mitte
bräunlich. Der Bohrer etwas länger als das Iste Segment, die Klappen
gelblich, mit bräunlicher Spitze, das erste Segment an der Spitze ziem-
lich schmal ohne vorspringende Knötchen und von der Basis bis zur
Spitze allmählich aber schwach erweitert Die Beine rein rothgelb, das
letzte Fussglied kaum etwas dunkler.
1 $ habe ich in der Gegend von Aachen gefunden.
127. Pez. gracilis m.
P. bicolor Var. 6. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 905.
Schwarzbraun, die Fühler bis zur Mille, der Miltelleib,
das Iste Segment und die Beine schmutzig rothgelb, letztere
an den Schenl^eln und Schienen ein wenig bräunlich; der
Mittelleib mit der Spur eines Schildchens; der Hinterleib spär-
lich behaart; das Iste Segment mit hervorspringenden Sei-
tenknölchen; der Bohrer so lang wie das Iste Segment.
$. Lg. 1 Lin.
Der Kopf dieser Art ist schmal, nicht so breit wie der Hinter-
leib. Die Kühler bis über die Mitte hinaus roth , nur erscheinen sie
von der Mitte ab schon ein wenig bräunlich , aber auch an der Spitze
sind sie nicht sehr dunkel gefärbt, das 3te Glied deutlich länger als das
4te, das 7te ein wenig länger als breit. Der Mesothorax nicht kürzer
als der Metafhorax, der letztere hat eine schwache Querleiste, mit we-
nig vorspringenden Seitenzähnchen. Der Hinterleib spärlich behaart,
nur das Iste Segment rolligelb gefärbt, und zwar etwas heller als der
Mittelleib, es hat nur schwach vorspringende Knötchen. Das 6te und 7te
Segment schwach pechbräunlich , auch das 2te Segment nicht so dun-
kelbraun wie die folgenden , sondern ringsum an den Rändern etwas
blasser. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment, die Klappen bräun-
lich. Die Beine rothgelb, die Schenkel haben eine bräunliche, etwas
unbestimmte Beimischung von Braun, die Küsse dagegen rein rothgelb,
das letzte Kussglied sammt den Klauen blassbräunlich.
Von Sickershausen nur 1 Ex., welches dieser Beschrei-
bung zu Grunde liegt.
128. Pez. puerilis m.
Röthlichgelb , der Kopf dunkelkaslanicnbraun , der Me-
lathorax dunkler gefärbt als der Mesothorax , der Hinlerleib
vom 2lcn Segment ab, die Sclienkel und Schienen mehr oder
weniger schwach braun ; der Metathorax so lang wie der
hintere Theil des Mesothorax, die abschüssige Steile mit ei-
Archiv f. Natursesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 14
210 F« erster:
ner ziemlich scharfen Querleiste ; der Hinlerleib sehr zer-
streut punktirl und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste
Segment, dieser mit sehr schwach vorspringenden Knötchen,
$. Lg. V, Lin.
Der Kopf dunkel kastanienbraun , das Gesicht etwas heller, der
Scheitel last schwarzbraun, die Taster gelb; die Fühler bis zur Mitte
rothgelb, von da ab nach der Spitze hin allmählich etwas dunkler, zu-
letzt bräunlich, das 3te und 4te Glied ungefähr gleich lang, das 7te
etwas länger als breit. Der Miltelieib rothgelb , der Welathorax etwas
dunkler roth, von derselben Länge wie der hintere Theil des Mesolho-
rax, die abschüssige Stelle ziemlich gerade, mit einer ziemlich scharfen
in den Seiten aber besonders scharfen Querleiste versehen. Der Hin-
terleib sehr zerstreut punktirt und behaart, das Iste Segment schwach
röthlichgelb, die folgenden bräunlich, das 2te noch ein wenig gelblich
durchscheinend. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses mit
sehr schwach vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen
Knötchen allmählich und schwach, hinter denselben ein wenig stärker
erweitert , mit schwach divergirenden Seiten , die Spitze selbst massig
breit. Die Beine röthlichgelb, alle Schenkel, und die Mittel - und Hin-
terschienen vor der Basis und an der Spitze bräunlich, das letzte Fuss-
glied lief schwarzbraun.
Ich habe bis jetzt nur 1 $ in der Nähe von Aachen
gelangen.
Anmcrk. Eine sehr grosse Aehnlichkeit hat diese Art mit Pez. gra-
cilis m., aber mehrere DilFerenzen erheischen eine Trennung
i)eider. Der Fez. puerilis unterscheidet sich hauptsächlich da-
durch, dass das 3te und 4te Fühlerglied von gleicher Länge, der
Metathorax dunkler gefärbt als der Mesothorax, die Querleiste
in den Seiten sehr scharf zahnartig vorspringend, und das letzte
F'ussglied sehr dunkel schwarzbraun gefärbt ist, und zwar von
den übrigen Tarsengliedern so durch die dunkle Farbe absticht,
wie es mir bei nur sehr wenigen Arten vorgekommen.
129. Pez. insectaior m.
Pez. bicolor Var. 6. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 905.
Schwarzbraun oder schwarz, die Fühler an der Basis,
der Mittelleib, das Iste Segment und die Beine rothgelb ; der
Metathorax mit einer bogenförmigen Querleiste; der Hinter-
leib sparsam behaart, der Bohrer kürzer als das Iste Seg-
ment. $. Lg. y^ Lin.
Von dieser Art liegt mir ein Ex. aus der Grv. Samrn-
Monographie der Gattung Pczomaclms. 211
hing und ein anderes aus meiner eig-nen Sammlung vor, wel-
ciies in allen seinen Theilen viel kräftiger gefärbt ist. Im
Allgemeinen dürfte die Unterscheidung von petulans wohl
schwierig sein, aber nicht nur der Bohrer ist bestimmt re-
lativ kürzer, sondern auch der Hinterleib weniger dicht be-
haart.
An den Fühlern das 3te und 4te Glied ungefähr gleich gross,
das 7te kaum etwas länger als breit , die Färbung derselben rothgelb,
nur das Iste Glied und die Spitze bei dem Grv. Ex. schwach bräun-
lich, dagegen bei dem meinigen sind die Füliler schon von der Mitte
ab bestimmter bräunlich. Im Bau des Thorax stimmen beide mit ein-
ander überein, der Meso- und ]\ietathorax gleich lang, der letztere hat
eine deutliche, jedoch nicht so scharfe Querleiste wie petulans, es feh-
len auch nicht die Seitenzähnchen, sie tnten aber nicht so deutlich
hervor. Die Brustseilen an meinem Ex. kräftig braun gefärbt, an dem
von Grv. sieht man nur über den Hinlerhüften eine schwache bräun-
liche Färbung. Der Hinterleib sparsam behaart, das Iste Segment ganz
rothgelb, die übrigen dunkelbraun, ohne helleren Hinterrand, an dem
Grv. Ex. aber rothbraun , was auf eine unreife Färbung hinzudeuten
scheint Der Bohrer bestimmt kürzer als das Iste Segment mit nach
der Spitze hin bräunlichen Klappen. Die Beine rothgelb, das letzte
Fussglied mit der Klaue bräunlich.
Der Fundort des Grv. Exemplars liess sich nicht näher
ermitteln, mag aber wohl Deutschland sein, mein Ex. stammt
aus der Nähe von Aachen.
130. Pez>, inquilinus m.
Rothgelb, der Kopf mit den Fühlern und der Hinterleib
vom 3ten Segmente ab schwarz; der Metalhorax ein wenig
länger als der ganze Mesolhorax, die abschüssige Stelle nie-
drig, mit einer sehr schwachen Querleiste; der Hinterleib
sehr zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer ungefähr so
lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorspringende Knöt-
chen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster rothgelb, die Alandibeln roth mit
schwarzer Spitze, die Fühler schwarzbraun, das 2te Glied an der Spitze
und das 3te au der Basis rothgelb, das 3te Glied nur sehr wenig län-
ger als das 4te , das 7te kaum länger als breit. Der Mittelleib roth,
bloss die Hinterbrustseiten über den Hüften schwarz, die Mittelbrust-
seiten nur wenig, dagegen die Mittelbrusl auf der Unterseite deutlich
schwarz ; der Metalhorax länger als der ganze Mesuthorax, die abschüs-
212 Foersler:
sige Stelle niedrig, mit einer äusi^eist schwachen Querleiste, die auch
in den Seiten nur schwach vorspringt. Der Hinterleib sehr zerstreut
punktirt und behaart, die beiden Isten Segmente rein rothgelb, die fol-
genden schwarz, mit rothgclbem , schmalem Hinterrande. Der Bohrer
ungefähr so lang wie das Iste Segment , aber eher etwas kürzer als
länger, dieses ohne vorspringende Knötchen, von der Basis bis zur
Spitze gleichmässig allmählich erweitert, an der Spitze selbst ziemlich
breit, die Beine rein rolhgelb, bloss die Klauen bräunlich.
Ein $ von mir in der Nähe von Cöln gefangen.
131. Pez. vigil m.
Rolhgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab schwarz, mit rothgefärbtem Hinterrand der Segmente;
der Meso - und Metathorax ungefähr gleich lang , die ab-
schüssige Stelle mit einer ziemlich scharfen Querleiste ; der
Hinterleib fein nadelrissig, auf den 3 ersten Segmenten etwas
weniger zerstreut punktirt und behaart als auf den folgen-
den, der Bohrer so lang wie das Iste Segment , dieses mit
sehr schwach vorspringenden Knötchen. ^. Lg. 1% Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster gelb, die 3Iandibeln rothgelb, an
der Spitze schwarz ; ^die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin ein we-
nig dunkler, das 3te Glied etwas länger als das 4te, das 7te ein we-
nig länger als breit. Der Mittellcib rothgelb, der Äleso- und Metathorax
ungefähr gleich lang , die abschüssige Stelle ein wenig schief , mit
einer ziemlich scharfen Querleiste, welche in den Seiten etwas schär-
fer vorspringt. Der Hinterleib fein nadelrissig zerstreut punktirt und
behaart, die beiden Isten Segmente roth , die folgenden schwarz, mit
breitem rothem Hiiiterrande , auch der Seittnrand mehr oder weniger
rolh. Der I5olirer so lang wie das Iste Segment, dieses mit kaum
sichtbar vorspringenden Knötchen, von der Basis bis zur Spitze allmäh-
lich erweitert, an der Spitze massig breit. Die Beine rothgelb, das
letzte Fussglied kaum dunkler
5 $ habe ich in der Nähe von Aachen gefangen.
132. Pe z. s edulus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab schwarz mit gleicligefärbtem Hinterrand der Seg-
mente, der Meso- und Metathorax von gleicher Länge, die
abschüssige Stelle mit einer scharfen Qnerleiste; der Hinter-
leib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart , so lang
wie das Iste Segment , dieses mit kaum deutlich vorsprin-
genden Knötchen. ^. Lg. y^j Lin.
Monographie der Galtung Pezomachus. 213
D'jr Kopf schwarz, die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin
kaum etwas bräunlich , das 3te Glied dem 4ten gleich , das 7te kaum
länger als breit. Der Mittelleib rölhlichgelb , über den Mittel- und
Hinlerhül'ten bräunlich, der Meso- und Metathorax fast von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste umgeben,
welche an den Seiten scharf zahnartig vorspringt. Der Hinterleib fein
iiadeli issig, zerstreut punktirt und behaart, schwarz, nnt gleichgefärb-
lem Hinterrande der Segmente , das Iste und 2te rölhlichgelb, das 2te
jedoch in der Mitte schwach kastanienbraun durchschimmernd. Der
Bohrer mit gelblichen, an der Spitze bräunlichen Klappen, so lang wie
das Iste Segment, dieses mit kaum sichtbar vortretenden Seilenknöt-
chen, von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich, hinter densel-
ben bis zur Spitze etwas stärker aber gleichmässig erweitert, mit fast
parallelen Seiten. Die Beine rein rothgelb, das letzte Fussglied kaum
dunkler.
1 $ fing ich am Rande des hohen Veens unter Na-
delholz.
133. Pez. parvulus in.
Pez. hicolor Var. 5. Grv. lehn. cur. Tom. II. p. 905.
Schwarz, die Fühler bis zur Milte, der Mitlelleib, die
beiden ersten Segmente und die Beine schmutzig rothgelb,
letztere an den Schenlveln und Schienen mehr oder weniger
bräunlich; der Mittelleib ohne Spur eines Schildchens; der
Hinterleib zerstreut behaart; der Bohrer so lang wie das Iste
Segment. ^. Lg. y^ Lin. (kaum).
Der Kopf, das 3le und 4te Segment tiefschwarz; an den Fühlern
das Iste Glied und die Spitzenhälfle bräunlich ; die Glieder 3 — 7 kuiz
und gedrungen im Verhältniss zu den vorhergehenden Abarlen des bi-
color. Das 3te Glied aber länger als das 4le und zwar sehr in die
Augen fallend, das 7le ganz bestimmt nicht länger als breit. Der Meso-
und Metathorax ungefähr gleich gross, der erslcre ohne Spur eines
Schildchens, der letztere mit einer schwachen Querleiste , die Seilen-
zähnchen wenig bemerkbar. Sowohl die Brustseiten über den Hüften
als auch die abschüssige Stelle des Metathorax etwas bräunlich. Der
Hinterleib spärlich behaart, das Iste und 2te Segment rolhgelb, das 3le
etwas pechbräunlich, die 2 folgenden wieder schwarz, und das öle und
7le etwas blassgelbbräunlich. An dem ersten Segment befinden sich 2
sehr wenig vorspringende Knötchen. Der Bohrer hat die Länge des
Islen Segments, die Klappen rölhlichgelb mit bräunlicher Spitze. Die
Beine rölhlichgelb, Schenkel und Schienen schwach pechbräunlich, aa
den Füssen bloss die Klauen biäuülich.
214 , Foers ter:
Von (1er Var. 5 des bicolor Grv. habe ich das mir zur
Ansicht anvertraute einzlg^e Exemplar als eine neue Art er-
kannt, und zwar als eine solche, die sich auf das Entschie-
denste von denjenigen Varietäten auszeichnet, welche von
Grv. zu bicolor gezählt werden. Schon der kurze, gedrun-
gene Körperbau, noch mehr aber das relative Grössenver-
hältniss der Fühlerglleder 3 — 7 lassen hierüber, meiner An-
sicht nach, keinen Zweifel, Das mir vorliegende Ex. halte
ich für das von Hrn. von Heyden bei Frankfurt gefangene,
ob nun die 3 anderen, von Manger bei Wornibrunn gefan-
genen Stücke, dieser Art auch angehören, kann ich natür-
lich, aus Mangel an Autopsie , nicht entscheiden.
134. Pez. avarus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Gliede
ab schwarz, die Fühler braun mit rother Basis; der Meso -
und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle mit schar-
fer Querleiste; der Bohrer ein wenig kürzer als das Iste
Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, ?. Lg. ly^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster braun, die Mandibeln dunkelbraun-
rolh, die Fühler braun, die 4 ersten Glieder roth, das 3te Glied l^aum
etwas länger als das 4te, das 7te etwas länger als breit. Der Miltel-
leib rein roth, bloss über den Hinterhütten mit einem kleinen braunen
Flecken. Der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang, die ab-
schüssige Sleüe fast senkrecht, mit einer scharfen Querleiste, welche
in den Seilen scharf zahnartig vorspringt. Der Hinterleib fein nadel-
rissig, zerstreut punktirt und behaart, die beiden ersten Segmente ganz,
das 3te in den Seiten sehr breit roth, die übrigen mit einem sehr fei-
nen röthlichen Hinterrand ; der Bohrer mit braunen Klappen, kürzer als
das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen, von der Basis bis
über die Mitte hinaus schwach, dann etwas stärker erweitert, an der
Spitze massig breit. Die Beine roth , die hintersten Schenkel auf der
Überseite nach der Spitze hin und das letzte Fussglied bräunlich.
1 $ habe ich bei Aachen gefangen.
135. Pez. callidus m.
Roth , der Kopf und der Hinterleib vom 4ten Segment
ab schwarz; der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang,
die abschüssige Stelle mit einer in den Seiten ziemlich scharf
vorspringenden Querleiste ; der Hinterleib fein nadelrissig,
zerstreut punktiil luid behaart, der Bohrer ungefähr so lang
Monographie der Galtung Fezomaciius. 215
wie das Isle Segment, dieses an der Spitze breit mit stark
vorspring-enden Knötchen. $. Lg. 1'/^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster schmutzig rothbräunlich, die Man-
dibeln dunkelroth; die Fühler roth, von der Mitte nach der Spitze hin
bräunlich , das 3te Glied kaum länger als das 4te und das 7te kaum
länger als breit. Der Mittelleib roth, der iMeso - und Metathorax un-
gefähr gleich lang, die abschüssige Stelle mit einer Querleiste, welche
in den Seiten schärfer vorspringt. (Die ganze abschüssige Stelle war
nicht mehr ganz zu beobachten, da der Metathorax mit einer ziemlich
starken Nadel durchstochen war.) Der Hinterleib fein nadelrissig, zer-
streut punktirt und behaart, roth, nach der Spitze hin schwarz, und
zwar die 3 ersten Segmente rein roth, das 4te bloss in der Mitte
schwarz, nach den Seiten hin roth, die übrigen schwarz. Der Bohrer
mit schwarzbraunen Klappen , ungefähr so lang wie das Iste Segment,
dieses mit stark vorspringenden Knötchen, von der Basis bis zu diesen
Knötchen allmählich, hinter denselben stärker erweitert und dieser letz-
tere Theil mit fast parallelen Seifen, an der Spitze sehr breit. Die
Beine roth, die hintersten Schenkel an der Spitze und deren Schienen
vor der Basis und an der Spitze bräunlich ; die Millelschienen haben
fast dieselbe Färbung, jedoch in einem viel stärkeren Grade, das letzte
Fussglicd kaum dunkler als die übrigen
1 $ aus der Neesischen Sammlung in Bonn, wahrschein-
lich aus der Gegend von Sickcrshausen , es war als Pez.
acarorum bezeichnet ; aber der ächte acarorum Grav. hat auf
dem Isten Segment keine vorspringenden Knötchen und das
3te Segment ist nicht ganz roth. Es kommt die vorstehende
Art mit unserem iatrator ziemlich genau überein, unterschei-
det sich aber durch breiteren Kopf und gedrungenem Kör-
perbau, eine dunkler rothe Färbung , durch stärker vorsprin-
gende Knötchen und breitere Spitze des Isten Segments und
dann ferner noch dadurch, dass das 4te Segment nicht ganz
schwarz ist.
136. Pez. Iatrator m.
Pez. bicolor Var. 2. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 903.
Schwarz, die Fühler bis zur Mitte, der Mittelleib, die
Segmente 1 — 3 und die Beine roth; der Metathorax hat eine
ziemlich schwache, bogenförmige Querleiste; der Hinlerleib
sehr sparsam behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment. ^. Lg. 1 Lin.
Die Fuhlei diCöciArt &ju(1 massig lan§, da& 3lc Glied gleich dem
216 Foerster:
4ten, das 7te kaum etwas län<rer als hreil ; der Thorax niassi« ;i^ewölbl,
der Mesothorax etwas kürzer als der Melalliorax, auf der Alille etwas
flach und mit einer nicht tiefen Kinne versehen , aber vom Prothorax
nicht deutlich durch eine Naht abgegränzt. Der Metalhorax höher ge-
wölbt und etw^as glänzender, an der abschüssigen Stelle mit einer Quer-
leiste versehen, welche nach oben und in der Mitte schwach ist. In
den Seiten desselben , etwas über den Hinterhüflen , zeigt sich eine
bräunliche Linie. üer flinterleib sehr spärlich, zerstreut behaart, das
Iste und 2le Segment ganz, diis 3te in den Seiten roth , das 6te und
7le Glied am llinterrande etwas blassgelb. Die Beine roth , an den
vorderen Schenkeln ein kaum bemerkbarer bräunlicher Schallen , die
Hinlerschenkel dagegen deutlicher bräunlich und die Hinterschicnen vor
der Basis und an der Spitze, obgleich schwach, bräunlich. Dasselbe ist
an den JVlillelschienen , obgleich nicht so deutlich , zu bemerken. Das
letzte Fussglied mit der Klaue bräunlich gefärbt.
Fundorf, entweder Warmbriinn oder Frankfurt a. Älain.
Var. 1. Das 3te Segment ist roth mit schwarzem Hin-
terrande, die bräunliche Färbung- an den ßeinen tritt etwas
deutlicher hervor.
1 $ aus der Nähe von Aachen.
137. Fez, proximus m.
Rolhgelb mit schwarzem Kopf, der Hinlerleib an der
Basis des 3len und 4len Segments ein wenig bräunlich ; der
Meso - und Metalhorax ungefähr gleich lang, die abschüssige
Stelle mit einer sehr scharfen Ouerleiste; der Hinterleib fein
nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer mit
dunkelbraunen Klappen, länger als das Iste Segment, dieses
ohne vorragende Knötchen. ^. Lg. l'/^ I-i^-
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich, die iMandibeln rölhlich
mit schwarzer Spitze, die Fühler rothgelh, nach der Spitze hin ein we-
nig dunkler, das 3te Glied ein wenig länger als das 4le, das 7le etwas
länger als breit. Der Mitlelleib rein rothgelb, deriWeso- und Metalho-
rax gleich lang, die abschüssige Stelle mit einer sehr scharfen Querleiste
versehen, welche in den Seiten besonders scharf zahnarlig vorspringt.
Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, rothgelb,
das 3te und 4le Segment bloss an der Basis, aber wenig bräunlich.
Diese Farbe beschränkt sich aber bloss auf die Mille und geht, nicht
bis zum Seilenrande. Der Bohrer mit dunkelbraunen Klappen, etwas
länger als das Iste Sogment, dieses ohne vorspringende Knötchen, von
der Basis bis zur Spitze allmählich, aber schwach erweitert. Die Beine
lein rothgelh, das letzte Fussglied nicht dunkler.
iMunogrnpIlie der (jatlung Pfzoiiiachiis. 217
Ich habe 2 Exemplare dieser Art gefangen , das eine
in der Nälie von Aachen , das andere am Rande des hohen
Veens unter Tannen.
138. Pez. fasciatus Grv.
lehn. eur. Tom. 11. p. 889.
Roth, der Kopf, das Iste Fühlerglied und das 3te Seg-
ment des Hinterleibs schwarz; der Meso- und Metathorax
von gleicher Länge , der erstere mit der Spur eines Schild-
chens , die abschüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste ;
der Hinterleib fein nadelrissig, mit zerstreuten Punkten und
Häärchen , der Bohrer etwas länger als das Iste Segment,
dieses mit vorspringenden Knötchen. $. Lg. P/p, — 2 Lin.
Eine nicht leicht zu verwechselnde und weit verbrei-
tete Art
Der Kopf ganz schwarz mit braunen Tastern, die Fühler roth,
das Iste Glied schwarzbraun, das 3te länger als das 4te, das 7te satt-
sam doppelt so lang als breit. Der Älitlelleib rothgelb, der Meso- und
ftlctathorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle mit einer schar-
fen Querleiste, welche in den Seiten starker vorspringt. Der Hinterleib
sehr lein nadelrissig, und sehr zerstreut punklirt und behaart, daher
sfiirk glänzend 5 roth, das 3te Segment schwarz, die schwarze Farbe
dcsscihen hat aber tinen blauen Schein. Der Bohrer etwas länger als
das Iste Segment, dieses mit ziemlich stark vorspringenden Knötchen,
von der Basis bis zu diesen Knötchen allmählich, hinter denselben aber
etwas stärker punktirt mit fast parallelen Seiten. Die Beine roth.
139. Pez. coiigruus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 4ten Seg-
ment ab schwarz ; der Mesothorax so lang wie der Metatho-
rax, mit einem schwachen Schildchen, die ahschüssige Stelle
mit einer ziemlich scharfen (juerleisle ; der Hinlerleib fein
uadelrissig, zerslreuL punktirt und behaart, der Bohrer ein
wenig liürzer als das Iste Segment, dieses mit sehr schwach
vorspringenden Knötchen. $. Lg. l-/^ Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlich , die Alandibeln roth mit
schwarzer Spitze. Die Fühler rolhgclb, das Iste Glied und die letzte
liälfte derselben bräunlich, das 3te Glied kaum etwas länger als das
4le, das 7te wohl ly^nial so lang wie breit. Der Mittelleib rothgelb,
aller der Rücken des Äleso- und i^Ietathorax, so wie die Hinterbrustsei-
teii briiun. Der Mesothorax hat ein ziemlich deutliches aber ni* ht voll-
ständig abgegrenztes Sehiidchen, seine Länge nicht grösser als die des
218 Focrsler:
Metathorax, die abschüssige Stelle mit ziemlich scharfer, in den Seilen
stärker vorspringender Querleiste. Der Hinterleib fein nadelrissig, zer-
streut punlvtirt und behaart, die 3 ersten Segmente roth, die folgenden
schwarz, mit feinem, rothem Ilinterrande. Der Bohrer ein wenig kür-
zer als das Iste Segment, dieses mit sehr schwachen, kaum wahr-
nehmbaren Seitenknölchen , von der Basis bis zu diesen Knötchen all-
mählich aber schwach , hinter denselben etwas stärker erweitert , mit
parallelen Seiten, an der Spitze selbst massig breit. Die Beine rolh-
gelb , die hintersten Schenkel an der Spitze und das letzte Fussglied
bräunlich.
Ich habe 1 $ aus Sachsen von dem Herrn von Kie-
sewetter erhalten.
140. Pez. Meigenii m. *)
Roth, der Kopf und der Hinterleib vom 5len Segmenl
ab schwarz, der Meso- und MetaÜiorax gleich lang, die ab-
schüssige Steile etwas schief mit einer scharfen Querleiste ;
der Hinterleib fein nadelrissig, mit zerstreuten Punkten und
Haaren, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses
mit wenig vorragenden Knötchen. $. Lg. 2'/2 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster röthlichgelb , die Mandibeln roth,
die Fühler roth, von der Milte ab nach der Spitze hin ein wenig bräun-
lich, das 3te Glied länger als das 4te, das 7te fast doppelt so lang wie
breit. Der .Mittelleib mth, der Prothorax jedoch so wie die Brustseiteu
unmittelbar über den Hüften schwarz, der Meso - und IMetatliorax unge-
fähi gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief mit scharfer Quer-
leiste, welche besonders in den Seiten scharf vorspringt. Tief unten
ist diese Stelle unmittelbar über der Anheftung des Isten Hinlerleibs-
segmentes schwaiz, hier gleichsam eine schwarze Linie bildend. Der
Hinterleib sehr fein nadelrissig, mit zerstreuten Punkten und Haaren,
die 4 ersten Segmente rolli , (!ie übrigen schwarz mit rothem Hinter-
rande ; der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses mit schwach
vorspringenden Knötchen, von der Basis bis zu den Knötchen allmählich
etwas, hinter denselben bis zur Spitze gleichmässig aber schwach er-
weitert mit fast parallelen Seiten , an der Spitze selbst schmal. Die
Beine rolh, die hintersten Tibien an der Spitze schwach biäiinlich.
1 $ wurde bei Slollberg in der Nahe von Aachen von
Hrn. Mcigcn gefangen.
*) Ich habe diese grosse und schöne Art nach dem berühmten
Dipterologen benannt, der sie bei Stollberg in der ^'äI^e von Aachen
entdeckte und mir millhoille.
Monographie der Galtung Pczomacl.us. 219
141. Pes. venatorius m.
Roth, der Kopf, die Spitze der Fühler, die Basis des
3ten und alle folgenden Segmente, die Mittel- und Hinter-
schienen an der Spitze braun; der Meso. und Melathorax
gleich lang, die abschüssige Stelle n»it einer äusserst schwa-
chen Querleiste; der Hinterleib fein nadelrissig, mit zerstreu-
ten Punkten und Häärchen, der Bohrer ungefähr von der
Länge des Iten Segments, dieses ohne vorragende Knötchen.
$. Lg. V/ö Un.
Der Kopf braun, die Taster schwach bräunlich, die Mandibelti, der
Clypeus und das Gesicht in der Mitte bis zu den Fühlern hinauf rolh,
dt-r innere Augenrand zwischen den Fühlern und der Hinterraiid des
Kopfes in der Mitte ebenfalls rolh durchscheinend. Die Fühler rolh,
von der Mitte ab nach der Spitze hin bräunlich , das 3te Glied länger
als das 4le, das 7le fast doppelt so lang wie breit. Der Mitlelleib rein
rolh, der Meso- und Melathorax gleich lang, die abschüssige Stelle et-
was schief mit einer cäus?erst schwachen Querleiste, welche in der Mitte
kaum bemerkbar wird, und auch in den Seiten noch sehr schwach ist.
Der Hinlerleib sehr fein nadelrissig mit zerstreuten Fünklchen und Haa-
ren, die 3 ersten Segmenle rolh , das 3:e jedoch mit schwarzer Basis,
die folgenden schwarz mit rothem Hinlerraude; der Bohrer ungefähr so
lang wie das Isle Segment, dieses an der Spitze massig breit, ohne
deu'tlich vorragende Knötchen, von der Basis bis an die Stelle, wo die
Knötchen sitzen allmählich, dann bis zur Spitze stärker erweitert Die
Beine rolh, die Mittel- und Hinterschienen an der Spitze und das Iste
Fussglied bräunlich.
Von dieser schönen Art habe ich 1 ^ bei Aachen ge-
fangen. '
142. Pez. gentilis m.
Rolhgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 4ten Seg-
ment ab schwarz, der Mittelleib massig verlängert; der Meso-
und Melathorax ungefähr gleich lang, die abschüssige Stelle
mit schwacher Querleiste; der Hinterleib zerstreut punktirt
und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, die-
ses an der Spitze schmal und ohne vorragende Knötchen.
$. Lg. ly, Lin.
Diese Art hat eine täuschende Aehnlichkeit mit calli-
dus, wenn man bloss auf die Färbung sieht; der wesentlich-
ble Unterschied aber hegt in dem Bau des Isten Segments,
220 Foer3tcr:
welches bei callidus an der Spitze sehr breit ist und stark
vorrag-ende Knötclien hat.
Der Kopf schwarz, die Taster und ]\IandiI»eln rötlilich, die Küh-
ler roth, von der Mitte ab bis zur Spitze bräunlich, das 3te Glied kaum
Jäng^er als das 4te, das 7le nur wenig länger als breit. Der Mittelleib
massig verlängert, der Meso- und Metathorax ungelähr gleich lang, die
abschüssige Stelle nur wenig schief mit einer sehr schwachen Quer-
leiste, welche oben in der Mitte kaum wahrzunehmen, in den Seilen
aber ziemlich scharf vorspringt. Der Hinterleib zerstreut punktirt und
behaart, die drei ersten Segmente rein rothgelb, die folgenden schwarz-
braun, der Hinterrand derselben äusserst schwach rolhlich durchschei-
nend. Der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorra-
gende Knötchen, von der ßasis bis zur Spitze allmählich und schwach
erweitert; die Spitze selbst nicht besonders breit, und namenllich deut-
lich schmäler als bei callidus. Die Beine roth , die Schenkel an der
Spitze, die Schienen an der Spitze und vor der Basis bräunlich, an den
vordersten Beinen ist diese Färbung jedoch kaum erkennbar, auch das
letzte Fussglied bräunlich.
Ein $. ans der Neesischen Sammlung , welches am 28.
November 1807 bei Sickershausen gefangen wurde. Nees
hatte dasselbe als W acarorum bezeichnet , es ist aber von
acarorum Gr. leicht durch die abschüssige Stelle des Meta-
thorax zu unterscheiden.
143. Pez. lepidus m.
Fez. horiensis Var. lehn. eur. Tom. II. p. 907.
Schwarz, die Fühler bis zur Mitte, der Mittelleib, die 3
ersten Segmente und die Beine roth, letztere mit braunen Hin-
tcrsclienkeln, so wie brauner Spitze der Mittel- und Hinter-
tibien ; die abschüssige Stelle des Bietathorax spitzt sich oben
winklig zu; der Hinterleib spärlich behaart, das Iste Seg-
ment ohne vorspringende Knötchen, der Bohrer völlig so lang
wie das Iste Segment. $ Lg. 1 Lin.
Der Kopf tiefschwarz, ein wenig glänzend, die Fühler bis ziirMitlo
roth, von da ab nach der Spitze hin bräunlich, auch das IsteGlied schwach
biäuniich, das Me Glied genau von der Länge des 4len, das 7le ein wenig
länger als breit. Der Meso- und Äletathorax von gleicher Länge, der letz-
tere durch die abschüssige Stelle von allen übrigen Arten ausgezeichnet,
indem dieselbe nach oben hin sich so sehr versciwnälert, dass sie fast
ganz spitzwinklig ausläuft. Der Miltelleib an der Befestigungsstelle,
aller Hüften etwas schwävzlich. Der Hinterleib spärlich und sehr kniz
behaart, das Iste Segment hat keine vorspringende Knötchen und ist
Monographie der Gattung Pczomachus. 221
nohst dem 2len und 3ten rein roth , die folgenden schwarz, ziemlich
stark gliinzend , das 6te und 7te erscheint rolhbräunlich. Der Bohrer
hat die Länge des Isten Segments. Die Beine von der Färbung des
flliltelleibs , die hintersten Schenkel von der Mitte ab bis zur Spitze
braun, die Mittel - und Hintertibien an der Spitze braun, sie haben vor
der Basis einen schwaclien, bräunlichen King, der nicht besonders deut-
lich hervortritt. Das lelzte Fussglied sanimt den Klauen cbenlalls
biäanlich.
Aus Sachsen von Hrn. v. KiesewcUer erhalten, in der
Grv. Saininliino- unter der Stannnart von hortensis.
Pez. impot ens m.
Fez. hortensis Var. 6. Grv. lehn. cur. Tom. II. p. 910.
Schwarz , die Fühler bis zur Mitte , der Mittelleib, die
beiden Isten Segmente des Hinterleibs und die Beine roth,
letztere an den Schenkeln und Schienen mehr oder weniger
bräunlich ; der Metathorax etwas länger als der Mesothorax ;
der Hinterleib sehr sparsam behaart , das Iste Segment mit
ziemlich deutlich vorspringenden Knötchen, der Bohrer kaum
so lang wie das Iste Segment. $. Lg. 1 — V/n hin.
So viele Aehnlichkeit diese Art auch äusserlich mit in-
ermis hat, so ist doch die gänzliche Verschiedenheit in der
Bildung des Metathorax und des Isttn Hinterleibssegmentes
so gross , dass an eine Vereinigung damit nicht zu den-
ken ist.
Der Kopf tiefschwarz, die Fühler roth, von der Mitte ab aber
allmählich mehr bräunlich werdend, auch das Grundglied bräunlich. Das
3te Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te liaum etwas länger als
breit. Der Metathorax deutlich etwas länger als der Mesothorax , an
der abschüssigen Stelle mit einer feinen, nicht scharf hervortretenden
Querleiste versehen, welche auch seitwärts nur schwach vorspringende
Zähnchen zeigt. Der Mesothorax am Hinterrande in der Mitte schwärz-
lich, die abschüssige Steile an der Basis, so wie die Gegend über den
Mittel- und Hinterhüften ebenfalls schwärzlich. Der Hinterleib sehr
zerstreut kurzhaarig, sehr glänzend, das Iste Segment roth, mit 2 ziem-
lich deutlich vorspringenden Knötchen, verliältnissmässig länger und an
der Spitze sciimäler als incrmis ; das 2te Segment ebenfalls roth, jedoch
an der Basis mit einer bräunlichen Querbinde , das 3 — 6te Segment
schwarz , das letztere am Hinterrande und das 7te ganz rölhlichgelb.
Der Bohrer kaum Itürzer als das Iste Segment. Die Beine rolh , alle
Schenkel von der Mitte ab bis zur Spitze bräunlich, die Schienen nur
22-2 Foerster:
an der Spitze, jedoch weniger deutlich, auch das letzte Fussglied mit
den Klauen nur schwach bräunlich.
An einem 2ten Exemplar, welches etwas kleiner, ist
der 3Ietathorax über den Hüften mehr braun, dag^eg-en die
braune Binde des 2ten Hinterleibssegmentes mehr erloschen.
Beide Exemplare sind aus der Grv. Sammlung und stammen
entweder von Breslau, Warmbrunn oder Hirschberg.
145. Pez, consociatus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab schwarz, der Meso- und Metathorax gleich lang,
die abschüssige Stelle mit einer ziemlich scharfen Querleiste,
der Hinlerleib fein nadelrissig, zerstreut punklirt und sehr
kurz behaart, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, die-
ses ohne vorspringende Knötchen. 5». Lg. 1 Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster i^räunlich , die Mandibeln roth mit
schwarzer Spitze, die Fühler rothgelb, nach der Spitze hin etwas dunk-
ler , das 3le Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te kaum etwas
länger als breit. Der Mittelleib rolligelb, der Metathorax über den Hüf-
ten und am Grunde der abschüssigen Stelle braun ; diese letztere mit
ziemlich scharfer Querleiste, welche in den Seiten recht deutlich zahn-
artig vorspringt. Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und
kurz behaart, die beiden Isten Segmente roth , die folgenden schwarz
mit gleichgefärbtem Hintcnande, der Bohrer so lang wie das Iste Seg-
ment, dieses ohne vorspringende Knötchen, von derBasis ab bis zu den
Knötchen allmählich, hinter denselben etwas stärker erweitert, mit we-
nig divergirenden Seiten , an der Spitze selbst nicht breit. Die Beine
rothgelb, das letzte Fussglied bräunlich.
1 5l erhielt ich aus Sachsen von dem Herrn von Kie-
sewetter.
146. Pez. glabratus m.
Rothgelb, der Kopf dunkelrothbraun, der Hinterleib vom
3ten Segment ab schwarz; der Meso- und Melathorax von
gleicher Länge, die abschüssige Stelle sehr schief, mit einer
sehr schwachen Querleiste; der Hinterleib fein nadelrissig,
sehr zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer fast so lang
wie das Iste Segment (oder kürzer?), dieses ohne deutlich
vorspringende Knötchen. ^ Lg. I-/3 Lin.
In der Grösse und Färbung ganz mit Pez. audax und
xenoclonus übereinstimmend, aber durch die sehr zerstreute
Monographie der Gattung Pezomachus. 223
Punkliruiig und Behaarung des Hinterleibs, welche ganz wie
bei instabilis ist, leicht von beiden zu unterscheiden.
Der Kopf dunkelroihbraun, namenllicli der Scheitel, das Gesicht
dagegen in der JMitte bis zu den Fühlern hinauf und zwischen diesen
ani innern Augenrande rolh , die Wangen wieder braun. üie Taster
röthlichgelb, die Älandibelu rolh mit brauner Spifze; an den Fühlern
nur die ö ersten Glieder rein hellroth, die folgenden werden allniählich
dunkler, bis sie an der Spitze bräunlich erscheinen, das 3te Glied nur
wenig länger als das 4le, das 7le dagegen deutlich länger als breit.
Der Mittelleib rolh, der Meso - und Metathorax ungefähr gleich lang,
die jTbschüssige Stelle sehr schief und mit einer sehr schwachen Quer-
leiste umgeben, welche auch in den Seiten nicht besonders scharf vor-
springt. Der Hinterleib sehr zerstreut punktirt und behaart, die bei-
den Islen Segmente roth, das 2te jedoch mit schwarzbraunem Hinter-
rande, der aber in den Seiten fast erloschen erscheint. Die übrigen
Segmente braun mit einem feinen röthlichgelben, deutlichen Hinterrand.
Der Bohrer war an der Spitze etwas abgebrochen; nach dem vorhan-
denen Stück zu schliessen war er jedentalls länger als die Hälfte des
ersten Segments und mag vielleicht die ganze Länge desselben erreicht
haben; das Iste Segment hat keine deutlich vorragende Knötchen, von
der Basis bis zu den Knötchen ist dasselbe massig, hinter denselben etwas
stärker erweitert, die Spitze nicht breit. Die Beine rein roth, die hin-
tersten Tibien an der Spitze und das letzte Fussglied schwach brauidich.
1 $. aus der Neesischen Sammlung ohne Angabe des
Fundortes, daher wahrscheilich von Sickershausen.
147. Pez. hostilis m.
Schwarz, die Fühler an der Basis, der MitteHeib, die 2
ersten Segmente und die Beine roth; der Metathorax mit ei-
ner bogenförmigen Querleiste ; der Hinterleib sparsam be-
haart, der Bohrer so lang wie das Iste Segment, dieses ohne
vorragende Knötchen. $. Lg. ly^ Lin.
Die Kühler dieser Art vom 5ten Gliede ab schon bräunlich und
an der Spitze ziemlich dunkel gefärbt; das 3te Glied nicht länger als
das 4te, das 7te kaum etwas länger als breit. Der Rlesothorax etwas
kürzer als der Metathorax, und es schnürt sich von demselben, vermittelst
einer deutlichen Kaht ein mittlerer Lappen ab, wodurch diese Art sich
von latralor, mit welcher eine grosse Aehnlichkcit in Bezug auf die
Farbenveitlieilung nicht zu verkennen ist, unterscheidet. Die abschüs-
sige Stelle mit einer Querleiste versehen , die oben in der Mitte nicht
sehr deutlich ist. Im Ganzen genommen erscheint die abschüssige
Stelle etwas niedriger als bei lalrator. Die Brustseiten über den Hüf-
ten dunkel schvvaizbiaiin ^icläibt , und dieselbe Färbung zti^t auch
224 Foersler:
die Naht zwischen dem Meso- und MetaUiorax , so wie der Grund
des Metathorax unmittelbar über dem Isten Segment. Der Hinterleib
sparsam behaart, die 2 ersten Sej2[mente ganz roth , das 3te, 4te und
5te aber nur ein wenig in den Seiten, hart am Bauche. Das 3le so
wie die folgenden Segmente tiefschwarz, stark glänzend, ohne helle-
ren Hinlerrand, nur das 7te hat einen blassen Hinterrand. Der Bohrer
so lang wie das Iste Segment, die Klappen an der Spitze braun. Die
Beine hell und rein rothgelb , nur das letzte Fussglied sammt der
Klaue braun.
Das einzige Stück dieser Art habe ich in einem Sumpfe
bei Aachen den 29. Sept. 1849 gefangen.
148. Pez. derasus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
mente ab kaslanienbraun; der Meso- und J\ielalhorax gleich
lang, die abschüssige Stelle mit einer ziemlich schwachen
Querleiste umgeben; der Hinterleib fein nadelrissig, zer-
streut punktirt und behaart, der Bohrer so lang wie das Iste
Segment, dieses ohne vorragende Knötchen. $. Lg. 1 Lin.
Der Kopf hellkastanienbraun , das Gesicht etwas heller, die Ta-
ster gelb, die Fühler rölhlichgeib, nach der Spitze hin kaum dunkler,
das 3te Glied ungefähr mit dem 4ten von gleicher Länge , das 7te nur
wenig länger als breit. Der Mitlelleib rein röthlichgelb, der Meso- und
Metatliorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle schief, mit ziem-
lii'h schwacher Querleiste, welche indess in den Seiten schärfer her-
vortritt. Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und be-
haart, auf den beiden ersten Segmenten indess etwas dichter als auf
den folgenden, die 2 ersten Segmente rölhlichgeib, die folgenden ka-
stanienbraun mit etwas hellerem Hinterrande. Der Bohrer von der
Länge des Isten Segments, dieses ohne vorragende Knötchen, von der
Basis bis zur Spitze allmählich erweitert, an der Spitze selbst ziemlich
l)reit. Die Beine rein rothgell), das letzte Fussglied nicht dunkler.
1 ^ aus der Gegend von Aachen.
149. Pez. pul ex m.
Etwas schmutzig röthlichgelb, der Kopf und der Hin-
terleib vom 3ten Segment ab bräunlich; der Meso- und Me-
tathorax von gleicher Länge , die abschüssige Stelle mit ei-
ner schwachen Querleiste umgeben ; der Hinterleib sehr fein
nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer unge-
fähr so lang wie das Iste Segment, dieses ohne deutlich
vorragende Knötchen. $. Lg. y^ Lin.
Monographie dei Gattung Fezoiiiachus. 225
149. Pez. pulex m.
Etwas schmutzig röthlichg-elb, der Kopf und der Hinter-
leib vom 3ten Segment ab bräunlich; der Meso- und Mela-
thorax von gleicher Länge, die abschüssige Stelle mit einer
schwachen Querleiste umgeben; der Hinterleib sehr fein na-
delrissig, zerstreut punktirt und behaart, der Bohrer ungefähr
so lang wie das erste Segment, dieses ohne deutlich vorra-
gende Knötchen. $. Lg. % Lin.
Der Kopf bräunlich , die Taster gelblich , das Gesicht und die
iVlandibeln rölhlich, die letzteren mit schwarzer Spitze, die Fühler sehr
lang, ungefähr von der Länge des ganzen Körpers, das 3te Glied kaum
länger als das 4te , das 7te etwas länger als breit. Der Mittelleib
röthlichgelb, der Meso- und Metathorax ungefähr gleich lang , die ab-
schüssige Steile mit einer schwachen Querleiste versehen, welche in
den Seiten kaum deutlich vorspringt. Der Hinterleib fein nadelrissig,
zerstreut punktirt und behaart, die beiden ersten Segmente röthlichgelb,
die folgenden bräunlich mit gleichgefärbtem Hinterrande, das 2te Seg-
ment ein wenig dunkler als das Iste, und das 3te auf der vorderen
Hälfte etwas heller als auf der hinteren. Der Bohrer ungefähr so lang
wie das Isle Segment, dieses ohne deutlich vorspringende Knötchen,
von der Basis bis zu den Knötchen allmählich, dann etwas stärker er-
weitert, an der Spitze nicht breit. Die Beine schwach röthlichgelb, die
Trochanteren und Füsse etwas blasser.
1 $ aus der Gegend von Aachen.
15U. Pez, immaturus m.
Schwach röthlichgelb, der Kopf und das 2~5te Segment
des Hinterleibs röthlich, etwas dunkler als die übrigen Theile
des Körpers; der Meso- und Metathorax gleich lang, die ab-
schüssige Stelle mit schwacher Querleiste; der Hinterleib fein
nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, auf den 3 ersten
Segmenten etwas weniger als auf den folgenden, der Bohrer
so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorragende Knötchen.
$. Lg. 1 Lin.
Der Kopf rölhlich, die Taster gelb, die Fühler röthlichgelb, an
der Spitze nicht dunkler, das 3te Glied etwas länger als das 4te, das
7te deutlich länger als breit. Der Meso- und Metathorax gleich lang,
die abschüssige Stelle mit schwacher Querleiste , in den Seiten auch
nicht scharf vorspringend. Der Hinterleib fein nadelrissig , zerstreut
punktirt und behaart , was indess auf den 3 ersten Segmenten in ge-
ringerem Grade der Fall ist als auf den folgenden; die Färbung ist ein
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 15
226 Foerster:
blasses Rothgelb , doch sind die Segmente 3 — 5 etwas dunkler. Der
Bohrer vollkommen so lang wie das Iste Segment, dieses ohne vorsprin-
gende Knötchen , von der Basis bis zur Spitze allmählich aber nur
schwach erweitert, so dass die Spitze nicht besonders breit erscheint.
Die Beine rein blass röthlichgelb.
l $ aus der Gegend von Aachen.
'li\U
151. Pez. Stevenii Grv.
lehn. eur. Tom. II. pag. 913.
Schwarz, der Mittelleib, das Iste Segment und die Beine
grösstentheils roth ; derMetathorax mit einer sehr schwachen
Querleiste ; der Hinterleib zerstreut behaart , das Iste Seg-
ment mit vorspringenden Seitenknötchen , der Bohrer kaum
so lang wie das Iste Segment. $. Lg. 2 — 2y^ Lin.
Der Kopf schwarz, ohne Glanz ; die Mandibeln schwarz, nur die
Spitze schmutzig roth, ebenso die Taster. Die Fühler haben eine braun-
rothe Färbung, das Iste Glied jedoch an der Basis schwarzbraun, das
2te und 3te roth; dieses letztre etwas länger als das 4le, das 7te län-
ger als breit. Der Mittelleib blutroth, die Brust, die Mittel- und Hin-
terbrustseiten jedoch schwarz. Der Metathorax so lang wie der Me-
sothorax, sanft abschüssig, in den Seiten mit einem sehr schwachen
Kiel , der nur in den Seitenzähnchen schärfer hervortritt , nach oben
hin offen. Die Beine dunkelroth, die Hüften an der Spitze und der
Iste Schenkelring schwärzlich ; die Schenkel fast bis zur Spitze , die
Schienen vor der Basis und an der Spitze und das letzte Fussglied
bräunlich, an den hintersten Beinen ist diese Färbung überall kräftiger
als an den Mittel- und Vorderschienen. Der Hinterleib schwarz, das
Iste Segment roth, sehr zerstreut behaart, die Haare kurz, sie entsprin-
gen aus deutlich in die Augen fallenden Funkten, welche auf der stark
lederartigen Oberfläche leicht wahrgenommen werden. Der schmale
Hinterrand der Ringe röthlich. Das iste Segment hat ungefähr in der
Mitte 2 deutlich und stark vorspringende Knötchen ; der Bohrer erreicht
nicht ganz die Länge des Isten Segments , sondern ist etwas kürzer,
jedoch auf den ersten Blick fast unmerklich.
Vaterland: Taurien.
111. ► . '■ 152. Pez. cyanurus m.
Roth, der Kopf, der Hinterleib vom 3ten Segment ab,
und die Schenkel stahlblau; an dem Metathorax ist die ab-
schüssige Stelle etwas niedrig, mit einer scharfen Querleiste
umgeben; der Hinterleib deutlich nadelrissig, sehr zerstreut
punktirt und kurz behaart, der Bohrer etwas länger als das
Monographie der Galtung Pezomachus. 227
Iste Seg-ment, dieses mit schwach vorspringenden Knötchen.
$. Lg-. 273 Lin.
Der Kopf stahlblau, die Taster braun, die Mandibeln roth mit
brauner Spitze, die Punktirung des Kopfs fein und zerstreut, mit weiss-
lichen Haaren; die Fühler kurz, sie erreichen kaum die Spitze des Hin-
terleibs, dunkelroth, das Iste Glied und die Spitze etwas bräunlich, das
3te Glied deutlich länger als das 4te, das 7te länger als breit. Der
Metathorax hat eine abschüssige Stelle, welche ziemlich niedrig ist, so
dass diese Art sich nahe an die Abtheilung derjenigen anschliesst, bei
welchen diese Stelle recht auffallend niedrig wird ; die Querleiste scharf,
sie springt in den Seiten noch schärfer vor. Der Hinterleib deutlich
nadelrissig, sehr zerstreut punktirt und kurz behaart, die 2 ersten Seg-
mente rein roth, die übrigen schön stahlblau; der Bohrer länger als
das Iste Segment, dieses mit schwach vorspringenden Knötchen, welche
ungefähr in der Mitte stehen , der Seitenrand recht scharf abgesetzt ;
von der Basis bis zu den Knötchen allmählich, hinter denselben stärker
erweitert mit schwach divergirenden Seiten. Die Beine roth, die Schen-
kel stahlblau, an der äussersten Basis und Spitze roth; das letzte Fuss-
glied ein wenig dunkler, an den Mittel- und Hinterfüssen sind alle
Glieder an der Spitze ein wenig dunkler.
Diese schöne Art habe ich aus der Neesischen Samm-
lung beschrieben, sie stammt wahrscheinlich von Sickershau-
sen. Sie zeichnet sich durch die stahlblaue Färbung so vor
allen übrigen aus, dass sie gar nicht verwechselt werden kann,
153. Pez. anceps m.
Pez. bicolor Var. 4. Grv. lehn. eur. Tom. II. p. 904.
Dunkel braunroth, die Fühler bis zur Mitte, der Mittel-
leib, die 2 ersten Segmente und die Beine schmutzig roth-
gelb; am Mittelleib die Spur eines Schildchens sichtbar; der
Hinterleib spärlich behaart, der Bohrer fast so lang wie das
Iste Segment. $. Lg. 1 Lin.
Die Farbe des Kopfes ist ein dunkles Braunroth, die Fühler roth-
gelb, und nur nach der Spitze hin werden sie etwas bräunlich. Das
3te Glied nicht länger als das 4te, das 7te aber fast doppelt so lang
wie breit. Der Mesothorax etwas kürzer als der Metathorax , er zeigt
deutlich die Spur eines Schildchens. Der Metathorax hat eine schwa-
che Querleiste. Der Hinlerleib sparsam und kurz behaart, die beiden
ersten Segmente röthlichgelb, von der Farbe des Miltelleibs, die fol-
genden licht kastanienbraun ; das 6te und 7te etwas blasser als das 3 —
öle. Der Bohrer fast so lang wie das Iste Segment, mit bräunlichen
228 Foerster;
Klappen. Die Beine röthlichgelb , ohne Einmischung von Braun, auch
das letzte Fussglied hat diese Farbe, dagegen sind die Klauen bräunlich.
Von dieser Art hatte ich nur ein einziges Exemplar
aus der Grv. Sammlung- vor mir, an welchem die bräunliche
Färbung- auf der Mitte des 2ten Segmentes kaum wahr-
zunehmen war ; da Hr. Prof. Grv. mehrere Stücke zur Hand
hatte, so kann dieses Merkmal bei anderen schärfer hervor-
getreten sein, es fragt sich dann aber, ob sie auch zum Pez.
anceps gezogen werden können, und ob sie nicht vielleicht
eine andre, selbständige Art bilden.
Bei mangelnder Angabe des Fundortes lässt sich nicht
bestimmen, ob diese Art von Hirschberg, Warmbrunn oder
Frankfurt am Main herstammt; diese 3 Fundorte führt Gra-
venhorst bei seiner Var. 4 von bicolor (s. p. 905.) an.
154. Pez. Latro m.
Rothgelb , der Kopf und das 5te Segment des Hinter-
leibs so wie die folgenden schwarz; der Meso- und Metatho-
rax gleich lang, die abschüssige Stelle mit scharfer Querlei-
ste; der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt, jedoch
die Segmente 1 — 3 etwas dichter als die folgenden, der Boh-
rer ein wenig kürzer als das Iste Segment, dieses mit stark
vorspringenden Knötchen. $. Lg. lyj Lin.
Der Kopf schwarz, die Taster bräunlichgelb, die Mandibeln, der
Clypeus und das Gesicht in der Mitte bis zu den Fühlern hinauf roth ;
die Fühler verhältnissniässig kurz, höchstens bis zur Spitze des Isten
Segments reichend , rothgelb , bloss an der Spitze ein wenig dunkler,
das 3te Glied ein wenig länger als das 4te, das 7te kaum etwas län-
ger als breit. Der Meso- und Metathorax gleich lang, der letztre ziem-
lich stark gewölbt, die abschüssige Stelle ein wenig schief, mit ziem-
lich scharfer Querleiste, welche in den Seiten scharf zahnartig vorspringt.
Der Hinterleib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, auf den
3 ersten Segmenten indess in geringerem Grade als auf den folgenden;
bis zum 5ten Segmente ist derselbe roth, von da bis zur Spitze schwarz,
der Bohrer ein wenig kürzer als das Iste Segment, dieses mit deutlich
vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen Knötchen all-
mählich , hinter denselben bis zur Spitze stärker erweitert , die Seiten
ein wenig divergirend , die Spitze massig breit. Die Beine roth , das
letzte Fussglied bräunlich.
Ich habe l $ dieser Art noch am 18. Dezember 1848
in der Nähe von Aachen gefangen.
Monographie der Gattung Pezomachus. 229
155. Pez. canaliculatus m.
Pez. hortensis Grv. Var. 1. lehn. eur. Tom. II. p. 908.
Schwarz, die Fühler bis zur Mitte, der Mittelleib, die
4 ersten Segmente und die Beine roth, letztre mit brauner
Spitze der Mittel- und Hinterschienen, so wie auch der Hin-
terschenkel; der Meso- und Metathorax in der Mitte der Länge
nach eingedrückt; der Hinterleib spärlich behaart, das Iste
Segment mit schwach vorspringenden Seitenknötchen , der
Bohrer kürzer als das Iste Segment, $. Lg. 1% Lin.
Der Kopf tiefschwarz, ohne Glanz, die Fühler bis zur Mitte roth,
von da ah dunkler, so dass die Spitze tief schwarzbraun wird. Das 3te
Fühlerglied so lang wie das 4te, das 7te kaum etwas länger als breit.
Der Meso- und Metathorax gleich gross, beide der Länge nach ziemlich
tief eingedrückt, der letztre indess mehr als der erstre. Die Querleiste
des Metathorax nicht scharf, obgleich von der Seite her deutlich wahr-
nehmbar, auch springt sie seitlich nicht in deutlichen Zähnchen vor.
Der Hinterleib nicht dicht behaart , das Iste Segment mit 2 vorsprin-
genden Seitenknötchen. Die vier ersten Segmente rein roth , von der
Farbe des Mittelleibs, die folgenden schwarz, glänzend, mit schmalem,
rothem Hinterrande. Der Bohrer bestimmt kürzer als das Iste Segment.
Die Beine haben ziemlich kräftige Schenkel und Schienen, die Färbung
derselben ist genau die des Mittelleibs, die Mittel- und Hinterlibien, so
wie auch die hintersten Schenkel an der Spitze braun , dieselbe Fär-
bung zeigt das letzte Fussglied sammt der Klaue.
Es lag mir nur ein Ex. dieser Art aus der Grv. Samm-
lung vor, bei einem 2ten Stück fehlte der Längseindruck auf
dem Metathorax, einen andern Unterschied konnte ich nicht
wahrnehmen. Ein 3tes Ex., von Grv. zur Var. 2 gerechnet,
gehört auch hieher , hat aber ebenfalls den Längeneindruck
auf dem Metathorax nicht, zeigt auch in der schwarzen Fär-
bung des 4ten Segments , welches nur noch an den Seiten
roth ist , einen wenig erheblichen Unterschied , indem alle
anderen Merkmale der Stammform vorhanden sind.
Ueber den Fundort dieser Art kann ich nichts Bestimm-
tes angeben, da das vorliegende Ex. nur mit einer Nummer
versehen war. Bei der Var. 1 des hortensis führt Gravenhorst
an, dass Manger ein ^^ derselben bei Warmbrun gefangen,
dieses fehlte seiner Snmmhmg, mehrere §> wurden ebenfalls
zu Warmbrun , Sickershausen und eins bei Göttingen ge-
fangen.
29Q Foerster: ^ ui.i
156. Pez. denudatus m.
Rothgelb, der Kopf und der Hinterleib vom 3ten Seg-
ment ab schwarz; der Meso- und Metathorax von gleicher
Länge, die abschüssige Stelle mit einer scharfen Querleiste ;
der Hinterleib fein nadelrissig , zerstreut punktirt und be-
haart, der Bohrer etwas länger als das Iste Segment. $.
Lg. 2 Lin.
Der Kopf tiefschwarz, matt, die Mandibeln roth mit schwarzer
Spitze, die Fühler roth, aber an der Spitze etwas dunkler, das 3te Glied
etwas länger als das 4te, das 7te fast doppelt so lang als breit. Der
Meso- und Metathorax gleich lang, die abschüssige Stelle etwas schief,
nach oben in der Mitte nicht besonders breit, mit scharfer Querleiste
umgeben, welche in den Seiten scharf zahnartig vorspringt. Der Hinter-
leib fein nadelrissig, zerstreut punktirt und behaart, die 3 ersten Seg-
mente roth , die folgenden schwarz mit gleichgefärbtem Hinterrande.
Der Bohrer etwas länger als das Iste Segment.
Ein ^ habe ich in meiner Sammlung, welches von
Herrn Meigen bei Stollberg in der Nähe von Aachen gefan-
gen wurde.
NB. An dem vorliegenden Exemplar fehlte mir der Hin-
terleib in dem Augenblick , wo ich die ausführlichere Be-
schreibung zu entwerfen im Begriff war; derselbe wurde
zwar von mir, da er zufällig abgebrochen, aufgehoben, war
mir aber nicht gleich zur Hand ; die Beschreibung desselben
ist daher nach einer früheren, nicht ganz vollständigen, schrift-
lichen Notiz angegeben.
157. Pez. insolens m.
Pez. bicolor Var. 3 Grv. lehn. eur. Tom.H. p. 903.
Schwarz , die Fühler fast bis zur Mitte , der Mittelleib,
die beiden ersten Segmente des Hinterleibs ganz, das 3te in
den Seiten und die Beine roth ; der Metathorax mit einer in
der Mitte nach oben schwachen Querleiste; der Hinterleib
sparsam behaart, das Iste Segment mit deutlichen Seiten-
knötchen der Bohrer etwas länger als das Iste Segment.
$. Lg. 1% Lin.
Diese Art ist charakteristisch durch die verlängerten schlanken
Fühlerglieder, von denen das 3te deutlich länger als das 4te, das
7te aber fast doppelt so lang als breit erscheint. Die Färbung roth,
Monographie der Gattung Pezomachus. 231
wird aber nach der Spitze hin dunkler bräunlich. Der Metathorax viel
stärker gewölbt und etwas länger als der Mesothorax , dieser letztre
hat eine deutliche Naht nach vorne. Die Brustseiten über den Hüften
schwärzlich. Der Hinterleib spärlich behaart , daher ziemlich lebhaft
glänzend, das Iste und 2te Segment ganz und das 3te in den Seiten
roth, vom 3ten ab sind auch die hinteren Ränder röthlich , jedoch nur
schwach. Das Iste Segment mit 2 deutlichen Knötchen. Die Beine
roth, das letzte Fussglied und die Klaue bräunlich.
Von dieser Art war in der Gravenhorstischen Samm-
lung* ein Stück vorhanden, welches derselbe zur Var. 3 von
bicolor gezogen hatte, das aber eine neue Art bilden muss.
Auch von dieser Art ist der Fundort nicht bestimmt zu er-
mitteln, und es passt hier, was beim transfuga darüber be-
merkt worden ist, in gleicher Weise.
158. Pez. geochares m.
Roth, der Kopf, der Hinterrand des 3ten Segments des
Hinterleibs und alle folgenden schwarz; der Mittelleib roth,
über den Hüften schwarz, die abschüssige Stelle des Meta-
thorax mit scharfer Querleiste; der Hinterleib zerstreut punk-
tirt und behaart, der Bohrer fast etwas länger als das Iste
Segment, dieses mit schwach vorspringenden Knötchen. $.
Lg. IV3 Lin.
Diese Art hatte Hr. Prof. Ratzeburg als hortensis Grv. mir zur
Ansicht gesendet, aber obgleich sie dem ächten hortensis in Grösse und
Färbung sehr ähnlich ist, so unterscheidet sie sich doch ganz unzwei-
felhaft durch die zerstreute Punktirung und Behaarung, welche bei hor-
tensis dicht ist. Der Kopf dieser Art ist schwarz, die Taster und Man-
dibeln braun, die Fühler braunroth , an der Basis rothgelb, eigentlich
sind aber nur die 3 ersten Glieder rein und hell rothgelb, denn das 4te
ist schon etwas dunkler roth, die folgenden noch mehr ; das 3te Glied
ist deutlich länger als das 4te, das 7te nicht doppelt so lang wie breit.
Der Miltelleib roth , aber die Brustseiten über den Hüften fast bis zur
Mitte hinauf schwarz, an dem vorderen Seitenlappen der Mittelbrust zieht
sich die schwarze Farbe fast bis zum Rücken hin. Der Metathorax
länger als der hintere Theil des Mesothorax, die abschüssige Stelle mit
einer scharfen Querleiste versehen, welche nach oben in der Mitte ei-
nen immer mehr sich verschmälernden Bogen bildet , und hier am
schwächsten ist, in den Seiten aber scharf zahnartig vorspringt. Der
Hinlerleib sehr zerstreut punklirt und behaart, die 3 ersten Segmente
roth, das 3te indess am Hinterrande und alle folgenden ganz schwarz
mit gleichgefärblem Hinterrande. Der Bohrer ein wenig länger oder
doch sattsam so lang wie das Iste Segment, dieses mit kaum wahrnehhi-
232 Foerster: Monographie der Gattung Pezomachus.
bar vorspringenden Knötchen , von der Basis bis zu diesen Knötchen
allmählich und schwach , hinter denselben stärker erweitert mit stark
divergirenden Seiten , daher an der Spitze breit. Die Beine rothgelb,
die Spitze der hintersten Schenkel, so wie der Mittel- und Hinterschie-
nen bräunlich.
Diese Art steht dem Pez. insolens m. sehr nahe und
unterscheidet sich durch viel schwächere Knötchen und braune
Schenkelspitzen.
Aus der Sammlung des Hrn. Prof. Ratzeburg.
(Ein Anhang, in welchem die dem Hrn. Verf. bekannten
Männchen dieser Gattung beschrieben werden, folgt in
einem der nächsten Hefte.)
H^
lieber die Gram inarus- Arten der Oeg^end
von Bonn.
Von
Dr. JL. Hosiits»
(Hierzu Taf. III und IV.)
Das häufige Vorkommen des Gammarus puteanus in den
Brunnen hiesiger Stadt (Bonn) hat mich veranlasst, eine
Vergleichung desselben mit den übrigen im Freien lebenden
G. anzustellen, um mir Gewissheit darüber zu verschaffen, ob
man den G. puteanus wirklich als eine eigne Species oder
nur als eine Varietät des gewöhnlichen G. fluviatilis ansehen
dürfe. Bei dieser Untersuchung überzeugte ich mich bald,
dass auch die beiden im Freien lebenden Species, G. fluvia-
tilis oder Röselii und G. pulex bis jetzt noch nicht genau be-
schrieben und unterschieden sind. Zwar hat zuerst Gervais
und nach ihm Mi Ine Edwards den Versuch gemacht,
dieselben zu trennen , allein die Beschreibungen derselben
sind so ungenau, dass sie, weit entfernt mit der Wirklichkeit
übereinzustimmen , sich sogar unter einander widersprechen,
obgleich von Beiden die Untersuchungen an Thieren aus der
Umgegend von Paris vorgenommen sind. Ich werde in Fol-
gendem diese so häufig vorkommenden Species genauer be-
schreiben und ihre specifischen Unterschiede feststellen.
Was zuerst den Namen betrifft, so herrscht im Gebrau-
che desselben eine grosse Verwirrung, indem ein und der-
selbe Name von verschiedenen Autoren bald für die eine,
bald für die andere Species gebraucht worden ist. Degeer
war indessen der Erste, welcher die eine Species unter dem
Namen G. pulex ziemlich kennlli«Mi abbildete, und nach ihm
234 Hosius:
werde ich diese G. pulex nennen. Auf gleiche Weise müsste
die andere Species nach Rösel G. fluviatilis genannt wer-
den; indem ich aber diese Species nie in Flüssen, sondern
meist nur in stehenden Gewässern angetroffen habe, glaube
ich, dass dieser Name zu verwerfen und dagegen der von
Gervais aufgestellte G. Röselii anzunehmen ist. In Bezug
auf die dritte Species , G. puteanus , muss ich noch bemer-
ken, dass mir bis jetzt nur sehr kleine Thiere zu Gesicht
gekommen sind , bei denen ich weder Eier noch Junge ge-
funden habe. Da aber einige Organe dieser Thiere eine Art
von Metamorphose zu erleiden scheinen, so kann ich nicht
mit Bestimmtheit behaupten, ob diejenigen Unterschiede, wel-
che ich jetzt zwischen G. puteanus und den übrigen Species
gefunden, auch dann noch bestehen, wenn der G. puteanus
vollkommen ausgebildet ist. Um diesen Nachtheil in etwas
aufzuheben, habe ich meine Untersuchung auch auf die Jun-
gen von G. Röselii ausgedehnt und dieselben mit den G, pu-
teanus verglichen.
Ich gehe jetzt zur genaueren Beschreibung über- Die
Form des Kopfes bietet bei unsern drei Species kaum Ver-
schiedenheiten dar.
Die grösseren Antennen, am vorderen und oberen Ende
des Kopfes eingelassen, bestehen aus dem Stamm der Haupt-
und Nebengeissel (Fig. 1.). Der Stamm besteht aus drei Glie-
dern , die der Reihe nach an Länge und Dicke abnehmen.
Die Hauptgeissel besteht bei G. Röselii und G. pulex aus 24
— 30 Gliedern, von denen die obersten die längsten sind.
Jedes Glied ist an der Spitze mit 2 Bündeln Haare verse-
hen. Die Nebengeissel besteht bei ihnen aus 3 — 4 Gliedern.
Bei G. puteanus fand ich nie mehr als 16 Glieder in der
Hauptgeissel , während die Nebengeissel nur aus 2 Gliedern
bestand.
Unter den obern Antennen springt die Stirn etwas vor
und zwar beim G. Röselii stärker als bei den beiden andern.
Hinter diesem Vorsprung liegt das Auge, welches sich in
denselben hineinkrümmt. Bei vollkommen ausgewachsenen
Thieren von G. Röselii ist dasselbe nierenförmig und gleicht
am meisten dem Auge von G. locusta, bei G. pulex dagegen
sind die Augen mehr zusammengedrückt, in der Mitte am
Ueber die Gammarus-Arten der Gegend von Bonn. 235
breitesten und gleichsam rundlich -dreieckig. — G. puteanus
aber besitzt gar keine Augen, was auch Dr. Ca spari be-
stätigt. Gervais glebt zw^ar an, dass derselbe Augen be-
sitze, die aber ohne Pigment seien. Ich habe jedoch weder
einen Unterschied zwischen diesem Theil des Kopfes, wo die
Augen sich befinden sollten, und den übrigen finden, noch
eine Veränderung daran bemerken können, obgleich ich fast
2 Monate lang Thiere dieser Species beim Sonnenlichte le-
bend erhalten habe. Schon dieses scheint mir Grund genug
zu sein, um den G. puteanus für eine eigene Species zu hal-
ten, da ich nie bei anderen in unterirdischen Gewässern le-
benden Crustaceen, z. B. bei Daphnia pulex, Lynceus sphae-
ricus, ein Fehlen des Auges bemerkt habe.
Die untern Antennen (Fig. 2.) sind ebenfalls bei allen
drei Species ziemlich gleich. Sie bestehen aus dem Stamm
und der Geissei. Der Stamm ist dreigliedrig , das erste
Glied kurz und dick und nach unten hin an der Basis mit
einem Vorsprung versehen, auf dessen Spitze zwei, wie es
scheint , bewegliche Dornen stehn. Das 2te und 3te Glied
sind fast gleich lang, ungefähr dreimal länger als das erste
und bedeutend dünner. Die Geissei besteht bei pulex und
fluviatilis aus 10 — 15 Gliedern, von denen das erste das kür-
zeste ist , das zweite aber das längste ; die folgenden neh-
men der Reihe nach an Länge ab. — Bei G. puteanus be-
steht diese Geissei höchstens aus 6 — 8 Gliedern, weicht aber
sonst in ihrer Construktion nicht ab. Dagegen glaube ich,
wenigstens bei vollkommen ausgewachsenen Exemplaren, ei-
nen bedeulenten Unterschied in der Behaarung dieser An-
tennen zwischen G. pulex und G. Röselii gefunden zu haben,
indem beim G. Röselii der untere Rand des letzten Gliedes
des Stammes und die ersten Glieder der Geissei, vorzüglich
bei Männchen, mit langen Haaren fast kammförmig besetzt
waren, während diese Haare bei G. pulex kaum länger sind als
an den oberen Antennen. G. puteanus zeigt kaum eine Spur
von Haaren.
Bei allen drei Species sind aber die unteren Antennen
stets kürzer als die oberen und reichen , wenn man sie zu-
rücklegt, ungefähr bis zum 4— 5len, die oberen dagegen bis
zum 7- 8len Körperring, beim G. puteanus ist dieser Unter-
236 Hosius: («ffirnfs») r*ih i«i<MJ
schied wohl am bedeutendsten, indem die untern kaum halb
so lang- sind wie die oberen. Der Stamm der untern Anten-
nen überragt dagegen den Stamm der oberen ; die Spitze
nämlich des 2ten Gliedes beider Stämme liegt ungefähr in
gleicher Höhe, so dass der Stamm der obern um so viel kür-
zer ist, als das dritte Glied desselben an Länge vom dritten
Gliede des untern übertroiFen wird. Es sind daher diejenigen
Unterschiede, welche Milne Edwards in Bezug auf die
relative Länge der Antennen zwischen G. locusta, fluviatilis
und pulex aufgestellt hat, zu verwerfen.
Den untern Theil des Kopfes nimmt der Mund ein. Der-
selbe besteht aus einer ovalen , bei allen Species gleichen
Oberlippe, dann aus einer hornigen Mandibel (Fig. 3.). Der
Körper dieser Mandibel ist auf der Innenseite (Fig. 3. a.) stark
gestreift und endigt in einen obern Fortsatz , welcher 3
starke Zähne trägt (Fig. 3.6.) ; zwischen diesen und der ge-
streiften Kaufläche ragt eine Menge starker, kräftiger Haare
hervor. An der Aussenseite nach oben hin ist ein starker,
dreigliedriger Palpus eingelassen , der zwischen den beiden
untern Antennen zurückgeschlagen wird. Das Basalglied die-
ses Palpus ist kurz, ohne Haare, das zweite ungefähr 2 — 3
mal längere Glied auf der Innenseite mit kurzen Haaren be-
setzt. Das dritte Glied ist bei G. puteanus länger und schlan-
ker als bei den übrigen Species, wo es kaum die Hälfte der
Länge des zweiten Gliedes zu erreichen pflegt. Bei den letz-
teren ist es auf der Innenseite mit langen Haaren besetzt, die
beim G. puteanus nur angedeutet sind. Bei allen endigt es
in einen nach vorn gekrümmten Stachel.
Dann folgt die Zunge, welche pfeilförmig und an der
Spitze ausgeschnitten ist. Dieser Ausschnitt ist röthlich ge-
färbt und bei G. Röselii und pulex mit kurzen Haaren dicht
besetzt, die bei G. puteanus fehlen.
Die grössten Verschiedenheiten in den Mundtheilen der drei
Species habe ich aber bei der nun folgenden ersten Maxille
bemerkt. Dieselbe besteht bei allen aus drei Theilen, dem
mittlem Körper (Fig. 5, 6, 7. a.)? ^^^-^^ äussern (Fig. &.) und
innern (Fig. c.) Palpus. - Der mittlere Körper ist cylindrisch
und trägt an seiner Spitze eine Menge mit Haken versehener
Zähne ; der äussere Palpus ist zweigliedrig , beim G. pulex
Ueber die Gammarus- Arien der Gegend von Bonn. 237
von gleicher Dicke und kaum länger als der mittlere Körper
(Fig. 5. 6.) ; dagegen habe ich ihn beim G. Röselii meist län-
ger, aber bedeutend dünner als den mittlem Körper gefun-
den (Fig. 6. b.y Bisweilen ist derselbe an der Spitze mit
kurzen dicken Stacheln (Fig. 5. 6.), bisweilen nur mit feinen
Häärchen besetzt (Fg. 6. &.). Beim G. puteanus dagegen
übertrifft der mittlere Körper diesen äussern Palpus bedeu-
tend an Dicke. Ich glaube indessen gefunden zu haben, dass
auf diese Unterschiede nicht viel Gewicht zu legen sei, da
dieses Or^an bedeutend zu variiren scheint. So habe ich z.
B. bei allen Jungen von G. Röselii den mittlem Körper und
den äussern Palpus dieser Maxille von der (Fig. 8.) abge-
bildeten Form gefunden, welche die grösste Aehnlichkeit mit
der Maxille des G. puteanus zeigt.
Der innere Palpus ist bei G. Röselii (Fig. 5. c.) und
pulex (Fig. 6. c.) gleich gebildet; an der Basis cylindrisch,
breitet er sich nach oben hin lamellenförmig aus und ist
am ganzen Innern Rande mit nach oben gerichteten langen
Haaren besetzt; bei G. puteanus ist er dagegen bis zur
Spitze hin cylindrisch und endigt mit zwei langen Haaren
(Fig. 7. c).
Die Maxille des 2ten Paares besteht aus 2 Cylmdern
(Fig. 9.), von denen die äussere die grösste ist. An der Spitze
sind dieselben bei allen drei Species mit Haaren besetzt, bei
G. Röselii und pulex findet sich auf dem Innern Cylinder an der
Innenseite noch eine schief aufsteigende Reihe von Haaren,
von denen die obern die längsten sind und etwas gebrochen
erscheinen. Bei G. puteanus fehlen diese Haare.
Die 3te Maxille endlich besteht aus 2 mit einander ver-
bundenen Basalgliedern (Fig. 10. rf), aus 2 Innern Lamellen
(a) , welche oben und inwendig mit langen Haaren besetzt
sind, 2 mittlem Lamellen (6), die den Innern ganz ähnlich
aber grösser sind, und 2 äussern viergliedrigen Palpen (c),
deren letztes Glied einen starken Haken bildet. In der Form
dieses Gliedes scheinen bei unserer Species nur solche Un-
terschiede zu existiren, welche auch zwischen verschiedenen
Individuen derselben Species vorkommen können , namentlich
fand ich, dass bei den Männchen das 3te Glied des Palpus
länger und schlanker als bei den Weibchen ist.
238
Hosius": ■^^'•rcr-'rtT-P'
Der Thorax besteht ans 7 Segmenten, von denen je-
des ein paar Füsse trägt.
Die Füsse der beiden ersten Segmente sind Klauenfüsse.
Jeder Fuss des ersten Paares Fig. 11 besteht aus 6 Gliedern!
Das Basalglied, das längste von allen , ist cylindrisch und
hin und wieder mit kurzen Haaren besetzt. Die 2 folgen-
den Glieder sind 3-4mal kürzer und gekrümmt; das 4te
Glied etwas länger als das 2te oder 3te , ist an der Unter-
seite, so wie an der obern Spitze mit langen Haaren regel-
mässig besetzt. Meistens finden sich auch noch einzelne un-
regelmässig vertheilte Haare an diesen 3 Gliedern. Die Con-
struktion des 5ten und 6ten Gliedes aber bietet das sicherste
und in jeder Periode durchaus constante Merkmal zur Unter-
scheidung des G. puteanus von den übrigen Species dar
Denn beim G. Röselii und pulex ist das 5te Glied Fig: 11.«., an
Länge fast das Basalglied erreichend, birnförmig, d. h. auf ein
Drittel seiner Höhe ungefähr am stärksten, läuft allmählich durch
eine concave Einbiegung seiner untern Seite in eine Spitze
aus, worauf das 6ste Glied , ein starker nicht sehr langer
gekrümmter Haken, eingelassen ist, sodass sich derselbe
beim Zusammenziehen nach unten und hinten umschlägt Auf
der Unterseite des 5ten Gliedes stehen viele Bündel von Haa-
ren welche von dort, wo die Einbiegung beginnt, mit kurzen
dicken Stacheln untermischt sind. Bei G. puteanus Fig 12 a
dagegen ist dieses Glied schief viereckig; an der Basis am
dünnsten wird es nach der Spitze hin immer breiter, so dass
der Vorderrand, welcher bei den beiden andern Species in
eine Spitze ausläuft, hier eine lange , schmale Fläche bildet.
Am vordem und obern Winkel dieser Fläche ist das 6te
Glied befestigt, welches daher nach unten, nicht nach hinten
umschlägt. Die untere Seite des 5ten Gliedes ist ebenfalls
mit mehreren Haarbündeln besetzt, der vordere Rand dage-
gen mit starken Stacheln. Das 6te Glied ist verhältnissmäs-
sig langer als bei G. Röselii und pulex und scheint aus 2
Stucken zu bestehen. Dr. Caspari giebt in seiner Beschrei-
öung des G. puteanus an (was auch aus der von ihm ent-
nommenen Fig. 12 erhellt), dass die Muskeln, welche die Be-
wegung, der Klaue vermitteln, strahlenförmig von dem Unter-
rande zur Spitze hinlaufen. Ich glaube dieses auch gefun-
Ueber die Gamraarus-Arten der Gegend von Bonn.
239
den zu haben, kann dasselbe jedoch wegen Mangels an Ex-
emplaren augenblicklich nicht gehörig constatiren. Sollte
dieses jedoch der Fall sein, so würde auch hierin G. putea-
nus von den übrigen abweichen, indem bei diesen (Fig. 11)
die Muskeln deutlich als 2 Bündel erscheinen , von denen
der untere stärkere die Klaue schliesst, der obere sie öffnet.
Der Fuss [des 2ten Segments Fig. 13 ist etwas länger
als der des ersten (namentlich bei G. puteanus) , und , was
die Gonstruktion der 3 ersten Glieder betrifft, demselben sehr
ähnlich. Das 4te Glied ist aber bei G. pulex und Röselii be-
deutend grösser, fast viereckig und sowohl am untern, wie
Obern Rande mit vielen Haaren besetzt. Eine Menge Haare
finden sich ausserdem noch unregelmässig auf der ganzen
Oberfläche zerstreut. Das 5te Glied (a) ist ebenfalls fast
regelmässig länglich viereckig, nur ist der Vorderrand etwas
schief abgestutzt. Auch dieses Glied ist am Unter- und Ober-
rande mit langen Haaren , am vordem Rande dagegen mit
kurzen Stacheln versehn, zwischen welche das 6te am obern
Winkel des vordem Randes befestigte Glied einschlägt. Beim
G. puteanus weicht dieser Fuss in seiner Form nur wenig
vom ersten Fusse ab, im Vergleich mit den übrigen Species
aber ist der Mangel der Haare auf dem obern Rande des
4ten und 5ten Gliedes zu bemerken.
Die 2 nun folgenden Fusspaare des 3ten und 4ten
Ringes sind unter sich gleich (Fig. 14.) , ebenso die Fuss-
paare der 3 folgenden Ringe (Fig. 15.), welche das Thier
nach oben gekrümmt, trägt. Sie unterscheiden sieh von
den vorhergehenden Füssen durch das sehr breite Basal-
glied und durch ihre Befestigung. V^ährend nämlich bei
den 4 ersten Ringen des Thorax die Seitenplatten sehr gross
sind , und die Füsse an der Innenseite derselben so befe-
stigt'sind, dass das Basalglied von den Seitenplatten noch
theilweise überdeckt wird, sind bei den 3 folgenden Ringen
dieselben fast ganz verkümmert, so dass sie das Basalglied
der daran befestigten Füsse nicht mehr bedecken. Uebrigens
bieten diese Füsse bei unsern 3 Species keine Verschieden-
heiten dar, wenn man nicht etwa die viel schwächere Be-
haarung und den weniger kräftigen Bau derselben bei G.
puteanus berücksichtigen will. —
240 . • v<...T^ Hosius: 'if^inn-ffO orf 'i^oH
Ausser den Füssen finden sich am Thorax noch die Kiemen
und beim Weibchen die Lamellen zur Befestigung der Eier.
Die Kiemen finden sich an allen Fusspaaren mit Aus-
nahme der ersten. Sie bilden grosse , zarte , in der Mitte
wolkig gefleckte Lamellen und sind neben den Füssen mittelst
eines Stielchens so befestigt , dass sie von den Seitenplatten
des Thorax oder, wenn diese, wie beim 5ten bis 7ten Ringe
fehlen, von dem breiten Basalglied der Füsse geschützt sind.
Die Lamellen des 2ten Fusses sind die grössten ; ihre Form
ist im Allgemeinen schief viereckig, indem sie von der schma-
len Basis aus, in deren vorderem Winkel der Stiel befestigt
ist, nach unten allmählich breiter werden und nach hinten
in eine Spitze ausgehn; die übrigen nehmen nach und nach
an Grösse ab, während ihre Gestalt sich immer mehr dem
Ovalen nähert. Auch die Kiemen sind bei allen 3 Species
gleich gebildet, wenigstens habe ich den Unterschied, den
Dr. Caspari angiebt, dass nämlich die Kiemen des 2ten
und 3ten Segments ungestielt seien, nicht bestätigt gefunden.
Uebrigens findet man häufig an demselben Fusspaar die eine
Kieme vollständig entwickelt , die andere dagegen klein und
ungestielt.
Was die Lamellen betrifft, welche bei dem Weibchen
zur Befestigung der Eier dienen, so sind dieselben beim G.
pulex und G. Röselii von gleicher Form. Sie sind befestigt
am 2ten bis 5ten Fusse neben den Kiemen; die des 2ten
Fusspaares sind bei weitem die grössten von der Fig. 16 ab-
gebildeten Form. Der bedeutend ausgedehnte Vorderrand
dient dazu, die Höhle, welche durch diese Lamellen gebil-
det wird, nach vorne zu schliessen. Zugleich zieht sich von
der Stelle der Basis , wo der Stiel angefügt ist, bis zur quer
gegenüberliegenden Spitze eine hornige, röthlich gefärbte Li-
nie , welche diese Lamellen nach oben hin convex macht.
Auch die übrigen 3 Lamellen des 3ten, 4ten und 5ten Fus-
ses zeigen diesen hornigen Streifen ; sie sind ebenfalls ge-
stielt, aber fast oblong und nehmen der Reihe nach an Grösse
ab. Sämmtliche Lamellen sind, mit Ausnahme der letzten,
am ganzen Rande mit langen Haaren besetzt , die letzte nur
am Vorderrand, während der Hinterrand mit kurzen feinen
Stacheln besetzt ist. Ausser diesen Lamellen habe ich übri-
Uebrr die Gammarus-Arlen der Gogend von Bonn. 241
gens keinen cons'anlen Unterschied zwischen Männchen und
Weibchen derselben Species gefunden, höchstens ist viel-
leicht das 2te Fusspaar und beim G. Röselii die Behaarung
der untern Antennen schwächer. Bei den von mir unter-
suchten G. puteanus habe ich bis jetzt diese Lamellen nicht
auffinden können.
Der Hinterleib besteht aus 6 Gliedern, von denen
jedes ein paar Füsse trägt; diese Füsse sind von dreierlei
Art. Jeder Fuss der 3 ersten Glieder besteht aus einem
cylindrischen Basalglied (Fig. 17. a.) und 2 lamellenförmigen
unter sich gleichen Endgliedern, die, ungefähr doppelt so lang
wie das Basalglied, auf beiden Seiten mit gefiederten Haaren
besetzt sind. Da diese Füsse dazu dienen , fortwährend ei-
nen Strom Wasser zu den Kiemen zu leiten, so sind sie nicht
wie die übrigen Füsse an den Seitenplatten, sondern mitten
unter dem Körper dicht nebeneinander befestigt.
Die beiden folgenden Fusspaare sind wiederum , was
ihre Form belrilFt, unter sich gleich, das des 4ten Segments
jedoch ungefähr um ein Drittel grösser (V\g. 18 ). Sie be-
stehen ebenfalls aus einem Basalglied und 2 etwas kürzeren
Endgliedern. Das Basalglied (Fig. 18. a.) ist auf seiner obern
Seite mit 2 Dornen bewaffnet, das äussere Endglied (Fig. 18.6.)
etwas länger und stärker als das innere , an seiner Spitze
mit einigen, 2 — 3, Dornen versehen; ausserdem stehen noch
einige auf der obern Seite desselben, welche letztere dem in-
nern Endgliede (Fig. 18. c.) fehlen. Da diese Füsse mit dem
letzten Fusse oder Schwanz ein kräftiges Sprungorgan bilden
sollen, so sind dieselben unbeweglich und nach hinten ge-
richtet an die Körperringe angefügt. Auch hierin findet sich
kein Unterschied bei unsern 3 Species , nur dass dieselben,
was sich übrigens für alle Füsse feststellen lässt , beim G.
Röselii am kräftigsten ausgebildet sind, während G. putea-
nus sich durch die verhältnissmässig grosse Länge und Fein-
heit der Gliedmassen auszeichnet.
Die Füsse des letzten Körperringes oder die Schwanz-
anhänge sind beim G. pulex und Röselii ziemlich gleich.
Bei beiden besteht er aus einem Basalglied (Fig. 19.6.),
welches kurz und dick, an der Unterseite mit einigen Haa-
ren besetzt ist und aus 2 Endgliedern , von denen das äus-
Archiv. f. Naturgesch. XVI Jahrg. 1. Bd. Jß
242 Hosius:
sere (c) , beinahe doppelt so lang wie das Basalglied, cylin-
drisch und kräftig, mit langen Haaren, zwischen denen starke
Dornen stehen, besetzt, oben in einen starken kurzen Dorn,
den mehrere andere umgeben, endigt. Das innere Endglied
ist etwas kürzer als das äussere, und zwar habe ich diesen
Unterschied in der Länge beim G. pulex stets bedeutender
als beim G. Röselii gefunden, was indessen von keinem Be-
lang ist , da dieser Unterschied von der Grösse der Thiere
abhängt. Uebrigens ist dieses Glied (Fig. 19. f/) lamellen-
förmig, ebenfalls mit langen Haaren und feinern Stacheln be-
setzt. Ausserdem findet sich noch oberhalb des Basalglie-
des, auf dem letzten Körperringe befestigt , ein dünner cy-
lindrischer Fortsatz, etwas länger als das Basalglied des Fus-
ses und sowohl an der Spitze als auch in der Mitte mit ei-
nigen nach oben gerichteten Stacheln und Haaren versehen.
Beim G. puteanus ist nun das Basalglied ebenfalls kurz
und dick, ohne Stacheln und Haare, das äussere Endglied
aber nicht doppelt, sondern mehr als viermal so lang, wie das
Basalglied (Fig. 22. er.). Während dasselbe, wenn man es
zurückschlägt, beim G. pulex und Röselii höchstens den 2
letzten Hinterleibsringen an Länge gleichkommt, reicht es bei
G. puteanus fast bis zum 5ten. Auf der Aussenseite ist es
mit regelmässig gestellten Stacheln und gefiederten Haaren,
auf der Innenseite mit einfachen Haaren besetzt und endigt
mit einem ziemlich langen starken Stachel. Das innere End-
glied ist dagegen beim G. puteanus sehr klein, kaum so lang
wie das Basalglied und ungefähr 2 — 3mal dünner wie das
äussere Endglied, seine Bewaffnung besteht nur in em paar
feinen Stacheln und Haaren an der Spitze. Das 4te über dem
Basalgliede liegende Glied weicht in Form und relativer Grösse
nicht von dem bei G. Röselii beschriebenen ab, dagegen feh-
len die Slacheln und Haare des Oberrandes. Dr. Gas pari
giebt an, dass es unbeweglich als kurzer Fortsatz auf dem
letzten (t4ten) Körpergliede stehe. Bei den von mir unter-
suchten G. puteanus war diess nicht der Fall, seine Befesti-
gung an diesem Gliede war die nämliche, wie auch bei G.
Röselii und pulex.
Der Hauptunterschied aber zwischen G. Röselii und G.
pulex findet sich in der Form der Hinterleibsringe selbst.
Hoher die Gainmarus-Arlen der Gegend von fjonn. 245
Beim G. Röselii nämlich verlängern sich auf dem Rücken die
3 ersten Hinterleibsringe, oder wenn wir den Kopf als er-
stes Körpersegment nehmen, der 9te, lOte mid Ute Körper-
ring nach hinten in Form eines langen, starken, etwas gebo-
genen Fortsatzes (Fig. 20.)- Eine Andeutung dieses Fort-
satzes findet sich auch noch bisweilen bei sehr grossen Ex-
emplaren am 8ten Körperringe. Von diesem Fortsatze ist
bei G. pulex (Fig. 21.) keine Spur, bei ihm ist der hintere
Rand dieser Ringe gerade abgestumpft. Bei G. puteanus (Fig.
22.) habe ich anstatt dieser starken Fortsätze feinere nach
hinten gerichtete Stacheln gefunden , gerade so wie sie bei
jungen G, Röselii vorzukommen pflegen. Ausserdem ist der
untere Rand der Seitenplatten dieser Ringe beim G. Röselii
gerade und nach hinten in eine Spitze ausgezogen, beim G.
pulex dagegen hinten mehr abgerundet, bei beiden aber mit
feinen Stacheln besetzt.
Auch an den 3 letzten Hinterleibsringen finden sich ei-
nige Verschiedenheiten. Bei ganz ausgewachsenen Exempla-
ren von G. Röselii ist der erste dieser Ringe auch wohl noch
etwas gekielt, was bei G. pulex nie der Fall ist; bei beiden
aber finden sich auf dem Hinterrande jedes Ringes 3 Stachel-
bündel, welche dem G. puteanus gänzlich zu fehlen schei-
nen. Das mittlere dieser Stachelbündel enthält bei beiden
ungefähr 2 — 4 aufrechfstehende Stacheln. In den Seiten-
bündeln habe ich bei G. Röselii stets nur einen , bei G. pu-
lex dagegen 2 — 3 Stacheln gefunden , die eben so gestellt
sind, wie beim G. locusta, indem sie in einer schiefen Li-
nie von unten und hinten nach oben und vorn aufsteigen.
So viel über die Unterschiede der vollkommen ausge-
bildeten Individuen dieser Species.
Da aber, wie ich schon oben sagte, die Jungen in man-
chen Theiien von den ausgewachsenen Exemplaren abwei-
chen, so lüge ich hierüber in der Kürze Einiges hinzu. Ich
habe nur die Jungen von G. Röselii untersuchen können, da
die von G. pulex in der Gefangenschaft stets vor der Ge-
burt starben.
Schon während der Begattung, die ungefähr 8 Tage
dauert, wird die durch die Lamellen gebildete Bruthöhle mit
Eiern in der Form von bräunlich durchscheinenden, von ei-
244 llosius:
ner zarten Haut umschlossenen Bläschen angefüllt. Nach
einigen Tagen fangen die Ränder dieser Eier an, durchsich-
tig zu werden , die drüssige Masse , woraus sie bestehen,
theilt sich zur Hälfte in der Mitte und zieht sich von dort
immer mehr zu einem den Rändern des Eies parallelen Strei-
fen zusammen, aus welchem sich die Eingeweide bilden. Dort,
wo die Theilung beginnt, erblickt man nach Verlauf von ei-
nigen Tagen die ersten Spuren des Kopfes, das Auge, be-
stehend aus 4 — 5 rothen Augenpunliten, die 4 — 6gliedrigen,
unter den Kopf zurückgeschlagenen Antennen; auch kann
man schon die ersten Schläge des Rückengefässes und eine
schwache Gliederung des Thorax wahrnehmen. Die Ent-
wicklung schreitet nun rasch voran, so dass ungefähr am
lOten Tage nach vollendeter Begattung, das Ei die Fig. 23.
abgebildete Gestalt zeigt, an welcher sich die Schläge des
Rückengefässes schon vollständig von b — b verfolgen lassen.
Nach ungefähr 6 Tagen haben sich nun auch die Gliedmas-
sen, so wie der Hinterleib, vollständig entwickelt, so dass die
Jungen am 18ten bis 20sten Tage nach der Begattung die
Bruthöhle verlassen können. Zuerst sind dieselben weiss,
nehmen aber schon nach einigen Stunden die Farbe der
Alten an. Die Zahl der Jungen entspricht der Grösse des
Weibchens, indem sie bei sehr jungen Weibchen nie über
10—12, bei vollkommen ausgebildeten dagegen über 30 — 40
beträgt.
In ihrer Gestalt nun weichen die Jungen in folgenden
Punkten von den Allen ab. Zuerst sind die Augen (Fig. 24. rt.)
nicht nierenförmig, sondern fast oval, und bestehen nur aus
5 — ö röthlichen Punkten, während bei Thieren mittlerer Grösse
20 — 25, bei ganz ausgewachsenen über 40 sich finden. Dann
sind die obern und untern Antennen (6) noch gleich lang und
bestehen nur aus wenigen, höchstens 8 Gliedern, Geissei und
Stamm lassen sich durch die Dicke und Länge der Glieder
noch nicht unterscheiden, während doch bei den Alten nament-
lich die ersten Glieder der Geissei der obern Antennen sehr
kurz sind ; die eigenthümliche Aehnlichkeit zwischen der er-
sten Maxille der Jungen und der des G. puteanus habe ich
schon oben erwähnt. Ebenso zeigt sich diese Uebereinstim-
mung noch in der Bildung der Hinterleibsglieder. Denn bei
Ueber die Gammarus-Arten der Gegend von Bonn. 'i45
den Jung-cn von G. Röselii ist das äussere Endglied des letz-
ten Fusses 3 — 4mal länger und stärker als das innere, jedoch
von derselben F'orin und auch im Verhäitniss der übrigen
Körperlheile ungefähr von derselben Länge wie bei den Al-
ten. Endlich ist auch der Fortsatz der 3 ersten Hinterleibs-
glieder nur erst durch zarte, feine Stacheln angedeutet. Durch
diese Aehnlichkeit könnte man leicht verführt werden, den
G. puteanus nur für eine Varietät vom G. Röselii zu hallen,
jedoch die Form der beiden ersten Fusspaare , welche bei
den Jungen und ausgewachsenen G. Röselii ganz überein-
stinnnt, spricht durchaus dagegen.
Noch sind die Unterschiede, welche sich in der Le-
bensweise dieser Thiere finden, zu erwähnen. G. puteanus
ist bis jetzt nur in Brunnen vorgekommen. G. Röselii ist
von mir bis jetzt nur in stillstehenden oder schwachlliesscn-
den tiefen Gewässern, G. pulex dagegen in stark fliessenden,
nicht sehr liefen, oft nur einen Zoll Wasser haltenden Bä-
chen gefunden. Selbst wenn die Gewässer, in welchen diese
beiden Species sich fanden, mit einander in unmittelbarer
Verbindung standen, habe ich sie nie zusammengefunden ; so
enihält z. B. der Weiher beim Schloss zu Poppeisdorf nur
G. Röselii, während in dem diesen Weiher speisenden Bache
nur G. pulex sich findet. Dies habe ich noch an vielen Orten
besläligt gefunden, da jedoch G erv ais angiebt, dass er sie
häuiig zusammen gefunden, so scheint es nicht allgemein gül-
tig zu sein.
Es lassen .sich also diese 3 Species, wenn man in der
Anordnung der Merkmale Milne Edwards folgt, folgen-
dermassen charakterisiren :
L Die drei ersten Hinterleibsringe sind gerade und ver-
längern sich nach hinten nicht in einen langen Fortsatz.
1. Das vorletzte Glied des ersten Fusses ist birn för-
mig nach vorne in eine Spitze verlängert; Augen rundlich-
dreieckig ; die unlern Antennen nur mit kurzen Haaren besetzt;
jeder der 3 Hiuterleibsringe auf dem Rücken mit 3 Bündeln
von Stacheln versehen, von denen die beiden seitlichen '2—3
Stacheln enthalten. Die Endglieder des letzten Fusspaars sind
last von gleicher Lange. Farbe geiblichgrun oder bräunlich.
240 Mos ins;
G. pul ex lebt in slarklliessendcii , iiit'islciis luciil sehr
tiefen Bächen.
Squilla pulex^ Degeer, Abliandlmigen zur Geschichte
der Insekten, übersetzt von Götze, Tom. VIII. pag. 193.
Taf. 3.
Gammarns pulex, Des märest, Considerations gene-
rales sur les Crustaccs pag. 267. pl. 45. Fig. 8.
Ganimarus flumatüis, Milne Edwards, Hisloire na-
turelle des Crustaces.
Gammarus pulex, G er vais, Annales des sciences na-
turelles, Serie II. Tom. 4. pag. 128. — Noch wird hiejher zu
rechnen sein nach der Angabe von QQvy^^is Gammarus pu-
lex^ Zenker „de Gammari pulicis bist. nat. et sanguinis cir-
cuilu commentatio. Jena 1831. Fig. h. c.
2. Das vorletzte Glied des ersten Fusspaares schief
viereckig, am Vorderrand breiter, als an der Basis; keine
Augen. Auf dem hintern Rande der drei ersten Hinterleibs-
glieder sehr feine nach hinten gerichtete Stacheln. Keine
Stachelbündel auf den 3 letzten Hinlerleibsgliedern, das äus-
sere Endglied des letzten Fusspaars 4 — 5mal länger und
dicker als das innere. Körper und Gliedniassen schlank.
Stacheln und Haare wenig vorhanden, Farbe weiss.
G. p Uteanus lebt in Brunnen.
Gammarus pnteanus^ Koch: Deulsclilands Crustaceen,
Arachniden und Myriapoden. Heft V. Taf. 2.
G. puteanus, Caspari: Verhandlungen des Naturforsch.
Vereins für Rheinland und VVestphalen Jahrg. 6, pug. 39. Taf. 2.
Fig. 1—19.
An merk. Sollten die Stacheln der 3 ersten Hinterleibsfjlieder
bei grösseren Thieren sich zu solchen Fortsätzen ausbil-
den, wie sie beim G. Röselii gefunden werden, so müssle
derselbe der 2ten Abiheilung zugelheilt werden.
H. Jeder der 3 ersten Ilinterleibsglieder verlängert
sich nach hinten in einen starken dornartigcMi Fortsatz.
1. Die Füsse des Isten und letzten Paares wie beim
G. pulex. Das letzte Glied des Stammes und die ersten Glie-
der der Geissei der untern Antennen wenigstens bei ausge-
wachsenen Männchen kammförmicr behaart. Drei Slachelbün-
del auf jedem der 3 letzten Hinterleibsglieder, von denen die
üeber die Gamma rus-Arten der Gegend von Bonn. Q47
beiden seillichen nur einen Stachel zu enthalten pflegen. Farbe
wie bei G. pulex.
G. Rö s ein lebt in tiefen , stehenden oder schwach
fliessenden Gewässern.
Squüla flumatilis^Rösel: InsectenbelustigungenTom.III.
pag. 351. Taf. 32.
Gammarellus pw/crc, Herbs t : Naturgeschichte der Krab-
ben und Krebse, Tom. II. pag. 132. Taf. 36. Fig. 4. 5.
Gammarus Röselii, Gervais 1. c. Nach Gervais ge-
hört ebenfalls hierhin G. fluviatüis, Geoffroy, Histoire des
Insectes pl. 21. Fig. 6.
Zur Vergleichung füge ich noch die von G erv a is und
Milne Edwards gegebenen Beschreibungen dieser beiden
Species hinzu. Die Charakteristik von Gervais aufgestellt,
lautet;
G, pulex, Fabricius.
Augen nierenförmig, Antennen fast gleich. Alle Ringe
des Hinterleibs glatt, ohne Stacheln.
G. Röselii, Gervais.
Augen und Antennen wie bei G. pulex, aber jeder Hin-
terleibsring gedornt, d. h. nach oben und hinten hin einen
Stachel tragend.
Den ebenfalls von ihm gefundenen G. puteanus hält er
nur lür eine Varietät von pulex und nennt ihn G. pulex
minutus.
Milne Edwards dagegen charakterisirt diese beiden
Species folgendermassen :
G. fluviatilis.
Die 3 ersten Hinterleibsglieder verlängern sich nicht
nach hinten in einen starken Forlsatz. Eine Reihe von klei-
nen Dornen auf dem Hinterrande der 3 letzten Hinterleibsglie-
der. Das vorletzte Glied des Stammes der obern Antennen
in gleicher Höhe mit der Spitze des Stammes der untern
Antennen.
G. pulex.
Die 3 ersten Hinterleibsglieder wie bei G. fluviatilis, aber
auch die 3 letzten Hinterleibsglieder glatt. Der Stamm der
obern Antennen nicht über das 3te Glied des Stammes der
untern hervorragend.
248 Hosius: Uebor <lie (jj»mmarus-Arlcn der Gegend von Bonn.
Was den von Milne Edwards aufgestellten Unter-
schied zwischen den Antennen betrifft, so habe ich, wie schon
oben gesagt, denselben bei keinem Exemplare der hiesigen
Gewässer bestätigt gefunden. Da übrigens Milne Edwards
bei G. fluviatilis den G. Röselii Gervais citirt , so scheint
es mir fast, als ob er unsern G. pulex, auf dessen 3 letzten
Hinterleibsgliedern er die von Gervais übersehenen Sta-
chelbündel fand, für identisch mit G. Röselii gehalten habe,
woraus denn die Verwirrung entstanden ist. Es ist daher
in seinem Handbuche G. pulex zu streichen, für G. fluviatilis
G. pulex Degeer zu setzen und endlich G. Röselii Gervais
(oder G. fluviatilis Rösel) und G. puteanus Koch neu hin-
zuzufügen.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Die obere Antenne von G. Röselii.
Fig. 2. Die untere Antenne von einem erwachsenen Männchen von
G. Röselii.
Fig. 3. Die Mandibel.
Fig. 4. Die Zunge (oder Unterlippe) von G. Röselii oder pulex.
Fig. 5. Die erste iMaxille von G. pulex.
Fig. 6. Dieselbe von G. fluviatilis.
Fig. 7. Dieselbe von G. puteanus.
Fig. 8. Dieselbe von einem jungen G. Röselii.
Fig. 9. Die 2te Maxille von G. Röselii oder pulex.
Fig. 10. Die 3te Maxille von G. Röselii oder pulex.
Fig. 11. Ein Fuss des ersten Paares von G. Röselii.
Fig. 12. Einer des zweiten Paares von G. puteanus.
Fig. 13. Einer des zweiten Paares eines Männchens von G. Röselii.
Fig. 14. Ein F"uss des dritten und vierten Paares von G. Röselii.
Fig. 15. Ein Fuss des fünften bis siebenten Paares von G. Röselii.
Fig. 16. Die erste Lamelle, die zum Befestigen der Eier dient. tl
Fig. 17. Ein Fuss der 3 ersten Minterleibsglieder.
Fig. 18. Ein Fuss des 4ten Hinterleibsgliedes.
Fig. 19. Das letzte Hinterleibsglied mit einem daran befestigten Fusse
von G. Röselii.
Fig. 20. Die Hinterleibsglieder von G. Röselii.
Fig. 21. Dieselben von G. pulex.
Fig. 22. Dieselben von G. puteanus.
Fig. 23. Ein Ei von G. Röselii, ungefähr am 12ten Tage nach der Be-
gattung.
Fig. 24. Ein Kopf eines jungen G. Röselii.
Die Faitiilien der itiineliclen.
Von
Prof. Dr. tfi^nibe in Dorpat.
Ob die Anneliden in dem Umfang-e, in welchem sie
Cuvier gefasst hat, noch ferner als Classe bestehen, und ob
sie in diesem Fall noch ferner mit den Arthropoden in seinem
Kreise der Gliederthiere vereint bleiben sollen oder nicht,
darüber hat sich seit einiger Zeit ein grosser Zwiespalt der
Meinungen erhoben. Cuvier's Gegner entfernen sie ent-
weder aus diesem Verbände, utn sie den tiefer stehenden
Würmern beizugesellen , oder stellen einen noch grösseren
Kreis auf, der sowohl die Arthropoden als die Anneliden, die
übrigen freilebenden und schmarotzenden Würmer, die Räder-
thiere, ja wohl auch die Bryozoen umschliesst. Jene zweite
in die Abgrenzung der höchsten Abtheilungen des Thier^
reichs eingreifende Frage hier zu erörtern, würde meinen
nächsten Zweck überschreiten, und kann einstweilen bei Seite
gestellt werden , darüber jedoch ist gegenwärtig ein jeder,
der von Anneliden handelt, eine Erklärung schuldig, ob er
sie in dem Sinne von Cuvier, von Milne Edwards,
Burmeister, Wiegmann oder R. Leuckart nimmt,
und vor allem , ob er die Ilirudineen mit ihnen verbinden
oder zu den Planarieen (Dendrocoelen , Rhabdocoelen) und
Trematoden hinüberführen will.
Jeder Naturforscher wird, wenn es sich um die Bildung
oder um die Vergleichung und Stellung natürlicher Gruppen
handelt, nicht nach einem einzelnen Charakter, sondern nach
einem Complex von Charakteren urlheilcn, doch haben diese
250 Grube:
Charaktere nicht gleiche Bedeutung, es kann hier nicht von
einem Summiren gleichnamiger Grössen die Rede sein, und
über die Verwandtschaft der Gruppen kann nicht absolut die
grössere oder kleinere Summe übereinstimmender Merkmale
entscheiden, sondern man wird einige Charaktere für wich-
tiger, andere für minder wichtig halten , und die Ueberein-
stimmung in jenen, wenn ihrer auch weniger sein sollten,
höher anschlagen als in diesen. Diese Charaktere nach ih-
rer Wichtigkeit in eine lür das ganze Thierreich gültige Reihe
zu ordnen , wird deshalb nie gelingen, weil manche unter
ihnen in der einen Thiergruppe entschieden eine höhere, in
der andern eine geringere Bedeutung besitzen , darin aber
wird man wohl allgemein übereinkommen, dass für die Auf-
stellung der umfassendsten Kreise der Plan, nach welchem
ein Organismus im Ganzen angelegt ist , das massgebende
Princip der Beurtheilung sein wird , diejenigen Charaktere
aber, welche sich offenbar mit dem Aufenthalt und der Le-
bensweise der Tliiere ändern , und den Modificationen eines
allgemeinen Gesetzes iür bestimmte Fälle gleichen, in jenem
Grundplan keine wesentliche Rolle spielen. Zu ihnen gehört
nicht bloss die Form der Körperbedeckungen und Bewegungs-
werkzeuge, sondern auch die Beschaffenheit der Organe,
welche zur Aufnahme der Nahrung bestimmt sind. Wie diese
Nahrung weiter verarbeitet wird , ist schon eine wichtigere
Frage, weil sie entschieden mit der Ausbildung der Körper-
gewebe zusammenliängt: ein vollkommen doppelter Kreislauf
steht höher als jeder andere ; und Luftathmung höher als
Wasserathmung. Dennoch lassen sich auch nach den Cir-
culations- und Respirationsorganen nicht durchweg natürliche
Kreise höchsten Ranges bilden, sondern alles weist darauf hin,
dass in der Gesanimtgestaltung der Körperwandung und in
der Anordnung des animalen Nervensystems der Grundplan
der Organisation am meisten ausgesprochen ist , wie jene
denn und oft auch dieses das Früheste sind, was sich bei
der Entwicklung des Individuums erkennen lässt. Und wie
im Embryo erst später die Anlagen der übrigen Organe auf-
treten und überhaupt der weitere Fortschritt in derVergrös-
serung und weiteren Ausarbeitung der Organe, und in der
feineren Vertheilung und vielfacheren Verbindung der von
Die Fiiiiiilien der Ainiclidcn. 25.1
ihnen gcvvisserinassen ausstrahlenden Theile besteht, so kön-
nen, nacli meiner Ansicht, die vom Darnikanal, dem Gefäss-
systeni, den Aihmung-s-, Absonderungs- und Gesclilechts-
or^anen hergenommenen Unterschiede der ausgebihieten In-
dividuen erst bei der Aufstellung der Classen , Ordnungen
und weiteren Unterabtheilungen benutzt werden, oder allge-
meiner ausgedrückt: je Irüher ein bleibendes Organ in der
Entwicklung eines Individuums auitritt, desto grösser pflegt
seine Bedeulung in dem Thierkreise zu sein, dem das Indi-
viduum angehört. Nach diesen Kriterien werden wir auch
die Frag-e über die Stellung der iiirudineen behandehi.
Bei allen Anneliden im Sinne Cuvier's linden wir
einen gestreckten, synmietrisch gebauten, gegliederten Kör-
per mit einer vorderen , last durchgängig von einem Kopl-
lappen überragten Mundöffnung und längs der Bauchwandung
zwei in gewissen Absätzen anschwellende oder Ganglien bil-
dende und eben da mit einander verbundene Nervenstränge,
welche, wo der Eingang in den verdauenden Kanal die Bauch-
wandung durchbohrt, aus einander weichen, ihn als Schlund-
oder wie man richtiger sagen sollte Mund ring umlassen,
und vor oder über dem Munde wieder in einem Paar Gan-
glien, den sogenannten Gehirn- oder vorderen Mundganglien
zusanmientreten. Beide Stränge pflegen dicht neben einander
liegend und von einer gemeinsamen Nervenscheide umschlos-
sen, dieMide der Bauchseite einzunehmen, und können eben-
sogut als Hallten eines Stranges betrachtet werden. Dass sie
etwas aus einander rücken , und an die Stelle der Ganglien
ein paar Querfäden als Commissuren treten, kommt öfter vor,
und scheint von keiner Bedeulung, von desto grösserer aber
die Gegenwart und Wiederholung jener Ganglien oder Com-
missuren. Bei Peripatus entfernen sich die Hälften des Ner-
venstranges weiter als irgendwo von einander, aber auch
hier glaubt Mi Ine Edwards die ebenbesprochenen Verbin-
dungsfäden gesehen zu haben, so dass wir nach allen Er-
fahrungen diese mit den Arthropoden übereinstimmende Grund-
form des Nervensystems auch für die Anneliden als charak-
teristisch aufzufassen berechtigt sind *"'). Die Hirudineen i.
^') böUte bei Peripatus der Mangel, bei Miilaeobdclla im Gegen-
252 Grube:
vv. S. oder Discophoren, wie wir sie künftig nennen werden,
besitzen sie nicht weniger , und zwar in Gestalt einer viel-
gliedrigen Nervenkette, deren Ringe je nach dein grösseren
oder geringeren Abstände der Ganglienpaare gestreckter oder
kürzer sind, während bei den Planarien und Trematoden nur
zwei ganz an die Seiten gerückte, in einigen zwar zu Gan-
glien anschwellende und vorn allgemein durch eine Brücke,
selten durch einen Ring vereinigte Fäden nachgewiesen
sind , denen jedoch die wiederholten Commissuren fehlen,
und deren Ring nicht an die Lage der MundöfTnung ge-
bunden ist. Ebensowenig zeigt sich bei ihnen die Kör-
pergliederung der Anneliden, welche auch bei den Discopho-
ren ausgeprägt ist, und welche nicht sowohl in den ringför-
migen Einschnürungen der Leibeswandung als in der Wie-
derholung der Innern und äussern Organisation besteht; jene
können fehlen, diese nicht, wenn auch nicht alle Organe in
der ganzen Länge des Körpers wiederkehren. Bei den meisten
Anneliden läuft der Körper in seitliche paarig gestellte Fort-
sätze aus, mögen es nun einzelne Borsten oder von Höckern
und Rudern getragene Borstenbündel oder borstenlose Ruder
sein, und zeigt uns durch ihre Zahl die Zahl der »Segmente
an , wo deren Grenzfurchen etwa verwischt sind. Ist aber
die Anwesenheil solcher seitlicher Bewegungsorgane für den
Typus der Anneliden nothwendig? Ist es die Anwesenheit
der Extremitäten lür den Typus der VVirbellhiere ? Wie solche
den eigentlichen Ophidiern und Cyclostomen fehlen , und bei
letzteren schon der Mund die Rolle eines Anheftungsorganes
übernimmt, so schwinden auch bei den zu längerem Stillsitzen
bestimmten oder sogar parasitischen Discophoren die seitlichen
Bewegungsorgane, und werden durch Haftscheiben an einem
oder beiden Körperenden ersetzt ; findet aber ausser der durch
sie bewerkstelligten kriechenden Bewegung noch eine schwim-
mende statt, so erfolgt sie nicht wie bei andern Anneliden
durch seilliches Schlängeln, sondern hauptsächlich durch Auf-
und Abwärtsbiegen des Leibes, eine Bewegung, deren zwar
llieil das Vorhandensein solcher Commissuren nachgewiesen werden, so
würde die Verbindung der Discophoien nüt den iil)iigeii Würmern einen
gewichtigen Grund lur äu;h haben.
Die Familien der Anneliden. 253
auch die Fhanarien fiihig- sind , deren sie sich jedoch nicht
zum Schwimmen bedienen. Die Muskehi der Discophoren
stimmen mit den übrigen Anneliden, wenige Fälle ausgenom-
men, darin überein, dass ihre Fasern keine Querstreifung zei-
gen, und dass sie an der Leibeswand in einer äussern Ring-
und einer Innern Längsschicht gelagert sind, bei den Disco-
phoren tritt dazwischen noch eine Schicht von schräge ge-
kreuzten auf, doch begegnet diese, obwohl schwächer aus-
geprägt, auch bei einigen andern Anneliden. Wenn sich aber
R. Leuckart, um die Trennung aller dieser Thiere von den
Arthropoden und ihre Vereinigung mit den übrigen Würmern
zu rechtfertigen , ausser dem Mangel der Querstreifung an
den Muskelfasern auch auf das Fehlen des Chitins in ihren
Bedeckungen beruft, so muss ich ihm hierin widersprechen,
da die Untersuchungen des Herrn Dr. C. Schmidt dasselbe
sowohl in der Haut der Discophoren als der übrigen Anneli-
den nachgewiesen haben. Die Thiere, welche ich ihm zu
diesem Behuf vorlegte , waren Clepsinen , Piscicolen, Ponto-
bdellen, Hirudines, Lumbrici , Serpulen , Sabellen, Terebellen,
Ammotrypanen , Cirratuli , Nereis u. a. , von jeder Gattung
eine Art, überdies ergab sich, dass auch die Röhren von
Ammochares und Onuphis aus Chitin bestanden, und es wäre
auffallend, wenn der dem Ansehen und der Anwendung nach
ganz ähnliche Stoff verwandter Anneliden eine Ausschwitzung
anderer Art wäre. Uebrigens findet sich das Chitin auch bei
Sipunculus , Gordius , Ascaris , fehlt dagegen bei Slylochus
(Dendrocoela), Polia (Nemertina), Distomum. Flimmerepithe-
lium kann bei ausgebildeten Anneliden und in deren Embryo-
nenzustande verbanden sein oder fehlen, bei den Discopho-
ren scheint es nur im letzteren vorzukommen, und ist auch
da nicht allgemein.
Bei allen Anneliden im Sinne Cuviers ferner bewegt
sich das Blut in verästelten unter einander coinmunicirenden
Gefässstämmen, von denen wenigstens einer, das Rückenge-
fäfs, contractil zu sein, und einer, zuweilen ein doppeller,
den Nervenstrang zu begleiten pflegt. Die weitere Ausfüh-
rung dieses allgemeinen Planes, die Zahl und Verbindung der
Gelässstämme unter einander, namentlich der dem Darmka-
nal zugetheilten, variirt ausserordentlich, und nach Qua Ire-
054 Grube:
fages und Lcydig soll sogar bei mehreren Anneiiden die
Bhitbalin keine geschlossene sein , eine Beobachtung, welche
mehrfache Untersuchungen anregen müsste, und für die Stel-
lung von Tomopleris von Einfluss sein würde. Dass nun bei
den Discophoren zwei seitliche Gefässstämme contractu und
besonders entwickelt sind, ist keine aus jenem Plan heraus-
tretende Anordnung , gilt auch nicht für alle , wie denn die
Branchiobdellen nur ein Bauch- und ein contractiles Rücken-
gefäss besitzen und auch den Clepsinen eigentliche contra-
ctile Seitenstämme fehlen. Was die Athmungsorgane anlangt,
so wissen wir zwar, dass sie bei den meisten im Meer le-
benden Anneliden Kiemen sind , wenn es aber schon hier
nicht an Beispielen fehlt, wo diese Function sich wegen des
Mangels solcher Hautverlängerungen auf die Gesammtfläche
der Haut zurückzieht, wenn auch die Regenwürmer und fast
alle Naiden dieselbe Erscheinung darbieten , so darf sie uns
bei den Discophoren nicht befremden. Sind aber die an der
Bauchseite der Discophoren mündenden Organe Wassergefässe,
und zu einer inneren Athmung bestimmt, so theilen sie diese
Eigenlhüinlichkeit nicht bloss mit den Turbellinen, sondern
auch mit den Lumbricinen und Naiden.
Der verdauende Kanal ist ein meistentheils, doch nicht
immer, gerades Rohr, das die ganze Körperlänge durchläuft,
und hinten mit einem gewöhnlich etwas nach oben sich
öffnenden After endet. Dass der After bei den eigentlichen
Hirudineen und Clepsinen vor dem Körperende, nämlich über
der hintern durch Umwandlung dieses Endes entstandenen
Haftscheibc, liegt, ist um so weniger auffallend, je mehr sich
dieselbe an der Bauchfläche ausbildet, in andern Fällen, z. B.
bei Acanthobdella, wo die Längsachse mitten durch sie hin-
durclitritt, ebenso bei Leucodorc, einem echten Borstenwurm,
befindet sich der After in ihrem Boden selbst. Die auf der
Grenze der Segmente befindlichen Dissepimente der Leibes-
höhle, die bei vielen Anneliden vorkommen , schnüren dort
den Darm ein, je stärker die Einschnürungen , desto mehr
erweitern sich die dazwischenliegenden Darmstücke, und dies
findet bei den Discophoren oftmals in einem um so höheren
Grade statt, je mehr sie auf das Einsaugen von Flüssigkeiten
gewiesen sind. Auf der andern Seite sind allerdings derglei-
Die Familien der Anneliden. 255
chcn sackartige Erweiterungen, wie sie bei Ilirudo und na-
mentlich bei Clepsine verkommen, für die Dendrocoelen und
oinl'uche Formen des Darmkanals (wie bei Nephelis) für die
Rhabdocoelen charakteristisch , aber bei beiden fehlt in der
Regel der After. Selbst den Umstand, dass ihnen die Lei-
besliöhle abgeht, haben sie nicht ausschliesslich mit den Dis-
coplioren gernein, sondern theilen dies Verhültniss überhaupt
mit denjenigen Anneliden, die keiner Leibeshöhle zur Aufbe-
wahrung der Eier bedürfen, also auch mit den Lumbricinen.
Dass endlich die Umwandlung der Muiidtheile mit der Nahrungs-
weise im innigsten Zusammenhange steht, ist eine zumal durch
die Insecten bestätigte allgemeine Erfahrung. Die Rüsselröhre
der Clepsinen erinnert freilich auf's lebhafteste an das ähn-
liche Organ bei den Planarien , kann aber eben so gut auf
den weit hervorstülpbaren, zum Ergreifen der Beute dienenden
Rüssel der Meeranneliden zurückgeführt werden, der vielleicht
in noch weniger veränderter Gestalt bei Haementeria wieder
zu erkennen ist. Ich vermuthe nämlich , dass hier der hin-
lere muskulöse Theil des in der Ruhe gewundenen Oesopha-
gus sich hervorstülpen kann, während er bei Clepsine zu ei-
ner beständig nach vorn gerichteten, in eine Scheide einge-
schlossenen Röhre geworden ist. — Rücksichtlich der paa-
rigen, an der Bauchwandung mündenden Absonderungsorgane
stimmen die Discophoren am meisten mit den Lumbricinen
überein : dass sie nicht Luft aufnehmen , sondern eine Flüs-
sigkeit enthalten, ist gewiss, ob diese aber von aussen auf-
genommenes Wasser oder secernirt sei, ist noch nicht ent-
schieden.
Die Discophoren sind der herrschenden Ansicht nach
Zwitter, und ihre Generationsorgane auf einige Segmente be-
schränkt ; dassell)e findet auch bei den Luujbricinen und Nai-
den statt ; nur fehlt letzteren beiden die Ruthe, und ihre Ge-
schlechtsöfFnungen sind paarig, bei den Discophoren hingegen,
wie bei den Planarien und Trematoden , ist die männliche und
weibliche Geschlechtsöffnung einfach und oftmals auch eine
Ruthe vorhanden. Bei allen aber treffen wir eine innerliche
und eine gegenseitige Befruchtung an. — Die Entwicklung der
Clepsinen zeigt in ihren Grundzügen die grösste Ueberein-
slimmung mit den Lumbricinen und Naideen. Ich habe dies
256 Grube:
bereits in meiner Abhandlung über die Entwicklung der Clep-
sinen ausgesprochen, und mich namentlich auf meine Unter-
suchungen von Euaxes , Lumbriculus und Saenuris bezogen,
indessen scheint diese Stelle ^^) der Beachtung mehrerer Phy-
siologen, welche hier noch immer eine gänzliche Lücke an-
geben, entgangen zu sein. Die eigentlichen Hirudines wei-
chen nach Weber besonders darin von den Clepsinen ab,
dass sich der Embryo durch Aufnahme des ihn umgebenden
Eiweisses mittels des Mundes nach und nach bedeutend ver-
grössert, diese OefFnung schon frühe entsteht, und sich nicht
jene deutliche Anlage der beiden Bauchplatten zeigt, wie ich
sie bei Clepsine beschrieben ; ich habe diese Beobachtungen
an Nephelis wiederholt, und sehe sie auch durch Frey be-
stätigt. Uebrigens formen die Discophoron gleich den Lum-
bricinen und Naideen gewöhnlich um mehrere Dotter eine
gemeinsame fest- oder zartwandige Hülle, und erinnern hie-
durch mehr an die Planarien als an die bis jetzt beobach-
teten Borstenwürmer des Meeres, deren Eier in eine eiweiss-
artige Masse eingebettet sind , und deren Embryonen ihre
Eihülle unentwickelter zu verlassen scheinen. — Beachten
wir zuletzt noch das geringe Reproductionsvermögen der Dis-
cophoren, so steht dies in einem eben so auffallenden Gegen-
satz zu den Planarien wie zu den Chaetophoren, dürfte aber
doch auch bei einzelnen von diesen, besonders bei den brei-
ten, aus wenigen Segmenten bestehenden anzutreffen sein.
Durch diese Auseinandersetzung wird die Vereinigung
der Hirudineen i. w. S. oder Discophoren mit den Lumbri-
cinen und Naideen und — will man diese von den übrigen
Anneliden nicht trennen — also auch mit den letzteren ge-
rechtfertigt erscheinen, wenn ich auch keinesweges in Ab-
rede stelle , dass jene Gruppe an der Grenze dieser Abihei-
lung sieht. Mir bleibt jetzt noch übrig, die Reihe derje-
nigen Thiere durchzugehen , welche sonst von den Zoolo-
gen bald den Anneliden zugezählt, bald aus ihrem Bereich
entfernt wurden.
Ueber die Neiden, welche nach der Meinung sehr
*) Untersuchungen über die Entwicklung der Anneliden Heft I.
pag. 45.
Die Familien der Auueliden. Ö57
namhafter Naturforscher einen Platz unter den übrigen Wür-
mern und zwar neben den Turbellinen einnehmen sollten,
hat man sich jetzt wohl allgemein geeinigt; sie besitzen so-
wohl in ihrer Organisation als auch in ihrer Lebensweise
grosse Aehnlichkeit mit manchen Lumbricinen, und stehen
selbst mit ihrer auffallenden Vermehrung durch Quertheilung
keinesweges in der Klasse der Anneliden isolirt da, sondern
finden auch in andern Familien einzelne Genossen. Peripa-
tus kenne ich nicht aus eigener Anschauung, glaube jedoch
aus den Beschreibungen seines Innern und äussern Baues ent-
nehmen zu müssen, dass er am passendsten eine eigene Ab-
theilung der Anneliden bildet. Wir haben hier nämlich al-
lerdings zwei weit auseinanderliegende , einfache Nerven-
stränge , sie schienen aber Milne Edwards durch Quer-
fäden verbunden zu sein , die Fühler sind weich , aus dem
Munde tritt ein vorstülpbarer Rüssel und nur die zur Bewe-
gung dienenden ganz an die Bauchfläche gerückten Fortsätze,
welche zwar weichhäutig und nicht gegliedert, sondern bloss
geringelt, aber am Ende mit zwei Klauen versehen sein sol-
len, erinnern an die Füsse der Insectenlarven. Von Tomo-
pteris onisciformis habe ich einige Weingeistexemplare genau
zu betrachten und mit der von Busch gegebenen Beschrei-
bung ^^') zu vergleichen Gelegenheit gehabt, und bereits an
einem andern Ort die Gründe auseinandergesetzt , die mich
bewogen, dieses Thier den Anneliden beizuzählen ^^•*); sein
Aeusseres erinnert noch am meisten an Amytis und deren
Verwandte , weshalb ich in der Verwandtschaftstafel der
Familien die Tomopteriden neben diese Gruppe gestellt habe;
seine innere Organisation fällt besonders durch den Mangel
pulsirender Längsstämme und , wie es scheint , des ganzen
Gefässsystems auf. — Viel weniger bekannt ist der Bau von
Campontia erucaeformis^ welche Mac Leay und Green für
eine Dipterenlarve hielten ; indessen behauptet Johnston,
dass Green ein anderes Thier als er vor Augen gehabt,
und spricht sich wie Milne Edwards, der Campontia le-
bend im Meer bei Toulon beobachtet hat, entschieden dafür
') Müll. Arch. 1847. p. 181.
*») Müll. Arch. 1848. p. 456.
Archiv f. Naturg«sch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 17
258 Grube:
aus, dass sie eine Annelide sei. Letzterer betrachtet sie als
eine Mittelstufe zwischen den Nereiden und gewissen Helmin-
then, mir scheint sie zugleich etwas von den Naiden an sich zu
haben, doch kann man nach dem, was vorliegt, dieser Gat-
tung noch unmöglich einen bestimmten Platz anweisen. Noch
weniger erlauben die ungenügenden Beschreibungen Mon-
tagu's ein Urtheil über Branchiarius quadr angularis und
Diplotis hyalina. Dagegen haben wir nunmehr von den Ne-
mertinen durch die ausführlichen Untersuchungen von Rathke
und Quatrefages eine bestimmtere Anschauung gewon-
nen, sie weisen meines Erachtens in vielen Organisationsver-
hältnissen eine Aehnlichkeit mit den Anneliden nach, allein
die Gliederung ist wenig ausgeprägt , eine Verbindung der
so weit auseinandergerückten Nervenstränge durch wieder-
holte Commissuren nicht nachgewiesen , und die Körperge-
webe im Allgemeinen, wie es scheint, auf einer niedern Stufe
der Ausbildung, wie etwa bei den Malacobdellen und Dendro^
coelen , mit denen ich vorläufig die Nemertinen zusammen
lasse. Manche als Hirudoarten beschriebene oder doch den
Hirudineen beigezählte Thiere sind jetzt als Trematoden oder
Planarien erkannt. Andrerseits finde ich auch bei den iVe-
matoideen und Gordiaceen weder die Ausbildung der Orga-
nisation noch in's besondere die Gliederung der Anneliden,
wenn sie sich auch durch einzelne Formen ihnen nähern
sollten. Höher entwickelt scheint Sagitta^ aber die von R.
Leuckart vorgeschlagene Verbindung dieses Genus mit
Lumbricus halte ich für eben so wenig gerechtfertigt, als ich
ihm überhaupt einen Platz unter den Anneliden anweisen
kann. Was endlich die Sipunculiden oder Gephyreen betrifft,
in welchen einige mit Cuvier entschieden den Typus der
Holothurien erkennen wollen, so liegt es nahe, in ihrem un-
paarigen, mitunter sogar stellenweise anschwellenden, einen
Ring um den Oesophagus bildenden Nervenstrange eine voll-
ständige Verwachsung aus zweien Hälften und somit nach
dieser Seite hin einen ähnlichen Gegensatz zu den Anneliden
zu finden, wie ihn auf der andern Seite die weit getrennten
Stränge der Nemertinen bilden. Auch das Gefässsystem und
die Anlage des Darmkanals würde sich auf die Anneliden
zurückführen lassen, während doch manches andere, wie na-
Die Familien der Änneliilen. 259
mentlich der Bau der Fühler und Respirationsorgane , wo sie
vorkommen, ganz wie aus dem Typus der Holothurien ent-
nommen ist. Die Entscheidung dieser Frage müssen wir von
der Entwicklungsgeschichte erwarten.
Dies also ist die Umgrenzung der Gruppe, deren Fami-
lien ich charakterisiren und deren Gattungen und Arten ich
aufzählen will. Die Beschreibung der letzteren habe ich in
einer Schrift niedergelegt, deren Veröffentlichung für jetzt
noch verzögert, und aus welcher das Folgende nur ein Aus-
zug ist. Da jedoch seit der Herausgabe von Savigny's
Systeme des Annelides eine Beschreibung und seit Blain-
ville's Bearbeitung der Anneliden im Dictionnaire des Sci-
ences naturelles selbst ein Verzeichniss sämmtlicher hieher
gehöriger Thierformen fehlt, und hiedurch natürlich das Er-
kennen derselben erschwert und der Fortschritt in der Er-
forschung und Erweiterung dieses Gebietes gehemmt wird,
so habe ich geglaubt , selbst einen solchen Auszug, welcher
zwar noch nicht die vollständige Synonymie der Anneliden,
aber doch die meisten und jedenfalls die gangbarsten Namen
angiebt, als Vorläufer jener ausführlicheren systematischen Ar-
beit nicht länger vorenthalten zu dürfen. Ich werde ferner
dem Verzeichniss der Galtungen und Arten, obschon darin
auf die wichtigsten Beschreibungen und Abbildungen ver-
wiesen ist, Tabellen beifügen , in welchen die Unterschiede
der genauer bekannten hervorgehoben und somit ihre Be-
stimmung erleichtert wird. Bei der Charakteristik habe ich
mich so viel als möglich der gangbaren Ausdrücke bedient,
doch bedarf es für einige von verschiedenen Beschreibern in
verschiedenem Sinn gebrauchte einer näheren Feststellung
und für die wenigen neuen einer Erklärung, weshalb eine
kurze Terminologie hier nicht am unrechten Orte sein wird.
Segmente (^Segmenta) nenne ich die ringförmigen
Abtheilungen des Annelidenkörpers , in denen sich die äus-
sere und innere Organisation (borstenlragende Fortsätze,
last- und Athmungsorgane, Aeste der Gefässstämme , Gan-
glien und Aeste des Nervenstranges , Erweiterungen oder
Blindsäcke des Darmrohrs, Absonderungs- und Generations-
organe) mehr oder minder vollständig wiederholt, wenn diese
Abtheilungen auch nicht immer äusserlich durch eine vordere
260 Grube:
und hintere Furche von den benachbarten abgesetzt sind;
Ringe oder Ringel iAnnuli) dagegen die Unterablheilun-
gen, in welche die Wandung eines Segments durch Ringfur-
chen zerfallen kann, und welche oftmals leichter als die Seg-
mente selbst erkennbar sind , z. R. bei den Blutegeln. Alle
vom Darmkanal durchzogene Segmente werden als vollstän-
dige betrachtet und gezählt.
Das erste derselben pflegt den bald nach vorn, bald
nach unten gerichteten Mund zu umschliessen, und heisst dann
das Mundsegment {ßegmentum huccale) , doch nehmen
zuweilen auch mehrere folgende daran Theil , in welchem
Falle dann der Mund immer aus der Bauchfläche herausge-
schnitten ist. Das Mundsegment setzt sich meistens an sei-
ner Rückenfläche in einen vorderen , mehr oder minder an-
sehnlichen, die MundöfFnung überragenden Lappen fort; den
Kopf läppen {Lohns capitalis^ , gewöhnlich von den Be-
schreibern Kopf genannt, obwohl dieser Theil, wie auch neu-
lich R. Leuckart in seiner Morphologie dargethan , nicht
den Anforderungen , die man an einen Kopf machen muss,
entspricht. Meistens sind Kopflappen und Mundsegment durch
eine gerade oder leicht gebogene, seltener durch eine stark
gekrümmte oder gebrochene Querfurche geschieden; dann
heissen die vor derselben befindlichen fadenartigen Anhänge,
welche in der Regel neben 1 oder 2 Paar Augen vorkom-
men , Fühler (Tentacula) ^ die am Mundsegment oder den
nächstfolgenden sitzenden, wenn sie sich stärker verlängern
oder nach vorn gerichtet oder von keinem Borstenbündel
begleitet sind, Fühlercirren {Cirri tentaculares). Fehlt
die Furche zwischen Kopflappen und Mundsegment, sind beide
verschmolzen, so würden sie in dem Fall einen Kopf bilden,
wenn der den Mund umgebende Nervenring hinten mit dem
Mundsegment geschlossen wäre, da sich jedoch häufig die
Schenkel des Ringes erst in einem der folgenden Segmente
verbinden, so würden alle bis dahin sich erstreckenden Seg-
mente zum Kopf gezählt werden müssen ; jedenfalls lassen
sich Fühler und Fühlercirren, sobald die Grenzfurche des
Kopflappens verschwindet, nur nach der ungefähren Gegend
ihrer Anheftung unterscheiden. Bei manchen Anneliden kann
man im erwachsenen Zustande einen Kopflappen nur als eine
Die Familien der Anneliden. 261
schwache Andeutung- oder gar nicht erkennen, weil er ent-
weder im Lauf der Entwicklung und zwar schon frühe ein-
schrumpft, oder weil er sich vielleicht überhaupt nicht bil-
det. Der erste Fall tritt, wie wir durch Milne Edwards
wissen, bei Terebella ein, und ist noch bei mehreren ande-
ren Röhrenwürmern zu erwarten, bei welchen sich lange und
zahlreiche fühlerartige Anhänge am Vorderende des Körpers
befinden. Entwickelt sich aber bei ihnen ein ansehnlicher
Lappen über dem Munde, so lässt sich aus der bloss äusse-
ren Untersuchung erwachsener Thiere nicht mit Sicherheit
bestimmen, ob man einen wahren Kopflappen oder nur eine
während seines Einschrumpfens hervorgewachsene Oberlippe
oder vielleicht gar eine über ihn herüberwachsende Verlän-
gerung des Mundsegments vor sich hat, aus diesem Grunde
dürfte sich die in den nachfolgenden Charakteristiken der
Familien gegebene Deutung des Kopflappens manchmal in Zu-
kunft als irrig erweisen. Die zu seiner Beschreibung ge-
wählten Ausdrücke sind leicht verständlich und bedürfen
hier keiner weitern Erklärung. Bei den ungebunden leben-
den Anneliden (Annelides errantes Aud. et Edw.) sind die
paarigen Fühlercirren und Fühler, wie sich oftmals deutlich
herausstellt , als Analoga der bei den Borstenbündeln der
übrigen Segmente vorkommenden Girren zu betrachten. Sitzen
die Fühler am Vorderrande, so heissen sie Stirnfühler
(Tentacula frontalia), stehen sie nahe der Grenze des Mund-
segments, hintere Fühler (T. postica^, von den letzteren
sind höchstens 5 vorhanden, 1 unpaariger (impar), 2
äussere (^externa) und 2 mittlere (media); Fühler, wel-
che von hinten halb am Aussenrande, halb schon an der Un-
terseite des Kopflappens hervortreten , heissen (T. lateralia
inferiora (palpi bei Johnston, Famlerne bei Oersted)
und pflegen sich durch Stärke auszuzeichnen *). Zuweilen
vermisst man jede Spur von Fühlern am Kopflappen, wie all-
gemein bei den Regenwürmern und Blutegeln, und bei letzte-
ren bildet er gemeinschaftlich mit dem Mundsegment die vor-
dere Haftscheibe (Discus anticus} , deren Zusammenset-
*) Die Länge der Fühler und anderer Weichtheile ist meist von
Weingeistexeraplaren entnommen,
262 ./.•,,; Grube:w»"*l '»«<i
zung- aus einer vordem und einer hintern Hälfte bei mehre-
ren Gattungen gleich in's Auge fällt, während sie bei eini-
gen andern durchaus nicht zweitheilig, sondern wie ein ganz-
randiger, flacherer oder tieferer Napf aussieht.
Der Rüssel der Anneliden {Pharynx exsertüis) ist nichts
anderes als ein hervorstülpbarer Schlund, dessen Hautüber-
zug dem der übrigen Aussenwand des Körpers zu gleichen
pflegt; doch ist er selten nackt, gewöhnlich mit Papillen von
verschiedener Gestalt und Consistenz bekleidet, oder mit Kie-
fern (iWaici//ae) von Haken - oder Sichelform bewaff'net, oder
auch mit harten aber nur winzigen gruppenweise zusammen-
stehenden Kieferspitzchen {Grana maxillaria^ besetzt.
Ist der Rüssel durch eine Ringfurche in zwei Hälften ge-
theilt, so nenne ich diejenige die vordere (Sectio oder
Annulus anterior} , welche beim Umstülpen nach vorn liegt,
die andere die hintere (S. oder A. posterior}. Ein etwas
anders gebautes Organ ist dasjenige, das bei den Clepsinen
aus dem Munde hervortritt, und mit welchem sie bekanntlich
in die Schneckengehäuse dringen und deren Thiere ausschlür-
fen, ich nenne es die Rüsselröhre (Tubus proboscideus} ;
diese muskulöse Röhre liegt etwas hin und her gebogen in
einer Schlundscheide, und wird nicht wie der Rüssel umge-
stülpt , sondern einfach hervorgestreckt. Die Rildung des
Oesophagus bei Haementeria scheint den Uebergang von dem
einen zum andern zu machen, Rei den eigentlichen Hirudi-
nes dagegen finden wir wie bei vielen Anneliden einen nur
wenig hervorstülpbaren Pharynx, welcher hier 3 schneidende
Platten oder Kiefer falten (Plicae maxillares} enthält, sie
sind nichts anderes als die harten, meistens am Rande ge-
zähnelten Ueberzüge von Längsfalten, und dienen nicht wie
die paarig stehenden Kieferhaken zum Ergreifen der Reute,
sondern bloss zum Einschneiden in die Haut. Die Rranchio-
bdellen endlich besitzen im Innern des Oesophagus zwei über-
einander liegende flache Platten, welche als Kiefer zu dienen
scheinen, über deren Function ich jedoch noch keine Reob-
achtungen angestellt habe.
Die ßewegungsorgane sind entweder an den Enden des
Körpers oder an den Seiten angebracht und dann paarig.
Im ersteren Fall haben wir unpaarige Haftscheiben (Disci)
Die Familien der Anneliden. 263
oder Näpfe , welche durch dauernde oder zeitweise eintre-
tende Umgestaltung der äussersten Körpersegmente entstehen,
im zweiten kleinere oder ansehnlichere Verdickungen oder
Ausstülpungen der Seitenwand (^Processus laterales') gewöhn-
lich mit eingesetzten Theilen. Finden wir jederseits nur
eine Reihe derselben , so heissen die seitlichen Fortsätze
einzeilig Qmonostichi), kommen jederseits zwei Reihen
übereinander vor, zweizeilig (distichi). Die eingesetzten
Theile sind tief in der Wandung steckende und aus dersel-
ben bald mehr bald minder hervorgedrängte Borsten cSe-
tae)^ haar-, Stachel- oder hakenförmige, zuweilen mit blos-
sem Auge kaum bemerkbare Gebilde, welche nach den Un-
tersuchungen von R. Leuckart und von C. Schmidt (wie
der Hautüberzug der Anneliden selbst) aus Chitin bestehen.
Wir kennen nur einen Fall, in dem solche Borsten und zwar
in grosser Zahl, und ohne in Reihen geordnet zu sein, bloss
auf dem Rücken stehen: es ist die Gattung Megascolex.
Sind jene seitlichen Hervorragungen mehr oder minder ke-
gelförmig, so nenne ich sie Borstenhöcker QTubercula
Setigera), sind sie aber in die Quere gezogen Querwülste
oder Borsten Wülste ( Tori uncinigori)^ die Borstenhöcker
pflegen ein flachgedrücktes, meist etwas ausgebreitetes Bün-
de I c h e n (/asc?cw/MS) von linearen Borst en (S6?ae /i-
neares)^ die Querwülste 1 oder 2 Querreihen oder Kämm-
chen {pectines} von Hakenborsten (^Uncini) zu tragen.
Verlängert und streckt sich die Basis der Höcker merklich
und werden die Wülste blattartig , so verwandeln sich jene
in Ruder (^Pinnae), diese in Flösschen (Pinnulae), läuft das
Ruder in zwei borstentragende Fortsätze aus , so haben wir
zweitheilige oder zweiästige Ruder (Pinnae hiremes)^
sonst aber einfache (P. Uniremes) ; stehen die Borsten in
gar keinen merklichen Erhöhungen, und nur in ganz winzi-
gen Bündelchen , oder wie bei den meisten Regenwürmern
nur zu je zwei, so sprechen wir bloss von zweizeiligen
Borsten (ßetae distichae) ^ stehen sie einzeln und in vier
Zeilen von S. tetrastichae. Lippen (Labia) nenne ich die
wulstigen oder lappenartigen Erhöhungen des Borstenhöckers,
welche das Borstenbündel einzufassen pflegen, und sich zu-
weilen so sehr entwickeln, dass sie eine ansehnliche Lamelle
264 Grube:
oder ein Blatt bilden, wogeg^en sie in andern Fällen ziemlich
schmal und lang und einem Cirrus ähnlich sind ; doch lassen
sie sich schon durch die Stellung von diesem unterscheiden,
indem sie unmittelbar neben dem Borstenbündel, die Girren
aber mehr abgerückt und mehr nach der Basis des Ruders
hin stehen.
Die Borsten (ßetae) sind einfach isimplices^ oder
zusammengesetzt (compositae) , jenes wenn sie aus ei-
nem, dieses wenn sie aus 2 Stücken bestehen. Bei den einfa-
chen unterscheiden wir lineare oder Haarborsten i. w.
S. (S. lineares oder capiUares i. w. S.)? wenn sie eine lineare
Form und gerade Spitze haben , und dabei fortgestreckt und
zart gebaut sind, Haare QCapilli), wenn sie von der Seite her-
abfallen. Stacheln (^Aculei), wenn sie starr und spitz sind,
Hakenborsten {Uncini)^ wenn ihre Spitze einen krummen
oder geradwinkligen Haken bildet und ihre Gestalt lang oder
kurz S»förmig ist, stehen von diesen mehrere beisammen, so
bilden sie Kämmchen, Plattborsten endlich (Paleae^ heis-
sen die «tärkeren, durch lebhaften Glanz und plattenartige Ver-
breiterung ihres oberen Theiles ausgezeichneten Borsten, ganz
abgesehen davon, ob ihre Spitze hakig oder gerade ist. Die
nähere Benennung dieser Borsten wird bei den einfachen von
ihrer Gesammtform, bei den zusammengesetzten von der Ge-
stalt des kleinen mit dem Ende des Stieles beweglich ver-
bundenen Stückes oder Anhanges ^Appendix) hergenom-
men. Bei den einfachen linearen kann man hauptsächlich
folgende Formen -''^) unterscheiden :
1. Haarförmige (S. capiUares') i. e. S.: ganz glatte,
sehr dünne sich allmählich zuspitzende.
2. Gesäumte {limhatae) : ähnlich den vorigen, aber
längs der Spitze zieht sich auf einer oder beiden Seiten ein
Saum hin; der Rand des Saumes ist zuweilen gesägt.
3. Lanzettförmige {lanceolataey. solche, die sich von
der Spitze lanzettförmig verbreitern, ohne einen abgesetzten
Saum zu bilden, zuweilen sind die Schneiden gesägt, oder
der Endtheil ausgehöhlt.
*) Vergl. die Abbildungen beiAud. et Edwards Ann. des scienc.
nat Tora. XXVII- XXX. und Oeisted Consp. Fase. I.
Die Familien der Anneliden. 265
4. Meisselförmige iscalpratae): die Spitze verbrei-
tert sich gegen das Ende selbst, und dieses ist gerade oder
schräg abgestutzt, wie die Schneide eines Meisseis , und zu-
weilen fein zahnartig eingeschnitten.
5. Gezähnelte Qdenticulatae} : sie verbreitern sich lan-
zettförmig, und sind auf dieser breiteren Fläche mit mehre-
ren hinter einander stehenden Querreihen zarter, leicht ab-
fallender Zähnchen besetzt.
6. Gewimperte (^cüeatae) : haarförmige Borsten, wel-
che an beiden Rändern ihres Endtheils mit sehr feinen Spitz-
chen gefiedert sind.
7. Gekerbte {crenatae): sie bleiben bis zu der fein
auslaufenden Spitze ziemlich drehrund , sind hier aber eine
Strecke quergekerbt.
8. Zweizink ige {bidentes): in zwei Zinken auslau-
fende, von denen die eine ansehnlich lang, die andere ganz
kurz ist; zuweilen sind die Zinken am Innenrande gekerbt.
9. Borsten oder eigentlich Stacheln mit Wider-
haken (glochideae) : starke, spitze Borsten, welche an zwei
entgegengesetzten Seiten Widerhaken tragen.
Von zusammengesetzten Borsten kennt man folgende
Formen ;
1. Spiessborsten {verutae): der Anhang ist schmal
lanzettförmig , ohne Widerhaken an der Basis , und diese
ebenso an der Gelenkfläche abgeschrägt, als der längs der-
selben sich hinaufziehende Theil des Stieles ; geht der An-
hang verloren, so ähneln sie durchaus einer einfachen Borste.
2. Sichelborsten (^falcigerae) : der Anhang ist kurz
und sehr schwach sichelförmig gekrümmt, das obere Stiel-
ende läuft, wie bei den folgenden Borstenformen, in eine
kurze Gabel oder vielmehr eine Hohlkehle aus, in welche der
Anhang eingefügt ist.
3. Grätenborsten (spinig er ae) : der Anhang lang
und dünn wie eine Gräte oder eine plattgedrückte Nadel, die
Schneide ganzrandig oder fein gesägt.
4. Pfeilborsten (sagittatae): der grätenförmige An-
hang läuft an der Basis in einen Widerhaken aus.
5. Messer borsten Qcultrigerae) : der Anhang hat die
Form eines bauchigen Scalpells mit doppelter Schneide,
266 Grube:
■^ '''6. Geis seiborsten (flagelliferae) : der Anhang lang,
dünn und wie eine Geissei gegliedert.
7. Besenborsten (jscopiferae) : an einem Stiel sit-
zen unfern seines Endes mehrere fast grätenförmige Anhänge
dicht neben einander, wie die Stäbchen eines zusammenge-
legten Fächers.
Die Hakenborsten (^Uncini') bieten nur zwei Haupt-
formen dar, sie sind entweder sanft gekrümmt und dabei ge-
streckt, gestreckte Hakenborsten QUncini longi), oder
scharf gebogen und kurz entenhalsförmig mit geradem Schna-
bel, kurze Hakenborsten oder Häkchen (^Uncini bre-
ves}, in beiden Fällen aber ist die Biegung S-förmig. Die
Häkchen sind zuweilen so winzig , dass sie sich mit dem
blossen Auge kaum erkennen lassen , und werden dann am
besten zur Anschauung gebracht , indem man die Haut des
Querwulstes, auf dem sie sitzen, abzieht, und unter das Mi-
kroskop legt; in der Regel bleiben sie dann in derselben
reihenweise geordnet. Die gestreckten Hakenborsten werden
nicht selten fast gerade, aber in diesem Fall ist ihre Spitze
stark knieförmig oder rund umgebogen, öfters in 2 Zähne
auslaufend, während bei den kurzen Hakenborsten zuweilen
der ganze Vorderrand des Entenhalses gesägt ist. Die Bor-
sten der Regenwürmer habe ich in einem früheren Aufsatze
mit den Nadeln (Aciculae) verglichen, sie entsprechen aber
besser den Hakenborsten , obwohl sie meistens nur paarig
oder einzeln stehen.
Die Plattborsten iPaleae) kommen im Ganzen selt-
ner vor und zwar theils in Querreihen gestellt längs dem
Rande von Flösschen oder auf dem Rücken eines vorde-
ren Segmentes , theils in Kreisen an dem Vorderrande eines
Kopflappens oder eines ihm ähnlichen fleischigen Blattes, ich
konnte namentlich folgende Formen unterscheiden:
1. Gesäumte Pia ttb ors te n (P. /imöatoe): ähnlich
einer linearen aber starken längs dem Ende beiderseits breit-
gesäumten und dadurch hier fast ovalen Borste.
2. Lanzettförmige (^Lanceolatae): ähnlich den vo-
rigen, nur ohne Unterschied von Mittelstiel und Saum, dabei
scharf zugespitzt.
Die Familien der Anneliden. 267
3. Spatelförmig-e (^spathulatae) -. wie die lanzettför-
migen aber mit stumpf abgerundeter Spitze.
4. Pfriemen form ige {snbulatae): viel schmäler als
die lanzettförmigen, aber auch plattgedrückt.
Die übriß-en kommen nur in Kreisen an den oben an-
gegebenen Körpertheilen vor :
5. Knieförmige (geniculatae) : der hervorragende
Theil der Plattborste bildet mit dem im Fleisch steckenden
einen stumpfen Winkel.
6. Messerförmige (cultratae) : der freie Theil ähnelt
der Klinge, der im Fleisch steckende dünne der Angel eines
Messers.
7. Hakige (imcinatae): die Spitze bildet einen krum-
men Haken.
8. Sichelförmige (falcatae) : der freie Theil ähnelt
einer schwach gekrümmten Sichel.
Nadeln iAciculae) sind starke lineare einfache Bor-
sten, welche aber nicht wie diese mit ihrem grössten Theile,
sondern nur mit ihrer Spitze hervorragen ; sie kommen, wie
es scheint, bloss in Rudern vor, und dienen wohl dazu den-
elben, indem sie durch einen grossen Theil ihrer Länge
hindurchlaufen , eine grössere Festigkeit zu verleihen ; zu-
gleich sind sie für die Bewegung des Ruders von Nutzen.
Von seitlichen Bewegungsorganen, welche weder Haar -
noch Hakenborsten tragen, kennen wir nur ein Beispiel , es
sind die Flossen von Tomopteris.
Als Begleiter der in Höckern oder Rudern stehenden
Borstenbündel treten sehr häufig Girren (Cirn) auf, lineare
oder blattförmige Organe , welche wohl zum Tasten dienen,
und sich in mehr oder minder veränderter Gestalt als Füh-
lercirren am Mundsegment und als Fühler am Kopflappen wi-
derholen. Die linearen Girren sind pfriemcnförmig oder et-
was verlängert, mitunter vor der Spitze verdickt, oder faden-
förmig, meist glatt und eben, selten mit Nebenfädchen be-
setzt, gegliedert oder rosenkranzförmig, die blattförmigen er-
scheinen meistens oval oder herzförmig und in ähnlichen Ge-
stalten, doch immer ganzrandig, und sitzen in der Regel auf
einem kurzen Stiel. Bei Sphaerodorum und Ephesia sollen
die Girren eine ganz abweichende Gestalt haben, indem auf
268 Grube:
einem dicken halbkugligen Grundgliede ein kurzes papillen-
förmiges Endglied sitzt, eine Form, welche mit den äusseren
unteren Fühlern von Nereis übereinstimmt. Der Stellung
nach unterscheidet man bekanntlich Rü cken- und Bauch-
eirren (Cirri dorsuales und ventrales), je nachdem sie auf
dem Rücken- oder Bauchrande des Ruders, oder, wenn bloss
Borstenhöcker vorhanden sind, je nachdem sie an dem obern
oder untern derselben stehen, in einzelnen Fällen kommt
zwischen ihnen noch ein mittlerer (C intermedius) vor.
Trägt das letzte Segment ein Paar nach hinten gerichtete und
verlängerte, oder wenigstens von keinen oder nur winzigen
Borstenbündelchen begleitete Girren, so heissen sie After-
cirren (^Cirri ani^. Bei Anneliden, deren Borstenbündel
und Borstenhöcker wenig entwickelt sind, wie bei den eigent-
lichen Röhrenwürmern und Lumbricinen , fehlen die Girren
gänzlich, und wenn bei den ersteren in der Nähe der Bor-
stenbändel fadenförmige Organe vorkommen, so entsteht die
Frage, ob man sie nicht zum Theil als unentwickelte Kiemen
zu betrachten hat.
Von den Girren muss man andere Weichtheile unter-
scheiden, welche an der Stelle, wo das Borstenbündel her-
vortritt, erscheinen: namentlich die Lippen iLabia) des
Borstenbündels, von denen schon oben die Rede war. Mei-
stens bildet sich nur eine, die hintere, aus, bald als dickes
Fädchen oder Läppchen, bald als ein dünnes Blatt und dann
oft von sehr beträchtlichem Umfange, so dass es wohl die
Borsten selbst überragt. Züngelchen QLingulae) nenne ich
die dreieckigen oder lanzettförmigen Ausläufer, die wir bei
Nereis am Aussenrande der Ruder über und unter den Bor-
stenbündeln antreffen, Papillen (^Papulae} im Allgemeinen
die nur kurzen an Girren erinnernden Auswüchse , welche
ausser diesen an der Ruderfläche oder nahe dem Ruderrande
stehen, und einigen wenigen Gattungen eigenthümlich sind.
Kiemen {Branchiae^ erscheinen in verschiedener Ge-
stalt und an verschiedenen Stellen des Annelidenkörpers,
doch nie auf der Bauchseite. So zusammengesetzt sie in
manchen Fällen aussehen , so lassen sie sich doch auf die
Form eines Fädchens oder eines Blattes zurückführen, treten
sie aber in dieser einfachen Form selbst auf, so ähneln sie der-
Die Familien der Anneliden. 269
massen den Girren , dass man sie zuweilen nur schwer von
ihnen unterscheiden kann. Als Criterium giebt man für die
Kiemen den grössern Blutreichthum an, strenggenommen wäre
auch der Nachweis erforderlich, dass das zugeführte Blut zur
Aufnahme von Sauerstoff bestimmt ist. Kommen Rückencir-
ren und Kiemen gleichzeitig vor, so pflegen die letzteren
über den ersteren oder der Mittellinie des Rückens näher zu
stehen.
Die Formen von Kiemen, die sich hauptsächlich unter-
scheiden lassen, sind folgende:
1. Pfriemen förmige QBr. suhulatae}.
2. Griffeiförmige {styliformes) : minder spitz, auch
dicker als die pfriemenförmigen.
3. Zungenförmige (/m^fM/afae) : seitlich zusammen-
gedrückt, schmal, verlängert, spitz, mitunter beinahe lanzett-
förmig oder zugerundet.
4. Fadenförmige (filiformes^.
5. Kammförmige ipectiniformes} : die Kammzähne
sind entweder linear- oder blattförmig.
6. Federbuschförmige (plumosae^: aus einem
stärkeren Faden spriessen nach allen Richtungen Nebenfädchen
hervor.
7. Baumförmige ( arboreae ) : einzelne , sich ver-
ästelnde und verzweigende Stämmchen.
8. Strauch förmige (^fruticosae) : mehrere neben ein-
ander stehende, von Grund aus verästelte, zuweilen auch am
Grunde verbundene Stämmchen.
9. Quastenförmige (cirratae): einzelne kurze, nur
am Ende in einen Büschel einfacher oder doch nur wenig
getheilter Fäden auslaufende Stämmchen.
10. Gefiederte ipinnatae} : schmal dreieckige, dop-
pelt gefiederte Blätter.
11. Pinselförmige {penidllatae) : in der Art der
Zusammensetzung mit den kammförmigen übereinstimmend,
doch darin verschieden , dass die Kammzähne lange Fäden
und der Theil, an welchem sie sitzen, nicht eine Stange, son-
dern ein geradabgeschnittenes mehr oder minder zusammen-
gekrümmtes oder zusammengerolltes BlatC ist ; letzteres nenne
ichBasalblatt {Laminahasüaris)^ erstere Kiemenfäden
270 Grube:
(Fila branchialia}. Dergleichen pinselförmig-e Kiemen be-
gegnen bei den Serpulaceen am Vorderende, eine rechte und
eine linke, und sind hier so gestellt, dass die Kiemenfäden
der Längsachse des Körpers parallel liegen. Die letztern pflegen
am Innenrande mit einer Doppelreihe kurzer zarter Neben-
fädchen besetzt oder bärtig zu sein {barbata), aber der
Ite Kiemenfaden, d. h. derjenige, welcher der Mittellinie am
nächsten oder der erste der Rückenseite ist, verliert zuwei-
len diese Nebenfädchen, und verdickt sich dagegen bei den
Serpulen am Ende oder breitet sich in eine Scheibe aus :
Deckel {Operculum).
Was die Anheltung der Kiemen anlangt, so finden wir
sie meistens paarweise auf der Rückenfläche oder nahe dem
Rückenrande , selten an den Rudern selbst oder am Bauch-
rande sitzend, bald auf der Mehrzahl der Segmente in unun-
terbrochener Reihe, bald nur an den mittelsten oder vorde-
ren, oder auch am Vorder- oder Hinterende selbst.
Für die blattförmigen Ausstülpungen der Rückenwand
bei den Aphroditeen , welche oft wie Schuppen über einan-
der greifen und von Oersted Kiemen genannt werden, be-
halte ich den von Savigny gebrauchten Namen Elytren
bei, weil diese Organe, obschon in ihrer Anlage und Anhef-
tung mit Kiemen übereinstimmend, in der Mehrzahl der Fälle
schwerlich ihre Function übernehmen ; nur da, wo die Elytren
ausserordentlich zart sind, und am Rande in dünne Fortsätze
auslaufen, könnte ihnen dieselbe zukommen. Auf den Seg-
menten , welchen ausgebildete Elytren fehlen , bemerkt man
öfters an der entsprechenden Stelle sitzende, niedrig koni-
sche Erhabenheiten , welche ich für unentwickelte Elytren
oder Ansätze dazu halte, und Elytrenstummel {Tiiber-
cula dorsualia) nenne.
Schliesslich gebe ich hier noch eine Uebersicht der For-
men, in welchen der meist nur an der einen Kieme der Ser-
pulen ausgebildete und zum Verschluss ihrer Röhren dienende
Deckel (Operculum) vorkommt, indem ich besonders auf den
Aufsatz von P h i 1 i p p i in Wiegm. Arch. 1844. p. 186. Taf. VI.
verweise : Diese Gestalten sind :
1. Spateiförmig (0/?. spathulatiim) : von der Form
einer senkrechten, oben abgestutzten, etwas concaven Platte.
Die Familien der Anneliden. 57 1
2. Löffeiförmig (^cochleare) : ähnlich dem vorigen
aber am Ende zugespitzt.
3. Eichel förmig iglandiforme) : das verdickte Ende
ist oben und unten abgerundet, zuweilen einem Doppelkegel
ähnlich, die obere Hälfte der Eichel auf die untere gerade
oder schief aufgesetzt.
4. Gehörnt {cornutum)'. halbkuglig, oben platt oder
kuglig, mit hornartigen Fortsätzen auf dem Scheitel.
5. Trichterförmig (infundibuliforme) : d er Bod en
des Trichters ist wenig vertieft und undurchbohrt, vom Cen-
trum gegen die Peripherie hin laufen zahlreiche Furchen, und
der Rand erscheint gekerbt oder gezähnelt,
6. Gekrönt {^coronaturn) : auf dem Boden eines trich-
terförmigen Deckels erhebt sich eine Krone von einfachen
oder geliederten Stäbchen (^Virgulae}.
7. Stachlig (hastatiiin) : auf einer ebenen, schräg an-
steigenden Endfläche stehen einige Paare harter, beweglicher,
spiess- oder stachelförmiger Fortsätze.
Der unentwickelte Deckel ähnelt dem blossen Stiel des
ausgebildeten , nur dass er kürzer ist , und nie die spitzen
Fortsätze trägt, welche dieser zuweilen an dem Grunde des
Deckels hat.
Bei der Mehrzahl der Anneliden ähneln sich die Kör-
persegmente sowohl in ihrer Form als in ihrer Ausstattung
und namentlich in der Bildung der seitlichen Fortsätze und
deren Bewaffnung, bei vielen findet aber auch ein so merk-
licher Unterschied statt, dass er sich schon beim ersten An-
blick kund giebt. In diesem Fall sind entweder die gleich-
artigen Segmente bald einzeln bald zu je zweien zwischen
die anders gebildeten eingeschoben, und dann muss das Zah-
lengesetz der Abwechselung angegeben werden, oder die
gleichartigen jeder Form setzen grössere Körperabschnitte
zusammen; ersteres bemerken wir durchgängig bei den Aphro-
diteen , letzteres bei der Gruppe Heteronereis der Gattung
Nereis , bei Terebella , Pectinaria , Sabellaria, Sabella, Ser-
pula u. a. Der hintere Körperabschnitt {Sectio po-
sterior^ ist in manchen Fällen der entwickeltere , in vielen
dagegen offenbar der verkümmerte , dessen seitliche Fort-
sätze öfters gar nicht mehr zur Ausbildung gelangen , und
272 Grube:
an dem man sogar mitunter nicht einmal mehr Segmente
unterscheiden kann, wie bei einigen Röhrenwürmern. Sind
aber am vorderen wie am hinteren Abschnitt Ruder oder
Borstenhöcker vorhanden, so spricht sich die Verschiedenheit
theils in der Form der Weichtheile und der Borsten , theils
auch in der Stellung derselben aus; ich nenne dies den Bor-
stenwechsel iMutatio setarum) und gebe die Segmente,
mit welchen er eintritt , in Form eines Bruches an , so dass
zum Beispiel m. s. | bedeuten würde , dass mit dem 9ten
Körpersegment diejenige Abtheilung beginnt, deren Borsten-
höcker, Ruder oder Borsten selbst abweichend geformt oder
gestellt sind. So stehen an den 8 vordersten Segmenten der
meisten Sabellen die Bündelchen der Haarborsten oben, die
Querpolster mit der Reihe der Hakenborsten unten, mit dem
9ten Segment kehrt sich die Anordnung um , indem die Ha-
kenborsten den obern, die Haarborsten den untern Platz ein-
nehmen. Drei verschieden ausgestattete Körperabschnitte
kann man bei Chaetopterus und Arenicola piscatorum wahr-
nehmen, über diese Zahl hinaus scheint es aber nirgends zu
gehen.
Die Zahl der Segmente bei den Individuen derselben
Art ist in der Regel unbeständig und zwar um so unbestän-
diger, je grösser sie ist; wo jedoch der Körper aus wenigen,
etwa höchstens 30 bis 40 Segmenten besteht , und keine
Quertheilung stattfindet, scheint sie seltener Schwankungen
unterworfen oder ist (wenn man vom Embryonenzustande
absieht) entschieden constant. In diesen Fällen also, wie bei
den Pectinarien, Hesionen, mehreren Polynoen und den Hi-
rudinaceen und andern Egeln gewinnt sie Bedeutung, und
kann als Artcharakter benutzt werden , bei den übrigen An-
neliden muss man sich durch Vergleichung vieler Exemplare
ein Maximum herauszubringen bemühen, bis zu dem sie sich
erhebt, und ein Minimum , bis zu welchem sie sinkt. Zer-
fallen die Segmente weiter in Ringel QÄnnuli) , so pflegt
die Zahl der letzteren , wenn sie 5 oder 6 nicht übersteigt,
für die einzelnen Arten ziemlich beständig zu sein, und kann
mitunter selbst für .Gattungen als Charakter gebraucht wer-
den. Bei den von mir angegebenen Zahlen der Segmente
ist nur das Mundsegment, nicht aber der Kopflappen mitge-
Die Familien der Anneliden. 273
rechnet ; dasselbe gilt für die Angabe der Ringe bei den Dis-
coplioren, bei deren Beschreibung allgemein nur diese und
nicht die Segmente gezählt werden , weil die Grenzen der
letzteren fast immer weniger in's Auge fallen.
Um manche Röhrenwürmer leichter und sicherer zu er-
kennen, muss man auch auf ihre Wohnungen sein Augenmerk
richten. Selbst da, wo diese kalkig sind, wie bei den Ser-
pulen und ihren nächsten Verwandten, haben sie eine durch-
aus andere Entstehung als die Gehäuse der Schnecken, mit
denen sie lange Zeit zusammengeworfen wurden. Ihre Sub-
stanz ist nämlich, wie auch neuerlich R. Leuckart hervor-
gehoben, nur eine Ausschwitzung der Haut , nicht eine Ab-
lagerung in derselben, man darf sie also nicht zu den Haut-
skeleten zählen, und nennt sie richtiger Röhren, (Tuhi) als
Schalen, (Testae). Dennoch giebt es gewisse Fälle, in
denen beide schwer zu unterscheiden sind, wie denn die frei
im Sande steckende Röhre der Serpula libera einem Dentalium
und manche andere Art einem Vermetus täuschend ähnlich
sieht. Im Allgemeinen erkennt man die Schalen der letzte-
ren an ihrer regelmässigeren Windung, ihrer glänzenden In-
nenfläche, dem Vorhandensein von Scheidewänden und dem
Mangel der EndölTnung , welche allen Serpularöhren zukom-
men soll, allein dies letztere ist ein Charakter, den man we-
gen seiner oft versteckten Lage nicht nach Wunsch benutzen
kann, und da man nicht eben selten nur nach dem äussern
Ansehen zu urtheilen genöthigt ist , wird ein Irrthum mög-
lich, den ein Blick auf den Bewohner des. Gehäuses zugleich
zerstören müsste. Die nicht kalkigen Röhren bestehen aus
einer durchsichtigen hornharten oder weicheren Chitinmasse,
und gewinnen dann durch angekitteten Sand, Steinslückchen,
Pflanzen- und Conchylienfragmente oder ganze Conchylien
u. dgl. eine grössere Festigkeit, zeigen auch wohl, wenn das
dazu verwendete fremde Material sehr fein und gleichartig
ist, eine lederartige Consistenz und Biegsamkeit. Auff"allend
endlich ist die dicke zähe Schleimmasse, welche den Körper
einiger Anneliden (namentlich Siphonosiomum uncinaium und
Eriographis borealis') statt einer Röhre umgiebt.
Man darf sich nur einige Zeit mit dem Studium der An-
neliden, besonders der im Meere lebenden beschäftigt haben,
Archiv, f. Naturgesch. XVI, Jahrg. 1. Bd. 18
574 Grube:
um ZU erkennen, dass hier eine eben so grosse Mannigfaltig-
keit der Form wie unter den Crustaceen herrscht , doch ist
man meines Erachtens häufiger als sonst genöthigt, aus einer
oder ein paar Arten eine Gattung , und aus einer oder ein
paar Galtungen eine Familie zu bilden , wenn man anders
unter Familie einen Verband von Gattungen versteht, welche
sich an eine durch Eigenthümlichkeiten des innern oder äus-
sern Baues hervorragende auf's engste anschliessen und um
sie herumgruppiren. Dieser Uebelstand, die Annahme ver-
hältnissmässig vieler Familien und Gattungen auf einem klei-
nen Gebiete wird vermuthlich in Folge vielfältigerer und ge-
nauerer Untersuchungen beseitigt, und dadurch eine schärfere
Charakteristik der Abtheilungen möglich werden. Jur Ue-
bersicht der Familien habe ich zwei Tafeln entworfen : die
eine stellt die Verwandtschaften derselben dar , und macht
einestheils auf die Gattungen aufmerksam, in welchen sich die
Annäherung zweier Familien ausspricht, anderntheils auf die-
jenigen, die an der Grenze des ganzen Gebietes stehen und
die Brücken zu den angrenzenden Gebieten bilden; die zweite
Tafel hingegen hebt die Unterschiede der Familien hervor,
und soll zur Erleichterung beim Bestimmen dienen , wobei
natürlich die unter allen Umständen sichtbaren und beson-
ders in's Auge fallenden Charaktere am meisten berücksichtigt
werden mussten. Sieht man ferner zu, unter welche höhere
Abtheilungen sich diese Famihen bringen lassen, so scheinen
mir deren 5 hervorzugehen , von denen drei grössere Com-
plexe bilden, die andern beiden dagegen bloss auf einzelnen
Gattungen beruhen ; doch zeigen diese Gattungen , so weit
ihr Bau bekannt ist, so bedeutende Abweichungen, dass man
sie kaum mit einer der übrigen Abtheilungen vereinigen kann,
und ich vorläufig nicht anstehe, ihnen einen gleichen Rang
mit den Complexen zu ertheilen. Betrachtet man die Anne-
liden als Klasse oder Unterklasse , so werden wir also fol-
gende Ordnungen haben:
I. Appendiculata polychaeta. Diese Ordnung umfasst
diejenigen Anneliden mit seitlichen Borstenbündeln oder Bor-
stenkämmen, welche entweder neben diesen oder am Rücken
oder Kopftheil allerlei weiche Anhänge, bald nur Läppchen,
bald Blätter, Fäden oder zusammengesetztere Organe tragen;
Die Familien der Anneliden. 275
die Borsten stehen (ausser zuweilen an den Körperenden}
mindestens zu je 8, in der Regel jedoch weit zahlreicher
beisammen. Es giebt nur drei Gattungen, bei welchen we-
der Kiemen noch Fühler, Girren oder grössere Anhänge an-
derer Art vorkommen, und bei welchen sich die Borsten so
spärlich entwickeln, dass man sie auf den ersten Anblick unter
den Oligochaetis suchen könnte : Lumhrkonereis , Clymene
und Clymeneis, dennoch setzen ihre Borsten Bündelchen oder
Kämmchen von je 8 oder mehr zusammen ; bei Lumbricone-
reis laufen die Höckerchen, in denen die Borsten stehen, in
Lippen aus, bei Clymene und Clymeneis sitzen die Kämmchen
der Hakenborsten auf ansehnlichen Wülsten, und zusammen-
gesetzte Borsten , wie sie Lumbriconereis besitzt, begegnen
nirgends in der Reihe der Oligochaeten. Die Appendiculata
polychaeta leben im Meer und sind , so weit die Untersu-
chungen reichen, getrennten Geschlechts. Dieser Abtheilung
würden die Nereidees und Serpulees Savigny's entsprechen.
n. Gymnocopa *"*). Die einzige bekannte Gattung To^
mopteris besitzt ausgebildete seitliche Bewegungsorgane zum
Schwimmen, doch ohne Borsten, wodurch sie sich von den
Appendiculaten , bei denen sich diese Gebilde so reich und
mannigfach entwickeln, eben so sehr unterscheidet wie durch
den Mangel oder die geringe Ausbildung des Gefässsystems;
der Kopftheil trägt fühlerartige Anhänge , welche eine Art
Borste enthalten, das Geschlecht scheint getrennt; der Auf-
enthalt ist das Meer.
HI. Onychophora *"**"*). Die einzige Gattung , auf wel-
che diese Abtheilung gegründet ist , Peripatus^ trägt an der
Bauchseite Fussstummel, welche nicht mit Hakenborsten, son-
dern mit wahren Klauen wie bei den Insecten enden sollen,
und am Kopftheil 2 weiche Fühler; das Gefässsystem ist we-
nig entwickelt, das Geschlecht, wie es scheint, nicht getrennt,
Sie leben auf dem Lande an feuchten Orten.
IV. Oligochaeta. Anneliden mit seitlichen Bewegungs-
organen , welche nur in wenigen, meist zu je 2 bis 8 bei-
sammensitzenden , aus kaum bemerkbaren Höckerchen her-
*) Von yufivös nackt und y.conr] Ruder.
**) oyv^ Klaue
276 Grube:
vortretenden und nie von Girren, Lippenblättern oder Kie-
men begleiteten Borsten bestehen , Zwitter mit mehr oder
weniger entwickeltem Gefässsystem , fast durchgängig ohne
äussere Athmungsorgane , von denen die Mehrzahl in der
Erde und im süssen Wasser, wenige nur im Meer leben. Ihr
Kopflappen verlängert sich höchstens in einen Stirnfaden,
trägt aber sonst keine Fühler, die Mündungen der Geschlechts-
werkzeuge sind paarig , und diese selbst beschränken sich
auf wenige Segmente. Hieher stelle ich die Lumbricinen und
Naideen.
V. Discophora, gleichbedeutend mit den Hirudineen der
früheren Systematiker , aus denen ich mehrere Familien bil-
de, ebenfalls Zwitter , denen jedoch seitliche Bewegungs-
organe fehlen, und deren Körperenden in Haftscheiben um-
gewandelt, durch abwechselndes Anheften und Loslassen eine
kriechende Bewegung bewerkstelligen; das Schwimmen, zu
dem nicht alle fähig sind , geschieht durch wellenförmige
Beugung und Streckung der Bauch- und Rückenfläche. Das
Gefässsystem ist mehr oder minder, Athmungsorgane, wie es
scheint, selten entwickelt, Anhänge am Kopftheil und Kiemen
fehlen, die Geschlechtsorgane münden unpaarig* in der Mit-
tellinie der Bauchfläche und finden sich nur in den mittleren
Segmenten.
Sollte sich's in Folge vermehrter Untersuchungen her-
ausstellen , dass es unter den Appendiculaten auch solche
giebt, deren Organisation eine grössere Uebereinstimmung
mit den Onychophoren und Gymnokopen zeigt, so könnte man
diese zwei Abtheilungen mit der erstgenannten (als Polychaeta)
unter dem Namen Appendiculata vereinigen, um sie den bei-
den andern Ordnungen gegenüber zu stellen , immer aber
würden die Oligochaeta, insofern sie mit jenen in der Stel-
lung und Beschaff'enheit der Bewegungsorgane, mit den Dis-
cophoren in den Geschlechtsverhältnissen und dem fast durch-
gehenden Mangel der Kiemen übereinstimmen, zwischen den
Appendiculaten und Discophoren die Mitte halten.
Die Appendiculata polychaeta sind seit Savigny und
Lamarc k immer in zwei Gruppen (Ordnungen) getheilt wor-
den, die man mit verschiedenen Namen belegt und verschieden
begrenzt hat. Savigny nannte sie Annelides Nereidees und
Die Familien der Anneliden. 277
Serpulees, Lamarck Antennees und Sedentaires, Cuvier
Dorsibranches und Tubicoles, Audouin und Edwards An-
nelides erranles und sedentaires, Oersted Maricolae und
Tubicolae, und die Grenzbestimmung- zwischen diesen Ord-
nungen fiel darnach verschieden aus, je nachdem die Areni-
colen (Telethusen) , Chaetopteren, Clymenen (Maldanien) und
Peripatus zu dieser oder jener gezogen wurden. Ich kann
solche Gruppen wegen mannigfacher Uebergänge, und weil
sie unter einander nicht so grosse Verschiedenheiten wie beide
zusammen den Oligochaeten oder Discophoren gegenüber dar-
bieten, nur als Unterordnungen betrachten , und habe deren
ebenfalls 2, aber nach einem andern Princip, nämlich nach
der Nahrungsweise, aufzustellen versucht: Die einen nenne
ich Rapacia , Raubanneliden, die andern Limivora,
Schlammfresser. Bei den Limivoren finden wir im
Darmkanal hauptsächlich oder ausschliesslich den Bodensatz
des Meeres, Sand und Schlamm mit dem, was beide an zer-
störten Thier- und Pflanzenstoffen oder an winzigen lebenden
Organismen enthalten. Ihr Darmkanal liegt, mit Ausnahme
der Serpulaceen und Hermellaceen, soweit man sonst unter-
sucht hat, lose in der Leibeshöhle, oder wird höchstens ganz
vorn von Dissepimenten umfasst, er ist dünnwandig, bei der
Verkürzung des Körpers hin und her gekrümmt, hat ein reich
entwickeltes Gefässsystem mit pulsirenden Erweiterungen, und
beginnt nur selten mit einem Rüssel ; wo dieser vorkommt,
fehlen ihm die Kiefer und längere Papillen. Das Nervensy-
stem scheint weniger ausgebildet, die Muskulatur weniger zu-
sammengesetzt , die Borstenhöcker sind nur kurz , ihre Bor-
stenbündel meistens dünn, zusammengesetzte Borsten kommen
nirgends, Hakenborsten oder Paleen , welche reihenweise in
Querwülsten oder Flösschen stecken, sehr allgemein vor. Kie-
men finden sich in der Regel nur an wenigen, und vorzugs-
weise an den vorderen Segmenten, die Borstenhöcker tragen
fast niemals cirrenartige Organe , der in seiner Ausbildung
zuweilen sehr unterdrückte Kopflappen (oder ein ihm ähn-
licher und seiner Lage entsprechender Theil) häufig fühler-
artige Anhänge in grosser Zahl und von ansehnlicher Länge,
selten dagegen Augen im entwickelten Zustande. Ihre Haut
zeigt fast nie ein glänzendes Farbenspiel, und sie wohnen
^78 Grube:
fast alle in Löchern des Meeresbodens oder in eigens gebauten
Röhren ; da jedoch die letztgenannte Eigenthümlichkeit die-
sen Thieren weder allgemein zukommt, noch von den Rapa-
eibus ausgeschlossen ist, so kann, auch abgesehen von der
verschieden genommenen Begrenzung dieser beiden Gruppen,
die Bezeichnung Tubicoles und Sedentaires nicht beibehalten
werden, der Name Serpulees ist aber ebensowenig zu billi-
gen, weil viele Gattungen den Serpulen weder in ihrer äus-
sern noch in ihrer Innern Organisation, noch auch im Bau
der Röhren ähnlich sind.
Die Rapacia oder Raubanneliden bilden in vielen
Stücken den vollkommenen Gegensatz zu den Limivoris. Ihr
fast immer kurz gegliederter Körper spielt mit mehr oder
minder glänzenden Farben , und zeigt eine durchgeführtere
Wiederholung der Organisation und eine höhere Entwicklung
der Bewegungsorgane, des Kopflappens , des Darmkanals und
anderer Theile. Die Höcker, in welchen die Borsten stehen,
sind meistens ansehnlicher, von Girren begleitet, oft mit
Lippen versehen, und häufig in wahre, von Aciculen gestützte
Ruder umgewandelt, die Borsten fast durchweg linear, selten
gestreckte Häkchen, und dann nicht reihenweise verbunden,
oft zusammengesetzt, in Bündelchen von 10—40 und mehr
vereinigt , selten weniger zahlreich , die Kiemen auf eine
grosse Zahl von Segmenten vertheilt; der Darmkanal, von
meist unvollständigen Dissepimenten der Leibeshöhle umfasst
und absatzweise eingeschnürt, beginnt in der Regel mit einem
zum Ergreifen des Raubes dienenden oft mit Kiefern bewaff-
neten Rüssel, wo dieser fehlt, können, wieFabricius von
Spio erzählt, lange Fühlercirren diese Function übernehmen.
Der Kopflappen ist deutlich ausgeprägt, obwohl zuweilen tief
in's Mundsegment gedrückt, selten hinten mit ihm ganz ver-
schmolzen, er trägt fast durchgängig paarweise gestellte Au-
gen und Fühler , in welchen letzteren sich die Girren der
Segmente wiederholen. Diese Thiere kriechen und schwim-
men umher, können sich aber auch zum Theil in den Sand
bohren oder Röhren bauen, ohne dabei, wie die meisten Li-
mivoren, in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt zu werden.
Will man ein Bild vom Aeussern der Limivoren mit
gmZf charakteristischen Zügen, so rauss man die Ophelien
Die Familien der Anneliden. 279
und ihre nächste Verwandte bei Seite schieben , weil sie,
soviel man weiss , keine Röhren bauen, auch keine Gänge
bohren und keine Hakenborsten haben, und sich in manchen
Beziehungen an die Gattungen Aricia und Cirratulus an-
schliessen, denen sie A u d o u i n , Edwards und 0 e r s t e d
beigesellt haben, allein im innern Bau stimmen sie so sehr
mit den Arenicolen und Terebellen überein, dass ich sie aus
der Gemeinschaft mit diesen nicht herausreissen kann, und hier
zwei Familien annehme, die Aricieen, die ich zu den Rapa-
cibus rechne, und die Opheliaceen, die ich in den Kreis der
Limivora ziehe. Bei Oersted finden wir die Ophelien mit
Cirratulus und Sphaerodorum zusammen als eine besondere
Gruppe der Familie Ariciae, die er Ariciae nereideae nennt;
ich habe die Cirratulen und Sphaerodoren von den Ophelien
getrennt und in die Aricieen aufgenommen. Den Opheliaceen,
Telethusen und Terebellen schliessen sich im innern Bau die
Siphonostomen an, die ich, w^il sie sich in keine jener Grup-
pen bringen lassen , zu einer eigenen Familie erhebe , das-
selbe habe ich mit den Chaefopteren gethan, von denen ich
vermuthe, dass sie, ebenso wie die Maldanien, ähnliche ana-
tomische Verhältnisse zeigen werden; dagegen entfernen sich
in dieser Hinsicht die Hermellaceen und Serptilaceen, welche
näher unter sich als mit einer der andern Familien ver-
wandt sind.
Ob die Fabricien nicht von den Serpulaceen abzutren^
nensind, ist eine Frage, die, wie ich sehe, auch 0. Schmidt
sich aufgeworfen und bejaht hat, doch würde ich nach al-
lem, was ich über diese Theire gelesen, mich wenigstens nicht
entschliessen können, die Gattung Dero von den Naideen
loszureissen und mit ihnen zu verbinden.
Was die Rapacia anlangt, so kann über die schon von
Savigny gegründeten Gruppen der Aphroditeen, Amphino-
meen und Emüceen kein Bedenken sein. Von seinen Nerei-
deen wurden durch A u d o u i n und Edwards die Ari^
cieen abgezweigt , und ich glaube dasselbe Recht auch für
meine Phyllodoceen und Glycereen in Anspruch nehmen zu
können, zweifelhafter bin ich über die Syllideen, Nephthydeen
und Amytideen^ die ich vorläufig auch als eigene gleichwer-
thige Gruppen behandelt habe, so dass der Stamm jener gros-
28Ö Grube:
sen S a V i g n y'schen Familie , die Gattung Nereis mit Lyca-
stis vereinigt nur einen winzigen Rest, die Lycorideen bil-
den würde. Der Mangel an Thalsachen in Betreff des in-
nern Baues und der Lebensweise erlaubt hier keinen sichern
Schritt, und empfiehlt dasjenige Verfahren, welches am ersten
eine Entscheidung herbeizuführen pflegt , das Aufstellen der
fraglichen Gruppen in gleicher Linie mit den andern, um die
Aufmerksamkeit der Forscher um so mehr darauf zu lenken.
Die Amytideen würden vielleicht mit den Syllideen zu ver-
schmelzen sein, wenn jenen nicht der Rüssel fehlen sollte,
der diesen zukommt; die Nephthydeen, Syllideen und Glyce-
reen scheinen zwar einerlei Lebensweise zu haben , besitzen
aber eine sehr verschiedene Bildung des Kopflappens, der
Fühleranhänge und Ruder, und vielleicht sind selbst die He-
sionen von den Phyllodocen abweichender gebaut als es den
Anschein hat.
Mehr Thatsachen haben mir, als ich die Discophoren
(die früheren Hirudineen) einer Prüfung unterwarf, zu Ge-
bote gestanden; hiernach scheint es mir zum wenigsten er-
laubt, die Rüsselegel (Clepsinea)^ die schon die Farblo-
sigkeit ihres Blutes den andern gegenüberstellt, von der roth-
blutigen zu sondern; die Branchiobdelleen schliessen sich mehr
den ersteren als den letzteren an, weichen doch aber auch
von jenen in mehreren Stücken merklich ab; bei den Acan-
thobdellen hat mich fast nur das äussere Ansehen bewogen,
sie zu einer Familie zu erheben, und wir bedürfen hier noch
am meisten einer genauen Erörterung ihres inneren Baues.
Was endlich die Oligochaeten betrifft, welche zwischen
den Discophoren und den übrigen Anneliden in der Mitte
stehen, so habe ich hier die beiden schon früher aufgestell-
ten Familien der Lumbricinen und Naideen beibehalten. So
sehr der Gegensatz zwischen den Kernen dieser Familien, um
welche sich die übrigen Gattungen gruppiren, in's Auge fällt,
so muss man doch gestehen, dass die scharfe Grenze, wel-
che man zwischen diesen Gruppen zu ziehen geneigt ist,
durch mancherlei Uebergangsgattungen verwischt wird.
Demnach würden die Annulaten nach meinem Dafürhal-
ten in folgende Gruppen zerfallen ;
Keine ab-
wechselnd
niiftrelen-
(le lind
fehlende
Rücken-
anhänge.
allein vorhanden, klein ,
2 Paar, keine Fiililercir-
ren, Cirren der Kuder kurz,
Kopflappen
Keine
Kiemen.
Kiemen
vfirhandcn
Uebcrsicht der Familien zu ihrer Unfersciicidiiiig.
I. i%ppciidiculata polychaeta.
A. Rapaciai
Mit Rückenanhängen (Elylren, fächerförmig ausgebreiteten Borsten oder Uückencirren) , welche an gewissen Segmenten auftreten,
n dazwisclienliegenden fehlen, Kopflappen platt tief in's .Mundsegment gedrückt, 1—3 Stirn- und 2 seitliche unlere Fühler, Rüssel
risoh mit 2 Paar gleicher Kiefer, Ruder 2- selten 1- ästig .... .......
I Mundöfl'nung von mehreren Segmenten umgeben, ganz an der Bauchseile, Kopflappen hoch vorn breiter, Kühler 5, 1 oder 0,
auf den Mundsegmenten zuweilen eine Carunkel, Rüssel dick, ohne Kiefer, Kiemen meist büschlig, Borstenhöcker 2- oder 1 - zeilig
. . .', platt, vorn breit gerundet oder abgestutzt, Rüssel keulenförmig, vorn mit Papillen, innen
zwei Kiet'erplältchen, Kiemen an den Rudern, sichelförmig; Ruder 2 -ästig mit gros-
sen Lippenblättern ..........
spitz kegelförmig, geringelt, Rüssel keulenförmig mit 2 Paar gleicher Kiefer, Kiemen an
den Rudern , kurz griU'elförmig oder fehlend, Ruder mit 2 getrennten oder verwach-
senen Aesten, Segmente geringelt, Fühler zuweilen kaum bemerkbar
ist allein vorhanden und 2 Paar, selten noch 1 fünfter hinterer Kühler, Kopflappen flach, Fühlercirren vorhan-
den an den Seiten stehend, Rüssel keulen - selten schüsseiförmig, mit Papillen, sehr selten auch mit 2 kleinen
Kielern, Ruder 1- sehr selten 2 -ästig, Cirren entweder blatt- oder fadenförmig .....
kleine und 2 seitliche unlere viel grössere Fühler mit dickem Grund- und winzigem Endgliede, Kopflappen flach.
Nur 1 Rüssel dick mit 2 Kiefern, Ruder mit Cirren auch Züngelchen und (zuweilen grossen) Lippenbliiltern
Mund- /2 oder 4 ansehnliche, ausserdem lange Fühlercirren, Kopflappen hinten mit dem Mundsegment verschmolzen, kein Rüssel,
Segment ;\ keine Kiemen, Ruder 2- oder 1- ästig ...........
Stirnlüh- .eine Querreihe von 3 oder 5 hinteren Fühlern (selten nur 1), öfters Fühlercirren, niilnnler gar keine
Selten vor- l Fühleranhänge, Rüssel kräftig mit mehreren Paaren verschieden gestalteter Kiefer, Kiemen kamni-, feder-
handen, meist I busch-, pfrieraenförmig oder fehlend, Ruder l-ästig mit Lippen an den ßorstenbüudeln und meistens
fehlend, nie / 1 Rückencirrus, seilen mit 1 Bauchcirrus, oder ohne Cirren ......
mehr als 2, il oder keine hinlere Fühler, oft 2 lange Fühlercirren, Kopflappen hinten gerade abgeschnitten oder in's
Stirn zuwei- i iMundsegment gedrückt, Rüssel flach schüsseiförmig (bei Ephesia keulenförmig) oder kaum umstülp -
len 21appig, I bar, ohne Kiefer, Kiemen griffel-, zungen - oder fadenförmig, auf dem Rücken, kurze 2-äslige Ruder
oder 2-zeilige Borslenhöckcr mit oder ohne Cirren ........
nie vorhanden, nur hinlere Fühler, meist 3 in einer Querreihe, Stirn öfter 2 - lappig durch 2 untere Polster, Füh-
j lercirren meist vorhanden, Rüssel cylindrisch ohne Kiefer, zuweilen mit einer Bohrspitze, Ruder l-ästig mit 2 oder
\ nur 1 Cirrus ...............
B. liimivora.
Segmente ungleichartig, Körperabtheilungen von verschiedenem Aussehen bildend, die vorderste und hinterste durch Flösschen mit P.i-
Icen verbreitert, keine wahre Hakenborsten, am KopHappen höchstens 2 Fühler .......
Segmente gleichartig einander an Länge nicht ungleich, Kopflappen mit zweierlei Fühlern , sammt dem Mundsegment in den Vor-
derkörper zurückziehbar, vorn öfters lange nach vorn gerichtete Borsten, die übrigen Borstenbündel meist sehr dünn, Hakenbor-
sten, wenn vorhanden, lang, nie in ganzen Querreihen auf Polstern sitzend ........
(wenn nicht vielleicht die verästelten Anhänge am Kopflappen von Ammochares diese Bedeutung haben), Segmente sehr ungleich
an Länge, Kopflappen mit oder ohne Anhänge, Boistenbündel sehr dünn, keine vorgestreckte Borsten am Vorderende, Haken,
borsten in Querreihen oder auf Querwülsten stehend, nur kurz .........
HZ an der Bauchseite gelegen, Kopflappen mehr oder minder kegelförmig, selten vorn zweispitzig, Rüssel schüssei-
förmig selten fast kuglig, Kiemen griflelförmig. meist tief heiabgerückt , (selten verästelt und nur an den vordem
Segmenten,) Borstenbündel meist dünn, keine Querreilien von Hakenborsten, Haut mit Falbenschimmer
(•cylindrisch, über der Rüsselmündung ein winziger Kopflappen oder Fühler , Kiemen verästelt seilen
tief herabgerückt, Borstenbündel und Reihen von Hakenborsten .....
on einem ansehnlichen Lappen, an, unter oder hinter welchem viele Fühler
(bei Polycirrus vielleicht Kiemen), auf dem Rücken des Mundsegmenls zuwei-
len eine Querreihe von Paleen , Kiemen kämm-, bauni- quastenförmig oder
gekraust , nur an wenigen vordem Segmenten , selten mitten auf dem Rük-
ken derselben . ........
on einem ansehnlichen zuweilen oben weitgespaltenen Lappen, an dessen Vor-
derrand Paleen und an dessen Seiten unten viele Fühler, Kiemen zungen -
und griflellörmig nur an der vordem Körperabtheiluiig, die hintere auch
ohne Borsten ....... . .
\. Aphroditea.
IL Amphinomi'a.
V. NcphtkijHea.
VII. Glijcerea.
\l. Phijllodoceiz.
IV. Lycnridea.
IX. Amytidea.
111. Ewiicea.
auf demRük-
oder an
1 der Seite der
Segmente ;
Mund
I nach
richte
, Rü
' fehlend; Haar- und'
Hakenborsten; Mund^
überragt
ganz vorn in der Verlängerung der Körperlängsachse, pinselförmig, (meist bärtige auf dem Rande von 2 mehr oder minder einge-
rollten Basalbältern sitzende Fäden), Kopflappen nicht ausgebildet, kein Rüssel, Haar- und Hakenborslen
VIII. Syllidea.
XIIL Chaelopterea.
Xll. Penisen.
XV. Maldania.
\\. OpheUacea.
XIV. Telelhusa.
XVI. Terelellacea
XVII. Uermeüacen.
XVIII. Serpiilacea.
^Ua-.v.,
LlAt^ HsvtS, iJei-t»
Cj aX-LiK.^^i^tAj
.t..U^V.
^r^ /'J.?/.
.iWffirdcmtfJ Jfutm^ra.
'W'
^ uinlricenfrfi» ^w^ja/i
Jriftiiia.- '■'l'i'Vj^''
jUliphiuLim
JBjiajiiscrktjUclt:^,
dmu^'i
.■fiuiiichwr'tl Skutuct
Scnujtltru
W^
.HalC^.
X/.fhi/a.
Sjdr
Üattcjitei
de" f ■ -
üy ^-^ ■ ^-,f>iiUtcU--
.. Jimicmelus Sa£eUa^'-.
yScrpulaccay
SicliürUuj-
not^i^^
"^^..^ir-V
' 3Cu
iMdcU iL'
JU^
^■.^Ht\^a,;
Die Familien der Anneliden, 281
jUnnulata*
I. Appendiculata polychaeta.
A. Tribus Rapacia.
Aphroditea.
Amphinomea.
Eunicea.
Lycoridea.
Nephthydea, Phyllodocea (eigentliche Phyllodoceen,
Hesioneen).
Glycerea, Syllidea.
Amytidea.
Ariciea (eigentliche Aricieen, Spiodeen).
B. Tribus Limivora.
Opheliacea, Telethusa^ Terebellacea (eigentliche Te-
rebellaceen, Amphicteneen).
Maldania.
Pherusea,
Chaetopferea,
Hermellacea^ Serpulacea.
II. Gymnocopa.
Tomopteridea.
III. Onychophora.
Peripatea.
IV. Oligochaeta,
Lumbricina, Naidea.
V. Discophora.
Hirudinacea.
Clepsinea^ Branchiobdellea.
Acanthobdellea.
(Hier schliesst sich die beiliegende Tabelle an).
282 Grube;
Cliarakteristik der Familien.
I. ytppeudiculata polychaeta,
il. Tribus Rapacia.
I. Familie Aphroditea Sav.
Körper oval jVerlängert oder entschieden wurmförmig,
mehr oder minder flachgedrückt, der Rücken jederseits mit
Elytren oder mit Fächern von Borsten bedeckt, 2 Aftercirren
oder keine.
Kopflappen flach, gerundet, oft mit einem Stirnein-
schnitt, mit seiner hintern Hälfte so tief in's Mundsegment
gedrückt, dass von diesem nur die Seitentheile zu sehen sind,
Fühler 2 (?) bis 5, 2 davon sehr lang, ganz seitlich und tie-
fer als die andern gestellt, welche meist am Stirnrande sitzen,
Augen 1 oder 2 Paar, zuweilen gestielt.
Mundsegment jederseits mit einem nach vorn gerich-
teten Paar Fühlercirren, zwischen denen sich zuweilen noch
Borstenbündelchen entwickeln.
Mund nach vorn gerichtet; Rüssel lang, cylindrisch
oder etwas flach gedrückt, am Vorderrande mit einer Reihe
länglicher Papillen besetzt, innerhalb derselben 2 Paar hakig
gekrümmter Kiefer, ein oberes und ein unteres, die Schnei-
den des oberen denen des unteren zugekehrt.
Seitliche Fortsätze der Segmente zweiästige
selten einfache Ruder, der untere Ast mit einem Bauchcirrus
und weiter vorspringend, jeder mit einer Nadel; die Anhänge
des obern Rückencirren, Elytren oderElytrenstummel, zuwei-
len gar nicht entwickelt , aber nie von einerlei Art an allen
Segmenten, sondern abwechselnd, so dass an den einen Rük-
kencirren bald mit bald ohne Elytrenstummel, an den andern
Elytren oder , wie bei Palmyra , gar keine obere Anhänge
Die Familien der Anneliden. 283
vorkommen, oder es erscheinen an allen Segmenten Rücken-
cirren, aber nur an den einen Elytren, an den andern nicht,
oder endlich es treten an den einen bloss Elytren, an den
andern gar keine Anhänge auf.
Borsten linear, entweder einfach oder zusammenge-
setzt, oder beides.
Elytren oben am Ursprung der Ruder befestigt, den
Rücken mehr oder weniger bedeckend , selten fehlend wie
bei Palmyra, Elytrenstummel öfter vermisst.
Wir kennen nur die Anatomie von Aphrodite aculeata Oi
A. hystrix und Polynoe squamata var, punctata 2). Der Ma-
gen ist knorplig hart, der Darm gerade, jederseits mit einer
Reihe langer, dünnhalsiger, am Ende weiter und lappiger
Blindsäcke versehen. 1 Rücken- 1 Bauchgefäss und 1 an
dem Nervenstrang vorhandenes , das Blut schwach röthlich
gefärbt, sehr blass ; die Hälften des Nervenstranges dicht an
einander liegend, in jedem Segment anschwellend, an 3 Stel-
len Aeste absendend, die Schenkel des Mundringes unmittel-
bar hinter der Mundöffnung noch durch eine Brücke verbun-
den, Geschlecht getrennt.
In dieser Familie stehen die Gattungen Aphrodite, Po^
lynoe\ Acöetes^ Polyodontes^ Pholoe\ Sigalion, Palmyra, Wür-
mer, welche sich durch die Bedeckung ihres Rückens mit
Elytren oder fächerartig aus einandergespreizten Borsten,
durch die Abwechselung in der Ausstattung der Segmente,
wonach die einen Anhänge haben, welche den dazwischen
liegenden fehlen, und durch die verticale Richtung ihrer
Kiefer von allen andern unterscheiden, in der niedergedrück-
ten oft vierkantigen Körperform mit den Amphinomen über-
einstimmen.
1. Aphrodite Linn., s. str. Cuv.
A. aculeata, Bast. Op. subsec. Tom. IL lib. II. pag. 62.
tab. VI. Fig. 1—4., Pall. 1. c, Cuv. Regne anim. Ed. 3., An-
*) Pallas Mise, zoologica p. 79. tab. VII., G. R. Treviranus
Zeitschr. für die Physiol. Bd. X. p. 157. lab. XI, XII, XIII.
2) Grube zur Anal, und Physiol. der Kiemenwürmer pag. 48.
tab. II.
284 Grube:
nelid. pl. 18. Fig. 2., Halithea aculeata Sav. Syst. p. 19.,? H.
sericea Sav. Syst. p. 19.
A. aurata, Halithea aurala Risso Hist. nat. Tom. IV. p.
412.,? A. borealis Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. IV. p. 368.
pl. X.
A. hystrix, Halithea hystrix Sav. Syst. p. 20., Aphrodite
hystrix Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXVII. p. 406.
pl. I. Fig. 1—9.
Ein verwandtes Thier muss die bloss abgebildete Hermione hy-
stricella Quatrefg. sein, Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 19.
2. Polynoe Sav.
A. Mit Elytren, welche den Rücken fast gänzlich be-
decken, Körper oval oder länglich, unter dem
Bauchcirrus eine Papille (Lepidonote Oersd.).
P. squamata, Aphrodite squamata Bast. Op. suhsec. Tom. 11.
lib. IL p. 62. tab. VI. , Polynoe squamata Aud. et Edw. Ann.
des scienc. nat. Tom. XXVII. p. 416. pl. VII. Fig. 10—16.
Var. Aphrodite punctata Müll. Wurm, die gedüpfelte
Aphrodite p. 170. tab. XIII.
P. impatiens Sav. Syst. p. 24 , Annelid. grav. pl. III. Fig. 2.,
cop. Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. 10. Fig. 1.
P. muricata Sav. Syst. p. 21., Annelid. grav. pl. III.
Fig. 1., cop. Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. II. Fig. 1.
P. laevis Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXVII.
p. 421. pl. IX. Fig. 11—19.
P. gramlosa Rathke Fauna der Krym p. 118. (Mem. de
PAcad. de Petersb. Tom. III. p. 408).
P. impar Jonst. Ann. of nat. hist. Vol. II. p. 436. pl. XXII.
Fig. 3—9.
P. cirrata, Aphrodite cirrataMüll., Fabric. Fauna Groenl.
p. 308. Fig. 7. A— D., A. violacea Müll. Prodr. Nr. 2645., die
flache Aphrodite Müll. Wurm. p.l80. tab.XIV., Lepidonote cirrata
Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 14. tab. I. Fig. 1, 5, 6, 11, 14, 15.
Polynoe cirrata Sars. Wiegm. Arch. 1845. I. p. 11. tab. I.
Fig. 12-21., Polynoe maculata Gr.?, P. fasciculosa Gr.?,
Act. Echin, Wurm. p. 87.
P. plumosa Gr. Act. Echin. Wurm. p. 86. , P. extenuata
Gr. L c.
Die Familien der Anneliden. 285
P. assimilis Oersd. Consp. Fase. I. p. 13. tab. I. Fig. 3,
6, 14. tab. II. Fig-. 32, 37, 38, 45, 46.
P. scabra, Aphrodite scabraFabric. Faun. Groenl. p. 311.
Lepidonote scabra Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 12. tab. I.
Fig. 2, 7. 10, 12, 13, 17, 18.
P. floccosa Sav. Syst. p. 23.
P. gelaünosa SdiXS Beskrivvelser p. 63. pl. 9. Fig. 25. a-c.
P. foliosa Sav. Syst. p. 23. , ?Aphrodita imbricata Linn.
Syst. nat. Ed. XII. Tom. I. P. II. p. 1084.
B. Mit kleinen Elytren , welche einen grossen Theil
des Rückens unbedeckt lassen, Körper meistens
wurmförmig, unter dem Bauchcirrus keine Papille
(Polynoe Oersd.).
P. scolopendrina Sav. Syst. p. 25., Johnst. Ann. of nat.
bist. Vol. V. p. 305. pl. V.
P. longissima, Eumolpe longissima Blainv. Dict. des
scienc. nat. Tom. LVII. p. 459., Chetop. pl. 10. Fig. 3.
P. Blammllii , Eumolpe scolopendrina Blainv. Dict. des
scienc. nat. Tom. LVII. p. 459., Chetop.pl. 10. Fig. 2.
P. elegans Gr. Act. Echin. Wurm. p. 85.
Weniger genau oder schlecht gekannt sind folgende Arten dieser
Galtung :
P. setosissima Sav. Syst. p. 25. Unter diesem Namen ist in Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 19. Fig, 2. eine Abbildung mit , wie
es scheint, stachligen Elytren gegeben; da Savigny die Elytren sei-
ner Art nicht gekannt hat, ist die Identität zweifelhaft.
P. scutellata Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 414.
P. viridis Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. II. p. 437.
Aphrodite annulata Penn. ßrit. Zool. Vol. IV. p. 87. tab. 26. Fig. 3.
Cit. Johnst. Index.
A. pedunculata Penn. ßrit. Zool. p. 45. tab. 24. Nr. 27. , Cit.
Brugh. Encycl. med. Vers. p. 86.
A. cirrosa Pall. Älisc. Zool. p. 96. tab. VIII. Fig. 3—6. ist wahr-
scheinlich identisch mit P. cirrala, ebenso A. lepidota Pall. 1. c. p. 94.
lab. VIII. Fig. 1. 2.
A. longa Müll. Prodr. Nr. 2646., Fabric. Faun. Groenl. p. 313.
Nereis squamosa delle Chiaie Mem. Vol. IL tab. XIX. Fig. 7,
10, 11.
Pohjnoe fulgurans Ehrenb. Schrift, der ßerl. Acad. 1834. p. 572 ,
ist vielleicht eine junge Pholoe.
Aphrodila armadillo ßosc Vers Ed. 2. Toni. I. p. 184.
286 Grube:
3. Aco etes Aud. et Edw.
A, Pleei Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXVII.
p. 437. pl. X. Fig. 7—14.
4. Polyodontes Renieri.
P. maxillosus Ren., Phyllodoce maxillosa Ranzani Mem.
di slor. nat. Dec. II. p. 1. pl. I. Fig. 2 — 9., cop. Blainv. Dict.
des scienc. nat. Tom. LVII. p. 461., Chelop. pl. 12.
5. Pholoe Johnst.
Ph. Baltica Oersd. Consp. Fase. I. p. 14. tab. I. Fig. 21.
tab. II. Fig. 34—36, 40.
Ph. inornata Jonst. Ann. of nat. bist. Vol. II. p. 437.
lab. XXIII. Fig. 1—5.
? Ph. minuta Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 17. tab. I.
Fig. 3, 4, 8, 9, 16., Aphrodita minuta Fabric. Faun. Groenl.
p. 314.
6. Sigalion Aud. et Edw.
S. Herminiae Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom«
XXVII. p. 443. pl. VIII. Fig. 1—6.
S. Maihildae Aud. et Edw. 1. c. p. 441. pl. IX. Fig. 1-10.
S. ic?Mwae 'Rathke Act. nov. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 150. tab. IX. Fig. 1—8., S. Boa Johnst. Ann. of nat. bist.
Vol. II. p. 439. pl. XXIII. Fig. 6—13.
S. /e/ra^fowwm Oersd. Fortegnelse. p. 7. FI. II. Fig. 5, 11.
S. Blainvillii Costa Ann. des scienc. nat. sec. ser. Tom.
XVI. p. 269. pl. 11. Fig. 1.
Wicht näher beschriebene Arten:
S. arenosum delle Chiaie Mem. Vol. VI. tab. 80.
S. squamosum delle Chiaie 1. c. tab. 96.
Vielleicht gehört hierher auch: Nereis stellifera Müll. Zool. Dan,
Vol. II. tab. LXII. Fig. 1—3. (Lepidia Sav.).
7. Palmyra Sav.
P. aurifera Sav. Syst. p. 17. , Aud. et Edw- Ann. des
scienc. nat. Tom. XXVII. p. 446. pl. X. Fig. 1—6., cop. Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 18. Fig. 1.
Zu dieser Familie gehört noch die nicht genau genug charakte-
risirte Gattung Etimolphe Risso Hist nat. Tom. IV. p. 416. mit einer Art
E. fragiiis Risso 1. c.
Die Familien der Anneliden. 587
Sehr fraglich scheint mir dagegen, ob die Galtung Spinther Johnst.,
welche er hierher zieht, diesen Platz einnehmen darf; die einzige von
ihm beschriebene Art Sp. oniscoides Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. XYI.
p.8. PI. II. Fig. 7— 14 erinnert mehr an die Siphonostomen oder man-
che Amphinomeen als an die Aphroditeen.
IL Familie. Amphinomea Sav.
K ö rp er länglich rund oder gestreckter, selbst wurmför-
mig, aber dabei kräftig, vierkantig oder niedergedrückt.
Kopflappen dick, vorn zugerundet, hinten keilförmig
in die den Mund umgebenden Segmente eingedrückt: Fühler
gewöhnlich 5, ganz den Girren ähnlich, die seitlichen, wie
sie, über einander gestellt, zuweilen sogar ein Borstenbündel
zwischen sich nehmend, Augen 1 oder 2 Paar.
Mundsegmente mehrere bis 5, wie die übrigen Seg-
mente mit Borstenbündeln und meistens auch mit Girren und
Kiemen versehen, zuweilen eine gemeinschaftliche Karunkel
auf dem Rücken tragend.
Mund ganz an der Bauchfläche gelegen; Rüssel kräf-
tig, ziemlich kurz und dick, gewöhnlich aus 2 Absätzen be-
stehend, ohne Kiefer und Papillen.
Seitliche Fortsätze der Segmente 1- oder
2 -zeilige Borstenhöcker mit Rücken- und Bauchcirrus oder
ohne Girren.
Borsten linear, einfach, Nadeln fehlen.
Kiemen mehr oder minder zusammengesetzt, quasten-
förmig oder verästelt, doch dabei niedrig, vom Rückenrande
etwas entfernt oder an ihm selbst stehend, oder längs der
Seite der Segmente herabsteigend, an allen Segmenten vor-
kommend mit Ausnahme von 1 oder ein paar vordem.
Die Anatomie ist nur von Amphinome rostrata 2) und
A. carunculata 0 bekannt. Bei diesen Thieren ist der Ma-
gen fleischig, der Darm gerade, weit, buchtig und sackig, die
Zahl der Gefässstämme bis 7, 3 unter sich durch Queräste
') Stannius: Ueber den innern Bau der Amphinome rostrata
Isis. 1831.
2) Pall. Mise. Zoo!, p. 106., Grube: De Pleiöne carunculata. Re-
giom, 1837., G. R. Treviranus Beobacht. aus der Zootom. und Phy-
siol. p. 53. Tab. XI.
288 Grube:
verbundene über dem Darm , 2 unter ihm , 2 am Nerven-
strang selbst gelegene , an jeder Seite des Pharynx 1 von
den oberen Gefässen des Magens gebildetes Wundernetz, das
Blut lebhaft rolh, die Hälften des Nervenstranges eng an
einander liegend, in jedem Segment anschwellend, jederseits
noch eine Reihe Ganglien, welche der Länge nach unter ein-
ander, durch Querfäden mit den Anschwellungen des Haupt-
stranges verbunden sind , die Schenkel des Mundringes un-
mittelbar hinter der Mundöffnung noch durch eine Brücke
vereinigt ; das Geschlecht scheint getrennt zu sein, die Kie-
men contractu.
Hierhergehören die Gattungen C/i/oeia, Notopygos^ Am"
phinome, Euphrosyne, Aristenia^ Hipponoe , LopJwnota, An-
neliden mit kräftigem, oft nur aus wenigen Segmenten be-
stehenden, Körper, angenehmer, zum Theil prächtig schillern-
der, häufig durch rolhe Kiemen noch gehobener Färbung, vor
allen ausgezeichnet durch die Bildung und Lage des Mundes.
Ihre Borsten bilden nicht selten ansehnliche flachgedrückte
Pinsel. Sie scheinen in der hohen See zu leben.
8. Chloeia Sav.
Chi. flava, Aphrodita flava Pall. Mise. Zool. p. 79. tab.
Vm. Fig. 7—11., Chloeia capillata Sav. Syst. p. 58., Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 9.
Dass hieher auch Chi. rupeslris Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 425.
zu stellen sei, verbietet die Gegenwart der Kiefer, die Risso ausdrück-
lich als schwarz gefärbt beschreibt.
9. Notopygos Gr.
N. crinita Gr. nov. spec.
10. Ainphinome Brug., s. str. Blainv.
A. carunculata, Aphrodita carunculata PalL Mise. Zool.
p. 102. tab. VIII. Fig. 12. 13.
A. complanata, Aphrodita complanata Pall. 1. c. p. 109.
tab.VHI. Fig. 19-26.
A. alcyonia, Pleione alcyonia Sav. Syst. p. 62., Annelid.
grav. pl. H. Fig. 3., Amphinome alcyonia cop. Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. S^i« Fig. 2.
A. aeoUdes, Pleione aeolides Sav. Syst. p. 62.
A. rostrata, Aphrodita roslrata Pall. Mise. Zool. p. 106.
Die Familien der Anneliden. 289
tab. VIII. Fig. 14— 18., Pleione teträedra Sav. Syst. p. 60.,
Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. S^'s Fig. 1.
A. vagans, Pleione vagans Sav. Syst. p. 60. (vielleicht
von A. rostrata nicht zu trennen).
Mir nicht bekannt ist die von Aud. et Edw. citirte A. pelagica
Quoy et Gaim- des Pariser Museums.
11. Euphrosyne Sav.
E laureata Sav. Syst. p. 63., Annelid. grav. pl. 11. Fig. 1.
E myriosa Sav. Syst. p. 64., Annelid. grav. pl. II. Fig. 2.
E. foliosa Au6. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXVIII.
p. 201. pl. IX. Fig. 1—14., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3.
Annelid. pl. 8. Fig. 2.
E. borealis Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 18. tab. II.
Fig. 23—27.
12. Aristenia Sav.
A. conspurcata Sav. Syst. p. 64. , Annelid. grav. pl. II.
Fig. 4., cop. Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. 8. Fig. 2.
13. H ip p ono e Auc\. et Edw.
H. Gaudichaudi Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat,
Tom. XXVIII. p. 203. pl. IX. Fig. 10. lO^is, Cuv. Regne anim.
Ed. 3. Annelid. pl. 8. Fig. 3.
14. Lophonota Costa.
L. Audouinii Costa Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom.
XVI. p. 270. pl. XIII. Fig. 1.
Risso stellt in diese Familie auch seine Gattung Zothea mit
einer Art Z. meridionalis Hist. nat. Tom. IV. p. 425 ; deren Beschrei-
bung zu ungenau ist , um sich davon ein Bild machen zu können, der
Rüssel soll 2 Kiefer haben.
III. Familie Eunicea. Sav.
Körper wurmförmig, dreh - oder halbrund, meist sehr
schlank mit einer grossen Anzahl kurzer Segmente und 2 Af-
tercirren oder keinen.
Kopflappen flach oder ziemlich dick, gerundet drei-
eckig oder halboval, zuweilen mit breiter mitten eingekerb-
ter Stirn; Fühler 1 bis 5, nahe dem Hinterrande in eine
Archiv f. Naturgesch. XVL Jahrg. 1. Bd. 19
290 Grube:
Querreihe gestellt, ausser ihnen bisweilen noch 2 kleinere an
der Stirn, Augen 2, selten 4, oder gar keine Sinnesorgane.
Mundsegment mit Rudern oder Fühlercirren verse-
hen oder nackt und dann von dem darauf folgenden, dessen
Rücken in diesem Fall 2 Fühlercirren tragen kann, nicht im-
mer vollständig getrennt.
Mund etwas nach unten geneigt; Rüssel kräftig, ziem-
lich kurz , mit mehreren hinter einander liegenden Paaren
verschieden geformter, seitwärts gegen einander beweglicher
Kiefer bewaffnet.
Seitliche Fortsätze der Segmente einfache
kurze Ruder mit einfachem oder doppeltem Borstenbündel und
Nadeln, Rückencirrus allein , oder Rücken- und Bauchcirrus
vorhanden, oder beide fehlend, in welchem Falle aber nie
ein paar fleischige Lippen am Borstenbündel zu fehlen pflegen.
Borsten linear, einfach und zusammengesetzt, oder
bloss einfach , ausser den linearen zuweilen auch ein paar
Hakenborsten.
Kiemen aus der Basis der Rückencirren hervorspries-
send, pfriemen-, kämm- oder federbuschförmig, gegen die
mittleren Segmente hin zusammengesetzter, an dem einen oder
andern Körperende, zuweilen auch an allen Segmenten gänz-
lich vermisst.
Der innere Bau ist von einigen Eunicen, von Lysi-
dice Parthenopeia und Onuphis tubicola untersucht '). Der
Magen ist muskulös, der Darm gerade, in jedem Segment et-
was erweitert, 1 zum Theil doppelter Gefässstamm auf, 1 an-
derer unter demselben, ein dritter am Nervenstrang, die Aeste
des zweiten, die zu den Kiemen und der Seitenwandung des
Körpers gehen, schwellen an ihrem Ursprung zu einem pulsi-
renden Bulbus an ; das Blut lebhaft roth; die Hälften des Ner-
venstranges eng an einander liegend , in jedem Segment zu
einem Ganglion anschwellend , die Schenkel des Mundringes
•) Delle Chiaie Memor. Vol. IL p. 389. tab. XXVII, XXVIII. Vol. 111.
p. 164. tab. XLIV. Fig. 3, 5, 6. , Grube zur Anat. und Physiol. der
Kiemenwürm. p. 34. Tab. II. p. 45., Milne Edwards Ann. des scienc.
nat. See. ser. Tom. X. p. 193. pl. 12. Fig. 2. , Quatref ag e s 0. c.
Trois. ser. Tom. IL p. 81. pl. 11. Fig. 1.
Die Familien der Anneliden. 291
bei Eunice Harassü unmittelbar hinter der Mundöffnung noch
durch eine Brücke vereinigt; neben jedem Ruder ein innen
und oben gelegenes Absonderungsorgan. Die früher von mir
ausgesprochene Vermuthung, dass die Eunicen Zwitter seien,
ist von Oersted widerlegt worden. Nach H. Koch's Beob-
achtungen ist E. sanguinea lebendig gebärend, und das neu-
geborne Junge hat weder Fühler noch Kiemen noch Rücken-
und Fühlercirren, und ähnelt einer Lumbriconereis (vgl. neue
Denkschrift, der Schweiz. Gesellsch. Bd. VIII. p. 9. Taf. 1. 2),
weshalb er diese Gattung ganz einziehen will. Ich muss
gestehen , dass ich von dieser Nothwendigkeit noch nicht
überzeugt bin.
Die Gattungen dieser Familie sind : Diopatra , Onuphis,
Eunice , Lysidice , Lumbriconereis (von der vermuthlich L.
quadristriata abzutrennen) , Aglaura , Oenone , äusserst leb-
hafte, meist sehr schlanke und kupferbronze - oder fleisch-
farbige Anneliden, an sich weniger bunt gezeichnet aber vom
herrlichsten Farbenspiel und äusserst zierlicher Form der Kie-
men; die Zahl der Kieferpaare ist grösser und ihre Gestalt
mannigfacher als bei irgend einer andern Familie. Einige
bauen sich Röhren von winzigen Steinchen, Conchylienfrag-
menten oder Pflanzenstückchen.
15. Diopatra Aud. et Edw.
D. Baeri Gr. Act. Echin. Wurm. p. 80, ? Nereis cuprea
delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 393. tab. XXVII. Fig. 9—16.
D. AmboinensisAm\. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXVIII. p. 229. pl. X. Fig. 6—8.
D. longissima Gr. nov. spec.
D. Simplex Gr. Act Echin. Wurm. p. 82.
D. Eschrichtii, Onuphis Eschrichtii Oersd. Grönl. Ann.
dors. p. 20. tab. III. Fig. 33-41. 45.
Hieher könnte auch die unter dem Kamen Sahella compressa
iMont. Test. Brit. p. 555. (Chenu Bibl. conchyl. Mont. p. 240.) beschrie-
bene Röhre gehören, desgleichen :
JSereis fasciata Bosc. Vers. Ed. 2. Tom. I. p. 166. pl. 12. Fig. 6.
N. frontalis Bosc. Vers. Ed. 2. Tora. I. p. 165. pl. 12. Fig. 5.
Und in die Nähe dieser Gattung : N. Bertoloni delle Chiaie Mem.
Vol. III. p. 163. tab. XLiV. Fig. 13—15.
292 Grube:
16. ünuphis Aud. et Edw.
0. eremita Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.XXVIII.
p. 126. pl. X. Fig. 1—5.
0. tubicola, Nereis lubicola Müll. Zool. Dan. Vol. I. p. 18.
tab. XVIII., Onuphis tubicola Gr. zur Anat. der Kiemenwürm.
p.45.
0. conchilega Sars Beskrivelser p. 61. pl. X. Fig. 28. a-e.
von Diopatra Eschrichtii schwer zu unterscheiden.
17. Eunice Cuv.
A. Mit 2 Fühlercirren (Leodicae simplices Sav.).
E. gigantea, Nereis aphroditois Fall. Nov. Act. Petrop.
Tom. II. p. 229. tab. V. Fig. 1—7. , Leodice gigantea Sav.
Syst. p. 49., Eunice gigantea Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid.
pl. 10.
E. Gallica, Leodice Gallica Sav. Syst. p. 50.
E. Norwegica, Nereis Norwegica Linn., N. pennala und
pinnata Müll. Zool. Dan. Vol. I. p.30. 31. tab. XXIX. Fig. 1-3,
4-7., Eunice Norwegica Oersd. Fortegnelse p. 9. PI. II. Fig.
13—15.
E. Hispanica, Leodice Hispanica Sav. Syst. p. 51.
E, Sicüiensis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 83.
E. antennaia, Leodice antennata Sav. Syst. p. 50., An-
nelid, grav. pl. V. Fig. 1., cop. Dict. des scienc. nat. Chetop.
pl. 15. Fig. 1., Nereidonla antennata Blainv.
E. Harassii^ Leodice fasciata Risso Hist. nat. Tom. IV.
p. 420., Eunice Harassii. Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat.
Tom. XXVIII. p. 215., Tom. XXVII. pl. XL Fig. 5. 6, 7, 10, 11.
? L. punctata Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 421.
E. minuta Gr. nov. spec.
B. Ohne Fühlercirren (Leodicae Marphysae Sav.).
E. sanguinea, Nereis sanguinea Mont. Transact. Linn.
Tom. XI. p. 26. tab. III. Fig. 1. , Leodice opalina Sav. Syst.
p. 51., Nereidonta sanguinea Blainv. Dict. des scienc. nat.
Chetop. pl 15. Fig. 2.
E. Beim Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.XXVIII.
p. 223. Tom. XXVII. pl. XL Fig. 1—4, 8. 9.
Zu dieser Gattung sollen auch noch gehören:
Leodice triantennata Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 422.
L. Grunwaldi Risso 1. c. p. 423.
Die Familien der Anneliden. 293
L. erythro cefhala Risso 1. c. p. 423.
Nereis {Leodice) vittata delle Chiaie Mem. Vol. IV. p. 176. tab.
LXIV. Fig. 12 — 14. ist nach der Abbildung und Beschreibung zu ur-
theilen in die Abtheilung A. zu stellen.
18. Lysidice Sav.
L. Olympia Sav. Syst. p. 53. , var. L. galathina Sav. 1. c.
L. Valentina Sav. Syst. p. 53.
L. JSinetta Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXVIII. p. 235. , Tom. XXVII. pl. XII. Fig. 1—8. , cop. Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 11. Fig. 1.
L. Parthenopeia delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 164. 175.
tab.XLIV. Fig. 2— II.
19. Lumbriconereis (Lumbrineris Blainv.).
L. Orbignyi Aud. et Edw. Annal. des scienc. nat. Tom.
XXVIII. p. 240., Tom. XXVII. pl. 12. Fig. 9—12.
L. unicornis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 80.
L. Latreillii Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXVIII. p.242. Tom. XXVII. pl. 12. Fig. 13—15.
L. fragilis , Lumbricus fragilis Müll. Zool. Dan. Vol. I.
p. 22. tab. XXIL Fig.! — 3., Lumbriconereis fragilis Oersd.
Consp. Fase. I. p. 15. Fig. 1. 2.
L. Nardonis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 79.
L. quadristriata Gr. Act. Echin. Wurm. p. 79. , Oenone
maculata Edw. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 11. Fig. 4.
muss vermuthlich eine eigene Gattung oder eine Untergat-
tung Arabella werden.
Mehrere zu Lumbriconereis gerechnete Arten sind nicht genügend
gekannt :
L. Pallasii Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 486.,
Chetop. pl. 20. Fig. 3., Nereis ebranchiata Fall. Nov. Act. Pelrop.Tom. II.
p.231. tab.V. Fig. 8— 10.
L. scoiopendnno Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LYII. p. 486.,
Chetop. pl. 20. Fig. 3., vielleicht einerlei mit L. fragilis delle Chiaie
Mem. Vol. II. p. 409. tab. XXVIII(tis) Fig. 8— 20.
L. splendida Blainv. 1. c. , Chetop. pl. 20. Fig. 1., Nereis lum-
bricalis Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. XXXIV. p. 455.
Lumbricus coccinem delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 170- tab. XLII.
Fig. 3, 10, 15.
294 Grube:
L. fragilis delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 409. tab. XXVIlI(bis)
Fig. 8—20.
20. Aglaura Sav.
A, fulgida Sav. Syst. p. 55. Annelid. grav. pl. V. Fig. 2.
cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 11. Fig. 2. Aud. et
Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXVIII. pl, 3^. Fig. 9— 13.
21. Oenone Sav.
0. lucida Sav. Syst. p. 56. Annelid. grav. pl. V. Fig. 3.,
cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 11. Fig. 3. , Aud.
et Edw. 1. c. Fig. 14—17.
Aenone Risso mil 1 Art^en. lithophaga Hist. nat. Tom. IV. p.424.,
welche Kiemenbüschel trägt, kann nicht hieher gehören.
Vielleicht gehören auch hieher :
L. Nesidensis delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 171. tab. XLII.
Fig. 5—9.
L. Hilarii delle Chiaie 1. c. p. 170. tab. XLII. Fig. 4, 11, 16.
Fraglich ist die Stellung von Lmnbricus Rolandi delle Chiaie
Mem. Vol. III. p. 170. tab. XLII. Fig. 2, 19., welcher Rückencirren und
einfache Kiemenfädchen zu tragen scheint, aber keine Fühler und Au-
gen besitzt.
Nereis iricolor Mont. Linn. Transact. Vol. II. p. 82.
IV. Familie Lycoridea Sav., s. slr. Gr.
Körper wurmförmig, rundlich oder plattgedrückt mit
vielen Segmenten und 2 Aftercirren.
Kopflappen flachgedrückt, gerundet fünf- oder drei-
eckig; 2 kleine Stirnfühler, 2 ungleich grössere mit sehr
dickem langem Grund- und winzigen Endgliede seitlich und
unten neben dem Munde; 2 Paar Augen.
Mundsegment jederseits mit (2 Paar) Fühlercirren.
Mund nach vorn gerichtet; Rüssel kräftig, ziemlich
kurz , aus 2 Absätzen bestehend , mit 2 hakenförmigen ge-
zähnelten Kiefern und in Querreihen oder Längsgruppen ge-
ordneten Kieferspitzchen bewaffnet, ohne Papillen.
Seitliche Fortsätze der Segmente zwei- oder
einästige Ruder, welche Nadeln enthalten, und an ihrem
Grunde einen Rücken- und Bauchcirrus , am Aussenrande
Züngelchen oder auch noch blattartige Lippen tragen.
Die Familien der Anneliden. 295
Borsten linear, zusammengesetzt.
Beiträge zur Anatomie der Nereiden haben mehrere
Forscher, namentlich aber Rathke, Milne Edwards und
Quatrefages 0 geliefert. Der Älagen ist fleischig, innen
mit harten Erhabenheiten besetzt, in seinen Anfang münden
2 Drüsen, der Darm gerade, in jedem Segment etwas erwei-
tert, 1 Rücken- und 1 Bauchgefäss , welche vorn durch ei-
nige zu Wundernetzen ausgesponnene Aeste in Verbindung
stehen; das Blut lebhaft roth; die Hälften des Nervenstranges
eng an einander liegend , in jedem Segment anschwellend;
das Geschlecht ist getrennt; am Grunde der Ruder oben
kommen Absonderungsorgane vor. Einige halten die Zün-
gelchen für Kiemen, Aus der Entwicklungsgeschichte der
Nereiden wissen wir durch Milne Edwards 2), dass die
Zahl ihrer Segmente anfangs sehr gering, und zuerst nur 1
Paar Augen, bloss die seitlichen untern Fühler und jederseits
nur ein Fühlercirrus vorhanden ist , alsdann erscheinen die
Stirnfühler und ein zweiter und dritter Fühlercirrus jederseits,
später erst der vierte; die Kiefer sind anfänglich kaum ge-
zähnelt, und die Ruder weder zweiästig noch mit Züngelchen
versehen; Aftercirren werden von vorn herein bemerkt.
Die Familie Lycoridea umfasst nur einen kleinen Theil
des Nereidiens von Aud. etEdw., nämlich bloss die Gattun-
gen ISereis (Lycoris Sav.) und Lycastis, da mir die übrigen
sonst damit vereinten zu abweichend gebildet und mehreren
Familien anzugehören scheinen. In der Bildung ihres Kopf-
lappens nähern sich meine Nereideen den Phyllodocen, durch
Körperform, Lebhaftigkeit, Glanz und mitunter auch Färbung
etwas den Euniceen, nur dass diese viel weniger entwickelte
Ruder haben, durch die sehr ausgebildeten Bewegungsorgane
den Nephthydeen, stehen aber eigenthümlich da durch das
Vorhandensein nur 2 Kiefer und die sonstige Bewaffnung des
») Rathke: De Bopyro et Nereide, MilneEdwards Ann. des
scienc. nat. See. ser. Tom. X. p. 209. pl. XII. Fig. 1., Quatrefages
Ann. des scienc. nato Trois. ser. Tom. II. p.89. pl. I. Fig. 2.
') Milne Edwards Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tom. III.
p. 167. pl. 10.
296 Grube:
Rüssels, durch die Zusammensetzung ihrer Ruder und die
Form der äussern Fühler. Einige bauen sich Röhren.
22. N er eis Linn. s. str. Cuv. (Lycoris Sav.).
A. Der Rückencirrus sitzt auf keinem Kamm oder
Lappen des Ruderrandes , selten neben solchen
Vorragungen, alle Ruder einander ähnhch und
gleich zusammengesetzt, der Anhang der Borsten
im obern Bündel gräten-, im untern gräten- und
sichelförmig , am untern Ruderast niemals ein
grosser blattartiger häutiger Lappen (Nereis. s. str.)
IV. nuntia , Lycoris nuntia Sav. Syst. p. 33. , Annelid.
grav. pl. IV. Fig. 2., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid.
pl. 12. Fig. 2.
N. Aegyptia, Lycoris Aegyptia Sav. Syst. p.31., Annelid.
grav. pl. IV. Fig. 1.
N. Beaucoudrayi Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat.
Tom. XXIX. p. 214. pL XIIL Fig. 1—7. ? Lycoris rubida Sav.
Syst. p. 32.
iV. 7nargaritaceaLedii)h Encycl. Brit. Suppl. Vol. I. p. 451.
tab. XXVI. Fig. 5., cit. bei Sav., Aud. et Edw. Ann. des scienc.
nat. Tom. XXIX. p. 217. , Lycoris margaritacea Sav. Syst.
p. 33.; Leach's Abbildung kenne ich nicht, aber die in Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 12. gegebene passt nicht zur
Beschreibung von Savigny, sondern ist meine iV. cul-
trifera.
N. pelagica Linn., RathkeAct. nov. nat. cur. Tom. XX.
P. I. p. 158. tab. VIII. Fig. 1—3., die warzige Nereide Müll.
Wurm. p. 140. tab. VII.
N. imbecillis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 76.
N. splendida Gr. 1. c. p. 75.
JV. Dumerilii Aud. et Edw. Ann, des scienc. nat. Tom.
XXIX. p.218. pl.XIIL Fig. 10— 12., Rathke Act. nov. nat. cur.
Tom. XX. P. I. p. 163. tab. VIIL Fig. 4. 5.
; ),' N. Taurica [Gr.] , Lycoris Dumerilii Rathke Faun, der
Krym. p. 129. (Mem. de l'Acad. de Petersb. Tom. III. p. 419.)
Tab. VIL Fig. 3. 16. 17.
N. Costae Gr. Act. Echin. Wurm. p. 74.
D^e Familien der Anneliden. 497
N. zostericola OersdXonsT^. Fase. I. p. 22. pl.I. Fig. 20.
29. pl. IV. Fig. 67. 70. 71. 74.
N. cultrifera Gr. Act. Echin. Wurm. p,74., ?N. viridis
Johnst. Ann. of nat, bist. Vol.V. p. 171., N. margaritacea
Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 12. Fig. 1. vgl. die Be-
merkung bei N. margaritacea.
JV. nubila Sav. Syst. p. 32.
N. SMCcmeaFrey etLeuck.Beitr. p. 154. PI. II. Fig. 9. 11.
N. diversicolor Müll., die bunte Nereide Müll. Wurm,
p. 104. tab. VI. , Oersd. Consp. Fase. I. p. 23. pl. V. Fig. 66.
68.73. N. brevimana Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. V. p. 170.
N. Sarsii R^ihke Act. nov. nat. cur. Tom. XX. P. I p. 161.
tab. VIII. Fig. 6-8.
JV. depressaFrey etLeuek. Beitr. p. 156. PI. II. Fig. 10.12.
N. pulsatoria Mont. Aud. et Edw. Ann. des seienc. nat.
Tom. XXIX. p. 216. Tom. XXVII. pl. XIII. Fig. 8-13. ?Lyeo-
ris fulva Sav. Syst. p. 32.
B. Der Rücken - zuweilen auch der Baucheirrus sitzt auf
einem Kamm oder Lappen, oder neben einem sol-
chen, alle Ruder einander ähnlich zusammenge-
setzt, aber die obere Partie der hinteren öfters sehr
vergrössert, blattartig, der Anhang der Borsten im
obern Bündel gräten- im untern gräten- und si-
chelförmig, an den hintern Rudern zuweilen im
obern und untern messerförmig, oder an allen Ru-
dern grätenförmig , kein auffallendes Lippenblatt
am untern Bündel (Nereilepas).
JV. fusca Oerst. Consp. Fasc.L p. 21. pl. IIL Fig. 49. 50.
JV. variabilis Oersd. 1. c. p. 20. pl. III. Fig. 51. 52. 54.
59. 60.
JV. Marionii Aud. et Edw. Ann. des seienc. nat. Tom.
XXIX. p. 207. pl. XIII. Fig. 1—6.
JV. vexillosa Gr. Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th. I. Annul.
p. 4. Taf. II. Fig. 1. la. 5. 5a. 6a. b.
JV. fucafa, Lycoris fucata Sav. Syst. p. 31., Nereis fu-
cata Aud. et Edw. Ann. des seienc. nat. Tom. XXIX. p. 210.,
einerlei hiemit scheint Lycoris folliculata Sav. Syst. p. 30.
N. mrens Sars Beskrivelser p, 58, pl. 10. Fig. 27. a— c.
298 Grube:
Gr. Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th. I. Annul. p. 6. Taf. I.
Fig. 2. 4. 4a. 5. 6.
N. Ochotica Gr. Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th.I. An-
nul. p. 9. Taf. IL Fig. 2. 2a. 2b.
C. Die Girren der hintern Ruder sitzen auf einem
Kamm oder Lappen oder neben einem solchen, die
Lippe des untern Astes auffallend gross, häutig,
blattartig, der Anhang aller Borsten messerförmig ;
die vordem Ruder kleiner einfacher ohne jenes
Lippenblatt , der Anhang ihrer Borsten im obern
Bündel gräten- im untern gräten« und sichelför-
mig (Heteronereis).
JV. podophylla , Lycoris podophylla Sav. Syst. p. 30. ,
Nereis podophylla Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p. 211. pl. XIIL Fig. 13.
JV. heteropoda Cham, et Eysenh. Nov. Act. nat. cur.
Tom. X. P. I. p. 349. tab. XXIV. Fig. 2.
N. paradoxa, Heteronereis paradoxa Oersd. Grönl. Ann.
dors. p. 5. tab. IV. Fig. 50. tab. V. Fig. 63. 64. 66.
N. longissima Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. V. p. 178.
N. assimilis, Heteronereis assimilis Oersd. Grönl.Ann. dors.
p. 28. tab. IV. Fig. 54. 61. tab. V. Fig. 72.
N. fucicola, Heteronereis fucicola Oersd. Consp. Fasel,
p. 19. pLL Fig. 17. pl IIL Fig. 55— 58. 61. 62.
JV. arctica, Heteronereis arctica Oersd. Grönl. Ann. dors.
p. 27. tab. IV. Fig. 50*'«-. 51. 60. tab. V. Fig. 65. 68. 69. 70. 70*.
Nereis grandifolia Rathke Nov. Act, nat. cur. Tom. XX. P. L
p. 155. tab. Vn. Fig. 13. 14., R. Leuck., Wiegm. Arch. 1849.
I. p. 207., ? Nereis longissima Johnst. Ann. of nat. bist.
Vol. V. p. 176.
JV. lobulata, Lycoris lobulata Sav. Syst. p. 30., Nereis
lobulata Aud.etEdw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX. p. 213.
pl. XIIL Fig. 7. 8.
N, lobata [Gr.], N. lobulata Rathke Fauna der Krym
p. 125. cMem. de l'Acad. de Petersb. Tom. lU. p. 415.) tab. VIL
Fig. 2. 9—15.
Zur Abtheilung A scheinen noch folgende nicht genau genug be-
schriebene Arten zu gehören:
Die Familien der Anneliden. ^2w
N. bilineata Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. II. p. 294. pl. VI.
Fig. 4.
JV. Ranzani delleChiaieMem. Vol. III. p. 167. tab. XLV. Fig. 8, 9.
Spio ventilabrum delle Chiaie Mein. Vol. II. p. 404. tab. XXVIIl.
Fig. 12, 17, 18.
Spio coccineus delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 404. tab. XXVIIl.
Fig. 11, 16.
Nereis oder Spio quadricornis delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 403.
tab. XXVill. Fig. 9, 14.
JY. radiata Viviani Phosphor, mar. p. 11. tab. III. Fig. 5, 6.
JV. Edwardsii delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 168. tab. XLIII.
Fig. 12, 20 ziehen Audouin und Edwards, wie mir scheint, mit
Unrecht hieher.
Zur Abtheilung A oder B :
Spio caudatus delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 432. tab. XXVIIl.
Fig. 10, 15.
Lycoris Nicaeensis Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 416.
Lycoris guttata Risso 1. c. p. 417.
Zur Abtheilung C:
Heteronereis viridis Oersd. Consp. Fase. I. p. 20.
Lycoris lobulata Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 416.
Nereis fimbriala Müll. Prodr. Nr. 2627., die faserige Nereide
Wurm. p. 144. tab. VHI.
Nereis margarilacea Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. III. p. 294.
Zur Gattung Nereis werden (wie es scheint) mit Unrecht gezählt:
Lycoris cirrosa Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 417.
N. flexuosa delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 401. tab. XIX. Fig. 8.
N. lineata delle Chiaie 1. c. p. 400.
N. notiluca Müll. Zool. Dan. Vol. IV. p. 31. tab. CXLVllI. Fig. 1—3.
N- mollis Linn. Faun. Suec. Ed. II. Nr. 2097.
N. lineata Mont. Linn. Transact. Vol. VII. p. 83.
N, coerulea Linn. Faun. Suec. Ed. II. p. 508. Nr. 2095 soll nach
Fabricius Nereis (Eulalia) viridis verwandt sein.
N. aphroditoidesFabric. Fauna. Groenl. p. 296., Naturhist. Selskab.
skrift. Bd. V. p. 164. Tab. IV. Fig. 4— 7. (erinnert an Psamalhe).
N. pusilla Müll. Prodr. Nr. 2631 ist nicht genau genug charak-
terisirt, um über ihre Stellung zu entscheiden.
JV. margarita Mont. Linn. Transact. Vol. VIT. p. 82 könnte ebenso
gut eine Lycastis wie eine Nereis sein.
N. rufa Penn. Brit. Zool. p. 96. pl. 27. Fig. 2, 3, kenne ich nur
als Citat in Johnstons Index.
300
Grube;
N. octotentaculata Mont. Linn. Transact. Vol. VII. p. 84., ist nicht
ausführlich genug beschrieben um sie für eine Kereis zu haltten.
N. crassa, die dicke Nereide Müll. Wurm. p. 166. tab. XII. ist
jedenfalls keine Nereis in unserm Sinne, ßlainville rechnet sie zu
Eteone, mir scheint sie noch am ersten eine Amphinomee zu sein.
23. Lycasüs CSav.) Aud. et Edw.
L, brevkornis Aüd. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p.223. pl. XIV. Fig. 6-12.
Hieher scheinen auch zu gehören :
Nereis incisa Fabric. Faun. Groenl. p. 295. , Naturhist. Selskab.
skrift. Bd. V. p. 160. Tab. IV. Fig. 1—3.
N. Ottonis delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 167. tab. XLII. Fig. 7,
12, 17, 20, 21.
N. Okenii delle Chiaie 1. c. p. 166. tab. XLII. Fig. 6, 22.
N. Blainmllii delle Chiaie 1. c. p. 167. tab. XLII. Fig. 8, 25. '-
Savigny's Gattung Lycastis war aus Nereis versicolor und ar-
miUaris Müll, errichtet, jenes ist eine echte Nereis, dieses soll eine
Syllis sein, Audouin und Edwards haben demselben Gattungsnamen
eine andere Bedeutung beigelegt.
V. Familie Nephthydea Gr.
Körper wurmförmig-, mehr oder wenig-er vierkantig
mit vielen Segmenten und 1 Aftercirrus.
Kopflappen klein, flach, fünfeckig oder gerundet
sechseckig mit 4 winzigen Stirnfühlern.
Mundsegment mit Rudern versehen.
Mund nach vorn gerichtet; Rüssel lang, vorn mit
weichen Papillen besetzt.
Seitliche Fortsätze der Segmente hohe zwei-
ästige Ruder mit Nadeln und in 2 oder 3 Querreihen hinter
einander stehenden Borsten, zwischen diesen Reihen und am
Rande mehr oder minder grosse blattartige Lappen, unten
an der Basis ein Bauch- oben zuweilen ein Rückencirrus.
Borsten linear, einfach, seltner einfach und zusam-
mengesetzt.
Kiemen seitlich vom obern Ruderast herabhängend,
von der Form eines sichelförmig gekrümmten Cirrus, auch
sieht Milne Edwards die Lippenblätter der Ruder als Kie-
men an.
Die Familien der Anneliden. SÖf
Darmkanal, ßlutfarbe und Gefässsystem von Nephthys i),
der einzigen Gattung dieser Familie ähnelt im Allgemeinen
Nereis, doch fehlen die Wundernetze am Pharynx und die
Magendrüsen, vorn und innen an der Magenwand finden sich
2 kleine platte fast dreieckige Kiefer, der Darm ist mit star-
ken Längsmuskelbinden versehen, in jedem Segment erwei-
tert und durch querlaufende Muskeln mit der Leibeswand
verbunden, so dass die Leibeshöhle deutlich gekammert ist,
der Nervenstrang , dessen Hälften dicht neben einander lie-
gen, bildet in jedem Segment eine stark in die Quere gezo-
gene Anschwellung , statt der Quermuskelschicht der Leibes-
wand in der Miiie des Rückens und Bauches eine Membran;
das Geschlecht getrennt. Nephthys würde sich noch am er-
sten vielleicht den Phyllodocen anreihen lassen, unterscheidet
sich von ihnen aber doch sehr wesentlich durch den Mangel
aller Fühlercirren und den zusammengesetzten Bau der Ru-
der , bei welchen die Girren gerade eine sehr untergeord-
nete Rolle spielen, ebenso durch die Anatomie und Lebens-
weise, wenigstens ist von N. Hombergii bekannt, dass sie
nach Art der Arenicolen in den Sand bohrt.
24. Nephthys Cuv.
N. Hombergii Cuv., Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat.
Tom. XXIX. p. 257. pl. XVIL Fig. 1—6., cop. Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. 15. Fig. 2.
iV. coeca, Nereis coeca Fabric. Faun. Groenl. p. 304.,
Naturhist. Selskab. skrift. Bd. V. p. 185. Tab. IV. Fig. 24— 29.,
Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 41. tab. VL Fig. 73. 74. 77-86.
(excl. Fig. 78.)
N. longisetosa Oerst. Grönl. Ann. dors. p. 43. tab. VL
Fig. 75. 76.
N. NeapoUtana Gr. Act. Echin. Wurm. p. 71., ?N. assi-
milis Oersd. Consp. Fase. L p. 33. pl. L Fig. 12. pl. VI. Fig.
93. 100.
N. ciliata, Nereis ciliata Müll. Zool. Dan. Vol. III. p. 14.
') Delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 401. tab. XXVIII. Fig. 22— 27.
Milne Edwards Ann. des scienc. nat. See. ser. TomX. p.211. pl. 12.
Fig. 3.
302 Grube:
tab. LXXXLX. Fig. 1.2., Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX.
P. 1. p. 170., N. borealis Oersd. Consp. Fase. I. p. 32., Grönl.
Ann. dors. tab. VI. Fig. 78.
JV. margaritacea Sars. Mus. Berol. nov. spec.
Nicht genau genug beschrieben ist: Nereis clava Leach, Nephlhys
splendida Blainv. Dict. des seienc. nat. Tom. XXXIV. p. 439., N. Hom-
bergii Blainv. I. c. Tom. LVII. p. 483., Chetop. pl. 18. Fig. 1.
VI. Familie Phjllodocea Gr.
Körper wurmförmig, rundlich, aber meist durch blatt-
förmige Girren verbreitert, oft sehr schlank und aus vielen
Segmenten zusammengesetzt, bei andern Gattungen nur aus
wenigen bestehend, kürzer und dicker, gewöhnlich mit 2
Aflercirren.
Kopflappen klein, flach, gerundet viereckig, halboval
oder herzförmig, zuweilen in das Mundsegment hineingedrückt
und undeutlich gegen dasselbe abgegrenzt; 4 (selten 2j kleine
Fühler am Stirnrande, zuweilen noch ein 5ter auf dem Schei-
tel; 4 oder 2 Augen, im letztern Fall mitunter von auffallen-
der Grösse.
Mundsegment und ein paar nächst folgende Seg-
mente mit seitlichen pfriemen - oder fadenförmigen Fühler-
cirren, zuweilen mit einander verschmolzen; die Zahl der
Fühlercirren jederseits 2, 4 oder 8.
Mund nach vorn gerichtet; Rüssel lang, ohne Kie-
fer, aber am Rande und häufig auch sonst mit Papillen be-
setzt, nur bei Lopadorrhynchus kurz, schüsseiförmig und ohne
Papillen.
Seitliche Fortsätze der Segmente einfache,
selten zweiästige Ruder (mit ganz winzigem obern Ast), wel-
che Nadeln enthalten, und an der Wurzel einen Rücken- und
Bauchcirrus von Blatt- oder Fadenform tragen.
Borsten linear, zusammengesetzt.
Vom Innern Bau dieser Thiere wissen wir im Allge-
meinen nur wenig '). Alciope besitzt nach Krohn einen
fleischigen Magen (bei ihm Pharynx genannt) mit wulstigen
•) Oersted Grönl. Ann. dorsibr. p. 41. Tab. IL Fig. 22., Krohn
Wiegm. Arch. 1845. I. p. 171. tab. VI., Quatrefag. Ann. des seienc.
nat. Trois. ser. Tom. II. p. 92. pl. II. Fig. 1.
Die Familien der Anneliden.
Längsfalten, einen geraden durch innere Scheidewände halb
gekammerten und in jedem Segment mit einem Paar enger
in Drüsen übergehender Aussackungen versehenen , dicht
an der Körperwandung liegenden Darm, blasses Blut, wie
die Phyllodocen, und ebenso einen Nervenstrang, dessen
Hälften etwas auseinander weichen, und nur in den Ganglien
zusammentreten : beide sind getrennten Geschlechts. So sehr
die blattartigen Girren Kiemenblättern ähnlich sehen, so fehlt
ihnen doch deren Function.
In diese Familie stelle ich 2 Reihen von Gattungen,
die eine mit blattartigen Girren und schlankem Körper:
Phyllodoce, Notophyllum, Eteone, Alciope , Lopadorrhynchus
und Myriana, die andere mit fadenförmigen Girren und kür-
zerem dickeren Körper: Hesio?ie, Psatnathe und Castalia. Wie-
wohl ich lange schwankte, ob nicht jede dieser Reihen zu ei-
ner eigenen Familie erhoben zu werden verdiente, habe ich
mich doch vorläufig für ihre Vereinigung entschieden, da die
so sehr verschiedene Form der Girren bei Myriana in ein-
ander übergeht, und die pfriemenförmigen Fühlercirren der
Phyllodocen bisweilen blattartig zu werden scheinen, auch
haben wir kurze und gestreckte Leibesgestalten beisammen
bereits in einer andern Familie, den Aphroditeen, angetrof-
fen. Färbung, Glanz und Farbenspiel sind oft ausgezeichnet
schön und lebhaft.
*) Eigentliche Phyllodoceen. Körper meistens sehr
lang, aus vielen Segmenten bestehend. Girren blatt-
artig oder wenigstens oben verbreitert.
25. Phyllodoce Sav.
A» Mit 4 Fühlern (Phyllodoce s. str. Sav.).
Ph. laminosa Sav. Syst. p. 43., Aud. et Edw. Ann. des
scienc. nat. Tom. XXX. p. 244. pl. XVI. Fig. 1—8., cop. Guv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 13. Fig. 2., Ph. lamelligera
Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. IV. p. 225. pl. VI. Fig. 1—6.
Ph. maculata, Nereis maculata Fabric. Faun. Groenl. p. 298.,
Phyllodoce maculata., Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 39. tab IIL
Fig. 46, 48.
Ph. Rathkü Gr. Act. Echin. Wurm. p. 78. , Ph. Parelti
Blainv. Guv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 13. Fig. 1.
304 Grube:
Ph. Groenlandica Oersd. Ann. dors. p. 40. tab. II. Fig.
19, 21, 22, 29—32.
Ph. mucosa Oersd. Consp. Fasel, p, 31. pl. I. Fig. 25.
pl. V. Fig. 79, 83, 89.
Ph. costata Gr. nov. spec. (an Notophyllum ?)
Ph. quadricomis ^ Eulalia quadricornis Oersd. Consp.
Fase. I. p. 28. Fig. 3.
Ph. incisa Oersl Grönl. Ann. dors. p. 37. tab. III. Fig. 44
dürfte mit der folgenden zusammenfallen.
Ph. hüineata Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. IV. p. 227.
pl. VI. Fig. 7-10.
Ph. Mülleri, Nereis maculata Müll., die gefleckte Nereide
Wurm p. 156. tab. X. , Johnst. Ann. of nat. bist. Vol. IV.
p. 227. pl. VII. Fig. 1—3., Ph. Mülleri, R. Leuck. Wiegm. Arch.
1849. I. p. 204. Taf. III. Fig. 13.
B. Mit 5 Fühlern (Eulalia Sav.).
Ph. viridis, Nereis viridis Müll., die grüne Nereide Wurm,
p. 162. tab. XI., Eulalia viridis Sav. Syst. p.45. , Phyllodoce
clavigera Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX.
p. 248. pl.XVI. Fig. 9—13., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. An-
nelid, pl. 13. Fig. 3., R. Leuck., Wiegm. Arch. 1849. I. p. 202.
Ph. pusilla, Eulalia pusilla Oersd. Consp. Fase. I. p. 27.
pl.V. Fig. 81.
Ph. fusca, EulaUa fusca Oersd. 0. c. p. 28. Fig. 4.
Ph. sanguinea , Eulalia sanguinea Oersd. 0. c. p. 28.
pl.V. Fig. 80, 82.
Zur Abtheilung A gehören auch folgende nicht genau genug
beschriebene :
Nereis lamelliferaF^W. Nov. Act. Fetrop. Tom. II. p. 233. tab. V.
Fig. 11— 17., N. lamelligera Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIII. Tom. I.
P.VI.p.3120.
Nereiphylla lamellifera Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII.
p. 466.
Phyllodoce lamellosa Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 419.
Vielleicht auch FÄ. /jeZ^McitiaQuatrefg. Ann. des scienc. nat. Trois.
ser. Tom. II. p. 92., Ph. magarema Qualreig. I.e. p. 101. und Ph. are-
nicola Quatrefg. 1. c. p. 93.
Neben Phyllodoce stellt Risso seine Gattung Eunomia mit 2
Arten: E. tympana und E. mridissima , doch kann ich aus ihrer Be-
schreibung nicht ersehen, ob sie wirklich hieher gehört.
Die Familien der Anneliden. 305
26. Notophyllum Oersd.
N. mride Oersd. Consp. Fase. I. p. 26. pl. V. Fig. 87.
N. longum Oersd. 0. c. p. 26. pl. V. Fig. 78.
iV. pohjnoides Oersd. Fortegnelse p. 12. PI. II Fig. 12.
N.foliosum, Phyllodoce foliosa Sars Beskrivelser p, 60.
pl. 9. Fig. 26.
27. Eteone Sav.
E. longa , Nereis longa Fabric. Faun. Groenl. p. 300 ,
Natiirhist. Selskab. Skrift. Bd. V. p. 171. Tab. IV. Fig. 11-13.,
Eteone longa Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 33. tab. II. Fio-'
20, 28.
£. flava, Nereis flava Faun. Groenl. p. 299., Naturhist.
Selskab. skrift. Bd.V. p. 168. Tab. IV. Fig. 8— 10., Eteone
flava Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 34. tab. III. Fig. 47.
E. maculata Oersd. Consp. Fase. I. p. 29. Fig. 5, 6.
E. pusilla Oersd, 0. c. p. 30. pl. V. Fig. 84.
E. Sarsii Oersd. 0 c. p. 29. pl. V. Fig. 77.
E. cylindrica Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 35. tab. III.
Fig. 42. 49. tab. IV. Fig. 57
E. siphodonfa, Lumbricus siphodonta delle Chiaie De-
scriz. e notom. Tom. I. tab. 98. Fig. 3. 8. 9.
E, Geoffroyi Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom
XXIX. p. 250.
28. Älciope Aud. et Edw.
A. Edwardsii Krohn Wiegm. Arch. 1847. I. p. 39. , A.
Reynaudii Krohn Wiegm. Arch. 1845. I. p. 172. tab. VI. Fig.
1—5., delle Chiaie Anim. invertebr. della Sic. Tab. CLV. Fig
14, 18, 21 , cit. von Krohn.
A. Candida delle Chiaie Anim. invertebr. della Sic. Tom. III.
p. 98., cit. von Krohn VTiegm. Arch. 1845. I. p. 171. tab. VI.
Fig. 7, 8. ; p. 174. (die Beschreibung}.
A, Reynaudii Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p. 238. pl. XV. Fig. 6—11., cop. Cuv. Regne anim.
Ed. 3. Annelid. pl. 41. Fig. 1.
A, lepidota Krohn Wiegm. Arch. I. p. 175 tab VI.
Fig. 10-13.
Archiv, f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 20
306 Grübe: .
29. Lopadorr hynchus Gr.
L. brems Gr. nov. spec.
30. Mijriana Sav.
M. longissima Sav. Syst. p. 41.
*^) Hesionea. Körper meistens weniger lang, aus
wenigen Segmenten bestehend, Girren fadenförmig.
31. Hesione Sav.
H. splendida Sav. Syst. p. 40. , Annelid. grav. pl. III.
Fig. 3., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. pl. 14. Fig. 3., H. fe-
stiva Sav. Syst. p. 40, ist der Beschreibung nach kaum von
H. splendida zu unterscheiden.
H. panlherina Risso Hist. nat. Tom. lY. p. 418., Aud. et
Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX. p. 234. pl. XV. Fig.
4, 5., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 14. Fig. 4.
?H. Savignyi Costa Ann. des scienc. rat. See. ser. Tom. XVI.
p.268. pl. 11. Fig. 2.
32. Psamathe Johnst.
Ps. fusca Johnst. Ann. of nat, hist. Vol. IV. p. 229.
pl. VII. Fig. 4.
Ps. venusta, Halimede venusta Rathke Nov. Act. nat.
cur. Tom. XX. P. I. p. 168. tab. VII. Fig. 1—4.
Sollte sich bestätigen, dass Psamathe und Castalia, wie
ich aus den Beschreibungen vermuthe, verscliiedene Gattungen
sind, so muss der Name Psamathe mit einem andern vertauscht
werden, da er bereits vergeben ist; dasselbe gilt von dem
Namen Halimede. Fällt jedoch, wie Oersted annimmt, Psa-
mathe und Castalia zusammen, so muss der Name Castalia als
der ältere beibehalten werden.
33. Castalia Sav.
C. punctata, Nereis punctata Müll. Zool. Dan. Vol. II-
p. 28. tab. LXII. Fig. 4, 5. , Castalia punctata Oersd. Consp.
Fase. I. p. 24. pl. I. Fig. 15., pl. IV. Fig. 63—65, 69. .
C. rosea, Nereis rosea Fabric. Faun. Groenl. pag. 301.,
Naturhist. Selskab. skrift. Bd. V. p. 175. Tab. IV. Fig. 14—16.
(Castalia) rosea Sav. Syst. p. 45.
Die Familien der Anneliden. 307
VII. Familie Glycerea Gr.
Körper wurmförmig, fast drehrund, gegen beide En-
den zugespitzt , mit vielen Segmenten , welche wieder in 2
oder 3 Ringel zu zerfallen pflegen , bisweilen mit 2 After-
cirren.
Kopflappen verlängert kegelförmig, gewöhnlich gerin-
gelt: an der Stirnspitze 4 winzige Fühler.
M u n d s e g m e n t mit Rudern.
Mund an der Bauchfläche gelegen; Rüssel lang, keu-
lenförmig mit 4 Kieferhaken und öfters auch mit Reihen von
Kieferspitzchen bewaff'net.
Seitliche Fortsätze der Segmente kleine zwei-
ästige Ruder, zuweilen mit verwachsenen Aesten, von denen
jeder 1 Nadel enthält und an seinem Borstenbündel wenig-
stens 1 kleine Lippe hat; Bauch- und Rückencirrus pflegen
nur kurz zu sein.
Borsten linear, einfach und zusammengesetzt,
Kiemen kurz, grifTel förmig , an den Rudern sitzend,
oftmals gänzlich vermisst.
Die beiden Gattungen , welche diese Familie umfasst,
Glycera und Goniada , unterscheiden sich von den Nephthy-
deen und Phyllodoceen , mit denen sie in der Gesammtform
des Rüssels übereinstimmen, durch dessen Bewaff'nung, über-
haupt von allen Nereideen im Sinne Savigny's durch die
gestreckt conische Form des Kopflappens, den Bau der Ruder
und die Ringelung der Segmente. Ihre Leibeshöhle ist nur
von unten her durch niedrige zarte Dissepimente unvollstän-
dig gekammert, der Darm nur oben längs der Mittellinie durch
eine Reihe von Muskeln befestigt, sonst frei, ohne regelmäs-
sige Einschnürungen, 1 Rückengefäss vorn und auch 1 Bauch-
gefäss am Darm erkennbar, die Hälften des Nervenstranges
liegen dicht neben einander und bilden einfache in's Auge
fallende Anschwellungen , der Mundring ähnelt Nereis , ist
aber einfacher i}. Ihre Färbung scheint durchweg wenig
*) Quatrefages Ann. des scienc. nat. Trois. ser, Tom. IL
p. 96. pl. 1. Fig. 3., Oersted Giönl. Ann. dors. p. 45. tab. VII. Fig.
90—92. delle Cliiaie iMem. Vol. II. p. 413. tab. XXVIII. (bis) Fig. 22—24.
308 Grube:
mannigfach zu sein, und errinnert an die Regenwürmer; sie
bohren wie die Nephthys in den Sand.
34. Glycera Sav.
Gl. alba Nereis alba Müll. Zool. Dan. Vol. IL p. 29.
tab. LXII. Fig. 6, 7., Glycera alba Rathke Nov. Act. nat. cur.
Tom. XX. P. I. p. 173. tab. IX. Fig. 9.
GL Meckelii Aud. etEdw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX.
p. 263. Tom. XXVII. pl. XLIV. Fig. 1—4, 13., cop. Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. 14. Fig. 2.
GL unicornis Sav. Syst. p. 37.
GL setosa Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 46. tab. VII. Fig.
89, 95, 97.
GL capitata Oersd. 0. c. p. 44. tab. VII. Fig. 87, 88,
90—94, 96, 99.
GL Rouxii Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX.
p. 264. Tom. XXVII. pl. XIV. Fig. 5-10.
Ausserdem werden noch beschrieben :
GL polygona Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 417.
Lumbricus siphonosloma delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 413. tab.
XVIII. (bis) Fig. 21— 24., vielleicht einerlei mit Glycera Rouxii.
GL alba Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. XV. p. 147. p. IX. Fig.
1—9. ist nicht einerlei mit Gl. alba Ralhke , eher vielleicht mit Gl.
capitata.
35. Goniada Aud. et Edw.
G. emerita Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p.268. pl. XVIII. Fig. 1—4.
G. Äustralensis Aud. et Edw. 1. c. p. 269. pl. XVIII.
Fig. 5-8.
G. Norwegica Oersd. Fortegnelse p. 14. PI. II. Fig. 7-9.
G. maculata Oersd. Consp. Fase. I, p. 33. pl. I. Fig. 16.
' 23. pl. VI. Fig. 91, 95, 97, 98.
VIII. Familie Syllidea Gr.
Körper wurmförmig, sehr dünn, oft linear mit vielen
Segmenten und 2 Aftercirren.
Kopflappen flach, rundlich dreieckig, öfters mit 2
untern seitlichen, über die Stirn hinausragenden Wülsten,
welche ihr ein zweilappiges Ansehen geben; 3 hintere Füh-
Die Familien der Anneliden. 309
1er, bei Cystonereis, die ich vorläufig- hieher stelle, 2 oder 4
Paar; Augen 4 oder 2, im letztern Fall zuweilen sehr gross.
Mundsegraent an jeder Seite mit 2 Fühlercirren, da-
zwischen bisweilen ein kleines Borstenbündel.
Mund nach vorn gerichtet oder geneigt, Rüssel lang,
cylindrisch, ohne Kiefer und Randpapillen, zuweilen mit einer
kleinen Spitze zum Bohren in den Sand.
Seitliche Fortsätze der Segmente einfache
kleine Ruder mit Nadeln, Rücken- und Bauchcirrus, oder
bloss dem ersteren.
Borsten linear, einfach und zusammengesetzt.
Hieher stelle ich die Gattungen Syllis, Auiohjtus, Exo.
gone, Myrianida, Joida und vorläufig auch Cystonereis, von
deren innerem Bau wir fast gar nichts wissen. Das Ge-
schlecht ist bei Exogone getrennt, der Magen bei Syllis ma-
culosa mit 4 Blindsäckchen oder Drüsen versehen ^). Es
sind behende Thierchen, welche im Schlamm oder unter Al-
gen w^ohnen, durch die Form ihres Kopflappens, die Stellung
und das oft geringelte Aussehen der Fühler und Rückencirren
an die Euniceen, durch die Stirnpolster an die Nereiden und
durch die bei einigen ausgesprochene Fähigkeit sich zu thei-
len, an die Naiden erinnern.
36. Syllis Sav.
A. Fühler fadenfömig, geringelt (Syllis s. str.).
S. moniliformis Sav. Syst. p. 44. , Annelid. grav. pl. IV.
Fig. 3., cop. Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. 17. Fig. 2.
S. cornuta Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I,
p. 164. tab. VII. Fig. 12.
S. tigrina Rathke 1. c. p. 165. tab. VII. Fig. 9—11.
S. maculosa Edw. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid.
pl. 15. Fig. 1.
S. armillaris Oerst. Consp. Fase. I. p. 24. pl. I. Fig. 27.
pl. VI. Fig. 90, 94, 102., ?Nereis armillaris Müll, die geperlte
Nereide. Wurm. p. 150. tab. IX.
S. gracilis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 77.
») Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 15. Fig. t
310 Grube:
S. mttata Gr. 0. c. p. 77., ?Nereis Tiedemanni delle
Chiaie Mem. Vol. III. p. 166, 176. tab. XLIII. Fig. 13. 14.
B. Fühler keulenförmig, glatt (Syllides Oersd.).
S. longocirrata, Syllides longocirrata Oersd. Fortegnelse
p. 11. PL II. Fig. 2 a, b.
Nicht genau genug beschrieben oder bloss genannt sind folgende
Arten der Gruppe A. :
Syllis oder Nereisyllis ornafrt Blainv. Uict. des scienc. nat. Tom.
LVII. p. 473.
S. fulgurans Dug., Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX.
p. 229., soll ähnlich S. moniliformis sein, doch anders gestellte Augen
haben.
S. tethijcola delle Chiaie Mem. Vol. IV. p. 175. tab. LXVI. Fig.
5, 8, 12.
Nereis noctiluca, Linn. Faun. Suec. Nr. 2098., Adler Amoen. acad.
Vol. III. p. 202.
Folgende dagegen von manchen Zoologen als Syllisarten be-
trachtete, können nicht hieher gerechnet werden:
Nereis Rudolphi delle Chiaie Mem. Vol. 111. p. 166. tab. XLIII.
Fig. 13, 14, 19.
N. Tiedemanni delle Chiaie 1. c. tab. XLII. Fig. 13, 14.
N. Blainvillii delle Chiaie 1. c. p. 167. tab. XLII. Fig. 8, 25.
N. cirrigera Viviani Phosph. mar. p. 11. tab. III. Fig. 1, 2.
N. mucronata Viv. 1. c. p. 11. tab. III. Fig. 3, 4., wenn anders
die Figuren genau sind.
Nahe der Galtung Syllis soll Doyeria Quatrefg. stehen. Ann. des
scienc. nat. Trois. ser. Tom. I. p. 18. , ebenso nach R. Leuckart auch
das Genus Nerilla Schmidt mit einer Art IV. anlennala Schm. Neue Beitr.
zur Naturg. der Wurm. p. 38. Taf. III.
37. Autolytiis Gv.
A. prolifera^ Nereis prolifera Müll. Zool. Dan. Vol. II.
p. 15. tab. LH. Fig. 5, 6, 7. , Syllis prolifera JohnsL Ann of
nat. hisL Vol. XV. p. 146. pl. IX. Fig. 4.
38. Exogone Oersd.
E. naidma Oerst. Wiegm. Arch, 1845 L p. 20 tab, IL
39. My rianida Edw.
M. fasciata Edw. Ann, des scienc. nat, Trois. ser, 1845.
Tom. III. p. 180. pl. 11. Fig. 65-68.
Die Familien der Anneliden. 311
Vielleicht gehört in die Nähe dieser Gattung : Nereis pinnigera
Mont. Linn. Transact. Vol. IX. p. 111. tab. IV. Flg. 3.
40. Joida Johnst.
J. macrophthalmus Johnst. Ann. of. nat. hist. Vol. IV.
p. 231. pl. Vli. Fig. 5.
41. Cijstonereis KöW.
C. Oerstedii, Exogone Oerstedii Köll. Koch Enlwickl.
a Cirrata Köll. 1. c. p. 22. Taf. 3. Fig. 3.
C, Edwardsü Köll. 1. c. p. 21. Taf. 3. Fig. 5.
IX. Familie Amytidea Gr.
Körper wiirmförmig oder linear, mehr oder minder
flach gedrückt, durch seine Ruder sehr verbreitert , aus we-
nigeren Segmenten bestehend.
Kopflappen, wie es scheint, hinten mit dem Mund-
segment verschmolzen, mit 4 bis 11 längeren oder kürzeren
Fühlorganen (theils Fühlern, theils auf dem Rücken stehen-
der Fühlercirren) und 1 oder 2 Paar Augen.
Mund nach unten gekehrt; ein Rüssel fehlt oder ist,
wenn vorhanden, kurz ; Kiefer fehlen.
Seitliche Fortsätze der Segmente ein- oder
zweiästige Ruder mit einem Rückencirrus und oft sehr langen
Borsten.
Borsten linear, einfach und zusammengesetzt.
Diese Familie habe ich aus den Gattungen Polyhosfry-
chus, ÄmijtlSj Polynice, Photocharis und Biploceraea gebildet,
und füge vorläufig auch Macrochaeta hinzu. Ich kenne sie
nur nach Beschreibungen, und bin, da wir von ihrem Innern
Bau nichts wissen, bloss äussern Aehnlichkeiten gefolgt.
42. Polybostry chus Oersd.
P. longisetosus Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 31. lab. V.
Fig. 62, 67,71.
43. Amytis Sav.
Ä. prismatica , Nereis prismalica Müll. , Fabric. Faun.
Grönl. p.302., Naturhist. Selskab. skrilt. Bd.V.p. 177. tab. IV,
Fig. 17—20., (^Amytis^ prismatica Sav. Syst. p. 46.
312 Grube:
In die Nähe dieser Annelide dürfte auch Nereis maculosa Mont.
Linn. Transact. Vol. XI. p. 21. pl. 3. Fig. 4. gehören.
44. Polynice Sav.
P. bifrons , Nereis bifrons Müll. , Fabric. Faun. Groenl.
p. 303., Naturhist. Selskab. skrift. Bd. V. p. 181. lab. IV. Fig.
21 — 23., Polynice bifrons Sav. Syst. p. 46.
45. Photocharis Ehrenb.
Ph. cirrigera Ehrenb. Abliandl. der Berl. Akad. Jahr
1834. p. 547.
46. Diploceraea Gr.
D. corniculata, Nereis corniculata Müll. Zool. Dan. Vol. II.
p. 15. tab.LlI. Fig. 1—4.
47. Macrochaeta Gr.
M. c/ß»2cormÄ, Nais ? clavlcornis Sars Beskrivelser p. 64.
pl.9. Fig. 24. a— d.
X. Familie Ariciea Aiid. et Edw.
Körper wurm - bisweilen fadenförmig, rundlich, etwas
flach gedrückt oder halbrund , aus vielen kurzen Segmenten
bestehend , mit Girren , Papillen oder einem trichterförmigen
Napf am Hinterende.
Kopf läppen vor dem Mundsegment liegend oder in
dasselbe hineingedrückt, conisch oder breitgerundet , oft mit
zweilappiger Stirn, zuweilen mit 2 Stirnfühlern, meistens 2 Paar
Augen, selten mehr, öfters gar keine.
Mundsegment nackt oder mit Borstenhöckern verse-
hen, im letztern Fall gewöhnlich mit 2 auffallend langen, meist
von einer Längsrinne durchzogenen, seitlich oder mitten auf-
sitzenden Fühlercirren.
Mund etwas nach unten gerichtet, oft mit Lippenwül-
sten, Schlund wenig oder gar nicht vorstülpbar, im ersten
Fall einen ganz kurzen schüsseiförmig flachen Rüssel bildend.
S eitliche F ortsätze der Segmente zweizeilige
Borstenhöcker oder ganz kurze zweiästige Ruder mit fächer-
artig ausgebreiteten Borsten, oft mit breiteren niedrigen oder
mit schmalen cirrenartigen Lippen, bald durchweg gleich,
Die Familien der Anneliden. 313
bald in der vordem und hinteren Körperabtheilung verschie-
den gebildet.
Borsten linear, einfach.
Kiemen griffel-, zungen-, lanzett- oder fadenförmig,
am Rückenrande selbst stehend , oder gegen die Mitte ge-
rückt , oft mit Flimmerepitheliiim bekleidet , zuweilen an ein-
zelnen Segmenten oder auch gänzlich fehlend.
Die Gattungen, welche ich in dieser Familie vereinige,
sind mir grösstentheils nur nach Abbildungen und Beschrei-
bungen bekannt ; so viel ich aber aus diesen und eigener
Anschauung entnehmen kann , gehören folgende zusammen :
Nerine^ Spio, Leucodore^ Disoma, Spione, Polydora und Ari-
da, Aonis, Cirrahiliis ; die ersteren besitzen fast ohne Aus-
nahme die oben erwähnten Fühlercirren , welche sich w^e-
nigstens bei manchen bald ungemein ausdehnen bald zusam-
menziehen und einrollen können, und bei Spio (nach Fabri-
cius) zum Fange kleiner Thiere dienen; die mit einer Längs-
rinne versehenen müssen den Fühlern der Terebellen und
Pectinarien ähneln. Den andern drei Gattungen fehlen diese
Organe, doch stimmen sie im Bau der Ruder und Kiemen mit
jenen so sehr überein , dass man aus ihnen wohl nur eine
kleine Untergruppe , nicht aber eine eigene Familie bilden
darf. Am meisten weicht noch Cirratulus ab, dessen Orga-
nisation 0 erste d 0 so übereinstimmend mit den Ophelien
findet, dass er beide in eine besondere Gruppe stellt (Ariciae
lumbricinae) ; ich kann ihm, auf anatomische Untersuchungen
gestützt, hierin so wenig beistimmen , dass ich die Ophelien
aus dieser Familie vielmehr gänzlich entferne. Die Gattun-
gen Ephesia und Sphaerodorum, welche durchaus zusammen-
zugehören scheinen, würden nachRathke und Johns ton
neben Goniada, nach Oersted neben Disoma aber auf dem
Uebergange zu Glycera zu stellen sein; da ich beide nicht
aus eigener Anschauung kenne, lasse ich sie vorläufig in die-
ser Familie, von der sie jedenfalls durch die Bildung ihres
zwar kieferlosen aber langen keulenförmigen Rüssels abwei-
chen, während sie andererseits durch ihre stärkeren Borsten
von den Glycereen abweichen.
') Wiegm. Arch. 1844. p. 103.
314 Grube:
Wir kennen den innern Bau einig-ermassen nur von Nerine
laevicornis 0 und Cirratulus Lamarckü. Dort ist der Darm
gerade, hier pfropfenzieherarlig in eine enge Spirale gelegt,
bei beiden der Schlund kurz und höchstens ein wenig um-
stülpbar, 1 Rücken- und 1 Bauchgefäss und rothes Blut vor-
handen , die Leibeshöhle durch eine fortlaufende Reihe von
Dissepimenten in Kammern getheilt , in denen sich die Eier
befinden, und bei Cirratulus die Hälften des Nervenstranges
wie bei Nereis dicht neben einander gelegen 2). Was die
Lebensweise betrifft, so wissen wir von mehreren dieser Wür-
mer, dass sie im Schlamm unter Steinen leben, auch wohl
eigene horizontal anliegende oder senkrecht stehende Röhren
bauen, Cirratulus ist ganz in Schleim gehüllt. Ihre Färbung
ist eintönig und nichts weniger als glänzend.
^'-3 Aricieen mit 2 langen Fühlercirren (Ariciae nai-
deae Oersd., Spiodea Gr.).
48. Nerine Johnst.
N. vulgaris Johnst. Mag. of Zool. and Bot. Vol IL p. 70.
pl. IL Fig. 1—8.
N. conocephala Johnst. 1. c. pl. IL Fig. 9—13., sehr ver-
wandt scheint Lumbricus cirratulus deile Chiaie Mem. Vol. IV.
p. 177. tab. LXIV. Fig. 16, 20, 21. (der aber jederseits 2
Rückencirren haben soll.
JV. laevicornis, Spio laevicornis Rathke Faun, der Krym
p. 131. CMem. de l'Acad. de Petersb. Tom. III. p. 421.) tab. VIIL
Fig. 1—6.
49. Spio Fabric.
Sp. filicornis, Nereis filicornis Müll., Fabric. Faun. Groenl.,
p. 307., Spio filicornis Fabric. Schritt, der naturf. Freunde zu
BerL Bd. VI. p. 264. tab. V. Fig. 8—12.
Sp. seticornis, Nereis seticornis Bast. Müll., Fabric. 1. c.
p. 306., Spio seticornis Fabr. 1. c. p. 260. tab. V. Fig. 1—7.
Sp. crenaticornis Mont. Linn. Transact. Vol. XL p. 199.
tab. XIV. Fig. 3. a., Spio quadricornis Lam. Hisl. nat. Ed. 1.
Tom. V. p. 319. Ed. 2. Tom. V. p. 559.
" 1) Rathke Faun, der Krym. p. 131. (Mein. d. l'Acad. de Petersb.
Tom. 111. p. 421.) tab. VIII. Fig. 4, 5.
i) Gr. zur Anat. und Physioi. der Kiemw. p. 32.
Die Familien der Anneliden. 315
50. Leucodore Johnst.
L. ciliaia Johnst. Mag. oi Zool. and Bot. Vol. II. p. 67.
tab. III. Fig. 1—6. , Oersd. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 105.
?Spio seticornis Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. 19. Fig. 2.
L. coeca Oersd. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 106. tab. II.
Fig. 13-16.
L, mutica R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. 1. p. 200. tab. III-
Fig. 12. A-D.
51. Disoma Oersd.
D, mulüsetosum Oersd. Wiegm. Arch. 1844. 1. p. 107.
tab. II. Fig. 1—12.
52. Spione Oersd.
Sp. trioculatct Oersd. Fortegnelse p. 16. Fig. 10.
53. Polydora Bosc.
P. cornutaBoso Vers. Ed. 2. Tom. I. p. 176. pl. 12. Fig.
7, 8., Spio caudatus Lam. Hist. nat. Ed. 1. Tom. V. p. 319.
Ed. 2. Tom. V. p. 559.
Ob vielleicht in die INähe von Folydora die Gattung Dujardinia
Quatrefg. gehört? (s. Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tom. I. p. 20.)
*'''*'**^) Aricieen ohne Fühlercirren (Ariciae verae Oersd.)
54. Ephesia Rathke.
E. gracilis Rathke Nov. Act. Nat, cur. Tom, XX. P. I.
p. 176. tab. VII. Fig. 5™- 8.
55. Sphaerodorum Oersd.
Sph. flcwum Oersd. Consp. Fase. I. p. 43. pl. I. Fig. 7.
pl. VI. Fig. 92, 101., Wiegm. Arcii. 1844. 1. p. 108.
Sph. peripatuSj Pollicita peripatus Johnst. Ann. of nat.
hist. Vol. XVI. p. 5. pl. II. Fig. 1-6.
56. Cirratulus Lam.
C. Lamarckü Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p. 410. Tom. XXX. PI. 15. Fig. 1-4., cop. Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. 17. Fig. 3.
C horealis , Lumbricus cirratus Müll. , Fabric. Fauna
Groenl. p. 281. Fig. 5. , Cirratulus borealis Lam. Hisl. nat.
316
Grube:
Ed. 1. Tom. V. p. 302., Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 54. tab. VII.
Fig. 98, 102., Gr„ Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th. I. Annel.
p. 14. Taf. I. Fig. 3., R. Leuck., Wiegm. Arch. 1849. 1. p. 196.
C. Blainvilln [Gr.], Cirrineris filigera Blainv. Dict. des
scienc. nat. Tom. LVII. p. 488. Chetop. pl. 21. Fig. 1.
C. concharum, Dodecaceria concharuni Oersd. Consp.
Fase. I. p. 44. pl. VI. Fig. 99., VTiegni. Arch. 1844. I. p. 109.
Zu dieser Gattung niuss auch Cirrineris Bellavistae Blainv. Dict.
des scienc. nat. Tom. LVII. p. 488. gerechnet werden.
57. Aricia Sav.
A. Borstenbündei der hinteren Körperabtheilung auf
keinen gemeinsamen Wülsten oder Lamellen sitzend,
Kiemen an den 5 ersten Segmenten fehlend (Ari-
cia s. Str.).
A, sertulata Sav. Syst. p. 36.
A, Cumeri Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p. 397. Tom. XXVII. pl. XV. Fig. 5-13., cop. Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 17. Fig. 1.
A. Latreillii Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXIX. p.398.
B. Die vordere Körperabtheilung oben platt gedrückt,
die Borstenbündel der hintern auf einem längs der
Seitenwand herabsteigenden Wulst oder einer La-
melle sitzend , Kiemen an mehreren der vordem
Segmente fehlend (Scoloplos Blainv.}.
A, annigera, Lumbricus armiger Müll. Zool. Dan. Vol. I.
p. 22. tab. XXII. Fig. 4, 5., Scoloplos armiger Oersd. Grönl.
Ann. dors. p. 49. tab. VIII. Fig. 113, 117, ll8., Aricia Mül-
leri Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX, P. I. p. 176. tab. VllL
Fig. 9-15.
A. quadriciispis, Nais quadricuspida Fabric.Faun. Groenl.
p. 315., Scoloplos quadricuspis Oersd. Grönl. Ann. dors. p. 48.
tab. VIII. Fig. 106—110., R. Leuck., Wiegm. Arch. 1849. L
p. 198. tab.IIL Fig. 11.
58. Aonis (Sav.) Aud et Edw.
A. /b/iosaAud. etEdw.Ann. des scienc. nat. Tom. XXIX.
p. 402. plXVnLFig.9-13.
Die Familien der Anneliden. 317
A. vittata Gr. nov. spec.
A. Wagneri Frey et Leiick. Beitr. p. 156. pl. II. Fig.
4, 5, 6.
Dieser Art ähnlich soll Lumbriciis squamatus Abildg. sein. Müll.
Zool. Dan. Vol. IV. p. 39. tab. CLV. Fig. 1—5., Scolelepis squamosa
Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 492.
Vielleicht gehört auch in diese Familie die Gattung Aricitiella
Quatrefg. Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tom. II. p. 96.
B. Tribus Limivora.
XI. Familie Opheliacea Gr.
Körper halbcylindriscli, seitlich zusammengedrückt mit
fast flacher Bauchseite, oder fast cylindrisch, kürzer, spindel-
förmig, oder länger, selten nur eigentlich wurmförmig, mit
nicht zahlreichen wenig abgesetzten Segmenten, Avelche wie-
derum in mehrere Ringel zeriallen, und meistens einen Kranz
von Papillen um den After.
Kopflappen dick, meist kegelförmig mit einer oder
zwei abgesetzten , als Fühler dienenden Stirnspitzen , ohne
Augen (?)
Mun d s e gm en t meistens mit Borstenbündeln versehen.
Mund ganz an der Bauchfläche gelegen; Rüssel kurz,
fast kuglig, oder schüsseiförmig ausgebreitet mit buchtigeu
Rändern ohne Kiefer und Papillen.
Seitliche Fortsätze der Segmente zarte ein-
oder zweizeilige Borstenbündel, welche aus meistens sehr
winzigen Höckerchen hervortreten , zuweilen an Flösschen
sitzen.
Borsten linear, einfach.
Kiemen griffelförmig , selten zusammengesetzt, mei-
stens tief an den Seiten des Leibes stehend, den vordem
oder hintern Segmenten gewöhnlich fehlend , mitunter bloss
an den vordersten vorkommend.
Aus der Anatomie von Travisia oestroides , Ammotrij-
pane limacina und Ophelia aulogasler 0 geht eine solche
') Delle Chiaie »lern. Vol. II. p.415. tab. XXIX. Fig. 3, 4., Gr.
318
Grube:
Uebereinstimmung mit den Arenicolen hervor, dass diese Gat-
tungen ferner nicht bei den Aonideen bleiben können, wohin
Audouin und Edwards wenigstens Ophelia stellten, doch
ist auch andrerseits die Uebereinstimmung im Aeussern und
in der Lebensweise nicht so gross , dass man sie mit den
Arenicolen verbinden könnte. Ich vereinige also die Gattun-
gen Tramsia, Ammotrypane , Ophelia und vorläufig auch
Eumenia und Scalihregma zu einer eigenen Familie, welche
auf der Grenze der Annelides errantes und tubicoles steht.
Diese Thiere besitzen noch nicht die charakteristischen Kämme
von Hakenborsten oder Paleen der letzteren , ihre Haut ist
hell gefärbt und seidenartig oder sogar metallisch glänzend
wie bei den meisten Annelides errantes , und sie scheinen
nicht geeignet, Gänge in den Meeresgrund zu bohren oder
zu bewohnen.
59. Ophelia Sav.
0. bicornis Sav. Syst. p. 38. , Aud. et Edw. Ann. des
scienc. nat. Tom. XXIX. p. 406. pl. XVII. Fig. 7— 9.
0. aulogaster, Ammotrypane aulogaster Rathke Nov.
Act. nat. cur. Tom. XX. P. I. p. 188. tnb. X. Fig. 1—3.
0. acuminata, Ophelina acuminata Oersd. Consp. Fase. I.
p. 45., Wiegm. Arch. 1844. 1. p. 111. tab. HI. Fig. 24— 26.
Bloss abgebildet ist: 0. coarclalaEAw. Cnw. Regne anim. Ed. 3.
Annehd. pl. 17. Fig. 2.
Vielleicht gehört auch zu dieser Galtung oder in ihre Nähe :
Nais de Horatiis delle Chiaie Mem. Vol. II. p. 405. tab. XXVIII.
Fig. 20, 21.
60. Ammotrijpane Rathke.
A, limacina Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 190. tab. X. Fig. 4— 8.
Wahrscheinlich gehört hieher auch Lumbricus radiatus delle Chiaie
Mem. Vol. II. p. 414. tab. XXIX. Fig. 1-4. , und L. pusillus delle
Chiaie 1. c. p. 416. tab. XXIX Fig. 5.
Anal, von Ammotrypane in Rafhke's Beitr. zur Faun. Norweg. Nov. Act.
nat. cur. Tom. XX. P. I. p. 195. Tab. X. Fig. 13—19., Tab. XI. Fig
14, 15.
Die Familien der Anneliden. 319
61. Travisia Johnst.
Tr. oestroides , ?Travisia Forbesii Johnst. Ann. of. nat.
hist. Vol. IV. p. 373. pl. XI. Fig-. 11—18., Ammotrypane oe-
stroides Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I. p. 192.
lab. X. Fig. 9—12., Ophelia mamillata Oersd. Grönl. Ann. dors.
p. 53. lab.Vm. Fig. 103, 112, 114, 119, 120., Wiegm. Arch.
1844. I. p. 110. tab. 111. Fig. 21-^23.
62. Eumenia Oersd.
E, crassa Oersd. Wiegm. Arch. 1844. 1. p. 111. lab. 111.
Fig. 17-20.
63. Scalihregma Rathke.
Sc. inflatum Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 184. tab. IX. Fig. 15 — 21., Oligobranchus roseus Sars Faun.
Norweg. I. p. 91. tab. 10. Fig. 20—27.
Eine andere Art soll 0. Groenlandicus sein. Sars 1. c. p. 92.
XII. Familie Pherusea Gr.
Körper kürzer oder oder länger wurmförmig, cylin-
drisch, mit einfachen kurzen, mehr oder minder abgesetz-
ten Segmenten.
Kopflappen ringförmig, mit einem oder einigen der
nächsten Segmente zusammen in den Vorderkörper zurück-
ziehbar, mit mehreren Fühlern und bei Siphonostormim vagini-
fenim auch mit Augen versehen.
Das erste Segment des Körpers, das jene
T heile aufnimmt, trägt Borslenbündel an den Seiten
zuweilen von auffallender Länge, die zurückziehbaren Segmente
sind borstenlos.
Mund nach vorn gerichtet; ein vorstülpbarer Rüssel
fehlt.
Seitliche Fortsätze der Segmente zweizeilige
Borslenbündel, welche bald aus sehr winzigen bald aus an-
sehnlicheren Höckerchen oder aus kurzen Flösschen hervor-
kommen ; zuweilen sind gar keine Höckerchen bemerkbar.
B ors t en einfach, sowohl linear als gestreckte Häkchen.
Nach Rati.ke's Untersuchungen an Siphonostomum
320 Grube:
plumosum und mllosum ^3 hat der weite Magen und Darm
nur dünne Wandungen und der letztere macht eine stark
S-förmige Krümmung; in den Anfang des verdauenden Ka-
nals gleich hinter dem Munde ergiessen 2 ansehnliche gelbe
Drüsen ihren Inhalt; es giebt 1 Rücken- und 1 Bauchge-
iüss , beide münden in einen vorn den Schlund umgeben-
den Gefässring und in eben denselben auch 2 seitliche, zu
einem gemeinsamen Bulbus anschwellende, Gefässe des Darm-
kanals, die Gefässe für die hintern Fühler bilden Schlingen,
deren eine Wurzel aus dem Bauchgefäss und deren andere
aus dem eben beschriebenen Ringe kommt; das Blut ist grün;
die Hälften des Nervenstranges liegen dicht neben einander,
und bilden in jedem Segment eine längliche Anschwellung;
das vordere Ganglienpaar des Mundringes ist ansehnlich. An
der Bauchwandung von Siphonoslomum plumosum liegen und
münden auch vielleicht 2 etwas geschlängelte Blindkanäle.
Die einzige Gattung dieser Familie ist Siphonoslomum
(Pherusa Oken); sie lässt sich weder mit den Terebellaceen
noch einer andern Familie vereinigen.
64. Siphonoslomum Otto.
A. Die Borsten des ersten borstentragenden Segments
oder auch der nächstfolgenden vorgestreckt, auf-
fallend lang und stark.
S. diplochaiüis Otto Nov. act. nat. cur. Tom. X. P. IL
p. (328. tab. LI., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 6.
Fig. 3., Costa Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. XVI. p. 272.
pl. 12. Fig. 3 .
S. Edwardsii, Chloraema Edwardsii Dujard. Ann. des
scienc. nat. See. ser. Tom. XL p. 288. pl. 7. Fig. 1—5., Si-
phonostoma uncinata Aud. et Edw. Cuv. Regne anim. Ed. 3.
Annelid. pl. 6. Fig. 4.
S. papillosum Gr. Act. Echin. Wurm. p. 68., Lophioce-
phala Edwardsii Costa Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom.
•) Rathke Beiträge zur vergl. Anat. Neueste Danzig. Schrift.
Bd. III. H. 4. p. 84. lab. VI. Fig. 1 — 7. , vergl. auch die Bemerkungen
von R. Leuck. Wieg. Arch. 1849. I. p. 164. über S. vaginiferum.
Die Familien der Anneliden. 321
XVI. p. 276. pl. 12. Fig. 2. , Trophonia barbata Edw. Cuv.
Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 22. Fig. 1.
S. plumosum, Amphitrite plumosa Müll. Prodr. Nr. 2621.,
Zool. Dan. Vol. III. p. 16. tab. XC. Fig. 1,2., Flemingia plu-
mosa Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. XVI. p. 447., ? Trophonia
Goodsiri Johnst. Ann. of nat. hist. Vol. IV. p. 370. pl. XI.
Fig. 1 — 10., Siphonostoma plumosum Rathke Nov. Act. nat.
cur. Tom. XX. P. I. p. 208. tab. XI. Fig. 1, 2.
S. vaginiferum Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX.
P. I. p. 211. tab. XI. Fig. 3—10., R. Leuck., Wiegm. Arch.
1849. I. p. 164.
B. Die Borsten des ersten borstentragenden Segments
und der nächstfolgenden weder vorgestreckt, noch
besonders lang und stark.
S. mllosum Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 215. tab. XI. Fig. 11, 12.
S. inhabile Rathke 1. c. p. 218. tab. XI. Fig. 13.
Zu dieser Gattung und zwar zur Abtheilung A. scheint auch
Slylarioides moniliformis delle Chiaie Mem. Vol. IV. p. 178. tab. LIII.
Fig. 5 zu gehören.
XIII. Familie Chaetopterea Aud. et Edw.
Körper wurmförmig, etwas cylindrisch oder plattge-
drückt, aus mehreren verschieden gebildeten und wieder in
Segmente getheilten Abschnitten bestehend.
Kopflappen flach, kurz mit 2 Fühlern an der Un-
terseite.
Mundsegment mit Flösschen versehen.
Mund nach vorn gerichtet; ein Rüssel fehlt.
Seitliche Fortsätze der Segmente einfache
mit einer Paleenreihe bewaffnete Flösschen , doch nicht an
allen Körperabschnitten vorhanden.
Die einzige Gattung ist Chaetopterus, deren Arten sich
pergamentartige mit Sand bekleidete Röhren bauen , aber
durch ihren äussern Bau von allen andern Röhrenwürmern
abweichen. Ihnen fehlen sowohl Kiemen als Hakenborsten.
Der Darmkanal soll ziemlich gleichmässig gebildet sein, ent-
Archiv f. Naturgesch. XVL Jahrg. 1. Bd. 21
32g Grube:
hielt bei Ch. Norwegicus kuglige oder ovale Excremente,
und war mitten von einem mannigfach gewmidenen schwar-
zen Organ Umgeben; am Rücken des Leibes liegen Schleim-
drüsen, eine von besonderer Grösse 0.
65. Chaetopterus Cuv.
Ch. Norwegicus Sars Beskrivelser p.54. tab. 11. Fig.
29. a-h.
Ch. per gamentaceus Cn\., Aud. et Edw. Ann. des scienc.
nat. Tom. XXX. p. 417. pl XXII. Fig. 1—4., cop. Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. 20. Fig. 2.
XIV. Familie Telethusa Sav.
Körper wurmförmig, cylindrisch, in der vordem Hälfte
mehr oder minder aufgebläht, aus verschieden gebildeten Ab-
theilungen bestehend, deren Segmente in Ringel zerfallen.
Kopflappen klein, mitunter nur eine winzige fühler-
artige einstülpbare Spitze des Mundsegments vorstellend.
Mundsegment mit Borstenbündeln versehen.
Mund nach vorn gerichtet , Rüssel mehr oder min-
der lang mit Papillen wie Schüppchen bekleidet, ohne Kiefer.
Seitliche Fortsätze der Segmente zweizeilig,
die obern kleine Höckerchen mit einem Bündel Haarborsten,
die untern Querwülste mit einer Reihe Hakenborsten,
-fjv Borsten einfach, sowohl linear als gestreckte Haken-
börsten.
Kiemen verästelt, contractu, an den Rückenrändern
stehend, oder tiefer herabgerückt , an den vordem und ge-
wöhnlich auch an den hintern Segmenten fehlend.
In diese Familie stelle ich die Gattungen Arenicola und
Dasybranchus, Würmer, welche sich durch ihre verlänger-
ten geringelten Segmente, ihre contra etile strauchartige Kie-
men und ihren mit Papillen bedeckten Rüssel auszeichnen,
und sich Röhren in den Sand bohren. Die meist eintönige
oft unreine Färbung wird durch die rothen Kiemenbüschel
und die zahlreich durchschimmernden Blutgefässe gehoben.
Arenicola piscatorum ist auf ihren innern Bau vielfach
*) Will, Wiegm. Arch. 1844. p. 331.
Die Familien der Anneliden. 323
untersucht worden i). Der dünnwandige verdauende Kanal
lässt einen, von einigen Dissepimenten der Leibeshöhle voll-
ständig umfassten Oesophagus und einen anfangs sehr weiten
Darm unterscheiden , ist länger als der Körper , so dass er
eine S-förmige Krümmung beschreibt, der Darm ist überall
frei, seine Wandung von kleinen Drüschen gelb gefärbt, und
von einem sehr in die Augen fallenden Gefässnetz umsponnen,
das vorn zu 2 seitlichen Stämmen zusammentritt, ein dritter
verläuft an der unteren Fläche des Darms ; ausserdem giebt
es noch I Rücken- und 1 Bauchgefäss und 2 feine Gefässe
längs dem Nervenstrange, welche aus Aesten des Bauchge-
fässes entspringen; die Kiemen und Leibeswandungen erhal-
ten ein System von Aesten aus dem Bauch-, ein anderes
theils aus dem Rücken- theils aus dem untern Darmgefäss,
und die seitlichen Darmgefässe stehen vorn rechts und links
durch einen contractilen Blutbehälter mit dem Bauchgefäss in
Verbindung; an derselben Stelle münden in den verdauenden
Kanal 2 gelbe Blasen; das Blut ist roth; die Hälften des Nerven-
stranges liegen dicht neben einander und schwellen in jedem
Segment nur wenig an ; rechts und links vom Nervenstrange ent-
springt ein System von dünnen platten hinter einander liegen-
den Muskelbinden, welche sich unterhalb der Borstenbündel an
die Leibeswandung setzen und in den mittleren Segmenten
über gewisse, an deren Seiten liegende Absonderungsorgane
hinweggehen. Das Geschlecht ist getrennt. Dies alles wieder-
holt sich in der Organisation der Opheliaceen , so dass von
dieser Seite kein Hinderniss vorhanden wäre, beide Gruppen
zu vereinigen, dann aber würde sich's fragen, ob man nicht
mit demselben Rechte auch die Terebellen und Pectinarien
dazu ziehen müsste und ein Verband so mannigfacher Formen
würde nicht mehr dem Begriff der von mir angenommenen
Familien entsprechen.
«) Cuv. Bull, des scienc. par la Suc. phil. an 10. Nr. 64., Isis
1817. p. 475., Le^. d'Anat. comp. Tom. IV. p. 410., Isis p. 476., Oken
Isis 1817. p. 469. Taf. 3., Grube zur Anat. und Physiol. der Kiemenw.
p. 1. Tab. I., M i 1 ne Edwards Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. X.
p. 213. pl. 13. , Stannius, Müll. Arch. 1840. p. 350. Taf. XI. Fig.
1—15.
324 Grube:
66. Arenicola Lam.
A. piscatorum , Lumbricus marinus Belon , Linn. Müll.
Zool. Dan. Vol. IV. p. 39. tab. CLV. Fig. 1—5. , Arenicola; pi-
scatorum Cuv., Aiid. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom. XXX.
p. 420. pl. XXII. Fig. 8—12., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. An-
nelid. pl.8. Fig.!.
A. hranchialis Aud. et Edw. Ann. des scienc. nat. Tom.
XXX. p. 422. pl. XXll. Fig. 13., ?A. ecaudata Johnston Mag.
of nat. hist. Vol. VIII. p. 566. Fig. 54.
A. Boeckü Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 181. tab. VIII. Fig. 19-21.
67. Dasybranchus Gr.
D. caducus, Dasymallus caducus Grube Wiegm. Arch. 1846.
I. p. 166. tab. V. Fig. 3, 4.
XV. Familie Maldania Sav.
Körper wurmförmig , drehrund, aus längeren, mehr
oder minder deutlich geringelten Segmenten von verschiede-
ner Ausdehnung bestehend, der After gewöhnlich mit einem
gezackten Trichter und Papillen umgeben.
Kopflappen vom Mundsegment wenig geschieden, von
Gestalt einer ovalen, demselben aufliegenden, nach vorn ge-
neigten Platte ohne Anhänge, oder ringförmig und am Rande
in eine ästig zerschlitzte Membran übergehend.
Mundsegment mit Borstenbündeln versehen.
Mund nach vorn gerichtet, unbewaffnet; ein Rüssel ist
nicht beobachtet.
Seitliche Fortsätze der Segmente zweizeilig,
oben dünne Borstenbündel, welche aus äusserst winzigen, zu-
weilen kaum bemerkbaren Höckerchen hervortreten, unten
Querwülste mit 2 oder mehr Reihen von Hakenborsten besetzt.
Borsten einfach, sowohl linear als gestreckte Häkchen.
Ich vereinige in dieser Familie die Gattungen Clymene
und Ammochares, deren Arten sich lange Röhren aus Sand
und kleinen Conchylien oder deren Fragmenten bauen. Ihre
Färbung bietet keine Mannigfaltigkeit dar. Kiemen fehlen,
wenn nicht anders jene vordere zerschlitzte Membran deren
Die Familien der Anneliden. 325
Function übernimmt. Der Darmkanal in Ammochares ist
dünnwandig-, gleichmässig weit, mit Sand gefüllt, und scheint
gerade zu verlaufen, im Uebrigen ist nichts vom innern Bau
bekannt, doch ähnelt er vermuthlich den Arenicolen.
68. Clymene Sav.
Cl. Palermitana Gr. Act Echin. AVürm. p. 66.
Cl. amphistoma Sav. Syst. p. 93. , Annelid. grav. pl. I.
Fig. 1., cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3., Annelid. pl. 22. Fig. 3.
Cl. Uranthus Sav. Syst. p. 93.
Cl. lumbricalis Aud. et Edw., Cuv, Regne anim. Ed. 3.
Annelid. pl. 22. Fig. 2.
CL Ebiensis Aud. et Edw. , Cuv. Regne anim. Ed. 3.
Annelid. pl. 22. Fig. 4.
Cl. intermedia Oersd. De region. marin, p. 79., Forteg-
nelse p. 18.
Nicht genau genug beschriebene Arten sind :
Lumbricus tuhicola iMöll. Zool. Dan. Vol. II. p. 49. tab. LXXV.
L. sabellaris Müll. Zool. Dan. Vol. III. p. 37. tab. CIV. Fig. 5.
Sahella lumbricalis Fabric. Faun. Groenl. p. 374.
An Clymene soll sich die von Oersted aufgestellte Galtung
Clymenia anschliessen (De region. mar. p. 79.) , von der eine Art Cl.
tenuissima ebenda kurz beschrieben wird.
69. Ammochares Gr.
A. Ottonis Gr. Wiegm. Arch. 1846. I. p. 163. tab. V.
Fig. 2.
In diese Familie gehört auch wahrscheinlich Thelepus Bergmanni
R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. I. p. 169. Taf. III. Fig. 4. A— C , von
dem der Kopftheil nicht beobachtet ist, das abgebildete Stück sieht wie
eine Clymene mit reproducirtem Schwanzende aus.
XVI. Familie Terebellacea Gr.
Körper länger oder kürzer wurmförmig, cylindrisch,
vorn meist aufgebläht oder dicker, das Hinterende dünner
oder platter, zuweilen deutlich abgesetzt als borstenloser
Anhang.
Kopflappen vom Mundsegment wenig oder gar nicht
32Ö Grube:
geschieden, am erwachsenen Thier oft gar nicht erkennbar,
doch entwickelt sich häufig ein ihm ähnliches Lippenblalt
über dem Munde; fadenförmige zahlreiche Fühler sitzen ent^
weder über dem Lippenblatt , am Kopflappen, oder jederseits
in einem Büschel neben dem Munde unter dem Lippenblatt
oder Kopflappen. Dem erwachsenen Thier fehlen Augen.
Mundsegment öfters mit einer obern Qu^^rreihe nach
vorn gerichteter starker glänzender Paleen auch wohl klei-
ner Läppchen oder Girren besetzt.
Mund nach vorn gerichtet, unbewaff^net; ein Rüssel
fehlt.
Seitliche Fortsätze der Segmente fast immer
zweizeilig: oben Borstenhöcker, untere Querwülste oder
Flösschen mit Hakenborsten , im hinlern Theil fehlen häufig
die obern Borstenhöcker oder beides.
Borsten einfach, sowohl linear als Häkchen.
Kiemen verästelt oder kämm-, selten fadenförmig, meist
contractu, seitlich, selten mitten auf dem Rücken sitzend, aber
nur an einigen vorderen Segmenten vorkommend, zuweilen
vielleicht fehlend (Polycirrus).
Die hier zusammengestellten Gattungen sind: Terebella,
Terehellides, Sabellides, Polycirrus und Pectinaria, Amphicteis,
Scalis erstere vier ohne, letztere drei mit starken nach vorn
gerichteten Borsten oder Paleen des Mundsegments , vielleicht
verdiente jede dieser Gruppen zu einer Familie erhoben zu
werden. Durch die Stellung der Kiemen, die Entwicklung
des Kopflappens oder einer Oberlippe, die in einer Quer-
reihe oder in 2 Büscheln stehenden langen Fühler und durch
den Bau freier aus Sand oder Conchylienfragmenten beste-
henden Röhren, zu welchem ihnen jene Organe behülflich sind,
unterscheiden sich diese Thiere von den Arenicolen, denen
sie ohne Zweifel am nächsten stehen.
Im Innern Bau haben die Terebellen ') und Pectina-
rien 23 viel Uebereinstimmendes mit Arenicola, nur im Ge-
•) Vgl. Pallas Mise. Zool. p. 136., Gr. Zur Anal, und Physiol.
der Kiemenwürm. p. 19. , Milne Edw. Ann. des scienc. nat. See. ser.
Tom.X. p. 199. pl. 10.
2) Rathke Neueste Panz. Sehr. Bd. IH. H. 4. p. 56. Taf. V.
i
Die Familien der Anneliden. 327
fässsystem finden sich einige Abweichungen. Pectinaria au-
ricoma Müll, besitzt 3 Rückenslärnme und 1 Bauchstamm an
der Wandung des Körpers , und 2 Stämme am Darmkanal
selbst, einen obern, am Magen sich spaltenden und so nach
hinten laufenden, und einen untern in der Magengegend aus-
serordentlich anschwellenden ; das untere Darmgefäss hängt
vorn und hinten mit dem ßauchstamm , das obere Darmge-
fäss mit dem Rückenstamm der Körperwandung und die seit-
lichen Rückenstämme sowohl mit dem mittleren Rücken- als
mit dem Bauchstamm durch einfache Verbindungsäste zusam-
men, die Kiemen werden einerseits von den Rückenstämmen,
andererseits von dem Bauchstamm mit Aesten versorgt. Te-
rebella nebulosa hat nach Milne Edwards nur 1 Rücken-
und 1 Bauchstamm an der Körperwandung und ein oberes
und 1 unteres Darmgefäss ; letztere beide verbindet ein an-
sehnlicher Ring aus dem oben und vorn ein kurzer aber
weiter contractiler Stamm entspringt , der das Blut in die
Kiemen und Fühler theilt , ein zweites System von Kiemen-
ästen entsteht aus dem Bauchstamm, welcher mit dem untern
Darmgefäss durch feine Anastomosen zusammenhängt. Bei
andern Terebellen weicht das Gefässsystem in etwas ab. Die
beiden in den verdauenden Kanal mündenden Säckchen der
Arenicolen fehlen , die Absonderungsorgane an den Seiten
der Leibeswand nicht. Das Geschlecht ist getrennt.
Ueber die Entwicklung der Terebellen hat uns Milne
Edwards wichtige Aufschlüsse gegeben, wir wissen nun-
mehr namentlich, dass in der ersten Zeit ein deutlicher Kopf-
lappen vorhanden ist, der 2 Augen und nur 1 Fühler am
Stirnrande trägt, allmählich wachsen deren mehrere hervor,
während die Augen verschwinden , und in ihrer Umgebung
eine Menge schwarzer Pünktchen entstehen und unterhalb der
Stirn bildet sich, während der Kopflappen selbst einschrumpft,
eine Oberlippe ; anfangs ferner sind nur die haarförmigen
Borsten (der oberen Zeile) vorhanden, später erst treten die
Hakenborsten und Kiemen auf, und dann erst ist das so lange
freilebende Thier ein Röhrenbewohner geworden. Wenn der
Embryo auskriecht, ist er noch gar nicht einmal wurm - son-
dern eiförmig, ohne Spur von Gliederung und Organen, aber
überall mit Wimpern besetzt, die sich weiterhin nur auf den
32S Grube:
Vorder- und Hintertheil des Leibes beschränken, und mit
der Ausbildung der Fühler gänzlich verschwinden *). Du-
jardin's Sahellina brachyceros und tenuis (^Ann. des scienc.
nat. See. ser. Tom. XL pl. 7. Fig. 6—8) scheinen nichts an-
deres als eben Jugendzustände von Terebellen oder ähnlichen
Thieren zu sein.
*) Eigentliche Terebellaceen. Mundsegment mit kei-
nen Paleen bewaffnet.
70. T erebella Linn., s. str. Sav.
A. Jederseits 3 Kiemen (^Terebellae simplices Sav.).
T. conchilega, bereis conchilega Fall. Mise. Zool. p. 131.
tab. IX. Fig. 14, 22., Terebella conchilega Gmel. Linn. Syst.
nat. Ed. XIII. Tom. I. P. VL p. 3113., Sav. Syst. p. 85.
T. Medusa Sav. Syst. p. 85., Annelid. grav. pl. I. Fig. 3.
T. multisetosa Gr. Zur Anat. und Phys. der Kiemenw.
pag. 19.
T. cirrata^ Amphitrite cirrata Müll., die buschigte Am-
phitrite. Wurm. p. 188. tab. XV., ?Rathke Nov. Act. nat. cur.
Tom. XX. P. L p. 220. , R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. 1.
p. 171. 'ii
T. nebulosaMoni. Linn. Transact. Vol. XII. p. 341. tab. XL
(Chenu. Bibl. conchyl. Linn. Transact. p. 266. pl. XXIII. Fig. 2).
Vermuthlich ist auch T. parvula K. Leuck. Wiegm. Arch. 1849.
L p. 175. ein Glied dieser Gruppe.
B. Jederseits 2 Kiemen (Terebellae Phyzeliae Sav.).
T. Scylla Sav. Syst. p. 87.
T. cincinnata, Amphitrite cincinnata Fabric. Faun. Groenl.
p. 286.
T. madida Frey et Leuck. Beitr. p. 154.
T. Misenensis Costa Ann. des scienc. nat. See. ser.
Tom. XVL p.271. pl. 11. Fig. 3.
C. Jederseits 1 Kieme (Terebellae Idaliae Sav.).
T. cristata, Amphitrite cristata Müll. Zool. Dan. Vol. IL
p.40. tab.LXX.
*) Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tora. III. p. 152. pl. 6—8.
Die Familien der Anneliden. 32^
T. ventricosa, Amphitrite ventricosa Bosc. Vers Ed. 2,
Tom. I. p. 195. pl. 51. Fig. 4, 5, 6.
Von mehreren Arien haben wir Abbildungen, doch nicht so ge-
naue Beschreibungen, dass sie sicher zu unterscheiden sind. Demnach
gehören noch zur (iruppe A :
T. gigantea Mont. Linn. Transact. Vol. XII. p. 341. tab. XI.
(Chenu Bibl. conchyl. Linn. Transact. p. 265. pl. XXII. Fig. 1.).
T. cirrata Mont. 1. c. p. 342. tab. XII. Fig. 1. (Chenu Bibl. con-
chyl. Linn. Transact. p. 266. pl. XXIII. Fig. 1).
r. constrictor Mont. 1. c. p. 344. tab. XII. (Chenu Bibl. conchyl.
Linn. Transact. p. 266. pl. XXIV. Fig. 1.)
T. venustula Mont. 1. c. p. 3. (Chenu Bibl. conchyl. Linn. Trans-
act. p. 266. pl. XXIV. Fig. 2).
Amphitrite Olfersii delle Chiaie Wem. Vol. III. p. 168. tab. XLIII.
Fig. 1, 6.
A. Nesidensis delle Chiaie 0. o. p. 169. tab. XLIII. Fig. 2. 3.
A. Neapolitana delle Chiaie 0. c. p. 169. tab. XLIII. Fig. 4.
A. flexuosa delle Chiaie 0. c. p. 169. tab. XLIII. Fig. 5.
A. Meckelii delle Chiaie 0. c. p. 169. tab. XLV. Fig. 10.
Zur Gruppe B gehört :
A. Tondi delle Chiaie 0. c. p. 169. tab. XLV. Fig. 2.
Die Zahl der Kiemen ist gar nicht angegeben bei:
Terebella variabilis Risso Hist. nat. Tora. IV. p. 408., Guerin Ico»
nogr. Annelid. pl. 2. Fig. 1.
T. rubra Risso 0. c. p. 409.
T. lutea Risso 0. c. p. 409.
r. zostericola Oersd. De region. marinis. p. 68. (bloss genannt).
Sabella lumbricalis Mont. Test. Brit. p. 549 wird von Johns ton
in seinem Index als Terebella aufgeführt, kann aber nach Montagu's
Beschreibung keine sein. ,j
Terebella rubra Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIII. Tom. I. P. VI.
p. 3114. ist keine Terebella, vielleicht eine Eunicee.
Dagegen könnten die Röhren von S. arenaria Mont. und S. sub-
cylindrica Mont. Terebellen angehören.
Die Galtung Aphlebina Quatrefg. Ann. des scienc. nat. Trois. ser.
Tora. I. p. 19. soll einer kieraenlosen Terebella ohne coniractile Ge-
fässe gleichen, in der sich das Blut durch schwingende Blättchen in
der Leibeshöhle bewegt.
71. Terebellides Sars.
T, S^roemei Sars Beskrivelser p. 48. (pl- 13.) Fig. 3!.a-e,
m^
Grube:
? T. elegans , Canephorus elegans Gr. Wiegm. Arch. 1846.
I. p. 161. tab.V. Fig. 1. (vielleicht doch eine eigene Gattung).
72. Sahellides Edw.
S. octocirrata, Sabella? octocirrata Sars Beskrivelser
p.51. (pl.130 Fig. 32. a-f.
73. Poly cirrus Gr.
P. Medusa Gr. nov. spec.
**) Amphictenea. Mundsegment oben mit einer Quer-
reihe von Paleen besetzt.
74. Pectinaria Lam.
P. Belgica, Nereis cylindraria Belgica Fall. Mise. Zool.
p. 122. tab. IX. Fig. 3-13., Amphictene auricoma Sav. Syst.
p. 89., ?Sabella granulata Linn. Syst. nat. Ed. XII. Tom I.
P.II. p. 1268.
P. auricoma, Amphitrite auricoma Müll. Zool. Dan. Vol. I.
p. 26. tab. XXVI., Rathke Neue Danziger Schrift. 1842. Bd. III.
p. 56. tab. V.
P. Groenlandica, Amphitrite auricoma Fabric. Faun. Groenl.
p. 289.
P. Capensis, Nereis cylindraria Capensis Fall. Mise. Zool.
p. 118. tab. IX. Fig. 1, 2.
P. Aegyptia, Amphictene Aegyptia Sav. Syst. p. 90. An-
nelid, grav. pl. I. Fig. 4. , cop. Dict. des scienc. nat. Chetop.
pl. 3. Fig. 2.
Nicht hinlänglich genau besehrieben sind :
Amphitrite Eschrichtii Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 219.; könnte vielleicht mit P. Belgica zusammenfallen; R. Leuckart
Wiegm. Arch. 1849. I. p. 177. wiW Amphitrite auricoma F&hnc, hieher
ziehen.
Pectinaria castanea Risso Wist. nat. Tom. IV. p. 411.
P. nigrescens Risso 1. c.
P. auricoma Dict. des scienc. nat. Chetop. pl. 3. Fig. 1. ist bloss
abgebildet und hiernach zu urtheilen eine von den obigen verschie-
dene Art.
75. Amphicteis Gr.
A. Gunneri, Amphitrite Gunneri Sars Beskrivelser p. 50.
pl. 11. Fig. 30. a-d.
Die Familien der Anneliden. 331
76. Scalis Gr.
Sc, minax Gr. Wiegm. Arch. 1846. I. p. 169.
XVII. Familie Hermellacea Gr.
Körper wurmförmig rundlich aus 2 sehr verschiede-
nen Abschnitten bestehend, der vordere dick, etwas breitge-
drückt, in Segmente getheilt, und mit Kiemen und Borstenfort-
sätzen versehen, der hintere dünn, ohne Segmente, nackt, wie
ein schwanzförmiger Anhang.
Kopflappen sehr ansehnlich, gegen das Mundseg-
ment nicht abgesetzt, von der Form eines fleischigen, rechts
und links herabgewölbten cylindrischen Blattes, zuweilen in
eine rechte und linke Hälfte zerfallend, immer aber am Stirn-
rande abgestutzt und hier mit einem Kranz von Paleen und
längs der Bauchseite mit mehreren Reihen Fühler hinter ein-
ander besetzt.
Mundsegment unten ein zweitheiliges Lippenblatt
bildend, neben welchem jederseits ein Borstenbündel.
Mund im Grunde des von dem Kopflappen gebildeten
Cylinders liegend, nach vorn gerichtet, von einer etwas aus-
dehnbaren Lippe umgeben, unbewaffnet; ein Rüssel fehlt.
Seitliche Fortsätze der Segmente zweizeilig,
die oberen sind Flösschen , an einigen vordem Segmenten
mit Paleen, sonst mit Hakenborsten bewaff'net, am 2ten rudi-
mentär oder fehlend, die unteren dünne Bündel von Haar-
borsten.
Borsten einfach, theils linear, theils Hakenborsten und
Paleen.
Kiemen zungenförmig oder sehr schmal dreieckig, am
Rückenrande aller oder doch der meisten Segmente der vor-
deren Körperabtheilung.
Die Anatomie der Sabellarien hat ganz neuerlich Q u a-
trefages ausführlich behandelt 0- Auf die etwas geschlän-
gelte, hinten angeschwollene Speiseröhre folgt ein muskulöser
Magen und auf diesen ein gerader in jedem Segment erwei-
») Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tora. X. p. 30. pl. 2. vergl.
auch den Aufsatz von Mibe Edw. A. d. sc. n. See. ser. Tora. X.
332
Grube:
terterDarm; man sieht 1 ein vorn und hinten einfaches, sonst
doppeltes Rücken- und ein ähnliches Bauchgefäss, welche
unter einander wiederholt in Verbindung stehen und auch
die Kiemen mit Aesten versorgen , ausserdem noch hinten
ein oberes Darmgefäss ; in der Kieme selbst lässt sich nicht
mehr ein doppeltes Gefäss, sondern nur ein gemeinsamer vom
Blut angefüllter Raum erkennen; das Blut lebhaft roth; die
Hälften des Nervenstranges aus einander weichend, in jedem
Segment zu einem grösseren und einem kleineren Ganglion
anschwellend und durch 1 oder 2 Querfäden vereinigt, an
der Basis der Flösschen eine Reihe mit dem Nervenstrange
verbundener Ganglien , auf dem oberen Ganglienpaar des
Mundringes 2 angedeutete Augen ; um die Speiseröhre herum
eine drüsige Masse (deren Secret vielleicht Speichel ist
oder zum Bau der Röhren dient); das Geschlecht getrennt,
die Leibeshöhle unvollständig gekammert, nur im Bereich der
Speiseröhre ungekammert, in den Kammern entwickeln sich,
wie auch sonst bei den Anneliden, Eier und Spermatozoen.
Ausser Sahellaria (Hermella Sav.) umfasst diese Fa-
milie noch die Gattung Centrocorone ; sie nähert sich am
meisten den Serpulaceen, unterscheidet sich aber von diesen
durch die Stellung der Kiemen, die so ungleiche Ausstat-
tung der beiden Körperabtheilungen, durch welche sie an die
Pectinarien erinnert, und durch die Bildung des Kopflappens
und seine auch sonst nirgends vorkommende Paleenkrone.
Die Röhren, welche diese Thiere aus Sand bauen, sind oft
massenweise vereinigt, und dann meist parallel an einander
gestellt.
77. Sahellaria Lam.
A. Paleenkrone dreifach (Hermella Quatrefg.).
S. Anglica , Tubipora arenosa Anglica Ell. Naturgesch.
d. Corall. p. 97. tab. XXXVL, Sabellaria Anglica Gr., Wiegm.
Arch. 1848.1. p. 46. tab. HI. Fig. 12 , Hermella alveolata Qua-
trefg. Ann. des scienc. nat. Trois. ser. Tom. X. p. 14. , Am-
phitrite alveolata Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 6. Fig. 2.,
Sabellaria alveolata Gr. , Wiegm. Arch. 1848.1. p.45. tab. HL
Fig. 11.
Die Familien der Anneliden. 333
S, alveolata , Hermella alveolata Sav. Syst. p. 82., Her-
mella Savignyi, Quatrefg. 1. c. p. 18.
S. crassissima , Lam. Hist. nat. Ed. 2. Tom. V. p. 605.
Hermella crassissima Qualrefg. 1. c. p. 19., Vera tuyauReaura.
Hist. de l'acad. des scienc. 1711. p. 128 , 134. pl. 30. Fig.
15—17.
S. Rissoi, Hermella Rissoi Quatrefg. 1. c. p. 15.
S. longispina Gr., Wiegm. Arch. 1848. I. p. 42. Taf. III.
Fig. 9. 10.
S. spinulosa R. Leuck., Wiegm. Arch. 1849. I. p. 179.,
Hermella ostrearia Frey et Leuck. Beitr. p. 152.
S. magnifica Gr. 1. c. p.38. Taf. HI. Fig. 1—5.
S. uncinata Sabellaria alveolata Blainv. Dict. des scienc.
nat. Chetop. pl. 4. Fig. 1., S. uncinata Gr. I. c. p.48. tab. III.
Fig. 6, 7, 8. (cop.).
B. Paleenkrone zweifach (Pallasia Quatrefg.).
S. chrysocephala , Nereis chrysocephala Fall. Nov. Act.
Petrop. Tom. II. p. 235. Tab. V. Fig. 20., Sabellaria chrysoce-
phala Gr., Wiegm. Arch. 1848. I. p. 49., Pallasia chrysoce-
phala Quatrefg. 1. c. p. 23.
S. Gaimardi, Pallasia Gaimardi Quatrefg. 1. c. p. 24.
S. negata, Sabella negata Bosc. Nouv. Dict. d'hist. nat.
Article Sabella, Pallasia negata Quatrefg. 1. c. p. 25 (scheint
kaum genügend bekannt).
78. Centrocorone Gr.
C. Taurica^ Amphitrite Taurica Rathke Faun, der Krym
p. 136. (Mem. de PAcad. de Petersb. Tom. III. p. 426.) tab.
Vni. Fig. 8—15.
XVIII. Familie Serpulacea Burm.
Körper wurmförmig, rundlich, mit kurzen Segmen-
ten, welche fast immer 2 durch die Stellung der Borsten ver-
schiedene Abtheilungen zusammensetzen.
Kopflappen mit dem Mundsegment verschmolzen, im
erwachsenen Thier nicht bemerkbar.
Mund Segment jederseits mit einem Borstenbündel
und meistens autli einem Kragen versehen.
334 Grube:
Mund nach vorn gerichtet, zwischen einem rechten
und linken, halbkreis-, kreis- oder spiralförmig eingeroll-
ten Blatte befindlich, welches vorn aus dem Mundsegment in
der Längsrichtung hervortritt und am Vorderrande Kiemen-
fäden trägt; der Mund ist unbewaffnet, ein Rüssel fehlt.
Seitliche Fortsätze der Segmente fast immer
zweizeilig: die obern in der vorderen Körperabiheilung kleine
Höcker mit ßorstenbündeln, die untern Querwülste mit einer
Reihe von Hakenborsten; in der hinteren, meist längeren Ab-
theilung dagegen stehen die Querwülste oben, die Bündel der
Haarborsten unten, auch fehlen letztere wohl theilweise ganz
und dasselbe scheint in einzelnen Fällen von den Hakenbor-
sten zu gelten. Bei Fabricia sollen alle Segmente oben Ha-
ken- unten Haarborsten tragen.
Borsten einfach, sowohl linear, als Hakenborsten,
statt der ersleren an den vordem Segmenten zuweilen auch
Paleen.
Kiemen pinselförmig, am Vorderende des Körpers,
parallel der Längsachse liegend, in einer einfachen oder dop-
pelten Reihe langer, gewöhnlich bärtiger, am Grunde durch
eine Membran verbundener Fäden bestehend, welche auf dem
Vorderrande der oben beschriebenen Blätter sitzen.
Diese Familie umfasst die Gattungen: Anisomelus , Sa-
bella, Eriographis, Protiila, Serpula, Filograna und Fabricia,
Alle tragen die ansehnlichen, fächerartig ausbreitbaren Kie-
menbüschel nicht wie andere Anneliden auf dem Rücken,
sondern an der vordem Endfläche des Körpers selbst, nicht
senkrecht auf die Längsachse, sondern parallel derselben;
in diesen Organen, welche sich zum Theil in gestielte Deckel
verwandeln können, spricht sich Zierlichkeit der Form und
angenehme, oft lebhafte Färbung aus, während der Leib ein-
tönig gefärbt ist. Besondere Erwähnung verdient, dass beim
Krümmen desselben nicht wie allgemein sonst die Bauch -
sondern die Rückenfläche die concave ist, was vielfache Ver-
wechslung von beiden veranlasst hat. Sie wohnen fast ohne
Ausnahme in festen, entweder aus fein geschlemmten Erd-
theilchen bestehenden , lederartig biegsamen, oder in kalki-
gen Röhren, welche an Pflanzen, Schwämmen, Conchylien,
Corallen oder Steinen mit einem grössern oder geringern
Die Familien der Anneliden. 335
Theil ihrer Länge angewachsen , zum Theil hoch aufgerich-
tet, selten ganz frei sind und so im Sande stecken.
Die Anatomie von Sahella unispira ist in einigen Stük-
ken aufgeklärt '). Auf einen kurzen geraden Abschnitt des
verdauenden Kanals (vielleicht Speiseröhre und Magen) folgt
ein wie ein Pfropfenzieher gewundener Darm, der überall
von den Dissepimenten der Leibeshöhle umfasst wird; in den
hiedurch gebildeten Kammern liegen die Eier. Es sind 4
Gefässstämme vorhanden: 1 Bauch-, 1 Rücken- und 2 seit-
liche obere Gefässe, welche sich hauptsächlich am Darmka-
nal verästeln , in die Kiemenblätter treten und vorn mit dem
Rückengefäss durch einen Querast zusammenhängen ; in je-
dem Kiemenfaden konnte ich nur einen mit Blut gefüllten
Kanal wahrnehmen; das Blut ist, wie auch bei Serpula con.
tortupHcata grün, bei andern Serpulen anders gefärbt; die
Hälften des Nervenstranges liegen aus einander, und sind in
jedem Segment durch 2 Querfäden verbunden ; über die Be-
deutung zweier ansehnlicher, neben dem geraden Vordertheil
des Darmkanals befindlicher Blindschläuche, welche vorn nach
aussen zu münden scheinen, ist nichts Näheres ermittelt. Die
Serpulen sind getrennten Geschlechts , und die Entwicklung
geht, nach Protula zu urtheilen , in ganz ähnlicher Weise
wie bei den Terebellen vor sich, doch kommen keine Fühler
zum Vorschein ; der anfangs deutliche Kopflappen verkümmert
allmählich , und unter ihm spriessen ein paar Wülste hervor,
die wahrscheinlich später zu den Basalblättern der Kiemen
werden 2). Nur bei Fabricia (Amphicora) bleibt der Kopf-
lappen und seine Augen beständig erkennbar und — was
sonst beispiellos ist — auch das Hinterende trägt Augen,
diese Thiere sind die einzigen in dieser Familie, welche ihre
Röhren verlassen, und ebensogut vor- als rückwärts krie-
chen können.
79. Anisomelus Templet.
A. luteus Templet. Proc. Zool. soc. 1835. p. 112., Trans-
*) Gr. über Sabella unispira in den Beiträgen zur Anat. und Phy-
siol. der Kiemenwürm. p. 24. Taf. If. Fig. 5. 7, 12, 16—18., Milne
Edw. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. X.
2) Milne Edwards Ann. of nat. bist. Trois. ser, Tom. III. p. 160.
pl. 9.
336 Grube:
act. of the Zool. Soc. Vol. VI. I. tab. 5. (cit. Wiegm. Arch.
1836. II. p. 219.).
80. Sabella Lirin. s. str. Sav.
A. Kiemenfäden in einer einfachen Reihe (Sabellae
simplices Sav.).
S. pavonina Sav. Syst. p. 79., Tubularia penicillus Fa-
bric. Faun. Groenl. p. 438., Müll. Zool. Dan. Vol. III. p. 13.
tab. LXXXIX. Fig. 1, 2., Gr. Wiegm. Arch. 1846. 1. p. 57.
S. reniformis, die nierenförmige Amphitrite Müll. Wurm,
p. 194. tab. XVI. , Amphitrite reniformis Gmel. Linn. Syst.
nat. Ed. XIII. Tom. I. P. VI. p. 3110., R. Leuck. Wiegm. Arch.
1849. I. p. 183. tab. III. Fig. 8. A— F.
S. lanigera Gr. Wiegm. Arch. 1846. I. p. 51. Tab. II.
Fig. 1.
S. penicillus Sav. Syst. p. 78., ? Penicillus marinus Ron-
delPisc. P. IL p. 78. (Cit. Sav.). ?Gr. Wiegm. Arch. 1846.
I. p. 55. tab. II. Fig. 2.
S. flabellata Sav. Syst. p. 79.
S. infundibulum , Amphitrite infundibulum Mont. Linn.
Transact. VoL IX. p, 109. tab. VIIL , (Chenu Bibl. conchyl
Deux. ser. Tom. I. pl. XVIII. Fig. 5.) , cop. Berluch Bilderb.
Bd. X. Nr. 12., Wurm. tab. XXIX. Fig. l.
S. vesiculosa, Amphitrite vesiculosa Mont. Linn. Transact.
Vol. XL p. 19. tab. V. Fig. 1., (Chenu. Bibl. conchyl. Linn.
Transact. p. 253. pl. 20. Fig. 4.), Sabella vesiculosa Cuv. Regne
anim. Ed. 3. Annelid. pl. 5. Fig. 2.
S. Luculiana delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 180, 218.
tab. XLII. Fig. 23, 24., Gr. Wiegm. Arch. 1846.; I. p.46.
tab. IL Fig. 3.
S. gracilis Gr. Act. Echin. Wurm. p. 61.
S. latisetosa Gr. 1. c. Fig. 11.
S. ventilabrum Sav. Syst. p. 81., Amphitrite ventilabrum
Gmel Linn. Syst nat. Ed. XIIL Tom. I. P. VI. p. 3111., Co-
rallina tubularia Melitensis Ellis Naturg. der Corallen p. 92.
tab. XXXIV.
S. Spallanzanii, Spirographis Spallanzanli Viviani Phos-
phor, mar. p. 14. tab. IV. V., Sabella unispira Sav. Syst. p. 80.,
Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 4. iq
Die Familien der Anneliden. 337
S. Josephinae, Amphitrite Josephinae Risso Hist. nat.
Tom. IV. p. 410. Gr., Wiegm. Arch. 1846. 1. p. 53. tab. II. Fig. 6.
S. volutacornis , Amphitrite volutacornis Mont. Linn.
Transact. Vol, VII. p. 84. tab. VII. Fig 10., (Chenu. Bibl. conchyl.
Linn. Transact. p. 253. pl. XX. Fig. 4.) , cop. Bertuch Bil-
derb. Bd. X. Nr. 12. Wurm. tab. XXIX. Fig. 2., verschieden
von S. volutacornis? Mont. Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom.
XX. P. I.
S. luxuriosa Gr. Wiegm. Arch. 1846. 1. p.49. tab. II.
Fig. 4, 5.
B. Kiemenfäden in doppelter Reihe (Sabellae Astar-
tae Sav.).
S. Indica Sav. Syst. p. 77.
S. magnißca, Tubularia magnifica Shaw Linn. Transact.
Vol. VI. p. 228. tab. IX., (Chenu. Bibl. conchyl. Linn. Transact.
p. 17. pl. 6. Fig. 4.) cop. Bertuch Bilderb. Bd. IV. Nr. 43.,
Wurm. V. Fig. 1.
Ausserdem werden noch angeführt :
Amphitrite rosea Sowerby Pennant Brit. Zool. IV. 90. (Cit.
Johnst. Index).
A. ramosa Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 410.
A. hombijx Dalyell Froriep Notiz. 1840. Kr. 331.
Sabella amoena Johnst. Loud. Mag. nat. hist. Vol. VI. p. 406.
Fig. 53. (Cit. Johnst. Index).
S. curta Mont. Test. ßrit. p. 555. scheint weder eine Sabella
noch eine Terebella zu sein.
S. scabra Kölreuter. Nov. Conmient. Acad. Petrop. Tom. X. p. 352.
tab. IX. kann ebensowenig die Röhre einer Sabella sein.
Die Gattung Clymeneis Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX. P. I.
p. 226 mit einer Art CL stigmosa Rathke 0. c. p. 228. tab. IX. Fig. 10—
14. ähnelt durchaus einer Sabella, die ihre Kiemen verloren hat; es
sind davon 3 Exemplare gefunden worden.
81. Eriogr aphis Gr. nov. Gen.
E, borealis Gr. nov. spec.
82. Protula Risso.
A. Basalblätter der Kiemen in eine Spira von meh-
reren Umgängen gerollt (Spiramella Blainv.).
Pr. bispiralis, Serpula bispiralis Sav. Syst. p. 75.
Pr. intestinum, Serpula tubularia Mont. Test. Brit. p. 513.
(Chenu Bibl. conchyl. Mont. p. 223.), Serpula intestinum Lam.
Archiv, f. Naturgesch. XVL Jahrg. 1. Bd. 22
338 Grube:
Bist. nat. Ed. 1. Tom. V. p. 363. Ed. 2. Tom. V. p. 619., Sa-
bella protula Ciiv.,Guer. Iconogr. Annelid. pl. 1. Fig. 5., Pro-
tiila Rudolphii Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 406., Protula inte-
stinum Phil. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 196.
B. Basalblätter der Kiemen in einen Kreis oder Halb-
kreis gerollt (Psygmobranchus Phil.).
Pr. protensa , Serpula protensa Gmel. Linn. Syst. nat.
Ed. XIII. Tom. I. P. VI. p. 3744., Serpula tubularia Mont. Test.
Brit. p. 513., Psygmobranchus protensus Phil. Wiegm. Arch.
1844. I. p. 196.
Pr. cinerea, Serpula cinerea Forsk. Faun.Arab. p. 128.,
Psygmobranchus cinereus Phil. 1. c. p. 196.
Pr. intricata, Serpula intricata Linn. Syst. nat. Ed. XII.
Tom. I. P. II. p. 1265., Psygmobranchus intricatus Phil. 1. c.
p. 197.
Vielleicht fällt die Gattung Piratesa Templet., von der eine Art
P. nigroannulata Templet. Proc. Zool. Soc. 1835. p. 112. beschrieben
wird, mit Protula zusammen.
83. Serpula Linn., s. str. Phil.
A. Basalblätter in eine Spira von mehreren Umgän-
gen gerollt (Cymospira Sav.).
S. gigantea Pall. Mise. Zool. p. 139. tab. X. Fig2— 10.
Sav. Syst. p. 74., Terebellä bicornis Abildg. Schrift, d. Berl.
Naturf. Bd. IX. p. 138. tab. III. Fig. 5., Serpula bicornis Sav.
Syst. p. 75., Cymospira gigantea Blainv. Dict. des scienc. nat.
Tom. LVII. p. 431., Chetop. pl. 2. Fig. 1.
S. stellata, Terebellä stellata Abildg. I. c.
B. Basalblätter der Kiemen in einen Kreis oder Halb-
kreis gerollt (Serpulae simplices Sav.).
a. Deckel flach -trichterförmig mit gezähneltem
Rande (Serpula s. str. Phil.).
S. contortuplicata Linn. Syst. nat. Ed. XII. Tom. I. P. IL
p. 1266., Sav. Syst. p. 73., Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid.
pl. 3. Fig. 1.
S. vermicularis'^ Linn. Phil. Wiegm. Arch. 1844. L p. 191.
tab. VI. A., Donovan Chenu Bibl. conchyl. p. 69. pl. XXV.
Fig. 2., aber nicht Müll Zool. Dan. Vol. IIL p. 9. tab.LXXXVI.
Fig. 8.
Die Familien der Anneliden. 339
S. pallida Phil. 1. c. p. 190.
S. echinata Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIII. Tom. I. P. VI.
p. 3744., Phil. 1. c. p. 190.
S. venusta Phil. 1. c. p. 192.
S. aspera Phil. 1. c. p. 191. tab. VI. B.
S. trilatera [Gr.], S. triquetra Phil. 1. c. p. 190.
S. sulphurata Edvv. Cuv. Regne aniin. Ed. 3. Annelid.
pl.3. Fig. 4.
S. suhquadrangula Phil. 1. c. p. 191. tab. VI. C.
S. lactea Edw. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 3.
Fig. 5.
b. Deckel flach trichterförmig mit gezähntem Rande,
aus der Mitte erhebt sich eine Krone von Stäb-
chen (Eupomatus Phil).
S. uncinata, Eupomatus uncinatus Phil. Wiegm. Arch.
1844. I. p. 195. tab. VI. Q. , Sabella Euplaeana delle Chiaie
Mem. Vol. III. p. 219, 226. tab. XLVIII. Fig. 21, 22.
S. pecHnata, Eupomatus pectinatus Phil. 1. c. tab. VI. R.
S, hexagona Bosc. Vers Ed. 2. Tom. I. p. 205. pl. 50.
Fig. 1.
Zu dieser Gruppe gehört auch S. vermicularis Müll. Zool. Dan.
Vol. III. tab. LXXXVI. Fig. 9.
c. Deckel kalkig keulenförmig, abgestutzt (Placo-
stegus^ Phil.).
S. crystallina Scacchi Catal. p. 18. (CiL Phil), Placoste-
gus crystallinus Phil. 1. c. p. 192. tab. VI. D.
S. armataEdw. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl.3.
Fig. 2.
S. fmbriata delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 218, 226. tab.
XLVIII. Fig. 19, 20., Placostegus crystallinus Phil. I. c. p. 192.
tab. VI. E.
S, libera Sars Beskrivelser p. 52. (tab. 12.) Fig. 32. a-c,
Dentalium arietinum Müll.
d. Deckel kalkig, eicheiförmig, zuweilen verlängert
oder mit schief aufgesetzter Oberhälfte (Vermi-
lia Lam., Phil.).
S. clavigera, Vermilia clavigera Phil. Wiegm. Arch. 1844.
I. p. 193. tab. VI. H.
340 Grube:
S. contorta [Gr.] , Serpula contortuplicata Grav. Tergest.
p.90.
S. operculata Bosc. Vers Ed. 2. Tom. I. p. 250. pl. 50.
Fig. 2.
S. infundibulum Gmel. Linn. Syst. nat. Tom. I. P. VI.
p. 3745., Vermilia infundibulum Phil. 1. c. p. 193. tab. VI. G.
S. calypfraia, Vermilia calyptrata Phil. 1. c. tab. VI. J.
S. multicristafa, Vermilia multicristala Phil. 1. c. tab. VI. K.
?V. scabra Lam. Bist. nat. Ed. I. Tom. V. p. 370. Ed. 2. Tom.V.
p. 634.
S. emarginata Phil. 1. c. p. 194. tab. VI. 0.
S. quinquelineala Phil. 1. c. p. 193. tab. VI. M.
S. triquetra, Vermilia triquetra Lam. Hist, nat. Ed. 1.
Tom. V. p. 369., Ed. 2. Tom. V. p. 633. , Phil. 1. c. p. 192.
tab. VI. F.
S. elongata, Vermilia elongata Phil. 1. c. p. 193. tab. VI. L.
S. polytrema, Vermilia polytrema Phil. 1. c. p. 194. tab .VI. N.
e. Deckel kalkig, oben halbkuglig oder flach mit
hohlen Hörnern auf dem Scheilel (Pomatoce-
ros Phil.).
S. tricuspis, Pomatoceros tricuspis Phil. I. c. p. 194,
tab. VI. P., ?R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. I. p. 189. Taf. IH.
Fig. 9.
f. Deckel spatel- oder etwas keulenförmig, die
Röhre des Thieres klein, in eine flache Spira
aufgerollt (Spirorbis Daud.).
S. cornu arietis, Sp. cornu arietis Phil. Wiegm. Arch.
1844. I. p. 195. tab. VI. S.
S. nautiloides, Serpula spirorbis Linn. Faun. Suec. Ed. IL
Nr. 2204., Müll. Zool.Dan. Vol. III. p. 8. tab. LXXXVI. Fig. 1-6.,
cop. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 3. Fig. 3., Spiror-
bis nautiloides Lam. Hist. nat. Ed. 1. Tom. V. p. 359., Ed. 2.
Tom. V. p. 613.
S. Simplex Gr. nov. spec.
S. spirillum Linn. Faun. Suec. Ed. IL Nr. 2203., Pall.
Nov. Act. Petrop. Vol. IL p. 236. tab.V. Fig. 21. Mont.
S. pusilla, Spirorbis pusilla Rathke Fauna derKrym p. 117.
(Mem. de PAcad. de Petersb. Tom. HL p. 407.)
Die Familien der Anneliden. 341
S. granulata Müll., Fabric. Faun. Groenl. p. 380. , Do-
novanNat. bist. ofBrit. Shells Tom. III. Fig. 100., (Clienu Bibl.
conchyl. Donov. p. 71. pl. XXV. Fig. 18, 19.).
S. antarctica, Spirorbis antarcticus Less. Cent. Zool.
p. 147. pl. 51. Fig. 2. A, B, C, ?Sp. carinata Lam. Hist. nat.
Ed. 1. Tom. V. p. 359. Ed. 2. Tom. V. p. 614.
g. Deckel kalkig, mit beweglichen Stacheln bewaff-
net (Galeolaria Lam.).
S. caespitosa, Galeolaria caespitosa Lam. Hist. nat. Ed. 1.
Tom. V. p. 372., Ed. 2. Tom. V. p. 636., Dict. des sciens. nat.
Chetop. pl. 1. Fig. 4., var. ? G. elongata Lam. 11. cc.
Die blossen Röhren sind noch von Folgenden beschrieben oder
auch abgebildet.
a. Stielrunde Röhren.
Serpula fascicularis Lara. Hist. nat. Ed. 1. Tom. V. p. 362. Ed. 2.
Tom. V. p.618.
S. plicaria Lam. 11. cc. p. 363. p. 619.
S. annulata Lam. II. cc. p, 364. p. 620.
S. cereolus Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIIL Tom. I. F. VI. p. 3745.,
Marl. Conchyl. Bd. I. p. 58. tab. III. Fig. 20. E.
S. pellucida Lam. Hist. nat. Ed. I. Tom. V. p. 365. Ed. 2. Tom.Y.
p.623.
S. sulcata Lam. 11. cc. p. 367. p. 625.
S. proboscidea Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIIL Tom. I. P. VI.
p. 3745., 31art. Conchyl. Bd. I. tab. II. Fig. 18. A, ß.
S. cancellala Fabric. Faun. Groenl. p. 383.
S. porrecla Müll., Fabric. Faun. Groenl. p. 378.
S. denticulata Gmel. Linn. Syst. Nat. Ed. XIIL 1. c. p. 3746.
S. pyramidalis Gmel. 1. c.
S. Norwegica Müll. Prodr. Nr. 2859., Act. Nidros. IV. p. 51. tab.
IL Fig. 11—13. (Cit. Gmel.).
Vermilia plicifera Lam. 11. cc. p. 370. p. 634.
V. eruca Lam. 11. cc. p. 370. p. 634.
T. roslrata Lam. 11. cc. p. 369. p. 633.
Spirorbis lamellosa Lam. 11. cc. p. 359. p. 614.
Sp. tricostalis Lam. II. cc. p. 360. p. 614.
Serpula heteroslropha Mont. Test. Brit., Chenu Bibl. conchyl. p.
219., Spirorbis heterostrophus Flem. Encycl. VI., p. 68. pl. 205. Fig. 1.
(Cit. Johnst. Index.)
S. minuta Mont. 1. c. p. 220.
S. lucida Mont. 1. c. p. 220.
S. sinistrorsa Mont. 1. c. p. 219.
dM Grube:
Spirorbis Monlagui Flem. Edinb. Phil. Journ. XII. p. 245. (Cit.
Jonst. Index.)
Sp. annulus Brown Illustr. pl. I. Fig. 44. (Cit. I. c.)
Sp. heterocliticus Brown Illustr. pl. I. Fig. 57. (Cit. 1. c.)
Sp. striatulus ßrown Illustr. pl. I. Fig. 59. (Cit. 1. c.)
Sp. conica Flem. Edinb. Encycl. VII. p. 68. pl. 205. Fig. 3., Brown
Illustr. I. Fig. 58. (Cit. 1. c.)
b. dreikantige oder beinahe dreikantige Röhren.
"'''^' Serpula coslalis Lara. Hist. nat. Ed. 1. Tom. Y. p. 367. Ed. 2.
Tom. V. p. 625.
Vermilia bicarinata Lani. 11. cc. p. 369. p. 634.
V. taeniala Lara. II. cc. p, 370. p. 634.
V. subcrenata Lam 11. cc. p. 370. p.634.
c, Fünfrippige.
Serpula quinqueco statu Daud. Reo. de Mem. Fig. 22. (cit. von
Bosc Vers Ed. 2. Tom. I. p. 212.)
Unter den eigentlichen Serpulen (d. h. denen, die nicht zu Spi-
rorbis gehören) finde ich noch in Johns ton's Index citirt :
S. serrulata Flem. Edinb. Encycl. VII. p. 67. pl. 204. Fig. 8.
S. rugosa Turt. Conch. Dict. p. 154.
Eine von allen andern Serpulenröhren abweichende Gestalt hat
S. lorulosa delle Chiaie Mem. Vol. III. p. 217. tab. XLIX. Fig. 35. und
S. infundibulum delle Chiaie 1. c. p. 217. tab. XLIV. Fig. 39, 40.
S. ocrea Gmel. Linn. Syst. nat. Ed. XIII. Tom. I. P. VI. p. 3744.,
Rumph. Amboin. Rar. tab. XLI. Fig. K. p. 108. scheint eine Sabella.
Mehrere andere als Serpulen beschriebene Röhren gehören Ver-
metusarten und Polythalamien an. Die Gattung Spiroglyphis Daud.,
welche neben Serpula gestellt wird (Bosc Vers Ed. 2. Tom. I. p. 218.
pl. 50. Fig. 5.) , ist so gut als gar nicht gekannt, da man nur die Röh-
ren, nicht die Thiere gesehen hat: es werden zwei Arten genannt iSp.
polüiis Daud. und annulatus Daud.
84. Filograna Berk.
F. implexa, Serpula filograna Linn. Syst. nat. Ed.XII.
Tom. I. F. II. p. 1265. , Filog-rana implexa Berkeley Zool. Journ.
1827. p. 229. 1835. p. 426. Fig.l.Sars Faun. litt. Lief. I. p. 86.
tab. 10. Fig. 12—19.
F. Schleideni Schmidt Neue Beitr. zur Naturgesch. der
Wurm. p. 33. Taf. III.
Vielleicht kann man zu dieser Gattung auch rechnen Apomatus
ampuUiferus Phil. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 197.
85. Fahricia Blainv.
F. stellaris^ Tubularia stcllaris Müll. Hist. verm. Vol. I.
Die Familien der Anneliden. 343
P. II. p. 18., T. Fabricia Müll. Prodr. Nr. 3066., Fabric. Faun.
Groenl. p. 440. Fig-. 12. A. B., Fabricia stellaris Blainv. Dict.
des scienc. nat. Tom. LVII. p. 439., Othonia Fabricii Johnst.
Loud. Mag. of nat. bist. Vol. VIII. p. 181. Fig. 19., ?Fabricia
affinis Leuck. Wiegm. Arch. 1849. I. p. 193.
F. Sabella, Ampbicora Sabella Ehrenb. Mittheil, naturf.
Freunde 1836. p. 2., ? Fabricia quadripunctata Frey et Leuck,
Beitr. p. 151. PI. II. Fig. 3.
II« Grymiiocoiia.
XIX. Familie Tomopteridea.
Körper verlängert oder wurmförmig, schmal mit brei-
ten gegen das Hinterende oft wenig oder gar nicht entwickel-
ten Flossen und weniger zahlreichen, nicht durch Grenzfur-
chen von einander abgesetzten Segmenten.
Kopflappen hinten mit dem Mundsegment verwach-
sen, jener mit kurzen Stirnfühlern, dieses mit sehr langen
seitlichen Fühlercirren , in welchen, wie auch in den Stirn-
fühlern, ein borstenartiger Theil steckt, 2 Augen.
Mund nach unten gekehrt, unbewaffnet; ein Rüssel ist
nicht beobachtet.
Seitliche Fortsätze der Segmente ansehnliche
(zweilappige) Flossen ohne Borsten und Nadeln.
Wir kennen bis jetzt nur eine Gattung Tomopteris mit
einer Art, deren äussern und Innern Bau besonders Busch
untersucht hat ^). Der Körper ist ausserordentlich durchsich-
tig, der Darmkanal gerade, ohne Erweiterungen, Gefässe
nicht wahrnehmbar, das Blut farblos, das Geschlecht getrennt,
die Eier liegen frei in der Bauchhöhle; die Bedeutung, der
rosettenförmigen gestielten Organe, welche sich innen am
Grunde der Flossen befinden, konnte Busch nicht ermitteln.
per Nervenstrang scheint an lebenden Exemplaren schwer
erkennbar, bei Thieren , die in Weingeist aufbewahrt waren,
fand ich seine Hälften dicht neben einander gelegen, kaum
merkliche Anschwellungen bildend, und den Mundring enge 2).
') Müll. Arch. 1847. p. 212. Taf. VII. Fig. 5.
2) Gr. Müll. Arch. 1848. p. 456. Taf. XVI. Fig. 9— 13.
344 Grube:
86. Tomopteris Eschsch.
T. onisciformis Eschsch. Isis 1S25. p. 736. Taf. V. Fig. 5.,
Busch Müll. Arch. 1847. p. 180. Taf. VII. Fig. 5. , Gr. 1. c.
1848. p. 456. Taf. XVI. Fig. 9— 13., Briareus Scolopendra
Quoy et Gaim. Ann. des scienc. nat. Tom. X. p. 235. Tab. 7.
Fig. 1.
III. Onycliophora«
XX. Familie Peripatea Aud. et Edw.
Körper kurz wurmförmig, Julus ähnlich, rundlich, mit
nicht zahlreichen Segmenten.
Kopflappen hinten mit dem Mundsegment vereinigt,
vorn gerundet; 2 Stirnfühler, 2 Augen.
Mund nach unten gerichtet; Rüssel kurz mit 2 ha-
kigen Kiefern.
Fortsätze der Segmente nicht seitlich, sondern
entschieden nach unten gerichtete, einzeilige conische Fuss-
stummel O^it angedeuteter Gliederung), deren Ende 2 Klauen
trägt.
Die einzige Gattung, Peripaiiis, mit wenigen von Blan-
c h a r d unterschiedenen Arten, entfernt sich eben so sehr von
den Regenwürmern, mit denen sie den Aufenthalt an feuch-
ten Orten auf dem Lande theilt, als von den übrigen Anne-
liden durch die Beschaffenheit ihrer in Klauen endender Be-
wegungsorgane. Nach Milne Edwards ist der Darm
gerade, und in jedem Segment erweitert, die Hälften des
Nervenstranges ganz von einander entfernt, doch wie es
schien, durch Querfäden verbunden , an jedem Fussstummel
zu einem kleinen Ganglion anschwellend, die oberen Gan-
glien des Mundringes mit einander vereinigt ; ein Rückenge-
fäss war vorhanden, und schien Aeste abzugeben ; 2 am After
mündende Kanäle enthielten Eier und Embryonen, 2 andere,
vorn den Darmkanal umschlingende , schienen sich an der
Basis des Isten Paars der Fussstummel zu öffnen.
87. Peripatiis Guild.
P. juliformis Guild. Zool. Journ. Tom. II. p. 443. Fig.,
cop. Isis 1828. tab. II. Fig. 157,, ? Wiegm. in seinem Archiv
1837. I. p. 195. tab. IV. Fig. 20.
Die Familien der Anneliden. 345
P. Edwardsii Blanchard Ann. des scienc. nat. Trois.
ser. Tom. VIII. p. 139. , ^. juliformis Aud. et Edw. Ann. des
scienc. nat. Tom. XXX. p. 4l3. pl. XXII. Fi^r. 5--7.
P. Blainvillii Blanch. 1. c. p. 140.
P. brevis Blainv. et Gerv., Bianch. 1. c. p. 140.
IV. Olig^ochaeta.
XXI. Familie Lumbricina.
Körper wurmförmig, rundlich, bisweilen hinten vier-
kantig, mit vielen kurzen Segmenten, zuweilen in die Quere
theilbar.
Kopflappen stumpf conisch, selten spitz und in einen
Faden verlängert, oft mit seinem hintern Theil mehr oder
weniger tief in das Mundsegment eingedrückt oder mit ihm
verwachsen , ohne Fühler und Augen vielleicht Helodrilus
ausgenommen, bei dem H o ff meisler 2 augenförmige Punkte
angiebt.
Mundsegment unbewaffnet.
Mund nach unten gerichtet ; der Schlund ist unbewaff-
net und kann sich ein wenig hervorstülpen.
Seitliche Fortsätze der Segmente nur in Ha-
kenborsten bestehend, welche entweder einzeln jederseits
vier Zeilen oder zu je 2 bis 5 neben einander gestellt, jeder-
seits zwei Zeilen bilden.
Borsten einfach, meist gestreckte Hakenborsten.
Die Anatomie dieser Thiere ist bisher hauptsächlich an
Lumbricus i), namentlich L. terrester L. (agricola Hoffmr.)
sludirt worden, und die Verhältnisse der Generationsorgane
und des Gefässsystems sehr verschieden aufgefasst. Der ge-
rade verlaufende Darmkanal besteht aus dem Pharynx, Oeso-
phagus, dem muskulösen Magen und dem Darm, am Oeso-
») Vergl. besonders Leo de structura Lumbrici 1820., Morren de
Lumbrici terrestris structura 1829. , Duges Ann. des scienc. nat. 1828,
1837., Treviran, Gesetze und Erschein. Bd. II.Th.2. p. 37., delle Chiaie
Mem. Vol. II. p. 417., Hoffmr. de vermibus 1842., die Aufsätze vonHenle,
Stein, H. Meckel in Müll. Arch. 1835. p. 574 . 1842. p. 238. 1844. p.
473., Steenstrup Untersuch, über das Vorkommea der Hermaphrodit, p. 43.
8^ Grube:
phagus liegen Speicheldrüsen. Die Gefässstämme sind wie
gewöhnlich 1 contra etiles Rücken- und 1 Bauchgefäss, wel-
che vorn jederseits durch mehrere Bogen in Verbindung
stehen, 2 Gefässe neben und 1 unter dem Nervenstrang, die
Körperwandung und die an ihrer untern Hälfte liegenden,
vielfach als Respirationsorgane betrachteten , Blindschläuche
erhalten ein System von Aesten vom Rücken- ein anderes
vom Bauchgefäss und dem Stamm unter dem Nervenstrange,
das Blut ist roth. Die Hälften des Nervenstranges liegen
dicht neben einander, bilden in jedem Segment eine leichte
Anschwellung, und schicken aus dieser und aus einer Stelle
hinter ihr Aeste aus, die vorderen Ganglien des Mundrings
sind fast verschmolzen.
Nach der allgemeinen, doch von Steenstrup bestrit-
tenen Ansicht sind die Regenwürmer Zwitter, ihre Genitalien
befinden sich in wenigen vorderen Segmenten, und münden
paarig; durchbohrte Ruthen fehlen und zum gegenseitigen
Festhalten bei der Begattung dienen seitliche, besonders *am
sogenannten Gürtel ausgeprägte Haftgrübchen. Aus neueren
wiederholt angestellten Untersuchungen des Stud. Reissner
in Dorpat geht hervor, dass bei der Begattung, bei welcher
bekanntlich die Individuen verkehrt gegen einander liegen,
der Samenstrom in den wulstigen Querspalten des löten Seg-
ments (den sogenannten Vulven) beginnt, nach der Aussen-
seite fliesst, und hier unter einem rechten Winkel in die bis
zum Gürtel hinlaufenden beiden Längsrinnen tritt, während
bei dem andern Individuum der Samen um die 4 an der Bauch-
seite auf den Grenzen des 9ten , lOten und Uten Segments
befindlichen Oeff'nungen sich anhäuft. Auf dem Rücken öff'net
sich eine Reihe von Schleimsäckchen. Bei Euaxes fehlt der
Muskelmagen, dagegen hängt oben am Darm rechts und links
eine Reihe sackförmiger Organe; die Generationsorgane schei-
nen einfacher, die Eier sollen in dem Cavum der Segmente
angetroffen werden; 1 Rücken- und 1 Bauchgefäss sind vor-
handen, und gehen an den Körperenden in einander über,
die andern Stämme fehlen.
Die Lumbricinen legen fast durchgängig Eier, und zwar
befinden sich in der Regel mehrere Dotter in einer Eikapsel,
diese ist durchsichtig , oval oder länglich, und läuft an bei-
Die Familien der Anneliden. 347
den Enden in einen kürzern oder längern Stiel aus. Die Jun-
gen sind den Alten ähnlich, haben jedoch weniger Segmente;
die Entwicklung stimmt in den Hauptzügen mit den Clepsi-
nen überein.
Diese von Savigny aufgestellte Familie, von welcher
jedoch jedenfalls die Echiuren auszuschliessen sind, besteht
gegenwärtig aus den Gattungen Lumbricus , Hypogaeon, Me-
gascolex, Criodrilus, Helodrilus, Phreoryctes, Lumbriculus und
Euaxes , VYürmern , welche im Erdboden oder im Schlamm
der Gewässer leben. Ihre nahe Verwandtschaft mit den Nai-
deen wird bei diesen besprochen werden.
88. Lumbricus Linn., s. str. Gr.
L. terrester Linn. Syst. nat. Ed. XII. Tom. I. P. IL p. 1076.
Enterion terrestre Sav. Syst. p. 103., Enterion herculeum Sav.
Cuv. bist, des progr. Tom. II. p. 108. , Lumbricus agricola
Hoffmr. VViegm. Arch. 1843. L p. 186. tab. IX. Fig. 1., Art der
Regenw. p. 5. Fig. 1.
L. riibellus Eoffmr. 1. c. p. 187. tab. IX. Fig. IL, Art der
Regenw. p. 21. Fig. 2.
L. anatomicus Dug. Ann. des scienc. nat. Tom. XV. p. 292.
Nr. 3., Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. L p. 188. tab. IX. Fig. HL,
L. communis Hoffmr. Art. der Regenw. p. 23. Fig. 3.
L. cJüoroticus, Enterion chloroticum Sav., Cuv. Hist. des
progr. Tom. IL p. HO. Nr. 14. , Lumbricus riparius Hoffmr.
Wiegm. Arch. 1843. I. p. 189. tab. IX. Fig. IV., Art. der Re^
genw. p. 30. Fig. 4.
L. foetidus, Enterion foetidum Sav., Cuv. 1. c. Nr. 12. 13.,
Lumbricus foetidus Dug. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom.
VHI. p. 21. Nr. 14. pl. 1. Fig. 4. , L. olidus Hoffmr. Wiegm.
Arch. 1843. L p. 190. tab. IX. Fig.V., Art. der Regenw. p.32.
Fig. 5.
L. piiter Hoffmr. Art. der Regenw. p. 33. Fig. 6.
L. stagnalis Hoffmr. 0. c. p. 35. Fig. 7.
L. tetraedrus, Enterion tetraedrum Sav., Cuv. Hist. des
progr. Tom. IL p. 111. Nr. 20., Lumbricus amphisbaena Dug.
Ann. des scienc. nat. Tom. XV. p. 293. Nr. 5. pl. 9. Fig. 19.
20, 24., L. agilis Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. l p. 191. tab.
IX. Fig.VL, Art. der Regenw. p. 36.
348 Grube:
L. complanatus Dug. Ann. des scienc. nat. Tom. XV,
p. 292. pl. 9. ¥\g. 25.
L. gigas Dug-. 1. c. p. 290. Nr. 1. pl. 9. Fig. 13, 14,,
See. ser. Tom. VIII. p. 18. pl. 1. Fig. 1.
L. castaneus, Enterion castaneum Sav. , Cuv. Hist. des
progr. Tom. II. p. 109. Nr. 7. , Lumbricus castaneus Dug. Ann.
des scienc. nat. See. ser. Tom. VIII. p. 22. Nr. 23.
L. pygmaeus^ Enterion pygmaeum Sav. Cuv. 1. c. p. 111.
Nr. 19.
L. Isidorus Dug. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom.
VIII. p. 22. Nr. 24.
L, phosphoreus Dug. I.e. p. 24. Nr. 35.
L. teres Dug. Ann. des scienc. nat. Tom. XV. p. 294.
Nr. 6. pl.IX. Fig. 15, 16, 22.
L. semifasciatus Burm. Zool. Handatl. tab. 33. Fig. 3.
L. ephippinm Gr. nov. spec.
L. maximus Leuck. Zool. Bruchst. Heft. III. p. 104, 130.
Taf. V.
L. iriannularis Gr. Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th. I.
Annal. p. 18, Taf. II. Fig. 3, 3a, 3b.
L. multispinns Gr. 0. c. p. 19. Taf. II. Fig. 4, 4a.
L. flaviveniris R. Leuck. Wiegm. Arcli. 1849. I. p. 159.
scheint mir nicht genau genug charakterisirt.
Ausserdem werden noch folgende Arten aufgeführt ohne genügend
charakterisirt zu sein:
Enterion roseum Sav., Cuv. Hist. des progr. Tom. 11. p. 110.
Kr. 11.
JE. mammale Sav., Cuv. 1. c. Nr. 9.
E. opimum Sav., Cuv. 1. c. Nr. 17.
E. festivum Sav., Cuv. 1. c. p. 109. Nr. 14.
E. cinctum Fitzing. Isis. 1833. p. 549.
E. polyphemus Fitzing. I. c.
E. breticoUe Fitzing. 1. c.
E. plalyurum Fitzing. 1. c.
Lumbricus Blainvilleus Dug. Ann. des scienr. nat. See. ser. Tom.
VIII. p.20. Nr. 11.
L. dubius Dug. 1. c. Nr. 13.
L. purus Dug. 1. 0. N. 22.
L. clitellinus Risso Hist. nat. Tom. IV. p. 426.
l. lividus Templet. Loud. Mag. of aat. hist. Vol. IX. p. 235.
Die Familien der Anneliden. 349
L, gordianus Templet. 1. c.
L. xanthurus Templet. 1. c.
L. omilurus Templet. 1. c.
L. annularis Templet. 1. c.
L. hinicauda Viviani Phosphor, mar. p. 12. Tab. III. Fig. 7, 8 ist
eine Culicidenlarve.
89. Hypogaeon Sav.
H. hirtum Sav. Syst. p. 104.
90. Megascolex Templet.
M. coeruleus Templet. Ann. of nat. hist. Yol. XV. p. 60.
91. Criodrilus Hoffmr.
Cr. lacuum Hoffmr. Art. der Regenw. p. 41. Fig. 9.
92. Helodrilus Hoffmr.
H. oculatus Hoffmr. Art. der Regenw. p. 39. Fig. 8.
93. Phreoryctes Hoffmr.
Phr. Menkeams Hoffmr. Art. der Regenw. p. 40., Ha-
plotaxis Menkeana Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. I. p. 193.
tab. IX. Fig. VH.
94. Lumbriculus Gr.
L. variegatus^ Lumbricus variegatus Müll. Hist. verni.
Vol.I. P. II. p.26., Gr. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 207. tab.
YH. Fig. 2.
95. Euaxes Gy,
E. filirostris Gr. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 204. tab. VII.
Fig. 1. , Menge Wiegm. Arch. 1845. I. p. 24., Rhynchehnis
limosella Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. I. p. 192.
E. obtusirostris Menge Wiegm. Arch. 1845. I. p. 31.
lab. III.
XXII. Familie Naidea Ehrenb.
Körper fadenförmig, rundlich, meist winzig, durch-
scheinend oder ganz durchsichtig, mit längeren oder kürze-
ren oft undeutlich abgesetzten Segmenten, bei vielen in der
Quere theilbar.
Kopflappen stumpf conisch, abgerundet, zuweilen zu-
350 Grube:
gespitzt oder gar in einen langen Faden auslaufend, gewöhn-
lich hinten mit dem Mundsegment verschmolzen, mitunter gar
nicht erkennbar; 2 Augen oder keine.
Mundsegment mit Borsten versehen oder nackt.
Mund nach unten, nur bei Chaetogaster nach vorn ge-
richtet; Schlund nicht vorstülpbar.
Seitliche Fortsätze der Segmente ein- oder
zweizeilige spärliche Borstenbündel , welche aus kaum be-
merkbaren Höckerchen und weiter als bei den Lumbricinen
vortreten, selbst wenn sie, wie häufig. Hakenborsten sind.
Borsten einfach, entweder linear oder Hakenborsten,
oder beides.
Kiemen, wenn sie vorkommen, nur an dem Hinter-
ende des Körpers.
Die Naideen bilden eine von den Lumbricinen schwer
zu trennende Gruppe, welche aus den Gattungen Enchijtraeus,
Saenuns^ Clitellio, Mesopachys, Capitella (Lumbriconais), l^ais^
Aeolosoma und Dero besteht i). Im Allgemeinen kann man
hervorheben, dass alle diese Anneliden durchsichtig, klein
oder äusserst klein, und nur mit stärkeren Vergrösserungen
untersuchbar sind, während die Lumbricinen eine ansehnli-
chere Grösse und dickere Leibeswandungen zu haben pfle-
gen; Haarborsten kommen bei den Lumbricinen nie, bei den
Naideen häufig vor, und die Hakenborsten ragen weiter hervor,
und stehen seltener einzeln oder zu zweien als in kleinen Bün-
deln, an denen man jedoch nie wie bei den Appendiculata
polychaeta cirren- oder lippenähnliche Weichtheile bemerkt.
Das Gefässsystem ist einfacher, das Rücken - und Bauchge-
fäss werden vorn jederseits durch eine sich wie das erstere
lebhaft contrahirende Schlinge verbunden, das Blut ist kaum
gelblich fast farblos, nur bei Saenuris und vielleicht noch
wenigen anderen rothgelb oder roth; die Hälften des Ner-
venstranges liegen dicht neben einander, ihre Anschwellun-
gen sind unbedeutend, und die aus ihnen hervortretenden
*) Der innere Bau ist nur vonNais, Dero, Enchytraeus und Sae-
nuris untersucht. Vgl. i^lüll. Wurm, des süssen und salzigen Wassers,
Gruithuisen über Nais Nov. Act. nat. cur. Tom. XI, XIV., Sciimidt Müll.
Arch. 1846. j Henle Müll. Arch. 1837.; Hoffmr. de Vermibus.
Die Familien der Anneliden. 351
zahlreichen Seitenfäden nach Schmidt nicht immer paarig;
die Geschlechtsorgane der Naiden und Saenuris sind einfa-
cher und anders beschaffen als bei den Regenwürmern, viel-
leicht werden weitere Untersuchungen derselben die Grenze
zwischen den Lumbricinen und Naideen bestimmter bezeich-
nen lassen, und möglicherweise dazu nöthigen , die Gattun-
gen Euaxes, Lumbriculus, Helodrihis und wohl noch ein paar
verwandte von jenen abzutrennen. Nais bipunctata soll nach
Kölliker und Capitella (Lumbriconais) nach R. Leuckart
getrennten Geschlechts sein. Die Fortpflanzung findet bei
den Lumbricinen fast nie , bei den Naideen vorherrschend
durch Selbsttheilung statt. Endlich leben jene vorzugsweise
im Erdboden, diese im Wasser.
96. Enchytraeus Henle.
E. vermicularis, Lumbricus vermicularis Müll. Hist. verm.
Vol. I. P. II. p. 26 , Tubifex pallidus Duges Ann. des scienc.
nat. See. ser, Tom. VIII. p. 33. , Enchytraeus albidus Henle
Müll. Arch. 1837. p. 74, 89. tab.VI., Enchytraeus vermicularis
Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. I. p. 193.
E. galha Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. I. p. 194., Tubi-
fex pallidus Dug. 1. c.
E. spiculus Frey etLeuck. Beitr. p. 150.
97. S aenuris Uof^mr.
S. variegata Hoffmr. De vermib. p. 9. tab. I.Fig. 29. tab. II.
Fig.l9, 20, 21., Wiegm. Arch. 1843. 1. p. 195., Gr. Wiegm. Arch.
1844. I. p. 211., Lumbricus tubifex z. Th. Müll. Hist. verm.
Vol. I. P. H. p. 27., Zool. Dan. Vol. HL p. 4. tab. LXXXIV.,
Tubifex rivulorum z. Th. Lam. Hist. nat. Ed. 1. Tom. HI. p. 225.,
Ed. 2. Tom. HL p. 676.
S. lineata , Lumbricus lineatus Müll. Hist. verm. Vol. L
P. IL p. 29., Saenuris lineata Hoffmr. Wiegm. Arch. 1843. L
p. 195.
S. neurosoma Frey et Leuck. Beitr. p. 150.
Sollte vielleicht auch Lumbricus ciliatus Müll. Hist. verm. Vol. I.
P. II. p. 30. eine Saenuris sein?
98. Clitellio Sav.
Cl. arenarius, Lumbricus arenarius Müll., Fabric. Faun,
352 Grube:
Groenl. p. 280., (Clitellio) arenarius Sav. Syst. p. 104, Pe-
loryctes arenarius R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. I. p. 161.
Cl. minutus, Lumbricus minutus Müll., Fabric. Faun,
Groenl. p. 281. (Clitellio) minutus Sav. Syst. p. 104.
In die Nähe dieser Gattungen oder zu einer von ihnen gehören
noch folgende Anneliden:
Lumbricillus verrucosus Oersd. : De regionibus marinis p. 68.
L. lineatus Oersd. 1. c.
Lumbricus lineatus Müll. ? Rathke Nov. Act. nat. cur. Tom. XX.
PI. I. p. 230. tab. XII. Fig. 8.
Tubifex nncinariusBug. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. VIII.
p. 33. pl. I. Fig. 28,29, 30. , vielleicht auch Lumbricus inaequalis ^üW.
Prodr. Nr. 2612.
99. Mesopachys Oersd.
M. marina Oersd. De region. mar. p. 79.
100. Capitella Blainv. (Lumbriconais Oersd.).
C, FabricUBhinv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVIl. p.443.
Lumbricus capitatus Fabric. Faun. Groenl. p. 279., L. marina
Oersd. Kroyer Tidsskr. Bd. IV. 2. p. 132. pl. III. Fig. 6, 11,
12., Lumbriconais capitata R. Leuck. Wiegm. Arch. 1849. I.
p. 163.
101. Nais Müll. s. str.
JV. proboscidea Müll., die gezüngelte Naide Wurm. p. 14.
tab. I. , Gruithuis. Nov. Act. nat. cur. Tom. XL p. 235. pl.
XXXV., Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 21. Fig. 2.,
Stylaria proboscidea Lam. Hist. nat. Ed. I. Tom. III. p. 224.,
Ed. 2. Tom. IIL p. 675.
JV. parasita Schmidt. Froriep Notiz. 1847. Nr. 65.
N. elinguis Müll. , die zungenlose Naide Wurm. p. 74.
tab. IL
iV. barbata Müll, die bärtige Naide Wurm. p. 80. tab. IIL
N. serpentina Müll, die geschlängelte Naide. Wurm. p. 84.
tab. IV.
JV. uncinata Oersd. Kroyer Tidsskr. Bd. IV. 2. p. 136.
N. liltoralis Müll. Zool. Dan. Vol. IL p. 54. tab. LXXX.,
Oersd. Kroyer Tidsskr. Bd. IV. 2. p. 136.
An die Gattung Nais scheinen sich anzuschliessen :
N. bipunclata delie Chiaie Mem. Vol. H. p. 405. tab. XVIII.
Flg. 19.
Die Familien der Anneliden. 353
N. marina Fabric. Faun. Groenl. p. 315.
Prislina longiseta Ehrenb. Symb. phys.
Fr. inaequalis Ehrenb. 1. c.
Ripistes Dujard. l'lnstit. 1842. p. 316.
Nais Lurco Fritchard Microsc. Cabinet (wird in Johnston's Index
unter Nais selbst aufgeführt, die Beschreibung ist mir nicht bekannt).
102. Aeolosoma Ehrenb.
A. decorum Ehrenb. Symb. physic, A. Ehrenbergi Oersd.
Kroyer Tidsskr. Bd. IV. 2. p. 137. Tab. III. Fig. 7.
A. Hemprichii Ehrenb. I. c.
A. quaternarium Ehrenb. L c.
103. Chaetogaster Baer.
Ch. vertnicularis , Nais vermicularis Müll. Hist. verrn.
Vol. I. P. II. p. 20., Chaetogaster Limnaei Baer Nov. Act. nat.
cur. Tom. XIII. P. IL p. 611. lab. XXIX. Fig. 23, 24., Nais
diaphana Gruithuis. 1. c. Tom. XIV. P. I. p. 409. tab. XXV.,
Mutzia heterodactyla Vogt Müll. Arch. 1841. p. 36. tab. II.
Fig. 13-15.
104. Dero Oken i).
D. digitata, Nais digitata Müll., die blinde Naide. Wurm.
p.90. tab. V. Fig. 1—3., Dero digitata Oken Lehrb. derNa-
turg. Th.IlI. 1. p. 363., Proto digitata Oersd. Kroyer Tidsskr.
Bd. IV. 2. p. 133.
Duges und Dujard in beschrieben noch 2 Waiden des Mee»
res, welche sie zu dieser Gattung rechnen :
Nais equisetina Dug. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. VIII.
p.31. pl. 1. Fig. 24, 25.
Kais picta Duj. Ann. des scienc. nat. See. ser. Tom. XI. p. 293.
pl. YII. Fig. 9—12.
Die erste erinnert lebhaft an Amphicora Sabella Ehrenb. , doch
zeigt die Abbildung nur 8 Fäden am Schwänzende, während Eh-
renberg angiebt „Branchiae in partes 24 simpliciter divisae« und
*) Statt dieses Gattungsnamens liest man bei Blainville Diel, des
scienc. nat. und mehreren andern Schriftstellern Proto Oken, ja dieser
Name ist allgemein geworden , ohne dass ich ermitteln kann , woher
er genommen ist.
Archiv f. Naturgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 23
354 Grube:
man vermisst die Augenpunkte oberhalb der Basis dieser Fäden ; die
zweite an iVais bipunctata delleChiaie. Ueber die Stellung dieser Thiere
kann ich mich aus Mangel an genügenden Erfahrungen nicht entschei-
den ; auch ich habe, wie Schmidt, daran gedacht, die Gattungen Dero,
Amphicore, Fabricia und diese Naiden wenn nicht zu einer Unterord-
nung, so doch zu einer Abtheilung niederen Grades zu verbinden, allein
Dero schliesst sich so sehr an die Naiden, Fabricia in ihrer Innern Or-
ganisation, wie es scheint, so sehr an die Serpulaceen an, dass diese
Verbindung unmöglich wird. Die Brücke, die sich durch diese Gat-
tungen von den Serpulaceen zu den Kaideen bildet, ist nicht zu ver-
kennen, denn Dero steht wegen ihrer Kiemenanhänge und dunkeln Blut-
farbe ebenso an der äussersten Grenze der Naideen, wie Amphicora durch
ihre Augen an beiden Körperenden und die Fähigkeit IVei umherzukrie-
chen, an der Grenze der gerade durch ihre beschränkte Bewegungsfä-
higkeit ausgezeichneten Serpulaceen.
V. Discophora.
XXIII. Familie Hirudiiiacea Sav., s. slr. Gr.
Körper gestreckt, cylindrisch oder flachg-edrückt, nach
beiden Enden mehr oder weniger verschmälert, aus sehr kur-
zen Ringeln zusammengesetzt, deren meistens 5 auf ein Seg-
ment gehen , selten ungeringelt , vorn und hinten mit einer
Haftscheibe oder einem Haftnapf versehen , After über der
hintern Haftscheibe gelegen.
Kopflappen unten ausgehöhlt und mit einigen der
vordersten Ringel (dem Mundsegment) das vordere Haftor-
gan bildend, gewöhnlich selbst geringelt, und von diesen et-
was abgesetzt, so dass man ihn als Ober- diese als Unter-
lippe betrachten kann, seltener ungeringelt und mit den ge-
nannten Ringeln ganz verschmolzen ; Augen, wenn vorhan-
den, 2 — 5 Paare, theils auf dem Haftorgan, theils gleich da-
hinter.
Mund im Grunde des vordem Haftorgans, nach unten
gerichtet; der Schlund ist etwas hervorstülpbar und mit 3,
zuweilen hartgezähnelten beim Ansaugen einschneidenden
Längsfalten versehen.
Seitliche Fortsätze der Segmente nur bei
Branchellion beobachtet, blatt- oder fadenförmig.
Mündungen der Geschlechtsorgane unpaarig*,
Die Familien der Anneliden. 355
nahe hinler einander in der Mittellinie der Bauchfläche ge-
legen.
Man kennt den innern Bau von fast allen Gattungen O«
An dem stets gerade verlaufenden von Dissepimenten umfass-
ten Darmkanal lässt sich gewöhnlich Schlund , Oesophagus,
Magen und Darm unterscheiden , der Magen erweitert sich
meistens rechts und links zu einer Reihe oft beträchtlicher
Blindsäcke, deren hinterstes Paar das längste ist, und den
Darm wohl an Länge übertrifft. Den Oesophagus umgiebt
eine Schicht von winzigen Speicheldrüsen, die Rücken- und
Bauchseite des Magens ein Gewebe von geschlängelten Le-
berkanälen. Ueberall scheinen 4 Gefässstämme vorzukommen,
1 Rücken- und 1 den Nervenstrang umschliessendes Abdo-
minalgefäss , beide nicht contractu und 2 ansehnliche con-
tractile Seitengefässe, letztere sind besonders im hintern Theil
des Körpers durch mehrere grosse Quergefässe mit einander
verbunden , und die einzigen , welche zu den jederseits an
der Bauchwand mündenden, bald als Schleim- bald als Ath-
mungsorgane gedeuteten Blindkanälen und den Geschlechts-
organen Aeste senden, alle Gefässstämme aber vertheilen sich
an dem Darmkanal und den Körperwandungen; das Blut ist
roth. Als Hoden wird fast allgemein jederseits eine Reihe
hinter einander liegender Säckchen und als Ruthe ein ihren
Ausführungsgang aufnehmendes, aus einer Scheide hervor-
tretendes Organ betrachtet, das übrigens nicht allgemein vor-
kommt. Die ein paar Ringel weiter nach hinten gelegene
Oeffnung ist Vulva und die jederseits in sie ausgehenden
Kanäle die aus den Ovarien herkommenden Eileiter. Gegen
die Ansicht Steenstrups, dass diese Thiere getrennten
Geschlechts seien, sprechen auch die neuerdings angestellten
Untersuchungen des Stud. Reissner in Dorpat. Die Hiru-
dinaceen pflanzen sich in der Regel durch Eier fort, 'welche
aus einer platten oder gerundeten pergamentartigen oder
schwammigen Hülle und mehreren in einer Flüssigkeit lie-
') Vgl. besonders Moquin Tandon Älonogr. de Ja famille des
Hirudin., Duges Ann. des scienc. nat. 1828. Tom. XV. p. 308. pl. 8.,
Filippi Mem. sugli Annelidi della famigl. di sanguisughe. Brandt
et Ratz eb. Med. Zool.ßd. II. p. 045. Tab. XXIX. A, ß. XXX., Steen-
strup Unters, p. 51.
356 Grube:
genden Dottern bestehen. Die Dotter und Embryonen sind
anfangs sehr klein und wachsen bedeutend, letztere indem
sie, wovon ich mich auch überzeugt habe , das sie umge-
bende Eiweiss verschlucken; die auskriechenden Jungen äh-
neln der Mutter 0-
Die Gattungen, auf welche ich diese Familie beschränke,
sind: Pontohdella, Brmichellion, Limnatis, Hirudo, Haemopis,
Aulacostomum , Oxijptijchus , Nephelis , Trochetia und Lio-
stomum.
105. Pontohdella Leach.
P. muricata, Hirudo muricata Linn. Syst. nat. Ed. XII.
Tom. 1. P. II. p. 1080. , Pontohdella spinulosa Leach Mise.
Zool. Tom. II. p. 12. tab. 65. Fig. 1, 2. (Cit. Moq. Tand.),
Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 557., Apod. pl. I.
Fig. 2., Albione muricata Sav. Syst. p. 110., Cuv. Regne anim.
Ed. 3. Annelid. pl. 23. Fig. 2.
P. verrucata Leach Mise. Zool. Tom. II. p. 11. tab. 64.
Fig. 2., cit. Moq. Tand.Hirud. Ed. II. p. 288. pl. II. Fig. 10. 11.
P. areolata Leach Mise. Zool. Tom. II. p. 10. tab. 63.,
cit. Moq. Tand. 1. c. p. 290. pl. IL Fig. 12.
P. laevis Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. XLVIL
p. 243.
P. lubrica Gr. Act. Echin. Wurm. p. 60.
Moquin Tandon undBlainville ziehen auch Hirudo Indica
Linn. Syst. nat. Ed. XII. Tom. I. P. II. p. 1079. hieher.
106. Branchellion Sav.
Br. Torpedinis Sav. Syst. p. 109., Moq. Tand. Hirud.
Ed. 2. p. 282. pl. L Fig. 1—10., Cuv. Regne anim. Ed. 3. An-
nelid, pl. 23. Fig. 3.
Br. pinnatum Eirndo branchialis Menzier Transact. Linn.
Yol. I. p. 188. tab. 17. Fig. 3.
107. Limnatis Moq. Tand.
L. nilotica, Bdella nilotica Sav. Syst. p. 113. Annelid.
•) Vgl. Weber, Meck. Arch. 1828. p. 360., Müll. Arch. 1846.
p. 4ü9., Frey Götting. gelehrt. Anzeig. 1845. p. 273.
Die Familien der Anneliden. 357
grav. pl.V. Fig. 4., cop. Dict. des scienc. nat. Apod. pl. 35.,
Limnatis nilotlcaMoq. Tand.Hirud. Ed. 1. p. 122. Ed. 2. p. 250.,
Palaeobdella nilotica Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII.
p. 563.
108. Hirudo Linn., s. str. Gr.
H. medicinalis Linn. Syst. nat. Ed. XII. Tom. I. P. II.
p. 1079. , Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 327. pl. YII— IX., H.
venaesector Braun Syst. Beschreib, p. 24. Tab. II. Fig. 1—9.,
Sanguisuga medicinalis Sav. Syst. p. 114., Br. et Ratzeb. Med.
Zool. Bd. II. p. 238. tab. XXVIII, XXX.
Variet. H. officinalis, (Sav.), Verbana Car., chlorogaster
Br. et Ratzeb., interrupta Moq. Tand., provincialis Car.
H, granulosa, Sanguisuga granulosa Sav. Syst. p.ll5.
H, mysomelas Henry, Serullas et Virey Journ. pharm.
Tom. XV. 1829. p. 640., cit. Br. et Ratzeb. Med. Zool. Bd. II.
p.241.
H. parasitica Say, Long, narrat. of expedit. to the source
of St. Pet. riv., App. Zool. 1824. Tom. II. p. 266., cit. Moq.
Tand. Hirud. Ed. 2. p. 341.
H. marmorata Say 1. c, cit. Moq. Tand. I. c. p. 343.
H. decora Say 1. c, cit. Moq. Tand. 1. c. p. 342.
H. lateralis Say 1. c, cit. Moq. Tand. 1. c. p. 344.
Ferner sollen noch hieher gehören :
Hirudo Ceylanica Knox Relat. de Tue Ceylan I. p. 63. , cit. Br.
et Ralzeb. Med. Zool. Bd. II. p. 242., Forbes Froriep Noliz. 1840. Nr.
287. p.6.
H. Smtca Blainv. Dict. Tom. XL VII. p. 271.
H, Japonica Krusenstcrn Reise um die Welt tab. 65., Blainv. 1.
c. p. 271.
Sanguisuga tagulla Meyen Reise um die Erde Bd. II. p. 269.
S. hypochlora Wahlberg Naturforsch. Vers, von Stockholm.
S. uöcca Quatrefg. Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 21. Fig. 3,
109. Haemopis Sav. s. m. Moq. Tand.
U. voraxMoq. Tand. Hirud. Ed. 1. p. 108., H. sanguisorba
Sav. Syst. p. 115., H. sanguisuga Moq. Tand. Hirud. Ed. 2.
p. 318. pl. VI. Fig. 1. , Sanguisuga Aegyptiaca Moq. Tand.
Hirud. Ed. 1. p. 120.
H. Ardeae Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 323. s. Guyon
Mem. pres, Inst, 1824.
358' Grube:
Vielleicht gehört zu dieser Gattung auch :
Hirudo Martinicensis Blainv. Dict. des scienc. nal. Tom. XL VII.
p. 250 , eine andere Art wird ebenda p. 272 unter demselben Namen
angeführt.
HO. Oxyptychus Gr.
0. striatus Gr.
111. Aulacostomum Moq. Tand.
A, gulo, Hirudo sanguisuga Müll. Hist. verm. Vol. I. P. II.
p. 38., Hirudo gulo Braun Syst. Beschreib, p. 12. tab. I. Fig.
1—7., Cuv. Regne anim. Ed. 3. Annelid. pl. 21. Fig. 4., Au-
lacostomum nigrescens Moq. Tand. Hirud. Ed. 1. p. 116., Au-
lastoma gulo Hirud. Ed. 2. p. 313. pl.V. Fig. 1, 2., Pseudo-
bdella nigra Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 560,
112. Nephelis Sav.
N. vulgaris, Hirudo octoculata Bergm. Act. Stockholm.
1756. p. 199. 1757. tab. VI. Fig. 5— 8., cit. Linn. Syst. nat.
Ed.XlH. Tom. I. P. II. p. 1079., Hirudo vulgaris Müll. Hist.
verm. Vol. I. P. IL p.40., Braun Syst. Beschr. p. 39. Tab. III.
Fig. 4—11., Helluo octoculata OkenLehrb. d. Naturg.Th. HI. 1.
p. 367. , Nephelis rutila, testacea cinerea Sav. Syst. p. 118.,
Nephelis vulgaris Moq. Tand. Hirud. Ed. 1. p. 125., Nephelis
octoculata Ed. 2. p.302. pl. HI. Fig. 1,22., Var. atomaria Car.
Mem. dell Accad. di Torino Vol. XXV. p.295.
JV. quadrisfriata Gr. nov. spec.
113. Trochetia Dutr.
Tr, suhviridis Duir.BuWel de la soc. philom. 1817. Mars
130, 131., Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 309. pl. IV. Fig. 1-5.
Nephelis Trochetia und gigas Moq. Tand. Ed. 1. p. 129, 127.,
Geobdella Trochetii Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII.
p. 559.
114. Liostomum Wagler.
L. coccineum Wagl., Isis 1830. p. 534.
XXIV. Familie Clepsinea Gr. 0
Körper kurz, flachgedrückt, breiler oder schmäler
t) Vgl. Leo Müll. Arch. 1835. p. 419. Tab. XL, F ilippi LeU
Die Familien der Anneliden. 359
lanzettförmig, nach vorn langsamer verjüngt, meist durch-
scheinend, aus sehr kurzen Ringeln zusammengesetzt, von
denen je 3 auf 1 Segment zu gehen pflegen, oder dünn und
lang und nicht geringelt, vorn und hinten in eine Haftscheibe
endend, über der hintern der After.
Kopf lappen mit dem Mundsegment die vordere Haft-
scheibe bildend, Augen 1—4 Paar, auf der Haftscheibe
stehend.
Mund entweder im Grunde der vordem Haftscheibe
oder sie oberhalb durchbohrend, ohne Kieferfalten, im ersten
Fall zu einer muskulösen, in eine Scheide eingeschlossenen
und hervorschiebbaren Rüsselröhre, im zweiten in einen lan-
gen gewundenen Oesophagus führend, dessen hinteres Ende
vermuthlich hervorgestülpt werden kann.
Mündungen der Geschlechtsorgane unpaarig,
fast unmittelbar hinter einander oder verschmolzen, in der
Mittellinie der Bauchfläche.
Zur Bildung dieser Familie habe ich mich durch ein
genaueres Studium der Gattung Clepsine veranlasst gesehen,
welche den Hirudinaceen zwar sehr ähnlich scheint, doch
aber durch die hervorschiebbare Rüsselröhre , das Vorkom-
men von Blindsäcken an Magen und Darm, das farblose Blut,
den Mangel contractiler Seitengefässe (statt dieser blosse La-
cunen), und das Vorkommen eines contractilen nach Ley-
dig hinten offenen, mit denLacunen communicirenden Rük-
kengefässes, so wie eines den Nervenstrang nicht umgeben-
den, sondern ihm aufliegenden und mit dem Vas dorsuali
durch Bogen verbundenen Abdominalgefässes , vornehmlich
aber auch durch die Eibildung und Entwicklung von ihnen
bedeutend abweicht. Die Dotter sind in eine zarlhäutige ganz
durchsichtige Eihülle eingeschlossen, zuweilen in grosser Zahl
vorhanden , und nehmen ebensowenig wie die Embryonen
während ihrer Entwicklung an Grösse zu. Wenn diese aus-
kriechen, sind sie der Mutter unähnlich, augenlos, ohne hin-
tere und wenigstens ohne ausgebildete vordere Haftscheibe; in
tera sopra l'anatomia e lo sviluppo delle Clepsine, Gr. Untersuch, üb.
die Entwickl. der Clepsine, Fr. Müller Ueber Cleps. margin. und
costata Wiegai. Arcli. 1844. p. 370. Taf. X. Fig. 14. 1846. p. 82. Taf.
III. Fig. 1, 2. Müll. Arch. 1846. p' 138. Tab. Vlll.
360 Grube:
dieser Gestalt hängen die Jungen mit ihrem Munde am Bauch
der Multer, welche mit ihnen späterhin herumwandert, während
sie über den Eiern selbst unbeweglich zu liegen pflegt. Ganz
ähnlich ist nach Leydig ^ der innere Bau von Piscicola,
obwohl das Ansehen des Eies und wahrscheinlich auch die
Entwicklung mit den Hirudinaceen übereinstimmt. Bis die-
ses entschieden ist, wird man beide Gattungen neben einan-
der stellen dürfen und vorläufig füge ich auch die ganz neuer-
lich von Filippi aufgestellte HaemienteiHa hinjM, welche na-
mentlich durch ihren die vordere Haftscheibe oben durch-
bohrenden Mund , den Mangel der Rüsselröhre und die ein-
fache GeschlechtsöfFnung auffällt 2). Eine Ruthe fehlt allen
drei Gattungen.
115. Piscicola Blainv.
P. geometra, Hirudo geometra Linn. Syst. nat. Ed. XII.
Tom. I. P. II. p. 1080., Hirudo piscium Müll. Hist. verm. Vol. I.
F. II. p. 43., Haemocharis piscium Sav. Syst. p. 112., Ichthyo-
bdella geometra Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p.
558., Apod. pl. I. Fig. 5 , Piscicola geometra Leo Müll. Arch.
1835. p. 419. tab. XI.
P. maculata Gr. nov. spec.
P. marina Johnst., R. Leuk. in Wiegm. Arch. 1849. I.
p. 155. tab. III. Fig. 2, stimmt nicht mit Hirudo piscium Fa-
bric. Faun. Grönl. p. 321 überein.
P. vittata, Hirudo vittata Cham, et Eysenh. Nov. Act.
nat. cur. Vol. X. P. I. p. 350. tab. XXV. Fig. 4. , Pontobdella
vittata Blainv, Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 557.
P. fasciata Kollar Treitschke Naturhist. Bildersaal Bd. IIL
p. 101. tab. CCXXVIII. h-.8.
Bloss abgebildet und genannt sind:
Haemocharis agilis Quatrefg. Cuv. Regne anira. Ed. 3. Annelid.
pl. 23. Fig. 3.
Ich Ihyohdella sanguinea üersd. De region. mar. p. 80.
116. Clepsine Sav.
A. Darmkanal ohne Blindsäckchen oder ansehnliche
Drüsen vor dem Magen.
») Sieb. u. Köll. Zeitschrift für Zoolog. 1849. p. 103. Taf. YIII— X.
und Köll. Bericht 1849. p. 15. tab. III.
2) Filippi i^Qm. della Real Acadetu. dl Torino 1849.
Die Familien der Anneliden. 361
Cl. bioculata, Hirudo bioculata Bergm. Act. Stockholm.
1757. tab. VI. Fig. 9— IL, Hirudo stagnalis Linn. Syst. nat.
Ed. XII. Tom.I. P. II. p. 1079. , Glossiphonia perata Johns.
Treat. en thc med. leech. p. 26. , Glossopora punctata Johns.
Phil. Transact. 1819. p. 346. pl. XVII. Fig. 11-13., (Cit. Moq.
Tand.), Erpobdella bioculata Lam. Hist. nat. Ed. 1. Tom. V.
p. 296., Ed. 2. Tom. V. p. 528., Clepsine bioculata Sav. Syst.
p. 119.' Glossiphonia bioculata Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 366.
pl. XIII. Fig. 16-26.
a Algira, Glossiphonia Algira Moq. Tand. Hirud. Ed. 2.
p.364. pl.XIH. Fig. 10—15.
a heteroclita , Hirudo heteroclita Linn. Syst. nat. Ed.
XII. Tom. I. P. II. p. 1080., Hirudo hyalina Müll. Hist. verm.
Vol. I. P. n. p. 49., Clepsine hyalina Fr. Müll. Hirud. p. 27.,
Glossiphonia heteroclita Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 358. pl.
XIH. Fig. 1-6.
CL papulosa, Hirudo papulosa Braun Syst. Beschreib,
p. 64. tab. VH. Fig. 7—10. , Hirudo trioculata Garen. Mem.
dell' Acad. dl Torino Vol. XXV. p. 303. , tab. XH. Fig. 22.,
Clepsine Carenae Moq. Tand. Hirud. Ed. 1. p. 105. tab. IV.
Fig. 4. , Fr. Müll. Hirud. p. 29. , Glossiphonia Carenae Moq.
Tand. Hirud. Ed. 2. p. 362. pl. XHI. Fig. 7—9.
CL complanata.Eirudo sexoculala Bergm. Act. Stockholm.
1757. p. 313. tab. VI. Fig. 12-14. (Cit. Linn.), Hirudo complanata
Linn. Syst. nat. Ed.XH. Tom. L P. H. p. 1079., Glossiphonia
tuberculata Johns. Treat. on the med. leech. p. 25., Glossopora
tuberculata Johns. Phil. Transact. 1817. p. 346. pl. XVII. Fig.
1—10., Erpobdella complanata Lam. Hist. nat. Ed. I. Tom. V.
p. 296. Ed. 2. Tom. V. p. 528., Clepsine complanata Sav. Syst.
p. 120., Fr. Müll. Hirud. p. 25., Glossobdella complanata Blainv.
Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 565., Glossiphonia sexocu-
lala Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 353. pl.XIL
CL verrucata Fr. Müll. Hirud. p. 23.
B. Darmkanal mit Blindsäckchen oder ansehnlichen
Drüsen vor dem Magen.
CL sanguinea Filippi Mem. p. 28. Fig. 15., Glossobdella
sanguinea Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 370. pl XIV. Fig. 1.
(Cop. nach Filippi).
CL costata Fr. Müll. Wiegm. Arch, 1846. L p. 82. tab. HI,
362
Grube:
Fig-. J, 2., Glossiphoriia catenigera Moq. Tand. Hirud. Ed 2
p. 373. pl. XIV. Fig. 5—9.
CL marginata Müll. Hist. verm. Vol. I. P. II. p. 46.,
Hirudo variegata Braun System. Beschreib, p. 61. lab. VII. Fig!
1-6., Hirudo cephalota Garen. Mein, dell' Acad. di Torino.
Vol. XXV. p.298. tab.XII. Fig. 19., Glossobdella cephalota
Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 565. , Clepsine
marginata Fr. Müll. Wiegm. Arch. 1844. I. p. 376. tab. X.
Fig. 14., Glossiphonia marginata Moq. Tand. Hirud Ed 2
p. 375. pl. XIV. Fig. 10—20.
CL paludosa, Hirudo paludosa Garen. Monogr. gen. Hi-
rudo p. 331. (Cit. Moq. Tand.) , Glepsine paludosa Moq. Tand.
Hirud. Ed. I. p. 103. pl.lV. Fig. 3., Filippi Memor. p 27.,
Glossiphonia paludosa Moq. Tand. Hirud. Ed. 2. p. 371 pl XIV
Fig. 2-4. F- .
CL tessellata, Hirudo tessulata Müll. Hist. verm. Vol. I.
P. II. p. 45., Braun Syst. Beschreib, p. 56. Tab. VI. Fig. 6-10.,
Nephelis tesselata Sav. Syst. p. 117., Ichlhyobdella und Er-
pobdella tesselata Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII.
p. 558, 564., Clepsine tessulata Fr. Müll. Wiegm. Arch. 1844. I.
p. 376. , Glossiphonia tessellata Moq. Tand. Hirud. Ed 2
p. 379.
Wahrscheinlich gehören auch noch zu dieser Gattung oder in
ihre Nähe:
Hirudo lineala Müll. Hist. verm. Vol. I. P. II. p. 39.
H. swampina ßosc Vers Ed. 2. Tom. I. p. 188. pl. 11. Fig. 5.
H. oniscus Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. XLVII. p. 264.,
Glossobdella oniscus Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. LVII. p. 565. Apod.
pl. 4. Fig. 7.
H. circulans Sow. Brit. Mise. T. 7, 6., Glossiphonia circulans Moq.
Tand. Hirud. Ed. 2.p. 384 und H. bicolor Daud. Mem. et Kot. p. 22. pl. I.
Fig. 4., Cit. bei Blainv. Dict. des scienc. nat. Tom. XLVII. p. 266 sind
vielleicht unter den oben aufgeführten Arten enthalten, scheinen aber
wegen der mangelhaften Beschreibung schwer erkennbar.
117. Haementeria F'ü.
H. Ghiliani FiWiß^i Mem. dell' Academ. di Torino. Ser. H.
Tom. X.
XXV. Familie Branchiobdellea.
Körper ausgestreckt fast fadenförmig, rundlich, aus
Die Familien der Anneliden. ^"^
wenigen aber längeren ungleich geringelten Segmenten be-
stehend, bloss mit einem hintern ausgebildeten Haflnapf, der
After über demselben.
Kopflappen ringförmig vom Mundsegment etwas ab-
gesetzt, zweilippig, mit einigen zarten Randpapillen , ohne
Augen (scheint selten als Haftorgan gebraucht zu werden).
Mund ganz nach vorn gerichtet; Schlund, wie es
scheint, nicht vorstülpbar, mit 2 flachen über einander he-
genden Kieferplatten.
Mündungen der Geschlechtsorgane unpaarig,
nahe hinter einander in der Mittellinie der Bauchfläche ge-
legen.
Dieser Familie liegt die Gaümg BranchiobdellaznGrmde,
deren Bau theils an die Clepsineen theils selbst in einiger
Hinsicht an die Naiden erinnert 0- Der gerade Darmkanal
beginnt mit einem kurzen sehr muskulösen Oesophagus, und
erweitert sich in den einzelnen Segmenten fast gar nicht,
liegt auch nicht der Leibeswand so enge an wie bei den Hiru-
dinaceen; es giebt bloss 1 contractiles Rücken- und 1 Bauch-
gefäss , welche vorn durch einige Bogen zusammenhängen,
das Blut ist blass, roth, bei durchfallendem Lichte gelb, der
Nervenstrang ähnlich den Hirudinaceen gebildet, 2 Paar nach
aussen mündende innen flimmernde Blindschläuche schei-
nen den bei denselben vorkommenden Blindkanälen (Was-
sergefässen, Absonderungsorganen?) der Bauchseite zu ent-
sprechen, die Generationsorgane bedürfen noch einer genaue-
ren Untersuchung; man kann nicht mehrere Paar Hoden,
sondern nur eine gemeinsame Masse finden, auch scheint eine
Legeröhre vorzukommen. Die sehr kleinen Eier haben eine
ganz durchsichtige, starre, fast glasartige, an einem Ende
dünn gestielte Eihaut, enthalten nur 1 Dotter, und springen,
wenn der Embryo auskriecht, mit einem Deckel auf. Die
Lebens\wise ist durchaus parasitisch.
«) Vgl. Odier Mem. de la sog. d'hist. nat.de ParisTom.l. p. 69.
tab. IV. delle Chiaie Istituzioni di analom. e Fisiol. comp. Tom. l.
p. 124, 310., Henle Müll. Arch. 1835. p. 574. Tab. XIV.
364 Grube: Die Familien der Anneliden,
118. Branchiohdella Odier.
Br. Astaci, Hirudo Astaci Müll. Zool. Dan. Vol. IV. p. 45.
tab. CLIX. Fig. B, 1, 2, 3., Branchiobdella Astaci Odier Mem.
de la soc. d'hist. nat. de Paris. Tom. I. p. 69. tab. IV., Br.
parasita Henle Müll. Arch. 1835. p. 574. Tab. Xiy.
Die Gattung Udonella Johnst., welche er zu den Hirudineen i. vv.
S. rechnet, nimmt einer Art U. Caligorum Johnst. Mag. of nat. hist.
1835. p. 496. Fig. 45. scheint einerlei mit Amphibothrium R. Leuck.
und jene Art vielleicht sogar einerlei mit A, Kroyeri Frey et Leuck.
Ueitr. p. 147. und würde dann zu den Trematoden zu bringen sein.
XXVI. Familie Acanthobdellea Gr.
Körper fast spindelförmig-, etwas flachgedrückt, vorn
allmählich zugespitzt und an diesem Ende jederseits mit ei-
nigen Paaren Hakenborsten bewaffnet, hinten in einen Haft-
napf auslaufend, in dessen Boden der After.
Kopflappen sehr winzig oder gar nicht unterscheid-
bar, jedenfalls keine Haftscheibe bildend.
Mund unter der Spitze des Vorderendes gelegen, sehr
klein.
Mündungen der Geschlechtsorgane unpaarig,
dicht hinter einander in der Mittellinie der Bauchfläche ge-
legen.
Der innere Bau der einzigen Gattung Äcanthobdella
scheint, soweit er erkannt ist , mit den Hirudinaceen über-
einzustimmen 0'
119. Äcanthobdella Gr,
A. Peledina Gr. Middend. Sibir. Reise Bd. II. Th. I. An-
nelid. p.20. Taf. I. Fig. 1. a, 1. b.
') Gr. Middend. Sibir. Reise ß. II. Th. I. Annelid. p. 21.
lieber Stephaiiocriiius 9 eine fossile
Crlnoldeii - Grattung aus der Familie der
Cystideen.
Von
Dr* Ferd. Roemer
in Bonn.
(Hierzu Taf. V.)
Der durch vielfache werlhvolle Arbeiten um die palä-
onlologische Kenntniss Nordamerikas wohl verdiente T. A.
Conrad beschrieb im Jahre 1842 unter dem Namen Ste-
phanocrinus zuerst das aus Silurischen Kalkschichten bei Lock-
port im Staate New-York herstammende Crinoid, welches den
Gegenstand der folgenden Bemerkungen bildet. Conrad's
kurze Beschreibung •"*3 desselben lässt jedoch gerade die
wesentlichsten Merkmale, welche vorzugsweise geeignet sind,
um über die zoologische Stellung, welche der fragliche Kör-
per zu anderen bekannten Crinoiden-Gattungen einnimmt, zu
») Journal of Ihe Academy of Philadelphia Vol. Vlll. P. II. p. 279.
PI. XV. Fig. 18. „Stephanocrinus angulatus. Genus: This singular fossil
may be described as having 5 sides each of vvhich is depressed and
angulated; the angles profoundly carinated; three of Ihe sides with
an oblique carina ; three longitudinal articulations only are visible;
ambulacra on the upper surl'ace and 5 in number ; from the margin
proceed 5 elevated angular spiniform processes ; pelvis or base triangu-
lär with a cavity where the column unites with it ; canal probably
pentangular and very small. Species: Surface rugose and tuberculated ;
ambulacra large covering the whole summit which is flattened ; coro-
nal processes proceeding from between the ambulacra and carinated on
the back. Locality Lockport, Niagara shale.«
366
Roemer:
entscheiden , unerwähnt und dieser Mangel wird durch die
unvollliommene Abbildung- in keiner Weise ergänzt. Diese
Unvollständigkeit der Beschreibung mag theils in dem unge-
nügenden Erhaltungszustande der von Conrad untersuchten
Exemplare ihren Grund haben, theils erklärt sie sich aus
dem Umstände, dass zur Zeit der Aufstellung jener Beschrei-
bung diö neuerlichst namentlich durch L. v. Buch's und
Forbes' Arbeiten in überraschenderweise geförderte Kennt-
niss der nächst verwandten armlosen fossilen Crinoidengat-
tungen noch äusserst beschränkt war.
Nach einer grösseren Zahl von mir selbst bei Lock-
port gesammelter , zum Theil vortrefflich erhaltener Exem-
plare soll hier in dem Folgenden eine genauere Beschreibung
des fraglichen Körpers gegeben und zugleich versucht wer-
den, dessen zoologische Stellung zu verwandten Crinoiden-
gattungen zu ermitteln.
1. Aeussere Gestalt des Körpers.
Der allein bekannte Körper oder Kelch von Stephano-
crinus hat im Allgemeinen eine umgekehrt pyramidale d h
eine von ebenen, in scharfen Kanten zusammenstossenden
1^ lachen begrenzte, von oben nach unten sich zuspitzende
oben gerade abgestumpfte Form. Am Umfange der oberen
die Basis der Pyramide bildenden Fläche stehen in gleichen
Abständen 5 lange, zugespitzte dornartige Fortsätze^ welche
wie die Zacken einer Krone aufragend, zu dem Namen Ste-
phanocrinus Veranlassung gegeben haben. Das untere Ende
bildet eine kleine gleichseitig dreieckige Fläche, deren Mitte
eine kreisrunde flach concave Vertiefung, die Artikulations-
llache des Stiels, einnimmt.
Die Zahl der die Seiten des Körpers bildenden Flä-
chen ist am oberen Ende grösser, als am unteren. Am un-
teren Ende ist der Querschnitt des Körpers so wie auch die
untere Fläche selbst, in deren Mitte der Stiel sich anfügt
entschieden gleichseitig dreieckig; am oberen Ende ist d'er
Querschnitt fünfseitig. Dieser Unterschied des unteren und
oberen Endes hängt mit der Anwesenheit gewisser vom un-
teren his zum Obern Ende verlaufender theils schief, theils
Ueber Stephanocrinus. 367
gerade stehender , stark vortretender Kiele zusammen. Die
Richtung* dieser Kiele ist eine solche, dass von unten ge-
sehen durch dieselbe 3 , mit ihrer Basis auf den Seiten der
unteren dreieckigen Fläche stehende , mit ihrer Spitze bis
zur Scheitelfläche reichende Felder von fast gleichschenklig
dreieckiger Gestalt, von oben gesehen dagegen 5 breitere
mit ihrer Basis auf den Seiten des oberen Randes stehende,
mit ihrer Spitze bis zum unteren Ende reichender dreieckiger
Felder begrenzt erscheinen.
Die obere oder Scheitelfläche des Körpers, welche bei
Jüngern Exemplaren flach convex, bei älteren fast eben ist,
wird theils von den schon erwähnten dornartigen Fortsätzen
theils von einem mittleren sternförmigen Felde, dessen Strah-
len mit den Dornfortsätzen allerniren , eingenommen.
Die Fortsätze, welche mehr als die halbe Länge des
übrigen Körpers haben, sind von der Seite in der Art zu-
sammengedrückt , dass sie eine stumpfe dem Rücken eines
Messers vergleichbare Fläche gegen aussen , eine scharfe,
der Schneide eines Messers vergleichbare Kante gegen innen,
d. i. nach dem Mittelpunkte des centralen Feldes zugerichtet
haben.
Bei vier der Fortsätze entspringt die scharfschneidige
Kante in der Nähe des mittleren Theils des sternförmigen
Feldes und steigt von dort in schiefer Richtung auf. Der
Querschnitt eines jeden dieser 4 Fortsätze (welcher häufig
sichtbar ist, indem die Fortsätze leicht abbrechen), ist fast
gleichschenklig dreieckig und zwar so, dass die Spitze des
Dreiecks den Rand des centralen Theils des sternförmigen
Feldes berührt. Der fünfte Fortsatz ist verschieden von den
übrigen gestaltet. Am Grunde desselben auf der Innenseite
an der Stelle, an welcher bei den übrigen die scharfschnei-
dige Kante aufzusteigen anfängt, befindet sich ein länglicher
Höcker, und dieser trägt auf seiner Spitze eine kleine knopf-
förmige runde Erhabenheit, welche gleich auf den ersten Blick
an die von L. v. Buch so genannten Ovarial- Pyramiden
der Cystideen erinnert und in der That , wie sich später er-
geben wird, als solche zu deuten ist.
368 Roemer:
2. Täfelchen-Zusammenset^ung des Körpers.
Auf den ersten Blick ist die Täfeichen-Zusammensetzung
des Körpers nicht leicht zu erkennen, indem einer Seits die
Nähte, in welchen die Täfelchen zusammenstossen, schon an
sich sehr fein sind, und andererseits auch in ähnlicher Weise,
wie dieses bei anderen Crinoiden und namentlich Cystideen
(z. B. Echinosphaerites) vorkommt, die Skulptur der Ober-
fläche geeignet ist die Nähte zu verstecken oder über ihre
Richtung irre zu führen.
Einmal in ihrem Verlaufe erkannt, lassen sich die Gren-
zen der Täfelchen jedoch an jedem beliebigen anderen Exem-
plare leicht wieder auffinden.
Von der Basis des Kelches ausgehend erkennt man zu-
erst 3 Täfelchen (Basal- oder Becken-Täfelchen), von denen
eines kleiner als jedes der beiden anderen ist. Die beiden
grösseren Täfelchen sind unregelmässig fünfeckig, das klei-
nere unregelmässig trapezförmig. Die senkrechten Grenzen
der 3 Täfelchen verlaufen so, dass die 3 Felder, welche man
bei einer Ansicht des Kelches von unten von der Basis über
die Seiten des Kelches sich erstrecken sieht, durch dieselben
in der Mitte getheilt werden. An der Basis stossen die Gren-
zen in der Mitte der kleinen runden Vertiefung, welche die
Artikulationsfläche des nicht weiter getrennten Stiels bildet,
zusammen, indem sie in der Mitte nur eine sehr feine punkt-
förmige Oeffnung, den Nahrungskanal des Stiels, zwischen sich
lassen. Die Höhe der Täfelchen ist nach dem Alter der In-
dividuen verschieden.
Bei jüngeren Individuen beträgt dieselbe etwa die halbe
Höhe des ganzen Kelches bis zur Basis der Dornfortsälze;
bei älteren Individuen, bei denen die Form des Kelches im
Ganzen schlanker ist, als bei den jungem, erreichen sie die
halbe Höhe des Kelches nicht ganz.
Ueber diesen Basaltäfelchen folgt ein Kranz von 5, am
oberen Ende gabelförmig gelheilten Täfelchen. Dieselben ru-
hen so auf den Basaltäfelchen, dass 3 über den Nähten von
2 angrenzenden Täfelchen, 2 auf dem oberen Rande von Ba-
saltäfelchen stehen. Die seitlichen Nähte dieser Täfelchen
Ueber Stephanocfinus. 369
haben einen solchen Verlauf, dass sie, gerade unter der Mitte
der Dornfortsälze entspringend, diese selbst bis zur Spftze in
2 gleiche Hälften theilen. Jedes der fünf Täfelchen erscheint
daher oben gabelförmig, indem es die Hälften von zwei be-
nachbarten Dornfortsätzen trägt.
Auf diese beiden Kreise beschränkt sich wesentlich die
Täfeichenzusammensetzung des Kelchs. Ausser ihnen sind
nur noch gewisse einzelne Theile des Scheitels bedeckende,
kleinere accessorische Schalstücke vorhanden. Einmal ist
nämlich das früher erwähnte sternförmige Feld der Scheitel-
fläche aus solchen kleinern Stücken zusammengesetzt. Der
rundliche oder richtiger polygonal begrenzte centrale Theil
desselben besteht aus 5 unregelmässig fünfseitigen, platten-
förmigen Stückchen, w^elche in der Mitte mit spitzen Winkeln
zusammenstossen. Ein jeder der 5 Strahlen des Kerns aber
wird von 2 gleichen schmalen Hnearischen, an beiden Enden
zugespitzten Stücken, welche in einer geraden Längsnaht zu-
sammenstossen, gebildet. Ausserdem besteht auch die kleine
knopfförmige , auf einer Erhöhung an der Basis eines der
Dornfortsätze gelegene Anschwellung, welche schon vorläufig
als Ovarial-Pyramide bezeichnet wurde, aus mehreren Stück-
chen. An dem einzigen vorliegenden Exemplare, welches
dieselbe deutlich erhalten zeigt , erkennt man an derselben
2 grössere fast dreieckige, gewölbte Stückchen, welche nach
dem Centrum des Scheitels zu liegen, 2 schmälere, welche
an die innere Wand des Dornfortsatzes angrenzen, und ein
5tes rudimentäres zwischen den beiden letzleren.
Sowohl die Täfelchen des mittleren sternförmigen Fel-
des, als auch diejenigen der Ovarial-Pyramide, scheinen leicht
ausgefallen zu sein. Sie fehlen bei zwei der vorliegenden
Exemplare. Man erkennt bei diesen, dass nur dem centralen
Theile des sternförmigen Feldes eine in das Innere des Kel-
ches dringende Höhlung entspricht, dagegen die 5 linearischen
Strahlen des Feldes nur die Bedeckungen von horizontalen
Rinnen oder Furchen sind, welche in die centrale, in das In-
nere des Kelches führende Höhlung münden.
Fehlen die Täfelchen der Ovarial-Pyramide , so nimmt
man statt deren ein rundliches, in das Innere des Kelches
führendes Loch wahr.
Archiv f. Nalurgesch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 04
370 Ü 0 e m e r :
Endlich wurden auch noch auf dein Sclieilel Andeutun-
gen von Nähten bemerkt, durch welche die dreieckigen zwi-
schen je 2 Strahlen des slernrörmigen Feldes und dem Mit-
telpunkte desselben liegenden Stücke von den grösseren die
Dornfortsätze bildenden Täfelchen abgetrennt werden. Na-
mentlich wurden dergleichen 2 entgegengesetzte Punkte des
Umfangs des Ovarial-Loches mit den Enden der beiden an-
grenzenden Strahlen verbindend , wahrgenommen. Doch hat
die Prüfung der vorliegenden Exemplare zu einer völligen
Sicheriieit über das Vorhandensein dieser letzteren Nähte
nicht gelangen lassen.
3. Sculptur der Oberfläche des Körpers.
Die Oberfläche des Kelches zeigt, ähnlich wie bei an-
dern Crinoiden, eine eigenthümliche Skulptur. Es besteht
dieselbe aus Reifen oder Runzeln, welche theils mehr oder
minder eine der Längsrichtung des Kelchs entsprechende,
theils eine horizontale Richtung haben und aus einzelnen Kör-
nern oder Tuberkeln. Die Runzeln oder Reifen laufen überall
ohne Unterbrechung über die Grenzen der Täfelchen fort.
Eine Gesetzmässigkeit in der Yerlheiking der Runzeln auf
der Oberfläche tritt nicht sehr bestimmt hon*vor. Nur im
Allsfcmeinen bemerkt man , dass die früher erwähnten Kiele
oder Kanten des Kelchs mit Längsrunzeln, die Zwischenräume
derselben dagegen mehr mit horizontalen Runzeln bedeckt
sind. Häufig erscheinen die Runzeln deutlich aus an einan-
der o-ereihten Körnchen oder kleinen Tuberkeln zusammen-
gesetzt. Ausser diesen Runzeln bemerkt man zuweilen
auch noch eine den Grenzen der Täfelchen parallel ge-
hende Anwachsstreifung. Uebrigens zeigt sich die ganze
Skulptur der Oberfläche bei verschiedenen Individuen sehr
verschieden und namentlich finden in Rezug auf die Stärke
derselben bedeutende Unterschiede Statt, so dass man sie zu-
weilen mit blossem Auge sehr bestimmt erkennen kann, wäh-
rend gewöhnlich die Hülfe einer Loupe für ihre deutliche
Unterscheidung nöthig wird.
4. Zoologische Stellung der Gattung.
Während über die Zugehörigkeit der Gattung zu den
Crinoiden kein Zweifel entstehen kann, so wird auch die be-
lieber Steplianocrinus. 371
sondere Abtheilung- der Crinoiden, in welche sie zu stellen
ist, nämlich diejenig-e der Cystideen L. v. Buch's, durch 2
Merkmale sogleich bestimmt. Diese beiden Merkmale sind
das Fehlen von Armen und die Anwesenheit ei-
ner Ovarial -Pyramide. In beiden liegt der von den
übrigen Crinoiden trennende Hauptcharakter der Cystideen.
Dass sie aber bei Stephanocrinus wirklich vorhanden sind,
darüber lässt eine sorgfältige Betrachtung nicht zweifelhaft.
Aechte Arme werden an dem Kelche so wenig selbst, als
auch Ansatz- oder Artikul^tionsflächen derselben bemerkt.
Nur kleine armartige Anhänge oder Tentakeln, wie sie nach
Forbes bei mehreren Gattungen englischer Cystideen und
nach meinen eigenen Beobachtungen bei Pentatrematites vor-
kommen, können vorhanden gewesen sein. In der That mö-
gen die vorher erwähnten, am Ende der Strahlen des stern.
förmigen Feldes auf der Scheitelfläche gelegenen nierenför-
migen Narben dergleichen kleine armartige Anhänge gelra-
gen haben.
Dass auch die in der Beschreibung als Ovarial-Pyra-
mide bezeichnete Erhöhung wirklich eine solche sei, wird
durch die vollständige Aehnlichkeit mit den Ovarial-Pyrami-
den anderer Cystideen-Gattungen , wie auch durch die ana-
loge Lage in der Nähe des Scheitelmittelpunktes in gleicher
Weise erwiesen.
Wenn nun aber auch die Familiencharaktere der Cysti-
deen bei Stephanocrinus vorhanden sind, so unterscheidet er
sich doch sehr bestimmt von jeder einzelnen der bekannten
Gattungen. Zunächst ist schon die Täfeichenzusammensetzung
des Kelchs sehr eigenthümlich. Eine so einfache Bildung
desselben, der zu Folge er wesentlich nur aus 2 Kränzen von
Täfelchen besteht, wiederholt sich bei keinem anderen Ge-
schlechte der Cystideen.
Sucht man unter den übrigen Crinoiden nach einer ana-
logen Zusammensetzung, so findet man sie bei Platycrinus und
Pentatrematites. Bei beiden Gattungen ist, wie bei Stephano-
crinus, der Kelch wesentlich nur .durch 2 Kreise von Täfel-
chen begrenzt, und zwar einen unteren von 3 (basalia), und
einen oberen von 5 am oberen Rande ausgeschnittenen (ra-
dialia). Freilich ist anderer Seits die übrige Bildung des
372 iR 0 e m e r :
Kelchs bei den genannten beiden Geschlechtern selir abwei-
chend. Bei Platycrinus fügen sich am oberen Rande der 5
Täfelchen des zweiten Kreises grosse mehrfach zusammen-
gesetzte Arme ein, und der Scheitel wird von einer Menge
kleiner Täfelchen gebildet. Pentatremalites zeigt in sofern
eine nähere Verwandtschaft , als wahre zusammengesetzte
Arme fehlen. Auch lassen sich die den Ambulacralfel-
dern der Echiniden ähnlichen blumenblattförmigen Felder
in gewisser Weise, und namentlich auch rücksichtlich der
Lage zu den Täfelchen des zweites Kreises, mit den Strahlen
des sternförmigen Feldes bei Stephanocrinus vergleichen.
Denkt man sich bei einer der mehr verlängerten Formen von
Pentatremalites, z. B. P. Reinwardiii Troost oder P. pyrifor^
/ms Say , die blumenblattförmigen durchbohrten Felder so
eingedrückt, dass sie in eine Ebene zu liegen kommen,
während die oben zugespitzten (gerade so wie bei Stepha-
nocrinus durch eine Naht der Länge nach getheilten) Zwi-
schenräume der Felder aufrecht stehen bleiben, so erhält man
in der That eine dem Stephanocrinus nahe verwandte Ge-
stalt. Allein anderer Seits lassen die 6 grossen Scheitelöff-
nungen bei Pentatremalites einen durchaus verschiedenen Bau
des Thieres vermuthen , der sich auch in der Bildung der
früher *) beschriebenen zahlreichen armartigen Anhänge
auf den vermeintlichen Ambulacral-Feldern verräth.
Abgesehen von der Täfeichenzusammensetzung unter-
scheidet besonders auch der Bau der Scheitelfläche Stepha-
nocrinus von den übrigen bekannten Cystideen -Gattungen.
Indem man auf derselben die regelmässig bei den Cystideen
vorhandenen Oeffnungen zu erkennen sich bemüht, stösst man
auf Schwierigkeilen. Denn wenn auch eine Ovarial-Oefl'nung
nachgewiesen wurde, so scheint es dagegen an einer Oeff-
nung zu fehlen, welche man als Mundöfl'nung deuten könnte,
denn im wohlerhaltenen Zustande ist der Scheitel vollständig
durch Täfelchen geschlossen. Da nun aber ohne eine solche
das Thier nicht wohl gedacht werden kann, so bleibt nichts
übrig, als den mittleren Theil des sternförmigen Scheifelfel-
*) Vergl. Leonhard u. Bronn , Nenes Jahrb. für Mineral, u. s. w.
Jahrg. 1848. p. 292. lab. V. A.
Uebei' Slephanocrinus. 373
des dafür zu halten und anzunehmen, dass die fünf Täfelchen
aus welchen derselbe gebildet wird , sich in der Mitte aufl
klappen konnten. In der That zeigen sich dieselben auch bei
einem der vorliegenden Exemplare in der Älitte ein wenig
erhoben und von einander entfernt. Freilich ist ein auf ahn«
liehe Weise durch Klappen verschliessbarer Mund bei keiner
anderen Crinoiden-, und namentlich nicht Cystideen-Gattung
bekannt.
Eine Oeffnung, welche als Afteröffnung gedeutet werden
könnte, ist überall nicht vorhanden. Dieses erscheint jedoch
nicht besonders aufTallend , da auch bei mehreren anderen
Cystideen-Gattungen eine Afteröffnung vermisst wird.
Durchaus ungewiss erscheint endlich die Bedeutung der
fünf Strahlen des sternförmigen Feldes und der unter ihnen
befindlichen Furchen oder Rinnen. Die letzteren bloss als
Nahrungscanäle der wahrscheinlicher Weise auf den nieren-
förmigen Narben am Ende der Strahlen stehenden armartigen
Anhänge oder Tentakeln zu betrachten, scheint bei ihrer be-
deutenden Grösse kaum zulässig.
5. Gattungscharakter von Slephanocrinus.
Es bleibt schliesslich noch übrig, aus dem Vorstehenden
die Gattungscharaktere von Slephanocrinus in eine Diagnose
zusammenzufassen.
Stephanocrinus.
Corpus pedunculatum, angiilatum, apicem versus incras-
salum , subpeniagonum , supra truncatum , margine superiore
5 processibus spiniformibus ornaium, assnlis basalibus 3, as-
suüs radialibus 5 supra emarginatis compositum.
Os (?) vulculis 5 clausum, partem mediam areae stel-
laeformis quinqueradialae superae efformans.
Foramen ovariale nonprocul ab ore in eminentia silum,
assnlis 5 inaequalibus iectum.
Anus nullus,
Species unica : Steph, angulatus Conrad.
In Strato calcareo Siluriano prope Lockport in America
boreali.
374 R 0 e m e r :
Die kalkig mergeligen Schichten, in denen der Stepha-
nocrinus angularis in ziemlicher Häufigkeit bei Lockport im
Staate New-York sich findet, werden durch zahlreiche orga-
nische Einschlüsse als ober-Silurische bezeichnet und nament-
lich wird durch die Brachiopoden (von denen besonders Or-
this elegantula , Orthis calligramma , Leptaena transversalis,
Spirifer cyrtaena, Spirifer crispus, Spirifer cardiaespermiformis
und Terebralula cuneata zu nennen sind) eine specielle Ue-
bereinstimmung mit den englischen Wenlock-Schichten be-
gründet. In diesen letzteren hat sich aber der Stephanocri-
nus bisher so wenig gefunden , als in den ebenfalls gleich-
alterigen Schichten der Grafschaft ( County ) Decatur im
westlichen Theile des Staates Tennessee, welchen ausser den
Brachiopoden auch noch mehrere Formen von Crinoiden, wie
namentlich Caryocrinus ornatus und Eucalyptocrinus - Arten
mit den Schichten von Lockport gemeinsam sind.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Ansicht des Kelchs von Stephanocrinus angulatus in nalürli-
eher Grösse.
Fig. 2. Dasselbe Exemplar vergrössert, besonders auch die Beschaf-
fenheit der Skulptur der Oberfläche zeigend.
Fig. 3. Ansicht eines vergrösserlen Kelchs von oben, an welchem die
5 dornförmigen Fortsätze abgebrochen sind.
a. Bezeichnet die Bruchstellen der abgebrochenen Fortsätze,
von denen die eine kleiner ist, als die 4 übrigen.
b. Die Täfelchen, welche den mittleren Theil des sternförmi-
gen Scheitelfeldes bilden.
c. Die aus 5 Stückchen zusammengesetzte Ovarial-Pyramide.
d. Die nierenförmigen Narben , welche vielleicht armartige
Anhänge getragen haben.
e. Die linearischen Täfelchen , von denen je 2 einen der 5
Strahlen des sternförmigen Scheitelfeldes bilden. .
Fig. 4. Ansicht eines vergrösserten Kelchs von oben, an welchem die
Dornfortsätze abgebrochen und die Täfelchen des sternförmi-
gen Scheitelfeldes, so wie der Ovarial-Pyramide, ausgefal-
len sind.
lieber Stephanoerinus. 375
a. Bezeichnet die Bruclistelle eines der 5 abgebrochenen
Dornfortsälze.
b. Die unter dem Mittelpunkt des sternförmigen ScheilelfeU
des befindliche Höhlung, welche in das Innere des Kelchs
fortsetzt.
c. üas durch Ausfallen der üvarial - Täfelchen entstan-
dene J^och.
d. Eine der nierenförmigen Narben am Ende der Strahlen
des sternförmigen Scheitelfeldes.
e. Eine der 5 Rinnen oder Furchen, welche durch Ausfal-
len der die 5 Strahlen des sternförmigen Scheitelfeldes
bildenden linearischen Täfelchen entstanden sind.
Fig. 5. Vergrösserte Ansicht eines Kelchs von unten.
f. Bezeichnet die kreisförmige Aushöhlung, welche der Ein-
fügung der Säule entspricht.
Fig. 6. Schema der Täfelchenzusammenselzung des Kelchs ohne die
kleineren, den Scheitel bildenden Täfelchen.
Bemerkuiig^eii über den deritialig^eBi iStaiicl
unserer ICenntniss der Faulthier- Arten,
Von
Prof. A. IVag-ner in München.
(Aus den Münchener Gelehrten Anzeigen 1850 p. 73.)
Linne hatte unter den Faulthieren überhaupt nur zwei
Arten unterschieden: den Bradypus didactylus und B. trida-
clylus. Auch Sehr eher folgte in dieser Beziehung ganz
seinem Vorgänger , obwohl er bereits auf die grossen Ver-
schiedenheiten aufmerksam machte , die hinsichlich der Fär-
bung des B. tridactylus in den Angaben der Schriftsteller
vorlagen. Seitdem man nun aber durch Bereisung der Hei-
mathsländer der Faulthiere mit diesen sonderbaren Geschö-
pfen näher bekannt wurde, und eine grössere Menge von In-
dividuen in unsere Sammlungen gelangten , kam man allmäh-
lich zur Ueberzeugung, dass allerdings der B. didactylus nur
in dieser einzigen Art vorhanden sei, dass aber unter dem
B. tridactylus mehrere Arten mit einander confundirt würden.
Die erste Abtrennung von B. tridactylus erfolgte mit
dem B. torquatus JH., und sie erlangte alsbald die allgemeine
Zustimmung, da in der Form und Färbung der Haare zu
grosse Differenzen sich ergaben , als dass man nicht darin
die Berechtigung zur Aufstellung einer besondern Art hätte
finden müssen. Diese Berechtigung würde noch evidenter
hervorgetreten sein, wenn man auch die auffallenden Eigen-
thümlichkeiten im Bau des Schädels hätte mit in Betracht
ziehen können; durch eine fatale Verwechselung des letzte-
Wagner: Bemerkungen über die Faulthier-Arled. 377
ren mit dem anderer dreizehiger Faulthiere konnte jedoch
dieses Merkmal nicht zu seiner Bedeutung gelangen. Die
Verwechselung ergab sich aber in folgender Weise.
Prinz Maximilian von Neuwied hat uns zuerst aus
Autopsie mit den im östlichen Brasilien lebenden Faulthieren
bekannt gemacht, von denen er daselbst 2 Arten auffand, den
B. torquatus und eine andere , die er als B. tridactylus Auct.
bezeichnete. Seine Beschreibung beschränkte sich jedoch nur
auf die äussere Beschaffenheit dieser Arten; die Beschrei-
bung ihrer Schädel überliess er Oken. Dieser lieferte auch
eine sehr ausführliche Beschreibung der Schädel von den
beiden Arten mit genauen Abbildungen derselben, doch war
es ein Uebelstand, dass der eine an der Grundfläche des Schä*
dels stark beschädigt war, und daher bei ihm die Beschaffen-
heit des Flügelfortsatzes des Keilbeins nicht erkannt werden
konnte.
Nach diesen Vorlagen von Oken hat nun wohl Wag-
ler •") in seinen „Mittheilungen über die Gattungen der Sippe
Bradypus" einen in unserer Sammlung vorgefundenen Schä-
del als den des B. torquatus bestimmt, und als solchen mit
seiner leigenen Handschrift etikettirt. Er bemerkt von eben
diesem Schädel, dass er „durch den sehr auffallenden Stirn-
buckel und durch eine , bei Pr. M. sehr richtig angedeutete
Ausbuchtung auf jeder Seite des Stirnrandes auffallend sich
charakterisirt.'^
Diesen Schädel und ein ausgestopftes Exemplar von B.
torquatus fand ich vor, als ich mich vor sieben Jahren in
meiner Fortsetzung von Schreber's Naturgeschichte der
Säugthiere an die Bearbeitung dieser Art zu machen hatte.
Bei der Charakteristik ihres Schädels hielt ich mich zunächst
an das mir vorliegende, von Wagler etikettirte Exemplar,
machte indess gleich aufmerksam, dass es schon nicht recht
mit dem von Oken abgebildeten zusammenstimmen , noch
weniger aber auf die Beschreibung von Cuvier und Blain-
ville passen wolle. Die von beiden Letzteren erwähnte
blasige Auflreibung des Flügelfortsatzes des Keilbeins fand
sich an dem mir vorliegenden Schädel eben so wenig vor,
*) Isis 1831. S,668.
378 Wagner:
als umgekehrt bei jenen der Orbitalfortsatz des Stirnbeins,
der, wie W agier schon bemerkte, an seinem Exemplare
deutlich ausgeprägt war. Ich wusste mir aus diesem Dilemma
damals nicht anders zu helfen, als mit der Bemerkung, dass
die in den Beschreibungen von Cuvier und Blainville
vorkommenden Abweichungen „vielleicht" auf Rechnung des
jüngeren Zustandes ihrer Exemplare zu schieben seien. Es
konnte mir jedoch selbst nicht verborgen bleiben, dass hie-
mit der erwähnte Widerspruch keineswegs befriedigend ge-
löst sei, und um ins Reine hierüber zu kommen acquirirte
ich 2 Exemplare von ß. torquatus: eines in Weingeist auf-
bewahrt, das andere ein Fell mit wohl erhaltenem , nur am
Hinterhaupte etwas beschädigten Schädel, den ich in meiner
Gegenwart aus dem Balge herausnehmen Hess, um jeder Ver-
wechselung vorzubeugen. Beide Exemplare rührten von voll-
ständig erwachsenen Thieren htr. Zu meinem grossen Er-
staunen ergab sich das Resultat, dass bisher in unserer Schä-
delsammlung der B. torquatus gar nicht repräsentirt war, dass
der von Wagler mit diesem Namen bezeichnete Schädel
nicht dieser , sondern einer andern dreizehigen Art ange-
hörte , dass ferner 0 k e n sowohl in seinen Beschreibungen
als Abbildungen den Schädel des B. torquatus mit dem des
B. tridactylus Neuw. verwechselt, und dass nur Cuvier und
Blainville den rechten Schädel des B. torquatus vor sich
gehabt hatten. Von den eigenthümlichen Merkmalen dessel-
ben werde ich nachher zu sprechen Gelegenheit haben.
Die weitere Abtrennung neuer Arten von B. tridactylus
Auct. nahm Wagler in seinen schon erwähnten Miltheilun-
gen über die Gattungen der Sippe Bradypus vor. Er löste
nämlich den CollectivbegrifF B. tridactylus, aus dem schon
früher der B. torquatus ausgeschieden worden war, in 3 Ar-
ten auf, die er B. cuculliger , B. Ai und B. infuscatus be-
nannte. Der B. Ai ist ihm der B. tridactylus des Prinzen
von Neuwied aus dem östlichen Brasilien; der B. cuculliger
ist ihm das in Guiana einheimische und schon von älteren
Autoren erwähnte dreizehige Faulthier ; der B. infuscatus aber
eine bisher noch gar nicht erwähnte, durch Spix aus dem
nordwestlichen Brasilien mitgebrachte Species. Von diesen
3 Arten gab Wagler sehr genaue Beschreibungen, die sich
Bemerkungen über die Faul thi er- Arten.
379
bezüglich der beiden ersleren auch auf den Schädelbau er-
streckten.
Von dieser vortrefflichen Arbeit hatte Blainville , ob-
schon sie in einer der bekanntesten deutschen Zeitschriften
erschien, gar keine Kenntniss, als er im Jahre 1840 in seiner
Osteographie die Faulthiere behandelte, und er wusste sich
daher auch in der Unterscheidung ihrer Arten nicht zurecht
zu helfen, sondern blieb in der alten Confusion stecken; nur
den B. torquatus rechtfertigte er nach den Merkmalen des
Schädels als eigene Art. Anders Rapp in seiner werthvol-
len Monographie der Edentaten, der Wagler's Arbeit bei
seiner Aufzählung der Arten von Bradypus zu Grunde legte
und vom B. cuculliger eine schöne Abbildung des Schädels
beifügte. Von einer neuen Art, die Rüppell als B. gula-
ris unterscheiden wollte, wies ich bald darauf in meinem
über das Jahr 1842 sich erstreckenden Jahresbericht im
Wiegmann'schen Archiv nach, dass er identisch mit Wag-
ler's B. cuculliger sei.
Diese Arbeiten bildeten die Vorlagen, die ich bei mei-
ner Auseinandersetzung der Faulthier-Arten im Schreber'-
schen Werke vorfand; ich hatte aber vor Wagler denVor-
theil voraus , dass ich mit der Autopsie nicht bloss auf das
in hiesiger Sammlung befindliche Material beschränkt war,
sondern auch noch das von Natter er in Brasilien zusam-
mengebrachte dazu benutzen konnte. So war es mir denn
möglich, dass ich die beiden Arten von Wagler, den B. Ai
und B. infuscatus, besser zu begründen und auch einen Irr-
thum desselben hinsichtlich der Unterscheidung der beiden
Geschlechter von B. cuculliger zu berichtigen vermochte.
Seitdem erschien keine weitere monographische Arbeit
über die Faulthiere, bis eine solche ganz vor Kurzem I. E.
Gray ^O, Curator des brittischen Museums, vorlegte. Wie
von ihm zu erwarten stand , ist ihm fast die ganze hieher
einschlägige deutsche Literatur unbekannt geblieben. Was
Wagler, Rapp., v. Tschudiund ich hierüber gesagt
haben, ist für ihn nicht vorhanden. Gray und so viele an-
dere englische und französische Naturforscher scheinen die
*) Ann. of nat. hist. sec. sei. Y. (March 1850) p. 225.
380 W a gii e r :
entenle cordiale, die, wie man sagt, in den politischen Ver-
hältnissen beider Nationen bestehen soll, nicht bloss auf das
naturwissenschaftliche Gebiet hinüber tragen zu wollen, son-
dern eine Gefährdung derselben schon darin zu finden, wenn
sie auch noch einen Blick auf die deutsche Literatur werfen
sollten. Sie verschliessen daher Augen und Ohren vor der-
selben und nehmen bei ihren Arbeiten lediglich auf die bei-
derseitigen Leistungen Rücksicht. Sie haben dabei den Vor-
theil, der Kenntniss der deutschen Sprache sich entschlagen
zu können, was jedenfalls sehr bequem ist. Wir könnten nun
freilich die Reciprocität gegen Gray und seine Gesinnungs-
genossen eintreten lassen, wenn uns nicht theils die gerühmte
deutsche Universalität, theils der Umstand, dass ein Curator
des brittischen Museums ein überreiches Material , aus dem
er vieles Neue uns vorlegen kann, vor sich hat, davon ab-
hielte. Wir wollen daher zusehen, wie viel unter dem Neuen,
das er uns ankündigt, wirklich neu ist, und welcher Ge-
winn aus seiner Arbeit zur Unterscheidung der dreizehigen
Faulthiere der Therologie zugegangen ist.
Zuvörderst theiltGray die dreizehigen Faulthiere in 2
Gattungen: Bradypus (mit B. torquatus) und Arctopithecus
(mit B. tridactylus Neuw.) , die man allerdings als Unterab-
theilungen der Ilüger'schen Gattung Bradypus, wenn gleich
nicht mit besondern Namen, beibehalten kann.
Die Gattung Bradypus charakterisirt Gray hauptsäch-
lich durch den oberhalb der Stirne abgeplatteten Schädel,
keine oder sehr rudimentäre Zwischenkieferbeine, stark auf-
getriebene und eine weile Höhlung einschliessendeFlügelfort-
sälze des Keilbeins. — Diese Merkmale sind richtig, mit Aus-
nahme des von dem Zwischenkiefer hergenommenen, indem
dieser nur dann fehlt, wenn er durch unvorsichtiges Präpa-
riren weggeschnitten worden ist. An dem Skelet unserer
Sammlung von B. torquatus, das von einem sehr alten Thiere
herrührt, sind sogar die Zwischenkieferbeine dermasscn an-
geschwollen, dass sie mit den Oberkieferbeinen zusammen-
stossen. Noch ist von unsern 2 Schädeln zu bemerken, dass
alle Nähte verschwunden sind. Hieher gehört der von Oken
unter dem Namen B. tridactylus beschriebene und abgebil-
dete Schädel (Neuw. Beiträge H. Tab. 5) , an dem zwar die
Bemerkungen über die Faullhier-Arten. 381
Flügelfortsätze abgebrochen sind, gleichwohl ihre breite aus-
gehöhlte Basis noch deutlich zu erkennen ist. Hieher gehört
ferner der von Blainville in der Osteograph. Bradypus
tab. 3. abgebildete Schädel. Der von Wagler erwähnte
Schädel dagegen ist nicht dieser Abtheilung , sondern der
folgenden zuständig.
Bisher ist von der osteologischen Beschaffenheit des B.
torquatus weiter nichts als die des Schädels und der Zahl
der Halswirbel bekannt gewesen •--) , welche letztere bei 2
Exemplaren nur zu 8 aufgefunden worden sind. Bei unserm
Skelete sind aber , wie es bei dieser Gattung die Regel ist,
9 Halswirbel vorhanden , von denen der letzte durch seine
starken Anhängsel an den Querfortsätzen sich bemerkbar macht.
Als Eiffenthümlichkeit , die ich an keinem andern Faulthier-
Skelete gesehen oder erwähnt gefunden habe, zeigt sich bei
unserem Skelete des B. torquatus der innere Condylus des
Oberarmbeines von einem sehr geräumigen Loche durch-
bohrt ; ein Merkmal , das man demnach zur weiteren Unter-
scheidung dieser Abtheilung von der folgenden benutzen kann.
Gray zertrennt den B. torquatus in 2 Arten, die er B.
crinitus und B. affmis nennt; die neuen Namen sind jedoch
so wenig stichhaltig, wie die Arten selbst. Er hat sich näm-
lich zur Namensänderung bewogen gefunden , weil er in
Browne's Bradypus crinitus, palmis tridactylis den B. tor-
quatus erkennen v/ollte, was mir jedoch sehr zweifelhaft er-
scheint. Den B. affmis hat Gray bloss auf einen Schädel
begründet, der etwas schmäler ist als der von seinem A. crini-
tus; ein Umstand, der bei allen Wirbelthieren eintritt und
daher völlig werthlos für specifische Unterscheidungen ist.
Die Gattung Arctopithecus charakterisirt Gray durch
folgende Merkmale: Schädel über derStirnc abgerundet; Flü-
gelfortsätze zusammengedrückt, gerade, dünn, einfach ; keine
Zwischenkiefer ; Unterkiefer am obern Rande zwischen den
Zähnen nicht vorgezogen, aber vorn am Kinn schwach ge-
kielt; Gesicht mit schwarzem Strich vom hintern Augenwin-
*) Ich erlaube mir hier einen Schreibfehler in meiner Fortsetzung
von Schreb. Säugth. Suppl. IV. S. 133. letzte Zeile zu berichtigen,
wo statt torquatus zu lesen ist cucuiliger.
382 Wagner:
kel. — Unter diesen Merkmalen ist das hauptsächlichste das,
welches von der Form des Flügelfortsatzes hergenommen ist,
nächst dem kommt das von der Wölbung des Vorderschä-
dels , dagegen beruht der Mangel des Zvvischenkiefers ledig-
lich auf sorgloser Behandlung des Schädels, indem dieser
Knochen bei allen sorgfällig behandelten Schädeln dieser Ab-
theilung vorhanden ist. Die zwei zuletzt aufgeführten Merk-
male sind keineswegs allgemeine , wie diess gleich nachher
erwiesen werden wird.
Gray bringt die Arten von Arctopithecus in 2 Unter-
abtheilungen: a) Pelz massig rigid, Rücken weiss gefleckt,
Rückenstreif lang; hiehergehören: A. gularis Rüpp., A. mar-
moratus n. sp. und A. Blainvillei n. sp. ; b) Pelz lang, sehr
schlaff, weisslich, Rückenstreif sehr kurz, undeutlich und nur
nach Abnutzung der Haare sichllich; hieher A. flaccidus =
B. tridactylus Neuw. und A. problematicus n, sp. Somit wä-
ren in dieser Gattung den Faulthieren 3 neue Arten zuge-
wiesen, deren Stichhaltigkeit nunmehr von uns geprüft wer-
den soll.
Seinen A. gularis charakterisirt Gray als dunkel grau-
braun, Rücken weiss gescheckt mit langen weissen Streifen
und breitem Fleck von weichen gelben Haaren jederseits
zwischen den Schultern ; Schädel mit breiter Stirne und stark
gewölbt über dem Hintertheil der Augenhöhlen ; Unterkiefer
mit dünnem und spitz verlängertem Winkel und flachem, auf
der Sutur nicht gekielten Kinntheil. — Gray hält diese Art
für identisch mit Rüpp elTs B. gularis, worin er jedoch fehl
gegriffen hat, denn 1) zeichnet sich dieser nicht wie der A.
gularis durch dunkle Färbung aus, sondern ist ziemlich licht,
23 fehlt jenem der schwarze Strich hinter den Augen ganz,
der bei demGray'schen A. gularis vorkommt, 3) giebt schon
Rapp's Abbildung des Schädels von B. gularis zu erkennen,
dass der Unterkiefer des letzteren am Kinntheil nicht platt,
sondern in eine schnabelartige Spitze vorgezogen ist, was
ich an meinen beiden Exemplaren bestätigen kann , und 4)
ist es nicht wahrscheinlich, dass Gray's A. gularis, als aus
Bolivia abstammend, einerlei ist mit Rüppell's B. gularis,
der in Guiana zu Hause ist. Was ist nun aber wohl jene
Art? Ich glaube nicht zu irren , wenn ich darauf zur Ant-
Bemerkungen über die Faullhier-Arten. 383
wort gebe, dass sie der von Wagler und mir beschriebene
B. infuscatus , und zwar das männliche Geschlecht ist. Auf
diesen passt die ganze Beschreibung der Färbung und die
Angabe des Wohnorts, denn da Spix und Natter er den
B. infuscatus im nordwestlichen Brasilien gefunden haben,
Tschudi aber, dessen Fauna Peruana freilich Gray eben-
falls ignorirt , ihn häufig in Peru gesehen hat , so lässt sich
nicht zweifeln, dass er auch im angrenzenden Bolivia sich
noch einstellt. Ueber die Beschaffenheit des Schädels von
B. infuscatus kann ich nichts sagen, da mir ein solcher fehlt;
dagegen kann ich aus Autopsie behaupten, dass Gray's Be-
schreibung des Schädels von seinem A. gularis nicht auf
Rüppell's B. gularis (= B. cuculliger Wagl.) passt.
Den A. marmoratus bezeichnet Gray ebenfalls einför-
mig dunkel graubraun , auf dem Rücken und den Armen
weiss gescheckt; der Unterkiefer hat einen langen und zu-
gespitzten Winkel und sein Vordertheil ist am älteren Exem-
plare sehr vorspringend, am Jüngern dagegen abgestutzt wie
bei A. gularis. Gray macht selbst bemerklich, dass Brid-
ge s diesen A. marmoratus nur für das Weibchen von A.
gularis erklärt und diess ist auch in der That der Fall, wo-
bei jedoch Gray wahrscheinlich die Weibchen des B. cu-
culliger (B. gularis) und B. infuscatus miteinander vermengt,
wie diess aus seiner Angabe von der verschiedenen Beschaf-
fenheit des Unterkiefers, so wie aus seinem Citat vonBlain-
ville's B. tridactylus guianensis (Osteograph. tab. 3.) her-
vorgeht, denn dieser Schädel gehört nach seiner Heimath
und der vorspringenden Spitze des Unterkiefers nicht dem
B. infuscatus (Gray's A. gularis) , sondern unserm B. cucul-
liger an. Der jüngere Schädel, dessen Gray gedenkt, dürfte
dagegen von B, infuscatus herrühren.
Mit seinem A. Blainvillei geht es Gray ganz eigen-
thümlich ; denn, wie er selbst erklärt, lassen sich die 3 Ex-
emplare , die ihm davon vorliegen, durch äusserliche Merk-
male schlechterdings nicht von A. marmoratus unterscheiden;
die Differenzen sind nur am Schädel wahrzunehmen, dessen
Stirne stärker gewölbt und der Winkel schwächer ausgezo-
gen ist. Zwei von den Unterkiefern haben auch einen deut-
lichen Kiel auf der Symphyse. Gray ist übrigens selbst be-
384 Wagner:
denklicli, ob diese Differenzen zu einer specifischen Trennung
ausreichend sind, und ich theilc nicht bloss dieses Bedenken,
sondern kann mich auch durchaus nicht zu der Annahme
verstehen, dass 2 wirkliche Arten in den äusserlichen Merk-
malen gar keine Differenz sollten wahrnehmen lassen. Ue-
berdiess sind die Differenzen, die Gray vom Schädelbau an-
giebt, gerade solche, die am ersten vom Alter oder auch nur
von der Individualität herrühren, wie diess unsere Sammlung
sattsam ausweist. Zu seinem A. Blainvillei citirtGray Blain-
ville's Abbildung von dessen B. tridactylus brasiliensis; ich
möchte diese aber eher auf meinen B. pallidus beziehen.
Gray's A. flaccidus ist, wir er selbst erklärt, identisch
mit des Prinzen von Neuwied B. tridactylus, aus dem Wag-
1 e r seinen B. Ai gemacht hat ; ein Name, der, weil er so-
wohl von dieser Art als von B. cuculliger gebraucht wird,
von mir in B. pallidus umgewandelt wurde. Die Var. 1, die
Gray hierzu zählt, könnte ihrer Färbung wie ihrer Heimath
(Venezuela) wegen auf eine besondere Art schliessen lassen.
Ich reihe hieran noch folgende Bemerkungen über den Schä-
delbau von B. pallidus.
Wagler hat schon a. a. 0. auf die Eigenthümlichkei-
ten desselben aufmerksam gemacht , und insbesondere die
Wölbung der Stirnbeine und die Höhe des horizontalen Astes
des Unterkiefers mit breitem, gerade aufsteigenden Vorder-
theile ohne zungenförmige Spitze hervorgehoben. Ueber die
Form der Nasenbeine hat er nichts gesagt, obgleich hier
Differenzen vorkommen, die Gray wahrscheinlich bestimmt
haben würden, darnach 2 Arten zu errichten. Bei dem Ex-
emplare nämlich, das Wagler zur Beschreibung auswählte,
greifen die breiten , nach hinten erweiterten Nasenbeine mit
einer ziemlich weit geöffneten Spitze in die Stirnbeine ein ;
bei einem andern Schädel dieser Art, an dem zugleich längs
der Symphyse des Unterkiefers ein Kiel aufsteigt, der oben
einen schwachen spitzen Vorsprung bildet, sind umgekehrt
die Nasenbeine an ihrer hintern Grenze etwas ausgeschnit-
ten und die Siirnbeine greifen mit ihrer Spitze in diesen Ein-
schnitt ein. Den Grund dieser Differenz glaube ich aber
nachweisen zu können. Ich habe nämlich ein ganz junges,
in Branntwein aufbewahrtes Exemplar von B. pallidus skele-
Bemerkungen üb, d. derraaligen Stand d. Faulthier- Arten, 385
tiren und den Balg ausstopfen lassen. Am Schädel dessel-
ben findet sich zwischen den Stirn- und Nasenbeinen ein läng-
lich-ovales und an beiden Enden zugespitztes Zwickelbein-
chen eingeschoben, von dem man an älteren Individuen keine
Spur mehr wahrnimmt. Die Verwachsung desselben mag nun
wohl auf zweierlei Art vor sich gehen ; verschmilzt es mit
den Nasenbeinen, so spitzen sich diese hinten dachig zu und
greifen demnach in die Stirnbeine ein; verschmilzt es dage-
gen mit den Stirnbeinen, so greifen diese in den Ausschnitt
der Nasenbeine ein. Die Form des Hinterrandes der Nasen-
beine ist demnach eine veränderliche und darf nicht zur spe-
cifischen Sonderung verleiten.
Noch will ich einiges über die Abbildungen sagen, wel-
che den Schädel des B. pallidus darstellen mögen. Zuvör-
derst gehört hieher die Abbildung in des Prinzen von Neuwied
Beiträgen Tab. 4, welcher Oken irrig den Namen B. torqua-
lus beigeschrieben hat. Eben so mag die Abbildung, wel-
che Wiedemann in seinem Archiv für Zoolog. I. Tab. 1
lieferte, von dieser Art entnommen sein. Auch bin ich nicht
zweifelhaft, dass B 1 a i n v il 1 e's B. tridactylus brasiliensis auf
diese Art, nicht auf B. infuscatus , zu beziehen ist. Endlich
scheinen auch noch wohl Cuvier's Abbildungen in den
Rech. V. 1. tab. 5. fig. 1 — 3 nach dieser Art gefertigt worden
zu sein.
Die letzte Art, welche Gray aufstellt, hat von ihm den
sehr bezeichnenden Namen Arctopithecus problematicus er-
halten, ein Name, den er auch noch andern Arten hätte bei-
legen dürfen. Sie ist bloss auf einen Schädel begründet, den
er von Para bekommen. Er unterscheidet diesen Schädel
von den 2 Schädeln des A. flaccidus dadurch, dass längs der
Symphyse des Unterkiefers ein Kiel aufsteigt, wodurch der
obere Rand einen winkligen Vorsprung bildet, und dass der
Winkel hinterwärts viel weiter verlängert und aufwärts gebo-
gen ist. Ich sehe hierin weiter nichts als eine leichte Dif-
ferenz, die recht wohl noch in den Kreis der Schädelabän-
derungen des B. pallidus fallen kann, wie ich denn selbst
noch andere Abweichungen kenne, die ich hier indess nicht
weiter zur Sprache bringen will.
Soll ich nun ein Urtheil fällen über den Werth der von
Archiv f. Naturg«sch. XVI. Jahrg. 1. Bd. 25
386 Wagner:
Gray hier besprochenen Monographie derFaulthiere, so ergiebt
sich aus dem Vorsiehenden wohl von selbst, dass sie die
Kenntniss und Unterscheidung* der Arten nicht nur nicht ge-
fördert , sondern dass sie theilweise gut begründete Species
verwirrt und 4 nicht haltbare Arten dagegen zugefügt hat.
Vor diesen Irrthümern wäre Gray grösslentheils bewahrt ge-
blieben, wenn er die deutschen Leistungen gekannt hätte. Er
würde dann gesehen haben, dass sein A. gularis nicht Rüp-
pell's B. gularis ist; er würde dann auch nicht die Männ-
chen und Weibchen seiner ersten Abtheilung von Arctopithe-
cus in verschiedene Arten gesondert haben; er wäre über-
haupt darauf aufmerksam gemacht worden , ob nicht gerade
diese Abtheilung an zwei durch uns wohl unterschiedene
Arten (den B. infuscatus und cuculliger) zu vertheilen gewe-
sen wären; er würde endlich den Mangel des Zwischenkie-
fers nicht unter die generischen Merkmale aufgenommen und
uns mit dem neuen Namen B. flaccidus verschont haben, da
für diese Art bereits 2 ältere Namen, B. Ai von Wagler
und B. pallidus von mir, zur Auswahl vorlagen.
Zum Schlüsse erlaube ich mir noch einige Bemerkun-
gen über B. cuculliger und B. infuscatus beizufügen. Vom
Knochengerüste des ersteren hatte ich, als ich meine Mono-
graphie der Faulthiere abfasste, nichts weiter vorgefunden
als das von Wagler erwähnte Skelet eines mittelwüchsigen
Thieres. Seitdem habe ich von Dr. Krauss in Stuttgart, der
von dieser Art aus Surinam eine grosse Anzahl Exemplare
bekommen hat, ein erwachsenes Weibchen im Balg erhalten,
den ich ausstopfen und den Schädel herausnehmen liess. Der
Schädel dieses erwachsenen Thieres bietet aber auffallende
Differenzen von dem des halbwüchsigen dar, so dass ich,
ohne Wagler's Angabe vor mir zu haben, nicht gewagt
hätte, beide einer und derselben Art zuzuschreiben. Um nur
das Hauptsächlichste zu erwähnen, so hat zwar auch der Un-
terkiefer am Vorderrande die zungenförmige Verlängerung,
aber das Schädeldach ist ganz flach, der Gesichtstheil weit
mehr verschmälert und die Nasenbeine greifen mit einer ziem-
lich ausgezogenen Spitze in die Stirnbeine ein, während sie
beim erwachsenen Thiere mit einem breiten, horizontalen, in
der Mitte nur wenig vorgezogenen Rande an letztere sich
Bemerkungen üb. d. dermaligen Stand d. Faullhier-Arten. 387
anschliessen. Diese Verschiedenheit kann übrigens von der-
selben Ursache herrühren , wie ich sie beim B. pallidus er-
klärt habe. Da in dem von Stuttgart erhaltenen Balge noch
die Armknochen sich vorfanden, so kann ich die Bemerkung
beifügen, dass wie am Skelete des jüngeren Thieres das Ober-
armbein am innern Condylus eben so wenig als bei B. pal-
lidus durchbohrt ist.
Die beste Abbildung vom Schädel des B. cucuUiger hat
Rapp geliefert; Blainville's Abbildung des B. tridactylus
guianensis (Osteograph. tab. 3) ist ebenfalls von jenem ent-
nommen. Dagegen hat sich Wag 1er geirrt, wenn er meint,
dass die in den Beiträgen des Prinzen von Neuwied auf
Tab. 5 gelieferten und mit dem Namen B. tridactylus bezeich-
neten Schädelabbildungen auf den B. cuculliger zu beziehen
sind. Ich habe schon vorhin nachgewiesen , dass dieser
angebliche B. tridactylus der B. torquatus ist, und da dieser
am Vorderrande des Unterkiefers ebenfalls wie der B. cucul-
liger eine zungenförmige Verlängerung hat, so ist hiedurch
Wag 1er in Irrthum geführt worden.
Vom B. infuscatus habe ich bisher keinen Schädel be-
sichtigen können ; wenn aber, wie es höchst wahrscheinlich
ist, Gray's A. gularis mit selbigem identisch ist, so würde
sich jener von B. cuculliger durch den Mangel der zungen-
förmigen Verlängerung am Vorderrande des Unterkiefers un-
terscheiden. — Bei weiterer Untersuchung der von mir un-
ter B. infuscatus zusammengefassten 3 Varietäten möchte es
sich wohl herausstellen , dass nur die erste und dritte diese
Art constituiren, während die zweite Varietät als eigenthüm-
liche Art sich rechtfertigen dürfte, die man mit dem Namen
B. brachydaclylus bezeichnen könnte.
Copliosaurus te^icanus,
neue Eidechsengattung aus Texas.
Vom
Heraus ^^^eber*
(Hierzu Taf. VI.)
Unter den interessanten Naturalien, welche Dr. Ferd.
Roemer aus Texas heimbrachte, und dem naturhistorischen
Museum zu Bonn überliess, finden sich auch einige Amphi-
bien , die derselbe bereits in einem naturwissenschaftlichen
Anhange zu seinem „Texas. Bonn 1849 p. 459^^ kurz aufge-
zählt hat. Zu diesem Verzeichnisse von 19 Texanischen Am-
phibien habe ich zu bemerken :
1. Das unter 9 angeführte Phrynosoma orbiculare ist
vielmehr Phrynosoma cornutum Holbr.
2. Die unter 8 angegebene „Ameiva n. sp. ? Hellgrau
mit zwei dunkelblauen Flecken zu jeder Seite des Bauches*
ist eine sehr interessante neue Gattung, die den Gegenstand
dieses Aufsatzes bilden soll.
3. Eine der Gattung Gerrhonotus angehörige Eidechse
ist gar nicht aufgezählt.
Die ebenerwähnte neue Gattung unterscheidet sich leicht
von allen bisher bekannten amerikanischen Iguanen, in de-
ren Familie sie gehört, durch den völligen Mangel äusserer
Ohren, ich nenne daher die Gattung
Troschel: Cophosaurus texanus. 389
Cophosaiiruis nov. gen.
Caput breve, scutellis inaequalibns iectutn^ scutum occi-
pitale magnum ; aures externae nullae ; dentes pala-
Uni nulli; dentes maxülares parvi, siibaequales^ conici; plicae
transversales sub collo duae, laiera colli irregulariter plicata ]
plica longitudinalis latera corporis ornata ; squamae dorsi par-
vae; crista dorsalis nulla; cauda depressa ; pori femorales
uniseriales et pori postanales distincti.
Diese Gattung- unterscheidet sich von allen übrigen
leicht, wie bereits erwähnt, durch das Fehlen äusserer Ohren,
sonst möchte sie wohl am nächsten der Gattung Callisaurus
Blainv. stehen. Die Schenkelporen in einer Reihe, den Man-
gel des Rückenkammes und die gleichartigen Schuppen des
Rückens hat sie nur mit Callisaurus, Polychrus und Tropido-
lepis gemein; die Hautfalte an den Seiten des Rumpfes nähert
sie unter diesen wieder am meisten an Callisaurus an, mit
deren einziger Art sie sogar einige Aehnlichkeit in der Fär-
bung zeigt. Die einzige Art ist :
C. texanus IS ob, n. sp, supra griseus^ maculis albi^
doflavis parvis obsiius; latera abdominis coerulea, fasciisque
binis subperpendicularibus coeruleo-nigris insignita; cauda
subtus maculis nigris Septem ornata.
Der Kopf dieser niedlichen Eidechse ist kurz, von den
Augen nach dem Oberkieferrande in fast gerader Linie schräg
abfallend, vorderer Rand ziemlich scharf, von oben gesehen
abgerundet; die Gegend über den Augen ist jederseits ein
wenig angeschwollen ; jede dieser Anschwellungen bildet dicht
über dem Auge eine Leiste, die sich nach vorn erstreckt,
jedoch den Schnauzenrand nicht völlig erreicht. Vorn zwi-
schen diesen Leisten liegen die Nasenlöcher auf der oberen
Schnauzenfläche , doch mit ein wenig zur Seite gerichteter
Oeffnung; jedes Nasenloch durchbohrt nur eine Schuppe, die
dasselbe wie ein schmaler Ring umgiebt. Aeusserlich ist
keine Spur von Ohren sichtbar.
Die Beschuppung des Kopfes ist eigenthümlich genug.
Das Rostralschild ist dreieckig, die untere etwas gebogene Seite
nimmt die ganze Breite des vorderen Schnauzentheils ein, die
beiden anderen Seiten sind ebenfalls ausgeschweift und ver-
390 Troschel:
einigen sich oben in eine stumpfe Spitze. An das Rostral-
Schild schliessen sich jederseits fünf grössere stark hervor-
ragende , gekielte, schräg gestellte Lippenschilder an, auf
welche dann noch drei kleine nicht ausgezeichnete Schild-
chen folgen. Die von den Augen nach vorn herablaufende
Leiste besteht aus drei Schildern, von denen die beiden vor-
dem klein, so breit wie lang, stark gewölbt sind, das dritte
ist sehr lang, schmal, und so hoch gewölbt, dass es fast ge-
kielt erscheint; kleinere langstreckige und schmale Schildchen
setzen diese Leiste bis hinter das Auge fort. Von dem zwei-
ten Schilde dieser eben beschriebenen Leiste entspringt eine
andere, die unter dem Auge verläuft; ihre ersten drei Schild-
chen sind klein, das vierte aber ist lang, bis zur Berührung
mit dem 8ten und 9ten Labialschildchen sich erstreckend; auf
dasselbe folgen noch ein fünftes und sechstes von rhombi-
scher Gestalt mit diagonalem Kiel. Oberhalb ist der Kopf
mit unregelmässig polygonalen Schildchen bedeckt. Vorn an
der Schnauze sind dieselben sehr klein, nur zwei vorn und
innen an jedem Nasenloch sind etwas grösser. Vor den Au-
gen in der Mitte. liegen zwei grössere Schildchen, und hinter
ihnen folgt eine mittlere Längsreihe von vier grösseren Schild-
chen, deren letztes nur durch zwei kleine unregelmässige
nebeneinanderliegende Schildchen, die sich von den benach-
harten Schildchen nicht auszeichnen, von der grossen Occi-
pitalplatte getrennt wird ; diese letztere ist rundlich, viel grös-
ser als alle übrigen Schilder des Kopfes und hat so viele et-
was eingebogene Seiten, wie sie von Schildchen begrenzt
wird. Die über den Augen gelegenen Anschwellungen tra-
gen kleine granulaartige Schildchen, unter denen sich einige
schräge Reihen sechseckiger etwas grösserer Schildchen aus-
zeichnen. — Der Unterkiefer ist von 21 glatten, platten Lip-
penschildern umgeben, an welche sich noch eine zweite Reihe
ähnlicher anschliesst, die sich nach hinten in einen breiten
Zuo- solcher Schilder erweitert. Zwischen diesen ist die ganze
Unterseite des Kopfes mit kleinen granulaartigen Schildchen
gleichmässig bedeckt. Vorn in der Mitte liegt eine Langs-
furche, welche unmittelbar hinter den Lippenschildern beginnt
und sich etwa bis gegen die Mitte des Kopfes erstreckt; sie
ist von einer Doppelreihe noch kleinerer Granula bekleidet.
Cophosaurus texanus. 391
Der Gaumen ist zahnlos ; die innern Nasenlöcher bilden
schräge Spalten, welche nach vorn divergiren. Hinter ihnen
verläuft eine longitudinale, nach hinten erweiterte Furche,
Die kleinen Oeffnungen der Eustachischen Röhren öffnen sich
weit hinten, und sind nur zu bemerken, wenn man den Ra-
chen weit öffnet. Die Zähne der Kiefer stehen oben und un-
ten in einer Reihe, sind conisch, nicht sehr gedrängt und alle
von gleicher Beschaffenheit. Die Zunge ist vorn mit einem
sehr kleinen Einschnitt versehen, hinten theilt sie sich in
zwei grosse Aeste; sie ist von schwammiger Natur. Im Win-
kel zwischen den hinteren Aesten liegt die kleine Oeffnung
der Luftröhre.
Unter dem Halse liegen zwei Querfalten der Haut, von
denen die vordere sich nach oben und hinten ausdehnt, um
über der Schulter eine Längsfalte zu bilden, die hintere
sich an diese Schulterfalte anschliesst; ausserdem sind die
Seiten des Halses unregelmässig gefaltet. Die hintere Hals-
falte ist zugleich durch die Beschuppung ausgezeichnet, in-
dem vor ihr grössere Schüppchen eine Art kleinen Halskra-
gen bilden, während in der Falte selbst sehr kleine Granula
die Bekleidung machen.
Der Rumpf ist niedergedrückt , der Rücken trägt keine
Spur eines Kammes, der Bauch ist flach , und an den Seiten
zieht sich von der Achsel der Vordergliedmassen eine Haut-
falte bis zum Grunde der Hintergliedmassen hin. Der ganze
Rücken trägt sehr kleine gleichartige granulaartige Schüpp-
chen, die nirgends eine Spur von Kiel zeigen , die Bauch-
seite ist mit grösseren, glatten in schrägen Querreihen geord-
neten Schuppen bedeckt, die eine rhombische oder pentagonale
Gestalt haben, einen freien Hinterrand besitzen und nach den
Seiten kleiner werdend , allmählich in die Beschuppung des
Rü-ckens übergehen.
Der Schwanz ist l%mal so lang wie der Rumpf, wenn
man den letzteren von der hinteren Halsfalte bis zum After
misst ; er beträgt mehr als die Hälfte der ganze Länge. Er
ist überall breiler als hoch und verschmälert sich von seinem
Grunde allmählich bis zur Spitze. Die Beschuppung ist eine
entschieden andere als am Rumpf. Die Schuppen bilden Wir-
tel, unter denen sich in ziemlich regelmässigen Abständen
392 Troschel:
solche mit grösseren Schuppen auszeichnen. Auf der Rücken-
seite sind alle Schuppen gekielt, schwach an der Basis, immer
stärker nach hinten zu, so dass am Ende des Schwanzes jede
Schuppe in einen spitzen Dorn ausläuft. Auf der Unterseite
sind die Schuppen auf der vorderen Hälfte glatt, werden aber
unter der hinteren Hälfte auch gekielt , bis sie gegen das
Ende ebenfalls in eine dornartige Spitze endigen.
Der After ist eine bogenförmige , nach vorn concave
Querspalte, die fast die Breite des Körpers erreicht. Hinter
ihr zwei grosse Vertiefungen, deren jede durch eine grosse
concave Schuppe ausgekleidet ist, und die mit einander durch
eine Furche vereinigt sind. Ob dies etwa nur einem Ge-
schlechte eigenthümlich ist , kann ich nicht entscheiden, da
nur ein einziges Exemplar vorhanden ist, welches ich nicht
zu einer anatomischen Untersuchung bestimmen mag, auch sich
daraus kein Resultat für das andere Geschlecht ergeben würde.
Die Vordergliedmassen erreichen mit ihren Krallen,
nach hinten gestreckt, die Basis der Hintergliedmassen. Sie
sind mit rhombischen, dachziegelförmigen, schwach gekielten
Schuppen bedeckt, viel grösser an der Unter- als an der
Oberseite. Die Innenzehe ist die kürzeste, dann folgen die
ötej 2te, 3te Zehe, die 4te ist die längste.
Die Hintergliedmassen reichen ausgestreckt bis auf Vs
des Schwanzes, sind viel länger und kräftiger als die vor-
deren. Die oberen Schuppen des Oberschenkels gleichen de-
nen des Rückens, die oberen des Unterschenkels denen des
Schwanzanfanges, erstere sind glatt, letzere schwach gekielt.
Die der Unterseite sind am Ober- und Unterschenkel grösser
und glatt. Unter jedem Oberschenkel ündet sich eine Reihe
von 16 grossen Schenkelporen, von denen jeder nur eine
Schuppe durchbohrt. Die Innenzehe , viel weiter nach vorn
eingelenkt als die übrigen, und in ihrer ganzen Länge frei;
sie reicht länger als die Aussenzehe aber kürzer als die 4te
Zehe. Die zweite Zehe ist bei weitem die längste; sie ist
vom Fersengelenk an gemessen so lang wie Ober- und Un-
terschenkel zusammen.
Die Schüppchen unter der Hand und unter dem Fuss
sind klein, gekielt ; und am Rande dreispitzig. Die Krallen
gind an Vorder- und Hintergliedmassen zusammengedrückt,
Cophosaurus texanus. 393
und laufen nicht in eine einfache Spitze aus , sondern haben
an ihrem Ende , in Folge eines schrägen Ausschnittes , eine
obere und eine untere Spitze , von denen jedoch die obere
mehr hervorragt.
Farbe. Oberhalb ist diese Eidechse grau gefärbt, mit
schwach ausgesprochenen dunkleren bogigen Querbinden, und
überall mit weisslichen Punktflecken besäet; ähnlich gefärbt,
nur mit einem Stich ins Blaue , ist die Kehle , auch sie hat
die weisslichen Flecken; die Unterseite ist weiss. Die Sei-
ten des Rumpfes sind unter der Hautfalte , und scharf vom
Bauch geschieden, grell himmelblau gefärbt, und auf diesem
blauen Grunde zeichnen sich wieder zwei dunkelveilchenblaue
fast schwarze Flecke aus , die sich verschmälernd nach oben
und vorn wenden, und so Binden bilden, die jedoch die Mitte
des Rückens nicht erreichen. Unter dem Schwänze liegen
7 schwarze Flecken. Der vordere ist klein, punktförmig, der
zweite ist quer, fast linienförmig, die Seitenwand des Schwan-
zes nicht erreichend , der dritte ist so breit wie die Unter-
seite des Schwanzes, und seine Breite übertrifft seine Länge
fast um das Doppelte ; der vierte ist so breit wie lang, der
fünfte ist fast doppelt so lang wie breit , der sechste ist
reichlich doppelt so lang wie breit , der siebente ist dreimal
so lang wie breit. Die Spitze des Schwanzes ist dann wie-
der hellgefärbt.
Maasse. Ganze Länge 140 Millim.
Länge des Kopfes 15 Millim.
Entfernung des Afters von der Schnauzenspitze 63 M.
Entfernung des Afters von der Schwanzspitze 76 M.
Länge der Vordergliedmassen 35 M.
Länge der Hintergliedmassen 57 M. '
Vaterland. Wurde an Bäumen rasch laufend bei
der deutschen Colonie Neubraunfels an der Guadalupe im
westlichen Texas, unter 28° Nördl. Br. gefangen. Es wurden
zwei ganz übereinstimmende Exemplare davon mitgebracht,
von denen eins im Museum zu Bonn sich befindet, das an-
dere im Museum zu Hildeshoim aufbewahrt wird.
394 Tr ose hei: Cophosaurus texanus.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1. Cophosaurus texanus Trosch.
Fig. 2. Der Kopf von oben 3fach vergrössert.
Fig. 3. Hintergliedmassen , von unten gesehen , um a) die
Schenkelporen, b) den After, c) die Postanalporen zu
zeigen, in nat. Grösse.
Fig. 4. Eine Zehe von der Seite gesehen, 3fach vergrössert.
i
Druckfehler.
S. 44 Z. 13 V. u. lies genauerm statt geauerm.
„ Y, „ 10 „ „ — geschossen statt geschlossen.
„ 45 „ 17 V. 0. — Syst. Naturae statt Syst. Natura.
w
^^rv-^
I
■g- -'"^r"
^zi^i^..^
^^^■^^
^^^
w ''^'£^c:hm.
v>^ ^^^-.i^
==#S^=5S54